# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4b0dafc1-c4f5-42f3-bcce-614a9a60a95c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
55
, war als Steinhauer (Saisonnier) bei der Y._ angestellt (Urk. 10/17/1), als er sich am 7. April 2006 bei einem Sturz von einem zirka 2,2 Meter hohen Baugerüst (Urk. 10/12/27, Urk. 10/12/34, Urk. 10/12/44) ein Epiduralhämatom fronto-parietal rechts sowie eine Lungen- und Flankenkontusion rechts mit Rip
penserienfrakturen rechts zuzog. In der Notfallbehandlung wurde gleichentags eine Entlastungs
kraniotomie durch
geführt (Bericht des Z._ vom 13. April 2006, Urk. 10/1/7). Wegen eines Knochen
lappeninfekts wurde am 21. Juli 2006 eine weitere Opera
tion vorgenommen (Urk. 10/12/15), woraufhin sich eine Wund
heilungsstörung einstellte (Urk. 10/12/12). Am 9. Januar 2007 wurde wegen eines Kalottendefekts rechts eine Kalottenplastik durchgeführt (Urk. 10/22/17). In der Folge klagte der Versicherte über persistierende Kopf
beschwerden, Schwin
del und Kribbel
parästhesien mit Kältegefühl auf der
linken Körperhälfte, kognitive Minderleistungen sowie psychische Beschwerden (Urk. 10/23/21, Urk. 10/23/31, Urk. 10/23/42-43, Urk. 10/51/12-14, Urk. 10/51/34).
Die Unfallversicherung Suva
erbrachte die gesetzli
chen Leis
tungen
für die Folgen des Unfalls. Unter Berücksichtigung des
Gutachtens der A._ vom 28. März 2012 (Urk. 10/51/3-38), ergänzt mit Schreiben vom 8. Februar 2013 (Urk. 10/54/53/54) und vom 4. Februar 2012 (richtig: 2013; Urk. 10/54/61-62), sowie der neuro
logischen sowie psychiatrischen Beurteilung durch die Versiche
rungs
medizin der Suva vom 7. Mai 2013 (Urk. 10/54/28-30) unterbreitete die Suva dem Versicherten einen Vergleichsvorschlag zum Abschluss des Falles, welchen der Versicherte annahm (Urk. 10/60). Dem
entsprechend sprach die Suva dem Versicherten im Sinne der Vereinbarung vom 6. September 2013 eine Rente basierend auf einem Invali
ditätsgrad von 50 %
ab dem 1. Juli 2013 und eine Integritätsent
schädigung basierend auf einer Inte
gritätseinbusse von 55 % zu (Urk. 10/56).
1.2
Am 24.
August
2006 hatte sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Inva
liden
versicherung angemeldet (Eingang: 1. September 2006; Urk. 10/8). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerb
lichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte unter anderem die Akten der Suva (Urk. 10/23, Urk. 10/51, Urk. 10/54) und das polydisziplinäre Gutach
ten der B._ vom 15. Februar 2016 (Urk. 10/83) ein. Mit Vor
bescheid vom 5.
August
2016 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk. 10/89). Dagegen erhob der Versicherte mit Schrei
ben vom 14. Oktober 2016 Einwände (Urk. 10/96). Mit Verfügung vom 7. De
zember 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom 23. Januar 2017 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Dezember 2016 und be
antragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm sämtliche möglichen gesetzlichen Leistungen ab dem frühest mög
lichen Zeitpunkt zuzusprechen, insbesondere sei ihm ab dem frühest möglichen Zeitpunkt eine ganze Invalidenrente, eventualiter min
destens eine Dreivier
telsrente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht stellte der Be
schwerde
führer das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und um Bestel
lung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Daniel Vonesch (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Be
schwerde
antwort vom 2. März 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Verfü
gung vom 14. März 2017 wurde die Pensionskasse des Beschwerde
führers, die BVG-Sam
melstiftung Swiss Life, zum Verfahren beigeladen (Urk. 11), welche mit Ein
gabe vom 5. April 2017 auf eine Stellungnahme verzichtete (Urk. 13). Mit Eingabe vom 12. April 2017 (Urk. 14) reichte der Beschwerdeführer den Bericht des Univer
sitätsspitals Zürich vom 13. Februar 2017 ein (Urk. 15). Am 18. April 2017 bewilligte das Gericht dem Versicherten die unentgeltliche Rechtspflege. In der Replik vom 26. Juni 2017 hielt der Be
schwerdeführer an seinen An
trägen fest (Urk. 20 S. 1). Die Beschwerde
gegnerin verzichtete mit Eingabe vom 19. Juli 2017 auf eine weitere Stel
lungnahme (Urk. 22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision und am 1. Dezember 2012 die im Zuge der IV-Revision 6a revidierten Bestimmun
gen des Bundesge
setzes über die Invaliden
ver
sicherung (IVG), der Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
S
ozi
al
ver
sicherungs
rechts (ATSG) in Kraft getreten. In materiell-rechtlicher Hin
sicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beur
teilung jene Rechts
normen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des ange
fochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materi
ellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 7. Dezember 2016 (Urk. 2) ergangen, wo
bei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Be
stim
mungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 und der revidierten Bestim
mun
gen der IV-Revision 6a
am 1. Januar 2012
begonnen hat
(vgl. An
meldung vom 24.
August
2006, Urk. 10/8)
. Daher und auf
grund dessen, dass der Rechts
streit Dauerleistungen betrifft, über wel
che noch nicht rechtskräftig
verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Re
geln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die da
mals gel
tenden Bestim
mungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Re
vi
sion respektive ab dem 1. Januar 2012 der IV-Revision 6a abzu
stellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
ff.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1;
zur 5. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008 23. De
zember 2008 E. 2.1
).
Dies fällt materiell-rechtlich jedoch nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision und die IV-Revision 6a hinsichtlich der Invaliditäts
be
messung im Wesentlichen keine substanziellen Än
derungen gegenüber der bis 31. De
zember 2007 gültig gewe
senen Rechtslage gebracht haben, so dass die zur altrecht
lichen Re
gelung ergan
gene Recht
sprechung weiter
hin massgebend ist (vgl. zur 5. IV-Re
vision: Urteil des Bundesgerichts
8C_76/2009
vom 19.
Mai 2009 E. 2).
Im Fol
genden werden die mass
geblichen Gesetzes
bestimmungen - soweit nichts an
deres vermerkt ist - in der seit dem 1. Januar 2012 geltenden Fassung zitiert.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
IVG
).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Be
handlung und Ein
gliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Be
einträch
tigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Recht
sprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein ren
tenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Aus
mass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
soma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsäch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezo
genen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenem Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem struk
turierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
(Art. 6 ATGS)
schliessen lassen (E. 7).
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspo
tenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen ein
zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invalidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funk
tionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Stan
dardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich aufgrund der konkre
ten Fallumstände und der jeweiligen Beweisproblematik (zur Publikation vorge
sehene Urteile des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7.1 und 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.5.3).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungs
raster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erschei
nung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Drei
viertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwer
bstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkom
mensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt, für die vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen und kognitiven Störun
gen habe kein fassbares organisches Korrelat gefunden werden können und die somatischen Folgen des Unfalles vom 7. April 2006 seien objektiv gering. Be
züglich der ab zirka Mitte 2007 aufgetretenen depressiven Symp
tomatik hätten psychosoziale Belastungsfaktoren im Vordergrund gestanden. Anlässlich der B._-Be
gutachtung habe sodann keine gravierende psychia
trische Diagnose mit Krankheitswert ge
stellt werden können, die therapeutisch nicht angehbar wäre. Es fehle damit an der Schwere, die auf eine invalidisierende Ge
sundheitsbeeint
rächtigung schliessen lasse. Ausserdem hätten die Ergebnisse der neuropsycholo
gischen Untersuchung erhebliche Zweifel an der Mitwirkung des Beschwerdeführers in der Untersuchung und Hinweise auf Aggravation ergeben. Es sei daher davon auszugehen, dass bereits bei Ablauf der einjährigen Wartezeit kein IV-relevanter Gesundheitsschaden mehr vorge
legen habe, der eine Einschränkung als Steinhauer begründet habe. An den Ent
scheid der Unfallversicherung sei sie nicht gebunden. Ausserdem bilde das B._-Gutachten vom 15. Februar 2016 auch im Lichte der Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 eine genügende beweiskräftige Grundlage, um die Frage nach den funktionellen Auswirkungen der gesundheit
lichen Beein
trächtigungen in zuverlässiger Weise entscheiden zu können. Anhand der Befunde und unter Aus
klammerung der psychosozialen Belastungsfaktoren sei von einer nur gerin
gen Gesundheitsschädigung auszugehen. Eine psychiatrisch-psychothera
peu
tische Behandlung habe bisher nur in sehr geringem Umfang statt
gefunden, was auf keinen allzu grossen Leidensdruck hindeute. Eine Therapie
resistenz liege sicher nicht vor. Auch könnten die psychischen Ressourcen losgelöst von den psycho
sozialen Belastungsfaktoren nicht als erheblich vermindert betrach
tet werden. Insgesamt vermöge die Krankheit des Beschwerdeführers inva
lidenver
sicherungs
rechtlich keine relevante Beeinträchtigung der Erwerbs
fähigkeit bewir
ken. Ein Einkommensvergleich erübrige sich daher (Urk. 2 S. 2 ff.).
3.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein, es sei auf das von der Suva in Auf
trag gegebene Gutachten der A._ vom 28. März 2012 abzu
stellen, wonach eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % im Rahmen einer Routine
tätigkeit gegeben sei. Es brauche eine lange Anlernzeit und es sei Betreuung notwendig. Aus den medizinischen Akten ergebe sich zudem, dass die ange
stammte Tätig
keit (als Steinhauer) auf dem Bau nicht mehr zumutbar sei. Richtigerweise sei der Lohn in einer geschützten Werkstatt von Fr. 12'000.-- als Invalidenein
kommen einzusetzen, was einen Invaliditätsgrad von 70 % und damit einen Anspruch auf eine ganze Rente ergebe. Mit dem Einkommen von Fr. 2'500.-- für eine Hilfstätigkeit eines ungelernten Ausländers würde mit dem ange
mes
senen Abzug von 25 % dasselbe resultieren. Auf das B._-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da das Gutachten mit der Vermutung der Überwind
barkeit entsprechend der alten Schmerzrecht
sprechung erfolgt sei und die Gut
achter insofern voreingenommen gewesen seien. Dies treffe auch auf die Aus
führungen auf Seite 55 des psychiatrischen Gutachtens zu. Ferner würden die für eine neuropsychologische Abklärung notwendigen Testresultate nicht beilie
gen. Die behauptete Selbstlimitierung sei daher nicht validiert. Da die festge
stellten Minder
leistungen als nicht gültiges Testprofil qualifiziert worden seien, könne die neuropsychologische Testung des B._ auch nicht verwendet wer
den. Dementsprechend müsse auf die bisherigen Akten, nament
lich auf das Gutachten der A._ aus dem Jahr 2012 abge
stellt werden, wonach sich klar Leistungseinschränkungen ergeben hätten. Dies ergebe sich im Übrigen auch aus dem Gutachten des C._ aus dem Jahr 2008 und sei in der neuen neuropsychologischen Abklärung des D._ von Februar 2017 (Urk. 15) wieder bestätigt worden. Die D._-Abklärung be
stätige denn auch, dass entgegen der Ansicht der B._-Gutachter keine Bes
serung eingetreten sei. Die vom psychiatrischen B._-Gutachter von der neu
ropsychologischen Testung auf jeden Bereich, ins
besondere auch auf die Kopf
symptomatik, abgeleitete Annahme einer Aggravation sei ohne eigene Testung erfolgt und sei aus der Luft gegriffen. Dies zeige, dass er vor
einge
nommen sei. Daher könne auf dessen Teilgutachten und auf seine Diagnosen, die unrichtig und verniedlichend seien, nicht abgestellt werden. Aber selbst wenn man von der Einschätzung der B._-Gutachter ausgehen würde, wäre eine min
destens 30%igen Arbeitsun
fähigkeit mit 30%iger Lohn
differenz gegeben, womit bei einem 25%igen Abzug ein Invaliditätsgrad von 65 % resultiere und zwar spätestens ab der IV-Anmeldung. Ein Rentenanspruch bestehe ab dem 1. April 2007. Dabei sei zu beachten, dass die B._-Gutachter bei der retrospektiven Einschätzung die von den bisherigen zuständigen Medizinern festgestellten Arbeits
unfähigkeiten bestätigt hätten und von einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit ab April 2006, von einer 50%igen bis 70%igen Arbeitsunfähigkeit ab Mitte 2007 sowie von einer 50%igen Arbeitsun
fähigkeit von April 2011 bis zum B._-Gutachten ausgegangen seien. Dies ergebe einen Anspruch auf eine gan
ze Rente von April bis Ende Juni 2007 und auf eine mindestens Dreiviertels
rente ab Juli 2007 (Urk. 1 S. 4 ff., Urk. 14 S. 2 f., Urk. 20).
