# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 82809793-f93a-458f-a68b-03fceb640480
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Verfügung vom 24. April 2017 wurde der Rekurrentin infolge Nichteinreichung der
Steuererklärung eine Ordnungsbusse von Fr. 300.-- auferlegt.
2. Mit Eingabe vom 22. Mai 2017 erhob die Rekurrentin mit dem Begehren, die Bussenver-
fügung sei aufzuheben, Einsprache. Zur Begründung machte sie geltend, die Einreichung der
Steuerklärung vom 21. April 2017 und die kurz darauf ausgestellte Bussenverfügung hätten sich
offensichtlich gekreuzt.
3. Mit Einspracheentscheid vom 1. Juni 2017 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab. Zur Begründung führte sie aus, da die Steuererklärung nicht innerhalb der mit letzter Mah-
nung gesetzten Nachfrist eingereicht worden sei, habe man gemäss gängiger Praxis eine Ord-
nungsbusse von Fr. 300.-- ausgesprochen. Daran könne auch die nachgereichte Steuerklärung
nichts ändern.
4. Mit Eingabe vom 13. Juni 2017 erhob die Rekurrentin mit dem Begehren, auf die Aufer-
legung einer Ordnungsbusse sei zu verzichten, Rekurs. Zur Begründung machte sie geltend,
das Steuergesetz beziehe sich nur auf den Fall, dass jemand die Steuererklärung nicht einrei-
che, nicht aber auf den Fall einer verspätet eingereichten Steuererklärung.
5. Mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, mit Ablauf der Frist zur Einreichung der Steuer-
erklärung sei die Verfahrenspflichtverletzung erfüllt gewesen, so dass zu Recht eine Ordnungs-
busse auferlegt worden sei.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest. Die
Rekurrentin führt ergänzend aus, dass ihr Präsident des Verwaltungsrates und Geschäftsführer
die private Steuerklärung auch zu spät eingereicht habe. Trotzdem sei ihm keine Ordnungsbus-
se auferlegt worden. Juristische und natürliche Personen würden seitens der Steuerverwaltung
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ungleich behandelt, was diskriminierend sei. Zudem seien andere steuerpflichtige Personen
trotz verspäteter Einreichung der Steuererklärung nicht bestraft worden. Der Kurzmitteilung
Nr. 363 der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft vom 29. September 2010
(KM Nr. 363) fehle eine gesetzliche Grundlage. Die Auferlegung der Ordnungsbusse sei zudem
willkürlich. Überdies verstosse die Höhe der Ordnungsbusse, da man seit Jahren Verluste
schreibe, gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, umso mehr als in der KM Nr. 363
vorgesehen sei, dass die Ordnungsbusse 10% des steuerbaren Einkommens bzw. Ertrages
nicht übersteigen sollte. Überdies liege höchstens ein leichtes Verschulden im Sinne der
KM Nr. 363 vor, so dass die Ordnungsbusse aufzuheben sei, zumal es sich gemäss Steuerge-
setz um eine Kann-Vorschrift handle. Schliesslich sei die Mahnung nicht wie im Gesetz vorge-
sehen per eingeschriebenem Brief versandt worden.

## Considerations

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuerge-
richts als Einzelrichter beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden An-
forderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Vorliegend unterliegt zunächst der Beurteilung, ob der Rekurrentin zu Recht eine Ord-
nungsbusse auferlegt wurde.
a) Die steuerpflichtige Person ist gemäss § 101 Abs. 1 StG verpflichtet, zu Beginn
jeder Veranlagungsperiode eine Steuererklärung einzureichen. Gemäss § 102 Abs. 1 StG setzt
die Finanzdirektion die Frist für die Einreichung der Steuererklärung fest. So haben gemäss
Kurzmitteilung der Steuerverwaltung Nr. 512 vom 27. Januar 2016 (KM Nr. 512) Unselbständi-
gerwerbende bis am 31. März und Selbständigerwerbende bzw. juristische Personen bis am
30. Juni eine Steuererklärung einzureichen. Wer gemäss KM Nr. 512, Grundsatz Nr. 2 weder
die Steuererklärung noch ein Fristerstreckungsgesuch vor Ablauf der stillschweigend gewährten
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Fristerstreckung von zwei Monaten einreicht, erhält eine Mahnung. Der steuerpflichtigen Per-
son, die innerhalb der festgesetzten Nachfrist die Steuererklärung nicht einreicht oder vervoll-
ständigt, wird gemäss § 106 Abs. 1 StG eine Mahnung mit einer letzten Frist zugestellt. Kommt
sie derselben nicht nach, wird sie gemäss § 106 Abs. 2 StG von Amtes wegen eingeschätzt.
Wer einer Pflicht, die ihm nach den Vorschriften des Steuergesetzes oder nach einer aufgrund
des Steuergesetzes getroffenen Anordnung obliegt, trotz Mahnung vorsätzlich oder fahrlässig
nicht nachkommt, wird gemäss § 154 StG mit Busse bis zu Fr. 1'000.--, in schweren Fällen oder
bei Rückfall bis zu Fr. 10'000.-- bestraft.
b) Die Nichteinreichung der Steuererklärung nach erfolgter letzter Mahnung hat
damit zwei unterschiedliche Rechtsfolgen. Einerseits erfolgt eine amtliche Einschätzung und
andererseits wird der steuerpflichtigen Person eine Ordnungsbusse auferlegt. Dies ist ver-
gleichbar mit dem Fall, in welchem ohne Baubewilligung gebaut wurde. Auch dort ist die
Rechtsfolge, dass ein nachträgliches Baugesuch einzureichen ist und zudem gestützt auf
§ 136 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) des Kantons Basel-Landschaft vom 8. Ja-
nuar 1998 eine Ordnungsbusse auferlegt werden kann.
c) Entgegen der Rekurrentin handelt es sich bei § 154 StG nicht um eine Kann-
Vorschrift und muss die Mahnung mit der letzten Frist gemäss der per 1. Januar 2013 in Kraft
getretenen und vorliegend gültigen Fassung von § 106 Abs. 1 StG nicht mehr mit eingeschrie-
benem Brief, sondern kann, wie dies von der Steuerverwaltung vorliegend getan wurde, per
A-Post Plus-Sendung zugestellt werden.
d) Nach unbenutztem Ablauf der in der behördlichen Mahnung oder Verfügung ge-
setzten und allenfalls verlängerten Frist ist der Tatbestand objektiv erfüllt. Er nimmt keine Rück-
sicht darauf, ob die verspätet eingereichten Unterlagen von den Steuerbehörden berücksichtigt
werden konnten oder nicht. Die Busse hat daher repressiven und präventiven Charakter. Dass
sie zugleich ein Mittel des Verwaltungszwanges darstellt, ändert daran nichts. Handelt es sich
bei der Ordnungsbusse aber nicht um reinen Verwaltungszwang, so kann die steuerpflichtige
Person auch dann gebüsst werden, wenn sie nach Ablauf der Frist die behördlich angeordnete
Handlung vornimmt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 28. März 1996 i.S. Steuerver-
waltung des Kantons Bern gegen S. und Steuerrekurskommission des Kantons Bern, publ. in:
Der Steuerentscheid [StE] 1997 B 101.1 Nr. 9 = Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA]
66, S. 142 ff.).
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e) Wegen Verfahrenspflichtverletzungen gebüsst werden können auch juristische
Personen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A. Zürich 2016,
Art. 175 N 31).
f) Vorliegend hat die Rekurrentin trotz mit A-Post Plus-Sendung zugestellter Mah-
nung vom 9. Februar 2017 ihre Steuererklärung für das Jahr 2015 nicht innert der bis zum
28. Februar 2017 gesetzten Frist eingereicht. Dass sie die Steuerklärung am 21. April 2017 und
damit noch vor Auferlegung der Ordnungsbusse mit Verfügung vom 24. April 2017 nachgereicht
hat, spielt wie hiervor gesehen, keine Rolle. Die Ordnungsbusse wurde entgegen der Rekurren-
tin denn auch nicht für das verspätete Einreichen der Steuerklärung, sondern für die Nichtein-
reichung bis am 28. Februar 2017 ausgesprochen, da mit Ablauf dieser letzten Frist der Tatbe-
stand von § 154 StG erfüllt wurde. Die Auferlegung einer Ordnungsbusse ist damit nicht zu be-
standen.
g) Daran ändert auch nichts, dass dem Präsidenten des Verwaltungsrates und Ge-
schäftsführer der Rekurrentin trotz verspätet eingereichter privater Steuerklärung offenbar keine
Ordnungsbusse auferlegt wurde. Es besteht nämlich kein Hinweis darauf, dass seitens der
Steuerverwaltung juristische gegenüber natürlichen Personen ungleich behandelt bzw. gar dis-
kriminiert würden, zumal die Rekurrentin für diesen Vorwurf keine entsprechenden Belege ins
Recht gelegt hat. In diesem Zusammenhang macht die Rekurrentin weiter geltend, andere
steuerpflichtige Personen seien trotz verspäteter Einreichung der Steuererklärung nicht bestraft
worden. Ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht wird nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nur ausnahmsweise anerkannt, nämlich dann, wenn eine rechtsanwendende
Behörde eine rechtswidrige Praxis pflegt und überdies zu erkennen gibt, dass sie davon auch in
Zukunft nicht abweichen werde. Grundbedingung für eine ausnahmsweise Gleichbehandlung
im Unrecht ist in jedem Fall, dass sich der Betroffene in einer gleichen oder vergleichbaren La-
ge befindet wie der Dritte, dem der rechtswidrige Vorteil gewährt wurde. In aller Regel geht je-
doch der Grundsatz der Gesetzesmässigkeit der Verwaltung der Rücksicht auf die gleichmässi-
ge Rechtsanwendung vor (Entscheid des Bundesgerichts [BGE] 122 II 446, E. 4a, m.w.H.). Es
besteht kein Hinweis darauf, dass die Steuerverwaltung bewusst eine rechtswidrige Praxis pfle-
gen würde, zumal die Rekurrentin auch für diesen Vorwurf keine entsprechenden Belege ins
Recht gelegt hat. Daher ist ihr die Berufung auf den Grundsatz der Gleichbehandlung im Un-
recht verwehrt.
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3. Weiter stellt sich die Frage, ob die Ordnungsbusse zu Recht auf Fr. 300.-- festgelegt
wurde.
a) Gemäss § 155 StG sind bei der Bemessung von den in §§ 151 - 154 StG vorge-
sehenen Strafen die Schwere des Verschuldens, der eingetretene oder beabsichtigte Erfolg und
die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen.
b) Bei der Verletzung von Verfahrenspflichten sind im Gegensatz zu den Tatbe-
ständen der Steuerhinterziehung und des Steuerbetrugs keine stark unterschiedlichen Erschei-
nungsformen des Verschuldens denkbar, die nach einer Berücksichtigung in der Rechtsfolge
rufen würden (Entscheid des Verwaltungsgerichts [heute: Kantonsgericht] des Kantons Basel-
Landschaft vom 25. August 1993 i.S. X [Nr. 75], E. 4a, www.bl.ch/kantonsgericht). Auch der
durch die Verletzung von Verfahrenspflichten stets gleich bleibende Erfolg der Störung des
Steuerveranlagungsverfahrens lässt keine Differenzierung bei der Bemessung der Strafe zu.
c) Um eine einheitliche Bussenbemessung zu gewährleisten, hat die Steuerverwal-
tung mit KM Nr. 363 festgehalten, dass die Ordnungsbusse bei Verletzung von Verfahrens-
pflichten gemäss § 154 StG normalerweise folgende Höhe beträgt:
Steuerbares Einkommen/steuerbarer Ertrag Busse in Franken
Bis 30'000 100
Über 30'000 bis 60'000 200
Über 60'000 bis 90'000 300 - 400
Über 90'000 bis 120'000 500 - 600
Über 120'000 bis 150'000 700 - 800
Über 150'000 900 - 1'000
Im Wiederholungsfall 200% der vorherigen Busse
Im wiederholten Wiederholungsfall 300% der vorherigen Busse
Durch die Berücksichtigung des steuerbaren Einkommens bzw. Ertrages bei der
Bemessung der Ordnungsbusse wird somit grundsätzlich auf die persönliche Situation der
steuerpflichtigen Person Rücksicht genommen.
https://www.bl.ch/kantonsgericht
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d) Für juristische Personen sieht die KM Nr. 363 in Grundsatz Nr. 3 zudem vor,
dass die Ordnungsbusse mindestens Fr. 300.-- beträgt. Die Differenzierung zwischen juristi-
schen und natürlichen Personen hinsichtlich der Minimalbusse rechtfertigt sich insofern, als
juristische und natürliche Personen im Steuerrecht von Gesetzes wegen verschieden behandelt
werden, so haben juristische Personen Ertrags- und Kapitalsteuern, natürliche Personen aber
Einkommens- und Vermögenssteuern zu bezahlen, wobei die Steuersätze bei juristischen Per-
sonen tiefer sind. Zudem darf von juristischen Personen im Umgang mit Behörden, da ihnen
derselbe vertrauter sein sollte, eine erhöhte Sorgfalt erwartet werden. Die Festlegung der Mini-
malbusse für juristische Personen von Fr. 300.-- ist daher nicht zu beanstanden.
e) Die Rekurrentin weist in diesem Zusammenhang zudem darauf hin, dass es an
einer gesetzlichen Grundlage fehle. Bei der KM Nr. 363 handelt es sich um eine generell-
abstrakte Dienstanweisung und mithin um eine Verwaltungsverordnung. Solche richten sich
formell nur an die Verwaltungsbehörden. Behörden und ihr Personal sind insoweit durch die
Verwaltungsverordnungen gebunden, als die verwaltungsinternen Vorschriften keinen offen-
sichtlich verfassungs- oder gesetzwidrigen Inhalt aufweisen. Aufgrund der blossen Behörden-
verbindlichkeit stehen Rechtsunterworfene und Gerichte regelmässig ausserhalb des Adressa-
tenkreises. Ihnen gegenüber stellen sich reine Verwaltungsverordnungen als zwar standardi-
sierte jedoch rechtsunverbindliche Ansichtsäusserungen der Verwaltungsbehörde über die Aus-
legung und Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen dar. Dennoch weicht
das Bundesgericht von einer rechtmässigen Verwaltungsverordnung nicht ohne triftigen Grund
ab, sofern die generell-abstrakte Ansichtsäusserung eine dem individuell-konkreten Fall ange-
passte und gerecht werdende Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen zulässt und überdies
eine überzeugende Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben enthält (BGer 2C_375/2015
vom 1. Dezember 2015, E. 3.2, m.w.H.). Wie schon hiervor gesehen, konkretisiert die
KM Nr. 363 die gesetzliche Grundlage, mithin § 154 StG, um eine einheitliche Bussenbemes-
sung zu gewährleisten, was zulässig ist. Zwar ist das Steuergericht nicht an die KM Nr. 363
gebunden, hat die Anwendung derselben durch die Steuerverwaltung aber bereits mehrfach
geschützt (statt vieler: Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 21. Oktober 2016, 510 16 43,
E. 3, www.bl.ch/steuergericht). Dass sich die Steuerverwaltung demnach bei der Auferlegung
von Ordnungsbussen auf die KM Nr. 363 stützt, ist nicht zu bemängeln.
f) Hinsichtlich der Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse macht die Rekur-
rentin geltend, dass lediglich ein leichtes Verschulden ihrerseits vorliege, so dass der Grundsatz
Nr. 1 der KM Nr. 363, wonach bei sehr leichtem Verschulden, Unerfahrenheit oder Unbeholfen-
https://www.bl.ch/steuergericht
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heit, betagten Personen sowie bei entschuldbaren Gründen die Ordnungsbusse reduziert oder
sogar aufgehoben werden könne, zum Tragen komme. Dazu ist einerseits festzuhalten, dass
diese Bestimmung auf natürliche und nicht auf juristische Personen zugeschnitten und ander-
seits ein lediglich sehr leichtes Verschulden der Rekurrentin im Sinne der vorgenannten Gründe
nicht erkennbar ist. Es stellt sich aber die Frage, ob der persönlichen Situation der Rekurrentin
bei der Festlegung der Höhe der Ordnungsbusse genügend Rechnung getragen wurde. Sie
weist nämlich darauf hin, dass man in den letzten Jahren nur Verluste geschrieben habe, so
dass die Auferlegung der Ordnungsbusse gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit
verstosse. Wie der Veranlagungsverfügung der Staats- und Gemeindesteuer 2015 vom
22. Juni 2017 zu entnehmen ist, belief sich der steuerbare Ertrag auf minus Fr. 162‘259.--. In
diesem Zusammenhang weist die Rekurrentin zwar richtigerweise darauf hin, dass gemäss
KM Nr. 363, Grundsatz Nr. 6 die Ordnungsbussen 10% des steuerbaren Einkommen bzw. Er-
trages nicht übersteigen sollten, erwähnt aber nicht, dass gemäss KM Nr. 363 gleichzeitig auch
das steuerbare Vermögen bzw. das Eigenkapital berücksichtigt werden kann, wenn dieses die
persönlichen Verhältnisse besser widerspiegelt, etwa bei geringem Einkommen/Ertrag aber
erheblichem Nettovermögen/Eigenkapital. Vorliegend ist der vorgenannten Veranlagungsverfü-
gung ein erhebliches Eigenkapital im Sinne der vorgenannten Bestimmung von Fr. 262'006.--
zu entnehmen, welches seitens der Steuerverwaltung berücksichtigt werden durfte. Indem der
Rekurrentin trotzdem lediglich die Minimalordnungsbusse für juristische Personen auferlegt
wurde, obwohl für das erstmalige Nichteinreichen der Steuererklärung eine solche bis
Fr. 1‘000.-- zulässig gewesen wäre, wurde der persönlichen Situation genügend Rechnung ge-
tragen, so dass eine Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit gemäss Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV)
nicht ersichtlich ist.
g) Schliesslich macht die Rekurrentin geltend, die Auferlegung der Ordnungsbusse
sei willkürlich. Das Willkürverbot ist in Art. 9 BV verankert. Willkür liegt erst vor, wenn ein Ent-
scheid offensichtlich unhaltbar ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn er zur tatsächli-
chen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechts-
grundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft.
Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. A. Zürich/St. Gallen 2016, N 605).
Vorliegend hat die Steuerverwaltung wie hiervor gesehen gestützt auf die gesetzliche Grundla-
ge und die diese konkretisierende KM Nr. 363 eine angemessene Ordnungsbusse ausgespro-
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chen. Was an diesem Vorgehen willkürlich sein soll, ist nicht erkennbar. Damit wurde der Re-
kurrentin zu Recht eine Ordnungsbusse von Fr. 300.-- auferlegt.
Damit erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.
4. Ausgangsgemäss hat die Rekurrentin gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3
des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung
(VPO) Verfahrenskosten von Fr. 500.-- zu bezahlen.
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