# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dce0f257-230d-437f-ac68-b6d0e48c8b00
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972
,
war
zuletzt
vom 1.
Juni 1990
bis
30
.
Juni 2005
bei der
Genossenschaft
Y._
tätig
(Urk. 8/6/1-3 S. 1)
.
Ab August 1992
arbeitete sie
als
Leiterin Administration (
Urk. 8/6/7-8
).
Ihren
letzten Arbeitstag
hatte sie
am 29. September 2004
(Urk. 8/
6/1-3 S. 1
).
Am
20
.
Juli
2005
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
psychische Probleme (Panikstörung, sozi
ale Phobien, Agoraphobie, Angststörung, Zwangsstörungen)
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/
1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-St
elle, sprach ihr mit Verfügung
vom
2
.
November
200
6
ab 1.
September
2005
bei
vollständiger Erwerbsunfähigkeit
eine ganze Rente zu (Urk. 8/
35
).
Im Zuge
einer
amtlichen Revision wurde der Anspruch auf e
ine ganze Rente
nach der Durchführung von beruflichen Massnahmen (
Urk.
8/69,
Urk.
8/72)
mit Mit
teilung
vom
24
.
März
2011
(Urk. 8/
78
)
bei einem Invaliditätsgrad von neu 70 %
bestätigt.
Aufgrund einer
beidseitigen, progredienten Schwerhörigkeit beziehungsweise im Verlauf einer
hochgradigen Schwerhörigkeit (vgl. Expertise vom 6. November 2013 [Urk.
8
/81]) wurde
n
der Versicherten
Hörgeräte abgegeben und
am
20. Ja
nuar 2014 (Urk.
8
/82)
eine
Gutsprache einer Hörgerätepauschale mitgeteilt
(vgl. auch
Urk.
8/19 und /24).
1.2
Nach Eingang
des
am
24
.
Juni
2016 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 8/
87)
tätigte
die IV-Stelle
medizinische und erwerbliche Abklärungen und holte
unter anderem b
ei Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
31
.
August
2017 erstat
tet
wurde (Urk. 8/
109
). Nac
h durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 8/
113
, Urk. 8/
117
, Urk. 8/
131
, Urk. 8/
133
)
hob
die IV-Stelle mit Verfügung vom
29
.
Januar
2019 (Urk. 2)
die bisher ausgerichtete Rente auf
.
2.
Die Versicherte erhob am
28
.
Februar
201
9 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
29
.
Januar
201
9
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
nach
dem
28
.
Februar
201
9
weiterhin eine
Rente
auszurichten
(
S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9
.
April
201
9
(Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 14. Juni 2019 (Urk. 11) hielt die Beschwerdeführerin an ihren mit
der
Beschwerde gestellten Anträgen fest (S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11.
Juli 2019 (Urk. 13) auf eine Duplik, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 15. Juli 2019 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurde.
D
ie
mit Verfügung vom 21. April 2020 (Urk. 15)
z
um Prozess beigeladene
Y._
-Pensionskasse
liess sich nicht vernehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglic
hkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind au
sschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich
unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143
V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG
)
.
1
.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Rentenaufhebung vom 29. Januar 2019 (Urk. 2) gestützt auf das Gutachten von Dr.
Z._
,
die Berichte
der
behandeln
den Ärzte sowie
die
Einschätzung des regionalen ärztlichen Dienstes damit, dass
der
Beschwerdeführer
in
nun
eine der Gesundheit angepasste Tätigkeit zu 80 % zumutbar sei.
Unter Verwendung der Tabelle
n
der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik resultiere ein Invaliditätsgrad von
38
%,
womit die bisherig
e
ganze
Rente
einzustellen sei
(S.
1 f.
).
Mit
Beschwerdeantwort vom 9. April 2019 (Urk. 7) ergänzte die Beschwerdegeg
nerin, im Vergleich zum Zeitpunkt der Mitteilung vom 24. März 2011 sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen, womit ein Revisionsgrund
gegeben
sei.
Im Gegensatz zu damals sei der bei der aktuellen psychiatrischen Begutachtung festgestellte objektive Befund absolut unauffällig. Sodann
bestehe
auch kein Anlass, weiter
e
somatische Abklärungen vorzunehmen. In der ange
fochtenen Verfügung sei beim Einkommensvergleich auf die falschen LSE-Tabellen abgestellt worden.
Für
das Validen-
und
für das Invalideneinkommen sei auf die Ziff. 47 der LSE-Tabelle TA1 Kompetenzniveau 2 abzustellen, womit noch ein geringerer Invaliditätsgrad resultiere
(S. 1 f.)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich hingegen
in ihrer Beschwerde vom 28. Feb
ruar 2019 (Urk. 1)
und
in ihrer Replik vom 14. Juni 2019 (Urk. 11) auf den Stand
punkt, es liege keine Verbesserung des Gesundheitszustandes und somit kein Revisionsgrund vor (Urk. 1 S. 8 f
.
, Urk. 11 S. 2 f.
).
Bei nachgewiesener Verbesse
rung des Gesundheitszustandes wären
zudem
vorgängig
einer neuen Invaliditäts
prüfung
die Notwendigkeit
berufliche
r
Eingliederungsmassnahmen
abzuklären
(Urk. 1 S. 10, Urk. 11 S. 3).
Würde auf das
Gutachten von Dr.
Z._
abgestellt, so bestünde eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 70 % und nicht 80 % (Urk. 1 S. 10, Urk. 11 S. 3 unten).
Die Beschwerdegegnerin habe zudem den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Beruhe die angefochtene Verfügung
doch
aus
schliesslich auf der Beurteilung der Auswirkungen des psychischen Leidens
,
ohne Berücksichtigung der somatisch bedingten Einschränkungen (Urk. 11 S. 2).
Für das
V
alideneinkommen
sei
vom zuletzt erzielten Einkommen auszugehen (Urk.
1 S. 11
, Urk. 11 S. 4 oben). Für das Invalideneinkommen
sei
auf die LSE-Tabelle TA1 Total Kompetenzniveau 1 abzustellen und zudem ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu gewähren (Urk. 1 S. 11 unten, Urk. 11 S. 4 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist unter anderem, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verbessert hat
(Revisionsgrund)
und falls ja, ob und in welchem Umfang sie noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Vergleichszeitpunkt für die Prüfung einer möglichen Veränderung bildet
dabei die
Mitteilung
vom
24. März 2011
, mit welcher die Beschwerdegegnerin
den Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 70 % bestätigte
.
Damals führte die Beschwerdegegnerin
eine materielle Prüfung mit recht
s
konfor
mer Sachverhaltsabklärung, eine
eingehende
Beweiswürdigung
sowie einen Ein
kommensvergleich
durch
(
vgl. Urk. 8/76-7
8
;
BGE 133 V 108
und
Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2
).
3.
3.1
Die Mitteilung vom 24. März 2011 (Urk. 8/78) beruhte gemäss versicherungs
in
ternem Feststellungsblatt vom gleichen Tag (Urk. 8/77) im Wesentlichen auf nachstehenden
medizinischen Unterlagen:
3.2
Dr. med.
A._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
nannte in seinem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gut
achten
vom
30
.
Juni
2009
(Urk.
8/53)
als
Diagnose
eine depressive Entwicklung nach multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren in der Lebensgeschichte und Mobbingsituation ab c
irca dem Jahr
2001, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) bei vulnerabler Persönlichkeit
mit emotional instabilen Zügen. Er führte aus, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Leiterin Administra
tion bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Eine
medizinisch stressarme, den körperlichen Be
schwerden adaptierte Tätigkeit
mit der Möglich
keit, zwischendurch Pausen einzuschalten
,
und ohne intensive interpersonelle Kontakte
sei
zu 50 % zumutbar (S. 9 f.).
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin FMH,
bei welchem sich die Beschwerdeführerin
ab
dem 17. Januar 2003
in Behandlung befand, stellte in
seinem Bericht vom
26
.
April
2010
(Urk.
8
/
73/5-6
) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Depression
-
Gonarthrose rechts
-
Adipositas per magna
-
Hochgradige Schwerhörigkeit beidseits
-
Tinnitus
-
Schwindel im Rahmen einer
Visu-okulomotorischen
Funktionsstörung
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin eine seit 30. September 2004
bis auf weiteres bestehende 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem sich die Beschwerdeführerin
ab
30
. September
2004 (vgl. Urk. 8/11/3-4 S.
2
)
in Behandlung
befand
, nannte in seinem Bericht vom
24
.
Juli
2010
(Urk.
8/74
/
5-9
) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff. 1.1
):
-
Langdauernde
depressive Episode (ICD-10 F32
.11
)
-
Gemischte Angststörung
(ICD-10 F4
1
.
3
)
-
Grübelzwang
(ICD-10
F42.0
)
Er
hielt fest, im angestammten Beruf sei
bis
auf weiteres von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit (
Minira
) bestehe grundsätzlich eine Arbeitsfähigkeit von 30-50 %. Zunächst scheine
es aber sinn
voll, den weiteren Verlauf bis circa September abzuwarten (S. 2 oben).
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin verwies Dr.
C._
im Schreiben vom 26. November 2010 (Urk. 8/75/3) betreffend die Arbeitsunfähigkeit auf seinen Bericht vom 24. Juli 2010
.
3.
5
Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf diese Aktenlage a
uf eine Arbeitsfä
higkeit von 50
% in
einer leidensangepassten
Tätigkeit. Indem sie
als
Validenein
kommen
ein an die Nominallohnentwicklung angepasstes Einkommen bei der
Y._
einem auf die LSE-Tabelle gestützten
,
an die No
m
inalentwicklung und die betriebsüblich Arbeitszeit angepasstes
Invalideneinkommen
(LSE TA1, Ziff. 1-93, Hilfsarbeiten, Zentralwert, LSE 2008) unter Berücksichtigung eines leidensbe
dingten Abzuges von 20 %
gegenüberstellte, errechnete die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von
70
% und
sprach der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Invalidenrente zu (vgl. Urk. 8/76-
78
)
.
4.
4.1
Die rentenaufhebende Verfügung vom
29
.
Januar
2019
(Urk. 2) beruhte im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen Unterlagen:
4.2
Dr. med.
D._
,
Praxis Dr.
B._
,
stellte in seinem Bericht vom
21
.
Juli
2016 (Urk.
8
/8
9
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Adipositas
-
Tinnitus
-
Hörgeräte
Er führte aus,
der Gesundheitszustand sei stationär
(
Ziff. 1.1
).
Fragen zum Ressourcenprofil für berufliche Tätigkeiten könne er nicht beantworten (Ziff. 2). Die Beschwerdeführerin komme alle drei Monate zur Behandlung (
Ziff.
3.1). Die Arbeitsfähigkeit müsse vom Psychiater beurteil
t
werden (Ziff. 4).
4.3
Dr.
C._
nannte in seinem Bericht vom
20.
März
201
7
(Urk. 8/
101
/5-
8
) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff. 1.2
):
-
Langdauernde depressive
Entwicklung, gegenwärtig mittelgradige depres
sive Entwicklung
(ICD-10 F3
2
.11)
-
Gemischte Angststörung (ICD-10 F41.3)
-
Schwerhörigkeit, Tinnitus, Adipositas, chronische Rückenschmerzen
Dr.
C._
bezeichnete den Gesundheitszustand als stationär (S. 1 oben) und hielt fest,
nach wie vor bestehe ein sehr wechselhafter, labiler Zustand (Ziff. 1.3). Nach wie vor seien
keinerlei
Tätigkeiten möglich (Ziff.
2.1
)
.
Nach einer seit September 2011 dauernden Behandlungspause habe sich die Beschwerdefüh
rerin wieder angemeldet und seit dem 24. August 2016 hätten insgesamt wieder
sechs
Sitzungen stattgefunden (
Ziff
. 3.1).
Mit der Wiedererlangung einer Arbeits
fähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 3.3).
4.
4
Dr.
Z._
nannte
in
seinem psychiatrischen
Gutachten vom
31
.
August
2017
(Urk.
8
/
109/
2,
Urk. 8/109
/
3
-
40
) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk. 8/109/3-40
S.
20
):
-
Rezidivierende depressive Erkrankung mit aktuell mittelgradiger Episode
ohne somatisches Syndrom
(ICD-10
F32.10
)
-
Agoraphobie mit Panikstörung
(ICD-10
F40
.
01
)
D
er
Gutachter führte aus,
in der angepassten
(richtig wohl: angestammten)
Tätigkeit sei auch aktuell von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zentraler Punkt sei hier die Führung von Teams und die Tätigkeit als Ausbildnerin und Vorgesetzte, welche der Beschwerdeführerin unmöglich sei (S. 30 oben). In einer angepassten Tätigkeit sei von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine mögliche Verweistätigkeit solle folgende Charakteristika beinhalten: gere
gelte Arbeitszeiten, keine Personalverantwortung, keine Ausbildung von Mitar
beitern, kein Publikumsverkehr, rein sitzende Tätigkeiten (aufgrund der explizit als leicht bezeichneten Arthrose), adäquate Führung mit Berücksichtigung der ausgeprägten Strukturen des sekundären Krankheitsgewinnes und der Frustrati
onsintoleranz. Die Beschwerdeführerin brauche ausreichende Pausen und Erho
lungsphasen. Insgesamt könne sie so maximal
sechs
Stunden arbeiten
(S.
30-34).
Insgesamt zeige sich gegenüber dem Gesundheitszustand im März 2011 anhand der Dokumentation aktuell ein deutlich und vollständig anderes Zustandsbild im Gegensatz zu den vorbeschrieben psychopathologischen und arbeitsrelevanten Fähigkeiten (S. 35 f.).
4.
5
In seinem Bericht vom 16. August 2018 (Urk. 8/130/
4
-6) gab Dr.
C._
wieder, der Gesundheitszustand sei stationär (Ziff. 1.1). Nach wie vor bestünden immer wieder starke Stimmungseinbrüche
.
W
eiterhin sei die Beschwerdeführerin wenig belastbar, reagiere in Überforderungssituationen, auch bei lauten Geräu
schen/Geräuschkulissen oder Menschenansammlungen, mit ausgeprägter Angst
symptomatik. Nach wie vor sei sie auf Hilfe im Haushalt angewiesen (Ziff. 1.3). Nach wie vor sei auch angepasst keine verwertbare Tätigkeit möglich (Ziff. 2.1).
5.
5.1
Das p
sychiatrische Gutachten von Dr.
Z._
vom
31. August 2017 (
E.
4.4
) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen
-
was bei einer psychi
atrischen klinischen Untersuchung eine Anamneseerhebung (
Urk. 8/109/3-40 S.
14-19
),
Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
(
S.
6-
13
) umfasst (siehe Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E.
3.2.2)
. Zudem
stützte sich Dr.
Z._
auf
eine testpsychologische Erhebung
(ICF APP
[S. 9-
11]
)
und Laboruntersuchungen (S. 13).
Dabei zeigte sich das verwendete Antide
pressivum als nicht ausreichend dokumentiert, was auf eine nicht leitlinienge
rechte regelmässige und dauerhafte Einnahme des Medikamentes
hinweist
(S. 13).
Das Gutachten
wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorak
ten erstattet (S.
4 f.,
S. 22-24
),
berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
der
Beschwerdeführer
in auseinander (S. 9-12
, S. 15 f., S. 22-24, S. 26, S. 28-34
).
Insbesondere
legte
Dr.
Z._
überzeugend
dar
, dass
die widersprüchlichen
und zum Teil klar wahrheitswidri
gen
Angaben
der Beschwerdeführerin
auf eine Simulation und Aggravation der Symptomatik hindeuteten, welche bei
der
Ausprägung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen
seien
. So
habe
die Beschwerdeführerin auf explizite mehrfache Nachfrage faktenwidrig an
gegeben
,
trotz beinahe 5
-
jährigem Behandlungsunter
bruch
durchgehend
in
monatlicher
psychotherapeutischer Behandlung bei Dr.
C._
gewesen zu sei
n
,
habe
widersprüchliche Angaben über beste
hende
aktiv
gelebte
Freundschaften, Freizeitaktivitäten und die von ihr
erbrachte
Kinderbetreuung
gemacht
(
vgl.
S. 8 Mitte und S. 11 f.
, S. 19
).
Dr.
Z._
legte
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge
einleuch
tend
dar und begründete s
eine Schlussfolgerung nachvollziehbar.
Dabei berück
sichtigte
er
-
entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S.
9
)
-
sehr wohl auch die Auswirkungen
der
von
ihr
beklagten
somatischen
Leiden
auf den psychischen Gesundheitszustand.
Dr.
Z._
waren die beklagten somatischen Beschwerden aus der Anamneseerhebung sowie der klinisch
en
Untersuchung bekannt (Urk. 8/109/3-40 S. 4 f., S. 8 oben [«psychovegetative Beschwerden: sie habe eine
n
Tinnitus, der für sie unerträglich sei»,
S. 15 [Hörbehinderung, Knie
schmerzen
]
, S. 17 [Tinnitus]
, S.
29 [Tinnitus], S. 33 [Arthrose], S. 35 [Arthrose]
)
und flossen
demnach
in seine Beurteilung mit ein
.
Dr.
Z._
legte
zudem
auch nachvollziehbar dar, dass es sich bei der depressiven Erkrankung um eine ohne somatisches Syndrom handelt (S. 22 f.).
Dr.
Z._
zeigte auf
, dass
die
Beschwerdeführer
in
aufgrund ihrer depressiven Erkrankung und der Agoraphobie in ihrer Leistungsfähigkeit insofern einge
schränkt ist, als ihr Führungs- und Ausbildungstätigkeiten nicht mehr möglich sind, sie geregelte
r
Arbeitszeiten
bedarf, nur noch
Arbeiten ohne
Publikumsver
kehr
zumutbar sind
,
wegen des sekundären Krankheitsgewinnes und der Frustin
toleranz auf eine
adäquate Führung
angewiesen ist und zudem Erholungsphasen brauch
t
, sodass nur noch von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % ausgegangen wer
den kann
(E. 4.4)
.
Auch wenn Dr.
Z._
an zwei Stellen im Gutachten eine Einschränkung von 10-30 % vermerkte (S. 33
oben und S. 35 Mitte), ist doch – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (
E. 2.1
und Urk. 8/112 S. 5 Mitte), was die Beschwerde
führerin zur Recht bemängelte (
E. 2.2
)
-
eindeutig, dass Dr.
Z._
von einer 7
0
%igen Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit ausging. Dies stellte er im Gut
achten mehrfach klar und leitete es gestützt auf den notwendigen Umfang an ausreichenden Pausen und Erholungsphasen ausgehend von einer maximal zumutbaren täglichen Arbeitszeit von sechs Stunden bei einer wöchentlichen Arbeitswoche von 41,7 Arbeitsstunden nachvollziehba
r her (Urk. 8/109/3-40 S. 33 f.).
Daneben
zeigte
er
überzeugend
auf
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
- bei
deutlich andere
m
Zustandsbild
hinsichtlich der
psycho
pathologischen und arbeitsrelevanten Fähigkeiten
-
seit der letzten Begutachtung verbessert hat
(E. 4.4
;
vgl.
dazu im Detail E. 5.3 nachstehend
)
.
Damit entspricht die Expertise von Dr.
Z._
den
bundesgerichtlichen Vorga
ben an ein beweiskräftiges Gutachten (E. 1.6
vorstehend
).
5.
2
5.2.1
Der
Bericht von Dr.
D._
(E. 4.2)
kann
in Bezug auf die im Vordergrund stehende psychische Problematik nicht herangezogen werden, da er kein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist.
5.2.2
Was die vom Gutachten abweichende Einschätzung durch Dr.
C._
angeht,
ist
festzuhalten, dass er sich
nicht hinreichend darüber
aussprach
,
ob und
inwiefern im Vergleich zur früheren Beurteilung eine effektive Veränderung des Gesu
ndheitszustands eingetreten
sein sollte
. Er
hielt
lediglich fest, dass der Zustand stationär sei, ohne jedoch
– im Gegensatz zu Dr.
Z._
(
E. 4.4)
-
ein Vergleich
der
Auswirkungen zu früheren Zuständen vorzunehmen.
Darüber hinaus ist unklar, gegenüber wann
er
den
Zustand
als
stationär
erachtete
, sprach Dr.
C._
selbst
aktuell
von einem sehr wechselhaften Zustand (E. 4.3)
und hatte anlässlich der letzten Revision in einer angepassten Tätigkeit
noch eine 30-50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (E.
3.4)
.
Damit
kommt
seinen
Berichten
für die Belange der Rentenrevision kein genügender
Beweiswert zu (Urteil des Bun
desgerichts 8C_32
2/2018 vom 12.
Dezember 2018 E.
2.3 mit Hinweisen)
.
5.2.3
Dr.
Z._
war der Bericht von Dr.
C._
vom 20. März 2017 (E. 4.4) bei der Begutachtung bekannt. Insoweit Widersprüche in der Befunderhebung
– sofern bei der knappen Beschreibung von Dr.
C._
überhaupt von einer adäquaten Befunderhebung gesprochen werden kann (vgl. Urk. 8/101/5-8) -
und Diagnosestellung bestehen, ist darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spiel
raum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Inter
pretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist, was vorliegend der Fall ist (vgl. E. 5.1). Abweichende Beurteilungen behandelnder Ärzte vermögen grundsätzlich ein Gutachten nach Art. 44 ATSG nicht in Frage zu stellen. Ausser sie benennen wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1).
Dr.
C._
erfasste in seine
n Berichten
einen äusserst
knappen Befund
(E. 4.3
[Urk. 8/101/5-8 Ziff. 1.3
und E. 4.5
[Urk. 8/130/3-7 S. 2]
)
und nahm
keine Zuordnung der krankheitsspezifischen Kriterien gemäss den diagnostischen Leit
linien nach ICD-10 zu den von ihm gestellten Diagnosen vor, noch zeigte er im Detail auf, inwiefern die von ihm diagnostizierten psychischen Erkrankungen sich auf die Leistungsfähigkeit auswirken. So hielt er lediglich fest, es bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit, ohne zu sagen
,
weshalb und inw
iefern sich diese auswirkt
. Auch hielt er fest,
zwischenmenschliche Spannungen könnten negative Gedanken, Ängste und d
epressive Einbrüche hervorrufen,
es
bestünden Zwangs
gedanken und
bei Überforderungssituationen, auch lauten Geräuschen und Menschenansammlungen,
reagiere die Beschwerdeführerin
mit einer Angstsymp
tomatik (Urk. 8/101/5-8 Zif
f. 1.3 und Urk. 8/130/3-7 Ziff.
1.3)
.
Gesichtspunkte, die von Dr.
Z._
ebenfalls
berücksichtigt
wurden (Urk. 8/109/3-40 S. 6-13, 18-26).
Wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
wären,
nannte Dr.
C._
damit keine.
Es genügt nicht, dass der medizinisch-psychiatrische
Sachverständige vom diagnostizierten depressiven Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst; vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich
erwerbliche Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2018 vom 2. Dezember 2019 E. 4.3).
Eine solche Herleitung
findet sich bei Dr.
C._
nicht.
Demgegen
über zeigte der Gutachter Dr.
Z._
detailliert
auf, dass aufgrund der krank
heitsbedingten notwendigen Erholungsphasen nur von einer maximal sechsstün
digen Arbeitszeit ausgegangen werden kann und welche Kr
iterien eine zumutbare Stelle auf
weisen muss (E. 4.4)
.
Die Beurteilung
von Dr.
C._
vermag
demnach die gutachterliche Ein
schätzung von Dr.
Z._
nicht in Frage zu stellen.
5.
3
5.3.1
Betreffend
das
Vorliegen eines
Revisionsgrundes
steht die von der Beschwerde
führerin
verneinte
Verbesserung
ihres Gesundheitszustandes im Vordergrund. Feststeht, dass eine
Invalidenrente
insbesondere bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar ist. Weiter sind nach der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeu
tung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E.3). Eine tatsächliche Veränderung in den gesundheitlichen Verhältnissen kann infolgedessen auch darin liegen, dass sich beispielsweise ein Leiden in seiner Intensität und damit seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder in einer verbesserten Leidensanpassung (BGE 141 V 9 E. 6.3.2, Urteil des Bundes
gerichts 9C_771/2009 vom 10.
September 2010 E.
2.3 mit Hinweisen).
5.3.2
Wie die Beschwerdeführerin richtig bemerkte
(Urk. 1 S. 9 und Urk. 11 S. 3)
, hatte Dr.
A._
in seinem Gutachten
vom 3
0.
Juni 2009
einzig
eine
mittelgr
adige Depression diagnostiziert,
Dr.
Z._
nannte
hingegen
eine rezidivierende Erkrankung mittelgradiger Ausprägung und zudem eine Agoraphobie (E. 3.2 und E. 4.4).
Entgegen ihrer Ansicht
lässt
dies
jedoch nicht
ohne Weiteres
den Schluss zu, eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
könne deshalb nicht vorliegen
. Nicht
die Diagnose an sich
ist
entscheidend, sondern vielmehr die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
BGE 144 V 245
E. 5.5.2).
Dr.
A._
stellte die «knappe» mittelgradige Episode gestützt auf einen
Hamiltontest
fest
(Urk. 8/53 S. 7 unten). Eine
n
solchen führte Dr.
Z._
nicht durch, sondern er erhob den Befund nach AMDP (Urk. 8/109/2-40 S.
6-9
)
. Ein Vergleich
der «knapp» gestellten mittelgra
digen Episode bei Dr.
A._
mit
der mittelgradigen depressiven Erkrankung
und Agoraphobie
bei Dr.
Z._
lässt
aufgrund
der
un
terschiedlichen Messinstru
mente
keinen Schluss ü
ber eine allfällige Veränderung
zu.
Eben
so wenig
lassen – wie dies von der Beschwerdeführerin vertreten wird (Urk. 11 S. 3 Mitte) - die von Dr.
Z._
in seiner
umfangreichen Befunderhe
bung
gemäss IFC APP
festgestellten Beeinträchtigungen in den Funktionen von Temperament, Persönlichkeit,
in der Umgänglichkeit, in der Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen, im Selbstvertrauen, in den Funktionen der psychischen Ener
gie und des Antriebes, in den emotionalen
Funktionen, in den höheren kognitiven Funktionen und in der Selbst- und Zeitwahrnehmung
ein
en
Schluss
über
das Vorliegen oder Nichtvorligen
eine
r
gesundheitliche
n Veränderung
zu
.
So hat
te
sich Dr.
A._
zu den besagten Kriterien in seiner lediglich halbseitigen Befun
derhebung gar nicht geäussert
und
k
eine Erhebung nach IFC APP vorgenommen
(Urk. 8/53 S. 7).
5.3.3
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin stützte sich Dr.
Z._
für die von ihm postulierte Verbesserung des Gesundheitszustandes
nicht nur
auf den
Behandlungsunterbruch (Urk. 1 S. 9 Mitte, Urk. 11 S. 3 oben), sondern
er
führte auch weitere Aspekte, insbesondere die Verbesserung der
Psychopathologie
und des Zustandsbildes an (
Urk. 8/109/3-40 S.
35
)
.
Insoweit
ist
aber
zu bemerken, dass die
Argumentation der Beschwerdeführerin, es habe immer ein Leidensdruck bestanden und die psychotherapeutische Behandlung sei lediglich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten eingestellt wor
den (Urk. 1 S. 9 und Urk. 11 S. 3), nicht
verfängt
.
So
nahm
sie
trotz
zahlreicher Betreibungen gegen ihren Ehemann im Jahr 2016
(Urk. 3/2)
und
der
damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten
die Behandlung beim behandelnden Psychiater
offensichtlich kurz nach Einleitung des aktuellen Revisionsverfahrens
trotzdem
wieder auf
(vgl. E. 4.3,
Urk.
8/87
)
.
Ferner
ist für sie nach November 2013 bis zum Jahr 2018 lediglich eine einzige erloschene Betreibung für den 12. März 2015 im Betreibungsregister verzeichnet (Urk. 3/1). Es ist darum nicht glaubhaft, dass
die
psychotherapeutische Behandlung
- trotz geltend gemachtem Leidens
druck - zwischen
2011 (nach erfolgter Rentenbestätigung)
und
August 2016
(
kurz nach Einleitung des aktuellen Revisionsverfahrens
,
Urk. 8/87)
allein aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten
ausgesetzt
wurde
.
Daneben äusserte
die Beschwer
deführerin
sich gegenüber Dr.
Z._
mehrfach wahrheitswidrig, was den Behandlungsunterbruch bei Dr.
C._
anging (E. 5.1).
Weiter
brach sie
bereits
früher psychotherapeutische Settings ab. Eine stationäre Klinik verlies
s
sie, weil es für sie
«
nicht akzeptabel gewesen
sei»
und die Tagesklinik brach sie ab, weil dort «seltsame Menschen» gewesen seien (Urk. 8/109/3-40 S. 16 oben
; vgl. auch Urk. 8/44, 8/50
). Dies
führt zum Schluss
, dass die Beschwerdeführer
in
psychotherapeutische Behandlungen nicht in Anspruch nahm,
wenn es
für sie
nicht
stimmt
.
Davon, dass
sie die Behandlung bei Dr.
C._
im Jahr 2011
einzig
aus finanziellen Gründen abbrach,
ist
jedenfalls
nicht
auszugehen
.
Damit ist die Argumentation von Dr.
Z._
, der Behandlungsunterbruch
spreche – neben weiteren Anhaltspunkten – für eine Verbes
serung des Gesundheitszustan
des,
valide.
Dr.
Z._
zeigte
plausibel auf, dass aufgrund der veränderten Psychopatholo
gie und des veränderten Zustandsbildes eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes vorliegt. So äusserte sich die Beschwerdeführerin
gegenüber Dr.
Z._
selbst in diese Richtung.
Sie
gab an,
dass die Ängste in Anwesenheit von Menschen zu Beginn sehr ausgeprägt gewesen
seien
, sodass sie
früher
mehrere Temesta
pro Tag eingenommen habe. In
den letzten Wochen
habe sie
gar keine Temesta
mehr
eingenommen
. W
as ihre Affektivität
angehe
, sei es ihr in den letz
ten fünf Jahren deutlich
besser
gegangen
(S. 7 oben).
Ebenso gab die Beschwer
deführerin an, ihre antidepressive Medikation a
uch langfristig bis zu
mehr als einem Jahr selbständig abzusetzen (S. 8 Mitte) und, dass es innerhalb der letzten zwei Jahre mit den Ängsten deutlich weniger geworden sei (S. 10 Mitte).
Demge
genüber traten zur Zeit der Begutachtung
durch
Dr.
A._
10 Angstattacken monatlich auf und
die Beschwerdeführerin
hatte das Gefühl, den Kampf gegen die Depression nicht gewinnen zu können (Urk. 8/53 S. 5 unten und S. 6 oben).
Zudem zeigte sich, dass die Beschwerdeführerin trotz behauptetem ausgeprägtem sozialem Rückzug
aktuell
regelmässig mit dem Ehemann
zweimal wöchentlich
schwimmen geht, Familienfeiern, Feiern im Freundeskreis und weitere soziale Anlässe wahrnimmt sowie länger
verreist
(
Urk. 8/109/3-40
S. 7 f.).
Dagegen hatte sie sich zur Zeit der Begutachtung durch Dr.
A._
sozial
zurückgezogen und empfing
allenfalls
Besuch (Urk. 8/53 S. 5 unten, S. 6). Ebenso musste sie damals im Haushalt durch die Familienangehörigen
unterstützt
werden und sass häufig nur untätig umher (S. 6 oben), wohingegen sie
nun
den Haushalt teilweise sehr gut alleine führ
t
(Urk. 8/109/3-40 S. 17 oben).
Ein Grübelzwang lässt sich nicht mehr feststellen (S. 22 unten). Selbst Dr.
C._
hat seine Diagnose dies
bezüglich abgeändert, indem er gegenüber früher keinen
Grübelzwang mehr diagnostiziert
(E. 3.4 und E. 4.3). Zudem empfindet die Beschwerdeführerin wieder Freud
e
an
früher als
freudvoll empfundenen Aktivitäten (Urk. 8/109/3-40 S. 22
unten)
und es ist ihr nun
möglich,
eigenständig, ohne Begleitung, Auto zu fahren (S. 32 unten).
Ebenso konnte sie die über zweistündige Untersuchung bei Dr.
Z._
ohne Ermüdungszeichen und ohne Zeichen von Problemen
durch
stehen
(S. 6 unten), wohingegen bei
Dr.
A._
am Ende der zweistündigen Gesprächsdauer eine Erschöpfung spürbar war (Urk. 8/53 S. 7 unten).
Darüber hinaus
fanden sich anlässlich der Begutachtung von Dr.
A._
noch keine Hin
weise auf Aggravation
(S. 10 unten)
, wohingegen Dr.
Z._
eindeutig ein
solches
Verhalten feststell
t
e (E. 5.1)
, was ebenso für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes spricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_602/2016 vom
14.
Dezember 2016 E. 5.2.2)
.
Damit hat sich der Gesundheitszustand gegenüber der letzten materiellen Prüfung eindeutig verbessert.
Es ist folglich von einem Revisionsgrund im Sinne einer Verbesserung des psychischen Leidens auszugehen.
5.
4
Dr.
Z._
attestierte
in psychiatrischer Hinsicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
von
30
% aufgrund der
depressive
n
Erkrankung und der Agoraphobie (E.
4.
4
). Gemäss BGE 143 V 418 sind grund
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfah
ren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen (
E. 1.2
).
Übergangsrechtlich ist bedeut
sam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten – wie vorliegend das Gutachten von Dr.
Z._
- nicht einfach ihren Beweiswert ver
lieren (BGE 141 V 281 E.
8)
, zumal
Dr.
Z._
sich zu den massgebenden Indikatoren äusserte.
Die
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist
festzuhalten, dass aus klinisch psy
chiatrischer Sicht Zustände eine
r
mittelgradigen
depressiven Störung
sowie einer Agoraphobie
mit insgesamt leicht- bis mittelgradiger Beeinträchtigung der gesamten mentalen Funktionen
bestehen (Urk.
8
/
109/3-40 S. 9-11
)
.
Daneben besteht ein deutlich ausgeprägtes sekundäres Verhalten mit Krankheitsgewinn, welches explizit nicht primärer Teil einer psychiatrischen Erkrankung ist, und sich in Form einer reduzierten Verantwortungsübernahme im Haushalt, beim Essverhalten und beim Schlafverhalten
äussert (S. 28
Mitte)
sowie eine ebenfalls e
xplizit nicht auf den psychi
schen Erkrankungen basierende Frustrationsintole
ranz (S. 19 oben)
.
Hinsichtlich Behandlungserfolg respektive -resistenz ist zu bemerken, dass die Beschw
erdeführerin über Jahre hinweg -
von September
2011
bis August 2016
-
k
eine
psychotherapeutische Therapie in Anspruch nahm
.
Aktuell
findet lediglich eine
niederfrequente
, weniger als einmal monatlich stattfindende
,
psychotherapeutische Therapie bei Dr.
C._
statt (E. 4.3).
Zudem erhält die Beschwerdeführerin seit über 10 Jahren das gleiche Antidepres
sivum, trotz subjektiver Angabe des Weiterbestehens der Symptomlage (Urk. 8/109/3-40 S. 26). Die Behandlungsoptionen sind damit noch nicht ausge
reizt. Als verbleibende Therapien stehen weitergehende ambulante Behandlun
gen, eine stationäre Psychotherapie und eine Intensivierung der Psychopharma
kotherapie offen (
S. 27
).
Als Komorbidität
en sind
die Wechselwirkung der sich gegenseitig verstärkenden depressiven Erkrankung und
der
Agoraphobie (S. 20 Mitte)
sowie die
bestehenden somatischen
Leiden
(Adipositas und Tinnitus [E. 4.2]) zu beachten
,
da
diese
die Leistungsfähigkeit zweifellos negativ
beein
trächtigen.
Zum
Komplex «Persönlichkeit» ergeben sich
– abgesehen
von einer aus sekundä
rem Krankheitsgewinn hervorgehenden inadäquaten Durchsetzungsstrategie, indem die Beschwerdeführerin gelernt hat, eine hilflose Grundhaltung einzuneh
men, um dem Gegenüber zu signalisieren, dass sie Hilfe benötigt -
keine Auffäl
ligkeiten. Es bestehen keine
Zwänge, keine
Bewusstseins-, Wahn- und Ich-stö
rungen, der Gedankengang ist formal unauffällig, die kognitiven Funktionen, Konzentration und Aufmerksamkeit sind nicht beeinträchtigt (vgl. Urk.
8
/
109
/
3
-
40
S.
6
). Damit ist kein strukturelles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persön
lichkeitsproblematik
erkennbar, welches im Rahmen der Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen würde.
Als Ressource, die zum Komplex «sozialer Kontext» zählt,
sind
insbesondere das familiäre Umfeld
und die bestehenden Freundschaften
zu nennen. Die Beschwer
deführerin
lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern (Jahrgänge:
1999 und 2000 [Urk. 8/87 S. 1]
) zusammen. Diese unterstützten sie in ihrem alltägli
chen Leben in mannigfaltiger Weise, sodass
diese
nur
Tätigkeiten
ausüben muss, auf welche sie Lust hat. Zudem besorgt die Zugehfrau der Nachbarin teilweise die Wäsche
.
Gleichwohl ist eine erhebliche Einschränkung offenkundig.
Daneben besteht ein
normales
Sozialleben mit Freundeskreis, Kolleginnen, gegenseitigen Besuchen, Wahrnehmung von Familien- und Freundesfesten (Urk. 8/109/3-40 S. 13, S. 17, S. 19).
Damit enthält der Lebenskontext der Beschwerdeführerin sich
positiv auswirkende Faktoren.
Was die Kategorie
«
Konsistenz
»
anbelangt ist zu bemerken,
dass
die
Beschwerde
führerin
keinerlei planbaren
Tagesablauf
hat
, was jedoch auf ihr auf dem sekun
dären Krankheitsgewinn beruhenden gestörten Schlafv
erhalten, bei dem nach Lust und Laune geschlafen wird,
zurückzuführen ist
.
Eigentliche
Schlafstörungen bestehen keine
(S. 17
, S. 22
, S. 28 Mitte
).
Den
Haushalt
führt die Beschwerdefüh
rerin
teilweise
, aber nicht vollumfänglich,
sehr gut alleine
.
Die
Beschwerdeführe
rin
geht
regelmässig mit dem Ehemann zweimal wöchentlich schwimmen,
nimmt an
Familienfeiern, Feiern im
Freundeskreis und weitere
n
soziale
n
Anlässe
n
teil und verreist für längere Zeit (E. 5.3.3). Der
langjährige psychotherapeutische Behandlungsunterbruch,
die
aktuell niederfrequente
psychotherapeutische The
rapie (
weniger als einmal
monatlich bei Dr.
C._
und alle drei Monate bei Dr.
