# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c64f7a31-2b25-4893-aac7-aa144177b5a5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1960
,
Hausfrau und Mutter von drei Kindern (Jahrgang 1991, 1992 und 1994
)
, meldete sich u
nter Hinweis auf seit einem Unfall
am
1
0.
Januar 2009 bestehende Knie
beschwerden
am
2
1.
März 2012
bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/9
Ziff.
6.2-3
). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab und nahm eine Abklärung der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vor, über welche am 2
5.
Januar 2013 Bericht erstattet wurde (
Urk.
10/31
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10/34,
Urk.
10/35,
Urk.
10/38,
Urk.
10
/41,
Urk.
10/44-45
) verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
7.
Mai 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
10/
47
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
1.
Juni 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
Mai 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine Invalidenrente
auszurichten
, eventuell sei
die Sache zur Einholung eines inter
disziplinären medizinischen Gutachtens an die Verwaltung zurückzuweisen. Zudem sei eine mit den Normen der EMRK übereinstimmende, öffentliche, mündliche und kontradiktorische Verhandlung und ein Beweisverfahr
en durch
zuführen und
Dr.
med.
Y._
,
Fachärztin für Allgemeine Medizin, als Zeugin zu befragen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
August 2013
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
0.
August 2013
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
11
).
Am
4.
November 2013
wurde eine
Instruktionsverhandlung
durchgeführt, an welcher die Beschwerdeführerin
,
die Freundin ihres Sohnes,
Rechtsanwalt
Dr.
Kurt Pfau
in
Begleitung von
Z._
und
ein
Dolmetscher
teil
nahmen (Prot. S. 3
).
Am
1.
April 2014 (
Urk.
19) machte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe (
Urk.
20).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde.
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
).
Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben
. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen.
Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensentschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und
müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden
. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem
Leis
tungs
ansprecher
im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versi
cherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der
Haus
haltarbeiten
ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so
muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Um
fang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen
. Ein
invalidi
tätsbedingter
Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit ange
nommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet wer
den, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht.
Die im Rahmen der
Invaliditäts
bemessung
bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienange
hörigen geht daher weiter als die ohne
Gesundheits
schädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung
. Geht es um die Mitar
beit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der
Scha
denminderungspflicht
nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in ein
zelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich ver
mag die Tatsache, dass sich die der Rechtspre
chung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3
des Schweizerischen Zivil
gesetzbuches (ZGB)
zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar
noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im
Er
werbsbereich
darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
halt
bereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.6
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für je
nen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerb
lichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Auf
gabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar,
wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung
(
Urk.
2)
damit, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
0.
Januar 2009 im Aufgabenbereich zu 17
%
ein
geschränkt sei, was dem Invaliditätsgrad entspreche. Es sei nicht nachvollzieh
bar, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer 100%igen
ausser
häuslichen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde
. So habe sie auch vor dem im Jahr 2009 erlittenen Unfall keinerlei belegbare Arbeits- oder
Integrationsbe
mühungen
unternommen
(S. 1 f.)
.
Die Beschwerdeführerin könne aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit in Knien, Rücken und im linken Arm
,
verbunden mit starken Schmerzen, praktisch keinerlei Haushaltsarbeiten mehr erledigen. Es sei ihr aber zumutbar, die anfallenden Arbeiten in angepasstem Tempo und in Etappen zu erledigen.
Es sei sowohl dem Ehemann, als auch dem zu Hause lebenden Sohn
im Rahmen
der
Schadenminderungspflicht
zumutbar, im Haus
halt mitzuhelfen
(S. 2 f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, auf den Haushaltabklärungsbericht könne nicht abgestellt werden. So liege gemäss
Dr.
Y._
eine Einschränkung im Haushalt von 50.7
%
vor (S. 3
Ziff.
3-4).
Es
könne nicht einfach angenommen werden, dass
ihr
Ehemann einen Teil der Hausarbeit übernehme, ohne zu prüfen, ob er aufgrund seiner körperlichen und psychischen Leiden überhaupt dazu in der Lage sei (S. 4 Ziff.
5). Ohne ihre körperlichen Beeinträchtigungen würde sie heute einer vollen beruflichen Tätigkeit nachgehen, da die Kinder schon seit einiger Zeit auf eige
nen Füssen stünden und die Beeinträchtigungen des Ehemannes und dessen damit verbundene Arbeitslosigkeit zu negativen wirt
schaftlichen Folgen geführt hätten
(S. 4
Ziff.
6).
3
.
3
.1
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere die Statusfrage
.
3.2
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Nicht
erwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vorstehend E. 1.3).
Die Beschwerdegegnerin
erachtete die Beschwerdeführerin als zu 100
%
i
m Haus
halt Tätige, insbesondere
, da sie auch vor
Eintritt des Gesundheitsschadens weder Arbeit
s
- noch
Integrationsbemühungen getätigt habe
(vorstehend E. 2.1)
.
Dem setzte die Beschwerdeführer
in
entgegen (vorstehend E. 2.2)
,
schon allein aufgrund der wirtschaftlichen Situation infolge der Arbeitslosigkeit des Ehe
mannes würde sie bei guter Gesundheit einer Arbeitstätigkeit nachgehen.
3.3
Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht
dür
fen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Beste
hen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S.
360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
3.4
Die Argumentation der Beschwerdeführerin, bei guter Gesundheit würde sie einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen, vermag nicht zu überzeugen. Aus den Akten gehen insgesamt keine Anhaltspunkte hervor, welche darauf
schliessen lassen würden
.
Lediglich der Hinweis auf die wirtschaftliche Situation genügt
nicht, um die Vermutung einer Erwerbstätigk
eit zu begründen. So konnte die Beschwerde
führerin
anlässlich der Befragung
im Rahmen der Haushalt
abklär
ung
nicht einmal konkret sagen,
welche Tätigkeit sie denn ausüben wü
rde (vgl.
Urk.
10/31
Ziff.
2.5), was gegen eine ernsthafte Befassung mit der Thematik spricht.
Für die Wahl der anwendbaren Bemessungsmethode ist nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden finanziellen Verhältnissen als notwendig erscheint, sondern inwieweit sie unter den gegebenen Umständen als überwiegend wahrscheinlich
zu betrachten ist (Urteil des Bundesgerichts I 160/02 vom 1
9.
August 2002, E.
2.2).
Nicht unbeachtet bleiben kann
, dass die Beschwerdeführer
in
sich nie um eine Erwerbstätigkei
t bemüht hat
, auch
nicht
um eine Teilerwerbstätigkeit. Das nachträglich eingereichte Schreiben
(
Urk.
20)
, wonach Frauen in
A._
nicht arbeiten dürf
t
en
,
geht an der Sache vorbei. So reiste die Beschwerdeführerin bereits
im November 2000
in die Schweiz ein
(vgl.
Urk.
10/9
Ziff.
1.6)
und hat sich auch seit diesem Zeitpunkt nie um Arbeit bemüht, obwohl ihr diese Mög
lichkeit hier offen gestanden hätte.
Hinsichtlich der Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich der
Instruk
tionsverhandlung
, dass sie, wäre sie nicht krank geworden, bereits im Jahr 2007 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte (Protokoll S. 3 f.), ist zu beachten, dass im Jahr 2007 lediglich eine wahrscheinlich durch Eisenmangel hervorge
rufene Anämie dokumentiert w
urde (vgl.
Urk.
10/8/4), welche
einer Arbeitsauf
nahme
nicht
entgegen
gestanden hätte
. Allfällige weitere medizinische Berichte, welche eine Arbeitsunfähigkeit bereits im Jahr 2007 ausweisen würden, wur
den bis dato nicht eingereicht.
Wie die Abklärungsperson richtig ausführte, weisen auch die übrigen Umstände, nämlich dass die Beschwerdeführerin nie Integrationsbemühungen unternom
men ha
t
(vgl.
