# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1d3a04b5-a884-4e5d-9761-8853750c293b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war zuletzt vom 1
8.
Juni 2007 bis
am
7.
April 2009
(
letzter Arbeitstag
)
als
Flachdachisoleur
für die
Z._
AG
tätig (
Urk.
6/3).
U
nter Hinweis auf eine Diskushernie meldete ihn der
Krankent
aggeld
versicherer Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG am 1
6.
Juni 2009 zur Früher
fassung bei der Schweizerischen Invalidenversicherung an (
Urk.
6/1,
Urk.
6/3)
, am
3.
August 2009 reichte der Versicherte die Anmeldung zum Leistungsbezug ein (
Urk.
6/7)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des K
antons Zürich, IV-Stelle, tätigte
in der Folge erwerbliche (
Urk.
6/11,
Urk.
6/14) und medizinische (
Urk.
6/18, 6/21 ff.
)
Abklärungen und veranlasste eine
Evaluation der funktionel
len Leistungsfähigkeit
(EFL)
an der Rheumaklinik des Kantonsspitals
A._
(
Urk.
6/38),
deren Resultat
im Bericht vom
2
7.
Januar 2011 erstattet wurde (
Urk.
6/42). Mit Verfügung vom
1.
November 2011 wurde dem Versicherten ab
1.
April 2010 eine ganze
Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (
Urk.
6/61).
1.2
Im Rahmen der im Jahr 2012 durchgeführten Rentenrevision (
Urk.
6/52) holte die IV-Stelle einen
IK-Auszug (
Urk.
6/54
) sowie ärztliche Berichte (
Urk.
6/68 f.) ein
.
Sie liess durch die Rehaklinik
B._
eine erneute Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
durchführen
(
Urk.
6/63),
über
die am 2
5.
März 2013
berichtet
wurde (
Urk.
6/65).
Nachdem die IV-Stelle die Sache dem Regionalärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt hatte (
Urk.
6/71/5)
,
teilte sie dem Versicherten am
6.
Au
gust 201
3 mit, dass er unverändert
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (
Urk.
6/72).
1.3
Im Jahr 2014 leitete die IV-Stelle
abermals
ein Revisionsverfahren ein (
Urk.
6/73)
und holte
erneut einen IK-Auszug (
Urk.
6/74) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
6/75,
Urk.
6/85) ein, die sie dem RAD zur Beurteilung vorlegte (
Urk.
6/86/3 f.). Mit Mitteilung vom 1
8.
Mai 2015 bestätigte sie sodann den Anspruch des Versicherten auf eine ganze Invalidenrente (
Urk.
6/87).
1.4
Im Rahmen einer kurz darauf noch im Jahr 2015 anhand genommenen Überprü
fung des Falles und n
achdem die IV-Stelle die Sache ihrem Rechtsdienst zur Stel
lungnahme vorgelegt hatte (
Urk.
6/89), veranlasste sie ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS
C._
(
Urk.
6/105), das am
3.
Juli 2017 erstattet wurde (
Urk.
6/108).
Mit Vorbescheid vom
6.
März 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Aufhebung der Invalidenrente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
6/112). Nachdem der Versicherte
dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/113,
Urk.
6/118),
ent
schied die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 im angekündigten Sinne (
Urk.
6/119 =
Urk.
2).
2.
Hiegegen
erhob der
Versicherte
mit Eingabe vom 2
0.
August 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 sei aufzuheben und es sei von der Renteneinstellung abzusehen und
ihm
weiterhin eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei von einer Renteneinstellung abzusehen, der
Inva
liditätsgrad
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von mindes
tens 15
%
neu zu berechnen und
ihm
eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
Subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
September 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
In der Replik vom 2
5.
Oktober 2018 hielt der Beschwerde
führer an seinen Anträgen fest und ergänzte sie dahingehend, dass festzustellen sei, dass der informelle Entscheid vom 1
8.
Mai 2015 nicht wiedererwägungsweise aufgehoben werden könne (
Urk.
8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
8.
November 2018 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
10). Mit Verfügung vom 1
3.
Dezember
2018 erfolgte die Beiladung der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life zum Prozess (
Urk.
11), diese verzichtete am 1
1.
Januar 2019 auf eine Stellung
nahme (
Urk.
12). Dies wurde de
n Parteien
mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2019 mitgeteilt (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenaufhebende Verfügung dahinge
hend, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gestützt auf das medizinische Verlaufsgutachten der MEDAS vom
3.
Juli 2017
seit der Rentenzu
spr
e
ch
ung
verbessert habe und er in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
bei einer Präsenzzeit von 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
2 S. 1). Ein Einkommensvergleich habe einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 37
%
ergeben
, daher sei die Rente aufzuheben
(
Urk.
2 S. 2)
.
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, es liege nicht nur ein Revisions-
,
sondern auch ein Wiedererwägungsgrund vor, da die Mitteilung vom 1
8.
Mai 2015 zweifellos unrichtig gewesen sei
. Bei einem wiedererwägungs
weisen Zurückkommen auf eine
zweifellos unrichtige Revisionsverfügung sei der Rentenanspruch ex
nunc
und pro
futuro
ohne Bindung an die ursprüngliche Verfügung in allen seinen Teilen neu zu beurteilen. Dabei sei wiederum auf das Gutachten der MEDAS
C._
vom
3.
Juli 2017 und die Stellungnahme des Regio
nalärztlichen Dienstes vom 2
2.
Juli und
2.
August 2017 abzustellen, wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten Tät
igkeit zu 80
%
arbeitsfähig sei
(
Urk.
5).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor,
das Gutachten der MEDAS
C._
vom
3.
Juli 2017 sei nicht beweiswertig, da es auf ungenügenden Untersuchungen beruhe und nicht alle notwendigen Fachrichtungen einbezogen worden seien
(
Urk.
1 S. 4)
.
Die Ergebnisse der vom neurologischen G
utachter durchgeführten Elektromyographie
des M
usculus
tibialis
seien ihm sodann trotz Aufforderung nicht vorgelegt worden, wodurch sein rechtliches Gehör verletzt worden sei (
Urk.
1 S. 4).
Auch wenn das Gutachten als beweiswert
ig
angesehen werde, sei nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszu
standes seit der als Vergleichsbasis
dienenden
Mitteilung vom 1
9.
Mai 2015 nachgewiesen
(
Urk.
1 S.
5)
.
Sodann lägen
- sollte das Gericht vom Vorliegen eines Revisionsgrundes ausge
hen - Umstände vor, welche die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt erschweren würden, was einen leidensbeding
ten
Abzug von mindeste
ns 15
%
und mithin die Zusprechung
einer halben Inva
lidenrente rechtfertige (
Urk.
1 S. 5).
Die Voraussetzungen für die Wiedererwägung der Mitteilung vom 1
9.
Mai 2015 seien
hingegen
nicht erfüllt, der Sachverhalt sei gestützt auf die eingeholten ärzt
lichen Berichte genügend abgeklärt und die Beurteilung des RA
D-Arztes nicht zwe
ifellos unrichtig (
Urk.
8 S. 3 f.)
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine wesentliche Tatsachenänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
oder alternativ ein Wiedererwägungsgrund
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG
vorliegt, welche zur
Aufhebung der seit April 2010 ausge
richteten ganzen Invalidenrente
berechtigen.
3
.
3
.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom
1.
November 2011 (
Urk.
6/61) beruhte hauptsächlich auf der
Begutachtung
durch
Dr.
med.
D._
, Chefarzt der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals
A._
,
vom 2
7.
Januar 2011,
im Rahmen welcher
dieser die folgenden Diagnosen stellte (
Urk.
6/42/13 f.):
-
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 und S1 rechts bei
-
Rezidivhernie
L4/L5 rechts mit
rezessaler
Kompression der Nervenwurzel L5 und S1 rechts (MRI vom
9.
Februar 2011)
-
fokale mediane Diskushernie L5/S1 mit leichten
Foraminalstenosen
L5
-
Status nach Mikrodiskektomie L4/L5 rechts (
Sequesterentfernung
, Band
scheibe, EMG-Monitoring) am 2
9.
April 2009
-
Status nach epiduraler Sakralinfiltration am 1
7.
April 2009 und epiduraler Infiltration L4/L5 am 2
2.
April 2009
-
spezifische, wahrscheinlich idiopathische Kopfschmerzen nicht genau zuorden
bar (paroxysmale
Hemicranie
? Cluster
Headache
-Variante? Migränevariante?)
Dr.
D._
führte aus, der Verlauf einer invalidisierenden äusserst schmerzhaften
Lumboischialgie
mit zu Beginn sensomotorischem Syndrom L5 rechts bei grosser rechtsseitiger
mediolateraler
Diskushernie auf Höhe L4/L5 sei typisch, der Verlauf in der präoperativen und postoperativen Phase nachvollziehbar und die Leidens
geschichte kohärent. Die aktuellen und anamnestisch erwähnten Beschwerden seien adäquat zu den klinischen Befunden vom 2
7.
Januar 2011 u
nd vereinbar mit den Befunden
der Bildgebung. Der postoperative Verlauf sei leider nicht so günstig wie erwartet gewesen, die medikamentöse Therapie mit verschiedenen Analgetika und Antirheumatika sei ungenügend geblieben, die physiotherapeu
tischen Behandlungen seien schliesslich wegen Erfolglosigkeit eingestellt worden. Lokale
Infiltrationen an der Wirbelsäule hätten keinen langanhaltenden Erfolg ergeben. Der behandelnde Rheumatologe habe schlies
slich die Behandlung
abge
schlossen, da er dem Beschwerdeführer nicht habe helfen können. Da die invali
disierenden bis ins rechte Bein ausstrahlenden Rückenbeschwerden auch zum Untersuchungszeitpunkt am 2
7.
Januar 2011 bestanden hätten, habe die vorge
sehene Eva
l
uation der funktionellen Leistungsfähigkeit nicht durchgeführt werden können (
Urk.
6/42/14).
Der Beschwerdeführer sei ab dem
7.
April 2009 im bisherigen Tätigkeitsbereich als Hilfsarbeiter,
Isoleur
und Dachdecker zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine ange
passte Tätigkeit sei bisher und auch zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht mög
lich. Aktuell sei er auch für eine leichte Tätigkeit nicht arbeitsfähig, da er ständig seine Position ändern müsse und keine befriedigende Arbeitsleistung über eine Zeitdauer erfüllen könne
. Eine Erfolg versprechende Option sei einzig die Opera
tion der
Rezidivhernie
auf Höhe L4/L5
(
Urk.
6/42/15).
3
.2
Anlässlich
der am 2
5.
März 2013 durchgeführten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
in
der Rehaklinik
B._
nahmen die Fachpersonen zur Kenntnis, dass die in Aussicht genommene Operation zwischenzeitlich nicht erfolgt war. Sie
stellten eine erhebliche Symptomausweitung
, Selbstlimitierung und Inkonsistenz fest, aufgrund derer die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar seien. Das Aus
mass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objek
tivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Die bisherige berufliche Tätigkeit sei dem Beschwer
deführer nicht möglich. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Ersteigen von Leitern und Gerüsten, längerdauernden wirbelsäulenbelastenden Zwangshal
tungen wie verdrehter oder vorgeneigter Rumpfposition sowie wiederholtem Bücken oder länger dauerndem Knien seien jedoch ganztags zumutbar (
Urk.
6/65/4).
3
.3
Auf dieses Ressourcenprofil
berief sich
auch
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, in seinem Bericht vom 2
1.
September 2014 und wies auf eine im Umfang von 100
%
verminderte Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers hin (
Urk.
6/75/2).
3
.4
Im Bericht vom 2
9.
April 2015 diagnostizierte
der
behandelnde Arzt und
ehema
lige
r
Operateur
Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurochirurgie, eine schwere Segmentpathologie L4/5 mit Bandscheibenkollaps L4/5 und minimaler Restbeweglichkeit sowie einer
Diskusprotrusion
L4/5 rechtsbetont beidseits mit weitem Kanal bei Status nach Mikrodiskektomie L4/5 rechts am 2
9.
April 2009 (
Urk.
6/85/5).
Er führ
te aus, es bestünden mittlerweil
e verstärkte
Lumboischial
gien
genau L5 rechts und etwas weniger links mit einer Hypästhesie/
Hypalgesie
genau L5 rechts und einer Pseudomonoparese des rechten Beines (nach Ermun
terung keine Parese fassbar). Das Ganze sei ausgelöst durch eine Diskushernie subligamentär L4/5 rechtsbetont beidseit
s bei Bandscheibenkollaps. Die
Neurolo
gie mit
Deafferenzierungszeichen
spreche dafür, jetzt die Dekompressionsopera
tion durchzuführen, allerdings im jetzt spontan
einsteifenden
Zustand ohne die ursprünglich geplante Spondylodese. Weiterhin sei die Prognose natürlich ungünstig, der Rückenschmerz werde gleich bleiben oder schlechter werden, die Beinschmerzen hoffentlich besser mit einem hohen Misserfolgsrisiko wegen der langen Vorgeschichte (
Urk.
6/85/6). Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig, eine sinnvolle Arbeitstätigkeit sei im heutigen Schmerzzustand auch mit angepasstem Belastungsspektrum vermutlich nicht realistisch, dies müsste genau ausgetestet werden (
Urk.
6/85/7).
3
.5
3
.5.1
Dem polydisziplinären (allgemein-internistisch
en
, neurologisch
en
, neurochirur
gisch
en
, psychiatrisch
en
) MEDAS-Gutachten vom
3.
Juli 2017, welches als massgebliche Grundlage für die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) diente, ist als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylo
genes
Schmerzsyndrom im Rahmen der bestehenden
Osteochondrose
und leichter Diskopathie LWK 4/5 mit/bei Status nach Mikrodiskektomie L4/5 am 2
9.
April 2009, aktuell ohne signifikante radikuläre Reiz- oder Defizitsymptomatik
,
zu entnehmen. Die Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen würden hingegen die eben
falls gestellten Diagnosen einer Adipositas Grad I (BMI 31.7) sowie Hinweise für ein zumindest teilweise
aggravatorisches
Verhalten und negative Antwortverzer
rung (
Urk.
6/108/24).
3
.5.2
Die Gutachter stellten fest, für die polydisziplinäre Beurteilung seien vorrangig die medizinischen und versicherungsmedizinischen Sachverhalte auf den neuro
logischen und neurochirurgischen Fachgebieten relevant, hingegen
hätten
sich aus den Fachbereichen Psychiatrie und Innere Medizin keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen
lassen
(
Urk.
6/108/21).
3
.5.3
Der Beschwerdeführer
beschreibe die Schmerzen in den letzten Jahren unverän
dert gleichbleibend, es werde eine Schmerzstärke von 8/10 bis 9/10 durchgängig beschrieben, mit Schmerzmedikation könne er diese auf 5/10 reduzieren. Betrachte man die aktuelle klinisch-neurologische Symptomatik seien keine sig
nifikanten radikulären Beschwerdemuster mehr vorstellbar. Aufgrund der bishe
rigen Bildgebung sei 2009 ein ausgeprägter sequestrierter Bandscheibenvorfall L4/5 rechts objektivierbar. In den nachfolgenden Kontrollen habe zwar noch eine kleine
Rezidivhernie
in der gleichen Etage L4/5 festgestellt werden können, welche nach radiologischem Aspekt auch eine gewisse Kompromittierung der Nervenwurzel L5 auf beiden Seiten verursacht habe, es habe sich aber auch eine deutliche
Osteochondrose
in den unteren beiden Bewegungssegmenten der LWS gezeigt. In der aktuellen Elektromyographie seien zwar Zeichen einer alten axonalen Schädigung auf der rechten Seite mit entsprechend deutlicher Potenti
alerhöhung, hindeutend auf einen komplett abgeschlossenen axonalen Umbau, jedoch keine signifikanten Zeichen einer frischeren oder mittelfristig manifesten axonalen Schädigung erkennbar gewesen. Radiologisch sei zwar auf der linken Seite eine L5-Irritation angenommen worden, hier sei auch von einer Kompres
sion ausgegangen worden, dafür zeige sich jedoch überhaupt kein klinisches Korrelat. Au
ch auf der rechten Seite bestehe
gegenwärtig aufgrund der aktuellen klinischen Untersuchung und Einschätzung, inklusive Einbezug der EMG-Befundlage, keine radikuläre Störungskomponente (
Urk.
6/108/21).
Vorrangig sei auf eine
lumbospondylogene
Schmerzsymptomatik hinzuweisen, wohl im Rahmen der bestehenden
Osteochondro
se
und leichter Diskopathie LWK
4/5, ohne dass aber eine signifikante L5-radikuläre Schmerzsymptomatik zusätz
lich zu bestehen scheine. Hieraus erklärten sich versicherungsmedizinisch eine leicht verminderte lumbale Rückenbelastbarkeit, und eine gewisse chronische Schmerzsymptomatik, jedoch seien diese sicherlich nicht in dem Ausmass vor
handen, das der Beschwerdeführer angebe (
Urk.
6/108/21 f.).
3
.5.4
Die Gutachter stellten Hinweise für zumindest teilweise
aggravatorisches
Verhal
ten und negative Antwortverzerrung fest. Als Zeichen der Inkonsistenz finde sich auffällig eine Diskrepanz zwischen der subjektiv vom Beschwerdeführer angege
benen hohen Schmerzausprägung und der gemäss Medikamentenspiegelbestim
mung fehlenden effektiven schmerztherapeutischen Behandlung. Ein solch hochgradiger Schmerz mit Einschränkung liesse eine deutlich stärkere Inan
spruchnahme von Behandlung
en
erwarten. Der Beschwerdeführer beschreibe, am Untersuchungstag keine Schmerzmedikation eingenommen zu haben, es seien jedoch im Schmerzausdrucksverhalten keinerlei Zeichen einer Schmerzstörung signifikant erkennbar, wodurch sich die Frage stelle, inwieweit eine so subjektiv invalidisierende Beeinträchtigung wie angegeben bestehen solle. Auch die erho
benen Befunde mit negativem Lasègue und gutem
Langsitz
, bei Schmerzangabe im
Pseudolasègue
, sprächen nicht für die vom Beschwerdeführer angegebene Schmerzintensität. Ebenso spreche die
vorhandene
kräftige Muskulatur im Bereich des ganzen Körpers nicht für eine Inaktivität von über sechs Jahren. Weder die vom Beschwerdeführer angegebenen Gefühlsstörungen noch die zeit
weisen Miktions- oder Erektionsstörungen hätten objektiviert werden können. Die dramatisierende
Schilderung sei in dieser Expressivität nicht glaubhaft. Zusammen mit den mehrfachen Befundinkonsistenzen in der Untersuchung, so auch den deutlich pathologischen
Waddell
-Zeichen, sei insgesamt mindestens von einem sehr ausgeprägten Verhalten der Aggravation auszugehen. Die sub
jektiv als vermindert empfundene Arbeitsfähigkeit könne nicht durch hinrei
chende somatische Befunde erklärt werden, zumindest im Hinblick auf leidens
angepasste Tätigkeiten. Einschränkungen der sozialen Kompetenz ergäben sich sodann keine. Der Beschwerdeführer habe einen grossen Freundeskreis, häufige, meist telefonische Kontakte aber auch persönliche Besuche. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich keine Gründe, welche das beschriebene
aggravatorische
Verhalten erklären könnten, es müsse daher von einer freien bewusstseinsnahen Präsentation und Ausgestaltung ausgegangen werden, wenn auch ein gewisser somatischer Kern bestehen möge (
Urk.
6/108/23)
.
3
.5.5
Im interdisziplinären Konsens kamen die Sachverständigen zur Auffassung, der Beschwerdeführer sei aufgrund der verminderten lumbalen Rückenbelastbarkeit in der angestammten Tätigkeit als Dachdecker zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine ideal leidensangepasste Tätigkeit sei medizinisch-theoretisch möglich, es könne allenfalls eine Leistungsminderung aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs von maximal etwa 20
%
zuerkannt werden. Es sei auf Dauer von einer verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule auszugehen, dies gelte insbesondere für Tätigkeiten in längerer Zwangshaltung, dauernd stehend, dauernd sitzend mit häufigem Bücken und unter dauerhafter Kälteexposition. Hingegen seien Arbeiten in einer wechselbelastenden Tätigkeit zumutbar (rückenschonend mit Wechsel zwischen stehend, gehend und zeitweilig sitzend
)
. Möglich seien auch das Heben, Tragen und Bewegen vo
n
Lasten von 10-15 kg, dies entspreche einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit (
Urk.
6/108/23).
