# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5571d385-431d-4956-874a-92184175aaa6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1966, war zuletzt
vom
1.
März 2007 bis 2
9.
Februar 2020
bei der
Y._
AG
als
Maschinist,
Magaziner
und Allrounder
tätig
, wobei der letzte Arbeitstag am 2
5.
September 2017 war (
Urk.
6/13
Ziff.
2.1,
Urk.
10/2
). Unter Hinweis auf
Wirbelsäulenprobleme seit August 2017
meldete er sich am
1
5.
Februar 2018
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/
1
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und teilte dem Versicherten am
1
9.
Februar 2019
mit
,
dass keine Eingliederungsmassnahmen
aufgenommen würden und
der Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft werde
(
Urk.
6/15).
Die IV-Stelle holte
insbesondere
beim
Krankentaggeldversicherer weitere Akten ein (
Urk.
6/18).
Am
4.
April 2019 (
Urk.
6/20)
liess der Versicherte der IV-Stelle
unter Hinweis auf Wirbelsäulen- und Schulterprobleme
eine weitere Anmeldung zum Leistungsbezug zukommen.
Nach
ergangenem Vorbescheid (
Urk.
6/31) sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten mit Verfügungen vom
6.
November 2019 eine von September 2018 bis April 2019 befristete ganze Rente (
Urk.
6/46 in Verbindung mit
Urk.
6/35 =
Urk.
2/1) sowie eine
Viertelsrente
ab Mai 2019
zu (
Urk.
6/47 =
Urk.
2/2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
5.
Dezember 2019 Beschwerde gegen die Verfügungen vom
6.
November 2019 (
Urk.
2/1,
Urk.
2/2) und beantragte, diese seien aufzu
he
ben und es solle aufgrund der seit September 2017 anhaltenden vollen Arbeitsun
fähigkeit eine Neuprüfung seines Rentenantrags erfolgen (
Urk.
1 S. 1 Mitte).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Januar 202
0 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 1
8.
Februar 2020 (
Urk.
7) mitgeteilt wurde. Gleichzeitig wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
und der Beschwerdeführer aufgefordert,
weitere Unterlagen
einzureichen. Mit Replik vom 1
7.
März 2020 (
Urk.
9) machte der Beschwerdeführer eine weitere Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation geltend und reichte die angeforderten Unterlagen ein (
Urk.
10/1-3).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik
(
Urk.
12), was dem Beschwerdeführer am 1
7.
April 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13)
.
Am 1
8.
August
2020 wurde eine Instruktionsverhandlung durchgeführt (vgl.
Urk.
14 und Prot. S. 5)
,
anlässlich welcher der Beschwerdeführer auf die Mög
lichkeit einer
reformatio
in peius im Falle einer Rückweisung
hingewiesen wurde und er weitere medizinische Berichte zu den Akten reichte (
Urk.
15/1-4).
Diese sowie ein weiterer
vom Beschwerdeführer
eingereichter Bericht vo
m 2
6.
Oktober
2020
(
Urk.
20) wurden der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
0.
Novem
be
r 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014
,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
ge
samt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gericht
lichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017
vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen
Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung
hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Auf
hebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfü
gungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bun
desgerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen
(Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wend
baren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Di
e Beschwerdegegnerin ging in den
angefochtenen Verfügung
en
(
Urk.
2
/1
,
Urk.
2/2
) davon aus,
der Beschwerdeführer sei in seiner
bisherigen Tätigkeit als Maschinist
seit September 2017
voll a
rbeitsunfäh
ig
.
Ein allfälliger
Rentenan
spruch entstehe frühestens ein Jahr nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit und somit ab September 201
8.
Inzwischen habe sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers
indessen
verbessert. Aus versicherungsmed
izinischer Sicht sei ihm
spätestens seit 3
1.
Januar 2019 eine körperlich leichte Tätigkeit in einem 80%-Pensum zumutbar. Es würden sich alle Tätigkeiten mit Gewichten bis maxi
mal 8 kg
eignen. Häufiges Bücken sowie längeres Verbleiben in gebückter oder rückgeneigter Haltung seien zu vermeiden
(
Urk.
2/1 S. 4 =
Urk.
6/36 S. 1)
. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 43
%
, weshalb die Rente per
1.
Mai 2019 auf eine
Viertelsrent
e
herabzusetzen sei (
Urk.
2/1 S. 5 =
Urk.
6/36 S. 2
).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte
demgegenüber
im Wesentlichen ein (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin gehe ohne differenzierte Begründung davon aus, dass sich sein
Gesundheitszustand gebessert habe und ihm seit Ende Januar 2019 eine leichte Tätigkeit in einem 80%-Pensum zumutbar sei. Eine medizinische Begut
achtung oder Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst habe nicht stattgefunden. Der behandelnde Arzt bestätige indessen die anhaltende volle Arbeitsunfähigkeit (S. 1 unten). Aufgrund der anhaltenden Symptomatik bestehe nach wie vor eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
Sein Zustand habe sich weiter verschlechtert; es seien neue Befunde hinzugekommen (
Urk.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Befristung der ganzen Invalidenrente bis Ende April 2019
beziehungsweise die Herabsetzung auf eine
Viertelsrente
und ob diesbe
züglich der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Oberarzt Obere Extremitäten,
Klinik A._
,
nannte in seinem Bericht vom 2
6.
September 2016 (
Urk.
6/2/12-13) die folgende Diag
nose (S. 1):
-
panvertebrale Schulterschmerzen links mit Ausstrahlung im Sinne von Arm
schmerzen im Dermatom C6/7
-
Status nach Schulter-Distorsion mit Zug- und Rotationstrauma 2010
MR-topographisch könne heute mit Sicherheit eine relevante Pathologie im Schultergelenk ausgeschlossen werden. Es ergäben sich für ihn somit keine Anhaltspunkte für ein weiteres schulterchirurgisches Vorgehen (S. 1).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, Leitender Arzt Neurologie,
Klinik A._
,
stellte
in seinem Bericht vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
6/2/15-16) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Schulterpathologie links nicht objektivierbar (Untersuchung 2016)
-
Beginn zirka 2010 im Ansch
luss an ein Zug-/Rotationstrauma
der Schulter links (2
0.
September 2010
):
Zerrung der paravertebralen Mus
kulatur auf Höhe der linken Scapula mit schmerzhaften Myogelosen, Zerrung der
Pektoralismuskulatur
,
moderate hypertrophe AC Gelenks
arthrose mit
begleitender Bursitis
subakromialis
, intakte
Rotatoren
man
schette
(MRI Schulter links vom 2
6.
Oktober 2010)
-
klinisch-neurologisch normaler Befund
-
MRI HWS vom 1
3.
Mai 2016: mässiggradige
Neuroforamenstenose
für die Wurzel C7, leicht auch C6 links, leichte
Neuroforamenstenose
für die Wurzel C7 rechts
-
Elektrophysiologie vom
4.
August 2016: Normalbefunde, insbesondere ohne Hinweise auf neurogene Veränderungen typischer Kernmuskeln C6-C8 links
-
Differenzialdiagn
ose (DD): myofasziales Schmerzsyndrom
-
Status nach TLIF (
Transforaminal
Lumbar
Interbody Fusion
) L5/S1 rechts am
3.
Dezember 2010
-
Status nach
Nukleotomie
L4/5 links (zirka 2006 im Universitätsspital
C._
)
Aus neurologischer Sicht sei das Schmerzsyndrom der linken Schulter weiterhin un
klar. E
s
fänden sich
keine Hinweise für ein
zervikoradikuläres
Syndrom und auch keine Hinweise für eine Neuropathie im Schulterbereich beziehungsweise des Plexus brachialis links. Zum jetzigen Zeitpunkt bestünden auch keine An
haltspunkte für ein CRPS (
complex
regional
pain
syndrom
; S. 2 unten).
3.3
PD
Dr.
med.
D._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie,
Klinik A._
, berichtete am 1
8.
Oktober 2017 über die am gleichen Tag erfolgte Konsultation (
Urk.
6/2/6-8) und nannte die hier verkürzt aufgeführte Diagnose einer
Lum
boischialgie
rec
hts sowie als Nebendiagnose
Schulter- und Armschmerzen links (S. 1 f.).
Der
Hausarzt
des Patienten
habe
ihm
seit einem Monat eine volle Arbeits
unfähigkeit als Baumaschinenführer attestiert (S. 2 Mitte). Knapp sieben Jahre nach der Spondylodese-Operation L5/S1 mit weitestgehend erfreulichem Verlauf klage der Patient nun wieder seit zwei Monaten über eine
Lumboischialgie
rechts. Es zeige sich kein sensomotorisches Defizit im Bereich der unteren Extremitäten. In der durchgef
ührten radiologischen Diagnostik
zeige sich die beginnende
epi
fusionelle
Degeneration L4/b. Die MRI-Untersuchung zeige daraus resultierend eine hochgradige Spinalkanalstenose sowie
rezessale
Enge der Nervenwurzel L5 rechts. Diese Befunde würden sowohl die Rückenschmerzen als auch die Bein
schmerzen gemäss dem Dermatom der Nervenwurzel L5 rechts sehr wohl erklären (S. 2 f.).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
,
nannte
in seinem Bericht vom 2
1.
Oktober 2017
(
Urk.
6/2/9) eine
symptomatische AC-Arthrose mit Acromion-Sporn mit sekun
därem
Impingement
der Schulter links
als Diagnose
. Der Patient klage seit längerer Zeit über entsprechende Schulterbeschwerden linksseitig. Aufgrund des ausgeschöpften konservativen Weges werde die Indikation zur operativen Sanie
rung gestellt, welche am 2
5.
Oktober 2017 stattfinden werde.
3.5
Am
9.
Februar 2018 wurde der Beschwerdeführer in der
Klinik A._
,
Mus
kulo-Skelettal
Zentrum, Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie, operiert (Operationsbericht vom 1
2.
Februar 2018,
Urk.
6/18/33-36). Die Operation beinhaltete eine dorsale
Verlängerungsspondylodese
und
transpedikuläre
Instru
mentierung L4/5 (
Solera
), eine Revis
ionsdekompression L4/5 beidseitig sowie Neurolyse L5 beidseitig
,
transforaminale
lumbale intersomatische Fusion (TLIF) L4/5 mit autologer lokaler Spongiosa sowie
Devex
-Cage
Interponat
von rechts (S.
2).
3.6
PD
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.3
)
berichtete am 1
9.
Juli 2018 über die am gleichen Tag erfolgte postoperative Nachkontrolle in der Wirbelsäulensprechstunde
(
Urk.
6/14/1-3) und nannte die folgende Diagnose (
S.
1; Nebendiagnosen vgl.
S.
1
f.
):
-
Status nach dorsaler
Veränderungsspondylodese
und
transpedikulärer
Instrumentierung L4/5 sowie Revis
ionsdekompression L4/5 beidseitig, Neurolyse L5 beidseitig
und TLIF L4/5 von rechts am
9.
Februar 2018 bei
:
-
Lumboischialgie
rechts bei:
-
epifusioneller
Degeneration L4/5 mit Diskusgeneration sowie breiter
Diskusprotrusion
und daraus resultierender Spinalkanalstenose und
rezessaler
Enge der Nervenwurzel L5 rechts (MRI der LWS vom 2
1.
September 2017)
-
Status nach dorsaler
transpedikulärer
Instrumentierung L5/S1 sowie TLIF L5/S1 von rechts und Dekompression der Nervenwurzel L5 rechts am
3.
Dezember 2010
-
Status nach
Nucleotomie
L4/5 links 2006, Universitätsspital
C._
Der Patient habe sechs Monate postoperativ signifikant von oben genannter Operation profitiert. Es zeige sich jedoch weiterhin ein prolongierter Verlauf. Die Wiedereingliederung in den alten Job als Maschinenführer in den vergangenen vier Wochen habe sich schwierig gestaltet. Er komme dem Arbeitspensum von 50
%
nur knapp nach. Bei der klinischen Untersuchung zeige sich kein senso
motorisches Defizit im Bereich der unteren Extremitäten und radiologisch zeige sich ein exzellenter Verlauf bei solider Fusion L4 bis S
1.
Er empfehle eine weitere Arbeitsunfähigkeit für vier Wochen. Aufgrund der bestehenden Ischialgie links werde noch eine MRI-Untersuchung der LSW mit
Artefaktunterdrückung
zum Ausschluss einer Nervenwurzelkompression in die Wege geleitet (S.
2.
f).
3.7
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4
) nannte in seinem Bericht vom 3
0.
Oktober 2018 (
Urk.
6/26/7-8) die folgende Diagnose (S. 1):
-
Status nach Schulterarthroskopie links, arthroskopische Dekompression mit
Bursektomie
sowie
Acromioplastik
, laterale
Clavicularesektion
vom 2
5.
Oktober 2017 bei
-
bekanntem subacromialem
Impingement
mit Bursitis subacromialis mit AC-Arthrose links
Der Patient beschreibe heute Beschwerden, welche nicht im Zusammenhang mit der Schulter interpretiert würden. Die Beschwerden vor der Schulteroperation seien vollständig
regredient
. Diese Beschwerden seien vor allem im AC-Gelenk
sowie subacromial anzusiedeln gewesen. Aktuell beschreibe der Patient Beschwer
den im Bereich der Fossa infraspinata/zentrales Drittel der Scapula mit aus
strahlender Komponente bis
Dig
. IV und
Dig
. V der linken Hand (S. 1).
3.8
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurolog
ie
,
und
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2
) nannten in ihrem Bericht vom
8.
November 2018 (
Urk.
6/26/11-13) die folgen
den, hier verkürzt widergegebenen Diagnosen (S. 1 f.):
-
Ve
rdacht auf
zervikoradikuläres
Syndrom C7 links
, E
rstmanifestation
unklar, Exazerbation im Sommer 2018
-
Status nach Zug-/Rotationstrauma der Schulter links am 2
0.
September 2010, Zerrung der paravertebralen Muskulatur auf Höhe der linken Scapula mit schmerzhaften Myogelosen, Zerrung der
Pectoralis
musku
latur
-
moderate hypertrophe AC-Gelenksarthrose mit begleitender Bursitis suba
cromialis, intakte
Rotatorenmanschette
(MRI der linken Schulter vom 2
6.
Oktober 2010)
-
Status nach Schulterarthroskopie links, arthroskopische Dekompression mit
Bursektomie
sowie
Acromioplastik
, laterale
clavikulare
Sektion vom 2
0.
Oktober 2017 bei subacromialem
Impingement
mit AC-Ar
thr
ose links
-
Lumboischialgie
rechts
Im Vordergrund stehe eine
Zervikobrachialgie
links seit dem Zug-/Rotations
traume der linken Schulter am 2
0.
September 201
0.
Nach der Operation am 2
5.
Oktober 2017 sei es zu einer vorübergehenden Besserung der Schmerzen ge
kommen, jedoch mit erneuter Schmerzexazerbation im Sommer 2018 (S. 2 Mitte). Klinisch neurologisch sei eine im Vorbericht nicht beschriebene sensomo
torische Ausfallsymptomatik im Sinne von Hypästhesie/
Hypalgesie
der gesamten linken
oberen Extremität und nicht
algophob
bedingte Kraftminderung gefunden worden
. Zusammenfassend müsse die Ursache der Symptomatik offen belassen werden
(S.
3).
Dr.
F._
stellte im Bericht vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
6/26/9-10) dieselben Diagnosen
wie im Bericht vom November 2018
und führte aus, dass die Ursache der
Zervikobrachialgie
links am ehesten ein
zervikobrachiales
Reizsyndrom und sensomotorisches Ausfallsyndrom links bei im MRI der HWS vom
5.
Dezember 2018 beschriebener for
a
minaler Enge C7 links sei
. Nach erneuter Aufklärung des Patienten hätten sie sich für eine erneute Infiltration der Nervenwurzel C7 links entschieden
(S.
2
; vgl. Bericht über die Infiltration vom
1.
Februar
201
9
,
Urk.
6/26/17-19
,
und
deren Evaluation vom 1
8.
März 2019,
Urk.
6/26/20-21
)
.
3.
9
PD
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.3
) stellte in seinem Bericht vom 3
1.
Januar 2019 über die gleichentags erfolgte Konsultation
(
Urk.
6/19 =
Urk.
6/26/14-16)
diesel
ben Diagnos
en wie in seinem Bericht vom Juli 2018 (vorstehend E. 3.6)
. Der Patient beschreibe ein Jahr postoperativ weiterhin einen prolongierten Verlauf. Trotz allem habe er signifikant von der Operation profitiert. Im letzten Jahr hätten intensive Bemühungen stattgefunden, um die Arbeitsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen. Als Baumaschinenführer im Tiefbau bestehe jedoch weiterhin Arbeitsunfähigkeit. Er habe in den vergangenen Monaten intensiv ein Rehabilita
tions
programm absolviert mit Fitnesstherapie. Darunter zeige sich insgesamt wenig Besserung. Radiologisch finde sich eine solide Fusion L4 bis S1 ohne Hin
weis auf Lockerung oder
Implantatversagen
. In der durchgeführten MRI-Unter
suchung vom
6.
August 2018 zeige sich eine bekannte
breitbasige
Diskuspro
trusion
mit geringgradiger zentraler Spinalkanalstenose im Anschlusssegment L3/
4.
Es bestehe keine höhergradige Neurokompression. Aus wirbelsäulenchirur
gischer Sicht könne die Situation aktuell nicht verbessert werden. Ein Grossteil der Beschwerden seien muskulärer Genese im Sin
ne von ISG-Beschwerden beid
seitig
. Es werde dringendst das Aufrechterhalten der körperlichen Aktivität zur weiteren Kräftigung und Lockerung der paravertebralen Muskulatur empfohlen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Arbeitsunfähigkeit im erlernten Beruf zeitlich nicht begrenzt sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mit reduzierter körperlicher Aktivität sei jedoch sicherlich in leicht reduziertem Umfang gegeben. Es werde um
Reevaluation
hinsichtlich der Reintegration, gege
benenfalls Umschulung zu einer Tätigkeit mit geringerer körperlicher Anstren
gung
,
gebeten (S. 2 f.).
3.10
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.8
) und
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neuro
logie,
Klinik A._
, nannten in ihrem Bericht vom 2
3.
April 2019 über die Konsultation vom 1
8.
April 2019 (
Urk.
6/26/
22-24
)
die hier verkürzt wi
e
derge
gebene Diagnose eines Verdachts auf ein
zervikoradikuläres
Syndrom C7 und/
oder C8 links (S. 1). Die Ursache der
Zervikobrachialgie
links sei am ehesten ein
zervikoradikuläres
Syndrom C7 und/oder C8 links und möglicherweise auch persistierende Beschwerden bei subacrom
i
alem
Impingement
und AC-Gelenks
arthrose links. Bezüglich des
zervikoradikulären
Syndroms C7, C8 links seien weitere therapeutischen Massnahmen von Seiten des Patienten nicht erwünscht. Wegen den Schulterschmerzen links würden
die
die Kollegen der Orthopädie obere Extremitäten um
ein
Aufgebot des Patienten
ge
beten
(S. 3 unten).
3.11
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom
9.
Mai 2019 (
Urk.
6/26/2-5) aus, dass er den Beschwerde
führer seit
1.
Oktober 2010 ambulant behandle (
Ziff.
1.1). Er habe ihm seit März 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Baumaschi
nenführer attestiert (
Ziff.
1.3). Die Prognose für die angestammte Tätigkeit als Baumaschinenführer sei schlecht (
Ziff.
2.7). Wie viele Stunden pro Tag eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei, konnte med.
pract
.
H._
nicht beant
worten (
Ziff.
4.2). Im Haushalt bestehe keine Einschränkung (
Ziff.
4.5).
3.12
Am
3.
Juni 2019 nahm
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
6/33
S. 5-6) und nannte die folgenden Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gemäss Aktenlage (S. 5):
-
Zustand nach Verlängerungs-Spondylodese und
transpedikulärer
Instru
mentierung L4/5 am
9.
Februar 2018 inklusive Revisions-Dekompression
L4/5 und Neurolyse L5 beidseitig
sowie TLIF L4/5 von rechts bei
-
Lumboischialgie
rechts bei
epifusioneller
Degeneration L4/5 mit Dis
kusdegeneration und -
protrusion
sowie resultierender Spinalkanalste
nose und
rezessaler
Enge der Nervenwurzel L5 rechts (MRI der LWS vom 2
1.
September 2017)
-
Zustand nach dorsaler
transpedikulärer
Instrumentierung und TLIF L5/S1 am
3.
Dezember 2010 inklusive Dekompression der Nerven
wurzel L5 rechts
-
Zustand nach
Nucleotomie
L4/5 links 2006
-
Schulter-Arm-Schmerz links mit/bei
-
Zustand nach Schulter-ASK links am 2
5.
Oktober 2017 mit
Acromio
plastik
und lat.
Claviucularresektion
-
klinisch-neurologisch und elektrophysiologisch (August 2016) norma
len Befunden
-
MRI der HWS vom Mai 2016: mässiggradige
Neuroforamenstenose
der Wurzel C/ links, leichte
Neuroforamenstenose
auch C6 links und C7 rechts
-
DD: myofaszialem Schmerzsyndrom
Gemäss der Übersicht des Taggeldversicherers bestehe - bis auf wenige Tage mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2018 - durchgehend vom 2
6.
Septem
ber 2017 bis 3
0.
April 2019
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Beim Versicherten seien anhand der vorliegenden Arztber
ichte die beiden oben genannten
soma
ti
schen Gesundheitsschäden ausgewiesen, einschliesslich der sich daraus ablei
ten
den
Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Diese Gesundheits
schä
den seien inzwischen stabil. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsun
fähig
keit seien die aktenkundigen Angaben, wie üblich geltend für die angestammte bezie
hungsweise zuletzt ausgeübte Tätigkeit
,
aus versicherungsmedizinisch-orthopä
di
scher Sicht plausibel. Für diese bestehe seit 2
6.
September 2017 durchgehend und bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 5). Für eine adaptierte Tätigkeit mit dem Belastungsprofil «körperlich leicht, ohne Heben und Tragen von Lasten schwerer als 6-8 kg, ohne häufiges Bücken oder Arbeiten in Schulter
höhe, ohne längeres Stehen in vornübergebeugter oder rückgeneigter Haltung» bestehe gemäss Angaben im Bericht von
PD
Dr.
D._
vom 3
1.
J
anuar 2019 (vgl. vorstehend E. 3.9
) sicherlich Arbeitsfähigkeit in leicht reduziertem Umfang. Medizintheoretisch sei die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit überwiegend wahrscheinlich bei 75-80
%
anzusetzen, retrospektiv spätestens ab 3
1.
Januar 2019 (S. 6).
4.
4.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurden weitere Arztberichte
(
Urk.
3,
Urk.
10/
1
=
Urk.
15/4
,
Urk.
10/3
,
Urk.
20)
eingereicht.
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich
der genannten Berichte
erfüllt, weshalb
sie grundsätzlich zu berücksichtigen sind.
4.2
Med.
pract
.
H._
stellte am 1
3.
November 2019
di
e folgenden Diagnosen (
Urk.
3 S. 2
):
-
Zug- und Rotationstrauma Schulter links am 2
9.
September 2010 mit
-
Zerrung der paravertebralen Muskulatur auf Höhe der linken Scapula mit schmerzhaften
Myelogelosen
-
Zerrung der
Pectoralismuskula
t
ur
links
-
Zerrung des Plexus brachialis links mit ausstrahlenden Schmerzen bis in die linke Hand
-
MRI S
chulter links vom 2
6.
Oktober
2010:
Nachweis einer moderaten aktivierten hypertrophen AC-Gel
e
nksarthrose mit Bursitis subacro
mia
lis,
passend zu einem
Imp
i
ngementsyndrom
, i
ntakte
Rotatorenman
schette
-
Abklärung
Dr.
J._
:
Verspannungen und Blockaden der oberen bis mittleren BWS und CTG links
-
Status nach
DH-Operation 1990 auf Höhe LWK4/5 links
-
Status nach
dorsaler
transpedikulärer
Instrumentierung L5/S1 sowie TLIF L5/S1 von rechts und Dekompression
der Nervenwurzel L5 rechts am
3.
Dezember 2
010, fecit
Dr.
K._
,
Klinik A._
-
Verhebetrauma
am 2
3.
August
2017 mit
lumboradikulärem
Schmerz
syn
drom und sensiblem Ausfallsyndrom
L5/S1 rechts
-
d
orsale
Verlängerun
g
sspondylodese
und
transpedikuläre
Instrumen
tie
rung L4/L5 (
Solera
),
R
evisionsdekompression L4/L4 beidseitig sowie Ne
u
r
o
lyse beidseitig
-
t
ransforaminale
lumbale intersomatische Fusion (TLIF) L4/L5 mit autologer lokaler Spongiosa und
Devex
-Cage
Interponat
von rechts am
9.
Februar
2018, fecit PD
Dr.
D._
-
d
iagnostische und therapeutische Facettengelenksinfiltration L3/4 u
nter BV-Kontrolle, am 17.6.2019
-
a
ktuell: z
unehmende lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte
Bein bis zum Fuss, Ausbildung von Kribbelparästhesien der Beine beidseitig rechts mehr als links
-
zunehmende Beinschwäche beidseitig mit einschiessendem Kraftverlust
-
MRI der LWS nativ vom 2
1.
September 2017, MRI
Klinik
A._
mit/bei
-
epifusioneller
Degeneration L4/L5 mit Diskusdegeneration und breiter Diskusextrusion und konsekutiv mässiger Spinalkanalstenose und schwerer Stenose im Abgang des Recessus der L5 Wurzel rechts mit
Kompression dieser Nervenwurzel
-
mä
ssige
r
Foramenstenose
L5/S1 mit möglicherweise Kompression d
er L5 Wurzel
intraforaminal
beidseitig
(hier
reduzierte Beurteilbarkeit bei Artefakten durch die inliegenden
Pedikelschrauben
)
-
r
egelrechte
r
postoperative
n Veränderungen bei Status nach
Spondy
lodese L5/S1
-
MRI LWS / lumbosa
kraler Übergang nativ vom 1
4.
Mai
2019
-
r
egelrechter Zustand nach Spondylodese und Dekompression L4 - S1
-
f
lache Protrusionen L2 - L4 mit Kontakt
recessal
zu den L4-Nerven
wurzeln
-
Facettengelenke der unteren BWS bis L3 kaum degeneriert und L3/L4 aufgrund der
Artefakte kaum
einsehbar
-
l
eichte bis massige Spinalkanalstenose L3/L4
-
k
eine relevanten
Foraminalstenosen
-
leichte, mä
ssig aktivierte ISG-Arthrosen beidseits
-
MRI
der HWS und BWS nativ vom 1
3.
Mai 2016,
Klinik A._
,
mit/
bei
-
a
nlagebedingt grenz
wertig breitem zervikalem
Spinalkanal
-
k
leine
r
mediolateral
linksseitige
r
Diskushernie C6/C7 mit Beein
trächtigung der C7-Nervenwurzel links am
Eingang zum
Foramen
-
f
lache
r
Protrusion C4/C5 ohne Nervenwurzel-Beeinträchtigung
-
k
eine relevanten
Foraminalstenosen
bei nur zum Teil diskreten
Unk
arthrosen
-
a
n der BWS nur alte Scheuermann-Veränderungen der mittleren und unteren BWS ohne Diskopathie
-
k
eine Myelopathie
-
s
ubacromiales
Impingement
mit Bursitis subacromialis mit symptoma
tischer AC-Arthrose Schulter links
-
Schulterarthroskopie links, arthroskopische Dekompression mit
Bur
sek
tomie
sowie
Acromioplastik
,
later
ale
Clavicularesektion
am 2
5.
Okto
ber
2017, fecit
Dr.
E._
-
MR
Arthrog
raphie
Schulter links vom 2
6.
September
2016,
Klinik
A._
,
mit/bei
-
deutliche
r
, diffuse
r
Ausdünnung der Supraspinatussehne ohne Nach
weis eines umschriebenen Defektes
und ohne Ablösung der Sehne vom Tuberculum majus
-
Art
hro
-MRI der Schulter links vom
2.
Oktober
2017, Universität
L._
mit/bei
-
s
chwere
r
AC-Gelenksarthrose mit ang
r
enzend schwerem Knochen
marksödem im lateralen
Klavikulaende
und im Acromion
-
e
inzelne
n
Hinweise
n
auf eine mögliche adhäsive
Kapsulitits
-
k
ein Nachweis einer Läsion der
Rotatorenmanschette
Als Hausarzt, der den Patienten regelmässig sehe, untersuche und seine Alltags
beschwerden aufnehme, seien die beschriebenen Beschwerden im Rücken- und Schulterbereich links mitnichten besser geworden. Geplant und organisiert sei zurzeit eine erneute MRI-Untersuchung der LWS bei Verdacht auf eine zuneh
mende Spinalkanalstenose mit
lumboradikulären
und sensiblen Ausfaller
schei
nungen vor allem im rechten Bein. Auch geplant seien neuraltherapeutische The
rapien im Schulterbereich links. Er könne sich beim besten Willen nicht vor
stellen, wie der Patient mit seinen Beschwerden in einem 80%-Pensum arbeiten solle. Aus seiner Sicht sei die zuerst gesprochene 100%ige IV-Berentung absolut gerechtfertigt (S. 1).
4.3
PD
Dr.
D._
nannte im Bericht vom
8.
Januar 2020 (
Urk.
10/3) die folgenden Hauptdiagnosen (S. 1):
-
persistierende
Lumboischialgie
rechts, DD Bursitis trochanterica rechts
-
regelrechte Lage des eingebrachten
Spondylodesematerials
L4-S1 ohne Hinweis auf Lockerung oder
Implantatversagen
, solide Fusion L4-S1 intersomatisch,
Anschlusssegmentretrolisthese
L3/4 mit beginnender ventraler Überbauungsreaktion, keine Instabilität, erhaltene Höhe der
nicht fusionierten lumbalen Bandscheibenfächer, angedeutete Verkal
kung des vorderen Längsbandes im abgebildeten Bereich (Röntgen
der
LWS vom
7.
Januar 2020)
-
beginnende Anschlusssegmentdegeneration L3/4 mit höhergradiger Spinalkanalstenose L3/4 bei
Diskusprotrusion
und epiduraler Lipoma
tose, leicht progredient im Vergleich zum 1
4.
Mai
2019, kein Hinweis für Neurokompression im fusionierten Bereich, Grund- und Deck
plattenunregelmässigkeiten thorakolumbal vereinbar mit einem Morbus Scheuermann (MRI der LWS vom 2
1.
November 2019)
-
Status nach Facettengelenksinfiltration L3/4 am 1
7.
Juni 2019, fecit PD
Dr.
D._
: mit Beschwerdebesserung von 30 - 40
%
für zirka 2 Tage
-
Status nach dorsaler
Verlängerungsspondylodese
und
transpedikulärer
Instrumentierung L4/5 sowie Revisionsdekompression L4/5 beidseits, Neurolyse L5 beidseits und TLIF L4/5 von rechts am
9.
Februar 2018, fecit PD
Dr.
D._
-
Status nach dorsaler
transpedikulärer
Instrumentierung L5/S1 sowie TLIF L5/S1 von rechts und Dekompression der Nervenwurzel L5 rechts am
3.
Dezember 2010, fecit
Dr.
K._
-
Status nach
Nukleotomie
L4/5 links 2006, Universitätsspital
C._
Die Beschwerden des Patienten seien bildmorphologisch nicht vollständig zu erklären. PD
Dr.
D._
gehe davon aus, dass ein Grossteil der Beinschmerzen rechts auf eine Bursitis trochante
rica rechts zurückzuführen sei
. Die Kollegen der unteren Extremitäten würden um Aufbieten des Patienten zur klinisch-radio
logischen Diagnostik beider Hüften bei beginnender
Coxarthrose
links und Infil
tration der Bursa trochanterica rechts gebeten
. Zwischenzeitlich empfehle er das Aufrechterhalten der körperlichen Aktivität soweit wie möglich
(S. 3).
4
.4
Dr.
med.
M._
, Oberarzt
,
Klinik A._
, Hüft- und Kniechirurgie,
nannte im Bericht vom 3
0.
Januar 2020 (
Urk.
10/1
=
Urk.
15/4
) als Haupt
diag
nose einen Verdacht auf Bursitis trochanterica rechts sowie eine beginnende
Cox
arthrose
links (S. 1)
. Der Patient sei von
PD
Dr.
D._
von der Wirbelsäulen
chi
rurgie zugewiesen worden.
Dr.
M._
gehe nicht davon aus, dass der Patient durch eine
coxarthrotische
Problematik geplagt sei. In der klinischen Untersu
chung fänden sich Hinweise auf schmerzhafte Abduktoren oder eine entzündete Bursa trochanterica. Er habe die rechte Bursa probatorisch infiltriert. Im Grund
satz könne als nächster Schritt durchaus auch einmal das Hüftgelenk intraarti
kulär infiltriert werden, dies aber eher aus Gründen des Ausschlusses (S. 2).
4.5
PD
Dr.
D._
stellte im Bericht vom 2
6.
Oktober 2020 über die Operations
be
sprechung (
Urk.
20) die folgenden Hauptdiagnosen (S. 1):
-
persistierende
Lumboischialgie
/
Lumbofemoralgie
rechts, DD Irritation des Tractus iliotibialis rechts
-
regelrechte Lage des eingebrachten
Spondylodesematerials
L4-S1 ohne Hinweis auf Lockerung oder
Implantatversagen
, solide Fusion L4-S1 intersomatisch,
Anschlusssegmentretrolisthese
L3/4 mit beginnender ventraler Überbauungsreaktion, keine Instabi
l
ität, erhaltene Höhe der nicht fusionierten
l
umbalen Bandscheibenfächer, angedeutete Verkal
kung des vorderen Längsbandes im abgebildeten Bereich (Röntgen LWS vom
7.
Januar 2020)
-
beginnende Anschlusssegmentdegeneration L3/4 mit hochgradiger Spinal
kanalstenose L3/4 bei
Diskusprotrusion
und epiduraler Lipoma
tose, leicht progredient im Vergleich zum 2
1.
November 2019, höher
gradige Spinalkanalstenose L2/3, progredient im Vergleich zum 2
1.
Novem
ber 2019, kein Hinweis
für Neurokompression im fusionier
ten Bereich, Grund- und Deckplattenunregelmässigkeiten
thorakolum
bal vereinbar m
it einem Morbus Scheuermann (MRI
der
LWS
vom 2
2.
September
2020)
-
Status nach
Facettenge
lenksinfiltration L3/4 am 1
7.
Juni
2019, f
ecit PD
Dr.
D._
: mit
Beschwerd
ebesserung von 30 - 40
%
für zirka
2 Tage
-
Status nach Sakralblock am 2
1.
August 2020, fecit PD
Dr.
D._
: ohne wesentliche
Beschwerdebesserung
-
Status nach
dorsaler
Verlängerungsspondylodese
und
transpedikulärer
Instrumentierung L4/5 sowie
Revisionsdekompression L4/5 beidseits, Neurolyse L5 beidseits und TLIF L4/5 von rechts am
9.
Februar 2018, fecit PD
Dr.
D._
-
Status nach
dorsaler
transpedikulärer
Instrumentierung L5/S1 sowie TLI
F L5/S1 von rechts und
Dekompression der Nervenwurzel L5
am
3.
Dezember 2010, fecit
Dr.
K._
-
Status nach
Nukleotomie
L4/5 links 2006, Universitätsspital
C._
Mehr als zwei Jahre postoperativ klage der Patient über eine persistierende
Lum
boischialgie
/
Femoralgie
rechtsbetont. Die Beschwerden seien bildmorphologisch nicht vollständig nachzuvollziehen
. Im Anschlusssegment L3/4 bestehe eine
Retrolisthese
ohne Instabilität in den Funktionsaufnahmen. Des Weiteren bestehe hier eine hochgradige Spinalkanalstenose L3/4 leicht progredient zu letztem Jahr. Ausserdem bestehe im Segment L2/3 eine höhergradige Spinalkanalstenose eben
so leicht progredient. Auf ents
prechende Infiltrationen habe der Patient
kaum
angesprochen. Da die Spinalkanalstenosen L2/3 und L3/4 progredient und mittler
weile hoc
hgradig seien, habe er mit ihm
über die Option einer Dekompres
sions
operation L2/3 und L3/4 von rechts gesprochen. Aufgrund der zunehmenden Schwäche im Bereich der Beine wünsche
d
er
Patient
ein operatives Vorgehen. Zusammengefasst gelte festzuhalten, dass der Patient mit und ohne Operation im alten Beruf als Maschinenführer arbeitsunfähig bleiben werde. Die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit werde in der Zukunft beurteilt werden müssen (S. 3).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom
6.
November 2019 (
Urk.
2
/1) gestützt auf die Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
I._
vom Juni 2019 (vorstehend E. 3.12
) davon aus, es bestehe gemäss den medizinischen Abklärungen eine volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit September 201
7.
Inzwischen habe sich sein Gesundheitszustand verbessert und es sei ihm aus versiche
rungs
medizinsicher Sicht spätestens seit 3
1.
Januar 2019 eine körperlich leichte Tätig
keit in einem 80%-Pensum zumutbar, weshalb die IV-Rente
gemäss den gesetz
lichen Bestimmungen drei Monate nach der Änderung und somit
per
1.
Mai 2019
auf eine
Viertelsrente
h
erabzusetzen sei (vorstehend E. 2.1)
.
5.2
Es ist aufgrund der A
kten unbestritten, dass der Beschwerdeführer ab September 2017
und bei Ablauf des Wartejahres im Septemb
er 2018 in jeder Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig war.
RAD-Arzt
Dr.
I._
beurteilte
den medizinischen Sach
verhalt in seiner Stellungnahme vom Juni 2019
(vgl. vorstehend E. 3.12)
dahin
gehend, dass seit 2
6.
September 2017 durchgehend und überwiegend wahr
schein
lich auf Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten be
ziehungsweise zuletzt ausgeübten
Tätigkeit bestehe. Dies ist vorliegend nicht streitig und erweist sich in
Anbetracht
der ausgewiesenen Befunde und des Anforderungsprofils der Tätigkeit als «Maschinist/
Magaziner
/Allr
ounder» (vgl.
Urk.
6/13
Ziff.
3
) als
nachvollziehbar
.
Gestützt
auf
die Beurteilung durch
PD
Dr.
D._
, welcher in seinem Bericht
vom Januar 2019 (vorstehend E. 3.9
) die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mit reduzierter körperlicher Aktivität als
«
sicherlich in leicht reduziertem Um
fang
»
gegeben erachtete, ging der RAD-Arzt spätestens ab 3
1.
Januar 2019 von einer Arbeitsfähigkeit von 75-80
%
aus.
Der Arztbericht von PD
Dr.
D._
stellt
indessen
mangels einer
diesbezüglich
umfassenden
Begründung
und
präzisen
Bezifferung
der Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich
keine
verlässliche Grundlage dar,
um
die von der Beschwerdegegnerin ab 3
1.
Januar 2019 angenommene Verbes
serung des Gesundheitszustands
nachvollziehen
zu können
.
Die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach
gestützt auf die vage gehaltene Beurteilung durch PD
Dr.
D._
in einer angepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehen solle, findet in den medizinischen Akten somit keine
genügende
Stütze
.
Überdies
beurteilte PD
Dr.
D._
a
ls Oberarzt für Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie
den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
rein
aus wirbelsäulen
chirurgi
scher Sicht (vgl.
Urk.
6/19 S. 2 unten)
.
5
.3
Im Zeitpunkt der Beurteilung durch den RAD-Arzt waren hinsichtlich der von ihm genannten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
insbesondere
weitere Abklärungen durch die behandelnden
Ärzte
ausstehend
(vgl. vorstehend E. 3.10
)
.
E
s
liess sich mithin
noch
nicht auf stabile Gesundheitsschäden schliessen.
Anhaltspunkte hierfür liefern auch
die
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens ein
gereichten Arztberichte
, welchen
eine beginnende
Coxarthrose
links sowie ein Verdacht auf Bursitis trochanterica rechts
als neue Diagnosen zu entnehmen sind
.
PD
Dr.
D._
erachtete
i
n seinem
Bericht v
om Oktober 2020 (vorstehend E. 4.5
)
die Spinalkanalstenosen L2/3 und L3/4
als
progredient und mittlerweile hoch
gra
dig
und hielt fest,
der Patient
habe sich
für die Option eines operati
ven Vor
gehens ausgesprochen
. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führte er aus, der Beschwerde
führer sei mit und ohne Operation im alten Beruf als Maschinenführer arbeits
unfähig. Wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verhalte, müsse in der Zukunft beurteilt werden. An seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tä
tigkeit vom Januar 2019 hielt PD
Dr.
D._
im Bericht vom Oktober 2020 somit nicht mehr fest.
5.4
Der Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
I._
gingen keine eigenen Untersuchungen voraus, was den Beweisanforderungen an medizinisch
e Berichte (vgl. vorstehend E. 1.7
) vorliegend nicht zu
genügen vermag.
Praxisgemäss kommt einer reinen
Aktenbeurteilung des RAD im Ver
gleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_971/2012 vom 1
1.
Juni 2013 E. 3.4). Des Weiteren kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf das Ergebnis versicherungs
in
terner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
Solche Zweifel ergeben sich vorliegend aus den Berichten von PD
Dr.
D._
(vor
stehend E. 4.3, 4.5) und
Dr.
M._
(vorstehend E. 4.4). Dass sich die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers per Januar 2019 erheblich verbessert hat, kann aus den vorhandenen ärztlichen Berichten nicht geschlossen werden.
5.5
Zusammenfassend
fehlt es
somit
an einer gesamthaften, die verschiedenen Be
schwerden umfassenden
fachärztlichen
Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und dessen Auswirkung
en auf
seine
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
, womit sich weitere Abklärungen als erforderlich erweisen.
Mithin kann nicht beurteilt werden, ob sich der Gesundheitszustand des Be
schwer
deführers und seine Arbeitsfähigkeit im Januar 2019 anspruchsrelevant verbessert haben.
Damit fehlt es an der Grundlage für einen Entscheid.
5.6
Festzuhalten ist im Übrigen das Folgende:
Invalidität liegt nur vor, wenn nach zumutbarer Eingliederung ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbs
möglich
keiten verbleibt (
Art.
8
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
7
Abs.
1 ATSG sowie
Art.
16 ATSG).
Damit wird der Grundsatz «Eingliederung vor Rente» statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesund
heitszustandes (noch) nicht eingliederungsfähig ist.
Eine Invalidenrente soll also erst und nur dann zugesprochen werden, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der gesundheits
be
dingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 2
0.
Mai 2015 E. 3.2.1, vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesge
setz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rz
1 zu
Art.
1a und
Rz
7 zu
Art.
28). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf über einen Rentenanspruch unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen dann entschieden werden, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Eingliederung verneint werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2018 vom 1
5.
Februar 2019 E. 2.1 mit Hinweisen).
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer das Kündi
gungsschreiben vom 1
5.
November 2019 (
Urk.
10/2) zu den Akten
, mit welchem das Arbeitsverhältnis
per 2
9.
Februar 2020
und somit nach Verfügungserlass gekündigt wurde. Die Beschwerdegegnerin hat bis anhin keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen geprüft, womit vorliegend dem Grundsatz «Einglie
derung vor Rente» noch nicht Genüge getan wurde.
A
uch
in Bezug auf mögliche
Eingliederungsmassnahmen
erweist sich
daher
eine weitere Prüfung des Leistungsanspruchs als erforderlich.
Diesbezüglich ergeht der Hinweis an den Beschwerdeführer, dass
e
ine rentenbeziehende Person mit Eingliederungsres
sourcen - unabhängig davon, ob ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorliegt -
grundsätzlich
nicht nur einen Anspruch, sondern auch eine Pflicht
hat
, an zumutbaren
Wiedereinglieder
ungsmassnahmen
teilzunehmen.
Dabei bildet die subjektive Eingliederungsfähigkeit der rentenbeziehenden Person keine Voraussetzung für die Durchführung solcher
Massnahmen
.
Dies betrifft Personen mit ganzen und Teilrenten
gleichermassen
(BGE 145 V 2 E. 4.3.1
).
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. Sept
ember 2003 E. 5.2).
6.2
Nach dem Gesagten ist ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich.
Die Beschwerde ist folglich in
dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene
n
Verfügung
en
aufgehoben
werden
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie
den medizinischen Sachverhalt sowie die
Frage der Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit
in geeigneter Weise
abkläre, mögliche
Eingliederungsmassnahmen prüfe und
gegebenenfalls
durchführe
und über den Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers
neu
verfüge.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkenn
t
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung
en
vom
6.
Novem
ber 2019 aufgehoben werden
und die Sache an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgten Abklärun
gen im Sinne der Erwägungen
,
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.