# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1aa0ce8a-9acd-5f3e-b894-e4ad3d74bca5
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ und B._ heirateten im Jahr 1996. Aus der Ehe gingen die Kinder C._, geb. im Jahr 1996, und D._, geb. im Jahr 1998, hervor. Mit Urteil des I. Zivilappellationshofs des Kantonsgerichts vom 16. Oktober 2012 wurde das Urteil des Zivilgerichts des Seebezirks vom 4. Juli 2011 neu wie folgt festgehalten:
1. Die zwischen A._ und B._ im Jahr 1996 in E._ geschlossene Ehe wird durch Scheidung aufgelöst.
2. Die elterliche Sorge über die gemeinsamen Kinder, C._, geboren im Jahr 1996, und D._, geboren im Jahr 1998, wird B._ übertragen.
3. [...]
4. A._ wird verpflichtet, B._ an den Unterhalt von C._ und D._ einen monatlichen Betrag von je Fr. 1‘030.- zu bezahlen. Allfällige Kinderzulagen sind zusätzlich geschuldet. Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten. A._ wird verpflichtet, sich hälftig an den ausserordentlichen Kosten der Kinder zu beteiligen.
[...]
8. A._ wird verpflichtet, B._ an ihren eigenen Unterhalt einen Betrag von Fr. 750.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 30. Juni 2014 zu bezahlen. Dieser Unterhaltsbeitrag ist jeweils am Ersten eines jeden Monats zur Zahlung fällig und trägt ab Fälligkeit einen Zins von 5%.
[...]
Die dagegen erhobene Beschwerde in Zivilsachen wurde mit Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2013 abgewiesen.
Am 10. Juli 2014 stellte A._ einen Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge (act. 1). Mit gleicher Eingabe beantragte er zudem sinngemäss eine Abänderung der mit Entscheid vom 16. Oktober 2012 zugunsten der Kinder gesprochenen Unterhaltsbeiträge. Am 10. Dezember 2014 reichte A._ eine Klage um Abänderung des Scheidungsurteils vom 16. Oktober 2012 mit den folgenden Anträgen ein (act. 11):
1. Die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, sei unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien zu stellen.
2. Die vom Kläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge seien gerichtlich aufzuheben.
3. Eventualiter seien die vom Kläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge bis auf weiteres zu erlassen.
4. Subeventualiter seien die vom Kläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge nach gerichtlichem Ermessen herabzusetzen.
B. Am 8. Juli 2015 erliess das Gericht des Seebezirks den nachfolgenden Entscheid (act. 32):
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 10
2. Das Kind D._, geboren am im Jahr 1998, wird unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt.
3. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
4. Die Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteientschädigung) werden A._ auferlegt. Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten (Entscheidgebühr inkl. Auslagen) werden auf CHF 1‘200.- festgesetzt.
5. A._ wird verpflichtet, B._ eine pauschale Parteientschädigung von CHF 4‘000.-, zuzüglich Mehrwertsteuer von 8%, total CHF 4‘320.-, zu bezahlen.
C. Gegen den Entscheid des Gerichts des Seebezirks erhob A._ mit Eingabe vom 1. September 2015 Berufung und stellte die folgenden Anträge:
1. Es sei festzustellen, dass Ziffer 2 des Entscheides des Gerichtspräsidenten des Seebezirks vom 8. Juli 2015 (15 2014 34) in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Die vom Kläger/Berufungskläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge seien in Abänderung von Ziffer 3 des Entscheides vom 8. Juli 2015 rückwirkend auf den 1. August 2014 aufzuheben.
3. Eventualtier seien die vom Kläger/Berufungskläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge in Abänderung von Ziffer 3 des Entscheides vom 8. Juli 2015 rückwirkend ab dem 1. August 2014 bis auf weiteres zu erlassen.
4. Subeventualiter seien die vom Kläger/Berufungskläger für die gemeinsame Tochter D._, geb. im Jahr 1998, geschuldeten Unterhaltsbeiträge in Abänderung von Ziffer 3 des Entscheides vom 8. Juli 2015 rückwirkend ab dem 1. August 2014 auf CHF 225.- herabzusetzen.
5. Die dem Staat Freiburg geschuldeten Gerichtskosten von CHF 1‘200.- (Entscheidgebühr inkl. Auslagen) sowie die übrigen Parteikosten seien in Abänderung von Ziffer 4 und 5 des Entscheides vom 8. Juli 2015 der Beklagten/Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
6. Eventualiter seien die dem Staat Freiburg geschuldeten Gerichtskosten von CHF 1‘200.- (Entscheidgebühr inkl. Auslagen) in Abänderung von Ziffer 4 des Entscheides vom 8. Juli 2015 den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die übrigen Parteikosten seien in Abänderung von Ziffer 5 des Entscheides vom 8. Juli 2015 von beiden Parteien je selbst zu tragen.
Ihre Stellungnahme dazu reichte B._ am 12. November 2015 ein und schloss mit Ausnahme von Ziff. 1 der Berufung auf deren Abweisung.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10‘000.- beträgt. Bei der Prüfung der Zulässigkeit einer Berufung verweist Art. 308 Abs. 2 ZPO auf die «zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren». Dies bedingt, dass allen in erster Instanz erfolgten Änderungen der Rechtsbegehren, gegen oben oder gegen unten, Rechnung zu tragen ist, ohne Art. 227 Abs. 3 ZPO per analogiam anzuwenden und ohne sich auf die Bedeutung der Berufung für den Berufungskläger abzustützen. Entscheidend ist deshalb der im Zeitpunkt der Fällung des
Kantonsgericht KG Seite 4 von 10
erstinstanzlichen Urteils noch strittige Betrag. Lauten die Parteianträge auf Zahlung eines Unterhaltsbeitrages, so ist für die Bestimmung des Streitwerts die Differenz zwischen den von beiden Parteien beantragten Beträgen massgebend (Entscheid KGer/FR 101 2012 142 vom 19. März 2013 E. 1b). Als Wert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO). Bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Leistung (Art. 92 Abs. 2 ZPO).
Im Hauptbegehren beantragt der Berufungskläger, der monatliche Unterhaltsbeitrag von CHF 1‘030.- zugunsten seiner Tochter, D._, sei rückwirkend auf den 1. August 2014 aufzuheben. Die Berufungsbeklagte schliesst auf Abweisung der Berufung und damit auf Bestätigung des Unterhaltsbeitrags. D._ befindet sich im zweiten Lehrjahr der vierjährigen Lehre zur Hochbauzeichnerin (act. 19, S. 4), womit sie diese voraussichtlich im Juli 2018 abschliessen wird. Die Differenz der von den Parteien beantragten Beträge erreicht damit die Streitwertgrenze von CHF 10‘000.- längstens. Im Übrigen ist auch der Streitwert nach Art. 51 und 74 BGG erreicht, sodass gegen das vorliegende Urteil die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen steht.