# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 242db12f-d7c8-4b4a-8d18-0ebaa24db272
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
19
57
geborene
X._
, Vater zweier 1979 und 1986 geborener Kinder
(
Urk.
7/1/2)
, war zuletzt
bis Ende Juli 2002
als
Betriebs
mitarbeiter
(Kehrichtlader)
bei der
Y._
tätig; letz
ter effektiver Arbeitstag war der
5.
November 2001 (
Urk.
7/15/1).
Am 1
7.
Mai 2001 erlitt der Versicherte einen Berufsunfall
,
anlässlich
welchem
er
beim Zurückziehen eines Abfallc
ontainers
rückwärts
über eine Stufe
stolperte und
anschliessend auf den Rücken
sowie
Hinterk
opf stü
r
zte.
Ausserdem prallte der Container gegen sein
rechte
s
Schienbein
. Dadurch
erlitt
er
eine
Wirbelsäulen
kontusion
sowie
Fussverletzung
(
Urk.
7/13/11,
Urk.
7/13/18,
Urk.
7/21/7 =
Urk.
7/24/2,
Urk.
7/21/12,
vgl. auch Unfallmeldung vom 2
3.
Mai 2011,
Urk.
7/13/77)
.
Die Leistungen der
Schweizerische
n
Unfallversicherung
sanstalt (SUVA
)
wurden auf Ende November 2002 ohne Integrationsentschädigung oder Rente eingestellt (
Urk.
7/
20
).
Mit Datum vom 1
3.
August 2002 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf
das Unfallereignis vom 1
7.
Mai 2001
sowie
die Wirbelsäulenkontusion und Fussverletzung
zum Leistungsbezug bei der Eidge
nössischen Invalidenversicherung an (
Urk.
7/1). Daraufhin zog die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Akten der SUVA (
Urk.
7/13/1-77
,
Urk.
7/20/1-4,
Urk.
7/21/1-15
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom 2
3.
August 2002,
Urk.
7/14) bei und tätigte medizinische und berufliche Abklärungen.
Mit Verfügung vom 26.
August 2003 sprach die IV-Stelle dem Versicherten gestützt
auf
einen
Inva
liditätsgrad
von 70
%
rückwirkend ab
1.
Mai 2002
eine ganze Rente
zu
, zuzüg
lich einer Ehegatten- und Kinderrente (
Urk.
7/33).
1.2
Im Nachgang des im August 2006 erhobenen ordentlichen Revisionsverfahrens (
Urk.
7/3
6
ff.) bestätigte die IV-Stelle den unveränderten Anspruch des Versi
cherten auf eine ganze Rente (Mittei
lung vom 1
7.
Oktober 2006, Urk.
7/41)
.
1.3
Im Rahmen des im
Januar 2012
nach
lit
. a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversiche-rung
(
6.
IV-Revision) erhobenen Revisionsverfahrens (
Urk.
7/47
ff.)
holte
die
IV-Stelle
die Verlaufsbericht
e
von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Physikalische Me
dizin
,
vom
5.
März 2012
(
Urk.
7/49)
und
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychotherapie, vom 1
3.
März
20
12
(
Urk.
7/48)
sowie Akten der Krankenversicherung (
Mutuel
) ein (
Urk.
7/50/1-5
3). Nach
Beizug
einer internen
Stellungnahme
(
Urk.
7/52/3) stellte die IV-Stelle dem Versicher
ten
mit Vorbescheid vom 2
0.
Juni 2012
die Aufhebung der bisherigen Rente in Aussicht (
Urk.
7/54). Dagegen erho
b der Versicherte
am 1
5.
August 2012
Ein
wand
(Urk.
7/58
).
Nach Eingang weiterer medizinischer Unterlagen
(darunter der Bericht von
Dr.
A._
vom 2
2.
März 2013,
Urk.
7/61)
veranlasste
die
IV-Stelle
das interdisziplinäre
(Orthopädie/Psychiatrie/Neurologie/Innere Medizin)
Gutachten der
MEDAS B._
vom 2
4.
Januar 2014
(Urk.
7/76/1-50).
Mit Schreiben vom 1
8.
März 2014
äusserte sich
der
Beschwerdeführer
zu den Ergebnissen des Gutachtens (
Urk.
7/80). Zudem reichte er
den
Arztbericht
vo
n
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie,
vom 6.
Januar 2014 (Urk.
7/79/1
f.
), de
n
Bericht
betreffend das neuropsychologische Ambulatorium
von
Dr.
phil. D._
vom 1
7.
März 2014
(
Urk.
7/79/4 ff.) sowie den Austrittsbericht des
E._
vom 17.
April 2014
zu den Akten
(
Urk.
7/81-82)
.
In der Stellung
-
nahme
vom 2
3.
Oktober 2014
erklärte
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und zertif
izierter med. Gutachter SIM,
MEDAS B._
,
aus den
neu eingereichten Berichte
n
würden
sich
aus psychiatrischer Sicht
keine neuen Gesichtspunkte ergeben
(
Urk.
7/85)
.
N
ach
Beizug
einer internen St
el
lungnahme (
Urk.
7/89/10) hob die IV-Stelle die bisherige Rente mit Verfügung vom
2.
Juni 2015 mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung
wie vorbeschieden
auf (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Rentenaufhebung erhob der Beschwerdeführer am
2.
Juli 2015 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom
2.
Juni 2015 aufzuheben und ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter seien ihm Ein
gliederungsmassnahmen und eine akzessorische Übergangsrente im Sinne der Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
4.
September 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem
Be
-
schwerdeführer
am 1
0.
September 2015 zur Ken
ntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Daran ändert auch das Urteil des Bundesgerichts
vom
3.
Juni 2015 (
BGE 141 V 281, insbesondere E. 3.7
)
nichts.
1.3
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min-
destens
zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro-zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.
4
Eine laufende Rente wird von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der
Invali
ditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich
ändert (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts-grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130
V
343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 2
8.
August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche
Beur
-teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.
5
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139
V
547 E. 3).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es
sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen,
wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzu
-
spre
chung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schluss
-
bestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der
Schlussbe
-
stimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der
Rentenzu
-
sprechung
und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („nicht
-
syndromale
")
Gesund
heitsschädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähig
-
keit
nicht
mitverur
sacht
, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenan
spruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren
Beschwerde
bildes
bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel mög
lich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderun
gen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestel
lung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begut
achtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung,
die Überprü
fung der Invalidenrente gemäss
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision habe ergeben, dass die Diagnosen, welche zur
Rentenzusprache
geführt
hätten,
zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndro
malen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlagen gehörten.
Gemäss
dem
MEDAS-Gutachten vom 2
4.
Januar 2014
sowie der
ergänzenden Stellungnahme vom 2
3.
Oktober
2014
zu den nachgereichten Arztberichten
würden nach wie vor Diagnosen vorliegen, die zu den
ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndro
malen
Zustandsbildern ohne nach
weisbare organische Grundlagen
gehörten. Den medizinischen Unterlagen seien keine objektivierbaren ana
tomischen Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen. Ebenso wenig würden psychiatri
sche Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen.
Da die
zu prü
fenden Kriterien
(Förster-Kriterien)
, welche zu einer ausnahmsweisen Unzumut
barkeit der
Schmerzbewältigung
führen könnten,
vorliegend nicht zu bejahen seien, liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (
Urk.
1 S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber
zusammengefasst
vor, die ursprüng
liche Rentenverfügung vom 1
3.
Januar 2003 sei
gemäss Feststellungen von
Dr.
C._
im Bericht vom 3
1.
März 2003
aufgru
nd radiologisch objekti
vierbare
r
Wirbelsäulenbeschwerden
sowie d
er
von
Dr.
A._
mit Bericht vom 7.
Mai 2003
diagnostizierten
Depression, bei welcher es sich u
m
ein selbständi
ges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes dep
ressives Leiden gehan
delt habe, ergangen. Selbst wenn eine psychische Schmerzstörung vorgelegen habe, was ausdrü
cklich bestritten werde, so sei
eine Aufteilung der B
e
schwerden
in solche mit und ohne klares Beschwerdebild nicht möglich. Demgegenüber sei
eine Rentenaufhebung unter Berufung auf die Schlussbestimmungen nur zuläs
sig, wenn die ursprüngliche Rente ausschliesslich als Folge eines
ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes
ohne na
chweisbare organische Grundlage ausgerichtet worden sei. Die Beweislast für diesen quali
fizierten Kausalzusammenhang obliege der IV. Da die vorliegenden Akten die
sen Beweis nicht zuliessen, sei eine Revision nach Massgabe der
Schlussbe
stimmungen
der IV-Revision 6a nicht zulässig
(
Urk.
1 S. 6 f.)
. Soweit das Gericht anderer Ansicht sei,
sei
gemäs
s dem aktuellen Bericht von Dr.
C._
vom
6.
Januar 2014
davon auszugehen, dass er (der Beschwerdeführer) nach wie vor an erheblichen,
objektivierbaren Wirbel
säulen
beschwerden
leide
. Sollte das Gericht Zweifel
daran
haben, sei ein Obergutachten anzuordnen
(
Urk.
1
S.
7)
.
Das MEDAS-Gutachten
sei rund eineinhalb Jahre vor der
rentenauf
-
hebenden Verfügung ergangen und
basiere nicht auf dem aktuellen, mass
-
gebenden Gesundheitszustand
. So habe sich der
Gesundheitszustand
des
Beschwerdefüh
rers
nach der Begutachtung verschlechtert. Mit Bericht vom 17.
März 2013 habe die Neuropsychologin
Dr.
G._
bestätigt, dass er an einer schweren Depres
sion leide (
Urk.
1 S. 8). Im Austrittsbericht des
E._
vom 1
7.
April 2015 sei ebenfalls eine schwere Depression diagnostiziert worden. Die
MEDAS B._
ha
be in der Stellungnahme vom 23.
Oktober 2014 ohne nochma
lige persönliche Untersuchung behauptet, die von den Fachärzten des
E._
diagnostizierten Beschwerden seien nicht glaubhaft. Auffallend sei ferner, dass die Stellungnahme vom 2
3.
Oktober 2014 nicht vom
MEDAS-
Psychiater stamme, der ihn
(den
Beschwerdeführer)
im Rahmen der Abklärung begutachtet habe
(med. prakt.
H._
)
,
sondern von
Dr.
F._
. Da psychische Beschwerden nicht radiologisch
dokumentierbar
seien, setze eine seriöse Beur
teilung eine persönliche klinische Abklärung voraus.
Dr.
F._
habe ihn (den Beschwerdeführer) indes nie persönlich gesehen. Bei seiner Stellungnahme handle es sich
somit
um eine reine Aktenbeurteilung.
Ausserdem sei eine zwei
monatige Abklärung im Rahmen einer
Hospitalisation
zweifellos umfassender und dank der langen Beobachtungs
phase schlüssiger (
Urk.
1 S. 9)
. Zusammen
fassend
leide
er (der Beschwerdeführer)
an einer selbständigen Depression, wel
che keine Erwerbstätigkeit mehr zulasse. Entsprechend habe er weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente (
Urk.
1 S. 10). Dies gelte unter Berücksichtigung des mit Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 1
7.
Juni 2015
[BGE 141 V 281]
eingeführten „strukturierten Beweisverfahrens“
selbst unter der Annahme eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndroma
len
Beschwerdebildes (
Urk.
1 S.
10 ff.). Schliesslich bestehe bei einer Rentenaufhebung nach Massgabe der Schlussbestimmungen 6a ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen. Selbst wenn er (der Beschwerdeführer) sich gegen eine Eingliederung ausge
sproch
en habe – was bestritten werde
und wofür die Beweislast bei der IV liege -, so könnten die Leistungen nicht ohne Mahnverfahren ve
rweigert werden (
Urk.
1 S.
12 f.
)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist einerseits, ob die Voraussetzungen einer Rentenanpas
sung nach Massgabe von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision erfüllt sind, und andererseits, ob die Rentenaufhebung unter diesem Rechtstitel zulässig ist.
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
stützte sich im Wesentlichen auf die nachfol
gend zitierte medizinische Aktenlage:
3.
2
Im Nachgang des Unfallereignisses vom 1
7.
Mai 2001
sowie a
ufgrund
zunehmen
der
Beschwerden im
Halswirbelsäulen (
HWS
)
- Bereich mit Ausstrah
lung in den Hinterkopf sowie im Bereich der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
und des
thorakolumbale
n
Übergangs
wurde der Beschwerdeführer
am 1
7.
Mai 2001 und 1
1.
Juni 2001
im
I._
ambulant behandelt und untersucht
. Die durchgeführten Röntgenuntersuchungen
der HWS,
Brustwirbelsäule (
BWS
)
, LWS sowie des Schädels
zeigten
keine
ossären
Läsionen
. Ausserdem wurde ein
e
Magnetresonanztomographie
(
MRI
)
durchgeführt. Diese ergab
ein
en
Normalbe
fund
(
Bericht vom 1
1.
Juni 2001,
Urk.
7/13/18)
.
3.
3
In der Folge veranlasste das
I._
ein
neurologis
ches
Konsilium durch
Dr.
med.
J._
, Fachärztin FMH für Neurologie
, im Rahmen dessen diese feststellte, es
l
iessen sich
keine „harten“ neurologi
schen Ausfälle
finden. Das beklagte
„tote Gefühl“ entlang der ganzen rechten Körperhälfte
sei als funktionelle Begleitsymptomatik des Schmerzs
yndroms zu interpretieren.
Dr.
J._
empfahl eine konsequente physikalische Therapie unterstützt durch eine regelmässige analgetische Medikation (
Bericht
vom 1
5.
Juni 2001,
Urk.
7/13/73 f.
).
3.
4
Auf Zuweisung des damals behandelnden Hausarztes erfolgte a
m 1
6.
Nove
mber 2001
eine konsiliarische Untersuchung in der Schmerzsprechstunde der
K._
.
Aus dem Bericht
vom 1
6.
November 2001 (
Urk.
7/13/52 ff.)
erhellt im Wesentlichen
,
im Gespräch seien keine auffallenden Psychopatholo
gien aufgefallen, die Affektivität sei bei der Beschwerdeschilderung angesicht
s der Übersetzung [
durch den ihn begleitenden Sohn
]
sehr schwer einzuschätzen gewesen. Jedenfalls könne eine eklatante Störung derselben nicht postuliert werden. Während der Untersuchung sei die Beweglichkeit insbesondere im Schulter-Nackenbereich sehr gut gewesen. F
ür die beklagten Beschwerden [
anamnestisch im Nackenbereich bzw. Kopfansatz
sowie
im unteren Bereich der HWS bis etwa zur Höhe der Sch
ulterblätter]
könne ein organischer Kern weder bestätigt noch verneint werden.
Der Beschwerdeführer w
e
rde zwecks weiterer Abklärungen hausintern überwiesen
(
Urk.
7/13/53)
. Die i
n der Folge
klinik
in
-
tern
durchgeführten
manualmedizinischen
,
neuraltherapeutische
n
und
infiltrati
-
ve
n
Massnahmen verblieben
ohne wesentliche Beeinflussung des B
eschwerde
-
bildes (
Urk.
7/13/37-41
,
Urk.
7/13/43
-51
,
Urk.
7/21/7 =
Urk.
7/24/2
).
Dasselbe gilt für die von der
K._
bei
Dr.
Z._
veranlasste
Physiotherapie mit rumpfstabilisierenden Massnahmen
(
vgl.
Urk.
7/13/43,
Urk.
7/21/7
=
U
rk.
7/24/2
).
Die
native Schädel-Computertomographie vom 2
0.
Dezember 2001
zeigte auffallend enge
Subarachnoidalräume
supra- und
infratentoriell
, welche als
Hinweise
auf
eine posttraumatische
ödimatiöse
Veränderung
gedeute
t
wur
den
(
Urk.
7/13/45). Die am
2
4.
Dezember 2001 durchgeführte Computertomo
graphie des
zervikothorakalen
Übergangs erbracht
e
keinen Nachweis einer posttraumatischen
ossären
Läsion am
zervikothorakalen
Übergang
. Die
Costotransversalgelenke
ergaben ebenfalls einen regelrechten Befund
. Demge
genüber
wurde eine diskrete ventral
e Spondylose Th3/4 festgestellt
(
Urk.
7/13/43).
Schliesslich erfolgte vom 1
2.
– 1
4.
März
2002 eine
klinikinterne
Kurzhospitalisation
mit täglichen
Procainbasen
-Infusionen und einer
langzeiti
gen
spinalen Traktion
, welche
ebenfalls ohne wesentlich positive Beeinflussung der Beschwerden
verlief
. Im Bericht von 14.
März 2002 führte der behandelnde Facharzt
der
K._
aus, der Beschwerdeführer habe während der ganzen Therapie ausserordentlich ängstlich imponiert und das habe ihn in der Vermutung bestärkt, dass eine allgemeine Anspannung für die muskulären Beschwerden ver
antwortlich sein dürfte (
Urk.
7/13/37).
3.
5
Im Vertrauensärztlichen Gutachten zuhanden der Versicherungskasse
der Stadt Zürich
vom 1
5.
Mai 2002 diagnostizierte
Dr.
med.
L._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, ein chronisches
cerviko
cephales
/
thorcovertebrales
und i
ntermittierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (
Urk.
7/21/8
= Urk.
7/24/3
).
Es entstehe der Eindruck, dass beim Beschwerdeführer ein Prozess der
Chronifizierung
und der Sym
p
tomausweitung im Gange sei. Auch neu
ropsychologische Symptome würden zunehmend auftreten. Mit einer Wieder
herstellung sei
ner Arbeitsfähigkeit als Keh
richtlader könne mit grösster Wahr
scheinlichkeit nicht gerechnet werden. Auch für jede andere Arbeitstätigkeit bestehe
zurzeit
eine sicher noch länger dauernde, wenn nicht definitive Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
7/21/9).
3.
6
Vom
2.
Juli 2002 bis 1
9.
September 2002 befand sich der Beschwerdeführer
in
ambulanter B
ehand
lung im
M._
(Urk.
7/26)
. Dem Bericht zuhanden der Unfallversicherung vom
9.
August 2002 sind folgende Diagnosen zu entnehmen (
Urk.
7/21/10):
-
Chronisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom rechts stärker als links
-
Chronisches
cervico
-thorakales-brachiales Schmerzsyndrom rechts
-
Chronisches
thorako
-lumbales Schmerzsyndrom rechts
-
Dringender Verdacht auf
somatoforme
Schmerzstörung bei
-
Zustand nach Wirbelsäulenkontusion am 1
7.
Mai 2001
Aufgrund
der Untersuchung vom 2
7.
Juni 2002
bestehe ein deutlicher
paraver
tebraler
Muskelhartspann mit Klopf- und Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der HWS sowie der oberen und unteren BWS. Es bestehe eine deutlich schmerz
hafte Bewegungseinschränkung der HWS. Die obere und untere Extremität sei indes frei beweglich und die dortige Motorik intakt. Der Beschwerdeführer habe eine diffuse Hypästhesie im Bereich des rechten Armes und der rechten Hand beschrieben, die einem
Dermatom
nicht sicher zuzuordnen sei. Es bestünden andauernde quälende Schmerzen, die durch eine
n
physiologischen Prozess allein nicht vollständig erklärt werden könnten. Es müsse daher von einer
mit
verursachenden
somatoformen
Schmerzstörung ausgegangen werden (
Urk.
7/21/14).
3.
7
Mit Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
1.
Oktober 2002 stellte die behandelnde
Dr.
Z._
folgende Diagnosen (
Urk.
7/18/1):
-
Chronifizierte
Rückenschmerzen bei Status nach
-
Wirbelsäulenkontusion mit
cervicocephalem
und
cervicovertebralem
Syndrom sowie ch
r
onisches
Panvertebralsyndrom
mit
Hyposensibili
tät
über der rechten Körperhälfte
-
Visusverminderung
beidseits
-
Hypakusis rechts
-
Depressive Entwicklung mit
Chronifizierungstendenz
und
Symptomaus
weitung
Es bestünden bei dem sehr verängstigt-nervösen Beschwerdeführer massive mus
kuläre Verspannungen im ganzen Rückenbereich mit Betonung
cer
vicothorakal
rechts bei schmerzhaft eingeschränkter Bew
eglichkeit der HWS, BWS und LWS
. Die zahlreichen Therapiemassnahmen inkl. Neuraltherapie,
chi
ropraktischen
Manövern, lokale Infusionstherapie
cervical
, insbesondere wie
derholte Lokalinfiltrationen hätten nur eine vorübergehende Besserung der Schmerzen bewirkt. Sodann bestünden seit dem Unfallereignis Kribbel-
Dysäs
thesien
über der ganzen rechten Körperhälfte mit Hypakusis rechts und offen
sichtlich
Visusminderung
rechts, die aber durch diverse neurologische und radi
ologische Abklärungen nicht organisch hätten belegt werden können
. In Anbe
tracht der vollständigen Therapieresistenz und der gesamten Situation erscheine eine volle Berentung angebracht. Auf entsprechenden Fragekatalog gab
Dr.
Z._
unter anderem
zusätzlich an, der Beschwerdeführer sei bei den all
täglichen Lebensverrichtungen nicht auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen
(Urk.
7/18/2).
3.8
Dem
im Auftrag
des
Beschwerdeführer
s
erstellten
Bericht
des behandelnden Dr.
A._
vom
7.
Mai 2003 ist als Diagnose zu entnehmen
(
Urk.
7/22/8)
:
-
Status nach Unfallgeschehen mit konsekutiv
em, persistierendem ausge
prägtem
Schmerzsyndrom und daraus resultierender schwerer, ängstlich-depressiv-hypochondrischer Entwicklung mit latenter, zeitw
eise akuter Suizidalität (ICD F
32.2)
-
Differenzialdiagnostisch
posttraumatische Belastungsstörung PTBS mit Te
ndenz zu
Chronifizierung
(ICD F
43.1)
Der
Beschwerdeführer
leide
seit dem Unfallgeschehen
im Mai 2001
unter persis
tierenden Schmerzen im Kopf-
,
Nacken- und im Wirbelsäulenbereich,
derent
wegen
er verschiedene Ärzte und Spitäler aufgesucht habe. Weil die
Schmerz
sensationen
durch ärztliche Behandlung nicht wirklich zu lindern gewesen seien, hätten sich zunehmend Schlaf- und Konzentrationsstörungen,
Gedanken
kreisen
um die Schmerzen, Appetit- und Antriebsstörungen, Lustlosigkeit und Hoffnungslosigkeit im Hinblick auf eine Besserung sowie schliesslich
Sinnlosig
keitsgefühle
entwickelt. Es bestehe auch eine verminderte Frustrationstoleranz und Konfliktfähigkeit. Aufgrund des Schmerzsyndroms und der in der Folge entwickelten schweren Depression sei der Beschwerdeführer aus ärztlich-psy
chiatrischer Sicht seit dem
6.
November 2001 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/22/8 f.).
3.
9
Auf Zuweisung von
Dr.
Z._
wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
C._
untersucht. Die
von ihm
am 2
8.
März 2003 durchgeführte
Computertomogra
phie
der Kopfgelenke ergab entgegen
ge
setzte Fehlstellungen von C1 (Rotation nach links) und C2 und C3 (Rotation nach rechts), wahrscheinlich im Sinne der muskulären
Dysbalance
,
und eine
mediane
Prot
r
usion
der Bandscheibe C2/
3. Dr.
C._
beurteilte
diesen Befund als
ausgeprägte
myofasciale
Sympto
matik rechts
cervico-cephal
und
cervicobrachial
, wahrscheinlich bei Verkürzung der Muskulatur
(
Bericht vom 3
1.
März 2003,
Urk.
7/22/10-13).
3.
10
Aufgrund der
geschilderte
n
medizinische
n
Aktenlage sowie n
ach
Beizug
einer internen Stellungnahme (
Urk.
7/28) sprach die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
6.
August 2003
gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 70
%
rückwirkend ab
1.
Mai 2002 eine ganze Rente zu (
Urk.
7/33).
3.
11
In der Folge wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Invali
denrente im Jahre 2006 bestätigt
(Mittei
lung vom 1
7.
Oktober 2006, Urk.
7/41
, Sachverhalt
Ziff.
1.2
)
. Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Anga
ben des Beschwerdeführers im
Revisionsfragebogen (
Urk.
7/37) sowie die
Ver
laufsb
ericht
e
der behandelnden
Dr
es
.
Z._
vom
4.
September 2006 (
Urk.
7/38)
und
A._
vom
7.
Oktober 2006 (
Urk.
7/39)
.
3.
12
Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Rentenzusprache
im Wesentlichen auf
grund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebil
des
erfolgte.
Liess sich doch trotz eingehenden
klinischen und
bildgebenden Abklärungen
kein
hinreichende
s organisches Korrelat
für die beklagten Symp
tome finden.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers
waren
auch
die
von
Dr.
C._
erhobenen Befunde zu unspezifisch und
vermochten sie
für sich allein
weder eine
Arbeitsunfähigkeit zu begründen
noch die
dauerhafte
Kopf
schmerzsymptomatik
in der geschilderten Fo
rm zu erklären.
Ausserdem
war
die beklagte Ausstrahlung der Schmerzen
in Richtung Oberarm-Aussenseite, Unter
arm und Finger auf der rechten Seite
nicht durch ein
radikuläres
Geschehen
erklärbar
(
Urk.
7/76/23 f.)
.
Unabhängig
der Glaubhaftigkeit der
geschilderten Beschwerden
(vgl.
kreisärztliche Untersuchung vom 2
2.
Oktober 2001,
Urk.
7/13/57)
sind
bei der Beurteilung der Auswirkungen dieser Leiden
– wie bei allen nicht objektivierbaren Krankheitsbildern – aus juristischer Sicht weitere Kriterien (nach bisheriger Rechtsprechung die sogenannten Foerster-Kriterie
n) bzw
. Indikatoren (vgl.
E.
5.3
) beizuziehen bzw. zu berücksichtigen, um zu prü
fen, ob das Leiden invalidisierend ist.
Darüber hinaus
steht
fest
, dass im Zeit
punkt der
Rentenzusprache
jedenfalls keine vom
syndromalen
Zustan
d unab
hängige
somatische und/oder
psychische Gesundheitsschädigung, welche selb
ständig zur Begründung des Rentenanspruchs hätte beitragen können, vorlag.
Insbesondere
entwickelte sich die depressive Symptomatik
nach überzeugender
Feststellung
von
Dr.
A._
in
folge
des
Schme
rzsyndroms
.
Konkret
führte
Dr.
A._
damit korrelierend
aus, d
er
Beschwerd
eführer
leide angesichts
per
sistierender
Schmerzen
seit dem
Unfallereignis im Mai 2001
an Antriebsstörun
gen und Lustlosigkeit und habe Probleme
mit der Schmerzverarbeitung. Ausser
dem
bestehe eine
Verzweiflung
stendenz
im Hinblick auf die
Befürchtung,
der schmerzhafte körperliche
Zustan
d könnte anhalten (
Urk.
7/22/1,
Urk.
7/22/8
, E.
3.8
)
.
Auf das Fehlen einer
vom
syndromalen
Zustand unabhängige
n
psychi
sche
n
Gesundheitsschädigung
deuten
schliesslich auch
die
Aussagen des
Beschwerdeführer
s, wonach er
vor dem Unfal
lereignis keinerlei psychischen
(oder sonst wie gearteten gesundheitlichen)
Beschwerden und Einschränkungen
g
ehabt
habe
(
Urk.
7/76/14,
Urk.
7/76/32
)
.
Nach
der Praxis des Bundesgerichts
kann
auch dann ein unklares Beschwerdebild vorliegen, wenn eine depressive Erkrankung bloss als Begleiterscheinung eines psychogenen Schmerzgeschehens und nicht als ein selbständiges, davon losgelöstes Leiden anzusehen ist (Urteile 8C_654/2014 vom 0
6.
März 2015 E. 5.3; SVR 2012 IV Nr. 22 S. 95, 8C_302/2011 E. 2.4; Urteile 9C_521/2012 vom 1
7.
Januar 2013 E. 3.1.2 und 4.1 sowie 9C_246/2012 vom 1
6.
Juli 2012 E. 3.5.2 f.).
Bei dieser Sachlage bleibt eine Rentenrevision in Anwendung von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision auch bei Vorliegen eines sogenannten „
Mischsachver-haltes
“ möglich und zulässig (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_121/2014 vom 3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen, E. 1.
5
). Der Einwand des Beschwerde-führers, wonach der
Rentenzusprache
nicht ausschliesslich ein
pathogenetisch
-
ätiologisch unklares Beschwerdebild zugrunde gelegen habe und eine Revision unter diesem Rechtstitel daher ausgeschlossen sei, geht damit ins Leere.
Im Übrigen hat der Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Ände
rungen der
6.
IV-Revision
(
1.
Januar 2012)
weder das 5
5.
Altersjahr zurückge
legt noch die Rente im Zeitpunkt der Rentenprüfu
ng
(
2.
Juni 2015,
Urk.
2)
seit mehr als 15 Jahren bezo
gen (vgl.
lit
. a
Abs.
4
SchlB
der
6.
IV-Revision; Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2013 vom 1
2.
Februar 2014).
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV Revision erfüllt. Auf eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes komm
t es dabei nicht an (vgl. E. 1.5
).
4.
4.1
Dem interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 2
4.
Januar 2014 sind
keine Diag
nosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
(
Urk.
7/76/27)
. Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten die beurteilenden Fach
ärzte
(
Urk.
7/76/28)
:
-
Cervikocephales
,
thoracovertebrales
und
i
ntermittierendes
lumbovertebra
les
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Zeichen bei/mit
-
Status nach Unfallereignis vom 1
7.
Mai 2001 (Sturz nach hinten nach Einklemmung Unterschenkel durch einen Container)
-
mittelschweren degenerativen Veränderungen an der LWS, BWS und HWS
-
Status nach Scheuermann
-
Dysthymia
(F34.1)
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
-
Chronischer Spannungskopfschmerz
-
Dyslipidämie
-
Verdacht auf
Steatosis
hepatis
mit leichter entzündlicher Aktivität
Im Rahmen der orthopädischen Anamnese beklagte
der Beschwerdeführer Kopf
schmerzen (partial und am Hinterkopf)
, Nackenschmerzen, Schwindel sowie
Orientierungslosigkeit
. Ausserdem habe er einen Tremor. Sodann habe er Mühe, die Beine ab dem Knie zu spüren. Er habe einen Druck im Rücken (obere BWS), im Nacken sowie im Bereich der LWS (
Urk.
7/76/11).
Aufgrund der klinischen Untersuchung hielt der orthopädische Facharzt fest, es
bestehe eine einge
schränkte Beweglichkeit der LWS und HWS, jedoch ohne
radikuläre
Zeichen sowie
Myogelosen
im Schulterbereich. Aufgrund der vom Beschwerdeführer mitgebrachten MRI vom
8.
März 2012 (HWS) und 1
5.
März 2012 (LWS)
bestün
den
mässiggradige
degenerative Veränderungen
(
u
ncovertebrale
Arthrose der
Segmente C5-C7 linksbetont mit leichter
foraminaler
Enge C6 und C7; flache Diskushernie li
nksseitig C3/C4 ohne Tangierung;
auf Höhe L4/L5 und L5/S1 mediane Diskushernie ohne Kompression der Nervenwurzel;
im Bereich der BWS
geringe
Osteochondrose
und Residuen eines M. Scheuermann)
, welche aus
orthopädischer Sicht die beklagten Beschwerden nur teilweise erklären könnten. Unter Berücksichtigung der
Vorakten
bestünde
somit
aus orthopädischer Sicht seit
über
10 Jahren sowohl klinisch als auch radiologisch eine erhebliche
Dis
krepanz zu den angegebenen Be
schwerden
. Aus orthopädischer Sicht seien dem Beschwerdeführer schwerste Arbeiten
, i
nsbesondere Heben und Tragen von mehr als 20 kg beidseits
,
Arbeiten in gehockter oder gebückter Haltung sowie das Hantieren mit vibrierenden und schlagenden Maschinen
, nicht zumutbar
. Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung und Überkopfarbeiten seien nur selten zumutbar.
Schliesslich seien
Arbeiten mit längerer Zwangshaltung im Rücken zu vermeiden.
In einer mittelschweren, wechselseitigen Tätigkeit sei
d
er
Beschwerdeführer
zu 100
%
arbeitsfähig. Dies betreffe die angestammte Tätig
keit als ungelernter Arbeiter auf dem Recycling-Hof sowie eine allfällige Ver
weistätigkeit (
Urk.
7/76/14 f.).
Anlässlich der psychiatrischen Beurteilung führte der Beschwerdeführer aus,
bis zum Unfallereignis habe er keinerlei psychische Beschwerden oder Einschrän
kungen gehabt. Danach sei alles auf einmal anders geworden. S
ein Hauptprob
lem seien die Kopfschmerzen. Diese seien in Form eines Druckes vom Nacken ausgehend bis in die Stirn
- u
nd Schläfenregion dauerhaft vorhanden, verge
sellschaftet mit
einem dauerhaften
Drehschwindel. Ausserdem würden seine Augen beim Lesen zittern und
es würde alles verschwimmen. Von der HWS ausgehend habe er sodann in die rechte Schulter, zum rechten Arm bis hinein in die Finger ausstrahlende Schmerzen. Die Finger würden stechen und kribbeln. Die Wirbelsäule schmerze im LWS-Bereich und die Schmerzen würden ins Gesäss bis hinein in beide Beine ausstrahlen. Er habe dann auch ein Stechen in den Füssen. Manchmal schmerze auch die linke Brustseite. Nach den früheren Sensibilitätsstörungen der rechten Körperhälfte befragt, habe der Beschwerde
führer durchgehende Gefühlsstörungen verneint.
Die nach dem Unfallereignis beklagten Hörstörungen seien ihm nicht mehr erinnerlich.
I
m Nachgang des Unfallereignisses
sei er
vergesslich und traurig geworden. Er habe
schwarze Gedanken, insbesondere
wenn er alleine sei.
Er habe auch viele Selbstmordver
suche begangen.
So habe er einmal versucht, sich im Keller zu erhängen. Dabei sei er vom Nachbarn gefunden worden. Ein anderes Mal sei er bei roter Ampel über die Strassen gegangen.
Er habe keinen Antrieb und müsse sich zu allem aufraffen. Seine Ehefrau fordere ihn immer wieder zu Aktivitäten auf.
Morgens stehe er zu unterschiedlichen Zeiten auf und frühstücke dann mit seiner Ehe
frau. Dann schaue er fern und sitze auf dem Sofa. Später bereite die Frau das Mittagessen zu, welches er mit ihr einnehme. Im Anschluss gehe er mit seiner Frau etwa eine halbe Stunde spazieren, wobei er auf einer Bank absitzen müsse. Zu Hause müsse er dann erstmal wieder ausruhen, dann sehe er fern oder lese er auch Bücher (historische Romane). Seine Ehefrau besorge für ihn immer wieder Bücher in portugiesischer Sprache. Abends gehe er mit seiner Frau manchmal noch einmal spazieren oder sehe fern. Ca. gegen 22 Uhr gehe er ins Bett. Sodann komme se
i
n
e
Tochter mit den Enkelsöhnen mehrfach pro Woche vorbei. Letztere würden sich freue
n
, ihren Grossvater zu sehen
und mit ihm zu reden
. Darüber sei er (der Beschwerdeführer) froh
, aber es mache ihn nicht froh, wie er es genannt habe. Es sei für ihn die logische Konsequenz eines Unfalles, dass man danach versorgt werde und eine Rente bekomme. Er habe keine Energie, keinen Antrieb und keine Kraft, weshalb er nicht arbeiten könne.
Auf entspre
chende Frage gab der Beschwerdeführer an, es habe sich
bei dem Berufsunfall vom Mai 2001
um einen sehr schweren Unfall gehandelt. Er sei bewusstlos im Spital gewesen (
Urk.
7/76/31
f.
,
Urk.
7/76/38
).
Der psychiatrische Facha
rzt hielt in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
fest,
ein schweres Unfallgeschehen mitunter Eintritt einer Bewusstlosigkeit sei nicht dokumentiert (
Urk.
7/76/36). Im Gegenteil sei das
einschlägige Unfallereignis
nicht als schwerer Unfall mit entsprechend schweren Verletzungen, welcher die beklagten Symptome hinreichend erklären liessen
, zu werten
.
Es bleibe vielmehr insgesamt unerklärlich, wie ein nicht schweres und nicht als katastrophal und aussergewöhnlich einzustufendes Unfallereignis bei einem vorher psychisch gesunden Menschen, in dessen biographischen Entwicklung keine nachhaltigen Implikationen bestünden, zu einer dermassen massiv ausgeprägten psychischen Beeinträchtigung
habe
führen könne
n
(
Urk.
7/76/38 f.).
Neben der Schmerzsymptomatik habe der Beschwerdeführer verschiedentlich neurologische Symptome beklagt, welche indes über die
Jahre hinweg etwas unterschiedlich vorgetragen worden seien.
Ausserdem habe er einerseits ausge
führt, ein Zittern der Augen zu haben, was zu Verschwimmen führen würde; gleichzeitig habe er angegeben
,
historische Romane zu lesen. Den Titel des augenblicklichen Buches habe er unter Hinweis auf seine Vergesslichkeit nicht nennen können. Seine Frau besorge in einer Buchhandlung in Zürich immer Bücher in portugiesischer Sprache. Weshalb er trotz seiner Vergesslichkeit neue Bücher benötige, habe der Beschwerdeführer nicht sagen können.
Für die orga
nisch-morphologisch letz
t
lich nicht hinreichend erklärbare Schmerzausprägung habe der Beschwerdeführer eine Kon
sta
nz bzw. Progredienz beschrieben.
Mit einer gewissen Latenz zum Unfallgeschehen habe er sodann psychische und kognitive Beeinträchtigung
en
angegeben
. In der Gegenüber
trag
ung sei dabei
nur ein geringer Leidensdruck spürbar gewesen. Auf insistierende Nachfragen bezogen auf die allfällige Symptomatik habe der Beschwerdeführer eher auswei
chend reagiert und habe er diffuse Angabe
n
gemacht. Auch hätten sich erhe
bli
che Diskrepanzen zwischen der
ge
s
childerten
S
y
m
ptomschwere und dem
be
-
schriebenen
Aktivitätsniveau
, welchem der Beschwerdeführer
– wenn auch nach Aufforderung durch die Ehefrau – nachgehen könne
, gezeigt
(
Urk.
7/76/33,
Urk.
7/76/38)
.
Es falle auf, dass der Beschwerdeführer das Unfallereignis in seiner subjektiven Wahrnehmung als
schwerstgradig
einstufe und daraus einen als rechtmässig empfundenen Versorgungs- und Rentenanspruch herleite. Es sei denkbar, dass die diesbezüglichen Erwartungen nur teilweise erfüllt worden
seien und insbe
sondere gewisse Untersuchungssituationen sowie entsprechende Nachfragen bezüglich seiner Leistungsansprüche bei ihm zu narzisstischen Kränkungen geführt hätten, bei dem Empfinden, dass ihm Leistungen zustehen würden. Diese Kränkungen könnten die Entwicklung einer entsprechenden psychischen Symptomatik sowie
die
Ausbildung psychosomatischer Reaktionen, insbeson
dere in Form einer
somatoformen
Störung mitverursacht haben. Vor dem Hin
tergrund der beschriebenen Diskrepanzen
sowie
des Verhaltens des
Beschwer
deführers
sei darüber hinaus eine Neigung zur Verdeutlichung und Aggravation zu berücksichtigen und damit die Schwere der Symptomausweitung zu relati
vieren
. In psychiatrisch-diagnostischer H
insicht sei somit einerseits
von einer
somatoformen
Schmerzstörung auszugehen. Andererseits sei es initial zur Aus
bildung einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie Beeinträchtigung anderer Gefühle gekommen. Der Schweregrad einer depressi
ven Episode sei nicht erreicht worden. Die Symptome liessen sich am besten in die Kategorie einer
Dysthymia
subsumieren. Die
[mit Bericht vom
2
2.
März 201
3
,
Urk.
7/61
, vgl.
Sachverhalt
1.3
]
vom behandelnden Psychiater
[
Dr.
A._
]
postulierte chronische posttraumatische Belastungsstörung
sei mit Verweis auf die
ICD-10-Kriterien
auszuschliessen
. So könne das einschlägige Unfallereignis nicht als belastendes Erlebnis oder eine Situation aussergewöhn
licher Bedrohung oder katastrophalen Ausmasses qualifiziert werden. Auch seien keine Symptome wie Flashbacks oder Alpträume vorhanden. Ein spezifi
sches Vermeidungsverhalten bestehe ebenso wenig
(
Urk.
7/76/39)
.
Dr.
A._
erwähne denn
auch keinerlei Krite
rien
, welche die Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung
zul
a
ssen würden. Widersprüchlich sei ferner, dass der
Beschwerdeführer
von
Dr.
A._
im Bericht vom 2
2.
März 201
3
als seit Jah
ren vollkommen lebensunfähig dargestellt, und gleichzeitig ausgeführt werde, dieser sei bis vor kurzem in der Lage gewesen, selbständig einzukaufen. Ferner werde der Beschwerdeführer
von
Dr.
A._
als global interessenlos beschrie
ben,
weshalb er zur Körperpflege und dergleichen animiert werden müsse. Andererseits werde ausgeführt, dieser schäme sich, weil er
gemäss Feststellun
gen seiner Ehefrau nach dem
Einkaufen
oft
nicht das ri
chtige
Rückgeld
mit
bringe
. Überhaupt nicht nachvollziehbar sei ferner, dass
Dr.
A._
seit vielen Jahren differenzialdiagnostisch eine organische Hirnschädigung, bedingt durch das Trauma, diagnostiziert
habe,
gleichzeitig
aber
keine in diesem Fall sinnvol
len und notwendigen Abklärungsmassnahmen bei einem derartig jungen Pati
enten in
die Wege geleitet habe. Ferner sei
angesichts des
von
Dr.
A._
postulierten
derart einschränkend
en
Beschwerdebildes
unverständlich
, dass noch keine
Hospitalisation
oder teilstationäre Behandlungsmassnahme erfolgt sei.
Die eher niedrig dosierte psychopharmakologische Medikation sei ebenfalls diskrepant zum Beschwerdebild
. Offen müsse schliesslich bleiben, weshalb
Dr.
A._
bereits von einer infausten Prognose spreche, ohne die zur Verfü
gung stehenden Massnahmen nur annährend ausgeschöpft zu haben.
(
Urk.
7/
76/37 f.)
.
Unter Berücksichtigung der – näher diskutierten - Försterkriterien resultierten weder aus der
somatoformen
Schmerzstörung noch aus der
Dysthymie
thera
peutisch unüberwindbare, invalidisierende Beeinträchtigungen der Arbeitsfähig
keit und Alltagsfähigkeit. Vielmehr sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit sowie in einer Verweistätigkeit zu
100
%
leistungsfähig, das heisse
zu 8.5 Stunden an 5 Wochentagen
(
Urk.
7/76/39 f.
)
.
Im
Rahmen der
neurologischen
Untersuchung
hielt der beurteilende Facharzt
betreffend den Hirnnervenstatus Normalbefunde
fest.
Während der Untersu
chung hätten sich bei der Beantwortung der gestellten Fragen insbesondere mit Bezug auf Daten
beim
Beschwerdeführers
gewisse Unsicherheiten gezeigt. Anderweitige Einschränkungen der Hirnbasisfunktionen oder höherer kogniti
ven Funktionen hätten aber nicht bestanden. Es bestehe weder eine Müdigkeit noch erhöhte Ermüdbarkeit. Ebenso wenig zeige sich eine Fluktuation der Kon
zentration und Aufmerksamkeit. Auch
hinsichtlich der Motorik
ergaben sich Normalbefunde
. Insbesondere waren auf sämtlichen Bewegungsebenen der oberen
und
unteren Extremitäten keine Paresen objektivierbar. Die Koordina
tion beider Extremitäten erwies sich als seitengleich normal. Die Feinmotorik beider Hände beurteilte der orthopädische
Facharzt als normal koordiniert.
Ein relevant erkennbarer Tremor bestehe nicht. Sodann
erwies sich die Sensibilität für
Ästhesie, Algesie und
Thermästhesie
im gesamten Körperbereich sowie an den oberen Extremitäten und am Rumpf als unauffällig
. Am rechten Bein habe der Beschwerdeführer eine leichte Hypästhesie und
Hypalgesie
über der äus
se
ren Hälfte des rechten Oberschen
k
e
ls sowie diffus am gesamten rec
h
ten Unter
schenkel angegeben. Eine unauffällige Sensibilität sei wiederum an den Füssen
beidseits berichtet worden. Das Vibrationsempfinden beurteilte der orthopädi
sche Facharzt als altersnormal
(
Urk.
7/76/43 f.)
.
Die aktuellen MRI
der HWS, BWS und LWS
vom März 2012 könn
t
e
n
keine relevante, insbesondere keine nervenwurzelkomprimierende pathologische Prozesse bestätigen, weder
zervi
-
kal
noch lumbal.
Die in den
Vorakten
auf
g
r
und des HWS MRI in Höhe HWK 5/6 beschriebene
leichtgradige
Einengung des
Foramens
C6 linksseitig korreliere so
-
mit
nicht mit der klinischen Symptomatik, die eine Ausstrahlung eher nach rechts, als die andere Seite, besc
hreibe
. Auch im Bereich der LWS seien
diesbe
-
züglich
keine
Pathologika
mit Neurokompression erkennbar.
Zusammenfas
-
send würden sich a
us rein neurologischer Sicht auch
retrospektiv keine Hinweise ergeben, welche
die
Arbeitsfähigkeit zumindest in einer angepassten Tätigkeit einschränken würden. Medizinisch-theoretisch seien körperlich leichte bis mit
telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar (
Urk.
7/76/24
,
Urk.
7/76/46
).
Auf internistischem Fachgebiet finde sich schliessl
ich der Verdacht auf
eine labor
chemisch nachgewiesene
Steatosis
hepatis
mit leicht entzündlicher Aktivi
tät bei einer
Dyslipidämie
und mässig erhöhtem GPT-Wert. Dieser Befund
sei indes ohne versicherungsmedizinische Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Er sei deshalb in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Be
-
triebsmitarbeiter
ohne Leistungseinschränkung arbeitsfähig
, das heisse zu
8.5 Stunden an 5 Wochentagen
. Dasselbe gelte für eine Verweistätigkeit.
Mit Aus
nahme von kurzen
Zeiten
vorübergehender Arbeitsunfähigkeit gelte das aus internistischer Sicht auch retrospektiv (
Urk.
7/76/49 f.).
Im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung hielten die beurteilenden Fachärzte zusammenfassend fest, der Beschwerdeführer sei für sämtliche
mit
telschwere
n
und leichte
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeiten zu 100
%
vollschich
tig
arbeitsfähig. Aus psychiatrischer, neurologischer und
internmedi
-
zinischer
Sicht bestehe keine Einschränkung. Aus orthopädischer Sicht
bestün
-
den die – weiter oben näher umschriebenen – Einschränkungen. A
us
Sicht der vier Fach
g
ebi
e
te
gelte dieses negative und positive Fähigkeitsprofil mit
entspre
-
chender
Arbeitsfähigkeit auch
retrospektiv
seit SUVA Abschluss im Dezember 2002 (
Urk.
7/76/28).
4.2
Vom 2
1.
Februar 2014 bis 1
6.
April 2014
hielt
sich der Beschwerdeführer zur stationär-psychiatrischen
Behandlung im
E._
auf
.
Im
Aus
trittsbericht
vom 1
7.
April 2014 wurden als Hauptdiagnose eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3)
und
als
Nebendiag
nose
ein chronischer posttraumatischer Kopfschmerz (G44.3) bei Status nach Arbeitsunfall vor 13 Jahren
festgestellt
(
Urk.
7/82/1).
Der Beschwerdeführer fühle sich traurig, müde, kraft- und energielos. Zudem spüre er einen starken inneren Druck und sei häufig aggressiv, angespannt und innerlich unruhig. Dabei richte sich die Aggression vor allem verbal gegen die Ehefrau. Er fühle sich innerlich leer und gehe oft pausenlos hin und her. Er sei zudem von persistierenden schweren Kopf- und Rückenschmerzen geplagt, wel
che ihn in seinen Alltagsaktivitäten einschränken würden. Er fühle sich neu verfolgt, sehe Schatten und höre Stimmen, die ihn verhöhnen und auslachen würden. Er ziehe sich zum Schutz in sein Bett zurück. Zu einer zusätzlichen Beschwerdeverschlechterung sei es Anfang des Jahres gekommen, nachdem ein Revisionsverfahren betreffend seine IV-Rente eröffnet worden sei und er von einem externen Gutachter auch psychiatrisch als zu 100
%
arbeitsfähig einge
stuft worden sei
(
Urk.
7/82/1 f.)
.
Bei Eintritt
sei
der Beschwerdeführer
wach, klar und
allseits orientiert
gewesen
.
Im formalen Denken sei er klar und strukturiert. Es bestehe keine Depersonalisation oder
Derealisation
. Gleichzeitig
bestünden subjektiv Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Hinweise für opti
sche und akustische Halluzinationen und wahnhaftes Wahrnehmen.
Affektmäs
sig
sei der Beschwerdeführer abgestumpft, leer, vermindert schwingungsfähig, innerlich gereizt und angespannt sowie hoffnungs- und energielos. Ausserdem bestehe beim Beschwerdeführer im guten Allgemein- und Ernährungszustand eine vermehrte Müdigkeit und Appetitlosigkeit (
Urk.
7/82/2).
Unter
psycho
pharmakologischer
Medikation habe sich der Beschwerdeführer im Verlauf der stationären Behandlung psychisch stabilisiert. Für eine tagestherapeutische Anschlussbehandlung habe
er
sich nicht entscheiden können, sodass eine in der Tagesklinik des
N._
getätigte Anmeldung wieder habe gestoppt werden müssen. In Absprache mit der Familie sei statt
dessen eine psychiatrische Spitex veranlasst worden (
Urk.
7/82/3).
5.
5.1
Das MEDAS-Gutachten erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den beklagten Beschwerden sowie gestützt auf die
klinischen Untersuchungen vom 5
.,
7., 1
5.
und 2
7.
November
201
3.
Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhän
ge ein und liefert nachvollzieh
bare Schlussfolgerungen.
Insbesondere
haben die Gutachter betreffend allfällige Diskrepanzen zu den früheren sowie späteren Einschätzun
gen differenziert und ausführlich Stellung bezogen (E. 4.1, vgl. auch Stellung
nahme vom 2
3.
Oktober 2014,
Urk.
7/85) und ihre Diagnosen im Einklang mit den erhobenen Befunden
plausibel
begründet.
Kommt hinzu
, dass es sich bei
Dr
es
.
A._
und
Z._
um
behandelnd
e
Ä
rzt
e
handelt und das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353
E.
3b/cc).
Soweit der Beschwerdeführer moniert, die Stellungnahme vom 2
3.
Oktober 2014 sei
von
Dr.
F._
und nicht von med.
pract
.
H._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
welcher
ihn
(den Beschwerdeführer) am 7.
November 2013 begutachtet habe,
verfasst worden,
so ist dem entgegenzu
halten, dass das Gutachten vom 24. Januar 2014 in gemeinsamer Verantwor
tung sämtlicher untersuchende
r
Fachärzte
unter Einschluss von
Dr.
F._
ver
fasst worden ist
und
letzterer
seine
Stellungnahme
auch
in Kenntnis der not
wendigen und relevanten
Vorakten
abgegeben
hat
(vgl. Präambel,
Urk.
7/76/2)
.
Sodann erfolgte die
Selbsteinweisung des Beschwerdeführers ins
E._
lediglich
rund drei Monate
im Anschluss an die
Begutachtung.
Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich für den Beschwerde
führer hätte nachteilig auswirken sollen, dass
er
im Zusammenhang mit der Stellungnahme
durch
Dr.
F._
hierzu
nicht erneut persönlich untersuch
t wor
den ist.
Insbesondere
fehlt – bei Hinweisen auf psychosoziale Faktoren – eine nachvollziehbare Begründung für die ge
ltend gemachte Verschlechterung.
Sodann vermag d
ie
Selbsteinweisung des Beschwerdeführers zur stationären Behandlung ins
E._
vom 2
1.
Februar bis 1
6.
April 2014
die überzeugende Einschätzung
des
psychiatrischen
Gutachters
nicht
in Zweifel zu ziehen.
Insbesondere
haben sich die beurteilende
n
Fachä
rzt
e
des
E._
in keiner Weise mit den
Vorakten
geschweige denn mit de
n begrün
deten abwe
ichenden Einschätzungen des psychiatrischen
Gutachter
s
auseinan
dergesetzt und stützt sich der psychische Status vornehmlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
.
L
ässt
der psychopathologische Befund
doch
insbesondere
objektivierbare kognitive, hirnorganische Defizite
vermissen.
Demgegenüber
hielten die beurteilenden Fachärzte
fest, der Beschwerdeführer sei
allseits orientiert und
im formalen Denken klar und strukturiert (
Urk.
7/82/2, E. 4.2).
Ebenso wurden die
halluz
inatorischen
Erlebnisse
in ihrer Bedeutung, Einfühlbarkeit sowie
den übrigen
in diesem Zusammenhang zu erwartenden psychopathologischen Veränderungen
– insbesondere im Hinblick auf den zweimonatigen Beobachtungszeitraum
–
im Austrittsberic
ht nicht weiter diffe
renziert
.
Zudem
hat der
Beschwerdeführer diskrepant zu
den
doch
schwerwie
genden Diagnosen
die tagestherapeutische Anschlussbehandlung in der
Tages
klinik
des
N._
verweigert
(
Urk.
7/82/3).
Vor diesem Hintergrund
ist der
Austrittsbericht des
E._
vom 1
7.
April 2014
nicht schlüssig und
gibt
er
zu ke
iner anderen Beurteilung Anlass
.
In neurologischer Hinsicht ist schliesslich festzuhalten, dass
Dr.
C._
anläss
lich der Konsultation vom 2
3.
Dezember 2013 gestützt auf ein MRI des Gehirns vom
5.
Dezember 2013 im Einklang mit den Gutachtern Normalbefunde des Hirnparenchyms sowie des Gefässsystems erhob (
Urk.
7/79/2
,
E. 4.1
).
Die
Ergeb
nisse der
von ihm in der Folge
veranlassten neuropsychologischen Abklärung
betreffend den Verdacht auf ein
dementielles Syndrom sprachen
sodann
alle
samt
gegen
eine Dem
enzerkrankung (
Urk.
7/79/11 f.).
5.2
Zusammenfa
ssend erfüllt das Gutachten der MEDAS
die an eine
beweistaugli
che
Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen, womit mit der IV-Stelle auf die darin gestellten D
iagnosen abgestellt werden kann.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – entgegen der Auffassung de
s
Beschwerdeführer
s
–
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte
Beweis
würdigung
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
5.3
Strittig und zu prüfen bleibt die in juristischer Hinsicht zu beurteilende Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers.
5.3
.1
Mit BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, wonach die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstö
rungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfä
higkeit begründet (E. 6): An der Rechtsprechung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG - aus
schliessliche Berücks
ichtigung der Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somato
former
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktionellen Auswirkun
gen einteilen (E. 4.4). Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res-
sourcen
; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen
ver
-gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei-dens
druck
(E. 4.4.2).
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 Ingress). Recht und Medizin wir-
ken
sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren (E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Die Anerkennung eines
rentenbegründenden Invaliditäts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund-
heitlichen
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich-
keit
nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.
5.3
.
2
Zunächst ist
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls
mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen
Beweis
grundlagen
vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr ma
teriell-beweisrechtlich geänder
ten Anforderungen ist in jedem ein
zelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtli
chen Sac
hverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indik
atoren erlauben oder nicht (
BGE 141 V 281
E. 8., mit Hinweis).
5.
3
.
3
Vorliegend erhellt aus dem Gutachten – worin noch auss
chliesslich Aus-führung
en zu den sogenannten Foerster-Kriterien – hinreichend, dass die Aus-prägung
der psychischen
und somatischen
diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt.
Die Gesundheitsschädigung und ihr funktioneller
Schwe
-
regrad
wiegen nicht schwer
.
Die Gutachter attestierten weder aus soma
tischer noch aus psychiatrischer Sicht eine länger andaue
rnde wesentliche
Arbeitsun
-
fähig
keit.
Sodann
geht der Beschwerdeführer einem im Wesentlichen
geordne
-
ten
Tagesablauf nach, mitunter ausserhä
uslichen Tätigkeiten (Spazieren
) sowie Aktivitäten mit Anforderungen an die Konzentrations- und Aufmerksamkeits
-
fähigkeit (Lesen historischer Romane, Autofahren) und verfügt er zumin
dest familienintern über intakte und tragende Beziehungen (
Urk.
7/76/33
,
E.
4.1
). Die beklagten Durchschlafprobleme begründete er mitunter selbst damit, dass er nachts sehr viel trinke und deshalb sehr viel auf die Toilette müsse
(
Urk.
7/76/31).
Der psychiatrische Gutachter führte
sodann aus
, bei entspre
chender Motivation sei der Beschwerdeführer in der Lage, sich an Regeln und Routinen anzupassen und sich in verschiedenen Tätigkeitsfeldern entsprechend seinen intellektuellen Möglichkeiten zu etablieren. Umstellungsfähigkeit, Flexi
bilität und fachliche Kompetenz seien für nicht allzu anspruchsvolle Arbeiten bei entsprechender Motivation als ausreichend einzuschätzen. Der Beschwerde
führer sei selbstbehauptungsfähig, prinzipiell durchhaltefähig, kontaktfreudig
zu Dritten und in Gruppen integrierbar. Ferner sei er zur unmittelbaren
Selbstver
sorgung fähig
(
Urk.
7/76/28)
.
Weiter ergab sich
aus der -
nicht ganz konzisen – Schilderung
des
Beschwerdeführers
, dass die in Anspruch genom
-
mene
psych
i
atrische
Therapie mit
d
er Sitzungsfrequenz von
2-3 Mal pro Monat
(
Urk.
7/76/33
, an anderer Stelle
1
Mal pro Woche,
Urk.
7/76/15
) wenig intensiv und die psychopharmakologische Medikation eher niedrig dosiert ist.
Entspre
chendes ergibt sich auch aus den Krankenkassenbelegen vom April 2012 für die letzten drei zurückliegenden Jahre (Urk. 7/50), die für Dr.
A._
drei Kon
takte (Juli 2010, Februar und August 2011), eine Therapiesitzung und
zwei Medikamentenverschreibungen ausweist (Urk. 7/50/2, Urk. 7/50/29 und Urk. 7/50/41).
Die
sich angesichts der geschilderten Symptomschwere aufdrän
genden
übrigen
Behandlungsmöglichkeiten (teilstationäre/ stationäre Therapien
)
hat der Beschwerdeführer
– jedenfalls
bis
zu seiner
Selbsteinweisung im Nach
gang der
Begutachtung –
nicht in Anspruch genommen
. Die
in der Folge
vom
E._
in die Wege geleitete tagesklinische
Anschlussbehand
lung
hat
er sodann
verweigert
(
Urk.
7/82
, E. 4.2
).
Vor diesem Hintergrund kann mangels
ausgeschöpften Behandlungsressourcen
v
on einer invalidisierende
n
Leidensresistenz
kaum
die Rede sein.
Gemäss dem psychiatrischen Gutachter sei
darüber hinaus
nur ein geringer Leidensdruck spürbar (
Urk.
7/76/38).
Schliess
lich sind
die gutachterlichen Hinweise
auf die Neigung des Beschwerdeführers zur Verde
utlichung und Aggravation (Urk.
7/76/23,
Urk.
7/76/39)
sowie
auf
de
n
Umstand,
dass der Beschwerdeführer aus dem
Unfallereignis
einen
als recht
mässig empfundenen
Versorgungs- und Rentenanspruch herleite
(
Urk.
7/76/26,
Urk.
7/76/
39
)
, zu erwähnen.
Damit im Einklang
wies
bereits
der damals beur
teilende orthopädische Facharzt anlässlich
der
von der SUVA veranlassten kreisärztlichen Untersuchung vom 2
9.
Mai 200
2 auf das Krankheitsgefühl des Beschwerdeführers hin
sowie
darauf, dass in dessen Gedankenwelt das
saluto
genetische
Pr
inzip nicht vorhanden sei (Urk.
7/12/23).
Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichtigung der im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten Diagnosen.
5.4
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversich
erungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es de
m
Beschwerdeführer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist,
seine
Lei-den zu überwinden und einer
leichten bis
mittelschweren, wechselseitigen
Erwerbstätigkeit
mit Lastenheben bis 20 kg vollzeitlich
nachzugehen.
Bei dieser Sachlage erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
6.
6.1
Gemäss Botschaft vom 2
4.
Februar 2010 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket;
BBl
2010 1817, 1911 zu
Abs.
2)
besteht
- entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers -
nicht in jedem Fall ein Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliede
rung nach
lit
. a
Abs.
2
SchlB
IVG. Vielmehr setzt das Bestehen eines solchen voraus, dass die Massnahmen für eine Wiedereingliederung "s
innvoll und nutzbrin
gend" sind
und die versicherte Person ein M
inimum an subjektiver
Eingliede
rungsfähigkeit
zum Ausdruck bringt
(
Rz
. 1007.1 zweiter
Abs.
des
Kreisschrei
bens
des BSV über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG [KSSB;
Stand:
1.
Januar 2016
]
; vgl. BGE 141 V 385 E. 5.3
).
Allf
älli
-
ge
Wiedereingliederungsmass
nahmen sind
der
versicherten Personen
im Rah
-
men
eines persönlichen Gesprächs
aufzuzeigen und gegebenenfalls zu planen
(
Rz
. 1004
.2
KSSB
).
6.2
Vorliegend hat die IV-Stelle de
m
Beschwerdeführer
bereits im Juni 2010
anläss
lich des Pilotprojekts „
Ingeus
“
Unterstützung in Richtung
berufliche Wiederein
gliederung
angeboten
(
Urk.
7/45). Sodann
wurde
er
anlässlich des Gesprächs vom 19. Juni 2012, dessen Zweck alle
ine die Information über die 6.
IV-Revi
sion
war,
über die veränderte Rechtsprechung und deren Folgen
sowie Möglich
keiten
orienti
ert
(vgl. Einladungssc
hreiben vom 1
3.
Juni 2012, Urk.
7/51
;
vgl. auch
Gesprächsprotokoll vom 1
9.
Juni 2012,
Urk.
7/52/4
).
Aus
den Akten
ergibt sich demgege
n
über
kein – auch nicht sinngemässer – Antrag des Beschwerde
führers
auf Eingliederungsmassnahmen.
Gemäss Vorbescheid vom 2
0.
Juni 2012 hat der Beschwerdeführer anlässlich des Beratungsgesprächs vom 1
9.
Juni
2012 vielmehr mitgeteilt, dass er an Eingliederungsmassnahmen nicht interes
siert sei (
Urk.
7/54). Gegen diese Darstellung brachte er
im
Einwandverfahren
nichts vor
(
Urk.
7/58).
Sodann
führte
er
anlässlich der Begutachtung aus, er
habe keine Energie, keinen Antrieb und keine Kraft, weshalb er nicht arbeiten könne
(Urk.
7/76/33)
. Ausserdem äusserte sich der Beschwerdeführer wiederholt dahinge
hend
, es sei eine logische Konsequenz des Unfalls,
„
dass man danach versorgt werde und eine Rente bekomme
“
(
Urk.
7/76/22).
Bei
offensichtlichem Fehlen
von
Motivation
und
sub
jektiver Eingliederungsbereitschaft
war
die
IV-Stelle
nicht verpflichtet, Eingliederungsmassnahmen zu gewähren
und
eine
akzessorische Übergangsrente
auszurichten (
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_260/2014 vom 5.
September 2014, E. 5.2).
Der Vollständigkeit halber ist
im diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen, dass
die Gutachter ihre Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen nicht von beruflichen Rehabilitationsmassnahmen abhängig gemacht
haben
. Daran ändert auch nichts, dass sie solche
vor dem Hintergrund der dürftigen Motivationslage
für eine erfolgreiche beruflichen Reintegration empfahlen (
Urk.
7/76/29).
Schliesslich bedarf es
im Vorfeld einer Rentenaufhebung nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
e
ntgegen dem Beschwerdeführer
selbstredend
kei
-
nes
Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG. Dass vorliegend die Voraussetzungen einer Rentenaufhebung nach
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision erfüllt sind, wurde im Rahmen der vorangehenden
Erwä
-
gungen
abschliessend
erläutert.
7.
Der angefochtene Entscheid erweist sich auch hinsichtlich des Zeitpunkts der Rentenaufhebung (vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a der Verordnung über die
Invali-denversicherung
, IVV) als richtig, womit die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversiche-rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--
festge
-legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
600.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese de
m
Beschw
erdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Alex
Beeler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.