# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65cedb14-ed13-4638-88be-a83f541156a7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957
,
erlitt am 1
6.
November 1998 einen Unfall
(Urk. 10/8/28) und meldete sich am 1
6.
Juni 2000 u
nter Hinweis auf eine Hyperalgesie sowie eine Hyp
erästhesie nach einer Nadelstich
verletzung des
Nervus
medianus
und des
Nervus
ulnaris
im Handgelenksbereich rechts
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/4
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2001 fest, dass die Versicherte inzwischen einer angepassten Tätigkeit nachgehen könne
, somit rentenausschliessend eingegliedert sei
und
deshalb
keine
weitere
n
berufliche
n
Massnahmen erforderlich seien (Urk. 10/23).
1.2
Die Versicherte meldete sich am
4.
Oktober 2002 unter Hinweis auf ein
en
pri
märe
n
Hyperparathyreoidismus
,
einen Status nach diversen Operationen, einen Status nach einer parazentralen Lungenembolie beidseits,
eine arterielle Hyper
tonie, eine chronische Migräne und
eine
Medianus
-
Läsion erneut bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/26). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 9. August 2004 (Urk. 10/52)
und
Einspracheentscheid
vom
2.
Februar 2005
(Urk. 10/69)
einen Rentenanspruch
,
was vom hiesigen Gericht
mit Urteil vom 1. November 2006 (IV.2005.00581, Urk. 10/82)
und vom
Bun
desgericht
mit Urteil vom 2
1.
Dezember 2007 (Urk. 10/85)
bestätigt wurde
.
1.3
Am 2
9.
Juni 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
ein
en
pri
märe
n
Hyperparathyreoidismus
, einen Status nach einer
Medianus
-
Läsion rechts
und eine chronische Depression erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/89).
Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und holte beim
Y._
in
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten
(Urk. 10/141/2-43) ein, das am 2
6.
Juni 2013 erstattet wurde
(Urk. 10/141/1)
.
Mit Verfügung vom 30.
September 2013 verneinte
sie
einen Rentenanspruch (Urk. 10/155).
1.4
Die Versicherte
meldete sich
am 1
1.
Oktober 2013
erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an und ersuchte
um Übernahme
von therapeuti
schen Massnahmen zur sozial-beruflichen Rehabilitation im Sinne von
Art.
14a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
Urk. 10/156). Am 2
5.
Februar 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ihr
Frühinter
ventionsmassnahmen
in Form von Arbeitsvermittlung gewähre (Urk. 10/161). Die IV-Stelle teilte der Versicherten
sodann
am
6.
November 2014 mit, dass die Arbeitsvermittlung abgebrochen werde, da
sie
sich angesichts ihrer gesundheit
lichen Situation nicht in der L
age sehe, die Stellensuche fortzusetzen (Urk. 10/171).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
10/186
) verneinte die IV
Stelle
mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 10/194
= Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
0.
September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
1.
Juli 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen (Urk. 1 S. 1 f. Ziff. 1-2).
Die IV
Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Oktober 2015
die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 9)
. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 27. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11
).
Die Versicherte reichte mit Eingabe vom 1
6.
November 2015 (Urk. 12) zwei Arztberichte ein (Urk. 13/1-2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.
4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
5
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung reicht die analoge Anwendbarkeit der in BGE 109 V 262 E. 4a dargelegten Rechtsprechung auf das
Neuanmel
dungsverfahren
nur so weit, als auch hier von Amtes wegen zu prüfen ist, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prü
fung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzu
stellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichtein
tretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summari
schen Begründungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin vertrat den Standpunkt (Urk. 2), dass sie, nach dem sie mit Verfügung vom 3
0.
September 2013 das Gesuch der Beschwerdeführerin abgewiesen
hatte
, den Anspruch auf eine Invalidenrente erneut geprüft habe. Gemäss medizinische
m
Gutachte
n
vom
2
6.
Juni 2013
stehe bei der Beschwer
deführerin weiterhin eine psychische Problematik verstärkt durch psychosoziale Belastungen im Vordergrund.
Es
bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in einer angepassten Tätigkeit. Eine dauerhafte und mass
gebliche, eigenständige und von psychosozialen und soziokulturellen Aspekten losgelöste, psychische Verschlechterung könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Es liege vielmehr eine andere Einschätzung des bereits gewürdigten gesundheitlichen Sachverhalts vor. Neue und bisher nicht bekannte somatische und psychische Aspekte oder Leide
n
würden nicht vorgebracht (S. 1).
Deshalb werde
das neue Leistungsbegehren ab
gewiesen
(S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
dass sie durch mehrere somatische und psychische Leiden eingeschränkt sei. Sie sei durch die rezidivierende
Nephrolithiasis
mit täglichen Nierenkoliken auf
grund
eine
s
familiären primären
Hyperparathyreoidisismus
limitiert (S.
3
Ziff. 7).
Den ärztlichen Feststellungen der behandelnden Psychiaterin folgend
sei es s
eit dem
Y._
-
Gutachten in somatischer Hinsicht
zu
eine
r
massive
n Zustandsverschlechterung gekommen
(S. 5 f. Ziff. 13-14). Auch in psychischer Hinsicht lieg
e
der behandelnden Psychiaterin folgend
eine erhebliche
Zustands
verschlechterung
vor. Die psychischen Leiden würden nicht durch psychosoziale Faktoren, sondern primär durch die somatischen Erkrankungen, verbunden mit starken Schmerzen, verursacht
(S. 6 Ziff. 16). Die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren führe zusätzlich zu einer Beein
trächtigung im Alltag,
im
Sozialleben und bezüglich
der
Arbeitsfähigkeit (S. 7 Z
iff. 17). Schliesslich werde
ihr
nicht gerecht, wenn man die einzelnen Leiden separat auf ihren Einschränkungsgrad prüfe. Es sei notwendig, eine
gesamtheit
liche
und interdisziplinäre Betrachtung aller Erkrankungen vorzunehmen. Bei
m
Y._
-Gutachten
fehle
es genau an dieser Anforderung. Bei einer solchen Betrachtungsweise sei keinerlei Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt mehr gegeben (S. 7 Ziff. 18).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich
ihr
Gesundheitszustand seit Erlass der letzten Verfügung vom 3
0.
September 2013 (Urk. 10/155) wesentlich verändert hat
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
3.
3.1
Der mit Verfügung vom 3
0.
September 2013 (Urk. 10/155) erfolgten
Vernein
ung eines Rentenanspruchs lag im Wesentlichen das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom
2
6.
Juni 2
013
(Urk. 10/141/2-43) zugrunde.
Die Ärzte des
Y._
erstatteten
ihr
Gutachten
gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff. Ziff. 2), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 16 ff. Ziff. 3.1.1
) und die
am 1
4.
und 1
5.
Mai 2013 durchgeführten allgemeininternistischen (S. 19 Ziff. 3.2), psychiatrische
n
(S. 20 ff. Ziff. 4.1),
orthopädischen (S. 25 ff. Ziff. 4.2), neurologischen (S. 31 ff. Ziff. 4.3) und
endokrinologischen
(S. 35 ff. Ziff. 4.4) Untersuchung
en
.
Die Gutachter nannten die folgenden,
hier
leicht gekürzt
angeführten
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37 Ziff. 5.1):
familiärer primärer
Hyperparathyreoidismus
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
chronische Kniebeschwerden beidse
its
vorwiegend sensible
Ulnarisneuropathie
rechts
Sie nannten die folgenden,
hier
leicht gekürzt
angeführten
Diagnosen ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37 f. Ziff. 5.2):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Status nach Verletzung des
Nervus
medianus
1999
Migräne mit Aura
chronische Handbeschwerden rechts mehr als links
konstitutionell vermehrte
Bandlaxizität
arterielle Hypertonie
Status nach
parezentralen
Lungenembolien beidseits 2
7.
August 2002 / orale Dauerantikoagulation
Die Gutachter führten unter anderem aus, die
Beschwerdeführerin verfüge zwar über eine abgeschlossene Ausbildung zur Maschinenzeichnerin, habe jedoch in der Vergangenheit in verschiedensten Tätigkeiten (Laborbau,
Maschinenzeich
nerin
,
Garderobière
, Schneiderin, Wäscherin, Büglerin,
Löterin
, Bürotätigkeiten, Flugzeugreinigung und Fertigung von Herzkathetern) gearbeitet. Eine ange
stammte Tätigkeit sei somit kaum zu definieren, sodass sie sich im Folgenden auf d
ie Beschreibung des Tätigkeitprofils
beschränken würden (S. 38 f. Ziff. 6.2).
Aus
endokrinologischer
Sicht
liege für sämtliche Tätigkeiten eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von maximal 30 % vor. Aus internistischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Aus orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der chronischen Kniebeschwerden beidseits keine zumutbare Arbeits
fähigkeit für kniebelastende Tätigkeiten. Hingegen seien der Beschwerdeführerin sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten unter
Wechselbe
lastung
ohne Notwendigkeit des Gehens auf unebenem und ste
ilem Grund und ohne wiederholte
Einnahme
kniender und hockender Position
uneingeschränkt zumutbar.
Aus neurologischer Sicht bestehe
sodann
aufgrund der Beschwerden im Bereich der rechten Hand für sämtliche Tätigkeiten eine Leistungseinbusse von 20 %. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich
schliesslich
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. In der internistischen Konsensbesprechung seien die beteiligten Gutachter zum Schluss gekommen, dass bei der Beschwerde
führerin für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne vorwiegend manuelle Belastung der rechten Hand, ohne Notwendigkeit des Gehens au
f unebenem oder steilem Terrain und
ohne auf den Knien zu verrich
tenden Anteile, eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Das Pen
sum könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbeda
rf von 10
15 Minuten pro Stunde
und leicht reduziertem Rendement. Die Ein
schränkungen der verschiedenen Fachrichtungen würden sich ergänzen, sich jedoch nicht addieren, da die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen zur Erholung genutzt werden könnten. Sämtliche andere, insbesondere kör
perlich schwere Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin hingegen nicht zugemutet werden (S. 39 f. Ziff. 6.2).
Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Begutachtung angegeben, sich auf
grund ihrer Beschwerden keine berufliche Tätigkeit vorstellen zu können. Aus gutachterlicher Sicht könne es ihr jedoch zugemutet werden, die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um in einer dem körperlichen Leiden adap
tierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in die Realität umzusetzen (S. 40 Ziff. 6.5).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
Juli 2013 (Urk.
10/146/7) aus, dass aus medizinischer Sicht dem
Y._
-Gutachten gefolgt werden könne. Die medizinischen Massnahmen seien auf die Erhaltung der 70%igen Arbeitsfähigkeit gerichtet, eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei nicht zu erwarten.
3.3
Den Invaliditätsgrad ermittelte die Beschwerdegegnerin
sodann
anhand eines Einkommensvergleiches.
Sie ging dabei davon aus, dass der Beschwerdeführerin
ihre angestammte Tätigkeit als
Bestückerin
aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch zu 70 % eines 100%-Pensums zumutbar sei. Die ange
stammte Tätigkeit entspreche somit einer angepassten Tätigkeit.
Das
Validen
einkommen
ermittelte die Beschwerdegegnerin
aufgrund des Jahreseinkommens
im 2011
gemäss dem Ausz
ug aus dem
individuellen Konto
der Beschwerde
führerin
. Da die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt in einem 50%-Pensum tätig war, rechnete die Beschwerdegegnerin das Einkommen unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung auf ein 100%-Pensum auf.
Das
Invaliden
einkommen
ermittelte sie unter Annahme einer 70%igen Arbeitsfähigkeit gestützt auf das
Valideneinkommen
. Die Beschwerdegegnerin errechnete so einen eine Rente ausschliessenden Invaliditätsgrad von 30 % (Urk. 2 S. 1 f., vgl. Urk. 10/146/8).
4.
4.1
Dr. med.
B._
, Facharzt für Kardiologie und für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 9.
März 2012
(Urk. 10/174/10-12 =
Urk.
10/184/10-12) die folgenden, hier leicht gekürzt angeführten Diagnosen (S. 2 oben):
unklare thorakale Beschwerden, wahrscheinlich vegetative Herzbe
schwerden, strukturell und funktionell normales Herz
Status nach parazentralen Lungenembolien beidseits am 27. August 2002
primärer
Hyperparathyreoidismus
chronische
Migraine
accompagnée
primäres Raynaud-Syndrom
Es könne von einem unveränderten Befund wie vor sechs Jahren ausgegangen werden, als sich in der
Dobutamin
-Stressechokardiographie keine Hinweise für eine
hämodynamisch
relevante Stenose eines grösseren
epikardialen
Koronar
gefässes gefunden hätten. Echokardiographisch weise die 54-jährige Beschwer
deführerin weiterhin ein strukturell normales Herz auf, so dass in Anbetracht der unauffällig ausgefallenen Untersuchungsbefunde eine prognostisch günstige Situation bestehe, welche ein exspektatives weiteres Vorgehen zulasse (S. 3 oben).
4.
2
Im Bericht
der Ärzte
des
C._
, Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin, vom
3.
Mai 201
3
(Urk. 10/184/8-9
=
Urk.
13/2
) wurde ausgeführt, dass gleichentags eine Abdomen-Sonographie durchgeführt worden sei. Grössenmässig seien beide Nieren regelrecht dargestellt ohne Hinweis auf
Nierenstauung beidseits. Es sei eine 2 cm messende kortikale Zyste in der Pars
intermedia
der linken Niere nachgewiesen worden. Es bestehe eine
Nephrolithiasis
rechts, ein kleines, 7 mm messendes, schallschattengebendes Konkrement am unteren Pol der rechten Niere. Es bestünden keine Hinweise auf eine
Nephrolithiasis
links. Es bestehe eine
subkapsulär
gelegene, 3 cm messende Leberzyste im Lebersegment VI, diese
sei
aufgrund eines schriftlichen Befundes vom Dezember 2003 unverändert.
4.3
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom 1
0.
Dezember 2013 (Urk. 10/174/9) aus, dass sie die Beschwerdeführerin von Juni 2011 bis Dezember 2013 ambulant behandelt habe. Sie nannte die folgenden Diagnosen:
depressives Zustandsbild mit Erschöpfung und Schmerzen (rechte Hand) auf dem Boden einer bekannten Verletzung des Nervs und einer kombi
nierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
Mobbing am letzten Arbeitsplatz, „Burn-out Syndrom“ (ICD-10 Z63.0, Z73.0)
Die Beschwerdeführerin habe die ganze Behandlungszeit über unter Erschöpfung gelitten, unter wechselnd starken Schmerzen am Handgelenk rechts nach einer Nervenverletzung bei einer Venenpunktion vor Jahren. Zusätzlich habe sie unter phasenweise sehr starken Belastungen gelitten, auch unter Disharmonien mit dem Ex-Ehemann und unter der prekären, wirtschaft
lich-finanziell ungewissen Situation durch die Kündigung vom letzten Arbeits
platz, der erneuten IV-Anmeldung und der Begutachtung.
4.
4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Hausarzt der Beschwerdeführerin, führte in seinem Bericht vom 2
8.
August 2014 (Urk. 10/166) aus, dass eine schwere Reduktion des Allgemeinbefindens mit zunehmender gesundheitlicher Verschlechterung vorliege. Ab August 2014 bestehe eine totale Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten. Die Leistungs- und Belastungsunfähigkeit beziehe sich auch auf soziale Verpflich
tungen wie Bewerbungsschreiben.
4.
5
Im Bericht
der Ärzte
des
C._
, Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin, vom 1
1.
September 2014 (Urk. 10/174/8) wurde ausgeführt, dass gleichentags ein MRI des Schädels der Beschwerdeführerin
erstellt
worden sei, da sie seit über vier Wochen Gesichtsschmerzen links im Bereich Trigeminus habe. Es liege eine Sinusitis
maxillaris
links mit teils
polypoider
Schleimhautverdickung vor.
4.
6
Dr.
E._
nannte in seinem Bericht vom 1
6.
November 2014 (Urk. 10/174/6-7) die folgenden
,
hier
leicht gekürzt
angeführten
Diagnosen (S. 1
unten
):
depressive Entwicklung bei asthenischer Persönlichkeit, Erstdiagnose 2005
primärer
Hyperparathyreoidismus
Status nach parazentralen Lungenembolie beidseits 2
7.
August 2002
Status nach iatrogener
Medianus
-Läsion rechts 1
6.
November 1998 (venöse Blutentnahme)
arterielle Hypertonie Juni 2002
chronische
Migraine
accompagné
e
p
rimäres Raynaud-Syndrom April 19
99
F._
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich verschlechtert
(S. 1 Mitte)
.
Die diversen Krankheitsbilder der Beschwerdeführerin seien seit
Jahr
zenten
bekannt, fachärztlich bestätigt, stark invalidisierend und auch im Alltag und im Berufsleben einschränkend. Trotz guter Motivation und
Therapiewillig
keit
bestehe eine ungenügende somatische und psychische Belastbarkeit, sowohl im Alltag wie auch im Berufsleben, aber auch beim Versuch einer beruflichen Integration (S. 2 oben). Die Prognose sei schlecht (S. 2 unten).
4.
7
Med.
pract
.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom
6.
März 2015 (Urk. 10/178
= Urk. 10/180
) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit August 2014
alle ein bis zwei Wochen psychiatrisch-psychotherapeutisch
behandle (Ziff. 1.2
, 1.5
). Sie nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.31), seit zirka 15 Jahren
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), rezidivierende depressive Stö
rung mittel- bis
schwergradig
seit zirka 3.5 Jahren
rezidivierende
Nephrolithiasis
mit zirka täglichen Nierenkonflikten auf
grund familiäre
n
primären
Hyperparathyreoidismus
(Status nach
Parathyreoidektomie
1997)
Ulnarisneuropathie
rechts bei
Status nach Verletzung
Nervus
m
edianus
1998
Migräne seit 1966
arthrotische
Veränderungen beider Knie- und Fussgelenke
Sensibilitätsstörung rechts Fuss mit ausstrahlenden Schmerzen
chronische Rückenschmerzen
arterielle Hypertonie
Status nach Lungenembolie 2002 mit Dauerantikoagulation
Seit 2011 sei es der Beschwerdeführerin zunehmend psychisch schlechter gegangen, sie habe mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere den häufig auftretenden Nierenkoliken, kaum mehr umgehen können. Beson
ders belastend sei auch ihre Lebenssituation, so könne sie sich neben den Kosten für Versicherungen, Miete et
cetera
kaum mehr Nahrungsmittel leisten, so dass sie sich seit einigen Jahren
auch fehlernähre
. Sie sei auf Zuwendungen von Familie und Bekannten angewiesen. Sie wolle nicht zum Sozialamt, da sie die formalen Anforderungen an sie nicht mehr erledigen und ertragen könne. Sie verlasse kaum noch das Haus und habe oft Suizidgedanken und
Sterbe
wünsche
.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine ausgeprägte depressive Reaktion der Beschwerdeführerin auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen und
Schmerz
symptomatik
chronifiziert
und könne weder psychotherapeutisch noch medika
mentös so gebessert werden, dass sie eine verwertbare
Leistung auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt erbringen könnte, zumal ihre allgemeine gesundheitliche Situation in den letzten Jahren nicht mehr signifikant habe verbessert werden können. Eine psychiatrische Behandlung könne der Beschwerdeführerin nur helfen, ihren Alltag gemäss ihren gesundheitlichen Einschränkungen besser zu bewältigen. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Vollberentung erf
orderlich (Ziff. 1.4).
In der angestammten Tä
tigkeit als Maschinenzeichnerin beziehungsweise
technische Zeichnerin bestehe seit mindestens drei Jahren e
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Die kognitive Leistungsfähigkeit und psycho
physische Anpassungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei so eingeschränkt, dass keine verwertbare Leistung in ihrem Beruf oder insgesamt auf dem allge
meinem Arbeitsmarkt erbracht w
erden könne
(Ziff. 1.7).
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für den allgemeinen Arbeitsmarkt sei aufgrund der plau
siblen anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und nach Studium ihrer somatischen Arztbefunde seit mindestens drei Jahren aus psychiatrischer Sicht nicht gegeben, könne ihrerseits jedoch nicht schlüssig beurteilt werden, da die Beschwerdeführerin erst seit August 2014 in ihrer Praxis behandelt werde.
Somit sei z
umindest seit August 2014 keinerlei Arbeitsfähigkeit aus ihrer Sicht mehr zu erwarten (S. 5 Mitte).
Aus psychiatrischer Sicht sei seit mindestens drei Jahren eine Berentung der Beschwerdeführerin erforderlich (Ziff. 1.11).
4.
8
Dr.
E._
nannte in seinem Bericht vom 2
2.
März 2015 (Urk. 10/184/5-7) die gleichen Diagnosen wie in seinem Bericht vom 1
6.
November 2014 (S. 1
unten
, vorstehend
E. 4.2
).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich
jedoch
verschlechtert (S. 1 Mitte).
Es bestehe eine asthenische Persönlichkeit
mit starker depressiver Entwicklung. Die Beschwerdeführerin lebe in einer eigenen Welt und habe Schwierigkeiten mit den üblichen sozialen Strukturen. Ihr erster
Mann sei Alkoholiker gewesen, der zweite ein destabilisierter
H._
und die dritte Beziehung sei erneut ein randständiger
I._
und auch durch diesen lasse sie sich unwürdig ausnützen. Ihre Depression mit Arbeitsunfähigkeit führe zu massiver sozialer Desintegration. Die Beschwerdeführerin habe bei allen ihr bekannten Institutionen nur Negatives erlebt. Sie werde als Opfer ihres Schicksals von unserer Gesellschaft und von den zuständigen Behörden alleine gelassen (S. 2 oben).
Die Beschwerdeführerin leide weiterhin an der bekannten hormonellen Veränderung des primären
Hyperparathyreoidismus
. Die
Nephro
lithiasis
führe zu wöchentlichen Steinabgängen mit Nierenkoliken und bekann
ter Makrohämaturie. Sie sei auf regelmässige Analgesie und Hydratation ange
wiesen. Bei einem Status nach parazentralen Lungenembolien und einem Status nach tiefer Beinvenenthrombose sei die allgemeine körperliche Belastbarkeit infolge reduzierter Kondition und Reduktion der maximalen Kraft reduziert. Ein Teil der Beschwerden sei am ehesten
muskuloskelettal
, verursache
aber
trotzdem einen hohen Leidensdruck. Es sei keine berufliche Tätigkeit machbar und die Prognose sei schlecht (S. 2).
4.
9
Dr.
A._
, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom
1.
April 2015
(Urk. 10/185/5-6) aus,
dass im hausärztlichen Bericht von
Dr.
E._
vom März 2015 und
den Beilagen
verglichen mit der
Y._
-Begutachtung vom 2
6.
März 201
3
keine neuen nicht
bereits beur
teilten Aspekte dargelegt worden seien
.
Gemäss psychiatrischem Bericht von med.
pract
.
G._
werde
rückwirkend eine seit mindestens drei Jahren bestehende 100%ige
und dauerhaft fortbestehende
Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen, diese Aussage werde dann relativiert und eine Arbeitsunfähigkeit seit Behandlungsaufnahme im August 2014 ausgewiesen (S. 5 Mitte). Die RAD-Ärztin kam zum Schluss,
dass weiterhin
für eine Einschränkung der bisher beurteilten 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeiten gemäss
Y._
-Gutachten vom 2
6.
Juni 201
3
eine psychische Problematik
getriggert
durch psychosoziale Belastungen im Vordergrund stehe
.
Eine dauerhafte und massge
bliche, eigenständige und von psychosozialen und soziokulturellen Aspekten losgelöste, psychische Verschlechterung könne nicht nachvollzogen werden und müsse als sehr fraglich beurteilt werden. Es liege vielmehr eine andere Ein
schätzung des bereits gewürdigten gesundheitlichen Sachverhaltes vor, wobei die aktuell und neu seit August 2014 behandelnde Psychiaterin eine
Gesamt
einschätzung
vornehme und dabei somatische, psychische und psychosoziale Aspekte ins Feld führe und sich massgeblich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stütze. Neue und bisher nicht bekannte somatische und psychisch
e Aspekte und oder Leiden seien
nicht vorgebra
cht
worden
(S. 6 oben).
4.
10
Med.
pract
.
G._
führte in ihrem
ergänzenden
Bericht vom
9.
September 2015
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
(Urk. 3)
aus, dass das Leiden der Beschwerdeführerin aufgrund der deutlichen Häufung von Nierenko
liken und vermehrten Nierensteinbildungen, die sie nahezu täglich über mehrere Stunden schon im Alltag beeinträchtigten würden, allein schon aus medizini
scher Sicht zu 100 % invalidisierend sei (S. 2 Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin sei von vielen, teilweise invalidisierenden und belastenden chronischen Erkran
kungen betroffen, die nicht einzeln für sich im Hinblick auf eine Invalidisierung betrachtet werden könnten. Ihre Erkrankungen würden einem komplexen, inva
lidisierenden Erkrankungsmuster entsprechen, welches
gesamtheitlich
betrachtet werden müsse, um ihre Invalidität festzulegen. Bei
gesamtheitlicher
Betrachtung all ihrer Erkrankungen sei
keine Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeits
markt mehr gegeben.
Sämtliche möglichen Bereiche seien in irgendeiner Form vom Tätigkeitsprofil her von einer der Erkrankungen beziehungsweise Ein
schränkungen betroffen. Es sei unumgänglich, die Invalidität der Beschwerde
führerin interdisziplinär im Hinblick auf die Komplexität ihrer
Invalidisierungs
ursachen
zu betrachten, um ihre Invalidität abzuschätzen. Dies sei bisher nicht ausreichend berücksichtigt worden (S. 2 f. Ziff. 5).
4.
11
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom
4.
November 2015
(Urk. 13/1
)
aus, dass es je nach Aktivität der
Urolithiasis
zu mehrfachen stündlichen Koliken über mehrere Tage oder Wochen
komme
. Im besten Fall sei die Beschwerdeführerin eine Woche beschwerdefrei, was aber eine Seltenheit sei. Er habe
eigens aufge
nommene
Fotographien von kontrollierten und gesiebten „Monatsdosen“
bei
gelegt, auf welchen 30
-100 Steine pro Monat ersichtlich seien (S. 1 unten). Die Prognose sei unverändert schlecht. Die letzten Jahrzehnte hätten bewiesen, dass die Beschwerdeführerin an einer ernsthaften inoperablen Krankheit leide. Trotz regelmässiger Wasserzufuhr habe sie diverse typische und lebensbedrohliche Komplikationen erlebt: parazentrale Lungenembolien, Unterschenkel-Thrombo
sen, Ruptur der ableitenden Harnwege (S. 2 Mitte).
5.
5.1
Der rechtskräftigen Leistungsablehnung vom 3
0.
September 2013 (Urk. 10/155) lag im Wesentlichen das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom Juni 2013 zugrunde, in welchem ein familiärer primärer
Hyperparathyreoidismus
, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, chronische Kniebeschwerden beidseits sowie
eine
vorwiegend sensible
Ulnarisneuropathie
rechts mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurden.
Zudem wurde eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
, ein
Status nach Ver
letzung des
Nervus
medianus
, eine
Migräne mit Aura
,
chronische
Handbe
schwerden
rechts mehr als links
, eine
konstitutionell vermehrte
Bandlaxizität
, eine
arterielle Hypertonie
sowie ein
Status nach
parezent
ralen
Lungenembolien ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert.
Die Gutachter
attes
tierten der Beschwerdeführerin
sodann
eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfä
higkeit für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne vorwiegend manuelle Belastung der rechten Hand, ohne Notwendigkeit des Gehens auf unebenem oder steilem Terrain
und
ohne auf den Knien zu verrich
tenden Anteile
(vorstehend E. 3.1).
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung lagen
einerseits
die Berichte vo
n Dr.
E._
vom August 2014, November 2014 und März 2015
(vorstehend E. 4.4, 4.6 und 4.8)
sowie die Berichte von
Dr.
B._
vom März 2012
(vorste
hend E. 4.1)
, von
Dr.
D._
vom Dezember 2013
(vorstehend E. 4.3)
,
der Ärzte
des
C._
vom September 2014 und Mai 2015
(
vorstehend E. 4.2
und 4
.
5
)
vor
.
Dr.
E._
diagnostizierte
im März 2015
eine depressive Entwicklung bei asthenischer Persönlichkeit, ein
en
primäre
n
Hyperparathyreoidismus
, einen Status nach parazentralen Lungenembolie beidseits, einen Status nach iatrogener
Medianus
-Läsion rechts, eine arterielle Hypertonie, eine chronische
Migraine
accompagnée
sowie ein
en
primäre
n
Raynaud-Syndrom, ohne jedoch die Auswirkungen der einzelnen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin näher auszuführen. Er attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend
E.
4.
8
). Andererseits lag
der Bericht von med.
pract
.
G._
vom März 2015
vor, in welchem sie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, eine rezidivierende
Nephrolithiasis
mit zirka täglichen Nierenkonflikten aufgrund familiärem primären
Hyperparathyreoidismus
, eine
Ulnarisneuropathie
rechts bei Status nach Verletzung
des
Nervus
m
edianus
, eine Migräne,
arthrotische
Veränderungen beider Knie- und Fussgelenke, eine
Sensibi
litätsstörung
des rechten
Fuss
es
mit ausstrahlenden Schmerzen, chronische
Rückenschmerzen, eine arterielle Hypertonie
und
einen Status nach einer Lungenembolie
mit
Dauerantikoagulation mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit diagnostizierte.
Sie attestierte der Beschwerdeführerin eine
seit mindes
tens drei Jahren bestehende 100
%ige Arbeitsunfähigkeit, relativierte diese dann jedoch dahingehend, dass diese
zumindest seit Behandlungsbeginn im August 2014 bestehende
(vorstehend E. 4.
7
)
.
5.2
In
den
hausärztlichen
Berichten
von
Dr.
E._
und den
weiteren
Berichten
sind
verglichen mit der
Y._
-Begutachtung vom
Juni
201
3
keine neuen nicht bereits beurteilten Aspekte dargelegt worden
.
Auch
die
d
ie
Beschwerdeführerin seit August 2014
behandelnde Psychiaterin med.
pract
.
G._
diagnostizierte in etwa die gleichen Leiden wie im
Y._
-Gutachten, war jedoch im Gegensatz zu den
Y._
-Gutachter
n
der Ansicht, dass alle Diagnosen einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
So war sie der
Meinung
, dass für den allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund der plausiblen anamnestischen Angaben der Beschwer
deführerin und nach Studium ihrer somatischen Arztbefunde keine Arbeitsfä
higkeit bestehe. Die Psychiaterin nahm dabei eine Gesamteinschätzung vor und führte somatische, psychische und psychosoziale Aspekte
auf
(vorstehend E. 4.
7), womit sie ihr Fachgebiet verliess.
Der
RAD-Ärztin
folgend
ergibt sich a
us den Berichten von
Dr.
E._
und
m
ed.
pract
.
G._
,
dass
seit der
Y._
-Begutachtung im
Juni
2013 weiterhin eine psychische Problematik ausgelöst durch psychosoziale Belastungen im Vordergrund steht. Eine dauerhafte und massgebliche, eigenständige und von psychosozialen und soziokulturellen Aspekten losgelöste,
Verschlechterung
des
psychische
n Gesundheitszustands
konnte nicht nachgewiesen werden (
vorstehend E. 4.
9
).
Bei der Beurteilung
durch die
behandelnde Psychiaterin handelt es sich vielmehr um eine
revisionsrechtlich unbeachtliche
andere Einschätzung des bereits gewürdigten gesundheitlichen Sachverhaltes, wobei sie sich massgeblich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützte. Ihre Einschätzung
, wonach die Beschwerdeführerin zu berenten sei,
bestätigt exemplarisch die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen)
.
Es wurden
keine neuen und bisher nicht bekannte somatische und psychische Aspekte und oder Leiden vorgebracht
, weshalb
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
vor
liegt
.
5.3
Daran ändert auch der
nac
h Verfügungserlass eingereichte
Bericht
von med.
pract
.
G._
vom September 2015 nichts.
Die behandelnde Psychiaterin
bemängelte
,
dass
die Invalidität der Beschwerdeführerin bisher nicht ausrei
chend interdisziplinär betrachtet worden
sei
(vorstehend E. 4.
10
).
Im Rahmen der
Y._
-Begutachtung im Juni 2013 fand eine allgemeininternistische, psychiatrische, orthopädische, neurologische und
endokrinologische
Untersuchung wie auch Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in jeder einzelnen Fachrichtung
statt. In der internistischen Konsensbesprechung kamen die Gutachter
sodann
zum Schluss, dass eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne vorwiegend manuelle Belastung der rechten Hand, ohne Notwendigkeit des Gehens auf unebenem oder steilem Terrain und ohne auf den Knien zu verrichtenden Anteile bestehe.
Die Einschränkungen der verschiedenen Fachrichtungen würden sich ergänzen, sich jedoch nicht addieren (vorstehend E. 3.1). Somit fand entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2) und der behandelnden Psychiaterin eine
gesamtheitliche
und interdisziplinäre Betrachtung aller Erkrankungen statt.
5.4
Auch der nach Verfügungserlass eingereichte Bericht
von
Dr.
E._
vom November 2015
(vorstehend E. 4.
11
) vermag daran ni
chts zu ändern. Denn dieser Bericht des Hausarztes legt keine neuen nicht bereits beurteilten Aspekte dar, die nicht bereits berücksichtigt worden wären.
5.5
Aus
den obigen Ausführungen
folgt,
dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im Juni 2013 nicht wesentlich ver
ändert hat. Der Beschwerdeführerin ist daher weiterhin eine 70%ige Arbeitsfä
higkeit
für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne vorwiegend manuelle Belastung der rechten Hand, ohne Notwendigkeit des Gehens auf unebenem oder steilem Terrain und ohne auf den Knien zu verrich
tenden Anteile
zumutbar
(vgl. vorstehend E. 3.1). Die
Beschwerdegegnerin
hat
den Anspruch auf eine Rente
somit zu Recht verneint.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf
Fr. 8
00.-- anzusetzen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der u
nterliegenden Beschwerdeführerin
aufzu
erlegen.