# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 900d2c72-ee7a-5670-b844-6fc6ffd99cf4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
meldete sich am 21. Januar 2012 unter Hin
weis auf eine rezidivierende depressive Phase und eine kombinierte
Persönlich
keitsstörung
, bestehend seit dem 10. Oktober 2011, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2).
Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, liess daraufhin einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Auszug, Urk. 6/10),
nahm einen Arbeitgeberfragebogen (Urk. 6/
13)
,
das von
der BVK
Personalvor
sorge
des Kantons Zürich
(BVK)
eingeholte vertrauensärztliche
psychiatrische
Gutachten vom 7. März 2012 (Urk. 6/15)
,
Berichte
und Zeugnisse
der behan
delnden Ärzte (Urk. 6/
19, Urk. 6/
21, Urk. 6/27, Urk. 6/29, Urk. 6/33)
sowie berufliche Unterlagen (Urk. 6/22)
zu den Akten. Am 25. Juli 2012 teilte sie der Versicherten nach einem Eingliederungsgespräch mit, Arbeitsvermittlung sei zurzeit nicht möglich (Urk. 6/35-36).
Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk. 6/41/3-4) stellte
sie ihr mit Vorbescheid vom 17.
September 2012 die
Verneinung des Anspruchs auf eine Rente in Aussicht
(Urk. 6/43).
Hiergegen erhob die Versicherte am 5. Oktober 2012 unter Beilage weiterer Unterlagen Einwand (Urk. 6/44-45, Urk. 6/47-49).
In der Folge holte die IV-Stelle eine weitere ärztliche Beurteilung (Urk. 6/52, Urk. 6/55) sowie RAD-Stellungnahmen (Urk. 6/56/1-3) ein.
Mit Vorbescheid vom 4. März 2013 stellte sie der Versicherten nun die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab 1. Oktober 2012 in Aussicht (Urk. 6/58).
Dagegen erhob die BVK am 25. März 2013 Einwand (Urk. 6/64). Die IV-Stelle liess einen aktuellen IK-Auszug erstel
len (Urk. 6/67) und legte den Einwand dem RAD vor (Urk. 6/68). Hernach sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 4. Juni 2013 mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 6/73; Verfügungsbegründung vgl. Urk. 6/69).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) erhob die BVK am 28. Juni 2013 Beschwerde und beantragte, in Abänderung der angefochtenen Verfügung seien der Versicherten die gesetzlichen Leistungen mit Wirkung ab 1. August 2012 zu
zusprechen.
Eventuell sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme ergänzender Abklärungen und
zur
anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Zusammen mit der Beschwerde reichte sie eine Ergänzung des von ihr eingeholten Gutachtens sowie die Anmeldung der Versicherten für die BVK ein (Urk. 3/2-3).
Mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2013 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei insofern teilweise gutzuheissen, als der Versicherten statt der
halben eine
Viertelsrente
zuzusprechen sei (Urk. 5).
Mit Gerichtsverfügung vom 27. August 2013 wurde die Versicherte zum Prozess beigeladen (Urk. 7).
Mit Eingabe vom
2.
Dezember 2013 beantragte sie die Abweisung der Beschwerde (Urk. 13).
Mit Replik vom 13. Januar 2014 beantragte die BVK neu, die gesetzli
chen Leistungen seien der Beigeladenen bereits mit Wirkung ab 1. Juli 2012 zu
zusprechen. Ihren Eventualantrag beliess sie unverändert (Urk. 16). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 24. Januar 2014 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 19).
Die Beigel
adene hielt mit Eingabe vom 28.
Februar 2014 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 22).
Mit Eingabe vom 3. März 2014 reicht
e
die Beigeladene ein weiteres Arztzeugnis ein (Urk. 24-25). Dies wurde der Beschwerdeführerin und der
Beschwerdegeg
nerin
am 4. März 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 26/1-2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psycho
-
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto
ausge
-
prägter
muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheits
-
wert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturel
len Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
fachmedi
zinischen
Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009
,
E. 2).
1
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1
.4
Die Wartezeit im Sinne Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröff
net, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005
,
E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Unter relevanter Arbeitsunfähig
keit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsaus
fälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umge
kehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Per
son tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (über
zeugenden) medizinischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012
,
E. 3.2
m.w.H
.).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die Beigeladene sei in einer angepassten Tätigkeit, welche ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld bei der
Y._
entspreche, zu 50
%
arbeitsfähig. Zum
Einwand der BVK hielt sie fest, die bereits frühere
Pensumsreduktion
von 100 auf 80
%
sei nicht wegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens erfolgt, sondern psychosoziale Faktoren hätten dabei eine Rolle gespielt (Urk. 2, Verfü
gungsteil 2).
In ihrer Beschwerdeantwort führte sie
mit näherer Begründung
aus,
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20
%
sei erstmals ab dem 10. Oktober 2011 ausgewiesen
gewesen
.
Dass die Beigeladene seit längerem in einem reduzierten Pensum von 80
%
gearbeitet habe, sei nicht auf eine gesund
heitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit zurückzuführen. Die Dispensation von der Nachtwache (
vgl.
Urk. 6/1
/8
) habe nur zu einer anderen Einteilung der Arbeits
zeit, nicht jedoch zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt (Urk. 5 S. 2).
Entsprechend sei es nicht korrekt gewesen, beim
Valideneinkommen
der Beigeladenen von einem 100%-Pensum auszugehen. Die Beigeladene sei als zu 80
%
Erwerbstä
tige ohne Aufgabenbereich zu qualifizieren, was einen Invaliditätsgrad von 40
%
ergebe, weshalb ihr eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zuzuspre
chen sei (Urk. 5 S. 3-4).
2
.2
Die Beschwerdeführerin führt hiergegen an, die Beigeladene habe aus gesundheit
lichen Gründen
nur
zu 80
%
gearbeitet, weshalb das Wartejahr bereits früher zu laufen begonnen habe (Urk. 1 S. 3).
Zur Begründung verw
eist
sie auf diverse Arztberichte (Urk. 1 S. 5-6). Weiter macht sie geltend, die ange
fochtene Verfügung sei insofern widersprüchlich, als die Beschwerdegegnerin von einer
Pensumsreduktion
aus freien Stücken ausgegangen sei, aber das
Vali
deneinkommen
dennoch auf der Basis eines 100%-Pensums bemessen habe.
Gegebenenfalls sei
en
die Statusfrage zu klären und eine Haushaltabklärung durchzuführen (Urk. 1 S. 7-8).
In ihrer Replik legt die Beschwerdeführerin erneut dar, weshalb davon auszuge
hen sei, die
Beigeladene
habe
spätestens seit Juli 2010
aus gesundheitlichen Gründen nur zu 80
%
gearbeitet (Urk. 16 S. 4-
7).
Entsprechend
beantragt
e
sie,
der Rentenbeginn
sei
auf den 1. Juli 2012 festzusetzen (Urk. 16 S. 8).
2
.3
Die Beigeladene
weist
darauf hin, dass sie bis zum 10. Oktober 2011 nie
krank geschrieben
worden sei, weshalb das Wartejahr per dann zu eröffnen sei
. Zwar leide sie schon seit einigen Jahren an Depressionen, doch sei ihre Arbeitsfähig
keit erst ab dem 10. Oktober 2011 eingeschränkt gewesen
.
Sie arbeite bereits seit 1997 zu 80
%
, jedoch nicht aufgrund einer echtzeitlich medizinisch ausge
wiesenen Arbeitsunfähigkeit (Urk. 13 S. 3-6).
Sie habe das Pensum
freiwillig
reduziert, um gesund zu bleiben, und nicht
wegen ihrer Krankheit
(Urk. 22 S. 4).
Auch sei unzutreffend, dass vor dem 10. Oktober 2011 bereits seit Jahren eine Nichteignung für Nacht- und Schichtarbeit bestanden habe. Nach den Dispen
sationen vom 25. April 200
0
und vom 2
2.
Februar 2002 sei erst am 7. März 2012 wieder festgehalten worden, Nachtarbeit, Pikettdienst und wechselnde Schichtdienste
seien ihr
nicht zumutbar (Urk. 22 S. 4-5).
3.
3.1
Dem Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 10. Dezember 2006 ist bezüglich der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen, dass diese immer wieder eingeschränkt zu werden drohe. Die Bei
geladene befinde sich weder privat noch beruflich in einer stabilen Situation (Urk. 6/19/5).
Am 6. September 2013 hielt
Dr.
Z._
fest, die Beigeladene habe sich vom 8. November 2006 bis am 1
2.
März 2007 bei ihr in Behandlung befunden und sie sei in dieser Zeitspanne zu 100
%
arbeitsfähig gewesen (Urk. 25).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, begut
achtete die Beigeladene am 28. Januar 2012 vertrauensärztlich, wobei
sie zusätzlich insbesondere bei anderen behandelnden Ärzten Auskünfte einholte (Urk. 6/15/1, Urk. 6/15/5-6). Sie gelangte zum Schluss, die Beigeladene sei seit dem 10. Oktober 2011 in vollem Umfang und seit dem 1. Februar 2012 noch im Umfang von 50
%
arbeitsunfähig. Sie habe ihr Arbeitspensum auf 80
%
beschränkt, da sie mehr Regenerationszeit benötigt habe (Urk. 6/15/6). Seit eini
gen Jahren sei es im Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Problemen zu immer länger dauernden depressiven Episoden gekommen, während welcher sie als sehr leist
ungsorientierte Person und dank
therapeutischer Unterstützung jeweils knapp arbeitsfähig geblieben sei, allerdings auf Kosten ihres Privatle
bens. Nachdem sie im Juli 2011 die antidepressive Medikation abgesetzt und Anfang September 2011 eine Stelle in der Klinik
B._
angetreten habe, sei es im Zusammenhang mit nächtlichem Pikettdienst erneut zu anhaltenden Schlaf
störungen sowie
zu
einer depressiven Symptomatik gekommen. Diesmal habe ihr die Kraft gefehlt, die Arbeit durchzuziehen. Anlässlich der
vertrauenspsychi
atrischen
Untersuchung habe noch ein knapp mittelschwerer depressiver Zustand bei einer rezidivierenden depressiven Störung bestanden. Anamnestisch bestehe zusätzlich eine kombinierte Persönlichkeitsstörung. Die emotionale Instabilität habe sich wohl im Verlaufe der letzten zwei Jahre gebessert, die Belastbarkeit sei jedoch noch durch eine hohe Anspannung und innere Unruhe beziehungsweise ein von der Arbeit Nicht-Abschalten-können reduziert
(Urk. 6/15/7). Als Pflegefachfrau in einer psychiatrischen Klinik
auf der Akut
abteilung mit Schichtdienst
sei sie infolge einer gewissen chronischen Depressi
vität mit depressiven Exazerbationen,
getriggert
einerseits
durch Störung des Tag-Nacht-Rhythmus, andererseits durch Konflikte am Arbeitsplatz, und
infolge
der rigiden Persönlichkeitsstruktur zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer angepass
ten Tätigkeit sei sie seit Anfang Februar 2012 zu 50
%
arbeitsfähig. Eine ange
passte Tätigkeit dürfe keinen Nach
t
dienst beziehungsweise nächtlichen
Pikett
dienst
und keinen Schichtdienst mit wechselnden Schichten beinhalten. Ferne
r
sollte der Arbeitsplatz nicht zu hektisch sein und sich durch flache Hierarchien auszeichnen beziehungsweise eine möglichst selbständige Tätigkeit ermögli
chen. Prognostisch sei das Arbeitspensum in einer solchen Tätigkeit auf 80
%
steigerbar
(Urk. 6/15/7-8).
Am 11. Mai 2012 führte
Dr.
A._
zuhanden der Beschwerdeführerin ergän
zend aus, die Persönlichkeitsstörung bestehe seit vielen Jahren und die depressive Störung circa
seit dem Jahr
2000. Diese beiden Leiden hätten vor Herbst 2011 nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt, hingegen zu einem ärztli
chen Dispens für Nachtdienst ab dem 25. April 2000 sowie seit einigen Jahren zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 80
%
. Die Reduktion des Pensums habe die Beigeladene von sich aus zum Wohle ihrer Gesundheit um
gesetzt.
Bei der im Oktober 2011 aufgetretenen depressiven Symptomatik
handle es sich um eine
schwerere Phase als alle vorangegangenen, weshalb es erstmals zu einer Arbeitsunfähigkeit gekommen sei
(Urk. 3/2).
3.
3
Dem Bericht des
C._
vom 10. März 2012 ist zu entnehmen, dass sich die Beigeladene seit Juni 2011 dort in Behandlung befinde. Sie leide an einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.1).
Weiter bestünden der Verdacht auf eine
Traumafolgestörung
sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge einer depressiven Persönlichkeit. Wegen dieser Diagnosen sei die Beigeladene ihres Wissens vor Herbst 2011 nie arbeitsunfähig gewesen.
Die Beigeladene
habe seit längerer Zeit versucht, ihre Neigung, sich bei der Arbeit zu viel zuzumuten, mit einem 80%-Einstellungsvertrag zu kompensieren (Urk. 6/19/2-3).
Im Bericht vom 1
2.
Oktober 2012 gaben die beteiligten Ärztinnen ebenfalls an, die Beigeladene habe ihr Pensum reduziert, um das Wiederauftretens-Risiko einer erneuten depressiven Phase zu verringern. Die Arbeitsfähigkeit betrage aktuell nach wie vor maximal 50
%
und in den nächsten Monaten sei keine
B
esserung zu erwarten (Urk. 6/47/1).
Am 5. Februar 2013 ergänzten sie, die von der Beigeladenen zu übernehmenden Abwesen
heitsvertretungen von 10 bis 20
% während maximal zwei bis drei Wochen führten
jeweils
zu einer Exazer
bation der Beschwerden. Das Risiko einer erneuten völligen Arbeitsunfähigkeit infolge einer stärkeren beruflichen Belastung sei als hoch einzuschätzen und sei unbedingt zu vermeiden (Urk. 6/55).
3.4
Die Hausärztin med.
pract
.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, gab in ihrem Bericht vom 10. Juni 2012 an, sie habe der Beigeladenen aus psychischen Gründ
en ab 10. Oktober 2011 eine 100
%
ige
und ab 1. Februar 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 6/27).
4.
4.1
4.1.1
Zu prüfen
ist vorerst, ob
die Beigeladene bereits vor Oktober 2011 in einem das Wartejahr auslösenden Ausmass (vgl. hierzu vorstehende E. 1.4) arbeitsunfähig war.
Echtzeitlich liegen für die Zeit vor Oktober 2011 die
Dispensationen von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
vom 25. April 2000 und vom 2
2.
Februar 2002 vor, gemäss welchen
die Beigeladene wegen massi
ver Umstellungsstörungen von Tag- und Nachtrhythmus von der Nachtwache zu dispensieren war. Das Leisten von Früh- und Spätdiensten wurde hingegen als problemlos angesehen (Urk. 6/1/8).
Durch diese Einschränkung der zumut
baren Arbeiten ist keine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausge
wiesen. Die Beigeladene arbeitete dadurch nicht weniger, sondern nur zu ande
ren Zeiten.
Diese qualitative Einschränkung kommt keiner Arbeitsunfähigkeit von
mindestens
20
%
gleich.
4.1.2
Weiter ist aus den Akten ersichtlich, dass
bei der Beigeladenen nach einer belaste
ten Kindheit bereits Jahre vor der Anmeldung bei der Invalidenversiche
rung eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden war (Urk. 6/19/6).
Nach eigenen Angaben
begab sie sich
schon
im Jahr 2000 bei
F._
in psycho
therapeutische Behandlung (Urk. 6/1/3, Urk. 6/2/5). Die Psychotherapeutin erwähnte gegenüber
Dr.
A._
eine Persönlichkeitsstörung sowie Depressi
onen und gab an, die Beigeladene habe immer gekämpft und sich nie
krank schreiben
lassen (Urk. 6/15/5-6).
Gemäss der vom 8. November 2006 bis am 1
2.
März 2007 insbesondere medikamentös behandelnden respektive überwei
senden Psychiaterin
Dr.
Z._
drohten immer wieder Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/19/
4-
5
)
,
d
ie Beigeladene
sei
jedoch
in dieser Zeitspanne zu 100
%
arbeitsfähig gewesen (Urk. 25).
Somit ist
auch in diesem Zeitraum
echtzeitlich keine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % ausgewiesen.
4.1.3
Zur Begründung einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit spätestens ab Juli 2010 führte die Beschwerdeführerin an, dass die Beigeladene
aus gesundheitlichen Gründen
nur zu 80
%
gearbeitet habe
(Urk. 1 S. 5, Urk. 16 S.
7).
Bei der ver
trauensärztlichen Begutachtung
durch
Dr.
A._
hatte die Beigeladene
offenbar angegeben, sie habe nicht
mehr als 80
%
gearbeitet, weil sie
vermehrt
Regenerationszeit benötig
t habe
(Urk. 6/15/3). Am 11. Mai 2012 führte
Dr.
A._
ergänzend aus, seit einigen Jahren bestehe eine
eingeschränkte
Arbeitsfä
higkeit
von
80
%
. Die Reduktion des Pensums habe die Beigeladene von sich aus zum Wohle ihrer Gesundheit
vorgenommen
(Urk. 3/2).
Gemäss dem Bericht des
C._
vom 1
2.
Oktober 2012 ist die Reduktion des Pensums als Bemühung der Beigeladenen zu sehen, das W
ieder
auftretens-
Risiko einer erneuten depressiven Phase zu verringern (Urk. 6/47/1).
Die Beigeladene äusserte sich im Beschwerdeverfahren dahingehend, dass sie das Arbeitspensum freiwillig reduziert habe,
um gesund zu bleiben
, und nicht, weil sie krank
gewesen sei.
Im Übrigen arbeite beinahe die Hälfte des Personals im Gesundheitsbereich in einem reduzierten Pensum
(Urk. 22 S. 4).
Die
tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung
ist nicht ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes (vgl. vorstehende
E. 1.4). Dies gilt umso mehr, als gar nicht effektiv versucht wurde, eine höhere Leistung zu erbringen beziehungsweise 100
%
zu arbeiten.
Dass das Pensum im weiteren Sinne aus gesundheitlichen Gründen reduziert wurde, bedeutet - selbst falls die Beigeladene sich selber für zu 20
%
arbeitsunfähig erachtet haben sollte - nicht, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfä
higkeit vorlag.
Auch die nachträgliche Stellungnahme von
Dr.
A._
, wonach die Beigeladene nur zu 80
%
arbeitsfähig gewesen sei (vgl. Urk. 3/2,
lit
. b)
,
überzeugt
vor diesem Hintergrund
mangels
detaillierter Angaben zu den Gründen der Arbeitsunfähigkeit nicht
. Dass bereits eine Persönlichkeits- sowie eine depressive Störung vorlagen, genügt
für sich allein
nicht, zumal die Beigeladene trotz dieser Leiden zeitweise zu 100
%
arbeitete (Urk. 22 S. 4
Ziff.
6, Urk. 6/
67/4)
und es nicht auf die Diagnosen, sondern auf deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit ankommt
.
Nach dem Gesagten bestand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erst ab dem 10. Oktober 2011 eine das Wartejahr auslösende Arbeitsunfähigkeit, weshalb
der Rentenanspruch ab
1. Oktober 2012
gegeben ist
.
4.2
Weiter sind sich die Parteien uneinig über die Rentenhöhe. Aus medizinischer Sicht ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
davon aus, die Beigeladene sei in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 1). Diese Annahme stimmt mit der medizinischen Aktenlage überein. Sowohl die vertrauensärztliche Gutachterin
Dr.
A._
als auch
die Ärztinnen des
C._
, die Hausärztin und der RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Anästhesiologie,
hielten die Bei
geladene für zu 50
%
arbeitsfähig, wobei
Dr.
A._
das zumutbare Profil ausformulierte
(vgl. vorstehende E. 3.2,
3.3 und 3.4 sowie Urk. 6/56/3).
4.3
Nachdem feststeht, dass
die Beigeladene vor Oktober 2011 zu 80
%
arbeitete, ohne dass sie sich in diesem Zeitraum als durch die Krankheit in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt erachtete (Urk.
22 S. 4
Ziff.
4), und nachdem sie auch vorbrachte, im Gesundheitsbereich würden viele Angestellte teilzeitlich arbeiten, ohne dass sie arbeitsunfähig seien (Urk. 22 S. 4
Ziff.
5), ist konsequenterweise davon auszugehen, dass die Beigeladene auch im Gesundheitsfall
- zumindest im Falle einer Anstellung im Gesundheitsbereich -
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu 80
%
erwerbstätig wäre.
Ihrer Angabe nach, dass sie vermehrt Regeneration benötige (Urk. 6/15/3), ist darauf zu schliessen, dass sie sich in den übrigen 20
%
erholen
würde, was einer Freizeitbeschäftigung entspricht
.
Dass neben der Erwerbstätigkeit ein Auf
gabenbereich besteht, ist aufgrund der Angaben der Beigeladenen zu den Grün
den für ihre Teilerwerbstätigkeit auszuschliessen.
Insbesondere lebt die Beigela
dene alleine und hat keine Kinder (Urk. 6/15/3
;
vgl.
auch
vorstehende E. 1.5).
Demnach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer teilzeitlichen Er
werbstätigkeit ohne Aufgabenbereich daneben auszugehen, weshalb die
allge
meine Methode des
Einkommensvergleichs anzuwenden ist.
5.
5.1
Im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit arbeitete die Beigeladene zu 80
% in der Klinik
B._
. Dabei erzielte sie ein monatliches Einkommen von Fr. 5‘204.30, wobei sie Anspruch auf einen 1
3.
Monatslohn hatte (Urk. 6/13/1-3).
Der Jahreslohn für das Jahr 2011 betrug somit
Fr.
67‘655.9
0.
Angepasst
an die Nominallohnentwicklung
(Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
[T1.
2
.
10
],
Gesundheits- und Sozialwesen
; 20
11
:
100.7
; 20
12
:
101.0
)
ergibt sich für das Jahr 2012 ein Einkommen von
Fr.
67‘857.45
(
Fr.
67‘655.90
:
100.7
x
101.0
).
5.2
Mit ihrer 50%igen Tätigkeit als Pflegefachfrau beim
Y._
schöpft die Beigeladene ihre Restarbeitsfähigkeit unbestrittenermas
sen
voll
aus, was auch von ärztlicher Seite bestätigt
wurde
(Urk. 6/55).
Damit erzielte sie im Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 40‘729.50 (Urk. 6/22/1).
5.3
Der Vergleich des Invalideneinkommens von
Fr. 40‘729.50
mit dem
Validenein
kommen
von
Fr.
67‘857.45
ergi
bt eine Erwerbseinbusse von Fr. 27‘127.95
, was einem Invaliditätsgrad von gerundet
40
%
entspricht. So
mit
hat die Beigeladene Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
. Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
6.
6.1
Gemäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr. 800
.-- als ange
messen.
Die Beigeladene unterliegt vollständig, die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin je teilweise. Die Kosten sind daher der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin zu je einem Viertel und der Beigeladenen zur Hälfte aufzuerlegen.
6.2
Die obsiegende
beschwerdeführende
Partei hat nach Massgabe von Art. 61
lit
. g ATSG und
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Im Verfahren der
Verwal
tungsgerichtsbeschwerde
darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtli
chen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine
Parteientschädi
gung
zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Bundes
gericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für die Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis). Der teilweise obsiegenden Beschwerdeführerin steht somit keine
Prozess
entschädigung
zu.