# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 49185fd8-2bf7-5801-a095-b97489dd98c0
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 15. Dezember 2017 bei der Gemeinde Worben
ein Baugesuch ein für den Neubau einer Stahlhalle als Depot für Fahrzeuge auf Parzelle
Worben Grundbuchblatt Nr. E._. Die Parzelle liegt in der Wohn- und Arbeitszone
WA2. Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. Die
Gemeinde gab der Beschwerdegegnerin Gelegenheit, zur Einsprache Stellung zu nehmen.
Zudem holte sie fehlende Unterlagen ein und wies die Beschwerdegegnerin darauf hin,
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dass Anpassungen an der Entwässerung und der Dachgestaltung nötig seien. Am 9. März
2018 reichte die Beschwerdegegnerin eine Projektänderung bezüglich Dachform sowie
verschiedene ausstehende Formulare ein. Sie stellte in Aussicht, den Nachweis
Entwässerung/Retention nachzureichen. Zudem nahm sie Stellung zu der Einsprache. Sie
wies insbesondere darauf hin, dass zivilrechtliche Ansprüche keinen Einfluss auf die
Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens hätten. Die Gemeinde informierte die
Beschwerdeführenden sowie weitere Nachbarn über die Projektänderung und gab ihnen
Gelegenheit zur Einsprache. Von dieser Möglichkeit machten die Beschwerdeführenden
Gebrauch. Am 27. April 2018 reichte die Beschwerdegegnerin Unterlagen zur
Entwässerung ein und nahm zur Einsprache Stellung. Aufgrund der in der Einsprache
geäusserten Bedenken holte die Gemeinde beim Amt für Berner Wirtschaft (beco)1 einen
Fachbericht bezüglich allfälliger Geruchs- und Lärmbelästigungen ein. Zudem überwies sie
die ergänzten Baugesuchsunterlagen dem Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern
(AWA) zur Stellungnahme bzw. zur Ausstellung einer allfälligen
Gewässerschutzbewilligung. Dieses teilte mit, die Baugesuchsunterlagen müssten mit
Angaben zur Nutzung des Vorplatzes ergänzt werden. Am 4. Juli 2018 reichte die
Beschwerdegegnerin deshalb neue Pläne ein. Am 30. Juli 2018 erteilte das AWA die
Gewässerschutzbewilligung. Mit Verfügung vom 8. August 2018 stellte die Gemeinde den
Verfahrensbeteiligten die zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Amts- und Fachberichte zu
und lud sie zur Einigungsverhandlung ein. An der Einspracheverhandlung vom 20. August
2018 konnte keine Einigung erzielt werden. Die Beschwerdeführenden hielten ihre
Einsprache aufrecht. Sie wandten sich mit Schreiben vom 5. September 2018 an das AWA
und an das beco. Beide Amtsstellen sahen keinen Grund, auf die
Gewässerschutzbewilligung bzw. auf den Fachbericht Immissionsschutz zurückzukommen.
Die Beschwerdeführenden reichten zudem mit Schreiben vom 5. September 2018 bei der
Gemeinde eine Rechtsverwahrung ein und beantragten, das Baugesuch sei abzuweisen.
Mit Entscheid vom 2. Oktober 2018 erteilte die Gemeinde Worben die Baubewilligung.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 30. Oktober 2018 Beschwerde bei
der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen, der
Entscheid vom 2. Oktober 2018 sei aufzuheben und das Verfahren zur erneuten und
1 Seit 1. Mai 2019 Amt für Wirtschaft (AWI); vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. d und Art. 10 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Volkswirtschaftsdirektion (Organisationsverordnung VOL, OrV VOL; BSG 152.221.111)
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vollumfänglichen Beurteilung und Überprüfung an die zuständige Behörde zurückzuweisen.
Sie machen insbesondere geltend, das Regierungsstatthalteramt Seeland sei zuständig für
die Behandlung des Baugesuchs, die Gemeinde habe das rechtliche Gehör verletzt und
der Brandschutz sei von der falschen Behörde beurteilt worden. Zudem bemängeln sie die
Grundstücksentwässerung.
3. In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. November 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie führt
insbesondere aus, die Platzentwässerung bleibe wie bis anhin bestehen und das
Dachwasser der Lagerhalle werde vor Ort über eine Versickerungsmulde versickern.
Dadurch werde die bestehende, über die Kanalisation entwässerte Fläche um circa 260 m2
reduziert und die Kanalisationsleitung entsprechend entlastet. In ihrer Stellungahme vom
27. November 2018 teilt die Gemeinde mit, sie halte an ihrer Verfügung fest und
beantrage, diese zu bestätigen. Sie weist insbesondere darauf hin, dass sie die Frage der
Zuständigkeit beim Regierungsstatthalteramt Seeland abgeklärt habe.
4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte bei der
Gebäudeversicherung Bern (GVB) und beim zuständigen Feuerwehrkommandanten
Fachberichte ein. Zudem holte es bei der Gemeinde den Kanalisationskataster der
Bauparzelle ein. Die Parteien erhielten Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. In
ihrer Eingabe vom 30. Januar 2019 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag und
die Ausführungen in ihrer Beschwerdeantwort. In ihrer Eingabe vom 9. Februar 2019
nahmen die Beschwerdeführenden ausführlich Stellung zu den eingeholten Fachberichten
und den Eingaben der übrigen Beteiligten. Zudem machten sie geltend, der
Kanalisationskatasterplan sei nicht aktuell und entspreche nicht den Tatsachen. Weiter
rügten sie, sie hätten im vorinstanzlichen Verfahren einzig die Gewässerschutzbewilligung
des Amts für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) vom 30. Juli 2018 und den
Fachbericht Brandschutz vom 21. Januar 2018 erhalten. Das Rechtsamt stellte den
Beschwerdeführenden daraufhin Kopien verschiedener Unterlagen zu, machte sie auf die
Möglichkeit der Akteneinsicht aufmerksam und gab ihnen Gelegenheit, ihre
Schlussbemerkungen zu ergänzen. Davon machten die Beschwerdeführenden Gebrauch.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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5. Auf die Rechtsschriften, die Vorakten und die Fachberichte wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide und die für das Bauvorhaben nach anderen Gesetzen erforderlichen
weiteren Bewilligungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der
BVE angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 i. V. m. Art. 2a Abs. 2 Bst. a und d BauG3). Die
BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Die Beschwerdeführenden haben sich zulässigerweise als Einsprechende am
Baubewilligungsverfahren beteiligt (Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG). Sie sind zur Beschwerde
befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die sogenannte aspektmässige Umschreibung des
Streitgegenstands im Baurecht wurde per 1. April 2017 aufgehoben. Das geltende Recht
sieht für die Einsprecherinnen und Einsprecher seither keine Begrenzung des
Streitgegenstands auf die Einsprachegründe vor. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz ist es daher unerheblich, dass die
Beschwerdeführenden einzelne Rügen erstmals in ihrer Beschwerde vorbringen.
c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1
BauG). Sie hat einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG4). Soweit sich die
Beschwerde gegen die angefochtenen Verfügungen richtet, tritt die BVE darauf ein.
d) Hingegen können eine Verletzung des Weg- und Parkplatzrechts der
Beschwerdeführenden oder andere privatrechtliche Ansprüche nicht zum Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens gemacht werden, da Bauvorhaben gemäss Art. 2 Abs. 1 BauG zu
bewilligen sind, wenn sie den bau- und planungsrechtlichen Vorschriften und den nach
anderen Gesetzen im Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften entsprechen.
Die Einhaltung zivilrechtlicher Vorschriften und Vereinbarungen wird demgegenüber
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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grundsätzlich nicht geprüft. Für deren Durchsetzung sind die Betroffenen auf den
zivilrechtlichen Weg zu verweisen.5
Ebenso wenig können die in den ergänzenden Schlussbemerkungen erhobenen Rügen
betreffend frühere (Bewilligungs-)Verfahren auf der Bauparzelle oder auf Nachbarparzellen
gehört werden, da diese ausserhalb des im vorliegenden Fall strittigen Rechtsverhältnisses
liegen.6 Insoweit kann nicht auf die Beschwerde eingetreten werden.
2. Zuständigkeit der Gemeinde
a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Zuständigkeit der Gemeinde als
Baubewilligungsbehörde sei nicht gegeben, da das Bauvorhaben aufgrund des Einbezugs
des beco mehr erfordere als die in Art. 9 Abs. 1 BewD7 aufgeführten Gegenstände.
b) Baubewilligungsbehörde ist der Regierungsstatthalter bzw. die
Regierungsstatthalterin oder die zuständige Behörde von Gemeinden, die nach dem
Ergebnis der letzten Volkszählung mindestens 10'000 Einwohner aufweisen (Art. 33 Abs. 1
BauG). Die Gemeinden mit weniger als 10'000 Einwohnern (kleine Gemeinden) sind
zuständig für die Beurteilung der im Baubewilligungsdekret umschriebenen Bauvorhaben
mit geringem Koordinationsaufwand (Art. 33 Abs. 2 BauG). Ihre
Baubewilligungskompetenz ist somit auf Bauvorhaben beschränkt, die neben der
Baubewilligung nicht mehr erfordern, als die in Art. 9 Abs. 1 Bst. a bis l BewD aufgeführten
Bewilligungen und Nachweise. Sie entfällt, wenn das Vorhaben eine
Umweltverträglichkeitsprüfung erfordert oder die Baukosten eine Million Franken
übersteigen (Art. 9 Abs. 2 BewD). Art. 22 Abs. 1 BewD verpflichtet die
Baubewilligungsbehörde, bei Bedenken oder Einwänden der in dieser Bestimmung
genannten Art, die nicht offensichtlich unbegründet sind, die zuständige kantonale
Fachstelle zu konsultieren. Diese Bestimmung soll sicherstellen, dass das nötige
Fachwissen Eingang in den Bewilligungsentscheid findet. An der
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 2 N. 4a 6 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 72 N. 6-8; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 44 ff. 7 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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Baubewilligungskompetenz ändert diese Bestimmung hingegen nichts.8 Ist sie nicht
offensichtlich selbst zuständig, stellt die kleine Gemeinde der Regierungsstatthalterin oder
dem Regierungsstatthalter innert sieben Arbeitstagen nach Eingang eine Kopie des
Baugesuchs und des Situationsplans zu (Art. 9 Abs. 3 BewD).
c) Die Vorinstanz ist unbestritten eine kleine Gemeinde im Sinn von Art. 33 Abs. 2
BauG. Den Vorakten lässt sich entnehmen, dass sie Zweifel an ihrer
Baubewilligungskompetenz hatte, da die Beschwerdegegnerin einen Garagenbetrieb führt.9
Sie wandte sich deshalb richtigerweise gestützt auf Art. 9 Abs. 3 BewD an das
Regierungsstatthalteramt Seeland. Nach Prüfung der Unterlagen und der Konsultation
einer Arbeitshilfe teilte das Regierungsstatthalteramt der Vorinstanz mit, sie sei zuständig.
Diese Beurteilung des Regierungsstatthalteramts ist nicht zu beanstanden. Das
Bauvorhaben erfordert nicht mehr als die in Art. 9 Abs. 1 BewD aufgeführten Bewilligungen
oder Nachweise. Der Umstand, dass aufgrund der Einsprache gestützt auf Art. 22 Abs. 1
Bst. e BewD zusätzlich ein Fachbericht des beco eingeholt wurde, hat keinen Einfluss auf
die Zuständigkeit. Das Bauvorhaben bleibt ein Vorhaben mit geringem
Koordinationsaufwand. Die Rüge, die Vorinstanz sei unzuständig, ist deshalb unbegründet.
Im Übrigen könnte die BVE den Mangel heilen, da sie volle Kognition hat.
3. Rechtliches Gehör
a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, der von der Vorinstanz abgestempelte
Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" trage das Planausgabedatum 29. Juni
2018. Über diese Planänderung habe sie weder die Gemeinde noch die Bauherrschaft
informiert. Auch an der Einspracheverhandlung hätten sie keine Einsicht und keinen
aktuellen Baueingabeplan der geplanten Stahlhalle erhalten. Die Vorinstanz und die
Beschwerdegegnerin weisen demgegenüber darauf hin, dass der fragliche Plan anlässlich
der Einspracheverhandlung aufgelegen sei. Zudem hätten sich die Beschwerdeführenden
in ihrer Rechtsverwahrung vom 5. September 2018 auf diesen Kanalisationsplan bzw. die
geplante Versickerungsmulde bezogen und folglich Kenntnis vom fraglichen Plan gehabt.
8 Vgl. dazu VGE 2013/152 vom 15. Mai 2014 E. 2.3 9 Vgl. E-Mail vom 15. Dezember 2017, Vorakten pag. 1; Formular 1.0.2 Vorläufige formelle Prüfung, Rubrik «Zuständige Baubewilligungsbehörde», Vorakten pag. 17
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b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG gibt den Parteien das
Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern. Um Akteneinsicht zu erhalten, haben die Rechtsuchenden grundsätzlich ein
Gesuch einzureichen. Dies bedingt, dass sie über den Beizug neuer verfahrensbezogener
Akten informiert werden.10 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst somit insbesondere
das Recht, von allen eingereichten Stellungnahmen oder Unterlagen Kenntnis zu erhalten
und sich dazu äussern zu können.11 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller
Anspruch; die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur
Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eine Gehörsverletzung kann aber dann geheilt
werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe Kognition hat wie die Vorinstanz und der
beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein Nachteil erwächst. Bei besonders
schwerwiegenden Gehörsverletzungen schliesst die Rechtsprechung jedoch eine Heilung
grundsätzlich aus.12 Die Heilung des rechtlichen Gehörs ist allenfalls bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen.13
c) Den Vorakten lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführenden mit Schreiben
vom 21. März 2018 über die Projektänderung bezüglich Dachform und Gebäudehöhe
informiert wurden und Gelegenheit zur Einsprache erhielten. Es ist deshalb davon
auszugehen, dass sie Kenntnis von den Projektplänen mit dem Planausgabedatum vom
19. Februar 2018 hatten und sich im Rahmen ihrer zweiten Einsprache vom 20. April 2018
dazu äussern konnten. Bezüglich des bewilligten Situationsplans und des bewilligten
Projektplans "Ansichten", beide von der Baukommission Worben gestempelt am 2. Oktober
2018, liegt somit keine Gehörsverletzung vor. Hingegen lässt sich den Akten nicht
entnehmen, dass die Beschwerdeführenden auch über den Eingang des auf Verlangen
des AWA verbesserten und in der Folge bewilligten Plans "Grundriss
Erdgeschoss/Kanalisationskataster" (Planausgabedatum 29. Juni 2018, von der
Baukommission Worben gestempelt am 2. Oktober 2018) informiert worden wären.
Gemäss Beschwerde haben sie diesen Plan nach Erhalt der Baubewilligung bei der
10 BGE 132 V 387 E. 3.2 und 6.2 S. 389 ff. mit Hinweisen 11 BGE 138 I 484 E. 2.1, mit weiteren Hinweisen 12 BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 16 13 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 9
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Vorinstanz verlangt. Da sich die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerde ausdrücklich
mit dem Inhalt des Plans "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" vom 29. Juni
2018 auseinandersetzen und sich in ihren Beschwerdebeilagen eine Kopie davon befindet,
ist zu schliessen, dass sie vor Einreichung ihrer Beschwerde Einsicht in den bewilligten
Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" nehmen konnten. Insoweit wurde die
Gehörsverletzung behoben.
d) Wie die Beschwerdeführenden zu Recht geltend machen, handelte es sich bei der
neu geplanten Versickerungsmulde für die Dachentwässerung um eine Projektänderung.
Sie hätten deshalb gestützt auf Art. 43 Abs. 2 BewD dazu angehört werden müssen.
Insoweit wurde ihr rechtliches Gehör verletzt. Zwar lag der fragliche Plan, der später
bewilligt wurden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anlässlich der
Einspracheverhandlung vom 20. August 2018 vor, wurde doch die neu geplante
Versickerungsanlage ausdrücklich thematisiert.14 Zudem äusserten sich die
Beschwerdeführenden in ihrer unverlangt eingereichten, als Rechtsverwahrung
bezeichneten Eingabe vom 5. September 2018 zum Retentionsbecken, das unmittelbar vor
ihrer Garageneinfahrt geplant werde. In diesem Zusammenhang erhoben sie inhaltlich
Einsprache und meldeten eine Rechtsverwahrung an. Sie erhielten somit anlässlich der
zweiten Einspracheverhandlung Kenntnis von dieser Projektänderung, erhoben rechtzeitig
Einsprache dagegen und meldeten Rechtsverwahrung an. Allerdings erachtete die
Vorinstanz diese Eingabe als verspätet und nahm deshalb im angefochtenen Entscheid
inhaltlich nicht dazu Stellung. Sie nahm auch keinen Hinweis auf die Rechtsverwahrung
der Beschwerdeführenden in den Entscheid auf (vgl. Art. 36 Abs. 3 Bst. f BewD). Damit
verletzte sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden.
e) In ihren Schlussbemerkungen machen die Beschwerdeführenden zusätzlich geltend,
sie hätten einzig die Gewässerschutzbewilligung des Amts für Wasser und Abfall des
Kantons Bern (AWA) vom 30. Juli 2018 und den Fachbericht Brandschutz vom 21. Januar
2018 erhalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ihnen die Gemeinde die angepassten
Unterlagen (Grundriss Erdgeschoss/Entwässerungsplan) sowie das geologische
Gutachten der Firma H._ vom 19. April 2018 zustellen sollen. Dieser Mangel sei
bis heute nicht behoben worden. Den Vorakten lässt sich dazu entnehmen, dass die
Vorinstanz mit Verfügung vom 8. August 2018 den Verfahrensbeteiligten Kopien der zu
14 Vgl. Protokoll der Einspracheverhandlung vom 28. August 2018, S. 6, 6 und 7, Vorakten pag. 95
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diesem Zeitpunkt vorliegenden Amts- und Fachberichte zustellte. Um welche Amts- und
Fachberichte es sich dabei handelte, wurde in der Verfügung nicht näher ausgeführt.15 Aus
diesem Grund stellte das Rechtsamt der BVE den Beschwerdeführenden mit Verfügung
vom 11. März 2019 Kopien verschiedener Unterlagen zu, machte sie auf die Möglichkeit
der Akteneinsicht aufmerksam und gab ihnen Gelegenheit, gegebenenfalls ihre
Schlussbemerkungen zu ergänzen. Von dieser Möglichkeit machten die
Beschwerdeführenden Gebrauch. Eine allfällige Gehörsverletzung wurde deshalb im
Beschwerdeverfahren behoben.
f) Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als Beschwerdeinstanz die volle
Überprüfungsbefugnis zu. Die Beschwerdeführenden konnten ihre Rechte im
Beschwerdeverfahren vollumfänglich wahrnehmen. Es ist nicht ersichtlich, dass ihnen
durch die Heilung der Gehörsverletzung ein Nachteil erwachsen würde. Insbesondere ist
nicht davon auszugehen, dass sie ohne die Gehörsverletzung auf die Einreichungen einer
Beschwerde verzichtet hätten. Zudem kann der Hinweis auf die Rechtsverwahrung der
Beschwerdeführenden im Entscheid der BVE nachgeholt werden. Die im
Baubewilligungsverfahren begangene Gehörsverletzung ist jedoch bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen.
4. Grundstückentwässerung
a) Die Beschwerdegegnerin betreibt unter anderem einen Pannen- und Bergungsdienst.
Auf ihrem Betriebsareal in Worben lagert sie Pannen- und Unfallfahrzeuge auf einem
asphaltierten Platz. Das gesamte anfallende Meteorwasser wird über Schlammsammler in
eine bestehende Schmutzabwasser- bzw. Mischabwasserleitung auf dem Grundstück der
Beschwerdegegnerin geführt und anschliessend beim Schacht Nr. F._ in die
Gemeindekanalisation eingeleitet. Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt nun, auf einem
Teil des Platzes eine Stahlhalle zu erstellen, in der künftig sichergestellte Fahrzeuge und
Unfallfahrzeuge gelagert werden sollen. Auf dem verbleibenden asphaltierten Platz sollen
maximal 20 fahrfunktionstüchtige Fahrzeuge parkiert werden. Die Beschwerdegegnerin
hatte ursprünglich vor, das Dachwasser mit der bestehenden Platzentwässerung über
15 Vgl. Vorakten pag. 94
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einen bestehenden Schlammsammler abzuführen16 und anschliessend wie bisher in die
Gemeindekanalisation abzuleiten. Die Vorinstanz sandte die Gesuchsunterlagen deshalb
ihrem GEP-Ingenieur zur Prüfung des Kanalisationsanschlusses. Dieser wies die
Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Regenabwassermenge problematisch sei und
dass für den Neubau eine Retention mit Drosselung vorgesehen werden müsse.17 Die
Beschwerdegegnerin liess daraufhin bei der H._ einen Bericht zur
Meteorentwässerung erstellen, überarbeitete ihr Projekt und reichte mit Schreiben vom 27.
April 2018 einen neuen Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" mit
Planausgabedatum vom 26. April 2018 ein. Dieser sah vor, das Dachwasser der Stahlhalle
zu sammeln und in einer entlang der Südseite der Halle geplanten Versickerungsanlage
versickern zu lassen. Das verbleibende Platzwasser sollte wie bisher über
Schlammsammler in die Kanalisation abgeleitet werden. Der GEP-Ingenieur genehmigte
diese Entwässerung am 7. Mai 2018.18 Am 8. Mai 2018 sandte die Vorinstanz die
Gesuchsunterlagen dem AWA.19 Mit E-Mail vom 17. Mai 2018 teilte dieses der Vorinstanz
mit, die Baugesuchsunterlagen würden keine Angaben zur Nutzung des Vorplatzes
enthalten. Gestützt auf diese Unterlagen könne es keine Gewässerschutzbewilligung
ausstellen. Es bat um entsprechende Ergänzung der Gesuchsunterlagen. Die Vorinstanz
bat daraufhin die Beschwerdegegnerin, verbesserte Pläne einzureichen.20 Gestützt auf
eine Besprechung mit einem Mitarbeiter des AWA vor Ort überarbeitete die
Beschwerdegegnerin die Gesuchsunterlagen und reichte am 4. Juli 2018 den Plan
"Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" mit Planausgabedatum vom 29. Juni 2018
ein, der nun insbesondere Angaben zur Nutzung der Flächen enthielt. Danach bleibt die
Platzentwässerung im Grundsatz bestehen. Das Platzwasser der Parkfläche fliesst wie
bisher in den bestehenden Einlaufschacht in einen Schlammsammler und anschliessend in
die bestehende Kanalisationsleitung. Da der bestehende Schlammsammler, der sich
künftig innerhalb der geplanten Halle befindet, dicht verschlossen werden muss, soll das
übrige Platzwasser künftig über eine Entwässerungsrinne um die Halle herum geführt und
16 Vgl. dazu Formular 3.0 Entwässerung von Grundstücken, Vorakten pag. 12; Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster", Planausgabedatum 5. Dezember 2017 17 Vgl. Vorakten pag. 35 18 Vgl. dazu Mitbericht Nr. 1 der H._ AG vom 7. Mai 2018, Vorakten pag. 108; Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster", Planausgabedatum 26. April 2018 19 Vgl. Vorakten pag. 85 20 Vgl. Vorakten pag. 86
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über einen weiteren Schlammsammler beim Schacht Nr. G._ in die bestehende
Kanalisationsleitung eingeleitet werden.21
b) Die Beschwerdeführenden machen geltend, ihrer Auffassung nach handle es sich bei
der bestehenden Kanalisationsleitung um eine private, gemäss der Vorinstanz aber um
eine öffentliche Leitung. Sollte dies wider Erwarten zutreffen, müsste die geplante
Stahlhalle auf der Westseite einen Abstand von 4 m einhalten. Dabei handelt es sich
offenbar um ein Missverständnis, bestätigt die Vorinstanz doch in ihrer
Beschwerdevernehmlassung ausdrücklich, dass es sich bei der Kanalisationsleitung auf
dem Baugrundstück nicht um eine öffentliche Leitung handelt. Auch dem Bericht des GEP-
Ingenieurs lässt sich entnehmen, dass es sich bei der Abwasserleitung auf Parzelle
Nr. E._ um eine Privatleitung handelt. Darauf weist im Übrigen auch der Umstand
hin, dass im Zusammenhang mit dem Neubau eines Einfamilienhauses auf der Parzelle
Worben Grundbuchblatt Nr. I._ ein Dienstbarkeitsvertrag (Durchleitungsrecht für
Erschliessungsleitungen zulasten der Parzelle Nr. E._) abgeschlossen wurde, der
unter anderem vorsah, dass die Schmutzwasserleitung in die bestehende Kanalisation auf
Parzelle Nr. E._ eingeleitet wird.22 Es handelt sich bei der fraglichen
Kanalisationsleitung also um eine Hausanschlussleitung im Sinn von Art. 7 AER23, die
gemäss Abs. 5 den Grundeigentümern zu Eigentum, Unterhalt und Erneuerung verbleibt.
Art. 10 Abs. 2 AER ist deshalb nicht anwendbar, d.h. die geplante Stahlhalle muss keinen
Abstand gegenüber der fraglichen privaten Kanalisationsleitung einhalten. Im Übrigen
könnte der Gemeinderat gemäss Art. 10 Abs. 3 AER das Unterschreiten des Bauabstands
gegenüber einer öffentlichen Leitung bewilligen.
c) Die Beschwerdeführenden machen geltend, aufgrund der Projektanpassung hätte die
Entwässerungssituation neu beurteilt werden müssen. Das AWA hätte sich zu den
angepassten Plänen äussern müssen. Seine Gewässerschutzbewilligung beruhe auf
früheren Plänen und nicht auf dem nachgeführten "Grundriss
Erdgeschoss/Kanalisationskataster" vom 29. Juni 2018. Zu überprüfen sei ebenfalls die
Platzentwässerung der geplanten Stahlhalle auf der Nordostseite (Sektionaltor). Zu
berücksichtigen seien die Hallen-Eckbodenhöhen, die bestehende Wasserverlaufsrinne
21 Vgl. dazu Mitbericht Nr. 1 der H._ AG vom 7. Mai 2018, Vorakten pag. 108; Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster", Planausgabedatum 29. Juni 2018 22 Vgl. Beilage 7 zur Einsprache der Beschwerdeführenden vom 2. Februar 2018, Vorakten pag. 39 23 Abwasserentsorgungsreglement mit Gebührenreglement der Gemeinde Worben vom 1. Dezember 2015 (AER)
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sowie das Gefälle des Platzareals. Es bestehe die Gefahr, dass das anfallende
Meteorwasser, das nicht in den Einlaufschacht hineinlaufe, trotz Schwellen in die geplante
Stahlhalle hineinlaufe und kontaminiertes Wasser ausschwemme. Ausserdem stelle sich
die Frage, wie der Schlagregen von der Fassade entwässert werde. Weiter stelle sich die
Frage, ob der Abstand zum Grundwasser eingehalten werde, wenn die geplante Stahlhalle
auf Betonfundamenten erstellt werde, die 80 cm tief unter bestehenden Boden reichen
würden. In ihren Schlussbemerkungen weisen die Beschwerdeführenden zudem darauf
hin, welche Vorgaben, Gesetze, Normen und Werte ihrer Auffassung nach bei der
Beurteilung des Vorhabens hätten beachtet werden müssen.
Sowohl den Vorakten als auch der Gewässerschutzbewilligung des AWA vom 30. Juli 2018
lässt sich entnehmen, dass sich diese auf den überarbeiteten Plan "Grundriss/Kanalisa-
tionskataster" mit Planausgabedatum vom 29. Juni 2018 stützt (vgl. Ziff. 3.5 der
Gewässerschutzbewilligung). Damit steht fest, dass das AWA die
Gewässerschutzkonformität des Bauvorhabens gestützt auf die aktuellen Unterlagen
geprüft und mit den erforderlichen Auflagen bewilligt hat. Es hat insbesondere angeordnet,
dass für die Belange der Versickerung eine hydrogeologische kompetente Fachperson
beizuziehen ist, die u.a. die Dimensionierung der geplanten Versickerungsanlage zu
überprüfen hat (vgl. Ziff. 3.1 der Gewässerschutzbewilligung), dass der Boden der
Einstellhalle mit dichten Bodenbelägen zu versehen ist und der Wandanschluss umlaufend
dicht erstellt werden muss (vgl. Ziff. 3.6 der Gewässerschutzbewilligung) und dass im
Bereich von Türen und Toren mittels baulicher Massnahmen sichergestellt werden muss,
dass bei einem Verlust von wassergefährdenden Flüssigkeiten diese nicht unkontrolliert
aus dem Gebäude auslaufen können (vgl. Ziff. 3.8 der Gewässerschutzbewilligung).
Zudem hat es auf die massgebenden Normen, Richtlinien und Merkblätter hingewiesen.
Die Behauptung der Beschwerdeführenden, die Gewässerschutzbewilligung beruhe auf
früheren Plänen, erweist sich somit als aktenwidrig. Im Übrigen hat die BVE keinen Anlass,
an der fachkundigen Beurteilung der gewässerschutzrechtlichen Belange durch AWA zu
zweifeln.
d) In ihren Schlussbemerkungen weisen die Beschwerdeführenden darauf hin, dass die
Beschwerdegegnerin gemäss Gewässerschutzbewilligung vom 30. Juli 2018 nur
immatrikulierte Fahrzeuge oder Fahrzeuge wie Occasionen, die gemäss den
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Bestimmungen der VTS24 fahrbar seien, abstellen dürfe. Aktuell würden immer noch
Unfallfahrzeuge, Abbruchfahrzeuge und Schrottfahrzeuge auf dem Areal abgestellt. Die
Auflagen der Gewässerschutzbewilligung müsse die Beschwerdegegnerin einhalten.
Die Auflage Ziff. 3.13 zur Gewässerschutzbewilligung besagt im Wesentlichen, dass nach
der Erstellung und Inbetriebnahme der Stahlhalle nur noch fahrtüchtige Fahrzeuge auf dem
Parkplatz abgestellt werden dürfen. Alle anderen Fahrzeuge sind ab diesem Zeitpunkt in
der Halle zu lagern. Die Beschwerdegegnerin hat die fragliche Auflage akzeptiert. Da die
Beschwerdeführenden aber inhaltlich nicht nur gegen den Bauentscheid sondern auch
gegen die Gewässerschutzbewilligung Beschwerde erhoben haben, ist diese noch nicht
rechtskräftig geworden. Im Übrigen gilt die fragliche Auflage erst während des Betriebs.
Durchgesetzt werden kann sie somit erst, wenn die Stahlhalle gebaut und in Betrieb
genommen ist. Insofern ist die Beschwerde unbegründet.
5. Schlammsammler
a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, dass auf der gesamten Länge der
geplanten Halle (Nordwestseite) eine Entwässerungsrinne für das anfallende Platzwasser
geplant sei. Dieses solle in einen angeblich bestehenden Schlammsammler eingeleitet
werden. Dieser Schlammsammler existiere nicht; es handle sich dabei um den
bestehenden BKW-Schacht. Eine Verbindung zwischen BKW-Schacht und bestehender
Kanalisation sei nicht vorhanden. Der gegenüberliegende Schacht (KS G._) sei
nicht ein Schlammsammler, wie auf dem Plan eingezeichnet, sondern ein
Kanalisationsschacht. Dies sei wohl der Bauherrschaft bis heute nicht aufgefallen. Ebenso
hätte dies auch der Baubewilligungsbehörde auffallen müssen, da die Entwässerung so
nicht realisiert werden könne. Die Leitungsführung auf dem Plan entspreche nicht der
Tatsache. In ihren Schlussbemerkungen untermauern die Beschwerdeführenden ihre
Einwände mit Plänen und Fotos.
Die Beschwerdegegnerin hält demgegenüber fest, dass die Angaben in den Plänen korrekt
seien. Die Platzentwässerung bleibe wie bis anhin bestehen. Die Vorinstanz äusserte sich
nicht zur Frage, ob der Plan den Tatsachen entspreche.
24 Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS; SR 741.41)
RA Nr. 110/2018/144 14
b) Das Baugesuch hat alle für die baurechtliche Beurteilung des Vorhabens
erforderlichen Angaben zu enthalten und es sind ihm der Situationsplan, die Projektpläne
sowie die allenfalls erforderlichen weiteren Unterlagen beizulegen (vgl. Art. 10 ff. BewD).
Nur was aus den Plänen mit hinreichender Klarheit hervorgeht, kann von der Behörde
bewilligt und rechtskräftig werden. Im Fall von unklaren oder missverständlichen
Bauplänen trägt die Bauherrschaft die Folgen unklarer Planinhalte und kann später nichts
zu ihren Gunsten ableiten.25 Vorab ist somit festzuhalten, dass sich Bau- und
Gewässerschutzbewilligung im vorliegenden Fall auf die entsprechenden Gesuche und
Pläne stützen. Darauf wird auch in Ziff. 1.1 der Gewässerschutzbewilligung hingewiesen.
Vorgesehen und bewilligt ist somit, dass das verbleibende Platzwasser wie bisher über
Schlammsammler in die Kanalisation eingeleitet wird.
Umstritten ist, ob der fragliche, im Projektpan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisa-
tionskataster" als bestehend bezeichnete Schlammsammler existiert. Die BVE hat deshalb
bei der Vorinstanz einen Auszug aus dem Kanalisationskataster für die Parzelle Nr.
E._ eingeholt. Aufgrund der Legende26 steht fest, dass die Leitungslage ungenau
ist. Immerhin lässt sich dem Katasterplan entnehmen, dass sich westlich der geplanten
Halle ein Schacht mit der Nr. G._ befindet. An dieser Stelle wird die
Platzentwässerung heute in die private Kanalisationsleitung eingeleitet. Dass sich in
unmittelbarer Nähe des Schachts Nr. G._ ein weiterer Schlammsammler befinden
soll, lässt sich dem Katasterplan hingegen nicht entnehmen. Unter Berücksichtigung der
Fotos und Pläne, die die Beschwerdeführenden mit ihren Schlussbemerkungen eingereicht
haben, erachtet es die BVE deshalb als sehr wahrscheinlich, dass der im bewilligten Plan
"Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" als bestehend eingezeichnete
Schlammsammler, an den die neue Entwässerungsrinne angeschlossen werden soll,
(noch) nicht existiert. Insoweit dürfte der bewilligte Plan "Grundriss
Erdgeschoss/Kanalisationskataster" mangelhaft sein. Hingegen bedeutet das nicht, dass
damit der Anschluss der Entwässerungsrinne an die BKW-Leitung bewilligt wäre. Wie oben
ausgeführt, ist bewilligt, dass das verbleibende Platzwasser wie bisher über
Schlammsammler in die Kanalisation eingeleitet wird.
25 BGer 1C_344/2017 vom 17. April 2018 E. 3.1; VGE 2016/345 vom 23. Mai 2017 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 N. 19a 26 Einsehbar unter http://www.geoplanteam.ch/, Register «WebGis, Worben, Legenden, allgemeine Legenden»
http://www.geoplanteam.ch/
RA Nr. 110/2018/144 15
c) Können inhaltliche oder formale Mängel eines Bauvorhabens ohne besondere
Schwierigkeiten behoben werden oder sind zur Schaffung oder Erhaltung des
rechtmässigen Zustands Anordnungen nötig, so sind mit der Bewilligung die gebotenen
Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen, Befristungen) zu verknüpfen (vgl. Art. 38
Abs. 3 BauG). Damit können untergeordnete Mängel eines Vorhabens behoben werden.
Die Anordnung von Nebenbestimmungen kommt dann in Betracht, wenn ohne grösseren
planerischen Aufwand beurteilbar ist, wie die Mängel zu beheben sind und welche
baurechtlichen, konzeptionellen und gestalterischen Auswirkungen dies nach sich zieht.
Dies folgt aus dem Grundsatz der Einheit des Bauentscheids, mit dem eine einheitliche
Beurteilung eines baurechtlichen Sachverhalts sichergestellt werden soll. Das
bundesrechtliche Koordinationsgebot von Art. 25a RPG27 verlangt, dass ein geplantes
Bauvorhaben in einem einzigen und einheitlichen Bewilligungsverfahren geprüft wird.
Nachgelagerte Verfahren sind nur dann zulässig, wenn dies von der Sache her sinnvoll ist
und sich daraus keine wesentlichen neuen Auswirkungen oder Änderungen für das Projekt
ergeben oder ergeben können.28
Aus gewässerschutzrechtlicher Sicht darf und muss das verbleibende Platzwasser, wie
bisher und wie im bewilligten Plan "Grundriss Erdgeschoss/Kanalisationskataster" auch
vorgesehen, über Schlammsammler in die Kanalisation eingeleitet werden. Es steht somit
fest, dass eine gesetzeskonforme Entsorgung des anfallenden Platzwassers technisch
möglich ist. Ob dies über einen bereits bestehenden oder allenfalls noch zu erstellenden
Schlammsammler erfolgt, ist hingegen im jetzigen Stadium des Verfahrens nicht
ausschlaggebend. Es genügt deshalb, wenn diese Detailfrage vor Baubeginn im Rahmen
der gemäss Ziff. 6.2 des Mitberichts des GEP-Ingenieurs vorgesehenen Genehmigung der
definitiven Planunterlagen geklärt und bereinigt werden (vgl. dazu auch Art. 23 AER). Der
angefochtene Entscheid wird deshalb insoweit ergänzt, als der Mitbericht des GEP-
Ingenieurs samt den darin enthaltenen Auflagen (Ziff. 6) als verbindlicher Bestandteil
aufgenommen wird und die Bewilligung zudem mit der Auflage ergänzt wird, dass vor
Baubeginn im Rahmen der Genehmigung der definitiven Planunterlagen unter Beizug des
GEP-Ingenieurs zu klären ist, ob die Entwässerungsrinne an einen bestehenden
Schlammsammler angeschlossen werden kann oder ob ein neuer zu erstellen ist. Insoweit
wird die Beschwerde gutgeheissen.
27 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 28 BGer 1C_266/2018 vom 12.04.2019 E. 3.3. mit weiteren Hinweisen; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 38-39 N. 15a
RA Nr. 110/2018/144 16
6. Versickerungsmulde und Grundwasserschutz
a) Die Beschwerdeführenden weisen darauf hin, dass gemäss
Gewässerschutzbewilligung aufgrund der örtlichen Grundwasserverhältnisse die Sohle der
Versickerungsmulde die Kote von 436.00 m ü. M. nicht unterschreiten dürfe. Sie werfen die
Frage auf, ob der Abstand zum Grundwasser eingehalten werde, wenn die geplante
Stahlhalle auf 80 cm tiefen Betonfundamenten erstellt werde, befinde sich doch gemäss
Grundrissplan oberkant Erdgeschoss auf 436.35 m ü. M. Sie machen weiter geltend,
zwischen der geplanten Stahlhalle und der Parzellengrenze zu ihrem Grundstück befinde
sich ihr Fahrweg- und Parkplatzrecht. Zwischen dem Fahrweg- und Parkplatzrecht und der
geplanten Stahlhalle sei eine Versickerungsmulde für die Dachentwässerung mit einem
Retentionsvolumen von 7.68 m3 geplant. Die geplante Stahlhalle habe eine Dachfläche von
260 m2. Dazu komme das Volumen des Schlagregens der Fassadenlänge und -höhe in die
Versickerungsmulde sowie ihr Parkplatz und die Fläche des Fahrwegrechts. Es müsse
unbedingt geprüft werden, ob das Fassungsvolumen und Rückhaltevolumen der
Versickerungs- und Retentionsanlage ausreichend sei. Es fehle ein Querschnittplan der
Versickerungsmulde. Die geltenden Vorschriften und Normen müssten zwingend
berücksichtigt werden. Wenn die Versickerungsmulde das anfallende Dachwasser nicht
ordnungsgemäss versickern könne, bestehe die Gefahr, dass ihr Parkplatz und die Fläche
des Fahrwegrechts unterspült und somit beschädigt würden. Gemäss
Dienstbarkeitsvertrag würden die Kosten für Unterhalt, Reinigung und Erneuerung der mit
dem ausschliesslichen Parkplatz- und Fahrwegrecht belasteten Flächen vollumfänglich
zulasten des jeweiligen Eigentümers des berechtigten Grundstücks (Worben
Grundbuchblatt Nr. J._) gehen. Die Beschwerdeführenden halten fest, dass sie
den Eigentümer der Parzelle E._ für die entstandenen Schäden, die bereits
verursacht worden seien, persönlich verantwortlich machen und von ihm verlangen
würden, dass die Gesetze und Normen in Zukunft angewandt würden.
Die Beschwerdegegnerin verweist auf die aktenkundigen Berichte und Bewilligungen der
zuständigen Fachstellen, deren Auflagen und Bedingungen zu erfüllen seien. Das
anfallende Dachwasser werde vor Ort über eine Versickerungsmulde oberflächlich diffus
versickern. Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die Verantwortung für die
Dimensionierung und die Detailprojektierung der Entwässerungssysteme bei der
RA Nr. 110/2018/144 17
Bauherrschaft bzw. deren Planer liege. Diese seien nach der Schweizer Norm SN 592000
sowie den Rechtlichen des AWA für die Versickerung von Regen- und Reinabwasser
auszuführen.
b) Die Kantone teilen ihr Gebiet nach der Gefährdung der ober- und der unterirdischen
Gewässer in Gewässerschutzbereiche ein. In den besonders gefährdeten Bereichen
bedürfen die Erstellung und die Änderung von Bauten und Anlagen sowie Grabungen,
Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten einer kantonalen Gewässerschutzbewilligung,
wenn sie die Gewässer gefährden können (Art. 19 GschG29 und Art. 11 KGSchG30). Das
Bauvorhaben liegt im Gewässerschutzbereich Au, der zum Schutz nutzbarer unterirdischer
Gewässer erlassen wird, und der zu den besonders gefährdeten Bereichen gehört (Art. 29
Abs. 1 Bst. a GSchV31). Im Gewässerschutzbereich Au dürfen keine Anlagen erstellt
werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel liegen (Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 2
Satz 1 GschV). Das AWA kann aber Ausnahmen bewilligen, soweit die Durchflusskapazität
des Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10 Prozent
vermindert wird (Anhang 4 Ziffer 211 Abs. 2 Satz 2 GschV i.V.m. Art. 26 Abs. 2 Bst. g und
Art. 27 KGV32). Auch für das Freilegen des Grundwassers, Grundwasserabsenkungen
sowie das Ab- und Umleiten von Gewässern ist eine kantonale Gewässerschutzbewilligung
erforderlich (Art. 26 Abs. 2 Bst. d KGV).
Die Beschwerdegegnerin liess eine hydrogeologische Vordimensionierung der geplanten
Versickerungsanlage erstellen.33 Diesem Bericht lässt sich entnehmen, dass der mittlere
Grundwasserspiegel circa 434.80 m ü. M. und der maximale Grundwasserspiegel circa
435.40 m ü. M. liegt. Diese Angaben wurden vom AWA überprüft und für gut befunden.
Darauf stützt sich auch die Gewässerschutzbewilligung ab. Beim Bau der Stahlhalle und
der Versickerungsanlage wird das Grundwasser nicht tangiert, d.h. es wird weder freigelegt
noch kommen Betonplatte oder Versickerungsanlage unter den mittleren
Grundwasserspiegel zu liegen. Insoweit geht vom geplanten Bauvorhaben keine Gefahr für
29 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20) 30 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0) 31 Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201) 32 Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24. März 1999 (KGV; BSG 821.1) 33 Bericht der Firma SolGeo vom 19. April 2018, Vorakten pag. 107
RA Nr. 110/2018/144 18
das Grundwasser aus. Da nicht im Grundwasser gebaut wird, ist das entsprechende
Merkblatt des AWA auch nicht einschlägig.
c) Laut Art. 2 BauG sind Bauvorhaben zu bewilligen, wenn sie den bau- und
planungsrechtlichen Vorschriften und den nach andern Gesetzen im
Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Vorschriften entsprechen, die öffentliche Ordnung
nicht gefährden und wenn ihnen keine Hindernisse der Planung entgegenstehen. Über
privatrechtliche Fragen wird im Baubewilligungsverfahren demgegenüber nicht
entschieden. Für deren Durchsetzung sind die Betroffenen auf den zivilrechtlichen
Rechtsweg verwiesen. Die Gewässerschutzgesetzgebung bezweckt einzig den Schutz der
ober- und unterirdischen Gewässer (Art. 1 und 2 GSchG, Art. 1 Abs. 1 GSchV), nicht den
Schutz des Grundeigentums.34 Beim Streit um die Versickerung des Regenwassers auf
dem Nachbargrundstück bzw. der Beeinträchtigung ihres Fahrweg- und Parkplatzrechts
handelt es sich um eine nachbarrechtliche Streitigkeit, für die weder die
Gemeindebaupolizeibehörde noch die BVE, sondern die Zivilgerichte zuständig sind. Die
entsprechenden Rügen können einzig als Rechtsverwahrung vorgemerkt werden.
d) Nicht verschmutztes Abwasser ist nach den Anordnungen der kantonalen Behörde
versickern zu lassen. Erlauben die örtlichen Verhältnisse dies nicht, so kann es in ein
oberirdisches Gewässer eingeleitet werden (Art. 7 Abs. 2 GSchG). Von bebauten oder
befestigten Flächen abfliessendes Niederschlagswasser gilt in der Regel als nicht
verschmutztes Abwasser, wenn es von Dachflächen oder Strassen, Wegen und Plätzen
stammt, auf denen keine erheblichen Mengen von Stoffen, die Gewässer verunreinigen
können, umgeschlagen, verarbeitet und gelagert werden, und wenn es bei der
Versickerung im Boden ausreichend gereinigt wird (Art. 3 Abs. 3 Bst. a und b GSchV).
Unterschieden werden dabei zwei Typen von Versickerungsanlagen:35 Beim Typ a
versickert das Regenabwasser über Bodenpassagen (Versickerungsmulden, flächige
Versickerung usw.). Beim Typ b erfolgt die Versickerung ohne Oberbodenpassage
(Versickerungsstrang oder Versickerungsgalerie, Versickerungsschacht, Kieskörper
innerhalb der Deckschicht). Grundsätzlich sind Anlagen des Typs a dem Typ b
vorzuziehen, da sie einen besseren Grundwasserschutz gewährleisten. Da die
"Entsorgung" von Regenabwasser das Grundwasser nicht beeinträchtigen darf und falsch
34 BVR 1994 S. 244 E. 1d 35 Vgl. Merkblatt für das Versickern von Regen- und Reinabwasser des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern vom Januar 2009 abrufbar unter: <http://www.bve.be.ch/bve/de/index/wasser/wasser//versickerung.html>
RA Nr. 110/2018/144 19
konzipierte Anlagen zu Schadstoffeinträgen ins Grundwasser führen können, benötigt das
Erstellen privater Versickerungsanlagen eine kantonale oder kommunale
Gewässerschutzbewilligung (Art. 26 Abs. 1 Bst. c KGV). Wenn kein Ausnahmegesuch
eingereicht wird, muss im Gewässerschutzbewilligungsverfahren nur geprüft und
sichergestellt werden, dass die Versickerung nicht zu einer Verunreinigung des
Grundwassers führt (Art. 6 GSchG). Dimensionierung und Detailprojektierung der
Abwasseranlagen werden demgegenüber nicht überprüft. Diese sind nach der Schweizer
Norm SN 592000 (VSA/suissetec, 2012) sowie der Richtlinie „Regenwasserentsorgung,
Richtlinie zur Versickerung, Retention und Ableitung von Niederschlagswasser in
Siedlungsgebieten (VSA, 2002 und Update 2008)“ auszuführen. Die Vorgaben des
Generellen Entwässerungsplans (GEP) sind zu berücksichtigen.
e) In ihren Schlussbemerkungen bezweifeln die Beschwerdeführenden erneut, dass das
AWA bei der Beurteilung der gewässerschutzrechtlichen Belange die später bewilligten
Pläne gehabt habe. Zudem weisen sie darauf hin, welche Vorgaben, Normen, Gesetze und
Werte beachtet werden müssten. Weiter machen sie geltend, gemäss
Gewässerschutzbewilligung dürfe die Sohle der Versickerungsmulde die Kote von
436.00 m ü. M. nicht unterschreiten. Auf dem Plan fehle die Kote. Es sei davon
auszugehen, dass die Versickerungsmulde so nicht erstellt werden könne, da oberkant
Erdgeschoss bereits 436.35 m ü. M. betrage. Die Angaben sollten durch das AWA
überprüft werden.
Wie bereits erwähnt, erteilte das AWA die Gewässerschutzbewilligung gestützt auf die
neusten Pläne, die auch Gegenstand der Baubewilligung der Vorinstanz bilden. Der hohe
Grundwasserspiegel in der Gemeinde Worben wurde berücksichtigt. Gemäss den
Versickerungsrichtlinien des Kantons Bern kann bei sehr hohen Grundwasserständen eine
kürzere Filterstrecke toleriert werden.36 Wie der Gewässerschutzbewilligung des AWA
entnommen werden kann, darf die Sohle der Versickerungsmulde aufgrund der örtlichen
Grundwasserverhältnisse die Kote von 436.00 m ü. M. nicht unterschreiten. Damit wurde
dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin weder einen Querschnittplan der
Versickerungsmulde einreichte noch eine Kote der Sohle im Plan
Grundriss/Kanalisationskataster" eintrug, angemessen Rechnung getragen. Dabei handelt
36 Vgl. Amt für Gewässerschutz und Abfallwirtschaft (heute AWA), Richtlinien über das Versickern von Regen- und Reinabwasser (Auszug), Ausgabe 1999, S. 16, einsehbar unter https://www.bve.be.ch Rubriken «Wasser, Grundstückentwässerung, Regenabwasser, Versickerung von Regenabwasser»
https://www.bve.be.ch
RA Nr. 110/2018/144 20
es sich um eine Auflage, die von der Beschwerdegegnerin zwingend eingehalten werden
muss. Dem fraglichen Plan lässt sich im Übrigen entnehmen, dass sich die Oberkante der
Mulde auf einer Kote von 436.35 m ü. M. befindet. Die Mulde darf somit nur 35 cm tief sein.
Gemäss Gewässerschutzbewilligung des AWA muss die Versickerungsmulde
flächendeckend eine biologisch aktive Bodenschicht (begrünte Humusschicht) mit einer
Mächtigkeit von 30 cm aufweisen. Nach der überzeugenden Beurteilung des AWA ist somit
eine gewässerschutzkonforme Versickerungsmulde am geplanten Standort möglich und
technisch machbar. Gemäss Gewässerschutzbewilligung muss die Beschwerdegegnerin
für die Planung und Ausführung der Versickerung eine hydrogeologisch kompetente
Fachperson beiziehen. Diese hat die geplante Versickerungsunterlage bezüglich
Ausführung und Dimensionierung zu überprüfen.
f) In ihren ergänzenden Schlussbemerkungen weisen die Beschwerdeführenden auf
ein geologisches Gutachten hin, das im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben auf der
an das Baugrundstück und an das Grundstück der Beschwerdeführenden angrenzenden
Parzelle Worben Grundbuchblatt Nr. K._ erstellt wurde. Danach sei der maximale
Grundwasserspiegel auf einer Höhe von 435 m ü. M. Die Parzellen Nrn. K._ und
E._ würden in etwa auf gleicher Höhe liegen. Mit den geplanten Bauvorhaben auf
den Parzellen Nrn. K._ und E._ werde eine übermässige Beanspruchung
der Aufnahmekapazität des Untergrunds und eine Geländevernässung verursacht.
Zusätzlich zu der Versickerungsmulde der geplanten Stahlhalle komme nun noch das
anfallende Meteorwasser und Dachwasser der Parzelle Nr. K._ an ihre
Parzellengrenze. Daher reiche die geplante Versickerungsmulde mit Retentionsvolumen
nicht aus. Zudem müsse unbedingt beachtet werden, dass bei einem allfälligen Rückstau
der Kanalisation, bei welcher auch der Schacht KS N._ angeschlossen sei, sich
der Schachtdeckel hebe und das ganze häusliche Abwasser und Fäkalwasser in die
Versickerungsmulde einfliessen könne.
Soweit die Beschwerdeführenden die Festsetzung des maximalen Grundwasserspiegels
auf der Bauparzelle in Zweifel ziehen wollen, ist festzuhalten, dass die Einschätzung, wo
dieser liegt, grundsätzlich mit grosser Unsicherheit behaftet ist. Wie bereits erwähnt,
wurden die im Bericht der H._ enthaltenen Angaben zum maximalen
Grundwasserspiegel vom AWA überprüft und für gut befunden. Im Übrigen lässt sich der
RA Nr. 110/2018/144 21
Grundwasserkarte37 entnehmen, dass sich die Nachbarparzelle Nr. K._ im
Oberstrom befindet. Es ist deshalb plausibel, dass die Grundwasserstände auf jener
Parzelle höher liegen als auf der Bauparzelle. Nach dem bisher Ausgeführten besteht für
nicht verschmutztes Abwasser grundsätzlich die Versickerungspflicht. Ausnahmen können
nur gewährt werden, wenn die örtlichen Verhältnisse keine Versickerung erlauben. Wenn
der geologische Untergrund zur Versickerung nicht geeignet ist, ist es Sache der
Bauherrschaft, dies geltend zu machen und sich von der Versickerungspflicht befreien zu
lassen. Sie muss also in einem solchen Fall eine Ausnahme beantragen und (allenfalls
mittels Gutachten) nachweisen, dass im konkreten Fall eine Versickerung unmöglich ist.
Nur wenn dieser Nachweis gelingt, wird die Bauherrschaft im Rahmen eines
Bewilligungsverfahrens von der Versickerungspflicht befreit. Die Beschwerdegegnerin liess
eine hydrogeologische Vordimensionierung der geplanten Versickerungsanlage erstellen.38
Danach ist eine funktionierende Versickerungsanlage auf der Bauparzelle möglich.
Dimensionierung und Detailprojektierung der fraglichen Anlagen liegt in der Verantwortung
der Beschwerdegegnerin. Sie hat als Bauherrschaft dafür zu sorgen, dass die
Versickerung technisch korrekt erfolgt, so dass Dritte möglichst nicht beeinträchtigt werden.
Sie hat dazu eine hydrogeologisch kompetente Fachperson beizuziehen (vgl. Auflage Ziff.
3.1 zur Gewässerschutzbewilligung). Mit der geplanten Versickerungsanlage soll die in die
Kanalisation abgeleitete Wassermenge verringert werden. Ein Überlauf in die Kanalisation
ist nicht vorgesehen. Die Versickerungsanlage dient der Entlastung der Kanalisation, was
die Rückstauproblematik verringern dürfte.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die BVE auch bezüglich Grundwasserschutz
keinen Anlass hat, an der fachkundigen Beurteilung der gewässerschutzrechtlichen
Belange durch das AWA zu zweifeln. Die Beschwerde erweist sich deshalb auch in diesem
Punkt als unbegründet.
7. Brandschutz
a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Vorinstanz habe fälschlicherweise
den Fachbericht Brandschutz beim Feueraufseher eingeholt. Zuständig sei die GVB.
Zudem hätten die Beschwerdeführenden ein vollständiges, normenkonformes
37 einsehbar auf dem Geoportal des Kantons Bern <http://www.apps.be.ch/geo/> 38 Bericht der Firma H._ vom 19. April 2018, Vorakten pag. 107
RA Nr. 110/2018/144 22
Brandschutzkonzept verlangt. Ein solches sei nie erstellt worden. In der Halle würden
Unfallfahrzeuge, sichergestellte Fahrzeuge, Schrottfahrzeuge und ausgebrannte
Fahrzeuge deponiert. Diese würden Benzin, Diesel und Motorenöl verlieren. Dadurch
entstehe ein erhöhtes Brandrisiko, das auch das Grundstück der Beschwerdeführenden
massiv gefährde. Auch Elektrofahrzeuge würden ein erhöhtes Brandrisiko darstellen. Die
nötigen Unterlagen für die Prüfung der Brandsicherheit würden nicht vorliegen. Zudem sei
das gewählte Baumaterial für den Bau der Stahlhalle gemäss den Brandschutznormen zu
überprüfen. Nach dem Bau der Halle verbleibe eine Zufahrt von 3 m Breite. Die Feuerwehr
sei für die Beurteilung der Zufahrt insbesondere zum Grundstück der
Beschwerdeführenden nicht beigezogen worden.
Die Beschwerdegegnerin weist demgegenüber darauf hin, dass ein Fachbericht
Brandschutz des zuständigen Feueraufsehers vorliege. Es bestehe keine Pflicht zur
Einholung eines Brandschutzkonzepts. Die Zufahrt zum Grundstück der
Beschwerdeführenden könne einerseits über das 3 m breite Fahrwegrecht und
andererseits aus südlicher Seite via Ackerland genügend gewährleistet werden. Die
Beschwerdegegnerin werde die Bedingungen und Auflagen des Fachberichts Brandschutz
umsetzen.
Die Vorinstanz weist darauf hin, die Beurteilung des Brandschutzes obliege dem
zuständigen Feueraufseher der Gemeinde. Dieser prüfe die eingereichten
Baugesuchsunterlagen und lege die dazu erforderlichen Brandschutzauflagen für das
Bauvorhaben fest. Falls dazu weitergehende bzw. detaillierte Angaben und Pläne nötig
gewesen wären, hätte der Feueraufseher dies sicher verlangt. Folglich könne davon
ausgegangen werden, dass die erforderlichen Angaben in den Baugesuchsunterlagen für
die Prüfung und Festlegung der Brandschutzauflagen genügt hätten. Auch die
Projektänderung sei dem Feueraufseher zur Prüfung zugestellt worden. Für die Festlegung
der Brandschutzauflagen im Baubewilligungsverfahren bestehe eine
Kompetenzabgrenzung zwischen GVB und Gemeinde. Wäre der Feueraufseher der
Gemeinde nicht offensichtlich für das fragliche Bauvorhaben zuständig gewesen, hätte er
die Unterlagen an die zuständige Behörde weiterleiten müssen. Im Übrigen sei das Projekt
gemäss Angaben im Formular 3.3 Brandschutz mit der Feuerwehr Lyss-Worben
vorbesprochen worden.
RA Nr. 110/2018/144 23
b) Nach Art. 21 BauG sind Bauten und Anlagen so zu erstellen, zu betreiben und zu
unterhalten, dass weder Personen noch Sachen gefährdet werden. Gebäude, Anlagen und
Betriebseinrichtungen sind so zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass
Feuerschäden bestmöglich verhütet werden, um vorab die Sicherheit von Mensch und Tier
zu gewährleisten (Art. 3 FFG39). Deshalb sind Bauten und Anlagen so zu erstellen und zu
betreiben, dass sie nach den anerkannten Regeln der Baukunde und der Technik gegen
Feuer geschützt sind, der Entstehung und Ausbreitung von Bränden und Explosionen
vorgebeugt wird und die Sicherheit von Personen und Tieren im Brandfall sowie der
Rettungskräfte im Interventionsfall gewährleistet ist (Art. 2 Abs. 1 FFV40). Für den
Feuerschutz sind insbesondere die Normen, Richtlinien, Merkblätter, Erläuterungen und
Empfehlungen der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF), des
Interkantonalen Organs Technische Handelshemmnisse (IOTH) sowie diejenigen der
Gebäudeversicherung Bern (GVB) massgebend (vgl. Art 2 Abs. 2 FFV). Dazu gehört
insbesondere die Brandschutznorm der VKF. Im Baubewilligungsverfahren setzt die
zuständige Behörde Feuerschutzauflagen fest, die Bestandteil der Bewilligung sind (Art. 6
Abs. 1 und 2 FFG). Die GVB setzt gemäss Art. 4 Abs. 1 FFV die Feuerschutzsauflagen
und Bedingungen folgender Gebäudekategorien fest: Industrie- und Gewerbebauten (Bst.
a), Beherbergungs- und Gastgewerbebetriebe, einschliesslich Spitäler, Alters- und
Pflegeheime (Bst. b), Gebäude, in denen sich vorübergehend oder ständig viele Menschen
aufhalten, wie beispielsweise Geschäfte mit über 1200 m2 Verkaufsfläche, Schulanlagen,
grössere Bürobauten, Theater, Kinos und Tanzbetriebe (Bst. c), Anlagen zur Lagerung und
zum Umschlag von feuergefährlichen Stoffen und Waren (Bst. d), Hochhäuser (Bst. e) und
Einstellhallen für mehr als 50 Fahrzeuge (Bst. f). Bei allen anderen Gebäuden ist die
Gemeinde zuständig (Art. 4 Abs. 2 FFV).
Umstritten ist, ob im vorliegenden Fall die GVB oder der Feueraufseher der Gemeinde
zuständig ist. Die Vorinstanz holte den Fachbericht Brandschutz bei ihrem Feueraufseher
ein, da sie das Vorhaben als Einstellraum für weniger als 50 Fahrzeuge einstufte. Die BVE
hat deshalb bei der GVB einen Bericht zur Frage der Zuständigkeit und zu den
umstrittenen inhaltlichen Fragen eingeholt. In ihrem Fachbericht vom 20. Dezember 2018
teilte die GVB mit, bei der fraglichen Grösse und Nutzung gemäss Baugesuch sei die
Beurteilung des Brandschutzes Sache des Feueraufsehers der Gemeinde. Im Übrigen
seien die Baugesuchs- und Planunterlagen zur Beurteilung des Brandschutzes vollständig.
39 Feuerschutz- und Feuerwehrgesetz vom 20. Januar 1994 (FFG; BSG 871.11). 40 Feuerschutz- und Feuerwehrverordnung vom 11. Mai 1994 (FFV; BSG 871.111)
RA Nr. 110/2018/144 24
Der Fachbericht Brandschutz des Feueraufsehers vom 29. Januar 2018 beschreibe die
brandschutzrelevanten Ausführungen und sei vollständig. Die GVB habe keine weiteren
Bemerkungen.
In ihren Schlussbemerkungen machen die Beschwerdeführenden geltend, die
Stellungnahme der GVB sei für sie nicht nachvollziehbar. Sie verweisen auf die
Vertragsbedingungen der GVB. Diese sind jedoch im Baubewilligungs- und
Baubeschwerdeverfahren nicht einschlägig und daher nicht zu prüfen. Die Befürchtung der
Beschwerdeführenden, die GVB wisse nicht, dass es sich bei den eingelagerten
Fahrzeugen um Unfallfahrzeuge, sichergestellte Fahrzeuge, Schrottfahrzeuge,
ausgebrannte Fahrzeuge und Altwaren handle, ist unbegründet, verfügte doch die GVB für
die Erstellung ihrer Stellungnahme über die massgeblichen Baugesuchsunterlagen, den
Fachbericht Brandschutz, die Baubewilligung und die Baubeschwerde der
Beschwerdeführenden. Diesen Unterlagen lässt sich ohne weiteres entnehmen, was für
Fahrzeuge in der geplanten Stahlhalle deponiert werden sollen. Gestützt auf den
Fachbericht betreffend Brandschutz vom 29. Januar 2019 sowie die Stellungnahme der
GVB vom 20. Dezember 2018 ist davon auszugehen, dass das Bauvorhaben die
massgebenden Brandschutzvorschriften einhält. Die BVE hat keinen Anlass, an der
Beurteilung durch die beiden fachkundigen Behörden zu zweifeln. Die Beschwerde erweist
sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.
c) Land ist erschlossen, wenn unter anderem eine für die betreffende Nutzung
hinreichende Zufahrt besteht (Art. 19 Abs. 1 RPG). Dies ist der Fall, wenn die
Zugänglichkeit sowohl für die Benutzerinnen und Benutzer der Bauten als auch für
Fahrzeuge der öffentlichen Dienste gewährleistet ist. Die Zufahrt soll verkehrssicher sein
und hat sich nach den zonengerechten Baumöglichkeiten jener Flächen zu richten, die sie
erschliessen soll. Die Festlegung des Ausmasses der Erschliessungsanlagen und die
Umschreibung der genügenden Zugänglichkeit ist Sache des kantonalen Rechts.41 Das
bernische Recht regelt die Anforderungen an die hinreichende Erschliessung in den Art. 7
und 8 BauG sowie in den Art. 3 ff. BauV näher. Laut Art. 6 Abs. 1 BauV wird unter Zufahrt
die Strassenverbindung zwischen dem Baugrundstück und dem allgemeinen Strassennetz
verstanden. Sie umfasst die Hauszufahrt, den anschliessenden Strassenabschnitt und
dessen Anschluss an eine Strasse mit vorwiegendem Allgemeinverkehr. Die Zufahrt kann
41 BGE 136 III 130 E. 3.3.2
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aus einem Strassenteil und einem Wegstück oder einer Treppe bestehen, wenn Bauten
und Anlagen für die Feuerwehr und Sanität gut erreichbar bleiben (Art. 6 Abs. 2 BauV).
Hauszufahrten und Hausanschlüsse, die ein Gebäude oder eine zusammengehörende
Gebäudegruppe mit dem Erschliessungsnetz verbinden (Art. 106 Abs. 3 BauG), sind somit
ebenfalls Teil der Erschliessung. Ihre Planung und ihr Bau ist jedoch Sache der jeweiligen
Grundeigentümerschaft.42 Ein Bauvorhaben, das auf die Erschliessung benachbarter
Parzellen keine Rücksicht nimmt, oder sogar dazu führt, dass andere Liegenschaften nicht
mehr hinreichend erschlossen sind, kann nicht bewilligt werden.43
Die Beschwerdeführenden befürchten, dass ihr Grundstück nach dem Bau der Stahlhalle
für die Feuerwehr nicht mehr gut erreichbar und deshalb die Brandbekämpfung nicht mehr
gewährleistet sein wird. Die BVE hat deshalb beim zuständigen Feuerwehrkommandanten
einen Bericht eingeholt. Dieser hat die Baugesuchsunterlagen geprüft und eine
Besichtigung vor Ort vorgenommen. Gestützt darauf ist er zum Ergebnis gelangt, dass das
Wohnhaus der Beschwerdeführenden auch nach dem Bau der Stahlhalle jederzeit von der
Feuerwehr erreicht werden könne. Die Zufahrt der Feuerwehr sei ohne Einschränkungen
gewährleistet. Die Beschwerdeführenden sind der Auffassung, diese Beurteilung
entspreche nicht den geltenden Richtlinien und Vorschriften der Feuerwehr Koordination
Schweiz (FSK). Sie beziehen sich dabei insbesondere auf die Richtlinie für
Feuerwehrzufahrten, Bewegungs- und Stellflächen,44 welche Art. 44 der Brandschutznorm
2015 der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF)45 näher konkretisiert; diese
verlangt, dass Bauten und Anlagen für den raschen und zweckmässigen Einsatz der
Feuerwehr jederzeit zugänglich sein müssen. Daraus können die Beschwerdeführenden
jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, verfügen sie doch einzig über ein 3 m breites
Fahrwegrecht auf der Bauparzelle, das auch nach der Realisierung des Bauvorhabens
weiterhin gewährleistet sein wird. Das Bauvorhaben nimmt deshalb genügend Rücksicht
auf die Erschliessung der Liegenschaft der Beschwerdeführenden. Die Fahrbahnbreite der
Hauszufahrt entspricht auch weiterhin den Anforderungen an eine neue Zufahrt (vgl. Art. 7
Abs. 2 und 3 i.V.m. Art. 6 Abs. 3 BauV). Die Beschwerdeführenden haben keinen Anspruch
darauf, dass ihre Hauszufahrt zulasten des Baugrundstücks verbessert wird. Soweit sie
42 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 7/8 N. 3, 13a 43 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 7/8 N. 13 Bst. d, mit weiteren Hinweisen; BVR 2008 S. 332 E. 6.7 44 Einsehbar unter <http://www.feukos.ch>. Rubriken «Unterlagen, Reglement/Handbücher/Richtlinien» 45 Einsehbar unter <https://www.vkg.ch>, Rubriken «Brandschutz, Vorschriften und Register, Vorschriften»
http://www.feukos.ch https://www.vkg.ch
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eine Verbesserung der Zufahrt für die Feuerwehr zu ihrem Grundstück wünschen, haben
sie dies auf eigenem Boden zu bewerkstelligen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
das Grundstück der Beschwerdeführenden auch nach dem Bau der Stahlhalle hinreichend
erschlossen sein wird und dass weiterhin eine genügende Zufahrt für die Feuerwehr
bestehen wird. Die BVE hat keinen Anlass, die Beurteilung des zuständigen
Feuerwehrkommandanten in Frage zu stellen. Die Beschwerde erweist sich deshalb auch
in diesem Punkt als unbegründet.
8. Immissionsschutz
a) In ihren Schlussbemerkungen machen die Beschwerdeführenden neu geltend, die
Beschwerdegegnerin habe in der Zwischenzeit ein Flurförderfahrzeug angeschafft. Mit
diesem Fahrzeug würden zwischen 70 bis 80 Prozent der anfallenden Fahrzeuge (Unfall-,
Brand-, Schrottfahrzeuge usw.) im Freien auf- und abgeladen und rangiert. Dieses neue
Fahrzeug sei nicht in den Fachbericht Immissionsschutz einbezogen worden. Hätte das
beco vom Flurförderfahrzeug gewusst, wäre seine Beurteilung wohl anders ausgefallen.
b) Gemäss Foto dürfte es sich beim von den Beschwerdeführenden erwähnten neuen
Flurförderfahrzeug um einen Elektrostapler handeln, also um ein eher leises Fahrzeug.
Allein der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin ein neues Fahrzeug für das Auf- und
Abladen bzw. das Rangieren der Unfallfahrzeuge erworben hat, bedeutet noch nicht, dass
eine neue Beurteilung des beco erforderlich ist. Der Betrieb der Beschwerdegegnerin
besteht bereits. Das Betriebsareal soll einzig mit einer neuen Halle ergänzt werden. Wie
dem Fachbericht des beco entnommen werden kann, wird dadurch jedoch nichts am
bestehenden Betriebskonzept geändert. Es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass das
neue Fahrzeug daran etwas ändern würde. Es bestehen insbesondere keine
Anhaltspunkte dafür, dass deswegen mehr Unfallfahrzeuge angeliefert und umgeladen
würden als bisher. Mangels Änderung am Betriebskonzept ist kein neuer Bericht des beco
erforderlich. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass die geplante Halle in
Bezug auf die Lärmimmissionen eher eine Verbesserung der Situation für die
Beschwerdeführenden bewirken wird. Die Beschwerde erweist sich deshalb auch in
diesem Punkt als unbegründet.
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9. Altlasten
a) In ihren ergänzenden Schlussbemerkungen machen die Beschwerdeführenden neu
geltend, sie hätten in den Vorakten nirgends einen Altlasten-/Verdachtsflächen-Bericht
gesehen. Es stelle sich die Frage, wie das AWA sich rechtfertige, bis heute keinen
Fachbericht darüber erstellt zu haben.
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid dazu ausgeführt, der belastete Standort
auf Parzelle Nr. E._ liege an der Nordostseite des bestehenden Gebäudes Nr. 20,
unmittelbar an der L._strasse. Er befinde sich nicht im Umfeld des geplanten
Bauvorhabens und tangiere einen allfälligen Baubereich in keiner Weise.
b) Dem Kataster der belasteten Standorte46 kann entnommen werden, dass auf dem
Grundstück Worben Grundbuchblatt Nr. E._ der Standort Nr. M._
(Betriebsstandort) eingetragen ist. Als Schadstoff wird Mineralöl angegeben. Betroffen ist
eine Fläche von circa 541 m2, die sich im Bereich des Gebäudes L._strasse Nr. 20
befindet und direkt an die Strasse grenzt. Der fragliche Standort ist der Kategorie jener
belasteten Standorte zugeteilt, bei denen keine schädlichen oder lästigen Einwirkungen zu
erwarten sind (Art. 5 Abs. 4 Bst. a AltlV47). Folglich sind altlasten- bzw. abfallrechtliche
Massnahmen nur im Falle von Bauvorhaben im fraglichen Bereich notwendig.
c) Da der geplante Bau der Halle auf Parzelle Nr. E._ den belasteten Standort
nicht tangiert, sind keine altlastenrechtlichen Untersuchungen notwendig. Folglich musste
das AWA auch keinen entsprechenden Fachbericht erstellt. Die Rüge der
Beschwerdeführenden, es fehle ein Fachbericht, ist somit unbegründet.
10. Ausnützungsziffer
a) In ihren ergänzenden Schlussbemerkungen machen die Beschwerdeführenden neu
geltend, aufgrund der Einsichtnahme in die Vorakten hätten sie festgestellt, dass die
Ausnützungsziffer zu hoch gewesen sei. Dies sei gezwungenermassen korrigiert und zu
46 Einsehbar im Geoportal des Kantons Bern (https://www.geo.apps.be.ch/de) 47 Verordnung des Bundesrates vom 26. August 1998 über die Sanierung von belasteten Standorten (Altlasten-Verordnung, AltlV; SR 814.680)
https://www.geo.apps.be.ch/de
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ihrem Erstaunen so angepasst, dass die Ausnützungsziffer nun zu stimmen vermöge. Eine
nachvollziehbare Berechnung liege jedoch nicht vor.
b) Den Vorakten lässt sich entnehmen, dass die Vorinstanz aufgrund der vorläufigen
formellen und materiellen Prüfung des Baugesuchs von der Beschwerdegegnerin eine
nachvollziehbare Berechnung der Ausnützungsziffer verlangte.48 Die Beschwerdegegnerin
reichte mit Eingabe vom 9. März 2018 eine neue Berechnung ein. Die Prüfung der Vor-
instanz ergab, dass die zulässige Ausnützungsziffer von 0.6 um 0.02 überschritten war.49
Die Vorinstanz gab der Beschwerdegegnerin deshalb Gelegenheit zur Verbesserung. Sie
wies sie dabei insbesondere auf die massgeblichen Vorschriften zur Berechnung der
anrechenbaren Bruttogeschossfläche hin und warf die Frage auf, ob die
Beschwerdegegnerin eventuell Flächen mitberechnet habe, die gar nicht angerechnet
werden müssten.50 Die Beschwerdegegnerin reichte daraufhin eine neue Berechnung ein.
Sie wies darauf hin, dass sie alle Flächen überprüft habe. Dabei sei ihr aufgefallen, dass
sie vorher irrtümlicherweise Tankräume und Einstellräume an die anrechenbare
Bruttogeschossfläche angerechnet habe. Diesen Fehler habe sie nun korrigiert.51 Es liegt
somit eine nachvollziehbare Begründung für die unterschiedlichen Berechnungen der
Ausnützungsziffer vor. Es besteht deshalb kein Anlass, dass die BVE die
Ausnützungsziffer gestützt auf Art. 40 Abs. 3 BauG von Amtes wegen nachprüft.
11. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache
wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.00 bis 4'000.00 je Beschwerde erhoben (Art. 19
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 GebV52). Diese umfasst auch den Aufwand für
Mitberichte (Art. 12 Abs. 1 GebV). In Anwendung dieser Bestimmungen und unter
48 Vgl. Vorakten pag. 19 49 Vgl. Vorakten pag. 56 50 Vgl. Vorakten pag. 59 51 Vgl. Vorakten pag. 65 52 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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Berücksichtigung der Bemessungskriterien von Art. 7 GebV werden die Verfahrenskosten
auf Fr. 2'400.00 festgelegt.
Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei
auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Als unterliegend gilt, wer mit seinen Anträgen nicht durchdringt. Im vorliegenden
Fall gilt keine Partei als vollständig obsiegend. Die Beschwerdeführenden dringen mit ihrer
Beschwerde insoweit durch, als die Baubewilligung mit Auflagen und dem Hinweis auf eine
weitere Rechtsverwahrung ergänzt werden muss. Im Übrigen unterliegen sie. Unter
Berücksichtigung des jeweiligen Masses des Obsiegens bzw. des Unterliegens gelten die
Beschwerdeführenden als zu einem Sechstel, die Beschwerdegegnerin als zu fünf
Sechsteln obsiegend. Die Verfahrenskosten werden entsprechend aufgeteilt. Die
Beschwerdegegnerin hat somit Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.00 zu tragen, die
Beschwerdeführenden hätten Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 zu bezahlen. Die
festgestellte Gehörsverletzung stellt jedoch einen besonderen Umstand dar, der bei der
Kostenliquidation zu berücksichtigen ist. Es rechtfertigt sich somit, den
Beschwerdeführenden ihren Verfahrenskostenanteil lediglich zur vier Fünfteln,
ausmachend Fr. 1'600.00, aufzuerlegen. Die restlichen Verfahrenskosten sind nicht zu
erheben (Art. 108 Abs. 2 VRPG).
b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG).
Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden
Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Auf Seiten der nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführenden sind somit keine entschädigungsfähigen Auslagen entstanden.
Die Beschwerdegegnerin ist mehrwertsteuerpflichtig53 und kann somit die von ihrer
Rechtsvertreterin auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen
Mehrwertsteuerabrechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend
53 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: <https://www.uid.admin.ch>
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Mehrwertsteuer kein Aufwand an und eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit
Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die
in der Kostennote der Rechtsvertreterin der Beschwerdegegnerin aufgeführte
Mehrwertsteuer ist daher bei der Bestimmung des Parteikostenersatzes nicht zu
berücksichtigen.54 Im Übrigen gibt die Kostennote, die ein Honorar von Fr. 6'437.50 und
Auslagen von Fr. 117.60 ausweist, zu keinen Bemerkungen Anlass.
Die Parteikosten sind analog zu den Verfahrenskosten zu verteilen. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb einen Sechstel ihrer Parteikosten, ausmachend Fr.
1'092.50, selber zu tragen. Die übrigen Parteikosten der Beschwerdegegnerin von Fr.
5'462.60 werden zu vier Fünfteln den Beschwerdeführenden, ausmachend Fr. 4'370.10,
und zu einem Fünftel der Vorinstanz, ausmachend Fr. 1'092.50, auferlegt.