# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd96a2f8-d574-4449-a47c-5a449669be80
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

– dass sodann unklar ist, ob mit der Beschwerde vom 26. November 2011 auch die prozessleitende Verfügung vom 15. November 2011 angefochten wird, zumal vom Beschwerdeführer einerseits die Feststellung der Nichtigkeit der genannten Verfügung beantragt wird (Ziffer 2 der Anträge), andererseits der Beschwerdegegenstand gemäss den eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. S. 3 der Beschwerde) auf die Frage beschränkt sein soll, ob die Ablehnung eines Anspruchs auf eine Feststellungsverfügung und die Verneinung eines Ausstandsgrundes Konventionsrecht verletze oder nicht, und die materielle Beurteilung des dem Gesuch zugrundeliegenden Sachverhalts, mithin die Frage, ob die ergänzende und gleichzeitig ersetzende Klageantwort zu Recht aus der Prozedur gewiesen wurde, nicht zum Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde gehören soll,
– dass insoweit, als der Beschwerdeführer die Nichtigkeit der prozessleitenden Verfügung vom 15. November 2011 aus der Verletzung der Ausstandsregeln ableiten will (so sinngemäss seine Ausführungen im Gesuch S. 5), das Bezirksgericht im Rahmen des hängigen Ausstandsverfahrens darüber zu entscheiden haben wird (Art. 51 Abs. 1 ZPO) und dies folglich nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein kann,
– dass im übrigen die Beschwerde gegen prozessleitende Verfügungen nach dem Willen des Gesetzgebers nur offensteht, wenn ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht, weshalb insoweit, als die Nichtigkeit der prozessleitenden Verfügung vom 15. November 2011 mit einer gravierenden Verletzung des prozessualen Grundrechts auf ein faires Verfahren bzw. mit einer schwerwiegenden Missachtung des Prinzips der prozessualen Waffengleichheit begründet wird, auf die Beschwerde nicht eingetreten werden könnte,
– dass nämlich ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil im vorliegenden Fall nicht erkennbar ist,
Seite 8 — 10
– dass mit der prozessleitenden Verfügung vom 15. November 2011 zwar die überarbeitete Fassung der Klageantwort aus dem Recht gewiesen wurde, die beigelegten Urkunden aber zu den Akten genommen und die Möglichkeit zu allfälligen Verbesserungen im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels oder, falls ein solcher entfällt, in der Hauptverhandlung ausdrücklich vorbehalten wurde,
– dass zudem in denjenigen Bereichen, für welche Art. 277 ZPO die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen vorschreibt, neue Tatsachen und Beweismittel von Gesetzes wegen (Art. 229 Abs. 3 ZPO) bis zur Urteilsberatung zulässig sind,
– dass dem Beschwerdeführer das Einbringen neuer Tatsachen und Beweismittel somit nicht definitiv verwehrt wurde,
– dass mit der prozessleitenden Verfügung vom 15. November 2011 einzig die Form der Einbringung mittels “verbesserter” Eingabe zurückgewiesen wurde, was nicht zu beanstanden ist, zumal im Interesse eines geordneten Prozessablaufs auch in Verfahren, in welchen die Untersuchungsmaxime gilt, die Parteien ihre Sachverhaltsdarstellungen und Beweisofferten innert der angesetzten Fristen vorzutragen haben und allfällige Ergänzungen in einer Art und Weise in das Verfahren einzubringen sind, welche das Gericht und die Gegenpartei ohne besonderen Aufwand erkennen lässt, in welchen Punkten neue Tatsachen und/oder Beweismittel eingeführt werden,
– dass sodann weder im Gesuch vom 20. November 2011 (Poststempel) noch in der Beschwerde vom 26. November 2011 dargelegt wurde, welche entscheidrelevanten Tatsachen in der verbesserten Fassung enthalten sind, deren Einbringung im weiteren Verlauf des Verfahrens nicht mehr möglich wäre,
– dass sich schliesslich aus dem Grundsatz der Waffengleichheit kein absoluter Anspruch auf Einräumung gleich langer Fristen ableiten lässt,
– dass die Bemessung der Antwortfrist nach Art. 222 ZPO vielmehr nach richterlichem Ermessen in Berücksichtigung des Antrags der Klageschrift und der Komplexität der Streitsache geschieht (vgl. Frei/Willisegger, in: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, N. 2 f. zu Art. 222 ZPO),
Seite 9 — 10
– dass diese richterliche Frist zudem erstreckbar ist, weshalb es dem Beschwerdeführer freigestanden hätte, ein Begehren um Fristerstreckung zu stellen, wenn er dies aus Gründen der Arbeitsbelastung oder zur Wahrung der Waffengleichheit für erforderlich erachtet hätte,
– dass der Beschwerdeführer, nachdem er von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat, nicht verlangen kann, mit einer nach Fristablauf eingereichten verbesserten Eingabe zugelassen zu werden,
– dass nach dem Gesagten die Beschwerde unbegründet wäre, soweit sie sich auch gegen die prozessleitende Verfügung vom 15. November 2011 richten sollte und darauf überhaupt einzutreten wäre,
– dass bei diesem Ausgang die Kosten des Beschwerdeverfahrens, für welches gestützt auf Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 320.210) eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.– erhoben wird, zu Lasten des Beschwerdeführers gehen (Art. 106 ZPO),
– dass schliesslich dem Antrag auf Aussetzung der Zustellung von fristgebundenen Sendungen in der Zeit vom 28. November 2011 bis zum 30. April 2012 nicht entsprochen werden kann, zumal derjenige, der ein Rechtsmittelverfahren anhängig macht, nach Treu und Glauben verpflichtet ist, dafür zu sorgen, dass ihm Entscheide, welche das Verfahren betreffen, zugestellt werden können (vgl. BGE 130 III 396 E. 1.2.3),
– dass dieser prozessualen Pflicht mit der blossen Mitteilung einer Abwesenheit von mehr als fünf Monaten offensichtlich nicht Genüge getan wird,
– dass bei einer derart langen Abwesenheit vielmehr erwartet werden darf, dass eine Drittperson mit der Überwachung der Post beauftragt wird, ansonsten das Rechtsmittelverfahren über Gebühr verzögert würde,
– dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.000) in einzelrichterlicher Kompetenz ergeht,
Seite 10 — 10
erkannt
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'000.– gehen zu Lasten des Beschwerdeführers.
3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.
4. Mitteilung an:

## Considerations