# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8d3bdcd-8772-40a2-9d80-315ad67d5ef3
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

Sachverhalt
A.
Die Politische Gemeinde Z._ ist Eigentümerin der Grundstücke
Nrn. 001, 002 und 003, Grundbuch Z._, im Dorfzentrum von Z._.
Die Grundstücke liegen gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde
Z._ vom 16. August 2002 in der Kernzone (KE) sowie gemäss der
geltenden Schutzverordnung vom 6. November 2006 (nachfolgend ab-
gekürzt SchV) im Ortsbildschutzgebiet A und sind – bis auf das mit
mehreren Gebäuden (Vers.-Nrn. 004 bis 005) überbaute Grundstück
Nr. 002 – unüberbaut. Südwestlich angrenzend befindet sich das
G._.
B.
a) Am 7. Mai 2019 erliess der Gemeinderat Z._ den Teilstras-
senplan für die Begegnungszone Dorfkern Z._ mit Strassenbaupro-
jekt inkl. Landbedarfsplan, das verkehrstechnische Gutachten vom
18. März 2019 sowie den Signalisations- und Markierungsplan
(vi act. G4). Der Teilstrassenplan "Begegnungszone Dorfkern (Teil-
neuklassierung B._strasse, P._, K._strasse, U._strasse,
L._strasse und W._strasse)" wurde vom Baudepartement am
8. Januar 2020 genehmigt (vi act. G5). Gemäss der befristeten Ver-
kehrsanordnung der Kantonspolizei vom 18. März 2020 (vi act. H1a)
sowie dem Informationsblatt der Gemeinde Z._ (vi act. H2) wird in
einem ersten Teilprojekt in zwei Etappen (1.1 und 1.2) der Dorfplatz
und die W._strasse bis zur Kreuzung K._strasse bearbeitet, wo-
bei die entsprechenden Strassen- und Werkleitungsarbeiten voraus-
sichtlich bis 11. Dezember 2020 dauern. Danach werden bis voraus-
sichtlich in der ersten Jahreshälfte 2022 die weiteren Strassenbauar-
beiten (Etappen 2.1 bis 4.2) rund um den Dorfkern Z._ weitergeführt
(vgl. vi act. H2, S. 12).
b) Mit Schreiben vom 5. Juni 2019 teilte der Grundeigentümer von
Grundstück Nr. 006, A._ dem Gemeinderat Z._ unter anderem
mit, dass für verschiedene Bauten und Anlagen im Dorfkern keine
Baubewilligung vorliege und verlangte die Wiederherstellung des ur-
sprünglichen Zustands der Wiese auf Grundstück Nr. 003 mit Gras und
einigen Bäumen.
c) Mit Schreiben vom 17. September 2019 ersuchte A._ den Ge-
meinderat Z._ erneut, nach dem Abbruch der K._, der Entfernung
der Aufschüttungen und dem Rückbau der U._gässli-Umleitung und
der Baustellen-Installationen, den sogenannten "Bungert" wiederher-
zustellen. Für sämtliche provisorischen Baumassnahmen fehle die
Rechtsgrundlage.
d) Mit Schreiben vom 2. Dezember 2019 mahnte A._ erneut die
fehlenden Baubewilligungen für die provisorischen Bauten und Anla-
gen auf den Grundstücken Nrn. 001, 003 und 002 an und forderte den
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 3/19
Gemeinderat Z._ auf, die entsprechenden Massnahmen einzuleiten
(vi act. I1).
e) Am 11. Dezember 2019 gelangte A._ mit demselben Anliegen
erneut an den Gemeinderat Z._ und machte darauf aufmerksam,
dass er sich eine Meldung an das Baudepartement vorbehalte, sofern
die Gemeinde weiterhin keine Reaktion zeige.
f) In der Folge ersuchte die Politische Gemeinde Z._ mit Bau-
gesuch vom 17. Dezember 2019 um die Baubewilligung für die Erstel-
lung eines durchgehend benutzten Parkplatzes auf Schotter mit Park-
uhr auf Grundstück Nr. 001.
g) Ebenfalls mit Baugesuch vom 17. Dezember 2019 ersuchte die
Politische Gemeinde Z._ um eine Baubewilligung für einen Park-
platz auf Grundstück Nr. 001 sowie einen Allzweckplatz, Installations-
fläche für anstehende Baustellen, anschliessend Schotterrasen mit
vier bis sechs Bäumen für die Nutzung bei Parkplatzknappheit auf den
Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003.
h) Innert der Auflagefrist vom 14. bis 27. Januar 2020 bzw. 10. bis
23. Januar 2020 erhoben A._ und B._ Einsprache gegen die Bau-
vorhaben. Seither sind diesbezüglich keine weiteren Verfahrens-
schritte erfolgt.
C.
Am 26. Juni 2020 erhob A._, nunmehr vertreten durch Dr.iur. Karl
Gehler, Rechtsanwalt, Rapperswil-Jona, gegen den Gemeinderat
Z._ Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Baudepartement. Es
werden folgende Anträge gestellt:
Rechtsbegehren:
1. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Ein-
sprachen gegen das Bauvorhaben auf Parz. Nr. 001 betreffend Erstellung Parkplätze gemäss Bauanzeige vom 7. Januar 2020 umgehend zu behandeln.
2. Eventualiter sei die Politische Gemeinde Z._ zu , das Bauvorhaben gemäss Bauanzeige vom 7. Januar 2020 betreffend Erstellung Parkplätze auf Parz. Nr. 001, Grundbuch Z._, zurückzuziehen.
3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die  gegen das Bauvorhaben Erstellung  auf Parz. Nr. 002, 003, P._, U._, gemäss Bauanzeige vom 6. Januar 2020, umgehend zu .
4. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu , das Bauvorhaben gemäss Bauanzeige vom 6.  2020 betreffend Erstellung Allzweckplatz auf Parz. 002, 003, P._, U._, zurückzuziehen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 4/19
5. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für den neu errichteten Installationsplatz, welcher auf den  Nr. 001, 002 und 003, Grundbuch Z._,  wurde, ein Baubewilligungsverfahren .
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.
Gesuch um den Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Verfahren:
1. Es sei der Beschwerdegegnerin per sofort zu , den ohne Baubewilligung errichteten  auf den Parz. Nr. 001, 002 und 003, Grundbuch Z._, zu benutzen und zu betreiben, bis für diesen Installationsplatz eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, unter Androhung von Strafe nach Art. 292 StGB im Unterlassensfall.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, die Politische Ge-
meinde Z._ verzögere das vorgenannte Verfahren ungerechtfertigt,
da damit insbesondere der auf den Grundstücken Nrn. 001, 002 und
003 bestehende unrechtmässige Zustand (ohne Baubewilligung er-
stellter Bauinstallationsplatz) aufrechterhalten bzw. die Durchführung
eines ordentlichen Baubewilligungsverfahrens für den Installations-
platz verunmöglicht werde. Der sich über die Grundstücke Nrn. 001,
002 und 003 erstreckende Installationsplatz für die Bauarbeiten der
Begegnungszone sei baubewilligungspflichtig. Namentlich diene die-
ser nicht nur der Lagerung von Material und Gerätschaften, sondern
es werde Aushubmaterial und anderes Schüttgut umgeschlagen, be-
arbeitet, sortiert und aufbereitet, was insbesondere zu starken Lärm-
und Staubimmissionen führe. Zudem würden die Arbeiten und Terrain-
eingriffe nicht mehr zurückgebaut, weshalb die Installationsfläche als
dauerhaft zu betrachten sei. Im Übrigen sei kein Nachweis erbracht
worden, wonach der Bauinstallationsplatz zwingend auf dieser ge-
schützten Grünfläche im Ortskern angelegt sein müsse. Auch sei im
Zusammenhang mit der geplanten Begegnungszone nichts derglei-
chen dokumentiert worden. Schliesslich seien auch die später geplan-
ten Parkplätze und der Allzweckplatz nicht zulässig. Seinen Antrag auf
Erlass eines Nutzungsverbots begründet der Beschwerdeführer zu-
sammengefasst damit, dass der Beschwerdegegner den Installations-
platz ohne die dafür notwendige Baubewilligung erstellt habe. Insbe-
sondere aufgrund der davon ausgehenden Immissionen sei während
der Dauer des Verfahrens die Nutzung des rechtswidrigen Installati-
onsplatzes zu untersagen. Im Übrigen müsse die Lagerung ohnehin
nicht zwingend an diesem Ort erfolgen, da der Aushub direkt auf oder
neben den betroffenen Strassenabschnitten gelagert werden könne.
Die Aufbereitung des anfallenden Materials habe in einem dafür aus-
gestatteten Werkhof zu erfolgen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 5/19
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 17. August 2020 beantragt der Be-
schwerdegegner, vertreten durch lic.oec. HSG Thomas Frey, Rechts-
anwalt, St.Gallen, auf den Erlass vorsorglicher Massnahmen, insbe-
sondere des in der Eingabe des Beschwerdeführers vom 26. Juni 2020
beantragten Nutzungsverbots auf den Grundstücken Nrn. 001, 002
und 003, Grundbuch Z._, sei unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zulasten des Beschwerdeführers zu verzichten. Zur Begründung
wird geltend gemacht, unter Berücksichtigung der Umstände, dass ge-
gen die Strassenprojekte keine Rechtsmittel ergriffen wurden und für
die Zwischennutzung als Deponieplatz keine Baubewilligung notwen-
dig sei, habe man mit den Bauarbeiten begonnen. Der Installations-
platz soll zwar während der gesamten Bauzeit genutzt werden, aller-
dings sei nach Vollendung der Werkleitungsarbeiten mit deutlich ge-
ringeren Auswirkungen zu rechnen. Ein Nutzungsverbot sei unverhält-
nismässig, da es zunächst zu einem Unterbruch der Bauarbeiten im
Dorfzentrum mit schwerwiegenden Folgen für den Umleitungsverkehr
kommen würde. Falls ein Zwischendepot an einem anderen Ort errich-
tet werden müsste, würde dies zu unerwünschtem Mehrverkehr füh-
ren. Die Erneuerungsarbeiten an den Werkleitungen seien zudem äus-
serst dringend.
b) Mit Vernehmlassung vom 31. August 2020 zur Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde beantragt der Beschwerdegegner durch seinen
Rechtsvertreter, der Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge keine Folge zu leisten. Zur Begründung wird insbesondere
ausgeführt, für die Realisierung des G._ habe die L._strasse ge-
sperrt und eine Fussgänger-Umleitung über die Grundstücke Nrn. 001
und 003 von der W._strasse zum U._gässli errichtet werden müs-
sen. Aufgrund der fehlenden Parkierungsmöglichkeiten im beengten
Dorfzentrum sei ein Baugesuch zur Erstellung von Parkplätzen auf
Grundstück Nr. 001 eingereicht worden, welches weiterverfolgt wer-
den soll und wovon der Beschwerdeführer nicht betroffen sei. Über
das weitere Baugesuch betreffend Allzweckplatz auf den Grundstü-
cken Nrn. 002 und 003 sei aufgrund der Ortsplanungsrevision, der
Dorfkernplanung sowie den derzeitigen Werkleitungs- und Strassen-
bauarbeiten noch nicht entschieden worden. Es könne sein, dass da-
rauf der Vorzustand wiederhergestellt werde. Der sich auf Grundstück
Nr. 001 und einer Teilfläche von Grundstück Nr. 003 befindliche
frühere Installationsplatz für das G._ werde für die Arbeiten für die
Begegnungszone weitergenutzt, wobei insbesondere Container da-
rauf abgestellt seien. Ein weiterer Teil von Grundstück Nr. 003 werde
als Zwischendeponie für Aushubmaterial verwendet, wobei die haupt-
sächliche Nutzung voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen sein
soll. Am 12. Mai 2020 habe eine Besprechung mit dem Beschwerde-
führer stattgefunden, weshalb die Einreichung einer Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde verwundere. Insbesondere aufgrund des engen
räumlichen Zusammenhangs sei für den umstrittenen Installations-
platz keine Baubewilligung erforderlich. Die hängigen Baugesuche
dienten insbesondere dazu, die Bedürfnisse der Anstösser aufzuneh-
men.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 6/19
c) Mit Schreiben vom 2. September 2020 reicht der Beschwerde-
gegner das Informationsblatt der Gemeinde Z._ als weiteres Akten-
stück ein.
d) Mit Schreiben vom 8. September 2020 reicht der Beschwerde-
führer eine Stellungnahme ein und verlangt die Zustellung sämtlicher
Vorakten.
e) Mit Schreiben vom 23. September 2020 nimmt der Beschwer-
degegner Stellung und reicht zwei weitere Beilagen ein.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes zur Behandlung der
Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde ergibt
sich aus Art. 89 Abs. 1 Bst. b des Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) in Verbindung mit Art. 25
Bst. b des Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei
(sGS 141.3). Vor diesem Hintergrund sowie gestützt auf Art. 18 Abs. 1
VRP ist das Baudepartement auch zuständig zum Entscheid über das
Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme (Nutzungsverbot).
1.2 Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde
kann erhoben werden, soweit kein ordentliches Rechtmittel gegeben
ist oder offenstand (Art. 88 Abs. 1 VRP). Die Rechtsverweigerungs-
bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde ist somit ein ausserordentli-
ches und absolut subsidiäres Rechtsmittel. Vor ihrer Ergreifung müs-
sen sämtliche ordentlichen Rechtsmittel ausgeschöpft werden. Wird
namentlich die Einsprache- und Rekursmöglichkeit versäumt, bleibt
die Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde aus-
geschlossen (ZOGG/WYSS, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, Praxiskommen-
tar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Zürich/St.Gallen
2020, Art. 88 N 3; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kan-
ton St.Gallen, St.Gallen 2003, N 1207). Eine Besonderheit der Rechts-
verweigerungsbeschwerde liegt darin, dass es diesem Rechtsmittel
oftmals an einem Anfechtungsobjekt fehlt oder gegen das Anfech-
tungsobjekt kein ordentliches Rechtsmittel offensteht (ZOGG/WYSS,
a.a.O., Art. 88 N 4).
1.3 Bei den Gründen für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde
wird unterschieden zwischen formeller und materieller Rechtsverwei-
gerung. Art. 88 Abs. 2 Bst. a VRP nennt die formellen Gründe. Es sind
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 7/19
dies die Weigerung, eine vorgeschriebene Amtshandlung vorzuneh-
men, oder eine solche ungerechtfertigt zu verzögern. Die Weigerung,
die vorgeschriebene Amtshandlung vorzunehmen, kann ausdrücklich
oder stillschweigend erfolgen. Voraussetzung für eine entsprechende
Beschwerde ist jedoch, dass aus den Umständen eindeutig hervor-
geht, dass die Behörde in der Sache nicht tätig zu werden gedenkt.
Der zweite formelle Grund für eine Rechtsverweigerungsbeschwerde
besteht in einer ungerechtfertigten Verzögerung des Verfahrens. Eine
solche ist gegeben, wenn die Behandlung der Angelegenheit nicht in-
nert angemessener Frist erfolgt. Was unter einer angemessenen Be-
handlungsfrist zu verstehen ist, bestimmt sich nach der Natur und den
Umständen der betreffenden Angelegenheit, namentlich der Bedeu-
tung der Sache für die am Verfahren Beteiligten, deren Verhalten so-
wie der Natur und Komplexität des zugrunde liegenden Sachverhalts.
Allgemein ist davon auszugehen, dass die Frist umso kürzer ist, je hö-
her die Interessen der Betroffenen an einem raschen Entscheid sind.
Ein besonderer Fall der Rechtsverweigerung besteht darin, dass eine
Behörde eine irrtümlicherweise an sie gerichtete Eingabe nicht an die
zuständige Instanz weiterleitet und ohne Orientierung des Absenders
einfach untätig bleibt (ZOGG/WYSS, a.a.O., Art. 88 N 5 ff.; CAVELTI/
VÖGELI, a.a.O., N 1208 ff.). Die Rechtsverweigerungsbeschwerde ist
zulässig innert dreissig Tagen, nachdem der Betroffene vom Be-
schwerdegrund Kenntnis erhalten hat (Art. 90 Abs. 1 VRP). Die Be-
schwerde, mit der die ungerechtfertigte Verzögerung einer Amtshand-
lung geltend gemacht wird, ist an keine Frist gebunden (Art. 90 Abs. 2
VRP).
1.4 Vorliegend hat der Beschwerdeführer gegen die fraglichen Bau-
gesuche Einsprache erhoben. Nachdem diesbezüglich bislang kein
Entscheid ergangen ist, steht kein ordentliches Rechtsmittel (mehr) of-
fen. Darüber hinaus zielt die vorliegende Rechtsverzögerungsbe-
schwerde auf die korrekte Durchführung eines Baubewilligungsverfah-
rens für den umstrittenen Installationsplatz sowie die Anordnung allfäl-
liger Wiederherstellungsmassnahmen. Der Beschwerdeführer wirft
dem Beschwerdegegner diesbezüglich vor, entsprechende Handlun-
gen – trotz mehrmaliger Hinweise – zu unterlassen. Auch diesbezüg-
lich fehlt es an einer anfechtbaren Verfügung, weshalb kein ordentli-
ches Rechtsmittel zur Verfügung stand. Die Voraussetzungen von
Art. 88 Abs. 1 VRP für die Erhebung der Rechtsverweigerungs- bzw.
Rechtsverzögerungsbeschwerde sind deshalb erfüllt. Die Frist- und
Formerfordernisse von Art. 92 VRP in Verbindung mit Art. 48 VRP so-
wie Art. 90 VRP sind ebenfalls eingehalten. Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1;
abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Die im Zusammenhang mit der Rechtsverweigerungs- bzw.
Rechtsverzögerungsbeschwerde und dem beantragten Nutzungsver-
bot stehenden Baugesuche datieren vom 17. Dezember 2019. Mithin
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 8/19
sind vorliegend grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar,
sofern sie gemäss Anhang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche
Bestimmungen im PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Ju-
ristische Mitteilungen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt wer-
den. Im Übrigen gelangen weiterhin das Baugesetz und das entspre-
chende Baureglement zur Anwendung.
3.
Sowohl der Beschwerdeführer als auch der Beschwerdegegner bean-
tragen die Durchführung eines Augenscheins.
3.1 Nach Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr
beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Be-
weise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunfts-
personen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten
und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeig-
nete Weise. Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine be-
sonderen Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten ange-
botenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsa-
chen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 2 VRP). Der Augenschein ist die un-
mittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die entschei-
dende Instanz. Er dient der unmittelbaren Wahrnehmung von (in der
Regel streitigen) Tatsachen und/oder dem besseren Verständnis des
Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflicht-
gemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Nur wo sich eine Tatsa-
che nicht anders abklären lässt, wird eine Verpflichtung zur Durchfüh-
rung eines Augenscheins bejaht. Ergibt sich eine Tatsache dagegen
zweifelsfrei aus den Akten, so braucht sie nicht durch einen Augen-
schein überprüft zu werden. Dies gilt auch für unbestrittene Behaup-
tungen, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen ge-
boten erscheint. Tatsachen aber, vor allem umstrittene, deren umfas-
sende Feststellung und Würdigung eine eigene Wahrnehmung erhei-
schen, sind in Augenschein zu nehmen (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O.,
N 966; B. MÄRKLI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, a.a.O., Art. 12 N 50 ff.).
3.2 Die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich
vorliegend vollständig aus den Verfahrensakten. Ergänzend kann zu-
dem auf den publizierten Entscheid des Verwaltungsgerichtes
(VerwGE B 2019/165 vom 25. Juni 2020) sowie den Entscheid des
Baudepartementes (BDE 43/2019 vom 10. Juli 2019) betreffend Orts-
planungsrevision im Dorfzentrum von Z._ und das öffentlich zu-
gängliche Geoportal (www.geoportal.ch) sowie die Bilder aus Google-
Streetview (www.google.ch/maps) zurückgegriffen werden. Die tat-
sächlichen Verhältnisse sind – soweit sie für den Entscheid wesentlich
sind – somit bekannt und der Antrag auf Durchführung eines Augen-
scheins ist deshalb abzulehnen. Ebenso erübrigt sich der vom Be-
schwerdegegner verlangte formelle Beizug des vorerwähnten Ent-
scheids des Verwaltungsgerichtes.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 9/19
4.
Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, der bereits er-
stellte Installationsplatz auf den Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003
sei baubewilligungspflichtig und die dafür eingereichten Baugesuche
seien umgehend weiterzubearbeiten. Sofern die Baugesuche zurück-
gezogen würden, sei der Beschwerdegegner zu verpflichten, für den
Installationsplatz ein separates Baubewilligungsverfahren durchzufüh-
ren. Der Beschwerdegegner wiederum erachtet den Installationsplatz
als nicht baubewilligungspflichtig. Die beiden hängigen Baugesuche
seien insbesondere eingereicht worden, um die Bedürfnisse der An-
wohner abzuholen. Aufgrund der hängigen Teilrevision der Ortspla-
nung, des Baufortschritts und der Umsetzung der Dorfkernplanung so-
wie der Strassenarbeiten seien die Baugesuche formlos sistiert wor-
den. Das Baugesuch für die Parkplätze auf Grundstück Nr. 001 soll
jedoch grundsätzlich weitergeführt werden. Das Schicksal des Bauge-
suchs für den Allzweckplatz auf den Grundstücken Nrn. 002 und 003
sei demgegenüber noch offen.
4.1 Vorliegend fällt auf, dass entgegen den Ausführungen des Be-
schwerdegegners Gegenstand des Baugesuchs für den Allzweckplatz
gemäss Baugesuchsformular G1 (vi act. F1) auch die Nutzung als "In-
stallationsplatz für die anstehenden Bauarbeiten" bildet. Die Einrei-
chung der Baugesuche folgte zudem zeitlich den entsprechenden
schriftlichen Aufforderungen des Beschwerdeführers. Auch wenn
gleichzeitig für den Bereich des Dorfkern Ost im Gemeinderat Z._
Überlegungen für Parkierungsmöglichkeiten angestellt wurden
(vi act. G1), hat sich der Beschwerdegegner zumindest nebenbei auch
mit dem weiteren Vorgehen in Bezug auf den fraglichen Installations-
platz beschäftigt. Da einerseits zumindest ein Baugesuch für den frag-
lichen Installationsplatz hängig ist und andererseits mit Bauarbeiten
erst begonnen werden darf, wenn eine Baubewilligung in Rechtskraft
erwachsen ist (so ausdrücklich noch Art. 89 BauG), ist vorab unabhän-
gig von einer Reduktion des Umfangs der hängigen Baugesuche
durch den Beschwerdegegner zu prüfen, ob die gerügte Nutzung der
Fläche als Installationsplatz einer Baubewilligung bedarf.
4.2 Nach Art. 22 Abs. 1 des eidgenössischen Raumplanungsgeset-
zes (SR 700; abgekürzt RPG) dürfen Bauten und Anlagen nur mit be-
hördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden. Die Baubewilli-
gungspflicht soll es der Behörde ermöglichen, das Bauprojekt in Bezug
auf die räumlichen Folgen vor der Ausführung auf die Übereinstim-
mung mit der raumplanerischen Nutzungsordnung und der übrigen
einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen. Massstab dafür ist die
Frage, ob mit der Realisierung des Vorhabens im Allgemeinen, nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge, so wichtige räumliche Folgen ver-
bunden sind, dass ein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn
an einer vorgängigen Kontrolle besteht (BGE 139 II 140 Erw. 5.2; BGE
120 IB 383 Erw. 3c). Der bundesrechtliche Begriff der bewilligungs-
pflichtigen Bauten und Anlagen umfasst mindestens jene künstlich ge-
schaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in bestimmter
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 10/19
fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die Vor-
stellung über die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie
den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten
oder die Umwelt beeinträchtigen (BGE 113 IB 315 Erw. 2b; vgl. auch
BGE 139 II 139 Erw. 5.2; WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar zum
Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 22 N 10 und A. RUCH, in: Aemi-
segger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Bau-
bewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020,
Art. 22 N 32 je mit weiteren Hinweisen). Als Bauten gelten im Allge-
meinen ober- oder unterirdische Gebäude oder gebäudeähnliche Ob-
jekte sowie Fahrnisbauten, die über nicht unerhebliche Zeiträume orts-
fest verwendet werden. Als Anlagen werden hingegen eher Einrich-
tungen bezeichnet, die das Gelände oder den umliegenden Raum ver-
ändern. Zu den Bauten und Anlagen können auch Nebenanlagen ge-
hören, die zwar für sich genommen keiner Bewilligungspflicht unter-
stehen, sofern sie mit den Hauptanlagen in engem örtlichen und sach-
lichem Zusammenhang stehen (WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 22 N
10 f. mit Hinweisen). Gewisse Vorhaben können sodann wegen ihres
Betriebs und weniger wegen ihrer konstruktiven Anlage baubewilli-
gungspflichtig sein (Urteil des Bundesgerichtes 1C_3/2010 vom 1. Juli
2010 Erw. 2.1 mit Hinweisen). Nicht bewilligungspflichtig sind nach Art.
22 Abs. 1 RPG Kleinvorhaben, die nur ein geringes Ausmass haben
und weder öffentliche noch nachbarliche Interessen berühren. Darun-
ter fallen zum Beispiel bauliche Veränderungen im Innern von Gebäu-
den oder für kurze Zeit aufgestellte Zelte oder Wohnwagen. Wesent-
lich für die Frage, ob eine Kleinbaute der Bewilligungspflicht untersteht
oder nicht, sind die Art und die Empfindlichkeit der Umgebung, in wel-
cher das Vorhaben realisiert werden soll (BGE 139 II 140 Erw. 5.2 mit
Hinweis auf A. BAUMANN, Das Baubewilligungsverfahren nach aargau-
ischem Recht, Zürich 2007, S. 46 ff., insbesondere S. 50). Der bun-
desrechtliche Begriff der bewilligungspflichtigen Bauten und Anlagen
kann von den Kantonen konkretisiert und erweitert, nicht aber enger
gefasst werden. Die Kantone können nicht von der Bewilligungspflicht
ausnehmen, was nach Art. 22 RPG einer Bewilligung bedarf (Urteil
des Bundesgerichtes 1C_509/2010 vom 16. Februar 2010 Erw. 2.3.1
mit Hinweisen).
4.3 Die für die Erstellung (und Änderung) von Bauten und Anlagen
auf dem Baugrund erforderlichen Bauplatzinstallationen (wie Krane,
Baracken, Mulden und dergleichen) gelten mit der Erteilung der Bau-
bewilligung für das Bauvorhaben als bewilligt. Daher unterliegen ge-
wöhnliche Bauplatzinstallationen, die wieder weggeräumt werden und
blosse Hilfsfunktion haben, keiner eigenständigen Baubewilligungs-
pflicht; dies gilt selbst dann, wenn sich die Bauphase über eine längere
Zeitspanne erstreckt. Baustellen werden aber dann bewilligungspflich-
tig, wenn sie über eine längere Zeit betrieben werden und erhebliche
Emissionen hervorrufen oder optische Beeinträchtigungen darstellen.
Entscheidend sind nicht nur die Dauer der Baustelle, sondern auch der
Standort und die Umgebung. Auch eine mobile Beton-Aufbereitungs-
anlage kann daher unter die Baubewilligungspflicht fallen, wenn sie
über längere Zeit am selben Ort aufgestellt ist (B. WALDMANN, Bauen
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 11/19
ohne Baubewilligung? Von klaren und den Zweifelsfällen, in: BRT
2017, S. 43 mit Hinweisen).
4.4 Vorliegend ist unbestritten, dass im Zusammenhang mit um-
fangreichen Leitungserneuerungen und weiteren Strassenbauarbeiten
für die Begegnungszone Zentrum Z._ rund um den Dorfplatz insbe-
sondere die Grundstücke Nrn. 001, 002 sowie 003 von den beauftrag-
ten Werkunternehmern als Bauinstallationsplatz und Zwischendepo-
nie genutzt werden (vgl. Bildaufnahmen in den Beilagen zu act. 1 so-
wie vi act. J1 bis 3; Auszug in Erw. 3.1 f.). Gemäss Terminplan sollen
die Bauarbeiten in der ersten Jahreshälfte 2022 abgeschlossen wer-
den, wobei es gemäss Angaben des Beschwerdegegners das Ziel sei,
die Hauptnutzung des Installationsplatzes bis im Herbst 2021 beenden
zu können. Mit Blick auf das vorstehend Gesagte erweist sich der sich
nicht auf oder direkt neben den Strassen- bzw. Baugrundstücken be-
findliche Installationsplatz auf den Grundstücken Nrn. 001, 002 sowie
003 ohne Weiteres als baubewilligungspflichtig. Wie der Beschwerde-
führer zu Recht ausführt, machen insbesondere das erhebliche Aus-
mass, die nicht geringfügigen Staub- und Lärmimmissionen sowie Ter-
rainveränderungen und Bodeneingriffe eine (vorgängige) Überprüfung
des Installationsplatzes auf die Übereinstimmung mit der raumplaneri-
schen Nutzungsordnung und der übrigen einschlägigen Gesetzge-
bung durch die Bewilligungsbehörde notwendig. Darüber hinaus sind
auch die optische und tatsächliche Beeinträchtigung des Ortsbilds von
nationaler Bedeutung sowie des im Inventar der schützenswerten
Ortsbilder der Schweiz (ISOS) explizit erwähnten Grünraums zu be-
rücksichtigen. Im Übrigen kann aufgrund des geplanten Zeitraums des
Installationsplatzes bis frühestens Herbst 2021 bzw. Mitte 2022 nicht
von einer bloss kurzfristigen Beeinträchtigung gesprochen werden.
Schliesslich ging offenbar selbst der Beschwerdegegner von einer
Baubewilligungspflicht aus, andernfalls er den Installationsplatz in sei-
nem Baugesuch nicht im Projektbeschrieb erwähnt hätte.
4.5 Aus dem Gesagten folgt, dass der fragliche Installationsplatz
baubewilligungspflichtig ist. Hinsichtlich des strittigen Installationsplat-
zes liegt somit ein nicht rechtskräftig bewilligter Zustand vor.
5.
Der Beschwerdeführer sieht eine Rechtsverzögerung insbesondere in
der Sistierung der eingeleiteten Baubewilligungsverfahren bzw. der
Nichtbehandlung seiner Einsprachen in Bezug auf den bereits
erstellten Installationsplatz.
5.1 Eine Baubewilligung wird erteilt, wenn keine im öffentlichen
Recht begründeten Hindernisse vorliegen (Art. 146 PBG). Ein
Baugesuch ist grundsätzlich ohne Verzug und innert der gesetzlichen
Fristen zu behandeln. Die Regierung legt deshalb durch Verordnung
Fristen für die Behandlung von Gesuchen und Rechtsmitteln durch
kommunale und kantonale Behörden fest (Art. 131 Abs. 1 PBG). Die
entsprechenden Fristen hat die Regierung mit Art. 16 der Verordnung
zum Planungs- und Baugesetz (sGS 731.11; abgekürzt PBV) sowie
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 12/19
dem entsprechenden Anhang 1 umgesetzt. Demgemäss beträgt die
Maximalfrist bei Bauten oder Anlagen, die keine Mitwirkung von
Stellen des Kantons erfordern, acht bzw. zwölf Wochen, wenn
Einsprachen eingehen (Ziff. 1 zu Anhang 1). Wenn Stellen des
Kantons mitwirken, werden die Fristen entsprechend verlängert (vgl.
Ziff. 2 zu Anhang 2). Gemäss Art. 19 PBV stehen die Entscheidfristen
unter anderem während der Sistierung eines Verfahrens still. Die
Sistierung eines Verfahrens stellt eine Abweichung vom Gebot der
beförderlichen Fortführung und Erledigung von Verwaltungsverfahren
dar. Sie ist nur zulässig, wenn ein anderes Verfahren anhängig ist,
dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist, oder wenn sie aus
wichtigen Gründen geboten erscheint und ihr keine überwiegenden
öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen (CAVELTI/
VÖGELI, a.a.O., N 1093).
5.2 Der Beschwerdegegner macht geltend, dass der Beschwerde-
führer vom Baugesuch auf Grundstück Nr. 001 nicht betroffen sei und
das Baubewilligungsverfahren für den Allzweckplatz auf Grundstück
Nr. 003 in der Schwebe sei. Entsprechend habe man die Verfahren
einstweilen formlos sistiert. Im Übrigen seien die Maximalfristen ge-
mäss Anhang 1 zur PBV zugunsten der Bauherrschaft normiert wor-
den um zu vermeiden, dass mit Einsprachen der Entscheid über Bau-
gesuche verzögert werden könne. Der Bauherrschaft stehe es frei,
den Entscheid über ihr Gesuch hinauszuzögern, dieses anzupassen
oder zurückzuziehen. Insbesondere könne die Bauherrschaft nicht ge-
zwungen werden, das Baugesuch zurückzuziehen.
Vorab ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer sowohl vom ge-
planten Bauvorhaben auf Grundstück Nr. 001 – er wurde als Anstösser
im Sinn von Art. 139 PBG angeschrieben und hat Einsprache erhoben
– als auch von dem zurzeit darauf befindlichen Installationsplatz und
erst recht von demjenigen auf den Grundstücken Nrn. 003 und 002
betroffen ist. In Bezug auf den seit längerem bestehenden Installati-
onsplatz ist sodann kein Sistierungsgrund ersichtlich. Der Beschwer-
degegner macht einzig Gründe betreffend die nach Vollendung der
Strassenbauvorhaben geplanten Projekte (Parkplätze sowie Allzweck-
platz) geltend. Massgebend ist vorliegend zudem, dass es sich mit
Blick auf den Installationsplatz um ein nachträgliches Baubewilligungs-
verfahren handelt, bei welchen es gerade nicht im Belieben der Bau-
herrschaft liegt, über die Verfahrensdauer zu befinden. Im Gegensatz
zu einem ordentlichen, d.h. vorgängigen Baubewilligungsverfahren ist
eine Verfahrensverzögerung nämlich keineswegs im Interesse allfälli-
ger betroffener Nachbarn bzw. Einsprecher, welche den bereits ohne
Baubewilligung geschaffenen Zustand länger dulden müssten.
5.3 Vor diesem Hintergrund bestand vorliegend für den
Beschwerdegegner kein Grund, vom Beschleunigungsgebot
abzuweichen und die Verfahren – soweit sie den vom
Beschwerdeführer bemängelten Installationsplatz betreffen – zu
sistieren. Sofern der Beschwerdegegner die eingereichten
Baugesuche tatsächlich nicht in diesem Sinn verstanden haben sollte,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 13/19
hätte er aufgrund der mehrfachen Interventionen des Beschwerde-
führers ein entsprechendes Baugesuch veranlassen oder die
Baubewilligungspflicht ausdrücklich verneinen müssen. Da der
Beschwerdegegner trotz mehrmaligem Intervenieren des
Beschwerdeführers seit 5. Juni 2019 bzw. bezüglich Installationsplatz
seit 2. Dezember 2019 keine konkreten Schritte zur Klärung der
umstrittenen Fragen bezüglich Installationsplatz vorgenommen hat
bzw. die entsprechenden Verfahren weiterhin verzögt, ist die Rechts-
verzögerungsbeschwerde in diesem Punkt gutzuheissen. Der
Beschwerdegegner ist anzuweisen, umgehend nach Eröffnung dieses
Entscheids entweder die eingeleiteten Baugesuchsverfahren auf den
Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003 weiterzubearbeiten oder für den
Installationsplatz ein neues eigenständiges Baugesuch einzureichen.
6.
Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der Beschwerdegegner
vorsorglich zu verpflichten, die Nutzung des Installationsplatzes bis zur
rechtskräftigen Bewilligung zu unterlassen.
6.1 Die Behörde kann zur Erhaltung des Zustands oder zur Siche-
rung bedrohter rechtlicher Interessen vorsorgliche Massnahmen tref-
fen (Art. 18 Abs. 1 VRP). Vorsorgliche Massnahmen sind dazu be-
stimmt, einen tatsächlichen oder rechtlichen Zustand einstweilen un-
verändert zu erhalten oder bedrohte rechtliche Interessen einstweilen
sicherzustellen. Der Hauptzweck des einstweiligen Rechtsschutzes ist
seine Sicherungsfunktion im Hinblick auf das Ergebnis des Hauptsa-
chenverfahrens (B. MÄRKLI, a.a.O., Art. 18 N 12; F. GYGI, Bundesver-
waltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 246; CAVELTI/VÖGELI,
a.a.O., N 1107). Für den Entscheid über vorsorgliche Massnahmen
sind die Interessen des Gesuchstellers sowie die der übrigen Beteilig-
ten und der Öffentlichkeit gegeneinander abzuwägen. In diese Abwä-
gung können – mit Zurückhaltung – auch die Aussichten des Aus-
gangs des Verfahrens einbezogen werden, sofern diese eindeutig
sind. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit zu (VerwGE B 2019/160 vom 23. Januar 2020 Erw. 2.1;
VerwGE B 2012/171 vom 10. Oktober 2012 Erw. 4.1; MÄRKLI, a.a.O.,
Art. 18 N 28; CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., N 1111). Einstweiliger Rechts-
schutz ist in allen Verfahrensarten und in allen Verfahrensstadien und
durch alle Instanzen hindurch möglich und gefordert, da jedes Verfah-
ren auch tatsächlich effektiv sein soll. Das VRP konzentriert die Best-
immungen dazu auf der erstmals möglichen Stufe, also für die vorsorg-
lichen Massnahmen auf der Stufe der Verwaltungsbehörden. Es kön-
nen aber auch die höheren Instanzen gestützt auf Art. 18 VRP ur-
sprüngliche vorsorgliche Massnahmen erlassen (vgl. MÄRKLI, a.a.O.,
Art. 18 N 3 und N 14). Nach der Praxis ist es insbesondere zulässig,
ein Verbot der Nutzung einer formell nicht bewilligten Baute als vor-
sorgliche Massnahme anzuordnen (vgl. GVP 2009 Nr. 66, bestätigt
vom Bundesgericht im Entscheid 1C_123/2009 vom 17. Juli 2009).
Entsprechend sieht auch Art. 159 Abs. 1 Bst. b PBG vor, dass ein Be-
nützungsverbot verfügt wird, wenn durch die Errichtung von Bauten
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 14/19
und Anlagen ohne Bewilligung oder auf andere Weise ein unrechtmäs-
siger Zustand geschaffen wird.
6.2 An der Einhaltung und Durchsetzung der Rechtsordnung be-
steht grundsätzlich ein gewichtiges öffentliches Interesse (vgl. Urteil
des Bundesgerichtes 1P.708/2006 und 1P.710/2006 vom 13. April
2007 Erw. 5.4 und 5.5.1; VerwGE B 2006/42, B 2006/43, B 2006/44
vom 14. September 2006 Erw. 3.c). Eigenmächtiges Vorgehen und
das Schaffen von baurechtswidrigen Zuständen stellen eine Störung
der öffentlichen Ordnung dar, die möglichst frühzeitig unterbunden
werden soll; ein erhebliches öffentliches Interesse besteht zudem in
Bezug auf die grundsätzliche Gleichbehandlung aller Bürger sowie auf
die Glaubwürdigkeit der Verwaltung (M. RUOSS FIERZ, Massnahmen
gegen illegales Bauen, Zürich 1999, S. 100). Ein vorsorgliches Nut-
zungsverbot im Besonderen bezweckt die möglichst frühzeitige Unter-
bindung von formell widerrechtlichen Nutzungen und soll verhindern,
dass der sich eigenmächtig über Vorschriften hinwegsetzende Bau-
herr aus seinem widerrechtlichen Vorgehen Vorteile zieht und besser-
gestellt wird, als der sich korrekt Verhaltende (RUOSS FIERZ, a.a.O.,
S. 94). Bei Feststellung der formellen Baurechtswidrigkeit ist der Er-
lass eines Nutzungsverbots daher grundsätzlich geboten und erforder-
lich; ein solches rechtfertigt sich umso mehr, wenn feststeht oder zu
vermuten ist, dass zusätzlich eine materielle Rechtswidrigkeit vorliegt
(RUOSS FIERZ, a.a.O., S. 99).
6.3 Zu den vorerwähnten gewichtigen öffentlichen Interessen kom-
men vorliegend öffentliche Interessen des Immissions- und Umwelt-
schutzes hinzu. So wäre insbesondere zu klären, ob die vom Installa-
tionsplatz ausgehenden Immissionen nicht übermässig sind und ob
beispielsweise die Lagerung von Material auf unbefestigtem Boden
umweltrechtlich (Grundwasserschutz etc.) zulässig ist. Weiter stellen
sich aufgrund der Zufahrten im Bereich der Grundstücke Nrn. 002 und
001 Fragen der Verkehrssicherheit. Schliesslich ist auch bei einer
bloss vorübergehenden Nutzung von wesentlicher Bedeutung, dass
sich der Installationsplatz auf einer im ISOS erwähnten Grünfläche
und inmitten des geschützten Ortskerns von nationaler Bedeutung be-
findet. Gemäss der geltenden SchV liegen sämtliche betroffenen
Grundstücke im Ortsbildschutzgebiet A und östlich angrenzend an
Grundstück Nr. 003 befindet sich ein Einzelschutzobjekt (Vers.-
Nr. 007) auf Grundstück Nr. 008. Gemäss Art. 5 SchV dürfen auch An-
lagen das geschützte Ortsbild nicht beeinträchtigen (Abs.1) und das
Ortsbild prägende Freiräume sind zu erhalten (Abs. 2). Sodann wäre
bei einer Beeinträchtigung oder Beseitigung von Schutzobjekten von
nationaler oder kantonaler Bedeutung die Zustimmung der kantonalen
Denkmalpflege erforderlich (Art. 122 Abs. 3 PBG i.V.m. Art. 10 Bst. d
PBV). Zu berücksichtigen sind ferner private Interessen der Nachbarn
und insbesondere des Beschwerdeführers an einer Überprüfung des
formell rechtswidrigen Zustands, zumal sich der Installationsplatz in
unmittelbarer Nähe befindet und der entsprechende Betrieb unbestrit-
tenermassen mit Immissionen verbunden ist.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 15/19
6.4 Den dargestellten, für ein Nutzungsverbot sprechenden Interes-
sen stehen insbesondere die privaten und öffentlichen Interessen der
Beschwerdegegner an der sofortigen bzw. weiteren Nutzung des In-
stallationsplatzes im Zusammenhang mit den zurzeit stattfindenden
Strassenbauarbeiten gegenüber. Der Beschwerdegegner bringt dies-
bezüglich insbesondere vor, ein Nutzungsverbot hätte eine Verzöge-
rung der Bauarbeiten mit erheblichen Auswirkungen auf die Bevölke-
rung im Dorfzentrum von Z._ sowie den öffentlichen und privaten
Verkehr zur Folge. Müsste das Baumaterial anderswo gelagert und al-
lenfalls auf einem eigens dafür ausgerüsteten Werkhof aufbereitet
werden, würde dies zu Mehrverkehr mit Lastwagen und zusätzlichen
und länger dauernden Immissionen für die Anwohner führen. Die auch
aufgrund der Vorgaben des ISOS geforderten Verkehrsberuhigungs-
massnahmen seien zudem dringlich. Vorliegend ist zwar nachvollzieh-
bar, dass ein Nutzungsverbot allenfalls zu einer gewissen Verzöge-
rung im Bauablauf führen könnte und insbesondere für die beteiligten
Unternehmer sowie die Bauherrschaft mit weiteren Aufwendungen
verbunden wäre. Ein Anspruch auf einen örtlich und wirtschaftlich
möglichst idealen Installations- bzw. Aufbereitungsplatz besteht je-
doch nicht. Erst recht, wenn dieser gar nicht bewilligt ist und sich nicht
auf den betroffenen Baugrundstücken befindet. Vorliegend geht aus
den Akten auch nicht hervor, dass der Installationsplatz bereits im
Rahmen des Strassenbauvorhabens bewilligt oder konkret angedacht
worden wäre. Der Beschwerdeführer musste diesbezüglich keines-
wegs damit rechnen, dass im geschützten Ortskern bzw. dem soge-
nannten "Bungert" ein grossflächiger Installations- und Deponieplatz
erstellt wird. Anders als bei den aufgrund der Strassenbauarbeiten ent-
stehenden Immissionen handelt es sich bei den vom Deponie- und In-
stallationsplatz verursachten Immissionen entgegen der Ansicht des
Beschwerdegegners nicht um übliche Bauimmissionen. Vom Be-
schwerdegegner wird auch nicht weiter dargelegt, dass die Aufberei-
tung und Lagerung des anfallenden Materials nicht an einem anderen
Ort oder in einer anderen Form möglich wäre. Die allenfalls verursach-
ten zusätzlichen Lastwagenfahrten erweisen sich vor diesem Hinter-
grund als vernachlässigbar.
6.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der fragliche Installa-
tionsplatz – wovon offenbar auch der Beschwerdegegner ursprünglich
ausging – bewilligungspflichtig ist. Eine rechtskräftige Baubewilligung
liegt nicht vor. Die unbestrittene aktuelle Nutzung des Installationsplat-
zes erweist sich als formell baurechtswidrig. Zudem ist zu vermuten,
dass die Lagerung und Aufbereitung von Aushub und weiterem Mate-
rial in der bisherigen Art und Weise sowie in diesem Ausmass an die-
sem Ort auch materiell rechtswidrig bzw. nur unter Auflagen bewilli-
gungsfähig wäre. Zumindest die Lagerung und Aufbereitung von Ma-
terial – wie sie derzeit insbesondere auf Grundstück Nr. 003 und teil-
weise angrenzend auf den Grundstücken Nrn. 001 und 002 betrieben
wird – ist mittels vorsorglicher Massnahme zu verbieten. Der Erlass
eines Nutzungsverbots bis zur rechtskräftigen Erteilung der Baubewil-
ligung ist diesbezüglich geeignet und erforderlich sowie angesichts der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 16/19
dargestellten Interessenlage verhältnismässig. Der Antrag des Be-
schwerdeführers auf Erlass einer vorsorglichen Massnahme ist im
Sinn der Erwägungen gutzuheissen.
7.
Nach Art. 106 Abs. 1 VRP kann die Behörde die für den Fall des Un-
gehorsams gesetzlich vorgesehene Strafe androhen. Enthält der Er-
lass keine Strafbestimmung, so kann die in Art. 292 des Schweizeri-
schen Strafgesetzbuchs (SR 311; abgekürzt StGB) vorgesehene
Strafe angedroht werden (Art. 106 Abs. 2 VRP). Allerdings kommt
Art. 292 StGB nur subsidiär dort zur Anwendung, wo keine andere Be-
stimmung des (Neben-)Strafrechts oder des kantonalen Strafrechts
den entsprechenden Ungehorsam als solchen mit Strafe bedroht
(RIEDO/BOHNER, Basler Kommentar II zum Strafrecht, StGB II,
Art. 111-392, 2. Aufl., Basel 2007, N 28a zu Art. 292). Eine Bestrafung
nach Art. 292 StGB setzt voraus, dass eine Verfügung oder ein Ent-
scheid hinreichend konkret sowie bestimmt ein Handeln oder ein Un-
terlassen fordert und für den Weigerungsfall eine Bestrafung nach
Art. 292 StGB androht. Der Adressat der Verfügung respektive des
Entscheids kann zwar eine juristische oder natürliche Person sein,
aber die Strafandrohung kann sich nur gegen natürliche Personen und
damit höchstens gegen Organe der juristischen Person richten, nicht
aber gegen die juristische Person selbst (M. E. LOOSER, a.a.O.,
Art. 106 N 11). Der im Raum stehende Ungehorsam gegen ein von der
Rechtsmittelinstanz verfügtes Nutzungsverbot wird durch keine an-
dere strafrechtliche Bestimmung mit Strafe bedroht. Die Anwendung
von Art. 292 StGB wäre demnach grundsätzlich zulässig. Allerdings
richtet sich der Antrag des Beschwerdeführers vorliegend gegen die
Politische Gemeinde Z._ als öffentlich-rechtliche Körperschaft bzw.
deren Gemeinderat und somit nicht direkt gegen eine natürliche Per-
son. Von einer Androhung der entsprechenden Strafe bei Missachtung
ist folglich abzusehen.
8.
Nach Art. 56 VRP entscheidet die Rekursinstanz, ohne an die Anträge
der Beteiligten gebunden zu sein.
8.1 Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 VRP hat die
Beschwerde grundsätzlich aufschiebende Wirkung. Während nach der
früheren Fassung von Art. 51 Abs. 1 VRP für den Entzug der aufschie-
benden Wirkung Gefahr im Verzug erforderlich war, was nach der Pra-
xis eine unmittelbare und schwere Gefährdung wichtiger öffentlicher
Interessen, die sich mit erheblicher Überzeugungskraft zeigt, voraus-
setzte (GVP 1997 Nr. 74), genügt nach geltendem Recht ein wichtiger
Grund. Als wichtiger Grund gilt insbesondere ein öffentliches Inte-
resse, das den sofortigen Vollzug einer Verfügung erfordert. Der Ent-
scheid über die aufschiebende Wirkung erfordert im Rahmen der Ver-
hältnismässigkeitsprüfung eine Interessenabwägung (Botschaft der
Regierung vom 28. Februar 2006 zum V. Nachtrag zum Gesetz über
die Verwaltungsrechtspflege, ABl 2006, 837).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 17/19
8.2 An der Einhaltung und Durchsetzung der Rechtsordnung be-
steht ein gewichtiges öffentliches Interesse (Urteil des Bundesgerich-
tes 1P.708/2006 und 1P.710/2006 vom 13. April 2007; VerwGE
B 2006/42, B 2006/43 und B 2006/44 vom 14. September 2006
Erw. 3c). In Anbetracht der Tatsache, dass bei einem Weiterzug die-
ses Entscheids weitere Monate vergehen, bis ein endgültiger Ent-
scheid vorliegt, ist es gerechtfertigt, die aufschiebende Wirkung für ein
allfälliges Beschwerdeverfahren zu entziehen. Weiter liegt wie ausge-
führt noch keine rechtskräftige Baubewilligung für die Inbetriebnahme
des Installationsplatzes im Zusammenhang mit der Strassen- und
Werkleitungssanierung vor. Im Interesse der Einhaltung des korrekten
Verfahrensablaufs, der Rechtssicherheit und der Gleichbehandlung al-
ler Baugesuchsteller ist es gerechtfertigt, einer allfälligen Beschwerde
die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Die diesbezüglichen priva-
ten Interessen des Beschwerdegegners an der Fortführung der wider-
rechtlichen Nutzung und die damit verbundenen wirtschaftlichen und
bauökonomischen Vorteile vermögen daran nichts zu ändern und ver-
dienen keinen Schutz (vgl. ergänzend zur Interessenabwägung auch
oben, Erw. 6.).
9.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdegegner das Bau-
bewilligungsverfahren für den umstrittenen Installationsplatz auf den
Grundstücken Nrn. 001, 002 und 003 zu Unrecht nicht weitergeführt
bzw. nicht eingeleitet hat. Die Rechtsverzögerungsbeschwerde er-
weist sich als begründet und ist im Sinn der Erwägungen gutzuheis-
sen. Zudem ist auch der Antrag auf Erlass eines Nutzungsverbots gut-
zuheissen und damit die weitere Nutzung der Grundstücke Nrn. 001,
002 und 003 als Installations- und Deponieplatz bis zum rechtskräfti-
gen Entscheid über das entsprechende Baugesuch zu untersagen.
10.
10.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.— (Ziff. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Staats- und Gemeindeverwaltung; sGS 821.5).
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die amtlichen
Kosten der Politischen Gemeinde Z._ aufzuerlegen. Auf deren
Erhebung ist jedoch zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
10.2 Der vom Beschwerdeführer am 9. Juli 2020 geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 1'800.— ist zurückzuerstatten.
11.
Der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegner stellen je ein Be-
gehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten.
11.1 In Verfahren betreffend Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsver-
zögerungsbeschwerden werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 91/2020), Seite 18/19
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 i.V.m. Art. 92 VRP). Die ausser-
amtliche Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Ob-
siegen und Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss
Anwendung (Art. 98ter VRP).
11.2 Der Beschwerdeführer obsiegt mit seinen Anträgen. Da das Ver-
fahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche
Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der
Honorarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf
Fr. 2'750.– festzulegen; sie ist von der Politischen Gemeinde Z._ zu
bezahlen. Da kein begründeter Antrag um Zusprechung der Mehrwert-
steuer gestellt wurde, wird diese aufgrund des per 1. Januar 2019 ge-
änderten Art. 29 HonO nicht zum Honorar hinzugerechnet.
11.3 Da der Beschwerdegegner mit seinen Anträgen unterliegt, hat
er von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschä-
digung. Sein Begehren ist deshalb abzuweisen.