# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bac93cff-3a43-476c-9608-c782054a44b2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und war
ab dem
1.
Juni 1999 bei einer Versicherung als Schadeninspektor tätig
(
Urk.
7/2)
.
Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis am 1
2.
Oktober 2009
per 3
1.
Januar 2010 auf (
Urk.
7/7/8-9).
Am
1.
März 2011 meldete
der Versi
che
rte
sich wegen Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schlaf- und Appetitstörungen, Leistungsunfähigkeit und Isoliertheit bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die
Sozialver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizi
nische Abklärungen vor (
Urk.
7/4,
Urk.
7/5,
Urk.
7/
7. Urk.
7/8,
Urk.
7/10
). Ins
besondere zog
sie
die Akten der Allianz Suisse Versicherungs-Gesell
schaft AG, der zu
stän
digen Kollektiv-Krankenversicherung, bei (
Urk.
7/12).
Der Versicherte liess von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, ein psychia
trisches Privatgutachten erstellen, welches am
8.
Februar 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/16).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Mai 2012 wurde dem Versicherten
die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab dem
1.
September 2011
in Aussicht gestellt (
Urk.
7/20). Hiergegen erhob der Versicherte
am 1
4.
Juni 2012 Einwand und beantragte in der Begründung des Einwands vom
2.
Juli 2012, der Beginn der Wart
e
zeit sei auf den
1.
Oktober 2009 zu verlegen (
Urk.
7/27,
Urk.
7/36). Zudem erhob
die
Vorsorgeeinrichtung des Versicherten
, die
Personalvorsorge
stif
tung
für die Ang
e
stellten der
Y._
,
am
1
9.
Juni 2012 Einwand und hielt in der Begründung vom
2
8.
Juni 2012
fest, der Versicherte sei bis zum Zeit
punkt seines Austritts bei seiner Arbeitgeberin am 3
1.
Januar 2010 arbeits
fähig gewesen
(
Urk.
7/
30,
Urk.
7/34
).
Die IV-Stelle gab
daraufhin
bei
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gut
achten in Auftrag, welches am 2
7.
August 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/49).
Der
Versicherte liess am 2
2.
Oktober 2013 zum Gutachten Stellung nehmen (
Urk.
7/58).
Mit neuem Vor
bescheid vom
4.
Februar 2014 stellte die IV-Stelle eine Verneinung des Renten
anspruchs in Aussicht, da die beim Versicherten erhobenen Befunde in den psy
chosozialen Belastungsfaktoren ihre hinreichende Erklärung fänden, es sich bei einer Neurasthenie rechtsprechungsgemäss nicht um einen invalidisieren
den Gesundheitsschaden handle und
der Versicherte in einer angepassten Tätig
keit ohne Kundenkontakt mit der Möglichkeit
,
den Tag frei einzuteilen
,
zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
7/61). Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 2
6.
Februar 2014 Einwand erheben (
Urk.
7/64) und diesen am 2
6.
Mai 2014 be
gründen (
Urk.
7/69). Mit Verfügung vom
3.
Septem
ber 2014 verneinte die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids einen Renten
an
spruch (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Pierre Heusser, am 2
1.
September 2014 Beschwerde erheben. Er beantragte, ihm sei ab
dem
1.
Oktober 2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien
dem Gutachter
Dr.
A._
Ergänzungsfragen vorzulegen und eventualiter s
ei
die IV-Stelle zu verpflichten, die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit durch
Fach
personen
abklären zu lassen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfü
gungen vom
6.
August 2015 wurde die
berufliche
Vorsorgeeinrich
tung
des Ver
si
cherten
zum Prozess beigeladen und den Parteien Frist an
gesetzt, sich zu
r
mit BGE
141 V 281 am
3.
Juni 2015
angepassten Rechtspre
chung zur
Invaliditäts
be
messung
bei Schmerzstörungen ohne erkennbare orga
nische Ursache und ver
gleichbaren psychosomatischen Leiden
zu äussern
(
Urk.
10,
Urk.
11). Die IV-Stelle
hielt
mit Eingabe vom 1
0.
September 2015 an ihrem Antrag auf Abweisung
der Beschwerde
fest (
Urk.
14)
, der
V
ersicherte
hielt mit Eingabe vom
2
8.
September 2015 an seinem Antrag auf Gutheissung fest (
Urk.
17) und die Beigeladene beantragte am
9.
November 201
5
die
Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
21). Mit Verfügung vom 1
0.
November 2015 wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zu den Eingaben der anderen Parteien zu äussern (
Urk.
23). Schliesslich nahmen die IV-Stelle mit Eingabe vom 2
3.
November 2015, der Versicherte
mit Eingabe vom 3
0.
November 2015 und die Beigela
dene mit Eingabe vom 1
4.
Dezember 2015
nochmals
Stellung (
Urk.
25,
Urk.
26,
Urk.
28).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss.
Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen
Umstände (AHI 1997 S.
43 E.
5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Rege
l auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
ein
ander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte in der angefochtenen Verfügung vom
3.
September 2014
vor allem
aus, es sei nicht ersichtlich, weshalb der Versicherte in einer Tätigkeit ohne direkten Kundenkontakt mit freier Arbeitseinteilung nicht voll arbeitsfähig sein sollte. Es seien erhebliche Ressourcen vorhand
en
.
D
ie di
agnostizierten psy
chischen Störungen,
also
die mittelgradige depressive Episode
und
die schwere Neurasthenie,
seien
weitgehend durch psychosoziale
Be
lastungsfaktoren
ausge
löst
worden
und
würden auch durch solche
unterhalten.
Bezüglich der Neuras
thenie sei die bundesgerichtliche Rechtsprechung für
so
matoforme
Schmerz
stö
rungen
anwendbar.
