# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c6d4b134-c328-5764-8854-974fcf417f8d
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X._ wurde 1970 in Angola geboren. Am 19. September 2001 reiste er in die Schweiz
ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wurde vom Bundesamt für Flüchtlinge (heute
Staatssekretariat für Migration, SEM) abgelehnt, und auch der Rechtsmittelweg blieb
im Jahr 2002 erfolglos.
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b. Am 9. Mai 2003 heiratete X._ die Schweizerin Y._, geboren 1977. Im Rahmen des
Familiennachzuges erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Aufgrund mehrerer
Verurteilungen wegen Drohung und Gewalt verwarnte das Ausländeramt des Kantons
St. Gallen (heute Migrationsamt) X._ mit Verfügung vom 6. Januar 2009 und hielt ihn
an, sich künftig klaglos zu verhalten.
c. Seit dem 27. November 2007 lebte X._ getrennt von seiner Ehefrau. Mit Z._,
geboren 1975 und Staatsangehörige der demokratischen Republik Kongo, hat er zwei
Kinder, B._, geboren 2008, und C._, geboren 2010. Die Kinder besitzen wie die
Mutter eine Niederlassungsbewilligung. Mit Urteil des Kreisgerichts H._ vom 29. März
2011 wurde die kinderlose Ehe zwischen X._ und Y._ geschieden.
d. X._ wurde wegen Strassenverkehrsdelikten wiederholt verurteilt. Gemäss dem
eingeholten Betreibungsregisterauszug vom 4. Mai 2011 bestanden offene
Verlustscheine in der Höhe von CHF 23'745.30. Gestützt auf diese Unterlagen
verwarnte das Migrationsamt des Kantons St. Gallen X._ mit Verfügung vom 11. Mai
2011 zum zweiten Mal.
e. Das am 7. Mai 2012 eingereichte Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung sistierte das Migrationsamt des Kantons St. Gallen mit
Schreiben vom 18. Juni 2012 aufgrund einer laufenden Strafuntersuchung. Das
Kreisgericht H._ verurteilte X._ mit Entscheid vom 17. Juni 2013 wegen mehrfacher
Drohung, Fahrens ohne Berechtigung, Missbrauchs von Ausweisen und Schildern,
Übertretung der Verkehrsversicherungsverordnung sowie Fahrens ohne
Haftpflichtversicherung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von
CHF 200. Dieser Entscheid wurde durch das Kantonsgericht mit Urteil vom 17. Juni
2014 bestätigt.
f. Nach Überprüfung der wirtschaftlichen Situation (Betreibungsregisterauszug, Auszug
der Sozialhilfeleistungen) und Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das
Migrationsamt des Kantons St. Gallen am 4. September 2015, dass die
Aufenthaltsbewilligung von X._ nicht mehr verlängert werde. X._ habe sowohl in
strafrechtlicher als auch finanzieller Hinsicht Anlass zu wiederholten Klagen gegeben.
Er habe das Gastrecht in der Schweiz in schwerwiegender Hinsicht missbraucht. Es
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bestehe ein Widerrufsgrund. X._ sei es nicht gelungen, sich in die schweizerische
Gesellschaft und Ordnung zu integrieren. Er habe Schulden und sei mehrfach verurteilt
worden. Obwohl ihm ein gutes Verhältnis zu den Kindern attestiert werde, überwiege
das öffentliche Interesse an der Fernhaltung. Den gegen diese Verfügung erhobenen
Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 31. August 2018 ab.
B.
a. X._ (Beschwerdeführer) reichte durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 18.
September 2018 und Ergänzung vom 20. November 2018 Beschwerde gegen den
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) beim
Verwaltungsgericht ein. Er stellte den Antrag auf Aufhebung des Entscheides der
Vorinstanz und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Das Beschwerdeverfahren sei bis zum rechtskräftigen Abschluss
des Strafverfahrens gegen ihn vor der Staatsanwaltschaft K._ zu sistieren. Zudem
beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Als Beilage stellte der Rechtsvertreter dem Verwaltungsgericht
ein abschlägiges Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons K._ vom 18. Juli 2018
gegen den superprovisorischen Entscheid der Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) betreffend Kindesschutzmassnahmen und einen
Entscheid der KESB Region K._ vom 27. September 2018 zu. Aufgrund eines
laufenden Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer gewährte die KESB diesem
ausschliesslich ein begleitetes Kontaktrecht zu den Kindern.
b. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zog der Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Oktober 2018
zurück.
c. Mit Vernehmlassung vom 27. November 2018 schloss die Vorinstanz auf Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids. Ergänzend machte sie darauf aufmerksam, dass sie vom Verhalten des
Beschwerdeführers, welches zum aktuellen Strafverfahren gegen ihn und die
Kindesschutzmassnahmen der KESB der Region K._ geführt hätten, keine Kenntnis
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gehabt habe. Der Rekurs sei aber schon ohne die nun erschwerend dazukommenden
Vorwürfe abgewiesen worden.
d. Der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts lehnte mit Schreiben vom 28.
November 2018 den Sistierungsantrag ab.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 18. September 2018 rechtzeitig
erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 20. November 2018 formal wie
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1. Die Aufenthaltsbewilligung kann nach Art. 62 Abs. 1 lit. b, c und d des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (SR
142.20, AIG) unter anderem widerrufen werden, wenn eine ausländische Person zu
einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, sie erheblich oder wiederholt gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat
oder diese oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet oder eine mit der
Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält. Eine längerfristige Freiheitsstrafe liegt
vor, wenn diese, bedingt oder unbedingt ausgefällt, mehr als ein Jahr beträgt (vgl. BGE
135 II 377 E. 4.2 und 4.5).
bis
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2.2. Der Beschwerdeführer bestreitet die Feststellung der Vorinstanz, dass aufgrund
seiner Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten der Widerrufsgrund nach
Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt (angefochtener Entscheid E. 2), nicht. Die Vorinstanz
liess zu Recht offen, ob auch die Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 lit. c und d AIG
gegeben sind. Denn das Vorliegen eines Widerrufsgrunds führt nicht automatisch zum
Erlöschen des Aufenthaltsanspruchs. Rechtmässig ist die Nichtverlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung nur, wenn sie sich nach der im Einzelfall vorzunehmenden
Interessenabwägung als verhältnismässig erweist (BGE 135 II 377 E. 4.3). Dabei sind
alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten
Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (M. Caroni, in: Caroni/Gächter/
Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N
3 zu Art. 51). Strittig ist damit im vorliegenden Fall, ob die privaten Interessen des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an seiner
Wegweisung überwiegen.
3.
3.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 8 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) ableiten könne. Er habe weder
ein elterliches Sorgerecht noch ein geregeltes Besuchsrecht. Zwar bestehe offenbar
regelmässiger Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und den Kindern, aber es
bestehe keine intensive affektive Beziehung. Die Beziehung könne auch im Ausland
mittels moderner Kommunikationsmittel oder Besuchen aufrechterhalten werden. Es
könne auch nicht von einer wirtschaftlich engen Beziehung gesprochen werden, da die
Alimente vom Oberamt Region K._ bevorschusst würden. Des Weiteren fehle es beim
Beschwerdeführer an tadellosem Verhalten. Er habe seit dem Jahr 2003 regelmässig
delinquiert und dabei zwei fremdenpolizeiliche Verwarnungen in den Jahren 2009 und
2011 in den Wind geschlagen. Sein Verhalten zeige eine Geringschätzung der hiesigen
Ordnung. Auch die Verschuldung habe zugenommen, er habe zeitweise Sozialhilfe
bezogen und gehe seit September 2017 keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Eine
Rückkehr in sein Heimatland sei ihm daher zumutbar, zumal er die ersten 31
Lebensjahre dort verbracht habe und mit der Sprache sowie den soziokulturellen
Begebenheiten vertraut sei.
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3.2. Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, der Entscheid der Vorinstanz verletze
Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Sein Kind B._ leide an einer Behinderung und könne mit der
Aussenwelt nur in beschränktem Ausmass in Kontakt treten. Ein vernünftiger Kontakt
mit ihm könne nur durch persönliche Besuche bzw. Gespräche gepflegt werden. Das
sei über die modernen Kommunikationsmittel nicht möglich. Bei einer Rückkehr in sein
Heimatland seien dem Beschwerdeführer aufgrund fehlender finanzieller Mittel auch
keine Reisen in die Schweiz möglich, da dies viel zu teuer sei. Auch dem Sohn seien
wegen der Behinderung und der Überforderung der Mutter keine Reisen nach Angola
zumutbar. Ein effektiver und förderlicher Kontakt zwischen ihm und seinem Sohn sei
daher nur bei einem Verbleib in der Schweiz gewährleistet. Die im Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons K._ vom 18. Juli 2018 gegen den
superprovisorischen Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
bestätigten Massnahmen mit eingeschränkter Kontaktaufnahme zu den Kindern seien
ihm nicht zum Nachteil auszulegen. Diese Kindesschutzmassnahmen seien vorsorglich
erlassen worden aufgrund des laufenden Strafverfahrens. Erst nach Abschluss des
Strafverfahrens zeige sich dann aber, ob das vorsorglich verfügte Kontaktverbot und
die Fremdplatzierung der Kinder rechtens gewesen sei. Ansonsten habe er sich seit der
Verurteilung in H._ nichts mehr zu Schulden kommen lassen, sei in der Schweiz
beruflich gut integriert und lebe schon viele Jahre in der Schweiz.
4.
4.1. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit ist eine Interessenabwägung nach Art. 96
Abs. 1 AIG vorzunehmen, welche sich mit jener gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art.
36 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) deckt. Aus der EMRK oder der BV ergibt sich
grundsätzlich weder ein Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem bestimmten Staat
noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts (BGE
144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1, BGer 2C_105/2018 vom 8. Mai 2018 E. 3.2). Verfügt ein
Ausländer über nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der
Schweiz und wird die intakte familiäre Beziehung tatsächlich gelebt, kann es Art. 8
EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV verletzen, wenn ihm die Anwesenheit untersagt und
damit sein Familienleben vereitelt wird (BGE 139 I 330 E. 1.2, 130 II 281E. 3.1 S. 285
mit Hinweisen, BGer 2C_472/2018 vom 31. Mai 2018 E. 2.2).
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2F_21%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2F_21%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1
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4.2. Der Anspruch aus Art. 8 EMRK gilt auch in diesem Fall nicht absolut. Vielmehr ist
nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft,
soweit dieser gesetzlich vorgesehen ist und eine verhältnismässige Massnahme
darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die
öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Verhinderung
von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte
und Freiheiten anderer erforderlich ist. Die Konvention verlangt im Rahmen von Art. 8
Ziff. 2 EMRK, die privaten Interessen der betroffenen Person am Verbleib im Land
anhand mehrerer Kriterien zu erfassen (Schwere des Fehlverhaltens; Dauer der
Anwesenheit; Verhalten des Betroffenen; Nationalität der beteiligten Personen; Art und
Natur der familiären Bindungen; der Familie drohende Nachteile; Qualität der sozialen,
kulturellen und familiären Beziehungen zum Gast- und Heimatstaat usw.); das so
gewichtete private Interesse ist anschliessend gegen das öffentliche Interesse an der
Entfernung bzw. Fernhaltung der betroffenen Person abzuwägen (BGE 142 II 35 E. 6.1,
135 I 143 E. 2.1, BGer 2C_30/2018 vom 5. Juli 2018 E. 5.2, 2F_21/2017 vom 11. Juni
2018 E. 3.2.2). Bei der Abwägung ist insbesondere auch das Kindeswohl angemessen
zu berücksichtigen (vgl. BGer 2C_1125/2014 vom 9. September 2015 E. 4.2).
4.3. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die familiäre
Beziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränktem Rahmen pflegen,
nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses
wahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische
Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein
Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs
auf Familienleben (Art. 13 Abs. 1 BV sowie Art. 8 Ziff. 1 EMRK) genügt je nach den
Umständen, dass der Kontakt zum Kind im Rahmen von Kurzaufenthalten,
Ferienbesuchen oder über die modernen Kommunikationsmittel vom Ausland her
wahrgenommen werden kann; wobei allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts
entsprechend auszugestalten sind. Gemäss der ständigen bisherigen Rechtsprechung
des Bundesgerichts kann ein weitergehender Anspruch nur dann in Betracht fallen,
wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zum
Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausländers
praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und das bisherige Verhalten des
Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (sog. tadelloses
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Verhalten, BGE 144 I 91 E. 5.2, 143 I 21 E. 5.2 und 5.3, 139 I 315 E. 2.2, BGer
2C_81/2018 vom 14. November 2018 E. 5.2.3).
4.4. Der Beschwerdeführer ist mit der Mutter seiner beiden Kinder nicht verheiratet und
lebt getrennt von ihr. Die Kinder leben bei der Mutter und sie verfügte über das alleinige
Sorgerecht. Eine Regelung über das Besuchsrecht bestand nicht. Seit dem 24.
September 2010 sind die Kinder verbeiständet. Gemäss einer Einvernahme der
Amtsvormundin der Kinder im Rahmen der Strafanzeige wegen Drohung seitens des
Beschwerdeführers vom 29. September 2011 wurde der Sohn unter der Woche im
Kinder- und Jugendheim N._ platziert. Mit Schreiben vom 28. September 2011 sprach
die Amtsvormundin aufgrund andauernder Streitigkeiten unter den Eltern ein
Kontaktverbot gegenüber den Eltern aus und entschied, den Jungen auch während
den Wochenenden im Heim zu lassen (act. Migrationsamt (nachfolgend: MA) 344 und
347). Der Berufsbeistand der Kinder, welcher per 2. August 2013 wechselte, gab im
Schreiben vom 9. Juni 2015 an, dass der Beschwerdeführer regelmässig an den
Wochenenden mit den Kindern Kontakt gehabt habe. Er sei eine wichtige und
verbindliche Ansprechperson gewesen. Auch während sich der Beschwerdeführer in
der Strafanstalt M._ aufgehalten habe, habe er Kontakt zu den Kindern gehabt, indem
sie ihn zusammen mit der Kindsmutter besucht hätten und er sie auf Urlauben an den
Wochenenden getroffen habe (act. MA 588 f.). Per August 2016 verlegte die
Kindsmutter mit den Kindern den Wohnsitz nach O._. Die aktuelle Beiständin der
Kinder reichte auf Nachfragen des Rechtsdienstes der Vorinstanz am 26. Februar 2018
eine Stellungnahme ein. Sie führte aus, dass der Beschwerdeführer die Kinder
regelmässig besuche, dies vor allem an Wochenenden oder Abenden. Für die Kinder
sei er eine teilweise verfügbare Bezugsperson. Am 1. Mai 2018 bestätigte die KESB
Region K._ das superprovisorisch angeordnete Kontaktverbot zwischen dem
Beschwerdeführer und den Kindern seit April 2018. Dieser vorsorgliche Entscheid
wurde aufgrund des laufenden Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer wegen
Pornografie, sexuellen Handlungen mit Kindern sowie Vernachlässigung der
Unterhaltspflichten gefällt. Das Verwaltungsgericht des Kantons K._ bestätigte mit
Urteil vom 18. Juli 2018 den Entscheid der KESB und wies die Beschwerden der Eltern
ab, soweit darauf eingetreten wurde (act. 11/12). Das Gericht führte bezüglich des
Kontaktverbots aus, dass die KESB dem Beschwerdeführer mehrfach Gelegenheit
gegeben habe, sich um ein Kontaktrecht zu kümmern. Dieser habe sich jedoch bisher
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verweigert, dies zu tun. Ein solches Verhalten verdiene keinen Rechtsschutz. Nach
Einholung weiterer Unterlagen überprüfte die KESB Region K._ das Kontaktrecht der
Eltern und ordnete mit Entscheid vom 27. September 2018 an, dass dem
Beschwerdeführer ein ausschliesslich begleitetes Kontaktrecht zu den Kindern
zugestanden werde. Eine Wiederaufnahme der Kontakte sei mit vorgängiger Klärung
der Besuchsmodalitäten mit der Gutachterin denkbar. Allerdings hätten die Kinder
bisher nicht einmal zum Ausdruck gebracht, dass sie ihren Vater sehen wollten (act.
11/13).
