# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8dfa9bb-4106-43c3-ab70-f07169ff473d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 11. Januar 2016, mitgeteilt am 18. Januar 2016, wurde X._ schuldig erklärt des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG. Er wurde mit einer Busse von CHF 150.00 bestraft, bei schuldhafter Nichtbezahlung sollte an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag treten, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
Am _ 2015 fuhr der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens B._ mit Kontrollschild GR _ in O.1_ über die Hauptstrasse bis auf Höhe des Kreisels A._, wo er um 23:45 Uhr eintraf. Das Fahrzeug entsprach nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Auf dem Dach war ein unerlaubter LED-Scheinwerferbalken montiert. Dadurch lenkte der Beschuldigte pflichtwidrig ein nicht den Vorschriften entsprechendes Fahrzeug.
B. Gegen diesen Strafbefehl vom 11. Januar 2016 erhob X._ am 26. Januar 2016 Einsprache.
C. Mit Verfügung vom 4. Februar 2016 eröffnete die Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG.
D. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 18. März 2016, mitgeteilt am 29. März 2016, wurde X._ schuldig erklärt des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. b VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG. Er wurde mit einer Busse von CHF 120.00 bestraft, bei schuldhafter Nichtbezahlung sollte an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag treten, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte dem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
Am _ 2016, um 15:15 Uhr, fuhr der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens B._ mit Kontrollschild GR _ in O.2_ über die _strasse. Das Fahrzeug entsprach nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Auf dem Dachträger war ein LED-Zusatzscheinwerfer montiert. Beim Einschalten leuchtete dieser über die komplette Länge. Dadurch lenkte der Beschuldigte pflichtwidrig ein nicht den Vorschriften entsprechendes Fahrzeug.
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E. Gegen diesen Strafbefehl vom 18. März 2016 erhob X._ am 30. März 2016 ebenfalls Einsprache.
F. Mit Verfügung vom 5. April 2016 eröffnete die Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG.
G. Mit Parteimitteilung vom 11. Juli 2016 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchungen gegen X._, jeweils wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG, abgeschlossen seien. Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse werde die Überweisung der beiden Strafbefehle vom 11. Januar 2016 und 18. März 2016 ans Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO in Aussicht gestellt. Allfällige Beweisanträge seien innert einer Frist von 10 Tagen seit Erhalt der Mitteilung geltend zu machen.
H. Mit Parteimitteilung vom 9. August 2016 (ersetzte die Parteimitteilung vom 11. Juli 2016) teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchungen gegen X._, jeweils wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG, abgeschlossen seien und aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG in Aussicht gestellt werde.
I. Mit Schreiben vom 7. September 2016 teilte die Staatsanwaltschaft dem Rechtsvertreter von X._ mit, dass dieser am 22. August 2016 erneut wegen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges von der Kantonspolizei Graubünden verzeigt worden sei. Wie bereits bei den Anzeigen vom 22. Dezember 2015 und vom 1. März 2016 sei auch dieses Mal der installierte  ursächlich für die Anzeige gewesen. Folglich werde auch diese Tat, begangen am _ 2016, in der mit Parteimitteilung vom 9. August 2016 angekündigten Anklageerhebung mitberücksichtigt.
J. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft erging am 3. Oktober 2016. Dieser lag der folgende Sachverhalt zu Grunde:
Mehrfaches Führen eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG
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1. Am _ 2015 fuhr X._ als Lenker des Personenwagens B._ mit dem Kontrollschild GR _ in O.1_ über die Hauptstrasse bis auf Höhe des Kreisels A._, wo er um ca. 23:45 Uhr von der Polizei angehalten und kontrolliert wurde. Das Fahrzeug entsprach nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Auf dem Dach war ein nicht zugelassener LED-Scheinwerferbalken montiert. Beim Einschalten leuchtete dieser über die komplette Breite des Fahrzeuges.
2. Trotz der Verzeigung durch die Kantonspolizei unterliess es der Beschuldigte pflichtwidrig, den LED-Scheinwerferbalken zu entfernen, und geriet am _ 2016, um ca. 15:15 Uhr, in der _strasse in O.2_ erneut in eine Verkehrskontrolle.
3. Auch nach der zweiten Verkehrskontrolle weigerte sich X._, den LED-Scheinwerferbalken zu demontieren. Stattdessen dunkelte er den Leuchtbalken in der Mitte ungefähr zur Hälfte mit einem Klebband ab. Am _ 2016, um ca. 08:15 Uhr, fuhr der Beschuldigte mit seinem B._, diesmal mit dem Kontrollschild GR _, in O.3_ über die _strasse und wurde auf der Höhe des Bahnübergangs ein drittes Mal von der Polizei kontrolliert. Der Beschuldigte lenkte somit mindestens drei Mal pflichtwidrig ein nicht den Vorschriften entsprechendes Fahrzeug.
K. Die Hauptverhandlung vor dem damaligen Bezirksgericht Imboden (ab dem 1. Januar 2017 Regionalgericht Imboden) fand am 22. November 2016 statt. An dieser nahm X._ in Begleitung seines Verteidigers teil. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft:
1. X._ sei des mehrfachen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 400.00 zu bestrafen, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden.
Anträge beschuldigte Person:
1. X._ sei von der Anklage der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG freizusprechen.
2. Eventualiter sei im Sinne von Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG von Strafe Umgang zu nehmen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWST) zu Lasten des Staates.
L. Gegen das am 22. November 2016 mündlich eröffnete und am 23. November 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des damaligen Bezirksgerichts Imboden meldete die Staatsanwaltschaft am 28. November 2016
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Berufung an, woraufhin das damalige Bezirksgericht Imboden das begründete Urteil am 20. Dezember 2016 mitteilte. Der Entscheid lautet wie folgt:
1. X._ wird vom Vorwurf des mehrfachen Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG, Art. 110 VTS und Art. 219 Abs. 1 lit. a VTS in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG freigesprochen.
2. a)Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'667.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'667.00, Gerichtsgebühren CHF 3'000.00) gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b)X._ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu Lasten des Kantons Graubünden aus der Gerichtskasse ausseramtlich mit CHF 5'459.65 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt.

## Considerations