# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1da7b7c3-b272-4c89-bfba-434080d6c8da
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, reiste im August 1996 in die Schweiz ein und war von Januar 2006 bis Ende März 2016 als Mitarbeiterin im Reini
gungs
dienst im Kantonsspital
Y._
in einem 80%-Pensum angestellt (Urk. 6/12,
Urk.
6/33).
Am 1
7.
März 2015 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der So
zial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Depres
sio
nen sowie
ein
Zervikobrachialsyndrom
zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk.
6/2
). Die IV-Stelle nahm Abklärungen in er
werblicher und medizinischer Hinsicht vor, zog die Akten der Krankentag
geld
versicherung
(Urk. 6/13) sowie das durch die Pensionskasse in Auftrag gegebene
bidisziplinäre
(rheumatologische und psychiatrische) Gutachten vom
1.
Dezember 2015
(Urk.
6/29)
bei, holte die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
6/14
, Urk.
6/44
,
Urk.
6/56
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten
(IK-Auszug; Urk.
6/6
) ein und ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (Arbeitge
berfrage
bogen vom
2
1.
Mai 2015
; Urk.
6/12
). Mit Mit
tei
lung vom
2
9.
Juli 2016
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine Eingliederungsmassnah
men angezeigt seien (Urk.
6/43
). In der Folge veranlasste die IV-Stelle
eine inter
dis
ziplinäre medizinische Begutachtung beim Zentrum
Z._
, über welche am 3
0.
August 2017 berichtet wurde (
Urk.
6/72).
Die am 20.
Oktober 2017 durchgeführte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Haushaltsabklärung,
Urk.
6/74) ergab eine Einschränkung von 9.8 % im Haushaltsbereich.
Ausgehend von einem Erwerbs
bereich von 80
%
und einem Aufgabenber
ei
ch von 20
%
sowie einem Invalidi
tätsgrad von weniger als 40 % stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 19. Ja
nuar 2018 die Ab
wei
sung des Leistungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
6/81).
Da
gegen erhob die Ver
si
cherte am
1
5.
Februar 2018
(Urk.
6/85
) sowie ergänzend am
1
9.
März 2018
(Urk.
6/90
) Einwand und legte weitere Arzt
bericht
e
zu den Akten (Urk.
6/89
).
In der Folge
fand zur Klärung beruflicher Eingliederungsmassnahmen am 1
1.
Mai 2018 bei der IV-Stelle ein persönliches Gespräch statt (
Urk.
6/100). Die IV-Stelle gewährte der Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (vgl. Mitteilung vom
6.
Juni 2018,
Urk.
6/101).
Da die Versicherte selbständig eine Festanstellung gefunden habe, schloss die
IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 2
6.
Oktober 2018 ab (
Urk.
6/116).
Mit Verfügung vom
12. November
2018 verneinte die IV-Stelle wie vorbe
schie
den einen Anspruch auf
eine Rente
der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
3.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Be
schwer
de
gegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Januar 2019 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2019 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
A
TSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
November 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwerdegegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die Be
schwer
deführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reinigungs
dienst seit November 2013 noch zu 50
%
arbeitsfähig sei, in einer leidensange
passten Tätigkeit könne ihr hingegen ein 60
%
-Pensum zugemutet werden.
Bei einer Qualifikation von 80
%
im Erwerbsbereich und 20
%
im Haushaltsbereich ent
spreche diese Einschränkung zusammen mit der Einschränkung im Haushalts
bereich ein
em Invaliditätsgrad von 23
%
, respektive 34
%
nach der Änderung der
gesetzlichen Bestimmungen zur Ermittlung des Invaliditätsgrades für Teil
er
werbstätige. Der Invaliditätsgrad liege unter 40
%
und die Beschwerdeführerin habe damit keinen Anspruch auf Leistungen.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 13. De
zem
ber 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
in Bezug auf die Statusfrage seien die Abklärungen der Beschwerdegegnerin ungenügend. B
ei guter Gesund
heit würde sie zu 100
%
erwerbstätig sein, wie sie es gegenüber dem Gutachter ange
geben habe.
Damit liege ein Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
vor, womit ein Rentenanspruch
bestünde
.
Im Falle der Annahme einer Teilerwerbs
tä
tigkeit
seien die nicht schlüssige Gewichtung im Abklärungsbericht zu korrigieren und die neue Berechnungsmethode anzuwenden. Ferner werde die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens bestritten.
3.
3.1
Aufgrund
muskuloskelettaler
Thoraxschmerzen
, chronischer Rücken
schmerzen sowie eines palpierten Knoten
s
in der linken Mamma begab sich die Beschwer
deführerin am 1
5.
November 2013 auf die Notfallstation des
Y._
(vgl. Arzt
be
richt vom 1
9.
November 2013,
Urk.
6/44/23). Die am 2
9.
November 2013 durch
geführte
Mammasonographie
auf beiden Seiten zeigte kleine Knötchen in beiden Mammae, blieb aber ohne
Malignomverdacht
(vgl. Arztbericht vom 2. De
zember 2013,
Urk.
6/44/29).
Die Hausärztin
Dr.
A._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, überwies die Beschwerdeführerin
dann
aufgrund ausge
prägter Angstzustände infolge multipler körperlicher Beschwerden in die psychia
trische Behandlung (vgl. Schreiben vom 2
7.
November 2013,
Urk.
6/44/12).
Dr.
B._
, Chefarzt und Leiter Schulter
chirurgie im
Y._
, äusserte im Arzt
bericht vom 1
1.
Dezember 2013 den Verdacht auf eine multifaktorielle
Zerviko
brachialgie
rechts bei leichtgradigem
subacro
mialen
Im
pingement
, aktuell asym
pto
matisch. Aufgrund bildgebender Befunde der rechten Schulter würde
ausser
dem der Verdacht auf eine SLAP-I-Läsion bestehen (
Urk.
6/44/25).
Eine Magnet
re
sonanz
tomographie (MRT) der Halswirbel
säule (HWS)
h
abe
eine leicht
gradige
Chondrosis
intervertebralis
auf der Höhe C5/6 mit einer mittel
gros
sen, rechts para
medianen Diskushern
ie ohne
radikuläre
Kompression und auch ohne Hin
weise für einen
radikulä
r
komprimierenden Prozess links
gezeigt
(Urk.
6/44/15).
Bei zu
nehmender Schwäche und leichten Schmerzen im Bereich der linken Schulter und im Nacken wurde eine neuralgische
Schulteramyotrophie
vermutet und die Be
schwerdeführerin zur neurologischen Abklärung an
Dr.
C._
, Neuro
logie FMH,
überwiesen. Diese
hielt
einen Status nach links
sei
tigem
Zerviko
brachial
syndrom
mit vollständig
regredienter
Armschwäche ohne sicheren Hin
weis für eine neuralgische
Schulter
amyotrophie
fest, wobei die
Äti
ologie
weiter
hin unklar sei. Bei Klagen über nächtliches Einschlafen der Hän
de, habe ein
K
ar
pal
tunnelsyndrom elektroneuro
graphisch aus
ge
schlossen werden können (vgl. Arztbericht vom 1
8.
März 2015, Urk. 6/14/17).
Im Rahmen der Ab
schluss
kon
trol
le bei
Dr.
D._
, Rheumatologie FMH
,
habe die Be
schwer
deführerin über ein vollständiges Wiedererlangen der Beweglichkeit der linken Schulter berichtet. Auch objektiv zeige sich eine frei bewegliche linke Schulter.
Dr.
D._
empfahl
die Fortsetzung der ambulanten Physio
therapie im Sinne einer
Humeruskopf
zentrierung
und
Rekonditionierung
der Schulter
musku
latur links
(vgl. Arzt
bericht vom 2
7.
März 2015, Urk.
6/14/16) und erachtete die Beschwer
de
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft ab dem 2
4.
März 2015 z
u 75
%
ein
satzfähig, wobei eine sukzessive Steigerung der Belastbarkeit der linken Schulter realistisch sei
(vgl. Arztb
ericht vom 1
0.
April 2015, Urk.
6/14/11).
Eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit sei ab
1.
Mai 2015
in einem 100
%
-Pensum
zumutbar (vgl. Arztbericht vom 2
2.
Mai 2015,
Urk.
6/14/7-9).
3.2
Im Auftrag der Pensionskasse wurde die Beschwerdeführerin durch
Dr.
E._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
am
5.
Juli 2015 sowie
Dr.
F._
, Innere Medizin und Rheumaerkrankungen FMH,
am 16. No
vember 2015
vertrauensärztlich untersucht. Über die psychiatrischen und rheu
mato
logischen Explorations
ergebnisse
berichteten die Gutachter am 1.
De
zember 2015 (
Urk.
6/29).
Die Gutachter
hielten im Rahmen der inter
disziplinären Besprechung
fest, ohne die Belastung durch die Arbeit gebe die Beschwer
de
führerin zwar noch konstante, jedoch eher leichte und nur noch gelegentliche belastungsabhängige verstärkte rechtsseitige Schulterschmerzen an. Unter Ar
beits
tätigkeit
wären
diese täglich und stärker aufgetreten. Zudem habe sie angegeben, immer wieder unter Kreuz
schmerzen zu leiden, welche weniger limitierend seien. Aufgrund ihrer Schwäche, Müdigkeit und rascher Erschöpf
barkeit fühle sich die Beschwerdeführerin durch eine erneute Arbeitsaufnahme überfordert
. Die Gutachter konstatierten, die mus
kulären Defizite würden die belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der rechten Schulter und lumbal erklären, nicht jedoch die
Chronifizierung
mit Dau
er
schmerz und angegebener
meteoropathischer
Komponente (Wetter
fühligkeit)
. Indes sei das
Ganze durch ein inadäquates Schon- und Vermeidungs
verhalten, in
dem die Beschwerdeführerin alle trainingswirksamen Belastungen
gemieden habe, gefördert worden
.
Aus diesem Grund seien d
iese von der Beschwerde
füh
rerin angegebenen Limitierungen rheumatologisch
auch schwierig zu beur
teilen
.
Aus psychiatrischer Sicht könne d
ieses Verhalten
allerdings
massgeblich
durch
die somatische Belastungsstörung und der darin begründeten
katastro
phi
sieren
den
Gesund
heits
ängste erklärt werden, wie
es bei solchen Störu
ngen in Form von
Selbstl
imitie
run
gen regelmässig
vorkomme.
Die Gutachter führten weiter aus, aus internistisch-rheumatologischer Sicht lasse sich noch kein End
zustand und somit auch keine Berufsunfähigkeit definieren. Zuerst seien rehabilitative Massnahmen notwendig
.
Zusammenfassend g
ing
en die Gutachter unter integraler Würdigung der verschiedenen somatischen wie psychiatrischen Aspekte davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter den beschriebenen beruflichen wie medizinischen Mass
nahmen innerhalb eines halben Jahres in angestammter Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50 % erreichen
könne
, welche aus psychiatrischen Gründen vorerst nicht weiter gesteigert werden
könne
, und nur
dann realisierbar
sei
, wenn diese Tätigkeit auf ein 6
0
%-Pensum über die Woche verteilt
werde
.
Eine angepasste Tätigkeit, welche aus rheumatologischer Sicht uneingeschränkt möglich wäre, sei aus psychiatrischer Sicht nach erfolgter Rehabilitation lediglich mit einer Arbeitsfähigkeit von 60 % realistisch (
Urk.
6/29/4f.).
3.3
D
ie behandelnden Psychiater,
Dr.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
H._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielten in ihrem Arztbericht vom
9.
Februar 2017 (
Urk.
6/56) fest,
die Durchführung angemessener rehabilitativer Massnahmen werde durch die ausgeprägte Müdigkeit, die Ängstlichkeit sowie das dysfunktionale Krank
heits
konzept mit Schonung
und einem sehr geringen Selbstwirksamkeitskonzept behindert. Die Beschwerdeführerin sei zur Änderung ihres Krankheitskonzeptes und Verhaltensmuster
s
auf kontinuierliche und sehr intensive Unterstützung durch ein therapeutisches Umfeld angewiesen. Bisher habe sie aber weder statio
när noch ambulant ein funktionaleres Krankheits- oder Gesundungskonzept erarbeiten können.
Neben einer deutlichen Symptomatik aus dem Formenkreis der Angst sowie
Somatisierungstendenz
liege auch eine depressive Entwicklung mit Tendenz zur
Chronifizierung
vor. Diese Störungen würden sich gegenseitig verstärken. Der Verlauf sei
chronifizierend
und sozial desintegrierend. Das Beschwerdebild habe sich denn auch eher verschlechtert seit der Begutachtung im Jahr 201
5.
Die Beschwerdeführerin sehe sich ihren Be
schwerden gegenüber ausgeliefert und stehe damit möglichen Verhaltens
ände
rungen (z.B. Bewegung und Diät zur Gewichtsabnahme) passiv gegenüber. Frühere, den Selbstwert sta
bilisierende Bereiche (perfekter Haushalt, Kinder
er
zieh
ung, Arbeit) seien (fast) ganz weggefallen.
Dres
.
G._
und
H._
nannten folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
-
Status nach schwerer depressiver Episode (ICD-10: F32.1) mit
-
Chronifizierungstendenz
und
-
Agoraphobie und Panikstörung (ICD-10: F40.1)
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
-
Hypochondrische Störung,
Kanzerophobie
(ICD-10: F45.2)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
-
Adipositas Grad I (BMI 34)
Einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt erachte
te
n die Psychiater aufgrund des stark verminderten Durchhaltewillens als nicht durch
führbar. Sie attestierten ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerdeführerin vom 2
0.
bis 22. Juni 2017 im
Z._
poly
disziplinär untersucht und begutachtet (
Urk.
6/72).
3.4
.1
Aus allgemeinmedizinischer Sicht - so
Dr.
I._
, Facharzt für Innere Medizin FMH - seien sämtliche internistischen Diagnosen ohne Belang betreffend Arbeitsfähigkeit. Die arterielle Hypertonie sei gut eingestellt, die Adi
positas grenzwertig zum Normbereich. Von Seiten der
Cholelithiasis
und Pankre
atitis sei die Beschwerdeführerin aktuell beschwerdefrei und die Gallen- und Pank
reasparameter im Blut würden Normwerte zeigen. Unklar sei die angeblich rezidivierende Diarrhoe mit leichter Gewichtsabnahme. Diesbezüglich sei eine gelegentliche
kolonoskopische
Abklärung oder zumindest eine
Calprotec
tin-Untersuchung
im Stuhl zu empfehlen (
Urk.
6/72 S.
17f.)
.
3.
4
.2
Dr.
J._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
konstatierte, klinisch zeige sich eine frei bewegliche Halswirbelsäule in allen Ebenen, die Wurzelkom
pressi
ons
test
s
seien negativ. Weiter zeige sich eine leichte
Myogelose
im Bereich der
hochthoracalen
paravertebralen Muskulatur auf der rechten Seite mit
Druck
do
lenz
des medialen
Scapularandes
. Die Schultergelenke seien seitengleich frei beweglich,
ohne Schulter
gelenks
instabilitäten und
die
Rotatorenmanschettentests
negativ. Die Neurologie zeige eine wechselhafte Innervation beim Faus
t
schlu
ss sowie bei der Prüfung des
Musculus
triceps
ohne sicheren motorischen Ausfall. Sensibilitätsstörungen gebe es keine und die Reflexe seien seitengleich auslösbar. So würde man deskriptiv von einem
zervikobrachialen
Schmerz
syn
drom auf der rechten Seite ausgehen
(
Urk.
6/72 S. 23)
.
Dr.
J._
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/72 S. 22):
-
Zervicobrachiales
Schmerzsyndrom
-
Links Januar 2015 mit vorübergehender Armschwäche unklarer Ätio
logie, beschwerdefrei
-
Rechts Oktober 2013, persistierend
-
Leichte degenerative Veränderungen der HWS (MRI Februar 2015)
-
Ohne
radikuläre
Ausfälle
-
Leichtgradiges
Impingement
Schulter rechts
-
SLAP-Läsion Grad I (MRI November 2013)
3.
4
.3
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung bei
Dr.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, habe die Beschwerdeführerin über Müdigkeit geklagt. Sie
hätte
keine Energie und sei kraftlos. Ausserdem gerate sie schnell in Panik. Sie sei immer traurig und mache sich Sorgen.
Anlässlich der systematischen Abfrage der Symptome habe die Beschwerdeführerin über Kopf
schmerzen, ausstrahlende Schmerzen im rechten Nacken sowie Schulter
schmer
zen rechtsseitig berichtet.
Dr.
K._
hielt fest, die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar sowie örtlich, zeitlich und zur eigenen Person vollständig ori
entiert. Im Antrieb sei sie leicht verlangsamt, wobei die Gangart unauffällig sei. Im Ausdrucksverhalten sei die Beschwerdeführerin zu Beginn des Gesprächs auf
fällig und wirke dissoziiert. Ihre Augen würden in die Ferne schauen. Im Verlaufe des Gesprächs
habe
sich dieses Ausdrucksverhalten d
eutlich
geändert
. Im Kon
taktverhalten sei
die Beschwerdeführerin zu Beginn ängstlich, zurück
haltend und misstrauisch, wobei sich auch dieses Verhalten gegen Ende des Gesprächs geän
dert habe. Das Denken sei formal nicht beeinträchtigt, die Gedankengänge seien logisch, inhaltliche Denkstörungen würden keine bestehen. Wahnhafte Symp
tome oder Phobien seien nicht vorhanden.
Wahrnehmungs
störungen im Sinne von Halluzinationen oder Illusionen seien nicht vorhanden. Auch Ich-Störungen seien nicht feststellbar. In Stimmung und Affekt sei die Beschwerde
führerin her
abgestimmt und gedrückt. Subjektiv
bestünde
eine Störung der Vitalgefühle, eine
Anhedonie
und innere Leere sowie ein Gedanken
kreisen um die aktuelle Situa
tion.
Die Beschwerdeführerin
berichte
über Ängste, ins
be
sondere über ihre kör
perliche Symptomatik. Diese Ängste seien hypo
chondrischer Natur. Die mnesti
schen Funktionen seien objektiv nicht beein
trächtigt, subjektiv berichte die Beschwerdeführerin über Aufmerksamkeits- und Merkfähig
keits
störungen. Die Gedächtnisleistungen seien objektiv
ebenfalls
nicht beeinträchtigt. Psychische Werkzeugstörungen bestünden nicht. Die Intelligenz werde als gut ein
geschätzt. Eine Suizidalität sei nicht vorhanden.
Dr.
K._
verwies auf 19 von 64 mög
lichen Punkten im 21-Item-Test de
s
Hamilton-Depressionsindex, was einer leich
ten depressiven Episode entspreche
(
Urk.
6/72 S. 29f.)
.
Im Rahmen ihrer Beurtei
lung führte
Dr.
K._
aus, die Beschwer
de
führerin sei überzeugt, an einer schweren Erkrankung zu leiden und habe sich mit dieser Krankenrolle fast voll
ständig identifiziert. Dies führe dazu, dass sie keine regelmässige Tages
struktur habe, dass sie ausser ihren Therapien kaum Aktivitäten ausserhalb des Hauses unternehme und keinerlei Ablenkung mehr von ihren Ängsten wahr
nehme. Sie habe alle alltäglichen Aufgaben grösserer Art an ihre Familie abgegeben.
