# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b75569f5-57ab-563b-af50-30e993ba7b21
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Am 15.
Dezember
2015 meldete sich
X._
, geboren
1983, Mutter zweier Kinder (geboren 2004 und 2014)
,
nach einem Sturz auf den Rücken (vgl. Urk.
7/167)
bei der Invalidenversicherung
erneut
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/166)
, nachdem
frühere
Leistungsgesuch
e
von der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, abgewiesen worden war
en
(vgl. Urk. 7/35,
Urk.
7/113, Urk. 7/122
)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/171-179) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren aufgrund eines unver
änderten Gesundheitszustandes mit
Verfügung vom
8.
Ap
ril
2016 ab (
Urk.
7/181
). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 10. Mai
2016 (Urk. 7/182/3-8) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 5. August
2016 im Prozess Nr
.
IV.2016.00551 gut
, hob die Verfügung vom 8. April 2016 auf und wies die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurück (Urk. 7/186).
Nachdem die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen - unter anderem holte si
e beim Zentrum A._
das interdisziplinäre me
dizinische Gutachten vom 14. Juli 2017 (Urk. 7/218) ein
- vorgenommen hatte
, stellte sie mit Vorbescheid vom 17. August 2017 in Aussicht, das Leistungsbe
gehren abzuweisen (Urk. 7/221
), wogegen die Versicherte am 28. September 2017 Einwände erhob (Urk. 7/224). Mit Verfügung vom 19. Januar 2018 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 7/240 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Januar 2018 erhob die Versicherte am 18. Februar 2018 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 26. März 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Replik vom 2. Mai 2018 hielt die Beschwer
deführerin an ihrem Rechtsbegehren fest (Urk. 10). Die Beschwerde
gegnerin ver
zichtete am 29. Mai 2018 auf Duplik (Urk. 14), was der Beschwer
de
führerin am1. Juni 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen
Teil des So
zialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmögli
chen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren abweisenden Entscheid damit, in der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig, hingegen sei sie in einer näher umschriebenen angepassten Tätigkeit vo
llständig arbeitsfä
hig und könn
e ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, auf das von der Beschwerdegegne
rin eingeholte Gutachten könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden. Sie leide seit vielen Jahren an orthopädischen und psychischen Beein
trächtigungen (Urk. 1). Die Sache sei nur ungenügend abgeklärt worden, insbe
sondere sei der Bericht
des langjährigen Psychiaters nicht berücksichtig worden
,
und es sei eine weitere Operation vorgesehen (Urk. 10).
2.3
Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3
.
Mit Urteil vom 5. August 2016 (Urk. 7/186) erwog das Gericht, dass die Renten
abweisung vom Mai 2014 auf einer nicht nachvollziehbaren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruht habe, weshalb ein Vergleich des Gesundheitszustandes im Mai 2014 mit dem aktuellen
nicht möglich sei
und folglich
bei der Anspruchs
prüfung
allein der Gesundheitszustand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfü
gung vom 8. April
2016
massgeblich
sei
(E. 5.2)
.
Da sich a
uch
der aktuelle Gesundheitszustand
anhand
der vorliegenden medizinischen
Berichte
nicht beur
tei
len
l
asse
, sei
die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die Be
schwer
de
gegnerin zurückzuweisen
(E. 5.3).
In der Folge holte die Beschwerdegegnerin medizinische Berichte bei den behan
delnden Ärzten ein und gab beim
A._
die
interdisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin in Auftrag.
4.
4.1
Dr.
B._
, Oberarzt Sportmedizin, Klinik
C._
, stellte in einem undatierten Bericht (bei der Beschwerdegegnerin am 8. November
2016 eingegangen; Urk. 7/197) folgende Hauptdiagnose (Ziff. 1.1):
-
somatische Dysfunktion der schulterführenden Muskulatur mit/bei
-
Verdacht auf
Tendinopathie
Musc
ulus
infraspinatus
bei Status nach Tendinitis
calcarea
der
Supraspinatussehne
Schulter links
-
Status nach
subacromialer
Infiltration 11/2015 im Kantonsspital Winterthur mit zirka 30%iger Beschwerdebesserung
Die Beschwerdeführerin
klage
über Schulter-Nackenbeschwerden links, die auch unter intensiver Physiotherapie keine Besserung erfahren hätten. Ein
Trauma sei
nicht erinnerlich. Die Beschwerden hätten sich langsam im Jahr 2015 entwickelt. Die
Arthro
-MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 14. März 2016 zeige un
auffällige morphologische Verhältnisse, insbesondere bestünden im Bereich der
dorsolateralen
Acromionkante
keine Veränderungen (Ziff. 1.4).
Zur Arbeitsfähigkeit konnte
Dr.
B._
keine Angaben machen (vgl.
Ziff.
1.7
1.8).
4.2
Mit undatiertem Bericht
(bei der Beschwerde
gegnerin
am 24. November 2016 ein
gegangen; Urk. 7/201/1-5)
stellte
Dr.
D._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Ziff. 1.1)
-
chronisches
thorakolumbales
und
lumbospond
ylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
-
konsolidierte
r
Deckplattenfraktur LWK1 in Keilform nach Sturz 09/2014
-
Status nach multiplen Infiltrationen Facettengelenk Th12/L1 und L1/2
fecit
Dr.
Hämmerle ohne anhaltende Beschwerdebesserung
-
beginnende
Femoropattellararthrose
links mit/bei:
-
Status nach medialer
Reti
naculumplastik
nach
Insall
und
Lateralrelease sowie
Osteophytenab
tragung
Knie links
06/
20
13
-
Verdacht auf
Tendinopathie
Musculus
infraspinatus
bei Status nach Tendinitis
calcarea
der
Supraspinatussehne
Schulter links
Die bisherige Tätigkeit sei bei verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar. Die Be
schwerdeführerin sollte für zirka 3 Monate keine schweren Lasten tragen und heben und Extrembewegungen vermeiden (Ziff. 1.7).
4.
3
Laut dem Bericht von
Dr.
D._
beigelegten Austrittsbericht
der Wirbelsäu
lenchirurgie und Neurochirurgie an der Klinik
C._
vom 28. Oktober 2016 (Urk. 7/201/6-7 = Urk. 7/199)
unterzog sich die Beschwerdeführerin
am 24. Oktober
2016 einer
Spondylod
ese
in TLIF-Technik Th12/L1 von links
.
Dr.
E._
, L
eitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie an der K
linik
C._
,
berichtete am 3. Februar 2017 (Urk. 7/205),
die Beschwerde
führerin
gebe an
, im
thorakolumbalen
Übergang
sei
eine leichte Ver
besserung eingetreten,
allerdings bestünden starke Beschwerden in der mittleren Brustwir
belsäule sowie vor allem neu jetzt in der unteren Lendenwirbelsäule (S. 1). Die Beschwerden erschienen aktuell ausgebreitet und funktionell beziehungsweise muskulär. Die Beschwerdeführerin sei für körperlich anstrengende Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig, für leichte Tätigkeiten mit wechselnder Belastung bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von zirka 50
%
(S. 2).
4.
4
Die Ärzte der Klinik
F._
für ambulante psychosomatische Behandlung und Rehabilitation AG
berichteten am
27. April
2017 (Urk. 7/243/13-15 = Urk. 3/2)
über die erste Sprechstunde vom 28. März 2017
und gaben
folgende vorläufige Beurteilung ab (S. 3):
-
Angst und depressive Störung, gemischt (F41.2)
Während des Gesprächs habe die Beschwerdeführerin abgesehen von
einer
ein
geschränkte
n
Konzentrationsdauer keine weiteren Störungen der mnestischen
Funktionen aufgewiesen. Im formalen Denken sei sie verlangsamt gewesen, ver
mehrt eingeengt auf ihre Sorgen und Befürchtungen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen ergeben. Im Affekt habe die Beschwerdeführerin verängstigt und verunsichert, deprimiert und affektlabil gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert gewese
n, affektiv sei sie modulierbar
, ein affektiver Rapport gut herstellbar gewesen. Im An
trieb sei sie vermindert und motorisch wenig lebhaft
gewesen
(S. 2 f.)
.
Es sei ihr die Teilnahme am ambulanten Behandlungsprogramm empfohlen wor
den
, was der Beschwerdeführerin jedoch a
ufgrund des Anfahrtsweges nicht mög
lich
sei
(S. 3)
.
4.
5
4.5.1
Am 14. Juli 2017 erstatteten
Dr.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
,
sowie
Dr.
I._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, das interdisziplinäre
A._
-Gutachten
(Urk. 7/218)
. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (S. 39
f.
):
-
generalisierte
Hyperlaxi
zität
mit/bei
-
habituelle rezidivierende
Patellaluxationen
beidseits bei
Trochlea
-Dys
plasie rechts
-
Status nach
ligamentärer
Korrektur vor ca. 16 Jahren in Kroatien
-
Läsion lateraler Meniskus links (
richtig: rechts;
ED
03
/2017)
-
Erstluxation 03/2011
-
Trochleaplastik
mit MPFL 02/2012
-
mediale
Retinaculumplastik
, lateral
release
, Abtragung
Osteophyten
06/2013
-
beginnende
Femoropatellararthrose
-
rezidivierende OSG-
Supinationstraumen
beidseits
-
chronisches
thoracolumbales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
-
Status nach konsolidierter Deckplattenfraktur L1 nach Sturz 09/2014
-
Status nach multiplen Facettengelenksinfiltrationen
-
Spondylodese
mit
T
LIF Th12/
L
1 10/2016
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 40):
-
Status nach Tendinitis
calcarea
Schulter links
-
Status nach
subacromialer
Infiltration 11/2015
-
Verdacht auf
Tendinopathie
Musculus
infraspinatus
-
Status nach Appendektomie 2012
-
Status nach Nabelbruch-Operation 2013
-
leichter Eisenmangel
-
grenzwertiger Vitamin D-Mangel
-
manifeste Symptomverdeutlichung
4.5.2
Aus internistischer Sicht bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 40).
4.5.3
Von orthopädischer Seite her besteh
e eine
generalisierte
Hyperlaxi
zität
bei gleichzeitiger
Trochlea
-Dysplasie beidseits. So sei es zu habituellen rezidivieren
den
Patellaluxationen
gekommen. Rechts habe bereits vor zirka 16 Jahren eine
ligamentäre
Korrektur der Patella durchgeführt werden müssen. Hier persistierten weiterhin
retropatelläre
Beschwerden, im März 2017 sei auch die Diagnose einer Läsion des lateralen Meniskus gestellt worden. Am linken Knie sei es zu einer Erstluxation im März 2011 gekommen, im Februar 2012 sei zunächst eine
Tro
chleaplastik
mit MPFL erfolgt. Wegen rezidivierende
r Beschwerden sei eine mediale
R
etinaculumplastik
erfolgt, lateral
release
sowie Abtragung
Osteophyten
im Juni 201
3.
Auch hier persistierten die Beschwerden weiter
,
und es sei eine begin
nende
Femoropatellararthrose
diagnostiziert worden. Auch habe die
Hyper
laxizi
tät
zu rezidivierenden OSG-
Supinationstrau
m
en
geführt. Wegen Tendinitis
cal
carea
der
Supraspinatussehne
der linken Schulter sei im November 2015 eine
subakromiale
Infiltration
durchgeführt worden
. Es sei auch der Verdacht auf eine
Tendinopathie
des
Musculus
infraspinatus
geäussert worden
(S. 40
f.)
.
Im Weiteren bestehe ein chronisches
thoracolumbales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Bereits
A
nfang September 2012 sei der Verdacht auf ein
lum
boradikuläres
Schmerzsyndrom links von L3-L5 geäussert worden. Im Anschluss an einen Sturz im Oktober 2014 habe ein CT im Februar 2015 einen Status nach Vorderkanten/Deckplattenfrak
t
ur L1 ohne Hinweis auf Instabilität mit beginnen
der Abs
t
ützungsreaktion gezeigt. Trotz multiplen Facettengel
e
nksinfiltrationen persistierten weiterhin sehr starke Schmerzen, weshalb eine
Spondylodese
Th12/
L
1 mittels TLIF im Oktober 2016 durchg
e
führt worden sei. Im weiteren Ver
lauf
seien
Beschwerden in der mittleren Brustwirbelsäule sowie auch in der un
teren Lendenwirbelsäule
geblieben
(S. 41)
.
