# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b1b46f8d-7b4c-49a0-931d-818f78a7ff34
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
war seit 1997 als selbständige Rechtsanwältin tätig (Urk.
8/3/4
).
Mit dem auf den
2
0.
Dezember 2014
datierten Formular
meldete
sie
sich
unter Hinweis auf
eine psychische Problematik
, welche
seit dem 1
4.
Juli 2014 ihre Arbeitsfähigkeit schwankend zwischen 50
% und 100
%
einschränke, bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk. 8/3
). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des
in
volvierten
Krankentaggeldversicherers (
Urk. 8/9, Urk. 8/23, Urk. 8/31, Urk. 8
/36) und Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte bei (
vgl. Urk. 8
/54
/
2
). Nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk. 8
/55-59) verneinte sie mit Verfügung vom 2
1.
September 2017 das Bestehen eines Leistungsanspruchs (
Urk. 8/60
). Die von der Versicherten dagegen
erhobene Beschwerde
(Urk. 8/63
) wurde mit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2017.01152
vom 31. Oktober 2018 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben
und die Sache zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 8/66).
1.2
In der Folge
holte
die IV-Stelle
zunächst Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 8/76-80, Urk. 8/84-87)
und liess
die Versicherte
anschliessend
in der Gutachtenstelle
Y._
interdisziplinär (orthopädisch, neurologisch, neu
ropsychologisch, allgemeinmedizinisch und psychiatrisch)
begutachten. Gestützt auf die Expertise vom
28. Oktober 2019
(Urk. 8/
98/1-75
)
sprach sie der Versi
cherten – nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/109, Urk. 8/114
, Urk. 8/118
)
– mit Verfügung vom
8. Juli 2020 vom 1. Juli 2015 bis 31. März 2016 eine ganze Rente sowie vom 1. April 2016 befristet bis zum 31. August 2019 eine halbe Rente
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Markus Loher, mit Eingabe vom 3. September 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihr von Juli 2015 bis Ende Dezember 2016 eine ganze Rente, im Jahr 2017 eine Dreiviertels-Rente, im Jahr 2018 eine halbe Rente und ab 2019 eine
Viertelsrente
zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
30. September 2020 bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerde
führerin am 1. Oktober 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen rech
tlichen Grundlagen
zum Invaliditätsbegriff, zum Renten
anspruch und zur Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleich
s
wurden
in den Erwägungen 1.1-3 des Rückweisungsurteils des Sozialversiche
rungsge
richts
IV.2017.01152 vom 31. Oktober 2018 wiedergegeben (Urk. 8/66
). Darauf
ist zu
verwe
i
sen.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
b
ei der Invaliditätsbemessung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 16
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
grundsätzlich Vor
rang zu
kommt
. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mi
t
einander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genü
gen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Pro
zentdifferenz der
Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_131
/2011
vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bun
desgerichts 9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Unbestrittenermassen
(Urk. 1 S. 3 f., Urk. 2 S.
7)
folgt aus dem polydisziplinären Gutachten
der
Y._
vom 28. Oktober 2019, dass die Beschwerdeführerin
wegen
einer generalisierten Angststörung, psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol sowie einer minimalen neuropsychologischen
Funktionsstörung
ab dem 29. Juni 2014
in der
Tätigkeit als Rechtsanwältin
zunächst vollständig und dann
in abnehmendem Ausmass arbeitsunfähig war, wobei anlässlich der Begutachtung noch eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % bestand
(Urk. 8/98/
5-8)
.
Ebenfalls unbestritten ist, dass die
angestammte Beschäftigung
als
selbständige
Rechtsanwältin einer optimal behinderungsangepassten Arbeit entspricht
(Urk. 8/98/
51)
.
Die IV-Stelle
hat die Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf
gestützt
auf
die
medizinischen Akten
und die Angabe
n
der Beschwerdeführerin
a
m 6. Dezember 2016 sowie
a
m 17.
März 2017
,
dass
sie ab November 2016 wieder zu 50 %
ge
arbeitet
hab
e
(Urk. 8/49, Urk. 8/51)
,
ermittelt. Sie ist
davon
ausgegangen, dass
die Beschwerdeführerin
vom
29. Juni bis 12. Juli 2014 zu 100 %, vom 14. Juli bis 2. November
2014
zu 50 %, vom 3. November bis 7. Dezember 2014 zu 70 %, vom 8. Dezember 2014 bis 31. August 2015 zu 100 %, vom 1. September bis 31.
Dezember 2015 zu 80 %, vom 1. Januar 2016 bis 14. Mai 2019 zu 50 %,
vom
15. Mai bis 9. Oktober 2019 zu 25 % und seit dem 10. Oktober 2019 zu 20 %
arbeitsunfähig
war
(
Urk. 8/98/8, Urk. 8/10
7
/8-11)
. Die
vorübergehenden
Ver
schlech
terungen der Arbeits
fähigkeit hauptsächlich infolge von Unfällen (
von
70
%
vom 25. August bis 31. Oktober 2016, 100 % vom 9. Februar bis 23. März 2017, 70 % vom 24. März bis 1.
Mai
2017, 100 % vom 13. November bis 3.
Dezember 2017, 80 % vom 4. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018 und 100 % vom 24. Februar bis 24. April 2019 [Urk. 8/98/8, Urk. 8/107/10])
liess
sie
unbe
rücksichtigt, da
diese die
für eine R
entenrevision relevante
Warte
zeit
von 3
Monaten im Sinne von Art. 88a Abs. 2 der
Verordnung über die Invaliden
ver
sicherung (IVV)
nicht er
füll
en.
Dies ist
unbestritten
ermassen
nicht zu beanstan
den (vgl. Urk. 1 S.
3 f. und 7
, Urk. 2 S.
7
).
Zwischen den Parteien besteht zudem zu Recht Einigkeit darüber, dass das ein
jährige Wartejahr
im Sinne von Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG
per 29. Juni 2015 abgelaufen ist. Da die IV-Anmeldung am 8. Januar 2015 eingegangen ist und der Rentenanspruch
gemäss
Art.
29 Abs. 1 und 3 IVG
frühestens sechs Monate nach Eingang der Anmeldung entsteht,
ist ein allfälliger
Invalidenrentenanspruch
am
1. Juli 2015
entstanden
(Urk. 2 S.
8
)
.
Auch die Beschwerdeführer
in
beantragt mit ihrer Beschwerde Rentenleistungen ab dem 1. Juli 2015 (Urk. 1 S. 2).
Strittig ist, ob die Invalidi
tätsgradermittlung durch gewöhn
lichen Einkommens
vergleich oder mittels eines Prozentvergleichs zu erfolgen hat.
2.2
Der Begründung der angefochtenen Verfügung ist zu entnehmen, dass die IV-Stelle
gestützt auf die Angaben
im
individuellen Konto (IK)
davon ausging, die
Einkommen
der Beschwerdeführerin hätten
seit der Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit im Jahr 1997 stark
ge
schwankt.
Aufgrund der medizinischen Abklärungen sei der Beschwerdeführerin
die Ausüb
ung der bisherigen Tätigkeit weiterhin zumutbar.
Deshalb sei der Invaliditätsgrad mittels eines Prozent
ver
gleichs zu bestimmen, zumal das von den
Y._
-
Gutachtern erstellte Zu
mutbarkeitsprofil dafür genügend präzise sei
.
In einer ersten Phase
nach dem Rentenbeginn am 1. Juli 2015
bestehe wegen der
(höchstens)
80%igen Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ein Invaliditätsgrad von
(mindestens)
80 % und damit der Anspruch auf eine ganze Rente. Ab Januar 2016 könne die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit wieder zu 50 % aus
üben. Mit Wirkung ab 1. April 2016, unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartezeit, habe sie noch Anspruch auf eine halbe Rente bei einem Invalidi
tätsgrad von 50 %
. Seit Mitte Mai
2019
betrage die Arbeitsunfähigkeit aus medizinischer Sicht noch 25 %, was auch dem Invaliditätsgrad entspreche. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, werde die Rente unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartezeit per Ende August 2019 befristet
(Urk. 2
S. 7 f.
; vgl. auch Urk. 7).
2.3
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, der Inva
liditätsgrad sei
mit einem Einkommensvergleich
auf
der
Basis
einer
genaue
n
Bemessung
des Validen- und
des
Invalideneinkommens
zu ermitteln
(Urk. 1 S. 4)
.
Ihr
Leiden
habe im Jahr 2011
mit dem Verlust ihres damaligen Partners
be
gon
nen. Werde wegen der Schwankung ihrer jährlichen Einkommen als selbstän
dige Rechtsanwältin
der fünfjährige
Zeitraum
von 2005 bis 2010
für die Festle
gung des Durchschnittseinkommens herangezogen
, seien die tiefsten und höchsten Einkommen berücksichtigt (Urk. 1 S. 5).
Dem Auszug aus dem individuellen Konto
(IK)
sei
en für die Jahre 2005 bis 2010 Einkommen zwischen Fr. 72‘700.-- und Fr.
136‘200.-- zu entnehmen.
Das
D
urchschnitt
se
inkommen
betrage Fr.
97‘928.--;
dieses sei
als
Basis zur Festlegung des
Valideneinkommens
heran
zuziehen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnindizes betrage das
Validen
ein
kommen
im Zeitpunkt des Rentenbeginns im Jahr 2015 Fr. 101‘990.93, 2016 Fr. 102‘864.27, 2017 Fr. 103‘243.98, 2018 Fr. 103‘737.61 und 2019 Fr. 104‘256.30 (Urk. 1 S. 7 f.).
Die Einkommenszahlen ab 2011
entsprächen dem
Invalidenein
kommen (Urk. 1 S. 6 f.).
Das Invalideneinkommen ab 2015 zeige sich im IK-Aus
zug nur ungenügend, zumal
die Jahres
e
inkommen ab 2017 noch nicht einge
tragen seien. Stattdessen sei auf die Geschäftsabschlüsse, nach Abzug des dort in den Jahren 2012 bis 2018 als Ertrag
verbuchten Unfalltaggelds und unter Hinzu
rechnung des mit der Anwaltstätigkeit zusammenhängenden Einkommens aus einem Verwaltungsratsmandat, abzustellen (Urk. 1 S 8 f.).
Die Entwicklung der
Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus de
m
Y._
-Gutachten und den T
aggeld
karten der Krankentaggeldversicherung ergebe, zeige sich in den Geschäftsab
schlüssen,
indem zwischen 2011 und 2016 eine stetige Abnahme und
zwischen 2017 und 2019 eine Zunahme der Gewinne
verzeichnet worden sei
. Diese Ent
wicklung sei zeitlich etwas versetzt zu den Auswirkungen des Verlusts des dama
ligen Partners erfolgt
. Damit bilde
der
Verlauf der Einkommen respektive Ge
schäfts
ab
schlüsse die wirtschaf
tliche
Auswirkung
der Krankheit und der damit
zusammenhängenden Arbeitsunfähigkeit in ausreichendem
Mass
ab
(Urk. 1 S. 6 f.).
Aus der Gegenüberstellung der
Valideneinkommen
für die Jahre 2015 bis 2019 und der Invalideneinkommen von Fr. -20‘
909
.65 im Jahr 2015, Fr. 16‘740.21 im Jahr 2016, Fr.
32‘603.51 im Jahr 2017, Fr.
50‘633.32 im Jahr 2018 und Fr.
60‘517.41 im Jahr 2019 resultierten Invaliditätsgrade von 121
%
(2015), 84
%
(2016), 68
%
(2017), 51
%
(2018) und 42
%
(2019).
Deshalb habe sie von Juli 2015 bis Ende 2016 Anspruch auf eine ganze Rente
,
im Jahr 2017 auf eine Drei
viertels-Rente, im Jahr 2018
auf eine halbe und im Jahr 2019 auf eine Viertels-Rente (Urk. 1 S. 8 f.).
3.
3.1
Soll der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich
s
bestimmt werden,
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Unbestrittenermassen
ist für den Einkommensvergleich auf die Einkommensver
hält
nisse
im
Juli 2015
abzustellen.
3.2
Das
Einkommen
der Beschwerdeführerin
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit als Rechtsanwältin
schwankte
gemäss
IK-Auszug
vor Eintritt der Invalidität
relativ stark
: Für das Jahr 2000
wurde ein Einkommen von Fr.
45‘800.
--
abge
rechnet, für 2001
von Fr.
52‘200.--, für 2002
von Fr. 66‘600.--, für 2003 von Fr.
81‘700.--, für 2004 von Fr. 109‘200.--, für 2005
von Fr. 93‘700.--, für 2006 von Fr. 80‘500.--, für 2007 von Fr.
72‘700.--
, für
2008 von Fr. 99‘400.--, für 2009 von Fr. 100‘900.-- und für 2010 von Fr. 136‘200.-- (Urk. 8/101).
A
uch
die
jährlichen E
ink
ünfte
in der
rentenrelevanten
Zeit
zwischen 2015 und 2019, als
die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
gesundheitsbedingt in wechselndem
Ausmass
eingeschränkt war,
weisen von Jahr zu Jahr erhebliche
Differenzen
auf
. Dies folgt bereits aus den von
der Beschwerdeführerin zur
Ermittlung des Invalideneinkommens
gestützt auf
die
Geschäftsabschlüsse ermit
tel
ten, um die Unfalltaggelder bereinigten und durch das mit der anwaltlichen Tätigkeit verbundene Verwaltungsratshonorar ergänz
t
en Jahre
seinkommen von Fr. -20‘909.65 im Jahr 2015, Fr. 16‘740.21 im Jahr 2016, Fr. 32‘603.51 im Jahr 2017, Fr. 50‘633.32 im Jahr 2018 und Fr. 60‘
517.41 im Jahr 2019 (Urk. 1 S. 8 f., Urk. 8/115
)
.
3.3
3.3.1
Die Beschwerdeführerin geht selber vom Fehlen einer engen zeitlichen Kongruenz zwischen den attestierten Arbeitsunfähigkeiten und ihrem Erwerbseinkommen aus, indem sie ausführt, die abnehmende Entwicklung ihres
Erwerbseinkommens sei zeitlich etwas versetzt zu den Auswirkungen des Verlusts ihres damaligen Partners
erfolgt (
Urk. 1 S. 6
). Aber auch eine
zeitlich verzögerte Korrelation lässt sich nicht mit hinreichender Klarheit feststellen, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.
3.3.2
D
ie Berichtsperiode der
Jahresergebnisse
2015
bis 2019
, die
jeweils einem Kalenderjahr entspricht,
ist
nich
t deckungsgleich mit den
folgenden
Zeit
perioden
ab Juli 2015
, während denen ein konstanter
Arbeits
(
un
)fähigkeitsgrad zu ver
zeichnen war
:
1.
Juli
bis
31.
August
2015
(100%
ige
Arbeitsunfähigkeit)
,
1.
September
bis
31. Dezember 2015 (80%
ige
Arbeitsunfähigkeit), 1. Januar 2016
bis
24. August 2016 (50%ige Arbeitsunfähigkeit),
25. August bis 31. Oktober 2016
(70%ige Arbeitsunfähigkeit), 1. November 2016 bis 8. Februar 2017 (50%ige Arbeitsunfähigkeit)
,
9. Februar bis 23. März 2017
(100%ige Arbeitsunfähigkeit),
24. März bis 1.
Mai
2017
(70%ige Arbeitsunfähigkeit),
2. Mai bis 12. November 2017 (50%ige Arbeitsunfähigkeit),
13. November bis 3. Dezember 2017
(100%ige Arbeitsunfähigkeit),
4. Dezember 2017 bis 19. Januar 2018
(80%ige Arbeitsun
fähigkeit), 20. Januar 2018 bis 23. Februar 2019 (50%ige Arbeitsunfähigkeit),
24.
Februar bis 24. April 2019
(100%ige Arbeitsunfähigkeit), 25. April 2019 bis
14.
Mai 2019
(50%ige Arbeitsunfähigkeit)
,
15. Mai
bis
9. Oktober 2019
(25%
ige
Arbeitsunfähigkeit
)
und
ab dem 10. Oktober 2019 (
20%
ige
Arbeitsunfähigkeit;
vgl. vorstehend E. 2.1)
.
Eine Zuordnung der Jahresergebnisse auf einzelne Monate
, Wochen oder gar Tage
, um sie mit den
einzelnen
Perioden gleichbleibender Arbeitsfähigkeit in Einklang bringen zu können, ist mangels weiterer Aufschlüsselung der Ergebnisse auf kleinere Zeiteinheiten nicht möglich
.
Das in den
Zeitintervallen
mit
konstantem Arbeitsfähigkeitsgrad
erzielte
Erwerbseinkommen
lässt sich vor diesem Hinter
grund nicht zuverlässig ermitteln, womit auch keine
genaue
Beziehung zwischen
zeitlichem Umfang der
Arbeitsfähigkeit und Erwerbseinkommen
– zeitgleich oder verzögert -
eruiert werden kann
.
3.3.3
Dennoch fällt auf, dass
die Beschwerdeführerin
über das ganze
Jahr 2016
be
trachtet
i
n geringerem
Ausmass
a
rbeitsunfähig war als 2017, als sie
u
nfall
- und
o
perationsbedingt
während mehreren Monaten zu 70-100 %
der Arbeit fern
bleiben musste
(Urk. 8/107/10). Trotzdem erzielte sie im Jahr 2017 laut Ge
schäftsabschluss ein rund doppelt so hohes Einkommen wie im Vorjahr.
Dies fügt sich gut ein in die stark schwankenden Einkommen in den Jahren
2000 bis 2010
, als noch
kein invalidisierender Gesundheitsschaden bestand.
Es ist gerichts
noto
risch, dass die Jahresergebnisse selbständig erwerbender Rechtsanwälte
in signifi
kanter Weise
von der invaliditätsfremden generellen Auftragslage abhängen, welche sich bis zu einem gewissen Grad auch steuern lässt. Zudem
wirken
sich
auch
betriebliche Faktoren auf die Geschäftsergebnisse
Selbständigerwerbender in der Beratungsbranche aus
, etwa Fixkosten
wie die Büromiete
, die unabhängig von Arbeitszeit und -leistung anfallen.
Es
kann den Geschäftsergebnissen ent
nom
men werden, dass
die
Beschwerdeführerin
ab
2017
in einer
anderen
Kanzlei
gemeinschaft praktizierte
,
was sich – etwa über
die Höhe der mitzufinanzierenden Kanzleikosten –
auf die Geschäftsabschlüsse auswirkt
(Urk.
8/115/1
ff.
)
.
3.3.4
Zudem
weisen die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Renten
revi
sionszeitpunkte jeweils Anfang 2017, 2018 und 2019 (Urk. 1 S. 2) keinen zeit
lichen Zusammenhang mit den attestierten Arbeitsunfähigkeiten auf.
Auch kann das aus den starken Einkommensschwankungen resultierende Erfordernis, das
Invalideneinkommen für jede Phase gleichbleibender
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
aus dem
durchschnittlichen Einkommen für einen längeren Zeitabschnitt zu ermitteln, in der hier zu beurteilenden Situation mit häufig und bereits nach kurzer Zeit wechselndem Arbeitsfähigkeitsgrad nicht erfüllt werden.
3.
5
Aufgrund dieser Überlegungen muss davon ausgegangen werden, dass der Ein
kommensentwicklung in den Jahren 2015 bis 2019 in wesentlichem Umfang
auch
invaliditätsfremde, einer selbständigen Erwerbstätigkeit inhärente (konjunktu
relle, betriebliche oder persönliche) Faktoren zugrunde lagen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_804/2016 vom 10. April 2017 E.
3.2)
und
die von der Be
schwer
deführerin bereinigten Geschäftsabschlüsse zur zifferngenauen Ermittlung
des Invalideneinkommens
während der einzelnen Arbeitsunfähigkeitsphasen
nicht
geeignet
sind
. Der IV-Stelle ist beizupflichten, dass in dieser Situation
die Inva
liditätsgradermittlung mittels eines
Prozentvergleich
s
als einzige Invaliditätsbe
messungsmethode ein korrektes Ergebnis zeitigt
.
Dabei ist auch von Belang,
dass
die von den Gutachtern attestierte (zeitlich-quantitative) Einschränkung der Arbeit
s
fähigkeit
sämtlichen psychisch bedingten Fähigkeitsstörungen
gemäss
Mini-ICF-APP und der leichten neuropsychologischen Funktionsstörung
Rech
nung
trägt
;
darüber hinaus gehende qualitative
Limitierungen mit Einfluss auf das erzielbare
Einkommen als selbständige Rechtsanwältin werden von den Gut
achtern nicht erwähnt
(Urk. 8/98/7-8, Urk. 8/98/51)
.
Demnach ist die Invali
di
tätsgradermittlung durch die IV-Stelle nicht zu beanstanden.
Auch die Beschwer
deführerin erhob keine weiteren Einwände dagegen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
Ausgangsgemäss
gehen die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- zu Lasten der unter
liegenden Beschwerdeführerin (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).