3.3
3.3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch auf eine Rente und andere Leistungen der Invalidenversicherung mangels einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Beeinträchtigung der Arbeits-und Erwerbs
fähigkeit nach Ablauf des Wartejahres per April 2007 verneint hat.
3.3.2
Aufgrund der beim Unfall vom 7. April 2006 zugezogenen Verletzungen (
Epidu
ralhämatom fronto-parietal rechts, Lungen- und Flankenkontusion mit Rip
penserienfrakturen rechts)
und den in der Folge notwendigen stationären, opera
tiven Behandlungen vom 7. April 2006 (
Urk. 10/1/7)
, vom
21. Juli 2006 (Urk. 10/12/15) - mit anschliessender Wundhei
lungs
störung (Urk. 10/12/12) - und vom 9. Januar 2007 (Urk. 10/22/17) ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer ab dem 7. April 2006 zu 100 % arbeitsunfähig war (Urk. 10/54/293-294, Urk. 10/54/287), wobei strittig ist, bis wann diese Arbeits
un
fähigkeit andauerte.
Aufgrund der bei der Anmeldung im August (Eingang: 1. September) 2006 (Urk. 10/8) gültig gewesenen Fassung von Art. 29 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 IVG würde der früheste mögliche Beginn eines allfälligen Renten
an
spruchs nach Ablauf der sogenannten einjährigen Wartefrist, mithin ab April 2007 in Frage kommen.
Zu klären ist daher, ob der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Steinhauer bis zum 6. April 2007 durchschnittlich zu mindestens 40 % arbeits
unfähig war (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) und ab dann auch/weiterhin in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig war, so dass eine Erwerbseinbusse von mindestens 40 % im Sin
ne von Art. 29 Abs. lit. a IVG (in der bis Ende 2007 gültig ge
wesenen Fassung) resultierte.
4.
4.1
4.1.1
In medizinischer Hinsicht ist den Akten das Folgende zu entnehmen:
Betreffend die Zeit nach der letzten Operation im Z._ vom 9. Januar 2007 (Urk. 10/22/17), die komplikationsfrei und mit un
auffälligem postoperativem Ver
lauf mit schneller Mobilisation verlief (Urk. 10/54/789-790), ist den Akten zu entnehmen, dass die Behandlung durch die Chirurgie des Z._ am 22. März 2007 abgeschlossen wurde (Urk. 10/54/777). Der Beschwerdeführer klagte weiterhin über persistierende rechtsseitig betonte Kopfschmerzen, schlechten Schlaf, nächtliche Missempfindungen an der linken Körper
hälfte (ein- bis zweimal pro Woche
für
drei
Minuten pro Anfall
), Schwin
delgefühl beim Aufstehen und depressive Stimmungsschwankungen (Urk. 10/54/759, Urk. 10/54/742-746, Urk. 10/54/688). Die neurologischen Be
funde fielen gemäss dem Bericht von Dr. med. E._, Fachärztin für Neuro
logie, vom 14. November 2006, indes normal aus (Urk. 10/54/741). Das Schwin
delgefühl wurde von Dr. E._ am ehesten als unbestimmten Schwindel bei feh
lenden Hinweisen für eine periphere oder zentrale Vestibulopathie und einen pathologischen Nystagmus qualifiziert (Bericht vom 6. Februar 2007; Urk. 10/54/742-743). Zur Abklärung der nächtlichen anfallartigen Kribbel
empfindungen der linken Hand mit Kraft
verlust (Urk. 10/54/772, Urk. 10/54/758, Urk. 10/54/747) wurde der Be
schwerde
führer im C._ vom 16. bis 24. Juli 2007 untersucht. Es habe hierfür und auch für die Kopfschmerzen jedoch keine Ursache gefunden werden können. Insbesondere habe die Magnet
reso
nanztomographie (MRT) keine Hin
weise für eine hirnparenchmatöse Läsion und für
Hämosiderinab
lagerung
en ergeben. Bezüglich der Kopfschmerzen werde zum Ausschluss einer chronischen Entzündung im Operationsbereich eine ergänzende Röntgen-Diagnostik em
pfohlen. Nach psychiatrischer Mitbeur
teilung sei zudem eine depressive Anpas
sungsstörung diagnostiziert worden. Als weitere Diagnosen seien ein Schmerz
mittelabusus bei chronischem rechtsbetontem Kopfschmerz und ein metabo
lisches Syndrom (Adipositas, arterielle Hypertonie, Diabetes, Hyper
cholesterin
ämie) gestellt worden (Bericht vom 13. August 2007; Urk. 10/54/758-760).
Die Suva hatte gemäss der Aktennotiz vom 2. April 2007 ferner die telefonische Anfrage der Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. F._, Fachärztin für Allgemein
medizin, dass dieser vom 6. bis 22. April 2007 in die Ferien nach Portugal reisen könne, bestätigt (Urk. 10/54/781). Eine weitere Ferienreise mit der Familie nach Portugal war gemäss dem Bericht von Dr. F._ vom 20. No
vember 2007 in der Zeit vom 17. Dezember 2007 bis 31. Januar 2008 vor
gesehen, wobei Dr. F._ gleichzeitig erklärte, dass eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bestehe (Urk. 10/54/696). Auf einem Unfallschein UVG attestierte Dr. F._ bezüglich der Konsultationen ab dem 26. April 2006 durchgehend jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem Unfalldatum vom 7. April 2006 (Urk. 10/54/70, Urk. 10/54/253, Urk. 10/54/296, Urk. 10/54/647; vgl. auch das Zeugnis vom 22. Januar 2013, Urk. 10/54/60). Gemäss der Aktennotiz der Suva vom 27. No
vember 2007 hatte Dr. F._ telefonisch indes erklärt, dass eine leich
te Erwerbs
tätigkeit ohne Unfallgefahr und mit der Möglichkeit, Pausen einzule
gen, theoretisch möglich wäre, wobei sie zur genaueren Abklärung eine neuro
psychologische Unter
suchung für angezeigt erachte (Urk. 10/54/692).
Das MRT inklusive einer
Magnetresonanzangiographie
(MRA) vom 20. Juli 2007 des Neurokraniums ergab gemäss dem Bericht des MR Instituts vom 22. Juli 2007 keinen Nachweis einer intrakraniellen Blutung oder Raumforderung und keine Kopfwehursache, sondern lediglich einzelne, unspezifische subkortikale Marklagerläsionen beidseits, welche als fraglich ischämisch vasculär oder nar
big residuell beurteilt wurden (Urk. 10/54/34).
Am 13. und 14. Februar 2008 wurde am Institut für Neuropsychologische Diag
nostik und Bildgebung L._ eine neuropsychologische Untersuchung mit Dol
metscherin durchgeführt, welche gemäss dem Bericht vom 21. Februar 2008 ein deutlich reduziertes allgemeines kognitives Leistungsvermögen und deutlich reduzierte bis defizitäre Leistungen in fast sämtlichen geprüften Bereichen ergab. Basale Sprach-, Wahr
nehmungs- oder Bewegungsstörungen hätten aus
ge
schlossen werden können. Als Stärke hätten visuell-räumliche und konstruk
tive Leistungen angesehen werden können. Der Beschwerdeführer habe also die besten Leistungen in den Bereichen gezeigt, in denen man als Folge der erlitte
nen Verletzungen aufgrund der funktionellen Anatomie am ehesten eine Beein
trächtigung erwartet hätte. Aus neuropsychologischer Sicht gebe es somit keine Hinweise für eine fokale Hirnfunktionsstörung nach Epiduralhämatom rechts parietal oder für eine neuropsychologische Schädigung der Zentralregion. Eine Interpretation der gezeigten massiven Leistungsbeeinträchtigungen sei eher schwierig, da der Beschwerdeführer über ein tiefes Bildungsniveau verfüge und nicht klar sei, inwieweit seine Leistungsdefizite vorbestehend gewesen seien. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte Antriebsstörung, die im Rahmen psychi
scher Unfall
folgen, zum Beispiel einer schweren Anpassungsstörung, interpre
tiert werden müsse. Diese Antriebsstörung habe vermutlich in Kombination mit den vorbe
stehend geringen kognitiven Ressourcen zu dem in der Untersuchung gezeigten Verhalten geführt, das zum Teil ein pseudo
dementielles Ausmass angenommen habe. Die aktuelle antiepileptische und antidepressive Medika
mentation ver
stärke die Antriebshemmung zusätzlich (Urk. 10/54/667).
Die neuro-otologische Abklärung im Zentrum für Schwindel und Gleichge
wichtsstörungen des D._ vom 27. Februar 2008 ergab gänzlich blande Befunde. Auch Hinweise auf eine vestibuläre Störung seien ausgeschlossen worden. Aus neuro-otologischer Sicht könnten die Schwindelbeschwerden nicht erklärt wer
den (Bericht vom 13. März 2008; Urk. 10/54/658).
Das MRT des Schädels vom 8. September 2008 ergab keine wesentliche Auffäl
ligkeit und insbesondere keine Affektion des Hirnkortexes. Als Nebenbefund wurde eine leichtgradige Schleimhautschwellung der Kieferhöhlen festgestellt (Urk. 10/54/633).
Die Neurologin Dr. E._ erklärte im Bericht vom 30. September 2008 dazu, das MRT zeige keine posttraumatischen Kontusionsherde; die kleinen hyperintensen Läsionen subcortical beidseits seien unspezifisch, am ehesten lakunären ischä
mischen Veränderungen entsprechend. Eine durale Pathologie werde nicht be
schrieben und die Sinus seien offen. Die prominenten chronischen Kopf
schmerzen würden möglicherweise durch die hohe Einnahme-Dosis der Anal
getika getriggert (Urk. 10/54/621). Auf dem Unfallschein UVG hielt Dr. E._ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest (Urk. 10/54/589).
4.1.2
Ab dem 10. Oktober 2008 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, behandelt, welche im Bericht vom 26. Januar 2009 ausführte, es imponiere ein depressives Zustandsbild mit deutlichen Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen, einer ausgprägten Grü
belneigung, Befürchtungen und Zwängen sowie einer ängstlichen, hoff
nungslosen Grundeinstellung. Im Antrieb habe er sich mittelgradig reduziert gezeigt. Aufgrund der Sprachbarriere und des geringen Bildungsniveaus bestehe in der psychotherapeutischen Behandlung eine Limitierung bei der Psycho
edukation. Der Beschwerdeführer halte an einem somatischen Krankheitsmodell fest (Urk. 10/54/603). Dr. G._ attestierte auf dem Unfallschein UVG eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/54/598).
Dem Bericht von Dr. E._ vom 21. November 2008 ist ferner zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe erklärt, seit der Untersuchung bei der Psychiaterin hät
ten die Kopfschmerzen zugenommen und er sei dann jeweils sehr traurig; vor allem verstehe er nicht, weshalb sie so viel zu seiner Kindheit frage. In diesen Momenten nehme der Schmerz deutlich zu. Die begleitende Tochter habe bestä
tigt, dass ihr Vater sich seit der psychiatrischen Behandlung verändert habe, trauriger geworden sei und vor allem an den Untersuchungstagen über deutlich mehr Kopfschmerzen klage. In Anbetracht der Gesamtsituation sei es aus neuro
logischer Sicht eher wenig wahrscheinlich, dass eine Arbeitstätigkeit auf dem Bau oder in einer anderen ähnlichen Verweistätigkeit aufgenommen werden könne; bei günstiger Behandlung der Schmerzen sei allenfalls eine Teilzeitbe
schäftigung in einer anderen wenig belastenden Tätigkeit vorstellbar (Urk. 10/54/606). Gemäss dem Bericht von Dr. F._ vom 25. Februar 2009 be
endete Dr. G._ schliesslich die ambulante Ge
sprächstherapie und empfahl eine stationäre Behandlung (Urk. 10/54/589).
Vom 27. April bis 23. Mai 2009 wurde der Beschwerdeführer in der N._ behandelt. Die Ärzte stellten gemäss dem Austrittsbericht vom 15. Juni 2009 die Diagnosen eines chronischen analgetika-induzierten Kopfschmerzes mit/bei depressiver Stimmungslage, Integrationsproblematik und Status nach Unfall vom 7. April 2006 mit Epiduralhämatom fronto-parietal rechts sowie eines metabolischen Syndroms. Im Neurostatus hätten sich keine Pathologien eruieren lassen. Zur Verbesserung der Tagesstruktur werde bei 100%iger Arbeits
unfähigkeit ein therapeutischer Arbeitsversuch empfohlen (Urk. 10/54/575).
Im November 2009 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Suva von Dr. med. H._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Dezember 2009 untersucht und begutachtet. Dieser stellte die Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und die Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einer depressiven Entwicklung in der Aus
prägung einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0). Die depressive Ent
wicklung sei nicht begleitet durch schwere kognitive Störungen, affektive Ein
schränkungen oder durch einen stark ver
minderten Antrieb. Einziger Risikofak
tor für die Schmerzverarbeitungs
störung sei neben der mangelnden Integration (der Beschwerdeführer spreche kein Deutsch) der frühe Arbeits
beginn im Jugendalter von 13 Jahren (körperlich belastende Tätigkeit im Stras
senbauch; Urk. 10/54/245). Es handle sich um eine dependente Persön
lichkeit mit tiefer Schulbildung (4 Jahre Grundschule; Urk. 10/54/245), die in seinen alltäglichen Verrichtungen auf die Unterstützung der Umgebung ange
wiesen sei und nur über wenige persönliche Ressourcen verfüge. Aufgrund der somatischen Disso
ziation sei davon auszugehen, dass diese krankheitswirksam sei und der Beschwerdeführer wahrscheinlich nicht in der Lage sei, genügend psychische Ressourcen zu mobilisieren, um in einer körperlich nicht belastenden Tätigkeit sein psychisches Gleichgewicht stabil zu halten, so dass er aufgrund seiner Beschwerden immer wieder auf Ruhepausen angewiesen sei. Die Rest
arbeits
fähigkeit in einer der körperlichen Belastbarkeit angepassten Tätigkeit liege bei 40 % (Urk. 10/54/247-249).
4.2
4.2.1
Angesichts dieser Vorakten hielten die Gutachter der A._ im Gut
achten vom 28. März 2012 zusammenfassend zutreffend fest, dass die neuro
logischen, neuro
radio
logischen und -otologischen Abklärungen und Behand
lungen nach dem Unfall vom 7. April 2006 keine schlüssige Erklärung des Beschwerdekom
plexes ergeben hätten und dass die im Februar 2008 durchge
führte neuro
psychologischen Untersuchung ein deutlich redu
ziertes allgemeines kog
nitives Leistungsvermögen ohne Hinweise auf eine fokale Hirn
funktions
störung gezeigt habe, welches im Rahmen psychischer Unfallfolgen in Kom
bination mit vor
bestehenden geringen kognitiven Reserven interpretiert worden sei (Urk. 10/54/18-19).
Die eigenen Untersuchungen der Gutachter, die den Beschwerdeführer in der Zeit vom 28. März bis 8. April 2011 eingehend stationär mittels neuropsycho
logischer Unter
suchung, Doppler/Du
plex-Sono
graphie, Langzeit-EEG-Tele
metrie, (kardiolo
gischem) Schellong-Test, EKG, Labor, Werkatelier und PKW-Fahrversuch abgeklärt und neurologisch sowie psychiatrisch untersucht hatten (Urk. 10/51/4), hätten in neurologischer Hinsicht ein leichtes residuelles, links
seitiges Hemisyndrom gezeigt. Die übrigen somatischen Untersuchungen hätten keine pathologischen Befunde ergeben. Auch hätten keine der vom Be
schwerdeführer immer wieder beklagten Episoden mit Dysästhesien und Zuckun
gen der linken Extremität während der mehrtägigen EEG-Telemetrien registiert werden können. Die durchgeführte neuropsychologische Untersuchung habe auf Körperfunktionsebene mittelschwere kognitive Minderleistungen objek
tiviert, wobei ein verminderter Antrieb und eine schwere Verlangsamung im Vordergrund gestanden hätten. Im Vergleich zur Voruntersuchung von 2008 hätten sich Verbesserungen in Teilbereichen gezeigt und weiterhin keine fokale Hirnfunktionsstörung nach Trauma im Bereich rechts temporo-parietal. Die auf
fälligen Störungen des kognitiven Leistungsvermögens hätten grösstenteils nicht eine unfallbedingte, sondern eine psychische Ursache. Anhalts
punkte für eine Simulation hätten sich im Rahmen der neuropsychologischen Unter
suchung nicht gefunden. In An
betracht der auch schon vorgängig intrakraniell normalisierten radio
logischen Befunde seien die organischen Restschäden des zentralen Ner
ven
systems (ZNS) trotz der initialen Schwere des Traumas als gering anzusehen und das gesehene Bild grösstenteils im Rahmen einer psychi
schen Störung be
gründet. Diesbezüglich dominiere eine somato
forme Schmerz
störung mit ausge
prägter phobischer Komponente. Neben dem schweren Hirn
schädeltrauma (SHT) vom 7. April 2006 würden dabei prämor
bide Persönlich
keits
strukturen, die feh
lenden Kenntnisse der Landessprache, die geringe Schul
bil
dung und das pro
tektive soziale Umfeld wirken (Urk. 10/51/19-22).
Als Diagnosen stellten die Gutachter die folgenden: 1. Somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.41) mit chronischen Kopfschmerzen, Schwindel und An
triebsstörung sowie phobischer Komponente; 2. Leichte depressive Episode (ICD-10 F45.41); 3. Status nach Polytrauma am 7. April 2006 mit/bei Schädel-Hirn-Trauma (mit/bei Epiduralhämatom fronto-parietal rechts, Status nach Ent
lastungskraniotomie am 7. April 2006, Knochenlappen
infekt am 21. Juli 2006, Palacos-Schädelplastik am 9. Januar 2007, Com
motio/Contusio cerebri, resi
duelles diskretes beinbe
tontes Hemisyndrom links) und Lungenkontusion rechts sowie Rippenserienfraktur rechts Rippe 7-11; 4. Diabetes mellitus (Erst
diagnose Dezember 2005); 5. Arterielle Hypertonie (Urk. 10/51/21).
Die Gutachter der A._ kamen zum Schluss, dass prinzipiell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für einfache Arbeiten mit geringer körperlicher und geistiger Belastung ohne notwendige sprachliche Kompetenz bestehe. Generell werde eine Tätigkeit ohne Lärmexposition wie eine einfache Montagearbeit, im Reinigungsdienst oder würden Gartenarbeiten als zumutbar erachtet. Wegen der starken phobischen Komponente seien eine lange Anlernzeit und persönliche Betreuung notwendig. Die Aussichten, dies auf dem Arbeitsmarkt zu realisieren, seien als gering einzuschätzen (Urk. 10/51/20). Dabei seien insbesondere die Migrations
situation, die mangelnde Krankheitsverarbeitung und die man
gelnde Verwur
zelung in der Schweiz sowie der Wunsch, in die Heimat zurück
zukehren, zu berücksichtigen. Es handle sich dabei um persönlichkeits
immanente unfall
fremde Faktoren (Urk. 10/54/23).
Im Zusatzschreiben vom 8. Februar 2013 erklärten die Gutachter der A._ zudem, aufgrund der objektiv relativ geringen, somatischen Restfolgen des diskreten, linksseitigen, beinbetonten Hemisyndroms sei eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bezüglich einfacher, nicht übermässig Schnelligkeit und Kraft bedürftiger Routinetätigkeiten zumut
bar. Die somatische Störung habe sekundär die psychischen Folgeschäden aus
gelöst, und es sei somit eine conditio sine qua non gegeben (Urk. 10/54/53-54).
Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. I._, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, der das psychiatrische Teilgutachten vom 15. Februar 2012 erstellt hatte (Urk. 10/54/137-170), bejahte im Schreiben vom 4. Februar 2012 (richtig: 2013) zuhanden der Suva die Frage, ob die bestehende psychische Stö
rung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge der organischen Hirn
verletzung entstanden sei. Und zwar habe der Unfall den Beschwerdeführer in eine völlig ungewohnte Situation gebracht. Die Arbeitstätigkeit sei bislang ele
mentarer Bestandteil seiner Identität gewesen und der Wegfall der Arbeits
fähig
keit sowie die bedrohlich erlebte medizinische Problematik hätten die bisher ausreichende Anpassungsfähigkeit überfordert (Urk. 10/54/61-62).
4.2.2
Die Versicherungsmediziner der Suva Dr. med. J._, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. K._, Fachärztin für Neurologie, schlossen gemäss der Stellungnahme vom 7. Mai 2013 aufgrund der Akten darauf, dass Ursache für die persistierenden Beschwerden ein epidurales Häma
tom sei, welches initial durch eine Hemiparese links symptomatisch geworden sei. Nach operativer Entlastung des Hämatoms habe diese nunmehr leicht
gradige beinbetonte Hemisymptomatik als klinisches Zeichen einer strukturellen Hirnläsion persistiert. Die persistierende hirn
organisch bedingte psychische Stö
rung sei als mittelschwer einzustufen. Wesentliche Ein
schränkungen infolge des Unfalls seien neuro-psychische Defizite. Aufgrund vermutlich vorbe
stehen
der eingeschränkter Ressourcen sei die Zuordnung dieser Beschwerden schwie
rig. Infolge der persistierenden neuro-psychischen Funk
tionsein
schrän
kungen und Beschwerden seien dem Be
schwerdeführer keine Tätigkeiten mit Kontroll- und Aufsichtsfunktionen von Menschen oder Maschinen zumutbar. Es sollte keine erhöhte Unfallgefahr bestehen. Tätigkeiten im Akkord oder mit erhöhter Anfor
derungen an die Kon
zentrationsfähigkeit seien zu vermeiden. Die tägliche Arbeitszeit sollte bei einer zusätzlichen Pause von einer Stunde fünf Stunden nicht überschreiten (Urk. 10/54/29-30).
4.2.3
Die Gutachter des B._, welche den Beschwerdeführer im Auftrag der Be
schwerdegegnerin vom 7. bis 15. Dezember 2015 neurologisch, internistisch, psychia
trisch und mittels neuropsychologischer Untersuchung begutachteten (Urk. 10/83/1), hielten in ihrem Gutachten vom 15. Februar 2016 aufgrund der Vorakten fest, dass nach Abklingen der neurologisch fassbaren Aus
fälle die vom Beschwerdeführer geklagten Symptome inter
mit
tierender Kopf
schmerzen und passagerer sensibler Störun
gen in der linken Hand auch durch die nach
folgende umfangreiche Diagnostik nicht sicher organisch hätten erklärt werden können. Es hätten sich keine sicheren Hinweise für eine symptomatische Epilep
sie oder eine organisch be
gründbare Ursache der beklagten, auch aktuell noch anhaltenden Kopf
schmer
zen ergeben (Urk. 10/83/19).
Es seien weder neurologisch fassbare Aus
fälle, noch eine morphologisch fass
bare Schädigung im Gehirn zurück
geblieben. Dennoch klage der Be
schwerde
führer über funktionell stark beeinträchtigende Kopfschmerzen und Schwindel und er habe eine Antriebsminderung sowie eine allgemeine Ver
langsamung ge
zeigt. Auf neurologischem Gebiet hätten die Abklärungen im B._ eine leichte diabetogene Polyneuropathie und einen chronischen Span
nungs
kopfschmerz (dif
ferentialdiagnostisch: medikamenten
induzierter Kopf
schmerz) ergeben, wel
che sich indes nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirken würden. Auch der Zustand nach Contusio cerebri (7. April 2006) mit initialem Epidural
hämatom parietal rechts, ohne verbleibendes fassbares neuro
logisches Defizit, sei ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es habe sich kein neuro
logisch funktionell bedeutendes Defizit gefunden, das sich auf die Arbeits
fähigkeit auswirke. Auch aus inter
nistischer Sicht hätten die gestellten Diagnosen eines Diabetes mellitus Typ II und einer arteriellen Hyper
tonie mit Normalwerten unter Behandlung, welche beide optimal einge
stellt seien, sowie einer Hepa
topathie, am ehesten im Rah
men des Übergewichts und/oder medika
mentös bedingt, keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus somatischer Sicht bestehe insgesamt keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätig
keit als Steinhauer.
Es ergebe sich eine psychogene Überlagerung. Es habe sich nach dem Unfall eine psycho
somatische Symptomatik und eine chronische depressive Ver
stimmung entwickelt. Denn es sei dem Beschwerdeführer nach dem Unfall nicht gelungen, dem eigenen Leben neue befriedigende Inhalte und Ziele zu geben. Die vom Beschwerdeführer angegebenen kognitiven Störungen seien organisch ebenfalls nicht erklärbar. In der neuropsychologischen Begutachtung sei er massiv auffällig im Sinne einer nicht krankheitsbedingten Selbstlimitierung. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung vom 7. Dezember 2015 sei
en insgesamt als nicht valide einzuschätzen und würden auf eine bewusst
seinsnahe Selbstlimitierung bei angestrebtem Krankheitsgewinn hinweisen. Es hätten sich Hinweise auf nicht-authentische kognitive Störungen ergeben. Aus psychiatrischer Sicht seien die Diagnosen psychologische Faktoren bei anderen
orts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) und einer Dysthymia (ICD-10 F34.1) zu stellen, welche insgesamt allein Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit hätten. Und zwar sei durch diese psychischen Störungen in ihrer Gesamtheit das Durch
haltevermögen beeinträchtigt, die Arbeitsfähigkeit sei dadurch auf zirka 70 bis 80 % in der bisherigen und in einer leidensangepassten Tätigkeit redu
ziert. Insgesamt seien gut strukturierte, kognitiv einfache, überwiegend sach
orientierte Tätigkeiten ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belast
barkeit geeignet (Urk. 10/83/19-21).
Im retrospektiven Verlauf schlossen die B._-Gutachter sodann auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 7. April 2006 bis Mitte 2007 (Unfall, neuro
logische Komplikationen, Wundheilungsstörung, unklares Anfallgeschehen), von zirka 70 % bis 50 % von Mitte 2007 bis April 2011 (psychia
trische Be
gutachtung Dr. I._, Urk. 10/54/137) und von 50 % von April 2011 bis De
zember 2015 (B._-Begutachtung; Urk. 10/83/22).
5.
5.1
5.1.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) aufgrund dieser medizinischen Aktenlage davon aus, dass die somatischen Gesundheits
folgen des Unfalles vom 7. April 2006 bereits vor Ablauf
des sogenannten War
tejahres (
Art.
29
Abs.
1 lit. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fas
sung) per April 2007
ausreichend verheilt waren und sie nahm betreffend den ganzen Zeitraum die Prüfung der Stan
dardindikatoren nach BGE 141 V 281 vor.
In zeitlicher Hinsicht war vor der Abklärung im C._-Zentrum vom 16. bis 24. Juli 2007 (Bericht vom 13. August 2007, Urk. 10/23/42-45) jedoch noch nicht er
wiesen, dass die Heilung in somatischer Hinsicht bereits dermassen fort
geschritten war, dass die ange
stammte Tätigkeit auf dem Bau wieder hätte auf
genommen werden können. Die Einschätzung der B._-Gutachter einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit vom 7. April 2006 bis Mitte 2007 wurde denn auch nachvollziehbar mit den neuro
logischen Kompli
kationen begründet (Urk. 10/83/22). Gemäss dem neuro
logischen B._-Teilgutachten bestand aus neurologischer Sicht ab August 2007 keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr (Urk. 10/83/39).
5.1.2
Es kann daher entgegen der Ansicht der Be
schwerde
gegnerin (
Urk.
2 S. 1 f.) nicht bereits vor Ablauf des sogenannten Wartejahres (
Art.
29
Abs.
1 lit. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) nach dem Unfall vom
7.
April 2006 per April 2007 von einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes und ins
besondere von einer
orga
nisch nicht fassbaren, ausschliesslich psychogen bedingten und (im Sinne von BGE 141 V 281) zu überprüfenden Beschwerde
symptomatik ausgegangen werden.
Vielmehr ist gestützt auf die mit den Akten vereinbare Ein
schätzung der B._-Gutachter (Urk. 10/83/22) für den Zeitraum vom 7. April 2006 bis im Juli 2007 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätig
keit als Stein
hauer und in einer leidensangepassten Tätigkeit aufgrund somatischer Gesundheitsbeeinträchtigungen auszu
gehen. Eine davon ab
weichende Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit in dieser Zeit ist auch den übrigen Akten nicht zu entnehmen.
5.2
5.2.1
Für die Zeit ab dem 24. Juli 2007 ist aufgrund der insofern einheitlichen medi
zi
nischen Aktenlage ausgewiesen, dass die beim Unfall vom 7. April 2006 erlit
tene Kopf
verletzung samt an
schlies
sender Operationen und Komplikationen sowie die Verletzungen an den Rippen rechts im Wesentlichen in somatischer Hinsicht verheilt waren. Denn für die weiterhin geklagten Beschwerden (Kopf
schmerzen, Schwin
del, Kräfte
losigkeit und Miss
empfindungen auf der linken Körperhälfte) wurde anlässlich der Abklä
rung im C._-Zentrum vom 16. bis 24. Juli 2007 (Bericht vom 13. August 2007, Urk. 10/23/42-45) mit dem Schädel-MRT vom 20. Juli 2007, wonach keine Kopfwehursache festge
stellt werden konnte (Urk. 10/23/46, Urk. 10/54/34), und mit den neuro
logi
schen Ab
klä
rungen, welche auch für die nächtlichen Kribbelparästhesien auf der linken Körperhälfte keine Ursache fanden (Urk. 10/23/43-44), ausgewiesen, dass keine organisch-trau
matische Ursache mehr bestand.
Zwar wurde von den Gutachtern der A._ im Gutachten vom 28. März 2012 ein leichtes residuelles links
seitiges Hemisyndrom beschrieben, welches sich bei den durchgeführten Untersuchungen im neurologischen Bereich gezeigt habe (Urk. 10/51/19) sowie welches nach Einschätzung der Ver
sicherungsmediziner der Suva
als klinisches Zeichen einer struk
turellen Hirn
läsion nach operativ entlastetem epiduralem Hämatom persistiere (Urk. 10/54/29). Die diesbezüglich geklagten Beschwerden fallen bei der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit jedoch nicht ins Gewicht. Denn es handelte sich dabei laut dem Beschwerdeführer lediglich um ein zirka zwei Mal pro Woche aus dem Schlaf heraus auftretendes Kribbeln im linken Arm während je zwei bis drei Minuten und eine leichte persistierende Lähmung des linken Beines, welche im normalen Tagesablauf nicht störe und in der Nacht durch ein Kältegefühl im linken Fuss auffalle (Urk. 10/51/14). Dieselbe Symptomatik in dieser leichten Ausprägung wurde bereits im Bericht von Dr. E._ vom 6. Februar 2007 be
schrieben (Urk. 10/54/742). Die A._-Gutachter hielten denn auch fest, dass die organischen Restschäden des ZNS angesichts der sich schon vorgängig intrakraniell normalisierten radiologischen Befunden als ge
ring anzusehen seien und das gesehene Bild grösstenteils im Rahmen einer psychischen Störung begründet sei (Urk. 10/51/20). Im Übrigen konnte keine der beklagten Epi
soden mit Dysästhesien und Zuckungen der linken Extremität während der mehr
tägigen EEG-Telemetrien registriert werden (Urk. 10/51/19). Dazu teilweise im Wider
spruch führten die A._-Gutachter im Schreiben vom 8. Februar 2013 aus, bei den bestehenden objektiv geringen somatischen Rest
folgen eines dis
kreten, linksseitigen, beinbetonten Hemisyndrom sei bei einfachen, nicht über
mässig Schnelligkeit und Kraft bedürftigen Routine
tätigkeiten im ange
stammten Beruf aus körperlicher Sicht eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (Urk. 10/54/53). Auf dieses Attest einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ist ange
sichts der widersprüchlichen Einschätzung, die Beschwerden seien grösstenteils psychisch bedingt und in somatischer Hinsicht seien die Restfolgen objektiv gering, nicht abzustellen.
Der neurologische B._-Gutachter hielt in seinem Teilgutachten vom 28. De
zember 2015 denn auch nachvollziehbar begründet fest, dass die vom Be
schwerdeführer noch beklagte subjektiv verminderte Kraft der linken Körper
seite aufgrund der aktuell unauffälligen Kraftprüfung (alle Muskeln mit Kraft
grad 5) nicht objektiviert werden könne. Es könnten selbst Restlähmungen der initial ausgeprägten Hemiparese links sicher ausgeschlossen werden. Als Hin
weise, dass eine zentrale Beeinträchtigung der linken Körperseite bestanden habe, finde sich noch eine diskrete Linksbetonung der Reflexe, was keinen Krank
heitswert habe (Urk. 10/83/36). Hiervon ist auszugehen.
5.2.2
Eine psychia
trische Mitbeur
teilung war erstmals im C._-Zentrum im Juli 2007 veranlasst worden, bei welcher die Diagnose einer depressiven Anpas
sungs
störung ge
stellt worden sei (Urk. 10/23/44). Dementsprechend wurde im psychi
a
trischen Teilgutachten von Dr. I._ vom 15. Februar 2012 (Urk. 10/54/165) und auch im psychiatrischen B._-Teilgutachten vom 28. De
zem
ber 2015 (Urk. 10/83/57) ab Mitte 2007 von einer depressiven Symp
tomatik ausge
gangen. Auch die
Beschwerdegegnerin
hielt im ange
foch
tenen Entscheid akten
gemäss fest
, dass sich ab zirka Mitte 2007 aus psychia
trischer
Sicht eine depres
sive Symptomatik eingestellt habe (Urk. 2 S. 2).
Auch aus neuropsychologischer Sicht wurde mit der neuropsychologischen Unter
suchung am L._ vom 13./14. Februar 2008 bestä
tigt, dass keine fokale Hirnfunktions
störung nach Epiduralhämatom rechts parietal und keine neuropsychologische Schädigung der Zentralregion vorlagen. Die gezeigten Leistungsbeein
träch
tigungen wurden teils auf das tiefe Bildungs
niveau und auf eine ausge
prägte Antriebsstörung im Rahmen von psychischen Unfall
folgen sowie der (dama
ligen) antiepileptischen und anti
depressiven Medikamentation zurück
geführt (Urk. 10/54/667). Das Fehlen des Nachweises von traumatisch-organisch be
dingten Ursachen der kognitiven Be
schwerden wurde auch in den weiteren neu
ropsychologischen Unter
suchungen in den Jahren 2011 (Urk. 10/51/34), 2015 (Urk. 10/83/65) und 2017 (Bericht der Klinik für Neuro
logie des D._ vom 13. Februar 2017; Urk. 15 S. 3 f.) bestätigt.
Da auch die Schwindel
beschwerden im März 2008 nicht mit somatischen Be
funden erklärt werden konnten (Bericht des D._ vom 13. März 2008; Urk. 10/54/658), ist die von den B._-Gutachtern beschriebene psycho
gene Über
lagerung (Urk. 10/83/20) ab Mitte 2007 als massgebliche Be
schwerde
ursache anzunehmen.
5.2.3
Somit ist für die Zeit ab August 2007 bezüglich der vom Be
schwerde
führer wei
terhin geklagten Beschwerden (Kopf
schmerzen, Schwindel, Kräfte
losigkeit und Miss
empfindungen auf der linken Körperhälfte, kognitive Defizite, depres
sive Stim
mung) davon auszugehen, dass kein erhebliches objektiv fassbares orga
nisches Korrelat mehr bestand und ab dann massgeblich eine psychische Über
lagerung zum Tragen kam.
5.3
5.3.1
Bei dieser Ausganslage wurde die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit durch die B._-Gutachter zu Recht entsprechend der psychia
trischen Einschätzung von Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, gemäss dessen B._-Teilgutachten vom 28.
Dezember
2015
(Urk. 10/83/54-57) festgelegt (Urk. 10/83/22).
I
nsgesamt erfüllt das polydisziplinäre B._-Gutachten vom
15. Februar 2016 sodann
alle recht
sprechungs
gemäss erforderlichen Kriterien für beweis
k
räftige ärztliche Entschei
dungs
grundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c
).
So
beruht es auf allseitigen Untersuchungen, inklusive einer
neuro
psycho
logischen Abklärung
, und es berück
sichtigt die medizinischen Vorakten sowie die ge
klag
ten Be
schwerden. Auch setzt es
sich differenziert mit diesen und dem Ver
halten des Beschwerdeführers aus
einander.
Das Gutachten leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medi
zinischen Situation zudem ein, und die darin gezogenen Schlussfol
gerungen sind über
zeugend begründet.
5.3.2
Hinzu kommt, dass im psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 10/83/54-56) und in der polydisziplinären Beurteilung zu den Kategorien der Standardindikatoren im Sinne der neuen Rechtsprechung bei psychischen Leiden gemäss BGE 141 V 281 Ausführungen aus medizinischer und insbesondere aus fachärztlich-psychia
trischen Sicht gemacht wurden. Das Gutachten erlaubt die Beantwortung der hier letztlich massgeblichen Rechtsfrage,
ob und in welchem Umfang die ärzt
lichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indi
katoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_130/2017 vom 30. November 2017
E. 7.2
;
vgl. dazu E. 6 hernach).
5.4
5.4.1
Was der
Beschwerdeführer
dagegen einwendet, rechtfertigt keine andere Be
trach
tungsweise. Namentlich sind dem B._-Gutachten keine Anhaltspunkte darauf zu entnehmen, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nach der alten Schmerzrechtsprechung respektive mit einer Vermutung der Überwind
barkeit von Schmerzen erfolgte. Das psychiatrische Teilgutachten (Urk. 10/83/49-58), auf welches sich die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter letztlich stützte, enthält keinerlei Bezug zu den nach alter Rechtsprechung sogenannten Förster
kriterien (vgl.
BGE 131 V 49 E. 1.2)
. Im polydisziplinären Teil des B._-Gutachtens wurde dazu denn auch nur kurz Stellung genommen, weil die
Be
schwerdegegnerin
die entsprechende Zusatzfrage gestellt hatte. Dass dies die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem B._-Gutachten nicht beein
flusst hat, zeigt sich schon daran, dass sämtliche Kriterien verneint wurden und dennoch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % bis 30 % aus psychiatrischer Sicht attestiert wurde (Urk. 10/83/29).
Im Hinblick
auf die neue Rechtsprechung des Bundes
gerichts zur anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und vergleichbaren psycho
somatischen Leiden
nach BGE 141 V 281
, welche nach neuester Bundesrechtsprechung grundsätz
lich auf alle psychischen Störungen Anwendung findet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017), ist im Übrigen nicht in jedem Fall eine weitere Begutachtung angezeigt. Danach verlieren gemäss altem Ver
fahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert, sofern - wie hier - eine schlüs
sige Be
urteilung der massgeblichen Indi
katoren möglich ist
(BGE 141 V 281 E. 8). Zudem gilt auch nach neuer Recht
sprechung weiter
hin, dass insbesondere bei Vorliegen eines solchen unklaren psycho
somatischen Beschwerde
bildes eine objektivierte Betrach
tungsweise massgeblich ist und medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -limi
tierungen nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuer
kennen sind (BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
5.4.2
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers überzeugt das psychiatrische B._-Teilgutachten von Dr. M._ (Urk. 10/83/54-57). Die ge
stellten psychia
trischen Diagnosen, psycho
logische Faktoren bei anderen
orts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) und eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), wurden nach
vollziehbar und in Auseinan
der
setzung mit den Vorakten begründet. Es be
stehen keine Hinweise darauf, dass sie unrichtig oder verharm
losend gestellt wurden. Insbesondere wurde eine anhal
tende somatoforme Schmerz
störung (ICD-10 F45.4) über
zeugend mit der Be
gründung verneint, dass hierzu der erhebliche Mindest
schweregrad fehle und die im Vordergrund stehenden Kopf
schmerzen nicht in diesem Ausprä
gungs
grad vorliegen würden (Urk. 10/83/54). Dem ist zuzu
stimmen, denn der Be
schwerdeführer leidet weder unter ständigen heftigen Schmerzattacken, ähnlich etwa einer Migräne, noch unter mas
siven Ganzkörper
schmerzen. Die Kopfschmer
zen des Be
schwerde
führers sind zudem wechselhaft, nach seinen Angaben mal stärker und mal weniger stark (Urk. 10/83/50). Auch wurden sie von neurologischer Seite als Span
nungs
kopf
schmerzen, differen
zialdiagnostisch als analgetika
induzierter Kopfschmerz ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be
ur
teilt (Urk. 10/83/36-37). Gemäss der Diagnose
be
schreibung nach ICD-10 sollten Schmer
zen aufgrund bekannter oder vermuteter psycho-physiologischer Mecha
nismen wie Muskelver
span
nungs
schmerzen, die - wie hier - wahrscheinlich auch psychogen sind, unter Verwen
dung von F54 kodifiziert werden (Dilling, Mombour, Schmidt [Hrsg.], ICD-10, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diag
nostische Leitlinien, 10. Auflage, S. 233), was Dr. M._ zu
treffend gemacht hat. Weiter wurde im psychiatrischen Teilgutachten zudem eingängig und überzeugend erläutert, dass Hintergrund zu der vorliegenden psychischen Auf
fälligkeit sein dürfte, dass der Be
schwerde
führer nur unzu
reichend in der Lage sei, Gefühle wahrzunehmen und verbal zu kommunizieren, diese statt
dessen über psychosomatische Symp
tome ausdrücke. Es sei dem Beschwerde
führer nach dem Unfall nicht gelungen, dem eigenen Leben neue befriedigende Inhalte und Ziele zu geben. Vor diesem Hintergrund habe sich die psychoso
matische Symptomatik und auch eine chronische depres
sive Verstim
mung, aktuell und vermutlich bereits seit längerem im Ausmass einer Dysthy
mia (ICD-10 F34.1) entwickelt (Urk. 10/83/54).
Namentlich auch letztere Diag
nose ist angesichts der erhobenen, wenig aus
geprägten Befunde (Urk. 10/83/53) nach
voll
ziehbar. Dr. M._ hielt zudem diffe
renziert und schlüssig fest, dass anlässlich der Begutachtungen in den Jahren 2009 und 2012 (Urk. 10/54/247, Urk. 10/51/21, Urk. 10/54/166) jeweils die Diagnose einer leich
ten depressiven Episode gestellt worden sei, was nicht aus
geschlossen wer
den könne; 2012 hätte dann aber schon langjährig unverändert eine leichte de
pressive Episode vor
gelegen, was doch relativ ungewöhnlich sei. In der Regel würden depressive Episoden nach einer gewissen Zeit auch wieder abklingen (Urk. 10/83/56). Diese Ausführungen sind stichhaltig. Da der Beschwerdeführer in der ganzen Zeit seit dem Unfall nur kurze Zeit von Oktober 2008 bis Anfang 2009 in psychiatrischer Behand
lung war (Urk. 10/54/603, Urk. 10/54/589) und beim darauffolgenden stationären Aufenthalt in der N._ lediglich eine depres
sive Stim
mungslage diag
nostiziert wurde (Austritts
bericht vom 15. Juni 2009; Urk. 10/54/574), ist eine längerfristig schwerere depressive Symptomatik nicht überwiegend wahr
scheinlich ausgewie
sen. Auch Dr. H._ hielt in seinem psychia
trischen Gutachten vom 16. Dezember 2009 zudem fest, dass die depressive Entwicklung im Ausprä
gungsgrad einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) nicht begleitet sei durch schwere kognitive Störungen, affektive Ein
schränkungen oder durch einen stark verminderten Antrieb und aus psychia
trischer Sicht keine Arbeits
unfähigkeit begründe (Urk. 10/54/248).
5.4.3
Zu den vom Beschwerdeführer anlässlich der B._-Begutachtung angegebenen kognitiven Störungen (reduzierte Konzentration, Merkfähigkeitsschwäche; Urk. 10/83/52-53) wurde im psychiatrischen B._-Teilgutachten sodann fest
gehalten, es hätten sich keine gröberen Auffälligkeiten in der psychiatrischen Unter
suchung gezeigt (Urk. 10/83/55). Dies ist mit Blick auf die erhobenen Befunde stimmig. Schon dem psychiatrischen Gutachten von Dr. H._ vom 16. Dezember 2009 ist ausserdem zu entnehmen, dass die Prüfung der geteilten Auf
merksamkeit und die Auffassungsfähigkeit unauffällig war und der Be
schwerde
führer Begriffe nach logischen Kategorien zu ordnen vermocht hatte. Auch sei er bei der Merkfähigkeitsprüfung fähig gewesen, alle drei vorge
gebenen Begriffe zu reproduzieren und eine Subtraktionsreihe ohne Konzentra
tionsabfall zu voll
ziehen. Lediglich die Ausführung sei verlangsamt gewesen (Urk. 10/54/246).
Entgegen der Ansicht des Be
schwerde
führers berücksichtigte Dr. M._ bei seiner psychiatrischen Beurteilung sodann zu Recht auch die neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse gemäss dem B._-Teilgutachten vom 4. Januar 2016 (Urk. 10/83/59-65), indem er ausführte, der Beschwerdeführer sei in der neuro
psychologischen Begutachtung im Sinne deutlicher Hinweise auf eine nicht krankheitsbedingte Selbstlimitierung massiv auffällig gewesen. Unter Berück
sichtigung dieser Ergebnisse würden sich erhebliche Hinweise auf eine Aggra
vation primär hinsichtlich der mitgeteilten kognitiven Störungen ergeben. Es sei aber sehr unwahrscheinlich, dass nur in diesem Bereich eine Aggravation vor
liege und in anderen Bereichen, namentlich bezüglich der Kopfschmerzen, nicht (Urk. 10/83/55). Dem ist beizupflichten. Denn bereits im Gutachten der A._ vom 28. März 2012 wurde festgehalten, dass in Diskrepanz zu den angegebenen subjektiv empfundenen starken Kopfschmerzen sich objektiv nur wenig Anzeichen hierfür gefunden hätten. Kopfschmerzen und Schwindelbe
schwerden seien während des normalen Tagesablaufes kaum auffällig gewesen. Insbesondere hätten sich keine vege
tativen Zeichen wie erhöhte Herzfrequenz oder Mydriasis gefunden. Auch im Verhalten habe sich keine Rückzugstendenz ins Zimmer gezeigt und es seien keine Gespräche oder Therapiesitzungen vor
zeitig abgebrochen worden. Der Be
schwerdeführer habe ferner während der gesamten Hospitalisation unver
ändert seine drei Tabletten Dafalgan einge
nommen und keine zusätzliche Schmerz
medi
kamentation aus der Reserve benö
tigt. (Urk. 10/51/19). Diese Aus
führungen be
stätigen die Annahme von Dr. M._, dass eine Aggravation auch in Bezug auf die Kopfschmerzen bestand.
5.4.4
Auch die neuropsychologische Abklärung des B._ (Bericht vom 4. Januar 2016; Urk. 10/83/59-66) und die daraus gezogene Schlussfolgerung der be
wusst
seinsnahen Selbstlimitierung bei angestrebtem Krankheitsgewinn (Urk. 10/83/63-65) sind nachvollziehbar und nicht zu beanstanden, zumal die deutlichen Ergebnisse der Abklärung auch mit einer Schmerzstörung und einer depressiven Erkrankung nicht zu vereinbaren und selbst im Vergleich zu an
deren Personen mit niedriger Schulbildung sowie geringen Deutsch
kennt
nissen als defizitär einzu
schätzen gewesen seien (Urk. 10/83/65).
Dieses Ergebnis ist auch vor dem Hintergrund des Umstandes schlüssig, dass die Neuropsychologen der Voruntersuchungen im Februar 2008 und im April 2011 die gezeigten teilweise massiven Leistungsbeeinträchtigungen keiner ein
deu
tigen Ursache zuordnen konnten und die Interpretation sich nach ihren An
gaben schwierig gestaltete (Urk. 10/54/667, Urk. 10/54/34).
Die B._-Neuropsychologin hielt im Bericht vom 4. Januar 2016 zudem zutreffend fest, dass bei der ersten neuro
psycho
logischen Untersuchung des L._ vom 13./14. Februar 2008 keine Verfahren zur Symptomvalidierung zum Einsatz gekommen seien und eine verminderte Anstrengungsbereitschaft mit Einfluss auf die Testergebnisse nicht diskutiert worden sei. Die Testergebnisse mit Defiziten in einfachsten Aufgaben (zum Beispiel Benennen von Farben und Tieren, Nennen der Wohnadresse) würden auf eine bewusstseinsnahe Selbst
limitierung hinweisen (Urk. 10/83/64). Diese Einschätzung ist auch deshalb nachvollziehbar, weil die gemäss dem Bericht des L._ vom 21. Februar 2008 gezeigten massiven Leistungsbeeinträchtigungen mit teilweise pseudo
demen
tiellem Ausmass (Urk. 10/54/667) mit der klinischen psychiatrischen Unter
suchung von Dr. H._ im November 2009 kontrastiert, in der gemäss dem Bericht vom 16. Dezember 2009 ein be
wusstseinsklarer und allseits orien
tierter Beschwerdeführer gesehen wurde, des
sen kognitiven Fähigkeiten erhalten waren (Urk. 10/54/247). Des Weiteren wurde auch im Bericht des L._ vom 21. Februar 2008 selbst bezüglich der in der neurologischen Testung gezeigten ver
minderten Gedächtnisleistung eine Diskrepanz zu den hinreichend erinnerten Aktivitäten des Vortages festgestellt (Urk. 10/54/666).
Entgegen dem weiteren Vorbringen des
Be
schwerde
führer
s ist ferner auch nicht unge
achtet des B._-Gutachtens auf die im April 2012 erhobenen Ergeb
nisse der neuro
psycho
logischen Abklärung (Urk. 10/51/31-34) respektive auf das Gutachten der A._ (Urk. 10/51/18-24) abzustellen, nur weil die B._- Neuro
psychologin wegen den erheblichen Zweifeln an der Mit
wirkung des
Be
schwerdeführer
s in der Untersuchung vom 7.
