# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 78a1b6bb-b0c6-4841-bed3-0c3129640c76
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
D
er 1962 geborene
X._
, absolvierte in
Z._
während drei Jahren ein
S
tudium in der Elektrotechnik und arbeitet
e
von 1995 bis Ende September 2011
als
Betriebsmitarbeiter
bei der
Einzelunternehmung
A._
Sägerei und
vo
m 1.
Oktober
2011
bis zum Arbeitsunfall am 28.
November 2011
als Schreiner
für die
B._
AG
(
Urk.
11/9)
.
Am 1
8.
Juni 2012 (Ein
gangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf
den erlittenen
Arbeitsunfall vom 2
8.
November 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/4).
Zur Abklärung der
medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle zunächst die Akten des
Unfall
versicherers
(Urk.
11/20 Urk.
11/
44-
45, Urk. 11/47
Urk.
11/51,
Urk.
11/57
) sowie einen Auszu
g aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk.
11/9
) bei und holte
einen
Bericht
des
behandelnden
Psychiaters
(Urk.
11/53
) ein.
Die
IV-Stelle prüfte ferne
r
in einem persönlichen Gespräch Eingliederungs
-
massnahmen
(vgl.
Urk.
11/16)
.
Am
8
.
Februar 2013
übernahm
die IV-Stelle
die Kosten von Frühinterventionsmassnahmen in Form eines
Arbeitstrainings
vom 11.
Februar 2013 bis am 1
0.
August 2013
(Urk.
11
/
1
7
).
Am
6.
August 2013 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine weiteren Eingliederungsmassnah
men angezeigt seien und die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (
Urk.
11/42).
Der Unfall
versicherer gewährte die versicherten Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleis
tungen), welche schliesslich per 3
0.
April 2014 eingestellt wurden
(Urk.
11/21). Der Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritäts
-
entschädigung der Unfallversicherung wurde geprüft und verneint (
Einspra
-
cheentscheid
vom
7
.
Mai
20
14
, Urk.
11
/
57
)
.
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medizi
ni
schen Verhältnisse liess die IV-Stelle bei
der
Medas
C._
GmbH
, ein
polydisziplinäres
Gutachten erstellen (Gutachten vom
2
0.
Januar 2015
, Urk.
11
/
84
; Fach
richtungen:
Neurologie, Psychiatrie
, Orthopädische Chirurgie, Innere Medizin
).
Am 1
0.
Februar 2015 erging ein Vorbescheid, mit welchem dem Versicherten die
Zusprache
einer
ganzen Rente der Invalidenversicherung
, befristet von
Dezember 2012
bis
März 2014
,
in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
11/90).
D
er Versicherte
brachte dagegen
mit Eingaben vom 1
2.
März 2015 (
Urk.
11/93) und
2.
Mai 2015 (
Urk.
11/97) Einw
ände vor
. Die IV-Stelle prüfte
erneut
in einem persönlichen Gespräch Eingliederungsmassnahmen und erteilte dem Versicherten am 2
6.
August 2015 Kostengutsprache für eine Umschulung
zum Sachbearbeiter Planung an der Stiftung Schreinerschule
zwischen dem
7.
September 2015 und dem 3
0.
Juni 2017 sowie
für
zwei Abklärungstage (
Urk.
11/113).
Mit
Verfügung vom 29
.
Januar
201
6
hob
die IV-Stelle
– nach
vorangegangener Mitteilung
(
Urk.
11/123,
Urk.
11/127)
–
die Kostengutsprache für die Umschulung per
23. November 2015 auf (
Urk.
11/128).
Die IV-Stelle holte sodann einen weiteren Bericht des behandelnden Psychiaters ein (
Urk.
11/131).
Nachdem
die Rechtsvertretung des Versicherten moniert hatte, die Verfügung vom 2
9.
Januar 2016 nie erhalten zu haben
(
Urk.
11/135)
, wurde ihr diese am 1
6.
Juni 2016 zugestellt (
Urk.
11/137).
Der Versicherte nahm am
6.
Juli 2016 (
Urk.
11/138) und am 1
7.
August 2016 (
Urk.
11/146) erneut Stel
lung zum Vorbescheid vom 1
0.
Februar 2015
betreffend Rente
. Mit Verfügung vom 2
3.
November 2016 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden
und sprach dem Versicherten
e
ine
befristete
ganze I
nvali
denrente
vom 1.
Dezember 2012 bis am
3
1.
März
2014,
ausgehend von einem IV-Grad von 100
%
bis
1.
Januar 2014,
zu
(
Urk.
11/156,
Urk.
11/154
[
Verfügungsteil 2
]
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Januar 2017 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
November 2016 sei dem Beschwerdeführer die ihm zustehende Rente zuzusprechen und die
Beschwerde
gegnerin
sei
zu verpflichten, die beruflichen Massnahmen weiterzuführen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Eingabe vom
5.
Februar 2017 substantiierte der Beschwerdeführer seine Bedürftigkeit (
Urk.
7,
Urk.
8/1-15).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
7.
März 2017 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
11/1-159]), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
2.
März 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121
V
264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
ru
ng des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273
E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1
.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin,
die kreisärztli
che Untersuchung
der S
uva
vom
6.
Januar 2014 habe eine Verbesserung des Gesundheitszustands ergeben. Der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 70
%
arbeitsfähig.
Das Valideneinkommen errechne sich gestützt auf die LSE-Tabelle 2012
Ziff.
75 (Nahrungsmittelverarbeitung,
Holz
verarbeitung
, Bekleidungsherstellung und andere handwerkliche Fachkräfte). Bei der Berechnung des Invalideneinkommens werde der Tabellenlohn für Hilfs
arbeiten beigezogen.
Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich ab dem
1.
Januar
2014 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
Die Umschulung sei wegen Überforderung und einer Erkrankung des Beschw
erdeführers abgebro
chen worden
(
Urk.
2).
Hieran hielt sie in der Beschwerdeantwort fest (
Urk.
10).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt de
mgegenüber im Wesentlichen vor, d
er Abbruch der
beruflichen
Massnahmen
sei
zu Unrecht verfügt worden.
Er habe jedenfalls Anspruch auf
Weiterführung der
Umschulung oder andere Eingliederungsmass
nahmen.
Hinsichtlich des Einkommensvergleichs müsse, d
a
er
eine Fachkraft in der Sägerei sei,
b
ei der Bestimmung de
s Valideneinkommens auf die LSE-Tabelle des Jahres
2012, Ziff.
31-33 oder Ziff.
16-18 im Kompetenzniveau 3
,
abgestellt werden. Das Invalideneinkommen bestimme sich nach dem
Tabellen
lohn
für Dienstleistungen (LSE 2012
Ziff.
45-96, Kompetenzniveau 1). Aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen rechtfertige sic
h zudem ein Leidensabzug von 15
%.
(
Urk.
1).
3.
Dem polydiszipli
n
ären Gutachten der
Medas
C._
vom 2
0.
Januar 2015
(Urk. 11/84)
können folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
entnommen werden (
Urk.
11/84/25):
-
schwere Funktionsstörung der linken Hand ohne Faustschluss und praktisch ohne Greiffunktion mit chronische
n
neuropathischen Schmerzen und tro
phischer Störung bei/mit
-
Status nach Amputation des Endgliedes
Dig
.
III links und partiell
End
glied
Dig
.
II links, Replan
t
ation
Endglied
Dig
.
II links nach
Unfall
ereignis
vom November 2011
-
Chronifizierung
bei Status nach CRPS Typ II
-
funktional linke Hand nur als Hilfshand nutzbar
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende festge
halten (
Urk.
11/84/25):
-
d
epressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0)
-
Zustand nach Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
Hypertonie (Erstdiagnose März 2013)
-
Adipositas Grad I, BMI 30,3 kg/m
2
-
s
zintigraphisch
Gonarthrose rechts
und
Femoropatellare
Arthrose beidseitig ohne klinische Beschwe
r
den oder Relevanz
Die Gutachter hielten in der interdisziplinären Beurteilung fest, sowohl der ortho
pädische als auch der
neurologische Experte attestierten
eine schwere Funktionsstörung der linken Hand bei Status nach
Kr
e
issäge
n
verletzung
im November 2011
mit der Ausbildung eines CRPS mit
Chron
i
fizierung
, was bis heute klinisch deutlich sichtbar sei.
Die linke Hand könne entsprechend der kli
nischen Beurteilung nur noch als Hilfshand eingesetzt werden. Eine Arbeitsfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit sei seit dem Unfallereignis nicht mehr möglich. In einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils sollte ab Januar 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
mit vermehrtem Pausenbedarf und einer Leistungsminderung möglich sein
(
Urk.
11/84/25)
.
Das Fähigkeitsprofil wurde folgendermassen umschrieben: es seien nur noch Tätigkeiten möglich, die mit der rechten Hand/Arm ausgeführt werden können (dominanter Arm),
die
linke Hand könne nur noch als Hilfshand und ohne Heben und Tragen eingesetzt werden, das Hantieren mit schlagenden, stossen
den und vibrierenden Maschinen links sei nicht zumutbar,
der
fein- oder
grob
motorische
Einsatz der linken Hand sei nicht zumutbar, die linke Hand könne als Hilfshand mit Zuschieben, aber nicht
Z
uhalten/
Z
ugreifen verwendet werden, Tätigkeiten auf Gerüsten und Lei
tern seien nicht zumutbar (Urk.
11/84/26).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer machte
zunächst
geltend, der Abbruch der beruflichen Massnahmen sei zu Unrecht verfügt worden und beantragte die Weiterführung der beruflichen Massnahme.
4.
2
Die dem Beschwerdeführer zugesprochene Umschulung wurde per 23. November 2015 abgebrochen, da er überfordert und während der Umschu
lung teilweise krank geschrieben war (Verfügung vom 29. Januar 2016, Urk. 11/128). Diese Verfügung blieb unangefochten und erwuchs in formelle Rechtskraft. Zwar wurde sie erst nachträglich auch der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers und damit erst später gehörig zugestellt, es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass die Rechtsvertretung spätestens am 1
6.
Juni 2016 Kenntnis von der Verfügung vom 2
9.
Januar 2016 erhielt (vgl. Urk. 11/145), weshalb die vorliegende Beschwerde vom
3.
Januar 2017 jeden
falls nach Ablauf der 30tägigen Beschwerdefrist (
Art.
60
Abs.
1 ATSG) einge
reicht wurde und damit verspätet ist. Soweit sie sich gegen den Abbruch der Umschulung per 2
3.
November 2015 richtet, ist auf sie nicht einzutreten.
4.3
4.3.1
Mit Schreiben vom 1
7.
August 2016 (im Rahmen der Stellungnahme zum Vorbe
scheid Rente) beantragte der Beschwerdeführer die Weiterführung der beruflichen Massnahme (
Urk.
11/145). Hierzu liess sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid vom 2
3.
November 2016 (
Urk.
2) insoweit aus, als sie mit Hinweis auf die rechtskräftige Verfügung vom 2
9.
Januar 2016 und deren Begründung, wobei sich an der medizinischen Sachlage nichts geändert habe, die „Weiterführung beruflicher Massnahmen“ ablehnte (
Urk.
2 S. 6).
4.3.2
Verwaltungsverfügungen sind nicht nach ihrem (zuweilen nicht sehr treffend verfassten) Wortlaut zu verstehen, sondern es ist - vorbehältlich der hier nicht interessierenden Problematik des Vertrauensschutzes - nach ihrem tatsächlichen
rechtlichen Gehalt zu fragen (Urteil des Bundesgerichts I 41/06 vom 2
5.
August 2006 E. 3.2 mit Hinweisen).
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide,
die nicht Gegenstand materieller richterli
cher Beurteilung waren, in Wiedererwä
gung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre
Berichti
-
gung
von er
heblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Dieses Zurück
-
kommen liegt – beim Fehlen eigentlicher Revisionsgründe (vgl.
Art.
53
Abs.
1 ATSG) – im Ermessen des Versicherungsträgers. Es be
steht demnach kein ge
richtlich durch
setzbarer An
spruch auf Wiedererwägung. Verfü
gungen, mit denen das Ein
tre
ten auf ein Wiedererwägungsgesuch abge
lehnt wird, sind grund
sätz
lich weder beschwerde- noch
einspracheweise
anfechtbar (BGE 133
V
50).
Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von
Verwal
tungsverfügungen
zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung
zurückzukommen, wenn neue Tatsa
chen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen). Erheb
lich können nur Tatsachen sein, die zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestan
den, jedoch unverschuldeterweise unbekannt waren oder unbewiesen blieben (BGE 119 V 180 E. 3a, 477 E. 1a, je mit Hinweisen).
Ferner ist die Verwaltung verpflichtet, auf ein Revisionsgesuch einzutreten, wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl.
Art.
87
Abs.
2 3 IVV). Dieses für Rentenansprüche bzw.
Hilflosenentschädigung
formulierte
Revisi
onsrecht
gilt sinngemäss auch für Eingliederungsansprüche (
Art.
8 ff. IVG), soweit sie Dauerleistungen zum Gegenstand haben und sich nicht in einer punktuellen Leistungszusprechung erschöpfen (Meyer/
Reichmuth
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, IVG,
Rz
. 140 zu
Art.
30-31, mit Hinweisen).
4.4
Der Gehalt der angefochtenen Verfügung vom 2
3.
November 2016 ist in Bezug auf die berufliche Massnahme auslegungsbedürftig, zumal kein förmliches Dis
positiv erging. Jedenfalls lehnte die Beschwerdegegnerin ein Zurückkommen auf ihren Entscheid vom 2
9.
Januar 2016 ab. Überdies verneinte sie einen Anspruch auf Weiterführung, und damit sinngemäss auch auf Wiederaufnahme beruflicher Massnahmen im aktuellen Zeitpunkt, weil sich am
anspruchsvo
raussetzenden
Sachverhalt nichts geändert hat.
Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde nur Gründe an, weshalb der Abbruch der Umschulung im November 2015 unzulässig gewesen sei. Damit stellt er sinngemäss Antrag auf Wiedererwägung der in Rechtskraft erwachse
nen Verfügung vom 2
9.
Januar 2016, worauf jedoch nicht einzutreten ist, weil das Gericht die Beschwerdegegnerin nicht zu einer Wiedererwägung verpflich
ten kann (vgl. E. 4.3.1;.
vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_409/2010 vom 2
0.
August 2010 E. 2.2). Es wurde sodann
weder in der Beschwerde noch in der „Neuanmeldung“ vom 1
7.
August 2016
glaubhaft oder geltend gemacht, es lägen neue Tatsachen oder Beweismittel vor (prozessuale Revision) oder es hät
ten
sich
die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Beurtei
lung massgeblich verändert
. Auch
dem vor
gängig
durch die
Beschwerdegegne
rin
eingeholten Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, vom 1
1.
März 2016 kann nichts Dahingehendes ent
nommen werden. Vielmehr schildert der behandelnde Psychiater die bereits bekannten subjektiven Angaben des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
11/131).
Demzufolge kam die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf den Abbruch der Umschulung zurück, weshalb diesbezüglich die Beschwerde abzuweisen ist.
Hinsichtlich des Anspruchs auf andere Eingliederungsmassnahmen hat die Beschwerdegegnerin bislang nicht hoheitlich verfügt, weshalb weitere Einglie
derungsmassnahmen nicht zum Anfechtungsgegenstand gehören und
auf die Beschwerde nicht einzutreten ist
. Es bleibt dem Beschwerdeführer unbenommen, sich erneut zum Leistungsbezug anzumelden und glaubhaft darzulegen, inwie
fern er nun in der Lage ist, eine Umschulung zu absolvieren (Neuanmeldung) oder welche anderen Eingliederungsmassnahmen er beantragt.
4.5
Hieraus ergibt sich, dass die Beschwerde in Bezug auf die beantragten Eingliede
rungsmassnahmen abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann.
5
.
Zu prüfen ist sodann der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
5
.1
Das
Medas
-
Guta
chten vom 20. Januar 2015
(Urk.
11
/
84)
vermag die an eine beweis
kräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E. 1.
4
). So
tätigten die
Gutachter sorgfältige, umfassende Abklä
rungen, berücksichtigte
n
die geklagten Beschwerden und begrün
dete
n ihre
Einschätzun
g
en
in nachvollziehbarer Weise sowie in Aus
einandersetzung mit d
en
Vorakten
. Die
Gutachter legte
n
die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
dete
n ihre
Schluss
folgerungen nachvoll
ziehbar.
Dem Gut
achten der
Medas
C._
ko
mmt somit volle Beweiskraft zu.
5.2
Nicht zu beanstanden
und vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wurde
i
nsbesondere, dass die Gutachter
gestützt auf den kreisärztlichen Bericht vom
6.
Januar 2014 (
Urk.
11/51)
von einer Verbesserung des Gesundheitszustands seit Januar 2014 ausgingen.
Darin wurde
fest
gehalten
, dem Beschwerdeführer seien auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar, wobei repetitive Belastungen, wie auch Stoss- und
Vibrati
onsbelastungen
der linken oberen Extremität aus dem Tätigkeitsprofil auszu
schliessen seien (
Urk.
11/51/6).
5.3
Somit ist na
ch dem Gesagten mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwer
deführer in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiter in einer Sägerei
sowie einer angepassten Tätigkeit
ab dem Unfallereignis vom 23.
November 2011 zu 100 % arbeitsunfähig war, ab mindestens Januar 2014 jedoch
– unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (Urk. 11/84/26
, vgl. E.
3.
) –
eine Verbesserung des Gesundheitszustands
vorliegt und der Beschwerdefüh
rer in einer angepassten Tätigkeit 70
%
arbeitsfähig ist
.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
eingeschränkten
Arbeits
fähigkeit.
6
.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der
Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6
.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139
V
592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weite
ren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6
.1.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6
.2
Für
den Zeitraum ab November 2011, währenddes
sen der Beschwerde
führer so
wohl angestammt als auch angepasst 100 % ar
beitsunfähig war,
betrug
der Invalidi
tätsgrad 100 %, weshalb
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht
ab
1.
Dezember 2012
eine
ganze Invalidenrente zusprach
.
Es
bleibt der Invaliditätsgrad
nach
der gutachterlich sowie kreisärztlich festgestellten Ver
besserung des Gesundheitszustands
per
1.
Januar 2014 zu bestimmen.
6
.3
Die Parteien stellten v
orliegend für die Bemessung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ab.
Da der Beschwerdeführer zunächst rund 16 Jahre für seine
n
vorletzte
n Arbeitgeber
tätig war und diese Stelle nur aufgrund de
ssen
Geschäftsaufgabe
verlor und er im Anschluss daran wiederum die Arbeit in einer Sägerei aufnahm, ist davon auszugehen, dass er ohne Unfallereignis überwiegend wahrscheinlich auch heute noch für die
B._
AG tätig wäre (vgl.
Urk.
11/105/4-5). Dass er erst während zwei Monaten für seine letzte Arbeitgeber
in
tätig war, spricht nicht gegen ein Abstellen auf den durch diesen der Unfallversicherung mitgeteilten Lohn.
Es besteht kein Anhaltspunkt dafür, dass ihm die Arbeitge
berin auch ohne Unfall gekündigt hätte.
Gemäss den Angaben seiner letzten Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2014 einen Stundenlohn von Fr. 25.35
bei einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit (100%-Pensum) von 45,5 Stunden
erzielt
(vgl.
Urk.
11/47/30)
.
Ferner teilte
die letzte Arbeitge
berin des Beschwerdeführers
dem Unfallversicherer mit, dass
sie
prozentual pro Monat eine Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie anteilig den 1
3.
Monatslohn ausbezahle (
Urk.
11/47/31). Gestützt auf diese Angaben ist mit dem
Unfallversicherer von einem Jahreseinkommen (Stand 2014) von
Fr.
64‘760.75
auszugehen (
Fr.
25.35 Stundenlohn
+
Fr.
3.7
5 [14,81
%
von
Fr.
25.35] + Fr.
2.11 [8,33
%
von Fr. 25.35] =
Fr.
31.21;
Fr.
31.21 x 2‘075 Stun
den [261 GAV-Arbeitstage - 33 Ferien- und Feiertage =
rund
2‘07
5
Stunden
])
.
Somit ergibt sich ein Valideneinkommen von
Fr.
64‘760.7
5.
6
.4
6
.4.1
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist mit der Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne der LSE (2012) abzustellen. Es ist von einem monatlichen Einkommen von männlichen Hilfskräften von
Fr.
5‘210.-- (
LSE 2012, TA1 Monatlicher Brut
tolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen,
Kompetenzni
veau
und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer, Total) aus
zugehen. Unter Be
rück
sichtigung der durchschnittlichen Ar
beits
zeit im Jahr 2014 von 41.7 Stun
den pro Woche (BFS, T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung in Stunden pro Woc
he, Total) sowie der Nominalloh
nentwicklung bis ins Jahr 2014 (Indexstand
2188
[2012] auf
2220
[2014], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39: Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % ein Jahres
einkommen von
Fr.
4
6‘
291.20
(Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2
188
x 2
220
x
0.7
).
6
.4.2
Dass die Beschwerdegegnerin keinen Leidensabzug gewährte ist nicht zu bean
standen. Die Leistungseinschränkungen sowie das vermehrte Pausenbedürfnis
des Beschwerdeführers
sind bereits bei der gutachterlichen
Reduktion
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf ein Teilpensum von 70
%
voll abgegolten
.
Der Umstand allein, dass bei ganztägigem Einsatz eine leistungsmässig reduzierte Arbeitsfähigkeit im Umfang eines Teilzeitpensums von 70 % vorliegt, rechtfer
tigt grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 und
8C_7/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 9.2, in: SVR 2014 IV Nr. 37 S. 130
,
je
mit Hinweis
en
).
Bei Wiedererlangung der Restar
beitsfähigkeit
war der Beschwerdeführer
erst
rund 5
1,5 Jahre alt
. Selbst ein fortgeschrittenes Alter führt
jedoch
nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Kompetenzniveau 1 nach LSE 2012 sogar eher lohnerhöhend auswirkt.
Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände d
es Einzelfalles zu prüfen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche fak
tisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberück
sichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014
E. 7.3). Vorliegend ist ein entsprechender Abzug aufgrund des Alters nicht gerechtfertigt.
Der Beschwerdeführer war während viele
r
Jahre in einer Sägerei als
Betriebsmitarbeiter mit diversen Aufgaben, d.h.
Allrounder
,
tätig (
Einzelun
ternehmung
A._
Sägerei: Bedienung des Vollgatters als Hilfssäger, Schärfen der Gatterblätter und Kettensägen, Mitarbeit an der Kreissägeanlage, Organisation und Bereitstellung der Kundenaufträge, alle Arbeiten auf dem Sägeplatz, Mitarbeit bei Reparatur und Unterhalt der Anlagen;
B._
AG:
Sägereimitarbeiter
für diverse anfallende Arbeiten)
, wobei er
über keine Qualifikation als Facharbeiter
verfügt und
keine Führungserfahrung oder Spezialkenntnisse
besitzt
. Eine Integration in den Arbeitsmarkt erscheint
deswe
gen
nicht erschwert. Gemäss den gutachterlichen Feststellungen seien nur noch Tätigkeiten möglich, die mit der rechten Hand/Arm ausgeführt werden können, die linke Hand könne nur noch als Hilfshand und ohne Heben und Tragen ein
gesetzt werden, das Hantieren mit schlagenden, stossenden und vibrierenden Maschinen links sei nicht zumutbar,
der
fein- oder grobmotorische Einsatz der linken Hand sei nicht zumutbar, die linke Hand könne als Hilfshand mit Zuschieben, aber nicht zuhalten/zugreifen verwendet werden, Tätigkeiten auf Gerüsten und Leitern seien nicht zumutbar (
Urk.
11/84/26). Der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 enthält eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten, welche diesem Profil entsprechen
, so dass auch aufgrund der qua
litativen Leistungseinschränkung kein Abzug angezeigt erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4)
.
Weitere Anhalts
punkte, dass der Beschwerdeführer seine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann, liegen nicht vor. Damit ist ein Leidensabzug nicht gerechtfer
tigt.
6
.4.3
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 64‘760.75 mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr. 46‘
291.20
ergibt eine Einkommensdifferenz von Fr. 18‘390.85 und
führt
da
mit zu einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad
von
ge
rund
et
2
9
%
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2)
, was per 1. April 2014 (vgl. E. 1.3) die Aufhebung des Rentenanspruchs zur Folge hat.
7.
Die Beschwerde erweist sich somit im Ergebnis als
unbegründet und ist abzuwei
sen
, soweit
darauf einzutreten ist.
8.
8.1
Nach
Gese
tz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die
unengeltliche
Rechtsvertretung ist anwaltlichen Vertretern vorbehalten.
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten, wobei die Einkommens- wie die Vermögensverhältnisse beider Ehe
gatten zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5.
Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich obliegt es der
gesuch
stellenden
Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzustellen und soweit wie möglich auch zu belegen (BGE120
Ia
179 E. 3a).
Eine Person,
die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein
kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
in Verbindung mit Art. 119 Abs. 2 Satz 1 der Zivilprozessord
nung). Im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege gilt ein durch die umfassende Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter
Untersuchungs
grundsatz
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 4A_274/2016 vom 19.
Oktober 2016 E. 2.3).
8.2
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom
3.
Januar 2017 um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2).
Mangels anwaltlicher Ver
tretung steht vorliegend jedoch einzig die unentgeltliche Prozessführung in Frage.
Mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2017 wurde der Beschwerdeführer aus
drücklich aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit vollständig ausgefüllt und unter Beilage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation (wie Lohnausweise, Bankauszüge, Mietverträge,
Versicherungsver
träge
, Rechnungen, Quittungen, Steuererklärungen, etc.) dem Gericht einzu
reichen, unter der Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur
finanziellen Situation davon ausge
gangen wird, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht (Urk. 5). Der Beschwerdeführer reichte am
5.
Februar 2017
das Formular ein (Urk.
7); als Vermögen gab er einen Betrag von Fr. 2‘500.-- in Form eines VW Golf an. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Steuerschlussrechnung für die Staats- und Gemeindesteuern 2015 vom
9.
Juni 2016 zu entnehmen ist, dass das Ehepaar ein Vermögen von Fr. 87‘000.-- zu versteuern hatte (Urk. 8/8). Vor diesem Hintergrund erscheinen die vom Beschwerdeführer gemachten Angaben
zum Vermögen – zumindest was die Situation der Eheleute betr
ifft – als unvollständig (Urk.
7), so dass dem entsprechenden Gesuch, in Anbetracht des gerichtsüblichen Freibetrags von Fr. 20‘000.-- für verheiratete Personen man
gels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht stattgegeben werden kann (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_173/2016 vom 1
7.
Mai 2016 E. 5).
8.3
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind die Kosten des Verfahrens auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.