# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d465f948-85d2-48fb-8e12-6738f92cdd55
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Anfechtung Korporationsbeschluss
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 3. Dezember 2018 (CG170022-F)
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Rechtsbegehren: (Urk. 2 S. 1)
"1. Es sei der anlässlich der ausserordentlichen  vom 19. Mai 2017 gefasste Beschluss über den Beitritt zur E._ GmbH (E._ GmbH) und damit die Auslagerung der Bewirtschaftung des Waldes unter Beteiligung von CHF 100'800 als Gegenleistung zur 16 % Beteiligung und Einsitz in den strategischen Leistungsgremien des neu strukturierten Forstreviers F._ aufzuheben;
2. es sei der Beschluss zur Abnahme des Protokolls der  vom 28. Oktober 2016 aufzuheben;
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 3. Dezember 2018: (Urk. 39 S. 41)
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden den Klägern auferlegt und mit dem vom Kläger 1
geleisteten Vorschuss von Fr. 5'000.– verrechnet.
4. Die Kläger werden verpflichtet, der Beklagten für ihren Aufwand und ihre
Barauslagen eine Parteientschädigung von Fr. 8'000.– (zuzüglich 7.7%
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
(5./6. Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
Der Kläger und Berufungskläger (Urk. 38 S. 2):
„1. Ziff. 1 bis 4 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen III. Abteilung vom 3. De-
zember 2018 seien vollumfänglich aufzuheben;
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2. In Gutheissung der Berufung sei der anlässlich der ausserordentlichen Kor-
porationsversammlung vom 19. Mai 2017 gefasste Beschluss «über den Beitritt zur E._ GmbH (E._ GmbH) und damit die Auslagerung der Bewirtschaftung des Waldes unter Beteiligung von CHF 100'800 als  zur 16 % Beteiligung und Einsitz in den strategischen  des neu strukturierten Forstreviers F._» aufzuheben;
3. Das mit der Klage gestellte Klagebegehren 2: Anfechtung Protokoll
28.10.2016 sei von der Vorinstanz nach ZPO Art. 228 ff. zu behandeln. Diesbezüglich ist das Urteil vom 3. Dezember 2018 zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche sowie des
Berufungsverfahrens zulasten der Berufungsbeklagten.“
Der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 46 S. 2):
„1. Die Berufungsklage vom 3. März 2019 sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Mehrwertsteuer) zu Lasten
der Berufungskläger.“

## Considerations

Erwägungen:
I.
Die Beklagte ist eine privatrechtliche Korporation des kantonalen Rechts mit
Teilrechten im Sinne von § 31 KWaG (Kantonales Waldgesetz vom 7. Juni 1998)
und § 49 Abs. 1 EG ZGB. Sie bezweckt gemäss Art. 2 ihrer Statuten die nachhal-
tige Pflege und vorteilhafte Bewirtschaftung ihres Waldes und der übrigen Vermö-
genswerte. Die Kläger sind Mitglieder der Beklagten mit je einem Teilrecht. An der
ausserordentlichen Korporationsversammlung vom 19. Mai 2017 wurde gegen die
Stimmen der Kläger und bei einer Enthaltung dem Antrag des Vorstands zuge-
stimmt, der E._ GmbH (nachfolgend „E._ GmbH“) mit einer Beteiligung
von Fr. 100‘800.– beizutreten und damit die Bewirtschaftung des Waldes auszu-
lagern. An der E._ GmbH wäre die Beklagte zu 16 % beteiligt. Die Kläger
fechten den Beschluss der Beklagten zur Neustrukturierung als gesetzes- und
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statutenwidrig an. Zudem fechten die Kläger den Beschluss vom 19. Mai 2017 an,
mit dem das Protokoll der Korporationsversammlung vom 28. Oktober 2016 ge-
nehmigt worden war.
II.
Die Klage samt Klagebewilligung ging am 4. Dezember 2017 bei der Vor-
instanz ein (Urk. 1 und 2). Der weitere Prozessverlauf vor Vorinstanz kann dem
angefochtenen Entscheid entnommen werden (Urk. 39 S. 2 f.). Gegen das am
3. Dezember 2018 ergangene Urteil haben die Kläger fristgerecht Berufung erho-
ben (Urk. 34/1, 34/2, 38). Sie haben einen Kostenvorschuss von Fr. 5‘000.– ge-
leistet (Urk. 44). Die Berufungsantwort ist am 30. April 2019 eingegangen
(Urk. 46). Ein Doppel wurde den Klägern zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 47).
Weitere Eingaben der Parteien sind nicht erfolgt.
III.
1. a) Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als
auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden
(Art. 310 ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und voll-
ständig aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur
eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (ZK ZPO-
Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mittels klarer Verweisun-
gen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden
Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben hat. Die Par-
teien haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids
wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen
(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/2015 vom 11.04.2016, E. 2.2 [nicht pu-
bliziert in BGE 142 III 271]). Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungsan-
forderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-
instanz nicht überprüft zu werden. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittel-
instanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um
festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Be-
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rufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz einge-
reichten Rechtsschriften noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechts-
lage enthalten darf, welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorge-
bracht worden ist. Pauschale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz einge-
brachten Rechtsschriften sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vor-
instanz mit den Ausführungen des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat.
Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen,
muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen
auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegrün-
dung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit beiden Begründungen ausei-
nandersetzen (Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 42 f.). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das Berufungsgericht nicht gehalten, von
sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächli-
chen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen
der Parteien vor der zweiten Instanz vorliegen. Abgesehen von offensichtlichen
Mängeln hat sich das Berufungsgericht grundsätzlich auf die Beurteilung der in
der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen
Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien geben mithin das Prü-
fungsprogramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene Entscheid ist grund-
sätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist
das Berufungsgericht, in Anwendung des Grundsatzes iura novit curia, bei dieser
Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die Argu-
mente der Parteien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Fest-
stellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels ent-
sprechender Sachverhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstin-
stanzliche Entscheid nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechts-
mittelverfahrens dient (BGE 144 III 394, E. 4.1.4, m.w.H.).
Die Begründungsanforderungen gelten auch für die Berufungsantwort, wenn
darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, die sich für die im kanto-
nalen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken können (BGer
4A_258/2015 vom 21.10.2015, E. 2.4.2; BGer 4A_580/2015 vom 11.04.2016,
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E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 08.12.2016, E. 2.2.2; Reetz/Theiler, a.a.O.,
Art. 312 N 11).
b) Unter „III. Sachverhalt“ machen die Kläger zahlreiche Ausführungen
(Urk. 38 S. 3 ff.), ohne darzutun, was wo vor Vorinstanz vorgetragen wurde, und
ohne sich mit den Urteilserwägungen auseinanderzusetzen. Insbesondere genügt
es nicht, für die Sachverhaltsdarstellung pauschal auf die Klageschrift, das Sistie-
rungsgesuch und das Protokoll zu verweisen (Urk. 38 S. 3). Insofern ist auf diese
Ausführungen nicht weiter einzugehen. Das Gleiche gilt für die Ausführungen un-
ter der Überschrift „Verletzung Waldgesetz / Nichtforstliche waldfremde Tätigkei-
ten“ (Urk. 38 S. 13), die Ausführungen auf S. 14 ff. Rz 1 und 2, auf S. 17 f. Rz 4
und 5 sowie auf S. 23 ff. Rz 12-15, wo ein einziger Hinweis auf das angefochtene
Urteil erfolgt, wonach „der ganze unlautere Vorgang noch heruntergespielt“ werde
(Urk. 38 S. 24). Eine genügende Begründung stellt dies nicht dar.
2. a) Wer sich auf neue Tatsachen beruft (Art. 317 Abs. 1 ZPO), hat zu sub-
stantiieren und zu beweisen, dass er die entsprechenden Noven unverzüglich
nach ihrer Entdeckung vorgebracht hat und dass er sie trotz Anwendung zumut-
barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz hat vorbringen können (ZK ZPO-
Reetz/Hilber, Art. 317 N 34). Dazu gehört auch, dass die betreffende Partei die
zumutbaren Nachforschungen vorgenommen hat (BGer 4A_259/2019 vom
10.10.2019, E. 1.3, unter Hinweis auf ZK ZPO-Leuenberger, Art. 229 N 8).
b) Die Kläger haben mit der Berufungsbegründung neben dem angefochte-
nen Urteil 18 neue Urkunden eingereicht (Urk. 41/2-19), welche mit zwei Aus-
nahmen vor dem angefochtenen Urteil entstanden sind. Die Kläger legen nicht
dar, weshalb sie diese Urkunden nicht bereits vor Vorinstanz ins Recht legen
konnten. Es handelt sich um unzulässige neue Beweismittel bzw. Ausführungen,
welche die Kläger im Zusammenhang mit diesen Urkunden machen. Darauf ist
nicht weiter einzugehen. Urk. 41/12 ist ein Ausdruck von der Internetseite
www.....ch vom 10. Februar 2019. Auch hier legen die Kläger nicht dar, weshalb
es ihnen nicht möglich war, den identischen Internetausdruck schon vor Vo-
rinstanz einzureichen. Auch Urk. 41/12 ist daher unbeachtlich. Ein echtes Novum
stellt einzig das Mail von G._ vom 2. März 2019 dar (Urk. 41/16).
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IV.
1. Die Beklagte gehört seit ein paar Jahren zum Forstrevier F._ und die
Waldbewirtschaftung wird durch die H._ GmbH (nachfolgend H._
GmbH) betrieben, an welcher die I._-korporation J._ zu 60 % und die
Gemeinde F._ zu 40 % beteiligt sind (Urk. 2 S. 5 und 12; Urk. 12 S. 10 f.). An
der E._ GmbH wäre die Beklagte – wie eingangs erwähnt – zu 16 % beteiligt.
Sie würde Fr. 100‘800.– liberieren und dafür 32 Stammanteile erhalten. Weitere
Gesellschafter der E._ GmbH wären die I._-korporation J._ (67
Stammanteile) sowie die Gemeinden F._ (72 Stammanteile), K._ (1
Stammanteil) und J._ (28 Stammanteile). Die Beklagte würde die langfristige
Bewirtschaftung ihrer Waldungen an die E._ GmbH übertragen. Als Ent-
schädigung für das Überlassen der Bewirtschaftung des Waldes sind Fr. 60.– pro
ha und Jahr vorgesehen (Urk. 3/8; Urk. 14/3 S. 1 und 5; Urk. 2 S. 5). Gemäss Sta-
tutenentwurf entfällt auf einen Stammanteil eine Stimme und werden die Be-
schlüsse der Gesellschafterversammlung, des obersten Organs der E._
GmbH (Urk. 14/5 S. 4 Art. 11), mit der absoluten Mehrheit der vertretenen Stim-
men gefasst. Unabhängig vom eingebrachten Kapital verfügt kein Gesellschafter
über eine Sperrminorität (Urk. 14/5 S. 5 Art. 16). In der Geschäftsführung haben
alle Gesellschafter Anspruch auf einen Sitz (Urk. 14/5 S. 6 Art. 17 Abs. 2). Art. 24
des Statutenentwurfs räumt jedem Gesellschafter das Recht ein, unter Einhaltung
einer Kündigungsfrist von zwei Jahren auf das Ende eines Geschäftsjahres hin
aus der Gesellschaft auszutreten (Urk. 14/5 S. 8). Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Sta-
tutenentwurfs ist der Zweck der E._ GmbH folgender (Urk. 14/5 S. 1):
„Die Gesellschaft bezweckt die Bewirtschaftung des Waldes, insbesondere desjenigen
der Gemeinden F._, J._ und K._ sowie der I._-korporation J._
und der C._-korporation D._ F._. Ferner bezweckt die Gesellschaft den
Unterhalt von Naturschutz- und Landschaftsarealen. Die Gesellschaft übernimmt ausser-
dem die Baumpflege in öffentlichen Parkanlagen. Sie kann alle diese Leistungen, insbe-
sondere Sicherheitsholzerei-Arbeiten, auch für Dritte erbringen.“
2. a) Die Kläger weisen in ihrer Berufungsschrift auf die Ausführungen der
Vorinstanz hin, wonach die Beklagte mit dem Erwerb einer Beteiligung an der
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neuen GmbH ihre betriebliche, operative Selbständigkeit (zumindest ein Stück
weit) aufgebe und ihre Vertreter in der Geschäftsführung der GmbH ohne Weite-
res überstimmt werden könnten. Falsch sei die Überlegung der Vorinstanz, wo-
nach es einer Mehrheit der Korporationsmitglieder offenstehe zu beschliessen,
die Verträge zu kündigen und die erworbene Beteiligung wieder abzustossen. Ei-
ne Rückkehr in die Selbständigkeit wegen der Verbandelung im Forstrevier
F._ und der Kraft des Faktischen sei unwahrscheinlich. Für das Gros der Ei-
gentümer der Beklagten sei es unmöglich, die rechtlichen Konsequenzen der mit-
einander verknüpften Verträge zu durchschauen. Eine Auflösung des Vertrags-
konstrukts würde zwangsläufig zu einem Abschreiber der Beteiligung von
Fr. 108‘000.– führen. Es sei unzulässig, wenn die Vorinstanz lediglich sage, dass
der Verein einen widerrechtlichen Beschluss nachträglich wieder heile, indem der
widerrechtlich abgeschlossene Pachtvertrag gekündigt und die erworbene Beteili-
gung wieder abgestossen werde. Schliesslich sei gerade der Beschluss der Be-
klagten hinsichtlich der Beteiligung an der E._ GmbH und der Abschluss des
Pachtvertrags widerrechtlich (Urk. 38 S. 22). Damit der statutarische Zweck der
nachhaltigen Pflege und vorteilhaften Bewirtschaftung des Waldes wieder befolgt
werden könne, müsse der Korporationsbeschluss zum Beitritt zur E._ GmbH
aufgehoben werden (Urk. 38 S. 7, 19). Weiter kritisieren die Kläger die Bemer-
kung der Vorinstanz, wonach die Beklagte nach der Übertragung der Waldbewirt-
schaftung an die E._ GmbH einen Gewinn über diese Beteiligung erziele
(Urk. 39 S. 16). Tatsache sei, dass es sich im besten Fall um ein Nullsummen-
spiel handle. Die Beklagte verpachte den Wald weit unter dem Marktpreis,
schiesse den von der neuen GmbH für das nächste halbe Jahrhundert zu zahlen-
de Pachtzins mit dem Einkauf von Fr. 100‘800.– in die neue GmbH vor und müs-
se zusehen, wie letztere all die schlagreifen schönen Douglasien, Buchen, Eichen
und Tannen fälle und verkaufe. Damit werde der Beklagten das Potential von
steigenden Holzpreisen, das Substrat an Wald und Finanzvermögen genommen
(Urk. 38 S. 8).
b) Die Beklagte bestreitet die behaupteten negativen finanziellen Folgen für
sie durch die Beteiligung an der E._ GmbH. Die Waldbewirtschaftung werde
nicht über Jahrzehnte der neuen GmbH überlassen. Vielmehr habe jeder Gesell-
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schafter das Recht, aus der Gesellschaft unter Einhaltung einer Kündigungsfrist
von zwei Jahren auszutreten. Die Beklagte schliesse keinen Pachtvertrag ab (Urk.
46 S. 7 und 14). Der Zweck der neuorganisierten Gesellschaft umfasse denjeni-
gen der Beklagten mit, und da die Bewirtschaftung nach den Vorgaben der Wald-
gesetzgebung sowie im Sinne des Betriebsplanes zu erfolgen habe, sei die Zwe-
ckerreichung garantiert. Die Selbständigkeit der Beklagten werde nicht tangiert
(Urk. 46 S. 13, 15).
c) Im angefochtenen Urteil wird ausgeführt, die Kläger hätten geltend ge-
macht, der Zweckartikel der Beklagten erlaube es nicht, sich an einer juristischen
Person zu beteiligen, auf jeden Fall nicht als Minderheit ohne besonders ausge-
staltete Sperrminoritätsrechte. Dies sei nicht stichhaltig. Die Statuten der Beklag-
ten würden eine Beteiligung an einer juristischen Person weder erlauben noch
verbieten, sondern die Frage vielmehr offenlassen. Art. 65 Abs. 1 ZGB regle denn
auch, dass die Vereinsversammlung, in casu also die Korporationsversammlung
der Beklagten, in allen Angelegenheiten entscheide, die nicht anderen Organen
des Vereins übertragen seien. Mangels entgegenstehender Regelung in den Sta-
tuten falle es somit in die Kompetenz der Korporationsversammlung der Beklag-
ten, über den Erwerb einer Beteiligung an einer juristischen Person zu beschlies-
sen. Hinzu komme, dass der Entscheid zur Beteiligung an der E._ GmbH im
Zusammenhang mit der Erfüllung des Zwecks der Beklagten, nämlich der Be-
stimmung der Art und Weise, wie die Waldbewirtschaftung zu erfolgen habe, ein-
hergehe. Die Mitglieder hätten – wie dies in Art. 11 Ziff. 10 der Statuten der Be-
klagten vorgesehen sei – anlässlich der Korporationsversammlung den Grund-
satzentscheid gefällt, die Waldbewirtschaftung künftig mittels Beteiligung der Be-
klagten an der E._ GmbH sicherzustellen (Urk. 39 S. 13). Der Vorstand habe
diesen Beschluss zu vollziehen. Mit diesem Vollzug erfülle der Vorstand die ihm
gemäss Statuten übertragenen Aufgaben, dies nur schon durch die Ernennung
eines Vertreters in die Geschäftsführung der E._ GmbH. Obwohl die Beklag-
te dort nur mit einer Stimme und damit in der Minderheit vertreten sei, könne sie
sicherstellen, dass der Zweck der Beklagten erfüllt und der Korporationsbe-
schluss, diesen Zweck mittels Beteiligung an der E._ GmbH umzusetzen, er-
füllt werde. Richtig sei, dass die Beklagte nach dem Erwerb der Beteiligung an der
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E._ GmbH sowie dem Abschluss der geplanten Bewirtschaftungsverträge
nicht mehr «frei», mithin unabhängig über die Bewirtschaftung des ihr bzw. ihren
Mitgliedern gehörenden Waldes werde entscheiden können. Vielmehr verfüge die
Beklagte bei den für die entsprechenden Entscheide zuständigen Organen in der
H._ GmbH [recte wohl: E._ GmbH] lediglich noch über eine Minder-
heitsbeteiligung. Deswegen sei der entsprechende Mehrheitsbeschluss indessen
nicht statutenwidrig (Urk. 39 S. 14 f.).
d) aa) Gemäss § 49 Abs. 2 EG ZGB finden auf die in Abs. 1 aufgeführten
Korporationen die Art. 53-58 und 64-79 ZGB entsprechende Anwendung, soweit
sich nicht aus dem Bestehen von Teilrechten der Genossenschafter oder aus den
besonderen Gesetzen oder den weiteren Bestimmungen im EG ZGB (§§ 50-56)
Abweichungen ergeben. Art. 74 ZGB bestimmt, dass eine Umwandlung des Ver-
einszwecks keinem Mitglied aufgenötigt werden kann. Eine Umwandlung des
Vereinszwecks im Sinne von Art. 74 ZGB liegt nicht nur dann vor, wenn ein Ver-
ein seinen bisherigen Zweck durch einen neuen, anders gearteten ersetzt. Der
Tatbestand von Art. 74 ZGB kann vielmehr auch dann gegeben sein, wenn ein
Verein dem bisherigen Zweck einen neuen beifügt oder wenn er einen Teil der
Aufgaben, denen er sich bisher gewidmet hatte, fallen lässt. Eine solche Erweite-
rung oder Einschränkung des Vereinszwecks kann den Charakter eines Vereins
so stark beeinflussen, dass gleich wie bei völliger Preisgabe des bisherigen
Zwecks von einer Umwandlung des Zwecks gesprochen und Art. 74 ZGB ange-
wendet werden muss. Ob eine den Vereinszweck betreffende Statutenänderung
so wesentlich ist, dass sie der Vorschrift von Art. 74 ZGB unterstellt zu werden
verdient, ist vom Standpunkt der Mitglieder aus zu beurteilen. Dabei kann aller-
dings nicht einfach ihre subjektive Auffassung massgebend sein, sondern es
kommt darauf an, ob der Zweck in einem Punkte geändert wird, dem sie bei ihrem
Entschluss, dem Verein beizutreten und die Mitgliederpflichten zu erfüllen, nach
Treu und Glauben erhebliche Bedeutung beimessen durften (BGE 86 II 389,
E. 5). Egger, auf den das Bundesgericht in diesem Entscheid verweist, schreibt,
wann eine Umwandlung vorliege, lasse sich nicht allgemein sagen. Es müsse auf
Treu und Glaube abgestellt werden, vor allem auf das durch die statutarische
Zwecksetzung erweckte Vertrauen. Das Mitglied solle sich darauf verlassen dür-
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fen, dass der Verein, dem es beigetreten sei, nicht durch Änderung des Zweckes
ein völlig anderer werde. Eine solche Änderung liege vor, wenn die statutarische
Aufgabe, die sich der Verein gestellt habe, geändert werde, aber auch dann,
wenn das Zweckstreben verengt oder erweitert oder in eine andere Richtung ge-
drängt werden solle, so dass es einen andern Sinn erhalte (Egger, Zürcher Kom-
mentar, 2. A., N 2 zu Art. 74 ZGB). Abzustellen ist nicht nur auf den sogenannten
Zweckparagraphen, sondern auch auf die effektive Vereinstätigkeit; eine Identi-
tätsveränderung kann sich auch infolge einer „Transformation“ des Gesamtbildes
ergeben (Heini/Portmann, Das Schweizerische Vereinsrecht, SPR II/5, Basel
2005, Rz 269). Eine Änderung der Mittel zur Zweckerreichung wird von Art. 74
ZGB nur erfasst, wenn die Mittel das „Gesicht“ des Vereins als Grundlage der
Mitgliedschaft wesentlich mitprägen (BSK ZGB I-Scherrer/Brägger, Art. 74 N 5).
Organisationsänderungen werden von Art. 74 ZGB nicht erfasst, es sei denn, sie
würden eine Verfolgung des bisherigen Zwecks wesentlich erschweren oder seien
Ausdruck einer wesentlichen Zweckänderung (Riemer, Stämpflis Handkommen-
tar, Art. 74 ZGB, N 4). Nach Egger fallen Erweiterungen des Geschäftsbereichs
im Dienste des Vereinszweckes nicht unter Art. 74 ZGB, auch nicht eine Fusion
mit einem Verein, der den gleichen Zweck verfolgt (Egger, a.a.O., N 3 zu Art. 74
ZGB).
bb) In Art. 2 der Statuten der Beklagten wird ihr Zweck wie folgt umschrie-
ben (Urk. 3/2 S. 2):
„Die Korporation bezweckt die nachhaltige Pflege und vorteilhafte Bewirtschaftung ihres
Waldes und der übrigen Vermögenswerte. Die Bewirtschaftung des Waldes erfolgt nach
den Bestimmungen der eidgenössischen und kantonalen Forstgesetzgebung.“
Die zu bewirtschaftende Waldfläche beträgt 32,7 Hektaren (Urk. 2 S. 5;
Urk. 39 S. 31). Zur Bewirtschaftung der übrigen Vermögenswerte haben die Par-
teien, soweit ersichtlich, keine Angaben gemacht. Die Durchführung der Waldbe-
wirtschaftung obliegt dem Vorstand der Beklagten, wobei er die Aufgaben teilwei-
se zusammen mit dem Förster selbst erledigen oder gänzlich an diesen delegie-
ren kann (Art. 21 der Korporationsstatuten, Urk. 3/2 S. 6 f.). Jedes Mitglied, das
die gesetzlich vorgeschriebenen Kurse absolviert hat, hat das Recht, unter der
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Leitung des Försters bei Waldarbeiten eingesetzt zu werden, sofern die Korpora-
tion die Arbeitsleistung benötigt (Art. 32 der Korporationsstatuten, Urk. 3/2 S. 9).
Der angefochtene Beschluss sieht vor, dass die Beklagte der E._
GmbH beitritt, damit die Bewirtschaftung des Waldes auslagert, für eine Beteili-
gung von 16 % an der GmbH Fr. 100‘800.– bezahlt und Einsitz in den strategi-
schen Leistungsgremien nimmt (Urk. 3/8.3). Der Zweck der Beklagten, nämlich
die Bewirtschaftung des eigenen Waldes, würde mit der E._ GmbH gewahrt.
Allerdings ist der Zweck der E._ GmbH wesentlich weiter gefasst als derjeni-
ge der Beklagten: Die Gesellschaft bezweckt auch die Bewirtschaftung des Wal-
des der übrigen Gesellschafter. Dazu kommt der Unterhalt von Naturschutz- und
Landschaftsarealen, die Baumpflege in öffentlichen Parkanlagen, die Sicherheits-
holzerei und die Übernahme hoheitlicher Aufgaben für die Waldungen in den Ge-
meinden F._, J._ und K._ (Art. 2 Abs. 1 und 3 der Statuten der
E._ GmbH, Urk. 14/5 S. 1). Zudem verlöre die Beklagte ihre Selbständigkeit,
wenn es um die Zweckerreichung geht. In der Gesellschafterversammlung, dem
obersten Organ der E._ GmbH, wäre die Beklagte mit 32 von 200 Stimmen
vertreten. In der maximal sechs Personen umfassenden Geschäftsführung hätte
die Beklagte Anspruch auf einen Sitz (Art. 17 der Statuten der E._ GmbH,
Urk. 14/5 S. 6). Über die Bewirtschaftung ihres Waldes könnte also die Beklagte
nicht mehr autonom bestimmen. Vielmehr würde die Mehrheit in den Gesell-
schaftsorganen der E._ GmbH darüber befinden. Die Beklagte begäbe sich
zur Erreichung ihres eigenen Zweckes in die vollständige Abhängigkeit einer an-
dern Organisation. Die Korporationstätigkeit im Hinblick auf die Zweckerreichung
würde sich darauf beschränken, die eigenen Vertreter in den Gesellschaftsorga-
nen der E._ GmbH zu wählen und allenfalls zu instruieren. Weitere betriebli-
che Aktivitäten wären nicht mehr notwendig, auch wenn die Beklagte vor Vo-
rinstanz behauptete, Grundsatzentscheide zur Bewirtschaftung würden der Kor-
porationsversammlung weiterhin vorbehalten, was indessen Art. 18 der Statuten
der E._ GmbH widerspricht (vgl. Urk. 3/8.3; Urk. 2 S. 3; Urk. 12 S. 5; Urk.
14/5 S. 6). Der Charakter der Beklagten würde durch den Beitritt zur E._
GmbH wesentlich verändert, indem sie ihre organisatorische und wirtschaftliche
Selbständigkeit aufgeben würde, so dass von einer Umwandlung des Zwecks ge-
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sprochen werden muss. Daran ändert nichts, dass die Statuten der E._
GmbH ein Kündigungsrecht jedes Gesellschafters unter Einhaltung einer zweijäh-
rigen Kündigungsfrist vorsehen (Art. 24 Abs. 1, Urk. 14/5 S. 8). Die blosse Mög-
lichkeit, zu den alten Strukturen zurückzukehren, wenn sie denn überhaupt realis-
tisch wäre, ist nicht relevant. Vielmehr geht es darum zu beurteilen, ob der ange-
fochtene Beschluss zu einer gesetzeswidrigen Änderung des Korporationszwe-
ckes führt. Dies ist nach dem Gesagten zu bejahen. Der an der ausserordentli-
chen Korporationsversammlung der Beklagten vom 19. Mai 2017 gefasste Be-
schluss über den Beitritt zur E._ GmbH ist daher ungültig und aufzuheben.
3. Die Kläger haben bereits vor Vorinstanz geltend gemacht, der Kantons-
forstingenieur beanstande, dass der Ausbau nichtforstlicher Tätigkeiten am heuti-
gen Werkhofstandort nicht bewilligungsfähig sei und die E._ GmbH auf die-
sen Geschäftszweig verzichten müsse (Urk. 39 S. 7). In der Berufungsbegrün-
dung halten die Kläger daran fest, dass die E._ GmbH ihre Erträge überwie-
gend aus waldfremder Tätigkeit generieren wolle und daher nicht als ... gelte. Die
bisherige gewerbliche Geschäftstätigkeit im Wald sei eine Gesetzesverletzung.
Die geplante Umsatzerweiterung mit der neuen GmbH wäre eine noch gravie-
rendere Verletzung des Waldgesetzes (Urk. 38 S. 4 f., 23).
Dieser Auffassung hielt die Vorinstanz zu Recht entgegen, wenn die
E._ GmbH die Sparte „waldfremde Tätigkeiten“ ausbauen wolle, könne sie
dies nur mit Nutzung von Infrastruktur ausserhalb des Waldes. Diese Einschrän-
kung betreffe indessen die Geschäftstätigkeit der E._ GmbH und nicht die
Tätigkeit der Beklagten selbst. Die Beklagte wäre einzig insofern betroffen und
gefordert, als sie bei einem Ausbau der waldfremden Tätigkeiten durch die
E._ GmbH als Gesellschafterin bzw. über ihren Vertreter in der Geschäftslei-
tung den Ausbau forstrechtlich konform ausgestalten oder auf diesen verzichten
müsste (Urk. 39 S. 7 f.). Wesentlich ist, dass mit dem beabsichtigten Beitritt zur
E._ GmbH nicht von vornherein ein Verstoss gegen die Waldgesetzgebung
einhergeht.
4. Die Vorinstanz hat die Behauptung der Kläger, der Vizepräsident der Be-
klagten, L._, habe anlässlich einer Versammlung im Zusammenhang mit
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dem Beitritt der Beklagten zur E._ GmbH von einem Geheimplan gespro-
chen, als nicht relevant erachtet. Es sei davon auszugehen, dass die Äusserun-
gen L._s im November 2015 erfolgt und damit den Korporationsmitgliedern
an der Korporationsversammlung vom 19. Mai 2017 bekannt gewesen seien (Urk.
39 S. 11). Im Berufungsverfahren machen die Kläger Ausführungen, wonach es
an der Korporationsversammlung vom 30. Oktober 2015 wegen der Verheimli-
chung der tatsächlichen Finanz- und Ertragslage der I._-korporation und ih-
rer GmbH zu einem Eklat gekommen sei und M._ sein Los zum Einstands-
preis angeboten habe (Urk. 38 S. 10). Die Kläger zeigen aber nicht auf, inwiefern
dies prozessrelevant ist bzw. die Erwägungen der Vorinstanz falsch sind.
5. Die Vorinstanz verwarf den Einwand der Kläger, wonach über jeden Ver-
trag einzeln hätte abgestimmt werden müssen. Sie erachtete das Vorgehen des
Vorstands der Beklagten für statutenkonform. Zudem habe am 17. März 2017 ei-
ne Informationsveranstaltung stattgefunden, an welcher alle Dokumente im Zu-
sammenhang mit dem Beitritt zur E._ GmbH vorgelegt, erläutert und disku-
tiert worden seien. Die Kläger hätten nach eigenen Angaben an dieser Informati-
onsveranstaltung teilgenommen und jeweils ihre Argumente vorgebracht. Es sei
unbestritten geblieben, dass an der Informationsveranstaltung kommuniziert wor-
den sei, über sämtliche im Zusammenhang mit dem Beitritt der Beklagten zur
E._ GmbH abzuschliessenden Verträge würde in einer Abstimmung Be-
schluss gefasst. Die Kläger hätten nicht bestritten, dass sie weder an der Informa-
tionsversammlung bzw. im Vorfeld noch an der ausserordentlichen Korporations-
versammlung vom 19. Mai 2017 gegen dieses Vorgehen opponiert bzw. eine Be-
schlussfassung über jeden Vertrag im Einzelnen beantragt hätten (Urk. 39
S. 18 ff.).
Die Kläger machen geltend, sie hätten an der Informationsveranstaltung
nicht teilgenommen (Urk. 38 S. 11). Die Vorinstanz hat auf das Protokoll der
Hauptverhandlung vom 3. Dezember 2018 verwiesen. Dort führte der Kläger 1
aus, er habe sowohl an der ordentlichen Informationsveranstaltung als auch an
der Korporationsversammlung vom 19. Mai 2017 teilgenommen und dabei jeweils
seine Argumente vorgebracht (Prot. I S. 18). Für den Protokollinhalt gilt die Ver-
- 15 -
mutung der Richtigkeit, solange nicht der Beweis der Unrichtigkeit erbracht wor-
den ist (BSK ZPO-Willisegger, Art. 325 N 4). Die Kläger haben weder ein Proto-
kollberichtigungsbegehren gestellt noch behauptet, das Protokoll sei falsch. Daher
ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass die Kläger an der Informa-
tionsveranstaltung teilgenommen hatten. Diese stellen auch nicht in Abrede, dass
sie im Vorfeld der Korporationsversammlung keinen Antrag auf Einzelabstimmung
gestellt haben. Die Kläger behaupten weiter, an der ausserordentlichen Korpora-
tionsversammlung wäre ein Antrag auf separate Abstimmung wegen der statutari-
schen Bestimmungen nicht statthaft gewesen (Urk. 38 S. 11), ohne dies näher zu
begründen. Selbst wenn ein solcher Antrag vorgängig hätte gestellt werden müs-
sen, so kann dies nur dann gelten, wenn aus der Einladung und Traktandierung
der Verhandlungsgegenstände klar hervorgegangen wäre, dass es eine einzige
Abstimmung geben würde; falls nicht, hätte ein Antrag auf Einzelabstimmung an
der Verhandlung selber zugelassen werden müssen. Aus dem Umstand, dass
über den Beitritt zur E._ GmbH und zu den Verträgen gesamthaft abge-
stimmt wurde, können die Beklagten also nichts für ihren Standpunkt gewinnen.
6. Nach Darstellung der Kläger wird die geplante Neustrukturierung des
Forstreviers F._ mit einem sog. „Testbetrieb“ seit 1. Januar 2019 bereits in
die Tat umgesetzt (Urk. 38 S. 18 ff.). Für die Frage, ob der Beschluss über den
Beitritt zur E._ GmbH vom 19. Mai 2017 aufzuheben sei, ist dies irrelevant.
7. a) Mit Rechtsbegehren Ziff. 2 haben die Kläger beantragt, der Beschluss
zur Abnahme des Protokolls der Korporationsversammlung vom 28. Oktober 2016
sei aufzuheben. Die Vorinstanz erwog dazu, zwischen den Parteien sei unbestrit-
ten, dass die Kläger mit E-Mail vom 18. Mai 2017 ihre Beanstandungen zum Pro-
tokoll vom 28. Oktober 2016 angebracht hätten (Urk. 3/21). Ebenso sei unbestrit-
ten geblieben, dass die Beklagte diese Beanstandungen der Kläger dem Protokoll
vom 28. Oktober 2016 beigefügt habe. Dies gehe auch aus dem Protokoll der
ausserordentlichen Korporationsversammlung vom 19. Mai 2017 hervor, wo im
Zusammenhang mit dem Traktandum 2, Abnahme des Protokolls der Korporati-
onsversammlung vom 28. Oktober 2016, ausdrücklich auf den separaten, vom
Kläger 1 verfassten Text hingewiesen werde (Urk. 3/3). Die Beklagte habe damit
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die Beanstandungen der Kläger entgegengenommen und umgesetzt. Entspre-
chend bestehe kein Grund zur Aufhebung des am 19. Mai 2017 gefällten Be-
schlusses zur Abnahme des Protokolls vom 28. Oktober 2016 (Urk. 39 S. 36 f.
Erw. 4.8.).
b) Die Kläger führen in der Berufungsschrift aus, im Vorfeld der ausseror-
dentlichen Korporationsversammlung vom 17. [recte 19.] Mai 2017 sei mit dem
kurz vorher verteilten Protokoll der „Hauptversammlung“ vom 28. Oktober 2016
stark gegen den Kläger 1 Stimmung gemacht worden. Die Kläger hätten deshalb
die Abnahme dieses Protokolls angefochten. Der Kläger 1 habe in seiner Klage-
schrift vom 30. November 2017 vorläufig auf die Behandlung dieses Klagepunktes
verzichtet. Am Schluss der Verhandlung vom 3. Dezember 2018 habe der Vorsit-
zende der Vorinstanz den Kläger 1 gefragt, ob er an der Anfechtung der Abnahme
des Protokolls festhalte. Er habe dies bejaht. Dieser Klagepunkt sei von der Vor-
instanz im Alleingang ohne Hauptverhandlung abgehandelt worden. Damit sei
Art. 228 ZPO krass verletzt worden. Die von der Vorinstanz unter Ziff. 4.8 ge-
machten falschen Annahmen und Erwägungen seien zur Neubeurteilung zurück-
zuweisen (Urk. 38 S. 16).
c) Die Kläger hatten in ihrer Klageschrift vom 30. November 2017 ihr
Rechtsbegehren Ziff. 2 kurz begründet und dann geschrieben: „Kläger 1 verzich-
tet vorläufig auf die Behandlung diese Klagepunktes und behält sich vor, diesen
später aufzurollen.“ (Urk. 2 S. 11). In der anlässlich der Hauptverhandlung vom
3. Dezember 2018 vorgetragenen Replik äusserten sich die Kläger nochmals kurz
zur „Rückweisung des Protokolls“ (Urk. 25 S. 6; Prot. I S. 10 und 13), nachdem
die Beklagte in der Klageantwort ausgeführt hatte, die Zusätze der Kläger zum
Protokoll seien, wie von ihnen verlangt, dem Protokoll zur Kenntnisnahme ange-
hängt worden. Der Kläger 1 habe vorläufig auf die Behandlung dieses Klagepunk-
tes verzichtet und sich vorbehalten, diesen später aufzurollen. Die Position des
Klägers 2 sei nicht bekannt. Sein Stillschweigen werde von der Beklagten im Hin-
blick auf das weitere Verfahren als Verzicht auf Anfechtung verstanden. Ange-
sichts des Vorbehaltes der Klägers 1 seien zum jetzigen Zeitpunkt keine Ausfüh-
rungen zu diesem Punkt erforderlich. Die Ausführungen in der Klageschrift wür-
- 17 -
den bestritten. Es sei keine Anpassung und erst recht keine Aufhebung des ge-
nehmigten Protokolls notwendig (Urk. 12 S. 14).
Die Prozessleitung obliegt dem Gericht (Art. 124 Abs. 1 ZPO). Die Kläger
behaupten nicht, dass die Vorinstanz das Verfahren auf das klägerische Rechts-
begehren Ziff. 1 beschränkt hätte oder sie nur schon einen entsprechenden An-
trag gestellt hätten (Art. 125 lit. a ZPO). Daher war es Sache der Kläger, auch das
Rechtsbegehren Ziff. 2 nach Massgabe von Art. 221 ZPO zu begründen. Spätes-
tens mit der Replik hatten die Kläger anlässlich der Hauptverhandlung Gelegen-
heit, ihre Vorbringen in der Klagebegründung zu ergänzen (Art. 228 ZPO). Dies
haben sie nicht getan. Die Vorinstanz hat daher zu Recht auf das bisher Ausge-
führte abgestellt. In der Sache setzen sich die Kläger nicht mit der Begründung
der Vorinstanz auseinander. Die Abweisung des Rechtsbegehrens Ziff. 2 ist daher
zu bestätigen.
V.
Ausgangsgemäss sind die Kosten- und Entschädigungsfolgen nach Obsie-
gen und Unterliegen zu regeln (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Die Kläger obsiegen
bezüglich Rechtsbegehren Ziff. 1 und unterliegen bezüglich Rechtsbegehren
Ziff. 2. Unter Berücksichtigung des Streitinteresses, des Zeitaufwands und der
Fallschwierigkeit rechtfertigt sich eine Gewichtung von Rechtsbegehren Ziff. 1 zu
Ziff. 2 mit 9:1.
Die Vorinstanz hat die Entscheidgebühr auf Fr. 6‘000.– und die volle Partei-
entschädigung auf Fr. 8‘000.– (zuzüglich 7.7 % MwSt.) festgesetzt. Dabei ging die
Vorinstanz von einer nichtvermögensrechtlichen Streitigkeit aus und erachtete
das Verfahren weder als besonders komplex noch als überdurchschnittlich zeit-
aufwändig (Urk. 39 S. 39 f.).
Die Kläger beanstanden, dass die Vorinstanz das Streitinteresse als pri-
mären Bemessungsfaktor überhaupt nicht in Betracht gezogen habe. Ausgehend
von der Beteiligung von Fr. 100‘800.– betrage der Anteil der Kläger für ihre zwei
Teilrechte rund Fr. 5‘000.–. Würde man von einem solchen Streitwert ausgehen,
- 18 -
wäre die Gerichtsgebühr auf rund Fr. 1‘100.– und die Parteientschädigung auf
maximal rund Fr. 3‘000.– festzusetzen (Urk. 38 S. 26 f.).
Die Beklagte macht geltend, auch wenn sich die tatsächliche Rechtsfrage
auf die Zulässigkeit des Vereinsbeschlusses fokussiere, seien doch diverse ande-
re Punkte aufzuarbeiten und zu beleuchten gewesen. Insbesondere auch die
Sachverhaltsfeststellung und die vorgängige Klärung diverser Sachverhalte seien
aufwändig gewesen, weshalb die zugesprochene Parteientschädigung von
Fr. 8‘000.– gerechtfertigt sei und den Aufwand der Beklagten für das erstinstanzli-
che Verfahren nicht zu decken vermöge. Würde von einem Streitwert von
Fr. 5‘000.– ausgegangen, wäre die Berufung unzulässig, da der Mindeststreitwert
von Fr. 10‘000.– nicht erreicht sei (Urk. 46 S. 16).
Die Vorinstanz ist zutreffend von einer nichtvermögensrechtlichen Streitig-
keit ausgegangen (vgl. BSK ZGB I-Scherrer/Brägger, Art. 75 N 33, m.w.H.; BGer
5C.67/2006 vom 08.06.2006, E. 1) und hat die massgeblichen Bemessungskrite-
rien aufgeführt (Urk. 39 S. 39). Nicht zu folgen ist den Klägern, wenn sie das
Streitinteresse dem Beteiligungswert ihrer Teilrechte gleichsetzen, mögen auch
pekuniäre Interessen mitspielen. Darüber hinaus geht es um einen weitreichen-
den strategischen Entscheid, wie der Korporationszweck erreicht werden soll. Vor
diesem Hintergrund und angesichts des mittleren Zeitaufwands, insbesondere
aufgrund der Instruktions- und der Hauptverhandlung sowie des 41-seitigen Ur-
teils, sowie der mittleren Schwierigkeit des Falles ist die von der Vorinstanz fest-
gesetzte Entscheidgebühr von Fr. 6‘000.– nicht zu beanstanden.
Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 i.V.m. § 5
Abs. 1 GebV OG auf Fr. 4‘000.– festzusetzen. Die Gerichtskosten sind zu 1/10
den Klägern und zu 9/10 den Beklagten aufzuerlegen.
Da die Kläger zu 9/10 obsiegen, ist zu prüfen, ob sie Anspruch auf eine Par-
teientschädigung haben. Die Kläger sind nicht berufsmässig vertreten. Gemäss
Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO hat eine Partei, die nicht berufsmässig vertreten ist, in
begründeten Fällen Anspruch auf eine Umtriebsentschädigung. Dass einer nicht
anwaltlich vertretenen Partei ersatzfähige Kosten für Umtriebe erwachsen, ist un-
- 19 -
gewöhnlich und bedarf gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts
einer besonderen Begründung (vgl. u.a. BGer 4A_355/2013 vom 22.10.2013,
E. 4.2; 4A_233/2017 vom 28.09.2017, E. 4.1; 5A_268/2019 vom 15.04.2019,
E. 2.2; 5A_157/2019 vom 25.04.2019, E. 2.2). Die Kläger haben nicht begründet,
worin ihre Umtriebe bestehen, welche zu entschädigen seien, und haben auch
keine Angaben zur Höhe einer allfälligen Entschädigung gemacht. Insbesondere
haben sie auch keinen Verdienstausfall geltend gemacht (vgl. ZK ZPO-Suter/von
Holzen, Art. 95 N 41; BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, Art. 95 N 21). Den Klägern ist da-
her keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Dagegen ist die Beklagte zu
verpflichten, den Klägern 9/10 der Kosten des Schlichtungsverfahrens zu erset-
zen (Urk. 1; Art. 207 Abs. 2 ZPO).