# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1331c8ff-054c-4f4a-85fe-8d91f3d304f7
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) I. P., geboren 1982, ist Staatsangehöriger von Bosnien-Herzegowina. Er reiste
1988 im Rahmen des Familiennachzugs zu seinen Eltern in den Kanton St. Gallen und
erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung, welche regelmässig verlängert wurde.
b) Seit 1999 wurde I. P. mehrmals wegen Straftaten verurteilt. Unter anderem wurde er
am 18. Dezember 2001 wegen betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage, falscher Anschuldigung und grober Verletzung von
Verkehrsregeln zu drei Monaten Gefängnis, unter Gewährung des bedingten
Strafvollzugs, und einer Busse von Fr. 900.-- verurteilt. Am 6. August 2003 wurde er
wegen Tätlichkeit, einfachen Raubes, Sachbeschädigung und Vergehens gegen das
Waffengesetz mit achtzehn Monaten Gefängnis bestraft. Der im Strafbescheid vom 18.
Dezember 2001 gewährte bedingte Strafvollzug wurde widerrufen und die
Gefängnisstrafe von drei Monaten vollziehbar erklärt. Mit Strafbescheid vom 10. Mai
2004 wurde I. P. der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch sowie weiterer
SVG-Delikte schuldig gesprochen und mit drei Monaten Gefängnis und Fr. 600.--
bestraft.
c) Mit Verfügung vom 7. März 2001 wies das Ausländeramt ein Gesuch von I. P. um
Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab. Ausserdem wurde seine
Aufenthaltsbewilligung nur unter der Bedingung verlängert, dass er sich in jeder
Beziehung klaglos verhalte.
d) Mit Verfügung vom 14. Mai 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von I. P. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Zur Begründung wurde angeführt, sein
Verhalten habe zu schweren Klagen Anlass gegeben. Er sei mehrfach verurteilt worden
und habe sich auch als Arbeitnehmer nicht sonderlich bewährt.
B./ Gegen die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob I. P. Rekurs, der
vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 17. August 2004 abgewiesen
wurde.
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C./ Mit Eingaben vom 1. und 30. September 2004 erhob I. P. durch seinen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 17. August 2004 sei aufzuheben und sein Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei gutzuheissen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. In der Beschwerde wird im wesentlichen geltend gemacht, der
Beschwerdeführer habe den weitaus grössten Teil seines Lebens in der Schweiz
verbracht. Sein Leben sei nicht einfach. Schon früh habe ihn ein schwerer
Schicksalsschlag ereilt, als sein Vater hier in der Schweiz erschossen worden sei. An
diesem Verlust habe er schwer getragen, was zu einer Orientierungslosigkeit geführt
habe, die sich insbesondere nach der Beendigung der Schulzeit noch verstärkt habe. In
jener Zeit seien die ersten kleineren Verfehlungen eingetreten. Trotz der Verfehlungen
könne dem Beschwerdeführer für die Zukunft eine günstige Prognose gestellt werden.
Zwischenzeitlich habe er wieder eine Anstellung gefunden. Auch privat habe sein
Leben eine Wende genommen. Er sei mit seiner Freundin zusammengezogen, und sie
hätten eine Heirat in Aussicht genommen. Er habe zu seinem Herkunftsland keine
verwandtschaftlichen Beziehungen mehr. Die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung sei unverhältnismässig. Auf die einzelnen Ausführungen wird,

## Considerations

soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2004 auf
Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 1. und 30.
September 2004 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
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gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
a) Die Aufenthaltsbewilligung ist stets befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG). Nach Art. 9 Abs. 1
lit. a ANAG erlischt sie mit dem Ablauf der Bewilligungsfrist, soweit sie nicht verlängert
worden ist. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen
werden, wenn eine mit ihr verbundene Bedingung nicht erfüllt wird oder wenn das
Verhalten des Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt.
Das Ausländeramt hielt das Begehren des Beschwerdeführers vom 18. Januar 2002
um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach der Einleitung der Strafuntersuchung
wegen Verdachts der Verübung eines Raubüberfalls pendent. Die ursprüngliche
Bewilligung ist abgelaufen. Streitgegenstand ist demnach im vorliegenden Fall die
Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
b) Das Verwaltungsgericht übt eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im
Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen überschritten
oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Das Verwaltungsgericht hat den
Ermessensspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Ueberlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und
Zweck des Gesetzes stehen (GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
c) Auf die Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung gibt das Gesetz
keinen Anspruch (vgl. statt vieler BGE 128 II 148 mit Hinweisen). Ist beim Vorliegen
bestimmter Umstände ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist auch die
Verweigerung von deren Verlängerung gerechtfertigt. Beim Entscheid über die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat die Fremdenpolizeibehörde eine
Interessenabwägung vorzunehmen, wobei sie die bei der Ausweisung massgebenden
Kriterien analog anzuwenden hat. Es sind dies namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die persönlichen und
familiären Nachteile, die der Betroffene bei einer Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung zu gewärtigen hat (Art. 11 Abs. 3 ANAG; Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum ANAG, SR 142.201).
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d) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes kann bei einer Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr eine Aufenthaltsbewilligung sogar dann
verweigert werden, wenn der Inhaber einen rechtlich geschützten Anspruch auf
Verbleib in der Schweiz hat, beispielsweise wenn er mit einer niedergelassenen
Ausländerin oder mit einer Schweizerin verheiratet ist (GVP 1998 Nr. 71 mit Hinweis auf
Pra 85/1996 Nr. 95). Einen solchen Rechtsanspruch hat der Beschwerdeführer nicht; er
kann weder aus einem Gesetz noch aus einem Staatsvertrag einen Rechtsanspruch auf
Aufenthalt in der Schweiz ableiten. In einem solchen Fall darf grundsätzlich auch bei
leichteren Delikten als solchen, die eine Verurteilung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe
nach sich ziehen, die Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung verweigert werden
(GVP 1998 Nr. 71).
e) Hinsichtlich der Straftaten und Verurteilungen des Beschwerdeführers kann auf die
Feststellungen im angefochtenen Rekursentscheid (Erw. B bis D und F bis H) sowie auf
die Sachdarstellung in der Beschwerdeschrift (III A 3a bis 3c, 5 bis 7c) verwiesen
werden. Gesamthaft wurden gegen den Beschwerdeführer zwei Freiheitsstrafen von je
drei Monaten und eine solche von achtzehn Monaten ausgesprochen. Die gesamte
Dauer der Freiheitsstrafen erreicht somit das Mass von zwei Jahren, welches wie
erwähnt selbst bei einem Ausländer mit Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung zu einer Verweigerung des weiteren Aufenthalts führen kann.
Der Beschwerdeführer geht offenbar irrtümlich davon aus, dass ihn das Kreisgericht
Untertoggenburg-Gossau nur zu einer Freiheitsstrafe von dreizehn Monaten verurteilte.
Erschwerend fällt die relativ grosse Zahl der Straftaten ins Gewicht. Insgesamt sind
zwischen 1999 und 2004 sieben Verurteilungen aktenkundig. Weiter fällt auf, dass der
Beschwerdeführer während der Probezeit für den bedingten Vollzug einer
Gefängnisstrafe delinquierte. Den Raubüberfall verübte er zudem weniger als ein Jahr
nachdem ihm wegen seines Verhaltens die Niederlassung verweigert und die
Aufenthaltsbewilligung nur unter dem Vorbehalt des klaglosen Verhaltens verlängert
worden war.
Hinsichtlich der Verurteilung durch das Kreisgericht Untertoggenburg-Gossau vom 6.
August 2003 ist ausserdem in Betracht zu ziehen, dass in fremdenpolizeilicher Hinsicht
bei Delikten gegen die körperliche Integrität ein strenger Massstab anzulegen ist (BGE
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125 II 527). Der Umstand, dass der Strafrichter von einer Landesverweisung abgesehen
hat, steht einer Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht
entgegen (BGE 129 II 216 f. und 125 II 110 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer
attackierte in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2002 gemeinsam mit zwei weiteren
Tätern einen geistig leicht behinderten Mann. Der Tathergang ist im angefochtenen
Entscheid in Erwägung 3c
ff) ausführlich beschrieben. Der Beschwerdeführer und seine beiden Kumpane
überfielen den Mann ohne ersichtlichen Grund und schlugen ihn mit Fäusten und einem
Stock zusammen, entwendeten ihm den Geldbeutel und warfen sein Fahrrad über eine
Brücke. Der Strafrichter hielt fest, der Beweggrund der Tat habe im reinen
Aggressionsabbau gelegen. Das Verhalten des Beschwerdeführers ist als brutale,
hinterhältige und feige Aggression zu werten, die Ausdruck einer erheblichen
kriminellen Energie ist. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer sowohl
Vermögensdelikte als auch Strassenverkehrsdelikte sowie Straftaten gegen Leib und
Leben beging. Er delinquierte in den letzten fünf Jahren mit einer gewissen
Regelmässigkeit. Wie erwähnt, wurde ihm die Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2001 nur
auf Zusehen und Wohlverhalten hin verlängert und die Erteilung der
Niederlassungsbewilligung verweigert. Aufgrund der Straftaten ist jedenfalls ein
gewichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers
gegeben.
Zugunsten des Beschwerdeführers ist der relativ lange Aufenthalt von knapp siebzehn
Jahren in der Schweiz in Betracht zu ziehen. Auch kann berücksichtigt werden, dass
der Beschwerdeführer im Alter von rund sechs Jahren aufgrund eines Tötungsdelikts
seinen Vater verlor und ausländische Jugendliche häufig Schwierigkeiten bei der
Integration haben. Soweit aus den Akten ersichtlich, lebte der Beschwerdeführer aber
mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in geordneten Verhältnissen. Bereits als
Schüler beging er Straftaten, und in der Folge delinquierte er auch zu Lasten seines
Lehrmeisters. Weiter kommt hinzu, dass in familiärer Hinsicht keine besonderen
Umstände vorliegen, die für einen weiteren Verbleib des Beschwerdeführers in der
Schweiz sprechen. Der Beschwerdeführer ist volljährig und muss in der Schweiz keine
Unterhaltspflichten erfüllen. Er pflegt unbestrittenermassen Kontakte mit seinem
Heimatstaat und hielt sich während den Ferien dort auf. Seine Freundin stammt
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ebenfalls aus Bosnien-Herzegowina und kam erst knapp vor Erreichen der
Volljährigkeit in die Schweiz. Als jungem Mann ist es ihm grundsätzlich zuzumuten, sich
auch ohne engmaschiges soziales Beziehungsnetz im Herkunftsstaat wieder
zurechtzufinden. Gesamthaft betrachtet kann jedenfalls in der Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Missbrauch und keine Ueberschreitung
des Ermessens erblickt werden. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das
öffentliche Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers höher gewichtete als
dessen privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz, zumal letztlich nur die
relativ lange Aufenthaltsdauer gegen die Fernhaltung spricht, während in familiärer
Hinsicht keine besonderen Umstände dargetan sind, die für einen Verbleib sprechen.
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP).