# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eca3760c-32a9-48d1-8bbe-0e55341a9e70
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

falschen Sachverhalt zu Grunde. Es hätte sich nämlich vor dem Umbau ein
Wasseranschluss im Untergeschoss zwecks Bedienung und Reinigung der
Melkeinrichtung, im Erdgeschoss die Küche mit entsprechendem
Wasseranschluss, im ersten Obergeschoss das Badezimmer mit Toilette,
Waschbecken und Bad und im zweiten Obergeschoss im sogenannten
Knechtzimmer ebenfalls ein Wasseranschluss befunden. Auch wenn die
sanitären Einrichtungen nicht mehr den heutigen Standards genügt hätten,
seien sie immerhin für eine sechsköpfige Familie und zeitweiliger zusätzlicher
bäuerlicher Hilfe ausreichend gewesen. Die jeweiligen
Rechnungsverfügungen hätte er wohl redaktionell vorbereitet, den materiellen
Entscheid hätten aber die zuständigen Gemeindeorgane getroffen, wofür
auch Zeugen genannt werden. Für die Jahre 1999 und 2000 habe er keine
Rechnungsstellungen für die Gemeinde bearbeitet, da er erst nachträglich
angestellt worden sei. Sein Baugesuch sei inklusive Rechnungsstellung
einlässlich behandelt worden. Die entsprechende langjährige Praxis der
Gemeinde sei deshalb weder fehlerhaft noch revisionsfähig.
5. In ihrer Duplik führte die Gemeinde ... aus, dass die Nutzungsmöglichkeiten
des Gebäudes durch den Umbau inklusive Sanitäranlagen auf jeden Fall
wesentlich erhöht worden seien, weshalb es nicht auf jeden einzelnen früher
vorhandenen Wasserhahn ankomme. Insofern erübrige sich eine
Zeugeneinvernahme. Die erwähnte sechsköpfige Familie seiner Eltern habe
wohl vor etwa einem halben Jahrhundert das Gebäude bewohnt. Des
Weiteren sei der Beschwerdeführer immerhin von 1983 bis 2003 Mitglied der
Baukommission und von 1993 bis 2000 sogar deren Präsident und
Gemeindevorstandsmitglied gewesen. Er habe die erwähnten
Rechnungsstellungen wohl redaktionell aber auch materiell jeweils
vorbereitet. Eine korrekte Abrechnung der Gebühren dränge sich nun auch
ihm gegenüber auf.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Einspracheentscheid vom 28. Februar 2011 respektive die diesem zugrunde
liegende Veranlagungsverfügung vom 23. November 2010. Streitig und zu
prüfen ist nachfolgend die Frage, ob die Gemeinde die in Frage stehenden
Anschlussgebühren für Wasser und Kanalisation zu Recht in Rechnung
gestellt hat.
b) Was vorliegend am Haus Nr. 4 und 4A des Beschwerdeführers auf Parzelle
Nr. 214 in ... im Jahre 2005 umgebaut wurde, ergibt sich in rechtsgenüglicher
Weise aus den beigelegten Bauakten, sodass sowohl auf einen Augenschein
als auch auf Zeugeneinvernahmen verzichtet werden kann.
2. Die Anschlussgebühr ist eine öffentlichrechtliche Gegenleistung für die
Gewährung des Anschlusses an das betreffende öffentliche Leitungsnetz. Als
solche ist sie eine Benutzungsgebühr im Sinne einer Gegenleistung des
Grundeigentümers dafür, dass er das Recht erhält, die betreffende Ver- oder
Entsorgungsanlage zu benützen (BGE 112 Ia 263 E. 5a). Die
Anschlussgebühr ist nach ihrem Zweck als eine einmalige Abgabe (taxe
unique) konzipiert (BGE 112 Ia 263 E. 5a, 97 I 341 E. 2a). Auch im
kommunalen Wasser- und Kanalisationsreglement ist in Art. 51 vorgesehen,
dass Anschlussgebühren erhoben werden. Dabei ist eine Anschlussgebühr
für Wasser (Art. 53 WKR) und Kanalisation (Art. 54 WKR) in der Höhe von
1.5% des Neuwerts gemäss amtlicher Schätzung zu bezahlen. Erhöht sich
durch nachträgliche bauliche Änderungen am Gebäude der Neuwert des
Gebäudes, sind grundsätzlich nachträgliche Anschlussgebühren zu
entrichten, wobei als Ausnahme dieses Grundsatzes nur dann keine
nachträglichen Anschlussgebühren geschuldet sind, wenn die baulichen
Änderungen keine Mehrbeanspruchung der Wasserversorgung und
Kanalisation im Rahmen des bereits bestehenden überbauten Raums
vermuten lassen (Art. 56 Abs. 2 WKR).
3. a) Der Beschwerdeführer bestreitet einmal die formelle Zulässigkeit der
nachträglichen Erhebung der Anschlussgebühren für Wasser- und Abwasser.
Dies gilt es im Kommenden zu prüfen.
b) Sowohl die provisorische Rechnungsstellung vom 24. Mai 2005 als auch die
als definitiv bezeichnete und gemäss Titel die Hausrenovation betreffende
Rechnungsstellung vom 17. November 2006 waren tatsächlich auf die
Erhebung der Stromanschlussgebühren für die Garage beschränkt und
machten schliesslich den unbedeutenden Betrag von Fr. 194.40 aus. Auch
die zweite als definitiv bezeichnete Rechnungsstellung vom 17. November
2006 basiert nicht, wie sonst üblich, auf den offenbar bereits vorhandenen
neuen Schätzungswerten. Überdies fehlte der Rechnungsstellung die