# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5043c884-e6ac-47ec-84c5-331542da0254
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

I. Sachverhalt
A. X._, L.1_, reiste gemäss eigenen Angaben am _ 2017 illegal in die Schweiz ein und reichte am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des Staatssekretariats für Migration (SEM) in Chiasso ein Asylgesuch ein. Am 12. September 2017 wurde er für das weitere Asylverfahren dem Kanton Graubünden zugeteilt. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2017 teilte ihm das SEM mit, dass aufgrund der bestehenden Aktenlage das Dublin-Verfahren beendet worden sei. Das SEM werde nun das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren durchführen.
B. Mit Entscheid des SEM vom 15. November 2017 wurde das Asylgesuch abgewiesen und X._ aus der Schweiz weggewiesen. Gleichzeitig wurde ihm unter Androhung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfall eine Ausreisefrist bis zum 10. Januar 2018 gewährt. Mit dem Vollzug der Wegweisung wurde der Kanton Graubünden beauftragt. Mit Erklärung vom 29. November 2017 verzichtete X._ auf die Erhebung einer Beschwerde. Der Asylentscheid vom 15. November 2017 erwuchs damit unangefochten in Rechtskraft.
C. Nachdem gegen X._ wegen Taschendiebstahls ermittelt wurde, tauchte dieser unter. Am 11. Januar 2018 beantragte das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (AFM) seine Ausschreibung im automatisierten Fahndungssystem.
D. Mit Schreiben vom 16. April 2018 teilte das SEM mit, dass die Schweiz gestützt auf das Dublin-Verfahren der Überstellung von X._ in die Schweiz zugestimmt habe. Gemäss Mitteilung des Dublin Office Luxemburg solle dieser am 7. Mai 2018 von Luxemburg in die Schweiz überstellt werden. Mittels Verfügung des AFM vom 16. April 2018 wurde im Anschluss an die Überstellung aus Luxemburg die Zuführung in den Kanton Graubünden angeordnet. Die Rückübernahme wurde jedoch in der Folge annulliert, da X._ offenbar nicht angetroffen werden konnte. Eine neue Überstellung wurde auf den 14. Mai 2018 angekündigt; diese konnte sodann erfolgreich durchgeführt werden. Direkt im Anschluss daran wurde X._ gestützt auf den Haftbefehl des AFM in Ausschaffungshaft versetzt.
E. Am 16. Mai 2018 wurde das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um Überprüfung der Ausschaffungshaft ersucht.
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F. Mit Entscheid vom 16. Mai 2018 qualifizierte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden die vom AFM bis zum 13. August 2018 angeordnete Ausschaffungshaft als rechtmässig und schützte sie.
G. Am 6. August 2018 ersuchte das AFM beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um Verlängerung der Ausschaffungshaft von X._ bis zum 13. Januar 2019.
H. Mit Entscheid vom 8. August 2018 stimmte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden der Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 13. Januar 2019 zu.
I. Am 4. Januar 2019 ersuchte das AFM beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um eine erneute Verlängerung der Ausschaffungshaft von X._, diesmal bis zum 13. Juni 2019.
J. Mit Entscheid vom 8. Januar 2019 stimmte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden der Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 13. Juni 2019 zu.
K. In der Folge erhielt das SEM von den L.1_ Behörden die Mitteilung, dass trotz Vorliegen einer Geburtsurkunde noch keine Identifizierung habe durchgeführt werden können. Das negative Resultat schliesse eine tunesische Herkunft von X._ nicht aus, bedeute aber, dass neue Elemente benötigt würden, damit die Identifikationsabklärungen durch die zuständige Stelle in O.1_ wiederaufgenommen werden könnten. Dabei seien sie besonders auf die Mitwirkung von X._ angewiesen. Weitere Angaben zu dessen Identität sowie das Ausfüllen eines Personalienblattes könnten die Identifikation vorantreiben. X._ verweigerte jedoch zunächst das Gespräch, später teilte er mit, dass er nicht mehr gewillt sei, nach L.1_ zurückzukehren, weshalb er weder weitere Informationen zu seiner Person mache, noch das Personalienblatt ausfülle. Zu einem späteren Zeitpunkt erklärte er sich sodann bereit, nach Beendigung der Ausschaffungshaft ein Reisedokument zu besorgen, sofern ihm versprochen werde, dass er eine finanzielle Rückkehrhilfe in Höhe von CHF 5'000.00 bekomme. Für weniger als CHF 5'000.00 werde er gar nichts machen und seine Zeit in der Ausschaffungshaft einfach absitzen.
L. Am 6. Juni 2019 ersuchte das AFM beim Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um eine weitere Verlängerung der Ausschaffungshaft von X._, diesmal bis zum 13. September 2019.
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M. Am 5. Juni 2019 wurde X._ das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Haftverlängerung gewährt. Dabei gab er zu Protokoll, dass er seine Forderung geändert habe. Er wolle nun gar nichts mehr, da er überhaupt kein Interesse habe, in sein Heimatland L.1_ zurückzukehren. Er werde auch keine weiteren Angaben zu seiner Person machen und das vom SEM eingeforderte Blatt mit den ausführlichen Personalien werde er auch nicht ausfüllen.
N. Nach Durchführung der mündlichen Verhandlung, an welcher X._ persönlich teilnahm, erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 11. Juni 2019, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, wie folgt:
Der vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden betreffend X._ beantragten Verlängerung der Ausschaffungshaft bis zum 13.09.2019 wird zugestimmt.
1.a) X._ hat die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt sind, gehen dieses Kosten – unter dem Vorbehalt der Rückforderung- zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Kosten des Übersetzers in Höhe von CHF 150.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
2. X._ kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations