# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6eb2bd22-50a1-4710-b097-e34f27dcb925
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

Sachverhalt
A.
a) B._, Y._, ist u.a. Eigentümer der Grundstücke Nrn. 001, 002
und 003, alle Grundbuch X._. Die Grundstücke liegen gemäss gel-
tendem Zonenplan der Gemeinde X._ vom 14. Oktober 1998 in der
Wohnzone W2. Das Grundstück Nr. 001 liegt unmittelbar am
M._weg und ist mit dem Einfamilienhaus von B._ überbaut. Die
Grundstücke Nrn. 002 und 003 sind dagegen noch unüberbaut; sie lie-
gen in zweiter Bautiefe, westlich des M._wegs, und grenzen im Nor-
den und Westen an die Landwirtschaftszone.
b) Der M._weg war bereits gemäss Strassenplan der Politischen
Gemeinde X._ (Plan Nr. 897-I), genehmigt vom Baudepartment am
19. November 1992, als Gemeindestrasse 3. Klasse eingeteilt. Diese
Klassierung wurde mit dem Teilstrassenplan "W._tal-X._-Y._-
V" vom 10. Februar 2010 wiederholt, wobei zugleich die Nummerie-
rung des M._wegs erfolgt ist (Nr. 373).
B.
a) Mit Baugesuch vom 10. April 2018 beantragten A._, U._,
beim Gemeinderat Z._ die Baubewilligung für die Erstellung eines
Einfamilienhauses auf Grundstück Nr. 003. Um die Erschliessung der
geplanten Überbauung sicherzustellen, erliess der Gemeinderat am
18. April 2018 den Teilstrassenplan "M._weg" (im Folgenden Teil-
strassenplan). Nach den Plänen ist vorgesehen, den bestehenden
M._weg auf den ersten etwa 51 m unverändert zu belassen, die Li-
nienführung danach geringfügig nach Osten zu verschieben, um ihn
anschliessend mittels einer Kurve nach Westen um das Gebäude
Vers.-Nr. 004 auf Grundstück Nr. 005, welches im Eigentum von
C._, Y._, steht, herum bis zur Grenze des Grundstücks Nr. 003
zu verlängern.
b) Der Teilstrassenplan und das Baugesuch lagen vom 25. April
bis 24. Mai 2018 öffentlich auf. Innert der Auflagefrist erhoben unter
anderem C._, Y._, sowie D._, Y._, gemeinsam mit der
E._, letztere beide vertreten durch F._, T._, zwei separate Ein-
sprachen (nur) gegen den Teilstrassenplan.
c) Mit Beschluss vom 19. Dezember 2018 (eröffnet am 10. Januar
2019) hiess der Gemeinderat Z._ die Einsprachen gegen den Teil-
strassenplan zumindest sinngemäss gut und hob diesen auf. Der Ge-
meinderat erachtete das geplante Längsgefälle des M._wegs, vor
allem für den Winterbetrieb, als übermässig gross. Weiter hielt der Ge-
meinderat fest, dass die erforderliche Mindestbreite von 3,5 m im un-
tersten Abschnitt des M._wegs, unmittelbar vor dessen Einmün-
dung in die N._strasse, nicht eingehalten sei. Bemängelt wurde wei-
ter, dass auf dem M._weg ein Kreuzen von zwei Personenwagen
nur möglich sei, wenn fremdes Grundeigentum in Anspruch genom-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 3/24
men werde; Ausweichstellen müssten hingegen rechtlich sicherge-
stellt sein. Bei seiner Beurteilung stützte sich der Gemeinderat Z._
u.a. auf die Beurteilung des Strassenkreisinspektorats Buchs vom
18. September 2017 sowie das Gutachten der G._ AG, S._, vom
20. Juli 2018 (im Folgenden: Gutachten G._).
C.
Gegen diesen Beschluss erhoben A._ sowie B._, alle vertreten
durch Dr. Walter Locher, Rechtsanwalt, St.Gallen, mit Schreiben vom
24. Januar 2019 Rekurs beim Baudepartement (im Folgenden Re-
kurs 1). Mit Rekursergänzung vom 21. Februar 2019 werden folgende
Anträge gestellt:
1. Der Einspracheentscheid des Gemeinderates X._
(vermutlich 10. Januar 2019) betreffend  M._weg, Y._, sei aufzuheben.
2. Alles unter Kostenfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, der Beschluss verletze Art. 50
des Baugesetzes vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG)
bzw. Art. 11 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt
PBG). In einem früheren Verfahren sei die Vorinstanz selbst noch da-
von ausgegangen, ein Ausbau des M._wegs sei möglich. Nun er-
folge eine Kehrtwende. Eine Erschliessung des Baugrundstücks über
den bestehenden M._weg sei machbar. Das bestehende, rund 70 m
lange Teilstück mit einer Breite von rund 3 m könne ohne Weiteres
bereits heute befahren werden; eine Abzweigung nach Westen sei auf
Grundstück Nr. 002 möglich. Die Gemeinde sei verpflichtet, die Er-
schliessung der Bauzonen vorausschauend zu planen. Die
Vorinstanz habe sich im Vorverfahren und im Rahmen des jetzigen
Projekts zweimal auf den Standpunkt gestellt, dass eine Strassennei-
gung von 15 % angesichts der topographischen Verhältnisse tolerier-
bar sei; deshalb habe er den umstrittenen Teilstrassenplan erlassen.
Wenn er sich nun plötzlich auf den Standpunkt stelle, eine solche Er-
schliessung sei nicht möglich, verletze das den Grundsatz von Treu
und Glauben.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 11. März 2019 beantragen die Re-
kursgegner 1, den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird geltend
gemacht, die beiden Grundstücke Nrn. 002 und 003 seien weder er-
schlossen noch erschliessbar. Die Klassierung des M._wegs im
Jahr 2008 sei rechtswidrig erfolgt. Es handle sich deshalb um eine Pri-
vatstrasse. Ausserdem ende der M._weg in tatsächlicher Hinsicht
auf Höhe ihres Wohnhauses und führe nicht bis zum Grundstück
Nr. 002. Bei der Einmündung des M._wegs in die N._strasse
seien die Sichtweiten ungenügend. Ausserdem werde durch die ge-
plante Kurvenerweiterung ein Bauplatz zerstört; dies sei nicht verhält-
nismässig. Weiter sei eine Strassenbreite von 2,5 m ungenügend; die
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 4/24
Kantonspolizei fordere eine durchgehende Mindestbreite von 3,5 m. In
den Kurven habe die Strassenbreite sogar rund 5,5 m zu betragen, um
die Durchfahrt von Lastwagen für den Bau der Häuser zu gewährleis-
ten. Auch die Längsneigung von 15 % widerspreche den Normen der
Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS-Normen).
b) Ebenfalls mit Vernehmlassung vom 11. März 2019 beantragen
die Rekursgegner 2, den Rekurs abzuweisen.
c) Mit Vernehmlassung vom 19. März 2019 beantragt die Vor-
instanz, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung
wird geltend gemacht, dass kein Verstoss gegen den Grundsatz von
Treu und Glauben vorliege. Die Vorinstanz sei vielmehr nach der öf-
fentlichen Auflage und umfangreichen Abklärungen, namentlich auf-
grund des Gutachtens G._, zur Überzeugung gelangt, dass das Ge-
fälle des M._wegs zu steil sei. Deshalb habe man in der Folge die
Aufhebung des Teilstrassenplans beschlossen.
d) Mit Amtsbericht vom 4. April 2019 (im Folgenden Amtsbericht)
führt das kantonale Tiefbauamt (TBA) zusammengefasst aus, dass mit
dem Teilstrassenplan die Anforderungen an eine genügende Er-
schliessung nicht erfüllt würden. Die minimale Fahrbahnbreite von
4,25 m sei insbesondere im für die Verkehrsteilnehmer relevanten
Teilbereich (auf den ersten 20 m ab der N._strasse) nicht eingehal-
ten.
e) Mit Schreiben vom 3. Mai 2019 nehmen die Rekurrenten zum
Amtsbericht des TBA Stellung.
E.
a) Das Baudepartement führte am 28. Mai 2019 in Anwesenheit
der Verfahrensbeteiligten sowie von zwei Vertretern des TBA einen
Augenschein durch.
b) Mit Eingabe vom 12. Juni 2019 lässt sich die Vorinstanz zum
Augenscheinprotokoll vernehmen.
c) Am 18. Juni 2019 reichten die Rekursgegner 1 eine Stellung-
nahme zum Augenscheinprotokoll ein.
d) Mit Schreiben vom 1. Juli 2019 nehmen auch die Rekurrenten
zum Augenscheinprotokoll Stellung.
e) Am 23. Juli, 6., 21. und 26. August sowie 19. September 2019
reichten die Rekursgegner 1, Vorinstanz, Rekurrenten und TBA wei-
tere Eingaben ein.
