# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aa4d3e28-ad95-42ec-8471-912642f2d359
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. In der Steuererklärung 2007 deklarierte A (nachfolgend der Pflichtige) einen
Verlust aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 29'065.- entsprechend der
eingereichten Abrechnung. Als Lohn bezog er von seiner Arbeitgeberin (Telekommuni-
kationunternehmen) 2007 einen Nettobetrag von Fr. 164'872.-. Mit Auflage vom
29. Mai 2009 forderte der Steuerkommissär den Pflichtigen auf, hinsichtlich dieser Er-
werbstätigkeit und der damit zusammenhängenden Ausgaben weitere Unterlagen und
Belege einzureichen. Insbesondere forderte er eine detaillierte Aufstellung über die
Zusammensetzung der deklarierten Einnahmen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit,
detaillierte und chronologisch geordnete Belege hinsichtlich der Reise- und Repräsen-
tationsspesen und des übrigen Betriebsaufwands sowie den Nachweis, dass die Tätig-
keit pro 2007 fortdauernd, planmässig und nach aussen hin sichtbar ausgeübt wurde.
Darauf reagierte der Pflichtige mit Schreiben vom 22. Juni 2009, mit dem er einige lose
Dokumente wie Geheimhaltungsvereinbarungen, Bescheinigungen über Leistungen
seines Arbeitgebers und Rechnungen für die Registrierung bzw. Betreibung von Do-
main-Namen einreichte. Des Weiteren reichte er einen Ordner mit der Aufschrift "Tax
Receipts 2007" ein mit etlichen (nicht chronologisch geordneten) Zahlungsbelegen des
Jahres 2007, einschliesslich einer Aufstellung über die geschäftliche oder private Natur
der jeweiligen Ausgaben. Sodann reichte er auf Mahnung vom 26. Juni 2009 hin eine
Arbeitsbestätigung des Telekommunikationsunternehmens ein.
Mit Einschätzungsentscheid bzw. Hinweis vom 21. August 2009 (Zweitzustel-
lung) schätzte das kantonale Steueramt den Pflichtigen für die Staats- und Gemeinde-
steuern 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 143'900.- und einem Vermö-
gen von Fr. 0.- ein und sah für die direkte Bundessteuer 2007 ein steuerbares
Einkommen von Fr. 144'600.- vor. Dabei liess der Steuerkommissär den Verlust aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 29'065.- nicht zum Abzug von den
übrigen Einkünften zu mit der Begründung, dass die Tätigkeit des Pflichtigen mangels
Gewinnerzielungsabsicht als Liebhaberei einzustufen sei und es sich somit bei den
geltend gemachten Kosten um gewöhnliche Lebenshaltungskosten handle. Die Bun-
dessteuerveranlagung wurde dem Pflichtigen am 28. August 2009 formell eröffnet.
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B. Mit Eingabe vom 18. September 2009 erhob der Pflichtige Einsprache ge-
gen den Einschätzungsentscheid und die Veranlagung und beantragte, die Aufwen-
dungen in der Höhe von Fr. 29'065.- seien als Verlust aus selbstständiger Nebener-
werbstätigkeit mit dem übrigen Einkommen zu verrechnen. Zur Begründung brachte er
vor, er übe seine Tätigkeit als Selbstständigerwerbender auf eigene Rechnung in frei
bestimmter Selbstorganisation planmässig, anhaltend und nach aussen hin sichtbar
aus. Es handle sich dabei um projektbezogene Beratungstätigkeiten, insbesondere im
Zusammenhang mit Firmengründungen, für die er – im Erfolgsfall – durch Gewinnbe-
teiligungen entschädigt werde. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2009 reichte der Pflichtige
aufgrund einer telefonischen Aufforderung durch den zuständigen Teamleiter des
Steueramts weitere Unterlagen zum Nachweis der selbstständigen Erwerbstätigkeit
ein. Es handelte sich dabei um Arbeitsbestätigungen von drei Unternehmen, für die der
Pflichtige als Berater tätig war.
Mit Einspracheentscheiden vom 14. Dezember 2009 hielt das kantonale Steu-
eramt an seiner Position fest, dass es sich bei den deklarierten Kosten in der Höhe von
Fr. 29'065.- um private Lebenshaltungskosten und nicht um einen Verlust aus selbst-
ständiger Nebenerwerbstätigkeit handle. Aufgrund der – vorliegend nicht mehr streiti-
gen – Gewährung der deklarierten Mehrkosten des auswärtigen Wochenaufenthalts in
der Höhe von Fr. 9'600.- wurde der Pflichtige neu für die Staats- und Gemeindesteuern
2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 139'100 und einem steuerbaren Ver-
mögen von Fr. 0.- eingeschätzt und für die direkte Bundessteuer 2007 mit einem steu-
erbaren Einkommen von Fr. 139'800.- veranlagt.
C. Mit Eingabe vom 13. Januar 2010 erhob der Pflichtige Einspruch (recte:
Rekurs bzw. Beschwerde) gegen die Einspracheentscheide vom 14. Dezember 2009
mit dem Antrag, die Kosten in der Höhe von Fr. 29'065.- als Verlust aus selbstständiger
Nebenerwerbstätigkeit zu qualifizieren und mit dem übrigen Einkommen zu verrech-
nen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen das Gleiche vor wie in der Einsprache,
wobei er noch detaillierter darauf eingeht, inwiefern seine Tätigkeit die Merkmale einer
selbstständigen Erwerbstätigkeit – insbesondere hinsichtlich der Gewinnstrebigkeit –
erfülle.
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Mit Rekurs-/Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2010 beantragte das kanto-
nale Steueramt die kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel. Zur Begründung wird im
Wesentlichen auf die Einspracheentscheide vom 14. Dezember 2009 verwiesen.
Auf das Ergebnis der Tatsachenerhebungen im Veranlagungsverfahren und
die weiteren Vorbringen der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden
Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer
vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 18 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni
1997 (StG) sind steuerbar alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-,
Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen
selbstständigen Erwerbstätigkeit. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von die-
sen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder
berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Verluste aus einer solchen Tätigkeit
können mit übrigen Einkünften verrechnet werden (vgl. zum sog. Nettoprinzip: Markus
Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008,
Art. 25 N 5 DBG).
Abzugsfähig ist der gesamte Aufwand, der für die selbstständige Erwerbstä-
tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-
gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die
einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-
ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-
den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutung der
Vermeidung abgestellt, sondern vielmehr darauf, ob der Aufwand geschäftsmässig
begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher
Steuergesetz, 2 A., 2006, § 27 N 3).
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In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende
Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von
§ 18 StG darstellt (RK, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108).
b) Der steuerrechtliche Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit ist auf-
grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert
(BGE 125 II 113, E. 5 S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei
der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer
frei gewählten Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschafts-
verkehr teilnimmt (vgl. BGE 121 I 259, E. 3c 263; Blumenstein/Locher, System des
Steuerrechts, 6. A., 2002, S. 176; Cagianut/Höhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. A.,
1993, § 1 N 17 ff. und 34 ff.; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 9. A., 2001, § 14 N 36;
Ernst Höhn, Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, § 13 N 5 ff., S.194 f.; Reich,
Art. 18 N 14 DBG mit weiteren Hinweisen).
Eine selbstständige Erwerbstätigkeit kann haupt- oder nebenberuflich, dau-
ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach
den gesamten Umständen des Einzelfalles zu beurteilen (vgl. BGE 112 Ib 79, E. 2a
S. 81; 122 II 446, E. 3b S. 449); die einzelnen Merkmale des Begriffs der selbstständi-
gen Erwerbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unter-
schiedlicher Intensität auftreten (Reich, Art. 18 N 15 DBG). Auch wenn der Begriff im
Normalfall die oben genannten Elemente umfasst, so bedeutet dies nicht, dass eine
Tätigkeit, bei der einzelne dieser Elemente fehlen, automatisch nicht mehr selbststän-
dig wäre. Umgekehrt kann eine Tätigkeit unter Umständen selbst bei Vorliegen mehre-
rer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätigkeit gelten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn
eine Tätigkeit im Sinn einer Liebhaberei bzw. eines Hobbys ausgeübt wird (BGr,
11. Juli 2001, NStP 2001, 76 - 83, E. 4h/cc, auch zum Folgenden). Die steuerrechtliche
Qualifikation einer Tätigkeit als selbstständiger Erwerb im erwähnten Sinn oder als
Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im
Hinblick auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 2. Oktober
1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes commerciales fiscalement dé-
ductibles, ASA 48, 113). Unterscheidungskriterium ist also der Beweggrund für die
Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjektive Voraussetzung, auf
deren Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen
werden kann. Eine zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei
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denen sich Liebhaberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf
der einen oder anderen Seite liegen kann.
Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein Einkommen
erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dau-
ernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbs-
tätigkeit, sondern als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund.
Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der
Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit
seines Unterfangens überzeugen lassen und die betreffende Tätigkeit aufgeben (Ro-
man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981,
236). Allerdings muss nicht jedes einzelne mit einem Verlust abgeschlossene Jahr
oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum
Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, § 14 Rz 45).
Ob sich nämlich eine Tätigkeit lohnt, lässt sich methodisch richtig nur nach Betrachtung
des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Be-
endigung beurteilen (sog. Totalgewinn, vgl. Theisen, Die Liebhaberei – ein Problem
des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, Steuer und Wirtschaft
[StuW], 1999, 259; StRK II, 17. Februar 2000, 2 ST.1999.419, E. 6a). Der Entscheid
über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über
den zu erwartenden Totalgewinn ab. Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergeb-
nis, ist dies ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negati-
ver Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich
um die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aus-
sicht stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen
lassen würde. Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grund-
sätzlich für jede Veranlagungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Um-
ständen die Verhältnisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden
Jahren gewisse Anhaltspunkte liefern können (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005,
E. 2.2.2, www.bger.ch, mit Hinweisen zum Ganzen).
Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten
Kriterien vorzunehmenden Prüfung als Liebhaberei oder produziert sie reine Lebens-
haltungskosten (vgl. § 33 lit. a StG, Art. 34 lit. a DBG), können die entstandenen Ver-
luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden.
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c) Nach Art. 123 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehörden zu-
sammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteuerung
massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dabei gilt die allgemei-
ne Regel der Beweislastverteilung, dass die Steuerbehörde die steuerbegründenden
oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen jene
Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher,
S. 416 [mit Verweisungen] und 454). Dementsprechend obliegt der Nachweis, dass
eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist da-
gegen streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung (überhaupt) eine selbst-
ständige Erwerbstätigkeit darstellt (oder ob nicht z.B. eine Liebhaberei vorliegt), ist
hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993, StE 1995 B 23.1
Nr. 30). Denn er leitet hieraus die steuermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit
übrigen Einkünften ab. Zur Beweisleistung gehört in erster Linie und in jedem Fall,
dass eine substanziierte Sachdarstellung gegeben wird, die ohne weitere Untersu-
chung, aber unter dem Vorbehalt der Beweiserhebung, die Beurteilung der massge-
benden Qualifikationsfrage ermöglicht. Für die von ihm verfochtene, hinreichend sub-
stanziierte Sachdarstellung hat der Steuerpflichtige beweiskräftige Unterlagen
einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten.
2. a) Gemäss Handelsregisterauszügen ist der Pflichtige seit ... 1998 unter
der Firma B als Einzelunternehmer in den Handelsregistern der Kantone Basel-Stadt
bzw. Zürich (seit ... 2006) eingetragen. Laut Handelregistereintrag und entsprechend
seinen eigenen Angaben ist er als Berater in den Bereichen ... tätig. Als Nachweis für
seine Tätigkeit im Jahr 2007 reichte der Pflichtige drei Arbeitsbestätigungen der "C“,
der "D" sowie der "E“ ein. Laut diesen Bestätigungen war er für jede der drei Firmen im
Jahr 2007 als selbstständiger Mitarbeiter mit beratenden und organisatorischen Funkti-
onen tätig. Er führt im Rahmen seiner Tätigkeit eine ordentliche Buchhaltung und be-
wahrt sämtliche Belege auf, wobei er –zumindest für das betroffene Jahr 2007 – in
einer Übersicht festhält, welche Ausgaben privater und welche geschäftlicher Natur
sind. Obschon weder genauere Angaben zu den konkreten Arbeitsleistungen des
Pflichtigen noch detaillierte Ausführungen zur Begründetheit der getätigten Aufwen-
dungen vorliegen, ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass der Pflichtige
gewisse Tätigkeiten im Bereich der Beratung und des Projektmanagements auf eige-
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nes Risiko und unter Einsatz von Arbeit und Kapital ausübt und dies
– wenn auch in bescheidenem Rahmen – auch planmässig und fortdauernd tut.
Doch stellt sich die Frage, ob auch die Sichtbarkeit der Tätigkeit nach aussen
als weiteres wesentliches Merkmal einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gegeben ist.
Nach Ansicht des Pflichtigen sei dies der Fall, weil Dutzende von Personen und ver-
schiedene Firmen in die Aktivitäten involviert seien. Dieses Argument ist jedoch unbe-
achtlich. Zum einen versäumt es der Pflichtige, seine Aussage durch entsprechende
Nachweise zu belegen, und zum anderen sagt die Zahl der involvierten Personen über
die Sichtbarkeit der Tätigkeit gegen aussen nichts aus. Entscheidend ist vielmehr, dass
der Pflichtige durch Massnahmen wie zum Beispiel die Publikation von Inseraten als
Anbieter gewisser Dienstleistungen öffentlich in Erscheinung tritt mit dem Ziel, neue
potentielle Auftraggeber auf sich aufmerksam zu machen. Ein derartiges Auftreten ge-
genüber Dritten hat er jedoch weder behauptet noch nachgewiesen. Mithin liegt die
Vermutung nahe, dass er gegenüber Dritten nicht sichtbar als Selbstständigerwerben-
der auftritt, sondern seine Tätigkeiten eher im Rahmen bereits bestehender Kontakte
ausübt, womit das Merkmal der Sichtbarkeit gegen aussen wohl nicht ohne Weiteres
erfüllt wäre. Wie es sich damit verhält, mag indes aus folgendem Grund offenbleiben:
b) Vorliegend ist für die Qualifikation der Tätigkeit das Erfordernis der Ge-
winnstrebigkeit als entscheidendes Abgrenzungsmerkmal zwischen selbstständiger
Erwerbstätigkeit und Liebhaberei von zentraler Bedeutung. Darauf stützt sich denn
auch der Entscheid des kantonalen Steueramts, nach dessen Ansicht der Pflichtige
seine Tätigkeit eben gerade nicht mit der Absicht der Gewinnerzielung ausübt.
aa) Den Erfolgsrechnungen des Pflichtigen sind seit dem Jahr 2002 folgende
Verluste aus selbstständiger Nebenerwerbstätigkeit zu entnehmen:
2002 Fr. 45’675.- 2005 Fr. 60'820.-
2003 Fr. 15'170.- 2006 Fr. 58'176.-
2004 Fr. 60'204.- 2007 Fr. 29'065.-
Aus diesen Abschlüssen geht weiter hervor, dass der Pflichtige auf der Er-
tragsseite lediglich in den Jahren 2002 und 2003 einen (im Jahr 2002 zudem sehr be-
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scheidenen) Ertrag aus seiner Beratungstätigkeit verbuchen konnte. In den darauffol-
genden Jahren hingegen brachten ihm seine Beratungstätigkeiten keinerlei Erträge ein.
Dies widerspiegelt letztlich die Tatsache, dass der Pflichtige nach eigenen Angaben
sowie gemäss den eingereichten Arbeitsbestätigungen von seinen Auftraggebern nie
ein Honorar bezieht, sondern ausschliesslich durch Gewinnbeteiligungen entschädigt
wird, wobei entsprechende Gewinne bis anhin ausgeblieben sind. Eine etwas sonder-
bare Ausnahme soll darin bestanden haben, dass die "C" ihn in Form einer "exklusi-
ven" Mitgliedschaft und kostenlosen Eintritten zu Events samt Nebenleistungen ent-
schädigt haben will. Entsprechende Zuflüsse finden sich in den Erfolgsrechnungen
allerdings nicht. Derartige Vereinbarungen über zukünftige Gewinnbeteiligungen sind
an sich nichts Aussergewöhnliches und im Geschäftsalltag durchaus gängig, indes
bilden sie in aller Regel nur einen Bestandteil einer Gesamtentschädigung mit der Idee,
nicht nur die geleistete Arbeit an sich zu entlöhnen, sondern im Erfolgsfall alle Mitver-
antwortlichen in gewissem Mass profitieren zu lassen. Der Pflichtige hingegen hat im
Rahmen seiner Tätigkeit über Jahre hinweg Leistungen erbracht, ohne dabei auch nur
für seine – nicht unerheblichen – Auslagen entschädigt zu werden; vielmehr wurde er
lediglich mit der vagen Aussicht auf mögliche zukünftige Einnahmen aus Gewinnbetei-
ligungen abgefunden. Dies noch dazu im Bezug auf Projekte, bei denen die Er-
folgsaussichten offensichtlich sehr ungewiss waren und sind, was die Tatsache belegt,
dass bis heute keines der Projekte Gewinne abgeworfen hat. Bei dieser Sachlage liegt
die Vermutung nahe, dass der Pflichtige seine Tätigkeit nicht ausschliesslich oder vor-
wiegend im Hinblick auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausübt, sondern
dass es ihm vielmehr darum geht, sich aus persönlichen Interessen nebenberuflich für
gewisse Projekte zu engagieren. Der finanzielle Erfolg scheint dabei zweitrangig zu
sein, da der Pflichtige sonst kaum über so viele Jahre hinweg Leistungen erbringen
und Zeit und Kosten aufwenden würde, ohne zu wissen, ob er dafür überhaupt je fi-
nanziell entschädigt wird. Mithin lassen schon diese Überlegungen darauf schliessen,
dass das Erfordernis der Gewinnstrebigkeit vorliegend nicht erfüllt ist.
bb) Des Weiteren stellt man bei Betrachtung der obigen Zahlen fest, dass die
Verluste aus der Tätigkeit des Pflichtigen seit dem Jahr 2002 nicht kontinuierlich zu-
rückgegangen sind. Zwar hat sich der Verlust im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr
um gut 50% reduziert, aber eine Gesamtbetrachtung aller Jahre lässt nicht ohne Weite-
res den Schluss zu, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren anhalten wird. Im
Übrigen finden sich in den Akten auch keine anderen Anhaltspunkte dafür, dass der
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Pflichtige mit seiner Tätigkeit in naher Zukunft Gewinne erzielen wird. Auch seine Aus-
sage in der Einsprache gegen die Einschätzung 2006 vom 12. September 2008, dass
bereits im Jahr 2008 erste Einkünfte verzeichnet werden konnten und für das Jahr
2009 eine weitere Steigerung erwartet werde (S. 2), genügt nicht für eine positive Zu-
kunftsprognose. Zum einen wurde eine solche Entwicklung – die im Übrigen im vorlie-
genden Verfahren nicht mehr geltend gemacht wurde – nie in irgendeiner Form belegt
und zum andern ist aufgrund der Vorjahreszahlen davon auszugehen, dass der Pflich-
tige selbst bei Erzielung gewisser Einkünfte insgesamt nach wie vor Verluste verzeich-
nen wird.
Überdies würde eine positive Zukunftsprognose auch voraussetzen, dass das
Auftragsvolumen über die Jahre zunimmt und womöglich neue Auftraggeber gefunden
werden. Dass die Auftragslage derjenigen eines hauptberuflich Selbstständigerwer-
benden entspricht, wird dabei – entgegen der Annahme des Pflichtigen – nicht ver-
langt. Die Auftragslage des Pflichtigen sollte sich aber dahingehend entwickeln, dass
er seine Tätigkeit in Zukunft gewinnbringend ausüben kann. Solche Entwicklungen sind
jedoch vorliegend aus den Akten nicht ersichtlich. Der Pflichtige behauptet zwar in sei-
ner Rekursschrift, es würden laufend neue Projekte akquiriert, ohne dies jedoch in ir-
gendeiner Form zu belegen. Wie bereits erwähnt, hat er auch nicht dargetan, dass und
wie er in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt, um neue potentielle Auftraggeber auf
sich und seine Tätigkeit aufmerksam zu machen. Unter diesen Umständen liegt die
Vermutung nahe, dass der Pflichtige nicht aktiv um die Akquisition neuer Aufträge be-
müht ist und entsprechend das Auftragsvolumen über die Jahre nicht zugenommen
hat. Zumindest fehlt es am entsprechenden Nachweis.
Unter diesen Umständen ist im Sinn einer Prognose nicht davon auszugehen,
dass die Tätigkeit des Pflichtigen über all die Jahre gesamthaft einen Gewinn abwerfen
wird; sie kann mithin nicht als gewinnbringend betrachtet werden. Vielmehr ist damit zu
rechnen, dass der Pflichtige auch in Zukunft primär Verluste erwirtschaften wird, zu-
mindest, wenn er seine Strategie insbesondere hinsichtlich der Entlöhnung und der
Akquisition von neuen Aufträgen nicht grundlegend überdenkt. Übt der Pflichtige die
Tätigkeit trotz der jährlichen Verluste und der negativen Prognose gleichwohl weiterhin
in dieser Art aus, so tut er dies offensichtlich nicht mit der Absicht, ein Erwerbsein-
kommen zu erzielen, sondern vielmehr aus Liebhaberei oder anderen nicht kommer-
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ziellen Gründen. In diesem Sinne fehlt es dem Pflichtigen vorliegend an der erforderli-
chen Gewinnstrebigkeit.
c) Als weiteres Indiz gegen das Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätig-
keit beim Pflichtigen sei schliesslich auch die Behandlung der jeweils geltend gemach-
ten Verluste durch die Steuerbehörden erwähnt. Zu Beginn fanden die Verluste praxis-
gemäss Beachtung, wenn auch nicht immer vollumfänglich. Nur in den Jahren 2003
und 2006 wurden diese vollständig zur Verrechnung mit dem übrigen Einkommen zu-
gelassen. Hingegen wurde im Kanton Basel-Stadt im Jahr 2002 nur ein Verlust in der
Höhe von Fr. 3'314.- angerechnet und in den Jahren 2004 und 2005 wurde der Verlust
jeweils auf Fr. 25'000.- (2005 indes irrelevant) festgesetzt. Im Kanton Zürich wurden
die Verluste sowohl für das Jahr 2005 als auch für das Jahr 2006 in der Einschätzung
überhaupt nicht berücksichtigt mit der Begründung, dass mangels Einkünften aus
selbstständiger Nebenerwerbstätigkeit auch keine Gewinnungskosten geltend gemacht
werden können. Der Verlust des Jahres 2006 wurde immerhin im Einspracheverfahren
anerkannt. Daraus wird deutlich, dass im Bezug auf das Vorliegen einer selbstständi-
gen Erwerbstätigkeit sowie auf die Höhe der begründeten Gewinnungskosten von Be-
ginn weg Zweifel bestanden, die der Pflichtigen nie durch entsprechende Unterlagen
und Belege zu beseitigen vermochte. Dies bestärkt letztendlich die Annahme, dass
tatsächlich keine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts vorliegt.
d) Nach dem Gesagten ist es dem Pflichtigen nicht gelungen, den ihm oblie-
genden Nachweis zu erbringen, dass seine verlustbringende Tätigkeit eine selbststän-
dige Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts darstellt. Dies ergibt sich aufgrund einer
Gesamtbetrachtung aller Umstände, wobei es beim Pflichtigen insbesondere an der
erforderlichen Gewinnstrebigkeit fehlt. Mithin übt er seine Tätigkeit aus Liebhaberei
oder aus einem anderen nicht kommerziellen Grund aus; die damit zusammenhängen-
den "Gewinnungskosten" gehören folglich zu seinen allgemeinen Lebenshaltungskos-
ten. Solche jedoch sind steuerlich nicht abzugsfähig, sodass der Verlust aus der Tätig-
keit nicht mit dem übrigen Erwerbseinkommen verrechnet werden kann.
3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde und des Rekur-
ses.
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Ausgangsgemäss sind die Kosten dem Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144
Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG).