# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 86700c88-7464-437e-82c0-5b13bfe4d316
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 18. Dezember 2019 (EE180049-G)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 1):
"1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen. 2. Es sei der Gesuchstellerin die eheliche Wohnung (C._-
Strasse ..., D._) inkl. Hausrat während der Dauer der  zur alleinigen Benützung zuzuweisen und der  sei anzuweisen, bis spätestens 1. Oktober 2018 aus der  Wohnung auszuziehen.
3. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 1. April 2018 für die weitere Dauer des Getrenntlebens monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats persönliche  in der Höhe von mindestens CHF 28'000.00 zu bezahlen.
4. Es sei der Gesuchstellerin während der Dauer des  der Mini Cooper S Cabriolet sowie der Porsche Cayenne zur alleinigen Benutzung zuzuteilen.
5. Es sei die Benutzung des Ferienhauses in E._ für die Dauer des Getrenntlebens im wöchentlichen Wechsel festzulegen.
6. Es sei per Einleitung des Gesuchs Gütertrennung anzuordnen. 7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu-
lasten des Gesuchsgegners.
Prozessuale Anträge der Gesuchstellerin:
"1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen  an die Prozesskosten in der Höhe von einstweilen CHF 20'000.00 zu bezahlen.
2. Es sei der Gesuchsgegner bereits vor Durchführung der  zu verpflichten, die folgenden Unterlagen zu edieren:
– Auszüge (Kontostand und Saldoverlauf) sämtlicher  in der Schweiz und im Ausland vom 1. Januar 2016 bis heute
– sämtliche Lohnabrechnungen 2018 – aktueller Arbeitsvertrag inkl. sämtliche Reglemente und Ne-
benvereinbarungen – Kreditkartenabrechnungen sämtlicher Kreditkarten in der
Schweiz und im Ausland von 1. Januar 2016 bis heute – allfällige Darlehensverträge
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– Auflistung über Schliessfächer, Tresore, Bargeldbestände und Bekanntgabe der sich darin befindlichen "
des Gesuchsgegners (Urk. 19):
"1. Vom Getrenntleben der Parteien ab dem 31. März 2018 sei Vormerk zu nehmen,
Eventualiter: Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen. 2. Der Antrag Ziffer 2 der Gesuchstellerin sei abzuweisen, und
es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in D._ inkl. Mobiliar und Hausrat während der Dauer der  dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zuzuweisen. Es sei der Gesuchstellerin eine angemessene Frist anzusetzen, die eheliche Wohnung zu verlassen, spätestens per Ende März 2018.
Eventualiter: Für den Fall, dass die eheliche Wohnung wider aller Erwarten der Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] für die Dauer des  zur Benützung überlassen wird, sei
a) dem Gesuchsgegner eine Auszugsfrist bis Ende März 2019 anzusetzen
b) die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner nebst seinen persönlichen Effekten die Gegenstände von Mobiliar und Hausrat für die Möblierung einer eigenen  gemäss separater Liste zu überlassen.
3. Der Antrag Ziffer 3 der Gesuchstellerin sei abzuweisen. 4. Der Antrag Ziffer 4 der Gesuchstellerin sei insofern abzuweisen,
als ihr für die Dauer der Trennung nur der PW Mini Cooper S zur Benützung zuzuteilen ist. Der Porsche Cayenne ist den Parteien für die Zeit, in welcher sie gemäss Ziffer 5 nachfolgend die  des Ferienhauses innehaben, je zur Benützung zuzuteilen.
5. Es sei die Benützung des Ferienhauses E._ den Parteien in den Monaten Dezember bis und mit April abwechselnd im  zu überlassen, je von Samstag, 18.00 Uhr bis Samstag 18 Uhr zwei Wochen später, wobei für die 2.  sich die Benutzung bis zum 2. Januar, 18 Uhr erstreckt. Die Benutzung für diese fünf Monate sei alternierend zu regeln, so dass jede Partei die Wohnung alle zwei Jahre an Weihnach-
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ten/Neujahr zum Gebrauch hat, in geraden Jahren die , in ungeraden Jahren der Gesuchsteller [recte: ]. In den weiteren Monaten sei die Benützung im  den Parteien alternierend zu überlassen. Es sei der Porsche Cayenne den Parteien alternierend für die Dauer je der Benützung des Ferienhauses in E._ zu .
6. Mit der Anordnung der Gütertrennung per Datum Einleitung des Gesuchs ist der Gesuchsgegner einverstanden.
7. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, die Verwaltung der beiden Liegenschaften in D._ sowie des Ferienhauses in E._ per Ende 2018 abzugeben und einer von beiden  gemeinsam zu bestimmenden neutralen Treuhandfirma samt allen notwendigen Unterlagen zu übergeben.
8. Der Antrag Ziffer 7 der Gesuchstellerin sei abzuweisen, und
es seien die Kosten des Trennungsverfahrens vollumfänglich der Gesuchstellerin aufzuerlegen und die Gesuchstellerin sei zu , den Gesuchsgegner für das Verfahren vollumfänglich (zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Zu den prozessualen Anträgen der Gesuchstellerin: Diese seien vollumfänglich abzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7%  zu Lasten der Gesuchstellerin."
Verfügung und Urteil des Bezirksgerichts Meilen, Einzelgericht im  Verfahren vom 18. Dezember 2019
(Urk. 67 S. 103 ff. = Urk. 71 S. 103 ff.)
Das Einzelgericht verfügt und erkennt:
1. Auf den Antrag Ziff. 7 des Gesuchsgegners sowie dessen Antrag, es sei
vorzumerken, dass die Unterhaltsbeiträge für die Zeit ab April 2018 bis zum
Auszug der Gesuchstellerin aus der ehelichen Wohnung bereits bezahlt sei-
en, wird nicht eingetreten.
2. Das Verfahren wird betreffend die Unterhaltsbeiträge im Betrag von
CHF 9'265.– als durch Rückzug des Gesuchs erledigt abgeschrieben.
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3. Den Parteien wird das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt.
4. Die eheliche Wohnung der Parteien an der C._-Strasse ... in D._
inkl. Mobiliar und Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Ge-
suchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen. Vorbehalten bleiben,
was den Hausrat anbetrifft, die Anordnungen gemäss Dispositiv-Ziff. 5 und 6
nachfolgend.
Die Gesuchstellerin wird angewiesen, die genannte Wohnung innert 30 Ta-
gen nach Eintritt der Rechtskraft dieser Dispositiv-Ziffer zu verlassen und
dem Gesuchsgegner sämtliche Schlüssel für die eheliche Wohnung auszu-
händigen.
5. Der Gesuchstellerin wird der PW Mini Cooper S für die Dauer des Getrennt-
lebens zur alleinigen Benützung zugewiesen.
6. Der Porsche Cayenne wird den Parteien jeweilen für die Zeit zur alleinigen
Benützung zugewiesen, während welcher ihnen die alleinige Benützung des
Ferienhauses in E._ (vgl. Dispositiv-Ziff. 7) zusteht.
7. Das Ferienhaus der Parteien in E._ wird diesen abwechselnd zur allei-
nigen Benützung wie folgt zugewiesen:
– in den Monaten Dezember bis und mit April im Vierzehntagerhytmus, je
von Samstag, 18.00 Uhr, bis Samstag, 18.00 Uhr, zwei Wochen später, wo-
bei für die 2. Dezemberhälfte sich die Benutzung bis zum 2. Januar des
Folgejahres, 18.00 Uhr, erstreckt. Die Benutzung der Ferienwohnung für
diese fünf Monate versteht sich derart alternierend, dass jede Partei die
Wohnung alle zwei Jahre an Weihnachten/Neujahr zum Gebrauch hat, in
geraden Jahren die Gesuchstellerin, in ungeraden Jahren der Gesuchsgeg-
ner.
– in den Monaten Mai bis und mit November im Monatsrhythmus alternie-
rend.
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8. Es werden keine Unterhaltsbeiträge zugesprochen, weder für die Zeit vom
1. April 2018 bis zur Aufnahme des Getrenntlebens, noch für die Zeit da-
nach.
9. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab 17. August 2018 die Gütertren-
nung angeordnet.
10. Sämtliche übrigen, von vorstehenden Anordnungen abweichenden bzw.
darüber hinausgehenden Anträge der Parteien werden abgewiesen.
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 10'000.00.
12. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin auferlegt.
13. Die Gerichtskosten werden – soweit ausreichend – aus dem von der Ge-
suchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 5'000.00 bezogen.
14. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine Parteient-
schädigung von CHF 12'000.– (Mehrwertsteuer in diesem Betrag enthalten)
zu bezahlen.
15. [Schriftliche Mitteilungen.]
16. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 10 Tage.]
17. [Rechtsmittelbelehrung Kostenbeschwerde, 10 Tage.]
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 70 S. 2 f. und Urk. 86 S. 4):
1. Es sei Dispositivziffer 3 (Bewilligung Getrenntleben) aufzuheben und durch folgende Neuregelung zu ersetzen:
"3. Es wird festgestellt, dass die Parteien seit 1. April 2018 getrennt leben und es wird ihnen das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt."
2. Es sei Dispositivziffer 4 (Zuteilung eheliche Wohnung) aufzuheben und durch folgende Neuregelung zu ersetzen:
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"4. Die eheliche Wohnung der Parteien an der C._-Strasse ... in D._ inkl. Mobiliar und Hausrat wird für die Dauer des  dem Berufungsbeklagten zur alleinigen Benützung zugewiesen. Vorbehalten bleiben, was den Hausrat anbetrifft, die Anordnungen gemäss Dispositiv-Ziff. 5 und 6 nachfolgend.
Die Berufungsklägerin wird angewiesen, die genannte Wohnung innert 3 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieser  zu verlassen und dem Berufungsbeklagten sämtliche Schlüssel für die eheliche Wohnung auszuhändigen."
3. Es sei Dispositivziffer 8 (Unterhaltsregelung) aufzuheben und durch folgende Neuregelung zu ersetzen:
"8. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Berufungsklägerin für die Dauer des Getrenntlebens folgende Unterhaltsbeiträge zu , zahlbar monatlich im Voraus auf den ersten eines jeden Monats:
- CHF 10'979 ab 1. April 2018 bis 31. Juli 2019
- CHF 18'626 ab 1. August 2019 bis und mit März 2020
- CHF 20'918 ab April 2020 bis und mit Juni 2020
- CHF 12'566 ab Juli 2020 für die weitere Dauer des 
Eventualiter sei Dispositivziffer 8 aufzuheben und zur  an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Es sei Dispositivziffer 12 aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"12. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte ."
5. Es sei Dispositivziffer 14 aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"14. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen."
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zu Lasten des Berufungsbeklagten."
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des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 88 S. 2):
"1. Der Antrag Ziffer 1 sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Der Antrag Ziffer 2, Absatz 1 ist zufolge Gegenstandslosigkeit .
Der Antrag Ziffer 2, Absatz 2 sei ersatzlos zu streichen.
3. Der Antrag Ziffer 3 sei abzuweisen.
4. Der Antrag Ziffer 4 sei abzuweisen.
5. Der Antrag Ziffer 5 sei abzuweisen.
6. Der Antrag Ziffer 6 sei abzuweisen,
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu  der Gesuchstellerin."

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben am tt. Juni 2006 geheiratet. Aus ihrer Ehe sind keine
Kinder hervorgegangen. Seit 17. August 2018 stehen sie sich in einem Ehe-
schutzverfahren gegenüber (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf vor Vorinstanz
kann dem erstinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 71 S. 4 ff.). Am
18. Dezember 2019 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Ent-
scheid (Verfügung und Urteil, Urk. 71 S. 103 ff.).
2. Gegen diesen Entscheid erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom
24. Januar 2020 (Urk. 70) innert Frist (vgl. Urk. 68/2) Berufung mit den eingangs
zitierten Anträgen. Mit Beschluss vom 3. März 2020 wurde das Verfahren auf Er-
suchen der Parteien (vgl. Urk. 78; Urk. 79) zwecks Führung aussergerichtlicher
Vergleichsgespräche bis am 4. Mai 2020 sistiert (Urk. 80). Nachdem der Gesuch-
steller auf entsprechende Nachfrage am 15. Mai 2020 mitteilte, dass die Ver-
gleichsgespräche gescheitert seien (Urk. 82), wurde diesem mit Verfügung vom
25. Mai 2020 Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 83). Die Beru-
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fungsantwortschrift datiert vom 15. Juni 2020 (Urk. 88). Unter demselben Datum
reichte die Gesuchstellerin eine Noveneingabe ein (Urk. 86). Mit Verfügung vom
26. Juni 2020 wurden diese Rechtsschriften je der Gegenseite zugestellt und Frist
zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 91). Die entsprechenden Stellungnahmen gin-
gen innert angesetzter Frist – jene des Gesuchstellers am 13. Juli 2020 (Urk. 92),
jene der Gesuchstellerin am 30. Juli 2020 (Urk. 98) – ein und wurden der Gegen-
partei je zur Kenntnis gebracht. Weitere Eingaben erfolgten unter dem Datum
vom 24. August 2020 (Urk. 103), 24. September 2020 (Urk. 111), 23. Oktober
2020 (Urk. 118), 6. November 2020 (Urk. 124) und 23. November 2020
(Urk. 128). Mit Verfügung vom 25. November 2020 wurde den Parteien angekün-
digt, dass die Phase der Urteilsberatung eingetreten sei (Urk. 131). Sämtliche
Eingaben wurden der Gegenpartei jeweils zur Kenntnisnahme zugestellt.
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-69). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif. Auf die umfangreichen Parteivorbringen ist nur inso-
fern einzugehen, als sie entscheidrelevant sind.
II. Prozessuales
1. Allgemeine Vorbemerkungen
1.1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Dispositivzif-
fern 3, 4 und 8 des angefochtenen Entscheids sowie die erstinstanzliche Kosten-
und Entschädigungsfolgen (Dispositivziffer 11-14, [Urk. 70 S. 2]). Als mitange-
fochten hat die Dispositivziffer 1 zu gelten. Die Dispositivziffern 2, 5 bis 7, 9 und
10 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind (Art. 315
Abs. 1 ZPO).
1.2. Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren die einge-
schränkte Untersuchungsmaxime. Im Geltungsbereich des Eheschutzverfahrens
hat das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes wegen zu erforschen, sondern
lediglich festzustellen. Im Berufungsverfahren gilt aber auch im Bereich der Un-
tersuchungsmaxime die Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, was bedeutet,
dass die Berufung führende Partei sich sachbezogen mit dem Entscheid der Vo-
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rinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was am
angefochtenen Urteil oder am Verfahren vor der Vorinstanz falsch gewesen sein
soll. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich auf
die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist bzw. diese wiederholt,
sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden gibt oder den ange-
fochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGer 4A_580/2015 vom
11. April 2016, E. 2.2, m.w.H.). Was nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
dungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden.
1.3. Überdies ist zu beachten, dass gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue Tatsa-
chen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt werden,
wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die Berufungs-
instanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, nicht
aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Alles, was
relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren einflies-
sen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10, m.w.H.). Jede Partei, welche
neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten und zu
beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte Noven gel-
tend machen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (Steininger, DIKE-
Komm-ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1,
m.w.H.). Das Bundesgericht hat für Berufungsverfahren, die der eingeschränkten
Untersuchungsmaxime unterstehen, eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs.
3 ZPO abgelehnt und festgehalten, dass einzig die Novenregelung gemäss Art.
317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 III 625 E. 2.2). Unverschuldet nicht
vorgetragene unechte Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO ohne
Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. Berufungsantwort vorzubringen.
Nach Berufungsbegründung und -antwort können grundsätzlich nur noch echte
Noven vorgebracht werden (BGE 138 III 788 E. 4.2; BSK ZPO-Spühler, Art. 317
N 1 ff.). Darauf wird später im Rahmen der neu geltend gemachten Arbeitsunfä-
higkeit der Gesuchstellerin zurückzukommen sein (vgl. E. III.C.2.5).
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2. Zuständigkeitsabgrenzung Eheschutz- und Scheidungsgericht
2.1. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 haben die Parteien beim Bezirksgericht
Meilen das gemeinsame Scheidungsbegehren eingereicht (vgl. Urk. 121;
Urk. 122). Es ist daher eine Zuständigkeitsabgrenzung zwischen dem Eheschutz-
und dem Scheidungsgericht vorzunehmen.
2.2. Gemäss konstanter Praxis des Bundesgerichts ist der Eheschutzrichter zu-
ständig für den Erlass von Massnahmen bis zum Eintritt der Rechtshängigkeit des
Scheidungsverfahrens, während das Scheidungsgericht (als Massnahmegericht)
ab diesem Zeitpunkt zuständig wird. Für die Abgrenzung der sachlichen Zustän-
digkeit ist somit der Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung massgebend.
Sobald das gemeinsame Scheidungsbegehren oder die Klage eines Ehegatten
auf Scheidung beim zuständigen Gericht rechtshängig gemacht worden ist, kön-
nen daher Eheschutzmassnahmen für die Zeit nach Eintritt der Rechtshängigkeit
nicht mehr getroffen, sondern nur noch vorsorgliche Massnahmen durch das
Scheidungsgericht angeordnet werden. Anordnungen, die das Eheschutzgericht
vor Eintritt der Rechtshängigkeit der Scheidung getroffen hat, bleiben während
des Scheidungsverfahrens allerdings in Kraft, solange sie nicht durch vorsorgliche
Massnahmen im Sinne von Art. 276 ZPO abgeändert werden. Wird somit das
Scheidungsverfahren während laufendem Eheschutzverfahren anhängig ge-
macht, wird Letzteres nicht einfach gegenstandslos, sondern bleibt das Ehe-
schutzgericht für die Anordnung von Eheschutzmassnahmen bis zum Eintritt der
Rechtshängigkeit der Scheidung zuständig, und zwar auch dann, wenn es auf-
grund der Zeit, welche die Behandlung des Dossiers in Anspruch nimmt, sein Ur-
teil erst nach diesem Zeitpunkt fällen kann (OGer ZH LE170051 vom 06.04.2018,
E. 2.3.1; BGE 138 III 646 E. 3.3.2 = Pra 102 [2013] Nr. 34; BGE 137 III 614 E.
3.2.2 = Pra 101 [2012] Nr. 74; BGE 129 III 60 E. 2 und E. 3 = Pra 2003 Nr. 102;
BGE 115 II 201 E. 4a; BGer 5A_701/2012 vom 18. Februar 2013, E. 2.1; BGer
5A_933/2012 vom 17. Mai 2013, E. 5; BGer 5C.92/2004 vom 1. Juli 2004, E. 2.1).
2.3. Mit Blick auf die Streitgegenstand bildenden Unterhaltsbeiträge werden
diese gemäss ständiger Praxis der Kammer – auch wenn über sie erst nach Ein-
leitung des Scheidungsverfahrens entschieden wird – für die weitere Dauer des
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Getrenntlebens und damit nicht beschränkt bis zum Zeitpunkt der Einleitung des
Scheidungsverfahrens ausgesprochen.
III. Materielle Beurteilung
A. Ausgangslage
Umstritten sind im vorliegenden Berufungsverfahren die Auszugsfrist aus der ehe-
lichen Wohnung, der Zeitpunkt des Getrenntlebens bzw. dessen Festlegung so-
wie die Unterhaltsbeiträge. Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Parteien
noch im selben Haushalt wohnen würden, weshalb sie auf die Festlegung eines
Trennungszeitpunktes verzichtete und den Parteien das Getrenntleben lediglich
für die Zukunft bewilligte. Gestützt auf diese Überlegungen prüfte sie sodann ei-
nen Anspruch auf Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 176 ZGB erst ab Auszug
der Gesuchstellerin aus der ehelichen Wohnung (Urk. 71 E. V). Zur Ermittlung der
Unterhaltsbeiträge wandte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die sog.
einstufig-konkrete Methode an. Den Bedarf der Gesuchstellerin setzte sie dabei
auf Fr. 17'067.85 fest (Urk. 71 E. VII.5) und ging von einer aktuellen Eigenversor-
gungskapazität der Gesuchstellerin bestehend aus Erwerbseinkommen, Liegen-
schaftserträgen sowie über die Firma laufende Privatauslagen von Fr. 13'585.–
aus. Unter Berücksichtigung eines (betragsmässig nicht festgelegten) hypotheti-
schen Einkommens hielt die Vorinstanz dafür, dass die Gesuchstellerin in der La-
ge sei, für ihren Bedarf selber aufzukommen und kam gestützt darauf zum
Schluss, dass der Gesuchstellerin keine Unterhaltsbeiträge zuzusprechen sind
(Urk. 71 E. VII.6.6 und Dispositivziffer 8).
B. Getrenntleben
1. Die Vorinstanz hielt zum Getrenntleben der Parteien fest, die Parteien wür-
den noch unter demselben Dach leben und sich offenbar Küche, sanitäre Anlagen
und sogar das eheliche Bett teilen. Den Ausführungen der Gesuchstellerin zufolge
liefen sich die Parteien zudem auch an den Wochenenden in der Wohnung über
den Weg. Sodann benütze die Gesuchstellerin Teile der ehelichen Wohnung auch
dann, wenn sie sich in ihrem sich an der C._-Strasse ... befindlichen Büro
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aufhalte, da Letzteres über keine Toilette und keine Küche verfüge. Zumindest bis
Ende August 2018 hätten die Parteien ferner füreinander eingekauft. Unter diesen
Voraussetzungen könne nicht von einer Aufhebung des gemeinsamen Haushal-
tes gesprochen werden, weshalb die gerichtliche Festlegung eines Trennungs-
zeitpunktes zu unterbleiben habe und den Parteien das Getrenntleben für die Zu-
kunft zu bewilligen sei (Urk. 71 E. V.3.4).
2. Die Gesuchstellerin bringt vor, die Parteien seien übereinstimmend davon
ausgegangen, dass sie seit dem 31. März 2018 getrennt leben würden. Sie hätten
übereinstimmend ausgeführt, dass die eheliche Wohnung nicht mehr gleichzeitig,
sondern abwechselnd bewohnt worden sei und auch kein gemeinsamer Haushalt
mehr geführt worden sei. Dass die Vorinstanz den von beiden Parteien klar mitge-
teilten Sachverhalt ignoriere und den Trennungszeitpunkt nicht festhalte, sondern
vielmehr erst ab Auszug der Gesuchstellerin von einem Getrenntleben ausgehe,
stelle eine willkürliche Sachverhaltsermittlung und eine Rechtsverweigerung dar
(Urk. 70 Rz. 20 ff.).
3. Gemäss der Praxis der Kammer haben die Parteien im Rahmen eines Ehe-
schutzverfahrens dann kein rechtliches Interesse an der gerichtlichen Feststellung
des Zeitpunktes, ab welchem sie getrennt leben, wenn dieser Zeitpunkt keinen
konkreten Einfluss auf die anzuordnenden Nebenfolgen im Eheschutzverfahren
hat. Das Scheidungsgericht wäre denn auch im Hinblick darauf, ob die zweijähri-
ge Trennungszeit nach Art. 114 ZGB eingehalten worden ist, nicht an den im
summarischen Verfahren ergangenen Eheschutzentscheid gebunden (vgl. ZR
102/2003 Nr. 13; OGer ZH LE150076 vom 25.04.2016, E. II.4; OGer ZH
LE170019 vom 13.07.2017, E. III.B.3; OGer ZH LE180028 vom 20. Dezember
2018, E. III.A.3.1.; Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage,
2014, N 2.03). Vorliegend haben die Parteien allerdings durchaus ein Interesse
an der Feststellung des Trennungszeitpunktes, was selbst die Vorinstanz aner-
kannte, hielt sie doch fest, der Trennungszeitpunkt der Parteien habe – zumindest
was die Unterhaltsbeiträge anbetreffe – Auswirkungen auf das anwendbare Recht
und damit auf die Höhe der Unterhaltsbeiträge und müsse folglich festgelegt wer-
den (Urk. 71 E. V.3.2.). Indem sie es dennoch unterliess, ein Datum festzulegen,
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verhält sie sich widersprüchlich. Es ist demnach der Zeitpunkt des Getrenntlebens
gerichtlich festzulegen.
4. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung steht allein der Umstand,
dass die Parteien noch in derselben Wohnung bzw. demselben Haus wohnen, ei-
nem Getrenntleben nicht entgegen. Entscheidend ist vielmehr, dass kein gemein-
samer Haushalt im Sinne einer körperlichen, geistig-seelischen und wirtschaftli-
chen Gemeinschaft geführt wird (BGer 5P.26/2007 vom 25.06.2007, E. 3.3.; BSK
ZGB I-Steck, Art. 114 N 7; Fankhauser-FammKomm Scheidung, Band I, Art. 114
N 14 f.). Somit erschliesst sich der Begriff des Getrenntlebens im Einzelfall  als Gegensatz zum Zusammenleben. Die Ehegatten leben getrennt,
wenn ihre aktuelle Lebensorganisation in erheblichem Ausmass weniger Gemein-
samkeit aufweist, als das, was sie gemeinsam unter Zusammenleben verstehen
(BGer 5A_242/2015 vom 17. Juni 2015, E. 3.3.3.). Die Begründung der Vo-
rinstanz erweist sich unter diesem Aspekt als ungenügend, stützt sie sich doch
einzig darauf, dass die Parteien noch im selben Haus wohnen, ohne auf die über-
einstimmend dargelegte konkrete Ausgestaltung mit alternierender Nutzung ein-
zugehen. Den Angaben der Parteien zufolge hatte jeder "seine Tage", an welchen
er sich alleine im ehelichen Haus aufhielt (Urk. 1 Rz. 7; Urk. 19 Rz. 21). Nicht re-
levant erscheint vor diesem Hintergrund, dass sie sich noch dieselben Räume teil-
ten, hielten sie sich doch grundsätzlich nicht mehr gemeinsam darin auf. An die-
ser Einschätzung ändert auch nichts, dass sich die Parteien trotz Aufteilung der
Wochenenden auch mal am Wochenende im Haus begegnet sind, bezieht sich
die Vorinstanz dabei doch auf von der Gesuchstellerin geschilderte Ausnahme-
vorkommnisse, wobei sie diese Besuche des Gesuchsgegners jeweils als unge-
rechtfertigt empfand (vgl. Urk. 26 Rz. 37; Urk. 44 Rz. 12). Auch der Gesuchsgeg-
ner hielt explizit fest, die Parteien würden seit dem 31. März 2018 in der ehelichen
Wohnung getrennt leben (Urk. 19 Rz. 21). Offensichtlich bestand auch keine wirt-
schaftliche Gemeinschaft mehr im bisher gelebten Sinn, zumal neu der Gesuchs-
gegner einen gewissen Betrag auf das Haushaltskonto zum Verbrauch einzahlte
und die Gesuchstellerin nicht mehr eigenständig auf die Kreditkartenkonten des
Gesuchsgegners zugreifen konnte (Urk. 54 Rz. 68). Das Bundesgericht hat mit
seiner neueren Rechtsprechung zudem deutlich zum Ausdruck gebracht, dass
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insbesondere die konkrete Vorstellung der Ehegatten vom ehelichen Zusammen-
leben entscheidend ist, weshalb auch im Lichte der Untersuchungsmaxime kein
Grund besteht, von der übereinstimmenden Empfindung der Parteien, wonach sie
ab 31. März 2018 bzw. 1. April 2018 getrennt leben, abzuweichen. Dementspre-
chend ist davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1. April 2018 ge-
trennt leben.
5. Dem Umstand, dass dennoch gewisse Ausgaben weiterhin vom Gesuchstel-
ler abgedeckt wurden, ist im Rahmen der Anrechnung bereits bezahlter Unter-
haltsbeiträge Rechnung zu tragen (vgl. E. III.C.5). Sodann ist bei der Bedarfsbe-
rechnung zu berücksichtigen, dass der Gesuchstellerin bis zu ihrem Auszug im
März 2020 keine Miet- und Nebenkosten für die C._-Strasse ... entstanden
sind (vgl. E. III.C.3.11).
B. Zuteilung der ehelichen Wohnung
Nachdem die Gesuchstellerin in der Zwischenzeit aus der ehelichen Wohnung an
der C._-Strasse ... ausgezogen ist, ist der Rechtsmittelantrag Ziffer 2, mit
welchem die Gesuchstellerin eine Verlängerung der Auszugsfrist von 30 Tagen
auf drei Monate anstrebt, gegenstandslos geworden (so auch der Gesuchsgeg-
ner, vgl. Urk. 98 Rz. 114). Soweit die Gesuchstellerin lediglich in einer Klammer-
bemerkung noch festhält, das von ihr genutzte, sich ebenfalls an der C._-
Strasse ... befindliche Büro sei von der vorinstanzlichen Zuweisung der ehelichen
Wohnung und der Auszugsfrist nicht mitumfasst (Urk. 70 Rz. 25), ist sie nicht zu
hören. Sie zeigt nicht auf, wo die Vorinstanz dies festgehalten haben soll – der
genannte Verweis auf S. 28 Ziff. 4 des angefochtenen Entscheids lässt diesen
Schluss jedenfalls nicht zu – und legt auch nicht näher dar, weshalb das Büro
nicht zur ehelichen Liegenschaft gehören soll. Weiterungen erübrigen sich dem-
nach.
- 16 -
C. Unterhalt
1. Ausgangslage
1.1. Wie bereits erwähnt (vorstehend E. III.A) sprach die Vorinstanz der Ge-
suchstellerin keine Unterhaltsbeiträge zu. Die Gesuchstellerin verlangt mit ihrer
Berufung die Zusprechung von substantiellen Unterhaltsbeiträgen (Fr. 10'979.–
vom 1. April 2018 bis 31. Juli 2019; Fr. 18'626.– ab 1. August 2019 bis und mit
März 2020; Fr. 20'918.– ab April 2020 bis und mit Juni 2020; Fr. 12'566.– ab Juli
2020 für die weitere Dauer des Getrenntlebens [Urk. 70 S. 2 und Urk. 86 S. 4]).
1.2. Umstritten sind dabei sämtliche Parameter der vorinstanzlichen Unter-
haltsberechnung. Hinzu kommt, dass die Gesuchstellerin neu eine (teilweise) Ar-
beitsunfähigkeit infolge Erkrankung (rezidivierende Depression) geltend macht.
2. Einkommen der Gesuchstellerin
2.1. Seit dem Jahr 2012 ist die Gesuchstellerin mit ihrem Architektur- und Im-
mobilienunternehmen selbständig erwerbstätig. Hinsichtlich des damit erzielten
Einkommens stellte die Vorinstanz auf die Jahresdurchschnittseinkommen der
Jahre 2015, 2016 und 2017 von Fr. 65'419.– ab und setzte demnach ein Monats-
einkommen von Fr. 5'452.– fest. Im Zusammenhang mit der selbständigen Er-
werbstätigkeit rechnete sie der Gesuchstellerin sodann Privatbezüge im Umfang
von Fr. 2'525.– als Einkommen auf. Davon umfasst sind Fr. 557.– Mietanteil für
die geschäftliche Nutzung des Büros in der ehelichen Liegenschaft, Fr. 218.– über
das Geschäft abgerechnete Kosten des Mini Cooper, Fr. 1'300.– für die rein pri-
vate Nutzung der über die Firma abgerechneten Wohnung an der F._-
Strasse sowie Fr. 450.– Anteil privater Telefon- und Bürokosten etc. Ferner rech-
nete die Vorinstanz der Gesuchstellerin Liegenschaftserträge im Betrag von
Fr. 5'608.– als Einkommen an, und stellte eine bestehende effektive  der Gesuchstellerin von insgesamt Fr. 13'585.– fest (Urk. 71
E. VII.6.1 - 6.4).
2.2. In Bezug auf das vorinstanzlich ermittelte Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit führt die Gesuchstellerin aus, sie sei – wie schon im vorinstanzli-
- 17 -
chen Verfahren – trotz Verluste im Jahr 2018 bereit, sich den durchschnittlichen
Lohn aus den Jahren 2015 bis 2017 im Betrag von Fr. 5'438.– anrechnen zu las-
sen (Urk. 70 Rz. 109). Woraus diese Diskrepanz zum Betrag der Vorinstanz von
Fr. 5'452.–, welcher auf denselben Grundlagen (Durchschnitt der Jahre 2015-
2017) errechnet wurde, resultiert, zeigt sie jedoch nicht auf. Damit hat es sein
Bewenden.
2.3. Die aufgerechneten Privatbezüge beanstandet die Gesuchstellerin sodann
nur insofern, als für die Wohnung F._-Strasse Fr. 1'170.– einzusetzen seien
(Urk. 70 Rz. 109 ff.). Dieser Einwand ist berechtigt, ging doch die Vorinstanz
fälschlicherweise weiterhin von der ursprünglich getroffenen Annahme des Ge-
suchsgegners von Fr. 1'300.– aus, obwohl der effektive Mietzins mittels Mietver-
trag im Umfang von Fr. 1'170.– ausgewiesen war (Urk. 27/10). Dies ist zu korrigie-
ren, was im Übrigen auch vom Gesuchsgegner anerkannt wird (Urk. 88 Rz. 67).
Es verbleiben damit leicht reduzierte Privatbezüge von Fr. 2'395.–.
2.4.1. Weiter macht die Gesuchstellerin geltend, die Liegenschaftserträge von
Fr. 5'608.– seien um Fr. 4'000.– zu reduzieren (Urk. 86 Rz. 10 f.). Diesen Betrag
rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin im Sinne einer vom Gesuchsgegner
geschuldeten anteilsmässigen Abgeltung der Benützung der zur Hälfte im Mitei-
gentum stehenden ehelichen Wohnung an der C._-Strasse ... als Einkom-
men an (Urk. 71 E. VII. 6.2.4). Die Gesuchstellerin bringt vor, sie sei per Ende
März 2020 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen und zwischenzeitlich habe
sich gezeigt, dass der Gesuchsgegner diesen Betrag entgegen den vorinstanzli-
chen Ausführungen nicht auszahle, weshalb die Liegenschaftserträge entspre-
chend zu reduzieren seien (Urk. 86 Rz. 10 f.).
2.4.2. Der Gesuchsgegner stellt nicht in Abrede, der Gesuchstellerin diesen Be-
trag nicht bezahlt zu haben. Er macht jedoch geltend, die Gesuchstellerin habe
dieses Novum erst mit Eingabe vom 15. Juni 2020 und damit verspätet geltend
gemacht. Sodann sei die Gesuchstellerin entgegen ihrer Behauptung nicht voll-
ständig aus der ehelichen Liegenschaft ausgezogen. Sie habe diverse persönli-
che Sachen in der Wohnung und diverse Umzugskartons im Keller herumliegen
lassen. Überdies habe sie ihre Büroräumlichkeiten abgeschlossen und den
- 18 -
Schlüssel mitgenommen, sodass der Gesuchsgegner keine Benutzungsmöglich-
keit habe. Die Fr. 4'000.– seien gemäss vorinstanzlichem Entscheid – wenn über-
haupt – erst dann geschuldet, wenn die Gesuchstellerin dem Gesuchsgegner die
Benutzung aller Räumlichkeiten der vormals ehelichen Wohnung überlasse
(Urk. 92 Rz. 33 ff.).
2.4.3. Im Zeitpunkt der Ausarbeitung der Berufungsschrift im Januar 2020 konn-
te die Gesuchstellerin noch nicht voraussehen, dass die Auszahlung dieses Be-
trags ein Thema sein würde. Ob das Vorbringen mit der Eingabe vom 15. Juni
2020 verspätet war, kann jedoch ohnehin offen bleiben, zumal sich in dieser Hin-
sicht eine Korrektur von Amtes wegen aufdrängt. Wie die Vorinstanz zutreffend
festhielt, besteht keine Zuständigkeit des Eheschutzrichters, den Gesuchsgegner
zu einer solchen Benutzungsgebühr zu verpflichten. Auch die Gesuchstellerin hat
vorderhand keine Möglichkeit, diesen Betrag von monatlich Fr. 4'000.– einzutrei-
ben, verfügt sie diesbezüglich doch über keinen direkten Rechtstitel. Offenbar
stellt der Gesuchsgegner die Leistungspflicht dieser Fr. 4'000.– denn auch in all-
gemeiner Weise in Frage ("wenn überhaupt geschuldet"). Es kann nicht angehen,
der Gesuchstellerin ein Einkommen anzurechnen, über welches sie im ungüns-
tigsten Fall erst nach einem durchlaufenen Rechtsstreit effektiv verfügen kann,
geht es bei der Festsetzung des Unterhalts doch um die Deckung laufender Kos-
ten. Im Ergebnis ändert sich sodann nichts, ob der Gesuchsteller die Fr. 4'000.–
unter dem Titel "Benutzungsgebühr" oder unter dem Titel "Unterhalt" infolge ver-
ringerter Eigenversorgungskapazität der Gesuchstellerin leistet. Dieser Umweg
über eine der Gesuchstellerin als Einkommen aufgerechnete vom Gesuchsgegner
zu leistende Benutzungsgebühr der im hälftigen Miteigentum stehenden ehelichen
Liegenschaft ist demnach nicht sachgerecht. Dies zeigt sich augenscheinlich an
der ausführlich vorgetragenen Streitigkeit hinsichtlich liegen gebliebener Gegen-
stände etc. und der Frage, ab wann die Gesuchstellerin vollständig aus der eheli-
chen Liegenschaft ausgezogen sei (Urk. 92 Rz. 33 ff.; Urk. 94/1-5; Urk. 98
Rz. 298 ff.; Urk. 103 Rz. 158 ff.; Urk. 111 Rz. 121 ff.; Urk. 118 Rz. 68 ff.; Urk. 124
67 ff.; Urk. 128 Rz. 68 f.). Selbst wenn man davon ausginge, die Gesuchstellerin
habe die eheliche Wohnung noch nicht verlassen, könnten ihr dennoch keine
Fr. 4'000.– als Einkommen aufgerechnet werden, zumal dies einer Aufrechnung
- 19 -
eines Eigenmietwerts gleichkäme, was unzulässig ist, da es sich dabei um kein
real existierendes Einkommen handelt (OGer ZH LE180060 vom 28. Februar
2019, E. 2.3). Dem Gesagten zufolge ist damit der Gesuchstellerin in Bezug mit
der ehemals ehelichen Wohnung an der C._-Strasse ... kein Einkommen an-
zurechnen und im Gegenzug schuldet der Gesuchsgegner auch nichts für die
Nutzung derselben.
2.5. Damit reduziert sich die effektive Eigenversorgungskapazität der Gesuch-
stellerin auf Fr. 9'455.– (Fr. 5'452.– Erwerbseinkommen Selbständigkeit;
Fr. 2'395.– Aufrechnung Privatbezüge; Fr. 1'608.– Liegenschaftserträge).
2.5. Arbeitsunfähigkeit ab August 2019
2.5.1. Neu bringt die Gesuchstellerin vor, sie sei vom 5. August 2019 bis am
27. September 2019 in stationär-psychiatrischer Behandlung im G._ gewe-
sen und seither aufgrund einer diagnostizierten mittelgradigen depressiven Epi-
sode mit somatischem Syndrom (ICD10 F33) bis Ende Juni 2020 100% arbeitsun-
fähig gewesen, weshalb ihr für diesen Zeitraum kein Einkommen aus selbständi-
ger Erwerbstätigkeit angerechnet werden könne. Entsprechend entfalle auch die
damit einhergehende Aufrechnung von Privatbezügen bzw. Privatanteilen als Ein-
kommen (Urk. 70 Rz. 109 ff.).
2.5.2. Der stationäre Klinikaufenthalt hat damit vor Ergehen des erstinstanzlichen
Urteils am 18. Dezember 2020 stattgefunden, weshalb sich die Frage der Zuläs-
sigkeit dieses Novums stellt. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsa-
chen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie
ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor
erster Instanz vorgebracht werden konnten (vgl. auch E. II.1.3). Diesbezüglich
bringt die Gesuchstellerin vor, sie sei bereits seit April 2018 in regelmässiger psy-
chotherapeutischer Behandlung, da ihr die Trennung psychisch zu schaffen ge-
macht habe. Durch die anhaltenden Trennungskonflikte und insbesondere nach
dem Gerichtstermin im April 2019 hätte sich ihr psychischer Gesundheitszustand
immer mehr akzentuiert, bis es im Sommer 2019 zu einem eigentlichen Zusam-
menbruch gekommen sei. Die behandelnden Ärzte hätten eine stationäre Thera-
- 20 -
pie als unumgänglich gesehen. Da nicht absehbar gewesen sei, wie sich der Ge-
sundheitszustand der Gesuchstellerin entwickeln würde und weil sie eine Stigma-
tisierung und weiteren Druck durch den Gesuchsteller gefürchtet habe, habe sie
das Ausmass ihrer Beschwerde und insbesondere ihre eingeschränkte Leistungs-
fähigkeit zunächst nicht im Prozess einbringen wollen. Nach dem Klinikaustritt am
27. September 2019 sei jedoch klar geworden, dass sie weiterhin gesundheitlich
beeinträchtigt sein würde, da die deutlich depressive Symptomatik weiter fortbe-
standen habe und dies Auswirkungen auf ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit ha-
be. Um diese Tatsachen in den Prozess einzubringen, habe sich die Rechtsver-
treterin der Gesuchstellerin am 27. September 2019 umgehend telefonisch bei
der Vorinstanz danach erkundigt, ob der Aktenschluss schon eingetreten und die
Beratungsphase begonnen habe, weil andernfalls umgehend eine Noveneingabe
erforderlich sei. Am 4. Oktober 2019 sei ihr telefonisch bestätigt worden, dass die
Beratungsphase bereits begonnen habe. Angesichts dieser Formulierung müsse
davon ausgegangen werden, dass der Aktenschluss bereits früher eingetreten
sei. Denselben Schluss liessen die in früheren Telefonaten erteilten Auskünfte der
Vorinstanz zu. So sei ihr etwa am 27. August 2019 mitgeteilt worden, dass das
Urteil nicht fertig und zurückgestellt worden sei. Das Gericht könne jedoch nicht
ewig zuwarten (Urk. 98 Rz. 10). Entsprechend könnten die Entwicklungen seit
Austritt der Gesuchstellerin aus dem G._ Ende September 2019 als echte
Noven in den Prozess eingebracht werden (Urk. 70 S. 5 ff., Rz. 10-19).
2.5.3. Der Gesuchsgegner macht demgegenüber geltend, nach dem Anwalts-
wechsel der Gesuchstellerin per 29. Mai 2019 hätte die Rechtsvertreterin der Ge-
suchstellerin ausreichend Zeit gehabt, die neue gesundheitliche Situation, insbe-
sondere die Tatsache der Behandlung in der Klinik G._ und die behauptete
damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit vorzubringen. Der Aktenschluss sei erst
per 4. Oktober 2019 erfolgt. Beide Rechtsvertreterinnen seien vorgängig über die-
ses beabsichtigte Vorgehen des Gerichts informiert worden. Die behaupteten
Noven hätten also im Laufe von August und September 2019, spätestens gerade
nach dem Telefonat mit dem Gerichtsschreiber am 27. September 2019 ohne
weiteres noch in das erstinstanzliche Verfahren eingebracht werden können. Es
handle sich dabei deshalb um unechte Noven, die im vorliegenden Berufungsver-
- 21 -
fahren nicht zu berücksichtigen seien. Entsprechend sei nach wie vor davon aus-
zugehen, dass die Gesuchstellerin arbeitsfähig sei (Urk. 88 Rz. 65 ff.).
2.5.4. Hat das Gericht den Sachverhalt – wie im Eheschutzverfahren (Art. 272
ZPO) – von Amtes wegen abzuklären, so berücksichtigt es neue Tatsachen und
Beweismittel im erstinstanzlichen Verfahren bis zur Urteilsberatung (Art. 229 Abs.
3 ZPO). Im angefochtenen Urteil wird festgehalten, nachdem sich herauskristalli-
siert habe, dass die aussergerichtlichen Vergleichsgespräche nicht erfolgsver-
sprechend verlaufen würden, sei den Parteien am 4. Oktober 2019 der Akten-
schluss mitgeteilt worden (Urk. 71 E. I.). Nachdem den Parteien zuvor die Phase
der Urteilsberatung unbestrittenermassen noch nicht angezeigt wurde bzw. im
Gegenteil gemäss Angaben der Gesuchstellerin gar noch am 27. August 2019 die
Auskunft erteilt worden sei, das Urteil werde zurückgestellt (vgl. Urk. 98 Rz. 10),
kann entgegen deren Ausführungen nicht geschlossen werden, der Aktenschluss
sei in Tat und Wahrheit schon früher eingetreten. Sodann ist zwar aus der Ge-
sprächsnotiz vom 27. September 2019 ersichtlich, dass sich die Rechtsvertreterin
der Gesuchstellerin danach erkundigte, ob der Aktenschluss bereits eingetreten
sei (Urk. 59). Damit vermag die Gesuchstellerin allerdings nicht ausreichend
glaubhaft zu machen, dass sie am 27. September 2019 tatsächlich darum bemüht
war, diese Tatsachen in den Prozess einzubringen, zumal die Initiative dieses Te-
lefonats offenbar seitens des Gerichts kam ("RAin X._ ruft zurück" [Urk. 59]).
Auch die Behauptung, die Aktennotiz des Gerichtsschreibers sei insofern unvoll-
ständig, als sie nicht erwähne, dass sie eine Noveneingabe angekündigt habe, ist
unbehelflich, zumal es in ihrer Verantwortung steht, mittels schriftlicher Eingaben
für die entsprechende Dokumentation besorgt zu sein. Nicht zielführend ist weiter
das Argument der Gesuchstellerin, selbst wenn der Aktenschluss tatsächlich erst
am 4. Oktober 2019 eingetreten wäre, hätte sie die neuen Tatsachen trotz zumut-
barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz ins Verfahren einbringen können, da
ihr damit ab Kenntnis der neuen Tatsachen nach dem Klinikaustritt der Gesuch-
stellerin am 27. September 2019 bis zum spätmöglichsten Eintritt des Akten-
schlusses am 4. Oktober 2019 für eine Noveneingabe lediglich sieben Tage Zeit
verblieben wären, was nicht ausreichend sei (Urk. 98 Rz. 18 f.). Die Gesuchstelle-
rin verkennt dabei, dass die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bereits seit dem
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5. August 2019 bestanden hatte (Urk. 73/2) und bereits mit ärztlichem Zeugnis
vom 23. September 2019 nochmals für einen Monat bescheinigt worden war
(Urk. 73/4). Die Arbeitsunfähigkeit der Gesuchstellerin lag damit bereits lange vor
Aktenschluss vor und hätte demzufolge ohne Weiteres früher ins vorinstanzliche
Verfahren eingebracht werden können und auch müssen. Dies gilt umso mehr,
als der Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin, wie sie selber angibt, am
27. August 2019 mitgeteilt worden sei, das Gericht könne nicht ewig zuwarten
(Urk. 98 Rz. 10). Aus welchen Gründen die Gesuchstellerin diese Tatsache der
Arbeitsunfähigkeit nicht früher in den Prozess einbringen wollte, ist dabei unbe-
achtlich. Das Zuwarten bis nach Klinikaustritt steht sodann auch insofern einer
sorgfältigen Prozessführung entgegen, als seit der Hauptverhandlung im April
2019 bereits bei Vorliegen des ersten Arbeitsunfähigkeitszeugnisses vier Monate
vergangen waren.
2.5.5. Dem Gesagten zufolge gelingt der Gesuchstellerin nicht, glaubhaft zu ma-
chen, dass sie diese Tatsachen bei Anwendung zumutbarer Sorgfalt nicht bereits
im vorinstanzlichen Verfahren hätte einbringen können, weshalb sie gemäss
Art. 317 Abs. 2 ZPO im Berufungsverfahren unberücksichtigt zu bleiben haben.
Damit ist weiterhin von der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Gesuchstelle-
rin auszugehen.
2.6. Ausdehnung der Erwerbstätigkeit / Hypothetisches Einkommen
2.6.1. Die Vorinstanz erwog mit Blick auf die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens, die Ehe der Parteien sei kinderlos geblieben, weshalb die Gesuch-
stellerin keinen Betreuungsaufgaben nachzugehen habe. Sie sei 42 Jahre alt und
von Beruf diplomierte Architektin SIA, habe 2012/2013 darüber hinaus den Master
in Real Estate erworben und habe während der ganzen Dauer ihrer Beziehung
mit dem Gesuchsgegner stets gearbeitet. In den Jahren vor 2012, d.h. vor ihrer
Weiterbildung und als sie noch mit einem Partner zusammen eine Firma gehabt
habe, habe sie weit mehr verdient als mit ihrer Einzelfirma H._, so etwa
Fr. 216'400.– im Jahr 2011. Nachdem sie nun noch über eine Zusatzausbildung
verfüge, sei nicht ersichtlich, weshalb sie nunmehr in unselbständiger Anstellung
nicht ähnlich hohe Saläre wie vor dem Jahr 2012 erzielen könne. Sie selber
- 23 -
schliesse denn auch eine Anstellung offenbar nicht länger aus und gehe immerhin
selber von einem Erwerbseinkommen von Fr. 9'000.– brutto aus. Auch eine Aus-
dehnung ihrer Erwerbstätigkeit auf 100% scheine zumutbar, da die bisherige
Verwaltung der ehelichen Liegenschaft in Zukunft entfalle. Ohne das der Gesuch-
stellerin anzurechnende Einkommen abschliessend festzulegen, sei davon aus-
zugehen, dass dieses ausreichen werde, um die errechnete Differenz von Bedarf
und bisherigem Einkommen auszugleichen (Urk. 71 E. VII.6.6).
2.6.2. Die Gesuchstellerin moniert, indem die Vorinstanz weder die Höhe des hy-
pothetischen Einkommens, welches die Gesuchstellerin bei einer Ausdehnung auf
eine 100% Erwerbstätigkeit erzielen könne, ermittelt noch eine Übergangsfrist
festgelegt habe, habe sie den Sachverhalt nicht bzw. nicht richtig festgestellt
(Urk. 70 Rz. 112).
2.6.3. Nachdem – wie nachfolgend noch zu zeigen sein wird (vgl. E. III.C.3) – der
vorinstanzlich errechnete Bedarf der Gesuchstellerin leicht zu korrigieren und zu-
dem der Gesuchstellerin auch keine Benutzungsgebühr der im hälftigen Miteigen-
tum stehenden ehelichen Liegenschaft von Fr. 4'000.– als Einkommen aufzu-
rechnen ist (vgl. vorstehend E. III.C.2.4.1 ff.), muss ohnehin zahlenmässig festge-
legt werden, welches hypothetische Einkommen der Gesuchstellerin angerechnet
werden kann. Sodann ist auch eine Übergangsfrist zu berücksichtigen.
2.6.4. Einhergehend mit den Ausführungen der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 70
Rz. 114) kann den Erwägungen des angefochtenen Entscheids implizit entnom-
men werden, dass es die Vorinstanz als der Gesuchstellerin zumutbar und mög-
lich erachtete, ihre Eigenversorgungskapazität im Rahmen einer unselbständigen
Anstellung in einem 100%-Pensum auf Fr. 11'460.– netto (Fr. 17'067.85 Bedarf
abzüglich Fr. 5'608.– Liegenschaftserträge) zu erhöhen. Gegen die Aufstockung
auf ein 100%-Pensum stellt sich die Gesuchstellerin dem Grundsatze nach nicht
(vgl. Urk. 70 Rz. 122), und setzt sich mit den diesbezüglichen Erwägungen auch
nicht auseinander. Nachdem inzwischen auch die Verwaltung der Liegenschaften
an eine Drittperson vergeben wurde (vgl. Urk. 88 Rz. 69; Urk. 101/26-27), ist die-
se Aufstockung auf ein 100%-Pensum nicht zu beanstanden. In Bezug auf die
Höhe des zumutbaren hypothetischen Einkommens stützte sich die Vorinstanz
- 24 -
generell auf die Jahre vor ihrer Selbständigkeit und führte als Beispiel das Jah-
reseinkommen 2011 von Fr. 216'400.– an. Damals war die Gesuchstellerin jedoch
unbestrittenermassen nebst des Anstellungsverhältnisses zu 50% Teilinhaberin
und damit massgeblich am Geschäftsgewinn beteiligt, weshalb dieses Einkom-
men als Referenzgrösse ohnehin ausser Betracht fallen muss. Wie die Gesuch-
stellerin sodann zu Recht einbringt, geht aus den Steuererklärungen (Urk. 3/4-8)
und der darauf basierenden Tabelle (Urk. 3/3) deutlich hervor, dass es sich dabei
um ein ausserordentlich hohes Einkommen handelte, das in all den anderen Jah-
ren nie erreicht wurde. Auch das (implizit) angerechnete Nettoeinkommen von
Fr. 11'460.– erzielte die Gesuchstellerin bisher noch nie. Einzig der Hinweis, dass
sie nun noch über eine weitere Ausbildung verfüge, genügt nicht um davon aus-
zugehen, dass sie bei einem Wiedereinstieg in eine Anstellung nach achtjähriger
Selbständigkeit direkt wieder an die ursprünglich erzielten Einkommen anknüpfen
bzw. diese gar übertreffen kann. In der Zwischenzeit hat die Gesuchstellerin per
1. Juli 2020 bei der I._ AG eine 80%-Anstellung als Bauherrenvertreterin und
Projektmanagerin gefunden, wobei ab September 2020 eine Erhöhung auf ein
90%-Pensum stattfand (vgl. Urk. 114/4). Aus dem Arbeitsvertrag und den einge-
reichten Lohnabrechnungen der Monate August und September geht für ein
100%-Pensum ein Jahresgehalt inkl. 13. Monatslohn von brutto Fr. 144'000.– und
damit monatlich Fr. 12'000.– brutto bzw. Fr. 10'440.– netto (nach Abzug der übli-
chen Sozialversicherungsbeiträge von rund 13%) hervor (Urk. 86 Rz. 7 ff.;
Urk. 87/4; Urk. 114/4-5). Dass die vereinbarte Autospesenpauschale von
Fr. 300.– keinen Lohnbestandteil darstellt, wurde vom Arbeitgeber bestätigt
(Urk. 114/6) und auch aufgrund der von der Gesuchstellerin detailliert aufgeliste-
ten Projektorte (u.a. in Mettmenstetten, Küsnacht, Herrliberg, Lengg, Rorschach,
St. Gallen, Zürich Wollishofen, Luzern) ist ausreichend glaubhaft gemacht, dass
die Pauschale jeweils aufgebraucht bzw. zumindest annähernd aufgebraucht wird
(Urk. 98 Rz. 297). Es erscheint angemessen, sich zur Beurteilung des erzielbaren
Einkommens an diesem Salär zu orientieren, zumal dieses die effektiven Bege-
benheiten auf dem Arbeitsmarkt wiedergibt. Somit ist von einem möglichen und
zumutbaren hypothetischen Einkommen im Rahmen einer 100%-Anstellung von
Fr. 10'440.– netto pro Monat auszugehen. Soweit der Gesuchsgegner geltend
- 25 -
macht, die Gesuchstellerin werde nach wie vor über ihre Firma Einkünfte erzielen
(Urk. 88 Rz. 69), weshalb diese und auch die damit einhergehenden Privatbezüge
weiterhin aufzurechnen seien, kann ihm nicht gefolgt werden, zumal in diesem
Fall von der Gesuchstellerin ein Pensum von über 100% verlangt würde, was
selbstredend nicht angeht. Selbst wenn die Gesuchstellerin sodann – wie vom
Gesuchsgegner behauptet (Urk. 88 Rz. 69; Urk. 103 Rz. 114 ff.; Urk. 118 Rz. 53),
von ihr indes bestritten (vgl. Urk. 98 Rz. 215 ff.; Urk. 111 Rz. 88 ff.; Urk. 124
Rz. 56) – über ihre Firma bzw. die Vermietung von Büroräumlichkeiten etc. noch
gewisse Einkünfte generieren sollte, besteht kein Anlass, diese zusätzlich zum
hypothetischen 100%-Lohn zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich vielmehr
um ein hypothetisch anzurechnendes Maximaleinkommen, welches die Gesuch-
stellerin in erster Linie überhaupt erreichen muss.
2.6.5. Wird einer Partei ein hypothetisches Einkommen angerechnet, ist dies
grundsätzlich nur für die Zukunft und nicht rückwirkend möglich (vgl. statt vieler
OGer ZH LE170065 vom 16.04.2018, E. IV.B.4.2.4). Darüber hinaus ist dem Be-
treffenden hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzu-
setzen. Somit ist bis zur Anrechnung eines hypothetischen Einkommens eine dem
Zweck und den Umständen angemessene Übergangsfrist einzuräumen (BGE 144
III 481 E. 4.6.; BGE 129 III 417 E. 2.2; BGE 114 II 13 E. 5). In der Regel beträgt
die Übergangsfrist drei bis sechs Monate. Ein von dem erwähnten Grundsatz ab-
weichender Entscheid, mit dem ein hypothetisches Einkommen ohne Umstel-
lungsfrist oder gar rückwirkend angerechnet wird, rechtfertigt sich bloss bei Vor-
liegen von besonderen Umständen, so wenn der betroffenen Partei ein unredli-
ches Verhalten vorgeworfen werden muss oder wenn die geforderte Umstellung
und das Erfordernis eines vermehrten beruflichen Einsatzes für sie klar vorher-
sehbar waren (BGer 5A_549/2017 vom 11. September 2017, E. 4; BGer
5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.2).
2.6.6. Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin keine Übergangsfrist gewährt, son-
dern ging davon aus, dass sie sofort in der Lage sein werde, mit einem höheren
hypothetischen Einkommen ihr Manko zu decken. Dies ist, wie den vorstehenden
Ausführungen entnommen werden kann, nicht zulässig. Soweit der Gesuchsgeg-
- 26 -
ner geltend macht, die Gesuchstellerin habe seit Erhalt der Klageantwortschrift
(Urk. 19) erkennen können, dass sie sich um ein Einkommen für eine Tätigkeit
von 100% bemühen müsse bzw. spätestens seit der Verhandlung vom 12. April
2019, anlässlich welcher das Gericht ihr dargelegt habe, dass es eine Unterhalts-
pflicht des Gesuchsgegners nicht sehe (Urk. 88 Rz. 68 und Rz. 71), kann ihm
nicht gefolgt werden. Ein solches Wissen bzw. eine Voraussehbarkeit kann
grundsätzlich frühestens mit der Zustellung des erstinstanzlichen Entscheids be-
jaht werden (OGer ZH LY170039 vom 16.05.2018, E. III.B.3.1.7; OGer ZH
LE170065 vom 16.04.2018, E. IV.B.4.2.4; OGer ZH LE150010 vom 09.07.2015,
E. III.C.3.3.). Klarerweise von keiner Relevanz sind diesbezügliche gegnerische
Parteivorbringen sowie eine nicht protokollierte vorläufige Einschätzung der Sach-
und Rechtslage durch das Gericht (vgl. auch OGer ZH LE120019 vom 15. Okto-
ber 2012, E. 4.5.2). Abgesehen davon bestreitet die Gesuchstellerin diese Ein-
schätzung seitens des Gerichts; im Gegenteil sei Letzteres damals noch der An-
sicht gewesen, für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens bestehe
kein Anlass (Urk. 98 Rz. 230 f.). Die Gesuchstellerin will sich ein 100%-Pensum
erst neun Monate nach ihrem Auszug im März 2020 bzw. ab Dezember 2020 an-
rechnen lassen (vgl. Urk. 70 Rz. 122). Im vorliegenden Fall drängt sich durchaus
eine grosszügige Übergangsfrist auf. Zum einen besteht angesichts der sehr gu-
ten finanziellen Verhältnisse der Parteien keinerlei Dringlichkeit für eine Ausdeh-
nung der Erwerbstätigkeit der Gesuchstellerin. Zum anderen war die Gesuchstel-
lerin nun acht Jahre selbständig erwerbstätig, weshalb ein Wechsel auf eine An-
stellung eine grosse Umstellung darstellt, für die ihr genügend Zeit zu gewähren
ist. Dies gilt umso mehr, als die Selbständigkeit trotz Mindereinnahmen eine ge-
meinsam getragene Entscheidung war bzw. zumindest als solche zu gelten hat.
Nicht ausreichend glaubhaft gemacht wurden indes die pauschal behaupteten zu-
sätzlichen Schwierigkeiten beim Bewerbungsprozess zufolge der Covid-19-
Pandemie (Urk. 86 Rz. 5 f.). Zusammenfassend erscheint es angemessen, der
Gesuchstellerin eine Übergangsfrist von sechs Monaten zu gewähren, weshalb
ihr per 1. Juli 2020 ein (teilweise) hypothetisches Einkommen von Fr. 10'440.–
netto anzurechnen ist.
- 27 -
2.7. Zusammenfassend ist bei der Gesuchstellerin von folgenden monatlichen
Nettoeinkommen auszugehen:
1. April 2018 bis 30. Juni 2020:
Fr. 5'452.– Einkommen Selbständigkeit Fr. 2'395.– Aufrechnung Privatbezüge Fr. 1'608.– Liegenschaftserträge Fr. 9'455.–
ab 1. Juli 2020 für die weitere Dauer des Verfahrens:
Fr. 10'440.– Teilw. hyp. Einkommen 100% unselbständige Erwerbstätigkeit Fr. 1'608.– Liegenschaftserträge Fr. 12'048.–
3. Bedarf der Gesuchstellerin
3.1. Die Vorinstanz ist von einem Bedarf von Fr. 17'067.85 ausgegangen
(Urk. 71 E. VII.5.2). Die Gesuchstellerin kritisiert die Positionen Grundbetrag, Mie-
te, Nebenkosten, Raumpflege, Parkplatz, Massagekosten, zusätzliche Gesund-
heitskosten, Ferien, Auto Mini Cooper sowie Zuschlag für auswärtige Verpfle-
gung. Der Gesuchsgegner beanstandet insbesondere die Höhe der Mietkosten,
die Höhe des Betrags für Ferien sowie generell die Positionen Auto Porsche Ca-
yenne und Ferienhaus E._.
3.2. Grundbetrag
3.2.1. Die Vorinstanz hat mit Blick auf die Ausgaben der Gesuchstellerin für im
Grundbetrag enthaltene Positionen wie Lebensmittel, Wein/Champagner, Klei-
dung, Instandhaltung, Kosmetikerin, Coiffeurkosten, Geschenke, Ausrichten von
Festen und Kulturelles eine Verdoppelung des Grundbetrags gemäss Kreis-
schreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich be-
treffend die Richtlinie für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums vom 16. September 2009 (ZR 2009 S. 253 ff.) für eine alleinstehende
- 28 -
Person von Fr. 1'200.– auf Fr. 2'400.– als angemessen erachtet (Urk. 71
E. VII.5.3 S. 50).
3.2.2. Die Gesuchstellerin stellt sich auf den Standpunkt, ihr sei ein rund dreifa-
cher Grundbetrag von Fr. 3'806.– anzurechnen (Urk. 70 Rz. 65). Demgegenüber
ist der Gesuchsgegner der Ansicht, dass die Vorinstanz sehr grosszügig gerech-
net habe und der von der Gesuchstellerin angeführte Grundbetrag von Fr. 3'806.–
den Lebensstandard der Parteien, welchen sie während ihres Zusammenlebens
und insbesondere im Jahr 2017 gehabt hätten, bei Weitem übersteigen würde.
Des Weiteren sei die Gesuchstellerin explizit damit einverstanden gewesen, dass
die einstufige Berechnungsmethode Anwendung finde, weshalb die Kosten für die
einzelnen Posten nachzuweisen seien und grundsätzlich nicht vom Grundbedarf
gemäss Kreisschreiben des Obergerichts auszugehen sei (Urk. 88 S. 24 ff.).
3.2.3. Wie der Gesuchsgegner zutreffend ausführt, treten bei der einstufigen Me-
thode an die Stelle der einzelnen Posten des familienrechtlichen Existenzmini-
mums die effektiven (höheren) Ausgaben. Eine gewisse Pauschalisierung ist aber
auch im Rahmen der einstufig-konkreten Berechnungsmethode zulässig, da es
nahezu unmöglich ist, für Auslagepositionen wie den täglichen Bedarf (Nahrung,
Bekleidung, Körper- und Gesundheitspflege etc.) die entsprechenden Zahlen zu
ermitteln. Ist glaubhaft, dass für solche Positionen deutlich höhere Ausgaben als
jene des Existenzminimums getätigt wurden, kann hier zum Beispiel eine Verdop-
pelung des Grundbetrages oder eine Vervielfachung erfolgen (BGer
5A_1020/2015 vom 15. November 2016, E.5.1; BGer 5A_310/2010 und
5A_327/2010 vom 19. November 2010, E.6.4.2; Hausheer/Spycher, Handbuch
des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. Bern 2010, N 02.65c; Jann Six, Eheschutz, Ein
Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, 2014, N 2.68). Bei der Vervielfachung von
Grundbeträgen besteht hingegen stets die Gefahr, dass wenig transparent ist,
aufgrund welcher Kriterien der Vervielfachungsfaktor festgesetzt wird. Es werden
daher an die Begründungsdichte solcher Urteile hohe Anforderungen gestellt, an-
sonsten der Entscheid willkürlich erscheint (vgl. hierzu insbesondere OGer ZH
LE120056 vom 13. Dezember 2012, E. 2.4). So ist darzulegen, gestützt auf wel-
che glaubhaft gemachten Tatsachen eine Erhöhung um wieviel Prozent angezeigt
- 29 -
ist. Sodann muss aus der Begründung klar ersichtlich sein, welche von der Partei
geltend gemachten Bedarfs- bzw. Auslagepositionen in welchem Umfang mit dem
erhöhten Grundbetrag abgegolten werden (OGer ZH LE150019 vom 4. April
2016, E. 5.2.1).
3.2.4. Vorliegend handelte die Vorinstanz die Bedarfs- und Ausgabepositionen
zwar einzeln ab, wie die Gesuchstellerin aber zu Recht beanstandet, blieb sie
insgesamt dennoch sehr vage, in welchem Ausmass ein Zuschlag zum einfachen
Grundbetrag gerechtfertigt erscheint. So gestand sie der Gesuchstellerin gegen-
über der im Grundbetrag dafür vorgesehenen Quote etwa für die Position Klei-
dung/Schuhe/Accessoires eine "deutlich erhöhte Grösse" und für Wein und
Champagner einen "leicht erhöhten Anteil" zu und hielt ferner fest, betreffend der
Position "Kulturelles" sei auch klar, dass die Auslagen durch den einfachen
Grundbetrag nicht abgedeckt seien. Zusammenfassend kam sie letztlich zum
Schluss, dass der einfache Grundbetrag bei Weitem nicht ausreiche, um den ge-
bührenden Unterhalt der Gesuchstellerin auch in Zukunft sicherstellen zu können.
Dabei würden die in den Bereichen "Kleidung" und "Kosten der Kosmetikerin" zu-
gestandenen Erhöhungen des einfachen Grundbetrags quantitativ am meisten ins
Gewicht fallen. Nachdem aber auch bei den meisten der anderen Teilpositionen
eine Erhöhung gegenüber dem einfachen Grundbetrag resultiere, rechtfertige es
sich, den Grundbetrag zu verdoppeln (Urk. 71 E. VII.5.3 S. 50).
3.2.5. Die Gesuchstellerin beanstandet konkret, dass die blosse Verdoppelung
des Grundbetrags im Widerspruch zu den Ausführungen und (in Worten ausge-
drückten) Zugeständnissen der Vorinstanz stehe und damit willkürlich sei. Sodann
seien die von der Vorinstanz ermittelten Zuschläge teilweise unzureichend bzw.
willkürlich tief (Urk. 70 S. 10 ff.). Diese Rügen sind – wie nachfolgend zu zeigen
sein wird – teilweise begründet:
3.2.6. Lebensmittel
3.2.6.1. Die Vorinstanz stellte hinsichtlich der Lebensmittelkosten auf die vom Ge-
suchsgegner eingereichte Kostenaufstellung des Jahres 2017 (Urk. 17/46) ab und
erwog, da unbestritten geblieben sei, dass diese Kosten teilweise auch zwei Per-
- 30 -
sonen betreffen würden, seien diese Gesamtkosten zu halbieren, womit im Bedarf
der Gesuchstellerin für Lebensmittel ein Betrag von Fr. 473.45 anzurechnen sei
(Urk. 71 E. VII.5.3, S. 39 ff.).
3.2.6.2. Die Gesuchstellerin moniert, die Vorinstanz habe ihr damit noch nicht
einmal den im Grundbetrag für Lebensmittel vorgesehenen Betrag von Fr. 600.–
(50% von Fr. 1'200.–) zugestanden. Fehl gehe dabei die vorinstanzliche Feststel-
lung, wonach der Gesuchstellerin für die Führung eines Einpersonenhaushalts
nur die Hälfte der bisherigen Kosten anfallen würden. Es sei gerichtsnotorisch,
dass ein Einpersonenhaushalt mehr koste, weshalb auch der Grundbetrag für ei-
ne alleinstehende Person ohne Haushaltsgemeinschaft von Fr. 1'200.– nicht die
Hälfte, sondern 70.6% des Grundbetrags für ein Ehepaar (Fr. 1'700.–) ausmache.
Willkürlich sei des Weiteren, dass die Vorinstanz lediglich auf die unvollständigen
und teilweise falsch kategorisierten Ausgaben der Liste des Gesuchsgegners für
das Jahr 2017 abgestellt habe. Die Kosten im Vorjahr seien viel höher gewesen.
Rechne man 70.6% der vom Gesuchsteller in seinen Listen für das Jahr 2016
markierten gemeinsamen Kosten ("g"), sowie den vollen Betrag der der Gesuch-
stellerin zugewiesenen Kategorie "d" zusammen, ergebe dies Fr. 9'112.– bzw.
monatlich Fr. 760.–. Realitätsfremd und willkürlich sei sodann, dass die Vo-
rinstanz keinen Betrag für Bareinkäufe eingerechnet habe, obwohl sie solche
glaubhaft dargelegt habe, zumal es naturgemäss für diese mehrere Jahre zurück-
liegenden Einkäufe keine Belege mehr gebe. Es sei gerichtsnotorisch, dass nie
sämtliche Ausgaben per Karte bezahlt würden. Überdies gehe auch aus den
Auswertungen des Gesuchsgegners zu den Ausgaben 2015, 2016 und 2017 her-
vor, dass die Gesuchstellerin regelmässig Barbezüge getätigt habe. Es seien für
Bareinkäufe monatlich mindestens Fr. 200.– zu berücksichtigen und es sei dem-
nach insgesamt ein Zuschlag für Lebensmittel von Fr. 360.– vorzunehmen
(Urk. 70 S. 10 f.; Urk. 98 Rz. 119; Urk. 111 Rz. 43).
3.2.6.3. Demgegenüber bringt der Gesuchsgegner vor, die Vorinstanz weise zu
Recht darauf hin, dass seine Darstellung, wonach die aufgelisteten Lebensmittel-
kosten für zwei Personen seien und der Betrag zu halbieren sei, im erstinstanzli-
chen Verfahren unbestritten geblieben sei. Der Einwand der Gesuchstellerin,
- 31 -
ausgehend von den vorgesehenen Grundbeträgen sei für eine alleinstehende
Person nicht von der Hälfte, sondern von 70.6% der Kosten eines Ehepaars aus-
zugehen, sei deshalb neu und unzulässig. Die Gesuchstellerin zeige nicht auf, wo
sie vor Vorinstanz diese Rechnung vorgenommen habe. Die Gesuchstellerin habe
den Nachweis gerade nicht erbracht, dass sie für Lebensmittel mehr als die vo-
rinstanzlich errechneten Fr. 473.– aufgewendet habe. Es sei auch keine Willkür
der Vorinstanz darin zu sehen, dass sie nur auf die Kostenzusammenstellung des
Jahres 2017 abgestellt habe. Einerseits habe die Gesuchstellerin nicht nachge-
wiesen, wo sie vor Vorinstanz die Liste "Lebensmittel" des Gesuchstellers bestrit-
ten und als unvollständig und teilweise falsch kategorisiert habe, andererseits lie-
ge es im Ermessen des Gerichts, welche Zeitperiode des Zusammenlebens be-
rücksichtigt werde für die Feststellung des gebührenden Bedarfs. Unzutreffend sei
sodann die Ansicht der Gesuchstellerin, es sei gerichtsnotorisch, dass nie sämtli-
che Ausgaben per Karte bezahlt würden. Weiter seien auch Belege über Cash-
Bezüge kein rechtsgenügender Nachweis, dass damit Lebensmittel gekauft wor-
den seien. Die Gesuchstellerin habe nie bar Lebensmittel bezahlt (Urk. 88 Rz. 28
ff.; Urk. 103 Rz. 60 ff.).
3.2.6.4. Für die Ermittlung des bisherigen Lebensstandards ist grundsätzlich auf
den Zeitraum von rund einem Jahr vor der Trennung abzustellen (Maier, Berech-
nung ehelicher und nachehelicher Unterhaltsbeiträge, AJP 2020, S. 1276 ff.,
S. 1279). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
die Kosten des Jahres 2017 herangezogen hat. Einzig der Umstand, dass die
Ausgaben im Jahr 2017 tiefer lagen als im Jahr 2016, vermag jedenfalls keine
Willkür der Vorinstanz zu begründen, können solche Kosteneinsparungen doch
vielerlei – auch sachliche – Gründe haben. Wie der Gesuchsgegner zu Recht
ausführt, hat es die Gesuchstellerin auch unterlassen, aufzuzeigen, inwiefern die
Kostenauflistung des Jahres 2017 falsch sein soll bzw. wo sie dies vor Vorinstanz
näher dargelegt haben will. Der von der Gesuchstellerin nur gestützt auf die höhe-
ren Ausgaben des Jahres 2016 errechnete Zuschlag ist deshalb abzulehnen;
wenn überhaupt, wäre ohnehin ein Durchschnittswert zu bilden. Berechtigt ist hin-
gegen der Einwand der Gesuchstellerin, dass eine hälftige Teilung der Kosten zu
keinem angemessenen Resultat führt. Dies zeigt sich bereits daran, dass der von
- 32 -
der Vorinstanz ermittelte Betrag von Fr. 473.– bedeutend unter den Fr. 600.–
liegt, die im Rahmen des Existenzminimums für Nahrung zugestanden werden
(vgl. Kreisschreiben II. Ziff. 2.2. i.V.m. IV. Ziff. 1). Mit dieser Rüge ist die Gesuch-
stellerin entgegen der Auffassung des Gesuchsgegners auch nicht ausgeschlos-
sen, anerkannte sie vor Vorinstanz doch einzig, dass die vom Gesuchsteller auf-
gelisteten Kosten teilweise beide Parteien betreffen würden. Etwas anderes geht
auch aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor. Der daraus gezogene
Schluss der Vorinstanz steht einer Überprüfung selbstredend offen. Vorliegend
erscheint es sachgerecht, von 60% der gemeinsamen Kosten (Fr. 8'172.90) aus-
zugehen, da bereits ein Betrag für die Gesuchstellerin separat ausgewiesen wur-
de, der voll anzurechnen ist (Fr. 1'063.25). Dies ergibt Ausgaben von monatlich
rund Fr. 500.–. Die Gesuchstellerin rügt des Weiteren zu Recht, dass die Vo-
rinstanz keinerlei Bareinkäufe aufgerechnet hat. Die Vorinstanz hat sich mit den
diesbezüglichen Ausführungen der Gesuchstellerin gar nicht auseinandergesetzt.
Aus der Aufstellung des Gesuchstellers vom Jahr 2017 gehen immerhin nicht zu-
rechenbare Barbezüge der Gesuchstellerin im Umfang von Fr. 2'397.80 hervor
und es darf aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen wer-
den, dass die Gesuchstellerin tatsächlich einen Teil davon für Lebensmittelein-
käufe verwendet hat. Die von der Gesuchstellerin geltend gemachten Fr. 200.–
entsprechen rund 10% dieses Betrags, was plausibel erscheint. Insgesamt sind
damit Kosten für Lebensmittel von rund Fr. 700.– pro Monat glaubhaft gemacht.
Damit liegen sie Fr. 100.– über dem im einfachen Grundbetrag für Nahrung vor-
gesehenen Betrag. Ein Zuschlag in dieser Höhe erscheint jedoch sachgerecht,
zumal den eingereichten Listen entnommen werden kann, dass die Lebensmitte-
leinkäufe zur Hauptsache bei den gängigen Grossverteilern Migros, Coop, Denner
und Aldi getätigt wurden und nicht etwa ausschliesslich in gehobenen Lebensmit-
telgeschäften eingekauft wurde, was einen bedeutenden Zuschlag eher rechtferti-
gen würde. Überdies sind der Gesuchstellerin für Champagner/Wein und das
Ausrichten von Festen zusätzlich separate Beträge zuzugestehen (vgl. nachfol-
gend E. III.C.3.2.7 und E. III.C.3.2.10).
- 33 -
3.2.7. Champagner / Wein
3.2.7.1. In dieser Hinsicht erwog die Vorinstanz, die Gesuchstellerin trinke selber
zwar anerkanntermassen wegen ihrer Erkrankung selten Alkohol, doch seien ihr
für die Bewirtung ihrer Gäste monatlich ca. 8 Flaschen Wein zuzugestehen. Dies
rechtfertige es, unter diesem Titel einen gegenüber dem Grundbetrag leicht er-
höhten Anteil für Getränke anzurechnen (Urk. 71 E. VII.5.3. S. 43 f.).
3.2.7.2. Die Gesuchstellerin rügt die mangelnde Bezifferung der vorinstanzlichen
Zugeständnisse und fordert – ausgehend von Kosten von 2x Fr. 50.– für Cham-
pagner und 6x Fr. 30.– Wein – einen Zuschlag von monatlich Fr. 280.– (Urk. 70
Rz. 49; Urk. 98 Rz. 129, Urk. 111 Rz. 44).
3.2.7.3. Der Gesuchsgegner hält entgegen, die Gesuchstellerin habe die Kosten
für einzelne Weinflaschen und Champagnerflaschen vor Vorinstanz nicht belegt,
sondern lediglich auf jährliche Gesamtkosten der Weineinkäufe hingewiesen. Es
sei nicht Sache des Gerichts, selber Annahmen über Weinpreise zu treffen. Die
Pauschalisierung im Sinne einer leichten Erhöhung des Grundbetrags sei auf die
mangelhafte Begründung der Gesuchstellerin zurückzuführen. Die Nachbeziffe-
rung im Berufungsverfahren sei unzulässig (Urk. 88 Rz. 33; Urk. 103 Rz. 64;
Urk. 118 Rz. 28).
3.2.7.4. Entgegen den Ausführungen des Gesuchsgegners hat die Gesuchstelle-
rin die monatlichen Kosten für Wein und Champagner vor Vorinstanz beziffert. Sie
machte geltend, pro Woche durchschnittlich je eine Flasche Champagner,
Weisswein und Rotwein gekauft und hierfür monatlich Fr. 500.– ausgegeben zu
haben. Diesen Betrag schätzte sie ausgehend von dem vom Gesuchsgegner für
das Jahr 2017 den Parteien für Weinkosten zugewiesenen monatlichen Betrag
von Fr. 333.– (Urk. 17/46) und der Annahme, dass diese Listen nicht ganz voll-
ständig seien (Urk. 44 Rz. 74; vgl. auch Urk. 98 Rz. 129). Ein Nachweis der ein-
zelnen Preise pro Flasche ist naturgemäss anhand von Belegen und Kontoaus-
zügen kaum möglich und im Rahmen des Beweismasses des Glaubhaftmachens
auch nicht erforderlich. Die Nachbezifferung einzelner Flaschenpreise im Beru-
fungsverfahren erfolgt lediglich aufgrund der vorinstanzlichen Erwägungen. Nach-
- 34 -
dem sich die Vorinstanz in der Lage sah, eine Annahme in Bezug auf die zuzuge-
stehende Anzahl Weinflaschen zu treffen, ist nicht ersichtlich, weshalb es nicht
möglich gewesen sein soll, sich hinsichtlich des Preises der Flaschen bzw. des
hierfür zu gewährenden Zuschlags festzulegen. Nachdem vom Gesuchsgegner
die Anzahl von acht Flaschen grundsätzlich nicht bestritten wird, erscheint ein Zu-
schlag von rund Fr. 280.–, wie dies die Gesuchstellerin fordert, angesichts der
gehobenen Weinhandlungen, in welchen eingekauft wurde, realistisch und glaub-
haft.
3.2.8. Kleidung / Schuhe / Accessoires
3.2.8.1. Die Vorinstanz gestand der Gesuchstellerin unter diesem Titel eine ge-
genüber der im Grundbetrag dafür vorgesehenen Quote "deutlich erhöhte Grös-
se" zu. Dabei erwog sie im Wesentlichen, es falle auf, dass die Gesuchstellerin
aus einzelnen Belegen eine Regelmässigkeit der entsprechenden Ausgaben zu
konstruieren versuche und ferner das daraus resultierende Endergebnis grosszü-
gig aufrunde. Trotz des Beweismasses des Glaubhaftmachens wäre eine weiter-
gehende Unterlegung ihrer geltend gemachten Auslagen wünschenswert gewe-
sen, indes sei festzuhalten, dass die Parteien in sehr guten finanziellen Verhält-
nissen gelebt hätten und allein schon von daher nicht ausschliesslich im Bil-
ligsegment der jeweiligen Anbieter eingekauft haben dürften (Urk. 71 E. VII.5.3. S.
44 ff.).
3.2.8.2. Die Gesuchstellerin macht geltend, sie habe detailliert substantiiert, wel-
che Einkäufe sie im Schnitt pro Jahr tätige und basierend auf den eingereichten
Belegen die durchschnittlichen Kosten für diese Einkäufe auf Fr. 1'000.– ge-
schätzt. Die Vorinstanz habe ihr denn auch eine "deutlich erhöhte Grösse" ge-
genüber dem Grundbetrag zugestanden, es jedoch unterlassen, diesen Betrag zu
bestimmen. Damit habe sie den Sachverhalt nicht richtig bzw. gar nicht festge-
stellt. Gehe man davon aus, dass im einfachen Grundbetrag für Kleidung ein Be-
trag von Fr. 250.– vorgesehen sei, resultiere ein Zuschlag von Fr. 750.– (Urk. 70
Rz. 51 ff.; Urk. 98 Rz. 131 ff.; Urk. 111 Rz. 45).