Die Beschwerdeführerin
klage
vor allem über
r
etropatelläre
Schmerzen unter Be
lastung, in letzter Zeit auch zunehmend Schmerzen im Bereich des rechten late
ralen Kniekompartiments bei lateraler Meniskusläsion, des Weiteren über starke
Rückenschmerzen, die nach der
Spondylodese
im Oktober 2016 noch zugenom
men hätten
(S. 41)
.
Kl
i
nisch finde sich eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich des
thorakolumbalen
Überganges sowie lumbal mit paravertebralem Hartspann ohne
radikuläre
Ausfälle. Die Kniegel
e
nke zeigten ein deutliches
retropatelläres
Reiben mit erheb
lichem
Patellaverschiebeschmerz
,
eine
latera
le Meniskussymp
tomatik rechts, praktisch frei bewegliche
S
chultergelenke mit leicht schmerzhaf
ter Abduktion links und die Zeichen einer generalisierten
Bandlaxizität
mit mul
tidirektionaler Instabilität der Schultergel
e
nke, massiver Überstreckbarkeit der
E
llbogengel
e
nke,
radiocarpaler
Instabilität, instabilen Kniegelenke
n
sowie Sprunggelenken
(S. 41)
.
Aufgrund der generalisierten
Hyperlaxizität
mit habituellen rezidivierenden
Patellaluxationen
und ihren Folgen mit stattgehabten Operationen an beiden Knie
gelenk
en
sowie des
Status nach Tendinitis
calcarea
einerseits sowie de
s
chroni
schen
thorakolumbalen
und
lumbospondylogenen
Sch
mer
zsyndrom
s
bei Status nach
Spondylodese
Th12/L1 andererseits könne die Beschwerdeführerin lediglich noch in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit mittlerer Sitzdauer, kur
zem Stehen und mittlerer
Gehdauer
, ohne Treppensteigen, ohne Besteigen von Leitern, ohne Tätigkeiten in Zwangspositionen, ohne repetitives Heben von Las
ten über 10 kg
und
ohne rezidivierende Überkopfarbeit
ganztags
eingesetzt wer
den. Die ursprüngliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte sei ihr seit März 2011 nicht mehr zumutbar
(S. 42)
.
4.5.4
In der psychiatrischen Untersuchung fänden si
ch
ausser
einer
Symptomatik, die aus somatischen Gründen zumindest von ihrer Lokalisation her nachvollziehbar sei
, keine weiteren Symptome. Im Hamilton-Depressions-Index habe die Be
schwerdeführerin 12 Punkte erreicht, was darauf schliessen lasse, dass bei ihr keine depressive Episode vorliege. Auch die Kriterien für eine somatoforme Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Es bleibe unklar, warum die Beschwerdefüh
rerin einmal pro Monat in psychiatrischer Behandlung sei. Von dieser Behand
lung lägen keine Akten vor. Die Medikation mit
Deanxit
und einer Minimaldosis
Surmontil
habe einen Placebo-Effekt, andererseits könnten die 10 mg
Imipramin
tatsächlich den Schlaf verbessern. Die Beschwerdeführerin zeige keinen messba
ren Medikamentenspiegel von Psychopharmaka,
was bedeute,
dass sie die ver
ordneten Medikamente zumindest nicht regelmässig einnehme. Daraus sei zu schliessen, dass
kein
Leidensdruck der Beschwer
deführerin vorhanden sei
(S. 42
f.)
.
4.5.5
Die angestammte Tätigkeit im Reinigungsdienst sei seit mindestens März 2011 (orthopädische Diagnosen der
Patellaluxationen
und Folgen der Operationen so
wie Rückenoperation und Folgen) nicht mehr zumutbar.
Seit Juni 2011, als
o
3
Monate nach dem letzten Unfall, bestehe i
n einer Verweistätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Arbeit sollte in
Wechselhaltung, ohne Arbeit auf Gerüsten und Leitern, mit mittlerer Sitzdauer und kurzem Stehen sowie mittlerer
Gehdauer
ausgeführt werden können,
ohne
Zwang
spositionen, ohne
repetitives Heben von Lasten über 10 kg und
ohne
wiederholte
Überkopfarbeit
(S. 44)
.
4.
6
Am 28. September 2017 wurde die Läsion des lateralen Meniskusvorderhornes
am rechten Kniegelenk
operativ versorgt. Dem Austrittsbericht
von
Dr.
J._
, Assistenzärzt
in Orthopädie, und
Dr.
K._
, Oberarzt Orthopädie an der Klinik
C._
,
vom 29
. September 2017 (Urk. 7/227/2-3) kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzu
stand habe entlassen werden können, mobilisiert mit Gehstöcken unter Teilbelas
tung von 15 kg und reizlosen, trockenen Wundverhältnissen.
4.
7
Mit Bericht vom 15. November 2017 (Urk. 7/232= Urk. 3/1) stellte
Dr.
E._
fest, es bestünden weiterhin panvertebrale Schmerzen vor allem tieflumbal. Die Beschwerden seien aktuell am ehesten mus
kulär bedingt aufgrund eines Tra
i
ningsdefizits und der Mobilisation an Gehstöcken
(nach der Knieoperation)
. Aktuell bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als
Coiffeuse
.
5.
5.1
Auf das
A._
-
Gutachten vom
14. Juli 2017 (E. 4.5)
kann abgestellt werden. Dieses erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 1.
5
) vollumfänglich. Es setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und berücksich
tigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersu
chungsberichte. Insgesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu überzeu
gen.
5.2
Insoweit die Beschwerdegegnerin vorbrachte, sie leide
seit der Kindheit an einer Knochen- und Muskelerkrankung, wurde von den Gutachtern berücksichtigt, dass sie an einer generalisierten
Hyperlaxizität
leidet (E.4.5.1). Diesbezüglich wurde in früheren Berichten der Verdacht auf ein Ehlers-
Danlos
-Syndrom gestellt (vgl. Urk. 7/
186
E. 3.2), der Verdacht indessen nie bestätigt.
Ohnehin ist d
ie Feststel
lung einer Krankheit für sich allein nicht gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer
Invalidität, vielmehr muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose ausgewiesen und in ihrem Ausmass be
stimmt sein. Aufgrund der festgestellten generalisierten
Hyperlaxizität
kamen die
A._
-Gutachter
denn auch
zum Schluss, dass d
iese
mit habituellen rezidivieren
den
Patellaluxationen
und ihren Folgen mit stattgehabten Operationen an beiden Kniegelenken zusammen mit dem chronischen
thorakolumbalen
und
lumbospon
dylogenen
Schmerzsyndrom bei Status nach
Spondylodese
Th12/L1 und dem Sta
tus nach Tendinitis
calcarea
zu Beeinträchtigungen führ
t
(E.
4.5.3).
Auch die von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Operationen
am linken Knie
i
n den
Jahren 2012 und 2013 wurden von den
A._
-Gutachtern berücksich
tigt: So stellten sie fest, dass es am linken Knie im März 2011 zu einer Erstluxa
tion gekommen sei und im Februar 2012 eine
Trochleaplastik
mit MPFL und im Juni 2013 eine mediale
Retinaculumplastik
sowie
eine
Abtragung von
Osteophy
ten
durchgeführt
worden seien. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass weiter
e
Beschwerden bestünden und zwischenzeitlich eine beginnende
Femoropatellar
arthrose
diagnostiziert worden sei (E. 4.5.3).
Schliesslich berichteten
die
A._
-Gutachte
r auch über ein chronisches
th
ora
columbales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und
über die
im Oktober
2016
durchgeführte
Sp
ondylodese
Th12/L1
, trotz welcher die
Beschwer
den in der mittleren Brustwirbelsäule sowie in der unteren Lendenwirbelsäule geblieben
seien
(E.
4.5.3)
.
Alle diese Beschwerden wurden von den
A._
-Gutachtern bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt,
indem
sie der Beschwerdeführerin ihre
ur
sprüngliche Tätigkeit als Reinigungsangestellte
als
nicht mehr und nur noch eine näher umschriebenen leichte Tätigkeit
als
zumutbar
eracht
et
en (E. 4.5.5).
Wes
halb dies eine zu optimistische Einschätzung sein soll, legte di
e Beschwerdefüh
rerin nicht dar und kann aufgrund der sorgfältigen Begründung der Gutachter nicht nachvollzogen werden.
5.3
Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten keine Berichte beim langjährigen Psychiater der Beschwerdeführerin und dessen Mitarbeitern
einge
holt
, zielt ins Leere
:
D
ass sich die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Behand
lung befunden haben soll, gab sie
gegenüber der Beschwerdegegnerin weder auf konkrete Nachfrage nach den behandelnden Ärzten
hin
(vgl. Urk. 7/189 und Urk. 7/191) noch in der Anmeldung vom 15. Dezember 2015 (Urk. 7/166
Ziff.
6.5)
an
. Dass sie s
ich einmal pro Monat zu
Dr.
L._
zur Psychotherapie begebe, gab sie erst nach
wiederholtem Nachfragen
bei der Anamneseerhebung
anlässlich der
Begutachtung bekannt. Laut Bericht der
Dres
.
L._
und
M._
(E. 4.4) na
hm sie die Behandlung erst am 28
. März 2017 auf.
Der im Beschwerdeverfah
ren vorgebrachte Einwand
, dass
sie
bereits früher
in psychiatrischer Behandlung
gestanden
haben soll
(Urk. 1)
, hat die Beschwerdeführerin nicht belegt. Ein ent
sprechender Hinweis fehlt auch im Bericht des Hausarztes
Dr.
D._
(E. 4
.2
).
Der Bericht der
Dres
.
L._
und
M._
(E. 4.4) vermag die psychiatrische Einschätzung der
A._
-Gutachter nicht zu entkräften, wird darin lediglich eine vorläufige Beurteilung
nach der ersten Konsultation
ab
ge
geben und äusserten sich die Berichterstatter nicht zur Arbeitsfähigkeit.
5.4
Zusammenfassend kann somit entsprechend der von den
A._
-Gutachtern vor
genommenen Einschätzung davon ausgegangen
werden
, dass die Beschwerde
führerin
zumindest bis zur
Begutachtung
im Juni 2017
in der ursprünglichen Tätigkeit im Reinigungsdienst
nicht mehr arbeitsfähig, in einer leichten Tätigkeit jedoch seit Juni 2011
zu
100 % arbeitsfähig war.
Für den Zeitraum nach der Begutachtung kann den medizinischen Akten
ent
nommen werden, dass
am 28. September 2017 eine Läsion des lateralen Menis
kusvorderhornes am rechten Kniegelenk operativ versorgt wurde (E. 4.6). Ob diese
sowie die gemäss Beschwerde geplante weitere Operation (Urk. 1)
zu einer dau
ernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes geführt hat, kann aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht beurteilt werden. Diesbezüglich wird die Be
schwerdegegnerin ergänzende Abklärungen zu treffen haben.
6.
6.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE
143 V 295 E. 4.1.3,
129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2,
128
V
174).
Die Beschwerdeführerin ist seit Juni 2011 in ihrer ursprünglichen Tätigkeit voll
ständig arbeitsunfähig (vgl. E. 5.4). Sie meldete sich am 15. Dezember
2015 erneut zum Leistungsbezug an. Ein allfälliger Rentenanspruch beginnt somit frü
hestens im Juni 2016 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
6.2
Was zunächst die Ermittlung des
Valideneinkommens
anbelangt, ist entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe
ginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkennt
nisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deut
lich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditäts
bemessung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte (BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
mit Hinweisen). Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichts
punkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.4). Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte (vgl. SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3, I 697/05 und Urteil des Bundesgerichts I 750/04 vom
5.
April 2006 E. 5.5) oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes (vgl. Urteil des Bun
desgerichts U 454/05 vom
6.
September 2006 E. 6.3.3 mit Hinweisen) erfolgen.
Die Grundüberlegung dieser Rechtsprechung ist die folgende: Wenn eine versi
cherte Person in derjenigen Tätigkeit, die sie als Gesunde ausgeführt hat, einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn erzielt, weil ihre persönlichen Eigenschaf
ten (namentlich fehlende Ausbildung oder Sprachkenntnisse, ausländerrechtli
cher Status) die Erzielung eines Durchschnittslohnes verunmöglichen, dann ist nicht anzunehmen, dass sie mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung behaftet einen (anteilmässig) durchschnittlichen Lohn erzielen könnte (BGE 135 V 58 E.
3.4.3 S. 61).
6.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus,
bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik pe
riodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
oder die sogenannten DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der SUVA) her
angezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; SVR 2005 UV Nr.
16 S. 52, U 192/03 E. 3.1; je mit Hinweisen). Praxisgemäss können persönliche und berufli
che Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäfti
gungs
grad einen auf höchstens 25
%
begrenzten Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungs
fähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit un
terdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 mit Hinweis auf BGE 126 V 75).
6.4
Die Beschwerdeführerin war zuletzt
vom 13. Oktober 2010
bis
zum
30. März 2011
als Reini
gungsangestellte bei der N._
AG zu einem Stunden
lohn inklusive Ferien- und Feiertagsentschädigung von Fr. 21.30 bei 42 Stunden pro Woche tätig
, wobei sie bis Mai 2011 einen Lohn bezog
.
Allerdings erzielte sie während der Anstellungsdauer unregelmässige monatliche Einkommen
(vgl. Urk. 7/13)
, weshalb es sich aufdrängt, für die Ermittlung des
Valideneinkommens
- unabhängig davon, ob aufgrund des tiefen Stundenlohnes eine Parallelisierung vorzunehmen wäre - den LSE-Tabellenlohn
für die Erbringung von sonstigen
Die
nstleistungen (Wirtschaftszweig Ziff. 94-96)
heranzuziehen
. Dieser betrug
für Frauen
im Jahr 2014 Fr.
4'100.-- pro Monat. Unter Berücksichtigung der betriebs
üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit in diesem Wirtschaftszweig von 41.8
Stunden pro Woche und der Nominallohnentwicklung für Frauen von 2'673
Punkten im Jahr 2014 und 2'709 Punkten im Jahr 2016 (
Bundesamt für Statistik, BFS, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39
) be
trägt das branchenübliche Jahreseinkommen Fr. 52'106.--.
6.5
Im Jahr 2014 betrug der Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigte Frauen Fr. 4'300.--, was unter Berücksich
tigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2016 (BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, BUA, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen) und der Nominalloh
nentwicklung für Frauen von 2'673
Punkten im Jahr 2014 und 2'709 Punkten im Jahr 2016 (BFS, a.a.O.) ein Invali
deneinkommen im Jahr 2016 von Fr. 54'517.-- pro Jahr ergibt.
Dieses liegt höher als das
Valideneinkommen
(vgl. E. 6.4)
. S
elbst
bei Vornahme des maximal zuläs
sigen Abzuges von 25 % vom zumutbaren Invalideneinkommen erreichte die Be
schwerdeführerin das erforderliche
Mindestmass
einer 40%igen
Erwerbs
ein
busse
nicht, weshalb kein Rentenanspruch besteht.
7.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die Verfügung vom 19. Januar 2018 (Urk. 2)
insoweit
aufzuheben
ist
, als
damit ein
Rentenanspruch über
Juni 2017
hinaus verneint
wird
, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ergänzende Abklärungen über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit
Juli 2017
vornimmt und über den Rentenanspruch
ab diesem Zeitpunkt
neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
8.
8.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand fest
zule
gen und vorliegend auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
je zur Hälfte den Parteien aufzuerlegen
.
8.2
Der
obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer
in
steht eine Prozessentschä
digung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
145.-- für Nichtju
risten
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
und bei nur teilweisem Obsiegen
ermessens
weise auf Fr
. 600
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen un
d ausgangsgemäss der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen ist.