# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 22f178be-246c-4a6a-8a55-2d3027815532
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Politische Gemeinde X. plant auf dem Grundstück Nr. 000 in X. den Neubau
eines Wohn- und Pflegezentrums mit Arztpraxis und Restaurant. Sie reichte dafür am 4.
Februar 2013 ein entsprechendes Baugesuch ein. Das Grundstück Nr. 000 mit einer
Fläche von 5‘129 m2 liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA).
Während der öffentlichen Auflage des Baugesuches erhoben A. und B.R.,
Miteigentümer des Grundstücks Nr. 001, vertreten durch Dr. Markus Möhr,
Rechtsanwalt, St. Gallen, und C. und D.S., Miteigentümer des Grundstücks Nr. 002,
vertreten durch Dr. Rudolf Schwager, Rechtsanwalt, St. Gallen, fristgerecht öffentlich-
rechtliche und privatrechtliche Einsprache. Sie beantragten je die Abweisung des
Baugesuches, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Grundstücke Nr. 001 (A.
und B.R.) und Nr. 002 (C. und D.S.) grenzen nördlich bzw. nordöstlich an das
Baugrundstück an, getrennt durch die K.-strasse.
Der Gemeinderat X. wies die Einsprachen von A. und B.R. sowie von C. und D.S. am 2.
Juli 2013 ab und erteilt am 3. Juli 2013 die Baubewilligung für das Vorhaben.
B. Dagegen erhoben A. und B.R. durch ihren Rechtsvertreter am 16. Juli 2013 Rekurs
beim Baudepartement und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Entscheides
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Eingabe vom 18. Juli 2013 erhoben auch
C. und D.S. durch ihren Rechtsvertreter Rekurs beim Baudepartement und beantragten
die Aufhebung des angefochtenen Entscheides unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Das Baudepartement vereinigte die Rekursverfahren mit verfahrensleitender Verfügung
vom 25. Februar 2014. Gleichentags wurde das Amt für Umwelt und Energie
(abgekürzt AFU) aufgefordert, in einem Amtsbericht zu konkreten Fragen Stellung zu
nehmen. Mit Amtsbericht vom 28. März 2014 äusserte sich das AFU zur Einhaltung der
Lärmschutz- sowie der Luftreinhalteverordnung und beurteilte, ob das Bauvorhaben
das Vorsorgeprinzip einhalte. Am 31. März 2014 wurde das Tiefbauamt (abgekürzt
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TBA) aufgefordert, einen Amtsbericht zu konkreten Fragen einzureichen. Mit
Amtsbericht vom 24. April 2014 äusserte sich das TBA zu den gestellten Fragen. Das
Baudepartement führte am 26. Juni 2014 einen Augenschein durch. Mit Amtsbericht
vom 12. März 2015 äusserte sich das AFU zum Lärmschutzbericht vom 8. Januar
2015. Mit Eingabe vom 8. April 2015 reichte der Gemeinderat X., vertreten durch lic.
oec. Thomas Frey, Rechtsanwalt, St. Gallen, Schattenstudien ein, die das
Baudepartement angefordert hatte.
Mit Entscheid vom 13. Oktober 2015 wies das Baudepartement die Rekurse ab.
Gleichzeitig ergänzte es die Baubewilligung mit Auflagen/Bedingungen betreffend
Lärmschutz.
C. Gegen den Entscheid des Baudepartements vom 13. Oktober 2015 erhoben A. und
B.R. (Beschwerdeführer 1) mit Eingabe vom 23. Oktober 2015 (eingegangen am 26.
Oktober 2015) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. In der Beschwerdeergänzung
vom 19. November 2015 stellen sie folgendes Rechtsbegehren:
„l. RECHTSBEGEHREN
1. Der Entscheid Nr. 72/2015 des Baudepartementes vom 13. Oktober 2015 sei
aufzuheben und es sei die Streitsache an die Beschwerdebeteiligte/
Beschwerdegegnerin, evtl. an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Evtl. sei der Entscheid Nr. 72/2015 des Baudepartementes vom 13. Oktober 2015
aufzuheben und die Baubewilligung für den Neubau eines Wohn- und Pflegezentrums
mit Arztpraxis und Restaurant zu verweigern;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für aller Verfahren.“
Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, der Gemeindepräsident E.W. habe
beim Entscheid über die Einsprache und das Baugesuch seine Ausstandspflicht
verletzt, weil er bereits als Vorsitzender des Preisgerichts am Verfahren mitgewirkt
habe. Zudem habe der Gemeinderat den Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt,
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weil er in Bezug auf die Einfügung des Projektes in die Umgebung keine eigene
Beurteilung vorgenommen, sondern nur auf die Beurteilung durch das Preisgericht
verwiesen habe. Auch die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör bzw. die
Begründungspflicht verletzt, indem sie sich mit verschiedenen Vorbringen der
Rekurrenten nicht auseinandergesetzt habe. Sodann habe die Vorinstanz es zu Unrecht
abgelehnt, eine akzessorische Prüfung des Zonenplanes betreffend das
Baugrundstück in der ZöBA vorzunehmen. Sie wäre verpflichtet gewesen, in
Nachachtung der Planungspflicht das Bauvorhaben auf die Einfügung in das Quartier
zu beurteilen, weil die ZöBA mit Ausnahme des Grenzabstandes keinerlei
Regelbauvorschriften enthalte. Eine Beurteilung ergebe, dass das Bauvorhaben zufolge
der Gebäudedimensionen den Quartiercharakter bei weitem sprenge. Das
Bauvorhaben bewirke übermässige Immissionen in öffentlich-rechtlicher wie auch in
privatrechtlicher Hinsicht (Art. 684 ZGB). Die Ausführungen der Vorinstanz zur
Beschattung genügten diesbezüglich nicht und stellten auch keine ausreichende
Beurteilung der ideellen Immissionen dar. Im Weiteren seien weder eine hinreichende
strassenmässige Erschliessung noch die Verkehrssicherheit gewährleistet. Die
Beschwerdeführer beantragen sodann, die amtlichen und ausseramtlichen Kosten
seien zu ihren Gunsten neu zu verlegen.
C. und D.S. (Beschwerdeführer 2) erhoben mit Eingabe vom 28. Oktober 2015
(eingegangen am 29. Oktober 2015) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. In der
Beschwerdebegründung vom 18. November 2015 stellen sie folgenden Antrag:
„l. ANTRAG
1. Der Rekursentscheid Nr. 72/2015 des Baudepartementes des Kantons St. Gallen
vom 13. Oktober 2015 sowie der Einspracheentscheid und die Baubewilligung des
Gemeinderates X. vom 2. bzw. 3. Juli 2013 für den Neubau des Wohn- und
Pflegezentrums auf dem Grundstück Nr. 000, K.-wiese, in X. seien vollumfänglich
aufzuheben.
2. Die Baubewilligung für den Neubau eines Wohn- und Pflegezentrums auf dem
Grundstück Nr. 000, K.-wiese, in X. gemäss dem vorliegenden Projekt sei zu
verweigern.
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Eventuell sei die Sache zu neuem Entscheid an das Baudepartement des Kantons St.
Gallen zurückzuweisen.
3. Im Falle der Bestätigung der Baubewilligung sei diese mit den nachstehenden
weiteren Auflagen zu ergänzen:
Mit dem Bau darf erst begonnen werden, wenn die vorstehenden
Verkehrsanordnungen rechtskräftig erlassen und die Massnahmen für die Bauzeit in
Kraft gesetzt sind.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge für alle Instanzen zulasten der
Bauherrschaft.“
Zur Begründung führen sie aus, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör verletzt. Sie
sei nicht auf die Rüge eingegangen, das Bauvorhaben füge sich nicht in die Umgebung
ein. Angesichts des Fehlens von Regelbauvorschriften in der ZöBA (mit Ausnahme des
Grenzabstandes) hätte sie eine Beurteilung des Bauvorhabens in Bezug auf die
Auf der ganzen K.-strasse wird die Höchstgeschwindigkeit allgemein auf 30 km/h
beschränkt.
–
Für den West-Ast und den Nord-Ast der K.-strasse wird (ausser während der
Bauzeit) ein Fahrverbot für Lastwagen angeordnet.
–
Die Wegfahrt aus der Tiefgarage hat für alle Fahrzeuge nach rechts über den Ost-
Ast der K.-strasse zu erfolgen.
–
Die K.-strasse darf während der Bauzeit mit keinerlei Bauinstallationen (Kran,
Maschinen, Geräte, Materialdepots etc.) belegt werden.
–
Auf der K.-strasse inkl. Trottoir dürfen während der Bauzeit keine Fahrzeuge von am
Bau beteiligten Unternehmen und Personen abgestellt werden.
–
Für die Bauzeit wird für Lastwagen auf der K.-strasse ein Einbahnverkehr
angeordnet.
–
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Einfügung in die Umgebung und eine akzessorische Prüfung des Zonenplanes (ZöBA)
vornehmen müssen. Das Baureglement der Gemeinde X. lege für die ZöBA lediglich
einen Grenzabstand und die Lärmempfindlichkeitsstufe II fest; dies sei keine
genügende Ordnung im Sinne der Planungspflicht. Unter Beachtung der relevanten
raumplanungsrechtlichen Gesichtspunkte ergebe sich, dass der Standort des
Bauvorhabens nicht sachgerecht sei. Im Weiteren sei das Bauvorhaben in
strassenmässiger Hinsicht ungenügend erschlossen und die Verkehrssicherheit sei in
mehrfacher Hinsicht nicht gewährleistet. Die Beschwerdeführer machen sodann
geltend, der Gemeindepräsident hätte beim Entscheid über das Baugesuch in den
Ausstand treten müssen, weil er im vorgängig durchgeführten Architekturwettbewerb
als Preisrichter tätig gewesen sei und den Vorsitz des Preisgerichtes geführt habe;
einen Antrag stellen die Beschwerdeführer nicht. Die Beschwerdeführer beantragen im
Weiteren, die amtlichen und ausseramtlichen Kosten seien zu ihren Gunsten neu zu
verlegen.
D. Mit Vernehmlassungen vom 7. Dezember 2015 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung beider Beschwerden. Der Gemeinderat X. (Beschwerdegegnerin) beantragt
mit Eingabe vom 18. Januar 2016 die Abweisung der Beschwerden, unter Kosten- und
Entschädigungspflicht zulasten der Beschwerdeführer. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer A. und B.R. (Beschwerdeführer 1) hält in seiner Eingabe vom 2.
Februar 2016 an den Anträgen und Begründungen fest, ebenso der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer C. und D.S. (Beschwerdeführer 2) in der Eingabe vom 2. Februar
2016.
E. Auf die Vorbringen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens sowie
anlässlich des Augenscheins vom 28. März 2017, an dem alle Beteiligten anwesend
waren, und die Feststellungen des Gerichts anlässlich des Augenscheins wird, soweit

## Considerations

für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Beschwerdegegnerin übergab dem Gericht anlässlich des Augenscheins eine
Bestätigung des Geometers über die Korrektheit der Visierung, der Beschwerdeführer
2 ein Foto mit einem Lastwagen auf der K.-strasse.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind als Nachbarn zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art.
64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerden wurden mit Eingaben vom
23. Oktober 2015 (Beschwerdeführer 1) bzw. vom 28. Oktober 2015 (Beschwerdeführer
2) rechtzeitig erhoben und entsprechen zusammen mit den Ergänzungen vom 18.
November 2015 (Beschwerdeführer 2) bzw. vom 19. November 2015
(Beschwerdeführer 1) formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerden ist
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerden, soweit damit die
Aufhebung des Einspracheentscheides und der Baubewilligung des Gemeinderates
vom 2. bzw. 3. Juli 2013 (Beschwerdeführer 2) bzw. die Verweigerung der
Baubewilligung (Beschwerdeführer 1) beantragt wird. Diese sind durch den
angefochtenen Entscheid ersetzt worden bzw. gelten inhaltlich als mitangefochten
(sogenannter Devolutiveffekt, vgl. BGE 139 II 404 E. 2.5, BGer 2C_17/2012 vom 24.