Der Rechtsanwender dürfe
rechtspre
chungsgemäss
von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitseinschätzung durchaus ab
weichen (
Urk.
1).
In der
Stellungnahme vom 1
0.
September 2015 hielt die IV-Stelle fest, auch nach neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu den
soma
toformen
Schmerzstö
rungen und andern vergleic
hbaren psychosomatischen Leiden
blieben psycho
so
ziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren ausge
klammert. Beim Versicher
ten fänden die erhobenen psychischen Beeinträchti
gungen in solchen
Belas
tungs
faktoren
ihre hinreichende Erklärung (
Urk.
14).
2.2
Der Versicherte liess in der Beschwerde
vom 2
1.
September 2014
vor allem vor
bringen, dass sich die behandelnden Ärzte, der Privatgutachter, der von der IV-Stelle beauftragte Gutachter und die Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) einig seien, dass er an einer schweren psychischen Störung leide und seit Oktober 2009
für jegliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft
zu 100
%
arbeits
unfähig sei (
Urk.
1 S. 10).
Die interne Stellungnahme des Rechtsdienstes der IV-Stelle
vom
8.
Januar 2014
habe keinen
Beweiswert
.
Er,
der Versicherte
,
leide an psychischen Störungen, welche erheblich
und
nicht überwindbar seien (
Urk.
1 S.
12-13).
In der
Stellungnahme vom 2
8.
September 2015 liess
er
weiter
aus
füh
ren, er leide
vor allem
an psychischen Störungen, welche
nicht von der Recht
sprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörungen und andern vergleichbaren psychosomatischen Leiden erfasst seien. Die Neurasthenie sei nur eine von ins
gesamt fünf psychischen Störungen und eine Nebendiagnose, während er haupt
sächlich an einer neurotischen Stö
rung sowie an einer Angst- und Panikstörung leide
(
Urk.
17)
.
2.3
Die Beigeladene stellte sich in ihrer Stellungnahme vom
9.
November 2015 vor allem auf den Standpunkt, dass die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten nicht während seiner Versicherungszeit bei
ihr
eingetreten sei. An ein Urteil
im vor
liegenden Verfahren
sei
sie
nicht gebunden, da ihr die massgebliche Verfügung von der IV-Stelle nicht korrekt eröffnet worden sei und da sich der Versicherte verspätet bei der IV-Stelle angemeldet habe.
Die psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
seien nicht schlüssig
, weshalb die Beschwerde abzu
weisen sei
(
Urk.
21).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom 1
5.
März
2010 zuhanden des Vertrau
ensarztes der Kollektiv-Krankenv
ersi
cherung fest, dass beim Versicherten zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 1
1.
Februar 2010 kein Krankheitsbild vorgelegen habe, welches
zum
Bezug von
Krankentaggelder
n
berechtigen könnte. Retrospektiv könne vermutet wer
den, dass eine depressive Reaktion im Sinne einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21)
bestanden haben könnte, doch inzwischen habe sich ein Normalbefund
einge
stellt und der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht derzeit zu 100
%
arbeits
fähig
(
Urk.
7/12/23-28)
.
Vom 1
9.
April bis am 2
6.
Mai 2010 war der Versicherte in der
C._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom
1.
Juni 2010 wurde festgehalten, nach einem Wechsel des Chefs bei der damaligen Arbeitgeberin des Versicher
ten im Februar 2008 seien mehrere Arbeitskollegen entlassen oder frühzeitig pensioniert worden. Der Arbeitsaufwand habe massiv zugenommen, die Ar
beits
atmosphäre habe sich verschlechtert und der Versicherte habe für sich keine
Möglichkeit mehr gesehen, seine bisherige Arbeitsleistung weiterhin zu erbring
en.
Als Diagnosen wurden eine Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik
(ICD-10 F43.21), ein Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0) und ein Status nach Erschöpfungssyndrom (ICD-10 F48.0) festgehalten (
Urk.
7/10/5-7).
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom
4.
April 2011 zuhanden der Kollektiv-
Kranken
versicherung fest, beim Ver
sicherten sei eine Anpassungsstörung aufgetreten, eine eigenständige psychi
sche Störung habe hingegen nicht bestanden. Vor dem Klinikaufenthalt hätten eine Panikstörung und eine Erschöpfungssymptomatik bestanden, welche sich zurückgebildet hätten. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung kö
nne nicht gestellt werden, es beständen jedoch Hinweise für akzentuierte
Persönlichkeits
züge
. Als Diagnosen
nannte er eine
inzwischen abgeklungene
An
passungsstö
rung
(ICD-10 F43.21)
und eine vorübergehende Akzentuierung vorbestehender Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt und die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten in vollem Ausmass zumutbar (
Urk.
7/12/4-11).
Der behandelnde Psychiater med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt im Bericht vom 1
4.
Juni 2011 die Diagnosen einer
An
passungsstörung
mit depressiver Symptomatik (ICD-10 F43.21), eines Status nach Panikstörung (ICD-10 F41.0), eines
Status nach Erschöpfungssyndrom
(ICD-10 F48.0) und einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) fest. Der Versicherte sei seit Oktober 2009 in seiner angestammten Arbeitstätigkeit als Schadensinspektor zu 100
%
arbeitsunfähig. Er leide unter Lustlosigkeit, Apathie, einer Neigung zur Überbelastung mit Panikattacken, Konzentrationsstörungen und Depressionen (
Urk.
7/10).
3.2
Der vom Versicherten mit einem Privatgutachten beauftragte
Dr.
Z._
hatte Einblick in die damals vorhandenen Akten. Er nahm telefonische Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater
med.
pract
.
E._
und der behandelnden Hausärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin. Zudem untersuchte er den Versicherten am
2.
und 1
0.
November 2011 sowie am 2
4.
Januar und
7.
Februar
2012 (
Urk.
7/16/6-10). Im Gutachten vom
8.
Februar 2012 hielt
Dr.
Z._
fest, der Versicherte habe ihm berichtet
,
seinen leiblichen Vater in seinem Leben ein einziges Mal gesehen zu haben. Er sei als Kind einer alleiner
ziehenden Mutter viel alleine gewesen und die Primarschulzeit sei belastend gewesen, weil er als uneheliches Kind ausgegrenzt worden sei. Im Jahr 2004 seien starke psychische Störungen mit Panikattacken aufgetreten.
Die sponta
nen Panikattacken seien zwar seltener geworden, doch die situationsgebundene Angst habe sich verstärkt. Ab dem Jahr 2006 habe sich sein Zustand ver
schlechtert, er habe sich konstant müde und erschöpft gefühlt, zudem sei er traurig gewesen und habe unter Schlafstörungen sowie Gedankenkreisen ge
litten.
Bei
Kundengesprächen
seien
Angstattacken mit Schweissausbrüchen
aufgetreten
. Seit dem Jahr 2009 treibe er keinen Sport mehr und sein soziales Le
ben sei praktisch inexistent
(
Urk.
7/16/10-13)
.
Dr.
Z._
hielt fest, dass die be
drückte Verfassung des Versicherten objektiv feststellbar sei. Der Versicherte weise eine für ihn schädliche Tendenz zur Dissimulation seiner Symptome auf
(
Urk.
7/14-15)
. Es bestehe
beim Versicherten
seit der Jugend eine
Störung der
Persönlichkeitsentwicklung und
er
weise eine übermässige Abhängigkeit von
anderen Menschen au
f
, deren Anerkennung und Zustimmung er konstant su
che.
Bei der Arbeit habe er nur in einer Atmosphäre der vollständigen Akzep
tanz durch Kunden und Arbeitgeber existieren können. Neben diesen Zügen der Abhängigkeit
zeige
der Versicherte
Schwierigkeiten
, sich um seine wichti
gen per
sönlichen Angelegenheiten zu kümmern.
Es sei daher die Diagnose einer sons
tigen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) zu stellen.
Zudem leide der
Versi
cherte an einer Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10 F40.01). Die
Pa
nik
stö
rung
habe sich zwar mit der Einnahme des Medikaments
Zoloft
abge
schwächt, doch die Agoraphobie habe sich verstärkt. Zudem habe der Versi
cherte sich wegen einer unsicheren Situation am Arbeitsplatz im übermässigen Anpassungsbestreben erschöpft.
Diese Erschöpfung
sei
diagnostisch zunächst als
Neurasthenie (ICD-10 F48.0) und später
als
depressive Episode, überwiegend mittelschwer und zeitweise wie aktuell schweren Grades (ICD-10 F32.1/32.2)
, zu erfassen
. Der Versicherte sei
seit
der Krankschreibung durch die Hausärztin
a
m
1
2.
Oktober 2009 bedingt durch die Kombination der verschiedenen psychi
schen
Störungen nicht mehr arbeitsfähig gewesen. Die Arbeitsunfähigkeit be
stehe für sämtliche Tätigkeiten. Die Depression führe zu Energiemangel,
Kon
zentra
tions
störungen
, Erschöpfung und mangelndem Durchhaltevermögen. Weiter belaste die Angststörung den Versicherten durch zusätzlichen Stress in jeder belas
ten
den Arbeitssituation und die Persönlichkeitsstörung beeinträchtige die Mög
lich
keit, die noch vorhandenen Ressourcen einzusetzen (
Urk.
7/16/15-19).
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
RAD
führte
am 2
5.
April 2012 in einer internen Stellungnahme aus, angesichts des Gutach
tens von
Dr.
Z._
sei aufgrund der Komplexität und des sich gegen
seitig
Unter
haltens und Verstärkens der Symptomatik eine anhaltende 100%ige Arbeits
unfähigkeit aus psychiatrischer Perspektive nachvollziehbar. Der Versi
cherte sei in der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie in der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen aufgrund der depressi
ven Verlangsamung, der Antriebsminderung und der Konzentrationsstörungen als mittel- bis
schwergradig
, in der Flexibilität und
in der
Umstellungsfähigkeit aufgrund der Agoraphobie, der abhängigen Persönlichkeitsstruktur und der de
pressiven Symptomatik als
schwergradig
,
in
der Durchhaltefähigkeit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit als mittel- bis
schwergradig
,
in
der Kont
akt- und Selbstbehauptungsfähigk
eit m
it überwiegender Wahrscheinlichk
eit als mittel
gradig und in der Wegefähigkeit aufgrund der
agoraphoben
Symptomatik
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als
mittelgradig eingeschränkt
einzuschät
zen
.
Der Versicherte sei ab dem
1.
Februar 2010 sowohl in der angestammten Tätig
keit als Arbeitsinspektor als auch in jeder anderen Tätigkeit als zu 100
%
arbeits
unfähig
zu erachten (
Urk.
7/18/3-4).
3.3
Der von der IV-Stelle beauftragte Gutachter
Dr.
A._
erstatte
te
sein psychiatri
sches
Gutachten
am 2
7.
August 2013 (
Urk.
7/49). Er hatte den Versicherten am 1
5.
August 2013 untersucht und gab in seinem Gutachten zunächst die Akten
lage wieder (
Urk.
7/49/1-4). Der Versicherte habe angegeben, das Aufwachsen bei seiner allein erziehenden Mutter sei oft schwierig gewesen. Eine Zeit lang habe er bei der Schwester der Mutter gelebt, welche ihn schlecht behandelt und geschlagen habe. Er sei als Kind oft alleine gewesen und habe sich häufig ein
sam gefühlt. Die Primarschulzeit sei schwierig gewesen. Einen Teil der
Primar
schulzeit
habe er in einem Internat verbracht und schliesslich eine Privatschule besucht. Er lebe zusammen mit seiner Ehefrau un
d
seinem erwach
s
e
nen Stiefsohn in einer 4,5-Zimmerwohnung
(
Urk.
7/49/5-7).
Zu den Beschwer
den
habe
der Versicherte an
gegeben
, er habe als junger Erwachsener eine erste
Panikat
tacke
mit Hyperv
entilation erlebt. Danach seien
bis im Jahr 2004 keine psychi
schen Beschwerden
aufgetreten
. Seit dem Jahr 2004 sei es zu rezidivie
renden Panikattacken gekommen. Seine Mutter sei an Demenz erkrankt und im Jahr 2009 verstorben, wobei er sehr um sie getrauert habe. Er habe sich immer er
schöpfter und müder gefühlt, wobei er immer erheblicher Mühe bekundet habe, Kundentermine wahrzunehmen. Zudem habe er aufgrund der
Panik
at
tacken
immer häufiger Strategien angewendet, um die Möglichkeit zu haben
,
einen Kundentermin
bei Auftreten einer Panikattacke
jederzeit abbrechen zu können. Er habe im Rahmen dieser Ängste bereits im Vorfeld Beschwerden entwickelt, so ein Unwohlsein, Angst vor Panikattacken und Durchfälle. Zuletzt sei zu Hause der beinahe einzige Ort gewesen, an welchem er sich weitgehend be
schwerdefrei gefühlt habe. Bei seinem behandelnden Psychiater
med.
pract
.
E._
habe er lang
e
wöchentliche Termine wahrgenommen
,
nun
fänden die Termine alle zwei Wochen statt.
D
as Medikament
Seralin
nehme er regel
mässig
ein u
nd äusserst selten nehme er
Temesta
, dies sei jedoch seit ungefähr einem Jahr nicht mehr der Fall gewesen. Seine
Grund
stimmung
sei depressiv. Er habe kaum noch Freude im Leben, leide unter einer Interessens- und Lustlosigkeit sowie unter Schlafstörungen.
Beinahe
immer
fühle er sich
müde und erschöpft. Sein Appetit sei schlecht und er leide unter erheblichen
Libidostörungen
. Die sozialen Kontakte habe er praktisch alle abge
b
r
ochen.
Nur dank
seiner Ehefrau
beständen noch gelegentliche, aber insgesamt seltene soziale Kontakte. Die Beziehung zu seiner E
hefrau sei an sich intakt, doch
er habe das Gefühl, dass sie sein Problem nicht wirklich verstehe. Um Pa
nikattacken zu vermeiden
,
esse er nicht mehr im Restaur
ant und fahre nicht mehr allein
Auto. Sein Tagesablauf sei sehr monoton geworden. Er sei meist derart müde, dass er fast den ganzen Tag lang liege. Den Haushalt erledige seine Ehefrau an den Abenden und Wochen
enden, er koche
lediglich
regelmässig. Gelegentlich gehe er mit dem Hund spazieren. Früher sei er
oft
mit einem
Fi
scherbötchen
fischen gegangen, dieses Jahr sei dies lediglich zweimal der Fall gewesen.
D
a er sich für kaum etwas interessiere
, lese er beinahe nichts mehr
. Er sehe sich nicht in der Lage, wieder arbeiten zu gehen (
Urk.
7/49/7-11).
Dr.
A._
hielt fest, es hätten sich keinerlei Hinweise für eine
Verdeutlichungs
tendenz
, eine Aggravation oder eine Begehrlichkeit gezeigt. Im formalen Den
ken habe der Versicherte eine deutliche Einengung auf seine psychischen Be
schwerden sowie teilweise auf die von ihm als ungerecht erlebte Behandlung durch seine ehemalige Arbeitgeberin gezeigt. Die Grundstimmung des Versi
cher
ten habe durchwegs depressiv gewirkt, obwohl der Versicherte auch eine Tendenz zu dissimulierendem Verhalt
en
gezeigt habe.
Weiter
habe der Versi
cherte immer wieder eine Affektverarmung gezeigt, welche jedoch keiner
Af
fekt
verflachung
oder gar Affektstarre entsprochen habe. Die affektive
Schwin
gungs
fähigkeit
sei in gewissen Momenten nicht vorhanden gewesen (
Urk.
7/49/11-12).
Dr.
A._
diagnostizierte eine ausgeprägte depressiv-narzisstische neurotische Störung (ICD-10 F34.1/F48.9) mit mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.1), mit schwerer Neurasthenie (ICD-10 F48.0), mit Agoraphobie mit
Panik
störung
(ICD-10 F40.01) und mit sozialer Phobie (ICD-10 F40.1). Er hielt fest, beim Versicherten bestehe eine schwerwiegende psychische Störung. Der Versi
cherte sei in einem Umfeld aufgewachsen, welches von fehlender Kontinuität hinsichtlich der Bezugspersonen und vor allem von fast vollständig fehlender emotionaler Zuwendung geprägt gewesen sei. Dies sei ein ideales Milieu für die Entwicklung einer ausgeprägt depressiv-neu
rotischen
Persönlichkeitstruktur
gewesen. Im B
eruf sei der Versicherte auf regelmässiges Lob und anhaltende Anerkennung durch seine Vorgesetzten und Kunden angewiesen gewesen, um seine früh erworbenen narzisstischen Mangelerfahrungen zu kompensieren. Es handle sich mit anderen Worten um eine erhebliche Selbstwertproblematik mit
entsprechenden Insuffizie
nzgefühlen. Dies führe auch zur
Dissimulationsten
denz
. Zudem neigten Personen mit narzisstischen Störungen dazu, depressiv zu
dekom
pensieren
, wenn Insuffizienzgefühle erlebt w
ü
rden
,
und
aus
dem gleichen Grund
könne
es zu erheblichen neurasthenischen Fehlentwicklungen
kommen
. Sowohl die depressive Störung als auch die schwere neurasthenische Störung hätten
ihren Ursprung in der ausgeprägten, primär zugrunde liegenden depres
siv-nar
zisstisch-neurotischen Störung. Zusätzlich habe der Versicherte eine
Angststö
rung
entwickelt. Auch diese müsse vor dem Hintergrund der zugrunde liegen
den neurotischen Störung verstanden werden, da Menschen mit ausge
prägten narzisstischen Neig
ung
en dazu
tendierten
, irgendwann ihre
innerpsychi
schen
Ressourcen derart strapaziert zu haben, dass sie für psychische Fehl
entwick
lungen anfällig würden. Aufgrund der Angst des Versicherten vor
Panikat
tacken
in sozialen Situationen habe er die für ihn so essentielle narziss
tische Aufwertung nicht mehr erhalten können, woraufhin sich die depressiv-neuro
tische Störung stärker und deutlicher habe manifestieren könne
n
. Vor die
sem
Hintergrund der innerpsychischen Grundstruktur des Versicherten könne ver
stan
den werden, weshalb es trotz mehr als dreijähriger psychiatrischer Be
hand
lung nicht habe gelingen können, die psychische Fehlentwicklung zu ver
bessern. Prognostisch sei festzuhalten, dass sich am psychischen Zustand kaum etwas werde verändern können (
Urk.
7/49/12-15).
Der Versicherte sei in der angestammten Tätigkeit als Schadensinspektor sowie in jeder anderen Arbeitstätigkeit seit Oktober 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig. Dies sei aufgrund der neurasthenischen Fehlentwicklungen, aber auch aufgrund der phobischen Beschwerden, welche nur dank zahllosem
Vermeide
verhalten
weitgehend kompensiert werden könnten, der Fall
.
Dr.
A._
führte zudem aus, dass er sich, da er eine Neurasthenie diagnostiziert habe, zu den sogenannten Foerster-Kriterien äussere. Diese seien deutlich erfüllt (
Urk.
7/49/18-19).
Zu den bereits vorhandenen Berichten und Gutachten hielt
Dr.
A._
fest, dass in den Gutachten von
Dr.
B._
und
Dr.
D._
sowie im Austrittsbericht der
C._
und in den Berichten von
med.
pract
.
E._
die
innerpsy
chische
Struktur des Versicherten nicht korrekt erfasst worden sei und die Diag
nose einer Anpassungsstörung, welche eine milde psychische Fehlentwicklung darstelle, nicht überzeuge. Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
sei
demgegenüber
in allen Aspekten nachvollziehbar und erfasse die
innerpsychi
sche
Struktur des Versicherten eingehend. Der einzige Unterschied zu seiner Einschätzung ergebe sich in der konzeptuellen Erfassung der Psychostruktur,
indem
Dr.
Z._
eine Persönlichkeitsstörung anstelle einer neurotischen Stö
rung diagnostiziert habe (
Urk.
7/49/20-22).
4.
4.1
Die Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
7.
August 2013 (
Urk.
7/49)
und
von
Dr.
Z._
vom
8.
Februar 2012 (
Urk.
7/16)
begründen das Vorliegen
von
schwe
ren psychischen Störung
en, deren Entstehung
, basierend auf einer mit Prob
lemen behafteten Kindheit,
deren Wechselwirkungen untereinander
sowie deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
nachvollziehbar.
Weiter ge
langte auch die psychiatrische Fachärztin
Dr.
G._
vom RAD am 2
5.
April 2012
in ihrer internen Stellungnahme zum Ergebnis, dass das Gutachten von
Dr.
Z._
schlüssig sei (
Urk.
7/18/3-4
).
Demgegenüber sind die Berichte von
Dr.
B._
vom 1
5.
März 2010 (
Urk.
7/12/23-38)
und
von
Dr.
D._
vom
4.
April 2011 (
Urk.
7/12/4-11)
deutlich weniger detailliert
, wobei es insbeson
dere an einer ausführlich begründeten Diagnosestellung fehlt
.
Dies erscheint
des
halb
besonders relevant,
weil
sich die psychischen Beschwerden des Versi
cherten über Jahre hinweg entwickelt haben und die Erklärung ihrer Entstehung bis in
die
Kindheit zurückreicht. Zudem neigt der Versicherte gemäss den Gut
achten von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
zur Dissimulation seiner Beschwerden (
Urk.
7/14-15
,
Urk.
7/49/11),
was deren Erfassung erschwert.
Ob
es
sich bei der neben der
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), welche sowohl von
Dr.
A._
als auch von
Dr.
Z._
diagnostiziert
w
u
rde
(
Urk.
7/49/12,
Urk.
7/16/16)
,
hauptsächlich vorliegenden
psychische
n
Störung
,
wie von
Dr.
A._
ausgeführt
worden ist,
um eine
ausgeprägte depressiv-narzisstische
neurotische Störung
(
Urk.
7/49/12,
Urk.
7/49/17-18
)
,
oder
wie von
Dr.
Z._
festgehalten
worden ist
(
Urk.
7/16/16)
,
um eine
sonstige
Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.8)
handelt
, ist
in versicherungsrechtlicher Hinsicht nicht
entschei
dend
. Für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit kommt es nämlich nicht auf die Diagnosestellung, sondern auf den Schweregrad der ärztlich attestierten gesundheitlichen Beeinträchtigung und dementsprechend auf das Mass ihrer Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an
(vg
l. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2011 vom
6.
Februar
2012 E.
3.2
)
.
Weiter sind
sich
die Gutachter
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
einig, dass beim Versicherten zudem eine
mindestens
mittelgradige depressive Episode vorliegt (
Urk.
7/16/17,
Urk.
7/49/12), was
eben
falls
nachvollziehbar erscheint.
Während
Dr.
A._
von einer noch immer vor
handenen Neurasthenie ausging
,
war eine solche Störung gemäss
Dr.
Z._
zunächst vorhanden,
bildete sich dann jedoch zur
depressiven Episode
aus
(
Urk.
7/16/17,
Urk.
7/49/12).
J
edenfalls
sind beim Versicherten
gemäss beiden
Gutachtern Symptome von Müdigkeit und Erschöpfung festzustellen.
4.2
Die IV-Stelle verneinte den Rentenanspruch des Versicherten in der angefochte
nen Verfügung vom
3.
September 2014
vor allem aufgrund einer Stellung
nahme ihres Rechtsdienstes.
Der
R
echtsdienst
führte in seiner internen Stel
lung
nahme
vom
8.
und 1
3.
Januar 2014
insbesondere aus
, die mittelgradige de
pres
sive Episode wie auch die schwere Neurasthenie seien weitgehend durch psy
cho
soziale Faktoren ausgelöst und unterhalten worden, weshalb die erhobe
nen Befunde in den psychosozialen Belastungsfaktoren ihre hinreichende Er
klärung fänden (
Urk.
7/59/9).
Zutreffend ist, dass
j
e stärker psychosoziale und soziokul
turelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter eine fachärzt
lich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhan
den sein
muss
. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, be
steh
en darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu um
fassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sie
render psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Doch
Dr.
A._
hielt deutlich
fest, dass beim Versicherten schwere psychische Störungen bestehen (
Urk.
7/49/12
)
.
Dabei erläuterte
er
, dass die seit mehreren Jahren vorhandenen psychischen Beschwerden auf einer psychischen
Grund
struk
tur
basierten, welche als gravierende strukturelle psychische Störung be
zeichnet werden müsse (
Urk.
7/49/18).
Dr.
Z._
führte
zudem ausdrücklich
aus,
dass das Bestehen der psychischen Störungen nicht durch wesentliche psy
cho
soziale Faktoren beeinflusst
werde
und solche
Faktoren
lediglich vor sowie im Jahr 2009
bei der Entstehung der Beschwerden
möglicherweise eine gewisse Rolle gespielt hätten (
Urk.
7/16/20).
Die diagnostizierten
psychischen
Störungen finden in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen somit kein
eswegs
eine
hinreichende Erklärung
, weshalb sie grundsätzlich von
versicherungsrecht
licher
Relevanz sind.
4.3
Weiter ist gemäss der Stellungnahme des
Rechtsdienstes
bei einer Betrachtung der vom Versicherten geschilderten Ängste nicht ersichtlich, weshalb dieser in einer Tätigkeit ohne direkten Kundenkontakt
,
bei welcher er den Tag frei ein
teilen könne, nicht voll arbeitsfähig sein solle. Zudem sei der Versicherte
ge
mäss dem Gutachten von
Dr.
A._
bezüglich phobischer Störungen aktuell weit
gehend beschwerdefrei (
Urk.
7/58/8-9).
Zwar
hielt
Dr.
A._
tatsächlich fest, der Versicherte sei in seinem Alltag
,
was phobische Störungen betreffe
,
unterdessen weitgehend beschwerdefrei.
Doch
gleichzeitig führte er aus, dass dies
nur der Fall sei, weil der Versicherte täglich zahlreiche
Vermeidungsstrate
gien
einsetze und sich sozial komplett zurückgezogen habe (
Urk.
7/49/16). Tat
säch
lich schilderte der Versicherte, dass er
,
um Panikattacken zu vermeiden, prak
tisch alle sozialen Kontakte abgebrochen habe, Mahlzeiten in Restaurants ver
meide und nicht mehr alleine Auto fahre
. Seien sie einmal auswärts zum Essen eingeladen, so trinke er etwas Alkohol, damit seine Ängste nicht über
hand nähmen
(
Urk.
7/49/9-10)
.
Weiter berichtete der Versicherte von Ängsten
,
Lift zu fahren, in Flugzeugen zu reisen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, durch Tunnels zu fahren oder in einem Verkehrsstau zu stehen, unter welchen er früher nicht gelitten habe. Zuletzt sei zu Hause praktisch der einzige Ort ge
wesen, wo er sich weitgehend beschwerdefrei gefühlt habe (
Urk.
7/49/8).
Dr.
A._
hielt
entsprechend
fest, dass der Versicherte seine phobischen Be
schwerden nur mit zahllosen
Vermeideverhalten
weitgehend kompensiert halten könne und dadurch in seinem Alltag wie auch in seiner Arbeitsfähigkeit massiv beeinträchtigt sei (
Urk.
7/49/18).
Angesichts dessen, dass der Versicherte
bereits Angst hat, wenn er mit seiner Ehefrau zum Essen eingeladen ist und er
sich auch in einer Arbeitstätigkeit ohne Kundenkontakt mit Mitarbeitern und Vor
gesetzten auseinandersetzen müsste,
ist de
r
Schlussfolgerung des
R
echtsdiens
tes
, dass für eine Tätigkeit ohne Kundenkontakt volle Arbeitsfähigkeit bestehe, nicht
zuzustimmen
.
Anzumerken ist zudem, dass
der Versicherte
gemäss dem Gut
ach
ten
von
Dr.
Z._
auch in Leistungssituationen, in denen er sich be
wäh
ren
m
u
ss und befürchte
t
, dies nicht zu können, an Angst leide
t
(
Urk.
7/16/14). Sol
che
Situationen können
auch in Arbeitsverhältnissen ohne Kundenkontakt nicht ver
mieden werden.
4.
4
Der R
echtsdienst
vertrat weiter den Standpunkt
, dass der Versicher
te aufgrund seiner narzisstischen
neurotischen Störung genügend Anerkennung und Bestä
tigung für seine Leistungen benötige, weshalb eine Arbeitstätigk
eit sogar erfor
derlich
er
scheine
(
Urk.
7/59/10).
Dr.
A._
hielt zwar
tatsächlich
fest, dass
der Versicherte bei seiner Arbeitstätigkeit in erhöhtem Mass auf Anerkennung an
gewiesen gewesen sei, um seine früh erworbenen narzisstischen Mangelerfah
rungen zu kompensieren
,
und solange
der Versicherte von aussen immer wieder
genügend Anerkennung erhalten ha
b
e, sei es ihm möglich gewesen
,
seine Insuf
fizienzgefühle
zu kompensieren
(
Urk.
7/49/14
,
Urk.
7/49/16
). Allerdings ergibt sich aus den Ausführungen von
Dr.
A._
auch, dass Menschen mit ausge
präg
ten narzisstischen Störungen dazu neigten, ihre innerpsychischen Ressour
cen
irgendwann derart strapaziert zu haben, dass sie für psychische Fehlent
wick
lungen anfällig w
e
rden. Aufgrund solcher Fehlentwicklungen habe der Ver
sicherte die für ihn so essentielle Aufwertung von aussen nicht mehr erhal
ten können, woraufhin sich die psychischen Beschwerden verschlimmert hätten (
Urk.
7/49/16). Mit der Problematik, dass der Versicherte zur Zeit
gemäss der überzeugenden gutachterlichen Einschätzung
mangels Leistungsfähigkeit keine Anerkennung und Bestätigung für seine Leistungen erhalten kann, setzte sich der R
echtsdienst
nicht auseinander.
Zudem liessen auch die psychiatrisch festgestellten Befunde gemäss der
A
uffas
sung
des R
echtsdienstes
nicht auf eine volle Arbeitsunfähigkeit schliessen: Das formale Denken sei unauffällig gewesen, der Versicherte sei bewusstseinsklar sowie allseits orientiert gewesen und sowohl die kognitiven Ressourcen als auch die Intelligenz seien innerhalb der Norm gelegen (
Urk.
7/59/10).
Beim Versi
cherten stehen
jedoch
depressive Beschwerden, Erschöpfung und Müdigkeit so
wie die Angststörung und das daraus resultierende Vermeidungsverhalten im Zentrum der psychischen Beschwerden (
Urk.
7/49/14-16). Deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit können nicht mit Hinweisen auf ein unauffälliges for
males Denken, Bewusstseinsklarheit und kognitive Ressourcen negiert werden.
4.5
Da
Dr.
A._
unter anderem eine Neurasthenie diagnostiziert
e
(
Urk.
7/49/12)
,
äusserte er sich zu den im Zeitpunkt der Gutachtenserstellung sowie im
Verfü
gungszeitpunkt
für diese psychische Störung rechtsprechungsgemäss ange
wand
ten sogenannten Foerster-Kriterien (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_302/2013 vom 2
5.
September
2013
E. 4.1)
,
wobei er deren Vorliegen bejahte (
Urk.
7/49/18-19).
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht
inzwischen
seine
bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne
erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Aus
wirkungen zu berücksichtigen ha
t
, was sich schon in den diagnostischen Anfor
derungen niederschlagen m
uss
.
Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materi
eller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im
Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen.
Die
Anerkennung eines
rentenbe
grün
denden
Invalidi
tätsgrades
ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswir
kun
g
en der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zu
mindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran,
hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Per
son zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisc
h ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
Dr.
A._
hielt klar
und schlüssig
fest, dass beim Versicherten eine schwer
wiegende psychische Störung vorlieg
e
(
Urk.
7/49/
12
).
Diese Störung sowie ihre Auswirkungen liessen sich trotz
mehrjähriger fachpsychiatrischer Behandlung
, welche zunächst wöchentlich und dann vierzehntäglich stattfand (
Urk.
7/49/9),
sowie
eines
stationären
Aufent
halt
s
(
Urk.
7/10/5-7)
nicht verbessern. Neben der Neurasthenie leidet der Versi
cherte an einer Agoraphobie
mit Panikstörung
und einer mittelgradigen depres
siven Episode. Zudem basier
en diese Störungen
auf
einer
depressiv-
narzissti
schen
neurotischen
Störung
oder einer sonstigen
Per
sön
lichkeitsstörung
(
Urk.
7/16/16,
Urk.
7/49/12)
.
Es sind somit weitere psychi
sche Störungen als
Komorbiditäten
vorhanden.
Dr.
A._
hielt
weiter
fest, dass der Versicherte über Jahre hinweg sehr gute soziale und berufliche Kompe
ten
zen aufgewiesen habe, was auf sublimierte Bewältigungsstrategie
n schliessen lasse. Dank solcher
Ressourcen gelinge es ihm nun auch
,
ein bezüglich phobi
scher Störung weitge
hend beschwerdefreies Leben zu führen, während er jedoch sozial und beruflich erheblich beeinträchtigt sei, da die Bewältigungsstrategien schlussendlich nicht ausreichten, um mit den psychischen Beschwerden umzu
gehen, welche unter
dessen zu schwerwiegend
en
qualitativen
Funktionsein
bussen
geführt hätten
(
Urk.
7/49/17-18)
.
Dies lässt darauf schliessen, dass beim Versicherten zwar persönliche Ressourcen vorhanden sind,
diese
jedoch zur Bewältigung der Auswirkungen der psychischen Störungen nicht ausreichen.
Der Versicherte lebt mit seiner Ehefrau und seinem Stiefsohn zusammen, doch ansonsten pflegt er kaum
noch
soziale Kontakte
(
Urk.
7/49/7,
Urk.
7/49/10)
.
Im Alltag hält er sich meist zu Hause auf, schaut fern und schläft. Zudem kocht der Versicherte und geht gelegentlich mit dem Hund spazieren. Mangels Interesse liest der Versi
cherte kaum noch und war 2013 lediglich zweimal auf seinem Fischerb
oo
t, obwohl er früher beinahe täglich gefischt hatte (
Urk.
7/49/10). I
m März 2010
musste der Versicherte
aufgrund von Panikattacken
die Ferien ab
brechen
,
und anders als vor dem Jahr 2009 treibt
er
keinen Sport mehr
.
Er un
ter
nimmt kaum mehr etwas mit seiner Familie und schon gar nicht mit anderen Menschen (
Urk.
7/16/13)
.
Somit ist der Versicherte auch im Alltag und in seiner Freizeit durch die psychischen Störungen deutlich eingeschränkt. Der
Leidens
druck
zeigt sich auch dar
i
n, dass der Versicherte sich in regelmässiger psychi
atrischer Behandlung befindet und das
Antidepressivum
Seralin
einnimmt (
Urk.
7/49/9), welches unter anderem zur Behandlung von depressiven Störun
gen, Panikstörungen und sozialer Phobie eingesetzt wird (vgl.
www.compen
dium.ch
).
Anzumerken ist, dass beim Versicherten keine Hinweise auf eine Aggravation oder Verdeutlichungstendenz festgestellt wurden
Urk.
7/49/11).
Insgesamt lässt sich
somit
festhalten, dass sich eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit auch in Anwendung der Standardindikatoren bestätigen lässt.
4.6
Dr.
A._
hielt fest, dass der psychische Gesundheitsschaden bereits ab Oktober 2009 bestanden habe
,
und dass die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicher
ten mit Sicherheit ab diesem Datum bestehe (
Urk.
7/49/22-23).
Dabei ging
Dr.
A._
von einer psychischen Fehlentwicklung aus, welche im Jahr 2004
begonnen habe
und sich ab dem
Jahr
2007 deutlich
verschlimmert habe
(
Urk.
7/49/15).
Da dem Versicherten von seiner Arbeitgeberin nach vieljähriger Tätigkeit als S
chadensinspektor im Oktober 2009
aus Leistungsgründe
n
, welche gemäss dem
Versicherten
mit den Auswirkungen der psychischen Beschwerden im Zusammenhang standen (
Urk.
7/49/6-7)
,
gekündigt worden ist (
Urk.
7/8/1,
Urk.
7/8/7) und er von der Hausärztin ab dem 1
2.
Oktober 2009 krankgeschrie
ben
worden ist (
Urk.
7/12/34)
,
erscheint dies nachvollziehbar.
Die Einschätzung, dass
die Arbeitsfähigkeit
seit
Oktober 2009 besteht, wurde auch von
Dr.
Z._
ge
teilt (
Urk.
7/16/17).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
Abs.
1
IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des
Leis
tungsanspruchs
nach Art.
29
Abs.
1 ATSG
, wobei die Rente gemäss
Art.
29
Abs.
3
IVG
vom Beginn des Monats an ausgezahlt wird, in welchem der Renten
anspruch entsteht.
Da die Anmeldung des Versicherten am
1.
März 2011 erfolgte (
Urk.
7/2), besteht der Rentenanspruch
daher
ab September 201
1.
4.
7
Zusammengefasst ist aufgrund der schlüssigen
psychiatrischen Gutachten
von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
erstellt, dass der Versicherte an erheblichen psychi
schen Störungen leidet, welche in ihrem Zusammenspiel zur vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten führen. De
r
von der IV-Stelle
basie
rend auf der Stellungnahme ihres
Rechtsdienstes
vorgenommene
n
Einschät
zung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne
Kun
den
kontakt
und bei freier Arbeitseinteilung ist
hingegen
nicht
zu folgen
.
Die Beschwerde ist
daher
teilweise
gutzuheissen
, die angefoch
tene
Verfügung
ist
auf
zuheben
und dem Versicherten
ist
ab dem
1.
September 2011
eine ganze
Invalidenr
ente zuzusprechen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder
die
Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Soweit die Beigeladenen
wie die Beige
ladene
aktiv am Verfahren teilgenommen haben, besteht grundsätzlich kein Dispens von der Kostenpflicht (
vgl.
Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Kommentar,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009,
§
1
4
N 33 mit Hinweis).
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) festzulegen und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Die Kosten sind de
n
überwie
gend
unterliegenden
Parteien, der
Beschwerdegegnerin
und
der
Beigeladenen
je hälftig
aufzuerlegen.
5.2
Ferner hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädi
gung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
Art.
61
lit
. g ATSG,
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
des Kantons Zürich).
Unterliegende Beigeladene können nur bei der Bejahung einer mutwilligen oder leichtsinnigen Prozessführung zur Bezah
lung einer Prozessentschädigung an die obsiegende Partei verpflichtet werden (BGE 128 V 323). Ein solches Verhalten lag bei der Beigeladenen nicht vor.
Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr
.
200.-- bis Ende 2014 und von
Fr.
220.-- ab dem Jahr 2015 ist
somit
die
Beschwerdegeg
nerin
zu verpflichten, de
m Beschwerdeführer
eine Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr.
2‘800.--
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