# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8053077f-3c68-4b3d-969f-8e8e46bd5e44
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
ist gelernter Industriemechaniker (
Urk.
10/2/2). Ab
August
2008
war
er als Schleifer/
Polierer
bei der
Z._
AG
angestellt
(
Urk.
10/14). Am 2
0.
Mai 2014 (Eingangsdatum) meldete er sich
unter Angabe von Beschwerden im Nacken, im Schulterbereich mit Ausstrahlung in den linken Arm und im Rücken
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/3).
Vom 2
9.
Februar bis 2
4.
März 2016 unterzog
er
sich auf Veranlassung
der
IV-Stelle einer beruflichen Abklärung
in
der
A._
(
Urk.
10/44,
Urk.
10/59) und vom
9.
Juni 2016
bis 1
8.
Juni 201
7
absolvierte
er
ein Arbeitstraining beim
B._
(
Urk.
10/64
,
Urk.
10/68,
Urk.
10/91
,
Urk.
10/95,
Urk.
10/111, Urk.
10/114).
Die IV-Stelle
richtete
für die Dauer
der Massnahmen
Taggelder
aus
(
Urk.
10/45,
Urk.
10/55;
Urk.
10/65,
Urk.
10/67
,
Urk.
10/92,
Urk.
10/94)
. Am 21.
Juli 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass der Versicherte Anspruch au
f Arbeitsvermittlung habe
, namentlich auf Unterstützung bei der Stellensuche durch die
C._
AG
(Urk.
10/128).
Am
2
3.
April 2018 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, wobei sie festhielt, dass es ihnen nicht gelungen sei, den Versicherten innert angemessener Zeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren (
Urk.
10/138). Nach durch
geführtem Vorbescheidverfahren
(Urk.
10/141) verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
4.
Juni 2018 einen Leistungs
anspruch des Versicherten (Urk.
10/142).
1.2
Am 1
1.
September 2019 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/145). Die IV-Stelle holte in der Folge ärztliche Berichte von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
(
Urk.
10/151) und von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
(
Urk.
10/153)
ein
und gab bei der
F._
AG ein Gutachten in den Fachdisziplinen Rheumatologie und Neurologie inklusive Evaluation der funktionellen Leistungsf
ähigkeit (
EFL
) in Auftrag (Urk.
10/157), welches am 2
1.
August 2020 erstattet wurde (
Urk.
10/159). Mit Vorbescheid vom 2
7.
Oktober 2020 stellte die IV-Stelle in Aussicht, das Leistungsbegehren des Versicherten abzuweisen (
Urk.
10/163).
Dagegen erhob
dieser
unter Beilage eines Berichts von
Dr.
D._
sowie einer von dieser unter
zeichneten Telefonnotiz
Einwand (
Urk.
10/166,
Urk.
10/173;
Urk.
10/172
,
Urk.
10/177
). Mit Verfügung vom 2
8.
April 2021 wies die IV-Stelle das Leistungs
begehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 3
1.
Mai 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und die Ausrichtung einer Viertelsrente beantragen. In prozessualer Hin
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2021 angezeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines
Jahre
s ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses
Jahre
s zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a
Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
theti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
1.5.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi
cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades
auch
tatsächlich eingetreten
ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E.
3a
, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts
9C_351
/2020 vom 21. Sep
tember 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E.
3a
, 109 V
108 E.
2b
).
1.5.2
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Aus
wirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE
141V
9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massge
blichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E.
3b
, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinwei
sen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Ein
ordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen ver
besserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bun
desgerichts
9C_135
/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts
8C_144
/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5.3
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet bei der
Neuanmeldung
die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht. Dem
gemäss sind die Verhältnisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denjenigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Anspruchsverneinung zu verglei
chen (BGE 130 V 64 E. 2, 130 V 71 E. 3, 133 V 108 E. 5.2 und E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides
(
Urk.
2)
, dem Beschwerdeführer sei die angestammte Tätigkeit als Schleifer/Schlosser/Indu
strie
mechaniker nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei er zu 70
%
arbeitsfähig. Das I
nvalideneinkommen
sei
gestützt auf Tabellenlöhne
zu berechnen, wobei kein
leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen
sei
. Berufliche Massnahmen hätten
sie
geprüft und diverse Massnahmen inklusive Taggelder zugesprochen. Per 2
3.
April 2018 seien diese abgeschlossen worden, da keine angepasste Arbeitsstelle habe gefunden werden könne
n
. Erneute Ein
gliederungsmassen seien nicht angezeigt, ihre Möglichkeiten seien bereits im
Jahr
2018 ausgeschöpft worden.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, s
trittig sei sein Invaliditätsgrad. Bestritten werde das von der Beschwerdegegnerin festgesetzt
e
Invalideneinkommen. Es
sei bei der Berechnung des
Invalideneinkommen
s
ein Leidensabzug von mindestens 10
%
zu berücksichtigen
.
Bei einem Abzug vo
n
10
% ergebe sich ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1
Im Rahmen des mit Verfügung vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
10/142) abgeschlossenen Verfahrens war die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer eine der Gesundheit angepasste Tätigkeit zu mindestens 80
%
zumutbar sei.
Dabei stützte sie sich auf den Schlussbericht der
C._
AG vom 28, März 2018, worin eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
festgehalten worden war (
Urk.
10/135,
Urk.
10/140/3, vgl. auch
Urk.
10/129). Grundlage für diese Festle
gung war der Schlussbericht des
B._
vom
9.
Juni 201
7.
Darin wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Arbeitstrainings fähig gewesen sei, eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in repetitiven, leichten Tätigkeiten umzusetzen (
Urk.
10/114/1+5). Dabei wurde berücksichtigt, dass dem Beschwerdeführer von den behandelnden Ärzten der
G._
Klinik eine
80%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigt worden war (
Urk.
10/97).
3.2
3.2.1
Im aktuellen Neu
anmeldeverfahren wurden insbesondere die folgenden ärztlichen Berichte aktenkundig:
3.2.2
Dr.
D._
nannte mit Bericht an die
Beschwerdegegnerin
vom
7.
Januar 2020 (Urk.
7/151) als Diagnosen:
-
Cervico
- und lumbos
pondylogenes Schmerzsyndrom bei
-
degenerativen Veränderungen der HWS und LWS
-
muskulärer
Dysbalance
-
Haltungsinsuffizienz
-
m
ögliche Kompression
C6
/7 links
-
Status nach
Spondylodese
L4
/5 2015
-
Acromioplastik
linke Schulter April 2016, Arthroskopie linke Schulter April 2018
-
Bizepssehnenriss
links
Der Beschwerdeführer klage seit 2014
über
zunehmende
Schmerz
en im Bereich des Nackens mit z
eitweiser Auss
trahlung in den linken Oberarm und
Miss
empfindungen im linken Daumen. Die im Vordergrund stehenden Beschwerden im linken Schulter-Nacken-Bereich seien durch die HWS-Veränderungen links nachvollziehbar. Im neurologischen Befund zeige sich eine chronische Schädi
gung im
EMG
vom M.
triceps
brachii
links. Durch die Operationen der Schulter links habe keine ausreichende Steigerung der Belastung
sfähigkeit
erreicht werden können. Hier zeige sich eine deutliche Verschlechteru
n
g im Vergleich zum Vor
befund zum Zeitpunkt der IV
Begutachtung. Aufgrund der verschiedenen Probleme im Bewegungssystem sei eine körperlich anstrengende Tätigkeit nicht mehr möglich. Leichte
,
abwechselnde Tätigkeiten mit erhöhtem Pausenbedarf ohne Zwangshaltungen, Überkopfarbeiten bzw. schwere
m
Tragen/Heben seien zu 50
%
durchführbar. Eine Tätigkeit als Schlosser/Schleifer/
Polierer
sei damit aus
geschlossen.
3.2.3
Dr.
E._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
2.
Februar 2020 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/153/1-5):
-
Cervico
- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei
-
d
egenerativen Veränderungen der HWS und L
WS
-
m
ögliche Kompression
C6
/
C7
links
-
Status nach
Spondylodese
L4
/
L5
201
5
-
Bizepssehnenriss
links
Zur Arbeitsfähigkeit könne sie keine
genauen
Angaben machen.
Der Beschwer
deführer könne nicht heben, nicht über Kopf arbeiten und nicht lange Zeit sitzen.
Im Übrigen verwies
Dr.
E._
die Beschwerdegegnerin an die behandelnden Spezialärzte.
3.2.4
Die
F._
-Gutachter nannten in ihrem Guta
chten vom 2
1.
August 2020 (Urk.
10/159) als Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
10/159/7-8):
-
chronifiziertes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
-
b
ei Status nach Diskushernien-Operation
L4
/5 2007 und dorsaler
Spondy
lodese
L4
/5 am 2
3.
Juni 2015 mit partiell verbliebener sensibler Affektion
L5
links im Sinne von intermittierenden Kribbelparästhesien und ausgeprägter Osteochondrose
-
chronif
i
ziertes
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei
-
Mehretagendegeneration vor allem
C3
/4 und
C5
/6, möglicher Wurzel
irritation
C6
links, kurzbogiger
Kyphosierung
C3
-5 (Scheitel
C3
/4)
-
p
ersistierende
subacromiale
Impingement
-Symptomatik ohne Hinweise auf eine alltagsrelevante
Rotatorenmanschetten
-Läsion
-
Status nach Abriss der
Biceps
longus
-Sehne
-
Status nach Schulterarthroskopie mit intraartikulärem
Débridement
einer Labrumläsion mit
subakromialer
Bursektomie
und
Akromio
plastik
2
2.
April 2016
-
Reoperation
(Schulterarthroskopie mit
LBS-Tenodese
,
Bursektomie
,
Denervierung
des Schulterdaches
und sanfter knöcherner
SAD
) 12.
April 2018
Eine Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter nicht an.
Aus neurologischer Sicht bestehe eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen Angabe wechselnd starker Schmerzen im Bereich der oberen linken Schulter und des Nackenbereichs und dem Fehlen jedweder
nervaler
Kompressions- bzw. Affektions
zeichen. Aus neurologischer Sicht liessen sich die angegebenen Schmerzen nicht erklären. Gleiches gelte für die Angabe von nach 30 Minuten auftretenden Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich. Auch hier erg
ä
be
n
weder die Anamnese noch der klinisch neurologische Untersuchungsbefund Hinweise auf das Vorliegen einer
nervalen
Affektion, die die angegebenen Beschwerden erklärte. Die residuelle sehr
geringgradige
sensible Reizsymptomatik der Nerven
wurzel
L5
links, die sich durch intermittierende Kribbelparästhesien äussere, sei seit der Lendenwirbelsäulen-Operation im
Jahr
2007 bestehend und führe weder aktenkundig noch nach der hiesigen Befragung und dem hiesigen Befund zu einer namhaften funktionellen Beeinträchtigung. Seitens der rheumatologischen Beur
teilung ergebe sich eine leichte bis mittelgradige Reduktion der zumutbaren Belastbarkeit des
Achsensekeletts
und eine deutliche Reduktion der zumutbaren Belastbarkeit des linken Schultergelenkes bzw. der linken oberen Extremität auf oder über der Horizontalen. Die frühere Tätigkeit als Schlei
fer/Schlosser/Industriemechaniker sei dem Beschwerdefüh
r
er sicherlich nicht mehr zumutbar, dies seit mindestens 201
6.
Diese Aussage gelte auch für andere, von der mechanischen Belastung her ähnliche Tätigkeiten.
Die beobachtete Belastbarkeit
in
der
EFL
entspreche einer leichten bis mittelschweren Tä
tigkeit (
Urk.
10/159/8)
.
Als Belastungsprofil führten die Gutachter an: Z
u vermeiden seien
das repetitive Bücken und Aufrichten, das repetitive Anheben und Tragen von Gewichten (unterhalb der Horizontalen) über 7 – maximal 10 kg, Arbeitstätigkeiten in rein stehender Position ohne die Mö
glichkeit zu Wechselpositionen sowie
alle Arbeits
tätigkeiten mit der linken oberen Extr
e
mität
auf
oder über Schulterhöhe, dies mit und auch ohne Gewichtsbelastung. Es lägen genügend persönliche Ressourcen vor, um eine berufliche Reintegration in die Wege leiten zu können.
Zur Konsistenz erklären die Gutachter, die sich
nicht
neurologisch erklärbaren subjektiven Einschränkungen fänden allesamt eine Erklärung auf rheumatologi
schem Gebiet. Die Beschwerden seien glaubhaft, nachvollziehbar und mit den vorliegenden Befunden zumindest pathologisch anatomisch gut zu erklären respektive zu vereinbaren. Auf der rechten Körperseite bestünden
auffälligerweise
keine Beschwerden, der Beschwerdeführer sei rechtshändig (
Urk.
10/159/9).
In der angestammten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr
,
d
ies seit min
destens Januar 201
6.
Gemäss der zur Verfügung gestellten Dokumentati
o
n habe der Beschwerdeführer seiner bisherigen Tätigkeit bis zur Kündigung der Arbeits
stelle auf den 3
1.
Januar 2016 nachgehen können, wenn auch in einem nicht genau ersichtlichen reduzierten Arbeitspensum.
In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe eine
70%ige
Arbeitsfähigkeit (sechs Stunden ohne zusätzliche Leistungsminderung). Dies gelte seit mindestens Januar 2016, mit Phasen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bedingt durch eine erste Schulteroperation am 2
2.
April 2016 und einer zweiten Schulteroper
a
tion im April 201
8.
Es sei davon auszugehen, dass jeweils nach den beiden Schulte
r
operationen eine Phase von
100
%
iger
Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von drei Monaten bestanden habe
(
Urk.
10/159/10)
.
3.2.
5
Dr.
D._
beantwortete am
5.
Januar 2021 Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (
Urk.
10/172). Sie erklärte dabei, dass sie den von den
F._
-Gut
achtern gestellten Diagnosen zustimme. Ebenfalls einverstanden sei sie mit den Merkmalen einer angepassten Tätigkeit. Nicht einverstanden sei sie
hingegen
mit dem von den Gutachtern festgehaltenen Pensum von 6 Stunden pro Tag. Zumutbar sei maximal ein Pensum von vier bis fünf Stunden pro Tag, da der Beschwerdeführer einen hohen Pausenbedarf und Bedarf an Positionswechsel habe und eine verminderte Konzentration bestehe. Innerhalb des als zumutbar festgesetzten zeitlichen Pensum bestehe eine Leistungsfähigkeit von rund 80
%
.
3.2.
6
Am 1
8.
Februar 2021 hielt
Dr.
D._
i
m
Rahmen eines Telefongesprächs mit der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers fest (
Urk.
10/177;
Urk.
10/176), es
sei
nicht üblich
,
aus medizinischer Sicht die prozentuale Arb
ei
tsfä
h
igkeitsbeur
teilung weiter zu dif
f
erenzieren. Sie halte an ihrer Einschätzung fest, dass das zeitlich zumutbare Pensum vier bis fünf Stunden betrage. Innerhalb dieses Pensum
s
seien zusätzliche Pausen erforderlich, in der Grössenordnung von 15 Minuten alle zwei Stunden. Um die Arbeitsfähig
k
eit im freien Markt exakt beurteilen zu können, emp
f
ehle sie einen Arbeitsversuch in der freien Wirtschaft.
4.
4.1
Wie dargelegt, hatte die Beschwerdegegne
r
in mit Verfügung vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
10/142)
einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ver
n
eint. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Ein Leistungsanspruch des Beschwerdeführers setzt daher voraus,
dass
sich der
rechtserhebliche Sachverhalt seit Erlass der Verfügung vom
4.
Juni 2018
wesentlich
verändert hat
(vgl. E. 1.5)
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid
aus medizinischer Sicht
im Wesentlichen auf das
F._
-
Gutachten vom 2
1.
August 2020 (E. 3.2.4
;
Urk.
2,
Urk.
10/162,
Urk.
10/178
)
.
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts
8C_77
/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des
F._
Gutachtens vom
2
1.
August 2020
sprächen. Vielmehr beruht das Gutach
ten auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten de
s
Beschwerde
führer
s
auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge zudem einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar
begründet (BGE 134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E.
3a
).
Der Beschwerdeführer stellt denn die Beweistauglichkeit des
F._
-
Gutachtens auch nicht konkret infrage (
Urk.
1).
4.3
Die
Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung vom 2
8.
April 2021
gestützt auf das
F._
-Gutachten von einer
70%igen
Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit aus (
Urk.
2
). Im Rahmen des
mit
Verfügung vom
4.
Juni 2018
abgeschlossenen Verfahren
s
war sie demgegen
über
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätig
keit zu 80
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
10/142
). Das heisst, der Verfügung von
4.
Juni 2018 lag eine weniger weitgehende Einschränkung der Leistungsfähigkeit zugrunde als der im vorliegenden Verfahren zu prüfenden Verfügung vom 2
8.
April 2021
.
Aus dem
F._
-Gutachten ergeben sich
jedoch keine Anhaltspunkte für eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit dem
4.
Juni 201
8.
Vielmehr führten die
F._
-Gutachter explizit an, dass die von ihnen attestierte
70%ige
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
mit Ausnahme jeweils dreimonatige
n
postoperative
n
100%igen
Arbeitsunfähigkeiten seit minde
stens Januar 2016 bestand
en
habe
(vgl. E. 3.2.4).
Es ergebe
n
sich zudem auch aus den von den Gutachtern gestellten Diagnosen und den von ihnen erho
benen Befunde
n
keine Hinweise auf eine nach Juni 2018 eingetretene
relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers.
Die
von den
F._
-Gutachtern angeführten
Diagnosen und Befunde waren
denn auch
im Wesentlichen bereits
bei Erlass der Verfügung vom
4.
Juni 2018
aktenkundig
(v
gl.
beispielsweise
Urk.
10/7, U
rk.
10/8,
Urk.
10
/33-35,
Urk.
10/78
,
10/119, Urk.
10/122
).
Dr.
D._
führte in ihrem Bericht vom
7.
Januar 2020
demgegenüber
an, dass sich eine deutliche Verschlechterung betreffend Schulter links
ergebe
. Sie erklärte, dass sich im neurologischen Befund eine chronische Schädigung im
EMG
des
Musculus
triceps
brachii
links
zeige
(
Urk.
10/151/5).
Dr.
D._
stütz
t
e sich dabei auf einen Bericht von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Neurologie, vom
6.
August 2019 (
Urk.
10/153/11-13)
, welche einen chronisch neurogenen Schaden im Rahmen des
EMG
aus dem
Musculus
triceps
brachii
links erhoben hatte. Dem Bericht von
Dr.
H._
ist aber gleichzeitig zu entnehmen, dass sich betreffend
Musculus
triceps
brachii
links akute Schädigungszeichen im Sinne pathologischer Spont
an
aktivität oder aber auch Regenerationszeichen im Sinne einer erhöhten
Polyph
a
sierate
nicht mehr fänden, was für einen länger zurück
liegenden Schaden spreche. In diesem Zusammenhang sei die Radialparese im Rahmen ein
e
s Lagerungsschadens bei der lumbalen Rückenopera
tio
n erwähnt, die möglicherweise die chronisch neurogenen Veränderungen erklären könnte. Es finde sich derzeit somit kein akuter Prozess. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der von
Dr.
D._
angeführte Befund kein
en
Anhalt für eine relevante Ver
schlech
terung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Ver
fügung vom
4.
Juni 2018
gibt
.
Im Übrigen erklärte
Dr.
D._
denn auch
ausdrücklich, dass sie den von den
F._
-Gutachtern gestellten Diagnosen zustimme (vgl. E. 3.2.5).
Aus dem Bericht von
Dr.
E._
(E. 3.2.3) ergeben sich ebenfalls keine Hinweise auf eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
führers.
4.4
Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit von einem unveränderten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus
zugehen. Bei der von den
F._
-Gutachtern im Vergleich zur letztmaligen Rentenprüfung erhobenen weitergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
handelt es
sich daher
lediglich
um eine
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes
.
Nachdem sich
auch die erwerbliche Situation und der Status des Beschwerdeführers nicht verändert haben
, ist von
unveränderten tatsächlichen Verhältnissen
auszugehen.
Bei dieser Sachlage
erübrigt
sich die Vornahme eines Einkommensvergleichs
(vgl. E. 1.5
.1
)
.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.
Da v
orliegend
jedoch
die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) erfüllt
sind (
Urk.
7
,
Urk.
8/1-3), ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (
Urk.
1) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die Gerichtskosten sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der
Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Prozesskosten verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.