# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2876b6cb-6292-4228-aa9f-6a8ab049b2c5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene
X._ bezieht seit dem 1. Oktober 2000 aufgrund einer psychischen Erkrankung – nach Ausrichtung einer befristeten halben Rente vom 1. April bis 30. September 2000 – eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei
einem Invaliditätsgrad von 100 % (Urk. 7/55, vgl. insbesondere Urk. 7/55 S. 73-75
, Urk. 7/55 S. 105-106, Urk. 7/55 S. 143 f. und Urk. 7/55 S.
183 f.). Ab dem
1. Juli 2001 war er bei A._ angestellt und übte an einem geschützten Arbeitsplatz eine Bürotätigkeit (Bürogehilfe, PC-Support) mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 28 Stunden (bei einer betriebsüblichen Vollar
beits
zeit von 35 Stunden) und einer monatlichen Entschädigung von Fr. 840.-- (Stand im Mai 2015) aus. Durch diese Anstellung war er bei der Suva
obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Urk. 7/1; vgl. auch Urk. 7/55 S. 93-95). Am 26. Mai 2015 meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte sei am 29. April 2015 (richtig: am 19. Mai 2015 [vgl. insbesondere Urk. 7/50]) beim Einsteigen in einen Bus mit dem Knie links weggerutscht, wodurch es zu einem Anprall des rechten Unterschenkels (oberhalb des Fussgelenkes) an der Tür ge
kommen sei. Er habe sich eine Quetschung am rechten Unterschenkel zugezogen und es sei zu einer Schwellung/einem Erguss des Gelenkes gekommen (Urk. 7/1). Nach einer
Hämatomausräumung
am rechten Unterschenkel (
prätibial
rechts) am 3. Juni 2015 kam es zu einer Wundinfektion und Wundheilungsstörung und infolgedessen zu mehreren stationären Aufenthalten im Spital B._. Dabei
mussten wiederholt Operationen durchgeführt werden mit anschliessender Wu
nd
versorgung, weshalb dem Versicherten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Urk. 7/14-17 und Urk. 7/29). Die Suva kam für
die Heil
be
hand
lungs
kosten auf
und
richtete
Taggeldleistungen
aus (Urk. 7/24). Es folgten weitere operative Eingriffe am Universitätsspital C._ mit stationärem Aufenthalt vom 8. bis 23. Dezember 2015 (Urk. 7/73; vgl. die kreisärztliche Stellungnahme
vom 16. Dezember 2015 mit Bejahung der Unfallkausalität [Urk. Urk. 7/67]) so
wie ein Rehabilitationsaufenthalt in der Reha-Klinik D._ vom 13. Januar bis am 9. Februar 2016 (Urk. 7/86). Der Versicherte meldete der Suva am 31. März 2016, er arbeite aktuell zu 60 %, habe aber wieder vermehrt Schmerzen, und der Fuss sei stark angeschwollen (Urk. 7/90). In der Folge wurde er im Reha-Center D._ ambulant während zwei Wochen täglich und anschliessend wöch
ent
lich behandelt (Urk. 7/110 S. 2 und Urk. 7/114 f.; vgl. auch die kreisärztlichen
Stellungnahmen vom 13. Mai 2016 mit Bejahung der Unfallkausalität [Urk. 7/
105], vom 17. Juni 2016 [Urk. 7/115] und vom 19. August 2016 [Urk. 7/128]). Ein sek
un
däres
Lymphödem der rechten unteren Extremität bei einer chronisch venösen Insuffizienz blieb bestehen (vgl. Urk. 7/106 und Urk. 7/127/1-2).
Der behandelnde Arzt des Reha-Centers D._, Dr. E._, Leiten
der Arzt Angiologie, attestierte dem Versicherten in seinem Arztzeugnis vom 2. August 2016 eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die Anstellung ab dem 11. Juli 2016 (Urk. 7/123). Nach Rückfrage der Suva, welche um eine Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit unabhängig von der Anstellungssituation bat (Urk. 7/132), hielt Dr. E._ in seinem Schreiben vom 18. Oktober 2016 fest, der Versicherte sei zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/135; vgl. auch dessen Ausfüh
rungen im Mail vom 12. Oktober 2016 an den Versicherten [Urk. 7/134]). Am 26. Oktober 2016 (Urk. 7/136) teilte die Suva dem Versicherten daraufhin mit, dass sie per 11. Juli 2016 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Die Lymph
drainagebehandlungen wurden weiterhin gewährt (kreisärztliche Beurteilung vom 18. November 2016 [Urk. 7/143]). Am 30. Januar 2017 erfolgte eine Bespre
chung zwischen Vertreterinnen der Suva und dem Versicherten (Urk. 7/147). Aufgrund der Aktenlage erachtete Kreisarzt Dr. F._, Facharzt für Radiologie, eine kreisärztliche Untersuchung für nicht angezeigt, da ein admini
stratives und kein medizinisches Problem vorliege (Urk. 7/153). In der Verfügung
vom 4. Mai 2017 (Urk. 7/160) hielt die Suva fest, sie habe infolge des Unfalles vom
19. Mai 2015 für den Zeitraum vom 22. Mai 2015 bis 10. Juli 2016 Taggeldleis
tungen erbracht. Es werde an der Stellungnahme vom 26. Oktober 2016 festge
halten. Ab dem 11. Juli 2016 sei der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Die medizinische Situation sei soweit stabil, dass keine nam
haften Veränderungen mehr zu erwarten seien. Somit würden die Taggeldleis
tungen enden. Es bestehe auch kein Raum für eine Invalidenrente. Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 15. Mai 2017 Einsprache (Urk. 7/162 S. 1), welche die Suva mit Entscheid vom 9. Juni 2017 abwies (Urk. 2 [= Urk. 7/164]).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 19. Juni 2017 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es seien ihm weiterhin periodische Leistungen für seine verminderte Arbeitsfähigkeit auszurichten (Urk. 1). Mit Be
schwerdeantwort vom 12. Juli 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Juli 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wir
klicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
ent
sprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
19. Mai 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1).
1.2.2
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades bei vorbestehender unfallfremder Invali
dität ist das Einkommen, welches trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden Invalidität erzielt werden könnte, dem Lohn gegenüberzustellen, welchen der Versicherte ohne Unfallereignis aufgrund der vorbestehenden verminderten Lei
stungsfähigkeit zu erzielen imstande gewesen wäre (Art. 28 Abs. 3 UVV).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2
UVG; Urteil
des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2
014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, der Anspruch auf Taggeld erlösche mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit. Die Zusprechung einer Invalidenrente setze eine mindestens teilweise Arbeitsunfähigkeit voraus. Aufgrund der Berichte von Dr. E._ sei zu schliessen, dass beim Beschwerdeführer für die angestammte Bürotätigkeit bei A._ eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Demzufolge bestehe weder ein Anspruch auf die Weiterausrichtung von Taggeldern noch auf eine Rente der Unfallversicherung (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, er sei per 11. Juli 2016 im Rahmen eines Arbeitsversuches nach der vollständigen Arbeitsunfähigkeit wieder mit einem Arbeitspensum von 60 % im bisherigen Beruf eingestiegen. Doch leider habe er das Pensum nicht erfüllen können, es sei zu Absenzen von fast 40 % ge
kommen. Er habe die Stelle dann auch per 31. Oktober 2016 verloren. Die
Ar
beitsfähigkeitsbeurteilung von Dr.
E._
habe nicht den Tatsachen entspro
chen
(Urk. 1).
3.
3.1
Bei einem Status nach Schrauben- und Plattenosteosynthese und OSME des dis
talen Unterschenkels rechts bei Unterschenkelfraktur 1992 (Urk. 7/17) entwickelte sich beim Beschwerdeführer nach dem Anprall des rechten Unterschenkels mit Distorsion des rechten oberen Sprunggelenkes am 19. Mai 2015 (vgl. den Kurz
bericht des Spitals B._ vom 19. Mai 2015 [Urk. 7/50]) ein
prätibiales
Häma
tom, welches am 3. Juni 2015 ausgeräumt werden musste. In der Folge kam es zu einer Wundinfektion und einer Wundheilungsstörung, welche diverse Male operativ versorgt werden musste und zu einer langwierigen Wundbehandlung führte. Am C._ wurde zuletzt eine M.
gracilis
-Lappenplastik mit Spalthaut
trans
plantation vorgenommen (vgl. die Berichte des Spitals B._ vom 5. Juni 2015 [Urk. 7/17], 19. Juni 2015 [Urk. 7/15], 21. Juli 2015 [Urk. 7/16] und vom 2. Septem
ber 2015 [Urk. 7/29] sowie den Austrittsbericht des C._ vom 29. Dezember 2015 [Urk. 7/73]). Die Ärzte des C._ berichteten im Austrittsbericht vom 29. Dezember 2015 von einer stetigen
Regredienz
der
Infektparameter
(Urk. 7/73). Nach dem stationären Aufenthalt in der Reha-Klinik D._ vom 13. Januar bis 9. Februar 2016 (vgl. den Austrittsbericht vom 11. Februar 2016 [Urk. 7/86]) und Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit im Umfang von 60 % klagte der Beschwerdeführer am 31. März 2016 über wieder vermehrt auftretende Schmerzen (Urk. 7/90). Es folgten weitere Abklärungen im C._. Im Bericht vom 21. April 2016 wurden nebst der Wundheilungsstörung auch eine chronisch venöse Insuffizienz Widmer Stadium I beidseits sowie ein sekundäres Lymph
ödem der rechten unteren Extremität diagnostiziert. Als weitere Behandlung wurde eine Fortsetzung der regelmässigen Lymphdrainage-Behandlung (zweimal wöchentlich) sowie ein Ausbau der Kompressionstherapie von Kompressions
strümpfen der Klasse II auf neu Klasse III flachgestrickt empfohlen (Urk. 7/106). Die Behandlung beim Chirurgen am C._ wurde am 31. Mai 2016 abgeschlossen (Urk. 7/111 und Urk. 7/113).
3.2
Am 16. Juni 2016 stellte Dr. E._ in seinem angiologischen Konsilium die Diagnose sekundäres Lymphödem rechts untere Extremität im Stadium II nach
Földi
und hielt fest, insgesamt finde sich ein sehr schöner Befund nach
Gracilis
lappen
und Entwicklung eines sekundären Lymphödems. Die aktuelle Situation rechtfertige einen stationären Aufenthalt nicht, auf Wunsch des Beschwerde
führers werde während zwei Wochen die manuelle Lymphdrainage täglich durch
geführt mit Anlegen einer unterschenkelhohen Kompressionsbandage (Urk. 7/114).
3.3
Im Zeugnis vom 2. August 2016 attestierte Dr. E._ dem Beschwerdeführer eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf die Anstellung ab dem 11. Juli 2016 (Urk. 7/123). Am 9. August 2016 ersuchte er um Kostengutsprache für eine Lang
zeittherapie mittels manueller Lymphdrainage mit einer Frequenz von ein bis zwei Mal pro Woche (Urk. 7/127). Im Bericht vom 13. September 2016 hielt Dr. E._ sodann fest, er habe den Beschwerdeführer am 2. August 2016 das letzte Mal gesehen. Beim Lymphödem handle es sich um eine chronische Erkran
kung, die nicht kurativ behandelbar sei. Eine Kompressionstherapie und eine Lymphdrainage seien notwendig (Urk. 7/131).
3.4
Nach Rückfrage der Beschwerdegegnerin, welche um eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unabhängig von der Anstellungssituation bat (Urk. 7/132), hielt Dr. E._ in seinem Antwortschreiben vom 18. Oktober 2016 fest, der Be
schwer
deführer sei zu 100 % arbeitsfähig. Es sei normal, dass im Tagesverlauf und durch die sitzende Tätigkeit eine verstärkte Schwellung zu beobachten sei. Dies könne durch eine konsequente Kompressionstherapie gut unter Kontrolle gehalten werden. Unter einer solchen Therapie reiche in der Regel eine Lymph
drainagesitzung pro Woche aus, um die interstitiellen Proteine herausarbeiten zu können (Urk. 7/135). In der E-Mail vom 27. Oktober 2016 an den Beschwer
de
führer hielt Dr. E._ fest, er habe ihm immer gesagt, dass er ihn für arbeits
fähig halte. Er streite nicht ab, dass der Beschwerdeführer einen Unfall gehabt habe und operiert worden sei. Auch sei es so, dass der Fuss nach einem Arbeitstag leicht geschwollen sei, was er nach einem Tag im Bett mit Beine hochlagern nicht respektive weniger wäre. Diese Schwellneigung werde ihn möglicherweise den Rest des Lebens begleiten und bedürfe einer dauernden guten Kompression als Therapie, um die Schwellung möglichst klein zu halten. Aber nichts desto trotz sei die Arbeitsfähigkeit mit diesem medizinischen Problem in einem kaufmänni
schen Beruf voll gegeben. Das könne er nicht anders attestieren. Wenn er während der Arbeitszeit in die Therapie gehen müsse, weil sich diese nicht anders organisieren lasse, so werde dies jeder Arzt bestätigen, und der Arbeitgeber werde ihm dafür frei geben müssen (Urk. 7/138 S. 1).
3.5
Im Bericht des C._, Klinik für Angiologie, vom 8. November 2016 wurde fest
gehalten, in der gleichentags durchgeführten Nachkontrolle aufgrund von rezidi
vierender Schmerzsymptomatik und subjektiver Zunahme der Schwellung habe eine Thrombose der rechten unteren Extremität ausgeschlossen werden können. Bei bekanntem Lymphödem stehe der Beschwerdeführer bereits in regelmässiger angiologischer Betreuung. Von der vom Beschwerdeführer gewünschten Forcie
rung der Lymphdrainage-Therapie sei keine relevante Verbesserung des Ödems zu erwarten, sodass aktuell keine zusätzliche
Rezeptierung
vorgenommen worden sei (Urk. 7/144).
3.6
Dr. E._ hielt in seinem angiologischen Konsilium vom 11. April 2017 fest, der Beschwerdeführer habe sich am 10. April 2017 wieder vorgestellt. Er (Dr. E._) sei noch immer der Meinung, dass seine Arbeitsfähigkeitsein
schät
zung im April 2016 berechtigt gewesen sei. Dies bedeute, dass dem Beschwerde
führer eine volle Arbeitsfähigkeit im Rahmen seines 60%igen Stellenprogramms zumutbar gewesen sei. Schmerzen im Rahmen eines Lymphödems könnten im Sinne eines Spannungsgefühls auftreten. Dass die Schmerzen so massiv seien, dass deswegen keine Arbeitsfähigkeit gegeben sei, sei jedoch sehr ungewöhnlich. Er wolle nicht ausschliessen, dass die Arbeitsunfähigkeit durch das sekundäre
Lymphödem und das Transplantat verursacht worden sei, er glaube aber, dass man
zum damaligen Zeitpunkt, das heisse bei manifester Klinik, an andere Ursachen wie eine Schmerzverarbeitungsstörung und so weiter hätte denken müssen. Eine retrospektive Beurteilung beruhe aber auf Hypothesen, da er den Beschwerde
führer damals nicht gesehen habe. Dass es im Winterhalbjahr durch das Vor
hofflimmern zu einer Linksherzdekompensation gekommen sei mit verstärkter
Ödemneigung
sei ebenfalls nicht durch das Lymphödem und das Transplantat per se bedingt. Nach Elektrokonversion sei die Klinik zum Zeitpunkt der Konsultation wieder sehr schön, was der Beschwerdeführer auch bestätige. Zum aktuellen Zeitpunkt gehe er von einer Arbeitsfähigkeit zu mindestens 50 % (bei einer 100 %-Stelle) aus und sehe auch durchaus die Möglichkeit, dass die Arbeits
be
lastung bereits jetzt gesteigert werden könne. Er sei sich allerdings bewusst, dass der lange Arbeitsweg zurzeit für den Unterschenkel eine Belastung darstelle, nebst der Arbeit selber. Er habe dem Beschwerdeführer erneut erklärt, dass aufgrund der medizinischen Geschichte am rechten Unterschenkel voraussichtlich lebens
lang eine Schwellungsneigung bestehen werde, die sich auch unter entsprechen
der Belastung am Abend oder am Ende der Woche verstärkter zeigen werde als nach Entlastung oder dem Wochenende. Dies bedeute auch, dass der Beschwer
deführer voraussichtlich lebenslang eine konsequente Kompressionstherapie durchführen müsse. Dies
allerdings verhindere aber unter Umständen eine bis zu 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht. Die Limitierung der Arbeitsfähigkeit sehe er eher durch die bereits ursprünglich bestehende Arbeitsreduktion, welche initial auf
grund psychischer Probleme erfolgt sei. Entsprechend müssten gegebenenfalls die betreuenden Psychiater eine Beurteilung abgeben (Urk. 7/159).
4.
4.1
Mit der chirurgischen Lappenplastik-Deckung am C._ konnte die chronische offene Wunde am Unterschenkel rechts nachhaltig versorgt werden. Am 31. Mai 2016 konnte folgender Befund erhoben werden: Der Lappen sei gut eingeheilt, die Narbe sei
normotroph
, es gebe keine offene Stelle. Die Entnahmestelle sei ebenfalls ruhig. Der Lappen sei noch ein bisschen vorgewölbt, aber im Rahmen der zu erwartenden Resultate. Die chirurgische Behandlung sei damit abge
schlossen (Urk. 7/113). Die weitere Behandlung beschränkte sich in der Folge auf das sekundäre Lymphödem, wobei während zwei Wochen eine tägliche manuelle Lymphdrainage durchgeführt wurde mit Anlegen einer unterschenkelhohen Kom
pressionsbandage. In der Folge wurde der Beschwerdeführer mit wöchentlichen Lymphdrainagen behandelt (1-2 Mal wöchentlich), unter Einhaltung einer konse
quenten Kompressionstherapie mittels Kompressionsstrumpfes (Urk. 7/114 und Urk. 7/127 S. 1 f.). Da es sich beim Lymphödem gemäss Dr. E._ um eine chronische Erkrankung handelt, die nicht kurativ behandelbar (das heisst nicht heilbar) ist, wurde der Endzustand jedenfalls nach der zweiwöchigen Kur mit täglichen Anwendungen im Reha-Center D._ erreicht (Juni 2016). Die nachfolgenden Behandlungen mittels Kompressionstherapie und wöchentlicher
Lymphdrainage dienten der Erhaltung des Gesundheitszustandes; Dr.
E._
stellte
in Aussicht, dass die Schwellneigung den Beschwerdeführer möglicher
weise den Rest des Lebens begleiten werde, weshalb es einer dauernden guten Kompression als Therapie bedürfe, um diese möglichst klein zu halten. Eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes durch medizinische Massnahmen (E. 1.3) war demgemäss spätestens nach der zweiwöchigen Kur mit täglichen Anwendungen im Reha-Center D._ nicht mehr zu erwarten. Eine allfällige kurzzeitige Verschlechterung im Winterhalbjahr 2016/2017 stand mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit einem kardiologischen Prob
lem (E. 3.6), welches
krankheitsbedingt war und damit keine Leistungspflicht der Unfallversicherung auszulösen vermochte.
Nach dem Gesagten erweist sich der Fallabschluss und damit die Einstellung der Taggeldleistungen per 11. Juli 2016 als rechtens.
4.2
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Fallabschlusses ist auf die echtzeitlichen Berichte von Dr. E._ abzustellen, welcher von einer vollstän
digen Arbeitsfähigkeit ausging (E. 3.3 f.). Die später vorgenommene Relativie
rung der eigenen Einschätzung ist unbeachtlich und vermag nicht zu überzeugen, zumal Dr. E._ auch unfallfremde Faktoren in seine Überlegungen einbezog; die Limitierung der Arbeitsfähigkeit sehe er eher durch die bereits ursprünglich
bestehende Arbeitsreduktion, welche initial aufgrund psychischer Probleme erfo
lgt sei. Dr. E._ führte in diesem Zusammenhang ausserdem aus, dass die voraus
sichtlich lebenslang konsequent durchzuführende Kompressionstherapie eine bis zu 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht
verhindere (E. 3.6). Im Einklang damit gab der Beschwerdeführer anlässlich der Fallbesprechung vom 30. Januar 2017 an, der Zustand des rechten Beines sei aktuell soweit stabil. Er sei sehr zufrieden mit seiner Therapeutin. Mit ihrer Hilfe und zwei Lymphdrainagen pro Woche sei die Schwellung soweit im Griff beziehungsweise habe sich die Situation nicht mehr verändert. Die Kompressionsstrumpfhose trage er (Urk. 7/147 S. 1).
Damit ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass keine unfallkausale Beeinträch
tigung der vor dem versicherten Unfallereignis bestehenden (Rest-)Arbeitsfähig
keit mehr besteht.
4.3
Nach dem Gesagten besteht im Zusammenhang mit dem versicherten Unfaller
eignis weder ein Anspruch auf weitere Taggeldleistungen noch auf eine Invali
den
rente der Unfallversicherung. Damit erweist sich die Beschwerde als unbe
gründet, weshalb sie abzuweisen ist.