# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d15ddd15-e556-4c19-872e-99b4b3f799b3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y., geboren am A., und X., geboren am B., schlossen am C. vor dem Zivilstandsamt D. die Ehe. Sie sind Eltern der Kinder E., geboren am F., G., geboren am H., und I., geboren am J.. Seit dem 1. August 2001 lebt das Ehepaar X.-Y. getrennt.
Am 11. Februar 1982 hatte X. von seinem Vater ein Grundstück in der Gemeinde D. zu Eigentum übernommen. Von 1982 bis 1984 wurde auf diesem Grundstück ein Zweifamilienhaus errichtet, das in der Folge auch die Ehegatten X.-Y. bewohnten.
B. Y. instanzierte am 28. April 2009 beim Kreispräsidenten Thusis eine Ehescheidungsklage. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 18. Juni 2009 schlossen die Ehegatten folgende Teil-Ehescheidungskonvention:
"I Gemeinsames Scheidungsbegehren
Die Eheleute X.-Y. kommen überein, ihre Ehe nach mehrjähriger Trennung aufzulösen und beantragen dem zuständigen Bezirksgerichtspräsidium Hinterrhein übereinstimmend die Scheidung der Ehe.
II Nebenfolgen der Scheidung
Die Beurteilung der Nebenfolgen der Scheidung überlassen die Parteien dem Gericht, soweit diese nicht in einer Ehescheidungskonvention geregelt werden können. Die Eheleute kommen überein, entsprechende Verhandlungen im Anschluss an die Sühneverhandlung aufzunehmen und das Protokoll zu diesem Zwecke 3 Monate offen zu lassen."
Am 15. September 2009 erliess der Kreispräsident Thusis eine Abschreibungsverfügung und überwies die Angelegenheit an das Bezirksgerichtspräsidium Hinterrhein.
C/1. Anlässlich der Anhörungen durch den Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein vom 17. November 2009 bestätigten beide Ehegatten ihren Scheidungswillen. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. November 2009 wurde die Frist für die zweimonatige Bedenkzeit ausgelöst. Die Parteien erklärten mit Schreiben vom 18. Januar 2010 (X.) und vom 19. Januar 2010 (Y.), am Begehren auf Ehescheidung sowie am Willen, die Beurteilung der Nebenfolgen vorbehältlich einer einvernehmlichen Regelung dem Bezirksgericht Hinterrhein zu überlassen, festzuhalten.
C/2. Am 25. Januar 2010/9. Februar 2010 schlossen die Parteien eine zweite Teil-Ehescheidungskonvention, in der sie sich über den Vorsorgeausgleich, den Verzicht auf Unterhaltsansprüche, die Kosten und – mit Ausnahme der
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Auseinandersetzung über die eheliche Liegenschaft – auch über das Güterrecht einigten.
C/3. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Mai 2010 setzte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein den Parteien Frist zur Einreichung ihrer Anträge zu den strittigen Nebenfolgen an.
X. stellte in seiner Eingabe vom 8. Juni 2010 folgende Rechtsbegehren:
"1. Scheidungsanspruch
Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Nachehelicher Unterhalt
In Genehmigung der 2. Teil-Ehescheidungskonvention vom 25.01./ 09.02.2010 sei von der Zusprechung eines nachehelichen Unterhaltes abzusehen.
3. BVG/Pensionskasse
In Genehmigung der 2. Teil-Ehescheidungskonvention vom 25.01./ 09.02.2010 sei eine vollständige hälftige Aufteilung der von den Parteien während der Ehe geäufneten BVG-Guthaben vorzunehmen.
4. Güterrecht
a. Die güterrechtliche Auseinandersetzung betreffend die eheliche Liegenschaft "K." in D. mit der Parzellennummer L. sei gemäss Gesetz vorzunehmen.
b. Im Übrigen sei die güterrechtliche Auseinandersetzung entsprechend der 2. Teil-Ehescheidungskonvention vorzunehmen.
5. Kostenfolge
a. In Genehmigung der 2. Teil-Ehescheidungskonvention seien die im Zusammenhang mit der ersten und zweiten  entstandenen amtlichen Kosten unter den Parteien hälftig aufzuteilen und es seien die ebenfalls in diesem Zusammenhang entstandenen ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen.
b. Im Übrigen unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Y.."
Y. beantragte in ihrer Eingabe vom 30. Juni 2010, was folgt:
"1. Scheidung der Ehe der Parteien.
2. Richterliche Genehmigung der Teil-Ehescheidungskonventionen vom 18. Juni 2009 und 25. Januar/09. Februar 2010.
3. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau eine weitere Ausgleichszahlung in Höhe von CHF 197'000.00, insgesamt somit CHF 254'529.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils, zu bezahlen.
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4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Beide Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, zu den von der Gegenseite eingereichten Anträgen Stellung zu nehmen. Y. stellte in ihrer Eingabe vom 13. Juli 2010 das Begehren, X. habe dem Gericht einen in den Akten erwähnten roten Ordner einzureichen. Auf eine eigentliche Stellungnahme verzichtete sie, hielt indes fest, dass sämtliche Ausführungen des Ehemannes, denen sie nicht ausdrücklich zustimme, als bestritten zu gelten hätten. X. reichte seine Stellungnahme am 16. August 2010 ein, wobei er unverändert an seinen Begehren gemäss Eingabe vom 8. Juni 2010 festhielt und überdies die Abweisung der Begehren von Y. in den strittigen Punkten beantragte.
Mit Beweisverfügung vom 31. August 2010 schloss der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein den Schriftenwechsel, erklärte die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden für relevant und forderte X. zur Edition verschiedener Urkunden auf.
C/4. Mit Eingabe vom 14. Oktober 2010 stellte Y. das folgende neue Rechtsbegehren:
"Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau eine weitere Ausgleichszahlung in Höhe von CHF 247'000.00, insgesamt somit CHF 304'529.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils, zu bezahlen."
Diesen Antrag erhob Y. im Zusammenhang mit einer im Jahr 2007 erfolgten Erhöhung des die eheliche Liegenschaft betreffenden Hypothekardarlehens durch X.. Mit Ergänzung zur 2. Teilehescheidungskonvention vom 18. Januar 2011/21. Januar 2011 konnten sich die Parteien über diesen Punkt einigen.
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein fand am 26. Januar 2011 statt. Mit Urteil vom 26. Januar 2011, mitgeteilt am 24. Februar 2011, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein, wie folgt:
„1. Die zwischen Y., geboren am A., von D., und X., geboren am B., von M., vor Zivilstandsamt D. am C. geschlossene Ehe wird geschieden.
2.a) Die folgende Konvention der Parteien vom 25.1./9.2.2010 wird gerichtlich genehmigt:
Güterrechtliche Auseinandersetzung
Die Parteien erklären hiermit, im Rahmen der im Anschluss an die Anhörung vor Bezirksgerichtspräsidium Thusis geführten Verhandlungen eine güterrechtliche Auseinandersetzung hinsichtlich des beweglichen Vermögens vorgenommen und sich dabei wie folgt geeinigt zu haben:
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Jeder Ehegatte behält zu Eigentum, was sich zur Zeit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung in ihrem Besitz befindet, beziehungsweise auf deren Name lautet. Zudem verpflichtet sich der Ehemann, seiner Ehefrau eine Ausgleichszahlung in der Höhe von Fr. 57'529.-, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils, zu leisten, resultierend aus einer ermittelten Errungenschaft des Ehemannes von Fr. 259'978.95 und der Ehefrau von Fr. 144'920.80.
Die Parteien halten ausdrücklich fest, dass weitere Verhandlungen geführt werden mit Blick auf die güterrechtliche Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft und es erklärtes Ziel ist, sich hierüber ebenfalls gütlich zu verständigen. Sollte dies nicht möglich sein, müsste dieser Punkt durch Gerichtsurteil entschieden werden.
Teilung der Vorsorgeguthaben
Die Parteien erklären sich damit einverstanden, dass die während der Ehe geäufneten Vorsorgeguthaben hälftig geteilt werden nach Massgabe des Wertes im Zeitpunkt der Scheidung. Der entsprechende Betrag wird zu gegebener Zeit ermittelt und dem Gericht bekannt gegeben. Die Vorsorgeunternehmung des Ehemannes sei in der Folge richterlich anzuweisen, den ermittelten Betrag ab dem Konto N., O., dem Vorsorgekonto der Ehefrau, P. (Vertrags-Nummer Q., Vers. Nr. R.), zu überweisen.
Unterhaltsanspruch nach Art. 125 ZGB
Beide Parteien verzichten gegenseitig auf Unterhaltsleistungen.
Kosten
Die im Zusammenhang mit der ersten und zweiten Teilehescheidungskonvention sowie der Ergänzung der zweiten Teilehescheidungskonvention entstandenen amtlichen Kosten werden unter den Parteien hälftig geteilt. Die ebenfalls in diesem Zusammenhang entstandenen ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
b) Ebenfalls gerichtlich genehmigt wird die Ergänzung zur genannten Konvention vom 18./21.1.2011 mit folgendem Wortlaut:
Güterrechtliche Auseinandersetzung
Im Rahmen der Verhandlungen betreffend der güterrechtlichen Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft hat sich der Ehemann verpflichtet, seiner Ehefrau eine weitere Ausgleichszahlung in der Höhe von Fr. 50'000.00, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils, zu leisten. Diese Ausgleichszahlung resultiert aus einer mit Vertrag für eine Festhypothek vom 25./29.08.2007 erfolgten Aufstockung der
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Hypothekardarlehensschuld in der Höhe von Fr. 100'000.00. Die übrigen sich aus der güterrechtlichen Auseinandersetzung ergebenden Ansprüche im Zusammenhang mit der ehelichen Liegenschaft sind durch Gerichtsurteil zu bestimmen.
Kosten
Die im Zusammenhang mit der ersten und zweiten Teilehescheidungskonvention (inkl. vorstehender Ergänzung) entstandenen amtlichen Kosten werden unter den Parteien hälftig geteilt. Die ebenfalls in diesem Zusammenhang entstandenen ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
3.a) X. wird verpflichtet, Y. eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 107'529.00 (Fr. 57'529.00 gemäss 2. Teil-Ehescheidungskonvention vom 25.1./9.2.2010 und Fr. 50'000.00 gemäss Ergänzung der 2.  vom 18./21.1.2011) innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils zu bezahlen.
b) Zudem wird X. verpflichtet, Y. eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in Höhe von Fr. 156'324.00 innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils zu leisten.
4. Die O., wird angewiesen, Fr. 62'546.05 zzgl. Zins seit dem 30. September 2010 vom Freizügigkeitskonto N., lautend auf X., auf das Vorsorgekonto der Ehefrau, P. (Vertrags-Nummer Q., Vers. Nr. R.), zu überweisen (BGE 129 V 251 E. 3 und 4).
5. Die Kosten des Kreisamtes Thusis von Fr. 250.00 sowie die Kosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein von Fr. 6'720.00, insgesamt Fr. 6'970.00, gehen zu einem Drittel (Fr. 2'320.00) zu Lasten der Klägerin und zu zwei Dritteln (Fr. 4'650.00) zu Lasten des Beklagten, der die Klägerin überdies mit Fr. 2'700.00 aussergerichtlich zu entschädigen hat.

## Considerations