# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bec1c31c-5c88-4e62-ab71-e4042a83f3f4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ D. D., geb. 1948, ist Staatsangehörige von Serbien. Sie reiste 1984 zu ihrem in
Gossau wohnhaften Ehemann V.P. in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung. 1990 wurde ihr die
Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 23. April 1992 liess sie sich in Serbien scheiden
und heiratete dort am 26. Juni 1992 ihren Landsmann Anton D. Dieser reiste am
3. Januar 1993 im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner Ehefrau in die Schweiz ein.
Das Ausländeramt nahm in der Folge Ermittlungen wegen Verdachts einer Scheinehe
vor. Diese ergaben, dass die zweite Ehe auf Vermittlung des ersten Ehemannes
eingegangen wurde und dieser vom zweiten Ehemann für die Ehevermittlung
Fr. 30'000.-- erhielt. Am 27. September 1995 wurde auch diese Ehe in Serbien
geschieden. Das Ausländeramt leitete in der Folge am 5. Juli 1996 ein Verfahren gegen
D. D. betreffend Ausweisung wegen Eingehens einer Scheinehe ein. Das Verfahren
wurde am 7. Februar 1997 mit der Begründung der fehlenden Zurechnungsfähigkeit
von D. D. eingestellt.
Zwischen 1997 und 2006 wurde D. D. wegen Entziehung von Unmündigen,
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer, Verweisungsbruchs und mehrfachen Schwarzfahrens mit zwei
Gefängnisstrafen von je vier Wochen sowie mit einer Busse von Fr. 300.-- und fünf
Bussen von Fr. 60.-- bestraft.
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Am 18. April 2007 meldete sich D. D. beim Einwohneramt Gossau ins Ausland ab. Vom
19. April 2007 bis 10. November 2008 war sie in Wien gemeldet. Am 19. November
2008 reichte sie beim Ausländeramt des Kantons St. Gallen ein Gesuch um Erteilung
einer Niederlassungsbewilligung ein. Als Aufenthaltszweck wurde "IV-Rentnerin,
Familie" angegeben. In der Folge stellte das Ausländeramt der Gesuchstellerin in
Aussicht, es beabsichtige, eine Feststellungsverfügung betreffend Erlöschen der
Niederlassungsbewilligung zu erlassen und die Wiedererteilung einer
Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 6. März
2009 beantragte die Gesuchstellerin in der Folge, es sei von sämtlichen Weiterungen
abzusehen und in diesem Sinne das Verfahren einzustellen, eventuell sei formell
festzustellen, dass die Niederlassungsbewilligung bis am 13. April 2010
aufrechterhalten bleibe, subeventuell sei ihr gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. k des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG)
eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
Mit Verfügung vom 12. Juni 2009 stellte das Ausländeramt fest, die
Niederlassungsbewilligung von D. D. sei erloschen. Die Erteilung einer
Kurzaufenthaltsbewilligung oder einer Aufenthaltsbewilligung wurde verweigert und die
Gesuchstellerin aufgefordert, die Schweiz bis spätestens 20. Juli 2009 zu verlassen.
Zur Begründung wurde angeführt, die Gesuchstellerin habe die Schweiz im April 2007
verlassen und sich mehr als sechs Monate im Ausland aufgehalten, weshalb die
Niederlassungsbewilligung von Gesetzes wegen erloschen sei.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts vom 12. Juni 2009 erhob D. D. mit
Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 29. Juni 2009 Rekurs, der vom Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 26. April 2010 abgewiesen wurde.
C./ Gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom
26. April 2010 erhob D. D. mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. Mai 2010
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, die Angelegenheit sei an die
Vorinstanz zur Vornahme ergänzender Abklärungen zurückzuweisen; diese habe
festzustellen, dass die Niederlassungsbewilligung nicht erloschen sei, eventuell habe
sie der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b und k AuG die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, eventuell sei durch das Verwaltungsgericht
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festzustellen, dass die Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin nicht
erloschen sei, subeventuell sei der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b
und k AuG die Aufenthaltsbewilligung durch das Verwaltungsgericht zu erteilen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2010 unter Hinweis

## Considerations

auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der Beschwerde.
Die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die Vorbringen in der
Beschwerde werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt
und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist grundsätzlich zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeschrift vom
11. Mai 2010 wurde rechtzeitig eingereicht und enthält die gesetzlich vorgeschriebenen
Elemente (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
In der Beschwerde wird im Hauptantrag das Rechtsbegehren gestellt, die
Angelegenheit sei zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die Vorinstanz
zurückzuweisen und diese habe festzustellen, dass die Niederlassungsbewilligung
nicht erloschen sei. Die übrigen Begehren sind als Eventualbegehren bzw. als
Subeventualbegehren formuliert. Ein förmliches Begehren, der Rekursentscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements vom 26. April 2010 sei aufzuheben, wird in der
Beschwerde nicht gestellt. Die Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz setzt
aber zwingend die Aufhebung des angefochtenen Rekursentscheids voraus. Da im
Rubrum bzw. in der Beschwerdeerklärung aber ausdrücklich auf den Rekursentscheid
Bezug genommen wird, wäre es überspitzt formalistisch, auf die Beschwerde mangels
eines förmlichen Antrags auf Aufhebung des Rekursentscheids nicht einzutreten. Somit
ist auf die Beschwerde einzutreten.
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2. Das Erlöschen von ausländerrechtlichen Bewilligungen ist in Art. 61 AuG geregelt.
Nach Art. 61 Abs. 1 AuG erlischt eine Bewilligung mit der Abmeldung ins Ausland (lit.
a), mit der Erteilung einer Bewilligung in einem anderen Kanton (lit. b), mit Ablauf der
Gültigkeitsdauer der Bewilligung (lit. c) oder mit der Ausweisung nach Art. 68 AuG.
Art. 61 Abs. 2 AuG bestimmt, dass beim Verlassen der Schweiz ohne Abmeldung die
Kurzaufenthaltsbewilligung nach drei Monaten und die Aufenthalts- sowie die
Niederlassungsbewilligung nach sechs Monaten erlöschen. Auf Gesuch hin kann die
Niederlassungsbewilligung während vier Jahren aufrechterhalten werden.
2.1. Einer Abmeldung kommt die weitreichende Konsequenz, die Bewilligung erlöschen
zu lassen, nur zu, wenn sie klar und eindeutig dahin zu verstehen ist, dass der
Aufenthalt in der Schweiz definitiv aufgegeben werden soll. Dies trifft nicht zu, wenn die
Erklärung, die der Ausländer abgibt, nicht frei von Willensmängeln dahin verstanden
werden muss, dass er die Zelte abbricht und definitiv in seine Heimat zurückkehrt.
Ausländer mit Niederlassungsbewilligung sind daher praxisgemäss bei der Abmeldung
ausdrücklich auf die weitreichenden Folgen derselben hinzuweisen (vgl. Zünd/Arquint
Hill, in: Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.8 mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung).
Verlässt eine ausländische Person die Schweiz, ohne sich abzumelden, so erlöschen
die Aufenthalts- und die Niederlassungsbewilligung nach sechs Monaten. Nicht
entscheidend ist hierbei, ob der Mittelpunkt der Lebensverhältnisse in der Schweiz
aufgegeben und stattdessen im Ausland ein neuer Wohnsitz begründet wurde;
massgebend ist vielmehr das formale Kriterium des sechsmonatigen Aufenthalts im
Ausland (BGE 120 Ib 372). Auch das unfreiwillige Verweilen im Ausland, z.B. aus
gesundheitlichen Gründen oder wegen Freiheitsentzugs, hat deshalb das Erlöschen der
Bewilligung zur Folge. Umgekehrt lässt die Verlegung des Lebensmittelpunkts ins
Ausland die Bewilligung nicht erlöschen, wenn sich der Ausländer vor Ablauf von sechs
Monaten eines anderen besinnt und in die Schweiz zurückkehrt. Es genügt zur
Beibehaltung der Bewilligung allerdings nicht, vor Ablauf der sechsmonatigen Frist kurz
in die Schweiz zurückzukehren und wieder auszureisen. Die sechsmonatige Frist wird
zudem durch vorübergehende Besuchs-, Tourismus- oder Geschäftsaufenthalte in der
Schweiz nicht unterbrochen (Art. 79 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit, SR 142.201, abgekürzt VZAE), wenn der Lebensmittelpunkt ins
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Ausland verlegt worden ist und eine definitive Rückkehr in die Schweiz vor Fristablauf
nicht erfolgt (vgl. Zünd/Arquint Hill, a.a.O., Rz. 8.9 mit zahlreichen Hinweisen auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung).
2.2.
2.2.1. In der Beschwerde wird vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe sich im April
2007 vorübergehend zu Verwandten nach Oesterreich begeben, um unter anderem mit
dem Mord an ihrer geliebten Enkelin besser zurechtzukommen. Sie könne sich jedoch,
allenfalls aufgrund ihrer Urteilsfähigkeit, nicht daran erinnern, sich je auf der
Einwohnerkontrolle G. abgemeldet zu haben. Wenn dies dennoch geschehen wäre,
hätte sie sich lediglich auf ein Amt begeben, um nichts falsch zu machen, und der
Behörde mitzuteilen, dass sie die Schweiz nur kurzfristig verlassen bzw. Oesterreich
nur kurzfristig besuchen wolle. Sie habe jedenfalls zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt,
sich definitiv nach Oesterreich abzumelden, um so ihre Niederlassungsbewilligung und
zusätzlich auch den Anspruch auf Ergänzungsleistungen zu verlieren. Offenbar auch
aufgrund sprachlicher Verständnisschwierigkeiten wäre dann auf Seiten der Behörde
fälschlicherweise davon ausgegangen worden, dass sich die Beschwerdeführerin nach
Wien hätte abmelden und dort anmelden wollen. Auf dem Ausländerausweis der
Beschwerdeführerin sei zwar ein entsprechender Vermerk angebracht, es werde aber
darauf zurückzukommen sein, dass es sich dabei um einen Irrtum handeln müsse und
andernfalls der Beschwerdeführerin in bezug auf ihre Erklärung die Urteilsfähigkeit
abgegangen wäre. Das Ausländeramt habe es im ürigen versäumt, die
Beschwerdeführerin auf die Folgen einer Abmeldung bzw. auf die Folgen einer längeren
Abwesenheit aufmerksam zu machen. Die Beschwerdeführerin habe nicht vorgehabt,
die Schweiz dauerhaft zu verlassen.
2.2.2. Im vorliegenden Fall steht fest, dass im Ausländerausweis der
Beschwerdeführerin vermerkt ist, dass sie sich am 18. April 2007 nach Wien
abgemeldet hat. Was in der Beschwerde diesbezüglich vorgebracht wird, ist nicht
überzeugend. Das Ausländeramt hat zwar 1997 ein Verfahren betreffend Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung wegen Eingehens einer Scheinehe aufgrund der fehlenden
Zurechnungsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingestellt und ihr die
Niederlassungsbewilligung belassen. Aus dem vom damaligen Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführerin eingereichten psychiatrischen Bericht vom 14. Januar 1997 geht
aber nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin generell urteilsunfähig ist. Die Ärztin
hielt fest, die Beschwerdeführerin sei in patriarchalischen Verhältnissen aufgewachsen
und habe bisher keine Selbständigkeit und Eigenständigkeit entwickeln können.
Psychisch einfach strukturiert, unbeholfen und wenig differenziert, mit einer
bescheidenen Intelligenz, sei sie mit ihrer jetzigen konfliktvollen Lebenssituation in jeder
Hinsicht überfordert. Sie sei ausserstande zu verstehen, was in den letzten vier Jahren
mit ihr passiert sei. Dadurch sei sie wahrscheinlich zum Opfer ihrer Umgebung
geworden. Sie leide unter starken Scham- und Schuldgefühlen, auch das Leben ihres
Sohnes kaputtgemacht zu haben. Dass sich die Beschwerdeführerin ständig gefährdet
fühle und ein Messer bei sich habe, zeige, abgesehen davon, wie weit dies als
Ausdruck ihrer paranoiden Einstellung oder einer berechtigten Angst erachtet werden
könne, dass darin ihre Hilflosigkeit und Ohnmacht, sich in dieser Situation
zurechtzufinden, Ausdruck finde. Auf die sehr belastende Situation reagiere die
Beschwerdeführerin mit psychischer Dekompensation, insbesondere depressiver
Verstimmung, aber auch starken Aengsten und paranoiden Gedanken. Psychiatrisch
könne folgende Diagnose gestellt werden: Anpassungsstörung bei einfach
strukturierter Ausländerin mit schwerer psycho-sozialer Ueberforderungssituation. Die
Beschwerdeführerin brauche eine ständige, intensive sozial-psychiatrische Betreuung.
Sie sei angewiesen auf die Unterstützung und regelmässigen Kontakt mit einem
Sozialarbeiter, der ihr helfen solle, ihre Lebenssituation zu überblicken und unter
Kontrolle zu bringen. Es wäre weiter auch zu prüfen, ob vormundschaftliche
Massnahmen indiziert seien.
2.2.3. Die vom Ausländeramt bei der Einstellung des Verfahrens angenommene
fehlende Zurechnungsfähigkeit bezog sich im wesentlichen auf die Einsicht, eine
Scheinehe eingegangen bzw. von ihren Ehemännern als Subjekt einer Scheinehe
missbraucht worden zu sein. Weshalb das Einwohneramt G. im Ausländerausweis eine
Abmeldung hätte vermerken sollen, ohne dass die Beschwerdeführerin eine
entsprechende Absicht äusserte, ist nicht nachvollziehbar. Es fällt im übrigen auf, dass
in den verschiedenen Strafverfahren, welche gegen die Beschwerdeführerin geführt
worden waren, deren Zurechnungsfähigkeit nie in Frage stand. Wie die Vorinstanz
zutreffend festhielt, kann im vorliegenden Fall aber offen bleiben, unter welchen
Umständen der Abmeldungsvermerk des Einwohneramtes im Ausländerausweis der
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Beschwerdeführerin angebracht wurde. Entscheidend ist vielmehr, dass die
Niederlassungsbewilligung infolge tatsächlichen Aufenthalts erloschen ist, wie
nachfolgend darzulegen ist.
2.3. Wie erwähnt, erlischt die Niederlassungsbewilligung beim Verlassen der Schweiz
ohne Abmeldung nach sechs Monaten von Gesetzes wegen.
2.3.1. Die Beschwerdeführerin teilte dem Ausländeramt nach der Einreichung des
Gesuchs vom 19. November 2008 um Wiedererteilung der Niederlassungsbewilligung
mit, sie wolle begründen, weshalb sie wieder in die Schweiz zurückkehren möchte. Ihre
Schwiegertochter und die älteste Enkelin hätten ihren Sohn mit zwei kleinen Kindern
verlassen; ihr Sohn sei nach einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren aus der Schweiz
ausgewiesen worden. Im Jahr 2005 sei ihre damals zwanzigjährige Enkelin ermordet
worden. Dies habe sie schwer getroffen. 2007 habe sie sich entschlossen, nach Wien
zu gehen, weil ihre verstorbene Enkelin gerne dort gewesen sei, und um sich ablenken
zu lassen und den Schmerz und Erinnerungen zu vergessen; dies habe sie auch mit
ihrer Psychologin besprochen. Als sie in Wien gewesen sei, habe sie nachfragen
wollen, ob sie Anspruch auf eine Rente in Oesterreich habe, weil sie dort gearbeitet
habe. Daher sei sie ins Rathaus/Einwohneramt und auf weitere Ämter gegangen und
sie habe viele Dokumente beibringen müssen. Seitens der Ämter sei ihr gesagt worden,
dass sie sich anmelden müsse, damit sie weiter arbeiten könne; dies habe sie dann
auch gemacht, aber sie habe nicht gewusst, dass es eine richtige Anmeldung sei. Sie
habe gedacht, es wäre nur eine kurzfristige Anmeldung. Sie sei dort angemeldet
gewesen, aber habe nie eine Aufenthaltsbewilligung bekommen. In Wien habe sie bei
verschiedenen Leuten, bei Verwandten und Bekannten gewohnt. Sie habe überall ein
bisschen gewohnt, aber es habe ihr immer etwas gefehlt und sie habe sich nicht wohl
gefühlt, nicht zu Hause. Es sei eine schwere Zeit gewesen, weil sie nur noch von ihrer
IV-Rente von der Schweiz gelebt habe. Danach sei sie wieder in die Schweiz
gegangen, um zu sehen, wie es ihrem Enkel gehe, und alles sei in Ordnung gewesen.
Dann habe ihr eine Bekannte aus Wien gemeldet, bei der sie vorübergehend gewohnt
habe, dass sie einen Brief bekommen habe und sie sich dort melden müsse. Darauf sei
sie wieder nach Wien gegangen. Das Amt habe wieder Dokumente von ihr haben
wollen und eine Bestätigung, dass sie krank sei. Sie habe Dokumente aus der Schweiz
gebracht, aber das Amt habe ein Gutachten von einem Arzt aus Wien gewollt. So sei
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sie dort immer wieder zum Arzt gegangen und habe ein Gutachten bekommen. Sie
habe Depressionen, Angstzustände und keine Lust zum Leben. Im Januar 2008 habe
ihr Enkel ihr mitgeteilt, dass seine Freundin schwanger sei. So sei sie sofort wieder in
die Schweiz gekommen. So habe sie erfahren, dass sie hier abgemeldet sei und keine
Ergänzungsleistungen bekomme. Auf eine Art habe sie sich gefreut, weil sie bald
Urgrossmutter werde, und anderseits habe sie Angst und habe nicht genau gewusst,
was passiert sei. Dann sei sie auf die Gemeinde gegangen und sei aufgeklärt worden,
aber sie verstehe bis heute nicht, wieso das so passiert sei; das habe sie nicht gewollt.
Also sei sie nach Wien gegangen, um alles abzuschliessen, und im Mai 2008 sei
entschieden worden, dass sie Anspruch auf einen kleinen Teil der Rente habe. Als ihre
Urenkelin im März 2008 zur Welt gekommen sei, sei sie der glücklichste Mensch auf
dieser Erde gewesen. Jetzt möchte sie sich wieder hier in der Schweiz anmelden. Sie
wohne jetzt bei einer Verwandten in G., bis sie eine eigene Wohnung finde.
2.3.2. Das Ausländeramt tätigte aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin
Abklärungen bei den österreichischen Behörden. Diese ergaben, dass die
Beschwerdeführerin in der Zeit vom 19. April 2007 bis 10. November 2008 an einer
bestimmten Adresse in Wien gemeldet war. Die Anmeldung in Wien erfolgte somit am
Tag nach der Abmeldung in Gossau. Dies weist darauf hin, dass die
Beschwerdeführerin nicht spontan nach Wien gezogen ist, sondern den Umzug
vorbereitet und die neue Wohngelegenheit bereits von der Schweiz aus gesucht bzw.
gefunden hat.
Irgendwelche Sachbeweise, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 19. April
2007 bis 10. November 2008 in der Schweiz weilte bzw., wenn auch nur kurzfristig, in
die Schweiz eingereist ist, liegen nicht vor. Die Beschwerdeführerin beruft sich zum
Nachweis ihrer Behauptung, sie habe sich während der Dauer der Abmeldung
tatsächlich immer wieder für längere Zeit in der Schweiz aufgehalten, auf ihre Tochter
sowie auf ihre Enkel und deren Partner sowie ihren ersten Ehemann als Zeugen. Es ist
davon auszugehen, dass diese Personen, falls sie als Auskunftspersonen oder Zeugen
befragt würden, die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben bestätigen. Es
kann daher ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs auf die Einvernahme dieser
Personen verzichtet werden, und auch im Verzicht auf die Befragung dieser Personen
durch die Vorinstanz liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Entscheidend ist,
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dass keinerlei Sachbeweise beigebracht werden, welche die Darstellung der
Beschwerdeführerin einigermassen glaubhaft erscheinen lassen. Wenn die
Beschwerdeführerin mehrmals von Wien nach Gossau gereist wäre, müssten Belege
über die Benützung von Verkehrsmitteln, Unterkünften oder über Grenzübertritte
vorhanden sein. Die Beschwerdeführerin nennt auch keine konkreten Daten, wann sie
sich in der Schweiz aufgehalten haben will. Sie führt auch nicht näher aus, ob sie die
verschiedenen Reisen mit der Bahn oder einem Bus unternommen hat. Bei solchen
Reisen werden erfahrungsgemäss schriftliche Unterlagen ausgestellt, die es auch
nachträglich ermöglichen sollten, zumindest Indizien für die behaupteten Tatsachen
einzureichen.
Die Beschwerdeführerin unterliess es sowohl in ihrer Schilderung an das Ausländeramt
als auch im Rekurs und in der Beschwerde, ihre in Oesterreich wohnhaften Bekannten
und Verwandten, bei denen sie sich angeblich aufhielt bzw. mit denen sie verkehrte,
namentlich zu nennen. Auch machte sie keine Angaben über deren Wohnadressen.
Nach eigener Darstellung hat sie ihre Bekannten offenbar so instruiert, dass diese sie
benachrichtigten, falls ihr Briefe von Behörden zugestellt wurden. Auch war die
Beschwerdeführerin nach eigener Darstellung imstande, der Behörde in Wien
Dokumente aus der Schweiz einzureichen und in Wien einen Gutachter aufzusuchen.
Auch war die Beschwerdeführerin fähig, in Oesterreich einen Rentenanspruch geltend
zu machen. Diese Sachumstände müssten sich zumindest ansatzweise mit
schriftlichen Unterlagen oder weiteren Sachbeweisen untermauern lassen. Dennoch
hat die Beschwerdeführerin keinen einzigen Sachbeweis eingereicht, welcher einen
oder mehrere Aufenthalte in der Schweiz während der Anmeldung in Wien zumindest
als wahrscheinlich oder glaubhaft erscheinen lassen. Aufgrund des Fehlens jeglicher
schriftlicher Unterlagen sind Aussagen von Verwandten oder Bekannten nicht geeignet,
die behaupteten Tatsachen nachzuweisen. Auf die Einvernahme von Zeugen ist daher
zu verzichten, und es ist festzuhalten, dass im Verzicht auf die Einvernahme durch die
Vorinstanz keine Rechtsverletzung zu erblicken ist (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 622). Somit
muss davon ausgegangen werden, dass Aufenthalte der Beschwerdeführerin in der
Zeit zwischen 18. April 2007 und 10. November 2008 nicht belegt sind.
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2.3.3. Ist ein Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz zwischen 18. April 2007
und 10. November 2008 nicht nachgewiesen, erlosch die Niederlassungsbewilligung
von Gesetzes wegen. Wie erwähnt, sind die Gründe für den Aufenthalt im Ausland von
mindestens sechs Monaten ohnehin unbeachtlich. Sowohl gesundheitliche Gründe als
auch unfreiwillige Abwesenheiten führen wie erwähnt nach dem Willen des
Gesetzgebers zum Erlöschen der Niederlassung. Auch ist ein Verschulden des
Bewilligungsinhabers nicht ausschlaggebend. Im weiteren ist das Erlöschen der
Niederlassung eine zwingende Rechtsfolge; eine Prüfung der Verhältnismässigkeit bzw.
eine Güterabwägung findet nicht statt (VerwGE B 2010/49 vom 1.Juli 2010, in:
www.gerichte.sg.ch). Daher haben Ausländeramt und Vorinstanz zu Recht
entschieden, dass die Niederlassungsbewilligung der Beschwerdeführerin gemäss
Art. 61 Abs. 2 AuG erloschen ist.
3. Weiter beantragt die Beschwerdeführerin, es sei ihr eine Aufenthaltsbewilligung
gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b bzw. lit. k AuG zu erteilen.
3.1. Bei der Beurteilung, ob eine Aufenthaltsbewilligung wegen eines schwerwiegenden
persönlichen Härtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG zu erteilen ist, sind nach
Art. 31 VZAE insbesondere die Integration der Gesuchstellerin, die Respektierung der
Rechtsordnung durch die Gesuchstellerin, die Familienverhältnisse, insbesondere der
Zeitpunkt der Einschulung und die Dauer des Schulbesuchs der Kinder, die finanziellen
Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von
Bildung, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand und die
Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu berücksichtigen.
3.2. In der Beschwerde wird zur Begründung eines persönlichen Härtefalls einzig
vorgebracht, die Beschwerdeführerin halte sich seit über 25 Jahren in der Schweiz auf
und müsse neben mehreren gesundheitlichen Problemen, derentwegen sie eine IV-
Rente beziehe, auch den schweren Verlust der Enkelin verarbeiten, welche in der
Schweiz unter grausamen Umständen ermordet worden sei.
Der Todesfall der Enkelin liegt bereits mehrere Jahre zurück. Im übrigen ist nicht
ersichtlich, aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin eine IV-Rente bezieht. Allein
unter Berufung auf den Bezug einer IV-Rente und auf ein Verbrechen in der engeren
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Verwandtschaft kann im vorliegenden Fall ein schwerwiegender persönlicher Härtefall
nicht begründet werden. Zudem fehlt es an der Integration der Beschwerdeführerin
sowie an der Respektierung der Rechtsordnung. Einzig die lange Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz fällt bei der Anwendung von Art. 31 VZAE zugunsten der
Beschwerdeführerin ins Gewicht. Ein Sohn der Beschwerdeführerin lebt in Serbien.
Falls die Beschwerdeführerin mit diesem keinen Kontakt aufnehmen will, können ihr die
in der Schweiz lebenden Verwandten behilflich sein, sich im Herkunftsland wieder
einzugliedern. Im übrigen war die Beschwerdeführerin mit Anton D. eine Scheinehe
eingegangen, weshalb der Einwand wenig überzeugend ist, die Beschwerdeführerin
wolle mit ihrem Sohn keinen Kontakt aufnehmen, da er versucht habe, Anton D.
umzubringen. Jedenfalls muss die Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Serbien als
zumutbar bezeichnet werden. Nachdem sie sich eineinhalb Jahre selbständig in
Oesterreich aufgehalten hat, ist auch eine Übersiedlung in den Herkunftsstaat nicht mit
unüberwindlichen Hindernissen verbunden. Der Beschwerdeführerin wird die IV-Rente
auch dort ausbezahlt, was ihr ermöglicht, selbständig zu leben.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erweist sich die Verweigerung der Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls
nicht als Überschreitung oder Missbrauchs des Ermessens.
3.3. Weiter beantragt die Beschwerdeführerin, es sei eine Aufenthaltsbewilligung
gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG zu erteilen. Nach dieser Bestimmung kann von den
Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18 bis 29 AuG abgewichen werden, wenn die
Wiederzulassung von Ausländerinnen und Ausländern, die im Besitz einer Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung waren, erleichtert werden soll. An ausländische
Personen können gestützt auf diese Bestimmung Kurz- oder Aufenthaltsbewilligungen
erteilt werden, wenn ihr früherer Aufenthalt mindestens fünf Jahre gedauert hat und ihre
freiwillige Ausreise aus der Schweiz nicht länger als zwei Jahre zurückliegt (Art. 49
Abs. 1 lit. b VZAE). Im vorliegenden Fall verliess die Beschwerdeführerin die Schweiz
im April 2007. Am 6. März 2009 stellte sie das Gesuch um Erteilung einer Bewilligung
nach Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG. Die Frist nach Art. 49 Abs. 1 lit. b VZAE ist daher
eingehalten.
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Die Vorinstanz begründete die Verweigerung der Erteilung einer Bewilligung damit, die
Beschwerdeführerin erhalte eine IV-Rente und gehe keiner Erwerbstätigkeit nach. Ohne
zusätzliche finanzielle Unterstützung könne sie ihren Lebensunterhalt in der Schweiz
allein mit der ausgerichteten Rente nicht finanzieren. Es sei nicht Sinn und Zweck von
Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG, ausländischen Personen einen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen zu verschaffen. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin
während ihres Aufenthalts in der Schweiz nicht korrekt verhalten habe. Sie sei
mehrfach verurteilt worden und sei ihren finanziellen Verpflichtungen nicht
nachgekommen. Diese Ausführungen zeigen, dass sich die Vorinstanz von sachlichen
Überlegungen leiten liess. Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf
Art. 30 Abs. 1 lit. k AuG kann daher nicht als Überschreitung oder Missbrauch des
Ermessens qualifiziert werden.
4. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht