# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 115fe989-310a-46ff-acc8-78e7f4f55b3b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der in einem Vollzeitpensum als Bauarbeiter/Eisenleger und daneben teilzeitlich in der Unterhaltsreinigung tätig gewesene (Urk. 7/18, Urk. 7/21 und Urk. 7/109)
X._
, geboren 19
6
7,
meldete sich
a
m 17. Januar 2012 erst
mals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/8). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sowie beruflichen Massnahmen
(Urk. 7/23, 7/34, 7/38 und 7/53-54)
und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/75 und 7/79)
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 25. April 2013 (Urk. 7/82), was vom Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 3. Oktober 2014 im Prozess Nr. IV.2013.00505 bestätigt wurde (Urk. 7/96).
1.2
Am 7. April 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/94). Die IV-Stelle trat
nach dem Vor
bescheid vom 9. März 2015 (Urk. 7/101)
auf das Leistungsbegehren
mit Ver
fügung vom 5. Mai 2015
nicht ein (Urk. 7/102).
1.3
Am 31. Mai 2018 ging bei der IV-Stelle ein undatiertes Leistungsbegehren des Versicherten ein (Urk. 7/119).
Diese stellte g
estützt auf ein
am 2
2.
Februar 2019 erstattetes
polydisziplinäres Gutachten (Urk. 7/140) mit Vorbescheid vom 17. Juni 2019 in Aussicht, einen Rentenanspruch
zu
verneinen
(Urk. 7/142). Hieran hielt sie nach Einwänden des Versicherten vom 19. Juni 2019 (Urk. 7/143) und 5. September 2019 (Urk. 7/147) fest und wies das Leistungsbegehren mit Ver
fügung vom 14. Juli 2020 ab (Urk. 7/160 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 14. Juli 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 8. September 2020 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Ausrichtung einer an
gemessenen Invalidenrente (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 23. Oktober 2020 wurde dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm ein unentgeltlicher Rechts
vertreter bestellt (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang viel
mehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle des
wegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese ab
stellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung (Urk. 2), die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich
der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letztmaligen Renten
prüfung im April 2013 nicht wesentlich verändert habe (S. 1 unten).
E
r sei in einer angepassten Tätigkeit (weiterhin) zu 100
%
arbeitsfähig (S. 2 Mitte).
2.2
Dagegen wand
te
der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein
(Urk. 1)
, die Gegen
überstellung der Diagnosen mache die erhebliche Gesundheitsveränderung seit 2013 sichtbar
(S. 4)
. Die Gutachter hätten sich mit den Veränderungen seit 2013 nicht auseinandergesetzt. Insbesondere seien die erheblichen Beschwerden der Wirbelsäule nur mit der erfolgreichen
Diskektomie C6/7 erwähnt worden und
die Probleme mit den anderen Wirbeln (lumbal, Brustwirbel,
cervikal
) hätten keine Beachtung gefunden
(S. 4 Ziff. 2)
.
Auch habe keine Auseinandersetzung mit Berichten der Fachärzte stattgefunden. Es leuchte nicht ein, weshalb die schmerz
haften Beschwerden bei Karpaltunnelsyndrom und die Hohlfüsse keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben sollten (S. 5 Ziff. 3). Das psychiatrische Teil
gutachten sei dürftig ausgefallen, weshalb ein neues in Auftrag zu geben sei (S. 6 Ziff. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letztmaligen Rentenprüfung, welche mit der vom Sozialversicherungs
gericht mit Urteil vom 3. Oktober 2014 (Urk. 7/96) bestätigten Verfügung vom
25. April 2013 (Urk. 7/82) ihren Abschluss fand, derart verschlechtert hat, dass nunmehr ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Dem Urteil vom 3. Oktober 2014 (Urk. 7/96) lag folgender Gesundheitszustand zugrunde (vgl. E. 4.1):
3.2
Die Ärzte der Uniklinik
Y._
erhoben mit Berichten vom 17.
Februar (Urk. 7/9/3-4)
und
7.
März 2012 (Urk. 7/19/10-11) folgende Diagnosen:
-
Morbus
Ledderhose
beidseits
-
zwei kleine
osteochondrale
Läsionen Tibia re
chts bei Status nach
Distorsion des oberen Sprunggelenks
rechts am 1
5.
September
2009
-
Pes
cavovarus
beidseits
3.3
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für
Allgemeine
Innere
Medizin, führte in seinem Bericht vom 29.
März 2012 (
Urk. 7
/19/1-8) - bei diagnostischer Übereinstimmung mit den Ärzten der Uniklinik
Y._
- aus, eine Arbeitsfähigkeit als Eisenleger sei lebenslänglich nicht mehr denkbar (Ziff.
1.8). Hingegen sei eine Umschulung des Eisenleg
ers auf eine manuelle Tätigkeit
vorwiegend
sitzender Art
aus gesund
heitli
chen Erwägungen durchaus denkbar und sollt
e möglichst bald mit d
ies
em
besprochen werden (Ziff.
1.11).
In einem weiteren Bericht vom 25.
Januar 2013 (
Urk. 7
/71/1-9) erhob
Dr.
Z._
als zusätzliche Diagnosen
Dupuytrenknoten
beidseits sowie mittelgradige Depressionen bei über dreijähriger Arbeitsunfähigkeit (Ziff.
1.1). In der bisherigen Tätigkeit als Eisenleger sei der Beschwerdeführer vom 15.
September 2009 bis am 21.
Juli 2010 vollständig, vom 22.
Juli 2010 bis 4.
April 2011 im Umfang von 50
% arbeitsunfähig gewesen und seit 5.
April 2011 wiederum vollständig arbeitsunfähig. Er sei in der Steh- und Gehfähigkeit eingeschränkt, wohingegen bei der Benutzung der Hände nur eine geringe Einschränkung bestehe. In der psychischen Leistungsfähigkeit sei der Beschwerdeführer durch leichte bis mittlere Phasen der Depression eingeschränkt. Seiner ursprünglichen Arbeit als Eisenleger könne er unmöglich nachgehen. Ein
e behinderungsangepasste, rein sitzende
Tätigkeit erachtete
Dr.
Z._
dem Beschwerdeführer hingegen grund
sätzlich als ganztags zumutbar (Urk.
7
/71/9).
3.4
Laut Feststellungsblatt vom 19. März 2013 (Urk. 7/73) hielt
Dr.
med. A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 14. Februar 2013 fest,
gestützt auf die nachvollzieh
baren Angaben von
Dr.
Z._
sei ab dem 15. September 2009 von einer voll
st
ändigen Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers in einer rein sitzenden
Tätig
keit, hingegen in
wechselbe
lastenden Tätigkeiten nur von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen unter Beachtung
des
folgenden Belastungsprofils: körper
lich leichte bis mittelschwere Arbeit ohne ausschliessliches Stehen, ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 20
kg, ohne Kauern und Steigen auf Leitern, Gerüste und Treppen
(S. 3 unten)
.
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich
aus folgenden
medizinischen Berichten:
4.2
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie
des
Universitätsspital
s
B._
vom 1
3.
August 2018 (Urk. 7/125/9-12 = Urk. 7/126)
nannten die Ärzte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 unten):
-
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Status nach
radikulärem
Schmerz- und Ausfallsyndrom C6/
7 links
-
Status nach
a
nteriore
r
Diskektomie und Cage-Implantation C6/7 und Exs
tirpation des freien Sequesters
(
August 2017
)
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits rechts betont
-
chronisch generalisierte Polyarthralgien, am ehesten bei Polyarthrose
-
symptomatische Gonarthrose rechtsbetont (Röntgen
März
2015)
-
Coxarthrose
beidseits rechtsbetont (Röntgen
März
2015)
-
mechanische Fussschmerzen beidseits rechtsbetont
bei
-
beginnender
Lisfrancarthrose
rechts
-
Morbus
Ledderhose
und kleinem Morton Neurom links
-
Pes
cavovaus
beidseits
-
mittelgradige depressive Episode
(Juni 2017)
-
Morbus
Dupytren
und
Ledderhose
beidseits
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt (S. 3 oben):
-
dist
al symmetrische sensomotorische
Polyneuropathie mit vorwiegend
demyelinisierendem
Schädigungsmuster
-
Karpaltunnelsyndrom links betont
Der
Beschwerdeführer leide an
belastungsabhängige
n
Schmerzen.
E
ine Arbeits
tätigkeit mit schwerem Heben, langem Stehen oder langem Gehen ohne Wechselbelastung sei nicht zumutbar. Der
Beschwerdeführer
benötige wahr
scheinlich auch vermehrte Pausen. Die Frage, wie viele Stunden pro Tag eine
leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei, könne nicht beantwortet werden (S.
3 Mitte).
4.3
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
stellte im Bericht
vom 27.
September 2018 (Urk.
7/130 = Urk.
3/2)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3 unten):
-
generalisiertes Schmerzsyndrom am ehesten degenerative
muskuloskelettale
Beschwerden seit 2011
-
cervicospondylogenes
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont
-
Osteochondrose
C
5/6 und
C7
/B1 und L5/S1
-
massive
neuroforaminale
Einengung Segment C5/6 beidseits, Infiltration C5/6 links (Februar 2017)
-
erneut
radikuläres
Ausfallsyndrom C6/7 links ohne Ansprechen auf systemisch/lokale Steroide (Juli 2017)
-
erfolgreiche mikrochirurgische
anteriore
Diskektomie,
Sequester
entfernung
und Cage Implantation C6/7
(August 2017)
-
discogen
beidseits
neuroforaminale
Stenose L5/S1 rechts, Facetten
gelenksarthrose L4/5 und
L
5
/
S1 beidseits (MRI Juli 2016)
-
Haltungsinsuffizienz segmentale Dysfunktion bei lumbaler Hyper
mobilität,
thorakolumbale
Skoliose
-
rechtsbetonte
Coxarthrose
und Gonarthrose mit medialer
Meniscus
läsion
,
retropatellärer
Knorpelschaden rechts (April 2014)
-
rechtsbetonte Fussschmerzen bei
Lisfrankarthrose
-
Status nach Distorsion
des oberen Sprunggelenks
rechts (September 2009
) mit verzögerter Heilung bei Morbus
Dupuytren
und
Ledderhose
beidseits und
P
es
cavovarus
beidseits
-
beginnendes Morton-Neurom interdigital III/IV links
-
mittelgradige depressive Episode (Juli 2017)
-
sensomotorische distale
Polyneuropathie
-
Karpaltunnel
rechtsbetont
Des Weiteren stellte sie folgende
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S.
4 Mitte):
-
Oberlippenhäm
angiom
-
Epididymitis
chronica
rechts
-
Prostatahyperplasie
-
schwerer Vitamin D-Mangel substituiert
-
leichter Folsäuremangel
-
metabolisches Syndrom
-
Adipositas mit BMI 31
-
arterielle Hypertonie;
Dyslipidämie
, Prädiabetes
-
Statosis
hepatis
und Lipomatose
des Pankreas
-
Myopie/
Astagmatismus
und
Presbyopie
beidseits mit Brillenkorrektur
Der Beschwerdeführer sei dauerhaft
zu
100
%
arbeitsunfähig (S.
4 Mitte). Auf
grund der schweren degenerativen generalisierten Veränderungen sei
er
in seiner Tätigkeit stark
handicapiert
(S.
5 Mitte).
4.
4
4.
4
.1
Am 22. Februar 2019 e
rsta
tteten Prof.
Dr.
med. D._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin und Facharzt für Tropenmedizin und
Infektiologie
,
Dr.
med. E._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
unter Federführung von
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, das poly
diszipl
inäre Gutachten des G._
(Urk. 7/140) und stellten folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7):
-
v
entrale
Spondylodese
HWK6/7 (10. August 2017)
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 7):
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Restless
-
Legs
-Syndrom
-
Morton-Neuron links
-
postoperative
Recurrensparese
rechts (HWS-Operation 2017)
-
Morbus
Dupuytren
Finger
IV und V Stadium 0 beidseits
-
Morbus
Ledderhose
beidseits
-
Hohlfüsse beidseits
-
Übergewicht (BMI 28.7 kg/m
2
)
-
arterieller Hypertonus
-
Dyslipidämie
-
Prädiabetes
-
Verdacht auf nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLS)
-
Nierenzysten
-
Folsäure- und Vitamin-D-Mangel
4.
4
.2
In der orthopädischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer Schmerzen in beiden Knien, beiden Schultern, im rechten Ellenbogen und eine Taubheit im Zeige-
bis Ringfinger beider Hände angegeben. Es hätten sich reizlose, stabile Kniegelenke mit einer freien Beweglichkeit gezeigt. Für die in den Akten seit Juni 2015 von rheumatologischer Seite mehrfach erwähnte symptomatische rechts
betonte Gonarthrose finde sich in den Akten weder ein entsprechender
radiologischer Befund, noch finde sich dafür von orthopädisch-
traumatologischer
Seite klinisch ein Anhalt
(S. 32 oben)
.
Beide Schultergelenke seien ebenfalls reizlos und frei beweglich
gewesen
. Bei der Anamnese habe der Beschwerdeführer mit beiden Armen ohne sichtbare Ein
schränkungen heftig gestikuliert
.
Es
bestehe
kein Anhalt für eine relevante Erkrankung beider Schultergelenke, weder für das Vorliegen einer
Rotatoren
manschettenruptur
, eines
Impingementsyndroms
oder einer
Re
izung der
Akromioklavikulargelenke
. Auch finde sich in den vorliegenden Akten kein Hin
weis auf bisher bestehende Beschwerden im Bereich beider Schultern oder eine bisher erfolgte radiologische Diagnostik
(S. 32 Mitte)
.
Das rechte Ellbogengelenk sei reizlos und frei beweglich. Es seien zwar Druck
schm
erzen über dem Gelenkspalt,
dem
Epicondylus
humeri
ulnaris
und dem
Sulcus
ulnaris
rechts
angegeben worden
, das Hoffmann-
Tinel
-Zeichen über dem
Sulcus
n
ervi
ulnaris
und die Provokationste
s
ts für eine
Epicondylitis
humeri
ulnaris
und
radialis
seien beidseits jedoch negativ gewesen
(S. 32 Mitte)
.
Bezüglich der Taubheit im Zeig
e- bis Ringfinger beider Hände
werde
auf das neurol
ogi
sche Fachgutachten verwiesen. Beschwerden im Bereich beider Füsse seien vom Beschwerdeführer nicht angegeben worden. An beiden Füssen
seien
Vernarbungen der
Plantaraponeurose
und an beiden Händen Vernarbungen der Hohlhandfaszie über dem
4.
und
5.
Strahl ohne Gel
e
nkkontrakturen
tastbar
. Die Beschwerdefreiheit beider Füsse decke sich mit den Angaben in den Akten,
worin die angegebenen Beschwerden
nach
adäquater Schuhversorgung als rücklä
ufig beschrieben worden seien
(S. 32 Mitte)
.
Es seien keine
Beschwerden im Bereich der
Halswirbelsäule (
HWS
)
angegeben worden. Die Beweglichkeit der HWS sei in Bezug auf die Seitneigung nach links und die Rotation des Kopfes nach beiden Seiten gering eingesch
ränkt
, die spontanen Kopfbewegungen
seien
jedoch ohne se
i
tliche Einschränkungen.
Ü
ber dem Dornfortsatz von
C
7 und dem rechten Facettengelenk
C
5/6
sei
en
Druck
schmerzen
angegeben worden. Hinweise auf eine Reizung
radikulärer
Nerven
wurzeln hätten bei fehlender Schon- und Fehlhaltung und fehlendem para
vertebralem Muskelhartspann
nicht bestanden
. Im MRI der HWS vom 2. Februar 2018 sei ein regelrechter postoperativer Befund dargestellt (S. 32
unten
).
Bei den in den Ber
ichten der Rheumatologie des B._
erwähnten Problemen handle es sich teilweise um lediglich radiologische Befunde ohne klinische Rele
vanz beziehungsweise um aktuell nicht mehr vorhandene Beschwerden. Der damals als potentielle Ursache der Beschwerden infrage kommende schwere Vitamin-D-Mangel werde du
rch tägliche
Substitution mit Vitamin D3 behandelt.
Im Februar 2017 hätten in der erfolgten Szintigraphie kein
e
entzündlichen Ver
änderungen bestanden (S. 34 unten).
Im Be
richt der Neurochirurgie des B._
vom 7. Mai 2018 sei erwähnt worden, dass bildgebend keine Anhaltspunkte für Komplikationen sowie ebenfalls keine Anhaltspunkte für neu eingetretene Pathologien in den Ans
chlusssegmenten nach der HWS-Op
eration bestünden. Dies stehe
in Übereinstimmung mit dem aktuell erhobenen Untersuchungsbefund (S. 35 oben).
4.
4
.3
Die neurologische Untersuchung habe keine wegweisende
n
oder spezifisch
en
Befunde geliefert.
Insbesondere hätten keine
radikulären
Ausfälle an den Armen und Beinen festgestellt werden können. Die Anamnese lasse an ein beidseitiges, ausschliesslich sensibles
Karpaltunnelsyndrom
und ein
Restless
-
Legs
-Syndrom
denken. Das
CTS
zeige
aber
keine sensomotorischen Ausfälle. Der Beschwerde
führer
berichte
über nächtliche Parästhesien in den
vom
Medianus
versorgten Fingern und die Verordnung von nächtlichen Schienen, die er aber nicht mehr regelmässig benütze. Es sei somit aktuell nicht klinisch relevant und ohne Bedeutung für die Frage der Arbeitsfähigkeit
und
die Definition einer leidens
angepassten Tätigkeit (S. 61 unten).
Der Beschwerdeführer beschreibe ausserdem Unruhe, Schmerzen und Kribbel
parästhesien in den Füssen und Unterschenkeln im Liegen, was sich durch Auf
stehen und Bewegen bessere (S. 61 unten).
Das beschriebene Morton-Neurom scheine der Beschwerdeführer nicht mit einer spezifischen Neuralgie wahrzunehmen (S. 62 oben).
Bis auf das Morton-Neurom links, das
Karpaltunnelsyndrom
und die post
operative
nicht mehr relevante
Recurrensparese
fänden sich in den Akten keine weiteren konkreten neurologischen Diagnosen. Die beschriebenen lumbalen und zervikalen Diskusdegenerationen mit zum Teil
ne
uroforaminaler
Einengung oder Ko
ntakt zu Nervenwurzeln zeigten keine sensomotorischen Ausfälle. Bei
der im Austrittsbericht des B._
vom 10. Juli 2017 angegebenen Diagnose einer distal symmetrischen sensomotorischen Polyneuropathie mit vorwiegend
demyelinisierendem
Schädigungsmuster dürfte es sich um eine elektro
neuro
graphische Diagnose handeln, die (noch) kein klinisches Korrelat zeige. Das links
betonte
Karpaltunnelsyndrom
decke sich mit der Anamnese (
S. 63 unten)
.
4
.
4
.4
Symptome, Beeinträchtigungen, Defizite oder Phänomene mit Krankheitswert lägen auf psychiatrischem Gebiet nicht vor. Eine konkrete psychiatrisc
he Diagnose könne daher nicht g
enannt werden. Insbesondere liege keine
solche
aus dem depressiven Spektrum vor. Auch aus dem somatoformen Bereich könne keine Diagnose abgeleitet werden, namentlich keine somatoforme Schmerzstörung. Der
psychopathologische Befund sei zwar nicht unauffällig ausgefallen, die beschriebenen Auffälligkeiten seien aber als normalpsychologisch beziehungs
weise zum Temperament zugehörig einzuschätzen. Dass der Beschwerdeführer beispielsweise bei der Thematisierung der körperlichen Behinderung seiner Mutter emotional eingebrochen sei, sei als normalpsychologische Reaktion zu werten. Die starke Bindung an die Mutter müsse nicht
pathologisiert
werden (S. 76 oben).
Auf der psychiatrischen Ebene seien keine Faktoren vorhanden, die die Prognose einschränkten. Eine psychiatrische Behandlung oder Psychotherapie finde nicht statt und habe offenbar auch nie stattgefunden. Dass der Beschwerdeführer bereits in relativ jungen Jahren eine Rückkehr ins Berufsleben für sich aus
schliesse, sei äussert ungünstig (S. 77 Mitte).
Die vom Hausarzt im Bericht vom 25. Januar 2013 zugrunde gelegte Diagnose einer mittelgradigen Depression sei anamnestisch nicht nachvollziehbar. Ausser
dem habe er diese auf die über dreijährige Arbeitsunfähigkeit zurückgeführt, was eine nicht nachvollziehbare
Kausalattribution
darstelle. Die
Rheumatologische Klinik des B._
habe im Bericht vom 4. Juni 2015 den Verdacht auf eine reaktive Depression gestellt und im Austrittsbericht vom 10. Juli 2017 sei wiederum von einer mittelgradigen depressiven Episode die Rede
gewesen
. Anamnestisch seien diese Diagnosen retrospektiv nicht nachvollziehbar. Dazu passende Symptome seien vom Beschwerdeführer nicht angegeben worden. Ausserdem sei er offenbar nie psychopharmakologisch behandelt worden (S. 77 unten).
4.
4
.5
Aufgrund der
Spondylodese
und der vorhandenen degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS bestehe eine Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit des B
eschwerdeführers
für körperlich anhaltend leichte bis mittelschwere und
darüberliegende
Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Halswirbelsäule (S.
7 unten).
I
n der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter/Eisenleger
bestehe eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit und
in der Tätigkeit als Reinigungskraft eine solche von
80
%
(S.
8 unten).
In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer vollständig arbeitsfähig
(S.
9 Mitte).
4.
5
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie,
RAD
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 7. März 2019 fest (Feststellungs
blatt
vom 17. Juni 2019
, Urk. 7/141),
dass das umfangreiche Gutachten unter vollständiger Würdigung der vorhandenen medizinischen Akten nach aus
führlicher Anamneseerhebung, genauem Eingehen auf die geschilderten Beschwerden und umfassender Untersuchung erstellt worden sei. Die Gutachter seien nach ausführlicher fachspezifischer Diskussion in einer interdisziplinären
Zusammenfassung zu plausiblen Diagnosen und nachvollziehbaren Schluss
folgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers gekommen
(S. 7 unten)
.
4.
6
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie,
diagnostizierte im Bericht
vom
3.
September 2020 (Urk.
3/3)
eine
mittelgradige Depression mit ängstlichen Zügen (F23.1)
.
Sie behandle den Beschwerdeführer seit
dem
6.
Januar 202
0.
Seit 2011 leide er unter diversen Schmerzen am Körper mit verschiedenen somatischen Diagnosen, die es ihm zu 100 % verunmöglichten, seiner angestammten Tätigkeit auf dem Bau nachzukommen. Seit Mitte 2019 seien seine psychische Resistenz und seine psychosozialen Ressourcen stark reduziert. Der Beschwerdeführer leide unter einer mittelgradigen Depression mit ängstlichen Zügen (F23.1), die mit Medikamenten behandelt werde. Die Stimmung sei gedrückt, er leide an Schlaf
störungen, starker Ermüdbarkeit, starken Schmerzen, Konzentrationsstörungen und pessimistische
n
Zukunftsperspektiven, Ängsten um seine kranke Mutter und seine in Kolumbien festsitzende Frau, die wegen Corona nicht nach Hause kommen könne.
Sein gesamtes soziales Netzwerk sei durch
Covid
eingeschränkt.
Die S
uche nach einer angepassten Arbeit sei in diesem Zustand (depressiv und mit den körperlichen Schmerzen und Einschränkungen) nicht möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer zu
höchstens 10-20
% arbeits
fähig. Dies
es Pensum
leiste er schon bei der Haushalt
s
führung.
5.
5.1
Laut Urteil vom 3. Oktober 2014 (Urk. 7/96) war der Beschwerdeführer zum Zeit
punkt der leistungsabweisenden Verfügung
im April 2013 (Urk. 7/82)
aufgrund eines Morbus
Ledderhose
beidseits, zwei kleinen
osteochondralen
Läsionen Tibia rechts bei Stat
us nach Distorsion
des oberen Sprunggelenkes
,
Pes
cavovarus
beid
seits
sowie
Dupuytrenknoten
beidseits
in der Steh- und Gehfähigkeit eing
e
schränkt, wohingegen bei der Benutzung der Hände nur eine geringe Ein
schränkung bestand, weshalb ihm die urs
prüngliche Tätigkeit als Eisenleger nicht mehr, hingegen eine behinderungsangepasste, sitzende Tätigkeit vollzeitlich zumutbar war (E. 3).
Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
G._
(E.
4.
4
) ging
die
Beschwerdegegnerin davon aus, dass
der Beschwerdeführer weiterhin in angepasster Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist
(Urk. 2). Der Beschwerdeführer wandte dagegen ein,
dass sich allein schon aus den neu hinzugetretenen Diagnosen ergebe, dass es ihm aktuell deutlich schlechter gehe als im Jahre 2013 (Urk. 1 S. 3 f.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass a
us der
Benennung
neuer Diagnosen allein
nicht auf eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands geschlossen werden kann
. Denn i
nvalidenversicherungs
rechtlich
sind nicht
die
gestellten
Diagnose
n entscheidend
,
sondern vielmehr
die
funktionellen Auswirkungen dieser Störung
en
(
vgl.
BGE 143 V 418
E.
6
; Urteil
des Bundesgerichts 8C_277/2020
vom
17. August 2020
E. 4.
3
).
Anlässlich der Begutachtung im
G._
gab d
er Beschwerdeführer zwar Schmerzen in beiden Knien, beiden Schultern und im rechten Ellenbogen an. Überdies klagte er über eine Taubheit im Zeige
-
und Ringfinger beider Hände. Allerdings konnte für die angegebenen Beschwerden kein entsprechendes patho
logisches Korrelat gefunden werden.
Laut den Gutachtern fanden sich funktionelle Einschränkungen nur in Bezug auf die HWS
, indem die Beweglich
keit
(
Seitneigung nach links und Rotation des Kopfes nach beiden Seiten
)
gering eingeschränkt war, wobei die spontanen Kopfbewegungen ohne wesentliche Ein
schränkungen waren.
Der Beschwerdeführer klagte über keine Fussbeschwerden
mehr
und das beschr
ie
bene
M
orton-Neurom schien er nicht mit einer spezifischen Neuralgie wahrzunehmen.
Die Verbesserung de
r Fussbeschwerden
gegenüber 201
3
führten die Gutachter auf die Versorgung mit orthopädischen Schuhen zurück, welche bereits
nach der Versorgung
eine Verbesserung zeitigte und
zur Beschwerdefreiheit im Begutachtungszeitpunkt führte, obwohl tastbare Ver
narbungen der
Plantaraponeurose
vorlagen (E. 4.
4
.2)
. An Armen und Beinen konnten klinisch keine
radikulären
Ausfälle festgestellt werden,
und
das
Karpal
tunnelsyndrom
und
das
Restless
-
Legs
-Syndrom
waren klinisch nicht relevant
(E. 4.
4
.3)
.
Insoweit der Beschwerdeführer moniert
e
, eine leichte Verbesserung durch die Versorgung mit den orthopädischen Schuhen habe sich schon im März 2012 gezeigt (Urk. 1 S. 5 oben), trifft dies nur auf die Rückfussbeschwerden zu.
Im Frühling 2012
berichteten die Ärzte der Uniklinik
Y._
, die Rückfuss
beschwerden seien unter der Therapie und dem
Künzli-Stabilschuh
besser geworden. Hauptsächliche Schmerzen bestünden aber weiterhin, vor allem im Bereich der
Plantarfaszie
in der Region der palpablen Knoten (Urk. 7/16 S. 1 Mitte).
Insgesamt kann dem Gutachten entnommen werden, dass
aktuell
lediglich auf
grund der
Spondylodese
und der vorhandenen degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS eine Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit des Beschwerd
eführers besteht, aufgrund derer
er
in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr, in einer angepassten Tätigkeit jedoch weiterhin zu 100 % arbeitsfähig ist.
5.2
An dieser Einschätzung ändern die Arztberichte der
Klinik für Rheumatologie des B._
(E. 4.2) und von
Dr.
C._
(E. 4.3) nichts.
Die Ärzte der
Klinik für Rheumatologie des B._
attestierten übereinstimmend mit den Gutachtern eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer schweren Tätigkeit. Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit konnten sie nicht beantworten.
Dr.
C._
kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit stark eingeschränkt sei, wobei nicht klar ist, von welcher Tätigkeit sie ausging, da sie angab, dass der Beschwerdeführer keine Tätigkeit ausübe. Die Frage, zu wie vielen Stunden eine dem Leiden angepasste Tätigkeit dem Beschwerdeführer zumutbar ist, liess sie unbeantwortet.
5.
3
Aktenwidrig ist die Behauptung des Beschwerdeführers, die Gutachter hätten sich nicht mit den
Feststellungen
der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt
(Urk. 1 S. 4 unten)
.
So führte die Orthopädin
(E. 4.
4
.2)
aus, bei den in den Ber
ichten der Rheumatologie des B._
(E. 4.2)
erwähnten Problemen handle es sich teilweise lediglich um radiologische Befunde ohne klinisc
he Relevanz beziehungsweise um aktuell nicht mehr vorhandene Beschwerden. Der als Ursache der Beschwerden infrage kommende schwere Vitamin-D-Mangel werde behandelt und die Szinti
graphie vom Februar 2017 zeige keine entzündlichen Veränderungen. Die
im Bericht der Neurochirurgie
des B._
(Urk. 7/127/38-39)
erwähnten fehlenden An
haltspunkte für neu eingetretene Pathologien in den Anschlusssegmenten nach der HWS-Operation stehe in Übereinstimmung mit dem aktuell erhobenen Unter
suchungsbefund. Der Neurologe (E.
4.
4
.3) stellte mit Verweis auf die im Austritts
bericht des B._
vom 10. Juli 2017
(Urk. 7/125/13-15)
gestellte Diagnose einer distal symmetrischen sensomotorischen Polyneuropathie mit vorwiegend
demyeliniserendem
Schädigungsmuster
fest
, dass es sich um eine elektroneuro
graphische Diagnose handeln dürfte, die kein klinisches Korrelat zeige. Schliesslich hielt der Psychiater fest (E. 4.
4
.4), die vom Hausarzt gestellte Diagnose einer mittelgradigen Depression sei anamnestisch nicht nachvollziehbar und der in der
Rheumatologischen Klinik des B._
im Bericht vom 4. Juni 2015 gestellte Verdacht auf eine reaktive Depression
und
die im Bericht vom
1
0. Juli 2017
(Urk. 7/125/13-15)
erwähne mittelgradige depressive Episode seien retro
spektiv nicht nachvollziehbar, da dazu vom Beschwerdeführer keine passenden Symptome angegeben worden sei
.
5.
4
Der Beschwerdeführer wirft dem psychiatrischen Gutachter (E. 4.
4
.3) zu Unrecht vor, das psychiatrische Teilgutachten sei dürftig ausgefallen (Urk. 1 S
.
6 Mitte).
Es fehlen Anhaltspunkte dafür, dass seine Untersuchungen nicht lege
artis
erfolgt sein sollen.
Insbesondere ist v
on einem psychiatrischen Gutachter nicht zu ver
langen, dass er sich - ohne dass es bei seiner Exploration Anhaltspunkte dafür
gibt - zu aus Laien
sicht
möglichen Folgen einer somatischen Krankheit auf die Psyche äussert.
Weder aus dem Bericht der Klinik für Rheumatologie (E. 4.2) noch dem Bericht von
Dr.
C._
(E. 4.
3
)
geht hervor
, dass sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
somatischen
Beschwerden auf sei
n
en psychischen Gesundheitszustand auswirken. Inso
weit
in beiden Arztberichten eine mittelgradige Depression diagnostiziert wurde, fehlen Hinweise darauf, dass die Diagnose
anlässlich eines psychiatrischen Konsiliums
von einem psychiatrischen Facharzt gestellt
wurde, und den Berichten
sind
keine psychiatrischen Befunde zu entnehmen.
Dass der psychiatrische Gutachter ange
sichts dieses Mangels zum Schluss kam, dass
eine mittelgradige Depression
retrospektiv nicht nachvollziehbar sei, deutet nicht auf eine Nachlässigkeit bei der Begutachtung, sondern auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den in den Vorberichten
gemachten Aussagen hin.
Auch der Bericht der behandelnden Psychiaterin (E. 4.
6
) vermag die Fest
stellungen im psychiatrischen Teilgutachten nicht in Zweifel zu ziehen.
Ab
gesehen davon, dass für die Beurteilung in zeitlicher Hinsicht der Sachverhalt massgebend ist, wie er sich bis zur angefochtenen Verfügung vom 14. Juli 2020 (Urk. 2) entwickelt hat (BGE 129 V 1 E. 1.2)
,
und der Bericht vom 3. September 2020 datiert, äusserte sich
Dr.
H._
über den psychischen Gesundheits
zustand seit Mitte 2019, obwohl
der Beschwerdeführer
erst seit Januar 2020 in ihrer Behandlung steht. Damit ist dem Bericht die Beweistauglichkeit abzu
sprechen.
5.
5
Zusammenfassend genügt das
G._
-
Gutachten den praxisgemässen Anforderungen an eine Expertise (vgl. E.
1.
4
). Gestützt darauf ist davon auszu
gehen, dass sich der Gesundheitszustan
d des Beschwerdeführers seit de
r
let
zten Rentenabweisung
wohl
verändert hat
, ihm indessen
weiterhin eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Da
sich gemäss Aktenlage auch die erwerblichen Auswirkungen in der Zwischenzeit nicht derart geändert haben, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente entstanden ist, und dies vom Beschwerde
führer auch nicht geltend gemacht wurde, hat die Beschwerdegegnerin den An
spruch auf eine Invalidenrente zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr.
7
00.
festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
, zufolge bewilligter unent
geltlicher Prozessführung indes einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
6.2
Da der
unentgeltliche
Rechtsvertreter de
s
Beschwerdeführer
s
vor Fällung des Endentscheids trotz Aufforderung
(vgl. Urk. 8 Ziff. 3)
keine Kostennote einge
reicht hat, ist die Entschädigung nach §
7 Abs.
2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) nach Ermessen festzusetzen.
Unter Berücksichtigung des
praxis
gemässen Stundenansatz
es
von Fr.
220.
zuzüglich Mehrwertsteuer ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für seine Bemühungen mit
eine
r
Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
2'000.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
.