# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 14317175-f0e9-43f1-8e8a-8652b02c9bc0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1937, bewohnt eine Einzimmerwohnung an der _strasse in O.1_. Über den Sozialdienst der Gemeinde O.1_ ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos am 6. Mai 2013 die Gefährdungsmeldung des Enkels der Vermieterin von X._ ein, wonach deren Zimmer teilweise bis zur Decke mit gesammeltem Papier und Plastik gefüllt sei. Schlafen sei gar nur noch im Sitzen möglich. Zunehmend würden auch fremde Ablageflächen im Treppenhaus, auf dem Balkon und im Keller des Wohnhauses belegt. X._ verfüge über keinerlei soziale Kontakte und durchsuche abends jeweils die Abfalleimer in O.1_ (vgl. Akten KESB act. 2).
B. Mit Schreiben vom 8. Mai 2013 teilte die KESB Prättigau/Davos X._ mit, dass sie aufgrund einer Meldung gestützt auf Art. 57 EGzZGB ein Abklärungsverfahren eröffnet habe (vgl. Akten KESB act. 3). A._, Leiter der KESB Prättigau/Davos und instruierendes Behördenmitglied, sowie B._, Mitarbeiter des Rechtsdienstes der KESB Prättigau/Davos, beabsichtigten, X._ am 17. Juli 2013 unangemeldet einen Hausbesuch abzustatten. Allerdings habe ihnen diese den Zutritt verweigert, sich in Ausreden verstrickt und zahlreiche fadenscheinige Gründe vorgebracht, weshalb sie die Wohnung nicht betreten dürften. Die anlässlich des Besuchs angetroffene Vermieterin sowie deren Tochter hätten bestätigt, dass X._ dringend Hilfe benötige und das von ihr bewohnte Zimmer voll von Gegenständen sei (vgl. Akten KESB act. 4).
C. Beim zweiten Besuch am 19. Juli 2013 gewährte X._ dem Behördenmitglied A._ alsdann Zutritt zu ihrer Einzimmerwohnung. Gemäss Schilderung von A._ hätten sich in dem kleinen Zimmer Bücher, Schachteln, Plastik, Papier und Handzettel gestapelt, so dass nur noch in der Mitte des Raumes ein Gang frei geblieben sei. X._ habe angegeben, bereits Vieles aufgeräumt zu haben. Zum Schlafen sitze sie in der Mitte des Raumes am Boden, da das Bett ebenfalls vollständig mit Unterlagen und weiteren Gegenständen belegt sei und somit zum Schlafen keinen Platz mehr biete. Nebst der Wohnung habe sie einen Lagerraum gemietet, in welchem sie ebenfalls Dinge aufbewahre. Im Übrigen habe X._ angekündigt, demnächst in die Ferien nach O.2_ zu reisen; daraufhin sei sie abgeschweift und habe zunehmend verwirrt gewirkt, weshalb das Gespräch abgebrochen worden sei (vgl. Akten KESB act. 7 und act. 16).
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D. X._ wurde von der KESB Prättigau/Davos am 6. September 2013 zu einer Besprechung eingeladen (vgl. Akten KESB act. 8), anlässlich welcher sie mitgeteilt habe, keine Unterstützung zu benötigen und die Wohnung zwischenzeitlich aufgeräumt zu haben. Beim erneuten Hausbesuch der Behördenmitglieder A._ und C._ vom 24. September 2013 habe sich diese jedoch noch immer in demselben Zustand präsentiert (vgl. Akten KESB act. 16). Am 1. Oktober 2013 wurde X._ ein weiteres Mal vorgeladen und von der Behörde persönlich angehört. Anlässlich der Anhörung wurde ihr erklärt, dass die KESB beabsichtige, eine Beistandschaft für sie zu errichten. X._ habe sich diesbezüglich weder befürwortend noch ablehnend äussern können. Auf die Frage, warum sie Abfallkörbe in O.1_ durchsuche, habe sie erwidert, sie tue dies zu Recyclingzwecken. In der Folge habe sich X._ sowohl geweigert zuzuhören als auch zu antworten und habe dementsprechend auch das Anhörungsprotokoll nicht unterzeichnet. Am Ende des Gesprächs habe sie sich einzig noch dahingehend geäussert, dass sie alles brauche, was sie besitze (vgl. Akten KESB act. 9).
E. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2013 wurde X._ zur auf den 24. Oktober 2013 angesetzten Behördensitzung vorgeladen (vgl. Akten KESB act. 10). Von der Behörde auf die Platzverhältnisse in ihrer Wohnung angesprochen, habe X._ ausgeführt, alle Dinge gelegentlich zu benötigen und immer etwas auf Vorrat zu haben. Sie brauche drei Bügeleisen; eines sei kaputt, deshalb habe sie sich ein schöneres gekauft und eines habe sie geschenkt erhalten. Sie entsorge laufend Gegenstände, doch finde sie immer wieder interessante Dinge, die sie dann ganz genau untersuchen müsse. Das Bett sei belegt mit Unterlagen ihres Zahnarztes und anderen ihre Krankheitsgeschichte betreffenden Dokumenten. Die weiteren Fragen der Behörde habe X._ nicht beantworten können und sei stets ausgewichen; so schweifte sie gemäss Anhörungsprotokoll meist ohne ersichtlichen Zusammenhang auf ihre gesammelten Gegenstände sowie deren Nutzen ab (vgl. Akten KESB act. 11). Als die KESB ihr erläuterte, dass ein Vertretungsbeistand eingesetzt werden solle, der sie bei der Räumung des Zimmers und des Lagers unterstützen und für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgen solle, habe X._ nicht eingesehen, warum das Zimmer geräumt werden müsse. Der Frage, ob sie mit der Ernennung eines solchen Beistandes einverstanden sei, sei sie wiederum ausgewichen. Sie müsse die Sachen selber aussortieren. Es befänden sich fünf bis sechs Fahrräder im Keller, welche vielleicht jemand brauchen könne. Manchmal trage sie ihre Einkäufe ein paar Tage mit sich herum, da sie die Tasche nicht immer ein- und ausräumen könne.
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Wenn sie selber aufräumen würde, würde sie 10% der Gegenstände wegwerfen (vgl. Akten KESB act. 11).
F. Im Zusammenhang mit der Gebührenerhebung reichte X._ auf Aufforderung der KESB Prättigau/Davos hin die Steuerveranlagungsverfügung der Steuerverwaltung ein, wonach sie per 31. Dezember 2012 über Vermögenwerte von rund CHF 15'500.-- verfügte (vgl. Akten KESB act. 13). In Bezug auf ihre aktuelle Einkommenssituation traf die KESB Prättigau/Davos selbst weitere Abklärungen und erhielt von der Steuerverwaltung die Angabe, dass das jährliche Einkommen unter CHF 14'000.-- liege. Gemäss Auskunft des Sozialdienstes beziehe X._ keine Sozialhilfe (vgl. Akten KESB act. 14).
G. Gestützt auf die persönlichen Anhörungen sowie die verfügbaren Akten ordnete die KESB Prättigau/Davos mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 30. Januar 2014, mitgeteilt am 17. Februar 2014, was folgt an:
„1. Für X._ wird eine Beistandschaft errichtet.
2. Die Beiständin erhält die Aufgaben und Kompetenzen, X._ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) dahingehend zu unterstützen und zu beraten, den Inhalt des Zimmers und allfälliger angemieteter Lagerräume zu sortieren, zu entsorgen und in Zukunft darauf bedacht zu sein, ein erneutes Vermüllen zu verhindern. Dazu wird die Erlaubnis erteilt, soweit erforderlich die Wohn- und Lagerräume von X._ zu betreten.
3. D._ (Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos) wird zur Beiständin von X._ ernannt.
4. Die Beiständin wird aufgefordert, spätestens innert zwei Wochen nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist, sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit X._ persönlich Kontakt aufzunehmen.
5. Die Beiständin ist gehalten:
a. der KESB alle zwei Jahre, erstmals per Ende Januar 2015, einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage der betroffenen Person und die Ausübung der Beistandschaft) einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von X._ während der Berichtsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpassung oder Aufhebung der Massnahme zu beantragen.
6. X._ ist aktuell auf die Unterstützung durch öffentliche Sozialhilfe angewiesen. [Sie] hätte aufgrund der Einkommens- und Vermögensverhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit Anspruch auf öffentliche Sozialhilfe. Deshalb ist auf die Erhebung von Kosten zu verzichten.
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## Considerations