# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ee61344-09c9-4a19-8051-53c6e6e4c080
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ (ehemals Y._), L.1_ Staatsangehörige, geboren am _1970, und X._, L.2_ Staatsangehöriger, geboren am _1979, lernten sich anlässlich eines Ferienaufenthaltes von Y._ in L.2_ kennen und heirateten am 15. Oktober 2010 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus dieser Ehe ging das gemeinsame Kind A._, geboren am _2010, hervor. Bei den nachgeburtlichen Untersuchungen ergab sich beim Kind der Verdacht auf eine Trisomie 21, welcher sich in der Folge bestätigte. Ausserdem wurde ein kleiner Herzfehler (Vorhofseptumdefekt) festgestellt, welchem nach fachärztlicher Einschätzung allerdings kein Krankheitswert zukommt.
B.1. Bereits wenige Tage nach der Geburt des Kindes kam es zwischen den Parteien zu Auseinandersetzungen, in deren Folge sich Y._ mit dem Kind für rund zehn Tage auf der Mutter-Kind-Station der Psychiatrischen Klinik B._ aufhielt. Noch während des Klinikaufenthaltes versuchte sie mit anwaltlicher Unterstützung beim zuständigen Zivilstandsamt eine Namensänderung für ihren Sohn durchzusetzen. Zudem informierte sie die Fremdenpolizei über die Trennung und die beabsichtigte Scheidung, was dazu führte, dass die Aufenthaltsbewilligung von X._ mit Verfügung vom 18. April 2011 widerrufen und ihm nach erfolglos gebliebener Anfechtung bis vor Bundesgericht schliesslich Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 17. Juli 2012 angesetzt wurde. Da er dieser Aufforderung keine Folge leistete, wurde er ab dem 27. November 2012 in Ausschaffungshaft genommen. Diese wurde  nachdem auch während der verlängerten Haftdauer kein Reisepapier beschafft werden konnte und eine Ausschaffung innerhalb der höchstzulässigen Haftdauer als nicht mehr durchführbar erachtet wurde  mit Haftentlassungsverfügung des Amtes für Migration und Zivilrecht Graubünden vom 5. Februar 2014 mit sofortiger Wirkung aufgehoben, wobei die Ausreisepflicht von X._ unverändert bestehen blieb. Eigener Aussage zufolge lebt er seither bei Freunden und Kollegen, von denen manche in O.2_ und andere in O.3_ wohnhaft sind. Genaue Adressangaben will er aus Angst, dass seine Bekannten dann fremdenpolizeilichen Massnahmen ausgesetzt sein könnten, weder gegenüber dem Gericht noch gegenüber der Gegenpartei oder der Kindesvertreterin machen.
2. Am 7. Dezember 2010 hatte Y._ gegen den Ehemann Strafantrag wegen Drohung und Missbrauch einer Fernmeldeanlage gestellt. Gemäss Strafbefehl vom 27. September 2012 soll X._ in der Zeit vom 7. November
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2010 bis 7. Dezember 2010 seiner Frau mehrfach gesagt haben, den Sohn nach L.2_ mitzunehmen, und sie in der Zeit vom 27. November 2010 bis 5. Dezember 2010 mit einer Vielzahl von Anrufen und SMS belästigt haben. Schuldig gesprochen wurde X._ sodann wegen Ungehorsams gegen die im Eheschutzverfahren angeordnete Verpflichtung zur Löschung der im Namen der Ehefrau geführten Facebook-Seite, was Y._ am 10. Juli 2012 zur Anzeige gebracht hatte. Gegen den genannten Strafbefehl hat X._ Einsprache erhoben, worauf das Strafverfahren ergänzt und  nachdem er gegen einen zweiten Strafbefehl vom 8. April 2014, mit dem er zusätzlich wegen rechtswidrigen Aufenthalts gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG verurteilt worden war, ebenfalls Einsprache eingelegt hatte  an das Bezirksgericht Prättigau/Davos zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwiesen wurde. Mit Urteil vom 2. April 2015 sprach das Strafgericht X._ von der Anklage des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss Art. 179septies StGB sowie des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB frei, verurteilte ihn hingegen wegen mehrfacher Drohung gemäss Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie rechtswidrigen Aufenthalts gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe und einer Busse. Auf Berufung von X._ bestätigte die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden mit Urteil vom 7. Oktober 2015 (SK1 15 20) den Schuldspruch wegen des ausländerrechtlichen Vergehens. Von der Anklage der mehrfachen Drohung wurde X._ zweitinstanzlich dagegen freigesprochen.
C.1. Am 9. Dezember 2010 war X._ mit einem sinngemässen Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen an das Bezirksgericht Prättigau/Davos gelangt. Nach Einholung einer Stellungnahme der Ehefrau stellte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos das gemeinsame Kind A._ mit superprovisorischer Verfügung vom 29. Dezember 2010 unter die alleinige elterliche Obhut von Y._ und ersuchte das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden, bezüglich des Geburtseintrags des Kindes A._ mit sofortiger Wirkung eine Datensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung zu erlassen. Mit Verfügung vom 25. März 2011 bestätigte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die Berechtigung des Getrenntlebens der Parteien seit dem 23. November 2010, wies das eheliche Wohnhaus zur alleinigen Benutzung der Ehefrau und dem Sohn zu, räumte dem Ehemann und dem Sohn A._ ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Tagen im Monat unter der Auflage der vorgängigen Hinterlegung des Reisepasses ein, sah von Unterhaltsbeiträgen des Ehemannes an den Sohn ab, hielt an der
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superprovisorisch verfügten Datensperre fest und ordnete zwischen den Eheleuten mit Wirkung ab 23. Dezember 2010 die Gütertrennung an (Proz. Nr. 130-2010-162 oder neu 135-2010-19). Die daraufhin erhobene Berufung von X._ wurde mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. Juni 2011 abgewiesen (ZK1 11 25).
2. In der Folge sistierte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos mit superprovisorischer Verfügung vom 24. August 2011 das dem Ehemann bezüglich seines Sohnes A._ eingeräumte begleitete Besuchsrecht und verbot ihm unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB, sich der Ehefrau und dem Sohn näher als 500 m anzunähern oder sich in einem Umkreis von 500 m vom Wohnort der Ehefrau und des Sohnes aufzuhalten (Proz. Nr. 135-2011-325). Mit Entscheid vom 1. Juni 2012 wurden die superprovisorisch verfügten Massnahmen bestätigt und X._ zusätzlich verpflichtet, alles über die Ehefrau von ihm im Internet (Facebook) Veröffentlichte umgehend zu entfernen. Zudem wurde ihm untersagt, inskünftig erneut Angaben, Fotos, persönliche Daten etc. über die Ehefrau im Internet (Facebook) zu veröffentlichen (Proz. Nr. 135-2011-325). Auf Berufung von X._ wurde die Sache zur Ergänzung der Beweise und zur neuen Entscheidung an das Bezirksgericht Prättigau/Davos zurückgewiesen (ZK1 12 38). Dessen Präsident ergänzte daraufhin die Beweise und gewährte X._ mit Entscheid vom 12./18. Februar 2013 in Abweichung zum bisherigen eheschutzrichterlichen Entscheid ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Tagen pro Monat. Das Annäherungsverbot gegenüber dem Sohn A._ wurde aufgehoben, während das Verbot, sich näher als 500 m zum Wohnort der Ehefrau und des Sohnes aufzuhalten, aufrecht erhalten wurde (Proz. Nr. 135-2012-464). Die dagegen von Y._ erhobene Berufung wurde vom Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 3. Februar 2014 teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Massnahmerichters insofern geändert, als die Sistierung des Besuchsrechts von X._ gegenüber seinem Sohn bis zur Entlassung des Kindsvaters aus der Ausschaffungshaft weitergeführt wurde. Für die Zeit nach seiner Haftentlassung wurde dem Ehemann unter der Auflage der Hinterlegung seines Reisepasses ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Tagen pro Monat gewährt. Für dessen Organisation und Überwachung wurde eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet. Mit dem Vollzug wurde die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos beauftragt (ZK1 13 28). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
3. Mit Entscheid vom 11. September 2014 ernannte die KESB Prättigau/Davos, nachdem X._ über seinen Rechtsvertreter mehrmals um
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Veranlassung der begleiteten Besuchstage ersucht hatte und den Parteien das rechtliche Gehör zur vorgeschlagenen Mandatsträgerin gewährt worden war, F._ von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos zur Beiständin von A._ und beauftragte sie mit der Organisation und der Überwachung des väterlichen Besuchsrechts gemäss den gerichtlichen Vorgaben. Die Bemühungen der Beiständin zur Ermöglichung eines Kontaktes zwischen Vater und Sohn scheiterten in der Folge daran, dass X._ bei seiner ersten Besprechung vom 20. Januar 2015 erklärte, keinen Reisepass zu haben, und Y._ der Beiständin beim Treffen vom 3. Februar 2015 mitteilte, keinem Vater-Kind-Besuch ohne Reisepass zuzustimmen. Das Kind A._ lernte die Beiständin am 9. März 2015 kennen.
D.1. Am 18. Dezember 2012 machte Y._ die Scheidungsklage beim Bezirksgericht Prättigau/Davos rechtshängig (Proz. Nr. 115-2012-65). Dabei stellte sie in der ohne Begründung eingereichten Klage das folgende Rechtsbegehren:
1. Die zwischen den Parteien am 15.10.2010 geschlossene Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Das am _2010 geborene Kind A._ sei unter die alleinige elterliche Sorge der Ehefrau zu stellen.
3. Dem Ehemann sei kein Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren.
4. Dem Ehemann sei zu verbieten, sich näher als 500 m Y._ und/oder dem Sohn A._ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis von 500 m vom Wohnort von Y._ und dem Sohn A._ aufzuhalten; dies unter ausdrücklicher Androhung der Straffolgen bei Nichtbeachtung im Sinne von Art. 292 StGB.
5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau an den Unterhalt von Sohn A._ einen monatlich pränumerando je auf den Ersten eines jeden Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.00 zu bezahlen, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinder- und/oder Familienzulagen;
Die Unterhaltspflicht des Ehemannes gegenüber dem Sohn A._ sei bis zum Erreichen der Mündigkeit zu bestimmen, dies unter Vorbehalt einer weitergehenden Unterhaltspflicht gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB (späterer Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung) sowie aufgrund von Art. 286 Abs. 3 ZGB (besonderer Beitrag bei nicht vorhergesehenen ausserordentlichen Bedürfnissen, zum Beispiel ausserordentlichen zahnärztlichen Behandlungen).
6. Der Unterhalt gemäss Ziff. 5 sei ordentlich zu indexieren.
7. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gestützt auf die am 25.03.2011 durch den Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos per 23.11.2010 (recte 23.12.2010) angeordnete Gütertrennung zu vollziehen.
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8. In Bestätigung der provisorischen Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Prättigau/Davos vom 24.03.2011 sei das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden zu ersuchen, bezüglich des Geburtseintrags des Kindes A._, geb. _2010, weiterhin eine Datensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung aufrecht zu erhalten.
9. Das in Ziff. 4 beantragte Annäherungsverbot sei superprovisorisch, d.h. ohne vorherige Anhörung des Beklagten anzuordnen, eventuell zumindest provisorisch für die Dauer des Scheidungsverfahrens.
10. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolgen einschliesslich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.
2. Die auf den 8. Januar 2013 anberaumte Einigungsverhandlung musste abgesetzt werden, weil X._ die Teilnahme daran aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich war. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2013 stellte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos fest, dass infolge der mehr als zwei Jahre dauernden Trennung der Eheleute der Scheidungsgrund von Art. 114 ZGB gegeben sei. Die Ehefrau wurde zudem aufgefordert, eine schriftliche Klagebegründung einzureichen. Die Begründung der Scheidungsanträge datiert vom 11. Februar 2013 und erfolgte innert erstreckter Frist.
3. Mit innert Nachfrist eingereichter Klageantwort vom 6. Mai 2013 beantragte X._ was folgt:
1. Das klägerische Rechtsbegehren sei abzuweisen.
2. Die Obhut und das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._, geboren am _2010, seien nach richterlichem Ermessen zu regeln.
3. a) Falls und solange der Beklagte (Vater) keine dauernde Aufenthaltsbewilligung der Schweiz besitzt, sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._ jährlich für zwei Monate Ferien zu sich in seinen jeweiligen Wohnsitzstaat auf Besuch zu nehmen.
b) Falls und solange der Beklagte (Vater) eine dauernde Aufenthaltsbewilligung der Schweiz besitzt, sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._ jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr sowie jährlich drei Wochen Ferien zu sich auf Besuch zu nehmen.
4. Es sei für das Kind A._, geboren am _2010, eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 ZGB zur Überwachung seiner medizinischen Betreuung und des persönlichen Verkehrs zu errichten.
5. Der Kindesunterhalt sei nach richterlichem Ermessen zu bestimmen.
6. Die Klägerin sei zu verpflichten,
a) ihre vollständigen Einkommensverhältnisse vom 1. Januar 2010 bis zur Scheidung und
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b) ihre vollständigen Vermögensverhältnisse
offenzulegen.
7. Die Klägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten für die Dauer von zwei Jahren nach Rechtskraft des Scheidungsurteils im Voraus zahlbare monatliche Unterhaltsbeiträge von je CHF 1'000.00 auszurichten.
8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung per 23. Dezember 2010 vorzunehmen.
9. a) Die Klägerin sei zu verpflichten, alle ihre Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (Pensionskassen und Freizügigkeitseinrichtungen) bekannt zu geben.
b) Die Klägerin sei zu verpflichten, die Höhe ihrer von der Heirat am 15. Oktober 2010 bis zur Scheidung erworbenen Ansprüche auf Austrittsleistungen bei allen ihren Einrichtungen der beruflichen Vorsorge (Pensionskassen und Freizügigkeitseinrichtungen) bekannt zu geben.
c) Die von der Klägerin von der Heirat am 15. Oktober 2010 bis zur Scheidung erworbenen Ansprüche auf Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge seien hälftig auf die Parteien aufzuteilen.
d) Es sei der dem Beklagten zu überweisende Betrag gerichtlich festzulegen und bei den beteiligten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge unter Ansetzung einer Frist eine Durchführbarkeitsbestätigung einzuholen; eventuell sei die Sache dem kantonalen Verwaltungsgericht Graubünden zu überweisen.
10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.
Verfahrensantrag:
Dem Kind A._, geboren am _2010, sei im vorliegenden Verfahren eine Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO zu bestellen.
4. Mit Vorladung vom 16. Mai 2013 wurde auf den 12. Juni 2013 eine zweite Einigungsverhandlung angesetzt. Gleichzeitig wurde Y._ die Möglichkeit eingeräumt, zu den Anträgen auf Errichtung einer Beistandschaft für A._ im Sinne von Art. 308 ZGB und auf Bestellung einer Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO Stellung zu nehmen. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs setzte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos mit Entscheid vom 4. Juni 2013 Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen als Kindesvertreterin von A._ im Sinne von Art. 299 ZPO für sämtliche eherechtliche Verfahren zwischen den Parteien ein (Proz. Nr. 135-2013-201). Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 12. Juni 2013 einigten sich die Parteien über den Fortgang des weiteren Verfahrens und ermächtigten die Kindesvertreterin, bei allen Stellen und Behörden die notwendigen Auskünfte direkt und ohne deren Zutun für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens einzuholen.
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5. Mit Eingabe vom 12. Juli 2013 stellte die Kindesvertreterin folgende Anträge:
1. Es sei der Sohn A._, geboren am _2010, unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.
2. Es sei dem Beklagten während vier Jahren zweimal pro Jahr ein durch einen Beistand begleitetes Besuchsrecht von jeweils einer Stunde an drei Tagen hintereinander, ausübbar im Wohnsitzkanton von A._, einzuräumen.
3. Der Beistand sei zu verpflichten, nach Ablauf von vier Jahren der dann zuständigen Behörde einen Antrag betreffend der inskünftigen Ausgestaltung des Besuchsrechts zu stellen.
4. Es sei auf die Festsetzung eines Ferienrechts zu verzichten.
5. Es sei für A._ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten. Dem Beistand seien die Aufgaben zu übertragen, mit den Eltern die Besuche zu planen und die Ausübung des Besuchsrechts zu überwachen, bei Problemen im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts zu vermitteln und dafür besorgt zu sein, dass der Beklagte die ihm zustehenden Informationen erhält. Der Beistand sei zu berechtigen, den Eltern bei Bedarf verbindliche Weisungen erteilen zu können.
6. Die Kosten der Kindesvertretung seien den Eltern, eventualiter dem Kanton Graubünden aufzuerlegen.
6. Mit Eingaben vom 20. September 2013 nahmen die Parteien zu den Anträgen der Kindesvertreterin Stellung. Während Y._ an ihren bisherigen Rechtsbegehren festhielt, beantragte X._ die Abweisung der von der Kindesvertreterin gestellten Rechtsbegehren. Betreffend die Kinderbelange verlangte er im Vergleich zu seiner Klageantwort vom 6. Mai 2013 neu folgendes:
1. Die Obhut über das gemeinsame Kind der Parteien, A._, geboren am _2010, sei der Mutter zu übertragen.
2. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._, geboren am _2010, sei den Eltern gemeinsam zu übertragen.
7. Nachdem am 23. Mai 2014 die Beweisverfügung erlassen und unter anderem der Beizug sämtlicher Akten der vorangegangen Massnahmeverfahren angeordnet worden war, fand am 4. September 2014 die erstinstanzliche Hauptverhandlung statt. Dabei stellten alle Parteien teilweise abgeänderte Rechtsbegehren:
Ehefrau:
1. (unverändert).
2. (unverändert).
3. Dem Ehemann sei kein Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren.
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Eventuell: Es sei bis zum 12. Altersjahr von A._, mithin bis November 2022, auf die Anordnung eines Besuchsrechts zu verzichten, und es sei im November 2022 aufgrund der persönlichen und kognitiven Entwicklung von A._ zu überprüfen, ob die Anordnung eines Besuchsrechts ab 2023 dem Kindesinteresse entspricht.
4.-10. (unverändert).
In Bezug auf die Kinderbelange wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass sich das Kind unter der Sorge und Obhut der Ehefrau wunderbar entwickle, wohingegen der Vater illegal in der Schweiz lebe, ohne bekannten Aufenthalt, ohne Arbeit und ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Ein Besuchsrecht für die Dauer eines Aufenthalts in der Schweiz habe der Kindsvater bisher gar nicht beantragt. Der Eventualantrag der Kindesvertreterin werde eventuell unterstützt, sofern dieser dem Kind mit 12 Jahren zugemutet werden könne.
Ehemann:
1. Das klägerische Rechtsbegehren sei abzuweisen, ausgenommen die Punkte Scheidung und Güterrecht.
2. Das Rechtsbegehren der Kindesvertreterin sei abzuweisen.
3. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._, geboren am _2010, sei den Parteien gemeinsam zuzuweisen.
4. Die Obhut über das gemeinsame Kind der Parteien, A._, geboren am _2010, sei dem Vater zuzuweisen.
5. Eventualanträge für den Fall, dass die Obhut über das Kind A._ der Mutter zugeteilt wird:
a) Falls und solange der Beklagte (Vater) ausserhalb der Schweiz lebt, sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._ jährlich für zwei Monate Ferien an einen Ort seiner Wahl zu sich auf Besuch zu nehmen.
b) Falls und solange der Beklagte (Vater) in der Schweiz lebt, sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._ jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr sowie jährlich für drei Wochen Ferien zu sich auf Besuch zu nehmen.
c) Es sei für das Kind A._, geboren am _2010, eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 ZGB zur Überwachung seiner medizinischen Betreuung und des persönlichen Verkehrs zu errichten.
6. Der Kindesunterhalt sei nach richterlichem Ermessen zu bestimmen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.
Im Zusammenhang mit den Kinderbelangen liess X._ vortragen, dass es keinen objektiven Grund gebe, ihm das Sorgerecht vorzuenthalten. Er liebe sein Kind und sei bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen. Zudem könne er als medizinische Fachperson eine wertvolle Ergänzung zur Mutter bilden. Für eine
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Obhutszuteilung an ihn spreche, dass er im Gegensatz zu seiner Ehefrau den Kontakt zwischen dem Kind und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil nicht verhindern würde. Die Kindsmutter indes habe mit ihrer Obstruktionspolitik gezeigt, dass sie nicht fähig oder willens sei, das Kindeswohl an die erste Stelle zu setzen und zu respektieren.
Kindesvertreterin:
1. Es sei der Sohn A._, geboren am _2010, unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.
2. Es sei bis zum 12. Altersjahr von A._, mithin bis November 2022, auf die Anordnung eines Besuchsrechts zu verzichten.
3. Es sei im November 2022 aufgrund der persönlichen und kognitiven Entwicklung von A._ zu überprüfen, ob die Anordnung eines Besuchsrechts ab 2023 dem Kindesinteresse entspricht.
Eventualiter sei dem Vater während vier Jahren zweimal pro Jahr ein durch einen Beistand begleitetes Besuchsrecht von jeweils einer Stunde an drei Tagen hintereinander, ausübbar im Wohnsitzkanton von A._, einzuräumen, und eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten. Dem Beistand seien die Aufgaben zu übertragen, mit den Eltern die Besuche zu planen und die Ausübung des Besuchsrechts zu überwachen, bei Problemen im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts zu vermitteln und dafür besorgt zu sein, dass der Vater die ihm zustehenden Informationen erhält. Der Beistand sei zu berechtigen, den Eltern soweit für die Ausübung des Besuchsrechts notwendig, verbindliche Weisungen erteilen zu können.
4. Es sei auf die Festsetzung eines Ferienrechts zu verzichten.
5. Die Kosten der Kindsvertretung seien den Eltern, eventualiter dem Kanton Graubünden aufzuerlegen.
Die Kindesvertreterin machte geltend, dass der Kindsvater das Sorgerecht aus dem Ausland wahrnehmen müsste, da er sich nicht in der Schweiz aufhalten dürfe. Diese Distanz und die Tatsache, dass die Eltern seit der Geburt von A._ über verschiedene Instanzen streiten würden und sich nicht einmal darin einig seien, welchen Rufnamen ihr Kind tragen oder wie dessen medizinische Behandlung aussehen soll, spreche gegen ein gemeinsames Sorgerecht. Zudem habe der Kindsvater seit 2011 nicht versucht, sich in irgendeiner Weise am Leben des Kindes zu beteiligen. Seit seiner Geburt sei die Mutter die Bezugsperson, weshalb ihr das alleinige Sorge- sowie auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht zuzuweisen seien. Ferner sei auch auf ein Besuchs- und Ferienrecht zugunsten des Kindsvaters zu verzichten, weil dieser keine Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation gezeigt und auch sein Interesse am Kind nicht unter Beweis gestellt habe. Zudem hätten Vater und Kind seit 2011 keinen Kontakt mehr miteinander gehabt. Der Vater sei für A._ ein Fremder, welcher eine Sprache spreche, die
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A._ nicht verstehe. Mit der Beeinträchtigung durch das Down-Syndrom gehe eine schnelle Überforderung von A._ einher. Für die Ausübung des Besuchsrechts bedürfe es jedoch eines stabilen Vertrauensverhältnisses zwischen Vater und Sohn, was nur mit einer engen Bindung des Sohnes zu einem Beistand möglich sei. Diese Beistandschaft könne aber nicht die Mutter wahrnehmen, da sie und der Kindsvater heftig zerstritten seien. Zu einem späteren Zeitpunkt sei A._ möglicherweise in der Lage, das System der familiären Bindung so zu verstehen, dass ein Kontakt zum Vater möglich werde. Aus diesem Grund sei ein Besuchsrecht neu zu prüfen, wenn A._ das zwölfte Altersjahr erreicht habe. Eventualiter sei ein begleitetes Besuchsrecht zweimal pro Jahr an jeweils drei Tagen hintereinander zu prüfen. Ein solches könne aber nur eine Übergangslösung sein und scheide aus, wenn die Besuche nicht innert absehbarer Zeit ohne Begleitung möglich seien. Von der Anordnung eines Gutachtens sei abzusehen, da seit drei Jahren keine Vater-Kind-Beziehung bestehe, die untersucht werden könnte.
8. Mit Entscheid vom 4. September 2014, mitgeteilt am 31. Oktober 2014, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
1. Die von Y._ und X._ am 15. Oktober 2010 vor Zivilstandsamt O.1_ GR geschlossene Ehe wird geschieden.
2. Die elterliche Sorge über den aus der Ehe hervorgegangenen Sohn A._, geboren am _2010, wird X._ entzogen und Y._ allein übertragen.
3. Der aus der Ehe hervorgegangene Sohn A._, geboren am _2010, wird unter die Obhut von Y._ gestellt und ihr zur Pflege und Erziehung anvertraut.
4. Von der Anordnung eines Besuchs- und Ferienrechts zwischen dem Sohn A._, geboren am _2010, und dem Vater, X._, wird einstweilen abgesehen.
5. Von der Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 ZGB wird einstweilen abgesehen.
6. Mangels Leistungsfähigkeit wird auf das Zusprechen von Unterhalt an den Sohn A._, geboren am _2010, zu Lasten des Kindsvaters X._ abgesehen.
7. Y._ und X._ sind güterrechtlich auseinandergesetzt.
8. Y._ und X._ sind vorsorgerechtlich auseinandergesetzt.
9. X._ bleibt es unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB weiterhin untersagt, sich näher als 500 m dem Sohn A._ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis von 500 m vom Wohnort des Sohnes A._ aufzuhalten.
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10. Das Amt für Migration und Zivilrecht (vormals Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden) wird ersucht, bezüglich des Geburtseintrages des Kindes A._, geboren am _2010, weiterhin eine Datensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung aufrechtzuerhalten.
11. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.
12. Die Gerichtskosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos von CHF 12'408.00 (Entscheidgebühr von CHF 5'000.00 + Kosten für die Vertretung des Kindes von CHF 6'659.00 + Kosten für die Übersetzung von CHF 749.00) gehen zu einem Drittel (= CHF 4'136.00) zu Lasten von Y._ und zu zwei Dritteln (= CHF 8'272.00) zu Lasten von X._. Beide auf die Eheleute entfallenden Geldbeträge gehen mit Rücksicht auf die Entscheide des Bezirksgerichts Prättigau/Davos betreffend unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2012-477 und Proz. Nr. 135-2013-95) – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
13. X._ wird verpflichtet, Y._ mit CHF 4'099.50 ausseramtlich zu entschädigen.
14. Die Regulierung der Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann und Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann erfolgt in separaten Verfahren.

## Considerations