# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 207e0b90-8cc8-440c-837a-af1aab2fdee3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, arbeitete ab 1. September 1999 als Betriebs
mecha
niker bei der Y._
AG, bis er die Kündigung auf den 31. Dezember 2002 erhielt (Urk. 9/16/2, Urk. 9/16/6). Am 6. April 2005 meldete sich der Versicherte wegen psychischer Probleme zum Bezug von Leistungen der Invalidenver
siche
rung an (Urk. 9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und liess den Versicherten durch
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, begutachten (Gutachten vom 22. Mai 2006, Urk. 9/31). Dieser
kam
zum Schluss, beim Versicherten
sei
die Arbeitsfähigkeit für Hilfsarbeiten zu mehr als 70 % eingeschränkt
(Urk. 9/31/4 f.)
. Mit Verfügung vom 22. September 2006
sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 70 % mit Wirkung ab 1. Februar 2006 eine ganze Invalidenrente zu
(Urk. 9/49)
.
1.2
Im November 2007 führte die IV-Stelle eine Revision von Amtes
wegen
durch und teilte dem
Versicherten
am 27. März 2008 mit,
es habe
sich keine renten
be
einflussende Änderung ergeben und er
habe
deshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente (Urk. 9/57, Urk. 9/65).
1.3
Im Rahmen einer im Sommer 2008 eingeleiteten Revision veranlasste die IV-Stelle ein weiteres Gutachten,
welches von Dr. med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
B._
, am 16. April 2009 erstattet wurde (Urk. 9/70).
Die IV-Stelle ging gestützt
darauf
von einer Verbesserung des Ge
sund
heitszustandes aus und reduzierte die bisherige ganze Rente m
it Verfügung vom 15.
April 2010 aufgrund eines
neu berechneten
Invaliditätsgrades
von 56 %
ab 1. Juni 2010
auf eine halbe Rente
(Urk. 9/85/1
f., Urk.
9/83)
.
Die dagegen erhobene Beschwerde
hiess
das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 19. Juli 2011 im Verfahren IV.2010.00389 gut und
stellte
fest,
der Versicherte
habe
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente. Dazu erwog es,
es sei
keine Verbesserung des G
esundheitszustandes ersichtlich.
Dr.
A._
habe viel
mehr
eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes vorgenommen (Urk. 9/94/10). Zudem verneinte
das Gericht
die Voraus
setzungen der Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
, Urk. 9/94/12
)
.
In Umset
zung des erwähnten Urteils
verfügte di
e IV-Stelle am 26. Januar 2012 die Weiter
ausrichtung der ganzen Invalidenrente
ab dem 1. Juni 2010 (Urk. 9/113, Urk. 9/99)
.
1.4
Anlässlich des im Februar 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 9/168)
holte die IV-Stelle verschiedene Arztberichte sowie eine Stellungnahme des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. Juni 2012 ein
und führte einen neuen Einkommensvergleich durch
(Urk. 9/178/2 f.).
Aufgrund des neu errechneten In
validitätsgrades von 100 % bestätigte sie die
ganze Rente mit Mitteilung vom 28. Juni 2012 (Urk. 9/180).
1.5
Die IV-Stelle nahm im Juli 2014 erneut ein Revisionsverfahren
an
die H
and
(Urk. 9/185). Sie klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und teilte dem Versicherten
mit Verfügung vom
11. August 2015 mit, dass Eingliederungs- respektive Integrationsmassnahmen aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich seien (Urk. 9/205). Ferner
liess
die IV-Stel
le den Versicherten durch Prof.
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr.
phil.
D._
,
Fachpsychologin für Neuropsychologie
,
bidisziplinär
begutachten (Gutachten vom 2
5.
Oktober 2019,
Urk.
9/228).
Mit Vorbescheid vom 20. Februar 2020
kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten
an, die Rente werde nach Zustel
lung der Verf
ügung auf das Ende des folgenden
Monats aufgeh
oben
(Urk. 9/234). Dagegen erhob der Versicherte am 2. März, ergänzt am 26. März 2020
,
Einwand
und legte einen Bericht der
I
ntegrier
ten Psychiatrie E._
vom 31.
März 2020
vor
(Urk. 9/235, Urk. 9/247 f., Urk. 9/249). Am 25. Juni 2020 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinn
e
und stellte die
ganze
Invalidenrente
auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
ein
(Urk. 9/255 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
25. August 2020 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ihm weiterhin die bisherige ganze In
validenrente auszurichten (Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Am 14. Dezember 2020 erstattete der Beschwerdeführer seine Replik
und hielt an seinem Rechtsbegehren fest
(Urk. 12
S. 1
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 28. Januar 2021 auf das Einreichen einer Duplik und
verwies auf ihre
Ausführungen in der Verfügung
vom 25. Juni 2020 sowie in der Beschwerdeantwort vom 30. Oktober
2020 (Urk. 15).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 3. Februar 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person z
u
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
liche
n gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog in der
angefochtene
n
Verfügung
,
es sei
während
des Revisionsverfahrens und der Be
gutachtung eine Aggravation
festgestellt worden
(Urk. 2 S. 1).
Demgegenüber hätten sich weder
im
Gutachten von Dr.
Z._
vom 22. Mai 2006 noch
in jenem
von Dr.
A._
vom 16. April 2009 Hinweise auf Inkonsistenzen oder
eine
Aggravation ergeben (Urk. 2 S. 3).
Damit sei ein Revisionsgrund ausgewiesen und es sei eine Neubeurteilung der gesundheitlichen Situation
des Beschwerdeführers
angezeigt. Es sei davon aus
zugehen, dass
er
in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. In seiner angestammten Tätigkeit
als Betriebsmechaniker
sei von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit seit dem Begutachtungszeitpunkt auszugehen. Nach durchge
führtem Einkommensvergleich ergebe sich neu ein Invaliditätsgrad von 3 %. Dies führte zur Aufhebung der Invalidenrente (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen
zusammengefasst
vor, die Beschwerde
gegnerin habe im vorliegenden Revisionsverfahren gezielt überprüft, ob er
ag
gra
viere
. Eine solch gezielte
Abklärung sei weder bei der Prüfung des Leistungs
ge
suchs vom 6. April 2005 noch im Revis
ionsverfahren von 2008 erfolgt
(Urk. 1 S. 9)
. Die Zweifel daran, ob er die ihm verschriebenen Medikamente in der
ver
ordneten
Dosis einnehme, seien nicht neu, sondern hätten schon vor Erlass der Verfügung vom 15. April 2010 bestanden
(Urk. 1 S. 11)
.
Ferner sei bisher noch nie eine gezielte neuropsychologische Untersuchung mit Symptomvalidie
rungs
tests durchgeführt worden, weshalb die Vergleichsbasis fehle (Urk. 1 S. 12). Eine diesbezügliche angebliche Veränderung sei weder relevant noch erheblich (Urk. 1 S. 13).
Bei der Beurteilung von Prof. Dr.
C._
handle es sich um eine andere Be
urteilung des von Dr.
A._
beschriebenen Gesundheitsschadens (Urk. 1 S. 16).
Es
liege kein Revisionsgrund vor (
Urk.
1 S. 17). Der ermittelte Invaliditätsgrad von 3 % sei akten- und gesetzeswidrig (Urk. 1 S. 18).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin,
die relevante Ver
gleichsbasis sei die Revision von 2012
(Urk. 8 S. 2)
.
Aus dem Gutachten von Dr.
A._
aus dem Jahr 2009 liessen sich keine Hinweise auf eine unzureichende Medikamenteneinnahme oder eine Aggravation ableiten. Es handle sich damit um ein früher nicht gezeigtes Verhalten und
es sei
ein Revisionsgrund gegeben
(Urk. 8 S. 3).
Als Eventualbegründung
machte
die Beschwerdegegnerin
neu
gel
tend
, g
egenüber dem
Gesundheitszustand, welcher
der Mitteilung vom 28. Juni 2012
zugrunde gelegen habe, liege
aufgrund des gutachterlichen Befundes
aus dem Jahr
2019 eine erhebliche Verbesserung vor (Urk. 8 S. 4).
2.4
In seiner Replik
hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass
keine revisions
be
gründende Tatsachenänderung eingetreten
sei
(Urk. 12 S. 7).
2.5
Strittig und zu prüfen ist die Einstellung der Rente des Beschwerdeführers und im Besonderen, ob ein Revisionsgrund im Sinne eines vorher nicht gezeigten
aggravatorischen
Verhaltens
oder eine gesundheitlich relevante Verbesserung
vorliegt, so dass die Beschwerdegegnerin
den
Rentenanspruch ohne Bindung an frühere Beurteilungen umfassend neu prüfen
durfte
.
3.
Als
Vergleichsbasis
für die Beurteilung der Frage, ob eine anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige
Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit recht
s
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein
kommen
s
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108).
Unter einer
Sachverhaltsabklärung
muss dabei
eine Abklärung verstanden werden, die - wenn sie inhaltlich zu einem anderen Ergebnis führt - geeignet ist, eine Renten
erhöhung, -herabsetzung oder -aufhebung zu begründen
(Urteil des Bundesge
richts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1)
.
Dabei kann
die
Basis auch eine
Mitteilung
nach Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
sein, mit der eine
Revision
von Amtes wegen abgeschlossen wurde mit der Feststellung, es sei keine Änderung der Verhältnisse eingetreten (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2
).
Im Zuge des im Jahr 2007 an
die H
and genommenen Revisionsverfahrens
holte
die Beschwerdegegnerin unter anderem einen Auszug aus dem Individuellen Konto
(IK, Urk. 9/62) sowie das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 16. April 2009 (Urk. 9/70, Urk. 9/79) ein
. Aufgrund der gutachterlichen Beurteilung setzte die Beschwerdegegnerin die ganze Rente des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 15. April 2010 auf eine halbe Rente herab (Urk.
9
/85)
.
Das Sozialversiche
rungs
gericht des Kantons Zürich hob diese Verfügung in der Folge
mit Urteil vom 19. Juli 2011
auf und stellte fest, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers zwischen
der erstmaligen
Rentenzusprache
(
Ve
rfügung vom 22. Septem
ber 2006,
Urk.
9
/49)
und der rentenherabsetzenden
Ve
r
fügung
vom 15. April 2010
nicht verbessert hatte (vgl. Urk.
9
/94/10).
Damit nahm das Gericht
eine materielle Beurteilung des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung
und Beweiswürdigung
vor.
Die rentenbestätigende Mitteilung vom 28. Juni 2012 (Urk.
9
/180)
, welche das im Jahr 2012 begonnene Revisionsverfahr
en (Urk. 9
/168) beendete
,
erfüllt diese Vor
aussetzung
en
– entgegen der Ansicht der Parteien (
Urk.
8,
Urk.
12)
–
demge
gen
über nicht. Es wurde dort zwar ein Einkommensvergleich durchgeführt, welcher neu zu einem 100%igen
Invaliditätsgrad führte (Urk. 9
/178/3). Allerdings grün
dete diese Mitteilung auf der
fachfremden
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom 27. Juni 2012
, welche sich mit den Angaben d
er
E._
vom 26. Juni 2012 (Urk. 9
/177) nicht auseinander
ge
setzt, sondern diese vielmehr unkritisch übern
o
m
men hatte
(Urk. 9
/178/3)
.
Z
eit
licher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
ist damit die
Verfügung vom
15. April 2010 (Urk. 9
/85)
.
Rechtsprechungsgemäss
bildet die hier angefochtene Verfügung vom 25. Juni 2020
(Urk. 2)
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hin
weisen).
4
.
4
.1
Die Verfügung vom 15. April 2010 beruhte auf dem Gutachten von Dr.
A._
, welches gemäss Urteil des Sozialversicherungsgerichts
im Wesentlichen
eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts war, wie
sie
schon
Dr.
Z._
vorgenommen
hatte (Urk.
9/
94/10).
4
.2
Dr.
Z._
stellte in seinem Gutachten vom 22. Mai 2006 (Urk.
9/
31) die folgenden Diagnosen:
M
ittelgradig depress
ive Episode mit somatischen Sym
pto
men und einer Störung der Impulskontrolle sowie einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 F32.11, F63.9, F51.2), ursprünglich ausgelöst durch die Trennung und Familienzerrüttung. Es komme auch eine emotional instabile Per
sönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus in Frage (ICD-10 F60.3). Als ihn seine
Frau verlassen habe, habe der Beschwerdeführer depressiv
dekompensiert
und seine
Stelle verloren. Eine reguläre Behandlung habe bis heute kaum statt
gefunden (Urk.
9
/31/4). Der Beschwerdeführer nehme
Risperdal
,
Fluctine
,
Nexium
und
Pon
stan
ein (Urk.
9
/31/3). Es finde sich aktuell eine Negativ-Symptomatik, welche geprägt sei durch verminderte Belastbarkeit, Reizbarkeit mit impulsiver Aggressi
vität, An
triebsarmut, Affektarmut mit fehlender Modulationsfähigkeit, Rückzugs
verhal
ten und einer Neigung, sich beobachtet und bedrängt zu fühlen, Aus
drucks
lo
sigkeit bei innere
r
Angetriebenheit
, Unstetigkeit und Konzentra
tionsun
fähig
keit, eine schwere Schlafstörung und auf körperlicher Ebene Kopf- und Magen
schmerzen (Urk.
9
/31/4). Die beschriebene Störung entspreche einem Ge
sundheitsschaden, der eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Sie sei hauptsächlich durch die Antriebsarmut, die verminderte Belastbarkeit, die Reiz
barkeit
,
verbun
den mit verminderter Impulskontrolle, das Rückzugsverhalten mit der Neigung, sich beobachtet und bedrängt zu fühlen sowie die erheblichen Kon
zentrations
störungen eingeschränkt. Die Störung sei zwar durch die Trennung ausgelöst worden, es habe sich dann aber rasch eine Eigendynamik entwickelt, welche unabhängig von diesen Faktoren zu einem Andauern des psychischen Leidens geführt habe. Es bestehe weiterhin eine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit für Hilfsarbeiten von mehr als 70 % (Urk.
9
/31/5). Der bisherige Be
hand
lungsverlauf sei nicht ermutigend, es sollte eine stationäre Rehabilitation ange
strebt werden
(Urk.
9
/31/5)
.
4
.
3
Dr.
A._
stellte im Gutachten vom 16. April
2009 folgende Diagnosen (Urk.
9
/70
/8
)
: Depressive Episode (ICD-10 F32), seit 2005, in der Ausprägung schwankend zwischen leicht (ICD-10 F32.0) und mittelschwer (ICD-10 F32.1); mit anamnestischem Status nach zweifachem Suizidversuch, bei Status nach Anpas
sungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion (IDC-10 F43.21), nach Tren
nung von der Ehefrau
im Jahr
200
3.
Der Beschwerdeführer nehme täglich 3.5 mg
Risperdal
, 60 mg
Remeron
, 2 mg
Temesta
und
4 bis 6 mal
täglich 15 mg
Truxal
ein
(Urk. 9/70/4)
.
Die Grundhaltung des Beschwerdeführers sei authentisch und er habe bei der testpsychologischen Untersuchung kooperativ und speditiv mitgearbeitet.
Es bestünden keine Hinweis
e auf inhaltliche Denkstörungen.
D
ie Intelligenz,
die
Auffassung,
die
Merkfähigkeit,
die
Konzentration und das Ge
dächtnis seien angemessen. Von Suizidalität sei der Beschwerdeführer distanziert
(Urk. 9/70/6)
. Die ursprüngliche Anpassungsstörung des Beschwerdeführers sei insgesamt mittelschwer bis schwer ausgeprä
gt gewesen
(Urk. 9/70/10 f.)
. Nach seinen Untersu
chungen habe er festgestellt, dass der Beschwerdeführer eine min
destens leichte depressive Episode ausreichend erfülle, durch die dazukommende
Störung der Impulskontrolle und die zwei anamnestisch bekannten Suizidver
su
che könne der Schweregrad jedoch durchaus als mittelgradig bezeichnet wer
den. Ergänzend zur bisherigen Therapie
sei
eine erneute Anpassung der Medika
tion
und eine unangekündigte, unregelmässige Kontrolle der verordneten Medi
ka
mente
z
u empfehlen
(Urk. 9/70/12)
. Eine Therapieoptimierung sei dem Beschwerde
füh
rer aus fachärztli
cher psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht zumutbar
. (Urk. 9/70/13).
Die Arbeitsunfähigkeit, die mit einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode verbunden sei, betrage 50 %
(
Urk.
9/70/14)
. Eine Wiederher
stellung der vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach zwei Jahren sei zumindest nicht auszuschliessen
(Urk. 9/70/15)
.
In seiner Ergänzung vom 19. August 2009 (Urk. 7/79) führte Dr.
A._
auf die Frage, ob eine Besserung des psychischen Gesundheitszu
standes des Beschwerde
führers seit d
er Begutachtung durch Dr. G._
im Mai 2006 eingetreten sei, aus, dass er das nicht mit Sicherheit beantworten könne, da das Gutachten von Dr.
Z._
kaum nachvollziehbar sei. Es bleibe somit festzustellen, dass bis April 2009 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Besserung des Gesund
heits
zustandes des Beschwerdeführers eingetreten sei, da Dr.
Z._
, warum auch immer, offensichtlich von einem schwer aus
geprägten Gesundheitsschaden ausgegangen sei. Auch aus medizinisch-theore
tischen Gründen sei mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Besserung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers seit Juni 2007 bestehe. Diese Einschätzung be
gründe sich durch die in der wissenschaftlichen Literatur dokumentierte Tatsache einer überzufällig häufigen spontanen Remis
sion depressiver Zustandsbilder nach 9 bis 12 Monaten.
In seinem Urteil vom 19. Juli 2011 erwog das Gericht,
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht ersichtlich. Vielmehr habe Dr.
A._
die Situa
t
ion und dementsprechend auch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ander
s beurteilt
. Eine solche andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhaltes stell
e
keinen Revisionsgrund dar (Urk. 9/94/10).
Die Kritik von
Dr.
A._
an der Diagnosestellung durch Dr.
Z._
erweise sich als nicht
berechtigt. Dr.
Z._
sei weiter von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwe
r
deführers von sicher 70 % ausgegangen, während Dr.
A._
im Revisionsver
fahren von einer solchen von 50 % ausgegangen sei. Die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit von Dr.
Z._
zum damali
gen Zeitpunkt erscheine vertretbar, eine zweifellose Unrichtigkeit dieser An
nahme lasse sich nicht begründen. Damit entfalle die Möglichkeit einer Bestäti
gung der zu Unrecht ergangenen
,
angefoch
tenen Revisionsverfügung durch das Gericht mittels substituierter Begründung (Urk. 9/94/12).
Der Beschwerdeführer habe weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (Urk. 9/94/13).
5
.
5
.1
Im Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens
holte
die Beschwerdegegnerin
ins
besondere das
ps
ychiatrisch-neuropsychologische
Gutachten vom
2
5.
Oktober 2019
(Urk. 9/228)
ein. Darin
erhob
der psychiatrische Gutachter Prof. Dr.
C._
die Diagnose
einer Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
des
Sozialverhalten
s
(ICD-10 F43.25), bestehend seit 2003,
über
mehrere Monate
anhaltend, sowie einer
andauernde
n
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelas
tung (ICD-10 F62.0
)
.
Die Persönlichkeitsänderung sei seit 2003 vorhanden
und
halte
bis heute an
(Urk. 9/228/34).
Es könne davon ausgegangen werden, dass die beschriebene, extrem kränkende Trennung von der
Ehefrau
durchaus einer Extrembelastung entspreche, wobei k
ulturelle Faktoren eine gewisse
Rolle spielen könnten (Urk. 9/228/31).
I
n der Untersuchung habe
der Beschwerdeführer
dysphorisch
und gereizt gewirkt, allerdings könne er diese Affekte in
verständnisvoll angenehmer Atmosphäre
im Verlauf gut kontrollieren und wirke dann offener und vertrauensvoll. Er habe auch immer wieder Selbstmordgedanken. Die Sinnestäuschungen, die er von früher berichte, würden nur vage beschrieben und seien
uncharakteristisch
. Es gebe im aktuellen Befund auch keine Hinweise auf Ich-Störungen. Im formalen Gedankengang sei der Beschwerdeführer
gelegentlich etwas umständlich und
im Sinne einer leichten Denkeinengung
immer wieder auf die Scheidung fokussiert. Er klage auch über einen mittelstark bis stark ausgeprägten sozialen Rückzug. Die ganze affektive Situation scheine aber sehr von den Umgebungsbedingungen ab
hängig zu sein. So nehme die Reizbarkeit in Stresssituationen deutlich zu, in
der entspannten Untersuchungssituation sei
sie aber
nur zu Beginn zu spüren
ge
wesen
. Genauso beschreibe er aber, dass beim Besuch der Enkelin die Depression vollständig weg sei. Er sei dann wie ein anderer Mensch und könne sich freuen
und auch mit den Kindern der Ehefrau und der Enkelin etwas unternehmen (Urk. 9/228/24 f.).
Die angegebenen Suizidgedanken wirkten etwas demonstrativ
, es lägen keine konkreten Pläne oder Vorstellungen über die Durchführung eines Suizids vor (Urk. 9/228/25).
Die Laborkontrollen
bestätigten
einen vorhandenen, allerdings sehr niedrigen Spiegel der Wirkstoffe
Mirtazapin
(
Remeron
),
Quetiapin
(
Seroquel
) und
Risperi
don
(
Risperdal
). Das Drogenscreening im Urin sei für alle untersuchten Substan
zen (Amphetamine, Ecstasy, Cannabis,
Kokain
, Opiate und auch Benzodiazepine
)
negativ (Urk. 9/228/25).
Im
Bericht
des Beschwerdeführers falle
immer wieder auf, dass er
Dinge sehr vage schildere und angebe, dass er sich mit
Manchem
nicht
auseinandersetzen
und auch nicht darüber reden wolle. In diesem Rahmen seien auch deutliche
Inkon
sistenzen
festzustellen
.
So berichte er im zweiten Gutachten von Dr.
A._
von fünf Jahren Schulzeit in der Türkei, bei der neuropsychologischen Untersuchung von vier Jahren und in der vorliegenden psychiatrischen Untersuchung von drei Jahren. Zum Alter der Einschulung gebe er an, dazu keine Ahnung zu haben. Zudem erscheine die geschilderte Beschwerdesituation
aggraviert
.
Insbesondere berichte
er, dass ihn seine
körperlichen Beschwerden
aufgrund von Bandschei
benproblemen und Arthrosen bei der Arbeit wesentlich einschränkten. Bei der psychiatrischen Untersuchung habe er aber ohne Angabe von Schmerzen oder körperlichem Unwohlsein mehr als zwei Stunden sitzen und zwei Mal
die Treppen
in den dritten Stock steigen können. Diese Inkonsistenzen seien auch im Rahmen der neu aufgetretenen Persönlichkeitsstörung, die auch eine hypersensitive Wahr
nehmung sowie eine mangelnde Kontrolle der Affektstörung
beinhalte,
nicht vollständig erklärbar
. Auch der negative Befund der
Benzodiazepine
im Drogen
screening sei nicht erklärbar. Bei verlässlicher Einnahme von
Temesta
hätte sich hier ein positiver Befund zeigen müssen.
Nicht zuletzt habe die neuropsychologische Untersuchung wesentliche Hinweise auf eine (vermutlich bewusstseinsnahe)
Aggravation
ergeben. So entspreche der in den Testverfahren festgestellte Befund einem
solchen
,
wie er bei einer demen
z
iellen Erkrankung vorkomme. Diese stehe aber in völligem Widerspruch zum allgemeinen Auftreten in der klinischen Untersuchung sowie den aktuellen Lebensumständen und könne klinisch ausgeschlossen werden.
Für eine Zunahme der kognitiven Störungen in den letzten Jahren, nachdem im ersten Vorgutachten noch ein kognitiv weitgehend unauffälliger Befund berichtet worden sei, gebe es keinerlei Belege. Eine signifikante Abnahme der Intelligenzwerte in dieser Zeit sei ebenf
alls nicht
plausibel. Die mangelnde Plausibilität des neuropsychologischen
Testergebnisses gehe so weit, dass nach der Beurteilung der Expertin keine Stel
lung zu Diagnose, Prognose und Arbeitsfähigkeit genommen werden könne (Urk. 9/228/39).
Zur Arbeitsfähigkeit ergänzte Prof. Dr.
C._
, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Betriebsmechanik könne der Beschwerdeführer mit einem Pensum von 100 % anwesend sein. Die Leistungsfähigkeit werde auf 60 % ge
schätzt. Dies sei zum Teil auf die Motivationslage des Beschwerdeführers und seine Fokussierung auf die Beschwerden zurückzuführen. Andererseits sei aber auch durch die gegebene Persönlichkeitsstörung mit mangelnder Affektkontrolle und depressiven Symptomen immer wieder mit interaktionellen Schwierigkeiten mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten zu rechnen (Urk. 9/228/41). Die Gesamtar
beitsfähigkeit betrage daher 60 %
. Bei der Beurteilung
sei
die Aggravation der Beschwerden zu etwa 10 % miteinbezogen
worden
(Urk. 9/228/42).
Mit dem Vorbehalt der schwierigen retrospektiven Beurteilung der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit in den letzten 17 Jahren könne nach der vorliegenden Akten
lage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass in den Jahren nach 2002 und auch einige Jahre seit dem Zeitpunkt der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin im Jahr 2005
eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorge
legen habe
. Insofern sei die Verfügung der ganzen Rente im Jahr 2006 und die Gewährung der unveränderten Rente im Jahr 2008 plausibel.
Die Argumente, die aufgrund des Gutachtens von Dr.
A._
zu einer Reduktion auf eine halbe Rente geführt hätten, seien medizinisch ebenfalls gut nachvollziehbar. Es sei damit zu rechnen, dass durch den zeitlichen Abstand zum traumatisierenden Ereignis eine Teilverarbeitung stattgefunden habe und damit auch eine Erhöhung der Arbeits
fähigkeit einhergegangen sei. Allerdings gelte die im vorliegenden Gutachten ge
schilderte Argumentation bezüglich einer Arbeitsunfähigkeit (wohl richtig: Arbeits
fähigkeit) von 60 % seit 2009 weiter. Die rein medizinisch geschilderten Gesichtspunkte im zweiten Gutachten von D
r.
A._
erschienen plausibel
(Urk. 9/228/42).
Eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit müsse vor allem in der Inter
aktion mit anderen Mitarbeitern respektive dem Vorgesetzten einige Beson
der
heiten bieten. So sei
eine verständnisvoll freundschaftliche
Arbeitsat
m
osphäre
förderlich (Urk. 9/228/42 f.).
Zudem solle die Arbeit nicht allzu viele externe Reize bieten und auch Ruhepausen ermöglichen.
Nach der
Eingewöhnungsphase sei eine Präsenz von 100 % mit einer Arbeitslei
s
tung von 80-100 % möglich. Aller
dings sei zweifelhaft, ob
solche unterstützenden Bedingungen im ersten Arbeits
markt
für den Beschwerdeführer als ungelernten Hilfsarbeiter realistisch seien
(Urk. 9/228/43).
V
on der jetzt aktuell attestierten Arbeitsfähigkeit
sei seit zirka 2009
auszugehen
(Urk. 9/228/45
f.
).
5
.
2
Im
Bericht vom 31. März 2020 zuhanden des Rechtsvertreters de
s Beschwerde
füh
r
ers
merkte
Dr.
med. H._
, Oberärztin der
E._
,
z
u den vom Gut
achter veranlassten Blutuntersuchungen an, dass der
Risperidonspiegel
(
neuro
lep
tische
Hauptmedikation)
ausreichend gut eingestellt sei.
Das
Seroquel
(
Que
tiapin
)
in niedriger
Dosis (150 mg)
diene
als Medikation zur Nacht
der inneren Unruhe und sei beim Beschwerdeführer keine
neuroleptische
Hauptmedikation (400-800 mg), zu denen die Referenzwerte gedacht seien. Die Medikamenten
spiegel-Kontrolle mit 112 mmol/l sei also entsprechend niedrig, aber bei einer täglichen Dosis von 150 mg adäquat. Der Urinstatus sei durchwegs negativ, was bedeute,
dass
der Beschwerdeführer seine Reservemedikation (
Temesta
) damals nicht gebraucht
habe
.
Sie
habe keinen Hinweis darauf
gehabt
, dass der Beschwerdeführer die verschriebenen Medikamente nicht beziehungsweise nicht in der verschriebenen Dosierung eingenommen habe (Urk. 3 S. 1).
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin brachte in ihrer Beschwerdeantwort als Eventual
be
grün
dung vor, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich aufgrund des anlässlich der Begutachtung durch Prof. Dr.
C._
vom 6. August 2019
erhobenen Befundes
erheblich verbessert, weshalb ein Revisionsgrund gegeben sei (Urk. 8 S. 4). Dies bestreitet der Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 8, Urk. 12 S. 7).
Wie bereits erwähnt, ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
ent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (vgl. E.
1.4
hiervor).
Prof. Dr.
C._
schätzte die Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers in seinem Gutachten auf 60 % in der bisherigen Tätigkeit und auf 80-100 % in einer adaptierten Tätigkeit
, dies unter Berücksichtigung der Aggravation im Umfang von 10 %
(Urk.
9
/228/42
f.). Dazu führte er aus,
die Argumente, die aufgrund des Gutachtens von Dr.
A._
zu einer Reduktion der Rente geführt hätten, seien medizinisch gut nachvollziehbar (Urk. 9/228/42). Des Weiteren bezog Prof. Dr.
C._
die Konzeptualisierung seiner Diagnosen auf das Jahr 2003 zurück und gab an, er diagnostiziere im Gegensatz zum Gutachten von Dr.
A._
im Anschluss an die Anpassungsstörung keine depressive Episode, sondern eine Persönlichkeitsveränderung (Urk. 9/228/45). Zur Arbeitsfähigkeit gab Prof. Dr.
C._
schliesslich an, die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit dem Jahr 2009 weiter (Urk. 9/228/42, Urk. 9/228/45 f.).
B
ereits
Dr.
A._
hatte
in seinem Gutachten
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit seit
Juni 2007 respektive April 2009
erwogen
(Urk. 9
/79/2).
In diesem Zusammen
hang
hatte das Sozialversicherungsgericht
aber
festgestellt
, Dr.
A._
habe lediglich die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anders als Dr.
Z._
eingeschätzt
,
und es verneinte eine
wesentliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes
bis zum Erlass der Verfügung vom 15. April 2010 abschliessend.
Wenn also
Prof. Dr.
C._
seine Argumentation bis ins Jahr 2009 zurückbezog, so steht fest, dass er
seinerseits
in diesem Punkt
die Arbeitsfähigkeit
anders als Dr.
A._
respektive Dr.
Z._
beurteilte.
Ob sich aus dem
Gut
achten von Prof. Dr.
C._
ein Revisionsgrund im Sinne einer Verbesserung des Gesundheitszustandes herauslesen
ist, kann nach dem Folgenden
offen bleiben
.
6
.
2
Nach
der
bundesgerichtliche
n
Rechtsprechung kann unter Umständen
jedoch auch
ein früher nicht gezeigtes Verhalten eine im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG relevante Tatsachenänderung darstellen, wenn es sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Rentenanspruchs auswirken kann. Dies trifft etwa zu bei Versicherten mit einem Beschwerdebild, auf das die Rechtsprechung
ge
mäss
BGE 141 V 281 anwendbar ist, wenn ein Ausschlussgrund vorliegt, das
heisst
,
die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht, die eindeutig über die
bloss
(unbewusste) Tendenz zur Schmerzaus
wei
tung und –
verdeutlichung
hinausgeht (zum Ganzen: Urteile des Bun
desgerichts 8C_380/2019 vom 11.
Oktober 2019 E. 4.1 und 8C_825/2018 vom
6.
März 2019 E. 6.1). Ist im Einzelfall ein solcher Grund gegeben, ist ein Revisionsgrund nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG zu bejahen und der Rentenanspruch umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3).
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme
einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente,
selbst
wenn die
klassifikatorischen
Merkmale einer Störung gegeben sein sollten (vgl.
Art.
7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit
die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesund
heitsschädigung auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_825/2018 vom
6.
März 2019 E. 8.3 und 9C_501/2018 vom 1
2.
März 2019 E. 5.1).
6.3
Der Beschwerdeführer wendet zunächst ein, bei den bisherigen Rentenrevisionen sei nicht gezielt überprüft worden, ob er
aggraviere
, was zu berücksichtigen sei. Zudem habe bisher
noch nie
eine
neuropsychologische Untersuchung stattgefun
den, weshalb die Vergleichsbasis
dazu
fehle (Urk. 1 S. 9 und S. 12 f.).
D
ie RAD-
Ärztin
erachtete
aufgrund der im aktuellen Revisionsverfahren getätigten
Spezia
l
abklärungen
und dem
anschliessenden Gespräch
vom 12. Februar 2019
zwischen
ihr und
dem Beschwerdeführer (Urk. 9
/209/3)
eine psychische Erkrankung zwar nicht als ausgeschlossen,
jedoch als nicht schwerwiegend. Daher
konnte
sie
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit, wie sie noch in der RAD-Stellungnahme vom
27. Juni 2012 bescheinigt worden war (Urk.
9
/178/3),
nicht mehr nachvollziehen
und emp
fahl zusätzlich zur psychiatrischen Begutachtung
auch
eine neuropsychologische Untersuchung inklusive Beschwerdevalidierung
(Urk.
9
/232/5).
Es ist daher
nach
vollziehbar
, dass die Beschwerdegegnerin diese in der Folge veranlasste
, zumal es seitens der IV-Stelle grundsätzlich dem RAD obliegt,
eine umfassende Einord
nung vorzunehmen, welche Fachdisziplinen an einer erforderlichen Begutach
tung
zu beteiligen sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_474/2013 vom 20. Februar 2014 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen)
.
Zudem gilt m
it Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. E. 5.1 hiervor)
gerade
ein neu festgestellte
s
Aggravations
verhalten
als
eigenständiger
Revisionsgrund
und ist damit – unabhängig davon, ob gleichartige Beschwerden bereits bei der
Rentenzusprache
oder im Vergleichs
zeitpunkt eine Rolle spielten (Urk. 1 S. 13 f.) – geeignet, eine Veränderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu begründen
,
sofern sich das Verhalten
auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Rentenanspruchs auswirkt.
Die Frage der Erheblichkeit beurteilt sich damit nach dem Umfang der festgestellten Aggravation.
Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin
im aktuellen Revisionsverfahren zusätzlich
eine
neuropsychologische Untersu
chu
ng mit Beschwerdevalidierung veranlasst
e
,
und diese kann auch die Grund
lage für den Nachweis einer allfälligen Aggravation bilden.
6.4
Prof. Dr.
C._
wies in seinem Gutachten
auf deutliche Inkonsistenzen
hin
, wie beispielsweise die
aggraviert
geschilderte Situation der körperlichen Beschwerden (Urk.
9
/228/39).
Wie der Beschwerdeführer zwar richtigerweise vorbringt (Urk. 1 S. 10), trifft es zu, dass die somatischen Beschwerden nicht invalidisierend sind, was auc
h sein Hausarzt, Dr. med. I._
, Facharzt für Allgemein
me
dizin, bestätigte. Insbesondere führte
dieser
am 7. März 2017 aus
, der Beschwer
deführer leide infolge degenerativer Veränderungen an einer chronischen Lum
balgie sowie chronischen Beschwerden an der Halswirbelsäule
,
und er zog auch
chronifizierte
,
myofasziale
Schmerzen in Erwägung (Urk.
9
/208/5). Er befand jedoch
, die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sei alleine auf das psy
chische Leiden zurückzuführen (Urk.
9
/208/8).
Der Beschwerdeführer erwähnte gegenüber Prof. Dr.
C._
, er sei bei der Arbeit aufgrund seiner Bandscheiben
beschwerden und der Arthrose vor allem beim Stehen und längeren Sitzen einge
schränkt (Urk.
9
/228/20)
. Kontrastierend dazu konnte er dann
aber während der über zweistündigen psychiatrischen Untersuchung ohne Angabe von Schmerzen sitzen und auch zweimal die Treppen in den dritten Stock hinaufsteigen
(Urk.
9
/228/39).
In Anbetracht
des Umstandes, dass die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
nicht mit den objektiven Beobachtungen korrelieren,
bezeich
nete Prof. Dr.
C._
die Beschwerdeschilderung zu Recht als
aggraviert
.
Überdies
wies
er
darauf hin, dass diese Inkonsistenzen nicht durch die hypersensitive Wahr
nehmung oder mangelnde Affektkontrolle der neu aufgetretenen Persön
lich
keitsstörung zu erklären sind (Urk.
9
/228/39).
Des Weiteren
wies Prof. Dr.
C._
auch auf die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers hinsichtlich der Dauer seiner Schulze
it hin. Zudem erwähnte er die Diskrepanz zwischen den verordneten Medikamenten und der
en
Nach
weisbarkeit im Blut (Urk.
9
/228/39).
Insbesondere erwähnte er, die verordnete, eher hohe Dosis von
8 mg
Risperidon
könne
unmöglich
zu einem solch niedrigen Medikamentenspiegel führen
, selbst wenn berücksichtigt werde, dass die Relation von Dosis und Spiegel durch
verschiedene
Resorptionstypen unterschiedlich sein könne
(Urk.
9
/228/37, Urk.
9
/228/38).
Daran vermag der Bericht der
E._
vom 31. März 2020 nichts zu ändern, zumal die Behandler ihre Ansicht, wonach der
Risperidonspiegel
ausreichend gut eingestellt sei, nicht näher begründeten (Urk. 3 S. 1).
Ins Auge fallen zudem die widersprüchlichen Angaben des Beschwerde
füh
rers
betreffend seine Medikamenteneinnahme. Er gab dazu in der
neuropsy
cho
logischen Untersuchung zum einen an, er nehme seine Medikation gemäss Ver
ordnung ein, was bedeutet hätte, dass
Temesta
lediglich als Reservemedi
kation gedacht wäre
. Gleichzeitig erwähnte er dann aber auch, dass
er durchschnittlich zirka zwei
Temesta
pro Tag
nehme
(Urk.
9
/228/61). Eine Verwechslung von
Temesta
und
Quetiapin
(Urk. 12 S. 4)
erwähnte der Beschwerdeführer gegenüber der Gutachterin nicht.
Die neuropsychologische Gutachterin legte im Weiteren dar, dass die formale Übe
r
prüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in den aller
meisten überprüften Teilleistungen unterdurchschnittliche bis teils sogar weit unterdurchschnittliche Resultate ergeben hät
te und mittels kursorischer non
ver
baler Intelligenzabklärung ein Intelligenzquotient von 69 resultiert
habe
. Diese Testresultate entsprächen theoretisch mindestens einer mittelgradigen kognitiven Störung (Urk.
9
/228/67). Demgegenüber stellte Dr.
A._
in seiner Begutachtung aus dem Jahr 2009 keinerlei Beeinträchtigung
en
der Intelligenz, der Auffassung, der Merkfähigkeit, der Konzentration
oder
des Gedächtnisses fest (Urk.
9
/70/6). Eine Abnahme der Intelligenz
seit der Begutachtung durch Dr.
A._
beurteilte die Gutachterin als nicht plausibel (Urk.
9
/228/68 f.). Sie sah die auffälligen Resultate der Symptomvalidierungstests vielmehr im Rahmen einer unzurei
chen
den Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers und wies darauf hin, dass sich die Resultate weder durch das Vorliegen einer nichtorganischen oder organischen
psychischen Störung noch durch allfällige, unerwünschte Medikamentenneben
wirkungen und auch nicht durch die
Fremdsprachigkeit
des Beschwerdeführers erklären l
ie
ssen. Aufgrund der von ihr als wahrscheinlich erachteten Aggravation konnte die Gutachterin aus neuropsychologischer Sicht sodann keine Aussagen über die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers machen (Urk.
9
/228/68). Diese Ausführungen der Gutachterin korrelieren insbesondere mit dem Verhalten des Be
schwerdeführers, wonach er – trotz testpsychologisch erhobener weit unter
durch
schnittlicher nonverbaler Lern- und Gedächtnisleistung – während der kurze
n Untersuchungspause ohne zu Zögern in die richtige Richtung des Cafés
gegangen
war, wo seine Ehefrau auf ihn wartete
,
und
er
auch zweimal mit seiner Hand korrekt in Richtung Jona wie auch in Richtung des Cafés zeigen konnte (Urk.
9
/228/67).
6.5
Zusammengefasst ist
von einer
(bewusstseinsnahe
n
) Aggravation
des Beschwer
deführers während der Begutachtung durch Prof. Dr.
C._
und
lic
. phil. D._
auszugehen
. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 11, Urk. 12 S. 4) bestanden vor der Begutachtung im August 2019 keine
hinreichend klaren
Hinweise auf ein
aggravatorisches
Verhalten des Beschwerdeführers. Dr.
A._
empfahl zwar in seinem Gutachten aus dem Jahr 2009 eine unangekündigte und
unregelmässige Kontrolle der verordneten Medikamente (Urk.
9
/70/11). Aller
dings
erwog er diese
offenbar
aufgrund von möglichen
Interaktionen zwischen den verordneten Medikamenten und einer
allfälligen
Anpassung der Medikation (Urk.
9
/70/12).
A
nlässlich der Untersuchung
hielt Dr.
A._
zudem
ausdrücklich fest, die Grundhaltung des Beschwerdeführers sei authentisch
gewesen
und er habe kooperativ und speditiv mitgearbeitet (Urk.
9
/70/6).
Damit kann nicht ge
sagt werden, dass die empfohlenen unangekündigten Kontrollen auf eine all
fällige Aggravation zurückzuführen gewesen wären.
Das Gericht hatte in seinem Urteil ebenfalls über keine
aggravatorische
Tendenzen berichtet.
6.6
Das
neu
festgestellte Aggravationsverhalten stellt einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar (vgl. E.
6.2
)
,
und der Rentenanspruch ist in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend und ohne Bindung an frühere Beur
teilungen zu prüfen (vgl. E. 1.4).
Prof. Dr.
C._
schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 60 % in der angestammten Tätigkeit und auf 80-100 % in einer adaptierten Beschäfti
gung
.
Dazu führte er
nachvollziehbar aus, dass
eine
angepasste Tätigkeit insbe
son
dere den akzentuierten Persönlichkeitsanteilen mit mangelnder Affektkon
trolle,
deprimierten Symptomen und rascher Erschöpfbarkeit sowie der aktuell aufge
ho
benen Tagesstruktur Rechnung zu tragen ha
be
(Urk.
9
/228/42). Aus dem Gutach
ten geht insbesondere hervor, dass die affektive Situation des Beschwerdeführers
deutlich von den Umgebungsbedingungen abhängt. So gab der Beschwerdeführer eine Zunahme der Reizbarkeit in Stresssituationen an
.
Auch der Gutachter be
merkte dies, stellte aber fest, dass der Beschwerdeführer seine zu Beginn vorhan
denen
dysphorischen
und gereizten Affekte in der verständnisvollen und ange
nehmen Atmosphäre im Verlauf gut kontrollieren konnte und dann auch offener und vertrauensvoller wirkte.
Gemäss eigener Angabe fühlt
s
ich der Beschwerde
führer denn auch beim Besuch der Enkelin wie ein anderer Mensch und kann sich freuen und etwas unternehmen
(Urk.
9
/228/24
f.
).
Wenn also eine Arbeitstätigkeit in einer
verständnisvolle
n
, freundschaftliche
n
Atmosphäre ohne allzu viele externe Reize und mit der Möglichkeit, Ruhepausen einzulegen (Urk.
9
/228/42 f.)
, stattfindet, ist die gutachterliche Schlussfolgerung
, es bestehe dort im Gegensatz zur bisherigen Tätigkeit eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit von
80-100
%
,
nachvollziehbar
und es kann darauf abgestellt werden
.
Rechtsprechungsgemäss ist bei der ärztlichen Angabe einer Bandbreite der Arbeitsfähigkeit auf den Mittelwert abzustellen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_730/2012 vom
4. Juni 2013 E. 4.2)
, womit eine Arbeitsfähigkeit von 90 % in einer behinderungsgerechten Beschäftigung resultiert
.
Es
liegt
daher nicht eine jeglichen Rentenanspruch ausschliessende Aggravation
vor
, sondern es ist
von einer entsprechenden G
esundheitsschädigung auszugehen, wobei s
ich das
aggravierende
Verhalten lediglich auf das Ausmass der Störung bezieht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2020 vom 23. November 2020 E. 5.3).
Prof. Dr.
C._
bereinigte denn auch seine Einschätzung im Umfang der Aggra
vation und bezifferte diese
mit
10 % (Urk.
9
/228/42, Urk.
9
/228/43).
7
.
7
.1
Bei dieser Sachlage ist mit Blick darauf, dass es um psychische Leiden geht, zu prüfen, ob aus rechtlicher Sicht von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung (
90 % in einer angepassten Tätigkeit)
abzuweichen ist. Dies hängt davon ab, ob sich
der Gutachter
an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehal
ten
hat
und ob und in welchem Umfang
seine
Feststellungen anhand der rechts
erheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2020 vom 23. November 2020 E. 5.4 mit Hinweis).
7
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
7
.3
7
.3.1
Hinsichtlich des Komplexes der Gesundheitsschädigung ist zum Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten, dass
der Gutachter an
gesichts der geschilderten Symptomatik auf
eine Anpassungsstörung mit ge
mischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.25), von 2003 an über mehrere Monate anhaltend, und eine andauernde Persönlichkeits
ände
rung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), seit 2003, schloss (Urk.
9
/228/34).
Dabei sprach er von einer
chronifizierten
Symptomatik, wies aber auch auf Inkonsistenzen und eine
aggravierte
Beschwerdesituation hin (Urk.
9
/228/38, Urk.
9
/228/39)
Zum Indikator Behandlungserfolg oder –
resistenz
legte der Gutachter dar, dass
der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2005 in psychiatrischer Behandlung in der
E._
steht, wobei dort überwiegend alltagsorientierte Themen sowie seine Medi
kation besprochen werden. Die Kränkung durch die Trennung der Ehefrau kann aber gemäss der gutachterlichen Einschätzung durch leitliniengerechte, psycho
therapeutische Massnahmen bearbeitet und gegebenenfalls überwunden werden, wobei der Beschwerdeführer
aber
für einen solchen problemorientierten Ansatz
wenig Motivation zeig
e
(Urk.
9
/228/37). Eine gezielte Bearbeitung der Persönlich
keitsproblematik hat daher noch nicht stattgefunden (Urk.
9
/228/38).
Zudem wies der Gutachter auch auf den sehr niedrigen, im Widerspruch zur verordneten hohen Dosis
Risperidon
stehenden Medikamentenspiegel hin (Urk.
9
/228/37). Hinsichtlich des Indikators des Eingliederungserfolges ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer an einem Schnupperbesuch bei der
Integrationsorganisation ESPAS
teilnahm
(Urk.
9
/206/1), ansonsten aber keine weiteren Eingliede
rungs
bemühungen getätigt hat
.
Es kann damit nicht von einer manifesten
Behand
lungs
- oder Eingliederungsresistenz ausgegangen werden.
Bezüglich der relevanten Komorbiditäten ist zu erwähnen, dass sich gemäss Gut
achter die Persönlichkeitsstörung respekti
ve die Persönlichkeitsänderung und
die Anpassungsstörung nach dem kränkenden Ereignis kombinieren. Hinzu kommt die objektiv schwierige psychosoziale Situation (Urk.
9
/228/41).
7
.3.2
Betreffend den Komplex «Persönlichkeit»
lässt sich dem Gutachten entnehmen, dass
sich
die vom Gutachter diagnostizierte Persönlichkeitsstörung im Sinne einer Persönlichkeitsänderung, in verschie
denen Lebensbereichen auswirken. Daher stellte er auch keine wirklich ausgeprägten Ressourcen mehr fest
(Urk.
9
/228/36).
Damit kommt der Persönlichkeitsstruktur de
s
Beschwerdeführer
s
eine ressourcen
hemmende Wirkung zu.
7
.3.3
Der soziale Kontext des Beschwerdeführers hält dahingehend Ressourcen bereit, dass er durch die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit sozialpsychiatrischen Elementen unterstützt wird. Zudem ist auch seine Ehefrau
trotz gelegentlicher Konflikte eine Bezugsperson
, die ihn unterstützt
(Urk.
9
/228
/36).
7
.3.4
Zum entscheidenden Indikator «Konsistenz»
lässt sich dem psychiatrischen Gut
achten entnehmen, dass
eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten
nive
aus
in vergleichbaren Lebensbereichen besteht. Der Gutachter wies aber auch darauf hin, dass der Beschwerdeführer durchaus mit den Verwandten seiner Ehe
frau in den Urlaub fahren könne und auch sonst trotz seiner Symptomatik mit Spaziergängen aktiv ist, ihm jedoch gemäss eigener Aussage eine vergleichbare Aktivität bei einer allfälligen Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich sei (Urk.
9
/228/38).
Des Weiteren erkannte der Gutachter einen erheblichen Leidens
druck, welcher sich jedoch überwiegend auf die erlebte Kränkung durch die Tren
nung von der ersten Ehefrau und die schwierige psychosoziale Situation dreht (Urk.
9
/228/38). Damit lässt sich ein relevanter Leidensdruck nicht in Abrede stellen.
7
.3.5
Die medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Prof.
Dr.
C._
hält
in einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standardindikatoren
stand.
Die gutachterliche Beurteilung umfasst das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde.
In Anbetracht der Komorbiditäten, der ressourcenhemmenden Persönlichkeits
struk
tur, des reduzierten Alltagsniveaus und des Leidensdrucks, aber auch der fest
gestellten Aggravation und des vorhandenen sozialen Umfelds, kann die gut
achterlich angegebene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 60 % in der ange
stammten Tätigkeit, respektive 90 % in einer angepassten Beschäftigung, auch mit Blick auf die Standardindikatoren nachvollzogen werden.
8
.
8
.1
Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung respektive der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG, BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
8.2
Die Be
schwerdegegnerin ermittelte
das
Invalideneinkommen
korrekterweise an
hand der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turerhebungen (LSE),
da der Beschwerdeführer
seit der Kündigung bei der Y._
AG keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging (
BGE 139 V 592 E. 2.3
).
Es ist
dabei jedoch
auf die
im Verfügungszeitpunkt aktuellste LSE 2018, TA1, Kom
petenzniveau 1, abzustellen
(BGE 143 V 295 E. 4.1.7 und 4.2.2)
. Angepasst an die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2020
(Zeitpunkt der Anpassung des Ren
tenanspruchs, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2019 vom 18. September 2019
E. 7.4)
und die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02, Total Ziff. 1-96)
,
ergibt dies
einen Jahreslohn von gerundet Fr.
68'924.--
(Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7
x 1.009 [2019] x 1.008 [Quartalsschätzung 2020, vgl.
www.bfs.admin.ch
]) respektive Fr. 62'031.
--
in einem dem Beschwerdeführer zumutbaren 90 %-Pen
sum.
8.3
In ihrer Beschwerdeantwort
stellte die Beschwerdegegnerin
neu auch für die Be
messung des
Valideneinkommens
auf
die Tabellenwerte der LSE
TA1
für Hilfsar
beiten
im
Kompetenzniveau 1
ab
. Dies begründete sie damit, dass
die Kündigung des letzten Arbeitsverhältnisses aus invaliditätsfremden, psychosozialen Gründen erfolgt sei (Urk. 8 S. 5). Der Beschwerdeführer führt dagegen
korrekterweise
aus, es sei beim
Valideneinkomm
en
auf den zuletzt bei der Y._
AG erzielten
Verdienst abzustellen (Urk. 12 S. 7).
Dem Gutachten von Prof. Dr.
C._
lässt sich dazu insbesondere entnehmen, dass sowohl die diagnostizierte Anpassungs
stö
rung als auch die
a
ndauernde Persönlichkeitsstörung im Jahr 2003 begannen (Urk.
9
/228/34) und es infolge der psychischen Krise zu einer deutlich einge
schränkten Arbeitsleistung mit der Folge der Kündigung durch den Arbeitgeber kam (Urk.
9
/228/36).
Zudem trifft es nicht z
u, dass es den Arbeitgeber Y._
AG nicht mehr gibt
, was ein Abstellen auf die Tabellenlöhne rechtfertigen würde
.
Damit ist für die Bemessung des
Valideneinkommens
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
heute nach wie vor bei der Y._
AG tätig wäre. Es ist daher von einem
Valideneinkommen
von jährlich Fr. 65'000.-- im Jahr 2002 aus
zu
gehen
(Urk.
9
/16/5, Urk.
9
/32/4),
A
ngepass
t an die Nominallohnentwicklung
per 2020
resultiert
ein
Valideneinkommen
von
gerundet
Fr.
77'248.--
(Fr. 65'000.--
/ 1933 Punkte [2002] x 2279 Punkte [2019] x 1.008 [Quartalsschätzung 2020, vgl.
www.bfs.admin.ch
])
. Ausgehend davon ergibt sich eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 15'217.-- und damit ein ebenfalls nicht rentenbegrün
den
der Invaliditätsgrad von gerundet 20 % (zum Runden:
BGE 130 V 121).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
9.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen
war
, ist gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG das Beschwerdeverfahren in Abweichung
von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft
gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig, wobei die Gerichts
kos
ten nach dem Verfahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzu
legen und auf
Fr.
800.-- anzusetzen sind. Sie sind dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.