# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be6b8858-1ad6-42c1-9338-94e6e1d9c220
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1976 geborene
X._
erlitt am 2. Juni 2019 in
Y._
einen Unfall, als sie bei der
Bestattung
ihrer Mutter, deren Leichnam in offenem Feuer verbrannt wurde, aufgrund des weichen Bodens um die
Feuerstelle herum aus
rutschte und stürzte, woraufhin sie
von mehreren Personen am
rechten
Arm
vom
Feuer
weg
gezogen wurde (Urk. 10/1, Urk. 10/8,
Urk. 10/50/1,
Urk. 10/58/2,
Urk. 1
S. 4).
Nachdem ein MRI
des
rechten Knies vom 20. Juni 2019 eine Aussen
menis
kus
läsion ergeben hatte (Urk. 10/18/4), führte der behandelnde Arzt, Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie, am 3. Juli 2019 eine Kniearthros
kopie durch (Urk. 10/23/3-4).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen
Leis
tungen (Urk. 10/15). Nachdem sie das Dossier ihrem Kreisarzt, Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, vorgelegt hatte (
Beurteilung
vom
5. September 2019
[Urk. 10/26]), informierte die Suva die Versicherte mit Schreiben vom 16. Septem
ber 2019 da
rüber, dass sie den Fall per 30. September 2019 abschliesse und einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen ablehne (Urk. 10/30).
PD Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Radiologie, führte am 24. September 2019 eine MR
Arthrogra
phie
der rechten Schulter durch
und
diagnostizierte
einen tiefen
bur
sa
seitigen
Einriss in die
Supraspinatussehne
(Urk. 10/56).
Am 11. Oktober 2
019 erschien die Versicherte bei der Suva zu einem persönlichen Gespräch (Aussen
dienstrapport vom 11. Oktober 2019 [Urk. 10/50]).
Am 5. November 2019 wurde
in der Universitätsklinik
C._
ein MRI am rechten Knie
durchgeführt und
eine
therapeutische Infiltration
vorgenommen
(Urk. 10/67
-6
9
).
Nach Vorlage des Dossiers
an ihren Kreisarzt Dr.
A._
(Beurteilung vom 8. November
2019 [Urk. 10/70/3]) teilte die Suva der Versicherten mit Schreiben vom 13. November 2019 mit, dass sie den Fall per 30. September 2019 abschliesse und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen ablehne (Urk. 10/72).
Nachdem die Versi
cherte den Erlass einer
anfechtbaren
Verfügung verlangt
hatte (Urk. 10/80),
hielt
die Suva
– nach erneuter Vorlage an Dr.
A._
(Beurteilung vom 27. Januar 2020 [Urk. 10/82])
–
auch
mit Verfügung vom 28. Januar 2020
am Fallabschluss
per 30. September 2019
fest
(Urk. 10/83). Die dagegen erhobene Einsprache vom 2
7. Februar 2020
(Urk. 10/92) wies die Suva, nach
abermaliger
Vorlage an
ihren Kreisarzt
(Stellungnahme
Dr.
A._
vom 10. März 2020 [Urk. 10/96]), mit
Ein
spracheentscheid
vom
8. Juni 2020 ab und entzog einer dagegen
gerichteten
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 = Urk. 10/100).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 9. Juli 2020 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom 8. Juni 2020 aufzuheben und es seien ihr die Kosten für Heilbehandlungen und Taggeldleistungen weiterhin auszurichten. Eventuell sei eine externe und unabhängige Begutachtung insbesondere hinsichtlich der Kausalität der heute bestehenden Beschwerden vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht beantragte die
Beschwerdeführerin
die Wiederherstellung der aufschie
benden Wirkung (Urk. 1 S. 2).
Ihrer Beschwerde legte
sie
einen Bericht von Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates sowie leitender Arzt am Spital
G._
,
bei,
worin
über einen am 12. Juni 2020 stattgehabten operativen Eingriff
an der
Rotatorenmanschette
orientiert wird
(Urk. 3/3).
Mit Beschwerdeantwort vom 13. Novem
ber 2020 schloss die Suva
– unter Beilage
einer weiteren kreisärzt
lichen Stell
ungnahme von Dr.
A._
vom 11
. November 2020 (Urk. 10/113) –
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).
Mit Verfügung vom 25. November 2020 wurde auf das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht eingetreten und das sinngemäss
e
Begehren um Erlass vor
sorg
licher Massnahmen abgewiesen
(Urk. 11)
.
Im Rahmen des zweiten Schriften
wechsels (vgl. Urk. 11) hielten die Parteien jeweils an ihren
bisherigen
Anträgen fest (Replik vom 12. April 2021 [Urk. 16]
;
Duplik vom 19. Mai 2021 [
Urk.
19
],
der
Beschwerdeführerin
zugestellt mit Verfügung vom 20. Mai 2021 [Urk. 20]
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird
sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Bes
se
rung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversiche
rers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungs
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, lieg
t die entsprechende Beweis
last –
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
–
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.3.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stel
lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete ihren Entscheid gestützt auf
die Einschät
zung ihres Kreisarztes Dr.
