# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cee137fe-e013-4333-b2fc-f73b002fd9db
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1928, ist Bezügerin einer Altersrente. Am 29. Juni 2015 meldete sie sich im Hinblick auf den für den 6. Juli 2015 vorgesehenen Heimeintritt für den Bezug von Zusatzleistungen an (Urk. 7/1, 7/18).
Am 7. Juni 2004 hatte X._ die in ihrem Eigentum gestandene Liegenschaft an der A._ ihrem Sohn Y._ geschenkt. Dabei war ihr ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt worden (Urk. 7/8).
Nach Abklärung der Verhältnisse sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, X._ mit Wirkung ab 1. Juli 2015 monatliche Ergänzungsleistungen im Betrag von Fr. 3‘187.- (Ergänzungsleistungen von Fr. 2‘806.- zuzüglich Prämienpausale von Fr. 381.-) zu (Verfügung vom 24. September 2015, Urk. 8/41). Bei der Berechnung des Anspruchs berücksichtigte sie einen Vermögensverzicht von Fr. 222‘000.- (Fr. 322‘000.- für 2004 abzüglich Vermögensverzehr von Fr. 100‘000.-) zufolge Schenkung der Liegenschaft im Jahr 2004 (Urk. 7/41/2, 7/39/1). Die gegen die Verfügung vom 24. September 2015 gerichtete Ein
sprache vom 20. Oktober 2015 (Urk. 7/42), worin X._ auf den per November 2015 vorgesehenen Verkauf der Liegenschaft durch ihren Sohn zu einem Preis von Fr. 320‘000.- hinweisen und die Berücksichtigung eines geringeren Vermögensverzichts beantragen liess, wies die Durchfüh
rungsstelle mit Einspracheentscheid vom 28. April 2016 (Urk. 2/2) ab.
Auch bei der Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2016 berücksichtigte die Sozialversicherungsanstalt weiterhin einen Vermögens
verzicht von nunmehr Fr. 212‘000.- (vgl. Verfügung vom 23. Dezember 2015, 7/49, 7/50). Die dagegen erhobene Einsprache vom 12. Januar 2016 (Urk. 7/53) wies die Sozialversicherungsanstalt ebenfalls mit einem Ein
spracheentscheid vom 28. April 2016 ab (Urk. 2/1).
2.
Gegen diese Einspracheentscheide vom 28. April 2016 richtet sich die Beschwerde der Ansprecherin vom 26. Mai 2015 mit dem Rechtsbegehren, bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen sei von einem Vermögensver
zicht von Fr. 92‘000.- per 7. Juni 2004 auszugehen (Urk. 1). In der Beschwer
deantwort vom 21. Juni 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung (Urk. 6). Mit Schreiben vom 28. Juli 2016 liess die Beschwerdeführerin den Veranlagungsentscheid der Grundstückgewinnsteuer der Gemeinde B._ vom 5. Juli 2016 einreichen (Urk. 9 und 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Folge auf eine weitere Stellungnahme hierzu (Urk. 12).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Perso
nen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) in der Schweiz, die eine Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung beziehen, Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Die jährliche Ergänzungs
leistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anerkannten Ausgaben werden nach Art. 10 ELG, die Einnahmen nach Art. 11 ELG ermittelt.
1.2
Als Einnahmen angerechnet werden
unter anderem Einkünfte aus beweg
lichem und unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) sowie (bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern) ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 25‘000.- übersteigt (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG).
Für in Heimen oder Spitälern lebende Personen können die Kantone den Ver
mögensverzehr abweichend von Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG, höchstens aber auf einen Fünftel, festlegen (Art. 11 Abs. 2 ELG).
Der Kanton Zürich hat
dem mit § 11 Abs. 3
des Gesetzes über die Zu
satzleistungen zur AHV/IV (ZLG, in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fas
sung)
entsprochen und bestimmt, dass der Vermögensverzehr für Altersrentnerin
nen und Altersrentner in Heimen und Spitälern ein Fünftel beträgt.
Als Einnahmen werden des Weiteren auch
Einkünfte und Ver
mö
genswerte
berücksichtigt
, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
, § 15 ZLG
).
1.3
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des Existenz
bedarfs. Bedürftigen Rentnern der Alters- und Hinterlassenen- sowie der In
vali
denversicherung soll ein regelmässiges Mindesteinkommen ge
sichert wer
den. Die Einkommensgrenzen haben dabei die doppelte Funktion einer Bedarfslimite und eines garantierten Mindesteinkommens. Deshalb sind bei der Anspruchsberechnung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermö
genswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungs
an
sprecher unge
schmälert verfügen kann.
Dieser Grundsatz gilt nicht
und es liegt eine Verzichtshandlung im Sinne von Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
vor
, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflich
tung und ohne adä
quate Gegenleistung auf Einkünfte oder Ver
mö
gen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Ein
künfte und Vermögens
werte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durch
setzt, oder wenn sie aus von ihr zu verant
wor
ten
den Gründen von der Aus
übung einer möglichen und zumutbaren Erwerbs
tä
tig
keit absieht (
nicht publi
zierte E. 3e des Urteils BGE 128 V 39, BGE 121 V 204 E. 4a, AHI 2001 S. 133 E. 1b,
SVR 2011 EL Nr. 4 S. 11, 9C_329/2010 E. 3.1
,
Urteil des Bundesgerichts 9C_558/2013
vom 12.
No
vember 2013 E. 3.1.2
,
je mit Hinweisen).
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an Ergänzungs
leistungen tatsächlich eine Rolle gespielt hat (
BGE 131 V 329
E. 4.4
). Es ist also nicht wesentlich, dass sich d
i
e
v
ersicherte
Person
über die sozialver
sicherungs
rechtlichen Konsequenzen
ihres
Tuns im Klaren war. Eine Ver
zichtshand
lung setzt aber schon begrifflich
(Verzicht)
voraus, dass die Ver
mögensver
minderung mit Wissen und Wollen de
r v
ersicherten
Person
geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass d
i
e
v
ersicherte
Person
hinsichtlich der Vermö
gensverminderung an sich urteilsfäh
ig war, nicht aber, dass sie
von der mög
lichen ergänzungsleistungsrechtlichen Qua
lifikation als Verzichtshand
lung wusste und eine solche in Kauf nahm
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_934/2009
vom 28.
April 2010
E. 5.1).
1.4
Nach Art. 17 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenversicherung (
ELV
) ist
das
anrechenbare Ver
mögen nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Ver
mögen
s im Wohnsitzkanton zu bewerten (Abs. 1).
Dienen Grundstücke dem Bezüger oder einer Person, die in der EL-Berechnung einge
schlossen ist, nicht zu eigenen Wohnzwecken, so sind die
se zum Verkehrs
wert einzusetzen (Abs. 4).
Bei der entgeltlichen oder unentgelt
lichen Entäusserung eines Grund
stückes ist der Verkehrswert für die Prüfung, ob ein Vermögensverzicht im Sinne von Art
.
11 Abs
.
1
lit.
g ELG vorliegt, massgebend
.
Der Verkehrs
wert gelangt nicht zur Anwendung, wenn von Gesetzes wegen ein Rechts
an
spruch auf den Erwerb zu einem tieferen Wert besteht
(Abs. 5)
.
Die Kantone können anstelle des Ver
kehrswertes einheitlich den für die interkan
tonale Steuerausscheidung massgebenden Repartitions
wert anwenden
(Abs. 6)
.
Der Kanton Zürich hat indessen von dieser Befugnis keinen Gebrauch gemacht (vgl. die Weisungen und Informa
tionen be
treffend Zusatzleis
tungen zur AHV/IV, „Vollzugsweisungen
betr. Zusatzleistun
gen mit Wirkung ab 1. Januar 1999“ vom 24. November 1998
und
vom 2
7.
März 2013
, S. 9, ein
sehbar unter
www.sozialamt.zh.ch
).
1.5
Ob eine adäquate Gegenleistung vorliegt, beurteilt sich nach dem Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt der Entäusserung
(BGE 120 V 182 E. 4a; Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1). Die Anrechnung von Verzichtsvermögen richtet sich hingegen nicht nach dem geltenden Recht im Zeitpunkt des zur Diskussion stehenden Vermögensverzichts, sondern nach dem im Moment der Anrechnung gelten
den Recht.
Es handelt sich dabei um eine zulässige, sogenannte unechte Rückwirkung (ex
nunc et pro futuro) auf einen Sachverhalt, der sich zwar vor Inkrafttreten
der Neufassung von Art.
17 ELV
(
in der
ab
1.
Januar 1999
und ab 1. Januar 2008
geltenden Fassung
)
verwirklicht hat, sich aber auch danach noch auswirkt, indem sich unter Herrschaft des neuen Rechts die Frage der Bewertung des Verzichtsvermögens stellt
(BGE 120 V 182 E. 4b; Urteile des Bundes
ge
richts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.3 und
8C_849/2008 vom 1
6.
Juni 2009
E. 6.3.2 mit Hinweisen).
1.6
Art. 11 Abs. 1 lit. g
ELG enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung des Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anzurechnen, wenn die Verzichts
handlung sehr lange zurück
liegt
. Dem Aspekt des Zeitablaufs wird durch die
jährliche Reduktion gemäss Art.
17a
ELV
Rechnung getragen. Danach wird der an
zurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jähr
lich um Fr.
10'000.- vermindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeit
punkt des Ve
rzichtes unverändert auf den 1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern ist (Abs. 1 und 2;
Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in den Verfügungen und Einspracheentschei
den aus, in der Neubewertung 2003 vom 22. Januar 2004 sei der steuerliche Verkehrswert der Liegenschaft an der A._ mit Fr. 385‘000.- beziffert worden. Der Steuerwert entspreche jedoch nicht dem Verkehrswert und sei in der Regel viel tiefer. Er entspreche in etwa 70 % des effektiven Verkehrswertes. Ausgehend von dieser Überlegung habe der effek
tive Verkehrswert der verschenkten Liegenschaft Fr. 550‘000.- betragen. Dieser Wert entspreche – unter Berücksichtigung einer Wertsteigerung bis ins Jahr 2004 – dem im Schenkungsvertrag vom 7. Juni 2004 aufgeführten Schätzungswert der Liegenschaft im Jahre 2001 von Fr. 475‘200.- (Urk. 2/1 S. 3 und Urk. 2/2 S. 3). In der Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2016 führte sie aus, bei der Bewertung des Verzichtsvermögens sei auf das Datum der Verzichtshandlung abzustellen. Folglich könne die Entwertung der Liegen
schaft in den Jahren 2004 bis 2015 nicht massgeblich sein. Ohne Belang sei zudem auch, dass die Liegenschaft per 14. Dezember 2015 – also über 10 Jahre nach der Verzichtshandlung – zu einem Preis von Fr. 320‘000.- ver
kauft worden sei. Die Liegenschaft sei sodann noch am 24. September 2014 mit einem Wert von Fr. 544‘000.- geschätzt worden (Urk. 6 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin liess in der Beschwerde vom 26. Mai 2016 geltend machen, die Berechnung des Vermögensverzichts per 7. Juni 2004 sei deut
lich zu hoch. Der tatsächliche Verkehrswert der Liegenschaft A._ sei zum damaligen Zeitpunkt viel tiefer gewesen als die von der Beschwerdegegnerin eingesetzten Fr. 550‘000.-. Die Liegenschaft sei am 14. Dezember 2015 zum Preis von Fr. 320‘000.- veräussert worden und es sei sogar schwierig gewesen diesen Preis zu erzielen. Die Landwerte in der Region seien seit dem Vermögensverzicht im Jahr 2004 zwar etwas gestie
gen, jedoch habe sich das Gebäude um einiges entwertet. Die Liegenschaft weise verschiedene Mängel auf, wie beispielsweise sehr wenig Land (nur 180 m
2
), östlich eine angebaute Garage, die Dritteigentum sei, westlich entlang des Gebäudes verlaufe die C._ und es bestehe ein hoher Renova
tionsbedarf (Baujahr 1780). Es könne davon ausgegangen werden, dass der Liegenschaftswert im Jahr 2004 in etwa gleich hoch gewesen sei wie im Dezember 2015. Die Liegenschaftswerte für die Vermögens- und die Schen
kungssteuer seien toleriert worden, weil sie wenig beziehungsweise keinen Einfluss auf die Steuern gehabt hätten. Per 7. Juni 2004 sei von einem Ver
kehrswert von Fr. 320‘000.- und nach Abzug der Hypothekarschuld sowie des kapitalisierten Wohnrechts von einem Vermögensverzicht von Fr. 92‘000.- anstelle der von der Sozialversicherungsanstalt angenommenen Fr. 322‘000.- auszugehen (Urk. 1). Gemäss dem Veranlagungsentscheid der Gemeinde B._ über die Grundstückgewinnsteuer vom 5. Juli 2016 habe der Verkehrswert der Liegenschaft vor zwanzig Jahren Fr. 340‘000.- betragen. Dies sei ein weiteres Indiz dafür, dass der Verkehrswert am 7. Juni 2004 nicht habe bei Fr. 550‘000.- liegen können (Urk. 9 und 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit einzig, von welchem Verkehrswert der massge
blichen Liegenschaft im Zeitpunkt der Verzichtshandlung am 7. Juni 2004 auszugehen war beziehungsweise wie der Verkehrswert bei der gegebe
nen Aktenlage zu bestimmen ist.
3.
3.1
Zum Wert der Liegenschaft im Verlauf lässt sich den Akten Folgendes entneh
men:
Gemäss dem Beschrieb des Grundstücks im Grundbuchauszug verfügt die Liegenschaft mit der Kataster-Nr. D._ über eine Fläche von 180 m
2
, wobei 83 m
2
auf das Gebäude, 57 m
2
auf befestigte Fläche und 40 m
2
auf Garten entfallen (Urk. 7/43).
Das Steueramt B._ ging für die Bemessung der Grundstückgewinn
steuer von einem Verkehrswert von Fr. 340‘000.- im Jahr 1995 aus (vgl. Urk. 10).
3.2
Gemäss den Angaben des Steueramtes B._ vom 22. Januar 2004 über die Neubewertung im Jahr 2003 betrug der Landwert im damaligen Zeitpunkt Fr. 59‘400.- und der Zeitbauwert des 1780 erstellten Gebäudes Fr. 326‘480.-, was zum steuerlichen Verkehrswert von Fr. 385‘000.- der Liegenschaft führte. Der Eigenmietwert betrage Fr. 14‘400.- (Urk. 7/24). Per 31. Dezember 2009 lag der Vermögenssteuerwert bei Fr. 443‘000.-, wobei Fr. 72‘000.- auf den Landwert und Fr. 371‘000.- auf den Zeitbauwert des Einfamilienhauses entfielen (Urk. 7/5).
Der Gebäudeversicherungswert betrug im Jahr 2001 Fr. 475‘200.- (vgl. Schen
kungsvertrag vom 7. Juni 2004, Urk. 7/8/1) und im Jahr 2014 Fr. 544‘000.- (Urk. 7/43/3).
3.3
Die Parteien des Schenkungsvertrags vom 7. Juni 2004 erklärten ausdrück
lich, darauf verzichten zu wollen, dem Schenkungsobjekt einen Wert beizu
messen (Urk. 7/8/3).
Gemäss dem Kaufvertrag vom 14. Dezember 2015 wechselte das Grundstück für Fr. 320‘000.- die Hand (Urk. 7/55).
4.
4.1
Nach der Rechtsprechung ist unter dem Verkehrswert der Verkaufswert (Markt
preis) zu verstehen, den eine Liegenschaft im normalen Geschäftsver
kehr besitzt. Weil der so ermittelte Verkehrswert eine konkrete und aktuelle Liegenschaftsschätzung voraussetzt, ist diese Bewertungsmethode für die Ermittlung des Ergänzungsleistungsanspruchs nicht praktikabel. Der für die Ergänzungsleistungen massgebliche Verkehrswert hat sich daher soweit als möglich und sinnvoll auf geeignete anderweitige Schätzungswerte zu stützen (Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009 E. 6.3.4). Mass
gebend sind die Verhältnisse, wie sie im Zeitpunkt der Entäusserung bezie
hungsweise des möglichen Verzichts bestanden haben (vgl. BGE 120 V 184 E. 4b; vgl. zum Ganzen: Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 11 Rz 371 ff., S. 139 f. sowie Rz 393 ff.,
S. 147 f.).
Nach der Rechtsprechung fallen, wenn wie vorliegend für den massgeblichen Zeitpunkt am 7. Juni 2004 keine Verkehrswertschätzung vorliegt, insbeson
dere zwei Methoden für die Bestimmung des Verkehrswertes in Betracht: Einerseits die Addition des Zeitwertes der auf dem Grundstück liegenden Gebäulichkeiten und des Marktwertes des Bodens und andererseits der Mit
telwert zwischen dem Steuerwert und dem Gebäudeversicherungswert (Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 7.1.2 sowie 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009 E. 6.3.4; vgl. Carigiet, Ergänzungs
leistungen zur AHV/IV, Supplement, Zürich 2000, S. 97).
4.2
Die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme, der Steuerwert ent
spreche etwa 70 % des Verkehrswertes und sei durch eine entsprechende Erhöhung des Steuerwertes zu bestimmen, stellt demgegenüber keine von der Rechtsprechung anerkannte Methode der Verkehrswertbestimmung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_396/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 7.1.2 mit Hinweis). Der so ermittelte Wert von Fr. 550‘000.- liegt denn selbst über dem Gebäudeversicherungswert von Fr. 475‘200.- (Schätzung für 2001, vgl. Urk. 7/8/1; vgl. auch Urk. 7/55/8), welcher den Verkehrswert jedoch häufig übersteigt (Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009
E. 6.3.4).
Auch der im Jahr 2015 und somit elf Jahre nach dem massgebenden Zeit
punkt effektiv erzielte Verkaufspreis von Fr. 320‘000.- kann nicht direkt für die Bestimmung des Verkehrswertes im Jahr 2004 herangezogen werden. Dies verbietet sich einerseits wegen der zwischen der Schenkung und dem Verkauf liegenden relativ langen Zeit von 11 Jahren, Jahre in denen sich die Preise relevant entwickelt haben (vgl. die vom statistischen Amt des Kantons Zürich herausgegebenen Preise für Wohnbauland, Bodenpreise nach Gemeinden, im Internet abrufbar; vgl. auch Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Baupreisindex, im Internet abrufbar). Zudem wurde weder im mass
geblichen Jahr der erfolgten Schenkung (2004) noch vor dem Verkauf im Jahr 2015 eine (amtliche oder private) Verkehrswertschätzung in Auftrag gegeben. Damit ist nicht hinreichend erstellt, dass der 2015 effektiv erzielte Verkaufspreis dem zu diesem Zeitpunkt „objektiven“ Marktpreis entsprach. Neben dem Landwert, dem aktuellen Wert der Gebäulichkeiten und den zu erwartenden Investitionskosten (vgl. Urk. 1) könnten weitere Faktoren den Kaufpreis beeinflusst haben, so
etwa der zeitliche Aspekt, nämlich wie schnell ein Käufer oder eine Käuferin gefunden werden soll
te
.
Der im Jahr 2015 erzielte Kaufpreis liegt zudem selbst unter dem für 2004 massgeblichen Steuerwert von Fr. 385‘000.-, wobei der Verkehrswert den Steuerwert in der Regel deutlich übersteigt (Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009 E. 6.3.4), und zudem auch unter der (steuerlichen) Verkehrs
wertschätzung für das Jahr 1995 von Fr. 340’000.- (vgl. Urk. 10).
4.3
Geht man nach den zwei von der Rechtsprechung anerkannten Methoden zur Verkehrswertbestimmung vor, so ergeben sich folgende Werte:
Der Mittelwert zwischen dem ab 2003 massgeblichen Steuerwert von Fr. 385‘000.- (Urk. 7/24) und dem Gebäudeversicherungswert von Fr. 475‘200.- (für das Jahr 2001, Urk. 7/8/1) ergibt einen Betrag von Fr. 430‘100.-.
Der Zeitbauwert des Gebäudes lag gemäss Bewertung des Steueramtes 2003 bei Fr. 326‘480.- (Urk. 7/24). Zur Bestimmung der Landpreise können sodann die vom Statistischen Amt des Kantons Zürich herausgegebenen Preise für Wohnbauland herangezogen werden. Danach betrug der Durchschnittspreis des Quadratmeters der im Jahr 2004 in B._ durchgeführten Verkäufe Fr. 453.-. Angesichts der Besonderheit des betreffenden Grundstücks hin
sichtlich Lage und Grösse, das Grundstück grenzt zu einem grossen Teil an eine Quartierstrasse und ist relativ klein (vgl. hierzu auch:
www.google.ch/maps
)
, rechtfertigt es sich jedoch, den im unteren Quartil angesiedelten Preis heranzuziehen; dieser betrug im Jahr 2004 effektiv Fr. 403.- und im Modell Fr. 410.- (vgl. die vom Statistischen Amt des Kan
tons Zürich herausgegebenen Bodenpreise für B._, im Internet abruf
bar). Der für 2004 anzunehmende Wert des Bodens beträgt somit Fr. 72‘540.- (180 x Fr. 403.-) beziehungsweise Fr. 73‘800.- (180 x Fr. 410.-). Zusammen mit dem Zeitbauwert des Gebäudes von Fr. 326‘480.- ergibt sich ein Ver
kehrswert von Fr. 399‘020.- beziehungsweise von Fr. 400‘280.- und somit von gerundet Fr. 400‘000.-.
4.4
Im vorliegenden Fall erscheint es gerechtfertigt, von diesem tieferen Wert von gerundet Fr. 400‘000.- für die Bemessung des Vermögensverzichts aus
zugehen. Dieser Wert trägt sowohl dem Umstand Rechnung, dass das Grundstück relativ klein ist und dass kein grosses Entwicklungspotential besteht als auch dem Zeitbauwert der Gebäulichkeiten mit Baujahr 1780. Sodann ist der im Jahr 2015 erzielte Kaufpreis von Fr. 320’000.- zwar nicht ausschlaggebend für die Bestimmung des Verzichtsvermögens, er stellt jedoch dennoch ein Indiz für einen eher tieferen Verkehrswert des Objekts im Jahr 2004 dar, zumal zumindest keine Hinweise dafür bestehen, dass es sich um einen nur vordergründig tief gehaltenen Kaufpreis gehandelt hat.
4.5
Ausgehend von einem Verzichtsvermögen von Fr. 400‘000.- und nach Abzug der Hypothekarschuld von Fr. 78‘000.- und dem Wert des kapitalisierten Wohnrechts von Fr. 150‘000.- beträgt der Vermögensverzicht für das Jahr 2004 Fr. 172‘000.-. Das mit Fr. 150‘000.- kapitalisierte Wohnrecht wurde aufgrund des Steuerwertes von Fr. 385‘000.- beziehungsweise des Eigen
mietwertes von Fr. 14‘400.- festgelegt und blieb unbeanstandet (Urk. 7/24, 7/42). Für die massgebenden Jahre 2015 und 2016 ist somit von einem
Ver
zichtsvermögen von Fr. 72‘000.- (2015; Fr. 172‘000.- abzüglich Fr. 100‘000.-; vgl. Art. 17a Abs. 1 ELV) und von Fr. 62‘000.- (2016) auszu-
gehen. Die Beschwerde ist damit teilweise gutzuheissen und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die Zusatzleistungen unter Berücksichtigung dieser Werte neu berechne und darüber neu verfüge.
5.
Ausgangsgemäss steht der vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessent
schädigung zu. Diese ist ermessensweise auf Fr. 800.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die Entschädigung ist nicht zu reduzieren, da das „Überklagen“ keinen Einfluss auf den prozessualen Aufwand hatte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_311/2013 vom 12. November 2013 E. 7).