# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c12be8f-08c2-4e6f-9d9e-6cb1c7e947ed
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

sich verwirklichte Sachverhalt massgebend sei. Eine BEFAS sei vorliegend
nicht angezeigt, ebensowenig seien weitere Beweisvorkehren erforderlich.
6. Mit Schreiben vom 26. Januar 2012 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine
Replik.
7. Am 9. Februar 2012 reichte der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht
ergänzend einen Bericht des Kantonsspitals Graubünden vom 1. Februar 2012
ein, in welchem eine schwergradige obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert
wurde.
8. Mit Schreiben vom 15. Februar 2012 verzichtete die IV-Stelle auf die
Einreichung einer Stellungnahme.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 9. Dezember 2011. Streitig und zu prüfen ist, ob
die IV-Stelle zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneinte.
2. Vorab ist festzustellen, dass nach ständiger Rechtsprechung das
Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen
in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des
Verfügungserlasses gegeben war (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen).
Demnach kann in diesem Verfahren nur der Sachverhalt bis zum Erlass der
Verfügung vom 9. Dezember 2011 berücksichtigt werden. Der
Beschwerdeführer brachte in der Beschwerdeschrift vor, dass er wegen
psychischen Beschwerden bei Dr. med. ... in Behandlung stehe. Diese
Aussage findet in den Akten keine Grundlage und die Beschwerden boten
offenbar erst nach Verfügungserlass Anlass zur Behandlung. Diese neu geltend
gemachten und neu aufgetretenen Beschwerden können folglich im
vorliegenden Verfahren nicht mehr geltend gemacht werden. Dasselbe gilt für
die am 1. Februar 2012 vom Kantonsspital Graubünden diagnostizierte
Schlafapnoe.
3. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] in Verbindung mit Art. 8 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]). Die versicherte Person hat bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe
Rente, ab 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente
(Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die Bemessung der
Invalidität aufgrund eines Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). In der Regel erfolgt der
Einkommensvergleich in der Weise, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau bestimmt und einander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad ermitteln lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2 S. 349, 128 V 29 E. 1
S. 30). Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es primär auf die
wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische
Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11 E. 1a S. 48 f., 1982 Nr. 80 S. 170).
Ohne verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen ist es jedoch nicht
möglich, die Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) zu bestimmen.
b) Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist die Verwaltung
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen Ärzte
oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe
der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
und Befunde sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet
werden können (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 115 V 133 E. 2 S. 134, 114 V 310
E. 3c S. 314 f., 105 V 156 E. 1 S. 158 f.; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts I 640/02 vom 6. Mai 2003, E. 2.1). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Somit ist grundsätzlich weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten
ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). In Bezug
auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit Hinweisen).
4. a) Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit seinem Herzinfarkt im Jahre
1994 zunehmend und vordergründig an Herzproblemen leidet, welche
schliesslich auch Auslöser für die IV-Anmeldung waren. Unbestritten ist
ebenfalls, dass er seit einiger Zeit an Rückenproblemen leidet. Es bleibt in
diesem Verfahren aber zu prüfen, ob die Vorinstanz die Auswirkungen dieser
Rückenprobleme auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers richtig
eingestuft hat oder hier weitere Abklärungen notwendig sind.
b) Die IV-Stelle stellte in ihrer Verfügung vom 9. Dezember 2011 bezüglich der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf den RAD-Bericht vom 1. März 2011
ab, welcher sich insbesondere auf den Arztbericht von PD Dr. med. ... vom 16.
Februar 2011 stützte. Dieser hat die medizinische Untersuchung als leitender
Arzt Kardiologie und Facharzt für Innere Medizin durchgeführt, womit er die
fachlichen Voraussetzungen für eine solche Untersuchung zweifelslos erfüllt. Er
stellte beim Beschwerdeführer fest, dass dieser an einer koronaren
Eingefässerkrankung mit chronischem Verschluss des proximalen RIVA leide.
Ebenfalls bestehe eine linksventrikuläre Pumpfunktion angiographisch
mittelschwer eingeschränkt. Zudem leide der Beschwerdeführer an arterieller
Hypertonie, Hyperlipidämie, Adipositas und Nikotinabusus. Aus der
kardiologischen Untersuchung vom 3. Dezember 2010 resultierte, dass der
Beschwerdeführer an einer eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit
von 71 % leide, da die linksventrikuläre Pumpfunktion mittelschwer
beeinträchtigt sei. Ebenfalls war PD Dr. med. ... gemäss dem Bericht des
Kantonsspitals vom 14. Dezember 2010 bekannt, dass beim Beschwerdeführer
eine persistierende Diskushernie L5/S1 bestehe. Aus diesen Befunden, den
eigenen Untersuchungen und in Kenntnis der Vorakten, stellte er fest, dass der
Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Maurer, welche er bis
zum 31. Oktober 2010 ausgeführt hatte, nicht mehr eingesetzt werden könne.
Eine Tätigkeit ohne schwere körperliche Belastung (= Tragen von Lasten < 20
kg) im Umfang von 100 % könne ihm jedoch ab sofort zugemutet werden. Dies
etwa in einer adaptierten Tätigkeit, welche rein „sitzend“, rein „stehend“ oder
wechselbelastend vorgenommen werden könne.
c) Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor, dass PD Dr. med. ... das wirkliche
Ausmass seines Rückenleidens (initiale lumbale Diskopathie distal L2,
linksseitige laterale Diskushernie L4/5, kleine linksseitige laterale Diskushernie
L5/S1), welches sich aus den MRIs vom 11. Juli 2007 (Dr. med. Fehr) und 26.
Februar 2009 (Dr. med. Marugg) ergebe, nicht bekannt gewesen sei. Eine volle
adaptierte Tätigkeit könne aus seinem Arztbericht nicht abgeleitet werden. Dies
müsse durch ein BEFAS erfolgen.
Bezüglich des Rückenleidens, welches PD Dr. med. ... angeblich nicht im Detail
bekannt gewesen sei, kann folgendes gesagt werden: PD Dr. med. ... wusste,
dass der Beschwerdeführer bis Ende Oktober 2010 zu 100 % als Maurer tätig
war und ihm rezessionsbedingt gekündigt wurde. Die kardiologische
Untersuchung fand im Dezember 2010 statt. Demnach ist es nachvollziehbar,
dass PD Dr. med. ... dem Beschwerdeführer infolge der Herzprobleme eine
Tätigkeit als Maurer untersagte. Es ist ebenfalls nachvollziehbar, dass
bezüglich der Rückenbeschwerden keine weiteren Abklärungen vorgenommen
wurden. Dem Beschwerdeführer war es nämlich nachweislich bis Ende Oktober
2010 möglich, trotz seines Rückenleidens als Maurer zu arbeiten. Dies wäre
ihm aber nicht möglich gewesen, wenn sein Rückenleiden so stark gewesen
wäre, als dass es eine Arbeit als Maurer nicht zuliesse. Demnach ist es richtig
und nachvollziehbar, wenn PD Dr. med. ... dem Beschwerdeführer infolge der
Herzprobleme die Arbeit als Maurer untersagt und davon ausgeht, dass er trotz
dem ihm bekannten Rückenleiden einer leichten bis mittelschweren adaptierten
Tätigkeit zu 100 % nachgehen kann. Ebenfalls führte der Hausarzt des
Beschwerdeführers, Dr. med. ..., in seinem Arztbericht vom 5. Februar 2011
das chronisches lumboradikuläre Schmerzsyndrom L5/S1 bei den Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf, hielt aber selber fest, dass der
Beschwerdeführer infolge der Herzsuffizient schwergradig als Maurer
eingeschränkt sei.
Der Beschwerdeführer blendete beim Vorbringen, dass seine Rückenprobleme,
welche nachweislich seit 2007 vorliegen, nicht berücksichtigt wurden, aus, dass
er trotz dem lumboradikulären Schmerzsyndrom tatsächlich einer schweren
körperlichen Arbeit als Maurer nachgegangen ist. Erst wegen den
Herzproblemen erfolgte eine Krankschreibung durch den Hausarzt. Der
Beschwerdeführer zeigte denn auch nicht wie von der IV-Stelle richtig
festgestellt auf, inwiefern im Gegensatz zur Zeit vor Ende Oktober 2010, als
sich das lumboradikuläre Schmerzsyndrom nicht einmal auf die angestammte,
schwere Tätigkeit als Maurer auswirkte, sich dasselbe lumboradikuläre
Schmerzsyndrom heute auf eine adaptierte Tätigkeit auswirken sollte.
d) Nach dem Gesagten muss somit festgestellt werden, dass sich die Vorinstanz
bezüglich der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf den Arztberichts von PD Dr. med. ...
und den Bericht des RAD verlassen konnte. Es sind folglich keine weiteren
diesbezüglichen medizinischen Untersuchungen angezeigt. Auf eine BEFAS
kann somit verzichtet werden. Die IV-Stelle ging bei der Berechnung der Rente
somit zu Recht von einer adaptierten Tätigkeit im Rahmen von 100 % aus,
womit dem Beschwerdeführer zu Recht keine Rente zugesprochen wurde.
5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung von
Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend erscheint ein
Kostenansatz von Fr. 700.-- angemessen. Entsprechend dem Ausgang des
Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.