# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5b51ce9d-8151-4e14-8a17-0d5e9632194d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, ist verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Söhnen
(
Urk.
7/5/2 und 7/8/3-4). Ihre Tochter
verstarb den Angaben der Ver
sicherten zufolge während des Krieges in Bosnien bei einer Granatendetonation (Urk. 7/29/2, 7/29/3, 7/84/19, 7/104/47-49, 7/153/4, 7/153/10, 7/159/25, 7/190/1, 7/192/2, 7/192/6, 7/205/3, 7/225/14 und 7/251/2). Im August 1994 zog die Versicherte mit ihrer Fami
lie wieder in die Schweiz (Urk.
7/5/3), wo sie bei wechselnden Arbeitgebern teilzeitlich erwerbstätig war und anschliessend von Juli 1996 bis Oktober 1997 Arbeitslosenentschädigung bezog (
Urk.
7/22). Zuletzt war die Versicherte im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms vom 1. Novem
ber 1997 bis zum 8. März 1998 bei der
Y._
angestellt; ihren letzten Arbeitstag absol
vierte sie am 20. Januar 1998 (
Urk.
7/14; vgl. auch
Urk.
7/22, 7/74, 7/86, 7/127, 7/138, 7/142 und 7/241).
1.2
Am 1
9.
März 2001 meldete sich die Versicherte erstmals bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an, da sie an einer Depression, an Lungenbeschwerden, an den Folgen einer Leberoperation und an einer schweren Magen-Darm-Erkrankung leide (
Urk.
7/5). Ausgehend von der Qualifikation als zu 42 % erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig, von Einschränku
ngen von 0 % im erwerblichen Be
reich und von 39,75 % im Aufgaben
bereich sowie einem Invaliditätsgrad von 23 % (vgl. das Feststel
lungsblatt für den Beschluss vom 19. Dezember 2003,
Urk.
7/78), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Januar 2004 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/79). Diese Verfügung wurde nicht angefochten und ist rechtskräftig.
1.3
Die Versicherte meldete sich am 2
3.
Februar 2005 zum zweiten Mal zum Leis
tungsbezug an und machte neu auch Rückenbeschwerden geltend (
Urk.
7/81). Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 2
1.
September 2007 einen Renten
anspruch, da die Versicherte gemäss dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS
Z._
vom 4.
August 2006 (
Urk.
7/104) zu 100
%
arbeitsfähig sei (Urk. 7/119). Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben (
Urk.
7/120/3-8), welche mit Urteil IV.2007.01301 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 3
0.
Juni 2009 abwiesen wurde (
Urk.
7/1
29). Dieses Urteil erwuchs unan
gefochten in Rechtskraft.
1.
4
Eine dritte Anmeldung
wurde
unter Hinweis auf
Depressionen und starke Angst
zu
stände am 1
8.
März 2010 eingereicht
(
Urk.
7/134; vgl. das Aktenver
zeichnis). Die IV-Stelle trat mit Verfügung vom 12. November 2010 auf d
as neue Leistungs
begehren
nicht ein, da keine Veränderung der t
atsächlichen Verhältnisse glaub
haft gemacht worden sei (
Urk.
7/156). Dagegen liess die Versicherte Beschwerde erheben (
Urk.
7/159/3-
11). Das Sozialversicherungs
gericht hiess die Beschwerde, soweit es darauf eintrat, mit Urteil IV.2010.01194 vom 3
0.
März 2012 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese auf die Neu
anmeldung vom 1
8.
März 2010 ein
trete und nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, namentlich einer psychiatrischen Abklärung und der Prüfung eines allfälligen Statuswechsels (Urk.
7/172/8), über den Leistungsanspruch der Versicherten verfüge (
Urk.
7/172).
Die IV-Stelle gab
in der Folge
unter anderem
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
7/180, 7/181, 7/207 und 7/208), das am 1
3.
Mai 2013 vom A._
erstattet wurde (
Urk.
7/225). Am 1
7.
Juli 2013 wurde die Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zuhause abgeklärt (
Urk.
7/259). Nachdem weitere Arztberichte bei der IV-Stelle eingegangen waren (
Urk.
7/240, 7/249 und 7/251), wandte sie sich mit einer Ergänzungs
frage ans
A._
(
Urk.
7/252), die am 2
4.
Februar 2014 beantwortet wurde (
Urk.
7/253).
M
it
Verfügung vom 18. März 2015
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/28
3
).
Dabei qualifizierte sie die Versicherte als zu 42 % erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig. Sie stellte sich ferner auf den Standpunkt, für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
en
ohne Stressex
position bestehe bei der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % im Ganztages
pensum. Bei einem 42 %-Pensum bestehe keine reduzierte Leistungs
fähigkeit. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges auf dem Invaliden
einkommen ergebe sich ein I
nvaliditätsg
rad von 32 % (Urk. 7/283/2).
Die dage
gen
am
1.
Mai 2015
erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2015.00471 vom 23. Mai 2017 ab
, wobei es die Statusfrage
offen liess
(Urk. 7/312
/31
).
Dieses Urteil wurde nicht angefochten.
1.
5
Bereits während des hängigen Beschwerdeverfahrens hatte sich die Versicherte
am 29. Juni 2016
unter Beilage eines neuen Berichts betreffend ihren psychischen Gesundheitszustand zum vierten Mal bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug angemeldet
.
D
abei
wies sie
auf eine Verschlechterung ihres phy
sischen Gesundheitszustandes hin (Urk. 7/304
, Urk. 7/305/4-9
).
Nach Abschluss des Gerichtsverfahrens im Fall IV.2015.00471 nahm die IV-Stelle das sistierte Abklärungsverfahren wieder auf und trat auf die Neuanmeldung ein (Urk. 7/303). Sie nahm
verschiedene
Berichte zu den Akten (Urk.
7/317, Urk. 7/
318, 7
/322, 7/327, 7/328, 7/329, 7/331, 7/332)
und holte eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) vom 29. März 2018 ein (Urk. 7/338/4-5). Gestützt darauf stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 11. Juli 2018 die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/339). Dagegen erhob die Versi
cherte, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Stadler, am 4. September 2018 Ein
wand (Urk. 7/343). Am 28. Dezember 2018 holte die IV-Stelle eine zweite Stellung
nahme des RAD ein (Urk. 7/349/3-5). Am 12. Februar 2019 verfügte sie schliesslich im angekündigten Sinne (Urk. 3/350 = Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 12. März 2019 Beschwerde erheben und
bean
tragen
, die Verfügung
vom 1
2.
Februar 2019
sei aufzuheben und
es sei
ihr eine Rente zuzusprechen. Zunächst seien noch aktuelle Arztberichte einzuholen. Sodann seien ihr aktueller Gesundheitszustand und ihre derzeitige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in Beruf und Haushalt zunächst noch durch ein unabhängiges polydisziplinäres, zumindest aber mittels eines unabhängigen psychiatrischen Gutachtens abzuklären. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk.
1
S. 2).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. April 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 16. April 2019 mit
geteilt und ihr antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwalt Peter Stadler als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 8). Dieser legte am 3. Mai 2019 seine Honorarnote auf (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.
4
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
gibt jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkom
petenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewisser
massen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu nament
lich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betref
fend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrens
regeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wir
kung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
2.
2.1
In
der angefochtenen Verfügung vom 12. Februar 2019 (Urk. 2)
hielt die Beschwerde
gegnerin fest,
die Beschwerdeführerin
sei weiterhin zu 80 %
arbeits
fähig
in einer angepassten Tätigkeit
.
Im Vergleich zu den Berichten
aus der Zeit
von
vor dem
A._
-Gutachten seien keine neuen Diagnosen genannt worden. Im Gutachten sei ausführlich diskutiert worden, weshalb keine posttraumatische Belastungs
störung (PTBS) vorliege
. Es könne nicht von einer
Retraumatisierung
ausgegangen werden
.
Verschiedene somatische Diagnosen seien bereits beim letzten Entscheid der IV-Stelle bekannt gewesen. Eine Verschlechterung könne nicht nachvollzogen werden
, ergänzende Abklärungen seien nicht notwendig.
Nach der neuen Berechnungsmethode
des Invaliditätsgrades bei teilweiser Erwerbs
tätigkeit, die
ab
1. Januar 2018
gelte,
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 36 %
(Urk. 2 S. 2)
.
Auch
wenn von einer vollen
Erwerbstätigkeit
ausgegangen
würde
, ergebe sich
bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Aus den genannten Gründen sei von keiner Verschlechterung auszugehen und es bestehe kein Anspruch auf eine Invaliden
rente (Urk. 2 S. 3).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 1
2. März 2019 (Urk. 1)
zusammengefasst
geltend,
aufgrund der
nach Erlass der Verfügung vom 18. März 2015 ergangenen Berichte sowie Klinikaufenthalte
sei erstellt, dass sich ihr Gesundheitszustand und ihre Arbeitsfähigkeit seit der letzten Verfügung und der
A._
-Begutachtung im Januar 2013 klar v
erschlechtert hätten (Urk. 1 S.
5-7).
Einerseits seien neue medizinische Sachverhalte eingetreten, zum anderen hätten sich die bestehenden somatischen Gesundheitsschädigungen verschlim
mert.
De
mzufolge sei nun eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
Die RAD-Beurteilungen vom 29. März sowie 28. Dezember 2018, wonach keine neuen medizinischen Fakten beziehungsweise Tatsachen vorlägen, seien nicht nachvollziehbar, unverständlich und
aktenwidrig. Ohne ausreichende medi
zinische Abklärung dürfe nicht einfach von den neueren Berichten der behan
delnden Psychiaterin abgewichen werden. Vielmehr hätte die Beschwerde
gegnerin aufgrund ihrer Untersuchungspflicht aktuelle Berichte einholen müssen.
Es sei überdies zunächst erneut ein polydisziplinäres oder wenigstens
ein
psychi
atrisches Gutachten einzuholen, zumal an den RAD-Stellungnahme
n
Zweifel bestünden
(Urk. 1 S. 8).
Die neuen Berichte respektive die Begutachtung würden
dann
zweifellos zu einem R
entenanspruch führen (Urk. 1 S.
9).
2.3
D
ie Beschwerdegegnerin
ist
auf die Neuanmeldung der
Beschwerdeführerin
vom 29. Juni 2016 (Urk. 7/304)
eingetreten
. Demnach gilt es
zu prüfen, ob sich der
Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
seit
der letzten rechtskräftigen Ver
fügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht
,
verändert hat
(
vgl. E. 1.5 hiervor
). Wie
die Beschwerde
führerin
zu Recht festhält (Urk. 1 S. 4) bildet
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 1)
vorliegend die
anspruchsverneinende Ver
fügung
vom 18. März 2015 (
Urk.
7/283
)
die Vergleichsbasis. Das Urteil des Sozial
versicherungsgericht
s
vom 23. Mai 2017 bestätigte demgegenüber lediglich die vorgenannte Verfügung und kann nicht als
zeitlich relevante
Vergleichsbasis dienen.
Allerdings wurde darin der Sachverhalt, wie er sich bis zur damals ange
fochtenen Verfügung verwirklicht hatte,
abschliessend gewürdigt
.
Relevant
für die vorliegende Frage einer relevanten Veränderung
ist somit
der Sachverhalt, wie er sich in
d
er
Zeitspanne zwischen
der leistungsabweisenden Verfügung vom 18. März 2015
und dem
Erlass der
vorliegend
angefochtenen Verfügung vom 12. Februar 2019
verwirklicht hat
.
3.
3.1
Hinsichtlich der Aktenlage, die der
Verfügung
vom 18. März 2015
(Urk.
7/283)
zugrunde lag, kann auf die Darstellung im Urteil des hiesigen Gerichts vom
23. Mai 2017 (Urk. 7/312) verwiesen werden. Darin wurde dem
A._
-Gutachten vom 13. Mai 2013 (Urk. 7/225)
samt dessen ergänzender Stellungnahme vom 24. Februar 2014 (Urk. 7/253)
voller Beweiswert beigemessen.
3.2
Im polydisziplinären Gutachten
des
A._
vom 1
3.
Mai 2013 (Urk. 7
/225) wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/
225/32):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit Symp
tomen einer posttraumati
schen Belastungsstörung (ICD-10
F33.0/F43.1)
-
Agoraphobie (ICD-10
F40.0)
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
deutliche Wirbelsäulenfehlhaltung/-
fehlform
(deutliche thorakale Hyper
kyphose sowie lumbale Hyperlordose)
-
aktuell radiomorphologisch beginnende
Spondylarthrose
im
lumbosakralen
Übergang bei ansonsten gut erhaltenen Bandscheiben
höhen lumbal und leicht beginnenden Spondylosen ventral LWK 3 und LWK 4
-
deutliche muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der abdominel
len und rückenstabilisierenden Muskelgruppen im Rah
men einer Adipositas mit einem BMI von 37 kg/m
2
-
Klinisch sowie radiomorphologisch beginnende
Femoropatellararthrose
beidseits (ICD-10 M17.9)
-
muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der kniestabilisierenden Muskel
gruppen
-
Leichte Sehminderung beidseits
-
Cataracta
incipiens
beidseits (ICD-10 H28.1)
-
anlagebedingte Fehlsichtigkeit beidseits (ICD-10 H52.2)
-
Alterssichtigkeit beidseits (ICD-10 H50.5)
-
Engwinkelsituation (Grad I-II nach Schaffer) beidseits
-
Zustand nach YAG-
Iridotomie
rechts
-
Konjunktivitis
si
cca
beidseits (IDC-10 H19.3)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien
die folgenden Diagnosen (Urk. 7
/225/33):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Akzentuierte
histrionische
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Ausgeprägtes chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
-
Abdominale Beschwerden unklarer Ätiologie
-
Status nach Leberteilresektion und
Cholecystektomie
wegen Häman
giom
1999
-
axiale
Hiatushernie
,
keine
Refluxoesophagitis
unter Therapie
,
Status nach
Helicobacter
-Infekt des Magens
-
Adipositas, BMI 37 kg/m
2
(ICD-10 E66.0)
-
Varikosis
cruris (ICD-10 183.9)
-
beginnende chronisch-venöse Insuffizienz Grad I
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (circa 60
packy
ears
) (ICD-10 F17.1)
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus polydisziplinärer Sicht sei die Ver
sicherte für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum mit verme
hrten Pausen ver
wertbar (Urk. 7/225/34 und 7
/225/36).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente und der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit vor allem durch das psychische Leiden seit 2009 eingeschränkt sei. Im Oktober 2009 sei die Versicherte erstmals psy
chiat
risch hospitalisiert gewesen. Damals sei eine mittelgradige depressive Epi
sode diag
nostiziert worden. Daraus könne auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit wäh
rend der
Hospitalisation
geschl
ossen werden. I
m Verlauf der letzten
Hospitali
sation
hätten sich die depressiven Symptome zurückgebildet. Die gut
achterlich festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte sicher ab dem Untersuchungsdatum im Januar 2013, sie sei über die Zeit gemittelt wahrscheinlich seit
Oktober 2009 anzu
nehmen (Urk. 7/
225/34). Die aufgrund des somatischen Leidens bestehenden quali
tativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit mit nur noch leichter Tätigkeit bestünden sicher seit der
MEDAS-Begutachtung 2006 (Urk. 7
/225/35).
Bei der Haushalttätigkeit bestünden wie bei einer Erwerbstätigkeit Einschränkun
gen bezüglich körperlich schwerer und mittelschwerer Arbeiten. In einem kleinen Haushalt kämen diese aber nicht so oft vor. Zudem sei es möglich, die Arbeiten mit individuellen Pausen zu verrichten. Im Haushalt sei daher eine Arbeits
unfähig
keit von 15
%
anzunehmen (Urk. 7/225/35 und 7
/225/36).
3.3
Ein stationärer Aufenthalt auf der Spezialstation für
Traumafolgestörun
gen
der
B._
fand vom 28. Oktober bis zum 10. Dezember 2013 statt. Im Zwischenbericht vom 1
0.
Dezember 2013 (Urk.
7
/249) und in einem weiteren Bericht vom
8.
Januar 2014 (Urk.
7
/251) wurden die bereits zuvor gestellten
,
im F
olgenden
zitierten
Diagnosen bestätigt und für die Dauer der einzelnen
Hospitalisationen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert:
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
-
«
Anfälle
»
mit Stürzen, wahrscheinlich im Rahmen von Flashbacks
-
MRI des Schädels vom 13.09.2012,
C._
: max. 12 mm
grosses
Meningeom
entlang der vorderen Lippe des inne
ren Gehörganges
links und des angrenzenden Os
petrosum
links als Zufallsbefund; ohne
Kompression von umgebenden Strukturen. Kein pathologischer Focus im
Hirnparenchym
-
EEG vom 27.09.2012, Praxis Dr.
D._
in
E._
: Befund unauffäl
lig, trotz
eines Anfalls während der Aufzeichnung.
Ferner wurden zahlreiche weitere somatische Diagnosen vermerkt (Urk.
7
/203/1-2 und
7
/205/2).
Zu diesen beiden Berichten nahm der psychiatrische Gutachter des
A._
auf Ersu
chen der IV-Stelle (vgl. Urk.
7
/252) am 2
4.
Februar 2014 ergänzend Stellung (Urk.
7
/253). Er vertrat die Auffassung, es seien keine neuen psychiatrischen Diag
nosen gestellt worden, welche nicht bereits im psychiatrischen Teilgutachten des
A._
diskutiert worden seien. In demselben sei auch erläutert worden, weshalb nach den ICD-Kriterien keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden könne. Es möge sein, dass während der psychiatrischen
Hospitalisationen
die depressive Episode stärker ausgeprägt gewesen sei. Eine
höhergradige
Arbeits
unfähigkeit als diejenige, die im psychiatrischen Teilgutachten des
A._
ange
geben worden sei, sei aber auch rückwirkend nicht erwiesen, da fachärztliche Befunde, auf die
mit Sicherheit abgestützt werden könne, weiterhin fehlten. Auch wenn eine gewisse posttraum
a
tische Symptomatik vorliege, könne hier eine Arbeits
unfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht begründet werden, da es sich bei einer posttraumatischen Belastungsstörung um eine
syndromale
Diagnose handle und eine schwere
komorbide
psychische Störung nicht bestehe. Die Ago
raphobie sei definitionsgemäss situationsbezogen und begründe keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Der Versicherten sei trotz ihrer Beschwerden eine gewisse Willensanstrengung zumutbar, um in einer den körperlichen Einschrän
kungen angepassten und ihren Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit zu arbeiten.
3.4
Das hiesige Gericht
gelangte zur Auffassung, dass das Gutachten sämtliche von der Rechtsprechung statuier
ten Anforderungen an ein medizi
nisches Gutachten erfülle (Urk. 7/312/24 E. 6.6, vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
Betreffend die im Gutachten gestellte Diagnose der somatoformen Schmerzstörung kam das Gericht zum Schluss, dass das psychiatrische Teilgut
achten – zusammen mit den weiteren medizinisch
en Akten – eine schlüssige Beur
teilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss der mit BGE 141 V 281 geänderten Rechtsprechung erlaube
(Urk. 7/312/27 E. 6.7.6).
Demnach sei ausgewiesen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin insofern verschlechtert habe, als sie
seit Oktober 2009 lediglich noch zu 80 % in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit arbeitsfähig sei. Im Haushalt sei sie zu 85
%
arbeitsfähig (Urk.
7
/225/36). Anzumerken bleibe, dass die Arbeits
fähigkeit während der stationären Aufenthalte (mit jeweils 50
%
; vgl. Urk. 7/225/34) zwar geringer gewesen sei, sie
habe
jedoch nie eine invaliditäts
relevante Dauer (vgl.
Art.
88a Abs. 1 IVV) erreicht (Urk. 7/312/27 E. 6.8).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin
vom 2
9.
Juni 2016
sind folgende Berichte aktenkundig:
4.2
Aus dem Bericht vom 7. April 2015 der
pneumologischen
Sprechstunde des
F._
(Urk. 7/299/5-6) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin dort am 16. März 2015 untersucht wurde. Dabei stellten die behandelnden Ärzte folgende Diagnosen
(Urk. 7/299/5)
:
-
Habituelles Schnarchen (6 O
2
-Entsättigungen pro Stunde, grenzwertig normal)
-
Adipositas per
magna, BMI 36 kg/m
2
, chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Gonarthrose beidseits
-
Rezidivierende depressive Störung mit Panikattacken und Klaustrophobie
-
Status nach Leberteilresektion 1999 wegen Hämangiomen
-
Gastroösophageale
Reflux-Krankheit, Dauer-Therapie mit PPI
-
Chronisch venöse Insuffizienz beider Beine, Status nach TVT rechts 2008
Die Beschwerdeführerin sei zur Abklärung einer möglichen Schlafapnoe zuge
wiesen worden.
Diese könne ausgeschlossen werden. Selbstverständlich sei eine Reduktion des Übergewichts ratsam, da das Risiko
der
Entwicklung einer Schlafapnoe mit zunehmendem Übergewicht steige (Urk. 7/299/6)
.
4.3
Dem Bericht der
B._
an den damaligen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom 15. Mai 2015
(Urk. 7/295/4-5) lässt sich entnehmen, dass die Beschwer
deführerin nach der abweisenden Verfügung vom 18. März 2015 erneut stationär behandelt wurde (Aufenthalt vom 1
9.
März bis 4. Mai 2015
). Der Klinikau
stritt
sei vorzeitig
erfolgt, dies
aufgrund eines Todesfalles in der Familie
. Bei jedem Klinikaufenthalt sei eine Verschlechterung des allgemeinen psychischen Zustandsbilds im Vergleich zum Zeitpunkt des vorherigen Austritts bemerkt worden. Während den
Hospitalisationen
habe sich die Beschwerdeführerin etwas stabilisieren können. Sie leide an einer
inzwischen
chronifizierten
PTBS. Bei Klinik
eintritt am 19. März 2015 sei zusätzlich eine
komorbide
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. Obwohl eine rezidivierende depressive Störung bekannt sei, sei bei früheren
Hospitalisationen
von einer (Teil-) Remis
sion ausgegangen worden, während dieses Mal die Kriterien (ICD-10 F33.1) erfüllt gewesen seien. Im Verlauf der Behandlung hätten weitere Symptome festgestellt werden können (frei flottierende Ängste, ständige Sorgen um Angehörige mit bildhaften Vorstellungen von Katastrophen, begleitet von vegetativer Überer
regbarkeit und Anspannung), welche die Kriterien einer generalisierten Angst
störung (ICD-10 F41.1) erfüllen würden
(Urk. 7/295
/4
)
.
Während früheren Aufent
halten auf den Akutstationen der
B._
(2009, 2010, 2012) seien die Diag
nosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1) sowie einer Agoraphobie gestellt worden. Während der ersten
Hospitalisation
auf der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
vom
22. August bis 5. Oktober 2012 sei die Diagnose einer PTBS zum ersten Mal gestellt worden. Seit dem 1
8.
April 2014 seien neu eine depressive Episode sowie eine genera
lisierte Angststörung zusätzlich diagnostiziert worden. Die aktuellen Diagnosen seien daher: PTBS (ICD-10 F43.1), rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine Agoraphobie ohne Angabe einer Panik
störung (ICD-10 F40.00) sowie eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1, Urk. 7/295/5).
4.4
Vom 6. April bis 6. Juni 2016 befand sich die Beschwerdeführerin abermals in stationärer psychiatrische
r Behandlung auf der Spezialstation für
Traumafolge
störungen
der
B._
. Im Austrittsbericht vom 23. Juni 2016 (Urk. 7/318)
stellten die Behandler folgende psychiatrischen Diagnosen (Urk. 7/318/1 f.):
-
PTBS (ICD-10 F43.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Agoraphobie: Ohne Angabe einer Panikstörung (ICD-10 F40.00)
-
Dissoziative Störungen (Konversionsstörun
gen), gemischt (ICD-10 F44.7
, «Anfälle» mit Stürzen, wahrscheinlich im Rahmen von Flashbacks, MRI-Schädel vom 13. September 2012,
C._
: maximal 12mm grosses
Meningeom
entlang der vorderen Lippe des inneren Gehörganges links und des angrenzenden Os
petrosum
links als Zufallsbefund, ohne Kom
pression von umgebenden Strukturen. Kein pathologischer Fokus im Hirnpa
renchym, EEG vom 27. September 2012, Praxis Dr.
D._
in
E._
: Befund unauffällig, trotz eines Anfalls während der Aufzeichnung)
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
Daneben wurden zahlreiche weitere somatische Diagnosen vermerkt
und darauf hingewiesen, dass multiple, teils schwerwiegende somatische Erkrankungen eine invalidisierende Wechselwirkung mit den psychischen Störungen darstellen würden
(Urk. 7/318/1 f.
).
Ferner
ergänz
t
en die Behandler,
die Beschwerdeführerin
leide seit Jahren unter rezidivierenden Depressionen, einer Agoraphobie, generali
sierten Ängsten sowie einer PTBS mit dissoziativen Symptomen. Als Zeu
gin von Gewalt im Krieg in Exjugoslawien und vor allem vom gewaltsamen Tod der eigenen Tochter hätten sich Symptome aus allen Clustern der PTBS
ent
wickelt
, jedoch mit
subsyndromalem
Verlauf, bis zu einem Gefängnisaufenthalt im Jahr 2009
, welchen die Beschwerdeführerin als
retraumatisierend
erlebt habe. Die Symptomatik habe sich durch eine erneute Inhaftierung im Dezember 2015 verstärkt
(Urk. 7/318/1).
Des Weiteren habe sie sich
im Vergleich zum letzten Aufenthalt deutlich weniger stabil mit bedrückter Grundstimmung, erhöhter Ängstlichkeit, Lustlosigkeit, teilweise
r
Hoffnungslosigkeit und Resignation gezeigt (Urk. 7/318/3).
Während der
Hospitalisation
habe sich das Zustandsbild langsam, aber kontinuierlich verbessert. Am Jahrestag des Tods ihrer Tochter sowie einem Arbeitsunfall des Sohnes (beides im Mai) sei es zu depressiven Ein
brüchen mit vorübergehender Dekompensation gekommen. Die Beschwerde
führerin fühle sich seit Jahren psychisch belastet
(Urk. 7/318/4)
.
Nach dem Tod der Tochter sei das Überleben der übrigen Kinder im Vordergrund gestanden, weshalb sie sich mit Arbeit, Haushalt und Erziehungsaufgaben beschäftig
t
und zum Teil erhebliche Kraft und Ressourcen gezeigt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei von einem
subsyndromalen
Verlauf der PTBS ausgegangen worden. Während des Gefängnisaufenthaltes in den Jahren 2008-2009 sei es zu einer Exazerbation der Symptomatik und einer Erweiterung der Auslösereize sowie des Vermeidungs
verhaltens gekommen. Inzwischen sei die Beschwerdeführerin kaum in der Lage, ohne Begleitung die Wohnung zu verlassen. Sie fahre seit Jahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dieses Verhalten scheine eine agoraphobische Komponente zu haben, indem fehlende Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten eine Rolle spielen würden, andererseits stünde es in direkter Verbindung mit der PTBS, indem sie Angst habe, im Rahmen von Flashbacks respektive dissoziativen Zustän
den zu stürzen und sich ernsthaft zu verletzen, was auch vorkomme. Die depressive Symptomatik erscheine inzwischen
chronifiziert
, die Ausprägung je nach aktueller Situation schwankend von leicht
-
bis mittelgradig. Zusätzliche Symptome wie frei
flottierende Ängste, ständige Sorgen um die Familie und künf
tiges Unglück mit bildhaften Vorstellungen sowie vegetativer Übererregbarkeit liessen sich am besten durch die Diagnose einer generalisierten
Angststörung klassifizieren. Obwohl Ressourcen durchaus vorhanden seien (handwerkliche Int
eressen, soziale Kompetenzen, Beziehung zu Kindern und Enkelkindern), gelinge es ihr nicht mehr, Selbständigkeit zu entwickeln. Im geschützten Rahmen könne sie sich stabilisieren, geniesse den Kontakt zu Mitpatienten sowie die Tages
struktur, welche die Therapie biete. Zu einer verpflichtenden Tagesstruktur aus
serhalb des Kliniksettings sei sie aufgrund ihrer Ängste kaum zu motivieren (Urk. 7/318/5
).
4.5
D
ie Beschwerdeführerin
wurde sodann
im
Rahmen einer
Freiheitsstrafe
aufgrund einer Dekompensation mit schweren Erregungszuständen am
20. Juni 2017 durch den
G._
des
Amtes für
Justizvollzug des Kan
tons Zürich
in
s
H._
eingewiesen. Nach einem zehnwöchigen Aufenthalt auf der Spezialstation für
Traumafolgestörungen
(11. April bis 20. Juni 2017, Urk.
7/
329/13-15) sei ein Übertritt ins Gefängnis
I._
geplant gewesen. Aufgrund einer psychischen Dekompensation sei die Beschwerde
führerin als nicht hafterstehungsfähig beurteilt und
am 20. Juni 2017
ins
H._
verlegt worden
(Urk. 7/329/16 f.
).
Vom 7. bis 17. Juli 2017 befand sie sich
sodann
aufgrund einer gynäkologischen Operation in der Frauenklinik des
F._
(Urk. 7/329/9). Hernach trat sie wieder ins
H._
ein, wo sie
bis zur bedingten Entlassung am 9. August 2017 verblieben
sei
(Urk. 7/329/10).
Im Rahmen der Austritts
berichte vom 20. Juni 2017 (Urk. 7/329/13-15), 9. August 2017 (Urk. 7/329/8-11) sowie 5. September 2017 (Urk. 7/329/16-19) hielten die Behandler an den
im
Bericht vom 23. Juni 2016 gestellten Diagnosen fest (Urk. 7/318/1 f.
, Urk. 7/329/13 f., Urk. 7/329/16 f., Urk. 7/329/21 f.
).
Das
H._
sowie die Spezialstation für
Traumafolgestörungen
bescheinigte
n für die gesamte Dauer der
Hospitalisation
en
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7/329/17
, Urk. 7/329/14
).
4.6
Mit Bericht vom 28. Oktober 2017 (Urk. 7/317) erklärte die behandelnde Psychi
aterin, Dr. med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem Jahr 2012 bei ihr in Behandlung. Ihr psychischer Zustand sei,
seit
sie die Beschwerdeführerin kenne, instabil. Sie leide unter einer PTBS, rezidivierenden depressiven Störungen, einer Agora
phobie ohne Angaben einer Panikstörung sowie einer generalisierten Angst
störung. Im Rahmen der psychischen Erkrankungen sei es der Beschwerdeführerin unmöglich, ohne Begleitung ihre Wohnung zu verlassen oder einkaufen zu gehen. Ihre Angst beziehe sich vor allem auf rezidivierende Stürze (Flashbacks mit Dis
soziation). Seit 2015 habe sich die gesamte Symptomatik infolge einer
Retrauma
tisierung
verstärkt. Dies vor allem mit a
usgeprägter innerlicher Unruhe und
Zunahme der Frequenz der Flashbacks mit
kör
perlichen Verletzungen durch plötzliches Umfallen mit Bewusstlosigkeit (Urk. 7/317/1 f.). Trotz intensiver Betreu
ung durch die Spitex habe die Beschwerdeführerin wieder hospitalisiert werden müssen.
Seitdem sei der psychische Zustand leider nicht besser. Es
bestehe
eine ausgeprägte psychische Instabilität mit
einer
invalidisierenden, therapie
resistenten posttraumatischen- und Angstsymptomatik.
Die Versicherte
sei nicht in der Lage, ihren Alltag alleine zu bewältigen. Zudem leide sie
an verschiedenen somatischen Erkrankungen (Urk. 7/317/2).
4.
7
Der Oberarzt der
chirurgische
n
Klinik
des
F._
hielt in seinem Bericht vom
30
. November 2017 (Urk. 7/327/
3-4
) die Diagnosen einer ausge
prägten schmerzhafte
n
Onychomykose
des grossen Zeh
s rechts, ein
es
Diabetes mellitus Typ II unter OAD sowie
muskuloskelettale
Beinschmerzen rechts (Sono
graphie untere Extremität rechts vom 6. Juni 2017: kein Hinweis auf eine
tiefe Beinvenenthrombose [
TVT
]
, anamnestisch Status nach TVT vor Jahren) fest (Urk. 7/327/1)
. Nach unauffälliger
angiologische
r
Voruntersuchung sei die geplante Nagelexzision erfolgt (Urk. 7/327/4).
4.
8
Dem Operationsbericht der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
K._
vom 14. Dezember 2017 (Urk. 7/331/2-3) ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin sich am 6. Dezember 2017 einer Carpaltunneloperation unterzog (Urk. 7/331/2). Dabei wurde über einen regelrechten Operationsverlauf berichte
t
und eine moderate Schonung der Hand über sechs Wochen postoperativ empfohlen (Urk. 7/331/3).
Am 20. Februar 2018 habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen des rechten Handgelenks nach einem Sturz geklagt (Urk. 7/331/4). Die
darauf
folgende
radiologische Untersuchung habe keine Hin
weise auf frische
ossäre
traumatische Läsionen gezeigt (Urk. 7/331/5).
4.
9
In ihrem Bericht vom 27. Dezember 2017 (Datum Eingang Beschwerdegegnerin, Urk. 7/328) hielt die Oberärztin der Frauenklinik des
F._
als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende PMP-Blutungen seit 2012 sowie AGC-NOS im PAP fest (Urk. 7/328/1). Die Beschwerde
führerin habe sich vom 7. bis 11. Juli 2017 zwecks einer Hysterektomie
bei ihnen
in stationärer Behandlung befunden
(Urk. 7/328/2). Nach Abschluss der Heilung könne sie wieder zu ihrer ursprünglichen Tätigkeit zurückkehren und es bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (Urk. 7/328/3).
4.
10
Die behandelnde Psychiaterin Dr.
J._
hielt
in
ihrem Bericht vom 13. Januar 2018
(Urk. 7/329/2-6)
einen
sich
verschlechter
nden
Gesundheits
zustand (Urk. 7/329/4)
fest
und nannte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/329/2):
-
PTBS (ICD-10 F43.1), 1991
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), 2007
-
Agoraphobie (ICD-10 F40.00), 2009
-
Spezifische (isolierte) Phobien (Klaustrophobie, ICD-10 F40.2), 2009
-
Dissoziative Störungen (Konversionsstörun
gen,
ICD-10 F44.7
, 2012
, Anfälle mit Stürzen, wahrscheinlich im Rahmen von Flashbacks, MRI-Schädel vom 13. September 2012,
C._
: maximal 12mm grosses
Me
ningeom
entlang der vorderen Lippe des inneren Gehörganges links und des angrenzenden Os
petrosum
links als Zufallsbefund, ohne Kompression von umgebenden Strukturen. Kein pathologischer Fokus im Hirnparenchym, EEG vom 27. September 2012, Praxis Dr.
D._
in
E._
: Befund unauffällig, trotz eines Anfalls während der Aufzeichnung)
Ferner notierte sie weitere somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 7/329/2). Die Beschwerdeführerin sei seit
Februar 2012
und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch ange
passter Tätigkeit (Urk. 7/329/6).
An anderer Stelle hielt Dr.
J._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit seit dem Jahr 2009 fest (Urk. 7/329/2).
Betreffend den Verlauf seit ihrem letzten Bericht im Jahr 2012 fügte sie an, trotz sieben stationären Behandlungen und regelmässiger ambu
lanter psychiatrischer Betreuung sei es der Beschwerdeführerin nicht wesentlich besser ergangen. Durch eine erneute Inhaftierung vom 19. Dezember 2015 bis 14. Januar 2016 habe eine
Retraumatisierung
stattgefunden und ihr psychischer Zustand habe sich verschlechtert.
Im geschützten Rahmen habe eine gewisse Stabili
sierung erreicht werden können, diese sei jedoch nicht nachhaltig gewesen. Die psychische Stabilisierung werde durch zahlreiche somatische Erkrankungen sowie durch die belastende Ehebeziehung erschwert. Seit der Inhaftierung im Dezember 2015 sei ihr psychischer Zustand labiler geworden, mit erhöhter Ängst
lichkeit, Zunahme der aufdrängenden belastenden Erinnerungen durch Bilder, Gedanken,
mit
erhöhter Frequenz der Dissoziationsepisoden, Albträume
n
, akus
tischen Halluzinationen (Urk. 7/329/3). Die Beschwerdeführerin sei im Bewusst
sein klar und allseits orientiert. Subjektiv seien Konzentrationsstörungen vorhan
den, welche im Rahmen der Konsultationen in verschiedenem Ausmass auch bemerkbar gewesen seien. Das Denken sei formal unauffällig.
Die Versicherte äussere
Klage
n
über die verschiedenen
psychischen und somatischen Beschwer
den, vor allem Schmerzen und Atemschwierigkeiten. Die psychischen Beschwerden stünden im Vordergrund und würden überwiegen. Dies seien Alb
träume, akustische Halluzinationen, Unruhe, Kraftlosigkeit, frei
flottierende Ängste, Ungeduld sowie Reizbarkeit. Ihr Antrieb sei reduziert. Gedächtnis
störungen seien in der Form von sich aufdrängenden Bildern von mehreren trauma
tischen und belastenden Ereignissen vorhanden. Zudem komme es zu Dis
soziationen mit Stürzen, einmal sei dies in ihrer Praxis geschehen.
Psychomo
torisch sei sie unruhig, die Stimmung sei depressiv, ängstlich,
klagsam
. Es bestünden frei flottierende sowie agoraphobische Ängste. Es gäbe keine Anhalts
punkte
für Wahnideen und Ich-Störungen und
Zwänge würden verneint (Urk. 7/329/3 f.)
4.
11
In seiner Stellungnahme vom 2
9.
März 2018 (Urk. 7/338/4-5) erklä
rte RAD-Arzt Dr. med. Dr.
rer
. p
ol.
L._
, Facharzt für Innere Medizin,
e
ine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei auch nach einem hand
chirurgischen Eingriff und psychiatrisch im Rahmen einer mittelgradigen Depres
sion nicht nachvollziehbar, zumal eine mittelgradige Depression gut einer Thera
pie zugänglich sei. Eine Veränderung des poststationären Zustandes sei allenfalls für die Behandlung einer mittelgradigen Depression gegeben (Urk. 7/338/5)
.
Auf erfolgten Einwand im
Vorbescheidverfahren
hin legte die Beschwerde
gegnerin die medizinischen Unterlagen RAD-Är
ztin Dr. med. M._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vor
. In ihrer Stellungnahme vom 28. Dezember 2018 (Urk. 7/349/3-5)
erklärte sie, im Vergleich zu den Berichten von vor dem
A._
-Gutachten und zum
A._
-Gutachten selber würden keine neuen Diagnosen genannt.
Die Diagnose einer generalisierten Angststörung sei in den Berichten der
B._
vom 18. Juni 2012 sowie 27. November 2012 offensichtlich nicht separat gestellt worden, obwohl die Symptomatik jeweils beschrieben worden sei. In diesem Sinne könne mit Bezug auf die generalisierte Angststörung nicht von einer neuen Diagnose ausgegangen werden (Urk. 7/349/
3
f.).
Bei der im Bericht der
B._
vom 23. Juni 2016 aufgeführten Diagnose der dissoziativen Störungen (Konversionsstörungen, ICD-10 F44.7) handle es sich ebenfalls nicht um eine neue Diagnose.
Bereits im Bericht von Dr.
J._
vom 14. September 2012 sei die entsprechende Diagnose, bestehend seit 2012, gestellt worden. Im
A._
-Gutachten sei im Übrigen diskutiert worden, dass die Stürze auch durch eine Konversionssymptomatik bei auffälligen
histrionischen
Persönlichkeitszügen bedingt sein könne. Des Weiteren seien bereits in früheren Berichten mittel
gradige depressive Episoden bei einer rezidivierenden depressiven Störung beschrieben worden, sodass diesbezüglich nicht von einer anhaltenden
Verschlech
terung ausgegangen werden könne
. Im
A._
-Gutachten sei diskutiert worden, weshalb keine PTBS vorliege. Da auch in keinem der früheren Gutachten eine PTBS diagnostiziert worden sei, könne auch nicht von einer
Retrauma
tisierung
ausgegangen werden. Die Aussage, dass die Diagnose einer PTBS mitt
lerweile als gesichert und
chronifiziert
zu gelten habe, könne nicht nachvollzogen werden
.
Sowohl das metabolische Syndrom wie auch das chronische panver
tebrale Syndrom und die Gonarthrose beidseits seien bekannt und neu als ver
schlechtert angegeben worden, was aufgrund fehlender Beweise (Laborbefunde, Röntgenbilder) nicht nachvollzogen werden könne. Im Bericht des
F._
vom 7. April 2015 sei zudem eine Schlafapnoe ausgeschlossen worden (Urk. 7/349/4).
Nicht einleuchtend sei, dass
die behandelnde Psychiaterin eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit wegen zusätzlicher somatischer Erkran
kungen attestiert habe. Erstens seien die somatischen Erkrankungen allesamt schon länger bekannt und zweitens handle es sich um eine fachfremde Beur
teilung. Zusammenfassend könnten keine neuen medizinischen Fakten/Tatsachen erkannt werden, weshalb eine weitere Abklärung als nicht notwendig erachtet werde (Urk. 7/349/4 f.).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der leistungsabweisenden Verfügung auf die Ausführungen
der RAD-Ärzte Dr.
L._
sowie Dr.
M._
ab
, welche sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht einen unveränderten Gesundheits
zustand
im Vergleich zum
A._
-Gutachten aus dem Jahr 2013
festhielten (Urk. 7/338/
3, Urk. 7/349/5)
. Dabei handelt es sich um Aktenbeurteilungen (Urk. 7/338/4-5, Urk. 7/349/3-5).
Eine Aktenbeurteilung ohne eigene Unter
suchung kann
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug
auf Berichte und Stellungnahmen
der RAD (vgl. das
Urteil
des Bundes
gerichts
9C_335/2015 vom 1. September 2015
E. 3.1
mit Hinweis).
5.2
Was den somatischen Gesundheitszustand anbelangt, so lässt sich den Akten ent
nehmen, dass
sich
die Beschwerdeführerin
am 30. November 2017 einer Nagelex
traktion am rechten grossen Zeh unterzog, welche regelrecht verlief. Zuvor hatte eine
Beinvenenthrombose (TVT)
angiologisch
ausgeschlossen werden können (Urk. 7/327/4).
Am 29. Juni 2017 wurde
bei
der Beschwerdeführerin
sodann auf
grund anhaltender Blutungen eine Hysterektomie vorgenommen. Dem Bericht der behandelnden Ärztin ist diesbezüglich zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin nach Abschluss der Heilung zu ihrer ursprünglichen Tätigkeit zurück
kehren könne (Urk. 7/328/3)
.
Für anhaltende Beschwerden nach der erfolgten Hysterektomie finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte.
Insbesondere macht die Beschwerdeführerin auch nicht geltend,
aktuell
aufgrund gynäkologischer Beschwerden in ärztlicher Behandlung zu sein respektive dadurch in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt zu sein. Des Weiteren unterzog sie sich am 6. Dezember 2017 einer Carpaltunneloperation, wobei ein unkomplizierter Opera
tionsverlauf und ein regelrechter postoperativer Verlauf statuiert wurden (Urk. 7/331/3 f., Urk. 7/338/5).
Anlässlich der Nachkontrolle vom
20. Februar 2018
beklagte die Beschwerdeführerin Schmerzen im Bereich der Handwurzel
reihe
infolge eines Sturzes. Frische
ossäre
traumatische Läsionen
fanden sich jedoch nicht
(Urk. 7/331/5).
Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin konnte sodann ein
allfälliges
Schlafapnoesyndrom
fachärztlich
ausgeschlossen werden
, worauf schon im Urteil des Gerichts vom 2
3.
Mai 2017 hingewiesen worden war
(Urk. 1 S. 7, Urk. 7/299/6).
Betreffend die übrigen somatischen Beschwerden finden sich in den Akten keine Hinweise
auf eine relevante Ver
schlechterung
.
Die Beschwerdeführerin war denn auch offenbar lediglich zweimal zur Behandlung im
K._
(Urk. 7/333) und ihr Hausarzt verwies am 1. Dezember 2017 auf seine früheren Berichte (Urk. 7/322).
Aus somatischer Sicht kann daher nicht von einer
relevanten
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausge
gangen werden.
5.3
5.3.1
In psychischer Hinsicht
statuierte Dr.
M._
ebenfalls einen unveränderten Gesund
heitszustand (Urk. 7/349/5). Dagegen brachte die Beschwerde
führerin
vor, es seien bei ihr neue psychiatrische Diagnosen gestellt worden, so namentlich eine generalisierte Angststörung sowie dissoziative Störungen (Urk. 1 S. 7). Dr.
M._
hielt diesbezüglich
jedoch
schlüssig fest, bereits im Bericht de
r
B._
vom 18. Juni 2012 sei beschrieben worden, dass die Beschwerdeführerin
darüber berichte, den ganzen Tag von Ängsten gequält zu werden, jemandem aus ihrem Umfeld sei etwas passiert. Ferner seien
im besagten Bericht
diverse Ängste und filmartige Erinnerungen an belastende Momente erwähnt worden (Urk. 7/349/3
, Urk. 7/192/2
).
Im Bericht der
B._
vom 27. November 2012 seien zudem sich auf
drängende Bilder beschrieben worden. Unter anderem habe
die Beschwerde
führerin belastende Erinnerungen angegeben. Des Weiteren
hätten damals
generali
sierte Ängste
bestanden
(Urk. 7/349/4
, Urk. 7/205/3
).
D
ie behandelnde Psychiaterin Dr.
J._
berichtete
überdies
schon
am 14. Septe
mber 2012 von frei flottierenden
und phobischen Ängsten (Urk. 7/192/6).
Auch im
A._
-Gutachten gab die Beschwerdeführerin an, dass sie andauernd Angst habe (Urk. 7/225/
13
).
Diesem lässt sich entnehmen, dass der
psychiatrische Gutachter
die
Ängste
erkannte und sie
im Rahmen einer affektiven Störung
beurteilte
. Diese schränke
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht um 20 % ein (Urk. 7/225/
16
).
Daher vermag es nicht zu überzeugen, wenn die Ärzte der
B._
in ihrem Bericht vom 15. Mai 2015 an den damaligen Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin erklären, im Verlauf der Behandlung hätten weitere Symptome festgestellt werden können (frei flottierende Ängste, ständige Sorgen um Angehörige mit bildhaften Vorstellungen von Katastrophen, begleitet von vegetativer Übererregbarkeit und Anspannung), welche die Kriterien einer generalisierten Angststörung erfüllen würden (Urk. 7/296/1).
In ihrem Bericht
vom 5. September 2017 erklärten
sie denn auch,
die Beschwerdeführerin leide bereits seit Jahren unter generalisierten Ängsten (Urk. 7/329/16).
Vor diesem Hin
tergrund erweist sich die Schlussfolgerung von Dr.
M._
, wonach die
Angst
symptome
früher schon vorhanden,
in der
B._
aber
nicht separat
diagnostiziert
worden sei
en
, als
überzeugend
(Urk. 7/349/4).
Betreffend die vorgebrachte neue Diagnose der dissoziativen Störung (Urk. 1 S. 7) ist zu bemerken, dass
die Behandler der
B._
diese zwar in
ihren
Bericht
en
ab dem
20
. Juni 2016 als
neue
Diagnose aufführ
t
en und erklär
t
en, die dissoziative Störung bestehe bei «Anfällen» mit Stürzen, wahrscheinlich im Rahmen von Flashbacks (Urk.
7/329/13, Urk.
7/302/1
, Urk. 7/329/8, Urk. 7
/
329/16
).
Dr.
J._
nannte diese Diagnose ebenfalls erstmals in ihrem Bericht vom 13. Januar 2018 (Urk. 7/329/2).
Auch die diesbezügliche Problematik ist
jedoch
,
wie die RAD-Psychiaterin nachvollziehbar festhält (Urk. 7/349/4)
,
schon seit längerem bekannt.
Bereits
im Bericht der
B._
vom 14. November 2012 wurden derartige Anfälle
mit Stürzen
vermerkt (Urk. 7/203/1). I
m Rahmen der psychiatrischen
A._
-Begutachtung fiel die Beschwerdeführerin
sodann
hin und stand erst wieder auf, als der Gutachter ihr die Hand reichte (Urk. 7/225/
15
).
Dieser
hielt dazu fest, die Stü
r
ze könnten auch durch eine Konversionssymptomatik bei auffälligen
histrio
nischen
Persönlichkeitszügen bedingt sein
,
und würdigte dies bei seiner Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/225/
16
und
18
).
Somit kann mit Bezug auf die vorgebrachte generalisierte Angststörung sowie die dissoziativen Störungen entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 7)
nicht von neuen Diagnosen respektive einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ausgegangen werden.
5.3.2
Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor,
die
rezidivierende depressive Störung habe sich im Vergleich zum
A._
-Gutachten verschlechtert, indem jetzt nicht mehr nur eine leichte, sondern eine mittelgradige Episode vorliege (Urk. 1 S. 7).
Es trifft zu, dass die Behandler
der
B._
seit ihrem Bericht vom 15. Mai 2015
und anläss
lich der stationären Aufenthalte der Beschwerdeführerin
grös
s
tenteils
von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, berich
te
te
n (Urk. 7/296/1, Urk. 7/329/13, Urk. 7/302/1, Urk. 7
/
329/16
).
Konträr dazu sprachen sie im Jahr 2014 noch von einer remittierten Depression (Urk. 7/251/1). Weshalb die Ärzte der
B._
seit
Mai
2015
von einer mittelgradigen Episode aus
gingen, erscheint jedoch nicht nachvollziehbar. So unterscheidet sich der anläss
lich des Klinikeintritts am 28. Oktober 2013 erhobene psychiatrische Befund nicht wesentlich von jenem gemäss
dem
Bericht vom 23. Juni 201
6.
Sowohl im Jahr 2013 als auch
im Jahr
2016
sei
die Beschwerdeführerin im Kontaktverhalten freundlich und zugewandt sowie bewusstseinsklar und allseits orientiert
gewesen
, wobei die Konzentrations- und Merkfähigkeitsleistungen schwankend
gewesen seien
.
Zudem wurden gewisse Gedächtnisstörungen
geschildert
und das formale Denken als kohärent mit Tendenz zum Grübeln beschrieben. Ferner hätten sich keine Anhaltspunkte für Ich-Störungen, Sinnestäuschungen oder Wahn ergeben, wobei im Bericht vom Juni 2016 zusätzlich erwähnt wurde, dass die Beschwerde
führerin über gelegentliches Stimmenhören berichte. In der Affektivität wurde sie anlässlich der Untersuchung im Oktober 2013 als labil mit Schwankungen zum depressiven Pol und im Juni 2016 als mittelgradig deprimiert bezeichnet (Urk. 7/318/3, Urk. 7/251/3). Trotzdem gingen die Behandler der
B._
im Jahr 2013 von einer remittierten und im Jahr 2016 von einer mittelgradigen Depres
sion aus, was nicht schlüssig erscheint.
Ausserdem ging
en
die
Fachleute der
B._
nach dem Austritt aus der letzten stationären Behandlung am 9. August 2017
so
gar
wieder
von einer leichten depressiven Episode aus (Urk. 7/329/8).
Im Rah
men der stationären Aufenthalte attestierten sie ihr jeweils eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 7/
329/14, Urk. 7/329/17
). Es ersc
heint nachvollziehbar, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Rahmen der Klinikaufenthalte von April bis August 2017 kurzzeitig verschlechterte und sie
für diese Zeitspanne
eine tiefere Arbeitsfähigkeit aufwies. Diese
Verschlechterung ist jedoch
als vorübergehend und
vor dem Hintergrund
der
Inhaftierung beziehungs
weise Freiheitsstrafe
zu sehen
. Dafür spricht, dass ihre behandelnde Psychiaterin sie am 17. Juli 2017 in das
H._
der
B._
mit der Begründung
überwies
,
es handle sich um eine Krisenintervention bei starker psycho
sozialer Belastung
und auf den drohenden Gefängnisaufenthalt verwies (Urk. 7/329/7).
Dr.
J._
ging in ihrem Bericht vom 13. Januar 2018 von einer mittelgradigen depressiven Episode
mit 100%iger Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr 2009
aus
(Urk. 7/329/2
).
Allerdings erscheint
es
nicht schlüssig, wenn sie zum einen angibt, die mittelgradige depressive Episode bestehe seit dem Jahr 2007 und zum anderen erklärt, der psychische Zustand der Beschwerdeführerin sei seit der Inhaftierung im Dezember 2015 labiler geworden (Urk. 7/329/2 f.).
Insbesondere die seit dem Jahr 2015 erhöhte Ängstlichkeit, die Zunahme der sich aufdrängenden belastenden Erinnerungen und die erhöhte Frequenz der Dissozi
ationsepisoden mit Albträumen und akustischen Halluzinationen spiegeln sich nicht im Bericht der
B._
vom 9. August 2017 über den aktuellsten Klinikau
fenthalt vom Juli bis August 2017 wieder, wo ein eher moderater psychopa
thologischer Befund
bei einer leichten depressiven Episode erhoben
wurde (im Affekt leichtgradig niedergestimmt, schwingungsfähig,
psychomotorisch unauf
fällig, Schlaf und Appetit normal, Urk. 7/329/9)
. Die von Dr.
J._
beschrie
bene erhöhte Labilität
seit dem Jahr 2015
lässt sich denn auch aus den
soeben genannten
Berichten der
B._
über die stationären Aufenthalte der Beschwerde
führerin nicht herauslesen
(Urk
. 7/318/3, Urk. 7/251/3, Urk. 7/329/8).
Der Ein
wand der Beschwerdeführerin, es sei neu von einer Verschlechterung der Depres
sion im Sinne einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen,
überzeugt
nach dem Gesagten
nicht.
5.3.3
Schliesslich wirft die Beschwerdeführerin ein, es sei bei ihr
im Zusammenhang mit einer Inhaftierung von Dezember 2015 bis Januar
2016 zu neuen
Retrauma
tisierungen
gekommen, weshalb die Diagnose einer PTBS nun als gesichert gelte und mittlerweile nicht nur
chronifiziert
, sondern auch schwer ausgeprägt sei (
Urk.
1 S.
5-7
).
Wie die RAD-Psychiaterin ausführte, wurde bereits im
A._
-Gutachten ausführlich diskutiert, weshalb keine PTBS
vorl
ag
,
und das Gericht
wich von
dieser
Ansicht in seinem Urteil
nicht ab
(Urk. 7/349/4). So
hielt der psychiatrische Gutachter in Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
und divergie
renden
fach
ärztliche
n
Meinungen fest
, dass die Diagnose einer PTBS nach ICD-10 nur gestellt werden solle, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis von aussergewöhnlicher Sc
hwere
auftrete und die Symp
tomatik typisch sei
.
D
ie Beschwerdeführerin
habe jedoch
anlässlich der psychiat
rischen Untersuchung keine starke posttraumatische Symptomatik angegeben
und ihre Stürze könnten auch durch eine Konversionssymptomatik bei auffälligen
histrionischen
Persönlichkeitszügen bedingt sein
(
Urk. 7/225/
18
f.)
. In seiner ergän
zenden Stellungnahme vom 24. Februar 2014 erklärte er sodann, auch wenn eine gewisse posttraumatische Symptomatik vorliege, könne eine Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht begründet werden, da es sich bei der PTBS um eine
syndromale
Diagnose handle und eine schwere
komorbide
psychi
sche Störung fehle (Urk. 7/253/2)
.
Die Beschwerdeführerin verbüsste bereits im Jahr 2009 – also vor der
A._
-Begutachtung – eine zweijährige Gefängnisstrafe (Urk. 7/225/
14
).
Trotzdem konnte anlässlich der Begutachtung keine starke post
traumatische Symptomatik festgestellt werden.
In der Zwischenzeit fand eine ein
monatige Inhaftierung von Dezember 2015 bis Januar 2016 statt (Urk. 7/318/1). Eine weitere Freiheitsstrafe verbrachte sie
vom 20. Juni bis 9. August 2017 (bedingte Entlassung)
auf der Akutstation der
B._
, da sie für nicht hafter
stehungsfähig befunden
worden war
(Urk. 7/329/9). Angesichts dieser Tatsache
n
erscheint es nic
ht nachvollziehbar, weshalb sich die Symptomatik einer PTBS seit Dezember 2015 verstärkt respektive herausgebildet haben sollte. Vielmehr wäre zu erwarten gewesen, dass eine entsprechende Befunderhebung bereits
im Jahr 2013
möglich gewesen wäre, zumal die Beschwerdeführerin dazumal
bereits
eine zweijährige Freiheitsstrafe verbüsst hatte
.
Wie bereits erwähnt, konnte der psy
chiatrische Gutachter jedoch eine PTBS ausschliessen. Daran ändern auch die gegen
teiligen Berichte der
B._
nichts, denn diese wiesen schon
im Zusammen
hang mit dem Gefängnisaufenthalt aus dem Jahr 2009 auf eine
Retraumati
sierung
im Rahm
en einer PTBS hin (Urk. 7/318/1
, Urk. 7/192/6
), welche der Gutachter – wie bereits erwähnt – auch bei
der damaligen Sachlage ausschlo
ss (Urk. 7/225/
17
ff.).
Damit erweist sich die Schlussfolgerung der RAD-Psychiaterin, wonach nicht von einer
Retraumatisierung
ausgegangen werden könne, als folgerichtig
(Urk. 7/349/4).
Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich erst im April 2016 – also rund drei Monate nach der Entlassung aus der Inhaf
tierung im Januar 2016 – in stationäre psychiatrische Behandlung begab (Urk. 7/318/1).
Dass die übrigen Behandler
des
B._
und die behandelnde Psychi
aterin an dieser Diagnose festhalten, vermag keine relevante Gesundheits
verschlechterung zu bestätigen
.
Damit ist auch in psychischer Hinsicht keine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustandes ausgewiesen.
5.
4
Zusammengefasst
bestehen keine Zweifel an den RAD-Stellungnahmen. N
ach dem Ausgeführten
ist
eine
anspruchsrelevante g
esundheitliche Verschlechterung
im hier
massgebenden
Beurteilungszeitraum nicht
erstellt und von weiteren Abklä
rungen ist in antizipierter Beweiswürdigung
(vgl.
BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V
157 E. 1d und 136 I 229 E. 5.3)
kein anderes Ergebnis zu e
rwarten.
Eine Ver
letzung des Untersuchungsgrundsatzes ist vor diesem Hintergrund nicht aus
zumachen.
Eine Abänderung der damals gerichtlich bestätigten renten
verneinenden Verfügung aus Gründen einer gesundheitlichen Verschlechterung drängt sich daher nicht auf.
5.5
Gegen
die ebenfalls in der
angefochtenen Verfügung v
orgenommene
Über
prüfung des Invaliditätsgrades aufgrund der ab
1.
Januar 2018
in Kraft stehenden
Best
immungen zur gemischten Methode (
Art.
27
bis
Abs.
2 IVV in Verbindung mit den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom
1.
Dezember 2017), die erneut keine rentenbegründende Invalidität ergab (
Urk.
2 S. 2), liess sich die Beschwer
deführerin nicht vernehmen und es besteht keine Veranlassung, dass das Gericht darauf von Amtes wegen zurückkommen müsste.
Damit erweist sich die
angefochtene
Verfügung der Beschwerdegegnerin als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewil
ligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 8) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.2
Mit Honorarnote vom 3. Mai 2019 machte der unentgeltliche Rechtsvertreter
, Peter Stadler,
einen Aufwand von 8.75 Stunden und Barauslagen von Fr. 57.75 geltend (Urk. 10).
Dieser Aufwand
ist unter Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses ange
messen. Dementsprechend ist die Entschädigung
für die
unentgeltliche Rechtsvertretung
beim gerichts
üblichen S
tundenansatz von Fr. 220.
-- auf Fr. 2'135.
5
0
(
inklusive
Barauslagen und
Mehrwertsteuer)
festzusetzen.
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichts
kosten
sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt
Peter Stadler
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.