# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e829e87-5249-4ffe-9f8e-1c42abc791a4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wuchs zusammen mit einer Schwester bei seinen Eltern in E. auf, wo er auch sechs Jahre die Primar- und drei Jahre die Realschule besuchte. Nach weiteren vier Jahren schloss er eine Automechaniker-Lehre mit Erfolg ab. Er bildete sich zum Automobilverkäufer aus und berufsbegleitend während zwei Jahren zum Diagnostiker. Ebenfalls berufsbegleitend absolvierte er den Lehrmeisterkurs. Ab dem 22. Altersjahr war A. Selbständigerwerbender. In J. betreibt er die Einzelfirma B. (Restauration von Autos, Garage, Werkstatt). Im Jahre 2003 versteuerte er gemäss eigenen Aussagen weder Einkommen noch Vermögen. Für das Jahr 2004 ist A. bei den Steuerbehörden provisorisch mit einem Reineinkommen von Fr. 121'600.-- und einem Reinvermögen von Fr. 217'000.-- verzeichnet. Er besitzt in N. ein Wohn- und Geschäftshaus im Wert von Fr. 1'050'000.-- und in G. ein Wohnhaus im Wert von Fr. 420'000.--. Die auf den Liegenschaften lastenden Hypotheken sollen etwa dem Wert derselben entsprechen. Mit dem Objekt in N. erzielte A. im Jahre 2005 Mieteinnahmen von Fr. 40'000.--.
Im schweizerischen Strafregister und im SVG-Massnahmeregister ist A. nicht verzeichnet
B. Mit Mandatsantrag bei Verbrechen und Vergehen vom 20. Juli 2005 beantragte die Staatsanwaltschaft Graubünden beim Kreispräsidenten H., A. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG mit einer Busse von Fr. 2'000.-- zu bestrafen.
Mit Strafmandat vom 4. August 2005, gleichentags mitgeteilt, sprach der Kreispräsident-Stellvertreter H. A. im Sinne des Mandatsantrages schuldig.
C. Gegen dieses Strafmandat erhob A. fristgerecht Einsprache. In der Folge wurde das ordentliche Verfahren durchgeführt (Art. 175 StPO).
Mit Anklageverfügung vom 21. Februar 2006 wurde A. von der Staatsanwaltschaft Graubünden wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. In der Anklageschrift vom gleichen Tag wurde der Anklage folgender Sachverhalt zugrunde gelegt:
„Am 17. Juni 2005 fuhren Wm C. als Lenker und Wm mbA D. als Beifahrer in einem neutralen Wagen der Kantonspolizei Graubünden um 23.00 Uhr von H. in Richtung I.. Bei der damaligen Baustelle ausgangs H. schloss A. zu
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ihnen auf. Nach dem signalisierten Ende des Überholverbotes setzte A. zum Überholen des mit ca. 70 km/h fahrenden Polizeiwagens an. Da dieser seinerseits leicht beschleunigt wurde, brach A. sein Überholmanöver ab und liess sich zurückfallen. Der Polizeiwagen fuhr mit 70 – 80 km/h. A. setzte nach dem Grenzbach zwischen H. und I. in einer leichten Linkskurve zu einem zweiten Überholmanöver an. Nach einer Rechtskurve und ca. 230 m schloss der mit maximal ca. 85 – 90 km/h fahrende A. im Scheitelpunkt der nächstfolgenden unübersichtlichen Linkskurve sein Manöver ab.“
In der ebenfalls am 21. Februar 2006 schriftlich eingereichten Ergänzung der Anklageschrift wurden die folgenden Anträge gestellt:
„1. A . sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Busse von Fr. 1’200.-- zu bestrafen.
3. Der Eintrag der Busse im Strafregister sei bei Wohlverhalten nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr zu löschen.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos fand am 13. Juli 2006 in Anwesenheit von A. statt. Anlässlich der Bereinigung des Beweisverfahrens legte A. eine Videoaufnahme, welche verschiedene Aufnahmen am F. bei Nacht zeigt, ein. Mit Urteil vom 13. Juli 2006, mitgeteilt am 2. August 2006, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:
„1. A. wird von der Anklage der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG freigesprochen.
2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden trägt die ihr gemäss Verfügung vom 21. Februar 2006 erwachsenen Kosten von insgesamt Fr. 1'248.00 (Untersuchungsgebühr von Fr. 1'100.00 + Barauslagen von Fr. 138.00). Der Kreis H. trägt die ihm laut Strafmandat vom 4. August 2005 erwachsenen Kosten von Fr. 250.00. Der Bezirk Prättigau/Davos trägt die Gerichtskosten von Fr. 1'200.00.

## Considerations