A._
damit, dass
es vorliegend durch den Unfall vom 2. Juni 2019 am rechten Knie und an der rechten Schulter zu keinen unfall
bedingten strukturellen Verletzungen gekommen sei. In beiden Gelenken hätten bereits vor dem Unfall erhebliche degenerative und verschleissbedingte Verände
rungen bestanden, die durch das Ereignis lediglich eine Zeit lang, nämlich für vier bis sechs Wochen, vorübergehend verschlimmert worden seien. Nach diesem Zeitpunkt hätten Unfallfolgen (Knieprellung und Schulterdistorsion) im Be
schwer
debild der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein
e Rolle mehr gespielt
.
Auch die intraoperativ erhobenen Befunde führten zu keinem anderen Ergebnis, zumal diese physiologisch in einem engen Zusammenhang stünden und unter Berücksichtigung der im Verlauf erhobenen Befunde nicht überwiegend wahrscheinlich unfallkausal seien. So hätten auch die
von Dr.
Z._
erhobenen Erstbefunde weder an der
Subscapularissehne
noch an der
Bizepssehne
einen pathologischen Befund ergeben und hätten diese Pathologien erst intra
operativ erhoben werden können, was klinisch einem Zufallsbefund entspreche. Insgesamt sei davon auszugehen, dass das Ereignis
vom 2. Juni 2019
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des krankhaften Vorzustandes geführt habe und der Status quo sin
e nach Zerrung spätestens nach sechs
Wochen erreicht gewesen sei.
Mit dem Erreichen des Status quo sine entfalle eine unfallbedingte Teilursächlichkeit der weiterhin anhaltenden B
eschwerden
(Urk. 2
, Urk. 9
, vgl. auch Urk. 19
).
2.2
Dahingegen vertritt die
Beschwerdeführerin
den Standpunkt, gestützt auf die
Be
urteilung
des Operateurs
, Dr.
D._
,
werde deutlich, dass es sich um eine durch das Unfallereignis verursachte Läsion der Sehne handle, welche die Operation im Juni 2020 notwendig gemacht habe. Die
Beschwerdeführerin
, als übergewichtige Frau, sei von mehreren Personen an einem Arm ruckartig aus einem Feuer ge
zogen worden. Es entspreche dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, dass eine solche Einwirkung auf den Körper den (glücklicherweise nicht vollständigen) Riss einer im Schulterbereich befindlichen Sehne bewirke. Der Status quo ante (oder sine) sei frühestens nach dem Verheilen der am 16. Juni 2020 erfolgten Operation erreicht worden
. Sollte das sachverständige Zeugnis des Operateurs nicht genüg
en, sei eine neue und unabhängige Beurteilung der Verletzung der
Beschwerde
führerin
notwendig, zumal bisher lediglich eine
nicht nachvollziehbare
Akten-Begutachtung
stattgefunden habe
und
schwerwiegende Widersprüche
innerhalb der vorliegenden Akten bestehen würden (Urk.
1
, Urk. 16
).
3.
3.1
Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Radiologie, hielt in seiner radiolo
gischen Beurteilung vom 20. Juni
2019
(MRI rechtes Knie)
folgendes fest
(Urk. 10/18/4)
:
-
Dysplasie der
Patellagleitlager
mit lateraler Neigung der Patella und deutlicher
osteochondraler
Läsion im lateralen Abschnitt des
femoro
pa
tellaren
Gelenk
s,
b
egleitende Affektion der
Synovia
sowie Kniege
lenk
erguss
-
Aussenmeniskusläsion mit F
ragmentierungen des Vorderhorns,
k
ein Nachweis
einer Läsion des Innenmeniskus
-
Chondrale
Läsion des medialen wie auch late
ralen
Femurkondylus
Grad II/III
-
Kein Nachweis einer Rup
tur der
ligamentären
Strukturen
-
Schmale Baker-Zyste
3.2
Dr.
Z._
führte bei der
Beschwerdeführerin
am 3. Juli 2019 eine Knie
arthros
kopie rechts mit Gelenktoilette, partieller
Synovectomie
mit
Plicaresektion
, par
tieller Meniskusresektion medial und lateral,
Mikrofracturing
Knorpelschaden
laterale
Trochlea
sowie
arthroskopischer
Entfernung des Knochenfragments d
urch (Urk. 10/23/3-4).
In seinem Operationsbericht vom 4. Juli 2019
stellte
er
folgende Diagnosen (Urk. 10/23/3):
-
Medialer Meniskusriss Übergang Vorderhorn/Zirkumferenz
-
Lateraler Meniskusriss Vorderhorn
-
Laterale Hyperkompression mit
chondralem
Schaden laterale mit Knorpel
glatze laterale
Trochlea
bei
Trochleadysplasie
-
Chondraler
Schaden
retropatellär
-
Distorsion mediales Seitenband (Grad I)
-
Bakerzyste
Knie rechts
3.3
Dr.
A._
hielt in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 5. September 2019 fest, der Unfall habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt, welche objektivierbar seien.
Die
am 20. Juni 2019
bildgebend dargestellten strukturellen Läsionen am Meniskus seien überwiegend wahrscheinlich degenerativer Natur, es handle sich um eine sogenannte
Delami
nierung
des Meniskus. Ebenso ergebe der intraoperative Befund das typische Bild einer beginnenden Gonarthrose mit Knorpelglatze an der
Trochlea
und
Chon
dromalazie
bis Grad III im lateralen Kompartiment. Zusammenfassend habe sich bildmorphologisch und intraoperativ der Gesamtbefund eines degenerativen Ver
schleissleidens im Bereich des rechten Kniegelenks ergeben. Begleitverletzungen, die eine plötzliche Verletzung des Meniskus begründen könnten, beispielsweise
Bandverletzungen durch die Überschreitung des natürlichen Bewegungsspiel
raums
des Kniegelenks, Knochenbrüche, Zeichen einer
meniskokapsulären
Separation oder Rissbildung in der hinteren Aufhängung des Meniskus als Zeichen einer
traumatischen Rissbildung würden bildgebend und intraoperativ nicht darges
tellt.
Der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Unfall vorliegen würde
, sei nach vier bis sechs Wochen erreicht, der Status quo sine nach Zerrung (Urk. 10/26/2
-3
).
3.
4
Gestützt auf
ein
am 24. September 2019 erstellte
s
MRI an der rechten Schulter erstattete
PD Dr.
B._
folgende Beurteilung (Urk. 10/56):
-
Tiefer
bursaseitiger
Einriss in die
Supraspinatussehne
(sagittal 13 mm) betreffend maximal 80 % der Sehnendicke
-
Wenig Ödem entlang dem
muskulotendinösen
Übergang sowie der
ante
rioren
Anteile der
Supraspinatussehne
-
Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
bei leichter
subakromialer
Impinge
mentkonfiguration
3
.5
In seinem Bericht vom 3. Oktober 2019 hielt Dr.
Z._
fest,
die
Beschwer
de
führerin
habe im Rahmen der
Rotatorenmanschetten
-Tests
bei der Prüfung der
Supraspinatussehne
Schmerzen angegeben. Die Abduktion sei gegen Widerstand abgeschwächt gewesen. Die Prüfung der
Infraspinatussehne
sei nicht patho
lo
gisch und die
jenige
der
Subscapularissehne
nicht schmerzhaft gewesen. Beim Test der langen
Bicepssehne
habe die
Beschwerdeführerin
keine Schmerzen angege
ben. Klinisch
hätten
sich kein
e
Hinweis
e
für Schultergelenk
s
pathologien im Sinne eine
Omarthrose
ergeben
.
Aufgrund der klinischen Tests und der Befunde mit
Impingement
und tiefer
bursaseitiger
Partialruptur der
Supraspinatussehne
werde vorerst mit Physiotherapie eine konservative Therapie durchgeführt, da die
Be
schwerdeführerin aktuell wegen ihren
Patellapathologien
noch deutlich Beschwer
den habe. Sollte sich keine Verbesserung unter konservativer Therapie einstellen, müsse
mit der
Beschwerdeführerin
allenfalls sekundär über einen operativen Eingriff gesprochen werden (Urk. 10/58/2-3).
3.
6
In seinem Sprechstundenbericht vom 5. November 2019 führte Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates sowie Oberarzt
a
n der Universitätsklinik
C._
, aus, die von der
Beschwerdeführerin
geklagten belastungsabhängigen Knieschmerzen bestän
den aufgrund der fortgeschrittenen
Chondropathie
retropatellär
mit Knorpel
glatze ebenda. Zudem bestehe auch linksseitig der Verdacht auf eine relevante
retropatelläre
Arthrose. Rechtsseitig bestehe zudem eine
Valgusachse
von fast 7° sowie ein TAGT
,
welcher mit 17 mm pathologisch
sei. Beides
seien
Faktoren, welche den Anpressdruck der Patella auf die
chondropathische
Facette deutlich vergrösserten. Die Schmerzzunahme durch den Eingriff werde im Rahmen einer nun aktivierten Arthrose interpretiert. In erster Linie werde eine diagnostisch therapeutische Kniegelenksinfiltration mit Steroiden vorgeschlagen, um die In
flammation zu reduzieren.
Die Muskulatur
soll
te
dann
mittels Physiotherapie und in Eigenregie auf dem Ergometer wiederaufgebaut werden. Im optimalen Fall werde ein Zustand wie prätraumatisch im Sinne einer stabilen
retropatellären
Arthrose erreicht. Sollte dies nicht mehr erreicht werden können und der Lei
dens
druck entsprechend sein, müsse eine
patellofemorale
Prothese evaluiert werden.
Eine Infektion als Ursache der Schmerzen sei klinisch
unwahrscheinlich (Urk. 10
/69).
3.7
Dr.
A._
hielt i
n seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 27. Januar 2020
fest
, die
Beschwerdeführerin
habe am 18. Juni 2019 erstmals in der Schweiz ärztliche Hilfe in Anspruch genommen und zu diesem Zeitpunkt über Beschwerden im rechten Kniegelenk geklagt. Verbrennungsfolgen seien nicht behandelt und Schulterbeschwerden nicht geklagt worden. Im Verlauf sei die
Beschwerde
führerin
am rechten Kniegelenk operiert worden,
wobei
erhebliche degenerative Veränderungen festgestellt und chirurgisch behandelt worden
seien
. Im weiteren Verlauf habe die
Beschwerdeführerin
über Schulterschmerzen rechts geklagt
.
Bei den mit Bildgebung vom 24. September 2019
dargestellten krankhaften Veränd
e
rungen handle es sich nach derzeitigem medizinischen Wissensstand mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit um bereits vor dem Ereignis vorhandene patho
logische Veränderungen, welche vorübergehend verschlimmert worden seien.
So habe in
der rechten Schulter
mit einem
bursaseitigen
Einriss der
Supraspinatus
sehne
, einer
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
sowie einer
Impingement
kon
figuration
und Bursitis
ein degeneratives Verschleissleiden vorgelegen
. Die Konti
nuitätsunterbrechung, im Befund als «
Bursaseitiger
Einriss» bezeichnet, finde sich an der Prädilektionslokalisation für Verschleiss aufgrund der Mind
erdurch
blu
tung in dieser Region.
E
s handle sich um eine abnützungsbedingte
Ablösung der Sehne durch Gewebe
verschleiss von ihrem Ursprung und nicht um einen
trauma
tischen Abriss der Sehne.
D
ie
Beschwerdeführerin
habe das Prädilektionsalter für Verschleiss erreicht. Das geschilderte Ereignis, am rechten Arm aus dem Feuer gezogen worden zu sein, sei nicht überwiegend wahrscheinlich geeignet gewesen, die dargestellten Pathologien herbeizuführen. Wäre es bei dem Rettungsmanöver zu einer Überschreitung der Belastbarkeit der Sehnenansätze gekommen, wären Schulterschmerzen aufgrund einer Sehnenzerreissung das Leitsymptom gewesen und es wäre zu einer zeitnahen Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe ge
kommen. Dies sei
vorliegend nicht der Fall gew
esen. Die Bildgebung sei knapp vier
Monate nach dem Ereignis veranlasst worden. Die von der
Beschwer
de
führerin
angegebenen Geräusche beim
Armzug
seien nicht auf allfällige 80%ige Rissbildungen zurückzuführen, da Par
t
ialrupturen nicht mit hörbaren «Reiss»-Geräuschen einherg
ingen
. Es habe somit ein degeneratives Verschleissleiden in der rechten Schulter vorgelegen. Bei dem Ereignis sei es zu einer Prellung oder Zerrung gekommen. Der Gesundheitszustand, wie er auch ohne Un
fall vorliegen würde, sei nach vier
bis
sechs
Wochen erreicht
worden
, der Status
quo sine nach Prellung/Zerrung
(Urk. 10/82/7-8
, vgl. auch Urk. 10/70
).
3.8
In seinem Sprechstundenbericht vom 26. Februar 2020
stellte
Dr.
D._
folgen
de Diagnosen (Urk. 10/90/1):
-
Posttraumatische Schulterschmerzen rechts mit Bursitis
subacromialis
bei
bursaseitiger
Supraspinatus
Partialruptur AC-
Arthropathie
-
Status nach Sturz am 2. Juni 2019
-
Belastungsabhängige, traumatisch aktivierte Knieschmerzen nach gleichem Sturz am 2. Juni 2019
-
Fortgeschrittene retropatellar Arthrose IV°
-
Status nach KAS und
Mikrofrakturierung
laterale
Trochlea
(Dr.
Z._
, 3. Juli 2019)
-
Belastungsabhängige Knieschmerzen links bei retropatellar Arthrose IV°
Der Sturz vom 2. Juni 2019 sei u
rsächlich für die persistierenden Schulter- und Knieschmerzen
. Es handle sich um posttraumatische Schulterschmerzen rechts bei MR-tomographisch nachgewiesener Partialruptur der
Supraspinatussehne
sowie AC-
Arthropathie
. Im
C._
sei eine
glenohumerale
Infiltration empfohlen worden. Dies werde als nächster Schritt ebenfalls als sinnvoll erachtet. Auch bei den Knieschmerzen handle es sich sehr wahrscheinlich um eine unfallbedingte Aktivierung der vorbestehenden
Chondropathie
mit einer Verschlechterung durch das operative Vorgehen. Hier sei mit der
Beschwerdeführerin
ein
femoropatellärer
Ersatz diskutiert worden. Dies sei bei persistierenden Beschwerden sicherlich die einzige Möglichkeit,
um
langfristig eine Verbesserung der Beschwerden zu erlan
gen (Urk. 10/90).
3.9
Am 12. Juni 2020 wurde i
m Spital
G._
eine Schulterarthroskopie mit
parti
eller
Rekonstruktion der
Subscapularissehne
durchgeführt. Im Operationsbericht vom 16. Juni 2020 hielt Dr.
D._
fest, intraoperativ hätte
n
sich eine
anteriore
Instabilität bei Oberrand-Läsion der
Subscapularissehne
sowie eine leichte Re
trak
tion und eine ansatznahe
intratendinöse
Rissbildung gezeigt.
Supr
aspinatus
sehne
und
Infraspinatussehne
seien intakt gewesen und es habe kein Anhalt für eine
transmurale
Ruptur bestanden.
Es habe
eine anatomische, stabile
Refixation
der
Subscapularissehne
erreicht werden können. Weiter habe sich eine Bursitis
subacromialis
sowie eine Sporenbildung
antero
laterales
Akromion
gezeigt, woraufhin eine
Akromioplastik
mit sparsamer Sporenabtragung vorgenommen worden sei.
Auch von
subacromial
habe sich kein Anhalt für eine
transmurale
Rissbildung gezeigt (Urk. 3/3).
3.10
Dr.
A._
führte
in seiner kreisärztlichen Beurteilung
vom 11. November 2020
aus, eine Teilkausalität in Bezug auf die chirurgisch adressierten Pathologien durch das Ereignis sei nicht überwiegend wahrscheinlich, sondern nur möglich. Durch
Längszug
auf den Arm komme es zu einer Zugbelastung auf alle Muskel
gruppen, welche das Schultergelenk umfassten, durch reflektorische/unwill
kür
liche Kontraktion dieser Muskeln werde ein Überschreiten des physiologischen Bewegungsspielraums verhind
ert, welches
einen Sehnen
(partial-)riss begründen könnte. Es käme sonst zu einer (Teil-)Verrenkung des Schultergelenks, da dieses vorwiegend muskulär stabilisiert werde und der Bandapparat eine untergeordnete Rolle spiele.
Die hochelastische Gelenkskapsel ermögliche den besten Bewegungs
umfang aller Gelenke des Menschen, mehr als 180° in allen Ebenen. Eine be
glei
tende Schädigung der Gelenkskapsel durch Überschreitung des natürlichen Be
wegungsspielraums durch Zug am Arm sei möglich bei einer erwachsenen Perso
n.
D
iese sei
aber
weder klinisch, bildgebend noch intraoperativ objektiviert worden, sodass davon ausgegangen werden könne, dass das Zugmanöver zu keiner
un
phy
sio
logischen
Überschreitung des Bewegungsspielraums und daraus folgend zu einer Teilzerreissung der
Su
bscapularissehne
geführt habe.
D
ie Muskelkontrak
tionsreflexe
hätten
das Schulter
gelenk ausreichend stabilisiert,
um der Zugbe
lastung entgegenzuhalten, ohne dass es zu einer richtung
s
gebenden Verschlim
merung im Sinne einer Partialruptur der
Subscapularissehne
gekommen sei. Dies
entspreche einem physiologischen und natürlichen Bewegungsablauf eines Läng
s
zug
e
s auf einen Arm gegen den Gewichtswiderstand des Körpers.
Die erhobenen Erstbefunde bei Dr.
Z._
hätten
weder an der
Subscapularissehne
noch an der
Bizepssehne
auf einen pathologischen Befund schliessen lassen.
Pathologien hätten erst intraoperativ erhoben werden können. Dies entspreche klinisch einem Zufallsbefund, versicherungsmedizinisch stehe dieser Befund nicht mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit dem Ziehen am Arm der
Beschwerdeführerin
.
Da nach derzeitigem medizinischen Wissensstand keine anderslautende Erklärung für die geklagten Beschwerden überwiegend wahr
scheinlich sei, werde weiterhin an der bisherigen Beurteilung festgehalten
(Urk. 10/
113/10-11
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte h
insichtlich des Ereignisses vom 2. Juni 2019
grundsätzlich ihre Leistungspflicht (Urk.
10/
15
). Stritt
ig und zu prüfen ist jedoch, ob sie
ihre Leistungen zu Recht mit der Begründung, die bestehenden Beschwerden seie
n nicht mehr unfallbedingt, per 30. September 2019
eingestellt hat.
4.2
Im angefochtenen Entscheid stützte sich d
ie
Beschwerdegegnerin
in
sbesondere auf die
fachärztlichen
Beurteilung
en
ihres Kreisarztes Dr.
A._
(Urk. 10/26, Urk. 10/70
, Urk. 10/82, Urk. 10/
96
)
. Nachdem sich Dr.
A._
in seiner ersten Stellungnahme vom
5. September
2019 ausschliesslich
mit den Beschwerden am rechten Knie befasst hatte,
bezog er in seine
hernach erstatteten Beurteilungen auch
die
erst später geklagte
Beschwerdesymptomatik an der rechten Schulter
mit ein
, womit sich die
selben
als für die streitigen Belange umfassend erweisen.
Die
kreisärztlichen
Beurteilung
en
wurde
n
in Kenntnis der relevanten
Vorakten
erstellt
, leuchten
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und
enthalten jeweils
eine
nach
voll
ziehbar
begründete
Sc
hlussfolgerung. Mit seiner im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens erstatteten Beurteilung vom 11. November
2020 (Urk. 10/1
13) bestätigte
Dr.
A._
seine
bisherige Einschätzung
auch nach
Kenntnisnahme der intraoperativen Befunde
vom 12. Juni 2020
(
vgl. Urk. 3/3
).
4.3
Nach dem Unfall begab sich d
ie
Beschwerdeführerin
erstmals
am 18. Juni 2019 in
ärztliche Behandlung (Urk. 10/7
, E. 3.7
). Die Behandlung beschränkte sich dabei auf die Beschwerdesymptomatik am rechten Kniegelenk
(vgl. Urk. 10/9, Urk. 10/18, Urk. 10/23/3-4). Diesbezüglich
ergibt sich aus der Einschätzung von Dr.
A._
vom 5. September 2019
, dass aufgrund der zeitnah zum Unfall
ereig
nis erstellten Bildgebung keine
zusätzlichen durch den Unfall verursachten struk
turellen Läsionen
am rechten Kniegelenk
objektiviert wurden. Die bildgebend dargestellten Pathologien führte er auf eine vorbestehende Gonarthrose
sowie auf eine
Delaminierung
des Meniskus
und damit auf ein degeneratives Verschleiss
leiden zurück (
E. 3.3
). Diese Einschätzung stützt sich auf die von
Dr.
E._
am 20. Juni 2019 erhobenen fachradiologischen Befunde
(
E. 3.1
)
, welche sich auch aufgrund der von Dr.
Z._
am 3. Juli 2019 erhobenen
intraoperativen Befunde
bestätigten
(Urk. 10/23/3-4).
Dr.
E._
hielt in seiner Beurteilung vom 20. Juni 2019 sodann
einleitend
fest, dass die
Beschwerdeführerin
bereits seit 4 Monaten
unter zunehmenden
Knieschmerzen l
eide (Urk. 10/18/4
)
, was ebenfalls als Indiz für einen krankhaften Vorzustand zu werten ist.
In
Übereinstimmung
mit der
kreisärztlichen
Beurteilung
führte auch Dr.
F._
die geklagten
Knieschmerzen
in seinem Sprechstundenbericht vom 5. November 2019
auf eine fortgeschrittene
Chondropathie
retropatellär
mit Knorpelglatze zurück
und hielt prognostisch fest, dass
optimalerweise
ein Zustand wie prätraumatisch im Sinne einer stabilen
retro
patellären
Arthrose erreicht werden könne (
E. 3.6
).
Eine fortgeschrittene
retropatelläre
Arthrose wurde sodann auch durch Dr.
D._
bestätigt (
E. 3.8
).
Der Schluss von Dr.
A._
auf eine vorwiegend degenerative Verursachung der strukturellen Schädigungen am rechten Kniegelenk und damit auf einen Vorzu
stand
erweist sich vor diesem Hintergrund als schlüssig und wurde im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
auch von Seiten der
Beschwerdeführerin
nicht in
Frage gestellt
(Urk. 1, Urk. 16).
4.
4
4.4.1
Die
Beschwerdeführerin
stützt den geltend gemachten Leistungsanspruch auf eine
Beschwerdesymptomatik
an der rechten Schulter (E. 2.2). Die nach dem Unfall vom 2. Juni 2019 aufgenommene orthopädisc
he Behandlung beschränkte sich –
wie b
ereits erwähnt (E. 4.3) –
auf die
persistierenden Knieschmerzen.
Auch
der Schadenmeldun
g vom 22. Juli 2019 (Urk. 10/1)
und
den Tel
efonnotizen vom 21.
respektive vom 26. August 2019
lassen sich keine Hinweise auf zeitnah zum Unfall aufgetretene Bewegungseinschränkungen oder sonstige Beschwerden an der rechten Schulter
entnehmen (Urk. 10/12, Urk. 10/19). Die
Beschwerdeführerin
gab sodann
selber
an,
sie habe nach dem Unfall nur wenig
Schmerzen an der rechten Schulter gehabt und solche
erstmals
im September 2019
anlässlich einer ärztlichen Konsultation wegen des Knies
beklagt
(Urk. 10/50/
1-
2
)
.
Dass bei der
Beschwerdeführerin
zeitnah zum Unfall keine erhebliche Beschwerdesymp
to
ma
tik
an der rechten Schulter
auftrat
, wertete Dr.
A._
als Indiz für einen dege
nerativen Vorzustand und begründete dies
nachvollziehbar
damit,
dass Schulter
schmerzen bei einer traumatischen Sehnenzerreissun
g das Leitsymptom gewesen wären
(
E. 3.7
).
