# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 670569b3-fd06-433e-b198-1ae0470c2835
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
fahrlässige einfache Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen, Einzelgericht, vom 11. Juli 2017 (GB170002)
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Strafverfügung:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezirks Andelfingen vom 9. Januar 2017
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 17).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 19)
1. Die Beschuldigte A._ ist schuldig der fahrlässigen einfachen Verletzung der Verkehrs-
regeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100
Ziff. 1 SVG.
2. Die Beschuldigte wird vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von
Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und Abs. 3 SVG freigesprochen.
3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 200.–.
4. Für den Fall der Nichtbezahlung der Busse wird an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe
von 2 Tagen angeordnet.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 400.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 550.00 Gebühren und Auslagen Untersuchungsbehörde
Fr. 950.00 Total
6. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 5 werden im Umfang von Fr. 300.– der Beschuldig-
ten auferlegt und im darüber hinausgehenden Betrag auf die Staatskasse genommen.
7. Die Beschuldigte wird mit Fr. 2'300.00 (zuzüglich 8 % MwSt.) aus der Staatskasse ent-
schädigt.
8. (Mitteilung)
9. (Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
a) des Statthalteramtes Andelfingen (Urk. 20):
1. Die Beschuldigte sei des vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall
im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3
SVG schuldig zu sprechen.
2. Die Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 700 zu bestrafen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien der Beschuldigten aufzuerlegen.
b) der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 32):
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 11. Juli 2017 voll-
umfänglich zu bestätigen und es sei die Beschuldigte vom Vorwurf des
pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in
Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG freizusprechen.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen
und es sei die Beschuldigte für das Berufungsverfahren angemessen zu
entschädigen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Strafbefehl des Statthalteramts des Bezirks Andelfingen vom 9. Januar 2017 wurde die Beschuldigte wegen fahrlässiger Verletzung der Verkehrsregeln
gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und
Art. 100 Ziff. 1 SVG sowie wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne
von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG mit einer
Busse von Fr. 700.-- bestraft (Urk. 19, beigeheftet). Nach der von der Beschuldig-
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ten gegen diesen Strafbefehl erhobenen Einsprache, überwies das Statthalteramt
Andelfingen am 27. Februar 2017 das Verfahren zur Durchführung des Hauptver-
fahrens an das Bezirksgericht Andelfingen. Dies mit dem Antrag, den Strafbefehl
vom 9. Januar 2017 zu bestätigen (Urk. 31).
2. Nach der am 11. Juli 2017 durchgeführten Hauptverhandlung (Prot. I S. 5), sprach der Einzelrichter die Beschuldigte entsprechend dem Strafbefehl wegen
fahrlässiger einfacher Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 100 Ziff. 1 SVG schuldig und be-
strafte sie mit einer Busse von Fr. 200.--. Vom Vorwurf des pflichtwidrigen Verhal-
tens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1
und Abs. 3 SVG sprach der Einzelrichter die Beschuldigte frei (Urk. 19). Das Urteil
wurde den Parteien vorerst unbegründet schriftlich eröffnet (Prot. I S. 9,
Urk. 12A). Am 17. Juli 2017 liess das Statthalteramt Andelfingen fristgerecht Be-
rufung anmelden (Urk. 13/2, Urk. 14). Nachdem das Statthalteramt Andelfingen
am 2. August 2017 das schriftlich begründete Urteil in Empfang genommen hatte
(Urk. 18/2), reichte es unter dem Datum des 18. August 2017 fristgerecht eine
begründete Berufungserklärung ein, welche bereits als vollständige Berufungs-
erklärung zu gelten hatte (Urk. 20, Urk. 26). Am 29. September 2017 beschloss
die hiesige Kammer die schriftliche Durchführung des Verfahrens (Urk. 24). Die
Beschuldigte liess am 8. November 2017 ihre Berufungsantwort einreichen. Hin-
gegen verzichtete die Vorinstanz auf eine Stellungnahme zur Berufungsschrift des
Statthalteramtes Andelfingen (Urk. 30).
II. Prozessuales
3. Grundsätze
3.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile  Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen
worden ist. Steht ein Urteil zur Überprüfung an, bei welchem lediglich Über-
tretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten, so schränkt
Art. 398 Abs. 4 StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen
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wird das angefochtene Urteil lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehler-
haft ist oder ob eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes
durch die Vorinstanz gegeben ist. Im letzteren Fall relevant sind insbesondere kla-
re Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie namentlich Irrtümer oder offen-
sichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweislage. Weiter in Betracht kommen
Fälle, in denen die Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von Bundes-
recht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der StPO selbst, beruht. Ebenfalls
unter diesen Rügegrund fällt die Situation, in welcher die an sich zur Verfügung
stehenden Beweismittel offensichtlich ungenügend ausgeschöpft wurden, mitun-
ter der Sachverhalt unvollständig festgestellt wurde. Gesamthaft gesehen dürften
regelmässig Konstellationen relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstel-
lung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID / JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl.
2017, Art. 398 N 12 f.; EUGSTER, in: Basler Kommentar, StPO, 2. Auflage, Basel
2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der ange-
fochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation
in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls
vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht (vgl. BGE 138 I 305
E. 4.3 mit Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher noch nicht will-
kürlich, auch wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls an-
ders entschieden hätte. Die Berufungsinstanz hat zu überprüfen, ob die vom Be-
rufungskläger vorgebrachten Rügen von der Überprüfungsbefugnis gemäss
Art. 398 Abs. 4 StPO gedeckt sind. Im allenfalls über die Überprüfungsbefugnis
hinausgehenden Umfang hat das Gericht auf die Berufung nicht einzutreten.
3.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten  auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen.
Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und
massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 138 IV 81 E. 2.2;
BGE 136 I 229 E. 5.2).
4. Das Statthalteramt ficht in der Berufungsschrift den Freispruch betreffend pflichtwidriges Verhalten bei Unfall (Ziff. 2) und damit in Zusammenhang stehend
die Bussenhöhe (Ziff. 3) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgenregelung
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(Ziff. 6 und 7) an. Zufolge Konnexität hat auch die Festsetzung der Ersatzfrei-
heitsstrafe (Ziff. 4) als angefochten zu gelten. Bei dieser Ausgangslage ist festzu-
halten, dass lediglich die Ziffern 1 (Schuldspruch) und 5 (Kostenfestsetzung) des
vorinstanzlichen Urteils nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen
sind, was vorab festzustellen ist (Art. 402 StPO und Art. 437 Abs. 1 und 2 StPO).
Im Übrigen ist das erstinstanzliche Urteil angefochten und vom Berufungsgericht
im Rahmen der oben erläuterten Kognition zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO).
III. Sachverhalt
5. Rügen des Statthalteramts
5.1. Die Statthalterin führt in ihrer Berufungsschrift aus, die Vorinstanz habe bei der Beantwortung der zentralen Frage, wann und wem die Beschuldigte den Un-
fall und den Schaden gemeldet habe, zu Recht auf die Angaben der Beschuldig-
ten abgestellt, wonach diese den Schaden am 20. Januar 2015 um 14.10 Uhr
persönlich telefonisch bei der Gemeindeverwaltung B._ gemeldet habe. Ob
die Beschuldigte zuvor bereits versucht habe, die Gemeindeverwaltung zu errei-
chen bzw. eine unzuständige Gemeindeverwaltung kontaktiert habe, sei für das
tatbestandsmässige Verhalten nicht von Bedeutung. Die Vorinstanz habe diese
vorgängigen Telefonanrufe bei ihrem Entscheid zu Unrecht berücksichtigt und
habe den Sachverhalt in diesem Punkt überdies offensichtlich unrichtig festge-
stellt (Urk. 20 Ziff. 1.2. und 1.3.).
5.2. Demgegenüber erachtet der Verteidiger der Beschuldigten den Sachverhalt durch die Vorinstanz als korrekt erstellt; insbesondere habe die Vorinstanz zu
Recht auf die widerspruchsfreien und konsistenten Angaben der Beschuldigten
abgestellt (Urk. 32).
5.3. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss, dass die Beschuldigte den Ablauf nach dem Unfall konsistent geschildert habe und die
Aussagen des Zeugen C._ mit jenen der Beschuldigten übereinstimmten.
Demnach rief C._ um 12.45 Uhr das Bauamt in D._ an, allerdings ohne
jemanden zu erreichen. Erst beim Anruf um 13.30 Uhr habe C._ das Bauamt
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erreicht, wobei man ihm gesagt habe, dass man nicht mehr zuständig sei. In der
Folge habe die Beschuldigte um ca. 14.10 Uhr mit Frau E._ von der Ge-
meindeverwaltung B._ telefoniert, wobei man ihr die Nummer von Herrn
F._ (Forstdienst) gegeben habe. Dieser habe dann in der Folge den Pfosten
ersetzt (Urk. 19 Ziff. 5).
5.4. Dagegen brachte die Statthalterin vor, aufgrund der übereinstimmenden  der Beschuldigten und des Zeugen C._ sei erstellt, dass dieser am
20. Januar 2015, um ca. 12.45 Uhr, beim Bauamt D._ angerufen und nie-
manden erreicht habe. Auf die Aussagen der Beschuldigten zu den weiteren Tele-
fonaten könne indessen nicht abgestellt werden. Ihre Aussagen seien mit grosser
Vorsicht zu werten, da sie als Beschuldigte direkt ins vorliegende Verfahren invol-
viert sei und ein Interesse an einem für sie günstigen Verfahrensausgang habe.
Ihre Aussagen zu den Zeitpunkten der Telefonate seien sodann unglaubhaft, weil
sie widersprüchlich seien. Insbesondere habe die Beschuldigte bei der Statthalte-
rin behauptet, sie habe anlässlich des Telefonats mit G._ um 13.15 Uhr er-
fahren, dass die Polizei vor Ort sei, wobei die Polizei gemäss Polizeirapport erst
um 13.53 Uhr am Unfallort eingetroffen sei. Damit sei die Aussage der Beschul-
digte klar falsch.
5.5. Die Statthalterin bringt nicht konkret vor, inwiefern die Vorinstanz die  der Beschuldigten hinsichtlich der nach 12.45 Uhr getätigten Telefonversu-
che nicht als konsistent hätte beurteilen dürfen. Die Beschuldigte erwähnt in allen
ihren Aussagen das Telefonat von Herrn C._ an die Gemeinde D._, an-
lässlich welchem ihm mitgeteilt worden sein soll, dass sie nicht mehr zuständig
seien. Es erscheint daher nicht als willkürlich, wenn die Vorinstanz davon aus-
geht, um 13.30 Uhr sei das Bauamt D._ erreicht worden. Entgegen dem
Vorbringen der Statthalterin ändert die Tatsache, dass die Beschuldigte als Ver-
fahrensbeteiligte ein Interesse am Verfahrensausgang hat, nichts an den als
glaubhaft eingestuften Angaben. Ebenso lassen die geringfügigen Abweichungen
in den Aussagen der Beschuldigten betreffend die Zeitpunkte der Telefonate nicht
auf echte Widersprüche und daraus folgend auf unglaubhafte Aussagen der Be-
schuldigten schliessen. Die Abweichungen lassen sich einerseits durch den Zeit-
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ablauf der Befragungen erklären, zumal zwischen den im Polizeirapport notierten
Angaben der Beschuldigten und ihren Aussagen beim Statthalteramt rund ein-
einhalb Jahre vergingen; andererseits erweisen sich die zeitlichen Abweichungen
deshalb nicht als auffällig, weil die Beschuldigte daraus nichts zu ihren Gunsten
ableiten konnte. Dies zeigt insbesondere gerade das von der Statthalterin er-
wähnte Telefongespräch mit G._. Hätte jenes Telefongespräch nämlich be-
reits um 13.15 Uhr stattgefunden, wie das die Beschuldigte vorerst ausführte, hät-
te sie den Vorhalt befürchten müssen, nur deshalb die Gemeinde informiert zu
haben, weil sie durch das Telefonat von Frau G._ Kenntnis erlangt hatte,
dass sie beim Unfall beobachtet worden war. Vielmehr erscheint jedoch die in der
gleichen Einvernahme später erfolgte Erklärung der Beschuldigten als nachvoll-
ziehbar, sie wisse nur noch, dass sie bei der Familie C._ gewesen sei, als
sie den Anruf von Frau G._ bekommen habe, wann dies gewesen sei, könne
sie nicht mehr genau sagen (Urk. 11 Antwort 13).
5.6. Die Statthalterin brachte weiter vor, es sei entscheidend, dass der Zeuge C._ ausgesagt habe, er habe nur einmal versucht, beim Bauamt in D._
anzurufen. Die weiteren Telefonate hätten seine Frau und die Beschuldigte ge-
führt. Die Vorinstanz habe die Aussagen des Zeugen zu Unrecht nicht berücksich-
tigt und offensichtlich zu Unrecht auf die widersprüchlichen und unglaubhaften
Aussagen der Beschuldigten abgestellt, statt auf die glaubhaften Aussagen des
Zeugen. Auch mit dieser Rüge vermag die Statthalterin keine Willkür der Vor-
instanz bei der Sachverhaltserstellung darzutun. Die Vorinstanz nahm die Aussa-
gen des Zeugen C._ in ihren Erwägungen auf, stellte indessen auf die Aus-
sagen der Beschuldigten ab, welche sie als konsistent erachtete. In diesem Vor-
gehen ist keine Willkür festzustellen. Überdies fanden selbst gemäss den Aussa-
gen von Herrn C._ nach seinem Anruf um 12.45 Uhr bei der Gemeinde
D._ weitere Anrufe statt. So führte er in seiner Einvernahme aus, er hätte
selber versucht, das Bauamt in D._ telefonisch zu erreichen, die weiteren
Anrufe hätten seine Frau und die Beschuldigte geführt (Urk. 10 S. 2 f.). Die Aus-
sage des Zeugen C._ steht somit in Bezug auf die Tatsache, dass zwischen
12.45 Uhr und 14.10 Uhr weitere Telefonate geführt wurden nicht in Widerspruch
zu den Angaben der Beschuldigten. Die Statthalterin legt überdies nicht dar, in-
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wiefern es für den Ausgang des Verfahrens von Bedeutung sein könnte, wer die
Anrufversuche an die Gemeinden unternommen hat. Soweit jedoch eine im Rah-
men der Beweiswürdigung festgestellte Tatsache letztlich für den Ausgang des
Verfahrens unerheblich ist, verbleibt die Willkürrüge zum Vornherein ohne Wir-
kung und es ist nicht weiter darauf einzugehen.
5.7. Gestützt auf diese Erwägungen ist für die nachfolgende rechtliche Würdigung von dem von der Vorinstanz erstellten Sachverhalt auszugehen.
IV. Rechtliche Würdigung
6. Rügen der Statthalterin
Die Statthalterin führt gegen das vorinstanzliche Urteil aus, die Meldedauer von
zwei Stunden über die Mittagszeit sei zu Unrecht als mit der gesetzlichen Melde-
pflicht vereinbar erkannt worden. Vor dem Hintergrund der Lehre und Rechtspre-
chung stelle eine Meldedauer von zwei Stunden keine unverzügliche Meldung
dar. Schon der Anruf um 12.45 Uhr sei zu spät erfolgt, da die Beschuldigte die
Möglichkeit gehabt hätte, direkt von der Unfallstelle aus anzurufen. Die Un-
erreichbarkeit des Bauamts über die Mittagszeit könne nicht zugunsten der Be-
schuldigten gewertet werden. In diesem Fall hätte eben gerade sofort die Polizei
verständigt werden müssen. Damit sei der objektive Tatbestand von Art. 92
Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG erfüllt. Die Beschuldigte habe die Un-
fallstelle im Wissen um den verursachten Schaden und die Meldepflicht ver-
lassen, obschon es ihr möglich gewesen wäre, mit ihrem Mobiltelefon, welches
sie bei sich gehabt habe, das Bauamt oder die Polizei zu verständigen. Damit sei
auch der subjektive Tatbestand erfüllt (Urk. 20 S. 8 f.).
7. Vorbringen der Verteidigung
Der Verteidiger führte dagegen aus, der Meldepflichtige habe die vorgeschriebene
Anzeige unverzüglich nach dem Unfall, d.h. so rasch als ihm nach den Um-
ständen zumutbar sei, zu erstatten. Genau dies habe die Beschuldigte getan. Das
durch den Unfall geschädigte Gemeinwesen – zunächst vertreten durch das Bau-
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amt – habe vergleichsweise kurze Zeit nach der Sicherung und der Räumung der
Unfallstelle Kenntnis vom Unfall und vom Schaden gehabt. Angesichts der kon-
kreten Umstände könne der Beschuldigten nicht der Vorwurf gemacht werden, sie
habe vorsätzlich die Pflichten verletzt, die ihr das Strassenverkehrsgesetz bei ei-
nem Unfall auferlege. Anders zu entscheiden käme einem überspitzten Formalis-
mus gleich (Urk. 32 S. 7).
8. Gesetzliche Grundlagen / Rechtsprechung
Ereignet sich ein Unfall, an dem ein Motorfahrzeug oder Fahrrad beteiligt ist, so
müssen alle Beteiligten sofort anhalten (Art. 51 Abs. 1 SVG). Ist nur Sachschaden
entstanden, so hat der Schädiger sofort den Geschädigten zu benachrichtigen
und Namen und Adresse anzugeben (Art. 51 Abs. 3 Satz 1 SVG). Wenn dies
nicht möglich ist, hat er unverzüglich die Polizei zu verständigen (Art. 51 Abs. 3
Satz 2 SVG). Die Bestimmung von Art. 51 Abs. 3 SVG dient der Beweissicherung
im Hinblick auf die zivilrechtliche Auseinandersetzung und erleichtert die Gel-
tendmachung von Schadenersatzansprüchen gegenüber dem Haftpflichtigen.
Drängen sich Erhebungen seitens der Polizei auf oder werden solche vom Ge-
schädigten verlangt, soll ein rasches Eingreifen der Polizei ermöglicht werden.
Der Meldepflichtige hat die vorgeschriebene Anzeige sofort (unverzüglich) nach
dem Unfall, d.h. so rasch, als ihm nach den Umständen zumutbar ist, zu erstatten,
und zwar dem Zweck der Vorschrift entsprechend auch dann, wenn der Schaden
ein verhältnismässig geringes Ausmass erreicht (BGE 91 IV 22). Damit stellt die
Rechtsprechung an die Rechtzeitigkeit der Benachrichtigung hohe Anforderun-
gen. Das Bundesgericht beurteilte es beispielsweise als unzulässig, wenn nach
einem Unfall in der Nacht mit der Benachrichtigung des Geschädigten bis am
darauffolgenden Morgen zugewartet wird (Entscheid des Bundesgerichts
6S.281/2004 vom 10. Februar 2005; vgl. Unseld L., in: Basler Kommentar SVG,
Basel 2014, N 80 zu Art. 51, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung). Aus dem genannten Entscheid geht hervor, dass der Grund, weshalb der
Schädiger einen Geschädigten nicht sofort benachrichtigt, ohne Bedeutung ist.
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9. Würdigung
9.1. Die Vorinstanz erwog, die Beschuldigte habe rund eine halbe Stunde nach dem Unfall die vermeintliche Geschädigte zu kontaktieren begonnen. Rund zwei
Stunden später habe sie die Gemeindeverwaltung B._ erreicht. Die Scha-
denersatzansprüche der Gemeinde B._ seien in concreto nie gefährdet ge-
wesen. Vor dem Hintergrund, dass die Beschuldigte mehrfach versucht habe, die
Geschädigte telefonisch zu erreichen, erscheine die Meldedauer von zwei Stun-
den über die Mittagszeit gerade noch als mit den Pflichten gemäss Art. 51 Abs. 3
SVG vereinbar (Urk. 19 S. 8).
9.2. Vorab erscheint es entgegen der Rüge der Statthalterin als zulässig, dass die Beschuldigte die Unfallstelle nach deren Räumung verliess und sich mit Herrn
C._ zu ihm nach Hause begab. Angesichts des Alters der Beschuldigten und
nachdem sie im Verlauf des Verfahrens mehrfach auf ihre beeinträchtigte Ge-
sundheit hingewiesen hat, war es der Beschuldigten insbesondere in Anbetracht
der im Unfallzeitpunkt herrschenden winterlichen Verhältnisse nicht zumutbar,
länger auf der Unfallstelle zu bleiben. Unter diesen Umständen verletzte die Be-
schuldigte allein durch das Verlassen der Unfallstelle ohne vorgängige Benach-
richtigung der Geschädigten oder der Polizei ihre Pflichten gemäss Art. 51 Abs. 3
SVG nicht.
9.3. Hingegen kann der Auffassung der Vorinstanz, wonach eine Meldedauer von zwei Stunden über die Mittagszeit gerade noch als mit den Pflichten gemäss
Art. 51 Abs. 3 SVG vereinbar erscheine, nicht gefolgt werden. Dies aufgrund des
klaren gesetzlichen Wortlauts. Art. 51 Abs. 3 SVG spricht einerseits von sofortiger
Benachrichtigung der Geschädigten, andererseits wird ausdrücklich geregelt, was
zu tun ist, wenn die geschädigte Person nicht erreicht werden kann. Es hat eine
unverzügliche Benachrichtigung der Polizei zu erfolgen. Für die Tatbestandsmäs-
sigkeit ist es nicht von Bedeutung, ob die Kontaktaufnahme ohne Verschulden
des Unfallverursachers nicht möglich war, beispielsweise wegen geschlossener
Büros über Mittag, oder auch, ob keinerlei Absicht vorhanden war, den Unfall-
schaden zu verheimlichen. Ebenfalls ist das Ausmass des Schaden nicht von Be-
deutung und letztlich auch nicht, ob am Geschehen nicht unmittelbar beteiligte
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Dritte den Beizug der Polizei für erforderlich hielten oder nicht. Aufgrund des kla-
ren Gesetzeswortlauts muss bei einem misslungenen Versuch mit dem Geschä-
digten Kontakt aufzunehmen, unverzüglich die Polizei verständigt werden. Mit an-
deren Worten besteht, sobald es einem Schädiger zumutbar ist, den Geschädig-
ten zu kontaktieren, weder in zeitlicher Hinsicht noch aufgrund sonstiger Umstän-
de ein Ermessensspielraum hinsichtlich der gesetzlichen Pflichten. Somit steht
fest, dass die Beschuldigte nach dem erfolglosen Kontaktversuch mit der Ge-
meinde nicht hätte einfach zuwarten dürfen. Vielmehr hätte sie, um ihren gesetz-
lichen Pflichten nachzukommen, unverzüglich die Polizei verständigen müssen.
9.4. Das Urteil der Vorinstanz erweist sich somit als rechtsfehlerhaft und die  des Statthalteramts als begründet. Die Beschuldigte ist somit nebst der
Verletzung von Verkehrsregeln auch des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im
Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG schuldig zu
sprechen.
V. Sanktion
10. Gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG ist mit Busse zu bestrafen, wer gesetzliche  bei einem Unfall verletzt. Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG ist ebenfalls mit Busse
zu bestrafen, wer Verkehrsregeln verletzt. Zu den theoretischen Grundsätzen der
Strafzumessung kann im Weiteren auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
instanz verwiesen werden (Urk. 19 S. 9 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).
11. Das Tatverschulden hinsichtlich der fahrlässigen Verkehrsregelverletzung (Nichtbeherrschung des Fahrzeugs im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG) wiegt noch
leicht, zumal es sich um eine nur kurze Fehlreaktion der Beschuldigten handelte,
indem sie einer Katze auszuweichen versuchte und deshalb den Inselschutz-
pfosten rammte. Ihre Geschwindigkeit war gering, zumal die Beschuldigte nur
wenige Meter nach dem Rechtsabbiegen in die ...-Strasse mit dem Inselschutz-
pfosten kollidierte. Der Sachschaden am Inselschutzpfosten von Fr. 390.-- liegt
ebenfalls im geringen Bereich. Immerhin ist aber zu bemerken, dass die Beschul-
digte potentiell eine nicht unwesentliche abstrakte Gefahr heraufbeschwor, zumal
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der Inselschutzpfosten einen Fussgängerstreifen schützte. Die Strasse war zum
Unfallzeitpunkt am 20. Januar 2015 um 12:15 Uhr zwar nass, jedoch nicht vereist
oder schneebedeckt (Urk. 2 S. 5). Letztlich kann aufgrund des Unfallbildes nur
schlecht erklärt werden, weshalb die Beschuldigte bei einer niedrigen Geschwin-
digkeit ihr Auto nicht innert kürzester Distanz durch eine Bremsung anhalten
konnte, stattdessen aber die Richtung verlor und mit ihrem Fahrzeug in den Insel-
schutzpfosten prallte. Es lässt auf eine erhebliche Unaufmerksamkeit schliessen.
Das Aussprechen einer Busse von Fr. 500.-- erscheint daher als angemessen.
12. Das Verschulden betreffend die Verletzung der Meldepflicht bei einem Unfall liegt am untersten Rand. So hat die Beschuldigte zumindest mehrfach versucht
bzw. andere Personen versuchen lassen, die Geschädigte zu kontaktieren. Inso-
fern ist der Beschuldigten zugute zu halten, dass sie nicht die Absicht hatte, sich
einer Schadenersatzforderung zu entziehen. Aufgrund der geringen Schadens-
höhe erscheint das Anliegen der Beschuldigten, die Sache relativ unkompliziert
und ohne grossen Aufwand regeln zu wollen, in gewisser Weise nachvollziehbar.
Ebenso kann in diesem Zusammenhang nicht unberücksichtigt bleiben, dass
mehrere Personen um sie herum ebenfalls keine Veranlassung sahen, die Polizei
zu kontaktieren. Zwar richten sich die gesetzlichen Pflichten im Verkehr nicht
nach den Meinungen von Passanten oder Bekannten, aber letztere haben dem
Fehlverhalten der Beschuldigten möglicherweise Vorschub geleistet. Schliesslich
zeigt der Umstand, dass die Beschuldigte unmittelbar nach dem Unfall ihren Be-
kannten C._ zu Hilfe rief, dieser die Unfallstelle sicherte, das Auto der Be-
schuldigten weg stellte und danach versuchte, die Geschädigte telefonisch zu
erreichen, dass die im Ereigniszeitpunkt 78-jährige Beschuldigte nach dem Unfall
mit der Situation etwas überfordert war. Auch deshalb erscheint das Verschulden
der Beschuldigten in einem milderen Licht.
13. Nicht gefolgt werden kann dem Statthalteramt, welches aufgrund eines im  laufenden Verfahrens wegen einer anderen Verkehrsregelverletzung
eine erhebliche Straferhöhung verlangte (Urk. 20 S. 9 Erw. 3). Eine Straferhöhung
wegen Delinquenz während laufender Strafuntersuchung ist dann vorzunehmen,
wenn sich jemand ganz bewusst über die Warnwirkung eines laufenden Ver-
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fahrens hinwegsetzt und sich insofern unbeeindruckt vom Strafverfahren zeigt.
Aufgrund der gesamten geschilderten Umstände kann davon im vorliegenden Fall
keine Rede sein.
14. Unter Berücksichtigung aller massgebender Umstände erscheint deshalb für das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs und die Verletzung der Meldepflicht bei
Unfall insgesamt eine Busse von Fr. 700.-- als angemessen.
15. Im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine  von sieben Tagen anzuordnen.
VI. Kosten
16. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens in vollem Umfang der Beschuldigten aufzuerlegen
(Art. 428 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO).
17. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1). Das Statthalteramt obsiegt mit sei-
nem Antrag auf Schuldigsprechung der Beschuldigten und die Bemessung der
Busse. Die Beschuldigte hingegen unterliegt mit ihrem Bestätigungsantrag voll-
umfänglich. Bei dieser Ausgangslage sind der Beschuldigten die Kosten für das
Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'000.-- festzu-
setzen.
18. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist der Beschuldigten für keine der  eine Prozessentschädigung zuzusprechen.
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