# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 463bfb00-bd3e-479d-8b01-639ee8f42b51
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ und ihre beiden Kinder beziehen seit dem 23. August 2012 von der politischen
Gemeinde B._ Sozialhilfeleistungen. Mit Verfügung vom 24. April 2020 forderte diese
von A._ für den Zeitraum von Juni 2018 bis Januar 2020 zu viel bezogene
Sozialhilfeleistungen von CHF 12'076.40 zurück. Zur Begründung führte sie an, A._
wohne spätestens seit 27. Juni 2018 mit ihrem Lebenspartner, E._, in einer
gemeinsamen Wohnung in B._. Dieser Umstand und der von C._ ab August 2019
erzielte Praktikumslohn seien bei der Ermittlung des Sozialhilfebedarfs für die Monate
Juni 2018 bis Januar 2020 bzw. August 2019 bis Januar 2020 unberücksichtigt
geblieben. Die politische Gemeinde B._ ordnete zudem an, dass die Rückforderung in
monatlichen Raten à CHF 150 fällig werde und dieser Betrag während der finanziellen
Unterstützung direkt vom Lebensunterhalt abgezogen werde (act. G 13.1.6; zum
vorgängig gewährten rechtlichen Gehör siehe das Gesprächsprotokoll vom 28. Februar
2020, act. G 13.5.19).
B.
Gegen die Verfügung vom 24. April 2020 erhob A._ am 4. Mai 2020 Rekurs und
beantragte sinngemäss deren Aufhebung (act. G 13.1.2; zur ergänzenden Eingabe vom
29. Juni 2020 siehe act. G 13.8). Das Departement des Innern hiess den Rekurs mit
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Entscheid vom 14. März 2022, DIGS411-349, teilweise gut und verpflichtete A._ zu
einer Rückerstattung von CHF 4'420.90. Zur Festsetzung der Höhe und der Dauer der
monatlichen Verrechnung wies es die Sache an die politische Gemeinde B._ zurück.
Auf die Erhebung von amtlichen Kosten im Rekursverfahren wurde verzichtet. Die
Herabsetzung der Rückerstattungsforderung begründete das Departement des Innern
damit, dass E._ nicht bereits im Juli 2018, sondern erst im Oktober 2019 (Datum
Wohnungsauflösung am bisherigen Wohnort) Wohnsitz in B._ genommen habe. Ab
diesem Zeitpunkt hätte er als nicht unterstützte Person im Haushalt der unterstützten
A._ anteilmässig für die von ihm verursachten Kosten selbst aufkommen müssen. Ab
Oktober 2019 bis einschliesslich Januar 2020 seien A._ folglich hinsichtlich Miete und
Grundbedarf für den Lebensunterhalt zu viel Sozialhilfeleistungen im Umfang von
CHF 1'932 ausgerichtet worden. Bezüglich des Praktikumslohns von C._ vertrat das
Departement des Innern den Standpunkt, die Lohneinnahmen hätten erst im
Folgemonat angerechnet und der Praktikumslohn für August 2019 hätte erst in der
Berechnung der Sozialhilfe für den Monat September 2019 berücksichtigt werden
dürfen. Aufgrund der für die Dauer von September 2019 bis einschliesslich Januar
2020 zu Unrecht unterbliebenen vollständigen Anrechnung der Praktikumslöhne von
C._ resultiere eine Rückerstattungsforderung von CHF 3'188.90. Unter Abzug eines
um CHF 700 zu tief ausgerichteten Einkommensfreibetrags ergebe sich eine
Rückerstattungsforderung von insgesamt CHF 4'420.90 (act. G 2).
C.
Gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) vom 14. März 2022,
DIGS411-349, erhob A._ (Beschwerdeführerin) am 5. April 2022 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht (act. G 1).
C.a.
Am 23. Mai 2022 entsprach das Verwaltungsgericht dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch
Rechtsanwalt David Zünd; act. G 8; zum Gesuch vom 20. Mai 2022 siehe act. G 6).
C.b.
In der Beschwerdeergänzung vom 7. Juni 2022 liess die Beschwerdeführerin
beantragen: 1. Der angefochtene Entscheid vom 14. März 2022 sei aufzuheben und
von einer Rückforderung von ausbezahlten Sozialhilfeleistungen sei abzusehen.
2. Sowohl die Vorinstanz als auch die politische Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin)
C.c.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die Verpflichtung der
Beschwerdeführerin zur Rückerstattung zu Unrecht ausgerichteter finanzieller
Sozialhilfe betreffend den Zeitraum vom 1. September 2019 bis 31. Januar 2020 und
deren Verrechnung. Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid der Vorinstanz vom
14. März 2022, DIGS411-349 (act. G 2). Für die Beurteilung der dagegen gerichteten
Beschwerde ist das Verwaltungsgericht örtlich, sachlich und funktionell zuständig
(Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
Auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen (Art. 64 i.V.m. Art. 45 Abs. 1, Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP) sind unbestrittenermassen erfüllt. Auf die Beschwerde
ist daher einzutreten.
seien editionsweise aufzufordern, ihre vollständigen Akten durchnummeriert und mit
einem Inhaltsverzeichnis versehen der Beschwerdeinstanz einzureichen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der
Beschwerdegegnerin, wobei eine ausseramtliche Entschädigung direkt dem
Rechtsvertreter zuzusprechen sei. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen ausführen, bezüglich der Anrechnung des Praktikumslohns der Tochter
liege gar kein Irrtum vor. Zudem sei die Beschwerdegegnerin von Anfang an über das
Praktikum orientiert gewesen. Betreffend den Aufenthalt von E._ habe sie (die
Beschwerdeführerin) der Beschwerdegegnerin gegenüber nichts verschwiegen. Diese
sei von ihr spätestens am 21. Oktober 2019 über die Wohnsitznahme von E._ in B._
informiert worden. Des Weiteren liess die Beschwerdeführerin rügen, die Vorinstanz
hätte die von ihr genannten Zeuginnen einvernehmen müssen und nicht in
antizipierender Beweiswürdigung darauf verzichten dürfen. Schliesslich liess die
Beschwerdeführerin vorbringen, dass die Unterstützungsberechnung massive Fehler zu
ihren Ungunsten enthalte. So sei die Alimentenbevorschussung ab Ende August 2019
direkt dem Sozialhilfekonto gutgeschrieben worden und trotzdem sei der
entsprechende monatliche Betrag in der Unterstützungsberechnung weiterhin als
Einnahme angerechnet worden (act. G 9).
Die Vorinstanz verzichtete unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid
ausdrücklich (siehe deren Schreiben vom 14. Juni 2022, act. G 12) und die
Beschwerdegegnerin stillschweigend (act. G 17) auf eine Vernehmlassung.
C.d.
bis
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2.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin auf die ursprüngliche
Zusprechung von finanzieller Sozialhilfe für die Monate September 2019 bis und mit
Januar 2020 zurückkommen durfte sowie ob und in welchem Umfang sie berechtigt
war, eine Rückerstattung von finanzieller Sozialhilfe anzuordnen.
Die zuständige Gemeinde verfügt die Bemessung der finanziellen Sozialhilfe aufgrund
der im Einzelfall festgestellten tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse (Art. 11a
Abs. 1 Satz 1 des Sozialhilfegesetzes [SHG; sGS 381.1]). Je nachdem, ob die
Verfügung eine Begründung enthält, kann sie innert einer Frist von 14 Tagen nach
Eröffnung (bei fehlender Begründung) mit Einsprache (Art. 11a Abs. 2 SHG) oder mit
Rekurs (Art. 43 Abs. 1 lit. a VRP und Art. 47 Abs. 1 VRP) angefochten werden. Wer
unrechtmässig finanzielle Sozialhilfe erwirkt hat, erstattet diese samt Zins nach den
Bestimmungen des Obligationenrechts (OR; SR 220) zurück (Art. 19 Abs. 1 SHG).
2.1.
bis
Die Beschwerdegegnerin erliess keine (förmlichen) Verfügungen über die finanzielle
Sozialhilfe für die im Streit liegenden Monate September 2019 bis Januar 2020,
sondern teilte die jeweiligen monatlichen Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin
anhand monatlicher Leistungsabrechnungen schriftlich mit. Diese waren jeweils mit
einem Hinweis versehen, dass innert 5 Tagen seit Erhalt eine rekursfähige Verfügung
verlangt werden könne (act. G 13.5.20). Die Formwidrigkeit (zur vorgeschriebenen
Verfügungspflicht siehe Art. 11a Abs. 1 SHG und die Botschaft der Regierung vom
6. September 2016 zum IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz, ABl 2016, 2793:
«Sämtliche Entscheide der vollzugsverantwortlichen Organe müssen in Form einer
Verfügung erfolgen») der Leistungsentscheide ändert nichts daran, dass sie jedenfalls
für die Beschwerdegegnerin nach Ablauf der 14tägigen Einsprache- bzw. Rekursfrist
und damit im Zeitpunkt der Rückerstattungsverfügung vom 24. April 2020 (act.
G 13.5.17) verbindlich bzw. formell rechtskräftig waren. Somit darf die
Beschwerdegegnerin die in einer unbeanstandet gebliebenen faktischen Verfügung
zugesprochene finanzielle Sozialhilfe nur unter der Voraussetzung eines
Rückkommenstitels zurückfordern (vgl. zum Ganzen BGE 129 V 110).
2.2.
Unter dem Rückkommenstitel «Widerruf» sieht Art. 28 Abs. 1 VRP vor, dass
(fehlerhafte) Verfügungen durch die erlassende Behörde oder durch die
Aufsichtsbehörde geändert oder aufgehoben werden können, wenn der Widerruf die
Betroffenen nicht belastet oder wenn er aus wichtigen öffentlichen Interessen geboten
2.3.
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ist (eingehend zum Tatbestandsmerkmal der Fehlerhaftigkeit T. Tschumi, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxiskommentar zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege des Kantons St. Gallen [nachfolgend: PK VRP/SG], Art. 28
N 6). Schon aus der gesetzlichen Regelung (Art. 19 Abs. 1 SHG) an sich geht hervor,
dass die Rückerstattung unrechtmässig erwirkter finanzieller Sozialhilfe und die
gesetzmässige Ausrichtung der Sozialhilfe im öffentlichen Interesse ist. Somit ist diese
alternative Voraussetzung für einen Widerruf erfüllt (vgl. betreffend die Rückerstattung
unrechtmässig ausgerichteter Prämienverbilligung den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 22. September 2011, KV-SG 2011/3, E. 2). Demgegenüber
ist kein schützenswertes Interesse von finanzielle Sozialhilfe beziehenden Personen an
einer mit dem Legalitätsprinzip nicht zu vereinbarenden Leistungsausrichtung
erkennbar. Dabei kann offenbleiben, ob die ursprünglichen Leistungsentscheide für die
Monate September 2019 bis Januar 2020 einen erhöhten Bestandesschutz geniessen
(vgl. hierzu, PK VRP/SG-Tobias Tschumi, Art. 28 N 10). Denn selbst wenn dies bejaht
würde, stünde dieser einem Widerruf nicht entgegen, konnte die Beschwerdeführerin
bezüglich der Rechtmässigkeit der Leistungsausrichtung – jedenfalls bezüglich der
Berücksichtigung des Praktikumslohns ihrer Tochter für die Leistungsabrechnung der
Monate Oktober 2019 bis Januar 2020 (siehe hierzu nachstehende E. 2.4.2) – nicht
gutgläubig sein. Zu beurteilen bleibt damit für die Zulässigkeit des Widerrufs
nachfolgend, ob die ursprünglichen Leistungsentscheide für die Monate September
2019 bis und mit Januar 2020 der Rechtsordnung widersprachen.
Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte (act. G 2, E. 2.4.2) und von der
Beschwerdeführerin an sich zu Recht nicht bestritten wird, gehören junge Erwachsene
in Erstausbildung – wie die volljährige Tochter der Beschwerdegegnerin – zur
Unterstützungseinheit ihrer Eltern bzw. vorliegend ihrer Mutter und die
Unterstützungsbemessung ist gleich vorzunehmen wie bei minderjährigen Kindern.
Deshalb sind die von der Tochter ab August 2019 erzielten Praktikumslöhne bei der
Leistungsausrichtung für die Monate September 2019 bis Januar 2020 als Einnahmen
anzurechnen (act. G 2, E. 4.3).
2.4.
In der Leistungsabrechnung für September 2019 wurde der Praktikumslohn der
Tochter von CHF 672 (brutto; zum von der Beschwerdeführerin am 29. April 2019
mitunterzeichneten Arbeitsvertrag siehe act. G 13.1.21) als direkt der Klientin
ausbezahlte Einnahme berücksichtigt (act. G 13.5.20), was im entsprechenden Umfang
zu einer Kürzung des Fehlbetrags und damit der ausgerichteten finanziellen Sozialhilfe
2.4.1.
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führte. Dieser Betrag wurde bei der Auszahlungssumme nicht mehr hinzugerechnet,
womit nicht ersichtlich ist, dass der Praktikumslohn im September 2019 falsch
berücksichtigt worden wäre und eine Rückerstattung zu begründen vermöchte. Wie die
Vorinstanz zutreffend darlegte (act. G 2, E. 3.9) und von der Beschwerdegegnerin im
Beschwerdeverfahren auch nicht bestritten wurde, ist die Anwesenheit von E._ im
Haushalt der Beschwerdeführerin bis Ende September 2019 im Rahmen eines
Gastverhältnisses zu interpretieren, weshalb darin ebenfalls keine Rechtswidrigkeit an
der Leistungsausrichtung für September 2019 erblickt werden kann. Die
Leistungsfestsetzung für diesen Monat erweist sich allerdings insoweit als rechtswidrig
und einem Widerruf zugänglich, da zugunsten der Beschwerdeführerin
anerkanntermassen zu Unrecht kein Einkommensfreibetrag von CHF 200 angerechnet
wurde, was die Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung der gesamten
Rückforderungssumme zugunsten der Beschwerdeführerin zu Recht berücksichtigte
(siehe act. G 13.1.6).
Bezüglich der finanziellen Sozialhilfe für Oktober 2019 bis und mit Januar 2020 ist das
Folgende zu beachten: In den entsprechenden Berechnungen ging die
Beschwerdegegnerin davon aus, dass ihr der Praktikumslohn – anders als im
vorangegangenen Monat September 2019 – in Nachachtung der Zahlungsanweisung
vom 29. Juli 2019 (act. G 13.1.5) nunmehr direkt vom Arbeitgeber und nicht (mehr) der
Tochter der Beschwerdeführerin ausbezahlt würde. Gestützt auf diese Annahme
rechnete die Beschwerdegegnerin den bei den Einnahmen berücksichtigten vollen
Praktikumslohn beim Auszahlungsbetrag für die Monate Oktober 2019 bis und mit
Januar 2020 zugunsten der Beschwerdeführerin wieder hinzu (act. G 13.5.20).
Anzufügen bleibt, dass das Berechnungsblatt für den Monat November 2019 zwar
nicht in den Akten liegt. Indessen geht aus den Ausführungen der Parteien nicht hervor,
dass die Anrechnung des Praktikumslohns in diesem Monat im Vergleich zum
Vormonat oder der Monate Dezember 2019 und Januar 2020 abweichend erfolgt sei
(siehe auch die Berechnung des Rückerstattungsanspruchs in act. G 13.1.6 sowie die
unbestritten gebliebenen tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz in act. G 2,
E. 4.2). Entsprechend kann auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Edition (act.
G 10, S. 1) verzichtet werden. Wie die Vorinstanz unter Hinweis auf die Akten schlüssig
darlegte und von der Beschwerdeführerin unbestritten blieb, wurde der Praktikumslohn
indessen weiterhin der Tochter der Beschwerdeführerin und nicht direkt der
Beschwerdegegnerin ausbezahlt, was im entsprechenden Umfang zu einem
unrechtmässigen Leistungsbezug führte (act. G 2, E. 4.2). Aus dem Vorbringen (act.
2.4.2.
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3.
Da die Leistungsabrechnungen für die Monate September 2019 bis Januar 2020 von
der Beschwerdegegnerin zu Recht widerrufen wurden, verbleibt die Prüfung der
Rückerstattungspflicht der Beschwerdeführerin.
G 13.1.2), die Kontoauszüge seien der Beschwerdegegnerin jeweils übermittelt
worden, vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten bzw. auch keine dem
Widerruf allenfalls entgegenstehende Gutgläubigkeit abzuleiten. Denn selbst wenn die
Kontoauszüge übermittelt worden wären, hätte der Beschwerdeführerin die
Unrichtigkeit der Leistungsausrichtung bei zumutbarer gebotener Aufmerksamkeit
bewusst sein müssen. So war die seit Oktober 2019 bis und mit Januar 2020
ausbezahlte finanzielle Sozialhilfe im Vergleich zu den Vormonaten in einer auffälligen
Weise massiv höher, obschon der Praktikumslohn der Tochter weiterhin nicht der
Beschwerdegegnerin entrichtet worden war. Dass sich die Beschwerdeführerin
angesichts dieser Umstände nicht einmal bei der Beschwerdegegnerin über die
Rechtmässigkeit der augenfällig zu hohen Leistungsausrichtung erkundigte, schliesst
als grobfahrlässige Unterlassung die Berufung auf den guten Glauben aus (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2018, 8C_535/2018, E. 5.1). Der Widerruf der
Leistungsausrichtung für die Monate Oktober 2019 bis Januar 2020 war damit zulässig.
Die Vorinstanz hat die bei rechtskonformer Anrechnung des Praktikumslohns der
Tochter resultierende Rückerstattungssumme plausibel begründet (für Oktober 2019
bis Januar 2020 je CHF 648.20; act. G 2, E. 4.5.3). Deren mathematische Korrektheit
wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten. Demgegenüber besteht
einzig bezüglich der Leistungsabrechnung für September 2019 unter dem Aspekt des
Praktikumslohns keine Grundlage für eine Rückerstattung (siehe vorstehende E. 2.4.1),
womit der Gesamtbetrag der Rückforderung um den von der Vorinstanz angerechneten
Betrag von CHF 596.10 (act. G 2, E. 4.5.3) zu reduzieren ist.
3.1.
Mit einlässlicher, überzeugender Begründung (act. G 2, E. 3.4 ff.) ist die Vorinstanz
sodann zum Schluss gelangt, dass E._ spätestens ab Oktober 2019 nicht mehr als
Gast im Haushalt der Beschwerdeführerin betrachtet werden könne (act. G 2, E. 3.9).
Die rechtskundig vertretene Beschwerdeführerin anerkennt denn auch ausdrücklich, sie
habe «spätestens» am 21. Oktober 2019 die Wohnsitznahme von E._ in B._ gemeldet
(act. G 9, Rz 10 Mitte). In Anbetracht dieser Umstände ist nicht erkennbar, dass durch
die von der Beschwerdeführerin im Rekursverfahren beantragte Zeugenbefragung
zusätzliche Erkenntnisse bezüglich des Zeitpunkts der Wohnsitznahme von E._ in B._
3.2.
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hätten gewonnen werden können. Entgegen ihrer Auffassung (act. G 9, Rz 11) lässt
sich deshalb die antizipierte Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht beanstanden. Wie
diese zutreffend ausführte (act. G 2, E. 3.3) und von der Beschwerdeführerin auch nicht
substanziiert bestritten wurde (act. G 9, Rz 10), hatte die Beschwerdegegnerin bei der
infolge des bereits aus anderem Grund zulässigen Widerrufs (siehe hierzu vorstehende
E. 2.4.2) vorzunehmenden umfassenden Neuberechnung der Leistungen für die
Monate Oktober 2019 bis und mit Januar 2020 die Wohnsitznahme von E._ im
Haushalt der Beschwerdeführerin in B._ zu berücksichtigen. Die Beschwerdegegnerin
hat den daraus resultierenden unrechtmässigen Leistungsbezug von CHF 1'932 in der
Beilage zur Rückerstattungsverfügung vom 24. April 2020 nachvollziehbar erläutert
(act. G 13.1.6; siehe auch die Ausführungen der Vorinstanz in act. G 2, E. 3.9). Die
Beschwerdeführerin äusserte zu Recht keine Kritik an dieser Berechnung. Aus ihrer
Darstellung zur fehlenden subjektiven Vorwerfbarkeit bezüglich der unterbliebenen
Berücksichtigung der Wohnsitznahme von E._ (act. G 9, Rz 10) vermag sie nichts
gegen eine Rückerstattungspflicht abzuleiten. Art. 19 Abs. 1 SHG setzt nämlich –
anders als etwa die Sanktionen nach Art. 17 Abs. 1 SHG – kein Verschulden auf Seiten
der leistungsbeziehenden Person voraus. Vielmehr bezweckt diese Bestimmung die
Wiederherstellung des rechtskonformen Zustands nach einem unrechtmässigen Bezug,
ohne nach dem Grad der subjektiven Vorwerfbarkeit zu differenzieren (siehe auch die
Botschaft und den Entwurf der Regierung zum Sozialhilfegesetz vom 5. August 1997,
ABl 1997, 1795; zur fehlenden Bedeutung der Frage nach einer Pflichtverletzung oder
nach einem schuldhaften Verhalten für die Rückerstattungspflicht siehe auch
G. Wizent, Sozialhilferecht, 2020, N 809 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung und
Literatur). Für die Rückerstattungspflicht an sich ist damit ohne Belang, ob der objektiv
unrechtmässige Leistungsbezug gut- oder bösgläubig erfolgt war, womit sich
Weiterungen hierzu denn auch erübrigen. Der Vollständigkeit halber ist lediglich
anzufügen, dass sich der in Art. 19 Abs. 1 zweiter Satzteil SHG enthaltene Verweis auf
das OR ausschliesslich auf die Höhe des Zinssatzes (Art. 73 Abs. 1 OR; ABl 2016,
2794), nicht aber auf die Regeln über die ungerechtfertigte Bereicherung (Art. 62 bis
67 OR) bezieht.
Des Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin, die an die Beschwerdegegnerin erfolgte
direkte Auszahlung der Alimentenbevorschussung für ihre beiden Kinder sei bei den
Leistungsabrechnungen ab September 2019 zu ihren Ungunsten fälschlicherweise
unberücksichtigt geblieben (act. G 9, Rz 12). Im Schreiben vom 5. August 2019 wurde
die Beschwerdeführerin vom zuständigen Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin
darüber orientiert, dass der Alimentenbetrag für ihre beiden Kinder ab September 2019
3.3.
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4.
Zusammenfassend ist die von der Vorinstanz ermittelte Rückerstattungsforderung von
CHF 4'420.90 um die zu Unrecht erfolgte (doppelte) Anrechnung des Praktikumslohns
für den Monat September 2019 (CHF 596.10; siehe vorstehende E. 2.4.1 und E. 3.1)
und um die für September 2019 falsch vorgenommene Anrechnung des
Unterhaltsbeitrags für die Tochter der Beschwerdeführerin von CHF 696 (siehe
vorstehende E. 3.3.2) zu reduzieren, womit ein Rückerstattungsbetrag von
CHF 3'128.80 verbleibt. Unter Verweis auf die ansonsten zutreffenden, unbestritten
gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz (act. G 2, E. 5.3) ist die Sache zur
neuerlichen Festlegung der Höhe und Dauer der monatlichen Verrechnung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
direkt dem Sozialhilfekonto gutgeschrieben würde. Eine finanzielle Auswirkung werde
diese interne Umbuchung nicht haben (act. G 10.8).
Was den Unterhaltsbeitrag für den Sohn der Beschwerdeführerin von monatlich
CHF 696 anbelangt, so wurde dieser ab September 2019 unter den Einnahmen als
direkt (der Beschwerdegegnerin) gutgeschrieben erfasst, was zu einer entsprechenden
Reduktion des Fehlbetrags führte. Für den Auszahlungsbetrag (CHF 1'880) wurde der
Unterhaltsbeitrag unter der Bezeichnung «Direkteinnahmen durch Soziale Dienste»
wieder vollumfänglich angerechnet (act. G 13.5.20). Entgegen der Sichtweise der
Beschwerdeführerin trifft es somit nicht zu, dass die interne Umbuchung des
Alimentenbetrags zu einer zu tiefen Ausrichtung der finanziellen Sozialhilfe führte.
3.3.1.
Nichts anderes gilt bezüglich der Behandlung der Unterhaltsbeiträge für die Tochter
der Beschwerdeführerin ab Oktober 2019 (act. G 13.5.20). Demgegenüber ist der –
seitens der Beschwerdegegnerin nicht bestrittenen - Leistungsabrechnung für
September 2019 zu entnehmen, dass der Unterhaltsbeitrag für die Tochter von
CHF 696 in Abweichung zum Schreiben vom 5. August 2019 (act. G 10.8) und damit
auf der Einnahmenseite fälschlicherweise «als der Klientin ausbezahlt» erfasst wurde.
Dies hatte zur Folge, dass eine Aufrechnung bei der Ermittlung des
Auszahlungsbetrags zu Unrecht unterblieb und dass die nicht korrekt erfasste interne
Umbuchung in der Leistungsabrechnung für den Monat September 2019 zu einer um
CHF 696 zu tiefen Auszahlung führte. Die Kritik der Beschwerdeführerin erweist sich
insoweit als begründet, weshalb der entsprechende Betrag zusätzlich von der von der
Vorinstanz errechneten Rückerstattungssumme in Abzug zu bringen ist.
3.3.2.
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5.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Dispositivziffer 1 des Entscheids der
Vorinstanz vom 14. März 2022 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 5. April
2022 aufzuheben und die Beschwerdeführerin zu verpflichten, der
Beschwerdegegnerin CHF 3'128.80 für zu Unrecht bezogene finanzielle Sozialhilfe
zurückzuerstatten. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.1.
Wegen des bloss geringfügigen Obsiegens ist von einem vollständigen Unterliegen der
Beschwerdeführerin auszugehen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung
[sGS 941.12]). Es rechtfertigt sich jedoch, angesichts der finanziellen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin (Sozialhilfebezug) auf deren Erhebung zu verzichten (Art. 97 Abs. 1
VRP; vgl. den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 30. Juni 2015, B 2014/54,
E. 4.2).
5.2.
Ausgangsgemäss (siehe vorstehende E. 5.2) hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP). Die
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als in ihrem amtlichen Funktionsbereich
Handelnde ebenfalls keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (PK
VRP/SG-Armin Lindner, Art. 98 N 20 mit Hinweisen).
5.3.
bis
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Wird vor Verwaltungsgericht die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt, gelangt die staatliche Honorarordnung
für die Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege zur
Anwendung (Art. 30 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1'500 bis CHF 15'000 (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung [HonO; sGS
963.75]). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar
nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen,
der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (Art. 19 Abs. 1 HonO). Aufgrund der erst im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens erfolgten Mandatierung des Rechtsvertreters sowie des
Verzichts der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin auf eine Vernehmlassung
5.4.
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