# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 26467b74-8ca1-4443-bc88-fd71d3002400
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Zahlungsbefehl Nr. [...] des Betreibungsamts Seengen vom 26. April
2021 betrieb die Klägerin die Beklagte für den Betrag von Fr. 630'229.62
nebst Zins zu 5 % seit dem 31. März 2021 zuzüglich Zahlungsbefehlskos-
ten von Fr. 203.30. Als Forderungsgrund wurde im Zahlungsbefehl ange-
geben:
" Kreditvertrag vom 08.06.2017 Schuld auf Firmenkonto Nr. xxx"
Der Zahlungsbefehl wurde der Beklagten am 29. April 2021 zugestellt. Glei-
chentags erhob die Beklagte Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Mit Rechtsöffnungsgesuch vom 23. November 2021 ersuchte die Klägerin
beim Bezirksgericht Lenzburg um Erteilung der provisorischen Rechtsöff-
nung für den Betrag von Fr. 317'932.92 (inkl. Zahlungsbefehlskosten von
Fr. 203.30) nebst Zins zu 5 % auf Fr. 630'229.62 vom 31. März 2021 bis
zum 3. Mai 2021 und Zins zu 5 % auf Fr. 317'729.62 seit dem 4. Mai 2021,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
2.2.
Mit Eingabe vom 4. Januar 2022 nahm die Beklagte zum Rechtsöffnungs-
begehren Stellung und beantragte:
" 1. Das Gesuch sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Es sei festzustellen, dass der Rahmenkreditvertrag Nr. [...] vom 08./12. Juni 2017 (vgl. Gesuchsbeilage 4) ungültig und nichtig ist.
3. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
2.3.
Mit Replik vom 21. Januar 2022 hielt die Klägerin an ihren Rechtsbegehren
fest und beantragte die Abweisung der Anträge der Beklagten.
- 3 -
2.4.
Die Beklagte liess sich hierzu innert Frist, die mit Verfügung der Vorinstanz
vom 14. Februar 2022 erst- und letztmalig erstreckt wurde, nicht verneh-
men (Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau ZSU.2022.54 vom
27. April 2022).
2.5.
Das Bezirksgericht Lenzburg, Präsidium des Zivilgerichts, erkannte mit Ent-
scheid vom 11. Juli 2022:
" 1. Der Gesuchstellerin wird in teilweiser Gutheissung des Gesuchs in der  Nr. [...] des Betreibungsamtes Lenzburg Seetal (Zahlungsbefehl vom 26. April 2021) für den Betrag von CHF 317'729.62 nebst Zins zu 5 % auf dem Betrag von CHF 630'229.62 vom 31. März 2021 bis 3. Mai 2021 und Zins zu 5 % auf dem Betrag von CHF 317'729.62 seit 4. Mai 2021 provisorische Rechtsöffnung erteilt.
2. Im Übrigen wird auf das Rechtsöffnungsbegehren der Gesuchstellerin und das Widerklagebegehren der Gesuchgegnerin nicht eingetreten.
3. Die Entscheidgebühr des Rechtsöffnungsverfahrens von CHF 1'000.00 wird der Gesuchgegnerin auferlegt und mit dem Kostenvorschuss der  verrechnet, so dass die Gesuchgegnerin der Gesuchstellerin den Betrag von CHF 1'000.00 direkt zu ersetzen hat.
4. Die Entscheidgebühr der Widerklage von CHF 12'000.00 wird der  auferlegt, so dass sie der Gerichtskasse CHF 12'000.00 zu  hat.
5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen."
3.
3.1.
Mit Beschwerde vom 4. August 2022 (Postaufgabe) beantragte die Be-
klagte beim Obergericht des Kantons Aargau innert Frist die Aufhebung
des vorinstanzlichen Entscheids und die Abweisung des Rechtsöffnungs-
gesuchs sowie einen Vollstreckungsaufschub, unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
3.2.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2022 beantragte die Klägerin
die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beklagten.
- 4 -

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Rechtsöffnungsentscheide sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 lit. a
i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Mit der Beschwerde können die unrichtige
Rechtsanwendung und die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Neue Anträge, neue Tat-
sachenbehauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwerdeverfah-
ren ausgeschlossen (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Obergericht kann ohne
Verhandlung aufgrund der Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 ZPO).
2.
2.1.
Beruht die Forderung auf einer durch öffentliche Urkunde festgestellten
oder durch Unterschrift bekräftigten Schuldanerkennung, so kann der Gläu-
biger die provisorische Rechtsöffnung verlangen (Art. 82 Abs. 1 SchKG).
Der Richter spricht dieselbe aus, sofern der Betriebene nicht Einwendun-
gen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht
(Art. 82 Abs. 2 SchKG). Glaubhaftmachen bedeutet weniger als beweisen,
aber mehr als blosses Behaupten. Zur Bejahung der Glaubhaftmachung
muss das Gericht überwiegend geneigt sein, an die Wahrheit der vorge-
brachten Umstände zu glauben, ohne die Möglichkeit auszuschliessen,
dass es sich anders zugetragen hat (STAEHELIN, in: Staehelin/Bauer/Lo-
randi [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung
und Konkurs I, 3. Aufl. 2021, N. 87 zu Art. 82 SchKG mit Hinweis auf Urteil
des Bundesgerichts 5A_845/2009 vom 16. Februar 2010 E. 6.1 sowie BGE
142 III 720 E. 4.1).
2.2.
Die Vorinstanz erwog, der unterzeichnete Rahmenkreditvertrag vom
8./12. Juni 2017 zwischen den Parteien (Gesuchsbeilage [GB] 4) stelle ei-
nen gehörigen Rechtsöffnungstitel dar. Die Auszahlung des Darlehens im
Umfang von Fr. 1'000'000.00 sei durch Urkunden bewiesen worden (act. 3
f.; GB 7-14: je mit Hinweis "Limite [...]", GB 4: Rahmenkreditvertrag Nr. [...]).
Der Vertrag sei am 23. März 2021 gültig gekündet worden, womit die Dar-
lehenssumme zur Rückzahlung fällig sei. Die in Betreibung gesetzte For-
derung sei ein Teilbetrag der Darlehenssumme und nicht zu beanstanden
(angefochtener Entscheid E. 2.2).
2.3.
2.3.1.
Mit Beschwerde bringt die Beklagte vor, der Vorinstanz könne nicht gefolgt
werden, wenn diese behauptet, die Auszahlung des Darlehens auf das Fir-
menkonto Nr. yyy bzw. IBAN CH[...]2 sei anhand von Urkunden bewiesen
(GB 7-14), und andererseits, dass die (angebliche) Darlehensschuld mit
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der in Betreibung gesetzten Forderung (Schuld Firmenkonto Nr. xxx bzw.
IBAN CH[...]1) (GB 29) identisch sei. Es handle sich dabei um unterschied-
liche Konten. Der (angebliche) Rechtsöffnungstitel (GB 4) habe nichts mit
der betriebenen Forderung (GB 29) zu tun (Beschwerde Rz. 8).
2.3.2.
Gestützt auf einen Rahmenkreditvertrag als Rechtsöffnungstitel kann
Rechtsöffnung im Umfang erteilt werden, in dem eine bestimmte Inan-
spruchnahme des Rahmenkredits unterschriftlich anerkannt ist oder – wie
bei einem einfachen Darlehen – unbestritten geblieben ist, aber auch wenn
die Auszahlung "zweifelsfrei nachgewiesen" werden kann (BGE 136 III 627
E. 2). Soweit die Beklagte die Auszahlung des Darlehens bestreitet, so ist
sie damit nicht zu hören. Diese ergibt sich entgegen den Vorbringen der
Beklagten sehr wohl aus den Akten (vgl. namentlich GB 7-14 und 16). Die
Beklagte nahm in der vorprozessualen Korrespondenz zudem selbst expli-
zit auf die Forderung Bezug. So erklärte sie mit Schreiben vom 6. April 2021
(GB 24) etwa die Verrechnung der Darlehensforderung mit angeblichen ei-
genen Schadenersatzforderungen. Die Beklagte verhält sich auch insofern
widersprüchlich, als sie die Auszahlung zwar nach wie vor zu bestreiten
scheint, gleichzeitig aber geltend macht, die Forderung sei zufolge Tilgung
untergegangen (hierzu nachstehend E. 2.4). Daran, dass die geltend ge-
machte Darlehensforderung ausbezahlt wurde, bestehen insgesamt keine
Zweifel, sodass der Rahmenkreditvertrag als provisorischer Rechtsöff-
nungstitel grundsätzlich taugt.
2.3.3.
Weitere Voraussetzung ist u.a. die Identität zwischen der betriebenen For-
derung gemäss Zahlungsbefehl und der Forderung gemäss dem geltend
gemachten Rechtsöffnungstitel (vgl. STAEHELIN, a.a.O., N. 40 zu Art. 82).
Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, bezeichnet der Zahlungsbefehl als
Forderungsgrund klar den "Kreditvertrag vom 08.06.2017, Schuld auf Fir-
menkonto Nr. xxx". Die Klägerin legte bereits vor Vorinstanz nachvollzieh-
bar dar, dass der Rahmenkreditvertrag am 23. März 2021 durch die Kläge-
rin gekündigt worden und der feste Vorschuss auf dem Konto Nr. yyy per
31. März 2021 fällig gestellt und auf das Konto Nr. xxx übertragen worden
ist (Beschwerdeantwort S. 4; act. 45; GB 21). Diese Umbuchung ändert
nichts daran, dass es sich bei der Forderung, die sich aus dem Rahmenk-
reditvertrag bzw. dem Darlehensbezug ergibt, und der betriebenen Forde-
rung gemäss Zahlungsbefehl vom 26. April 2021 materiell um denselben
Anspruch handelt. Die Identität der Forderungen liegt damit zweifelsfrei vor.
2.4.
Die Beklagte bringt weiter vor, sie habe die Tilgung der in Betreibung ge-
setzten Forderung entgegen der Ansicht der Vorinstanz mit Zahlung von
Fr. 550'000.00 ("Rückzahlung Hypothek / Darlehen"; Beilage zur Gesuchs-
antwort 2), mit Zahlung von Fr. 75'000.00 ("Amortisationseinzug"; Beilage
- 6 -
zur Gesuchsantwort 1) und mit Zahlung von Fr. 5'219.45 ("Belastung Zins-
ausstand"; Beilage zur Gesuchsantwort 3), jeweils per Valuta 31. März
2021 und belastet auf das Firmenkonto Nr. xxx bzw. IBAN CH[...]1, glaub-
haft gemacht (Beschwerde Rz. 10).
Eine Zahlung der Beklagten an die Klägerin ergibt sich aus den von der
Beklagten beigelegten "Transaktionsdetails" nicht. Wie die Klägerin bereits
vor Vorinstanz ausführte, handelt es sich hierbei vielmehr um die erwähn-
ten Umbuchungen vom Konto Nr. yyy auf das Konto Nr. xxx lautend auf die
Beklagte zufolge Kündigung und Fälligstellung des Darlehens (vgl. act. 46;
GB 27). Eine Tilgung der Forderungen aus dem Darlehensverhältnis hatte
dies offensichtlich nicht zur Folge. Weitere Anhaltspunkte, dass die Forde-
rung ganz oder teilweise getilgt worden wäre, bestehen keine, sodass die
Einwendung der Beklagten nicht ansatzweise glaubhaft dargelegt wurde.
Damit erübrigt sich auch eine Auseinandersetzung mit dem pauschalen
Einwand der Beklagten, es sei kein Zins geschuldet, weil die Forderung
durch Tilgung erloschen sei (Beschwerde Rz. 11). Dies trifft nach dem Ge-
sagten gerade nicht zu.
2.5.
Schliesslich macht die Beklagte geltend, sie habe die Verrechnungsforde-
rung hinreichend dargelegt. Das Bundesgericht habe anerkannt, dass die
erforderliche Glaubhaftmachung der Verrechnungsforderung auch aus
dem Gesamtbild verschiedener Dokumente resultieren könne (Be-
schwerde Rz. 11).
Damit kommt die Beklagte dem Begründungserfordernis im Beschwerde-
verfahren (vgl. Art. 321 Abs. 1 ZPO) offensichtlich nicht nach. Der Vo-
rinstanz ist aber ohnehin zuzustimmen, dass die Beklagte die Vorausset-
zungen der angeblichen Schadenersatzpflicht der Klägerin in Millionen-
höhe im vorinstanzlichen Verfahren nicht einmal ansatzweise schlüssig und
substantiiert behauptet hat (angefochtener Entscheid E. 2.5).
2.6.
Insgesamt hat die Vorinstanz der Klägerin zu Recht provisorische Rechts-
öffnung erteilt. Die Beschwerde der Beklagten ist insofern abzuweisen.
3.
3.1.
Die Beklagte rügt weiter, die Vorinstanz habe ihr willkürlich und unbegrün-
det Fr. 12'000.00 Gerichtsgebühren für die Widerklage auferlegt. Die Be-
klagte habe mit Stellungnahme vom 4. Januar 2022 keine Widerklage er-
hoben. Eine Widerklage sei dort mit keinem einzigen Wort erwähnt worden
und die Beklagte habe auch nie eine Kostenvorschussverfügung erhalten.
Die Gerichtsgebühr richte sich vielmehr nach Art. 48 Abs. 1 GebV SchKG
- 7 -
(Beschwerde Rz. 5 f., 13 ff.). Darin kann zumindest sinngemäss eine (even-
tuelle) Kostenbeschwerde für den Fall erblickt werden, dass die Beklagte
in der Sache unterliegt.
3.2.
3.2.1.
Die beklagte Partei kann in der Klageantwort Widerklage erheben, wenn
der geltend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart wie die
Hauptklage zu beurteilen ist. Wird Widerklage erhoben, so setzt das Ge-
richt der klagenden Partei eine Frist zur schriftlichen Antwort (Art. 224 Abs.
1 und 3 ZPO). Die Widerklage ist eine selbständige Klage der beklagten
Partei gegen die klagende Partei in einem hängigen Verfahren. Sie kann
eine Leistungs-, Feststellungs- oder Gestaltungsklage sein (LEUENBERGER,
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016 [ZPO-Komm.], N. 1 zu
Art. 224 ZPO).
3.2.2.
Die Beklagte stellte mit ihrer Stellungnahme vom 4. Januar 2022 den An-
trag, es sei festzustellen, dass der Rahmenkreditvertrag Nr. [...] vom
08./12. Juni 2017 ungültig und nichtig sei. Sie verlangte damit nicht bloss
die Abweisung des Rechtsöffnungsgesuchs, sondern darüber hinaus die
materielle Feststellung, dass der Rahmenkreditvertrag ungültig sei. Dass
die Vorinstanz diesen Antrag als Widerklage entgegennahm, ist nach dem
Gesagten nicht zu beanstanden, auch wenn die Beklagte den Antrag in
ihrer Begründung nicht ausdrücklich als Widerklage bezeichnete. Der An-
trag ist denn auch eindeutig formuliert und die Beklagte legt nicht dar, in-
wiefern er anders hätte ausgelegt werden müssen.
Es bleibt damit zu klären, ob die Vorinstanz für die Widerklage eine zusätz-
liche Gerichtsgebühr von Fr. 12'000.00 erheben durfte.
3.3.
3.3.1.
Den Kantonen kommt Tarifhoheit zu (Art. 96 ZPO), soweit nicht eine Spe-
zialregelung des Bundesrechts vorgeht. Dies ist hinsichtlich der Spruchge-
bühren in den Summarsachen des SchKG der Fall (Art. 16 SchKG i.V.m.
Art. 48 ff. GebV SchKG; Urteil des Bundesgerichts 5A_314/2019 vom
20. Januar 2020 E. 3.1).
Der Streitwert wird gemäss Art. 91 ZPO durch das Rechtsbegehren be-
stimmt (Abs. 1). Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geld-
summe, so setzt das Gericht den Streitwert fest, sofern sich die Parteien
darüber nicht einigen oder ihre Angaben offensichtlich unrichtig sind
(Abs. 2). Im Falle einer Widerklage bestimmt sich der Streitwert nach
Art. 94 ZPO nach dem höheren Rechtsbegehren (Abs. 1). Zur Bestimmung
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der Prozesskosten werden die Streitwerte zusammengerechnet, sofern
sich Klage und Widerklage nicht gegenseitig ausschliessen (Abs. 2). Ein
gegenseitiger Ausschluss liegt vor, wenn es logisch widerspruchsvoll wäre,
trotz voller Gutheissung der einen Klage auch die andere ganz oder teil-
weise zu schützen, mithin wenn aus der Gutheissung der einen Klage die
Abweisung der andern folgt. Umgekehrt schliessen sich Klage und Wider-
klage nicht gegenseitig aus, wenn die Widerklage unabhängig vom Aus-
gang der Klage gutgeheissen oder abgewiesen werden kann (STEIN-WIG-
GER, in: ZPO-Komm., a.a.O., N. 12 zu Art. 94 ZPO, m.w.H.).
3.3.2.
Die Vorinstanz berechnete für die Klage und die Widerklage separate Ge-
richtsgebühren: für das Rechtsöffnungsgesuch Fr. 1'000.00 gemäss Art. 48
GebV SchKG und für das widerklageweise erhobene Feststellungsbegeh-
ren Fr. 12'000.00 gemäss § 8 Abs. 1 VKD. Dies steht Art. 94 ZPO entge-
gen, wonach im Falle einer Widerklage entweder die Streitwerte zusam-
mengerechnet werden oder sich der Streitwert nach dem höheren Rechts-
begehren richtet, wenn sich Klage und Widerklage gegenseitig ausschlies-
sen. Im Ergebnis ging die Vorinstanz so vor, als hätte die Beklagte separat
Klage eingereicht, was gerade nicht der Fall war.
Da die Widerklage in einem Verfahren in betreibungsrechtlichen Summar-
sachen erhoben wurde, richtet sich die die Gerichtsgebühr nach der GebV
SchKG. Vorliegend schliessen sich Klage und Widerklage gegenseitig
grundsätzlich aus, da die Erteilung der Rechtsöffnung für eine Forderung
aus Darlehensvertrag die gleichzeitige Feststellung der Ungültigkeit des-
selben Darlehensvertrags ausschliesst. Die Rüge der Beklagten am von
der Vorinstanz festgesetzten Streitwert der Widerklage von
Fr. 1'000'000.00 wurde durch die Beklagte nicht substantiiert begründet,
sodass auf diesen Wert abzustellen ist. Dieser ist zudem höher als der
Streitwert des Rechtsöffnungsbegehrens (Fr. 317'932.92), weshalb der
Streitwert der Widerklage zwecks Berechnung der Prozesskosten beizu-
ziehen ist. Gestützt auf Art. 48 Abs. 1 der seit 1. Januar 2022 geltenden
Fassung GebV SchKG (die Widerklage wurde am 4. Januar 2022 einge-
reicht) ist die vorinstanzliche Entscheidgebühr insgesamt auf Fr. 2'000.00
festzusetzen.
4.
Mit dem vorliegenden Entscheid wird der Antrag der Beklagten um Auf-
schub der Vollstreckbarkeit gegenstandslos.
5.
Insgesamt dringt die Beklagte nur betreffend Gerichtskosten durch (Reduk-
tion um Fr. 11'000.00), unterliegt aber im Hauptpunkt (Rechtsöffnung im
Betrag von Fr. 317'729.62). Es rechtfertigt sich deshalb, der Beklagten die
obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 2'250.00 (Art. 48 und Art. 61
- 9 -
Abs. 1 GebV SchKG) vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO)
und mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu ver-
rechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Klägerin ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen, weil die Voraussetzungen für eine solche nach Art. 95
Abs. 3 ZPO (vgl. SUTER/VON HOLZEN, ZPO-Kommentar, a.a.O., N. 40 ff. zu
Art. 95 ZPO) nicht erfüllt sind.