# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 26d65aeb-3124-4af4-a196-1d7a6b3747b5
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
mehrfache Drohung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht, vom 24. März 2014 (GB130009)
sowie
X._, Dr. iur., Beschwerdeführer
betreffend
Entschädigung amtliche Verteidigung
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Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 24. März 2014 (GB130009)
Anklage:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 25. Juli 2013 (Urk. 16)
ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 58)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180
Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit
heute 7 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'200.– Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung,
Fr. 6'500.– Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Grundgebühr, Barauslagen sowie MWST).
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die
Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
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7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittelbelehrung)
9. (Rechtsmittelbelehrung)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 96 S. 2 f.)
1. Die Ziffern 1, 2, 3, 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils seien auf-
zuheben;
2. Der Beschuldigte sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zu-
züglich 8 % MWSt.) zulasten der Staatskasse von Schuld und Strafe
freizusprechen;
3. Evtl. sei die Strafe angemessen zu reduzieren und in Form einer
bedingten Geldstrafe mit möglichst tiefem Tagessatz, jedoch mit
höchstens 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– festzulegen;
Dabei sei die vorinstanzliche Entscheidgebühr angemessen zu
reduzieren, doch auf maximal Fr. 1'200.– festzulegen;
4. Der Aufwand der amtlichen Verteidigung für das Untersuchungsverfah-
ren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren sei mit total Fr. 7'189.90
(inkl. Fr. 532.60 MWSt.) abzüglich der bereits erhaltenen Fr. 6'500.–,
mithin für die Differenz von Fr. 689.90, zu entschädigen;
sodann sei die amtliche Verteidigung für den mit dem Berufungs-
verfahren verbundenen Aufwand in der mutmasslichen Höhe von ins-
gesamt Fr. 12'500.– zu entschädigen;
schliesslich sei der amtlichen Verteidigung eine angemessene
Umtriebsentschädigung für den mit der Beschwerde verbundenen Auf-
wand zu Lasten der Staatskasse zuzusprechen.
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b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 66 S. 1)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 24. März 2014 wurde der
Beschuldigte im Sinne des Strafbefehls vom 25. Juli 2013, gegen welchen er
Einsprache erhoben hatte, der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180
Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von
5 Monaten bestraft, wovon 7 Tage durch Haft erstanden sind. Die Kosten der
Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten aufer-
legt und die Kosten der amtlichen Verteidigung unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen (Urk. 58 S. 27).
1.2. Gegen dieses dem Beschuldigten mündlich im Dispositiv eröffnete Urteil
(Prot. II S. 5) liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 1. April 2014 fristgerecht
Berufung anmelden (Urk. 49). Gleichentags reichte der amtliche Verteidiger in
eigenem Namen Beschwerde bei der III. Strafkammer des Obergerichts des
Kantons Zürich ein, in welcher er sich gegen die ihm zugesprochene Entschädi-
gung wendet. Die III. Strafkammer sistierte das entsprechende Beschwerde-
verfahren bis zum Entscheid der hiesigen Kammer, ob auf die Berufung einge-
treten wird (Urk. 59). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 55 = 58;
Urk. 57/1) liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 11. August 2014 ebenfalls
innert Frist die Berufungserklärung einreichen sowie diverse Beweisanträge
stellen (Urk. 61).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 13. August 2014 wurde die Berufungserklärung
samt Beilagen in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO den Privatklägern
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1-3 sowie der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschluss-
berufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen und zu
den gestellten Beweisanträgen Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde dem
Beschuldigten Frist angesetzt, um zu seinen finanziellen Verhältnissen Auskünfte
zu erteilen und zu belegen (Urk. 64). Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe
vom 1. September 2014 mit, dass auf Anschlussberufung verzichtet und die
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantragt werde. Zudem liess sie sich zu
den Beweisanträgen vernehmen (Urk. 66). Mit Eingabe vom 11. September 2014
teilte der amtliche Verteidiger mit, dass sich der Beschuldigte in ärztlicher
Behandlung im Kosovo befinde und es ihm deshalb noch nicht möglich gewesen
sei, das "Datenerfassungsblatt" auszufüllen (Urk. 69). Die Privatkläger liessen
sich nicht vernehmen.
1.4. Mit Präsidialverfügung vom 16. September 2014 wurden die Eingaben der
Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten je der Gegenseite zur freigestellten
Vernehmlassung zugestellt (Urk. 71). Während die Staatsanwaltschaft mit Schrei-
ben vom 23. September 2014 auf eine Vernehmlassung verzichtete (Urk. 73),
liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 25. September 2014 eine entsprechende
Stellungnahme einreichen (Urk. 75). Nachdem der Staatsanwaltschaft die Ein-
gabe des Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom 26. September 2014 zuge-
stellt worden war (Urk. 77), teilte diese mit, auf eine Vernehmlassung zu ver-
zichten (Urk. 79). Mit Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2014 wurde der
Beweisantrag des Beschuldigten, die mit der Berufungserklärung eingereichten
Urkunden bzw. Beilagen zu den Akten zu nehmen und als Beweismittel zu-
zulassen, gutgeheissen. Alle übrigen Beweisanträge, mithin die Zeugeneinver-
nahme von B._ und C._, die Einvernahme der Privatkläger 1-3 als Aus-
kunftspersonen, die Begutachtung der Privatkläger 1-3 im Hinblick auf das Beste-
hen einer übermässigen Ängstlichkeit/Lärmempfindlichkeit sowie auf die Zuver-
lässigkeit/Objektivität ihrer Wahrnehmungen, wurden abgewiesen (Urk. 82).
1.5. Mit Beschluss vom 31. Oktober 2014 überwies die III. Strafkammer des
Obergerichts des Kantons Zürich die Akten des Beschwerdeverfahrens
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(UP140019) betreffend die Beurteilung der Honoraransprüche des amtlichen
Verteidigers zuständigkeitshalber zur weiteren Behandlung (Urk. 87 und 88).
1.6. Das vom Beschuldigten auszufüllende "Datenerfassungsblatt", Unterlagen
zu seinen finanziellen Verhältnissen sowie allfällige – vom Verteidiger in Aussicht
gestellte (Urk. 69 S. 2) – Bestätigungen bezüglich Krankheit, Spitalaufenthalt etc.
sind bis heute nicht eingegangen.
1.7. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldigte
und sein Verteidiger erschienen sind, waren keine Vorfragen zu entscheiden
(Prot. II S. 9 f.). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungs-
verhandlung (Prot. II S. 13 ff.).
2. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte lässt das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich anfechten und
einen Freispruch beantragen (Urk. 61 S. 2; Urk. 96 S. 2 f.). Dementsprechend ist
es in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen und bildet in seiner Gesamtheit
Berufungsgegenstand (vgl. auch Prot. II S. 11).
3. Prozessuales
3.1. Der amtliche Verteidiger stellte anlässlich der Berufungsverhandlung erneut
die bereits mit der Berufungserklärung vom 11. August 2014 gestellten und mit
Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2014 (einstweilen) abgewiesen Beweis-
anträge. Zusätzlich beantragte er, es sei der Polizeibeamte D._ von der
Kantonspolizei Zürich als Zeuge einzuvernehmen und es seien die anlässlich der
Berufungsverhandlung neu eingereichten Urkunden zu den Akten zu nehmen und
als Beweismittel zuzulassen (Urk. 96 S. 3 f.; Prot. II S. 12).
Dem letztgenannten Beweisantrag wurde bereits entsprochen, indem das vom
amtlichen Verteidiger eingereichte Schreiben der Schwester des Beschuldigten
vom 13. Oktober 2014 als Urk. 97 zu den Akten genommen wurde. Auf die
übrigen Beweisanträge ist nachstehend an geeigneter Stelle einzugehen.
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3.2. Die für das Antragsdelikt Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB erforderli-
chen Strafanträge der Privatkläger E._ und F._ sowie G._ liegen
vor (Urk. 12/1, 13/1 und 14/1).
4. Sachverhalt
4.1. Anklagesachverhalt und Grundsätze der Sachverhaltserstellung
4.1.1. Die Vorinstanz hat den Anklagevorwurf korrekt zusammengefasst (Urk. 58
S. 4 f.). Darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden
(Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.1.2. Weiter hat die Vorinstanz die Regeln richtig zusammengefasst, nach denen
Aussagen zu analysieren und Beweismittel zu würdigen sind (Urk. 58 S. 5 ff.).
Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ebenso hat sie die Aus-
sagen der Beteiligten korrekt wiedergegeben (Urk. 58 S. 7 ff.). Auch darauf kann
vorab verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.2. Nachbarschaftsverhältnis
4.2.1. Bevor nachstehend der Anklagesachverhalt zu erstellen ist, ist vorab auf
die allgemeine Wohnsituation bzw. das Nachbarschaftsverhältnis zwischen einer-
seits dem Beschuldigten und dessen Familie sowie andererseits den Privat-
klägern E._ und F._ sowie G._ einzugehen.
4.2.2. Der Beschuldigte wohnt seit ca. Frühling 2010 zusammen mit seinen Eltern
in einer Wohnung im Erdgeschoss der Liegenschaft Im H._ in I._. Direkt
oberhalb der Familie des Beschuldigten, im 1. Stock, wohnen die Privat-kläger
E._ und F._. Eine Etage höher, im 2. Stock, wohnt die Privatklägerin
G._ (Urk. 4/1 S. 2; Urk. 5/1 S. 1; Urk. 7/1 S. 2).
4.2.3. Unbestrittenermassen ist das nachbarschaftliche Verhältnis zwischen dem
Beschuldigen bzw. dessen Familie und den Privatklägern äusserst angespannt.
Zentrales Thema von Seiten der Privatkläger war und ist stets der von ihnen als
störend empfundene Lärm des Beschuldigten bzw. dessen Familie. So erklärte
der Privatkläger E._ am 4. Juli 2013, es seien in den drei Jahren, in
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welchen die Familie des Beschuldigten unter ihnen wohne, immer wieder Lärm-
immissionen zu hören gewesen. Es habe diverse Probleme gegeben. Der
Beschuldigte spreche allgemein sehr laut. Auch die Mutter des Beschuldigten
spreche extrem laut und lasse den Fernseher sehr laut laufen. Die ganze Familie
des Beschuldigten halte sich nicht an die Ruhezeiten. Aus diesem Grund hätten
sie die Liegenschaftsverwaltung informiert. Man habe dann versucht, eine
Mediation mit den Beteiligten zu erreichen. Ein Treffen sei aber nicht zustande
gekommen, da sich die Schwester des Beschuldigten beleidigt gefühlt habe
(Urk. 5/1 S. 1 f.). In den letzten Wochen bzw. Monaten habe es sich zugespitzt
und in den letzten drei Wochen sei es wöchentlich mehrmals zu solchem Lärm
gekommen. Er habe auch das Gefühl, es werde extra keine Rücksicht auf die
Nachbarn genommen bzw. es entspreche dem Naturell des Beschuldigten
(Urk. 5/1 S. 4). Ebenso schilderte die Privatklägerin G._ am gleichen Tag,
dass es eigentlich immer Lärm gehabt habe. Vor zwei Jahren sei es dann zum
ersten Mal bezüglich Lärm eskaliert. Sie hätten sich an die Hausverwaltung ge-
wandt. Diese habe ihnen gesagt, sie sollten das Gespräch mit der Familie des
Beschuldigten suchen. Die Schwester des Beschuldigten, die allerdings nicht mit
ihrer Familie zusammen wohne, habe dann aber gemeint, dass sie kein Gespräch
wünsche. Der Beschuldigte habe immer wieder getobt. Diese Vorfälle hätten sie
häufig gehabt. Vor ein paar Wochen habe es aber angefangen zu eskalieren
(Urk. 7/1 S. 2 f.).
4.2.4. Der Beschuldigte stellt nicht in Abrede, dass es aufgrund der Lärmproble-
matik immer wieder zu Konflikten mit den Privatklägern gekommen sei (Urk. 61
S. 7 ff.; Urk. 96 S. 6; vgl. auch Urk. 95 S. 8 ff.). Den Grund für diese Nachbar-
schaftsprobleme sieht der Beschuldigte aber nicht in seinem eigenen Verhalten,
sondern weist die Schuld dafür insbesondere den Privatklägern E._ und
F._ zu. So ist er der Ansicht, dass er und seine Familie keinen Lärm gemacht
hätten. Trotzdem hätten die Privatkläger E._ und F._ bei der Liegen-
schaftsverwaltung J._ reklamiert. Sie würden sich aufführen, als seien sie die
Verwaltung. Sie hätten schon tausend Mal reklamiert und auch seine Mutter habe
Angst vor ihnen bekommen (Urk. 4/2 S. 4). Er sei nur einmal gegenüber seiner
Mutter sowie den Privatklägern E._ und F._ laut geworden. Er habe
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aber nur geschrien, niemanden geschlagen oder so. Sie (die Privatkläger E._
und F._) würden ihn nerven. Sie seien wie Spione. Sie würden ihn beobach-
ten und würden ihn psychisch krank machen (Urk. 4/1 S. 2). Die Privatkläger hät-
ten schon von Beginn weg einen Hass auf Ausländer gehabt (Urk. 95 S. 14).
4.2.5. Wie den Aussagen der Privatkläger entnommen werden kann, wurden bzw.
werden von ihnen nicht nur laute Streitereien oder Wutausbrüche des Beschuldig-
ten als störend empfunden, sondern auch laute Gespräche und Telefonate sowie
ein zu laut eingestellter Fernseher. So wurde auch bereits die Familie, welche vor
dem Beschuldigten bzw. dessen Familie in der entsprechenden Wohnung
wohnte, als zu laut empfunden, weshalb schon damals die Liegenschaftsver-
waltung J._ über Lärmstörungen informiert worden war (Urk. 5/3 S. 7). Zu-
dem störten sich die Privatkläger seit dem Einzug der Familie des Beschuldigten
über laute Gespräche. So gab der Privatkläger E._ an, seine Ehefrau habe
sich vor drei Jahren, mithin unmittelbar oder zumindest kurze Zeit nachdem die
Familie des Beschuldigten in die fragliche Liegenschaft eingezogen war, beim
Vater des Beschuldigten vorgestellt und ihn bereits damals darauf hingewiesen,
dass laute Gespräche durch die Liegenschaft dringen würden (Urk. 5/1 S. 1).
4.2.6. Die von den Privatklägern wahrgenommenen und als störend empfundenen
Geräusch- und Lärmimmissionen des Beschuldigten bzw. dessen Familie führten
immer wieder zu Konflikten zwischen den Parteien. So wurde bereits die Liegen-
schaftsverwaltung über diese Problematik informiert und auch schon mehrmals
die Polizei aufgeboten. Trotz dieser Anstrengungen konnte der von den Privat-
klägern erwünschte Erfolg aber bisher noch nicht erzielt werden. Vor diesem
Hintergrund erscheint es durchaus nachvollziehbar und auch verständlich, wenn
der Privatkläger E._ auf die Frage, was er sich mit dieser Anzeige
erhoffe, ausführte, er wünsche sich im Prinzip, dass eine Besserung eintreffe. Sie
hätten schon sehr viel versucht auf dem "normalen Weg" und er hoffe, dass
dadurch Ruhe und Frieden in die Liegenschaft einziehe (Urk. 5/1 S. 1 S. 4).
Dieser Beweggrund, mithin durch die Strafanzeige bzw. den Strafantrag (auch)
die Beseitigung der Lärmimmissionen zu bezwecken, da bisher weder die Liegen-
schaftsverwaltung noch die Polizei diesbezüglich etwas habe erreichen können,
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ist nachstehend bei der Sachverhaltserstellung und der rechtlichen Würdigung
entsprechend zu berücksichtigen.
4.3. Vorfall vom 15. Juni 2013
4.3.1. Kurz vor dem eingeklagten Vorfall, ca. um 14.00 Uhr, soll der Beschuldigte
gemäss den Schilderungen der Privatkläger getobt, geschrien und die Türen
zugeknallt haben. Aus diesem Grund riefen die Privatkläger die Polizei, welche
kurze Zeit später eintraf (Urk. 5/1 S. 2; Urk. 5/2 S. 1; Urk. 5/3 S. 4).
4.3.2. Unbestrittenermassen klingelte der Beschuldigte in der Folge – nach dem
die Polizei wieder gegangen war – an der Wohnungstür der Privatkläger E._
und F._. Nachdem ihm die Tür geöffnet wurde, kam es zwischen dem
Beschuldigten und den Privatkläger E._ und F._ sowie G._, welche
sich in diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Wohnung der Familie EF._ aufhielt,
zu einer kurzen Auseinandersetzung.
Bestritten und in der Folge zu erstellen ist demgegenüber, was der Beschuldigte
konkret zu den Privatklägern sagte, die Art und Weise, wie er mit den Privat-
klägern sprach, und welche Reaktionen diese Äusserungen bzw. das gesamte
Verhalten des Beschuldigten bei den Privatklägern auslöste respektive was er mit
seinem Verhalten bewirken wollte.
4.3.3. Vorliegend ist als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte gemäss den
Angaben der Privatklägern sagte: "Hey, wänn ihr nomal de Bullä alütet, dänn
gsehnd ihr scho, was passiert". Dieser Wortlaut wird von allen Privatklägern über-
einstimmend und in sämtlichen Einvernahmen wiedergegeben (Urk. 5/1 S. 2;
Urk. 5/2 S. 1; Urk. 5/3 S. 4; Urk. 6/1 S. 4; Urk. 7/1 S. 5; Urk. 7/3 S. 4). Diese
Äusserung wird schliesslich auch vom Beschuldigten – abgesehen von einer
geringfügigen Abweichung in der Wortwahl – nicht in Abrede gestellt. So gab er
selber an, er habe zu den Privatklägern gesagt: "Wänn ihr nomal de Polizei alütet,
dänn wird das anderscht usgah" (Urk. 4/1) bzw. "Hey wänn ihr numal de Bullä
alütet, dänn wird es anders Ergebnis usecho" (Urk. 4/2 S. 3; vgl. auch Urk. 95
S. 10 f.). Er habe aber damit gemeint, dass er die Privatkläger vor Gericht bringen
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werde (Urk. 4/1 S. 3 f.), dass er seinen Anwalt und den Rechtsschutz einschalten
werde (Urk. 4/2 S. 2) bzw. dass auch er eine Anzeige hätte machen können
(Urk. 95 S. 11). Seinen Zugaben zufolge hat er aber weder das Gericht noch den
Beizug eines Anwalts bzw. des Rechtsschutzes oder das Einreichen einer Straf-
anzeige explizit erwähnt.
4.3.4. Die Privatkläger geben sodann übereinstimmend an, dass der Beschuldigte
diese Äusserung in aggressivem Ton gesagt habe (Urk. 5/1 S. 2: Er habe das
sehr aggressiv gesagt; Urk. 5/2 S. 5: Er habe es nicht anständig gesagt. Er sei
aggressiv gewesen und habe einen wütenden Blick in den Augen gehabt. Er sei
wutentbrannt gewesen; Urk. 6/1 S. 4: Er sei aggressiv und bedrohlich gewesen.
Er habe dies laut gesagt; Urk. 7/3 Urk. 4: Er habe dies ziemlich aggressiv und laut
gesagt). Die Ausführungen der Privatkläger erscheinen erlebt und plausibel. Unter
Berücksichtigung der vom Beschuldigten als ungerechtfertigt empfundenen
Reklamationen durch die Privatkläger ("Sie nerven mich so, die EF._s. Sie
sind wie Spione. Sie beobachten mich und machen mich psychisch krank",
Urk. 4/1 S. 2) und vor dem Hintergrund, dass die Privatkläger kurz vor diesem
Vorfall aufgrund des angeblich lauten Verhaltens des Beschuldigten die Polizei
riefen, vermögen die Ausführungen des Beschuldigten nicht zu überzeugen. So
erscheint seine Darstellung, wonach er sich nicht aggressiv, sondern in mittel-
mässigem Tonfall, nicht zu laut und nicht zu leise bzw. in normalem Ton
geäussert habe (Urk. 4/1 S. 3; ebenso Urk. 95 S. 9 f.), beschönigend und unter-
trieben. Dass der Beschuldigte – auch ohne ersichtlichen Grund – laut werden
kann, wurde sodann auch in der polizeilichen Einvernahme festgestellt. So sei er
laut geworden und habe den Erklärungen des Polizeibeamten nicht mehr zuge-
hört (Urk. 4/1 S. 7 oben). Schliesslich gibt der Beschuldigte auch selber zu,
zumindest einmal gegenüber den Privatklägerin E._ und F._ laut
geworden zu sein, wobei er nur geschrien, nicht aber auch jemanden geschlagen
zu haben (Urk. 5/1 S. 2). Es ist somit – gemäss den überzeugenderen Ausführ-
ungen der Privatkläger – davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich mit
aggressiver und lauter Stimme gegenüber den Privatklägern äusserte.
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4.3.5. Ob und inwiefern die Privatkläger durch diese Äusserung bzw. das gesamte
Verhalten des Beschuldigten in Angst oder Schrecken versetzt wurden, ist eine
Frage der rechtlichen Würdigung und nicht an dieser Stelle zu prüfen.
4.4. Vorfall vom 3. Juli 2013
4.4.1. Auch vor diesem Vorfall, ca. um 20.30 Uhr, soll der Beschuldigte gemäss
den Schilderungen der Privatkläger ausgerastet sein, weshalb sowohl die Privat-
klägerin G._ als auch der Privatkläger E._ die Polizei kontaktierten (Urk.
5/5).
4.4.2. Unbestrittenermassen wollte der Beschuldigte in der Folge – nach dem die
Polizei wieder gegangen war – zunächst mit den Privatkläger E._ und
F._ sprechen. Als diese die Wohnungstür nicht aufmachten, versuchte er mit
G._ zu sprechen. Jedoch auch diese weigerte sich, die Wohnungstür zu öff-
nen.
Der Beschuldigte bestreitet aber, dass er massiv gegen die Wohnungstüren
gehämmert bzw. gepoltert und geschrien haben soll, die Privatkläger sollen die
Türen aufmachen, er wolle mit ihnen sprechen.
4.4.3. Der Anklagesachverhalt basiert auch hier im Wesentlichen auf den Aus-
sagen der Privatkläger sowie der von ihnen gemeinsam erstellten Aktennotiz.
Der genannten Aktennotiz ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte zunächst an
der Wohnungstür der Familie EF._ klingelte und gerufen habe, er wolle mit
ihnen sprechen. Auf Anraten der Polizei hätten sie die Wohnungstür nicht aufge-
macht. Danach sei der Beschuldigte zur Wohnungstür der Privatklägerin G._
gegangen und habe auch dort geklingelt. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, sie
solle die Wohnungstür aufmachen, er möchte mit ihr reden. Sie habe erwidert, er
solle abhauen und verschwinden. Daraufhin habe der Beschuldigte an ihre Woh-
nungstür gepoltert. Da sich die Privatklägerin unwohl gefühlt habe, habe sie er-
neut die Polizei verständigt. In der Folge sei der Beschuldigte wieder zur
Wohnungstür der Familie EF._ gegangen und habe erneut an die Woh-
nungstür geklopft (Urk. 5/5).
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Der Privatkläger E._ erklärte anlässlich der polizeilichen Einvernahme, der
Beschuldigte habe stark an die Tür geklopft und geklingelt. Nachdem sie die
Wohnungstür auf Anraten der Polizei nicht geöffnet hätten, sei er ins zweite
Obergeschoss gegangen und habe auch dort herum geschrien (Urk. 5/1 S. 3).
Anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme führte der Privatkläger E._
aus, dass der Beschuldigte an ihre Wohnungstür gekommen sei und
geschrien habe, er solle aufmachen, er wolle reden. Nachdem er die Tür nicht
geöffnet habe, sei der Beschuldigte zu G._ gegangen. Auch diese habe die
Wohnungstür nicht geöffnet und habe zu ihm gesagt, er solle verschwinden, sie
wolle nicht reden, er solle abhauen. Der Beschuldigte sei dann wieder zu ihnen
gekommen. Sie hätten wiederum die Tür nicht geöffnet, worauf der
Beschuldigte dann gegangen sei. Bei ihnen habe der Beschuldigte energisch,
aber noch eher normal geklopft. Bei G._ habe er aber – so wie sie ihnen ge-
sagt habe – gepoltert (Urk. 5/3 S. 6).
Die Privatklägerin F._ gab in der staatsanwaltlichen Einvernahme zu Proto-
koll, der Beschuldigte habe an ihrer Wohnungstür geklingelt. Der Beschuldigte
habe gesagt, sie sollen die Tür öffnen, er wolle mit ihnen reden. Auf Anraten der
Polizei hätten sie die Tür nicht geöffnet. Danach sei er zu G._
gegangen. Gemäss den Schilderungen von G._ habe sie ihm gesagt, er solle
abhauen, er solle verschwinden. Daraufhin habe er an die Wohnungstür
gepoltert. G._ habe deshalb die Polizei gerufen. Sie (F._) habe selber
gehört, wie er an die Tür von G._ gehämmert habe, es sei vielleicht zwei bis
drei Mal gewesen. Anschliessend sei der Beschuldigte wieder zu ihnen gekom-
men und habe an ihre Tür gepoltert. Es sei zwischen einem
Klopfen und einem Poltern gewesen. Sie habe das Gefühl, es sei etwas
schwächer gewesen als bei G._ (Urk. 6/1 S. 5 f.).
Die Privatklägerin G._ gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme an, sie
habe gehört, wie der Beschuldigte an die Tür der Familie EF._ gehämmert
und laut geschrien habe, sie sollen aufmachen, er wolle reden. Danach sei der
Beschuldigte zu ihr hinauf gekommen und habe das gleiche bei ihrer Wohnungs-
tür gemacht. Dann habe sie nochmals die Polizei angerufen. Da sie Angst
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bekommen habe, dass er mit einem Gegenstand die Tür bearbeiten würde, zu ihr
rein und auf sie los kommen könnte, habe sie die Tür nicht aufgemacht. Sie habe
geschrien, dass sie die Tür nicht aufmache und er auf der Stelle verschwinden
solle. Nachdem er nochmals ein paar Mal heftig gegen die Tür geschlagen habe,
sei er verschwunden. Dann sei auch schon die Polizei gekommen (Urk. 7/1 S. 6).
Anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme gab die Privatklägerin G._
an, der Beschuldigte habe furchtbar an die Tür der Familie EF._
geschlagen und gepoltert. Als diese die Tür nicht geöffnet hätten, sei er zu ihr
gekommen. Er habe unbedingt herein wollen. Er habe gesagt, sie solle auf-
machen, er wolle reden. Sie habe dann die Polizei angerufen. Sie sei wütend
geworden und habe durch die Tür geschrien, dass sie nicht aufmachen werde, er
solle endgültig verschwinden, er solle abhauen. Dann sei er, nachdem er
nochmals kräftig gegen die Tür geschlagen habe, gegangen. Er habe vermutlich
mit der Faust geschlagen. Er habe ungefähr acht mal an die Tür geschlagen. Sie
glaube, der Beschuldigte habe anschliessend nochmals an die Tür der Familie
EF._ geschlagen (Urk. 7/3 S. 5 f.).
4.4.4. Der Beschuldigte macht demgegenüber geltend, er habe an die Wohnungs-
tür der Familie EF._ geklopft, dies aber nicht laut. Er habe nur reden wollen.
Er habe ihnen klar machen wollen, dass sie nicht immer der Polizei oder der Lie-
genschaftsverwaltung anrufen müssen. Das sei nicht lustig für ihn, wenn die gan-
ze Zeit die Polizei komme. Er habe auch bei G._ normal geklopft, mehr nicht.
Er sei ein wenig wütend gewesen. Er sei aber nicht sehr laut gewesen. Er sei ein
wenig lauter gewesen, damit sie ihn auch gehört habe (Urk. 4/1 S. 4 f.). Er habe
nicht massiv an die Türen geklopft, sondern nur normal, sodass man es gehört
habe. Er habe nur reden wollen. Er bestreite, dass er aggressiv oder laut aufge-
treten sei. Er habe nur so laut gesprochen, damit sie ihn durch die
verschlossenen Türen verstehen konnten. Er sei mittelmässig laut gewesen.
Sonst hätte man ja nichts verstanden (Urk. 4/2 S. 4 ff.). Er habe mit den Privat-
klägern sprechen und sie fragen wollen, weshalb sie immer wieder die Polizei
rufen. Er habe zuerst geläutet und als niemand geöffnet habe, habe er geklopft.
Anschliessend habe er einen Zettel geschrieben. Er habe normal geklopft, damit
sie es hören. Zuvor in der Wohnung habe er schon geschrien. Bei diesem Vorfall
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sei er auch gegenüber dem Ehepaar EF._ laut geworden. Er habe ihnen
sagen wollen, dass sie nicht sogleich die Polizei rufen, sondern ihm direkt sagen
sollen, wenn er laut wäre (Urk. 95 S. 12 ff.).
4.4.5. Mit den übereinstimmenden und konstanten Aussagen der Privatkläger ist
davon auszugehen, dass der Beschuldigte vor den Wohnungstüren der Privat-
kläger schrie und die Privatkläger aufforderte, ihm die Wohnungstüren zu öffnen,
damit er mit ihnen sprechen kann. Die entsprechenden Aussagen des Beschul-
digten, wonach er nur so laut gesprochen habe, dass man ihn durch die
verschlossenen Türen höre, vermögen nicht zu überzeugen und stimmen auch
nicht mit seinen weiteren Aussagen überein. So führte er selber aus, er sei "ein
wenig wütend" gewesen (Urk. 4/1 S. 5) und er werde schon "ein bisschen lauter",
wenn er aufgeregt sei (Urk. 4/2 S. 5). Schliesslich gab der Beschuldigte selber zu,
dass er im Haus laut gewesen sei, wofür er sich bei den Privatklägern auch ent-
schuldigen wolle (Urk. 4/3 S. 4), und dass er in der Wohnung geschrien habe und
gegenüber dem Ehepaar EF._ laut geworden sei (Urk. 95 S. 13 und 15).
Aufgrund der gesamten Umstände und der Aussagen der Beteiligten ist somit da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte im Treppenhaus vor den Wohnungstüren
der Privatkläger laut war, schrie und die Privatkläger aufforderte, mit ihm zu spre-
chen.
In Bezug auf die Intensität, mit welcher der Beschuldigte an die Wohnungstüren
klopfte bzw. polterte, bestehen allerdings erhebliche Differenzen zwischen den
einzelnen Aussagen der Privatkläger. So führten sie in ihrer gemeinsam verfass-
ten Aktennotiz lediglich aus, der Beschuldigte habe zunächst bei der Familie
EF._ geläutet. Danach habe er bei G._ geläutet und anschliessend – als
sie ihm gesagt habe, er solle abhauen – an die Tür gepoltert. Demgegenüber stel-
len die Privatkläger in den polizeilichen bzw. staatsanwaltlichen Einvernahmen
auf entsprechende Fragen die Intensität des Klopfens bzw. Polterns dann erheb-
lich gravierender dar. Sodann fällt auf, dass die Privatklägerin G._ in
ihren Einvernahmen die Intensität des Klopfens bzw. Poltern massiv stärker
darstellt als die Privatkläger E._ und F._. So widerspricht beispielsweise
ihre Darstellung, wonach der Beschuldigte "furchtbar" gegen die Tür der Familie
- 16 -
EF._ geschlagen und gepoltert habe, den Sachdarstellungen von E._
und F._ selber, wonach der Beschuldigte nur "energisch", aber noch "eher
normal" geklopft habe, bzw. es sei bloss zwischen einem Klopfen und
einem Poltern gewesen. Wenn die Privatklägerin G._ weiter ausführte, der
Beschuldigte habe dann heftig bzw. kräftig an ihre Tür geschlagen, so sind auch
diese Ausführungen gemäss den Darstellungen von E._ und F._ zu re-
lativieren, wonach der Beschuldigte bloss "etwas stärker" an die Tür von F._
gepoltert habe, als er es bei ihnen gemacht habe. Schliesslich gab F._ an, er
habe ungefähr acht mal an ihre Wohnung gepoltert, während F._ lediglich
von zwei bis drei Mal ausging.
4.4.6. Aufgrund ihres Aussageverhaltens wird schon der Eindruck erweckt, dass
die Privatkläger versucht sein könnten, die Geschehnisse überspitzt, wenn nicht
gar übertrieben darzustellen, um ihrem zentralen Anliegen, dass in der Liegen-
schaf wieder Ruhe einkehrt, Nachdruck zu verleihen. Nach dem Gesagten kann
dem Beschuldigten somit lediglich vorgeworfen werden, er habe bei der Familie
EF._ stark an die Wohnungstür geklopft und bei G._ mehrmals, höchs-
tens jedoch acht Mal an ihre Wohnungstür gepoltert. Dabei schrie er im Treppen-
haus und forderte die Privatkläger auf, ihm die Türen zu öffnen, damit er mit ihnen
sprechen kann.
4.4.7. Ob und inwiefern die Privatkläger durch dieses Verhalten des Beschuldig-
ten in Angst oder Schrecken versetzt wurden, ist als Frage der rechtlichen Würdi-
gung ebenfalls nicht an dieser Stelle zu prüfen.
5. Rechtliche Würdigung
5.1. Nach Art. 180 Abs. 1 StGB wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu
drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer jemanden durch schwere Drohung in
Schrecken oder Angst versetzt.
5.2. In objektiver Hinsicht setzt Art. 180 Abs. 1 StGB eine schwere Drohung vor-
aus. Damit nimmt das Gesetz bewusst eine Einschränkung des Tatmittels vor und
definiert gleichzeitig den beim Opfer bewirkten Erfolg. Die Drohung muss somit
- 17 -
schwer sein und Angst machen. Da eine schwere Drohung verlangt wird, sind die
Anforderungen in dieser Hinsicht höher als beim Tatbestand der Nötigung
gemäss Art. 181 StGB, der lediglich die Androhung ernstlicher Nachteile verlangt.
Die Androhung des Übels kann sich gegen Rechtsgüter des Bedrohten richten,
aber auch gegen Rechtsgüter Dritter oder des Drohenden selbst, sofern die
Androhung geeignet ist, das Opfer in Schrecken oder Angst zu versetzen. Es
reicht sodann aus, dass die Drohung als ernst gemeint erscheint (BGE 81 IV 101
E. 3; BSK StGB II-Delnon/Rüdy, 3. Auflage, Basel 2013, N 17 ff. zu Art. 180;
Trechsel/Pieth, StGB Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich 2013, N 2 zu Art. 180).
Der objektive Tatbestand der Drohung setzt somit einerseits voraus, dass der
Täter seinem Opfer einen schweren Nachteil in Aussicht stellt, wobei er dessen
Eintritt als von seinem Willen abhängig hinstellen muss. Andererseits wird
vorausgesetzt, dass das Opfer dadurch in Schrecken oder Angst versetzt wird.
Ob der Nachteil schwer ist, beurteilt sich grundsätzlich nach objektiven Mass-
stäben, nicht nach der individuellen Empfindlichkeit des Betroffenen. Es ist somit
in der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen
normaler psychischer Belastbarkeit abzustellen (Bundesgerichtsentscheide
6B_1121/2013 vom 6. Mai 2014, E. 6.3, 6B_192/2012 vom 10. September 2012,
E. 1.1, und 6B_351/2007 vom 9. November 2007, E. 5.1, je mit weiteren Hin-
weisen). Dies bedeutet, dass nicht jede Drohung den Tatbestand von Art. 180
Abs. 1 StGB erfüllt, nur weil ein übermässig ängstliches Opfer darüber in
Schrecken oder Angst zu geraten vermag (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, a.a.O., N
14 zu Art. 180; vgl. auch Trechsel/Pieth, StGB Praxiskommentar, a.a.O., N 2 zu
Art. 180). In der Lehre wird aber die Auffassung vertreten, dass bei gezieltem
Vorgehen gegen besonders verwundbare Opfern auch – objektiv betrachtet –
minder schwere Drohungen als tatbestandsmässig zu erfassen sind, denn ins-
besondere Kinder und Hochbetagte, aber auch psychisch oder geistig beeinträch-
tigte Personen verfügen wegen der noch nicht vorhandenen oder wegen
schwindender emotionaler und mentaler Kräfte über ein eingeschränktes Sicher-
heitsgefühl und sind deswegen leicht beeinflussbar. Entsprechend können sie
selbst durch offensichtlich leere Drohungen massiv erschreckt oder verängstigt
werden (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, a.a.O., N 20 f. zu Art. 180).
- 18 -
Grundsätzlich ist die Grenze zur Tatbestandsmässigkeit indessen eher hoch
anzusetzen. Dabei wird die Drohung mit einer strafbaren Handlung zumeist einen
schweren Angriff auf das Sicherheitsgefühl einer Person darstellen. An diesen
Bedingungen fehlt es dann allerdings bei der Ankündigung der Begehung von
geringfügigen Delikten (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, a.a.O., N 22 und 26 zu
Art. 180). Blosses Anschreien ist ebenfalls keine Drohung (Trechsel/Pieth, a.a.O.,
N 2 zu Art. 180 m.Hw.), und vagen, abstrakten oder offenen "Androhungen" fehlt
es oftmals an der von Art. 180 Abs. 1 StGB geforderten Intensität: So hat die
II. Strafkammer der Zürcher Obergerichts der Äusserung, es werde beim nächs-
ten Zusammentreffen "etwas passieren", die erforderliche Schwere abge-
sprochen, weil der Beschuldigte abstrakt geblieben sei und das angedrohte Übel
nicht benannt habe (SB110424 vom 15. November 2011). Und die III. Straf-
kammer des Zürcher Obergerichts vertrat die gleiche Auffassung bezüglich
Aussagen, wonach ein Beschuldigter dafür sorgen wollte, dass die von ihm ange-
sprochene Frau "nichts mehr zu lachen" haben werde, gestern am "letzten Fest"
gewesen sei und sie "dafür büssen" müsse (UR100160 vom 14. Oktober 2011).
Unter Drohungen im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sind nicht nur ausdrückliche
Erklärungen des Täters zu verstehen, sondern jegliches Verhalten, durch welches
das Opfer vom Täter bewusst in Schrecken oder Angst versetzt wird. Eine
Drohung kann somit durch Worte, sowie durch Gesten (z.B. durch angedrohtes
Durchschneiden der Kehle durch eine entsprechende Geste am eigenen Hals)
oder durch konkludentes Verhalten (z.B. wortloses Ziehen einer Waffe, Entsichern
einer Schusswaffe oder Zerbrechen einer Bierflasche als Waffe) erfolgen
(BSK StGB II-Delnon/Rüdy, a.a.O., N 14 zu Art. 180; Trechsel/Pieth, a.a.O., N 2
zu Art. 180). Für die Beurteilung der Schwere des Nachteils ist nicht nur das
angewendete Mittel, sondern sind auch die gesamten Umstände miteinzu-
beziehen, unter denen die Drohung erfolgte. Aus diesem Grund liess das
Bundesgericht die Frage, ob die Androhung, dem Opfer, welches in einem Fahr-
zeug mit verschlossenen Wagenfenstern sass, ins Gesicht zu schlagen, für sich
bereits schwer wiegt, offen. Es hielt fest, dass der Täter dem Opfer zuvor über
mehrere Kilometer teilweise bedrohlich nahe aufgefahren sei, dieses schliesslich
zum Anhalten gezwungen habe und wutentbrannt auf dessen Fahrzeug zuge-
- 19 -
kommen sei. Bereits dieses Verhalten stelle einen "gezielten Terror" dar und sei
damit als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zu qualifizieren (Entscheid
des Bundesgerichts 6P.86/2005 bzw. 6S.252/2005 vom 1. Oktober 2005, E. 8.3).
5.3. In subjektiver Hinsicht setzt Art. 180 StGB Vorsatz voraus, wobei Eventual-
vorsatz genügt (Entscheid des Bundesgerichts 6B_192/2012 vom 10. September
2012, E. 1.1; BSK StGB II-Delnon/Rüdy, a.a.O., N 33 zu Art. 180). Gemäss
Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich, wer die
Tat mit Wissen und Willen ausführt (Satz 1; direkter Vorsatz). Vorsätzlich handelt
bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Satz 2;
Eventualvorsatz). Eventualvorsatz im genannten Sinn ist somit gegeben, wenn
der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich
hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf
nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 133 IV 1
E. 4.1, mit Hinweisen; BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts 6B_802/2013 vom 27.1.2014 E. 2.3.2).
5.4. Beim Vorfall vom 15. Juni 2013 ist zu prüfen, ob der Beschuldigte durch die
Aussage, "Hey, wänn ihr nomal de Bullä alütet, dänn gsehnd ihr scho, was
passiert" den Privatklägern einen schweren Nachteil in Aussicht stellte. Diese
Äusserung enthält keine konkrete Androhung von schweren Nachteilen. Ent-
sprechend stellt sich die Frage, ob diese Aussage zusammen mit dem übrigen
Verhalten des Beschuldigen, insbesondere den von den Privatklägern beschrie-
benen Wutausbrüchen, als eine schwere Drohung zu qualifizieren ist, durch
welche die Privatkläger in Angst versetzt wurden.
5.4.1. Die Privatkläger führten in ihrer gemeinsamen Aktennotiz lediglich an, sie
hätten sich durch diese Bedrohung und Einschüchterung nicht mehr wohl gefühlt
im Hause (Urk. 5/2). Erst in den jeweiligen Einvernahmen vor der Polizei bzw. der
Staatsanwaltschaft äusserten die Privatkläger, durch das Verhalten des Beschul-
digten in Angst versetzt worden zu sein. So gab der Privatkläger E._ an, die-
se Äusserung habe bei ihm ein unsicheres Gefühl ausgelöst. Man wisse nicht,
was einen erwarte. Er habe Angst und fühle sich nicht mehr wohl. Er habe auch
Angst, dass der Beschuldigte in seine Wohnung eindringe. Er traue dem Beschul-
- 20 -
digten inzwischen sehr viel zu (Urk. 5/1 S. 3). Sie hätten nach diesem Vorfall
richtig geschlottert. Sie seien ältere Leute und vertrügen das nicht mehr so. Er
habe wirklich Angst, dass der Beschuldigte seine Drohung in die Tat umsetzen
würde. Wenn der Beschuldigte derart auftrete, traue er ihm alles zu (Urk. 5/3).
Auch die Privatklägerin F._ gibt an, sie habe sich danach schlottrig, beunru-
higt und bedroht gefühlt. Sie habe sich vorgestellt, dass er sie nochmals bedrohen
oder gar tätlich angreifen könnte (Urk. 6/1 S. 4). Schliesslich gab auch die Privat-
klägerin G._ an, sie habe Angst bekommen. Sie habe diese Drohung sehr
ernst genommen und habe befürchtet, dass er ihnen etwas antun könnte. So wie
er ausraste, würde sie ihm alles zutrauen (Urk. 7/1 S. 5). Sie habe diese Äusse-
rung ernst genommen. Sie könne nicht konkret beschreiben, was er hätte konkret
machen können. Sie habe Angst bekommen, ihm irgendwo nachts im Keller oder
im Dunkeln zu begegnen, oder vor plötzlichen Anrufen (Urk. 7/3 S. 4 f.).
5.4.2. Es kann zweifelsohne davon ausgegangen werden, dass die Privatkläger
durch die Wutausbrüche des Beschuldigten in seiner Wohnung und durch die
fragliche Äusserung sowie sein Auftreten ihnen gegenüber am 15. Juni 2013
gestört und verängstigt waren, sich in der Liegenschaft nicht mehr wohl fühlten
und sie seither versucht sind, Begegnungen mit dem Beschuldigten zu meiden.
So führen denn auch die Privatklägerinnen F._ und G._ aus, dass sie
abends nicht mehr alleine in die Waschküche gehen würden (Urk. 6/1
S. 7; Urk. 7/3 S. 5). Dass ihnen aber durch das Verhalten des Beschuldigten ein
schwerer Nachteil im Sinne der vorstehend dargestellten Rechtsprechung, mithin
eine körperliche oder gesundheitliche Schädigung oder aber eine sonstige (Straf-
)tat einer gewissen Schwere, in Aussicht gestellt worden wäre, oder dass sie mit
einem derartigen Verhalten hätten rechnen müssen, ist nicht ersichtlich. So hat
keiner der Privatkläger dargelegt, dass der Beschuldigte jemals ihnen gegenüber
tätlich geworden wäre (vgl. Urk. 5/1 S. 3) oder auch nur explizit damit gedroht
hätte. Auch haben sie nie selber gesehen, dass er seine Mutter oder ein anderes
Familienmitglied geschlagen hätte. Dass der Beschuldigte seine Mutter schlagen
würde, leiten die Privatkläger lediglich daraus ab, dass diese (die Mutter des
Beschuldigten) auf ihren Kopf und an ihre Schulter gezeigt habe (Urk. 5/1 S. 3;
Urk. 7/1 S. 3). Wenn die Privatklägerin G._ durch die verschlossene Tür
- 21 -
dann auch noch gehört haben will, wie der Beschuldigte seine Mutter geschlagen
habe (Urk. 7/1 S. 4), so erscheint dies als reichlich spekulativ. Weitere Anhalts-
punkte, wonach die Privatkläger hätten davon ausgehen können, dass der
Beschuldigte effektiv seine Mutter schlägt, sind sodann nicht ersichtlich, zumal die
Mutter des Beschuldigten gegenüber der Polizei in Abrede stellte, von ihrem Sohn
geschlagen worden zu sein (vgl. Urk. 5/2 S. 1).
5.4.3. Bei dieser Ausgangslage waren das Verhalten des Beschuldigten und seine
Äusserungen am 15. Juni 2013 nicht geeignet, den Privatklägern einen genügend
konkreten schweren Nachteil im Rechtssinne anzudrohen. Seine Äusserung, es
werde etwas passieren, wenn sie nochmals die Polizei anrufen, sowie sein einge-
standenermassen wütendes und lautes Auftreten bildeten in objektiver Hinsicht
keine genügend konkrete Grundlage für die Befürchtung der Privatkläger, dass
der Beschuldigte ihnen körperliche oder gesundheitliche Schädigungen bei-
bringen oder sonst eine (Straf-)tat einer gewissen Schwere (welche?) begehen
könnte. Die Äusserung des Beschuldigten stellt damit – auch unter Berücksichti-
gung des gesamten Verhaltens des Beschuldigten, dem angespannten nachbar-
schaftlichen Verhältnis sowie des Alters der Privatkläger – noch keine schwere
Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB dar.
5.4.4. Der Beschuldigte hat – wie dargelegt – durch sein Verhalten den objektiven
Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 StGB nicht erfüllt. Entsprechend erübrigen sich
Ausführungen zum subjektiven Tatbestand.
5.4.5. Der Beschuldigte ist somit in Bezug auf den Vorfall vom 15. Juni 2013 vom
Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen.
5.5. Auch beim Vorfall vom 3. Juli 2013 liegt keine konkrete Androhung von
schweren Nachteilen vor. Entsprechend stellt sich die Frage, ob das Verhalten
des Beschuldigten im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein
"gezielter Terror" gegenüber den Privatklägern darstellt, der als Drohung im Sinne
von Art. 180 Abs. 1 StGB zu qualifizieren ist.
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5.5.1. Auch bei diesem Vorfall fällt zunächst auf, dass die Privatkläger in der
gemeinsamen Aktennotiz lediglich festhielten, dass sich G._ durch das Ver-
halten des Beschuldigten unwohl gefühlt habe, weshalb sie erneut die Polizei ge-
rufen habe (Urk. 5/5). Der Privatkläger E._ gab sodann bei der Polizei an, die
Drohungen hätten bei ihm ein unsicheres Gefühl ausgelöst. Er habe Angst und
fühle sich nicht mehr wohl. Er habe Angst, dass der Beschuldigte in seine Woh-
nung eindringen könnte (Urk. 5/1 S. 3). Gegenüber der Staatsanwaltschaft mach-
te er dann geltend, er habe nach diesem Vorfall sehr schlecht geschlafen. Es
wühle einem einfach auf. Angst habe er aber nicht gehabt (Urk. 5/3 S. 6). Die Pri-
vatklägerin F._ erklärte, sie habe Angst gehabt und habe geschlottert. Sie
habe sich bedroht gefühlt. Man habe einfach das Gefühl, dass sich der Beschul-
digte komplett nicht mehr im Griff habe. Sie habe gedacht, er würde vielleicht die
Tür aufbrechen oder aufschlagen (Urk. 6/1 S. 1). Die Privatklägerin G._
schilderte, sie habe sich ernsthaft bedroht gefühlt gehabt. Sie habe Angst gehabt,
dass er die Tür mit einem Gegenstand bearbeiten würde und zu ihr rein kommen
könnte. Sie habe Angst gehabt, dass er auf sie losgehen könnte, wenn er hinein-
gelangen würde. Sie habe sich wirklich bedroht gefühlt und habe Angst gehabt
(Urk. 7/1 S. 6). Sie habe wirklich Angst gehabt, dann sei sie wütend geworden.
Die Angst habe aber überwogen. Sie habe befürchtet, dass er mit
einem Gegenstand die Tür einschlage (Urk. 7/3 S. 6).
5.5.2. Auch hier ist zweifelsohne davon auszugehen, dass sich die Privatkläger
durch das Verhalten des Beschuldigten verängstigt und nicht mehr wohl fühlten.
Insbesondere ist nachvollziehbar, dass sich die allein lebende Privatklägerin
G._ in ihrer Wohnung massiv verängstigt, unwohl und unsicher fühlte. Ent-
sprechend ist verständlich, dass sie nicht nur erneut die Polizei kontaktierte, son-
dern auch einen Kollegen anrief (Urk. 7/1 S. 2). Allerdings bleibt zu berücksichti-
gen, dass weder das Schreien bzw. die laute Aufforderung des Beschuldigten, er
wolle mit den Privatklägern sprechen, noch das starke Klopfen bzw. das Poltern
an den Wohnungstüren eine erheblich bedrohende Intensität aufwies.
Zudem war der gesamte Vorfall nicht von einschneidend langer Dauer.
Die Privatkläger waren nie konkret in ihrer Sicherheit oder in ihrer Gesundheit
gefährdet.
- 23 -
5.5.3. Schliesslich sind auch hier keine Anhaltspunkte gegeben, woraus die
Privatkläger tatsächlich hätten schliessen können, dass ihnen ein genügend
konkreter schwerer Nachteil, mithin etwa eine körperliche oder gesundheitliche
Schädigung, in Aussicht gestellt worden wäre oder dass sie mit einem derartigen
Verhalten hätten rechnen müssen. Insbesondere konnten und mussten sie auf-
grund der Intensität, wie der Beschuldigte an die Wohnungstüren klopfte bzw.
polterte, auch nicht damit rechnen, dass die Tür aufgebrochen werden könnte.
Entsprechendes Verhalten hatte der Beschuldigte auch noch nie an den Tag
gelegt.
5.5.4. Nach dem Gesagten erreicht das Verhalten des Beschuldigten – auch unter
Berücksichtigung des angespannten nachbarschaftlichen Verhältnisses und des
Alters der Privatkläger – nicht die Intensität, dass von einem "gezielten Terror"
und damit von einer schweren Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB auszu-
gehen wäre.
5.5.5. Der Beschuldigte hat durch sein Verhalten – wie dargelegt – den objektiven
Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 StGB nicht erfüllt. Entsprechend können auch hier
Ausführungen zum subjektiven Tatbestand unterbleiben.
5.5.6. Der Beschuldigte ist damit auch in Bezug auf den Vorfall vom 3. Juli 2013
vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB frei zu sprechen.
5.6. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte vom Vorwurf der
mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen ist.
5.7. Ausgangsgemäss – der Beschuldigte wird vollumfänglich freigesprochen –
erübrigt sich die Abnahme der vom Beschuldigten beantragten Beweise. Auf die
entsprechenden Ausführungen des amtlichen Verteidigers (Urk. 61 S. 21 ff.;
Urk. 96 S. 8 ff.) ist damit nicht weiter einzugehen.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Genugtuung
6.1. Wird das Verfahren eingestellt oder eine beschuldigte Person freige-
sprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt
- 24 -
werden, wenn sie rechtswidrig oder schuldhaft die Einleitung des Verfahrens
bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Unter
diesen Voraussetzungen kann der beschuldigten Person auch die Entschädigung
und Genugtuung herabgesetzt oder verweigert werden (Abs. 430 Abs. 1 lit. a
StPO).
Die schweizerische Strafprozessordnung übernimmt damit den gemäss Recht-
sprechung des Bundesgerichts und der EMRK-Organe geltenden Grundsatz,
dass bei einer Verfahrenseinstellung oder bei einem Freispruch der beschuldigten
Person nur dann Verfahrenskosten auferlegt werden dürfen, wenn sie die
Einleitung des Strafverfahrens in widerrechtlicher oder schuldhafter Weise veran-
lasst oder dessen Durchführung erschwert hat. Nach der Rechtsprechung handelt
es sich bei der Kostenpflicht im Falle eines Freispruchs nicht um eine Haftung für
strafrechtliches Verschulden, sondern um eine den zivilrechtlichen Grundsätzen
angenäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten, durch welches die Einleitung
oder Erschwerung eines Strafverfahrens verursacht wurde. Hingegen verstösst
eine Kostenauflage bei Freispruch gegen den Grundsatz der Unschulds-
vermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK), wenn der
beschuldigten Person in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder
indirekt vorgeworfen wird, sie habe sich strafbar gemacht bzw. es treffe sie ein
strafrechtliches Verschulden. Dagegen ist es mit den gesetzlichen Normen ver-
einbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person Kosten zu überbinden, wenn
sie in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine geschriebene oder unge-
schriebene Verhaltensnorm, die sich aus der Gesamtheit der schweizerischen
Rechtsordnung ergeben kann, klar verstossen und dadurch das Strafverfahren
veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. Die Kostenauflage darf sich
in tatsächlicher Hinsicht nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene
Umstände stützen. Zwischen dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten und den
durch die Untersuchung entstandenen Kosten muss ein Kausalzusammenhang
bestehen (BGE 116 Ia 162, Entscheid des Bundesgerichts 6B_241/2013 vom
13. Januar 2014, mit Hinweisen auf weitere Urteile).
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Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann sich eine Kostenauflage an
einen nicht verurteilten Beschuldigten wegen zivilrechtlich schuldhaften Ver-
haltens auf Art. 28 ZGB stützen. Nach dieser Bestimmung kann derjenige, der in
seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, zu seinem Schutz gegen jeden,
der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen (Abs. 1). Widerrechtlich ist
eine Verletzung, wenn sie nicht durch Einwilligung des Verletzten, durch ein
überwiegendes privates oder öffentliches Interesse oder durch Gesetz gerecht-
fertigt ist (Abs. 2). Die Persönlichkeitsrechte werden durch Angriffe auf die
physische und die psychische Integrität verletzt. Darunter fällt auch ein Verhalten,
das andere terrorisiert und verängstigt und diese in ihrem seelischen Wohl-
befinden gefährdet bzw. erheblich stört (Bundesgerichtsentscheid 6B_990/2013
vom 10. Juni 2014, E. 1.2, mit Hinweisen).
6.2. Gemäss erstelltem Sachverhalt musste die Polizei mehrfach wegen Lärm-
klagen der Privatkläger zur Wohnung des Beschuldigten ausrücken. Wohl ver-
ärgert über das Verhalten der Privatkläger und um seinen Unmut kundzutun,
suchte der Beschuldigte am 15. Juni 2013 die Privatkläger E._ und F._
auf und sagte ihnen und der ebenfalls anwesenden Privatklägerin
G._, "Hey, wänn ihr nomal de Bullä alütet, dänn gsehnd ihr scho, was pas-
siert". Am 3. Juli 2013 forderte der Beschuldigte sodann laut bzw. schreiend die
Privatkläger auf, ihm die Wohnungstüren zu öffnen und mit ihm zu sprechen. Da-
bei klopfte er laut bzw. polterte er an die jeweiligen Wohnungstüren. Durch
dieses – in der Terminologie des Verteidigers eingestandenermassen "lärmende"
(Urk. 61 S. 28) – Verhalten hat der Beschuldigte nachgewiesenermassen die
Privatkläger verängstigt, sodass sie sich erheblich gestört, unsicher und nicht
mehr wohl in ihrer Wohnung bzw. in der Liegenschaft fühlten. Das Verhalten des
Beschuldigten stellt damit nicht bloss eine geringfügige Beeinträchtigung der
Privatkläger dar, sondern einen klaren und erheblichen Verstoss gegen das
Persönlichkeitsrecht der Privatkläger gemäss Art. 28 ZGB sowie auch eine
Verletzung der im Mietrecht statuierten Pflicht zur Rücksichtnahme auf Haus-
bewohner und Nachbarn gemäss Art. 257f Abs. 2 OR (vgl. auch BSK OR
I-Weber, Basel 2011, 5. Auflage, N 1 zu Art. 257f).
- 26 -
6.3. Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr wie auch die Gebühr
für das Vorverfahren (§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG; § 4 GebV StrV) sind ange-
messen und damit zu bestätigen. Wenn der Verteidiger ein Missverhältnis
zwischen Untersuchungskosten und Gerichtsgebühr moniert (Urk. 61 S. 35), ist er
darauf hinzuweisen, dass diese beiden Gebührenarten auf verschiedenen
Rechtsgrundlagen beruhen. Die von ihm als zu hoch kritisierte vorinstanzliche
Gerichtsgebühr liegt mit Fr. 1'500.– sodann noch im untersten Bereich des von
§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG vorgesehenen Rahmens. Auf die Höhe des Honorars
des amtlichen Verteidigers wird nachfolgend eingegangen.
6.4. Durch das zivilrechtlich vorwerfbare Verhalten hat der Beschuldigte die
gegen ihn geführte Strafuntersuchung rechtswidrig und schuldhaft bewirkt. Sein
Verhalten war kausal dafür, dass die Privatkläger bei der Polizei Anzeige erstattet
hatten und die Untersuchungsorgane deswegen pflichtgemäss eine Untersuchung
anhoben. Entsprechend rechtfertigt es sich, die Kosten der Untersuchung dem
Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sind
demgegenüber auf die Gerichtskasse zu nehmen; beim gegebenen Ausgang des
Verfahrens erfolgte die Einsprache des Beschuldigten gegen den Strafbefehl
denn auch zu Recht.
6.5. Die Vorinstanz setzte die Entschädigung für die amtliche Verteidigung
– unter Berücksichtigung "des Aufwands im Verfahren sowie des Schwierigkeits-
grads des Falls" – auf pauschal Fr. 6'500.– fest (Urk. 58 S. 26). Dagegen erhob
der amtliche Verteidiger – wie erwähnt – Beschwerde an die III. Strafkammer des
Obergerichts Zürich (Urk. 88/2). Diese überwies die entsprechenden Akten
zuständigkeitshalber der hiesigen Berufungskammer (Urk. 87 und 88). Der
amtliche Verteidiger beantragt, es sei ihm für seine Bemühungen für die Straf-
untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von ins-
gesamt Fr. 7'189.90 zuzusprechen (Urk. 61 S. 35; Urk. 46).
6.5.1. Gemäss Praxis ist bei der Festsetzung des Honorars des amtlichen
Verteidigers bei so genannten einfachen Standardverfahren von den in der
Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Anwalts-
gebührenverordnung, LS 215.3, nachstehend: AnwGebV) angeführten Ansätzen
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auszugehen. Die Anwaltsgebührenverordnung ist jedoch so auszulegen, dass die
Kosten der Verteidigung – zumindest weitestgehend – gedeckt sind. In
Verfahren, die nicht zu den einfachen Standardfällen gezählt werden
können, ist gestützt auf eine sachgerechte Auslegung der Anwaltsgebühren-
verordnung von der Honorarabrechnung des Verteidigers auszugehen. Diese ist
auf ihre Angemessenheit hin zu prüfen (vgl. ZR 111 [2012] Nr. 16 E. 2.1.3 mit
Hinweisen).
6.5.2. Unter Berücksichtigung des Aktenumfangs, der Anzahl der angeklagten
Delikte, der Komplexität und Schwierigkeit des Falles – sowohl in tatsächlicher als
auch rechtlicher Hinsicht – sowie der Bedeutung des Verfahrens für den Beschul-
digten handelt es sich beim vorliegenden Verfahren sowohl in qualitativer als auch
quantitativer Hinsicht nicht um ein besonders schwieriges und aufwändiges
Verfahren, sondern um ein Standardverfahren im Sinne der oben aufgeführten
Rechtsprechung. Bei der Bemessung der Entschädigung für den amtlichen
Verteidiger ist damit von den in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten
Ansätzen auszugehen.
6.5.3. Gegen den Strafbefehl vom 25. Juli 2013 (Urk. 16) erhob der Beschuldigte
am 15. August 2013 Einsprache (Urk. 24). In der Folge wurde Rechtsanwalt
Dr. iur. X._ mit Wirkung auf den 9. September 2013 als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten bestellt (Urk. 26/3). Die Staatsanwaltschaft über-
wies – ohne weitere Untersuchungshandlungen vorgenommen zu haben – am
4. November 2013 die Akten der Vorinstanz (Urk. 28).
Vorliegend wurde somit der amtliche Verteidiger nach Abschluss des Unter-
suchungsverfahrens und damit im Hinblick auf das vorinstanzliche Verfahren
bestellt. Für die Vorbereitung und Teilnahme an einer Hauptverhandlung wird der
amtliche Verteidiger mit einer (pauschalen) Grundgebühr entschädigt. Diese
beträgt vor dem Einzelgericht Fr. 600.– bis Fr. 8'000.– (§ 17 Abs. 1 lit. a
AnwGebV).
6.5.4. Der amtliche Verteidiger kritisiert zu Recht, dass die Vorinstanz ohne
Begründung die von ihm geltend gemachte Honorarnote kürzte (Urk. 88/2 S. 2;
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Urk. 61 S. 35). Wie dem angefochtenen Entscheid aber zu entnehmen ist, erach-
tete die Vorinstanz – zumindest implizit – die vom amtlichen Verteidiger geltend
gemachte Entschädigung als zu hoch, mithin unangemessen bezüglich Aufwand
im Verfahren und Schwierigkeit des Falls. Im Resultat ist dies nicht zu beanstan-
den. Vorliegend ist der Aktenumfang als nicht besonders umfangreich zu
bezeichnen. Der zu beurteilende Sachverhalt ist zeitlich, örtlich und personell eng
umgrenzt und die erhobenen Beweismittel, mithin die Einvernahmen aller beteilig-
ten Personen, sind überschaubar. Zudem erscheinen auch in rechtlicher Hinsicht
die sich stellenden Fragen wenig komplex. Damit erscheint die von der Vorinstanz
zugesprochene Entschädigung von pauschal Fr. 6'500.– angemessen, zumal zu
berücksichtigen ist, dass dieser Betrag am oberen Rand der in einem Einzel-
gerichtsverfahren möglichen Entschädigungen liegt. Die diesbezügliche
Beschwerde des amtlichen Verteidigers ist deshalb abzuweisen.
6.5.5. Die Kosten des amtlichen Verteidigers für das erstinstanzliche Verfahren
sind somit auf Fr. 6'500.– festzusetzen. Diese sind – ausgangsgemäss – auf die
Gerichtskasse zu nehmen.
6.5.6. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens – der Verteidiger unter-
liegt mit seinem Antrag auf Erhöhung seines Honorars – ist ihm für das
Beschwerdeverfahren keine Entschädigung auszurichten.
6.6. Ausgangsgemäss – der Beschuldigte obsiegt im Berufungsverfahren und
wird freigesprochen – sind die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich
derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426
Abs. 1 und 2 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO).
6.7. Der amtliche Verteidiger beantragt, er sei für seine Aufwendungen im Beru-
fungsverfahren mit insgesamt Fr. 12'500.– zu entschädigen (Urk. 96 S. 3 und 16;
Urk. 98).
6.7.1. Gemäss Anwaltsgebührenordnung wird im Berufungsverfahren die Ent-
schädigung der amtlichen Verteidigung grundsätzlich nach den für die Vorinstanz
geltenden Regeln bemessen. Dabei wird auch berücksichtigt, ob das Urteil voll-
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umfänglich oder nur teilweise angefochten worden ist (§ 18 Abs. 1 AnwGebV).
Vorliegend ist dem amtlichen Verteidiger somit für die Vorbereitung und Teil-
nahme an der Berufungsverhandlung eine (pauschale) Grundgebühr von
Fr. 600.– bis Fr. 8'000.– auszurichten (§ 18 Abs. 1 in Verbindung mit § 17 Abs. 1
lit. a AnwGebV).
6.7.2. Wie vorstehend ausgeführt, handelt es sich sowohl in qualitativer als auch
quantitativer Hinsicht nicht um ein besonders schwieriges und aufwändiges Ver-
fahren, sondern um ein Standardverfahren. Unter Berücksichtigung des Aktenum-
fangs, der Anzahl der angeklagten Delikte, der Komplexität und Schwierigkeit des
Falles sowie der Bedeutung des Verfahrens für den Beschuldigten erscheint eine
Entschädigung für den amtlichen Verteidiger für das gesamte Berufungsverfahren
von insgesamt Fr. 6'500.– (einschliesslich Mehrwertsteuer) angemessen. In
diesem Umfang ist der amtliche Verteidiger – wie dargelegt – aus der Gerichts-
kasse zu entschädigen, mit dem Hinweis, dass der von ihm betriebene Aufwand
(Berufungserklärung 38 Seiten, Urk. 61; Plädoyer 20 Seiten, Urk. 96) deutlich
übertrieben und dem Fall in keiner Weise angemessen war.
7. Der Beschuldigte war zu Beginn der gegen ihn geführten Strafuntersuchung
vom 5. Juli 2013 bis am 11. Juli 2013, mithin während 7 Tagen, in Unter-
suchungshaft. Der Beschuldigte hat – wie vorstehend ausgeführt – durch sein zi-
vilrechtlich vorwerfbares Verhalten die Einleitung des Verfahrens rechtswidrig und
schuldhaft bewirkt. Sein Verhalten war kausal dafür, dass gegen ihn eine Unter-
suchung angehoben und er in Untersuchungshaft versetzt wurde. Entsprechend
ist ihm für die erlittene Untersuchungshaft keine Genugtuung zuzusprechen
(Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO).