# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9c97c871-7f34-46ff-a987-0a4eefd6728a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1982, leidet seit Kindheit an einer Angsterkrankung (
Urk.
9/1/5,
Urk.
9/9). Sie absolvierte eine kaufmännische Bürolehre, die sie im Juli 2000 abschloss (
Urk.
9/227/38). Danach hatte sie verschiedene
(Teilzeit-)
Stellen im Verkauf, Telefonmarketing und als
Receptionistin
inne (
Urk.
9/1/4,
Urk.
9/6,
Urk.
9/20,
Urk.
9/22,
Urk.
9/27,
Urk.
9/226/38).
Am
3.
April 2003 (Ein
gangsdat
um) meldete sie sich
bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (
Urk.
9/1). Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Renten
begehren mit Verfügung vom 2
1.
August 2003 zunächst ab (
Urk.
9/13), hiess dann jedoch die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/14) mit Entscheid vom
3.
November 2004
gut und sprach ihr
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 55
%
eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab
1.
Februar 2003 zu (
Urk.
9/41+46).
Ein mit Schreiben vom
7.
Februar 2005 von der Versicherten gestelltes Gesuch um Gewährung einer Umschulung zur Face-Designerin (
Urk.
9/47) lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Juli 2005 ab (
Urk.
9/68). Daran hielt sie
mit
Ein
spracheentscheid
vom 2
6.
Oktober 2005 fest (
Urk.
9/73), welcher Entscheid vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 2
9.
Mai 2006 ge
schützt wurde (
Urk.
9/85
). Den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestätigte die IV-Stelle in Rahmen von mehreren Rentenrevisionen mit Mitteilungen vom 2
4.
November 2005 (
Urk.
9/80), 2
8.
März 2008 (
Urk.
9/112), 1
7.
November 2009 (
Urk.
9/134),
2
9.
Juni 2010 (
Urk.
9/140), 2
9.
Juli 2011 (
Urk.
9/161)
und
2
3.
April 2014 (
Urk.
9/192)
.
In dieser Zeit hatte die Versicherte
diverse 50
%
-Stellen
primär als
Receptionistin
und Disponentin
inne
(
Urk.
9/165/1,
Urk.
9/226/37-38
, vgl. auch
Urk.
9/194).
Von Mai 2014 bis April 2015 absolvierte die Versicherte auf eigene Kosten eine Ausbildung zur Sprechstundenassistentin
(
Urk.
9/206, vgl. auch
Urk.
9/185/4,
Urk.
9/226/37)
. Seit
1.
April 2015
arbeitet sie
als Medizini
sche Praxisassistentin. Zunächst war sie
in ei
nem Pensum von 13 Stunden die
Woche
angestellt. S
eit
1.
Juli 2016
übt sie
(mit kurzen Unterbrüchen)
ein
50
%
-Pensum
aus
(
Urk.
9/200/1-4,
Urk.
9/200/5-9).
Mit Vorbescheid vom
4.
November 2016 hielt die IV-Stelle fest,
dass
die
erwerblichen Verhältnisse
sich verändert
hätten
, und stellte
die Reduktion der laufenden halben Rente auf eine
Viertelsrente
in Aus
sicht (
Urk.
9/204).
Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
9/205,
Urk.
9/209), worauf die IV-Stelle ein Gutachten bei
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einholte (Gutachten vom 1
4.
August 2017,
Urk.
9/226). Mit neuerlichem Vorbescheid vom 2
2.
November 2017 stellte die IV-
Stelle die Aufhebung der laufenden Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
9/232).
Dagegen erhob die Versicherte wiederum Einwand (
Einwand vom 2
4.
Januar 2018,
Urk.
9/240). Im weiteren Verlauf fand am
1.
November 2018 ein Standortgespräch betreffend berufliche Massnahmen respektive Eingliederungs
massnahmen statt, welches ergab, dass solche
zur Zeit
nicht angezeigt waren (vgl. Mitteilung vom 2
1.
November 2018,
Urk.
9/258)
.
Im Februar 2021 leitete die IV-Stelle - ohne zuvor formell über den Einwand
vom 2
4.
Januar 2018
entschieden zu haben - eine weitere Rentenrevision ein, in deren Rahmen sie weitere Abklärungen traf (
Urk.
9/266,
Urk.
9/268,
Urk.
9/271,
Urk.
9/276,
Urk.
9/283-284,
Urk.
9/287,
Urk.
9/288). Mit Vorbescheid vom 1
5.
Dezember 2021 kündigte die IV-Stelle die Aufhebung der laufenden halben Invalidenrente an (
Urk.
9/292).
Dagegen erhob die
Versicherte Einwand (
Urk.
9/298
). Mit Verfügung vom
9.
März 2022 hob die IV-Stelle wie vorbeschieden die Invalidenrente auf (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
4.
April 2022 Beschwerde und beantragte, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die bisherige halbe Invaliden
rente weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurück
zuweisen, damit diese einen Bericht einhole über den aktuellen Gesundheits
zustand und die aktuelle Auswirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juni 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was der Versicherten zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11). Diese zog mit Eingabe vom
7.
Juli 2022 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
Für Renten
bezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 5
5.
Altersjahr noch nicht vollendet haben, bleibt der bisherige Rentenanspruch solange bestehen
, bis sich der Invaliditätsgrad im Rahmen einer Rentenrevision um mindestens 5 Prozent ändert (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) und diese Änderung bei einer Erhöhung des Invaliditätsgrads eine Erhöhung des Rentenanteils zur Folge hat oder bei einer Herabsetzung des Invaliditätsgrads eine Herabsetzung
des Rentenanteils bewirkt (
lit
. b
Abs.
1, 2 und 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 1
9.
Juni 2020; vgl. auch
Kreisschreiben zu den Über
gangsbestimmungen zur Einführung
des linear
en Rentensystems
,
KS ÜB WE IV; g
ültig ab 01.01.2022; Stand 01.01.2022)
.
Da
vorliegend
die Aufhebung der laufenden,
bereits v
or dem
1.
Januar 2022 ent
standenen halben Invalidenrente im Raum steht
, bleiben unter den soeben genannten Voraussetzungen
die bis 3
1.
Dezember 2021 gültig gewesenen Rechts
vorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder
aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
A
TSG
)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung des Sachverhalts kann unter anderem in einer
pensumsunabhängigen
Veränderung der Vergleichs-, nament
lich des Invalideneinkommens erblickt werden. Dazu gehört namentlich das Auf
finden einer besser bezahlten Stelle, soweit es sich nicht um einen absolut ein
maligen Glücksfall handelt (Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2016 vom
3.
März 2017 E. 4.2).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Re
visionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachver
halt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im Streit steht die Aufhebung der laufenden halben Inv
alidenrente und dabei insbesondere die Frage
, von welchem
Valideneinkommen
bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads auszugehen ist.
Unbestritten
ist
die Bestimmung des I
nvalideneinkommens. Es
ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ausbildung zur Medizinischen P
raxisassistentin und des Antritts
einer entsprechenden Stelle ihr effektives Ein
ko
mmen
seit der letzten Rentenrevision steigern konnte.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Beschwerdeführerin habe eine zweijährige B
ürolehre absolviert und danach im kaufmännischen Bereich gearbeitet
. Es se
i daher davon auszugehen, dass s
ie bei guter Gesundheit weiterhin in diesem Bereich tätig wäre.
Gemäss den Lohn
strukturerhebungen (LSE) könnte sie bei guter Gesundheit ein Jahreseinkommen von
Fr.
61'577.85
generieren
. Mittlerweile arbeite die Beschwerdeführerin als Medizinische Praxisassistentin in einem 50
%
-Pensum und erziele dabei ein Jahreseinkommen von
Fr.
41'600.--. Aus der Gegenüberstellung der beiden Ver
gleichseinkommen ergebe sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
19'977.8
5.
Dies ent
spreche einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 32
%
, womit die bis
herige halbe Invalidenrente aufzuheben sei (
Urk.
2).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte beschwerdeweise im Wesentlichen geltend, sie habe eine zweijährige Bürolehre absolviert. Mit 21 Jahren sei ihr eine halbe Invalidenrente zugesprochen worden. Jedoch sei sie schon vor der Berentung immer wieder krank und bei der Verfolgung ihres Berufsziels eingeschränkt gewesen. Es sei davon auszugehen, dass sie den letztlich beschrittenen Weiter
bildungsweg zur Medizinischen Praxisassistentin auch als Valide eingeschlagen hätte. Im Gesundheitsfall würde sie heute zu 100
%
im
Gesundheitsbereich
beziehungsweise als Medizinische Praxisassistentin arbeiten.
Die von ihr ab
solvierte Bürolehre sei als blosse Grundausbildung zu betrachten. D
i
e Ausbildung als Medizinische Praxisassistentin habe auf dieser Grundausbildung aufgebaut. Ein wesentlicher Anteil der Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin bestehe in der kaufmännischen Führung einer Arztpraxis.
Mithin sei sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen au
f
die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin abzustellen.
Falls das Gericht dem nicht folge, dann sei immer
hin davon auszugehen, dass sie sich auch als Gesunde weitergebildet und ihr Einkommen verbessert hätte
.
Diesfalls
sei
das
Valideneinkommen
gestützt auf einem höheren Tabellenlohn ge
mäss der LSE (Tabelle TA1,
Ziff.
77, 77-79,
Kompetenzniveau 3)
zu bestimmen
. Eventualiter sei davon auszugehen, dass der
zeit keine stabilen beruflichen Verhältnisse vorlägen
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestätigte die IV-Stelle letztmals mit Mitteilung vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
9/192)
. Dabei wurde gestützt auf die Ver
laufsberichte der behandelnden Ä
rzte
und der Stellungnahme des RAD von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen (
Urk.
9/176,
Urk.
9/177,
Urk.
9/189,
Urk.
9/191/4-5). Diese Rentenbestätigung basierte mithin
nicht auf einer um
fassenden Prüfung. Bei der
letzten Mitteilung, der eine
Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung zu Grunde lag, handelt es sich um
jene vom 2
8.
März 2008 (
Urk.
9/
11
2). In medizinischer Hinsicht beruhte sie
auf dem
Gutachten von
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
4.
März 200
8.
Darin diagnostizierte er eine Agoraphobie mit Panik
störung, mittelschwer (ICD-10 F
40.
0
1), eine leichte bis mittelschwere Depression (ICD-10 F32.0) und Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen kombiniert mit Migräne
)
.
Er
bescheinigte für die bisherige
Tätigkeit und für eine Verweistätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die
Tätigkeit im Büro respektive im kaufmännischen Bereich
beurteilte er als leidensangepasst
(
Urk.
9/109/16-
1
8).
Sowohl in der Mitteilung vom 1
4.
März 2008 als auch in der Mitteilung vom 2
3.
April 2014 wurde beim
Valideneinkommen
auf den Verdienst
als Büro
angestellte
in einem 100
%
-Pensum
abgestellt. In der Mitteilung vom 1
4.
März 2008 wurde für die Bemessung
des Invalideneinkommens
der Lohn einer Hilfs
arbei
terin in einem 50
%
-Pensum
herangezogen, womit sich ein Invaliditätsgrad von 55
%
ergab (
Urk.
9/110/1,
Urk.
9/112)
. I
n der Mitteilung vom 2
3.
April 2014 wurde auf einen zwischenzeitlich e
rzielten Verdienst als
Receptionistin
abgestellt
. Gestützt daraus resultierte im Rahmen des Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 53
%
(
Urk.
9/191/1-2
,
Urk.
9/192, vgl. auch
Urk.
9/156/3,
Urk.
9/226/38
).
3.2
Im Rahmen der im Juni 2016 eingeleiteten Rentenrevision gab die Beschwerde
gegnerin bei
Dr.
Y._
das psychiatrische Gutachten vom 1
4.
August 2017 in Auftrag. Dieser diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Agoraph
obie mit Panikstörung (ICD-10 F
40.01) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er den akzentuierten (
histrionischen
und
Border
line
-) Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1; DD: kombinierte Persönlichkeits
störung) und den spezifischen Phobien (Klaustrophobie und
Akrophobie
, ICD-10
F40.2) zu.
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
er fest, dass im Lä
ngsverlau
f eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
für di
e bisherige Tätigkeit und
für allfällig
e Verweistätigkeiten bestehe. Die Einschränkungen in den jeweiligen Tätigkeiten bestünden gleicher
massen, da
die Schwierigkeiten der Beschwerd
eführerin ihre Person beträfen
und nicht arbeitsplatzbezogen seien. Als bisherige Tätigkeit erachtete er offensichtlich die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin (
Urk.
9/226/27-28).
4
.
4
.1
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens
von
Dr.
Y._
vom 1
4.
August 2017 sprächen
. Vielmehr beruht das Gutachten auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
. Der
Gutachter hat
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge zudem ein
leuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachv
ollziehbar begründet
.
Zwar unterliess es der Gutachter
,
eine
Indikatorenprüfung
vorzunehmen (vgl.
dazu
BGE 141 V 281 E. 4.3.1). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann jedoch dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweisbedarf. Sie fehlt ganz allgemein in Fällen, die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diagnose und funktioneller Aus
wirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte und Gutachten auszeichnen
.
Was die Befunde angeht, ist etwa an Störungsb
ilder wie Schizophrenie, Zwangs
, Ess- und Panikstörungen zu denken, die sich aufgrund klinischer psychiatrischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen vergleichen lassen
(BGE 143 V 418 E. 7.1).
Von einem solchen Ausnahmefall
ist vorliegen
d auszugehen. Aufgrund der
Panikstörung mit mehreren K
omorbiditäten
sind sich sämtliche Ärzte
, mitunter die Ärzte des RAD der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
9/235/7,
Urk.
9/291/10
),
einig, dass von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen ist (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_741/2018 vom
2
2.
Mai 2019 E. 5.1 u. E. 7).
4
.2
Gestützt auf das Gutachten und den im weiteren Verlauf eingeholten Verlaufs
berichten ist
folglich
davon auszugehen, dass eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
besteht (
Urk.
1,
Urk.
2). Davon gehen
grundsätzlich
auch
die Parteien aus. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es liege kein stabiler Gesundheitszustand vor, ist ihr nicht zu folgen.
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
A._
bescheinigte in den Berichten vom
8.
Oktober 2018 und 2
6.
September 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
9/257,
Urk.
9/260). Per Ende Dezember 2020 ver
lor die Beschwerdeführerin ihre Anstellung infolge Pensionierung ihres Arbeit
gebers
(
Urk.
9/268). D
ies
führte
zu einer Verstärkung der Angststörung. Eine tiefere Arbeitsfähigkeit deswegen attest
ierte
Dr.
A._
indessen nicht (
vgl. Bericht vom 2
3.
März 2021,
Urk.
9/276). I
m April 2021
fand die Beschwerde
führerin
eine neue Stelle als Medizinische
Praxisassistentin
, wodurch sich ihr Gesundheitszustand wiede
r besserte
. Mit Bericht vom 2
1.
September 2021 bestätigte
Dr.
A._
explizit
die Arbeitsfähigkeit von 50
%
(
Urk.
9/288). Bei der zwischenzeitlichen Verschlechterung der Angststörung handelte es sich mit
hin um eine vorübergehende Reaktion auf
den Verlust der Arbeitsstelle.
Eine länger
andauernde Verschlechterung ging damit nicht einher.
Mit der Ausübung der 50
%
-
Pensen
(
vgl. auch
Urk.
9/225,
Urk.
9/284-285
)
als Medizinische Praxisassistentin hat die Beschwerdeführerin denn auch den Tatbeweis erbracht, dass ihr die von ärztlicher Seite attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
zumutbar ist.
5
.
5
.1
Da b
ei einer erheblich
en Änderung des Sachverhalts
der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu überprüfen
ist (BGE 141 V 9 E. 2.3; E. 1.3 hiervor),
kann
auch
das
Valideneinkommen
in einem Revisionsverfahren frei überprüft werden, wenn die Aktenlage oder die Parteivorbringen dazu Anlass geben, obgleich sich die revisionserhebliche Änderung unter Umständen auf ein anderes Element der Anspruchsberechtigung wie die Arbeitsfähigkeit oder das Invalideneinkommen bezieht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_864/2011 vom
1.
Februar 2012 E. 5.1
).
5
.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden
Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tat
sächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst an
geknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30)
.
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen
Ent
wicklungs
- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_316/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1).
Im Revisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt zwar allenfalls Rückschlüsse auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des Gesundheits
schadens bis zum Revisionszeitpunkt gekommen wäre. Allerdings darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine ver
gleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
5
.3
5
.3.1
Nach Abschluss der
zweijähri
g
en
Bürolehre im Juli 2000 (vgl.
Urk.
9/
1/4,
Urk.
9/227/38) hatte die Beschwerdeführerin bis zur Anmeldung bei der IV-Stelle im April 20
03 diverse Stellen im Verkauf, Telefonmarketing und al
s
Receptionistin
inne, zuletzt
vom
7.
F
ebruar 2002 bis 1
2.
Januar 2003
bei der
B._ AG
. Dabei handelte es sich so
weit ersichtlich mit Ausnahme einer rund drei
monatigen Stelle bei der C._
GmbH um Teilzeitstellen (
Urk.
9/6,
Urk.
9/20,
Urk.
9/22,
Urk.
9/27,
Urk.
9/37
, vgl. auch
Urk.
9/14
,
Urk.
9/165/1
). In diesem Zusammenhang gab die Beschwerdeführer
in
gegenüber
Dr.
Z._
anlässlich der Begutachtung vom 1
0.
März 2008 an, in der Zeit der KV-Ausbildung habe sie h
insichtlich der Angst die bislang
beste Zeit im Leben gehabt
. Im
Rahmen der Tätigkeit in der B._ AG
habe sich die Panikstörung plötzlich massiv verschlechtert (
Urk.
9/109/5).
Gegenüber
Dr.
Y._
führte die Beschwerdeführerin
an
lässlich der Begutachtung am 1
7.
Juli 2017 aus, dass ihr die kaufmännische Tätigkeit gar nicht gefallen habe (
Urk.
9/226/16
).
5
.3.2
Die
Ausbildung
zur Medizinischen Praxisassistentin erfolgte erst, nachdem
sich der Gesundheitszustand Anfang 2003 verschlechtert hat
te
. Dennoch
kann nicht davon ausgegangen werden, die berufliche Umorientierung sei krankheitsbedingt erfolgt.
Vielmehr rechtfertigt sich die Annahme, dass die Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin auch im Gesundheitsfall erfolgt wäre. Dabei ist zunächst zu berücksichtigen, dass
aus medizinischer Sicht
sowohl die klassische Bürotätigkeit als auch die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin als
leidens
angepasst gelten und
in beiden Tätigkeiten die Arbeitsfähigkeit 50
%
beträgt
.
Zwar wirkt
e
sich die Umschulung zur Medizinischen Praxisassistentin in erwerblicher Hinsicht aus. Eine höhere Verwertung der Restarbeitsfähigk
eit als im Umfang von 50
%
liess
sich
dadurch aber nicht erreichen, d
a sich die Panik
störung auf beide Tätig
keiten
gleichermassen
auswirkt (
Urk.
9/226/28).
5
.3.3
Die Schwere der
seit Kindheit bestehenden
Panikstörung verlief fluktuierend, mit einer besseren Phase während der Lehre (
Urk.
9/109/5). Auch wenn die Beschwerdeführerin trotz des Gesundheitsschadens zureichende berufliche Kenntnisse erwerben konnte (vgl. dazu das Urteil des Sozialversicherungsgerichts
vom 2
9.
Mai 2006,
Urk.
9/85
), ändert dies nichts daran, dass der Gesundheits
schaden bereits vor Abschluss der Berufsausbildung vor
lag. Das Argument der Beschwerdeführerin
, dass sie sich im Gesundheitsfall nicht mit einer zweijährigen Bürolehre als Grundausbildung
zufrieden gegeben
hätte (
Urk.
1
S. 8),
ist nicht von der H
and zu weisen.
Die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin kann durchaus als Fortsetzung ihrer beruflichen Laufbahn gesehen werden. Wichtige Tätigkeiten einer Medizinischen Praxisassistentin sind Empfang und Beratung, Administration sowie Labor und Radiologie (vgl. dazu den Berufsbeschrieb auf www.berufsberatung.ch).
Ihre Bürolehre und ihre Erfahrun
g als
Receptionistin
dürften der Beschwerdeführerin
daher
bei der Umschulung zur Medizinischen
Praxisassistentin von Nutzen gewesen sein
. Zwar
erklärte sie
gegenüber
Dr.
Y._
, dass ihr die kaufmännische Tätigkeit nicht gefallen habe
(
Urk.
9/226/16). Diese Aussage findet ihre Stütze darin, dass sie nach Abschluss der Lehre keine klassische Bürotätigkeit
ausübte.
Gleichwohl hatte sie in der Folge Stellen inne, die eine gewisse Nähe zum kaufmännischen Bereich aufwiesen,
etwa als Disponentin im Spital
oder als
Receptionistin
(
Urk.
10/226/16
+38
). Die Tätig
keit als Medizinische Praxisassistentin erscheint vor diesem Hintergrund als logischer Karriereschritt. Es handelt sich nicht um eine klassische Bürotätigkeit, trotzdem verma
g die Beschwerdeführerin dabei
ihre bislang erworbenen Berufs
kenntnisse optimal zu verwerten.
5
.4
Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
unbestrittenermassen
die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin massgebend. Da sowohl für das Validen- als auch
für
das Invalideneinkommen auf die Tätigkeit als Medizinische Praxisassistentin abzustellen ist, rechtfertigt es sich den Invaliditätsgrad mit dem Grad der Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3). Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von 50
%
, womit weiterhin ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ausgewiesen ist. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die Beschwerdegegnerin da
her zu verpflichten, der
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschädigung von
Fr. 2’300
.-- (inklusive Bar
auslagen und
MWSt
) zu bezahlen.