# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 612fc760-1429-483a-a9f5-63d06d2acc23
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
fahrlässige Körperverletzung
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Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht,
vom 6. Oktober 2014 (GG140016)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Mai 2014 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 28).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 84 S. 30 ff.)
"Es wird erkannt:
1. a) Der Beschuldigte 1 ist der fahrlässigen Körperverletzung nicht schuldig
und wird freigesprochen.
b) Die Beschuldigte 2 ist der fahrlässigen Körperverletzung nicht schuldig
und wird freigesprochen.
c) Die Beschuldigte 3 ist der fahrlässigen Körperverletzung nicht schuldig
und wird freigesprochen.
2. Die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers werden
auf den Zivilweg verwiesen.
3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Verfahrenskosten betragen: Fr. 150.– Kosten der Kantonspolizei Zürich, Fr. 2'700.– Ausserkantonale Verfahrenskosten,
Fr. 5'800.– Gebühr der Strafuntersuchung.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Gerichtsgebühr auf zwei Drittel.
4. Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 3 werden dem Privatkläger auferlegt.
5. a) Der Privatkläger wird verpflichtet, dem Beschuldigten 1 eine Prozess-
entschädigung von Fr. 9'614.40 (inkl. MWST) für die anwaltliche Ver-
teidigung zu bezahlen.
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b) Der Privatkläger wird verpflichtet, der Beschuldigten 2 eine Prozess-
entschädigung von Fr. 9'614.40 (inkl. MWST) für die anwaltliche Ver-
teidigung zu bezahlen.
c) Der Privatkläger wird verpflichtet, der Beschuldigten 3 eine Prozess-
entschädigung von Fr. 9'614.40 (inkl. MWST) für die anwaltliche Ver-
teidigung zu bezahlen.
6. (Mitteilung)
7. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
(Prot. II S. 14 ff.)
a) des Privatklägers(Urk. 86 S. 3 f.; Urk. 148):
1. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 6. Oktober 2014 betreffend den Beru-
fungsbeklagten 1 vollumfänglich aufzuheben und es sei der Berufungs-
beklagte 1 im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und angemessen zu
bestrafen;
2. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 6. Oktober 2014 betreffend den Beru-
fungsbeklagten 2 vollumfänglich aufzuheben und es sei der Berufungs-
beklagte 2 im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und angemessen zu
bestrafen;
3. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 6. Oktober 2014 betreffend den Beru-
fungsbeklagten 3 vollumfänglich aufzuheben und es sei der Berufungs-
beklagte 3 im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und angemessen zu
bestrafen;
4. Es seien die Berufungsbeklagten zu verpflichten, dem Privatkläger den
durch den Unfall erlittenen Schaden über Fr. 127'824.29 zzgl. Zins von 5 %
seit Fälligkeit resp. Entstehens des jeweiligen Schadenspostens zu er-
setzen;
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5. Es seien die Berufungsbeklagten zu verpflichten, dem Privatkläger eine
Genugtuung von Fr. 45'000 zu bezahlen;
6. Es seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Ver-
fahrens den Berufungsbeklagten aufzuerlegen, eventualiter dem Staat;
7. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklagten,
eventualiter zu Lasten des Staates.
b) der Verteidigung des Beschuldigten 1 (Urk. 150 S. 3 f.):
1. Die Berufung sei hinsichtlich des Beschuldigten bzw. Berufungsbeklagten 1
im Schuldpunkt (Ziff. 1 des Rechtsbegehrens des Berufungsklägers) voll-
umfänglich abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen.
2. Die Zivilklage des Privat- und Berufungsklägers (Ziff. 4 des Rechtsbe-
gehrens) sei auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Die Klage des Privat- und Berufungsklägers auf Bezahlung einer Genugtu-
ung (Ziff. 5 des Rechtsbegehrens) sei auf den Zivilweg zu verweisen.
4. Die Berufung sei hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vor-
instanzlichen Verfahrens (Ziff. 6 des Rechtsbegehrens) insoweit ab-
zuweisen, als der Privat- und Berufungskläger beantragt, die Kosten- und
Entschädigungsfolgen seien den Berufungsbeklagten und Beschuldigten
und insbesondere dem Beschuldigten bzw. Berufungsbeklagten 1 aufzu-
erlegen, und das erstinstanzliche Urteil sei jedenfalls in diesem Umfang zu
bestätigen.
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Privat- und Berufungskläger
aufzuerlegen, und dem Beschuldigten bzw. Berufungsbeklagten 1 sei eine
Parteientschädigung (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
c) der Verteidigung des Beschuldigten 2 (Urk. 152 S. 12):
1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.
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2. Das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 6.10.2014 und der Freispruch
der Beschuldigten 2 (Golf E._ AG bzw. C._) sei zu bestätigen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Privatklägers, even-
tuell des Staates.
d) der Verteidigung des Beschuldigten 3 (Urk. 153 S. 1):
1. Die Berufung des Privatklägers sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 6.10.2014 und der Freispruch
der Beschuldigten 3 (D1._ GmbH eventualiter D._) seien zu bestä-
tigen.
3. Der Privatkläger sei zu verpflichten die Kosten des Verfahrens zu über-
nehmen und die Beschuldigte 3 (allenfalls den Beschuldigten D._) an-
gemessen für den ausgewiesenen Aufwand zu entschädigen.
4. Eventualiter habe der Staat die Kosten des Verfahrens zu übernehmen und
die Beschuldigte 3 (allenfalls den Beschuldigten D._) angemessen für
den ausgewiesenen Aufwand zu entschädigen.
e) der Staatsanwaltschaft:
Es liegen keine Anträge vor.

## Considerations

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Am 8. Juli 2010 ereignete sich auf dem Golfplatz Golf E._ ein Unfall:
Am Loch 9 missriet dem Beschuldigten 1, B._, der Abschlag derart, dass der
Ball den sich ca. 60 Meter entfernt beim Abschlag des Lochs 7 befindlichen
A._ im Gesicht traf. Dies verursachte beim Geschädigten (resp. Privatkläger)
eine Rissquetschwunde an der Unterlippe, eine Zahnschmelzabsprengung an
zwei Zähnen und eine Zahnfraktur. In der Folge nahmen die Untersuchungsbe-
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hörden Ermittlungen auf und stellte der Geschädigte Strafantrag wegen Körper-
verletzung (Urk. 1 S. 5; Urk. 2 S. 3; Urk. 12/1).
1.2. Am 25. Februar 2011 erliess die zuständige Staatsanwältin eine Nicht-
anhandnahmeverfügung, wonach gegen die Beschuldigten 1 bis 3 (B._, Golf
E._ AG [Golfplatzbetreiberin], D1._ GmbH [Golfplatzerbauerin]) keine
Untersuchung eröffnet werde (Urk. 14). Eine vom Privatkläger gegen diese Verfü-
gung erhobene Beschwerde wurde vom Obergericht des Kantons Zürich, III.
Strafkammer, mit Beschluss vom 6. Februar 2012 abgewiesen (Urk. 17/13). Auf
eine weitere Beschwerde des Privatklägers hin hob das Bundesgericht mit Urteil
vom 7. Juni 2012 den Beschluss des Zürcher Obergerichts auf und wies die Sa-
che zur Eröffnung einer Untersuchung an die Staatsanwaltschaft zurück (Urk. 18).
1.3. Am 28. Mai 2014 erhob die Staatsanwaltschaft bei der Vorinstanz Anklage
(Urk. 28). Die vorinstanzliche Hauptverhandlung fand am 6. Oktober 2014 statt
(Prot. I S. 6), das – vorstehend wiedergegebene – Urteil erging gleichentags
(Urk. 84). Der Einzelrichter sprach alle Beschuldigten frei.
1.4. Am 13. Oktober 2014 liess der Privatkläger fristgerecht Berufung anmelden
(Urk. 78) und nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 83/1-5) dem Ober-
gericht – ebenfalls fristgerecht – am 6. Februar 2015 die Berufungserklärung ein-
reichen.
1.5. Unter Hinweis auf Art. 383 StPO wurde dem Privatkläger sodann Frist an-
gesetzt, um zur Deckung von allfälligen Prozesskosten und Entschädigungen an
die Gegenparteien eine Prozesskaution von Fr. 25'000.-- zu leisten (Urk. 89). In-
nert erstreckter Frist beantragte der Privatkläger am 19. Februar 2015, die Kauti-
onsverfügung in Wiedererwägung zu ziehen oder "eventualiter eine Verfügung mit
Begründung zu erlassen, die sachgerecht angefochten" werden könne (Urk. 93).
Mit Verfügung vom 23. Februar 2015 wies der Kammerpräsident das Wiederer-
wägungsgesuch ab und setzte die Frist zur Kautionsleistung neu an. In der
Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass unter den einschränken-
den Voraussetzungen von Art. 93 BGG bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen an das Bundesgericht erhoben werden könne (Urk. 98). Der Privatkläger
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liess eine solche Beschwerde erheben (Urk. 100 ff.). Darauf trat das Bundesge-
richt mit Urteil vom 3. Juni 2015 indessen nicht ein (Urk. 107). Mit Verfügung vom
16. Juni 2015 setzte deshalb der Kammerpräsident dem Privatkläger die Frist zur
Kautionsleistung abermals neu an (Urk. 108). Der Privatkläger leistete die Kaution
letztlich fristgerecht (Urk. 110; Urk. 111).
1.6. Mit Verfügung vom 1. Juli 2015 wurde die Berufungserklärung des Privat-
klägers in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO der
Staatsanwaltschaft und den Beschuldigten zugestellt, um gegebenenfalls An-
schlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantra-
gen. Gleichzeitig wurde der Staatsanwaltschaft und den Beschuldigten Frist an-
gesetzt, um zu dem vom Privatkläger eventualiter gestellten Rückweisungsantrag
Stellung zu nehmen (Urk. 112). Anschlussberufungen wurden nicht erhoben.
1.7. Mit Beschluss vom 10. November 2015 wurde das Rubrum dahingehend
korrigiert, als anstelle der bisher als Beschuldigte 2 geführten Golf E._ AG
nunmehr C._ als Beschuldigter 2 geführt wird, sowie anstelle der bisher als
Beschuldigte 3 geführten D1._ GmbH nunmehr D._. Im Weiteren wur-
den die von den Beschuldigten 2 und 3 je sinngemäss gestellten Anträge auf Ein-
stellung des Verfahrens abgewiesen (Urk. 133).
1.8. Zu Beginn der Berufungsverhandlung, zu welcher der Privatkläger A._
in Begleitung von Rechtsanwältin lic. iur. X._ sowie der Beschuldigte 1
B._ in Begleitung von Rechtsanwalt Dr. Y1._, der Beschuldigte 2
C._ in Begleitung von Rechtsanwalt lic. iur. Y2._ und der Beschuldigte 3
D._ in Begleitung von Rechtsanwalt Dr. Y3._ erschienen sind, waren
keine Vorfragen zu entscheiden (Prot. II S. 17). Das vorliegende Urteil erging am
20. Juli 2016 (Prot. II S. 28 ff.).
2. Umfang der Berufung
Der Privatkläger lässt beantragen, es sei das Urteil der Vorinstanz vom 6. Oktober
2014 vollumfänglich aufzuheben (Urk. 86 S. 3 f.). Damit bildet das gesamte vor-
instanzliche Urteil Berufungsgegenstand.
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3. Prozessuales
3.1. Anklageprinzip
3.1.1. Die Verteidiger der Beschuldigten 2 und 3 monieren je eine Verletzung des
Anklageprinzips. Einerseits könne das Rubrum nicht ohne weiteres geändert wer-
den, andererseits sei der den Beschuldigten zur Last gelegte Sachverhalt zu we-
nig genau umschrieben (Urk. 152 S. 1 f; Urk. 153 S. 2).
3.1.2. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bestimmt basierend auf dem aus Verfassungs-
und Konventionsrecht fliessenden Anklageprinzip, dass die der beschuldigten
Person vorgeworfenen Taten möglichst kurz, aber genau, mit Beschreibung von
Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung zu bezeichnen seien. Zu
schildern ist der historische Lebensvorgang, den das Gericht rechtlich zu würdi-
gen hat. Das Anklageprinzip ist allerdings nicht Selbstzweck. Es dient nebst der
Bestimmung des Prozessgegenstandes der Information der beschuldigten Person
über die für Durchführung des Verfahrens und der Verteidigung notwendigen Um-
stände (BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.). Unter dem Gesichts-
punkt der Informationsfunktion des Anklageprinzips ist vor diesem Hintergrund
massgebend, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr angelastet wird,
damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. Ungenauigkeiten
in den Angaben sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die be-
schuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr
vorgeworfen wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_441/2013 vom
4. November 2013 E. 3.2, 6B_233/2010 vom 6. Mai 2010 E. 2.3, 6B.294/2008
vom 1. September 2008 E. 4.4 und 6B_830/2008 vom 27. Februar 2009 E. 2.3).
3.1.3. Zur Änderung des Rubrums ist am 10. November 2015 ein Beschluss der
hiesigen Kammer ergangen (Urk. 133). Die Verteidigungen haben seit Ergehen
dieses Beschlusses keine weiteren Argumente vorgebracht, welche eine andere
Beurteilung dieser Frage zur Folge hätten. Somit kann vollumfänglich auf die Be-
gründung vom 10. November 2015 verwiesen werden: Ab der ersten polizeilichen
Einvernahme von C._ und D._ musste klar sein, dass als strafrechtlich
Verantwortliche für die schliesslich von der Staatsanwaltschaft angeklagte und
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vom Privatkläger geltend gemachte fahrlässige Körperverletzung neben dem Be-
schuldigten 1 einzig die Herren C._ und D._ als natürliche Personen
und nicht etwa die von ihnen beherrschten juristischen Personen Golf E._
AG und D1._ GmbH in Frage kommen. Angesichts der völlig klaren Struktu-
ren dieser beiden Gesellschaften – je ein alleiniger Eigentümer und Verwaltungs-
rat bzw. Unternehmensleiter – waren die Voraussetzungen für eine allfällige
Strafbarkeit dieser Unternehmen im Sinne von Art. 102 StGB offensichtlich nicht
gegeben. Richtigerweise hätte deshalb ab November 2012 die Untersuchung ge-
gen C._ und D._ geführt werden müssen – und zwar auch formell. Denn
faktisch und in tatsächlicher Hinsicht wurden die wesentlichen Untersuchungs-
handlungen in der Folge sehr wohl gegen C._ und D._ persönlich voll-
zogen (Urk. 133 S. 14). Weiter ist zweifelsfrei vom Vorliegen gültiger Strafanträge
gegen alle drei Beschuldigten auszugehen, was ebenso den Erwägungen des
Beschlusses vom 10. November 2015 entnommen werden kann (Urk. 133 S. 17
f.).
3.1.4. Die Anklageschrift ist in einigen Punkten tatsächlich etwas dünn, worin je-
doch noch keine Verletzung des Anklageprinzips zu sehen ist. Wesentlich ist,
dass die Beschuldigten 2 und 3 genau wussten, was ihnen vorgeworfen wird, im
Grundsatz nämlich, dass sie in Wahrung ihrer jeweiligen Pflichten zwischen den
Abschlägen 7 und 9 hätten ein Netz bauen müssen. Die Beschuldigten konnten
sich gegen den Anklagevorwurf verteidigen und taten das denn auch ausführlich,
was letztlich ausschlaggebend ist.
3.1.5. Es ist im Ergebnis keine Verletzung des Anklageprinzips auszumachen.
3.2. Verjährung der Anklage gegen den Beschuldigten 3
3.2.1. Die Verteidigung des Beschuldigten 3 macht geltend, der Beschuldigte 3
habe den Golfplatz im Jahre 2002 geplant und im Jahre 2003 gebaut. Sein Auf-
trag sei damit abgeschlossen gewesen. Das Handeln oder Unterlassen gelte in
jedem Fall als verjährt (Urk. 153 S. 2).
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3.2.2. Gemäss Art. 98 StGB beginnt die Verjährung mit dem Tag, an dem der Tä-
ter die strafbare Tätigkeit ausführt, wenn der Täter die strafbare Tätigkeit zu ver-
schiedenen Zeiten ausführt, mit dem Tag, an der er die letzte Tätigkeit ausführt
oder wenn das strafbare Verhalten dauert, mit dem Tag, an dem dieses Verhalten
aufhört. Bei einem Unterlassungsdelikt kommt es für den Verjährungsbeginn auf
den Zeitpunkt an, an welchem der Täter hätte handeln können und sollen, was
dazu führen kann, dass die Verjährungsfrist bereits vor Eintritt des Erfolges abge-
laufen ist (Markus Hug, OFK-StGB, N 3 zu Art. 98 StGB). Dem Beschuldigten 3
wird vorgeworfen, als Erbauer des Golfplatzes fahrlässig die Verletzung des Pri-
vatklägers durch Nichtanbringen eines Netzes zwischen den Abschlägen 7 und 9
verursacht zu haben. Ihm wird mithin die Begehung einer fahrlässigen Körperver-
letzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB durch Unterlassen vorgeworfen. Das
Sicherheitsnetz hätte der Beschuldigte 3 gemäss Anklage beim Erbauen des
Golfplatzes anbringen sollen. Der Bau des Golfplatzes war gemäss den – unwi-
dersprochenen – Angaben des Beschuldigten 3 im Jahr 2003/2004 erfolgt
(Urk. 153 S. 2; Urk. 23/3 S. 3). Die Golfanlage E._ wurde sodann im Juni
2004 eröffnet (vgl. http://www.golf-E._.ch/golf_E._/members/
news/?nID=4082). Die Bautätigkeit des Beschuldigten 3 war demnach spätestens
im Juni 2004 abgeschlossen. Die durch die Staatsanwaltschaft eingeklagte Tat-
handlung bzw. Unterlassung hätte bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt sein müssen,
weshalb der Beginn der Verjährungsfrist auf Ende Juni 2004 fällt. Es gibt keine
Anhaltspunkte, dass den Beschuldigten 3 nach Beendigung seiner Bautätigkeit
weitergehende Unterhalts-, Nachbesserungs- oder ähnliche Pflichten in Bezug auf
die Sicherheit des Platzes getroffen hätten.
3.2.3. Seit dem 1. Januar 2014 statuiert Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB eine zehnjährige
Verjährungsfrist für Taten mit einer angedrohten Höchststrafe von drei Jahren,
zuvor betrug die Frist sieben Jahre. Nach Art. 389 Abs. 1 StGB kommt das neue
Recht nur zur Anwendung, wenn es für den Täter das mildere ist; anderenfalls ist
das zum Tatzeitpunkt geltende Recht massgebend (Art. 2 Abs. 1 StGB). Die für
den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung zum Zeitpunkt der Unterlas-
sung geltende Verjährungsfrist von sieben Jahren ist aus der Sicht des Beschul-
digten 3 die mildere und es ist daher auf diese abzustellen. Die dem Beschuldig-
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ten 3 vorgeworfene Unterlassung ist folglich am 1. Juli 2011 verjährt, da bis zu
diesem Zeitpunkt kein die Verjährung hinderndes erstinstanzliches Urteil ergan-
gen war.
3.2.4. Das Verfahren gegen den Beschuldigten 3 ist demnach zufolge Verjährung
einzustellen (Art. 329 Abs. 4 StPO).
3.3. Formelles
3.3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet.
3.3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249
E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2 je mit Hinweisen). Die Be-
rufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken.
4. Fahrlässige Körperverletzung Beschuldigter 1
4.1. Den von der Staatsanwaltschaft eingeklagten Sachverhalt anerkennt der
Beschuldigte 1 in objektiver Hinsicht – also den äusseren Ablauf betreffend – voll-
umfänglich (Urk. 28; Urk. 7 S. 2 f., Urk. 23/1 S. 1 f., Urk. 68 S. 2; Urk. 146 S. 7 ff.),
er bestreitet hingegen, pflichtwidrig und fahrlässig gehandelt zu haben (Urk. 23/1
S. 5). Es kann damit in objektiver Hinsicht auf den Anklagesachverhalt abgestellt
werden, auf den subjektiven Tatbestand ist näher einzugehen, was bereits die
Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (Urk. 84 S. 6 f.).
4.2. Die Staatsanwaltschaft qualifiziert das Verhalten des Beschuldigten 1 als
fahrlässige Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB. Der Beschuldig-
te 1 habe beim Abschlag Nummer 9 einen Golfball abgeschlagen, welcher den
auf der gegenüberliegenden Seite beim Abschlag Nummer 7 stehenden Privat-
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kläger im Gesicht getroffen habe. Der Beschuldigte 1 habe seinen Ball ab-
geschlagen, obwohl ihm die Anwesenheit weiterer Golfspieler beim Abschlag
Nummer 7 bewusst gewesen sei. Er hätte vermeiden können, dass ein Golfball
das Gesicht des Privatklägers treffe, wenn er genügend vorsichtig gewesen wäre,
insbesondere wenn er mit seinem Abschlag gewartet hätte, bis keine anderen
Spieler sich mehr in der Nähe seines Abschlages bzw. beim Abschlag Nummer 7
aufgehalten hätten. Zudem sei der Abschlagfehler für den Beschuldigten voraus-
sehbar gewesen, da man bei einem Handicap von 33.9/29 nicht jeden Ball perfekt
treffe. Weiter habe er damit rechnen müssen, durch einen die Flugbahn ver-
lassenden Ball einen Mitspieler zu treffen und eine Körperverletzung in der
schliesslich eingetretenen Art zu verursachen (Urk. 28 S. 2).
4.2.1. Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte 1 durch sein Handeln in objektiver
Hinsicht – wie er selbst auch anerkennt – den Tatbestand einer einfachen Körper-
verletzung erfüllt (vgl. Urk. 84 S. 8 f.). Dass er dabei fahrlässig gehandelt hat, be-
streitet der Beschuldigte 1 seit Beginn der Untersuchung.
4.2.2. Der Beschuldigte 1 liess bereits vor Vorinstanz ausführen, dass sich ein
Golfspieler gemäss den Rules of Golf vor dem Abschlag zu vergewissern habe,
dass niemand in seiner Nähe stehe oder an einem Ort, wo er von einem Golfball
getroffen werden könne. Es soll zudem nicht gespielt werden, solange die vor-
angehenden Spieler nicht ausser Reichweite seien. Jedoch sei durch die Unter-
suchung erhärtet, dass der Privatkläger nicht vor der Gruppe des Beschuldigten 1
gespielt habe (Urk. 71 N 14). Der Beschuldigte 1 sei als letzter seiner Gruppe be-
rechtigt gewesen, seinen Abschlag auszuführen – er habe mit seinem Abschlag
Priorität gehabt (Urk. 71 N 24). Da der Beschuldigte 1 nach dem misslungenen
Abschlag den Warnruf "Fore" abgegeben habe, habe er sich auch diesbezüglich
gemäss den Rules of Golf verhalten (Urk. 71 N 26). Der Beschuldigte 1 habe vor-
liegend weder eine Golfregel noch sonst Sorgfaltspflichten verletzt (Urk. 71 N 23).
An diesem Standpunkt hält der Beschuldigte 1 auch im Berufungsverfahren fest
(Urk. 150). Weiter lässt er ausführen, die Verhaltensregeln der Golfetikette seien
Ausfluss der allgemeinen Grundsätze und würden diese konkretisieren. Das Bun-
desgericht habe festgehalten, dass für die Abgrenzung von unerlaubten von noch
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tolerierten Risiken auf die im jeweiligen Wettkampf bzw. in der jeweiligen Sportart
anwendbaren Spielregeln zurückzugreifen sei. Raum für die allgemeinen Grund-
sätze bleibe lediglich dort, wo Sportarten bestimmte Risiken ganz oder teilweise
nicht geregelt hätten. Das Bundesgericht sage klar, wenn die Spielregeln einge-
halten würden, fehle es an einer Sorgfaltspflichtverletzung und eine strafbare
Handlung könne per se nicht vorliegen (Urk. 150 S. 5 f.). Ein Golfspieler habe die
Golfetikette zu kennen, trage jedoch nicht jegliche Verantwortung, dass sein Spiel
Dritte nicht gefährde. Für das sportspezifische Risiko, das jeder Golfspieler ein-
gehe, wenn er am Spiel teilnehme, habe der abschlagende Golfspieler gerade
nicht einzustehen (Urk. 150 S. 8).
4.2.3. Der Privatkläger stellt sich hingegen auf den Standpunkt, der Golfspieler
müsse die Gefahr kennen, dass sein Abschlag nicht die gewünschte Flugbahn
fliegen könnte. Er trage die Verantwortung dafür, dass sein Golfspiel Dritte nicht
gefährde (Urk. 69 S. 2/7). Der Beschuldigte 1 hätte mit seinem Abschlag warten
müssen, bis sich alle Personen aus der möglichen Gefahrenzone beim Abschlag-
platz 7 entfernt hätten. Diese Verantwortung des Beschuldigten 1 sei klar in den
Golfetiketten aufgeführt (Urk. 69 S. 7 f.). Sodann sei es nicht so, dass die Hand-
lungen des Beschuldigten 1 unter das erlaubte, sportspezifische Risiko fallen
würden, wie die Vorinstanz erwäge. Die Grenze des sportimmanenten Risikos
müsse dort gezogen werden, wo der Schädiger aufgrund der Verletzung einer der
Sicherheit dienenden Spielregel seine Sorgfaltspflicht verletze. Es sei bei einem
Golfunfall als erstes abzuklären, ob eine Golfregel oder eine Regel der Etikette
beim Abschlag verletzt worden sei. Bei Bejahung einer Verletzung werde die
dadurch indizierte Schuld des Schädigers in einem zweiten Schritt unter den indi-
viduell-konkreten Umständen des Einzelfalles, unter dem Fair-Play-Gebot, unter
Berücksichtigung des Massstabes des musterhaften Verhaltens eines "reasonab-
le sportsman" und unter Berücksichtigung der Eigenheiten des Golfsports über-
prüft. Es gelte eine scharfe Beobachtungspflicht für den aktiv schlagenden Golfer
im Zeitpunkt des Abschlags, nicht aber für alle anderen passiven Spieler. Diese
scharfe Beobachtungspflicht beinhalte, dass der den Abschlag Vorbereitende vor
dem Abschlag genau abkläre, ob in seiner "Danger-Zone" sowie in der un-
mittelbaren Umgebung um ihn herum sicher keine Personen gefährdet werden
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könnten. Bei Anfängern und eher schlechten Golfspielern sei eine eher breite und
kurze "Danger-Zone" zu definieren. Wenn sich Spieler in dieser Zone aufhalten
würden, so seien diese zu warnen. Werde der Ball abgeschlagen, obwohl Spieler
im Gefahrenbereich nicht erfolgreich gewarnt worden seien, dann werde durch
dieses vermeidbare und voraussehbare Fehlverhalten das sportspezifische Risiko
für die entsprechenden Spieler in der Gefahrenzone wesentlich erhöht, womit der
Abschlagende diese Risikoerhöhung verantworten müsse (Urk. 86 S. 9 ff.). Die
Vorinstanz komme zu einem akten-, tatsachen- und rechtswidrigen Schluss, wenn
sie erwäge, die Sicherheitsdirektiven würden nur in Abschlagrichtung bzw. Spiel-
richtung gelten (Urk. 86 S. 17). Oberstes Gebot auf dem Golfplatz sei die Sicher-
heit aller Golfspieler. Aufgrund der Schlaggeschwindigkeit sei bei einer Distanz
von 60 Metern der Warnruf "Fore" nutzlos, ebenso wenig bringe die von der Vor-
instanz angebrachte Vortrittsregelung (Urk. 86 S. 18). Weiter sei das vorinstanz-
liche Urteil in Bezug auf die Durchlässigkeit der Büsche widersprüchlich (Urk. 86
S. 19). Keine Rolle spiele sodann, ob der Privatkläger bereits im Spiel gewesen
sei oder nicht, da auch ein Spieler, der im Spiel sei, zu schützen sei (Urk. 86
S. 19). Der Beschuldigte 1 und seine Gruppe hätte die Gruppe des Privatklägers
warnen müssen, damit sich der Privatkläger und seine Gruppe hätten schützen
können. Mit diesem Vorgehen wäre auch der Spielfluss nicht beeinträchtigt wor-
den (Urk. 86 S. 20). Der Fore-Ruf gelte als ultima ratio, wenn der Golfspieler sich
vergewissert habe, dass niemand durch seinen beabsichtigten Schlag gefährdet
werde (Urk. 86 S. 21). Indem der Beschuldigte 1 abgeschlagen habe, obwohl er in
60 Metern Entfernung den Privatkläger erblickt und diesen vor seinem Schlag
nicht auf die potentielle Gefahr seines Balles hingewiesen und ihm die Möglichkeit
gegeben habe, sich zu schützen, habe der Beschuldigte 1 seine ihm obliegende
Sorgfaltspflicht missachtet (Urk. 86 S. 22).
4.3. Die Vorinstanz hat den Begriff der Fahrlässigkeit richtig umschrieben
(Urk. 84 S. 8 ff.). Zu entscheiden ist die Frage, ob der Beschuldigte 1 eine ihn
treffende Sorgfaltspflicht verletzt und so die Verletzung des Privatklägers verur-
sacht hat. Die Sorgfaltspflicht eines Golfspielers bemisst sich danach, wie sich ein
vernünftiger Spieler (reasonable sportsman) in der gleichen Situation verhalten
würde. Die idealtypische Bestimmung der Sorgfaltspflicht im Sport geht davon
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aus, dass ein Sportler die Regeln seiner Sportart kennt und jederzeit einhält. Er
geht nur diejenigen Risiken ein, die er kalkulieren kann. Dies gilt unabhängig vom
Spielniveau, auch Anfänger müssen das Regelwerk kennen und einhalten und
das Risiko ihrer Handlungen abschätzen können (Dorothe Scherrer/Urs Scherrer,
"Achtung, fliegende Golfbälle!" - Haftungsfragen rund um den Golfplatz, in: Fest-
schrift für Willi Fischer zum 65. Geburtstag, Ohne jegliche Haftung, Zürich 2016,
S. 437). Erfolgt die Schädigung bei einem Spiel als Verwirklichung des spieltypi-
schen Grundrisikos, entfällt eine strafrechtliche Verantwortung des unfallverursa-
chenden Spielers (Scherrer/Scherrer, a.a.O., S. 445; BGE 134 IV 26 E. 3.2.5).
4.4. Vorliegend richten sich Art und Mass der zu beachtenden Vorsichtsmass-
nahmen – wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend festgestellt hat (Urk. 84 S. 11 f.)
– nicht nach gesetzlichen Normen, sondern nach privaten Regelwerken oder dem
allgemeinen Gefahrensatz. Beizuziehen sind die Rules of Golf (Rules of Golf as
approved by R&A Rules Limited and The United States Golf Association, 32nd
Edition, 2011) einschliesslich der sogenannten Golfetikette. Hält sich ein Golf-
spieler an diese Regelungen, kommt er prinzipiell seiner Sorgfaltspflicht nach.
Umgekehrt ist deren Verletzung ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer
Sorgfaltswidrigkeit (Scherrer/Scherrer, a.a.O., S. 438). Gemäss den Rules of Golf
hat sich ein Golfspieler vor dem Abschlag zu vergewissern, dass niemand in
seiner Nähe steht oder sonst an einem Ort, wo er von einem Golfball getroffen
werden könnte. Ferner soll nicht gespielt bzw. abgeschlagen werden, solange die
vorangehenden Spieler nicht ausser Reichweite sind. Sollte ein Golfspieler einen
Ball in eine Richtung spielen, wo die Gefahr besteht, dass dadurch jemand ge-
troffen werden könnte, soll der Spieler sofort einen Warnruf abgeben. Der traditio-
nelle Warnruf in diesen Situationen lautet "Fore" (Rules of Golf, a.a.O., S. 18,
Section I – Etiquette; Behaviour on the Course / Safety).
4.5. Der Vertretung des Privatklägers kann darin zugestimmt werden, dass
oberstes Gebot die Sicherheit der Golfspieler sein muss. Entsprechend muss
auch der Ruf "Fore" ultima ratio sein, nachdem zuvor alle Verhaltensregeln, die
die Sicherheit aller Spieler gewähren sollen, beachtet worden sind.
- 17 -
4.5.1. Der Unfall trug sich vorliegend in einer Konstellation zu, bei der der Be-
schuldigte 1 einer Gruppe ("Flight") angehörte, welche daran war, das Loch 9 zu
spielen, während der Privatkläger soeben mit seiner Gruppe beim Abschlag
Nummer 7 angekommen war. Die beiden Abschlagplätze liegen einander schräg
gegenüber in einem Abstand von rund 60 Metern (vgl. Urk. 4 und 21/11). Wie die
Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, kann dem Beschuldigten 1 demnach nicht
der Vorwurf gemacht werden, er habe nicht zugewartet, bis sich der Privatkläger
nicht mehr im Sinne der Rules of Golf bzw. der Golfetikette in seiner Reichweite
vor ihm befunden habe (das bezieht sich nämlich auf den vorangehenden Flight).
Der Beschuldigte 1 war bei vorliegender Sachlage vielmehr gehalten, eine unge-
schriebene Vortrittsregelung bei sich gegenüberliegenden Abschlagplätzen zu
beachten. Zutreffend ist dabei die Feststellung der Vorinstanz (Urk. 84 S. 15),
dass dem Beschuldigten 1 nicht vorgeworfen werden könne, er habe diese Vor-
trittsregel verletzt. Die Gruppe um den Beschuldigten 1 befand sich bereits im
Spiel – der Beschuldigte 1 schlug als letzter seiner Gruppe ab – während der Pri-
vatkläger mit seiner Gruppe erst beim Abschlag Nummer 7 ankam. Aufgrund der
Aussagen des Privatklägers wie auch der Mitglieder seines Flights kann davon
ausgegangen werden, dass seine Gruppe die bereits spielende Gruppe um den
Beschuldigten 1 gesehen hatte, als sie beim Abschlag Nummer 7 ankam
(vgl. Urk. 23/4 S. 5; Urk. 23/5 S. 4). Dass die Gruppe um den Beschuldigten 1 im
Sinne der erwähnten Vortrittsregel vortrittsberechtigt war, muss nach dem Gesag-
ten als erstellt gelten.
Nur am Rande sei erwähnt, dass wenn im Sinne der Anklageschrift und der Aus-
führungen der Vertretung des Privatklägers zutreffen würde, dass der Beschuldig-
te 1 angesichts der Anwesenheit der Gruppe um den Privatkläger nicht hätte spie-
len dürfen, das umgekehrt natürlich auch für den Privatkläger selbst hätten gelten
müssen (zumal dieser damals gemäss der Teilnehmerliste des nächsten von ihm
bestrittenen Turniers mit 36 ein noch höheres Handicap als der Beschuldigte 1
hatte: Urk. 23/2 Anhang). Es versteht sich von selbst, dass das nicht sein kann;
der Spielbetrieb käme zum erliegen.
- 18 -
4.5.2. Der Privatkläger stellt sich auf den Standpunkt, er habe sich in der "Danger-
Zone" des Abschlages des Beschuldigten 1 befunden, weswegen dieser nicht oh-
ne zu warnen hätte abschlagen dürfen. Um diese Gefahrenzone näher zu definie-
ren, kann auf die Golf Course Design Safety Guidelines der PGA (Professional
Golfers Association) abgestellt werden (Urk. 21/9), auf welche sich auch die Ver-
tretung des Privatklägers stützt (Urk. 69 S. 2; Urk. 86 S. 8). Diese Regeln sind von
einem anerkannten internationalen Verband erlassen worden, der ein Interesse
daran hat, dass Golfplätze sicher sind. Andere private Richtlinien heranzuziehen,
wie sie die Verteidigung beibringt, ist weder zweckmässig noch notwendig.
Gemäss diesen Richtlinien der PGA landen beim Abschlag mit einem Driver 92 %
aller Bälle in einem Kegel von 15 Grad von der idealen Flugbahn. Damit sind
Fehlschläge mit einer Abweichung von mehr als 15° relativ selten. Folglich ist al-
les, was sich nun innerhalb dieses 15°-Kegels befindet, als potentiell gefährdet
anzusehen, was ausserhalb liegt, wird nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit
getroffen. Dass der Bereich ausserhalb dieser 15°-Zone normalerweise als sicher
anzusehen ist, ergibt sich implizit aus den Golf Course Design Safety Guidelines,
wonach Abschläge unter Beachtung der 15°-Regel zu Fusswegen oder Neben-
strassen angelegt werden dürfen. Es ist also damit zu rechnen, dass sich in ei-
nem Bereich von über 15° Abweichung vom idealen Abschlag immer wieder auch
am Golfspiel nicht beteiligte Drittpersonen aufhalten können. Wenn schon solchen
gegenüber die 15°-Regel als ausreichend bezeichnet wird, muss dies gegenüber
anderen Golfspielern auf dem Platz umso mehr gelten. Die von der Vertretung
des Privatklägers erwähnte "Danger-Zone" ist folglich mit der 15°-Zone gleichzu-
setzen, sie auf eine Zone von 30° auszudehnen, worin gemäss den erwähnten
Richtlinien 99 % aller Bälle landen (Urk. 21/9 S. 3), würde zu weit führen. Dass es
selten zu solchen Fehlschlägen wie vorliegend kommt, ergibt sich schliesslich
auch aus der Schilderung des Platzbetreibers und Beschuldigten 2, welcher un-
widersprochen ausführte, dass bei den bisher auf dem Platz ungefähr gespielten
360'000 Golfrunden an der fraglichen Stelle sonst keine gefährliche Situation ge-
meldet worden sei (Urk. 146 S. 16). Dem Restrisiko von eher seltenen Fehlschlä-
gen wird sodann mit der Regelung des Warnrufs "Fore" begegnet. Aus dem Be-
stehen einer solchen Regelung muss abgeleitet werden, dass auch bei Einhalten
- 19 -
sämtlicher Sicherheitsvorschriften ein aussergewöhnlicher Fehlschlag und eine
damit einhergehende Gefährdung insbesondere anderer Golfspieler nicht aus-
geschlossen werden kann. Ein Golfspieler muss wissen, wenn er sich für ein
Golfspiel auf einen Platz begibt, dass er sich diesem für seinen Sport typischen
minimalen Restrisiko aussetzt.
4.5.3. Wie bereits ausgeführt, wird von den Abschlägen 7 und 9 in entgegen-
gesetzter Richtung gespielt. Die Abschlagplätze liegen dabei etwa 60 Meter aus-
einander. Der Unfallskizze der Kantonspolizei Zürich ist zu entnehmen, in welche
Richtung vom Abschlag Nummer 9 aus gespielt wird, wobei aufgrund des Ver-
laufs des Spielfelds ("Fairway") zu erwarten ist, dass ein Spieler beim Abschlag
tendenziell mehr links hält, wie dies der Beschuldigte 1 offenbar auch getan hat
(vgl. Urk. 4; Urk. 146 S. 10). Vergleicht man nun diese für den Abschlag vorgese-
hene optimale Flugbahn mit der Flugbahn des vom Beschuldigten 1 abgeschla-
genen Balles, ergibt sich dabei eine Abweichung von deutlich über 15° und gar
rund 20°. Aus Sicht des Beschuldigten befand sich demnach niemand in der von
der geplanten Richtung seines Abschlages betroffenen Gefahrenzone, weshalb er
diesen vorliegend ausführen durfte. Dass es sich beim Schlag des Beschuldig-
ten 1 nicht nur der Abweichung von rund 20° wegen um einen aussergewöhnli-
chen Fehlschlag gehandelt hat, wird wiederum nach Konsultation der Golf Course
Design Safety Guidelines klar. Ein Amateur schlage demnach mit einem 9er-
Eisen ungefähr 110 Meter weit, mit einem Driver sogar ungefähr 200 Meter
(Urk. 21/9 S. 3). Der Ball des Beschuldigten, welcher mit einem Driver abge-
schlagen hatte (Urk. 146 S. 10), traf dagegen nach einer flachen Flugbahn
(a.a.O.) bereits nach 60 Metern auf den Privatkläger. Daraus ergibt sich, dass der
Beschuldigte 1 den Ball überaus schlecht getroffen haben muss. Deshalb sind
auch die – polemischen – Ausführungen der Vertretung des Privatklägers, womit
sie die Aufschlagskraft eines Golfballs mit derjenigen von Pistolengeschossen
vergleicht (Urk. 69 S. 1/2; Urk. 70/2-3; Urk. 86 S. 7-9), nicht von Bedeutung: Ne-
ben dem, dass der Beschuldigte 1 mit seinem damaligen Handicap von 33.9
schon kaum als "durchschnittlicher Amateur" gelten kann, welchen die Vertreterin
des Privatklägers als Referenzgrösse heranzieht (Urk. 69 S. 1), basieren alle von
ihr angeführten Messungen selbstredend auf gut getroffenen Bällen.
- 20 -
4.5.4. Weitere einzuhaltende Sicherheitsvorschriften sind nicht ersichtlich. Die von
der Vertretung des Privatklägers erwähnte Notwendigkeit eines warnenden Zu-
rufens vor einem Abschlag ergäbe sich aus keinem bekannten Regelwerk und
wäre mit den Verteidigern auch völlig unangebracht, da störend und anfällig für
Missverständnisse. Die Verhaltensregeln auf dem Golfplatz würden vielmehr ge-
radezu ins Gegenteil verkehrt, wenn sich ein Spieler durch einen Warnruf vor dem
Schlag seiner übrigen Sorgfaltspflichten entschlagen könnte.
4.5.5. Mit der Vorinstanz kann schliesslich offenbleiben, ob der Beschuldigte 1
den Warnruf "Fore" ausgestossen hat, da ihm die Anklagebehörde kein Unter-
lassen desselben vorwirft.
4.5.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Verhalten des Beschuldigten
keine Pflichtverletzung zu erblicken ist. Er hat durch seinen Abschlag keine be-
kannte Golfregel verletzt. Das Risiko, dass der Privatkläger getroffen wird, war
nach menschlichem Ermessen derart gering, dass der Beschuldigte 1 in ver-
nünftiger pflichtgemässer Rücksichtnahme davon ausgehen durfte, dass er den
Privatkläger nicht gefährden würde. Die Verletzung des Privatklägers kann als
Folge der Verwirklichung eines kalkulierbaren, minimalen und für den Golfsport
spezifischen Risikos bezeichnet werden. Der Privatkläger als Golfspieler hat das
Risiko abirrender Golfbälle kennen müssen und durch seinen Gang auf den Golf-
platz offenbar in Kauf genommen. Das Handeln des Beschuldigten 1 kann nicht
als fahrlässig im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB qualifiziert werden, weshalb er
vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1
StGB freizusprechen ist.
5. Fahrlässige Körperverletzung Beschuldigter 2
5.1. Die Staatsanwaltschaft führt weiter aus, es sei dadurch, dass zwischen
dem Abschlag Nummer 7 und dem Abschlag Nummer 9 lediglich eine Laubge-
büsch-Gruppe stehe und zum Abfangen von Bällen nicht ein Netz angebracht
worden sei, der vom Beschuldigten 1 fehlgeschlagene Golfball nicht aufgehalten
worden. Seit dem Bestehen des Golfplatzes im Juni 2004 habe sich ausserdem
aufgrund des Wachstums des Gebüsches die Dichte desselben verändert, was zu
- 21 -
einem vom ursprünglichen Zustand veränderten Sicherheitsstandard an dieser
Stelle des Golfplatzes geführt habe. Dies hätte dem Beschuldigten 2 als Betreiber
des Golfplatzes beim Unterhalt desselben auffallen müssen. Durch den mangel-
haften Unterhalt habe der Beschuldigte eine Gefahr geschaffen, welche bei
pflichtgemässer Aufmerksamkeit voraussehbar und vermeidbar gewesen wäre.
Ein Laubgebüsch weise keinesfalls die gleiche Dichte auf wie ein Auffangnetz und
gewährleiste keinesfalls einen ausreichenden Sicherheitsstandard, was der Be-
schuldigte 2 als Betreiber des Golfplatzes hätte erkennen müssen. Diese Gefahr
wäre vermeidbar gewesen, indem man von Anfang an ein Netz zwischen dem
Abschlag Nummer 7 und 9 errichtet hätte bzw. spätestens im Laufe der Zeit, als
man habe erkennen können, dass ein Laubgebüsch keine ausreichende Sicher-
heit gewährleiste. Bei pflichtgemässer Vorsicht und Aufmerksamkeit des Beschul-
digten 2 hätten die Verletzungen des Geschädigten verhindert werden können
(Urk. 28 S. 3).
5.1.1. Der Beschuldigte 2 liess ausführen, der Bau von Golfplätzen richte sich
nach den Sicherheitsrichtlinien der R&A (Royal and Ancient Golf Club of
St. Andrews). Für den Bau sei mit dem Beschuldigten 3 einer der renommiertes-
ten Golfplatzarchitekten Europas beigezogen worden, welcher die Planung nach
den genannten Richtlinien vorgenommen habe. Der Platz sei sodann von der
Haftpflichtversicherung und einer Kommission des Schweizerischen Golfverban-
des abgenommen und konkret auf Sicherheitsrisiken hin überprüft worden. Vor
diesem Hintergrund sei der Vorwurf eines fehlenden Sicherheitsnetzes völlig halt-
los. Es wäre völlig unzumutbar für einen Betreiber, jegliche Gefährdung durch
mögliche Fehlschläge durch systematische Installationen von Trennnetzen aus-
schliessen zu müssen. Weiter finde sich in der Anklage kein konkreter Vorhalt in
Bezug auf die Pflege der Bepflanzung. Der Beschuldigte 2 habe mit Fotomaterial
bewiesen, dass sich der hier interessierende Pflanzenbestand in den letzten
10 Jahren nicht relevant verändert habe. Führe man sich die gesamte Crew der
mit der Landschafts- und Gartenpflege beschäftigten Personen auf dem Golfplatz
E._ vor Augen, gehe auch der generelle Vorwurf mangelnder Pflege völlig
fehl. Nicht nur die 10-jährige unfallfreie Praxis bestätige die Richtigkeit und Ge-
fahrlosigkeit der Anlage, sondern auch die Tatsache, dass neue Anlagen noch
- 22 -
immer mit denselben Sicherheitsnormen erbaut würden. So bedauerlich die Ver-
letzungen des Privatklägers auch seien, aus Sicht des Beschuldigten 2 handle es
sich dabei doch bloss um den Eintritt eines sportspezifischen Risikos (Urk. 72 S. 4
ff.; Urk. 152 S. 4 ff.).
5.1.2. Der Privatkläger stellt sich hingegen auf folgenden Standpunkt (Urk. 86
S. 24 ff.): Für den Erbauer und Betreiber eines Golfplatzes seien die Golf Course
Design Safety Guidelines relevant. Darin werde unter anderem festgehalten, dass
8 % der Bälle ausserhalb des 2x15° Winkels lande. Noch 1 % der Bälle lande
sogar ausserhalb des 2x30° Winkels. Wo ein Golfplatz nicht bereits durch seine
Lage sicher sei, habe der Golfplatzbetreiber entsprechende Warntafeln und/oder
Sicherheitsnetze und/oder Gebüsche etc. anzubringen, um die Golfspieler auf die
Gefahrenzone noch zusätzlich aufmerksam zu machen. Die Vorinstanz habe das
Gutachten nicht beachtet, in welchem dessen Verfasser ausführe, dass die betref-
fende Stelle gefährlich sei und Netze sowie eine richtige Baumbepflanzung als
Notwendigkeit zu erachten seien. Auch die Vorinstanz komme zum Schluss, dass
die Sicht durch Blätter erheblich eingeschränkt sei, die vorhandenen Gebüsche
könnten einen Ball jedoch nicht bremsen. Indem das gepflanzte Gebüsch derart
durchlässig gewesen sei, erfülle es seine Funktion als Schutz nicht. Im Gegenteil,
das Gebüsch verhindere, dass der Privatkläger habe sehen können, dass der Be-
schuldigte 1 im Abschlagen begriffen gewesen sei. Er habe somit keine Möglich-
keit gehabt, den Fehlschlag überhaupt zu erkennen bzw. darauf zu reagieren.
Weiter lässt der Privatkläger ausführen, die ... Versicherung habe die Sicherheit
zwischen den Abschlägen 7 und 9 nicht geprüft, sondern nur die Sicherheit ge-
genüber unbeteiligten Drittpersonen und dem öffentlichen Raum. Aus den Akten
gehe weiter nicht hervor, dass der Golfverband den Golfplatz abgenommen habe.
Schliesslich seien die Ausführungen der Vorinstanz betreffend die registrierten
Unfälle auf dem Platz akten- und tatsachenwidrig. Selbst der Beschuldigte 2 habe
bestätigt, dass es zu Vorfällen auf dem Platz komme.
5.1.3. Aus den Akten geht hervor, dass sich der Zustand der Gebüsche im Zeit-
punkt des Unfalls so präsentierte, dass diese zwar einen gewissen Schutz gegen
fehlgeschlagene Golfbälle geboten haben, ein Durchflug von fehlgeschlagenen
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Bällen jedoch durchaus möglich war. Sowohl der Privatkläger (Urk. 23/4 S. 5), der
Beschuldigte 1 (Urk. 1 S. 4, 23/1 S. 4) als auch die Zeugen F._ (Urk. 23/5
S. 4) und G._ (Urk. 23/6 S. 4) führten aus, die jeweilig andere Gruppe von
Golfspielern gesehen zu haben. Dies war aufgrund der Standorte der beiden
Gruppen nur durch die Gebüsche hindurch möglich, womit eine gewisse Durch-
lässigkeit der Gebüsche bestanden hat, was auch die Fotodokumentationen bele-
gen. Fraglich ist nun, ob der Zustand der Gebüsche im Zeitpunkt des Unfalls ei-
nen Sicherheitsmangel dargestellt haben und deswegen ein dichteres Gebüsch
oder ein Auffangnetz hätte angebracht werden müssen.
5.2. Grundsätzlich gilt, dass derjenige, der einen Gefahrenbereich – zum Bei-
spiel eine Sportanlage – schafft, die davon ausgehenden Gefahren zu kontrol-
lieren und zu verhindern hat, dass dadurch Schädigungen fremder Rechtsgüter
entstehen. Der Betreiber von Sportanlagen hat dafür einzustehen, dass zur Ge-
fahrenabwehr alle zumutbaren Vorsichts-, Schutz- und Überwachungsmassnah-
men getroffen werden. Grenze der Sicherungspflicht bildet die Zumutbarkeit.
Schutzmassnahmen können nur im Rahmen des nach der Verkehrsübung Erfor-
derlichen und Möglichen verlangt werden, wenn auch ein Mindestmass an Schutz
immer gewährleistet sein muss. Eine weitere Schranke der Sicherungspflicht liegt
in der Eigenverantwortung des einzelnen Sportlers. Es ist zu berücksichtigen,
dass in erster Linie dieser für die Folgen der Gefährdung seiner Gesundheit ein-
zustehen hat. Denn es muss dem eigenverantwortlich Handelnden offenstehen,
sich sportlich zu betätigen und dadurch kalkulierbare Risiken einzugehen. Die An-
forderungen an die Gefahrenabwendung haben sich mit anderen Worten unter
anderem danach auszurichten, dass sie nicht zum Ziel haben können, völlige Ge-
fahrenfreiheit zu garantieren. Sie sollen vielmehr die Gefahren auf ein erträgliches
Mass beschränken. Jede Sportart birgt in sich ein unterschiedlich hohes sport-
artspezifisches Grundrisiko. Betreiber von Sportanlagen sind damit grundsätzlich
nicht gehalten, das sportartspezifische tolerable Grundrisiko zu vermindern bzw.
die eigenverantwortlichen Sportler von einer kalkulierbaren Selbstgefährdung ab-
zuhalten (Urteil des Bundesgerichts 6B_800/2010 vom 24. Februar 2011, E. 6 mit
zahlreichen Hinweisen).
- 24 -
5.3. Es stellt sich erneut die Frage, auf welche Richtlinien bei Planung, Bau und
Betrieb einer Golfanlage abzustellen ist. Eine gesetzliche Grundlage ist nicht er-
sichtlich, weshalb wiederum auf private Regelwerke abzustellen ist. Es scheint
auch hier angezeigt, die Golf Course Design Safety Guidelines der PGA heranzu-
ziehen (Urk. 21/9) und nicht andere vom Privatkläger angeführte private lokale
Regelwerke. Weiter sollte ein Golfplatz dergestalt angelegt sein, dass es den
Golfspielern möglich ist, sich an die Rules of Golf und die geltende Golfetikette zu
halten. Das von der Vertretung des Privatklägers viel zitierte schottische Urteil
kann vorliegend nicht als Präjudiz herangezogen werden. Einerseits erging es auf
Grundlage schottischen Rechts, andererseits ist auch der darin geschilderte
Sachverhalt nicht mit dem Anklagesachverhalt identisch (vgl. Urk. 70/6). Im schot-
tischen Urteil befand sich das Opfer innerhalb eines 12.5°-Winkels vom Abschlag
und wurde in einer Distanz von 150 yards (gut 137 Meter) getroffen. Und obwohl
es sich damit um einen deutlich weniger krassen Fehlschlag als vorliegend han-
delte, ging der Richter im Einklang mit Experten davon aus, dass das Aufstellen
von Schildern angemessen gewesen wäre. Dass vorliegend der Beschuldigte 2
Warnschilder hätte aufstellen müssen, geht nun aber bereits aus der Anklage
nicht hervor.
5.3.1. Wie vorstehend ausgeführt, ist auf Golfanlagen mit benachbarten Ab-
schlagplätzen, auf denen in entgegengesetzter Richtung gespielt wird, grund-
sätzlich derjenige Spieler vortrittsberechtigt, dessen Gruppe bereits im Spiel ist.
Der nicht vortrittsberechtigte Spieler wartet mit seinem Abschlag zu und behält die
Flugbahn des vom vortrittsberechtigten Golfer abgeschlagenen Golfballes im Au-
ge, um bei einem Fehlschlag in seine Richtung entsprechend reagieren zu kön-
nen. Wäre die Bepflanzung zwischen den Abschlägen Nummer 7 und 9 dichter,
so könnten sich die Spieler auf den beiden Abschlagplätzen gegenseitig nicht se-
hen, was die Situation jedenfalls nicht weniger gefährlich machen würde, wäre
nämlich die Einhaltung der Vortrittsregel nicht möglich. Somit ist es mit der Vor-
instanz nicht als Sicherheitsmangel zu werten, dass die Gebüsche keine höhere
Dichte aufwiesen, sondern für die Einhaltung der Regeln zur gegenseitigen Rück-
sichtnahme gar förderlich (vgl. Urk. 84 S. 24). Ausserdem ist vorliegend gemäss
unbestrittenen Aussagen des Beschuldigten 2 in der Berufungsverhandlung der
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Golfball des Beschuldigten 1 durch Gebüsche geflogen, die bereits beim Bau des
Golfplatzes gepflanzt worden sind und sich seither nicht wesentlich verändert ha-
ben (Urk. 146 S. 14). Dem Beschuldigten 2 kann daher nicht vorgeworfen werden,
er habe durch mangelnden Unterhalt der Bepflanzung des Golfplatzes eine Ge-
fahr geschaffen, welche sich letztlich in der Verletzung des Privatklägers realisiert
habe.
5.3.2. Gemäss Richtlinien der PGA landen – wie bereits vorstehend thematisiert –
beim Abschlag mit einem Driver 92 % aller Bälle in einem Kegel von 15 Grad von
der idealen Flugbahn, womit dieser Bereich als potentiell gefährdet anzusehen ist,
was ausserhalb liegt, wird nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit getroffen. Die
Richtlinien erachten es deshalb auch als ausreichend sicher, wenn bei Abschlä-
gen gegenüber Fusswegen und Nebenstrassen – also gegenüber Drittpersonen,
die nicht am Golfspiel beteiligt sind – die 15°-Regel beachtet wird. Vorliegend
wurde der Privatkläger auf dem Golfplatz von einem aussergewöhnlichen Fehl-
schlag des Beschuldigten 1 getroffen. Ein solcher Fehlschlag mit einer Abwei-
chung von rund 20° vom anvisierten Ziel kann als sehr selten bezeichnet werden.
Seit Eröffnung des Golfplatzes E._ kam es denn auch zu keiner weiteren ge-
fährlichen Situation zwischen den Abschlägen 7 und 9. Weiter wurde aufgezeigt,
dass sich der Beschuldigte 1 bei seinem Abschlag regelkonform verhalten hat. Es
ist also zwischen den Abschlägen 7 und 9 weder theoretisch noch praktisch eine
besondere Gefährlichkeit auszumachen.
5.3.3. H._ führt in seinem Gutachten wenig zur konkreten Situation zwischen
den Abschlägen 7 und 9 aus. Er hält mehr allgemein fest, dass gefährliche Situa-
tionen auf dem Fairway oder beim Abschlag zu sichern seien, allenfalls mit Net-
zen, bis Bäume genügend Sicherheit bieten würden. Einen absolut sicheren Golf-
platz gebe es nicht. Er qualifiziert den Schlag des Beschuldigten 1 als
eher ungewöhnlich, auch bei schlechten Spielern, und er ist der Ansicht, der Be-
schuldigte 1 habe sicher gemeint, dass die anderen Spieler nicht in Gefahr seien,
da er sicher nicht erwartet habe, einen so schlechten Schlag zu spielen. Dann
fügt er jedoch an, die Situation sei ohne Netz gefährlich. Es sei ein unglücklicher
Unfall gewesen, welcher aufgrund fehlender Schutzmassnahmen passiert sei.
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Wie solche Schutzmassnahmen auszusehen hätten und was man im vorliegen-
den Fall genau hätte anders machen sollen, um den Unfall zu vermeiden, lässt
der Gutachter allerdings offen. Er schliesst vielmehr aus der Tatsache, dass ein
Unfall passiert ist, auf die Gefährlichkeit an der Unfallstelle. Weiter hat der Gut-
achter keine Berechnungen zur Flugbahn angestellt und sich nicht mit den einzu-
haltenden Sicherheitsregeln auseinandergesetzt. Ausserdem ist das Gutachten
stellenweise auch widersprüchlich. So führt der Gutachter aus, der Beschuldigte 1
müsse seine Stärken und Schwächen beim Golfspielen kennen und müsse sicher
sein, dass er niemanden treffe. Andererseits sagt er auch, der Beschuldigte 1 sei
sich sicher gewesen, niemals so einen schlechten Schlag zu spielen, womit er
ausschliesst, dass der Beschuldigte 1 eine Gefahr für andere Personen erkannt
habe (Urk. 22/1). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das bei den
Akten liegende Gutachten nichts zur Lösung des vorliegenden Falles beiträgt.
5.4. Zusammenfassend ist zu sagen, dass zwischen den Abschlägen 7 und 9
keine besonders gefährliche Situation zu erkennen ist, welcher der Beschuldigte 2
durch weitere Sicherheitsmassnahmen hätte begegnen sollen. Wie das Bundes-
gericht in seinem vorstehend zitierten Entscheid festgehalten hat, hat ein Platzbe-
treiber keine völlige Gefahrenfreiheit zu garantieren, sondern die Gefahren auf ein
erträgliches Mass zu beschränken. Dies hat der Beschuldigte 2 vorliegend durch
den Beizug eines Experten beim Bau und der Planung des Golfplatzes getan. An
jeder Stelle, die zwar potentiell gefährlich sein könnte, die Gefahr aber derart ge-
ring ist, wie vorliegend aufgezeigt, ein Netz oder Ähnliches zu installieren, ist für
den Platzbetreiber nicht zumutbar und geht über seine Sicherungspflicht hinaus.
Auch aus den Safety Guidelines der PGA ginge nicht hervor, dass eine Situation
wie vorliegend nicht zulässig oder mit besonderen Schutzmassnahmen zu verse-
hen wäre. Das Risiko von derart aussergewöhnlichen Fehlschlägen wie dem vor-
liegend durch den Beschuldigten 1 getätigten, hat nicht mehr der Platzbetreiber
zu verantworten, sondern fällt unter das sportartspezifische tolerable Grundrisiko.
Der Beschuldigte 2 hat folglich keine Sorgfaltspflicht verletzt, weshalb er vom
Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB
freizusprechen ist.
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6. Zivilforderungen
Zufolge Freispruchs aller Beschuldigter sind die geltend gemachten Zivilforderun-
gen des Privatklägers auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Urk. 84 S. 26 f.). Damit
wird auch der Antrag der Verteidigung des Beschuldigten 1, wonach ihr Frist zur
Stellungnahme zu den an der Berufungsverhandlung eingereichten Unterlagen
einzuräumen sei, obsolet (Prot. II S. 19). Sodann hat die Verteidigung des Be-
schuldigten 1 zurecht den Antrag, die Zivilforderungen des Privatklägers seien
abzuweisen, zurückgezogen, zumal diesem Antrag das in Art. 391 Abs. 3 StPO
verankerte Verbot der reformatio in peius entgegen steht (vgl. Prot. II S. 20).
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Vorinstanz
7.1.1. Die Vorinstanz hat dem Privatkläger sämtliche Verfahrenskosten auferlegt
mit der Begründung, der Privatkläger habe die Einleitung des Strafverfahrens
mutwillig bewirkt (Urk. 84 S. 28 f.).
7.1.2. Zunächst erscheint der Standpunkt des Privatklägers mit der Vorinstanz
tatsächlich wenig aussichtsreich. Schliesslich hat aber das Bundesgericht nach
Anfechtung der Nichtanhandnahmeverfügung die Staatsanwaltschaft angehalten,
eine Untersuchung zu eröffnen (Urk. 18). Vor diesem Hintergrund kann das Ver-
halten des Privatklägers nicht als mutwillige Einleitung eines Strafverfahrens be-
zeichnet werden und es besteht somit kein Anlass, dem Privatkläger sämtliche
Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten sind vielmehr auf die Ge-
richtskasse zu nehmen.
7.1.3. Dass die Beschuldigten für das erstinstanzliche Verfahren zu entschädigen
sind, ist bei dieser Sachlage offensichtlich. Die Höhe der von der Vorinstanz aus-
gesprochenen Entschädigungen erscheint angemessen und wurde von keiner
Seite kritisiert. Den Beschuldigten 1-3 ist demnach für die Untersuchung und das
erstinstanzliche Verfahren je eine Entschädigung von Fr. 9'614.40 (inkl. MwSt.)
für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
- 28 -
7.2. Berufungsverfahren
7.2.1. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage an die Parteien nach
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem
der Privatkläger mit seiner Berufung – mit der vernachlässigbaren Ausnahme der
Neuregelung des erstinstanzlichen Kostendispositivs – vollumfänglich unterliegt
und die Beschuldigten entsprechend obsiegen, sind deshalb die Kosten dem Pri-
vatkläger aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 5'000.-- festzusetzen.
7.2.2. Bei der gegebenen prozessualen Ausgangslage – es steht einzig eine
Berufung des Privatklägers gegen das freisprechende Erkenntnis der Vorinstanz
zur Diskussion – wird der vollständig unterliegende Privatkläger gegenüber den
Beschuldigten für das Rechtsmittelverfahren entschädigungspflichtig (Art. 432
Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 436 Abs. 1 StPO; BGE 139 IV 45 E. 1).
7.2.2.1. Der Verteidiger des Beschuldigten 1 hat seine Honorarnote eingereicht
(Urk. 142). Er weist einen Aufwand von 22.85 Stunden aus. Der Verteidiger des
Beschuldigten 2 hat seine Honorarnote eingereicht (Urk. 144) und den Aufwand
von 23.25 Stunden nicht näher erläutert. Der Verteidiger des Beschuldigten 3 hat
seine Honorarnote eingereicht (Urk. 143), ohne den erbrachten Aufwand näher zu
spezifizieren.
7.2.2.2. Die Entschädigung für die anwaltliche Verteidigung bestimmt sich
grundsätzlich nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September
2010 (Anwaltsgebührenverordnung; LS 215.3; vgl. auch § 1 AnwGebV; Art. 135
Abs. 1 StPO). Gemäss § 1 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus der
Gebühr und den notwendigen Auslagen zusammen. Die Gebühr für die Führung
eines Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und
Teilnahme an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der Zuständigkeit des
Einzelgerichts – auch im Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 600.-- bis
Fr. 8'000.--, wobei auch zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz
oder nur teilweise angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a
AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonde-
ren Umständen, namentlich etwa nach Art und Umfang der Bemühungen und
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Schwierigkeiten des Falles, bemessen. Zu dieser Grundgebühr hinzu können
etwa für zusätzliche Verhandlungen oder weitere notwendige Rechtsschriften
Zuschläge berechnet werden, in der Regel aber bis höchstens nochmals den
Betrag der Grundgebühr (§ 17 Abs. 2 und 3 AnwGebV).
7.2.2.3. Gemäss Praxis ist bei so genannten einfachen Standardverfahren von
den in der Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätzen auszugehen. Die
Anwaltsgebührenverordnung ist jedoch so auszulegen, dass die Kosten der Ver-
teidigung – zumindest weitestgehend – gedeckt sind.
7.2.2.4. Bei der Festsetzung der Entschädigung der Verteidiger ist daher primär
zu beurteilen, ob es sich vorliegend um ein so genanntes einfaches Standard-
verfahren handelt. Dies beurteilt sich nach folgenden Kriterien: Aktenumfang,
Komplexität und Schwierigkeit des Falles (sowohl in tatsächlicher als auch rechtli-
cher Hinsicht), Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Person und Anzahl
der angeklagten und zu beurteilenden Delikte (ZR 111 [2012] Nr. 16 mit Verweis
auf Beschlüsse des Kassationsgerichtes AC040089 vom 23. Dezember 2004,
E. II.3c, und AC070031 vom 11. Juli 2008, E. 4.5).
Vorliegend ist der Umfang der Akten gering und im Berufungsverfahren ist nur
noch eine kleine Anzahl relevanter Aktenstücke dazugekommen. Das gesamte
vorinstanzliche Urteil war zu überprüfen, wobei der objektive Sachverhalt grund-
sätzlich erstellt war, womit sich primär rechtliche Fragen stellten.
In Würdigung der gesamten Umstände handelte es sich beim vorliegenden Ver-
fahren sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht nicht um ein be-
sonders schwieriges und aufwändiges Verfahren, sondern nach wie vor um ein
Standardverfahren im Sinne der vorgenannten Rechtsprechung. Deshalb ist bei
der Bemessung der Entschädigung für die Verteidiger von den in der Anwalts-
gebührenverordnung angeführten Ansätzen auszugehen.
7.2.2.5. Die Grundgebühr umfasst die gewöhnlichen, d.h. regelmässig anfallen-
den Bemühungen des Verteidigers im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens so-
wie der Vorbereitung für dieses. Dazu zählen im Berufungsverfahren namentlich
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eine Besprechung mit dem Beschuldigten, das Aktenstudium, die Vorbereitung
und Teilnahme an der Berufungsverhandlung (inkl. Verfassen des Plädoyers) so-
wie das Studium des Berufungsurteils (ZR 111 [2012] Nr. 15 E. 2.3.1.; ZR 101
[2002] Nr. 19 E. 3b). Vorliegend kam im Zusammenhang mit der allfälligen Rück-
weisung des Verfahrens bzw. der Korrektur des Rubrums ein zusätzlicher Schrif-
tenwechsel hinzu (vgl. Beschluss vom 10. November 2015, Urk. 133).
7.2.2.6. Angesichts der Bedeutung und Schwere des Falles sowie des konkreten
Aufwandes für die Verteidigung ist vorliegend für das Berufungsverfahren eine
gesamthafte Gebühr von Fr. 9'000.-- inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer für
die Verteidigung jedes Beschuldigten festzusetzen. Da das Honorar als Pau-
schalbetrag auszurichten ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zu den einge-
reichten Honorarnoten.
7.2.3. Der Privatkläger ist demnach zu verpflichten, den Beschuldigten 1-3 je eine
Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 9'000.-- (inkl. MwSt.) für anwaltliche
Verteidigung zu bezahlen.