# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7f539ed3-7b7f-442f-ab9f-faa8c6502ec8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1978, meldete sich am 11. Juli 1995
unter Hinweis auf
Knie
beschwerden
erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte ihm nach vorangegangener Ablehnung (vgl. Urk. 7/7) mit Verfügung vom 10. November 1995 Kostengutsprache für Bein-Orthesen (Urk. 7/9).
Am 5. Februar 2003 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Mit Verfügung vom 28. Januar 2004 lehnte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen ab (Urk. 7/28). Die dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 13. Februar 2004 ab (Urk. 7/30).
Am 27. März 2011 meldete sich der Versicherte ein weiteres Mal bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/36). Mit Mitteilung vom 13. Mai und 18. Novem
ber 2011 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für Knie
orthesen (Urk. 7/43, Urk. 7/45).
1.2
Am 3. Mai 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Bandschei
benvorfall der Lendenwirbelsäule (LWS) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/47). Die IV-Stelle klärte daraufhin die medizinische und erwerb
liche Situation ab und zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/53). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/65; Urk. 7/67, Urk. 7/71) ge
währte die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 22. November 2016 Kostengutsprache für Integrationsmassnahmen im Betrieb (Urk. 7/85), welche sie mit Mitteilung vom 9. Februar 2017 verlängerte (Urk. 7/93) und mit Mitteilung vom 29. Mai 2017 abschloss (Urk. 7/105). In der Folge wurde der Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch/chirurgisch unter
sucht (Untersuchungsbericht vom 2. Oktober 2017, Urk. 7/117). Mit Verfügung vom 19. Februar 2018 verneinte die IV-Stelle schliesslich einen Rentenanspruch (Urk. 7/131).
2.
Der Versicherte erhob am
22. März 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 19. Februar 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben, es seien weitere (medizinische) Abklärungen vorzunehmen und sodann die ihm zustehenden ge
setzlichen Leistungen, mindestens eine halbe Invalidenrente, auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2018 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 29. Mai 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der me
dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/bb/ee). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf den Untersuchungsbericht des RAD vom 2. Oktober 2017 (Urk. 7/117) davon aus, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Orthopädie-Techniker zu 40 % arbeitsfähig sei. Eine angepasste körperlich leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung und ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft sei ihm zu 75 % zumutbar. Aus der Stellungnahme von Prof. Z._ würden keine neuen Diagnosen hervorgehen. Bei einem Invaliditätsgrad von 36 % habe der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf IV-Leistungen (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt (Urk. 1), in der angefochtenen Verfügung begründe die Beschwerdegegne
rin nicht, weshalb lediglich auf die Beurteilung des RAD-Arztes abgestellt werde. Eine kritische Auseinandersetzung mit den in den Akten liegenden Berichten habe nicht stattgefunden. Lediglich gestützt auf die Beurteilung des RAD könne sein Leistungsanspruch nicht abgelehnt werden (S. 4 Mitte). Prof. Z._ halte im Wesentlichen fest, dass die wesentlichen Unterdiagnosen des progre
dienten systemischen Bindegewebsleidens in der Beurteilung des RAD fehlen würden. Sein Leiden werde so in seiner Vielfältigkeit und Tragweite nicht korrekt erfasst und deshalb deutlich unterschätzt. Entsprechend werde die angepasste Tä
tigkeit viel zu optimistisch eingeschätzt (S. 4 unten). Der Ermüdungsfaktor spiele mit systemischen Bindegewebsleiden mit generalisierter Hyperlaxizität und ge
neralisierter Gelenkinstabilität eine Rolle. Prof. Z._ beurteile die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bei 50 %, vorausgesetzt, dass nicht das linke Kniegelenk schlechter werde und ebenfalls operativ durch eine Knie Total
prothese ersetzt werden müssen (S. 5 oben). Weiter gebe die Beschwerdegegnerin nicht an, welche Tätigkeiten effektiv in Frage kämen bzw. welche Tätigkeiten den Leiden angepasst seien und seinen Fähigkeiten entsprächen. Es werde einfach gestützt auf die Beurteilung des RAD von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit ausge
gangen. Es seien zwingend weitere Abklärungen diesbezüglich vorzunehmen und es sei insbesondere abzuklären, welche Tätigkeiten - im Hinblick auf das kom
plexe Beschwerdebild - effektiv zumutbar seien (S. 5 Mitte). Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die medizinischen Akten ungenügend seien bzw. der Sach
verhalt insbesondere hinsichtlich der noch bestehenden Restarbeitsfähigkeit nicht rechtsgenügend abgeklärt sei. Es sei unklar, welche Tätigkeiten seinen Leiden an
gepasst seien, mithin welche Tätigkeiten im Hinblick auf die komplexen Rücken- und Kniebeschwerden zumutbar seien (S. 6 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
wie es sich mit de
r Arbeitsfähigkeit des Beschwer
de
führers verhält und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Rentenanspruch
verneint hat.
Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht (vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. 6), darf diese - soweit sie überhaupt vorliegen sollte - als geheilt betrachtet werden, handelt es sich beim hiesigen Gericht doch um eine Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa S. 437).
3.
3.1
Prof. Dr. med. Z._, Facharzt für Rheumatologie und für All
gemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 22. Dezember 2015 (Urk. 7/61/1-4) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit Mai 2001 und nannte unter Beilage weiterer Berichte (Urk. 7/61/5-14) als Diagnosen ein lumboradikuläres Reiz- und vorübergehendes motorisches Ausfallsyndrom L4/5 bei nach caudal sequestrie
rende Diskushernie L4/5, eine erosive Osteochondrose mit Knochenödem LWK 4/5, eine Osteochondrose L5/S1 sowie eine Osteochondrosis dissecans beider Knie mit schwerer sekundärer Kniearthrose rechts, trikompartimental (Ziff. 1.1). Die Prognose sei schlecht (Ziff. 1.4). Bei längerem Sitzen bestünden Einschränkungen infolge Rücken- und Beinschmerzen links. Die bisherige Tätigkeit sei zu 60 bis 80 % zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit, das heisst eine nicht monotone Tätig
keit, ohne Heben von Lasten über 10 kg, ohne monotones Sitzen und Stehen, ohne Gehen länger als eine Stunde und ohne Bückenrepetitiv, sollte zu 100 % möglich sein (Ziff. 1.7).
3.2
PD Dr. med. A._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 4. Februar 2016 (Urk. 7/70) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Knieschmerzen rechts bei sekundärer Gonarthrose rechts mit trikomparti
menteller Osteophytose, ausgedehnten zystischen Veränderungen im la
teralen Femurkondylus mit osteochondra
l
er Läsion und
ausgeprägtem Knochenödem vor al
lem retropatellär bei chondralen Läsionen retro
pa
tell
är und trochleär rechts bei
Status nach
Osteochondrosis dissecans la
tera
l
er Femurkondylus mit Spongiosaplastik und Periostlappendeckung vom 1
1. Februar
2004
B._
Klinik,
Status nach
Refixation des Os-Dissektates 1994 mit Schraubenentfernung vom 3
1. Mai
l99
5
-
Status nach
Osteochondrosis d
i
ssecans lateraler Femurkondylus links mit
Status nach
Mosaikplastik vom 2
2. Februar 2005
Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer zeige beträchtliche Veränderungen, welche Anhaltspunkte für eine mögliche systemische Komponente mit Affektion des Knochstoffwechsels liefere. Auch eine Synovialpathologien (DD: pigmentierte villonoduläre Synovitis) sei aufgrund der beträchtlichen synovialen Proliferatio
nen denkbar.
3.3
Prof. Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 9. Juni 2016 (Urk. 7/79/4-5) unter anderem aus, in der Zusammenschau der Befunde bestehe hier offensichtlich ein genetisches Grundproblem bei der Kolla
gensynthese, welches zu einer vorzeitigen Ablösung verschiedener Knorpelab
schnitte des Kniegelenks geführt habe. Alle Versuche eine Rekonstruktion vorzu
nehmen über eine Vielzahl von operativen Eingriffen, habe jetzt zu einem mäs
sigen Behandlungsergebnis geführt. Das Gelenk zeige eine Pangonarthrose in der Betonung auf das laterale Kompartiment. Aufgrund der genetischen Grunddispo
sition und hohen Grad der Arthrose sei hier eine rekonstruktive Therapie auch bei dem jungen Alter des Beschwerdeführers nicht Erfolg versprechend.
3.4
Prof. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 31. August 2016 (Urk. 7/83/1-4) unter Beilage weiterer Berichte (Urk. 7/83/6-16) aus, es bestünden Schmerzen im rechten Knie und Wirbelsäule lumbal, die sich in reduzierter Steh
fähigkeit und Sitzen, in reduziertem repetitiven Bücken und einer reduzierten Fähigkeit Gewichte zu heben, auswirken würden. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer dadurch zu 50 % mit 40%iger Leistungsfähigkeit zumutbar. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu 4.1 Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 1.7).
3.5
Prof. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 6. Juli 2017 (Urk. 7/110/1-4) unter Beilage weiterer Berichte (Urk. 7/110/5-12) aus, die Prog
nose sei reserviert. Der Beschwerdeführer habe mit Sicherheit ein vererbtes Leiden mit frühzeitiger Dysfunktion des Bindegewebes in Gelenken (Knie beidseits), Dis
kus (Wirbelsäule) und Venen (Ziff. 1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Orthopädie-Techniker bestehe endgültig eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Es bestünden Rückenschmerzen, Beinschmerzen und Knieschmerzen links, die zu verminderter Konzentration und Ausdauer führen würden (Ziff. 1.7).
Die Arbeitsfähigkeit in angestammter als auch in einer angepassten Tätigkeit be
trage 40 %. Diese Angaben seien abschliessend. Als Orthopädie-Techniker könne der Beschwerdeführer seine Arbeit optimal auf die Stärken und Defizite anpassen (S. 4).
3.6
Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, RAD, nannte im orthopä
disch-chirurgischen Untersuchungsbericht vom 2. Oktober 2017 (Urk. 7/117) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 8):
-
Gonarthrose rechts mit/bei
-
Status nach mehreren Operationen bei Osteochondrosis dissecans
-
Belastungsschmerz
-
muskuläres Defizit der rechten unteren Extremität
-
geringe Ergussbildung mit/bei Status nach Implantation TEP rechtes Knie am 11. Oktober 2016
-
Gonarthrose links mit/bei
-
Belastungsschmerz
-
Status nach mehreren Operationen bei Osteochondrosis dissecans (letz
ter operativer Eingriff mit Mosaikplastik am 22. Februar 2005)
-
Bewegungs-, Belastungsschmerz der LWS mit/bei
-
Status nach linksseitigem lumboradikulärem Reiz- und motorischen Ausfallsyndroms L4
-
aktuell ohne radikuläre Zeichen und Ausfälle, keine Paresen
-
radiologisch nachweisbare degenerative Veränderungen, erosiver Oste
ochondrose, Bandscheibenprotrusion/Vorfall L4/5 (MRI 2014, Oktober 2015, Rö Juli 2016)
-
muskuläre Insuffizienz der Rückenmuskulatur
-
chronsiches lumbovertebrales Syndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 8 unten f.):
-
beginnende Arthrose des linken Grosszehengrundgelenks im Sinne eine Hallux rigidus
-
Myogelosen M. trapezius beidseits mit/bei
-
Cervikobrachialgie
-
aktuell ohne akute Wurzelbeteiligung
-
Varikosis beide Beine
-
Substitutionstherapie mit 320 bis 400 mg Sevre-Long mit/bei
-
Status nach Kokain-Abusus
-
Instabilität der linken Handwurzel bei Status nach Bandnaht mit/bei
-
ohne akute Schmerzsymptomatik
-
funktionelle Einschränkung bei Beugung und Streckung
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung führte Dr. D._ aus, an
hand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung sei in Kenntnis sämtlicher Akten und der körperlichen Untersuchung vom 29. September 2017 ein somati
scher Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige, ausgewiesen. In der bisherigen Tätigkeit als Orthopädietechniker bestehe seit Untersuchungs
zeitpunkt eine 40%ige Arbeitsfähigkeit. Für den bisherigen Verlauf werde auf die RAD-Stellungnahme vom 1. Februar 2016 verwiesen, welche ab dem 26. Februar 2015 bis zum 10 Oktober 2016 von einer 40%igen und ab dem 11. Oktober 2016 bis zum 31. Mai 2017 aufgrund der TEP des rechten Knies von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausging.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Erkrankung der LWS eine ver
minderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkei
ten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauer
haftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund.
Bei Sc
hädigung der Kniegelenke bestehe
aus medizinisch-theoretischer Sicht eine verminderte Belastbarkeit für: regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Gehen
und Stehen auf unebenem Grund.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien dem Beschwerdeführer körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderun
gen an die Kraft und Haltefunktion der linken Hand, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der linken Hand und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der linken Hand weiter
hin zu 100 % zumutbar (S. 9 unten).
Mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit über
wiegender Belastung der Handgelenke und mit erhöhten Anforderungen an die Kraft der linken Hand sowie mit Kälte-/Nässe-Exposition sollten vermieden wer
den (S. 10 oben).
Als angepasste Tätigkeit könne eine überwiegend sitzend ausgeübte Arbeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gele
gentlichem Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen unter Ausschluss von ungünstigen Witterungs
bedingungen, medizinisch-theoretisch weiterhin zugemutet werden.
Die bisherige Tätigkeit als Orthopödie-Techniker könne nicht als ideale ange
passte Tätigkeit angesehen werden. Es handle sich um eine überwiegend stehende Tätigkeit ohne Sitzmöglichkeit in zeitweiser gebeugter oder kniender Haltung. Somit sei auf die Dauer eine höhere Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als 40-50 % mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten (S. 10 oben). In einer ideal angepassten Tätigkeit sei aber eine 70 bis 80%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 29. September 2017 möglich bei erhöhtem Pausenbedarf. In angepasster Tätigkeit habe folgender Verlauf der Arbeitsfähigkeit bestanden: 70-80 % vom 26. Februar 2015 bis 10. Oktober 2016, 0 % vom 11. Oktober 2016 bis 31. Mai 2017, ab dem 1. Juni 2017 bis auf weiteres 70-80 %. Eine wesentliche Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei auf Dauer nicht zu erwarten, da bei Gonarthrose auch noch eine Zunahme der Schmerzsymptomatik bis zur prothetischen Versorgung im Bereich des linken Kniegelenks zu erwarten sei. Die im Oktober geplante beidseitige Varizen-Operation beider unteren Extremitäten werde mit grosser Wahrscheinlichkeit keine dauerhafte Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit haben (S. 10 Mitte).
3.7
Prof. Z._ (vorstehend E. 3.1) nannte in der Stellungnahme vom 22. Ja
nuar 2018 (Urk. 7/127) zum RAD-Untersuchungsbericht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3 oben):
-
s
ystemisches marfanoides Bindegewebsleiden (Störung im Kollagen Typ 1 Stoffwechsel) mit generalisierter Hyperlaxizität und somit generalisierten Gelenkinstabilitäten und „frühzeitigem ossärem und kartilaginärem Ma
terialschaden
" der Koll
agen Typ 1 un
d 2 enthaltenden Organe mit/bei
-
c
hronischem tendenziell progredientem lumboverte
bralem Schmerzsyndrom, bei/mit
-
Beckentiefstand links
-
Überlastung der tief-lumbalen Facettengelenke m
it frühzeitiger Spondylarthrose
-
beginnender mehrsegmentaler degenerati
ver Veränderungen, be
tont L2/3 und L3/
4, mit möglicher Obergangsanomalie im
Sinn einer Lumbalisation von S1
-
paramedian links gelegener Bandscheiben-Protrusion L2/3 und L3
/
4 mit foraminaler Einengung und Stn. linksseitigem lumbora
dikulären Re
iz- und Ausfallsyndrom L4, 2014
-
erosiver Osteochondrose Modic I
L3/4
-
leichtem Knochen-Ödem der Deckplatte LWK 5 (MRI 2015) im Ver
gleich zur Voraufnahme von
2014
-
f
rühzeitiger symptomatischer P
an-Gonarthrose beidseits rechts
>
links bei/mit:
-
Status nach frühzeitiger Knie-T
otalendoprothese rechts Oktober 2016
-
Status nach mehreren komplexen Knie-Operationen
beidseits, erst
mals 1994, l
etztmals 2005 bei beidseitiger Osteochondrosis disse
cans des distalen Femurkondylus der Kniegelenke
beidseits
-
St
atus nach
operativer Handgelenksstabilisation bei dynamischer SL Instabilität l
inks 2007 (Klinik Uni-E._)
-
Fr
ühzeitiger signifikant
erniedrigter Knochendichte in der LWS gemäss ISCD Def. 2007 mit Z-score von -2.0
-
b
ei
dseitigen Senk- und Knickfüssen
-
c
hronischem Venenleiden im Stadium C2s rechts und C2a links, bei
Magna-Stamm- und -Astvarikosis beidseits
Dazu führte Prof. Z._ aus, dass im Untersuchungsbericht des RAD we
sentliche Unterdiagnosen des progredienten systemischen Bindegewebsleidens fehlen würden. Das Leiden des Beschwerdeführers werde in seiner Vielfältigkeit und vor allem Tragweite vom RAD-Arzt nicht korrekt erfasst und deshalb deutlich unterschätzt. Als Folge werde die angepasste Arbeitsfähigkeit viel zu optimistisch eingeschätzt (S. 1 unten).
Die beklagten Leiden seien zwar mit Ausnahme des Venen- und Knochenleidens berücksichtigt, würden aber verharmlosend in ihrer Auswirkung und zukünftigen Entwicklung dargestellt, weil diese nicht als ein Teil einer systemischen Bindege
webserkrankung, die progredient sei, erkannt werde. Zum Beispiel habe der Be
schwerdeführer auf Grund der Beschwerden von Rücken und Knie sämtliche Hob
bies aufgeben müssen. Die Beschwerden würden auch aus oben zitierten Gründen nicht im Rahmen eines progredienten Gesamtbildes interpretiert. Der Beschwer
deführer habe zwar den Handlauf beim Treppensteigen nicht zu Hilfe nehmen müssen, habe aber regelmässig beim Treppengehen Knieschmerzen, die er aller
dings nicht ständig äussere. Der Beschwerdeführer habe zwar bei der Befragung um 9 Uhr während 40 Minuten ohne Unterbruch sitzen können, dies wäre aber am Nachmittag nach drei bis vier Stunden Arbeiten am Morgen bereits nicht mehr möglich gewesen. Die angegebene deutliche Haltungsinsuf
?
zienz der Rumpfmuskulatur habe der RAD-Arzt mit einem asthenischen Habitus, der ty
pisch bei dieser marfanoiden Bindegewebserkrankung sei, verwechselt und im
pliziere, dass der Beschwerdeführer die muskelstabilisierenden Übungen des Rumpfes vernachlässigt habe, was beim sehr zuverlässigen Beschwerdeführer nun überhaupt nicht der Fall sei. Dieser habe in den letzten drei bis vier Jahren seine Rumpfmuskulatur sehr zuverlässig und regelmässig so gut es eben bei diesen Pa
tienten mit dieser Systemerkrankung gehe, aufgebaut.
Der betreuende Physiothe
rapeut und er seien mit Ausnahme des Ergebnisses auf die Beckenmuskulatur (Glut. Medius) sehr damit zufrieden gewesen. Die relative lnsuf
?
zienz der Becken
muskulatur sei eine Auswirkung der schweren invalidisierenden Gonarthrose rechts, bei der 2016 eine Knie-TP durchgef
ü
hrt worden sei. In diesem Bereich werde das Krafttraining zurzeit weiterhin konsequent durch Physiotherapie und den Beschwerdeführer selber aufgebaut
(S. 2 oben)
.
Die im Untersuchungsberi
cht
des RAD
er
w
ähnten Schlus
sfolgerungen in Bezug auf eine l
eidensangepasste Tätigkeit
seien nicht nachvollziehbar
, da
der RAD-Arzt
die zeitliche Belastbarkeit im Verlauf eines Arbeitstages
beim Beschwerde
führer
mit einem progredienten systemischen Leide
n viel zu optimistisch beur
teile. Der Ermüdungsfaktor spiele
bei
Patienten mit systemi
schen Bindegewebs
leiden mit generalisierter Hyperlaxizität und generalisierter Gelenkinstabilität
je
doch eine
Rolle,
sodass eine sitzende Tätigkeit von maxima
l
40 Minuten am Stück am Morgen zwar erreicht
werde
, am Nachmittag aber für den
Beschwerdeführer eine zunehmende Qual darstelle,
diese Zeiten immer kürzer
würden
und das Be
dürfnis nach Erholung
in
liegender Position oder herumgehender Entspannung immer grösser
werde (S. 2 unten)
.
Er beurteile die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
mit
40
%
, nach vollständiger Genesung nach Knie TP rechts, möglicherweise Ende 2018 wahrscheinlich 50
%
, vorausgesetzt, dass nicht das linke Kniege
l
enk zunehmend schlechter
werde
und ebenfalls operativ
durch eine Knie TP ersetzt werden
müsse (S. 3 Mitte). Dabei würden nur k
örperlich leichte Tätigkeit mit
Wechselbelastung
in Frage kommen
, ohne erhöhte Anforderung an die Kraft und Haltefunktion der linken Hand, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Arbeit mit ungünstigen Hebelwirkungen am Hand
gelenk, das heisst keine Stiel-
Werkzeuge, kein Arbeiten mit ausgestreckten Ar
men, keine repetitive Beanspruchung der linken Hand, keine erhöhte Anforde
rung an das feinmotorische Geschick der linken Hand, kein repetitives Bücken, Rotieren des Rumpfes oder In-die-Hocke-Gehen, kein Sitzen länger als 40 Minu
ten, kein Stehen am Stück länger als 30 Minuten.
M
ittelschwere und schweren körperlichen Tätigkeiten
seien nicht mehr möglich
.
Bei noch Optimierun
g der Tä
tigkeit als Orthopädist, der Beschwerdeführer arbeite
s
eit 2008 bei der gleichen Firma
,
könne
maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
erreicht
werden
. Ein Wechsel in eine theoretisch ideal leidensangepasste andere Tätigkeit nach Um
schulung
sei zur jetzigen Zeit
bei
m
40-jährigen
Beschwerdeführer
eine weniger gute und weniger realistische Lösung, insbesondere deshalb
,
weil es diese theo
retisch ideale Beschäftigung für den
Beschwerdeführer
mit diesem systemischen Bindegewebsleiden mit
frühzeitigem Befall beider Knie
und der Bandscheiben nicht
gäbe
und der
Beschwerdeführer
aufgrund seiner systemischen Bindegewe
beerkrankung (frühzeitiger Knorpelverschleiss, multiple Gelenkinstabilitäten, Ve
nenleiden wege
n
genereller Hyperlaxizität, verminderte Knochendichte) mit zu
nehmenden Alter nicht weniger
,
sondern zunehmende Beschwerden haben
werde (S. 3 unten)
.
Es
sollte
unter Berücksichtigung aller für diesen hochkomplexen
K
rankheitsfall typischen Faktoren pragmatisch und zukunftsorientiert entschieden werden, dass der
Beschwerdeführer
, dessen systemisches Bindegewebsleiden potentiell durch den Alterungsprozess des Bindegewebes in Zukunft mit
Sicherheit schlechter werde,
vielmehr an der jetzigen Arbeitsstelle mit Hilfe der
Invalidenversicherung
optimal reintegriert
worden sei,
was mit einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 40 ev
entuell
50
%
, nach Verbesserung einiger Randbedingungen, möglich sein sollte
(S. 4 oben)
.
4.
4.1
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi
derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (
vgl. vorstehend E. 1.5
).
4.2
Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen regelmäs
sig von behandelnden Ärztinnen und Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Per
son stehen. Da sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche er
laubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 35
2.
Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5)
.
Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Fest
stellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit und somit eine Verletzung von
Art.
6
Ziff.
1 EMRK bedeuten, die Eignung der Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte zur Weckung derartiger Zweifel von letztlich unerfüllbaren Anforderungen ab
hängig zu machen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungs
internen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandeln
den Arztes in Zweifel gezogen, so genügt deshalb der pauschale Hinweis auf des
sen auftragsrechtliche Stellung nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Ebenfalls kann nicht bloss darauf verwiesen werden, diese Berichte erfüllten die Anforde
rungen an Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 nicht oder nur unvoll
ständig. Damit die versicherte Person eine vernünftige Chance hat, ihre Sache dem Gericht zu unterbreiten, ohne gegenüber dem Versicherungstr
äger klar be
nachteiligt zu sein
, darf bei Bestand solcher Zweifel nicht aufgrund der von der versicherten Person aufgelegten Berichte einerseits und der versicherungsinter
nen medizinischen Berichte andererseits eine abschliessende Beweiswürdigung vorgenommen werden. Um solche Zweifel auszuräumen, wird das Gericht viel
mehr entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach
Art.
44 AT
SG eine Begutachtung veranlasst (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.6).
4.3
Mit Blick auf die medizinische Aktenlage erweist sich der RAD-Untersuchungsbericht (vorstehend E. 3.6) als nicht umfassend. Der RAD-Arzt Dr. D._ hat sich im Untersuchungsbericht weder mit den abweichenden Berichten von Prof. Z._ auseinandergesetzt, noch hat er in irgendeiner Weise begründet, weshalb er von dessen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ins
besondere in angepasster Tätigkeit abweicht. Zwar attestierte auch Prof. Z._ zunächst noch höhere Arbeitsfähigkeiten (vgl. vorstehend E. 3.1). Der von ihm in der Folge dokumentierte Verlauf zeigte hingegen, dass die Leistungsfähig
keit des Beschwerdeführers, trotz Integrationsbemühungen deutlich tiefer lag. Die kritische Würdigung der Aktenlage erschöpft sich im RAD-Untersuchungsbericht darin, dass auf die bisher erstellten RAD-Stellungnahme vom 1. Februar 2016 (vgl. Urk. 7/63/3-4) verwiesen wurde und durch Prof. Z._ aktuell eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit dokumentiert sei.
4.4
Zum RAD-Untersuchungsbericht reichte der Beschwerdeführer in der Folge eine umfassende Stellungnahme von Prof. Z._ ein. Darin führte Prof. Z._ im Wesentlichen aus, dass wesentliche Unterdiagnosen des progredien
ten systemischen Bindegewebsleidens fehlen würden, das Leiden des Beschwer
deführers in seiner Vielfältigkeit und vor allem Tragweite nicht korrekt erfasst, deshalb deutlich unterschätzt und als Folge die angepasste Arbeitsfähigkeit viel zu optimistisch eingeschätzt werde. Die beklagten Leiden seien zwar mit Aus
nahme des Venen- und Knochenleides berücksichtigt, würden aber verharmlo
send in ihrer Auswirkung und zukünftigen Entwicklung dargestellt, weil diese nicht als Teil einer systemischen Bindegewebserkrankung, die progredient sei, erkannt werden. Weiter seien die Schlussfolgerungen im RAD-Untersu-chungsbericht in Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit nicht nach
vollziehbar, da die zeitliche Belastbarkeit im Verlauf eines Arbeitstages beim Be
schwerdeführer mit einem progredienten systemischen Leiden viel zu optimistisch beurteilt werde. Der Ermüdungsfaktor spiele bei Patienten mit systemischen Bin
degewebsleiden mit generalisierter Hyperlaxizität und generalisierter Gelenkin
stabilität jedoch eine grosse Rolle (vgl. vorstehend E. 3.7).
Trotz dieser ausführlichen (und abweichenden) medizinischen Stellungnahme von Prof. Z._ erachtete es die Beschwerdegegnerin als nicht nötig, diese nochmals dem fallführenden RAD-Arzt vorzulegen, sondern begnügte sich mit der (fachfremden) Feststellung, dass daraus keine neuen Diagnosen hervorgehen würden (vgl. Urk. 7/129/8, Urk. 2 S. 2). Dies vermag angesichts der eingehenden Ausführungen von Prof. Z._ zum progredienten systemischen Bindege
websleiden und dessen Auswirkungen auf die Belastbarkeit nicht zu überzeugen. So finden sich dazu im RAD-Untersuchungsbericht keinerlei Ausführungen.
4.5
Nach dem Gesagten ist mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des RAD-Untersuchungsberichts, insbeson
dere hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tä
tigkeiten, Zweifel bestehen, womit sich das Abstellen der Beschwerdegegnerin auf die Beurteilung des RAD ohne weitere Abklärungen als unzulässig erweist (vgl. vorstehend E. 1.5 sowie E. 4.2).
5.
Insgesamt fehlt es vorliegend an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Be
urteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers und damit an der Grundlage für einen Entscheid. Zur Beurteilung seiner invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zusätzlicher medi
zinischer Abklärungen in Form eines Gutachtens, welches sich insbesondere zur Frage, wie sich das systemische Bindegewebsleiden mit den damit zusammen
hängenden körperlichen Erkrankungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers auswirkt und was dabei der Ermüdungsfaktor für eine Rolle spielt, äussert. Dabei wird sich der Gutachter auch zur Frage, welche konkreten beruflichen Tä
tigkeiten beim Beschwerdeführer aufgrund seines Leidens noch in Frage kommen, zu äussern haben.
Angesichts des Verzichts der Beschwerdegegnerin auf weitere Abklärungen recht
fertigt sich eine gerichtliche Begutachtung nicht (vgl. vorstehend E. 1.6). Die an
gefochtene Verfügung vom 19. Februar 2018 (Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 8
00.-- anzusetzen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach stän
diger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegeg
nerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Ausgangsgemäss steht
dem
obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist. In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr.
1‘
8
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.