Laut dem Schreiben der Beiständin vom 26. Februar 2018 wurde der Unterhalt im
Entscheid des Kreisgerichtes H._ vom 24. Juli 2012 geregelt und auf CHF 350 pro
Monat pro Kind festgelegt. Der Beiständin war nicht bekannt, ob dieser Entscheid auch
eingehalten worden sei. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 gewährte das Oberamt
Region K._ ab dem 1. Januar 2018 die Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge (act.
MA 39.3). Der Verfügung ist zu entnehmen, dass die Alimente bereits vorher
bevorschusst wurden. Insbesondere in der Zeit, als der Beschwerdeführer in den
Jahren 2012 bis 2014 Sozialhilfe bezog, konnte er wohl nicht für den Unterhalt der
Kinder aufkommen. Durch die Alimentenbevorschussung fehlt es damit vorliegend an
einer wirtschaftlich engen Verbundenheit zu den Kindern.
Selbst wenn der Beschwerdeführer damit – zumindest bis zum Entscheid der KESB mit
dem auferlegten Kontaktverbot ab April 2018 – regelmässig mit den Kindern Kontakt
hatte, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn wie bereits erwähnt, kann der
nicht obhutsberechtigte Elternteil die familiäre Beziehung zu seinem Kind zum
Vornherein nur im beschränkten Rahmen des Besuchsrechts leben. Dazu ist nicht
erforderlich, dass er sich dauernd im gleichen Land aufhält wie das Kind. Den
Anforderungen von Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn er mit seinen Kindern den
Kontakt besuchsweise von seiner Heimat aus, wobei aufgrund der Distanz gewisse
Schwierigkeiten nicht abgesprochen werden können, oder über klassische oder
moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten kann. Gemäss dem Entscheid der
KESB Region K._ vom 27. September 2018, welcher sich unter anderem auf die
Angaben einer Gutachterin stützt, sind entgegen der Behauptung des
Beschwerdeführers telefonische Kontakte mit den Kindern trotz ihrer gesundheitlichen
Einschränkungen möglich (act. 11/13 E. 2.5). Ferner verfügt auch das Heimatland des
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Beschwerdeführers über ein funktionierendes Telefonnetz und Internet (https://
en.wikipedia.org/wiki/Telecommunications_in_Angola). Überdies setzt die
Rechtsprechung für die Bejahung eines Bewilligungsanspruchs aufgrund der
Beziehung zu einem Kind mit gefestigtem Aufenthaltsrecht in der Schweiz nebst der
wirtschaftlichen und affektiven engen Beziehung ein tadelloses Verhalten des
Beschwerdeführers voraus. Im Hinblick auf seine strafrechtlichen Verurteilungen und
die Höhe seiner Schulden, auf welche in den nachfolgenden Erwägungen eingehender
eingegangen wird, erfüllt er diese Voraussetzung ebenfalls nicht. Im Übrigen gefährdete
er mit seinem Verhalten selbst den Fortbestand seines Familienlebens in der Schweiz.
Daher hat er es hinzunehmen, wenn die Beziehung zu seinen Kindern künftig nur noch
unter erschwerten Bedingungen gelebt werden kann (VerwGE B 2018/63 vom
14. August 2018 E. 6.7, www.gerichte.sg.ch).
4.5. Der Entscheid der Vorinstanz erweist sich auch nicht als unverhältnismässig: Der
Beschwerdeführer reiste im Jahr 2001 in die Schweiz ein und hält sich damit bereits 17
Jahre hier auf. Allerdings lebte er zuvor 31 Jahre in seinem Heimatland und verbrachte
damit dort die persönlichkeitsprägenden Kinder- und Jugendjahre. Er besuchte die
Schule, war als Händler tätig und begann eine Ausbildung. Seine Mutter und sein
Bruder sowie seine zwei weiteren Kinder (Jahrgang 1993 und 1995) leben im
Heimatland (act. MA 55ff.). Seine Angehörigen können ihm beruflich und sozial zur
Seite stehen. Es wird ihm möglich sein, gestützt auf die hier gemachten beruflichen
Erfahrungen eine Beschäftigung zu finden und sich ein neues Beziehungsnetz
aufzubauen, sollte ein solches in der Heimat fehlen. Spezifische persönliche Umstände,
die einer Ausreise des Beschwerdeführers entgegenstehen würden, werden vom
Beschwerdeführer nicht vorgebracht.
4.6. In der Schweiz konnte sich der Beschwerdeführer weder sozial noch beruflich
vertieft integrieren. Seit dem Jahr 2003 wurde er wiederholt strafrechtlich auffällig. In
den Jahren 2003 bis 2008 wurde er zweimal wegen Gewalt und Drohung gegen
Beamte und zweimal wegen Drohung bzw. mehrfacher Drohung sowie Fahren in
fahrunfähigem Zustand verurteilt (act. MA 151, 160, 176, 243). Aufgrund dieser
Verurteilungen wurde der Beschwerdeführer ein erstes Mal durch das Migrationsamt
verwarnt und seine Bewilligung mit der Auflage versehen, sich künftig klaglos zu
verhalten. In den Jahren 2010 und 2011 beging er Strassenverkehrsdelikte (act. MA
http://www.gerichte.sg.ch
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284, 291). Nebst den strafrechtlichen Verurteilungen kamen Schulden (act. MA 301f.)
dazu, was zur zweiten ausländerrechtlichen Verwarnung führte (act. MA 304). Mit
Entscheid des Kreisgerichts H._ vom 17. Juni 2013 wurde der Beschwerdeführer
wegen mehrfacher Drohung, Fahrens ohne Berechtigung, Missbrauchs von Ausweisen
und Schildern, Übertretung der Verkehrsversicherungsverordnung sowie Fahrens ohne
Haftpflichtversicherung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von
CHF 200 verurteilt (act. MA 452f.). Gemäss den Beilagen zur Beschwerde läuft ein
Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Pornografie, sexuellen Handlungen
mit Kindern sowie Vernachlässigung der Unterhaltspflichten. Unabhängig davon, ob
der Beschwerdeführer im laufenden Strafverfahren für schuldig erklärt wird, ist
unbestritten, dass sich dieser bereits davor weder an die Rechtsordnung noch an die
Auflagen gemäss den ausländerrechtlichen Verwarnungen hielt. Die Respektierung der
rechtsstaatlichen Ordnung stellt aber ein Element der Integration dar (vgl. Art. 4 AIG).
Bezüglich der wirtschaftlichen Integration ist festzuhalten, dass seit Ende 2008
Betreibungen gegen den Beschwerdeführer laufen. Gemäss dem
Betreibungsregisterauszug vom 9. Februar 2018 bestehen offene Verlustscheine in der
Höhe von CHF 92'519.70 und Betreibungen von CHF 23'766.10. Die Schuldensituation
des Beschwerdeführers verschlechterte sich in den letzten Jahren zunehmend, war er
doch im Juni 2010 noch mit CHF 45'940.30 verschuldet (act. MA 275f.). Vom
16. Dezember 2011 bis 27. Oktober 2014 bezog der Beschwerdeführer finanzielle
Unterstützungsleistungen vom Sozialamt in der Höhe von CHF 32'953.25 (act. MA
592). Seit dem September 2017 geht der Beschwerdeführer wieder einer
Erwerbstätigkeit auf Stundenlohnbasis nach. Insgesamt kann aufgrund der
strafrechtlichen Verurteilungen und der bestehenden Schulden nicht von einer
gelungenen Integration und Verwurzelung in der Schweiz die Rede sein. Trotz
weitreichender Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG) weist der Beschwerdeführer im Übrigen
auch nicht nach, über ein vertieftes ausserfamiliäres Umfeld zu verfügen.
4.7. Im vorliegenden Fall vermögen demnach die angeführten privaten Interessen des
Beschwerdeführers, seine – keineswegs unproblematische – Beziehung zu den hier
anwesenheitsberechtigten Kindern leben zu können, die erheblichen öffentlichen
Interessen an seiner Fernhaltung – Vermeidung weiterer Straffälligkeit und Schulden –
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nicht zu überwiegen. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich
demnach als verhältnismässig und die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12,
GKV). Die Kosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2‘000
verrechnet.
Ausseramtliche Kosten sind bei diesem Verfahrensausgang nicht zu entschädigen (Art.
98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).