# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3d1be478-d9d4-40ce-96e0-c9b91cfaae0b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die D._ AG, E._, ist Eigentümerin des mit einem Einfamilienhaus (Vers.-Nr. 0010) und
einer Garage (Vers.-Nr. 0020) bebauten Grundstücks Nr. 003, Grundbuch E._. Das
Grundstück befindet sich nach dem Zonenplan der Gemeinde E._, genehmigt am
30. April 2014 (siehe Geoportal [GIS], Karte "ÖREB Zonenplan Kt. SG" mit Link auf
"ÖREBLex"; einsehbar unter: www.geoportal.ch) in der zweigeschossigen Wohnzone
(W2). Das Grundstück liegt am Abzweiger des F._wegs, einer Gemeindestrasse
zweiter Klasse, von der G._strasse, eine Gemeindestrasse erster Klasse (vgl. GIS,
Karte "Verkehr, Strassen und Wege Gmde SG, Strassenklassierung", a.a.O.). Die
Liegenschaft liegt an einem Südhang oberhalb der Gemeinde E._. Der Hang ist
teilweise mit Gebäuden bebaut sowie terrassiert und wird als Rebhang genutzt.
Direkt an der nördlichen Parzellengrenze von Grundstück Nr. 003, aber schon auf
Grundstück Nr. 002, sowie im nördlichen Teil von Grundstück Nr. 003 stehen
hangaufwärts zwei Trockenmauern. Weitere zwei Rebmauern stehen weiter nördlich
auf Parzelle Nr. 002. Dort befindet sich auch eine Hecke. Im Nordwesten grenzt das –
ebenfalls der Wohnzone W2 zugehörige – Grundstück Nr. 001, das im Eigentum der
Erbengemeinschaft A._, bestehend aus B._ und C._, ist. Auf besagtem Grundstück
befindet sich – nebst einem unterirdischen Garagengebäude (Vers.-Nr. 0030), einem
Gartenhaus (Vers.-Nr. 0040), einer Gartenanlage, zwei Rebmauern sowie daran
anschliessend eine Hecke – in rund 28 m Entfernung zum Haus (Vers.-Nr. 0010) auf
Grundstück Nr. 003 das sogenannte Haus "I._" (Vers.-Nr. 0050).
A.a.
Im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS; vgl. Verordnung
über das Bundesinventar der schützenswerter Ortsbilder der Schweiz, Anhang; SR
451.12, VISOS) wie auch im kantonalen Richtplan (Koordinationsblatt S31, Integration
A.b.
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B.
Mit Baugesuch vom 6. Juli 2017 (Gesuchsformular und Pläne nicht aktenkundig)
ersuchte die D._ AG um Bewilligung für den Abbruch des Einfamilienhauses (Vers.-
des ISOS in den kantonalen Richtplan von der Regierung am 9. Oktober 2012 erlassen,
vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
[UVEK] am 5. März 2013 genehmigt) ist E._ als "J._" verzeichnet bzw. festgesetzt.
Gemäss ISOS (einsehbar und abrufbar unter: https://gisos.bak.admin.ch) liegen entlang
der G._strasse vier Gebäude, darunter die Gebäude der D._ AG (Vers.-Nr. 0010) und
der Erbengemeinschaft A._ (Vers.-Nr. 0050) in einer Baugruppe (B 0.4). Weiter
befinden sich der nördliche mehrheitlich unbebaute Teil von Grundstück Nr. 003 sowie
das nördliche Gebiet oberhalb der erwähnten Baugruppe in der Umgebungsrichtung
(U-Ri) Nr. XX.
Nach der Natur- und Landschaftsschutzverordnung der Gemeinde E._ vom
10. Februar 1995 (mit Änderungen vom 25. August 2004, vom 17. Dezember 2013 und
vom 4. November 2021) sind die oben beschriebenen Trockenmauern auf den
Grundstücken Nrn. 001 (teilweise), 002 und 003 sowie die Hecke (Einzelbäume) auf
Grundstück Nr. 001 geschützt (vgl. GIS, Karte "ÖREB Schutzverordnung Naturobjekte
Kt SG" mit Link auf "ÖREBlex", a.a.O.). Das Haus "I._" stellt demgegenüber kein im
Anhang "Verzeichnis der geschützten Einzelobjekte, Bautengruppen und der
archäologischen Schutzgebiete/Schutzobjekte (Anhang zum Schutzplan)" der
Heimatschutz-Verordnung der Gemeinde E._ aufgeführtes Schutzobjekt dar (abrufbar
unter GIS, a.a.O., einsehbar über den Link auf "ÖREBlex" unter Karte "ÖREB
Schutzverordnung Kulturobjekte Kt SG" mit Link auf "ÖREBlex"). Sie, das Haus "I._",
ist aber im Anhang "Verzeichnis der erhaltenswerten Einzelobjekte und nicht genau
bekannten archäologischen Schutzgebiete/Schutzobjekte (Anhang zum Richtplan)"
unter den erhaltenswerten Einzelobjekten (Richtplan) als Objekt Nr. B mit dem
Eigennamen "I._" aufgelistet und in der dazugehörigen Kartendarstellung im GIS als
"erhaltenswertes Objekt" mit der Bezeichnung "B" dargestellt (s. GIS, Link zu ÖREBlex
unter "Heimatschutzverordnung mit Plan, Anhänge", sowie in der dazugehörigen
Kartendarstellung im GIS unter Karte "ÖREB Schutzverordnung Kulturobjekte Kt SG ",
a.a.O.). Das im Süden in einer Entfernung von rund 56 m liegende K._-Gebäude Vers.-
Nr. 0060 auf Grundstück Nr. 004 wiederum ist in der erwähnten GIS-Darstellung (GIS,
Karte "ÖREB Schutzverordnung Kulturobjekte Kt SG" mit Link auf "ÖREBlex", a.a.O.)
als Kulturobjekt Nr. 01 unter Schutz gestellt und entsprechend in der Liste im
erwähnten Anhang zur Heimatschutz-Verordnung unter der Objektnummer Nr. 01 und
der Bezeichnung "K._-Gebäude" aufgelistet.
A.c.
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Nr. 0010) und der Garage (Vers.-Nr. 0020) auf Grundstück Nr. 003 sowie für das
Erstellen von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage (vgl. Sachverhalt Ziffer B.a. des
Entscheides des Baudepartementes vom 22. Januar 2021; act. G 2). Dagegen erhob
u.a. die Erbengemeinschaft A._, vertreten durch B._, E._, am 14. August 2017
Einsprache (act. G 13/6/C1). Nach Prüfung durch die kantonale Denkmalpflege am
21. August 2017 (act. G 13/6/A1) und 3. Februar 2018 (act. G 13/6/A2) reichte – soweit
aus den Akten zu schliessen – die D._ AG ein überarbeitetes Baugesuch (nicht bei den
Akten) ein, gegen das B._ im Namen der Erbengemeinschaft A._ am 5. April 2018
wiederum Einsprache erhob (act. G 13/6/C16). Gegen eine weitere Projektänderung
(2. Projektänderung; nicht bei den Akten) erhob die Erbengemeinschaft A._ am
2. Dezember 2018 erneut Einsprache. Schliesslich reichte die D._ AG am 7. Februar
2019 eine weitere Projektänderung (3. Projektänderung) ein (act. G 13/6/B1). Auch
dagegen erhob am 12. März 2019 die Erbengemeinschaft A._ Einsprache. Der
Gemeinderat E._ wies die öffentlich-rechtliche Einsprache mit Beschluss vom 13. Mai
2019 ab und erteilte dem Baugesuch gemäss den genehmigten Plänen unter Auflagen
und Bedingungen sowie unter Eröffnung der kantonalen Bewilligungen des Amts für
Wasser und Energie (Gewässerschutzmassnahmen; act. G 13/6/A 3), des Amts für
Militär und Zivilschutz (Schutzraumpflicht; act. G 13/6/A4) und der
Zustimmungsverfügung des Amts für Kultur, Abteilung Denkmalpflege (act. G 13/6/A5)
die Bewilligung (act. G 13/6/A9). Dagegen erhob die Erbengemeinschaft A._ durch
B._ und C._, H._, am 27. Mai 2019 Rekurs beim Baudepartement. Während des
Rekursverfahrens beauftragte die Erbengemeinschaft A._ am 2. Oktober 2019
Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph Bürgi, St.Gallen, mit der Wahrung ihrer Interessen
(act. G 13/20 Beilage act. 1). Nach Einholen eines Amtsberichts bei der Kantonalen
Denkmalpflege (vgl. Amtsbericht vom 22. August 2019; act. G 13/9) führte das
Baudepartement am 12. November 2019 einen Augenschein durch (vgl. act. G 13/16),
wo der Rechtsvertreter neben der Verletzung der Bestimmungen des seiner Ansicht
nach direkt anwendbaren ISOS auch das Nichteinhalten der Lärmschutzvorgaben
durch die geplante Luftwärmepumpe rügte. In seiner Stellungnahme zum
Augenscheinprotokoll vom 12. Dezember 2020 (act. G 13/20) stellte der rekurrentische
Rechtsvertreter zudem in Frage, dass die erforderlichen Sichtzonen eingehalten seien,
und beantragte zur Klärung dieser Frage einen Amtsbericht beim Kantonalen
Tiefbauamt. Ferner bemängelte er die fehlende notwendige rechtliche Sicherstellung
der Sichtzonen mittels Grundbuchanmerkung. Daran hielt die Erbengemeinschaft A._
in ihrer Eingabe vom 26. März 2020 (act. G 13/31) fest. Nach Einholen eines
Amtsberichts beim Amt für Umwelt zur lärmrechtlichen Problematik wies das
Baudepartement den Rekurs mit Entscheid vom 22. Januar 2021 ab, soweit es darauf
eintrat (act. G 2).
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C.
Die Erbengemeinschaft A._ (Beschwerdeführerin) erklärte durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Christoph Bürgi am 8. Februar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
vorläufigen Anträgen, der Rekursentscheid des Baudepartementes vom 22. Januar
2021 sei aufzuheben unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 Ziffer I/1. f.). In
verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie die Anträge, es sei das Beschwerdeverfahren
bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Unterschutzstellung des Hauses "I._" auf
Grundstück Nr. 001, Grundbuch E._, zu sistieren und ihr die Frist für die
Beschwerdebegründung einstweilen abzunehmen; diese sei ihr nach Aufhebung der
Sistierung neu anzusetzen (act. G 1 Ziffer II/1. f.). Die D._ AG (Beschwerdegegnerin),
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Pfister, St.Gallen, beantragte mit Eingabe
vom 16. Februar 2021 die Abweisung des Sistierungsantrags unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act. G 6). Die Politische
Gemeinde E._ (Beschwerdebeteiligte) verzichtete am 24. Februar 2021 auf eine
Stellungnahme zum Sistierungsantrag (act. G 7). Das Baudepartement (heute Bau- und
Umweltdepartement) liess sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 11. März 2021
wies der Abteilungspräsident das Sistierungsbegehren ab und setzte der
Beschwerdeführerin Frist bis 12. April 2021 zur Beschwerdebegründung an (act. G 8).
D.
Am 12. April 2021 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Beschwerdebegründung ein mit den Anträgen, es seien der Rekursentscheid des
Baudepartementes vom 22. Januar 2021 aufzuheben und die Baubewilligung für den
Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage auf Grundstück Nr. 003, E._, zu
verweigern; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 8 Ziffer I/1. ff.). Die Vorinstanz schloss am
14. April 2021 unter Verweis auf ihren Entscheid auf Abweisung der Beschwerde
(act. G 11). Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juni
2021 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act.G 17). Mit Eingabe vom
12. Juli 2021 replizierte die Beschwerdeführerin unter Aufrechthaltung ihrer Anträge
(act. G 23). Am 24. August 2021 nahm die Vorinstanz zur beschwerdeführerischen
Replik Stellung (act. G 27). Die Beschwerdegegnerin duplizierte in Bestätigung ihrer
Anträge mit Rechtsschrift vom 9. September 2021 (act. G 30). Am 3. Januar 2022
reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe (act. G 32) unter Beilegung eines
E-Mails der kantonalen Denkmalpflege (act. G 33.1 und 33.2) ein, wozu sich die
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 10. Februar 2022 vernehmen liess. Am 9. März
2022 äusserte sich die Beschwerdeführerin dazu (act. G 41).
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Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist als Eigentümerin des benachbarten Grundstücks Nr. 001 und als Adressatin des
Entscheids, mit dem ihre Begehren abgewiesen wurden, zur Beschwerdeerhebung
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeerklärung vom
8. Februar 2021 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und entspricht zusammen mit der
Beschwerdeergänzung vom 12. April 2021 (act. G 8) formal und inhaltlich den
gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin stellt verschiedene Beweisanträge.
bis
Sie beantragt in ihrer Replik (act. G 23, Ziffer II/B/5/e S. 6) die Durchführung eines
Augenscheins. Darauf kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden. Die mit
Blick auf die nachstehend zu schildernden Gegebenheiten entscheidrelevanten
tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten und den
allgemeinnotorischen elektronischen Karten (wie Geoportal; GIS; einsehbar unter:
www.geoportal.ch) bzw. den darin enthaltenen und abrufbaren Informationen (vgl.
BGer 1C_593/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.1 mit Hinweisen; BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2, namentlich E. 2.3 f. mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143
IV 380 E. 1.2 in Pra 2018 Nr. 61; VerwGE B 2020/204 vom 8. März 2020 E.2.2). Es ist
nicht ersichtlich, was der Augenschein an zusätzlichem Erkenntnisgewinn bringen
würde (vgl. dazu BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen sowie
B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 28 ff. zu Art. 12-13 VRP), zumal sich
vorliegend vor allem Rechtsfragen stellen.
2.1.
Weiter verlangt die Beschwerdeführerin das Einholen eines Amtsberichts betreffend
2.2.
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3.
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten erging am 13. Mai 2019
(act. 13/6/A9). Laut Art. 173 Abs. 1 des am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049) in Kraft
getretenen Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) ist somit das PBG
anwendbar, soweit es unmittelbar anwendbar oder der kommunale
Rahmennutzungsplan, welcher im vorliegenden Fall vom Baudepartement am 30. April
2014 genehmigt wurde, entsprechend revidiert worden ist. Ansonsten ist das bis
30. September 2017 gültig gewesene Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom
1. Januar 2015) heranzuziehen (vgl. dazu VerwGE B 2020/243 vom 30. August 2021
E. 2 mit Hinweisen).
4.
Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass die Vorinstanz auf ihre Rüge betreffend
Sichtzonen mit der Überlegung der verspäteten Geltendmachung nicht eingetreten sei.
Wie es sich damit verhält, kann letztlich offengelassen werden, weil sie auf die Rüge
auch mangels ausreichender Begründung nicht hätte weiter eingehen müssen. Die
Beschwerdeführerin beschränkte sich in ihren Eingaben nämlich darauf, die Sichtzonen
lediglich pauschal in Frage zu stellen und einen Amtsbericht hierzu zu beantragen. Sie
führte jedoch weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht aus, inwiefern die
Sichtzonen nicht genügen sollen. Damit hat sie aber ihre Rüge – vor dem Hintergrund
der konkreten Verfahrensgeschichte – nicht genügend substantiiert; davon ging auch
die Vorinstanz aus (angefochtener Entscheid E. 1.4 a.E., S. 11 f.; act. G2).
Kenntnisse über den Untergrund des Grundstücks Nr. 003 sowie die Einteilung in den
Gewässerschutzbereich A , (act. G 23 Ziffer II/B/4/d S. 4), das Einholen eines
Amtsberichts bei der kantonalen Denkmalpflege betreffend Kartendarstellungen im GIS
(act. G 9 Ziffer II/B/6/c S. 12), den Beizug des Schutzzonenplans im Original (act. G 9
Ziffer II/B/6/c S. 12) sowie eine Amtsauskunft beim Leiter der Abteilung Hochbau der
Gemeinde E._ zum Unterschutzstellungsverfahren (act. G 1 Ziffer III/B/6 S. 4 f.). Zu
Letzterem ist anzumerken, dass das eigentliche Unterschutzstellungsverfahren und die
damit verbundene Frage der Schutzwürdigkeit des Hauses "I._" nicht Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet, und – wie nachstehend aufzuzeigen ist
(siehe unten E. 8) – eine Unterschutzstellung überdies nichts am Ausgang dieses
Verfahrens ändert. Der Antrag auf Amtsauskunft ist deshalb abzuweisen. Die übrigen
Beweisanträge sowie deren Begründungen stehen in engem Zusammenhang mit den
vorgebrachten inhaltlichen Rügen und werden im Rahmen der entsprechenden
Erwägungen behandelt (siehe nachfolgende E. 6.4 a.E. und E. 7.2 sowie E. 7.6).
u
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In der Sache zeigt sich, dass die Erschliessung aufgrund von Einwänden anderer
Einsprechenden bereits im Beschluss der Beschwerdebeteiligten behandelt wurde (vgl.
act. G 10/6/A9, S. 5, S. 5 f. und S. 12). Sodann haben die kantonalen Stellen,
insbesondere die Kantonspolizei, das Vorhaben unter diesem Aspekt geprüft, und die
G._strasse wurde im Verlauf des Bewilligungsverfahrens im fraglichen Bereich mittels
verkehrlicher Anordnung und mittels Teilstrassenplans mit Strassenbauprojekt
verkehrstechnisch angepasst (vgl. act. G 18 Beilage act. 8 f.). Die Kantonspolizei hatte
denn auch augenscheinlich keine Einwände mehr (act. G 10/6/A7 S. 3 und 10/6/A8 S. 1
f.), nachdem bei der Einfahrt des F._wegs das Signal "Stop" angeordnet und ein
Verkehrsspiegel angebracht wurde. Entsprechend wäre die Beschwerdeführerin
gehalten gewesen, ihre Kritik an den Sichtzonen näher auszuführen. Die Vorinstanz,
welcher die Akten bekannt waren, hatte unter den gegebenen Umständen keinen
Anlass, die Rechtmässigkeit der Sichtzonen von sich aus weitergehend in Frage zu
stellen. Sie durfte diesbezüglich auf vertiefende Prüfungen und Abklärungen verzichten,
zumal sich der juristische Sachbearbeiter der Vorinstanz ja am Augenschein selbst ein
Bild von der tatsächlichen Situation machen konnte, ohne dass sich ihm dabei Zweifel
an der Zulässigkeit der Erschliessung geradezu aufdrängten. Es ist denn auch nicht
ohne Weiteres offenkundig, welche Annahmen und Vorgaben (vgl. Art. 38 Abs. 2 des
Baureglements der Gemeinde E._ vom 30. April 2014 [nachfolgend BauR]) mit Verweis
auf Art. 100 des Strassengesetzes [sGS 732.1; StrG] und die Schweizer Normen [SN]
der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute [VSS]) bei der Festlegung der
Sichtzonen geradezu augenfällig falsch oder unzutreffend sein sollten. Der im
vorinstanzlichen Verfahren ebenfalls bemängelten fehlenden Grundbuchanmerkung der
Sichtzonen fehlt es insofern an einer hinreichenden Begründung seitens der damaligen
Rekurrentin, als sich diese allein mit dem Vorbringen begnügte, den Sichtzonen mangle
es an einer Grundbuchanmerkung. Es ist jedoch nicht ersichtlich, weshalb die
Baubewilligung alleine deswegen zu verweigern gewesen wäre. Es ist unbestritten und
ergibt sich aus den Akten, dass die Sichtzonen zusammen mit der Bewilligung
zumindest verfügt wurden. Art. 102 Abs. 2 StrG sieht in der Tat zwar vor, dass
Sichtzonen im Grundbuch angemerkt werden können. Indes handelt es sich dabei um
eine Kann-Vorschrift, wobei im Interesse der Rechtssicherheit davon Gebrauch
gemacht werden sollte (vgl. D. Gmür, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum
st.gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St.Gallen 1989, N 7 zu Art. 102 StrG).
Weil die mit der Baubewilligung verfügten Sichtzonen als Eigentumsbeschränkungen
indes auch ohne Grundbuchanmerkung gültig sind (vgl. zur Bedeutung und Wirkung
von Grundbuchanmerkungen BGer 1C_587/2018 vom 18. September 2018 E. 2.3 mit
Hinweisen), vermöchte die fehlende Grundbuchanmerkung so oder anders keine
Verweigerung der Baubewilligung zu rechtfertigen, weshalb diesem Einwand auch in
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der Sache kein Erfolg beschieden gewesen wäre. Nach dem Gesagten durfte die
Vorinstanz schon mangels hinreichender Substantiierung auf eine Prüfung der
erhobenen Rügen der Richtigkeit der Sichtzonen und der fehlenden
Grundbuchanmerkung verzichten. Die Beschwerde erweist sich in diesen Punkten
daher als unbegründet.
5.
Die Beteiligten sind sich uneins über die Tragweite des ISOS bei der Beurteilung der
Bewilligungsfähigkeit des vorliegenden Bauvorhabens.
Art. 3 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451, NHG)
bestimmt, dass der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone bei der
Erfüllung der Bundesaufgaben dafür sorgen, dass das heimatliche Landschafts- und
Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie Natur- und Kulturdenkmäler geschont werden
und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben
(Abs. 1). Sie erfüllen diese Pflicht unter anderem, indem sie Konzessionen und
Bewilligungen nur unter Bedingungen oder Auflagen erteilen oder aber verweigern
(Art. 2 lit. b NHG). Gemäss Art. 6 Abs. 1 NHG wird durch die Aufnahme eines Objektes
von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes – wozu das ISOS zählt –
dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber
unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die
grösstmögliche Schonung verdient. Nach Art. 7 Abs. 2 NHG ist eine Begutachtung
durch eine eidgenössische Kommission im Sinn von Art. 25 Abs. 1 NHG obligatorisch,
wenn bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe ein Objekt, das in einem Inventar des
Bundes nach Art. 5 NHG aufgeführt ist, erheblich beeinträchtigt werden kann oder sich
in diesem Zusammenhang grundsätzliche Fragen stellen (BGE 138 II 281 E. 4.3).
5.1.
Bei der Erfüllung von kantonalen (und kommunalen) Aufgaben – soweit also nicht die
Erfüllung von Bundesaufgaben in Frage steht – wird der Schutz von Bundesinventaren
durch kantonales (und kommunales Recht) gewährleistet. Dies ergibt sich
verfassungsrechtlich aus Art. 78 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV), wonach die Kantone für den Natur- und
Heimatschutz zuständig sind. Bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen
Aufgaben sind Bundesinventare wie das ISOS aber nicht völlig unmassgeblich (vgl.
dazu und zum Folgenden insbesondere BGE 135 II 212 f. E. 2.1). Im Rahmen der
allgemeinen Planungspflicht der Kantone (Art. 2 des Raumplanungsgesetzes; SR 700;
RPG) legen die Kantone die Planungsgrundlagen in ihrer Richtplanung im Allgemeinen
5.2.
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6.
Vorliegend befindet sich das Baugrundstück gemäss kantonaler Gewässerschutzkarte
in einem sogenannt übrigen Gewässerschutzbereich (vgl. GIS, Darstellung Karte
"Gewässerschutzkarte Kt", a.a.O.). Hauptstreitpunkt zwischen den Beteiligten bildet in
erster Linie die Frage, ob es sich bei der erteilten gewässerschutzrechtlichen
Bewilligung des Amts für Wasser und Energie (AWE) nach Art. 28 des
Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2,
GSchVG) um eine Anordnung in Ausübung einer Bundesaufgabe handelt, was
bejahendenfalls zur Folge hätte, dass das ISOS im vorliegenden Bewilligungsverfahren
fest (Art. 6 RPG) und berücksichtigen die Bundesinventare als besondere Form von
Konzepten und Sachplänen im Speziellen (Art. 6 Abs. 4 RPG; s. dazu auch Art. 4a
VISOS und das Koordinationsblatt S31 des kantonalen Richtplans). Aufgrund der
Behördenverbindlichkeit der Richtplanung (Art. 9 RPG) finden die Schutzanliegen des
Bundesinventars auf diese Weise Eingang in die Nutzungsplanung (Art. 14 ff. RPG),
insbesondere in die Ausscheidung von Schutzzonen (Art. 17 Abs. 1 RPG) und in die
Anordnung von andern Schutzmassnahmen (Art. 17 Abs. 2 RPG). Auf kommunaler
Ebene konkretisiert die Bauordnung (allenfalls zusammen mit den dazugehörigen
planerischen Schutzinstrumenten wie Schutzverordnungen) die Anliegen des Natur-
und Heimatschutzes und berücksichtigt damit die Schutzanliegen im Sinn des ISOS.
Das Inventar ist somit nicht als direkt anwendbares Recht zu verstehen. Erst eine derart
ausgestaltete Nutzungsplanung ist auch für den Eigentümer verbindlich, und erst wenn
diese grundeigentümerverbindlichen Festlegungen erfolgt sind, finden diese im
Baubewilligungsverfahren Anwendung (vgl. BGE 135 II 212 f. E. 2.1 sowie auf BGer
1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.5.3 und 4.5.3), ausser die kommunale
Nutzungsplanung missachte geradezu die Schutzziele des ISOS (vgl. BGer
1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.5.5 mit Hinweis auf J. Leimbacher, Zur
Bedeutung des Bundesgerichtsentscheides Rüti [BGE 135 II 209] für das ISOS und das
IVS, Rechtsgutachten, 2012, S. 90; vgl. auch W. Engeler, in: Ehrenzeller/Engeler
[Hrsg.], Handbuch Heimatschutzrecht, Zürich/St.Gallen 2020, § 7 Rz. 188). Die Pflicht
zur Beachtung findet ihren Niederschlag zum einen in der Anwendung der die
Schutzanliegen umsetzenden (Nutzungs-)Planung, zum anderen dort, wo im Einzelfall
erforderliche Interessenabwägungen im Licht der Heimatschutzanliegen vorzunehmen
sind, was insbesondere dann der Fall ist, wenn durch einen Quartierplan von der
Grundnutzungsordnung abgewichen werden soll, oder bei der Auslegung
unbestimmter Begriffe des Baurechts (vgl. BGer 1C_635/2018 vom 31. März 2020
E. 3.1.2 mit Hinweis insbesondere auf BGE 135 II 212 f. E. 2.1 sowie auf BGer
1C_488/2015 vom 24. August 2016 E. 4.3 und auf BGer 1C_130/2014 vom 6. Januar
2015 E. 3.2; so auch BGer 1C_643/2020 vom 7. Januar 2022 E. 3.2 a.E.).
bis
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unmittelbar anzuwenden wäre (oben E. 5.1). Nach dem genannten Art. 28 GSchVG
(in Verbindung mit der Artikelüberschrift) bedürfen Bohrungen und erhebliche
Grabungen ausserhalb besonders gefährdeter Bereiche einer Bewilligung der
zuständigen Stelle des Kantons.
bis
Art. 2 Abs. 1 NHG führt in nicht abschliessender Weise aus, was unter der Erfüllung
einer Bundesaufgabe zu verstehen ist. Nach ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichts kann eine Bundesaufgabe sodann auch dann vorliegen, wenn eine
kantonale Behörde verfügt hat. Voraussetzung für das Vorliegen einer Bundesaufgabe
ist in erster Linie, dass die angefochtene Verfügung eine Rechtsmaterie betrifft, die in
die Zuständigkeit des Bundes fällt, bundesrechtlich geregelt ist und einen Bezug zum
Natur-, Landschafts- und Heimatschutz aufweist. Das ist einerseits der Fall, wenn die
bundesrechtliche Regelung (zumindest auch) den Schutz von Natur, Landschaft oder
Heimat bezweckt; andererseits ist eine Bundesaufgabe zu bejahen, wenn der
bundesrechtliche Auftrag die Gefahr der Beeinträchtigung schützenswerter Natur, Orts-
und Landschaftsbilder in sich birgt (BGE 139 II 274 f. E. 9.3 und 9.4). Nach der
bundesgerichtlichen Praxis (vgl. dazu auch die Zusammenfassung in BGer
1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E. 3.4) liegt eine Bundesaufgabe unter anderem vor
bei der Erteilung von Ausnahmebewilligungen in besonders gefährdeten Bereichen
nach Art. 19 Abs. 2 des Gewässerschutzgesetzes (SR 814.2, GSchG; BGer
1C_583/2017 vom 11. Februar 2019 [= 145 II 176] E. 3.4 f. mit Hinweisen und nicht
publizierte E. 5.2; BGer 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 E. 3.5 und 1C_118/2016 vom
21. März 2017 E. 4.1; vgl. dazu aber auch BGer 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E. 5.3
a.E., wo das Bundesgericht offen liess, ob eine Bundesaufgabe im Hinblick auf eine
Bewilligung nach Art. 19 Abs. 2 GSchG auch in den Fällen vorliegt, wo gerade um
keine Ausnahme vom Gewässerschutzrecht nachgesucht wird).
6.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 13/29
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Unter den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass vorliegend keine der ausdrücklich
in Art. 2 Abs. 1 und Abs. 2 NHG aufgeführten Bundesaufgaben zur Diskussion steht.
Mit Blick auf die vorstehend aufgeführte Rechtsprechung bleibt somit hauptsächlich
ausschlaggebend, ob die gestützt auf Art. 28 GSchVG erlassene Verfügung des AWE
eine in der Zuständigkeit des Bundes liegende, bundesrechtlich geregelte
Rechtsmaterie mit einem Bezug zum Natur-, Landschafts- und Heimatschutz
beschlägt. Zu diesem Zweck ist vorweg auf die geltende Rechtslage im
Gewässerschutz näher einzugehen, insbesondere auf die vorliegend hauptsächlich
interessierende Gesetzeslage zu den Grundwasserschutzbereichen.
6.2.
bis
Der Bundesgesetzgeber ist seinem verfassungsmässigen Gesetzgebungsauftrag mit
dem Erlass des GSchG, das sich auf Art. 76 Abs. 2 und 3 BV stützt (vgl. Ingress des
GSchG), nachgekommen. Das geltende GSchG bezweckt in umfassender Weise die
Verhinderung und Behebung nachteiliger Einwirkungen auf die Gewässer (2. Titel) und
unterscheidet in drei Kapiteln zwischen den Bestimmungen zur Reinhaltung
(qualitativer Gewässerschutz, Art. 6 bis Art. 28 GSchG), zur Sicherung angemessener
Restwassermengen (quantitativer Gewässerschutz, Art. 29 bis Art. 36 GSchG) und zur
Verhinderung anderer nachteiliger Einwirkungen auf Gewässer (Art. 36a bis Art. 44
GSchG; vgl. auch B. Wagner Pfeifer, Umweltrecht – Besondere Regelungsbereiche,
Zürich/St.Gallen 2013, Rz. 845). Nach dessen umfassendem Zweckartikel (Art. 1
GSchG) ist es auch dem Natur- und Landschaftsschutz verpflichtet (s. insbesondere
Art. 1 Abs. 1 lit. c und e GSchG; vgl. A. Marti, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/
Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, St.Galler Kommentar,
3. Auflage 2014, N 19 zu Art. 76 BV). Gemäss Art. 45 GSchG obliegt der Vollzug des
GSchG grundsätzlich den Kantonen (vgl. dazu A. Ruch, in: Hettich/Jansen/Norer
[Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Zürich/
Basel/Genf 2016, N 3 ff. zu 45 GSchG).
6.2.1.
Der planerische Schutz, der im Wesentlichen die Ausscheidung von
Gewässerschutzbereichen, von Grundwasserschutzzonen und von
Grundwasserschutzarealen umfasst, ist in den Art. 19 ff. GSchG geregelt. Gemäss
Art. 19 Abs. 1 GSchG teilen die Kantone ihr Gebiet nach der Gefährdung der ober- und
der unterirdischen Gewässer in Gewässerschutzbereiche ein, wobei der Bundesrat die
erforderlichen Vorschriften erlässt. Bei der Einteilung des Kantonsgebiets in
Gewässerschutzbereiche werden die besonders gefährdeten Bereiche und die übrigen
6.2.2.
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Bereiche bezeichnet (vgl. Art. 29 Abs. 1 der Gewässerschutzverordnung, SR 814.201,
GSchV). Die besonders gefährdeten Bereiche umfassen u.a. den
Gewässerschutzbereich A , zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer (vgl. Art. 29
Abs. 1 Ingress und lit. a GSchV) sowie den Zuströmbereich Z zum Schutz der
Wasserqualität unter bestimmten Voraussetzungen (vgl. Art. 29 Abs. 1 Ingress und lit. c
GSchV). Bei der Bezeichnung von Gewässerschutzbereichen sowie bei der
Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen und -arealen stützen sich die Kantone auf
die vorhandenen hydrogeologischen Kenntnisse; reichen diese nicht aus, sorgen sie für
die Durchführung der erforderlichen hydrogeologischen Abklärungen (Art. 29 Abs. 4
GSchV). Die zu bezeichnenden Gewässerschutzbereiche gehören zum Mindestinhalt
der Gewässerschutzkarten, welche die Kantone zu erstellen haben (Art. 30 Abs. 1
GSchV).
u
u
In den besonders gefährdeten Bereichen bedürfen die Erstellung und die Änderung von
Bauten und Anlagen einer kantonalen Bewilligung, wenn sie die Gewässer gefährden
können (Art. 19 Abs. 2 GSchG). Die Bewilligung wird gemäss Art. 32 Abs. 4 GSchV
erteilt, wenn mit Auflagen und Bedingungen ein ausreichender Schutz der Gewässer
gewährleistet werden kann. Es müssen alle zum Schutz der Gewässer gebotenen
Massnahmen getroffen werden, insbesondere die Massnahmen nach Anhang 4 Ziff. 2
GSchV (Art. 31 Abs. 1 GSchV). Die Behörde erteilt eine Bewilligung, wenn mit Auflagen
und Bedingungen ein ausreichender Schutz der Gewässer gewährleistet werden kann;
sie legt dabei auch die Anforderungen an die Stilllegung der Anlagen fest (Art. 32 Abs.
4 GSchV). Gemäss Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 1 GSchV dürfen in den
Gewässerschutzbereichen A und A keine Anlagen erstellt werden, die eine besondere
Gefahr für ein Gewässer darstellen. Nach dessen Abs. 2 dürfen im
Gewässerschutzbereich A zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer keine
Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel liegen. Die
Behörde kann Ausnahmen bewilligen, soweit die Durchflusskapazität des
Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10%
vermindert wird. Für Gebiete ausserhalb von Grundwasserschutzzonen und -arealen
sowie ausserhalb der gefährdeten Bereiche, wozu auch die übrigen Bereiche zählen,
enthält das GSchG keine besonderen Regelungen. Entsprechend sind dort Art. 6
(GSchG; gewässerschutzrechtliches Reinhaltungsgebot bzw. generelles
Verunreinigungsverbot) und Art. 14 bzw. Art. 17 f. GSchG die zentralen
gewässerschutzrechtlichen Rechtsgrundlagen, die es einzuhalten gilt (vgl. etwa BGer
6.2.3.
u o
u
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_62/2014 vom 15. Juni 2015 E. 2, insbesondere E. 2.3 betreffend Kälber-Iglu; BGer
1C_390/2008 vom 15. Juni 2009 E. 3.1 betreffend Laufhof).
Auf kantonaler Ebene erliess der Kanton St.Gallen mit dem GSchVG und der
dazugehörigen Verordnung zum Vollzugsgesetz zur eidgenössischen
Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.21, GSchVV) die erforderlichen
Vollzugsbestimmungen, wo namentlich die Zuständigkeiten (vgl. Art. 27 Abs. 1
GSchVG) sowie einzelne Detailvorschriften zu den Gewässerkarten geregelt sind (vgl.
Art. 27 Abs. 2 GschVG und Art. 19 Abs. 1 und 2 GSchVV). Laut Art. 28 Abs. 1
GSchVG ("Bewilligungen in besonders gefährdeten Bereichen") erteilt die zuständige
Stelle des Kantons Bewilligungen in besonders gefährdeten Bereichen für die
Erstellung und Änderung von Bauten und Anlagen, die eine Gefahr für die Gewässer
darstellen, für Bohrungen, Grabungen, Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten sowie
für dauernde Bewässerungen und Entwässerungen (betreffend Zuständigkeiten im
Einzelnen vgl. Art. 28 Abs. 2 und 3 GSchG sowie Art. 2 und 2 GSchVV). Darüber
hinaus schreibt der schon eingangs erwähnte und hauptsächlich umstrittene Art. 28
GSchVG mit der Artikelüberschrift "Bewilligungen ausserhalb besonders gefährdeter
Bereiche" auf Stufe Kanton vor, dass Bohrungen und erhebliche Grabungen einer
Bewilligung der zuständigen Behörde bedürfen. Eine Grabung ist erheblich, wenn sie
mehr als 6 m tief ist oder wenn damit, auch nur vorübergehend, mehr als 10'000 m
Material entnommen oder verschoben werden (Art. 9 GSchVV).
Art 28 GSchVG wurde mit Nachtrag vom 4. April 2002 zum GSchVG eingeführt. Im
Unterschied zu den Nachbarkantonen Zürich, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden
kannte der Kanton St.Gallen bis zum Nachtragsgesetz keine generelle
Bewilligungspflicht für Bohrungen und (erhebliche) Grabungen in den Untergrund (so
Botschaft zum Nachtrag zum Vollzugsgesetz zum Gewässerschutzgesetz [nachfolgend
Botschaft], Amtsblatt Nr. 37 vom 10. September 2001, S. 1943). Gemäss Botschaft
bestünden für verschiedene Untersuchungszwecke indes Bewilligungspflichten für
bestimmte Grabarbeiten und Sondierbohrungen, so z.B. für das Graben und Sondieren
nach öffentlichem Grundwasser (Art. 9 Ziff. 3 GNG) oder für vorbereitende Grabungen
im Zusammenhang mit der Ausbeutung von Kies, Sand und anderem Material (Art. 44
Abs. 1 GSchG). Überdies schreibe Art. 32 Abs. 2 lit. f GSchV nunmehr eine
Bewilligungspflicht für Bohrungen in den besonders gefährdeten Bereichen A und Z
vor. Die Einführung einer generellen Bewilligungspflicht in den übrigen Bereichen
erfolgte gemäss Botschaft insbesondere deshalb, weil im Zusammenhang mit
6.2.4.
bis
bis
bis
3
ter
bis
u u
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Erdwärmenutzungen (Erdwärmesonden, ferner Energiepfähle) eine erhebliche Zunahme
der Bohrtätigkeit, v.a. auch in immer grössere Tiefen (zum Teil bis mehrere hundert
Meter), festzustellen sei. Dabei könnten – ohne Absicht – tiefer liegende, noch
unbekannte Grundwasservorkommen in wasserführenden Festgesteinen
(möglicherweise Mineral- oder Thermalwässer) erbohrt werden. Nicht fachgerecht
durchgeführte Eingriffe in den Untergrund mittels Sondierbohrungen könnten langfristig
erhebliche Auswirkungen haben und beispielsweise zu unerwünschten Verbindungen
zwischen verschiedenen Grundwasser-Stockwerken (vgl. Art. 43 Abs. 3 GSchG) führen.
Tiefer liegende Grundwasservorkommen in wasserführenden Festgesteinen, welche für
eine künftige Nutzung allenfalls von Interesse sein könnten, müssten vor vermeidbaren
Beeinträchtigungen besser geschützt werden. Hierzu genügten die von Bundesrechts
wegen bestehenden Bewilligungspflichten (v.a. jene nach Art. 32 Abs. 2 lit. f GSchV)
aber nicht, da die Festlegung der besonders gefährdeten Bereiche sich in erster Linie
nach den oberflächennahen Grundwasservorkommen in Lockergesteinen richte, eine
Gefährdung von tiefer liegenden Vorkommen jedoch auch ausserhalb dieser Bereiche
bestehe. Ohne generelle Bewilligungspflicht für Bohrungen und erhebliche Grabungen
müssten die besonders gefährdeten Bereiche im Sinn von Art. 29 Abs. 1 GSchV dort,
wo noch keine genügenden Kenntnisse über den Untergrund vorhanden seien,
vorsorglich weiter gefasst werden. Mit der Einführung einer generellen, auch
ausserhalb der besonders gefährdeten Bereiche geltenden Bewilligungspflicht für
Bohrungen und erhebliche Grabarbeiten (Art. 28 des Entwurfs [entspricht der heute
geltenden Fassung]) könne die ausreichende fachliche Begleitung solcher Arbeiten,
insbesondere von Sondierbohrungen, sichergestellt werden. Die gegebenenfalls
erforderlichen Gewässerschutzmassnahmen könnten im Voraus angeordnet werden.
Auch die fachgerechte Stilllegung einer Bohrung bzw. Anlage könnte in der Bewilligung
verbindlich festgelegt werden (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 1943 f.).
bis
Die Vorinstanz kam im Ergebnis zum Schluss, dass die durch das AWE am
5. November 2018 – gestützt auf Art. 28 GSchVG – erlassene Verfügung über
Gewässerschutzmassnahmen nicht in Ausübung einer Bundesaufgabe erfolgt sei. Sie
erwog dazu im Wesentlichen, eine bundesrechtliche Bewilligungspflicht nach Art. 19
Abs. 2 GSchG sei explizit nur für besonders gefährdete Bereiche vorgesehen. Das
Grundstück Nr. 003 liege gemäss der geltenden Gewässerschutzkarte jedoch in
keinem solchen Gewässerschutzbereich, sondern sei dem "übrigen Bereich"
zugewiesen. Mit Art. 28 GSchVG werde nun zwar die Bewilligungspflicht für
Bohrungen und erhebliche Grabungen gegenüber der bundesrechtlichen Pflicht nach
Art. 19 Abs. 2 GSchG auf das ganze Kantonsgebiet ausgeweitet. Diese
6.3.
bis
bis
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Bewilligungspflicht in den "übrigen Bereichen" stütze sich jedoch nicht auf Art. 19
Abs. 2 GSchG. Auf die besonders gefährdeten Bereiche im Sinn von Art. 19 GSchG
beziehe sich vielmehr lediglich Art. 28 GSchVG und nicht Art. 28 GSchVG.
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, die Vorinstanz halte zwar korrekt
fest, dass nach Art. 28 GSchVG die Bewilligungspflicht für Bohrungen und erhebliche
Grabungen auf das ganze Kantonsgebiet ausgeweitet werde. Dies erfolge jedoch, wie
sich aus der Botschaft zum kantonalen Vollzugsgesetz ergebe, weil ohne die generelle
Bewilligungspflicht für Bohrungen und erhebliche Grabungen die besonders
gefährdeten Bereiche dort, wo noch keine genügenden Kenntnisse über den
Untergrund vorhanden seien, vorsorglich weiter gefasst werden müssten. Die
Bewilligungspflicht nach Art. 28 GSchVG trete somit an die Stelle einer
Vergrösserung des Gewässerschutzbereichs A und stütze sich damit auf Bundesrecht.
Mit dem Erlass des GSchG habe der Bund seine verfassungsrechtlichen Kompetenzen
im Bereich des qualitativen und quantitativen Gewässerschutzes praktisch
ausgeschöpft. Das Gesetz bezwecke nach seinem Art. 1, die Gewässer vor
nachteiligen Einwirkungen zu schützen. Dazu gehöre nach Art. 19 ff. GSchG
insbesondere der planerische Schutz und die damit verbundene Bewilligungspflicht in
besonders gefährdeten Bereichen. Mit Art. 28 GSchVG werde anstelle der
Ausdehnung der besonders gefährdeten Bereiche eine Bewilligungspflicht für kritische
Eingriffe eingeführt, was sich nur auf Bundesrecht abstützen lasse. Deshalb könne den
Ausführungen im angefochtenen Entscheid nicht gefolgt werden. Vielmehr diene auch
Art. 28 GSchVG dem Schutz der besonders gefährdeten Bereiche im Sinn von
Art. 19 GSchG. Es ergebe sich somit, dass auch eine Bewilligung gestützt auf Art. 28
GSchVG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 GSchG in Erfüllung einer Bundesaufgabe erfolge und
daher nicht lediglich eine kantonalrechtliche Bewilligung darstelle.
bis
bis
bis
u
bis
bis
bis
Im Licht vorstehender Darstellung der Rechtslage (E. 6.2.1 ff. hiervor) ergibt sich
zunächst, dass die Vorschriften im GSchG zu den von den Kantonen
auszuscheidenden Gewässerschutzbereichen und die damit zusammenhängenden
Bestimmungen in den Zuständigkeitsbereich des Bundes fallen (vgl. zur nicht ganz
einfachen Abgrenzung der Gesetzbebungskompetenzen im Gewässerschutz etwa
Marti, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische
Bundesverfassung, a.a.O., N 9 und N 17 zu Art. 76 BV; Caluori/Griffel, in: Waldmann/
Belser/Epiney [Hrsg], Bundesverfassung, Basler Kommentar, Basel 2015, N 29 zu
Art. 76 BV; Hettich/Jeanneret, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum
Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, a.a.O., Einleitung, N 9). Das
6.4.
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Gewässerschutzgesetz verlangt nur in den besonders gefährdeten Bereichen, nicht
aber in den übrigen Bereichen eine kantonale Bewilligung. Es legt auch bloss dort
spezifische Bewilligungsvoraussetzungen, die einzuhalten sind, fest und untersagt nur
in diesen besonders gefährdeten Bereichen bestimmte Tätigkeiten gänzlich oder lässt
solche nur bei Vorliegen von Ausnahmegründen zu. Die kantonale Regelung in
Art. 28 GSchVG steht zwar insofern im Zusammenhang mit einer Rechtsmaterie in
der Zuständigkeit des Bundes, als sie in den bundesrechtlich vorgeschriebenen
übrigen Grundwasserbereichen bestimmte Tätigkeiten ebenfalls einer
Bewilligungspflicht unterstellt (wozu der Kanton zumindest baurechtlich befugt ist [vgl.
Art. 22 Abs. 1 und 2 RPG; A. Ruch, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.],
Praxiskommentar RPG, Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/
Genf 2020, N 4 zu Art. 22 RPG]). Hingegen wird dadurch die kantonalrechtlich
erforderliche Bewilligung zu keiner durch das Bundesrecht geregelten
Spezialbewilligung, insbesondere zu keiner gewässerschutzrechtlichen
Ausnahmebewilligung. Dies weil namentlich kein Anwendungsfall von Art. 19 Abs. 2
GSchG vorliegt, und weil das Bundesrecht auch sonst keine
gewässerschutzrechtlichen Spezialbewilligungen oder konkret einzuhaltenden
Voraussetzungen für Tätigkeiten in den übrigen Grundwasserschutzbereichen kennt,
noch anderswie die Aufgabe, solche Bewilligungen zu erteilen, an die Kantone
überträgt. Es fehlt somit an einer bundesrechtlich geregelten Spezialbewilligung im
Sinn der hierzu ergangenen bundesgerichtlichen Rechtsprechung und diese
Rechtsprechung greift deshalb in Fällen wie dem vorliegenden nicht: Die Verfügung
des AWE beruht – wie bereits die Vorinstanz zu Recht feststellte – auf keiner
Bundesaufgabe. Und zwar selbst dann nicht, wenn die in Art. 28 GSchVG statuierte
Bewilligungspflicht auch oder in erster Linie dem Gewässerschutz dient. Der Verweis
der Beschwerdeführerin auf den Entscheid des Baudepartements Nr. 33/2021 vom
19. April 2021 (vgl. act. G 23 Ziffer II/B/4 S. 3 f.) hilft ihr folglich nicht weiter (vgl.
act. G 23 Ziffer II/B/4 S. 3 f.).
Weiter argumentiert die Beschwerdeführerin damit, die Erteilung einer Bewilligung nach
Art. 28 GSchVG sei deshalb eine Bundesaufgabe, weil diese Bewilligung an die Stelle
einer ordnungsgemässen Ausscheidung von besonders gefährdeten
Gewässerschutzbereichen trete. Für diese Annahme der Beschwerdeführerin bestehen
jedoch keine Anhaltspunkte. Der Kanton St.Gallen hat die bundesrechtlich
vorgeschriebene Gewässerschutzkarte, die auch als Beurteilungsgrundlage dient, ob
eine kantonale Bewilligung gemäss Art. 19 Abs. 2 GSchG erforderlich ist (vgl.
A. Brunner, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz
und zum Wasserbaugesetz, a.a.O., N 16 zu Art. 19 GSchG), gestützt auf alle
bis
bis
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massgebenden und bekannten geologischen, hydrogeologischen und
wasserrechtlichen Grundlagen erlassen (vgl. https://www.sg.ch/umwelt-natur/wasser/
grundwasser---quellen-/grundwasserschutz/gewaesserschutz-und-
grundwasserkarte.html). Es bestehen aufgrund der Aktenlage und der Vorbringen der
Parteien keine Hinweise, dass die darin enthaltenen Ausscheidungen auf
ungenügenden Kenntnissen beruhen, zumal nach den Angaben im GIS die aktuell
aufgeschaltete Gewässerschutzkarte in E._ am 25. Januar 2006, d.h. rund 3 Jahre
nach Vollzugsbeginn des Nachtragsgesetzes vom 20. April 2002 im Januar 2003 (nGS
37-96), erlassen wurde. Aus dem in der Botschaft erwähnten Umstand, dass die
besonders gefährdeten Bereiche dort, wo noch keine genügenden Kenntnisse über
den Untergrund vorhanden seien, ohne Bewilligungspflicht vorsorglich weiter gefasst
werden müssten, ergibt sich solches ohnehin nicht zwingend. Dieser Einschub ist
vielmehr im Gesamtkontext der Ausführungen in der Botschaft zu verstehen. Mit der
Einführung einer allgemeinen Bewilligungspflicht für bestimmte Tätigkeiten in den
übrigen Bereichen sollen danach in erster Linie vorsorglich tiefer liegende
Grundwasservorkommen vor vermeidbaren Beeinträchtigungen besser geschützt
werden, weil sich die Festlegung der besonders gefährdeten Bereiche gemäss
Bundesrecht nach oberflächennahen Grundwasservorkommen in Lockergesteinen
richtet. Es liegt deshalb vielmehr nahe, dass die anschliessend erwähnten
ungenügenden Kenntnisse über den Untergrund sich auf solche tiefer liegende
potenzielle Grundwasservorkommen beziehen und nicht generell auf die
auszuscheidenden Bereiche im Sinn von Art. 19 Abs. 2 GSchG. Im konkreten Fall
attestierte das zuständige AWE dem Gesuch die Einhaltung der
gewässerschutzrechtlichen – auch der zusätzlichen kantonalen – Voraussetzungen,
ohne den geringsten Hinweis anzubringen, dass die Kenntnisse des Untergrunds
vorliegend ungenügend sein könnten und deshalb ein besonders gefährdeter Bereich
zur Diskussion stehen könnte (vgl. act. G 13/6/A3). Auf die Einholung des von der
Beschwerdeführerin verlangten Amtsberichtes (act. G 23 Ziffer II/B/4/d S. 4) kann
infolgedessen verzichtet werden.
Es ergibt sich somit, dass die Erteilung einer Bewilligung nach Art. 28 GSchVG für
Bohrungen und erhebliche Grabungen in den übrigen Bereichen keine Bundesaufgabe
im Sinn des NHG darstellt. Die Beschwerdeführerin macht weder andere Ausnahme-/
Spezialbewilligungen in Ausübung einer Bundesaufgabe geltend, noch trägt sie
substantiiert andere Gründe vor, weshalb das ISOS im streitbezogenen
Baubewilligungsverfahren dennoch (ausnahmsweise) unmittelbar anwendbar sein
sollte; solches ist für das Gericht auch nichtersichtlich. Die Vorinstanz verletzte
6.5. bis
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7.
Aus den bisherigen Ausführungen folgt, dass das ISOS nur in mittelbarer Weise
Anwendung finden kann, weshalb es im vorliegend streitigen Baubewilligungsverfahren
lediglich bei der Auslegung unbestimmter Begriffe des Baurechts sowie bei der im
Einzelfall erforderlichen Interessenabwägung zu berücksichtigen ist (s. oben E. 5.2).
Zwischen den Parteien ist zudem unbestritten, dass das streitige Bauprojekt die
geltenden Regelbauvorschriften einhält.
demnach kein Bundesrecht, wenn sie eine unmittelbare Anwendbarkeit des ISOS
verneint, und es besteht daher denn auch weder eine Pflicht der Bauherrschaft zur
Berücksichtigung des ISOS gestützt auf Art. 6 NHG noch die Notwendigkeit einer
Begutachtung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK)
gemäss Art. 7 NHG. Die Beschwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als
unbegründet.
Die zwei Rebmauern auf bzw. angrenzend zum Baugrundstück sowie die Rebmauern
und die Hecke auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin sind gemäss der
kommunalen Natur- und Landschaftsschutzverordnung unter Schutz gestellt (vgl. dazu
und zum Nachfolgenden oben Sachverhalt lit. A.c). Das nahe gelegene K._-Gebäude
ist zudem nach der kommunalen Heimatschutz-Verordnung als geschütztes
Kulturobjekt im Anhang zum Schutzplan bezeichnet und in der elektronischen Karte
auch so dargestellt. Das ist unbestritten. Ebenso ist unstrittig, dass nach der geltenden
Schutzverordnung das streitbetroffene Gebiet keinem Ortsbildschutzgebiet zugeordnet
ist und das bestehende Einfamilienhaus auf dem Baugrundstück nicht als Schutzobjekt
bezeichnet ist. Unklarheit herrscht hingegen bezüglich des Schutzstatus des Hauses
"I._" auf dem Grundstück der Beschwerdeführerin. Wegen der unterschiedlichen
Darstellungen im GIS ("Schutzverordnung, kantonale Darstellung Kt SG" und
"Schutzverordnung, Darstellung SG Gde") und den diesbezüglichen Erwägungen in der
Verfügung des Abteilungspräsidenten vom 11. März 2021, wonach im Rahmen einer
summarischen Beurteilung betrachtet kein ex-lege-Schutz der Liegenschaft ersichtlich
sei, bringt die Beschwerdeführerin vor, es sei unklar, ob und wie das Haus "I._"
geschützt sei (act. G 9 Ziffer II/B/6, S. 12 f.). Strittig ist insbesondere, ob das Haus
"I._" nach der Heimatschutz-Verordnung mit dazugehörigem Schutzplan derzeit
überhaupt rechts- und eigentümerverbindlich unter Schutz gestellt ist. Wie sich aus
den nachfolgenden Erwägungen (E. 7.6 und 8 hernach) jedoch ergibt, ist letztlich weder
der gegenwärtige noch der zukünftige formelle Schutzstatus des Hauses "I._" für das
vorliegende Beschwerdeverfahren entscheidend, weshalb auf den beantragten Beizug
7.1.
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des verbindlichen kommunalen Originalschutzplans und das Einholen eines
Amtsberichts bei der kantonalen Denkmalpflege verzichtet werden kann.
Nach Art. 4 (mit der Marginalie "Wirkung/Umgebungsschutz") der kommunalen Natur-
und Landschaftsschutzverordnung sind Schutzgegenstände in ihrer äusseren
Erscheinungsform und in ihrer inneren Zusammensetzung zu erhalten (Abs. 1). In der
unmittelbaren Umgebung der von dieser Verordnung erfassten Schutzgegenstände
sind alle Massnahmen, welche die Schutzgegenstände beeinträchtigen, untersagt
(Abs. 2). Art. 9 Abs. 1 der Verordnung schreibt konkretisierend vor, dass die im
Schutzplan bezeichneten Einzelobjekte in ihrer Substanz und Erscheinungsform nicht
beeinträchtigt oder zerstört werden dürfen. Sie sind zu erhalten und fachgerecht zu
pflegen (Abs. 2). Danebst enthält die Natur- und Landschaftsschutzverordnung in Art. 9
Abs. 3 und 4 noch besondere Bestimmungen zu den Trockenmauern (Schutzumfang,
Sanierung, Bewilligungspflicht). Unter Schutz gestellte Kulturobjekte unterliegen
demgegenüber den in der kommunalen Heimatschutz-Verordnung enthaltenen
Vorschriften. Danach sind in der unmittelbaren Umgebung der von der Verordnung
erfassten Schutzgegenstände alle Massnahmen, welche die Schutzgegenstände
beeinträchtigen, untersagt (vgl. Art. 7 der Heimatschutz-Verordnung).
Auf kantonaler Stufe schliesslich ist nach Art. 99 Abs. 1 PBG die Erstellung von Bauten
und Anlagen, die das Orts- oder Landschaftsbild verunstalten oder Baudenkmäler
beeinträchtigen, untersagt (zum Begriff des Baudenkmals vgl. Art. 115 Abs. 1 Ingress
Bst. g PBG; zum Begriff der Beeinträchtigung vgl. VerwGE B 2019/204 vom
17. Oktober 2020 [bestätigt mit BGer 1C_643/2020 vom 7. Januar 2022] E. 7.1 mit
Hinweisen). Darunter fällt auch die Umgebung des Baudenkmals (Kaiser/Manser, in:
Ehrenzeller/Engeler, Handbuch Heimatschutzrecht, a.a.O., § 6 Rz. 28 mit Hinweisen).
Unter Schutz gestellte Objekte dürfen nur beseitigt oder beeinträchtigt werden, wenn
ein gewichtiges das Interesse an der Erhaltung überwiegendes Bedürfnis
nachgewiesen wird (vgl. Art. 122 Abs. 3 erster Satz PBG; vgl. zum Verbot von Eingriffen
mit wesentlichen Beeinträchtigungen Engeler, in: Ehrenzeller/Engeler, a.a.O., § 7
Rz. 274), wobei bei Schutzobjekten von nationaler oder kantonaler Bedeutung die
Zustimmung der zuständigen kantonalen Stelle erforderlich ist (vgl. Art. 122 Abs. 3
zweiter Satz PBG).
7.2.
Das ISOS beschreibt in der Planlegende die unter der Kategorie "AB" mit dem
Erhaltungsziel B aufgenommene Baugruppe B 0.4, wo das südliche Mehrfamilienhaus
7.3.
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an der G._strasse erstellt werde soll, als "Lockere Reihe von bürgerlichen
Wohnhäusern in Gärten, hoch über der Gemeinde" (zu den Begrifflichkeiten, Methoden,
Bewertungskriterien und Zielen des ISOS vgl. Weisungen über das Bundeinventar der
schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS [WISOS] des
Eidgenössischen Departements des Inneren [EDI] vom 1. Januar 2020 und die
Erläuterungen des Bundesamtes für Kultur zum ISOS, Stand 2021, insbesondere
Erläuterungen zu ISOS I, beides im Internet abrufbar unter: www.bak.admin.ch/bak/de/
home/baukultur/isos-und-ortsbildschutz/isos-in-kuerze/ isos-methode.html).
Erhaltungsziel B bedeutet das "Erhalten der Struktur", womit die Anordnung und
Gestalt der Bauten und Freiräume bewahrt und die für die Struktur wesentlichen
Elemente und Merkmale integral erhalten werden sollen. Als genereller
Erhaltungshinweis gilt, dass Altbauten nur in Ausnahmefällen abgebrochen werden
sollen und für Umbauten wie zur Eingliederung von Neubauten besondere Vorschriften
gelten. Das Gebäude Haus "I._" ist innerhalb dieser Baugruppe als Einzelelement
(= Kleinstmöglicher Ortsbildteil, mit grossem Eigen- und Stellenwert im Ort) im ISOS
unter der Nr. 0.4.1 eingetragen und wird beschrieben als: "Haus mit zwei Ecktürmen in
eingezäuntem Garten, grosse Fernwirkung, um 1900". Es ist aufgenommen als
Gebäude mit besonderer Bedeutung und dem Erhaltungsziel A (= "Erhalten der
Substanz": Alle Bauten, Anlageteile und Freiräume sind integral zu erhalten und
störende Eingriffe zu beseitigen). Das nördlich der Baugruppe in der
Umgebungsrichtung (U-Ri) Nr. XX liegende Gebiet, in welchem auf dem Baugrundstück
das oberliegende Mehrfamilienhaus entlang der F._strasse geplant ist, wird im
Kurzbeschrieb des ISOS als "Steiler Wieshang über dem Ort, Teils mit Reben
bepflanzt" bezeichnet. In der Auflistung erscheint es unter der Aufnahmekategorie "a"
mit dem Erhaltungsziel "a" (= Erhalt der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifläche).
Das auf dem benachbarten Grundstück Nr. 002 liegende Mehrfamilienhaus ist
seinerseits unter der Nummer 02 als "Hinweis: störend" im ISOS verzeichnet
("Gestaffeltes Mehrfamilienhaus, E. 20. Jh., den wertvollen Ortsbild Hintergrund
verbauend).
Gemäss Akten unterbreitete die Beschwerdegegnerin schon vor Einreichung ihres
Baugesuchs das Vorhaben mindestens zweimal der kantonalen Denkmalpflege zur
Begutachtung. Diese nahm je mit Schreiben vom 21. August 2016 (recte 2017;
act. 13/6/A1) und 3. Februar 2018 (act. 13/6/A2) Stellung zum Projekt. Die
Beschwerdeführerin überarbeitete daraufhin das Projekt jeweils – soweit ersichtlich –
gestützt auf deren Anregungen. Neben dem Ortsbild von nationaler Bedeutung (ISOS)
erwähnte die Denkmalpflege in ihren Schreiben die geschützten Einzelobjekte (K._-
7.4.
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Gebäude; Rebmauern); in der Stellungnahme vom 21. August 2016 wies sie zudem
bereits ausdrücklich auch auf das als erhaltenswert bezeichnete Haus "I._" als
Beurteilungsgrundlage hin (vgl. G 13/6/A1 und act. G 13/9). Den Erhalt der
bestehenden Trockenmauern erachtete sie jeweils als zwingend. Die übrigen in den
beiden Stellungnahmen angeführten Verbesserungsvorschläge betrafen die
gestalterische Ausbildung der beiden Mehrfamilienhäuser in Bezug auf die
(hintergrundbildende) Umgebung (z.B. die murale Fassadenwirkung, Eckbildung).
Gemäss den Erwägungen in der denkmalpflegerischen Zustimmungsverfügung vom
17. Januar 2019 prüfte die kantonale Denkmalpflege alsdann das Bauvorhaben unter
Verweis auf Art. 122 Abs. 3 PBG, wobei sie darin als betroffenes Schutzobjekt im Sinn
von Art. 115 PBG das Ortsbildschutzgebiet von nationaler Bedeutung ("Gebiet 0.4 mit
Erhaltungsziel B [...]") anführt (act. G 13/6/A5 E. 1). Das Bauvorhaben umfasse
Neubauten in den terrassierten Rebhalden. Dadurch werde das geschützte
Erscheinungsbild grundsätzlich tangiert, was zu einer Beeinträchtigung des
Schutzobjektes führe. Doch sei das Projekt von ihr begleitet worden und die von ihr
eingebrachten wesentlichen denkmalpflegerischen Anforderungen seien eingeflossen
(act. G 13/6/A5 E. 2). In der im Rahmen des Rekursverfahrens eingereichten
Stellungnahme vom 22. August 2019 (act. G 13/9) erwähnte die kantonale
Denkmalpflege wiederum nebst dem Ortsbild die in der Umgebung des
Baugrundstücks liegenden, gemäss kommunaler Schutzverordnung geschützten
Einzelobjekte "wie K._-Gebäude (Nr. 01; schützenswert), das I._ (Nr. B;
erhaltenswert) sowie die Trockenmauern (als Naturobjekt verzeichnet)." Anlässlich des
Rekursaugenscheins äusserte sich der Leiter der kantonalen Denkmalpflege
dahingehend (act. G 13/15 S. 7 [Votum O._]), dass die kantonale Denkmalpflege nach
Art. 122 Abs. 3 PBG eine Zustimmung zum Bauvorhaben als notwendig erachtet habe,
weil es sich beim K._-Gebäude nach ihrer provisorischen Einstufung um ein
Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung handle. Dies bedeute im vorliegenden Fall,
dass dessen Umgebung nicht beeinträchtigt werden dürfe. Wichtig sei, dass wichtige
Elemente wie die Terrassierung auf dem Baugrundstück mit den Steinmauern
beibehalten würden. Zudem sei auch die Beibehaltung der Stützmauer für das intakte
Erscheinungsbild wichtig.
Der Gemeinderat als zuständige kommunale Baubehörde stützte sich für seinen
Entscheid auf Art. 99 Abs. 1 PBG und Art. 9 der Natur- und
Landschaftsschutzverordnung (vgl. act. G 13/6/A9 Ziffer 12 a.E., S. 7). Unter Berufung
auf die Meinung der antragstellenden Hochbaukommission der Gemeinde E._
bescheinigte er dem Projekt eine gute Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild
sowie die Erfüllung der Erhaltungsziele gemäss ISOS bezüglich "Baugruppe" und
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"Umgebungsrichtung". Die Gebäudekörper würden sich in ihrer Gestalt und
volumetrischen Erscheinung gut ins Ortsbild einordnen und die geschützten
Trockenmauern sowie die Mauer entlang der G._strasse blieben erhalten. (vgl.
act. G 13/6/A9 Ziffern 11 f. S. 6). Im Zusammenhang mit dem Abbruch des
Einfamilienhauses Vers.-Nr. 0010 auf dem Baugrundstück führt er ferner aus, dieses sei
weder geschützt noch im ISOS speziell erwähnt. Die Anordnung und Gestaltung des
vorgesehenen Ersatzbaus als Mehrfamilienhaus bewahre die Freiräume. Auch würden
mit diesem Neubau die für die Struktur wesentlichen Elemente und Merkmale integral
erhalten (vgl. act. G 13/6/A9 Ziffer 12 S. 7).
Der angefochtene Entscheid der Vorinstanz beruht seinerseits auf den
Schlussfolgerungen der kantonalen Denkmalpflege in deren Zustimmungsverfügung.
Daran – so die Vorinstanz – sei nichts einzuwenden, und die Teilverfügung sei auch
hinreichend klar (vgl. angefochtener Entscheid E. 3.1 S. 17; act. G 2).
Die Ausführungen der kantonalen Denkmalpflege in deren Zustimmungsverfügung und
in den übrigen bei den Akten liegenden Stellungnahmen erscheinen zwar in der Tat als
eher knapp gehalten, und sie sind hinsichtlich der Bezeichnung der von ihr konkret
angewendeten Schutzvorschriften und der Auflistung der betroffenen
Schutzgegenstände unvollständig bzw. unpräzis und widersprüchlich. Gleichwohl kann
ihnen mit hinreichender Bestimmtheit entnommen werden, worauf sich die
Denkmalpflege bei ihrer Beurteilung stützte und welche Schutzinhalte des ISOS sie für
wesentlich erachtete bezüglich der hier vornehmlich interessierenden Frage, ob das
Bauvorhaben das geschützte K._-Gebäude mit dessen (hintergrundbildendem)
Ortsbild und die (allerdings in der Natur- und Landschaftsschutzverordnung)
geschützten Trockenmauern beeinträchtige. Die Einschätzung der kantonalen
Denkmalpflege erfolgte dabei – wie dargelegt – in Kenntnis und unter Berücksichtigung
der massgebenden ISOS-Einträge und unter der Annahme, dass das Haus "I._"
kommunal als mindestens "erhaltenswertes" Objekt bezeichnet ist. Insofern ist davon
auszugehen, dass sie damit die Bedeutung des Hauses "I._" für das Ortsbild
durchaus in ihren Überlegungen berücksichtigte, selbst wenn sie hauptsächlich die
strukturierten Aussenräume, d.h. die Terrassierung mit den Steinmauern (Rebhalden),
die Gärten und die Stützmauern (vgl. act. G 13/6/A1 S. 1; act. G 13/6/A2 Ziffer 1; act. G
13/9 Ziffer 2 a.E., S. 1; act. G 13/15 S. 7 [Votum O._]), als die vorwiegend zu
beachtenden Elemente und Merkmale bewertete, was im Übrigen in keinem
offensichtlichem Widerspruch zu den ISOS-Einträgen und auch in Einklang mit der
textlichen Beschreibung des Gebiets im ISOS steht (vgl. Inventartext unter der
7.5.
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Überschrift "Erhaltenswerte Ortsteile am Hang"). Dabei stellte sie keine
Beeinträchtigung der mit Blick auf das Ortsbild wesentlichen äusseren Erscheinung des
Hauses "I._" durch das Bauvorhaben fest. Es kann deshalb dahingestellt bleiben, ob
das Haus "I._" schon heute im kommunalen Schutzplan formell und
eigentümerverbindlich als "erhaltenswertes" Kulturobjekt unter Schutz gestellt ist oder
nicht. Auf jeden Fall fand deren Stellung und Bedeutung für das Ortsbild in
hinreichendem Mass Eingang in die Beurteilung der Denkmalpflege, nachdem diese in
ihren Stellungnahmen jeweils auf das gesamte Ortsbild am Hang, wozu das als
Einzelelement im ISOS eingetragene Haus "I._" gehört, Bezug nahm (und sie in ihrer
Zustimmungsverfügung als betroffenes Schutzobjekt bezeichnete). Sie hielt im
Ergebnis dafür, dass es sich bei den geplanten Neubauten um einen aus
denkmalpflegerischer Sicht vertretbaren Eingriff handelt, weil das geplante
Bauvorhaben verträglich mit dem denkmalgeschützten Umfeld (und zwar unter
Einschluss der Anliegen des ISOS) ist. Dies, nachdem die wesentlichen
denkmalpflegerischen Anforderungen in das Bauvorhaben eingeflossen sind und die
Trockenmauern erhalten bleiben, deren Erhalt und Sicherstellung während den
Bauarbeiten sie zusätzlich mittels Auflage anordnete. Dieser Schluss entspricht
überdies auch der Beurteilung des örtlich zuständigen Gemeinderats, der in
Anwendung der kommunalen Schutzvorschriften und von Art. 99 Abs. 1 PBG dem
geplanten Vorhaben eine gute Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild unter
Berücksichtigung des ISOS zugesteht.
Was die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang vorbringt, vermag nicht zu
überzeugen, zumal sie ihre Beschwerde – wie gezeigt allerdings zu Unrecht – in erster
Linie damit begründet, dass das ISOS hätte unmittelbare Anwendung finden müssen.
Gegen die eigentliche materielle Würdigung der beteiligten zuständigen Behörden, die
das ISOS zu Recht – wie dargelegt – zumindest in mittelbarer Weise berücksichtigten,
bringt sie hingegen inhaltlich nichts vor, was geeignet wäre, die Einschätzung der
fachkundigen Denkmalpflege und der Gemeindebaubehörde in Frage zu stellen. In ihrer
Beschwerde beschränkt sich die Beschwerdeführerin einerseits darauf, ihre vor der
Vorinstanz gemachten Rügen zu wiederholen, wonach der Leiter der Denkmalpflege
am Augenschein den Inhalt des ISOS im Vergleich zur Zustimmungsverfügung zu
Unrecht auf den Schutz der terrassierten Rebhalden beschränkte (vgl. act. G 9 Ziffer 5
S. 10 f.), ohne sich indessen mit den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz (vgl.
angefochtener Entscheid E. 3 S. 16 f.; act. G 2) auseinanderzusetzen oder diese zu
bestreiten. Andererseits verweist die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren
bloss auf ihre Ausführungen zum Augenscheinprotokoll im Rekursverfahren, wonach
7.6.
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8.
Zu prüfen bleibt noch, ob eine (allfällige künftige) formell-rechtliche Unterschutzstellung
des Hauses "I._" als Baudenkmal von kantonaler Bedeutung Auswirkungen auf die
Beurteilung des Bauvorhabens im vorliegenden Beschwerdeverfahren hätte. Denn nur
in diesem Fall wäre – wenn überhaupt – die (laufende) Unterschutzstellung von
Bedeutung.
die Neubauten nicht lediglich zweigeschossig in Erscheinung treten würden und sich
nicht mit den übrigen Bauten in der Umgebung, geschweige denn mit dem
bestehenden Gebäude auf dem Baugrundstück vertrügen (act. G 23 Ziffer II/B/5 lit. e
und f, S. 6). Damit vermag die Beschwerdeführerin jedoch nicht darzutun, weshalb die
Einschätzung der Vorinstanz, die auf der Beurteilung der kantonalen Denkmalpflege
beruht, im Ergebnis unzutreffend sein sollte. Es besteht auch für das Gericht keinerlei
Anlass, die Einschätzung der fachkundigen kantonalen Denkmalpflege in Zweifel zu
ziehen.
Die Beschwerdeführerin reichte mit ihrer Replik vom 12. Juli 2021 (act. G 23) zwei
Gutachten ein, welche die Schutzwürdigkeit des Hauses "I._" (Einstufungserklärung
von L._ vom Februar/April 2021; nachfolgend: Einstufungserklärung; act. G 25 Beilage
act. 11) und dessen Gartenanlage (Gartendenkmalerisches Kurzgutachten von M._
vom 28. Juni 2021; nachfolgend Kurzgutachten M._; act. G 25 Beilage act. 12) sowie
deren Einstufung als kantonal schützenswert zum Gegenstand haben. Ferner
übermittelte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 3. Januar 2022 (act. G 32) eine
E-Mail vom 24. November 2021 von N._, Mitarbeiter der kantonalen Denkmalpflege
(act. G 33.1), worin Letzterer mitteilt, es werde den Schlussfolgerungen der beiden
Gutachten in fachlicher Hinsicht zugestimmt, wonach das Haus und der Garten ein
Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung seien. Weiter ist darin festgehalten, dass der
Wunsch der Grundeigentümerin unterstützt werde, das Haus und den Garten sofort
unter Schutz zu stellen und nicht erst im Zuge einer kommenden Überarbeitung der
Schutzverordnung. Dafür werde – unter Beilage einer Mustervereinbarung (vgl.
act. G 33.2) – der Weg einer Schutzvereinbarung zwischen der Gemeinde, dem Kanton
und der Grundeigentümerin empfohlen.
8.1.
Den beiden Gutachten kann indes entnommen werden, dass diese dem Haus "I._"
inklusive Umgebung (Garten mit Pavillon) mit Blick auf ihre Stellung im Ortsbild keine
über das ISOS hinausgehende Bedeutung (Einzelelement innerhalb der Baugruppe
B 0.4 mit einem hohen Eigen- und Stellenwert) beimessen (vgl. Einstufungserklärung,
8.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 27/29
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Ziffer 3 S.3 f.). Die Gutachten beschäftigen sich zum einen vor allem mit dem Eigenwert
des Gebäudes und des Gartens als eigenständige Baudenkmäler (vgl.
Einstufungserklärung Ziffer 3 S. 5 f. und S. 7 ff.; Kurzgutachten M._, Ziffer 4 ff.), was
übrigens denn auch regelmässig Voraussetzung für eine Unterschutzstellung einer
Einzelbaute bzw. Einzelanlage (im Sinn eines vollumfänglichen Substanzschutzes) auch
in einem Ortsbild darstellen dürfte (vgl. Engeler, in: Ehrenzeller/Engeler [Hrsg.],
Handbuch Heimatschutzrecht, a.a.O., § 7 Rz. 84), sowie zum andern mit der Einstufung
des Gebäudes und des Gartens als Schutzobjekte von kantonaler Bedeutung (zu den
Kriterien der Einstufung vgl. Leitfaden des Kantonalen Denkmalpflege, Kapitel 1.4 Ziffer
1.4.3. und Anhang 1, abrufbar unter: https://www.sg.ch/kultur/denkmalpflege/
Leitfaden). Die beiden Gutachten äussern sich demgegenüber verständlicher Weise
nicht zur Schutzwürdigkeit des Gebäudes der Beschwerdegegnerin auf dem
benachbarten Baugrundstück und dessen Bedeutung im Ortsbild, noch umgekehrt
dazu, ob das dort projektierte Bauvorhaben die Schutzwürdigkeit des Hauses "I._"
beeinträchtigen könnte. Insofern lässt sich aus den Gutachten nichts ableiten, was
gegen die Bewilligungsfähigkeit des streitbezogenen Bauvorhabens spricht.
Selbst wenn das Haus "I._" formell als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung unter
Schutz gestellt würde, vermöchte dies an der Beurteilung, dass aus dem Bauvorhaben
keine relevante Beeinträchtigung des Hauses "I._" resultiert, nichts zu ändern. Die
kantonale Denkmalpflege hat ja bereits in Kenntnis der Festlegung des Hauses "I._"
als Einzelement im ISOS und unter der Annahme, dass das Haus kommunal als
erhaltenswert geschützt ist, keine vom Bauvorhaben ausgehende wesentliche
Beeinträchtigung des Hauses "I._" erkennen können. An dieser Beurteilung dürfte
entsprechend selbst eine allfällige formelle Unterschutzstellung des Hauses und deren
Bezeichnung als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung nichts ändern. Dies umso
weniger, als die Einstufung als Kulturdenkmal von kantonaler Bedeutung im
Wesentlichen auf dem Eigenwert des Hauses "I._" und des Gartens beruht, nicht aber
auf deren Stellung im Ortsbild innerhalb der Baugruppe und der in diesem
Zusammenhang berücksichtigten äusserlichen Erscheinung des Gebäudes und der
Gartenanlage. Sodann mussten der kantonalen Denkmalpflege aus dem vorliegenden
Verfahren die geplanten baulichen Veränderungen in der näheren Umgebung des
Hauses "I._" bekannt sein. Indes erwähnte sie im E-Mailverkehr mit der
Beschwerdeführerin betreffend Unterschutzstellung (act. G 3 Beilage act. 5; act.
G 33.1) weder mögliche Beeinträchtigungen des Hauses "I._" nach deren
angestrebten formellen Unterschutzstellung als Einzelbaute von kantonaler Bedeutung
noch mögliche negative Folgen des geplanten Projekts auf die beabsichtigte
Unterschutzstellung. Solches wäre indessen zu erwarten gewesen, falls die kantonale
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 28/29
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9.
Denkmalpflege in dieser Hinsicht tatsächlich erhebliche Bedenken gehabt hätte. Vor
diesem Hintergrund ist deshalb selbst bei einer künftigen formell-rechtlichen
Unterschutzstellung des Hauses "I._" und des dazugehörigen Gartens als Kulturobjekt
von kantonaler Bedeutung keine rechtlich relevante Beeinträchtigung zu erwarten. Bei
diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob – wie die Beschwerdegegnerin vorbringt – die
erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorgebrachte und veranlasste formell-
rechtliche Unterschutzstellung überdies verspätet erfolgte. Der Einwand der
Beschwerdeführerin erweist sich als unbegründet.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Verfahrens von
der Beschwerdeführerin zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Unter Berücksichtigung der
bei der Hauptsache verbliebenen Kosten der Sistierungsverfügung vom 11. März 2021
erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt CHF 4'500 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) – unter Anrechnung des geleisteten
Kostenvorschusses von CHF 4'000 – angemessen.
9.1.
Zufolge Unterliegens besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf
ausseramtliche Entschädigung. Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben ebenfalls
keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung
mit Art. 98bis VRP; A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O, N 20 zu
Art. 98bis VRP); beide stellten auch keinen Antrag. Hingegen kommt ein solcher
Entschädigungsanspruch der Beschwerdegegnerin zu. Deren Rechtsvertreter
beantragt die Zusprache einer ausseramtlichen Entschädigung in der Höhe von
CHF 7'000 zuzüglich 4% Barauslagen. Er begründet dies mit dem zusätzlichen
formellen Sistierungsverfahren, mit der Vielzahl Eingaben der Beschwerdeführerin,
verbunden mit der Einreichung von neuen zusätzlichen Unterlagen. Im Kanton
St. Gallen wird das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege auf der Grundlage einer
Honorarpauschale festgesetzt (vgl. Art. 22 Abs. 1 der Honorarordnung; sGS 963.75,
HonO). Vor Verwaltungsgericht beträgt das Honorar pauschal CHF 1'500 bis
CHF 15'000 (Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten
Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach
Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten bemessen (vgl. Art. 19 HonO sowie Art. 31 Abs. 1
und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Abgesehen von der zusätzlich
9.2.
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