Retrospektiv erscheine eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die angestammte Tätigkeit seit dem operativen Eingriff im Jahr 2009 bis auf weiteres nachvoll
ziehbar. Eine ideal leidensangepasste Tätigkeit sei jedoch mit einer leichten Leistungs
mind
erung von
maximal 20
%
möglich, dies gelte mindestens seit der Beur
teilung der Rehaklinik
B._
vom März 2013, möglicherweise aber auch bereits früher. Ausgenommen seien sechs Wochen postoperativ sowie vier Wochen nach den akuten Beschwerden im Sommer 2009, in diesen Zeiträumen könne medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in leidensadaptierten Tätigkei
ten vorübergehend nachvollzogen werden (
Urk.
6/108/24).
4
.
4
.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergeb
nis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
4
.2
Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zuletzt mit Mitteilung vom 1
8.
Mai 2015 bestätigt (
Urk.
6/87). Diese Mitteilung beruhte
auf
den Verlaufsberichten von
Dr.
E._
vom 2
1.
September 2014 (
Urk.
6/75) und
hauptsächlich
von
Prof.
Dr.
F._
vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
6/85) sowie einer Aktenbeurteilung
vom 1
1.
Mai 2015
von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
,
vom Regionalärztlichen Dienst (RAD
;
Urk.
6/86/3 f.
)
.
Dr.
E._
ging von einer Verschlechterung
des Gesundheits
zustands des Beschwerdeführers aus und konstatierte
einerseits eine Einschrän
kung
der Leistungsfähigkeit von 100
%
,
verwies jedoch
andererseits
hinsichtlich des Ressourcenprofils
auch auf die am 2
5.
März 2013 erstellte EFL der
Rehaklinik
B._
, in der
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer a
ngepassten Tätigkeit attestiert w
orden war
(
Urk.
6/65/
2
)
.
Prof.
Dr.
F._
beschrieb in seinem Bericht, die postoperative Segmentinstabilität sei heute ver
schwunden, stellte jedoch weiterhin die Indikation zur D
ekompressionsoperation, im
spontan
einsteifenden
Zustand allerdings ohne die ursprünglich geplante Spondylodese
(
Urk.
6/85/5 f.). Ob diese Veränderung des Gesundheitszustandes in funktioneller Hinsicht
und vor allem die Schmerzsituation betreffend
eine Ver
schlechterung oder
gar
eine Verbesserung darstelle, legte
Prof.
Dr.
F._
nicht dar.
Dies ergibt sich auch nicht aus seiner Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit
, bei der er
die bildgebenden Befunde sowie das Schmerzerleben des Beschwerdefüh
rers in den Vordergrund
stellte, sich jedoch nicht definitiv dazu äussern konnte
,
wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirken würden
und weitere Abklärungen für notwendig hielt
(
Urk.
6/85/7).
Sodann stellte er Inkonsistenzen, wie eine Pseudomonoparese, die nach Ermunterung nicht mehr fassbar war, fest, diskutierte diese jedoch nicht
(
Urk.
6/85/5)
.
Dr.
G._
ging hingegen von einem pathomorphologisch verschlechterten Gesundheitszustand aus und
erachtete weitere Abklärungen nicht für notwendig, da diese
bei dieser Ausgangslage
nur eine allenfalls and
ere funktionelle Beurtei
lung darstellen würden
(
Urk.
6/86/4).
Für eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung ist es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erforderlich, dass die
von der Verwaltung getroffenen Vorkehren im Falle eines inhaltlich
anderen Ergebnisses
eine Rentenerhöhung, -herabset
zung oder
-aufhebung zu begründen vermögen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 2
3.
März 2016 E. 3.2)
.
Vorliegend wären
jedoch zur Bewertung der Veränderung des Gesundheitszustandes und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
weitere Abklärungen
notwendig gewesen, da
die Angaben des Hausarztes
Dr.
E._
widersprüchlich waren
und
sich
Prof.
Dr.
F._
nur unvollständig und vage
äusserte
.
Dr.
G._
setzte sich sodann
ebenfalls
nicht
näher mit einer allfälligen Arbeitsfähigkeit oder der Beurteilung durch
Prof.
Dr.
F._
a
useinander, sondern schloss auf eine
- in d
essen
Bericht nicht beschriebene -
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
und davon
direkt auf die unveränderte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Insgesamt lag daher der rentenbestätigenden Mitteilung vom 1
8.
Mai 2015 keine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung zu Grunde
.
4
.3
Im Rahmen des im August 2012 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens (vgl.
Urk.
6/52) veranlasste die Beschwerdegegnerin einerseits
eine
EFL
in
der Rehakli
nik
B._
,
die am 2
1.
und 2
2.
März 2013 durchgeführt wurde und anlässlich derer eine erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung festgestellt und dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit attestiert wurde
n
(
Urk.
6/65)
. Andererseits holte sie die Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte
Prof.
Dr.
F._
(
Urk.
6/68) vom
6.
Mai 2013 und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Rheumatologie, vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
6/69)
ein, die dem Beschwer
deführer einen stationären
beziehu
ngsweise einen verschlech
terten
Gesundheitszustand
sowie
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
im ange
stammten Beruf als Dachdecker bescheinigten (
Urk.
6/68/1,
Urk.
6/69/1 f.). In der Folge wurden die Akten am 2
2.
Juli 2013
durch
Dr.
G._
vom RAD
beur
teilt, der - ohne auf die Ergebnisse der EFL oder die fehlende Beurteilung der Arbeitsfähig
k
eit in angepasster Tätigkeit durch die behandelnden Ärzte einzuge
hen - auf eine
unveränderte dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
schloss
(
Urk.
6/71/5)
,
worauf die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
6.
August 2013 die volle Invalidenrente bestätigte (
Urk.
6/72). Dieses Vorgehen entspricht ebenfalls keiner rechtskonformen Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung.
4
.4
Da die rentenbestätigenden Mitteilungen vom
1
8.
Mai 2015 (
Urk.
6/87) und
6.
August 2013 (
Urk.
6/72) aufgrund der fehlenden rechtskonformen Sachver
haltsabklärung beziehungsweise Beweiswürdigung
als Referenzzeit
p
unkt
ausser Betracht fallen, ist die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom
1.
No
vember 2011 (
Urk.
6/61) für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung der Verhältnisse hinzuzuziehen.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützt
e
sich
für die Beurteilung des Gesundheitszustan
des des Beschwerd
eführers
auf das MEDAS-Gutachten
ab (
Urk.
2 S. 1
).
Es bleibt zu klären, ob diesem im Sinne der Rechtsprechung Beweiswert zukommt und es damit als Grundlage für die Beurteilung einer im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG massgeblichen Verbesserung des Gesundheitszustands de
s
Beschwerdeführer
s
dienen kann.
5
.2
Der Beschwerdeführer
brachte zunächst vor
, dass er aufgrund der diagnostizierten
O
steochondrose
durch einen Rheu
matologen hätte begutachtet werden müssen
und das Gutachten daher nicht beweiskräftig sei
(
Urk.
1 S.
4
)
.
Im BGE 139 V 349 E. 3.3 hielt das Bundesgericht fest, dass die Gutachterstelle abschliessend darüber entscheidet, welche Fachdisziplinen im Einzelfall zu begutachten sind. Die beauftragten Sachverständigen seien letztverantwortlich einerseits für die fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrundlage, andererseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung.
Vorliegend teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am
4.
April 2016 mit, dass eine polydisziplinäre
medizinische Untersuchung in den Fachge
biet
en Allgemeine Innere Medizin, Neurochirurgie, Neurologie und Psychiatrie vorgesehen sei (
Urk.
6/94), wogegen der Beschwerdeführer
innert der angesetzten Frist
keine Einwendungen vorbrachte. In der Folge wurde der Auftrag zur B
egut
achtung an die MEDAS
C._
vergeben (
Urk.
6/103).
Mit
Schreiben vom 2
3.
Januar 2017
t
eilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
die vor
gesehenen Gutachter mit (
Urk.
6/105
), worauf sich dies
er erneut nicht verlau
ten liess.
Die Auswahl der Gutachter samt Fachrichtungen erfolgte somit gesetz
mäss
ig und im Konsens der Parteien
.
Abgesehen davon erscheint der
Verzicht auf eine rheumatologische Begutachtung
auch
unter Berücksichtigung der Überschneidung der fachärztlichen
Disziplinen
der Neurochirurgie und der Rheu
ma
tologie in versc
hiedenen Bereichen nachvollziehbar
.
So beinhaltet das Fachgebiet der Neuroc
hirurgie auch die
Behandlung von
degenerativen Wirbelsäulenerkran
kungen (vgl. Beschreibung des neurochirurgischen Fachgebie
tes auf der
Website der Klinik
I._
)
,
wozu unter anderem die
Osteochondrose
zählt.
5
.3
Der Beschwerdeführer wendete weiter ein, das Gutachten sei nicht beweiskräftig, da es ausschliesslich auf ärztlichen Berichten und Befunden beruhe, die vor dem Referenzzeitpunkt vom 1
9.
Mai 2015 erhoben worden seien
(
Urk.
1 S.
4
)
.
Der Beschwerdeführer übersieht dabei, dass
das
Gutachten nicht nur auf den
Vo
rakten
basiert, sondern
d
ie
für seinen Gesundheitsschaden massgeblichen Fachärzte der Neurologie und der Neurochirurgie ihre Schlussfolgerungen auf umfassende klinische Untersuchungen stützten
(
Urk.
6
/108/15 f.,
Urk.
6
/108/39 f.)
.
Es ist zutreffend, dass sie keine erneuten bildgebenden Untersuchungen durchführten, sie erläuterten jedoch auch, weshalb dies nicht notwendig sei (
Urk.
6/108/19).
Ferner berücksichtigten sie die vom Beschwerdeführer beschriebenen Beschwer
den und diskutierten die Diskrepanzen zwischen diesen und dem Ergebnis der
klinischen Untersuchung (
Urk.
6/108/17 f.,
Urk.
6/108/41
). Insgesamt beschri
e
ben die Gutachter umfassend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
und leg
t
en dessen Entwicklung nachvollziehbar dar
. Das Gutachten erfüllt mithin die Anforderungen an eine beweiswerte Expertise im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
, es kann darauf abgestellt werden
.
5.4
Die begutachtenden Ärzte kamen zum Schluss, der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit als Dachdecker voll arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit jedoch ganztags mit einer Leistungsfähigkeit von 80
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/108/23).
Zu prüfen
ist, ob es sich
bei
dieser Einschätzung
um eine revisi
onsrechtlich uner
hebliche andere Beurteilung des
selben Sachverhaltes handelt oder ob eine tatsächliche Verbesserung des Gesundheitszustan
des des Beschwer
deführers einge
treten ist.
Um diese vonei
nander abzugrenzen, muss aufgrund der medizinischen Unterlagen deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird
,
neu sind, oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder in ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung einer seit der früheren Beurteilung eingetretene
n
tatsächliche
n
Ver
änderung ist dann genügen
d untermau
ert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrads der Störung geführt haben (Urteil des Bundesge
richts 8C_484/2013 vom 1
2.
August 2013 E. 3.2).
Aufgrund der bildgebenden Untersuchungen steht fest, dass sich die
Pathologie der Wirbelsäule
des Beschwerdeführers seit der r
entenzusprechenden Verfügung
verändert hat
.
Entscheidend jedoch sind nicht so sehr die bildgebenden Befunde, sondern die funktionellen Einschränkungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_484/2013 vom 1
2.
August 2013). So zeigten die MEDAS-Gutachter auf, dass
die klinischen Befunde, welche ursprünglich zur Diagnose eines
lumboradikulä
ren
Schmerzsyndroms führten
,
nicht mehr vorhanden
waren
, es konnte lediglich noch ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne signifikante radikuläre
Reiz- oder Defizitsymptomatik diagnostiziert werden (
Urk.
6/108/18,
6/108/
21-
23).
In diesem
Zusammenhang bestätigte die veranlasste Elektromyographie
des Musculus
tibialis
beidseitig
das bereits durch die klinische Untersuchung Gezeigte,
sie enthielt
nämlich einzig Zeichen einer alten axonalen Schädigung auf der rechten Seite mit
Hinweis auf einen
komplett
abgeschlossenen axonalen Umbau,
jedoch
keine akute
n
Schädigung
en
(
Urk.
6/108/21).
Die entsprechenden Befunde der Elektromyographie wurden im Gutachten detailliert dargelegt und beschrieben (
Urk.
6/108/16) und hätten in dieser Form auch zur Überprüfung einem anderen Arzt unterbreitet werden können. Diese Elektromyographie bildete sodann nicht eine wesentliche Grundlage des medizinischen Gutachtens (RKUV
1992 Nr. U152 S. 201)
. Damit stellt die Tatsache, dass
die
Elektromyographie nicht dem Beschwerdeführer zugestellt worden war, keine gravierende Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, die alleine zu einer Aufhebung des Entscheides führen würde
.
Die
Gutachter erläuterten, die
subjektiv als vermindert empfundene Arbeitsfähig
keit könne nicht durch hinreichende somatische Befunde erklärt werden, zumin
dest im Hinblick au
f leidensangepasste Tätigkeiten (
Urk.
6/108/23).
Es ist daher von einer verbesserten Funktionsfähigkeit auszugehen, zumal auch der Beschwerdeführer
selbst
angab, sich bis zu einem gewissen Grad an die Schmer
zen gewöhnt zu haben (
Urk.
6
/108/12). In der Folge beschrieb
er
seine Schmerzen dann zwar als unverändert
(
Urk.
6/108/12), die Gutachter zei
gten jedoch auf, dass zwischen den
angegebenen Beschwerden
und den klinischen Befunden
- anders als
noch
im Jahr 2011
(
Urk.
6/42/14
)
-
Diskrepanzen bestanden
. So waren im Jahr 2011 die
Wadde
ll
-Zeichen negativ (
Urk.
6/42/9
), im Jahr 2017 jedoch posi
tiv, mit Schmerzangabe bei sanftem Achsenstoss sowie bei Pseudorotation schon in geringsten Rotationsgraden (
Urk.
6
/108/17).
Insbesondere fiel auch auf, dass der Beschwerdeführer zwar starke Schmerzen (8.5-9 auf der VAS-Skala) angab, sich jedoch dafür kein Korrelat in seinem Ausdrucksverhalten fand
,
obwohl er am Begutachtungstag die ihm verschriebenen Schmerzmittel nicht eingenommen hatte
(
Urk.
6
/108/17). Die
MEDAS-
Gutachter
schlossen
somit
gestützt auf die klinische Untersuchung
nachvollziehbar auf
nicht im be
schriebenen Ausmass vorhandene
Beschwerden
und eine wesentliche
Verbesserung des Gesundheits
zu
standes des Beschwerdeführers
.
An dieser Beurteilung
vermögen auch die Berichte der behandelnden Är
zte keine Zweifel zu wecken. So
enthielt der Bericht von
Prof.
Dr.
F._
vom 2
9.
April 2015
- neben weiteren Unklarheiten (vgl. E.
4
.2 vorstehend) -
keine definitiven Angaben zu einer allfälligen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit, sondern
lediglich die
auf den bildgebenden Befunden und den Schmerzangaben des Beschwerdeführers basierende
Vermutung
,
ein
e sinnvolle Arbeitstätigkeit
sei
wohl nicht realistisch, diesbezüglich seien jedoch genauere Abklärungen erfor
derlich (
Urk.
6
/85/7).
Der Hausarzt des Beschwerdeführers
Dr.
E._
hi
ngegen ging zwar von einer um 100
%
verminderten Leistungsfähigkeit aus, verwies jedoch
in widersprüchlicher Weise
gleichzeitig auf das anlässlich der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit in der Rehaklinik
B._
erstellte Ressour
cenprofil, in welchem dem Beschwerdeführer volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden war
(
Urk.
6
/75/2 vgl.
Urk.
6/65/2
)
.
D
ie Einschätzung
en
der behandelnden Ärzte
sind
daher nicht
geeignet, Zweifel an der MEDAS-Expertise zu erwecken;
es ist auf die von den Gutachtern attestierte
Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers abzustellen.
6
.
6
.1
Es bleibt, die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers zu bestimmen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbsein
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbs
einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög
lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im von ihr durchgeführten Einkommensver
gleich hinsichtlich des
Valideneinkomme
ns
auf das vom Beschwerdeführer
gemäss Auszug aus dem individuel
len Konto im Jahr 2008 erzielte
Einkommen
(
Urk.
6/44/8
), es ergibt sich jedoch zweifelsfrei aus dem Arbeitgeberfragebogen in Verbindung mit dem beigelegten Lohnjournal, dass der Beschwerdeführer
vor Eintritt des
Gesundheitsschadens
im Jahr 2009
tatsächlich
ein
Einkommen
von
Fr.
81'250.--
bei der
Z._
AG
erzielte
(
Urk.
6/14/3)
. Dieses Einkom
men ist an die
Nominallohnentwicklung bis ins
Jahr 2017
an
zupassen, woraus sich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
85'548.-- ergibt (Fr. 81’250.-- / 2136 * 2249; vgl. Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39, Männer)
.
Ent
sprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin ist das
Invalideneinkommen
angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer trotz Zumutbarkeit einer Arbeitstätigkeit
von 80
%
bisher keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat
,
auf
grund der
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstr
ukturerhebung
2014
(TA1_tirage_skill_level, nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Kompetenzniveau 1, Zentralwert, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik
)
zu bestimmen
.
Dieser betrug im Jahr 2014
monatlich
Fr.
5'312.--, unter Berücksichtigung der betriebsüblichen A
rbeitszeit von 41.7 Stunden,
der Nomi
nallohnentwicklung
sowie der dem Beschwerdeführer zumutbaren Leistungsfä
higkeit von 80
%
resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
54'120.--
(
Fr.
5'312.-
-
/ 40 x 41.7 x 12 / 2220 x 2260 x 0.8)
. Dies ergibt eine Einkommenseinbusse von
Fr.
31'428.-- (
Fr.
85'548.--
./.
Fr.
54'120.--) und einen Invaliditätsgrad von auf
gerundet 37
%
(100 /
Fr.
85'548.-- x
Fr.
31'428.--).
6
.2
6.2.1
Der Beschwerdef
ührer
kritisierte
, dass die Beschwerdegegnerin
beim Invaliden
einkommen keinen leidensbedingten Abzug vorgenommen hatte
,
und macht
e
geltend, dass er aufgrund seines mittleren Alters, seiner Herkunft und seiner jah
relangen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie des zumutbaren Pensums von 80
%
erhebliche Schwierigkeiten bezüglich der Verwertbarkeit seiner Restarbeits
fähigkeit haben werde. Es sei daher ein Abzug von mindestens 15
%
vorzuneh
men (
Urk.
1 S. 5).
6.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen
(
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
6.2.3
Vorliegend ist dem 51jährigen Beschwerdeführer kosovarischer Herkunft eine ganztägige Arbeitstätigkeit mit einer aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs um 20
%
reduzierten Leistungsfähigkeit zumutbar. D
er Umstand, dass
er
zwar ganz
tags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist,
rechtfertigt gemäss Rechtsprechung
grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1 unter Hinweis auf Urteil 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3
)
. Bei
den hier massgeblichen
Hilfs
tätigkeiten im untersten Kompetenzniveau
ist sodann auch aufgrund des Alters (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3), der
längeren Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2 in
fine
) und der mangelnden Sprachkenntnisse (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7) kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen
, da sich diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht auf die Lohnhöhe auswirken.
Weitere abzugsrelevante Faktoren sind nicht ersichtlich.
Es ist daher von einem nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 37
%
auszu
gehen
.
7
.
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Bei Versicher
ten, die bei der revisions- oder wiedererwägungsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder eine Ren
tenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen, ist - von Ausnahmen abgesehen - eine Selbsteingliederung indessen nicht mehr zumutbar. Massgebend ist der Zeitpunkt des Erlasses der rentenaufhebenden Verfügung (BGE 141 V 5).
Bei Erlass der rentenaufhebenden Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 (
Urk.
2) war der am
5.
Dezember 1966 (
Urk.
6/3/1) geborene Beschwerdeführer 51 Jahre alt und hatte die ab
1.
April 2010 (
Urk.
6/61) laufende ganze Rente während gut acht Jahren
bezogen. Er fällt damit klar nicht unter die erwähnte Rechtsprechung
und es ist ihm zumutbar, sich selbst einzugliedern.
8
.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die laufende ganze Rente mit der Verfügung vom 1
8.
Juni 2018
(
Urk.
2)
zu Recht aufgehoben, die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
Wie erläutert wurden entgegen den Aus
führungen des Beschwerdeführers im Rahmen der MEDAS-Begutachtung auch beweiskräftige medizinische Abklärungen nach dem 1
9.
Mai 2015 getätigt, entsprechend
sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine
entscheidrele
vanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten
. Der Eventualantrag des Beschwerdefüh
rers
, die Sache sei zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung zurückzuwei
sen,
ist daher abzuweisen
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
9
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.