Dezember
2015 die Ergeb
nisse der neuro
psycho
logischen Untersuchung insgesamt als nicht valide ein
schätzte (Urk. 10/83/64). Zwar war in der neuro
psycho
logischen Abklärung der A._ ein Symptomvalidierungsverfahren (TOMM, Test of Memory Malingering) eingesetzt worden, welches gemäss dem Bericht vom 28.
März
2012 keine Hinweise auf bewusstseinsnahe Verzerrungsbemühungen ergeben hat (Urk. 10/51/32-33). Jedoch ist hierzu auf die schlüssigen Ausführungen der B._-Neuropsychologin zu verweisen, wonach der TOMM-Test deutlich weni
ger sensitiv in der Aufdeckung negativer Antwortverzerrungen als der in der aktuellen Untersuchung eingesetzten NV MSVT (Nonverbal Medical Symp
tom Validity Test) sei. Eine Analyse der damals erhobenen Testergebnisse (von 2011) ergebe, dass einige der Testleistungen nicht mit den Modellen normaler oder pathologischer Hirnfunktion zu erklären seien und würden auf eine unzu
reichende Anstrengungsbereitschaft hinweisen. Namentlich sei damit nicht zu erklären, weshalb der
Beschwerdeführer
in einer Einfachreaktionsaufgabe eine deutlich längere Reaktionszeit gezeigt habe als in einer komplexeren selektiven Reaktionsaufgabe, wo er ein normgerechtes Tempo erbracht habe. Es sei daher wahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer
trotz des unauffälligen Ergebnisses im TOMM keine adäquate Anstrengungsbereitschaft in der neuropsycho
logischen Untersuchung der A._ gezeigt habe und die gezeigten kognitiven Minderleistungen als nicht valide eingeschätzt werden müssten (Urk. 10/83/64-65). Mit diesen nachvollziehbaren Ausführungen ist auch das Ergebnis der neuro
psycho
logischen Abklärung der A._ in Frage gestellt.
Daran ändert entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nichts, dass gemäss dem von ihm in diesem Ver
fahren eingereichten Bericht der Klinik für Neuro
logie des D._ vom 13. Februar 2017 eine neue neuropsychologische Unter
suchung vorgenommen wurde, welche wiederum ein deutlich reduziertes allge
meines kognitives Leistungsvermögen bei deutlich reduzierten Leistungen in fast sämtlichen geprüften Bereichen gezeigt habe (Urk. 15). Denn dieser Abklä
rung lag zum einen das neuropsychologische B._-Teilgutachten nicht vor. Zum anderen wurde soweit ersichtlich kein
Symptomvalidierungstest durch
geführt. Auch fand die Untersuchung nach dem in diesem Verfahren mass
geblichen Überprüfungszeitraum (bis am 7. Dezember 2016; Urk. 2) statt.
5.4.5
Dem Ein
wand des Be
schwerdeführers gegen die neuropsychologischen B._-Ergebnisse sodann, die Selbstlimitierung sei nicht validiert, da die Test
resultate nicht vorliegen würden, ist entgegenzuhalten, dass die durch
ge
führten Tests und die dabei festgestellten Einschränkungen im Ein
zelnen geschildert und dif
ferenziert besprochen wurden (Urk. 10/83/63). Damit und mit den schlüssig begründeten Schlussfolgerungen im Bericht vom 4. Ja
nuar 2016 (Urk. 10/83/64-65) ist die festgestellte nicht adäquate Anstrengungs
bereitschaft hin
reichend validiert.
5.5
5.5.1
Das Gesagte schliesst nicht aus, dass authentische kognitive Störungen vor
handen waren und sind, wie auch die B._-Neuro
psychologin in ihrer Unter
suchung festhielt (Urk. 10/83/65). Es reduziert jedoch die Beweis
barkeit deren gesundheitsbedingten Schwere und Umfang, zumal bei der Beurteilung der Leis
tungsdefizite auch das tiefe Bildungsniveau zu berücksichtigen war und jeweils ein verminderter Antrieb und eine schwere Verlangsamung im Vorder
grund standen (Urk. 10/54/667, Urk. 10/51/34, Urk. 10/83/65, Urk. 15 S. 3).
Die B._-Gutachter gingen bezüg
lich der geklagten und gezeigten Beschwer
den somit zu Recht von einer ge
wissen Aggra
vation aus, was der psychiatrische B._-Gutachter bei der Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit eingedenk der diagnostizierten psy
chischen Störungen mit Ein
schränkung des Durch
halte
vermögens differenziert berück
sichtigte (Urk. 10/83/55-56).
5.5.2
Vor diesem Hintergrund kann d
em weiteren Vorbringen des
Beschwerdeführer
s, es sei auf das Gutachten der A._ abzustellen und von einer Rest
arbeitsfähigkeit von 50 % im Rahmen von Routinetätigkeiten und unter Berück
sichtigung einer langen Anlernzeit sowie einer Betreuung auszugehen, nicht gefolgt werden. Dies auch deshalb, weil das Gutachten der A._ auf Untersuchungen im März/April 2011 (Urk. 10/51/4) beruht, welche für die hier zu beurteilende Zeit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 7.
De
zember
2016 (Urk. 2) wenig aussagt. Ausserdem enthält dieses Gutachten auch in retrospektiver Hinsicht von der Zeit von April 2006 bis Februar 2011 keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 10/51/18-24). Das Gutachten der A._ bildet damit keine genügende Entscheidgrundlage. Im Übrigen wurden im B._-Gutachten (Urk. 10/83/22) und besonders im psychiatrischen Teil
gutachten (Urk. 10/83/57) in retrospektiver Hinsicht die dort gemachte Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt.
5.5.3
Nach dem Gesagten ist dem B._-Gutachten vom 15. Februar 2016 voller Beweiswert zuzuerkennen.
5.6
Zu beurteilen bleibt im Folgenden die
Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
der B._-Gutachter
anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
im Sinne von Art. 6 ATSG
schliessen lassen
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7).
Dabei
obliegt es den Rechtsanwendern
, mithin hier dem Gericht, i
m Rahmen der Beweiswürdigung zu überprüfen, ob ausschliess
lich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2;
Art.
7
Abs.
2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medi
zinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6
; Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2
).
Wie sich aus den Erwägungen 5.1-5.2 hiervor ergibt, ist diese Prüfung für die Zeit ab August 2007 vorzunehmen, da bis im Juli 2007 noch von somatischen Unfallfolgen mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aus
zugehen war und nachweislich erst ab dann eine psycho
somatische Ursache und solche Überlagerungen die geklagten Beschwerden erheblich dominierten.
6.
6.1
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungs
raster
gemäss BGE 141 V 218
erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Aus
schlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erschei
nung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1).
Dies ist hier trotz der festgestellten Aggravation nicht der Fall. Denn nach inso
fern einheitlicher medizinischer Einschätzung liegt beim
Beschwerdeführer
neben den Anzeichen für eine Aggravation der Beschwerden eine ver
selb
ständige Gesundheitsschädigung vor. Die B._-Gutachter haben die Aus
wir
kungen der verbleibenden Gesundheitsschädigung im Umfang der Aggra
vation bereits korrekt im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2.2 bereinigt, indem sie die Arbeitsfähigkeit - soweit die retrospektive Betrachtung dies anhand der Akten
lage zuliess (Urk. 10/83/57) - unter Berücksichtigung derselben festlegten (Urk. 10/83/20, Urk. 10/83/23).
6.2
6.2.1
Der Prüfungsraster gemäss der präzisierten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141 V 281) beinhaltet die folgenden zu prüfenden Standardindikatoren: Unter die Kategorie
„funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
fällt zunächst der K
omplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
mit der Frage nach der
Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
, nach dem B
ehandlungs- und Eingliederungserfolg oder
der Behand
lungs
resistenz (E. 4.3.1.2)
und mit der Frage nach den
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
. Weiter sind der K
omplex „Per
sönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
und der K
omplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
zu erfassen. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Ver
haltens; E. 4.4)
sind die g
leich
mässige Ein
schränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebens
bereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
6.2.2
Bezüglich des Indikators der Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde
und Symptome
im Sinne der Schwere des Krankheits
geschehens
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1)
führte das Bundesgericht im Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 präzisierend aus, dass eine Diagnose i
n grundsätzlicher Hinsicht
selbst bereits ein Schweregradindikator sein
könne,
soweit darin ein Bezug zum Sc
hweregrad der Erkrankung bestehe;
insbesondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweis
e
.
Fehle
in der Diagnose aber die
se Schweregradbezogenheit, zeige
sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funk
tionellen Auswirkungen
.
Ein Leiden als leicht einzustufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert
sei
und ihm bereits deshalb eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit abzu
sprechen, gehe
daher fehl
(E. 5.2.2). Entscheidend bleibe
letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung
(E. 6)
.
Hier ist von den vom psychiatrischen B._-Gutachter Dr. M._ gestellten Diag
nosen psycho
logische Faktoren bei anderen
orts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) und einer Dysthymia (ICD-10 F34.1; ab Dezember 2015) respektive von August 2007 bis November 2015 intermittierend von einer depressiven Stö
rung im Schwere
grad einer maximal leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) auszugehen. Bei beiden Diagnosen handelt es sich um solche, welche einen Bezug zum Schweregrad aufweisen, wie sich auch aus der Erwägung 5.4.2 hiervor ergibt.
Die Dysthymia und auch eine leichte depressive Episode sind keine schweren psychischen Störungen und werden in der Primärversorgung sowie in der all
gemeinen medizinischen Versorgung häufig gesehen (ICD-10, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 171). Für die Dysthymia gilt bezüglich der diagnostischen ICD-10-Leitlinie, dass es sich dabei um eine chro
nische Verstimmung handelt, bei der sich die Patienten meistens oft monate
lang müde und depressiv fühlen, alles ist für sie eine Anstrengung und nichts wird genossen, sie grübeln und beklagen sich, schlafen schlecht und fühlen sich unzulänglich, sind aber in der Regel fähig mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden (ICD-10, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 183). Dies
weist
an sich schon auf einen tiefen funktionellen Schweregrad der Störung hin.
Die Diagnose psycho
logische Faktoren bei anderen
orts klassifizierten Krank
heiten (ICD-10 F54) sodann ist nach den ICD-10-Leitlinien zu stellen, um psy
chische Einflüsse und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die wahrscheinlich eine wesentliche Rolle in der Manifestation körperlicher Krankheiten spielen. Diese psychischen Störungen sind meist leicht und oft langanhaltend (etwa wie Sor
gen, emotionale Konflikte, Erwartungsangst) und rechtfertigen nicht die Zuord
nung zu einer anderen Kategorie im Kapitel V (F), mithin der psychischen Stö
rungen (ICD-10, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 268). Auch diese Diagnose
weist
auf eine eher leichte psychische Störung hin, bei welcher auch andere, nicht gesundheitsbedingte Faktoren eine Rolle spielen. Die Diagnose einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung wurde - wie hiervor in Erwägung 5.4.2 ausgeführt - von Dr. M._ zudem ausdrücklich mit der Begründung des dafür fehlenden Mindestschweregrad verneint.
Die hier beachtlichen Diagnosen weisen somit auf eine nicht schwere psychi
sche Störung hin. Grundsätzlich können jedoch nur schwere psychische Störun
gen invali
disierend sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.2). Entscheidend aber ist rechtsprechungsgemäss und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen, ob nach den übrigen Standardin
dikatoren dennoch auf einen
funktionelle
n
Schweregrad
der psychischen Stö
rungen zu schliessen ist,
der sich nach deren konkreten funk
tionellen Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die ver
sicherte Person in sozialen, be
ruf
lichen oder anderen wichtigen Funktions
bereichen schmerzbe
dingt beein
trächtigt ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.3).
6.2.3
Bezüglich des Indikators des Behandlungserfolges oder der Behandlungsre
sis
tenz (Verlauf und Ausgang von Therapien; BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) geht aus den Akten für die Zeit ab August 2007 hervor, dass eine psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung der vom Be
schwerdeführer hauptsächlich geklagten Kopfschmerzen mit Schwindel
be
schwerden bei be
stimmten Kopfbewegungen (abrupt oder nach unten halten, Urk. 10/51/32, Urk. 15 S. 2) sowie der depres
siven Symptomatik mit Antriebs
minderung und (teils auch wegen des Schwin
dels) allgemeinen Verlangsamung (Urk. 10/51/32, Urk. 10/83/20) allein in der Zeit von Oktober 2008 bis Februar 2009 erfolgte (Urk. 10/54/603, Urk. 10/51/13), gefolgt von einer stationären psycho
somatischen Behandlung in der N._ vom 27. April bis 23. Mai 2009 (Urk. 10/574-576). Wei
tere psychiatrische oder psychosomatische Behandlungen erfolgten nicht, dies obschon die Ärzte der N._ eine psychia
trisch/psycho
logische Betreuung durch einen Portugiesisch sprechenden Arzt empfahlen. Auch der empfohlene therapeutische Arbeitsversuch (Urk. 10/54/575) wurde - soweit aktenkundig - nicht durchgeführt. Dem Bericht von Dr. G._ vom 26. Januar 2009 ist zu entnehmen, dass insbesondere die psychotherapeutische Behandlung erschwert gewesen sei durch die Sprachbarriere und das geringe Bildungs
niveau. Der Beschwerdeführer habe ein psychosomatisches Krankheits
ver
ständnis nur schwer annehmen können und er habe an einem somatischen Krankheitsmodell festgehalten (Urk. 10/54/603). Auch die Gutachter der A._ erklärten, dass unfallfremde, persönlichkeitsimmanente Faktoren das psychische Beschwerde
bild relevant beeinträchtigen würden, und zwar eine subjektive Krankheits
theorie, die Sprachbarriere, die geringe Schulbildung und die sich schon vor dem Unfall abzeichnende mangelnde Bereitschaft zur Inte
gration in der Schweiz (Saisonnier), mangelnde Krankheitsverarbeitung, Bereit
schaft und Mitarbeit des Beschwerdeführers (Urk. 10/51/24). Die erschwerte Be
handlungs
zugänglichkeit des Beschwerdeführers ist somit nicht gesundheits
bedingt und daher nicht beachtlich.
Angesichts der über die Jahre lediglich kurzen und einmaligen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung hielt Dr. M._ im psychiatrischen B._-Teilgutachten nachvollziehbar fest, dass bei dem vorliegenden Krankheitsbild die bestehenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsmöglich
keiten bei Weitem nicht ausgeschöpft seien (Urk. 10/83/55), wobei es trotz der langen Krankheitsdauer durchaus realistisch erscheine, dass nach zwei bis drei Jahren ambulanter psychiatrischer und vor allem psychotherapeutischer Thera
pie eine Verbesserung des Krankheitsbildes erreicht werden könne, das sich auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (Urk. 10/83/57). Vor diesem Hinter
grund kann trotz des chronifizierten, andauernden Krank
heits
geschehens nicht auf ein definitives Scheitern der Behandlung und einer Behandlungs
resistenz ge
schlossen werden. Aus der erfolglos gebliebenen Be
hand
lung kann für den Schweregrad der Störung somit nichts zugunsten des Beschwerdeführers abge
leitet werden.
6.2.4
Zum Indikator der Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) führte das Bun
desgericht im Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 präzisierend aus, d
as strukturierte Beweisverfahren
stehe
einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Be
rücksichtig
ung der Wechselwirkungen basiere
. Fortan
sei
E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 so zu verstehen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose be
reits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen
sei
.
So werde
beispielsweise eine Dysthymie für sich allein betrachtet keine Invalidität be
wirken. Eine dysthyme Störung
könne
die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall jedoch erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung -
auftrete (E. 8; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29.
Januar 2018
E. 6.2.3).
Dr. M._ hielt im psychiatrischen Teilgutachten vom 28. Dezember 2015 zum Indikator Komorbiditäten fest, die vorliegenden Störungen seien gemeinsam Ausdruck der unbefriedigenden Lebenssituation beziehungsweise der Tatsache, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei - wobei therapeutische Hilfe kaum erfolgte -, seinem Leben nach dem Unfall von 2006 neue Inhalte und eine neue Richtung zu geben, wobei allerdings aber zusätzlich in erheblichem Um
fang Aggravation in Abzug zu bringen sei (Urk. 10/83/55). Dies sagt zur res
sourcenhemmenden (Wechsel-)Wirkung der krankheitswertigen Störungen indes direkt nichts aus. Diesbezüglich ist die ab Mitte Juli 2007 festgestellte depres
sive Symptomatik in der Ausprägung teils einer leichten depressive Episode und teils als
Dysthymie
als
ressourcenhemmender Faktor
beachtlich. Es ist davon auszugehen, dass diese zusammen mit den die Schmerz- und Schwin
delbe
schwerden beeinflussenden psychologischen Faktoren im Sinne der Diag
nose psycho
logische Faktoren bei anderen
orts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54) dem Beschwerdeführer Ressourcen raubt, zumal Dr. M._ die attestierte Ar
beits
unfähigkeit von 20 bis 30 % mit dem eingeschränkten Durchhalte
vermögen begründete und erklärte, dass diese beiden psychischen Störungen in ihrer Gesamtheit das Durchhaltevermögen beeinträchtigen würden (Urk. 10/83/56).
6.2.5
Bezüglich der im
Komplex Persönlichkeit (
BGE 141 V 281
E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale
führte Dr. M._ aus, von der Primärpersönlichkeit her sei der Beschwerdeführer eher zurückhaltend und aggressionsgehemmt, introvertiert, mit schlechtem Zugang zu den eigenen Gefühlen im Sinne einer Alexithymie (Urk. 10/83/56). Gemäss den Ausführungen von Dr. H._ im Gutachten von 16. Dezember 2009 besteht beim Beschwerdeführer eine einfach strukturierte Persönlichkeitsstruktur, dieser verfüge nur über wenig persönliche Ressourcen. Er sei ein Leben lang gewohnt gewesen mit Stein und unter hoher körperlicher Belastung zu arbeiten (Urk. 10/54/249). Es fänden sich deutliche Zeichen
für eine Selbstwertproblematik, Aggressionshemmung, Konfliktver
meidung, Dyle
xiethymie (gemeint wohl: Alexithymie oder Dyslexie), was patho
gnomisch sei für Persönlichkeiten, die zu psychosomatischen Reaktions
bildun
gen neigen würden (Urk. 10/54/248). Aus dem psychiatrischen Teil
gutachten von Dr. I._ vom 15. Februar 2012 geht hervor, von Jugend an sei der Alltag des Beschwerdeführers geprägt gewesen von übersichtlichen gewohn
heits
mässigen bis fast ritualisierten Abläufen. In vertrauten Situationen könne er sich weitge
hend unauffällig verhalten. Die ängstliche Grundstruktur als Resultat fehlender Erfahrung, eventuell auch eingeschränkter intellektueller Fähigkeiten würden die Anpassung enorm erschweren (Urk. 10/54/168).
Diese beim Beschwerdeführer festgestellten Persönlichkeitsaspekte lassen auf eine Einschränkung der Ressourcen im Umgang mit den unfall- respektive krankheitsbedingten Veränderungen und auf eine gewisse persönlichkeits
bedingte Einschränkung der Antriebs-, Reaktions- und Anpassungsfähigkeit schliessen, wenn auch eine eigentliche Persönlichkeitsstörung beim Be
schwerdeführer nicht vorliegt. Da der Beschwerdeführer trotz der beschriebenen Persönlichkeitszüge bis zum Unfall vom 7. April 2006 jeweils als Saisonnier für mehrere Monate in die Schweiz kam, mithin getrennt von seinem gewohnten Umfeld in der Heimat und von seiner Ehefrau in einem fremden Land lebte und hier zurecht kam, ist jedoch nicht von schwerwiegenden in der Persönlichkeit ange
legten Belastungen auszugehen, welche die funktionellen Folgen der Gesund
heitsschädigung und namentlich das Leistungsvermögen in den in Frage kommenden Hilfstätigkeiten erheblich negativ zu beeinflussen vermöchten.
6.2.6
D
er soziale Lebenskontext (
BGE 141 V 281
E. 4.3.3
)
mit Einbettung in die Fami
lie enthält sodann
be
stätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen aus
wirkende Faktoren
. Der Beschwerdeführer wurde von Anfang an nach dem Unfall erheblich von seiner in der Schweiz lebenden Tochter und dem Schwie
ger
sohn, zeitweise von der Schwiegertochter und seinem Sohn, im alltäglichen Leben unterstützt und er hat guten Kontakt zu seinen beiden in der Schweiz lebenden Söhnen, die ihn besuchen (Urk. 10/54/243, Urk. 10/54/159, Urk. 10/54/83). Ein- bis zweimal pro Jahr seit Dezember 2006 (aktenkundig bis April 2013; Urk. 10/51/10, Urk. 10/54/781, Urk. 10/54/696, Urk. 10/54/564, Urk. 10/54/264, Urk. 10/54/233, Urk. 10/54/220, Urk. 10/54/200, Urk. 10/54/186, Urk. 10/54/173, Urk. 10/54/96, Urk. 10/54/79, Urk. 10/54/55) besuchte er seine Ehefrau in Portugal, die sich dort um ihn kümmerte (Urk. 10/54/159, Urk. 10/83/50). Allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen, wie etwa die örtliche Trennung von der Ehefrau, sind dabei rechtsprechungsgemäss auszuklammern.
6.2.7
Es zeigt sich somit, dass der funktionelle Schweregrad leicht eingeschränkt ist durch die ressourcenhemmende Wechselwirkung der Komorbidität und die Per
sönlichkeitsaspekte, wobei der soziale Lebenskontext andererseits als eine die Leistungsfähigkeit begünstigende Ressource in Gewicht fällt.
6.3
6.3.1
Beweisrechtlich entscheidend ist
hier schliesslich auch
der Aspekt
der Kon
sis
tenz mit den verhaltensbezogenen Kategorien
(BGE 141 V 281
E. 4.4)
im Sinne einer Konsistenzprüfung der Folgenabschätzung aus dem festge
stellten funktio
nellen Schweregrad der psychischen Störungen (BGE 141 281 E. 4.3).
6.3.2
In Bezug auf den Indikator einer
gleichmässigen Einschränkung des
Akti
vitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebens
berei
chen
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) ist den Akten das folgende zu entnehmen:
Im Bericht der L._ vom 21. Februar 2008 wurde zum damaligen Tagesablauf festgehalten, der
Beschwerdeführer
habe dazu angegeben, dass er oft spazieren gehe und viel Zeit im nahen Einkaufszentrum verbringe, dort aber nicht die Einkäufe für seine Familie tätige. Dies erledige seine Tochter. Im Haushalt helfe er kaum. Vom Staubsaugen bekomme er Kopfschmerzen. Einzig den Müll trage er hinunter. Er schlafe viel, gehe zirka um neun Uhr ins Bett und schlafe dann bis um sieben Uhr. Nach dem Frühstück lege er sich nochmals hin (Urk. 10/54/665).
Gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. H._ vom 16. Dezember 2009 gab der
Beschwerdeführer
bei der Exploration an, n
ach dem Unfall habe er bei der Tochter und beim Schwiegersohn gelebt, die Tochter habe gut gesorgt. Da seine Tochter im Dezember 2009 nach Portugal zurückgehen werde, habe er und ein Kollege eine Firmenwohnung bekommen.
Er erwache morgens meistens zwischen sieben und acht Uhr. Das Ankleiden sei umständlich. Je nach Schwin
delgefühl müsse er sich wieder auf die Bettkante setzen. Tagsüber verbringe er die meiste Zeit in der Wohnung. Manchmal mache er kleine Spaziergänge. Er sitze auch oft auf dem Balkon und schaue ab und zu fern, aber ohne Interesse. Er sei am Tagesgeschehen interessiert, schaue aber nicht täglich fern. Meistens würde die Ehefrau aus Portugal anrufen, wenn sich etwas Besonderes ereignet habe. Dann schaue er die Nachrichten. Er habe schon vor dem Unfallereignis wenig fern geschaut. Ab und zu Zeitungslektüre sei bejaht worden, manchmal kaufe er sich am Sonntag eine Wochenendausgabe einer portugiesischen Zei
tung, könne aber nur eine halbe Stunde lesen, dann würden sich die Schmerzen verstärken. Er bereite sich selten eine Mahlzeit zu. Mittags esse er im benach
barten Migros Restaurant. Am Abend esse er beim Schwieger
sohn. Den Tag ver
bringe er alleine, die Freunde seien am Arbeiten. Er verrichte wohl etwas Haus
haltarbeiten, werde dabei aber vom Schwiegersohn unterstützt. Zwischen 21 und 22 Uhr gehe er zu Bett (Urk. 10/54/243-244).
Aus dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. I._ vom 15. Februar 2012 geht ferner zum damaligen
Aktivitäts
niveaus
hervor, der
Beschwerdeführer
habe angegeben, er lebe alleine in einer Wohnung, kaufe kaum für den Haus
halt ein, er koche nicht, sondern kaufe ein Sandwich am Mittag und esse am Abend meist beim Sohn, hin und wieder auch bei Kollegen. Die Reinigung der Wohnung werde von der Schwiegertochter durchgeführt, ebenso das Waschen und Bügeln, diese wäre auch beleidigt, wenn sie dies nicht machen dürfe. Es müsse so sein. Er stehe etwa um 7 Uhr auf, trinke Kaffee, mache am Vormittag meist einen Spaziergang von zirka einer Stunde in der Nähe der Wohnung, kau
fe sich etwas zu Essen zum Mittag, eventuell mache er am Nachmittag noch
mals einen Spaziergang, lieber sitze er aber zu Hause. Er treffe nach Feierabend auch mal Kollegen oder gehe zum Sohn essen. Er sei meist früh zuhause und gehe gegen 21 Uhr ins Bett. Treffen mit Familienmitgliedern fänden nur noch in kleinem Rahmen statt, wenn er mit anwesend sei. Durch den Lärm würden Kopfschmerzen ausgelöst, die sich nach etwa einer halben Stunde wieder bes
sern würden, wenn er sich dem Lärm entziehe. Fernsehen könne er nur, wenn dieser sehr leise gestellt sei (Urk. 10/54/159-160).
Gemäss dem psychiatrischen B._-Teilgutachten hat der
Beschwerdeführer
gegenüber Dr. M._ anlässlich der Begutachtung vom 15.
Dezember
2015 sodann angegeben, er wohne nahezu ausschliesslich in der Wohnung der Toch
ter. Er habe zwar eine eigene Wohnung in O._, dort hole er aber nur einmal in der Woche die Post ab. Er stehe morgens um 8 Uhr auf, verrichte sei
ne Körperhygiene und kleide sich an. Tagsüber halte er sich überwiegend in der Wohnung der Tochter auf, schaue ab und zu fern - wobei der Fernseher den ganzen Tag laufe, die Tochter schalte ihn immer ein, da er schlecht Deutsch ver
stehe, schaue er nur selten hin -, am Wochenende höre er ein portugiesisches Programm im Radio, lesen würde er wenig, da er die deutsche Sprache nicht verstehe, manchmal schaue er die Bilder in einer Gratiszeitung an. Am Nach
mittag mache er einen Spaziergang mit der Tochter. Die gesamte Hausarbeit inklusive seiner Wäsche erledige die Tochter. Auto fahre er nicht mehr, er benütze öffentliche Verkehrsmittel. In grösseren Abständen, zuletzt vor ein bis zwei Jahren, besuche er seine Ehefrau in Portugal. Die Kinder würden ihn zum Flughafen bringen und er werde vom Flughafen abgeholt (Urk. 10/83/50). Vor dem Unfall sei er ein fröhlicher Mensch gewesen, habe immer gerne und viel gearbeitet, sei auch mit Kollegen unterwegs gewesen, zum Beispiel habe er am Samstag immer einen Klub aufgesucht und dort Karten gespielt. Dies sei seit dem Unfall nicht mehr der Fall, da er lärmempfindlicher sei (Urk. 10/83/51). Zum Indikator einer
gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäts
niveaus in allen ver
gleich
baren Lebens
berei
chen
führte Dr. M._ aus, der
Beschwerdeführer
sehe sich zu keinerlei Tätigkeit in der Lage. Dies sei erheblich diskrepant zum Aktivitätsniveau in den Bereichen Freizeit und Haushalt (Urk. 10/83/56).
Dieser Schlussfolgerung von Dr. M._ ist zuzustimmen. Zwar erfolgten bezüg
lich der Freizeitgestaltung gewisse Einschränkungen, so bezüglich dem Kar
tenspielen mit Freunden, und grösseren Familientreffen. Ansonsten wurde das Privatleben im Vergleich zu jenem vor dem Unfall im Jahr 2006 nicht erheblich eingeschränkt. Ein sozialer Rückzug erfolgte in sehr moderatem Umfang. Tref
fen mit Kollegen und Familienangehörigen fanden nach dem Un
fall noch statt, ebenso der Aufenthalt im Einkaufszentrum, im Restaurant, regelmässige Spa
ziergänge und ein regelmässiger Austausch und Beisammen
sein im Kreise der engeren Familie. Auch die zweimal jährlichen Besuche seiner Ehefrau in Portugal wurden nicht aufgegeben und mindestens bis im Jahr 2013 nicht redu
ziert. Im Verhältnis zur geltend gemachten 100%igen Arbeitsun
fähigkeit erfolg
te somit keine gleich ausgeprägte Einschränkung.
6.3.3
Schliesslich lässt sich aus der Inanspruchnahme von therapeutischen Op
tionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2) beim
Beschwerdeführer
angesichts der - wie hiervor ausgeführt (E. 6.2.3) - nicht ausgeschöpften Behandlungsoptionen nicht auf einen besonderen Leidensdruck schliessen.
6.4
Die Indikatorenprüfung ergibt, dass der festgestellte insgesamt lediglich leichte funktio
nelle Schweregrad der Gesundheitsbeeinträchtigung der Kon
sistenz
prüfung nicht standhält, so dass aufgrund der psychischen Störungen keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ab August 2007 anzunehmen ist.
7.
7.1
Zusammenfassend ergibt sich, dass in der Zeit vom 7. April 2006 bis Juli 2007 aufgrund der somatischen Unfallfolgen von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen ist (vgl. E. 5.1 hiervor) und ab August 2007 eine erhebliche Dominanz der psychischen Überlagerung der Beschwerden vor
lag, deren medi
zinisch fest
gestellte funktionelle Aus
wirkung anhand der Stan
dard
indikatoren indes nicht schlüssig und widerspruchsfrei nachgewiesen ist. Der Beschwerde
führer als beweisbelastete Partei trägt dafür die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
Sämtliche
übrigen
Vorbringen des
Beschwerdeführers
führen zu keinem anderen Ergebnis. Das gilt insbesondere auch, soweit weitere medizinische Abklärungen verlangt werden
(Urk. 1 S. 10)
. Der rechtsrelevante Sachverhalt
im hier rele
vanten Zeitraum
ist genügend abgeklärt
. Von z
usätzliche
n
Beweismassnahmen
sind keine zu
sätzlichen
entscheidrelevanten Erkenntnisse darüber zu erwarten, weshalb da
von abzu
sehen ist
(anti
zipierte Beweis
würdigung; vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d)
.
7.2
Von der somatisch bedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ist ohne Weiteres auf eine 100%ige Erwerbseinbusse respektive einen Invali
ditätsgrad von 100 % mit einem Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG) zu schliessen (sogenannter Prozentvergleich; vgl.
Urteil
e
des Bundesge
richts
9C_882/2010 vom 2
5.
Januar 2011 E. 7.1
und
I
315/02
vom 9.
Dezember 2003
E.
4.2
). Der Rentenanspruch beginnt nach Ablauf des Wartejahres
(
Art.
29
Abs.
1 lit. b IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
am 1. April 2007 (Art. 29 Abs. 2 IVG
in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung)
. Er dauert in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV bis und mit Oktober 2007.
Es ist somit festzustellen, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine von April bis Oktober 2007 befristete ganze Rente hat. Die angefochtene Ver
fügung vom 7. Dezember 2016 (Urk. 2) ist in teilweiser Gutheissung der Be
schwerde aufzuheben. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
8.1
Streitgegenstand des Verfahrens bildet die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 1'000.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind sie den Parteien je zur Hälfte
auf
zu
erlegen, da der Verfahrensaufwand allein bezüglich des obsiegenden Be
treffs ent
sprechend geringer ausgefallen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2010 E. 4).
8.2
8.2.1
De
m
u
nentgeltlichen Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers,
Rechtsanwalt Daniel Vonesch, Luzern,
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g
ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen sowie unter
Berücksichtigung der Honorarnote vom
27. Juni 2017 (Urk. 25
) fest
zusetzen ist
.
In der Honorarnote ist ein Aufwand von insgesamt
34,08
Stunden
à Fr. 220.-- zuzüglich Barauslagen in der Höhe
von Fr.
142.35
und der Mehr
wertsteuer von 8 % von Fr. 611.20
mit einem Gesamt
betrag von Fr.
8'251.15 auf
geführt (Urk. 25 S. 2
).
Dieser Betrag ist unter Berücksichtigung der massgeblichen, hier
vor genannten Kriterien bei Weitem zu hoch und im Folgenden wie folgt zu kürzen:
Für das Abfassen der 11-seitigen Beschwerde
schrift
ist ein Zeitauf
wand von insgesamt 15,08 Stunden eingesetzt (Aufwand vom 17. bis 23. Januar 2017), was der Sache nicht angemessen ist. Der Aktenumfang ist zwar erheblich, die Akten waren aber bereits aus dem Ver
waltungs
verfahren bekannt, weshalb für das Aktenstudium unter Berücksichtigung des Instruktions
gesprächs mit dem Klienten ein Aufwand von 5 Stunden einzu
setzen ist. Der Aufwand für das Abfassen der 11-seitigen Beschwerdeschrift ist auf angemessene 4 Stunden zu kürzen, da hier abgesehen vom grossen Aktenumfang (ab der Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2006) keine der
artige Be
sonderheit in der Schwierigkeit des Prozesses und der Bedeutung der Streitsache aus
zu
machen ist. Insgesamt wird damit ein Zeitaufwand von 9 Stunden à Fr. 220.-- berücksichtigt.
Für die Zeit vom 3. Februar bis 12. April 2017 wurde ein Aufwand von insge
samt 4,99 Stunden geltend gemacht. In dieser Zeit wurden die Unterlagen zur Substantiierung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege eingereicht (Urk. 6-8) sowie die Substantiierung der Bedürftigkeit ergänzt (Urk. 14 S. 1) und mit derselben Eingabe ein Arztbericht eingereicht sowie dazu Ausführungen gemacht (Urk. 14 S. 2 f, Urk. 15). Ausserdem wurden zwei Verfügungen zur Kenntnisnahme (Urk. 4, Urk. 11) entgegengenommen, wobei mit der zweiten Verfügung zur weiteren Substantiierung der Bedürftig
keit aufgefordert wurde. Der Aufwand für diese Tätigkeiten ist auf angemessene 4 Stunden zu kürzen.
Für die 4-seitige Replik vom 26. Juni 2017 wurden inklusive der Kenntnis
nahme der Verfügung vom 18. April 2017, mit der die Replikfrist angesetzt und die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde (Urk. 16) und inklusive zweier Fristerstreckungsgesuche (Urk. 18-19) ein Aufwand von 13,49 Stunden geltend gemacht (18. April bis 26. Juni 2017), was diesen bei Weitem nicht angemessen ist, zumal die Beschwerdeantwort sich auf zwei Zeilen beschränkte (Urk. 9) und die zu Recht kurz gehaltene Replik dennoch weitgehend Wiederholungen ent
hält. Des Weiteren wird ein Aufwand für das Weiterleiten der Verfügung vom 28. Juni 2017 (Urk. 21) am 4. Juli 2017 und für einen Brief an das Gericht am 26. Juli 2017 (Einreichen der Honorarnote, Urk. 24) mit je 15 Minuten (0,25 h) geltend gemacht. In dieser Zeit wurden zwei Verfügungen und das Schreiben der Beschwerdegegnerin mit dem Verzicht auf eine Duplik zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 21-23). Dieser geltend gemachte Aufwand für die Zeit vom 18. April bis 26. Juli 2017 ist insgesamt auf 3,5 Stunden zu kürzen.
Sodann sind die Bar
aus
lagen von Fr.
142.35 ungewöhnlich hoch und daher auf Fr. 100.-- zu kürzen, zumal die Akten jeweils kostenlos in Kopie von der IV-Stelle bezogen werden können und die Anzahl Eingaben ans Gericht im üblichen Rahmen lagen.
Die
Prozessent
sch
ädi
gung ist dementspre
chend auf Fr. 4'028.40
(
[16,5 h x Fr. 220.--] + Fr. 100.-- + Fr. 298.40 [8 % auf Fr. 3730.--];
inkl. Bar
ausla
gen und Mehrwert
steuer von 8 %) festzu
setzen.
8.2.2
Da der
Beschwerdeführer
ausgangsgemäss nur teilweise und nur in geringem Umfang obsiegt, hat die
Beschwerdegegnerin
an den
u
nentgeltlichen Rechts
vertreter
des Beschwerdeführers
lediglich eine dem diesbezüglichen Aufwand angemessene, reduzierte Prozessentschädigung im Betrag von Fr. 2'000.-- zu ent
richten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_471/2007 vom 1. Februar 2008 E. 3.2). Denn der Aufwand für die Beschwerdeerhebung und die übrigen Ver
fahrenseingaben allein zur Begründung einer ganzen Rente aufgrund der an
fänglichen, aus somatischen Gründen gegebenen 100%igen Arbeitsun
fähigkeit wäre entsprechend geringer ausgefallen.
Im Übrigen, das heisst im Betrag von Fr. 2'028.40, ist der
u
nentgeltliche Rechts
vertreter
des Beschwerdeführers
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
8.3
Bezüglich des Antrages des Beschwerdeführers, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege auch im vorausgegangenen Verwaltungsverfahren zu gewähren, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Denn der angefochtene Entscheid (Urk. 2) nimmt dazu nicht Stellung und bildet hierzu keinen An
fechtungs
gegenstand.