# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a4027af-8cc6-4ae8-b3f5-526f45bd8cad
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 19./27. August 2008 schlossen A. als Arbeitnehmer und die Y. AG als Arbeitgeberin einen Arbeitsvertrag ab, mit welchem A. ab dem 1. September 2008 als Feinmechaniker/Monteur in der Abteilung Montage angestellt wurde. Im Arbeitsvertrag wurde die Probezeit auf drei Monate festgesetzt und für die Zeit danach eine ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten vereinbart. Das Gehalt betrug Fr. 5'800.-- bei 100 Stellenprozenten zuzüglich 13. Monatsgehalt (pro rata temporis). Nach der Probezeit sollte der Lohn auf Fr. 6'000.-- bei 100 Stellenprozenten angehoben werden. Der Landesgesamtarbeitsvertrag (LGAV) für das Schweizerische Schlosser-, Metallbau-, Landmaschinen-, Schmiede- und Stahlbaugewerbe, Mitarbeiterhandbuch und „Sozialleistungen und Versicherungen“ bildeten integrierenden Bestandteil des Arbeitsvertrages.
B. Aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten fehlte A. während der Probezeit mehrere Tage am Arbeitsplatz. Ab dem 26. November 2008 musste er zudem einen Spitalaufenthalt mit anschliessender längerer Rekonvaleszenz antreten. Mit Schreiben vom 3. November 2008 bestätigte die Y. AG eine Verlängerung der Probezeit um einen Monat, voraussichtlich bis Mitte/Ende Februar 2009, welche in einem Gespräch mit C. am 30. Oktober 2008 beschlossen worden sei. Dieses Schreiben hat A. am 18. November 2008 erhalten, gelesen und zur Kenntnis genommen.
C. Mit schriftlicher Erklärung vom 9. März 2009 kündigte die Y. AG das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung einer siebentägigen Kündigungsfrist auf den 16. März 2009 (im Kündigungsschreiben ist irrtümlicherweise vom 16. Februar 2009 die Rede). A. hat dieses Schreiben am 9. März 2009 erhalten, gelesen und zur Kenntnis genommen. Am 18. März 2009 wandte er sich schriftlich an die Y. AG und verlangte, dass die dreimonatige Kündigungsfrist eingehalten werde, da er sich bei der Kündigung nicht mehr in der Probezeit befunden habe, die am 5. März 2009 abgelaufen sei. Gleichzeitig bot er ab sofort seine Arbeitskraft an. Mit Schreiben vom 25. März 2009 lehnte die Y. AG eine Änderung der Kündigung ab und hielt an ihrer Auffassung fest, dass A. am 9. März 2009 noch in der Probezeit gewesen sei. Dabei machte sie geltend, A. sei während der Probezeit an elf Tagen wegen Krankheit/Unfall abwesend gewesen. Nach dem Spitalaufenthalt und der Rekonvaleszenz habe er die Arbeit am 18. Februar 2009 wieder aufgenommen, wobei er bis zum 27. Februar 2009 nur zu 50% arbeitsfähig gewesen sei. Ab dem 1. März 2009 habe er wieder zu 100% gearbeitet, habe dann aber wieder zwei Tage gefehlt, weshalb sich die Probezeit bis zum 12. März
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2009 verlängert habe. Im Zeitpunkt der Kündigung vom 9. März 2009 sei er daher noch in der Probezeit gewesen.
D. A. machte daraufhin bei der X. Arbeitslosenkasse Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung geltend. Die X. Arbeitslosenkasse zahlte ihm ab dem 17. März 2009 Leistungen gestützt auf Art. 29 AVIG aus. Sie stellte sich im Weiteren auf den Standpunkt, die Kündigung sei nach Ablauf der Probezeit erfolgt, weshalb das Arbeitsverhältnis erst am 30. Juni 2009 geendet habe. Mit Schreiben vom 15. Juli 2009 zeigte sie der Y. AG die Subrogation allfälliger arbeitsvertraglicher Lohnansprüche während der ordentlichen Kündigungsfrist an und führte aus, der subrogierte Betrag für die Monate März bis Juni 2009 betrage Fr. 12'983.70. Dieser Betrag sei bei Anerkennung der Lohnzahlungspflicht während der ordentlichen Kündigungsfrist zu überweisen, ansonsten werde um eine erklärende Stellungnahme gebeten. Die Y. AG beharrte darauf, dass die Kündigung innerhalb der Probezeit erfolgt sei.
