# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 415d163e-4561-41d4-a2bc-0ad212e62f2f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
Der 1957 geborene
X._
,
ohne Ausbildung, arbeitete
seit 1990 bei der
Y._
,
zuletzt als V
erkaufsberater bei der
Z._
mit einem Pensum von 100 %
(Urk. 7/7)
. Am 28. August
2011 meldete
er
sich unter Hinweis auf Depressionen bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
1
).
Nach Abklärung der er
werblichen und medi
zinischen Verhältnisse erteilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
mit Mitteilung vom 5. Dezember
2012
(Urk. 7/33) Kostengutsprache für Support am Arbeits
platz vom 1. Januar bis
zum
30. Juni 2013
und
veran
lasste
im Januar 2014 (Urk. 7/65)
eine psychiatrische Begutachtung
durch Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychologie, und
pract
. med.
B._
(Expertise vom 5
. November und 30. Dezember
2014,
Urk. 7/74
und
7/76
)
.
N
ach
durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/78)
verneinte die IV-Stelle unter Hinweis auf das Fehlen eines versicherungsrelevanten Gesundheitsschadens mit
Verfügung vom 30. März 2015 (Urk. 2)
einen
Rentenanspruch
.
2.
Gegen die Verfügung vom 30. März 2015 (Urk. 2) erhob der Versiche
rte am 8. Mai 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mindestens eine halbe Rente
, eventuell
eine
Dreiviertelsrente
zu gewähren. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juni
2015 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer am 1. Juli
2015 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
Mit
Schrei
ben vom 10.
Oktober
2016 (Urk. 15) verzichtete die am 29.
September 2016
beigeladene Pensionskasse des Beschwerdeführers (Urk.
14) auf eine Stellung
nahme.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit
invalidenversiche
rungs
rechtlich
nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verblei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forder
baren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychi
scher Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähig
keit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
turellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein inva
lidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni
2012 E.
3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe
r
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung v
om 30. März
2015 (Urk. 2) damit, dass kein rentenbegründender
Gesu
ndheitsscha
den
ausgewiesen
und
die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit
bei Aufbietung allen guten Willens überwindbar
sei.
Sie wies darauf hin,
dass die psychosozia
len Faktoren
(Tod der Schwester und der Mutter
, zunehmende Arbeitsbelastung
)
bei der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht ausgeschlossen worden sei
en
, obwohl die
Gutachter diese
als Auslöser der Arbeitsunfähigkeit
ge
nannt
hätten
.
Durch soziale Umstände hervorgerufene psychische Störungen würden bei Wegfall der Belastung wieder verschwinden, weshalb kein Renten
anspruch bestehe.
Der Beschwerdeführer leide
zudem
an einer mittelgradigen depressiven Episode, welche als vorübergehendes Leiden gelte und keinen
inva
li
denversi
cherungsrechtlichen
Krankheitswert aufweise. Das V
orliegen einer schwe
ren Depression
sei
unter Berücksichtigung des Ferienaufenthalts des Beschwerde
führers im Ausland und des Tagesablaufs mit möglichen
Freizeitak
tivi
täten
nicht nachvollziehbar.
Bei der
diagnostizierten
Persönlichkeitsakzen
tuie
rung
(
Z73.1
)
handle es sich
schliesslich
um eine Z-Diagnose, welche eben
falls keinen
relevanten
Gesundheitsschaden darstelle
(S. 1 f.)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer in seiner
Beschwerde auf den Standpunkt,
er
leide unter
einer Angststörung sowie einer lang
e
n
andauernden
mittelgradigen Depression, wobei sämtliche Versuche, diese zu überwinden,
gescheitert seien, weshalb von einer invalidenversicherungsrelev
anten Krank
heit auszugehen
sei
.
Die
aktuelle Tätigkeit an seinem Arbeitsplatz zeige, dass er alles ihm Zumutbare unternehme, um das vorhandene Pensum beizubeh
alten respektive soweit
als
möglich auszubauen.
Der Beschwerdeführer wies
weiter
darauf hin, dass die Depression ohne den Ferienaufenthalt noch schwerer aus
geprägt wäre
und dass
er
sein
Netz an sozialen Kontakten durch seine Erkran
kung
verloren habe
.
Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin die psychosozia
len Faktoren überbewertet, da
er Probleme habe, die vom Verlust der Mutter und
der
Schwester losgelöst seien (
Urk. 1
S. 2-3).
3.
3.1
Dr. med.
C._
, Oberarzt, und Dr. med.
D._
, Spitalärztin an der
E._
,
nannten
in ihrem
Bericht
vom 5. Juli 2012 betreffend die stationäre Behandlung vom 21. Mai bis zum 22. Juni 2012 (Urk. 7/54/5-9) folgende Diagnosen
(S. 1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Die Ärzte
hielten fest
, beim Beschwerdeführer
sei es
vor ungefähr drei Jahren
nach der
Kündigung mehrerer Mitarbeiter und
zunehmender Arbeitsbelastung
sowie bei
gleichzeitig starker Identifikation mit dem Betrieb und perfektionisti
scher Arbeitsha
ltung
zur zunehmenden depressiven Entwicklung gekommen
(S. 2)
.
Es
seien leichte Konzentra
tions- und Auffassungsstörungen,
ein
zeitweili
ger
Lebensüberdruss
,
passive Sterbewünsche sowie Gefühle der Wert-, Sinn-, Hoffnungs-, Freud-, Interessen- und Kraftlosigkeit erkennbar. Im Affekt sei
d
er
Beschwerdeführer
depressiv, ängstlich sowie unsicher und der Antrieb sei redu
ziert. Es bes
tünden
zudem eine starke innere Unruhe und Nervosität,
eine
Appe
titminderung
, Durchschlafstörungen
sowie
diffuse Ängste vor Aufgaben res
pek
tive
davor, Fehler zu machen
(S. 3).
Weiter
wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer leide unter einer rezidivieren
den depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, welche sich vor dem Hintergrund einer länger anhaltenden Belastungssituation mit starker Identifikation mit seiner beruflichen Leistung und dabei zunehmender
Überforderung am Arbeitsplatz entwickelt
habe
.
Gleichzeitig sei es zum Auftre
te
n einer
komorbiden
Panikstörung mit Panikattacken in nicht berechenbaren und belastenden Situationen gekommen. Eine vollständige Remission sei wäh
rend der
Hospitalisation
nicht erreicht worden
, es sei aber eine deutliche Stabi
lisie
rung und
insoweit eine Besserung
der Symptomatik erzielt worden,
so
da
ss der Beschwerdeführer vom 23.
Juni bis zum 14. Juli
2012 eine Flugreise nach Pristina habe antreten können, wovon
man
sich eine weitere Verbesserung des Zustandsbildes
erhoffe
. Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für die Dauer des stationären Aufenthalts
respektive
bis zum 16.
Juli
2012 (S.
5).
3.
2
Dr. med.
F._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. phil.
G._
, Neuropsychologin und Psychologin an der
H._
,
welche den Beschwer
deführer seit September 2010 betreuen,
stellten in ihrem Be
richt vom 3. Mai 2013 (Urk. 7/
52/2-6) folgende Diagnose
n
(S. 1 Ziff. 1.1):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11)
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Akzentuierung der ängstlichen Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Die Fachpersonen
verwiesen
betreffen
d
die Anamnese auf
ihren
Bericht vom
31. Januar
2012
,
wonach sich
der Beschwerdeführer am Arbeitsplatz so ge
stresst
fühle
, dass er am Abend von der Arbeit überhaupt nicht mehr abschalten könne, jeden Morgen mit Ängsten zur Arbeit
gehe
und währen
d
der Arbeit unter Ängsten, Anspannungen und Sorgen
leide
(
Urk. 7/52/2-6
Ziff. 1.4 und Urk. 7/21/2-5 Ziff. 1.4
).
D
ie
Zeit seit
diesem Bericht sei
durch anhaltende Ängste,
Deprimiertheit
, Rückzugstendenzen, Freudlosigkeit und eine massive Selbstwertproblematik geprägt
gewesen
. Wegen der Zunahme der depressiven Symptome im Frühjahr 2012 sei der Beschwerdeführer zur stationären Behand
lung in die
E._
überwiesen worden, wo es zur Linderung der Symptome gekommen und ein 50%iger Arbeitsversuch geplant worden sei. Aufgrund der depressiven und angstbedingten ausgeprägten
Vermeidungshal
tung
sei es dem Beschwerdeführer
trotz regelmässiger Arbeitspräsenz
indessen nicht gelungen, eine 50%ige
Arbeitsl
eistung zu erbringen. Es sei immer wieder zu Stimmungseinbrüchen und
zu einer
Akzentuierung der Ängstlichkeit ge
kommen, wobei der Beschwerdeführer vorwiegend unter
einer mittelgradigen depressiven
Symptomatik sowie
einer
mittelschwere
n generalisierten
Angst
störung
gelitten habe.
Der Beschwerdeführer leide an Konzentrationsstörungen und sei im formalen Denken verlangsamt und stark eingeengt auf die eigenen Sor
gen, Befürchtungen und mangelnde
n
Zukunftsperspektiven. Im Affekt sei er be
drückt, verängstigt sowie verunsichert und die affektive
Schwingungsfähig
keit
sei reduziert und
der
affektive Rapport knapp herstellbar. Zudem sei der Antrieb vermindert und motorisch wenig lebhaft und dem Beschwerdeführer seien
Sui
zidgedanken
in der Form von passiven Todeswünschen bekannt
(Urk. 7/52/2-6 Ziff. 1.4)
.
Weiter wurde ausgeführt
, dass mit einer vollständigen Rückbildung der depres
siven Sympt
omatik
und Angstsymptome
nicht mehr
zu rechnen sei, weshalb die Prognose bezüglich der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit als un
günstig
einzustufen
sei. Die Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit könne hin
gegen erwartet werden (
Ziff. 1.4). Beim Beschwerdeführer bestehe eine geistige
und körperliche Erschöpfung, eine reduzierte Konzentrationsfähigkeit und –
dauer
sowie eine
eingeschränkte
geistige Flexibilität aufgrund der forma
len Denk- und
Antriebsstörungen sowie der verlangsamten Psychomotorik.
Be
treffend die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit gingen die Fachpersonen von folgenden
Arbeitsun
fähigkeiten aus:
100 % v
om
10. Januar bis
zum
6. Februar
2011;
50 %
vom
7. Februar bis
zum
17. August
2011
;
100 %
vom
18. August bis
zum
30. Juni
2013
;
50 % (zirka vier Stunden pro Tag)
ab
dem
1.
Juli
2013
(
Ziff. 1.6-7)
.
3.
3
In
dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten vom 5. November 2014 (Urk. 7/74) nannten Dr.
A._
und
pract
.
med.
B._
folgende Diagnosen (S. 27):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (mit somatischem Syndrom, ICD-10 F33.11). Differentialdiagnostisch
:
rezidi
vierend depressive Störung, gegenwärt
ig schwere Episode (ICD-10 F33.2
)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
g
eneralisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
nicht organische Insomnie (ICD-10 F51.0)
Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73.1) mit ängstlich-vermeidenden, abhängigen und perfektionistischen Zügen
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
keine
Die Gutachter hielten fest, der Beschwerdeführer
sei
seit Ende des Jahres 2010 aufgrund zunehmender Überforderung und wiederkehrende
r
depressive
r
Ein
brüche am Arbeitsplatz auffällig geworden (S. 2).
Er
sei
noch
immer bei der
Y._
angestellt und gehe
montags
bis
freitags
stundenweise
(8 bis
10 Uhr)
zur Arbeit. Nachmittags sei er mehrheitlich zu Hause, wobei er
von der Arbeit sehr ermüdet sei, es ihm affektiv sehr schlecht gehe und er unter den Nebenwirkungen der Medikamente leide. Er fühle sich müde und kraftlos, so dass er
nur
,
wenn er sich besser fühle, spazieren gehen könne. Als Hobby habe er
einzig
noch ein wenig Fitness betrieben, wobei er dies mittlerweile nicht mehr tun könne. Soziale Kontakte mit Freunden und Verwandten könne er nur schwer wahrnehmen (S. 19).
Weiter wurde ausgeführt
, dass die Merkfähigkeit (leicht) und die Konzentration (mittelgradig)
deutlich objektivierbar eingeschränkt seien. Der Beschwerdeführer sei im
Denken mittelgradig verlangsamt
und auf die aktuelle Problematik (rezi
divierende Depressivität, Einengung,
Perspektivelosigkeit
) mittelgradig bis stark eingeengt.
Neben
Hinweise
n
auf ein psychotisches (paranoides) Verarbei
ten im Rahmen der schweren depressiven Symptomatik
seien
generalisierte und kon
krete Ängste (Arbeit, Zukunft)
eruierbar
. Im Affekt sei er mittelgradig bis schwer
depressiv niedergestimmt und die Schwingungsfähigkeit sei massiv einge
schränkt
und nur wenig erhalten.
Es bestünden mittelgradige bis schwere
Zei
chen einer Depressivität (
namentlich
leichte Ermüdbarkeit, Energie- und Kraft
losigkeit, An
triebslosigkeit, massive Insuffizi
enz- und Schuldgefühle, starker so
zialer Rück
zug).
Des Weiteren
sei
en
ein enormer subjektiver Leidensdruck und
ein
starkes Perspektiverleben
erkennbar
, welche sich in Appetit- und
Libido
minderung
,
massiven Sc
hlafstörungen, quälendem starkem
Gedankenkreisen sowie
in
star
ker innerer Unruhe und Nervosität äusserte
n
. Zudem seien Gefühle der Wert
-, Sinn- und Hoffnungslosigkeit sowie
ein
zeitweiser Lebensüberdruss und passive Sterbewünsche
er
uierbar
(S. 20 f.).
Die Gutachter
hielten weiter
fest
, dass die immer wieder auftretenden rezidi
vieren
den depressiven Einbrüche klar Fakten eines wiederholten depressi
ven Geschehens seien und die
Ausprägung der Symptomatik
die
notwendigen Krite
rien einer depressiven Störung eindeutig
erfüllten
. Der Beschwerdeführer zeige teilweise Hinweise auf eine schwere depressive Episode und habe inter
mittie
rend auch
manchmal
wahnhafte Gedanken bezüglich seiner Insuffizien
z
und seiner persönlichen Schuld entwickelt. Es sei diagnostisch
indessen
nicht genau zu objektivieren, ob die depressive Episode mit den psychotischen Symptomen
mindestens
zwei Wochen gedauert habe und von mehreren Mona
ten ohne ein
deutige affektive Symptomatik getrennt gewesen sei.
Des Weiteren
seien die
Kri
te
rien für eine generalisierte Angststörung erfüllt
. Die
se
initial beim Beschwe
r
deführer aufgetretene
S
törung habe sich aufgrund seiner immer über
durch
schnittlichen
Ängstlichkeit und hinzukommender
Persönlichkeitsakzen
tuie
runge
n
infolge exogener Bedingungen (vermehrter Stress am Arbeitsplatz, Angst vor Kün
digung, verschärfte interne Richtlinien, erhöhter Leistungsdruck) zu einer depressiven Dekompensation entwickelt
(S. 30 f.
)
.
Eine Panikstörung liege in
dessen nicht vor, da eine solche von einer „Panikattacke“ im Rahmen einer depressiven Krise differentialdiagnostisch nicht klar abzugrenzen sei (S. 35).
Die
Gutachter
attestierten
in der bisherigen Tätigkeit
eine medizinisch-theoreti
sche Arbeitsfähigkeit von maximal 40 %. Aktuell nehme der Beschwerdeführer
höchstens eine
20
%ige Arbeitsfähigkeit wahr, wobei auf die Arbeitsbedingun
gen
des Beschwerdeführers bereits Rücksicht genommen worden sei. Auch bei opti
malem Behandlungsverlauf und einer verbesserten psychophysischen Situa
tion des Beschwerdeführers sei nicht davon auszugehen, dass mit einer Steige
rung der Arbeitsfähigkeit von über 30 %
zu rechnen sei, da er aufgrund der anhal
tenden Wiederbelastung mit höchster Wahrscheinlichkeit mit einem de
pres
si
ven Einbruch reagieren würde
(S. 32
f.
)
.
Weiter wurde darauf hingewiesen
, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung am 8. April 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
,
mit zum Teil psychotischen Symptomen gezeigt habe. Gestützt auf die Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater am 27. Okto
ber 2014 habe sich der psychoph
ysische Zustand bezüglich des Schweregrades auf einer mittelgradigen Skala etabliert (S. 35).
Abschliessend wurde festgehalten, dass ein deutlich und klar objektivierbares psychisches Leiden mit Krankheitswert vorliege. Psychosoziale Faktoren hätten eine Rolle in der
B
ildung und Aufrechterhaltung des Leidens gespielt, seien aber nicht die Hauptursache der bestehenden Krankheit.
Letztere
habe sich im Ver
lauf der letzten fünf Jahre einigermassen gravierend
chronifiziert
, so dass die
psychosozialen Faktoren
sowie die Persönlichkeitsakzentuierungen
allfällig noch
additiv verschärft
hinzugekommen seien (S. 36).
3.
4
Am 30. Dezember 2014 hielten
Dr.
A._
und
pract
. med.
B._
in Ergänzung ihres Gutachtens vom 5. November 2014 (vgl. E.
3.
3
) fest, dass bezüglich der angestammten Tätigkeit als Verkäufer von einer 75%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei. Nach der Entlassung aus den Kliniken sei der Beschwerdeführer jeweils wieder zu 50 % arbeitsfähig geschrieben worden. Obwohl die damaligen Prognosen der behandelnden Ärzte im Vergleich zur aktuellen Beurteilung zu
versichtlicher gewesen seien (mindestens 60%ige Arbeitsfähigkeit), sei in Wirk
lichkeit nie mehr ein Arbeitspensum von über 50 % erreicht worden. In
einer
i
deal
angepassten Tätigkeit als Lagermitarbeiter
sei
von einer Arbeitsunfähigkeit
von 60 %
auszugehen
, wobei auch diesbezüglich zu keinem Zeitpunkt seit 2011 eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % bestanden habe
. Unabhängig von der medizin
isch
-theoretischen Arbeitsunfähigkeit sei darauf zu achten, dass das Arbeitspensum ohne forcierten Zeit- und Leistungsdruck absolviert werden könne, da eine allfällig forcierte Belastung höchstwahrscheinlich zu einer Ver
schlechterung der Symptomatik führen würde
(Urk. 7/
76
S. 2
)
.
3.
5
Der RAD-Arzt
pract
. med.
I._
, F
acharzt
für Arbeitsmedizin
, wiederholte in seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2015 (Urk. 7/77
S. 6
) die im Gutachten gestellte
n
Diagnose
n
(vgl. E. 3.
3
) und
beschrieb
die Arbeit im Lager ohne forcier
ten Zeit- und Leistungsdruck als ideal angepasste Tätigkeit.
Zur Arbeits
fähig
keit verwies er auf die
Vora
kten
.
3.
6
Am 16. Februar 2015
äusserte sich
Dr.
F._
erneut zum psychischen Zustand des Beschwerdeführers (Urk. 7/79) und wies darauf hin, dass es sich bei der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung um ein eigenständiges me
dizinisches Leiden handle
.
Die
psychosozialen Faktoren (Tod der Schwester und der Mutter, zunehmende Arbeitsbelastung)
stellten
ursächlich nur ein
en unwe
sentlichen
Teil d
er depressiven Störung dar
. Beim Beschwerdeführer müsse von biologischen Faktoren und Persönlichkeitsfaktoren ausgegangen werden, wobei namentlich die jahrelange akzentuierte Ängstlichkeit bei entsprechender psychophysischer Belastung zur Ausschöpfung seiner Ressourcen und
zum
Aus
bruch der depressiven Störung geführt habe. Dabei handle es sich nicht um iso
lierte äussere Umstände, sondern um endogene Faktoren
.
Entsprechend
sei von einer
50
%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
auszugehen
, die auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert respektive
auf
eine
störungsbedingte, reduzierte all
ge
meine psychische Belastbarkeit,
eine
eingeschränkte Konzentrationsdauer und geistige
Flexibilität, Antriebsstörungen und
auf
eine verlangsamte Psychomo
torik zurück
zuführen sei.
4.
4.
1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten von Dr.
A._
und
pract
.
med.
B._
vom 5. November 2014
inklusive Ergänzung vom 30. Dezember 2014
(
Urk. 7/74
und Urk. 7/76
,
vgl. E. 3.3
-4
) für die Bestimmung der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers umfassend ist und auf den erforderlichen Untersuchungen be
ruht. Besagtes Gutachten wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
ge
be
n (Urk.
7/74 S.
3
-10
) und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situa
tion
und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolge
rungen der Gut
achter in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann.
Die Gutachter befassten sich insbe
sondere mit den vor
han
denen Arztberichten und den darin
erwähnten – teil
weise abwei
chenden –
Diagnosen
respektive Arbeitsfähigkeiten
und würdigten diese in ein
leuchtender Weise
(S. 34-36)
. Sie legten schlüssig dar, dass sich beim Beschwer
deführer eine generalisierte Angststörung, eine
Persönlichkeits
ak
zentuierung
mit ängstlich-
ver
meidenden, abhängigen und perfektionistischen Zügen sowie eine rezidivie
rende depressive Störung entwickelt haben, wobei letztere im Zeit
punkt der
Unter
suchung
im April 2014
schwergradig
respektive
im Oktober
2014 mittel
gradig ausgeprägt war
(S. 35)
.
Nachvollziehbar ist sodann
die Schlussfolgerung der Gutachter, dass der Beschwerdeführer
unter Ausschluss psychosozialer Fak
to
ren
in der Tätigkeit als Verkäufer zu 75 % respektive in ei
ner ideal ange
pass
ten Tätigkeit als Lagermitarbeiter zu 60 % arbeitsunfähig ist (Urk. 7/76 S. 2).
Das Gutacht
en erfüllt demnach die praxisge
mässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für d
ie
Entscheidfindung
grundsätzlich
darauf abzu
stellen ist.
4.2
4.2.1
An dieser Beurteilung vermag der Bericht der
Dres
.
C._
und
D._
vom 5. Juli
2012
(
vgl. E. 3.1) nichts zu ändern. Besagte Ärzte gingen eben
falls von einer rezidivierenden depressiven Störung respektive einer mittel
gradigen Episode aus. Betreffend die
von
Dr.
C._
und Dr.
D._
diagnostizierte Panikstörung legten die Gutachter schlüssig dar, dass eine solche Störung von „Panikattacken“ im Rahmen einer depressiven Krise differential
diagnostisch nicht klar abzugrenzen
ist
(Urk. 7/74 S. 35).
Die im erwähnten Bericht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 21. Mai bis zum 16. Juli 2012 betraf sodann hauptsächlich die Dau
er des stationären Aufenthalts. Glei
chermassen diag
nostizierte
Dr.
F._
eine rezidivierende depressive Stö
rung
(mittelgradige Episode), eine generalisierte Angststörung sowie eine Ak
zentuie
rung der ängstlichen Persönlichkeitszüge.
Ebenso stehen die
von Dr.
F._
statuierten Arbeitsunfähigkeiten (
100 % vom 10. Januar bis zum 6. Februar 2011
; 50 % vom 7. Februar bis zum 17. August 2011; 100 % vom 18. August bis zum 30. Juni 2013; 50 % ab dem 1. Juli 2013;
vgl. E. 3.2
und E.
3.6
)
im Einklang mit den diesbezüglichen Angaben der Gutachter,
welche im Dezember 2014
von einer 75
%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätig
keit respek
tive
einer
60%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgingen und für die Zeit davor
eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %
at
testierten
(vgl.
E.
3.
3
).
Gleichermassen entsprechen die
vom RAD-Arzt in seiner Stellungnahme vom 19. Januar 2015 erwähnten Diagnosen
jenen im Gutachten
(vgl. E. 3.5)
und hat der
RAD-Arzt die von den Gutachtern
und
Dr.
F._
postulierten Arbeitsun
fähigkeiten übernommen
(vgl. E.
3.2-3).
4.2.2
Ebenso wenig vermögen die Ausführungen
der Kundenberaterin der
Be
schwerdegegnerin
vom 11. Februar
2015 (Urk. 7/77 S. 7-8) an
der gutachter
li
ch
en Beur
teilung etwas zu ändern.
Bezüglich
der
von
ihr
erwähnten „
Überwind
bar
keits
prüfung
“ ist zu berücksichtigen, dass die Überwindbarkeitsvermutung zur Beur
teilung des Rentenanspruchs bei
somatoformen
Schmerzstörungen und
ver
gleich
baren psychosomatischen Störungen
herangezogen
wurde
und die
die
s
bezügliche
Praxis
mit BGE 141 V 291
angepasst
wurde
. Vorliegend liegt jedoch keine Störung aus dem
somatoformen
Kreis vor,
weshalb
eine entsprechende Prüfung
ausser Betracht fällt. Was den Hinwei
s der Kundenberaterin betrifft, die psychosozialen Faktoren (Tod der Mutter und der Schwester, zunehmende Arbeitsbelastung)
seien
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht ausge
schlossen worden, obwohl diese als Auslöser für die Arbeitsunfähigkeit genannt worden seien, ist Folgende
s festzuhalten: Die Gutachter ha
ben schlüssig darge
legt, dass beim Beschwerdeführer ein deutlich und klar objektivierbares psychi
sches Leiden mit Krankheitswert vorliegt. Sie wiesen darauf hin, dass psychoso
ziale Faktoren in der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Leidens eine Rolle gespielt hätten, dass diese Faktoren indessen nicht Hauptursache der bestehen
den Krankheit seien (Urk. 7/74 S. 36).
Gleichermassen wies
Dr.
F._
darauf hin, dass die psychosozialen Faktoren ursächlich nur ein
en
unwesentliche
n
Teil der depressiven Störung
bildeten und ein psychisches Leiden mit Krankheitswert vorliege
(Urk. 7/79 S. 2)
.
Entsprechend ist nicht
auf die
Einschätzung der
Kun
denberaterin
abzustellen,
zumal es sich bei dieser um keine in Psychiat
rie/
Psychotherapie spezialisierte
Arztperson
handelt.
Betreffend
den Hinweis der Kundenberaterin
bezüglich des
Heimaturlaubs
des Bes
chwerdeführers ist auf die entsprechenden Ausführungen der
Dres
.
C._
,
D._
und
F._
zu verweisen, welche sich von der Auszeit im familiären Umfeld eine Verbes
se
rung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers erhofften und den Feri
en
aufenthalt empfahlen (U
rk. 7/54/5-9 S. 4, Urk. 7/79
S. 1).
4
.
