# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 47cbb04a-566f-45c4-ae8d-a23a41741866
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A, geboren 1978, Staatsangehörige von Brasilien, reiste zwischen Mai und Dezember 2010 mehrfach über Portugal oder Frankreich in den Schengenraum ein und aus. Als sie die Schweiz am 19. Juli 2011 verlassen wollte, wurde sie am Flughafen verhaftet und mit Strafbefehl vom gleichen Tag wegen mehrfacher rechtswidriger Einreise sowie des mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.- und einer Busse von Fr. 300.- bestraft.
Mit Verfügung vom 20. Juli 2011 wies das Migrationsamt A aus der Schweiz weg, weil sie die maximale Aufenthaltsdauer im Schengenraum von drei Monaten innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten überschritten habe und überdies zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sei. Am selben Tag erliess das Bundesamt für Migration ein bis 2014 gültiges Einreiseverbot. A verliess die Schweiz am 29. Juli 2011.
II.
Den gegen die Wegweisungsverfügung erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 9. August 2011 ab.
III.
Mit Beschwerde vom 19. August 2011 beantragte A dem Verwaltungsgericht, es sei der Rekursentscheid wegen mangelnder Zuständigkeit der Zürcher Behörden aufzuheben. Weiter seien die Nichtigkeit des Wegweisungsentscheids und des Strafbefehls festzustellen, und es sei die aufschiebende Wirkung des Verfahrens wiederherzustellen. Zuletzt seien ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ein portugiesisch sprechender Anwalt beizugeben. Für den Fall, dass die Beschwerde verspätet erhoben worden sei, sei die Beschwerdefrist wiederherzustellen und ihr eine Nachfrist von zehn Tagen einzuräumen.
Während das Migrationsamt auf Vernehmlassung verzichtete, schloss die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit dem Hinweis, dass die Beschwerde verspätet erhoben worden sei, auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Faxeingabe vom 3. November 2011 – per Post am 4. November 2011 nachgereicht – teilte A dem Verwaltungsgericht mit, dass der Strafbefehl und das Einreiseverbot aufgehoben worden seien. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2011 teilte sie dem Verwaltungsgericht zudem mit, dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen das Einreiseverbot erhobene Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben habe.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Die zuständigen Behörden erlassen eine ordentliche Wegweisungsverfügung, wenn eine Ausländerin oder ein Ausländer eine erforderliche Bewilligung nicht besitzt oder die Einreisevoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllt (Art. 64 Abs. 1 lit. a und b des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG]). Eine Beschwerde gegen die Wegweisungsverfügung ist innerhalb von fünf Arbeitstagen nach deren Eröffnung einzureichen (Art. 64 Abs. 3 AuG).
Mit der Regelung in Art. 64 Abs. 3 AuG hat der Bundesgesetzgeber in die Kompetenz der Kantone eingegriffen, das Verfahren in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vor kantonalen Behörden zu regeln. Angesichts des erheblichen öffentlichen Interesses, dass sich illegal in der Schweiz aufhaltende Ausländer möglichst rasch vom Staatsgebiet entfernt werden können und das Wegweisungsverfahren demnach zu beschleunigen ist, hat er die Beschwerdefrist auf fünf Arbeitstage abgekürzt.
1.2
Das Verwaltungsgericht hat es bisher offengelassen, ob die Beschwerdefrist von Art. 64 Abs. 3 AuG nur für die erste kantonale Beschwerdeinstanz gilt oder für sämtliche kantonalen Rechtsmittelinstanzen massgebend ist.