# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 575eab65-38f6-4a9d-9a6e-d3d187677837
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967
in der Türkei
geborene
X._
hat keinen Beruf erlernt. A
b 1989
versah sie in der Schweiz
diverse Hilfstätigkeiten i
n verschiedenen Branchen (Ur. 6/2/3-4,
Urk.
6/10,
Urk.
6
/
31
,
Urk.
6/140/1
). A
m 1
2.
Dezember 2003 meldete sie sich
aufgrund von Rückenschmer
zen, Schmerzen im rechten Arm, Kopfweh sowie Schlafstörungen bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
6
/
2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
2.
Dezember 2004
(
Urk.
6/37-38)
und diese bestätigendem Einspracheentscheid vom 1
1.
Oktober 2005
(
Urk.
6/63) für die Zeit vom
1.
Januar bis zum 3
0.
Juni 2004, ausgehend von
einem Invaliditäts
grad von 100
%
, eine ganze Re
nte sowie mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2004, basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 57
%
, eine halbe Rente zu
. Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit dem Urteil IV.2005.01251 vom 2
8.
Februar 2007 ab und änderte den
Einspracheentscheid vom 1
1.
Oktober 2005 dahingehend, dass d
ie Beschwerdeführerin ab dem
1.
Januar 2004 lediglich Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hatte (
Urk.
6/80
).
Mit dem Urteil 9C_241/2007 vom 3
0.
Juli 2007 wies das Bundesgericht die
dagegen erhobene
Beschwerde der Versicherten ab (
Urk.
6/85).
1.2
Im Rahmen mehrerer Rentenrevisionen ermittelte die IV-Stelle einen
gleich gebliebenen
Gesundheitszustand
. Deshalb beliess sie die halbe Rente
unverändert
(
Urk.
6/98,
Urk.
6/104-105,
Urk.
6/121-124,
Urk.
6/145
,
Urk.
6/
168-
169
).
Vom 1
6.
Februar
2010
bis zum 1
5.
Februar 2011
sowie vom
1.
Mai bis 3
1.
Dezember 2014
unterstützte
s
ie die
Versicherte
mit Arbeitsvermittlung
respektive Beratung und Begleitung im Sinne von
Art.
8a
Abs.
2 lit. d und
Abs.
4
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung (IVG;
Urk.
6/
107-
108
,
Urk.
6/116,
Urk.
6/128-129,
Urk.
6/131,
Urk.
6
/154
,
Urk.
6/157,
Urk.
6/163-164,
Urk.
6/
166-167
,
Urk.
6/170
)
.
Ab
9.
April 2010
hatte
die Versicherte
nacheinander mehrere Arbeitsstellen
inne
mit einem Beschäftigungsgrad von
50
%
, zuletzt vom 1
9.
November 2013 bis 1
6.
Mai 2014
(
Urk.
6/116-117,
Urk.
6/127-128,
Urk.
6/130,
Urk.
6/133,
Urk.
6/134/3-5,
Urk.
6/135
,
Urk.
6/162
,
Urk.
6/178/7
,
Urk.
6/181).
1.3
I
m Dezember 2015
leitete die IV-Stelle eine weitere
Rentenrevision
ein
(
Urk.
6/172-174)
und
holte das Gutachten
des
Z
entr
ums Y._
vom
1.
September 2016 ein (
Urk.
6/192)
. Angesichts der in der Exper
t
ise attestierten
erheblichen
gesundheitlichen Verbes
serung
forderte
die IV-Stelle
die
Vers
icherte
nach einer ersten Besprechung der beruflichen
Eingliederungsm
öglichkeiten
(
Urk.
6/194
,
Urk.
6/198
,
Urk.
6/2
11
)
am 2
1.
November 2016 auf, einen Termin für eine
Potentialabklärung zu vereinbaren (
Urk.
6/203; vgl. auch
Urk.
6/204-206). Am 1
4.
Dezember 2016
gab
die Versicherte
der IV-Stelle
bekannt
, dass die behandelnden Ärzte wegen ihrer star
ken Schmerzen eine stationäre Hospitalisation vorgeschlagen hätten. Einstweilen würden deshalb berufliche Massnahmen keinen Sinn
machen (
Urk.
6/206
; vgl.
Urk.
6/201
).
Daraufhin teilte die IV-Stelle der Versicherten am 1
9.
Dezember 2016 den Abschluss der berufliche
n Eingliederungsmassnahmen mit
(
Urk.
6/207
; vgl. auch
Urk.
6/209).
Mit
Vorbescheid
vom 2
1.
Februar 2017
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Aufhebung der Rente in Aussicht
(
Urk.
6/216), wogegen d
ie Versicherte
am 2
3.
März 2017
Einwände erhob (
Urk.
6/
219
; vgl. auch
Urk.
6/223,
Urk.
6/226,
Urk.
6/231
)
.
Nach dem
Beizug aktueller Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/221/4
,
Urk.
6/236/4-6,
Urk.
6/245/7-11
; vgl. auch
Urk.
6/246-247
) hob
die IV-Stelle die laufende
halbe Rente mit Verfügung vom 2
0.
Juli 2018
auf
das
Ende des
der Zustellung
folgenden Monats auf
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff,
am 1
1.
September 2018
Beschwerde mit dem Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5)
, wovon der Beschwerdeführerin am 1
7.
Oktober 2018 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
7)
.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine
ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [IVG
]
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf
den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
Umfasste die letztmalige materielle Beurteilung indessen nicht denselben anspruchserheb
lichen Aspekt, mit dessen Veränderung die Revision begründet wird, gilt der nächstfrühere Entscheid mit entsprechenden Feststellungen als Vergleichsbasis (Urteil
des Bundesgerichts
9C_899/2009 vom 2
6.
März 2010
E. 2.1).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Aufhebung der laufenden halben Rente in der ange
fochtenen Verfügung und in der Beschwerdeantwort damit,
gestützt auf das bewei
s
kräftige Gutachten des
Y._
vom
1.
September 2016 stehe fest, dass
sich insbesondere das psychische Leiden seit dem Jahr 2009 wesentlich verbessert habe. In einer angepassten leichten Tätigkeit ohne Verharren in Zwangshaltungen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Eine sei
t der Begutachtung
eingetretene wesentliche
Verschlechterung
des Gesundheitszustands sei anhand der zusätzlich angeforderten aktuellen Berichte der behandelnden Ärzte der Universitätsklinik
Z._
nicht ausgewiesen
(
Urk.
2 S. 1-2)
.
Dies ergebe sich aus den Stellungnah
men des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
8.
September 2016 und 2
4.
Mai 2018
(
Urk.
5 S. 1).
Dem hypothetischen
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin in der
vor der Rentenzusprechung ausgeübten Tätigkeit als Schweisserin in Höhe von
Fr.
55'448.70 (angepasst an die Lohnentwicklung bis 2016) stehe gemäss Bundesamt für Statistik ein Lohn für Hilfsarbeiten im Jahr 2016 von
Fr.
54'332.30 gegenüber. Daraus errechne sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
1'116.40 respektive ein Invaliditätsgrad von 2
%
.
Der Beschwerdeführerin sei eine Unterstützung mittels beruflicher Eingliederungsmassnahmen angeboten worden. Die entsprechenden Abklärungen seien aber mit Mitteilung vom 1
9.
Dezember 2016 abgeschlossen worden, weil sie sich subjektiv nicht in der Lage
gesehen habe
, an beruflichen Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (
Urk.
2
S. 2
).
Im Übrigen sei die Beschwerdeführerin seit dem
1.
Januar 2004 durchgehend zu mindestens 50
%
arbeitsfähig gewesen. Laut de
r
b
undesgericht
lichen Rechtsprechung
sei die arbeitsmarktliche Desintegration nicht invaliditäts
beding
t
, wenn der versicherten Person die Ve
r
wertung einer Restarbeitsfähigkeit seit Jahren zumutbar sei und die
berufliche Selbstintegration seither allein aus invaliditätsfremden Gründen unterblieben sei. In einem solchen Fall bestehe vor der Rentenaufhebung kein Anspruch auf Abklärung beziehungsweise Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_394/2017 vom
8.
August 2017 E. 4.3 mit Hinweisen
;
Urk.
5
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe
nach wie vor Anspruch auf eine Rente (
Urk.
1 S. 2 und 9).
S
ie habe fast 15 Jahre lang eine Rente bezogen. Die IV-Stelle habe vor der Rentenaufhebung zwar mit der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen begonnen, diese dann aber mit der unzutreffenden Begründung, sie sei subjektiv nicht mehr daran interes
siert, abgebrochen. Sie habe der IV-Stelle erklärt, sie könne aus objektiven medizinischen Gründen solche Massnahmen zurzeit nicht absolvieren, sei aber grundsätzlich bereit, nach Abschluss der stationären Rehabilitation diese Einglie
derungsmassnahmen wiederaufzunehmen. Unter diesen Umständen sei der Abbruch der beruflichen Massnahmen
mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2016
grundlos, treu
-
und rechtswidrig
erfolgt
(
Urk.
1 S. 5 f.). Die Aufhebung der Rente gestützt auf das Gutachten der
Y._
sei
ebenfalls
unzulässig. Die Annahmen der orthopädischen Gutachterin,
wonach
seit 2003 ein unveränderter orthopädischer Zustand vor
l
ie
ge
, die Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeit
en
100
%
betrage
und die Prognose gut
sei
, werde durch die anschliessend erstellten Berichte der behandelnden Ärzte widerlegt.
Am 2
5.
November 2016 habe
Dr.
med.
A._
festgehalten, sie sei völlig
dekonditioniert
und müsse in statio
näre Behandlung. In der Folge sei sie in der Uni
versitäts
klinik
Z._
an der Wirbelsäule operiert worden, ohne hinreichenden Erfolg. Sie habe nach wie vor erhebliche Rückenschmerzen.
Zudem bestünden neu Beschwerden in der Hüfte.
Offensichtlich entspreche das
Y._
-Gutachten nicht mehr dem gesundheitlichen Zustand zur Zeit der Rentenzusprechung
(richtig wohl: Rentenaufhebung)
.
Von
Bedeutung sei zudem, dass die
Rentenzusprechung
gestützt auf den Bericht des
Zentrums
B._
vom 1
0.
März 2004 erfolgt
sei
; dort sei ihr wegen der chronifizierten Schmerzproble
matik nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bescheinigt worden.
Auf die von der
Y._
-Orthopädin attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten könne deshalb nicht abgestellt werden,
weil sie gleich
zeitig
von einer unveränderten
gesundheitliche
n
Situation seit 2003
ausgegangen sei
und nirgends festgehalten habe, die Schmerzen hätten sich zurückgebildet.
Eine lediglich andere Beurteilung desselben medizinischen
Sachverhaltes stelle keinen Revisionsgrund dar.
Im Übrigen verlange das Bundesgericht
, dass
bei Gesundheitsschäden, die in den Fachbereich der Orthopädie fielen, der Funk
tionsausfall des
Bewegungsapparates und dessen Folgen für die versicherte Person
im täglichen Leben gewürdigt würden (Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom
1.
September 2015 E. 4.2.2 und 4.3).
Auch diese Voraus
setzungen erfülle das
orthopädische
Y._
-Gutachten
, welches sich
bei den Bewegungsprüfungen einfach auf die Angabe von Winkelgraden beschränkt habe,
nicht
(
Urk.
1 S. 3
,
6
und 9
).
Auch auf das psychiatrische Teilgutachten könne nicht abgestellt werden. Der psychiatrische Gutachter hab
e
allein von ihrem Willen, im Jahr 2009 eine Teilzeitstelle anzutreten, auf den Wegfall der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit geschlossen, was nicht nachvollziehbar sei. Weiter habe er aufgrund der Angaben des orthopädischen Gutachters, mithin ohne eigene Wahrnehmungen, das Vorhandensein von Hinweisen auf eine Aggravation angenommen.
Überdies
treffe
seine Aussage,
ihre
Schmerzen würden den Schweregrad für die Annahme einer somatoformen Schmerzstörung
nicht erreichen, auf ihren heutigen Gesundheitszustand nicht mehr zu (
Urk.
1 S. 8 f.).
Das Ausmass der Arbeitsfähigkeit sei unklar. Deshalb sei
ein Gerichtsgut
achten in
Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 6).
Selbst wenn das Fortbestehen
psychischer Beschwerden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneint werde, habe sie aufgrund des unveränderten orthopädischen Leidens, welches gemäss
B._
-Gutachten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten zur Folge habe, weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente. Bei der
ursprünglichen
Renten
festsetzung seien die psychischen B
e
einträchtigungen über die Anerkennung eines Abzugs
von 15
%
vom Invalideneinkommen berücksichtigt worden.
Auch
bei der neusten Invaliditätsbemessung
müsse ein
leidensbedingter Abzug in mindestens dieser Höhe vorgenommen
werden; sie sei nämlich
auch in adaptier
ten Tätigkeiten lohnmässig benachteiligt wegen ihres fortgeschrittenen Alters und der zeitlichen Distanz zur letzten beruflichen Tätigkeit (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis zur Beurteilung der Frage, ob eine relevante Verände
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, bildet die letzte materielle Beurteilung des Rentenanspruchs
mit dem
Einspracheentscheid
der IV-Stelle
vom 1
1.
Oktober 2005
(
Urk.
6/63
)
, welcher mit dem
Urteil
des Sozialversicherungs
gerichts
IV.2005.01251 vom 2
8.
Februar 2007 (
Urk.
6/80
;
geschützt
durch das Urteil des Bundesgerichts
9C_241/2007 vom 3
0.
Juli 2007 [
Urk.
6/85]
),
abgeän
dert
worden ist
. Die später erlassene
n
, den laufenden Anspruch auf eine
halbe Rente
bestätigende
n
Mitteilung
en
vom 1
7.
August 2009 (
Urk.
6/105
)
,
2
0.
Oktober 2010 (
Urk.
6/124) und 1
1.
Dezember 2014 (
Urk.
6/169)
basieren
lediglich auf Berichten von Ärzten somatischer Fachrichtung
(
vgl.
Urk.
6/
104,
Urk.
6/123,
Urk.
6/168)
.
Die
Rentenrevision wird indes hauptsächlich mit einer Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes begründet; dieser wurde letztmals anläss
lich der
Rentenzusprechung
(
gestützt auf
den
psychiatrische
n
Bericht
von
Dr.
med.
C._
vom 1
6.
Februar 2004
;
Urk.
6
/
19/39-48
)
beurteilt
. Deshalb
sind
die Mitteilungen
als Referenzzeitpunkt für die Beurteilung einer relevanten gesundheitlichen Änderung nicht geeignet
(vgl. vorstehend E. 1.4)
.
3.2
Die ab
1.
Januar 2004 laufende halbe Rente wurde der Beschwerdeführerin
in Abänderung
das
Einspracheentscheids
vom 1
1.
Oktober 2005
(
Urk.
6/63
)
mit dem
Urteil des Sozialversicherungs
gerichts
IV.2005.01251 vom 2
8.
Februar 2007
zugesprochen.
G
emäss den Erwägungen 3.3 u
nd 4.4 des Urteils
(
Urk.
6/80/
12-14,
Urk.
6/80/17)
lagen der Rentenzusprechung in
medizinischer Hinsicht
die Berichte
d
es
B._
vom 1
0.
März 2004 (
Urk.
6/19/51-63)
und
von
Dr.
med.
Dr.
phil.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
6.
Februar 2004
(
Urk.
6/19/39-48)
zugrunde
.
Im Auftrag
des damaligen Krankentaggeldversicherers
wurde
die Beschwerde
füh
rerin am 1
9.
Januar 2004 im
B._
mittels Funktionsorientierter Medizinischer Abklärung untersucht. Die Abklärung umfasste ein strukturiertes Interview, eine klinische Untersuchung, eine angepasste Form der Evaluation der arbeitsbezoge
nen funktionellen Leistungs
fähigkeit
(
EFL
)
sowie die Beurtei
lung der bildgeben
den Untersuchungen und Akten. In diesem Rahmen fand auch eine Testung der psychischen Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch den Psychiater
Dr.
C._
statt (
Urk.
6/19/51,
Urk.
6/19/53)
.
Laut den Angaben im Bericht vom 1
6.
Februar 2004 erhob
Dr.
C._
bei der Beschwerdeführerin am
6.
Februar 2004
(
Urk.
6/19/39)
ein manifestes depressives Zustandsbild mit
kognitiv-emotionaler F
ixierung auf Krankheitserleben mittel
schweren
Ausprägungsgrades bei leicht vermindertem psychischem Antrieb
, leicht erniedrigtem psychischem Energieniveau, deutlich eingeschränkter affek
tiv-emotionaler Modulationsfähigkeit und einer Einschränkung der psychischen Resonanzfähigkeit. Psychopathometrisch ergebe sich eine mittelschwere depres
sive Alteration (
Urk.
6/19/42-43).
Hinweise für eine Simulation und/oder forcierte Aggravation bestünden nicht (
Urk.
6/19/41).
Operational-diagnostisch
sei
am ehesten
von einer gemischten Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10: F43.25)
und zusätzlich
einer andauernde
n
Persön
lichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung (ICD-10: F62.1) a
uszugehen. Klinisch-de
skript
iv könne die Störung als depressives Erschöpfungssyndrom bei psychosozialer Überforderung mit/bei zusätzlicher depressiver Somatisierung beschrieben werden
(
Urk.
6/19/40)
.
Psychodynamisch hätten auch die Schmerzen
zur Ausbildung der Störung geführt (
Urk.
6/19/44).
D
ifferenzialdiagnostisch
könne zusätzlich
bei gesichertem Ausschluss hauptsächlich organisch bedingter Krankheitsfaktoren
eine anhaltend
e
somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung
codiert werden (
Urk.
6/19/40,
Urk.
6/19/44-45).
Die gemischte Anpassungs
störung habe einen mittelschweren Ausprägungsgrad, klinisch in der Erheblich
keit
v
ergleichbar mit einer
dysthymen
Störung (
Urk.
6/19/45).
Aufgrund des depressiv verminderten Antriebes sei das psychische Energieniveau berufsrele
vant vermindert
(
Urk.
6/19/46)
.
Auf dem Boden mittelgradig verminderter psychischer Ressourcen sei
medizinisch-theoretisch
b
is auf weiteres von einer um 50
%
verminderten Restarbeitsfähigkeit auszugehen
(
Urk.
6/
19/
40
)
. In prognos
tischer Hin
sicht sei auch bei Durchführung einer ambulanten gesprächstherapeu
tischen Behandlung aufgrund der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin mit einfachem, körperbezogenem Kausalitätsdenke
n und limitierter Inspektions
fä
higkeit mit starker
«
Abwehr
»
eine positive Heilentwicklung nicht zwingend zu erwarten, und zwar ohne dass dabei fehlende Motivation
festgestellt
werden könne (
Urk.
6/19/46
).
Die rheumatologische Untersuchung im
B._
erfolgte durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt f
ür Innere Medizin/Rheumatologie.
In seinem abschliessenden, die Untersuchungsergebnisse des
B._
zusammenfassenden
Bericht vom 1
0.
März 2004
hielt er
fest
, die Beschwerdeführerin
habe
über lumbale Schmerzen rechts
seitig mit Ausstrahlung in den rechten Arm, ins rechte Gesäss
und ins rechte Bein
geklagt
. Die Schmerzen würden permanent empfunden und als ziehend beschrie
ben. Zusätzlich bestünden
Druckdolenzen
sowie eine Bewegungseinsch
ränkung im Bereich der Brustwir
belsäule. In neurologischer Hinsicht
habe
eine Hyposen
sibilität des rechten Armes und Beines
erhoben werden können
.
Radiologisch bestehe als Hauptbefund eine Spondylolyse L4/5 beidseits mit
Anterolisthesis
L4/5, in den Funktionsaufnahmen mit einer Verschieblichkeit um
1 cm, im MRI mit begleitender
Herniation
ohne Hinweise auf eine Nervenwurzelkompression. B
ei a
nfänglich nachvollziehbarer, lo
kalisierter Problematik im Segment L4/5
habe sich
eine chronifizierte Schmerzsituation
lumbal entwickelt mit zunehmenden Zeichen einer Symptomausweitung unter Einbezug des rechten Beines, der Brust
wirbel
säule und des rechten Armes. Zu
sätzlich bestehe
das von
Dr.
C._
erhobene
depressive Syndrom
. Die Neurochirurgen der
Klinik
E._
hätten es als unsicher erachtet, dass eine stabilisierende Operation zu einer Schmerz
reduktion führe. Die Beschwerdeführerin habe eine Operation schliesslich abgelehnt
(
Urk.
6/19/52).
In diagnostischer Hinsicht
sei zum einen von einem chronifizierten
lumbospondylogenen
Syndrom rechts mit einer Spondylolyse mit Spondylolisthesis L4/5, einer leichten Fehlhaltung, Fehlform und muskulären Dysbalance sowie einer
Symptomausweitung, zum anderen von einem depres
siven Syndrom auszugehen (
Urk.
6/19/51).
U
nter Berücksichtigung der Ergeb
nisse der EFL könne gesagt werden, dass das arbeitsbezogen relevante Problem in einer verminderten Belastungstoleranz der lumbalen Wirbelsäule bestehe.
Die Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin sei im Wesentlichen zuverlässig gewesen, die Konsistenz bei den Tests gut. D
ie angestammte Tätigkeit
sei
ihr
nicht mehr zumutbar. Hingegen bestünde aus
rein rheumatologisch-orthopädi
scher Sicht für eine leichte, wechselpositionierte
Tätigkeit eine volle Arbeitsfä
higkeit.
Unter Berücksichtigung
der chronifizierten Schmerzsitua
tion verbunden mit dem psych
ischen Leiden könne aktuell aber auch i
n einer solchen Tätigkeit ledig
lich von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen we
rden. Abschliessend empfahl
Dr.
D._
, in sechs Monaten eine psychiatrische
Reevaluation
auch hinsichtlich der Arbe
itsfähigkeit vorzunehmen (
Urk.
6/19
/
5
2
-54
).
3.3
3.3.1
Wegen einer diffusen Zunahme der Lumbalgie mit Ausstrahlung ins rechte Bein
veranlasste
d
er Hausarzt der Beschwerdeführerin eine MRI-Untersuchung ihrer Lendenwirbelsäule in der Klinik
F._
. Der Radiologe hielt in seiner Beurteilung der Bilder vom 2
6.
Februar 2014 fest, die rechtsseitige L5-Symptomatik könne durch eine
Ventrolisthese
bei L4/5 mit einer
Bandscheibenaussackung
etwas rechts betont und einer rechts betonten Spondylarthrose erklärt werden. Dadurch komme es im Liegen zu einer rechtsseitigen mittelgradigen L5-Wurzelkompres
sion. Auf Höhe L4/5 bestehe auch eine L4-Wurzelkompression
neuroforaminal
beidseits links betont. B
ei
Retro
listhese
sei unter Bewegung ein zunehmendes Wirbelgleiten bei L4/5
mit einer zunehmenden dynamischen
rezessalen
L5-Wurzelkompression rechts betont und auch einer
neuroforaminalen
L4-Wurzel
kompression beidseits links
betont möglich.
Allenfalls
gäben
Röntgen-Funktions-Aufnahmen
diesbezüglich
weitere
n
Aufschluss.
Hingegen bestünden keine klare S1-Wurzelkompression und auch keine höhergradige knöcherne Spinalkanalste
nose (
Urk.
6/150/5-6).
3.3.2
Das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene
bidisziplinäre
orthopädisch-psychiat
rische Gutachten des
Y._
vom
1.
September 2016 beruht
im Wesentlichen
auf der orthopädischen Untersuchung vom 1
3.
Juni 2016, der psychiatrischen
Abklä
rung
vom 1
3.
Juli 2016 und
den Ergebnissen der
Konsensdiskussion vom
2
6.
August 2016 (
Urk.
6/192/1-2).
D
e
r psychiatrische Gutachter
hielt fest,
die Beschwerdeführerin
leide an einer Schmerzsymptomatik,
welche
unter Berücksichtigung
der Ergebnisse der
orthopädischen
Begutachtung
nicht vollumfänglich organmedizinisch erklärbar sei
.
Zum einen hätten sich aus den Beobachtungen im Rahmen der klinischen ortho
pädischen Untersuchung Hinweise für eine Aggravation ergeben. Zum anderen sei hinsichtlich Entstehung und Verlauf der Schmerzsymptomatik angesichts von deutlich erkennbaren psychosozialen Belastungsfaktoren auch eine psychogene Überlagerung anzunehmen. Neben ihrem Migrationshintergrund sei die Beschwerdeführerin durch ein
e
gewalttätige Ehe mit Trennung im Jahr 2003
sowie
die jahrelang schwierige soziale und finanzielle Situation als Alleiner
ziehende belastet gewesen
(
Urk.
6/192/14,
Urk.
6/192/31)
.
Deshalb sei die Annahme von
Dr.
C._
und von Psychiatern der
K
linik
G._
, dass sie damals wegen einer mittelschweren depressiven Symptomatik beziehungsweise einer relativ schwer ausgeprägten Anpassungsstörung und einer psychogen mitbeeinflussten Schmerzsymptomatik zu 50
%
arbeitsunfähig gewe
sen sei, durchaus plausibel (
Urk.
6/192/33-34
; vgl. auch
Urk.
6/192/4-5
).
Inzwischen habe sich ihre soziale Situation verbessert, sie sei wieder
verheiratet. Dennoch
könne
weiterhin von einer gewissen psychogenen Überlag
er
ung der Schmerzsymptomatik aus
gegangen werden.
Die
se
sei diagnostisch als psycholo
gische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankhei
ten im Sinne von ICD-1
0
:
F54 einzuordnen.
Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden, weil diese einen schweren und quälenden Schmerz voraussetze und ein Schmerz solchen Ausmas
ses bei der Beschwerdeführerin nicht vorliege. Darüber hinaus liege eine chronisch depressiv-dysphorische Verstimmung vor. Die Kriterien einer depres
siven Episode seien nicht erfüllt, da bei einer leichten depressiven Episode mindestens zwei der drei Hauptkriterien (depressive Stimmung, Antriebsminde
rung, Verlust von Interessen und Freude) in ausgeprägter Form vorliegen müssten. Bei der Beschwerdeführerin seien aber weder eine Antriebsminderung noch ein Verlust von Interesse und Freude erkennbar.
Für die affektive Störung verbleibe die Diagnose einer
Dysthymia
(
Urk.
6/192/14,
Urk.
6/192/31).
Von der Primärpersönlichkeit her sei die Beschwerdeführerin verträglich, kontaktfreudig und offen. Es bestünden keine Hinweise für eine Persönlichkeits
störung oder Persönlichkeitsakzentuierung (
Urk.
6/192/30).
In der Gestaltung sozialer
Kontakte sei die Beschwerdeführerin in keiner Weise beeinträchtigt (
Urk.
6/192/33).
Bislang sei keinerlei ambulante psychiatrische Behandlung erfolgt. Dass
die relativ umfangreichen beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab 2010 letztlich nicht zu einer Integration in den Arbeitsmarkt geführt hätten, habe nicht-medizinische Gründe. Es bestünden erhebliche Inkonsistenzen zwischen den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin über ihre Beschwerden und den Beobachtungen anlässlich der orthopädischen Unter
suchung. Des Weiteren sei
auch ihre relativ aktive Alltagsgestaltung
(
Urk.
6/192/26-27)
nicht in Einklang zu bringen mit ihrer Selbsteinschätzung, nur eine körperlich leichte Tätigkeit im Umfang von maximal zwei Stunden pro Tag verrichten zu können (
Urk.
6/192/28,
Urk.
6/192/19-20).
Aktuell liege aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
6/192/34).
Die Beschwer
deführerin sei in den Jahren 2003 und 2004 durch ihre gewalttätige Ehe und danach durch ihre Situation als alleinerziehende Mutter vermutlich noch sehr erheblich belastet
und deshalb zu 50
%
arbeitsunfähig
gewesen.
Rückblickend sei davon auszugehen, dass spätestens im Jahr 2009, als sie der Invalidenversiche
rung mitgeteilt habe, sich in den Bereichen Make-up-Artistin, Visagistin oder Coiffeurin beruflich engagieren zu wollen (wobei in der Folge berufliche Einglie
derungsmassnahmen eingeleitet worden seien), keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen habe
. Insofern sei aus psychiatrischer Sicht eine Verbesserung
des Gesundheitszustandes eingetreten
(
Urk.
6/192/15-16,
Urk.
6/192/22,
Urk.
6/192/33-34).
Die
orthopädische
Teilgutachterin
führte aus
,
die Beschwerdeführerin
habe
lokale Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule mit gelegentlicher Ausstrahlung in das rechte Bein entla
ng
der Oberschenkelaussenseite
bis zur Kniescheibe beschrie
b
en
. Die belastungsabhängigen Schmerzen entsprächen einem Wert von 10 auf der visuellen analogen Skala (VAS, 0 = keine Schmerzen, 10 = stärkste Schmerzen), die ständig vorhandenen Schmerzen einem Wert von
7.
Selbst das Berühren der
Lendenwirbelsäule sei schmerzhaft. Zudem habe sie ständige Nackenschmerzen, die in die Schultern ausstrahlten, rechts mehr als links. Mehr
mals wöchentlich schlafe der rechte Arm komplett ein (
Urk.
6/192/37,
Urk.
6/192/41-43
).
Sie suche momentan keine Arbeit, weil sie sich nichts zutraue. Momentan könne sie gar nichts machen (
Urk.
6/192/40).
Die orthopädische
G
utachterin hielt fest, der klinische Untersuchungsbefund der Lendenwirbelsäule sei vollkommen unauffällig gewesen. Es hätten sich keine Schon- oder Fehlhal
tung und kein paravertebraler Muskelhartspann gezeigt; die Zeichen nach Lasègue und Bragard seien negativ gewesen und es habe kein sensomotorisches Defizit im Bereich beider Beine bestanden, mithin bestünden keine
Hinweise auf eine radikuläre Reizung
(
Urk.
6/192/43)
. Die am 1
3.
Juni 2016 angefertigten Röntgenbilder der Lendenwirbelsäule zeigten im Vergleich mit den Röntgenbil
dern vom
8.
Juli 2003 einen unveränderten Befund, insbesondere keine Zunahme der Spondylolisthesis L4/5 und der degenerativen Veränderungen in den beiden unteren Lendenwirbelsäulensegmenten
(
Urk.
6/192/42-43
,
Urk.
6/192/49)
. Laut den
Vorakten
habe nie eine radikuläre Symptomatik bestanden. Die auf
den
MRI-Bildern der Lendenwirbelsäule vom 2
6.
Februar 2014
zur Darstellung gelangten
Wurzelkompressionen auf Höhe L4/5 entsprächen einer häufigen Alteration in der Normalpopulation. Diese Befunde führten nicht zwingend zu Lumbalgien
; ein epidemiologischer Beleg für eine solche Assoziation läge in der schulmedizi
nischen Li
t
eratur nicht vor. Es
erscheine
äusserst fraglich, dass die vom Radio
logen am 2
6.
Februar 2014 vermutete verst
ärkte Wurzelkompression bei Bewegungen allein anhand der MRI-Bilder belegt werden könne.
Radiologische Befunde
müssten stets im Kontext mit dem klinischen Befund bewertet werden (
Urk.
6/192/43).
Auch d
er klinische Befund der Halswirbelsäule sei bis auf eine gering abgeflachte Lordose vollkommen regelrecht
. Die am 1
3.
Juni 2016 angefertigten R
öntgenbilder der Halswirbelsäule zeigten eine eher geringgradige ventrale
Spondylosis
H4/5 und H6/7; diese Befunde seien in der altersgleichen allgemeinen Population häufig und besässen nach schulmedizinischer Regel keinen eigenen Krankheitswert (
Urk.
6/192/42-43,
Urk.
6/192/49)
.
Insgesamt bestünden aufgrund der klinischen Untersuchungsbefunde keine nam
hafte Einschränkung der
spontanen Mobilität, keine wesentliche lumbale Pathologie und ein flüssiges Gangbild. Die Iliosakralgelenke seien beidseits unauffällig. Die geklagten Schmerzen sowohl
in der Hals- als auch in der Lendenwirbelsäule seien zumindest in der Ausprägung und dem angegebenen Ausmass nicht plausibel. Der körperliche Habitus, das gut entwickelte Muskel
relief und die von der Beschwerdeführerin angegebenen reichlichen sportlichen Aktivitäten (ausser Joggen
;
Urk.
6/192/38
) sprächen gegen eine ernsthafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hingegen hätten positive
Waddell
-Zeichen bezüglich Empfindlichkeit, Scheinmanöver, Ablenkung, Neuroanatomie und Überreaktion erhoben werden können. Auffällig sei auch, dass diagnostische und therapeutische Massnahmen
lediglich
im Jahr 2003 dokumentiert seien
, wobei die
Beschwerdeführerin damals ein operatives Vorgehen oder weitere Facettenin
filtrationen abgelehnt habe (
Urk.
6/192/36,
Urk.
6/192/44).
F
ür die Zeit danach
seien
– mit Ausnahme der im Rahmen der Rentenrevisionen eingeholten Arztbe
richte des Hausarztes - keine medizinischen Berichte vorhanden. Ein Leidens
druck der Beschwerdeführerin in dieser Zeit müsse deshalb kritisch hinterfragt werden (
Urk.
6/192/44).
Auf die Arbeitsfähigkeit wirkten sich die Diagnosen eines chronisch rezidivierenden pseudoradikulären lumbalen Schmerzsyndroms rechts bei Spondylolisthesis
L4/5 Grad I nach Meyerding sowie eine geringgradige rezidivierende
Zervikobrachialgie
beidseits bei geringer Spondylose und Spon
dylarthrose C4-C7 (
Urk.
6/192/42) aus.
In der bisherigen Tätigkeit sei von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit
auszugehen
, in einer leidensadaptierten
wechsel
belastenden, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren
Tätigkeit bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Urk.
6/192/14
-15
,
Urk.
6/192/
44).
Aus ortho
pädischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand seit 2003 nicht verändert
; die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei aus orthopädischer Sicht nie eingeschränkt gewesen
(
Urk.
6/192/22
,
Urk.
6/192/44
)
.
3.3.3
Am 1
9.
September 2016 führte die Berufsberatung der IV-Stelle mit der Beschwerdeführerin ein Gespräch
und eröffnete ihr, dass sie wegen des Ergebnis
ses der Begutachtung im
Y._
mit der Aufhebung ihrer Rente rechnen müsse (
Urk.
6/211/1-2,
Urk.
6/211/4). In der Folge
begab
sich
die Beschwerdeführerin
zu
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
in Behandlung.
Dieser hielt im Bericht vom 2
5.
November 2016 fest, die
Beschwerdeführerin habe deprimiert gewirkt, über panvertebrale Schmerzen geklagt und sei völlig
dekon
ditioniert
gewesen
. Die
Waddell
-Zeichen seien positiv gewesen. Mit einem operativen Vorgehen könne ihr nicht ge
holf
en werden; in solchen Fällen könne die Situation für die Patienten dadurch meistens nicht befriedigend gelöst werden.
Empfehlenswert
sei eine stationäre Rehabilitation (
Urk.
6/208/3
; vgl. auch
Urk.
6/208/1,
Urk.
6/210
/6).
Vom
1.
Januar bis
3.
Februar 2017 wurde die Beschwerdeführerin in der Univer
sitätsklinik
Z._
, Rheumatologie, stationär multimodal behandelt.
Laut dem Austrittsbericht vom
4.
Februar 2017
klagte
s
ie
über seit zwei Jahren
exazerbierte
lumbale Schmerzen und ausstrahlende Schmerzen in die Schulterregion links mehr als rechts mit einer Stärke von 6-10 auf der
Schmerzskala
VAS.
Klinisch zeigten sich
keine sensomotorischen Ausfälle beziehungsweise keine Anhalts
punkte für eine radikuläre Symptomatik. Nach Rücksprache mit den Wirbelsäu
lenchirurgen im Hause
(
Urk.
6/218/1-2)
sahen die Rheumatologen der Universitätsklinik
Z._
keinen akuten chirurgischen Handlungsbedarf. Die Therapie führte zu keiner nennenswerten Verbesserung der lumbalen Schmerzen (
Urk.
6/213/8-11; vgl. auch
Urk.
6/213/6-7
)
.
Eine Arbeitsunfähigkeit wurde von den Rheumatologen nicht attestiert (
Urk.
6/244/4).
Von den Wirbelsäulenchirur
gen der Universitätsklinik
Z._
veranlasste Funktionsaufnahmen der Lenden
wirbelsäule vom 2
8.
Februar 2017 zeigten eine leichte Zunahme der
Spondylo
listhese
L4 auf L5 Meyerding Grad I in Inklination. Am gleichen Tag angefertigte MRI-Bilder der Lendenwirbelsäule
brachten
eine leichtgradige
Foramenstenose
L4/5 beidseits
zur Darstellung
. Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen ausstrahlenden Schmerzen in den rechten Oberschenkel ventral interpretierten die Ärzte als intermittierende L4-Radikulopathie
rechts, welche durch die
Foramenstenose
L4/5 rechts bedingt sein könne. Ebenfalls am
2
8.
Februar 2017 erstellte MRI-
Bilder der Halswirbelsäule zeigten eine
mediolaterale
Diskushernie C5/6 mit Kompression der C6-W
urzel links und eine
Osteochondrose
C6/7 (
Urk.
6/218/3-4).
Eine C6-Infiltration linksseitig
führte zu einem Rückgang der entsprechenden Beschwerden (
Urk.
6/221/4). Hingegen kam es nach
einer lumbalen Infiltration
in diesem Bereich nicht zu einer Besserung
(
Urk.
6/221/7-8)
.
Am 2
9.
März 2017
würdigte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie vom RAD,
die medizinischen Akten
. Er hielt fest, die Verlaufsberichte der Universitätsklinik
Z._
dokumentierten aus orthopädischer Sicht keine Veränderung des Gesundheitszustandes. Die Diagnosen stimmten mit denjenigen der
Y._
-Gutachter überein, und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werde nicht erwähnt. Von Bedeutung sei, dass im
Y._
-Gutachten Hinweise auf Aggra
va
tion erwähnt würden (
Urk.
6/24
7/2).
Am 3
1.
Mai 2017 berichteten die Wirbelsäulenchirurgen der Universitätsklinik
Z._
, welche die Beschwerdeführerin letztmals am 2
8.
April 2017 untersucht hatten (
Urk.
6/221/7-8), der IV-Stelle über eine deutlich eingeschränkte Beweg
lichkeit der Lendenwirbelsäule. Wegen der persistierenden lumbalen Schmerzen sei die Beschwerdeführerin aktuell nicht arbeitsfähig (
Urk.
6/221/4-5).
Am
3.
August 2017 wurde die Beschwerdeführerin in der Universitätsklinik
Z._
operiert (mikrochirurgische Dekompression L4/5
mit Laminektomie L4, Spondy
lodese L4/5
sowie
interkorporelle
Fusion mit
Cascadia
Cage
;
Urk.
6/222/3-4).
Am 1
7.
Oktober 2017 berichteten die Wirbelsäulenchirurgen der Universitätsklinik
Z._
der IV-Stelle, die postoperative Prognose sei mittelfristig günstig. Bei einem regelrechten Heilungsverlauf sei sowohl eine mehrheitlich stehende Tätig
keit im Service als auch eine angepasste Tätigkeit frühestens zwei Monate nach der Operation wieder möglich (
Urk.
6/225/4-6; vgl. auch 6/247/3-4).
Nach anfänglicher Besserung der Rückenbeschwerden postoperativ (
Urk.
6/225/7)
zeigte sich ein protrahierter Verlauf mit
recht starke
n
Rückenbeschwerden rechts
betont.
Die Wirbelsäulenchirurgen stuften diese am
1.
März 2018 als muskulär bedingt ein und verordneten Physiotherapie
zur Kräftigung und Dehnung der Hüftmuskulatur (
Urk.
6/243/1)
.
Zusätzlich klagte die Beschwerdeführerin neu über Schmerzen in der rechten Leiste
. Das Bestehen eines Zusammenhanges mit der Wirbelsäulenoperation erachteten die Ärzte der Universitätsklinik
Z._
als unwahrscheinlich
(
Urk.
6/
236/4-6
)
.
Am
3.
Mai 2018 berichteten die Wirbelsäulenchirurgen über den weiteren Verlauf
(
Urk.
6/245/7
)
und hielten fest,
anlässlich
einer Konsultation im
Hüftteam
der Universitätsklinik
Z._
am 1
4.
März 2018 sei eine aktivierte leichte
Coxarth
rose
rechts festgestellt
worden.
Röntgenbilder vom 1
4.
März 2018 hätten eine leichte Gelenksspaltverschmälerung, eine leichte
Mehrsklerosierung
subchondral
und
leichte Osteophyten zur Darstellung gebracht.
In der klinischen Unter
suchung sei der
Impingement
-Test moderat positiv ausgefallen.
Die Beschwerde
führerin
habe
am 1
4.
März 2018
berichtet, die Hüftbeschwerden seien permanent vorhanden und würden beim Laufen verstärkt entsprechend einem Wert von 8 auf der Schmerzskala VAS
. Die physiotherapeutischen Übungen hätten keine wesentliche Besserung
erbracht. Die Beschwerdeführerin habe die von den Ärzten empfohlene intraartikuläre Infiltration wegen ihrer Angst vor Nebenwirkungen abgelehnt
(
Urk.
6/245
/8-9)
. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
werde eine ausführliche Begutachtung
empfohlen. Da die Wirbelsäulenoperation bisher überhaupt keine Besserung gebracht habe und die Beschwerdeführerin ihre Hüftschmerzen nicht mittels interventioneller Mass
nahmen behandeln lassen wolle, sei die Prognose zur Arbeitsfähigkei
t eher ungünstig (
Urk.
6/245/9-11
).
Am 2
4.
Mai 2018 nahm
Dr.
H._
vom RAD abschliessend zur medizinischen Aktenlage Stellung. Er argumentierte, die Beschwerdeführerin verweigere sowohl hinsichtlich der subjektiv
therapie
resistenten Rückenbeschwerden als auch der Hüftbeschwerden eine invasive Therapie. Die in den Arztberichten beschriebene, nur leichte
Coxarth
rose
ändere nichts daran, dass s
ie entsprechend der Beurtei
lung im
Y._
-Gutachten 100%ig arbeitsfähig sei in einer leidensangepassten Tätigkeit
. Eine gesundheitliche Verbesserung sei sowohl psychisch als auch somatisch ausgewiesen
(
Urk.
6/247/5; vgl. auch
Urk.
6/215/4,
Urk.
6/247
/3).
4.
4.1
4.1.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die Entwicklung des körperlichen und psychischen Gesundheitszustandes anhand des
Y._
-Gutachtens vom
1.
Sep
tember 2016
beurteilt werden kann.
4.1.2
Das Gutachten basiert auf fachärztlich-psychiatrischen und orthopädischen klinischen Untersuchungen (
Urk.
6/192/29-30,
Urk.
6/192
/
40-42)
sowie einer aktuellen Röntgenuntersuchung
(
Urk.
6/192/42,
Urk.
6/192/49)
und nimmt zur Entwicklung des Gesundheitszustandes sei
t
der Rentenzusprechung klar Stellung
(
Urk.
6/192/15-16,
Urk.
6/192/33-34,
Urk.
6/192/44)
. Es äussert sich damit zu den relevanten Punkten und beruht auf allseitigen Untersuchungen. Zudem werden die geklagten Beschwerden (
Urk.
6/192/26-27
,
Urk.
6/192/37-38
) und die
Vorakten
(
Urk.
6/192/3-12)
berücksichtigt. Insofern erfüllt es die von der Recht
sprechung definierten Anforderungen an beweiskräftige Arztberichte
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
4.1.3
Im
psychiatrische
n
Teilgutachten werden die beiden Diagnosen überzeugend anhand der Untersuchungsbefunde hergeleitet. Da der psychiatrische Gutachter weder eine
Antriebsminderung noch den Verlust von Interessen und Freude feststellen konnte,
leuchtet ein, dass
er
die depressive Verstimmung
diagnostisch als
Dysthymia
und nicht als leichte oder mittelgradige depressive Störung
ein
ge
ord
ne
t hat. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass der psychiatrische Experte trotz der erhobenen psychogenen Überlagerung der Schmerzsymptomatik keine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hat. Hierfür fehlte es offen
kundig am Kriterium eines schweren und quälenden Schmerzes
(
Urk.
6/192/31)
. Soweit die Beschwerdeführerin
geltend macht
, das Fehlen eines schweren Schmerzes treffe auf ihren heutigen Gesundheitszustand nicht mehr zu, ist
diese
Kritik im Kontext mit ihrer Argumentation, dass sich der Gesund
-
heitszustand
nach der Begutachtung verschlechtert habe, zu sehen
, und bezieht sich nicht auf den Zeitpunkt der Begutachtung.
Aggravation oder ähnliches Verhalten wird tendenziell eher im Rahmen der körperlichen Untersuchung festgestellt, etwa anhand der
von der orthopädischen G
utachter
in
geprüften
Waddell
-Zeichen
. Ziel der
am 2
6.
August 2016
durchgeführten Konsens
besprechung
(
Urk.
