# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc7d8210-5958-449d-9569-8e0eb7d03ba5
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dieser Sachverhaltsabklärungen und der Haushaltabklärung vom
25. November 2011 verneinte die IV-Stelle anschliessend nach
Durchführung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 3. August
2015 bei einem Invaliditätsgrad von 6.4 % den Anspruch von A._ auf
eine IV-Rente.
3. Dagegen gelangte A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
4. September 2015 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Darin beantragte sie, die Verfügung vom 3. August
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2015 sei aufzuheben. Das Gericht habe ein psychiatrisches Gutachten in
Auftrag zu geben, worin die Krankheit, an welcher die
Beschwerdeführerin leide, im Sinne des bundesgerichtlichen Urteils
9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 bezüglich der Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit neu abzuklären sei. Das Gericht habe danach über den
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente zu entscheiden. Der
Beschwerdeführerin sei mindestens eine befristete ganze IV-Rente für die
Zeit ab dem 1. August 2011 bis zum 30. November 2014 zu gewähren.
Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um ein neues
psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben und die Diagnose im
Sinne des bundesgerichtlichen Urteils 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015
bezüglich der Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit beurteilen zu lassen.
Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie
hätte im für die Rentenzusprache massgeblichen Zeitpunkt als Gesunde
eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit ausgeübt. Der streitige Invaliditätsgrad
sei daher aufgrund der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
zu ermitteln. Dabei sei zu berücksichtigen, dass sie unter einer
histrionischen Persönlichkeitsstörung und einer Depression leide. Die
letztgenannte Krankheit klammere der RAD-Arzt bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit der Begründung aus, hierbei
handle es sich um ein durch eine angemessene Therapie überwindbares
Leiden. Diese Auffassung sei seit dem Urteil des Bundesgerichts
9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 nicht mehr haltbar. Vorliegend müsse die
Behandlungsresistenz als Indikator für die Arbeitsunfähigkeit angesehen
werden und entsprechend Berücksichtigung finden. Das Bundesgericht
fordere eine ergebnisoffene Beurteilung der leistungshindernden Faktoren
und der vorhandenen kompensatorischen Faktoren. Eine solche
Abwägung habe der RAD-Psychiater nicht vorgenommen. Dessen
Beurteilung sei demzufolge unvollständig und damit nicht beweiskräftig.
Schliesslich habe die IV-Stelle die rezidivierenden Unterbauchschmerzen
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und die Adipositas per magna nicht beachtet, welche die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin zusätzlich beeinträchtigten. Die IV-Stelle habe
den massgeblichen medizinischen Sachverhalt demzufolge unzureichend
abgeklärt.
4. In der Vernehmlassung vom 23. September 2015 beantragte die IV-Stelle
die Abweisung der Beschwerde. Tatsache sei, dass die
Beschwerdeführerin von 2000 bis 2010 keine Anstalten getroffen habe,
eine nennenswerte Erwerbstätigkeit (weder Vollzeit noch Teilzeit)
aufzunehmen, obwohl ihr damals die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
sowohl gesundheitlich als auch mit Blick auf ihre familiäre Situation (das
jüngste Kind sei im 2000 in die Primarschule gegangen) möglich gewesen
wäre. Vor diesem Hintergrund erscheine es nicht als überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr
2010 eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Sie sei
folglich als Nichterwerbstätige einzustufen und der streitige
Invaliditätsgrad aufgrund des Betätigungsvergleichs zu bestimmen. In
diesem Fall seien die rechtlichen Überlegungen der Beschwerdeführerin
zur Arbeitsfähigkeit in einer beruflichen Tätigkeit und zum
Invalideneinkommen unbeachtlich.
5. Mit Schreiben vom 30. September 2015 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.
6. Auf entsprechende Aufforderung der Instruktionsrichterin hin reichte die
Sozialversicherungsanstalt Graubünden mit Schreiben vom 19. Mai 2016
die EL-Akten ab 2008 betreffend den Ehemann der Beschwerdeführerin
ein. Die Beschwerdeführerin nahm darin Einsicht, ohne dazu Stellung zu
nehmen.
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Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die
eingereichten Beweismittel wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der
IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 3. August 2015. Solche
Anordnungen, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegen, können beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 69 Abs. 1
lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG;
SR 831.20]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in
die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formelle und materielle
Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen
Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist sie zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG).
Schliesslich hat die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde frist- und
formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende
Beschwerde ist damit einzutreten.
2. a) Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin in
rentenbegründendem Umfang invalid ist und damit eine IV-Rente
beanspruchen kann. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der
rentenbegründende Invaliditätsgrad aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung
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mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, welches die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zu dem
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Diese allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs wird ergänzt durch die Untervarianten des
Schätzungs- und Prozentvergleichs (BGE 141 V 15 E.3.2). Abweichend
von diesen Methoden der Invaliditätsbemessung wird der
rentenbegründende Invaliditätsgrad bei nicht erwerbstätigen Versicherten
bestimmt, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. Danach ist
entscheidend, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen (sog. Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2
IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil
erwerbstätig oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der
Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so
ist die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG zu
bestimmen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und
der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu
bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Hierbei handelt es sich um die
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E.3.2,
BGE 134 V 9, 130 V 393 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_497/2015
vom 22. Dezember 2015 E.4 [zur Publikation vorgesehen], 8C_685/2014
vom 22. Mai 2015 E.5.3).
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b) Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig
oder als nicht erwerbstätig einzustufen ist, was – wie vorangehend
ausgeführt – zur Anwendung einer anderen Methode der
Invaliditätsbemessung führt, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall
zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie im
Gesundheitsfall mutmasslich erwerbstätig gewesen wäre (BGE 133 V 504
E.3.3, 125 V 150 E.2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten sind die
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso
wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern,
das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie
persönliche Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Dabei sind
die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach
Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Die
Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie
sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Die
hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten
(teilzeitlichen) Erwerbstätigkeit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen (BGE 137 V 334 E.3.2, 130 V 393 E.3.3, 125 V 146 E.2c,
117 V 194 E.3b, je mit Hinweisen).
3. a) Die IV-Stelle hat die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung
als Nichterwerbstätige eingestuft und den rentenbegründenden
Invaliditätsgrad anhand des Betätigungsvergleichs bestimmt. Dieses
Vorgehen hat sie in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen damit
begründet, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 1982 praktisch nicht
mehr erwerbstätig gewesen sei. In der Anmeldung vom 21. Februar 2011
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habe sie angegeben, seit Oktober 1983 Hausfrau zu sein. Anlässlich der
Haushaltsabklärung vom 15. November 2011 habe die
Beschwerdeführerin demgegenüber geltend gemacht, sie würde eine
Erwerbstätigkeit ausüben, wenn sie keine gesundheitlichen Probleme
hätte. Die Frage nach dem Umfang der hypothetischen Erwerbstätigkeit
habe die Beschwerdeführerin vor Ort nicht beantworten wollen, da sie
diese Frage am Wochenende mit ihrer Tochter habe besprechen wollen.
Im Dokument "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" habe die
Beschwerdeführerin der IV-Stelle alsdann am 21. November 2011
schriftlich mitgeteilt, als Gesunde zu 100 % erwerbstätig zu sein. Ein
solches berufliches Engagement der Beschwerdeführerin erscheine aber
nicht als überwiegend wahrscheinlich. Zwar leide die Beschwerdeführerin
wohl seit Jahren unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese hätten
jedoch deren Arbeitsfähigkeit frühestens Ende 2010/anfangs 2011
beeinflusst. Die Beschwerdeführerin hätte folglich von 2000 bis 2010
sowohl aufgrund ihrer gesundheitlichen als auch familiären Situation eine
Erwerbstätigkeit aufnehmen können. Sie habe jedoch keine
entsprechenden Anstalten getroffen. Somit stehe fest, dass die
Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit während 10 Jahren
nicht erwerbstätig gewesen sei. Dass sich daran im Gesundheitsfall
zukünftig etwas geändert hätte, sei nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Dies umso weniger, als
die Beschwerdeführerin derzeit ihren pflegebedürftigen Ehemann zu
Hause pflege. Für die Zwecke der Invaliditätsbemessung sei die
Beschwerdeführerin folglich als Nichterwerbstätige einzustufen.
b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin vorderhand entgegen,
nicht sehr gut Deutsch zu sprechen. Es sei daher verständlich, wenn sie
die schwer zu verstehende Frage nach ihrer hypothetischen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall nicht sofort habe beantworten
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können. Als sie diese am 21. November 2011 schriftlich beantwortet
habe, sei sie sodann noch nicht anwaltlich vertreten gewesen und habe
die Frage nach dem Umfang ihrer Erwerbstätigkeit als Gesunde ohne
Beeinflussung wahrheitsgemäss beantwortet. Im Übrigen treffe es nicht
zu, dass ihre gesundheitlichen Schwierigkeiten erst im 2010 begonnen
hätten. Bereits vorher sei sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung
in erheblichem Umfang in ihrem Leistungsvermögen beeinträchtigt
gewesen. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle sei die
Beschwerdeführerin ausserdem bis 2003 in einem kleinen Pensum als
Reinigungsfachfrau tätig gewesen. Schliesslich habe sich die finanzielle
Situation der Familie mit dem Wegfall der Ergänzungsleistungen erheblich
verschlechtert. Von April 1999 bis Ende Juni 2010 habe die Familie
Ergänzungsleistungen erhalten. Mit dem Wegfall der
Ergänzungsleistungen sei das Ehepaar in eine grosse finanzielle Notlage
gekommen. Seit Juli 2010 werde das Ehepaar von seinen Kindern
finanziell unterstützt. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen wäre die
Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt einer vollen Erwerbstätigkeit
nachgegangen. In Würdigung der massgeblichen Umstände sei
vorliegend deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ab dem 1. Juli 2010 eine volle
Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte.
c) Mit Blick auf diese Argumentation räumt die IV-Stelle in der
Vernehmlassung vom 23. September 2015 ein, die Beschwerdeführerin
habe von 2000 bis 2003 als Reinigungsfachkraft ein jährliches
Bruttoeinkommen von Fr. 2'001.--, Fr. 2'530.--, Fr. 2'690.-- und Fr. 3'000.--
erzielt. Angesichts dieses marginalen Einkommens könne indessen an
der in der angefochtenen Verfügung getroffenen Feststellung festgehalten
werden, wonach die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
während zehn Jahren praktisch nicht erwerbstätig gewesen sei. Dass sie
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im 2010 als Gesunde plötzlich eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit
aufgenommen hätte, erweise sich vor diesem Hintergrund nicht als
überwiegend wahrscheinlich. Daran ändere die geltend gemachte
finanzielle Notlage nichts, zumal das Ehepaar seit dem Wegfall der
Ergänzungsleistungen die Möglichkeit gehabt hätte, Sozialhilfe zu
beziehen und damit nicht auf die finanzielle Unterstützung ihrer Kinder
angewiesen gewesen wäre.
4. a) Ausgangspunkt für die Bestimmung des streitigen
versicherungsrechtlichen Status bilden die Angaben der
Beschwerdeführerin zum Umfang ihrer Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall. Diesbezüglich erklärte die Beschwerdeführerin anlässlich
der Haushaltsabklärung vom 15. November 2011, sie würde derzeit aus
finanziellen Gründen eine Erwerbstätigkeit ausüben, wenn sie hierzu
aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung im Stande wäre (IV-act. 47
S. 3). Diese Angaben ergänzte der Ehemann der Beschwerdeführerin
dahingehend, als er festhielt, kürzlich seien ihnen die
Ergänzungsleistungen gestrichen worden. Dies mit der Begründung, dass
die Beschwerdeführerin den mittels der Ergänzungsleistungen gedeckten
Betrag selber erarbeiten könnte. Befragt nach dem Umfang der von ihr
bei Gesundheit ausgeübten Erwerbstätigkeit, gab die Beschwerdeführerin
an, diese Frage am Wochenende mit ihrer Tochter besprechen zu wollen
und das Formular zur "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit"
alsdann auszufüllen und der IV-Stelle zukommen zu lassen (IV-act. 47
S. 3). In der "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" hielt die
Beschwerdeführerin in der Folge fest, sie wäre im Gesundheitsfall als
Näherin seit dem 1. März 1980 vollzeitlich erwerbstätig gewesen (IV-
act. 46 S. 1).
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b) Diese Angaben der Beschwerdeführerin im Formular zur "Bestätigung der
Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" stehen im Widerspruch zu ihren
vormaligen Angaben in den IV-Anmeldungen vom 22. September 1998
(vgl. alte IV-Akten), 6. April 2005 (IV-act. 1) sowie 21. Februar 2011 (IV-
act. 20 S. 7). In diesen Formularen gab die Beschwerdeführerin jeweils
an, als Hausfrau tätig zu sein, wobei sie diese Angabe in der IV-
Anmeldung vom 19. Februar 2011 dahingehend präzisierte, als sie
festhielt, seit dem 1. Oktober 1983 Hausfrau zu sein (IV-act. 20 S. 7). Bei
sich widersprechenden Angaben von Versicherten zum Umfang der im
Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Erwerbstätigkeit gelangt nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Rahmen der freien
Beweiswürdigung die Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde"
zur Anwendung. Danach sind spontane Aussagen zu Beginn eines
Verfahrens in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein
können. Wenn Versicherte ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechseln,
kommt ihren anfänglichen Angaben deshalb in der Regel grösseres
Gewicht zu als späteren Darstellungen (BGE 121 V 45 E.2a; Urteil des
Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1; RKUV 2004 Nr. U
524 S. 546 ff. E.3.3.4). In Anwendung dieser Beweismaxime erweisen
sich die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem mutmasslichen
Erwerbspensum in den vorgenannten IV-Anmeldungen als glaubhafter als
ihre davon abweichenden Angaben im Formular zur "Bestätigung der
Erwerbstätigkeit bei Gesundheit". Aufgrund der Angaben der
Beschwerdeführerin ist folglich davon auszugehen, dass sie seit dem
1. Oktober 1983 bis zum 21. Februar 2011 als Hausfrau tätig gewesen ist
bzw. im Gesundheitsfall gewesen wäre.
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c) Dagegen lässt die Beweismaxime der "Aussage der ersten Stunde" keine
Rückschlüsse bezüglich der Glaubhaftigkeit der Angaben der
Beschwerdeführerin anlässlich der durchgeführten Haushaltsabklärung zu
(Abklärungsbericht vom 25. November 2011 [IV-act. 47]). Denn nach der
IV-Anmeldung vom 21. Februar 2011 verneinte die
Sozialversicherungsanstalt Graubünden den Anspruch des Ehemanns
der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen, womit die Familie
Einkünfte verlor, welche seit dem 1. April 1999 in erheblichem Umfang zu
ihrem Lebensunterhalt beigetragen hatten (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 11 27 vom 12. April
2011; vgl. etwa EL-Akten 1, 3, 10, 26). Insofern hat die finanzielle
Situation der Beschwerdeführerin nach der IV-Anmeldung vom
21. Februar 2011 eine wesentliche Änderung erfahren, die durchaus
geeignet ist, die Beschwerdeführerin zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
zu bewegen. Wenn die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf
dieses Ereignis anlässlich der Haushaltsabklärung vom 15. November
2011 zu Protokoll gab, bei Gesundheit aus finanziellen Gründen einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, kann dieser Aussage nicht von vornherein
jedes Gewicht abgesprochen werden. Dies umso weniger, als in den
Akten nichts darauf hindeutet, dass die damaligen Angaben der
Beschwerdeführerin von Überlegungen versicherungsrechtlicher oder
anderer Art beeinflusst gewesen sein könnten. Entgegen der Auffassung
der IV-Stelle erscheint es aufgrund dieser Angaben durchaus als
plausibel, dass die Beschwerdeführerin nach dem Wegfall der
Ergänzungsleistungen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, um
ihren vormaligen Lebensstandard aufrechterhalten zu können. In
welchem Umfang sie deshalb als Gesunde erwerbstätig gewesen wäre,
liess die Beschwerdeführerin zunächst offen, behauptete alsdann im
Formular zur "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit", im
Einwand vom 26. Januar 2015 (IV-act. 136) und in der Beschwerdeschrift
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vom 4. September 2015 bei Gesundheit vollzeitlich erwerbstätig zu sein.
Diese Angaben hat die Beschwerdeführerin nach Konsultation ihrer
Tochter bzw. ihres Rechtsvertreters gemacht. Unter diesen Umständen
kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie von
versicherungsrechtlichen Überlegungen motiviert sind. Ihnen ist daher mit
Zurückhaltung zu begegnen. Für sich allein kann aufgrund der fraglichen
Angaben deshalb nicht als erstellt gelten, dass die Beschwerdeführerin
bei Gesundheit seit dem Wegfall der Ergänzungsleistungen mit Wirkung
ab dem 1. Juli 2011 einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen
wäre.
d) Hinsichtlich der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin kann deren
Auszug aus dem individuellen Konto entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz bis Juni 1982 als
Näherin vollzeitlich bei der C._ AG erwerbstätig war. Im 1984
arbeitete sie sodann als Reinigungsfachfrau einem Hotel und in einem
Krankenhaus, womit sie ein Jahreseinkommen von total Fr. 7'035.--
erzielte. Im 1989 war sie kurzzeitig vollzeitlich bei der D._ AG tätig.
Von 1991 bis 2003 reinigte sie einige Monate pro Jahr Ferienwohnungen
für eine Stockwerkeigentümergemeinschaft. Mit dieser Tätigkeit erzielte
sie ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 4'751.-- bis Fr. 1'920.-- (vgl. IV-
act. 28, 47 S. 4). Seit 2004 war die Beschwerdeführerin nicht mehr
erwerbstätig. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin lässt sich
diese Erwerbsbiographie nur zum Teil durch die von ihr übernommene
Kinderbetreuung erklären. Freilich bedurften die Kinder im 2004,
abgesehen von der damals 20, 16 und zehn jährigen Kinder noch der
Beaufsichtigung und Betreuung. Jedoch besuchten sie zu diesem
Zeitpunkt bereits in erheblichem Umfang die Schule oder absolvierten
eine Lehre. Sie waren daher nicht mehr auf eine lückenlose Betreuung
durch ihre Mutter angewiesen. Dass die Beschwerdeführerin ihr
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bescheidenes Erwerbspensum im 2004 gänzlich aufgab, kann daher nicht
mit der Kinderbetreuung erklärt werden. Jedenfalls aber im 2009, als die
beiden älteren Töchter ausgezogen waren und die jüngste Tochter
ausserkantonal eine Lehre absolvierte (vgl. Haushaltsabklärung vom
15. November 2011 [IV-act. 47 S. 8]), wurde die Beschwerdeführerin
durch die Kinderbetreuung nicht mehr in einem Ausmass beansprucht,
welches sie an der Ausübung einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
gehindert hätte. Dass die Beschwerdeführerin zum damaligen Zeitpunkt
keine Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, hängt folglich nicht mehr mit
der Kinderbetreuung zusammen, sondern ist auf die vom Ehepaar
(stillschweigend) getroffene eheliche Aufgaben- und Rollenverteilung
zurückzuführen. Unter diesen Umständen erscheint es solange nicht als
überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei
Gesundheit eine (vollzeitliche) Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, als
die dieser Entscheidung zugrunde liegenden persönlichen und
finanziellen Umstände des Ehepaars keine wesentliche Änderung
erfahren.
e) Bezüglich der finanziellen Situation des Ehepaars ist erstellt, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 1997 infolge eines
Unfalls eine ganze Invalidenrente der Invalidenversicherung (seit
Erreichen des Rentenalters eine AHV-Rente) sowie eine Rente der
Unfallversicherung bezieht. Von April 1999 bis Juni 2011 erhielt er
überdies Ergänzungsleistungen, die an den sich veränderten Bedarf der
Familie
angepasst wurden (vgl. edierte EL-Akten). Mit Wirkung ab dem 1. Juli
2011 verneinte die zuständige AHV-Ausgleichskasse den Anspruch des
Ehemanns der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen (EL-act.
80, 86, 110, 113). Dabei stellte sie sich auf den Standpunkt, die Ehefrau
des EL-Bezügers (hier Beschwerdeführerin) wäre bei zumutbarer
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Anstrengung in der Lage, ein jährliches Erwerbseinkommen von
Fr. 36'000.-- zu erzielen. Dieses hypothetische Erwerbseinkommen sei
B._ bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen als
Verzichtseinkommen anzurechnen. In diesem Fall würden die
anrechenbaren Einnahmen die anrechenbaren Ausgaben übersteigen,
und zwar selbst wenn nur von einem anrechenbaren Verdienst von
Fr. 24'000.-- auszugehen wäre. Demzufolge seien die Voraussetzungen
für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen nicht mehr erfüllt, weshalb
dem Ehemann der Beschwerdeführerin keine Ergänzungsleistungen
zustünden (vgl. EL-Abweisungs-verfügung vom 29. August 2011 [EL-
act. 113]). Infolge dieses Entscheides nahmen die dem Ehepaar zur
Verfügung stehenden Einkünfte im Umfang der vormals erhaltenen
Ergänzungsleistungen ab.
f) Die IV-Stelle nimmt an, den dadurch entstandenen Einnahmeausfall hätte
das Ehepaar ohne weiteres durch die Inanspruchnahme von Sozialhilfe
kompensieren können. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die
Unterstützung Bedürftiger (kantonales Unterstützungsgesetz [UG;
BR 546.250]) gilt als bedürftig, wer für seinen Lebensunterhalt und den
seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder
nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Diese Bestimmung
bekennt sich zum Grundsatz der Subsidiarität, welcher das
Sozialhilferecht durchdringt (PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Danach haben
Personen, die in der Lage sind, für ihren Lebensunterhalt selber
aufzukommen, keinen Anspruch auf Sozialhilfe (HÄNZI, Die Richtlinien der
schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Entwicklung, Bedeutung und
Umsetzung der Richtlinien in den deutschsprachigen Kantonen der
Schweiz, Diss. Basel 2011, S. 114). Das Subsidiaritätsprinzip betont
dabei den ergänzenden Charakter der Sozialhilfe und verlangt vom
Ansprecher alles Zumutbare zur Behebung der eigenen finanziellen
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Notlage zu unternehmen, insbesondere die eigene Arbeitskraft
einzusetzen und eine zumutbare Erwerbstätigkeit anzunehmen, bevor er
staatliche Fürsorgeleistungen in Anspruch nimmt (BGE 130 I 71 E.5.3;
PVG 2009 Nr. 18 E.3c; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden U 15 57 vom 26. Januar 2016 E.4a). Wer Sozialhilfe bezieht
hat mit anderen Worten nach seinen Kräften zur Verminderung und
Behebung seiner finanziellen Notlage beizutragen. Zumutbar ist dabei
jede Arbeit, die dem Alter, dem Gesundheitszustand und den
persönlichen Verhältnissen der bedürftigen Person angemessen ist.
Sollten die dem Ehepaar zur Verfügung stehenden Renteneinkünfte nicht
genügen, um ihren Lebensunterhalt zu decken und würden sie deshalb
Sozialhilfe beantragen, so ist nach dem vorangehend Ausgeführten davon
auszugehen, dass die zuständige Sozialhilfebehörde die
Beschwerdeführerin bei Gesundheit anhalten würde, insoweit einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, als dies zur Deckung des
Lebensunterhalts des Ehepaars erforderlich wäre. Würde sie eine
entsprechende Auflage nicht befolgen, könnte dieses Verhalten mit einer
Kürzung des Grundbedarfs im Umfang von bis zu 30 % sanktioniert
werden (vgl. Art. 11 der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen
Unterstützungsgesetz [ABzUG; BR 546.270]; PVG 2014 Nr. 12). Die
zuständige Sozialhilfebehörde würde somit einen erheblichen Druck auf
die Beschwerdeführerin ausüben, um diese zu veranlassen, eine den
Anspruch auf Sozialhilfe ausschliessende Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
Die Auffassung der IV-Stelle, das Ehepaar könnte den durch den Wegfall
der Ergänzungsleistungen entstandenen Einkommensausfall ohne
weiteres durch die Inanspruchnahme von Sozialhilfe ausgleichen, trifft
folglich nicht zu.
g) In Würdigung der massgeblichen Umstände gelangt das Gericht aus
dieser Überlegung zur Überzeugung, dass die finanzielle Situation des
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Ehepaars mit dem Wegfall der Ergänzungsleistungen eine wesentliche
Änderung erfahren hat, welche das Ehepaar bei Gesundheit der
Beschwerdeführerin dazu veranlasst hätte, auf ihre bisherige Aufgaben-
und Rollenverteilung zurückzukommen und diese dahingehend
anzupassen, als die Beschwerdeführerin per 1. Juli 2011 insoweit
erwerbstätig geworden wäre, als dies zur Kompensation des durch den
Wegfall der Ergänzungsleistungen erlittenen Einkommensausfalls
erforderlich gewesen wäre. Mit diesem Vorgehen lehnt sich das
Verwaltungsgericht an die Praxis zur Bestimmung des
versicherungsrechtlichen Status im Scheidungsfall bei Versicherten, die
während der Ehe nicht- oder teilerwerbstätig gewesen sind, an. In diesen
Fällen ist auf den Scheidungszeitpunkt hin jeweils eine Änderung des
versicherungsrechtlichen Status zu prüfen und praxisgemäss zu bejahen,
wenn sich Versicherte infolge der Scheidung zur Deckung ihres
(gewohnten) Lebensstandards gezwungen sehen, eine Erwerbstätigkeit
aufzunehmen oder ihr bisheriges Erwerbspensum auszudehnen (vgl.
