# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e9a8fb1-9696-41a6-8699-2107a0e543e0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache, teilweise qualifizierte einfache Körperverletzung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 17. Mai 2018 (DG170308)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
15. November 2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/18/8).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 56 S. 36 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Das Verfahren wird betreffend Dossier 6 (versuchte Drohung zum Nachteil von
B._) sowie betreffend Dossier 9 (in Bezug auf geringfügige Sach-
beschädigung) eingestellt.
2. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der mehrfachen, teilweise qualifizierten einfachen Körperverletzung
i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB, teilweise i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB,
− der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von
Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit
heute 147 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgeschoben und
die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 147 Tage,
die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66abis StGB für 5 Jahre des Landes ver-
wiesen.
6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird
angeordnet.
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7. Das sichergestellte und bei der Stadtpolizei Zürich unter der Asservat
Nr. A010'964'586 lagernde Taschenmesser Victorinox, rot, wird eingezogen und
der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
8. Die Privatklägerin Gemeinde Wallisellen wird mit ihrem Schadenersatzbegehren
auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
9. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger
C._ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-
satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-
anspruches wird der Privatkläger C._ auf den Weg des Zivilprozesses
verwiesen.
b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._ Fr. 2'000.– zu-
züglich 5 % Zins ab 11. Juni 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbe-
trag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
10. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger
D._ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-
satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schaden-
ersatzanspruches wird der Privatkläger D._ auf den Weg des Zivilpro-
zesses verwiesen.
b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._ Fr. 7'000.– zu-
züglich 5 % Zins ab 25. Dezember 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
11. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E._ Fr. 1'000.– zu-
züglich 5 % Zins ab 18. November 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
b) Es wird vorgemerkt, dass sich der Privatkläger E._ die separate Gel-
tendmachung einer Schadenersatzklage gegen den Beschuldigten vorbehält.
12. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen und Barauslagen als
amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse mit pauschal Fr. 13'000.– (inkl. MwSt.)
entschädigt.
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13. Rechtsanwalt lic. iur. Y._ wird für seine Aufwendungen und Barauslagen als
unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklägers C._ aus der Gerichtskasse
mit insgesamt Fr. 1'374.70 (inkl. MwSt.) entschädigt.
14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 3'000.– Gebühr Vorverfahren (Fr. 3'000.– + Fr. 500.–)
Fr. 74.40 Auslagen (Gutachten)
Fr. 72.– Entschädigung Zeuge
Fr. 170.– Entschädigung Dolmetscher
Fr. 13'000.– amtliche Verteidigung
Fr. 1'374.70 unentgeltliche Rechtsvertretung RA Y._
15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-
schuldigten auferlegt, aber abgeschrieben.
16. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger E._ für das gesamte Ver-
fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 1'000.– zu bezahlen.
18. (Mitteilung)
19. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 80 S. 1 f.):
1. Es sei Ziffer 2, Absatz 1, des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich, 7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig
aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
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"Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB"
2. Bezüglich des Vorwurfes der qualifizierten einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB sei der Berufungskläger freizuspre-
chen.
3. Es sei Ziffer 3 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich,
7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig aufzuhe-
ben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Der Beschuldigte wird bestraft mit acht Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis
und mit heute 147 Tage durch Haft erstanden sind."
4. Es sei Ziffer 4 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich,
7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig aufzuhe-
ben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben."
5. Es seien die Ziffern 5 und 6 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich, 7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig
aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB wird abgese-
hen."
6. Es sei Ziffer 10 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich,
7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig aufzu-
heben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Die Zivilforderung (Schadenersatz und Genugtuung) des Privatklägers
D._ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen."
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7. Es sei Ziffer 15 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Zürich,
7. Abteilung, 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. DG170308) vollständig aufzuhe-
ben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
dem Beschuldigten im Umfang von 3/5 auferlegt, jedoch abgeschrieben, im
Umfang von 2/3 werden sie auf die Gerichtskasse genommen."
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsgegnerin.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 62 und 63):
(schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Der Privatklägerschaft C._ (Urk. 64):
Verzicht auf Anschlussberufung.
d) Der Privatklägerschaft D._ (Urk. 66):
Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-
teils.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
17. Mai 2018 wurde der Beschuldigte A._ anklagegemäss diverser Delikte
schuldig gesprochen und mit 28 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, wobei ihm für
16 Monate Freiheitsstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt wurde. Sodann wur-
de er für 5 Jahre des Landes verwiesen (Urk. 56 S. 36). Gegen diesen Entscheid
liess der Beschuldigte durch seinen amtlichen Verteidiger mit Eingabe vom glei-
chen Tag innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 Abs. 1 StPO;
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Urk. 46). Die Berufungserklärung der Verteidigung ging ebenfalls innert gesetz-
licher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 57). Die An-
klagebehörden sowie die Privatkläger C._ und D._ haben mit Eingabe
vom 3., 9. und 18. Oktober 2018 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberu-
fung verzichtet werde (Urk. 62, 63, 64 und 66; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401
StPO). Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt
(Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 57). Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Be-
rufungserklärung ausdrücklich beschränkt (Urk. 57; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die
Anklagebehörden und der Privatkläger D._ beantragen die Bestätigung des
angefochtenen Entscheides (Urk. 62, 63 und 66).
2. Demnach sind im Berufungsverfahren nicht angefochten
− der vorinstanzliche Schuldspruch mit Ausnahme desjenigen betreffend
Anklageziffer Dossier 1 (Urteilsdispositiv-Ziffer 2 teilweise).
− die vorinstanzliche Einziehung eines beschlagnahmten Sackmessers
(Urteilsdispositiv-Ziffer 7)
− die vorinstanzliche Regelung der Zivilansprüche der Privatkläger Ge-
meinde Wallisellen, C._ und E._ (Urteilsdispositiv-Ziffern 8, 9
und 11) sowie
− die vorinstanzliche Kostenregelung in den Urteilsdispositiv-Ziffern 12,
13, 14, 16 und 17.
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
II. Schuldpunkt
1.1. Dem Beschuldigten wird im vorliegend noch interessierenden Anklagepunkt
1 Dossier 1 vorgeworfen, am 25. Dezember 2016, ca. um 7.10 Uhr, an der
F._-Strasse ... in Zürich dem Privatkläger D._ aus einer Distanz von
5 bis 6 Metern eine volle 3,3-dl Bierflasche gegen das Gesicht geworfen zu ha-
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ben, wodurch der Geschädigte eine Stirnhöhlenfraktur und eine Nasenbein-
trümmerfraktur erlitten habe (Urk. D1/18/8).
1.2. Dass der Privatkläger D._ zur fraglichen Zeit am fraglichen Ort tatsäch-
lich von einer Flasche getroffen und verletzt wurde, ist erstellt (Urk. 1/71-2).
Ebenso ist der Beschuldigte geständig, zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein
(Urk. 79 S. 9). Er bestreitet jedoch konstant, eine Flasche geworfen zu haben
(Urk. 1/2/12 S. 3 f.; Urk. 79 S. 9).
1.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers
D._ und seines Mitarbeiters G._ zusammengefasst dargestellt (Urk. 56
S. 12 ff. mit Verweisen), worauf verwiesen wird. Anschliessend hat sie im Wesent-
lichen erwogen, der Privatkläger D._ sowie G._ würden den Ablauf des
Geschehens im Kernbereich gleich schildern und das Videomaterial
– obschon es die eingeklagte Tathandlung nicht aufzeige – stimme zumindest be-
treffend den Ablauf im Inneren des Ladens mit ihren Ausführungen – und nicht
denjenigen des Beschuldigten – überein.
Der Privatkläger D._ habe ausgesagt, draussen gesehen zu haben, dass der
Beschuldigte mit Flaschen geworfen und auch noch eine Flasche in der Hand ge-
halten habe. Er habe allerdings selber nicht gesehen, wer die Flasche geworfen
habe, die ihn ins Gesicht traf. G._ habe jedoch mehrmals und mit Nachdruck
ausgeführt, beobachtet zu haben, wie der Beschuldigte diese Flasche geworfen
habe; er sei sich zu 100 % sicher.
Die Aussagen von D._ und G._ seien plausibel, stimmig und zeigten
auf, dass sie zwischen den in das Geschehen Beteiligten unterscheiden konnten
und nicht generell die ganze Gruppe belasten wollten. Sie hätten etwa mehrmals
betont, dass "der Andere" noch respektvoll gewesen sei, nur eine Person provo-
ziert habe und "dem Anderen" nichts vorgeworfen werden könne. G._ be-
schreibe die Erscheinung des Beschuldigten auch konstant und immer wieder
ähnlich als der "Grosse" oder "der lange Typ". Gemäss G._ sei auch nur der
Grössere verbal aggressiv gewesen, der Kleinere sei noch anständig gewesen;
der Beschuldigte sei auffällig der grösste Mann der Gruppe von Eritreern
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gewesen. Dies sei auch auf den Videobildern deutlich erkennbar. D._ und
G._ hätten auch das Verhalten des Beschuldigten übereinstimmend als ag-
gressiv und provozierend beschrieben. Folglich sei eine Verwechslung ausge-
schlossen. An den Aussagen von D._ und G._ sei nicht zu zweifeln.
Der Beschuldigten habe hingegen hauptsächlich ausweichende Antworten gege-
ben und sich auf pauschales Leugnen beschränkt, anstatt selber den Ablauf der
Geschehnisse aus seiner Sicht zu schildern. Er habe in seinen Aussagen zudem
zu Übertreibungen geneigt und sich in Widersprüche verstrickt.
Insgesamt überzeugten die Aussagen des Beschuldigten nicht, weshalb auf die
glaubhaften Ausführungen des Privatklägers D._ und G._ abgestellt
werden könne. Der massgebliche Anklagesachverhalt sei somit erstellt mit der
Korrektur, dass es sich bei dem Wurfgegenstand um eine leere 3.3-dl Bierflasche
gehandelt habe (Urk. 56 S. 12 bis 16).
1.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte weiterhin, ei-
ne Flasche geworfen zu haben. Er habe in diesem Lokal nur etwas zu Essen be-
stellen wollen, sei zwar betrunken, aber nicht aggressiv gewesen. Dieser Mann
habe dann seine Schuhe nass gemacht. Neu brachte er vor, dass er gesehen ha-
be, wer die Flasche geworfen habe. Es sei ein Mann namens H._ gewesen.
Das sei ein Bruder von dem Typ, welcher mit ihm an diesem Abend zusammen
gewesen sei. Er habe mit seinem Bruder angefangen zu rangeln und in dem Mo-
ment habe er angefangen, diese Flaschen zu werfen. Er habe diese Flaschen in
Richtung dieses Typs geworfen. Sie seien vis-à-vis von diesem Typen gestanden.
Beide Brüder seien verletzt worden. Einer von den Brüdern habe mit ihm (dem
Beschuldigten) gestritten und der andere Bruder sei von seinem Freund mit der
Flasche verletzt worden. G._ lüge, wenn er sage, er (der Beschuldigte) habe
diese Flasche geworfen. G._ habe nur ihn (den Beschuldigten) und seinen
Freund in das Geschäft reingehen sehen und das deshalb angenommen. Er habe
aber nicht gesehen, dass draussen ein Bruder von dem Freund, welcher mit ihm
zusammen gewesen sei und sein Bruder draussen auf sie gewartet hätten. Auf
Nachfrage erklärte er, dass zwei Brüder von I._, welcher mit ihm an diesem
Abend zusammen gewesen sei, sowie ein Kollege von ihm draussen gewartet
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hätten. H._ sei ein Bruder von I._. Er sei noch in der Schweiz und er
(der Beschuldigte) habe ihn auch nochmals gesehen. Er wisse nicht, wie sein
Nachname laute. Er sei ungefähr so gross wie er (der Beschuldigte) und habe die
gleiche Hautfarbe. Er schätze, dass er ungefähr 22 Jahre alt sei (Urk. 79 S. 7).
1.5. D._ und G._ haben übereinstimmend den Beschuldigten als
Aggressor im Ladeninnern bezeichnet, der aus dem Laden entfernt worden sei
(Urk. 1/4/2 S. 3; Urk. 1/5/3 S. 3). Diese Schilderung wird durch die Videoaufzeich-
nung gestützt (Urk. 1/7/1 S. 9; Urk. 1/8/1 Zeit 8.54 Uhr). Damit ist die Behauptung
des Beschuldigten, er sei nicht aus dem Laden befördert worden (Urk. 1/2/6 S. 4
und S. 5), widerlegt. Die Erklärungsversuche der Verteidigung anlässlich der Be-
rufungsverhandlung, dass der Beschuldigte lediglich bestritten habe, wörtlich wie
ein Gegenstand hinaus geworfen worden zu sein, was insofern zutreffe, als er
den Laden auf eigenen Beinen verlassen habe und lediglich von D._ am
Kragen gepackt und nach draussen begleitet worden sei, ändert daran nichts
(Urk. 80 S. 10). Überzeugend und wiederum übereinstimmend haben D._
und G._ geschildert, dass sie den Beschuldigten vor dem Laden je bei min-
destens einem Flaschenwurf gesehen hätten (Urk. 1/4/2 S. 3; Urk. 1/5/3 S. 4).
D._ hat zwar an der Konfrontationseinvernahme relativiert, er könne keinen
der Flaschenwerfer identifizieren. Da der Beschuldigte schon zu Beginn der Aus-
einandersetzung zwei Flaschen "gezogen" und, als vor dem Laden Flaschen ge-
worfen worden seien, wiederum Flaschen in der Hand gehabt habe, sei er aber
mit Sicherheit der "hauptsächliche Flaschenwerfer" gewesen (Urk. 1/3/1 S. 5).
Durch die sich im Wesentlichen deckenden Aussagen von D._ und G._
ist somit auch die entsprechende Bestreitung des Beschuldigten, er habe keine
Flaschen geworfen, welche dieser auch anlässlich der Berufungsverhandlung auf-
recht erhielt, widerlegt (Urk. 1/2/12 S. 3; Urk. 79 S. 11). Neu brachte der Beschul-
digte an der Berufungsverhandlung vor, dass ein Kollege namens H._ die
Flasche geworfen habe. Bei ihm soll es sich um einen Bruder von I._ han-
deln, mit dem er an diesem Abend zusammen war. Weshalb er erst anlässlich der
Berufungsverhandlung mit diesem Vorbringen kommt, ist nicht nachvollziehbar.
Bezeichnenderweise beschrieb er diesen H._ – lediglich auf Nachfrage –
denn auch äusserst wortkarg und mit erstaunlichen Parallelen zu sich selbst. Er
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sei etwa so gross wie er, habe die gleiche Hautfarbe wie er und sei ungefähr 22
Jahre alt. Bereits den Nachnamen konnte er nicht nennen (Urk. 79 S. 11). Auch
dieses Vorbringen erscheint damit unglaubhaft und ist als nachgeschobene
Schutzbehauptung abzutun. G._ schilderte konstant und mit Überzeugung,
dass er genau gesehen habe, dass es der Beschuldigte gewesen sei, der
D._ eine Flasche ins Gesicht geschleudert habe (Urk 1/5/1 S. 2; Urk. 1/5/2
S. 4; Urk. 1/5/3 S. 4; Urk. 1/3/1 S. 7). Dass man aufgrund der Lichtverhältnisse
zum Tatzeitpunkt niemanden habe erkennen können, wie es die Verteidigung an-
lässlich der Berufungsverhandlung vorbrachte, widerlegte der Beschuldigte gleich
selber, wenn er ausführte, dass es für seine Augen hell gewesen sei (Urk. 1/2/6
S. 6.). Im Übrigen ist allgemein bekannt, dass die Lichtverhältnisse in der beleb-
ten F._-Strasse am Wochenende, selbst am frühen Morgen, nicht mit jenen
an einer üblichen Strasse zu vergleichen sind. Bereits die Vorinstanz hielt ferner
zutreffend fest, dass der Beschuldigte sowohl G._ als auch D._ aufge-
fallen sei, als der Funke bzw. der aggressive Kunde, derjenige der provozierte
und "riesen Augen geschoben" habe (vgl. Urk. 56 S. 14). Auch ist – entgegen der
Verteidigung – durchaus korrekt, dass er grössenmässig hervorragte. Dass
G._ die Grösse des Beschuldigten nie im Verhältnis zu den weiteren Anwe-
senden genannt habe – wie die Verteidigung vorbrachte – ist aktenwidrig. Wiede-
rum zitierte bereits die Vorinstanz, wie G._ den Beschuldigten als "der grös-
sere" bzw. "der grösste Mann der Gruppe" beschrieb (Urk. 1/5/1 S. 3 und 1/5/1
S. 2). Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte an sich gesehen kein grosser
Mann ist, kann somit nichts gegen die Glaubhaftigkeit von G._ abgeleitet
werden. Was den Einwand anbetrifft, die Entfernung, aus welcher die Flasche
geworfen wurde, habe 9 bis 14 Meter betragen, wobei zugunsten des Beschuldig-
ten von letzterem auszugehen sei, ist anzumerken, dass in der Anklage vorgewor-
fen wird, die Flasche sei von der anderen Strassenseite geworfen worden. Dies
erweist sich mit den glaubhaften Aussagen von G._, welcher ausführte, dass
eine Strassenbreite dazwischen gelegen habe bzw. von der anderen Strassensei-
te des Ladens geworfen worden sei, als korrekt. Damit ist aber auch erstellt, dass
der Beschuldigte beim Flaschenwurf nicht vor der Bar gestanden hat, sondern
eben auf der anderen Strassenseite. Die betreffende Strassenbreite beträgt ge-
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mäss Google Maps in der Tat rund 6 Meter. Der Anklagesachverhalt erweist sich
somit auch in diesem Punkt als erstellt. Im Übrigen ist, wie noch zu zeigen sein
wird, nicht entscheidend, ob die Flasche aus 6 oder 9 Metern geworfen wurde.
Was sich im Ladeninnern abgespielt hat, ist in den Grundzügen aufgrund der
Videoaufnahme erstellt. Dass D._ vor dem Lokal durch einen Flaschenwurf
verletzt worden ist, ist erstellt und auch nicht strittig. D._ und G._ haben
keine nachvollziehbare Veranlassung, den Beschuldigten wahrheitswidrig des in-
kriminierten Flaschenwurfs zu bezichtigen. Damit ist der massgebliche
Anklagesachverhalt mit der Beweiswürdigung der Vorinstanz sowie den obigen
Erwägungen und entgegen der widerlegten und unglaubhaften Bestreitung des
Beschuldigten zweifelsfrei und damit rechtsgenügend erstellt.
2.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zum Anklagedossier 1 anklage-
gemäss (Urk. 39 S. 7 f.) schuldig gesprochen: Der Privatkläger habe durch den
Flaschen-Treffer im Gesicht Verletzungsfolgen erlitten, die objektiv als einfache
(jedoch noch nicht als schwere) Körperverletzung zu taxieren seien. Bei der Glas-
flasche, die der Beschuldigte dem Privatkläger aus einer Entfernung von fünf bis
sechs Metern ins Gesicht geschleudert habe, habe es sich um einen gefährlichen
Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB gehandelt (Urk. 56
S. 17 f.).
2.2. Die Verteidigung hat sich im Hauptverfahren zur rechtlichen Würdigung des
zu erstellenden Sachverhalts gemäss Anklageziffer Dossier 1 nicht geäussert
(Urk. 41 S. 6). Im Berufungsverfahren führte die Verteidigung aus, dass der Wurf
einer leeren Bierflasche aus 14 Metern Distanz nicht unter den Tatbestand von
Art. 123 Ziffer 2 Abs. 2 subsumiert werden könne. Die Vorinstanz zitiere BGE 101
IV 285, in welchem es allerdings um den Wurf eines Bierglases gegangen sei,
welches rund viermal schwerer sei, als eine leere Bierflasche. Auch sei nicht
nachvollziehbar, wo bei einem Flaschenwurf – wie dies ebenfalls die Vorinstanz
anführe – eine Hebelwirkung auftrete (Urk. 80 S. 12).
2.3. Der Verteidigung ist zuzustimmen, wenn sie auf den Gewichtsunterscheid
einer leeren Bierflasche und einem schwereren Bierglas hinwies. Dies alleine sagt
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allerdings noch nichts darüber aus, ob der Wurf einer leichteren Bierflasche nicht
auch genügt, um den Tatbestand von Art. 123 Ziffer 2 Abs. 2 zu erfüllen. Ent-
scheidend ist, dass die konkrete Art und Weise der Verwendung die Gefahr ei-
ner schweren Schädigung mit sich bringt (vgl. den zitierten BGE 101 IV 285;
BGE 111 IV 124; BGE 112 IV 13 f.). Dies ist zu bejahen, wenn eine Bierflasche,
auch eine leere, aus relativ naher Distanz gegen den Kopf einer anderen Person
geschleudert wird. Dabei kann es auf zwei oder drei Meter mehr oder weniger
nicht ankommen. Wie die Verteidigung selber korrekt anmerkte, ist vor allem die
Beschleunigung der Flasche entscheidend. Ebenso wirkt sich die Rotationsge-
schwindigkeit der Flasche, insbesondere beim Aufprall, aus. Sowohl Beschleuni-
gung als auch Rotation werden durch die Form der Flasche, mit einem schweren
Bauch und einem länglichen Hals, eben einem Hebel, beeinflusst. In diesem Sin-
ne sind wohl auch die Ausführungen der Vorinstanz zu verstehen. Zu bedenken
ist weiter dass die Flasche bei einem solchen Wurf aufgrund der Längs-
und Querrotation auch mit dem dickeren Flaschenboden aufschlagen kann, wel-
cher Aufprall im Gesicht eines Menschen zweifelsohne zu schweren Verletzungen
führen kann.
Die rechtliche Würdigung von Anklagebehörde und Vorinstanz ist entsprechend
korrekt und der angefochtene Schuldspruch ist zu bestätigen.
III. Sanktion
1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von
28 Monaten bestraft (Urk. 56 S. 36).
1.2. Die Verteidigung beantragt ausgehend vom Freispruch betreffend die quali-
fizierte einfache Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten (Urk. 80
S. 1). Der entsprechende Freispruch erfolgt wie erwogen im Berufungsverfahren
allerdings nicht.
1.3. Die Vorinstanz hat die qualifizierte einfache Körperverletzung als schwerstes
Delikt erkannt, den anwendbaren Strafrahmen korrekt bemessen und zutreffende
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allgemeine Ausführungen zur Strafzumessung gemacht (Urk. 56 S. 19 f.). Dies
wird durch die Verteidigung zurecht nicht kritisiert und es wird darauf verwiesen.
1.4. Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere des schwersten De-
likts hat die Vorinstanz erwogen, der Beschuldigte habe in rücksichtsloser Art und
Weise gehandelt. Dem Privatkläger D._ aus einer Distanz von ca. fünf bis
sechs Metern eine leere Bierflasche an den Kopf zu werfen, zeuge von einer
enormen Abgebrühtheit und Geringschätzung der körperlichen Integrität. Die
durch den Privatkläger erlittenen Stirnhöhlen- und Nasenbeinverletzungen, die
zwei operative Eingriffe notwendig machten, seien – im Rahmen der denkbaren
einfachen Körperverletzungen – eher an der oberen Grenze anzusiedeln. Darüber
hinaus trage der Privatkläger eine bleibende Narbe davon und klage noch heute
über chronische Kopfschmerzen und Temperatur- und Lichtempfindlichkeit. Zur
subjektiven Tatschwere habe der Beschuldigte in Bezug auf den Flaschenwurf di-
rektvorsätzlich, hinsichtlich des Treffers im Gesicht und den verursachten Verlet-
zungen zumindest eventualvorsätzlich gehandelt. Es sei allgemein bekannt, dass
der Wurf einer Glasflasche in Richtung des Kopfes eines Menschen zu gravieren-
den Verletzungen führen könne. Der Beschuldigte habe sodann aus nichtigem
Grund gehandelt; die Tat wäre ohne Weiteres vermeidbar gewesen. Er habe die
Tat zwar nicht im Voraus geplant, seine aggressive Grundhaltung deute jedoch
darauf hin, dass er richtiggehend Streit gesucht habe. Insgesamt sei das Ver-
schulden des Beschuldigten für die qualifizierte einfache Körperverletzung als
nicht mehr leicht zu bezeichnen (Urk. 56 S. 21).
Die Verteidigung hat das Zitierte konsequenterweise nicht kritisiert, da der Be-
schuldigte die fragliche Tat ja gar nicht begangen haben will (Urk. 57; Urk. 80
S. 13 f.).
Die Erwägungen der Vorinstanz sind denn auch in allen Teilen zutreffend. Ein
nicht mehr leichtes Verschulden führt zu einer Strafe im unteren Bereich des mitt-
leren Drittels des Strafrahmens (BSK Strafrecht I, Wiprächtiger, Art. 47 N 19 mit
Verweis auf BGE 6S.644/2001; 6S.39/2002; 6B_1174/2014 vom 21. April 2015
E. 1.3.2 mit Verweis auf BGE 136 IV 55 E. 5.9 S. 64 und Urteil 6B_1096/2010
vom 7. Juli 2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Wenn die Vorinstanz eine hypothetische
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Einsatzstrafe von 14 Monaten Freiheitsstrafe bemessen hat, ist dies angemessen
und zu übernehmen.
1.5. Nach der Beurteilung der Tatkomponente auch der übrigen Delikte hat die
Vorinstanz unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips die eingangs für das
schwerste Delikt festgelegte Einsatzstrafe von 14 Monaten mit zutreffender Be-
gründung wie folgt um insgesamt 13 Monate auf 27 Monate erhöht: Für die ein-
fache Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers C._ um 5 Monate, für
die versuchte Drohung zum Nachteil desselben Privatklägers um 2 Monate, für
sämtliche Hausfriedensbrüche um 3 Monate und für die Drohung zum Nachteil
des Privatklägers E._ um weitere 3 Monate. Für die Sachbeschädigung sei
aufgrund des sehr leichten Verschuldens keine Erhöhung vorzunehmen (Urk. 56
S. 23 f.).
1.6. Die vorinstanzliche Sanktionierung der übrigen Taten und die Erhöhung der
Einsatzstrafe sind korrekt begründet und zu übernehmen.
1.7. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-
lichen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt (Urk. 56 S. 24). An der Beru-
fungsverhandlung wurde bekannt, dass der Beschuldigte weiterhin von der Sozi-
alhilfe unterstützt wird. Er habe sich zwar um Arbeit bemüht und in J._ auch
für drei Monate für eine Firma gearbeitet, später in K._ für ein Jahr und
schliesslich ca. sechs Monate für eine andere Firma, momentan sei er aber wie-
derum auf der Suche nach Arbeit. Daneben besuche er zweimal in der Woche ei-
ne Sprachschule. Sein Kind besuche er nicht sehr oft. Er versuche, es alle zwei
Monate zu sehen. Er habe aber keine gute Beziehung zu der Mutter und entspre-
chend sei auch die Anerkennung, welche noch nicht erfolgt sei, schwierig. Zum
letzten Mal sei er 2012 in Eritrea gewesen. Mit seinen Geschwistern habe er ab
und zu telefonisch Kontakt. Sein Ziel sei, diese Anzeigen hinter sich zu bringen
und dann ein anständiges Leben zu führen (Prot. II S. 2 ff.).
Die persönlichen Verhältnisse wiegen strafzumessungsneutral. Eine besondere
Strafempfindlichkeit weist der Beschuldigte nicht auf. Mit der Vorinstanz wiegt
die Verurteilung vom 3. April 2018 nicht straferhöhend, wohl aber das wiederholte
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Delinquieren während laufendem Strafverfahren (Urk. 56 S. 24). Das Nachtat-
verhalten entlastet den Beschuldigten nicht: Das gravierendste Delikt bestreitet er
bis heute hartnäckig. Eine überzeugende Reuebekundung blieb aus (vgl. Prot. I
S. 31). Der Beschuldigte weist sodann zwei neue Verurteilungen wegen Haus-
friedensbruchs auf (Urk. 74A). Diese führen im vorliegenden Verfahren natürlich
nicht zu einer Straferhöhung, sprechen jedoch zum Nachtatverhalten des Be-
schuldigten eine deutliche Sprache. Wenn die Vorinstanz das unkooperative Ver-
halten des Beschuldigen im laufenden Verfahren – ganz leicht – straferhöhend
berücksichtigt hat (Urk. 56 S. 25), ist dies zwar eher streng, jedoch nicht unkor-
rekt. Im Übrigen hat die Vorinstanz den Straferhöhungsgrund des wiederholten
Handelns während laufendem Verfahren eher zu milde berücksichtigt.
1.8. Insgesamt ist die leichte Erhöhung der nach der Beurteilung der Tatkompo-
nente bemessenen Einsatzstrafe aufgrund der Täterkomponente überzeugend.
Das angefochtene Strafmass ist zu bestätigen.
Der Beschuldigte wurde nach der Verurteilung durch die Vorinstanz erneut
zweimal rechtskräftig verurteilt und je mit einer Geldstrafe bestraft (Urk. 74A). Da
heute eine Freiheitsstrafe auszufällen ist, ergeht diese nicht als Zusatzstrafe zu
den zitierten Strafen (Art. 49 Abs. 2 StGB; BGE 137 IV 57 ff.; Urteil 6B_460/2010
vom 4. Februar 2011 E. 4.3.1).
1.9. Der Anrechnung der erstandenen Haft steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).
2.1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den teilbedingten Strafvollzug ge-
währt unter Ansetzung der gesetzlich minimalen Probezeit für den aufzu-
schiebenden Strafteil (Urk. 56 S. 25 f.; Art. 43 Abs. 1 StGB; Art. 44 Abs. 1 StGB).
Dies ist aus prozessualen Gründen zu bestätigen (Art. 391 Abs. 2 StPO; Urk. 63),
obwohl der Beschuldigte seit Ausfällung des angefochtenen Urteils bereits zwei
neue rechtskräftige Verurteilungen erwirkt hat (Urk. 74A).
2.2. Zum Umfang des vollziehbaren Strafteils hat sich die Verteidigung weder im
Haupt- noch im Berufungsverfahren geäussert (Urk. 41; Urk. 80 S. 14).
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2.3. Die Vorinstanz hat den zu vollziehenden Teil der 28-monatigen Freiheits-
strafe auf 12 Monate festgesetzt.
Bemessungsregel bei der Festsetzung des aufzuschiebenden und des zu vollzie-
henden Strafteils bildet das Ausmass des Verschuldens. Das Verhältnis der Straf-
teile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung
des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum
Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit
der Tat, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein (Urteil
des Bundesgerichts 6B_377/2017 vom 5. Juli 2018 E. 2.1).
Zurecht hat die Vorinstanz berücksichtigt, dass der Beschuldigte während laufen-
dem Strafverfahren weiter delinquierte und zum Zeitpunkt der Ausfällung des an-
gefochtenen Urteils ein neues Strafverfahren pendent war (Urk. 56 S. 26). Heute
weist der Beschuldigte zwei neue Verurteilungen auf (Urk. 74A). Die ent-
sprechenden Delikte hat er nur einen respektive wenige Monate nach der vor-
instanzlichen Verurteilung begangen. Hinzu kommt, dass das Verschulden des
Beschuldigten zum gravierendsten der aktuell zu beurteilenden Delikte – wie er-
wogen – nicht mehr leicht wiegt. Vor diesem Hintergrund ist eine Reduktion des
zu vollziehenden Strafteils ausgeschlossen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist
somit im Umfang von 16 Monaten aufzuschieben und die Probezeit ist auf zwei
Jahre festzusetzen. Im Umfang von 12 Monaten, abzüglich der erstandenen Haft
von 147 Tagen, ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen.
3.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten im Sinne von Art. 66abis StGB für
5 Jahre des Landes verwiesen (Urk. 56 S. 37). Der Beschuldigte beantragt, es sei
von einer Landesverweisung abzusehen (Urk. 57 S. 3 ff.; Urk. 80 S. 15 ff.). Zur
Begründung wird einerseits auf die verlangte Strafreduktion verwiesen, die jedoch
wie erwogen nicht erfolgt. Im Falle der Bestätigung des Schuldspruches wegen
qualifizierter einfacher Körperverletzung sei andererseits eine Einzelfall-
betrachtung vorzunehmen. Über sämtliche Delikte wiege das Verschulden des
Beschuldigten als leicht. Ausserdem sei der Beschuldigte vor sechs Jahren als
Jugendlicher in die Schweiz eingereist und habe hier einen Sohn. Wenn er aus-
gewiesen werde, könne er weder einen persönlichen Kontakt zu seinem Sohn
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aufbauen noch für diesen Unterhalt bezahlen (Urk. 80 S. 15). Komme das Beru-
fungsgericht dennoch zum Schluss, dass eine Landesverweisung auszusprechen
sei, so wäre aufgrund des leichten Verschuldens des Beschuldigten selbst die Mi-
nimaldauer von drei Jahren als unverhältnismässig anzusehen, weshalb von einer
Landesverweisung unter diesem Titel abzusehen sei. Ferner sei die Ausschaffung
nach Eritrea, also in einen nicht verfolgunssicheren Staat, von vorne herein nicht
möglich, weshalb auch deshalb von einer Landesverweisung abzusehen sei
(Urk. 80 S. 16 f.).
3.2. Zur Begründung der Landesverweisung hat die Vorinstanz erwogen, der Be-
schuldigte habe mehrere Gewalttaten verübt und werde zu einer Freiheitsstrafe
von mehr als zwei Jahren verurteilt (Urk. 56 S. 27). Dies trifft entgegen den An-
trägen der Verteidigung auch heute ohne Einschränkung zu. Namentlich die quali-
fizierte einfache Körperverletzung, die mit der Anklagebehörde durchaus an der
Grenze zu einer versuchten schweren Körperverletzung liegt (Urk. 39 S. 8), stellt
eine erheblich schwere Straftat dar (vgl. BSK StGB, Zurbrügg/Hruschka,
Art. 66abis N 7).
Die Vorinstanz hat weiter erwogen, der Beschuldigte habe durch seine mangeln-
de Reue und fortwährende Delinquenz trotz Strafuntersuchung und mehrmaliger
Haft deutlich gezeigt, dass er nicht daran interessiert sei, sich an die schweizeri-
sche Rechtsordnung zu halten, weshalb von einer erheblichen Rückfallgefahr
ausgegangen werden müsse (Urk. 56 S. 27). Dieser Umstand hat sich gegenüber
dem Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Urteils sogar noch akzentuiert,
hat der Beschuldigte doch nur kurze Zeit später wieder zwei Verurteilungen er-
wirkt (Urk. 74A). Die Verteidigung hat im Hauptverfahren konzediert, dass im Falle
einer fakultativen Landesverweisung auf die Persönlichkeit des Beschuldigten mit
Blick auf die drohende Rückfallgefahr abzustellen sei (Prot. I S. 29). Vorliegend ist
die Renitenz des Beschuldigten schon eigentlich exemplarisch: Weder die im
Hauptverfahren ausgefällte empfindliche Freiheitsstrafe noch die ausgesprochene
Landesverweisung haben ihn davon abgehalten, sich umgehend wieder mehrfach
strafbar zu machen.
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Weiter hat die Vorinstanz korrekt erwogen, dass entgegen der Argumentation der
Verteidigung allein die Flüchtlingseigenschaft des aus Eritrea stammenden Be-
schuldigten per se noch keinen Härtefall darstelle, welcher eine Landesver-
weisung ausschliesse (vgl. Prot. I S. 30; Urk. 56 S. 27 f. mit Verweisen). Gemäss
Art. 66d StGB kann die Vollzugsbehörde die für einen anerkannten Flüchtling
ausgesprochene Landesverweisung aufschieben. Dies ist somit einerseits ledig-
lich fakultativ und andererseits verhindert die Flüchtlingseigenschaft nicht die An-
ordnung der Wegweisung, sondern sie kann lediglich zum Aufschub ihres Voll-
zugs führen. Selbst für lediglich einen Vollzugsaufschub gemäss Art. 66d StGB
wird zum formellen Asylstatus sodann kumulativ eine aktuelle konkrete Gefähr-
dung verlangt (OFK/StGB, Heimgartner, StGB Art. 66d N 2). Die Vorinstanz hat
richtig erkannt, dass der Beschuldigte keinerlei solche konkreten persönlichen
Härtegründe geltend zu machen vermochte (Urk. 56 S. 28).
In der Tat lassen die bekannten persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten für
den Fall einer Wegweisung auf keinen besonderen Härtefall schliessen: Der Be-
schuldigte reiste als junger Erwachsener in die Schweiz ein, er befindet sich erst
seit einigen Jahren und somit noch nicht lange im Land und ist hier weder sozial
noch beruflich integriert. An der Hauptverhandlung hat er freimütig ausgeführt,
seit er in der Schweiz sei, "nichts" gemacht und "normal von der Sozialhilfe ge-
lebt" sowie das durch ihn gezeugte Kind und dessen Mutter "schon lange nicht
mehr gesehen" zu haben (Prot. I S. 13 f.). Auch an der Berufungsverhandlung
stellte sich heraus, dass er nach wie vor von der Sozialhilfe unterstützt wird und er
keinen bzw. nur wenig Kontakt zu seinem Kind hat (Prot. II S. 2 ff.).
Das sicherheitspolizeiliche Interesse der Schweiz, den mittlerweile notorisch
delinquierenden Beschuldigten aus dem Land wegzuweisen, überwiegt dessen
Interesse am Verbleib in der Schweiz (vgl. BSK StGB, Zurbrügg/Hruschka,
Art. 66abis N 8). Eine Landesverweisung ist damit auch verhältnismässig. Inwie-
weit eine Wegweisung nach Eritrea vollziehbar sein wird, wird Sache der zu-
ständigen Vollzugsbehörde sein.
Die angefochtene Landesverweisung ist zu bestätigen und auch die Dauer von
5 Jahren erscheint – entgegen den Vorbringen der Verteidigung – angesichts des
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Tatverschuldens des Beschuldigten und der auszufällenden Sanktion ange-
messen (Urk. 56 S. 29; vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_235/2018 vom
1. November 2018 E. 4.4).
4. Die anzuordnende Landesverweisung ist mit den Erwägungen der Vor-
instanz im Schengener Informationssystem auszuschreiben (Urk. 56 S. 29 f.).
IV. Zivilansprüche
1. Die Vorinstanz hat das Schadenersatzbegehren des Privatklägers
D._ dem Grundsatz nach gutgeheissen und diesen zur Feststellung des Um-
fangs auf den Zivilprozessweg verwiesen. Sodann hat sie ihm eine Genugtuung
von Fr. 7'000.– nebst Zins zugesprochen und die Forderung im Mehrbetrag ab-
gewiesen (Urk. 56 S. 37 f.).
2. Die Verteidigung beantragt, die Zivilforderungen des Privatklägers seien auf
den Zivilprozessweg zu verweisen (Urk. 57 S. 3). Begründet wird dies einzig mit
dem Antrag, der Beschuldigte sei im fraglichen Anklagepunkt freizusprechen
(Urk. 80 S. 18).
3. Angesichts des zu bestätigenden Schuldspruches des Beschuldigten ist die
zutreffend begründete vorinstanzliche Regelung der Zivilansprüche des Privat-
klägers D._ ohne Weiteres zu bestätigen (Urk. 56 S. 30-32).
V. Kosten
1. Ausgangsgemäss ist die angefochtene vorinstanzliche Kostenauflage zu
bestätigen (Urk. 57 S. 3; Art. 426 StPO).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen.
3. Im Berufungsverfahren unterliegt der einzig appellierende Beschuldigte mit
seinen Anträgen vollumfänglich. Daher sind ihm auch die Kosten dieses Ver-
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fahrens, exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
Vertretung des Privatklägers C._, aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers C._
sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen unter Vorbehalt einer Rückfor-
derung nach Art. 135 Abs. 4 StPO.
4. Die amtliche Verteidigung ist für ihre Aufwände mit Fr. 4'500.– aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen. Ebenso ist die unentgeltliche Vertretung des Privat-
klägers C._ mit Fr. 200.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen.