# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 30b13679-ca74-4dfe-acdc-e02a409c2108
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
bezieht
eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Mit Verfügung vom 14. März 2013
setzte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, den
Anspruch auf
die
Kinderrente für die Tochter des Versicherten ab 1. Januar 2007 fest. Gleichzeitig verfügt
e sie
, dass die
Kinder
rente
der
in
Y._
lebenden Mutter
Z._
, welcher die elterliche Sorge oblag,
ausb
ezahlt werde (
Urk.
2
; vgl. auch
Urk.
3
).
2.
Mit Eingabe vom 26. April 2013 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsan
walt Hanspeter Zgraggen, Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 14. März 2013, da
in
Y._
ein Zivilverfahren
hängig
sei und
die Tochter
bei antragsgemäss
em gerichtlichem
Entscheid
der gemeinsamen elterlichen Sorge
unterstellt würde, wodurch die Kinderrente neu
dem Be
schwerdeführer ausbezahlt werden müss
t
e. In prozessualer Hinsicht
beantragte er
die Sistierung des Verfahrens bis zur Erledigung
des Zivilgerichtsverfahrens in
Y._
(
Urk.
1).
A
ufgrund
von unklaren
Angaben in der Beschwerdeschrift
forderte das Gericht vom Beschwerdeführer die Bekanntgabe seines Wohnsitzes und gewöhnlichen Aufenthaltes
und klärte ihn über die
von Amtes wegen
zu prüfende Frage der Zuständigkeit der IV-Stelle und des hiesigen Gerichts als Beschwerdeinstanz auf
(
Urk.
6).
Am 2
2.
Mai 2013 teilte
der Beschwerdeführer
dem Gericht mit, im Dezember 2012 habe er sich bei der
Einwohnerkontrolle in
A._
nach
B._
abgemeldet; am 23. April 2013
sei die Anmeldung
bei den Behörden in
Y._
erfolgt
. Im Übrigen verwies er auf die in Art. 58 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG) statuierte Weiterleitungspflicht der sich als unzuständig erachtenden Behörde
(
Urk.
8-9).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. respektive 24. September 2013
beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14,
Urk.
16).
In der Replik vom 29. Oktober 2013 erneuerte der Beschwerdeführer seine Anträge und verlangte neu die Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit seiner persönlichen Befragung zur familiären Situation (
Urk.
20). Die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik (
Urk.
23).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein
gegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 69
Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 1
Abs.
1
ATSG
sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar.
Die angefochtene Verfügung wurde von der IV-Stelle Zürich erlassen (
Urk.
2,
Urk.
16; vgl. auch
Urk.
6,
Urk.
8), weshalb die Zuständigkeit des hiesigen Ge
richts zur Beurteilung der Beschwerde feststeht.
Wegen des Wohnsitzes des Beschwerdeführers im Ausland stellt sich indes die Frage, ob die IV-Stelle Zürich für den Erlass der Verfügung zuständig war.
2.
2.1
Gemäss Art. 55
Abs.
1 IVG ist in der Regel jene IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die versicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat. Der Bundesrat ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen.
Zudem setzt er nach
Art. 56 IVG eine IV-Stelle für V
ersicherte im Ausland ein.
In Konkretisierung der Regelung im IVG
bestimmt Art. 40 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV),
dass zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben,
zuständig
ist (
Abs.
1
lit
. a). Für im Ausland wohnende Versi
cherte ist im Grundsatz die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zuständig. Ge
mäss Art. 40
Abs.
3 IVV bleibt die einmal begründete Zuständigkeit der IV-Stelle im Verlauf des Verfahrens erhalten, unter Vorbehalt unter anderem von
Abs.
2
quater
dieser Bestimmung. Gemäss dem am 1. Januar 2012 in Kraft getrete
nen Art. 40
Abs.
2
quater
IVV geht die Zuständigkeit bei Versicherten, die ihren Wohnsitz bei Entgegennahme der Anmeldung in der Schweiz hatten, und diesen während des Verfahrens ins Ausland verlegen, auf die IV-Stelle für Versicherte im Ausland über.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV legt diese Be
stimmung in
Rz
4011 des ab dem 1. Februar 2013 gültigen Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI] dahingehend aus, dass be
reits die Aufgabe des gewöhnlichen Aufenthalts in der Schweiz, mithin
des Orts, an dem die
ve
rsicherte Person während längerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (Art. 13
Abs.
2 ATSG), zum Übergang der Zustän
digkeit an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland führt.
Es besteht kein Grund, von dieser Auslegung durch die Verwaltung abzuweichen (vgl. zur Bedeutung der Verwaltungsweisungen BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hin
weisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1), zumal Art. 40
Abs.
2
ter
IVV, welcher den um
gekehrten Fall eines Wohnsitzwechsels während laufendem Verfahren vom
Ausland in die Schweiz regelt, die Verlegung des gewöhnlichen Aufenthalts ex
plizit der Wohnsitzverlegung gleichstellt.
2.2
Durch die Angaben des Beschwerdeführers und die Immatrikulationsbestätigung der Schweizerischen
Botschaft in
Y._
ist ausgewiesen, dass er sich im Dezember 2012 beim Einwohneramt
A._
nach
B._
ab-
und
am
23. April 2013 in
Y._
anmeldete, und
dort einen neuen Wohnsitz begründet hat (
Urk.
8-9). Demzufolge steht fest, dass
der
Beschwerdeführer im Dezember 2012 seinen gewöhnlichen Aufenthal
t in der Schweiz aufgegeben hat. Da das Ver
fahren damals noch lief – die angefochtene Verfügung erging erst am
14. März 2013 -,
war
der von Art.
40
Abs.
2
quater
IVV
geregelte Tatbestand erfüllt;
die IV-Stelle hätte die Akten zufolge Zuständigkei
tswechsel
s
an die IV-Stelle für V
ersi
cherte im Ausland übermitteln müssen. Für den Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom 14. März 2013 war sie nicht mehr zuständig.
3.
3.1
Die Verfügung einer örtlich unzuständigen IV-Stelle ist in der Regel nicht nich
tig (
Urteil des Bundesgerichts I 232/03 vom 2
2.
Januar 2004
,
E. 4.1 mit Hin
weisen). Deshalb stellt sich die Frage, ob die angefochtene Verfügung aufzuhe
ben und an die zuständige Behörde zu überweisen oder aus
prozessökonomi
schen
Gründen davon abzusehen und im vorliegenden Verfahren in der Sache materiell zu entscheiden ist.
3.2
Zu dieser Frage führte das Bundesgericht im Urteil I 8/02 vom 16. Juli 2002,
E. 2.4, aus, ausschlaggebend sei, dass Personen mit Wohnsitz im Ausland ein schutzwürdiges sachliches Interesse daran hätten, dass ihr Rentenanspruch von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland beurteilt werde, da diese auf Grund ihrer Kenntnisse und Erfahrung besser als eine kantonale IV-Stelle in der Lage sei, Abklärungen im Ausland durchzuführen oder relevante Geschehensabläufe ausserhalb der Schweiz kompetent zu würdigen. Im Übrigen werde durch die Zuweisung der Fälle von im Ausland wohnenden Personen an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland eine einheitliche Rechtsanwendung gewährleistet, was auch im Interesse der Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit liege. Bei Fällen mit einer entsprechenden Interessenlage sei dem Gesichtspunkt der
Prozessökono
mie
geringeres Gewicht beizumessen. Dies gelte auch dann, wenn die Beschwerde führende Person die Unzuständigkeit der verfügenden IV-Stelle vor der Beschwerdeinstanz nicht gerügt habe
.
3.3
Bereits vor dem Wegzug des Beschwerdeführers aus der Schweiz wies die Frage
, wem die zur Invalidenrente des Beschwerdeführers gehörende
Kinderrente
aus
zuzahlen sei,
einen Bezug zum Ausland auf, da die Kindsmutter,
welcher die elterliche Sorge oblag, in
Y._
lebte
.
Umso mehr erscheint nach dem Wegzug des Beschwerdeführers ins Ausland die Beurteilung
der Regelung der strittigen Rentenauszahlung durch
die zuständige IV-Stelle für V
ersicherte im Ausland im Hinblick auf die Gewährleistung einer einheitlichen Rechtsanwendung sachge
rechter, zumal Fragen wie die zweckgemässe Verwendung (Art. 20 ATSG)
der Kinderrente vor einer Auszahlung ins Ausland
besonders sorgfältiger Prüfung bedürfen.
Auch
sind
Verfügungen der
IV-Stelle für V
ersicherte im Ausland laut Art. 69
Abs.
1
lit
. b IVG direkt beim für die Beurteilung von Fällen mit
Aus
landbezug
ebenfalls
spezialisierten Bundesverwaltungsgericht
anfechtbar
.
Des Weiteren
wird
d
ie
strittige
Auszahlung der Kinderrente
möglicherweise vom Ausgang eines Sorgerechtsstreits im Ausland
beeinflusst
(vgl.
Urk.
1,
Urk.
3,
Urk.
20)
, was gegebenenfalls
weitere Abklärungen im Ausland erfordern wird; da
für
ist
die IV-Stelle für Versicherte im Ausland besser
geeignet
als die
Be
schwerdegegnerin
.
Die von der örtlich unzuständigen IV-Stelle erlassene Verfü
gung vom 14. März 2013 ist
folglich
aufzuheben
und die Sache
ist nach Eintritt der Rechtskraft
a
n die zuständige IV-Stelle für V
ersicherte im Ausland zu über
weisen, damit sie über die Auszahlung der Kinderrente befinde.
Bei diesem Ausgang
werden
die Behandlung des Sistierungsgesuchs des
Beschwer
deführer
s
und des Antrags auf Durchführung einer mündlichen Ver
handlung zur Tatsachenergänzung in der Sache selber
hinfällig.
4.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss steht dem obsiegenden
, anwaltlich vertretenen
Beschwerde
-
füh
rer
eine Parteientschädigung zu, welche angesichts dessen, dass nicht materiell über die strittige Auszahlung der Kinderrente entschieden wurde, ermessensweise auf
Fr.
500.-- festzusetzen ist.