# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b3aa6dc5-3dca-4646-b207-3e8f1c330ee0
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

1. Zum Sachverhalt und zur Prozessgeschichte kann vorliegend auf das
bereits ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts R 14 104 und 105 vom
6. Mai 2015 verwiesen werden. Gegen die Baubewilligung auf Parzelle
1035 betreffend Erstellung zweier dreigeschossiger Mehrfamilienhäuser
in der Dorfzone durch die Gemeinde als Eigentümerin dieses
Baugrundstücks erhoben die Nachbarn auf Parzelle 156 und Parzelle 423
Einsprache und danach noch Beschwerde beim Verwaltungsgericht,
wobei in formeller Hinsicht zunächst eine Verletzung der
Ausstandsvorschriften dreier namentlich genannter Entscheidungsträger
gerügt wurde, da diese sowohl den vorgängig durchgeführten
Projektwettbewerb als auch die später erteilte Baubewilligung für
dasselbe Bauprojekt samt Abweisung der dagegen erhobenen
Einsprachen massgeblich beeinflusst und damit gegen das Gebot einer
fairen und unbefangenen Sachentscheidung verstossen hätten. Im
erwähnten Urteil hiess das streitberufene Verwaltungsgericht die
Beschwerden in den Verfahren R 14 104 und 105 im Sinne der
Erwägungen gut und hob den dannzumal strittigen Bau- und
Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2014 wieder auf (Ziff. 1
Urteilsdispositiv). Die Gemeinde wurde darin angewiesen, das
Baubewilligungsverfahren – unter Ausschuss der drei bezeichneten
Gemeindevertreter – fortzusetzen. Die Verfügung des BVFD vom 24.
Oktober 2013 sei koordiniert mit einer allfällig neuen Baubewillig
wiederum aufzulegen (vgl. VGU R 14 104/105 Erwägung 6 S. 33).
2. Am 14. Oktober 2015 befasste sich der Gemeindevorstand – unter
Ausschuss der drei bezeichneten Gemeindevertreter – neu unter dem
Vorsitz vom Vizepräsidenten und unter Mitwirkung von zwei
Vorstandsmitgliedern nochmals eingehend mit dem Baugesuch und den
dagegen gerichteten Einsprachen. Er kam dabei zum Schluss, dass dem
Bauvorhaben materiell keine Bau- oder Verkehrsvorschriften
entgegenstünden. Das Bauprojekt genüge in ortsbaulicher sowie
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ästhetischer Sicht den gestalterischen Anforderungen in der
massgebenden Dorfzone und sei deshalb zu bewilligen. Mit Bau- und
Einspracheentscheid vom 14., mitgeteilt am 16. Oktober 2015, bewilligte
der neu zusammengesetzte Gemeindevorstand das Bauprojekt auf
Parzelle 1035 unter verschiedenen Auflagen und Bedingungen und er
wies die dagegen erhobenen Einsprachen der zwei Nachbarn auf
Parzellen 156 und 423 ab.
Zur Begründung wurde vorgebracht, die A._ SA habe in ihrer
Einsprache vom 13. Juni 2014 insbesondere eine Verletzung der
Vorschriften über die Koordination von Zusatzbewilligungen gerügt, da die
Bewilligungen des Kantons vorher eingeholt, den Parteien des
ursprünglichen Einspracheverfahrens jedoch nicht eröffnet worden seien.
Im angefochtenen Entscheid habe der Gemeindevorstand dazu
ausgeführt, zwar hätten die Gesuche entgegen Art. 54 Abs. 1 KRVO nicht
zusammen mit dem Baugesuch aufgelegen, doch sei er der Meinung,
dass der Einsprecherin dadurch keine unwiederbringlichen Nachteile
erwachsen seien, weshalb er die gerügte Verletzung der
Koordinationsvorschriften als geheilt erachte. Zwar hätten nicht die
Gesuche, aber die - noch nicht rechtskräftigen - Bewilligungen zusammen
mit dem Baugesuch aufgelegen und diese hätten entsprechend auch
beanstandet werden können. Des Weiteren wies der Vorstand die
Einwendungen bezüglich der Voraussetzungen für die Erteilung des
nachgesuchten Näherbaurechts und für die Bewilligung einer direkten
Zufahrt auf die Kantonsstrasse als unbegründet ab. Er hielt weiter fest,
dass ein Vergleich des geplanten Neubaus mit den einschlägigen
Referenzbauten zeige, dass das angefochtene Bauvorhaben den
vorgegebenen Rahmen hinsichtlich Bewahrung der Dorfzone im
Baugesetz einhalte, weshalb keine Verletzung der baugesetzlichen
Vorgaben über die Geschosszahl und Gebäudehöhe bzw. -länge vorliege.
Der neue Bau- und Einspracheentscheid sei den Parteien am 16. Oktober
2015 mitgeteilt worden. Gleichzeitig seien den Parteien, wie vom
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Verwaltungsgericht angeordnet, wiederum die Zusatzbewilligungen des
BVFD vom 24. Oktober 2013 betreffend Näherbaurecht Zufahrt sowie des
TBA vom 31. Oktober 2013 betreffend Baugrubensicherung und
Verlegung von Leitungen im Bereich von Kantonsstrassen samt der
Stellungnahme des BVFD vom 14. August 2014 eröffnet worden.
3. Dagegen erhob die A._ SA (Beschwerdeführerin) am 13. November
2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
folgenden Anträgen: Der Bauentscheid der Gemeinde vom 14. Oktober
2015 sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu verweigern. Die
Verfügung des BVFD vom 24. Oktober 2013 betreffend Näherbau und
Zufahrt sei aufzuheben und zur Neubeurteilung zurückzuweisen
(Verfügungen TBA vom 31. Oktober 2013 würden nicht angefochten). Der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen (am 26.
November 2015 vom Instruktionsrichter erteilt).
Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin vor, dass der
angefochtene Entscheid mit demjenigen vom 1. Oktober 2014 praktisch
identisch sei. Auch betreffend Erschliessung sei nichts Neues
entschieden worden. Es habe deshalb der frühere Antrag der Gemeinde
an den Kanton, unterschrieben vom Gemeindepräsidenten und
Gemeindeschreiber C._, auch als Grundlage für den neuen
Entscheid gedient. Der Antrag an den Kanton betreffend Erschliessung
hätte aber unter Berücksichtigung der Ausstandspflicht gestellt werden
müssen, was nicht geschehen sei. Somit sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben. Die Gemeinde hätte ein neues Auflageverfahren durchführen
müssen, um den inzwischen veränderten Verhältnissen gebührend
Rechnung zu tragen. Dies habe die Gemeinde nicht gemacht und somit
allfälligen weiteren Einsprechern die Mitwirkung verunmöglicht. Zudem
seien die Baugespanne schon im Frühjahr 2015 entfernt worden. Der
unter Berücksichtigung der Ausstandspflicht entscheidende
Gemeindevorstand habe sich im Rahmen des angefochtenen Verfahrens
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damit gar kein Bild über das Bauprojekt machen können. Auch unter
diesem Gesichtspunkt sei der Entscheid aufzuheben.
Die Beschwerdeführerin habe keine Gelegenheit gehabt, sich gegenüber
dem Kanton zu äussern und ihre Bedenken betreffend die Zufahrt
darzulegen. Sie sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die
Gemeinde habe laut Schreiben vom 14. August 2014 am 30. Juli 2014
das BVFD ersucht, zur Einsprache der Beschwerdeführerin Stellung zu
nehmen. Davon habe die Beschwerdeführerin erst mit der Zustellung des
Bau- und Einspracheentscheides vom 1. Oktober 2014 erfahren.
Anscheinend bestehe ein weiteres Schreiben der Gemeinde vom 30.
August 2013, worin man dem Kanton mitgeteilt habe, man habe mit der
Beschwerdeführerin keine Einigung über eine gemeinsame Zufahrt finden
können. Die Beschwerdeführerin sei aber verhandlungsbereit. Sie rüge
die Verletzung von Art. 51 StrG, wonach mit Anschlüssen an die
Kantonsstrasse ein möglichst grosses Gebiet erschlossen werden solle.
Im konkreten Fall werde nur ein Gebäude mittels eines Anschlusses
erschlossen. Von der Kantonsstrasse solle direkt in die Einstellhalle
eingefahren werden. Das Sichtfeld des Ausfahrenden Richtung
Dorfzentrum sei eingeschränkt. Der Grenzabstand zur Strasse betrage
rund 2.5 m und sei für eine sichere Einmündung ungenügend. Vis-à-vis
befinde sich der Kindergarten und die Schule, was erhöhte
Anforderungen an die Sicherheit hervorrufe. Das BVFD habe verlangt,
alle Fahrzeuge müssten abseits der Kantonsstrasse wenden können.
Dies sei ohne Öffnung des Garagentors nicht möglich, also nicht
praktikabel. Der Hauszugang gewährleiste keine Sicherheit für die
Benutzer. Es existiere kein Platz fürs Ein- und Aussteigenlassen.
Entgegen den Ausführungen des Kantons grenze der Vorplatz nicht an
Parzelle 156, sondern an die Kantonsstrasse. Die Beschwerdeführerin
habe keine Unterlagen erhalten und sich am Verfahren nicht beteiligen
können, was eine offensichtliche Verletzung des rechtlichen Gehörs
darstelle. Es sei nicht auszuschliessen, dass dem Kanton andere
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Unterlagen zur Beurteilung unterbreitet worden seien als die öffentlich
aufgelegten. Der Entscheid des BVFD sei wahrscheinlich aufgrund
tatsachenwidriger Vorgaben unter Verletzung des rechtlichen Gehörs
erlassen worden. In der Dorfzone dürften auf der Traufseite höchstens
zwei Vollgeschosse in Erscheinung treten (Art. 18 Abs. 3 BG). Diese
Vorgabe stelle hohe Anforderungen an die Beurteilung von Bauvorhaben.
Darum sei hier eine obligatorische Bauberatung vorgeschrieben. Art. 18
BG sei eine strenge Ästhetikvorschrift. Der Charakter der bestehenden
Siedlung müsse erhalten werden. An-, Neben- und Neubauten müssten
sich in Höhe, Stellung, Volumen, Proportionen, Dachform, Material, Farbe
und Gestaltung den Fassaden der umliegenden Bauten anpassen. Das
geplante Gebäude werde über 34.5 m lang, 9.5 m breit und 10.8 m hoch.
Es werde einen neuen Eingang zum Dorfzentrum markieren. Es
dominiere und sei überdimensioniert und greife in den Charakter der
bestehenden Siedlung massiv ein. Dies habe auch der Bauberater
festgehalten, als er am 27. Juli 2013 festgestellt habe, die Baute gebe
dem Quartier eine neue Identität. Im Entscheid selber sage die
Gemeinde, die Fassadendetails müssten noch überarbeitet und bewilligt
werden. Somit hätte das Projekt neu aufgelegt werden müssen. In VGE
714/97 habe das Verwaltungsgericht schon festgehalten, es sei hier auf
die vorhandenen Gebäudehöhen abzustellen und nicht auf die
Geschosszahlen. Es habe jedoch auch gesagt, dass nur wo die
umliegenden Bauten keine Abweichungen zuliessen und verlangten, die
Ersatzregel betreffend zwei Vollgeschosse auf der Traufseite gelte. Im
konkreten Fall finde aber die Ersatzregel Anwendung. Die angrenzenden
Gebäude seien alle nur zweigeschossig, lediglich das projektierte
Gebäude würde drei Vollgeschosse aufweisen. Die als Referenzobjekte
(Parzellen 171, 179 und 180) vorgebrachten Objekte seien weit vom
Bauplatz entfernt und deshalb nicht zum Vergleich heranziehbar. Nur das
Bürgerhaus grenze an den Bauplatz an, dieses weise zwei Vollgeschosse
auf.
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4. Auch B._ (Beschwerdeführer) erhob am 16. November 2015
dagegen Beschwerde und beantragte folgendes: Der Bau- und
Einspracheentscheid vom 14. Oktober 2015, mitgeteilt am 16. Oktober
2015, sei aufzuheben. Eventuell sei der angefochtene Entscheid zur
Neubeurteilung an die Gemeinde zurückzuweisen. Die Verfügung des
BVFG vom 24. Oktober 2013 betreffend Näherbaurecht und Zufahrt sei
aufzuheben und zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Der Beschwerde sei
die aufschiebende Wirkung zu erteilen (am 26. November 2015 vom
Instruktionsrichter erteilt). Ferner sei ein zweiter Schriftenwechsel
durchzuführen.
Die Gemeinde habe nachzuweisen, dass der neue Bau- und
Einspracheentscheid im Ausstand des Gemeindepräsidenten, des
vorbefassten Vorstandsmitglieds und des Gemeindeschreibers
entschieden worden sei.
Im Übrigen habe sich am Entscheid bezüglich Dispositiv und Erwägungen
nichts geändert. Der praktisch identische Entscheid sei einfach von zwei
anderen Mitgliedern des Gemeindevorstandes unterzeichnet worden. Der
Gemeindevorstand habe einfach neu entschieden. Das Bauvorhaben sei
nicht mehr profiliert oder ausgeschrieben worden. Die Vorinstanz in der
neuen Zusammensetzung habe die Profilierung nicht mehr ansehen
können. Die Zusammensetzung des Entscheidgremiums werde nicht
bekannt gegeben. Man wisse nur, wer die zwei Vorstandsmitglieder
seien, die den Entscheid unterschrieben hätten. Besonders stossend
wäre, wenn die gleichen Vorstandsmitglieder ohne die im Ausstand
befindlichen Personen entschieden hätten. Diese hätten sich durch den
bereits gefällten Entscheid im Detail zum Bauvorhaben geäussert.
Speziell stossend sei, dass über die Erschliessung nicht mehr befunden
worden sei. Den früheren Antrag an das TBA habe man nicht mehr
erörtert. Das Bauvorhaben halte gegenüber der Kantonsstrasse nur einen
Abstand von 2.5 m ein, weswegen es eines Näherbaurechts des Kantons
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bedürfe. Zudem müsse die Einfahrt in die Kantonsstrasse vom Kanton
bewilligt werden. Anwendbar seien Art. 88 KRG und Art. 52 ff. KRVO. Die
Einsprachen müssten der kantonalen Behörde ebenfalls mitgeteilt
werden. Das Baugesuch sei im Juli 2013 publiziert worden. Die
Einsprache vom 26. Juli 2013 gegen die Situierung der Einfahrt sei dem
Kanton nicht übermittelt worden. Dieser habe am 24. Oktober 2013 die
Bewilligung für den Näherbau und die Einfahrt ohne deren Kenntnis
erteilt. Profiliert und publiziert sei das Baugesuch nicht mehr gewesen. Es
wäre jedoch nicht nur der Entscheid zu wiederholen gewesen, sondern
das Bewilligungsverfahren als Ganzes. Dazu gehörte auch der Antrag an
den Kanton. Diese Anträge seien unter Verletzung der Ausstandspflicht
durch den Gemeindepräsidenten und den Gemeindeschreiber
unterzeichnet worden. Die Bewilligungen des Kantons präjudizierten das
Baugesuch und den Bewilligungsentscheid sehr stark. Somit müssten die
drei genannten Behördenmitglieder von Anfang bis Ende des Verfahrens
im Ausstand sein. Die Publikation sei zu wiederholen. Die Einfahrt in die
Kantonsstrasse verletze Art. 51 Abs. 2 StrG und Art. 87 Abs. 2 BG. Auf
der Nordostseite des geplanten Gebäudes bestünde eine perfekte
Ausfahrt in die Kantonsstrasse, die vorschriftsgemäss wäre. Es wäre
daher nahe gelegen, die Ausfahrt der angrenzenden Parzelle 1035
ebenfalls über diese Ausfahrt zu führen. Art. 18 BG (Ästhetiknorm) sei
verletzt. Die Bestimmung sei eine strenge positive Vorschrift. VGE 714/97
enthalte Grundsätze dazu. Der Beschwerdeführer werde den Beweis
erbringen, dass die umliegenden Bauten keine Abweichung von der Höhe
des Neubaus zuliessen oder verlangten. Sie seien allesamt niedriger als
der geplante Neubau, weswegen die Ersatzregelung gelte, dass auf der
Traufseite höchstens zwei Vollgeschosse in Erscheinung treten dürften.
Das Projekt passe sich nicht an, sondern drücke dem Quartier den
Stempel auf. Das Gebäude beanspruche rechnerisch eine AZ von 1.48,
was überdimensioniert sei. Nur im Süden betrage der Grenzabstand mehr
als 2.5 m. In der Nähe gebe es keine Gebäude mit ähnlich hoher
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Ausnutzung. Die Proportionen seien überrissen. Es gehe nicht nur um die
haushälterische Nutzung des Bodens, sondern ebenfalls um Qualität. Die
Schmerzgrenze baulicher Konzentration sei überschritten. Ausserhalb der
Dorfkernzone gebe es als höchstzulässige Konzentration eine AZ von 0.8,
in der Wohn-/Gewerbezone sei nur eine AZ von 0.6 zulässig. Seine
Wohnung werde durch den Neubau dramatisch beeinträchtigt.
5. Am 7. Dezember 2015 (Poststempel) nahm das BVFD
(Beschwerdegegner) Stellung und beantragte die Abweisung der
Beschwerden.
Betreffend die angebliche Verletzung der Koordinationsvorschriften werde
auf das Schreiben an die Gemeinde vom 14. August 2014 verwiesen.
Obwohl statt der Gesuche für die Zusatzbewilligung bereits die
Zusatzbewilligungen selber aufgelegt worden seien, seien diese noch
nicht eröffnet gewesen und somit nicht rechtskräftig. Dagegen hätte
rechtzeitig Einsprache erhoben werden können. Da dem
Beschwerdegegner die Einsprache der Beschwerdeführerin nur durch die
Gemeinde zur Stellungnahme unterbreitet worden sei, hätte die
Zusatzbewilligung zu diesem Zeitpunkt noch angepasst werden können,
falls sich dies aufgrund der Einsprache als geboten erwiesen hätte, was
hier nicht der Fall gewesen sei. Die für die Beurteilung nötigen Angaben
seien in den Gesuchsplänen eingetragen. Die verlangten Anpassungen
seien im Gesuch für das Bauvorhaben an der Kantonsstrasse vom 12.
September 2013 berücksichtigt worden. Zufahrten seien nach Möglichkeit
zusammenzufassen. Hier handle es sich um eine
Lokalverbindungsstrasse (Sackgasse), welche die Ortsteile von X._
auf der rechtsufrigen Seite des Inns erschliesse. Sie erfülle eine Funktion
als Groberschliessung. Die Anforderungen an die Konzentration von
Anschlüssen sei hier nicht dieselbe wie bei einer Durchgangsstrasse mit
überwiegend ortsfremdem Durchgangsverkehr. Die Auswirkungen einer
zusätzlichen Zufahrt auf den Verkehrsfluss seien vorliegend klein. Die
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Zufahrt befinde sich im Innerortsbereich, wo es aufgrund baulicher
Gegebenheiten bereits sehr viele einzelne Zufahrten habe. Die
Verkehrssicherheit werde nicht beschränkt.
Die Zufahrt entspreche den Anforderungen der VSS-Norm SN 640 050
(Grundstückszufahrten) für Lokalverbindungsstrassen. Die Sichtfelder der
VSS-Norm 640 273a (Knoten, Sichtverhältnisse im Knoten in einer
Ebene) seien im bewilligten Grundrissplan 33.2 (Untergeschoss)
eingetragen und genügten den Anforderungen der VSS-Norm. Auf dem
Plan 33.3, Fassaden und Schnitte, sei bei der Nordostfassade zudem
ersichtlich, dass das Sichtfeld, wie von der VSS-Norm verlangt, ab einem
Höhenbereich von 0.6 m über der Fahrbahnebene hindernisfrei sei. Der
Zugang habe nicht die Funktion eines Umschlagplatzes abseits der
Kantonsstrasse. Sollte trotzdem ein Fahrzeug im Bereich des
Hauseinganges kurz anhalten, um Personen ein- oder aussteigen zu
lassen, sei dies wegen der guten Übersichtlichkeit ohne Nachteile für die
Verkehrssicherheit möglich.
6. Am 7. Januar 2016 (Poststempel) beantragte die Gemeinde
(Beschwerdegegnerin), die Verfahren R 15 91 und R 15 92 seien zu
vereinigen (vom Instruktionsrichter am 11. Januar 2016 zusammengelegt)
und die beiden Beschwerden seien abzuweisen.
Sie habe gemäss Urteil R 14 104 und 105 nur noch über die Einsprachen
und die Genehmigung des Baugesuchs im Ausstand der nach Ansicht
des Gerichts ausstandspflichtigen Behördenmitglieder befinden müssen.
Das Bauvorhaben sei vom Juli 2013 bis zum Frühsommer 2015 profiliert
gewesen und die hier ansässigen Gemeindevorstandsmitglieder hätten
sich ein Bild vom Bauvorhaben machen können. Der Vorstand bestehe
aus fünf Mitgliedern und habe keinen Stellvertreter. Wäre es anders,
könnte über das Bauvorhaben nicht mehr entschieden werden. Eine
Erneuerung der Gesuche um kantonale Zusatzbewilligungen sei aufgrund
des Rückweisungsentscheides des Gerichts nicht notwendig gewesen.
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Mit der Gesuchsunterzeichnung hätten der vorbefasste
Gemeindepräsident und Gemeindeschreiber keinen Entscheid im Sinne
von Art. 6a VRG getroffen. Die Ausstandspflicht sei nicht verletzt.
Es sei Sache des Kantons gewesen, die Erschliessungssituation in Bezug
auf die Zufahrt zur Kantonsstrasse zu beurteilen. Gemäss Art. 54 Abs. 1
KRVO hätten die Gesuche für den Näherbau an die Kantonsstrasse und
die direkte Zufahrt zur Kantonsstrasse zusammen mit dem Baugesuch
öffentlich aufgelegt und ausgeschrieben werden müssen. Gegen die
Gesuche hätte dann während der öffentlichen Auflage bei der
Beschwerdegegnerin Einsprache erhoben werden können. Dies sei hier
nicht eingehalten worden. Da die Entscheide des Beschwerdegegners
und des TBA im Zeitpunkt der zweiten öffentlichen Auflage im Mai/Juni
2014 bereits vorgelegen hätten, seien zusammen mit den Gesuchen auch
die bereits ergangenen kantonalen Entscheide öffentlich aufgelegt
worden. Die Beschwerdeführerin habe sich in der Einsprache vom 13.
Juni 2014 damit auseinandergesetzt. Diese Einsprache sei nach
Abschluss des Auflageverfahrens dem TBA überwiesen worden. Im
Begleitschreiben vom 30. Juli 2014 habe die Beschwerdegegnerin den
Kanton um eine schriftliche Stellungnahme oder einen schriftlichen
Entscheid gebeten. Das rechtliche Gehör sei somit ebenso wenig verletzt
worden wie die Pflicht zur Koordination. Baubescheid und
Zusatzbewilligungen hätten im gleichen Verfahren vor Verwaltungsgericht
angefochten werden können. Entsprechend der Anordnung in VGU R 14
104/105 vom 6. Mai 2015 sei zudem die Verfügung des
Beschwerdegegners vom 24. Oktober 2013 erneut koordiniert mit dem
neuen Bau- und Einspracheentscheid wiederum den Beschwerdeführern
eröffnet worden. Durch die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin sei
den Beschwerdeführenden daher kein Nachteil erwachsen. Eine
Aufhebung wegen der nicht wörtlichen Einhaltung von Art. 54 Abs. 1
KRVO bedeutete einen prozessualen Leerlauf. Mit Bezug auf Art. 51 StrG
sei darauf hinzuweisen, dass bereits vor der ersten Auflage des
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Baugesuchs Gespräche mit den Eigentümern von Parzelle 156 über eine
Erschliessung von Parzelle 1035 via Parzelle 156 geführt worden seien.
Diese Verhandlungen seien letztlich aber allesamt am Eigentümer von
Parzelle 156 und an der Haltung einer zufahrtsberechtigten Drittperson
gescheitert. Eine Direkterschliessung der Neubauten von der
Kantonsstrasse aus mache jedoch Sinn, weil beide Neubauten auf die
Kantonsstrasse ausgerichtet seien und ein unmittelbarer Zugang zur
Strasse durchaus den historischen Gegebenheiten vieler anderer Bauten
entlang der Via D._ entspreche. Eine Zufahrt von Osten hätte zudem
den vor dem Bürgerhaus gelegenen Platz belastet. Die
Verkehrssicherheit sei nicht beeinträchtigt. Wie den genehmigten
Projektplänen entnommen werden könne, lägen der strassenseitige
Hauszugang und der gegen Osten anschliessende Vorplatz auf dem
Niveau der Kantonsstrasse. Die zwischen dem Strassenrand und dem
Hauseingang bzw. der südlichen Hausfassade gelegene Fläche weise
dabei eine Tiefe von 4-5 m auf. Auf diesem Vorplatz könne man sich
sicher und bequem aufhalten und von dort aus direkt das
gegenüberliegende Trottoir erreichen. Gegenüber liege zudem ein
öffentlicher Parkplatz, auf welchem man bequem und sicher aus Taxis
oder anderen Fahrzeugen aussteigen könne. Die Dorfzone diene auch
der Weiterentwicklung des Ortskerns zu einem baulich und funktionell
attraktiven Ort. Dies gelte vor allem auch für die Überbauung noch
unüberbauter Grundstücke. In der Dorfzone gebe es keine AZ. Die
minimale Gebäudehöhe von 6 m und die Grenz- und Gebäudeabstände
von 2.5 bzw. 5 m seien vorgeschrieben. Für die maximalen
Gebäudeabmessungen gälten aber keine fixen Masse in Metern, sondern
die flexiblen Vorgaben von Art. 18 Abs. 3 BG. Bei der Überprüfung der
Anforderungen sei daher in erster Linie auf die vorhandenen
Gebäudehöhen abzustellen und nicht auf die Geschosszahl. Erst, wo die
umliegenden Bauten keine Abweichungen zuliessen oder verlangten, sei
auf die Ersatzregel mit den Geschossen abzustellen. Die Referenzbauten
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Gemeindehaus, Residenza E._ und Ferienhäuser der
Genossenschaft (GS) Familienherberge wiesen drei Vollgeschosse und
ein Dachgeschoss auf. Das Bürgerhaus besitze ein Sockelgeschoss und
zwei Vollgeschosse. Somit lägen die Neubauten mit drei Geschossen
auch diesbezüglich im Rahmen der Referenzbauten. Auch die 2008
bewilligten Neubauten auf Parzelle 423 könnten herangezogen werden.
Die projektierten Neubauten bewegten sich auch in deren Rahmen.
Zudem weise Haus 2 auf Parzelle 423 drei Vollgeschosse auf, welche
allerdings nur gegen Osten sichtbar in Erscheinung träten. Die durch den
Erschliessungstrakt optisch klar voneinander getrennten Neubauten
wiesen eine Gebäudelänge von je 16 m auf. Sie träten gegen aussen
nicht als einheitlicher Baukörper sondern als gegliederter Komplex in
Erscheinung. Gebäudelängen von 30 m und mehr seien in der Dorfzone
keine Seltenheit Die Neubauten nähmen Bezug auf die bestehende
siedlungsbauliche Situation. Gebäude in der Dorfzone stünden
traditionellerweise sehr nahe beieinander, weshalb sie das Dorfbild nicht
beeinträchtigten. Durch die Situierung parallel zur Strasse werde ein für
die Dorfzone typisches Strukturelement übernommen und der
Dorfeingang werde aufgewertet. Die Neubauten träten durch die
differenzierte Gestaltung des Zwischenbaus und leichte Drehung der
Fassaden als eigenständige und klar voneinander getrennte Gebäude in
Erscheinung. Zusammen mit den Bauten auf Parzelle 423 bildeten die
Neubauten deshalb den künftigen Ortseingang.
7. Am 3. März 2016 hielt die Beschwerdeführerin replicando an ihren
Anträgen fest (vgl. Ziff. 3, hiervor).
Der Ausstand sei nur beim Beschluss über den Bau- und
Einspracheentscheid vom 14. Oktober 2015 beachtet worden. Sämtliche
vorangegangenen Schritte im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens
seien aber in Missachtung der Ausstandspflicht vorgenommen worden.
Diese Schritte wären wesentlich, beispielsweise die
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Gemeindeversammlung vom 22. November 2013, welche vom
Gemeindepräsidenten geleitet worden sei. Die Gesuche an den Kanton
für die Näherbaurechte und die Zufahrt seien vom Gemeindepräsidenten
und Gemeindeschreiber unterzeichnet worden. Es müsse angeordnet
werden, dass das gesamte Baubewilligungsverfahren neu zu beginnen
sei. Unstreitig sei die Verfahrenskoordination nicht eingehalten worden.
Der Beschwerdegegner habe den Fehler im Schreiben vom 14. August
2014 anerkannt. Aus verfahrensökonomischen Gründen solle nun auf
eine Wiederholung der Ausschreibung verzichtet werden, zumal die
Beschwerdeführer gegen die Zusatzbewilligung rechtzeitig Einsprache
hätten erheben können. Es sei Sinn und Zweck der Auflage, dass die
Betroffenen sich vernehmen lassen dürften, bevor eine Behörde einen
Entscheid fälle, zur Wahrung des rechtlichen Gehörs. Fälle eine Behörde
einen Entscheid ohne vorgängige Anhörung der Betroffenen, sei das
rechtliche Gehör verletzt und im Beschwerdeverfahren nicht heilbar. Das
Verfahren müsse bei Neuauflage des Bewilligungsverfahrens wiederholt
werden. Im Übrigen werde auf die Beschwerde verwiesen.
8. Am 10. Februar 2016 hielt auch der Beschwerdeführer replicando an
seinen Anträgen fest (vgl. Ziff. 4, hiervor) und beantragte darüber hinaus
noch, dass eine Neuausschreibung und Neuprofilierung zu erfolgen habe.
Die Verfügung des BVFD vom 24. Oktober 2013 betreffend
Näherbaurecht und Zufahrt sei ebenfalls aufzuheben und zur
Neubeurteilung zurückzuweisen, wobei dieses (kantonale/zusätzliche)
Bewilligungsverfahren mit dem Baubewilligungsverfahren der Gemeinde
zu koordinieren sei.
9. Am 15. März 2016 verzichtete der Beschwerdegegner auf die Einreichung
einer Duplik und verwies auf die Vernehmlassung (vgl. Ziff. 5, hiervor).
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10. Am 6. April 2016 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihren
Anträgen fest. Sie vertiefte dabei nochmals ihre früheren Angaben im
angefochtenen Entscheid und in ihrer Stellungnahme (vgl. Ziff. 2 u. 6,
hiervor).
11. Am 11. April 2016 reichte der Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin im
Verfahren R 15 91 seine Honorarnote über insgesamt Fr. 4'279.95 ein.
Gleichentags reichte auch der Rechtsanwalt des Beschwerdeführers im
Verfahren R 15 92 seine Honorarnote über gesamthaft Fr. 4'535.85 ein.
12. Am 10. Juni 2016 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen
Augenschein durch, an welchem von Seiten der Beschwerdeführerin
deren Verwaltungsrat persönlich in Begleitung ihres Rechtsvertreters
teilnahm. Der Beschwerdeführer war durch seinen Rechtsvertreter
vertreten. Von Seiten der Beschwerdegegnerin waren der Vizepräsident
des Gemeindevorstands, der Kanzlist (mit Redeverbot belegt) sowie der
Projektverfasser/Architekt des Bauvorhabens in Begleitung ihres
Rechtsvertreters zugegen. Der Beschwerdegegner war durch jeweils
einen Vertreter des BVFD und des TBA zur Auskunftserteilung betreffend
Erschliessung und Verkehrssicherheit vor Ort präsent. Allen Anwesenden
wurde im Verlaufe des Augenscheins an vier verschiedenen Standorten
die Möglichkeit geboten, sich zu den räumlichen Verhältnissen, den
erschliessungstechnischen Fragen (Zufahrt/Tiefgarage), den
gestalterischen Fragen im Zusammenhang mit dem Bauprojekt auf
Parzelle 1035 (Gebäudevolumen; Gebäudehöhe; Einfügung ins
bestehende Orts- und Landschaftsbild usw.) sowie Fragen der
Verkehrssicherheit bei einer Direktzufahrt auf die unmittelbar
angrenzende Kantonsstrasse zu äussern. Von Seiten des Gerichts
wurden insgesamt 20 Fotos von der aktuellen Erschliessungs-,
Überbauungs- und Nutzungssituation und in nächster Umgebung
(Dorfinnerorts) erstellt und dem Protokoll des Augenscheins beigefügt.
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Unter Berücksichtigung und in Kenntnis der neuesten Rechtsprechung
des Bundesgerichts betreffend Protokollierungspflicht (s. Urteil
1C_457/2015 vom 3. Mai 2016 E.2.3 und 2.4) verzichteten alle
Anwesenden am Ende der Ortsbesichtigung ausdrücklich auf die
Zustellung des Augenscheinprotokolls.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist hier der kommunale Bau- und Einspracheentscheid
vom 14./16. Oktober 2015 samt Zusatzbewilligung des
Beschwerdegegners (BVFD) vom 24. Oktober 2013 betreffend
Näherbaurecht Zufahrt, worin die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) das
Baugesuch für die Erstellung zweier dreigeschossiger
Mehrfamilienhäuser auf Parzelle 1035 in der Dorfzone bewilligte und
zugleich die dagegen erhobenen Einsprachen der Nachbarn auf Parzelle
156 (heutige Beschwerdeführerin im Verfahren R 15 91) und Parzelle 423
(Beschwerdeführer im Verfahren R 15 92) abwies. Beschwerdethema
bildet in formeller Hinsicht die Einrede der Ausstandspflichtverletzung
(bereits Gegenstand des Verwaltungsgerichtsurteils R 14 104/105 vom 6.
Mai 2015) und diejenige der Verletzung der Koordinationspflicht bei der
Bewilligungserteilung. In materieller Hinsicht sind die Rechtmässigkeit der
erteilten Bewilligung/Zustimmung betreffend Erschliessung/Einfahrt sowie
die Einhaltung der massgebenden Bau- und Gestaltungsvorschriften
(Gebäudehöhe/-volumen, Ästhetik, Einfügung ins bestehende Orts- und
Landschaftsbild) zu prüfen und zu entscheiden.
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2. Zur erneut aufgeworfenen Frage der Verletzung von
Ausstandsvorschriften nach Art. 6a Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) kann hier selbstredend auf
das bereits ergangene Verwaltungsgerichtsurteil R 14 104/105 vom 6.
Mai 2015 E.4d mit zahlreichen Hinweisen auf die höchstrichterliche
Rechtsprechung (s. dazu insbesondere Urteil des Bundesgerichts
1C_914/2013 vom 26. Juni 2014 [= BGE 140 I 326] E.5, 6, 7 und 8)
verwiesen werden. Für welche Verwaltungshandlungen das Verfahren
infolge Verletzung der genannten Ausstandspflicht wiederholt werden
muss, wurde bereits in VGU R 14 104/ 105 abschliessend geregelt, wurde
dort in E.6 doch was folgt bestimmt:
"Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als begründet. Sie ist im Sinne der Erwägungen gutzuheissen und der angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist an die Gemeinde zur Fortführung des Baubewilligungsverfahrens im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Gemeindepräsident F._, Gemeinderat G._ und Gemeindeschreiber C._ haben beim Entscheid über die Einsprachen und die Genehmigung des Baugesuchs in den Ausstand zu treten. Damit ist auf die weiteren Vorbringen und Anträge der Beschwerdeführer nicht weiter einzugehen, auch nicht auf den Antrag und die Vorbringen betreffend die Verfügung des BVFD vom 24. Oktober 2013. Diese ist, koordiniert mit einer allfälligen neuen Baubewilligung, wiederum aufzulegen".
Im früheren Urteil R 14 104/105 E. 6 wurde also bereits klar festgehalten,
dass einzig die Fortsetzung des Verfahrens ohne die namentlich
genannten Entscheidungsträger erfolgen müsse und nicht das ganze
Verfahren von Beginn weg neu aufgerollt werden müsste. Daran ändert
auch nichts, dass bei der Urteilsredaktion irrtümlich ein Verschrieb
passiert ist, indem dort unpräzise von einer koordinierten 'Auflage' der
neuen Baubewilligung zusammen mit der Verfügung des BVFD (Erteilung
Ausnahmebewilligung für Erschliessung/Zufahrt) anstatt von einer
gleichzeitigen 'Eröffnung' derselben durch die Beschwerdegegnerin
(Gemeinde) die Rede ist. Tatsache ist vielmehr, dass der angefochtene
Entscheid vom 14./16. Oktober 2015 weisungsgemäss im Ausstand der
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drei zumindest dem Anschein nach befangenen Behördenmitglieder
gefällt wurde. Ein Schönheitsfehler, welcher aber offensichtlich keinen
Einfluss auf die Entscheidfindung hatte, ist einzig darin zu erblicken, dass
der Gemeindepräsident F._, welcher entschuldigt bei der
Beschlussfassung gar nicht anwesend war, dennoch das betreffende
Sitzungsprotokoll unterzeichnet hat. Dies hat allerdings niemand
beanstandet, weshalb es sich dabei wahrscheinlich auch lediglich um
einen Flüchtigkeitsfehler handelt, welcher sich erst im Nachhinein bei der
späteren Unterzeichnung des Protokolls einschlich.
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführer zeigt die Rückweisung
der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Fortführung des
Verfahrens gerade, dass das streitberufene Gericht nicht die
Wiederholung des gesamten Baubewilligungsverfahrens wollte. Zudem
hat das Gericht den dannzumal angefochtenen Bau- und
Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2014 aufgehoben. Bei Eintritt dieses
Falles wird das Vorverfahren in den Stand vor dem Erlass des
angefochtenen Entscheids zurückversetzt, was bedeutet, dass dieser
noch einmal zu fällen ist, und zwar im Ausstand der Ausstandspflichtigen.
Im Übrigen wurde der Gemeindevorstand angewiesen, die Verfügung des
Beschwerdegegners vom 24. Oktober 2013 wiederum "aufzulegen" (dies
hätte recte "zu eröffnen" heissen müssen, wobei keine der Parteien dies
beanstandete). Bei der Begriffsverwendung 'Auflage' statt 'Eröffnung'
handelte es sich offensichtlich um einen Verschrieb in der
Urteilsredaktion.
Aus dem Gesagten folgt, dass allein die Beschlussfassung durch den
Gemeindevorstand zu wiederholen war. Die dagegen von den
Beschwerdeführern vorgebrachten Argumente nützen ihnen nichts, sie
hätten, falls sie damit nicht einverstanden gewesen wären, schon das
Verwaltungsgerichtsurteil R 14 104/105 beim Bundesgericht anfechten
müssen. Im gegenwärtigen Beschwerdeverfahren können diese
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Argumente nicht mehr berücksichtigt werden. Aus demselben Grund
musste insbesondere auch keine erneute Publikation oder erneute
Profilierung des Bauvorhabens auf Parzelle 1035 erfolgen. Ausserdem
mussten auch keine neuen Gesuche beim Kanton (BVFD/TBA) betreffend
Abklärung der Erschliessung/Zufahrt und Verkehrssicherheit eingereicht
werden, ansonsten das Verwaltungsgericht nicht entschieden hätte, dass
"diese" (bezieht sich auf die erteilte Zusatzbewilligung des BVFD),
koordiniert mit einer allfälligen neuen Baubewilligung der
Beschwerdegegnerin, wieder (recte) "zu eröffnen" sei.
3. In Bezug auf die Einrede der Verletzung der Koordinationspflicht im Sinne
von Art. 88 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 der
Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; BR
801.110) – wonach Gesuche in Baugebieten für koordinationsbedürftige
Zusatzbewilligungen zusammen mit dem Baugesuch aufzulegen und
auszuschreiben sind – beanstanden die Beschwerdeführer, dass die
erforderlichen Gesuche an den Kanton nicht aufgelegen seien. Dem ist
hier entgegenzuhalten, dass aber die Entscheide des Kantons selber
zumindest bei der zweiten Publikation aufgelegen sind. Diese Entscheide
sind infolge unterbliebener Zustellung aber noch nicht rechtskräftig
geworden. Dagegen konnte folglich noch Einsprache erhoben werden,
was die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Juni 2014 und der
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Juni 2014 auch getan haben.
