# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 527f48a8-146e-4bd0-a097-d2a45dc579f1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, begann nach acht Jahren Schulausbildung
in
Y._
eine Lehre zum Automechaniker, welche er aber nicht abschloss (Urk. 10/1/4, Urk. 10/71/73). Im Jahr 1995 reiste er aus
Z._
in die Schweiz ein, wo er als Fabrik- und Bauarbeiter arbeitete (
Urk.
10/24/4, Urk. 10/71/23). Das Schwei
zer Bürgerrecht erlangte er im Jahr 2008 (Urk. 10/1/1). Seit dem 1. Juli 2016 war er bei der
A._
AG als Maschinenführer angestellt (Urk. 10/1/4). Am 17. April
2018 (Eingangsdatum) meldete er sich bei der Sozial
ver
siche
rungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, unter Hin
weis auf gesund
heitliche Beeinträchtigungen nach
einem am 14. Februar 2018 erlittenen ischä
mischen Hirninfarkt (Urk. 10/8/12) zum Leistungsbezug an (Urk. 10/1, Urk. 10/4). Die IV-Stelle zog zunächst den Aus
zug
aus dem individuellen Konto (IK)
vom 3
0.
April
2018 (Urk. 10/6) bei.
Her
nach holte sie
Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 10/8, Urk. 10/13-14)
mit dem Bericht des
Spitals
B._
vom 2
3.
Februar 2018 (
Urk.
10/8/12-14) und dem Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 2
0.
April
2018 (
Urk.
10/8/3-11) ein. Alsdann führte sie eine Eingliederungsberatung durch (
Urk.
10/21). Nach deren Abschluss teilte sie dem Versicherten am 2
6.
Oktober 2018 mit, dass aufgrund der noch instabilen gesundheitlichen Situation derzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
10/20). In der Folge erhielt die IV-Stelle das von der Krankentaggeldversicherung eingeholte psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
10/24/2-6). Am
5.
April 2019 wurde in der Klinik
C._
eine neuropsychologische Verlaufsuntersuchung durchgeführt (
Urk.
10/29/1). Mit Vorbescheid vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
10/26) kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens vom 1
7.
April 2018 an. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass
ih
m aus medizi
nischer Sicht eine leichte wechselbelastende Tätigkeit zumutbar sei (
Urk.
10/26/2). Dagegen erhob der Hausarzt des Versicherten,
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit der vom Versicher
ten mitunterzeichneten Eingabe vom 1
0.
Mai 2019 Einwand (
Urk.
10/27). Vom 1
5.
bis 2
6.
Juli 2019 hielt sich Versicherte zur erneuten neurologischen Rehabili
tation in der Klinik
C._
auf (
Urk.
10/34/1-2). Es folgte eine stationäre Reha
bilitation im
Rehazentrum
G._
vom 3
0.
Juli bis 2
5.
August 2019 (
Urk.
10/39/1).
Die IV-Stelle
veranlasste
sodann
eine polydisziplinäre medizi
ni
sche Untersuchung (Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Neu
ropsychologie; Urk. 10/47). Der Gutachtensauftrag wurde per Zufallsprinzip der
G._
zugeteilt (Urk. 10/48). Am 20. Juni 2020 erstattete die
G._
ihr Gutachten (Urk. 10/71).
Daraufhin
erliess die IV-Stelle
am 15. Sep
tember
2020
einen neuen Vorbescheid mit welchem sie dem Versicherten mit
teilte, dass sie seinen Anspruch auf Invalidenrente geprüft habe und die Ab
weisung des Leistungsbegehrens vorsehe (
Urk.
10/84). Dagegen erhob der Ver
sicherte am 2
1.
September 2020 Einwand. Er beantrage die Zusprechung von beruflichen Massnahmen (insbesondere vorab ein Arbeits- und Aufbautraining mit anschlies
sender Arbeitsintegration). Eventualiter seien ihm eine Invaliden
rente beginnend ab
1.
Februar 2019 zuzusprechen (
Urk.
10/87). Nach dem Erhalt der IV-Akten erklärte die Rechtsvertreterin des Versicherten am 1
2.
Oktober 2020, dass am Ein
wand vom 2
1.
September 2020 festgehalten werde (
Urk.
10/93). Mit Verfü
gung vom 2
6.
Januar 2021 entschied die IV-Stelle, dass für die Arbeitsvermittlung das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig sei. Weil der Invaliditäts
grad des Versicherten unter 40
%
liege bestehe auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 18. Februar 2021 Beschwerde. Er beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei in Abänderung der IV-Verfügung vom 26. Januar 2021 dem Be
schwerdeführer mit Wirkung ab 1. Februar 2019 eine ganze IV-Rente zuzu
sprechen; darüber hinaus sei das Verfahren an die IV-Stelle zwecks Prüfung und Gewährung beruflicher Massnahmen (insbesondere eines Arbeits- und Aufbautrainings) zurückzuweisen und die IV-Stelle anzuweisen, den IV-Grad des Beschwerdeführers nach Abschluss der beruflichen Massnahmen neu zu prüfen.
2.
Eventualiter sei die IV-Verfügung vom 26. Januar 2021 aufzuheben und das Verfahren an die IV-Stelle zwecks Wiederholung der medizinischen Abklä
rungen
zurückzuweisen.»
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechts
vertreterin in der Person von Rechtsanwältin Petra
Oehmke
(Urk. 1 S. 2).
2.2
Mit Eingabe vom 11. März
2021 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch vom 18. Februar 2021 um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestel
lung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin wieder zurück (Urk. 8).
2.3
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2021 Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage der IV-Akten, Urk. 10/1-104).
2.4
Mit Verfügung vom 19. April 2021 wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort vom
12. April 2021 (Urk. 9)
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer nach dem Abschluss der Eingliederungsberatung am 2
6.
Oktober 2018 mit, dass aufgrund der noch insta
bilen gesundheitlichen Situation derzeit keine Eingliederungsmassnahmen mög
lich seien (
Urk.
10/20). Diese Abweisung des Gesuchs um Gewährung von Ein
glie
derungsmassnahmen wurde rechtlich wirksam, weil der Beschwerdeführer nac
h Lage der Akten nicht innerhalb eines Jahres eine anfechtbare Verfügung verlangt hatte (vgl. zur Zulässigkeit der formlosen Erledigung und deren fristgerechten Anfechtung:
BGE 134 V 145 E. 4 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_682/2017 vom 6. September 2018 E. 4.1.3, s. a. Urteil des Bundesgerichts 9C_642/2015 vom 29. Juni
2016 E. 4.3).
In der Folge beantragte er mit seinem Einwand am 2
1.
September 2020 gegen den Vorbescheid vom 15. September 2020 betreffend Verneinung eines Rentenanspruchs (
Urk.
10/84) erneut Ein
gliede
rungs
massnah
men (
Urk.
10/87/1). Dazu führte die Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin am 1
8.
Januar 2021 aus, dass der Beschwerdeführer keine Ausbildung abgeschlossen habe und als Hilfsarbeiter gelte. Er könne in einfachen Hilfsarbeitertätigkeiten gemäss Belastungsprofil ein rentenausschliessendes Ein
kom
men erzielen. Er habe sich bereits selber beim RAV angemeldet. Das RAV unterstütze ihn bei der Stel
lensuche. Er könne für die beschriebene Stelle als Hilfsarbeiter über das RAV
vermittelt werden (
Urk.
10/99/2). Mit der ange
fochtenen Verfügung vom 2
6.
Jan
u
ar 2021 mit dem Betreff «Kein Anspruch auf eine Invalidenrente» hielt Beschwer
degegnerin
sodann ebenfalls
fest, dass das RAV für die Arbeitsvermittlung des Beschwerdeführers zuständig sein. Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (
Urk.
2 S. 2).
Demnach
hat die Beschwer
de
gegnerin das neue Gesuch des Beschwerde
führers um Gewährung von Einglie
derungsmassnahmen vom 2
1.
September 2020 (
Urk.
10/87/1) geprüft und mit der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Januar 2021 (
Urk.
2) verneint.
Vorliegend
gehören
somit
sowohl der Anspruch des Beschwerdeführers auf Ein
gliederungsmassnahmen als auch sein Anspruch auf eine Invalidenrente zum
Anfechtungs
- und Streit
gegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer diese Leistungen zu Recht verweigert hat.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkann
ten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
2.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der dia
gnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurtei
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsun
fähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälli
gen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1)
.
2.2.3
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Er
schei
nung,
die eindeutig über die blosse unbewusste Tendenz zur Schmerzaus
weitung und -verdeutlichung hinausgeht, ohne dass das betreffende Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre,
liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_371/2019 vom 7. Oktober
2019 E. 5.1.2).
2.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeits
un
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern da
durch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmass
nah
men gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
mass
nahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3 mit Hinweisen).
2.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
7
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
le
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
ge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Es liegen die folgenden
entscheidwesentlichen
Arztberichte und Gutachten vor:
3.2
Dr.
D._
hielt in seinem Gutachten vom 1
8.
Februar 2019 fest, dass der von ihm bei der Untersuchung vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
10/24/2) erhobene Befund zu
sam
mengefasst weiterhin mit einer leicht bis mittelgradig
floriden
Depression zu vereinbaren sei. Die affektiven Kernsymptome der Depression seien leicht bis mittelgradig ausgeprägt. Auffällig sei nach wie vor eine im Gespräch deutlich nach
lassende Konzentration. Diagnostisch handle es sich um eine leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F32.0/1), weiterhin
floride
, sowie um eine leichte neuropsychologische Funktionsstörung (ICD-10: F06.7). Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei unter den gegebenen Umständen weiterhin ausgewie
sen. Er empfehle der Krankentaggeldversicherung den Versicherungsfall mit der Beschwerdegegnerin zu koordinieren. Von Seiten der Behörden wäre das entspre
chende Reintegrationspotential zu prüfen. Eine Tätigkeit des Beschwerdeführers als Baumaschinenführer sei aktuell nicht vorstellbar (
Urk.
10/24/5).
3.3
Im Bericht zur neuropsychologischen Untersuchung am Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) der Klinik
C._
vom
5.
April 2019 wurden die folgen
den Diagnosen gestellt (
Urk.
10/29/1):
-
Cerebrale
Ischämie mit Diffusionsrestriktion im dorsalen Aspekt des rechten
Putamens
von ca. 5 x 8 mm (
cMRI
vom 1
5.
Februar 2018) am 1
4.
Februar 2018 mit/bei:
-
Initial: Aphasie,
Facialisparese
links, intermittierendes sensomoto
risches
Hemisyndrom
links (Hypästhesie Bein links vorbestehend), bei Eintritt NIHSS 5/42 Punkte
-
Bei Eintritt Klinik
C._
(gemeint ist am 2
1.
Februar
2018,
Urk.
10/8/3): Sensomotorisches
brachiofacial
-betonte Hemiparese links
-
Leichte neuropsychologische Funktionsstörung (ICD-10: F06.7)
In der Beurteilung wurde unter anderem festgehalten, dass im Vergleich zu den Vorbefunden vom Juni beziehungsweise April 2018 Leistungs
verschlech
terungen bei allen wiederholten aufmerksamkeitsspezifischen Aufga
ben zu verzeichnen gewesen seien. Insbesondere die Reaktionszeiten hätten teil
weise deutlich zuge
nom
men. Diese Leistungsverschlechterungen seien nicht als Folge eines progre
dienten Verlaufs hirnorganisch bedingter Defizite zu werten. Sie seien vielmehr im Rahmen einer Modulation des Leistungsvermögens durch psychische und motiva
tionale Aspekte beziehungsweise damit verbundene Schwierigkeiten kons
tant eine hohe Anstrengungsbereitschaft aufrecht zu erhalten zu erklären (
Urk.
10/29/3).
Zur beruflichen und sozialen Teilhabe wurde ausgeführt, dass der Beschwerde
führer nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Aktuell würden die psychischen Symptome als limitierender Faktor bezüglich einer beruflichen Reintegration im Vordergrund stehen. Es bestehe der Verdacht, dass sich im Verlauf Anpassungs
störungen mit depressiven und ängstlichen Symptomen entwickelt hätten. Der Beschwerdeführer habe von Strategien, die ihm im Umgang mit seinen ängst
lichen Symptomen helfen würden, berichtet. Allerdings traue er sich mittlerweile wenig zu (
Urk.
10/29/4).
3.4
Im definitiven Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 2
6.
Juli 2019 wurde unter anderem festgehalten, dass sich neuropsychologisch eine deutlich vermin
derte Belastbarkeit, eine Antriebslosigkeit und Aufmerksamkeitsdefizite gefunden hätten. Im Vergleich zu den Ergebnissen der neuropsychologischen Testung während der stationären Rehabilitation direkt nach dem Schlaganfall hätten sich insbesondere im Bereich der Aufmerksamkeit vor allem aufgrund stark verlang
samter und schwankender Reaktionszeiten aktuell schlechtere Leistungen gezeigt. Die aktuellen Ergebnisse seien im Bereich der Aufmerksamkeit mehrheitlich mit den Resultaten der neuropsychologischen Untersuchung vom April 2019 ver
gleichbar gewesen. Die Gedächtnisleistungen seien tendenziell leicht schlechter ausgefallen. Die Zunahme der Defizite werde im Zusammenhang mit der zu
nehmen
den psychischen Verschlechterung interpretiert. Zusammenfassend sei daher von einer Aggravation der neuropsychologischen Funktionsstörung im Rahmen einer Anpassungsstörung mit depressiver und ängstlicher Symptomatik auszugehen (
Urk.
10/34/3).
3.5
Der Beurteilung im Versicherungsbericht des
Rehazentrums
G._
vom
6.
September 2019 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer während des Aufenthalts vom 3
0.
Juli bis 2
5.
August 2019 leichte Fortschritte habe erzielen können. Er wünsche sich eine schnellere vollständige Genesung. Ihm seien viele Zusammenhänge bewusst und er kenne verschiedene Coping-Strategien. Es falle ihm jedoch oft noch schwer diese umzusetzen. Insbesondere seine Angst vor einem neuen Apoplex und sein Pflichtbewusstsein, stets alles richtig zu machen, schi
e
nen einen zügigeren Therapieerfolg zu bremsen (
Urk.
10/39/4).
3.6
3.6.1
Am Gutachten der
G._
vom 20.
Juni 2020 (Urk. 7/71) waren
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie (fallführender Gutachter), Dr. med.
I._
, Facharzt für Allge
meine
Innere Medizin und Hämatologie
, Dr. med.
J._
, Facharzt für Neurologie, und
lic
. phil.
K._
, Fachpsychologin für Neuro
psycho
logie FSP, betei
ligt
(
Urk.
10/65/1, Urk. 10/71/14, Urk. 10/71/61, Urk. 10/71/71). Die Untersuchun
gen wurden am
4.
März 2020 (
lic
. phil.
K._
), am 13. Mai
2020 (Dr.
I._
) und
am
26. Mai
2020 (
Dres
.
H._
und
J._
,
Urk.
10/71/3,
Urk.
10/71/62) durch
geführt.
3.6.2
Die Gutachterin und die Gutachter stellten die folgende Diagnose mit Aus
wirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit in der vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Baumaschinenführer (Urk. 10/
71/9
):
-
Status nach
mikroangiopathischem
Hirninfarkt im rechten
Putamen
be
reich
vom 14. Februar
2018 mit partieller Minderempfindlichkeit für Oberflächen- und Schmerzempfinden im Bereich der linken Gesichts
hälfte, dem linken Arm und in Teilen des linken Beins, motorisch spontane Mundastsch
w
äche linksseitig bei normaler Willkürinnervation
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) mit mittelschwere
n
kognitiven Einschränkungen (ICD-10: F06.7)
Sie nannten sodann die folgenden Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arb
eits
fähigkeit in der letzten Tätigkeit (Urk. 10/71/9):
-
Arterielle Hypertonie
-
Adipositas, BMI 33.3 kg/m
2
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
Anamnestisch leichte Gastritis
-
Hypercholesterinämie
-
Anamnestisch Pollenallergie
-
Obstipation
-
Pollakisurie
3.6.3
Der internistische Gutachter hielt fest, es sei sicherlich nachvollziehbar, dass die Arbeitsfähigkeit durch den am 14. Februar 2018 erlittenen ischämischen Hirn
in
farkt deutlich eingeschränkt sein dürfte. Dies werde jedoch entsprechend im neu
rologischen Fachgutachten dargestellt (Urk. 10/71/42). Körperlich schwere und schwerste Tätigkeit dürften dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich sein. Hin
sichtlich der spezifischen Funktionseinschränkungen werde auf das neuro
lo
gi
sche
und psy
chiatrische/neuropsychologische Gutachten verwiesen (Urk. 10/71/42). Die sicherlich begünstigende arterielle Hypertonie und Hyper
cholesterinämie
seien medikamen
tös eingestellt und würden die Arbeits
fähigkeit des Beschwer
de
führers nicht grundsätzlich beeinträchtigen. Das obstruktive Schlafapnoe-Syn
drom
sei durch die Vorordnung einer CPAP-Therapie nach anamnestischer Aus
sage des Beschwerdeführers gut therapiert, die Schlafqualität sei deutlich ver
bessert. Eine
akute Einschlafneigung bestehe nicht. Die Adipositas sei seit Februar 2018 grun
d
sätzlich rückläufig, auch wenn der Beschwerdeführer in den Zeiten der Corona-Krise wieder einige Kilos zugenommen habe (Urk. 10/71/7). Aus internistischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (Urk. 10/71/44).
Der neuropsychologischen Beurteilung ist zu entnehmen, dass bei der ersten neuropsychologischen Untersuchung im Jahr 2018 leichte kognitive Restdefizite, vermutlich im Rahmen des
cerebrovaskulären
Insults (CVI) und bei unauffälliger Symptomvalidierung, beschrieben worden seien. Im Rahmen des Ereignisses sei eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen über den Verlauf nicht zu er
warten. Deshalb sei die Zunahme der kognitiven Schwierigkeiten bei der zweiten Untersuchung im Jahr 2019 im Rahmen der sich entwickelnden Anpassungs
störung und damit einhergehenden Aggravation, im Sinne eines selbst
limitie
renden Verhaltens, interpretiert worden. Auch in der aktuellen neuro
psycho
lo
gischen Untersuchung sei ein ähnlicher Befund festzustellen gewesen. Auf
grund einzelner Inkonsistenzen sei dabei zumindest streckenweise von einem selbst
limitierenden Verhalten, möglicherweise im Rahmen der psychischen Reaktion mit reduzierten
Copingstrategien
auszugehen. Passend dazu werde auch beim letzten Aufenthalt im
Rehazentrum
F._
darüber berichtet, dass der Beschwer
deführer sehr pflichtbewusst und um Richtigkeit bemüht sei sowie unter einer
Angst vor einem neuen Apoplex leide, was einen zügigeren Therapieerfolg bremse
. Deshalb könne aus neuropsychologischer Sicht nicht festgestellt werden, in wel
chem Ausmass einzelne kognitive Defizite im Rahmen der Ereignisse immer noch vorhanden seien (v. a. die Ermüdbarkeit). Einzelne kognitive Einschrän
kun
gen würden plausibel erscheinen (z. B. der
Restneglect
bei höheren Anfor
derun
gen, ge
wisse verbleibende Ermüdbarkeit nach CVI). In welchem Ausmass diese durch die psychische Symptomatik bei verminderter Belastbarkeit oder einem selbst
li
mitierenden Verhalten überlagert sei, könne aus neuropsychologischer Sicht nicht genauer differenziert werden (Urk. 10/71/70).
Gemäss dem neurologischen Gutachter klagte der Beschwerdeführer bei der Un
ter
suchung über Schwindel, Müdigkeit, Vergesslichkeit sowie eine Schlaf
störung. Zudem spüre er in Ruhe ein rauschendes Ohrgeräusch auf beiden Ohren. Das Gefühl im Bereich der linken Gesichtshälfte sowie im Bereich des linken Arms und an Stellen des linken Beins sei schwächer als rechtsseitig. Mit dem linken Auge k
önne er nicht mehr so gut sehen
wie vor dem Hirninfarkt. Er trage eine
Lesebrille (Urk. 10/71/54). Der Gutachter hielt fest, dass der klinisch-neurolo
gische
Unter
suchungsbefund keine eindeutigen Störungen im Bereich der Hirn
werk
zeug
funktionen gezeigt habe. Die im neuropsychologischen Gutachten vom 4. März 2020 (vgl.
Urk.
10/71/62-71) beschriebenen Funktionseinbussen seien grundsätz
lich unspezi
fisch. Sie liessen sich aus neurologischer Sicht nicht durch den laku
nären
Puta
men
infarkt
erklären. Im Bereich der Hirnnerven habe sich eine
Min
de
rung für Oberflächen- und Schmerzempfinden bei erhaltener Spitz-Stump
f-Diskri
mina
tion im Bereich der linken Gesichtshälfte mit etwas para
median
links
seitigter
Begren
zung gezeigt. Sodann sei auch ein leichter links
seitiger Mund
winkel
tief
stand im Vergleich zur rechten Seite feststellbar gewesen, wobei die Willkürin
nervation seitengleich kräftig erfolgt sei. Im Bereich der Extremitäten hätten sich keine manifesten oder lateralen Paresen gefunden. Die Muskeleigen
reflexe seien seitengleich schwach unter
Bahnung
erhältlich ge
wesen. Pyra
mi
denbahnzeichen hätten keine vorgelegen. Bei der Überprüfung der Sensibilität sei vom Beschwer
de
führer im Bereich des linken Arms eine Minde
rung für Ober
flächen- und Schmerzempfinden bei erhaltender Spitz-Stumpf-Dis
krimination angegeben wor
den. Im Bereich des linken Daumens und Zeigefingers sei aber nur ein schwacher Unterschied im Vergleich zur rechten Seite angegeben worden. Hinzuweisen sei ferner auf die
Angabe einer Hypästhesie und
Hy
palgesie
mit erhaltener Spitz-Stumpf-Diskrimination im Bereich der linken Oberschenkel
aussen-, -vorder- und -hinterseite sowie im Bereich der Unterschenkelaussenseite und dem linken Fuss. Alsdann sei
en
eine
Pallhypästhesie
im Bereich des
Malleolus
medial links und eine
Pallnormästhesie
im Bereich des
Malleolus
medi
alis
rechts feststellbar gewesen. Das Zahlenerkennen am linken Fussrücken
sei
unsicher
gewesen
. Der
Lagesinn
sei an den Füssen beidseitig vollständig erhalten gewesen. Die koor
di
nativen Funktionen hätten sich insgesamt regelrecht darge
stellt. Es hätten sich insbesondere keine Hinweise auf eine Störung der
vestibulo-akulären
Reflexe erge
ben. Eine Ataxie habe ebenfalls nicht vorgelegen, weder axial noch an den Extremitäten. Die vegetativen Funktionen hätten sich normal dargestellt. Zusam
menfassend würde somit klinisch nach einem
mikroangio
pa
thischen
Hirninfarkt im rechten
Putamenbereich
vom 14. Februar 2018 eine partielle Minderempfind
lichkeit für Oberflächen- und Schmerzempfinden im Bereich der linken Gesichts
hälfte, dem linken Arm und in Teilen des linken Beins fort
bestehen. Motorisch bestehe lediglich eine spontane Mundastschwäche links
seitig bei normaler Will
kürinnervation (Urk. 10/71/55). Des Weiteren hielt der neurologische Gutachter fest, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen Be
schwerden nur teilweise auf den Hirninfarkt im Bereich des rechten
Putamens
zurückzuführen seien. Hierzu passe die links
seitige Sensibilitätsstörung. Die vom Beschwerdeführer angegebene Schwindel
symptomatik
,
Müdigkeit und Konzen
tra
tions
schwäche würden sich neurologisch aber nicht erklären lassen. Durch den Hirninfarkt
sei es
zu keiner Läsion von Hirnstrukturen gekommen, deren Ausfall zu einer Schwindel
symp
to
matik geführt habe. Der Beschwerdeführer habe eben
falls keine Läsionen von Hirn
strukturen, die zu neuropsychologischen Defiziten führen würden, erlitten (Urk. 10/71/56). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bau
maschinenführer sei dem
Beschwerdeführer aus neurologischer Sicht nicht mehr zumutbar (Urk
. 10/71/57
f.
). Für eine körperlich leichte Tätigkeit, bei der es nicht auf die voll
ständig Intaktheit des Sensoriums (Sensibilität
der linken Körperseite) an
komme
und die nicht unter Absturzgefahr sowie in ungesicherten Höhen aus
geführt werden müsse
,
bestehe aber eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/71
/58). Diese Arbeitsfähigkeit
sei
ab
7.
April 2018 beziehungsweise seit der Entlassung aus der Klinik
C._
(Aufenthalt vom 2
1.
Februar bis
6.
April 2018, vgl.
Urk.
10/8/3)
gegeben
. Eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit habe während des erneuten Aufenthalts in der Klinik
C._
vom 1
5.
bis 2
6.
Juli 2019 (vgl.
Urk.
10/34/1) und des Aufenthalts in der Rehaklinik
F._
vom 1
5.
(richtig: 30.) Juli bis 2
5.
August
2019 (vgl.
Urk.
10/39/1) bestanden (
Urk.
10/71/58).
Der psychiatrische Gutachter führte aus, dass es beim Beschwerdeführer aufgrund des am 14. Februar 2018 erlittenen ischämischen Hirninfarkts (Urk. 10/8/12) zu einer Anpassungsstörung mit längerer Reaktion gekommen sei. Es seien ängst
liche und depressive Anteile vorhanden (
Urk.
10/71/29). Vor allem vor dem Hin
ter
grund einer familiären Vorbelastung (Hirnschläge bei der Mutter und beim Bruder, vgl. dazu: Urk. 10/71/22, Urk. 10/71/38,
Urk.
10/71/67) sei es nachvoll
ziehbar, dass es zu einer ängstlich depressiven Reaktion gekommen sei. Weitere, darüber hinaus gehende Pathologien hätten aber nicht festgestellt werden kön
nen. Die Persönlichkeit des Beschwerdeführers sei ungestört. Seine Ressourcen seien durch die genannte Störung nur leichtgradig beeinträchtig (Urk. 10/71/30). In seiner Konsistenzbeurteilung hielt der Gutachter sodann fest, dass er die Ein
schränkungen in der vom Beschwerdeführer angegebenen Schwere nicht nach
voll
ziehen könne. Dies liege auch darin begründet, dass er in drei verschie
denen Beschwerdevalidierungsverfahren (zwei durchgeführt durch die Neuro
psycho
lo
gin, eines durch
den psychiatrischen Gutachter) hoch auffällige Ergebnisse zutage gefördert habe (Urk. 10/71/30).
Für
die Auffälligkeiten in sämt
lichen drei Ver
fahren
gebe
es
ausserhalb von bewussten Verfälschungstendenzen
medizinisch
keine
Erklärung
. Die Einschränkung, welche der Beschwerdeführer aufgrund seines Schlaganfallereignisses habe, sei jedenfalls als Erklärung nicht geeignet. Es sei darauf hinzuweisen, dass im Austrittsbericht der Klinik
C._
vom 26. Juli 2019 (vgl. Urk. 10/34/1-6) der Verdacht auf eine Aggravation geäussert worden sei. Dies könne bestätigt werden (Urk. 10/71/31).
Der
psychiatrische Gutachter
atte
stierte dem Beschwerde
führer
seit dem ischämischen Hirninfarkt vom 14. Febru
ar 2018 (Urk. 10/8/12) aufgrund der Symptomatik der Anpas
sungs
störung eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
in der bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit (Urk. 10/71/32).
3.6.4
In
der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung) wurde zu den funktionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen festgehalten, dass der Be
schwer
deführer in seiner angestammten Tätigkeit als Maschinenführer nicht mehr eingesetzt werden könne. In einer angepassten Tätigkeit bestehe hingegen eine nur leicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 90
%
(
Urk.
10/71/10).
3.7
Dr.
E._
hielt in seine
r Stellungnahme
vom
4.
Februar 2021 fest, dass er den Beschwerdeführer seit dem 2
1.
März 2018 kenne. Der Beschwerdeführer leide seit dem akuten ischämischen Hirninfarkt vom 1
4.
Februar 2018 an einer Schwäche der linken Körperseite, arm- und gesichtsbetont, sowie unter einer starken Erschöpfbarkeit und allgemeinen Schwäche. Schon nach kurzen, auch leic
hten Anstrengungen, manifestier
e sich dies und zeige sich bereits nach wenigen
Minuten eines Gesprächs. Die Gesichtsmuskulatur ermüde, die Gestik werde ärmer
, der Beschwerdeführer beginne zu gähnen. Dass dies keinem der Gutachter auf
gefallen sei, erstaune ihn (
Dr.
E._
) sehr. Diese Symptomatik könne nicht will
kürlich herbeigeführt werden. Der Beschwerdeführer sei ein aus
serordentlich gut motivierter Patient. Er trainiere mit grossem Willen und Aus
dauer. Eine
Fatigue
-Symptomatik nach einem Insult sei nichts Ungewöhn
liches und könne auch nicht wegtrainiert werden. Aus seiner Sicht sei der Beschwerde
führer als Baumaschi
nenführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Aktuell sei ihm auch keine andere Tätigkeit zumutbar (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Mit Blick auf die in den übrigen medizinischen Akten genannten Gesundheits
störungen des Beschwerdeführers und seine eigene Beschwerdeschilderung im vorliegenden Verfahren (
Urk.
1 S. 10) ist zunächst festzuhalten, dass das Gutach
ten der
G._
vom 20. Juni 2020 (Urk. 10/71) auf den erforder
lichen allseitigen fachärztlichen Untersuchungen der Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie beruht. Die Gutachterin und die Gutachter hatten Kenntnis
der
medizinischen
Vorakten
(vgl.
Urk.
10/71/15-18) und sie nahmen zu diesen Akten Stellung (
Urk.
10/71/31,
Urk.
10/71/70). Die Gutachterin und die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie
dem Ver
halten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Auftragsgemäss erfolgte
auch eine Konsensbeurteilung der beteiligten Gutachter (vgl. Urk. 11/171/65-75). Demnach erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsge
mäs
sen Anfor
derungen an beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
2.6), falls die Beur
tei
lung der Gutachterin und der Gutachter auch nachvollziehbar
und schlüssig
ist.
4.2
Hierzu ergibt sich aus dem Gutachten zunächst, dass die Beschwerden des Be
schwerdeführers nach dem ischämischen Hirninfarkt vom 14. Februar
2018 (Urk. 10/8/12) eindeutig im Vordergrund stehen (
Urk.
10/71/6, Urk. 10/71/9). In
so
weit besteht Überein
stimmung mit den weiteren medizinischen Akten (vgl. etwa
das letzte ärztliche Zeugnis des Hausarztes des Beschwerdeführers vom
4.
Februar 2021, Urk. 3/4). Die übrigen vom Gutachter
Dr.
I._
festgestellten Gesundheits
störungen auf dem internistischen Fachgebiet wirken sich gemäss seiner über
zeugenden Beur
teilung nicht auf die Arbeits
fähig
keit des Beschwerde
führers aus
(Urk. 10/8/42-45). Bezüglich der spezifischen Funktionseinschrän
kungen nach dem
ischä
mischen Hirninfarkt vom 14. Februar 2018 hat
Dr.
I._
auf das neu
ro
lo
gische und
das
psy
chiatrische/neuro
psycho
lo
gische Gutachten ver
wiesen (Urk. 10/71/42). Der neurologische Gutachter
Dr.
J._
gelangte in Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 10/71/42, Urk. 10/71/54) und nach seiner eigenen Untersuchung des Beschwerdeführers (vgl. zu den Unter
suchungsbefunden:
Urk.
10/71/51-54) in seiner widerspruchsfreien ver
siche
rungsmedizinischen Beur
tei
lung zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätig
keit gemäss dem von ihm formulierten Zumut
bar
keits
profil (
Urk.
10/71/58) zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
10/71/58). Laut den
G._
-Gutachtern sind nach dem ischämischen Hirnin
farkt vom 14. Februar 2018 (Urk. 10/8/12) aus inter
nis
tisch
er und neurologischer Sicht
somit keine funktionellen Einbussen mehr vor
handen, welche den Be
schwer
deführer in einer Verweisungstätigkeit in seinem
Leistungsvermögen ein
schränkten würden.
Diesbezüglich sind der Beschwerde des Beschwerdeführers
vom
18. Februar 2021 (
Urk.
1)
keine Einwendungen zu ent
nehmen
. Er
führte im vorlie
genden Verfahren aus, dass das Gutachten der
G._
vom 2
0.
Juni
2020 mit Ausnahme des psychiatrischen Teil
gut
achtens schlüssig sei (
Urk.
1 S. 7).
Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass der
Hausarzt des Beschwerdeführers in seine
r
Stellungnahme
vom
4.
Februa
r 2021 (Urk. 3/4) ausführte, dass dem Be
schwerdeführer sämtliche Arbeitst
ätigkeiten nicht mehr zumutbar seien (
Urk.
3/4).
Dr.
E._
begründete dies im Wesent
lichen damit, dass der Beschwerdeführer wegen der seit dem ischämischen Hirn
infarkt vom 14. Februar
2018 (Urk. 10/8/12) bestehenden Schwäche auch bei leichten An
stren
gungen rasch ermü
de. Dies hätten die Gutachter feststellen müs
sen
(
Urk
.
3/4).
In diesem Zu
sammenhang
konnten die
G._
-Gutachter
nament
lich
dem Gut
ach
ten von
Dr.
D._
vom 1
8.
Februar 2019 entnehmen, dass die im Gespräch deutlich nach
lassende Konzentration auffälli
g gewesen sei (
Urk.
10/24/5).
Auch hatte Dr.
E._
bereits am 23. Januar 2019 von Konzentrationsstörungen und Ermüdbarkeit berichtet (Urk. 10/23/2-4).
Alsdann beobachtete
die
Neuropsycho
login gegen Ende der Unter
suchung eine erhöhte Ermüdbarkeit des Beschwer
de
führers mit vermehrtem Gähnen
(
Urk.
10/71/69
)
.
Demgegenüber hielt
Dr.
J._
fest, dass der Beschwerdeführer während der rund 1.5-stündigen Untersuchung nicht ermüdet sei (
Urk.
10/71/53).
Die
G._
-Gutachter
haben sich mit der be
klagten Ermüdbarkeit auseinandergesetzt, konnten
diese
aber
- soweit über
haupt feststellbar -
aus
medizinische
r
Sich nicht erklären
.
Demnach hat
Dr.
E._
in seinem Arztbericht vom
4.
Februar 2021 (Urk. 3/4) keine Befunde an
geführt
, welche von den
G._
-Gutachtern
übersehen worden
wären
. Dass
sie
nach dem Studium der
Vorakten
und ihrer eigenen Untersuchung des Beschwerdeführers
bezüglich dessen Arbeitsfähigkeit zu einer anderen Schlussfolgerung als
Dr.
E._
gelangten, begründet keine Zweifel an
ihrer
B
eurteilung
.
4.3
Zur Beurteilung des psychiatrischen Gutachters
Dr.
H._
bringt d
er Beschwerde
führer vor,
dass diese
nicht zu überzeugen vermöge. Es sei zwar richtig, dass
lic
. phil.
K._
, welche die neuropsychologische Testungen durchge
führt habe, gewisse auffällige Systemvalidierungen festgestellt habe. Entgegen der Be
hauptung von
Dr.
H._
habe sie aber auch klargestellt, dass sich die Auf
fällig
keiten durch die Diagnose einer Anpassungsstörung ausreichend erklären lassen würden. Es komme hinzu, dass die Fachpersonen der Klinik
C._
in ihrem Bericht vom 2
6.
Juli 2019 tatsächlich von Aggravation gesprochen hätten, aller
dings hätten sie diesen Begriff im medizinischen Sinne beziehungsweise im Sinne einer objektiv feststellbaren Verschlechterung des Gesundheitszustandes verwen
det (
Urk.
1 S. 8).
Dazu ist festzuhalten, dass bereits die Fachpersonen der Klinik
C._
die am
5.
April 2019
in den Testverfahren
festgestellte
n
Leistungs
verschlechterungen
im Vergleich zu den Vorbefunden vom Juni beziehungsweise April 2018 nicht mit einer seit dem ischä
mischen Hirninfarkt vom 14. Februar 2018
bestehenden
hirn
orga
nischen
Gesundheitsstörung, sondern
mit
psychische
n
und motiva
tionale
n
Schwierigkeiten
erklärt haben
(
Urk.
10/29/3).
Bei der Folge
untersuchung
in der Klinik
C._
vom
Juli 2019 wurde
im Bereich der Auf
merksamkeit mehrheitlich
Übereinstimmung
mit den Resultaten der neuropsy
chologischen Untersuchung vom April 2019
festgestellt
.
Die Fachpersonen der Klinik
C._
begründeten dies abermals
nicht mit hirnorganischen Defiziten. Sie sind vielmehr von einer Aggravation der neuropsychologischen Funktions
störung im Rahmen einer Anpassungsstörung mit depressiver und än
gstlicher Symptomatik
ausgegangen
(
Urk.
10/34/3).
Ob sie damit aussagen wollten, dass sich die neuropsychologische Funktionsstörung verschlimmert hat
(Interpretation des Beschwerdeführers
,
Urk.
1 S. 8
)
, oder, dass der Beschwerdeführer
bei der Tes
tung die
neuropsychologische
Funktionsstörung bewusst schwerer darstellen wollte
als sie tatsächlich
war
(Interpretation
Dr.
H._
, Urk. 10/71/31
), kann offen
bleiben.
Jedenfalls konnte auch die am Gutachten der
G._
mitbeteilige
Neuropsychologin
lic
. phil.
K._
bei
ihrer
Untersuchung des Beschwer
de
führers
nicht feststellen, in welchem
Ausmass
nach dem ischämischen Hirnin
farkt vom 14. Februar 2018 (Urk. 10/8/12) immer noch einzelne kognitive Defi
zite (v. a. die Er
müd
barkeit) bestehen (
Urk.
10/71/70).
Ebenso wenig konnte sie sich
be
züglich der Fragen, ob eine Über
lage
rung durch die psychische Sympto
matik bei verminderter Belastbarkeit oder gar ein selbst
limi
tierendes Verhalte
n des Be
schwerdeführers vorliege
, festlegen (
Urk.
10/71/70).
Nach der Beurteilung
Dr.
H._
leidet der Beschwerdeführer seit dem ischämischen Hirninfarkt vom 14. Februar 2018 (Urk. 10/8/12) an einer Anpassungsstörung
mit ängstlichen und depressiven Anteile
n
(
Urk.
10/71/29)
, welche ihn in seiner Arbeits
fähigkeit zu 10
%
ein
schränkt
(Urk. 10/71/32
)
.
Aufgrund dieser fachärztlichen Beurteilung kann mit
hin
gesagt werden, dass tatsächlich
eine psychische Ü
ber
lagerung
besteht
.
Dr.
H._
hat aber ebenfalls darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer in drei ver
schie
denen Beschwerdevalidierungsverfahren hoch auffällige Ergebnisse erzielt habe. Zwei dieser Verfahren wurden durch Neuro
psychologin
lic
. phil.
K._
und eines durch
Dr.
H._
durchgeführt
(Urk. 10/71/30).
Dr.
H._
hatte demnach durchaus Anlass
,
ebenfalls
von einem selbstlimitierenden Verhal
ten des Beschwerdeführers auszugehen. Der Bedeutung des Wortes «Aggravation» im Bericht der Klinik
C._
vom 2
6.
Juli 2019
(
Urk.
10/34/3) kommt
–
ent
gegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8) - somit keine ent
scheidende Bedeutung zu.
Nebst der psychischen Über
lage
rung wurde vom Gut
achter mithin auch ein selbstlimitierendes Verhalten
fest
ge
stellt,
welches sich auf
die Test
re
sultate
auswirkte
.
Das schlechte Abschneiden des Beschwerdeführers bei diesen Tests ist gemäss de
n
fachärztlichen Beurteilung
en
nicht auf hirnorganische De
fizite, sondern auf die Anpassungsstörung und das selbstlimitierende Verhalten des Beschwerdeführers zurückzuführen.
Dr.
H._
begründete seine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nachvollziehbar mit den von ihm erhobenen Befunden (
Urk.
10/71/25-27
)
, welche gemäss dem Gutachter die Ein
schränkungen in der vom Beschwerdeführer angegebenen Schwere aber
nicht
plausibel erscheinen lassen (
Urk.
10/71/30). Des Weiteren verwies der Gutachter auch auf die von
ihm festgestellten Inkonsisten
zen (
Urk.
10/71/30-31
).
Der Be
schwerdeführer kritisierte,
Dr.
H._
habe zum Gutachten von
Dr.
D._
lediglich festgehalten, dass er die von
Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
nicht nachvollziehen könne (
Urk.
1 S. 9).
Das Gutachten von
Dr.
D._
vom
1
8.
Februar 2019 (
Urk.
10/24/
2-
6
)
lag
Dr.
H._
vor
(
Urk.
10/71/16,
Urk.
10/71/2
1)
.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt es im Ermessen des Experten, o
b und gegebenenfalls welche Berichte im Gutachten erwähnt und diskutiert wer
den
.
Entscheidend ist, dass den Gutachtern sämtliche Unterlagen zur Verfügung standen
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_276/2017 vom 2
3.
April 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis auf das Urteil
9C_24/2015 vom 1
9.
Juni 2015 E. 4.2)
.
Auch
d
iesbezüglich liegt
somit kein Mangel vor.
4.4
Die von
G._
-
Gutachtern attestierte 10%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten begründet sich folglich mit de
r
Einschränkung des Beschwerdeführers in psychischer Hinsicht, weil es nach dem
ischämischen Hirninfarkt vom 14. Februar 2018 (Urk. 10/8/12)
zu einer An
passungsstörung mit längerer depres
si
ver Reaktion gekommen ist (Urk. 10/71/31). Darüber hinaus konnten
sie
beim Beschwerdeführer keine
medizinisch begründeten
funk
tionellen Einschrän
kun
gen erheben, sie mussten vielmehr feststellen, dass ein Verdacht auf eine Aggra
vation besteht (Urk. 10/71/31).
Auf das schlüssige und überzeugende Gutachten der
G._
vom 20. Juni 2020 (Urk. 7/71) kann abgestellt werden. Demnach ist dem Beschwerdeführer in der vor dem
ischämischen Hirninfarkt vom 14. Februar 2018 (Urk. 10/8/12)
aus
geübten Tätigkeit als Maschinenführer für ein Bauunternehmen (Urk. 10/1/4) nicht mehr arbeitsfähig (Urk. 10/71/12). In einer leidensangepassten Tätigkeit,
das heisst in eine
r
körperlich leichte
n
Tätigkeit, bei der es nicht auf die vollständig
e
Intaktheit des Sensoriums (Sensibilität der linken Körperseite) ankommt, und die nicht unter Absturzgefahr sowie in ungesicherten Höhen ausgeführt werden muss (
Urk.
10/71/58), besteht seit dem 7. April 2018 (Abschluss des ersten Spitalauf
enthalts, inkl. Neuro-Reha) aber eine 90%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/71/12).
5.
5.1
Beim Einkommensvergleich
vom 1
5.
September 2020 (
Urk.
10/81)
stellte die Beschwerdegegnerin bezüglich des
Valideneinkommens
auf das
im
IK für das Jahr 2017 eingetragene Einkommen des Beschwerdeführers in der Höhe von
Fr.
74'819.--
ab (Urk. 10/6
/2
). Unter Berück
sichtigung der Nominallohnent
wick
lung gelangte sie zu einem
hypothetischen
Valideneinkommen
20
19
im Betrag von
Fr. 75'569.--.
Das hypothetische
Invalideinkommen
ermittelte sie ausgehend von den lohnstatischen Angaben für die Löhne von Hilfsarbeitern gemäss der Schweizer Lohnstrukturerhebung (LSE)
2018
des Bundesamtes für Statistik. Be
reinigt um die Nominalentwicklung
ergab sich
ein
hypothetisches
Invaliden
ein
kommen 20
19
in der Höhe
von
Fr. 68'105.-- (
Urk.
10/81/1)
. Beim Einkommens
vergleich resultierte
ein
e
Erwerbseinbusse von
Fr.
7'463.60
beziehungsweise
ein Invaliditätsgrad von
10
%
. Dieser Einkommensvergleich gibt zu keinen Beanstan
dungen Anlass.
Der Beschwerdeführer wäre somit grundsätzlich in der Lage, ein rentenausschlies
senden Einkommen zu erzielen (
E. 2.4
).
5.2
Im vorliegenden Verfahren machte der Beschwerdeführer geltend, dass beim
Valideneinkommen
vom
Bruttolohn gemäss Lohnausweis 2017
in der Höhe von
Fr.
77'989.--
(Urk. 3/3) auszugehen
sei (
Urk.
1 S. 9)
.
Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung betrage das
hypothetische
Valideneinkommen
2019
somit
Fr.
79'086.-- (
Urk.
1 S. 9)
.
Der Beschwerdeführer kann daraus nicht
s
zu seinen Gunsten ableiten.
Unter Berücksichtigung
dieses
Valideneinkommens
würde beim ansonsten vom Beschwerdeführer nicht bestrittenen Einkommensvergleich
der Beschwerdegegnerin
ein Invaliditätsgrad von
gerundet 14
%
(13,88
%
)
resultier
ten. Ein Invaliditätsgrad
in dieser Höhe
gäbe dem Beschwerdeführer
deshalb
ebenfalls kein Anspruch auf eine
Invalidenrente (E. 2.4).
6.
6.1
Der
Beschwerdeführer
macht sodann
ein
en
Anspruch auf Eingliede
rungsmass
nahmen
geltend
. Als Beispiele n
a
nnt
e
er
ein «Arbeits- und Aufbautrainings»
(
Urk.
1 S. 2
)
.
6.2
Laut Randziffer 1010.2 des
Kreisschreibens über die Integrationsmassnahmen (KSIM)
des Bundesamtes für Sozialversicherungen gehört das Aufbautraining zu den Massnahmen der sozial
-
beruflichen Rehabilitation
(
Art.
4
quinques
der Veror
dnung über die Invalidenversicherung,
IVV)
, welche ihrerseits zu den
I
ntegra
tionsmass
nahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung gemäss
Art.
14a IVG gezählt werden (
Art.
14a
lit
. a IVG).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
ist
Art.
14a
Abs.
1 IVG
im Zusammenhang mit
Art.
14a
Abs.
2 IVG
zu sehen, wonach als Integrationsmassnahmen gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungsmassnahmen (
lit
. b) gelten. Es gehe darum, bei denjenigen versicherten Personen, die aktuell nicht eingliederungs
fähig sind oder deren Ein
gliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzu
stellen oder zu erhalten.
Wenn
aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätig
keit arbeitsfähig
sei
, so
sei
er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits
eingliede
rungsfähig; er brauche
keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Ein
gliede
rungsfähigkeit herzustellen
. Es gebe
keinen Grund, Massnahmen zur Ermög
li
chung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden
k
önne
.
Das Bundesgericht gelangte durch Gesetzesauslegung zum Schluss, dass
versicherte Personen, welche in einer angepassten Beschäftigung arbeitsfähig sind,
keinen Anspruch auf
Integrationsmassnahme
n haben
(BGE
137 V 1
E. 7.2
.3
).
Weil der Beschwerdeführer gemäss den
G._
-Gutachtern in einer leidensange
passten Tätigkeit seit dem 7. April 2018 zu 90
%
arbeitsfähig ist (Urk. 10/71/12), hat er keinen Anspruch auf
Integrationsmassnahme
n
beziehungsweise das von ihm geforderte, aber nicht
weiter umschriebene
«
Arbeits- und Aufbautraining
»
(
Urk.
1 S.
2)
.
6.3
Weil der Beschwerdeführer, welcher keinen Beruf erlernt hat (
Urk. 10/1/4, Urk. 10/71/73
), in einer leidensangepassten
Hilfsarbeitert
ätigkeit zu 90
%
arbeits
fähig ist
(Urk. 10/71/12)
und dadurch ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielen kann
(E. 5.1)
, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihm mit der angefochtenen Verfügung keine berufliche
n
Massnahmen zuge
spro
chen
hat
(
vgl.
Art.
8
Abs.
1
lit
. a IVG,
Art.
15-18d IVG)
.
Der Beschwerdeführer ist im Wesentlichen der Ansicht, dass
ihm die
Anpassungsstörung sowie
seine mittel
schweren kognitiven Funktionseinschränkungen einen A
nspruch auf beruf
liche
Massnahmen vermitteln (
Urk.
1 S. 6). Hierbei kann ihm nach dem Gesagten aber nicht gefolgt werden. Im Übrigen
begründete der Beschwerdeführer m
it seiner Beschwerde vom
18. Februar 2021 den von ihm geltenden gemachten An
spruch auf Massnahmen beruflicher Art nicht weiter
. Er führte insbesondere nicht aus,
dass die
Voraussetzungen
für die
Zusprache
einer der beruflichen Mass
nah
me gemäss
Art.
15-18d IVG erfüllt seien. Deshalb erübrigen sich weitere
Aus
füh
rungen
dazu
.
7.
Ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht ebenfalls nicht
, wie in
E. 5.1
hier
vor
bereits festgehalten wurde.
8.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.