# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8006fe0-1aa2-50ea-a093-ee96098f88e4
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren 1959, und B._, geboren 1985, haben 2006 vor dem Zivilstandsamt in C._ geheiratet. Dieser Ehe sind zwei Kinder entsprungen: D._, geboren 2007, und E._, geboren 2008 (act. 2/2).
A._ und B._ leben seit dem 1. März 2013 getrennt (10 2012 611, act. 24).
Mit Entscheid vom 12. März 2013 genehmigte der Präsident des Zivilgerichts des Seebezirks im Rahmen des Eheschutzverfahrens eine Vereinbarung, welche u.a. eine alternierende Obhut, die Übernahme durch A._ des Unterhalts der Kinder und die Bezahlung eines Unterhaltsbeitrags von CHF 1‘600.- an B._ vorsah (10 2012 611, act. 24).
B. Am 2. Oktober 2015 reichte A._ beim Zivilgericht des Seebezirks (nachfolgend: das Zivilgericht) die Scheidungsklage ein (act. 1).
An der Sitzung des Zivilgerichts vom 8. Juli 2016 schlossen die Parteien eine Teilvereinbarung über die Nebenfolgen der Scheidung ab. Einzig über die Frage des nachehelichen Unterhalts beantragten sie einen Entscheid des Gerichts (act. 46).
C. Am 27. September 2016 fällte das Zivilgericht folgenden Entscheid (act. 51): 1. Die zwischen A._ und B._ am im Jahr 2006 vor dem Zivilstandsamt in
C._ geschlossene Ehe wird durch Scheidung aufgelöst.
2. Die von den Parteien am 8. Juli 2016 unterzeichnete Vereinbarung wird wie folgt genehmigt:
1. Die Parteien beantragen gemeinsam die Scheidung ihrer im Jahr 2006 vor dem Zivilstandsbeamten von C._ geschlossenen Ehe in Anwendung von Art. 112 ZGB.
2. Die Parteien beantragen, die elterliche Sorge über die Kinder D._, geboren im Jahr 2007, und E._, geboren im Jahr 2008, sei den Eltern gemeinsam zu belassen.
3. Die Parteien beantragen, dass die Kinder unter die alternierende Obhut beider Eltern gestellt werden.
4. Mangels anderweitiger Parteiabsprachen werden die Kinder von den Eltern wie folgt betreut:
a. Die Kinder leben alternierend jeweils eine Woche beim Vater und hierauf eine Woche bei der Mutter, wobei der Übergang jeweils am Freitagabend stattfindet. Während der Woche, während welcher die Kinder in der Obhut eines Elternteils sind, schlafen sie bei ihm und nehmen bei ihm das Nachtessen und das Frühstück ein.
b. Die Mittagessen während der Woche werden am Mittwoch und Freitag bei der Mutter eingenommen, am Montag, Dienstag und Donnerstag bei der Tagesmutter.
c. Jeder Elternteil verbringt die Hälfte der Schulferien mit den Kindern. Die Kinder verbringen Weihnachten alternierend bei einem der Eltern. Die Kinder werden die Weihnachten 2016 bei ihrer Mutter verbringen.
5. Der Unterhalt der Kinder wird wie folgt geregelt:
a. Während der Ausübung des Kontaktrechts kommt jeder Elternteil für die Wohn- und Essenskosten der Kinder auf.
b. Die Kosten der Tagesmutter, die Krankenversicherungsprämien, die Selbstbehalte der Krankheitskosten, die Zahnarztkosten, die Auslagen für allfällige Schullager und Schulreisen, und die Kosten für die Kleider der Kinder, werden vom Vater übernommen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 15
c. A._ verpflichtet sich, zusätzlich einen monatlichen vorauszahlbaren Betrag von CHF 300.- pro Kind an B._ zu bezahlen. Die Kinderzulagen verbleiben bei A._, auch wenn diese durch die Mutter bezogen werden sollten.
6. [Indexierungsklausel]
7. Die AHV-Erziehungsgutschriften werden B._ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils gutgeschrieben.
8. Die Parteien leben unter dem gesetzlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Sie nehmen die güterrechtliche Auseinandersetzung wie folgt vor:
8.1 A._ verpflichtet sich, B._ einen Betrag von CHF 75‘000.- aus güterrechtlicher Auseinandersetzung zu bezahlen. Dieser Betrag wird in drei Raten zu je CHF 25‘000.- bezahlt. Die erste Rate wird 30 Tage nach Rechtskraft des Scheidungsurteils fällig, die weiteren Raten jeweils 30 Tage danach.
8.2 Über die Aufteilung des Mobiliars haben sich die Parteien ausserhalb der vorliegenden Vereinbarung im gegenseitigen Einvernehmen bereits geeinigt. Jede Partei behält an den sich am Tage der Scheidungsverhandlung in ihrem Besitze befindlichen Gegenständen und Vermögenswerten alleiniges Eigentum.
8.3 Jede Partei übernimmt allfällige, am Tage der Scheidungsverhandlung auf sie lautende finanzielle Verpflichtungen zur ausschliesslichen Bezahlung.
8.4 Im Übrigen erklären die Parteien, dass sie güterrechtlich vollständig und per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt sind. Auf die Rückforderung der geleisteten Bevorschussung der Prozesskosten wird verzichtet.
9. Die Parteien ersuchen den Präsidenten des Zivilgerichts des Seebezirks, nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils die Pensionskasse von A._, F._, anzuweisen, vom Konto von A._, AHV Nr. ggg, einen Betrag von CHF 152‘088.90 auf eine von B._ zu bezeichnende Vorsorgeeinrichtung zu überweisen.
10. Die Parteien beantragen dem Gericht, dass über die Frage des nachehelichen Unterhaltes gerichtlich entschieden werde.
3. A._ wird verpflichtet, B._ für deren Unterhalt einen monatlichen, vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 2‘200.- zu bezahlen. Dieser Unterhaltsbeitrag wird indexiert und ist bis zum Eintritt von A._ ins ordentliche AHV-Alter geschuldet.
4. Die Prozesskosten werden A._ zu 2/3 und B._ zu 1/3 auferlegt.
Die dem Staat geschuldeten Gerichtskosten (Entscheidgebühr inkl. Auslagen) werden auf CHF 3‘000.- festgesetzt. Sie werden vom geleisteten Kostenvorschuss von A._ bezogen. B._ hat A._ einen Betrag von CHF 1‘000.- zu erstatten.
A._ hat B._ einen Betrag von CHF 3‘319.20 (inkl. 8% MwSt.) als Parteientschädigung zu entrichten.
D. a) Gegen diesen Entscheid erhob A._ mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 Berufung. Er stellt unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von B._ folgende Rechtsbegehren:
1. Die Berufung sei gutzuheissen.
2. Primär:
Ziffer 3 des Entscheids des Zivilgerichts des Seebezirks vom 27. September 2016 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sich die Ehegatten gegenseitig keinen Unterhaltsbeitrag schulden.
Subsidiär:
Ziffer 3 des Entscheids des Zivilgerichts des Seebezirks vom 27. September 2016 sei aufzuheben, der in Ziffer 3 festgesetzte Unterhaltsbeitrag sei zu reduzieren, der
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Unterhaltsbeitrag sei zu indexieren und sei bis zur effektiven Pensionierung von A._ geschuldet.
Zusätzlich sei eine Konkubinatsklausel mit folgendem Wortlaut ins Dispositiv aufzunehmen:
"Wenn B._ sechs Monate ununterbrochen in einer Lebensgemeinschaft (Konkubinat) lebt, wird der Unterhaltsbeitrag an sie ab dem siebten Monat um die Hälfte reduziert, sofern und solange das Konkubinat fortdauert. Geht das Konkubinat zu Ende, erfolgt wiederum die volle Zahlung der dazumal geschuldeten Höhe bis zum ordentlichen Zeitablauf."
3. Ziffer 4 des Entscheids des Zivilgerichts des Seebezirks vom 27. September 2016 sei aufzuheben und die erstinstanzlichen Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 3'000.- seien vollumfänglich B._ aufzuerlegen.
4. Ziffer 5 des Entscheids des Zivilgerichts des Seebezirks vom 27. September 2016 sei aufzuheben und B._ sei zu verpflichten, A._ eine Parteientschädigung zu entrichten.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt A._, das Beweisverfahren sei wieder zu eröffnen und es sei eine mündliche Verhandlung durchzuführen.
b) Mit Stellungnahme vom 14. Februar 2017 beantragt B._ unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von A._ primär die Abweisung der Berufung und subsidiär, dass der Betrag in Abänderung von Ziffer 3 des Dispositivs von CHF 2‘200.- durch ca. CHF 2‘000.- ersetzt werde.
c) Am 7. bzw. 8. März 2017 reichten die Parteien ihre Kostenlisten ein, wobei A._ die Gelegenheit nutzte, um seine Berufung zu ergänzen. B._ nahm am 14. März 2017 zur Ergänzung Stellung.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Mit Berufung anfechtbar sind namentlich erstinstanzliche Endentscheide, sofern der Streitwert in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). Als Wert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO).
Der Streitwert von CHF 10‘000.- ist vorliegend in Anbetracht des in Frage stehenden Unterhaltsbeitrags längstens erreicht. Im Übrigen ist auch der Streitwert von CHF 30‘000.-, der die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht gegen vorliegendes Urteil ermöglicht (Art. 51 Abs. 1 Bst. a und 74 Abs. 1 Bst. b BGG), gegeben.