# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 176a2d69-6bcd-47a2-9f5e-5f534ad53562
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, arbeitete
zuletzt von September 2008 bis Januar 2010 zu 100
%
als Monteur bei
Firma Y._
(
Urk.
6/6), als er sich am 1
4.
November 2009 wegen anhaltenden Beschwerden nach einem
am 2
0.
April 2009
erlittenen
Auffahru
nfall bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Massnahmen für die berufliche Eingliederung, Rente) anmeldete (
Urk.
6/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (
Urk.
6/
13-15), einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versi
cherten (IK-Auszug;
Urk.
6/5) sowie Arbeitgeberberichte (
Urk.
6/6,
Urk.
6/16)
ein, zog die Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/12) bei und veranlasste eine interdisziplinäre Begutachtung, über welche am 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
6/23) berichtet wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/
26-35) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Juni 2012 (
Urk.
6/36 =
Urk.
2) einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom
7.
Juni 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
1
0.
Juli 2012 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
,
es
sei ein Obergutachten ein
zuholen (S. 2
Ziff.
1), es sei eine mit den Normen der EMRK übereinstimmende öffentliche, mündliche und kontradiktor
ische Verhandlung durchzuführen
(S. 2
Ziff.
2),
und
es sei ein Beweisverfahren durchzuführen und
Dr.
med.
Z._
und
Dr.
med. A._
als Zeugen zu befragen (S. 2
Ziff.
3).
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
September 2012 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
8.
September 2012 zur Ke
nntnis gebracht wurde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2012
wurde sodann
das
Gesuch
des Beschwerdeführers
um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege bewilligt
(
Urk.
12
)
.
Mit Ein
gabe vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
13)
machte
der Beschwerdeführer eine Ver
schlechterung seines Gesundhei
tszustandes geltend
, reichte verschiedene medi
zinische Berichte ein (
Urk.
14/1-3)
und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Gutachtenskosten von
Dr.
med.
B._
in der Höhe von
Fr.
1‘600.-- zu übernehmen respektive diese seien ihm zu ersetzen
(S. 3)
.
Mit Eing
abe vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
16) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung des Antrags zur Übernahme der Kosten des Parteigutachtens.
Auf Aufforderung des hiesigen Gerichts (
Urk.
18) nahm der Beschwerdeführer am 2
4.
Oktober 2013 Stellung (
Urk.
23) zur Frage, wie sich eine schwere De
pression mit seinen sportlichen Aktivitäten als aktiver
Darts
pieler
vereinbaren
lasse. Diese Stellungnahme wurde
der Beschwerdegegnerin am 3
0.
Oktober 2013 zur Kenntnis
gebracht
(
Urk.
24).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass
beim Beschwerdeführer keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten gestellt werden können. Es habe keine längere Arbeitsunfähigkeit bestanden und das Vorliegen eines anhaltenden Gesundheitsschadens sei nicht anzunehmen. Es könne somit
von einer vollen Arbeitsfähig
keit in jeglicher mittelschweren
bis gelegentlich schwere
n
Tätigkeit ausgegangen werden (S. 1 unten).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1),
bei einem Verkehrsunfall mit Heckaufprall habe er sich eine HWS-Distorsion zugezogen. Er habe bereits vor diesem Ereignis unter psychischen Beschwerden gelitten, diese hätten sich jedoch in der Folge verstärkt (S. 3 oben). Die Schlussfolgerung der MEDAS-Gutachter, wonach keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt worden seien, sei kaum nachvollzieh
bar, zumal er vorher jahrelang an psychischen Beschwerden gelitten habe und auch heute noch darunter leide (S. 5 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Wobei insbesondere zu prüfen ist, ob der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt wurde oder ob weiterer Abklärungsbedarf besteht.
3.
3.1
Der erstbehandelnde
Dr. med.
C._
, Facharzt Allgemeinmedizin FMH,
diagnostizierte im Dokumentati
onsbogen für Erstkonsultation nach
kra
nio
zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 20. Juni 2009 (Urk. 6/12/130-131) ein
HWS-Dis
torsionstrauma Grad II und eine (seit 2005) vorbestehende psychi
atrische Erkrankung (Ziff. 5 und Ziff. 7). Die neurologische Untersuchung ergab einen Normalbefund (Ziff. 6.c).
3.2
Dr. med. D._
, Neurologie FMH, nannte im Bericht vom 9. Juli 2009 (Urk. 6/12/121-122) folgende Diagnosen (S. 1):
Exazerbation eines vorbestehenden episodischen Spannungs
kopf
schmer
zes nach HWS-Distorsion am 20. April 2009
zerviko
-vertebrales Syndrom nach HWS-Distorsion vom 20. April 2009
rezidivierende wahnhafte Störung
neuroleptikainduziertes
extrapyramidal-motorisches Syndrom
Dr.
D._
nannte als klinische Befunde
eine verminderte HWS-Beweglichkeit, einen leichten
Nackenrigor
so
wie einen mässigen Hartspann der paravertebralen zervikalen Muskulatur. Das EEG zeige eine normale Grundaktivität mit leichter Schläfrigkeit sowie einzelne frontale
Dysrhythmien
.
Epileptiforme
Potentiale seien nicht ableitbar. Es fänden sich keine Hinweise auf eine diffuse oder fokale Hirnschädigung (S. 2 Mitte). Der Beschwerdeführer habe seit dem Pubertätsalter rezidivierendes Kopfweh, das als episodischer Spannungskopfschmerz zu klassi
fizieren sei. Diese Schmer
zen seien nun durch die im Anschluss an den Auf
fahrunfall vom 20. April 2009 aufgetretene
zerviko
-vertebrale Symptomatik
vermehrt
getriggert
worden. Bei vorbestehender Kopfwehbereitschaft könne m
an nicht von eigentlichen
zervi
kogenen
oder posttrauma
tischen Kopfschmer
zen sprechen.
Zur Behandlung des
zerviko
-vertebralen Schmerzsyndroms sei die Einleitung einer Physiotherapie indiziert, begleitet von Medikamenten. Wegen der Gefahr einer
Dekonditionierung
sei eine baldige be
hutsame Wiederauf
nahme der Arbeitstätigkeit anzustreben (S. 2 unten).
3.3
Dem Bericht der
K
linik
E._
, Arbeitsorientierte Rehabilitation, vom 19. August 2009 (Urk. 6/
12/96-103
) über das ambulante Assessment vom 18. August 2009 sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
Unfall vom 20. April 2009: Heckauffahrkollision mit HWS-Distorsion
Québec Task Force (
QTF
)
II
psychosoziale Belastungssituation
Spannungskopfschmerz
zervikales Syndrom
anamnestisch vorbestehende Depression
Adipositas
Die untersuchenden Ärzte nannten als aktuelle Probleme Kopfschmerzen und Nackenschmerzen, Einschlafstörungen mit vermehrter Tagesmüdigkeit sowie eine depressive Stimmung nach Familientragödie (S. 1). Im Vordergrund stün
den die okzipital nach frontal ausstrahlend
en Kopfschmerzen sowie Nackenbe
schwerden mit bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen (S. 5 Mitte). Zur bisherigen Behandlung gaben sie an, dass
initial
nur eine medikamentöse Therapie durch den Hausarzt erfolgt sei. Seit
etwa zwei Monaten sei eine Was
sertherapie begonnen worden, anfangs zwei Mal und seit zwei Wochen nur noch ein Mal pro Woche. Dies sei angesichts der aktuellen Einschränkungen deutlich zu gering (S. 2 oben). Als erhebliche psychosoziale Belastungssituation sei das Tötungsdelikt an seiner Mutter sowie der ehemaligen Verlobten seines mittleren Bruders zu erwähnen, welche im Jahr 2005 erschossen worden seien. Seit diesem Ereignis seien erstmalig auch akustische Halluzinationen in Form von Geräuschen wie beispielsweise Türklopfen oder Telefonklingeln aufgetreten, weshalb er in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Der Psychiater habe eine Depression diagnostiziert. Seit dem letzten Unfallereignis seien nun die akusti
schen Halluzinationen wieder vermehrt erschienen, was aber unter medika
mentöser Therapie („Tropfen für Depression“) wieder
regredient
sei (S. 3 oben).
3.4
Vom 3. bis zum 18. September 2009 befand sich der Beschwerdeführer im statio
nären Aufenthalt in der
K
linik
E._
. Aus dem Austrittsbericht vom 22. September 2009 (Urk. 6/
12/40-46
) ergeben sich folgende Diagnosen (S. 1):
Unfall vom 20. April 2009: Heckauffahrkollision mit HWS-Distorsion QTF II
psychosoziale Belastungssituation
Spannungskopfschmerz
zervikales Syndrom
komplizierte Trauer (tragischer Tod der Mutter und der Schwägerin) mit Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung und schwere gehemmte Depression; Differentialdiagnose: psychotische Störung aus schizophrenem Formenkreis
Adipositas
Nikotinabusus
Die behandelnden Ärzte führten aus, dass f
ünf Monate nach der Heckauffahr
kollision dauerhafte BWS- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schultern beidseits, intermittierend ein Stechen im BWS-Bereich, int
ermittie
rend Kopfschmerzen, eine psychosoziale Belastungssituation, eine reduzierte Schlafqualität, eine schmerzbedingte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit sowie Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit bestünden. Während des Aufenthaltes sei die psychiatrische Problematik im Vordergrund gestanden. Als Primärdiagnostik sei extern ein konventionelles Röntgen der HWS/
Dens
erfolgt, wobei diese Untersuchung keine posttraumatischen Läsionen gezeigt habe (S. 1 Mitte; S. 2 unten). Insgesamt könne die Beschwerdeproblematik mit den Diag
nosen und den Befunden schwierig erklärt werden. Eine klare Trennung von unfallkausal bedingter und nicht unfallkausal bedingter Einschränkung sei schwierig. Im Bereich des Nackens und des Schultergürtels seien die Beschwer
den am ehesten als
myofasziale
Restbeschwerden zu betrachten. Die noch ak
tu
ell geklagten Beschwerden bei fehlendem strukturellem Schaden sollten sich innert der nächsten zwei bis drei Monate vollständig normalisieren (S. 3 Mitte). Dem Beschwerdeführer wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht ab dem 19. September 2009 attestiert (S. 4).
Im Rahmen des stationären Aufenthaltes in der
K
linik
E._
fand am 4. September 2009 ein psychosomatisches Konsilium statt. Im entsprechenden Bericht vom 14. September 2009 (Urk. 6/40) wurde festgehalten, beim Be
schwerdeführer bestehe eine lang andauernde Schlafproblematik (Ein- und Durchschlafstörungen) und eine gehemmte, depressive Stimmungslage mit An
triebslosigkeit, Verlust der Lebensfreude, Lustlosigkeit, Motivationslosigkeit und Gleichgültigkeit, die vom Hausarzt mit Psychopharmaka behandelt worden seien. Anlässlich der Exploration habe der Beschwerdeführer berichtet, unter erheblichen Intrusionen und aufdrängenden Gedanken, die kontinuierlich vor
handen seien, zu leiden. Diese stünden im Zusammenhang mit dem tragischen
Tod seiner Mutter, an welche er emotional sehr gebunden gewesen sei. Er könne ihren Tod nicht verkraften, sei durchgehend sehr traurig, weinerlich, mit Ge
fühlen der Sinnlosigkeit und inneren Leere. Grundsätzlich sei davon auszuge
hen, dass es sich um eine komplizierte Trauerreaktion mit den Sympto
men der posttraumatischen Belastungsstörung und einer schweren gehemmten Depres
sion
handle
. Eine komplizierte Trauer sei oft ein chronischer Zustand und viel
fach von anderen psychischen und somatischen Symptomen begleitet (S. 4 f.). Im Zusammenhang mit der Diagnosestellung u
nd gleichzeitig erheblichem Lei
densdruck des Beschwerdeführers, der seit vier Jahren unbehandelt in seinem Alltag schwierig und nach dem Unfallereignis vom April 2009 kaum noch in seinen Funktionsfähigkeiten durchkomme, dränge sich ein Klinikaufenthalt auf. Die weitere Abklärung, psychiatrisch-psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung werde im stationären Rahmen der psychiatrischen Klinik
F._
durchgeführt (S. 5 unten).
3.5
Vom 1. bis zum 22. Oktober 2009 erfolgte eine stationäre Behandlung in der Klinik
F._
. Im Austrittsbericht
vom 3. Dezember 2009 (Urk. 6/12/30-35
) wurden folgende Diagnosen genannt (S. 1):
komplizierte Trauer mit Symptomen ein
er posttraumatischen Belastungs
störung und einer depressiven Störung, aktuell mittelgradig
belastende psychosoziale Situation mit Verschuldung
zervikales Schmerzsyndrom mit/bei:
Status nach Heckauffahrkollision im April 2009 mit HWS-Distorsion
Die behandelnden Ärzte gaben an, der Beschwerdeführer sei zur Krisenintervention bei depressiver Symptomatik zugewiesen worden. Er habe starke Rache
ge
fühle gegenüber einem Polizisten, der auf 11-mal
ige Anzeigen wegen Fami
lienbelästigung nicht reagiert habe und welchen er für den Tod der Mutter verant
wortlich mache. Es gehe ihm seit dem Tötungsdelikt an seiner Mutter
sehr schlecht
, er habe starke Schuldgefühle, glaube, er hätte die Tat verhindern können (S. 1 unten). Bei Eintritt habe sich der Beschwerdeführer deprimiert, antriebslos und stark auf seine Rachegedanken ein
geengt gefühlt. Die antidepres
sive Medikation sei umgestellt worden, was bewirkt habe, dass er affektiv zunehmend spürbarer, schwingungsfähiger und
stabiler geworden sei. Die Teil
nahme an den Spezialtherapien habe dem Beschwerdeführer kurzfristig gehol
fen, sich von den Rachegedanken abzulenken und den Antrieb zu steigern. In Bezug auf die Rachegedanken sei keine zwanghaft-impulsive Symptomatik bemerkt worden, sondern diese seien im Rahmen der Trauer als unverarbeiteter Prozess eingeschätzt worden. Zur Bewältigung und Strukturierung des Alltags sei ein längerfristiger Aufenthalt in einer Tagesklinik im Anschluss an die sta
ti
onäre Therapie dringend nötig (S. 2 unten).
3.6
Am 17. November 2009 wurde eine Magnetresonanztomographie (MRI) der HWS durchgeführt (Urk. 6/
12/37
). Daraus ergab sich kein Nachweis eines post
traumatischen Knochenmarködems. Im Seg
ment Th1/2 fand sich eine
Osteo
chondrose
mit begleitender nach
foraminal
reichender Diskushernie. Ebenso zeigte sich im Segment Th2/3 eine kleine thorakale Diskushernie rechts nach
foraminal
reichend.
Myelopathiezeichen
fanden sich keine.
SUVA-
Kreisarzt Dr.
G._
verneinte in der Stellungnahme vom 23. November 2009 (Urk. 6/
12/36
) die Frage, ob aufgrund des Berichts über das MRI noch eine objekti
vierbare organische gesundheitliche Beeinträchtigung vorliege. Zudem gab er an, dass von einer weiteren medizinischen Behandlung keine namhafte Besse
rung (der unfallbedingten Beschwerden) zu erwarten sei.
3.7
Dr.
C._
berichtete am
7.
Mai 2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/13/1-4) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
komplizierte Trauer mit posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
schwere gehemmte Depression (ICD-10 F32.2)
Differential
diagnose: Schizophrenie
zervikales Schmerzsyndrom
Status nach HWS-Distorsionen April 2009, September 2009
Momentan sei dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit zumutbar (S. 2
Ziff.
1.7). Als Sprinklermonteur sei der Beschwerdeführer seit dem 2
8.
April 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3
Ziff.
1.6).
Dr.
C._
berichtete am 2
6.
Mai 2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/14), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus, es bestehe ein schwer eingeschränktes Zustandsbild. Durch die Therapie könne nur eine ge
ringfügige Verbesserung erwartet werden. Eventuell sei dem Beschwerdeführer später eine leichte angepasste Tätigkeit für zwei Stunden täglich zumutbar (S. 4
Ziff.
1.11).
3.
8
Dr.
med.
Z._
, Psychiatrie und Psychotherapie
, berichtete am 1
4.
Juni 2010 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/15) und nannte folgende Diag
nosen (S. 9 f.):
ch
a
r
a
kterneurotische Entwicklung mit Verdacht auf frühe Deprivation, Aggressionsproblematik und Migration (ICD-10 F61.0); Differentialdiag
nose: paranoide Persönlichkeit,
oligosymptomatische
Schizophrenie
sensitiver Beziehungswahn (ICD-10 F22.0); Differentialdiagnose: parano
ide Persönlichkeit,
oligosymptomatische
Schizophrenie
Status na
c
h multiplen narzisstischen Beeinträchtigungen und Belastun
gen durch Life Events (ICD-10 F43.8)
Schmerzverarbeitungsstörung; Schmerzausweitung nach Distorsion der CWK (ICD-10 F45.4)
Erschöpfungsreaktion auf dem Boden einer anhaltenden Anpassungsstörung
mit Übergang in eine mittelschwere Erschöpfungsdepression (ICD-10 F33.8); Differentialdiagnose: vegetative Dystonie, Neurasthenie mit deutlich depressivem Einschlag
Er führte aus,
der Beschwerdeführer sei derzeit
wohl
nicht eingliederungsfähi
g. Mittelfristig könne zwar eine teilzeitliche Arbeitsfähigkeit resultieren, doch werde diese vorerst wohl nicht die 50%-Hürde
überschreiten können.
