# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bd197f6e-0060-58e3-b0ee-889ed8013ac9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985,
wurde durch seinen Vater am 1
5.
April 1986
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
in Form
von medizinischen Massnahmen im Zusammenhang mit
einem
Geburtsgebrechen
angemeldet. Mit Verfügung vom 2
3.
September 1986 wurden
X._
medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff.
395
des Anhangs
zur
Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
-Anhang)
zugesprochen (
Urk.
6/1).
Der Versicherte schloss im Jahr 2004 eine Lehre als Büroangestellter mit eidgenössi
sche
m
Fähigkeitszeugnis ab und arbeitete nach mehreren Stellenwechsel
n
ab 2007 als Analyst im IT-Helpdesk der
Y._
(
Urk.
6/2, 6/3/4).
1.2
Am 3
1.
Mai 2011
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte
unter
Hinweis auf
eine
Myotonia
congenita
Thomsen, aufgrund derer er Schwierigkeiten bei einzelnen Bewegungen wie beispielsweise d
em
Gehen habe, bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug
, namentlich
für eine
Umschulung zum Übersetzer,
an
(
Urk.
6/3)
.
Der Versicherte kündigte sein
Arbeitsverhältnis bei der
Y._
per Ende Oktober 2011 (
Ur
k.
6/14/7).
Am
6.
Januar 2012
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
das Gesuch
um
berufliche Massnahmen abgewiesen
werde
(
Urk.
6/21).
Mit Mit
teilung vom 2
5.
Januar 2012 wurde festgehalten, dass der Versicherte eine Unter
stützung bei der Stellensuche nicht wünsche. Die Arbeitsvermittlung wurde des
halb abge
schlossen (
Urk.
6/26).
Vom
2
1.
Mai 2012 bis
3
0.
September 2013 arbeitete der Versicherte als Service Desk Mitarbeiter bei der
Z._
(
Urk.
6/38/1
, 6/73
).
1.3
Am
3.
Juni 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an und wies auf
sich verstärkend
e Krämpfe und Symptome hin (
Urk.
6/30).
Mit Mitteilung vom 2
9.
Januar 2014 wurde
ihm
im
Sinne einer Frühinterventionsmassnahme Arbeitsvermittlung gewährt (
Urk.
6
/43). Am 2
5.
Februar 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ein
en
Arbeitsversuch bei der
A._
vom
3.
März bis
2.
September 2014 zu (
Urk.
6/44) und gewährte ihm für diese Zeit Taggelder (
Urk.
6/46).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
6/62, 6/65
, 6/92, 6/99) sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Verfügung vom 1
6.
November 2015 basierend auf eine
m
Invalidi
tätsgrad von 51
%
mit Wirkung ab
1.
September 2014 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
6/109, 6/110).
1.4
Mit Mitteilung vom
4.
Februar 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten erneut Arbeitsvermittlung
im Rahmen der
Frühintervention (
Urk.
6/120). Der Versicherte begann per
1.
April 2016 für die
B._
als Technischer Agent zu arbeiten, wobei er zun
ä
ch
s
t bis 3
0.
September 2016 100
%
arbeitete und an
schliessend
in einem
Pensum von 50
%
(
Urk.
6/121)
. Die
Arbeitsvermittlung
wurde damit
abgeschlossen (
Urk.
6/123)
.
1.5
Nach einem von Amtes wegen du
rchgeführten Revisionsverfahren
(
Urk.
6/133)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 1
8.
Dezember 2018 mit, dass kein Revi
sionsgrund bestehe und er weiterhin eine halbe Invalidenrente bei einem Inva
li
ditätsgrad von 51
%
erhalte. (
Urk.
6/172).
Das Arbeitsverhältnis des Beschwer
de
führers wurde per Ende September 2018 durch die
B._
gekündigt (
Urk.
6/158).
1.6
Am 2
4.
September 2019 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle an und ersuchte um Unterstützung bei der Stellensuche (
Urk.
6/176). Am 2
8.
Oktober 2019 erklärte die IV-Stelle die Eingliederungsaktivität für abge
schlossen, da der Versicherte sich nicht fähig gefühlt habe, daran teilzunehmen (
Urk.
6/184).
1.7
Mit Neuanmeldung vom 1
9.
November 2019 (Eingangsdatum)
beantragte der Versicherte eine Erhöhung seiner Rente und wies darauf
hin, dass
die Symptome seiner Erkrankung
ständig zunähmen (
Urk.
6/186). Mit Eingabe vom
2
6.
Novem
ber 20
1
9
reichte
er
auf entsprechende
Aufforderung der IV-Stelle
(
Urk.
6/187)
ein
en
Arztbericht vom 1
5.
November 2019 nach (
Urk.
6/189).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/193, 6/198, 6/203) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
1.
April 2020 auf das Leistungsbegehren nicht ein (
Urk. 2 =
Urk.
6/206).
2.
Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer am 1
9.
Mai 2020 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben
,
es sei auf das Leis
tungs
begehren einzutreten und es sei ihm spätestens ab dem
1.
November 2019 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache
an
d
i
e Beschwer
degegnerin zurückzuweisen und ein
bidisziplinäres
Gutachten
anzuordnen
(
Urk.
1
S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juni 2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
7.
Juli 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Am 2
8.
August 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere
Arztb
erichte
nach
(
Urk.
8, 9/1-2)
.
Auf
die Vorbringen
der Parteien wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nach
folgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Wird ein Revisionsgesuch eingereicht, so ist gemäss
Art.
87
Abs.
2 der Verord
nung über die Invalidenversicherung
[IVV]
) glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise geändert hat.
Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die
versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuan
meldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurtei
lung des Gesuchs durch die Verwaltung, das heisst bis zum Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerdeweise Überprüfung einer
Nicht
eintreten
sverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot,
respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massgeblich (Urteil des Bun
desgerichts 8C_244/2016 vom 21. Juni 2016 E. 2.1 mit Hinweisen).
1
.5
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand
bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Strei
t
gegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungsweise der
Ein
spracheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Ge
richt, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das Leistungs- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situation den for
mellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegen
stand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Nichteintretensentscheid
damit, dass keine Veränderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei. Die im einge
reich
ten Arztbericht erwähnte Diagnose sei bereits in einem neurologischen Bericht vom Jahr 2017 genannt und der Beschwerdegegnerin daher bekannt
gewesen
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) im Wesentlichen geltend, dass er gestützt auf den Arztbericht von PD
Dr.
med. C._
vom 1
5.
November 2019 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes habe glaub
haft machen können (
Urk.
1 S. 10).
So liege eine neue Diagnose vor
,
da dem
Beschwerdeführer ursprünglich aufgrund der Diagnose
Myotonia
congenita
Thompsen
eine halbe Invalidenrente zugesprochen worden
sei
und neu die Diagnose
auf eine
Myotonia
congenita
Typ Becker laute. Weiter führte der Be
schwerdeführer aus, dass er seit der gesundheitlichen Verschlechterung häufiger stürze, weil die kleinsten Schrecksituationen zu Muskelversteifungen führen würden (
Urk.
1 S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer glaubhaft gemacht hat, dass sich sein Gesundheitszustand in einer für den Anspruch erhebliche
n
Weise ver
schlechtert hat und damit auf das Revisionsgesuch einzutreten und die Sache materiell abzuklären ist.
Soweit in der Beschwerde die
Zusprache
von höheren Rentenleistungen beantragt wird
(
Urk.
1 S. 2)
,
ist mangels Anfechtungsobjekt nicht
darauf einzutreten (vgl. E. 1.5
).
3.
3.1
Z
eitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung ist die
Mitteilung
vom
1
8.
Dezember 2018
, mit welcher
die
halbe
Invalidenrente
des Beschwerdeführers bestätigt wurde (
Urk.
6/172). Im Revisionsverfahren, we
lches in der Mitteilung vom 1
8.
Dezember 2018 mündete, wurde die ge
sund
heitliche Situation des Beschwerdeführers umfassend geprüft
und sowohl in gesundheitlicher als auch erwerblicher Hinsicht ein Revisionsgrund nach mate
rieller Prüfung des Sachverhalts verneint (
Urk.
6/171/4 f.)
. Damit ist,
entgegen der Ausführungen des B
eschwerdeführers (
Urk.
1 S. 12)
,
nicht die Verfügung vom 1
6.
November 2015 als Vergleichszeitpunkt heranzuziehen.
3.2
Der Mitteilung vom 1
8.
Dezember 2018 lagen in medizinischer Hinsicht folgende Berichte zugrunde (vgl.
Urk.
6/171/2-4):
3.2
.1
Mit undatiertem Bericht (Eingangsdatum: 2
6.
September 2017) stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, folgende Diagnosen (
Urk.
6/152/1):
-
Myotonia
congenita
Typ Becker
-
Seit der Kindheit
-
Depression, sozialer Rückzug
-
Überwiegend reaktiv
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
D._
fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig s
ei, wobei eine
Sturzgefahr bestehe (
Urk.
6/152/3).
Im
ambulaten
Untersuchungsbericht vom 1
1.
Juni 2018
legte
Dr.
D._
dar
, dass die Symptome der
Myotonia
congenita
Typ Becker aktuell unter Bedarfs
medikation mit
Mexiletin
zufriedenstellend kontrolliert seien. Die depressiven Symptome und das soziale Rückzugsverhalten hätte
n
sich ebenfalls gebessert (
Urk.
6/166/4). Weiter wird
eine nächtliche Luftnot unklarer Ätiologie genannt, aufgrund welcher
Dr.
D._
den Beschwerdeführer in die
pulmologische
Abtei
lung überwies (
Urk.
6/166/5)
.
Im ebenfalls undatierten Verlaufsbericht
(Eingangsdatum: 1
2.
Juni 2018)
bestä
tigte
Dr.
D._
die Diagnose einer
Myotonia
congenita
Typ Becker und stellte fest, dass der Beschwerdeführer aus neurologischer Sicht stabil sei und es ihm psychisch eher etwas bessergehe (
Urk.
6/154/1). Der Beschwerdeführer sei weiter
hin zu
50% arbeitsfähig im Callcenter, wobei das Pensum
vorzugsweise in ganz
tägigen Schichten absolviert werden soll
t
e (
Urk.
6/154/2).
Der Beschwerdeführer sei in seiner Gang- und Standsicherheit stark eingeschränkt (
Urk.
6/154/2).
Dr.
D._
prognostizierte ein allenfalls sehr graduelles Voranschreiten der Symptome (
Urk.
6/154/3).
3.
2.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Pneumologie, hielt in seinem Bericht vom 1
3.
Juli 2018 fest, dass
der Beschwerdeführer über unklare Sensationen im Bereich des linken
Hemithorax
sowie Husten und zum Teil etwas erschwerte Atmung in den letzten Monaten
(
bei ausgeprägte
m
Cannabis- und erhebliche
m
Nikotinkonsum
)
berichtet habe. In der Zusammenschau der Befunde habe jedoch keine
Pneu
mo
pathie
objektiviert werden können. Eine geplante nächtliche respiratorische Pol
y
graphie habe nicht ausgewertet
werden können, da der Beschwerdeführer das Gerät vor dem Zubettgehen nicht angezogen habe.
Dr.
E._
empfahl einen Niko
tin- und Cannabisverzicht und sah keine weitere Kontrolle vor (
Urk.
6/166/6 f.).
3.2.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, med.
pract
.
F._
, Praktischer Arzt
, bestätigte im Bericht vom 2
0.
September 2018 ebenfalls die Diagnose einer Myo
tonie, ohne deren Typ zu spezifizieren. Weiter diagnostizierte
er
eine rezidi
vie
rende reaktive Depression (
Urk.
6/166/1). Betreffend die Arbeitsfähigkeit gab er an, dass der Beschwerdeführer sowohl angestammt wie auch angepasst zu 50
%
arbeitsfähig sei, wobei eine rasche Ermüdbarkeit und psychische Empfindlichkeit vorliege (
Urk.
6/166/1 f.).
3.2.4
RAD-Arzt med.
pract
.
G._
, Facharzt für Neurologie, hielt am
6.
November 2018 fest, dass aus medizinischer Sicht keine wesentliche Veränderung gegenüber der anlässlich der erstmaligen
Rentenzusprache
erstell
t
en RAD-Stellungnahme vom
3.
September 2013 gegeben sei (
Urk.
6/171/4).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer reichte zur Glaubhaftmachung
d
er von ihm geltend ge
machten Verschlechterung seines Gesundheitszustandes
der Beschwerdegegnerin
einen Arztbericht von PD
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Neurologie,
Klinik für Neurologie des
H._
,
vom 1
5.
November 2019 ein (
Urk.
6/189).
Dr.
C._
diagnostizierte darin eine
Myotonia
congenita
Typ Becker mit Nachweis von zwei Mutationen im CLCN1-Gen und hielt fest,
der Beschwerdeführer
habe
berichtet, dass
sich dies
e
seit dem Kindesalter mani
festiere. So sei der Beschwerdeführer bereits als Kind häufig hingefallen. Als Jugendlicher hätten die Beschwerden zugenommen
, die Muskel
n
seien noch ver
h
ärteter gewesen und das Risiko umzufallen hab
e ebenfalls zugenommen. Aktuell berichte der Beschwerdeführer, dass er 50 Minuten in der Ebene laufen könne
, aber
bereits bei kleinsten Hindernissen blockiert sei. Rennende Kinder und Hunde oder ein hupendes Auto würde
n
zu Blockaden führen. Er stürze daher häufig
(
Urk.
6/189/3)
.
Eine medikamentöse Umstellung
werde
vom Beschwerdeführer nicht
ge
wünscht (
Urk.
6/189/4).
4.2
In ihrer Stellungnahme vom 1
4.
Januar 2020 hielt RAD-Ärztin
Dr.
med.
I._
fest, dass sich anhand des Berichtes vom 1
5.
November 2019 bei Vorliegen der Diagnose einer
Myotonia
congenita
Typ Becker eine Veränderung des Ge
sundheitszustandes
nicht
nachvollziehbar ableiten lasse. Es
sei
keine Verschlech
terung des Gesundheitszustandes anhand der Befunddokumentation ersichtlich und weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (
Urk.
6/192/2).
5.
5.1
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der Befund und der Schweregrad der Symp
tomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
5.2
Dr.
C._
bestätigte im Bericht vom 1
5.
November 2019 die bereits 2017 bekannte Diagnose der
Myotonia
congenita
Typ Becker. Eine neue Diagnose ist somit entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 11)
ohnehin
nicht
gegeben
.
Der
Beschwerdeführer machte
jedoch auch
eine Verschlechterung der Symptomatik geltend, was sich im Bericht von
Dr.
C._
im Sinne einer Wiedergabe der geschilderten Beschwerden widerspiegelt (
Urk.
6/189/3). Klinisch hielt
Dr.
C._
nunmehr
einen Lid-lag, ein
Warming
-
up
-Phänomen und eine beidseitige
Fussheberschwäche
fest (
Urk.
6/189/3), doch
führte bereits
Dr.
med.
J._
, Fachärztin FMH für Neurologie, in ihrem Bericht vom 2
9.
Juni 2011 unter dem ärztlichen Befund eine mögliche leichte Abduktionsschwäche des rechten Auges und eine generelle hypertrophe Muskulatur auf, wobei beim Faustschluss die Hände nicht sofort wieder geöffnet werden könnten. Auch be
zeichnete sie den Gang des Beschwerdeführers bereits dannzumal als breitbeinig und plump, wobei der Fersengang
auch damals
nur knapp möglich war (
Urk.
