# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 170ba85c-6e68-40cd-810f-6fc0cd34b847
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 15. Januar 1977 in A. geboren. Er ist in B. wohnhaft und als Geschäftsführer eines Unternehmens tätig. Gemäss eigenen Angaben beträgt sein monatliches Nettoeinkommen EUR 700.--. Er verfügt ebenfalls gemäss eigenen Angaben weder über ein grösseres Vermögen, noch hat er nennenswerte Schulden. X. ist ledig und hat Unterhaltsverpflichtungen gegenüber einem Kind in der Höhe von EUR 127.-- pro Monat.
X. ist weder im schweizerischen noch im deutschen Strafregister verzeichnet. Weitere Angaben zu seiner Person konnten nicht erhältlich gemacht werden.
B. Am 20. Juli 2005 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X. eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung und beauftragte das Untersuchungsrichteramt Chur mit deren Durchführung. Auf Gesuch des Angeschuldigten wurde im Verlauf der Untersuchung ein unfallanalytisches und biomechanisches Gutachten bei der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik Zürich eingeholt. Mit Verfügung vom 12. September 2007 wurde X. wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Der zu Handen des Bezirksgerichtsausschusses Plessur erhobenen Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 12. September 2007 der folgende Sachverhalt zu Grunde:
„Am 24. Februar 2005 befuhren Y. auf dem Snowboard und ihr Cousin C. mit Skier die D.-Piste im Skigebiet E. in F.. Im Bereich des so genannten „G.“ mündet die Skipiste aus einer steilen, eher schmalen Linkskurve in einen etwas breiteren, vertikal verlaufenden Pistenbereich von ca. 100 m Breite und ca. 200 m Länge. Am Ende dieser 200 m verzweigt die Skipiste in zwei Richtungen, d.h. sie führt nach rechts in Richtung des Parkplatzes und nach links in Richtung der Talstation. Y. befuhr die vorgenannte steile Linkskurve und setzte sich am oberen Rand des nachfolgenden ca. 100 m breiten und ca. 200 m langen Pistenbereichs wenige Meter unterhalb des Waldrandes in den Schnee, um einen kurzen Halt einzuschalten. C. war bereits vorgefahren und hatte ganz am rechten Pistenrand auf seine Cousine gewartet. Diese hatte sich dann auf ihr Snowboard gestellt und kurz den Blick die Piste hinauf gerichtet, ob ein anderer Pistenbenützer heranfahren würde. Sie konnte jedoch keinen erblicken und fuhr deshalb langsam an. Bei Y. handelt es sich um eine nicht sehr geübte Snowboardfahrerin, weshalb sie mit eher geringem Tempo mehr oder weniger vertikal zum Pistenverlauf in leichten Schwüngen die Piste herunterfuhr. Zur genannten Zeit herrschte auf der Skipiste wenig Verkehr. Aufgrund ihrer Position auf dem Snowboard war ihr Oberkörper und damit auch ihr Blickfeld bei einer Fahrt in Richtung des rechten Pistenrandes vor allem talabwärts, bei einer Fahrt in Richtung des linken Pistenrandes vor allem bergwärts gerichtet. Y. fuhr nun nach einigen wenigen Schwüngen ein kurzes Stück in Richtung des rechten Pistenrandes und damit mit dem Oberkörper und dem Blick eher talwärts gerichtet und setzte gerade wieder zu einer Rechtskurve an, wobei ihr Blickwinkel nun vollständig in Richtung Tal gerichtet war, als sie plötzlich von dem mit Skiern heranfahrenden Angeklagten, X., an der rechten Schulter getroffen und danach ca. 20 bis 30 m den Hang hinuntergeschleudert wurde. Der
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Angeklagte war mit einer wesentlich höheren Geschwindigkeit als Y. das G. hinuntergefahren und ohne grössere Schwünge zu machen, frontal in die rechte Schulter von Y. gefahren.
Akten: act. 3.3, 4.2, 4.6
Y. zog sich bei dem Zusammenstoss gemäss eigener Aussage wie auch aus dem Operationsbericht ersichtlich einen Bruch des rechten Schultergelenks sowie den Abriss diverser Bänder, Kontusionen der Nackenwirbel und Prellungen der rechten Gesichtshälfte zu, wobei mehrere Zähne beschädigt wurden.
Akten: act. 3.7.4, 4.5
Mit Schreiben vom 23. Mai 2005 stellte RA Dr. iur. W. Fleischmann namens und im Auftrag von Y. Strafantrag gegen X..
Akten: act. 3.6“
C. Am 19. Februar 2008 fand vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur die mündliche Hauptverhandlung statt. Der Angeklagte X. wurde vom persönlichen Erscheinen dispensiert; anwesend war lediglich sein privater Verteidiger. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete auf eine mündliche Vertretung der Anklage. Mit Urteil vom 19. Februar 2008, im Dispositiv mitgeteilt am 20. Februar 2008 und schriftlich mitgeteilt am 18. August 2008, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. X. ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 aStGB.
2. Dafür wird X. mit einer Busse von CHF 800.-- bestraft.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 7'591.20 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 6'391.20 und Gerichtskosten von CHF 1'200.--) gehen zu Lasten von X..
X. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich Total CHF 8'391.20 (Busse: CHF 800.00; Verfahrenskosten: CHF 7'591.20). Dieser Betrag ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto -3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

## Considerations