# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 01551b91-0f8a-44fe-a083-0c200f6f4b29
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1967, reiste im Juli 1999 aus dem damaligen Serbien und Montenegro in die Schweiz ein (Urk. 6/2). Seit Mai 2003 arbeitete er als Hilfsarbeiter bei der Y._ (Urk. 6/8). Am 29. August 2006 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf ein Hirntumorleiden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Mit Verfügung vom 13. Februar 2007 verneinte sie einen Anspruch des Versicherten auf eine Hilflo
senentschädigung (Urk. 6/22). Mit Verfügung vom 18. April 2007 sprach die IV-Stelle ihm mit Wirkung ab dem 1. August 2006 bei einem ermittelten Inva
liditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu (Urk. 6/24).
1.2
Am 15. September 2008 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an (Urk. 6/26). Am 28. Oktober 2008 klärte die IV-Stelle ab, ob beziehungsweise in welchem Aus
mass er im Sinne des Gesetzes als hilflos zu betrachten ist (Bericht vom 5. November 2008, Urk. 6/32). Mit Verfügung vom 12. Januar 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. September 2007 eine Hilflo
senentschädigung schweren Grades zu (Urk. 6/37-38).
1.3
Mit Schreiben vom 6. November 2009 teilte die Gemeinde Z._ der
IV-Stelle mit, dass der Versicherte wiederholt beim Einsteigen in den Bus ohne Begleitung gesehen worden sei. Es sei deshalb zu überprüfen, ob er die Voraus
setzungen für eine Hilflosenentschädigung schweren Grades immer noch erfülle (Urk. 6/39). Daraufhin leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein, im Rah
men dessen der Anspruch des Versicherten auf die bisherige ganze Rente mit Mitteilung vom 23. März 2010 bestätigt wurde (Urk. 6/51). Am 25. März 2010 klärte die IV-Stelle wiederum ab, ob beziehungsweise in welchem Ausmass der Versicherte im Sinne des Gesetzes als hilflos zu betrachten ist (Bericht vom 10. Mai 2010, Urk. 6/52). Mit Mitteilung vom 5. Mai 2010 bestätigte sie auch den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung schweren Grades (Urk. 6/54). Anlässlich eines neuerlichen im Oktober 2010 eingeleiteten Revisionsverfahrens hielt die IV-Stelle mit Mitteilung vom 12. Oktober 2010 fest, dass der Versi
cherte nach wie vor Anspruch auf die bisherige ganze Rente habe (Urk. 6/58; dies, ohne dass neue Arztberichte eingeholt wurden. Die Revision war eingelei
tet worden, weil das Revisionsdatum nicht ausgetragen worden war; vgl. Urk. 6/57).
1.4
Mit Schreiben vom 27. September 2011 teilte die Gemeindeverwaltung Z._ der IV-Stelle mit, dass der Versicherte im Zeitraum vom 4. Februar bis zum 7. September 2011 etliche Male auf der Gemeindeverwaltung erschienen und die Angelegenheiten alleine und völlig selbständig erledigt habe. Es sei deshalb nochmals zu überprüfen, ob er die Voraussetzungen für eine Hilflo
senentschädigung schweren Grades noch erfülle (Urk. 6/78). Im Oktober 2011 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein und nahm den Bericht der Klinik für Neurochirurgie des A._ vom 3. April 2012 (Urk. 6/66) und den Bericht von Dr. med. B._, FMH Innere Medizin, vom 19. April 2012 (Urk. 6/67) zu den Akten. Vom 5. Juli 2013 bis zum 29. Januar 2014 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle an insge
samt sieben Tagen observiert (Urk. 6/75). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl.
„
vorgesehene Verfügung[en]
“ vom 9. Mai 2014, Urk. 6/70 und Urk. 6/73)
sistierte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 28. Mai 2014 (Urk. 6/90 und Urk. 6/91) die Rente und die Hilflosenentschädigung des Versicherten per sofort (Ende Mai 2014). In der Folge gab sie bei C._ Begutachtung des Univer
sitätsspitals O._ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am 30. Dezember 2014 erstattet wurde (Urk. 6/111). Nach durchgeführtem Vorbe
scheidverfahren (Vorbescheid vom 2. Februar 2017, Urk. 6/125, und Einwand vom 6. März 2017, Urk. 6/130) hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten mit Verfügung vom 15. März 2017 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 24 % rückwirkend per 1. September 2011 auf. Weiter stellte sie fest, dass für die Zeit vom 1. September 2011 bis zum 31. Mai 2014 eine Meldepflichtverletzung vor
liege.
Einer
allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung entzog
sie die auf
schiebende Wirkung
(Urk
. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Leimbacher, am 26. April 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfü
gung ersatzlos aufzuheben; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ernennung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit Eingabe vom 8. Februar 2018 teilte Rechtsanwalt Leimbacher mit, dass der Beschwerdeführer am 17. Oktober 2017 seine Ehefrau getötet habe und sich zurzeit in Untersuchungshaft befinde. Gemäss Auskunft der die Strafunter
suchung leitenden Staatsanwältin sei eine neurologisch-psychiatrische Begut
achtung in Auftrag gegeben worden. Er beantrage, dass dieses (noch zu erstel
lende) Gutachten von der zuständigen Staatsanwaltschaft IV beizuziehen sei. Sodann sei das Verfahren bis zum Eingang des Gutachtens zu sistieren und es sei den Parteien nach dessen Eingang Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen (Urk. 9). Mit Stellungnahme vom 6. März 2018 ersuchte die Beschwer
degegnerin um Abweisung der Anträge des Beschwerdeführers auf Beizug des Gutachtens aus dem Strafuntersuchungsverfahren und auf Sistierung des Ver
fahrens (Urk. 11). Mit Eingabe vom 28. Mai 2018 (Urk. 15) reichte Rechtsanwalt Leimbacher die Expertise
der Klinik für Forensische Psychiatrie der D._ (D._, ohne Datum, Urk. 16) ein.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.3
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich der zeitlichen Wirkung einer Rentenaufhebung ist Folgendes zu berücksichtigen: Wenn invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, gilt es grundsätzlich, mit Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich daher in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder er der ihm gemäss Art. 77 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 85 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 88
bis
Abs. 2 IVV
[in der bis zum 31. Dezember 2014 gültig gewesenen Fassung]
; Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Rz. 17 zu Art. 25). Trifft dies zu, sind solcherart wider
rechtlich bezogene Leistungen gemäss den Vorgaben von Art. 25 ATSG zurück
zuerstatten (Urteile des Bundesgerichts 8C_191/2013 vom 16. August 2013 E. 4.3 und 9C_491
/2012 vom 22. Mai 2013 E. 2.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass nach der mit Verfügung vom 28. Mai 2014 erfolgten Rentensistierung per Ende Mai 2014 zwischenzeitlich eine polydisziplinäre medizinische Abklärung beim C._ durchgeführt worden sei. Gemäss diesem Gutachten sei dem Beschwerdeführer die Ausübung einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne feinmotorische Fähigkeiten der rechten Hand wieder zu 70 % möglich und zumutbar. Aufgrund der Meldung der Gemeinde Z._ vom 27. September 2011, der Internetrecherchen, der Polizeirapporte und der in den Observationsbildern dokumentierten Aktivitäten sei bereits seit September 2011 von einer wesentlichen Verbesserung der funktionellen Auswirkungen des Gesundheitsschadens auszugehen. Dies hätte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin melden müssen. Indem er diese Meldung unterlassen habe, habe er seine Meldepflicht verletzt. Ohne gesundheitliche Einschränkung hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 51'540.60 und mit gesundheitlicher Einschränkung ein solches von Fr. 39'332.70 erzielen können. Damit resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 12'207.90 und ein Invaliditäts
grad von 24 %. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Renten
anspruch mehr (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass der Observationsbe
richt vom 10. März 2014 ohne gesetzliche Grundlage erstellt worden sei. Es sei
en darin auch unbeteiligte Dritte, zum Beispiel seine Familienangehörigen, erfasst und Aufnahmen im privaten Raum (Baumarkt Coop Bau + Hobby, Ein
kaufszentrum
„Neumarkt Oerlikon“)
gemacht worden. Die Rechtswidrigkeit des Observationsberichts sei offenkundig, weshalb er aus den Akten zu entfernen sei. Dasselbe gelte auch für das Gutachten des C._ vom 30. Dezember 2014, da dieses massgeblich durch den Observationsbericht beeinflusst worden sei. Dem
zufolge gelinge der Beschwerdegegnerin der Nachweis einer Veränderung
der Verhältnisse beim Beschwerdeführer nicht. Die Voraussetzungen für eine Auf
hebung der Rente seien nicht gegeben. Nur der Vollständigkeit halber
sei darauf hinzuweisen, dass die Gutachter des C._ davon ausgegangen seien, dass er nicht in die Kampfhandlungen im Kosovo-Krieg involviert gewesen
sei. Tat
sächlich sei er aber – wie wohl die meisten Offiziere der serbischen Armee – involviert und dabei an den bekannten Massakern beteiligt gewesen. Diese Erlebnisse würden ihn auch heute noch massiv belasten. Es sei von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auszugehen. Hätten die Gutachter des C._ von den höchst traumatisierenden Erfahrungen Kenntnis gehabt, hätte ihre Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und dessen Einfluss auf die somatischen Beschwerden zwangsläufig anders aus
fallen müssen. Schliesslich sei das Gutachten des C._ bei Erlass der angefoch
tenen Verfügung vom 15. März 2017 bereits über zwei Jahre alt und damit nicht mehr aktuell gewesen. Sein psychischer Zustand habe sich seither noch
mals verschlechtert (Urk. 1 S. 8 ff.).
In der Eingabe vom 28. Mai 2018 ergänzte der Beschwerdeführer, dass im
Gut
achten der D._ zuhanden der Staatsanwaltschaft IV nebst diversen neurologi
schen Diagnosen unter anderem eine organische Persönlichkeitsstörung
bzw. –veränderung sowie eine Anpassungsstörung diagnostiziert worden seien. Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers werde durch die hirnorganische Schä
digung behindert. Weiter werde im Gutachten der D._ ausgeführt, dass im von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen C._-Gutachten bei der Aussage, dass er eine leichte adaptierte Tätigkeit in einem 70%-Pensum ausführen könne, kein Bezug auf die neurologischen Störungen genommen worden sei. Diese hät
ten mit zumindest den Läsionen in der linken frontalen, lateralen kortikalen Konvexität ein anatomisches Korrelat. Dass eine Schwächung der Exekutivfunk
tionen vorliege, ergebe sich gemäss Gutachten der D._ auch daraus, dass ledig
lich ein IQ von 92 festgestellt worden sei. Das Gutachten des C._ werde dem Zusammenspiel verschiedener, sich gegenseitig ungünstig beeinflussender Fak
toren nicht gerecht (Urk. 15).
3.
3.1
3.1.1
Mit Verfügung
vom
18. April 2007
sprach
die Beschwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
ab dem
1. August 2006
eine ganze Rente
zu (
Urk. 6/24
).