6/192/
2)
war es, die von den verschiedenen am Gutachten beteiligten fachärztlichen Diszipli
nen erhobenen Befunde in ein Gesamtbild einzuordnen. Dabei durfte beziehungs
weise musste der psychiatrische
Gutachter die Beobachtungen der
orthopädischen Expert
i
n
bezüglich Aggravation
(
Urk.
6/192/44)
auch in seiner Beurteilung berücksichtigen
(
Urk.
6/192/31)
. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag der Umstand allein, dass nicht der psychiatrische Experte selbst die Aggravation beobachtet hat, den Beweiswert seiner Beurteilung nicht einzu
schränken.
Auch die entscheidende Frage, ob sich der psychische Gesundheitszustand seit d
er Rentenzusprechung wesentlich
verändert habe, hat der psychiatrische Gutachter überzeugend beantwortet.
Entgegen der Behauptung der Beschwerde
führerin hat er nicht bloss von ihrem Willen, im Jahr 2009 eine Teilzeitstelle anzutreten, auf den Wegfall der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit geschlossen. Vielmehr hat er, ausgehend von den Beobachtungen von
Dr.
C._
und der anderen
damals berichtenden Psychiater auf der einen und seiner eigenen Untersuchungsbefunde auf der anderen Seite, die Entwicklung ihrer gesamten Lebensumstände
berücksichtigt. Er hat nachvollziehbar dargelegt, dass sich
ihre
schwierige und psychisch belastende Situation anlässlich der Rentenzusprechung
, welche eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte,
in den darauffolgenden Jahren entspannte.
Da die Beschwerdeführerin vor diesem Hintergrund im Jahr 2009 auch noch die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit plante und ihren Willen in der Folge durch das
A
bsolvieren beruflicher Einglie
derungsmassnahmen manifestierte,
erscheint die Annahme einer Verbesserung de
s psychischen
Beschwerdebildes
durchaus
als
begründet
(
Urk.
6/192/33-34)
.
Es fällt denn auch auf, dass der Psychiater
Dr.
C._
und der Rheumatologe
Dr.
D._
vom
B._
im Jahr 2004 eine wesentliche Aggravation oder ähnliches Verhalten noch explizit ausschlossen (Ur. 6/19/41,
Urk.
6/19/53), während die Beschw
erdeführerin anlässlich der Begutachtung im
Y._
ein deutlich aggra
vierendes Verhalten an den Tag legte.
Im Übrigen weist der Umstand, dass
im zusammenfassenden
B._
-Bericht vom 1
0.
März 2004 eine psychiatrische
Reeva
luation
der Arbeitsfähigkeit in sechs Monaten empfohlen wird
(
Urk.
6/19/54)
, darauf hin, dass bereits damals
eine Verbesserung des psychischen Gesundheits
zustandes
vermutet
wurde.
Der psychiatrische Gutachter hat die
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) berücksichtigt.
Aus seinen entsprechen
den Ausführungen
erhellt insbesondere, dass die Beschwerdeführerin eine unauf
fällige Persönlichkeit aufweist, die nicht ressourcenhemmend wirkt
, und über ein stabiles soziales Netz verfügt
. Gegen einen erheblichen psychischen Leidensdruck spricht der Umstand, dass sie sich im relevanten Zeitraum nie in psychiatrischer Behandlung befand und
in den Bereichen Haushalt und Freizeit deutlich aktiver
war
, als dies angesichts ihrer subjektiven Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu erwarten wäre.
Die erfolglos verlaufenen Eingliederungsbemühungen ab 2010 führte der Gutachter
auf eine nicht-krankheitsbedingte Selbstlimitierung zurück
(
Urk.
6/192/32-33)
. Vor diesem
Hintergrund und angesichts der leichtgradigen Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde erscheint die aus psychiatrischer Sicht attestierte uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
als angemessen
.
4.1.4
D
ie
orthopädische
Gutachterin hat in ihrem Teil des Gutachtens aufgezeigt, dass die Röntgenbilder der Lendenwirbelsäule vom 1
3.
Juni 2016 keine Zunahme der bereits auf Bildern vom
8.
Juli 2003 sichtbaren Spondylolisthesis L4/5 und keine wesentliche Verschlechterung der übrigen degenerativen Veränderungen doku
mentieren. Weiter hat sie dargelegt, dass allein aufgrund der in den MRI-Bildern der Lendenwirbelsäule vom 2
6.
Februar 2014 zur Darstellung gelangten
Wurzel
kompressionen auf Höhe L4/5
ohne
entsprechende
klinische
Befunde nicht auf das Bestehen einer radikulären Symptomatik geschlossen werden dürfe. Ihre Untersuchung der Lendenwirbelsäule verlief vollkommen unauffällig und sie konnte
keinen paravertebralen Muskelhartspann,
keine sensomotorischen Defi
zite der Beine und keine namhafte Einschränkung der spontanen Mobilität erheben. Zudem fand sie ein gut entwickeltes Muskelrelief vor. Deshalb ist ihre Schlussfolgerung, dass keine radikuläre Reizung und auch sonst keine wesent
l
iche lumbale Pathologie
vorliege
, nachvollziehbar.
Gleiches gilt für ihre
n
Schluss
, dass die sichtbaren degenerativen Befunde auf den von ihr veranlassten Röntgenbilder
n
der Halswirbelsäule keinen wesentlichen Krankheitswert
besitzen
(
Urk.
6/192/43).
Bei der Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit berücksich
tigte sie die positiven
Waddell
-Zeichen und das von der Beschwerdeführerin angegebene sportliche Aktivitätsniveau (
Urk.
6/192/43-44). Vor diesem Hinter
grund überzeugt ihre Einschätzung, dass sich
der Gesundheitszustand aus ortho
pädisch/rheumatologischer Sicht seit der Beurteilung im
B._
nicht wesentlich verändert hat und die Beschwerdeführerin aus rein somatischer Sicht
in einer leidensangepassten Tätigkeit
nach wie vor zu 100
%
arbeitsfähig ist
(
Urk.
6/192/44).
D
ie
von der Beschwerdeführerin erhobene
Kritik,
die orthopädische Gutachterin habe sich bei den Bewegungsprüfungen einfach auf die Angabe von Winkel
graden beschränkt
, ist nicht nachvollziehbar. Zwar hat
die
orthopädische Gutachter
in
im Rahmen der klinischen Untersuchung auch die Bewegungs
umfänge der Extremitäten erhoben und im Gutachten festgehalten
(
Urk.
6/192/46-48)
.
Zusätzlich hat sie aber auch den Muskeltonus, die grobe Kraft, die Druck
schmerzhaftigkeit, Temperatur
sowie
Hautfarbe etc. geprüft und notiert (
Urk.
6/192/40-42).
In
ihre abschliessende
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
hat
sie den klinischen Befund, die bei der Untersuchung beobachteten Inkonsistenzen sowie die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Alltagsaktivitäten mit
einbe
zogen
(
Urk.
6/192/44). Damit hat sie die nötigen Untersuchungen vorgenommen und die relevanten Aspekte berücksichtigt
und nachvollziehbar dokumentiert
.
Der Beschwerdeführerin kann sodann nicht gefolgt werden, soweit sie geltend macht,
im Bericht des
B._
vom 1
0.
März 2004 sei ihr aus rein somatisch-fachärztlicher Sicht wegen ihrer Schmerzproblematik nur eine 50%ige
Arbeitsfähig
keit in angepassten Tätigkeiten bescheinigt worden.
Vielmehr ergibt sich aus jenem Bericht klar, dass der Rheumatologe
Dr.
D._
aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ausging. Der Bescheinigung einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit in
angepassten
Tätigkeit
en
lag die zusätzliche Berück
sichtigung der mit dem psychischen Leiden verbundenen chronifizierten Schmerzsituation zugrunde (
Urk.
6/19/54).
Davon ging das hiesige Gericht in seinem Urteil aus und es wurde vom Bundesgericht in seiner Würdigung bestätigt (
Urk.
6/85/3).
Deshalb kann nicht gesagt werden, die von
der
orthopädische
n
Gutachterin des
Y._
bescheinigte 100%ige Arbeitsfähigkeit in leidensange
passten Tätigkeiten entspreche
lediglich
einer anderen Beurteilung
des gleich gebliebenen
medizinischen Sachverhalts.
4.1.5
Insgesamt steht nach dem Gesagten fest, dass das
bidisziplinäre
Gutachten des
Y._
vom
1.
September 2016 voll beweiskräftig ist.
Demgemäss hat
sich der psychische Gesundheitszustand in der Zeitspanne zwischen der letzten
Beurtei
lung durch
Dr.
C._
am
6.
Februar 2004
und der Begutachtung am 1
3.
Juni 2016 wesentlich verbessert, während der körperliche Gesundheitszustand im Wesentlichen
gleich
geblieben ist. Anlässlich der Begutachtung war die Beschwerdeführerin aus
bidisziplinärer
Sicht in einer leidensangepassten
wechselbelastenden, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit
wieder zu 100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
6/192/15,
Urk.
6/192/44)
.
4.2
4.2.1
Umstritten ist zudem, ob sich die körperliche Gesundheit nach der Begutachtung erheblich verschlimmert hat.
4.2.2
Der
Orthopäde
Dr.
A._
, welc
her die Beschwerdeführerin als E
rster nach den
Y._
-Gutachtern sah,
erwähnte
in seinem Bericht vom 2
5.
November 2016,
die Beschwerdeführerin sei völlig
dekonditioniert
gewesen. Gleichzeitig
führte
er aber keine neuen objektiven Befunde
auf
und riet von einem operativen Vorgehen ab. Zudem
wies er darauf hin,
die Beschwerdeführerin
habe deprimiert gewirkt und die
Waddell
-Zeichen seien positiv gewesen (
Urk.
6/208/3). Zusammen mit
der von den Eingliederungsfachleuten der IV-Stelle dokumentierten emotionalen Reaktion der Beschwerdeführerin anlässlich des Gesprächs vom 1
9.
September 2019 (
Urk.
6/211/4)
spricht dies in erster Linie dafür, dass
sie
die Aussicht auf
eine Rentenherabsetzung psychisch
belastete
, nicht aber für eine wesentliche Verschlechterung des körperlichen Gesundheitszustands. Auch im Rahmen der stationären Behandlung in der Rheumatologie der Universitätsklinik
Z._
vom
1.
Januar bis
3.
Februar 2017 wurden keine neuen objektiven Befunde erhoben. Vielmehr
stellten auch
die
se
Ärzte
keine Anhaltspunkte
für eine radikuläre Symp
tomatik fest,
sahen keinen akuten chirurgischen Handlungsbedarf und attestier
ten keine Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
6/213/8-
9
,
Urk.
6/244/4)
.
Der erhobene
massive paravertebrale Muskelhartspann
liess sich teilweise gut durch Massagen behandeln
(
Urk.
6/213/10).
Da
die Beschwerdeführerin
diesen Ärzten
a
ngab, sowohl die lumbalen Schmerzen als auch die Schmerzausstrahlungen in die Schulterregion bestünden verstärkt sei zwei Jahren,
und sie gleich wie bei den
Y._
-Gutachtern von
einer
Schmerzstärke von
5-10 auf der VAS klagte,
ist auch nicht von einer
seitherigen
subjektiven Verschlechterung der Schmerzsituation auszugehen
(
Urk.
6/213/8-11,
Urk.
6/244/4).
4.2.3
Auf
den v
on den Wirbelsäulenchirurgen der Universi
tätsklinik
Z._
veranlass
ten
MRI-Bildern der
Lendenwirbelsäule vom 2
8.
Februar 2017 zeigte sich eine
leichtgradige
Foramenstenose
L4/5 beidseits
, eine
Osteochondrose
L4/5 und die
Anterolisthese
L4 auf L5 Meyerding Grad I. Die gleichentags angefertigten
Funktionsaufnahmen
liessen
eine leichte Zunahme der
Listhese
in Inklination
sichtba
r werden
(
Urk.
6/218/4
)
.
Von Bedeutung ist zunächst, dass
diesen Befun
den
andere Untersuchungsmethoden als die einfache radiologische Abklärung der
Y._
-Orthopäden
(
Urk.
6/192/44)
zugrunde liegen
. Da
z
wischen der Begutach
tung Mitte Juni 2016 und der neuen bildgebenden Diagnostik bloss rund
acht
Monate liegen, i
st nicht anzunehmen,
dass eine damit allenfalls
sichtbar gewor
dene
leichte
Zunahme der degenerativen Veränderungen
der Lendenwirbelsäule
anlässlich der Begutachtung
wesentlich geringfügiger war
. Zudem
hielten die
Wirbelsäulenchirurgen
bloss fest, die von der Beschwerdeführerin angegebenen ausstrahlenden Schmerzen in den rechten Oberschenkel ventral könnten durch eine
intermittierende L4-Radikulopathie rechts, welche durch die
Foramenstenose
L4/5 rechts bedingt sein könne
, erklärt werden
.
Gleichzeitig erhoben sie aber, wie die
Y._
-Orthopädin, keine sensomotorischen Defizite an den unteren Extremitäten (
Urk.
6/218/3-4).
Diesbezüglich
gilt nach wie vor das
von der orthopädischen
Y._
-
Gutachterin Gesagte, wonach ein radiologischer Befund nicht zwingend eine
radikuläre
Sympt
omatik in diesem Bereich erklärt
und bloss zusammen mit dem
klinischen Befund
konklusiv
ist.
D
amit
bestehen keine hin
reichenden Anhaltspunkte für eine wesentliche Verschlechterung der von der Lendenwirbelsäule ausgehenden Beschwerden.
Die ebenfalls
auf MRI-Bildern vo
m 2
8.
Februar 2017
sichtbar gewordene
mediolaterale
Diskushernie C5/6 mit Kompression der C6-Wurzel links
(
Urk.
6/218/3-
4) war nach e
ine
r
C6-Infiltration
nicht mehr symptomatisch
(
Urk.
6/221/4
,
Urk.
6/221/7
)
.
Die von den Wirbelsäulenchirurgen der Universitätsklinik
Z._
im Bericht vom
1.
März 2017 dokumentierte zunehmende Unbeweglichkeit der Lendenwirbel
säule, insbesondere bezüglich des Fingerbodenabstands
(
Urk.
6/218/3; vgl. auch
Urk.
6/192/48,
Urk.
6/208/3,
Urk.
6/213
/9)
, ist angesichts der verstärkten therapeutischen Bemühungen im gleichen Zeitraum bei weitgehend gleich geblie
benen objektiven Befunden nur schwer nachzuvollziehen. Da die Wirbelsäulen
chirurgen im Gegensatz zur orthopädischen Gutachterin des
Y._
und zu
Dr.
A._
zudem
die
Waddell
-Zeichen nicht geprüft haben, ist ihr Befund jedenfalls nicht geeignet,
wesentliche
Anhaltspunkte für
eine gesundheitliche Verschlechterung zu
liefern
. Gleiches gilt für die
in ihrem Bericht vom 3
1.
Mai 2017 bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/221/5). A
m
3.
August 2017
erfolgte die
Operation im Segment
L4/5
(Spondylodese). Eine solche Opera
tion war der Beschwerdeführerin bereits
Ende 2003 von den Ärzten der
Klinik
E._
vorgeschlagen worden
(
Urk.
6/19/52)
. Zudem vermochte die Operation, wie bereits
von
Dr.
A._
vorausgesehen
, nichts an der s
ubjektiven Beschwerdesituation zu ändern
(
Urk.
6/245/8-9)
.
Anlässlich einer
Konsultation im
Hüftteam
der Universitätsklinik
Z._
am 1
4.
März 2018 wurde eine aktivierte leichte
Coxarthrose
rechts festgestellt
.
T
rotz
der subjektiv verspürten permanenten
Schmerzen
mit einer Verschlimmerung beim Laufen auf einen Wert von
8 auf der VAS
lehnte
die Beschwerdeführerin
eine intraartikuläre
Infiltration wegen befürchteter Nebenwirku
ngen ab (
Urk.
6/245/8). Dies
spricht nicht für einen besonders starken Leidensdruck.
Dass der RAD-
Chirurge
Dr.
H._
in seiner Stellungnahme vom 2
4.
Mai 2018
ange
sichts der geringfügigen pathologischen Befunde in der Hüfte
und der Situation in der Lendenwirbelsäule
zur
Einschätzung
gelangte, dass
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im
Y._
-Gutachten weiterhin Gültigkeit habe (
Urk.
6/247/5; vgl. auch
Urk.
6/215/4,
Urk.
6/247/3),
ist nachvollziehbar
.
4.2.4
Aufgrund des Gesagten ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
wiesen, dass sich der körperliche (und auch
der
psychische) Gesundheitszustand seit der Begutachtung im
Y._
wesentlich verschlechtert hat. D
eshalb ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle die zumutbare Arbeitsfähigkeit gestützt auf das
Y._
-Gutachten bestimmt hat.
Bei dieser Aktenlage erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen wie die von der Beschwerdeführerin beantragte Einholung eines Gerichtsgutachtens.
5.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades
ist ein Einkommensvergleich vorzuneh
men (vorstehend E.
1.3
). Das
Valideneinkommen
berechnete
die IV-Stelle
, indem sie
das
Einkommen der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin Produktion von
Fr.
47'450.-- im Jahr 2004 an die Nominallohnent
wicklung bis
2016
anpasste, was
ein E
inkommen
von
Fr.
55'448.70
ergibt (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/214/1).
Zur Festsetzung des
im zumutbaren Vollzeitpensum in einer leidensangepassten Tätigkeit hypothetisch erzielbaren
Invalideneinkommen
s
stellte
die IV-Stelle
auf den Lohn für Hilfsarbeiten im Jahr
2014
gemäss Erhebung des Bundesamtes für Statistik ab
(
Fr.
53'
793.
--
; LSE 20
14, Ausgabe 2016
)
und passte diesen ebenfalls an die Nominallohnentwicklung bis
2016
an
,
was ein Einkommen von
Fr.
54'332.30 ergab. Einen leidensbedingten Abzug nahm sie nicht vor (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/214/2).
Die Beschwerdeführerin bestreitet die von der IV-Stelle ermittelten Vergleichs
einkommen im Grundsatz zu Recht nicht. Hingegen bemängelt sie, dass
die IV-Stelle keinen
leidensbedingten
Abzug vom Tabellenlohn
für Hilfsarbeiten vorge
nommen
hat (
Urk.
1 S. 9)
.
Ob ihr in diesem Punkt zu folgen ist, kann offen bleiben. Denn selbst wenn
der rechtsprechungsgemäss maximal zulässige Abzug von 25
%
(BGE 135 V
297 E. 5.2)
anerkannt würde,
ergäbe sich
ein Invalidenein
kommen von
Fr.
40'749.20 (
Fr.
54’332.30 x 0.75)
. Gemessen am
Valideneinkom
men
res
ultierte
solchenfalls
, bei einem
invaliditätsbedingten
Minderverdienst
von
Fr.
14'699.50
,
immer noch ein rentenausschl
iessender Invaliditätsgrad von aufgerundet 27
%
.
6.
6.1
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Bei Versicher
ten, die bei der revisions- oder wiedererwägungsweisen Herabsetzung oder Aufhe
bung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder eine Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen, ist - von Ausnahmen abgesehen - eine Selbsteingliederung indessen nicht mehr zumutbar. Massgebend ist der Zeitpunkt des Erlasses der rentenaufhebenden Verfügung (BGE 141 V 5). Die Verwaltung hat jedoch auch bei solchen Versicherten vorab zu prüfen, ob eine Selbsteingliederung ausnahmsweise zumutbar ist (vgl. die Urteile des Bundesgerichts
9C_396/2019, 9C_397/2019 vom
2.
März 2020 E. 5.1,
8C_394/2017 vom
8.
August 2017 E. 4.2,
9
C_191/2017 vom 15. Februar 2018
E
.
8.2.1 und 8.2.3
, 8C_602/2013 vom 9. April 2014
E. 3.4 und 8C_39/2012 v
om 24. April 2012
E. 5.2).
Bei Erlass der rentenherabsetzenden Verfügung vom
2
0.
Juli 2018
(
Urk.
2)
war die
am 1
9.
August 1967 geborene (
Urk.
6/2/1)
Beschwerdeführerin
knapp 51
Jahre alt
und hatte die ab
1.
Januar 2004 laufende
halbe
Invalidenrente
(
Urk.
6/80
/18
,
Urk.
6/
85/6)
während 14 Jahren und sieben Monaten bezogen
. Sie fällt damit
klar
nicht
unter die erwähnte Rechtsprechung
. Es kann
deshalb
offen bleiben, ob ihr
auch angesichts
der in den Jahren
2010, 2011 und 2014
durchgeführten beruflichen Massnahmen und der Tatsache, dass
ihr
während der ganzen Rentenbezugsdauer
eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
und damit von einem erheblichen und verwertbaren Umfang
verblieb
en war
, eine Selbsteingliederung zumutbar ist
(vgl.
die
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_396/2019, 9C_397/2019 vom
2.
März 2020 E. 5.1 und 8C_394/2017 vom
8.
August 2017
E. 4.3)
.
6.2
Nichtsdestotrotz bot die IV-Stelle der Beschwerdeführerin nach Erhalt des Gut
achtens des
Y._
vom
1.
September 2016 die Durchführung beruflicher Massnahmen an
.
D
iesbezüglich
führte sie mit ihr
am
1
9.
September 2016 ein Gespräch (
Urk.
6/198/1,
Urk.
6/211)
.
Mit Mitteilung vom 1
9.
Dezember 2016
verneinte
sie
einen Anspruch auf
berufliche
Massnahmen
(
Urk.
6/207)
,
nachdem
die Beschwerdeführerin
sie
am 1
4.
Dezember 2016 hatte
wissen
lassen,
dass
solche
Massnahmen
wegen ihrer starken
Schmerzen und der deshalb anstehenden medizinischen Abklärungen einstweilen keinen Sinn mach
t
en (
Urk.
6/206
; vgl. auch
Urk.
6/194,
Urk.
6/198,
Urk.
6/201,
Urk.
6/203-205,
Urk.
6/211
).
Mit diesem Verwaltungsakt
wurde
erstmals über den Anspruch entschieden
;
es
wurden
nicht bereits zugesprochene
konkrete
berufliche Massnahmen
(vgl. dazu
Urk.
6/108,
Urk.
6/154)
abgebrochen.
Insofern ist die Formulierung, die beruf
lichen
Massnahmen würden
«
abgeschlossen
»
, missverständlich.
Die IV-Stelle begründete ihren Entscheid damit, die Versicherte fühle sich subjektiv zur beruflichen Eingliederung nicht in der Lage. In der Mitteilung
wurde
die
Beschwerde
führerin
zudem
darauf hingewiesen
, sie könne schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung verlangen (
Urk.
6/207).
Am
2
2.
Dezember 2016
nahm
die Beschwer
deführerin
über ihren
damaligen
Anwalt
da
zu
Stellung
und bestritt, zu beruf
lichen Massnahmen nicht bereit zu sein.
Es verhalte sich vielmehr so, dass diese Massnahmen angesichts ihrer aktuellen Th
erapiebedürftigkeit keinen Sinn
machten, dass sie aber je nach Ausgang der Rehabilitation
berufliche
Massnah
men in Anspruch nehmen wolle. Den Erlass einer anfechtbaren Verfügung
verlangte die Beschwerdeführerin nicht (
Urk.
6/209)
. D
a
sie erneut geltend machte, aus gesundheitlichen Gründen
bis auf Weiteres
nicht eingliederungsfähig zu sein,
stand
fest, dass sie
im
Ergebnis mit der damaligen Nichtdurchführung beruflicher Massnahmen einverstanden
war
.
Zwar hätte die IV-Stelle
ihren negativen Entscheid
über
die Durchführung beruf
licher Massnahmen in Form einer Verfügung
(mit vorangehendem Vorbescheid) eröffnen müssen (
Art.
57a IVG und
Art.
49
Abs.
1 ATSG
). Sie konnte
sich dazu nicht des für bestimmte, abschliessend aufgezählte Leistungen vorgesehenen formlosen Verfahrens bedienen (
Art.
58 IVG in Verbindung mit
Art.
74
ter
lit. b
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
;
Meyer/Reichmuth, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung
, 3. Auflage, Zürich 2014,
Art.
58
Rz
2
).
Hat die IV-Stelle die Leistungsverweigerung zu Unrecht nicht in Verfügungsform, sondern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einverstanden, hat sie dies innerhalb eines Jahres seit der Mitteilung zu erklären. Ohne fristgerechte Intervention der versicherten Person wird der Entscheid rechtlich wirksam, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von
Art.
51
Abs.
1 ATSG ergangen wäre
(Urteil des Bundesgerichts 9C_862/2017 vom
6.
September 2018 E. 4.1.3 mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin erst mit ihrer Beschwerde vom 1
1.
Sep
tember 2018
- mithin rund 20 Monate nach der Zustellung der Mitteilung vom 1
9.
Dezember 2016 –
die Nichtdurchführung beruflicher Massnahmen
gerügt hat
(
Urk.
1 S. 5 f.)
,
ist dieser Verwaltungsakt mittlerweile in Rechtskraft erwachsen
und kann nicht zum Gegenstand dieses Verfahrens gemacht werden
.
6.3
In der angefochtenen Verfügung
hielt die IV-Stelle
fest
,
dass
die Abklärungen, ob berufliche Massnahmen durchzuführen seien, mit der Mitteilung vom 1
9.
Dezember 2016 abgeschlossen worden
seien
(
Urk.
2 S. 2).
I
n der Betreffzeile der Verfügung (wonach die Einstellung der Invalidenrente das Verfügungsthema bildet), im D
ispositiv und der weiteren Verfügungsbegründung
werden berufliche Massnahmen nicht erwähnt. Zudem hat die IV-Stelle
diesbezüglich
vor Erlass der
Verfügung
keine weiteren Abklärungen
getroffen
(
Urk.
6/215/1,
Urk.
6/215/6,
Urk.
6/247/1,
Urk.
6/247/5
)
. Deshalb
steht
fest
,
dass
am 2
0.
Juli 2018
nicht (erneut) über die Durchführung beruflicher Massnahmen entschieden wurde (
Urk.
2).
Auch deshalb muss auf die
Rügen
der Beschwerdeführerin zu den beruflichen Massnahmen
(
Urk.
1 S. 5 f.)
nicht weiter eingegangen werden. Im Übrigen bestand kein Anlass zu entsprechenden Abklärungen der IV-Stelle: D
ie Beschwer
deführerin
hatte
sich vor Erlass der rentenherabsetzenden Verfügung
, insbeson
dere in ihrem Einwand vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
6/219
; vgl. auch
Urk.
6/223)
,
bei der IV-Stelle nicht mehr um
berufliche
Eingliederungs
-
massnahmen
bemüht. Auch in
ihrer Beschwerdeschrift
erwähnt
s
ie nicht, nun zur Durchführung beruflicher Massnahmen bereit zu sein
beziehungsweise solche zu beantragen
(
Urk.
1 S. 5 f.).
7.
Nach dem Gesagten hat
die IV-Stelle die
laufende halbe Rente
mit der angefoch
tenen Verfügung zu Recht aufgehoben. D
ie
Beschwerde
ist
abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist.
8.
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosen von
Fr.
900.
--
zulasten der
unter
liegenden
Beschwerdeführerin (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).