# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 79413368-bb66-4914-9439-b03403c1550f
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ ist Präsident der C._ AG mit Sitz in B._
sowie Inhaber des Einzelunternehmens A._, Kranservice. Der im
Handelsregister eingetragene Zweck lautet: Kranservice, Reparaturen von
Baumaschinen, Maschinenvermietung, Transport und Schneeräumung
sowie Vermietung von Liegenschaften. Parzelle D._, wo der
besagte Kranservice seine Geschäftstätigkeiten ausführt, befindet sich an
der E._ gegenüber Parzelle F._ von G._.
2. Mit Email vom 15. Mai 2020 wandten sich G._ an die
Gemeindeverwaltung von B._. Sie hätten mit dem
Gemeindepräsidenten telefoniert und sich bezüglich der Krananlage
beschwert. A._ schwenke mit seinem Kran über öffentlichen
Grund und über ihr Grundstück. Trotz der erheblichen Grösse und des
Gewichts des Krans sei dieser nicht ausreichend im Boden verankert. Sie
würden die davon ausgehenden Gefahren nicht in Kauf nehmen und
ersuchten darum, dass für die Einhaltung der geltenden
Sicherheitsvorschriften gesorgt werde.
3. Am 9. Juni 2020 nahm der Gemeindekanzlist ebenfalls per E-Mail Stellung
dazu. Der Betrieb sei absolut legal und könne von der Gemeinde nicht
eingeschränkt werden. Der Gemeindevorstand sei der Ansicht, dass es
sich hierbei um eine privatrechtliche Angelegenheit handle, welche direkt
mit dem Betreiber geregelt werden müsse. Ein Gemeinderatsmitglied
habe diesbezüglich mehrmals ohne Erfolg versucht, mit G._
Kontakt aufzunehmen.
4. Am 2. Oktober 2020 erstatteten G._ beim Gemeindevorstand der
Gemeinde B._ baupolizeiliche Anzeige betreffend Baukran auf
Parzelle D._ mit folgenden Rechtsbegehren:
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1. Es sei den Anzeigern mitzuteilen, ob der Grundeigentümer über eine Baubewilligung
zur Erstellung des Krans auf Parz. B._ Nr. D._ hat und ihnen deren
Inhalt zugänglich zu machen.
2. Eventualiter im Falle, dass der Grundeigentümer über keine Baubewilligung zur
Erstellung des Krans auf Parz. B._ Nr. D._ verfügt:
2.1. Es sei gegen den Grundeigentümer ein Verfahren auf Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands einzuleiten.
2.2. Der Grundeigentümer sei zu verpflichten, ein nachträgliches Baugesuch für die
Erstellung des Krans einzureichen und dieses sei im ordentlichen
Baubewilligungsverfahren zu publizieren.
2.3. Sollte die Gemeinde wider Erwarten die Baubewilligungspflicht verneinen, wird
um einen begründeten und anfechtbaren Entscheid ersucht.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Grundeigentümers.
5. Am 28. Oktober bzw. 4. November 2020 wurde vor Ort ein Augenschein
durchgeführt, an welchem keine Einigung erzielt werden konnte.
A._ wies darauf hin, dass er für den Baukran eine Baubewilligung
(BG 05/92) habe.
6. Am 16. Februar 2021 verfügte der Gemeindevorstand B._, der
streitbetroffene Baukran auf Parzelle D._ sei innert dreier Monate,
bis spätestens 16. Mai 2021, abzubrechen. Für einen Wiederaufbau des
Krans sei ein neues Baugesuch einzureichen. Die Abbruchverfügung
begründete der Gemeindevorstand sinngemäss damit, dass für den
damaligen Kran infolge abgelaufener Dienstbarkeit betreffend die
Inanspruchnahme des Luftraumes der Rechtstitel für diesen Kranbetrieb
fehle. Gemäss dem Grunddienstbarkeitsvertrag, welcher einen
integrierenden Bestandteil des Baubescheides 05/92 bilde, sei diese
Dienstbarkeit auf 15 Jahre beschränkt, womit die Dienstbarkeit im Jahre
2007 abgelaufen und bis heute nicht verlängert worden sei.
7. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
9. März 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, die angefochtene Abbruchverfügung der Gemeinde
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B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 16. Februar 2021,
eingegangen am 18. Februar 2021, sei aufzuheben – unter gesetzlicher
Kosten- und Entschädigungsfolge. In prozessualer Hinsicht wurde darauf
hingewiesen, dass der angefochtene Entscheid keine
Rechtmittelbelehrung enthalte. Sodann seien die Anzeigeerstatter
G._ am vorliegenden Verfahren nicht zu beteiligen und seien
namentlich nicht berechtigt, Anträge zu stellen. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer ferner, der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung zu erteilen und ein Augenschein durchzuführen.
Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, für
den Ladekran bestehe eine rechtskräftige Baubewilligung. Der Ablauf der
Dienstbarkeit sei irrelevant, da eine unbefristete Bewilligung des
Tiefbauamtes vorliege. Darüber hinaus beanspruche der Kran heute nicht
mehr den Luftraum über Parzelle F._.
8. In ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie
stelle nicht in Abrede, dass im Jahre 1992 eine Baubewilligung erteilt
wurde. Die Errichtung des Krans beziehe sich jedoch auf den damals
bewilligten Standort gemäss Situationsplan und dieser entspreche nicht
dem Standort bei der Werkhofeinfahrt. Der Kran sei anschliessend an
einen anderen als den bewilligten Standort verschoben worden, was sich
so auch aus der Beschwerdeschrift ergebe. Für den jetzt bestehenden
Kran sei weder ein Baugesuch eingereicht noch eine Baubewilligung erteilt
worden. Der Kran müsse daher entfernt und anschliessend ein Baugesuch
eingereicht werden, welches separat und unabhängig vom vorliegenden
Verfahren beurteilt werde.
9. Mit Eingaben vom 19. April sowie 14. Mai 2021 teilten die Anzeigeerstatter
G._ mit, sie hätten nichts gegen die angefochtene
Abbruchverfügung einzuwenden, weshalb sie auf Anträge, eine
Vernehmlassung und eine weitere Beteiligung am Verfahren verzichteten.
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10. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik vom 10. Mai 2021 an den
Einwänden gemäss Beschwerdeschrift fest. Es treffe zu, dass die Kräne
auf dem Werkhof nicht immer am gleichen Ort seien. Dies bringe jedoch
der Betrieb mit sich und der Kran, welcher im Jahre 1992 bewilligt worden
sei, existiere nicht mehr. Die Lebensdauer solcher Maschinen sei
begrenzt. All jene Kräne, welche repariert oder revidiert würden, müssten
vorübergehend ganz oder mindestens teilweise aufgestellt und getestet
werden, bevor sie wieder auf einer Baustelle eingesetzt werden dürfen.
Für das Aufstellen und Abbauen eines Krans werde der bestehende Kran
benötigt, welcher sich fast immer im Bereich der Werkhofeinfahrt befinde.
11. Am 11. Mai 2021 erteilte der Instruktionsrichter der Beschwerde die vom
Beschwerdeführer beantragte aufschiebende Wirkung, da die Gemeinde
dagegen nichts eingewandt hatte.
12. Die Gemeinde verwies in ihrer Duplik vom 26. Mai 2021 grundsätzlich auf
ihre Ausführungen in der Vernehmlassung vom 15. April 2021. Weiter
betonte sie erneut, für den jetzt bestehenden – ihrer Ansicht nach
baubewilligungspflichtigen – Kran liege weder ein Gesuch noch eine
Bewilligung vor. Die Baubewilligung aus dem Jahre 1992 beziehe sich auf
einen fixen Standort und nicht auf einen bei der Werkhofeinfahrt oder aber
einen variablen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 16. Februar 2021 und die weiteren Akten
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16., zugestellt am 18. Februar
2021, worin der Beschwerdeführer innert dreimonatiger Frist bis zum 16.
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Mai 2021 zum Abbruch des Baukrans auf Parzelle D._ verpflichtet
wurde. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
angefochtene kommunale Entscheid ist weder endgültig noch kann er bei
einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist
der Beschwerdeführer davon überdies berührt und er hat ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, weshalb
er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (vgl. Art. 50 VRG). Der