# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bbdd2222-16dc-5274-98b3-2be944df3add
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ K. I., geboren am 7. November 1982, ist Staatsangehöriger von Mazedonien. Er
reiste zusammen mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder im Alter von acht
Jahren zum Verbleib bei seinem Vater in die Schweiz ein. Aufgrund sprachlicher
Schwierigkeiten musste er die erste und aufgrund schulischer Schwierigkeiten die
fünfte Klasse wiederholen. Später besuchte er die Sekundarschule und absolvierte eine
Lehre als Polymechaniker. Im Jahr 2005 heiratete er in Mazedonien eine Landsfrau, von
der er sich jedoch nur ein Jahr später wieder scheiden liess. Aus der Ehe gingen keine
Kinder hervor.
K. I. gab in strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen Anlass. In den Jahren 2007 bis 2010
wurde er wie folgt verurteilt:
- mit Strafbescheid vom 24. April 2007: Schuldigerklärung der mehrfachen Verletzung
der Verkehrsregeln, der Übertretung der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln,
des mehrfachen Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, der mehrfachen
Übertretung der Verordnung über die technischen Anforderungen an
Strassenfahrzeuge, der mehrfachen versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden
und Beamte sowie der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die
Betäubungsmittel und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 120.--
(unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren) und einer Busse von Fr. 1'000.--;
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- mit Bussenverfügung vom 9. Mai 2008: Schuldigerklärung der Widerhandlung gegen
das Betäubungsmittelgesetz und Büssung mit Fr. 50.--;
- mit Bussenverfügung vom 30. September 2008: Schuldigerklärung der Tätlichkeiten,
der Sachbeschädigung und der Übertretung des Bundesgesetzes über die
Betäubungsmittel und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 80.--
(unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren) sowie einer Busse von Fr. 600.--;
- mit Bussenverfügung vom 8. Oktober 2008: Schuldigerklärung der mehrfachen
Verletzung der Verkehrsregeln, der Übertretung der Verordnung über die
Strassenverkehrsregeln sowie der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über
die Betäubungsmittel und Verurteilung zu einer Busse von Fr. 600.--;
- mit Bussenverfügung vom 27. Januar 2009: Verurteilung wegen Gewalt und
Drohung gegen Beamte und Behörden zu einer bedingten Geldstrafe von 30
Tagessätzen à Fr. 80.-- (unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren) und einer Busse
von Fr. 300.--;
- mit Entscheid vom 21. April 2010: Schuldigerklärung des mehrfachen Raubs, des
versuchten Raubs, der mehrfachen versuchten Nötigung, der mehrfachen Drohung und
der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und (unter Einbezug der
Strafen gemäss Strafbescheiden vom 24. April 2007, 30. September 2008 und
27. Januar 2009) Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 24 Monaten sowie
einer Busse von Fr. 500.--. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten einer
stationären therapeutischen Massnahme aufgeschoben.
B./ K. I. erhielt nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1991 zunächst eine
Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 25. März 1994 ist er im Besitz einer
Niederlassungsbewilligung, deren Kontrollfrist letztmals am 22. Mai 2006 bis zum
3. März 2009 verlängert wurde. Am 2. Oktober 2009 ersuchte K. I. um Verlängerung der
Niederlassungsbewilligung. Dannzumal befand er sich in Untersuchungshaft im
Regionalgefängnis A. Mit Schreiben vom 12. November 2009 teilte ihm das
Migrationsamt mit, sein Gesuch werde bis zur Entlassung aus dem Strafvollzug
pendent gehalten. Mit Schreiben vom 22. Juni 2010 gewährte das Migrationsamt K. I.
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das rechtliche Gehör in Bezug auf den beabsichtigten Widerruf der
Niederlassungsbewilligung. Er liess sich hierzu innert angesetzter Frist über seinen
Anwalt vernehmen. Mit Verfügung vom 2. September 2010 widerrief das Migrationsamt
die Niederlassungsbewilligung von K. I.
C./ Gegen diese Verfügung liess K. I. mit Eingabe vom 17. September 2010 Rekurs
erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 2. September 2010 beantragen. Das
Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 5. September
2011 ab.
D./ Dagegen liess K. I. mit Eingabe vom 20. September 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen erheben:
"1. Ziff. 1 und Ziff. 2 des Entscheids des Sicherheits- und Justizdepartements vom
5. September 2011 seien aufzuheben.
2. An der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers sei festzuhalten.
3. Infolge Mittellosigkeit des Beschwerdeführers sei ihm für das vorliegende
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche
Verbeiständung mit dem Unterzeichnenden als Rechtsanwalt zu gewähren.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners
respektive infolge zu gewährender unentgeltlicher Rechtspflege zu Lasten des
Staates."
Mit Verfügung vom 22. September 2011 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts
das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung infolge
Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab. Eine dagegen eingereichte Beschwerde wies
das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Januar 2012 ab.
Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom
20. Februar 2012 Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies es auf die
Erwägungen im angefochtenen Entscheid.
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Mit Eingabe vom 3. April 2012 liess K. I. diverse Beweisanträge stellen. Das
Sicherheits- und Justizdepartement teilte mit Schreiben vom 5. April 2012 mit, es
verzichte auf eine Stellungnahme zur zusätzlichen Eingabe.
Auf die Begründung des Beschwerdeführers sowie auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. a oder b AuG erfüllt sind (lit. a) oder wenn
der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere
oder die äussere Sicherheit gefährdet (lit. b). Aufgrund von Art. 63 Abs. 2 AuG kann die
Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als fünfzehn Jahren
ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, jedoch nur infolge von
Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b AuG widerrufen werden.
Die Vorinstanz sieht den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG gegeben. Danach
kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen
von Art. 62 lit. b AuG erfüllt sind. Die letztgenannte Bestimmung sieht vor, dass eine
Bewilligung widerrufen werden kann, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen
Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von
Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde.
2.1. Beim Begriff der längerfristigen Freiheitsstrafe handelt es sich um einen
unbestimmten Rechtsbegriff. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine
längerfristige Freiheitsstrafe dann vor, wenn eine ausländische Person zu einer
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Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (statt vieler: BGE 135 II 377,
379 ff).
2.2. Der Beschwerdeführer wurde vom Kreisgericht Rheintal mit Entscheid vom 21.
April 2010 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt. Demgemäss ist der
Grenzwert von einem Jahr überschritten und der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit.
a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gegeben. Wenn der Beschwerdeführer vorbringen
lässt, es sei willkürlich, einfach nur auf das Strafmass zu achten, so betrifft dieser
Einwand nicht die Gesetzmässigkeit der Wegweisung, sondern deren
Verhältnismässigkeit. Die Auslegung eines unbestimmten Rechtsbegriffs und die Frage
der Verhältnismässigkeit einer Massnahme dürfen nicht vermengt werden (vgl. BGE
135 II 377, 380).
3. Es steht sodann ausser Frage, dass eine Wegweisung von solchermassen
straffälligen Ausländern dem Schutz der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dient. Ein
öffentliches Interesse an einer entsprechenden Massnahme ist somit gegeben.
4. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung setzt überdies voraus, dass er sich bei
sorgfältiger Abwägung der Interessen als verhältnismässig erweist. Dies ist der Fall,
wenn dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung höheres Gewicht beizumessen ist
als dem privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz.
4.1. Art. 63 AuG stellt eine "Kann-Vorschrift" dar. Sie gewährt damit der zuständigen
Behörde beim Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung einen
Ermessensspielraum. Die zuständige Behörde hat gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG bei der
Ermessensbetätigung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers zu berücksichtigen. Dabei sind umso
strengere Anforderungen an den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung zu stellen, je
länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist eine Wegweisung aber auch dann zulässig, wenn der Ausländer
selbst nach längerer Anwesenheit in der Schweiz sich nicht oder nur wenig integriert
hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist, enge Beziehungen zu seinem
Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. BGer 2A.540/2001 vom 5. März
2002, E. 2b).
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4.2. Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen Güterabwägung ist in
erster Linie die Schwere des Verschuldens; dieses schlägt sich in der Höhe der
Freiheitsstrafe nieder. Nach dem bereits Gesagten wurde gegenüber dem
Beschwerdeführer eine (Gesamt-)Freiheitsstrafe von 24 Monaten ausgesprochen. Unter
anderem wurde er wegen Gewaltdelikten sowie Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Bei solchen Delikten wird eine strenge Praxis
verfolgt (vgl. BGE 125 II 521, 527). Das Kreisgericht Rheintal stufte im Entscheid vom
21. April 2010 das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer ein. In
ausländerrechtlicher Hinsicht fällt sodann ins Gewicht, dass ihn die mit
Strafbescheiden vom 24. April 2007, 30. September 2008 und 27. Januar 2009
erfolgten Verurteilungen und angesetzten Probezeiten nicht von weiteren Straftaten
abzuhalten vermochten. Er zog offensichtlich keinerlei Lehren daraus, sondern
delinquierte (mehrfach) weiter und schwerer. Er hat sich somit nicht bewährt. Seine
zahlreichen Straftaten zeigen auf, dass ihm die Einfügung in die hiesige Rechtsordnung
nicht gelang. Zu Recht stufte daher die Vorinstanz sein Verschulden auch in
ausländerrechtlicher Hinsicht als schwer ein und ging von einem gewichtigen
öffentlichen Interesse aus, den Beschwerdeführer von der Schweiz fernzuhalten. Daran
vermag auch die gutachterlich festgestellte schizoaffektive Störung sowie die
Abhängigkeit von Cannabinoiden nichts zu ändern. Beim Entscheid über die
Ausweisung steht das allgemeine Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ordnung und Sicherheit im Vordergrund. Selbst eine günstige Prognose über künftiges
Wohlverhalten beziehungsweise über die Chancen einer Resozialisierung schliesst eine
Ausweisung nicht aus; so muss namentlich bei Gewaltdelikten auch ein geringes
Restrisiko nicht hingenommen werden (BGer 2C_282/2008 vom 11. Juli 2008, E. 3.1).
Dies scheint der Beschwerdeführer zu verkennen. In Anbetracht dessen, dass dem
Gesichtspunkt der Rückfallgefahr ausserhalb des Freizügigkeitsabkommens keine
vorrangige Bedeutung zukommt, kann denn auch von der beantragten Einholung eines
aktuellen Führungsberichts der Justizvollzugsanstalt Pöschwies sowie eines aktuellen
psychiatrischen Gutachtens und der Edition der Unterlagen beim Hausarzt abgesehen
werden. Die Beweisabnahme kann aber auch deshalb unterbleiben, weil weder
behauptet noch substantiiert dargelegt wird, dass zwischenzeitlich eine Besserung
beim Beschwerdeführer eingetreten sei. Zumindest dies wäre erforderlich gewesen,
nachdem der Psychiatrisch-Psychologische Dienst des Kantons Zürich noch im
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Schreiben vom 5. Juli 2011 festhielt, der Beschwerdeführer sei nach wie vor nicht
krankheitseinsichtig; aufgrund der festgestellten schizoaffektiven Störung könne eine
Erfolg versprechende Milieutherapie und deliktorientierte Behandlung nicht
durchgeführt werden (vgl. Beilage 11b zur Beschwerdevernehmlassung). Erwähnt sei
schliesslich auch, dass es nicht gegen Landesrecht verstösst, möglichst früh
beziehungsweise vor dem Ende des Straf- oder Massnahmevollzugs über eine
Ausweisung zu entscheiden (BGE 137 II 233, 234 ff.).
4.3. Die Vorinstanz hat sodann die gegenläufigen Interessen des Beschwerdeführers
sorgfältig und eingehend geprüft. Dass sie im Rahmen der Abwägung zum Schluss
kam, das Interesse an der Wegweisung überwiege das Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz, ist nicht zu beanstanden. Der
Beschwerdeführer wurde in Mazedonien geboren, wo er einen Teil seiner Kindheit
verbrachte. Dort besuchte er den Kindergarten und wurde eingeschult. Er ist somit mit
der Sprache und den Gepflogenheiten in seinem Heimatland vertraut. Dies zeigt sich
auch daran, dass er im Jahr 2005 in Mazedonien eine Landsfrau heiratete und sich dort
wieder scheiden liess. Die Trennung von seinen Angehörigen in der Schweiz wird den
Beschwerdeführer zwar hart treffen, doch kann er den entsprechenden Kontakt mittels
Briefen, via Internet oder Telefon und im Rahmen von Besuchsaufenthalten von der
Heimat aus pflegen. Mangels eines besonderen Abhängigkeitsverhältnisses fällt die
Beziehung zu den Angehörigen nicht in den Schutzbereich von Art. 8 der Konvention
zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101), womit er daraus
keine Ansprüche ableiten kann (BGE 125 II 521, 529). Allein deshalb, dass der
Beschwerdeführer perfekt Schweizerdeutsch spricht, kann zudem nicht von einer
guten Integration gesprochen werden. Beruflich und gesellschaftlich kann er jedenfalls
nur als beschränkt integriert gelten. Selbst wenn er in seinem Heimatland ein neues
Beziehungsnetz aufbauen müsste, ist ihm eine Rückkehr dorthin trotz der relativ langen
Aufenthaltsdauer in der Schweiz durchaus zuzumuten.
5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
sowohl gesetz- als auch verhältnismässig ist. Dementsprechend erweist sich die
Beschwerde als vollumfänglich unbegründet.
6. (...).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht