# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3634cbc7-7ad4-43b9-ab4d-7967692cb886
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1970 geborene
X._
meldete sich am 5. November 2012
wegen Rückenbeschwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/2). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog d
ie IV-Stelle nebst den Akten der
Unfallversicher
ung
(
Urk.
7/9) einen Auszug aus dem indi
viduellen Konto bei (
Urk.
7/6) und holte Bericht
e
der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/11, 7/19-20, 7/22, 7/26, 7/32, 7/34, 7/35 und 7/41).
Zwischenzeitlich hatte sie mit Mitteilung vom 28. Dezember 2012 die Versicherte
darüber
infor
miert, dass die Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes abgeschlossen werde (
Urk.
7/15).
Mit Vorbescheid vom 20. August 2013 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/44). Daran hielt sie
– auf Einwand der damaligen Rechtsvertreterin von
X._
hin (
Urk.
7/71; vgl. auch
Urk.
7/46) – mit Verfügung vom 5. Februar 2014 (
Urk.
7/82 =
Urk.
2) fest.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 5. März 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien sowohl die Leistungen der Invalidenversicherung wie auch der Umstand, dass sie invalid sei, festzustellen (
Urk.
1/1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. April 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 15. April 2014 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Be
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgege
ben worden ist, wenn die Beschreibung der medizinischen Situation und Zu
sammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind
.
Der Arzt muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Diesen Anforderungen genügende Berichte regionaler ärztlicher Dienste können einen vergleichbaren Beweiswert haben wie ein Gutachten.
Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste (
RAD;
Urteil
des Bundesgerichts
9C_
286/2014 vom 8. August 2014 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen)
.
1.5
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2014 vom 8. August 2014 E. 3.3).
1.6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung damit, aus medizini
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig. Es bestehe damit keine wesentliche gesundheitliche Einschränkung in der
Ausübung der
bisheri
gen Arbeit, weshalb auch kein in
validisierender Gesundheitsscha
den vorliege (
Urk.
2 und
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich dem
g
egenüber auf den Standpunkt, sie könne
seit 2012 weder i
hre bisherige Arbeit
noch eine Verweistätigkeit
ausüben
. Ob ihr aufgrund der seit September 2013 ausge
führten
Therapiemassnahmen
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar sei,
sei
durch die
Beschwerde
gegnerin
ungenügend abgeklärt worden
. Dies sei daher
nachzuholen
(
Urk.
1/1).
3
.
3.1
Der behandelnde
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, stellte am 12. Dezember 2012 (
Urk.
7/11/1-4) folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Lendenwirbelsäulen
- und
Sakrumkontusion
mit
t
raumatischer
Diskusprotrusion
LWK5/S1
m
öglicher Neuroirritation L5 und S1
d
iskreter Parese
Musculus
gluteus
maximus
links (MRI
2.
Juli 2012)
Er berichtete von einem
Sturz
der Beschwerdeführerin
am 30. April 2012
auf das Gesäss
(vgl.
Urk.
7/9/6-7)
und attestierte seit dem Sturzereignis
bis am
16. Mai 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Vom 17. Mai bis am 30. No
vember 2012 bescheinigte er eine Arbeits
un
fähigke
it von 50
%
und
im Dezem
ber 2012
wieder eine solche von 100
%
.
Er führte aus, aktuell bestehe eine ver
minderte Leistungsfähigkeit
und eine zwischen 50
%
und 100
%
schwankende (wohl) Arbeitsunfähigkeit
, wobei längerfristig von einer
Erhöhung der Einsatz
fähigkeit auszugehen sei (S. 2 f.).
3.
2
Die am 25. Januar 2013 in der
Z._
durchgeführte MR-
Arthrograph
ie
des rechten Hüftgelenks
zeigte
eine deutliche Offset-Störung
an
terior
mit verminderter Taillierung und einem hochpathologischen Alphawinkel aufgrund von
osteophytären
Appositionen, welche sowohl dorsal als auch vent
ral zur Darstellung kommen. Gleichzeitig war
en
eine fortgeschrittene
Chondropathie
femoral
posterior
und kranial
acetabulär
posterior
mit zum Teil bis knapp und zum Teil bis auf die
subchondrale
Knochenlamelle reichenden Defektzonen und ein breiter basisnaher Einriss des
Acetabulums
anterior
und
anterosuperior
von circa 10-1 Uhr reichend mit angrenzender
polylobulierter
paralabraler
Ganglionzystenbildung
ersichtlich
(
Urk.
7/22 S. 2).
3.3
Die an der
A._
tätigen PD
Dr.
med.
B._
, Chefarzt Ortho
pädie
,
und
Dr.
med.
C._
, Assistenzart Orthopädie, diagnostizierten am 13. März 2013 eine beginnende bis mässige Dysplasie-
Coxarthrose
rechts und eine Hüftdysplasie links.
Aufgrund der bereits eingetretenen degenerativen Schädigungen sahen sie keine Indikation mehr für ein gelenkerhaltendes opera
tives Vorgehen im Sinne einer
periacetabulären
Osteotomie (PAO).
Sie empfah
len der Versicherten daher
symptomatische Massnahmen
(bedarfsweise Schmerzmittel und Kortison-
Infiltration) und bei entsprechendem Leidensdruck die Implantation einer Hüfttotalprothese (
Urk.
7/26/1-2 S. 1).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
von der
E._
nannte am 16. Mai 2013 (
Urk.
7/32) nachstehende Diagnosen mit Auswir
kung auf die
Arbeitsfähigkeit
(S. 1):
Hypermobiles
Sakroiliakalgelenk
(SIG) rechts und SIG-Dysfunktion links
in regelmässiger
osteopathischer
Behandlung
Hüftimpingement
rechts mit Ausstrahlung in die rechte untere Extremi
tät und inguinal
bei
ultrasonographischem
Nachweis
eines
Labrumriss
es
mit
paralabra
lem
multizystischem Ganglion rechts
Arthro
-MRI zur Bestimmung des Ausmasses der Ruptur Januar 2013
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er folgenden Diagnosen zu (S. 1):
Status nach linksseitige
r
lumbospondylogene
r
, gegebenenfalls auch inter
mittierend retrospektiv-
lumboradikulärer
Schmerzausstrahlung
bei multisegmentaler Facettengelenksarthrose LWK4 bis SWK1,
Osteo
chondrose
L5/S1,
geringgradige
Protrusion
des Diskus LWK5/SWK1 mit Kontakt zu S1-Wurzel links und
intraforaminal
L5 links
Status nach
epiduraler
Infiltration mit 80 mg
Kenacort
L4/L5, Dr.
F._
in
G._
aktuell
oligosymptomatisch
Anamnestisch
Hypoferritinämie
Seinem Bericht kann entnommen werden, dass
bei der Beschwerdeführerin nach ihrem Treppensturz im April 2012
lumbosakrale
und linksbetonte Schmerzen aufgetreten sind. Dies habe
– so
Dr.
D._
–
zu einer MR-Abklärung des SIG und der Lendenwirbelsäule (LWS) geführt. Eine SIG-Pathologie habe aus
geschlossen werden können und an der LWS hätten si
ch
die in der
Diagnose
liste
erwähnten Befunde gezeigt. Zu Beginn
hätten
lumbosakrale
Beschwerden
und eine SIG-Dysfunktion links bestanden, was anamnestisch unter anderem mittels Osteopathie und
nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR) therapiert worden sei. Zudem seien auch wahrscheinlich intermittierend
diskogene
Schmerzen und eine
radikuläre
Komponente auf der linken Seite bei nachge
wiesener
Osteochondrose
lumbosakral
und Kontakt zur L5- und S1-Wurzel durch
Bandscheibenprotrusionen
aufgetreten
. Aus diesem Grund sei durch
Dr.
F._
,
G._
, eine
epidurale
Infiltration durchgeführt worden.
Dr.
D._
berichtete weiter, i
n den letzten Monaten vor der
Erstkonsulta
tion
am 21. Dezember 2012 habe die Beschwerdeführerin zunehmend unter un
dulierenden Schmerzen mit Betonung am Abend auf Höhe des SIG rechts gelit
ten. Am
linken SIG und im linken Bein würden keine Beschwerden mehr beste
hen. Vordergründig sei ein inguinaler Schmerz
rechts. D
urch ihn sei keine Ar
beit
sunfähigkeit attestiert worden. Er empfahl die Durchführung einer Evalua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; S.
1
f.).
3.5
PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
I._
, diagnostizierte am
2.
April 2013 eine beidseitige
Co
x
arthrose
als Folge einer Dysplasie rechts mehr als links.
Er berichtete von einem Grenzbereich zwischen gelenkerhaltendem und gelenkersetzendem Vorgehen. Er bezeichnete eine ein- oder zweimalige
fluoroskopisch
- oder
sonographisch
-ge
stützte Infiltration der rechten Hüfte mit einer längerfristigen palliativen Bes
serung als vorteilhaft. Perspektivisch würde er
endoprothetisch
vorgehen (
Urk.
7/35).
3.6
In seiner aufgrund der Akten verfassten Stellun
gnahme vom 9. Juli 2013 berich
tete
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, vom
RAD
, bei der Beschwerdeführerin seien verschiedene somatische
Ge
sundheitsschäden
mit einer sich daraus ableitenden Einschränkung der funktio
nellen Leistungsfähigkeit ausgewiesen. Es habe eine
zunächst ätiologisch unge
klärte
, komplexe
Symptomatik unter Einbezug der rechten Hüfte, des
Iliosakral
gelenks
(ISG) und der LWS bestanden. Zwischenzeitlich habe sich die lumbale Schmerzsymptomatik gebessert („
oligosymptomatisch
“) und die Ursache der Hüftbeschwerden sei geklärt.
Eine entsprechende Therapie in Form symptoma
tischer Massnahmen oder – bei entsprechendem Leidensdruck – eines
endopro
thetischen
Ersatzes des rechten Hüftgelenks sei von zwei Kliniken empfohlen worden. Es sei jedoch nicht bekannt,
zu welcher Art von Therapie sich die Be
schwerdeführerin entschieden habe
(
Urk.
7/42 S. 5).
4.
4.1
Aus den zitierten medizinischen Akten geht hervor,
dass
sich
die nach dem
Sturz
ereignis
vom April 2012 im Vordergrund gestandene
lumbale Schmerzsymptomatik
zwischenzeitlich
gebessert hat und für keine Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit (mehr) verantwortlich gemacht werden kann. So mass Dr.
D._
den entsprechenden Befunden in seinem Bericht vom
16. Mai 2013
auch
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (Urk.
7/32 S.
1
; siehe auch Urk. 7/34/3-6
Ziff.
19a
)
und
Dr.
Y._
stellte in Bezug auf den Rücken auch keine Diagnose mehr (
Urk.
7/41 S. 2)
.
Nachdem z
unächst Unklar
heit
en
bezüglich der
Ursache
der Hüftbeschwerden der Beschwerde
f
ührerin be
standen hatte
n
, stellten die behandelnden Ärzte übereinstimmend die Diagnose einer
beidseitigen Hüftdysplasie. Als Folge davon erhoben die Ärzte der
A._
eine beginnende bis mässige
Coxarthrose
rechts (
Urk.
7/26/1-2 S. 1), wohingegen
PD
Dr.
H._
eine
beidseitige
Coxarthrose
konstatierte
(
Urk.
7/35).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äusserten sie sich nicht.
Dr.
J._
wiederum
ging
in einer körperlich leichten Tätigkeit, die über
wiegend im Sitzen mit der Möglichkeit, aufzustehen und kurze Strecken zu ge
hen
,
ausgeführt werde, ohne Bücken, Hocken, Kauern und Knien, ohne häufiges Treppensteigen
oder lange Arbeitswege von
eine
r
uneingeschränkte
n
Arbeitsfä
higkeit
aus
. Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tä
tigkeit könne er keine Stellung nehmen, da ihm diese nicht bekannt sei (
Urk.
7/42 S. 5).
4.2
Die Stellungnahme des RAD stammt von einem Facharzt und genügt den
beweis
rechtlichen
Anforderungen an
einen
medizinische
n
Bericht.
Aufgrund der Natur der Beschwerden
kam
Dr.
J._
zum nachvollziehbaren Schluss, dass
die vorhandenen Befunde keine zeitliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit in dem von ihm formulierten Belastungsprofil zu begründen vermögen.
Dass dem RAD-Arzt die bisher ausgeübte Tätigkeit nicht bekannt war, schmälert den
Be
weiswert
des Berichts vom 9. Juli 2013
ebenso wenig
wie der Umstand, dass er
nicht selber eine klinische Untersuchung durchgeführt und diesbezüglich ins
besondere auf die Einschätzung durch die Ärzte der
A._
und von PD
Dr.
H._
abgestellt hat
(vgl.
Urk.
1 S.
4
). Denn
es ist
nicht zwingend erfor
derlich, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) führt der RAD für die Beur
teilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs nur
bei Be
darf selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab.
Dies gilt ins
besondere, wenn es im Wesentlichen um die
Beurteilung
eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1)
, was vorliegend angesichts der
wei
testgehend übereinstimmenden und
unumstrittenen somatischen Befunde der Fall ist
. Das v
on
Dr.
J._
erhobene Anforderungsprofil wird denn auch von Dr.
Y._
insoweit bestätigt, als er eine leichte, wechselbelastende
Arbeit
ebenfalls f
ür zumutbar hält.
Die
aufgeführte
zeitliche Begrenzung
der Tätigkeit
begründet
der behandelnde
Arzt
nicht näher, wobei angesichts
des Profils einer überwiegend sitzenden Tätigkeit eine solche auch nicht einzusehen ist (
Urk.
7/
41 S. 8). Aufgrund
der schlüssigen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern die
Durchführung einer
EFL
(vgl. Urk.
1 S.
4 und S. 6
)
respektive eine Begutachtung (
Urk.
1 S. 7)
neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d mit weiteren Hinweisen).
Diesbezüglich bleibt zu ergän
zen, dass der RAD eine eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vornehmen darf, ohne sich auf einen anderen Facharzt
zu
berufen. Zudem ist es nach
Art.
59 Abs.
2
bis
IVG und
Art.
49 IVV
gerade die gesetzlich vorgesehene Auf
gabe des RAD, die Leistungsfähigkeit zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 1
4.
Juli 2009 E. 5.3, siehe auch E. 4.1 und E. 4.2).
4.3
Die diversen, keine Angaben zum Befund enthaltenden
und unbegründeten
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
der
Allgemeinmed
izi
ner
der
K._
in
G._
(
Urk.
3/2,
7/1 S. 7-23, 7/17 S. 8-28, 7/20, 7/26 S. 9-
11, 7/37-38,
7/56-59, 7/77 und 7/79-80) tun der Beweiskraft der Beurteilung des RAD-
Facha
rztes keinen Abbruch.
Sie sind im Übrigen an die Arbeitgeberin der Beschwerdefüh
rerin gerichtet, beziehen sich daher einzig auf die Arbeitsfähigkeit in der bishe
rigen Arbeit und äussern sich
daher
nicht zum funktionellen Leistungsvermögen in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit
.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging demnach zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in einer dem von RAD-Arzt
Dr.
J._
formulierten Anforderungsprofil entsprechenden Tätigkeit aus
, zumal es der Beschwerdeführerin möglich ist, ein bis zwei Mal pro Monat Termine bei ihrem Hausarzt in
G._
wahrzunehmen (
Urk.
7/76)
. Für eine gewisse, der Beschwerdeführerin mögliche Mobilität spricht auch der
Umstand, dass sie sich einen Vier-Rollen-Koffe
r beschafft hat (
Urk.
1/1 S. 6)
und nach eigenen Angaben im November 2012 trotz der attestierten Ar
beitsunfähigkeit von 50
%
zu 80
%
gearbeitet hat (
Urk.
7/7/4)
.
Ob
das betref
fende Anforderungsprofil
die bisherige
Arbeit
der Beschwerdeführerin bei der
L._
–
deren Belastungsprofil
von der Beschwerdegegnerin nicht
eingehend abgeklärt wurde –
umfasst, kann offen bleiben, wenn
im
Ver
gleich des bei der
nämlichen
Firma erzielten
Einkommens ohne Behinderung mit einem d
en gesundheitlichen Einschränkungen Rechnung tragenden
Er
werbse
inkommen
ein
rentenausschliessende
r
Invaliditätsgrad
resultiert
(vgl.
E. 1.2 und E. 1.4)
.
Hiezu
ergibt sich Folgendes:
5.2
5.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch
BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Es besteht kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, an
statt auf die Tabelle TA1 auf die Tab
elle TA7 („
Monatlicher Bruttolohn [Zen
-
t
ralwert
] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Ver
sicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008
IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das
Heranziehen der Tabelle TA11 („
Monat
licher Bruttol
ohn [Zentralwert und
Quar
tilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zu
sammen") an
gezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S.
163, 8C_6
71/2010 vom 25. Februar 2011 E.
6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_841/2013 vom 7.
März 2014 E. 4.2
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4
).
5.2.2
Nachdem die Beschwerdeführerin in den Jahren 1986 bis 1993 die Höhere Han
delsschule/Wirtschaftsfachschule mit dem Abitur (Fachhochschulreife) und eine kaufmännische Ausbildung zur Gross- und Handelskauffrau abgeschlossen hatte, besuchte sie ab 1993 die
Universität
M._
und studierte Wirtschafts
wissenschaften. 1997 wurde sie als Kauffrau diplomiert. Danach
folgten meh
rere Anstellungen in verschiedenen Branchen (Kosmetik/Luxusgüter, Ge
tränke/Gastronomie, Konsumgüter,
Pharma
und Strategieberatung
). In ihren letzten beiden
S
tellen arbeitete sie als Marketing
Director
bei
N._
und berichtete dem Geschäftsführer und dem Verwal
tungsrat respektive war für den Aufbau der Abteilung Trademarketing bei
O._
verantwortlich und war der Geschäftsführung unterstellt
(
Urk.
3/4-5 und
Urk.
7/2 S. 4
)
. Aufgrund
des von
Dr.
J._
formulierten
Anforderungspro
fils
, das die Ausübung von qualifizierten Tätigkeiten zulässt
,
und
der Ausbil
dung der Beschwerdeführerin
kann
für die Bestimmung des
Invalideneinkom
mens
auf die Tabelle TA11 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und
Quartil
bereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stellung und Geschlecht, privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund]
zusammen) abgestellt werden
.
Vor dem Hinter
grund ihrer
langjährigen
beruflichen Tätigkeit
mit Führungsaufgaben und
Bud
getverantwortung
in verschiedenen
Wirtschaftszweigen rechtfertigt es sich, vom Anforderungsniveau 1+2 (oberstes, oberes u
nd mittleres Kader) auszugehen. So dürfte sie aufgrund ihrer
breiten
beruflichen Erfahrung und ihrer intellektuellen Fähigkeiten durchaus in der Lage sein, nebst einer Aufgabe im Marketing auch in einem neuen Aufgabenbereich anspruchsvolle Arbeiten in leitender Funktion erfolgreich auszuführen.
Ein Anhalt da
für ist ihre
Tätigkeit
als Geschäftsführe
rin des Startups
L._
.
Bei einem anrechenbaren Monatslohn von
Fr.
9‘250.-- (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) ergibt sich aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von
41.7 Stunden pro Woche im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 88 Tabelle B 9.2) und angepasst an die Entwick
lung der Nominallöhne der Frauen von 2‘579 Punkten im Jahr 2010 auf 2‘648 Punkte im Jahr 2013 (Die Volkswirtschaft 3/4-2015, S. 89
Tabelle B
10.3) im für den Einkommensvergleich massgebenden Jahr 2013 ein Bruttoeinkommen von Fr.
118‘813.
--.
5.3
Von der Beschwerdeführerin wird im Beschwerdeverfahren ohne genauere Be
gründung vorgebracht, dass sie im Gesundheitsfall
Fr.
8‘500.-- pro Monat ver
dienen könnte, was
sowohl mit den von ihrer Rechtsvertreterin im
Vorbescheid
verfahren
gemachten Angaben (
Fr.
6‘800.-- monatlich) wie auch den im von ihr unterzeichneten Arbeitgeberfragebogen (
Fr.
60‘000.-- bis Fr. 90‘000.-- jährlich)
im Widerspruch steht
(
Urk.
3/13
Ziff.
2.11 und
Urk.
7/71 S. 2).
Wie es sich da
mit verhält
,
braucht indes nicht weiter geprüft zu werden.
Denn s
elbst
wenn der Invaliditätsberechnung ein monatliches Einkommen von Fr. 8‘500.
-- und damit ein
– trotz fehlender Hinweise in den Akten zu
Gunsten
der Beschwerdeführerin
auf 13
Monatslöhnen basierendes –
Valideneinkommen
von
Fr.
110‘500.-- zu
Grund
e
gelegt würde, ergibt sich bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
118‘813
.-- kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
9
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).