E. Mit Vermittlungsbegehren vom 16. Juli 2009 gelangte die X. Arbeitslosenkasse, vertreten durch B., an den Kreispräsidenten Klosters. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 21. Juni 2010 wurden die folgenden Rechtsbegehren deponiert:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 12'983.70 zuzüglich 5% Zins seit 17.03.2009 [zu bezahlen].
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“
Da die angestellten Vermittlungsversuche erfolglos blieben, wurde der Leitschein am 24. Juni 2010 mitgeteilt.
F. Mit Prozesseingabe vom 28. Juni 2010 prosequierte die X. Arbeitslosenkasse den Leitschein an das Bezirkgericht Prättigau/Davos. Das Rechtsbegehren blieb unverändert. In ihrer Prozessantwort vom 3. August 2010 beantragte die Y. AG die kostenfällige Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werden könne.
G. Am 4. August 2010 eröffnete der Bezirksgerichtspräsident der X. Arbeitslosenkasse die Möglichkeit zur Stellungnahme gemäss Art. 87 Abs. 2 . Daraufhin übermittelte die X. Arbeitslosenkasse dem Gericht am 20. August
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2010 eine Liste, aus der sich ergebe, wer von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern berechtigt sei, die X. Arbeitslosenversicherung vor Gericht zu vertreten.
H. Am 29. Oktober 2010 erliess der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die Beweisverfügung. Gemäss lit. A wurde auch die klägerische Beilage 10 (recte: 9; Beilage zur Stellungnahme gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO-GR vom 20. August 2010) als Beweismittel für erheblich erklärt. Mit Eingabe vom 4. November 2010 ersuchte der Vertreter der Y. AG den Bezirkgerichtspräsidenten Prättigau/Davos, auf seine Beweisverfügung zurückzukommen und die klägerische Urkunde 10 (recte: 9) aus den Beweismitteln zu streichen. Sofern diesem Ersuchen nicht stattgegeben werde, sei die Eingabe als Beschwerde gegen die Beweisverfügung an den Bezirkgerichtsausschuss Prättigau/Davos weiterzuleiten. Der Bezirksgerichtspräsident lehnte es in der Folge ab, auf seine Beweisverfügung vom 29. Oktober 2010 zurückzukommen, und leitete die Eingabe als Beschwerde gegen die Beweisverfügung an den Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos weiter. Mit Beschwerdeentscheid/Beiurteil vom 9. Dezember 2010, mitgeteilt am 27. Dezember 2010, wies der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/ Davos die Beschwerde der Y. AG gegen die Beweisverfügung vom 29. Oktober 2010 ab, soweit er darauf eintrat.
I. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos am 17. Februar 2011 nahm für die X. Arbeitslosenkasse B. teil. Die Y. AG war durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli, vertreten.
Mit Urteil vom 17. Februar 2011, mitgeteilt am 17. März 2011, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
„1. Die Klage der X. Arbeitslosenkasse, Zahlstelle D., gegen die Y. AG wird teilweise gutgeheissen und die Y. AG wird verpflichtet, der X. Arbeitslosenkasse, Zahlstelle D., Fr. 9'376.40 zuzüglich 5% Zins seit dem 17. März 2009 zu bezahlen.
2. Die Kosten des Kreisamtes Klosters in Höhe von Fr. 235.00 gehen zu Lasten der Kreiskasse Klosters. Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 - Schreibgebühren von Fr. 650.00
total somit von Fr. 2'650.00
gehen zu Lasten der Gerichtskasse (Art. 343 Abs. 2 alt OR in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 alt OR; Art. 114 lit. c ZPO).
3. Die Y. AG wird verpflichtet, der X. Arbeitslosenkasse, Zahlstelle D., eine Umtriebsentschädigung von pauschal Fr. 500.00 zu bezahlen.
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## Considerations