# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ccee564c-1b40-5810-a21d-84f5767209ab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970,
hat eine Ausbildung zur Bürokauffrau sowie zur diplomierten Finanzanalytikerin und Vermögensverwalterin absol
viert (
Urk.
8/2/4). Ab
Oktober 1985 war sie bei der
Y._
AG, angestellt, zuletzt als Investment
Advisor
(
Urk.
8/5/1).
Am
1.
April 2001 verunfallte die Versicherte mit dem Fahrrad (
Urk.
8/9/66).
Unter Hinweis auf diverse gesund
heitliche Einschränkungen meldete sie sich sodann am 2
1.
Januar 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (medizinische Eingliederungs
massnahmen und Rente;
Urk.
8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog in der Folge nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
8/4) einen Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
8/5), die Akten des Unfallversicherers (
Urk.
8/9) sowie verschiedene Arztberichte
(
Urk.
8/6 und
8/11 f.) bei.
Zuhanden des Unfallversicherers erstattete die
MEDAS
Z._
am
2.
Juni 2004
ein polydisziplinäres Gutachten (MEDAS-Gutachten,
Urk.
8/
24).
Gestützt hierauf sprach die IV-Stelle der Versicherten m
it Verfügun
gen vom 2
4.
November 2005
- welche unangefochten blieben -
mit Wirkung
ab
1.
April 2002 eine halbe und ab
1.
Januar 2004 eine
Dreiviertelsrente
der Inva
lidenversicherung
zu
(
Urk.
8/41
bis
8/43).
1.2
Nachdem die Versicherte zwischenzeitlich zwei Töchter geboren (
Urk.
8/52/2) und ihre Tätigkeit bei der
Y._
AG aufgegeben hatte (
Urk.
8/49/4 und 8/50/2), holte die IV-Stelle im Rahmen einer von Amtes wegen durchgeführten Renten
revision ab Dezember 2010 einen von der Versicherten ausgefüllten Fragebogen (
Urk.
8/49), einen aktuellen IK-Auszug (
Urk.
8/50) sowie einen Arztbericht (
Urk.
8/54) ein. Mit
Schreiben
vom 1
9.
Januar 2011 teilte sie der Versicherten mit
, sie habe weiterhin Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(
Urk.
8/57).
Ferner sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügungen vom
4.
März 2011 mit Wirkung ab Dezember 2006 respektive September 2008 Kinderrenten für die beiden Töchter zu (
Urk.
8/60 f.).
1.3
Ab März 2016
leitete die IV-Stelle eine erneute Rentenrevision ein. Wiederum zog sie einen Versichertenfragebogen (
Urk.
8/68) sowie einen aktuellen IK-Aus
zug (
Urk.
8/73) bei.
Nach Durchführung eines Standortgesprächs (
Urk.
8/70) und Eingang von Akten des Unfallversicherers (
Urk.
8/76)
teilte sie der Versicherten am 3
1.
Oktober 2016 mit,
dass sie beabsichtige,
eine polydisziplinäre Unter
suchung in Auftrag zu geben (
Urk.
8/79).
Unter Beilage zweier Arztberichte (
Urk.
8/84) stellte die Versicherte mit Schreiben vom 1
4.
November 2016 den Antrag, auf eine polydisziplinäre Begutachtung
sei zu verzichten
(
Urk.
8/85).
Die IV-Stelle hielt in der Folge indes an ihrem Vorhaben fest (
Urk.
8/86)
und beauftragte am 2
2.
Dezember 2016 die über
SuisseMED@P
zugeteilte
A._
AG mit der Begutachtung (
Urk.
8/91).
D
ie Versicherte
erhob dage
gen
mit
Eingaben
vom
2
8.
Februar und 1
6.
März 2017 erneut Einwendungen (
Urk.
8/96 und 8/99).
Mit Schreiben vom 2
1.
März 2017 wurde die Versicherte
über die zugeteilte Begutachtungsstelle sowie die verantwortlichen Gutachter orientiert (
Urk.
8/101). Mit Schreiben vom
3.
April 2017 beharrte jene darauf, das keine Notwendigkeit für ein
e medizinische
Expertise
bestehe und ersuchte um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung
respektive um Verzicht auf die Begutachtung
(
Urk.
8/102). Die IV-Stelle hielt
in der Folge
mit Zwischenverfü
gung vom 1
0.
Mai 2017 an der Abklärung durch die
A._
AG fest (
Urk.
8/104
=
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
9.
Juni 2017 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei anzuweisen, von einer Begutachtung abzusehen
beziehungsweise
die gesetzlichen Leistungen auch ohne die Begutachtung weiterhin auszurichten.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2017 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
7), worüber die Versicherte mit Verfügung vom 2
3.
August 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung
vom 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
2)
, mit welcher
die Beschwerdegegnerin die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung durch die
A._
AG unter Nennung der angege
benen Fachdisziplinen und Gutachterpersonen an
ordnete
. Hierbei handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Ver
bindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwal
tungsverfahren (
VwVG
), welche bei Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selb
ständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
1.2
Im Kontext der Gutachtensanordnung ist in Nachachtung der einschlägigen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7) die
Eintretensvoraussetzung
des nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerde
verfahren zu bejahen, zumal die nicht sachgerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen Nachteil bewirken wird.
1.3
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können unter anderem materielle Einwendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begut
achtung sei nicht no
twendig, weil sie
mit Blick auf einen bereits um
fassend abgeklärten Sachverhalt
bloss
einer Zweitmeinung entspreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7
, 141 V 330 E. 5.2
). Sodann können personenbezogene
Ausstands
gründe
gerügt werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gelten für medizinische Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangen
heit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen
an der
Unparteilichkeit zu erwecken (Urteil des Bundesgerichts 8C_665/2015 vom 21. Januar 2016 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 132 V 93 E. 7.1, SVR 2013 IV
Nr. 35 S. 105 E. 2.2 und BGE 137 V 210 E. 2.1.3).
Ferner
zählen dazu auch weitere Aspekte wie etwa die fehlende Sachkenntnis (vgl.
Kieser
, ATSG-Kom
mentar, 3. Auflage, Zürich 2015, N 38 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 6.4-5).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
2) stellte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den Standpunkt,
dass der aktuelle Gesundheitszustand der Versicherten und folglich insbesondere auch deren Arbeitsfähigkeit nicht rechtsgenügend beurteilt werden könne, weshalb eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung durch die
A._
AG nötig sei.
Entgegen den seitens der Beschwerdeführerin im V
erwaltungs
verfahren
vorgebrachten Einwänden bestünden Hinweise für das Bestehen von Revisionsgründen im Sinne von
Art.
17 ATSG. Einerseits sei ein anderes Invali
deneinkommen als im Zeitpunkt der Rentenzusprechung anzurechnen, da die Versicherte ihre Arbeitsstelle zwischenzeitlich aufgegeben habe. Andererseits würden in den aktuellen Arztberichten keine psychischen Einschränkungen mehr erwähnt.
Diese Berichte würden sich ausserdem
entweder
nicht zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer angepassten Tätigkeit
äussern
oder diese nicht näher begründen. Schliesslich erweise sich das Gutachten von 2004 hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit als nicht nachvollziehbar.
2.2
Die Versicherte brachte demgegenüber in ihrer Beschwerdeschrift vom
9.
Juni 2017 (
Urk.
1)
zur Hauptsache vor, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Rentenzusprechung nicht verändert. Folglich sei kein Revisionsgrund gegeben. Es lägen vollständige und nachvollziehbare ärztliche Berichte vor, weshalb die Notwendigkeit weiterer Abklärungen - namentlich einer Beguta
chtung - nicht bestehe (S. 5). Auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle bei der Bank zwischenzeitlich aufgegeben habe, stelle angesichts der speziellen Verhältnisse keinen Revisionsgrund dar (
Urk.
7 f.). Verfehlt sei im Übrigen die Annahme der IV-Stelle, wonach hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit nicht auf das Gutachten aus dem Jahr 2004 abgestellt werden könne. An der damals festge
stellten generellen Leistungsverminderung von 40
%
habe sich seither nach
weislich nichts verändert. Daran vermöge auch der Umstand, dass seit de
r letz
ten Begutachtung bereits zwölf
Jahre vergangen seien,
nichts zu ändern
(S. 9 f.).
3.
3.1
Die Rentenzusprechung im Jahr 2005 basierte auf dem
polydisziplinären
MEDAS-Gutachten vom
2.
Juni 2004, welchem die folgenden Diagnosen zu entnehmen sind (
Urk.
8/24/24):
-
Status nach Sturz vom Velo unklarer Ursache am
1.
April 2001 mit konse
kutiv:
-
Schädelhirntrauma mit
Contusio
cerebri
-
Clavikulafraktur
rechts
-
Stabilen Kompressionsfrakturen Brustwirbelkörper 11 und
Lenden-wir
belkörper
1, inzwischen knöchern verheilt
-
Fortbestehendes
Cerviko
-
Thorako
-Lumbalsyndrom
-
Minimale neuropsychologische Störung im Sinne leicht erhöhter Schwan
kungen sowie multifaktoriell leicht verminderte Belastbarkeit
-
Ängstlich-depressive Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23), unter Behand
lung weitgehend remittiert, bei fortbestehender psychischer Komponente (ICD-10 F54) im Beschwerdebild vor allem mit fortbe
ste
henden vegetativen Affektäquivalenten, auf dem Boden einer leis
tungs
orientierten Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
-
Mischkopfschmerz bei vorbestehender episodischer Migräne ohne Aura
-
Status nach Sturz am
6.
Februar 2002 mit Schädelprellung und Riss
quetschwunde an der linken Augenbraue, offenbar komplikationslos ausgeheilt
-
Fragliche frühere Zöliakie, seit Jahren beschwerdefrei
-
Osteodensitometrisch
laut Akten leichte
Osteopenie
Gegenüber
der Gutachterin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
habe sich die Beschwerdeführerin dahingehend geäussert, dass sie bei körperlicher Belastung - etwa bei der Hausarbeit - noch starke Rückenbeschwerden habe. Ausserdem habe
die Versicherte
über starke Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und ein allgemeines Nachlassen der Leistungsfähigkeit geklagt. Diese Beschwerden bestünden unabhängig von therapeutischen Massnahmen wie Physiotherapie oder Medikamenten (
Urk.
8/24/38).
Anlässlich der Untersuchung sei ein mässi
ger Hohlrundrücken aufgefallen. Im Bereich der
Trapeziusmuskulatur
sowie am
thorako
-lumbalen Übergang sei eine
Druckdolenz
feststellbar gewesen. Die Halswirbelsäule sei vorsichtig bewegt worden, im Bewegungsausmass aber frei gewesen. Die Inklination sei mit mässigen Beschwerden im Bereich des
thorako
-lumbalen Übergangs verbunden gewesen. Am lateralen
Claviculadrittel
habe eine leicht
druckdolente
Stufe ertastet werden können. Im Weiteren sei die Beweglichkeit der Schultern beidseits frei gewesen. Im Bereich der oberen Ext
remitäten hätten sich weder Schonungszeichen noch neurologische Auffällig
keiten gezeigt
. Radiologisch seien die Frakturen an der Clavicula sowie am Brustwirbelkörper 11 und am Lendenwirbelkörper 1 bei diskreter Keilbildung knöchern konsolidiert
(
Urk.
8/24/42).
Aus orthopädischer Sicht bestehe eine Belastungsverminderung bezüglich längerem Sitzen sowie vornübergebeugten Haltungen. In der Tätigkeit als
Associate
Director
sei wünschenswert, dass die Versicherte wechselnde Körperpositionen einnehmen könne (
Urk.
8/24/43).
Sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit sei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
8/24/44 f.).
Dr.
phil.
C._
hielt in seiner neuropsychologischen Teilexpertise fest, die Explorandin habe insbesondere von Schwierigkeiten mit Stress und Druck am Arbeitsplatz berichtet. Ausserdem sei ihre Belastbarkeit eingeschränkt und sie ermüde übermässig schnell. Hinzu komme, dass sie keinen Lärm mehr ertrage und unter einem Druck im Kopf leide, wenn sie mal länger arbeiten müsse.
Sodann bewirke langes Sitzen Rückenschmerzen im Bereich der Brust
wirbelsäule. Es würden auch noch Stimmungsschwankungen bestehen, wobei sich die Versicherte diesbezüglich zurzeit relativ stabil fühle (
Urk.
8/24/47). Bei einem durchschnittlichen Testleistungsniveau hätten sich leichte Leistungs
schwankungen im Gebiet der Aufmerksamkeit und Konzentration eruieren las
sen. Mehrheitlich hätten die diesbezüglichen
Leistungen
jedoch
der Norm ent
sprochen.
Die Reaktionszeiten seien erhöht gewesen, ausser bei einfachen visu
ellen Reizen. Die visuell-figuralen Lern- und Gedächtnis
-
funktionen seien intakt gewesen. In der verbalen Modalität sei es wahrscheinlich weitgehend infolge
einer leichten psychischen Blockierung zu leichten Schwankungen gekommen (
Urk.
8/24/49).
Stimmungsmässig habe die Versicherte während der Unter
suchung einen angespannten, mehrheitlich eher ernst-besorgten Eindruck hin
terlassen. Zu depressiven Reaktionen sei es allerdings nicht gekommen. Die Belastbarkeit erscheine leicht eingeschränkt, einerseits aufgrund der Kopf
schmerzen, andererseits infolge psychischer Faktoren. Im Vergleich zum Vor
befund aus dem Jahr 2002 hätten sich Verbesserungen feststellen lassen, wobei die Explorandin auch subjektiv Fortschritte be
stätigt
habe
(
Urk.
8/24/50).
In Anbetracht der Untersuchungsbefunde lasse sich von neuropsychologischer Seite her lediglich eine geringe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Unter Beachtung der qualifizierten Tätigkeit der Versicherte
n
belaufe sich diese auf
bis zu 15
%
(
Urk.
8/24/51).
Gegenüber
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurologie,
habe die Versicherte ebenfalls ihre Beschwerden wie namentlich die rasche Ermüdbarkeit und Erschöpfung, den bei Anstrengung oder Lärm zunehmenden Druck im Kopf sowie die Schmerzen im Bereich der mittleren Brustwirbelsäule geschildert (
Urk.
8/24/54). Sie habe weder über im Vordergrund stehende Schmerzen noch über neurologische Ausfallsymptome geklagt. Der klinisch-neurologische Befund sei ebenfalls unauffällig gewesen
(
Urk.
8/24/55 f.)
. In einem
cranio-cerebralen
Kernspintomogramm
habe sich noch eine minimale
Hämosiderin
-Ablagerung rechts an der Stelle der vormals vermuteten Kontusionsblutung gezeigt. Der übrige Befund sei normal gewesen
(
Urk.
8/24/61)
. Die Beschwer
deführerin sei sowohl im angestammten Beruf als auch in vergleichbaren Tätig
keiten aus rein neurologischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/24/57).
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psy
chotherapie sowie Allgemeine Innere Medizin,
untersuchte die Beschwerde
führerin insbesondere in psychiatrischer Hinsicht. Sie sei bewusstseinsklar und voll orientiert gewesen. Bis auf anfängliche Mühe mit zeitlichen Angaben beziehungsweise Rechenaufgaben seien die Aufmerksamkeit und die Konzent
rationsfähigkeit sowie
die
Auffassung regelrecht gewesen. Zudem hätten sich im Gespräch keine Störungen der mnestischen und kognitiven Funktionen eruieren lassen. Das Denken sei logisch, kohärent und rational betont gewesen, ohne formale oder inhaltliche Denk- oder Wahrnehmungsstörungen. Die Stimmung sei ernst, besorgt, aber nicht eigentlich depressiv gewesen
, wobei die Versicherte einmal kurz in Tränen ausgebrochen sei. Diverse psychovegetative Symptome wie Kopf- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfbarkeit, Konzentrations
störungen, Lärmempfindlichkeit, Leistungsminderung und Gereiztheit würden im Vordergrund stehen (
Urk.
8/24/18).
Im psychischen Bereich würden deutliche
Einschränkungen bestehen. Aktuell lasse sich
zwar
klinisch-psychopathologisch keine Depression und auch keine Angststörung diagnostizieren, da die hierfür geforderte subjektive Beeinträchtigung des Affektes nicht vorliege. Die Ver
sicherte empfinde ihre Beschwerden vielmehr als körperlicher Natur
und ver
dränge respektive verleugne psychische Affekte aufgrund ihrer leistungsorien
tierten Persönlichkeitsstruktur
. Aus gutachterlicher Sicht würden aber weiterhin vegetative Äquivalente von Depression und vor allem Angst bestehen
(
Urk.
8/24/27).
Im interdisziplinären Konsens
vertraten die Gutachter die Auffassung, es sei generell von einer etwa 40%igen Leistungsverminderung auszugehen. Aufgrund der leistungsorientieren Persönlichkeitsstruktur, die „gemütliches“ Arbeiten nicht zulasse, könne die Arbeitsfähigkeit nicht in Form vollzeitiger Präsenz mit einer um 40
%
verminderten Leistung, sondern in Form 60%iger Präsenz mit voller Leistung umgesetzt werden. Besonders stressreiche Tätigkeiten innerhalb des erlernten Berufs - beispielsweise Börsenhandel - seien nicht mehr zumutbar. Diesbezüglich bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/24/31 f.).
3.2
Anlässlich des
ersten Rentenrevisionsverfahrens führte
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seinem Bericht vom 1
3.
Dezember 2010 aus, der Gesundheitszustand sei unverändert. Nach wie vor seien bei der Versicherten Müdigkeit, Stressintoleranz, Schlafstörungen, Muskelschmerzen, Verspannungen und Depressivität vorhanden. Sie sei absolut nicht belastbar. Zurzeit sei
in Bezug auf eine Tätigkeit als Bankkauffrau von
eine
r
Arbeitsfähigkeit von 4
0-60
%
mit verminderter Leistungsfähigkeit
auszu
gehen
(
Urk.
8/54/3
f.
)
.
3.3
3.3.1
Die medizinische Aktenlage
des im März 2016 eingeleiteten Revi
sionsverfahrens (
Urk.
8/68 ff.), welches zur angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 (
Urk.
2) führte,
stellt sich sodann im Wesentlichen wie folgt dar:
G._
, Psychologin, tätigte am 2
6.
Januar 2011 neuropsychologische Abklärungen. Gemäss Bericht vom
4.
Mai 2011 würden die aktuellen Leistun
gen
der Versicherten
denjenigen entsprechen, welche im Rahmen der Begut
achtung im Jahr 2004 festgestellt worden seien.
Es sei von einer leichten bis mittelschweren neuropsychischen Störung bei Status nach Schädelhirntrauma auszugehen.
Im MEDAS-Gutachten seien die Defizite in Relation zum früheren Leistungsniveau indes zu wenig gewichtet worden. Die objektivierten Minder
leistungen, die eingeschränkte Belastbarkeit sowie die Leistungsschwankungen
würden eher einer mindestens 35%igen Einschränkung im angestammten Beruf entsprechen (
Urk.
8/76/10 f. =
Urk.
8/84/9 f.).
3.3.2
Infolge rezidivierender Schmerzschübe an der rechten Schulter wurde die Ver
sicherte am
8.
Juni 2015 in der
H._
Klinik radiologisch untersucht. Hier
bei hätten eine grosse Tendinitis
calcarea
mit Herd im
Supraspinatussehnenbe
reich
sowie eine konsekutive Bewegungseinschränkung an der rechten Schulter, vermutlich bei
mitigiert
abgelaufener
retraktiler
Capsulitis
rechts, festgestellt werden können. Der Versicherte
n
sei eine
arthroskopische
Kalkentfernung an der rechten Schulter mit gleichzeitiger
Teilarthrolyse
empfohlen worden (
Urk.
8/80/5 f.).
3.3.3
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Radiologie, untersuchte den Schädel der
Beschwerdeführerin
am 2
4.
Juni 2016 mittels Magnetresonanztomographie (MRI). Es hätten sich nebst einer kleinfleckigen
Enzephalomalazie
respektive
Gliose
eine
Hämosiderinablagerung
im
Gyrus
supramarginalis
rechts sowie vier weitere kleinfleckige zerebrale
Hämosiderinablagerungen
als
traumabedingte
Veränderungen
gezeigt
(
Urk.
8/84/1).
3.3.4
Im Weiteren ergibt sich aus dem Bericht von
Dr.
med.
J._
, Fachärz
tin für Neurologie, vom 1
5.
Juli 2016, dass
die Beschwerdeführerin nach wie vor
davon berichtet habe
, auf mentale und physische Beanspruchung mit Kopfschmerzen und Schlafstörungen zu reagieren. Weiterhin bestehe ausserdem eine verlangsamte Auffassungsgabe und verminderte Konzentrationsfähigkeit. Die Schulterproblematik (vgl. E. 3.3.2) sei mittels aufwändiger Therapie behan
delt worden (
Urk.
8/80/7
=
Urk.
8/84/3
).
Im Gespräch und Verhalten habe sich die Versicherte unauffällig gezeigt. Aus neurologischer Sicht hätten insbeson
dere eine Einschränkung der Seitwärtsneigung der Halswirbelsäule nach links sowie ein Schulterhochstand links festgestellt werden können. Im Übrigen hät
ten sich weder in Bezug auf das Gangbild noch auf die Funktion der Hirnnerven und die Muskeleigenreflexe bedeutsame Auffälligkeiten ergeben. Auch die Sen
sibilität an Armen und Beinen sei normal ausgeprägt gewesen (
Urk.
8/80/9
=
Urk.
8/84/5
). Unter
weiterer
Berücksichtigung der
mit der
leichten bis mittel
schweren
neuropsychischen Störung einhergehenden
kognitiven Leistungsmin
derungen
(vgl. E. 3.3.1), der nachhaltigen posttraumatischen Veränderungen gemäss MRI (vgl. E. 3.3.3) sowie
der von der Versicherten geschilderten - seit 2011 gleichgeblie
benen - Alltagseinschränkungen sei
auch zukünftig
keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes zu erwarten (
Urk.
8/80/8
=
Urk.
8/84/4
).
3.3.5
Dr.
F._
hielt in seinem Verlaufsbericht vom
7.
November 2016 (Eingangs
da
tum) fest, dass die Versicherte weiterhin durch chronische Müdig
keit, Belastungs- und Stressintoleranz, Lärmempfindlichkeit sowie Schlaf- und Kon
zen
trationsstörungen eingeschränkt sei. Die Ausübung der angestammten Tätig
keit sei ihr nicht möglich. Für eine einfache Tätigkeit - etwa als Sekretärin - bestehe eine 50-60%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/80/1 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin hegt weder Zweifel an der Sachkenntnis der beigezoge
nen Gutachter der
A._
AG, noch bringt sie konkrete perso
nenbezogene Ablehnungsgründe vor
(vgl. E. 1.3)
.
Zwischen den Parteien ist ein
zig umstritten, ob
die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung
not
wendig ist
oder
ob sich der medizinische Sachverhalt bereits
zum jetzigen Zeit
punkt
als umfassend abgeklärt erweist (vgl. E. 2.1 f.).
4.2
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen.
Zu Abklärungen besteht vorliegend Anlass, nachdem die Beschwerdeführerin bei der letzten Überprüfung der Rente per Januar 2016 eine erneute amtliche Revision in Aussicht genommen hatte (
Urk.
8/56/2; vgl.
Art.
87
Abs.
1
lit
. a
der Verordnung über die Invalid
enversicherung; IVV).
Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungsträger, dessen Ermessens
spielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und
Zweckmässigkeit
von medizinischen Erhebungen
gross
ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom 7. November 2013 E. 3.4). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durchzufüh
renden Abklärungen im Sinne von Art. 43 ATSG beinhalten indessen
recht
spre
chungsgemäss
nicht das Recht des Versicherungsträgers, eine „
second
opinion
“ zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt (BGE 138 V 271 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts
U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2). Entscheidend dafür, ob weitere Abklä
run
gen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden
Gut
achten die
praxisgemässen
inhaltlichen und
beweismässigen
Anforderungen erfüllen (Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2).
4.3
Die Rentenzusprechung im November 2005 (
Urk.
8/41
bis
8/43) erfolgte auf der Grundlage des MEDAS-Gutachtens vom
2.
Juni 2004 (
Urk.
8/24). Von orthopä
discher Seite wurde
zum damaligen Zeitpunkt
eine 90%ige Arbeitsfähigkeit für jedwede Tätigkeit attestiert. Unter Beachtung der geistig anspruchsvollen ange
stammten Tätigkeit der Versicherten wurde aus Sicht der Neuropsychologie von einer 85%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
Dr.
D._
erachtete die Arbeitsfähigkeit in rein neurologischer Hinsicht als nicht eingeschränkt
. Im interdisziplinären Konsens schlossen die Gutachter auf eine
100%ige Arbeits
unfähigkeit in der angestammten sowie auf eine
40%ige
Arbeits
unfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (E. 3.1).
D
ie
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS-Gutachter
beruhte
damit massgeblich auf der psychiatrischen Beurteilung von
Dr.
E._
.
Entgegen der Argumentation der Versicherten (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
12) sind die einschränken
den Funktionsstörungen nicht vorwiegend neuropsychologischer
Natur
.
Nichts zu ändern vermag in diesem Kontext der Umstand, dass
Dr.
E._
die Unter
scheidung zwischen psychischen und körperlichen Symptomen für nicht ange
zeigt erachtete (
Urk.
1 S. 8 f.
Ziff.
13;
Urk.
8/24/28).
Er hielt klar fest, dass im psychischen Bereich deutlichere Einschränkungen
vorliegen
würden als aus Sicht der übrigen Fachdisziplinen
(
Urk.
8/24/27 f.).
Es bestehen durchaus Anzei
chen dafür, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten zwi
schenzeitlich verändert hat, zumal sie sich im Gegensatz zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr in entsprechender Behandlung befindet (vgl.
Urk.
8/24/47 und 8/70/2).
Es fehlt in dieser Hinsicht denn auch an einer aktuel
len fachärztlichen Beurteilung
(vgl. E. 3.3.1 ff.)
, weshalb sich der medizinische Sachverhalt nur schon
unter diesem Gesichtspunkt
als nicht umfassend abge
klärt erweist.
Im Weiteren ist anzumerken,
dass sich allein aus den vorliegenden Arztberich
ten keine schlüssige Erklärung für die
nach wie vor
von Seiten der Versicherten geschilderten
Beschwerden wie unter anderem Konzentrationsprobleme, rasche Ermüdbarkeit sowie Belastungs- und Stressintoleranz
und deren konkrete Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ergibt.
Abgesehen davon, dass die letzte neuropsychologische Abklärung bei Erlass der angefochtenen Verfügung bereits sechs Jahre zurücklag
(E. 3.3.1)
,
sind d
eren
E
rgebnisse gemäss bundesgericht
licher Praxis stets im Kontext der übrigen medizinischen
Untersuchungs
resul
tate zu würdigen (BGE 119 V 341 E. 2b/
bb
).
Dr.
J._
konnte
indes aus
neurolo
gischer
Sicht keine wesentlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
feststellen (E. 3.3.4).
Dem Bericht von
Dr.
F._
vom
7.
November 2016
kann sodann keine objektive
Befunderhebung
entnommen werden (vgl.
Urk.
8/80/1-4).
Überdies besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(
50-60
%
in einer angepassten Tätigkeit
[
Urk.
8/80/2])
und derjenigen der Psychologin
G._
(65%ige Arbeits
fähig
keit in der ange
stammten Tätigkeit [
Urk.
8/76/11 =
Urk.
8/84/10
])
.
Auch
in Anbetracht dieser Gegebenheiten leuchtet ein, dass die Beschwerdegegnerin eine aktuelle polydis
ziplinäre Begutachtung für notwendig erachtet.
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle die polydisziplinäre Exper
tise bei der
A._
AG nicht in Auftrag gab, um eine „
second
opinion
“ zu einem bereits im Rahmen einer früheren Begutachtung festgestellten Sachverhalt einzuholen. Jene der MEDAS
Z._
vom
2.
Juni 2004 (
Urk.
8/24) lag im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung bereits knapp 13 Jahre zurück
und kann
folglich
nicht mehr als Grundlage für eine aktuelle Beurteilung des Gesundheitszustandes der Versicherten
herange
zogen werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_551/2015 vom 1
7.
März 2016 E. 6 mit Hinweis).
4.4
Zusammenfassend erweist sich der
medizinische
Sachverhalt
entgegen der Sicht
weise der Beschwerdeführerin
nicht als bereits umfassend abgeklärt
.
Nach dem Gesagten besteht seitens des Gerichtes in Anbetracht des erheblichen Ermessensspielraums des Versicherungsträgers in Bezug auf die Notwendigkeit, den Umfang und die Zweckmässigkeit medizinischer Erhebungen (vgl. E. 4.2) keine Veranlassung, in die der Beschwerdegegnerin obliegende Verfahrenslei
tung einzugreifen.
Abschliessend bleibt der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass die Beschwerde
gegnerin die Gutachterstelle korrekt im Sinne von
Art.
72
bis
IVV bestimmt hat (vgl.
Urk.
8/79 und 8/91 f.), was denn auch von der Beschwerde
führerin nicht bestritten wird. Die
Wahl der konkreten Untersuchungsmethoden, was auch die Auswahl der vorzu
nehmenden fachärztlichen Abklärungen bein
haltet, liegt im Übrigen in erster Linie im Ermessen der Gutachter (Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2014 vom 2
5.
März 2015 E. 5.1), und ist vorliegend nicht in Zweifel zu ziehen.
Angesichts der obigen Ausführungen
ist d
ie
von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) angeordnete polydisziplinäre Begutachtung durch die
A._
AG
somit
nicht zu beanstanden
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da vorliegend nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung zu prüfen war, ist das Beschwerdeverfahren gemäss
Art.
61
lit
. a ATSG - in Abweichung von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG - kostenlos.