Letztgenannter hielt in seiner Eingabe auf Seite 8 was folgt fest: "Die
Einfahrt ist auf der Nordseite vorgesehen. Dies hätte zur Folge, dass
sowohl auf der Nordseite als auch auf der Südseite des Gebäudes eine
Einfahrt in die Kantonsstrasse entstünde. Eine solche Massierung von
Einfahrten ist eine Gefährdung der Sicherheit und nicht zulässig. Dies gilt
umso mehr, als im Süden auf der bestehenden Einfahrt problemlos in die
Kantonsstrasse eingefahren werden könnte. An dieser Problematik ändert
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die Tatsache nichts, dass der Kanton die Einfahrt bewilligt hat." Im
Gegensatz zur Einsprache der Beschwerdeführerin, welche die
kantonalen Verfügungen angefochten hat und welche explizit die
Behandlung des Gesuches durch die kantonalen Behörden verlangt hat,
musste somit die Einsprache des Beschwerdeführers, welcher darin (S. 8)
die kantonalen Verfügungen akzeptiert hatte, nicht dem Kanton zur
Stellungnahme zugestellt werden. Im Übrigen musste die frühere
Einsprache vom 26. Juli 2013 dem Beschwerdegegner (Kanton vertreten
durch BVFD) schon deswegen nicht übermittelt werden, weil der
Beschwerdeführer selber dem kantonalen Tiefbaumt (TBA) noch eine
Kopie seiner Einsprache zusandte (s. S. 8 unten).
Die Beschwerdeführerin beanstandet ferner noch, dass ihr die
Stellungnahme des Beschwerdegegners zu ihrer Einsprache erst mit dem
angefochtenen Entscheid zugestellt worden sei. Dies ist aber nicht zu
kritisieren, weil damit das rechtliche Gehör nicht verletzt wurde. Einerseits
gab bereits die Einspracheerhebung die Möglichkeit zur Wahrung des
rechtlichen Gehörs, anderseits besteht im Verwaltungsverfahren kein
unbedingter Rechtsanspruch auf Einreichung einer Replik.
Mit ihrem formellen Einwand der Verletzung der Koordinationspflicht nach
Art. 88 Abs. 1 KRG i.V.m. Art. 54 Abs. 1 KRVO inkl. Gehörsverweigerung
laut Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) stossen die Beschwerdeführer daher ins
Leere.
4. In materieller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer vorab eine Verletzung
des kantonalen Strassengesetzes (StrG; BR 807.100). Laut Art. 51 Abs. 1
StrG soll ein Anschluss an die Kantonsstrasse ein möglichst grosses
Gebiet erschiessen. Eine eigene Zufahrt nur für Parzelle 1035 sei daher
unzulässig. Art. 52 Abs. 4 StrG legt fest, dass die Bewilligung zu
verweigern ist, falls der Anschluss die Verkehrssicherheit der
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Kantonsstrasse wesentlich beeinträchtigt. Gerade dies sei hier wegen der
direkten Zu- und Ausfahrt von der Tiefgarage auf die Kantonsstrasse der
Fall. Was die vorgesehene Erschliessung der Parzelle 1035 im
Nordwesten angeht, gilt es festzuhalten, dass es der ortskundigen
Beschwerdegegnerin (Gemeinde) unbenommen sein muss, vom
Grundsatz der Konzentration der Einfahrten laut Art. 51 Abs. 1 StrG
abzuweichen, sofern sachliche Gründe gegen eine Konzentration und für
eine Einzeleinfahrt sprechen und wenn die Verkehrssicherheit
gewährleistet ist. An der Wahrung der Verkehrssicherheit besteht für das
Gericht nach den Ausführungen des fachkompetenten
Beschwerdegegners in der Stellungnahme vom 7. Dezember 2015 (vgl.
im Sachverhalt Ziff. 5, hiervor) sowie den eigenen Wahrnehmungen
anlässlich des durchgeführten Augenscheins vom 10. Juni 2016 keinerlei
Zweifel mehr. Auch die Zusatzangaben des TBA haben zu keinen
gegenteiligen Schlussfolgerungen Anlass gegeben, sondern vielmehr zur
Bestätigung der Gewährleistung eines verkehrssicheren Anschlusses auf
die Kantonsstrasse trotz direkter Ein- und Ausfahrt via Parzelle 1035
geführt.
Zudem sprechen vorliegend auch klar sachliche Gründe gegen eine
Konzentration und für eine Einzeleinfahrt, zeigte sich doch bereits im
Verlaufe der Planungsphase des Gesamtprojekts, dass die Durchsetzung
einer alternativen (Sammel-) Erschliessung über Parzelle 156 auf grosse
Widerstände stossen würde. Diese alternative Verbindungsstrasse hätte
weiter nicht als lokale Groberschliessung genutzt werden können,
sondern bloss als Stichstrasse gedient und hätte deshalb keinen Nutzen
für den Durchgangsverkehr eines möglichst grossen Teilgebiets dahinter
erwarten lassen. Im Gegensatz dazu verspricht die geplante Direktzufahrt
ab Parzelle 1035 lediglich eine kleine Einwirkung auf den Verkehrsfluss
auf der unmittelbar anstossenden Kantonsstrasse, da es sich bei diesem
Abschnitt der Kantonsstrasse um eine sehr übersichtliche und
schnurgerade Streckenführung auf der rechten Seite des Inns bis ins
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Dorfzentrum hinein handelt. Im Übrigen existieren im Innerortsbereich
bereits sehr viele einzelne Ein- und Ausfahrten auf die Kantonsstrasse, da
historisch bedingt jeweils entlang der Verkehrswege gebaut wurde und
die komprimierte Siedlungsbildung abseits bestehender Verkehrsträger
mit neuen Quartierstrassen zur Grob- oder Feinerschliessung erst einem
Bedürfnis der Neuzeit mit den Vorgaben eines möglichst haushälterischen
und konzentrierten Umgangs von Bauland und deren grossräumiger
Erschliessung entspricht. An diesen vorbestehenden einzelnen Ein- und
Ausfahrten in der massgebenden Dorfzone hat sich seit der zweiten
öffentlichen Auflage im Mai/Juni 2014 bzw. der Bewilligungserteilung
durch den Beschwerdegegner am 24. Oktober 2013 bis zur Urteilsfällung
R 14 104/105 am 6. Mai 2015 nichts geändert, weshalb das
Verwaltungsgericht die zustimmende Verfügung des Beschwerdegegners
auch nicht aufhob. Wie der gerichtliche Augenschein vom 10. Juni 2016
zeigte, ist offensichtlich bis heute keine Änderung der umliegenden
Erschliessungsverhältnisse seit der zweiten öffentlichen Auflage im
Mai/Juni 2014 bzw. seit der konkreten Bewilligungserteilung vom 24.
Oktober 2013 eingetreten oder ersichtlich, was das streitberufene Gericht
zur Überzeugung gelangen liess, dass die geplante Tiefgaragenzufahrt ab
Parzelle 1035 zu Recht vom Beschwerdegegner bewilligt wurde. Dem
kann ortspezifisch im konkreten Fall umso mehr zugestimmt werden, als
ein potentielles Gefährdungspotential aufgrund der aussergewöhnlich
guten Sichtverhältnisse im geplanten Einfahrtsbereich zur Kantonsstrasse
weit und breit nicht erkennbar ist und daher die Argumente betreffend
fehlende Verkehrssicherheit durch die Beschwerdeführer eher als
Schutzbehauptungen zu werten sind, denn als objektiv nachvollziehbare
Besorgnis derselben um das Wohl der dort dereinst zirkulierenden
Verkehrsteilnehmer auf der schnurgerade verlaufenden Kantonsstrasse
zur Dorfmitte.
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5. a) Materiell sind von den Beschwerdeführern vor allem die Einhaltung der
kommunalen Bauvorschriften bezüglich Gebäudehöhe, Gebäudevolumen
und Ästhetik sowie die Einfügung des geplanten Bauprojekts auf Parzelle
1035 (Dorfzone) ins bestehende Orts- und Landschaftsbild bestritten
worden, weshalb es nachfolgend sinnvoll erscheint, zuerst auf die
einschlägigen Bestimmungen der Gemeinde (inkl. übergeordnetem
Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100])
hinzuweisen:
Art. 13 Baugesetz (BG) der Gemeinde – Zonenschema/Dorfzone Ausnützung – Keine Vorgaben/Beschränkungen Maximale Gebäudehöhe und maximale Firsthöhe nach Art. 18 BG Grenzabstand 2.5 m Gebäudeabstand 5.0 m
Art. 18 Abs. 1-3 BG – Dorfzone 1In der Dorfzone ist der Charakter der bestehenden Siedlung zu erhalten. Funktionell, hygienisch und ästhetisch unbefriedigende Bauten oder Bauteile sind nach Möglichkeit zu sanieren. Dabei ist anzustreben, die Dorf-zone baulich und funktionell zu einem attraktiven Ort auszubauen. 2In der Dorfzone sind neben Wohnbauten auch Bauten für Geschäfte, das Gastgewerbe und mässig störende Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe zulässig. 3Alle Neu-, An- und Nebenbauten sowie Umbauten haben sich in Höhe, Stellung, Volumen, Proportionen, Dachform, Material, Farbe und Gestaltung der Fassaden den umliegenden Bauten anzupassen. Soweit die umliegenden Bauten keine Abweichungen zulassen oder verlangen, dürfen auf der Traufseite höchstens zwei Vollgeschosse im Sinne der Gestaltungsrichtlinien in Erscheinung treten. Ein Anspruch auf diese Baumasse besteht nicht.
Art. 62 BG - Gestaltung – [Abs. 1 identisch mit Art. 73 Abs. 1 KRG] 1Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. 2Neubauten und Umbauten haben sich in Bezug auf Proportionen, Baumaterial und Farbgebung an der am Orte vorherrschenden, traditionellen und bewährten Bauweise zu orientieren. Benachbarte Bauten dürfen in ihrer Form und Gestaltung nicht identisch sein. 3Bei der Errichtung grösserer Parkierungsflächen ist der Anpassung an die Umgebung besondere Beachtung zu schenken. Die Baubehörde trifft die erforderlichen Massnahmen, damit bestehende und künftige Parkplätze das Landschaftsbild nicht verunstalten.
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Art. 71 Abs. 1 und 3 BG – Verkehrssicherheit 1Bauliche Anlagen wie Einmündungen, Ausfahrten und Ausgänge auf Strassen, Wege und Plätze dürfen die Benützerinnen und Benützer der Verkehrsanlagen nicht gefährden. Die Baubehörde kann die Anpassung oder Beseitigung gefährdeter Anlagen, Mauern, Pflanzen und Einfriedungen verfügen. Die dadurch entstehenden Kosten sind den Betroffenen zu vergüten. 3Im Bereich von Kantonsstrassen erfordern neue Anlagen oder Abänderungen bestehender Anlagen eine zusätzliche Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde (Diese Zustimmung hat das BVFD erteilt; s. E.4, hiervor).
Art. 72 Abs. 1 und 3 BG – Zu- und Ausfahrten 1Einstellhallen und Garagen mit direkter Ausfahrt auf verkehrsreiche öffentliche Strassen, Wege und Plätze müssen einen Vorplatz von mindestens 5 m Länge und 3 m Breite aufweisen. Dienen sie zur Unterbringung von Fahrzeugen mit mehr als 5 m Länge, ist der Vorplatz entsprechend zu vergrössern. 3Bei Vorliegen besonderer Verhältnisse, insbesondere in der Dorfzone, kann die Baubehörde davon abweichende Masse gestatten.
b) Eine genau bezifferte Gebäudehöhe ist dem Baugesuch vom 5. Juli 2013
nicht zu entnehmen, geht daraus doch lediglich hervor, dass die Anzahl
der Geschosse mit 4 deklariert wurde, wobei zwei Mehrfamilienhäuser mit
insgesamt 8 Erstwohnungen und 8 Auto-Abstellplätzen in der Tiefgarage
vorgesehen sind (vgl. Beilagen 8 und 16 der Beschwerdegegnerin). Die 4
Geschosse [Gebäudestockwerke] gliedern sich dabei ins Untergeschoss
(UG mit Tiefgarage), ins Erdgeschoss (EG mit 4 Wohnungen), 1.
Obergeschoss (1.OG mit 2 Wohnungen) und 2. Obergeschoss mit
Dachaufsicht (2.OG; mit 2 Wohnungen), wobei die Summe der
Geschossflächen brutto auf 983 m2 sowie der umbaute Raum
[=Gebäudevolumen] auf 5'206.5 m3 beziffert wurden (vgl. Situationsplan
Beilagen 8.1 und 16.1, Grundrissplan Beilagen 8.2 und 16.2, Fassaden-
und Schnittplan 8.3 und 16.3 der Beschwerdegegnerin). Das
Zonenschema verweist in Art. 13 BG für die maximal zulässige
Gebäudehöhe und Firsthöhe in der Dorfzone ausdrücklich auf Art. 18 BG,
worin in Abs. 3 bestimmt wird, dass sich alle Neubauten in Höhe,
Stellung, Volumen, Proportionen [..] und Gestaltung der Fassaden den
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umliegenden Gebäuden anzupassen haben. Wie der gerichtliche
Augenschein vom 10. Juni 2016 gezeigt hat, befinden sich in
unmittelbarer Nähe von Parzelle 1035 im Norden auf der Nachbarparzelle
423 bereits zwei vergleichbar hohe und voluminöse Mehrfamilienhäuser.
Unweit davon in Richtung Dorfzentrum im Osten befinden sich auf
Parzelle 179 die "Residenza E._" (Gerichtsfoto 13; Standort 3) und
auf Parzelle 178 die beiden GS Familienherbergen mit den Gebäude
Assek-Nr. 19 und 20 (Foto 14; Standort 3), welche zum Teil gar über drei
Obergeschosse verfügen und aufgrund ihrer enormen Längen- und
Breitenaussenmasse das zweigliedrige Bauprojekt auf Parzelle 1035
somit bereits jetzt übertreffen. Auch die weiter angeführten
Referenzobjekte auf Parzelle 171 (Gemeindehaus - Foto 17; Standort 3),
auf Parzelle 160 (Bürgerhaus – Foto 11; Standort 2 bzw. Foto 16;
Standort 3) sowie auch das auf der gegenüberliegenden Strassenseite
von Parzelle 1035 im Süden gelegene Schulhaus (Gerichtsfoto 8;
Standort 2) weisen allesamt bereits einen beträchtlichen Grundriss auf,
weshalb von einem überdimensioniertem Bauvorhaben auf Parzelle 1035
im Direktvergleich auch keine Rede sein kann. Dem ist vorliegend umso
mehr beizupflichten, als in der Dorfzone laut Art. 13 BG keine
Vorgaben/Einschränkungen bezüglich der Ausnützungsziffer (AZ) gelten
und als Massstab dafür somit allein auf die unmittelbar oder unweit davon
gelegenen Gebäude abzustellen ist. Daran ändert nichts, dass die teils
schon älteren Gebäude im Holzchalet-Stil (z.B. auf Parzelle 156 – s.
Gerichtsfoto 2; Standort 1) oder sonst gemischt mit Mauerwerk (vgl.
Häuser auf Parzelle 422/158 – Foto 7; Standort 1) in der zweiten
Baureihe ab Kantonsstrasse noch eine geringere Bauhöhe aufweisen, da
in zentrumsnahen Bauzonen vermehrt auf eine verdichtete Bauweise zu
achten und ein möglichst haushälterischer Umgang mit Bauland stets zu
fördern ist, was Art. 1 Abs. 2 lit abis des Bundesgesetzes für Raumplanung
(RPG; SR 700 – "Siedlungsentwicklung sei nach innen zu lenken") und
Art. 1 Abs. 2 lit. b RPG ("Schaffung kompakter Siedlungen") ausdrücklich
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auf Bundesebene vorschreiben. Überdies ist anlässlich des Augenscheins
unbestritten geblieben, dass sämtliche Gebäude, Anlagen und Bauten in
nächster Umgebung fast dieselben Höhen bzw. Gebäudekoten (+/- 50
Zentimeter) aufweisen wie das Bauprojekt auf Parzelle 1035, womit laut
Grundbuchplan (Beilage 34 der Beschwerdegegnerin) Traufhöhen bis zu
+9.77 [Parzelle 178] oder +9.49 [Parzelle 171] und Firsthöhen bis zu
+14.34 [Parzelle 179] oder +12.41 [Parzelle 171] in der Dorfzone schon
bewilligt und erstellt worden sind. Nichts Gegenteiliges ist der
Modellaufnahme im Wettbewerbsdossier des Architekten Z._ aus der
Vogelperspektive (vgl. Beilage 3 der Beschwerdeführerin Seite 2) zu
entnehmen, ergibt sich aus den dort beispielhaft aufgeführten
Gebäudeproportionen und Dachgiebelausrichtungen doch ebenso, dass
die zwei geplanten Baukörper auf Parzelle 1035 weder sonderlich
voluminös, protzig noch völlig atypisch im Vergleich zu den bereits
bestehenden Referenzobjekten nach aussen in Erscheinung treten
werden. Eine Verletzung der Höhen- und Geschossvorgaben inkl.
fehlender Ausnützungsvorgaben (AZ; Volumen) liegt hier somit gestützt
auf Art. 13 und 18 BG nicht vor.
c) Was die weiter von den Beschwerdeführern bemängelte optische/visuelle
Einfügung der beiden mehrstöckigen Baukörper auf Parzelle 1035 ins
bestehende Orts- und Landschaftsbild betrifft, so gilt es klarzustellen,
dass das streitberufene Verwaltungsgericht bereits in einem früheren
Entscheid vom 12. Juni 1998 (VGU 714/97 E.3a) – dieselbe Dorfzone
betreffend – festhielt, dass bezüglich Gebäude- und Firsthöhe,
Gebäudelänge und Volumen sehr unterschiedliche Masse anzutreffen
seien, womit bereits damals erkannt wurde, dass das bestehende Ortsbild
als sehr homogen und vielfältig zu gelten hat. Baugestalterisch dürfen
deshalb keine allzu engen Grenzen bezüglich des typisch ortsüblichen
Baustils gesetzt werden, zumal die Gemeinwesen in der Regel besser in
der Lage sind, die Bau- und Ortsgeschichte, ihre Absichten in der
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Ortsbildpflege und das kommunale Stil- und Geschmacksempfinden zu
beurteilen (mit Verweis auf PVG 1994 Nr. 19). Bei Fragen der Ästhetik
und Baugestaltung kommt den Gemeinden nach konstanter
Rechtsprechung daher ein geschützter Beurteilungs- und
Ermessensspielraum zu, in den das Gericht nur eingreift, wenn die
Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht oder überschritten
hat (so schon Urteile des Verwaltungsgerichts R 15 76 vom 12. April 2016
E.6a, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b, R 14 1 vom 20. Mai 2014 E.3a;
PVG 1995 Nr. 25, 1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18; ferner Urteile des
Bundesgerichts 1C_499/2014 und 503/2014 vom 26. März 2015 E.4,
1C_434/2012 vom 28. März 2013 E.3.1-3.3 sowie 1C_115/2011 vom 17.
Mai 2011 E.3). Von der Aussenwirkung der unzulässigen Staffelung oder
Massierung mit Riegelwirkung durch die beiden Baukörper auf Parzelle
1035 kann auch keine Rede sein, weil die zwei Bauten jeweils örtlich
leicht versetzt erstellt werden und lediglich durch einen Treppenkorridor in
der Mitte miteinander verbunden bleiben, was bauästhetisch zu einer
Auflockerung der Aussenfassen beiträgt und dem Gesamtbauprojekt -
trotz seiner unbestritten beträchtlichen Dimension [Geschossfläche 983
m2; Kubatur 5'206.5 m3] - eine gute Gliederung und stilsichere
Charakteristik verleiht. Hinzu kommt, dass der Grenzabstand von 2.50 m
laut Art. 13 BG überall nachweislich eingehalten wird (vgl. Beilagen 8.1,
16.1 und 30.1 der Beschwerdegegnerin). Soweit der gesetzlich
vorgeschriebene Abstand von 5 m zur südlichen Kantonsstrasse ab
Parzelle 1035 mit (nur) 3.60 m nicht eingehalten werden konnte, wurde
der Bauherrschaft bereits mit amtlicher Verfügung vom 24. Oktober 2013
ausdrücklich die dafür erforderliche Zustimmung vom Kanton erteilt (vgl.
Beilage 1 des Beschwerdegegners bzw. Beilage 28 der
Beschwerdegegnerin), weshalb dem geplanten Bauvorhaben auch
insofern keine Fehlerhaftigkeit anhaftet, die aus baupolizeilichen Gründen
zwingend nach der Überarbeitung des Projekts verlangt hätten. Allein die
Behauptung der Beschwerdeführer, wonach ihre Aussicht durch das
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Bauvorhaben auf Parzelle 1035 nachteilig beeinträchtigt werde, reicht für
sich betrachtet nicht aus, um ein zonenkonformes und baugesetzlich
einwandfreies Bauvorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft zu
verhindern. Mit der Rüge der Verletzung von Art. 62 Abs. 1 BG bzw. Art.
73 Abs. 1 KRG dringen die Beschwerdeführer folgerichtig ebenfalls nicht
durch.
d) Was die überdies vorgebrachten Einwände betreffend Verkehrssicherheit
sowie Ein- und Ausfahrt zur Tiefgarage an der nordwestlichsten Ecke von
Parzelle 1035 mit Direktzufahrt auf die Kantonsstrasse betrifft, so hat der
gerichtliche Augenschein vom 10. Juni 2016 die aus den Akten
gewonnenen Erkenntnisse nochmals bestätigt, wonach kein
Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer oder Fussgänger auf der
vorgelagerten Gehsteiganlage entlang der Parzelle 1035 und der im
Süden davon schnurgerade verlaufenden Kantons-/Dorfeingangsstrasse
erkennbar ist (vgl. Beilagen 8.2 [EG: Grünmarkierter Einfahrtsradius 3.0
m; Abstand Strassenrand 2.5 und 5.0 m; freie Sichtdistanz beidseits 50.0
m] und 16.2 [EG: überarbeitete/nachgeführte Tiefgarageneinfahrt]). Im
Zuge der Ortsbegehung wurde dazu noch sachdienlich festgehalten, dass
der bestehende Zebrastreifen zur Überquerung der Kantonsstrasse auf
der Höhe des Gemeindehauses (Parzelle 160) zum Dorfbrunnenplatz
samt Verkehrstafel (Achtung Kinder) selbstverständlich in Richtung
Schulhaus (in der Mitte gegenüber Parzelle 1035) versetzt werden
könnte, womit die Situation für die dort zirkulierenden Schüler und
Fussgänger noch zusätzlich markant verbessert werden könnte (vgl. dazu
Gerichtsfotos 1, 5 und 7 am Standort 1; Fotos 9, 10, 11 und 12 am
Standort 2 sowie insbesondere Foto 18 am Standort 3; welche allesamt
die schnurgerade Kantonsstrasse, die bereits bestehenden Ein- und
Ausfahrten zur Kantonsstrasse samt markierter
Traversierungsmöglichkeiten [Zebrastreifen] und Vorsichtsmassnahmen
[Schüler-Warntafel] abbilden und damit aufschlussreich bezüglich
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Verkehrssicherheit sind; s. überdies noch Beilage 28.1 der
Beschwerdegegnerin). Im Übrigen wurde bereits in Erwägung 4 hiervor
dargetan, dass auch keine Verletzung der strassenspezifischen
Vorschriften nach Art. 51 oder Art. 52 StrG vorliegt, weswegen die
koordinationsrechtlich notwendige Zusatzbewilligung durch den
Beschwerdegegner mit Verfügung vom 24. Oktober 2013 zu Recht erteilt
wurde. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das Bauprojekt samt
Tiefgarage auf Parzelle 1035 unter verkehrsrechtlichen Gesichtspunkten
weder gegen Art. 71 BG noch gegen Art. 72 BG verstösst und es somit
selbst unter diesem wichtigen Teilaspekt nichts daran auszusetzen gibt.
e) Der umstrittene Bau- und Einspracheentscheid vom 14./16. Oktober 2015
samt Zusatzbewilligung vom 24. Oktober 2013 betreffend Näherbaurecht
Zufahrt erweist sich folglich in jeder Beziehung als rechtens, was zur
Abweisung der beiden Beschwerden vom 13. und 16. November 2015
führt.
6. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG je hälftig der Beschwerdeführerin (Verfahren R 15 91)
und dem Beschwerdeführer (Verfahren R 15 92) aufzuerlegen, wobei die
Beschwerdeführer untereinander nicht solidarisch für das Ganze haften.
b) Aussergerichtlich steht den jeweils anwaltlich vertretenen, aber materiell
unterliegenden Beschwerdeführern nach Art. 78 Abs. 1 VRG keine
Parteientschädigung zu. Dasselbe gilt gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG auch
für die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) und den Beschwerdegegner
(Kanton), da beide lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegten.