# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94c3ed8f-440b-4d5c-a561-5c26b36bd357
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete vom 2. Juni 1998 bis 30. September 2005 als Service-Mitarbeit
er im
Y._
und war dadurch bei der
GastroSocial
Pensionskasse
vorsorgeversichert
(
Urk.
18/5/1,
Urk.
18/5/3)
. Am
5
. September 2005 meldete
er
sich bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk.
18
/2
, Aktenverzeichnis zu
Urk.
18/1-155
).
Nach medizinischen und beruflichen Abklärungen sprach
sie
ihm mit Wirkung ab 1. Januar 2006 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 62 % eine
Dreiviertelsrente
und mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 ge
stützt auf einen Invaliditätsgrad von 75 % beziehungsweise 100 % eine ganze Invalidenrente zu (Verfügungen vom 8. Dezember 2010, Urk.
18/123-125
).
Die
GastroSocial
Pensionskasse
richtete
X._
gestützt auf eigene medizinische Abklärungen mit Wirkung ab 21. Januar 2007 eine
Drei
viertel
s
rente
aus (Urk. 2/
2
).
Am
4.
Mai 2012 erhob
X._
beim hiesigen Gericht Klage gegen die
GastroSocial
Pensionskasse
und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm ab
1.
Dezember 2007 eine
ganze
Invalidenrente auszurichten (
Urk.
29/1 S. 2). Mit Urteil vom 2
3.
August 2013
wies das hiesige Gericht die Klage ab. Es
ge
langte zum Schluss, dass keine Bindung der
GastroSocial
Pensionskasse
an die Verfügungen
der IV-Stelle
bestehe und in der obligatorischen beruflichen Vorsorge
ein
An
spruch
von
X._
auf
bloss
eine
Viertels
r
ente
und in der
überobli
gatorischen
beruflichen Vorsorge kein Rentenanspruch
gege
ben sei
(
Urk.
29/1).
Die dagegen von
X._
erhobene Beschwerde wies das Bundesge
richt mit
Urteil vom 1
6.
Dezember 2013 ab
, wobei es fest
hielt, dass hiesige Gericht habe
in seinen Erwägungen den An
spruch auf eine
Viertelsrente
der obligatorischen beruf
lichen Vorsorge ab
schliessend beurteilt und bejaht
(
Urk.
29/2).
1.2
Unter Bezugnahme auf dieses Urteil des Bundesgerichts teilte die
Gastro
Social
Pensionskasse
X._
mit Schreiben vo
m 2
7.
Januar 2014 mit, dass er mit Wirkung ab 2
2.
Januar 2007 nu
r Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
habe
(Urk. 2/3 S. 1)
.
Zudem machte sie
wie
folgt
die Rücker
stat
tung
von
zu viel ausbezahlte
n
Rentenleistungen
geltend:
Zum
e
inen ver
rechnete sie einen Teil ihre
r
Rückerstattungs
forderung
mit de
m
Anspruch des
Ver
si
cherten auf eine
Viertelsrente
von 2
2.
Januar 2007 bis zum
31. Oktober 2023 (Erreichen des Pensionierungsalters durch den Versicher
ten) von total Fr.
84‘949.--
. Zu
m
anderen
forderte sie den Versicherten auf, ihr die nicht durch Verrechnung tilgbare Restforderung
in der Höhe von
Fr. 24‘307.-- (für den
Zeitraum von 22.
Januar 2007 bis 31.
März 2014 ausbezahlte
Drei
viertels
rente
n
von total
Fr.
109‘256.--
minus Fr. 84‘949.--
)
bis 3
1.
März 2014 zurückzubezahlen
(Urk. 2/3 S. 1-2).
Dagegen wandte sich der Versicherte mit Schreiben vom 21. Februar und 10. März 2014 und hielt im Wesentlichen fest, dass er die rückwirkende Ver
rechnung
der Invalidenleistungen
nicht akzeptiere (Urk. 2/4-5). Die de
m Schreiben
der
GastroSocial
Pensionskasse
vom 27. Januar 2014
beigelegte
Verjährungsver
zichtserklä
rung
(
Urk.
2/3) unterzeichnete
er
nicht (vgl.
Urk.
13 S. 4).
In der Folge stellte die
GastroSocial
Pensionskasse
am
5.
Mai 2014 ein
Betreibungs
begehren
für
die Rückforderung zu viel bezahlter
Invalide
n
leistungen
in der Höhe von
Fr.
71‘571.-- (
Fr.
109‘256.-
- minus
Fr.
37‘685.-- [
Vier
telsrente
im Zeitraum von
2
2.
Januar 2007 bis 3
0.
Juni 2014; vgl. Urk.
2/3];
Urk.
14/2)
.
Gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Dietikon vom
8.
Mai 2014 erhob der Versicherte am 1
0.
Mai 2014 Rechts
vor
schlag (
Urk.
14/3).
Daraufhin erhob die
GastroSocial
Pensionskasse weder Klage gegen den Versicherten noch stellte sie ein Rechtsöffnungsbegehren (vgl.
Urk.
13 S. 5).
2.
Mit Eingabe vom
7.
Juli 2015 erhob
X._
Klage gegen die
Gastro
Social
Pensionskasse und beantragte, es sei die Beklagte zu ver
pflich
ten,
ihm
ab
1.
Januar 2014 eine ganze Invalidenrente, even
tualiter eine
Teil
invali
denrente
im Umfang von
mindestens einer
Drei
viertelsrente
aus
zu
richten. Zudem sei festzustellen, dass die von der Beklagten im Rahmen der Verrech
nung geltend gemachte Rückforderung in Höhe von
Fr.
24‘307.-- nicht geschuldet sei (
Urk.
1 S. 2).
Mit Klageantwort vom 1
2.
Oktober 2015 beantragte die Beklagte Abweisung der Klage (
Urk.
13 S. 2).
Der Kläger liess mit Replik vom 25. April 2016 an seiner Klage festhalten, wobei
er
sein Rechtsbegehren insoweit änderte, als er von der Beklagte ab 1. Januar 2014 die Ausrichtung eine
r
ganze
n
Invalidenrente, even
tualiter einer Teilinvalidenrente im Umfang von mindestens einer
Dreiviertels
r
ente
, zuzüg
lich Zins zu 5 % seit dem 7. Juli 2015 forderte (Urk. 23 S. 2).
Die Beklagte hielt mit Duplik vom 15. August 2016 an ihrem Rechtsbegehren fest (Urk. 28 S. 2). Dem Kläger wurde das Doppel der Duplik zugestellt (
Urk.
30).
Mit Eingabe vom 1
4.
November 2016 reichte der Kläger einen Arztbericht ein (
Urk.
31,
Urk.
32), wovon die Beklagte mit Schreiben vom 2
6.
Januar 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
33).
Die Be
klagte liess sich am
9.
Februar 2017 zur Eingabe des Klägers vom 14. November 2016 (
Urk.
31) vernehmen (
Urk.
34),
was dem Kläger mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2017
(
Urk.
35)
zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem
schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Be
klagten oder dem Ort des Betrie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war.
Der
Kläger
war
von
2
.
Juni 1998
bis 30.
September 2005
beim
Y._
als Service-Mitarbeiter
t
ätig
gewesen
, und
in dieser Eigen
schaft bei der Be
klagten berufsvorsorgeversichert (
Urk.
18/5/1, Urk.
18/5/3).
D
as ange
rufene Gericht
ist
für die Beurteilung der vorlie
gen
den Klage
damit
örtlich und sachlich zuständig.
2.
2.
1
2.1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die ent
spre
chenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
siche
rung (
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von der
jenigen
Vor
sorgeeinrichtung
geschuldet, welcher die den Anspruch erhe
bende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obli
gatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit zu
sammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die ver
sicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Ver
bin
dung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das
Invaliditäts
risiko
auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obliga
torium
unter
standen hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E.
2b, je mit Hinweisen).
2.
1.
2
Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in wel
chem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Ein
klang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeit
nehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der
Ver
siche
rungsdauer
aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete
Invaliden
leistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entspre
chend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
Massgebend ist die erhebliche und dauerhafte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Auf
gabenbereich, welche mindestens 20
%
betragen muss (Urteil des Bundes
gerichts 9C_58/2015 vom 1
1.
August 2015 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen).
Der Zeit
punkt des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsun
fähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche An
nahmen und speku
lative Überlegungen ersetzt werden
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_91/2013 / 9C_110/2013 vom 17. Juni 2013 E. 4.1.2 mit Hinweisen)
.
2.
1.
3
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsun
fähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusam
men
hang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende
Gesund
heits
scha
den
im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusam
men
hangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit nicht während länge
rer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere
Vorsorge
ein
richtung
hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenom
men werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammen
hangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schema
tischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine
anspruchsbeein
flussende
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hin
weisen).
2.
2
2.2.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat eine versicherte Person nur so lange
Anspruch
auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge, als die Voraussetzungen für ihre Ausrichtung erfüllt sind. Sowohl bei der obligato
rischen Vorsorge, bei der die Änderung oder Aufhebung einer Rente den gleichen materiellen Voraussetzungen unterstellt ist wie die Revision oder Wiedererwägung einer Rente der Invalidenversicherung, als auch in der weitergehenden Vorsorge
mü
ss
en
die
Leistung
en
grundsätzlich angepasst
werden, wenn sie den gegenwärtigen tatsächlichen oder rechtlichen Verhält
nissen objektiv nicht oder nicht mehr entspr
e
ch
en
(Urteil des Bundesgerichts 9C_58/2015 vom 1
1.
August 2015 E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen).
2.2.2
Hinsichtlich
Invalidenrente
n
nach BVG
gilt es insbesondere
darauf hinzu
weisen
, dass sie
unter denselben materiellen Voraussetzungen wie eine Rente der Invalidenversicherung revisionsweise anzupassen oder aufzuheben
sind
. Die Vorsorgeeinrichtung kann bei einer Rentenaufhebung den
Revisionsent
scheid
der Invalidenversicherung nachvollziehen, aber auch aufgrund eigener Abklärungen entscheiden.
Diesfalls
bestimmt sich der Zeit
punkt der Auf
he
bung analog zu
Art.
88
bis
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenver
si
cherung (
IVV
)
, der
die rückwirkende Leistungsanpas
sung
nur bei unrecht
mässiger Erwirkung der Leistungen oder Ver
le
tzung der Meldepflicht zulässt
. Die Zulässigkeit einer rückwirkenden Auf
hebung hängt
dabei
von der Ver
letzung der Melde
pflicht gegenüber der
Vorsorgeein
richtung
, nicht gegen
über der IV-Stelle
, ab
(BGE 133 V 67 E.
4.3.1 und E.
4.3.5).
2.3
2.3.1
Gemäss
Art.
35a Abs. 1 BVG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu
rückzuerstatten. Von der Rückforderung kann abgesehen werden, wenn der Leistungsempfänger gutgläubig war und die Rückforderung zu einer grossen Härte führt. Der Rückforderungsanspruch verjährt mit Ablauf eines Jahres, nachdem die Vorsorgeeinrichtung davon Kenntnis erhält, spätestens aber mit Ablauf von fünf Jahren seit der Auszahlung der Leistung. Wird der
Rückfor
derungsanspruch
aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist festsetzt, so ist diese Frist mass
ge
bend (
Art.
35a Abs. 2 BVG).
Art.
35a BVG ist auf die obligatorische und die überobligatorische Vorsorgeversicherung anwendbar (
Art.
49 Abs. 2 Ziff. 4 BVG; SVR 2016 BVG Nr. 22 S. 95 E. 2, vgl. SVR 2011 BVG Nr. 31 S.
118 E.
3.1 f.).
Der Rückerstattungspflicht unterliegen zu Unrecht - das heisst ohne ge
setz
lichen oder bei nachträglich weggefallen
em
Grund - ausgerichtete Leistungen im Sinne der
Art.
13 ff. BVG (BGE 142 V 358 E. 6.1 mit Hinweis). Sobald eine Leistung ohne rechtlichen Grund ausge
richtet
wurde, ist das
Tat
bestands
merkmal
der Unrechtmässigkeit erfüllt. Nicht erforderlich ist der Verstoss gegen ein gesetzliches Verbot durch die Vorsorgeeinrichtung oder
ein
subjektives Unrechtsbewusstsein auf Seiten des Leistungsempfängers (Bettina
Kahil
-Wolff, in: Schneider/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, Art. 35a N 6).
2.3.2
Bezüglich der Rückerstattung von zu viel ausbezahlten Invalidenleistungen ist allerdings z
u berücksichtigen, dass nach der Rechtsprechung des Bundes
gerichts eine rückwirkende Rentenaufhebung im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge in Analogie zu
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV
eine
Melde
pflichtverletzung
gegenüber der Vorsorgeeinrichtung
voraussetzt (SVR 2016 BVG Nr. 22 S. 96 E. 4.2.1
; E. 2.2.2 vorstehend
). Dem
gegenüber ist für den Fall, dass einzig überobligatorische Leistungen strittig sind,
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV nicht analog heranzuziehen, wenn eine
Reglementsbestimmung
diese Frage für den interessierenden Zeitraum ab
schliessend regelt (SVR 2011 BVG Nr. 31 S. 118 E. 3.1 f.).
3.
3.1
Der Kläger
macht einerseits geltend, dass er aufgrund seiner somatischen und psychischen Gesundheitsstörungen ab
1.
Januar 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
der Beklagten
, mindestens jedoch auf eine
Dreiviertels
rente
, habe (
Urk.
1 S. 3 ff.), anderseits wendet er sich gegen
die
von der
Beklagten
ver
langte
Rückerstattung von zu viel ausbezahlten
Invaliden
leistun
gen
(Urk.
1 S. 8 ff.). Er lässt
im Wesentlichen
vorbringen, dass es seit März 2014 zu einer Ver
schlech
terung seines Gesundheitszustandes in soma
tischer Hinsicht mit deutlicher Zunahme der Kopf- und
Nacken
beschwerden
sowie der Lum
bal
gien gekommen sei (Urk. 1 S. 4-5).
So
leide er im Bereich der
Hals
wirbelsäule
(HWS)
neu
an einer
Arthrose des lateralen
A
t
lanto
axial
gelenks
. Diese Arthrose sei gemäss
Dr. med.
Z._
, Spezial
arzt FMH für Chirurgie,
besonders schmerzhaft und auch schwierig zu behandeln. Auch im Bereich der Lendenwirbelsäule
(LWS)
sei eine Verschlechterung ein
ge
treten. Im Seg
ment L3/L4 fände sich heute ein medialer
Anulus-fib
rosus-Riss
mit fokaler, medianer
Potrusion
sowie im Segment L5/S1 eine
mediola
terale
Diskusher
nie
(Urk. 1 S. 5).
Die somatischen Beschwerden, aufgrund derer
er
arbeitsunfähig sei, hätten bereits im Zeitpunkt des
Vorsor
gever
hält
nisses
mit der Beklagten bestanden. In der Folge hätten sich diese Beschwer
den sukzessive verschlimmert, so dass
nunmehr
eine volle Arbeits
unfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit vorliege (
Urk.
23 S.
11).
Sodann gehe a
us dem Bericht des
A._
vom 7.
Juni 2015 hervor,
dass
psychische Be
schwerden bestünden (Urk. 1 S. 5)
, und gemäss dem
psychia
trische
n
Gut
achte
n
von
Dr. med.
B._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH,
sei
er
aufgrund der
Chronifi
zierung
seiner psychi
schen Beschwerden
für jede Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S.
6).
Ein sachlicher und zeitlicher
Zusammenhang zwischen dieser psychisch beding
ten Arbeitsun
fähigkeit und der während der Dauer des
Vorsorge
ver
hältnisses
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit sei gegeben (
Urk.
23 S. 4-8).
Schliesslich sei er
überzeugt, dass keine Rück
zah
lung
von
Invaliden
leistungen
an die Beklagte geschuldet sei
. Eine Rück
forderung könne erst ab Rechtskraft des Urteils des hiesigen Gerichts vom 23.
August 2013 verlangt werden
. Es bestünde ein schutzwürdiges Interesse hinsichtlich seiner Fest
stellungsklage und eine Leistungs- oder
Gestaltungs
klage
sei nicht möglich
(
Urk.
1 S.
4,
9-10).
3
.
2
Demgegenüber bringt d
ie Beklagte
im Wesentlichen vor,
das
hiesige Ge
richt habe mit Urteil vom 2
3.
August 2013 festgehalten, dass aus somatischer Sicht basierend auf dem Gutachten der MEDAS
C._
vom
19. De
zember 2008 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Klägers in angepasster Tätigkeit auszugehen
sei
und dass aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Das
Bundesgericht sei sodann zum Schluss ge
kommen, dass dieses Gutachten den bundesrechtlichen Anforderungen an die Beweiskraft genüge
, und habe die Erwägungen des hiesigen Gerichts ge
schützt
(
Urk.
13 S. 4
,
Urk.
28 S. 4
).
Es stehe mithin rechtskräftig fest, dass der Kläger während dem Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten
(Ende Arbeits
ver
hältnis am 3
0.
September 2005) in psychischer Hinsicht nicht arbeitsun
fähig gewesen sei (
Urk.
13 S. 7
,
Urk.
28 S. 3
).
Zu den vom Kläger geltend ge
mach
ten Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht sei weiter zu be
merken, dass
im Schreiben des
A._
vom
7.
Juni 2015
keine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähig
keit des Klägers und keine psychische
Erkran
kung diagnostiziert worden sei, sondern lediglich die Rede von einer „depressiven Symptomatik“ gewesen sei.
Dr.
B._
habe ausge
f
ührt, dass im Gutachten der MEDAS
C._
vom 19. Dezember 2008 der Gesundheitszustand des Klägers im Herbst 2008 korrekt festge
halten worden sei
(
Urk.
13 S. 6).
Auch der psychiatrische Gutach
ter
Dr.
D._
sei zum Schluss gekommen, dass vorher - und damit jeden
falls nicht wäh
rend dem Vorsorgeverhältnis - beim Kläger keine eigen
stän
dige psychische Erkrankung bestanden habe (
Urk.
13 S. 7,
Urk.
28 S. 5).
Damit stehe fest, dass während dem
Vorsorge
ver
hältnis
keine psychische
Erkrankung mit Ein
schränkung der Arbeits
fähigkeit vor
gelegen habe (
Urk.
13 S. 6)
.
In somatischer Hin
sicht könne nicht
auf die Angaben des behandelnden Spe
zial
arztes Dr.
Z._
abge
stellt werden, zumal sich dieser ohne Be
grün
dung zur Arbeits
fähigkeit des Klägers geäussert habe (
Urk.
13 S. 8
,
Urk.
28 S.
6,
7
, 9
).
Dr.
Z._
attes
tiere dem Kläger schon seit Jahren eine volle Arbeitsunfähigkeit, obwohl die Fakten dem widersprechen würden.
Zudem habe das hiesige Gericht mit
Urteil vom 2
3.
August 2013
nicht
auf seine
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit des Klägers
vom 2
2.
Juli 2009 und 14. Mai 2012 abgestellt (
Urk.
34 S. 2).
Zu ihrer
Rückfor
derung beziehungs
weise Verrechnung der zu viel ausbezahlten
Invalidenleistungen sei schliesslich festzuhalten, dass sich dieser
Rück
for
de
rungsanspruch
aus
der
richterlichen
Beurteilung des vom Kläger
klage
weise
geltend ge
machten
Invaliden
renten
anspruch
s
, welcher sich gemäss seinem Rechts
be
gehren auf die Zeit ab 1.
Dezember 2007 bezogen habe
, er
gebe
. Es stehe rechtskräftig fest, dass der Kläger seit dem
1.
Dezember 2007 nur An
spruch auf eine
Viertelsrente
habe. Für darüber hinausgehende Zahlungen habe somit keine Rechts
grundlage bestanden
,
mithin
nicht nur für die Zahlun
gen seit Rechtskraft des Urteils
des hiesigen Gerichts
betref
fend den Renten
anspruch des Klägers. Daher seien sie
vom Kläger
aufgrund von
Art.
35a BVG zurückzuerstatten (Urk.
1
3
S. 9).
4
.
4
.1
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beklagte zu Recht
die Rückerstattung
von zu viel ausbezahlten
Invaliden
leistungen
verlangte
.
4
.2.
4
.2.1
Gemäss Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
3.
August 2013 hat der Kläger Anspruch auf eine
Viertels
r
ente
in der obligato
rischen beruflichen Vorsorge und keinen Rentenanspruch in der
überobli
ga
torischen
berufl
ichen Vorsorge (
Urk.
29/1 S. 21
).
Dies wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 1
6.
Dezem
ber 2013 bestätigt (
Urk.
29/2).
Mit Schreiben vom 2
7.
Januar 2014 hat die Beklagte die bislang gewährte
Dreiviertelsrente
von
Fr.
3‘798.--
pro Quartal
(vgl.
Urk.
2/2) rückwirkend per 2
2.
Januar 2007 auf eine Vier
tels-Invali
den
rente in der Höhe von
Fr.
1‘266.--
pro Quartal
herab
ge
setzt (
Urk.
2/3).
Die
Viertelsrente
gemäss BVG würde nach diesem Schreiben der Be
klagten Fr.
1‘134.-- betragen (
Urk.
2/3), womit
die
rück
wir
kende Herab
setzung und
Rückforderung von obliga
torischen
und
überobli
ga
torische
n
Invaliden
l
eistun
gen
zu beurteilen
sind
.
Während die rückwirkende Anpas
sung und damit auch die
Rückerstattung
von obligatorischen Invalidenleistungen der beruf
lichen Vorsorge nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
in analo
ger Anwendung von
Art.
88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV eine Meldepflichtverletzung voraussetzt,
besteht
im
über
obligatorischen
Bereich
diese Voraus
setzung nicht, falls das
Vorsorgeregle
ment
hinsichtlich Rücker
stattung
eine abschlies
sende Regelung
enthält
, welche eine vorbehaltlose Rückerstattung vorsieht
(E. 2.3.2
vorstehend).
4
.2.2
Fest steht, dass die Beklagte keine
Meldepflichtv
erletzung des Klägers
- rele
vant wäre einzig eine Verletzung der Meldepflicht gegenüber der Beklag
ten (E.
2.2.2
) - dargetan hat
. Weil
sich die Beklagte
auch nicht
auf eine
Regle
mentsbestimmung
beruft, welche
eine vorbehaltlose Rückerstattung von zu Unrecht erbrachten
Invalidenl
eistungen
der überobligatorischen beruflichen Vorsorge
statuieren
würde, fällt vorliegend die rückwirkende
Herabsetzung der Dreiviertels- auf eine
Viertelsrente
ausser Betracht. Damit ist der Kläger auch nicht zur Rückerstattung der zwischen 2
1.
Januar 2007 und 3
1.
März 2014 von der Beklagten ausbezahlten
Invalidenleistungen, welche eine
Vier
telsrente
übersteigen,
in der Höhe von
Fr.
72‘837.--
(
Dreiviertelsrente
: Fr. 109‘256.--
ab
züglich
Viertelsrente
:
Fr.
36‘419.--
)
verpflichtet.
A
uch eine Verrechnung mit dem un
be
stritten
gebliebenen
Anspruch des Klägers auf eine
Viertels
r
ente
fällt
ausser Be
tracht.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, ob der Kläger ab
1.
April
2014 Anspruch auf eine höhere als eine
Viertelsrente
der
Beklagten
hat.
5
.2
5
.2
.1
D
as Gutachten der MEDAS
C._
vo
m
1
9.
Dezember 2008 (Urk. 18/75) fasste das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
3.
August 2013
wie folgt zusammen
(
Urk.
29/1
S. 7-9):
„
Im Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle MEDAS
C._
vom 19. Dezember 2008 wurden folgende Diagnosen mit wesentlicher Ein
schrän
kung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 16/75
[im vor
liegenden Verfahren:
Urk.
18/75]
S. 17):
Chronisches Schmerzsyndrom im Nacken und linken Arm, mit
-
zervikovertebralem
Syndrom, mit
-
Osteochondrose
und
mässiggradiger
Diskusprotrusion
C5/6
- möglicher intermittierender Reizung der Nervenwurzel von C6 links
-
mässiggradiger
Periarthropathia
humeroscapularis
ankylosans
sinistra
,
mit
-
Diabetes mellitus als Risikofaktor
Leichtes, unspezifisches
Lumbovertebralsyndrom
.
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert nannten die Gutachter (Urk. 16/75
[im vorliege
n
den Ver
fahren:
Urk.
18/75]
S. 17):
Psychologische Verhaltensauffälligkeiten aufgrund somatischer Faktoren,
bei
-
akzentuierter Persönlichkeit mit
narzisstisch-verletzlichen und
ä
ngstlich-ver
meidenden Zügen, mit
-
Ehe-, Berufs- und Finanzproblemen
Diabetes mellitus Typ 2, seit 2004, unter Diät und
Sulfonylharnstoff
sehr
gut ein
gestellt (
HbA
1c 5.8 bei normal 4.8-5.7), bei
-
positiver Familienanamnese (Vater, eine Tante väterlicherseits)
Arterielle Hypertonie, wahrscheinlich „essentiell“, seit 1996 behandelt,
aktuell 140/100
mmHg
.
Objektiv wirke der etwas übergewichtige Kläger altersentsprechend, nicht depres
siv, aber unzufrieden und frustriert. Auffällig seien eine leichte Atro
phie der linken Schulterkontur und eine deutlichere des linken Oberarms. Es
zeigten
sich quere
Striae
albae
in der lumbalen und medialen
Ober
schenkel
region
(
Glukokortikoid
-Nebenwirkung). Es könne eine thorakale leichte
Hyper
kyphose
und linkskonvexe Skoliose des Achsenorgans beobachtet werden. Die aktive Beweg
lichkeit der Halswirbelsäule sei unter Stöhnen stark eingeschränkt, ganz im Gegensatz zum Verhalten während der Anam
nese. Die aktive Motilität des lin
ken Armes sei ebenfalls vermindert. Es bestehe eine Druck- und
Klopfdolenz
ohne unwillkürliche Reaktion von C1
Th2 und Th12 bis zum
Sakrum
. Der Blut
druck betrage 140/100
mmHg
. Der Kläger klage über eine dissoziierte
Sensibi
litätsstörung
der linken oberen Extremität bei symmetrischen Reflexen und nur wenig vermindertem Händedruck links gegenüber rechts.
Im Labor zeigten sich eine leicht erhöhte Zahl der
basophilen
Leukozyten sowie leicht erhöhte Werte von GPT, HbA1c und Gesamtprotein.
Konventionell-radiologisch sehe man an der Lendenwirbelsäule nur eine geringe Spondylose und daneben eine leichte
Aortensklerose
.
Für die angestammte Tätigkeit als Kellner bestehe ausschliesslich aus rheuma
tolo
gischen Gründen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine körper
lich leichte Tätigkeit ohne grosses Bewegungsausmass der linken Schulter und ohne Tätigkeiten kranial der Schulterhöhe bestehe eine voll
ständige Arbeitsfä
higkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfä
higkeit. Bezüglich der angestammten Tätigkeit als
Kellner sei in Übereinstim
mung mit der Beurteilung des damaligen Haus
arztes seit dem 26. Januar 2005 von einer Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen.
“
Die Berichte von
Dr.
Z._
vom 22. Juli 2009 (Urk. 18/92) und vom 14. Mai 2012 (Urk. 18/133)
fasste das hiesige Gericht im Urteil vom 23. Au
gust 2013 wie folgt zusammen (
Urk.
29/1 S. 9):
„
Im Bericht vom 22. Juli 2009 (Urk. 16/92
[im vorliegenden Ver
fahren:
Urk.
18/92]
) zu Händen der Rechtsvertreterin des Klägers diagnostizierte Dr. med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Chi
rurgie, ein chronisches
cervico-cephales
Schmerzsyndrom mit un
spezi
fischem, wahrscheinlich
cervical
bedingtem Begleitschwindel sowie eine
Cervicobrachal
gie
links mit im MRI dargestellter
intraforaminaler
Einen
gung C5/C6 links mit konsekuti
ver Nervenirritation. Seit mehr als 10 Jahren habe der Kläger ständige Nacken- und Hinterhauptsbeschwerden und Schmerzen in beiden Schultern. Die Beschwerden hätten über all die Jahre zugenommen. Daneben bestün
den neu
ropsychologische Beschwerden mit erhöhter Ermüdbarkeit, Kon
zentrations
schwäche, Vergesslichkeit, erhöhter Reizbarkeit sowie vermin
derter Leistungsfä
higkeit und Belastbarkeit. Für Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie in
wirbel
säulenbelastenden
Tätigkeiten in Zwangshaltungen, für Tätigkeiten mit lang andauerndem reinem Stehen, insbesondere in
vornüberge
neigter
Körper
haltung, für Tätigkeiten mit repe
titiven Rumpf- oder HWS-rotie
renden Stereotypien sowie für Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich, sei der Kläger nicht geeignet. Zumutbar erschienen körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten in
wirbelsäu
lenadaptierten
Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechsel zwi
schen Sitzen, Stehen und Gehen. Die pro
zentuale Arbeitsfähigkeit müsse durch einen Leistungstest geprüft werden.
Im Bericht vom 14. Mai 2012 (Urk. 16/133
[im vorliegenden Ver
fahren:
Urk.
18/133]
) hielt Dr.
Z._
dafür, dass dem Kläger aus somatischen und neuropsychologischen Gründen keine Tätigkeit mehr zugemutet werden könne.
“
5
.2.2
In seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2015 führte
Dr.
Z._
aus, das
s
der Kläger seit Jahren an einem chronischen rezidivierenden
cervical
und lumbal betonten
Panvertebralsyndrom
leide
. Seit Mitte 2014 sei es zu eine progre
dienten klinischen Verschlechterung gekommen (
Urk.
2/9 S. 1). Diese Ve
r
schlechte
rung habe auch im MRI eindeu
tig objektiviert werden können. So habe sich im MRI der HWS neu eine Arthrose de
s
lateralen
Atlanto
axial
ge
lenkes
gefunden. Ferner be
stünden Einengungen der
N
euroforamina
C5/C6
beidseits links betont mit Affektion der entsprechenden Nervenwurzeln C6 links. Im Bereich der LWS habe im MRI ebenfalls eine Verschlechterung objektiviert werden können. Im Segment L3/L4 habe sich ein mediale
r
Anulus
fibrosus
R
iss mit fokaler, medianer
Protrusion
und im Segment L5/S1 eine
mediolaterale
Diskushernie
finden lassen
. Aufgrund
der
massiven
,
vor allem belastungsabhängigen Be
schwerden einerseits und den deutlichen Befunden in den bildgebenden Ver
fahren anderseits könne dem Kläger
zur Zeit
und bis auf weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden (
Urk.
2/9).
Am
4.
November 2016 schrieb
Dr.
Z._
, dass das Leistungsvermögen des Klägers erheblich eingeschränkt sei. Die Veränderungen seien fortgeschritten
. Dem Kläger könne keine körperlich belastende Tätigkeit zugemutet werden. Auch leichte Tätigkeiten seien „leidensgerecht“ und würden „auf Kosten der Restgesundheit“ ausgeübt. Es würden Einschränkungen für langes Stehen und Gehen,
knieende
und hockende Tätigkeiten vorliegen. Vom Besteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten werde abgeraten. Wiederkehrende
Über
kopfarbeiten
, Tätigkeiten über der Brusthöhe, körperferne Tätigkeit seien nicht möglich. Ferner sollten keine schweren Lasten repetitiv mit dem linken Arm bewegt werden
(
Urk.
32 S. 2).
5
.3
5
.3.1
Mit Urteil vom 2
3.
August 2013 erwog das hiesige Gerich
t, dass dem Gutach
ten der MEDAS
C._
vom 1
9.
Dez
ember 2008 Beweiswert zu kom
me
und dass die
weiteren medizinischen Akten - insbesondere auch
die
Berichte von
Dr.
Z._
vom 22. Juli 2009 (Urk. 1
8
/92) und vom 14. Mai 2012 (Urk. 1
8
/133) -
keine Zweifel an diesem
Gutachten
begründen würden (vgl.
Urk.
29/1 S. 14-17). Auf dieses Gutachten abstellend führte es
weiter
aus, dass
beim Kläger eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dahingehend vo
rliege
, als er in der angestammten Tätigkeit als Kellner vollstän
dig arbeits
unfähig
sei
. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit dagegen be
steh
e
eine vollständige Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
29/1 S. 18).
Dies
e Erwägun
gen
be
zo
g
en
sich
einzig
auf die somatischen Gesundheitsstörungen
, denn das hiesige Gericht kam ge
stützt auf die damalige medizinische Aktenlage zum Schluss, dass beim Kläger in psychischer Hinsicht eine vollständige Arbeits
fähigkeit gegeben sei (
Urk.
29/1 S. 18; vgl
. ferner E.
5
.3.2 nachstehend).
Dr.
Z._
schrieb
in seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
2/9)
, dass
die neusten MRI-Befunde für eine Verschlechterung bei der HWS und LWS sprechen würden
(
Urk.
2/9 S. 2).
Zu berücksichtigen ist allerdings, dass
sich bereits bei
der
von Dr.
E._
befundeten
MRI-Unter
suchung der HWS vom
25.
März 2008
Osteochondrosen
der Niveau C5/6, C6/7, eine durch
Uncarth
rosen
verursachte exzentrische Einengung des
Fora
men
inter
vertebrale
C5/6, links deutlicher als rechts mit wahrscheinlicher Ir
ritation der Wurzel C6
, eine nur mässige Einengung des
Foramen
interverte
brale
C6/7, sowie eine kleine mediane
Di
s
cushernie
C4/5, C5/6 ohne
Neuro
kompression
zeigte
(
Urk.
18/69; vgl. auch den Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie, zum
Upright
MRI der HWS vom
2.
Juli 2009 [Urk.
18/97]
sowie den Bericht des
G._
vom 3
0.
Mai 2011 [
Urk.
18/136/24]
).
So
dann konnte dem rheumatologischen Konsilium
von
Dr.
med.
H._
, FMH Rheumatol
o
gie/Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
zuh
anden der MEDAS
C._
vom 1
1.
September 2008 die Diagnose
leichtes
Lumbovertebralsyndrom
, unspezi
fisch, bei nor
malen Röntgenbildern (vom 11.
September 2008) entnommen werden (Urk.
18/75/30; vgl. auch den Bericht des
G._
vom 3
0.
Mai 2011 [Urk.
18/136/24])
. Hierzu hielt
Dr.
H._
fest, dass der Kläger Schmerzen im Rücken angegeben habe. Es finde sich tief lumbal eine deut
li
che
Druckdolenz
. Die Beweglichkeit sei
mässiggradig
eingeschränkt. Kon
ventionell radiologisch finde sich eine normale Lendenwirbelsäule. Aufgrund der Befunde sei eine körperliche Schwerarbeit nicht mehr zumutbar. Es be
stünde
n
jedoch keine Einschrän
kun
gen in anderen Tätigkeiten
(Urk. 18/75/32).
Mit diesen Vorbefunden befasste sich
Dr.
Z._
nicht, weshalb nicht nach
vollziehbar ist, inwiefern der Beschwerdeführer durch die von
Dr.
Z._
angegeben
en
MRI-Befunde in seiner Arbeits
fähigkeit zu
sätzlich eingeschränkt
sein sollte
.
Ebenso wenig gab
Dr.
Z._
in seinen Berichten vom 2
7.
Februar 2015 (
Urk.
2/9) und 4. November 2016 (
Urk.
32)
eine schlüssig
e
und überzeugende Einschätzung
zur
Arbeitsfähigkeit des Klägers ab.
Es fehlt insbeso
ndere eine Auseinander
setzung m
it den
Ein
schätzung
en
zur Arbeitsfähigkeit des Klägers in frühe
ren Arztberichten und Gutachten
. Dies gilt auch für seine eigenen Berichte. Im
an die
Rechtsvertre
terin
des Klägers adressierten
Be
richt vom 22.
Juli 2009
schrieb Dr.
Z._
, nachdem er den Kläger an diesem Tag zum ersten Mal gesehen hatte (vgl.
Urk.
18/92/2)
,
unter anderem Folgen
des (
Urk.
18/92/1)
: „Seit mehr als 10 Jahren habe der Patient ständige Nacken- und Hinterhauptsbeschwerden und Schmerzen in beiden Schultern. In all den Jahren haben die Be
schwerden zu
genommen und die vielen Be
handlungen hätten entweder gar nicht, oder nur vorübergehend geholfen. Momentan am schlimmsten sind für ihn die stän
digen Nacken- und Hinterhauptschmerzen, begleitet mit
Schwankschwindel
; deswegen sei er manc
h
mal gehunsicher. Seit mehr als 4
Jahren ist der Patient deswegen arbeitsunfähig.“
In seinem
Bericht
vom 4.
November 2016, wel
che
n er
wiederum
zu
h
anden der
Rechts
vertreterin
des Klägers
ver
fasst
e
,
führte Dr.
Z._
unter anderem
aus
(
Urk.
32 S. 2)
: „Der weitere Verlauf war durch eine progrediente Verschlech
terung des
cer
vicocephalen
Syndroms gekennzeichnet, in all den Jahren haben die Beschwerden zugenommen und die vielen Behandlungen hätten entweder gar nicht, oder nur vorübergehend geholfen. Aktuell sind für den Patienten vor allem die ständigen Nacken- und
Hinterhauptschmerzen begleitet von
Schwankschwindel
und
Gehun
sicherheit
das Hauptproblem
. Aufgrund dieser Beschwerden
ist
der
Patient
seit Jahren zu 100
%
arbeits
unfähig
“
.
Wie schon im Bericht vom 22.
Juli 2009 gab
Dr.
Z._
im Bericht vom 4.
November 2016
im Wesentlichen bloss
die subjek
tiven Anga
ben des Klägers
wieder
, ohne
jedoch
eine Beurteilung
von
medizinische
n
Befunde
n
abzugeben
.
Er
be
gründet
e
ebenfalls nicht, weshalb er mit
Zumut
barkeitsprofil
vom 4.
Novem
ber 2016
von demjenigen vom
2
2.
Juli 2009
ab
gewichen ist
(Urk.
18/92/2)
. Seinem
Bericht
vom 4.
November 2016
ist zu entnehmen, dass leichte Tätigkeiten
für den Kläger
„leidensgerecht“ seien. Mithin hält
Dr.
Z._
w
ie schon im
Bericht vom 22. Juli 2009 (
Urk. 18/92
)
dafür
, dass dem Kläger behinderungsangepasste Tätigkeiten zu
mutbar
seien
, konnte aber die Arbeits
fähigkeit nicht beziffern.
Das hiesige Gericht hat
den
entsprechenden Aus
sagen von
Dr.
Z._
bereits
Urteil
vom 2
3.
August 2013
keinen
Be
weiswert
zuerkannt
(
vgl.
Urk.
29/1 S. 17).
Weil
er die Arbeitsfähigkeit des Klägers auch wegen dessen angeblichen neuropsychologischen Beschwerden als ein
geschränkt ansieht (
Urk.
32 S. 2), äussert sich
Dr.
Z._
als
Facharzt für Chirurgie zudem fachfremd.
Deshalb kann auch nicht auf den Verlaufsbericht von
Dr.
Z._
zu
h
anden der IV-Stelle vom 1
6.
November 2015 abgestellt werden, weil
Dr.
Z._
dort ausführte, dass der Kläger aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden einerseits sowie den neuro
psycho
logischen Beschwerden ander
seits permanent zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
18/151/4).
Schliess
lich
ist auch der Erfahrungs
tat
sache
Rechnung zu tragen
, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_289/2016 vom 20.
Juni 2016
E. 4.2 mit Hin
weis auf BGE 135 V 465 E. 4.5).
Damit kann nicht auf die Berichte von
Dr.
Z._
abgestellt werden.
Die vom Kläger geltend gemachte V
erschlechterung
des Gesundheitszustandes in somatischer Hinsicht ist daher nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
5
.3.2
W
as die vom Kläger geltend gemachten Einschränkungen in psychischer Hin
sicht betrifft, so
ist zu berücksichtigen, dass der Kläger aufgrund seiner Tätigkeit als Service-Mitarbeiter von 2. Juni 1998 bis 30. September 2005 bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war (Urk. 18/5/1, Urk. 18/5/3).
Als
dann hat d
as
hiesige Gericht
hat
mit Urteil vom 2
3.
August 2013
er
wo
gen
, dass gestützt auf das Gutachten der MEDAS
C._
vom
19.
De
zember 2008 nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Klägers in psychischer Hinsicht auszugehen sei (
Urk.
29/1 S. 8, 18).
Demnach fehlt es am engen sachlichen
und zeit
liche
n
Zusammenhang zwischen de
n
nunmehr
geltend gemachte
n psychischen Gesundheitsstörungen
und
der
während des Vorsorgeverhältnisses
mit der
Beklagten
eingetretene Arbeits
unfähigkeit
. Deshalb trifft die Beklagte hinsicht
lich der geltend gemachten psychischen Beschwerden des Klägers keine Leistungspflicht
. Der Vollstän
digkeit halber ist zu er
wäh
nen, dass sich der Psychiater
Dr.
I._
- auf welchen sich der Kläger be
zieht (
vgl.
Urk.
23 S.
5
) - in seinem Bericht vom 1
9.
Februar 2006 nicht zur Arbeits
fähigkeit des Klägers äussert
e
(
Urk.
18/15/1, vgl. auch
das
Urteil des hiesigen Ge
richts vom 23.
August 2013
[
Urk.
29/1
S. 7
]
)
, der
Ein
tritt der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit
jedoch
echt
zeitlich
nachgewiesen sein
müsste
(E.
2.1.2)
.
Sodann
hat
der vom Kläger eben
falls angeführte Psychiater Dr.
B._
festgehalten, dass die Gutachter der MEDAS
C._
den Gesundheitszustand des Klägers im
Herbst 2008 korrekt fest
ge
halten hätten
(
Urk.
2/13 S. 23)
.
6
.
Zusammenfassend ist festzustellen,
dass
der Kläger nicht zur Rückerstattung der zwischen 2
1.
Januar 2007 und 3
1.
März 2014 von der Beklagten ausbe
zahlten Invalidenleistungen, welche eine
Viertelsrente
übersteigen, in der Höhe von
Fr.
72‘837.-- verpflichte
t ist. Diesbezüglich ist die Klage gutzu
heissen. Ab
1.
April 2014 besteht
allerdings
nur noch Anspruch auf eine
Viertels
rente
der Beklagten.
Soweit
der Kläger eine höhere Invalidenrente verlangt, is
t die Klage
diesbezüglich abzuweisen
.
7
.
7
.1
Der vertreten
e
Kläger hat Anspruch auf eine
reduzierte
Prozessent
schä
di
gung
, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und seinem teilweisen Obsiegen auf
Fr.
1‘400.--
(inkl.
Baraus
lagen
und
MWSt
) festzu
setzen ist.
7
.2
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres
teilweisen
Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).