# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ee28eb08-2a1b-5eab-9bb5-4f9db8596d94
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1948, habilitierter Biologe, war seit dem 1. Januar 2002 am Y._ tätig (Arbeitgeberbericht vom 21. Februar 2005, Urk. 8/26). Am 13. Oktober 2003 musste sich der Versi
cherte wegen einer Aortendissektion Typ A einem operativen Eingriff unterzie
hen (Bericht des O._-Spitals vom 21. Oktober 2003, Urk. 8/2). Kurz nach diesem Eingriff erlitt er einen Schlaganfall, der eine armbetonte Lähmung links zur Folge hatte (Urk. 8/2). Eine daraufhin durchgeführte neu
ropsychologische Untersuchung ergab zudem Defizite, unter anderem des Lang
zeitgedächtnisses und der Konzentration (Bericht von Dr. med. Z._, FMH Innere Medizin, vom 19. Februar 2009, Urk. 8/73/5). Am 17. August 2004 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/13). Da sich herausstellte, dass er zwar in Zürich eine Wohnung hatte, aber im A._, wo er ein Haus besass, angemeldet war, wurden die Akten der IV-Stelle des Kantons A._ überwiesen, die in der Folge – über einen langen Zeitraum hin - beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vornahm (vgl. Urk. 8/26-111). Per 31. Dezember 2008 lief das letzte befristete Arbeits
verhältnis des Versicherten beim Y._, wo er seit dem 1. Februar 2006 noch in einem 40%-Pensum angestellt war, ab (Arbeitgeberbericht vom 16. Juli 2010, Urk. 8/96). Im Frühjahr 2009 verlegte der Versicherte seinen Wohnsitz in die C._ (vgl. Schreiben des Sozial
zentrums P._ vom 2. August 2010, Urk. 8/105). Mit Beschluss der Vor
mundschaftsbehörde der C._ vom 8. April 2010 wurde ihm eine Bei
standschaft auf eigenes Begehren nach aArt. 394 ZGB errichtet (Urk. 8/107). Schliesslich sprach die IV-Stelle des Kantons A._ dem Versicherten mit Ver
fügungen vom 28. März 2011 mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2004 bis zum 31. Dezember 2008 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 % eine Dreivier
telsrente und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009 – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 % - eine ganze Rente zu (Urk. 8/131).
1.2
Am 18. April 2013 (Eingangsdatum) wurde der Versicherte von seiner Beistän
din und von der Hausärztin Dr. med. B._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, bei der IV-Stelle des Kantons Zürich zum Bezug einer Hilflo
senentschädigung angemeldet (Urk. 8/136). In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht von Dr. B._ vom 30. April 2013 ein (Urk. 8/141). Mit Verfügung vom 11. Juni 2013 teilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichskasse, dem Versicherten mit, dass die Altersrente die bisherige Invali
denrente per 1. September 2013 ablöse (Urk. 8/143). Am 22. Juli 2013 klärte die IV-Stelle ab,
ob beziehungsweise in welchem Ausmass der Versicherte im Sinne des Gesetzes als hilflos zu be
trachten ist (Bericht vom 23. August 2013, Urk. 8/145
)
, ehe sie ihm mit Vorbescheid vom 23. August 2013 die Abweisung sei
nes Begehrens um eine Hilflosenentschädigung in Aussicht stellte (Urk. 8/147). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die C._,
am 1
9. September bzw. 28. Oktober 2013 Einwand (Urk. 8/148 und Urk. 8/152), woraufhin die IV-Stelle die Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 27. Januar 2014 (Urk. 8/156) einholte. Mit Verfügung vom 6. Februar 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. April 2012 bis zum 31. August 2013 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades („leicht zu IV zu Hause mit Begleitung“) zu (Urk. 2/1). Sodann sprach die Ausgleichskasse dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Februar 2014 ab dem 1. September 2013 eine Hilflosenentschädigung leichten Grades („leicht zu AHV“) zu (Urk. 2/2).
2.
Gegen diese beiden Verfügungen erhob der Versicherte am 10. März 2014 Beschwerde und beantragte, es seien die angefochtenen Verfügungen aufzuhe
ben und es sei ihm ab Oktober 2004 eine Hilflosenentschädigung leichten Gra
des und ab Oktober 2010 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zuzu
sprechen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdefüh
rer am 14. Mai 2014 angezeigt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
)
in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilf
losenent
schä
digung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen
einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le
bensverrich
tun
gen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dau
ernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art. 38 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
). Praxisgemäss (BGE
121 V 88 E.
3a mit Hinweisen) sind die folgen
den sechs alltäglichen Lebens
verrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Nach
Art.
37
Abs.
1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versi
cherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltägli
chen Le
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über
wa
chung bedarf.
1.3
Gemäss Art. 37
Abs. 2
IVV
gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versi
cherte Person trotz der Ab
gabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebens
praktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE
121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.4
Gemäss
Art. 37
Abs. 3
IVV
gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe vo
n Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Ge
brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Drit
ter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewie
sen ist.
1.5
Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der
Rechtsprechung (BGE 117 V 148 E. 2 mit Hinweisen) nicht verlangt, dass die ver
sicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; viel
mehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regel
mässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist. In die
sem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erheblich:
-
beim Essen, wenn die versicherte Person zwar selber essen, die Speisen aber nicht zerkleinern kann, oder wenn sie die Speisen nur mit den Fingern zum Mund führen kann (BGE 106 V 153 E. 2b);
-
bei der Körperpflege, wenn die versicherte Person sich nicht selber waschen
oder kämmen oder rasieren oder nicht selber baden beziehungsweise du
schen
kann;
-
bei der Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn die versicherte Person im oder ausser Hause sich nicht selber fortbewegen kann oder wenn sie bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benötigt (BGE 121 V 91 E.
3c mit Hinwei
sen; ZAK 1990 S. 45 E. 3 mit Hinweisen).
1.6
Die benötigte Hilfe kann praxisgemäss nicht nur in direkter Dritthilfe, sondern
auch bloss in Form einer Überwachung der versicherten Person bei Vornahme de
r relevanten Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa die Drittperson sie auf
fordert, eine Lebensverrichtung vorzunehmen, die sie wegen ihres psychi
schen Zu
standes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde (sog. indirekte Dritthilfe; BGE 121 V 88 E.
3c, 107 V 145 E.
1c und 139 E.
1b, 105 V 38; 106 V 153, 105 V 52 E.
4a; Urteil des Bundesgerichts I 431/05 vom 13. Oktober 2005 E. 1.3 mit Hinweis).
1.7
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne
von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausser
halb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung ei
ner Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine Viertelsrente bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmäs
sig
und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erfor
der
lich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstä
tigkeiten im Rahmen vormundschaftlicher Massnahmen nach
Art.
398-419 des Zivilge
setz
buches (Art. 38 Abs. 3 IVV in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2014
in Kraft gewesenen Fassung
).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Beglei
tung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geisti
gen Ge
sundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behin
derte eine
n Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu den
ken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen da
von, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebensprakti
sche
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritt
hilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch
die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tu
t der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf Hilflosenentschädigung nicht davon ab
hän
gi
g, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.8
Gemäss
Art.
42
Abs.
4 IVG richtet sich der Anspruchsbeginn einer Hilflosenent
schädigung nach der Vollendung des ersten Lebensjahres nach Art. 28
Abs.
1 lit. b IVG. Gemäss Randziffer 8092 des ab 1. Januar 2012 geltenden Kreis
schreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung
en
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) entsteht der Anspruch grund
sätzlich nach dem Ablauf des Wartejahres in sinngemässer Anwendung von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG. Die Regeln über die Entstehung des Rentenanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 IVG sind hier nicht anwendbar. Diese Verwaltungsweisung ist gesetzeskonform und daher auch für das Gericht anwendbar (BGE 137 V 351 E. 5.1).
Macht eine versicherte Person ihren Anspruch a
uf eine Hilflosenentschädigung
mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend, so wird die Le
istung in Abweichung von Art. 24 Abs.
1 ATSG
nur für die zwölf Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung vorangehen
(Art. 48 Abs. 1 IVG)
.
Gemäss Art. 48 Abs. 2 IVG wird die Leistung für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte (lit. a) und den Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon Kenntnis erhalten hat, geltend macht (lit. b).
Werden nach Abschluss des Verfahrens neue (gleich- oder andersartige) Ansprü
che bei der IV angemeldet, und ist aufgrund der Aktenlage anzunehmen, der Anspruch hätte schon anlässlich der
früheren Anmeldung geprüft werden müssen
, so bleibt
diese frühere Anmeldung wirksam (Randziffer 1032 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2010).
1.9
Gemäss
Art.
43
bis
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter
lasse
nen
versicherung (AHVG)
haben Bezüger von Altersrenten oder Ergän
zungs
leistungen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG
)
in der Schweiz, die in schwerem, mittlerem oder leichtem Grad hilflos (Art. 9 ATSG)
sind,
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung
.
Dem Bezug einer Altersrente ist der Rentenvorbezug gleichgestellt.
Hat eine hilflose Person bis zum Erreichen des Rentenalters oder dem Renten
vorbezug eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung bezogen, so wird ihr die Entschädigung mindestens im bisherigen Betrag weitergewährt
(Art.
43
bis
Abs. 4 AHVG).
1.10
Auf einen voll beweiskräftigen Abklärungsbericht für die Bemessung der Hilflo
sigkeit ist - ausgehend von den in BGE 128 V 93 E. 4 entwickelten Vorausset
zungen und unter Berücksichtigung der in AHI 2000 S. 319 f. E. 2b dargelegten Grundsätze zur Zusammenarbeit
zwischen dem Arzt einerseits und der Verwal
tung sowie dem Gericht anderer
seits
- zu erkennen, wenn der Bericht folgenden Anforderungen genügt: Als Bericht
erstatterin wirkt eine qualifizierte Person, wel
che Kenntnis der örtlichen und räum
lichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diag
no
sen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Der Be
richt
s
text muss plausibel, begründet und detail
liert bezüglich der einzel
nen all
täglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbe
standsmässigen Er
forder
nisse der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege sein. Schliess
lich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entschei
dungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung täti
gen
den Person nur ein, wenn klar feststell
bare Fehleinschätzun
gen vorliegen. Das
gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kom
petente Abklärungs
per
son näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Be
schwerdefall zustän
dige Gericht (BGE 130 V 61).
2.
2.1
Vorweg zu nehmen ist, dass die Invalidenrente des im August 1948 geborenen Beschwerdeführers per 1. September 2013 durch die AHV-Rente abgelöst wurde (vgl. Sachverhalt Ziffer 1). Dementsprechend wurde die angefochtene Verfü
gung vom 6. Februar 2014 (Urk. 2/1), mit welcher ihm eine Hilflosenentschädi
gung vom 1. Oktober 2012 bis 31. August 2013 zugesprochen wurde, von der Beschwerdegegnerin und die Verfügung vom 13. Februar 2014 (Urk. 2/2), mit welcher ihm eine Hilflosenentschädigung ab 1. September 2013 zugesprochen wurde, von der Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich erlassen. Richtigerweise muss demnach auch die Ausgleichskasse als Beschwerdegegnerin im Rubrum aufgeführt werden. Das Rubrum ist daher ent
sprechend zu ergänzen. Da die Verfügung der Ausgleichkasse auf der Bemes
sung der Hilflosigkeit durch die IV-Stelle beruht (Urk. 2/1-2; vgl. Randziffer 8148 des ab 1. Januar 2014 gültigen KSIH; vgl. auch E. 1.9), kann vom Beizug einer Stellungnahme der Ausgleichskasse abgesehen werden.
2.2
Streitig und zu prüfen sind der Anspruchsbeginn und die Höhe der dem Beschwerdeführer zustehenden Hilflosenentschädigung.
2.3
Die Beschwerdegegnerin begrün
dete die angefochtenen Verfügungen
dami
t, dass im Rahmen des vorangegangenen Verfahrens anlässlich der Abklärung bezüglich Haushalt und Erwerbstätigkeit vom 12. August 2010 festgehalten worden sei, dass der Aufwand betreffend lebenspraktische Begleitung auf einen Einsatz pro Monat begrenzt sei, weshalb damals ein entsprechender Anspruch verneint wor
den sei. In der Folge habe der mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde der C._ vom 8. April 2010 eingesetzte Beistand des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin keine Meldung bezüglich Ausbau dieser Leistungen gemacht, und der Ausbau der Spitex-Hilfe sei erst im Zuge der Abklärung bezüg
lich Hilflosenentschädigung per 22. Juli 2013 aktenkundig geworden. Aus diesem Grund sei vorliegend die Anmeldung per 18. April 2013 massgebend, und die Auszahlung könne maximal ein Jahr rückwirkend per 1. April 2012 erfolgen. Bei den relevanten alltäglichen Lebensverrichtungen „Körperpflege/Notdurft/An- und Auskleiden“ erhalte der Beschwerdeführer aktuell gemäss Angaben vor Ort täg
lich weder direkte noch indirekte Hilfe einer Drittperson. Zweifelsohne benö
tige er während der Präsenz der Spitex-Hilfe jeweils Aufforderung, Kontrolle und Motivation, zum Beispiel die Körperpflege besser durchzuführen, vermehrt die Kleider zu wechseln oder vermehrt aufzustehen. Der Aufwand dafür werde de facto aber im Rahmen des zu bejahenden Anspruchs auf lebenspraktische Be
gleitung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Woche erbracht, wes
halb kein separater Bereich der alltäglichen Lebensverrichtungen angerechnet werden könne. Der Beschwerdeführer habe daher ab dem 1. April 2012 Anspruch auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit im Sinne einer lebensprakti
schen Begleitung (Urk. 2/1).
