# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c51be203-a59a-5ef6-bb0e-b5997a031b77
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Der Steuerpflichtige hat sein Hauptsteuerdomizil in B._ im Kanton Zug.
Mit definitiver Veranlagungsverfügung vom 30. Oktober 2019 wurde der Steuerpflichtige von der Steuerverwaltung des Kantons Zug (nachfolgend: Steuerverwaltung ZG) für das Steuerjahr 2018 nach Ermessen veranlagt. Das steuerbare Einkommen wurde auf CHF 69'900.- (Kantons- und Gemeindesteuern) resp. CHF 77'000.- (direkte Bundessteuer) und das steuerbare Vermögen auf CHF 410'000.- festgesetzt. Wegen der Verletzung von Mitwirkungspflichten (Nichteinreichen der Steuererklärung) wurde ihm gleichentags eine Ordnungsbusse (CHF 800.-) auferlegt.
Am 5. November 2020 wurde der Steuerpflichtige für das Steuerjahr 2019 veranlagt. Auch diese Veranlagung erfolgte nach Ermessen, wobei das steuerbare Einkommen auf CHF 65'000.- (Kantons- und Gemeindesteuern) resp. CHF 74'000.- (direkte Bundessteuer) und das steuerbare Vermögen auf CHF 440'000.- festgesetzt wurde. Wegen der Verletzung von Mitwirkungspflichten (Nichteinreichen der Steuererklärung) wurde dem Steuerpflichtigen abermals eine Ordnungsbusse (CHF 1'100.-) auferlegt.
Gegen diese Steuerveranlagungen wurde keine Einsprache erhoben.
B. Seit September 2014 ist der Steuerpflichtige Eigentümer einer Liegenschaft im Kanton . Dabei handelt es sich um eine Stockwerkeinheit (41⁄2-Zimmer Attikawohnung) in C._, die er seit Mai 2015 an seine Mutter vermietet. Per 1. Februar 2020 erwarb der Steuerpflichtige einen Autoeinstellplatz dazu, welchen er seit 1. Juli 2020 an eine Drittperson vermietet.
Aufgrund einer Erbschaft war der Steuerpflichtige ausserdem seit August 2018 Miteigentümer einer 31⁄2-Zimmer Dachwohnung im Kanton Bern (D._), welche er per 1. August 2019 zu  erwarb. Nachdem die Wohnung bis März 2021 leer stand resp. renoviert wurde, wird sie seit März 2021 an eine Drittperson vermietet.
Aufgrund des interkantonalen Sachverhalts nahm die Steuerverwaltung ZG in den Steuerjahren 2014-2017 entsprechende Steuerausscheidungen vor, die sie der Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung FR) am 29. November 2017 (Steuerperiode 2014), 10. Januar 2018 (Steuerperiode 2015), 21. Februar 2018 (Steuerperiode 2016) und 31. Oktober 2018 (Steuerperiode 2017) meldete. Ab dem Steuerjahr 2018 wurde der Steuerverwaltung FR keine Steuerausscheidung mehr gemeldet.
C. Im Verlauf des Jahres 2021 wurde der Steuerpflichtige im Kanton Freiburg wie folgt veranlagt:
Betreffend die Steuerperioden 2015-2017 wurde dem Steuerpflichtigen am 27. August 2021 ein Entscheid in Sachen Nachsteuer eröffnet. Darin wurde das im Kanton Freiburg steuerbare  auf CHF 102.- (satzbestimmend: CHF 65'629.-; Steuerjahr 2015), –CHF 3'133.- (: –CHF 3'133.-; Steuerjahr 2016) resp. CHF 1'226.- (satzbestimmend: CHF 25'140.-;  2017) und das im Kanton Freiburg steuerbare Vermögen auf CHF 19’035.- (satzbestimmend: CHF 38'000.-; Steuerjahr 2015), CHF 167'150.- (satzbestimmend: CHF 344'000.-; Steuerjahr 2016) resp. CHF 172'325.- (satzbestimmend: CHF 364'000.-; Steuerjahr 2017) festgesetzt und vom  zusätzlich zu den bereits veranlagten Steuern von insgesamt CHF 275.75 Nachsteuern im Gesamtbetrag von CHF 672.20 erhoben.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
Die Steuerperioden 2018 und 2019 wurden bereits zuvor im ordentlichen Verfahren veranlagt. Mit berichtigter ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 15. April 2021 (Steuerperiode 2018) resp. ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 20. Mai 2021 (Steuerperiode 2019) wurde das im Kanton Freiburg steuerbare Einkommen auf CHF 13'248.- (satzbestimmend: CHF 86’269.-; geschuldete Steuer: CHF 1'363.30) und das im Kanton Freiburg steuerbare Vermögen auf CHF 368’000.- (: CHF 739’000.-; geschuldete Steuer: CHF 1'067.20) festgesetzt. Auf beiden  findet sich der Hinweis, dass die Steuerausscheidung 2018 des Kantons Zug zurzeit noch nicht vorliege. Die Veranlagungen seien daher anhand der Steuerausscheidung 2017 erstellt worden. Nach Erhalt der Steuerausscheidungen 2018 und 2019 werde die Veranlagung neu geprüft und gegebenenfalls berichtigt.
Die gegen diese ordentlichen Veranlagungsanzeigen mit Eingaben vom 14. Mai 2021 (Steuerjahr 2018) resp. 18. Juni 2021 (Steuerjahr 2019) erhobenen Einsprachen wies die Steuerverwaltung FR mit Einspracheentscheid vom 2. August 2021 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass das Hauptsteuerdomizil massgebend sei, der Kanton Zug aber bis heute keine korrigierte oder neue interkantonale Steuerausscheidung 2018 und 2019 gemeldet habe.
D. Am 2. September 2021 erhob der Steuerpflichtige, vertreten durch die Capitare AG,  an das Kantonsgericht Freiburg. Er stellt das Begehren, es seien der angefochtene  vom 2. August 2021 aufzuheben und die Steuerfaktoren für den Kanton Freiburg wie folgt festzusetzen:
(in CHF) 2018 2019
Mietertrag 15'000 15’000
Unterhalt Wohnung (LS-Abrechnung) -5’687 -7’192
Lüftung im WC, E._ GmbH -668 -
anteilige Finanzierungskosten -3’861 -3’913
steuerbares Einkommen im Kanton Freiburg 4’784 3’895
satzbestimmendes Einkommen 69’900 65’000
Steuerwert Stockwerkeinheit 368’000 368’000
anteilige Schulden -287’040 -342’240
steuerbares Vermögen im Kanton Freiburg 80’960 25’760
Zur Begründung führt der Beschwerdeführer aus, dass er seit einem Unfall im Jahr 2002  stark angeschlagen und, da die Kräfte fehlten, seit Jahren vielen Verpflichtungen nicht mehr nachgekommen sei. So habe er auch seit Jahren keine Steuererklärung mehr eingereicht, weshalb er jeweils nach Ermessen veranlagt worden sei. Auch sei er sich nicht bewusst gewesen, dass er für die an seine Mutter vermietete Wohnung im Kanton Freiburg steuerpflichtig sei. Erst als die Vorinstanz hohe Nachsteuern eingefordert habe, die er nicht habe begleichen können, habe er sich im Juni 2021 Rat bei einer Fachperson gesucht; dies mit dem Ziel, die «alten» Steuerjahre  und ab dem Steuerjahr 2020 den Deklarationspflichten wieder nachzukommen. Inzwischen sei für die Nachsteuern 2015-2017 eine sachgerechte Lösung gefunden worden. Auch habe die Steuererklärung 2020 eingereicht werden können. Offen blieben jedoch die Steuerveranlagungen 2018 und 2019, für welche er einen negativen Einspracheentscheid erhalten habe, obschon der
Kantonsgericht KG Seite 4 von 8
Vorinstanz inzwischen habe bekannt sein müssen, dass die veranlagten Faktoren nicht stimmen können und zu einem offensichtlichen unrichtigen Ergebnis führen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Vorinstanz auf eine Steuerausscheidung des Kantons Zug aus dem Jahre 2017 beziehe, zumal er in diesem Jahr – wie auch in den Jahren 2018 und 2019 – nach Ermessen  worden sei. Auch widerspreche es der Postnumerando-Methode, wenn eine Veranlagung des Hauptsteuerdomizils aus dem Vorjahr für eine Veranlagung im Nebensteuerdomizil ein Jahr später massgebend sein soll. Zudem sei fraglich, ob eine Ermessensveranlagung des Hauptsteuerdomizils überhaupt massgeblich sein könne, wenn aufgrund der Akten nachgewiesen sei, dass diese  unrichtig sei, weil beispielsweise keine Ausscheidung berücksichtigt worden sei.
Der mit Verfügung vom 8. September 2021 auf CHF 800.- angesetzte Kostenvorschuss wurde am 28. September 2021 geleistet.
Mit spontaner Eingabe vom 11. November 2021 reichte der Beschwerdeführer die  2020 der Vorinstanz ins Recht, aus welcher sich ein im Kanton Freiburg steuerbares  von CHF 133.- und ein steuerbares Vermögen von –CHF 15'103.- ergibt.
In ihren Bemerkungen vom 30. November 2021 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der Beschwerde.
Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

## Considerations

E. Die weiteren Elemente des Sachverhalts werden, soweit für die Urteilsfindung notwendig, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Erwägungen
1.