Seit
her wurde der Rentenanspruch
bis zur angefochtenen Verfügung
nicht mehr umfassend materiell überprüft. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung, ob eine wesentliche Veränderung des Gesundhe
itszustands vorliegt, bildet
somit
die Verfügung vom 18. April 2007 (vgl. E. 1.4
). Bei der Rentenzusprache vom
April 2007
stützte sich
die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen auf folgende Arztberichte:
3.1.2
Die Ärzte der Neurochirurgischen Klinik des A._ stellten im Bericht vom 5. Oktober 2006 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/9/8):
(1)
Status nach Meni
n
geomentfernung parietofrontal links am 2
4.
August 2005
(2)
Status nach Wundinfekt
(3)
Status nach Knochenentfernung und Sta
tus nach Anbringen einer Palacos-P
lastik
am
8.
Juni 2006
(4)
Stat
us nach Entfernung einer Palacos-P
lastik aufgrund eines erneuten Infektes am
8.
Juli 2006
(5)
eine postoperative Epilepsie (2-malig) am
8.
Juli 2006
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte der Neurochirurgischen Klinik des A._ nicht. Sie
erklärten, dass es sich im vorlie
genden Fall um einen
gutartigen
Tumor
handle. Aufgrund dieses Umstandes sei
die Prognose äusse
rst günstig. Verkompliziert werde
die Angelegenheit durch die immer wieder auftreten
den Wundinfekte. Aktuell bestehe
noch
ein sehr grosser Kalottendefekt,
der im Verlauf sicher durch einen
Kunstknochen gedeckt werden müsse
. Nach Abschluss dieser Therapie sollte der
Beschwerde
führer
wieder voll in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können. Eine Reimplantation ei
nes Kunstknochens könne frühestens nach sechs
Monaten bis einem Jahr,
also im Januar bis Juli 2007 in Frage kommen (Urk. 6/9/9).
3.1.3
Im Verlaufsbericht vom 25. November 2006 gaben die Ärzte der Neurochirurgi
schen Klinik des A._ an, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers verschlechtert habe. Klinisch bestünden eine distale und armbetonte rechts
seitige Brachiofacial-Parese sowie eine Wortfindungsstörung. Neuroradiolo
gisch lägen Proliferationsnekrosen Gyrus frontalis und postcentralis bis ins Centrum semiovale reichend ohne Hinweise auf einen cerebralen Abszess vor. Seit dem 18. August 2005 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Im Januar 2007 sei eine erneute Palacos-Plastik geplant. Bezüglich Wortfindungsstörung sowie distal und armbetonter Brachiofacial-Parese sei die Prognose eher nicht günstig (Urk. 6/12).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des im November 2009 eingeleiteten Revisionsverfahrens, welches am 23. März 2010 mit der Feststellung, dass die Überprüfung des Invaliditäts
grades keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben habe, abgeschlossen wur
de (Urk. 6/51), holte die Beschwerdegegnerin insbesondere den Bericht von Dr. B._ vom 30. Dezember 2009 (Urk. 6/45) ein.
3.2.2
Dr. B._ gab in diesem Bericht an, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Untersuchungen und Unterlagen seit dem 15. August 2005 bis zum heutigen Tag und wahrscheinlich noch auf längere Zeit hinaus für sämtliche Arbeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 6/45/6).
3.3
3.3.1
Anlässlich des vorliegenden Revisionsverfahrens äusserten sich die beteiligten Ärzte wie folgt:
3.3.2
Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des A._ erklärten im Bericht vom 3. April 2012, dass der Beschwerdeführer in Begleitung seiner Ehefrau und sei
ner Kinder zum geplanten Kontrolltermin am 17. Januar 2012 in ihrem Ambu
latorium erschienen sei und berichtet habe, dass sich die Anfallsfrequenz seit der letzten Kontrolle im Ambulatorium im Sommer 2011 erhöht habe. Die anti
konvulsive Therapie sei deshalb – nach einer Verlaufskontrolle bei den Kollegen der Epileptologie – aufdosiert worden. Ansonsten gebe der Beschwerdeführer keine neuen Beschwerden an. Die bei ihm behandelte Erkrankung (meningothe
liomatöses Konvexitätsmeningeom WHO Grad I) sei 2005 embolisiert und an
schliessend operiert worden. In der aktuellen Untersuchung sehe man eine tho
rale Verdickung, die eventuell einem minimalen Restmeningeom entsprechen könnte. Allerdings zeige dieser Befund im Vergleich zu den Voraufnahmen kei
ne Progredienz. Insgesamt handle es sich bei dieser Erkrankung um einen sehr langsam wachsenden und gutartigen Prozess. Es würden in der Zukunft weitere Kontrollen stattfinden. Aufgrund des kurzen ambulanten Kontakts lasse sich zur Frage der Arbeitsfähigkeit keine konklusive Antwort geben. Zu empfehlen sei die Durchführung eines arbeitsmedizinischen Gutachtens (Urk. 6/66/2).
3.3.3
Dr. B._ gab im Bericht vom 19. April 2012 an, dass beim Beschwerdeführer ein Meningeomleiden bestehe. Der Beschwerdeführer sei seit 2005 bei ihm in hausärztlicher Betreuung, werde jedoch hauptsächlich im A._ behandelt. Seit dem 15. August 2005 bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Fragen bezüglich der möglichen Arbeitsfähigkeit aufgrund der Behinderung könnten nur die Spezialisten im A._ beantworten (Urk. 6/67/5).
3.3.4
Die Ärzte des C._ stellten im Gutachten vom 30. Dezember 2014 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/111/29):
(1)
eine s
ymptomatische Epilepsie mit fokalen Jackson Anfällen u
nd zum Teil
sekundärer Generali
sierung im Rahmen Diagnose 2 und 3 (ICD-10 G40)
(2)
ein m
eningotheliomatöses Konvexmeningeom (WHO Grad l), ca. 6 cm im
Durchmesser, frontal links (ICD-10
D33)
-
Status nach
präoperativer Embolisation des
Meningeoms am 23. August
2005
-
Status nach
osteoplastischer Kraniotomie link
s fronto-parietal und radikaler
Tumorexstirpation am 24. August
2005
-
Einbl
utung in die Resektionshöhle September
2005
(3)
ein p
ostoperativer zerebraler Abszess
im Gyrus frontal
is medius links am
5. Oktober
2005
-
Status nach
links fronto-parietaler osteoklastischer Re-Kraniotomie und
Entfernung des chronisch entzündlichen Gewebes im Resektionshöhlenbereich
(entzündetes Tabotam-
Material) sowie seröse, infizierte Flüssigkeit am
6. Oktober 2005
-
Status nach
intravenöser Ant
ibiotikatherapie für insgesamt sechs
Wochen
-
Status nach
links fronto-parietaler Re-Kraniotomie. Anbringen einer Palacos-
Plastik. Einlage ein
er Redondrainage am 8. Juni
2006
-
Wun
drevision und Entfernung der Palacos-Plastik am 8. Juli
2006
-
Palacos-P
lastik über Kraniotom
ie Lücke frontal links am 23. Februar
2007
(4)
e
pisodische Kopfschmerzen am ehest
en vom Spannungstyp (ICD-10 G44)
Als Diagnose mit unklarem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte des C._ eine nicht quantifizierbare neuropsychologische Störung aufgrund einer wahrscheinlichen Aggravation. Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 6/111/29):
(1)
a
namnestisch wiederkehrende depressive Episoden; gegenwärtig remittiert unter Remeron-Einnahme (ICD-10 F32.4)
(2)
i
n der Eigenanamnese bösartige Neubildungen (ICD-10 Z85)
(3)
Belastung nicht andernorts klassifizierbar (Krankheitsverarbeitung; ICD-10 Z73.3)
Die Ärzte des C._ erklärten,
dass von neurologischer Seite sowohl aktenanam
nestisch als auch vom Beschwerdeführer selbst angegeben eine Verbesserung hinsichtlich der Epilepsie bestehe. Aktuell würden deutlich weniger epileptische Anfälle auftreten als nach der Operation. Im Bericht
de
r Neurologischen Klinik des A._ vom 28. August 2009 werde
eine Anfallsfrequenz von etwa einem Anfall pro Monat angegeben. In der letzten Kontrolluntersuchung in der Neuro
logie des
A._ vom 9. April 2014 werde hinsichtlich der Anfalls
frequenz auf
ge
führt, dass über ein Jahr hin
weg zwei epileptische Anfälle aufg
etreten seien. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer Bäckerei, welche sie vorwiegend als mittelschwer einstufen würden und die wohl auch erhebliches beidhändiges manuelles Geschick voraussetze, sei der Beschwerdeführer auf
grund der neurologischen Diagnosen bleibend nicht mehr arbeitsfähig. In einer leichten wechselbelastenden Verweistätigkeit mit den im neurologischen Gut
achten beschriebenen Limiten sei er zu 70 % arbeitsfähig. Die Einschränkung begründe sich durch ein Parese-bedingtes langsameres Arbeitstempo.
Bezüglich der sympto
matischen Epilepsie bestehe dar
über hinaus eine qualitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. So dürf
t
en keine Tätigkeiten mit erhö
hter Selbst- und Fremdgefährdung durchgeführt werden.
Ferner sollten Tätigkeiten mit Nachtschichten und Akkordarbeiten sowie Arbeiten mit vermehrten optoki
netischen Reizen oder Arbeiten mit hohem Publikumsverkehr vermieden wer
den.
Die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit könne mit dem Datum des Gutach
tens gesehen werden, da sich anhand der vorliegenden medizinischen Befunde die gesundheitliche Verbesserung retrospektiv nicht exakt rekonstruieren lasse (Urk. 6/111/23 und Urk. 6/111/34-36).
3.3.5
Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin legte in der Stellungnahme vom 13. Dezember 2016 dar, dass aufgru
nd der in den Meldungen der Gemeinde
Z._
und
der in
den Polizeirapporten dokumentierten Aktivitäten des
Beschwerdeführers
spätestens seit September 2011 eine wesentliche Verbesse
rung der funktionellen Auswirkun
gen des Gesundheitsschadens
ausgewiesen
sei (Urk. 6/124/8-10).
3.3.6
Prof. Dr. med. E._, Direktor der Klinik für Forensische Psychiat
rie der D._, hielt im Gutachten (ohne Datum) zuhanden der Staatsanwaltschaft IV folgende psychiatrischen Diagnosen fest (Urk. 16 S. 91):
(1)
eine organisch
e Persönlichkeitsstörung bzw. -v
eränderung (ICD-10: F07.0) bei
Zustand nach Meningeom-Operation
und postoperativen Komplikationen
(2)
eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.22)
Zudem nannte er folgende neurologischen Diagnosen (
Urk.
16 S. 91 f.):
Epilepsie bei Status nach Operation (radikale Exstirpation) eines meningothelio
-
matösen Konvexitätsmeningeomes (WHO Grad l) am 2
4.
August 2005
-
bilateral konvulsive
Anfälle, erster symptomatisch in der Nacht auf den
15. August 2005, zweiter am 1. Januar
2010 nach Dosisred
uktion von Trileptal
(Oxcarbaze
pin)
-
facio-brachial betonte fokal-motorische Anfälle rechts ohne Bewusstseinsein-
schränkung, zum Teil
mit Mitbeteiligung des rechten Beines, Erstmanifestation
am 8. April
2006, mit postiktaler Todtscher sensomotorischer Parese über 2-3
Stunden
Einb
lutung in die Resektionshöhle September
2005
Postoperativer zerebraler Abszess im G
yrus frontalis medius links am 5. Oktober 2005,
Ent
fernung des chronisch entzündlichen Gewebes im Resektion Höhlenbereich am
6. Oktober 2005
Status nach links-fronto-parietaler Re-Kraniotomi
e. Anbringen einer Palacos-Plast
ik.
Einlage einer Redondrainage am 8. Juni 2006
Status nach Wundrevision und Entfernu
ng der Palacos Plastik am 8. Juli 2006 bei infiziertem Wundrand
Status nach Einlegen einer er
neuten Palacos Plastik am 23. Februar 2007
Brachial betonte sensomotorische Hemisymptomatik rechts, zunehmend im Verlauf des
Jahres 2006, s
either wahrscheinlich stationär
mMRI des Neurokraniums: ausgedehnter Parenchymdefekt links fro
ntal, vor allem im Gyrus frontal
is medius bis nach prä- und postzentral
reichend. Angrenzend T2w hyper
intense gliotische Veränderungen
bis an den linken Seitenventrikel reichend
Exekutive frontale Funktionsstörungen mit psychomo
torischer Verlangsamung, Ver
minderung des Antriebes, Rigiditä
t
im Verhalten und Perseveration
Anpassungsstörung mit ausgeprägter Anfall
sangst
Prof.
E._
legte dar
, dass
die neuroradiologisch objektivierbare Hirn
schädigung aus Sicht des beigezogenen Neurologen die Anfallssymptomatik und die ebenfalls erst ab 2006 aufgeführte psychomotorische Verlangsamung mit exekutiven Frontalhirnstörungen wie auch die Paresen des Beschwerdefüh
rers erklären würden. Im hier zur Verhandlung stehenden Kontext sei jedoch wichtig, dass der orbitofrontale Kortex, der für eine Impulsivität/Aggressivität bzw. generelle Enthemmung des Verhaltens verantwortlich wäre, nicht geschä
digt sei. Bei der 2014 in O._ vorgenommenen Diagnose einer bewusstseinsna
hen Aggravation und der Aussage, dass der Beschwerdeführer eine leichte, adaptierte Tätigkeit in einem 70%-Pensum ausführen könne, sei kein Bezug zu den neuropsychologischen Störungen genommen worden. Zumindest die Läsio
nen in der linken frontalen, lateralen kortikalen Konvexität seien ein anatomi
sches Korrelat für die Änderung des Verhaltens im Sinne einer Verlangsamung, Antriebsminderung, Rigidität und Perseveration, wie dies auch von den Fami
lienangehörigen als
„Persönlichkeitsveränderung“ im Verlauf nach der Operati
on angegeben werde. Dass eine solche Schwächung der Exekutivfunktionen vorliege, hätten auch die hiesigen neuropsychologischen Untersuchungen belegt. Zusammenfassend würden die Abklärungen von Dipl.-Psych. F._ zum Schluss kommen, dass ein durchschnittliches Intelligenzniveau von IQ 92 bezüglich der fluiden Intelligenz vorliege. Schon dieses Ergebnis kontrastiere zu dem aus der Bildungsanamnese abgeschätzten prämorbiden Erwartungsniveau des Beschwerdeführers hinsichtlich der exekutiven Funktionen. Aus Sicht des Unterzeichners könne man zwar eine übertriebene Betonung von Beschwer
den/Defiziten feststellen. Allerdings sei dies Ausdruck einer zugrunde liegenden psychischen und auch psychoorganischen Problematik und daher für den Beschwerdeführer nicht vollumfänglich beeinflussbar. Die Beschwerdeschilde
rung sei zwar übertrieben und auch nicht ohne Zweck. Dass sie jedoch den Zweck verfolgt hätte, eine Rente zu erlangen bzw. ungerechtfertigt aufrechtzu
erhalten, lasse sich nicht darstellen. Vielmehr werde das O._er Gutachten dem Zusammenspiel verschiedener, sich gegenseitig ungünstig beeinflussender Fak
toren nicht gerecht (Urk. 16 S. 94 ff.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 15. März 2017 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des C._ vom 30. Dezember 2014 (Urk. 6/111).
4.2
Das Gutachten des
C._
basiert auf den erforderlichen allseitigen fachärztlichen Untersuchungen (internistisch,
neurologisch, neuropsychologisch und psychiat
risch) und wurde
in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dar
gelegt. Das Gutachten erfüllt
demnach
grundsätzlich
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an
eine
beweiskräftige ärztliche Ents
cheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6
).
4.3
4.3.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob
diese Expertise grundsätzlich verwertbar ist. Dies, weil ihr unter anderem auch die Ergebnisse der von der Beschwerde
gegnerin veranlassten Observation zu Grunde liegen (vgl. E. 2.2).
4.3.2
In Nachachtung des Urteils 61838/10 des Europäischen Gerichtshofs für Men
schenrechte vom 18. Oktober 2016 (betreffend ein unfallversicherungsrechtli
ches Verfahren) hat das Bundesgericht in BGE 143 I 377
E. 4
erkannt, es fehle
auch in der Invalidenversicherung
an einer genügenden gesetzlichen Grundla
ge, welche die verdeckte Überwachung umfassend klar und detailliert regle. Daraus folgt, dass die Observ
ationen des Beschwerdeführers zwischen Juli 2013 und Januar 2014
(Urk. 6/75)
an und für sich rechtswidrig, das heisst in Verlet
zung von Art. 8 der Konvention zum Schutze der Me
nschenrechte und Grund
freiheiten
bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der Schwei
zerischen Eidgenossen
schaft erfolgten.
Für die Verwertbarkeit eines derart rechtswidrig erlangten Beweises soll – in Anlehnung ans eidgenössische Straf- und Zivilverfahrensrecht sowie die meis
ten kantonalen Verfahrensordnungen – hauptsächlich die
Abwägung
zwischen privaten und öffentlichen I
nteressen massgebend sein (
BGE 143 I 377 E. 5.1.1).
4.3.3
Im hier zu beurteilenden Fall ist zu berücksichtigen, dass die (unbeeinflussten) Handlungen des Beschwerdeführers
– entgegen dessen Darlegungen (vgl. E. 2.2) -
im Freien und in für die Öffentlichkeit zugänglichen Räumen
aufgenommen wurden. Zudem war die Observation, eingeleitet
aufgrund ausgewiesener Zwei
f
el über die Leistungs(un)fähigkeit des Beschwerdeführers
(Urk.
6/39 und Urk. 6/78-80), auf sieben
Tage innerhalb des Zeitraums vom
5. Juli
2013 bis zum 29. Januar 2014 begrenzt, wobei d
ie einzelnen Überwachungsphasen
zwi
schen 6:45 und 10:15 Stunden dauerten (Urk. 6/75)
. Der
Beschwerdeführer
war somit weder einer systematischen noch einer ständigen Überwachung ausge
setzt und erlitt in dieser Hinsicht einen relativ bescheidenen Eingriff in seine grundrechtliche Position. Stellt man diesen Aspekten das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmiss
brauchs entgegen, ergibt sich, dass die vorliegenden Observationsberichte (inklusive Fotodokumentation und Videoaufnahmen) in die Beweiswürdigung m
iteinbezogen werden können (BGE
143 I 377
E. 5.1.2).
Der Verwertbarkeit
steht somit nichts entgegen. Unter diesen Umständen ist es auch nicht zu
beanstanden, dass die Gutachter des C._
die Observationsergeb
nisse – nebst zahlreichen weiteren Aspekten – in ihre Beurteilung miteinfliessen liessen.
4.4
4.4.1
Die Ärzte des C._ legten in ihrer Expertise im Wesentlichen dar, dass anläss
lich ihrer Untersuchungen für den Beschwerdeführer die Epilepsie im Vorder
grund gestanden habe. Aktuell würden deutlich weniger epileptische Anfälle als nach der Operation (von August 2005) auftreten. Die Epilepsie sei aus neurolo
gischer Sicht unter der Dreifachtherapie mit Keppra, Lamictal und Urbanyl gut eingestellt. Im Weiteren müsse aus neurologischer Sicht davon ausgegangen werden, dass der rechte Arm des Beschwerdeführers im Alltag nutzbringend eingesetzt werde, was man daran erkenne, dass während der Untersuchung weder Muskelatrophien, trophische Veränderungen noch eine Änderung der Beschwielung der Hände nachweisbar gewesen seien. Die residuelle neurologi
sche Symptomatik sei bei ihnen passend zum neurologischen Bericht des A._ vom 9. April 2014 mit einem brachiofacial-betonten spastischen Hemisyndrom rechts gewesen. Bei der neuropsychologischen Untersuchung habe sich keine Störung quantifizieren lassen, bei wahrscheinlicher Aggravation. Es hätten sich Testdefizite gezeigt, die weit entfernt des Plausiblen seien. Bei der psychosoma
tisch-psychiatrischen Untersuchung habe keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden können. Eine früher beschriebene wieder
kehrende depressive Episode sei gegenwärtig remittiert gewesen, was möglich
erweise auf die Remeron-Medikation zurückzuführen sei. Vor diesem Hinter
grund kamen die Ärzte des C._ zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und dass im Zeitpunkt der Begutachtung von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auszugehen sei (Urk. 6/111/32-36).
4.4.2
Diese Beurteilung der Ärzte des C._ ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen einleuchtend und plausibel.
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbrachte (vgl. E. 2.2), vermag nicht zu überzeugen. Die psychiatrische Gutachterin des C._ hatte vom Verdacht auf das Vorliegen einer PTBS, der aktenanamnestisch mehrfach von nicht psychiat
rischen Fachpersonen erwähnt worden war, Kenntnis (Urk. 6/111/82). Sie hat den Beschwerdeführer zu seiner Zeit als Offizier während des Jugoslawienkrie
ges denn auch befragt, woraufhin dieser antwortete, dass er zum Glück nie an Kampfhandlungen habe teilnehmen müssen. Er habe als Offizier in einer vom Krieg nicht betroffenen Stadt gearbeitet. Auf die Frage, ob er im Krieg nicht von Granatsplittern verletzt worden sei, da dies in einem Arztbericht stehe, gab der Beschwerdeführer an, dass er sich nicht an ein solches Ereignis erinnere (Urk. 6/111/79). Dies steht tatsächlich im Widerspruch zu den Angaben im Aus
zug aus der Krankengeschichte von Dr. med. G._ von 2002 (Urk. 3/2), wonach der Beschwerdeführer als Berufsoffizier an den Massakern beteiligt gewesen sei, und zu den Angaben der Nachbarin lic. phil. H._, Paar- und Familientherapeutin, im Schreiben vom 22. März 2015 (Urk. 3/3), wonach er die traumatischen Kriegserlebnisse in Jugoslawien nicht verkraftet habe. Ent
scheidend ist jedoch nicht, ob der Beschwerdeführer nun unmittelbar in den Jugoslawienkrieg involviert gewesen war oder nicht, sondern dass die psychiat
rische Exploration beim C._ keine Hinweise für das Vorliegen einer PTBS ergab (die psychiatrische Gutachterin wies in diesem Zusammenhang noch darauf hin, es sei nicht auszuschliessen, dass ihm traumatische Ereignisse fall
weise nicht erinnerlich seien; Urk. 6/111/82). Überdies wurde der Beschwerde
führer bislang noch nie von einem Psychiater/Psychologen behandelt (Urk. 6/111/76) bzw. wurde dies bislang offenbar nicht als erforderlich erachtet. Auch dies spricht gegen das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten psychischen Gesundheitsschadens.
Hinsichtlich der D._-Expertise von Prof. E._ ist zunächst darauf hin
zuweisen, dass dieses Gutachten von der Staatsanwaltschaft IV veranlasst wur
de, um die Fragen der Schuldfähigkeit, der Kriminalprognose und der Mass
nahmenindikation prüfen zu können (Urk. 16 S. 92). Zur aus invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht vorliegend relevanten Frage der (retrospektiven) medizi
nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in die
sem Gutachten denn auch keine konkreten Angaben. Was den Vorwurf anbe
langt, das C._ habe im Rahmen seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die neuropsychologischen Störungen nicht berücksichtigt, ist zu bemerken, dass die Ärzte des C._ – unter Verweis auf die auffälligen Ergebnisse von drei unter
schiedlichen Beschwerdevalidierungstests (DMT, TBFN, TOMM; Urk. 6/111/65) und die festgestellte wahrscheinliche Aggravation – nachvollziehbar begründet haben, weshalb aus neuropsychologischer Sicht keine zusätzliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist (Urk. 6/111/33). Dies auch vor dem Hintergrund, dass der psychopathologische Befund im Rahmen der psychiatri
schen Untersuchung beim C._ weitestgehend unauffällig war und damals ins
besondere eine bei orientierender Prüfung unauffällige Gedächtnisleis
tung/Konzentration, ein geordnetes formales Denken sowie ein unauffälliger Antrieb und eine unauffällige Psychomotorik festgestellt worden waren (Urk. 6/111/81). Zudem ist in diesem Zusammenhang auch darauf hinzuweisen, dass der einzige in der D._ durchgeführte Beschwerdevalidierungstest (Rey-Test) einen Wert von 7 ergab, was ebenfalls zumindest den Verdacht auf ein suboptimales Leistungsverhalten im Sinne von Aggravationstendenzen begrün
det (Urk. 16 Anlage I S. 7). Dem Gutachten von Prof. E._ ist nicht zu entnehmen, dass sich aus der diagnostizierten organischen Persönlichkeitsver
änderung und Anpassungsstörung (Urk. 16 S. 91) eine höhergradige Arbeitsun
fähigkeit ableiten liesse als die von den C._-Gutachtern festgestellte 30%ige Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit. Prof. E._ begründete die seiner Ansicht nach höhergradige Arbeitsunfähigkeit alleine mit neuropsycho
logischen Einschränkungen, auf welche die C._-Gutachter keinen Bezug genommen hätten.
Was den in der
D._
festgestellten IQ von 92 anbelangt (
Urk.
16 S. 95)
, ist schliesslich zu beachten, dass e
ine durch geringe Intelligenz verursachte Erwerbsunfähigkeit
in der Regel
nur dann als gesundheitlich verur
sacht
gilt
, wenn die Intelligenz im medizinischen Sinne vermindert ist, mithin der
IQ
weniger als 70 beträgt. Nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 ATSG gilt demgegenüber in der Regel eine Intelligenz im unteren Normalbereich (IQ 70 bis 84; Urteile des Bundesgerichts 8C_741/2013 vom 16. März 2015 E. 3.2.1 und 8C_108/2014 vom 24. September 2014 E. 2.2, je mit Hinweisen). Eine derartige invalidenversicherungsrechtlich relevante Intelligenzschwäche ist hier nicht
gegeben.
Eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh
rers nach Erstattung des Gutachtens des C._ vom 30. Dezember 2014 (Urk. 6/111) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 15. März 2017 (Urk. 2) ist nicht ausgewiesen.
4.5
Im Weiteren ist zu prüfen, wann die Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
Währenddessen die Gutachter des C._ der Auffassung waren, dass sich die gesundheitliche Verbesserung retrospektiv nicht exakt nachkonstruieren lasse (Urk. 6/111/35), kam der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass bereits seit September 2011 eine wesentliche Verbesserung der funktionel
len Auswirkungen des Gesundheitsschadens ausgewiesen sei (Urk. 6/124/10). Der Rechtsdienst verwies in diesem Zusammenhang insbesondere auf die Mel
dung der Gemeindeverwaltung Z._ vom 27. September 2011, wonach der Beschwerdeführer im
Zeitraum vom 4. Februar bis zum 7. September 2011 etliche Male auf der Gemeindeverwaltung erschienen und die Angelegenheiten alleine und völlig selbständig erledigt habe (Urk. 6/78),
sowie auf die in den Polizeirapporten dokumentierten Aktivitäten (Tätlichkeiten/häusliche Gewalt zum Nachteil der Ehefrau; Urk. 6/87-88). Dies steht jedoch insofern im Wider
spruch zu den Angaben in den danach von der Beschwerdegegnerin eingehol
ten Arztberichten, als im Bericht der Klinik für Neurochirurgie des A._ vom 3. April 2012 noch von einer seit Sommer 2011 erhöhten Frequenz der epilepti
schen Anfälle die Rede war (Urk. 6/66/2) und Dr. B._ dem Beschwerdefüh
rer im Bericht vom 19. April 2012 grundsätzlich nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 6/67/5).
Unter diesen Umständen kann eine ab September 2011 eingetretene dauerhafte und erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers nicht als ausgewiesen gelten.
Eine erhebliche Verbesserung
ist jedoch
überwiegend wahrscheinlich
seit der Obser
vation im
Juli 2013 anzunehmen. Wie die Observationsbilder zeigen, konnte
sich
der Beschwerdeführer
, der damals mit der Familie in die Sommerferien fuhr, ausser Haus mühelos bewegen und insbesondere wieder
Gegenstän
de mit der rechten Hand tragen sowie etwa auch
einen Koffer mit dem rechten Arm
hinter sich herziehen. Die Gutachter
des
C._
schlossen daraus, dass die Kraft
entfaltung im rechten Arm
damals (wieder) besser gewesen sei
.
Weiter wiesen die Gutachter des C._
auch darauf hin, dass die Bilder zeigen
würden
, dass der
Beschwerdeführer
komplexe Bewegungen mi
t dem rechten Arm ausführen kön
ne (
Einschlaufen in einen
Rucksackträger,
Zeigen nach vorne auf
Schulterhö
he mit gestrecktem rechtem Arm und
vornübergebeugtes spontanes Greifen einer Eink
aufstasche mit dem rechten Arm; Urk. 6/111/37 und Urk. 6/124/9). Damit ist davon auszugehen, dass es dem Beschwerdeführer spätestens ab anfangs August 2013 möglich war, eine behinderungsangepasste Tätigkeit in einem 70%-Pensum auszuüben.
4.6
Zusammenfassend ist
somit festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit Erlass der
Verfügung vom 1
8.
April 2007
(Urk. 6/24)
erheblich verbessert hat und davon ausgegangen werden kann, dass ihm eine
behinderungsangepasste
Tätigkeit seit August
2013
wieder in einem 70%-Pensum zumutbar ist.
Zusätzliche medizinische Abklärungen sind nicht angezeigt.
5.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich, der einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 24 % ergab, wurde vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen (vgl. Urk. 1). Für eine nähere Über
prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (
vgl. BGE
125 V 413 E. 1b und E. 2c).
Ab August 2013 besteht demnach kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ab welchem Zeitpunkt die Rente des Beschwerdeführers auf
zuheben ist.
6.2
Gemäss Art. 77 IVV hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesent
liche Änderung, unter anderem eine solche des Gesundheitszustandes, der
Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit,
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erfor
derlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a; SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_127/2013 vom 22. April 2013 E. 4.1).
6.3
Obschon der Beschwerdeführe
r sowohl in der Verfügung vom 18. April 2007 (Urk. 6/24) als auch in den
Mitteilung
en vom 23. März und 12. Oktober 2010 (Urk. 6/51 und Urk. 6/58
) ausdrücklich auf seine Pflicht, jede für den Leistungs
anspruch wesentliche Änderung in den persönlichen und
wirtschaftlichen Ver
hältnissen
unverzüglich mitzuteilen, hingewiesen worden war, hat er es unter
lassen,
der Beschwerdegegnerin mitzuteilen, dass er sich im Juli 2013 mühelos ausser Haus bewegen und insbesondere auch seinen rechten Arm wieder einset
zen konnte (vgl. E. 4.5). Dem Beschwerdeführer musste dabei bewusst sein, dass dies eine Verbesserung seines Gesundheitszustands darstellte. Dementsprechend hat er eine Meldepflichtverletzung begangen, wobei zumindest eine leichte Fahrlässigkeit zu bejahen ist.
Dass die Beschwerdegegnerin – hätte der Beschwerdeführer die Meldepflicht befolgt
– rascher eine Überprüfung des
Rentenanspruchs
vorgenommen hätte, ergibt sich daraus, dass sie nach Eingang des Observationsmaterials umgehend eine Stellungnahme des R
egionalen Ärztlichen Dienstes (R
AD
)
e
inholte (Anfra
ge an den RAD vom 27. März 2014, Urk. 6/84/3-4
; Stellungnahme
des
RAD vom
4. April 2014, Urk. 6/84/4-5
), den Beschwerdeführer zu einem Gespräch einlud (vgl.
Besprechungsprotokoll vom 9. Mai 2014, Urk. 6/85
), die Inv
aliden
rente per Ende Mai 2014 sistierte (Urk. 6/90
) und ein polydisziplinäres Gutach
ten in Auftrag g
ab (Urk. 6/99
).
6.4
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung dem
nach insoweit abzuändern, als festzustellen ist, dass die Rente rückwirkend per 1. August 2013 (und nicht per 1. September 2011) aufzuheben ist.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Anzufügen bleibt, dass die Frage, ob der Beschwerdeführer die zu viel bezoge
nen Rentenbetreffnisse zurückzuerstatten hat, nicht Gegenstand des vorliegen
den Verfahrens bildet (vgl. Urk. 1 S. 10).
Darüber wird die Beschwerdegegnerin ei
ne separate Verfügung erlassen.
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist ausgewiesen (Urk. 3/4). Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind,
ist
ihm in
Bewilligung seines Gesuchs vom 26. April 2017 (Urk. 1 S. 2
) Rechtsanwalt Jürg Leimbacher
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen
und es ist ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
7.2
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 900.--
anzuset
zen. Ausgangsgemäss sind
sie zu zwei Dritteln (Fr. 600.--
) dem Beschwerdefüh
rer
und zu einem Drittel (Fr. 300.--
) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, wobei der auf den Beschwerdeführer entfallende Kostenanteil zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen ist.
7.3
Rechtsanwalt
Leimbacher
machte mit Honorarnote vom
7. Mai 2018 einen Aufwand von 7
Stun
den und Barauslagen von Fr. 44.60 geltend (Urk. 14
), was angemessen erscheint. Bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- resultiert ein
e Entschädigung von Fr. 1‘710.85
(inkl. Barauslagen und MWSt).
Diese ist entsprechend dem Verfahrensausgang zu
zwei
Dritteln
(Fr. 1‘140.55) aus
der Gerichtsk
asse und zu einem Drittel (Fr. 570.30
)
von der Beschwerde
gegnerin zu leisten.
7.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.