# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f236bace-4a01-4a5c-9882-c5dd58d58f9f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Y._ (nachfolgend: Y._) ist Eigentümerin der Parzelle Nr. _ in O.1_, welche mit einem Gebäude überbaut ist. X._ gehören die hangaufwärts gelegenen Parzellen Nr. _ und _, wobei auf ersterer Parzelle ebenfalls ein Gebäude steht. Die Y._ beabsichtigt, ihr Grundstück neu zu überbauen. Die öffentlichrechtliche Baubewilligung der Gemeinde O.1_, gegen welche sich X._ erfolglos bis vor Bundesgericht wehrte, liegt rechtskräftig vor. Da die erwähnten Grundstücke sich in einer bekannten aktiven Rutschmasse (die sog. A._-Rutschung) befinden, ist für die Sicherung der Baugrube für den Neubau auf Parzelle Nr. _ vorgesehen, eine temporäre Verankerung durch Einbringen von Erdankern und Bodennägel unter die Parzellen Nr. _ und Nr. _ zu installieren. Nach Erstellung des Neubaus sollen die Verankerungen entspannt, aber im Erdreich belassen werden. Die oberste Lage Bodennägel würde sechs bis sieben Meter und die oberste Lage Anker sieben bis neun Meter unterhalb des Vorplatzes des Gebäudes auf Parzelle Nr. _ eingebracht werden. X._ verweigert die Zustimmung zur vorgesehenen Verankerung unter seinen Parzellen.
B. Auf eine erste Klage von Y._ mit dem Begehren, es sei eine temporäre Verankerung unter der Parzelle Nr. _ zu dulden, trat das Bezirksgericht Prättigau/Davos (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Prättigau/Davos) mit Entscheid vom 15. Dezember 2011 nicht ein mit der Begründung, es sei unbekannt, wie die Baugrubensicherung in horizontaler wie vertikaler Richtung konkret vorgenommen werden solle. Diese Grundlage des Prozesses hätte der Kläger beibringen können. Weil auf eine vollstreckbare Leistung hätte geklagt werden können, fehle das Feststellungsinteresse.
C. Nach erfolglos durchgeführtem Schlichtungsverfahren erhob die Y._ am 3. Dezember 2013 eine weitere Klage beim Bezirksgericht Prättigau/Davos und stellte die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Der Beklagte sei zur Duldung der vorübergehenden Einbringung einer temporären Verankerung (einer unterirdischen Vernagelung) in seine Grundstücke, Parzellen Nrn. _ und _, für die Erstellung der Baugrubensicherung zwecks Realisierung des Bauvorhabens auf der Nachbarparzelle Nr. _ (alle Grundstücke in der Gemeinde O.1_ liegend) zu verpflichten.
2. Dem Beklagten sei hierfür eine einmalige Entschädigung von CHF 20'000.-, eventuell eine Entschädigung nach richterlichem Ermessen, zuzusprechen.
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3. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten."
D. In seiner Klageantwort vom 10. März 2014 beantragte X._, was folgt:
"1. Es sei auf die Klage nicht einzutreten.
2. Eventuell: Die Klage sei abzuweisen.
3. Subeventuell: Es sei die Klägerin als Bedingung für die Bewilligung zur Beanspruchung der beklagtischen Grundstücke zu verpflichten, vorgängig:
- aussagekräftige und vollständige bzw. abschliessende Pläne der geplanten Baugrubensicherungsvorrichtungen (Ansicht sowie Schnittplan; Angabe der Art, Zahl, Lage und Laufmeter der Sicherungsmittel),
- einen Bericht eines unabhängigen Prüfingenieurs, wonach die geplanten Baugrubensicherungsmassnahmen tauglich und genügend sind bzw. keine zusätzlichen oder längeren Anker und/oder Nägel erfordern würden, und wonach eine Gefährdung des beklagtischen Grundbesitzes durch die geplanten Abgrabungen und Baugrubensicherungsmassnahmen ausgeschlossen werden könne, sowie
- den Nachweis einer unabhängigen Fachperson, wonach die Einbringung der Bodennägel und Erdanker keine Setzungen der beklagtischen Liegenschaft zur Folge haben könne, und wonach die Erdanker mit hundertprozentiger Sicherheit entspannt werden können,
vorzulegen sowie eine Sicherheit in der Höhe von CHF 5 Mio. für Schäden an der beklagtischen Liegenschaft zu leisten. Sodann sei die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten pro Laufmeter Erdnagel bzw. Erdanker eine Entschädigung von CHF 150.--, mindestens jedoch eine solche von CHF 50'000.--, zu leisten.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt.) zu Lasten der Klägerin."
Zudem erhob X._ Widerklage, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte:
"Es sei der Klägerin zu verbieten, den Hang unterhalb der Parzellen Nrn. _ und _ des Beklagten anzuschneiden (abzugraben), solange und soweit nicht mittels eines unabhängigen Gutachtens gesicherte Kenntnis darüber herrscht, dass dadurch das Erdreich dieser Parzellen nicht in Bewegung gebracht wird (z.B. Rutschungen, Setzungen etc. erfährt) - oder auch nur gefährdet wird - und vorhandene Vorrichtungen (namentlich das Gebäude des Beklagten) nicht beeinträchtigt werden;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWSt.) zu Lasten der Klägerin."
E. In ihrer Replik und Widerklageantwort vom 23. Juni 2014 hielt die Y._ an ihren in der Klageschrift gestellten Rechtsbegehren fest. Zudem beantragte sie die kostenfällige Abweisung der Widerklage.
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F. Mit Duplik vom 29. September 2014 hielt auch X._ an seinen bisherigen Rechtsbegehren fest.
G. Mit Beweisverfügung vom 4. November 2014 wurde die Erstellung eines Gutachtens insbesondere betreffend die Beurteilung der von der Y._ geplanten Baugrubensicherung angeordnet. Dieses wurde am 26. August 2015 ausgefertigt und dem Gericht sowie den Parteien zugestellt. Diese nahmen jeweils mit Eingabe vom 15. Januar 2015 dazu Stellung.
H. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos fand am 18. Februar 2016 statt. Die Rechtsbegehren der Parteien blieben unverändert. Im Übrigen wird auf das separat angefertigte Verhandlungsprotokoll verwiesen.
I. Mit Entscheid vom 18. Februar 2018, mitgeteilt am 4. Juli 2016, entschied das Bezirksgericht Prättigau/Davos, was folgt:
"1. Die Klage wird insoweit gutgeheissen, als X._ verpflichtet wird, die Einbringung von Erdnägeln und Erdankern durch die Y._ in den Untergrund seiner beiden Parzellen Nrn. _ und _, Grundbuch der Gemeinde O.1_, im Ausmass des in den vorstehenden Erwägungen Festgehaltenen und ab einer Tiefe von sechs Metern unter dem bestehenden Terrain unter der Bedingung zu dulden, dass ihm die Y._ vorgängig einen Betrag von CHF 20'000.00 bezahlt.
2. Die Widerklage und die Eventualwiderklagen werden abgewiesen, sofern auf sie eingetreten wird und sie nicht zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden.
3. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 45'287.10 (Entscheidgebühr CHF 10'000.00, Kosten der Erstellung des Gutachtens CHF 35'287.10) gehen im Umfang von CHF 27'643.55 zu Lasten von X._. Sie werden vorab von den geleisteten Kostenvorschüssen erhoben, wobei X._ der Y._ den auf ihn entfallenden Anteil von CHF 4'356.45 zu ersetzen hat. X._ hat darüber hinaus dem Bezirksgericht Prättigau/Davos den Fehlbetrag von CHF 7'287.10 innert 30-tägiger Frist ab Rechtskraft dieses Entscheids nachzuzahlen.
4. X._ hat die Y._ mit CHF 24'801.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations