# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 68c3b321-729f-4387-a137-e6930d53bddb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1979, arbeitete zuletzt seit März 2006 als Gerüstmonteur bei der Y._ (vgl. Urk. 6/12 S. 1 f. Ziff. 2.1, Ziff. 2.7), als er sich am 28. Juli 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete (Urk. 6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 6/4) ein und teilte dem Versicherten daraufhin mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen derzeit nicht möglich seien (vgl. Mitteilung vom 25. August 2011, Urk. 6/10). Sodann tätigte sie weitere Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (Urk. 6/11-13; Urk. 6/15; Urk. 6/18; Urk. 6/22-23). Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 7. März 2012 (Urk. 6/26) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt und dieser dagegen Einwände (Urk. 6/29) erhoben hatte, nahm die IV-Stelle weitere Abklärungen (Urk. 6/37; Urk. 6/42; Urk. 6/50; Urk. 6/59; Urk. 6/62) vor und veranlasste ein polydiszipli
näres Gutachten, welches am 10. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 6/82). Am 18. Juli 2014 teilte sie dem Versicherten wiederum mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 6/87). Schliesslich erfolgte eine psychiatrische Nachbegutachtung, über welche am 8. Dezember 2015 berichtet wurde (Urk. 6/113). Mit Schreiben vom 5. April 2016 (Urk. 6/117) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten als Schadenminderungspflicht eine engmaschige kontinuierliche psychiatrische und neurologische Behandlung durch einen mut
tersprachlichen Therapeuten sowie eine Optimierung der medikamentösen Be
handlung.
Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/119; Urk. 6/125; Urk. 6/143) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 8. November 2016 (Urk. 6/127; Urk. 6/146 = Urk. 2) eine befristete ganze Inva
lidenrente für die Zeit vom 1. Februar 2012 bis 31. Juli 2013 zu.
2.
Der Versicherte erhob am 17. November 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. November 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine unbefristete Invaliden
rente, auszurichten. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2017 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 16. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 5. April 2017 (Urk. 8) wurde der beantragte zweite Schriftenwechsel (vgl. Urk. 1 S. 2) als nicht erfor
derlich erachtet.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Ren
te (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober
2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, der Beschwerdeführer sei seit dem 23. Januar 2011 erheblich in seiner Arbeitsfähig
keit eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer sei ihm nicht mehr zumutbar. Die Leistungen könnten frühestens sechs Monate nach Eingang der Anmeldung und somit ab dem 1. Februar 2012 ausgerichtet werden. Seit dem 24. April 2013 sei er in einer angepassten Tätigkeit wiederum zu 70 % arbeits
fähig. Da nach Vornahme des Einkommensvergleichs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr resultiere, werde die Invalidenrente drei Monate später und somit auf den 1. August 2013 aufgehoben. Der Beschwerdeführer habe demzufolge Anspruch auf eine befristete ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Februar 2012 bis 31. Juli 2013 (S. 5 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, die Berichte der Z._ dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zu un
terbreiten. Eine ärztlich attestierte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) in Kombination mit einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei chroni
schem Schmerzsyndrom und einer rezidivierenden depressiven Störung führe ohne Weiteres zu einer dauernden Einschränkung der Erwerbsfähigkeit. Auch die Eingliederungsbemühungen seien gescheitert. Er habe daher Anspruch auf eine unbefristete ganze Invalidenrente. Eventuell sei ein Gerichtsgutachten an
zuordnen. Falls von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit ausgegangen werde, sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10 % zu gewähren, wodurch er Anspruch auf eine Viertelsrente habe (S. 6 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine unbe
fristete Invalidenrente.
3.
3.1
Mit Austrittsbericht vom 25. Januar 2011 (Urk. 6/15/9-10) informierten die Ärz
te des A._ über die notfallmässige Selbstzuweisung des Beschwerde
führers am 23. Januar 2011. Dieser habe berichtet, dass er durch Fusstritte ge
gen die rechte Flanke, gegen die Halswirbelsäule (HWS) sowie gegen den linken Gesichtsschädel tätlich angegriffen worden sei. Die Ärzte diagnostizierten dies
bezüglich eine Commotio cerebri sowie eine Kontusion der linken Flanke und entdeckten als Nebenbefund eine Leberzyste sowie eine Mikrohämaturie (S. 1).
3.2
Am 21. April 2011 erfolgte im B._ eine Aspiration der Zyste, eine Installation einer hypertonischen Kochsalzlösung sowie eine Fenestration und Omentumplastik (vgl. Operationsbericht vom 21. April 2011, Urk. 6/4/30-31). Der Beschwerdeführer war vom 19. bis 29. April 2011 stationär hospitalisiert, wobei dem Austrittsbericht vom 27. April 2011 (Urk. 6/4/32-35) folgende Diagnosen zu entnehmen sind (S. 1):
-
grosse Echinococcus-Zyste (Echinococcus cysticus) im Lebersegment VII/VIII, Erstdiagnose (ED) Januar 2011
-
grosse septierte Zyste mit bildgebendem Verdacht auf eine Infiltration in die Vena cava inferior mit präoperativer fraglicher Appositions
thrombus in der Vena cava inferior und Verdacht auf Infiltration der rechten Lebervene
-
Eosinophilie
-
Splenomegalie
-
Behandlung mit Zentel seit Mitte Februar
-
Status nach Sepsis unklarer Ätiologie im März 2011, Differentialdiagno
se (DD): Superinfektion einer Zyste, anaphylaktischer Schock bei be
grenzter Zystenruptur
-
chronische Kopfschmerzen bei Status nach HWS-Schleudertrauma
Der Verdacht auf einen Thrombus der Vena cava inferior habe sich anlässlich der Operation nicht bestätigt (S. 3).
3.3
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und D._, dipl. Psychologin, informierten mit Bericht vom 20. Juni 2011 (Urk. 6/15/15) über das kurz zuvor erfolgte Erstgespräch mit dem Beschwerde
führer und diagnostizierten eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23). Die Symptome im Sinne von Angstzuständen, sozialem Rückzug, nächtlichen Alb
träumen, Schreckhaftigkeit sowie innerer Unruhe und Schlafstörungen stünden im direkten Zusammenhang mit einem am 23. Januar 2011 erlittenen tätlichen Angriff.
3.4
Mit Bericht vom 5. September 2011 (Urk. 6/13/1-3) erwähnte Dr. med. E._, Fachärztin für Chirurgie, B._, einen Status nach am 21. April 2011 er
folgter Aspiration einer grossen Echinococcus-Zyste im Lebersegment VII/VIII, Installation einer hypertonischen Kochsalzlösung sowie Fenestration und Omentumplastik
als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit vom 19. April bis 5. Septem
ber 2011 vollständig arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 6. September 2011 sei er wiederum vollständig arbeitsfähig (S. 2 f. Ziff. 1.6-1.7, Ziff. 1.9).
3.5
Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Be
richt vom 20. November 2011 (Urk. 6/15/3-6) an, dass er den Beschwerdeführer seit September 2002 behandle (S. 2 Ziff. 1.2) und folgende – hier gekürzt aufge
führte – Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne (S. 1 f. Ziff. 1.1):
-
grosse Echinococcus-Zyste im Lebersegment VII/VIII
-
akutes Lumbovertebralsyndrom mit sensiblem Reizsyndrom L5 rechts mit rechts-foraminaler Diskushernie L4/5 mit Druck auf die Nervenwur
zel L5 und einseitiger Spondylolyse L5 rechts
-
Status nach am 23. Januar 2011 erlittenem tätlichen Angriff mit Com
motio cerebri und Kontusion der Flanke links, Reaktivierung der Lumbo
ischialgie rechts sowie Angstzuständen, Angstträumen und einer starken inneren Nervosität
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtete er einen seit dem 15. November 2011 bestehenden links-glutealen bakteriellen Infekt (S. 2 Ziff. 1.1). Die Prognose sei noch unklar (S. 3 Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit seit dem 23. Januar 2011 bis auf weiteres
vollständig arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.6). Die Tätigkeit als Gerüstbauer sei mittelfristig nicht mehr möglich. Falls die Abdominalschmerzen durch die vorgesehene erneute Operation behandelt würden, sei eine 100%ige Arbeitsaufnahme wahrscheinlich möglich (S. 4 Ziff. 1.7-1.8).
3.6
Dem Schreiben von Dr. C._ vom 6. Februar 2012 (Urk. 6/18) ist als Diagno
se weiterhin eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23) zu entnehmen. Der Be
schwerdeführer sei am 15. und 23. Juni 2011 für zwei Konsultationen in der Praxis gewesen. Danach sei er nicht mehr erschienen.
3.7
Mit Bericht vom 4. Juli 2012 (Urk. 6/42/2-8) informierten die Ärzte des B._ über die Beurteilung des Beschwerdeführers im Rahmen der interdisziplinären Schmerzsprechstunde und stellten dabei folgende Diagnosen (S. 4 f.):
-
chronisches rechts-hemikorporell-betontes gemischt neuropatisch-nozizeptives Schmerzsyndrom mit/bei:
-
oberbauchbetonten Abdominalschmerzen bei Status nach Echinococ
cus-Zyste Lebersegment VII/VIII mit Infiltration in Vena cava inferior und Verdacht auf Infiltration der rechten Lebervene, Status nach Aspiration Zysteninhalt, Instillation hypertoner Kochsalzlösung und Zysten-Fenestration, Omentumplastik und Cholezystektomie am 19. April 2011 mit postoperativer Wundheilungsstörung mit offener Wundbehandlung sowie bei Status nach Adhäsiolyse und offener Hemihepatektomie rechts bei anhaltend massiven Oberbauchschmer
zen am 29. November 2011
-
nicht-näher bezeichneter depressiver Störung
-
lumbospondylogenem rechtsbetontem Panvertebralsyndrom bei Sta
tus nach sensiblem Reizsyndrom L5 rechts Februar 2012 bei degene
rativen Veränderungen und Diskushernie L4/5 rechts sowie bei aktuell klinisch keiner radikulären Reiz- oder Ausfallsymptomatik
-
chronischen rechts-zerviko-okzipitalen nach temporo-parietal aus
strahlenden Kopfschmerzen bei Mischbild aus zerviko-zephalem Schmerzsyndrom mit möglicher Medikamentenübergebrauchskopf
schmerzkomponente, anamnestisch bland bezüglich vorgängig beste
hender primärer Kopfschmerzen
-
Status nach Commotio/Contusio cerebri bei tätlicher Auseinandersetzung am 23. Januar 2011
-
hyperchrome mikrozytäre Anämie unklarer Genese
Das lumbospondylogene rechtsbetonte Panvertebralsyndrom, die oberbauchbe
tonten Abdominalschmerzen sowie die Kopfschmerzen würden durch ein chro
nisches Schmerzverhalten deutlich überlagert.
Auch finde eine gewisse Auswei
tung der Schmerzsymptomatik statt, welche die objektive Beurteilung erschwere. Eine Rückkehr in die bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer sei bei der aktuellen Schmerz
symptomatik nicht vorstellbar. Bei
deren Stabilisierung sei eine min
destens mittelschwere ganztägige Tätigkeit nicht ausgeschlossen. Die Rehabili
tationsaussichten seien in Anbetracht der psychosozialen Faktoren mit eher niedriger Schulbildung, nicht abgeschlossener Berufsausbildung, Verhangensein in einem eher traditionell anmutenden Männerbild sowie fehlender Akkultu
riertheit als eher ungünstig zu bewerten. Ein gewisses fremdaggressives Gefähr
dungspotential sei nicht auszuschliessen (S. 5 f.).
3.8
Dem Bericht von Dr. med. G._, praktischer Arzt, B._, vom 19. Juli 2013 (Urk. 6/59/5-6) ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit ein Status nach am 25. März 2013 erfolgter Zwerchfellhernienre
pair rechts bei iatrogener Zwerchfellhernie nach Hemihepatektomie rechts zu entnehmen. Der Verlauf sei erfreulich. Sodann nannte er folgende – hier ge
kürzt aufgeführte - Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Status nach Hemihepatektomie rechts bei Echinococcus cystus November 2011 mit Verwachsungsbauchbeschwerden und Hyperpathie der hyper
trophen Bauchnarbe
-
lumbospondyloges rechtsbetontes Panvertebralsyndrom bei Status nach sensiblem Reizsyndrom L5 rechts Februar 2012
-
hyperchrome mikrozytäre Anämie
Der Beschwerdeführer sei aufgrund der postoperativen Schmerzen bis zum 23. April 2013 arbeitsunfähig gewesen. Danach habe aus chirurgischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden (S. 2 Ziff. 1.7).
3.9
Am 10. Juni 2014 erstatteten die Gutachter des H._ ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medi
zin, Rheumatologie, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 6/82). Dabei nannten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 Ziff. 6.1):
-
neuropathisches Schmerzsyndrom bei Status nach mehrfachen Bauch
eingriffen mit/bei:
-
Entfernung Leberzyste (Echinococcus cysticus), April 2011
-
offener Hepatektomie rechts und Adhäsiolyse, November 2011
-
operativer Versorgung einer iatrogenen Zwerchfellhernie, März 2013
-
Spannungskopfschmerzen mit migräniformer Komponente und Aus
strahlung in Richtung Nacken ohne Blutung, Raumforderung oder Hirn
druckzeichen (Computertomographie, CT, Schädel vom Januar 2011)
Zudem erwähnten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 22 Ziff. 6.2):
-
chronisches Lendenwirbelsäule (LWS)-Syndrom mit pseudoradikulärer Reizsymptomatik L5 links mit/bei:
-
rechtsforaminaler Diskushernie L4/5 mit Druck auf die Nervenwurzel L5 (Magnetresonanztomographie, MRI, LWS vom November 2011)
-
Kontakt zwischen lateraler Diskusprotrusion L4/5 rechts und der Wurzel L5 rechts, aktuell ohne eindeutige Kompression
-
Status nach Commotio cerebri und HWS-Distorsion (Januar 2011) bei Verdacht auf traumaassoziierte geringgradige Gefügestörung C3/4 und C4/5 sowie Einriss des Anulus fibrosus C3/4 (MRI HWS vom Mai 2011)
Im Rahmen der internistischen Untersuchung sei ein deutlich inkonstantes, gro
teskes Gangbild aufgefallen. Das Schmerzverhalten und die Schmerzangaben würden sich medizinisch nicht einordnen lassen. Bei der Untersuchung des Ab
domens habe der Beschwerdeführer seine Abdomenmuskulatur so stark ange
spannt, dass eine Untersuchung nicht möglich gewesen sei (S. 13 Ziff. 4.2, S. 23 Ziff. 7.1).
Aus rheumatologischer Sicht stehe ein Beschwerdebild im Vordergrund, welches somatisch nicht erklärt werden könne. Es lägen lediglich milde degenerative Ver
änderungen vor. Hinweise auf eine sensorische oder motorische Reiz- oder Ausfallsymptomatik fänden sich neurologisch nicht. Deutlich im Vordergrund stünden Befunde, die im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung interpretiert wer
den müssten. Es könne kein rheumatologisches Krankheitsbild diagnostiziert werden, welches die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen oder jeglichen anderen Tätigkeiten einschränke. Es seien Diskrepanzen aufgefal
len, welche sich medizinisch nicht erklären liessen (S. 17 f. Ziff. 5.2, S. 23 Ziff. 7.1, S. 48 f. Ziff. 4).
In neurologischer Hinsicht stünden die Bauchschmerzen im Vordergrund. Die klinische Beurteilbarkeit sei aufgrund von Kooperationsschwierigkeiten etwas eingeschränkt. Gesamthaft sei bezüglich der anhaltenden Bauchbeschwerden von neuropathischen Schmerzen bei Status nach mehrfachen Baucheingriffen auszugehen. Hinsichtlich der Kopfschmerzen seien sämtliche migräniformen Begleitsymptome bestätigt worden, dies allerdings erst nach dezidiertem Nach
fragen. In der klinischen Untersuchung zeige sich eine Klopfschmerzhaftigkeit im Bereich der gesamten Wirbelsäule und eine Druckschmerzhaftigkeit der pa
ravertebralen Muskulatur im Bereich der HWS sowie eine Schmerzangabe bei Rechts- und Linkswendung des Kopfes und Angabe einer Druckschmerzhaf
tigkeit im Bereich der Supra- und Infraorbitalpunkte linksseitig. Die Kopf
schmerzen seien gesamthaft als Spannungskopfschmerzen mit migräniformer Begleitsymptomatik einzustufen, da die erst bei Nachfrage bestätigten Begleit
symptome als nicht im Vordergrund stehend eingeschätzt würden. Eine Analge
tika-induzierte Komponente sei möglich. Schliesslich zeige sich bildgebend ein Kontakt zwischen einer lateralen Diskusprotrusion L4/5 rechts und der Wurzel L5 rechts, jedoch ohne eindeutige Kompression. Aktuell sei am ehesten von einem chronischen LWS-Syndrom ohne Hinweis auf eine sensorische oder mo
torische Reizsymptomatik und ohne motorische Ausfälle auszugehen. In Anbe
tracht der im Vordergrund stehenden abdominalen neuropathischen Schmerzen sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer sowie in schweren und überwiegend mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig. In der aktuellen sowie einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselbelastung und der individuellen Pau
sengestaltung sei er zu 70-80 % arbeitsfähig (S. 18 ff. Ziff. 5.3, S. 23 Ziff. 7.1, S. 57 ff. Ziff. 4).
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe keine Erkrankung festgestellt werden können. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestehe nicht. Der Beschwerdeführer sei euthym und gut schwingungsfähig, weshalb auch keine depressive Entwicklung festgestellt werden könne. Eine PTBS könne auf
grund der Symptomatik ebenfalls nicht diagnostiziert werden. Psychiatrisch auffällig sei eine Diskrepanz zwischen dem geklagten Beschwerdebild und dem erhobenen Befund. Die geklagten Beschwerden seien in hinreichendem Ausmass überwindbar und daher invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der bisherigen sowie jeglicher anderen Tätigkeit voll arbeitsfähig (S. 14 ff. Ziff. 5.1, S. 23 Ziff. 7.1, S. 41 f. Ziff. 4).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerdefüh
rer durch Diskrepanzen zwischen der subjektiven Beschwerdeschilderung und dem Verhalten respektive den objektivierbaren Befunden aufgefallen sei, welche als erheblich in Richtung bewusstseinsnaher Aggravation einzustufen seien. Entsprechend könne weder aus rheumatologischer noch psychiatrischer oder in
ternistischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit plausibilisiert wer
den (S. 24 Ziff. 7.1). In der bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer bestehe auf
grund der neurologischen Beschwerden keine Arbeitsfähigkeit mehr. In der ak
tuell ausgeübten Tätigkeit als Bauhelfer sowie jeglicher anderen körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselbelastung und der individuellen
Pausengestaltung sei er seit spätestens dem 24. April 2013 wieder zu 70-80 % arbeitsfähig. Die Einschränkung begrün
de sich mit einem erhöhten Pausenbedarf aufgrund der in neurologischer Hin
sicht dargestellten Beschwerden. Für die Zeit zwischen dem aufgrund der Echi
nocco
cus-Zyste erfolgten Ersteingriff und der zuletzt am 25. März 2013 durch
geführten Operation
sei auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der behandelnden Ärzte ab
zustellen (S. 24 f. Ziff. 7.2-7.4).
Eine fachneurologische Mitbetreuung zwecks Op
ti
mierung der Schmerzmedikation werde empfohlen. Zudem sollte die Schmerz
betreuung fortgeführt werden. Durch diese Massnahmen könne eine Verbesserung des Schmerzbildes und
möglicherweise auch der Arbeitsfähigkeit erzielt werden (S. 25 Ziff. 7.5).
3.10
RAD-Arzt Dr. med. Dr. rer. pol. I._, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, erachtete das Gutachten mit Stellungnahme vom 17. Juli 2014 für umfassend und stellte für die Beurteilung darauf ab (vgl. Urk. 6/116 S. 5 f.).
3.11
Mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 (Urk. 6/92) äusserte Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Kritik am psychiatri
schen Teilgutachten. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass keine affektive Verände
rung festzustellen sei. Der Beschwerdeführer nehme auch regelmässig Medika
mente ein und befinde sich in regelmässiger psychiatrischer Behandlung sowie in einer speziellen Traumatherapie. Die Aussagen hinsichtlich Angsterkrankung seien absolut unverständlich. Das Gutachten widerspreche sich häufig und sei sachlich sowie fachlich falsch (S. 4 f.).
3.12
Die daraufhin veranlasste psychiatrische Nachbegutachtung durch das
H._
er
folgte am 10. August 2015. Dem diesbezüglichen Gutachten vom 17. August 2015 (Urk. 6/113) ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4) zu entnehmen. Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit konnten keine gestellt werden (S. 9 Ziff. 3).
Im Vordergrund des Erlebens und der Beschwerdepräsentation stünden Angst und Schmerzen. Bei fixiertem Krankheitsverständnis sei eine stationäre psycho
somatische Behandlung zur Klärung und Behandlung der Störung indiziert. Die Kriterien einer PTBS seien nicht erfüllt. Vor dem Hintergrund der Lebensge
schichte sei durchaus denkbar, dass zeitweilig unspezifische Symptome einer PTBS bestünden, die sich vor allem in impulsivem Verhalten entladen würden. Gegenwärtig handle es sich um eine Verdachtsdiagnose. Im Zusammenhang mit der Konfliktsituation werde eine emotionale Erregung deutlich. Es würden Wut, Ärger, Kränkung und Empörung dominieren. Angst, Lähmung und Leere lägen
weniger vor. Der Beschwerdeführer erwähne zwar Angst. Aufgrund von Diskre
panzen in der Aussage sei jedoch kritisch zu bewerten, ob ein Vermeidungsver
halten bestehe. Die Schilderungen bezüglich der gegenwärtigen Alltagsgestal
tung seien spärlich und zu wenig differenziert, um diese Symptome zu bestäti
gen. Die Ängste
würden somit die Kriterien einer Angststörung nicht erfüllen. Der Ver
dacht auf Anteile situationsbefundenen aggravierenden Verhaltens sei auch in der gegenwärtigen Situation nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer mache verschiedentlich diskrepante Angaben hinsichtlich seines Vermeidungs
ver
haltens und auch bei der Medikamentendosierung. Er habe versucht, die ge
machten Angaben bei Ankündigung der Blutentnahme nachträglich zu korri
gie
ren. Die Laboruntersuchungen hätten bestätigt, dass er die Medikation nicht einnehme. Darin seien Ansätze dissozialer Verhaltensweisen erkennbar. Ge
samthaft sei die Aussage des erstbegutachtenden Psychiaters, wonach der Sach
verhalt nicht abschliessend zu klären sei, nachvollziehbar. Der Einwand von Dr. J._ sei nur begrenzt richtig (S. 11 ff. Ziff. 4). Trotz des Vorliegens von Inkonsistenzen, welche der Explorationssituation und dem Krankheitsbild zugeordnet würden, sei der Beschwerdeführer aufgrund der chronischen Schmerzstörung zu 30 % arbeitsunfähig in sämtlichen Verweistätigkeiten. Die Ressourcen zur Überwindung dieser Störung seien bei somatischem Krankheits
konzept, mangelhafter Bildung und emotionaler Instabilität reduziert (S. 14 f.).
3.13
Mit Stellungnahme vom 7. Januar 2016 erachtete RAD-Arzt Dr. I._ das aktuelle psychiatrische Gutachten als umfassend und schlüssig (vgl. Urk. 6/116 S. 7 f.).
3.14
Die Ärzte der Z._ informierten mit Austrittsbericht vom 3. Juni 2016 (Urk. 6/131) über die stationäre Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 22. April bis 17. Mai 2016 und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
-
PTBS (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F62.80)
Das Zustandsbild habe sich unter den stationären Wirkfaktoren stabilisiert. Auf dem Boden einer PTBS und ausgedehnten Laparotomien habe sich eine rezidi
vierende depressive Störung ausgebildet, wobei beim Eintritt die Kriterien für eine mittelgradige Ausprägung erfüllt gewesen seien (S. 3).
3.15
Dem Austrittsbericht der Ärzte der Z._ vom 6. Oktober 2016 (Urk. 6/142) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer vom 20. September bis 6. Oktober 2016 stationär hospitalisiert gewesen sei und weiterhin dieselben Diagnosen gestellt werden könnten (S. 1). Die Zuweisungsdiagnosen hätten klinisch bestätigt wer
den können. Bei klinisch fehlendem Hinweis auf eine akute Selbst- oder Fremd
gefährdung und komplikationslos verlaufenen Belastungserprobungen mit Übernachtungen zuhause sei der Beschwerdeführer entlassen worden (S. 3). Er sei vom 20. September bis 6. Oktober 2016 vollständig arbeitsunfähig gewesen (S. 6).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das polydisziplinäre Gut
achten des H._ (vorstehend E. 3.9) einschliesslich der erfolgten psychiatrischen Nachbegutachtung (vorstehend 3.12) den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich entspricht, weshalb für die Entscheidfindung – der RAD-Stellungnahme folgend (vgl. Urk. 6/116 S. 5 ff.) – darauf abgestellt werden kann. So erweist es sich als für die strittigen Belange umfassend, werden die vorgenommenen Schlussfolgerun
gen zu Gesundheitszustand sowie Arbeitsfähigkeit ausführlich begründet und beruht es auf den notwendigen Untersuchungen in internistischer, rheumatolo
gischer, neurologischer sowie psychiatrischer Hinsicht mit jeweils ausführlicher Befundaufnahme, welche allerdings – unter anderem aufgrund fehlender Kooperation - teilweise erschwert war (vgl. Urk. 6/82 S. 13 f. Ziff. 4.2, S. 41 Ziff. 2.2, S. 47 f. Ziff. 2.2, S. 56 f. Ziff. 2.2-2.3; Urk. 6/113 S. 7 f. Ziff. 2.2). Dabei wurden die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (vgl. Urk. 6/82 S. 11 f. Ziff. 4.1, S. 36 Ziff. 2.1, S. 45 f. Ziff. 2.1, S. 53 Ziff. 2.1; Urk. 6/113 S. 2 ff. Ziff. 2.1) in angemessener Weise berücksichtigt und das Gutachten wurde in Kenntnis der Vorakten erstattet (vgl. Urk. 6/82 S. 5 ff. Ziff. 3). Der konkreten me
di
zinischen Situation trägt es angemessen Rechnung.
4.2
So legten die Gutachter in somatischer Hinsicht in nachvollziehbarer Weise dar, dass lediglich die anhaltenden neuropathischen Bauchschmerzen aufgrund der mehrfach erfolgten Baucheingriffe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermögen. Wesentliche fassbare Befunde konnten dabei allerdings nicht erhoben werden. Vielmehr stützte man sich hierfür vor allem auf die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 6/82 S. 24 Ziff. 7.1, S. 59 ff. Ziff. 4). Sowohl aus internistischer als auch aus rheumatologischer Sicht konnten keine relevanten pathologischen Befunde erhoben werden, zeig
ten sich insbesondere einzig milde degenerative Veränderungen. Die Beschwer
den liessen sich somatisch nicht erklären. Auffällig waren schliesslich verschie
dene erhebliche Diskrepanzen, welche sogar als in Richtung bewusstseinsnaher Aggravation eingestuft wurden (vgl. Urk. 6/82 S. 13 f. Ziff. 4.2-4.3, S. 24 Ziff. 7.1, S. 48 f. Ziff. 4). Ein solches Verhalten erkannten bereits die Ärzte des B._ (vgl. Urk. 6/42/2-8 S. 5).
4.3
Aus psychiatrischer Sicht überzeugt die gutachterliche Beurteilung ebenfalls. So konnten sowohl anlässlich der Erst- als auch der Nachbegutachtung weder eine Angststörung noch eine affektive Störung oder eine PTBS diagnostiziert wer
den. Dabei erweist sich insbesondere die Beurteilung anlässlich der Nachbegut
achtung als nachvollziehbar und plausibel, wurden die genannten Diagnosen unter Berücksichtigung der Schilderungen des Beschwerdeführers sowie des er
hobenen Befundes ausführlich und in schlüssiger Weise anhand der ICD-Kriterien verneint. Zu den divergierenden Ansichten des erstbegutachtenden Arztes sowie des behandelnden Psychiaters Dr. J._ wurde ebenfalls Stel
lung genommen und insbesondere plausibel begründet, weshalb ursächlich für die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sei. Die bereits anlässlich der Erstbegutachtung erkannten Diskrepanzen und das als in Richtung bewusstseinsnaher Aggravati
on weisende Verhalten wurden erneut hervorgehoben, allerdings der Explorati
onssituation und dem Krankheitsbild zugeordnet. Dass die Ressourcen zum Um
gang mit dem Störungsbild aufgrund des somatischen Krankheitskonzepts, der mangelhaften Bildung sowie der emotionalen
Instabilität als reduziert angese
hen wurden,
überzeugt
ebenfalls
(vgl.
Urk.
6/113 S. 9 ff.
Ziff.
3-4). Eine aus
führliche Prüfung der Standardindikatoren (vgl. hierzu BGE 141 V 281) erübrigt sich
jedoch
, da – wie sich nachfolgend zeigen wird (vgl. nachstehend E. 5) – selbst bei Annahme der 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kein Rentenanspruch mehr resultiert.
4.4
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach der H._-Begutachtung zweimal stationär in der Z._ hospitalisiert war, ändert daran nichts. Soweit dieser be
mängelt, dass die entsprechenden Austrittsberichte weder dem RAD vorgelegt noch von der Beschwerdegegnerin in deren Entscheid erwähnt worden seien (vgl. Urk. 1 S. 6), trifft dies zwar zu (vgl. aber die Stellungnahme der Beschwer
degegnerin in Urk. 6/144). Allerdings kann er hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, vermögen diese Berichte keine Zweifel an der gutachterlichen Beurtei
lung aufkommen zu lassen und es lässt sich damit auch keine relevante, dauer
hafte Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes begründen. Ins
besondere attestierten die involvierten Ärzte nur eine Arbeitsunfähigkeit für die Dauer des stationären Aufenthalts und berichteten von einem verbesserten Zu
stand bei Austritt (vgl. Urk. 6/142). Auf weitere Abklärungen sowie auf das vom Beschwerdeführer eventuell beantragte Gerichtsgutachten (vgl. Urk. 1 S. 2), kann im Sinne antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) verzichtet werden, erweist sich der medizinische Sachverhalt als hinreichend klar.
So enthalten beide Berichte wenig relevante Befunde und die gestellten Diagno
sen werden weder in irgendeiner Weise begründet noch nach den ICD-Kriterien hergeleitet, womit diese nicht nachvollzogen werden können. Sowohl für eine PTBS als auch für eine andauernde Persönlichkeitsänderung ergeben sich aus den Berichten überhaupt keine Hinweise. Im Bericht vom Juni 2016 wird zudem erwähnt, dass das Rentengesuch des Beschwerdeführers zwei Wochen vor Ein
tritt in
die Klinik abgelehnt worden sei (vgl. Urk. 6/131 S. 2), wodurch sich die da
mals festgestellte mittelgradige depressive Episode zwar allenfalls erklären lässt, jedoch möglicherweise psychosozialen Ursprungs zu sein scheint. Ausser
dem stabilisierte sich das Zustandsbild während des Aufenthalts. Eine Befun
der
he
bung bei Austritt erfolgte allerdings nicht, weshalb sich der Gesundheits
zu
stand in diesem Zeitpunkt nicht beurteilen lässt. Eine Arbeitsfähigkeitsbeur
tei
lung unterblieb ebenfalls. Im Bericht vom Oktober
2016 wird
sodann eine vollständige Arbeitsunfähigkeit lediglich für die Zeit des stationären Aufenthal
tes und nicht für die Zeit danach attestiert (vgl. Urk. 6/142 S. 6).
4.5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die beweiskräftige gutachterliche Beurteilung seit dem 23. Januar 2011 in der bisherigen Tätigkeit als Gerüstbauer nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer an
ge
passten Tätigkeit in Beachtung des Belastungsprofils besteht dagegen – nach einer zuvor ebenfalls vollständigen Arbeitsunfähigkeit - seit spätestens dem 24. April 2013 wiederum eine Arbeitsfähigkeit von 70 %.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei der Beschwerdeführer unbestrittenermassen als zu 100 % Erwerbstätiger zu qualifizieren ist. Somit ist ein Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG vorzunehmen.
5.2
Für die
Periode
der unbestritten gebliebenen vollständigen
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten vom 2
3.
Januar
2011 bis 2
4.
April
2013 bedarf es zur Invaliditätsbemessung keines Einkommensvergleichs, da der Invaliditätsgrad
100 % beträgt.
5.3
Beim Einkommensvergleich für die Bemessung des Invaliditätsgrades ab dem 24. April 2013 stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Vali
deneinkommens (vgl. Urk. 2 S. 6; Urk. 6/115 S. 1) auf die Angaben des Arbeit
gebers des Beschwerdeführers bezüglich der vor Eintritt des Gesundheitsscha
dens ausgeübten Tätigkeit als Gerüstbauer und berechnete – angepasst an die Nominallohnentwicklung – ein hypothetisches Valideneinkommen von rund Fr. 69‘254.-- für das massgebende Jahr 2013 (vgl. hierzu BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222). Dies ist angesichts der Akten (vgl. Urk. 6/12 S. 2 f. Ziff. 2.10-2.11) nicht zu beanstanden und wurde vom Be
schwerdeführer auch nicht bestritten.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens (vgl. Urk. 2 S. 6; Urk. 6/115 S. 2) stützte sie sich – in Beachtung der geltenden Rechtsprechung (BGE 129 V 472 E. 4.2.1) – auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und dabei auf den standardisier
ten Durchschnittslohn für Männer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Natur in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors (vgl. LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1). Angepasst an die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit und die Nominallohnentwicklung bei den Männern im Jahr 2013 berechnete die Beschwerdegegnerin ein hypo
thetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 45‘989.-- im Jahr 2013 für ein Pensum von 70 % (Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 0.7). Auch dies blieb von Seiten des Beschwerdeführers unbestritten und ist – angesichts des Um
standes, dass der Beschwerdeführer derzeit keine relevante Tätigkeit mehr aus
übt (vgl. etwa Urk. 6/88 S. 12) - nicht zu beanstanden.
Strittig ist denn auch einzig das Gewähren eines allfälligen leidensbedingten Abzuges (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend keinen Abzug (Urk. 2 S. 6; Urk. 6/115 S. 2), wogegen der Beschwer
deführer einen solchen von mindestens 10 % als angemessen erachtete (vgl. Urk. 1 S. 8 f.). Angesichts der Gesamtumstände erscheint vorliegend ein Abzug als nicht angezeigt. So erfasst der Tabellenlohn im tiefsten Kompetenzniveau bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer auf eine wechselbelastende Tätigkeit angewiesen ist, ist im Hinblick auf den allein massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht abzugsrelevant (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts
9C_
455/2013 vom 4. Oktober 2013 E.
4.4
und 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8). Weitere gesundheitsbedingte Einschränkungen, welche allenfalls einen Abzug rechtfer
tigen würden, sind nicht ausgewiesen. Sodann begründet der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach der gutachterlichen Beurteilung nur noch zu 70 % ar
beitsfähig ist, keinen Abzug infolge Teilzeitarbeit, ergibt sich die prozentuale Einschränkung lediglich aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs (vgl. Urk. 6/82 S. 25 Ziff. 7.3), womit er in der Lage sein sollte, die Arbeitsfähigkeit voll
schichtig auszuüben. Zwar verfügt er nur über die Aufenthaltsbewilligung B (vgl. Urk. 6/5). Es ist aber nicht davon auszugehen, dass er deswegen – ins
be
son
dere bei einer Hilfstätigkeit im tiefsten Kompetenzniveau - in relevanter Weise weni
ger verdienen kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 210/05 vom 10. November 2005 E. 3.5). Die fehlende Berufsausbildung des im Verfü
gungs
zeitpunkt erst 37-jährigen Beschwerdeführers begründet ebenfalls keinen An
spruch auf einen Abzug, ist diese doch bei der Bestimmung des Kompe
tenzni
veaus zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 8C_427/2011 vom 15. September 2011 E. 5.2). Dem wurde hier Rechnung getragen, indem die Ta
bellenlöhne des niedrigsten Kompetenzniveaus, welches keine Berufsausbildung erfordert, verwendet wurden. Einfache und repetitive Tätigkeiten erfordern we
der gute Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.2).
Wird das Valideneinkommen von Fr. 69‘254.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 45‘989.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 23‘265.-- und somit ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 34 %.
5.4
Anhand der
medizinischen Akten lässt sich mit der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/116 S. 9 f.) erkennen, dass ab dem 2
3.
Januar 2011 ununterbrochen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
und das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vorstehend E. 1.2) somit am 23. Januar 2012 er
füllt war (vgl. etwa Urk. 6/4/16-18; Urk. 6/4/20-23; Urk. 6/13/1-3 S. 2 f. Ziff. 1.6, Ziff. 1.9; Urk. 6/15/3-6 S. 3 Ziff. 1.6; Urk. 6/23/15). Angesichts der erst am 8. August 2011 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Urk. 6/2-3; Aktenverzeichnis zu Urk. 6 S. 1) ist die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG allerdings erst im Februar 2012 abgelaufen. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer daher und in Beachtung von Art. 88a Abs. 1 IVV (Berücksichtigung der Verbesserung erst nach drei Monaten) zutreffenderweise eine ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Februar 2012 bis 31. Juli 2013 zu. Ab dem 1. August 2013 hat der Be
schwerdeführer keinen Rentenanspruch mehr.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.