# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d4b71237-1ef8-44fb-b4da-1834bdb2146a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974 und gelernter Mechaniker EFZ, meldete sich erstmals am 1
4.
Oktober 2015 (Eingangsdatum)
unter Hinweis auf
psychische Beschwerden
zum
Leistungsbezug an
(
Urk.
8/2)
. Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und stellte mit Vorbescheid vom
6.
Januar 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/24). Nachdem der Ver
sicherte hiergegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/28; ergänzende
Einwandbe
gründungen
vom 2
1.
und 2
8.
Januar 2016,
Urk.
8/27 und
Urk.
8/30) holte die IV-Stelle das Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Neurologie,
ein
(
Urk.
8/49; ergänzende gut
achterliche Stellungnahme vom 1
7.
August 2016,
Urk.
8/53). Mit Schreiben vom
4.
Oktober 2016 forderte die IV-Stelle den Versicherten im Rahmen der Mitwir
kungspflicht auf, über mindestens sechs Monate abstinent zu bleiben
,
mit
an
schliess
endem Einreichen der Laborwerte (
Urk.
8/55).
Nach weiteren Abklärungen teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 1
5.
November 2017 mit, dass sie die
Kosten für eine Potenzialabklärung in der Psychiatrischen
Klinik Z._
vom 2
0.
November bis zum 1
5.
Dezember
2017 übernehme (
Urk.
8/78). Nach
Abschluss
der Potenzialabklärung
(vgl. Abschlussbericht vom 2
1.
Dezember 2017,
Urk.
8/91) setzte
der Versicherte
die IV-Stelle darüber in Kenntnis
, dass er sich nicht in der Lage sehe
,
an eine
r Integrationsmassnahme teilzune
hmen, woraufhin die IV-Stelle
die Eingliederungsmassnahmen abschloss und in die Rentenprüfung überging
(
Urk.
8/93).
Die IV-Stelle holte
in der Folge
das polydisziplinäre Gutachten des
Gutachtenzentrums A._
vom 1
4.
Febru
ar 2019 ein (
Urk.
8/111)
,
wozu der
Versicherte
Stellung
nahm
(
Urk.
8/119-120; vgl. auch
Urk.
8/116). Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Vorbescheid vom 1
3.
September 2019,
Urk.
8/122; Einwand vom 1
0.
Okto
ber 2019,
Urk.
8/125) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
6.
Mai 2020 ab (
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
8.
Juni 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm ab Mai 2016 eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgelt
liche Rechtspflege und Bestellung von Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
als unent
geltlicher Rechtsbeistand (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
August 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-135), worüber der Beschwerdeführer am 1
8.
August 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass
der Beschwerdeführer seiner Tätigkeit seit Frühling 2014 nicht mehr habe nachgehen können. Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
Gutachtenzentrums A._
sei eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit ausgewiesen, wobei der 2016 diagnostizierte und entfernte
Wartin
-Tumor ebenso wie die gestellte Verdachtsdiagnose einer
Migraine
ophtalmique
keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit hätten. Ein ausgeprägter Leidensdruck sei nicht sich
t
bar und er konsu
miere weiterhin täglich Cannabis, welcher als auslösender Faktor des Leidens erachtet werde. Eine schwierige psychosoziale Situation sowie Frustration im Um
gang mit Behörden werde nachvollziehbar erläutert, es liege aber keine schwer
wiegende psychiatrische Erkrankung vor. Die in der Untersuchung erbrachten Leistungen entsprächen darüber hinaus nicht seinem Potential. Er sehe sich aus subjektiver Sicht nicht in der Lage, einer Tätigkeit nachzugehen.
Er
sei allerdings
vielseitig i
nteress
iert
und
verfüge über
persönliche Ressourcen, welche auf dem Arbeitsmarkt verwertbar seien, so dass es ihm zumutbar sei, einer Erwerbs
tätig
keit nachzugehen (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer macht
e demgegenüber geltend, dass nicht auf das Gut
achten des
Gutachtenzentrums A._
abgestellt werden könne. Die Gutachter erachteten einen hirn
organischen Faktor als möglich, bezifferten jedoch das Ausmass nicht, da die Vali
dität der Befunde mangelhaft sei.
Darüber hinaus lege der behandelnde Psy
chiater
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, ausführ
lich dar, dass das Gutachten nicht beweiskräftig sei, da nicht nur an ein ADHS zu «denken» sei, angesichts evidenter klinischer Befunde und Anamnese. Die
Müdigkeit und Erschöpfung werde auf den Cannabis-Konsum zurückgeführt, ohne
andere Ursachen zu berücksichtigen
,
und es sei fraglich, ob dem Beschwer
defüh
rer noch weitere therapeutische Optionen
offenstünden
nach seinen Bemü
hun
gen. Auch äussere sich der psychiatrische Gutachter praktisch nicht zum neu
ropsychologischen Gutachten, was er jedoch hätte tun müssen, wenn sich Hin
weise für eine reduzierte Anstrengungsbereitschaft ergäben.
Dr.
B._
atte
stiere unter Ausschluss von nicht krankheitswertigen Faktoren eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, darauf sei abzustellen. Eventualiter sei - gestützt auf
Gutachtenszentrum A._
-
Gutachten - von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit bis zum Begutachtungs
zeit
punkt auszugehen, womit zumindest bis zum Untersuchungszeitpunkt Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Gutachter des
Gutachtenszentrums A._
erhoben folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/111/8)
:
-
Leicht- bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.0/1)
-
differentialdiagnostisch hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabis: Abhängig
keitssyn
drom (ICD-10 F12.25)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie 1) psychische Ver
haltensstörungen durch Alkohol: Gegenwärtige Abstinenz (ICD-10 F10.20) und 2)
mehrfaktoriell
bedingte geringe Testleistung.
Beim Beschwerdeführer stünden
psychische P
robleme im Vordergrund. Er stehe
seit seinem Zusammenbruch 2014 in regelmässiger psych
iatrischer Behandlung und habe
im Jahre 2018 einen Alkoholentzug
gemacht. Seither tri
n
k
e er nichts mehr. Er sei allgemein vom Leben erschöpft. Des Weiteren habe sich seine Kon
zentrationsfähigkeit verschlechtert
, er könne sich nur noch 20 Min
uten oder eine halbe Stunde konzentrieren, dann würden Sehstörungen auftreten. Er müsse danach eine Pause machen, etwas trinken oder an die frische Luft gehen. Zudem leide er unter einer
ausgeprägteren
inneren Unruhe und Nervosität seit dem Zu
sammenbruch im Jahre 201
4.
Neu sei auch eine ADH
S-Diagnose gestellt worden. Er habe ausgeführt
, dass er seit
der Entzugsbehandlung in der
Psychiatrischen Klinik Z._
vom
1
5.
Mai bis
5.
Juni
2018
keinen Alkohol mehr trinke. Eineinhal
b bis
zwei Jahre vor Eintritt in die Psychiatrische Klinik Z._
habe er noch etwa zwei bis drei Dosen Bier täglich getrunken. Nach dem Zusammenbruch, Anfang 2014, habe er übermässig Alkohol getrunken, er habe zum Teil sechs bis neun Büchsen Bier täglich ge
trunken. Vor dem Zusammenbruch habe er zwei bis drei Büchsen Bier täglich getrunken. Regelmässig Alkohol, respektive Bier, habe er seit de
m 1
3.
Lebensjahr getrunken. Sel
ten einmal habe er zu einem Essen noch ein Glas Wein getrunken.
Des Weiteren kiffe er gelegentlich, alle zwei bis drei Tage konsumiere er ein bis zwei Joints Cannabis. Er konsu
miere Cannabis seit etwa dem 13
.
Lebensjahr. Mühe habe er auch, wenn er sich konzentrieren müsse, zum Beispiel beim Lesen. Seit der Schulzeit sei er schwach im Rechnen, wobei er deshalb nie eine Klasse habe repetie
ren müssen (
Urk.
8/111/7 f.).
Die Gutachter konstatierten bezüglich der funktionellen Auswirkungen der Be
funde und Diagnosen, dass ein hirnorganischer Faktor möglich sei. Dessen Aus
mass könne aber aufgrund der mangelhaften Validität der Befunde nicht näher beziffert werden, weshalb keine daraus resultierende Einschränkung der Arbeits
fähigkeit bemessen werden könne (
Urk.
8/111/9).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
und einer anderen vergleichbaren
Tätigkeit führten die Gutachter aus, dass aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähig
keit
von 80
%
bestehe. Aufgrund der unpräzisen Angaben des Beschwerdeführers liessen
sich keine verlässliche
n
Aussagen über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit machen. Es m
ü
ss
e
dementsprechend auf die vorliegende
n Akten abgestützt werden. Es lie
ssen sich auch keine verlässlichen Aussagen über den Zeitpunkt der Verbesserung
der Beschwerden machen. Die 80%ige Arbeitsfähigkeit habe
dem
zu
folge ab aktuellem Untersu
c
hungsdatum Gültigkeit. Zuvor sei
gemäss psychia
trischem Gutachten von
Dr.
Y._
vom 2
2.
Juli
2016
von einer 100%igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit
und einer 50%igen Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen
. Wie weiter im Fach
gutachten
dargestellt
,
sei
ein hirnorganischer Faktor möglich. Dessen Ausmass
k
ö
nn
e
aber a
ufgrund der mangelhaften Validitä
t der Befunde nicht näher be
ziffert
werden, weshalb auch keine daraus resultierende Einschränkung der Arb
eits
fähig
keit bemessen werden kö
nn
e
. Die durch psychische Faktoren be
dingte Ein
schrän
kung der
kogni
tiven Fähigkeiten sei
in der psychiatrisch attestierten Arbeitsun
fähigkeit
enthalten (
Urk.
8/111/11 f.).
Es we
rd
e
eine Intensivierung der Sitzungsfrequenz der Gesprächspsychothe
rapie empfohlen. Andererseits we
rd
e
eine Psychopharmakotherapie und zudem eine Total
abstinenz von Cannabis und Alkohol empfohlen. Von diese
n Massnahmen sei
mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer weiteren Verbesserung des psy
chi
schen Gesundheitszustandes und dadurch auch der Arbeitsfähigkeit
zu rechnen
.
3.2
Dr.
B._
führte in seinem zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerde
füh
rers verfassten Bericht vom
6.
Mai 2019 zusammengefasst aus, dass das psy
chiatrische Gutachten des
Gutachtenszentrums A._
nicht ohne weiteres überzeuge. Es erscheine eher oberflächlich und schematisch abgefasst, weise verschiedene Inkonsistenzen in diagnostischer Hinsicht auf, enthalte fachliche Ungenauigkeiten und vermöge
insbesondere nicht konsistent nachzuweisen, wie der psychiatrische Gutachter von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer 50%igen Arbeits
unfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit komme. Beim Beschwerdeführer bestehe eine zeitüberdauernde psychi
sche Erkrankung, in diagnostischer Hinsicht sei in erster Linie an eine hyper
kine
tische Störung, differentialdiagnostisch ADHS zu denken. Das Beschwerde
bild sei in Bezug auf den jahrelangen Verlauf seit der Jugend hinreichend belegt, die psychopathologischen Befunde seien hierzu kongruent. Der Konsum von psy
cho
tropen Substanzen sei in diese Krankheitsentität eingebettet. In einer ange
passten Tätigkeit bestehe unter Ausschluss von nicht krankheitswertigen Fakto
ren wie der psychosozialen Situation oder mangelnder Motivation eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
(
Urk.
8/120).
4.
4.1
Beim Gutachten der
Gutachtenstelle A._
waren
Ärzte der Fachrichtu
ngen Allgemeine Innere Medizin sowie der
Psychiatrie und Psychotherapie und
ein Fachpsychologe für Neuropsychologie vertreten
, womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden
Fragen als umfassend erweist.
Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch
die Gutachter (Urk.
8/109/4 ff.;
Urk.
8/112/12 ff.; 8/113/5 ff.
) und wurde in Kennt
nis der relevanten
Vorakten
(Urk. 8/
108;
Urk.
8/112/3 ff.
) abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig (Urk.
8/109/18 ff.;
Urk.
8/112/21 f.
). Es
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (
Urk.
8/111/7 ff.
;
Urk.
8/109/4 ff.;
Urk.
8/112/9;
Urk.
8/113/6
) und setzt sich mit diesen hinrei
chend
auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
Das Gutachten des Gutachtenszentrums A._
erfüllt
damit
sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.3).
4.2
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
setzte sich ausreichend mit den Standardindikatoren (E.
2.2
) aus
einander (vgl. Urk.
8/109/
22
f.;
Urk.
8/111
/
9
ff.
). Seine Beurteilung umfasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Der psychiatrische Gutachter ist bei der Beantwortung der Frage, wie er
das Leistungsvermögen einschätz
e, den einschlägigen Indikatoren gefolgt und hat
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheit
lichen Beeinträchtigung sind. Seine versicherungsmedizinische Zumutbarkeits
beurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsan
wen
dung zu prüfende Frage, ob er sich an die
massgebenden
normativen Rahmen
bedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der ein
schlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb auf das psychiatrische Teilgutachten abzustellen ist.
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführer brachte hiergegen insbesondere vor, dass gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
B._
nicht nachvollziehbar sei, dass
Dr.
C._
nur an ein ADHS «denke», angesichts der evidenten klinischen Befund- und Anam
neselage (
Urk.
1 S. 5).
Dr.
C._
nahm die Herleitung der Diagnosen ausführlich und schlüssig vor (
Urk.
8/109/15 ff.) und konstatierte, dass im Jahr 2016 aufgrund einer neuropsy
chologischen Untersuchung die Diagnose einer hyperkinetischen Störung des
Sozialverhaltens gestellt worden sei. In den
akutellen
neuropsychologischen Unte
r
suchungen könne wegen ungenügender Validität keine neuropsychologische Dia
gnose gestellt werden, es könne somit auch keine Einstufung des Schweregrads einer neuropsychologischen Funktionsstörung gemäss Leitlinien vorgenommen werden (
Urk.
8/109/16). Der neuropsychologische Teilgutachter führte diesbezüg
lich aus, dass eine absichtliche Verfälschung der Testleistungen nicht belegt sei. Es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die in der Untersuchung erbrachten Leistungen nicht dem tatsächlichen Leistungspotenti
al entsprächen, da sie nicht mit
der erforderlichen Anstrengung, gleichgültig und ohne jeglichen Ehrgeiz bearbeitet worden seien. Von neuropsychologischer Seite her könne dabei nicht sicher differenziert werden zwischen einer krankheitsbedingt verminderten Anstrengungsfähigkeit und einer überwindbaren mangelhaften Anstrengungs
bereitschaft (
Urk.
8/112/21).
4.3.2
Entgegen den Au
s
führungen des Beschwerdeführers führt
Dr.
C._
die seitens des Beschwerdeführers geklagte Müdigkeit und Erschöpfung respektive vermin
derte Energie nicht lediglich auf den Cannabis-Konsum zurück, sondern kon
sta
tierte, dass dies in der Untersuchung rein klinisch nicht festzustellen gewesen sei. Es sei aber unter Berücksichtigung aller Faktoren eine depressive Episode in Betracht zu ziehen, aktuell als leicht- bis mittelgradig zu beurteilen, differential
diagnostisch wäre an ein ADHS zu denken (
Urk.
8/109/16 f.
).
Des Weiteren wurde seitens
Dr.
C._
plausibel dargelegt, dass ein andau
ernder, respektive täglicher Gebrauch von Cannabis nicht mit Sicherheit ausge
schlossen werden könne,
womit die subjektiv geklagte vermehrte Müdigkeit, ver
minderte Energie und schnellere Erschöpfbarkeit mit einiger Wahrscheinlichkeit darauf zurückgeführt werden könne (
Urk.
8/109/18). Eine schwerwiegende psy
chiatrische Krankheit, welche als auslösender Faktor für den Drogenkonsum betrachtet werden könne
,
schloss
Dr.
C._
aus (
Urk.
8/109/18).
4.3.3
Dr.
C._
empfahl darüber hinaus eine Intensivierung der Sitzungsfrequenz der Gesprächstherapie, welche aktuell lediglich einmal monatlich stattfindet (vgl.
Urk.
8/109/11)
,
sowie eine Psychopharmakotherapie und eine Totalabstinenz von Cannabis und Alkohol, da diese Massnahmen mit grosser Wahrscheinlichkeit eine weitere Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes und damit auch der Arbeitsfähigkeit bringen würden (
Urk.
8/109/26). Diese Massnahmen seien aus psychiatrischer Sicht durchaus zumutbar (
Urk.
8/109/22).
Auch der Beschwerdeführer erachtet diese Massnahmen nicht als unzumutbar, sondern konstatiert mit Verweis auf
Dr.
B._
(
Urk.
1; vgl. auch
Urk.
8/120)
lediglich, dass es absurd sei zu glauben, dass
durch die Intensivierung von Gesprächen und die Verabreichung eines Antidepressivums
ein zeitüberdauerndes Krankheitsbild wie das der hyperkinetischen Störung
vom Schweregrad, wie sie beim Beschwerdeführer vorliege, nahezu remittiere.
4.3.4
Des Weiteren führt
Dr.
B._
im Bericht
vom
6.
Mai 2019
(
Urk.
8/120)
aus, dass die Gutachter keine Stellung bezögen zum 2016 diagnostizierten
Warthin
-Tumor, w
elcher 2016 entfernt worden sei.
I
m
Spital D._
sei darüber
hinaus
die Verdachtsdiagnose einer
Migraine
ophtalmique
,
differentialdia
gnos
tisch
eine symptomatische hintere Glaskörperablösung, gestellt worden (
Urk.
8/120/4 f
.).
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen Dienstes,
beurteilte
dies in ihrer Stellungnahme vom 2
0.
August 2019 als ohne Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
, was auch seitens des Beschwerdeführers unbestritten blieb (
Urk.
1).
Darüber hinaus
gehen
aus den Ausführungen von
Dr.
B._
keine
konkreten, objektiv fassbaren Aspekte hervor, die den ärztlichen Experten entgangen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2006 U 58/06 E. 2.2) oder die zu einer anderen rechtlichen Beurteilung Anlass geben würden.
Der Vollständigkeit halber ist auch auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), was vorliegend auch die unterschiedlichen Beurtei
lungen der Arbeitsfähigkeit mitbegründen könnte.
4.4
4.4.1
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer ab Begutachtungszeitpunkt im
Gutachtenszentrum A._
in der bisherigen oder einer ange
passten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig war. Zu klären ist der zeitliche Verlauf der Arbeitsunfähigkeit bzw. der funktionellen Auswirkungen des psychischen Ge
sundheitszustandes
bis zur Begutachtung im
Gutachtenszentrum A._
.
4.4.2
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 1
4.
Oktober 2015 (
Urk.
8/2), womit der früheste Rentenbeginn der
1.
April 2016 ist. Entsprechend ist der zeit
liche Verlauf der Arbeitsunfähigkeit vom
1.
April 2015 bzw. der Erwerbs
unfähig
keit vom 1. April 2016
bis zur psychiatrischen Begutachtung im Dezember 2018 (
Urk.
8/111/4) zu beurteilen.
Die Gutachter des
Gutachtenzentrums A._
konstatierten hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs, dass sich aufgrund der unpräzisen Angaben des Beschwerdeführers keine verlässlichen Aussagen über den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit machen liessen. Es müsse ent
sprechend auf die vorliegenden Akten abgestützt werden, da sich auch keine verlässlichen Aussagen über den Zeitpunkt der Verbesserung machen liessen. Demnach sei gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
Y._
vom 2
2.
Juli 2016 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen und einer 50%igen Arbeitsun
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen
(
Urk.
8/111/11).
Dr.
Y._
nahm auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin am
7.
August 2016 aus
führlich Stellung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und hielt dafür, dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht ein Verzicht auf den Konsum von Cannabis und anderen psychotropen Substanzen empfohlen werde, was ihm voll zumutbar sei. Eine erneute neuropsychologische Beurteilung werde erst nach einem ausgewiesenen, durch regelmässige Drogenscreenings fachärztlich bestä
tigten Konsumverzicht und einer weiteren regelmässigen fachärztlichen Behand
lung, frühestens in sechs Monaten, empfohlen. Eine neuropsychologische Kon
troll
untersuchung werde im Verlauf,
z.b.
in 6-8 Monaten angeraten (
Urk.
8/53/4). Im Gutachten führte
Dr.
Y._
diesbezüglich aus, dass sich der Konsum von Cannabis negativ auf einige ko
gnitive Leistungen u.a. im Berei
ch Aufmerk
sam
keit, Gedächtnisfunktionen und psychomotorische Funktionen auswirke. Effekte auf diese Funktionen könnten nach anhaltendem (chronischem) Konsum über Tage bis Wochen andauern, auch wenn
kein weiteres Cannabis
konsumiert werde. Unklar sei, inwieweit bei Cannabis-Konsumenten auch nach langanhaltender Abstinenz anhaltende Einschränkungen der kognitiven Funktionen angenommen werden könn
t
en. Aus diesen Gründen werde dringend ein strikter Verzicht auf den Konsum von Cannabis empfohlen (
Urk.
8/49/44).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
Y._
erfolgte allerdings unter Be
rück
sichtigung der
neuropsychologisch
diagnostizierten mittelschweren kogniti
ven Störung, welche im Rahmen einer alkoholtoxischen Hirnschädigung und Störwirkungen im Rahmen metabolisch-toxischer Einflüsse bei langjährigem, regelmässigen Alkohol- und Drogenkonsums als gut erklärbar bef
unden wurden
(
Urk.
8/53/2).
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der erstinstanzliche Sozial
versicherungsprozess zwar vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist (
Art.
61
lit
. c ATSG), wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen hat. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungs
prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Be
weisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
Es ist unbestritten, dass der durch
Dr.
Y._
beurteilte Gesundheitszustand durch den damals andauern
den Cannabis- und Alkoholkonsum
des Beschwerdeführers beeinträchtigt war. Entsprechend
trifft den Beschwerdeführer die Beweislast in dem Sinne, dass
nicht überwiegend wahrscheinlich ist, dass der Gesund
heits
zu
stand sich zum Zeitpunkt der ersten Begutachtung schlechter als im poly
dis
zi
plinären Gutachten des
Gutachtenszentrums A._
dargestellt hätte, hätte der Beschwerdeführer bereits zu diesem Zeitpunkt
seinen
Substanzmissbrauch reduziert gehabt.
Hinzu kommt, dass der neuropsychologische Gutachter des
Gutachtenszentrums A._
schlüssig dar
legte, dass
in der neuropsychologischen Voruntersuchung im Rahmen der Erstellung des Gutachtens durch
Dr.
Y._
(vgl.
Urk.
8/49/48 ff.)
keine Hinweise gefunden worden seien auf eine verminderte Leistungsmotivation/An
stren
gungs
bereitschaft, was sich nicht decke mit den aktuellen Beobachtungen und den aktuellen Befunden. Der einzige damals durchgeführte Beschwerdevalidie
rungs
test
(BVT)
sei auch heute unauffällig. Dieser Test reiche aber für eine psycho
metrisch begründete Aussage zur Anstrengungsbereitschaft nicht aus.
Für eine verlässliche Beurteilung der Anstrengungsbereitschaft hätten zwingend zusätzli
che BVT-Verfahren eingesetzt werden müssen (
Urk.
8/112/21 f.).
Damit ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der
(unter Aus
klammerung des
zumutbarerweise
reduzierbaren Substanzmissbrauchs) IV-rechtlich relevante
psy
chische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im relevanten Zeitraum ab April 2016 grössere funktionelle Auswirkungen zeitigte als im Gutachten des
Gutachtenszentrums A._
festgehalten.
4.5
Zusammenfassend ist ab dem rentenrelevanten Zeitraum ab April 2016 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeits
fähigkeit.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Dem Beschwerdeführer ist die angestammte Tätigkeit gestützt auf das
Gutachtenszentrum A._
-Gut
achten sowie die vorhergehenden Ausführungen zum zeitlichen Ablauf im ren
ten
relevanten Zeitraum ab April 2016 jeweils zu 80
%
zumutbar gewesen (vgl. E. 4).
Ein leidensbedingter Abzug ist vorliegend nicht gerechtfertigt, da die begut
ach
tenden Ärzte des
Gutachtenszentrums A._
bei der Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeits
fähigkeit bereits sämtliche Einschränkungen berücksichtigten. Entspre
che
nd der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind diese nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einzubringen, da dies ansonsten zu einer doppelten Anrechnung der gleichen Gesichtspunkte führen würde (
Urteile des Bundes
ge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22.
Januar 2015 E. 4.1.1), was darüber hinaus auch seitens des Beschwerdeführers nicht beantragt wurde.
Entsprechend resultiert bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
(
und einer angepassten
)
Tätigkeit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20 %.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens und die Be
schwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss
Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da die Voraussetzungen für die unentgelt
liche Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (
Urk.
3
), sind sie jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Ebenso sind die Voraussetzungen für
die
unentgeltliche
Rechtsvertretung
(
§
16
Abs.
2
GSVGer
)
erfüllt und es ist
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
aus der Ge
richts
kasse zu entschädigen.
Eine Honorarnote wurde nicht eingereicht, womit - wie mit Verfügung
1
8.
August
2020
(Urk.
10
) mitgeteilt - die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine Entschädigung in Höhe von Fr.
1‘5
00.-- (inklusive Mehr
wert
steuer und Barauslagen) angemessen.
6.3
Der Beschwerdeführer ist
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die
unentgeltliche
Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom
8.
Juni 2020 wird dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
, Zürich
, als unentgeltliche
r Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Jürg Leim
bacher, Bülach,
wird mit
Fr.
1’500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.