# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2dfa44fb-3dbc-40c0-9d5b-7b39621e63a4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1971, arbeitete zuletzt ab 1. November 2006 bei der Y. AG in Z._ als Produktionsmitarbeiterin (Urk. 6/3, Urk. 6/9). Am 31. Januar 2012 (Urk. 6/3) meldete sie sich unter Hinweis auf Schmerzen in der Halswirbelsäule mit Ausstrahlung in die Arme zum Bezug von IV-Leistungen an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte Ab
klärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/27) verneinte sie mit Verfügung vom 15. Mai 2013 (Urk. 6/43) einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Mit Urteil vom 19. März 2014 (Urk. 6/54
) hob das hiesige Gericht
die Verfügung vom 15. Mai 2013 in
Gutheissung der dagegen
gerichteten Beschwerde (Urk. 6/46/3-4
) auf und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen und neuer Entscheidung
über den Rentenanspruch
an die IV-Stelle zurück
(Prozess IV.2013.00550)
.
Die IV-Stelle
gab daraufhin in der
Medizinischen Abklärungsstelle A._ ZVMB GmbH (MEDAS A._) ein interdisziplinäres Gutachten
in Auftrag, welches
am 10. August 2015 erstellt wurde (Urk. 6/78). Mit Vorbescheid vom 30. September 2015 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/81)
.
Nachdem die Versicherte mittels mehrerer Eingaben und Beilagen Einwand erhoben hatte (vgl. Urk. 6/82 und Urk. 6/84 - Urk. 6/89), holte die IV-Stelle eine Stellungnahme bei der MEDAS A._ ein (Urk. 6/97). Nach weiterem Einwand mit Beilagen (vgl. Urk. 6/99 - Urk. 6/102) wies die IV-Stelle den An
spruch der
Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung mit Verfü
gung vom 10. März 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._ am 27. April 2017
Beschwerde und beantragte
(Urk. 1 S. 2)
, d
ie angefochtene Verfügung vom 10. März 2017 sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab September 2012 eine ganze, ab Oktober 2013 eine halbe und ab Oktober 2015 fortdauernd eine Dreiviertelsrente auszurichten.
Die IV-Stelle schl
oss mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2017
(
Urk. 5
) auf Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin am 16. Juni 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk. 7
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
-
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141
V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2.2
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditäts
-
bemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetz
-
mässigen Versi
cherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Re
gelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikato
ren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Aner
kennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
leistungsabweisende
Verfügung damit, dass
aufgrund der medizinischen Abklärungen, die nach dem Urteil des Sozial
versicherungsgerichts vom 19. März 2014 erfolgten, die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Produktmitarbeiterin zu 90 % arbeitsfähig sei. Die Einschränkung von 10 % ergebe sich aus psychiatrischer Sicht. Im Februar 2012 habe bei der Beschwerdeführerin eine Operation (mikrochirurgische De
kompression) stattgefunden. Dieser Eingriff habe nicht zu einer langandauern
den Arbeitsunfähigkeit geführt und die mittelgradige depressive Episode im Jahr 2013 sei gut behandelbar und nur vorübergehend gewesen. Ein invalidisieren
der Gesundheitsschaden sei damit nicht ausgewiesen (Urk. 2).
2.2
Demgegenü
ber stellte sich die
Beschwerdeführer
in
zur Hauptsache auf den Stand
punkt
(Urk. 1)
,
sie leide seit Jahren an einer psychischen Störung (mittel
gradige depressive
Episode
n) und sei deswegen fortdauernd in psychiatrischer Behandlung. Eine Steigerung des Arbeitspensums über 50 % hinaus sei nicht realistisch (S. 4). Die im MEDAS-Gutachten diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung, insofern eine solche vorliege, sei nicht überwindbar. Ausser
dem hätte ein solches Krankheitsbild nach dem neuen strukturierten Beweis
verfahren abgeklärt werden müssen, was nicht erfolgt sei (S. 5 f.).
Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Medizinischen Zentrum C._, habe in seiner Stellungnahme festgehalten, dass anlässlich der MEDAS-Begutachtung die Äusserungen durch die Dolmetscherin nicht richtig übersetzt worden seien. Auch sei der psychopa
thologische Befund im Gutachten beschönigend dargestellt worden, und insge
samt sei das MEDAS-Gutachten oberflächlich, falsch und in den diagnostisc
hen Beurteilungen unvollständig (S. 9 f.). Demgegenüber seien die Arztberichte von Dr. B._ in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und überzeugend (S. 11).
Den behandelnden Ärzten und den Schilderungen des Arbeitgebers zufolge ent
spreche ihre aktuelle Tätigkeit einer leidensangepassten Arbeit und sie schöpfe ihre Restarbeitsfähigkeit vollumfänglich aus. Bei der Bestimmung des Invali
deneinkommens sei deshalb vom tatsächlich erzielten Lohn auszugehen (S. 20). In Gegenüberstellung zum Valideneinkommen resultiere daraus ein Invaliditäts
grad von 54 % bzw. 64 %, weshalb, nachdem sie ab dem 14. November 2011 fortdauernd zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, ihr mit Wirkung ab Septem
ber 2012 eine ganze, ab Oktober 2013 eine halbe und nach Lohnreduktion ab Oktober 2015 fortdauernd eine Dreiviertelsrente auszurichten sei (S. 21).
3.
3.1
Am 10. August 2015
erstattete die MEDAS
Bern
das bei ihr
von der Beschwerde
gegnerin
in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gu
tachten (Urk. 6/78). Die Experten (Dr. med. D._
,
Fachärztin für Neurologie, Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin, Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Dr. med. G._, Facharzt für Neurochirurgie FMH)
stützten sich
auf die IV-Akten (S. 4
ff.) und auf die von ihnen im Rahmen ihrer Untersuchungen
vom 30. April, 1. und 22. Mai 2015 erhobenen Befunde (S. 15
ff.). Sodann hielten sie
aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin und mittels einer Dolmetscherin
die Familien-, Sozial- und Berufsanamnese, den Ta
gesablauf (S. 11-15
) sowie
die geklagten Leiden fest (vgl. insbesondere S. 17 und S. 21
).
3.2
Folgende Diagnosen mit „Relevanz“ für die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wurden im Gutachten aufgeführt (S. 24):
-
Leichte somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45.4
-
Nicht näher bezeichnete Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit kör
perlichen Störungen ICD-10 F59
Als Diagnosen ohne „Relevanz“ für die Arbeitsfähigkeit wurden festgehalten:
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression eines Arnold-Chiari-Syn
droms mit zervikaler Syringomyelie am 12. Februar 2012 ohne neu
rologische Ausfälle
-
Cervico-Brachialgie rechts ohne neurologisch fassbare Ausfälle
-
Episodische Migräne ohne Aura
-
Hypertonie, Erstdiagnose im Februar 2013
-
Status nach tiefer Beinvenenthrombose im März 2009
-
Adipositas Grad l
-
Persönlichkeitsakzentuierung
ICD-10
Z73.1
3.3
Die neurologische T
eilgutachterin hielt fest (S. 30 f.
),
während der gesamten Untersuchungsdauer sei die Beschwerdeführerin im klinischen Eindruck voll
umfänglich orientiert gewesen und es hätten sich keine Hinweise für Müdigkeit, raschere Ermüdbarkeit oder Fluktuationen der Vigilanz ergeben und es sei keine Interferenzanfälligkeit zu beobachten gewesen. Die Aufmerksamkeit und Kon
zentration hätten nach klinischem Eindruck der Kapazität entsprochen, die ge
mäss dem biographischen Hintergrund zu erwarten gewesen sei. Hinweise für konsistente Gedächtnis-Störung, für Aphasie, Apraxie oder Agnosie hätten sich keine ergeben. Vergleiche man die im Dossier vorliegenden Befunde mit den jetzt erhobenen, so lasse sich feststellen, dass eine Symptomatik in Form von Armschmerzen, Schwellung und Blaufärbung der Finger mit Kältegefühl und Kraftlosigkeit, insbesondere der Finger IV und V rechts nicht mehr erwähnt werde. Ganz im Vordergrund stehe aktuell die Kopfschmerzsymptomatik, die sich etwas über den Halswirbelsäulenbereich bis in Richtung der rechten Schul
ter ausweite. Alle anderen erhobenen Befunde seien regelrecht. In der Vergan
genheit seien auch EEG (
Elektroenzephalografie
), SSEP (
Somatosensibel evo
zierte Potentiale
)
und MEP (
Motorisch evozierte Potenziale
) unauffällig gewe
sen, sodass auch zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen werden könne, dass die Operation des Arnold-Chiari-Syndroms mit zervikaler Syringomyelie im Februar 2012 erfolgreich verlaufen sei und eine relevante Restsymptomatik nicht mehr bestehe. Es sei ausserdem von einer Migräne ohne Aura auszugehen, die zu vorübergehender Einschränkung der Leistungsfähigkeit und kurzzeitig auch zu (einem Tag) Arbeitsunfähigkeit führen könne. Eine dauerhafte Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit lasse sich daraus jedoch nicht ableiten.
Aus neurologischer Sicht ergebe sich ein Belastungsprofil für leichte bis mittel
schwere körperliche Tätigkeiten ohne permanente Zwangshaltung, ohne perma
nente Überkopfarbeiten, ohne einseitige Belastung des rechten Armes und der rechten Hand. Als Produktionsmitarbeiterin bestehe aus rein neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bei einem Pensum von 8.5 Stunden.
3.4
Der internistische Teilgutachter gab an (S. 35), es bestehe ein Status nach tiefer Beinvenenthrombose im März 2009. Seit dieser Zeit seien keine weiteren Thrombosen aufgetreten und keine Beschwerden mehr angegeben worden. Die Zirkulation peripher arteriell und peripher venös sei ungestört. Seit ca. Februar 2013 sei eine Hypertonie bekannt. Die Messung des Blutdrucks erfolge regelhaft durch den Hausarzt. Einschränkungen von Seiten der Hypertonie seien nicht geschildert und es seien keine kardialen Dekompensationszeichen vorhanden. Aus rein internistischen Gründen sei die Beschwerdeführerin zu 100 % leis
tungsfähig bei einem täglichen Zeitpensum von 8.5 Stunden.
3.5
Aus neurochirurgischer Sicht hielt der Fachexperte fest (S. 39), die recht gut Deutsch sprechende Beschwerdeführerin sei von einer Dolmetscherin begleitet worden, die jedoch nur selten und bei Bedarf sich im Gespräch habe äussern müssen. Die Beschwerdeführerin sei allseitig gut orientiert, freundlich und äussere sich spontan. Es bestehe eine gute Kooperation bei der Befragung und Untersuchung und es seien keine Anhaltspunkte für Aggravation oder Simula
tion vorhanden. Aus neurochirurgischer Sicht ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine aktuelle depressive Verstimmung. Gesamthaft gesehen habe die Be
schwerdeführerin in der Untersuchung keinen leidenden Eindruck hinterlassen. Von der operativen Dekompression und Duraplastik cranio-cervical bei Arnold-Chiari-Syndrom habe sie sich vollständig erholt. Die bereits vor dem Eingriff bekannten Kopfschmerzen, im Sinne einer Migräne ohne Aura, und auch die inkonstanten und nicht typischen Cervico-Brachialgien rechts ohne radikuläre oder peripher neurologische Ausfälle, könnten nicht der operierten Missbildung angelastet werden.
Aus neurochirurgischer Sicht ergebe sich folgendes Fähigkeitsprofil respektive folgende Arbeitsfähigkeit: Die Beschwerdeführerin sollte in ihrem heutigen Be
ruf und bei der bereits ideal angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeiten. Aus neu
rochirurgischer Sicht seien somit weitere berufliche Massnahmen nicht indiziert und retrospektiv sei die Wiederaufnahme der Tätigkeit spätestens ab 31. Mai 2012 zu 100 % zumutbar.
3.6
Der psychiatrische Experte beschrieb (S. 15), dass die Beschwerdeführerin wach und in allen Qualitäten zu Zeit, Ort, zur eigenen Person und auch zur Situation orientiert sei. Das Ich-Bewusstsein sei ungestört, die Ich-Grenzen intakt und es seien keine psychotischen Ich-Störungen erkenn- oder explorierbar. Aufmerk
samkeit, Konzentration und das Gedächtnis seien intakt und entsprächen den sonstigen Ressourcen. Kognitive Defizite seien nicht erkennbar. Die Beschwer
deführerin spreche Serbisch, jedoch auch Deutsch, wobei die Stimme mässig moduliert und die Ausdrucksweise differenziert seien und keine pathologischen Störungen der Wahrnehmung bestünden. Das Intelligenzniveau erscheine unter Berücksichtigung der aktuellen Untersuchungssituation, der Schulbildung und des beruflichen Werdegangs, wie der allgemeinen Sozialisation durchschnittlich differenziert. Psychomotorisch wirke sie vorwiegend ruhig und Gestikulation und Mimik seien mässig lebhaft. Sie wirke stellenweise etwas ernst, darüber hinaus hätten sich aber keine Hinweise für eine depressive Herabgestimmtheit oder Ängstlichkeit ergeben. Ihre Persönlichkeit zeige etwas ängstliche, vermei
dende Züge, wobei sie mit Bedacht überlege bevor sie handle und Konflikte meide. Sie wirke auch bescheiden, zurückhaltend, hilfsbereit, sei jedoch im Be
darfsfalle in der Lage, sich zu behaupten und durchzusetzen. Alltagsrelevante Zwänge, phobische Reaktionen oder eine Antriebsschwäche bestünden nicht und die Willenskräfte seien strukturiert und die Realitätsorientierung und der Realitätsbezug seien adäquat. Ihre Motivation in Bezug auf die berufliche Tätig
keit sei gut, bezogen auf das bisherige Arbeitspensum.
Gestützt auf die Labordiagnostik sei von der Einnahme der beiden angegebenen Antidepressiva und des Schlafmittels auszugehen. Von einer suffizienten anti
depressiven Therapie könne jedoch aufgrund der Medikamentenspiegel nicht ausgegangen werden.
Im Weiteren führte der Gutachter aus (S. 18), die von der Beschwerdeführerin beschriebene depressive Symptomatik habe anlässlich der psychiatrischen Un
tersuchung nicht mehr festgestellt werden können. In der Untersuchungssitua
tion habe sie freundlich zugewandt, nicht unkonzentriert und auch nicht müde gewirkt und es sei auch nicht der Eindruck entstanden, dass die zweieinhalb Stunden dauernde psychiatrische Untersuchung sie besonders angestrengt habe. Gegenwärtig bestehe noch eine leichte psychische Beeinträchtigung, die von der Beschwerdeführerin auf eine angegebene Schmerzsymptomatik zurückgeführt werde, für die sich jedoch zwischenzeitlich keine hinreichenden somatischen Gründe mehr feststellen liessen.
In Bezug auf das Fähigkeitsprofil seien gegenwärtig nur geringe Beeinträchtigun
gen der Gewissensanwendung und der Problemlösung festzu
stellen und keine Beeinträchtigungen in der Entscheidungs- und Entschluss
kraft. Es bestünden auch keine Störungen der Kommunikation, der Selbstver
sorgung des häuslichen Lebens und der interpersonellen Interaktionen und Be
ziehungen. Auch finde sich keine mangelnde Aufmerksamkeitsfokussierung. Die Beschwerdeführerin sei durchaus in der Lage, einfache Aufgaben gemäss ihren Fähigkeiten und Erfahrungen auszuführen. Möglicherweise könne sie mit Stress- und Krisensituationen noch nicht adäquat umgehen, und die Durchhal
tefähigkeit sei leicht reduziert. Aus diesem Grund könne die Arbeitsfähigkeit gegenwärtig allenfalls zu 10 % reduziert bewertet werden bei einer Leistung von 90 % und einer Präsenz von 8.5 Stunden. Das Ausmass der attestierten Ar
beitsfähigkeit gelte ab Ende 2013. Vor diesem Zeitpunkt sei von einer vorüber
gehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit zwischen 1. März 2013 bis Ende des Jahres 2013 auszugehen (S. 20).
3.7
Aus interdisziplinärer Gesamtschau vermerkten die Experten zur Arbeitsfähig
keit (S. 25 f.), aus somatischer Sicht ergebe sich, dass der Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ohne permanente Zwangshal
tung, ohne permanente Überkopfarbeiten, ohne einseitige Belastung des rechten Armes und der rechten Hand vollzeitig, bei voller Leistung zumutbar seien. Aus psychiatrischer Sicht seien gegenwärtig nur geringe Beeinträchtigungen der Wissensanwendung und der Problemlösung festzustellen. Die Beschwerdeführe
rin sei in der Lage, Aufgaben auszuführen, die ihren Fähigkeiten und Erfahrun
gen angemessen seien. Die Durchhaltefähigkeit sei leicht reduziert.
Die Arbeitsfähigkeit als Produktionsmitarbeiterin am angestammten Arbeits
platz sei aus somatischer Sicht nicht eingeschränkt. Lediglich aus psychiatri
scher Sicht sei bei voller Arbeitspräsenzzeit eine leichte Leistungsminderung um 10 % zu konstatieren. Die angestammte Tätigkeit sei ihren Fähigkeiten, Fertig
keiten und Beschwerden ideal angepasst. Berufliche Massnahmen seien daher nicht indiziert.
Aus neurologischer Sicht gelte die festgelegte volle Arbeitsfähigkeit ab der Ent
lassung aus der RehaClinic H._ am 17. September 2012, abgesehen von periodischen, stundenweisen bis eintägigen Arbeitsunfähigkeiten während den Attacken aufgrund der Migräne ohne Aura. Aus neurochirurgischer Sicht sei die Aufnahme der Arbeit zum vollen Pensum und bei voller Leistung spätestens ab 31. Mai 2012 zumutbar, nachdem die postoperative Phase abgeschlossen und die Erholung klinisch vollständig gewesen sei. Aus psychiatrischer Sicht sei vom 1. März bis 31. Dezember 2013 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen. Ab 1. Januar 2014 gelte die Arbeitsfähigkeit zu 90 %.
4.
4.1
Das umfangreiche Gutachten der MEDAS A._ erfüllt die praxisgemässen Krite
rien (vorstehend E. 1.4), setzt sich mit den Aspekten der gesundheitlichen Be
einträchtigungen der Beschwerdeführerin auseinander und berücksichtigt auch die medizinischen Vorakten und begründet Abweichungen, soweit die Beurtei
lung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Aufgrund ihrer Untersuchungsbefunde konnten die Experten a
ls einzige Störun
gen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine leichte somatoforme Schmerzstörung und nicht
näher bezeichnete Verhaltensauffälligkeiten in Ver
bin
dung mit körperlichen Störungen diagnostizieren, wobei für den Rechtsan
wender einleuchtend dargelegt wurde, dass aufgrund der klinischen Befunde keine depressive Symptomatik (mehr) festgestellt werden konnte. Der psychi
atrische Teilgutachter zeigte auch auf (Urk. 6/78 S. 18), dass das in den Berich
ten der behandelnden Ärzte des Medizinischen Zentrums C._ beschriebene Bild einer unterdurchschnitt
lichen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit nicht bestätigt werden kann, indem nachvollziehbar dargelegt wurde, dass eine derart stark einge
schränkte Leistungsfähigkeit der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung einerseits im Rahmen der neurologischen Abklärung des Neurozentrums Belle
vue vom 23. August 2013 (vgl. Urk. 6/53/13-15) hätte auffallen respektive er
wähnt werden müssen, und anderseits auch in den aktuellen Abklärungen, — we
der in der psychiatrischen, noch in der neurologischen Begutachtung —, Hin
weise für eine allfällige kognitive Störung feststellbar waren.
4.2
Die von den Behandlern des Medizinischen Zentrums C._, Dr. med. B._ und Dr. phil. I._, in ihrer Stellungnahme vom 23. November 2015 (Urk. 6/89) geübte Kritik am Gut
achten der MEDAS A._ stützt im Wesentlichen auf die subjektive Ansicht der Beschwerdeführerin ab, indem unter anderem ausgeführt wurde, es sei davon auszugehen, dass die Dolmetscherin anlässlich der MEDAS-Begutachtung mit der deutschen Sprache überfordert gewesen sei. Auch die weiteren Kritikpunkte zur Anamnese, zum Tagesablauf etc. (vgl. Urk. 6/89/2) erschöpfen sich in der Wiedergabe der Ansicht der Beschwerdeführerin. Aus der Stellungnahme er
schliesst sich auch nicht, ob die Unterzeichnenden die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Berichterstattung untersucht oder gesehen haben oder, was angesichts fehlender Angaben hierzu naheliegender erscheint, die Einschät
zung zur Arbeitsfähigkeit eine Wiedergabe der früheren Beurteilung darstellt, wie sie insbesondere im Bericht vom 16. Dezember 2013 (Urk. 6/53/4-6) abge
geben wurde. Dass auf diesen Bericht aber nicht abgestellt werden kann, hat das hiesige Gericht bereits im Urteil vom 19. März 2014 erkannt (Urk. 6/54 E. 3.12 und E. 4.5). Sodann verweisen die weiteren Stellungnahmen des Medizinischen Zentrums C._ vom 9. Januar 2017 (Urk. 6/100) und vom 30. Januar 2017 (Urk. 6/101) auf die
vor
ausgegangene
Stellungnahme vom 23. November 2015, weshalb ihnen ebenfalls keine anderen Erkenntnisse abzugewinnen sind.
Schliesslich ist auch der Er
fahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Arztpersonen be
ziehungsweise Therap
euten
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Die
Berichterstattungen des Medizinischen Zentrums C._ vermögen damit die
Beweis
wertigkeit des MEDAS-Gutachtens
nicht in Frage zu stellen.
4.3
4.3.1
D
ie Beschwerdegegnerin
wies bereits in ihrem Einwand gegen den Vorbescheid zu Recht darauf hin, dass die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts zur so
matoformen Schmerzstörung vom 3. Juni 2015 (
BGE 141 V 281
;
vgl. E. 1.2.2 hiervor) zu berücksichtigen ist, auch wenn diese Rechtsprechung im Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung im April/Mai 2015 noch nicht bekannt war (Urk. 6/86/2). Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin äusserte sich in der Stellungnahme vom 23. September 2015 hierzu (Urk. 6/90/3).
Die
neue Rechtsprechung
bedeutet indes nicht, dass das Gutachten nun ohne Weiteres seinen Beweiswert verlieren würde. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist vielmehr im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Ein
zelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen im angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 3
0.
November 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).
4.3.2
Massgebend ist somit, ob gestützt auf das vorliegende Gutachten die gemäss neuer Rechtsprechung (E. 1.2.2) relevanten Indikatoren hinreichend beurteilt werden können.
Die von Dr. D._, Dr. E._ und Dr. G._ detailliert erhobenen Unter- suchungs
befunde waren grundsätzlich unauffällig. Eine ausgeprägte Komor- bidität liegt damit nicht vor, wohl aber eine Diskrepanz zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden und den neurologischen, internistischen und neurochirurgischen Befunden. Im Weiteren gelten Schmerzstörungen nach der Rechtsprechung nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Diesbezüglich zeigte der psychiatrische Teilgutachter Dr. F._ in Bezug auf die durchgeführten psychi
atrischen und psychotherapeutischen Behandlungsbemühungen auf, dass sich die Symptomatik gebessert hatte und bei Fortführung der bisherigen Therapie weitere Fortschritte erzielt werden können (Urk. 6/78/20). Eine Behandlungs- und Eingliederungsresistenz ist damit zu verneinen. Der Gutachter befasste sich sodann mit der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin und zeichnete das Bild einer ängstlichen, hypochondrischen Persönlichkeit mit vermeidenden Anteilen, wobei sich aber aus der Biografie keine Hinweise auf eine Persönlich
keitsstörung ableiten liessen. Zum sozialen Kontext – zusammen mit dem Ehe
gatten und dem jüngeren Sohn in einer Eigentumswohnung lebend, wobei in
tensive Kontakte zur Familie angegeben werden, der Ehegatte eher der lebhafte sei und er die wichtigen Entscheidungen treffe — nahm der Gutachter ausführ
lich Stellung (Urk. 6/78/15). Zur Konsistenz ergibt sich aus dem Gutachten, dass die Beschwerdeführerin neben dem Teilzeiterwerbspensum eine regelmässige so
ziale Teilhabe am Familienleben hat, mit täglichen Spaziergängen, teilweise mit dem Ehegatten, mit täglichen gemeinsamen Abendessen, regelmässigen Besu
chen von weiteren Familienmitgliedern sowie einer Bekannten, jährlichen Besu
chen bei den Eltern in Serbien und wöchentlichem Kontakt mit diesen über Skype. Sodann verbringt sie die Wochenenden meist im Schrebergarten zu
sammen mit der Familie. Ein Rückzug aus dem sozialen Beziehungsnetz liegt damit nicht vor. Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen lässt sich somit nicht herleiten. Daneben ist aufgrund der Schilderung von einem geregelten Tagesablauf im Haushalt mit Aktivitäten ausser Haus auszugehen, wobei die Beschwerdeführerin auch in der Lage ist, zumindest für kurze Fahrstrecken, das Auto zu benutzen (vgl. Urk.
6/78/13 ff.)
Insgesamt hat die diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung somit auch unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtspre
chung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und ist das Gutachten auch aus dieser Sicht nicht zu beanstanden.
4.3.3
Zusammenfassend ist aufgrund der nachvollziehbaren und umfassenden gut
achterlichen Beurteilung die angestammte Tätigkeit in einem Vollzeitpensum zumutbar, wobei die Leistungsfähigkeit um 10 % reduziert ist. Ein Invaliditäts
grad in leistungsbegründender Höhe lässt sich folglich nicht ermitteln. Auf
grund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerich
tes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
Damit erweist
sich die Verfügung vom 10. März 2017 (Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerden führt.
5.
Die Kosten des vorliegenden Verfahrens (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
800.-- festzusetzen und
entsprechend dessen Ausgang der
Beschwerdeführe
r
in
aufzuerlegen.