Urk.
10/31
Ziff.
2.5)
,
auf eine Nichterwerbstätigkeit im
Gesund
heits
fall
hin.
Die Würdigung dieser Umstände führt insgesamt zum Schluss, dass die Be
schwer
deführerin bei guter Gesundheit nach überwiegender Wahrscheinlich
keit nicht erwerbstätig
,
sondern zu 100
%
im Haushalt tätig wäre. Die gesamten Um
stände und persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin sprechen gegen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall.
3.5
Damit ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Nichterwerbstätige und damit verbunden die Anwendung der spezifischen Methode des
Betätigungsver
gleichs
(vgl. vorstehend E. 1.
3
) nicht zu beanstanden.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin demnach zu Recht die
Be
schwer
deführerin als zu 100
%
im Haushalt Tätige qualifiziert
.
4
.
4
.1
Streitig und zu prüfen ist im Weiteren die Verwertbarkeit des
H
aushaltabklä
rungsberichts
vom 2
5.
Januar 2013 (
Urk.
10/31
).
Dieser wurde von einer dafür qualifizierten Mitarbeiterin des
Abklärungs
dienstes
der Beschwerdegegnerin verfasst, wel
che die Beschwerdeführerin am 2
2.
Januar 2013
zu Hause besuchte und damit Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen hatte. Die Abklärungsperson berücksichtig
te die von den Ärzten des
B._
im März 2010
gestellten
Diag
nosen
(vgl.
Urk.
10/15
)
, welche vorab auf
gelistet wurden und ebenso die vom Sohn der Beschwerdeführerin vor Ort geschilderten Beschwerden
(
vgl.
Urk.
10/31
Ziff.
1).
Ausschlaggebend für die Feststellung der Behinderung Nichterwerbstätiger im an
erkannten Aufgabenbereich ist,
wie sich der Gesundheitszustand in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der versicherten Person erhoben wird.
Die Einschränkungen der Beschwerdeführerin bei den einzelnen Aufgaben des Haushaltes wie auch die zumutbare Mithilfe des Ehemanns
und des Sohnes
wurden im Abklärungsbericht detailliert wiedergegeben
.
Bestritten wurde von Seiten der Beschwerdeführerin insbesondere die Zumut
barkeit der Mithilfe des Ehemannes im Haushalt (vorstehend E. 2.2). Dass eine solche nicht zumutbar wäre, ist nicht ausgewiesen.
Aus den
Akten beilie
gend
en medizinischen Berichten betreffend den Ehemann sind
keine Anhalts
punkte dafür zu entnehmen, da
ss dem arbeitslosen Ehemann
eine Mithilfe im Haushalt nicht zugemutet werden könn
t
e.
So
erachteten
die
Ärzte des
B._
in ihrem Bericht vom
5.
Mai 2009 (
Urk.
10/8
/
1-2) nach umfassenden Abklärungen
den Ehemann
aus rheumatolo
gischer Sicht
ab dem
8.
Mai 2009
in leichten Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig.
Auch dem im Haushalt lebende
n
Sohn ist es ohne weiteres zuzumuten, sich a
n der Führung des
Haushalt
s
angemessen
zu beteiligen.
Auch liessen sich - wie die Abklärungsperson zurecht festhielt -
die Angaben der Beschwerdeführerin, wonach sie in den meisten Bereichen des Haus
halts keinerlei
Arbeiten mehr zu ver
r
ichten vermöge
,
nicht auf die medizinischen Unterlagen stützen. So ent
behren insbeson
dere die Angaben, dass sie auch
ihren linken Arm nicht mehr benützen könne, jeglicher medizinischer Grundlage. Zudem wurde gegenüber den Ärzten
des
B._
im Mä
rz 2010 ausgeführt, dass Reinigungsarbeiten im Haushalt noch möglich seien. Von linksseitigen Armbeschwerden war hingegen nie die Rede (vgl.
Urk.
10/15 S. 1 Mitte).
4
.2
Der Abklärungsbericht vom
2
5.
Januar 2013
steht
somit
im Einklang mit den genannten
medizinischen Einschränkungen und
richtigerweise
wurde
die Mit
hilfe des Ehemannes
und des Sohnes
angerechnet
. Der Abklärungsbericht ist
nachvollziehbar und plausibel begründet, weshalb darauf abgestellt werden kann (vgl. vorstehend E. 1.6).
Daran ändert auch der von
Hausärztin
Dr.
Y._
eigens erstellte
Abklä
rungsb
ericht
vom
4.
April 2013 (
Urk.
10/
44
=
Urk.
3
) nichts. So wurde darin die Mithilfe des Ehemannes und des im Haushalt lebend
en Sohnes nicht berück
sichtigt
und
ebenso wenig
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin selbst aufgrund ihrer Schadenminderungspflicht gehalten ist, gewisse Tätigkeiten in Etappen zu erledigen.
Die bestehenden körperlichen
Einschränkungen
der Beschwerdeführerin in der
Haushalt
sführung
wurde
n von der
Beschwerdegeg
nerin
auch nicht bestritten
(vorstehend E. 2.1)
.
Von weiteren Abklärungen und insbesondere von einer Zeugenbefragung ist daher abzusehen.
4.3
Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei der Invaliditätsbemessung als Nichterwerbstätige zu qualifizieren und der Inva
liditätsgrad als Hausfrau auf 17.40
%
festzusetzen ist, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente resultiert.
Die ang
efochtene Verfügung vom Mai 2013
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang de
s Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
.
Der von Rechtsan
walt
Dr.
Pfau mit Eingabe vom 2
9.
Juli 2014 (
Urk.
22)
geltend
gemachte Aufwand von 23 Stunden und 30 Minuten und
Fr.
203.--
Barausla
gen
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
.
Aufwendungen vor dem Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom
7.
Mai 2013
sind nicht im vorliegenden Verfahren zu entschädigen, weshalb ei
ne Vergütung für Leistungen
vom
2
9.
Januar
bis April
2013 (vgl.
Urk.
22 S. 1
) ausser Betracht fällt.
Betreffend das vorliegende Verfahren erschien n
amentli
ch die von Rechtsanwalt
Dr.
Pfau
beantragte Verhandlung unnötig, zumal die dort ge
machten Ausfüh
rungen (Prot. S. 3
f.) ohne weiteres in einer weiteren Rechtsschrift hätten gel
tend gemacht werden können
und er auch selbst ausführte, er habe zur Beschwerde eigentlich nicht viel zu ergänzen (
v
gl. Prot. S. 3
).
Zu beachten ist auch, dass das nachträglich eingereichte Schreiben vom Rat für Menschenrechte in
A._
(
Urk.
20)
nichts zur
Entscheidfindung
beigetragen hat und einen unnötigen Aufwand darstellt.
So wurde a
nlässli
ch der
Instrukti
onsverhandlung
vielmehr
auf nachzureichende fehlende Arztberichte betreffend das Jahr 2007, welche eine Arbeitsunfähigkeit belegen würden
,
hingewiesen
(vgl. Prot. S. 3)
, was auf
telefonische
Anfrage hin seitens des Gerichtes noch
mals bestätigt wurde
. Auch
unter Beachtung von allfälligen
Verständigungs
problemen
erschein
t
ein
Korrespondezaufwand
mit d
er Beschwerdeführerin von weit über 6
Stunden nicht
als
gerechtfertigt
.
Anges
ichts des aus sprachlichen Gründen erhöhten Instruktionsaufwandes, der
zu studierenden gut
50
Akten
stüc
ke der Beschwerdegegnerin, der 4
-seitigen
Beschwerde (
Urk.
1
),
weiteren
Ein
gaben von je einer Seite (
Urk. 7 und
8), und de
n nur geringfügigen
Aufwen
dungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbei
ständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Ent
schädigung von Rechtsanwalt
Dr.
Pfau bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.-- (zuz
üglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘40
0.
-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
.