Januar 2012 E. 2.1, BGE 134 II 142 E. 1.4, BGE 130 V 138 E. 4.2).
2. Beide Beschwerdeführer beantragen, die Beschwerdeverfahren zu vereinigen. Nach
der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung können Rechtsmittel, die sich auf
denselben Streitgegenstand beziehen und die nämlichen Tatbestands- und
Rechtsfragen aufwerfen, verfahrensrechtlich vereinigt und in einem einzigen Entscheid
erledigt werden (vgl. GVP 1972 Nr. 30). Das ist vorliegend ohne Weiteres der Fall.
3. Die Beschwerdeführer 1 rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den
Gemeinderat im Einspracheverfahren. Der Gemeinderat habe keine eigene Beurteilung
des Projektes im Hinblick auf die Einfügung in die Umgebung vorgenommen, sondern
er habe lediglich auf die Beurteilung durch das Preisgericht verwiesen. Auch die
Vorinstanz habe sich mit dieser Frage nicht auseinandergesetzt und damit ihre
Begründungspflicht verletzt. Sie habe es auch abgelehnt, eine akzessorische Prüfung
des Zonenplanes vorzunehmen. Die Beschwerdeführer 2 rügen, die Vorinstanz habe
sich mit der Frage der Einfügung des Bauvorhabens in die bauliche und topografische
Umgebung nicht befasst. Eine akzessorische Prüfung des Zonenplanes hätten sie nicht
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verlangt, indessen eine einzelfallweise Prüfung des Bauvorhabens zufolge fehlender
Regelbauvorschriften. Mit diesen Argumenten habe sich die Vorinstanz nicht befasst.
Damit habe sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. die Begründungspflicht
verletzt.
Die Pflicht zur Begründung eines Entscheides stellt einen Ausfluss des Anspruchs auf
rechtliches Gehör dar (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft; SR 101, BV). An die Begründungspflicht werden allerdings insofern
nicht allzu hohe Anforderungen gestellt, als es nicht erforderlich ist, dass die
entscheidende Behörde auf jede vorgebrachte Einwendung im Detail eingeht; es
genügt vielmehr, dass sie kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess
und auf welche sich der Entscheid stützt (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1053 f.).
Es trifft zu, dass der Gemeinderat in Ziff. 5.2 des Einspracheentscheides auf den
Jurybericht vom 10. Januar 2011 verwiesen hat. Dabei liess er es indessen nicht
bewenden. In den folgenden Ausführungen (Ziff. 5.3 bis Ziff. 5.5) setzte sich der
Gemeinderat mit verschiedenen Kriterien des Projektes auseinander, so mit den
Gebäudekanten der geplanten Baukörper in Bezug auf die Firsthöhen der umliegenden
Bauten an der L.-strasse, mit den zurückversetzten Gebäudeteilen, mit den
topografischen Gegebenheiten und mit den geplanten Freiräumen. Damit ist er seiner
Begründungspflicht in hinreichender Weise nachgekommen.
Die Vorinstanz legte in der Vernehmlassung vom 7. Dezember 2015 dar, sie sei in
Erwägung 5 des angefochtenen Entscheids zum Schluss gekommen, dass eine
akzessorische Prüfung der Bauvorschriften in der ZöBA abgelehnt werde. Damit habe
auch keine Grundlage bestanden, das Bauvorhaben nach den von den
Beschwerdeführern genannten Kriterien zu überprüfen. Die Ausführungen sind zwar
kurz gehalten, genügen indessen der Begründungspflicht. Ob die Erwägungen
zutreffen, ist eine Frage der materiellen Beurteilung.
4.
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4.1. Die Beschwerdeführer 1 rügen eine Verletzung der Ausstandspflicht durch den
Gemeindepräsidenten E.W. Dieser sei als Preisrichter im durchgeführten
Architekturwettbewerb tätig gewesen und habe den Vorsitz des Preisgerichtes geführt.
Gleichzeitig habe er auch die Sitzung des Gemeinderates präsidiert, in der ihre
Einsprachen abgewiesen und die Baubewilligung für das Wohn- und Pflegeheim erteilt
worden seien. Der Gemeindepräsident habe bereits als Vorsitzender des Preisgerichts
die Einfügungsfrage positiv beurteilt. Eine objektive und unvoreingenommene
Beurteilung sei nicht mehr möglich gewesen. Die Ausstandspflicht sei in derartigen
Fällen zu beachten (VerwGE B 2013/166 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2,
www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdegegnerin habe sich im Einspracheverfahren mit
den Argumenten der Einsprecher nicht auseinandergesetzt, sondern lediglich auf die
Beurteilung durch das Preisgericht verwiesen. Insgesamt ergebe sich, dass die
Ausstandspflicht und damit auch der Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. das Gebot
der Unbefangenheit (Art. 29 BV) verletzt worden seien.
Die Beschwerdeführer 2 stellten im Rekursverfahren vor Vorinstanz kein
Ausstandsbegehren gegen den Gemeindepräsidenten E.W. Sie stellen auch im
vorliegenden Beschwerdeverfahren kein Ausstandsbegehren mit der Begründung, sie
hätten im Rekursverfahren keine Kenntnis von einem neueren Entscheid des
Bundesgerichts (BGE 140 I 326) gehabt und dieser Punkt würde weiterhin von den
Beschwerdeführern 1 gerügt.
Die Vorinstanz legt dar, der Gemeinderat habe mit dem geplanten Bau des Alters- und
Pflegezentrums öffentliche Interessen wahrgenommen. Dem Gemeindepräsidenten
könne keine unzulässige Vorbefassung vorgeworfen werden, weil er in seiner Funktion
als Gemeindepräsident im Architekturwettbewerb für das geplante Bauvorhaben als
Vorsitzender des Preisgerichts beteiligt war, anschliessend als Gemeindepräsident das
Baugesuch für die Gemeinde unterzeichnete und beim Entscheid des Gemeinderates
über die Einsprachen und die Baubewilligung mitwirkte.
Die Beschwerdegegnerin lässt ausführen, nachdem der Gemeinderat ausführendes
Organ der Bauherrschaft sei, ergebe sich schon aus rein institutionellen Gründen keine
andere Möglichkeit, als dass sich der Gemeinderat und insbesondere der vollamtlich
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tätige Gemeindepräsident in besonderem Masse um das zur Realisierung vorgesehene
Bauvorhaben kümmert.
4.2. Art. 6 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) garantiert das Recht auf ein faires Verfahren. Ein Gericht muss demnach
unabhängig und unparteiisch urteilen und auch äusserlich den Anschein der
Unabhängigkeit wahren (Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK-
Handkommentar, 4. Aufl. 2017, N 65–68 zu Art. 6 EMRK). Nebstdem hat der Einzelne
nach Art. 30 Abs. 1 BV Anspruch darauf, dass seine Sache von einem durch Gesetz
geschaffenen, zuständigen, unabhängigen und unparteiischen Gericht ohne Einwirken
sachfremder Umstände entschieden wird. Dieser Anspruch ist verletzt, wenn bei einem
Mitglied des Gerichts – objektiv betrachtet – Gegebenheiten vorliegen, die den
Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit begründen.
Solche Umstände können entweder in einem bestimmten Verhalten des betreffenden
Richters oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer
Natur begründet sein (BGE 133 I 1 E. 6.2 mit Hinweisen). Für nichtgerichtliche
Behörden enthält Art 29 Abs. 1 BV eine ähnliche Garantie. Die Rechtsprechung zur
Unabhängigkeit und Unparteilichkeit von Gerichtsbehörden kann jedoch nicht ohne
Weiteres auf erstinstanzliche Verwaltungsverfahren übertragen werden. Vielmehr
müssen die Anforderungen an die Unparteilichkeit von Verwaltungs- und
Exekutivbehörden unter Berücksichtigung ihrer gesetzlich vorgegebenen Funktion und
Organisation ermittelt werden (G. Steinmann, in: Die schweizerische
Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 35 zu Art. 29 BV). Im
verwaltungsinternen Verfahren bejaht die Rechtsprechung eine Ausstandspflicht in der
Regel deshalb nur dann, wenn das betreffende Behördemitglied ein persönliches
Interesse an dem zu behandelnden Geschäft hat (BGer 1C_278/2010 vom 31. Januar
2011 E. 2.2). Indessen ist in jedem Fall eine Beurteilung aller konkreten Umstände
nötig. Behördemitglieder, Beamte, öffentliche Angestellte und amtlich bestellte
Sachverständige haben gegebenenfalls von sich aus in den Ausstand zu treten (Art. 7
Abs. 1 VRP).
Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts müssen Mitglieder der Exekutive einer
Gemeinde nicht in den Ausstand treten, wenn über ein Baugesuch zu entscheiden ist,
das die Überbauung eines gemeindeeigenen Grundstücks betrifft (VerwGE B 2012/128
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und B 2012/137 vom 22. Mai 2013 E. 3.6.2 mit weiteren Hinweisen, GVP 2013 Nr. 47).
Der Gemeinderat ist für die Behandlung von Baugesuchen zuständig (Art. 2 Abs. 1 und
Art. 80 Abs. 1 des kantonalen Baugesetzes [sGS 731.1, BauG] in Verbindung mit Art.
90 des kantonalen Gemeindegesetzes vom 29. April 2009 [sGS 151.2, GG] sowie Art.
33 der Gemeindeordnung X. vom 1. Juli 2011 und Art. 2 Abs. 1 des Baureglementes X.
vom 11. Juli 2005). Das kantonale Recht sieht keine Ausnahme von der Funktion als
Baupolizeibehörde vor, wenn ein Baugesuch für eine im öffentlichen Interesse liegende
Baute oder Anlage auf einem Grundstück der politischen Gemeinde zur Diskussion
steht (BGer 1C_198/2010 vom 11. November 2010 E. 2.2.3).
4.3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Gemeindepräsident den Vorsitz des
Preisgerichtes innehatte (Jurybericht Projektwettbewerb zum Neubau Wohn- und
Pflegezentrum X. vom 10. Januar 2011, Ziff. 2.6, im folgenden Jurybericht; act. P 10).
Der Gemeindepräsident hat das Baugesuch für das Wohn- und Pflegezentrum vom 4.
Februar 2013 mit dem Gemeinderatsschreiber unterzeichnet. Sodann hat er bei der
Behandlung der Einsprachen und bei der Erteilung der Baubewilligung als
Gemeindepräsident mitgewirkt.
Der Wettbewerb hatte zum Ziel, Lösungen hervorzubringen, wie der Neubau unter
Berücksichtigung von gestalterischen, ortsbaulichen und ökonomischen Aspekten in
das Quartier eingefügt werden kann (Jurybericht, Ziff. 1). Ziel des Projektwettbewerbs
war es, ein Wohn- und Pflegezentrum zu schaffen, das eine hohe Wohnqualität, ein
wohnliches und heimeliges Ambiente und eine gute Infrastruktur bietet. Marktgerechte
sowie konkurrenzfähige Pensionstaxen sollten angestrebt und eine optimale Betreuung
und Pflege der Betagten ermöglicht werden. Bei der zu planenden Volumetrie musste
auf die umliegende, bestehende Siedlungsstruktur Rücksicht genommen werden
(Jurybericht, Ziff. 3.1). Beurteilungskriterien waren ortsbauliche und gestalterische
Qualität (Einfügung in die bestehende Baustruktur), volumetrische und räumliche
Qualität des Projektes, architektonischer Ausdruck, Wohnqualität, Einfachheit der
gewählten Baustrukturen, Bauweise, Ökonomie der eingesetzten Mittel, zu erwartende
Baukosten, Ökologie, Nachhaltigkeit (Jurybericht, Ziff. 6.1). Das ausgewählte
Siegerprojekt „AKTIVUS“ wird im Jurybericht unter anderem wie folgt beschrieben:
„Die internen Nutzungen des Pflegezentrums werden in einem prägnanten,
viergeschossigen Hauptbau ostseitig senkrecht zum Hang gestellt. Die externen
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Nutzungen wie Kindertagesstätte, Arztpraxis und Wohnungen werden westseitig
parallel zum Hang, zur Strasse in einem dreigeschossigen Nebentrakt untergebracht.
Die Gesamtanlage spannt sich über die ganze Parzellenbreite. Die beiden Bauten sind
subtil ins Gelände gesetzt und eingeschossig zu einer gut gegliederten Komposition
zusammengebaut. Durch diese geschickte Situierung entstehen zwei Aussenräume mit
unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten. ... Talseitig mit Seeblick wird eine eher private
Gartenanlage mit spannungsvollem Wegnetz aufgezeigt. Ab dem tiefsten Punkt des
Areals wird das Sockelgeschoss mit der Tiefgarage erschlossen.“
Eine Vorbefassung mit der im Einspracheverfahren hauptsächlich streitigen Frage der
Einfügung des Wohn- und Pflegezentrums in die Umgebung ist damit nicht von der
Hand zu weisen. Die politische Gemeinde tritt indessen als Eigentümerin des
Baugrundstückes und als Bauherrin für ein Wohn- und Pflegezentrum auf. Wie sie zu
Recht ausführt, ist sie gemäss Art. 28 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG)
verpflichtet, für ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in stationären Einrichtungen
zur Betreuung und Pflege von Betagten zu sorgen. Mit dem Bauprojekt verfolgt sie
öffentliche und nicht private Interessen. Dabei ist es ihr unbenommen, im Interesse
einer in jeder Hinsicht optimalen Lösung ein Projektwettbewerbsverfahren
durchzuführen. Im Einspracheentscheid vom 2. Juli 2013 stützt sich der Gemeinderat
wie bereits erwähnt (E. 3) nicht allein auf den Jurybericht, sondern nimmt namentlich in
Bezug auf die streitige Einfügung des Bauvorhabens in die Umgebung eine
eigenständige Beurteilung des Bauvorhabens vor (Einspracheentscheid vom 2. Juli
2013, E. 5.3 bis 5.5). Eine Auseinandersetzung mit dem Bauprojekt hätte der
Gemeinderat auch dann vornehmen müssen, wenn er keinen Projektwettbewerb
durchgeführt hätte, sondern die Planung direkt einem Architekten vergeben hätte. Es
wäre auch in diesem Fall Pflicht der Gemeinde gewesen, das Projekt auf seine
Übereinstimmung mit sämtlichen öffentlichen Interessen zu prüfen. Der
Beschwerdegegnerin kann somit keine Verletzung der Ausstandspflicht vorgeworfen
werden.
Nicht einschlägig ist das von den Beschwerdeführern 1 angeführte neuere Urteil des
Bundesgerichts (BGE 140 I 326), wonach eine Ausstandspflicht von zwei
Gemeinderatsmitgliedern bejaht wurde, die als Juroren an einem von einer
Grundeigentümerin organisierten Wettbewerb mitwirkten und später über den darauf
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basierenden Gestaltungsplan zu entscheiden hatten. Im Unterschied dazu ist im
vorliegenden Fall nicht ein privates Bauvorhaben zu beurteilen, sondern ein
Bauvorhaben der politischen Gemeinde.
Bei diesem Ergebnis ist der Protest des Rechtsvertreters der Beschwerdeführer 1 am
Augenschein vom 28. März 2017 gegen die Anwesenheit des Gemeindepräsidenten
ohne Grundlage.
5. Die Beschwerdeführer 1 rügen, die Vorinstanz hätte den Zonenplan einer
akzessorischen Prüfung unterziehen müssen.
5.1. Im (nachträglichen) Baubewilligungsverfahren ist die vorfrageweise (akzessorische)
Prüfung eines rechtmässig ergangenen Nutzungsplans aus Gründen der
Rechtssicherheit unzulässig. Ähnlich der akzessorischen Normenkontrolle lässt die
bundesgerichtliche Rechtsprechung die Anfechtung von Nutzungsplänen bei deren
späteren Anwendung nur dann zu, wenn sich der Betroffene bei Planerlass noch nicht
über die ihm auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben konnte und er im
damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatte, seine Interessen zu verteidigen. Die
Rechtsprechung lässt eine solche Überprüfung auch zu, wenn sich die tatsächlichen
Verhältnisse oder die gesetzlichen Voraussetzungen seit Annahme des Plans in einer
Weise geändert haben, dass das öffentliche Interesse an der Beibehaltung der
auferlegten Nutzungsbeschränkungen dahingefallen sein könnte (B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 54 mit Hinweisen; Aemisegger/
Moor/Ruch/Tschannen (Hrsg.), Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich Basel
Genf 2016, N 29 ff. zu Art. 21 mit Hinweisen; VerwGE B 2014/77 vom 28. April 2015 E.
3; VerwGE B 2013/49 vom 8. Juli 2014 E. 4.2.1 ff., www.gerichte.sg.ch).
5.2. Gemäss den unbestrittenen Feststellungen im angefochtenen Entscheid war das
Baugrundstück Parzelle Nr. 000 gemäss dem alten Zonenplan der Gemeinde X. vom
15. August 1979 der Wohnzone 2 zugeteilt. Im Rahmen der Totalrevision des
Zonenplanes wurde dieses Grundstück der ZöBA zugewiesen. Auflage-, Referendums-
und Genehmigungsverfahren fanden im Zeitraum 2003 bis 2005 statt. Das
Baureglement wurde gleichzeitig mit dem Zonenplan geändert. Die Bauvorschriften für
die ZöBA waren von der Änderung jedoch nicht betroffen.
http://www.gerichte.sg.ch
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5.3. Eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse seit der Zuteilung des
Baugrundstückes in die ZöBA ist nicht ersichtlich und wird von den Beschwerdeführern
1 auch nicht geltend gemacht. Sie machen indessen geltend, das Grundstück erst am
22. August 2011 erworben zu haben. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, musste
ihnen im damaligen Zeitpunkt klar sein, dass auf dem Baugrundstück ein Bauvorhaben
für öffentliche Zwecke mit den minimalen Bauvorschriften der ZöBA realisiert werden
kann. Ein Grund für die akzessorische Prüfung des Nutzungsplans bzw. von Art. 5 des
Baureglementes der Gemeinde X. vom 11. Juni 2005 (BauR) besteht somit
offensichtlich nicht.
6.
6.1. Die Beschwerdeführer 1 machen geltend, in der ZöBA bestehe zufolge der
weitgehend fehlenden Regelbauvorschriften eine weitere Planungspflicht bzw. das
Bauvorhaben sei hinsichtlich Quartiercharakter und Gebäudedimensionen zu
beurteilen. Art. 5 BauR enthalte nur einen kleinen Grenzabstand von 5 m, weitere
Regelbauvorschriften fehlten. Bei der Prüfung des Bauvorhabens sei auf den
Quartiercharakter und die benachbarten Zonen Rücksicht zu nehmen und es müsse
eine den konkreten Verhältnissen entsprechende Ersatzordnung angewendet werden,
wobei insbesondere dem Schutz der Nachbarn Beachtung zu schenken sei. Der
Quartiercharakter in der Umgebung sei durch Wohnbauten geprägt, welche den
Regelbauvorschriften der Wohnzone W1b und W2 entsprächen. Das Bauvorhaben
sprenge den Quartiercharakter bei weitem. Der südöstliche Baukörper erscheine
zufolge des freigelegten Sockelgeschosses als fünfstöckiges Gebäude. Die
Gesamthöhe betrage 17.50 m und die Gesamtlänge 71.94 m. Auf dem gesamten
Gemeindegebiet von X. bestehe keine Bauzone, die eine derart massive Bauweise
zulasse.
6.2. Die Beschwerdeführer 2 machen geltend, für öffentliche Bauten und Anlagen
verlange Art. 3 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700, RPG)
sachgerechte Standorte. Zum sachgerechten Standort gehöre auch die
Berücksichtigung entgegenstehender und privater Interessen und deren Einbezug in
eine umfassende Interessenabwägung. Nach Möglichkeit müsse vermieden werden,
dass Zonen mit sehr grossen Unterschieden bezüglich Nutzungsintensität und
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Emissionen unmittelbar nebeneinander liegen. Für die Beurteilung der Einfügung der
Bauten in der ZöBA in die bauliche Umgebung wende die Praxis verschiedene Kriterien
an, nämlich die Referenzzone, die Berücksichtigung der Vorschriften der Nachbarzonen
und die baulichen Charakteristiken des Quartiers. Das Bauvorhaben weise mit 5
Geschossen, einer Ausdehnung von 74 m und einer Ausnützungsziffer von über 1.0
Dimensionen auf, welche die bauliche Umgebung „erschlage“, in der nur Bauten mit
zwei Geschossen zulässig seien. Ein solcher Klotz könne auch nicht mit dem Argument
gerechtfertigt werden, dass öffentliche Bauten und Anlagen im Hinblick auf eine
Zentrumsbildung erwünscht seien und auch markant in Erscheinung treten dürfen. Für
den Nachbarn sei vor allem die Höhe des Pflegetraktes unzumutbar. Die
Beschwerdeführer 2 würden damit auf eine Wand blicken, die rund 19 Meter höher
liege als ihre Liegenschaft. Auf dem Dach seien sodann Solaranlagen vorgesehen, die
in den Plänen indessen fehlten.
6.3. Die Beschwerdegegnerin führt aus, eine in der ZöBA bewusst offen gehaltene
Regelung in Bezug auf die Bauvorschriften sei recht- und zweckmässig, weil damit den
unterschiedlichen Bedürfnissen Rechnung getragen werden könne. In Bezug auf die
Beschwerdeführer 2 könne festgehalten werden, dass aufgrund der örtlichen
Verhältnisse keine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Interessen vorliege. Ihr Grundstück
sei vom Schattenwurf nicht betroffen. Die gegenüber dem Grundstück der
Beschwerdeführer 2 durch die Nord- und Ostfassade des geplanten Vorhabens
eingehaltenen Abstände von 17.5 m bzw. 27 m seien äusserst grosszügig bemessen.
Die Vorinstanz legt in den Vernehmlassungen vom 7. Dezember 2015 unter Hinweis auf
den angefochtenen Entscheid (Erw. 5) dar, die Voraussetzungen für eine akzessorische
Prüfung der Bauvorschriften seien nicht gegeben. Die Rekurrenten hätten ihre
Einwände spätestens im Rahmen der Einzonung des Baugrundstückes in die ZöBA
erheben können und müssen.
6.4. Soweit die Beschwerdeführer 2 ausführen, für öffentliche Bauten und Anlagen
verlange Art. 3 Abs. 4 RPG sachgerechte Standorte, ist festzuhalten, dass im
vorliegenden Baubewilligungsverfahren nicht zu prüfen ist, ob die ZöBA bzw. die
entsprechende Nutzungsart den Zielen und Planungsgrundsätzen von Art. 1 und Art. 3
RPG entspricht. Der Zonenplan ist rechtsgültig, und ein Anlass für dessen
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akzessorische Prüfung besteht nicht. Aus dem gleichen Grund ist nicht zu prüfen, ob
die für die ZöBA geltende Vorschrift von Art. 5 BauR rechtmässig ist (siehe E. 5 hievor).
6.5. In der ZöBA gilt ein Grenzabstand von 5 m (Art. 5 BauR) und gegenüber
Gemeindestrassen zweiter und dritter Klasse ein Strassenabstand von 4 m (Art. 14
Abs. 1 BauR). Die K.-strasse ist eine Gemeindestrasse zweiter Klasse
(www.geoportal.ch). Weitere Regelbauvorschriften bestehen, soweit hier von
Bedeutung, nicht. Die in Art. 67 BauG festgelegten subsidiären Regelbauvorschriften
kommen nicht zur Anwendung (siehe unten E. 6.6.4.). Das Erfordernis eines
Überbauungs- oder Gestaltungsplanes nach Art. 68 BauG besteht nicht, weil das
geplante Bauvorhaben weder sechs Geschosse noch mehr als 20 Meter Gebäudehöhe
aufweist. Gebäudedimensionen in der ZöBA sind somit innerhalb dieses durch das
BauR und das BauG gesetzten Rahmens zulässig. Das Bauvorhaben hält diese
Bauvorschriften unbestrittenermassen ein. Die Beschwerden sind unter diesem
Gesichtspunkt unbegründet.
6.6. Selbst wenn eine akzessorische Prüfung von Art. 5 BauR in Bezug auf die
Regelbauvorschriften in der ZöBA vorzunehmen bzw. eine einzelfallweise Beurteilung
mangels Bestimmtheit der Vorschrift vorzunehmen wäre, wie im Folgenden im Sinne
einer Eventualbegründung dargelegt wird, würde dies am Ergebnis nichts ändern.
6.6.1. Das Baureglement enthält unter Vorbehalt der Gesetzgebung des Bundes und
des Kantons für das gesamte Gebiet der politischen Gemeinde öffentlich-rechtliche
Bauvorschriften (Art. 8 BauG). Es regelt insbesondere Grenz- und Gebäudeabstände,
Gebäudelänge und -höhe sowie Geschosszahl von Bauten und Anlagen (vgl. Heer,
a.a.O., Rz. 76). Wenn weder Baureglement noch Überbauungs- oder Gestaltungsplan
die äussere Erscheinungsform von Bauten und Anlagen regeln, so kommen nach Art.
67 BauG die dort festgelegten Vorschriften subsidiär zur Anwendung. Vorliegend
enthält das kommunale Baureglement für die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen
mit Ausnahme des Grenzabstandes bzw. des Strassenabstandes keine weiteren
Regelbauvorschriften. In der einschlägigen Literatur (D. Gsponer, Die Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen, Zürich 2000, S. 129) wird unter anderem ausgeführt,
die Bestimmung der einzelnen Massvorschriften in der Zone für öffentliche Bauten und
Anlagen hänge stark von der geplanten Nutzung ab. Diese sei (im Gegensatz zur
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Wohnzone) geprägt von einer offenen Regelung ohne Bauklassen und ohne detaillierte
Bau- und Nutzungsbestimmungen. Die Beschwerdegegnerin hält fest, Art. 5 BauR
genüge dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit. Es sei darin bewusst keine detaillierte
Regelbauweise festgelegt worden.
6.6.2. Die genügende Bestimmtheit einer Norm bzw. die Voraussehbarkeit von
Rechtsfolgen ist Ausfluss des Rechtssicherheitsgebots (vgl. zu diesen Grundsätzen
allgemein BGE 136 I 87 E. 3.1; Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, Nr. 59 B.II.i; Rhinow/Krähenmann, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Nr. 20 B.X.d). In der Praxis werden die
Bauvorschriften der ZöBA in der Regel sehr offen umschrieben (Gsponer, a.a.O, S.
129).
Das Verwaltungsgericht hat sich mit einem ähnlichen Fall betreffend die Stadt St.
Gallen befasst (VerwGE B 2014/48 vom 28. Juli 2015, www.gerichte.sg.ch). Gemäss
Art. 13 Abs. 2 der Bauordnung der Stadt St. Gallen fehlen in der ZöBA detaillierte
Regelbauvorschriften. Stattdessen werden die Grundmasse und
Gestaltungsanforderungen unter Berücksichtigung der öffentlichen und privaten
Interessen im Einzelfall festgelegt. Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts im
erwähnten Urteil verletzt diese Regelung den Grundsatz der Gesetzmässigkeit nicht. Im
vorliegenden Fall gilt indessen lediglich ein Grenzabstand von 5 m, eine weitergehende
Regelung wie in der Stadt St. Gallen (Delegationsnorm) besteht nicht. Die
Ausgangslage ist somit nicht identisch.
6.6.3. Im Rahmen der vom Bundesgesetz über die Raumplanung bestehenden
materiellen Vorgaben kommt den Kantonen bzw. den Gemeinden in der Ausgestaltung
der Nutzungspläne eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit zu (Waldmann/Hänni,
Handkommentar RPG, Bern 2006, N 23 zu Art.14 RPG). Der erforderliche
Präzisionsgrad hängt freilich von der Art der ausgeschiedenen Zone ab und kann nicht
pauschal bestimmt werden (Waldmann/ Hänni, a.a.O, N 25 zu Art. 2 RPG mit
Hinweisen). Entsprechend dem Zweck der Zonenplanung, wonach die zweckmässige
Nutzung des Bodens durch verbindliches örtliches Festlegen der je zugelassenen
Bodenverwendung zu regeln ist, bleiben „inhaltsleere“ Nutzungspläne, denen jeglicher
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fassbarer normativer Gehalt fehlt, unzulässig (Waldmann/Hänni, a.a.O., N 25 zu Art. 2;
Gsponer, a.a.O., S. 137).
6.6.4. Im vorliegenden Fall legt das Baureglement der Gemeinde X. einzig den
Grenzabstand von 5 m bzw. den Strassenabstand von 4 m fest (Art. 5 BauR) fest.
Weitere Regelbauvorschriften, namentlich über die Dimensionierung der Bauten,
fehlen. Im Gegensatz zur Bauordnung der Stadt St. Gallen fehlt auch eine Delegation
an die Baubewilligungsbehörde mit der Vorgabe materieller Grundsätze. Die
Bebauungsvorschriften für die ZöBA im Baureglement X. sind somit lückenhaft. Fehlen
baupolizeiliche Vorschriften im Baureglement, ist grundsätzlich vorerst zu prüfen, ob
die subsidiäre Regelung von Art. 67 BauG zur Anwendung kommt. Die subsidiäre
Regelung muss sich als lückenfüllendes Recht eignen (Zaugg/Ludwig, Kommentar zum
Baugesetz des Kantons Bern, Band II, 3. Aufl. 2010, N 27 zu Art. 70 betreffend
bernisches Normalbaureglement). Das trifft angesichts der Art der geplanten
öffentlichen Baute in der ZöBA nicht zu. Zudem hat die politische Gemeinde bewusst
und absichtlich auf Regelbauvorschriften verzichtet, was gegen die Anwendung der
subsidiären Regelbauvorschriften von Art. 67 BauG spricht. In dieser Situation ist eine
den konkreten Verhältnissen entsprechende Ersatzordnung zu schaffen, die auf den
Quartiercharakter und die benachbarten Zonen Rücksicht nimmt (Zaugg/Ludwig, a.a.O,
N 3 zu Art. 77 mit Hinweis auf BVR 2002 S. 65 E. 4c). Als wesentliche Elemente zur
Bestimmung des baupolizeilichen Rahmens können die Bauvorschriften herangezogen
werden, die in den benachbarten Zonen zu berücksichtigen sind (Gebot der
Rücksichtnahme auf angrenzende Wohnzonen). Im Weiteren ist auf die baulichen
Charakteristiken im Quartier abzustellen (vgl. Gsponer, a.a.O, S. 140 f. mit Hinweisen).
Bei der Einzelfallbeurteilung sind somit raumplanungsrechtliche Planungsgrundsätze
anzuwenden. Analog dem Nutzungsplanverfahren gelten die Ziele und
Planungsgrundsätze von Art. 1 und Art. 3 RPG. Die Prüfung beschränkt sich indessen
dabei auf die Ersatzregelung der fehlenden Bauvorschriften. Die Art der Nutzungszone
ist nicht mehr Gegenstand der Prüfung. Diesbezüglich liegt eine rechtskräftige
Zonenzuteilung zur ZöBA im geltenden Zonenplan der Gemeinde X. vor (vgl. E. 6.4
hievor).
6.7.
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6.7.1. Das Bauvorhaben besteht aus einem im östlichen Teil des Grundstückes
befindlichen 44.38 m langen (Fassade Ost an der K.-strasse) und 30.22 m breiten
Hauptbau (Pflegetrakt). Dieser weist vier Geschosse auf. Auf der Nordseite zur K.-
strasse erscheint der Hauptbau zufolge des Sockelgeschosses fünfgeschossig. Der
Pflegetrakt weist (gemessen ab der Unterkante des Erdgeschosses mit einer
Höhenlage von 564.76 m.ü.M) eine Höhe von 14.12 m und eine solche von 13.49 m
ohne Dachaufbau auf. Berechnet ab dem Niveaupunkt des Pflegetraktes (gemäss Art.
60 BauG) ergibt sich eine Gebäudehöhe von 14.50 m. Die nördliche Fassade zur K.-
strasse hin weist ab dem gestalteten Terrain eine Höhe von 17.52 m auf. Das zweite
und dritte Obergeschoss springt im nördlichen Teil gegenüber der K.-strasse auf knapp
zwei Dritteln der Fassadenlänge um 2,60 m zurück. Auf dem südwestlichen Teil des
Grundstücks ist ein Nebentrakt für Nutzungen wie Kindertagesstätte, Arztpraxis und
Wohnungen mit einer Länge von 28.26 m und einer Breite von 22.13 m geplant. Der
Nebenbau weist drei Geschosse und eine Gebäudehöhe von 9.90 m (gemessen vom
Erdgeschoss Fussboden bis Oberkant Dach) auf. Die beiden Bauten sind mit einem
eingeschossigen Verbindungstrakt zusammengebaut. Im nordwestlichen Teil des
Grundstückes sind Aussenanlagen geplant.
Der Grenzabstand des Pflegetraktes zur K.-strasse im nördlichen Teil beträgt an der
nordwestlichen Gebäudeecke 5.74 m, an der nordöstlichen Gebäudeecke rund 15 m.
Der Strassenabstand des Pflegetraktes gegenüber der K.-strasse beträgt 5.20 m (im
nordöstlichsten Teil 4.38 m); gegenüber der L.-strasse beträgt der Strassenabstand
16.75 m. Das Nebengebäude und der Verbindungstrakt liegen gegenüber der K.-
strasse (nördlicher Teil) 18 bis 40 m zurückversetzt. Der Strassenabstand zur K.-strasse
im westlichen Teil beträgt 4.05 m. Gegenüber der L.-strasse weist die Nebenbaute
einen Abstand von 5.09 m auf.
6.7.2. Die Grundstücke südöstlich und nordwestlich des Baugrundstückes und
südwestlich der L.-strasse sind gemäss Zonenplan der Wohnzone W2, diejenigen
nördlich des Baugrundstücks der Wohnzone W1b zugeteilt. In diesen Zonen gelten
gemäss Art. 5 BauR folgende Regelbauvorschriften:
W1b W2
Ausnützungsziffer 0.40 0.50
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Anzahl Vollgeschosse 2 2
Gebäudehöhe 6.00 m 7.50 m
Firsthöhe 9.00 m 11.50 m
Gebäudelänge 30.00 m 35.00 m
Grenzabstand klein 5.00 m 5.00 m
Grenzabstand gross 10.00 m 10.00 m
Der Wohnzone W2 sind alle Grundstücke nordwestlich und südöstlich des
Baugrundstückes Parzelle Nr. 000 nordöstlich der L.-strasse in einer Tiefe von rund 30
bis 80 m zugeteilt. Ebenso gehören die Grundstücke südwestlich der L.-strasse der
Wohnzone W2 an. Es handelt sich raumplanerisch um ein einheitliches Gebiet. Die
Grundstücke nordöstlich dieser Wohnzone W2 sind der Wohnzone W1b zugeschieden.
Auch dieses grössere Gebiet erweist sich raumplanerisch als ein einheitliches, vom
Gebiet in der Wohnzone 2 klar zu unterscheidendes eigenständiges Gelände.
6.7.3.Der Gemeinderat führte im Einspracheentscheid vom 2. Juli 2013 aus, gegenüber
dem Grundstück Nr. 002 (Beschwerdeführer 2) erscheine zwar die Fassade des
Pflegetraktes zufolge des Sockelgeschosses fünfgeschossig. Die Fassade weise mit
einer Höhe von 17.52 m eine nicht unbeträchtliche Höhe auf. Sie werde jedoch
gebrochen, indem das zweite und dritte Obergeschoss um 2.60 m zurückspringe.
Diese Fassadenhöhe sei Folge der Hanglage. Gegenüber der effektiven Fassaden-
bzw. Gebäudehöhe von 13.49 bzw. 14.50 m ergebe sich deshalb ein zusätzlicher
Höhenunterschied von 3 bis 3,5 m, der aber nicht zur Höhe des geplanten
viergeschossigen Baukörpers gerechnet werden könne. Ein Blick auf das Modell aus
Richtung Norden zeige im Übrigen, dass der dem Grundstück Nr. 002 am nächsten
gelegene östliche viergeschossige Baukörper des Alters- und Pflegezentrums zwar
markant in Erscheinung trete – was für öffentliche Bauten mit Zentrumsbildung
durchaus erwünscht sei – sich das Gebäude aber andererseits insbesondere auch mit
dem Fassadenrücksprung an der Nordfassade in die Firsthöhen der bestehenden
Gebäude eingliedere. Das Gebäude sei zwar zentrumsbildend, sprenge indessen den
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Quartiercharakter nicht. Vielmehr bewege sich das Projekt in jenem sinnvollen Rahmen,
in dem heute in verdichteter Bauweise mit dem immer knapper werdenden Bauland
umgegangen werden sollte. Hinzu komme, dass der Abstand zwischen dem
Grundstück Nr. 002 und der am nächsten gelegenen Ecke des östlichen,
viergeschossigen Gebäudeteils 17.5 m betrage. Der Gebäudeabstand zwischen der
nordöstlichen Ecke des Neubaus und der südwestlichen Ecke des Gebäudes auf
Grundstück Nr. 002 betrage über 26.5 m.
Betreffend das Grundstück Nr. 001 (Beschwerdeführer 1) führte der Gemeinderat im
Entscheid vom 2. Juli 2013 in Bezug auf die Erscheinungsweise der Nordfassade des
Pflegetraktes die gleichen Argumente wie im Entscheid betreffend den
Beschwerdeführer 2 an. Er hielt weiter fest, der Strassenabstand zur K.-strasse betrage
in diesem Bereich minimal 6.38 m, maximal 15.5 m. Weiter betrage der Abstand
zwischen der Nordfassade des viergeschossigen östlichen Baukörpers des
Bauvorhabens zur Grenze des Grundstücks Nr. 001 zwischen über 12 m und über 22
m. Der Gebäudeabstand zwischen der Nordfassade des Neubaus und der Südfassade
des Gebäudes auf Grundstück Nr. 001 betrage zwischen über 20 m bis ca. 26 m.
Zudem weise das Bauvorhaben grosse Freiflächen nach Westen auf.
6.7.4. Der Pflegetrakt weist wie erwähnt eine Gebäudehöhe von 14.50 m (gemessen ab
Niveaupunkt), eine Gebäudelänge von 44.38 m (zur K.-strasse Ost) bzw. von 47.58 m
und eine Gebäudebreite von 30.22 m auf. Damit überschreitet er die in der Wohnzone
W2 zulässige Gebäudehöhe bzw. Firsthöhe sowie die Gebäudelänge in nicht
unerheblichem Ausmass. Die Regelbauvorschriften der Wohnzone W2 sind für die
angrenzende ZöBA indessen nur insoweit von Bedeutung, als auf diese im Rahmen der
Nutzungsplanabstimmung Rücksicht zu nehmen ist (vgl. E. 6.6.4 hievor). Der
Gemeinderat legte nachvollziehbar und überzeugend dar, dass die geplante
Überbauung planerisch begründet ist. Die Höhe der gegenüber den
Beschwerdeführern in Erscheinung tretenden Nordfassade des Pflegetraktes relativiert
sich insoweit, als das Gelände von Südwesten nach Nordosten abfällt. Gemessen vom
oberen Drittel des Baugrundstückes auf einer Höhe vom 564 m.ü.M. bis zur K.-strasse
im Norden auf rund 560 m.ü.M. (www.geoportal.ch) beträgt die Höhendifferenz rund 4
m. Gegenüber der effektiven Fassadenhöhe auf der Nordseite des Pflegetraktes (mit
Sockelgeschoss gerechnet) von rund 17.50 m ergibt sich, verglichen mit der effektiven
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Fassadenhöhe (gerechnet ab der Unterkante des Erdgeschosses) von 13.49 m, ein
Höhenunterschied von ca. 3 m. Dies ist Folge des abfallenden Geländes. Die Neigung
des Geländes nimmt im nördlichen Teil, in Richtung der Beschwerdeführer, zu. Dieser
Höhenunterschied darf, wie der Gemeinderat zu Recht festhält, nicht zur Höhe des
geplanten viergeschossigen Gebäudes gerechnet werden (VerwGE B 2009/21 vom 11.
Mai 2010 E. 2.4.5, www.gerichte.sg.ch). Dass der geplante Pflegetrakt aus Sicht der
Beschwerdeführer höher erscheint, ist auf die Topografie bzw. auf die Lage ihrer
Grundstücke zurückzuführen. Gegenstand des soeben erwähnten Urteils des
Verwaltungsgerichts war nicht ein Baubewilligungsverfahren, sondern ein Verfahren
betreffend einen Sondernutzungsplan (Gestaltungsplan). Das Urteil ist indessen auch
im vorliegenden Fall relevant, weil raumplanungsrechtliche Fragen der Einfügung in das
Quartier zu beurteilen sind.
Das Baugrundstück umfasst eine Fläche von 5‘129 m2. Der hauptsächlich in
Erscheinung tretende Pflegetrakt weist eine Grundfläche von 1‘437 m2 auf. Das
entspricht einem Anteil von lediglich 28 Prozent der gesamten Grundstückfläche. Im
nordwestlichen Bereich des Baugrundstückes ist ein grosszügiger Freiraum
vorgesehen, welcher die Konzentration im Pflegetrakt weitgehend kompensiert und die
Bebauung auflockert. Auch der eingeschossige Zwischentrakt bewirkt eine Trennung
des insgesamt grossen Bauvolumens. Schliesslich trägt auch das L-förmig gestaltete
dreigeschossige Nebengebäude zur Auflockerung der Überbauung bei.
Der Augenschein hat gezeigt, dass die Bebauung in der Umgebung des Bauvorhabens
sowohl in der Wohnzone W2 wie auch in der Wohnzone W1b relativ feinkörnig ist. Die
Gebäude in der Wohnzone W2 weisen Gebäudelängen von ca. 18 bis 26 m auf,
diejenigen in der Wohnzone W1b von ca. 10 bis 20 m (www.geoportal.ch.). Gemäss
Art. 5 BauR sind indessen in der Wohnzone W2 Gebäudelängen von 35 m und in der
W1b von 30 m zulässig. Die in diesen Zonen im Bereich des Bauvorhabens
bestehenden Bauten nützen somit die zulässigen Gebäudedimensionen bei weitem
nicht aus. Die bestehende Körnigkeit kann somit nur bedingt als Massstab für die
Beurteilung des Bauvorhabens in die bestehende Siedlungsstruktur von Bedeutung
sein.
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Im Weiteren liegt es grundsätzlich im öffentlichen Interesse an der Förderung der
Siedlungsentwicklung nach innen (Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG), das in der ZöBA liegende
Land optimal zu nutzen. Insgesamt ergibt sich, dass das Bauprojekt den Zielen und
Planungsgrundsätzen von Art. 1 bzw. Art. 3 RPG in Bezug auf die raumplanerisch
relevanten ortsbaulichen Gesichtspunkte entspricht.
Weiter kann in Bezug auf die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die angrenzende
Wohnzone W1b (Grundstück Nr. 001 der Beschwerdeführer 1) auf die
Schattendiagramme (siehe namentlich act. A18.1d und A18.2d) abgestellt werden. Die
Schattendiagramme wurden zwar im Zusammenhang mit den geltend gemachten
Immissionen gemäss Art. 684 ZGB herangezogen und beurteilt, sie liefern aber auch in
öffentlich-rechtlicher raumplanerischer Hinsicht relevante Beurteilungskriterien. Die
Ausführungen der Vorinstanz sind unbestritten geblieben, wonach das Grundstück Nr.
001 der Beschwerdeführer 1 im Winterhalbjahr vom Dauerschatten des Bauvorhabens
in der dem Einfamilienhaus westlich und südwestlich vorgelagerten Umgebung sowie
in einem erheblichen Teil des Einfamilienhauses betroffen ist. Bei einer maximalen
Ausnützung des Baugrundstückes gemäss Wohnzone W2 ergäbe sich im Wesentlichen
die gleiche Beschattung. Der Schluss der Vorinstanz, insgesamt könne festgehalten
werden, dass die Beschattung des Grundstücks Nr. 001 durch das Bauvorhaben nicht
wesentlich nachteiliger ist als bei einer Überbauung der Parzelle nach den Vorschriften
der Wohnzone W2, ist begründet. Damit ist auch in raumplanerischer Hinsicht erstellt,
dass das in der ZöBA geplante Bauvorhaben praktisch keine weitergehende
Benachteiligung der in der Wohnzone W1b liegenden Nachbarliegenschaften mit sich
bringt wie eine Überbauung nach den Regelbauvorschriften der Wohnzone W2.
6.7.5. Soweit die Beschwerdeführer 2 bemängeln, auf dem Dach seien Solaranlagen
vorgesehen, die in den Plänen der Dachaufsicht nicht festgehalten seien, ist
festzuhalten, dass im Baugesuchsformular vom 4. Februar 2013 neben einem
Erdwärmesondensystem – wofür ein Gesuch rechtzeitig vor Baubeginn einzureichen ist
– auch Sonnenkollektoren vorgesehen sind (act. A1). Gemäss dem Kurzbeschrieb der
technischen Anlage soll die Wärme mit einem Erdsondenwärmepumpensystem erzeugt
werden. Auf Wunsch der Baukommission soll ein Teil der Wärme zusätzlich mit
thermischen Sonnenkollektoren gedeckt werden (act. A17). Gemäss Art. 18a Abs. 1
RPG bedürfen genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern keiner Baubewilligung
bis
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nach Art. 22 Abs. 1 RPG. Solche Vorhaben sind lediglich der zuständigen Behörde zu
melden. Art. 32a Abs. 1 der Raumplanungsverordnung (SR 700.1, RPV) umschreibt,
unter welchen Voraussetzungen Solaranlagen als „genügend angepasst“ gelten. Es
wird somit Sache der Baukommission bzw. des Gemeinderates sein zu beurteilen, ob
sich die geplante Sonnenkollektoranlage auf dem Dach „genügend anpasst“ und daher
keiner Baubewilligung bedarf.
7.
7.1. Im Weiteren rügen beide Beschwerdeführer, das Bauvorhaben sei strassenmässig
nicht hinreichend erschlossen und die Verkehrssicherheit sei nicht gewährleistet. Die
Beschwerdeführer 1 führen aus, die Tiefgarageneinfahrt befinde sich im Kurvenbereich.
Die Einfahrt könne nur von kleinen Lieferwagen benützt werden, wobei die
Einfahrtshöhe nicht geklärt sei. Demzufolge würden grosse Lastwagen, die aus
logistischen Gründen (z.B. Wäsche) täglich anfahren würden, auf dem Trottoir an der
K.-strasse parkieren. Die Vorinstanz gehe deshalb von falschen Angaben aus, wenn sie
lediglich auf den Begegnungsfall „Personenwagen – Personenwagen“ bei stark
reduzierter Geschwindigkeit abstelle. Es sei unabdingbar, dass auf dem Baugrundstück
ein zusätzlicher Zufahrts- und Anlieferungsbereich für Lastwagen geschaffen werde.
Wenn weiter selbst nach Auffassung der Vorinstanz ein Gehweg an der K.-strasse
notwendig sei, müsse das diesbezügliche Verfahren nach dem Strassengesetz mit dem
Baubewilligungsverfahren koordiniert werden. Geradezu verantwortungslos sei die
Auffassung der Vorinstanz, bei ausnahmsweiser Benützung der westlichen Zufahrt zur
Tiefgarage müsse gemäss Schleppkurvenplan das Trottoir benützt werden; das Trottoir
sei von Gesetzes wegen den Fussgängern vorbehalten (Art. 43 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, SVG). Weiter falle in Betracht, dass die
Schleppkurven nur für Personenwagen beurteilt wurden und nicht für Lieferwagen, die
in die Tiefgarage fahren müssten. Der Plan Schleppkurven zeige, dass es für
Lieferwagen ausgeschlossen sei, die Zufahrt West für die Einfahrt in die Tiefgarage zu
benützen. Sodann sei es aufgrund der Gefahrenlage erforderlich, die
Baugesuchstellerin in einer Auflage zur Baubewilligung zu verpflichten, vor Baubeginn
einen Bauinstallationsplan zur Genehmigung einzureichen. Die Beschwerdeführer 2
stellten am Augenschein vom 28. Februar 2017 in Frage, ob die Zufahrt mit
Leichenwagen und mit Sanitätsfahrzeugen gewährleistet ist.
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Die Beschwerdegegnerin lässt ausführen, die Anlieferung erfolge nicht mit Lastwagen,
sondern mit Kleinfahrzeugen (Personenwagen entsprechende Lieferwagen). Wäsche
zur Reinigung müsse nicht ausserhalb des geplanten Objektes umgeschlagen werden,
weil eine eigene Lingerie eingerichtet werde. Lastwagenverkehr werde die Ausnahme
bleiben, der mit einer entsprechenden Ausnahmeregelung von Fall zu Fall gefahrlos
abgewickelt werden könne. Im Weiteren werde auf die Ausführungen anlässlich des
Augenscheins vom 26. Juni 2014 sowie auf den Amtsbericht des kantonalen
Tiefbauamtes vom 24. April 2014 verwiesen. Zwar sei zuzustimmen, dass bei einer
Zufahrt in die Tiefgarage über die K.-strasse aus Westen das Trottoir geringfügig in
Anspruch genommen werden müsse. Dies sei jedoch in Anbetracht des auf der K.-
strasse vorhandenen geringen Verkehrs hinzunehmen. Es komme hinzu, dass als
Zufahrt zur Tiefgarage wohl regelmässig die Zufahrt Ost der K.-strasse gewählt werde.
Es sei auch vorgesehen, diese Zufahrt zu signalisieren. In Bezug auf die
Bauinstallationen sei auf die Baubewilligung (Seite 3) zu verweisen, wonach vor
Baubeginn ein Bauinstallationsplan zur Genehmigung einzureichen sei.
7.2. Auch die Beschwerdeführer 2 bringen vor, entgegen den Erwägungen der
Vorinstanz genüge der Strassentyp „Zufahrtstrasse“ (Begegnungsfall Personenwagen –
Personenwagen) dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen nicht. Das Bauvorhaben
generiere erheblichen Lastwagenverkehr, es seien 50 Vollzeitstellen erforderlich und
das geplante Restaurant weise 74 Plätze auf. Hinzu komme der Abtransport der
Wäsche usw. Der Ost-Ast der K.-strasse sei deshalb als Quartiererschliessungsstrasse
zu qualifizieren, welche auf den Begegnungsfall Lastwagen – Personenwagen bei stark
reduzierter Geschwindigkeit ausgerichtet sei. Erforderlich sei eine Strassenbreite von
5.70 m (schwere Lastwagen) bzw. 5.20 m (Lieferwagen bis 3.50 t). Keine Lösung für
den Begegnungsfall Personenwagen – Lastwagen sei ein Ausweichen auf das Trottoir,
wie dies die Vorinstanz propagiere. Sollte überhaupt eine Baubewilligung erteilt
werden, müsste diese mit Verkehrsmassnahmen (Höchstgeschwindigkeit 30 km/h auf
der K.-strasse, Fahrverbot für Lastwagen auf dem West- und Nord-Ast der K.-strasse)
verbunden werden. Da diese Massnahmen in einem separaten verkehrsrechtlichen
Verfahren angeordnet werden müssten, müsse die Baubewilligung mit einer
entsprechenden Bedingung verknüpft werden. Im Weiteren sei die Ein- und Ausfahrt
der Tiefgarage auf der Innenseite der engen Biegung der K.-strasse in
verkehrstechnischer Hinsicht wohl die schlechtestmögliche Lösung. Überhaupt nicht
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gelöst sei die Warenanlieferung. Dass die Anlieferung entsprechend der Argumentation
der Bauherrschaft ausschliesslich mit Lieferwagen oder kleinen Lastwagen erfolge, sei
faktisch ausgeschlossen. Welche Höhe die Zufahrt in die Tiefgarage aufweise, sei nicht
ersichtlich. Die Schleppkurven bezögen sich nur auf Personenwagen mit einer Länge
von 5.10 m und einer Breite von 2.0 m. Bei einer Länge von Fahrzeugen ab 8.0 m
ergebe sich, dass für die Einfahrt in die Tiefgarage das Trottoir befahren werden
müsse. Im Weiteren verlange Art. 16 Abs. 1 BauR, dass ab der Fahrbahngrenze der
Strasse auf dem Privatgrundstück eine Strecke von mindestens 3.00 m horizontal
verlaufen müsse. Eine Bestätigung, dass diese Vorschrift eingehalten werde, fehle. Ein
Detailplan für die Zufahrt zur Tiefgarage fehle. Offensichtlich ungenügend seien die
Sichtverhältnisse für eine Ausfahrt aus der Tiefgarage mit Wegfahrt nach links über den
Nord-Ast der K.-strasse. Die Beschwerdeführer hätten sodann im Hinblick auf den
Bauverkehr und die Bauinstallationen im Rekursverfahren klare Bestimmungen in der
Baubewilligung verlangt. Die blosse nachträgliche Einreichung und Genehmigung eines
Bauinstallationsplanes durch die Gemeindebehörde genüge nicht. Vielmehr sei die
Baubewilligung mit der Auflage zu ergänzen, dass keine Bauinstallationen auf
öffentlichem Grund (K.-strasse) erfolgen dürfen. Ferner sei eine Auflage in die
Baubewilligung aufzunehmen, dass während der Bauphase keine Fahrzeuge der
Unternehmer, Lieferanten usw. auf der K.-strasse parkieren. Da das Bauvorhaben mit
einem grossen Aushubvolumen verbunden sei, müsse die
Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h schon für die Bauzeit gelten.
Die Beschwerdegegnerin führt in der Vernehmlassung vom 18. Januar 2016 aus, die
Tiefgarage weise eine Höhe von 2.40 m auf und könne daher mit Lastwagen nicht
befahren werden. In Bezug auf die weiteren Einwendungen der Beschwerdeführer 2
führt die Beschwerdegegnerin die gleichen Argumente an wie in der Stellungnahme
vom 18. Januar 2016 betreffend die Beschwerdeführer 1. In Bezug auf die
Bauinstallationen sei mit der Auflage zur Einreichung und Genehmigung eines
Bauinstallationsplanes Genüge getan. Die Befürchtung der Beschwerdeführer 2, die K.-
strasse werde als Parkraum für Unternehmer, Handwerker usw. benützt, sei
unbegründet, weil in jener Phase bereits die Tiefgarage benützt werden könne.
7.3. Nach Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG dürfen Baubewilligungen nur erteilt werden, wenn
das Land im Sinn von Art. 19 Abs. 1 RPG erschlossen ist. Dies ist insbesondere dann
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der Fall, wenn es über eine hinreichende Zu- und Wegfahrt verfügt (Art. 49 Abs. 2 lit. a
BauG). Eine Zufahrt ist als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so
beschaffen ist, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten
Überbauung und Nutzung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern
sicheren Weg bietet und von den öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität,
Kehrichtabfuhr und Schneeräumung ungehindert benützt werden kann und – wenn sie
über fremdes Grundeigentum führt – rechtlich gesichert ist. Nicht unbedingt
erforderlich ist, dass Kreuzungsmanöver zwischen Motorfahrzeugen auf der ganzen
Strecke möglich sind. Unter Umständen genügen zweckmässig angeordnete
Kreuzungsstellen. Zur hinreichenden Zufahrt gehört auch das Verbindungsstück von
der öffentlich zugänglichen Strasse zum Baugrundstück (Heer, a.a.O., Rz. 508 ff. und
Rz. 513 f.; GVP 1988 Nr. 97 E. 2a mit Hinweisen).
Was als hinreichende Erschliessung gilt, hängt von der beanspruchten Nutzung des
Erschliessungsgebiets sowie von den massgebenden Umständen des Einzelfalles ab
(BGE 116 Ib 159 E. 6b; Waldmann/Hänni, a.a.O., N 21 zu Art. 19 RPG). Dabei steht den
kantonalen und kommunalen Behörden ein erhebliches Ermessen zu (BGE 121 I 65 E.
3a).
Soweit der Ausbaustand von Strassen zu beurteilen ist, können die Normen der VSS
herangezogen werden. Bei den VSS-Normen handelt es sich jedoch nicht um
Rechtssätze, sondern um Verwaltungsanweisungen, die ein anerkanntes Hilfsmittel bei
der Frage bilden, ob eine Anlage den Anforderungen an die Verkehrssicherheit genügt.
Ihre Anwendung im Einzelfall muss indessen dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
standhalten, weshalb sie einem Entscheid nicht ungeachtet der konkreten Verhältnisse
zugrunde gelegt werden dürfen (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 10.1
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Die VSS-Norm SN 540 045 „Projektierung, Grundlagen, Strassentyp:
Erschliessungsstrassen“ vom April 1992 umschreibt die Grundsätze für Planung und
Projektierung von Erschliessungsstrassen. Der Typ „Quartiererschliessungsstrasse“ ist
zur Erschliessung von Siedlungsgebieten in der Grösse von bis zu 300 Wohneinheiten
oder bei Verkehrsaufkommen gleichwertiger Quellen, der Typ „Zufahrtsstrasse“ zur
Erschliessung von Siedlungsgebieten bis 150 Wohneinheiten oder gleichwertigem
http://www.gerichte.sg.ch
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Verkehrsaufkommen, anzuwenden (lit. C Ziff. 8). Der Typ „Zufahrtsstrasse“ ist für den
Begegnungsfall Personenwagen – Personenwagen bei niedriger Geschwindigkeit
auszulegen. Ein Gehweg ist nur einseitig notwendig und kann auch als Längsstreifen
oder als Mischverkehrsfläche ausgestaltet werden. Die VSS-Norm 640 201
„Geometrisches Normalprofil“ vom Oktober 1992 sieht für solche Strassen eine Breite
von 4.80 m, bei der Benützung durch Lieferwagen bis 3.50 t von 5.20 m vor.
Anlässlich des Augenscheins der Vorinstanz vom 26. Juni 2014 ergaben Messungen im
nördlichen und westlichen Abschnitt der K.-strasse Strassenbreiten zwischen 5.00 und
5.05 m, im östlichen Bereich der K.-strasse von rund 5.50 m. Entlang der K.-strasse im
östlichen Bereich besteht zudem auf der östlichen Seite ein separater Gehweg.
Gemäss dem Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamtes vom 24. April 2014 generiert
das Bauvorhaben im schlechtesten Fall 41 Fahrzeuge in der Stunde. Der Amtsbericht
kommt zum Schluss, die Überlagerung des heutigen Verkehrs mit dem durch die
geplante Baute verursachten Verkehr sei völlig unproblematisch. Somit erweist sich der
Typ „Zufahrtsstrasse“ als korrekt. Wie sich nachstehend zeigt, erzeugt das
Bauvorhaben entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer keinen erheblichen
Lastwagenverkehr.
Die Beschwerdeführer bringen vor, die Warenanlieferung sei nicht gelöst, weil mit
erheblichem Lastwagenverkehr zu rechnen sei. Die Beschwerdegegnerin richtet im
Erdgeschoss des Pflegetraktes (nordöstliche Ecke) eine eigene Lingerie ein (Plan
Erdgeschoss vom 31. Januar 2013, act. A4). Für die Logistik der Wäscheversorgung
sind somit keine Lastwagen oder Lieferwagen erforderlich. Ein entsprechendes
Verkehrsaufkommen fällt demnach ausser Betracht. Für die Belieferung des
Pflegeheims sind nach den Angaben der Baugesuchstellerin keine Lastwagen, sondern
Lieferwagen vorgesehen. Dafür ist in der Tiefgarage ein Parkplatz „Anlieferung Küche“
mit einer Breite von 2.40 m und einer Länge von 6.00 m vorgesehen (Plan 1.
Untergeschoss vom 31. Januar 2013, act. A3). Für die Versorgung mit Lebensmitteln
und Getränken für ein Alters- und Pflegeheim mit 55 Bewohnern (und 10
Alterswohnungen) sind keine Lastwagen erforderlich. Dafür eignen sich auch
Lieferwagen, was seitens der Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins vom
28. März 2017 ausdrücklich festgehalten wurde. Die Beschwerdegegnerin ist in der
Auswahl ihrer Lieferanten frei und kann entsprechende Bedingungen stellen. Das
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Pflegeheim ist in Bezug auf die Versorgung der Bewohner einem Gastronomiebetrieb
vergleichbar. Erfahrungsgemäss beziehen diese die Lebensmittel nicht von einem
einzigen Lieferanten, sondern von verschiedenen Betrieben, so zum Beispiel von
Bäckereien, Metzgereien, Gemüsehändlern oder Gemüseproduzenten usw. Diese
Betriebe beliefern ihre Kunden mit eigenen kleinen bis mittleren Lieferwagen, nicht mit
Lastwagen. Auch Getränkehändler können ihre Kunden entsprechend deren
Bedürfnissen mit Lieferwagen bedienen. Die Schleppkurven der Q. AG vom 14. März
2012 (Rekursverfahren 13-4275, act. 30, A24) sind auf Personenwagen mit einer
Gesamtlänge von 5.10 m und einer Breite (ohne Spiegel) von 2.00 m ausgelegt. Für
diese Fahrzeuge ist die Zufahrt über den Ost-Ast der K.-strasse problemlos. Auch
übliche Lieferfahrzeuge wie VW-Transporter usw. überschreiten diese Masse der
Personenwagen nicht (Beispiel Iveco Daily Kastenwagen 35: Länge 5‘035 mm, Breite
2‘010 mm, Höhe 2‘200 mm). Ihre Zufahrt ist somit ebenfalls gewährleistet.
Auch in Bezug auf die Höhe der Lieferwagen bietet die Einfahrt in die Tiefgarage keine
Probleme. Die Tiefgarageneinfahrt hat eine Höhe von 2.40 m (Plan Ansichten Nordost/
Nordwest vom 31. Januar 2013, act. A12). Im Schnittplan A/B vom 31. Januar 2013
(act. A 9) kann ebenfalls eine Höhe von 2.40 m gemessen werden. Das Gefälle zur
Einfahrt der Tiefgarage beträgt nach der Schätzung durch M.O., Mitglied der
gemeinderätlichen Baukommission der Gemeinde X. rund 8.5% (act. A19).
Nachmessungen in Plan Erdgeschoss mit Umgebung und Verkehr vom 17. Mai 2013
(act. 13a) ergeben im Bereich von rund 7 m vor der Einfahrt ein Gefälle von rund 7.7 %
(Höhendifferenz 561.44 m – 560.90 m). Lieferwagen mit einer Höhe von 2.20 m
(Beispiel siehe oben) können somit ohne weiteres in die Tiefgarage einfahren.
Die von den Beschwerdeführern 2 in Frage gestellte Zufahrt von Leichenwagen ist
gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin am Augenschein vom 28. März
2017 über die Tiefgarage, diejenige von Sanitätsfahrzeugen ab der L.-strasse im Süden
des Bauvorhabens gewährleistet. Dies trifft offensichtlich zu.
Das von den Beschwerdeführern 2 am Augenschein zu den Akten eingereichte Foto
über einen Lastwagen im Bereich der Zufahrt zu ihrer Liegenschaft ist nicht weiter von
Bedeutung. Es liefert weder in Bezug auf das konkret zu beurteilende Bauvorhaben
noch in Bezug auf die Bauphase entscheidrelevante Beurteilungskriterien.
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Die Beschwerdeführer 2 wenden weiter ein, Art. 16 Abs. 1 BauR verlange, dass ab der
Fahrbahngrenze der Strasse auf dem Privatgrundstück eine Strecke vom mindestens
3.00 m horizontal verlaufen müsse. In den Bauplänen ist dieser Bereich nicht speziell
vermasst. Aus dem Plan Erdgeschoss mit Umgebung und Verkehr vom 17. Mai 2013
(act. 13a) lässt sich indessen herauslesen, dass dieses Erfordernis erfüllt werden kann.
Die Höhenmasse am Strassenrand betragen 560.22 bzw. 561.00 m, die
entsprechenden Höhenmasse rund 6 bis 8 m in der Zufahrt 560.75 bzw. 560.95 m.
Daraus lässt sich ableiten, dass das Erfordernis eines 3.00 m langen horizontalen
Verlaufes der Zufahrt ab der K.-strasse ohne weiteres möglich ist.
Die Zufahrt West wird als kritisch beurteilt, weil Fahrzeuge teilweise auf das Trottoir
ausweichen müssen (siehe Schleppkurven der Q. AG vom 14. März 2012). Die
Beschwerdegegnerin führt aus, die Zu- und Wegfahrt zur Tiefgarage erfolge ohnehin in
der Regel über den Ost-Ast der K.-strasse. Sie sei bereit, für die entsprechende
Signalisation zu sorgen. Angesichts der kritischen Verhältnisse auf der westlichen Zu-
und Wegfahrt ist sie bei dieser Zusicherung zu behaften. Ein Fahrverbot für Lastwagen
auf dem West- und Nord-Ast der K.-strasse, wie die Beschwerdeführer 2 beantragen,
ist vor dem Hintergrund des geplanten Anlieferungskonzeptes nicht erforderlich.
Ebenso wenig erweist sich eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h
auf der K.-strasse als erforderlich. Aufgrund der eher kleinräumigen Verhältnisse ist
nicht mit höheren Geschwindigkeiten als mit 30 km/h zu rechnen (siehe Art. 32 SVG,
Anpassen der Geschwindigkeit). Demzufolge erübrigt sich auch die Aufnahme einer
entsprechenden Auflage in die Baubewilligung, wie dies die Beschwerdeführer 2
beantragen. Im Weiteren erweist sich die Ausfahrt aus der Tiefgarage nach links in die
K.-strasse als übersichtlich, weil vorgeschrieben ist, diesen Bereich niedrig zu
bepflanzen (Einspracheentscheid Gemeinderat vom 2. Juli 2013, E. 6.2).
Im Übrigen hat die auf dem nördlichen Abschnitt der K.-strasse bestehende kritische
Zu- und Wegfahrtsituation nicht zur Folge, dem Bauvorhaben die erforderliche
strassenmässige Erschliessung abzusprechen, weil die Erschliessung über den
östlichen Abschnitt der K.-strasse auf jeden Fall sichergestellt ist. Im Interesse einer
sicheren und flüssigen Verkehrsabwicklung ist die Beschwerdegegnerin dennoch auf
ihrer Zusage zu behaften, diese Zufahrt mittels Wegweisers zu signalisieren. Ein
Koordinationsbedarf im Sinn von Art. 25a RPG mit dem Baubewilligungsverfahren
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besteht insoweit nicht, als sich die Zufahrt über den östlichen Abschnitt der K.-strasse
in strassenmässiger Hinsicht grundsätzlich als hinreichend erweist.
7.4. Soweit die Beschwerdeführer 1 und 2 die Ergänzung der Baubewilligung mit einer
Auflage betreffend Bauinstallationen bzw. weitergehende Anordnungen
(Beschwerdeführer 2) beantragen, ist festzuhalten, dass die vom Gemeinderat in der
Baubewilligung vom 3. Juli 2013 verfügten Auflagen (act. A23) genügen. Danach ist die
Baugesuchstellerin verpflichtet, dem Bauamt X. vor Baubeginn einen
Bauinstallationsplan einzureichen. Wie unter Ziff. 7.3. hievor ausgeführt, sind auch
keine Geschwindigkeitsbeschränkungen erforderlich. Sollten Handwerker rechtswidrig
auf der K.-strasse parkieren, sind hiefür die verkehrspolizeilichen Organe zuständig.
Ebensowenig ist die Baubewilligung mit der Auflage zu ergänzen, für die Bauzeit eine
Einbahnregelung für Lastwagen anzuordnen (Antrag Beschwerdeführer 2). Derartige
Vorkehrungen könnte die Gemeinde im Zusammenhang mit dem Bauinstallationsplan
vorsehen, wenn dies nötig sein sollte.
7.5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das Baugrundstück für das geplante
Wohn- und Pflegezentrum strassenmässig hinreichend erschlossen ist. Die
Beschwerdegegnerin und Baugesuchstellerin ist indessen bei ihrer Zusicherung zu
behaften, die Zu- und Wegfahrt über den östlichen Ast der K.-strasse entsprechend zu
signalisieren.
8. Die Beschwerdeführer 1 bringen vor, das Bauvorhaben verursache Immissionen
nach Art. 684 ZGB. Sie bemängeln, die Vorinstanz habe unter diesem Aspekt einzig die
Beschattung geprüft. Sie hätten auch ideelle Immission geltend gemacht, welche
zufolge des geschlossenen Bauriegels das psychische Empfinden der Nachbarn
verletze und unangenehme psychische Eindrücke verursache. Zur Begründung
verweisen sie auf ihre Ausführungen in öffentlich-rechtlicher Hinsicht zum
Quartiercharakter und zu den Gebäudedimensionen.
Soweit sich die Vorinstanz mit der Beschattung befasste (E. 9 des angefochtenen
Entscheides), setzen sich die Beschwerdeführer in keiner Art und Weise mit den
Erwägungen der Vorinstanz auseinander. Demzufolge ist nicht weiter auf Art. 684 ZGB
in Bezug auf die Beschattung einzugehen.
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In Bezug auf die ideellen Immissionen wendet die Vorinstanz in der Vernehmlassung
vom 7. Dezember 2015 zu Recht ein, die Beschwerdeführer 1 hätten im
Rekursverfahren keine ideellen Immissionen nach Art. 684 ZGB geltend gemacht. In
der Rekursbegründung vom 29. August 2013 führten die damaligen Rekurrenten in Ziff.
6.4 aus, der „voluminöse und völlig überdimensionierte Gebäudekomplex
beeinträchtige das Eigentum der Rekurrenten unhaltbar und unzumutbar (zum
unzumutbaren Schattenwurf vgl. nachstehend Ziff. 7.1) und stehe dem
Quartiercharakter diametral entgegen.“. In Ziff. 7.1 bis Ziff. 7.3 setzten sich die
damaligen Rekurrenten ausschliesslich mit dem Schattendiagramm auseinander.
Ideelle Immissionen gemäss Art. 684 ZGB werden mit keinem Wort erwähnt. Auch Im
weiteren Schriftenwechsel im Rekursverfahren finden sich keine Hinweise der
seinerzeitigen Rekurrenten auf ideelle Immissionen. Ebensowenig wurde dieser
Einwand am Rekursaugenschein vom 26. Juni 2014 erhoben. Der Vorwurf der
Beschwerdeführer 1, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht nicht mit dem Einwand der
ideellen Immissionen auseinandergesetzt, ist somit unbegründet.
Die im Verfahren vor Verwaltungsgericht zulässige neue Rüge (Art. 86 Abs. 3 BauG)
erweist sich indessen als unbegründet. Neben den in Art. 684 Abs. 2 ZGB beispielhaft
als verboten aufgezählten materiellen Immissionen (Lärm, Strahlung usw.) und den
negativen Immissionen (Lichtentzug usw.) untersagt die Rechtsprechung auch ideelle
oder immaterielle Immissionen. Darunter sind Zustände oder Handlungen auf dem
Ausgangsgrundstück zu verstehen, die das seelische Empfinden der Nachbarn
verletzen, unangenehme psychische Eindrücke (wie zum Beispiel Ekel, Abscheu oder
Angst) erwecken. Übermässig und folglich verboten sind ideelle Immissionen, wenn bei
Personen mit normaler durchschnittlicher Empfindlichkeit ein erhebliches, ständig
fühlbares Unbehagen verursacht wird. Die Immission soll für jeden übermässig sein,
der sich in der Lage des Klägers befindet (BGer 5A_47/2016 vom 26. September 2016
E. 2.1 mit Hinweisen). Ideelle Immissionen als solche sind grundsätzlich anerkannt. Als
Beispiele werden im zitierten Urteil etwa der Betrieb eines Gassenzimmers mitten in der
Stadt, das Bordell in einem Wohnquartier oder ein Schlachthaus im Innern einer
Ortschaft genannt. Verneint hat das Bundesgericht ideelle Immissionen beim Betrieb
von Mobilfunkanlagen, bei Atomkraftwerken oder bei einer Pflegeanstalt für chronisch
Leidende und Unheilbare. Aus der Rechtsprechung ist zu schliessen, dass
Beeinträchtigungen einer gewissen Konkretheit und Intensität bedürfen, um als
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übermässige ideelle Immissionen gelten zu können (BGer 5A_47/2016 vom 26.
September 2016 E. 4.3). Die Beschwerdeführer 1 nennen einzig den als geschlossenen
Bauriegel erscheinenden Gebäudekomplex vor ihrer Liegenschaft. Worin das
erhebliche Unbehagen liegt, wird nicht begründet. Der von der Liegenschaft der
Beschwerdeführer 1 einsehbare Gebäudekomplex präsentiert sich nicht anders als
vergleichbare Überbauungen wie Schulhäuser oder Wohnsiedlungen mit
Mehrfamilienhäusern. Solche Bauten lösen bei Personen mit normaler
durchschnittlicher Empfindlichkeit kein erhebliches Unbehagen aus.
9.
9.1. Streitig ist weiter die Kostenauflage durch die Vorinstanz. Sie setzte die
Entscheidgebühr auf CHF 4'500 fest und auferlegte den Rekurrenten 1 (A. und B.R.)
CHF 1'500, den Rekurrenten 2 (C. und D.S.) CHF 2'250 und der Politischen Gemeinde
X. CHF 750, wobei bei letzterer auf die Erhebung verzichtet wurde. Den Rekurrenten 1
wurden ausseramtliche Kosten von CHF 2'000 zugesprochen; das Begehren der
Rekurrenten 2 um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wies die Rekursinstanz ab.
Die Beschwerdeführer 1 rügen diese Verlegung der amtlichen und ausseramtlichen
Kosten. Im Zeitpunkt der Rekurserhebung hätten massgebliche Planunterlagen
(Schattenstudien, Emissionsbeurteilungen, Schleppkurven) gefehlt. Im Zeitpunkt der
Rekurserhebung sei das Projekt nicht bewilligungsfähig gewesen, zudem hätte die
Rekursinstanz die Baubewilligung mit zahlreichen Auflagen und Bedingungen ergänzen
müssen. Die Parteientschädigung von CHF 4'500 angesichts des erheblichen
Aufwandes zu tief angesetzt und sie sei zu Unrecht auf CHF 2'000 gekürzt worden. Die
amtlichen und ausseramtlichen Kosten seien neu zu verlegen.
Die Beschwerdeführer 2 beanstanden die Kostensprüche der Rekursinstanz und des
Gemeinderates X. Das Rekursverfahren habe gezeigt, dass das Projekt zufolge
fehlender Unterlagen nicht bewilligungsfähig und somit die Prüfung wesentlicher
Punkte nicht möglich gewesen sei. Die Verteilung der amtlichen Kosten sei demzufolge
neu vorzunehmen. In Bezug auf die ausseramtliche Entschädigung führen die
Beschwerdeführer 2 aus, die von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der reduzierten
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ausseramtlichen Entschädigung an die Rekurrenten 1 (A. und B.R.) zugesprochene
Entschädigung sei offensichtlich zu tief angesetzt.
9.2. Gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP hat jene Partei grundsätzlich die Kosten eines
Rekursverfahrens zu tragen, deren Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Für die Kostenauflage gilt grundsätzlich das Erfolgsprinzip. Die Kostenauflage hat
somit nach Obsiegen oder Unterliegen zu erfolgen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 758). Das
Erfolgsprinzip wird indessen in gewissen, im Gesetz ausdrücklich geregelten Fällen
durch das Verursacherprinzip durchbrochen (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 89 ff.). So gehen unter
anderem Kosten, die ein Verfahrensbeteiligter durch Verletzung wesentlicher
Verfahrensvorschriften verursacht hat, unabhängig vom Prozessausgang zu dessen
Lasten (Art. 95 Abs. 2 VRP).
9.3. Die Vorinstanz teilte die in der Höhe nicht bestrittenen amtlichen Kosten von CHF
4'500 entsprechend dem Ausgang des Verfahrens – beide Rekurse wurden
abgewiesen – je zur Hälfte auf die Rekurrenten 1 und 2 auf. Die Gebühr für den
Rekurrenten 1 reduzierte sie zufolge der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den
Gemeinderat auf CHF 1'500. Diese Kostenaufteilung entspricht den Grundsätzen der
Kostenverteilung und ist nicht zu beanstanden.
9.4. Soweit die Beschwerdeführer 2 die Kostenauflage des Gemeinderates im
Einspracheentscheid vom 27. September 2013 über CHF 500 beanstanden, ist die
Beschwerde unbegründet. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte
die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Art.
95 Abs. 1 VRP ist im Baueinspracheverfahren anwendbar (Hirt, a.a.O., S. 45; Heer,
a.a.O., Rz. 971) Die Behörde ist somit zur Erhebung der vorgeschriebenen Gebühr
berechtigt und verpflichtet. Die Einsprache der Beschwerdeführer 2 wurde abgewiesen.
Die im Rekursverfahren vorgenommenen Ergänzungen rechtfertigen angesichts des in
der Hauptsache abgewiesenen Rekurses keine Reduktion der Entscheidgebühr des
Gemeinderates.
9.5. Nach Art. 98 VRP werden die ausseramtlichen Kosten nach Massgabe des
Obsiegens und Unterliegens verlegt. In welchem Ausmass ein Beteiligter obsiegt,
bis
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beurteilt sich wie bei den amtlichen Kosten nach den Rechtsbegehren (Hirt, a.a.O., S.
182 f.). Die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung finden sachgemässe
Anwendung (Art. 98 VRP). Nebst dem Erfolgsprinzip können die Kosten auch nach
dem Verursacherprinzip verlegt werden. Insbesondere kann etwa die Verletzung des
rechtlichen Gehörs die Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung zulasten
des Gemeinwesens rechtfertigen. Wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im
Rechtsmittelverfahren geheilt und beharrt die im rechtlichen Gehör verletzte Partei trotz
Heilung auf einem Entscheid, hat sie allerdings nur Anspruch auf eine anteilmässige
Entschädigung, wenn sie in der Hauptsache unterliegt (Hirt, a.a.O., S. 185 f.).
Nach Art. 22 Abs. 1 lit. a der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten
(sGS 963.75, HonO) beträgt das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege vor
Verwaltungsbehörden pauschal CHF 500 bis CHF 6'000. Für ein aussergewöhnlich
kompliziertes Verfahren kann das Honorar bis zum Doppelten erhöht werden (Art. 22
Abs. 2 HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Die Vorinstanz spricht für durchschnittlich
schwierige Baurekursverfahren ein mittleres Honorar von CHF 3'250 zu. Im
vorliegenden Fall erhöhte sie die Pauschale auf CHF 4'500.
9.6. Zu prüfen ist vorerst, ob die von der Vorinstanz angesetzte Honorarpauschale von
CHF 4'500 angemessen ist. Bei der Festsetzung steht ihr ein weiter
Ermessensspielraum zu (Cavelti/Vögeli, a.a.O, Rz. 848 mit Hinweisen). Die vorliegende
Baurechtsstreitigkeit erweist sich ohne Zweifel als komplex. Aus diesem Grund hat die
Vorinstanz eine Erhöhung der üblichen Pauschale von CHF 3‘250 auf CHF 4'500
vorgenommen. Angesichts des der Vorinstanz zustehenden Ermessensspielraums
kann dieser Ansatz nicht als rechtfehlerhaft bezeichnet werden. Der von den
Beschwerdeführern geltend gemachte Zeitaufwand ist insoweit nicht relevant, als in der
Verwaltungsrechtspflege das Honorar pauschal und nicht nach Zeitaufwand bemessen
wird. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (E. 13.2)
verwiesen werden. Die Höhe der Pauschale erweist sich als rechtmässig.
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9.7. Die Vorinstanz reduzierte die Pauschale von CHF 4'500 auf CHF 2'000 mit der
Begründung, die Rekurrentin 1 sei materiell vollständig unterlegen und der Anspruch
auf rechtliches Gehör sei im Rekursverfahren geheilt worden. Die Beschwerdeführerin 1
macht zu Recht geltend, dass im Rekursverfahren ergänzende Abklärungen betreffend
Schattendiagramm und Schleppkurven gemacht und Amtsberichte eingeholt werden
mussten. Ebenso ergänzte die Vorinstanz die Baubewilligung mit Auflagen betreffend
Lärmschutz. Diese Ergänzungen, wie sie in Rechtsmittelverfahren betreffend
Bausachen nicht selten vorkommen, fallen angesichts der übrigen gewichtigen
Streitpunkte im vorliegenden Fall nicht besonders ins Gewicht. Der Vorinstanz kann
somit nicht vorgeworfen werden, sie habe ihren Ermessensspielraum verletzt.
Die Beschwerdeführer 2 rügen, die im Rekursverfahren A. und B.R. auf CHF 4‘500
festgesetzte Pauschale decke den Aufwand im vorliegenden anspruchsvollen
Baurekursverfahren nicht. Da der Rekurs der heutigen Beschwerdeführer 2 zu Recht
abgewiesen wurde, besteht ohnehin kein Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen
Kosten vor der Rekursinstanz.
10.
10.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerden der Beschwerdeführer 1
und 2 abzuweisen sind, soweit darauf einzutreten ist. Dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend gehen die amtlichen Kosten zulasten der Beschwerdeführer 1 und 2 (Art.
95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr für beide Verfahren von CHF 5'000 (Art. 7 Ziff.
222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) ist angemessen. Sie ist von den
Beschwerdeführern 1 und 2 zu gleichen Teilen und unter Verrechnung mit den von
ihnen geleisteten Kostenvorschüssen von je CHF 3'500 zu tragen. Den
Beschwerdeführern 1 und 2 sind je CHF 1'000 zurückzuerstatten.
10.2. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführer 1 und 2
keinen Anspruch auf Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung (Art. 98
VRP) für das Beschwerdeverfahren.
Die Beschwerdegegnerin stellt das Begehren, sie sei ausseramtlich zu entschädigen.
Verfügende Gemeinwesen und Rechtsmittelinstanzen haben grundsätzlich keinen
bis
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Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Hirt, a.a.O., S. 176). Von diesem
Grundsatz wird nur abgewichen, wenn das Gemeinwesen wie eine Privatperson
betroffen ist, so als Grundeigentümer oder als Bauherr (Hirt, a.a.O., S. 177; vgl. auch
VerwGE B 2011/137 vom 20. März 2012 E. 6.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Dies trifft vorliegend nicht zu. Die Beschwerdegegnerin ist zwar Grundeigentümerin und
Bauherrin, nimmt aber mit dem geplanten Wohn- und Pflegeheim öffentliche Interessen
wahr, weshalb ausseramtliche Kosten nicht zu entschädigen sind.