# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c7978b4-0e03-4383-8f1f-9663933a5272
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. (geb. 1967) stammt aus Serbien. Im Jahr 1981 reiste sie in die Schweiz ein, wo
sie inzwischen niederlassungsberechtigt ist. Von 1993 bis zur Scheidung im Jahr 2010
war sie mit K.M. verheiratet. Aus dieser Beziehung gingen die Kinder S.M. (geb. 1993)
und O.M. (geb. 2000) hervor. Der noch minderjährige O.M. lebt heute bei seiner Mutter,
die auch das Sorgerecht ausübt. A.Y. wird derzeit durch finanzielle Sozialhilfe
unterstützt; der Schuldsaldo betrug per 28. Dezember 2015 Fr. 67‘943.05.
B. Am 16. November 2015 heiratete A.Y. in Z. ihren Landsmann B.X. (geb. 1971). Am
20. November 2016 stellte sie ein Gesuch um Familiennachzug für ihren Ehemann.
Dieser war von 1989 bis 2001 bereits einmal niederlassungsberechtigt gewesen. Mit
seiner damaligen Ehefrau, mit der er vom Oktober 1990 bis Februar 2010 verheiratet
war, hatte er in der Schweiz eine Familie gegründet. Mit Urteil des Kantonsgerichtes
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St. Gallen vom 11. Januar 2000 wurde B.X. des mehrfachen qualifizierten Raubes, der
mehrfachen räuberischen Erpressung, der mehrfachen Freiheitsberaubung, der
Nötigung, der mehrfachen Drohung, des mehrfachen und teils versuchten Diebstahls,
der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs etc. schuldig
erklärt und zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Zudem wurde eine unbedingte
Landesverweisung von fünf Jahren ausgesprochen, deren Vollzug am 20. Januar 2004
probeweise aufgeschoben wurde. In der Folge wies ihn das Migrationsamt Luzern am
8. Juni 2001 auf unbestimmte Dauer aus der Schweiz aus. Die ausländerrechtlichen
Fernhaltemassnahmen wurden nach der Haftentlassung am 2. Februar 2004 durch
Ausschaffung nach Belgrad vollzogen. Die Einreisesperre wurde am 5. Januar 2015
aufgehoben.
C. Mit Schreiben vom 9. Februar 2016 stellte das Migrationsamt des Kantons
St. Gallen A.Y. die Abweisung ihres Familiennachzugsgesuches in Aussicht und
gewährte ihr das rechtliche Gehör. Dass kein Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung bestehe, begründete das Migrationsamt mit dem Vorliegen von
Widerrufsgründen. B.X. habe in der Vergangenheit in strafrechtlicher Hinsicht zu
schweren Klagen Anlass gegeben und sei seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
ordnungsgemäss nachgekommen. Überdies beziehe A.Y. als Gesuchstellerin
Sozialhilfe und sei nicht in der Lage, für sich und ihren Ehemann finanziell
aufzukommen. Die Gesuchsabweisung sei verhältnismässig, zumal angesichts der
Schwere der begangenen Straftaten auch heute noch ein erhebliches öffentliches
Interesse an der Fernhaltung von B.X. bestehe. Selbst ein geringes Rückfallrisiko
müsse bei den damals betroffenen wichtigen Rechtsgütern nicht in Kauf genommen
werden. Als in der Schweiz niedergelassene Ehefrau habe ihr im Zeitpunkt der
Eheschliessung bewusst sein müssen, dass sie ihre Ehe allenfalls nicht hier werde
leben können. An dieser Auffassung hielt das Migrationsamt nach Eingang einer
Stellungnahme des Rechtsvertreters von A.Y. fest und verweigerte den
Familiennachzug mit Verfügung vom 3. Mai 2016. Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den gegen diese Verfügung von A.Y. am 23. Mai 2016
erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 24. März 2017 ab.
D. A.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 30. März 2017 zugestellten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe
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vom 26. April 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge, eventualiter unter Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und -verbeiständung, sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und
das Migrationsamt anzuweisen, B.X. die Aufenthaltsbewilligung mit Berechtigung zur
Erwerbstätigkeit im Familiennachzug zu erteilen.
Das Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) verwies mit Vernehmlassung vom

## Considerations

2. Mai 2017 auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. Mit Verfügung vom 19. Juli 2017 entsprach der
zuständige Abteilungspräsident dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung und bestimmte Rechtsanwalt
Robert P. Gehring, Frauenfeld, zu ihrem Rechtsvertreter. Der Rechtsvertreter nahm mit
Eingabe vom 14. August 2017 Kenntnis von der Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege mit Verbeiständung und ergänzte seine Vorbringen. Die Eingabe wurde
der Vorinstanz am 15. August 2017 zur Kenntnis gebracht.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Vorbringen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird – soweit
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführerin beantragte ihre förmliche Befragung zu sämtlichen
Aspekten des Sachverhaltes, die förmliche Befragung ihres Ehemannes zu sämtlichen
Aspekten des Sachverhaltes und insbesondere zum persönlichen Verhalten während
der Abwesenheit im Ausland und zur beabsichtigen Berufstätigkeit sowie die förmliche
Befragung der Geschäftsführung der Q. GmbH zum Zustandekommen und zum Inhalt
sowie zur Glaubwürdigkeit des Anstellungsvertrages vom 18. Februar 2016 (act. 1/
S. 2). Auf die beantragten förmlichen Befragungen kann verzichtet werden, da sich die
vorliegend entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse aus den dem Gericht
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vorliegenden Verfahrensakten ergeben (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGE
141 I 60 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.3).
3.
3.1. Der Nachzug ausländischer Familienangehöriger von Personen mit
Niederlassungsbewilligung wird durch Art. 43 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, AuG) geregelt. Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG
hat der ausländische Ehegatte einer niedergelassenen Ausländerin Anspruch auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn er mit dieser
zusammenwohnt. Nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG erlischt dieser Anspruch, wenn
Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Ein derartiger Widerrufsgrund ist
gegeben, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu
einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG;
BGE 137 II 297 E. 2.1 und 135 II 377 E. 4.2 und 4.5).
Aus den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen und den Akten geht hervor, dass
der Ehemann der Beschwerdeführerin während seiner jahrelangen Anwesenheit in der
Schweiz mehrfach deliktisch in Erscheinung getreten und hierfür rechtskräftig verurteilt
worden ist. So wurde er namentlich im Jahr 1994 zu einer Gefängnisstrafe von 15
Monaten und zuletzt im Jahr 2000 zu einer Zuchthausstrafe von 3 1⁄2 Jahren verurteilt.
Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. b AuG erfüllt und der Anspruch auf
Familiennachzug nach Art. 43 Abs. 1 AuG bereits daher erloschen.
3.2. Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG bejaht das Vorliegen eines Widerrufsgrundes ferner dann,
wenn die ausländische Person oder eine Person, für die sie zu sorgen hat, auf
Sozialhilfe angewiesen ist. Ausgehend vom Umstand, dass die Beschwerdeführerin
vom Sozialamt Z. Sozialhilfe bezieht (Saldo per 28. Dezember 2015: CHF 67‘943.05),
und der Ehemann selbst mit seinem voraussichtlichen und unbestritten gebliebenen
Einkommen von monatlich netto CHF 2‘975 den berechneten und ebenfalls
unbestritten gebliebenen Lebensbedarf von CHF 4800.65 nicht vollumfänglich
abzudecken vermöchte, kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass eine konkrete Gefahr
einer (weiteren) erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit bei Gewährung des
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Familiennachzugs bestehen würde. Sie erachtet daher auch den Widerrufsgrund nach
Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG als erfüllt.
Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, dem Ehemann sei gemäss
eingereichtem Anstellungsvorvertrag eine Arbeitsstelle zugesichert worden, aufgrund
derer er dadurch massgeblich zu ihrem Lebensaufwand und jenem des Sohnes
beitragen könne. Dergestalt würde die Sozialhilfe entlastet. Es gehe jedoch zu weit,
vom Ehemann zu verlangen, er müsse den gesamten Lebensaufwand der bereits in der
Schweiz lebenden Familienangehörigen abdecken können. Es müsse genügen, wenn
sichergestellt sei, dass durch ihn und seinen Aufenthalt in der Schweiz kein
zusätzlicher Sozialhilfeaufwand entstehen werde.
Vorliegend kann offengelassen werden, ob auch der (selbständige) Widerrufsgrund im
Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. e AuG erfüllt ist, da bereits durch die aktenkundigen,
strafrechtlichen Verurteilungen des Ehemannes ein den Anspruch auf Familiennachzug
ausschliessender Widerrufsgrund (i.c. nach Art. 62 lit. b AuG) gegeben ist.
Berücksichtigung findet die aktenkundige Sozialhilfeabhängigkeit der
Beschwerdeführerin indessen im Rahmen der nachfolgenden
Verhältnismässigkeitsprüfung (E. 5).
4.
4.1. Eine strafrechtliche Verurteilung verunmöglicht die Erteilung einer (neuen)
Aufenthaltsbewilligung nicht zwingend ein für alle Mal. Soweit die ausländische Person,
gegen die Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen ergriffen wurden, nach wie vor
einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung besitzt und es den
hier anwesenden nahen Angehörigen nicht zumutbar ist, ihr ins Heimatland zu folgen
und das Familienleben dort zu pflegen, kann eine Neubeurteilung angezeigt sein, wenn
sie sich seit der Verurteilung bzw. Strafverbüssung bewährt und über eine
angemessene Dauer in der Heimat klaglos verhalten hat, sodass eine Integration in die
hiesigen Verhältnisse absehbar und eine allfällige Rückfallgefahr vernachlässigbar
erscheint (vgl. BGE 130 II 493 E. 5; BGer 2C_995/2014 vom 11. November 2014 E. 3.3;
2C_714/2014 vom 15. Mai 2015 E. 3.3). Das öffentliche Interesse an der
Gefahrenabwehr verliert an Bedeutung, soweit die Entfernungsmassnahme gegen den
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Fehlbaren ergriffen, durchgesetzt und für eine der Schwere der Tat angemessene
Zeitdauer aufrechterhalten wurde (BGer 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3.3). Ein
Anspruch auf eine erneute Prüfung besteht allerdings nur, wenn der Betroffene die
Schweiz tatsächlich verlassen hat, nachdem der Widerruf seiner Bewilligung oder
deren Nichtverlängerung in Rechtskraft erwachsen ist (BGer 2C_424/2015 vom
1. Dezember 2015 E. 2.3 in fine mit Hinweisen). Das Bundesgericht knüpft für den
Zeitpunkt der Neubeurteilung an die Regelung zur Dauer des Einreiseverbotes in
Art. 67 Abs. 3 AuG an. Praxisgemäss sei es angezeigt, den Anspruch auf
Familiennachzug nach einer fünfjährigen Bewährung im Heimatstaat neu zu prüfen
(BGer 2C_1224/2013 vom 12. Dezember 2014 E. 5.1.2; 2C_1170/2012 vom 24. Mai
2013 E. 3.4).
4.2. Im Lichte der zitierten Rechtsprechung betrachtet ist unbestritten, dass ein
Anspruch auf Neubeurteilung vorliegend grundsätzlich besteht. Ein Anspruch auf
Neubeurteilung nach fünf Jahren Landesabwesenheit bedeutet indessen nicht, dass
die früheren, schweren Straftaten durch den Zeitablauf bereits derart an Gewicht
verloren haben, dass sie gänzlich ausser Betracht fallen dürften und der Anspruch auf
Familiennachzug ohne weiteres wieder aufleben würde. Vielmehr ist auch bei der
späteren materiellen Beurteilung eine umfassende Güterabwägung vorzunehmen (vgl.
dazu E. 5). Der Zeitpunkt, ab dem die früheren Straftaten als Erlöschensgründe nach
Art. 51 AuG dahinfallen und für sich alleine den Ansprüchen nach Art. 43 AuG nicht
mehr weiter entgegenstehen, ist aufgrund einer Einzelfallbeurteilung zu bestimmen,
wobei bei der Beurteilung des individuellen Rückfallrisikos nach Art und Ausmass der
möglichen Rechtsgutverletzungen zu differenzieren ist. Je schwerwiegender die
möglichen Rechtsgüterverletzungen, desto weniger muss eine Rückfallgefahr in Kauf
genommen werden. Je weiter die Straftaten der ausländischen Person zurückliegen,
umso eher lässt sich ihr wieder Vertrauen entgegenbringen und kann sich die Annahme
rechtfertigen, dass inskünftig von Deliktsfreiheit auszugehen ist (zum Ganzen vgl. BGer
2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 5 mit Hinweisen). Der Zeitablauf, verbunden mit
Deliktsfreiheit, ist beim bewilligungsrechtlichen Entscheid von herausragender
Bedeutung. Generalpräventive Überlegungen allein können den Aufenthalt nicht auf
Dauer einschränken (BGer 2C_519/2014 vom 15. Januar 2015 E. 3.7 mit Hinweis u.a.
auf die Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK, namentlich auf die Fälle Udeh gegen die
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Schweiz vom 16. April 2013 [Nr. 12020/09] § 46 ff. und A.W. Khan gegen das
Vereinigte Königreich vom 12. Januar 2010 [Nr. 47486/06] § 41).
5.
5.1. Die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug wegen des
Vorliegens von Erlöschensgründen nach Art. 51 AuG muss verhältnismässig sein
(Art. 96 AuG; BGer 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 3.2). Es ist eine umfassende
Güterabwägung vorzunehmen, wobei die privaten Interessen des betroffenen
Ausländers gegen das durch Zeitablauf verringerte öffentliche Fernhalteinteresse
abzuwägen sind. Im Zusammenhang mit einem Strafurteil fallen namentlich die
Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat
vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem Zeitraum, der
Grad seiner Integration beziehungsweise die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie
die ihm und seiner Familie, d.h. seinem Ehegatten oder seinen minderjährigen Kindern,
welche im gemeinsamen Haushalt leben (vgl. BGer 2C_84/2014 vom 8. Januar 2015
E. 5.2.1 mit Hinweisen), drohenden Nachteile ins Gewicht. Vorliegend sind auch die aus
Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) und Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) abzuleitenden Ansprüche zu berücksichtigen, weil
B.X. mit der niederlassungsberechtigten Beschwerdeführerin verheiratet ist. Diese
Bestimmungen garantieren zwar kein Recht auf Aufenthalt in einem bestimmten Staat.
Es kann aber die entsprechenden Garantien verletzen, wenn einem Ausländer, dessen
Familienangehörige hier leben und in der Schweiz über ein gefestigtes
Anwesenheitsrecht verfügen, die Anwesenheit untersagt und damit das Familienleben
vereitelt wird (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; 135 I 153 E. 2.1; 130 II 281 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das in Art. 8 EMRK beziehungsweise Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn
eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und
tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt
anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser ohne
Schwierigkeiten möglich beziehungsweise von vornherein zuzumuten wäre, das
Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 139 I 330 E. 2.1 mit Hinweisen und 135 I 153
E. 2.1; vgl. auch VerwGE B 2013/247 vom 24. März 2015 E. 2.1, www.gerichte.sg.ch).
Der Anspruch gilt indessen nicht absolut: Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -
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verweigernde Massnahme im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK,
erweist sich diese als zulässig, falls sie gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen
Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK dient und zu dessen Realisierung in einer
demokratischen Gesellschaft «notwendig» ist. Konvention und Bundesverfassung
verlangen, dass die individuellen Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des
Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung
gegeneinander abgewogen werden. Das öffentliche Interesse überwiegt, wenn die
Massnahme durch ein «herausragendes soziales Bedürfnis» gerechtfertigt ist und in
Bezug auf das rechtmässig verfolgte Ziel verhältnismässig erscheint bzw. einer «fairen»
Interessenabwägung entspricht (BGE 139 I 330 E. 2.1 f. mit Hinweisen).
5.2.
5.2.1. Die Vorinstanz hat sich ausführlich zur strafrechtlichen Vergangenheit von B.X.
geäussert. Sie hielt im Wesentlichen fest, dass er zwischen 1994 und 1998
insbesondere aus Geldmangel – und trotz Erwerbstätigkeit – mehrmals straffällig
geworden sei. Das ausländerrechtliche Verschulden des Ehemannes bewertete sie in
Anbetracht der begangenen Straftaten (Häufigkeit und Schwere) als schwer. Sodann
wies sie auf die Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführerin und den Umstand hin,
dass das (voraussichtliche) Erwerbseinkommen des Ehemanns den berechneten
Lebensbedarf der Familie nicht vollumfänglich zu decken vermöge. Es bestehe somit in
Anbetracht der schwierigen finanziellen Verhältnisse bei Gewährung des
Familiennachzugs die Gefahr, dass der Ehemann aus rein finanziellen Gründen erneut
Delikte, insbesondere auch wieder Gewaltdelikte (Raub), begehen werde. Vor diesem
Hintergrund kam die Vorinstanz zum Schluss, dass ein erhebliches öffentliches
(finanzielles und sicherheitspolitisches) Interesse an der Verweigerung des
Familiennachzugs für den Ehemann bestehe. Die Gewährung des Nachzugs führe
insbesondere auch zu einer Gefahr für die öffentliches Sicherheit und Ordnung. Bei
Gewaltdelikten, zu denen Raub gehöre, sei aber selbst ein relativ geringes
Rückfallrisiko nicht hinzunehmen.
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass seit den ins Gewicht
fallenden Straftaten (1998) in der Zwischenzeit bereits 19 Jahre und seit der letzten
Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe mehr als 16 Jahre (Strafurteil des Kantonsgerichtes
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St. Gallen vom 11. Januar 2000) vergangen seien. Seither sei ihr Ehemann aktenkundig
nicht mehr straffällig geworden, was sich insbesondere aus dem Strafregisterauszug
vom 17. November 2015 ergebe. Sie verweist ferner auf BGer 2C_817/2012 und
2C_1170/2012, woraus sie im Wesentlichen ableitet, dass vorliegend von einer
Bewährungszeit von maximal 10 Jahren auszugehen sei. B.X. sei zugute zu halten,
dass er im Zeitpunkt der Straftaten noch ein junger Erwachsener gewesen und in der
Zwischenzeit zu einer gefestigten Persönlichkeit gereift sei. Seine Läuterung sollen
auch die mit ihm befassten Behörden erkannt haben, weshalb sie ihn entsprechend
früher aus dem Strafvollzug entlassen und die strafrechtliche Landesverweisung
probeweise aufgeschoben hätten. Ferner weist sie daraufhin, dass das Bundesamt für
Migration das Einreiseverbot ihres Ehemannes aufgrund der von ihm gezeigten
positiven Entwicklung bedingungslos aufgehoben habe. Vor diesem Hintergrund
gelangt sie zum Schluss, dass die früheren Strafen beziehungsweise Verurteilungen
nicht mehr als Rechtfertigung für die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung
herhalten können.
5.2.2. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung ist bei der
Prüfung der Verhältnismässigkeit der Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung nicht
schematisch auf eine feste Dauer des Wohlverhaltens, sondern auf die Umstände des
Einzelfalls abzustellen (vgl. BGer 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.2 mit
Hinweisen). Allein aus dem Umstand, dass die strafrechtlichen Verurteilungen bereits
mehr als 10 Jahren zurückliegen, kann die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
Gutheissung ihres Gesuches um Familiennachzug ableiten. Das Bundesgericht hat es
stets abgelehnt, zur Frage, nach welcher Zeitspanne ein Wohlverhalten bei der
Verhältnismässigkeitsprüfung von Widerrufsentscheiden positiv ins Gewicht fällt, einen
festen Richtwert festzulegen oder einen solchen zu bestätigen (BGer 2C_28/2014 vom
21. Juli 2014 E. 6.6.2). Insofern zielen die Hinweise auf einzelne Entscheide des
Bundesgerichts ins Leere.
5.2.3. Vorliegend ist beim Ehemann angesichts der Freiheitsstrafen von insgesamt fünf
Jahren und acht Monaten sowie der im Strafurteil angeordneten Landesverweisung von
einem erheblichen Verschulden auszugehen. Ins Gewicht fällt dabei auch, dass er sich
trotz früheren Verwarnungen und Verurteilungen nicht von der Verübung weiterer
Delikte abhalten liess. Dies zeugt letztlich von einer ausgeprägten Geringschätzung
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gegenüber der schweizerischen Rechtsordnung. Die den Verurteilungen zugrunde
liegenden Delikte, insbesondere der Raub, bei welchem er eine geladene Waffe gegen
eines der Opfer gehalten hat (act. 6/231 und 240), wiegen ausländerrechtlich schwer.
Daher ist der Vorinstanz denn auch Recht zu geben, dass gerade bei Gewaltdelikten
wie Raub selbst ein geringes Rückfallrisiko nicht hinzunehmen ist. Dasselbe muss im
Übrigen insbesondere auch bei räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung sowie der
Widerhandlung gegen die Verordnung über den Erwerb und Tragen von Schusswaffen
durch jugoslawische Staatsangehörige gelten, wozu der Ehemann im Jahr 2000 unter
anderem verurteilt wurde. Ein gewisses - und mit Blick auf die zur Beurteilung
stehenden Fragen relevantes - Rückfallrisiko kann daher vorliegend nicht verneint
werden. Ferner erscheint insbesondere auch die finanzielle Situation der Gesamtfamilie
trotz einer möglichen Anstellung des Ehemannes nicht hinreichend gesichert. Wie
bereits die Vorinstanz ausführlich dargelegt hat (act. 2, E. 3cc/b), kann der
Lebensunterhalt mit dem voraussichtlichen Einkommen des Ehemannes und den
Kinderalimenten für den Sohn der Beschwerdeführerin bei Weitem nicht vollumfänglich
gedeckt werden. Es besteht mithin eine weitere, anhaltende und erhebliche
Sozialhilfeabhängigkeit auch bei Familiennachzug. Selbst wenn der Ehemann den
Familienbedarf mit seinem allenfalls zu erwarteten Einkommen decken könnte, müsste
die Familie dennoch mit einem sehr knappen Budget durchkommen. Dies wäre auch
daher problematisch, weil der Ehemann bekanntermassen in der Vergangenheit infolge
finanziellen Engpässen wiederholt und massiv straffällig geworden ist. Es besteht damit
die Gefahr, dass der Ehemann erneut zu illegalen Mitteln greifen könnte, um die
schlechte oder doch zumindest äusserst angespannte finanzielle Situation der Familie
zu verbessern.
5.2.4. Was die Bewährung des Ehemannes anbelangt, so kann diese bereits daher
nicht zuverlässig in positivem Sinne beurteilt werden, weil dem Gericht lediglich eine
Bescheinigung des serbischen Ministeriums für innere Angelegenheit vorliegt, des
Inhalts, dass der Ehemann in der Republik Serbien nicht verurteilt worden sei (act.
6/17). Weitere Belege, insbesondere auch Belege hinsichtlich der beruflichen oder
finanziellen Bewährung des Ehemannes, wurden nicht vorgelegt, obschon der
Beschwerdeführerin eine entsprechende Obliegenheit zukommt und auch zuzumuten
gewesen wäre (Art. 90 AuG; vgl. BGer 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 4.2 mit
Hinweisen). Hinsichtlich der Bewährung des Ehemannes negativ zu berücksichtigen ist
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sodann sein illegaler Aufenthalt unter falscher Identität in Deutschland im Jahr 2009.
Daran ändert auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts, es sei zu keiner
strafrechtlichen Verurteilung gekommen. Mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass
selbst wenn der damalige Aufenthalt unter falscher Identität in strafrechtlicher Hinsicht
keinen schwerer Tatbestand darzustellen vermag, dies von einer über einen längeren
Zeitraum an den Tag gelegten Geringschätzung und Gleichgültigkeit gegenüber den
betroffenen Rechtsordnungen durch den Ehemann zeugt, die ausländerrechtlich
durchaus von Bedeutung ist und in die Beurteilung einfliessen muss. Über die weiteren
Lebensumstände des Beschwerdeführers in seinem Heimatland Serbien, insbesondere
seine konkrete wirtschaftliche und soziale Integration in den vergangenen Jahren
lassen sich den Akten keinerlei Hinweise entnehmen. Inwiefern sich der Ehemann an
die Rechtsordnung in der Schweiz hält und sich hier – insbesondere angesichts der
wirtschaftlichen Situation seiner Ehefrau – bewährt, kann im Übrigen nicht abgeschätzt
werden. Das Einreiseverbot wurde bekanntermassen erst 2015 aufgehoben (vgl. E.
4.2.5), womit sich der Ehemann noch nicht über eine lange Dauer in der Schweiz
aufhalten beziehungsweise bewähren konnte. Auch die Ehe zur Beschwerdeführerin
besteht erst seit Ende 2015; sowohl die familiäre als auch die (knappe) finanzielle
Situation können damit noch immer als relativ frisch bezeichnet werden. Insofern
besteht ein öffentliches Interesse, den Ehemann der Beschwerdeführerin zunächst im
Rahmen von weiteren Besuchen zwar in die Schweiz zu lassen und dabei seine
weiteren Bestrebungen i.S. Bewährung zu beobachten und deren Nachhaltigkeit zu
beurteilen.
Die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte bedingte Entlassung aus dem
Strafvollzug bildet bei der Verbüssung von Freiheitsstrafen die Regel und deren
Verweigerung die Ausnahme (vgl. Art. 86 StGB; BGE 133 IV 201 E. 2.2). Selbst wenn
sich der Ehemann – abgesehen von vorübergehenden Flucht anfangs Strafvollzug – im
Strafvollzug wohlverhalten hat, kann dennoch nicht ohne weiteres auf eine nachhaltige
Läuterung geschlossen werden, aufgrund derer ihm ausländerrechtlich eine positive
Prognose gestellt werden könnte. Vielmehr fällt ins Gewicht, dass er sich - umgehend
nach dem Wegweisungsentscheid des Migrationsamtes Luzern vom 8. Juni 2001 -
bereits am 24. Juni 2001 dem weiteren Strafvollzug entzog und in seiner Heimat
Serbien untertauchte. Hinzu kommt, dass er sich 2009 nach Verbüssung seiner
mehrjährigen Haftstrafe sowie erfolgter Ausschaffung unter falscher Identität illegal in
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Deutschland aufgehalten hat. Dieses Verhalten lässt selbst einen unbefangenen
Betrachter wohl erheblich daran zweifeln, dass er aus dem Strafvollzug seine
notwendigen Lehren gezogen hat und nun bereit ist, sich vorbehaltlos an die hiesige
Rechtsordnung zu halten, wie dies von ihm ohne weiteres erwartet werden müsste.
5.2.5. Nichts zu ihren Gunsten ableiten vermag die Beschwerdeführerin aus der
Überlegung, das Bundesamt für Migration habe das Einreiseverbot am 5. Januar 2015
mit Einverständnis des Migrationsamts des Kantons Luzern bedingungslos
aufgehoben. Dieser Umstand vermag die Interessenabwägung bei der Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung nicht direkt beeinflussen (vgl. BVR 2015 S. 391 ff., S. 402, mit
Hinweis auf BGer 2C_36/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 3.4). Ein Einreiseverbot nach
Art. 67 AuG verunmöglicht der betroffenen Person – unter Vorbehalt von Art. 67
Abs. 5 AuG – jeglichen Aufenthalt in der Schweiz und wiegt daher schwerer als die
Nichterteilung einer Bewilligung für einen dauerhaften Aufenthalt. Abgesehen davon
kann es unter Umständen durchaus Sinn machen, einem vormals
aufenthaltsberechtigten Ausländer mit nahen Angehörigen in der Schweiz, welcher das
Land wegen einer strafrechtlichen Verurteilung zu verlassen hatte, durch den Verzicht
auf den Erlass eines Einreiseverbotes zunächst zu erlauben, sich ohne besondere
Erlaubnis lediglich im Rahmen von Besuchsaufenthalten von bis zu drei Monaten
bewilligungsfrei (Art. 10 Abs. 1 AuG) in der Schweiz aufzuhalten, und ihm erst im Falle
einer weiteren Bewährung und unter Berücksichtigung der dannzumaligen öffentlichen
Interessen den Aufenthalt allenfalls wieder dauerhaft zu ermöglichen (vgl. BGer
2C_36/2009 E. 3.4).
Das Gesagte gilt im Ergebnis auch für die von der Beschwerdeführerin ins Feld
geführte strafrechtliche Bestimmung, wonach gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für
maximal 15 Jahren eine Landesverweisung ausgesprochen werden kann. Auch die
strafrechtliche Landesverweisung beinhaltet das Verbot, während eines Zeitraums von
maximal 15 Jahren in die Schweiz zurückzukehren. Sie wiegt damit weit schwerer als
die strittige Verweigerung des von der Beschwerdeführerin angestrebten
Familiennachzugs für ihren Ehemann. Der Ablauf der 15-jährigen Frist bedeutet
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch nicht, dass nunmehr keine
Gefährdung von einem früheren Straftäter mehr ausgehen würde. Die potentielle
Gefährdung wird im Regelfall einzig nicht mehr als derart hoch eingeschätzt, dass die
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Weitergeltung eines gänzlichen Einreiseverbotes als geboten und notwendig erachtet
würde. Entsprechend kann die Beschwerdeführerin aus diesem Einwand nichts
zugunsten des von ihr geltend gemachten Anspruches auf Familiennachzug ableiten.
Zusammenfassend bestehen damit gewichtige öffentliche Interesse an der weiteren
Verweigerung des Familiennachzugs bzw. einer weiteren vorgängigen und nachhaltigen
Bewährung des Ehemannes der Beschwerdeführerin.
6. Die dargelegten gewichtigen öffentlichen Interessen an der weiteren Fernhaltung des
Ehemanns der Beschwerdeführerin sind den geltend gemachten privaten Interessen an
einem dauerhaften Verbleib desselben in der Schweiz gegenüberzustellen.
6.1. Das private Interesse der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes am
Familiennachzug liegt im Wesentlichen darin, ihre im November 2015 begründete
eheliche Gemeinschaft künftig gemeinsam in der Schweiz leben zu können. Sonstige
private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur beziehungsweise
entsprechende vertiefte soziale Beziehungen des Ehemannes im ausserfamiliären
Bereich in der Schweiz sind weder erstellt noch werden solche geltend gemacht (vgl.
dazu BGE 130 II 281 E. 3.2.1 und Zünd/Hugi Yar, Aufenthaltsbeendende Massnahmen
im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und
Familienlebens, EuGRZ 40/2013 S. 1 ff. N 35 ff. mit Hinweisen).
Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung des Ehemannes führt insofern zu einer
Trennung von der Beschwerdeführerin, als die Ehe derzeit und bis auf weiteres nicht
dauerhaft in der Schweiz gelebt werden kann. Nicht übersehen werden darf, dass die
Ehe unzweifelhaft im Wissen und in Kenntnis geschlossen wurde, dass der Ehemann
(noch) über keine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz verfügt. Ebenso musste den
Eheleuten bewusst gewesen sein, dass dem Ehemann – zumindest in naher Zukunft –
seitens der Schweizer Behörden keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, er
entsprechend nur besuchsweise in die Schweiz kommen und nur ein eingeschränktes
Familienleben möglich sein könnte. Dies insbesondere aufgrund der verschiedenen
strafrechtlichen Verurteilungen und langjährigen Gefängnisaufenthalte des Ehemannes.
Die Eheleute haben demnach in bewusster Inkaufnahme des Verzichts auf ein
gemeinsames Eheleben in der Schweiz geheiratet, weshalb sie diese Konsequenzen
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nunmehr grundsätzlich selber zu tragen haben. Besondere Umstände, um die
Anwesenheit des Ehemannes gestützt auf Art. 8 EMRK zu bewilligen oder wenigstens
zu dulden, sind nicht ersichtlich. Nachdem gegenüber dem Ehemann keine
Einreisesperre mehr besteht, kann das Eheleben mit Blick auf die nicht unüberwindbare
räumliche Distanz zwischen den beiden Ländern bis auf weiteres in zumutbarer Weise
im Rahmen gegenseitiger Besuchsaufenthalte sowie mittels der vielfältigen modernen
Kommunikationsmitteln gelebt und gepflegt werden. Es obliegt dem Ehemann, sein
Wohlverhalten – insbesondere unter der noch eher frischen ehelichen Gemeinschaft,
aber auch der dargelegten angespannten finanziellen Situation – in der Schweiz im
Rahmen der geschilderten Möglichkeiten unter Beweis zu stellen, damit es sich im
Rahmen eines allfälligen künftigen Wiederzulassungsverfahrens positive Wirkungen
zeitigen kann.
6.2. Nach dem Gesagten stehen dem gewichtigen öffentlichen Interesse an der
Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung keine wenigstens gleich oder gar höher zu
gewichtenden privaten Interessen gegenüber. Damit erweist sich die weitere
Verweigerung des Familiennachzugs als verhältnismässig. Die Beschwerde erweist sich
daher als unbegründet. Sollte die anspruchsbegründende eheliche Gemeinschaft
fortbestehen und sich der Ehemann sowohl in seiner Heimat, als auch insbesondere
während seinen Besuchsaufenthalten in der Schweiz weiter bewähren, bleibt es ihm
beziehungsweise der Beschwerdeführerin unbenommen, zu einem späteren Zeitpunkt
ein neues Gesuch um Familiennachzug zu stellen. In Anbetracht sämtlicher Umstände
erscheint eine Bewährungszeit von weiteren zwei Jahren ab Rechtskraft des
vorliegenden Entscheides des Verwaltungsgerichts (B 2017/78) als sinnvoll, bevor
erneut ein Antrag um Familiennachzug gestellt werden kann. Die Beschwerde ist
demnach abzuweisen.
7. (...).