# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 018f781a-7b0f-4cba-b555-e5dd2d90e6c2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Seit März 2010 wird
X._
von den Sozialen Diensten der Stadt
Z._
finanziell unterstützt.
Mit Leistungsentscheid vom 22. Februar 2017
legte
das Sozialzentrum
Y._
der Stadt
Z._
den
monatlichen Grundbedarf für den Lebensunterhalt von
X._
für den Zeitraum vom 1. März 2017 bis 28. Februar 2018
auf
Fr. 986.
-- fest. Ferner übernahm
es
Fr. 992.-- für die Miete inklusive Nebenkosten und Fr. 151.35 für
die Krankenkassenprämie inklusive Spesen
und hielt fest
,
diese
Ausgaben
würden direkt bezahlt
(Urk. 8/I S. 1
).
Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/I/2-3)
wies die Sozialbehörde der Stadt
Z._
mit Entscheid vom 1. März 2018 ab (
Urk. 2/2/1 =
Urk. 8/I S.
4).
2.
2.1
Am 10. April 2018 erhob
X._
gegen diesen Entscheid beim Bezirksrat Zürich Rekurs und beantragte insbesondere
die Zusprechung eines Grundbedarfs für den Lebensunterhalt von Fr. 2‘900.-- sowie die Auszahlung
des für die Begleichung
der Krankenkassenprämien
bestimmten Betrags
an sie selbst (Urk
.
2/1).
Mit Beschluss vom 28. Mai 2020 wies der
Bezirksrat
Zürich
den Rekurs ab, soweit er darauf eintrat. Soweit sich
der Rekurs
gegen die Direktzahlung der Krankenkassenprämien richtete, trat er
dar
auf nicht ein und
überwies die Eingabe
von
X._
zuständigkeitshalber an das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
(
Urk. 1 S. 9
).
2.2
Die
vom Sozialversicherungsgericht
zur Einreichung einer Beschwerdeantwort und der vollständigen Verfahrensakten aufgeforderte Sozialbehörde der Stadt
Z._
(Urk. 3, Urk. 6) beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2020 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5) und reichte am 1. Oktober
2020
ihre Akten ein (Urk. 10). Eine Kopie der Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
G
rundsätzlich
müssen sich
alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz
für Krankenpflege versichern lassen
(Art. 3 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [
KVG
]
)
. Gestützt auf Art. 65 ff. KVG
gewähren die Kantone Personen in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen Prämienverbilligungen. Die Gemeinde übernimmt die durch die Prämienverbilligung nicht gedeckten Prämien der obligatorischen Krankenversicherung von versicherten Personen mit
Wohnsitz in der Gemeinde, soweit das nach dem Sozialhilferecht
berechnete soziale
Existenzminimum nicht gewährleistet ist (§ 18 Abs. 1 des kantonal
en Einführungsgesetzes zum KVG
in der bis
31. März 2020 in Kraft gestandenen Fassung [
aEG
KVG] und § 15 Abs. 1 der ab 1. April 2020 geltenden Fassungen dieses Gesetzes [EG KVG]
). Die entsprechenden Aufwendungen gehen zu Lasten des Gesamtbetrages
für die
Prämienverbilligung (§ 18 Abs. 4
a
EG
KVG
und § 15 Abs. 4 EG KVG
). Bei den Prämienübernahmen durch die Gemeinde handelt es sich nicht um Sozialhilfeleistungen im engeren Sinn (vgl.
das Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich KV.2009.00042 vom 24
.
November 2009 E. 1.1 sowie
Art. 3 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürfti
ger [
ZUG
]
).
Das Verfahren richtet sich
gemäss
§ 26 lit. a und § 27
aEG
KVG beziehungsweise § 32 EG KVG
nach dem
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; vgl. auch
die Weisung des Regierungsrates vom 21. September 2016 zur Änderung des EG KVG,
ABl
2016-10-07, S. 67, § 32 3. Absatz)
, und das Sozialversicherungsgericht entscheidet über Beschwerden endgültig (§
3 lit. c des
Gesetz
es
über
das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
)
.
2.
Strittig und zu prüfen ist einzig, ob
die monatliche Direktauszahlung des Betrages von Fr. 151.35 für die Krankenkassenprämien
durch die Beschwerdegegnerin an den Versicherer
zulässig ist.
Während
sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt,
die Gemeinden seien gesetzlich verpflichtet, die nicht durch die Prämienverbilligung gedeckten Prämien von sozialhilfebeziehenden Personen direkt an die Krankenversicherer zu überweisen
(Urk. 2/2/1 S.
3)
, macht die Beschwerdeführerin geltend, sie wolle ihre Krankenkassenprämien selber bezahlen (Urk. 2/1 S. 1).
3.
Gemäss § 18 Abs. 2
aEG
KVG beziehungsweise § 15 Abs. 2 EG KVG wird die durch die Prämienverbilligung nicht gedeckte Prämie direkt dem Versicherer überwiesen.
Diese Regelung will sicherstellen, dass der Beitrag der öffentlichen Hand an die Krankenkassenprämien zweckgebunden verwendet wird, was durch die direkte Überweisung garantiert wird.
Diese eindeutige Regelung
belässt den Behörden keinen Entscheidungsspielraum, den monatliche
n
Prämienbetrag der versicherten Person
zu überweisen
, damit diese
die Krankenkassenprämie selbst bezahlen kann
.
Dies gilt besonders auch im vorliegenden Fall, da sich aus den Akten ergibt, dass bei der Beschwerdeführerin häufig auch die Bezahlung von
Prämienaus
ständen angemahnt werden musste
(vgl. Kontoauszug des Kranken
versicherers, Urk. 9/II/6).
Die zuständige Sozialbehörde konnte daher gar nicht anders vorgehen, als der
Krankenkasse der Beschwerdeführerin die monatlichen Prämien
direkt zu überw
ei
sen.
D
ie Prämienverbilligung gemäss Art. 65 KVG
ist
nicht dem ATSG unterstellt
(Art.
1 Abs. 2 lit. c KVG); die durch die Kantone zu gewährende Prämien
verbilligung beruht auf autonomem kantonalem Recht (BGE 124 V 21
;
K
ieser
, ATSG-Kommentar, 4
. Aufl. 20
20
, N
68
zu Art.
2
ATSG
).
Die
Anwendung
von Art
.
20 ATSG betreffend die Auszahlung von Geldleistungen zur Gewährleistung zweckgemässer Verwendung, welche als Kann-Vorschrift dem
Versicherungs
träger
ein gewisses Entschliessungsermessen einräumt (
Kieser
, a.a.O., N 17 zu Art
.
20 ATSG), fällt daher ausser Acht.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, und sie ist abzuweisen.