# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** de33490b-96b8-4632-9379-d192c6964886
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Fahren in fahrunfähigem Zustand
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 12. Februar 2021 (GB200010)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 3. August 2020
(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte, A._, ist schuldig des Fahrens in fahrunfähigem Zu-
stand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2
SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu
Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 1'000.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
5. Die Entscheidgebühr beträgt:
Fr. 800.– ; die übrigen Kosten betragen: Fr. 1'200.– Kosten für das Vorverfahren.
6. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten
auferlegt.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 46 S. 1)
1. Das Urteil des Einzelgerichts in Strafsachen Uster vom 12. Februar
2021 sei aufzuheben und wie folgt neu zu fassen:
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1. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Fahrens in fahrunfähigem
Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG freigesprochen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST, zu
Lasten des Staates.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland:
(Urk. 39, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
Ersuchen um Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete
Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 12. Februar
2021 liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 22. Februar 2021 innert Frist Beru-
fung anmelden (Urk. 30, Art. 399 Abs. 1 StPO). Am 14. April 2021 ging die Beru-
fungserklärung fristgerecht ein (Urk. 36, Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidialverfü-
gung vom 15. April 2021 wurde der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungs-
erklärung zugestellt und Frist für Anschlussberufung angesetzt (Urk. 37). Die
Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin mit Eingabe vom 23. April 2021 die Be-
stätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 39).
2. Am 1. Juni 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 15. Oktober
2021 vorgeladen (Urk. 42). Anlässlich derselben liess der Beschuldigte die ein-
gangs aufgeführten Anträge stellen (Urk. 46 S. 1, Prot. II S. 3) und den bereits mit
Eingabe vom 7. Oktober 2021 (Urk. 44) gestellten Beweisantrag wiederholen
(Prot. II S. 4).
3. Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an
(Urk. 36, Urk. 46 S. 1), weshalb der angefochtene Entscheid im Rahmen des Be-
rufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes gesamthaft zur
Disposition steht (Art. 391 Abs. 2 StPO).
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 6. September 2019, ca.
20:50 Uhr, auf der B._-strasse in C._ den Personenwagen Skoda
Octavia, Kontrollschildnummer ZH ..., gelenkt zu haben, obschon er zuvor alko-
holische Getränke konsumiert habe, weswegen er zum Zeitpunkt der Fahrt eine
Atemalkoholkonzentration von mindestens 0.81 mg Alkohol pro Liter Atemluft auf-
gewiesen habe und daher nicht mehr in der Lage gewesen sei, ein Fahrzeug ge-
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nügend sicher zu lenken, was er bei Fahrtantritt zumindest in Kauf genommen
habe (Urk. 13 S. 3).
2. Der Beschuldigte anerkennt den objektiven Tatbestand, das Fahren mit
einer Atemalkoholkonzentration von mindestens 0.81mg Alkohol pro Liter Atem-
luft, grundsätzlich (Urk. 2 S. 6, Urk. 4 S. 4 f., Prot. I S. 8, Prot. II S. 9). Dieser
Sachverhalt ist durch die Akten ausgewiesen, namentlich durch das Testresultat
des Atemalkohol-Messgeräts. Der Beschuldigte verzichtete ausdrücklich auf die
Durchführung einer Blutprobe (Urk. 2 S. 4). Bestritten wird vom Beschuldigten je-
doch der subjektive Sachverhalt. Er führt aus, zu Hause am Putzen gewesen zu
sein und ein Brennen in der Lunge verspürt zu haben. Ab diesem Zeitpunkt könne
er sich an nichts mehr erinnern (Urk. 4 S. 2 ff., Prot. I S. 7 ff., Prot. II S. 9). Es ist
deshalb nachfolgend zu prüfen, ob sich der dem Beschuldigten in der Anklage
vorgeworfene subjektive Sachverhalt aufgrund der vorliegenden Beweismittel
rechtsgenügend erstellen lässt.
3. Die Vorinstanz hat die bei der Beweiswürdigung zu beachtenden allge-
meinen Beweisregeln zutreffend dargelegt und die wesentlichen Beweismittel
vollständig aufgezählt (Urk. 34 S. 4 ff.). Hierauf kann vorab verwiesen werden
(Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.1. Der Beschuldigte wurde während des Verfahrens dreimal zum Vorfall
befragt.
3.1.1. In der anlässlich der Polizeikontrolle durchgeführten Einvernahme am
6. September 2019 erklärte er, von D._ über E._ nach C._ gefah-
ren zu sein. Er habe seinen Kollegen abholen und danach wieder zu sich nach
Hause fahren wollen. Er sei am Putzen und am Trinken gewesen. Obwohl er kon-
sumiert habe, habe er das Fahrzeug gelenkt, denn ein Kollege habe ihn angeru-
fen und gesagt, er solle diesen abholen. Der Kollege habe gemerkt, dass es ihm
psychisch nicht gut gehe. Hätte er gewusst, dass er in eine Polizeikontrolle gera-
ten würde, wäre er nicht gefahren. Er habe dies von Anfang an nicht gewollt, sei
aber überredet worden (Urk. 2 S. 6).
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3.1.2. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. Juli
2020 führte der Beschuldigte auf Vorhalt der Vorwürfe aus, dass er sich an den
Vorfall nicht mehr erinnern könne. Er sei zu Hause am Putzen gewesen, als er
gemerkt habe, dass es in seiner Lunge brenne. Ab dem Zeitpunkt könne er sich
nicht mehr erinnern. Das Einzige was er wisse, sei, dass er am nächsten Morgen
unter Schmerzen aufgewacht sei, was er sich durch seine Gicht erkläre. Er habe
eine leere Flasche gesehen. Soweit er sich erinnern könne, sei es eine Rotwein-
flasche gewesen. Diese habe er wahrscheinlich getrunken. Er könne sich aber
beim besten Willen an nichts erinnern. Die Putzmittel habe er von einem Kollegen
erhalten. Sie seien relativ stark. Es handle sich um einen Fettlöser und einen
Schmutzreiniger. Er könne sich nur noch an einen fiesen Geruch erinnern. Weiter
sagte der Beschuldigte auf Vorhalt des Anklagesachverhalts, dass er sich nicht
erinnern könne, er aber davon ausgehen müsse, dass es so gewesen sei (Urk. 4
S. 2 ff.).
3.1.3. Der Beschuldigte blieb in der Hauptverhandlung und in der Beru-
fungsverhandlung im Wesentlichen dabei, sich nicht an den Vorfall erinnern zu
können. Er habe beim Putzen ein Brennen in der Lunge gespürt, ab dann wisse
er nichts mehr. An die polizeiliche Einvernahme könne er sich nicht erinnern. Er
sei am Tag nach dem Vorfall mit unheimlichen Schmerzen aufgewacht und habe
die leere Weinflasche und den Zettel (d.h. die polizeiliche Einvernahme) auf dem
Tisch gefunden. Auf die Frage, ob er sich am Tag nach dem Vorfall an die Polizei
gewandt habe, antwortete er, dass er zuerst versucht habe, sich zu sammeln. Er
sei entsetzt gewesen (Prot. I S. 7 ff., Prot. II S. 8 ff.).
3.2. Das Aussageverhalten des Beschuldigten weist einige Auffälligkeiten
und Unstimmigkeiten auf. Der Beschuldigte konnte anlässlich der polizeilichen
Einvernahme nachvollziehbare und vernünftige Antworten auf die ihm gestellten
Fragen geben. Sie sind weder wirr oder vage, noch zeugen sie sonst von einem
veränderten Bewusstseinszustand. Er konnte auf die Fragen der Polizei konkrete
Antworten geben. So wusste er noch, dass er zu Hause am Putzen war. Ein
Brennen auf der Lunge oder einen fiesen Geruch erwähnte er (noch) nicht. Eben-
falls konnte er seine Absichten, nämlich dass er einen Kollegen habe abholen
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wollen, klar darlegen und einen chronologischen Ablauf aufzeigen: Zuerst habe er
nicht fahren wollen, dann sei er dazu überredet worden. Dies zeugt davon, dass
der Beschuldigte sehr wohl in der Lage war, klare Gedanken zu fassen und be-
wusste Entscheide zu treffen. Er schien sich demnach noch an alles zu erinnern.
Zudem wies er auf seinen Gemütszustand hin, ohne danach gefragt worden zu
sein, und erklärte, Hintergrund des Treffens zwischen ihm und seinem Kollegen
sei gewesen, dass es ihm psychisch nicht gut gegangen sei (Urk. 2 S. 7). Der an-
hand dieser Aussagen gewonnene Eindruck deckt sich mit der Beobachtung der
die Kontrolle durchführenden Polizeiangehörigen. Demnach lagen beim Beschul-
digten keine Anzeichen vor, welche darauf hindeuteten, dass er sich in einem –
abgesehen vom alkoholisierten – speziellen Bewusstseinszustand befunden hät-
te. Seine äussere Erscheinung, Reaktion und Orientierung waren nor-
mal/unauffällig. Körperlich auffällig war einzig die Unruhe des Beschuldigten. Im
Übrigen waren seine Aussprache, seine Ansprechbarkeit wie auch sein Ausstei-
gen aus dem Fahrzeug und sein Gang normal/unauffällig. Der Beschuldigte
machte auf die Polizei entsprechend einen normalen Eindruck (Urk. 2 S. 2). Dem
Vorbringen der Verteidigung, wonach die Bemerkung des Beschuldigten auf dem
Einvernahmeprotokoll "ich bin der Arsch" und ein daneben gezeichnetes Smiley
zeigten, dass er nicht vernünftig und angemessen reagiert habe (Urk. 46 S. 3),
kann nicht gefolgt werden. Diese Bemerkung zeigt vielmehr, dass beim Beschul-
digten ein gewisser Unrechtsbewusstsein vorhanden war, gerade auch weil er in
seinem Beruf auf ein Auto angewiesen ist.
3.3. Dass der Beschuldigte bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme
erstmals und als allererste Aussage in dieser Befragung angab, aufgrund gewis-
ser Putzmittel ein Brennen in der Lunge verspürt zu haben und sich danach an
nichts erinnern zu können, ist sehr auffällig, zumal dies bei der Polizei noch gar
kein Thema gewesen war. Es erscheint überdies merkwürdig, dass sich der Be-
schuldigte an einzelne Dinge doch erinnern konnte, nämlich dass er vor dem Vor-
fall geputzt habe und am Morgen nach dem Vorfall unter Schmerzen aufgewacht
sei. Dies zeugt von einem sehr selektiven Erinnerungsvermögen und ist als Lü-
gensignal zu deuten. Mit der Vorinstanz ist zudem anzunehmen, dass sich das
vom Beschuldigten angegebene Brennen auf der Lunge durch die von ihm ver-
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wendeten Putzmittel erklären lässt (Urk. 4, Anhang und Urk. 5/1-2), zumal das
Produkt "..." Reizungen der Atemwege hervorrufen kann. Es finden sich hingegen
keinerlei Hinweise dafür, dass diese Putzmittel derartige Dämpfe erzeugen könn-
ten, dass der Bewusstseinszustand der Verwendenden beeinträchtigt werden
könnte. Eine derart gravierende Folge müsste sich in den Gefahrenhinweisen
zwingend wiederfinden. Auch die Verteidigung räumte vor Vorinstanz ein, trotz In-
ternetrecherche keinen derartigen Hinweis gefunden zu haben (Urk. 26 S. 4). Es
entbehrt jeder Lebenserfahrung, dass (industriell verwendete) Putzmittel eine
derartige Wirkung erzeugen, dass sie jemandem die Erinnerungen oder die Steu-
erungsfähigkeit oder gar das Bewusstsein rauben könnten.
3.4. Es ist zudem nicht nachvollziehbar, dass jemand, der am Morgen er-
wacht und ein eigenhändig unterzeichnetes Einvernahmeprotokoll betreffend Fah-
ren in fahrunfähigem Zustand auffindet, sich selbst aber an nichts, insbesondere
an keinen Alkoholkonsum und keine Autofahrt, erinnern kann, einfach untätig
bleibt. Es ist absolut unverständlich, dass der Beschuldigte, wenn er sein eigenes
Geständnis nach einem totalen Erinnerungsverlust vorfindet, nicht mit der auf
dem Einvernahmeprotokoll vermerkten Polizeistelle Kontakt aufnimmt, um den
Sachverhalt zu klären. Dies ist auch nicht durch eine entsetzte Reaktion zu erklä-
ren. In der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte erstmals an, in der Fol-
gewoche seinen Rechtsanwalt kontaktiert zu haben (Prot. II S. 10 f.). Auch dies
erklärt jedoch nicht, weshalb er den Sachverhalt nicht zeitnah zu klären versuch-
te, sondern erst bei der Staatsanwaltschaft Erinnerungslücken geltend machte.
Eine gewisse Parallele zur Vorstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand
aus dem Jahr 2015 ist zudem nicht von der Hand zu weisen. Der Beschuldigte sei
auch damals in einer schwierigen Lebenssituation verbunden mit einem Aufent-
halt in einer Klinik gewesen (Prot. I S. 6). Er gibt zwar selbst an, keinen Alkohol
(mehr) zu trinken und auch das verkehrsmedizinische Gutachten attestiert ihm
keinen nennenswerten regelmässigen Alkoholkonsum (Urk. 11/8 S. 7). Er scheint
dennoch in psychisch belastenden Situationen zu Alkoholkonsum zu neigen, zu-
mal er bereits ein Mal wegen Führens eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss be-
straft wurde (Urk. 43). Im Übrigen steht der Befund des verkehrsmedizinischen
Gutachtens nicht im Widerspruch zum durchgeführten Atemalkoholtest, da ein
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einmaliger Alkoholkonsum durch die Haaranalyse nicht nachgewiesen werden
kann (vgl. Urk. 11/9).
3.5. Nach dem Erwogenen ist auch der Beweisantrag, wonach von einem
akkreditierten Verkehrsmediziner die Frage zu klären sei, ob das Einatmen der
Dämpfe der verwendeten Putzmittel beim Beschuldigten zu dem von ihm geltend
gemachten Blackout geführt haben könnte (Urk. 44, Urk. 46 S. 4), abzuweisen.
Einerseits stellt dies keine verkehrsmedizinische Frage dar, da die Fahrunfähig-
keit aufgrund des Alkoholkonsums belegt und unbestritten ist. Andererseits wird
nicht bloss aufgrund des fehlenden Warnhinweises auf den Reinigungsmitteln da-
rauf geschlossen, dass keine Bewusstseinsstörung vorlag, sondern nach Betrach-
tung sämtlicher Umstände, nämlich dem unglaubhaften Aussageverhalten, der
nicht nachvollziehbaren Reaktion nach Auffinden des Einvernahmeprotokolls und
der offensichtlich vorhandenen Erinnerung anlässlich der polizeilichen Befragung.
Angesichts dessen erscheint es in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 141 I 60,
E. 3.3) nicht notwendig, die Reinigungsmittel genauer untersuchen zu lassen, da
dies am Beweisergebnis nichts zu ändern vermöchte.
3.6. Die Behauptung des Beschuldigten, er könne sich ab dem Zeitpunkt des
Brennens auf der Lunge an nichts erinnern, ist als reine Schutzbehauptung zu-
rückzuweisen. Es ist daher erstellt, dass er bewusst Alkohol konsumierte und be-
wusst eine Autofahrt unternommen hat. Der im Strafbefehl vorgeworfene Sach-
verhalt erweist sich damit sowohl hinsichtlich des anerkannten objektiven als auch
hinsichtlich des subjektiven Sachverhaltes als erstellt.
4. Mit Blick auf die rechtliche Würdigung kann vorab auf die zutreffenden
Erwägungen der Vorinstanz zum Rechtlichen verwiesen werden (Urk. 34 S. 13).
4.1. Zu Recht wies die Vorinstanz darauf hin, dass die beim Beschuldigten
gemessene Atemalkoholkonzentration von mindestens 0.81mg Alkohol pro Liter
Atemluft eine qualifizierte Atemalkoholkonzentration im Sinne der Verordnung
über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr darstellt und er in diesem Zustand ein
Fahrzeug gelenkt hat. Damit ist der objektive Tatbestand des Fahrens in fahrun-
fähigem Zustand erfüllt.
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4.2. Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt. Der Beschuldigte hat Alkohol,
gemäss seiner Angabe eine erhebliche Menge Rotwein, konsumiert und sich her-
nach bewusst in sein Auto gesetzt. Wer sich so verhält, muss damit rechnen, über
einen zu hohen Atem- und Blutalkoholwert zu verfügen und nicht mehr fahrtüchtig
zu sein. Indem der Beschuldigte trotzdem mit seinem Auto losgefahren ist, hat er
das Fahren in fahrunfähigem Zustand zumindest in Kauf genommen.
4.3. Auf das im angefochtenen Urteil zu den Schuldausschlussgründen Er-
wogene kann verwiesen werden, wobei die Vorinstanz zutreffend festhielt, dass
die Rechtsprechung im Sinne einer Faustregel davon ausgeht, dass bei einer
Blutalkoholkonzentration von unter 2 Promille keine Beeinträchtigung der Schuld-
fähigkeit gegeben ist, bei einer Blutalkoholkonzentration zwischen 2 und 3 Promil-
le eine Verminderung der Schuldfähigkeit und bei einer solchen von über 3 Pro-
mille die Schuldunfähigkeit vermutet wird (Urk. 34 S. 14 f.; BGE 122 IV 49 E. 1b;
FAHRNI/HEIMGARTNER, in: Niggli, Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 1.
Aufl., Basel 2014, N 46 zu Art. 91 SVG).
4.4. Beim Beschuldigten wurde eine Atemalkoholkonzentration von 0.81mg
Alkohol pro Liter Atemluft gemessen, was höchstens 1.62 Promille entspricht.
Dies ist noch deutlich unter der Grenze von 2 Promille, weshalb gemäss der er-
wähnten Faustregel keine Verminderung der Schuldfähigkeit gegeben ist. Auch
das durch den kontrollierenden Polizeibeamten dokumentierte Verhalten des Be-
schuldigten gibt keinen Hinweis darauf, dass er in seiner Einsichts- und Steue-
rungsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre, weshalb eine Beeinträchtigung der
Schuldfähigkeit ausgeschlossen werden kann. Ebenso wenig führten die durch
die Putzmittel erzeugten Dämpfe zu einer Beeinträchtigung der Steuerungsfähig-
keit (vgl. Erw. II.3.3.), und auch die vor Vorinstanz vorgebrachte Darstellung der
Verteidigung, wonach der Beschuldigte durch die Dämpfe in einen "Autopilotmo-
dus" versetzt wurde und gewissermassen unverschuldet Alkohol getrunken hätte
(Urk. 26 S. 4), ist nicht plausibel. Der Beschuldigte war daher uneingeschränkt
schuldfähig.
5. Der Beschuldigte erfüllt den objektiven und subjektiven Tatbestand des
Fahrens in fahrunfähigem Zustand. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgrün-
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de sind nicht gegeben. Er hat sich damit des Fahrens in fahrunfähigem Zustands
im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1
VRV schuldig gemacht.
III. Strafe
1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln und Grundsätze der Strafzu-
messung zutreffend wiedergegeben (Urk. 34 S. 16 f.). Darauf ist zur Vermeidung
von Wiederholungen zu verweisen.
2. Der Strafrahmen für vorsätzliches Fahren in fahrunfähigem Zustand im
Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG beträgt Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
Geldstrafe. Es liegen keine Umstände vor, welche diesen Strafrahmen als zu hart
oder zu milde erscheinen liessen (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Es sind zudem keine
Anhaltspunkte gegeben, die ein Abweichen von der Regelsanktion der Geldstrafe
angezeigt erscheinen liessen, wobei dies aufgrund des Verbots der reformatio in
peius auch nicht möglich wäre.
3. Tatkomponente
3.1. Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass beim Beschuldigten bei
einer Verkehrskontrolle in C._ ein Atemalkoholwert von 0.81mg Alkohol pro
Liter Atemluft gemessen wurde, was deutlich über der Grenze zur qualifizierten
Atemalkoholkonzentration von 0.4mg Alkohol pro Liter Atemluft lag. Da die von
ihm gefahrene Strecke von seinem Wohnort in D._ nach C._ im Ankla-
gesachverhalt fehlt, kann die Länge der Fahrt und die sich daraus ergebende abs-
trakte Gefährdung dem Beschuldigten bei der objektiven Tatschwere nicht zur
Last gelegt, mithin nicht verschuldenserhöhend gewichtet werden. Die objektive
Tatschwere ist als noch leicht einzustufen.
3.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte die Fahrt nicht geplant hatte, sondern gemäss seinen Ausführungen
von seinem Kollegen dazu überredet wurde und es ihm psychisch nicht gut ge-
gangen sei (Urk. 2 S. 6). Er handelte eventualvorsätzlich. Eine Verminderung der
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Schuldfähigkeit aufgrund des Alkoholkonsums ist wie erwogen nicht gegeben. Die
subjektive Tatschwere ist als noch leicht einzustufen.
3.3. Insgesamt erweist sich aufgrund der objektiven und subjektiven Tat-
schwere eine Einsatzstrafe von 60 Tagessätzen Geldstrafe als angemessen.
4. Täterkomponente
4.1. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-
messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu
tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-
sentlichen täterbezogene Komponenten, wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-
strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis,
Einsicht, Reue etc. (HEIMGARTNER, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder,
StGB Kommentar, 20. Aufl., Zürich 2018, N 14 ff. zu Art. 47 StGB). Umfangreiche
und prozessentscheidende Geständnisse können eine Strafreduktion von bis zu
einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Das Geständnis, das koopera-
tive Verhalten bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-
ken strafmindernd. Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon
ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte (WIPRÄCHTI-
GER/KELLER, in: Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl.,
Basel 2019, N 169 ff. zu Art. 47 StGB).
4.2. Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist bekannt, dass
er als Anwendungsmechaniker im Bereich Zerspahnung, Medizinal- und Luftfahrt-
technik arbeitet, ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 4'000.– hat und keinen
13. Monatslohn bezieht. Der Beschuldigte lebt allein und hat Fr. 1'900.– Wohn-
kosten. Seine zehnjährige Tochter, für die er Unterhaltszahlungen in der Höhe
von Fr. 1'157.– pro Monat leistet, lebt bei ihrer Mutter. Er hat Vermögen in der
Höhe von Fr. 7'000.– und Schulden im Umfang von Fr. 20'000.– (Urk. 4 S. 6,
Prot. I S. 5 f., Prot. II S. 7). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Be-
schuldigte ergänzend an, dass seine Firma momentan in Kurzarbeit sei und er
zurzeit ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 3'500.– beziehe. Das Auto
erhalte er vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt (Prot. II S. 5 ff.). Aus dem Wer-
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degang und seinen aktuellen persönlichen Verhältnissen ergeben sich weder
straferhöhende noch strafmindernde Faktoren.
4.3. Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe auf. Er wurde am 21. Mai 2015
wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, qualifizierte Atemalko-
hol- oder Blutalkoholkonzentration) sowie wegen Verletzung der Verkehrsregeln
zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 130.– verur-
teilt (Urk. 43). Diese Strafe liegt sechs Jahre zurück, ist indessen einschlägig,
weshalb sie sich leicht straferhöhend auswirkt.
4.4. Der Beschuldigte zeigte sich im Vorverfahren bloss beim objektiven
Sachverhalt geständig. Angesichts der erdrückenden Beweislage hätte ein Be-
streiten keinen Sinn gemacht. Zwar ist er gemäss dem verkehrsmedizinischen
Gutachten abstinent (Urk. 11/6). Dies führt jedoch nicht zu einer Strafminderung,
da die Abstinenz im Strassenverkehr von jedem Verkehrsteilnehmen zu erwarten
ist und somit dem Normalverhalten entspricht. Das Nachtatverhalten führt daher
zu keiner Strafminderung.
5. Aufgrund der Täterkomponente wäre die Einsatzstrafe von 60 Tagessät-
zen nochmals leicht zu erhöhen. Es ist jedoch Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten,
weshalb eine strengere Bestrafung im Berufungsverfahren von vornherein ausge-
schlossen ist. Der Beschuldigte ist daher mit 60 Tagessätzen Geldstrafe zu be-
strafen.
6. In Anbetracht der dargelegten Vermögenssituation (vgl. Erw. III.4.2.) er-
weist sich die Festsetzung der Tagessatzhöhe auf Fr. 30.– als angemessen.
7. Es ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu den rechtlichen Grundla-
gen zum Strafvollzug zu verweisen (Urk. 34 S. 19).
7.1. Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben, was sich bereits aus dem
zu beachtenden Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ergibt.
Die Aussicht auf den Vollzug der Strafe und der Umstand, dass der Führeraus-
weis zunächst für unbestimmte Zeit entzogen (Urk. 11/6) und nur unter Auflagen
(u.a. Alkoholabstinenz, Kontrolluntersuchung inkl. Haaranalyse) wieder ausge-
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händigt wurde (Urk. 11/7), dürften eine genügende Warnwirkung auf den Be-
schuldigten haben, um ihn vor weiterer Delinquenz abzuhalten.
7.2. Um den aufgrund der einschlägigen Vorstrafe verbleibenden Restbe-
denken Rechnung zu tragen, ist die Probezeit mit der Vorinstanz auf drei Jahre
anzusetzen.
8. Mit einer Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB soll im
Rahmen der Massendelinquenz die sogenannte "Schnittstellenproblematik" zwi-
schen einer unbedingten Busse und der bedingten Geldstrafe entschärft werden,
indem durch Art. 42 Abs. 4 StGB die Möglichkeit geschaffen wird, eine spürbare
Sanktion zu verhängen. Dabei können gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung auch general– und spezialpräventive Aspekte eine Rolle spielen. Sie
kommt auch in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug der Strafe
gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der Auferlegung ei-
ner zu bezahlenden Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen möchte. Die
bedingte Strafe und die Verbindungsbusse müssen in ihrer Summe schuldange-
messen sein. Die Verbindungsbusse darf also zu keiner Straferhöhung führen.
Der Verbindungsbusse darf gegenüber der bedingten Strafe nur untergeordnete
Bedeutung zukommen. Die Obergrenze beträgt grundsätzlich einen Fünftel. Ab-
weichungen von dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicher-
zustellen, dass der Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung
zukommt (BGE 146 IV 145 E. 2.2 m.w.H.).
8.1. Der Beschuldigte delinquierte einerseits im Bereich einer Schnittstellen-
problematik, andererseits rechtfertigt es sich, dem spezialpräventiven Effekt der
bedingten Geldstrafe Nachdruck zu verleihen. Die bedingte Geldstrafe ist daher
mit einer Busse zu verbinden.
8.2. Die Vorinstanz erachtete eine Bestrafung von insgesamt 70 Tagen als
angemessen (60 Tagessätze Geldstrafe und 10 Tage Ersatzfreiheitsstrafe bei
Nichtbezahlung der Busse). Dem ist zu folgen. Die Fr. 1'000.– Busse erscheinen
jedoch bei einem die Geldstrafe entsprechenden Betrag von Fr. 1'800.– als zu
hoch. Die Busse ist daher auf Fr. 500.– zu senken und für den Fall, dass die Bus-
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se schuldhaft nicht bezahlt wird, ist im Sinne von Art. 106 Abs. 3 StGB eine Er-
satzfreiheitsstrafe von 10 Tagen festzusetzen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostendispo-
sitiv (Dispositivziffern 5 und 6) zu bestätigen.
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Ge-
bührenverordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren
tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte dringt mit seinen Anträgen nicht durch.
Soweit die Busse etwas milder ausfällt als vor Vorinstanz, ist dies in der Gesamt-
schau (noch) als unwesentliche Abänderung des angefochtenen Urteils zu qualifi-
zieren (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Er ist daher auch für das Berufungsverfah-
ren vollumfänglich kostenpflichtig. Eine Entschädigung für seine Verteidigungs-
kosten ist ihm bei dieser Sachlage nicht zuzusprechen (Art. 436 Abs. 1 StPO
i.V.m. Art. 429 StPO e contrario).