- 35 -
3.2.8.3. Der Gesuchsgegner führt aus, die Gesuchstellerin sei ihrer Bezifferungs-
pflicht nicht genügend nachgekommen, weshalb der Vorinstanz nichts anderes
übrig geblieben sei, als den Posten Kleidung pauschal festzustellen. Die von der
Gesuchstellerin erstellte Auflistung habe er sodann bestritten und gestützt auf die
von ihr eingereichten Belegen Fr. 232.40 pro Monat anerkannt (Urk. 88 Rz. 35 ff.;
Urk. 103 Rz. 65 f.).
3.2.8.4. Auch diesbezüglich ist der Gesuchstellerin zuzustimmen, dass es in Be-
zug auf den Ausdruck "deutlich erhöhte Grösse" an ausreichender Transparenz
fehlt. Eine klare Äusserung hätte sich aber insbesondere deshalb aufgedrängt, als
die Parteien mit ihren Standpunkten sehr weit auseinanderlagen, verlangte die
Gesuchstellerin doch die Anrechnung eines Betrags von monatlich Fr. 1'000.–,
während der Gesuchsgegner ihr lediglich Fr. 232.40 zugestand. Dies gilt umso
mehr, als selbst aus den Erwägungen nicht annähernd erahnt werden kann, was
unter dem Zugeständnis zu verstehen ist, zumal die Vorinstanz auf die einge-
reichten Belege und Vorbringen der Gesuchstellerin nicht weiter eingegangen ist.
Damit hat die Vorinstanz den Sachverhalt ungenügend festgestellt, was an dieser
Stelle nachzuholen ist.
3.2.8.5. Die Gesuchstellerin hat vor Vorinstanz detailliert ausgeführt und aufgelis-
tet, was für Einkäufe sie jeweils tätigte (Urk. 44 Rz. 75 ff.), und diverse Belege aus
den Jahren 2009 bis 2017 eingereicht (Urk. 45/30-38). In Bezug auf Ausgaben im
Luxusbereich, welche selbstredend vom einfachen Grundbetrag nicht gedeckt
sind, machte die Gesuchstellerin geltend, pro Jahr durchschnittlich rund
Fr. 7'450.– auszugeben (Kleidung 3, Schuhe 3, Handtasche 1 und Accessoires
1). Da solche teureren Anschaffungen in unregelmässigeren Abständen als übli-
che Kleidereinkäufe stattfinden, rechtfertigt es sich, auf den Durchschnitt dreier
Jahre abzustellen. Für das Jahr 2015 sind Luxuseinkäufe im Betrag von rund
Fr. 5'800.–, für das Jahr 2016 keine und für das Jahr 2017 solche von rund
Fr. 2'300.– ausgewiesen (Urk. 45/36-49). Daraus resultiert ein Jahresschnitt von
Fr. 2'700.–, mithin monatlich Fr. 225.–. Wenngleich die weiter zurückliegenden
Belege für die Ermittlung des aktuellen ehelichen Standards nicht relevant sind,
lässt die Tatsache, dass die Gesuchstellerin noch über Quittungen aus dem Jahr
- 36 -
2009 verfügt, jedenfalls darauf schliessen, dass nebst den belegten keine weite-
ren Luxuseinkäufe stattgefunden haben. Darüber hinausgehende Ausgaben für
Einkäufe im Luxusbereich vermag die Gesuchstellerin demnach nicht glaubhaft zu
machen. Für "normale" Kleidung, Schuhe, Unterwäsche und Strumpfhosen macht
sie weitere monatliche Kosten von insgesamt Fr. 387.50 geltend. Diesbezüglich
reicht die Gesuchstellerin zwar nur wenige Belege ein (Urk. 45/32-37), im Rah-
men des Glaubhaftmachens darf jedoch auch nicht verlangt werden, dass sie in
Bezug auf Einkäufe in preiswerteren Shops noch über sämtliche Quittungen ver-
fügt. Nachdem beide Parteien in sachgerechter Weise davon ausgehen, dass im
einfachen Grundbetrag ein Anteil von rund Fr. 250.– für Kleidung, Schuhe etc.
vorgesehen ist (vgl. Urk. 70 Rz. 39; Urk. 88 Rz. 43), erscheinen Ausgaben im gel-
tend gemachten Umfang von Fr. 387.50 im Normalpreissegment angesichts der
sehr guten finanziellen Verhältnisse der Parteien sowie der Ausgaben im Luxus-
bereich sehr realistisch und sind damit ausreichend glaubhaft gemacht. Demnach
ist der Gesuchstellerin für Kleidung ein monatlicher Betrag von gerundet Fr. 600.–
, und damit ein Zuschlag von Fr. 350.– zum einfachen Grundbetrag zuzugeste-
hen.
3.2.9. Kosmetikerin/Kosmetik
3.2.9.1. Die Vorinstanz erwog, die Kosten für die Kosmetikerin seien weitgehend
ausgewiesen. Zu beanstanden sei insofern lediglich, dass sie im Jahr 2018 ge-
genüber den Vorjahren deutlich zugenommen hätten, was die Frage prozesstakti-
scher Überlegungen in den Raum stelle. Hinsichtlich der Kosmetikartikel würden
hingegen sämtliche Belege fehlen. Ferner sei dem Gesuchsgegner zuzustimmen,
dass medizinisch bedingte Kosmetikartikel über die Krankenkasse abgerechnet
werden könnten und diese Kosten lediglich im Umfang des Selbstbehalts sowie
der Franchise ins Gewicht fallen würden. Die üblichen Kosmetikkosten seien so-
dann im Grundbetrag enthalten. Gestützt auf diese Überlegungen rechtfertige es
sich demnach, den Grundbetrag im Umfang der leicht reduzierten Kosten der
Kosmetikerin sowie geringfügig für Kosmetikartikel zu erhöhen (Urk. 71 E. VII.5.3.
S. 47 f.).
- 37 -
3.2.9.2. Die Gesuchstellerin moniert, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz einer-
seits davon ausgehe, dass die Parteien gar noch nicht getrennt lebten, gleichzei-
tig jedoch die im Jahre 2018 angefallenen Kosten nicht als massgeblich für den
zuletzt gelebten ehelichen Standard akzeptieren wolle. Die Kosmetikerkosten der
Gesuchstellerin seien seit 2015 jedes Jahr gestiegen. Aber auch der Durchschnitt
der Jahre 2016 und 2017 belege einen Betrag von Fr. 603.–, worauf mindestens
abzustellen sei. Betreffend der Kosmetikartikel sei es realitätsfremd und willkür-
lich, anzunehmen, dass jemand, der anerkanntermassen monatlich über Fr. 600.–
für den Kosmetiker ausgebe, die Kosten für Kosmetikartikel mit dem im einfachen
Grundbetrag vorgesehenen Betrag für übliche Kosmetika decken könne. Die Ge-
suchstellerin habe sodann einzig ausgeführt, dass sie aufgrund der ...-
Erkrankung auf richtige Pflege angewiesen sei. Daraus zu schliessen, dass die
Krankenkasse sich an diesen Beautyprodukten wie Sonnencrème, Parfum, Lid-
schatten, Lippenstift oder Nagellack beteilige, sei abwegig. Sie habe vor Vo-
rinstanz detailliert dargetan, welche Produkte sie verwende, und deren Preis ge-
nannt. Die pauschale Bestreitung des Gesuchsgegners (Urk. 54 Rz. 47 f.) sei un-
genügend. Deshalb seien ihr monatliche Ausgaben von Fr. 300.– zuzugestehen.
Zusammen mit den Kosten für die Kosmetikerin von Fr. 600.– pro Monat und den
zugestandenen Coiffeurkosten von
Fr. 82.–, bereinigt um die im üblichen Grundbetrag enthaltenen Fr. 100.– für Kör-
per- und Gesundheitspflege, resultiere ein Zuschlag von Fr. 882.– (Urk. 70 Rz. 57
ff.; Urk. 98 Rz. 134 ff.; Urk. 111 Rz. 46).
3.2.9.3. Der Gesuchsgegner macht geltend, die Auflistung von Produkten und de-
ren Kosten sei kein Nachweis, dass der Gesuchstellerin diese Kosten entstanden
seien. Deshalb sei es der Vorinstanz nicht möglich gewesen, einen Betrag zu be-
ziffern. Sodann enthalte die Auflistung der Gesuchstellerin auch einzelne Produk-
te, welche sie ihren eigenen Angaben zufolge im Grossverteiler Coop einkaufe.
Gerade solche Produkte seien Bestandteil des Grundbetrags, weshalb keine zu-
sätzlichen Kosten zu berücksichtigen seien. Ferner habe die Gesuchstellerin
glaubhaft zu machen, dass sie keine Vergütung erhalte von der Krankenkasse,
und reiche nicht einmal die angeblich negativen Leistungsabrechnungen der
Krankenkasse ein (Urk. 88 Rz. 39 f.; Urk. 103 Rz. 67 f.).
- 38 -
3.2.9.4. Nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz aufgrund der durchschnitt-
lich höheren Kosten für das Jahr 2018 eine leichte Reduktion der von der Ge-
suchstellerin geltend gemachten Fr. 643.– vornahm, zumal für das Jahr 2018 zum
Beurteilungszeitpunkt noch nicht die Kosten des gesamten Jahres vorlagen und
sie damit einen weniger verlässlichen Durchschnitt abbildeten. Indes ist der Ge-
suchstellerin beizupflichten, dass die vorinstanzlichen Ausführungen betragsmäs-
sig ausgedrückt einen Zuschlag für Kosmetikerkosten von mindestens Fr. 600.–
entsprechend dem Durchschnittswert der Jahre 2016 und 2017 nach sich ziehen
müssen, stellte sie doch einzig in Frage, ob die höheren Auslagen des Jahres
2018 in vollem Umfang berücksichtigt werden sollten und erachtete ansonsten die
Kosmetikerkosten – zu Recht (Urk. 45/50 - 51A) – als ausgewiesen. Diese Kosten
sind zweifelsohne vom einfachen Grundbetrag nicht gedeckt und damit als Zu-
schlag anzurechnen. Hinsichtlich der Ausgaben für Kosmetikartikel ist dem Ge-
suchsgegner zwar insofern Recht zu geben, als dass die Auflistung von Produk-
ten keinen Nachweis effektiv entstandener Kosten darstellt, doch ist ein solcher
im Rahmen des Beweismasses des Glaubhaftmachens auch nicht gefordert. Hin-
zu kommt, dass in Bezug auf Produkte des Alltaggebrauchs üblicherweise Belege
nicht mehr vorhanden sind und auch Kontobelastungen in der Regel keine direk-
ten Rückschlüsse auf die einzelnen gekauften Produkte zulassen. Die Gesuch-
stellerin hat jedoch substantiiert ausgeführt, welche Pflege- und Kosmetikprodukte
sie für welche Körperpartien benutzt und wie viel diese Produkte kosten. Ange-
sichts ihrer Hautkrankheit und der hohen Ausgaben für die Kosmetikerin erscheint
es zudem auch glaubhaft, dass sie dabei jeweils auf die von ihr aufgeführte Mar-
ken des höheren Preissegments (Clinique, La Roche Posay, Lancôme, Chanel,
Armani etc.) zurückgreift, die nicht aus dem einfachen Grundbedarf bezahlt wer-
den können. Dabei ist von einem üblichen Verbrauch auszugehen, zumal sie vor
Vorinstanz angab, diese nach Bedarf neu anzuschaffen. Die Behauptung, Ge-
sichts- und Augencrème sowie Körperöl müssten jeden Monat, Sonnencrème alle
zwei Monate nachgekauft werden, ist neu und damit verspätet. Die Gesuchstelle-
rin hat in ihrer Aufteilung dem Posten "Körper- und Gesundheitspflege" im einfa-
chen Grundbetrag Fr. 100.– zugewiesen (Urk. 70 Rz. 39). Dies ist plausibel und
wird vom Gesuchsgegner nicht beanstandet. Eine Verdoppelung dieser Kosten
- 39 -
erscheint dem Gesagten zufolge gerechtfertigt. Selbst der Gesuchsgegner aner-
kannte vor Vorinstanz – jedoch im Rahmen der zusätzlichen Gesundheitskosten –
um Fr. 100.– teurere Kosmetikartikel aufgrund der Hautkrankheit der Gesuchstel-
lerin (vgl. Urk. 71 E. VII.5.8. S. 57 und S. 60). Letztlich ist entgegen der Auffas-
sung der Vorinstanz auch nicht davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin die-
se Kosten über die Krankenkasse abrechnen kann. Abgesehen von der pauscha-
len Behauptung des Gesuchsgegners bestanden und bestehen keinerlei Anhalts-
punkte, dass es sich dabei um medizinisch bedingte Kosmetikkosten handelt.
Insgesamt ergibt sich demnach ein Zuschlag für Kosmetikerkosten und Auslagen
für Kosmetikprodukte von Fr. 700.–.
3.2.10. Geschenke / Ausrichten von Festen
3.2.10.1. Die Vorinstanz erwog, dass zu dieser Ausgabeposition keinerlei Belege
und Unterlagen im Recht liegen würden, immerhin aber aufgrund des bisherigen
Lebensstandards der Parteien als glaubhaft erscheine, dass die angesprochenen
Aufwendungen ein Mass erreicht hätten, welches nicht mehr durch den einfachen
Grundbetrag abgedeckt sei. Allerdings dürften diese zukünftig nur noch halb so
viel ausmachen (Urk. 71 E. VII.5.3 S. 48 f.).
3.2.10.2. Die Gesuchstellerin rügt, die Vorinstanz habe es unterlassen, zu bezif-
fern, von welchem Betrag sie der Gesuchstellerin die Hälfte anrechne, weshalb
sie den Sachverhalt nicht richtig festgestellt habe (Urk. 70 Rz. 63; Urk. 98 Rz.
139). Nachdem beide Parteien im Berufungsverfahren letztlich von einem Zu-
schlag von Fr. 228.– ausgehen (vgl. Urk. 70 Rz. 64, Urk. 88 Rz. 42 und Urk. 103
Rz. 69), dieser Zuschlag angemessen erscheint und auch die Vorinstanz vermu-
tungsweise von diesem Betrag ausging, kann ohne Weiterungen darauf abgestellt
werden.
- 40 -
3.2.11. Kulturelles
3.2.11.1. Die Vorinstanz zog in Betracht, die Gesuchstellerin habe ihre bisherigen
Aufwendungen für Kulturelles ziemlich substantiiert dargetan, während die ent-
sprechenden Bestreitungen des Gesuchsgegners pauschal geblieben seien. Ein-
leuchtend seien hingegen seine Ausführungen, was die Reduktion der geltend
gemachten Eintrittspreise auf die Hälfte anbelange. Unter dem Strich sei aber
auch insofern klar, dass die Gesuchstellerin in der Vergangenheit Auslagen für
Kulturelles getätigt habe, die durch den einfachen Grundbetrag nicht abgedeckt
seien (Urk. 71 E. VII.5.3 S. 49).
3.2.11.2. Die Gesuchstellerin rügt diesbezüglich wiederum, dass die Vorinstanz
keine Bezifferung des Zuschlags vorgenommen hat und geht davon aus, dass ihr
ausgehend von den Ausführungen der Vorinstanz ein Zuschlag von Fr. 106.– zu-
stehe (Urk. 70 Rz. 36 und Rz. 65). Der Gesuchsgegner gesteht der Gesuchstelle-
rin in seiner Berechnung einen solchen von Fr. 28.– zu (Urk. 88 Rz. 43).
3.2.11.3. Auch bei dieser Teilbedarfsposition blieb die Vorinstanz intransparent,
inwiefern ein Zuschlag zum einfachen Grundbetrag gerechtfertigt erscheint. Un-
genügend ist insbesondere der blosse Hinweis, die Überlegung des Gesuchsgeg-
ners, wonach die geltend gemachten Eintrittspreise auf die Hälfte zu reduzieren
seien, leuchte ein, ohne die Konsequenzen in Bezug auf die von der Gesuchstel-
lerin geltend gemachten Auslagen darzutun. Dies gilt umso mehr, als die Gesuch-
stellerin ihre eigenen Auslagen von durchschnittlich Fr. 156.– bereits unter Be-
rücksichtigung von Einzeleintrittspreisen dargelegt hatte und diese von der Vo-
rinstanz als ausreichend substantiiert erachtet wurden. Unter der Annahme, dass
bereits rund Fr. 50.– im einfachen Grundbetrag für Kulturelles vorgesehen sind
(vgl. Urk. 70 Rz. 39), ergibt dies einen Zuschlag von gerundet Fr. 100.–.
- 41 -
3.2.12. Fazit Grundbetrag
Einfacher Grundbetrag Fr. 1'200.– Zuschlag Lebensmittel Fr. 100.– Zuschlag Wein/Champagner Fr. 280.– Zuschlag Kleidung Fr. 350.– Zuschlag Körper- und Gesundheitspflege Fr. 700.– Zuschlag Coiffeur Fr. 41.– Zuschlag Geschenke / Feste Fr. 228.– Zuschlag Kulturelles Fr. 100.– Total Grundbetrag gerundet Fr. 3'000.–
Folglich erscheint es angemessen, von einem um das 2.5-fache erhöhten Grund-
betrag auszugehen.
3.3. Wohn- und Parkplatzkosten
3.3.1. Bis Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
3.3.1.1. Wohnkosten für die Nutzung der ehelichen Liegenschaft sind der Ge-
suchstellerin unbestrittenermassen keine entstanden (vgl. Urk. 70 Rz. 108). Die
Gesuchstellerin rügt unter diesem Titel jedoch, in ihrem Bedarf seien für die Zeit
bis zum Auszug aus der ehelichen Wohnung an der C._-Strasse Wohnkos-
ten von Fr. 1'170.– für das Studio F._-Strasse zu berücksichtigen, da ihr die-
ser Betrag – bzw. aktenwidrig Fr. 1'300.– – spiegelbildlich auch als Einkommen
angerechnet worden sei (Urk. 70 Rz. 71).
3.3.1.2. Die Vorinstanz erwog, die Wohnung an der F._-Strasse werde aner-
kanntermassen spätestens seit Juni 2018 für rein private Zwecke der Gesuchstel-
lerin genutzt und stelle folglich, weil die Miete der Wohnung von der H._ di-
rekt bezahlt werde, Lohnbestandteil dar. Einhergehend mit der Auffassung der
Gesuchstellerin wird mit diesem direkten Zahlungsfluss lediglich umgangen, dass
der Gesuchstellerin von der H._ der Lohn in der Höhe des Mietzinses ausbe-
zahlt wird, mit welchem sie den Mietzins der Wohnung begleichen würde. Ent-
sprechend muss der Mietzins im gebührenden Bedarf der Gesuchstellerin be-
rücksichtigt werden, andernfalls der Betrag der Gesuchstellerin doppelt, mithin
einmal als höheres Einkommen und einmal als im Bedarf unberücksichtigt geblie-
bener effektiver Aufwand, in Rechnung gestellt wird (vgl. auch Urk. 98 Rz. 148).
- 42 -
Diese Ansicht teilte im Übrigen auch der Gesuchsgegner im vorinstanzlichen Ver-
fahren (Urk. 19 Rz. 28). Die Gesuchstellerin hat sodann vor Vorinstanz den Miet-
vertrag eingereicht und damit den effektiven Mietzins von Fr. 1'170.– belegt (vgl.
auch vorstehend E. VII.C.2.3). Nicht korrekt ist demnach, dass die Vorinstanz bei
der Festlegung des Einkommens der Gesuchstellerin weiterhin von der ursprüng-
lich getroffenen Annahme des Gesuchsgegners ausging, weshalb im Bedarf der
Gesuchstellerin ein Betrag von Fr. 1'170.– für die Wohnung an der F._-
Strasse, wie beantragt bis zum 31. März 2020, zu berücksichtigen ist.
3.3.2. Ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
3.3.2.1. Die Vorinstanz erachtete, ausgehend von den Kosten für die (ehemals)
eheliche Liegenschaft von Fr. 8'000.–, für die Gesuchstellerin allein einen Wohn-
kostenbetrag von Fr. 4'000.– als angemessen (Urk. 71 S. 53), was die Gesuch-
stellerin nicht beanstandet. Indes macht sie geltend, die Vorinstanz habe in ihrem
Bedarf zu Unrecht keine Wohnnebenkosten berücksichtigt (Urk. 70 Rz. 72 ff.).
Demgegenüber bringt der Gesuchsgegner vor, auf diesen hypothetischen Posten
sei ohnehin nicht mehr einzugehen, da die Gesuchstellerin per Ende März 2020
eine eigene Wohnung bezogen habe und sie nun weit tiefere – die genaue Höhe
sei im nicht bekannt – Wohnkosten habe, als ihr im angefochtenen Entscheid ab
Auszug zugestanden worden sei. Aufgrund des echten Novums des Auszugs und
des Kaufs einer Eigentumswohnung sei eine Korrektur der Wohnkosten vorzu-
nehmen (Urk. 88 Rz. 47). Die Gesuchstellerin stellt sich auf den Standpunkt, dass
die Höhe ihrer tatsächlichen Wohn- und Nebenkosten seit ihrem Auszug Ende
März 2020 – welche sie mit Fr. 2'772.80 bezifferte (vgl. nachfolgend E. 3.3.4. f) –
irrelevant seien, da sie freiwillig auf die Miete einer angemessenen Wohnung für
Fr. 4'000.– zuzüglich Nebenkosten verzichte. Dies dürfe ihr nicht zum Nachteil ge-
reichen (Urk. 98 S. 24).
3.3.2.2. Im familienrechtlichen Bedarf sind grundsätzlich die effektiven Wohnkos-
ten zu berücksichtigen. Es ist jedoch zulässig, einer Partei bei der Berechnung ih-
res Bedarfs nicht die tatsächlichen, freiwillig tief gehaltenen Wohnkosten, sondern
denjenigen Betrag anzurechnen, den sie an sich verbrauchen dürfte. Dabei
kommt es grundsätzlich darauf an, ob davon auszugehen ist, dass es sich um ei-
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ne vorübergehende Wohnsituation handelt, welche als unangemessen erachtet
wird und demnächst geändert werden soll (vgl. OGer ZH LE180019 vom
20. Dezember 2019, E.2.3.4.; ZR 104/2005 Nr. 54 S. 207 E. 2.c.; Haus-
heer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2010, Rz. 02.34). Bei guten finan-
ziellen Verhältnissen ist einzig entscheidend, ob eine freiwillige Einschränkung im
Wohnkomfort vorliegt (vgl. OGer ZH LE20007 vom 22. April 2020, E. 3.3.4.). Ge-
mäss eigener Angaben hat sich die Gesuchstellerin für Fr. 1'960'000.– eine 4 1⁄2-
Zimmerwohnung an der J._-Strasse ... in Zürich mit einer 100 m2 grossen
Dachterrasse gekauft (Urk. 98 Rz. 151). Nachdem sie zuvor zusammen mit dem
Gesuchsgegner eine 8-Zimmerwohnung bewohnte, kann – insofern ist dem Ge-
suchsgegner beizupflichten (vgl. Urk. 88 S. 32) – von einer Einschränkung des
Wohnkomforts keine Rede sein. Die Gesuchstellerin macht denn auch nichts der-
gleichen geltend. Die Einsparung erfolgt demnach nicht aufgrund einer freiwilligen
Einschränkung im Wohnkomfort, sondern aufgrund tieferer Hypothekar- und Ne-
benkosten. In diesem Fall sind die effektiven Kosten zu berücksichtigen (Maier,
Berechnung ehelicher und nachehelicher Unterhaltsbeiträge, AJP 2020, S. 1276
ff., S. 1300). Entsprechend ist nachfolgend auf die von der Gesuchstellerin gel-
tend gemachten effektiven Kosten näher einzugehen (vgl. Urk. 98 Rz. 151 ff.).
3.3.2.3. Die Gesuchstellerin führt aus, ihre tatsächlichen Wohnkosten beliefen
sich seit 1. April 2020 auf insgesamt Fr. 2'772.80 pro Monat. Dieser Betrag setze
sich zusammen aus Fr. 1'056.40 Hypothekarzinsen, Fr. 1'143.30 Nebenkos-
ten/Unterhalt, Fr. 250.– Unterhalt Dachterrasse sowie Fr. 323.10 Parkplatz Park-
haus ... (Urk. 98 Rz. 153; Urk. 111 Rz. 50 und Urk. 124 Rz. 37).
3.3.2.4. Die Hypothekarzinsen sind in diesem Umfang belegt und anerkannt (vgl.
Urk. 100/16; Urk. 103 S. 33 Rz. 78 und Urk. 111 S. 6. Rz. 50). Die Nebenkosten
im Betrag von Fr. 1'143.30 hat die Gesuchstellerin im Einklang mit der verbreite-
ten Praxis errechnet, wonach die jährlichen Nebenkosten eines Einfamilienhauses
mit 1% und diejenigen von Stockwerkeigentum mit 0.7% des Werts der Liegen-
schaft veranschlagt werden (vgl. Six, Eheschutz, 2. Aufl., Bern 2014, Rz 2.94;
Philipp Maier, Die konkrete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familien-
recht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der
- 44 -
neuen ZPO, in: FamPra.ch 2014, S. 322; OGer LE190025 vom 5. September
2019 E. III.1.5.b; OGer ZH LE190037 vom 7. Mai 2020 E. C.2.5.; OGer ZH
LE180050 vom 8. Februar 2019 E. III.6.2.4.). Diese Vorgehensweise ist folglich
nicht zu beanstanden. Die Nebenkosten könnten zwar – wie dies der Gesuchs-
gegner verlangt (vgl. Urk. 103 S. 33 f. Rz.70 f.) – auch konkret bestimmt werden.
Dies ist jedoch insbesondere in Bezug auf noch nicht absehbare, zukünftig nötig
werdende Reparaturen und Unterhaltsarbeiten nicht einfach und erscheint insbe-
sondere nur dann sinnvoll, wenn effektiv auf bereits vorhandene Zahlen abgestellt
werden kann und nicht, wie vorliegend, diverse Annahmen getroffen werden
müssten. Folglich ist mit der Gesuchstellerin von Nebenkosten im Betrag von
Fr. 1'143.30 pro Monat auszugehen.
3.3.2.5. Umstritten sind weiter die beanspruchten Gärtnerkosten. Die Gesuchstel-
lerin macht diesbezüglich geltend, sie benötige für den Unterhalt der ca. 100 m2
grossen Dachterrasse einen Gärtner. Für ihren Gartenanteil in der ehelichen Lie-
genschaft hätten die Parteien während des Zusammenlebens ebenfalls einen
Gärtner beschäftigt, wofür sie vor Vorinstanz auch einen Anteil von Fr. 120.– be-
antragt habe. Sie beschäftige den bisherigen Gärtner, Herrn K._, zu den
gleichen Konditionen weiter. Sie rechne mit einem Aufwand von im Schnitt vier
Stunden pro Monat à Fr. 50.– zuzüglich Fr. 20.– Anfahrtsweg, Miete von Maschi-
nen und Geräten sowie Material. Dies ergebe monatlich einen Betrag von
Fr. 250.– (Urk. 98 S. 25 Rz. 157 ff.). Der Gesuchsgegner bestreitet diese Kosten
und stellt in Abrede, dass eine Dachterrasse eine Bewirtschaftung durch einen
Gärtner notwendig mache. Es könne auch nicht auf die bisherigen Kosten abge-
stellt werden, zumal diese für einen Garten von 1000m2 angefallen seien und sich
bei einer Dachterrasse etwa auch Schneeräumungsarbeiten oder Rasenpflege
erübrigen würden (Urk. 103 Rz. 83).
3.3.2.6. Es ist evident, dass für eine Dachterrasse von rund 100m2 nicht gleich
viel Arbeiten anfallen, wie für einen Garten von rund 1000m2. Die Gesuchstellerin
macht indes auch nicht gleich viel Aufwand geltend, geht doch aus dem einge-
reichten Unterhaltsprotokoll für die Liegenschaft an der C._-Strasse ... her-
vor, dass für die Gartenpflege der ehelichen Liegenschaft für das erste Quartal
- 45 -
2019 55 Stunden Arbeit aufgewendet wurden, was monatlich durchschnittlich
rund 14 Stunden entspricht (Urk. 101/18). Vor diesem Hintergrund erscheint es
durchaus angemessen und im Rahmen des bisherigen ehelichen Lebensstan-
dards, der Gesuchstellerin die geltend gemachten vier Stunden pro Monat, mithin
einen monatlichen Betrag von Fr. 250.– für den Unterhalt der Dachterrasse anzu-
rechnen.
3.3.2.7. Mit Blick auf die Parkplatzkosten bringt die Gesuchstellerin zusammenge-
fasst vor, sie habe einen Garagenparkplatz im Parkhaus ... in Aussicht, welchen
sie nach Fertigstellung dessen Sanierung ab Herbst 2020 mieten könne. Da sich
die Dauer der Sanierung verlängert habe, sei sie für den Winter – nachdem sie
sich zunächst noch mit einer Parkkarte in der blauen Zone begnügt habe – auf ei-
ne Zwischenlösung in einem anderen Parkhaus ausgewichen, in welchem sie je-
doch einen Parkplatz zum selben Preis, mithin Fr. 323.10 pro Monat, mieten kön-
ne (Urk. 98 Rz. 161 f.; Urk. 101/19; Urk. 111 Rz. 62 ff.; Urk. 124 Rz. 34 ff.). Der
Gesuchsgegner ist der Ansicht, solange die Gesuchstellerin keinen Garagenpark-
platz habe, seien in ihrem Bedarf keine Kosten auf Vorrat zu berücksichtigen, im
Eventualfall seien höchstens Fr. 250.– einzusetzen (Urk. 88 Rz. 84 ff.).
3.3.2.8. Ein gedeckter Garagenparkplatz gehörte zweifelsohne zum ehelichen Le-
bensstandard, blieben doch die Ausführungen der Gesuchstellerin, sie hätten
während des Zusammenlebens über einen Carport, eine Garage sowie zwei Aus-
senabstellplätze verfügt (Urk. 98 Rz. 161), vom Gesuchsgegner unbestritten (vgl.
Urk. 103 Rz. 84 ff.). Der Gesuchstellerin ist im Weiteren Recht zu geben, dass sie
sich durch die vorübergehende Nutzung der Parkkarte für die blaue Zone in ihrem
Komfort freiwillig einschränkt, muss sie dadurch doch, anders als bei einem fest
zugewiesenen Parkhausparkplatz, jedes Mal aufs Neue nach einem freien Park-
platz Ausschau halten. Zum Grund dieser Übergangslösung führte die Gesuch-
stellerin sodann plausibel und glaubhaft aus, dass sie sich bereits für eine Dau-
ermiete im Parkhaus ... angemeldet habe, wegen dessen Sanierung aber noch
keinen Parkplatz mieten könne und ihr eine Ausweichlösung bis im Herbst 2020 –
der ursprünglich angepeilte Zeitpunkt der Fertigstellung – zu umständlich gewe-
sen sei (Urk. 98 Rz. 161). Nicht gefolgt werden kann dem Gesuchsgegner, wenn
- 46 -
er vorbringt, die Gesuchstellerin verfüge bereits über einen Parkplatz bei ihrem
Büro, weshalb ihr keine zusätzlichen Parkkosten anzurechnen seien (Urk. 103 Rz.
85; Urk. 118 Rz. 39 f.), hatte die Gesuchstellerin diesen Büroparkplatz doch
nachweislich (Mietbeginn 1.7.2015, Urk. 101/27) bereits während des ehelichen
Zusammenlebens zusätzlich zu den anderen Parkmöglichkeiten. Daran ändert
auch die Nähe dieses Parkplatzes zu ihrer neuen Wohnung nichts (vgl. Urk. 103
Rz. 85; Urk. 103/2; Urk. 111 Rz. 64), ebenso wenig ob die Gesuchstellerin – wie
der Gesuchsgegner behauptet – grundsätzlich dauerhaft dort parken könnte
(Urk. 111 Rz. 64; Urk. 118 Rz. 39). Ebenfalls unbeachtlich ist, ob der Porsche Ca-
yenne in naher Zukunft verkauft wird (vgl. Urk. 118 Rz. 38). Fakt ist, dass die Ge-
suchstellerin weiterhin mindestens ein Auto (Mini Cooper) fahren wird und dafür
entsprechend dem ehelichen Lebensstandard Anspruch auf einen Garagenplatz
hat. Demzufolge ist ihr trotz anfänglich günstigeren Parkkosten von Beginn an ein
angemessener Betrag für einen gedeckten Parkplatz zuzugestehen. Den Preis
der Dauermiete im Parkhaus ... bezifferte die Gesuchstellerin letztlich – zunächst
ging sie noch von Kosten von Fr. 398.50 aus – auf Fr. 323.10 und stützt sich da-
bei auf die E-Mail-Korrespondenz mit der Parkhausverwaltung vom 29. Oktober
bzw. 2. November 2020 (Urk. 126/2). Der Gesuchsgegner bestreitet die Höhe der
Miete und beruft sich dabei auf eine auf der Homepage der L._ AG abrufbare
Übersicht zu den Tarifen für eine "7/24h fix"-Dauermiete, woraus ein Monatspreis
von Fr. 280.– hervorgeht (Urk. 130/2). Aktuell werden jedoch aufgrund des Um-
baus für das Parkhaus ... gar keine Tarife mehr aufgeführt (vgl. www.L._.ch,
besucht am 7. Januar 2021). Dass die Preise nach dem Umbau neu beurteilt
werden, bestätigte denn auch der Objektverwalter (Urk. 126/2), weshalb auf des-
sen Auskunft hinsichtlich des Mietzinses abgestellt werden kann. Der Preis von
Fr. 323.10 für eine Dauermiete in einem Parkhaus mitten in der Stadt Zürich ist
denn auch keineswegs unrealistisch. Dies zeigt sich bereits daran, dass der aktu-
ell von ihr für den Winter benutzte Parkplatz im Parkhaus M._-Strasse ...
denselben Preis aufweist (vgl. Urk. 126/3).
3.3.2.9. Zusammenfassend sind im Bedarf der Gesuchstellerin somit ab April
2020 Wohn- und Parkplatzkosten im Umfang von gerundet Fr. 2'775.– pro Monat
zu berücksichtigen.
- 47 -
3.4. Raumpflege
3.4.1. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsgegner habe überzeugend dargelegt,
dass künftig von deutlich tieferen Kosten für die Reinigungsfachfrau auszugehen
sei, da diese aktuell noch für beide Parteien arbeite und auch die Wäsche des
Gesuchsgegners mache. Überdies habe sie bisher eine 6.5-Zimmerwohnung zu-
züglich eines weiteren als Büro benutzten Raums gereinigt. Die Gesuchstellerin
werde zukünftig nur noch in einer 4-Zimmerwohnung wohnen. Weiter sei bisher
ein Teil der Kosten der Putzfrau als Nebenkosten (z.B. für Treppenreinigung) auf
die beiden Mietparteien abgewälzt worden. Die Gesuchstellerin habe diese Aus-
führungen nur unsubstantiiert bestritten, weshalb ihr mit dem Gesuchsgegner ein
Betrag von Fr. 250.– zuzugestehen sei (Urk. 71 E. VII.5.5).
3.4.2. Die Gesuchstellerin erachtet diese vorinstanzliche Feststellungen als will-
kürlich. Es habe zum ehelichen Standard gehört, die Wohnung wöchentlich durch
eine Putzfrau reinigen zu lassen. Hinzu komme wie bisher der Zeitaufwand für
Waschen und Bügeln. Die aktuelle Putzfrau koste Fr. 35.– pro Stunde. Mit einem
monatlichen Betrag von Fr. 250.– könne sie diese nicht einmal zwei Stunden pro
Woche beschäftigen. Dies reiche nicht aus, um ihre Vierzimmerwohnung einmal
pro Woche zu reinigen sowie die Wäsche zu waschen und zu bügeln. Es sei auch
notorisch, dass die Reinigung einer Vierzimmerwohnung nicht halb so lange dau-
re wie die Reinigung einer 6.5 bis 7-Zimmerwohnung, zumal die aufwändigen
Räume Bad und Küche seien und die zusätzlichen Zimmer keinen grossen Mehr-
aufwand verursachen würden. Entsprechend seien im Bedarf der Gesuchstellerin
drei Stunden pro Woche à Fr. 35.–, mithin Fr. 420.– pro Monat, einzusetzen
(Urk. 70 Rz. 75 ff.; Urk. 98 Rz. 163 f.).
3.4.3. Es mag zutreffen, dass für die Reinigung einer 4-Zimmerwohnung nicht le-
diglich die Hälfte der für eine 7-Zimmerwohnung benötigten Stunden erforderlich
ist. Die Vorinstanz hat aber auch in Erwägung gezogen, dass nebst der Reinigung
des Hauses auch die Wäsche des Gesuchsgegners sowie die Reinigung des
Treppenhauses in den bisher benötigten bzw. geltend gemachten 4.5 Stunden er-
ledigt worden seien und dieser Aufwand wegfalle. Auf diese Erwägungen ist die
Gesuchstellerin, wie der Gesuchsgegner zu Recht vorbringt (Urk. 88 Rz. 49),
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nicht eingegangen und genügt damit der Begründungspflicht nicht. Auch der gel-
tend gemachte Stundenansatz von Fr. 35.– ist neu bzw. zeigt die Gesuchstellerin
nicht auf, an welcher Stelle vor Vorinstanz sie dergleichen ausgeführt hätte. Im
Übrigen wurde der Lohn der Raumpflegerin auch nicht weiter belegt. Ausgehend
von einem üblichen Stundenansatz von Fr. 30.– pro Stunde inkl. Sozialabgaben
und Versicherung kann die Gesuchstellerin für rund 2.3 Stunden pro Woche eine
Reinigungsfachkraft anstellen, was durchaus angemessen erscheint. Es bleibt bei
den vorinstanzlich zugestandenen Fr. 250.– pro Monat ab Auszug der Gesuch-
stellerin aus der ehelichen Wohnung bzw. ab 1. April 2020.
3.5. Massagekosten
3.5.1. Die Vorinstanz rechnete im Bedarf der Gesuchstellerin keine Massagekos-
ten ein, da sie lediglich Belege eingereicht habe, welche Massagen für das Jahr
2018 ausweisen würden. Damit habe sie nicht dargetan, dass solche Massagen
zum Lebensstandard gehört hätten, als sich die ehelichen Probleme der Parteien
noch nicht akzentuiert hätten, d.h. vor dem Jahr 2018 (Urk. 71 E. VII. 5.8.3).
3.5.2. In diesem Zusammenhang bringt die Gesuchstellerin berufungsweise vor,
sie habe dargetan, dass sie während des Zusammenlebens diese Massagen in
Anspruch genommen habe. Sogar der Gesuchsgegner selber habe eingestanden,
dass sie im Herbst 2017 mit Massagen begonnen habe. Dabei stütze er sich
wahrscheinlich auf die erste Rechnung für Massagen, die am 7. September 2017
bezahlt worden sei (Urk. 17/46, Position N._ Kinesiologie und Hypnose). In
Tat und Wahrheit habe sie bereits im Juni 2017 mit Massagen begonnen, wes-
halb die Rechnung vom 7. September 2017 bereits Kosten von Fr. 672.– umfas-
se. Sodann handle es sich bei den geltend gemachten Massagekosten ohnehin
um aktuelle, medizinisch erforderliche Gesundheitskosten und nicht um Kosten
für die Fortführung des ehelichen Lebensstandards. Diesbezüglich habe die Vo-
rinstanz das Recht falsch angewandt (Urk. 70 Rz. 81 ff.; Urk. 98 Rz. 165 ff.).
3.5.3. Entgegen der Behauptung der Gesuchstellerin ergibt sich aus den von ihr
eingereichten Belegen gerade nicht, dass es sich bei den Massagekosten um er-
forderliche Gesundheitskosten handelt. Der vor Vorinstanz angebrachte Hinweis
- 49 -
einer beginnenden Fehlstellung der Wirbelsäule ist jedenfalls für sich allein nicht
ausreichend, zumal der Gesuchsgegner eine gesundheitliche Notwendigkeit ex-
plizit bestritten hat (Urk. 19 Rz. 60). Die von ihr eingereichten Rechnungen weisen
als Behandlung lediglich eine "Klassische Massage" aus, was auch keine Rück-
schlüsse zulässt, ob die Massagen medizinisch bedingt waren. Aus dem Um-
stand, dass die Gesuchstellerin selber die Massagekosten unter dem Titel "Ge-
sundheitskosten" aufführt, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Damit stellt
sich die Frage, ob die Massagekosten allenfalls zum ehelichen Lebensstandard
gehörten. Wie die Gesuchstellerin zutreffend ausführt, hat der Gesuchsgegner vor
Vorinstanz grundsätzlich anerkannt, dass die Gesuchstellerin bereits im Herbst
2017 mit den Massagebehandlungen begonnen hat (Urk. 19 Rz. 44). Auch im Be-
rufungsverfahren bringt er nichts Gegenteiliges vor (Urk. 88 Rz. 50). Nachdem
auch im Zusammenhang mit diversen anderen Positionen – insbesondere auch
seitens des Gesuchsgegners – für die Beurteilung des gelebten ehelichen Stan-
dards auf die Zahlen des Jahres 2017 abgestellt wurde, ist nicht ersichtlich, wes-
halb in Bezug auf die Massagekosten dieser Zeitraum nicht relevant sein soll. Die
Massagekosten des Jahres 2017 (Urk. 17/46) sowie des Jahres 2018 (Urk. 3/23;
Urk. 27/19) sind sodann allesamt belegt. Vor Vorinstanz machte die Gesuchstelle-
rin geltend, drei Mal pro Monat zu je Fr. 154.– in die Massage zu gehen, was mo-
natlich insgesamt Fr. 462.– ausmache. Aus den eingereichten Rechnungen des
Jahres 2018 resultiert indes lediglich ein Schnitt von zwei Mal pro Monat, weshalb
lediglich von monatlichen Kosten von Fr. 308.– auszugehen ist. Da die Zusatzver-
sicherung zudem 80% der Massagekosten bis Fr. 1'500.– übernimmt, sind im Be-
darf der Gesuchstellerin Fr. 208.– pro Monat zu berücksichtigen.
3.6. Zusätzliche Gesundheitskosten
3.6.1. Psychotherapie und psychiatrische Behandlung
3.6.1.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Gesuchstellerin keine The-
rapiekosten. Sie erwog, gemäss Darstellung des Gesuchsgegners sei unbestritten
geblieben, dass die Gesuchstellerin in den Jahren 2015-2017 keine Einzelthera-
pie besucht habe. Entsprechend würden Einzeltherapien auch nicht zum eheli-
chen Lebensstandard der Gesuchstellerin gehören. Die von ihr angesprochenen,
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vorgehenden Paartherapien dürften sodann klar eine andere Zielrichtung gehabt
haben als ihre nunmehrige Einzeltherapie. Auch die eingereichten Belege erwie-
sen sich als dürftig, wiesen diese doch lediglich Sitzungen ab dem 5. April 2018
aus. Sodann sei die Gesuchstellerin eine Erklärung schuldig geblieben, weshalb
es sich bei diesen Einzelberatungen nicht um delegierte (und somit nicht kran-
kenkassenpflichtige) Therapien handeln soll (Urk. 71 E. VII.5.8.3).
3.6.1.2. Die Gesuchstellerin führt aus, bei den geltend gemachten Therapiekosten
handle es sich um aktuelle, medizinisch erforderliche Gesundheitskosten und
nicht um Kosten zur Fortführung des ehelichen Lebensstandards. Sie habe vor
Vorinstanz ausreichend dargelegt (Urk. 1 Rz. 35; Urk. 26 Rz. 148; Urk. 44 Rz.
99), dass sie sich seit April 2018 in regelmässiger psychotherapeutischer Behand-
lung befinde, da ihr die Trennung psychisch zu schaffen mache. Die Rechnungen
aus dem Jahr 2018 würden im Recht liegen (Urk. 3/27; Urk. 27/20). Zu Beginn der
Therapie sei sie Selbstzahlerin gewesen. Am 6. November 2018 habe sie sich
durch ihre Hausärztin eine Überweisung ausstellen lassen, damit die Zusatzversi-
cherung einen Teil der Kosten (80% bis Fr. 1'500.– maximal) übernehme. Bis im
August 2019 seien ihr damit die bereits vor Vorinstanz ausgeführten Kosten von
Fr. 476.– monatlich entstanden (Urk. 70 Rz. 88 f.). Seit ihrem Klinikaufenthalt im
Jahr 2019 bestehe eine delegierte Psychotherapie, weshalb sie seither die jährli-
chen Kosten von Fr. 6'912.– nur noch im Rahmen der Franchise und des Selbst-
behalts zu tragen habe. Beide schöpfe sie voll aus, weshalb ab August 2019 pro
Monat Fr. 125.– Franchise sowie Fr. 58.30 Selbstbehalt im Bedarf zu berücksich-
tigen seien (Urk. 70 Rz. 91 ff.; Urk. 98 Rz. 168 ff.).
3.6.1.3. Wie die Gesuchstellerin zu Recht moniert, gehen die vorinstanzlichen Er-
wägungen zum ehelichen Lebensstandard – und damit auch die diesbezüglichen
Ausführungen des Gesuchsgegners (vgl. insb. Urk. 88 Rz. 53 ff.) – an der Sache
vorbei. Die Gesuchstellerin machte nie geltend, diese Einzeltherapie bereits wäh-
rend des Zusammenlebens in Anspruch genommen zu haben, geht es dabei doch
ihren Angaben zufolge gerade um die Verarbeitung der Trennung (vgl. Urk. 1
Rz. 35). Aus demselben Grund kann ihr auch nicht zum Nachteil gereichen, dass
Therapiesitzungen "erst" ab dem 5. April 2018 belegt sind bzw. waren (Urk. 3/27).
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Die Gesuchstellerin hat mit den Rechnungen des Jahres 2018 (Urk. 3/27,
Urk. 27/20) ausreichend glaubhaft gemacht, dass sie sich in regelmässiger thera-
peutischer Behandlung befindet. Sodann wurde die Notwendigkeit der Behand-
lung an sich vom Gesuchsgegner auch nicht in Abrede gestellt (vgl. Urk. 54 Rz.
55 ff.). Der Vorinstanz ist jedoch beizupflichten, dass die Gesuchstellerin nicht
ausreichend darlegte, weshalb es sich bei den Einzelberatungen nicht um dele-
gierte Therapien handeln soll, welche von der Krankenkasse übernommen wer-
den. Dies macht sie im Übrigen auch in der Berufungsschrift nicht, wiederholt sie
doch – zumindest für den Zeitraum bis August 2019 – lediglich das bereits vor Vo-
rinstanz Ausgeführte (Urk. 70 Rz. 89). Vor Vorinstanz machte sie geltend, sie ha-
be sich am 6. November 2018 eine Überweisung durch ihre Hausärztin ausstellen
lassen, damit die Zusatzversicherung einen Teil der Kosten übernehme; diese
decke 80% bis Fr. 1'500.– (Urk. 44 Rz. 99; Urk. 27/21). Mit dem Gesuchsgegner
(vgl. Urk. 54 Rz. 55) ist jedoch festzuhalten, dass die Überweisung der Hausärztin
vom 6. November 2018 gerade für eine Delegation bzw. eine kassenpflichtige
Behandlung spricht. Jedenfalls ist nicht von vornherein ersichtlich, dass eine
hausärztliche Überweisung lediglich dazu führt, dass die Zusatzversicherung ei-
nen Teil der Kosten übernimmt. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Vo-
rinstanz es nicht als ausreichend glaubhaft gemacht erachtete, dass der Gesuch-
stellerin diese Kosten zusätzlich anfallen bzw. sie diese nicht über die Kranken-
kasse abrechnen konnte, nachdem sie sich hierzu nicht mehr vernehmen liess.
Überdies ist auch dem nunmehr eingereichten ärztlichen Bericht vom 21. Januar
2020 zu entnehmen, dass offenbar eine Überweisung der Hausärztin dazu führte,
dass die Kosten für die Therapie nach der stationären Behandlung von der Kran-
kenkasse übernommen wurden (vgl. Urk. 73/1 S. 2).
3.6.2. Franchise/Selbstbehalt
Damit ist aber immerhin zu prüfen, inwiefern diese Kosten im Rahmen des
Selbstbehaltes und der Franchise zu berücksichtigen sind (vgl. Urk. 70 Rz. 93 und
94 f.). Für das Jahr 2019 ist anhand der Leistungsabrechnung vom 10. Dezember
2019 ausgewiesen, dass sowohl die Franchise als auch der Selbstbehalt voll-
ständig ausgeschöpft wurden (Urk. 73/14). Wenngleich fraglich ist, ob der Ge-
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suchstellerin tatsächlich Kosten im vorinstanzlich geltend gemachten Umfang von
Fr. 6'912.– entstanden sind, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass
auch im Jahr 2018 zumindest die Franchise und Selbstbehalt ausgeschöpft wur-
den, zumal aus den im Recht liegenden Rechnungen des Jahres 2018 für sechs
Monate – die Rechnungen der Monate Juni bis August liegen nicht vor – bereits
ein Betrag von Fr. 2'400.– hervorgeht. Dies schlägt insgesamt mit Fr. 183.30
(Fr.125.– Franchise und Fr. 58.30 Selbstbehalt) zu Buche.
3.6.3. Gynäkologie
3.6.3.1. Auch hinsichtlich der Gynäkologiekosten kam die Vorinstanz zum
Schluss, mangels Erklärung seitens der Gesuchstellerin, weshalb diese Kosten
nicht von der Krankenkasse übernommen würden, seien diese Kosten nicht zu
berücksichtigen (Urk. 71 E. VII.5.8.3.).
3.6.3.2. Mit der Gesuchstellerin ist davon ausgehen, dass die Kosten der jährli-
chen Kontrolluntersuchungen von der Krankenkasse notorisch nicht (bzw. nur alle
drei Jahre) übernommen werden (Urk. 70 Rz. 96). Belegt wurden je eine Kontroll-
untersuchung des Jahres 2016 zu Fr. 187.60 sowie des Jahres 2017 zu
Fr. 134.35 (Urk. 17/41; Urk. 44 Rz. 101). Daraus resultieren durchschnittliche mo-
natliche Kosten von Fr. 13.40, die im Bedarf der Gesuchstellerin einzusetzen sind.
3.6.4. Fazit
Unangefochten blieben die vorinstanzlich berücksichtigten Kosten für Linsen von
monatlich Fr. 51.–. Insgesamt sind somit zusätzliche Gesundheitskosten im Be-
trag von insgesamt Fr. 247.70 pro Monat im Bedarf der Gesuchstellerin zu be-
rücksichtigen.
3.7. Auto Mini Cooper
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3.7.1. Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Gesuchstellerin 50% der Kosten
des Mini Cooper S von insgesamt Fr. 436.30 über ihre Firma H._ abrechnet,
was zur entsprechenden Aufrechnung als Einkommen im Betrag von Fr. 218.–
führte. Spiegelbildlich wurde die andere Hälfte der Kosten im Bedarf der Gesuch-
stellerin berücksichtigt (Urk. 71 E. VII.5.9.3).
3.7.2. Wie die Gesuchstellerin zutreffend festhält, ist diese Vorgehensweise nur
so lange rechtmässig, als sie mit ihrer Firma H._ Aufträge abwickeln und
Einkünfte generieren kann bzw. könnte; die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit
ab August 2019 hat jedoch unberücksichtigt zu bleiben (vgl. E. III.C.2.5). Nach-
dem der Gesuchstellerin ab Juli 2020 ein hypothetisches Einkommen aus einer
100%-Anstellung angerechnet wird, fällt das Einkommen aus selbständiger Er-
werbstätigkeit weg und demzufolge auch die damit im Zusammenhang stehenden
Privatbezüge (vgl. E. III.C.2.6). Folglich sind ab Juli 2020 die gesamten Kosten
des Mini Cooper S von Fr. 463.30 im Bedarf der Gesuchstellerin zu berücksichti-
gen.
3.8. Ferien
3.8.1. Die Gesuchstellerin akzeptiert den durch die Vorinstanz eingerechneten
monatlichen Betrag für Flugkosten von Fr. 1'550.– und ebenfalls die durchschnitt-
liche Anzahl von 78 Hotelübernachtungen pro Jahr. Sie rügt hingegen die darauf
basierende Berechnung der hierfür anfallenden Kosten als falsch. Es sei willkür-
lich, wenn die Vorinstanz lediglich die Hälfte der durchschnittlich errechneten Ho-
telkosten anrechne, da solche Hotelkosten nicht billiger seien, wenn man als Ein-
zelperson buche. Selbst der Gesuchsgegner habe anerkannt, dass ein Einzel-
zimmer mehr als die Hälfte eines Doppelzimmers koste. Dies sei auch notorisch.
Entsprechend sei der vorinstanzlich festgelegte Wert für die Hotelübernachtungen
von Fr. 1'950.– auf Fr. 3'900.– zu verdoppeln, eventualiter auf Fr. 3'120.– (ent-
sprechend 80% der gemeinsamen Kosten) festzusetzen (Urk. 70 Rz. 101 ff.;
Urk. 98 Rz. 184 ff.). Demgegenüber ist der Gesuchsgegner der Ansicht, die Kos-
ten für die Hotelübernachtungen seien – ausgehend von seinem unbestritten ge-
bliebenen Vorbringen, wonach nebst den Übernachtungskosten auch noch Es-
senkosten, Kosten für Spa oder Golf abgebucht worden seien – nochmals um
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50% auf Fr. 975.– zu reduzieren. Sodann seien der Gesuchstellerin lediglich
Fr. 700.– für Flugkosten pro Monat anzurechnen (Urk. 88 Rz. 60 f.; Urk. 103
Rz. 99 ff.; Urk. 111 Rz. 73 ff.)
3.8.2. Der Gesuchstellerin ist insofern zuzustimmen, als allgemein bekannt sein
dürfte, dass der Preis für ein Hotelzimmer für eine Einzelperson in der Regel nur
unwesentlich unter dem Preis für ein Doppelzimmer liegt. Die Vorinstanz hat in-
des diesbezüglich zutreffend erwogen, dass die Ausführung des Gesuchsgeg-
ners, wonach die Gesuchstellerin nie alleine in die Ferien gereist sei und jeweils
ein Doppelzimmer geteilt habe, unbestritten geblieben sei. Soweit die Gesuchstel-
lerin die Ansicht vertritt, diesen Vortrag des Gesuchstellers habe sie nicht mehr
bestreiten müssen, nachdem sie bereits gegenteilige Ausführungen gemacht ha-
be (Urk. 70 Rz. 103), ist ihr nicht zuzustimmen. Dabei handelte es sich um eine
neue Behauptung des Gesuchstellers und nicht nur um eine Bestreitung des bis-
her Vorgetragenen. Diese Ausführungen des Gesuchsgegners erscheinen denn
auch plausibel, weshalb es im Ermessen der Vorinstanz lag, darauf abzustellen.
Mit ihren Einwänden ist die Gesuchstellerin demnach im Berufungsverfahren ver-
spätet. Ihre Ausführungen, wonach sie sich damit freiwillig einschränke und es
unzumutbar sei, wenn sie sich den bisher gelebten Standard nicht leisten könne,
wenn sie alleine verreise, überzeugen ebenfalls nicht (Urk. 98 Rz. 191). Wenn die
Gesuchstellerin während des Zusammenlebens nie alleine verreiste, weil ihr das
z.B. nicht behagt, schränkt die Berücksichtigung der hälftigen Kosten für ein Dop-
pelzimmer auch nach der Trennung ihren Komfort nicht ein. Die vorinstanzlich
festgesetzten Fr. 300.– sind damit nicht zu verdoppeln. Soweit der Gesuchsgeg-
ner eine nochmalige Reduktion um die Hälfte fordert, kann ihm jedoch nicht ge-
folgt werden. Die Vorinstanz hat zwar auf die unbestritten gebliebenen Ausfüh-
rungen des Gesuchsgegners, wonach nebst der Halbierung der Kosten für eine
Einzelperson nochmals eine Reduktion um mindestens 50% vorzunehmen sei, da
nicht nur Übernachtungskosten, sondern auch Essenskosten, Kosten des Spa
oder Golf, abgebucht worden seien, hingewiesen. Entgegen der Auffassung des
Gesuchsgegners hat sie jedoch nicht ausgeführt, dass die geltend gemachten
Kosten der Gesuchstellerin in doppelter Hinsicht zu halbieren, sondern lediglich,
dass sie deutlich nach unten zu korrigieren seien. Ohnehin handelte es sich dabei
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lediglich um pauschale Behauptungen des Gesuchsgegners. Letztlich hat die Vo-
rinstanz ausgehend von den von der Gesuchstellerin aufgelisteten und unbestrit-
ten gebliebenen Hotelkosten einen Durchschnittswert von Fr. 300.– pro Hotel-
übernachtung pro Person pro Nacht als angemessen erachtet, was – insofern ist
der Gesuchstellerin beizupflichten (Urk. 98 Rz. 189) – angesichts der Spannbreite
von gut Fr. 200.– bis vereinzelt Fr. 1'500.– pro Person pro Hotelübernachtung be-
reits eher am unteren Rand liegt. Eine weitere Reduktion auf Fr. 150.– erweist
sich damit als nicht angezeigt.
3.8.3. Hinsichtlich der Flugkosten moniert der Gesuchsgegner konkret, dass ge-
mäss Kreditkartenabrechnungen lediglich Fr. 8'342.90 an Flugkosten für drei Jah-
re ausgewiesen seien. Er habe die vorgenommene Kostenrechnung der Gesuch-
stellerin detailliert bestritten und es gehe nicht an, dass die Vorinstanz der Ge-
suchstellerin aufgrund der Behauptung, die Kostenlisten der drei Kreditkarten sei-
en nicht vollständig, einen derart massiven Zuschlag gewähre (Urk. 88 Rz. 60).
3.8.4. Diese Rüge geht an den vorinstanzlichen Erwägungen vorbei. Die Vo-
rinstanz führte aus, dass entgegen der Auffassung des Gesuchsgegners auch die
mittels Flugmeilen bezahlten Langstreckenflüge in der Business Class zum eheli-
chen Lebensstandard gehören würden, die ihr, da sie künftig nicht mehr von
Flugmeilen werde profitieren können, anderweitig zu vergüten seien. Diese Aus-
führungen betrachtet auch der Gesuchsgegner als einleuchtend (Urk. 88 Rz. 60).
Damit war bereits klar, dass die durch die Kreditkartenabrechnungen ausgewie-
senen Fr. 8'342.90 nicht die tatsächlichen Flugkosten während des Zusammenle-
bens wiedergaben, weshalb die Vorinstanz darauf nicht abstellen konnte. Damit
erübrigt es sich auch, auf die weitschweifigen Ausführungen der Parteien zu der
Frage, ab welchem Zeitpunkt die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren
über vollständige Kontolisten- und Kreditkartenabrechnungen verfügte
(vgl. Urk. 103 Rz. 100 ff.; Urk. 111 Rz. 73 ff.; Urk. 118 Rz. 45), sowie die hierzu
eingereichten Mailkonversationen (Urk. 101/11; Urk. 101/12; Urk. 101/6 und
Urk.105/3) näher einzugehen. Die Vorinstanz erachtete den von der Gesuchstel-
lerin für Flugkosten eingesetzten Betrag von Fr. 1'550.– angesichts der Vielzahl
der Flüge und der angeflogenen, zum Teil weit entfernten Destinationen als realis-
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tisch (Urk. 71 E. VII.5.11.3). Die Gesuchstellerin führte vor Vorinstanz aus, pro
Jahr sei sie durchschnittlich 12 Mal kürzere Strecken zu ca. Fr. 300.– pro Flug
sowie zwei Mal Langstrecke in der Business Class zu ungefähr Fr. 8'000.– pro
Flug geflogen. Insgesamt habe sie damit jährlich Flugkosten von Fr. 18'600.–
(Urk. 44 Rz. 124). Dieses Ausführungen wurden vom Gesuchsgegner – wie die
Gesuchstellerin zu Recht ausführt (vgl. Urk. 98 Rz. 185) – nicht ausreichend sub-
stantiiert bestritten. Lediglich pauschal bestritt er die Anzahl Flüge und Flugkosten
und wies dabei insbesondere darauf hin, dass Businessflüge nur über Flugmeilen
gebucht worden seien und dann praktisch nichts gekostet hätten (Urk. 54 Rz. 59).
Nicht bestritten wurde, dass sie pro Jahr zwei Langstreckenflüge in der Business
Class buchten. Auch aus der Auflistung der Gesuchstellerin geht hervor, dass die
Parteien pro Jahr mindestens zwei Langstreckendestinationen bereisten (Antibes,
Korea, Vietnam [2015]; Vietnam, Miami/Costa Rica [2016] und Miami/Costa Rica,
Südafrika [2017]). Diese Auflistung bestritt der Gesuchsgegner denn auch ledig-
lich insofern, als die Gesuchstellerin teils auch Wochenendausflüge als Ferien
bezeichnet habe (vgl. Urk. 54 Rz. 58 ff.), nicht jedoch in Bezug auf die erwähnten
Destinationen. Ferner erscheint auch der eingesetzte Preis von Fr. 8'000.– für ei-
nen Langstrecken Business Class Flug realistisch. Schlägt man auf die vom Ge-
suchsgegner anerkannten Fr. 2'780.– pro Jahr Fr. 16'000.– Kosten für zwei Busi-
ness Class Flüge hinzu, resultiert überdies derselbe monatliche Betrag, wie die
Vorinstanz im Bedarf der Gesuchstellerin berücksichtigte. Die vorinstanzlichen
Feststellungen sind damit nicht zu beanstanden.
3.9. Ferienhaus E._ und Porsche Cayenne
3.9.1. Für die Kosten des Ferienhauses in E._ (Kosten für Gebäudeversiche-
rung, Strom, Kehricht, Abwasser etc.) gestand die Vorinstanz der Gesuchstellerin
einen Betrag von Fr. 255.– pro Monat zu, für die Benützung des Porsche Ca-
yenne Fr. 300.– pro Monat (Urk. 71 E. VII.5.9 und 5.10).
3.9.2. Der Gesuchsgegner macht geltend, die Ferienwohnung in E._ sei per
15. Juli 2020 verkauft worden. Per gleichem Datum werde er den Porsche Ca-
yenne verkaufen, zumal dieser wegen des Vierradantriebs insbesondere für Fahr-
ten nach E._ im Winter benutzt werde. Die Vorinstanz habe auch die Benüt-
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zung des Porsche Cayenne explizit an das Aufsuchen der Ferienwohnung ge-
knüpft. Beide Positionen würden damit per 15. Juli 2020 entfallen. Da jedoch auf-
grund der Covid-19-Pandemie auch viele andere Kosten (Restaurantbesuche, Fe-
rien etc.) weggefallen seien, rechtfertige es sich im Sinne eines Ausgleichs, diese
Positionen bereits per April 2020 nicht mehr im Bedarf der Gesuchstellerin zu be-
rücksichtigen (Urk. 88 Rz. 76; Urk. 103 Rz. 53; Urk. 118 Rz. 61).
3.9.3. Die Gesuchstellerin stellt nicht in Abrede, dass die Ferienwohnung per
15. Juli 2020 verkauft wurde. Indes sei dies für das vorliegende Verfahren nicht
relevant, die hälftigen Kosten des Ferienhauses und des Porsche Cayenne wür-
den zu ihrem gebührenden Bedarf gehören. Da sie ab dem 15. Juli 2020 keine
Wochenenden und Ferien mehr in E._ verbringen könne, würden ihr zukünf-
tig Kosten für eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer anfallen. Zudem werde
sie auch zukünftig ein berg- und schneetaugliches Auto benötigen. Die Vorinstanz
habe denn auch nur die Benutzungsregelung für den Porsche an die Benutzungs-
regelung für das Ferienhaus in E._ geknüpft. Es werde bestritten, dass auf-
grund der Covid-19-Pandemie keine Ferien hätten gemacht werden können und
keine Restaurantbesuche möglich gewesen seien. Zudem hätten Restaurants al-
ternativ Heimlieferungen angeboten. Ohnehin seien allfällige Einsparungen, wel-
che sie freiwillig tätige, nicht zu Gunsten des Gesuchsgegners zu berücksichtigen
(Urk. 98 Rz. 234 f.; Urk. 111 Rz. 104; Urk. 124 Rz. 62).
3.9.4. Durch den Verkauf des Ferienhauses in E._ und den Porsche Ca-
yenne fallen die damit zusammenhängenden Kosten nicht mehr an. Wie die Ge-
suchstellerin aber zu Recht geltend macht, gehören Winterferien sowie ein winter-
taugliches Fahrzeug dennoch zu ihrem gebührenden Lebensstandard. Die vielen
Aufenthalte in E._ wurden im Rahmen der Ferien denn auch nicht berück-
sichtigt, da der Gesuchsteller geltend machte, bei diesen Aufenthalten würden –
nebst den Betriebskosten – keine Kosten anfallen (Urk. 71 E. VII.5.11.2 f.).
Selbstredend wird die Gesuchstellerin bei zukünftigen Aufenthalten in den Bergen
– im Jahr 2017 waren es immerhin unbestrittenermassen 28 Nächte in E._
(Urk. 44 Rz. 114) – Kosten von mindestens monatlich Fr. 254.90 haben. Auch die
Kosten für ein wintertaugliches Fahrzeug werden sich in etwa im eingerechneten
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Rahmen von Fr. 300.– pro Monat bewegen. Das Argument des Gesuchsgegners,
aufgrund der Covid-19-Pandemie seien Kosten eingespart worden, verfängt nicht.
Mit der Gesuchstellerin ist festzuhalten, dass diese bei guten finanziellen Verhält-
nissen Anspruch darauf hat, freiwillige Einsparungen anderweitig zu verwenden.
Dies hat umso mehr zu gelten, wenn die Einschränkungen nicht freiwillig, sondern
behördlich auferlegt sind. Diese beiden Ausgabepositionen sind demnach unver-
ändert im Bedarf der Gesuchstellerin zu berücksichtigen.
3.10. Zuschlag für auswärtiges Essen
3.10.1. Die Gesuchstellerin machte vor Vorinstanz gestützt auf die vom Gesuchs-
gegner eingereichten Kreditkartenabrechnungen für das Jahr 2017 (Urk. 17/46),
welche Gesamtkosten von Fr. 20'430.05 für Restaurantbesuche ausweisen, Kos-
ten von monatlich Fr. 851.25 geltend. Die Vorinstanz folgte dieser Berechnung,
reduzierte diese jedoch um Fr. 600.– mit der Begründung, dass bereits ein Anteil
für Essenskosten im Grundbetrag enthalten und der vom Gesuchsgegner hierfür
geltend gemachte Betrag (Fr. 600.–) unbestritten geblieben sei (Urk. 71
E. VII.5.13).
3.10.2. Dieses Vorgehen der Vorinstanz rügt die Gesuchstellerin zu Recht. Richtig
ist zwar, dass die üblichen Kosten für Nahrung bereits im Grundbetrag enthalten
sind, weshalb bei der Position auswärtige Verpflegung nur noch Mehrkosten zu
berücksichtigen sind. Allerdings geht aus den Kreditkartenabrechnungen des Ge-
suchsgegners (Urk. 17/44-46) eindeutig hervor, dass die gesamten geltend ge-
machten Restaurantausgaben den Parteien zusätzlich zu den üblichen Lebens-
mittelkosten entstanden sind, hat doch der Gesuchsgegner die entsprechenden
Kosten mittels klarer Bezeichnung auseinandergehalten ("Lebensmittelkosten"
"Restaurant"). Den gesamten im einfachen Grundbetrag vorgesehenen Betrag
von Fr. 600.– in Abzug zu bringen, entbehrte aber ohnehin jeglicher Grundlage.
Zum einen gestand die Vorinstanz der Gesuchstellerin lediglich Fr. 473.45 für Le-
bensmittelkosten zu, zum anderen würde dies bedeuten, dass die Gesuchstellerin
ausschliesslich in Restaurants speisen würde, was von keiner der Parteien be-
hauptet wurde und auch nicht realistisch erscheint. In diesem Fall darf sich die
Vorinstanz auch nicht einfach auf unbestritten gebliebene Aussagen stützen.
- 59 -
Nachdem, wie bereits erwähnt, zusätzliche Kosten für auswärtiges Essen von
Fr. 851.– ausreichend glaubhaft gemacht wurden, sind diese im Bedarf der Ge-
suchstellerin zu berücksichtigen.
3.11. Fazit Bedarf
Die restlichen Bedarfspositionen blieben unangefochten, weshalb von folgendem
Bedarf der Gesuchstellerin auszugehen ist:
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von 01.04.2018 bis 31.03.2020 von 01.04.2020 bis 30.06.2020
ab 01.07.2020
Grundbetrag Fr. 3'000.– 3'000.– 3'000.– Wohn- und  Fr. 1'170.– 2'775.– 2'775.–
Raumpflege Fr. 0.– 250.– 250.– Hausrat- und  Fr. 40.– 40.– 40.–
 Fr. 30.40 30.40 30.40
Krankenkasse KVG Fr. 352.40 352.40 352.40 Krankenkasse VVG Fr. 115.30 115.30 115.30 Zusätzliche  Fr. 247.70 247.70 247.70
Massagekosten Fr. 208.– 208.– 208.– Auto Mini Cooper S Fr. 218.– 218.– 436.30 Auto Porsche Cayenne resp. ab 01.07.2020 entsprechender Ersatz
Fr. 300.– 300.– 300.–
TCS Mitgliedschaft Fr. 8.50 8.50 8.50 Halbtax Fr. 13.75 13.75 13.75 Kosten Ferienhaus E._ resp. ab 01.07.2020  Ersatz
Fr. 254.90 254.90 254.90
Ferien Fr. 3'500.– 3'500.– 3'500.– Zuschlag auswärtiges Essen Fr. 851.– 851.– 851.–
Billag Fr. 30.40 30.40 30.40 Kommunikation ( [CH, DE], Festnetz) Fr. 110.– 110.– 110.–
Steuern Fr. 3'812.– 3'812.– 3'812.– Weiterbildung () Fr. 130.– 130.– 130.–
Mitgliederbeitrag ... Fr. 12.50 12.50 12.50 Hatha Yoga Fr. 59.85 59.85 59.85 Pilates Fr. 350.– 350.– 350.–
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Golf (Mitgliedschaft und Greenfees) Fr. 65.– 65.– 65.–
Skiabo Fr. 55.50 55.50 55.50 Vorsorge Fr. 550.– 550.– 550.– Total Fr. 15'485.20 17'340.20 17'558.50
4. Unterhaltsberechnung
Nach dem Gesagten ergibt sich folgender Unterhaltsanspruch der Gesuchstelle-
rin:
1. April 2018 bis 31. März 2020:
Bedarf Gesuchstellerin: Fr. 15'485.20 ./. Eigenversorgungskapazität Gesuchstellerin: Fr. 9'455.–
Unterhaltsanspruch total (gerundet): Fr. 6'030.–
1. April 2020 bis 30. Juni 2020:
Bedarf Gesuchstellerin: Fr. 17'340.20
./. Eigenversorgungskapazität Gesuchstellerin: Fr. 9'455.–
Unterhaltsanspruch total (gerundet): Fr. 7'885.–
1. Juli 2020 für weitere Dauer des Getrenntlebens:
Bedarf Gesuchstellerin: Fr. 17'558.50
./. Eigenversorgungskapazität Gesuchstellerin: Fr. 12'048.–
Unterhaltsanspruch total (gerundet): Fr. 5'510.–
5. Anrechnung bereits bezahlter Unterhaltsbeiträge
5.1. Bei einer rückwirkenden Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträ-
gen sind die tatsächlich bereits erbrachten Unterhaltsleistungen zu berücksichti-
gen bzw. anzurechnen (ZK-Bräm, Art. 163 ZGB N 150; BK-Hausheer/ Reus-
ser/Geiser, Art. 173 ZGB N 23; ZR 107 Nr. 60). Das Eheschutzgericht darf den
Unterhaltsschuldner nicht zur Zahlung einer zur Zeit der Festsetzung der Unter-
haltsbeiträge bereits erfüllten Schuld verpflichten, da ein allfälliger Anspruch des
Unterhaltsgläubigers im Umfang der bereits erfolgten Leistung untergegangen ist.
Wenn somit ein Unterhaltsschuldner behauptet, der Unterhaltsgläubigerin seit der
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Trennung der Ehegatten bereits Unterhaltsleistungen bezahlt zu haben, dann ist
es notwendig, dass der Eheschutzrichter über die Beträge entscheidet, die an die
ausstehende Schuld angerechnet werden können, und zwar gestützt auf die Be-
hauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise (ZR 107 Nr. 60, E. II.2.4;
BGE 135 III 315 E. 2.5; BGE 138 III 583 E. 6.1.1).
5.2. Unbestritten und ausgewiesen ist, dass der Gesuchsgegner auf das Haus-
haltskonto bis im August 2018 monatlich Fr. 6'000.– und ab September 2018 bis
und mit März 2020 der Gesuchstellerin Fr. 1'000.– auf das Haushaltskonto über-
wiesen hat (Urk. 88 Rz. 79; Urk. 45/4). Die Gesuchstellerin macht diesbezüglich
geltend, dieses Geld sei aber für beide Parteien verwendet worden, weshalb die
Unterhaltspflicht entsprechend bis August 2018 im Umfang von Fr. 3'000.– und ab
September 2018 im Umfang von Fr. 500.– bereits beglichen worden sei (Urk. 70
Rz. 127 ff.). Wo sie dies bereits vor Vorinstanz ausgeführt haben will, zeigt sie
nicht auf, bezieht sie sich dabei doch lediglich auf Ausführungen des Gesuchs-
gegners, welcher diese Ansicht in der erwähnten Passage jedoch nicht teilte
(Urk. 54 Rz. 68). Soweit der Gesuchsgegner seinerseits behauptet, er habe nebst
diesen überwiesenen Beträgen auch sämtliche anderen Rechnungen wie etwa
Krankenkassenprämien und weitere Versicherungskosten, Arztrechnungen,
Zahnarztrechnungen, Steuern etc. von seinem Hauptkonto bei der CS bezahlt,
ohne aufzuzeigen, inwiefern er dies bereits vor Vorinstanz thematisiert hat und
ohne diese Zahlungen mittels entsprechendem Kontoauszug nachzuweisen bzw.
wenigstens glaubhaft zu machen, kann ihm nicht gefolgt werden. Angesichts des
Antrags der Gesuchstellerin auf rückwirkende Unterhaltsbeiträge wäre er bereits
im vorinstanzlichen Verfahren gehalten gewesen, solche zusätzlichen Zahlungen
zu belegen. Dass die Vorinstanz keine rückwirkende Unterhaltspflicht sah, ändert
nichts daran. Unbeachtlich ist auch das Vorbringen des Gesuchsgegners, die Ge-
suchstellerin verschweige, dass nach wie vor nebst diesem Betrag auch Wohn-
kosten inklusive Nebenkosten abgedeckt gewesen seien (Urk. 88 Rz. 79), zumal
dies bereits im Rahmen der Bedarfsrechnung berücksichtigt wurde (vgl. vorste-
hend E. III.C.3.11; vgl. auch Urk. 98 Rz. 243).
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5.3. Insgesamt resultiert damit ein Gesamtbetrag an erbrachten Unterhaltsleis-
tungen von Fr. 49'000.–. Aus Praktikabilitätsgründen rechtfertigt es sich, vom Ge-
samtbetrag der erbrachten Unterhaltsleistungen Vormerk zu nehmen.
D. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 10'000.– fest und aufer-
legte diese vollumfänglich der Gesuchstellerin. Sodann verpflichtete sie die Ge-
suchstellerin zur Leistung einer vollen Parteientschädigung an den Gesuchsgeg-
ner in der Höhe von Fr. 12'000.– (inkl. MwSt.; Urk. 71 Disp.Ziff. 11-14).
2. Die Gesuchstellerin beantragt, die Dispositivziffern 12 und 14 seien aufzu-
heben und es seien die Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen
und keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 70 S. 3). Was die Höhe der
festgesetzten Gerichtsgebühr (Fr. 10'000.–) sowie der vollen Parteientschädigung
(Fr. 12'000.–) angeht, stellt die Gesuchstellerin keine abweichenden Anträge,
weshalb es diesbezüglich mit dem den gesetzlichen Vorgaben entsprechenden
Entscheid der Vorinstanz sein Bewenden hat.
3. Die Prozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei aufer-
legt. Obsiegt keine Partei vollständig, werden die Prozesskosten grundsätzlich
nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Hinsicht-
lich der nicht vermögensrechtlichen Belange hält sich das Obsiegen und Unterlie-
gen der Parteien in etwa die Waage. In Bezug auf den Unterhaltsstreit verlangte
die Gesuchstellerin vor Vorinstanz ab 1. April 2018 für die Dauer des Getrenntle-
bens monatliche Unterhaltsbeiträge von (mindestens) Fr. 28'000.– (Urk. 1), was
bei einer angenommenen Gültigkeitsdauer der vorliegenden Eheschutzmass-
nahmen bis Ende August 2021 gesamthaft Fr. 1'148'000.– (Fr. 28'000.– x 41) ent-
spricht. Demgegenüber verlangte der Gesuchsgegner, es seien keine Unterhalts-
beiträge zuzusprechen. Zugesprochen werden insgesamt Fr. 245'515.–
([Fr. 6'030.– x 24] + [Fr. 7'885.– x 3] + [Fr. 5'510.– x 14]). Ausgehend von den An-
trägen der Parteien im vorinstanzlichen Verfahren unterliegt die Gesuchstellerin in
Bezug auf die vermögensrechtlichen Belange damit zu rund 80 %. In Anbetracht
des verursachten Aufwandes sind die vermögensrechtlichen Belange bei der Be-
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messung von Obsiegen und Unterliegen mit 3/4 und die übrigen Streitpunkte mit
1/4 zu gewichten. Unter Berücksichtigung dieser Gewichtung unterliegt die Ge-
suchstellerin insgesamt mit 72.5%. Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die Vo-
rinstanz die verspätete Noveneingabe der Gesuchstellerin vom 16. Mai 2019 bzw.
den damit einhergehenden Mehraufwand bei der Kostenauflage mitberücksichtig-
te (Urk. 71 E. XIII). Mit diesen Erwägungen setzt sich die Gesuchstellerin auch
nicht auseinander (vgl. Urk. 70 Rz. 132). Es erscheint sachgerecht, aufgrund des
verursachten Mehraufwands das Unterliegen auf 80% zu erhöhen. In Anwendung
von Art. 106 Abs. 2 ZPO rechtfertigt es sich demzufolge, die erstinstanzlichen Ge-
richtskosten der Gesuchstellerin im Betrag von Fr. 8'000.– und dem Gesuchsgeg-
ner im Betrag von Fr. 2'000.– aufzuerlegen.
4. In Anbetracht des Verfahrensausgangs ist die Gesuchstellerin zudem zu
verpflichten (Art. 105 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 ZPO), dem Gesuchsgegner eine
auf 60% reduzierte Parteientschädigung von Fr. 7'200.– zu bezahlen, wobei die
Mehrwertsteuer in diesem Betrag bereits enthalten ist (vgl. Urk. 71 Dispositivziffer
14).
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Das vorliegende Berufungsverfahren erweist sich für ein summarisches
Verfahren als verhältnismässig umfangreich und aufwändig. Für das zweitinstanz-
liche Verfahren rechtfertigt sich daher in Anwendung von § 12 Abs. 1 und Abs. 2
i.V.m. § 5 Abs. 1 und 2 sowie § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des Ober-
gerichts vom 8. September 2010 (GebV OG), die Entscheidgebühr auf Fr. 8'500.–
festzusetzen.
2. Im Berufungsverfahren umstritten waren die Unterhaltsbeiträge, der Tren-
nungszeitpunkt sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzli-
chen Verfahrens. Aufwandmässig sind die letzten beiden Punkte vernachlässig-
bar, weshalb für die Verteilung der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten einzig auf
den Verfahrensausgang betreffend den Unterhaltsstreit abzustellen ist. Die Ge-
suchstellerin verlangt mit der Berufung – bei einer angenommenen Gültigkeits-
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dauer der vorliegenden Eheschutzmassnahmen bis Ende August 2021 – Unter-
halts-beiträge von insgesamt Fr. 563'350.– ([Fr. 10'979.– x 16] + [Fr. 18'626.– x 8]
+ [Fr. 20'918.– x 3] + [Fr. 12'566.– x 14]). Die Vorinstanz sprach keine Unterhalts-
beiträge zu. Festzusetzen sind Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 245'515.–
(vgl. vorstehend E. IV.2.2.). Die Gesuchstellerin unterliegt demnach mit ihren Be-
rufungsanträgen zu rund 60%. Dementsprechend sind in Anwendung von Art. 106
Abs. 2 ZPO die Kosten des Berufungsverfahrens der Gesuchstellerin im Betrag
von Fr. 5'100.– und dem Gesuchsgegner im Betrag von Fr. 3'400.– aufzuerlegen.
3. Gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO spricht das Gericht nach Tarifen im Sinne
von Art. 96 ZPO eine Parteientschädigung zu und verlegt diese in Anwendung
von Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO. Die für die Festsetzung der Parteientschädi-
gung massgeblichen Bestimmungen finden sich in der Verordnung über die An-
waltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV). Die volle Parteientschädi-
gung für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5 Abs. 1 und 2, § 6 Abs.
3, § 11 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 12'000.– einschliesslich 7.7%
Mehrwertsteuer (vgl. Urk. 88 S. 2) anzusetzen. In Anbetracht des Verfahrensaus-
gangs ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner eine auf 20%
reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'400.– (einschliesslich MwSt.) zu bezah-
len.