F.
a) Das Baubewilligungsverfahren betreffend das Einfamilienhaus
auf Grundstück Nr. 003, gegen das keine Einsprachen eingereicht
wurden, wurde vom Gemeinderat Z._ ebenfalls mit Beschluss vom
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 5/24
19. Dezember 2018 (eröffnet 10. Januar 2019) bis zur rechtsgültigen
Erledigung eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens gegen den Teil-
strassenplan M._weg sistiert. Nachdem die Bauherrschaft gegen
diese Sistierungsverfügung Rekurs beim Baudepartement (Verfahren
Nr. 19-730) erhoben hatte, widerrief der Gemeinderat Z._ diese am
22. März 2019 wieder, woraufhin der Rekurs Nr. 19-730 am 9. April
2019 von der Geschäftsliste des Baudepartementes abgeschrieben
wurde.
b) Mit Entscheid vom 24. Mai 2019 verweigerte der Gemeinderat
Z._ die Baubewilligung für den Neubau des Einfamilienhauses auf
Grundstück Nr. 003 mangels hinreichender Erschliessung.
G.
Gegen diesen Beschluss erhoben A._ sowie B._ durch ihren
Rechtsvertreter mit Schreiben vom 11. Juni 2019 Rekurs beim Baude-
partement (im Folgenden Rekurs 2). Mit Rekursergänzung vom 1. Juli
2019 wird folgender Antrag gestellt:
Der Baubescheid des Gemeinderates X._ vom 24. Mai 2019 (Verweigerung der Baubewilligung für den Neubau des Einfamilienhauses auf GS-Nr. 003, M._weg 7, Y._) nebst Kostenauflage sei  und es sei die Baubewilligung zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die hinreichende
Erschliessung des Baugrundstücks sei entgegen der Ansicht der
Vorinstanz gegeben. Der Amtsbericht des TBA vom 4. April 2019, auf
den sich der Beschluss der Vorinstanz stütze, sei in zahlreichen
Punkten unzutreffend bzw. mangelhaft.
H.
Mit Vernehmlassung vom 23. Juli 2019 beantragt die Vorinstanz den
Rekurs unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Rekur-
renten abzuweisen. Sie führt aus, dass der Gemeinderat bereits in sei-
nem Einspracheentscheid betreffend den Teilstrassenplan M._weg
vom 19. Dezember 2018 gestützt auf das Gutachten G._ die unge-
nügende Erschliessung ausführlich begründet habe.

## Considerations

Erwägungen
1.
1.1 Die beiden Rekursverfahren stehen im gleichen sachlichen Zu-
sammenhang. Das Rekursverfahren in Sachen Baugesuch (Neubau
Einfamilienhaus auf Grundstück Nr. 003; Nr. 19-4603) hängt vom
rechtlichen Schicksal des Rekurses betreffend Teilstrassenplan
(Nr. 19-729) ab. Sie werfen dieselben Sachverhalts- und Rechtsfragen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 6/24
auf. Es ist somit zweckmässig, sie verfahrensrechtlich zu vereinigen
und durch einen einzigen Entscheid zu erledigen (GVP 1972 Nr. 30).
1.2 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP) und Art. 46 des Strassengesetzes (sGS 732.1; abge-
kürzt StrG).
1.3 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf die Rekurse ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das PBG in Kraft getreten und das BauG auf-
gehoben worden (Art. 172 Bst. a PBG). Die neuen Regelungen im
PBG finden allerdings in der Regel auf Baugesuche erst dann Anwen-
dung, wenn die kommunalen Rahmennutzungspläne revidiert und in
Kraft gesetzt sind. Mithin sind – soweit vorliegend überhaupt relevant,
weil in erster Linie die spezialgesetzlichen Regelungen des Strassen-
gesetzes zur Anwendung gelangen – weiterhin das BauG und das ent-
sprechende Baureglement anwendbar, mit Ausnahme der gemäss An-
hang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im
PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-
gen 2017/I/1; im Folgenden Kreisschreiben) als unmittelbar anwend-
bar erklärten Bestimmungen.
3.
Die Rekurrenten machen geltend, Gemeinderat H._ hätte aufgrund
seiner Verwandtschaft mit den Rekursgegnern bei der Beschlussfas-
sung in den Ausstand treten müssen.
3.1 Als Ausfluss des in Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung
(SR 101; abgekürzt BV) enthaltenen Anspruchs auf eine unabhängige
und unparteiliche Verfahrensführung in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen durch eine ordnungsgemäss zusammenge-
setzte Behörde ergibt sich eine allgemeine Ausstandspflicht für Behör-
denmitglieder oder Beamte, welche ein persönliches Interesse an dem
zu behandelnden Geschäft haben, mit einem Verfahrensbeteiligten
nahe verwandt sind oder für die sich aus anderen Umständen eine
Befangenheit ergibt; eine tatsächliche Befangenheit muss nicht gege-
ben sein, es genügt bereits, wenn bei objektiver Betrachtung der An-
schein der Befangenheit entstehen kann (CAVELTI/VÖGELI, Verwal-
tungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen, St.Gallen 2003, Rz. 175).
Dementsprechend bestimmt Art. 7 Abs. 1 VRP, dass Behördenmitglie-
der, öffentliche Angestellte und amtliche Sachverständige, die Anord-
nungen treffen, solche vorbereiten oder daran mitwirken, von sich aus
in den Ausstand zu treten haben,
a) wenn sie selbst, ihre Verlobten oder Ehegatten, ihre  Partner, ihre Verwandten und Verschwägerten bis und mit dem dritten Grad, ihre Adoptiv-, Pflege- oder
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 7/24
Stiefeltern oder ihre Adoptiv-, Pflege- oder Stiefkinder, der eingetragene Partner eines Elternteils oder die Kinder des eingetragenen Partners an der Angelegenheit persönlich  sind. Der Ausstandsgrund der Verschwägerung  nach Auflösung der Ehe oder der eingetragenen  fort;
b) wenn sie Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder Organe einer an der Angelegenheit beteiligten Person sind oder in der Sache Auftrag erteilt haben;
bbis) wenn sie bei einer Anordnung einer Vorinstanz  haben;
c) wenn sie aus anderen Gründen befangen erscheinen.
3.2 Die Vorinstanz bringt vor, dass die Mutter von H._ und der
Vater von C._ Cousin und Cousine seien und die Ehefrau von H._
eine Cousine von I._, einem weiteren Einsprecher, sei. Die Gross-
mutter von H._ sei zudem eine Cousine des Vaters von B._ ge-
wesen. Bei der Beschlussfassung über den Einspracheentscheid habe
deshalb aufgrund des verwandtschaftlichen Grads kein Ausstands-
grund vorgelegen.
3.3 Der Grad der Verwandtschaft bestimmt sich nach der Zahl der
sie vermittelnden Geburten (vgl. auch Art. 20 Abs. 1 des Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuches [SR 210; abgekürzt ZGB]). Cousin bzw. Cou-
sine sind Verwandte vierten Grads; Coucousin und Coucousine sind
Verwandte sechsten Grads. Folglich liegen vorliegend keine Ver-
wandtschaftsverhältnisse vor, die einen Ausstandsgrund nach Art. 7
Abs. 1 Bst. a VRP darstellen würden.
3.4 Andere Gründe im Sinn von Art. 7 Abs. 1 Bst. c VRP, weshalb
H._ hätte in den Ausstand treten müssen, machen die Rekurrenten
nicht geltend. Solche Ausstandsgründe sind auch nicht ersichtlich. Die
Rekursgegner 1 räumen zwar ein, dass sie einzelne Gemeinderäte
per E-Mail eingeladen hätten, vor der Beschlussfassung des Gemein-
derates über ihre Einsprache vor Ort den M._weg zu besichtigen.
Die Gemeinderäte seien der Einladung aber nicht gefolgt; den E-Mail-
Verkehr hätten sie in der Folge wieder gelöscht. Allein aus der Tatsa-
che, dass Einsprechende einzelnen Behördenmitgliedern vor der Be-
schlussfassung E-Mails senden, kann noch kein Ausstandsgrund ab-
geleitet werden. Ein solcher entstünde allenfalls dann, wenn sich diese
Mitglieder anschliessend mit den Einsprechern träfen und sich mit die-
sen absprächen. Dass derartiges vorliegend geschehen wäre, ist in-
dessen nicht erstellt und wird auch nicht behauptet. Das Äussern der
blossen Vermutung, Ausstandsgründe könnten sich aus einem erfolg-
ten E-Mail-Verkehr ergeben, reicht jedenfalls nicht aus, den Anschein
der Befangenheit zu begründen. Schon gar nicht ist es Aufgabe der
Rekursinstanz, gestützt auf eine blosse Vermutung der Rekurrenten,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 8/24
von sich aus Sachverhaltsermittlungen vorzunehmen, Akteneditions-
begehren zu stellen und nach allfälligen Ausstandsgründen zu suchen.
4.
Die Rekurrenten wenden sich in Rekurs 1 gegen die Aufhebung des
Teilstrassenplans. Sie verlangen somit einerseits sinngemäss den Er-
lass desselben, um das Baugrundstück Nr. 003 strassenmässig er-
schliessen zu können. Anderseits machen sie in der Rekursbegrün-
dung vom 21. Februar 2019 (Kap. B.1) – ebenfalls zumindest sinnge-
mäss – geltend, der heute bestehende Ausbau des M._wegs stelle
bereits eine hinreichende Erschliessung für das Baugrundstück dar.
Vorgängig ist demnach zu beurteilen, ob die heutige bauliche Ausge-
staltung des M._wegs – ohne Erlass eines Teilstrassenplans – den
Erfordernissen an eine hinreichende Erschliessung genügt.
4.1 Nach Art. 32 StrG werden Strassen gebaut bzw. ausgebaut,
wenn Zweckbestimmung (Bst. a), Verkehrssicherheit (Bst. b), Ver-
kehrsaufkommen (Bst. c), Schutz der schwächeren Verkehrsteilneh-
mer, insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten
(Bst. d), Interessen des öffentlichen Verkehrs (Bst. e) oder Umwelt-
schutz (Bst. f) es erfordern. Diese Aufzählung ist abschliessend, aber
alternativ zu verstehen, d.h. Strassen dürfen gebaut werden, wenn
mindestens eine der genannten Voraussetzungen erfüllt ist
(P. SCHÖNENBERGER, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum
st.gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St.Gallen 1988, Rz. 2
zu Art. 32 StrG). Dies bedeutet, dass an das Vorhandensein der Vor-
aussetzungen des Strassenbaus qualitative Anforderungen zu stellen
sind. Insbesondere muss sich der Bau der Strasse mit Blick auf die
Voraussetzungen nach Art. 32 StrG als notwendig erweisen. Ein
Strassenbauprojekt ist jedoch nicht erst dann notwendig, wenn eine
Alternativlösung sowie allenfalls eine Nullvariante zum vornherein aus-
scheiden, sondern bereits dann, wenn der Bau als verkehrsplanerisch
und im Licht der Grundsätze von Art. 33 StrG sinnvoll und sachlich
begründet erscheint (VerwGE B 2010/61 vom 9. November 2010
Erw. 2.1 f.). Die Zweckmässigkeit einer Strasse beurteilt sich nament-
lich nach den Zielen und Grundsätzen von Art. 1 und Art. 3 des eidge-
nössischen Raumplanungsgesetzes (SR 700; abgekürzt RPG) sowie
Art. 33 StrG.
4.2 Nach Art. 32 Bst. b StrG ist beim Strassenbau der Verkehrssi-
cherheit Rechnung zu tragen. Dazu gehört, dass alle Massnahmen er-
griffen werden, die geeignet erscheinen, die Verkehrssicherheit zu er-
höhen bzw. zu gewährleisten (P. SCHÖNENBERGER, a.a.O., Rz. 3 zu
Art. 33 StrG). Die Anforderungen an die bau- und verkehrstechnische
Ausgestaltung einer Strasse richten sich in erster Linie nach deren
Verkehrsbedeutung. Zu den Bestandteilen einer Strasse gehören
auch Trottoirs und Radwege.
4.3 Die politische Gemeinde plant gemäss Art. 11 Abs. 1 PBG die
Erschliessung der Bauzonen (Bst. a), erschliesst diese zeitgerecht
(Bst. b) und erlässt ein Erschliessungsprogramm (Bst. c). Nach Art. 19
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 9/24
Abs. 1 RPG ist Land insbesondere dann erschlossen, wenn die für die
betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. Da das Bundes-
recht nur allgemeine Grundsätze enthält, ergeben sich die Anforderun-
gen an die Erschliessung im Detail aus dem kantonalen Recht
(B. HEER, St.Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 508).
Nach Art. 67 Bst. a PBG ist Land strassenmässig erschlossen, wenn
es über hinreichende Zu- und Wegfahrten verfügt. Diese Bestimmung
des PBG ist unmittelbar anwendbar und bedarf keiner Umsetzung im
kommunalen Recht (vgl. Anhang zum Kreisschreiben Bst. B.I). Art. 67
Bst. a PBG entspricht jedoch inhaltlich Art. 49 Abs. 2 Bst. a BauG. Da-
mit kann für die Frage der hinreichenden strassenmässigen Erschlies-
sung auf die Rechtsprechung zum BauG abgestellt werden. Eine Zu-
fahrt ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so
beschaffen ist, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden
und der geplanten Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeu-
gen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den öffentlichen
Diensten (namentlich Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schnee-
räumung) ungehindert benützt werden kann und – wenn sie über frem-
des Grundeigentum führt – rechtlich gesichert ist (vgl. HEER, a.a.O.,
Rz. 513). Weitergehende Konkretisierungen insbesondere hinsichtlich
der Dimensionierung von Erschliessungsstrassen hat das st.gallische
Recht nicht getroffen (VerwGE B 2012/216 vom 22. Mai 2013 Erw. 3
mit weiteren Hinweisen; BDE Nr. 18/004 vom 1. April 004 Erw. 2.1).
4.4 Soweit dem kantonalen Recht keine besonderen Regeln zu ent-
nehmen sind, darf für die Auslegung und Anwendung von Art. 49
Abs. 2 Bst. a BauG bzw. Art. 67 Bst. a PBG auf den Gehalt von Art. 19
Abs. 1 RPG abgestellt werden. Art. 19 Abs. 1 RPG will mit dem Erfor-
dernis der ausreichenden Erschliessung vor allem polizeiwidrige Zu-
stände verhindern (EJP/BRP, Erläuterungen RPG, Bern 1981, N 6 zu
Art. 19). Es soll sichergestellt sein, dass keine Bauten entstehen, die
wegen fehlender Zufahrten sowie Versorgungs- und Entsorgungsein-
richtungen feuer- und gesundheitspolizeiliche Gefahren bieten oder
sonstige öffentliche Interessen gefährden (WALDMANN/HÄNNI, Hand-
kommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 12 zu Art. 19). Die
Erschliessung muss stets die Verkehrssicherheit der Benützer (Fuss-
gänger, Radfahrer, Motorfahrzeugfahrer, öffentliche Dienste) gewähr-
leisten sowie den Anforderungen des Natur- und Heimatschutzes, des
Umweltschutzes sowie weiteren wichtigen Anforderungen der Raum-
planung (wie haushälterische Bodennutzung) genügen (BDE
Nr. 18/004 vom 1. April 004 Erw. 3.1 mit Hinweisen). Was als hinrei-
chende Erschliessung gilt bzw. welche Anforderungen eine Zufahrt zu
erfüllen hat, hängt von der beanspruchten Nutzung des Erschlies-
sungsgebiets sowie von den massgeblichen Umständen des Einzel-
falls ab, also in erster Linie von den örtlichen Gegebenheiten und von
der Art und Zahl der Gebäude, zu denen die Zufahrt führt (BDE
Nr. 4/004 vom 16. Januar 004 Erw. 4.1; BGE 116 Ib 159 Erw. 6b;
WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., N 21 zu Art. 19). Zur Zufahrt gehört dabei
nicht nur das Verbindungsstück von der öffentlich zugänglichen
Strasse zum Grundstück, sondern ebenso die weiterführende öffentli-
che Strasse, soweit der Besucher sie zwingend als Zufahrt benützen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 10/24
muss (WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., N 20 zu Art. 19; HEER, a.a.O.,
Rz. 513 mit Hinweis auf BGE 121 I 69 Erw. 3c). Die Beurteilung der im
Einzelfall verlangten Erschliessung wird durch das Verhältnismässig-
keitsprinzip bestimmt. Weil die Anforderungen an eine genügende Er-
schliessung von den massgeblichen Umständen des Einzelfalls ab-
hängen, ist klar, dass beispielsweise Anforderungen an eine genü-
gende Erschliessung in einer Wohnzone andere sind als in einer In-
dustriezone. Ebenso unterscheiden sich die Anforderungen an Er-
schliessungsanlagen in Berggebieten von jenen in Städten und ihren
Agglomerationen (WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., N 14 zu Art. 19).
4.5 Für die Beurteilung der technischen Anforderungen einer Er-
schliessungsanlage werden zwar in der Regel die Normblätter der
VSS beigezogen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung anerkennt
die VSS-Normen in ständiger Rechtsprechung aber nicht als Ersatz für
eine gesetzliche Grundlage, sondern lediglich als Hilfsmittel für die
Prüfung der sich bei der Abklärung des öffentlichen Interesses stellen-
den Frage, ob eine bestimmte Anlage den Anforderungen der Ver-
kehrssicherheit genügt (BGE 94 I 138 Erw. 2b mit Hinweisen). Weil es
sich dabei nur um Richtlinien handelt, deren Anwendung im Einzelfall
vor den allgemeinen Rechtsgrundsätzen standhalten muss, dürfen
diese nicht schematisch und unbesehen der konkreten Verhältnisse
zur Anwendung gebracht werden (vgl. WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., N 21
zu Art. 19 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 1P.40/2004
vom 26. Oktober 2004). Zu kommunalem Recht, und folglich zu öffent-
lich-rechtlichen Bauvorschriften, werden die VSS-Normen nur durch
direkten Verweis im kommunalen Baureglement (VerwGE B 2018/246
vom 8. Juli 2019 Erw. 5.2 mit Hinweisen). Art. 31 Abs. 2 des Baureg-
lements der Gemeinde X._ vom 8. April 2009 (abgekürzt BauR)
schreibt diesbezüglich einzig vor, dass die einzuhaltenden Sichtzonen
bei Aus- und Hofzufahrten so zu dimensionieren sind, dass die Ver-
kehrssicherheit nach Art. 100 StrG gewährleistet ist. Für die Ausle-
gung der Vorschrift werden die VSS-Normen angewendet
(Art. 31 Abs. 2 Satz 2 BauR). Da für die Auslegung der Bestimmung
über die einzuhaltenden Sichtzonen bei Aus- und Hofzufahrten nur im
Sinn einer Generalklausel auf die VSS-Normen verwiesen wird, han-
delt es sich um eine indirekte Verweisung. Die entsprechende VSS-
Norm wird deshalb nicht zu einer öffentlich-rechtlichen Bauvorschrift;
sie bleibt eine Richtlinie und ist für die Baubehörde nicht verpflichtend.
4.6
4.6.1 Der M._weg ist gemäss genehmigtem Strassenplan der Ge-
meinde X._ vom 19. November 1992 als Gemeindestrasse
3. Klasse eingeteilt. Derzeit dient der M._weg der strassenmässigen
Erschliessung der Wohngebäude auf den Grundstücken Nrn. 001 und
005. Des Weiteren grenzt der M._weg an die unüberbauten Grund-
stücke Nrn. 006, 002 und 007. Nördlich endet der klassierte Teil des
M._wegs an der Grundstücksgrenze zu Grundstück Nr. 002, wobei
es sich beim letzten, nördlichen Teil (rund 20 m) um einen unbefestig-
ten, nicht als Strasse erkennbaren Abschnitt handelt. Das Grundstück
Nr. 008 ist strassenmässig über die N._strasse erschlossen; der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 11/24
M._weg dient jedoch der Zweiterschliessung dieses Grundstücks
von Süden. Über den M._weg wird zudem das nördlich und westlich
der bestehenden Bauten liegende Landwirtschaftsgebiet erschlossen.
4.6.2 Beim M._weg handelt es sich – wie der Augenschein zeigte –
um ein steiles Stichsträsschen mit sehr geringem Ausbaustandard.
Die Fahrbahn des M._wegs ist nicht asphaltiert, sondern lediglich
mit Verbundsteinen belegt. Der Strassenkoffer muss beim Bau sehr
einfach ausgeführt worden sein, weist der M._weg heute doch
starke Absenkungen und Deformationen (Spurrinnen) auf; die Zu-
fahrtsstrasse befindet sich zusammenfassend in einem schlechten
baulichen Zustand.
4.6.3 Der nördliche Abschnitt des klassierten M._wegs ist heute
vollkommen unbefestigt und nicht einmal als Strasse ausgebaut.
4.6.4 Der südliche Teil des M._wegs mündet spitzwinklig in die
N._strasse ein. Auf dem unmittelbar südlich des Einmündungsbe-
reichs des M._wegs in die N._strasse angrenzenden Grundstück
Nr. 1435 befinden sich mehrere Garagenausfahrten.
M._weg, südlicher Teil
M._weg,
nördlicher Teil
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 12/24
4.7 Die Rekurrenten bringen vor, für die Beurteilung des Aus-
baustandards des M._wegs sei die VSS-Norm 40 050 ("Grund-
stückszufahrten") massgebend und nicht die VSS-Norm 40 045 ("Pro-
jektierung, Grundlagen: Strassentyp Erschliessungsstrassen"), die
das TBA seinem Amtsbericht zugrunde lege. Somit ist vorfrageweise
zu klären, welche der beiden Normen als Hilfsmittel für die Beantwor-
tung der Frage heranzuziehen ist, ob der M._weg den Anforderun-
gen der Verkehrssicherheit genügt.
4.7.1 Strassen werden nach Art. 8 StrG nach der geplanten Zweckbe-
stimmung in verschiedene Klassen eingeteilt: Für den örtlichen und
überörtlichen Verkehr sind nach Art. 8 Abs. 1 StrG Gemeindestrassen
erster Klasse vorgesehen. Diese stehen dem allgemeinen Motorfahr-
zeugverkehr offen. Gemeindestrassen zweiter Klasse dienen der
Groberschliessung des Baugebiets und der Erschliessung grösserer
Siedlungsgebiete ausserhalb des Baugebiets. Sie stehen dem allge-
meinen Motorfahrzeugverkehr regelmässig offen (Art. 8 Abs. 2 StrG).
Gemeindestrassen dritter Klasse dienen dagegen der übrigen unter-
geordneten Erschliessung sowie der Land- und Forstwirtschaft. Sie
stehen dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen (Art. 8
Abs. 3 StrG). Gemeindestrassen dritter Klasse sind somit die nied-
rigste Kategorie öffentlicher Strassen und eine Auffangklasse. Alle öf-
fentlichen Strassen, die nicht zwingend einer höheren Klasse zuzuord-
nen sind, gehören folglich zu den Gemeindestrassen dritter Klasse; sie
dienen der Feinerschliessung und ihre bautechnische Ausgestaltung
wird nach ständiger Praxis des TBA auf Basis der VSS-Norm 40 045
("Projektierung, Grundlagen: Strassentyp Erschliessungsstrassen")
beurteilt. Die Feinerschliessung umfasst dabei den Anschluss der ein-
zelnen Grundstücke an die Hauptstränge der Erschliessungsanlagen
mit Einschluss von öffentlich zugänglichen Quartierstrassen und öf-
fentlichen Leitungen.
M._weg, Einmündung in N._strasse
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 13/24
4.7.2 Die Hauszugänge und -zufahrten auf den Baugrundstücken
selbst zählen indessen nicht mehr zur eben beschriebenen Feiner-
schliessung (GVP 2011 Nr. 21). Aufgrund der Tatsache, dass dort der
Verkehr innerhalb eines einzigen Privatgrundstücks stattfindet, be-
steht in der Regel keine Notwendigkeit an einer Öffentlicherklärung der
internen Erschliessung (Hauszufahrt). Solche internen Grundstückzu-
fahrten werden deshalb regelmässig nach der VSS-Norm 40 050
("Grundstückzufahrten") beurteilt (vgl. dazu auch VerwGE B 2018/246
vom 8. Juli 2019 Erw. 4.2). Genau so wird in Kapitel A, Ziff. 1, der
VSS-Norm 40 050 auch deren Geltungsbereich definiert: "Diese Norm
gilt für Grundstückszufahrten. Als Grundstückzufahrt wird eine für die
Benützung mit Strassenfahrzeugen bestimmte Verbindung (private
Ein- und Ausfahrt) zwischen einer öffentlichen, vortrittsberechtigten
Strasse und einem anliegenden Grundstück mit kleinem Verkehrsauf-
kommen verstanden." Entsprechend der geschilderten Praxis ist der
M._weg, der bereits heute mehrere Grundstücke und zwei
Wohneinheiten strassenmässig erschliesst und künftig noch zusätzli-
che Baugrundstücke erschliessen soll, keine blosse Hauszufahrt
mehr; dementsprechend ist er auch schon seit dem Jahr 1992 als Ge-
meindestrasse 3. Klasse eingeteilt. Weil es sich vorliegend also um
eine Erschliessungsstrasse handelt, ist – entgegen der Ansicht der
Rekurrenten – die VSS-Norm 40 045 ("Projektierung, Grundlagen:
Strassentyp Erschliessungsstrassen") als Hilfsmittel für die Beurtei-
lung der Anforderungen an die Verkehrssicherheit heranzuziehen.
4.7.3 Aufgrund der Grösse und des Charakters des zu erschliessen-
den Gebiets handelt es sich beim M._weg aber lediglich um einen
"Zufahrtsweg". Dieser (niedrigste) Erschliessungsstrassentyp dient
der Erschliessung von bis zu 30 Wohneinheiten; er hat bloss auf den
Grundbegegnungsfall "Personenwagen/leichtes Zweirad bei stark re-
duzierter Geschwindigkeit" sowie eine durchschnittliche stündliche
Verkehrsbelastung von maximal 50 Fahrzeugen ausgerichtet zu sein.
Für Zufahrtswege genügt als Fahrbahn ein einziger Fahrstreifen; Zu-
fahrtswege müssen in der Regel auch keinen Wendeplatz aufweisen.
Die Länge eines Zufahrtswegs sollte auf etwa 40 bis 80 m begrenzt
sein. In Anwendung der VSS-Norm 40 201 ("Geometrisches Normal-
profil: Grundabmessungen und Lichtraumprofil der Verkehrsteilneh-
mer") lässt sich für den M._weg gemäss dem Amtsbericht des TBA
– unter der Annahme einer stark reduzierten Geschwindigkeit (bis
20 km/h) – für den Grundbegegnungsfall "Personenwagen/leichtes
Zweirad" eine Strassenbreite von rund 4,25 m ermitteln. Dieses Mass
resultiert einerseits aus der Addition der Grundabmessungen eines
Personenwagens (1,80 m) und eines leichten Zweirads (0,60 m) und
wird anderseits aufgrund der konkreten örtlichen Gegebenheiten im
vorliegenden Fall um den zusätzlich zu berücksichtigenden horizonta-
len Bewegungsspielraum (infolge der Längsneigung der Strasse) und
den Sicherheitszuschlag erhöht; es soll gemäss der Erläuterung der
Experten des TBA vor allem auf den ersten 20 m des M._wegs gel-
ten.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 14/24
4.7.4 Während das TBA im Amtsbericht (ohne Begutachtung vor Ort)
noch von einer bestehenden Breite des M._wegs bei der Einmün-
dung in die N._strasse von rund 3,0 m ausging, ergaben die Mes-
sungen anlässlich des Rekursaugenscheins, dass die bestehende
Fahrbahnbreite des M._wegs, unmittelbar vor der Einmündung in
die N._strasse, zwischen 3,13 m und 3,33 m liegt. Erst nach einer
Linkskurve, nach etwa 20 m, weitet sich die Fahrbahn des M._wegs
auf.
Diese Verbreiterung besteht allerdings nur optisch, weil die angren-
zenden privaten Vorplätze ebenfalls mit Verbundsteinen belegt, nicht
von der Fahrbahn des M._wegs abgegrenzt und deshalb nicht von
dieser zu unterscheiden sind. Die der Öffentlichkeit gewidmete Fahr-
bahnbreite des nicht ausparzellierten M._wegs beträgt gemäss Ge-
oportal auf der ganzen Länge fast durchgehend nur rund 3 m. In Be-
zug auf die erforderliche Strassenbreite entspricht der M._weg so-
mit bei weitem nicht den Empfehlungen der VSS-Norm, was zumin-
dest als Indiz gewertet werden kann, dass die bestehende Erschlies-
sung ungenügend ist.
4.7.5 Zu beachten ist vorliegend jedoch auch, dass die Strasse
heute – wie auch für den Fall ihrer umstrittenen Verlängerung – ledig-
lich wenige Wohneinheiten erschliesst und entsprechend auch kein er-
hebliches Verkehrsaufkommen herrscht; jedenfalls liegt dieses deut-
lich unter den maximal 50 Fahrten pro Stunde, auf welche Zufahrts-
wege nach der Norm ausgerichtet sind. Jedoch beträgt die Länge des
klassierten M._wegs auch heute schon etwa 65 m. Bei dieser
Länge, verbunden mit der Unübersichtlichkeit und der starken Längs-
neigung, sind Rückfahrmanöver erfahrungsgemäss stark erschwert.
Im – wenn auch seltenen – Begegnungsfall Personenwagen/Perso-
nenwagen wären wegen der ungenügenden Breite und des Fehlens
von Ausweichstellen Rückfahrmanöver also über eine längere Strecke
erforderlich. In einem solchen Fall wären – wie die Vertreter des TBA
am Augenschein erläuterten – zumindest zweckmässig angeordnete
Ausweichmöglichkeiten nötig; diese fehlen jedoch vorliegend. Der Ein-
wand der Rekurrenten, es bestünden private Vorplätze auf den Grund-
stücken Nrn. 001 und 005, die zum Ausweichen genutzt werden könn-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 15/24
ten, ist unbehelflich. Privaten Vorplätzen fehlt es an der nötigen recht-
lichen Sicherstellung, also der öffentlich-rechtlichen Klassierung, um
als Teil der Erschliessungsanlage gelten zu können. Zufahrtsstrassen,
die aus öffentlichen Interessen einer Klassierung bedürfen, sind nach
ständiger Praxis des Baudepartementes stets gesamthaft, also mit
den für die hinreichende Erschliessung notwendigen Ausweichstellen
dem öffentlichen Gebrauch zu widmen (Baudepartement St.Gallen,
Juristische Mitteilungen 2018/IV/8 und 2016/II/2). Der von den Rekur-
renten vorgebrachte Vergleichsfall (Rekursverfahren Nr. 17-4784) wi-
derspricht dieser Praxis des Baudepartementes keinesfalls. Abgese-
hen davon, dass in diesem Verfahren kein Entscheid des Baudeparte-
mentes erging, ergibt sich aus dem damaligen Amtsbericht des TBA
klar, dass die Zufahrtsstrasse in jenem Verfahren als übersichtlich be-
urteilt wurde – was vorliegend nicht der Fall ist – und nur deshalb eine
Ausweichstelle nicht als erforderlich angesehen wurde.
4.7.6 Hinzu kommt, dass heute auch keine rechtlich gesicherte Wen-
demöglichkeit besteht. Nach der VSS-Norm wäre eine solche bei Zu-
fahrtswegen zwar in der Regel nicht erforderlich. Dies gilt jedenfalls in
Fällen, in denen kurze Zufahrtswege kaum Gefälle aufweisen und
übersichtlich sind. Bloss einspurig befahrbare Erschliessungsstras-
sen, die mehreren Liegenschaften als Erschliessung dienen, in einer
Sackgasse enden, unübersichtlich sind und ein starkes Gefälle auf-
weisen, haben indessen aus Sicherheitsgründen stets über eine recht-
lich sichergestellte Wendemöglichkeit zu verfügen (BDE Nr. 63/2018
vom 27. Dezember 2018 Erw. 3.5); andernfalls kann von einer hinrei-
chenden Erschliessung keine Rede sein.
4.7.7 Gemäss der VSS-Norm 40 110 ("Linienführung; Elemente der
vertikalen Linienführung") beträgt die Empfehlung für die maximale
Längsneigung einer Erschliessungsstrasse 12 % bei Geschwindigkei-
ten bis zu 40 km/h. Die anlässlich des Augenscheins getätigten Mes-
sungen haben ergeben, dass die Fahrbahn des M._wegs auf den
ersten 7 m ab der Einmündung in die N._strasse eine Steigung zwi-
schen 13 % und 16 % aufweist; das Längsgefälle der Einmündung
überschreitet damit die Empfehlungen der VSS-Norm deutlich.
4.7.8 Der M._weg mündet allerdings nicht nur steil, sondern zudem
auch spitzwinklig in die N._strasse ein. Wie ein Vertreter des TBA
am Augenschein aufzeigte, können Lenker ihre Fahrzeuge aufgrund
dieser spitzwinklig ausgestalteten Knotengeometrie im Einmündungs-
bereich des M._wegs in die N._strasse nicht so aufstellen, dass
die gemäss VSS-Norm 40 273a ("Knoten; Sichtverhältnisse in Knoten
in einer Ebene") nötigen Sichtweiten auf die N._strasse gegeben
wären. Unter den Beteiligten ist unbestritten, dass die heutigen Sicht-
verhältnisse im Knotenbereich ungenügend sind. Ebenfalls unbestrit-
ten ist jedoch auch, dass die Kantonspolizei bereits am 10. Mai 2017
eine – inzwischen in Rechtskraft erwachsene – Verkehrsbeschrän-
kung angeordnet hat, mit der das Aufstellen eines beheizten Verkehrs-
spiegels auf Grundstück Nr. 009 sowie die Verkehrsmassnahme
"Stop" an der Einmündung des M._wegs in die N._strasse verfügt
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 16/24
wurden. Zwar trifft es zu, dass Verkehrsspiegel und Stop-Signal an-
lässlich des Rekursaugenscheins noch nicht erstellt und auch die an-
geordnete Haltelinie nicht markiert war. Trotzdem ist aufgrund der
rechtskräftig angeordneten Verkehrsbeschränkung davon auszuge-
hen, dass die ungenügenden Sichtweiten im Knotenbereich nun zu-
mindest etwas verbessert werden können.
4.7.9 Auf dem M._weg ist mit wenig, aber doch mit leichtem Zwei-
radverkehr zu rechnen. Diesbezüglich sind zweierlei Szenarien zu be-
urteilen: Einerseits der Velofahrer, der den M._weg bergabwärts in
Richtung N._strasse befährt, und anderseits der Autofahrer, der un-
mittelbar südlich der Einmündung des M._wegs in die N._strasse
auf Grundstück Nr. 1435 rückwärts aus einer Garage fährt. Im ersten
Fall beträgt die Anhaltesichtweite für den bergabwärts fahrenden Ve-
lofahrer – unter Berücksichtigung einer bestehenden Längsneigung
von teils über 15 % – nach der VSS-Norm 40 090b ("Projektierung,
Grundlagen; Sichtweiten") rund 30 m. Im zweiten Fall müsste ein Au-
tofahrer von den Garagenvorplätzen auf Grundstück Nr. 1435 aus auf
Velofahrer eine Sicht von rund 60 m haben. Wie der Rekursaugen-
schein zeigte, hat ein abwärts fahrender Velofahrer um die Kurve keine
freie Sicht von 30 m, geschweige denn ein ausparkierender Autofahrer
eine solche von 60 m bergaufwärts. Die gemäss Norm empfohlenen
Anhaltesichtweiten sind damit nicht gegeben. Auch wenn die empfoh-
lenen Sichtweiten lediglich Richtwerte darstellen und zudem berück-
sichtigt wird, dass auf dem M._weg – heute wie auch in Zukunft –
nur sehr wenig Veloverkehr stattfinden wird, ist nicht von der Hand zu
weisen, dass die bestehenden Sichtverhältnisse insbesondere auf der
steilen Rampe im Einmündungsbereich in die N._strasse derzeit
völlig ungenügend sind. Wenn der M._weg in diesem Bereich schon
deutlich zu schmal und steil und damit nicht auf den Grundbegeg-
nungsfall "Personenwagen/leichtes Zweirad" ausgebaut ist, sollte er
natürlich nicht gleichzeitig auch noch unübersichtlich sein. Genau das
ist indessen der Fall, weil der Zufahrtsweg genau in diesem Bereich
eine leichte Kurve beschreibt und diese infolge der bergseits beste-
henden Stützmauer auf Grundstück Nr. 001 und der darüber angeleg-
ten bepflanzten Böschung auch nicht überblickbar ist.
4.8 Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der M._weg im
heute bestehenden Ausbauzustand die Verkehrssicherheit seiner Be-
nützer nicht sicherzustellen vermag und den Anforderungen an eine
Erschliessungstrasse bei weitem nicht genügt. Ungeachtet dessen,
dass er abstrakt betrachtet den Anforderungen der einschlägigen
VSS-Normen nicht entspricht, ergibt auch seine Beurteilung unter Be-
rücksichtigung der konkreten örtlichen Verhältnisse nichts Anderes.
Zwar ist den Rekurrenten zuzustimmen, dass der M._weg heute
und künftig nur wenige Wohneinheiten erschliessen und deshalb we-
nig Verkehr aufweisen wird. Ebenso trifft zu, dass er sich in einer to-
pographisch anspruchsvollen und schwierig zu erschliessenden Hang-
lage befindet. Trotzdem genügt es auch bei dieser Ausgangslage
nicht, nur eine rund 3 m breite, unübersichtliche Einspurstrecke, mit
hohem Längsgefälle, ohne jede Ausweichmöglichkeit, als Sackgasse
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 17/24
und mit einem gefährlichen, weil schleifend und deshalb unübersicht-
lich ausgestalteten Einmündungsbereich als Erschliessungsstrasse zu
konzipieren. Hinzu kommt, dass der M._weg über 900 m ü.M. liegt
und in den Wintermonaten regelmässig mit Schneefahrbahn zu rech-
nen ist, was das Befahren des Zufahrtswegs noch weiter erschwert.
Eine solche Erschliessung ist in tatsächlicher Hinsicht ungenügend.
Bei diesem Ergebnis ist offensichtlich, dass die heute bereits überbau-
ten Grundstücke am M._weg als strassenmässig nicht hinreichend
erschlossen zu betrachten sind.
5.
Im Folgenden bleibt zu beurteilen, ob mit dem von der Vorinstanz am
18. April 2018 erlassenen und am 19. Dezember 2018 widerrufenen
Teilstrassenplan die bestehende Erschliessung über den M._weg
ausreichend optimiert und durch dessen geplante Verlängerung die
noch unüberbauten Grundstücke Nrn. 003 und 002 hinreichend er-
schlossen worden wären, wie das die Rekurrenten behaupten.
5.1 Nach den öffentlich aufgelegten Plänen war vorgesehen, den
bestehenden M._weg auf den ersten etwa 51 m ab der Einmündung
in die N._strasse unverändert zu belassen; in diesem Bereich waren
keine baulichen Massnahmen vorgesehen. Erst ungefähr auf Höhe
der Flucht der südlichen Fassade des Einfamilienhauses der Rekurs-
gegner 1 (Vers.-Nr. 004) sollte die Ausbaustrecke ihren Anfang neh-
men. Die Linienführung des M._wegs (der heute in diesem Bereich
noch nicht ausgebaut ist; vgl. oben Erw. 4.6.3) sollte ab hier geringfü-
gig nach Osten verschoben, anschliessend mittels einer Kurve nach
Westen um das Gebäude Vers.-Nr. 004 herumgezogen und um rund
40 m hangaufwärts bis zur Grenze des Grundstücks Nr. 003 verlän-
gert werden. Die Strassenbreite der 40 m langen Ausbaustrecke sollte
gemäss Teilstrassenplan durchgehend – auch in den Kurvenberei-
chen – 3,5 m betragen. Die Längsneigung sollte gemäss Auflagepro-
jekt (Projektplan M._weg Y._, 1:200, 10. April 2018) zu Beginn
der Ausbaustrecke 8 % und – nach der geplanten Kurve – 15 % betra-
gen. Diese Längsneigung sollte nach dem nach der öffentlichen Auf-
lage eingereichten "Projektplan M._weg Y._", 1:200, vom 6. Sep-
tember 2018, zu Beginn der Ausbaustrecke auf 6,3 % und – nach der
geplanten Kurve – auf 15,9 % geändert werden. Ein Wendehammer
war zwischen den Grundstücken Nrn. 002 und 003 vorgesehen; Aus-
weichstellen waren keine geplant.
5.2 Die Vorinstanz widerrief den umstrittenen Teilstrassenplan mit
der Begründung, das Längsgefälle sei vor allem für den Winterbetrieb
übermässig gross. Zudem wurden die geringe Fahrbahnbreite, die feh-
lende Kurvenverbreiterung sowie die fehlende Sicherstellung von Aus-
weichstellen bemängelt. Demgegenüber wenden die Rekurrenten ein,
dass im Berggebiet von X._ Strassenbreiten von lediglich 3 m nicht
unüblich seien und auch vorliegend genügten; gleiches gelte für eine
Steigung von 15 bis 18 %. Der M._weg könne ohnehin nur mit einer
Geschwindigkeit von etwa 10 km/h befahren werden.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 18/24
5.3 Unter Erw. 4 wurde ausführlich dargelegt, dass und warum der
M._weg im heute bestehenden Ausbauzustand die Verkehrssicher-
heit seiner Benützer nicht sicherzustellen vermag. Nachdem der um-
strittene Teilstrassenplan an der heute bestehenden Strasse keinerlei
bauliche Sanierungsmassnahmen, sondern einzig deren Verlänge-
rung vorsah, ist offenkundig, dass dadurch die bestehende, mangel-
hafte Erschliessungssituation nicht verbessert worden wäre. Zwar war
am Ende der Ausbaustrecke – auf Grundstück Nr. 002 – die Erstellung
eines Wendehammers vorgesehen, dessen Befahrbarkeit im Amtsbe-
richt des TBA angesichts des steilen Geländes und der unklaren Fahr-
bahngeometrie (Einlenkradien und Längenprofil) angezweifelt wurde.
Ein solcher Wendehammer allein genügte indessen ohnehin nicht, um
bereits eine hinreichende Erschliessung zu gewährleisten. Daran än-
derte auch die geplante Ausweitung der Fahrbahnbreite entlang der
Ausbaustrecke auf 3,5 m nichts. Eine solch geringe Breite bei derart
starkem Längsgefälle der Strasse reichte höchstens dann aus, den
Grundbegegnungsfall "Personenwagen/leichtes Zweirad" sicher abzu-
wickeln, wenn zusätzlich zweckmässig angeordnete Ausweichstellen
geplant gewesen wären. Genau das war beim umstrittenen Teilstras-
senplan aber nicht der Fall; nicht einmal im Bereich der neu geplanten
90° -Kurve war eine Kurvenausweitung vorgesehen, weshalb von den
Experten des TBA die Befahrbarkeit der Kurve mit Lastwagen sogar
als unmöglich bezeichnet wurde. Zusammenfassend war das umstrit-
tene Strassenprojekt jedenfalls nicht geeignet, die vorliegende vorhan-
dene, prekäre Erschliessungssituation zu verbessern. Im Gegenteil
wäre sie sogar noch verschlechtert worden, wenn künftig über den be-
stehenden M._weg noch zusätzliche Baugrundstücke erschlossen
worden wären, ohne gleichzeitig auch die bereits vorhandene, unge-
nügende Erschliessungssituation zu sanieren. Unter diesen Umstän-
den ist der Entscheid der Vorinstanz, den Teilstrassenplan zu widerru-
fen, rechtlich nicht zu beanstanden.
6.
Die Rekurrenten rügen, das Verhalten der Vorinstanz widerspreche
dem Grundsatz von Treu und Glauben, weil diese den Teilstrassen-
plan, der ein Strassenprojekt mit einem Längsgefälle von 15 % bein-
halte, zuerst erlassen und ihn anschliessend wieder widerrufen habe.
Zudem behandle sie die Rekurrenten rechtsungleich. In einem prak-
tisch identischen Fall in Y._ habe sie eine Längsneigung von 14 %
als zulässig bezeichnet.
6.1 Nach Art. 9 BV sind staatliche Organe, nach Art. 5 Abs. 3 BV
staatliche Organe und Private zum Handeln nach Treu und Glauben
aufgerufen. Konkretisiert werden diese durch das gesetzliche, alle
Rechtsbereiche ergreifende Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 2
Abs. 2 ZGB); darunter fällt auch das widersprüchliche Verhalten (ve-
nire contra factum proprium; Urteil des Bundesgerichtes 2C_334/004
vom 9. Juli 2015 Erw. 2.5). Der Grundsatz von Treu und Glauben ge-
bietet der Behörde, einen in einer bestimmten Angelegenheit einge-
nommenen Standpunkt nicht ohne sachlichen Grund zu wechseln.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 19/24
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. voll-
ständig überarbeitete Auflage, Zürich/St.Gallen 2016, Rz. 712 ff.;
VerwGE B 24/1997 vom 23. September 1997 Erw. 2 b).
Wenn die Vorinstanz nach der Durchführung des Anzeige- und Aufla-
geverfahrens, in Kenntnis der Einsprachen und nach Einholen von
Gutachten ihre ursprüngliche Meinung ändert und zu einem anderen
Schluss als noch zum Erlasszeitpunkt kommt, widerspricht das auf kei-
nen Fall dem Grundsatz von Treu und Glauben. Dieser gebietet ledig-
lich, einen in einer bestimmten Angelegenheit eingenommenen Stand-
punkt nicht ohne sachlichen Grund zu ändern. Vorliegend stützt sich
die Behörde jedoch auf Fachwissen, über welches sie zum Zeitpunkt
des Erlasses des Teilstrassenplans noch nicht verfügt hatte. Kommt
hinzu, dass allein der Erlassbeschluss eines Teilstrassenplans noch
keinen Vertrauenstatbestand zu verschaffen vermag, da eine nochma-
lige Prüfung und Auseinandersetzung mit der Materie sowie eine all-
fällige Meinungsänderung stets Teil eines Einspracheverfahrens sind.
6.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geht der Grund-
satz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung in der Regel der Rücksicht
auf die gleichmässige Rechtsanwendung vor. Der Umstand, dass das
Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig angewendet worden
ist, gibt den Bürgern grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls
abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Ausnahmsweise und
unter strengen Bedingungen wird jedoch im Rahmen des verfassungs-
mässig verbürgten Gleichheitssatzes ein Anspruch auf Gleichbehand-
lung im Unrecht anerkannt (Art. 8 Abs. 1 BV). Die Gleichbehandlung
im Unrecht setzt allerdings voraus, dass die zu beurteilenden Fälle in
den tatbestandserheblichen Sachverhaltselementen übereinstimmen,
dass dieselbe Behörde in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und
zudem zu erkennen gibt, auch inskünftig nicht gesetzeskonform ent-
scheiden zu wollen. Dabei begründen wenige vereinzelte Fälle noch
keine Praxis. Schliesslich dürfen keine überwiegenden Gesetzmässig-
keitsinteressen oder Interessen Dritter bestehen (Urteil des Bundes-
gerichtes 1C_554/2018 vom 5. August 2019 Erw. 3.1 mit Hinweisen).
Anhand des von den Rekurrenten mit Eingabe vom 1. Juli 2019 als
Vergleichsfall bezeichneten Baubewilligungsverfahrens lässt sich
keine gesetzeswidrige Praxis der Vorinstanz ableiten. Wie erwähnt,
begründen vereinzelte Fälle von vornherein noch keine gesetzwidrige
Praxis. Kommt hinzu, dass es sich bei dem von den Rekurrenten er-
wähnten Fall nicht um einen vergleichbaren Sachverhalt handelt, weil
in jenem Verfahren eine Strasse nach der VSS-Norm 40 050 ("Grund-
stückszufahrt") und nicht – wie vorliegend – nach der VSS-Norm
40 045 ("Erschliessungsstrasse") zu beurteilen war. An private Grund-
stückszufahrten stellen sich andere Anforderungen als an Erschlies-
sungsstrassen. Insofern ist bereits aus diesem Grund keine Berufung
auf eine Gleichbehandlung im Unrecht möglich.
6.3 Die Vorinstanz hat mit ihrem Vorgehen somit auch nicht gegen
den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 20/24
7.
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass der geltende Zonenplan der
Gemeinde X._ aus dem Jahr 1998 stammt und den für Bauzonen
geltenden Planungshorizont von 15 Jahren (Art. 15 Abs. 1 RPG) schon
lange überschritten hat; er muss schon deshalb und namentlich auf-
grund des Inkrafttretens des PBG am 1. Oktober 2017 in naher Zukunft
einer Überprüfung unterzogen werden. Hinzu kommt, dass sich die
rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse seit dem Jahr 1998 wesent-
lich verändert haben. In tatsächlicher Hinsicht ist die Bauzone der Ge-
meinde X._ überdimensioniert und zu verkleinern. In rechtlicher Hin-
sicht ist die RPG-Revision vom 15. Juni 2012 (in Kraft seit 1. Mai 004)
zu berücksichtigen, die eine Siedlungsentwicklung nach innen durch
Verdichtung der bestehenden Siedlungsfläche (Art. 1 Abs. 2 Bst. abis
und Art. 3 Abs. 3 Bst. abis, Art. 8a Bst. c RPG) und die Reduzierung
überdimensionierter Bauzonen vorschreibt (Art. 15 Abs. 2 RPG). Dies
wird durch den revidierten kantonalen Richtplan vom 1. November
2017 konkretisiert. Gemäss Richtplankarte S 12 muss die Gemeinde
X._ einen Auszonungsprozess initiieren, da ihr berechneter Kapazi-
tätsindex kleiner als minus 6 % und die auszuzonende Fläche insge-
samt grösser als 0,5 ha ist. Die Gemeinde muss folglich bei der Erstel-
lung ihres kommunalen Richtplans und anschliessend im Rahmen der
Ortsplanungsrevision die unüberbauten Bauzonen überprüfen, die
Zweckmässigkeit von Auszonungen (u.a. in Bezug auf die materielle
Enteignung) beurteilen und bei überdimensionierten Bauzonen ent-
sprechende Auszonungen vornehmen. Solche sind insbesondere bei
unüberbauten Bauzonen zu prüfen, die sich an peripheren und
schlecht erschlossenen Lagen befinden (Urteil des Bundesgerichtes
1C_409/2018 vom 23. Juli 2019 Erw. 3.5). Zwar ist der
Vorinstanz zuzustimmen, dass es ihre Aufgabe sein wird, aufgrund ei-
ner Gesamtschau aller Bauzonen zu bestimmen, wo und in welchem
Umfang die Bauzone zu verkleinern ist. Immerhin fällt aber eine Re-
duktion der baulichen Nutzungsmöglichkeiten auf den Grundstücken
Nrn. 002 und 003 in Betracht, handelt es sich doch um eine Fläche,
die peripher, am Rand der bisherigen Wohnüberbauung liegt, und in
einem Gebiet, das im Westen und Norden unmittelbar an die Landwirt-
schaftszone grenzt. Die Grundstücke sind nach dem oben Ausgeführ-
ten rechtlich noch nicht erschlossen und können daher zurzeit nicht
überbaut werden. Würde nun im vorliegenden Verfahren ein öffentli-
ches Interesse an der Erschliessung der fraglichen Grundstücke be-
jaht und diese durch den Erlass eines Teilstrassenplans rechtlich er-
schlossen, wäre es widersprüchlich, sie anschliessend, im Rahmen
der Zonenplanrevision der Gemeinde, wieder als potenzielles Auszo-
nungsgebiet zu berücksichtigen. Insofern erscheint es geboten, die
Verfahren zu koordinieren, d.h. eine Erschliessung erst in Betracht zu
ziehen, wenn eine Überprüfung der Bauzone stattgefunden hat und
feststeht, dass die Grundstücke auch künftig in der Bauzone verblei-
ben (Urteil des Bundesgerichtes 1C_409/2018 vom 23. Juli 2019
Erw. 3.6).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 21/24
8.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass weder der bestehende
M._weg eine hinreichende Erschliessung der bereits vorhandenen
Bauten sicherstellt noch der umstrittene Teilstrassenplan geeignet ge-
wesen wäre, den Anforderungen an eine hinreichende Erschliessung
zu genügen. Der Rekurs 1 gegen den Teilstrassenplan erweist sich
deshalb als unbegründet und ist abzuweisen.
9.
Bei diesem Ergebnis erübrigten sich eigentlich weitere Ausführungen
zum Rekurs 1. Im Sinn der Verfahrensökonomie ist es indessen ange-
zeigt, auch auf das Folgende hinzuweisen.
9.1 Nach Art. 73 Abs. 1 StrG tragen die Grundeigentümer die Kos-
ten für Bau und Unterhalt der Gemeindestrassen dritter Klasse, soweit
keine Beiträge zur Verfügung stehen. Die Baukosten werden im Kos-
tenverlegungsverfahren durch Errichtung eines Perimeters aufgeteilt
(Art. 77 Abs. 1 StrG). Auf dieses Kostenverlegungsverfahren kann
nach Abs. 2 nur verzichtet werden, wenn die Kostentragung durch
Vertrag geregelt ist. Die zuständige Gemeindebehörde erstellt den
Beitragsplan, der den Kostenvoranschlag, die beitragspflichtigen
Grundstücke, die Anteile der Grundeigentümer, der Anteil der politi-
schen Gemeinde und Anteile Dritter enthält (Art. 79 Abs. 1 und 2
StrG). Die Beitragspflichtigen werden im Planverfahren mit persönli-
cher Anzeige vom Beitragsplan in Kenntnis gesetzt (Art. 80 StrG).
Im vorliegenden Fall wurde kein Kostenverlegungsverfahren durchge-
führt, obwohl die Kostentragung – soweit aus den Vorakten ersicht-
lich – nicht durch öffentlich-rechtlichen Vertrag geregelt wurde. Statt-
dessen hat die Vorinstanz sich darauf beschränkt, im Erlassbeschluss
vom 18. April 2018 die "Baukosten (einschliesslich Projektierung so-
wie Entschädigungen für die Beanspruchung und allfällige Wertminde-
rung von Eigentum Dritter)" an B._ zu überbinden; ein solches Vor-
gehen genügt den Vorgaben des Strassengesetzes nicht.
9.2 Diesbezüglich fällt auch auf, dass der Landerwerbsplan 1:200
(richtig: 1:500) vom 10. April 2018 ungenügend ist. In diesem sind
zwar neben der Fahrbahn (als dauernd beanspruchte Fläche) die Bö-
schungen als vorübergehend beanspruchte Flächen eingezeichnet.
Jedoch wurde es versäumt, all jene zusätzlichen Flächen – neben der
Fahrbahn und den Böschungen – als vorübergehend beansprucht
auszuweisen, welche für den Bau der Strasse zwingend betreten, be-
fahren und/oder abhumusiert werden müssen. Die betroffenen Grund-
eigentümer hatten somit keine Gelegenheit, sich ein Bild davon zu ma-
chen, in welchem Ausmass ihre Grundstücke für den Ausbau des
M._wegs beansprucht werden. Gleichzeitig war es dadurch auch
nicht möglich, die Entschädigungssumme für die vorübergehende Be-
anspruchung des Bodens abzuschätzen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 22/24
9.3 Das Teilstrassenplanverfahren wäre somit auch in formeller Hin-
sicht fehlerhaft gewesen.
10.
Die Rekurrenten bringen im Rekurs 2 einzig vor, dass die hinreichende
Erschliessung des Baugrundstücks aufgrund des Teilstrassenplans
gegeben sei und folglich die Baubewilligung zu erteilen gewesen wäre.
Nach Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Bst. b RPG und Art. 66 f.
PBG setzt die Erteilung einer Baubewilligung für das Errichten oder
Ändern von Bauten und Anlagen voraus, dass das Land erschlossen
ist. Wie ausgeführt, stellt weder der bestehende M._weg noch der
umstrittene Teilstrassenplan eine genügende strassenmässige Er-
schliessung des Baugrundstücks Nr. 003 sicher. Aufgrund der fehlen-
den Zu- und Wegfahrt wurde die Baubewilligung von der Vorinstanz
zu Recht verweigert. Der Rekurs 2 ist deshalb ebenfalls abzuweisen.
11.
11.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr für durchschnittlich aufwändige Rekurs-
verfahren mit Augenschein beträgt praxisgemäss Fr. 3'500.–
(Nr. 10.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwal-
tung, sGS 821.5). Weil es sich um zwei Rekursverfahren handelt, wel-
che in einem Entscheid erledigt werden, rechtfertigt es sich, für die
beiden Verfahren eine reduzierte Gebühr zu erheben. Entsprechend
wird für den Rekurs 1 eine Gebühr von Fr. 3'000.– und für den Re-
kurs 2 eine solche von Fr. 1'000.– erhoben, was gesamthaft einer Ge-
bühr von Fr. 4'000.– entspricht. Dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend haben die Rekurrenten die amtlichen Kosten unter
solidarischer Haftung zu bezahlen (Art. 96bis VRP).
11.2 Der im Rekurs 1 von B._ am 18. Februar 2019 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
11.3 Der im Rekurs 2 von B._ am 20. Juni 2019 geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 1'800.– ist zu verrechnen bzw. der zu viel geleistete
Teil ist zurück zu erstatten.
12.
Die Rekursgegner 1 stellen im Rekurs 1 ein Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten. Rekurrenten und Vorinstanz stellen in beiden
Rekursverfahren Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten.
12.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 63/2019), Seite 23/24
12.2 Nicht anwaltlich vertretene Verfahrensbeteiligte haben grund-
sätzlich mangels eines besonderen Aufwands keinen Anspruch auf
eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98ter VRP in Verbindung mit
Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO; vgl. dazu und zum Folgenden: VerwGE
B 2013/178 vom 12. Februar 004 Erw. 4.3 ff., zusammengefasst in:
Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 004/I/6). Dass ihr gleich-
wohl ersatzfähige Kosten für Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich
und bedarf deshalb einer besonderen Begründung. Eine Umtriebsent-
schädigung erfolgt somit nur ausnahmsweise, insbesondere wenn es
sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, wenn
der getätigte Aufwand erheblich ist und zwischen dem betrieblichen
Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges
Verhältnis besteht. Nicht anwaltlich vertretenen Personen spricht das
Baudepartement lediglich eine Umtriebsentschädigung ohne Bezug-
nahme auf den Anwalts- oder einen anderen Branchentarif zu, und
zwar praxisgemäss in der Höhe von Fr. 300.– bis Fr. 500.– (vgl. auch
hierzu VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 004 Erw. 5, insbesondere
Erw. 5.1 mit Hinweisen). Die Rekursgegner 1 obsiegen im Rekurs 1
mit ihren Anträgen. Damit stünde ihnen eigentlich eine ausseramtliche
Entschädigung zu. Da sie aber während der Dauer des Verfahrens
nicht anwaltlich vertreten waren und ihren Antrag nicht begründen, ist
ihr Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten im Rekurs 1 ab-
zuweisen.
12.3 Da die Rekurrenten mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie
von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-
gung. Ihre Begehren sind deshalb abzuweisen.
12.4 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der
ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach
st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004,
S. 176). Sie bringt keine Gründe vor, die ein Abweichen von dieser
Regel rechtfertigen. Ihre Begehren sind daher ebenfalls abzuweisen.