# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9377dab-2292-44bd-9859-eb81e3b80de5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1969, Mutter zweier Kinder (geboren 1993, 2001), reiste am 2
6.
August 1992 in die Schweiz ein
, verfügt über keine in der Schweiz anerkannte Ausbildung
und war zuletzt von Juni 1995 bis am
1.
Januar 2011 bei der A._
AG
als Arbeiterin am Handpackband angestellt
(Urk.
12/120/36,
Urk.
12/120/39)
. Im April 2011 meldete sich die Versicherte un
ter Hinweis auf eine Brustkrebserkrankung erstmals bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Hilfsmittelbezug an (
Urk.
12/3), worauf die
se
ihr am 2
0.
April 2011 Kostengutsprache für eine Perücke (
Urk.
12/7) und am 1
3.
Dezember
20
12 für eine Brustprothese (Urk.
12/46)
erteilte
.
Im Juni
2017
meldete sich
X._
unter Verweis auf
den
im Februar 2011 diagnostizierten Brustkrebs bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Integra
tion/Ren
te) an (
Urk.
12/13). Die IV-Stelle prüfte
und verneinte einen Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
12/21)
, tätigte erwerbliche (Urk.
12/17 [Auszug aus dem individuellen Konto],
Urk.
12/29 [Arbeitgeberbericht]) und medizinische Abklärungen (
Urk.
12/18 [Akten des Krankentaggeldversicherers],
Urk.
12/19,
Urk.
12/32,
Urk.
12/35,
Urk.
12/45,
Urk.
12/69 [Berichte der behan
delnden Ärzte]), liess die Versicherte psychiatrisch begutachten (Gutachten von
Dr. B._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom
3.
Februar 2013 [
Urk.
12/47]) und klärte die Verhältnisse vor Ort ab (Berichte zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
0.
Juni
2013 [
Urk.
12/48], 3.
September 2014 [
Urk.
12/77]
und
2
1.
Juli 2014 [
Urk.
12/79]). Mit Verfügungen vom 1
0.
Oktober und
3.
November 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 58
%
mit Wirkung ab 1. Januar 2012 eine unbefristete halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 12/83-85).
1.2
Mit Schreiben vom 2
7.
Oktober
2015 ersuchte
Dr.
C._
, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
bei der IV-Stelle für die Ver
sicherte
um
Zusprache
einer
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
12/90). Die IV
Stelle liess in der Folge die Verhältnisse
vor Ort abklären (Abklärungsbericht für
Hilf
losen
ent
schädigung
für Erwachsene vom 1
1.
Februar 2016 [
Urk.
12/94]) und verneinte mit Verfügung vom
5.
April. 2016 einen Anspruch auf
Hilflosenent
schädigung
(
Urk.
12/96).
Eine
Kostengutsprache für Fusseinlagen verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
5.
Juli 2016 (
Urk.
12/106
).
1.3
Im Rahmen eines ordentlichen Revisionsverfahrens zog die IV-Stelle einen
Aus
zug
aus dem individuellen Konto (
Urk.
12/112
)
bei, holte einen Bericht bei Dr.
C._
ein (
Urk.
12/113) und liess bei
Dr.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
E._
, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere
Medizin, ein
bidisziplinäres
Gutachten er
stellen (Gutachten vom 1
8.
Januar 2017 [
Urk.
12/120-122]). Am
2.
März 2017
auferlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Mitwirkungspflicht (Durchführung einer multimodalen Schmerztherapie und Stärkung der Selbstwirksamkeitserwar
tung in der Psychotherapie [
Urk.
12/125]). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vor
bescheid vom
2.
März 2017 [Urk.
12/126], Einwand vom 1
5.
März 2017 [
Urk.
12/127], begründeter Einwand vom
5.
Mai 2017 [
Urk.
12/139]) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2017 die bisherige halbe IV-Rente mit Wirkung per 3
0.
Juni 2017 auf
und entzog einer dagegen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(
Urk.
12/143 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
2
2.
Juni
2017 Beschwerde (Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen, eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zu weiteren Sachverhaltsabklärungen zurückzuweisen. In prozessua
ler Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der un
entgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Mit Eingabe vom 2
6.
Juli 2017 reichte die Beschwer
deführerin Unterlagen zur Substantiierung ihrer Bedürftigkeit ein (
Urk.
9-10). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
August 2017 beantragte die Be
schwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 2
8.
Aug
ust 2017 mitgeteilt wurde (Urk.
13). Am
1.
Feb
ruar 2018 (
Urk.
16) reichte die Beschwerdeführerin einen medizinischen Bericht zu den Akten (
Urk.
17), was der Beschwerdegegnerin
am 1
5.
Februar
2018
zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
18).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.1.2
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Inva
liditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Ren
tenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
täts
grad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeit
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung be
standen hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 105 V 29).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem Einzel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
ab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
ge
hend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April
2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samt
haft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März
2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6;
vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.2.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht
wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.2.5
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach
-
)ärztlicherseits
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und sozio
kulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert
vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfas
sen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Be
lastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psy
chische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Ge
sundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
es sei seit der
Rentenzusprache
zu einer
starken Verbesserung des psychischen Gesundheitszu
stands
gekommen
. Die
aktuellen
gesundheitlichen Einschränkungen beruhten
auf
psychosozialen Faktoren, welche durch die Invalidenversicherung nicht versi
chert seien. Die noch verbleibende chronische Schmerzstörung sei bisher unbe
handelt. Es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr vor
, weshalb kein Anspruch auf eine IV-Rente
mehr bestehe
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, der Gesundheitszustand habe sich nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert, da mittlerweile von einer
chronifizierten
rezidivierenden mittelgradigen Depression ausgegangen werden müsse. Die Beschwerdegegnerin habe es im Rahmen des Revisionsverfahrens zu Unrecht unterlassen, Abklärungen im Haushalt zu tätigen (
Urk.
1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert hat
und
kein Rentenanspruch mehr besteht.
3.
3.1
Zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
mit den Verfügungen vom 1
0.
Oktober 2014
und
3.
November 2014
(Urk.
12/83-85
)
präsentierte sich die medizinische Akten
lage wie folgt:
3.1.1
Dr.
F._
, FMH Allgemeine Innere Medizin und medizinische Onkologie, hielt mit Bericht vom
5.
Dezember 2011 zu Händen der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
12/32) folgende Diagnosen fest (
Urk.
12/32/6):
-
unverändert, invasiv
ductales
Mamma-Karzinom rechts, schlecht diffe
renziert, Triple-negativ seit Januar 2011
-
depressives Zustandsbild seit März 2011
Dr.
F._
hielt zudem fest, seit dem letzten Bericht vom 1
2.
Juli
2011 sei die eigentliche Chemotherapie
beendet
. Die physischen Nebenwirkungen seien spä
testens einen Monat später ab circa 2
0.
Oktober
2011 abgeschlossen gewesen. Übrig geblieben sei das schwere depressive Zustandsbild mit Apathie
und
rascher Ermüdbarkeit, jedoch ohne eigentliche objektiverweise fassbare Einschränkun
gen. Die Beschwerdeführerin sei seit
dem 2
8.
Januar 2011 zu 100
% arbeitsunfä
hig, wobei ab
1.
Dezember 2011 die Arbeitsunfähigkeit in erster Linie durch die Depression bedingt sei und nicht durch die direkten Folgen der Chemotherapie (
Urk.
12/32/7).
3.1.2
Im psychiatrischen Gutachten vom
3.
Februar 2013 führte
Dr.
B._
(
Urk.
12/47)
folgende
Diagnosen auf
(Urk.
12/47/9
):
-
rezidivierende depressive Störung, heute
chronifizierte
schwere Depres
sion (ICD-10 F32)
-
Mamma-Karzinom
Der psychiatrische Konsiliarius hielt zudem fest,
1995 sei die Beschwerdeführerin erstmals wegen eines depressiven Zustands psychiatrisch behandelt worden. Schwerer depressiv sei sie wieder 1999 nach der Trennung ihrer Eltern und dem Tode der Mutter wegen Brustkrebs
geworden
. Zu einer weiteren depressiven Exazer
bation sei es 2004 gekommen, als der Ehemann seine Arbeitsstelle verloren habe, die Eheschwierigkeiten zugenommen hätten und sie sich damals im Oktober
von ihm
getrennt habe. Die psychischen Belastungen hätten in der Folge weiter zugenommen. Die Beschwerdeführerin habe sich durch die Alleinerziehung ihrer Töchter subjektiv überfordert gefühlt. Sie sei vom Sozialamt unterstützt worden und habe Schamgefühle gehabt. 2005 sei ein generalisiertes Schmerzsyndrom diagnostiziert worden. 2009 habe sich erneut ein schwerer depressiver Zustand ein
gestellt, weil sich die Beschwerdeführerin im Alltag überfordert gefühlt habe. A
n
fangs 2011 sei ein Mamma-Karzinom rechts mit einer schlecht differenzierten Histologie und einer unsicheren Prognose diagnostiziert worden. Dies habe bei der Beschwerdeführerin einen schweren depressiven Zustand ausgelöst, der sich bis heute festgesetzt und sich angesichts der ungünstigen neuen Befunde und der Notwendigkeit einer erneuten Brustoperation noch verschlimmert habe. Der be
handelnde Onkologe habe seinerseits stets von einem schweren depressiven Zu
standsbild gesprochen. Der psychotherapeutisch behandelnde
Dr.
med.
O._
,
FMH
Allgemeine Innere Medizin,
habe in seinem Bericht vom Mai 2012 zwar die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode gestellt, habe aber mehrfache depressive Störungen und psychosomatische Beschwerden wie bei ei
ner schweren Depression aufgezählt und denn auch eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Es sei anzunehmen, dass sich der depressive Zustand inzwischen noch verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin sei niedergeschlagen, nach einem Leben mit dauerndem Kampf heute hoffnungslos und sehr apathisch. Sie habe einen Energiemangel, sodass sie meistens liegen bleibe, kaum ausser Haus gehe und die täglichen Verrichtungen höchstens für ganz kurze Zeit leiste. Sie sei des
halb für eine Erwerbstätigkeit voll arbeitsunfähig und brauche auch im Haushalt viel Unterstützung. Die übermässige Gewissenhaftigkeit und die gesundheitlichen Ängste verursachten vielfache psychovegetative Stresssymptome wie Muskelblo
ckaden, Rücken- und Kopfschmerzen, Esszwang und Gewichtszunahme, bren
nende Missempfindungen, Schlafstörungen, Vergesslichkeit und Konzentrations
störungen. Der klinische Eindruck sei ebenfalls derjenige eines schwer depressi
ven Zustandes. Die Beschwerdeführerin imponiere als absolut freudlos, affektiv erstarrt und sehr apathisch (
Urk.
12/47/10-11). Sie sei seit Januar 2011 bis heute von ärztlicher Seite zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Die Gründe seien zuerst somatisch-medizinisch, bald aber auch psychopathologisch geartet gewesen. Diese Einschätzung könne aufgrund der aktuellen Untersuchung an
hand der Diagnose einer bis heute
chronifizierten
Depression, einer psychischen Störung mit Krankheitswert in einem schweren Krankheitsgrad, bestätigt werden. Die volle Arbeitsunfähigkeit gelte für die angestammte Tätigkeit als Fabrikar
beiterin und generell, es bestehe allgemein gar keine psychische Belastbarkeit für konstante Tätigkeiten mehr. Die Prognose sei für lange Zeit ungünstig
,
einerseits
angesichts der lebenslangen depressiven Störungen und emotionalen Belas
tun
gen, andererseits wegen der u
ngewissen onkologischen Prognose. Die Beschwer
deführerin sei aufgrund ihrer
alexithymen
Persönlichkeitsmerkmale für eine kausa
le Psychotherapie wenig zugänglich. Die medikamentösen Optionen seien aus
geschöpft worden (
Urk.
12/47/11).
3.2
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 2
2.
Mai 2017 (Urk. 2) präsentierte sich die me
dizinische Aktenlage wie folgt:
3.2.1
Dem
bidiszplinären
Gutachten der
Dres
.
E._
und
D._
vom 1
8.
Janu
ar
2017 (
Urk.
12/120-122) sind folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
12/121):
-
sonstige rezidivierende depressive Störung,
chronifiziert
(ICD-10 F33.8)
-
keine rheumatologische Diagnose
Zur Arbeitsfähigkeit aus
bidisziplinärer
Sicht hielten die Gutachter fest, die Be
schwerdeführerin könne sämtliche Tätigkeiten ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten. Aufgrund der mittelgradigen depressiven Stö
rung liege gemäss den SIM-Empfehlungen eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vor. Davon seien die IV-fremden Anteile abzuziehen. Aus medizinisch-gutachterlicher Sicht dominierten soziokulturelle und psychosoziale Belastungsfaktoren das psy
chopathologische Bild. Die Verbesserung der Depression sei medizinisch-theore
tisch zum Zeitpun
kt des Berichts des Psychologen
G._
vom
3.
Oktober
2016 anzunehmen (
Urk.
12/
121).
Dr.
D._
hielt im psychiatrischen Teilgutachten vom 1
3.
Januar
2017 (
Urk.
12/120)
als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chro
nische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Befunden (ICD-10 F45.41), Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD
10 Z56), Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59) und Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (Sprachschwierigkeiten, ICD
10 Z60.3 [
Urk.
12/120/56])
fest
.
Der Gutachter
führte zudem aus,
der behandelnde Psychologe
G._
sei mit Bericht vom
3.
Oktober 2016 zum Schluss gekommen, die Beschwerdeführe
rin leide an einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Beschwer
den (ICD-10 F32.1), er habe eine Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit im Umfang von 30
%
angegeben (
Urk.
12/120/52).
Angesichts des
berichteten Psychostatus sei die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung nachvollziehbar. Da die Depression jedoch bereits über zwei Jahre anhalte, sei gemäss der ICD-10 Klassifikation die Kategorie einer rezidivierenden Depression anzuwenden. Im Bericht werde nicht auf die chronische Schmerz
störung einge
gangen. Die ausgesprochene Arbeitsunfähigkeit entspreche nicht den SIM
Empfehlungen und hätte diesbezüglich 50
%
zu betragen (
Urk.
12/120/53). Aus gutachterlicher Sicht hätten beim Untersuch ein
e Schmerzverar
bei
tungs
störung mit ausgeprägter
fear
avoidance
und eine Depression mit Antriebs
stö
rung, Lust
losigkeit und Traurigkeit über ihre Biografie im Mittelpunkt der Beschwer
den ge
standen. Für das Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit psy
chi
schen und somatischen Faktoren gemäss ICD-10 F 45.41 sprächen die Fixierung der Beschwerdeführerin auf ein somatisches Krankheitsgeschehen, das Auftreten der chronischen Schmerzen unter massiven emotionalen und psycho
sozialen Belas
tungsfaktore
n
sowie die Intensivierung der subjektiven Schmerz
wahr
nehmung unter diesen Faktoren. Der hohe Schmerzlevel, sowie die geringe Wirksamkeit therapeutischer Massnahmen
würden
diese Diagnose
zudem stützen
. Insgesamt seien damit die Kriterien gemäss ICD-10 F45.41 erfüllt
.
Das Störungsbild sei un
behandelt. Zudem best
ünden
zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren,
die das Störungsbild begleiteten
, wenn nicht sogar unter
stütz
t
en (Probleme in Ver
bindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit [ICD
10 Z56], Probleme in Ver
bindung mit ökonomischen Verhältnissen [Abhän
gig
keit vom Sozi
alamt; ICD-10 Z59], Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung [Sprachschwierigkeiten; ICD-10 Z60.3],
Urk.
12/120/54). Bezüg
lich der affektiven Störung könne das Vor
liegen einer sonstigen rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem Syndrom (
chronifiziert
; ICD-10 F33.8) bestätigt werden. Diese sei ätiologisch einerseits reaktiv durch die chronischen Schmerzen, jedoch vor allem durch die geschilderte soziokulturelle Problematik (entehrte Frau, da von musli
mischem Ehemann geschieden; Trauer über die eigene Biografie) und die psycho
sozialen Probleme begründet. Denke man sich jene psychosozialen Faktoren weg, dann sei mit hoher Wahr
schein
lich
keit nicht davon auszugehen, dass das psy
chopathologische Bild in jener Form bestände. Aufgrund der mittelgradigen de
pressiven Störung liege gemäss den SIM-Empfehlungen eine 50%ige Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter und in adaptierter Tätigkeit vor. Die Minderung der Arbeits
fähig
keit werde begründet
durch die reduzierte Belast
barkeit und Durchhalte
fähig
keit der Beschwerdeführerin sowie mit der Störung einher
gehen
den neuro-ko
gnitiven Defizi
ten. Aus medizinisch gutachterlicher Sicht dominier
ten sozio
kulturelle und psychosoziale Belastungsfaktoren das psy
cho
patho
lo
gische Bild (
Urk.
12/120/55).
Dem internistisch-rheumatologischen
Teilgutachten von
Dr.
E._
vom 18.
Janu
ar 2017 (
Urk.
12/122) kann entnommen werden, die Beschwerdeführerin
klage
über dauernde Schmerzen im ganzen Körper und Kraftlosigkeit. Sie könne deshalb ihren Haushalt nicht besorgen und keine Einkäufe tragen. In der klini
schen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Die Untersuchung werde durch ihre Gegenspannung erschwert. Es bestehe ein deutliches Übergewicht (BMI 29.1 kg/m
2
). Der normale Gang sei unauffällig wie auch der Zehen-
und Fersen
gang. Die Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
könne wegen Gegenspan
nung nicht geprüft werden. Beim Drehen auf der Untersuchungsliege von der Rücken- in die Bauchlage zeige sie eine normale
Reklination
der
LWS
.
Die
Brust
wirbelsäule (
BWS
)
sei normal beweglich. Bei der direkten Prüfung der Beweglich
keit der H
alswirbelsäule (H
WS
)
zeig
t
e
n
sie deutliche Einschränkungen. Bei Ablen
kung habe sie die HWS normal bewegt.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhan
den. Der
Lasègue
sei beidseits normal. Alle grossen peripheren Gelenke
seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht
vorhanden. Der
Jobe
-Test der
Rotatorenmanschette
sei beidseits normal. Die
Im
pinge
ment-Zeichen
des Neer-Tests seien bei ausgedehnten chronischen Schmer
zen nicht verwertbar wegen mangelnder Spezifität. Dasselbe gelte auch für die
Gaenslen
-Zeichen an den Händen und Füssen sowie die übrigen Druck
tests. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender-Points pathologisch sowie auch alle acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Be
fund im Sinne einer Schmerzausweitung, Die Bioimpedanz-Analyse zeige trotz des Übergewichts eine Muskelmasse von 40
%
, welche dem Normwert von 40
%
genau entspreche. Eine lang andauernde körperliche Schonung, wie
die
Be
schwerdeführerin berichte, könne daraus nicht abgeleitet werden. Die MRI
Unter
suchungen beider Mammae (März 2016) hätten weiterhin normale postoperative Befunde ergeben. Die MRI-Untersuchungen der BWS und der LWS mit den beiden
Iliosakralgelenken
(Mai 2015) hätten altersentsprechende Befunde ge
zeigt. In Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde stell
t
e die Gutachte
rin keine Diagnose im Bereich der Wirbelsäule (Urk. 12/122/65). Zusammenfas
send be
stün
den bei der Beschwerdeführerin keine strukturellen Befunde, die ihre Leistungsfähigkeit einschränkten. Sie könne daher sämtliche Tätigkeiten unein
geschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten. Sie habe nicht über besondere Handbeschwerden geklagt. Ihr Handeinsatz sei bei die
ser Untersuchung beidseits normal gewesen. Sie lenke regelmässig
auf kurzen Strecken
ein Auto
.
Dafür sei eine normale Funktion der HWS und beider Hände notwendig. Diskrepant dazu sei gewesen, dass sie bei der Messung der maximalen Handkraft beidseits weniger als 4
%
der Norm gezeigt habe, was einer weitge
henden Gebrauchsunfähigkeit beider Hände entspreche. Eindrücklich sei gewe
sen, wie sie bei der Messung der Handkraft zwar ein deutlich schmerzverzerrtes Gesicht gezeigt habe, was wohl stark vermehrte Schmerzen durch diese Anstren
gung belegen sollte, jedoch fast nichts mit den Händen getan habe. Hier habe sicher eine Selbstlimitierung bei der Messung der Handkraft bestanden. Aus rheu
matologischer Sicht bestehe keine Ursache für eine fast fehlende Handkraft beid
seits. Sogar Patientinnen mit einer fortgeschrittenen rheumatoiden Arthritis mit stark verkrüppelten Händen
würden
in der Regel eine deutlich bessere Handkraft als die Beschwerdeführerin mit ihren beiden unversehrten Händen
erreichen
. Das Lenken eines Autos, wie sie es regelmässig mache, wäre dagegen mit der demons
trierten Handkraft nicht möglich (Urk. 12/122/66).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
E._
fest, die angestammte
Tätigkeit bei der Firma A._
AG sei angepasst.
Die Beschwerdeführerin
könne sie
be
zogen auf ein Pensum von 100
%
zu 100
%
ausüben. Sie könne auch im erlernten Beruf als Buchhalterin arbeiten (
Urk.
12/122/67) Es habe nie eine lang andau
ernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
12/122/68).
3.2.2
Dr.
H._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom 1
2.
Juni
2017 (
Urk.
3/5) folgende Diagnosen fest (
Urk.
3/5 S. 3):
-
rezidivierende depressive Störung, schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mehr mit selbstunsicheren,
dependen
ten
, depressiven und
negativistischen
Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Dr.
H._
führte in ihrem Bericht aus, aktuell bestehe ein Konflikt mit der Be
schwerdegegnerin (
Urk.
3/5 S. 1). Die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem
5.
Mai 2017 in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Die Ge
spräche fänden wöchentlich statt. Die Gesundheitsstörungen würden das Leis
tungsvermögen der Beschwerdeführerin im Erwerbsleben für leichte körperliche Arbeiten aufgrund der vorliegenden Symptome erheblich einschränken
.
Es be
stehe allgemein gar keine psychische Belastbarkeit für konstante Tätigkeiten mehr (
Urk.
3/5 S. 3).
4.
4.1
Auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1
8.
Januar 2017 kann abgestellt werden. Dieses erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehende E.
1.5
) vollumfänglich. Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und be
rücksichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Un
tersuchungsberichte. Insgesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen.
4.2
Unstrittig ist, dass bereits bei der
Rentenzusprache
aus onkologischer, rheumato
logischer und allgemein internistischer Sicht keine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit m
ehr bestanden hatte (vgl. E. 3.1
.1). Die
Rentenzusprache
erfolgte allein aus psychiatrischen Gründen gestützt auf das Gutachten von Dr.
B._
, welcher aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgehend von einer schweren depressiven Störung attestierte (E. 3.1.2). Auch im aktuellen Revisionsverfahren kam
Dr.
E._
i
n Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde
und ohne Stellen von internistischen oder rheumatologi
schen
Diagnose
n
überzeugend und nachvollziehbar zum Schluss, dass bei der Begutachtung keine internistisch-rheumatologische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlag und auch nie vorgelegen hatte.
Die Beschwerde
führerin kann gemäss der Ansicht der Gutachterin
sämtliche Tätigkeiten, die
Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten
,
uneingeschränkt ausüben
(E. 3.2.1).
4.3
Dr.
D._
stellte im psychiatrischen Teilgutachten eine Verbesserung des Ge
sundheitszustands fest, und begründete dies damit, dass aktuell und seit
dem
3. Oktober 2016 ein mittelgradiges depressives Störungsbild und zum Referenz
zeitpunkt eine schwere Depression vorgelegen habe (
Urk.
12/120/57).
Mit Bericht vom
3.
Oktober 2016 attestierte der behandelnde Psychologe
G._
erst
mals wieder eine 30%ige Arbeitsfähigkeit
bei
vorgängig
attestierter 100%iger Arbeitsunfähigkeit seit der
Rentenzusprache
(
Urk.
12/115).
Der Gutachter führt zu
dem aus, unter Wegdenken der psychosozialen Faktoren würde das psycho
patho
logische Bild nicht in jener Form bestehen (
Urk.
12/122/55).
Wie auch schon der behandelnde Psychologe a
ttestierte
der Gutachter
der Verbesserung ent
spre
chend
eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
im Vergleich zu 0
%
im Vergleichs
zeit
punkt. Überdies erhob er auch einen verbesserten Psychostatus (vgl.
Urk.
12/47/9,
Urk.
12/120/48-49). Während die Beschwerdeführerin bei der erstmaligen Begut
achtung vom Konsiliarius noch sehr betrübt, im Affekt monoton, absolut freud
los, bedrückt, oft weinend, apathisch und regungsarm wahrgenommen worden war, stellte
Dr.
D._
bei der Begutachtung im Jahr 2017 fest, dass die Be
schwerdeführerin nur mässig zum negativen Pol gestimmt war, er stellte einen
dysthymen
Schmerzaffekt fest,
eine eingeschränkte und nicht weggefallene
Freu
dfähigkeit und
keine
Interessen
losigkeit
,
die Beschwerdeführerin
war
zudem
allseits orientiert, aufmerksam, fähig zum Halten der Konzentration, psychomo
torisch unauffällig und im Antrieb mittelgradig gestört. Überdies ging neben dem Gutachter auch der behandelnde Psychologe, delegiert durch den behandelnden Psychiater, von einer lediglich m
ittelgradigen Depression aus (
Urk.
12/115
).
Fest
zuhalten ist zudem, d
ass
die psychischen Beeinträchtigungen hauptsächlich beim Auftreten
soziokultureller und psychosozialer Faktoren
geklagt werden
,
was so
wohl dem Gutachten von Dr.
B._
als auch demjenigen von
Dr.
D._
ent
nommen werden kann (vgl. E. 6.3).
4.4
Nach dem Dargelegten ergibt sich schlüssig, dass sich der psychiatrische Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Vergleichszeitraum in re
visionsrechtlich erheblicher Weise verbessert hat.
4.5
Die von der Beschwerdeführerin zu den Akten gereichten Arbeitsfähigkeitsatteste beziehungsweise Kurzberichte (
Urk.
12/134-137,
Urk.
17) vermögen daran man
gels Begründung der Arbeitsfähigkeitseinschätzungen, mangels begründeter Her
leitung der Diagnosen sowie mangels Nachvollziehbar-
und Schlüssigkeit nichts zu ändern.
Aus dem Bericht
von
Dr.
H._
vom
1
2.
Juni
2017 geht sodann haupt
sächlich ein reaktiv depressives Verhalten der Beschwerdeführerin auf psy
chosoziale Umstände hervor. Als Grund wird der Konflikt mit der Beschwerde
gegnerin angegeben (Urk. 3/5 S. 1).
4.6
Damit ist ein Revisionsgrund ausgewiesen und der medizinische Sachverhalt und die Arbeitsfähigkeit ist ohne Bindung an frühere - vorliegend insbesondere
psy
chiatrische
- Einschätzungen zu prüfen.
5
.
5
.1
Da die
aktuelle
Einschränkung allein im psychischen Gesundheitszustand be
gründet ist, ist nunmehr anhand der Standardindikatoren (vorstehend E.
1.2.4
) zu prüfen, ob der diagnostizierten
mittelgradigen
Depression
– sowie auch der Schmerzstörung –
überhaupt eine invalidisierende Bedeutung zukommt
.
5
.2
In Bezug auf den funktionellen Schweregrad erweist sich der Komplex Gesund
heitsschädigung in psychiatrischer Hinsicht als mittelgradig ausgeprägt
, wobei
psychosoziale Faktoren für das Beschwerdebild dominierend sind und das
Be
schwerdebild
unter Wegdenken dieser Faktoren ande
rs aussähe.
A
us somatischer Sicht besteht keine Gesundheitsschädigung mehr
.
D
er Gutachter
erhob
einen mässig bis mittelgradig eingeschränkten Psychostatus (vgl. zum verbesserten Psychos
t
atus E.
3.2.1
).
Die Beschwerdeführerin unterzog sich zum Zeitp
unkt der Begutachtung durch Dr.
D._
einer Therapie mit Konsultationen alle zwei bis drei Wochen
bei
m Psychologen
G._
, delegiert durch
Dr. I._
, FMH Allge
meine Innere Medizin (Urk.
12/115)
, was eher
niederfrequentig
ist
.
Die Beschwerdeführerin nahm
zudem
ein antidepressives Medikament ein.
Eine schmerztherapeutische Behandlung fand bislang n
icht statt.
Hierzu empfahl der Gutachter eine multimodale Schmerztherapie und die Stärkung der Selbst
wirksamkeitserwartung der Besch
werdeführerin (
Urk.
12/120/57).
Dem Bericht von Dr.
H._
vom 1
2.
Juni 2017 kann
entnommen werden, dass die Beschwer
deführerin seit
5.
Mai 2017 bei ihr in psychiatrischer Behandlung ist (
Urk.
3/5 S.
3). Daraus kann geschlossen werden, dass erst der
Konflikt mit der Beschwerde
gegnerin respektive der
negative Vorbescheid eine invalidenversicherungsrecht
lich nicht massgebende
, reaktive
Verschlechterung des Gesundheitszustands bewirkt hat.
Zuvor fand
– wie bereits erwähnt –
keine
engmaschige
psychothera
peutische Behandlung bei einem Facharzt statt.
Angesichts des Umstandes, dass sich die depressive Störung
dennoch
verbessert hat, ist von einem Behandlungs
erfolg auszugehen.
Bezüglich Komorbiditäten ist zu erwähnen, dass
psychiatrischerseits
-
neben der ebenfalls mittels den Standardindikatoren zu prüfenden chronischen Schmerz
störung, welche
vom Experten
als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
erachtet
wurde – keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlie
gen (
Urk.
12/120/56). Die Diagnosen
«
Probleme in Verbindung mit Berufs
tätigkeit und Arbeitslosigkeit
»
,
«
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhält
nis
sen
»
und
«
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung
(Sprach
schwie
rig
keiten)»
vermögen als Z-Diagnosen keinen rechtserheblichen Gesund
heits
schaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezem
ber
2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Somatische Diagnosen wurden keine gestellt.
Bezüglich Persönlichkeit sind keine Auffälligkeiten dokumentiert.
Dr.
D._
hielt vielmehr fest, klinisch fänden sich keine Hinweise auf eine Persönlichkeits
akzentuierung. Die Beschwerdeführerin zeige in der Selbst- und Fremdwahrneh
mung keine Einschränkung
(
Urk.
12/120/55)
. Die Beschwerdeführ
erin sei allseits orientiert
(
Urk.
12/120/
48-49).
Beim «sozialen Kontext» ist zu berücksichtigen, dass soziale Belastungen nach wie vor ausgeklammert bleiben, sofern sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen. Andererseits sind positive Lebensumstände, welche (mobilisierende) Res
sourcen darstellen, einzubeziehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.3).
Dr.
D._
stellte zum sozialen Kontext zwar fest, dass die Beschwerdeführerin sich sozial weitge
hend zurückgezogen h
abe
und Kontakt nur zu ihren beiden Töchtern bestehe, mit welchen sie
aber immerhin
wohnt, kocht, Einkaufen geht und speist (
Urk.
12/120/38). Demgegenüber hielt
Dr.
E._
fest, habe die Beschwerde
führerin eine Kollegin, mit welcher sie im Oktober 2016 in die Ferien in die Türkei geflogen
sei und deren Familie besucht habe
. Im Sommer 2016 war die Beschwer
deführerin während vier Wochen bei ihrer Familie in der Türkei am Schwarzen Meer (
Urk.
12/122/53-54). In die Türkei reist die Beschwerdegegnerin laut
Dr.
E._
sogar regelmässig (
Urk.
12/122/75). Hinsichtlich ihrer aktuellen psychiatrischen Leiden gab die Beschwerdeführerin sodann an, einige Leute aus dem Quartier würden ihr helfen und es müsse immer jemand um sie herum sein (
Urk.
12/120/40). Damit zeigt sie eine ungebrochene Fähigkeit, verlässliche sozi
ale Beziehungen zu pflegen, was auf erhaltene Ressourcen sowie das Fehlen eines sozialen Rückzugs schliessen lässt. Dies zeigt auch die Tatsache, dass die Be
schwerdeführerin weiterhin regelmässig den Personenwagen ihrer Tochter zu fah
ren vermag (
Urk.
12/122/53,
Urk.
12/122/75). Ebenfalls festzuhalten ist jedoch, dass die Beschwerdeführerin
«
Unruhen
»
innerhalb ihrer Familie
beschrieb.
Alsdann ist den Akten zur Kategorie «Konsistenz» zu entnehmen, die Schmerzin
tensität auf der Visuellen Analogskala (VAS) betrage zwischen acht und zehn, wohingegen eine Schmerztherapie noch nie durchgeführt worden ist (
Urk.
12/120/45). Die Beschwerdeführerin verbringt sodann einen relativ unauf
fälligen Alltag, geht Spazieren und fährt
regelmässig
den Personenwagen ihrer Tochter
um einkaufen zu gehen, dies obwohl dem Gutachten von Dr.
D._
zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin über seit Jahren bestehende Kopfschmerzen sowie Konzentrationslosigkeit und Erschöpfung klagte (
Urk.
12/120/44).
Die gegenüber dem psychiatrischen Gutachter angegebene weitgehende
körperliche Schonung
liess sich durch die somatische Gutachterin nicht bestätigen, diese stellte vielmehr ein
e
normale
Muskel
masse
fest
.
Sodann gab die Beschwerdeführerin einen erheblichen sozialen Rückzug an, wohinge
gen
– wie bereits ausgeführt – dies nicht im von ihr angegeben
en
Sinn der Fall zu sein scheint.
Ausserdem stellte Dr.
D._
multiple psychosoziale und sozio
kulturelle Faktoren fest. Zu erwähnen sind sodann die von der internistisch-rheu
matologischen Gutachterin festgestellten Inkonsistenzen im Rahmen ihrer gut
achterlichen Untersuchung (Gegenspannung nicht konsistent bei der Beurteilung der LWS, HWS, Ott, Schober, Fingerbodenabstand, Schmerzgrimassen bei der Messung der Handkraft, nicht aussagekräftiger
Impingement
-Test bei ausgedehn
ten Schmerzen wegen mangelnder Spezifität, var
i
ierende Handkraft bei der direkten Pr
üfung und bei Ablenkung, alle 9
Tenderpoints und alle vier Kontroll
punkte pathologisch [vgl.
Urk.
12/122/56-60,
Urk.
12/122/75]).
Aufgrund dessen ist eine erhebliche funktionelle Einschränkung in allen Lebensbereichen
nicht nachgewiesen
.
Zum Indikator «behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck» ist festzuhalten, dass die niedrige Psychotherapiefrequenz
– wobei die Therapie von einem Psychologen und einem Internisten durchgeführt wird –
und die nicht in Anspruch genommene Schmerztherapie nicht auf einen ausge
prägten Leidensdruck hindeutet.
Zusammenfassend erscheint die Beschwerdeführerin funktionell nicht schwer eingeschränkt und das Verhalten scheint nicht in allen Teilen konsistent. Dies führt zum Schluss, dass der gutachterlichen Beurteilung, wonach das diagnosti
zierte psychische Leiden (sonstige rezidivierende depressive Störung,
chronifiziert
[ICD-10 F33.8] sowie auch die chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Befunden [ICD-10 F45.41]) eine Einschränkung der Leistungsfähig
keit um 50 % bewirkt, nicht gefolgt werden kann und bei der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine invalidisierende psychische Gesu
nd
heitsstörung vorliegt
,
die
sie
in den ihr körperlich zumutbaren
Tätigkeiten
ein
schränkten
.
5
.3
Sodann liegen – wie bereits mehrfach erwähnt – diverse invalidensicherungs
rechtlich nicht massgebende psychosoziale Umstände vor
.
Zu nennen sind die Sprachs
chwierigkeiten (
Urk.
12/120/35)
, hohe Schulden bei ihrer Tochter (
Urk.
12/120/38), zerplatzte Zukunftswünsche und -hoffnungen (
Urk.
12/120/44), Migrationshintergrund,
keine
in der Schweiz anerkannte berufliche Ausbildung, geringe Berufserfahrung und Hilfsarbeitertätigkeit (
Urk.
12/122/70).
Laut den Angaben von
Dr.
D._
dominieren beim psychiatrischen Beschwer
debild der Beschwerdeführerin die
se
soziokulturellen Faktoren. Des Weiteren ist laut
Dr.
D._
davon auszugehen, dass das psychopathologische Bild bei Weg
denken dieser Faktoren in jener
Form nicht bestehen würde (Urk.
12/120/55).
Gleiches ergibt sich aus dem beschwerdeweise eingereichten Bericht von
Dr.
H._
(
Urk.
3/5).
Dies spricht ebenfalls gegen eine invalidisierende Wirkung der Depression
und
Schmerzstörung.
5
.4.
Gestützt auf die überzeugenden gutachterlichen Feststellungen ist demnach da
von auszugehen, dass im Zeitpunkt der Begutachtung durch die
Dres
.
E._
und
D._
kein invalidenversicherungsrechtlich massgebender Gesundheits
schaden vorgelegen hat
. Hinweise dafür, dass sich seither bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügung eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszu
standes sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ergeben hätte, liegen nicht vor.
Weitere Abklärungen im Aufgabenbereich erübrigen sich damit.
6
.
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin der
art verbessert, dass kein Anspruch
auf eine Rente
mehr besteht. Die Beschwerde
gegnerin hat die Rente somit zu Recht eingestellt, was zur Abweisung der Beschwer
de führt.
7
.
7
.1
Gestützt auf die eingereichten Unterlagen (Urk. 5-6,
Urk.
10) sind die Vorausset
zungen für die unentgeltliche Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt. Antragsgemäss ist der Be
schwerdeführerin deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwältin Jacqueline Schmid
Bürkli
, Oberrieden, als unentgeltliche Rechts
vertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
7
.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
7
.3
Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin,
welche mit Honorarnote vom 14.
September 2017 (
Urk.
15) einen Aufwand von 13,5 Stunden geltend gemacht hat, hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine
E
ntschä
digung, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 3‘100.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Bar
auslagen) festzusetzen ist. Eine höhere Prozessentschädigung erscheint mit Blick auf ver
gleich
bare Fälle nicht angemessen.
Hierbei ist festzuhalten, dass Aufwendungen im Zusammenhang mit der
Substanzierung
des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege in der Regel nicht vergütet werden, da dies durch Kanzleiangestellte ausgeführt werden kann, und vorliegend ein Aufwand von über 3 Stunden den Ver
hältnissen unangemessen ist.
7
.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichts
kost
en und der Entschädigung an die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.