# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e214a741-07d8-4735-ae25-00c4030139dd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Y._ GmbH wurde am 26. Januar 2006 ins Handelsregister eingetragen. A._ und B._ waren Gesellschafter mit einem Stammanteil von je CHF 10‘000.--. Die Y._ GmbH betrieb die C._ in O.1_. Ab September 2007 war X._ für die Y._ GmbH tätig.
Mit Vertrag vom 23. Juni 2009 trat B._ seinen zu 50% liberierten Stammanteil der Y._ GmbH für CHF 8‘689.80 an C._ ab. Gleichzeitig übertrug A._ ihren zu 50% liberierten Stammanteil mit einem Nennwert von CHF 10‘000.00 für CHF 6‘000.00 an X._. C._ und X._ wurden zu Geschäftsführern mit Einzelunterschrift gewählt und rückwirkend ab 1. Januar 2009 gewinnanteilsberechtigt. Gemäss Handelsregisterauszug wurde C._ ausserdem zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt.
In einer separaten Vereinbarung vom 31. Juli 2009 einigten sich C._ und X._ darauf, dass X._ – nebst dem Betrag von CHF 6‘000.00 für seinen Anteil an der Y._ GmbH – ab September 2009 während 30 Monaten jeweils CHF 600.00 als zusätzlichen Bestandteil des Kaufpreises an C._ zu bezahlen habe. Er sollte dafür eine monatliche Lohngutschrift von jeweils CHF 600.00 erhalten, welche jedoch einbehalten und dem Kontokorrent von C._ in der Buchhaltung der Y._ GmbH gutgeschrieben werden sollte.
B. Am 27. Februar 2011 fand zwischen C._ und X._ eine Besprechung statt. Die Parteien waren sich in der Folge darüber uneinig, ob anlässlich dieser Besprechung X._ für eine gewisse Zeit freigestellt wurde oder ob die Parteien das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben haben.
C. Mit Schreiben vom 30. März 2011 wies X._ C._ darauf hin, dass ihm bis anhin weder ordentlich gekündigt noch der ausstehende Lohn bezahlt worden sei. Er forderte ihn auf, dies unverzüglich nachzuholen und setzte ihm dazu eine Frist bis 10. April 2011.
D. Mit Schreiben vom 15. April 2011 bedankte sich X._ bei C._ für die verspätete Zustellung der Lohnzettel und setzte ihm neuerlich eine Frist bis zum 22. April 2011 für die schriftliche Kündigung, die Zustellung einer Arbeitsbestätigung beziehungsweise eines Arbeitszeugnisses, die Überweisung des ausstehenden Lohnes und die Herausgabe seiner persönlichen Sachen.
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E. Das Antwortschreiben von C._ von der Y._ GmbH datiert vom 21. April 2011. Er führte darin aus, entgegen der Ansicht von X._ sei am 27. Februar 2011 die Geschäftsbeziehung und das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst worden. Im Beisein von Drittpersonen seien die Geschäftsschlüssel und der Wochenumsatz übergeben worden. Damit sei klar, dass er für die Zeit nach dem 27. Februar 2011 keine Lohnforderungen stellen könne. Aus dem gleichen Grund erübrige sich auch eine Kündigung. Für die Ausstellung des Arbeitszeugnisses erwarte er einen formulierten Entwurf des Arbeitnehmers. Schliesslich sei zu bemerken, dass der Landesgesamtarbeitsvertrag für Betriebsleiter und Direktoren nicht anwendbar sei (Art. 2 des L-GAV). Als Gesellschafter und Geschäftsführer der Y._ GmbH sei X._ demnach diesem Vertrag nicht unterstellt.
F. Die vorliegende Streitsache wurde am 6. Mai 2011 beim Vermittleramt des Bezirks Plessur angemeldet. Nach erfolgloser Schlichtung bezog X._ am 26. Mai 2011 die Klagebewilligung mit folgenden Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger, unter Vorbehalt eines Nachklagerechtes, den Betrag von CHF 25‘000.00, nebst 5% Zins seit 6. Mai 2011 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ein Arbeitszeugnis auszustellen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Die Y._ GmbH stellte folgende Rechtsbegehren:
„1. Abweisung der Ziffer 1 des klägerischen Rechtsbegehrens.
2. Anerkennung der Ziffer 2 des klägerischen Rechtsbegehrens.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers.“
G. Mit Klage vom 22. Juni 2011 prosequierte X._ die Streitsache an das Bezirksgericht Plessur. Dabei hielt er an den anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. X._ machte geltend, er sei anlässlich der Besprechung vom 27. Februar 2011 vorläufig freigestellt worden. Mit Schreiben vom 21. April 2011 habe man ihm sodann ungerechtfertigterweise fristlos gekündigt. Aufgrund dessen machte er Lohnforderungen sowie eine Entschädigung im Sinne von Art. 337c Abs. 3 OR geltend. Weiter verlangte er die die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses.
Die Klageantwort datiert vom 28. September 2011. Die Y._ GmbH forderte darin die Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne, unter
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Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von X._. Die Y._ GmbH stellte sich auf den Standpunkt, anlässlich der Besprechung vom 27. Februar 2011 hätten die Parteien das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben. Daher stünden X._ keine finanziellen Ansprüche mehr zu. Vorsorglich machte sie diverse Verrechnungsforderungen geltend. Weiter führte sie aus, der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis sei nie bestritten worden und er sei bereits von Gesetzes wegen gegeben. Für das entsprechende Rechtsbegehren fehle es demnach an einem Rechtsschutzinteresse.
H. Mit Entscheid vom 23. Februar 2012, mitgeteilt am 28. Juni 2012, erkannte das Bezirksgericht Plessur:
„1. Die Y._ GmbH wird verpflichtet, X._ ein wahres, vollständiges Arbeitszeugnis auszustellen.
2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
3. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 6‘000.00 gehen zu Lasten der Gerichtskasse.
b) X._ hat die Y._ GmbH mit CHF 4‘004.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Klägers, lic. iur. et oec. Pius Fryberg wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 3‘337.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations