# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 223bc41e-06f7-5bc4-b1f2-76443c440ad5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964 und
zuletzt
tätig als
selbständiger Händler
, mel
dete sich am 1
8.
Juni 2015 (Eingangsdatum) unter
Hinweis auf Stress und ein Burn
out bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/1).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und stellte mit Vorbescheid vom 1
7.
März 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
5/1
8
). Nachdem der Versicherte
am
29. April
2016
Einwand erhoben hatte (
Urk.
5/21; ergänzende
Einwandbegrün
dung
vom
3.
Juni 2016
,
Urk.
5/33), holte die IV-Stelle das polydisziplinäre Gut
achten
der
Medas
Y._
vom
9.
November 2016 ein (
Urk.
5/57) und gab dem Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme (
Urk.
5/59
), die am 8. Dezember 2016 erfolgte (Urk.
5/61). Mit Verfügung vom 1
4.
März 2017 hielt die IV-Stelle an der Abweisung des Leistungsbegehrens fest (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
2.
Mai 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leis
tungen auszurichten, wozu ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben sei, damit die jetzige Situation abgeklärt werden könne. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Durchführung einer mündlichen, öffent
lichen Verhandlung (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
4 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
5/1-68) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3
0.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
6).
Mit Schreiben vom
9.
Juli 2018 zog der Beschwerdeführer den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), dass der Beschwerdeführer gestützt auf das
polydiszplinäre
Gutachten in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei. Das psychische Leiden sei durch externe Belastungsfaktoren entstanden und eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Entsprechend sei das Leistungsbegehren abzuweisen.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor
(
Urk.
1)
,
dass die Gutachter eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit als Geschäftsführer und eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit in Tätigkeiten ohne Führungsaufgaben festgehalten hätten. Eine
Indikatorenprüfung
sei dabei bereits erfolgt
. Damit gehe aus dem Gutachten klar hervor, dass der Beschwerdeführer während mehr als einem Jahr arbeitsunfähig sei. Gestützt auf einen Einkommensvergleich sei entsprechend von einem Invaliditätsgrad von 72
%
auszugehen, eventualiter sei die Sache zur Durchführung eines Betätigungsvergleiches an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
2.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funktionellen
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6;
vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2
.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.2.4
Gemäss
der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die ärztliche Arbeitsfähig
keitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen nor
mativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatri
schen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die
anschliessende
juristische Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall
gemäss
der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsan
wender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
schliessen
lassen
(BGE 143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechts
anwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprü
fung nach
Massgabe
des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub, in: Ueli
Kieser
[Hrsg.], Sozial
versicherungsrechtstagung 2016, S. 142
Ziff.
3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizi
nisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Ent
scheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts
abschliessend
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsun
fähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der
mass
geblichen
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmi
ges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Pers
on auswirkt (BGE 144
V
50 E. 4.3, 143 V 418 E. 6
).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten der
Medas
Y._
werden
die bis zur Begutachtung
des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
5/57/3 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägun
gen aber darauf Bezug genommen.
3.2
3.2.1
Die begutachtenden Ä
rzte der
Medas
Y._
stellten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/57/17):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45
.41)
mit
-
intermittierenden generalisierten
muskuloskelettalen
Schmerzen bei depressiven Verstimmungszuständen
-
Periarthropath
ia
humeroscapul
aris
tendinotica
, linksbetont, mit
-
Insertionstendinopathie
des linken
Musculus
deltoideus
-
Biceps
longus
-Syndrom links
(klini
sch)
-
fraglicher partieller Ruptur der linken
Rotatorenmanschette
-
Dringender Verdacht auf
Femoropatellararthrose
und
Periarthrosis
genu
links bei
-
Status nach zweimaliger Kreuzbandplastik nach Kniegelenksdistorsion
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert notierten sie folgende:
-
Glaukom beider Augen, Erstdiagnose August 2013, behandelt
-
Migräne ohne Aura, Erstdiagnose Juli 2015, behandelt
-
Nicht klassifizierbare Lumbalgien bei
-
Status nach Abrissfraktur am ersten Lendenwirbel 2003
Des Weiteren hielten sie folgende Nebenbefunde fest:
-
Übergewicht (165 cm/80 kg Body Mass Index 29.4)
-
Mä
ssige Monozytose
-
Leichtgradige
Dyslipidämie
mit
-
leicht erhöhten Werten von LDL-Cholesterin und
atherogenem
Index
-
Mögliches
Impingement
der l
inken Hüfte bei Verdacht auf Labrumläs
ion und bilaterale
Pericoxalgie
mit
-
Insertionstendinopathie
am Trochanter
maior
-
Lesebrille (anamnestisch, nicht mitgebracht)
-
Pruritus
ani
(anamnestisch)
-
Status nach 1966
Hospitalisation
wegen Typhus
-
Status nach
1971 Appendektomie
-
Status nach
2002 Meniskus-Operation am linken Knie
-
Status nach
2002 Operation eines Kreuzbandrisses am linken Knie
-
Status nach
2003 Unfall auf dem Bau mit Abriss-Fraktur am ersten Len
denwirbel und Fraktur des Metacarpale V rechts
-
Status nach
2010
Hospitalisation
wegen „Schweinegrippe"
-
Status nach
2015
e
ndoskopische Abklärung eines Nasennebenhöhlenin
fektes (anamnestisch)
Der Beschwerdeführer sei für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als ehemaliger Inha
ber und zuletzt noch Teilhaber seines Altmetallgewerb
es aufgrund der psychiat
rischen Befunde noch zu 40
%
arbeitsfähig. Für körperlich leichtere bis mittel
schwere Verweistätigkeiten, ohne wiederholtes Heben von mehr als 15 kg, ohne Knien und ohne häufiges Besteigen von Leitern oder Gerüsten betrage die Arbeitsfähigkeit 60
%
der Norm, wobei wiederum die psychiatrischen Gegeben
heiten, viel weniger die rheumatologischen, Grenzen setzten.
Aus psychiatrischen
Gründen sei mindestens seit Sommer/Herbst 2014 von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Rheumatologisch sei es bei mangelnder Aktenlage nicht rückdatierbar (
Urk.
5/57/18 f.).
3.2.2
Der psychiatrische Gutachter, med.
pract
.
Z._
, führte in seinem psychi
atrischen Teilgutachten aus, dass sich sowohl klinisch als auch unter Einbezug des Psychostatus eine mittelgradige depressive Episode zeige. Die Therapie scheine einen gewissen Effekt zu haben, da die Tendenz eher zur leichten denn zur schweren depressiven Episode neige. So achte der Beschwerdeführer auf seine Ernährung und er kümmere sich aktiv um Angelegenheiten, z.B. auch seiner Mut
ter. Diese Störung habe dennoch weiterhin einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
5/57/32 f.).
Keinen Einfluss
habe hingegen
zurzeit die Tendenz zu einer Agoraphobie, welche jedoch im Auge behalten werden m
ü
ss
e
.
Neben so
matisch begründeten Schmerzen lä
gen gemäss rheumatologischem Teil
gutachten auch Schmerzen vor, die somatisch nicht ausreichend belegt werden könn
ten. Es liege
mit den oben bereits genannten Belastungen (Mutter, Sohn, Verlust von Geschäft, U-Haft...) ein weiteres Kriterium vor, welches no
twendig sei
für das Stellen der Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung (ICD 10: „Im Vordergrund des klinischen Bildes stehen seit mindestens
6 Monaten beste
hende Schmerzen in
einer oder mehreren anatomischen Regionen, die ihren Aus
gangspunkt in einem physiologischen Prozess oder einer körperlichen Störung
haben). Psychischen Faktoren we
rd
e eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exazer
bati
on oder Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen, jedoch nicht die ursächliche Rolle für deren Beginn. Der Schmerz ve
rursache
in klinisch bedeut
samer Weise Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder ande
ren wichtigen Fu
nktionsbereichen. Der Schmerz we
rd
e
nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht (wie bei
der vorgetäuschten Störung oder Simula
tion
).
Da
auch somatische Störungen vorlägen sei
von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen
u
nd psychischen Faktoren auszugeh
en. Auch diese Diagnose habe direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
in Kombination mit der Depres
sion.
Laut Gerichtsurteil bezögen sich die
Indikatoren auf die anhaltende somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden.
-
Gesundheitsschaden: Es handle
sich dabei um einen juri
stischen Begriff. Mediziner sprä
c
hen von Krankheiten und deren funktionellen Auswirkun
gen.
Die Diagnosen
hätten sie
in
der Diagnoseliste zusammengestellt
.
-
Schweregrad: Die festgestellten Erkrankungen erreich
t
en einen Schwere
grad, der
Einfluss
auf die funktionelle Leistungsfähigkeit
habe
.
Die fu
nk
tionellen Einschränkungen
gingen aus
dem oben angeführten Mini-ICF Rating hervor.
-
Pe
rsönlichkeit: Zu dieser habe er
oben bereits Stellung genommen.
-
Therapie: Die bisherige Therapie
sei ihres
Erachtens a
ngemessen. Soweit erkennbar, sei
die Kooperation bei den verordneten Behandlungen gut. Gemäss fachärztlicher Abkl
ärung bestünden
keine weiteren neuen Thera
pieoptionen, mit denen eine relevante zusätzliche/schnellere Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden k
ö
nn
e
[vgl. Empfehlungen].
-
Konsistenz: Die Abklärungen hätten
ergeben, dass sich die beklagten Lei
de
n
konsistent in vergleichbaren Lebensbereichen auswirken. Aus gut
achterlicher Sicht
seien sie
vom Bestehen der geltend gemachten Behin
derungen überzeugt.
-
Ressourcen: Der
Beschwerdeführer verfüge
aus psychiatrischer Sicht über genügend Ressourcen, um die aus somatischer Sicht attestierte Ar
beitsfä
higkeit zu realisieren.
Prognostisch sei
für die nächsten 12 Monate eine weitere Verbesserung des Befindens überwiegend wahrscheinlich.
3.2.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie, kam zusammenfassend zum Schluss
(
Urk.
5/57/40 f.)
, dass eine möglich beginnende Gonarthrose, respektive
Femoropatellararthrose
links am operierten Knie sowie eine noch nicht sicher klassifizierte
Periarthopathie
am linken Schultergelenk die funktionelle Kapazität für manuelle Schwerarbeiten einschränken könnten, was aber noch mittels de
r
erwähnten bildgebenden Abklärungen genauer zu eva
l
uieren sei. Zudem seien die therapeutischen Möglichkeiten
, die wohnortsnah und ambulant durchzufüh
ren wären, auszuschöpfen, bevor definitiv die zumutbare Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf als Altmetallhändler bestimmt werde. Die vorläufige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
muskuloskelettalen
Befunde sei eine arbiträre Beurteilung. Beim stark agitierten und irritierten Beschwerdeführer sei die anamnestische Erhebung erschwert gewesen. Depressive Verstimmungs
zeichen und eine aggressive Schwingung hätten die eigene, vorbehaltlose Urteils
fähigkeit eingeschränkt. Seines Erachtens spiele eine subjektive Leistungsinsuffi
zienz mit einer Leistungshemmung auf mehr psychologischer Ebene als somatisch
begründet eine entscheidende Rolle. Dadurch resultierten eine negative Selbst
prognose und eine verminderte Willensstärke zu adäquaten rehabilitativen Massnahmen.
In der Berufstätigkeit als selbständiger und allein tätiger Altmetallhändler mit Fahrzeug ohne Hebebühne, ohne Kran oder technische Hilfsmittel zum Verladen von schwereren Gewichten (> 15 kg), schätze er die vorläufige Arbeitsfähigkeit auf 70 – 80
%
, wobei das häufige Heben derartiger Gewichte bei einer noch nach
zuweisenden
Rotatorenmanschettenruptur
sowie bei einer möglichen Präarthrose am linken Knie, eventuell auch am linken Hüftgelenk, die Belastungstoleranz aus evidenten Gründen vermindere.
Zur Steigerung der Belastungstoleranz könnten technische Hilfsmittel (Hebekran, Lastwagen mit Hebebühne) in Betracht gezogen werden. Im Haushalt sei der Beschwerdeführer in uneingeschränktem Mass arbeitsfähig und in keiner Weise auf Fremdhilfe angewiesen.
Eine leichtere und mittelschwere manuelle Berufstätigkeit, die nicht ausschliess
lich stehend und nicht mit wiederholtem Heben schwerer Lasten (> 15 kg) ver
bunden sei, die nicht mit knienden Arbeitspositionen sowie mit dem häufigen Besteigen von Leitern und Gerüsten verbunden sei, könne in vollem Umfang zugemutet werden.
4.
4.1
Das Gutachten der
Medas
Y._
vom
9.
November 2016
beruht au
f all
seitigen Untersuchungen des Beschwerdeführers
in internistischer, rheumatologi
scher und psychiatrischer Hinsicht. Die Gutachter erhoben eine ausführliche Anamnese (
Urk.
5/57/8 ff.;
Urk.
5/57/23 ff.
), berücksichtigten die geklagten Beschwerden und ihre Schlussfolgerungen ergingen in Kenntnis der
Vorakten
(Urk.
5/57/3 ff.
)
, wobei insbesondere med.
pract
.
Z._
sich ausführlich mit den Berichten des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
B._
aus
einandersetzte (vgl.
Urk.
5/57/31 f.)
. Das Gutachten vermag damit den an eine beweiskräftige Expertise
gestellten Anforderungen (E. 2.4
) grundsätzlich zu genügen.
4.2
Im Rahmen de
r Beweiswürdigung obliegt es allerdings – entgegen den Ausfüh
rungen des Beschwerdeführers - den
Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in
con
creto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objekti
vierten Grundlage erfolgte
(vgl. E. 2.2.4).
4.2.1
Med
.
pract
.
Z._
stellte
fest, dass die Therapie inklusive der Pharmakoth
erapie einen gewissen Effekt habe
, da die Tendenz eher zur leichten denn zur schweren depressiven Episode neige (
Urk.
5/57/
32). E
ntsprechend
prognostizierte
med.
pract
.
Z._
eine weitere
Verbesserung des Befindens in den nächsten 12 Monat
en
(
Urk.
5/57/33)
,
so dass von einem guten Behandlungserfolg auszugehen ist.
Die von med.
pract
.
Z._
erhobenen Befunde sind nicht als besonders schwer zu beurteilen (
Urk.
5/57/29 f.).
Hinzu kommt
, dass
med.
pract
.
Z._
diverse und zum Teil schwere Belastungsfaktoren in den letzten Jahren nannte ohne sie als nicht versicherte Faktoren auszuklammern: Die Beziehungen seien gescheitert bis auf die aktuelle, ein Sohn habe starke Verhaltensprobleme, die Mutter absor
biere viel Aufmerksamkeit und Zeit, die Alimente seien hoch, der Beschwerde
führer scheine durch eigene Fehler sein Unternehmen an frühere Kollegen verlo
ren zu haben
und sei als Einziger in U-Haft gewesen und verurteilt worden für eine Schlägerei 2013 (
Urk.
5/57/31). Insgesamt sind damit die diagnoserelevanten Befunde als lediglich mässig und nicht
besonders schwer zu beurteilen.
Med.
pract
.
Z._
konstatierte darüber hinaus, dass keine Persönlichkeitsbe
reiche pathologisch erhöht angegeben
seien
im
strukturierten klinischen Inter
view (SKID II Fragebogen und Interview
;
Urk.
5/57/30
). Ein Grossteil der mit Ja beantworteten Items habe sich erst in den letzten Jahren entwickelt.
Darüber hinaus lebe
der Beschwerdeführer zusammen mit seiner Mutter und sei
ner Frau in einem Container mit zwei Etagen. Er lebe mit der Frau oben und die Mutter unten. Mit der Verwandtschaft habe er Kontakt, Freunde und Kollegen habe er eher nicht. Das sei in letzter Zeit so, er sei bedient. Die Verwandten wür
den in der Nähe leben, sie würden über Gott und die Welt erzählen, das sei schon gut so (
Urk.
5
/57/27). Dies lässt auf ein intaktes familiäres Umfeld schliessen, was als Ressource zu berücksichtigen ist.
Des Weiteren hielt auch med.
pract
.
Z._
dafür, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht über genügend Ressourcen verfüge, die aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsfähigkeit zu rea
lisieren (E. 3.2.2).
4.2.2
Zu prüfen bleibt der beweisrechtlich entscheidende Aspekt der Konsistenz.
Dabei ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über ein gutes Aktivitätsniveau ver
fügt: So habe er sehr unterschiedliche Tagesabläufe, je nachdem wie es gehe. Er lese Zeitung, gehe raus. Mit der Mutter gehe er immer wieder einkaufen oder zum
Arzt, sie habe recht viele Arztbesuche. Er erledige die Post und gehe auch selber zum Arzt, so einmal die Woche. Den Haushalt mache die Frau, manchmal helfe er. Irgendetwas gebe es immer zu tun. Oder er sei am Telefon und Besuch bei der Mutter gebe es auch viel. Es störe ihn nicht, aber manchmal ziehe er sich auch gerne zurück. Oder er fahre Velo, habe aber aktuell Probleme am
Gesäss
. Er sitze auch im Garten
draussen
, er habe noch einen schönen Gar
ten. Das Essen würden sie alle d
re
i vorbereiten, F
ettiges und Zuck
ersachen lasse er lieber, er wolle keinen Diabetes haben. So habe er seine Ernährung entsprechend umgestellt.
Er habe noch ein Auto, mit dem er auch fahre. Auch längere Strecken. Vor einer Woche habe er eine längere Reise ins Tessin gemacht, drei Tage.
Seine Mutter habe dies gewollt. Sie seien mit dem Wohnwagen hin, es sei aber Stress, da seine Mutter nicht mehr ausreichend mobil sei. Er liebe seine Mutter, aber manchmal denke sie, es gehe wieder alles, obwohl gar nichts gehe. Er müsse einen Schemel holen, damit sie ins Auto einsteigen könne. Er sage ihr, dass es nicht mehr gehe, die Gefahr, dass ihr etwas passieren könnte, sei sehr hoch (
Urk.
5/57/27 f.).
Eine stationäre psychiatrische Behandlung hat bis anhin – soweit aus den Akten ersichtlich – nicht stattgefunden (vgl.
Urk.
5/14/6)
. D
er aus den Akten ersichtliche
ambulante
Behandlungsrhythmus
ist ein
Termin ca. alle zwei Wochen (vgl.
Urk.
5/14/6;
Urk.
5/3/4
). Das verschriebene
Anafranil
vergesse er manchmal, er merke nichts von der Wirkung (
Urk.
5/57/26). Med.
pract
.
Z._
führte aus, dass Psychopharmaka
zur Zeit
nicht im Vordergrund stünden, es könnten jedoch noch SNRI versucht werden, da das
Anafranil
zumindest der Selbstwahrnehmung des Beschwerdeführers nicht viel zu bringen scheine (
Urk.
5/57/34). Zusammen
fassend ist
beim aktuellen Behandlungsrhythmus und der nicht stattgehabten sta
tionären Therapie behandlungsanamnestisch
nur von einem geringen Leidens
druck auszugehen.
4.2.3
Zusammenfassend sind funktionelle Auswirkungen der mittelgradigen depressi
ven Episode und der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren unter Berücksichtigung der nicht als besonders schweren diagno
serelevanten Befunde, der nicht pathologisch erhöhten Persönlichkeitsbereiche, der familiären Strukturen
,
die als gute Ressource zu werten sind, des guten Akti
vitätsniveaus und des behandlungsanamnestisch nur geringen Leidensdruckes nicht überwiegend wahrscheinlich. Damit ist aus psychiatrischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.3
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in der angestammten Tätigkeit vorläufig eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
, konsta
tierte allerdings, dass die therapeutischen Möglichkeiten noch auszuschöpfen wären, bevor die zumutbare Arbeitsfähigkeit in der angestammt
en Tätigkeit
definitiv bestimmt
werde (
Urk.
5/57/40).
In zeitlicher Hinsicht konstatierten die Gutachter, dass der Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit aus rheumatologi
schen Gründen bei mangelnder Aktenlage nicht rückdatierbar sei (
Urk.
5/57/19).
Um Anspruch auf eine Invalidenrente zu haben, muss
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich mindes
tens
eine 40
%
ige Arbeitsunfä
higkeit vorgelegen habe
n
(vgl. E. 2.3)
. Dies ist vorliegend
gestützt auf das Gut
achten der
Medas
Y._
vom
9.
November 2016
nich
t überwiegend wahrscheinlich
, da die Gutachter aus somatischen Gründen maximal eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten und die psychiatrischen Diagnosen – wie gezeigt – die Arbeitsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einschränkten
(vgl. E. 4.2)
.
Der Beschwerdeführer hat damit keinen Anspruch auf eine Invali
denrente.
4.4
Das Gutachten ist
, wie gezeigt,
voll beweiskräftig.
V
on weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer
gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet wird.
4.5
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.