Dabei seien insbesondere noch Arbeiten möglich, die ohne Zeitdruck, etwa unter redu
ziertem Leistungsgrad, vorgenommen werden könnten und die nicht allzu viel motorisches Ges
chick und Teamarbeit verlangen würden (S. 13 oben).
3.
9
Die Gutachter der MEDAS
H._
erstatteten am 1
3.
Februar 2012 ihr interdisziplinäres Gutachten (
Urk.
6/23) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 2
6.
und 2
7.
Januar 201
1.
Sie nannten folgende Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
23 unten):
chronisches
zervikozephales
/zervikales Schmerzsyndrom ohne sensomo
torische Ausfälle bei
Haltungsstörung mit Hyperkyphose der BWS
Tonuserhöhung der Schulter
-
Nacken
-
Muskulatur mit
Insertionstendi
nosen
Myogelosen
der paravertebralen Muskulatur
Zustand nach HWS-Distorsion April 2009
Adipositas
Sie führten aus, seitens der Fachgebiete Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie seien keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vergeben wor
den (S. 23 Mitte).
Die anamnestisch beschriebene depressive Symptomatik im Jahre 2009 sei aktuell vollumfänglich remittiert (S. 23 unten).
In der psychiat
rischen Untersuchung hätten keine pathologischen Befunde in erheblichem Ausmass festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer habe seine somati
schen Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen in den Vordergrund gestellt.
Bei der klinischen Untersuchung hätten keine Anhaltspunkte für Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen festgestellt werden können.
Es sei denn bisher auch in keiner einzigen psychiatrischen Beurteilung eine Ein
schränkung der kognitiven Funktionen als objektive
r
Befund festgehalten worden.
Das inhaltliche Denken zeige gewisse Kränkungen, Wut und Rachege
danken infolge des tragischen Ereignisses. Hingegen lägen keine
depressionstypische
n
Denkinhalte wie Insuffizienzgefühle, Schuldgefühle oder Gefühle der Wertlosigkeit vor.
Der Beschwerdeführer habe ausserdem berichtet, dass er Zei
tungen lese, fern schaue, mit seiner Frau zusammen spazieren gehe, mit ihr Zeit verbringe, soziale Kontakte pflege, am Wochenende Besuche erhalte und auch längere zielgerichtete Aktivitäten wie die Reise nach
I._
vor vier Monaten absolviere.
In Rahmen der gutachterlichen Untersuchung sei auch keine Antriebsminderung festgestellt worden.
Insbesondere sei
während der gutachterli
chen Untersuchung k
eine anhaltende depres
sive Affektivität
zu beobachten gewesen
(S. 24)
.
Der Beschwerdeführer habe eine situationsbezogene Bedrücktheit und zeitweise auch eine
dysphorische
Verstimmung gezeigt, eine depressive Störung mit eigenständigem Krankheitswert könne unter Berücksichtigung sämtlicher Daten jedoch nicht diagnostiziert werden (S. 25 oben).
D
er Beschwerdeführer
habe
zuletzt im Jahre 2009 während der
Hospitalisation
in der Klinik
F._
depressive Symptome gezeigt
.
Diese seien in der Ausprägung als mittelgradig beschrieben worden. Hingegen sei im Rahmen der
Hospitalisation
bereits von einer Zustandsbesserung, einer Verbesserung und Stabilisierung der Affektivität
berichtet worden.
Dr.
Z._
habe sodann in seinem Bericht keine Symptome einer depressiven Störung mehr beschrieben.
Die erwähnte mittelschwere Erschöpfungsdepression könne aktuell aus gutachterlicher Sicht nicht bestätigt werden.
Zwar könne aus gutachterlicher Sicht eine im Rahmen der
Hospitalisation
in der
K
linik
E._
und in der Klinik
F._
vorübergehende depressive Episode angenommen werden. Diese könne durch das Unfallgeschehen
getriggert
sein, insbesondere auch aufgrund der subjektiv erlebten Unge
rechtigkeit und als Folge der psychosozialen Belastungsfaktoren. Diese sei je
doch im Rahmen der
Hospitalisation
in der Klinik
F._
bereits
weitgehend remittiert gewesen. Deshalb würden die damals vom Beschwerdeführer beschrie
benen negativen Empfindungen und deutlich werdende Trauerreaktion im Sinne eines Wi
e
der
au
fleben
s
der Trauergefühle im Rahmen dieser depressiven Symp
tomatik gesehen, welche mittlerweile remittiert sei.
An dieser Stelle sei auch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aktuell nicht antidepressiv behandelt werde (S. 25).
Zusammenfassend könne aus interdisziplinärer Sicht festgehalten werden, dass beim Beschwerdeführer kein anhaltender Gesundheitsschaden aus orthopädi
scher, neurologischer oder psychiatrischer Sicht festzustellen sei. Eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus interdisziplinärer Sicht weder in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit. Dem Beschwerdeführer sei eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit zu achteinhalb Stunden pro Tag ohne Leistungseinschränkung zumutbar (S. 32 unten).
3.10
Die Ärzte der p
sychiatrischen
K
linik
J._
berichteten am 2
9.
Januar 2013
(
Urk.
14/1) über die stationäre Behandlung des Beschwerde
führers vom 1
4.
Dezember 2012 bis 2
4.
Januar 201
3.
Sie nannten als Diagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
und
ohne
Somatisierung
(ICD-10 F32.2)
und führten aus, der Eintritt sei freiwillig erfolgt. Während de
s
stationären Aufenthalt
s
sei es zu einer raschen Verbesserung der affektiven Symptomatik gekommen.
3.11
Dr.
med. univ.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete sein Privatgutachten am 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
14/2)
gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung des Beschwerdeführers vom
9.
April 201
3.
Er nannte
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f.):
chronifizierte
depressive Entwicklung, gegenwärtig sch
w
ere Episode, ohne psychotische Symptome, bei einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.2) / eine Störung, die durch wiederholte depressive Episoden gekennzeichnet
ist
Er führte aus,
es bestünden
schwergradige
Störungen auf der psychisch-geisti
gen Ebene und es könnten relevante Einschränkungen im sozialen Bereich fest
gestellt werden. Der Tagesablauf werde als depressionstypisch beschrieben und es bestehe ein sozialer Rückzug (S. 12 unten).
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht könne eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 80
%
angenommen werden. Somit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von bis zu 20
%
(S. 13 oben).
Durch den Schweregrad der Krankheit und die wenig günstige Prognose sei
dem
Beschwerdeführer keine andere Tätigkeit zumutbar
(S. 13 un
ten
)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorwiegend auf das MEDAS-Gut
achten vom 1
3.
Februar 2012 (vgl. vorstehend E. 3.
9
) ab.
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das MEDAS-Gutachten vom 1
3.
Februar 2012 (
Urk.
6/23) für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist.
Es beruht auf den für
die strittigen Belange um
fassenden und allseitigen Untersuchungen sowie einer ausführlichen Anamnese und berück
sichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angemessener Weise. Sodann wurde
das Gutachten
in Kennt
nis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der kon
kreten medizinischen Situation Rechnung.
So machte
n die
Gutachter darauf aufmerk
sam, dass
beim Beschwerdeführer
die Freudfähigkeit erhalten und er
durchaus
in der Lage gewesen sei, auf freudige Ereignisse
adäquat reagieren zu können
und er zwar affektiv situationsbezogen bedrückt gewirkt habe, jedoch eine pathologische Affektauslenk
ung nicht ausgemacht worden sei
(S. 16).
Weiter be
zogen sie ausdrücklich Stellung zur anlässlich der
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers im Jahre 2009 festgestellten depressiven Symptom
atik und führten aus, dass aktuell
eine depressive Störung mit eigenständigem Krankheitswert nicht mehr habe diagnostiziert werden können
(S. 25 f.)
.
Die Gutach
ter zeigten zudem in na
chvollziehbarer Weise auf, dass im Rahmen der aktuel
len gutachterlichen
Untersuchung weder die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, noch die Symptome einer akuten Belastungsreaktion
hätten
festgestellt
werden können
(S. 26 f.
)
und auch die von
Dr.
Z._
diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung
nicht habe bestätigt werden können (S. 27 f.)
.
Die Gutachter setzten sich ausserdem differenziert mit
den vom Beschwerdeführer beschriebenen Rachegefühlen gegenüber dem Polizisten, welcher nach subjekti
ver Empfindung des Beschwerdeführers seine Pflichten vernachlässigt habe, auseinander und hielten fest, dass
diese im Rahmen von Kränkungserlebnissen durchaus als normalpsychologisch nachvollzog
en werden könne (S. 28 unten).
Das MEDAS-Gutachten
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge ein und
die von den Gutachtern
vorgenommene Schlussfolgerung zu Ge
sundheitszustand und Arbeitsfähigk
eit wird ausführlich begründet.
So zeigte
n sie
in nachvollziehbarer Weise auf, dass beim Beschwerdeführer
weder
aus orthopädischer,
noch
aus neurologischer oder psychiatrischer Sicht ein anhal
tender Gesundheitsschaden festzustellen sei
und auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit bestehe
(S.
32).
Überdies führten sie einlässlich und sorgfältig aus,
dass aufgrund der durchgeführten Röntgenuntersuchungen ein struktureller Unfallschaden habe ausgeschlossen werden können und aus orthopädischer Sicht eine pathophysi
ologische Plausibilität für die jetzige beklagte Symptomatologie aus der Art des primären Verletzungsbefundes nicht habe abgeleitet werden können (S. 31 un
ten).
Schliesslich wiesen die Gutachter darauf hin, dass aus interdisziplinärer Sicht kein Rehabilitationsbedarf bestehe und sich eine rasche Wiedereingliede
rung des Beschwerdeführers
im freien Arbeitsmarkt empfehle (S. 32 unten).
Das MEDAS-Gutachten
erfüllt damit die praxisg
emässen Kriterien an den Beweis
wert eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.
5
) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers bestehen in den zu würdigen
den Arztberichten keine unüberbrückbaren Diskrepanzen und Wider
sprüche, welche ein Obergutachten
notwendig machten.
So kann auf die Beurteilung und Einschätzung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.8
) nicht abgestellt werden. Seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit entspricht vielmehr eine
r ande
ren Beurteilung des gleichen Sachverhalts, zumal keine neuen medizinischen Tatsachen aus dem Bericht hervorgehen und
auch keine
nachvollziehbar be
gründete und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgen
ommen wird.
Die dargelegten Befunde sowie d
ie angeführten Gründe, weshalb dem Beschwerdeführer
lediglich ein 50%iges Pensum zumutbar sei
, beruhen im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, welche jedoch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sind.
Abgesehen davon machte
Dr.
Z._
keine nachvoll
ziehbaren, näheren
Angaben zu funktionellen Einschränkungen
des Beschwer
deführers
,
und äusserte sich auch nur spärlich zu möglichen adaptierten Tätig
keiten.
Auch aus den Berichten von
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.7
)
lässt sich betreffend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nichts Konkretes entneh
men. Im Wesentlichen wird die subjektive Beschwerdeschilderung wiedergege
ben und sodann erwähnt, dass
dem Beschwerdeführer
eventuell nach einer psy
chischen Stabilisierung eine leichte angepasste Tätigkeit zumutbar sei.
Dr.
C._
nannte in seinen Berich
ten jedoch vor allem fachfremde
Diagnosen mit Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit (komplizierte
Trauer mit posttraumati
scher Belastungsstörung
sowie eine schwere gehemmte
Depression mit der Differentialdiagnose einer Schizophrenie
), ohne jedoch ihre ursprüngliche fach
ärztlich-psychiatrische Quelle zu nennen. Eine objektivierende Beschreibung de
r
entsprechenden psychopathologischen Befunde und der sich daraus ergebenden wesentlichen Einschränkungen der funktionellen Leistungsfähigkeit lässt sich den Beric
hten hingegen nicht entnehmen.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die ausführlich begründete Beurteilung im MEDAS-Gutachten umzustossen ver
möchten.
4.3
Bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers fällt ferner ins Gewicht, dass
der Beschwerdeführer aktuell nicht antidepressiv be
handelt wird. Unter diesen Umständen schien es trotz fehlender antidepressiver beziehungsweise intensiver psychopharmakologischer Behandlung zu k
einer weiteren Entwicklung der
psychi
atrischen Sympto
matik
gekommen zu sein, was
ebenfalls für die Remission des im Jahre 2009 beschriebenen depressiven
Zu
standes
spricht.
Ausserdem
berichtete
der Beschwerdeführer in der gutachterli
chen Untersuchung
von zielgerichteten Aktivitäten (vgl.
Urk.
6/23 S.
15)
,
und er
nimmt auch als aktiver Spieler an Dart
s
-Turnieren
teil (vgl.
Urk.
17/1-7)
, was ebenfalls
mit
der Diagnose einer erheblichen depressiven Störung
nicht verein
bar ist
.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen in die Wege zu leiten, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physische als auch der psychische G
esundheitszustand des Beschwer
deführers wurden in den Beurteilungen gebührend berücksichtigt. Der Beschwerdeführer vermochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Ak
tenlage unzutreffend beziehungsweise
unvollständig
wäre
. Da ein anhaltender
Gesundheits
schaden
nach dem Gesagten nicht ausgewiesen ist, erweisen sich die vorliegenden medizinischen Akten als ausreichend, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann.
Die Einwände des Beschwerdeführers in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Einwände brachte er nicht vor.
An dieser Beurteilung ändern auch die erst nach Erlass der angefochtenen Verfü
gung verfassten Berichte der Ärzte der
psychiatrischen Klinik J._
(vgl. v
orstehend E. 3.10
) sowie von
Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 3.11
) nichts, da das Gericht der beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde legt, wie er sich der Verwal
tung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
4.5
Der Beschwerdeführer beantragte, es sei eine mit den Normen der EMRK übereinstimmende öffentliche, mündliche und kontradiktorische Verhandlung durch
zuführen, in der ihm Gelegenheit zu geben sei, seine Sache zu begründen, akustisch angehört zu werden und auf allfällige Fragen des Gerichts antworten zu können, wie dies der Grundsatz des fair
trial
verlange (
Urk.
1S. 2
Ziff.
2).
Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerdeschrift seinen Standpunkt einläss
lich dargelegt, mithin seine Sache bereits begründet. Fragen des Gerichts sind nicht zu beantworten, da das Gericht keine Fragen hat. Sodann lässt sich auch das Begehren um eine kontradiktorische Verhandlung vom Gericht nicht ohne weiteres erfüllen; lädt es (soweit antragsgemäss) zu einer mündlichen Hauptver
handlung vor, steht es der Beschwerdegegnerin frei, im Voraus auf Replik zu verzichten und deshalb an der Verhandlung gar nicht teilzunehmen.
Zu bemerken ist
schliesslich
, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde keinen Antrag auf
Leistungszusprache
stellte, weshalb nicht nachvollziehbar erscheint, aus welchem Grund eine Verhandlung zur Beurteilung von Beweis
anträgen (Obergutachten, Zeugeneinvernahme) durchgeführt werden sollte
.
Aus all diesen Gründen ist der genannte Antrag abzuweisen.
4.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf
das MEDAS-Gutachten vom 13
.
Februar
201
2
abzustellen und somit von eine
r 100%igen Arbeitsfä
higkeit
in sämtlichen
mittelschweren bis schweren Tätigkeiten
gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil auszugehen ist.
Die angefochtene Verfügung vom 7
.
Juni
2012 (Urk. 2) erweist sich daher als rechtens, weshalb d
ie Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzu
erlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Kurt Pfau, Winterthur, ist bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ermessensweise
mit
Fr.
1‘600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Dem Antrag des Beschwerdeführers, ihm seien die Honorarkosten von
Dr.
B._
in der Höhe von
Fr.
1‘600.-- zu entschädigen (
Urk.
13 S. 3), kann nicht entsprochen werden.
Dieses Privatgutachten
von
Dr.
B._
wurde nach Erlass der angefochtenen Verfügung verfasst und
trug nichts zur
Entscheidfindung
bei
. Es handelt sich demnach um unnötige Prozesskosten, welche derje
nige zu bezahlen hat, der sie verursacht hat
, mithin der Beschwerdeführer (§ 28
lit
. a
GSVGer
in Verbindung mit Art. 108 der Schwei
zerischen Zivilprozessord
nung).