# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 915884c5-151b-5d74-84bc-2b7ed12a9797
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_007
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden kann, die Rüge der Unangemessenheit aber vorliegend ausgeschlossen ist (Art. 77 f. VRG);
dass gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (OBG; SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung  wird. E contrario ist weder ein Entzug des Führerausweises noch eine Verwarnung , wenn eine Tat im Ordnungsbussenverfahren zu ahnden ist. Dies ist namentlich auch dann der Fall, wenn das Fehlverhalten objektiv im Ordnungsbussenverfahren beurteilt werden sollte, aber – beispielsweise weil der Betroffene dieses Verfahren ablehnte – das ordentliche Verfahren ausgelöst wird (vgl. WEISSENBERGER, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16 N. 20);
dass im Strafbefehl vom 4. April 2019, welcher unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, ausdrücklich festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer Anrecht auf das  hat (daher wurde auf die Auferlegung von Kosten im Strafverfahren verzichtet; siehe Dispositiv Ziff. 4). Dieser Schluss ergibt sich zudem auch aus dem Protokoll der  vom 28. März 2019, wonach der Anwalt des Beschwerdeführers mit diesem besprechen werde, ob er mit einem neuen Strafbefehl mit einer Ordnungsbusse einverstanden sei oder ob er dennoch an der Einsprache festhalte. Der Anwalt des Beschwerdeführers teilte der  daraufhin am 1. April 2019 mit, dass er einen neuen Strafbefehl mit einer kostenlosen Ordnungsbusse von CHF 100.- akzeptiere;
dass sich daher aus dem Strafbefehl deutlich ergibt, dass der Beschwerdeführer nach Ansicht der Strafbehörden Anrecht auf das Ordnungsbussenverfahren hatte, was impliziert, dass er durch seine Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften keine relevante abstrakte  geschaffen hat;
dass die Verwaltungsbehörde und im Streitfall das Gericht nach der Rechtsprechung von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen dürfen, wenn sie Tatsachen feststellen und ihrem Entscheid zugrunde legen, die dem Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie  Beweise erheben, sowie wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat (vgl. BGE 137 I 363 E. 2.3.2). Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser ; in diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen
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durchzuführen (BGE 136 II 447 E. 3.1). Zudem ist die Verwaltungsbehörde an die rechtliche  des Sachverhalts gebunden, wenn die rechtliche Würdigung sehr stark von Tatsachen abhängt, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbehörde;
dass die Staatsanwaltschaft vorliegend insbesondere den Beschuldigten sowie einen Zeugen persönlich einvernommen hat. Es rechtfertigt sich daher im vorliegenden Fall grundsätzlich, auf die Qualifikation des Sachverhalts abzustellen, wie sie durch die Staatsanwaltschaft festgestellt wurde;
dass damit mit der Strafbehörde davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer mit seiner Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz keine relevante abstrakte Gefährdung schuf und Anrecht auf das Ordnungsbussenverfahren hat. Die in den Akten befindliche Notiz der  vom 24. April 2019, wonach eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft anlässlich einer  Rückfrage nicht nachvollziehen konnte, weshalb im Strafbefehl der Verweis auf das Ordnungsbussenverfahren gemacht wurde, ändert hieran nichts. Damit ist gestützt auf Art. 16 Abs. 2 SVG (e contrario) keine Verwarnung und kein Entzug des Führerausweises auszusprechen;
dass die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 3. Juni 2019 vorbringt, dass der  gemäss dem Strafbefehl vom 4. April 2019 wegen Vornehmens einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeuges erschwert, schuldig erklärt wurde, und dass dieser Tatbestand in der Ordnungsbussenverordnung vom 4. März 1996 (OBV; SR 741.031) nicht aufgeführt sei. Daher sei ein Führerausweisentzug bzw. eine Verwarnung auszusprechen;
dass nach Art. 16a SVG eine leichte Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Abs. 1 lit. a). Eine leichte  begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138). Nach einer leichten Widerhandlung wird die fehlbare Person verwarnt, wenn in den  zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine andere  verfügt wurde (Abs. 3). Nur in besonders leichten Fällen kann nach Art. 16a Abs. 4 SVG auf jegliche Massnahmen verzichtet werden. Ein besonders leichter Fall liegt dann vor, wenn die Verletzung von Verkehrsregeln eine besonders geringe Gefahr für die Sicherheit anderer  hat und den fehlbaren Fahrzeuglenker dafür nur ein besonders leichtes Verschulden trifft (Urteil BGer 6A.52/2005 vom 2. Dezember 2005 E. 2.2.3). Die Auslegung des besonders leichten Falles orientiert sich an den Verkehrsregelverletzungen, die nach dem OBG erledigt werden und ebenfalls keine Administrativmassnahmen nach sich ziehen (Urteil BGer 1C_406/2010 vom 29. November 2010 E. 4.2);
dass damit im vorliegenden Fall selbst dann, wenn mit der Vorinstanz davon ausgegangen würde, dass gestützt auf Art. 16 Abs. 2 SVG nicht auf einen Führerausweisentzug bzw. eine Verwarnung verzichtet werden kann, im Sinne von Art. 16a Abs. 4 SVG ausnahmsweise auf Massnahmen zu verzichten wäre, da der Beschwerdeführer nach Ansicht der Strafbehörde, welcher sich das Gericht wie erwähnt anschliesst, nur eine besonders geringe Gefahr geschaffen hat und ihn ein besonders leichtes Verschulden trifft. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass der  zu einer Busse von lediglich CHF 100.- verurteilt wurde, obwohl die Höchstgrenze der Ordnungsbussen laut Art. 1 Abs. 2 OBG CHF 300.- beträgt;
dass damit in casu auf eine Verwarnung zu verzichten ist. Die Beschwerde ist gutzuheissen und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben;
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dass der Beschwerdeführer der guten Ordnung halber jedoch darauf hinzuweisen ist, dass gemäss der bundesgerichtlichen Praxis beim Ablesen von Informationen vom Mobiltelefon am Steuer in der Regel eine zumindest abstrakte Gefährdung vorliegt (siehe nur Urteil BGer 1C_183/2016 vom 22. September 2016), und dass vorliegend nur aufgrund der speziellen Umstände des Einzelfalles und insbesondere aufgrund des Strafbefehls vom 4. April 2019 von einer Verwarnung abzusehen ist;
dass bei diesem Verfahrensausgang der Beschwerdeführer als obsiegende Partei gilt. Es werden demnach keine Gerichtskosten erhoben (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 133 VRG) und der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird ihm zurückerstattet;
dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat (Art. 137 Abs. 1 VRG). Diese ist ex aequo et bono auf CHF 2'000.- (Honorar und Auslagen), zuzüglich 7.7 % MwSt., ausmachend CHF 154.-, mithin insgesamt CHF 2'154.-, festzusetzen und der Vorinstanz  (Art. 141 VRG; Art. 11 Abs. 2 lit. a des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]);

## Considerations