Die Beschwerdeführerin richte ihren Tagesablauf ganz nach ihrer psychischen
Befindlichkeit und halte sich nicht mehr an äussere Strukturen. Dies führe zu einer vermehrten Regression und einer weiteren Über
zeugung, krank zu sein. In der Folge sei auch das Selbstvertrauen deutlich gesun
ken und die Beschwerde
führerin schäme sich ihrer Untätigkeit und ihrer Abhäng
ig
keit.
Die psychiatrische Behandlung führe zwar jeweils nach der Therapie
zu einer kurzfristigen Verbes
serung der Symptome, diese sei jedoch nicht nachhaltig. Aufgrund der psychi
schen Symptomatik, die insbesondere in verschiedenen Angst
symptomen bestehe, der Krankheitsüberzeugung und insbesondere der Müdigkeit und Antriebsstörung sei die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig.
Die Depression sei leichtgradiger Natur
(ICD-10: F33.0)
, sie
bestünde
insbesondere aus einer nieder
gedrückten Stimmung sowie einer starken Antriebs
störung. Die schwer
wiegendste Symptomatik
bestünde
in den (hypochondrischen) Ängsten
(ICD-10: F45.2)
, wobei eigentliche Panik
attacken nicht vorkommen wür
den.
In der Anpassung an Regeln und Routinen, in der Anwendung fachlicher Kompetenzen sowie in den sozialen Kompetenzen (Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit, Selbstpflege) und der Verkehrs
fähigkeit sei die psychische Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Die grössten Probleme gebe es in der Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit. In diesem Bereich sei sie aufgrund ihrer Ängste sicherlich mittelgradig beeinträchtigt. Ebenso sei die Durchhaltefähigkeit aufgrund der Ängste sowie der Müdigkeit und Antriebs
losigkeit mittelgradig beeinträchtigt.
Die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten sei ebenfalls aufgrund der Angstsymptomatik mit der Scho
nung beziehungsweise der Vermeidung von möglichen Schäden mittelgradig be
ein
trächtigt. Die Selbstbe
hauptungsfähigkeit sei hingegen nicht eingeschränkt. Auch die Planung und Strukturierung von Aufgaben sei nur leicht beeinträchtigt. Sie sehe sich zwar in der Lage, ihre Termine zu planen, gerate bei mehr als zwei Terminen pro Tag jedoch in einen Stress.
Dr.
K._
empfahl die Weiter
führung der psychiatri
schen Therapie, wobei ein besonderes Augen
merk auf anti
regressive Massnahmen zu legen sei. Die Beschwerdeführerin solle motiviert wer
den, eine regelmässige Tagesstruktur einzuhalten. Der Besuch einer Tages
klinik wäre ebenfalls zu emp
fehlen
. Für berufliche Massnahmen fehle momentan die Motivation
(Urk. 6/72
S.
32ff.).
3.4
.4
Zusammenfassend könne
festgehalten werden, die Arbeitsfähigkeit
der Beschwer
deführerin in ihrer angestammten
Tätigkeit als Reinigungskraft sei
seit November 2013
u
m 50
%
eingeschränkt. Unzumutbar seien rezidivierende Tätig
keiten mit Überkopfarbeit sowie mit schwerer Belastung des rechten Arms. Die Einschrän
kungen aus psychiatrischer Sicht seien hierbei mitberücksichtigt. In einer leidens
angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin
aus orthopädischer Sicht nicht
eingeschränkt, jedoch
aufgrund der Einschränkungen in der psychischen Funk
ti
ons
fähigkeit, die vor allem die Durchhaltefähigkeit und die
Flexibilität
und Um
stel
lung
s
fäh
igkeit
sowie aktuell auch noch die Strukturierung und Planung
von
Aufgaben betreffe,
lediglich zu 60
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/72 S. 41).
3.5
Vom 1
7.
Oktober 2017 bis 1
9.
Januar 2018 war die Beschwerdeführerin in der Akut
tagesklinik für Erwachsene der i
ntegrierten Psychiatrie
L._
teil
stationär in Behandlung und absolvierte ein halbtägiges Therapieprogramm an fünf Tagen pro Woche
.
Die behandelnden Ärzte führten in ihrem Abschluss
be
richt vom 2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6/89) aus, aufgrund persistierender Müdigkeit, Kraftlosigkeit sowie rascher Erschöpfung habe sich die Teilnahme am Therapie
programm schwierig gestaltet
. Sie nannten folgende Diagnosen:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
mit
-
Chronische
n
Schmerzen Schulter rechts
-
Status nach SLAP-I-Läsion
-
Chronische
n
muskuloskelettalen
Thoraxschmerzen
-
Chronische
n
Rückenschmerzen (ICD-10: F45.41)
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1)
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
-
Arterielle Hypertonie: medikamentös eingestellt
Das niederschwellige Programm bei einem Pensum vo
n
50
%
habe
für die Beschwerdeführerin - so
die behandelnde Ä
rzt
e
- eine zu
nehmende Über
for
de
rung dar
gestellt
mit Zunahme ihrer subjektiv erlebten Erschöpf
ung sowie der depressiven Symptomatik. Zur Re-etablierung der Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt erachtete der Arzt die vorhergehende Durchführung beruflicher Reintegrations
massnahmen zur schrittweisen Erhöhung der Belast
bar
keit als unverzichtbar
(vgl. Arztbericht vom 1
2.
Februar 2018,
Urk.
6/89/7)
.
4.
Im Rahmen der Haushaltsabklärung im Oktober 2017
(
Urk.
6/74)
habe die Be
schwer
de
führerin in Bezug auf die berufliche Situation ohne Gesundheitsschaden ange
geben, dass ihr Verdienst fehle und es für sie schwierig zu akzeptieren sei. Sie habe schon seit vielen Jahren gearbeitet und wäre auch weiterhin in einem 80%-Pensum tätig geblieben
(S. 4)
.
Entsprechend qualifizierte die Abklärungs
person die Beschwerdeführerin zu 80
%
im Erwerbsbereich und 20
%
im Haus
halts
bereich.
Hinsichtlich ihres Gesundheitszustands äusserte die Beschwerde
füh
rerin, die Schmerzen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich seien ständig vor
handen. Die ganze rechte Seite schmerze sie täglich. Sie gehe nach wie vor in die Therapie, welche man auf einmal pro Woche habe reduzieren müssen, da die
Krankenkasse nicht mehr bezahlen wolle.
Betreffend die Depression
sagte
sie, es gebe bessere und schlechtere Tage. Wenn es draussen schlechtes Wetter sei, bleibe sie einfach im Bett liegen. Bei schönem Wetter gehe es ihr manchmal ein bisschen besser. Sie sei aber nur limitiert für etwas zu motivieren. Ihr fehle die Kraft und das Durchhaltevermögen
(S. 2)
.
Die Abklärungsperson führte aus, bei der gründ
lichen Reinigung (Wohnungspflege, Ernährung) sowie beim Bügeln der Kleidung sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden einge
schränkt. Unter Berücksichtigung der Mitwirkungs- und Schadenminde
rungs
pflicht wurde ihr eine Einschränkung von total 9,8
%
angerechnet (S. 6-9).
5.
5.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
12. November 2018
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gut
achten
des
Z._
vom 3
0.
August 2017
(vgl. vorstehend E. 3.
4
), wonach
die Beschwerdeführerin insbesondere aufgrund des
zervikobrachialen
Schmerz
syn
droms sowie des leichtgradigen
Impingements
in der rechten Schulter
und ihrer hypochondrischen Störung
in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungs
kraft zu 50
%
eingeschränkt ist
. Die hypochondrische Störung wirke auch in einer optimal angepassten Tätigkeit einschränkend, weshalb die Be
schwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig ist (vgl. E. 3.4.4).
5.2
Das
polydisziplinäre
Gutachten des
Z._
vom
3
0.
August 2017
beruht auf den er
forderlichen allseitigen fachärztlichen Untersuchungen
der Fachrichtungen Or
tho
pädie, Innere Medizin sowie Psychiatrie
und wurde in Kenntnis der und Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
aus
einandergesetzt.
Die Beurteilung erfolgte im Konsens aller am Gutachten be
tei
ligten
Fachärzte
(Urk. 6/72 S. 37ff.).
Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusam
men
hänge einleuchtend dargelegt.
Auf
grund der erhobenen objek
ti
ven Befunde
ist ohne weiteres nach
vollziehbar, dass
die
Beschwerdeführer
in
in
ihrer
Arbeits
fähig
keit
teilweise
ein
ge
schränkt ist.
Das Gutachten er
füllt demnach grund
sätzlich die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
(vgl. E.
1.3
)
.
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, die von den Gutachtern aus psychiatrischer Sicht postulierte 60%ige Arbeitsfähigkeit sei angesichts des ge
scheiterten beruflichen Wiedereinstiegs mit einem Pensum von bloss 40
%
zu hoch, ist dem
entgeg
en
zuhalten
,
dass aus den Akten nicht hervorgeht, aus wel
chem Grund die Beschwerdeführerin bereits nach zwei Tagen ihre Arbeitsstelle
als Filialmitarbeiterin eines Grossverteilers
kündigte.
Die behandelnde Psychiate
rin sprach von psychischer Überforderung,
Dr.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), verwies auf eine von den Gutachtern festgehaltene fehlende Motivation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
6/121
S.
3).
Angesichts dessen, dass die behandelnden Ärzte des
L._
die Durch
führung beruf
lich
er Reintegrationsmassnahmen zur schrittweisen Er
hö
hung der Belast
barkeit zwar als unverzichtbar erachteten (vgl. E. 3.5 in
fine
), medizinisch-theo
retisch aber nicht von der von den
Z._
-Gut
achtern attestierten Arbeitsfähigkeit abwichen, ergibt sich aus den medi
zinischen Akten keine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
Dr.
K._
knüpfte
in ihrem Gut
achten die attes
tier
te 60 % Arbeitsfähigkeit nicht
an die Voraussetzung einer
schritt
weise
n
Er
höhung der
Belastung
. Vielmehr erachtete sie die Einhal
tung einer regel
mässi
gen Tages
struktur als empfehlenswert (vgl. E. 3.4.3 in
fine
). Bereits
Dr.
E._
befand eine 60%ige Arbeits
fähig
keit als realistisch, sofern denn die Beschwerde
führerin ihr Pensum über die Woche verteilt (vgl. E. 3.2 in
fine
). Dass eine berufliche Rehabi
litation durch die schrittweise Erhöhung der Belastbarkeit möglicherweise erfolgs
ver
sprechend wäre, bedeutet nicht, dass aus medizinisch-theoretischer Sicht eine sofortige Verwertbarkeit der attestierten Restarbeitsfähigkeit nicht
zumutbar
ist. Vor diesem Hintergrund reicht die Begründungsdichte der Einschät
zung der Ärzte der
L._
nicht, um Zweifel an der psychiatrischen Beurteilung von
Dr.
K._
zu wecken.
Da gestützt auf das Gutachten davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführerin die ihr attestierte Arbeitsfähigkeit ohne vorgängige (medizinische) Massnahme anzurechnen ist, erweist sich der sinngemäss erhobene Vorwurf, die Rentenverfügung sei zu früh erfolgt (Urk. 1 S. 4), ebenfalls als nicht stichhaltig. Die Wiederaufnahme beruflicher Massnahmen ist nicht Prozessthema.
5.4
Ferner monierte die Beschwerdeführerin die im Abklärungsbericht festgehaltene Qualifikation als zu 80
%
im Erwerb und
zu
20
%
im Haushalt tätig.
Sie gab an, i
m Gesundheits
fall wäre sie vollzeitig erwerbstätig
, wie sie
es gegenüber Dr.
K._
angedeutet habe
.
Die Abklärungsperson habe ihre Aussage nicht vollständig wiedergegeben
(
Urk.
1 S. 5f.).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Abklärungs
person die Festlegung der Qualifikation
in einigen Sätzen
begründet
e
(
Urk.
6/74 S. 4)
, was auf eine
inhaltliche
Auseinandersetzung mit
den zu beach
tenden Kriterien
hin
deutet
.
Dass die Abklärungsperson die Angaben der Beschwerdeführerin falsch wiedergegeben haben soll, wird von letzterer nicht dargelegt.
Es ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Be
schwer
deführerin ihr Arbeits
pensum im Gesundheitsfall auf 100
%
erhöht hätte,
zumal
sie
im Rahmen der Begutachtung
auch
erwähnte, dass sie mit der Erwerbs
arbeit neben dem Haushalt sowie der Kindererziehung überfordert gewesen sei
(Urk.
6/72 S. 26 und S. 31)
. Dies lässt
vielmehr darauf schliessen, dass die Be
schwer
de
führerin
nicht mehr als
in einem 80
%
-Pensum
gearbeitet hätte. Aktuell ist zwar davon auszugehen, dass die Betreuung der mittlerweile volljährigen Kin
der
weniger Zeit in Anspruch nehmen
würde
, die Führung des
fünfköpfigen
Haus
haltes bleibt aber bestehen und gemäss eigenen Angaben ist die Beschwerdefüh
rerin diesbezüglich sehr genau und gründlich (vgl.
Urk.
6/74 S. 7)
.
Nach Gesagtem ist auf die Qualifikation
von
zu 80
% im Erwerb und zu 20
%
im Haushalt tätig abzustellen.
5.5
Soweit die Beschwerdeführerin die Gewichtung im Abklärungsbericht bemängelte und insbesondere die im Bereich «Verschiedenes» angerechneten 6
%
bean
stan
dete, seien die in diesem Bereich erwähnten Verrichtungen doch nicht Teil des Aufgabenbereichs der Beschwerdeführerin und vielmehr dem Bereich «Ernäh
rung» zuzurechnen (
Urk.
1 S. 6), so ist dem entgegenzuhalten, dass selbst bei einer Anrechnung dieser 6
%
im Bereich der «Ernährung» nach wie vor ein Invalidi
tätsgrad von 2
%
im Haushaltsbereich resultieren würde. Bei einer Gewichtung von (neu) 38
%
im Bereich der «Ernährung» und einer Einschränkung von 15 % resultiert eine Behinderung von 5,7
%
(38
%
x 15
%
), was zusammen mit der Behinderung
in den
Bereich
en
«Wohnungspflege»
(
3
%
)
sowie «Wäsche und Klei
derpflege»
(
2
%
)
einer Einschränkung von 10,7
%
im Haushaltsbereich entspricht. Bei einer Qualifikation von 20
%
im Haushaltsbereich ergibt dies ein
Teili
n
vali
ditätsgrad von
2,14
%
, gerundet 2
%
. Die Beschwerdegegnerin ging eben
falls von einem Teilinvaliditätsgrad von 2
%
im Haushaltsbereich aus (vgl. Urk. 2 S. 2). Entsprechend kann
offen bleiben
, ob die im Bereich «Verschiedenes» ange
rech
neten 6
%
einer korrekten Gewichtung entsprechen oder nicht, ändert sich doch nichts am Teilinvaliditätsgrad.
5.6
Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, bei der Bemessung des Invalidi
täts
grades sei die neue Berechnungs
methode anzuwenden.
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art
. 28a Abs. 3 IVG
) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
1
2.
November 2018
und somit nach Inkraft
treten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen
ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungs
bestimmung
en am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechts
streit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
Dass die Beschwerdegegnerin
vorliegend
zur Ermittlung des Invaliditätsgrades bis 3
1.
Dezember 2017 die alte Berechnungsmethode an
wendete
und erst ab
1.
Januar 2018 auf die neue Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades abstellte, ist nicht zu beanstanden.
6.
Zu prüfen bleibt, wie sich die 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass
die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
6.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
periodisch herausgegebenen Lohn
struk
turerhe
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592
E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG,
3.
Aufl., N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätz
lich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bu
ndesgerichts 9C_699/2015 vom 6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
visionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.3
6.3.1
Nach Angaben der Arbeit
geberin im Arbeitgeberfragebogen vom 2
1.
Mai 2015 (Urk. 6/12)
betrug das Jahreseinkommen der Beschwerdeführerin (Stand 2015) Fr. 43'727.--, bestehend aus dem Grundlohn von Fr. 43'057.-- (inkl. 13. Monats
lohn) zuzüglich der durchschnittlichen Schichtzulagen von Fr. 670.-- jährlich. Dieser Wert ist als
Valideneinkommen
im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Ren
tenbeginns (Art. 29 Abs. 1 IVG), das heisst im Jahre 2015 heranzuziehen.
Zur Anwendung der ab 1. Januar 2018 in Kraft getretenen neuen Invaliditätsbe
messungsmethode ist dieses Einkommen auf ein vollzeitliches Pensum hochzu
rechnen.
U
nter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016, Frau
en; Stand 2015: 2686, Stand 2018: 2732
)
ergibt sich ein
Valideneinkommen
(Stand 2018) von Fr.
55'594.
80 (Fr. 43'727.
-- :
8 x 10 : 2686 x 2732)
.
6.3.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist das standardisierte monatliche Ein
kommen von
Fr. 4’300
.-- für weibliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 201
4
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1, Frauen) heranzuziehen, da kör
perlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind. Das standardisierte monat
liche Einkommen von Fr. 4’300
.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
4
von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zei
t nach Wirtschaftsabteilungen, O
8) sowie der No
minallohnentwicklung (Stand 2014
:
2673, Stand 2015: 2686, Stand 2018: 2732
) auf ein Jahresein
kommen von
Fr. 54'054.60, Stand 2015, bzw. Fr. 54'980.35, Stand 2018
hoch
zurechnen (Fr. 4’300.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2673 x 2686 bzw. 2732
). Unter Berück
sichtigung des einge
schränkten Arbeitspensums von 60 % beträgt das anzurech
nende Inva
lideneinkommen
somit Fr. 32'432.80 für das Jahr 2015.
Für das Jahr 2018 ist das Invalideneinkommen auf
Fr. 32'988.20
zu beziffern.
6.3.3
Wird das
Va
lideneinkommen
für das Jahr 2015
von Fr. 43'
72
7.-- (vgl. 6.3.1) dem Inval
idenein
kommen für das Jahr 2015
gegenübergestellt, resultiert eine Er
werbs
einbusse von Fr. 11’294.20
oder ein
Invaliditätsgrad von gerundet 26
%. Für das Jahr 2018 resultiert eine E
rwerbseinbusse von Fr. 22'606.60
oder ein Invaliditätsgrad von gerundet 41 %.
Bei einer Qualifikation von 80
%
im Erwerbsbereich tätig ergibt dies e
inen Teil
invaliditätsgrad von 20,8 % für das Jahr 2015
respektive von 32,8
%
für das Jahr 201
8.
Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad von 2
%
im Haushaltsbereich (vgl. E. 5.5) liegen sowohl der In
validitätsgrad für das Jahr 2015 (22,8 %
) als auch für das Jahr 2018 (34,8
%
) unter 40
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente besteht (vgl. E. 1.2).
6.4
Die angefochtene Verfügung vom 1
2.
November 2018 (
Urk.
2) erweist sich des
halb als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
.