# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53f27d3e-db7e-4882-a698-29a8d0191cbf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der bulgarische Staatsangehörige
X._
, geboren 1971, reiste im Jahr 2013 in die Schweiz ein (
Urk.
6/2/1).
Zuletzt
war er vom
23. Mai bis 29. Juli 2017 beim Personalvermittlungsunternehmen
Y._
AG
angestellt
und wurde bei der
Z._
AG als Lastwagenchauffeur eingesetzt (Urk.
6
/1
/4
, Urk.
6/1/8
,
Urk.
6/29
).
Am 2. Juni 2017
verletzte er sich
mit einer Eisenstange
am
rechte
n
Knie
und zog sich eine
Rissquetschwunde
präpatel
lär
sowie eine laterale
Patellafraktur
zu
(Urk. 6/1/4, Urk. 6/1/46
,
Urk.
6/63/5
)
. Am selben Knie kam es später zu einer Schleim
beutelent
zündung
u
nd
einer Wundin
fektion (
Urk. 6/1/35,
Urk. 6/1/46
).
Am 2
3.
November 2017 (Eingangs
datum) mel
dete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leitungsbezug an (
Urk.
6/2/7,
Urk.
6/5/1).
Die IV-Stelle zog die Suva-Akten bei (
Urk.
6/1
,
Urk.
6/16
,
Urk.
6/48
) und tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher Hinsicht (
Urk.
6/9-
10)
.
Sie holte
sodann
die Berichte von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, speziell Unfallchirurgie,
Zentrum für Unfallchirurgie
Klinik
B._
,
zur Behandlung des Versicherten vom 2
2.
Januar
bis
4.
Oktober
2018 (Urk. 6/26,
Urk. 6/34,
Urk. 6/51)
und
den Bericht der behandeln
den Psy
chiaterin des Ver
sicherten
,
Dr. med.
C._
, vom 22. Septem
ber 2018
ein (
Urk.
6/40
)
.
Am 3
0.
April
2019 teilte s
ie dem Ver
sicherten mit, dass eine
Be
gutacht
ung d
urch Prof.
Dr.
med.
D._
, FMH Neuro
logie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
E._
,
FMH Ortho
pä
dische Chirurgie & Traumatol
o
gie des
Bewegungs
apparates,
not
wendig sei (
Urk.
6/54). Die Untersuchungen fanden am
9.
Juli 2019 statt (
Urk.
6/56).
Prof. Dr.
D._
und Dr.
E._
erstatte
te
n ihr
orthopädisch-psychia
trisches
Gutach
ten am 2
5.
Juli 2019 (
Urk.
6/63).
Mit Vorbescheid vom 19. November 2019 stellte
die IV-Stelle
dem Versicherten
sodann
die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk.
6/66
), wo
gegen
dieser
am
6
.
Januar
20
20 Einwand
erhob
(Urk. 6/74
).
N
ach
der Prüfung
des Einwandes
wies die IV-Stelle
das
Leistungs
begehren von
X._
mit Verfügung vom 24. März 2020 wie vor
be
schieden ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 19. Mai 2020 Beschwerde und beantragte, in Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2020 sei ihm mit Wirkung ab
1.
Juni 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Sachverhaltsabklärung an die Vor
instanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
In verfahrensrechtlicher Hin
sicht bean
tragte er, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtanwältin Ursula
Sintzel
, Zürich, eine unentgeltliche Rechts
vertreterin zu bestellen sei (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom 2. Juli
2020 beantragte die Beschwerdegegnerin
Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5
, unter Beilage der
IV-Akten, Urk. 6
/1-
84), was dem Beschwerdeführer am 7
. Juli 2020 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
1
.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosig
keit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
1.5.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
2.2
In der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2020 führte die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen aus, der orthopädische Gutachter Dr.
E._
habe fest
gestellt, dass der Beschwerdeführer in seiner letzten Tätigkeit als LKW-Fahrer sei
t
dem Unfallereignis (vom 2. Juni 2017) bis zur letztmaligen postoperativen Vor
stellung bei Dr.
A._
am 4. Oktober 2018 nicht mehr arbeitsfähig gewesen sei. In einer kniegelenksangepassten Tätigkeit sei seit dem Unfall von einer quantitativ uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der psychiatrische Gutachter Prof. Dr.
D._
habe seine gutachterliche Beurteilung
(wonach der Beschwer
de
führer aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei, vgl. Urk. 6/63/16) ausführlich und aus versicherungsmedizinischer Sicht plausibel begründet. Die gutachterliche Beurteilung sei aus medizinischer Sicht nachvoll
ziehbar, weshalb darauf abzustellen sei. Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 5 %. Weil der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen vorbringen, dass das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof. Dr.
D._
und Dr.
E._
vom 25. Juli 2019 nicht brauchbar sei (Urk. 1 S. 3). Dr.
E._
habe ausgeführt, dass er eine passive Untersuchung des (rechten) Kniegelenks verweigert habe, und deshalb auf eine fehlende Funktionseinschränkung sowie eine volle Arbeitsfähigkeit ge
schlos
sen. Mit anderen Worten habe der Gutachter seinen Schluss gezogen, ohne eine fundierte Untersuchung des verletzten Gelenks vorgenommen zu haben (Urk. 1 S. 3). Aufgrund der zahlreichen Hinweise in den Akten, die auf eine Psy
chopathologie hinweisen würden, stelle sich zwingend die Frage, inwiefern seine ablehnende Haltung gegenüber den Untersuchungshandlungen mit einem psy
chischen Leiden erklärt werden müsse (Urk. 1 S. 3-4). Dieser Frage sei der psy
chiatrische Gutachter Prof. Dr.
D._
zu Unrecht nicht nachgegangen. Der
Konsi
liarpsychiater
der Suva habe am 9. Dezember 2017 festgehalten, dass eine schwere dissoziative Störung vorliegen würde. Dieser Beurteilung habe sich die Klinik für Psychiatrie des
F._
am 19. Dezember
2017 angeschlossen. Prof. Dr.
D._
habe in seinem Gutachten nur ausgeführt, dass diese Diagnose kritisch zu hinterfragen sei, weil er eine Rentenbegehrlichkeit angenommen habe.
Unter diesen Umständen könne ihm eine Verletzung der Mitwirkungspflicht (noch
)
nicht vorgeworfen werden. Vielmehr müsse die Verweigerung der Unter
su
chungs
massnahme als ent
schuld
bar bezeichnet werden. Im grossen Wider
spruch zu Dr.
E._
stehe jedenfalls die Beurteilung von Dr.
A._
, der das ver
letzte Knie im Rahmen einer Arthroskopie habe beurteilen können. Seine Dia
gnose einer schwe
ren
Arthrofibrose
- eine Bewegungseinschränkung durch über
mässige Narben
bildung - könne die Bewegungseinschränkung somatisch erklä
ren. Der Suva-Kreisarzt habe sodann am 13. November 2017 gar einen Befund festgestellt, der zu einer Ankylose - einer vollständigen Gelenksteife - passen würde. Mit diesen anders
lautenden Einschätzungen habe sich Dr.
E._
zu Unrecht nicht aus
einan
dergesetzt. Er habe vielmehr vorschnell - insbesondere ohne vertiefte Ab
klärung eines psychischen Unvermögens, aber auch ohne vorherige An
dro
hung der Folgen einer Mitwirkungsverletzung - festgestellt, dass er keine valide Aussage habe treffen können, ob eine Ankylose vorliege oder nicht. Dennoch, aber zu Unrecht, ziehe er den Schluss, dass keine Arbeitsun
fähig
keit bestehe (Urk. 1 S. 4). Und selbst wenn mit dem Gutachter davon aus
zu
gehen wäre, dass er sich bewusst/bewusstseinsnah den Untersuchungshandlungen ver
weigert habe - was bestritten werde -
,
hätte er zuerst in Anwendung von Art. 43 Abs. 3 ATSG schriftlich auf die Folgen seines verweigernden Verhaltens auf
merksam gemacht werden müs
sen, unter Gewährung einer angemessenen
Bedenkfrist
und unter Androhung der Rechtsfolgen. Erst danach wäre es zulässig gewesen, den Schluss von Dr.
E._
zu ziehen, nämlich, dass keine relevante Diagnose und keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegen würde (Urk. 1 S. 5).
Was sodann die psychische Komponente des Schmerzgeschehens, aber auch der Bewegungseinschränkung betreffe, so gebe das Gutachten von Prof. Dr.
D._
darauf keine befriedigenden Antworten (Urk. 1 S. 5). Sein Alltag sei klar schmerz
dominiert, er verhalte sich den ganzen Tag - und hier seien die Angaben des Gutachters offensichtlich falsch - absolut passiv und habe keinerlei Auf
gaben- oder Betätigungsfelder mehr. Auch lebe er sozial so zurückgezogen, wie über
haupt möglich. Mit Ausnahme zu seinem Wohnungspartner habe
es
zu keiner Menschenseele Kontakt. Der Kontakt zu seiner Familie sei seit über 20 Jahren
unterbrochen. Unterstützung von dieser Seite gebe es mithin nicht. Eine Be
zie
hung von mehr als einen Monat zu einer Frau habe er nie gehabt, was Fragen zu seiner Beziehungsfähigkeit aufwerfe, zumal er überdies als absolut emotions- und regungslos beschrieben worden sei. Anderseits habe er gegenüber einem be
han
delnden Arzt ein äusserst aggressives Verhalten gezeigt. Inwiefern sodann die Beschwerden nicht auch wegen psychosozialer Belastungsfaktoren auftreten würden respektive (von diesen) beeinflusst würden, könne Prof. Dr.
D._
ebenfalls nicht überzeugend begründen. Unter diesen Umständen sei nicht nach
vollziehbar, weshalb Prof. Dr.
D._
von minimer psychischer Auf
fällig
keit und von einer guten
Res
sourcenlage gesprochen habe
. Dies müsse vielmehr als akten
widrig und falsch bezeichnet werden. Alsdann ergebe sich aus der Beur
teilung von Dr.
G._
vom 6.
(richtig: 9.)
Dezember 2017, dass Prof. Dr.
D._
seine Familien- und Sozialanamnese stark unvollständig erfasst und wesentliche bio
graphische Einflüsse ausgeblendet habe. So habe Prof. Dr.
D._
nicht er
kannt, dass es sich bei ihm um einen stark kriegstrauma
tisierten Mann handle, der nach Deutschland geflüchtet sei, wo er Asyl bekom
men habe. Die Trauma
tisierungen hätten sehr wohl in einem Alter stattgefunden, als seine Persönlich
keitsentwicklung noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Nachvollziehbar und weit fundierter als Prof. Dr.
D._
habe Dr.
G._
hergeleitet, wieso es erst nach dem Unfall vom 2. Juni 2017 und nicht unmittelbar nach der Trauma
ti
sie
rung zu einer psychopathologischen Reaktion gekommen sei. Auch die fami
liäre Konstellation als Sohn, der nach dem sehr frühen Tod von zwei Brüdern auf die Welt gekommen sei, lasse Prof. Dr.
D._
, anders als Dr.
G._
, zu Unrecht ungewürdigt und unkommentiert einfach ausser Acht. Prof. Dr.
D._
habe sich gar nicht mit der anderslautenden Einschätzung von Dr.
G._
, die jeden
falls weit mehr überzeuge, auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 24. August 2017 hielten die Ärzte des
F._
, Klinik für Traumatologie, fest, dass sich klinisch-radiologisch keine weiteren
Traumafolgen
ergeben hätten. Da
s Knie sollte vollumfänglich be
lastet und
beübt
werden dürfen. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Schmer
zen könnten derzeit zu keinem MRI-Befund korreliert werden. Sie würden daher keine Veranlassung für eine weitere Arbeitsunfähigkeit sehen. Es sei eine schnellstmögliche vollumfängliche Belastung und Beweglichkeit anzustreben (
Urk. 6/1/52
).
3.2
Suva-Kreisarzt med.
pract
.
H._
, Facharzt für Chirurgie,
führte
nach der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 13. November
2017 in seiner Beur
teilung aus
, dass der Beschwerdeführer beim Ereignis vom 2. Juni 2017 eine laterale Abspren
gung der Patella infolge einer Kontusion erlitten habe. Im Verlauf habe sich eine Bursitis
präpatellaris
entwickelt, die operativ entfernt und wegen Wund
hei
lungs
störungen mit einem VAC-Verband habe versorgt werden müssen. Es sei eine verzögerte Wundheilung mit sekundärem Wundverschluss erfolgt. Im Verlauf habe sich ein erhebliches Schmerzsyndrom entwickelt, welches zu einer voll
stän
digen Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Kniegelenks trotz inten
siver Physiotherapie geführt habe. Bei der heutigen Untersuchung könne eine Immobi
lität im Bereich des rechten Kniegelenks sowie eine deutliche Inakti
vitätsatrophie des rechten Oberschenkels festgestellt werden (
Urk. 6/1/99
).
Auf
grund des vom Versicherten angegeben
en
Schmerzsyndroms sei die aktive Ü
ber
prüfung des Bewegungsausmasses im rechten Kniegelenks nicht durchführ
bar, die passive Überprüfung werde verweigert. Die überwiegend wahrschein
lichen unfallkausalen strukturellen Läsionen seien sowohl klinisch als auch radiologisch verheilt. Das im heutigen Untersuchungsbefund erhobene Ergebnis hinsichtlich der Bewegungsunfähigkeit im rechten Kniegelenk sei durch die Un
fallfolgen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erklärbar. Auch seien die vom Versicher
ten geklagten Schmerzen, die mit 10 auf der visuellen Analog
skala (VAS) ange
geben würden, durch die erlittene
Patellafraktur
und die konsekutive Bursitis
präpatellaris
nicht erklärbar
. Es werde daher aufgrund der Mit
wirkungspflicht emp
fohlen, wegen des somatisch überwiegend wahrschein
lich nicht erklärbaren Schmerz
syndroms, eine psychiatrische
Konsiliar
unter
suchung
zu veranlassen. Zusätzlich werde empfohlen, im Rahmen der nächsten
Konsiliar
untersuchung
im
F._
die Indikation für eine Narkosemobilisation im Bereich des rechten Knie
gelenks zu prüfen
(
Urk. 6/1/100
).
3.3
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
hielt nach seiner
Konsiliaruntersuchung
für die Suva
vom 6. Dezember 2017
in seiner diagnostischen Beurteilung
vom
9.
Dezember 2017
fest, dass aus psychiatrischer Sicht eine sehr schwere,
dissoziative Störung vorliege, welche zu den sehr starken Schmerzen und de
r
praktisch vollständigen Unbeweglichkeit des rechten Knie
gelenks führe (
Urk.
3/3 S. 17)
.
Es sei davon auszugehen, dass die vorüber
gehen
den, auf dem Unfall vom
2.
Juni 2017 beruhenden, körperlichen Beschwer
den und Beeinträchtigungen (beim Beschwerdeführer) auf vollkommen unbe
wusstem Weg zu einer Reakti
vierung der schweren psychischen Traumati
sierungen wäh
rend des Balkan-Krieges geführt hätten. Eine dissoziative Störung diene in aller Regel
auf
komplett unbewusstem Weg der Erzielung eines sogenannten primären
Krankheitsgewinns. Dieser bestehe beim Beschwerdeführer sehr wahr
scheinlich darin, dass das Bewusstsein von einer Überschwemmung durch Erin
nerungen an die schweren Traumatisierungen
geschützt werde - was mit einem sehr hohen psychischen Leidensdruck einhergehen würde, in Form einer
Trauma
folgestörung
oder möglicherweise auch in Form eines schwer depressiven Zustandes. Tatsäch
lich
lägen
beim Beschwerdeführer aktuell denn auch keine schwereren psychi
schen Störungen vor (neben der dissoziativen). Allerdings leide er verständlicher
weise stark unter den ausgeprägten Schmerzen, der massiven Funktionsein
schrän
kung des rechten Beines sowie unter den darauf beruhenden Auswirkungen auf die Lebensgestaltung, insbesondere seiner Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
3/3 S. 18). Die dissoziative Psychodynamik
liege
sowohl den starken Schmerzen als auch der ausgeprägten Bewegungsstörung zugrunde. Tro
tzdem sei gemäss Klassifikation der ICD-10 nicht möglich, die
s
in einer entsprechenden Weise abzubilden, son
dern es
s
ei eine künstliche Aufteilung auf zwei Diagnosen notwendig, nämlich auf eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie auf eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4) mit praktisch aufge
ho
bener Flexion im rech
ten Kniegelenk (
Urk.
3/3 S. 19).
3.4
Im Bericht
der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
des
F._
vom 1
9.
Dezem
ber 2017 wurden die Diagnosen
Verdacht auf dissoziative Bewegungsstörungen (ICD-10: F44.4) und der Verdacht auf eine anhaltende Schmerzstörung gestellt. Dazu wurde in der diagnostischen Beurteilung festgehalten, dass sich beim 46jährigen Beschwerdeführer eine schmerzbedingte Einschränkung der Mobilität in Folge einer offenen lateralen
Patellafraktur
rechts von Anfang Juni 2017 bei Status nach
Bursektomie
bei Bursitis
präpatellaris
und aktenanamnestisch fehlen
dem radiologischem Korrelat zeige. Es finde sich hierbei keine deutliche depres
sive Symptomatik, sondern Gereiztheit und schmerzbedingte Schlaf
störun
gen. Formalgedanklich falle eine Beschleunigung auf, die sich auch in der Sprache und der unruhigen Psychomotorik widerspiegle. Das Schmerzerleben sei hierbei anhaltender Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers. Die im psychiatrischen Gutachten vom
9.
Dezember 2017 gestellten Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und dissoziativen Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4)
würden die Beschwerden des Beschwerde
führers widerspiegeln
(Urk. 6/48/199)
.
3.5
Dem Bericht der Klinik für Traumatologie
des
F._
vom
1.
Februar 2018 ist zu entnehmen, dass bei persistierenden Beschwerden nach wiederholten Knie
ein
griffen am
9.
Janua
r 2018 beim Beschwerdeführer eine Mobilisation des steifen Knies in Vollnarkose durchgeführt worden sei. In Vollnarkose habe problemlos eine Flexion von 90 Grad im Kniegelenk erreicht werden können. Zudem sei ein
Schmerzkatheter eingelegt worden. Trotz dieser Schritte habe der Beschwerde
führer das Knie im Verlauf nicht ausreichend mobilisieren können. Auch die intensive Physiotherapie und
Beübung
des Knies seien ohne Erfolg geblieben. Dem Beschwerdeführer sei in seiner Landessprache erklärt worden, dass eine
Beübung
des Knies zum Erhalt der Funktion unabdingbar und für die Wiederein
gliederung im Beruf notwendig sei. Die Beweglichkeit im Knie sei
nachweislich bei
ligamentärer
Stabilität vorhanden. Nachdem weder bei der kreisärztlichen Untersuchung noch bei der Diagnostik im
F._
objektive Befunde, welche die Schmerzen und Bewegungseinschränkung erklären könnten,
hätten ausgemacht werden können, möchte der Beschwerdeführer nun in der Klinik Hirslanden eine Z
w
eitmeinung einholen (
Urk.
6/48/245).
3.6
3.6
.1
Dr.
A._
berichtete zu seiner ersten Untersuchung des Beschwerdeführers vom 2
2.
Januar 2018 unter anderem, dass eine Kniegelenksbeugung nicht möglich gewesen sei. Klinisch impo
niere eine aktive Anspannung des (
musculus
)
quadri
ceps
(
femoris
). Nach Unterlegen einer Rolle am distalen Oberschenkel bleibe das Kniegelenk gestreckt und in der Luft gehalten. Auch nach 5 Monaten (nach dem Unfall) zeige sich keine Beugung. Die
präpatellären
Schmerzen würden distal bis in die Grosszehe ausstrahlen. Die angegebene Schmerzausstrahlung passe klinisch nicht ganz zum
Dermatom
, sondern verlaufe linear von der Patella bis zur Grosszehe (
Urk.
6/26/9).
3.6
.2
Alsdann
hielt
Dr.
A._
nach der MRI-Untersuchung vom 8. Februar 2018 fest, dass als Hauptbefund eine Patella
baja
imponiere. Das Ligamentum
patellae
stelle sich verkürzt und ver
dickt dar. Der Beschwerdeführer sei zur klinischen Unter
suchung vom 8. Februar 2018 immer noch mit einem gestreckten Knie erschie
nen. Auch bei der heutigen Untersuchung könne das Kniegelenk mit Mühe maximal 10 Grad gebeugt werden. Aufgrund der Patella
baja
sei ein Beugedefizit gut erklärbar und liege mög
licherweise auch vor. Die nahezu vollständige Beuge
unfähigkeit mit gestrecktem respektive passiv maximal 10 Grad flektier
baren Kniegelenk sei jedoch nicht erklärbar (Urk.
6/26/10).
3.6
.3
Im Austrittsbericht vom 1. Juli 2018 zur
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 28. Juni bis 1. Juli 2018 im
Spital
I._
führte Dr.
A._
die
folgenden Diagnosen an (Urk. 6
/
48/128
):
-
Kniesteife rechts bei schwerer
Arthrofibrose
-
Status nach Kniegelenksverletzung rechts vom 2. Juni 2017 mit:
-
Primärer offener lateraler
Patellafraktur
mit
Bursaeröffnung
-
Status nach
Bursektomie
am 24. Juni 2017 mit nachfolgender VAC-Behandlung
-
Sekundärer Wundverschluss Kniegelenk rechts am 18. Juni 2017
-
Status nach Narkose-Mobilisation Kniegelenk rechts am 8. Januar 2018
Dazu führte Dr.
A._
unter anderem aus, dass am 8. Januar 2018 im
F._
eine Narkose-Mobilisation durchgeführt worden sei. Gemäss Operationsbericht sei eine Flexion von 90 Grad erreicht worden. Bereits am 22. Januar 2018, anlässlich einer Erstkonsultation
,
habe das Kniegelenk rechts nicht mehr gebeugt werden können. Es sei vorerst eine konservative Therapie erfolgt. Eine Erklärung für die Bewegungseinschränkung habe sich nicht gefunden. Ein MRI vom 8. Februar 2018 habe jedoch eine Patella
baja
mit einem verkürzten und verdickten Liga
mentum
patellae
gezeigt. Da sich die Situation nicht gebessert habe und die Schmerzen eher zunehmend gewesen seien, habe sich der Beschwerdeführer für eine erneute Mobilisation in Narkose in Arthroskopie-B
ereitschaft entschieden (Urk. 6
/
48/128
).
3.6
.4
Während der
Hospitalisation
im
Spital
I._
vom 6. bis 24. Sep
tember 2018 wurde am 6. September 2018 eine offene
Arthrolyse
des
Kniege
lenks rechts und am 20. September 2018 eine
Mobilisation
des
Kniegelenk
s
rechts in Narkose
durchgeführt (Urk. 6/51/5). Dr.
A._
hielt im
Austrittsbericht vom 24. September 2018
fest,
dass
sich
der Verlauf
schwierig gestaltet
habe
. Am
Ende der Operation (gemeint ist diejenige vom
6. September 2018) habe sich eine Beweglichkeit von Flexion/Extension 90-0-0° gefunden. Bereits am 2. post
opera
tiven Tag habe
aber
wieder eine Tendenz zu einer massiven Bewegungsein
schrän
kung bestanden. Leider habe der Beschwerdeführer eine adäquate Schmerz
the
rapie seit dem 1.
p
ostoperativen Tag verweigert.
Bereits präoperativ sei die Instal
lation eines
Periduralkatheters
geplant gewesen, um eine adäquate postoperative Schmerztherapie zu garantieren. Dies habe der Beschwerdeführer bereits kurz vor der Operation abgelehnt. Er habe zunächst den Verlauf abwarten wollen. Wäh
rend der ganzen
Hospitalisation
habe er über massive Schmerzen
(VAS 9-10!)
geklagt
. Diese Schmerzen hätten trotz Ausschöpfung einer maxi
malen intrave
nösen und peroralen Schmerztherapie persistiert. Er (
Dr.
A._
) und die zustän
digen Anästhesie-Ärzte hätten mit dem Beschwerdeführer wiederholte Gespräche mit der dringenden Empfehlung einer
Periduralanäs
t
hesie
geführt
(Urk. 6/51/5).
Der Beschwerdeführer habe dies aber leider
bis zum Aus
tritt abgelehnt. Er sei auch darüber informiert worden, dass das postoperative Resultat ohne diese Therapie
nicht im
erwarteten Rahmen sein werde. 14 Tage postoperativ habe sich dann eine Restbewe
glichkeit von Flexion/Extension von
30-0-0°
gezeigt
. Aus diesem Grund sei dem Beschwerdeführer nochmals die geschlossene Mobilisation
des Kniegelenks in einer Kurznarkose empfohlen worden. Damit sei er ein
ver
standen gewesen.
In einer Kurznarkose habe dann erneut eine
Kniegelenk
sflexion von
knapp 90 Grad
erreicht werden können. Auch nach der 2.
Intervention sei dringend die
Periduralanäs
t
hesie
empfohlen worden. Der Beschwerdeführer habe diese Massnahme bis zum Spitalaustritt konsequent abgelehnt. Die postoperative Röntgenkontrolle habe eine korrekt durchgeführte Osteotomie mit korrekter Höhe der Patella und korrekter
Implantatlage
gezeigt
(Urk. 6/51/5).
3.6.5
Im Verlaufsbericht vom 1
8.
März
2019
hielt
Dr.
A._
fest, dass er aufgrund des fehlenden Verlaufs bei ungenügender Kooperation des Beschwerdeführers nicht beurteilen könne, in welchem zeitlichen Umfang (in Std./Tag) dieser die bisherige beziehungsweise eine angepasste Tätigkeit ausüben könne (
Urk.
6/51/1). Dazu führte er in seinem Begleitschreiben vom 1
9.
März 2019 aus, dass er die Fragen der Beschwerdegegnerin nur beschränkt beantworten könne. Die Kooperation des Beschwerdeführers sei leider ungenügend. Er habe ihn letztmals anlässlich der Nahtentfernung am
4.
Oktober 2018 ambulant gesehen (
Urk.
6/51/4).
3.7
Dr.
C._
stellte in ihrem Bericht vom 2
2.
September 2018 die Dia
g
nose chronische Schmerzstörung mit somatisch
en
und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit/bei lateraler Patellarfraktur vom
2.
Juni 2017 (
Urk.
6/40/3).
Zu den Befunden hielt sie fest, dass der formelle Gedankengang des Beschwerde
führers beschleunigt, kohärent und stringent sowie auf seine Beschwerden und die Kränkung durch die behandelnden Ärzte eingeengt sei. Der Beschwerdeführer werde laut
,
darauf
müsse
sie
ihn immer wieder hinweisen. Er lasse sich aber ziemlich schnell beruhigen und auf ein Gespräch ein. Es bestehe eine pessi
mis
tische Grundstimmung. Der Beschwerdeführer sei misstrauisch, gereizt,
dyspho
risch
und gekränkt. Der Antrieb sei erhalten. Er sei psycho
moto
risch unruhig, bleibe während der ganzen Sitzung in einer Position nach hinten angelehnt mit gestrecktem Bein, aber viel Mimik und Gestik. Der Beschwerde
führer wirke altersentsprechend.
Seine Haare seien
aber
ganz weiss und kurz. Er sei sportlich angezogen und habe sehr gepflegte Hände, nicht
wie bei einem körperlich tätig
en Arbeiter (
Urk.
6/40/3).
Zu den beim Beschwerdeführer bestehenden Funktionseinschränkungen hielt Dr.
C._
fest, dass seine Flexibilität und Umstellungsfähigkeit leicht beeinträchtigt sei. Die Durchhaltefähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppen
fähigkeit sei mittelgradig beeinträchtigt (
Urk.
6/40/4). Die fami
liären/
intimen Beziehungen seien leicht beeinträchtig
t
. Die Verkehr- und Wege
fähigkeit sei nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erhalten (
Urk.
6/40/5).
Zum Letzteren hielt Dr.
C._
an anderer Stelle fest, dass es dem Beschwerdeführer aufgrund der
«fehlenden Bewegungen im Knie» unmöglich sei, ein Fahrzeug zu lenken (
Urk.
6/40/4).
Auf die Fragen, wie viele Stunden pro Tag dem Beschwerdeführer die bisherige oder eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zumutbar sei, antwortete Dr.
C._
jeweils mit «0 Stunden» (
Urk.
6/40/5).
In ihrer E-Mail-Nachri
cht vom 1
7.
Juli 2019 führte
Dr.
C._
aus, dass der Beschwerdeführer nach wie vor in ambulanter psychiatrischer Behandlung in ihrer Praxis sei. Sie bescheinige auch die Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/62).
3.
8
PD Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Suva Ver
sicherungsmedizin,
hielt in seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 26. Oktober 2018 fest, dass
sich
der lo
kale Gelenk
befund, abgesehen von Druck
schmerz
haftigkeit, durchgehend prak
tisch unauf
fällig und in ortho
pä
disch-chirur
gisch unerklärtem Widerspruch zu den vom Beschwerdeführer ange
gebe
nen Beschwerden und Funktionseinbussen präsen
tierte. So habe sich bei der am 9. Januar 2018 im
F._
im Rahmen der Mobilisa
tion vor
genom
menen Unter
suchung in Narkose gemäss Bericht «kein
Hämarthros
, keine Schwel
lung im Knie
gelenk» gezeigt. Auch der am 22. Januar 2018 erstmalig konsultierte Dr.
A._
be
schreibe ein «ergussfreies Kniegelenk» und habe als Hauptbefund eines am 8. Februar 2018 durchgeführten
Kernspintomogramms
eine Patella
baja
, mithin eine zu tief stehende Kniescheibe, erhoben. Dr.
A._
habe festgehalten, dass hier
mit «ein Beugedefizit gut erklärbar» sei. Die ergänzend getroffene Aus
sage, «die nahezu vollständige Beugeunfähigkeit [...] ist jedoch nicht erklärbar» sei mit Nachdruck zu bestätigen (
Urk. 6/48/57
). Typische Folge von Vernar
bungen im oberen
Rezessus
, wie es auch in vorliegendem Fall von Dr.
A._
be
schrieben werde, sei demnach eine Patella
alta
, mithin ein pathologischer Hoch
stand der Kniescheibe und damit das Gegen
teil einer Patella
baja
(Urk. 6
/
48/57-58
). Eine Patella
baja
, ein Tiefstand, trete dagegen mit Vernarbungen unter
halb der Knie
scheibe, im
anterioren
Intervall auf. Ein Zusammenhang einer Patella
baja
mit einer vornehmlich im oberen
Rezessus
ausgeprägten
Arthrofib
rose
sei zwar nicht zwingend auszuschliessen, eine Patella
baja
als unfallkausale Ursache für einen Beugeverlust des Kniegelenks sei im vorliegenden Fall jedoch unwahr
scheinlich (
Urk. 6/48/58
).
3.
9
3.
9
.1
Prof. Dr.
D._
und Dr.
E._
stellten in ihrem Gutachten vom 2
5.
Juli 2019 keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/63/10). Als Dia
gnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (
Urk.
6/63/10):
-
Aktenkundige Lumbago, gegenwärtig ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung
-
Verdacht auf dissoziative Störung (ICD-10: F44.4), Differentialdiagnose (DD)
:
Verdacht auf Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0)
-
Anpassungsprobleme bei einer Störung des Stütz- und Bewegungs
appara
tes (ICD-10: Z 60.0)
-
Chronische Schmerzen bei einer Störung des Stütz- und Bewegungs
ap
parates (ICD-10: R 52).
Als «Diagnose nach Aktenlage ohne Aussage auf die Arbeitsfähigkeit» nannten die Gutachter «aktenkundige Belastungs- und Bewegungseinschränkung des rech
ten Kniegelenks» (
Urk.
6/63/10).
3.
9
.2
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit hielten die Gutachter fest, dass aus rein psychiatrisch
-
gutach
ter
licher Sicht ohne Bewertung der somatischen Anteile seines Leidens von keinem psychiatrischen Gesundheitsschaden auszugehen sei. Es würden keine Störungen von Krankheitswert vorliegen, die zu nachhaltigen
handicapierenden
Fähigkeits
störungen führen würden. Der Beschwerdeführer könne aus psychiat
rischer Sicht jede somatisch zumutbare Tätigkeit unter den Bedingungen des ersten Arbeits
marktes ohne qualitative und ohne quantitative Einschränkung ausüben. Aus gutachterlicher Sicht habe nie eine psychiatrisch begründete Ein
schränkung der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit vorgelegen
(
Urk.
6/63/16)
.
Zur Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht hielten die Gutachter fest: Da dem orthopädische
n
Gutachter durch
die Untersuchungsverweigerung des Beschwer
deführers
keine valide Beurteilung des rechten Kniegelenks
möglich ge
wesen sei und im Hinblick auf den restlichen Stütz- und Bewegungsapparat keine Funk
tionseinschränkung vorliege, müsse aus versicherungsmedizinischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in adaptierter Tätigkeit ausgegangen werden.
Aus retrospektiver Sicht sei der Be
schwerdeführer aufgrund der in der Aktenlage aufgeführten Beschwerde
symp
tomatik des rechten Kniegelenks in seiner zuletzt ausgeführten Tätigkeit als LKW-Chauffeur seit dem Unfallereignis vom
2.
Juni 2017 bis zu der letztmaligen postoperativen Vorstellung bei
Dr.
A._
am
4.
Oktober 2018 nicht mehr arbeits
fähig. In einer kniegelenksadaptierten Tätigkeit mit dem
unten aufgeführten
Belastungsprofil sei
indessen seit dem 1
2.
September 2017 von einer quantitativ uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätig
keit auszu
gehen (Urk.
6/63/16).
Aus
orthopädische
r Sicht wurde folgendes negatives Leistungsprofil definiert:
Schwerst- und Schwerarbeiten; mehr als gelegentliche mittelschwere Arbeiten; Heben und Tragen von Lasten körperfern über 5 kg oder körpernah über 10 kg ohne technische Hilfsmittel; das Gehen auf unebenem Gelände; das Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen; das mehr als gelegentliche Treppen
steigen; Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken; Tätigkeiten mit länger währender Einnahme einer stehenden Körperposition; jedwede knienden Tätigkeiten; Tätigkeiten im
Hocksitz
; Tätigkeiten mit länger währender Einnahme nur einer Körperposition; keine längeren Gehzeiten (nicht über 20 Minuten ohne Pause); kein Steuern von Fahrzeugen mit repetitivem Ein
-
/Aussteigen (Stapler); kein Steuern von Fahrzeugen jedweder Art welche eine sichere Bedienung der Pedale verlangen; Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund; Tätigkeiten unter Zeit
druck und Akkordarbeit (Urk. 6/63/13). Unter Berücksichtigung der oben ge
nannten Schonkriterien bestehe
das
folgende
(positive)
Belastungs
profil: In einer
leidensadpatierten
, körperlich leichten bis intermit
tierend mittel
schweren, wech
selbelastenden, optimal angepassten, überwiegend sitzenden Tätigkeit besteht aus or
t
hopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles Arbeits
pensum eine qua
nt
itativ unlimitierte Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Urk. 6/63/13; vgl. auch orthopädisches Teilgutachten,
Urk. 6/63/151).
3.
9
.3
Gemäss den Gutachte
r
n ergaben sich bei den Untersuchungen diverse Inkonsis
tenzen. Das Verhalten des Beschwerdeführers sei aufmerksamkeitssuchend ge
wesen. Es habe eine Diskrepanz zwischen der Intensität seiner Schmerzangaben und seiner medikamentösen
Noncompliance
bestanden. Die Angaben von Fühl
störungen hätten
neurophysiologischerseits
nicht objektiviert werden können. Gesamthaft hätten sich Hinweise auf eine Selbstlimitierung und einen sekundären Krankheitsgewinn gefunden (
Urk.
6/63/81).
3.9.
4
Prof. Dr.
D._
hielt im psychiatrischen Teilgutachten
zur Herleitung der psy
chiatrischen Diagnosen
unter anderem
fest, dass der Beschwerdeführer minime Auffälligkeiten bei subjektiven Angaben einer
Hässig
keit
und Ärgers infolge des Unfalls und Durchkreuzung seiner Lebenspläne geäus
sert habe. Bei der Unter
suchung hätten keine affektiven Symptome bestan
den,
welche
die Diag
nose einer Depression gemäss den Kriterien des ICD-10 oder der DSM
V recht
fertigen wür
den. Aufgrund der Geringheit der hier objektivier
baren
Psychopatho
logika
seien auch die Kriterien einer Anpassungsstörung nicht ge
geben. Diag
nostisch sei von
Anpassungsproblemen bei einer Störung des Stütz- und Bewegungs
apparates auszugehen (ICD-10: Z
60.0).
Die vom Beschwerde
führer bei der Untersuchung berichtete Schmerzintensität und der Affekt seien
deutlichst
dysthym
gewesen. Er habe sich aufmerksamkeitssuchend (
grimma
sieren
zu Beginn der Exploration) verhalten. Die Rücksprache mit
Dr.
E._
habe ergeben, dass der Schmerz in seiner Intensität durch die zu
grundeliegenden objektiven somatischen Befunde nicht abgebildet sei. Für eine Ein
fluss
nahme psychischer Faktoren im subjektiven Schmerzerleben des Beschwerde
führers spreche die angegebene hohe Intensität der Schmerzen. In den Akten sei mehrfach ein theatralisches Verhalten des Be
schwerdeführers besch
rieben
worden
. Für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren hätten jedoch keine Anhaltspunkte be
standen. Die Kriterien einer Stö
rung nach ICD-10
:
F45.41 seien nicht erfüllt ge
wesen.
Einerseits seien die Beschwerden nicht im Zusammenhang mit psycho
sozialen oder emotionalen Belastungsfaktoren auf
ge
treten, anderseits würden diese Faktoren auch nicht das subjektive Schmerz
erleben des Beschwerdeführers verstärken, was eindeutig gegen die Diagnose spreche. Die von der behandelnden Psychiaterin gestellte Diagnose einer chro
nischen Schmerzstörung könne nicht bestätigt werden. Der tatsächliche Leidens
druck des Beschwerdeführers
s
ei zu hinterfragen, da in seinem Blutserum keines der angegeben Analgetika nach
weisbar gewesen sei
(Urk. 6/63/76)
.
In seiner versicherungsmedizinischen Beur
teilung hielt Prof. Dr.
D._
in diesem Zusammenhang
fest, er
habe
bei seiner Untersuchung keine Anpassungsstörung und keine Depression
diagnos
tizier
en können. Die Kriterien für eine chronische Schmerzstörung seien ebenfalls nicht erfüllt gewesen (Urk. 6/63/80).
Prof. Dr.
D._
hielt in seiner Herleitung der psychiatrischen Dia
gnosen so
dann fest, dass von den
Ärztin
nnen
des
F._
der Verdacht auf eine dissoziative Störung geäussert worden
sei. Diese Diagnose sei bei hoher Rentenbegehrlichkeit des Beschwerdeführers kritisch zu hinterfragen. Differentialdiagnostisch sei die
Diagnose Entwicklung körper
licher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10
: F68.0) zu benennen. Dabei komme es zu einem aufmerksamkeitssuchenden Ver
halten der versicherten Person bei körperlichen Beschwerden beziehungsweise Beeinträchtigungen bei anhaltender Unzufriedenheit der Betroffenen über die Ergebnisse der Unter
suchungen. Bei einigen Betroffenen scheine die Möglichkeit, eine finanzielle Entschädigung nach Unfällen oder Verletzungen zu erhalten, eine Ursache der Störung zu sein (Urk. 6/63/77).
In seiner
versicherungsmedizinischen
Beurteilung führte Prof. Dr.
D._
weiter aus, das
s
diagnostisch am ehesten
von einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
(ICD-10:
F60.0) mit der Differentialdiagnose d
issoziative Störung (ICD-10: F44.4) auszu
gehen sei. Für eine dissoziative Störung sei bisher kein psychodynamischer Hintergrund berichtet worden. Auch im hiesigen Untersuch lasse sich ein solcher
bei unauffälliger neurosenbiografischer Anamnese nicht beschreiben. Eine Zweck
intension des diesbezüglichen Verhaltens des Beschwerdeführers sei nicht auszu
schliessen, wenn die finanziellen Versorgungswünsche des Beschwerde
führers mitberücksichtigt würden (Urk. 6/63/80).
Der versicherungsmedizinischen Beurteilung von Prof.
Dr.
D._
ist schliess
lich zu entnehmen, dass in der ergebnisoffenen Beurteilung der Standard
indi
katoren keine nachhaltige Störung der Ich-Strukturen festgestellt werden könne. Aus psychisch
en Gründen sei die soziale Teilhabe nicht wesentlich eingeschränkt. Die Schmerzen würden den Alltag des Beschwerdeführers nicht bestimmen. Er beschreibe vorhandene private Aktivitäten und pflege eine gewisse soziale Teil
habe. Eine medikamentöse Compliance liege nicht vor. Eine krank
heits
immanente Unfähigkeit zur Therapieadhärenz könne indes nicht bescheinigt werden. Ge
samthaft sei aus psychiatrischer Sicht kein nachhaltiger Gesund
heits
schaden zu beschreiben bei zu hinterfragendem Leidensdruck des Beschwerde
führers.
Die Überwindung der Beschwerden sei dem Beschwerdeführer bei negativen Standardindikatoren aus medizinischer Sicht auch in Abwägung der Ressourcen
lage zumutbar. So verfüge der Beschwerdeführer über eine Berufs
aus
bildung. Er sei intelligent und spreche mehrere Sprachen. Er erfahre eine Unter
stützung durch seine Familie und besitze zwei Mietshäuser (
Urk.
6/63/81).
3.10
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin hielt in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 2
8.
August 2019 fest, dass (
Dr.
E._
) dem Beschwerdeführer in der bisherigen/zuletzt ausgeübten Tätigkeit (als Lastwagenchauffeur) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
2.
Juni 2017 durchgehend bis zumindest
4.
Oktober 2018 attestiert habe. Unter Berück
sich
tigung der aktenkundigen Befunde und seiner gut 30-jährigen orthopädischen Berufserfahrung bestehe diese Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich auch weiterhin und unbefristet (
Urk.
6/65/7).
4
.
4.1
4.1.1
Gemäss dem Beschwerdeführer ist
in psychiatrischer Hinsicht
nicht auf die Ein
schätzung des psychiatrischen Gutachters Prof.
Dr.
D._
(
Urk.
6/63)
, sondern auf die Beurteilung des Suva-
Konsiliarpsychiaters
Dr.
G._
vom 9.
Dezember 2017
(
Urk.
3/3) abzustellen (E. 2.3). Laut
Dr.
G._
besteht beim Beschwerde
führer
- nebst einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) -
eine
dis
soziative Bewegungsstörung
(ICD-10: F44.4)
mit einer praktisch aufgehobenen Fle
xion im rechten Kniegelenk
(Urk.
3/3 S. 19
).
In seiner Beur
teilung führte Dr.
G._
aus, dass
der Beschwerdeführer
im Jahr 1991 in die kroatische Armee eingezogen worden sei
(Urk. 3/3 S. 14)
. I
m
Kroatienk
rieg
habe er
schwere
Trau
matisierungen erfahren
(Urk. 3/3 S. 17)
.
Er habe miterleben müssen, wie Frauen und Kinder von serbischen Milizen auf teilweise brutalste Weise massa
kriert worden seien (Urk. 3/3 S. 14).
Diese
Traumati
sierun
gen
hätten damals aber nicht zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
und überwiegend wahr
schein
lich auch nicht zur Entwicklung einer erheb
lichen Persönlich
keits
patho
logie ge
führt. Im Vordergrund sei damals die Flucht des Beschwerdeführers nach
Deutschland und die dortige Integration und Soziali
sation
gestanden
. Erfah
rungs
gemäss würden derartige konkrete grosse Heraus
forde
rungen nicht selten
die unmittelbare Entwicklung einer
Traumafolgestörung
verhindern. Dazu komme
, dass der Beschwerdeführer über gute persönlichen Ressourcen verfüge, unter anderem über eine recht hohe Intelligenz und eine sehr grosse Arbeits
moti
vation (
Urk.
3/3 S. 17). Die von ihm festgestellten guten persönlichen Ressourcen
des Beschwerdeführers zur Verarbeitung der Kriegs
er
lebnisse
lässt Dr.
G._
dann aber unberücksichtigt, wenn er weiter ausführt
, dass die lange Narbe der
Bursek
tomie
beim Beschwerdeführer auf der unbewuss
ten Ebene Bilder von schwer Verletzten oder Toten (des Kroatienkrieges) reak
tiviert habe
und er seine S
chmer
zen
über der rechten Patella
unbewusst
mit Bomben vergleiche
, was zu einer dissoziativen Störung mit einer praktisch vollständigen Unbeweglichkeit des rechten Kniegelenks geführt habe (Urk.
3/3 S.
17
-18
)
. Des Weiteren führte Dr.
G._
aus, es sei auffällig gewesen, dass die Schilderungen des chirurgischen Behand
lungsverlaufes
beim Beschwerdeführer
von wesentlich
mehr negativen Gefühlen begleitet
würden
als die Beschreibung
anderer
,
eigentlich psychisch
belastender
en
Umstände
, insbesondere die schweren Traumatisierungen im Krieg. Dr.
G._
erklärt
e
dies mit einer «belle
indifférence
», welche bei dissoziativen Störungen recht typisch sei (Urk.
3/3
S. 13
). Auch hier
ging
Dr.
G._
aber nicht
weiter
auf die von ihm festgestellten guten persönlichen Ressourcen
des Be
schwerdeführers
ein.
An anderer Stelle hielt
Dr.
G._
sodann
fest,
es
sei
bemerkens
wert, dass der Beschwerdeführer nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2013 für Serben gearbeitet habe, obwohl die vom Beschwerdeführer im Krieg erlebten Gräueltaten offenbar weitgehend von Serben ausgegangen
seien
(Urk. 3/3 S. 15).
Anzufügen ist
, dass der Beschwerdeführer
auch
seither
den Kon
takt zu Serben nicht gemieden
hat
. Laut seinen Angaben bei der Untersuchung durch Prof. Dr.
D._
und
Dr.
E._
lebt
e
der Beschwerde
führer
damals
mit einem Serben zusammen
(
Urk.
5/63/9
8
)
und er besucht
e
täglich
eine
serbische Kirche
in
L._
(
Urk.
5/63/64
).
Dr.
G._
erklärt
e in seiner Beurteilung
nicht, weshalb
der persönliche Kontakt zu
Serben
beim Beschwerde
führer
ohne Reakti
v
i
erung
der Kriegstraumen
verlaufen sein soll
, eine Operations
narbe und Knie
schmerzen dies aber zu
r Folge hatte
. Seine Herleitung
der
dissozia
tive
n
Bewegungsstörung
ist
daher
nicht schlüssig
.
Aus den genannten Gründen erweist sich die Beurteilung von
Dr.
G._
als
nicht überzeugend
, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
Der Beschwerdeführer
brachte in diesem Zusammenhang weiter vor
, dass sich die Ärztinnen der Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie
des
F._
der Beurteilung von
Dr.
G._
angeschlossen hätten
(Urk.
1 S.
5).
Die Ärztinnen des
F._
stellten aber lediglich eine Verdachts
diagnose.
Sie hielten weiter
einzig
fest, dass d
ie im psychiatrischen Gutachten vom 9.
Dezember 2017 gestellten Diagnosen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und dissoziativen Bewegungs
stö
rung (ICD-10: F44.4) die Beschwerden des Beschwerde
führers wider
spiegeln
würden
(Urk. 6/48/199).
Sie machten d
azu aber keine weiteren
eigenen
Ausführungen.
Es kommt hinzu, dass die Ärztin
nen des
F._
den Be
schwerdeführer einzig am 19.
Dezember 2017 untersuchten (Urk. 6/48/199). In der Folge wurde der Beschwerdeführer
- nach der Überw
ei
sung
durch
das
F._
- ab
18.
Januar 2018
durch
Dr.
C._
behandelt (
Urk.
6/40/2,
Urk.
6/48/200)
. Es ist bemerkenswert, dass Dr.
C._
in ihrem
Bericht zuhanden
der IV-Stelle vom 2
2.
September 2019
ihrerseits
keine
dissozia
tive
Bewegungs
störung
diagnostizierte (vgl. 6/40/3).
Die von
Dr.
G._
gestellte Diagnose
einer
dissoziative
n
Bewegungsstörung wird von Dr.
C._
in ihrem Bericht nicht erwähnt
, obwohl sie dessen Beur
teilung in den ihr am 19. Januar 2018 (Urk. 6/48/262) zugestellten Suva-Akten nachlesen konnte. Von der von den Ärztinnen des
F._
gestellten Verdachtsdiag
nose hatte sie sodann aufgrund der
gemeinsamen
Fallbesprechung vor dem Behandlungsbeginn Kenntnis (
vgl.
Urk.
6/48/201).
Sie diagnostizierte aber auch keinen Verdacht auf eine disso
zia
tive Bewegungsstörung.
Die Tatsache
, dass
Dr.
C._
nach einem län
geren Beobachtungszeitraum
keine
dissoziative Bewegungsstörung diag
nosti
zierte, sprich
t
ebenfalls gegen den Beweiswert der Beurteilung von Dr.
G._
vom
9. Dezember 2017 (
Urk.
3/3).
Ebenso wenig hielt
Dr.
C._
fest, dass
w
egen
einer dissoziative Bewegungsstörung
eine Therapie durchgeführt worden
und wie diese verlaufen sei
(
vgl. Urk. 6/40
).
Die Unmöglichkeit das Knie zu beugen, stellt grundsätzlich eine erhebliche körperliche Einschränkung dar. Angesicht dessen ist unverständlich, dass nicht
zumindest
versucht wurde, die laut Dr.
G._
dafür verantwortliche dissoziative Bewegungsstörung thera
peutisch anzugehen.
A
ufgrund des Berichtes von
Dr.
C._
vom 22. September 2018
muss aber
davon
ausgegangen werden, dass bislang keine solche Therapie durchgeführt wurde.
Die Berichte der Ärztinnen
des
F._
und derjenige
v
on
Dr.
C._
bestätigen die Beurteilung von
Dr.
G._
somit nicht.
4.1.
2
Prof
.
Dr.
D._
standen die IV-Akten zu Verfügung (vgl. Urk. 6/63/23
-57).
Mit der Beurteilung des Suva-
Konsiliarpsychiaters
Dr.
G._
setzte sich Prof
.
Dr.
D._
in seinem Gutachten
aber
nicht auseinander (vgl.
Urk.
6/63). Den IV-Akten ist
diesbezüglich
zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin zunächst die Suva-Akten bis 22. November 2017 in das IV-Dossier aufnahm (Urk. 6/1). Danach erhielt sie
von der Suva
die Verfügung vom 16. Januar 2018, mit welcher die
se
ihre Ver
sicherungs
leistun
gen per 28. Februar 2018 einstellte,
aber
ohne
die weiteren
Suva-Akten bis zu dieser Verfügung (Urk. 6/16). In der Folge wurden der Beschwerdegegnerin die Suva-Akten ab 19. Janu
ar 2018 (Urk. 6/48) zuge
stellt. Dies ist der Grund, weshalb
die Beurteilung von Dr.
G._
vom 9. Dezem
ber 2017
im Zuge der Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin
keinen Ein
gang in die IV-Akten
fand
.
Prof Dr.
D._
hatte aber Kenntnis vom Bericht der Ärztinnen der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
F._
vom 1
9.
Dezember 2017, in welchem
ein
psychiatrische
s
Gutachten vom
9.
Dezember 2017
erwähnt wurde (
Urk.
6/63/31). Ob dies Prof
.
Dr.
D._
hätte veranlassen sollen, dieses
von sich aus
beizuziehen
, kann
hier
offenbleiben.
Weil die von Dr.
G._
gestellten Diagnose
einer dissozia
tiven Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4) im Bericht der Klinik der Psychiatrie und Psychotherapie des
F._
vom 19. Dezember 2017
wiedergeg
e
ben
wurde
(Urk. 6/48/199)
und die Ärztinnen des
F._
ihrerseits einen Verdacht auf eine dissoziative
Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4)
diagnostizierten,
hat
sich Prof.
Dr.
D._
in seine
m
Gutachten mit der
Di
agnose dissoziative Bewegungs
störung
auseinander
ge
setz
t
(Urk. 6/63/80
)
.
Er hielt dazu fest, dass die Diagnose
Verdacht auf eine dissoziative
Bewe
gungs
störung (ICD-10: F44.4)
bei hoher Rentenbegehrlichkeit des Beschwer
deführers kritisch zu hinterfragen sei (Urk. 6/63/77) und nannte
sie
unter den Diagnosen ohne Einfluss auf
die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers (
Urk. 6/63/10
).
Die
andere Beurteilung von
Dr.
G._
vom 9. Dezember 2017 (
Urk.
3/3)
vermag
nach dem hiervor Aus
geführten (E. 4.1.
1
)
nicht zu überzeugen. Es kann
daher
auf die
Beurteilung von Prof.
Dr.
D._
abgestellt werden. Demnach besteht höchstens ein Verdacht auf eine dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4)
, w
as noch keine
Arbeits
un
fähigkeit
aufgrund einer psychischen Störung zu begründen vermag (vgl. E. 1.2.1).
4.1.
3
Der Beschwerdeführer
hat noch weitere Einwendungen gegen das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
D._
erhoben. So
macht
e
er
geltend, Prof.
Dr.
D._
habe
seine Lebensumstände nicht richtig erfasst
(Urk. 1 S. 6)
. Die
Darstellung des Beschwerde
führers seiner fehlenden Beschäftigung und seines fast vollständigen sozialen Rückzugs (Urk. 1 S. 6) steht indessen nicht nur im Widerspruch zu den
Angaben im Gutachten von Prof.
Dr.
D._
vom
25. Juli 2019 (
Urk.
6/
63/64-65)
,
sondern auch zu denjenigen
in der Beurteilung von
Dr.
G._
vom
9.
Dezember 2017 (
Urk.
3/3 S. 11)
und im Bericht der Ärztinnen des
F._
vom 1
9.
Dezember 2017
(
Urk.
6/48/201)
.
Exemplarisch ist
hier
zu nennen, dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren behauptete, dass der Kontakt zu seiner Familie seit über 20 Jahren unterbrochen sei
, weshalb es von dieser Seite
her
keine
Unte
rstützung gebe
(Urk. 1 S. 6)
.
Im Erstgespräch in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
F._
vom 19. Dezember 2017 gab er aber an, dass die fast täglichen Telefonate mit der Familie ihm den Umgang mit seinen Beschwerden erleichtern würden (Urk. 6/48/201).
Pr
of.
Dr.
D._
hat sodann
eine ausführliche Familien- und Sozialanamnese erhoben (Urk.
6/63/58-60).
Dr.
G._
führte
aus
, dass
die
erhebliche psychische Belas
tung durch den Tod seiner beiden älteren Brüder vor seiner eigenen Geburt wahr
scheinlich dazu geführt habe, dass sich der Beschwerdeführer nie auf eine Part
nerschaft mit einer Frau sowie eine Familiengründung eingelassen habe (Urk. 3/3 S. 17).
E
ntgegen der vom Beschwerdeführer offenbar vertretenen Ansicht (
Urk. 1 S.
6
)
,
lässt
sich d
araus
noch
keine
psychische Störung mit
Auswirkungen auf
die
hier zu beurteilende
Arbeitsfähigkeit
ableiten.
4.1.4
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers vermögen
somit
keine Zweifel am psy
chia
trischen Teilgutachten von Prof.
Dr.
D._
zu begründen. Auf die Nichtbe
rücksichtigung der Beurteilung von
Dr.
G._
vom 9. Dezember 2017 (
Urk.
3/3)
durch Prof. Dr.
D._
wurde bereits eingegangen. Es wurde ebenfalls aus
ge
führt, weshalb dies den Beweiswert des Gutachtens von Prof.
Dr.
D._
nicht schmälert (E. 4.1.2). Im Übrigen erfüllt seine Expertise die von der Recht
spre
chung an den Beweiswert eines Arztberichtes gestellten Anforde
rungen
(E. 1.5.1)
.
4.2
4.2.1
Das orthopädisch-
traumatologische
Fachgutachten von
Dr.
E._
stützt sich e
benfalls auf die IV-Akten (
Urk.
6/63/93
,
Urk.
6/63/100-102
), wobei hier keine wesentlichen
Vorakten
fehlen
(vgl.
Urk.
6/63/24-57,
Urk.
6/63/100-102)
. Dr.
E._
befragte den Beschwerdeführer sodann
zu seinen Beschwerden (Urk. 6/63/94-99). Die Befunde seiner eigenen klinischen Untersuchung des Beschwerdeführers gab
Dr.
E._
in seinem Gutachten detailliert wieder (Urk. 8/63/108-125).
Dr.
E._
hielt
aber
fest, dass der Beschwerdeführer eine passive Überprüfung de
s
Bewegungsausmasses des rechten Kniegelenks unter Angabe einer hierbei befürchteten Exazerbation der Schmerzsymptomatik ver
weigert habe (
Urk.
8/63/122)
. Anzufü
g
en ist, dass die von
Dr.
E._
veranlasste Rönt
genuntersuchung in der Radiologie
M._
ebenfalls
nicht durchgeführt werden konnte, weil der Beschwerdeführer seinen dortigen Termin nicht wahr
genommen hat (
Urk.
8/63/132).
Dr.
E._
führte aus
, dass ihm eine Beurteilung des rechten Kniegelenks im Rahmen seiner Untersuchung nicht möglich gewesen sei, weil der Beschwerde
führer eine passive Untersuchung der Bewegungsmasse verweigert habe. Es sei ihm daher nicht möglich eine valide Aussage zu treffen, ob beim Beschwerde
f
ührer tatsächlich eine Ankylose
(
=
vollständige Gelenkssteife) des rechten Kniegelenks vorliege und inwiefern sich eine solche auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers auswirke (
Urk.
8/63/134).
Eine
Ankylose
lässt sich aufgrund der vorliegenden Akten ausschliessen. Wie später bei der Untersuchung von
Dr.
E._
, hat der Beschwerdeführer
bereits bei der kreisärztlichen Untersuchung
vom 13. November
2017
aus Angst vor Schmerzen
die
Ü
ber
prüfung des Bewegungsausmasses im rechten Kniegelenk verweigert
(
Urk.
6/1/100)
.
In der in der Folge im
F._
durchgeführten
Mobilisa
tion
des
Knies in Vollnarkose
konnte laut den Ärztinnen und Ärzten
des
F._
dann aber
problemlos
eine Flexion von 90 Gra
d im Kniegelenk erreicht werden
(
Urk.
6/48/245)
. Bei den von
Dr.
A._
am
6.
und 2
0.
September 2018 durchge
führten
Kniegelenksmobilisationen
zeigte sich ebenfalls eine Knie
gelenksflexion von 90 Grad beziehungsweise knapp 90 Grad (
Urk.
6/51/5). Gemäss diesen Be
funden liegt somit keine G
e
lenkssteife vor.
Dr.
E._
hatte Kenntnis von diesen Befunden (
Urk.
6/63/129-140) und konnte sie mithin in seine Beurteilung einbe
ziehen.
4.2.2
Der Beschwerdeführer hat die Frage aufgeworfen, ob seine ablehnende Haltung gegenüber den Untersuchungshandlungen mit einem psychischen Leiden erklärt werden könne (Urk. 1 S. 3-4). Er verwies sodann
auf die von
Dr.
G._
dia
gnostizierte dis
so
zia
tive Bewegungs
störung (
Urk.
1 S.
4).
Es ist vorstehend bereits ausgeführt worden, weshalb auf die Beurteilung von
Dr.
G._
nicht abgestellt werden kann (E. 4.1.1). Zur Frage nach einem allfälligen anderen psychischen Leiden ist festzuhalten, dass der Psychiater Prof.
Dr.
D._
den
Beschwer
de
führer am selben Tag
wie
Dr.
E._
untersucht hat (
Urk.
6/63/2).
Prof.
Dr.
D._
hat festgehalten, dass beim Beschwerdeführer keine Störungen von Krankheitswert vorliegen, die zu nachhaltigen
handicapierenden
Fähigkeitsstö
rungen führen würden (
Urk.
6/63/82). Gemäss Prof.
Dr.
D._
lagen im Unter
suchungszeitpunkt keine quantitative oder qualitative Bewusst
seinsstörung, keine
Gedächtnisstörungen und keine Störungen der Aufmerksamkeit, des Denkens und der Affektivität vor (
Urk.
6/63/68-69). Es fanden sich auch keine Hinweise auf eine Persönlichkeits
akzentuierung oder -störung (
Urk.
6/63/70). Laut
Dr.
E._
wirkte der Beschwerdeführer beim Unter
suchungsgespräch sehr nervös. Er habe im Rahmen dessen jedoch alle er
wünschten anamnestischen Auskünfte
gegeben
und sei ihm gegenüber freundlich zu
gewandt gewesen. Die Schilderungen des aktuellen Beschwerdebildes sei detail
liert erfolgt (
Urk.
6/63/106). Es finden sich somit keine Anhaltspunkte dafür, dass
die
Fähigkeit des Beschwerdeführers, sich am
9.
Juli 2019 der Untersuchung durch
Dr.
E._
zu unterziehen
,
in psy
chi
scher Hinsicht ein
geschränkt gewesen sein könnte.
4.2.3
Des Weiteren ist der vom Beschwerdeführer gezogene Schluss, die Aussage
von
Dr.
E._
bezüglich fehlender Beurteilbarkeit wegen Untersuchungsver
w
e
i
gerung
wäre
nur na
ch der Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfah
rens
im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG
zulässig gewesen (
Urk.
1
S. 5
)
,
un
zu
tref
fend
. Dem Beschwerdeführer ist nicht
in erster Linie eine qualifizierte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorzuwerfen
, denn er hat die Teilnahme an der
Be
gutach
tung
nicht verweigert
.
Nach Abschluss der Begutachtung ist kein
Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
mehr durchzuführen
. Eine nachträgliche Abmahnung macht
bei einer solchen Konstellation
keinen Sinn (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_209/2015 vom 1
7.
August 2015 E. 6.3.3
und 9C_104/2019
vom 2
7.
Juni 2019 E. 4.1 mit Hinweis
).
4.2.4
Dr.
E._
verwies
schliesslich auch
auf die zahlreichen Inkonsistenzen.
Dazu gehörte laut
Dr.
E._
insbesondere, dass die vom Beschwerdeführer angegeben Schmerz
medikamente de facto i
n seinem
Blut nicht nachweisbar gewesen waren beziehungsweise 10-fach unterhalb des Wirkspiegels lagen. Der Gutachter führte
dazu aus, dass dies nicht mit «rapid
cycling
» erklärt werden könne (Urk. 6/
63/147).
Er meinte damit den schnellen Abbau des Medikamenten
wirk
stoffs im Blut. Aufgrund dieser Ausführungen von
Dr.
E._
kann der Be
schwerdeführer aus
seinem Vorbringen, wonach er die Medikamente früh
morgens eingenommen habe
und sie bei der Blutentnahme im Rahmen der Unter
su
chungen durch
Dr.
E._
und Prof
Dr.
D._
in seinem Blut bereits wieder abgebaut gewesen sein müss
t
en (
Urk.
1
S. 5
)
,
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Dr.
E._
hat dies in Betracht gezogen und verworfen.
4.2.5
Die
Vorbringen
des Beschwerdeführers
begründen somit auch keine Zweifel am Gutachten von
Dr.
E._
.
4.3
Weil die Gesamtbeurteilung der
Gutachter ebenfalls überzeugt
, kann auf ihre Expertise abgestellt werden.
Der Beschwerdeführer ist
demnach
in einer leidens
angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
(E. 3.9.2)
.
5.
Beim Einkommensvergleich de
r
Beschwerdegegnerin (
Valideneinkommen
:
Fr.
63'566
.45, Invalideneinkommen:
Fr.
60'665.36) resultierte eine Erwerbsein
busse von
Fr.
2'901.09 beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 5
%
(
Urk.
6/71
/1). Dieser Einkommensvergleich gibt zu
k
einen Beanstandungen Anlass und ist vom Beschwerdeführer nicht gerügt worden.
Bei einem Invaliditätsgrad von 5
%
besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (E.
1.3
).
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht,
GSVGer
) erfüllt sind
(vgl. Urk. 3/1), ist dem Gesuch des Be
schwerdeführers vom 1
9.
Mai 2020 um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
, Zürich, zu entsprechen.
7.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang
des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
währung der
unentgeltlichen Prozessführung
einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
7
.
3
D
ie
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Ursula
Sintzel
, machte von der Möglichkeit zur Einreichung einer Honorar
note
(
vgl.
Dispositiv-Ziffer
2
der
Verfügung vom
7
.
Juli
20
20,
Urk. 7
)
keinen Gebrauch.
Ihre
Entschädigung ist daher nach Ermessen unter Berücksichtigung dessen, dass
sie
den Beschwerdeführer bereits im Verwaltungsverfahren vertreten hat
, sie die Beschwerdebegründung grösstenteils wortwörtlich ihrem Einwand vom
6.
Januar 2020 entnommen hat
(vgl.
Urk.
1 und
Urk.
6/74) und nicht ersichtlich ist, weshalb sie die Beurteilung von
Dr.
G._
vom
9.
Dezember 2017 (
Urk.
3/3) nicht bereits im Verwaltungsverwahren eingereicht hat
,
auf Fr.
1’0
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen
.
7
.
4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 1
9.
Mai 2020 wird dem Beschwerde
führer die unent
geltliche Prozessführung gewährt und es wird ihm Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
, Zürich, als unentgeltliche Rechts
vertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Ursula Sintzel, Zürich,
wird mit
Fr.
1'000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kass
e entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.