# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7d088cb2-2467-4230-bd2a-feef79a2991a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, war
gemäss eigenen Angaben
in den Jahren 2001 bis 2007 in der Schweiz in temporären Anstellungsverhältnissen erwerbs
tätig (
Urk.
1 und
Urk.
2/4). Am 22. Oktober 2021 (Datum der Postaufgabe) reichte er gegen die
Z._
AG Klage ein mit dem sinngemässen Antrag, die Beklagte sei zu verpflichten, die Beiträge der beruflichen Vorsorge für das von 2001 bis zum 3
1.
Dezember 2007 mit dem Kläger bestehende Arbeitsverhältnis zu bezahlen
.
2.
Die Beklagte beantragte am
6.
Dezember 2021 durch Rechtsanwalt Dominik
Kum
schick
die vollumfängliche Abweisung der Klage, soweit darauf eingetreten werde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers (
Urk.
7). Der Kläger hielt mit Replik vom 1
7.
Dezember 2021 (beim Gericht im Original eingegangen am 2
3.
Dezember 2021) an seiner Klage fest (
Urk.
12). Die Beklagte hielt mit Duplik vom
4.
Februar 2022 ebenfalls vollumfänglich an ihren Anträgen fest (
Urk.
17)
, was dem Kläger am
8.
Februar 2022 mitgeteilt wurde (
Urk.
19). Am
7.
März 2022 ging eine in türkischer Sprache
ver
fasste Stellungnahme des Klägers vom 1
9.
Februar 2022 beim Gericht ein (
Urk.
20), am 2
2.
März 2022 ein
e
in deut
scher Sprache
ver
fasste Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2022 (
Urk.
21). Diese beiden Schreiben wurden der Beklagten am 2
8.
März 2022 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
22). Am
4.
April 2022 ging eine weitere in türkischer Sprache
ver
fasste Stellungnahme des Klägers vom 2
1.
März 2022 beim Gericht ein (U
rk.
23,
Urk.
24/1-5).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
73
Abs.
1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) bezeichnet jeder Kanton ein Ge
richt, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten zwischen Vorsorge
einrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Gerichts
stand ist der schweizerische Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betriebs, bei dem der Versicherte angestellt wurde (
Art.
73
Abs.
3 BVG). Nach
§
2
Abs.
2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ist das Sozialversicherungsgericht als einzige kantonale Gerichtsinstanz zuständig für Klagen nach
Art.
73 BVG, soweit es das Bundesrecht vorschreibt oder zulässt. Voraussetzung für den Rechtsweg nach
Art.
73
Abs.
1 BVG bildet, dass eine Strei
tigkeit aus beruflicher Vorsorge im engeren oder weiteren Sinn vorliegt (BGE 141 V 605 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung können unter die Streitigkeiten im Sinne dieser Bestimmung auch solche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fallen, soweit es dabei um spezifische Fragen der beruflichen Vor
sorge geht
.
1.2
Bei der vorliegenden Streitigkeit geht es um die
Bezahlung
von BVG-Beiträgen. Sie ist somit BVG-rechtlicher Natur.
Die Beklagte hat ihren Sitz im Kanton Zürich.
Damit erweist sich das angerufene Gericht als zuständig.
2.
2.1
Nach
Art.
2
Abs.
1 BVG unterstehen der obligatorischen Versicherung Arbeit
nehmer die das 1
7.
Altersjahr überschritten haben und bei einem Arbeitgeber einen Jahreslohn von mehr als 21
’
510 Franken beziehen.
Der Arbeitgeber schuldet der Vorsorgeeinrichtung sämtliche Beiträge (
Art.
66
Abs.
1 BVG).
2.2
Für Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen gilt - selbst bei einer unentschuldbaren Meldepflichtverletzung des Arbeitgebers und dadurch bei der Vorsorgeeinrichtung bewirkten Unkenntnis vom Bestand einer versicherungs
pflichtigen Anstellung - eine absolute Verjährungsfrist von zehn Jahren (
Art.
41
Abs.
2 BVG; BGE 140 V 154 E. 6.1 S. 161; 136 V 73 E. 4.3 S. 80 f.), welche mit der (virtuellen) Entstehung zu laufen beginnt (
Art.
41
Abs.
2 BVG
i.V.m
.
Art.
130
Abs.
1 OR;
BGE 140 V 154 E. 6.3.1 S. 163).
Wenn die Durchsetzbarkeit der originären Beitragsforderung gegenüber dem Schuldner, der qualifiziert gegen die Meldepflicht verstossen hat, rückwirkend unbegrenzt möglich wäre, könnte dies mit der Verjährungsordnung insgesamt nicht vereinbart werden. Damit ist die insofern relative Verjährungsfrist von fünf Jahren nach (zumutbarer) Kenntnisnahme im Wege der Lückenfüllung (vgl. BGE 135 V 163 E. 5.3 S. 168; BGE 127 V 38 E. 4b/cc) um eine absolute Befristung zu ergänzen: Die einzelne Beitragsforderung verjährt auch bei Bejahung einer qualifizierten Meldepflichtverletzung und andauernd unverschuldet fehlender Kenntnis der Vorsorgeeinrichtung über den Beitragstatbestand jedenfalls zehn Jahre nach ihrem (virtuellen) Entstehen. Da die Fälligkeit bis zur Kenntnisnahme aufgeschoben ist, können von vornherein nur Beitragsforderungen nachgefordert werden, die zu diesem Termin nicht älter als zehn Jahre sind. Weiter zurück
liegende Beitragsforderungen sind bereits (absolut) verjährt, so dass mit Bezug auf sie keine (relative) Verjährungsfrist (
Art.
41
Abs.
2 BVG) mehr beginnen kann (BGE 136 V 73 E. 4.3).
3.
3.1
Die streitige
n
BVG-Beiträge beziehen sich auf angeblich vom Kläger für die Beklagte ausgeübte Erwerbstätigkeiten in der Zeit vom Jahr 2001 bis zum 31. Dezember 200
7.
Im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Oktober 2021 war die zehnjährige absolute Verjährungsfrist somit längst abgelaufen. Die Ver
jährungs
einrede der Beklagten (
act
. 1 S. 3 f.) erweist sich als berechtigt. Einen Grund, der die Verjährung unterbrochen hat (
Art.
135 OR), macht der
Kläger
nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich.
3.2
Festzuhalten ist im Weiteren, dass der vorliegende Fall exemplarisch aufzeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Überprüfung von mehr als 10 Jahren zurückliegen
den Beitrags
forderungen verbunden sein kann, weil die dafür notwendigen Unterlagen
oftmals
nicht mehr vorhanden sind.
Die vom Kläger eingereichten Konto
auszüge der
Bank A._
belegen, dass der Kläger in den Jahren 2002 und 2003 von der
«
ZA._ AG
»
Lohn
zahlungen erhalten hat (
Urk.
13). Über die
Z
A
._
AG mit Sitz in
B._
– bei welcher es sich laut den Ausführungen der
Beklagten
um eine parallel zu ihr ebenfalls unter dem Namen «
Z._
» tätige Konkurrentin gehandelt hat (
Urk.
17 S. 4) -
ist am
6.
November 2003 der Konkurs eröffnet worden. Das Konkurs
verfahren wurde am 1
4.
August 2007 als geschlossen erklärt und die Gesellschaft von Amtes wegen aus dem Handelsregister gelöscht (Urk. 8/2). Die Beklagte besteht dagegen erst seit dem
1.
September 2003 (Urk. 8/1)
, der Beklagte kann somit in der Zeit davor gar nicht für sie tätig gewesen sein. Für die Zeit ab dem
1.
S
eptember 2003 enthalten die eingereichten Kontoauszüge
keine auf den
Namen «
Z
A
._
»
oder auf den Namen
der Beklagten lautende Lohnzahlungen.
Es kann damit nicht festgestellt werden,
dass
der Kläger über
haupt für die Beklagte erwerbstätig gewesen ist und die Beklagte
somit
ver
pflichtet gewesen wäre, den
Kläger
bei ihrer Vorsorgeeinrichtung zu melden und Vorsorgebeiträge zu bezahlen. Wie bereits erwähnt, sind allfällige Beitrags
forderungen aber ohnehin verjährt und die Klage ist
bereits
aus diesem Grund abzuweisen.
4.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Partei auf entsprechenden Antrag Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Vorliegend ist der Kläger ausgangsgemäss zu verpflichten, der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘200.-- (inkl.
MWSt
und Barauslagen) zu bezahlen.