D._
[E. 4.2-3, E. 4.5])
sowie das eigenständige zum Teil
über länger Perioden
Absetzen
notwendiger Antidepressiva
, der Abbruch stationärer
und
tagesklinischer Behandlungen
sowie
die
aktuell
ungenügende Einnahme der antidepressiven Medikation
belegen keinen ausgeprägten
Leidensdruck
(
E. 5.1
,
E. 5.3
)
.
Bei gesamthafter Betrachtung
,
insbesondere mit Blick auf
die nachvollziehbaren Einschränkungen sowie
die nicht ausgeschöpften Therapieoptionen, das intakte soziale Umfeld,
das
teilweise
erhaltene Aktivitätsniveau
und den nur gering
ausgeprägten behandlungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdruck
,
ist die von
Dr.
Z._
attestierte
3
0%ige
Arbeitsunfähigkeit
(noch)
nachvollziehbar.
5.5
5.5.1
Was die somatischen Leiden angeht, ist eine Arbei
tsunfähigkeit nicht ausgewie
sen
und
es
bestehen auch keine
Anhaltspunkte
, welche wei
tere Abklärungen
wegen allfällig möglicher somatischer
Einschränkungen
als notwendig erschei
nen
lassen
.
5.5.2
Die
Berichte
von
Dr.
C._
(E. 4.2, E. 4.5)
als behandelnder Psychiater
können für die
Beurteilung der somatischen Problematik
nicht herangezogen werden.
Er hat denn auch keine somatische Untersuchung vorgenommen.
5.5.3
Die Beschwerdefü
hrerin gab in dem
von ihr am 24. Juni 2016 (Urk. 8/87) ausge
füllten Fragebogen über die Revision der Invalidenrente
nur
an
,
aufgrund ihrer Depression
bei Dr.
B._
in Behandlung zu sein (Ziff. 3.5). Von einer Behand
lung somatischer Beschwerde
n
ist keine Rede.
5.5.4
Dr.
D._
von
der Praxis von Dr.
B._
-
und damit
von der
die Beschwerde
führerin
über 13 Jahre
(seit Januar 2003)
behandelnden Praxis (E. 3
.3
)
, womit ihre Krankengeschichte bestens bekannt gewesen sein musste
-
diagnostizierte
in sei
nem Bericht vom 21. Juli
2016 (E
. 4.2)
neben der Depression, für welche sie nach eigenen Angaben in
der Praxis von Dr.
B._
in
Behandlung
war
, eine Adipositas und einen Tinnitus.
Die Behandlungsbesuche dürfte
n
im Zusammen
hang der Behandlung der psychischen Leiden stehen.
So gab
Dr.
D._
auch
an, die Frage
über
ein Ressourcenprofil für eine berufliche Tätigkeit nicht beantwor
ten zu können
,
und verwies für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
ausdrück
lich
auf
den
Psychiater (E. 4.2).
Die im Zuge der letzten Rentenrevision im Bericht von Dr.
B._
aus dem Jahr 2010 gestellten Diagnosen einer Gonarthrose rechts, der Schwerhörigkeit und eines Schwindel
s finden sich
nicht mehr (E. 3.3 und E. 4.2).
Von
relevanten
funk
tionellen Einschränkungen dieser
früheren Leiden
ist daher nicht auszugehen.
Zur Behandlung der hochgradigen Schwerhörigkeit (vgl. Bericht von Dr.
E._
vom 6. November 2013 [Urk. 8/81])
hatte die Beschwerdegegnerin
der Beschwer
deführerin am 20. Januar 2014 (Urk. 8/82)
denn
auch
eine Kostengutsprache für eine Hörgerätepauschale zugesprochen.
Die Beschwerdeführerin
trägt
weiter
ein Hörgerät
. Nach dem
6.
November 2017 fanden diesbezüglich keine Abklärungen oder Behandlungen statt (
Urk.
8/125/3).
Zu
Recht verwies die Beschwerdeführerin darauf, dass der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
nicht kompetent sei
für die Beurteilung somatischer Beschwerden (Urk. 11 S. 2 unten).
Die Arthrose wird von den somatischen Behandlern nicht mehr
erwähnt
.
Es ist daher nicht ersicht
lich, weshalb der Beschwerdeführerin – wie von Dr.
Z._
aufgrund der Arth
rose attestiert
(E. 4.4) – nur
noch sitzende Tä
tigkeiten zumutbar sein sollten.
Adipositas bewirkt keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine kör
perlichen oder geistigen Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist (Urteil des Bun
desgerichts 8C_496/2012 vom 19.
September 2012 E. 2.2).
Auf die Adipositas zurückgehende körperliche oder geistige Schäden werden von Dr.
D._
keine beschrieben. Ebenso wenig
bestehen Hinweise dafür, dass
die Adipositas selbst
auf körperlic
he oder geistige Schäden zurück geht
(E. 5.4).
Was den Tinnitus angeht,
lassen sich dem Bericht von Dr.
D._
keine funktionellen Einschränkungen entnehmen.
5.5.5
Anhaltspunkte für invalidenversicherungsrechtlich relevante auf somatische
Leiden
zurückgehende funktionelle Einschränkungen bestehen
zusammenfassend
demnach nicht.
In Anbetracht dessen sind von zusätzlichen medizinischen Abklärungen
–
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 11 S. 2)
-
keine
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d). Eine Verlet
zung des Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.
5.6
Zusammenfassend steht fest, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in psy
chischer Hinsicht wesentlich verändert
haben
, sodass diese geeignet sind, den Invaliditätsgrad zu verändern und ein Revisionsgrund gegeben ist (E. 1.4, E. 5.3). Die Beschwerdeführerin leidet
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter einer rezidivierenden depressiven Erkrankung und einer Agoraphobie mit Panik
störung, sodass sie unter Beachtung des von Dr.
Z._
beschriebenen
,
auf die psychische Erkrankung zurückgehende Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit
spätestens seit der Begutachtung
zu 70 % arbeitsfähig ist (E. 4.4, E. 5.1).
R
elevante somatische Einschränkungen bestehen keine (E. 5.5).
In der Folge sind die wirtschaftlichen Auswirkungen zu prüfen.
6.
6.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die Versicherte im Zeitpunkt der Invaliditätsbemessung überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Die objektive Beweislast dafür, dass in einem konkreten Fall die Regel der Anknüpfung an den zuletzt erzielten Verdienst nicht greift, trifft die IV-Stelle, wenn sich ein Abweichen davon zu ihren Gunsten (niedrigeres
Valideneinkommen
) auswirkt (Urteil des Bundesge
richts 9C_225/2019 vom 11. September 2019 E. 4.2.1)
.
Entgegen der
Auffassung
der Beschwerdegegnerin (Urk. 7 S. 2
, Urk. 8/111 S. 1
) rechtfertigen allfällige schwankende Einkommen bei der letzten Arbeitsstelle und eine 14-jährige Dauer
seit dem Verlust der letzten Arbeitsstelle kein Abstellen auf statistische Werte
.
S
chwankende Einkommen – was auch nicht den Tatsachen entspricht (Urk. 8/6
/1-3
S. 2) - sind kein Indiz
dafür
, ob eine Person im Gesund
heitsfall immer noch die gleiche Stelle ausüben würde. Auch wenn 14 Jahre seit dem Verlust der
Arbeitsstelle
bei der
Y._
vergangen sind und
dies
eine lange Zeitdauer darstellt, lässt
dies alleine
noch nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
den Schluss zu
, die
Beschwerdeführerin
würde
im Gesundheitsfall
nicht mehr an dieser
Stelle
arbeiten
. Als
Leiterin Administration (
Urk. 8/55/4-5) ohne
abgeschlossene
Ausbildung hatte
sie
eine gute Position mit überdurchschnittli
chem Einkommen inne. Anhaltspunkte, dass sie diese
Stelle
im Gesundheitsfall
aufge
ge
ben
oder verloren
hätte
,
liegen keine vor. Die
Beschwerdegegnerin
selbst
stellte im Zuge der Revision im Jahr 2011 denn
auch
für das
Valideneinkommen
noch
auf das letzte Einkommen bei der
Y._
ab (Urk. 8/
76
).
Für das
Validen
einkommen
ist
daher
vom letzten
erzielten
Lohn bei der
Y._
auszugehen. Dabei erzielte
die Beschwerdeführerin
im Jahr
2005
ein
monatliches Einkommen von
Fr. 4'991.
--
(Urk. 8/6/1-3 S. 2, Urk. 8/6/9), was
bei 13 Monatslöhnen
einem
Jahreseinkommen von Fr. 6
4
'
883
.--
entspricht
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik; Tabelle T
39
Nominallohnin
dex,
Frauen
1939
-2018; Total), resultiert ein massgebliches
Valideneinkommen
für das Jahr 2018 von Fr.
74'291.85
(Fr.
64'883.-- / 2386
[Index
2005
] x
2732
[Index 2018]).
Die
Beschwerdeführerin
ging seit
dem Jahr 2005
keiner Arbeit mehr nach, wes
halb zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die
LSE-
Tabellenlöhne abzu
stellen
ist
.
Die Beschwerdeführerin verfügt nur über eine bescheidene Schulbil
dung und keine Berufsausbildung (
Urk.
8/1/4,
Urk.
8/109/13). Aufgrund des von
Dr.
Z._
formulierten Anforderungsprofil kann sie nicht mehr auf die bishe
rige Tätigkeit zurückgreifen.
Deshalb
ist
für das
Invalideneinkommen vom Durch
schnittslohn aller Frauen im Anforderungsniveau
1
(
Praktische Tätigkeiten wie Verkauf
,
Pflege
,
Daten
verarbeitung und Administration etc.)
von Fr. 4’
363
.-- (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level
,
Total Frauen, Kompetenzniveau 1
) auszu
gehen
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_534/2019 vom 18.
Dezember 2019 E.
5.3.3.2
)
. N
ach Anpassung
an die Lohnentwicklung
sowie
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
wöchentlichen Arbeitsze
it bei 70%iger Arbeitsfähigkeit
führt dies
im Jahr 2018 zu einem Einkom
men von Fr.
38'534.27
(Fr.
4
'363.--
x 12 / 105 [Index 2016] x 105.9 [Index 2018] / 40 x 41.7 x 0.7).
Die
Beschwerdeführer
in
brachte vor,
ihr
sei aufgrund
ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen
und der langjährigen Absenz vom Arbeitsmarkt
ein leidensbe
dingter Abzug zu gewähren (Urk. 1 S.
11 und Urk. 11 S. 4
). Dazu ist anzumerken, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Beme
ssung des leidensbedingten Abzu
ges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen dürfen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 20. April 2018
E. 2.2). Die Einschränkungen fanden bereits Eingang in die Beurteilung
von Dr.
Z._
und führten zur der veranschlagten eingeschränk
ten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von
70 % (
E. 5.1).
Das von
Dr.
Z._
formulierte Anforderungsprofil lässt sodann ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten offen, weshalb kein leidensbe
dingter Abzug vorzunehmen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_266 (2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2).
Die
längere Abstinenz vom Arbeitsmarkt
wirkt sich bei Arbeiten ohne
Führungsfunktion
nicht
(zwingend) lohnsenkend aus
. Ein leidens
bedingter Abzug vom Tabellenlohn ist
auch diesbezüglich
nicht angezeigt. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 74'291.85
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
38'534.27
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet
48
%
, was einem Anspruch auf eine
Viertelsrente
entspricht (E. 1.
3
)
.
6.2
Da die
am
20. Mai 1972 (Urk. 8/87)
geborene und
ab 1.
September 2005
(
Urk. 8/35
)
rentenbeziehende
Beschwerdeführerin zum massgeblichen Zeitpunkt der Verfügung vom
29. Januar 2019 (Urk. 2)
weder älter als 55 Jahre alt war
,
noch
über
15 Jahre eine Rente bezog, war die Beschwerdegegnerin
-
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(
Urk. 1 S.
10
und Urk. 11 S.
3
) -
nicht gehal
ten
gewesen
, vor der Rentenaufhebung bzw.
vor der
Rentenreduktion
Eingliede
rungsmassnahmen zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2018 vom 14. August 2019 E. 3.2.2).
6.3
Folglich ist die Beschwerde
in dem Sinne
teilweise gutzuheissen
– die Beschwer
deführerin beantragt eine halbe Rente (
Urk.
1 S. 11) -
und die Verfügung
vom
29. Januar 2019
insoweit
abzuändern, als festzustellen ist, dass
bei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit am
30. Januar 2019 erfolgten Zustellung
die
Beschwerdeführer
in ab 1. März 2019
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
(Art.
88
bis
Abs. 2
lit
.
a
IVV
; vgl. beiliegendes Couvert zu Urk. 2
)
. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin wird zu prüfen haben, ob schadenmindernde Massnah
men aufzuerlegen sind.
7.
7.1
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert auf Fr.
800.-- festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und entsprechend dem Verfahrensausgang den Parte
ien je zur Hälfte aufzuerlegen.
7.2
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat grundsätzlich die obsiegende Beschwerde führende Person, die erhebliche Auslagen im Rahmen des Prozesses gehabt hat (
Art.
61
lit
.
g ATSG). Nach § 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Ent
schädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die
Entschädigung ist daher unter Berücksichtigung der genannten Kriterien
auf Fr.
2‘8
00.-- (inklusive Bar
auslagen un
d Mehrwertsteuer) festzusetzen.