# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a52af8e-df0d-4020-81ae-54df6bf2a2b6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1967,
arbeitete seit
1992 bei der
Y._
,
deren
(Allein-)Gesellschafter und Geschäftsführer
er
zuletzt
war. Ü
ber
die
Y._
war er
bei der
AXA
–Winterthur
(nachfolgend: AXA)
obligatorisch unfallversichert.
A
m 2
6.
Oktober 2015 erlitt
X._
einen Zeckenbiss
(vgl.
Unfallmeldung,
Urk.
8/
A1
), infolgedessen er
nach Entwick
lung einer grippalen Symptomatik mit Muskelschmerzen und starken Kopf
schmerzen
vom
1
1.
b
is
zum
1
9.
November 2015 im
Z._
hospi
tal
i
si
ert
war
,
und
wo nach ausführlichen Abklärungen eine akute Frühsommer-
Meningoenzephalitis
(FSME)
diagnostiziert worden war
;
ab 26.
Oktober 2015 war er vollständig arbeitsunfähig
(vgl. Arztzeugnis UVG, Urk.
M1)
.
Nach Eingang der entsprechenden Unfallmeldung am
4.
Februar 2016
(Urk.
8/
A1-2) tätigte die
A
XA
Abklärungen in
medizinischer wie in erwerblicher Hinsicht.
M
it Schreiben vom 4.
Oktober 2016
erbrachte
sie
die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heil
behandlung)
,
hielt jedoch gleichzeitig
fest, dass gemäss ihrem
medizinischen Dienst die Beschwerden
(nur)
bis März/April 2016
überwiegend wahrscheinlich
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stü
nd
en, die Taggelder daher
gestützt auf die vorliegenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
bis Ende Februar 2016 abgerechnet worden seien und
-
da der medizinische Dienst ab April 2016 keine Notwendigkeit mehr für medizinis
che Kontrolluntersuchungen sehe -
die diesbe
züglichen R
echnungen ab
1.
Mai 2016 nicht mehr übernommen werden könnten (
Urk.
8/
A9).
Am 16.
Januar 2017 retournierte die AXA
u
nter Hinweis auf die so erfolgte Leistungseinst
e
llung einger
e
ichte Rückforderungsbelege
an den Versi
cherten
(
Urk.
8/
A
14).
Am
1
3.
Februar 2018 liess
X._
bei der AXA die Prüfung von weiteren Leistungen aus dem
Ereignis
vom
26.
Oktober 2015 beantragen
. Er
liess
ausfüh
ren,
dass er
-
entgegen der urs
prünglichen Hoffnung, dass er wieder zu seiner Leistungs
f
ähigkeit zurückfinden würde -
noch immer ausserordentlich und massgeblich eing
e
schränkt sei
,
und dass
die noch bestehenden Einschränkungen auf die durchgemachte Hirn
haut
entzündung aufgrund des
FSME-
Virus zurück
zuführen seien
(
Urk.
8/
A22). Die AXA tätigte in der Folge
weitere medizinische
Abkläru
n
gen
und holte
Stellungnahmen ihres
beratenden Arztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, Physikalische Medizin und Reha
bilitation, ein. Gestützt
auf dessen Stellungnahme vom 2
6.
November 201
8
(
Urk.
10/M
27)
verneinte
sie mi
t Verfügung vom 14.
Januar 2019 einen weiteren Leistungsanspruch im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
6.
O
ktober 2015 (
Urk.
8/
A54). Dagegen erhob der Versicherte am 1
4.
Februar 2019
Einsprache
(Urk.
8/
A64)
,
welche
die AXA mit
Einspracheentscheid
vom 30.
September 2019 ab
wies
(
Urk.
8/
A74 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheents
cheid
vom 3
0.
September 2019 lässt
X._
hierorts am
1.
November 2019 Beschwerde erheben mit den folgenden Anträgen:
«
1.
Es seien die Verfügung vom 1
4.
Januar 2019 der AXA
Operations
U
nfall und Krank
entaggeld sow
i
e
der
Einspracheentscheid
vom 30.
September 2019 aufzuheben.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Unfallversicherungsgesetz in Form von Taggeldern bezie
hungsweise einer Rente ab
1.
März 2016 auszurichten.
3.
Es seien die unfallbedingten Heilungskosten des Beschwerdefüh
rers ab
1.
Mai 2016 zu übernehmen.
4.
Es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Integritätsentschä
digung zuzusprechen.
5.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen im Rahmen eines polydisziplinären Gutachtens unter andere
m
in den Fachrich
tungen Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie zu treffen.
6.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) z
u Lasten der Beschwerdegegnerin
»
(
Urk.
1 S. 2).
In formeller Hinsicht
beantragte
er
die
Ansetzung einer
(
Nach
-)Frist zur allfälli
gen Änderung oder Ergänzung des Rechtsbegehrens und zur Einreichung von zusätzlichen medizinischen Unterlagen
(Urk.
1 S. 2)
, welchem Antrag unter Hin
weis auf die Äusserungsmöglichkeit in einem allfälligen zweiten Schriftenwechsel nicht entsprochen wurde (
Urk.
5).
Mit Beschwerdeantwort vom 22.
Januar 2020
beantragte die AXA
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8).
Mit Verfügung vom 6.
Februar 2020 wurde ein zweiter Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk. 11). Mit Eingabe vom 12.
März 2020 liess der Beschwerdeführer unter Festhalten an den gestellten Rechtsbegehren Repli
k erstatten (
Urk.
13) und am 2.
April 2020 ergän
zende Unt
erlagen ins Recht reichen (Urk.
17-18/1-8). Die Beschwerdegegneri
n beantragte mit
Duplik
vom 14.
Mai 2020 weiterhin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
21), was dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
6.
Oktober 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, mögli
cherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslö
sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner
zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen und adä
quaten Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge gel
tend gemachten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers; dabei sind an den Wahrschein
lichkeitsbeweis umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beein
trächtigung ist (SVR 2005 MV Nr. 1 S. 1; RKUV 1997 Nr. U 2758, Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2011 vom 22. Februar 2012 E. 2.2). Bei Beweislosigkeit
fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 E. 3b).
1.6
Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (
BGE 132 V
412
E. 4, Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (
BGE 134 V 145
). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt indes keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Per
son mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leis
tungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2013 vom 31. Juli 2013 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
1.7
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
ihre
Leistungspflicht
im Wesentlichen damit, dass auf die Stellungnahme von
Dr.
A._
, welche sich auf objektivierbare –
und
gegen ein
postenzephalitisches
Syndrom sprechende - Befunde stütze und mit den Angaben des involvier
ten Spezialisten korrespondiere
, abgestellt werden könne. Danach
sei
ein überwiegend
wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang zwi
schen den geltend gemachten Bes
chwerden zum Ereignis vom 26.
Oktober
2015
nicht erstellt. Die Folgen der Beweislosigkeit trage der
Versicherte
, da die Sach
lage unter dem Aspekt des Rückfalles zu prüfen sei (
Urk.
2)
.
2.2
Der Beschwerde
führer lässt dagegen zur Hauptsache vorbringen, es werde bestrit
ten, dass die FSME je ausgeheilt war und zwischen dem Unfallereignis und den
jetzigen
Beschwerden kein Kausalzusammenhang bestehe.
Zwar
habe
er
zeitwei
lig versucht, seine Beschwerden und Einschränkungen zu ignorieren beziehungs
weise auszuhalten
,
um im Arbeitsalltag wieder Fuss zu fassen, was ihm jedoch nicht gelungen sei. Die behandelnde Neurologin bestätige, dass der Beschwerde
führer noch immer an einer leichten neuropsychologischen Funktionsstörung
mit/bei St. nach Frühsommer-
Meningoenzephalitis
leide
und zu 50
% arbeitsun
fähig sei, womit der Zusammenhang zwischen dem Zeckenbiss und den gesund
heit
lichen
Folgen von fachärztlicher Seite erstellt sei
.
Alsdann sei die
Le
is
tungs
pflicht unter dem Aspekt des Grundfalls zu prüfen
(Urk.
1 und
Urk.
13).
2.3
Unbestritten ist, dass der Beschwerdef
ührer im Oktober 2015 eine FSME-
Infektion
(
wohl
)
infolge eines
Zeckenbiss
es
erlitt und die in der Folge -
im November 2015
zu einer
Hospitalisation
führenden – Beschwerden
zunächst
überwiegend wahr
scheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit
dieser
Infektion standen.
Strit
tig und zu prüfen ist hingegen, ob die
am 1
8.
März 2018 erneut geltend gemach
ten
Beschwerden weiterhin überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kau
salzusammenhang stehen zur FMSE-
Infektion.
3.
3.1
Im Austrittsberich
t des
Z._
vom 19.
November 2015 diagnostizier
ten die verantwortlich zeichnenden Ärzte eine Frühsommer-
Meningo
-Encepha
litis
. Sie führten im Wesentlichen aus, die Zuweisung sei hausärztlich aufgrund einer seit ca
.
4 Wochen bestehenden unklaren Allgemeinzustandsverschlechte
rung mit diffusen Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit
,
Halsschmerzen und Schnupfen ohne Fieber sowie
starken Kopfschmerzen mit Schwindel ohne Erbre
chen sowie
Bauchkrämpfen
,
betont nach dem Essen, erfolgt. Nach durchgeführten vielseitigen Abklärungen habe sich im Liquor letztendlich eine aktive Frühsom
mer-
Meningoencephalitis
gefunden, was auch zur Symptomatik des Patienten passe. Bei unter symptomatischer Therapie fast vollständig
regredienten
Besc
hwerden habe der Patient am 19.
November 2015 in verbessertem Allge
meinzustand nach Hause entlassen werden können
. Für die Verlaufskontrolle ver
wiesen sie den Versicherten zur Wiedervorstellung
an die
Neurologin
Dr.
B._
(Urk.
10/
M3).
3.2
Nachdem der Vers
icherte bereits am 2.
Dezember 2015 bei
Fachärztin für Neuro
logie sowie Psychiatrie und Psychotherapie
B._
vorstellig
geworden
war, hielt diese g
estützt auf
die Konsultation vom 2
1.
Dezemb
er 2015 fest, der Versicherte
berichte
über eine deutliche Besserung im Vergleich zur Voruntersuchung. Er fühle sich belastbarer und die Geschmacksstörungen seien rückläufig, die Schwä
che der Extremitäten nur noch gering
vorhanden
.
Er habe jeden Tag eine Stunde arbeiten können. In der klinisch
-neurologisch
en Untersuchung bestehe nach wie vor ein (mutmasslich vorbestehender) Haltetremor der Hände, die Reflexe seien eher lebhaft auslösbar, das Gangbild deutlich gebessert, insbesond
e
re der Seiltän
zergang
mit geschlossenen Augen
problemlos durchführbar. Ab Januar werde die Arbeitsfähigkeit auf 30
% erhöht, voraussichtlich ab Februar 50
% bei weiterhin
günstigem Verlauf, ab März wieder vollständige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10/M
5
/5-
6
)
.
3.3
Am 4.
Januar 2016
stellte sich
der Versiche
r
te
in der
hausä
r
z
t
lichen Praxis vor,
wo
er – so der Eintrag in der Krankeng
e
schichte - über
seit 2
8.
Dezember 2015 bestehende
Er
k
ä
lt
ung, Halsschmerzen und – trotz Einnahme von Ibuprofen nach
t
elefonischer R
ücksprache mit Neurologin
B._
–
über
Schluckbeschwerden klagte. Es bestehe der Verdacht auf einen viralen Infekt, DD
:
Herpangina
. Gemäss Angaben des Patienten bestünden aktuell keine ne
ur
ologischen Folgen, jedoch sei er
nach wie vor 80
% arbeitsunfähig. A
m 29.
Januar 2016
habe er einen Ter
min bei Ne
u
rolo
g
in
B._
(
Urk.
10/
M
26 S. 2)
.
3.4
Gestützt auf die Untersu
chung vom 29.
Januar 2016 diagn
o
s
tizierte Neurologin
B._
einen Status nach Frühsommer-
Meningoencephalitis
. Sie gab an
,
der Ver
sicherte berichte
weiterhin
über eine Besserung im Ver
g
leich zur Voruntersu
chung. Andrerseits sei die volle Bela
stbarkeit weiterhin nicht gegebe
n. Er sei schnell er
m
üdbar,
die
Kraft in Armen und Beinen sei
noch
reduziert, sodass er vereinzelte Stunden
a
r
b
eiten könne, jedoch
bislang noch keinen Tag
habe
durch
arb
eiten können. In der k
linisch-
neurologischen Unters
u
chung
finde sich ein
unveränderter Tremor der beiden Hände (vorbestehend
)
.
Darüber hinaus
ergebe sich ein
u
nauffälliger Befund
. Die initialen
,
im Vordergrund gestandenen Koor
dinationsstörungen seien nicht mehr vorhanden. Die Arbeitsfähigkeit im Monat Februar werde auf 50
%
festgesetzt
, danach Beurteilung durch den Hausarzt
(
Urk.
10/M
5
/3-4
)
.
3.5
Am
6.
Juni und 1
3.
Juli 2016 wurde der Versicherte durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, untersucht.
In seinem Ber
icht vom 16.
Juli 201
6 nannte
Dr.
C._
als aktuelle Diagnosen einen Verdacht auf einen benignen Lagerungsschwind
el mit Begleitsymptomen, Verdach
t
auf
periphere Polyneuropathie, Sta
t
us
nach FSM
E
10/
2015 mit
R
estitutio
ad
integrum
sowie einen S
tatus nach
kurzfristigem Immunkontakt mit
B
orrelia
burgdorferi
. In seiner Beurteilung führte
Dr.
C._
aus, bei dem 49
jährigen Pati
enten seien im Herbst 2015
meningoenzephalitische
Beschwerden aufgetreten, deren Abklärung im
Z._
im November 2015
eine FSME er
geb
en
habe
; die Diagnose habe
sich auf die Symptomatik, auf die
mononukleäre
Pleo
zytose
im Liquor und auf erhöhte
IgG
- und
IgM
-Titer
gestützt
. Die Heilung sei kompl
i
kationslos verlaufen. Im Dezember 2015 seien grippale Beschwerden auf
getreten, ein genereller A
u
sschlag mit Juckreiz u
nd
u
.a
.
auch ein Drehschwindel, der Patient sei 100
% arbeitsunfähig geworden.
Bezüglich FSME führte
Dr.
C._
aus, obwohl i
h
m die genauen
Titerwerte
vom
Z._
nic
ht vorlägen, könne aufgrund der
aktuellen Serologie (stark erhöhter
IgG
-Titer) davon ausgegangen w
erden, dass der Patient im Oktob
er 2015 eine FSME durchgemacht habe. Die Entzündung sei aber auf
g
rund des jetzt nor
malen
Liqu
orbefun
des
ab
geheilt und auch klinisch sei die FSME ausgeheilt. Im Dezember 2015 habe sich
,
deutlich abg
esetzt von der FSME
,
und nach ei
n
e
r Phase des gesundheitlichen Wohlbefindens
,
ein neues Beschwerdebild gezeigt, deren Ursache er (
Dr.
C._
) in erster Linie in einem viralen Infekt sehe. Jedenfalls habe
er
zur Bildun
g
eines Drehschwindels geführt und zu anderen Symptomen, die den Patienten völlig invalidisierten. Mehrere Symptome (Hautausschlag, Pruritus, benigner Lagerungsschwindel) passten nicht zu einer FSME. Chronische Beschwerden träten auch nicht abgesetzt von der akuten Erkrankung auf, diese müsse nahtlos in die chronische übergehen. Zusammenfassend bestehe ein S
tatus nach FSME, der geheilt sei
. Ab Dezember 2015 sei eine neue Erkrankung aufge
treten, die am ehesten viraler Genese sei
(
Urk.
10/M
20
/3-4
)
.
3.
6
Am 17.
Oktober 2016 wurde
auf Veranlassung des Hau
s
a
r
ztes
Dr.
D._
im
Z._
ei
n MRI
Neurokranium
durchgeführt. Dieses
ergab
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
3.
November 2015 einen stationären Befund mit altersen
tsprechender Darstellung des
Ne
u
r
okraniums
im MRI
sowie insbesondere keine Anhaltspunkte für eine aktuelle/
residuelle
Enzephalitis
(
Urk.
10/M
21).
3.
7
Gestützt auf die Nachkontrolle vom
25.
November 2016 führte
Dr.
C._
aus, die Beschwerden seien deutlich besser geworden respektive die Schwindelbeschwer
den und die Müdigkeit praktisch verschwunden. Aufgrund der durchgeführten Abklärungen könne
mit Eindeutigkeit eine zusätzl
i
c
h durchgemachte Borreliose im Stadium II oder I
II als Ursache der Beschwerden
ausgeschlossen werden. Auch ein Zusammenhang der Schwindelbeschwerden und der Müdigkeit mit der früher durchgemachten FSME könne aufgrund des klinischen
Verlaufs ausgeschlossen werden
(
Urk.
10/M
20
/1
)
.
3.
8
Auf
Zuweis
ung des Hausarztes
Dr.
D._
wurde der Versich
erte
am 5. und 13. Dezember 2016
in der
E._
,
F._
,
neuropsy
chologisch untersucht. Die verantwortlich zeichnenden Fachpersonen diagnostiz
ierten in ihrem Bericht vom 29.
Dezember 2016 ein
postenzephalitisches
Syndrom
(ICD-10 F.07.1)
bei Status nach FSME sowie anamnestisch ab Dezember 2015 neue Symptomatik, am ehesten viraler Genese
(Bericht
Dr.
C._
vom 16.
Juli 2016). Sie gaben
in der Anamnese
an, der Versicherte berichte
,
seit der FSME sei die Vergesslichkeit ein starkes Problem, vor allem im Geschäft
,
wo es zu Fehlern, oft Fehlleistungen komme. Auch seien Auf
m
e
rk
samke
i
t und Konzentration
etwas beeinträchtigt. Im Dezemb
er 2015 habe er laut behandelnden Ärzten eine unbekannte Infektion erlitten, seither habe er Hautausschläge, Gelenkschmerzen, welche auch zu Schlafstörungen führen würden,
sowie
teilweise Übelkeit.
Aus all diesen Beeinträchtigungen und dem mittlerweile mehrmonatigen Verlauf resultiere auch eine gewisse psychische Belastung.
Aufgrund der Untersuchungen gaben sie an, die B
efunde entsprächen einer leicht
-
b
is mittelschweren neuropsychologischen Störung. Diese sei vor dem Hin
tergrund der erlittenen FSME interpretierbar. Gemäss aktuellen wissenschaftli
chen Daten bestünden bei bis zu 46
% der an FSME erkrankten Personen permanente kognitive oder neuropsychiatrische Beschwerden. Der Fachexperte
Dr.
C._
w
eise in seinem Bericht auf eine
andere
virale Erkrankung hin;
inwieweit auch diese ätiologisch mit de
n
beobachtbaren kogn
itiven Einschränkungen zusammen
hänge, k
önne gegenwärtig nicht schlüssig beant
wortet werden. Es könne von einer Arbeits
un
fähigkeit
v
o
n 30
% bis 40
% ausgegangen werden (
Urk.
10
/
B
10/1).
3.
9
Dr.
D._
stellte
am 28.
März 2018
zuhanden der AXA
die Diagnose einer akuten FSME-
Meningoenzephalitis
mit Entwicklung eines
postenzephalitischen
Syndroms. Er gab im Wesentlichen
an, die Befunde seien stationär. D
ie Geschäfts
führung des Schlüsselfachgeschäftes habe bedingt durch
die
enzephalitische
Erkrankung und
erheb
l
iche
n
Defizite der Hi
rn
leistung aufgegeben und d
as Gesch
äft verkauft werden müssen. Der Versicherte sei bei der IV angemeldet.
Dr.
D._
attestierte dem Versicherten
ab
26.
Oktober 2015
eine
Arbeitsunf
ä
h
igkeit von 100
%, ab 19.
November 2015 von 90
%, ab 1.
Januar 201
6
von 70
% und ab
1.
Februar 2016
von 50
% und gab an
,
eine Steig
erung sei ni
c
h
t mehr möglich gewesen (
Urk.
10/M
10).
3.
10
I
n ihrem Verlaufsb
ericht von
3.
Oktober 2018
an die AXA
diagnostizierten die verantwortlich zeichnenden Fachpersonen der
E._
ein
postenzephalitisches
Syndrom (ICD-10 F07.1) bei Status nach FSME
;
anamnes
tisch ab Dezember 2015 neue Symptomatik, am ehesten viraler Genese (Bericht von
Dr.
med.
C._
vom
1
6.
Juli 2016) sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1/2). Im Vordergrund stünden neben den körper
lichen Beschwerden
weiterhin die Einschränkungen
auf kognitiver und affektiver Ebene,
die laut Expe
rtenbericht übereinstimmend dem
postencephali
ti
schen
Syn
drom zugeordnet würden. Aus psychiatrischer Sicht stehe die Behandlung der depressiven Symptome im Vordergrund
und bestehe eine 100
%
ige Arbeitsunfä
higkeit (
Urk.
10/M
24).
3.
11
Nach Einholung auch eines Auszuges aus der hausärztlichen Krankengeschi
chte von
Dr.
D._
(
Urk.
10/
M26;
15.04.15-2.10.2018)
hielt
Dr.
A._
i
n sei
ner abschliessenden Stellungnahme vom 2
6.
November 2018
im Wesentlichen
fest
,
den Akten lasse sich eine Vielzahl von verschiedenen teilweise schon vor
bestehend dokumentierten Symptomen entnehmen, welche im Verlauf in mehr oder weniger unterschiedlicher Stärke/Ausprägung vorh
anden
gewesen waren
bzw
.
seien. Hauptsym
p
to
me seien Schwindel, Hautveränderungen, Juckreiz, Gelenkschmerzen,
Müdigkeit, Antriebsverminderung und
Vergesslichkeit. Ber
eits zu Beginn, im November 2015, habe diagnostisch ein unklares Erkrankungsbild vorgelegen. So habe der Versicherte schon früher über Schwindel geklagt und sei er wegen erhöhten Blutdrucks behandelt worden. Nach Ausschluss anderer Leiden sei aufgrund von leicht entzündlichen
Liquorveränderungen
die Diagnose einer Frühsommer
-
M
eningoenzephalitis
als überwiegend wahrscheinlich beurteilt wor
den. In der Folge sei jedoch eine rasche Besserung der Beschwerden festgestellt worden bzw
.
auch in den Berichten der Neurologin
B._
dokumentiert. Auch habe der Versicherte im Rahmen einer grippalen Erkrankung Ende Dezember 2015 in der Krankengeschichte des Hausarztes festgehaltenen Konsultation angegeben, dass er sich damals von den Folgen der FSME erholt habe. Gleiches, mit rascher Erholung nach Spitalaustritt, habe er anlässlich der Konsultationen
bei
Dr.
C._
angegeben. Aus den beiden Berichten von
Dr.
C._
gehe klar hervor, dass es sich bezüglich FSME um eine
restitutio
ad
integrum
handle und kein Zusammenhang der Schwindelbeschwerden und der Müdigkeit mit der durchge
machten FSME bestehe. Vielmehr sei deutlich abgesetzt im Dezember 2015 ein anderes
Beschwerdebild aufgetreten.
Es sei zwar nachvollziehbar, dass die behandelnde Neurologin (obwohl sie gemäss KG
Eintrag des Hausarztes vom
4.
Januar
2016 vom Patienten wegen Hals- und Schluckbeschwerden telefonisch konsultiert worden sei) Ende Januar 2016 die (subjektiv) noch fehlende volle Belastbar
keit nicht weiter differenziert
und auf
die FSME-
Erkrankung zurück
geführt habe
; ausser dem bereits vorbestehenden Haltetremor habe sie jedoch (objektiv) keine neurologischen Befunde mehr gefunden, welche auf die FSME zurückzuführen gewesen seien. Trotz Bericht von
Dr.
C._
im Juli
2016
und später im November 2016 s
owie einem erneut negati
ven MRI-Befund im November 2016 habe
Haus
arzt
Dr.
D._
an einer FSME-
Erkrankung als Ursache von Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit etc
.
festgehalten und den Patienten deswegen im Dezember 2016 zu einer neuropsy
chologischen Untersuchung an die
E._
überwiesen. Da
m
als
habe sich erst das Bild einer milden depressiven Symptomatik gezeigt
,
während jetzt das Vorliegen einer mittelgradig bi
s schweren depressiven Episode
bestätigt werde, und diese derzeit bei der Beha
n
dlung im Vordergrund stehe.
Zusammenfassend
hielt
Dr.
A._
fest,
es
würden
überwiegend wahrschein
lich keine Folgen einer F
rühsommer-
Meningoencephalitis
(FSME) mehr vorlie
ge
n
. Die Symptome seien auch mit einem depressiven Zustandsbild (mittelgradig bis schwere depressive Episode) zu erklären (
Urk.
10/M
27
S. 6 f.
).
4.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt,
die
am 13.
Februar 2018 gemeldeten Beschwerden
seien im Rahmen
des Grundfalles
vom
26.
Okto
ber 2015
abzuwickeln
und nicht
unter dem Aspekt einer
Rückfall
konstellation
(vgl. Urk. 1 Ziff.13,
Urk.
13
Ziff.
34 ff.
), verfängt dies nicht
, war der Fallabschluss in Bezug auf Ereignis vom 2
6.
Oktober 2015 doch bereits im Oktober 2016 erfolgt
.
So hatte die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer
m
it
formlosem Schrei
ben vom 4.
Oktober 2016 mitge
t
eilt, dass
seine
Beschwerden
gemäss ihrem medizinischen Dienst
(nur) bis März/April 2016 im Zusammenhang mit dem Unfallereignis stünden,
weshalb
die Taggelder bis Ende Februar 2016 abgerechnet worden seien und Rechnungen
für diesbezügliche Kontrolluntersuchungen
ab dem 1.
Mai 2016 nicht mehr übernommen werden könnten (
Urk.
8/
A9). Damit hatte sie ihm
unmissverständlich
den Fallabschluss
angezeigt
, welches Schreiben - n
achdem der Beschwerdeführer daraufhin nicht in
nert Jahresfrist interveniert
hatte
–
nach der Rechtsprechung
R
e
chtswirksamkeit
erlangte
(
vgl. E.
1.6
hievor
)
.
E
ine
ausnahmsweise
zuzugestehende
längere Frist für die Intervention
fällt
ent
ge
gen der Auffassung des Beschwerdeführe
rs
(
Urk.
13
Ziff.
34 ff.
)
vorliegend
ausser Betracht
.
So konnte er
- auch wenn
rechtsunkundig und
damals
noch nicht anwaltlich vertreten
-
angesichts des klaren Wortlauts im Schreiben vom 4. Ok
tober 2016
n
icht
in guten Treuen annehmen,
d
ie Be
schwerdegegnerin
habe noch keinen abschliessenden Entscheid
gefällt
und sei
– zumal von solchen keine Rede war -
mit weiteren Abklärungen befasst
(vgl. zum ganzen
BGE 134 V 145 E.
5.4
)
.
Gegenteils
wies
sie ihn
mit Schreiben vom
16
.
Januar
2017
erneut auf den
am
4.
Oktober 2016
erfolgten
Fallabschluss
bzw.
die
Leistungseinstellung hin
(
Urk.
8/
A
14
)
.
Erlangte
d
emnach
das Schr
e
i
ben vom
4.
Oktober 2016
mit Ablauf
eines Jahres
Rechtsverbin
d
lic
h
keit
,
ist von einer R
ückfallkonstellation auszuge
hen,
womit
der
Beschwerdeführer für das Vorliegen eines Kausalzusammen
hanges zwischen dem Ereignis vom
Oktober 2015
und den geltend gemachte
n Beschwerden beweisbelastet
ist
.
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin s
t
ützte den angefochtenen Entscheid
auf
die
Stellung
n
a
h
me
von
Dr.
A._
vom
26.
November 2018 (
Urk.
10/M
27)
,
was nicht zu be
a
n
standen ist
. So gab
Dr.
A._
seine Beurteilung
gestützt auf eine
ein
lässliche
Würdi
gung
der
Vo
rakten
ab und ist seine Schlussfolgerung
,
wonach die im Februar 2018 geltend gemachten
– als solche nicht in Frage gestellten - namentlich kognitiven bzw. neuropsychologischen
Beschwerden nicht mehr überwiegend wahrscheinlich auf
die
FSME Infektion zurückzuführen sei
en
,
schlüssig und
im Lichte der Akten
nachvollziehbar.
5.2
So geht aus den Akten
hervor
, dass
sich
der Versicherte
, welcher
sich
im Dezem
ber 2015 Kontrolluntersuchungen bei der Neurologin
B._
unterzogen
hatte,
am
4.
Januar 2016
wegen
verschiedener Leiden (Schluckweh
, Aufstossen, Schwindel, Juckreiz)
zu
Dr.
D._
in hausärztliche Behandlung
begeben
und
unter anderem
angegeben
hatte
, es bestünden aktuell keine
neurologischen
Fol
gen
mehr
(vgl. E.
3.3
)
.
Ebensowenig
erwähnte d
ie
behand
el
nde Neurologin
B._
in ihrem Bericht vom
29.
Januar 2016
eine
vom Beschwerdeführer geklagte
neurologische oder
kognitive Pro
blematik
sondern
hielt
gestützt auf ihre klinisch-neurologische Untersuchung
abschliessend
fest
, dass
sich
– mit Aus
nahme eines vorbestehenden Tremors -
keine
neurologischen Folgen
mehr
objek
tiviere
n
liessen
(
E.
3.4
)
.
Im Juli 2016 wurde
der Beschwerdeführe
r
durch
Dr.
C._
untersucht
, welcher g
estützt
auf ausführliche
Untersuchungen
(
anamnestische,
klinische
,
bildgebend
e
sowie Laboruntersuchungen
)
festhielt
,
dass aufgrund der aktuel
len Serologie (stark erhöhter
IgG
-Titer)
zwar
davon ausgegangen werden könne, dass
der Versicherte
im Oktober 2
015 eine FSM
E
durchge
macht habe.
J
edoch sei
diese
aufgrund des
im Un
t
ersuch
ungs
zeitpunkt
normalen
Liquorbe
fundes
abgeheilt und auch klinisch ausgeheilt
; d
a
mehrere Symptome der
(a
ktuellen)
Erkrankung
(u.a. Hautausschlag, Pruritus, benigner Lagerungsschwin
del)
nicht zu einer FSME passten und diese abgesetzt von der akuten Erkrankung aufgetreten seien
,
sei
von einer
im Dezem
b
er 2015
neuen Erk
r
ankung
(viraler Genese)
aus
zugehen
(
Urk.
10/M
20)
.
Auch im R
ahmen der Nachkontrolle vom 25.
November 2016 schloss
Dr.
C._
– nachdem Schwindelbeschwerden und Müdigkeit zu diesem Zeitpunkt praktisch verschwunden waren - aufgrund des klinischen Verlaufs
e
inen Zusammenhang
der noch bestehenden Besc
hwerden
mit der FSME
aus
(
Urk.
10/
M20
)
. D
ass
Dr.
A._
mit Blick auf diese
echtzeitli
chen
Berichte
schlussfolgerte
, dass
ein
Zusammenhang zwischen
den noch beste
henden
Beschwer
d
en und
der
FSME zwar m
ög
l
ich
,
aber
nicht überwiegend wahr
scheinlich sei,
leuch
t
et daher ein
.
Dies gilt um
so mehr als
– worauf
Dr.
A._
ebenfalls zu Recht hinwies (
Urk.
10/M
27 S. 5) -
auch das am 1
7.
Oktober 2016 im
Z._
durchgeführte MRI
Neurokranium
keine
objektiven
Hin
weise auf eine
d
u
r
ch die FSME verursachte
aktuelle/
residuelle
Enzephalitis ergab
(E. 3.6
hievor
)
.
Aber auch vor dem Hi
n
t
ergrund
der
weiteren medizinischen Akten
hat
Dr.
A._
einen
überwiegend wahrscheinlich
ursächlichen
Zusammenhang
zwischen der FSME Infektion und den noch bestehenden Beschwerden
nachvoll
ziehbar vernei
n
t
.
Soweit
die
verantwortlich zeichnenden Fachpersonen
der
E._
in ihrem Bericht vom 2
9.
Dezember 2016
g
e
s
tü
t
zt auf die
im Dezember 2016 durchgeführte neuropsychol
o
gische Abklärung
eine
leichte
bis mittel
schwere
neuro
p
s
ychologische Störung
feststellten
und
ein
postencephalitisches
Syndrom bei St
. nach FSME
, anamne
s
tisch ab Dezember 2015 neue Sy
m
ptomatik
,
diagnos
t
izierten
(
Urk.
10/M
12/2)
,
belegt dies keinen
überw
i
egend wahrscheinli
ch
en
Zusammenhang
. Dies muss schon daher gelten, als
die Fachpersonen
(
ledig
l
ich
)
ausführten,
dass
die Störung vor dem Hintergrund
der FSME «
interpretier
bar
»
sei
und
zur Begründung
(
einzig
)
darauf
verwiesen,
dass
bei bis z
u 46
% der an FSME erkrankten P
e
rsonen permanente
kognitive oder neur
op
sychiatrische Beschwerden
bes
t
ehen würden
.
Auch wenn
kognitive
oder neuropsychologische
Beeinträchtigungen
eine Spätfolge
einer FSME Infektion
darstellen
kö
nnen
,
ist nicht
dargetan
,
i
nwiefern dies auch im Falle des Bes
chwerdeführers
zutrifft
und ist
ein
überwiegend wahrscheinlicher
Zu
sammen
hang
auch
aufgrun
d des statis
t
ischen Wertes von
«
bis zu 46
%
»
nicht
erstellt
. K
ommt hi
nzu
,
dass
eine neu
ropsychologische Untersuchung nach derzeitigem Wissensstand die Beurteilung der Kausalität eines Beschwerdebildes nicht selbstständig und abschliessend zu klären
vermag
(
BGE 119 V 335
E. 2b/b
)
.
Aber auch
der
Verlaufsbericht
der
E._
vom 3.
Oktober 2018
ergibt nichts zugunsten eines
ursächlichen
Zusammen
hangs
.
So
nehmen
die verantwortlich zeichnen
d
en
Fachpersonen
zur
Kausalität
zwischen
Beschwerden und FSME
nicht substan
ti
iert Stellung und
ist
vor dem Hintergrund der von ihnen
in diesem Bericht
diagnostizierten mittel
-
bis
schwer
gradigen
depressive
n
Episode
nicht
mit dem Beweisgrad der
überw
ie
gend
en
W
ahr
sch
e
inlich
keit
erstellt
, dass die von ihnen erwähnten Einschränkungen auf kognitiver und affektiver Ebene
auf
die
FSME Inf
e
k
tion
zurückzufü
h
r
en sind
zumal
sie
- worauf
Dr.
A._
zu Recht hinweist
-
auch durch
die
depressive
Störung
erklärbar sind
.
5.3
Schliesslich
legen
auch
die
vom Beschwerdeführer
i
m vorl
i
e
genden Verfahren
aufgelegten
Unterlagen keine
andere Betrachtungsweise
nahe.
Der
Untersu
chungsbericht der Psychologin
G._
vom
5.
Dezember 2019
bez
e
i
chnet die
von ihr festgestellte leichte neuropsychologische Störung (des verbalen Gedächtnisses und der Vigilanz)
lediglich als mit eine
m Status nach FSME
«
ver
einbar
», zeigt jedoch keinen überwiegen
d wahrscheinlich
ursächlichen
Zusam
menhang
mit der Infektion
auf
(
Urk.
14/
1 S. 3
)
.
Letzteres gilt auch für den
Bericht d
er b
e
h
andelnden Neurologin
B._
vom 2
8.
November 2019 (
Urk.
14/3
). N
ach
dem
in ihrem Bericht über die
Abschlussuntersuchung vom 2
9.
Januar 201
6
keine
k
ogniti
ven
Beschwerden
(
mehr
)
dokumentiert
worden waren, geht aus ihren Aus
führ
u
ngen
nicht schlüssig hervor
,
inwieweit die
im Dezember 2016
aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung
festgestellten Beeinträchtigungen
überwie
gend wahrscheinlich
wieder
auf die FSME zurückzuführen
sein sollen
.
So beruht ihre Bejahung der Unfallkausalität n
eben
dem
Hinweis
,
dass
es
sich
im Falle des Beschwerdeführers
um eine typische
FSME-
Infektion
gehand
e
lt habe
und der
A
ngabe
, dass
statistisch
bei
bis zu 50
% der an FSME erkrankten Patie
n
ten per
manente kognitive oder neuropsychiatrisc
he Beschwerden bestehen bleiben
,
im
Wesentli
ch
en
darauf, dass die Beeinträchti
g
ung nach der Infektion aufgetreten
ist
. Jedoch läuft dies
beweisrechtlich auf eine
post
hoc
ergo
propter
hoc
Argu
mentation
hinaus
, wonach
eine S
chädigung bereits des
halb als durch einen Unfall ver
ursac
h
t erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist,
was
rechtspre
chungsgemäss für die Annahme eines Kausalzusammenhanges
jedoch
nicht genügt (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Schliesslich lässt sich
den beschwerdeweise aufgelegten Unterlagen
zu den
im IV-Verf
a
h
ren
durchgeführten beruflichen Massnahmen (
Urk.
3/5-6,
Urk.
18/1-2)
bzw.
den
Ar
beitsunfäh
i
gkeitsattes
te
n
von
Dr.
med.
H._
, Fach
ä
r
z
t
in FMH
für Allgemeine Innere Medizin
(
Urk.
18/3-
8)
,
mangels Bezugnahme auf die vorliegend interessierende Frage (Unf
allkau
salität)
von Vorneherein
nichts
E
ntscheid
wesentliches
entnehmen.
5.4
Nach dem Gesagten ist
der Kausalzusammenhang
zwischen den als Rückfall gemeldeten Beschwerden und der FSME Infektion vom Oktober 2015 nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
. Daher
und
weil
eine
neuerliche
Abklärung
vor alle
m
der im Vordergrund stehenden neuropsy
chologischen
Beschwerden
die Beurteilung der Kausalität nicht zu klären vermag, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung davon abzusehen ist,
trägt der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit (BGE 115 V 133 E. 8a).
6
.
Nach dem Gesagten erweist sich d
er angefochtene
Ei
nsprachee
n
tscheid
vom 30.
September 2019 als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.