# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bdd33eed-7b0d-45ae-96ac-b58d89063c13
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988, war seit
dem 1. August 2010 bei der
A._
AG
als
Mitarbeiterin Administration
angestellt und damit bei der
Sympany
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Sympany
)
versichert, als sie sich am
15. März 2011 eine
Nasenbein- und Mittelgesichtsfraktur
zuzog (Urk. 9/1
-2
).
Nach
getätigten
Abklärungen
stellte die
Sympany
die bis dahin erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom
4. April 2012 (Urk. 9/39)
per
30. April 2012
ein
.
Die von der Versicherten dagegen
erhobene Einsprache
(Urk. 9/40; Urk. 9/42)
hiess die
Sympany
mit Entscheid vom 24. Februar 2014 (Urk. 9/48
= Urk. 3/30
) gut und hob die
angefochtene
Verfügung auf.
1.2
Die
Sympany
holte bei der
B._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 9. April 2015 erstattet wurde (Urk. 9/61). Mit Verfügung vom 13. Mai 2015 (Urk. 9/65/1-2
= Urk. 3/31
) stellte die
Sympany
die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 30. April 2015 ein. Die von der Versicherten
dagegen
erhobene Einsprache (Urk. 9/67
; Urk. 9/85/1-2) wies die
Sympany
mit Entscheid vom 10. Juli 2017
(Urk.
9/86
= Urk. 2)
ab
.
2.
Die Versicherte erhob am
11. September 2017
Beschwerde gege
n den
Einsprache
entscheid
vom 10. Juli 2017
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und
es
seien ihr die Leistungen gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) über den 30. April 2015 hinaus zu gewähren. Eventuell sei eine medizini
sche Expertise aus den Fachrichtungen Neurologie, Psychiatrie und Neuropsy
chologie durch das Gericht anzuordnen. Subeventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die
Sympany
zurückzuweisen (Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-3
). Mit Beschwer
deantwort vom
28. Dezember 2017
(Urk.
8
) beantragte die
Sympany
die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
15. Januar 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
10
).
Mit Verfügung vom 22. Februar 2018 (Urk. 14) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Die Beschwerdeführerin liess sich innert Frist nicht vernehmen, worüber die Beschwerdegegnerin am 5. Juli 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
UVG
und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 15. März 2011 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der ver
unfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder
trauma der
Halswirbelsäule (
HWS
)
, eine dem Schleudertrauma äquivalente Ver
letzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung.
Bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel
hirntraumen, welche mindestens den Schweregrad der
Contusio
cerebri erreichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 2.1), wird hingegen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet
(sogenannte Schleudertrauma-Praxis; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E.
2.1 mit Hinweisen).
Ergeben die Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl.
BGE 119 V 335 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fäl
len ist die Beurteilung praxisgemäss ebenfalls unter dem Gesichtspunkt einer psy
chischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a); andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln (soge
nannte Schleudertrauma-Praxis). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3).
1.7
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Recht
sprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl.
BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als
Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten ver
zichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
(Urk. 2) führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den Kopf-
und Nackenbeschwerden und dem Un
fall vom März 201
1
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr überwiegend wahrscheinlich gewesen sei. Es könne diesbezüglich auf das
B._
-Gutachten abgestellt werden, welchem vollen Beweiswert zukomm
e
(S. 8 Ziff. II.10). Auch der adäquate Kausalzusam
menhang sei zu verneinen
.
Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den seien organisch objektiv nicht ausgewiesen.
Abgesehen von der erlittenen Fraktur, die im Zeitpunkt der Leistungseinstellung längstens folgenlos ausgeheilt gewesen sei, seien keine organisch objektivierbaren Unfallfolgen ausgewiesen (S.
9 Ziff.
II.
11).
Zudem könne
offen
gelassen
werden, o
b die Beschwerdeführerin ein Schleuder- oder ein Schädelhirntrauma erlitten habe, da auch die
Schleuder
traumapraxis
zu einer Ableh
nung der Adäquanz führe (S.
10 Ziff.
II.
14).
Die Beschwerdeführerin sei bewusstlos gewesen, als sie vom Bürostuhl gefallen sei und mit dem Gesicht auf den Boden aufgeschlagen habe. Dieser Unfallhergang sei höchstens als mittlerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu betrachten. Somit müsste
n
für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs mindestens vier von sieben zusätzlich zu prüfenden Beurteilungskriterien erfüllt sein (S. 10 Ziff. II.15).
Insgesamt
sei
maximal ein Kriterium (erhebliche Beschwerden)
erfüllt
, jed
och nicht in ausgeprägter Weise. Der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 15. März 2011 sei deshalb zu verneinen (S. 10 f.
Ziff. II.
16)
.
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 8) grund
sätzlich fest.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
es
sei der Beschwerdegegnerin nicht gelungen, den Wegfall der Kausalität zu beweisen. Sie habe lückenlos belegt, dass sie seit dem 1
5.
März 2011 als Folge des Unfalls
ganz oder teilweise arbeitsunfähig gewesen sei und bis heute noch sei (Urk.
1 S.
14
Rz
39).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch über den 30. April 2015 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat und dabei insbesondere das Vorliegen des Kausalzusammenhangs betreffend die noch bestehenden Beschwerden.
3.
3.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 15. März 2011 während der Arbeit ohnmächtig wurde
und mit dem Oberkörper nach vorne auf den Bürotisch fiel. Der B
ürostuhl rollte nach hinten, die Beschwer
deführerin
fiel vom Stuhl, stürzte mit dem K
opf/Gesicht auf den Boden (vgl.
Urk. 9/1; Urk. 9/8
= Urk. 3/5
) und zog sich
dabei eine
mehrfragmentäre Nasen
beinfraktur
und einen Riss im Bereich der rechten Stirnhöhle
zu
(Urk. 9/2
= Urk. 3/7
). Am 23. März 2011 erfolgte im Universitätsspital
C._
eine Nasenreposition, die erfolgreich verlief (Urk. 9/3).
3.2
Dr.
D._
, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation,
erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene rheumato
logi
sche Gutachten am 25. Juli 2011 (Urk.
9/18
= Urk. 3/10
)
, und nannte dabei fol
gende Diagnosen (S.
7
Ziff. 5.2
)
:
-
cervikovertebrales
Syndrom bei
-
Fehlstellung mit leichter linkskonvexer Torsionsskoliose
-
myofasciale
Symptomatik im Nacken-/Schulterbereich bei
-
Status nach
Mittelgesichtsfraktur mit Frakturlinie in Stirnhöhlen
vor
derwand rechts
-
gute S
tellung nach Reposition am 23. März 20
11 einer dislozierten Nasenbeinfraktur
am 15. März 20
11
-
Status nach Synkope am 15. März 20
11
-
Hyperlaxizität
der Gelenke
-
Verdacht auf posttraumatische Kopfschmerzen vom Migränecharakter
Das MRI der
HWS
vom 28. Juni 2011 (vgl. Urk. 9/16) zeige eine leichte Fehlhal
tung in Form einer leichten flachbogigen linkskonvexen Skoliose bei im Übrigen unauffälligen Befunden.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sch
lage sie vor, dass die Beschwerdeführerin in zirka
zwei
Woche
n ihre Arbeit bei
A._
mit zwei Stunden
pro Tag
wied
er aufnehme
und wöchentlich um zwei
Stunden pro Tag steigere, bis zum Erreichen de
s 100%igen Arbeitseinsatzes (S.
6
Ziff. 4
)
.
Die HWS-Beschwerden wie auch die migräneartigen Kopfschmerzen seien mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf den Sturz vom 15. März 2011 zurückzu
führen (S. 7 Ziff.
5.5)
.
3.3
Ein Arzt der
Klinik
E._
, Neuroradiologie
O._
, berichtete am 23. Januar 2012 über die gleichentags erfolgte Untersuchung
(Urk. 9/35)
und legte
dar, dass
sich kein pathologi
scher Befund
gezeigt habe. Das
Gehirn
sei
struk
turell normal, t
raumatische Veränderungen würden sich nicht visua
lisieren
lassen.
3.4
Dr.
F._
,
Fachärztin für
Neurologie,
nannte in ihrem Bericht vom 27. Januar 2012 (Urk.
9/34
= Urk. 3/18
)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
kurzer Bewusstseinsverlust unklarer Genese wahrscheinlich
vagovasale
Synkope mit Nasenbeinfraktur, Kontusion und Fraktur rechts frontal am 15. März 2011
-
Hyperlaxizität
Das MRI des Schädels am 23. Januar 2012 habe eine normale Darstellung des Gehirns, insbesondere keine posttraumatischen Veränderungen, gezeigt. Die beklagten
Kopfschmerzen seien im Rahmen eines leichten Schädelhirntraumas respektive posttraumatischen Syndroms zu interpretieren (S. 2 unten).
3.5
Dr.
G._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und
Konsiliararzt
der Beschwerdegegnerin
,
führte in seiner Stellungnahme vom 1. Februar
2012 (Urk.
9/38)
aus, dass die Kopf- und
Nackenschmerzen nur noch al
s möglich zum Ereignis vom 15. März
2011 klassifiziert werden
könnten.
Der
Endzustand betreffend
die
Fraktur rechts frontal und
der Nasenbeinfraktur sei erreicht.
3.6
Dr.
H._
, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 27. August 2012 (Urk. 9/43
= Urk. 3/23
) aus, dass die Beschwerdeführerin
an einem protrahierten
postkommotionellen
Syndrom sowie eine
m post
trauma
ti
schen
Zervikalsyn
drom
leide
.
Die heute noch deutlichen und erheblich vor
han
denen Beschwerden, welche zur Einschränkung der Arbeits
fähigkeit und auch privater Aktivitäten führe, sei durch den Sturz vom 15. März 2011 bedingt. Die sogenannte
Unfallkausalität sei mit überwiegender
Wahr
schein
lichkeit gegeben (S.
3
unten
).
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sollte sukzessive, aber in sehr kleinen Schritten gesteigert werden. Die jetzige Arbeitsfähigkeit von 55 % sollte spätestens in einem Monat auf 60 % gesteigert werden (S. 5 oben).
3.7
Die Ärzte der
I._
, Universitätsspital
J._
, erstatteten das von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 31. Dezember 2013 (Urk. 9/
47/2-30
=
Urk. 3/24
/1-29
), und nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 f. Ziff. 6.1):
-
Status nach
mildem Schädelhirntrauma der Kategorie 2 nach den Kriterien der
EFNS-Taskforce
am 15. März
2011
-
bei Sturz aus dem Sitzen, am ehesten bei
vasovagaler
Synkope mit sekundärer konvulsiver Komponente
-
CT Schädel-Nasennebenhöhlen 16. März 2011: Nasenbeinfraktur, Impressionsfraktur Sinus
frontalis
rechts, Spiegelbildung im Sinus
frontalis
rechts, keine intrakranielle Blutung
-
MRI des Schädels vom 23. Januar 2012:
Neurokranium
strukturell nor
mal, keine intrakraniellen posttraumatischen Veränderungen
-
mit chronischem posttraumatischen Kopfschmerz
-
mit posttraumatischer organischer
Fatigue
(ICD-10 F07.2)
-
C
ervikospondylogenes
Syndrom mit leichten deg
enerativen Veränderun
gen der Halswirbelkörper (HWK)
4/5
mit
-
minimaler
breitbasiger
Bandscheibenprotrusion
ohne resultierende spi
nale Enge
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma mit mehrfragmentärer Nasen
beinfraktur
-
aktuell ohne Hinweis auf
radikuläres
Reiz- oder sensomotorisches Aus
fallsyndrom
-
MRI der HWS vom 28. Juni 2011: leichte
skoliotische
Fehlhaltung, im Übrigen unauffällige Untersuchung der HWS
Die von der Beschwerdeführerin beklagten Kopfschmerzen seien mit hoher Wahr
scheinlichkeit Folgen des Unfalls vom 15. März 2011 (S. 26 Ziff. 7.1).
In der angestammten Tätigkeit als Handelsfachfrau sei die Beschwerdeführerin aktuell zu 60 % arbeitsfähig. D
ie Einschränkung erkläre sich aufgrund der nachgewiese
nen mehrfachen Gesichtsschädelfraktur, einem
postkommotionellen
Syndrom mit Kopfschmerzen und posttrauma
tischer organischer
Fatigue
(S.
26
Ziff. 7.2
)
. Auch in einer körperlich leichten Verweistätigkeit bestehe aktuell eine 60%ige Arbeits
fähigkeit, dies vornehmlich aus neurologischer Sicht wegen der Kopfschmerzen und der
Fatigue
-Symptomatik (S. 26 Ziff. 7.3).
3.8
Die
I._
-Gutachter führten in ihrer ergänzenden Stellungnahme zuhanden der IV-Stelle vom 31. Januar 2014 (Urk. 3/25) aus, dass
die
Arbeitsunfähigkeit in überwiegendem Mass auf den Unfall vom 15. März 2011 zurückzuführen
sei
. Die Kopfschmerzen seien seit dem Unfalltag semiologisch stark verändert, sodass die jetzigen Kopfschmerzen mit hoher Wahrscheinlichkeit unfallbedingt seien. Die Festlegung der Unfallkausalität sei gleichzeitig nicht Gegenstand des Gutachtens.
Des Weiteren könne die Diagnose eines posttraumatischen Kopfschmerzes gestellt werden. Gleichermassen leide die Beschwerdeführerin unter einem komplexen posttraumatischen Beschwerdebild,
das
auch eine organische
Fatigue
umfasse (S. 2).
3.
9
Die Ärzte der
B._
erstatteten
am 9. April 2015
das von der Beschwerde
gegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten (Urk. 9/61
)
, das
ein
ortho
pädische
s
(vgl. Urk. 9/61/1-23), neuropsychologische
s
(vgl.
Urk. 9/61/25
41), neurologische
s
(vgl. Urk. 9/61/43-73) und psychiatrische
s
Teilg
utachten (vgl.
Urk. 9/61/75-91)
umfasste
.
Die Gutachter nannten folgende
Diagnosen (Urk. 9/61/1-23 S. 14 Ziff. 4
; Urk. 9/61/43-
73 S. 12 Ziff. 4)
:
-
Hyperlaxizität
der Gelenke bei genereller Kapsel-Band-Schwäche und asthenischem Habitus
-
linkskonvexe zervikale Haltungsinsuffizienz
-
Migräne
-
Bewusstseinsverlust unklarer Genese mit nachfolgendem Sturz und Gesichtsschädelanprall mit Nasenbeinfraktur am 15. März 2011
Aus
orthopädischer
Sicht sei e
ine ereigniskausale strukturelle zervikale Läsion, die geeignet wäre, die beklagt
en Beschwerden zu begründen,
nicht belegt und nicht wahrscheinlich.
Insgesamt sei bei
der
asthenischen Beschwerdeführerin eine recht schmächtige Muskulatur mit
Hyperlaxizität
der Gelenke bei genereller Kapsel-Band-Schwäche aufgefallen.
Der Status quo ante sei spätestens wenige Tage nach dem Ereigni
s wieder als erreicht anzusehen (Urk. 9/61/1-23 S. 18 Ziff.
6.
4.2 und
Ziff.
6.
4.3.b, vgl. S. 14 f. Ziff. 5
)
.
Die Diagnose einer HWS
Distor
sion sei angesichts des dokumentierten Ereignishergangs nicht belegt und nicht wahrscheinlich, da eine peitschenschlagartige Bewegung des Kopfes mit
antero-posteriorer
Auslenkung gar nicht vorgelegen habe (Urk. 9/61/1-23 S. 16 Ziff. 6).
Eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Gesundheitsstörung liege
somit
nicht vor. Die linkskonvexe zervikale Haltungsinsuffizienz sei vorbestehend, nicht ereignis
kausal und
zwar
geeignet, die zervikalen Beschwerden anteilsmässig zu begrün
den, nicht jedoch die darüber hinaus beklagten
Cephalgien
(Urk. 9/61/1
23 S. 19 f. Ziff. 6
.6
).
Aus orthopädischer Sicht sei somit eine ereigniskausale oder auch eine anderweitig orthopädisch begründete Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, Validität und Integrität als nicht überwiegend wahr
scheinlich anzusehen
, allenfalls könnte
n
für wenige Tage nach dem Ereignis im März 201
1
zervikale Beschwerden vorgelegen haben. Danach habe aus ortho
pä
discher Sicht
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bestan
den. Die Tätigkeit als Mitarbeiter in der Administration sei als körperli
ch leichte, vorwiegend sitzende
Tätigkeit einzustufen. Eine weitere Anpassung der Tätigkeit sei nicht nötig (Urk. 9/61/1-23 S. 21 Ziff.
6.
9).
Aus neuropsychologischer Sicht bestehe kein Anhalt für eine kognitive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/61/25-41 S. 14 Ziff. 4)
.
So sei keine Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit gegeben. Ein Leistungsabfall sei nicht beobachtbar, die kognitiven Leistungen lägen in allen untersuchten Berei
che
n
in der Norm und entsprächen dem Bildungsstand. Für die reklamierten Klagen finde sich somit kein Korrelat. Das Ereignis vom März 2011 biete darüber hinaus auch keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine wesentliche zerebrale Verletzung, die dauerhafte kognitive Störungen begründen könnten. Die akten
kundigen und weiteren Daten liessen allenfalls die Diagnose einer möglichen Commotio cerebri zu, da die stattgehabte Bewusstlosigkeit bereits in der Synkope aufgehe. Ein eigenständiges Kopftrauma mit assoziierter Bewusstlosigkeit lasse sich also gar nicht attestieren,
insofern sei die aktenkundige Diagnose eines milden Hirntraumas irreführend und nicht haltbar. Somit sei eine unfallkausale (oder eine anderweitige) kognitive Störung nicht wahrscheinlich.
