# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 56034910-5dac-5f42-91d1-58a19cbdb8fe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene X._ nahm am 29. Juni 2009 Wohnsitz in Zü
rich (Urk. 11/3). Am 18. Oktober 2009 stellte sie bei der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich (im Folgenden: Gesundheitsdirektion) den Antrag auf Be
freiung von der Krankenversicherungspflicht (Urk. 11/1). Diese wies den Antrag mit durch Einspracheentscheid vom 8. Februar 2010 bestätigter Verfügung vom 3. November 2009 ab (Urk. 11/1). Das hierauf von der Gesuchstellerin angeru
fene hiesige Gericht bestätigte den Entscheid der Gesundheitsdirektion mit Ur
teil vom 15. August 2011 im Prozess Nr. KV.2010.00019 (Urk. 2 = Urk. 11/1). Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 27. April 2017 stellte X._ erneut den Antrag um Befreiung von der Krankenversicherungspflicht (Urk. 11/2). Die Gesundheitsdirektion ant
wortete ihr am 2. Juni 2017, dass das hiesige Gericht über die Befreiung mit Urteil vom 15. August 2011 rechtskräftig entschieden habe, weshalb sie nicht darauf zurückkommen könne (Urk. 11/4). Gleichentags überwies sie die Sache an das hiesige Gericht (Urk. 1/1).
Nachdem X._ auf entsprechende Aufforderung des Gerichts hin (vgl. Urk. 4) ihr Gesuch um Befreiung von der Krankenversicherungspflicht am 23. Juni 2017 wiederholt hatte (Urk. 6), beantragte die Gesundheitsdirektion am 23. August 2017 die Abweisung des Revisionsgesuchs (Urk. 10), was der Ge
suchstellerin am 25. August 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
3
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (
KVG
)
muss sich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz innert drei Monaten nach der Wohn
sitznahme in der Schweiz für Krankenpflege versichern (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Ausnahmen von der Versicherungspflicht vorsehen (
Abs.
2).
Namentlich können Personen vom Versicherungsobligatorium befreit werden, wenn eine Unterstellung unter die schweizerische Versicherung für sie eine klare Ver
schlechterung des bisherigen Versicherungsschutzes oder der bisherigen Kos
tendeckung zur Folge hätte und sie sich aufgrund ihres Alters und/oder ihres Gesundheitszustandes nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bis
herigen Umfang zusatzversichern können
(
Art. 2 Abs. 8 der Verordnung über die Krankenversicherung, KVV).
Die Voraussetzungen zur Befreiung vom Versicherungsobligatorium müssen im Zeitpunkt der Unterstellung unter das schweizerische Versicherungsobligato
rium erfüllt sein.
1.2
Die Gesuchstellerin nahm am 29. Juni 2009 Wohnsitz in der Schweiz (vgl. Urk. 11/3). Die Unterstellung unter das schweizerische Versicherungsobligato
rium fiel somit auf Juni 2009. Mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil vom 15. August 2011 entschied das hiesige Gericht, dass die Voraussetzungen zur Befreiung von der Krankenversicherungspflicht bei der Gesuchstellerin nicht erfüllt seien (Urk. 11/1 Dispositiv-Ziffer 1 i.V.m. E. 3.6). Eine Überprüfung die
ses Entscheids ist nur auf dem Wege der Revision zulässig.
2.
2.1
Gemäss Art. 61 lit. i des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-ver
sicherungsrechts (ATSG) muss die Revision von Entscheiden wegen Entdeckung neuer Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen gewährleistet sein. Art. 61 lit. i ATSG legt die für das kantonale Gerichtsverfahren massgebenden Revisionsgründe fest, überlässt aber die Ausgestaltung des Revisionsverfahrens im Übrigen dem kantonalen Recht (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Art. 61 N 229).
2.2
Nach § 29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) kann ge
gen rechtskräftige Entscheide des hiesigen Gerichts von den am Verfahren Be
teiligten Revision verlangt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffinden, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnten (lit. a), wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen (lit. b) oder wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte oder das Ministerkomitee des Europarates eine Individualbeschwerde wegen Verletzung der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und deren Protokolle gutheisst und eine Wiedergutmachung nur durch eine Revision möglich ist (lit. c).
2.3
Beweismittel im Sinne von § 29 lit. a GSVGer haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Entschei
dend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hiervon Kenntnis ge
habt hätte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Tatbe
standswürdigung, sondern der Tatbestandsermittlung dient. Es genügt daher beispielsweise nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet, vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entschei
dungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheids genügt es nicht, dass ein Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils bekannten Tatsachen nachträglich andere Schlussfolgerungen zieht als das Gericht. Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherwiese unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbe
wiesen blieben (Spross in: Zünd/Pfiffner Rauber [Hrsg.], GSVGer, 2. Auflage, Zürich 2009, § 29 N 8).
2.4
Gemäss § 30 GSVGer ist das Revisionsgesuch innert 90 Tagen, von der Entde
ckung des Revisionsgrundes an gerechnet, beim Gericht schriftlich einzureichen (Abs. 1). Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revisionsgesuch nur noch aus den in § 29 lit. b und c GSVGer genannten Gründen zulässig (Abs. 2).
3.
3.1
Zur Begründung ihres Gesuchs führte die Gesuchstellerin zusammengefasst an, sie habe mittlerweile das 55. Altersjahr erreicht. Die Krankenversicherungsprä
mien seien hoch und sie habe im Jahr 2016 lediglich einen Einkommensverlust erzielt. Eine Besserung der Einkommenssituation sei nicht zu erwarten. In einem ähnlich gelagerten Fall sei ein Gesuchsteller von der Krankenversicherungs
pflicht befreit worden.
3.2
Mit ihren Vorbringen macht die Gesuchstellerin nichts geltend, was auf eine fehlerhafte Entscheidung im Jahre 2011 hinweisen würde. Das neu vorgebrachte Sachverhaltselement des vollendeten 55. Altersjahres ist keine Tatsache, welche sich bereits im Hauptverfahren verwirklicht hatte. Auch liegen keine neuen Be
weismittel vor, die bereits im Hauptverfahren vorhanden gewesene, aber nicht als erwiesen erachtete Tatsachen stützten würden.
Insoweit die Gesuchstellerin geltend macht, sie habe Kenntnis von Fällen, bei denen der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht stattgegeben wurde, vermag sie hieraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
3.3
Nachdem kein Revisionsgrund ersichtlich ist, ist das Revisionsgesuch abzuwei
sen.