SVR 1996 Nr. 67; UELI KIESER, Aspekte einzelner Sozialversicherungen
bei der Ehescheidung, in: AJP 1998 S. 483 ff., 484 ff.; GABRIELA RIEMER-
KAFKA, Veränderungen der familiären Verhältnisse als
Rentenrevisionsgrund in der Invalidenversicherung, in: SCHAFFHAUSER/
SCHLAURI [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der
Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 93 ff., S. 113 ff.). In Anknüpfung
an diese Praxis erscheint es im vorliegenden Fall als überwiegend
wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall seit dem
1. Juli 2011 insoweit erwerbstätig geworden wäre, als dies zur Deckung
der durch den Wegfall der Ergänzungsleistungen entstandenen
Einkommenslücke erforderlich gewesen wäre.
h) Hinsichtlich der Höhe der interessierenden Ergänzungsleistungen geht
aus den edierten EL-Akten hervor, dass der Ehemann der
- 18 -
Beschwerdeführerin im 2011 monatliche Ergänzungsleistungen im Betrag
von Fr. 1'210.--, im 2010 von Fr. 1'163.--, im Dezember 2009 von
Fr. 1'040.--, von September bis November 2009 von Fr. 1'283.--, von
Januar bis August 2009 von Fr. 1'315.-- sowie im 2008 von Fr. 1'270.--
bezog. Hinzu kamen von 2009 bis 2011 monatliche
Ergänzungsleistungen für den Unterhalt der jüngsten Tochter im Betrag
von Fr. 1'341.-- bis Fr. 1'613.--. Zusätzlich vergütete die AHV-
Ausgleichskasse im 2011 Krankheitskosten im Gesamtbetrag von
Fr. 4'714.-- (Fr. 134.-- + Fr. 2'410.-- + Fr. 2'170.--). Im 2010 sprach sie
dem Ehemann der Beschwerdeführerin insgesamt Krankheitskosten von
Fr. 2'911.-- (Fr. 433.-- + Fr. 200.-- + Fr. 211.-- + Fr. 800.-- + Fr. 552.-- +
Fr. 715.--), im 2009 von Fr. 2'192.-- (Fr. 246.-- + Fr. 761.-- + Fr. 261.-- +
Fr. 445.-- + Fr. 479.--) und im 2009 Fr. 8'689.-- (Fr. 323.-- + Fr. 871.-- +
Fr. 1'386.-- + Fr. 3'233.-- + Fr. 690.-- + Fr. 439.-- + Fr. 1'292.-- + Fr. 244.--
+ Fr. 211.--) zu. Diese Leistungen dienten jedoch nicht nur der
Finanzierung des Unterhalts des Ehepaars, sondern deckten ausserdem
den finanziellen Bedarf ihrer Tochter, welche von 2009 bis 2011 eine
Lehre absolvierte. Die entsprechenden Kosten fielen dahin, als sie
mutmasslich im 2012 ihre Lehre abschloss und dadurch ihre
wirtschaftliche Selbständigkeit erlangte. Hierdurch reduzierten sich die
Lebensunterhaltskosten der Familie um den finanziellen Bedarf von der
Tochter. Insofern erfuhr die finanzielle Situation des Ehepaars im 2012
abermals eine wesentliche Veränderung. Erscheint es – wie vorangehend
dargelegt (vgl. vorstehende Erwägung 4g) – überwiegend wahrscheinlich,
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nur insoweit erwerbstätig
gewesen wäre, als dies zur Aufrechterhaltung des mithilfe der
Ergänzungsleistungen finanzierten Lebensstandards erforderlich
gewesen wäre, so ist davon auszugehen, dass sie ihr Erwerbspensum
nach dem Lehrabschuss ihrer Tochter reduziert hätte. Wird berücksichtigt,
dass die Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. August 2011 (vgl.
- 19 -
Art. 29 IVG) eine Rente beanspruchen kann, ist es vor diesem
Hintergrund vertretbar, bei der Bestimmung des versicherungsrechtlichen
Status nur die Ergänzungsleistungen zu berücksichtigen, welche das
Ehepaar für den eigenen Unterhalt verwendet haben und deren Wegfall
sich in einer Minderung ihres Lebensstandards niederschlug. Die
entsprechen Ergänzungsleistungen belaufen sich bei Berücksichtigung
aller vergüteten Krankheitskosten im Durchschnitt der Jahre 2008 bis
2011 auf Fr. 1'617.30 (monatliche Ergänzungsleistungen: Fr. 1'231.75
[Fr. 1'210.-- {2011} + Fr. 1'163.-- {2010} + Fr. 1'284.-- {Fr. 1'040.-- + 3 x
Fr. 1'283.-- + 8 x Fr. 1'315.--: 12 [2009]} + Fr. 1'270.-- {2008} = Fr. 4'927.--
: 4] + Krankheitskosten: Fr. 385.55 [Fr. 4'714.-- {2011} + Fr. 2'911.--
{2010} + Fr. 2'192.-- {2009} + Fr. 8'689.-- {2008} = Fr. 18'506.-- : 4 : 12]).
Als Gesunde würde die Beschwerdeführerin demnach mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit insoweit einer Erwerbstätigkeit nachgehen, als dies
erforderlich wäre, um einen monatlichen Nettolohn von Fr. 1'617.30 zu
erzielen, mithin brutto knapp Fr. 2'000.-- (Fr. 1'617.30 x 1.0515
[AHV/IV/EO-Beitrag 2012] x 1.022 [ALV-Beitrag 2012] x 1.02 [UVG-
Prämie geschätzt] x 1.10 [BVG-Prämie geschätzt] = Fr. 1'950.--) zu
verdienen.
i) Zu bestimmen bleibt, mit welchem Pensum die Beschwerdeführerin hätte
erwerbstätig sein müssen, um einen Bruttolohn von knapp Fr. 2'000.-- zu
erzielen. Die Beschwerdeführerin zog sich, wie vorangehend festgehalten
(vgl. vorstehende Erwägung 4d), im 2004 vollständig aus dem
Arbeitsmarkt zurück. Davor reinigte sie während einiger Monate pro Jahr
Ferienwohnungen, womit sie ein Jahreseinkommen von Fr. 4'751.-- bis
Fr. 1'920.-- erzielte, mithin monatlich Fr. 395.90 bis Fr. 160.-- pro Monat
verdiente (vgl. IV-act. 28, 47 S. 4). Eine Hochrechnung dieser von 1991
bis 2003 erzielten Einkünfte erscheint angesichts des bescheidenen
Erwerbspensums und der grossen zeitlichen Distanz zur letzten
- 20 -
beruflichen Tätigkeit nicht sinnvoll. Stattdessen ist das von der
Beschwerdeführerin im 2012 erzielbare Einkommen aufgrund der vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen LSE-Tabellenlöhne
2010 zu ermitteln. Danach erzielte eine Frau im privaten Sektor bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden mit einer einfachen Tätigkeit
ohne berufliche Vorkenntnisse im Anforderungsniveau 4, TA1, im Monat
Fr. 4'225.--. Wird von der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im 2012
von 41.6 Stunden ausgegangen (abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch/
> 03-Arbeit und Erwerb > Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit > Detaillierte
Daten > betriebsübliche Wochenarbeitszeit, besucht letztmals am
27. September 2016), so hätte die Beschwerdeführerin im 2011 unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (1.0 % [abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch/ > 03-Arbeit und Erwerb > Erwerbstätigkeit und
Arbeitszeit > Detaillierte Daten > Lohnentwicklung, besucht letztmals am
27. September 2016]) mit einer solchen Vollzeittätigkeit im Monat
Fr. 4'319.25 verdienen können (Fr. 4'112.-- : 40 x 41.6 x 1.01). Um die
durch den Wegfall der Ergänzungsleistungen entstehende
Einkommenslücke zu decken, hätte die Beschwerdeführerin folglich als
Gesunde eine Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von rund 45 %
(46.30 %) aufnehmen müssen (Fr. 2'000.-- : Fr. 4'319.25 x 100).
j) Dass die Beschwerdeführerin eine Arbeitsstelle mit einem 45%igen
Pensum gefunden hätte, ist denkbar. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass
sie aus betrieblichen Gründen zu einem Pensum von 40 % oder 50 %
angestellt worden wäre. Mit Blick auf die angespannte finanzielle Situation
der Beschwerdeführerin erweist es sich dabei als überwiegend
wahrscheinlich, dass sie sich für eine 50%ige Erwerbstätigkeit
entschieden hätte. Die von der Beschwerdeführerin darüber
hinausgehend behauptete vollzeitliche Erwerbstätigkeit erscheint
hingegen vor dem Hintergrund ihrer Erwerbsbiographie wenig plausibel,
- 21 -
hat doch die Beschwerdeführerin im 2004 jede Erwerbstätigkeit
aufgegeben und auch nach dem vollständigen Wegfall der
Kinderbetreuung (spätestens im 2009) keine Anstalten getroffen, eine
Erwerbstätigkeit aufzunehmen (vgl. dazu vorstehende Erwägung 4d).
Allein die Behauptung der Beschwerdeführerin, als Gesunde seit dem
1. Juli 2011 einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, vermag ein
solches berufliches Engagement unter diesen Umständen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Soweit die IV-Stelle im
Übrigen geltend macht, die Beschwerdeführerin hätte im 2012 keine
Erwerbstätigkeit ausüben können, weil sie sich zu Hause um ihren
pflegebedürftigen Ehemann gekümmert hätte, ist ihr entgegenzuhalten,
dass in der Haushaltsabklärung vom 15. November 2011 der
Aufgabenbereich Betreuung von Kindern und anderen
Familienmitgliedern mit 0 % eingestuft wurde, mithin dieser
Aufgabenbereich infolge des Wegfalls der Kinderbetreuung als nicht mehr
existent angesehen wurde (IV-act. 47 S. 8). Wenn die IV-Stelle bei der
Bestimmung des versicherungsrechtlichen Status nunmehr die Pflege des
Ehemannes als Hindernis für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
anführt, setzt sie sich in Widerspruch zu ihren eigenen Annahmen in der
Haushaltabklärung vom 15. November 2011, was als treuwidriges
Verhalten (venire contra factum proprium) keinen Rechtsschutz verdient.
Im Übrigen ist aufgrund der Haushaltsabklärung vom 15. November 2011
erstellt, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin nicht pflegebedürftig
ist (IV-act. 47 S. 8). Damit erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass
die Beschwerdeführerin bei Gesundheit im für die Rentenbemessung
massgeblichen Zeitpunkt im Umfang von 50 % erwerbstätig und zu 50 %
als Hausfrau im besonderen Aufgabenbereich tätig gewesen wäre. Davon
ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin eine
Invalidenrente beanspruchen kann. Hierfür ist zunächst zu untersuchen,
ob und inwiefern die Beschwerdeführerin infolge ihres
- 22 -
Gesundheitszustands voraussichtlich dauerhaft in ihrer Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt ist.
5. a) Die IV-Stelle holte zur Abklärung der massgeblichen medizinischen
Situation zunächst die Berichte der behandelnden Ärzte ein und ordnete
daraufhin eine bidisziplinäre Abklärung der Beschwerdeführerin durch den
RAD an. Die RAD-Ärzte, med. pract. E._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Rheumatologie, Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
zertifizierter Gutachter SIM, diagnostizierten in der RAD-Abklärung vom
17. Oktober 2014 als Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Persönlichkeitsveränderung nach anhaltender körperlicher Krankheit
(ICD-10: F 62), Psoriasis-Arthropathie, lumbal betontes
Panvertebralsyndrom bei deutlicher Fehlstatik mit lumbaler Hyperlordose
und rechtskonvexer Skoliose bei gleichzeitiger Abflachung der oberen
Brustwirbel und vermehrter Kyphosierung des thorako-lumbalen und
cervikothorakalen Übergangs, bekannten degenerativen Veränderungen
der Lendenwirbel, Diskusprotrusion L5/S1 mit foraminaler Ausdehnung
rechts mehr als links sowie begleitender Spondylarthrose (MRI LWS vom
14. Februar 2013), fehlenden klinischen Hinweisen auf eine radikuläre
Problematik, myofaszialen Beschwerden am lateralen Oberschenkel
beidseits und einer Periarthropathia genu (IV-act. 129 S. 19, 29 f.). Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie einen Status nach
rezidivierend depressiven Episoden, remittiert (ICD-10: F 33.4), einen
beidseitigen Senk-/Spreizfuss und Adipositas fest (IV-act. 129 S. 19, 30,
34). Wegen dieser Krankheiten sei aus rheumatologischer Sicht die
Ausübung der (angestammten) Tätigkeit als Reinigungsfachkraft nicht
mehr zu empfehlen (IV-act. 34 f.). Möglich seien leichte, körperliche
Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne Zwangshaltung des Oberkörpers.
Der Einsatz der Hände sollte nach ergonomischen Gesichtspunkten
- 23 -
erfolgen. Zu vermeiden seien Tätigkeiten im Knien oder in der Hocke (IV-
act. 129 S. 35). Aufgrund rascher Ermüdbarkeit bestehe ein erhöhter
Pausenbedarf. Dieser betrage ungefähr anderthalb Stunden pro
Arbeitstag. Die Explorandin sei demnach in einer die vorgenannten
Anforderungen respektierenden Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig (IV-
act. 129 S. 36). Die vorliegende psychische Störung führe alsdann zu
einer globalen Leistungsminderung bezüglich Konzentrationsfähigkeit,
Konzentrationsdauer, Stressresistenz, Kompetenz zum Multitasking und
dergleichen. Jeder dieser Aspekte sei der Explorandin im Einzelnen
grundsätzlich zumutbar, aber nicht in zu hoher Intensität. Deshalb sei bei
der Explorandin von einer Leistungsminderung von total 20 %
auszugehen. Diese sei am ehestens als quantitative Minderung
umzusetzen, sinnvollerweise in Form von vier ganzen Arbeitstagen pro
Woche (IV-act. 129 S. 35). Gesamthaft sei die Beschwerdeführerin in
einer leidensadaptierten Tätigkeit folglich zu 80 % arbeitsfähig (IV-
act. 129 S. 36).
b) Ob dieser RAD-Abklärung voller Beweiswert beigemessen werden kann,
hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie auf
allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde,
in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und in den daraus gezogenen
Schlussfolgerungen begründet ist (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351
E.3a mit Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung
als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit
Hinweisen). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
- 24 -
Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Berichte und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte – wie dem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) – vollen Beweiswert, wenn sie die vorgenannten Anforderungen
erfüllen und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die
Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde
Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Sachverständigen allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum
Ganzen BGE 125 V 351 E.3b; 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Stützt sich
eine angefochtene Verfügung im Wesentlichen oder ausschliesslich auf
solche Beweisgrundlagen, sind an die Beweiswürdigung deshalb höhere
Anforderungen zu stellen. Bestehen in einem solchen Fall auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen
Feststellungen, erweist sich das fragliche Gutachten nicht als voll
beweiskräftig und es sind weitere Beweiserhebungen zu veranlassen (vgl.
BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
I 142/04 vom 20. November 2007 E.3.2.1; MÜLLER, Das
Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1730;
FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen
Sicherheit, Basel 2014, Rz. 4.146).
c) Die RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 beruht auf einer eingehenden
persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin, berücksichtigt die
von ihr geklagten Leiden und wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten verfasst. Die begutachtenden RAD-Ärzte sind als Fachärzte
überdies qualifiziert, die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der
- 25 -
Beschwerdeführerin zu beurteilen. Med. pract. E._ und Dr. med.
F._ setzen sich in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 zudem
ausführlich mit abweichenden Beurteilungen der medizinischen
Verfassung der Beschwerdeführerin sowie deren Arbeitsfähigkeit
auseinander und begründen eingehend, weshalb sie diese für nicht
stichhaltig erachten. Die entsprechenden Ausführungen leuchten in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. In den Akten finden sich keine Hinweise, die
Zweifel an der Richtigkeit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der RAD-
Abklärung vom 17. Oktober 2014 wecken.
aa) Die gegenteilige Auffassung der Beschwerdeführerin vermag nicht zu
überzeugen. Freilich trifft es zu, dass der RAD-Psychiater die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht nach Massgabe der
neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur anhaltend
somatoformen Schmerzstörung und vergleichbarer psychosomatische
Leiden (BGE 141 V 281; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom
1. März 2016 E.2.2.1) geprüft hat. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin erweist sich die RAD-Beurteilung deswegen aber
nicht als fehlerhaft, da das bei der Beschwerdeführerin vorhandene
Beschwerdebild nicht zu den mit einer anhaltend somatoformen
Schmerzstörung vergleichbaren Leiden im Sinne (auch) der geänderten
Rechtsprechung zählt. Die für diese Krankheitsbilder und die anhaltend
somatoforme Schmerzstörung entwickelte und in BGE 141 V 281
geänderte bundesgerichtliche Rechtsprechung beansprucht für den
vorliegenden Fall damit keine Geltung und wurde vom RAD-Psychiater
dementsprechend zu Recht unberücksichtigt gelassen. Sodann hat das
Bundesgericht unter der Geltung der geänderten Rechtsprechung im
Urteil 8C_191/2016 vom 15. Juni 2016 jüngst bestätigt, dass einer
leichtgradig depressiven Episode der invalidisierende Charakter
- 26 -
abzusprechen ist (E.4.1). Dass die neue bundesgerichtliche
Rechtsprechung zur anhaltend somatoformen Schmerzstörung und
vergleichbaren psychosomatischen Leiden diese Beurteilung ändern wird,
kann somit entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin
ausgeschlossen werden.
bb) Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren moniert, der RAD-Psychiater
habe die streitige Arbeitsunfähigkeit danach bemessen, inwieweit die
Beschwerdeführerin in der Lage sei, ihre Beschwerden zu überwinden
und eine zumutbare Tätigkeit auszuüben, geht ihre Kritik ebenfalls fehl.
Denn gemäss der Legaldefinition in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG liegt eine
Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist; die Versicherte mithin an einem Gesundheitsschaden
leidet, der nicht nur nach ihrem Empfinden, sondern aus objektiver Sicht
derart schwerwiegend ist, um das funktionelle Leistungsvermögen und,
als Folge davon, das Erwerbsvermögen einer Versicherten zu
beeinträchtigen (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 7 N. 56). Mit den Ausführungen zur
Überwindbarkeit der psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin
nimmt der RAD-Psychiater folglich auf die objektive Zumutbarkeitsprüfung
im Sinne der allgemeingültigen Legaldefinition der Erwerbsunfähigkeit
gemäss Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG Bezug und äussert sich nicht, wie von
der Beschwerdeführerin behauptet, zur vom Bundesgericht in BGE 141 V
281 aufgegebenen Überwindbarkeitsvermutung. Auch insoweit ist die
RAD-Beurteilung vom 17. Oktober 2014 folglich nicht zu beanstanden.
cc) Was die inhaltliche Kritik der Beschwerdeführerin betrifft, ist vorab
festzuhalten, dass sich die Beurteilung des RAD-Psychiaters in Bezug auf
die diagnostizierten Krankheiten nicht grundlegend von jener der
behandelnden Ärzte unterscheidet. Der in diesem Zusammenhang vom
- 27 -
behandelnden Psychiater der Beschwerdeführerin, Dr. med. G._, im
Arztbericht vom 24. März 2015 (Bf-act. 8) erhobene Vorwurf, der
begutachtende RAD-Psychiater sei bei den somatischen Beschwerden
hängen geblieben und habe sich von der Explorandin instrumentalisieren
lassen, ist aktenwidrig, hat doch der RAD-Psychiater erstmals eine
Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Ob es sich hierbei, wie vom RAD-
Psychiater angenommen, um eine Persönlichkeitsstörung nach
anhaltender körperlicher Krankheit (ICD-10: F 62) oder, wie vom
behandelnden Psychiater postuliert, um eine histrionische
Persönlichkeitsstörung (mit depressiven Anteilen) handelt, ist für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht von
entscheidender Bedeutung. Ausschlaggebend ist diesbezüglich, ob diese
psychische Krankheit verbunden mit der rezidivierend depressiven
Störung aus objektiver Sicht derart schwerwiegend ist, um die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin voraussichtlich dauerhaft zu
beeinträchtigen oder die sozialpraktische Verwertung der Arbeitskraft auf
dem Arbeitsmarkt für die Gesellschaft auszuschliessen
(MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 4 N. 17). Zu dieser Frage äussert sich Dr.
med. G._ im Arztbericht vom 24. März 2015 nicht. Er begnügt sich
vielmehr damit, die vom begutachtenden RAD-Psychiater gestellten
Diagnosen zu kritisieren. Allein daraus kann zwar (wohl) nicht
geschlossen werden, Dr. med. G._ erachte die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der RAD-Abklärung vom
17. Oktober 2014 für zutreffend. Indessen bietet der Arztbericht vom
24. März 2015 unter diesen Umständen keine Anhaltspunkte für eine
höhergradige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin als die vom RAD-Psychiater angenommene 20%ige
Leistungsminderung.
- 28 -
dd) Demgegenüber attestierte Dr. med. H._, Oberarzt, der
Beschwerdeführerin im IV-Verlaufsbericht vom 18. April 2013 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit infolge einer rezidivierend depressiven
Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (Bf-act. 4). Im
Arztbericht vom 1. Juli 2013 bestätigten die behandelnden Psychiater die
fortdauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin, wobei
sie nur mehr von einer mittelgradig depressiven Episode ausgingen (Bf-
act. 5). In den fraglichen Arztberichten werden indessen keine objektiv
feststellbaren Gesichtspunkte vorgebracht, welche der RAD-Psychiater
nicht berücksichtigt hat und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu führen (vgl.
dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.4.3,
Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 58/06 vom
2. August 2006 E.2.2, I 676/05 vom 13. März 2006 E.2.4). Die
entsprechenden Beurteilungen wecken daher keine begründeten Zweifel
an der Richtigkeit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch den begutachtenden RAD-Psychiater, zumal
bei deren Würdigung rechtspechungsgemäss der Erfahrungstatsache
Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte – wie die vorliegend in
Frage stehenden – in Zweifelsfällen bisweilen zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. BGE 135 V 436 E.4.5; Urteil des Bundesgerichts
9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E.4.3, Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts U 58/06 vom 2. August 2006 E.2.2, I 676/05 vom
13. März 2006 E. 2.4). Der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin durch den begutachtenden RAD-Psychiater ist
folglich voller Beweiswert zuzuerkennen.
ee) Dem begutachtenden RAD-Arzt, Dr. med. F._, wirft die
Beschwerdeführerin sodann vor, bei der Bestimmung ihrer
Arbeitsfähigkeit der Adipositas und ihren Unterbauchschmerzen nicht
- 29 -
Rechnung getragen zu haben, obgleich diese nach Auffassung von Dr.
med. I._, Oberarzt, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit begründeten
(Arztbericht vom 28. Januar 2015 [Bf-act. 7]). Dieser Argumentation ist
zunächst entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr. med. F._ nur über manchmal auftretende, stichartige Schmerzen
im Bauchbereich geklagt hat (IV-act. 129 S. 26). Diese Beschwerden sind
insofern in die Beurteilung von Dr. med. F._ eingeflossen, als er im
Belastungsprofil Tätigkeiten in der Hocke und im Knien wegen der infolge
der zahlreichen abdominalen Operationen eingeschränkten Beweglichkeit
im Bauchbereich ausgeschlossen hat (IV-act. 31). Zudem hält Dr. med.
I._ im Arztbericht vom 28. Januar 2015 selber fest, kein organisches
Korrelat für die von der Beschwerdeführerin beklagten Bauchschmerzen
finden zu können. Wohl deshalb ist er nicht in der Lage, diese
Beschwerden anhand einer der bekannten Klassifikationssysteme einer
bestimmten Krankheit zuzuordnen. Damit kann ohne weiteres
ausgeschlossen werden, dass die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin wegen der gelegentlich auftretenden
Unterbauchbeschwerden in einem über das von Dr. med. F._
angenommene Ausmass beeinträchtigt wird. In Bezug auf die Adipositas
bleibt anzumerken, dass diese Krankheit nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität
bewirkt, wenn sie nicht körperliche oder geistige Schäden verursacht und
nicht die Folge von solchen Schäden ist. Liegen diese Voraussetzungen
nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen
Gegebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet
werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch
zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei
welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden
keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit bzw. der Betätigung im bisherigen
- 30 -
Aufgabenbereich zur Folge hat (Urteile des Bundesgerichts 8C_496/2012
vom 19. September 2012 E.2.2, 8C_74/2008 vom 22. August 2008 E.2.2;
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 745/06 vom 21. März
2007 E. 3.1). Dass eine dieser beiden Fallkonstellationen vorliegt, hat die
Beschwerdeführerin nicht ansatzweise dargelegt und wird auch von Dr.
med. I._ im Arztbericht vom 28. Januar 2015 (Bf-act. 7) nicht
behauptet. In den Arztberichten betreffend die Adipositas finden sich im
Übrigen keine Hinweise auf eine invalidisierende Wirkung dieser
Krankheit (vgl. Arztbericht von Dr. med. K._, Leitender Arzt
Endokrinologie, vom 13. März 2012 [IV-act. 83 S. 2 f.], Arztbericht vom
15. Mai 2012 von Dr. med. L._, Co-Chefarzt, Leitender
Viszeralchirurgie vom 15. Mai 2012 [IV-act. 83 S. 6]). Die von der
Beschwerdeführerin gegen die Beurteilung von Dr. med. F._
erhobenen Einwände erweisen sich demzufolge als unbegründet. Das
Gericht sieht sich nicht veranlasst, an der Richtigkeit seiner Beurteilung
zu zweifeln. Dieser ist folglich voller Beweiswert beizumessen.
d) In Würdigung der gesamten Akten gelangt das Gericht aus den
vorgenannten Überlegungen zum Schluss, dass der RAD-Abklärung vom
17. Oktober 2014 voller Beweiswert zukommt. Damit gilt als erstellt, dass
die Beschwerdeführerin in einer leichten körperlichen Tätigkeit mit
Wechselbelastung ohne Zwangshaltung des Oberkörpers,
ergonomischem Einsatz der Hände unter Vermeidung von Tätigkeiten im
Knien und in Hockstellung zu 80 % arbeitsfähig ist (IV-act. 129 S. 35).
Weitere medizinische Untersuchungen, insbesondere die Einholung des
begehrten versicherungsexternen Gutachtens, lassen diesbezüglich keine
neuen Erkenntnisse erwarten, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung
von weiteren Beweisvorkehren abzusehen und der rechtserhebliche
Sachverhalt als hinreichend erstellt anzusehen ist (vgl. BGE 134 I 140
E.5.3, 131 I 153 E.3, 124 I 208 E.4a).
- 31 -
aa) Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gab
der begutachtende RAD-Psychiater am 5. Dezember 2014 auf
entsprechende Nachfrage hin an, aufgrund der vorhandenen Unterlagen
und der Angaben der Versicherten sei davon auszugehen, dass die
psychischen Beschwerden erst im Nachgang und als Reaktion auf die
körperlichen Beeinträchtigungen sowie die beklagten Schmerzen
aufgetreten seien. Die psychischen Beschwerden hätten sich
mutmasslich ab Februar 2012 intensiviert und die Beschwerdeführerin
nach und nach in einem Umfang von 20 % beeinträchtigt. Spätestens im
Untersuchungszeitpunkt (29. Juli 2014) habe die postulierte
Arbeitsunfähigkeit von 20 % vorgelegen (IV-act. 145 S. 15). Diese
Beurteilung des RAD-Psychiaters wird von Dr. med. F._ aus
somatischer Sicht dahingehend ergänzt, als dieser der
Beschwerdeführerin in der RAD-Abklärung vom 17. Oktober 2014 für den
Untersuchungszeitpunkt (29. Juli 2014) eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in
einer leidensadaptierten Tätigkeit. Im 2012 stufte er die
Beschwerdeführerin wegen des Aufflammens der Psoriasis-Arthropatie
als vollständig arbeitsunfähig ein (IV-act. 129 S. 35 f.). Auf Nachfrage der
zuständigen Sachbearbeiterin hielt er diesbezüglich am 15. Dezember
2014 fest, die behandelnde Rheumatologin habe im März 2012 wegen
des Aufflammens der Psoriasis-Arthropatie eine neue Medikation
eingeleitet habe. Aufgrund deren Angaben im Arztbericht vom 23. März
2012 sei davon auszugehen, dass bereits im November 2011 eine höhere
Aktivität der Psoriasis-Arthropatie ausgewiesen gewesen sei (IV-act. 145
S. 14). Die Haushaltsabklärung habe damals eine Einschränkung von
6.4 % ergeben. Nach eingetretener Beruhigung der Psoriasis-Arthropatie
durch die Behandlung mit Biologika sei eine höhere Einschränkung im
Haushalt, als bereits im November 2011 bestehend, nicht anzunehmen.
Die Rückenproblematik sei zu diesem Zeitpunkt auch bereits vorhanden
- 32 -
gewesen. Eine höhergradige Einschränkung, als die in der
Haushaltsabklärung ermittelte, sei aus somatischer Sicht demnach
auszuschliessen (IV-act. 145 S. 14).
bb) Diese Angaben der begutachtenden RAD-Ärzte zur Entwicklung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im zu beurteilenden Zeitraum
stützen sich auf die echtzeitlichen Arztberichte zur damaligen
gesundheitlichen Verfassung der Beschwerdeführerin und deren
Arbeitsfähigkeit (vgl. insbesondere Arztbericht von Dr. med. M._ vom
21. März 2012 [IV-act. 83 S. 4 f.] und IV-Verlaufsbericht vom 9. November
2012 [IV-act. 84], IV-Verlaufsbericht von Dr. med. H._ vom 18. April
2013 [IV-act. 92]). Eine durchgängige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin ist auf dieser Grundlage nur aus psychiatrischer,
nicht jedoch aus somatischer Sicht möglich. Hinsichtlich der somatischen
Beschwerden ist allerdings zu beachten, dass Dr. med. F._ die
zeitweilige vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
ausschliesslich mit der erhöhten Entzündungsaktivität der Psoriasis-
Arthropatie begründet. Deren Verlauf lässt sich anhand der Arztberichte
der behandelnden Rheumatologin der Beschwerdeführerin, Dr. med.
M._, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumatologie,
nachzeichnen. So bestanden laut IV-Verlaufsbericht vom 16. Dezember
2013 von Dr. med. M._ seit März 2013 unverändert periphere
Arthritiden, wobei vor allem die Finger und Kniegelenke betroffen
gewesen seien. Klinisch seien immer wieder auch Synovitiden einzelner
Fingergelenke nachgewiesen worden. Radiologisch seien psoriasis-
typische Veränderungen gefunden worden. Unter der Behandlung mit
Methotrexat sei es zwar zu einer Besserung der Beschwerden
gekommen. Es bestehe jedoch weiterhin eine klinisch und laborchemisch
ausgewiesene erhöhte Entzündungsaktivität. Die Therapie werde deshalb
aktuell mit Humira ausgebaut. Unter dieser Behandlung sollte es zu einer
- 33 -
Besserung der entzündlichen Aktivität kommen. Eine Teilarbeitsfähigkeit
sei aktuell noch nicht möglich. Eine neue Beurteilung sei frühestens im
Juni 2014 empfohlen (IV-act. 110 S. 2). Im Arztbericht vom 4. Juni 2014
hielt Dr. med. M._ alsdann fest, seit November 2013 eine
Basistherapie mit Humira durchzuführen. Seither seien keine Synovitiden
oder entzündlichen Aktivitäten mehr nachgewiesen. Die
Schmerzsymptomatik sei jedoch persistierend und entspreche aktuell am
ehesten einem weichteilrheumatischen Beschwerdebild (IV-act. 119 S. 1).
Bezüglich der weiteren Arbeitsfähigkeit der Patientin sollte aus rein
rheumatologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte
wechselbelastende Tätigkeiten erreicht werden können (IV-act. 119 S. 2).
Dieser Beurteilung hielt Dr. med. F._ in der RAD-Abklärung vom
17. Oktober 2014 entgegen, versicherungsmedizinisch sei die Annahme
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit für leichte wechselbelastende
Tätigkeiten bei vorwiegend weichteilrheumatischen Beschwerden ohne
Zeichen einer entzündlichen Aktivität in den Gelenken als zu hoch zu
werten (IV-act. 129 S. 31). Die Beschwerdeführerin sei in einer
leidensadaptierten Tätigkeit unter Berücksichtigung einer verminderten
Leistungsfähigkeit infolge des erhöhten Pausenbedarfs zu 80 %
arbeitsfähig (IV-act. 129 S. 129 S. 31 f.). In Anknüpfung an diese
Beurteilungen erscheint es dem Gericht überwiegend wahrscheinlich,
dass die Beschwerdeführerin während der klinisch und laborchemisch
ausgewiesenen erhöhten Entzündungsaktivität der Psoriasis-Arthropatie
von November 2011 bis November 2013 vollständig arbeitsunfähig
gewesen ist. Im Übrigen war und ist sie in einer leidensadaptierten
Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig.
7. a) Unter Zugrundelegung dieser Arbeitsunfähigkeit ist anschliessend der
streitige Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin zu ermitteln. Die von
Februar 2010 bis Oktober 2011 und ab Dezember 2013 bestehende
- 34 -
Restarbeitsfähigkeit von 80 % ermöglicht der Beschwerdeführerin die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im angenommenen Umfang von 50 %
(vgl. Ausführungen in den vorstehenden Erwägungen 6d/aa und 6d/bb).
Das von ihr mit einer solchen Tätigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt erzielbare Einkommen ist anhand der LSE-Tabellenlöhne zu
ermitteln, da die Beschwerdeführerin im interessierenden Zeitraum keiner
Erwerbstätigkeit nachgegangen ist (vgl. dazu statt vieler BGE 129 V 472
E.4.2.1, 124 V 321 E.3d/aa; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a N. 78 ff.).
Dabei ist – wie bei der Bestimmung des versicherungsrechtlichen Status
(vgl. die vorstehenden Ausführungen in Erwägung 4i) – auf die LSE 2010,
TA1 zurückzugreifen. Danach hätte die Beschwerdeführerin mit einer
körperlich leichten Tätigkeit ohne berufliche Vorkenntnisse ausgehend
von der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im 2012 ein monatliches
Bruttoeinkommen von Fr. 2'159.60 erzielen können (50 % von
Fr. 4'319.25), mithin im Jahr Fr. 25'915.20 verdienen können (Fr. 2'159.60
x 12). Dieses Einkommen darf der Beschwerdeführerinnen indessen nur
angerechnet werden, wenn aufgrund ihrer persönlichen und beruflichen
Umstände (Alter, Migrationshintergrund, fehlende berufliche Ausbildung,
gesundheitliche Beeinträchtigungen) davon ausgegangen werden kann,
dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit
durchschnittlichem Erfolg verwerten kann (BGE 124 V 321 E.3b/bb).
Andernfalls ist ihr ein Abzug vom LSE-Tabellenlohn zuzugestehen, der
unter Würdigung aller massgeblichen Umstände nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen ist. Der leidensbedingte Abzug ist
dabei auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 134 V 322
E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb und 5b/cc).
b) Im vorliegenden Fall ist diesbezüglich zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung nur mehr
körperlich leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne Zwangshaltung
- 35 -
des Oberkörpers und unter ergonomischem Einsatz der Hände unter
Vermeidung von Tätigkeiten im Knien und in Hockstellung ausüben kann
(IV-act. 129 S. 35; vgl. dazu vorne Erwägung 5a; IV-act. 184 S. 29, 31).
Diese gesundheitlichen Leistungseinschränkungen schränken die
Beschwerdeführerin in der Ausübung einer Verweisungstätigkeit
erfahrungsgemäss dermassen ein, dass sie deshalb ihre Arbeitsfähigkeit
auf dem Arbeitsmarkt nur mehr mit einem unterdurchschnittlichen Erfolg
verwerten kann. Dagegen berechtigt der Umstand, dass – wie hier – eine
grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige Versicherte reduziert leistungsfähig
ist, zu keinem Abzug, da dieser Tatsache bereits bei der Bemessung der
Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen wurde (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_584/2015 vom 15. April 2016 E.6.2, 8C_344/2012
vom 16. August 2012 E. 3.2, 9C_40/2011 vom 1. April 2011 E.2.3.1).
Ebenso wenig ist der Beschwerdeführerin im Hinblick auf ihren
Beschäftigungsgrad ein Abzug von den LSE-Tabellenlöhnen
zuzugestehen, wirkt sich doch die Teilzeitbeschäftigung bei Frauen im
Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung nicht lohnmindernd aus (Urteile
des Bundesgerichts 8C_366/2013 vom 18. Juni 2013 E.4.3, 9C_294/2012
vom 7. Mai 2012 E.3.3.2.1). Sodann gilt eine psychisch bedingte
verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht als eigenständiger
abzugsfähiger Umstand (Urteil des Bundesgerichts 9C_226/2013 vom 4.
September 2013 E. 4.2.2). Nicht von Belang sind im vorliegenden Fall
ferner die Anzahl der Dienstjahre und die Nationalität, verfügt doch die
Beschwerdeführerin über die Schweizer Staatsangehörigkeit. Hingegen
ist vorliegend das fortgeschrittene Alter der Beschwerdeführerin, die im
Verfügungszeitpunkt bereits 58 Jahre alt war, gerade auch im Hinblick auf
ihre bereits über zehnjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt
abzugsrechtlich erheblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_334/2013
vom 24. Juli 2013 E.3). Infolgedessen sowie der behinderungsbedingten
- 36 -
Einschränkungen bei der Ausübung von Verweisungstätigkeiten erscheint
dem Gericht ein leidensbedingter Abzug von insgesamt 10 % als
angemessen. Die Beschwerdeführerin ist demzufolge in der Lage, mit
einer leidensadaptierten Tätigkeit ein Jahreseinkommen von
Fr. 23'323.70.60 (90 % von Fr. Fr. 25'915.20).
c) Wird dieses Invalideneinkommen dem Valideneinkommen der
Beschwerdeführerin von Fr. 25'915.20 gegenübergestellt, so resultiert
eine Erwerbseinbusse von 10 %. Demzufolge beträgt der gewichtete
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im interessierenden Zeitraum
vom frühestmöglichen Rentenbeginn (1. August 2011, vgl. vorstehende
Ausführungen in Erwägung 4h) bis Oktober 2011 und ab Dezember 2013
im erwerblichen Bereich folglich 5 % (0.5 x 10 %).
d) Von November 2011 bis November 2013 war die Beschwerdeführerin
demgegenüber vollständig arbeitsunfähig (vgl. vorstehende Ausführungen
in Erwägung 5d/aa und d/bb). In dieser Zeitspanne konnte sie keine
Erwerbstätigkeit ausüben. Ihr rentenbegründender Invaliditätsgrad betrug
daher 100 % (Invalideneinkommen: Fr. 0.--; Valideneinkommen:
Fr. 25'915.20). Von November 2011 bis November 2013 betrug der
gewichtete Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im erwerblichen
Bereich demnach 50 % (0.5 x 100 %).
8. Zu diesem Invaliditätsgrad hinzuzurechnen sind die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin bei der Haushaltsführung als
besonderer Aufgabenbereich im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG, die
mittels eines Betätigungsvergleichs zu bestimmen sind (vgl. dazu MEYER/
REICHMUTH, a.a.O., Art. 28a N. 178 und 159 ff. m.w.H.). Die IV-Stelle
führte zu diesem Zweck am 15. November 2011 in Anwesenheit des
Ehemannes der Beschwerdeführerin eine Haushaltsabklärung durch. Auf
- 37 -
der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse und in Kenntnis der
medizinischen Vorakten gelangte die hierfür zuständige Fachperson der
IV-Stelle im nach Massgabe des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) verfassten
Abklärungsbericht vom 25. November 2011 zum Schluss, die
Beschwerdeführerin sei, bedingt durch ihre gesundheitliche Verfassung,
nach zumutbarer Inanspruchnahme der Mithilfe ihrer Töchter und des
Ehemannes in der Haushaltsführung im Umfang von 6.4 % eingeschränkt
(IV-act. 47). Diese Einschätzung ist plausibel und bezüglich der
Einschränkungen in den einzelnen Tätigkeitsbereichen angemessen
detailliert begründet und steht in Übereinstimmung mit den an Ort und
Stelle erhobenen Angaben. Ausserdem wurde der fragliche
Abklärungsbericht von einer qualifizierten Fachperson verfasst. Der
begutachtende RAD-Psychiater, med. pract. E._, hielt am
5. Dezember 2014 ausserdem in Bezug auf die sich seit Februar 2012
intensivierenden psychischen Beschwerden fest, bei der Führung des
Haushalts könnten Arbeiten unterbrochen und der Tagesform
entsprechend durchgeführt werden. Deshalb sei die Minderung der
Leistungsfähigkeit aus psychischer Sicht deutlich unter der medizin-
theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 20 % anzusiedeln. Aus
psychiatrischer Sicht erscheine die im November 2011 ermittelte
Einschränkung von 6.4 % plausibel und könne in Anbetracht der
derzeitigen psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin bestätigt
werden (IV-act. 145 S. 15). Das Gericht sieht keinen Anlass, an der
Richtigkeit dieser Beurteilungen zu zweifeln. Dies umso weniger, als
selbst die Beschwerdeführerin diese Beurteilung nicht in Frage stellt.
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin wegen ihrer gesundheitlichen Verfassung in der
Haushaltsführung seit Februar 2011 zu 6.4 % beeinträchtigt ist. In diesem
- 38 -
Bereich ist demzufolge von einem gewichteten Invaliditätsgrad von 3 %
(3.2 %= 0.5 [bei einem Erwerbspensum von 50 %] x 6.4 %) auszugehen.
9. Demzufolge betrug der rentenbegründende Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin von August bis Oktober 2011 8 % (5 % [erwerblicher
Bereich] + 3 % [Haushalt]), während von November 2011 bis November
2013 ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 53 % (50 %
[erwerblicher Bereich] + 3 % [Haushalt]) vorlag. Ab Dezember 2013
beträgt der rentenbegründende Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin
abermals 8 % (5 % [erwerblicher Bereich] + 3 % [Haushalt]). Damit steht
der Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2012 (vgl. Art. 28 Abs. 1
IVG) bei einem bei einem Invaliditätsgrad von 53 % eine halbe Rente zu
(Art. 28 Abs. 2 IVG, vgl. auch Art. 29 IVG). In Anwendung von Art. 88a
Abs. 1 IVV ist diese Rente mit Wirkung ab dem 1. März 2014 bei einem
Invaliditätsgrad von 8 % wieder aufzuheben (BGE 121 V 275, ZAK 1980
S. 633). Der vorliegenden Beschwerde ist somit teilweise stattzugeben
und die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, als die IV-
Stelle der Beschwerdeführerin vom 1. November 2012 bis Februar 2014
eine halbe Rente auszurichten hat. Im Übrigen erweist sich die
vorliegende Beschwerde als unbegründet, weshalb sie in Bestätigung der
angefochtenen Verfügung abzuweisen ist.
10. a) Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung
von von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen.
Sie werden für das vorliegende Verfahren, das mit einem
überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand verbunden war, ermessensweise
auf Fr. 800.-- festgelegt. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind sie
der mit ihren Anträgen grossteils unterliegenden Beschwerdeführerin zu
- 39 -
3⁄4, mithin im Umfang von Fr. 600.--, aufzuerlegen (Art. 73 VRG). Die
restlichen Verfahrenskosten gehen zu Lasten der IV-Stelle.
b) Diese hat die Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren
ausserdem aussergerichtlich zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin macht für das verwaltungsgerichtliche
Beschwerdeverfahren Kosten im Betrag von Fr. 4'493.15, bestehend aus
einem Honorar von Fr. 4'039.20 (16.83 Stunden à Fr. 240.--),
Barauslagen von Fr. 121.15 (3 % von Fr. 4'039.20) und einer
Mehrwertsteuer von Fr. 332.80, geltend. Dieser Aufwand erscheint dem
Gericht als angemessen. Demzufolge hat die IV-Stelle der
Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine
reduzierte aussergerichtliche Parteientschädigung im Betrag von
Fr. 1'123.30, inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer, zu bezahlen
(Fr. 4'493.15 : 4). Die IV-Stelle kann als zuständiger
Sozialversicherungsträger keine aussergerichtliche Parteientschädigung
beanspruchen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).