6/13/3). Nachdem der neurologische Befund in der Folge ärztlicherseits konstant als unverändert beurteilt wurde (
Urk.
6/33/3, 6/55/1), so auch von
Dr.
D._
in seinem undatierten Verlaufsbericht zu
Handen
des mit Mitteilung
vom 1
8.
Dezember 2018 abgeschlossenen Revisionsverfahrens (
Urk.
6/154), weisen
weder das von
Dr.
C._
im Befund aufgeführte Lid-lag noch das
Warming
-
up
-Phänomen auf eine massgebliche Änderung des Gesundheitszustandes hin.
Die Sturzgefahr
wurde sodann
bereits im Bericht vom
Dr.
D._
aus dem Jahr 2017
aufgeführt
(
6/152/3
).
So stellte
Dr.
D._
dannzumal schon
eine starke Einschränkung der Gang- und Standsicherheit fest (
Urk.
6/154/2).
Eine Erhöhung des Leidensdrucks ist zudem auch aufgrund
des Verzichts
des Beschwerdeführers
,
die
medikamentöse Therapie
zu ändern,
fraglich (
Urk.
6/189/1).
Dr.
C._
äusserte sich
sodann
nicht zur Arbeitsf
ähigkeit des Beschwerdeführers, attestierte mithin auch keine Einschränkung derselben.
Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, dass er aufgrund seines sich ver
schlechternden Gesundheitszustandes häufiger am Arbeitsplatz gefehlt habe, weshalb ihm der Arbeitgeber schliesslich aus gesundheitlichen Gründen per Ende Dezember 20
18 gekündigt habe (
Urk.
1 S. 9);
hierauf ist aber weder
dem Kündi
gungsschreiben vom 2
8.
Juni 2018
noch den übrigen Akten ein schlüssiger Hin
weis zu
entnehmen (
Urk.
11/158)
.
Für eine Verschlechterung der psychischen oder
pneumologischen
Symptomatik sind keine Anhaltspunkte gegeben und eine solche wird vom Beschwerdeführer
auch nicht
geltend gemacht.
5.3
Betreffend die vom
Beschwerdeführer anlässlich des Beschwerdeverfahrens
ein
gereichten
Arztberichte (
Urk.
9/1-2
)
ist anzumerken, dass d
iese vom 2
5.
und 2
6.
August 2020 datierenden Berichte
(vgl. E. 4.3)
nach Verfügungserlass vom
2
1.
April 2020 (
Urk.
2) erstellt
und
im Beschwerdeverfahren
eingereicht
wurden
.
Da es der versicherten Person obliegt, die relevante Sachverhaltsänderung glaub
haft zu machen, und diesbezüglich der Untersuchungsgrundsatz nicht spielt (
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV),
hat das Gericht
beschwerdeweise
die
Überprüfung der
Nichteintretensverfügung
anhand des
Sachverhalt
s
, wie er sich der Verwaltung
bot
, durchzuführen
(BGE 130 V 64 E. 5.2.5
, Urteil des Bundesgerichts 9C_683
/2013 vom
2.
April 2014 E. 3.3.2
). Somit sind
nur
die ärztlichen Berichte, die der IV-Stelle bis zum Erlass der Verfügung vom
2
1.
April 2020
vorlagen, zu berücksich
tigen, während jene, die erst im
Beschwerdeverfahren
eingereicht wurden, unbe
achtlich bleiben
.
5.4
Insgesamt
gelingt es dem Beschwerdeführer
mit dem
Bericht von
Dr.
C._
vom 1
5.
November 2019 nicht
,
eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
standes seit dem
1
8.
Dezember 2018
glaubhaft zu
machen
,
und es sind auch keine weiteren Anhaltspunkte
hierfür
gegeben
. Mangels glaubhaft gemachter erheb
licher Veränderung ist die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Renten
erhöhungsgesuch des Beschwerdeführers eingetreten. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bun
desgesetzes ü
ber die Invalidenversicherung [IVG]
) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.