# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2954450e-abba-449d-a403-04a43471778d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Civil
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Eingabe vom 28. Januar 2013 stellte Y._ beim Bezirksgerichtspräsidium Maloja gestützt auf Art. 39 aLugÜ respektive Art. 271 Abs. 1 Ziff. 6 SchKG ein Arrestgesuch gegen X._ für Forderungen von Fr. 1‘609‘707.20 nebst Zins zu 5% seit 2. September 1997 und Fr. 2‘723‘055.05 nebst Zins zu 5% seit 6. März 1998. Als Arrestgegenstände nannte sie die Stockwerkeigentumseinheit Nr. 1_ (49/1000 Miteigentum am Grundstück Nr. 1_) sowie die Miteigentumsanteile Nr. 1_ und Nr. 2_ (je 1/48 Miteigentum am Grundstück Nr. 2_), Grundbuch der Gemeine A._, beziehungsweise einen Verwertungsüberschuss aus einer Versteigerung der Grundstücke. In ihrer Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Corte di Appello di Milano habe mit Urteil vom 3. Februar 2010 den Vater der Gesuchsgegnerin, Z._, verpflichtet, € 1‘338‘867.67 zuzüglich gesetzlichem Zins ab 2. September 1997 sowie € 2‘264‘890.37 zuzüglich gesetzlichem Zins ab 6. März 1998 an die Erben seines väterlichen Nachlasses zurückzuzahlen. Dieses Urteil sei spätestens am 9. Oktober 2010 in Rechtskraft erwachsen und am 12. März 2011 in Italien für vollstreckbar erklärt worden. Am 28. Februar 2012 sei Z._ in Italien verstorben; er hinterlasse seine Ehefrau B._ und seine Tochter, die Gesuchsgegnerin. Mit Urteil vom 18. April 2012 habe das Bezirksgericht Dietikon das Urteil des Corte di Appello di Milano gegenüber der Gesuchsgegnerin und deren Mutter in der Schweiz für vollstreckbar erklärt. Dieses Urteil sei zwischenzeitlich in Rechtskraft erwachsen. Arrestgegenstände bildeten die auf den Namen der Gesuchsgegnerin im Grundbuch von A._ eingetragenen Grundstücke bzw. die Forderung der Gesuchsgegnerin auf einen allfälligen Verwertungsüberschuss. Die Grundstücke seien im Januar 2013 betreibungsamtlich versteigert worden. Der Kaufpreiserlös abzüglich der Grundpfandschuld und weiterer Kosten bis zur Höhe des Werts der der Nutzniesserin zustehenden Nutzniessung falle unter den Arrest. Ein nach Befriedigung der Nutzniesserin verbleibender Rest stelle eine Forderung der Gesuchsgegnerin dar und bilde damit einen verarrestierbaren Vermögenswert. Die Vollstreckbarerklärung gebe ipso iure die Befugnis, Massnahmen zu veranlassen, die auf eine Sicherung gerichtet seien. Gemäss Art. 271 Abs. 1 Ziff. 6 SchKG könne der Gläubiger, welcher einen definitiven Rechtsöffnungstitel gegen den Schuldner besitze, Vermögensstücke des Schuldners mit Arrest belegen lassen. Das Urteil des Corte di Appello di Milano stelle einen solchen Titel dar. Vorliegend sei sowohl nach Art. 271 Abs. 1 Ziff. 6 SchKG als auch nach Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG ein Arrestgrund gegeben.
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B. Mit Arrestbefehl vom 6. Februar 2013 hiess das Bezirksgerichtspräsidium Maloja das Arrestgesuch gut.
C. Am 18. Februar 2013 erhob X._ Einsprache im Sinne von Art. 278 SchKG und beantragte die Aufhebung des Arrestbefehls vom 6. Februar 2013. Im Wesentlichen machte sie geltend, die Einsprachegegnerin mache in eigenem Namen eine Forderung der Erben von C._ geltend, wozu sie sowohl nach schweizerischem als auch nach italienischem Recht nicht legitimiert sei. Vielmehr hätte die Erbengemeinschaft als Gläubigerin und damit auch als Arrestgesuchstellerin im vorliegenden Verfahren auftreten sollen. Da dies offensichtlich versäumt worden sei, müsse der Arrest bereits aus diesem Grund aufgehoben werden. Unstreitig sei, dass Z._ sel. und Y._ die Erben des C._ und die Einsprecherin und B._ wiederum die Erbinnen von Z._ sel. seien. Für die vorliegende Beurteilung gelange ohne Zweifel italienisches materielles Erbrecht zur Anwendung. Am 10. April 2012 hätten die Erben von Z._ sel. die Erbschaft „del beneficio d’inventario“ angenommen. Folge der Annahme unter diesem Titel sei die strikte Trennung des Vermögens des Verstorbenen und der Erben, was dazu führe, dass der Erbe diejenigen Erbschaftsschulden nicht bezahlen müsse, welche seinen effektiv erhaltenen Erbanteil übersteigen würden. Die Einsprecherin hafte demnach nicht mit ihrem eigenen Vermögen für die Erbschaftsschulden und sei demzufolge auch nicht passivlegitimiert. Im Weiteren trete sie damit aber auch nicht an die Stelle von Z._ sel. als Schuldnerin der im Mailänder Urteil festgesetzten Geldzahlung. Entsprechend verpflichte besagtes Urteil nicht die Einsprecherin zu einer Geldzahlung an die Einsprachegegnerin, womit kein gültiger Rechtsöffnungstitel vorliege. Die Liegenschaften in A._ habe Z._ sel. der Einsprecherin am 4. Februar 2011 mittels Schenkung übertragen. Diese hätten im Zeitpunkt seines Todes somit nicht mehr in dessen Eigentum gestanden. Nachdem die Einsprecherin die Erbschaft von Z._ sel. aber unter dem Titel „beneficio d’inventario“ angenommen habe, hafte sie nicht für Erbschaftsschulden. Zudem sei eine Arrestlegung auf den Anteil eines im Ausland wohnenden Schuldners an einer im Ausland gelegenen unverteilten Erbschaft unzulässig. Vorliegend sei im Erbgang von C._ noch keine Erbteilung durchgeführt, sondern lediglich eine Forderung von C._ gegenüber seinem Sohn Z._ sel. gerichtlich festgestellt worden. Da C._ vor seinem Sohn Z._ sel. verstorben sei, liege eine Forderung des Erblassers, C._, gegenüber einem Erben, Z._ sel., vor. Das italienische Urteil habe denn auch Z._ sel. verpflichtet, die fraglichen Summen den Erben von C._ zu erstatten. Bei dieser Forderung
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handle es sich um ein Aktivum der Erbschaftsmasse. Bis heute seien die jeweiligen Erbschaftsansprüche von Z._ sel. und Y._ nicht berechnet worden. Damit könne aber auch eine allfällige Forderung der Einsprachegegnerin und Schwester von Z._ sel. gegenüber diesem respektive seinen Rechtsnachfolgerinnen nicht berechnet werden. Jedenfalls sei die Einsprachegegnerin nicht legitimiert, die gesamte Forderung von C._ gegenüber Z._ sel. gemäss Urteil des Corte di Appello di Milano einzufordern. Beide Erbschaften - diejenige von C._ und diejenige von Z._ sel. – seien bis heute noch nicht geteilt worden, so dass unter den Beteiligten Erbengemeinschaften bestünden.
D. In ihrer Stellungnahme vom 27. Februar 2013 beantragte Y._ die Abweisung der Arresteisprache, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Einsprecherin. Grundlage für den Arrestbefehl bilde der Exequaturentscheid des Bezirksgerichts Dietikon vom 18. April 2012. Das Exequaturverfahren stelle ein titelschaffendes Verfahren dar. Vollstreckungsobjekt sei die Vollstreckbarerklärung. Eine rechtskräftige Vollstreckbarerklärung entfalte materielle Rechtskraft und gelte als Titel für die definitive Rechtsöffnung. Ob ein vollstreckbares ausländisches Urteil vorliege, dürfe somit im Rechtsöffnungsverfahren oder im Arresteinspracheverfahren nur dann überprüft werden, wenn noch kein vollstreckbarer Exequaturentscheid vorliege bzw. die Vollstreckbarerklärung im Rechtsöffnungsverfahren bloss vorfrageweise erfolgt sei, was vorliegend offensichtlich nicht der Fall sei. Die materiell-rechtlichen Einwendungen könnten somit weder im Rechtsöffnungs- noch im Arrestverfahren gehört werden und der Arrestrichter sei an den selbständigen und rechtskräftigen Exequaturentscheid gebunden. Bei Vorliegen eines solchen Entscheids stehe eine Arresteinsprache gegen die Anordnung des Arrests grundsätzlich nicht zur Verfügung. Der Exequaturentscheid fixiere sodann die Aktiv- und die Passivlegitimation der Parteien sowie den Sachverhalt, auf welchen sich die Vollstreckung stütze. Diese Eckpunkte dürften aufgrund der materiellen Rechtskraft weder im Rechtsöffnungs- noch im Arrestverfahren überprüft werden. Ebenso wenig könne in diesen Verfahren die Frage nach dem anwendbaren Erbstatut überprüft werden, da diese Frage bereits im Exequaturentscheid des Bezirksgerichts Dietikon rechtskräftig festgelegt worden sei. Im Übrigen seien die Ausführungen der Arrestgegnerin zu den Rechtsfolgen der behaupteten Annahme unter dem „beneficio d’inventario“ in jeglicher Hinsicht bestritten und ohnehin unbewiesen. Zum einen sei die „accettazione di eredità con beneficio d’inventario“ nicht apostilliert worden, weshalb diese Urkunde in der
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Schweiz keine Beweiskraft entfalten könne. Zum anderen hätten es beide Erbinnen von Z._ sel. versäumt, gegenüber der italienischen Inventarbehörde das diesem gehörende Picasso-Bild anzugeben. Die Behauptung, es liege kein gültiger Rechtsöffnungstitel vor, entbehre sodann jeglicher Grundlage und sei klar aktenwidrig. Des Weiteren sei im Exequatutentscheid auch rechtskräftig entschieden worden, dass die Arrestgesuchsgegnerin für Schulden des verstorbenen Z._ sel. hafte, weshalb dies im vorliegenden Verfahren nicht mehr überprüft werden könne.
E. Mit Entscheid vom 25. April 2013, mitgeteilt am 2. Mai 2013, erkannte das Bezirksgerichtspräsidium Maloja was folgt:
„1. Die Einsprache vom 18. Februar 2013 im Verfahren Proz. Nr._ wird abgewiesen und der am 6. Februar 2013 angeordnete Arrest Proz. Nr._ bestätigt.
2. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von CHF 1‘000.- werden der Einsprecherin auferlegt.
3. Die Einsprecherin wird verpflichtet, die Einsprachegegnerin mit pauschal CHF 1‘000.- ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations