# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bbfe0e7-1774-47f8-9f0d-85a69ba70bb3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit Dezember 1974. Im
Administrativmassnahmenregister ist er nicht verzeichnet. Gemäss Rapport der
Kantonspolizei St. Gallen vom 29. Dezember 2015 lenkte er am 10. Dezember 2015
morgens um 8.20 Uhr seinen Personenwagen R. mit dem amtlichen Kennzeichen
SG 000000 in Q. auf der K.-strasse in Richtung S. Beim Rechtsabbiegen in die L.-
strasse in Richtung T. schnitt er F.X., der auf dem rechtsseitigen auch als Radweg
dienenden Trottoir der K.-strasse mit dem Motorfahrrad P. mit dem amtlichen
Kennzeichen SG 000001 in Richtung S. unterwegs war, den Weg ab. F.X. prallte mit
seinem Mofa frontal gegen den rechten hinteren Kotflügel des Personenwagens. An
beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden in der Höhe von je CHF 1‘000. Die
Beteiligten wurden nicht verletzt. Gestützt auf den Polizeirapport büsste das
Untersuchungsamt Gossau A.Y. mit Strafbefehl vom 3. Februar 2016 wegen einfacher
Verkehrsregelverletzung mit CHF 300. Der Strafbefehl wurde unangefochten
rechtskräftig.
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B. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt entzog A.Y. wegen des Vorfalls vom
10. Dezember 2015 den Führerausweis mit Verfügung vom 8. März 2016 für die Dauer
eines Monats. Die Verwaltungsrekurskommission wies den dagegen erhobenen Rekurs
am 4. Juli 2016 ab mit der Begründung, die Vorbringen von A.Y. – der Motorradfahrer
habe sich unsichtbar gemacht und es sei zu keiner Kollision gekommen – rührten an
den Grundfesten der Strafbarkeit und hätten deshalb im Strafverfahren vorgebracht
werden müssen. Deshalb sei auch im Administrativverfahren vom Sachverhalt, wie er
im Strafverfahren festgestellt worden sei, auszugehen. A.Y. habe den Mofafahrer
konkret gefährdet, so dass nicht mehr von einer bloss geringen Gefährdung
auszugehen sei. Deshalb liege eine mittelschwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften vor. Die verfügte Entzugsdauer von einem Monat
entspreche der gesetzlichen Mindestentzugsdauer. Sie sei zu bestätigen. Die
Ausführungen von A.Y. zu seiner Wohnsituation vermöchten daran nichts zu ändern.
C. A.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 5. Juli 2016 versandten Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 14. Juli 2016 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, das Verfahren sei ohne Führerausweisentzug
einzustellen. Mit Vernehmlassung vom 8. August 2016 verwies die Vorinstanz auf die
Begründung des angefochtenen Entscheides und beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner)
verzichtete am 16. August 2016 auf eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seines Antrags und die Akten wird, soweit

## Considerations

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 941.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
dessen Rekurs gegen den vom Beschwerdegegner verfügten Führerausweisentzug die
Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen hat, ist zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Seine Vorbringen in
der Beschwerde sind zwar geeignet, Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit zu wecken.
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Indessen zeigen seine Ausführungen und sein Verhalten im Verwaltungs-, im Rekurs-
und auch im Beschwerdeverfahren, dass ihm die Bedeutung der Verfahren klar und er
in der Lage ist, sie zielgerichtet zu führen. Die Urteilsfähigkeit und damit die
Prozessfähigkeit sind deshalb für die Führung des Beschwerdeverfahrens zu vermuten
(vgl. BGer 2C_496/2008 vom 3. März 2009 E. 3.4). Die Beschwerde gegen den am 5.
Juli 2016 versandten Rekursentscheid wurde mit Eingabe vom 14. Juli 2016 rechtzeitig
erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) wird nach
Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren
nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, OBG) ausgeschlossen ist, der Lernfahr-
oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und schweren
Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei
nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Eine schwere
Widerhandlung liegt vor, wenn durch eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird
(Art. 16c Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b Abs.
1 Ingress und lit. a SVG) stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht
alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle
qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (vgl. BGE 135
II 138 E. 2.2.2). Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Verkehrsregeln verletzt hat
(dazu nachfolgend Erwägung 3), die Widerhandlung als mittelschwer zu beurteilen
(dazu nachfolgend Erwägung 4) und der Entzug des Führerausweises für die Dauer
eines Monats gerechtfertigt ist (dazu nachfolgend Erwägung 5).
3.
3.1. Gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG hat der Führer, der seine Fahrrichtung ändern will, wie
zum Abbiegen, Überholen, Einspuren und Wechseln des Fahrstreifens, auf den
Gegenverkehr und auf die ihm nachfolgenden Fahrzeuge Rücksicht zu nehmen. Nach
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der Rechtsprechung muss sich der nach rechts abbiegende Fahrzeuglenker
grundsätzlich durch geeignete Vorkehren nach rückwärts vergewissern, ob er das
Manöver gefahrlos durchführen kann (vgl. BGer 6S.646/2000 vom 30. November 2000
E. 2b, 6S.495/2006 vom 6. März 2007 E. 5.1, BGE 127 IV 34 E. 2b). Die Zeichengebung
entbindet den Fahrzeugführer nicht von der gebotenen Vorsicht (Art. 39 Abs. 2 SVG).
Verläuft ein Radweg in einem Abstand von nicht mehr als zwei Metern entlang einer
Fahrbahn für Motorfahrzeugverkehr, haben die Motorfahrzeugführer der anliegenden
Fahrbahn beim Abbiegen den Radfahrern den Vortritt zu gewähren (Art. 40 Abs. 5 der
Verkehrsregelnverordnung; SR 741.11, VRV). Das Trottoir ist den Fussgängern, der
Radweg den Radfahrern vorbehalten; der Bundesrat kann Ausnahmen vorsehen (Art.
43 Abs. 2 SVG; Art. 65 Abs. 8 der Signalisationsverordnung, SR 741.21, SSV).
Radfahrer müssen die Radwege und -streifen benützen (Art. 46 Abs. 1 SVG). Die Führer
von Motorfahrrädern haben die Verkehrsregeln für Radfahrer zu beachten (Art. 42 Abs.
4 VRV; BGer 1C_766/2013 vom 1. Mai 2014 E. 3).
3.2. Die Administrativbehörde darf – worauf die Vorinstanz zu Recht hingewiesen hat –
von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen
feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren
oder die er nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung
zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn die Beweiswürdigung durch den
Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter
bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt,
insbesondere die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (vgl. BGE 119
Ib 159 E. 3c/aa, 124 II 103 E. 1c/aa). Sie ist unter bestimmten Umständen auch an
einen Strafentscheid gebunden, der im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn
sie auf einen Polizeibericht abstellt, der auf Wahrnehmungen der Polizeibeamten an Ort
und Stelle beruht und sich auf Aussagen von Beteiligten stützt, die unmittelbar nach
dem Vorfall eingeholt wurden und für den Führerausweisentzug massgebend sind. Dies
gilt namentlich dann, wenn der Beschuldigte wusste oder angesichts der Schwere der
ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste, dass gegen ihn ein
Führerausweisentzugsverfahren eröffnet wird, und er es trotzdem unterlässt oder
darauf verzichtet, im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens die ihm garantierten
Verteidigungsrechte geltend zu machen. Unter diesen Umständen darf der Betroffene
nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen vorzubringen und
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Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach Treu und Glauben verpflichtet, dies bereits
im Rahmen des (summarischen) Strafverfahrens zu tun und dort gegebenenfalls alle
Rechtsmittel auszuschöpfen (BGE 123 II 97 E. 3c/aa, BGer 6A.35/2004 vom 1.
September 2004 E. 3.2, 1C_503/2016 vom 12. Januar 2017 E. 3.1, 1C_539/2016 vom
20. Februar 2017 E. 2.2, 1C_50/2017 vom 16. Mai 2017 E. 2).
Dem Strafbefehl vom 3. Februar 2016 und dem ihm zugrundeliegenden Polizeirapport
ist in tatsächlicher Hinsicht zu entnehmen, dass am Morgen des 10. Dezember 2015 in
Q. der vom Beschwerdeführer gelenkte Personenwagen mit dem amtlichen
Kennzeichen SG 000000 beim Abbiegen von der K.-strasse nach rechts in die L.-
strasse mit einem von F.X. gelenkten auf dem rechts an die K.-strasse anliegenden
auch als Radweg genutzten Trottoir geradeausfahrenden Motorfahrrad P. mit dem
amtlichen Kennzeichen SG 000001 kollidierte. Der Beschwerdeführer macht – wie
bereits im Entzugs- und Rekursverfahren – geltend, F.X., der sich – was bei der St.
Galler Kantonspolizei aktenkundig sei – unsichtbar machen könne, und dessen Velotöff
hätten sein Auto nachweisbar nie berührt. Er sei kurz vor 08.00 Uhr mit seinem Auto
von Q. Richtung S. gefahren. Bevor er rechts Richtung T. abgebogen sei, habe er
keinen Velo- oder Velotöfffahrer und auch keine anderen Verkehrsteilnehmer gesehen.
Als er die Rechtskurve beendet gehabt habe, habe er einen Schlag in der Nähe seines
rechten Hinterrades gehört. Er habe angenommen, dass dies durch einen Stein oder
einen Randstein verursacht worden sei. Als er zirka drei Sekunden nachher in den
Rückspiegel geschaut habe, habe er einen Velotöfffahrer ohne Velotöff zirka zehn
Meter weiter oben in der Steigung auf der Strasse stehen gesehen. Der Schlag sei
weiter unten am Anfang der Steigung geschehen. Er habe sich entschieden, möglichst
schnell zur Unfallstelle zurückzufahren, um abzuklären, was hier geschehen sei. Weil er
beim Unfallort zuerst angenommen habe, dass er F.X. ungewollt übersehen habe, habe
er ihm CHF 100 Schmerzensgeld in die Hand gedrückt. Wie er nachher
herausgefunden habe, habe eindeutig keine Kollision von F.X. mit seinem Auto
stattgefunden. Er habe F.X. und dessen Velotöff nicht gesehen, weil beide auch für
einen anderen Verkehrsteilnehmer nicht sichtbar gewesen wären. F.X. habe sich mit
seinem Velotöff nachweisbar nicht in der Nähe der Kreuzung aufgehalten. Seine
Schmerzen an der Hüfte seien nachweisbar schon vorher vorhanden gewesen. Sein
Velotöff sei nachweisbar schon vorher so defekt gewesen, wie er ihn an diesem
Donnerstagmorgen um zirka 08.03 Uhr vorgefunden habe.
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Der Beschwerdeführer musste angesichts der Schwere des Vorwurfes – er soll als
Lenker eines Personenwagens beim Rechtsabbiegen einen vortrittsberechtigten
Motorfahrradfahrer übersehen und eine Kollision verursacht haben – davon ausgehen,
dass gegen ihn auch ein Führerausweisentzugsverfahren eröffnet würde. Dies gilt umso
mehr, als er von der Polizei anlässlich der Unfallaufnahme auf die Berichtgabe an das
Strassenverkehrsamt St. Gallen in Kenntnis gesetzt worden war und der Strafbefehl
vom 3. Februar 2016 den Hinweis enthielt, nach unbenützter Rechtsmittelfrist werde er
dem Beschwerdegegner mitgeteilt. Abgesehen davon sind die Vorbringen des
Beschwerdeführers, der im Anschluss an das Ereignis gegenüber der Polizei den
Tatbestand anerkannte und angab, das Mofa übersehen zu haben, nicht
nachvollziehbar. Vielmehr ist die Behauptung des Beschwerdeführers, ein
Verkehrsteilnehmer habe sich unsichtbar gemacht, geeignet, Zweifel an seiner
psychischen Gesundheit und an seiner Fahreignung zu wecken. Dass der
Beschwerdeführer kein Rechtsmittel gegen den Strafbefehl ergriff, weil ihm der
zuständige Sachbearbeiter nicht geglaubt habe, erscheint ebenfalls nicht
nachvollziehbar. Vielmehr wäre es unter den dargelegten Umständen wohl nahe
gelegen, die Angelegenheit und insbesondere den Unglauben des Sachbearbeiters
einem Gericht zur Beurteilung zu unterbreiten. Es liegt somit keine Konstellation vor, in
der die Administrativbehörde vom Sachverhalt, wie er im Strafverfahren festgestellt
worden ist, abweichen könnte.
3.3. Dementsprechend ist zusammen mit den Strafbehörden in tatsächlicher Hinsicht
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am Morgen des 10. Dezember 2015 in
Q. als Lenker eines Personenwagens beim Rechtsabbiegen von der K.-strasse in die
L.-strasse einen auf dem anliegenden auch als Radweg dienenden Trottoir fahrenden
Motorfahrradlenker übersehen und eine Kollision verursacht hat. Die Vorbringen des
Beschwerdeführers im Administrativverfahren sind zwar geeignet, Zweifel an seiner
Schuldfähigkeit zu wecken. Indessen sind dem Polizeirapport keinerlei Hinweise dafür
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Unfallaufnahme
entsprechende Gedanken geäussert hätte. Auch aus dem Strafbefehl wird nicht
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer dem zuständigen Sachbearbeiter gegenüber
geltend gemacht hätte, der Motorfahrradlenker habe sich unsichtbar gemacht. Deshalb
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit seinem Verhalten schuldhaft
Art. 34 Abs. 3 und Art. 43 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 5 VRV verletzt hat.
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4. Die Anordnung eines Warnungsentzugs setzt eine vom Lenker verschuldete,
konkrete oder jedenfalls erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Personen voraus. Ob
eine konkrete, eine erhöhte abstrakte oder ein abstrakte Gefährdung geschaffen
worden ist, kann nicht aufgrund der blossen Feststellung einer Verkehrsregelverletzung
beurteilt werden, sondern hängt von der konkreten Situation ab, in welcher sie
begangen wurde. Eine abstrakte Gefährdung als solche reicht nicht aus. Eine erhöhte
abstrakte Gefahr besteht, wenn die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder
Verletzung naheliegt (vgl. BGer 2C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.2 mit
Hinweisen).
Für den vorliegenden Fall gilt es zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer den
Radstreifen überquerte und dem daherkommenden Radfahrer im Sinn von Art. 40 Abs.
5 VRV den Vortritt verwehrte. Der Polizeirapport enthält zwar keine Angaben zum
Verkehrsaufkommen. Indessen war im Zeitpunkt des Unfallereignisses ohne weiteres
mit Verkehrsteilnehmern, welche das auch als Radweg dienende Trottoir nutzten, zu
rechnen. Mit der Widerhandlung gegen die genannten Vorschriften hat der
Beschwerdeführer damit nicht nur eine abstrakte, sondern eine erhöhte abstrakte
Gefahr geschaffen. Die Möglichkeit der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf der
Fussgängern und Radfahrern vorbehaltenen Strassenfläche lag nahe. Es ist denn auch
tatsächlich zu einem Unfall gekommen, bei welchem es glücklicherweise bei blossem
Sachschaden geblieben ist. Bei dieser Sachlage scheidet die Annahme einer nur
geringen Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinn von Art. 16a Abs. 1 Ingress und lit. a
SVG aus. Vielmehr ist durch die vom Beschwerdeführer begangene
Verkehrsregelverletzung eine Gefahr für die Sicherheit anderer gemäss Art. 16b Abs. 1
Ingress und lit. a SVG geschaffen worden. Ob das Verschulden des Beschwerdeführers
noch leicht im Sinn von Art. 16a Abs. 1 Ingress und lit. a SVG wiegt, kann unter diesen
Umständen offen bleiben.
5. Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens
einen Monat entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Die gesetzliche
Mindestentzugsdauer darf nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG; vgl.
BGE 141 II 220 E. 3.3.3, 135 II 334 E. 2.2, 138 E. 2.4, 132 II 234 E. 2). Die Vorbringen
des Beschwerdeführers – wegen der Hetze in den Medien gegen ihn sei das Risiko
gross, dass er als Velofahrer über den Haufen gefahren werde, es sei für ihn
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lebensgefährlich, an seinem Wohnort einzukaufen, in seiner Wohnung hielten sich,
wenn er nicht dort sei, Menschen auf, die ihm uferlos böse und vor allem sein über
3‘000 A4-seitiges Datenmaterial, das unverfälscht erhalten bleiben sollte, weil er
weltweit bekannt sei, torpedieren und übersteuern wollten – sind deshalb von
vornherein nicht geeignet, an der vom Beschwerdegegner verfügten und von der
Vorinstanz zu Recht nicht beanstandeten Entzugsdauer von einem Monat etwas zu
ändern.
6. (...).