Damit sind direkt nach dem Unfall einsetzende Beschwerden an der rechten Schulter nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit erstellt
und spricht der Verlauf
gegen eine Unfallkausalität der strukturel
len
Schäd
en
im Bereich des rechten Schultergelenks.
4.4.2
Im Weiteren sind gestützt auf die Akten zahlreiche degenerative Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
erstellt. So lässt sich aus der radiologischen Beur
teilung von PD Dr.
B._
vom 24. September 2019 eine
Tendinopathie
an der
Supraspinatussehne
,
eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
mit deutlich
erkenn
bar
er
Flüssigkeit in der Bursa sowie eine leichte
subakromiale
Impingement
-
Konfiguration entnehmen (Urk. 10/56).
Dr.
Z._
diagnostizierte
daraufhin eben
falls
ein
Impingementsyndrom
sowie eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
(Urk. 10/58).
Dr.
A._
nannte
in seiner Beurteilung vom 27. Januar 2020 die verschiedenen degenerativen Verschleisserscheinungen und fügte
ergänzend
hin
zu,
die Kontinuitätsunterbrechung der
Supraspinatussehne
finde sich an der Prädilektionslokalisation für Verschleiss aufgrund der Minderdurchblutung in dieser Region
. Ferner hätte sich keine begleitende Schädigung der Gelenkskapsel durch Überschreitung des natürlichen Bewegungsspielraums ergeben
(E. 3.7). Dr.
D._
führte
den
strukturellen
Schaden
und die Beschwerden in seinem
Bericht vom 26. Februar 2020 zwar
kausal
auf den Unfall vom 2. Juni 2019 zurück
, stellte
darin
aber nicht in Frage, dass sich –
wie von Dr.
A._
im
Einzelnen
dargelegt –
dem MRI vom 24. September 2019 zahlreiche degenerative Veränderungen an der
Rotatorenmanschet
te
entnehmen lassen (Urk. 10/90
).
Eine nachvollziehbare Begründung, weshalb die strukturellen Schädigungen an der
Rotatorenmanschette
auf den Unfall vom 2. Juni 2019 zurückzuführen sein soll
t
en
,
lassen sich dem Bericht von Dr.
D._
vom 26. Februar 2020
eben
so
wenig
entnehmen wie auch neue, bisher unberücksichtigte medizinische Tat
sachen (
vgl. Urk. 10/96).
Gleiches
hat
auch
für die von Dr.
D._
gegenüber dem Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin
erstatteten
mündliche
n Auskünfte
zu gelten
(
Urk. 1 S. 7, Urk. 16 S. 4).
Soweit die
Beschwerdeführerin
eine Unfallkausalität mit
von Dr.
D._
ge
nannten
«posttraumatischen Schulterschmerzen»
(E. 3.8) begründet
(Urk. 16 S. 6)
,
bedient sie sich
ein
er beweisrechtlich unzulässigen
Argumentation nach der Form
el «
post
hoc ergo
propter
hoc»,
welche zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Entgegen dem Dafürhalten der
Beschwer
deführerin
vermögen sodann auch die intraoperativen Befunde vom 12. Juni 20
20
– mit welchen sich
Dr.
A._
in seiner Beurteilung vom 11. November 2020 eingehend auseinandersetzte –
die kreisärztliche Beurteilung nicht in Frag
e zu stellen
. Dass
er
die am 12. Juni 2020 intraoperativ festgestellte Partialruptur der
Subscapularissehne
als Zufallsbefund qualifizierte und einen kausalen Zusammenhang zum Unfall vom 2. Juni 2019 verneinte
,
begründete
Dr.
A._
nachvollziehbar damit, dass
weder die von Dr.
Z._
erhobenen Erstbefunde («Prüfungen der
Subscapularissehne
ist nicht schmerzhaft», «keine Schmerzen bei Test der langen
Bicepssehne
» [Urk. 10/58/3]) noch die erstellte Bildgebung
(Urk. 10/56)
Hinweise für eine Pathologie
an der
Subscapularis
-
oder
an der
Bizepssehne
gezeigt hätten
(vgl. Urk. 10/
113/11).
Die von
Dr.
D._
erhobene leichte
Degenerat
ion am
Bizepsanker
sowie
die
Bursitis
subacromialis
(Urk. 3/3) bekräftigen sodann den kreisärztlichen Schluss auf einen degenerativen Vorzu
stand
.
4.4.3
Die Schlussfolgerung von Dr.
A._
, wonach die strukturellen Veränderungen am rechten Schultergelenk insgesamt als degenerativ zu beurteilen und nicht
überwiegend wahrscheinlich Folge der erlittenen
Prellung respektive
Zerrung sind
, erweist
sich in Anbetracht des Gesagten als begründet und nachvollziehbar.
Da
ran ändert auch der Umstand nichts, dass
Dr.
A._
die
Beschwerdeführerin
nicht persönlich untersucht hat,
zumal vorliegend bei an sich feststehendem medi
zinischem Sachverhalt die direkte fachärztliche Befassung mit der versi
cherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 mit Hinweis, 8C_855/2018 vom 14. März 2019 E. 6.1).
Entgegen dem Dafürhalten der
Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 1 S. 6 ff.
, Urk. 16 S. 4 ff.
)
vermögen die Berichte
von Dr.
D._
keine ernsthaften Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
kreis
ärztlichen
Beurteilung hervorzurufen. So begründete
Dr.
D._
insbesondere nicht, wes
halb
er
trotz den zahlreichen degenerativen Veränderungen au
f eine traumatische Ursache der strukturellen Schädigung an der
Rotatorenmanschette
schloss. Die –
erst Monate nach dem Unfallereigni
s einsetzenden (vgl. dazu E. 4.4.1
) – Be
schwer
den an der rechten
Schulter führte Dr.
A._
nachvollziehbar auf degenerative Veränderungen zurück
(Urk.
10/
113/10
)
und
stellen
damit kein Argument fü
r eine traumatische Ursache des strukturellen
Gesundheitsschadens
dar. Ebenfalls genügt
– wie von
Dr.
A._
in seiner Beurteilung
vom 11. November 2020
nach
vollziehbar begründet (vgl.
Urk. 10/113/11) –
das
Alter der
Beschwer
de
führerin
(vgl.
Urk. 1 S. 7
,
Urk. 16 S. 4 und S. 7
) nicht, um
mit überw
iegender Wahr
scheinlichkeit auf eine
trau
matische Ursache
des Gesundheit
sschadens schliessen zu können. Soweit die
Beschwerdeführerin
vorbrachte
, es entspreche dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, dass das ruckartige Ziehen einer überge
wichtigen Person an einem Arm von mehreren Personen aus einem Feuer, einen partiellen Riss einer im Schulterbereich befindlichen Sehne bewirke (Urk. 1 S. 8), vermag sie diese These nicht mit einer medizinischen Beurteilung zu unter
mau
ern.
Vor diesem Hintergrund und i
n Anbetracht
des Umstandes
, dass
es als
Un
fallmediziner ger
ade die Aufgabe von Dr.
A._
ist,
den Ursache-/Wir
kungs
zusammenhang zwischen einem Unfallereignis und einer vorhandenen (soma
tischen) Gesundheitsstörung zu klären und namentlich dazu Stellung zu nehmen, ob ein bestimmtes Unfallgeschehen nach unfallmedizinischer Erfahru
ng physio
lo
gisch geeignet war –
allenfalls a
ls blosse Teilursache, aber mit
über
wiegender Wahrscheinlichkeit –,
zur fraglichen Gesundheitsstörung zu führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_855/2018 vom 14. März 2019 E. 6.2.2)
, vermag die
Beschwer
deführerin
diesbezüglich nichts für sich zu gewinnen. Dies gilt umso mehr, als Dr.
A._
eingehend begründete,
weshalb der geschilderte Unfallmechanismus aus medizinischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet sei, eine Verletzung in der Form der eingetretenen zu verursachen (
E. 3.10
, vgl. auch Urk. 10/82/8
).
Zusammengefasst steht der kreisärztlichen Einschätzung einer degenerativen Verursachung der strukturellen S
chädigung
am rechten Schultergelenk und damit eines Vorzustands keine begründete abweichende medizinische Beurteilung ent
gegen und sind auch im Weiteren keine Gründe dafür auszumachen, um dieselbe in Frage zu stellen.
Bei dieser Aktenlage
sind weitergehende medizinisc
he Erhe
bungen
nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
4.5
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stum
mer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfall
versicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es ent
fällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch b
estehenden Beschwerden (Urteile
des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 un
d 4). Es ist daher gestützt auf
die versicherungs
medi
zini
sche
Beurteilung
von
Dr.
A._
mit ü
berwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
der Unfall vom
2. Juni 2019
zu keine
r
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit feststellbare
n strukturellen Verletzung
im rechten Schultergelenk
(E. 4.4)
oder dem rechten Kniegelenk (vgl. E. 4.3)
geführt hat, sondern
jeweils
lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes.
In Bezug auf die Folgen der
Knieprellung und der Schulterdistorsion
ist mit
Dr.
A._
vom Erreichen des Status quo sine spätestens 6 Wochen nach dem Unfall
, somit Mitte Juli 2019 auszugehen
(E. 3.7)
.
Vor diesem Hintergrund ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
den Fall auf den
30. Septem
ber 2019
abschloss.
4
.6
Da die über den 30. September 2019
hinaus geklagten Beschwerden vorwiege
nd, das heisst zu mehr als 50 %
auf Abnützung zurückzuführen sind, entfällt die Prüfung einer Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG ohne weiteres (vgl.
BGE
146 V 51 E. 9.2).
5.
Der angefochtene
Entscheid erweist sich damit als rechtens. Dies hat die Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde zur Folge.