Neuropsycho
logischerseits
sei dementsprechend keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu attestierten,
dies per sofort und auch retrospektiv
, ex
tunc
, geltend (Urk. 9/61/25-41 S. 14 f.
Ziff. 5).
Der neurologische Untersuchungsbefund sei ohne Anhalt für eine behinderungs
relevante Auffälligkeit und ohne Hinweis für eine die berichtete Symptomatik erklärende Pathologie. Anamnese und Befunde sprächen für eine Migräne. Hin
weise für eine behinderungsrelevante Ges
undheitsstörung als Folge der i
m Rahmen des Sturzes aus innerer Ursache entstandenen Gesichtsschädelverletzung würden sich nicht ergeben, insbesondere würden keine Zeichen einer
nervalen
Läsion im
trigim
in
alen
Bereich vorliegen.
Ein
Schädelhirntrauma
könne nicht
bestätigt werden, erfordere ein
solche
s
doch definitionsgemäss
eine
Bewusstlo
sigkeit
. Die Ursache der initialen Bewusstlosigkeit sei eine
synkopale
Genese gewesen, weshalb das definierte Kriterium eines Schädelhirntraumas bereits vor dem eigentlichen Sturz auf d
en Gesichtsschädel entfallen sei
. Zudem
bestehe bei der Beschwerdeführerin ein chronisches Kopfschmerzsyndrom und eine Assozia
tion von Kopfschmerzen mit Schädelhirntraumen sei epidemiologisch gar nicht belegt. Ferner habe die Beschwerdeführerin bereits vor dem
synkopalen
Ereignis an episodischen Kopfschmerzen gelitten. Auch die Diagnose eines
Fatigue
-Syn
droms sei abwegig und nicht begründet. Schliesslich sei auch die Diagnose einer HWS-Distorsion nicht haltbar
, ein Schleudertrauma
sei hier qua Hergang gar nicht zu attestieren, da der Sturz auf den Gesichtsschädel keine
peitschartige
Aus
lenkung der
HWS
annehmen lasse. Deshalb sei vorliegend ein Bewusstseinsver
lust aus innerer Unruhe unklarer Genese mit nachfolgendem Sturz und Gesichts
schädelanprall mit Nasenbeinfraktur zu diagnostizieren.
Als Ursache komme
eine Synkope, ein
iktales
Ereignis oder eine
migränöse
Manifestationsvariante
in Frage
(Urk. 9/61/43-73 S. 13 ff. Ziff. 5).
Aus neurologischer Si
cht
b
estehe
somit
kein Anhalt für eine j
emals aus dem Ereignis vom 15. März
2011 resultierende anhaltende Auslenkung des gesundheitlichen Status
(Urk. 9/61/43-73 S. 17 Ziff.
6.
4.3.b).
Für die beklagte allgemeine Müdigkeit bestehe kein objektives klinisches Korrelat, auch für die «Verspannungen» im Bereich des Nackens habe sich kein neurologisches Korrelat gefunden (Urk. 9/61/43-73 S. 17 Ziff. 6.5).
Es liege eine vom Ereignis vom 15. März 2011 unabhängige Migräne vor. Diese beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht, die Migräne sei eine benigne Störung mit guter Behandlungsprognose (Urk. 9/61/43-73 S. 18
Ziff.
6.
6).
Es bestehe
somit
kein ausreichender Anhalt für eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, dies ex
tunc
geltend. Die stattgehabte Bewusstlosigkeit und Gesichtsschädelfraktur könnten allenfalls eine zeitlich limitierte Arbeitsun
fähig
keit von wenigen Wochen begründen (Urk. 9/61/43-73 S. 19 Ziff.
6.
9).
A
us psychiatrischer Sicht bestehe
ebenfalls
kein ausreichender Anhalt für eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/61/75-91 S. 11 Ziff. 4).
So lasse sich eine namhafte psychische Beein
trächtigung im Sinne depressiver ICD-10-Achsensymptome anamnestisch nicht herausarbeiten. Auch in den vorliegenden Aktendokumenten werde keine psychiatrische Erkrankung diagnostiziert.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe somit
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, dies per sofort geltend (Urk. 9/61/43-
73
S. 11 f.
Ziff. 5
).
3.
10
Dr.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
und Hausarzt der Beschwerdeführerin
, führte in seinem ärztlichen Zeugnis vom 3. März 2016 (Urk. 9/3/27/2) aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall vom 15. März 2011 unter Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Verspannungen im oberen Wirbelsäulenbereich leide, weshalb sie regelmässige Behandlungen durch den
Chiropraktor
, den Physiotherapeuten und Schmerzmedikamente nach Bedarf benötige. Die Beschwerdeführerin sei zu 30 % arbeitsunfähig.
3.11
Dr.
L._
,
C
hiropraktor
, führte in seinem Bericht vom 5. März 2016 (Urk. 3/29) aus, dass sich gesamthaft ein protrahierter Verlauf bei Status nach Commotio cerebri und HWS-Distorsion mit konsekutivem posttraumatischem Kopfschmerz des
migräniformen
Typs abzeichne. Die Nacken- und Kopf
schmerzsymptomatik sei aus
chiropraktischer
Sicht schwierig gänzlich in den Griff zu kriegen (S. 2 unten).
3.1
2
Dr.
M._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
, führte in ihrem Bericht vom 19. September 2016 (Urk. 9/81/2-3) aus, dass die Beschwer
deführerin seit Juni 2016 an einem Tinnitus beidseits leide (S. 1)
4.
4.1
Das polydisziplinäre
B._
-Gutachten vom April 2015 (vorstehend E. 3.9) umfasst die Fachrichtungen Orthopädie, Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie. Die Gutachter verfügen über
den
entsprechende
n
Facharzttitel
beziehungsweise über die berufliche Qualifikation
(vgl. Urk. 9/61/1-23
S. 23; Urk. 9/61/25-41 S. 17; Urk. 9/61/43-73 S. 21;
Urk. 9/61/75-91
S. 17
)
und waren somit in ihren Fachgebieten
grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheits
zu
standes und der Arbeitsfähigkeit der Besc
hwerdeführerin befähigt. Das
B._
-Gutachten erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berück
sichtigte die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar
begründet. Damit erfüllt das
B._
-Gutachten die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräfti
ge
s Gutachten (vgl. vorstehend E. 1.
8
).
4.
2
Die
B._
-Gutachter legten
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise
dar, weshalb
nicht auf
das
I._
-Gutachten (vgl. vorstehend
E. 3.7
) abgestellt werden könne
(vorstehend E. 3.9). Daran
vermag auch die ergänzende Stellungnahme der
I._
-Gutachte
r
vom Januar 2014 (vorstehend E. 3.8) nichts zu ändern, legten doch diese explizit dar, dass die Festlegung der Unfallkausalität nicht Gegenstand des Gutachtens gewesen sei.
In Bezug auf den Bericht von
Dr.
K._
vom März 2016 (vorstehend E. 3.10), welcher der Beschwerdeführerin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte, ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Zudem begründete
Dr.
K._
nicht näher, weshalb die Beschwerdeführerin
nur zu 70 % arbeitsfähig sein soll, weshalb dieser Bericht
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 10 f.
Rz
25)
nicht geeignet ist, am Beweiswert des
B._
-Gutachtens etwas zu ändern.
Dies gilt auch für den Bericht des
Chiropraktors
Dr.
L._
vom März 2016 (vorste
hend E. 3.11), verfügt er doch nicht über einen entsprechenden Facharzttitel, um den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin fachärztlich zu beurteilen.
Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 11
Rz
27) erweist sich somit als unbegründet.
Dr.
M._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom September 2016 (vorste
hend E. 3.12) einen Tinnitus beidseits. Inwiefern es sich dabei um eine unfallkau
sale Folge des Unfalls vom 15. März 2011 handeln soll, lässt sich
den Angaben der Ärztin nicht
entnehmen, weshalb auch dieser Bericht nicht geeignet ist, am Beweiswert des Gutachtes etwas zu ändern.
4.3
Nachfolgend
ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin organisch nachweis
bare Unfallfolgeschäden bestehen (vgl. vorstehend E. 1.5). Aufgrund der Akten ist erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 15. März 2011 eine mehrfragmentäre Nasenbeinfraktur und einen Riss im Bereich der rechten Stirn
höhle erlitten hat (vorstehend E. 3.1). Die Beschwerdeführerin klagt weiterhin über Beschwerden, die ihrer Auffassung nach mit dem Unfall vom 15. März 2011 im Zusammenhang stehen, namentlich über Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich, Kopfschmerzen, eine reduzierte Belastbarkeit sowie
Konzentra
tions
störungen (vgl. Urk. 9/61/1-23 S. 17 Ziff. 6.4; Urk. 9/61/25-41 S. 2 Ziff. 1.1; Urk. 9/61/43-73 S. 2 Ziff. 1.1; Urk. 9/61/75-91 S. 2 Ziff. 1.1).
4.4
Dem
B._
-Gutachten (vorstehend E. 3.9) folgend ergibt sich, da
ss den von der Beschwerdeführerin noch geklagten Beschwerden kein unfallbedingtes organi
sches Substrat im Sinne einer bildgebend oder sonst klar nachweisbaren struktu
rellen Veränderung zugrunde liegt
. So ist die
linkskonvexe zer
vikale Haltungsin
suffizienz
vorbestehend
und
nicht ereigniskausal
und zwar
geeignet, die zervikalen Beschwerden anteilsmässig zu
begründen, nicht jedoch die darüber hinaus beklagten Kopfschmerzen.
Somit
steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass spätestens im Zeit
punkt des Fallabschlusses keine organische Unfallrestfolgen mehr vorhanden waren, die eine über den 30. April 2015 hinaus bestehenden Anspruch auf Leistungen nach UVG begründen würden.
Die ursprünglich vorhandenen organi
schen objektivierbaren Unfallfolgen, namentlich die erlittenen Frakturen, waren zu diesem Zeitpunkt schon längst abgeheilt.
Da keine organisch nachweisbaren Unfallfolgen vorliegen, ist somit eine spezifi
sche Adäquanzprüfung zwischen dem Unfallereignis und den geltend gemachten Beschwerden vorzunehmen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_170/2015 vom 29. September 2015 E.
5.2). Dabei kann praxisgemäss
die Frage
nach einer natürlichen Kausalität der entsprechenden Beschwerden zum versicherten Unfall
ereignis offen bleiben, wenn ein allfälliger Kausalzusammenhang nicht adäquat und damit nicht
rechtsgenüglich
wäre (
BGE
135 V 465 E. 5.1).
4.
5
Die Beschwerdeführerin beanstandete den Fallabschluss per 30. April 2015 als verfrüht (vgl. vorstehend E. 2.2). Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von
einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann. In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen. Die verunfallte Person hat Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteile des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3, und 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der namhaften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, a
usz
ulegen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes namhaft durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE
134 V 109 E. 4.3). Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzen sodann lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behand
lung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom 4. April 2013 E. 5.2 und 8C_727/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.2.2).
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 30. April 2015, mithin gut vier Jahre, nach dem Unfall ein.
In diesem Zeitpunkt befand sich die Beschwer
deführerin wegen Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Verspannungen im oberen Wirbelsäulenbereich bei ihrem Hausarzt
und
Chiropraktor
in Behandlung und machte zudem Physiotherapie (vgl. vorstehend E. 3.10-3.11). Es ist nicht erkennbar, inwiefern mit der genannten Behandlung eine erhebliche Verbesse
rung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin erreicht werden kann. Zudem lagen auch keine Anhaltspunkte für eine medizinisch begründbare Arbeitsunfähigkeit vor, so erachtete einzig der Hausarzt
Dr.
K._
die Beschwerdeführerin als zu 30 % arbeitsunfähig (vorstehend E. 3.10). Ausserdem ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin selber eine Anstellung in einem 70%-Pensum gesucht hat und in der Folge auch eine Anstellung im gewünschten Pensum im Fitnesspark
N._
gefunden hat (vgl. Urk. 3/26; vgl. auch Urk. 1 S. 10
Rz
25).
Nach dem Gesagten war im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der medizinische Endzustand erreicht. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses und damit der Adäquanz
prüfung erfolgte demnach nicht verfrüht.
4.
6
Zu beurteilen ist weiter, ob die Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis oder der
Psycho-Praxis
zu beurteilen ist (vgl. vorstehend E. 1.6).
Die
I._
-Gutachter gingen davon aus, dass die Beschwerdeführerin infolge des Sturzes am 15. März 2011 unter anderem ein Schädelhirntrauma
wie
auch ein HWS-Distorsionstrauma erlitten hat (vorstehend E. 3.7). Die
B._
-Gutachter verneinten demgegenüber eine HWS-Distorsion und ein mildes Hirntrauma (vor
stehend E. 3.9). Ob die Beschwerdeführerin tatsächlich ein mildes Schädel
hirn
trauma und/oder ein Schleudertrauma erlitten hat, braucht vorliegend jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden, denn auch bei Schädelhirntraumen ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden kann der Kausalzusammenhang in Anwendung der Adäquanzkri
terien nach der
Schleudertrauma-Praxis beurteilt und dabei auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Kom
ponenten verzichtet werden (vgl. vorstehend E. 1.
7
).
Dementsprechend wäre
- würde der Beurteilung der
B._
-Gutachter gefolgt -
eine Prüfung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis gerechtfertigt. Die Adäquanz ist jedoch bereits nach der für die versicherten Personen günstigeren Schleu
der
trauma-Praxis
zu verneinen, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt.
4.
7
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften bestimmt (vgl. vorstehend E. 1.
7
).
Die Beschwerdeführerin war bewusstlos, als sie vom Bürostuhl fiel und mit dem Gesicht auf dem Boden aufschlug (vgl. vorstehend
E. 3.1
).
Die Beschwerde
gegne
rin ging davon aus, dass es sich beim Un
fallereignis vom 15. März 2011
höchstens
um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen handelt (
vorstehend E. 2.2
).
Die
se
Qualifizierung ist nicht zu beanstan
den und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiell beanstandet (vgl. Urk. 1).
Somit
wäre die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges nur dann zu bejahen, wenn vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14.
Juni 2017 E.
6.1 mit Hinweisen).
4.
8
Der zur beurteilende Unfall hat sich
weder
unter besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit, war doch die Beschwerdeführerin beim Sturz mit dem
Gesicht
auf dem Boden bewusstlos.
D
ie Beschwerdeführerin
wurde
nach dem Unfall
ambulan
t behandelt und acht Tage später wurde ambulant
eine Nasenreposition durchgeführt
(Urk. 9/2-3
; vgl.
Urk. 9/18 = Urk. 3/10 S. 3 Ziff. 2.1
). Dabei kann jedoch
aus objektiver Sicht nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Generell beschränkte sich die Behandlung in der Folge im Wesentlichen auf
manualtherapeutische
Massnahmen, ärztliche Verlaufskontrolle
n
sowie medika
mentöse Schmerzbekämpfung
(vgl. Urk. 9/7; Urk. 9/9-11; Urk. 9/15; Urk. 9/17; Urk. 9/18 = Urk. 3/10 S. 3 Ziff. 2.1).
Damit ist das Kriterium der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung
nicht
erfüllt (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_638/2012 vom 30. Oktober 2012 E.
4.2.3 mit Hinweis).
Zudem sind
aus
den Akten weder besondere Gründe ersichtlich, welche die Heilung beeinträchtigt hätten, noch besondere Komplikationen erkennbar. Recht
sprechungsgemäss darf allein wegen persistierende
r
Beschwerden trotz durchge
führter Behandlungen nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebli
che Komplikationen geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_9/2010 vom 11. Juni 2010 E. 3.7.4).
Es bedarf hie
r
zu besonderer Gründe, wel
che die Heilung beeinträchtigt haben. Derartige Gründe liegen nicht vor, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist.
Auch das Kriterium
der ärztlichen Fehlbehand
lung
ist nicht gegeben.
Beim Kriterium der Dauerbeschwerden können adäquanzrelevant nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verun
fallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin machte zwar glaubhaft geltend, dass sie an Schmerzen leide, es liegen jedoch keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie deshalb in ihrem Lebensalltag wesentlich beeinträchtigt ist. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden liegt demnach - der Beschwerdegegnerin folgend (vgl. vorstehend E. 2.1) -
, wenn überhaupt,
nicht
in
b
esonders ausgeprägter Weise
vor
.
Die Beschwerdeführerin hat, nachdem sie ihre alte Arbeitsstelle verloren hatte, eine neue Anstellung in einem Teilzeitpensum gesucht und auch gefunden (
vgl.
Urk.
3/26;
vgl. auch Urk. 1 S. 10
Rz
25
). Das
Kriterium der erheblichen Arbeits
unfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen ist deshalb wohl zu verneinen, wobei dies offengelassen werden kann, da auch in diesem Fall höchstens zwei Kriterien erfüllt wären, was zur Verneinung der Adäquanz führt.
4.9
Zusammenfassend steht fest, dass von den praxisgemä
ssen Kriterien höchstens zwei erfüllt sind
und dabei keines in ausgeprägter Weise,
weshalb
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nach wie vor bestehenden Beein
trächtigun
gen der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis vom
11. März 2011
zu ver
neinen
ist.
Somit
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungen per 30. April 2015
eingestellt hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.