2.4
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, dass er den Anspruchs
beginn per 1. April 2012 bestreite, zumal er bereits am 17. August 2004 ein Leistungsgesuch gestellt habe. Die im Anschluss daran vorgenommenen Abklärungen hätten ergeben, dass schon damals eine erhebliche Hilflosigkeit bestanden habe. Dies sei auch klar dokumentiert. Aktuell sei neben dem Bedarf an lebenspraktischer Begleitung ein Hilfebedarf in drei bis vier alltäglichen Lebensverrichtungen ausgewiesen. Der Beschwerdeführer habe daher ab Okto
ber 2004 vorerst Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades und ab Oktober 2010 auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades (Urk. 1).
3.
3.1
Dr. Z._ gab im Bericht vom 19. Februar 2009 zuhanden der Beamtenver
sicherungskasse des Kantons Zürich an, dass der Beschwerdeführer zur vertrau
ensärztlichen Untersuchung ohne Pullover, Jacke oder Mantel erschienen sei, trotz der frostigen Aussentemperaturen. Der Beschwerdeführer mache einen verwahrlosten Eindruck. Gemäss seinen eigenen Angaben führe er seinen Haushalt alleine. Nur alle paar Monate käme eine Mitarbeiterin der Spitex für Manicure und Pedicure vorbei (Urk. 8/73/2-5).
3.2
Der Beistand des Beschwerdeführers erklärte im Schreiben vom 5. Mai 2010, dass die neurologisch bedingte Wesensveränderung den Beschwerdeführer in sämtlichen Lebensbereichen beeinträchtige. Er habe sich krankheitsbedingt aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen und sei extrem verwahrlost. Dies habe auch dazu geführt, dass er im Dezember 2008 seine Stelle beim Y._ verloren habe. Im Weiteren fehle dem Beschwerdeführer die Krankheitseinsicht und er sei unfähig, die an ihn gerich
tete Post zu öffnen bzw. adäquat darauf zu reagieren (Urk. 8/85/1-2).
3.3
Dem Schreiben des Beistandes vom 2. August 2010 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gesundheitlich stark angeschlagen sei, völlig zurückgezogen in seiner kleinen 1-Zimmerwohnung in D._ lebe und je
den Kontakt mit Drittpersonen vermeide. Seine Post öffne er seit Jahren nicht mehr (Urk. 8/105).
3.4
Im Bericht vom 7. Oktober 2010 betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, die der Abklärungsdienst der Beschwer
degegnerin im Auftrag der IV
Stelle des Kantons A._ am 12. August 2010 vornahm, hielt die zuständige Abklärungsperson fest, dass für den Beschwer
deführer vor ca. fünf Monaten eine Beistandschaft angeordnet worden sei, weil dieser am Verwahrlosen gewesen sei. Er habe jahrelang die Post nicht mehr regelmässig geöffnet, und die Wohnung habe desaströs ausgesehen. Eine lebenspraktische Begleitung komme nicht zum Tragen, da der Beschwerdeführer nicht zwei Stunden pro Woche Unterstützung durch Dritte erhalte. Eigentlich bräuchte er diese Unterstützung, er verweigere sich jedoch. Man akzeptiere die Entscheidung des Beschwerdeführers und mache lediglich das Nötigste. Zum Beispiel komme einmal im Monat die Spitex, welche ihm bei der Körperpflege helfe. Der Beistand erledige alle zwei Wochen alles Administrative, was nicht anrechenbar sei. Die Haushaltshilfe komme höchstens einmal im Monat vorbei, um im Haushalt das Nötigste zu machen. Kochen könne der Beschwerdeführer nicht. Er gehe täglich ins Restaurant essen (Urk. 8/109/1).
Weiter gab die Abklärungsperson an, dass es in der Wohnung des Beschwerde
führers schmuddelig und nicht richtig aufgeräumt sei. Die Küchenecke sei soweit sauber, aber der Beschwerdeführer koche ja nicht zu Hause. Das Bett und der Boden seien schmutzig und auch die Kleider alles andere als sauber. Der Beistand habe mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer saubere Kleider im Schrank habe, die Kleider allerdings nicht wechseln wolle. Auch die Bettwäsche werde nicht gewechselt, sondern weggeworfen und das Bett mit Neugekauftem bezo
gen. Die Bettwäsche sei so schmutzig, dass man sie nicht mehr waschen könne. Der Beschwerdeführer könne sich ausser Haus mit Hilfe eines Gehstockes fort
bewegen. Alle Arbeiten erledige er mit seiner rechten Hand. Es sei ihm möglich, ca. 150 m zu gehen. Mit dem Bus könne er bis zum E._ (ca. drei Stationen) fahren, um Sachen zu erledigen (Urk. 8/109/1-2). Die Abklä
rungs
per
son kam zum Schluss, dass zur Zeit noch kein Anspruch auf eine Hilf
losen
ent
schädigung resp. lebenspraktische Begleitung bestehe (Urk. 109/5).
3.5
Die zuständige Mitarbeiterin der Sozialen Dienste der C._ hielt in der Aktennotiz vom 29. April 2013 fest, die Spitex-Mitarbeiterin habe ihr mitge
teilt, dass sie tags darauf mit dem Hausarzt sprechen werde. Sie werde ihn fra
gen, ob es sinnvoll wäre, wenn der Beschwerdeführer in nekrologischer Hin
sicht abgeklärt würde. Es sei problematisch, dass er ständig einnässe, einkote und ohne den ständigen Einsatz der Spitex wundliegen würde. Die Spitex könne diesen Service jedoch nicht leisten. Ein Übertritt in eine Einrichtung wäre sinnvoll (Urk. 3/6).
In einer zweiten Aktennotiz vom 29. April 2013 hielt die Mitarbeiterin der Sozialen Dienste der C._ fest, dass der Beschwerdeführer gemäss Angaben der Spitex-Mitarbeiterin inkontinent sei. Der Dekubitus sei gefährdet, da er fast den ganzen Tag im Bett liege. Er trage seine Inkontinenzhose nicht, obwohl diese von der Spitex organisiert worden sei. Er trinke Wein, den er offenbar nicht gut vertrage, so dass er öfters hinfalle. Im Raum rieche es unan
genehm, und der Beschwerdeführer sei schmutzig. Das Reinigungspersonal der Spitex weigere sich, weiterhin hinzugehen. Nach seinem Unfall (Hirnblutung) habe er nicht genügend Rehabilitation gehabt. Körperpflege habe er nicht gelernt. Sie sei der Auffassung, dass es so nicht mehr verantwortbar sei, den Beschwerdeführer alleine zu Hause zu lassen (Urk. 3/7).
3.6
Dr. B._ stellte im Bericht vom 30. April 2013 folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/141/5):
(1)
chronischer Alkoholabusus
-
Verwahrlosung
(2)
Status nach Aortendissektion Typ A im Oktober 2003
-
Ersatz der aszendierenden Aorta und des Hemibogens
-
r
esiduelles motorisches Hemisyndrom
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. B._ eine arterielle Hypertonie. Sie gab an, dass sie beim Beschwerdeführer im Rahmen der letzten Kontrolle vom 4. April 2013 eine Druckstelle am linken Oberschen
kel und ein Hämatom am linken Gesäss festgestellt habe. Der Beschwerdeführer rieche nach Urin und habe kariöse Zähne. Seine Haare seien ungekämmt und er sei unrasiert. Der Gang mit Hemizirkumduktion am Stock sei unsicher. Aktuell sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig. Eine generelle künftige Arbeitsunfähigkeit könne sie nicht prognostizieren (Urk. 8/141/5-6).
Weiter erklärte Dr. B._, dass der Beschwerdeführer im Bereich „Ankleiden, Auskleiden“ keiner regelmässigen und erheblichen Hilfe bedürfe. Er müsse aber daran erinnert und aktiviert werden. Im Bereich „Aufstehen, Absitzen, Ablie
gen“ bestehe demgegenüber ein regelmässiger und erheblicher Hilfsbedarf, wobei als Hilfeleistung ein „Transfer“ erforderlich sei. Dasselbe gelte auch für den Bereich „Essen“. Im Bereich „Verrichten der Notdurft“ sei der Beschwerde
führer ebenfalls auf regelmässige und erhebliche Hilfe angewiesen, da er in letzter Zeit inkontinent sei. Im Bereich „Fortbewegung“ bedürfe er keiner regel
mässigen und erheblichen Hilfe, er brauche aber jemanden zur Motivation. Im Weiteren seien dauernde Pflege sowie laut Spitex theoretisch - wegen Ver
wahrlosung mit Selbstgefährdung - dauernde persönliche Überwachung erfor
derlich. Schliesslich bedürfe der Beschwerdeführer auch einer lebenspraktischen Begleitung (Urk. 8/141/7-9).
3.7
3.7.1
Im Bericht vom 23. August 2013 hielt die Abklärungsperson fest,
dass der Beschwerdeführer
ihn am 22. Juli 2013
in seiner 1,5-Zimmerwohnung im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses (ohne Lift) freundlich begrüsst habe. Beim Gespräch dabei gewesen sei auch die Beiständin. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass es ihm auf dem Bett am wohlsten sei. Von dort aus könne er in Ruhe Bücher lesen und TV schauen. Momentan verfasse er keine biologi
schen Texte und Manuskripte, da ihn der Ellbogen-Unfall (links) vom Mai 2013 zurückgeworfen habe. Er publiziere heute wenig. Von der Beiständin erhalte er pro Monat Barmittel in der Höhe von Fr. 2‘700.--, um damit die Rechnungen für die Mittagessen, die aus dem Restaurant im Erdgeschoss geliefert würden, zu bezahlen. Nach einem Mittagsschlaf lese er wieder Bücher und am Abend esse er etwas Kaltes, zum Beispiel Aufschnitt. Am Wochenende würden sich die Tage und deren Strukturierung nicht stark unterscheiden. Betreffend seine gesundheitliche Situation habe der Beschwerdeführer angegeben, dass sein Zustand in den letzten Jahren gleich geblieben sei. Zu schaffen mache ihm der Ellbogen nach dem Sturz im Mai 2013. Damals sei er nach einem einwöchigen Spitalaufenthalt nach Hause zurückgekehrt. Die Einschränkungen am linken Ellbogen hätten sich inzwischen aber zurückgebildet, und eigentlich wäre er heute in der Lage, wieder selber nach draussen zu gehen. Er werde dies bald wieder versuchen. Er brauche nicht viel und lebe bescheiden in seiner Woh
nung. Er lebe und arbeite für seine Interessen in der Biologie. Den Haushalt und die Körperpflege habe er seit Jahren vernachlässigt und diesen Punkten keine Priorität gegeben. Heute sei er froh, dass die Spitex seit Oktober 2010 regel
mässig für zwei Stunden wöchentlich bei ihm vorbeikomme und ihm bei der Körperpflege helfe, die Wäsche reinige und Einkäufe tätige. Er schätze es auch, dass einmal im Monat eine Putzhilfe für rund drei Stunden zu ihm komme und den Haushalt putze. Weiter schätze er es, dass seine Beiständin für ihn die Administrationsaufgaben erledige. Er selbst merke sich sämtliche Termine und lege die offenen Termine (Briefe oder Karten) auf den Beistelltisch neben sei
nem Bett. Der Beschwerdeführer sei zeitlich und örtlich orientiert. Wenn er persönliche Sachen wünsche, gebe er der Spitex den Auftrag, die entsprechen
den Einkäufe zu tätigen (Urk. 8/145/1-2).
Sodann hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beiständin im Telefongespräch vom 25. Juli 2013 angegeben habe, dass sie nach entsprechender Rückmeldung der Spitex-Leiterin eine medizinische Untersuchung bei den F._ in Auftrag gegeben habe. Dr. med. G._, Oberarzt der F._, habe den Beschwerdeführer im Juni 2013 interviewt und festgestellt, dass keine unmittelbare Notsituation bestehe und er im aktuel
len Setting bleiben könne. Gleichwohl habe die Beiständin erklärt, dass sie versuchen werde, einen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik H._ zu organi
sieren, damit der Beschwerdeführer in seiner Mobilität auf den Beinen und generell in seiner Beweglichkeit gefördert werde und so in der eigenen Woh
nung verbleiben könne (Urk. 8/145/2).
3.7.2
Alsdann erklärte die Abklärungsperson, dass der Beschwerdeführer in den all
täg
lichen Lebensverrichtungen „Ankleiden, Auskleiden“, „Aufstehen, Absit
zen, Abliegen“ und „Essen (normal zubereitete Mahlzeiten)“
funktionell selb
ständig sei. Diesbezüglich bestünden keine Einschränkungen im Sinne des Gesetzes (Urk. 8/145/2-3).
Im Bereich „Körperpflege“ würde sich der Beschwerdeführer vernachlässigen. Konkret warte er darauf, dass jeden zweiten Tag die Spitex-Hilfe komme und ihn motiviere und auffordere, mit der Körperpflege zu beginnen. Alleine würde er die Körperpflege nicht oder nur unregelmässig durchführen. Die Pflege des Bartes und der Haare gelinge ihm nur oberflächlich, weshalb die Spitex ihm diesbezüg
lich vollumfänglich helfe. Der Einstieg in die Badewanne gelinge ihm nur erschwert selber, da er einen schlechten Stand habe. Wegen der feinmotorischen Defizite stelle die Spitex-Hilfe auch die Nagelpflege periodisch sicher. Es sei daher anzumerken, dass der Beschwerdeführer wegen seiner Grunderkrankung Motivation und Aufforderung sowie direkte Hilfe Dritter bei der Körper- und Haarpflege benötige. Ohne die Hilfe Dritter würde er sich vernachlässigen. Die Regelmässigkeit und die Erheblichkeit im Sinne des Gesetzes seien erfüllt, wes
halb dieser Bereich ab dem 1. Oktober 2010 angerechnet werden könne (Urk. 8/145/3).
Betreffend den Bereich „Reinigung nach Verrichtung der Notdurft“ sei der Beschwerdeführer funktionell selbständig. Er habe angegeben, dass er selber regelmässig auf die Toilette gehe, um seine Bedürfnisse zu verrichten. Nach dem Ellbogen-Unfall habe er einige Monate lang eingenässt und sei auf das Tragen von Pants angewiesen gewesen. Heute trage er aber keine Pants mehr. Ebenso benötige er die Urinflaschen, die er unter dem Bett lagere, heute nicht mehr. Es würden daher keine Einschränkungen im Sinne des Gesetzes bestehen, weshalb dieser Bereich nicht angerechnet werden könne (Urk. 8/145/3).
Bezüglich des Bereiches „Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte“ sei der Beschwerdeführer ebenfalls funktionell selbständig. Er sei zwar unsicher auf den Beinen und müsse sich in der Wohnung daher an den Wänden oder Möbeln festhalten. Derzeit verzichte er aber noch auf einen Rollator. Das Treppensteigen nach oben gelinge ihm besser, da er sich dabei am Handlauf festhalten könne. Das Treppensteigen nach unten gehe heute noch nicht, da er seinen Arm links noch nicht vollständig belasten könne. Für weitere Strecken melde er sich bei I._ Taxi. Bald werde er wieder versuchen, ins 200 m entfernte Restaurant zu laufen, um unter die Leute zu kommen. Er lebe aktuell zurückgezogen und sei nur noch mit zwei Freunden telefonisch und persönlich in Kontakt. Der eine lebe in J._ und der andere in Q._. Von diesen Freunden würde er auch besucht. Weiter pflege er oberflächliche Kontakte zu einer Nachbarin, die ihn regelmässig besuche und zum Beispiel zu Weihnachten Gebäck bringe. Aktuell habe er zu seinen Arbeitskollegen keinen E-Mail-Kontakt mehr, da er im Moment an keinen Biologie-Manuskripten mehr arbeite. Er sei ein Einzelkind und seine Eltern seien verstorben, weshalb er sich grundsätzlich mehr Kontakt wünschen würde. In diesem Bereich würden daher keine Einschränkungen im Sinne des Gesetzes bestehen, weshalb er nicht angerechnet werden könne (Urk. 8/145/3-4).
Ein Bedarf an Hilfe Dritter für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte wegen einer Sinnesschädigung (zum Beispiel Sehschwäche) oder eines körperlichen Gebre
chens entfalle, da kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung im Sonderfall vorliege. Im Weiteren entfalle auch ein Anspruch auf eine lebenspraktische Begleitung, da der Beschwerdeführer bereits eine AHV-Rente beziehe. Was eine allfällige dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe betreffe, sei zu erwähnen, dass dem Beschwerdeführer im Rahmen der allgemeinen Betreuung der Spitex auch die Medikamente gerichtet würden, obwohl er angegeben habe, dies selber machen zu können. Er nehme die Medikamente regelmässig selbständig ein und erhalte die betreffende Ration für die Wochenenden jeweils drei Tage im Voraus. Schliesslich entfalle auch ein Anspruch auf persönliche Überwachung, da keine Eigen- oder Fremdgefährdung im Sinne des Gesetzes bestehe (Urk. 8/145/3).
3.7.3
Die Abklärungsperson kam daher zum Schluss, die Abklärung vor Ort habe erge
ben, dass der Beschwerdeführer in fünf Bereichen der alltäglich relevanten Lebensverrichtungen im Sinne des Gesetzes selbständig sei. Im Bereich „Körper
pflege“ benötige er seit Oktober 2010 direkte und indirekte Hilfe Dritter. Mangels Ausgewiesenheit eines zweiten Bereiches könne kein Wartejahr eröffnet werden. Zudem bestünden weder eine Pflege- noch eine Überwachungsbedürftigkeit. Ebenfalls nicht bejaht werden könnten die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung, da die Voraussetzungen der Regelmässigkeit, Dauer und Intensität nicht erfüllt seien und der Beschwerdeführer bereits eine AHV-Rente beziehe, was den Leistungsbezug ausschliesse (Urk. 8/145/4-5).
3.8
Der zuständige Spitex-Mitarbeiter erklärte im Bericht vom 28. Oktober 2013, dass der Beschwerdeführer seit Juli 2007 bei ihnen Kunde sei. Anfänglich hätte die Spitex ca. jede sechste Wochen Leistungen erbracht. Im Laufe der Zeit hätten die Leistungen aber kontinuierlich gesteigert werden müssen. Heute würden folgende Leistungen erbracht (Urk. 8/151/1):
-
einmal wöchentlich Medikamente richten und bei Bedarf neue Medikamente
bestellen
-
t
äglich Medikamente vorbeibringen (15 Minuten, Pflegeleistung) und bei Bedarf Bett
frisch be
ziehen (der Beschwerdeführer habe ein Inkontinenzproblem)
-
drei Mal wöchentlich Blutdruckkontrolle
-
drei Mal wöchentlich
duschen und Kleider wechseln (3,
5 Stunden pro Woche) und
bei Bedarf Fingernägel sowie Bart und Haare schneiden
-
Haushaltsleistungen (alle 14 Tage
zwei Stunden)
-
Hauptreinigung der Wohnung (zwei Mal jährlich fünf Stunden)
-
sämtliche Einkäufe erledigen (1,
75 Stunden/Monat, Hauswirtschaftsleistung) sowie
Besorgung der Wäschereinigung im Spitex-Zentrum
Der Beschwerdeführer liege mehr oder weniger den ganzen Tag nur im Bett und stehe einzig auf, wenn er vonseiten der Spitex dazu motiviert werde, zum Bei
spiel zwecks Wechsels der Bettwäsche oder zum Duschen. Zum Essen setze er sich an den Bettrand. Das Essen werde täglich vom Restaurant K._ geliefert und auf einem Stuhl neben dem Bett serviert. Das benötigte Geschirr/Besteck werde durch die Spitex gereinigt. Nach dem Duschen müsse der Beschwerdefüh
rer aufgefordert werden, saubere Unterwäsche anzuziehen, da er diese von sich aus nicht wechsle. Kleidung trage er nur, wenn er ausser Haus gehe, beispiels
weise zum Konsilium im Spital oder zum Hausarzt. Beim Ankleiden benötige er Hilfe. Weiter uriniere der Beschwerdeführer in eine Flasche, die neben dem Bett stehe. Diese Flasche würde von den Spitex-Mitarbeitern täglich geleert, wenn sie die Medikamente vorbeibringen würden. Zusätzlich trage der Beschwerdeführer Pants, nachdem er bis vor kurzem regelmässig zwei bis drei Mal pro Woche ein
genässt habe. Es habe einiges an Motivation gebraucht, bis er eingewilligt habe, die Pants regelmässig zu tragen, wobei er diese in der Regel auch nicht selbstän
dig wechsle. Der Beschwerdeführer ziehe sie aus, wenn sie nass seien. Danach ziehe er aber keine neuen mehr an. Das passiere bei Bedarf durch die Spitex beim täglichen Einsatz oder nach dem Duschen. Die Hilfs- und Pflegeleistungen der Spitex würden daraufhin abzielen, dass der Beschwerdeführer weiterhin in sei
nem gewohnten Umfeld bleiben könne. Ab und zu benötige es Gespräche mit ihm, in denen er darauf hingewiesen werden müsse, dass seine Kooperation bei den täglichen Hilfeleistungen zwingend sei, da sie ansonsten wegen Unzumut
barkeit die Leistungen einstellen müssten. Dies würde bedeuten, dass der Beschwerdeführer in einen enger betreuten Rahmen (Pflegeheim oder betreutes Wohnen) müsste. Da es für den Beschwerdeführer sehr wichtig sei, dass er in sei
ner Wohnung bleiben könne, funktioniere es dann über eine gewisse Zeit wieder gut (Urk. 8/151/1).
Ferner führte der Spitex-Mitarbeiter aus, es sei zukünftig geplant, dass der Beschwerdeführer eine Begleitung durch die Nachbarschaftshilfe oder eine ähnli
che Institution erhalte. Das Ziel dabei sei, dass er aus seiner sozialen Isolation geführt werden und ab und zu ausser Haus gehen könne. Da er gerne Schach spiele, könnte ihm auch dies ermöglicht werden. Nach seinem letzten Sturz habe der Beschwerdeführer Mühe gehabt, sich alleine ausser Haus zu bewegen. Bei auswärtigen Terminen bestelle die Spitex das I._ Taxi. Der Fahrer hole den Beschwerdeführer jeweils in der Wohnung ab und führe ihn auch wieder in die Wohnung zurück. Der Beschwerdeführer benötige einen Gehstock (Urk. 8/151/2).
3.9
In der Stellungnahme vom 27. Januar 2014 ergänzte die zuständige Abklärungs
person, dass sich die Wohnung des Beschwerdeführers anlässlich der Abklärung vom 22. Juli 2013 in einem durchschnittlich gepflegten Zustand befunden habe. Aus den Akten gehe hervor, dass früher eine Verwahrlosungstendenz habe fest
gestellt worden sei, die aufgrund der Organisation einer Spitex-Hilfe habe unter Kontrolle gebracht werden können. Eine Untersuchung des F._ sei im Juni 2013 zum gleichen Schluss gekommen. Offenbar habe der Ausbau der Spitex-Hilfe von früher einem Einsatz pro Monat auf einen Einsatz von zwei Stunden pro Woche diesbezüglich eine Stabilisierung der Situation gebracht, weshalb der Fall unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung neu aufgebaut und beurteilt werden könne. Anlässlich der Abklärung betreffend Haushalt und Erwerbstätig
keit per 12. August 2010 sei festgehalten worden, dass der Aufwand bezüglich lebenspraktischer Begleitung auf einen Tag pro Monat begrenzt gewesen sei. Der mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde der C._ vom 8. April 2010 eingesetzte Beistand habe der Beschwerdegegnerin sodann keine Mitteilung bezüglich Ausbau dieser Leistungen gemacht. Der Ausbau der Leistungen sei erst im Zuge der Abklärung bezüglich Hilflosenentschädigung per 22. Juli 2013 aktenkundig geworden. Die Anmeldung des Beschwerdeführers vom 18. April 2013 sei vorliegend daher massgebend und die Auszahlung der Hilflosenentschä
digung könne maximal ein Jahr rückwirkend per 1. April 2012 erfolgen. Das Wartejahr könne somit frühestens am 1. April 2011 eröffnet werden und falle vor das ordentliche AHV-Alter des Beschwerdeführers, weshalb grundsätzlich eine lebenspraktische Begleitung gesprochen werden könne, wenn die inhaltlichen Voraussetzungen dafür gegeben seien (Urk. 8/156/1).
Betreffend die Bereiche „Körperpflege/Notdurft/An- und Auskleiden“ sei hin
zu
zu
fü
gen, dass der Beschwerdeführer gemäss Angabe vor Ort weder direkte noch indirekte Dritthilfe erhalte. Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass es ihm wohl sei, lange im Bett zu bleiben und seinen selbst gewählten Prioritäten nachzugehen. Auf spezifisches Rückfragen habe er bestätigt, dass es für ihn stimme, in einfachen und bequemen Kleidern zu leben und den Tag mehrheitlich auf dem Bett liegend zu verbringen und TV zu schauen oder anderen Aktivitäten nachzugehen. Auf explizites Nachfragen habe er auch bestätigt, dass er die Urin-Flasche unter dem Bett nicht verwende, sondern aufs WC gehen würde. Zweifels
ohne benötige der Beschwerdeführer während der Präsenz der Spitex-Hilfe jeweils Aufforderung, Kontrolle und Motivation, um zum Beispiel die Körper
pflege besser durchzuführen, vermehrt die Kleider zu wechseln oder vermehrt aufzustehen. Der Aufwand dafür werde aber de facto im Rahmen der zu
bejahen
den lebenspraktischen Begleitung erbracht, weshalb kein separater Bereich der all
täglich relevanten Lebensverrichtungen angerechnet werden könne. Zusam
men
fassend sei somit ein Anspruch auf eine leichte Hilflosenentschädigung im Sinne einer lebenspraktischen Begleitung rückwirkend zu bejahen (Urk. 8/156/1-2).
4.
4.1
Umstritten ist zunächst der Beginn des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung. Dabei stellt sich die Frage, ob es die IV-Stelle des Kantons A._ anlässlich der früheren Anmeldung des Beschwerdeführers vom 17. August 2004 unterlassen hat, den Anspruch auf Hilflosenentschädigung zu prüfen.
4.2
Der Beschwerdeführer machte dazu geltend, dass in den betreffenden medizini
schen und weiteren Akten bereits eine erhebliche Hilflosigkeit dokumentiert gewesen sei. Dennoch sei damals kein formeller Entscheid betreffend Hilflosig
keit erlassen worden (Urk. 1 S. 3 und S. 9).
4.3
Dem Beschwerdeführer ist zwar darin beizupflichten, dass es aufgrund der Berichte von Dr. Z._ vom 19. Februar 2009 (vgl. E. 3.1) und der Schreiben des Beistandes vom 5. Mai und 2. August 2010 (vgl. E. 3.2 und E. 3.3) einige Anhaltspunkte dafür gibt, dass bereits damals im Rahmen einzelner alltäglicher Lebensverrichtungen ein gewisser Hilfebedarf bestanden haben und die Vorausset
zungen für eine lebenspraktische Begleitung erfüllt gewesen sein könnten. Die Abklärungsperson, welche im Auftrag der IV-Stelle des Kantons A._ die damalige Haushaltabklärung vom 12. August 2010 vornahm, liess dies aller
dings nicht unberücksichtigt und prüfte im Rahmen dieses Hausbesuches - bei dem es in erster Linie um die Prüfung der Frage ging, in welchem Umfang der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre – auch, ob die Voraus
setzungen für eine lebenspraktische Begleitung erfüllt sind. Mit der Begrün
dung, dass es der Spitex und der Haushaltshilfe damals noch möglich gewesen sei, das Allernötigste im Rahmen je eines monatlichen Besuches beim Beschwerdeführer zu erledigen, kam die Abklärungsperson dann aber zum Schluss, dass die betreffenden Voraussetzungen nicht erfüllt seien (vgl. E. 3.4). Unter diesen Umständen kann daher nicht gesagt werden, dass die damals zuständige IV-Stelle des Kantons A._ (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1 und Art. 55 Abs. 1 IVG) den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung anlässlich der Anmeldung des Beschwerdeführers vom 17. August 2004 pflichtwidrigerweise nicht geprüft hätte.
In der Folge wurde die nunmehr zuständige Beschwerdegegnerin – wie sie zutreffend bemerkte (Urk. 2 S. 3) - weder vom Beschwerdeführer noch vom Beistand noch von der Hausärztin Dr. B._ über den Ausbau der Spitex-Leis
tungen informiert. Diese Leistungen wurden erst im Rahmen der Anmeldung des Beschwerdeführers bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug einer Hilflo
senentschädigung vom 18. April 2013 aktenkundig. Massgebend ist vorliegend deshalb diese Anmeldung vom 18. April 2013, und die Leistungen können nur für die zwölf Monate nachgezahlt werden, die der Geltendmachung des Anspruchs vorangehen (vgl. E. 1.8).
5.
5.1
Im Weiteren ist
das Ausmass des Hilfsbedarfs bzw. die
Höhe der dem Beschwer
deführer zustehenden Hilflosenentschädigung zu prüfen.
5.2
Unumstritten und aufgrund der Aktenlage ausgewiesen ist zunächst, dass die Voraussetzungen für eine lebenspraktische Begleitung spätestens seit Eröffnung des Wartejahres im April 2011 erfüllt sind (vgl. E. 3.9 und Urk. 2/1). Dies ins
besondere deshalb, weil der Beschwerdeführer
ohne Begleitung einer Drittper
son nic
ht selbständig wohnen könnte.
Wie aus dem Bericht der Spitex vom 28. Oktober 2013 hervorgeht, mussten die Leistungen seit Juli 2007 kontinuierlich gesteigert werden und machten offen
bar schon seit längerem weit mehr als zwei Stunden pro Woche aus. Im Oktober 2013 nahmen dann etwa die Haushaltsleistungen eine Stunde, die Erledigung der Einkäufe ca. 22 Minuten und das Vorbeibringen der Medikamente 15 Mi
nuten pro Woche in Anspruch. Hinzu kamen weitere Leistungen der Spitex wie etwa die Besorgung der Wäschereinigung im Spitex-Zentrum, die Reinigung von Besteck und Geschirr, bei Bedarf das frische Beziehen des Bettes und die Hauptreinigung der Wohnung. Auch zu berücksichtigen war schliesslich das tägliche Bringen der Mahlzeiten durch eine Mitarbeiterin des Restaurants K._ (vgl. E. 3.8).
5.3
Ebenfalls als unumstritten und aktenmässig ausgewiesen gelten kann sodann, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der alltäglichen Lebensverrichtungen im Bereich „Körperpflege“ regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist. Die Abklärungsperson ging dabei zunächst davon aus, dass diese Einschränkung seit Oktober 2010 bestehe (vgl. E. 3.7.2). In der Folge kam die Beschwerdegegnerin allerdings zum Schluss, dass der Aufwand für den Bereich „Körperpflege“ im Rahmen der zu bejahenden lebenspraktischen Begleitung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Woche erbracht werde, weshalb kein separater Bereich angerechnet werden könne (Urk. 2/1). Dies vermag jedoch nicht zu überzeugen, da allein das drei Mal wöchentliche Duschen (zusammen mit dem Kleider wechseln) gemäss Bericht der Spitex vom 28. Oktober 2013 3,5 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt und auch die übrigen Leistungen – wie unter E. 5.2 dargelegt – kontinuierlich gesteigert wer
den mussten und offenbar schon seit längerem einiges mehr als zwei Stunden pro Woche ausmachen. Zudem ist auch zu beachten, dass die
lebenspraktische Begleitung
rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich nicht
die (direkte oder indirekte) Dritt
hilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen
beinhaltet, sondern
vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tu
t der Hilfe dar
stellt
(BGE 133 V 450 E. 9).
Unter diesen Umständen ist vorliegend daher - nach dem im Sozi
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit – davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Bereich „Körperpflege“ spätestens seit Eröffnung des Wartejahrs im April 2011 im Sinne des Gesetzes eingeschränkt ist.
5.4
5.4.1
Umstritten ist nun unter anderem, ob der Beschwerdeführer auch im Bereich „Ankleiden, Auskleiden“ im Sinne des Gesetzes eingeschränkt ist.
5.4.2
Die Abklärungsperson gab in der Stellungnahme vom 27. Januar 2014 an, dass es für den Beschwerdeführer stimme, in einfachen und bequemen Kleidern zu leben. Er müsse von der Spitex-Hilfe zwar jeweils aufgefordert und motiviert werden, die Kleider vermehrt zu wechseln. Der Aufwand dafür werde jedoch de facto im Rahmen der lebenspraktischen Begleitung erbracht (E. 3.9).
Der Beschwerdeschrift ist demgegenüber zu entnehmen, dass in den Akten mehr
fach eine Verwahrlosung dokumentiert sei. Die Abklärungsperson habe im Bericht vom 23. August 2013 festgehalten, dass der Beschwerdeführer in die
sem Bereich funktionell selbständig sei. Gemäss Schreiben der Spitex vom 28. Oktober 2013 treffe dies allerdings nicht zu. Der Beschwerdeführer benötige beim Ankleiden Hilfe, wobei letztlich dahingestellt bleiben könne, ob er funkti
onell selbständig sei oder nicht. Entscheidend sei, dass er auf jeden Fall indi
rekte Hilfe benötige, nämlich eine regelmässige Aufforderung und Kontrolle zum Kleiderwechsel durch die Spitex. Dies bestätige auch Dr. B._, gemäss deren Bericht vom 30. April 2013 der Beschwerdeführer in diesem Bereich erin
nert und aktiviert werden müsse (Urk. 1).
5.4.3
Die Darlegungen des Beschwerdeführers sind insofern überzeugend, als insbe
sondere aufgrund der übereinstimmenden Aussagen von Dr. B._ und der Spitex-Angestellten tatsächlich davon auszugehen ist, dass der Beschwerde
führer im Bereich „Ankleiden, Auskleiden“ inzwischen regelmässig in erhebli
chem Ausmass auf indirekte Hilfe angewiesen ist. Erste Anzeichen für einen gewissen (noch nicht regelmässigen) Hilfsbedarf bestanden bereits im Februar 2009, als er offenbar trotz der kalten Witterung ohne Jacke und Pullover zum Arzttermin bei Dr. Z._ erschienen war (vgl. E. 3.1). Im Bericht vom 7. Oktober 2010 hielt die Abklärungsperson sodann fest, dass die Kleider des Beschwerdeführers schmutzig seien und er sich weigere, diese zu wechseln, und im Bericht der Spitex vom 28. Oktober 2013 wurde nun detailliert geschildert, dass die Spitex-Angestellten drei Mal wöchentlich die Kleider des Beschwerde
führers wechseln müssten. Er müsse dabei auch aufgefordert werden, saubere Unterwäsche anzuziehen, da er diese von sich aus nicht wechsle. Kleidung trage er im Übrigen nur, wenn er aus dem Haus gehe (vgl. E. 3.8).
Angesichts dessen, dass die Spitex die Leistungen seit Oktober 2010 erheblich ausbauen musste (vgl. E. 3.7.1 und E. 3.8), erscheint es dabei überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer auch im Bereich „Ankleiden, Aus
kleiden“ spätestens seit dem Zeitpunkt der Eröffnung des Wartejahres im April 2011 im Sinne des Gesetzes eingeschränkt war.
5.5
Ob die
umstrittenen
Einschätzung
en
der Abklärungsperson, wonach
der Beschwer
deführer in den Bereichen „Verrichten der Notdurft“ und „Aufstehen, Absitzen, Abliegen“
keine regelmässige und erhebliche Hilfe benötige, zutref
fend sind, kann vorliegend offenbleiben. Denn selbst
we
nn er auch bei diesen
Lebensverrichtung
en
regel
mässig
und in erheblichem Ausmass auf die Hilfe Dritter angewiesen wäre, genügte dies nicht, um die Voraussetzungen von Art. 37 Abs. 1 IVV zu erfüll
en. Dazu wäre nämlich unter anderem eine Ein
schränkung im Sinne des Gesetzes in allen alltäglichen Lebensverrichtungen notwendig, was vorliegend offensichtlich weder ausgewiesen ist noch vom Beschwerdeführer geltend gemacht wurde.
In Bezug auf den Bereich „Verrichtung der Notdurft“ ist indes noch darauf hinzu
weisen, dass die Erhebungen im Abklärungsbericht vom 23. August 2013, wonach der Beschwerdeführer in diesem Bereich nicht im Sinne des Gesetzes eingeschränkt sei (vgl. E. 3.7.2), in erheblichem Widerspruch zu den Aussagen von Dr. B._ (vgl. E. 3.6) und der Spitex-Mitarbeiter (vgl. E. 3.8) stehen. Es liegt daher zumindest der Verdacht nahe, dass die Abklärungsperson diesbe
züglich tatsächlich zu sehr auf die Aussagen des Beschwerdeführers abgestellt hat, der seine Situation beschönigt haben dürfte.
5.6
Aus dem Gesagten folgt,
dass die Voraussetzungen für eine
lebenspraktisch
e
Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV
sowie Einschränkungen des Beschwerde
führers in zwei der sechs alltäglichen Lebensverrichtungen im Sinne von Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV seit April 2011 ausgewiesen sind. Ab 1. April 2012 hat der Beschwerdeführer daher Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittle
ren Grades (vgl. E. 1.8).
5.7
Demnach sind in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügungen der Beschwerdegegnerinnen vom 2. Februar 2014 und 13. Februar 2014 aufzuhe
ben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab 1. April 2012 bis 31. August 2013 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades der IV und ab 1. September 2013 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades der AHV hat. Im Übrigen (Hilflosenentschädigung ab Oktober 2004 bis 31. März 2012) ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Soweit
es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
der Invalidenversicherung
geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der IV
Stelle und dem Beschwerdeführer je hälftig aufzuerlegen.