# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7476a4b-ebb8-407b-8fee-d4202b1b19a0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre 1969 geborene
X._
ist gelernte
Coiffeuse
und war zuletzt ab August 2009 als Hau
swartin bei der Primarschulv
erwaltung
Y._
ange
stellt, seit
1.
August 2011 in einem Pensum von 80
%
(
Urk.
7/4,
Urk.
7/18,
Urk.
7/42 S. 3). Am
3.
Juni 2014 unterzog sich die Versicherte einer
Gastric
-
Bypass-Operation (
Urk.
7/24 S. 1). Im Zusammenhang mit rheumatischen Beschwerden meldete sie sich am 2
8.
Juli 2014 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4 S.
4-6). Mit Mit
teilung vom 2
8.
Oktober 2014 informierte die IV-Stelle über den Abschluss der Dienstleistungen im Bereich des Arbeitsplatzerhalts unter Hinweis darauf, dass die Versicherte seit dem 2
9.
September 2014 wieder in der angestammten Tätig
keit
zu 80
%
tätig
sei (
Urk.
7/
25).
1.2
Am 2
8.
Mai 2015 beantragte die Versicherte erneut die Ausrichtung einer Rente unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
7/31
f.
).
Ab dem 2
6.
Juni 2015 verrichtete die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit noch ein Pensum von 40
%
, der effektiv letzte Arbeitstag war der 1
3.
Oktober 2015 (
Urk.
7/67).
In der Zeit vom
4.
bis 2
0.
Januar 2016 fand an der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
Z._
eine stationäre Behandlung statt (
Urk.
7/46 S. 6 ff.). Im Verlauf der weiteren Abklärungen liess die IV-Stelle die Versicherte
bidisziplinär
abklären (
A._
-Gutachten vom 1
4.
November 2016,
Urk.
7/81 f.); ein von der beruflichen Vorsorge (BVK) in die Wege geleitetes rheu
matologisches Gutachten wurde am 2
2.
November 2016 erstattet (
Urk.
7/93).
1.3
Mit Vorbescheid vom
6.
Januar 2017
stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/99). Die für den Zeitraum vom
2.
bis 3
1.
Mai 2017 vorgesehene Potentialabklärung musste am 2
3.
Mai 2017 aus gesundheitli
chen Gründen abgebrochen werden (
Urk.
7/127).
Am 1
0.
April 2018 führte die IV-Stelle eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (
Urk.
7/148). Mit Vorbescheid vom 2
7.
Juli 2018 stellte sie erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/154) und hielt an die
sem Entscheid mit Verfügung vom
4.
Dezember 2018 fest (
Urk.
7/167
=
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am
1
9.
Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin ab
1.
Oktober 2016 eine
Dreivier
telsrente
auszurichten, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungs
folge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Februar 2019 beantragte die Beschwerdegegne
rin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 2
7.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ist bei einer versicherten Person nach erfolgter Anmeldung bei der Invalidenver
sicherung
von einer
rentenausschliessend
en
Eingliederung auszugehen, so ist nach dem
Verlust
der konkreten Anstellung
eine erneute Anmeldung zum Leis
tungsbezug nicht als
Neuanmeldung im Sinne von
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
, sondern wie eine erst
malige Anmeldung zu behandeln (Urteil
des Bundesgerichts
8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018 E. 4.1)
.
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinva
liditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse
anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
im erwerblichen Bereich tätig wäre. Unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit von 88
%
sowie eines leidensbedingten Abzugs in der Höhe von 10
%
ergebe dies per 2016 eine Einschränkung in diesem Bereich von 39
%
. Im Bereich Haus
halt sei von einer Einschränkung von 34
%
auszugehen, was bei Gewichtung der beiden Bereiche zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 38
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass Frau
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin speziell Rheumaerkrankungen, als höchst versicherungsfreundliche Gutachterin bekannt sei, sodass schon der verfassungsmässige Anspruch auf eine unabhängige und unparteiische Begutachtung verletzt sei.
Auch erscheine das Gutachten nur auf den ersten Blick detailliert; die rheumatologische Beurteilung umfasse viel zu knappe 1.5 Seiten (
Urk.
1 S. 4). Auch sei die von
Dr.
B._
angenommene 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar und widerspreche den echtzeitli
chen Beurteilungen, sodass dem Gutachten keinerlei Beweiswert zukomme (S. 6). Dies ergebe sich auch daraus, dass im Bereich Haushalt von einer Einschränkung von 34
%
auszugehen sei, was die Aussage im Gutachten, dass im Haushalt keine Einschränkung bestehe, als unzutreffend erscheinen lasse
(S. 7)
. Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Berichte sei in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
auszugehen, was im erwerblichen Bereich zu einer Teilinvalidität von 57.6
%
führe
und einen Gesamtinvaliditätsgrad von 64.6
%
ergebe (S. 11).
3.
3.1
Die für de
n Bericht vom
2.
Juni 2016 veran
twortlichen Fachärzte der Klinik für Rheumatologie des
Z._
gingen von den folgenden Diagnosen aus:
-
Axiale
Spondyloarthritis
7/15
-
Diffuse i
diopathische
skelettale
Hyperostose
-
Zerviko
- und
thorako-lumbospondylogenes
S
chmerzsyndrom
-
Mechanische Komponente zusätzlich zur Diagnose 1
-
Periarthropathia
humero-scapularis
beidseits
-
Periarthropathia
coxae
mit
Tractus
-
iliotibialis
-Syndrom beidseits
-
Epikondylopathia
humero-radialis
beidseits
-
Fingerpolyarthrose
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Für mittelschwer
e
bis schwere körperliche Arbeit bestehe aktuell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer optimal angepassten Tätigkeit müsse alle 60 min
.
eine Pause von 30 min
.
eingelegt werden, was zu einer Leistungsfähigke
it von 50
%
führe (
Urk.
7/52/
4-6).
3.2
In ihrem Bericht vom
4.
August 2016 führten die Fachärzte der Klinik für Rheu
matologie des
Z._
bei unveränderter diagnostischer Einschätzung aus, dass im bisherigen Verlauf lediglich eine weitere Schmerzzunahme habe vermieden werden können. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe auch für eine leichte körperliche Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/
96/17-19
)
.
3.3
Die für das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1
4.
November 2016 verantwortlichen Fachärzte gingen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit von den folgenden Diagnosen aus (
Urk.
7/81/49):
-
Keine psychiatrische Diagnose
-
Seronegative
Spondylarth
r
opathie
(Erstdiagnose 07/2015)
-
HLA-B27 negativ mit
-
Aktiver axialer
Sondylitis
anterio
r
vor
allem der Segmente TH5/6, Th7/8 und Th11/12 sowie f
rüh
er durchgemachte entzündliche Verän
derungen Th8/9, Th10/11 mit mehrsegmenta
len
Syndesmo
phyten
zwischen Th
4
und Th12 mit kräftiger Rückenmuskulatur (MRI 11/2016) sowie
-
Leichten Arthritiden der AC-Gelenke beidseits bei intakten
Rotatoren
manschetten
und kräftiger Schultergürtelmuskulatur (MRI 11/2016) mit
-
Basistherapien: TNF-Hemmer
Remicade
10/2015 und Absetzen nach zwei Infusionen wegen Herpes-Infektion und TNF-Hemmer Enbrel von 01/2016 bis 05/2016 abgesetzt wegen ungenügender Wirkung
Aufgrund der Sp
o
ndylarthr
itis benötige die Beschwerdefüh
rerin eine wechselbe
lastende leichte rückenschonende Tätigkeit ohne Überkopfarbeit. Dabei könne sie Lasten bis zu 10 kg hantieren, alles ohne grosse Temperaturschwankungen und nicht länger dauernder Nässe im Freien. Eine solche angepasste Tätigkeit könne sie zu 100
%
ausüben, benötige aber pro
Halbtag
eine halbe Stunde zusätzliche Pause um Lockerungsübungen zu machen (
Urk.
7/81/49).
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, stellte in seinem Gutachten vom 2
2.
November 2016 die folgenden D
iagnosen (
Urk.
7/93 S. 11):
-
Thoracolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei/mit:
-
Wirbelsäulenfehlform/-Fehlhaltung (
Kyphoskoliose
der BWS)
-
Anamnestisch
vordergründig mechanisch
e Schmerzkomponente
-
Panvertebraler Generalisationstendenz
-
Verdacht auf axiale
Spondy
loarthritis
(ED 0
7/2015, Rheumatologie
Z._
)
-
Bildgebend
hyperintense
Wirbelkörpervorder
k
anten Th7-12
-
DD entzündlich/mechanisch im Zenit der BWS-Kyphose und bei DISH
-
La
bormässig
keine humorale Entzündungsaktivität, HLA B 27 negativ
-
Nicht beeinflussbar durch TNF-Alpha-Hemmer
In einer mittelschwer bis schwer belastenden Putztätigkeit sei die Beschwerde
führerin nicht mehr arbeitsfähig. Dagegen erscheine in einer wirbelsäulenadap
tierten eher leicht bis mittelschwer belastenden Arbeit zumindest eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (vorerst halbtags). Im Verlauf sollten angepasste Tätig
keiten nach einer Einarbeitungsphase auch wieder vollsc
hichtig möglich werden (S. 12).
3.5
Die für den Bericht vom
4.
Juli 2017 verantwortlichen Fachärzte der Klinik für Rheumatologie des
Z._
hielten – ausgehend von einem stationären Verlauf – fest, dass in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
anzustreben sei. Dabei habe die Arbeitsaufnahme beispielsweise mit 20 % zu erfolgen mit schrittweiser Steigerung (
Urk.
7/132).
3.6
Im Zuge der Haushaltsabklärung vom 1
0.
April 2018 gab die Beschwerdeführerin an
,
im Gesundheitsfall sicher in einem Pensum von 80
%
erwerbstätig zu sein (
Urk.
7/148 S. 4). Die für den
Bericht vom 1
3.
April 2018 veran
twortliche Fach
person ermittelte vor Ort eine Einschränkung im Haushalt von 34
%
(S. 9).
3.7
Dr.
med.
D._
, Rheumatolo
ge an der K
linik
E._
, hielt in seinem Bericht vom 1
3.
Januar 2019 fest, dass er
in einer körperlich angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von maximal 40
%
als zumutbar erachte (
Urk.
3/4
).
4.
4.1
Aus den vorliegenden medizinischen Akten ergibt sich einhellig, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten oder einer anderen körperlich mittel
schweren bis schweren Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. Weiter gehen sämt
liche medizinische Fachpersonen – zumindest aktuell - davon aus, dass auch in einer angepassten Tätigkeit keine volle Leistung mehr erreicht werden kann. Zu prüfen bleibt einzig, wie hoch diese Einschränkung ist, unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage bis zum Zeitpun
kt der angefochtenen Verfügung.
4.2
Dr.
B._
geht in ihrem rheumatologischen Teilgutachten in einer angepass
ten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, wobei pro Tag ein erhöhter Pausenbedarf von einer Stunde zu berücksichtigen sei, was einem Pensum von rund 88
%
entspricht. Diese Einschätzung vermag bei einer Würdigung sämtli
cher medizinis
cher Akten nicht zu überzeugen.
Zu Recht wies die Vertreterin der Beschwerdeführerin darauf hin, dass die rheu
matologische Beurteilung im Teilgutachten s
ehr knapp ausgefallen ist (Urk.
7/82/69 f.). Auch wenn daraus nicht
direkt
auf die Qualität einer Begutach
tung geschlossen werden kann, fällt doch auf, dass eine eingehende Auseinan
dersetzung mit den medizinischen
Vorakten
– auch wenn diese alle aufgelistet sind – nicht erfolgt ist. So weilte die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
4.
bis 2
0.
Januar 2016 an der Klinik für Rheumatologie des
Z._
zur stationären Behandlung
, sodass die behandelnden Fachärzte die Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum beobachten konnten.
Sie gingen
in ihren Verlaufsbe
richten vom
2.
Juni und
4.
August 2016 von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von maximal 50
%
aus
(E. 3.1-2), auch wenn der im ersten Bericht erwähnte Bedarf stündlicher Pausen von 30 Minuten hochgerechnet ein Arbeitspensum von knapp 70
%
und nicht von 50
%
ergibt. Offenbar berücksich
tigen die Ärzte eine weitergehende Einschränkung der Leistungsfähigkeit.
Auch die nunmehr vorliegenden weiteren Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit legen nahe, dass eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 88
%
- von welcher
Dr.
B._
ausging -
nicht gegeben ist. So
hält
Dr.
D._
in seinem Gutachten vom 2
2.
November 2016 zu
Handen
der BVK eine Arbeitsfähigkeit von initial 50
%
als zumutbar
steigerbar
auf 70
%
(
Urk.
7/93 S. 12).
D
er behandelnde Hausarzt attestiert
e
eine
Arbeitsfähigkeit
von 40
%
(
Urk.
3/4). Eine sofortige Leistungsfähigkeit von 88
%
widerspricht auch der erfolgten Potentialabklärung, welche bei einem Pensum von zwei Stunden pro Tag aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden musste
, ohne dass Anzeichen für ein verdeutlichendes Verhalten oder gar Aggravation geschildert worden wären
(
Urk.
7/129).
Weiter ergibt sich auch aus der Haushaltsabklärung eine wesentliche Einschränkung in der L
eistungsfähigkeit (
Urk.
7/148), was die um den Faktor drei geringere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerb als nicht nachvollziehbar erscheinen lässt.
In diesem Sinne legte
Dr.
D._
in nachvollziehbarer Weise dar, dass die Arbeitsfähigkeit bei den gegebenen Befunden um 50
%
eingeschränkt, indessen eine baldige Besserung zu erwarten ist. Er verwies namentlich auf das
thorako
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom und die zu Grunde liegende Wirbelsäulen
fehlform/-
fehlhaltung
, den Verdacht auf axiale
Spondyloarthritis
,
hyperintense
Wirbelkörpervorderkanten Th7-12 sowie entzündliche Veränderungen (
Urk.
7/93/11). Die attestierte Arbeitsfähigkeit ist im Zusammenspiel mit der prognostizierten Steigerung bis hin zur Rückgewinnung der vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit - angesichts der nicht unerheblichen Pathologie - einleuchtend.
5.
5.1
Nachdem die Beschwerdeführerin ab September 2014 (vgl.
Urk.
7/25) nochmals rentenausschliessend eingegliedert war, ist ab dem 2
6.
Juni 2015 von einer wesentlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit auszugehen (
Urk.
7/67 S. 1,
Urk.
7/36 S. 2), was zu einem
frühstmöglichen
Rentenbeginn per
1.
Juni 2016 füh
rt.
Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
einer erwerblichen Tätigkeit nachgehen würde und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre. Dies führt im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades zur Anwendung der gemischten Methode. Dabei ist für den Zeitraum bis 3
1.
Dezem
ber 2017 auf die bis dahin geltenden Bestimmungen abzustellen, während ab dem
1.
Januar 2018
das neue Berechnungsmodell Anwendung findet.
5.2
Für die Ermittlung de
s
Valideneinkommens
ist per 2014
bei einem Pensum von 80
%
von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
4'131.10 auszugehen, was zu einem Jahreseinkommen von
Fr.
53'704.30 führt
(
Urk.
7/18)
. Aufgrund der seit 2015 eingetretenen
Nominallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insge
samt [1939
= 100], Frauen, Stand 201
4: 2673
, Stand 2016: 2709
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte
Daten, Lohnentwicklung)
führt dies per 2016 zu einem massgebenden
Validen
einkommen
von
Fr.
54'
427.60
.
Das per 2016 massgebende Invalideneinkommen ergibt sich aufgrund der LSE 2016. Ausgehend
von einem monatlichen Einkommen p
er 2016 von Fr. 4‘363.-- (LSE 2016 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1)
ergibt sich
n
ach Berück
sicht
i
gung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden)
ein Jahreseinkommen von Fr. 54'581
.
15, was bei einem zumutbaren Pensum von 50
%
zu einem massgebenden Einkommen von
Fr.
27'290.60 führt.
Davon ist
kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen
. So ist d
er
Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Auch ergeben sich aufgrund des nunmehr noch zumutbaren Pensums von 50
%
keine schlech
teren Verdienstmöglichkeiten (LSE 2016 Tabelle T18). Dem erhöhten Pausenbe
darf wird dabei mit der
Pensumsreduktion
Rechnung getragen, sodass eine erneute Berücksichtigung im Rahmen des leidensbedingten Abzugs ausser Betracht fällt.
Per 2016
führt dies im erwerblichen Berei
ch
zu einer Einschränkung von 49.86
%
([
Fr.
54'427.60
- Fr.
27'290.60
] x 100 / Fr.
54'427.60 = 49.86
), was in diesem Bereich zu
einem Teili
nvaliditätsgrad von 39.8
9
%
führt
. Daneben ist im Bereich Haushalt
von einer Teilinvalidität von 6.8 % (20 % von 34
%) auszugehen, was zu einem
Invaliditätsgrad von 47
% führt.
5.3
Demgegenüber findet ab 1. Januar 2018 d
as neue Berechnungsmodell Anwen
dung, wobei
das
Valideneinkommen
unter Aufrechnung auf ein 100%iges Pen
sum zu ermitteln
ist
. Ausgeh
end von einem Einkommen per 2014
von Fr.
53'704.30
führt dies unter Berücksichtigung der seither
eingetretenen Nomi
nallohnentwicklung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Frau
en, Stand 2014: 2673
, Stand 2018: 2732
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
per 2018
zu einem massgebenden
Va
lideneinkommen
von
Fr.
54'889.70
, was bei einem Pen
sum von 100
%
einem massgebenden
Va
lideneinkommen
von Fr. 68'612.10
ent
spricht.
Das per 2018 massgebende Invalideneinkommen e
rgibt sich aufgrund der LSE 2018
. Ausgehend
von einem monatlichen Einkommen
von Fr. 4‘371.-- (LSE 2018
TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1)
führt dies
n
ach Berücksicht
i
gung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normal
arbeitsstunden)
zu einem Jahreseinkommen von Fr. 54'681
.
20, was bei einer 5
0%igen Arbeitsfähigkeit
zu einem massgebenden Einkommen von Fr. 27'340.60
führt. Entsprec
hend den Ausführungen unter E. 5.2
ist kein leidensbedingter Abzug angezeigt
(vgl. auch LSE Tabelle T18)
.
Per 2018 führt dies im erwerblichen Berei
ch zu einer Einschränkung von 60
%
([
Fr.
68'612.10
- Fr.
27'340.60
] x 100 / Fr.
68'612.10 = 60.15
), was in diesem Bereich zu einem Teilinvaliditätsgrad von
48
%
führt
.
Daneben ist im Bereich Haushalt von einer Teilinvalidität von 6.8 % (20 % von 34 %) auszugehen, was zu einem Invaliditätsgrad von 55 % führt.
5.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin für die Zeit ab
1.
Juni 2016 bis zum 3
1.
Dezember 2017 Anspruch auf eine
Viertelsrente
und für die Zeit ab
1.
Ja
nuar 2018 Anspruch auf eine halbe Rente (vgl.
Abs.
1 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017). Dies führt in teilweiser Gutheis
sung der Beschwerde zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh
rerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'300.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.