2.3
N
ach der Rechtsprechung
stellen leichte bis mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheid
bare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheits
schadens
dar, die es der betroffenen Person verunmöglichte, eine angepasste Tätig
keit auszuüben. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen de
pressiver Natur gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidi
vierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen).
Eine
inva
li
disie
rende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung
ist indessen
nicht schlechthin
auszuschliessen
, deren Annahme setzt jedoch voraus,
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als
resistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wir
kung
des Gesundheitsschadens anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4.4 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer befindet sich seit September
2010 in
medikamentöser
und
psychiatrisch-psychothe
rapeutischer Behandlung bei Dr.
F._
,
wobei letz
tere
einmal wöchentlich
stattf
indet
(
Urk. 7/38 S. 4,
Urk. 7/52/2-6
Ziff. 1.2 und Ziff. 1
.5
,
Urk. 7/62 S. 4
).
Vom 10.
Januar
bis zum 4. Februar
2011 nahm der Beschwerdeführer an einem ambulanten
Rehabilitati
onsprogramm
in der
H._
teil (Urk.
7/15/6-8) und befand sich vom 18. August bis
zum
12. Oktober 2011
sowie
vom 21. Mai bis zum 22. Juni 2012
in stationärer Be
hand
lung in der
J._
beziehungs
weise
in der
E._
(Urk. 7/17/1-5 und
Urk. 7/54/5-9
).
Nach dem Austritt aus der
J._
startete
der Beschwerdefüh
rer mit Unterstützung eines Case-Managers der
K._
einen
sechsmo
natigen
Arbeitsversuch
in der Warenrücknahme
bei seinem bisherigen Arbeit
geber
Y._
mit einem Pensum von zwei respektive drei
Stun
den pro Tag (Urk. 7/35 S. 1 und
Urk. 7/55 S. 2)
, welche
r
indessen zu keiner
wese
n
tlichen
Steigerung
der
Arbeits
leistung des Beschwerdeführers
führte
(
Urk. 7/62 S.
1
).
Vor diesem Hintergrund
ist erstellt
, dass seitens des Beschwerdeführers eine konse
quente Depressionstherapie verfolgt wurde, weshalb der von den Gutach
tern und den behandelnden Ärzte
n
diagnostizierten depressiven Störung invali
disierende Wirkung zukommt. Daran vermag die vom Beschwerdeführer
er
wähnte
Änderung
der Medikamentendosierung
beziehungsweise
-
reduktion
(Urk. 7/26
S. 11)
nichts zu än
dern, nachdem diese im Februar 2012 stattge
fun
den und weitere eigenständige Dosierungsänderungen nicht aktenkundig sind.
4.3
Im Lichte der obigen Erwägungen ergeben sich in einer angepassten Tätigkeit
für die Zeit ab
Februar
2012 (sechs Monate nach erfolgter IV-Anmeldung vom 28. August 2011, Art. 29 Abs. 1 IVG)
folgende Arbeitsunfähigkeiten des Be
schwerdeführers:
bis
zum
3
0.
Juni 2013: 100
%
vom 1.
Juli
2013
bis
zum 3
1.
Oktober 2014: 50 %
a
b
dem
1.
November 2014: 60 %
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Gemäss
bundesgerichtli
cher
Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entschei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen
Rentenbe
ginns
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti
genfalls der Teuerung und der realen
Einkommens
ent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt word
en wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turer
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014
vom 23. September
2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.3
Für die Bestim
mung des
Invali
de
n
einkommens
ist primär von der beruflich-erwerb
lichen Situ
ation auszu
geh
en, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein sol
ches tat
säch
lich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die ver
sicherte Per
son nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen
hat, so kön
nen nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
des
amt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezo
gen werden (BGE
126 V 75 E.
3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die
Invaliditäts
bemessung
wird praxisgemäss auf die standar
di
sierten Brut
tolöhne (
Tabellen
gruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabe
llengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der mass
geb
liche
Tabel
lenlohn
auf die entsprechende betriebsübliche
Wochen
ar
beits
zeit
aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E.
4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
5.3.1
Gemäss dem Fragebogen der
Y._
vom 13. September 2011 (Urk. 7/7) betrug der AHV-beitragspflichtige Lohn de
s
Beschwerdeführer
s
im Jahre 2011 Fr.
6
6‘
820.--
(S. 2 Ziff. 2.10). Darauf ist abzustellen
.
5.3.2
Der Beschwerdeführer ist seit dem 1. August 2013 bei der
Y._
mit einem Pensum von maximal zehn Stunden pro Woche als Mitarbeiter in der
Warenrücknahme angestellt (
Urk. 7/62 S. 1
)
. Dies entspricht bei der bei der
Y._
relevanten
Wochenarbeitszeit von 41 Stunden (Urk. 7/7 S. 2 Ziff. 2.9) einem Arbeitspensum
von
knapp
25 %
.
Da
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ab Juli 2013 zu 50 % respektive ab November 2014 zu 40 %
arbeitsfähig
ist
(vgl. E.
4.3
)
, schöpft er das ihm gesundheitlich zu
mut
bare Leistungspotenzial nicht voll aus
,
weshalb zur Berechnung des
Inva
liden
einkommens
auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturer
hebung
2010 (LSE) abzustellen ist. Danach belief sich der Lohn (40-Stunden-Wo
che) für einfache und repetitive Tätigkeiten für Männer im Jahr 2010 auf Fr. 4‘901.--
(LSE Tabelle TA1 Total aller Wirtschaftszweige Ziff. 1-93,
Anfor
derungsniveau
4
, Männer). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im massgebenden Jahr 2013 (vgl. Die Volkswirt
schaft 3/4-2015 S. 88 Tabelle B9.2) und der Nominallohnentwicklung für Männer (vgl.
Die Volks
wirtschaft 3/4-2015 S.
89 Tabelle B10.3 Index 2150 auf
In
dex
2204
) resultiert ein mögliches Einkommen von Fr. 62‘
851
.-- (Fr. 4‘901.-- /
40 x 41.7 x 12 / 2150 x 2
204
)
,
was bei einem Arbeitspensum von 50 % Fr. 31‘426.-
- respektive von
40 % Fr. 25‘141
.--
entspricht.
Unter Berücksichti
gung des Umstands, dass Mä
nner mit
Teilzeitpensen
in einfachen und repeti
tiven Tätigkeiten schlechter
entl
öhnt
werden als vollzeitliche männliche Er
werbstätige
(vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom 4. April
2012 E. 3.2 und
9C_796/2013 vom 28. Janu
ar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen sowie
die nach dem Beschäftigungsgrad
differenzierenden Tabellen T2* in der LSE 06
S. 16 und T6* in der LSE 04 S.
25),
sowie der leicht eingeschränkten Merkfähig
keit respektive der mittelgradig beein
trächtigten Konzentrationsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. E. 3.3)
, erscheint ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von 10 % als angemessen, weshalb von einem Invalideneinkommen von Fr. 28‘283.-- (Arbeitspensum von 50 %) respektive
Fr. 22‘627
.--
(Arbeitspensum von 40 %)
auszugehen ist
.
5.3.3
Bei einem auf das Jahr 2013 aufgerechneten
Valideneinkommen
von
Fr. 67‘836.--
(Fr. 66‘820.-- / 2171 x 2204,
vgl. Die Volkswirtschaft 3/4-2015 S.
88
Tabelle B9.2) und einem Invalideneinkommen von
Fr. 0.-- (
März bis Dezem
ber
2012; vom 1. Januar bis
zum
30. Juni
2013 bezog der Beschwerde
führer IV-Taggelder [Urk. 7/77 S. 8],
Art.
29 Abs. 2
IVG) respektive einem
Inva
lidenein
kommen
von
Fr. 28‘283.--
(vom 1. Juli 2013 bis zum 3
1
. Oktober 2014)
bezie
hungsweise einem Invalideneinkommen von
Fr. 22‘62
7
.--
(ab
dem
1. Novem
ber 2014)
resultieren folgende gerundete Invaliditätsgrade
(BGE 130 V
121)
:
100 % (
vom
März bis Dezember 2012); 58 % (
vom
1. Juli 2013 bis
zum
31. Oktober 2014); 67 % (ab dem 1. November 2014).
Unter Berücksichtigung der Fristen gemäss Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des halbjährigen Taggeldbezuges hat der Be
schwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente vom 1. Februar bis 31. Dezem
ber 2012, eine halbe Rente von 1. Juli
2013 (mangels laufender Rente kein Abwarten der Dreimonatsfrist) bis 31. Januar 2015 und eine
Dreiviertelsrente
ab 1. Februar 2015 (Verschlechterung per 1. November 2014 plus drei Monate). In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Vor diesem Hintergrund erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.
6.2
Ausgangsgemäss steht dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Schwie
rig
keit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu be
messen und unter Berücksichtigung dieser Grundsätze auf Fr. 1‘
4
00.-- (inklusive Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen ist.