# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1166ae68-4838-40b6-86c0-6c7efc1e25e0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

Sachverhalt
A. Am 15. Dezember 2011 wurde der B._ mit Sitz in C._ (Gläubigerin), vertreten durch die D._ AG mit Sitz in E._ (heute A._ AG), durch das Konkursamt Imboden ein Verlustschein infolge Konkurs der F._ (Schuldnerin) in der Höhe von insgesamt CHF 1'551.15 betreffend «RG _; G._» ausgestellt (Konkurs Nr. H._).
B. Am 8. August 2022 stellte A._ AG gegen F._ ein Betreibungsbegehren für eine Forderung in der Höhe von CHF 1'551.15 betreffend «Rechnung Nr. _ sowie Verlustschein vom 15.12.2011 aus Zession: B._, C._», für eine Forderung in der Höhe von CHF 198.85 betreffend «Verzugsschaden gemäss Art. 103/106 OR», für eine Forderung in der Höhe von CHF 46.00 betreffend «Adress-/Domizilabklärungskosten» sowie für Betreibungskosten (Ausstellung des Zahlungsbefehls) in der Höhe von CHF 73.30.
C. Das Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur (nachfolgend: Betreibungsamt Plessur) stellte F._ am 15. August 2022 den Zahlungsbefehl vom 9. August 2022 zu (Betreibung Nr. I._). Die Betriebene erhob keinen Rechtsvorschlag.
D. Mit Fortsetzungsbegehren vom 5. September 2022 an das Betreibungsamt Plessur beantragte die A._ AG die Betreibung Nr. I._ in der Höhe von insgesamt CHF 1'869.30 fortzusetzen. Am 6. September 2022 wurde F._ der Vollzug der Pfändung an ihrer Wohnadresse per 12. September 2022 angekündigt.
E. Bereits am 8. September 2022 wurde die Pfändung vollzogen. Auf eine Einkommenspfändung wurde verzichtet.
F. Mit Schreiben vom 15. September 2022 teilte das Betreibungsamt Plessur der A._ AG mit, dass F._ lediglich über eine AHV-Rente und Ergänzungsleistungen in Höhe von insgesamt CHF 2'962.00 verfüge. Pfändbare Vermögenswerte besitze sie keine. Im Mai 2022 habe sich F._ ihr Pensionskassenguthaben in Höhe von CHF 13'450.90 als Kapital auszahlen lassen. Fälliges und ausbezahltes Sparguthaben aus der Pensionskasse sei beschränkt pfändbar und es könne längstens für die Dauer eines Jahres der das Existenzminimum übersteigende Betrag gepfändet werden. Da eine hypothetische Pensionskassenrente aufgrund des Alters der Schuldnerin und des tiefen Sparbetrages sehr klein ausfallen würde, gehe das Betreibungsamt Plessur davon
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aus, dass die Pfändungs- und Verwertungskosten bereits die Dividende übersteigen würden. Aus diesem Grund werde auf eine Einkommenspfändung betreffend die hypothetische Pensionskassenrente verzichtet. Ferner bemerkte das Betreibungsamt Plessur, dass in diesem Betreibungsverfahren Kosten in der Höhe von CHF 144.20 entstanden seien, die es nicht auf die Forderung aus dem Konkursverlustschein aufrechnen könne. In einem allfälligen künftigen Betreibungsverfahren aufgrund des Konkursverlustscheines könnten diese Kosten ebenfalls betrieben werden. Ein Pfändungsverlustschein werde nicht ausgestellt.
G. Dagegen erhob die A._ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 26. September 2022 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei die Verfügung des Betreibungs- und Konkursamtes der Region Plessur vom 15. September 2022 aufzuheben und das Betreibungs- und Konkursamt im Sinne der Erwägungen anzuweisen, in der Betreibung Nr. I._ einen Pfändungsverlustschein für den Betrag von CHF 144.20 auszustellen.
Eventualiter: Das Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur sei anzuweisen, die Kosten auf dem Konkursverlustschein vom 15. Dezember 2011 zu vermerken.
Subeventualiter: Die Verfügung vom 15. September 2022 sei im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an das Betreibungs- und Konkursamt der Region Plessur zurückzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats.
H. Mit Stellungnahme vom 6. Oktober 2022 beantragte das Betreibungsamt Plessur, was folgt:
1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Eventualiter ist das Betreibungsamt Plessur anzuweisen der Schuldnerin ebenfalls eine Verlustbescheinigung zuzustellen.
3. Subeventualiter ist diese Gesetzeslücke durch das Kantonsgericht von Graubünden, als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons Graubündens zu schliessen. Das Betreibungsverfahren wäre somit an das Betreibungsamt Plessur zurückzuweisen und im Sinne des Entscheides des Kantonsgerichts von Graubünden zu bereinigen.
I. Die Beschwerdeführerin replizierte mit Stellungnahme vom 11. Oktober 2022 sowie mit einem Nachtrag vom 12. Oktober 2022.
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J. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtschriften sowie auf die Verfahrensakten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.1 Mit Ausnahme der Fälle, in denen das SchKG den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG). Die betreibungsrechtliche Beschwerde stellt ein spezifisch zwangsvollstreckungsrechtliches Institut verwaltungsrechtlicher Natur dar, bei welcher es sich nicht um eine gerichtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 1 lit. c ZPO handelt (BGer 5A_471/2013 v. 17.3.2014 E. 2.1). Im Kontext von Betreibungshandlungen kann sich der Beschwerdeführer auf jede Verletzung der Bestimmungen über deren Vollzug berufen.
1.2. Im Kanton Graubünden ist das Kantonsgericht gemäss Art. 13 Abs. 1 und 2 SchKG i.V.m. Art. 13 EGzSchKG (BR 220.000) einzige Aufsichtsbehörde der Betreibungs- und Konkursämter. Die Zuständigkeit innerhalb des Kantonsgerichts liegt bei der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer (Art. 8 Abs. 1 KGV [BR 173.100]). Gestützt auf Art. 17 Abs. 4 EGzSchKG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO ergeht dieser Entscheid in einzelrichterlicher Kompetenz, da der Streitwert die Grenze von CHF 5'000.00 nicht überschreitet.
1.3. Für das Verfahren vor der kantonalen Aufsichtsbehörde stellt Art. 20a Abs. 2 Ziff. 1 bis 5 SchKG minimale Verfahrensvorschriften auf (Flavio Cometta/Urs Möckli, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 3. Aufl., Basel 2021, N 4 zu Art. 20a SchKG). Das Verfahren ist kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 Satz 1 SchKG). Im Übrigen richtet sich das Verfahren nach dem EGzSchKG und subsidiär nach der ZPO und dem EGzZPO (BR 320.100).
1.4. Anfechtungsobjekt der betreibungsrechtlichen Beschwerde sind Verfügungen eines Vollstreckungsorgans, wie des Betreibungsamts Plessur (statt vieler BGer 5A_1035/2015 v. 26.5.2016 E. 3.2). Unter einer Verfügung gemäss Art. 17 SchKG ist eine bestimmte behördliche Handlung in einem konkreten zwangsvollstreckungsrechtlichen Verfahren zu verstehen, die in Ausübung amtlicher Funktion ergeht. Die Verfügung muss die fragliche Zwangsvollstreckung in rechtlicher Hinsicht beeinflussen. Sie zeitigt Aussenwirkungen und muss
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## Considerations