# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9053ea99-58e8-46b2-909e-96b946a14873
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1967
, meldete sich am
1
9.
August 2013
unter Hinweis auf
eine am 2
9.
April
2013 erfolgte Fussoperation bei seit zwei Jahren bestehenden starken Schmerzen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/8
Ziff.
6.2-3
). Mangels Erfüllen
s
des Wartejahres und mangels bleibender Erwerbsunfähigkeit
verneinte
d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom
4.
Juni 2014 einen Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Urk.
6/34).
1.2
Am
8.
Juli
2015 meldete sich die Versicherte erneut unter Hinweis auf eine De
pression und eine seit dem 2
6.
Februar 2015 bestehende 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk.
6/39
Ziff.
6.2
)
.
Die
IV-Stelle
klärte die beruflich-erwerbliche und die medizinische Situation ab und holte
unter anderem bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Rheu
matologie
und für Allgemeine Innere Medizin
, ein
bi
disziplinäres
Gutachten ein, das am
1
0.
Januar 2017
erstattet wurde (Urk.
6/83/3-55
)
.
Am 2
8.
Juni 2017 nahm
Dr.
Y._
zu einem im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
6/86
;
Urk.
6/91
,
Urk.
6/97
)
von der Versicherten eingereichten Bericht ihres behandeln
den Psychiaters
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, vom
7.
Juni 2017 (
Urk.
6/102) Stellung (
Urk.
6/104).
Hierzu äusserte sich die Versicherte am
1.
September 2017 (
Urk.
6/106).
Mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2017 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf Leistungen der In
validenversicherung (
Urk.
6/110 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
3.
November
2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
4.
Oktober 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en ihr Leistungen der Invalidenversicherung (insbesondere Rente und/oder berufli
che Massnahmen) zuzusprechen
;
zudem
sei die Unzulässigkeit der Anordnung der Mitteilung vom
3.
Februar 2017 in Bezug auf die kontrollierte Medikamenten
ab
gabe und den Opiatentzug festzustellen. In prozessualer Hinsicht beantrage sie unter anderem
,
es sei vorab ein gerichtlicher Zwischenentscheid zu erlassen, wo
nach bis zur rechtskräftigen Beurteilung des Realaktes vom
3.
Februar 2017 die ihr auferlegte Pflicht bezüglich kontrollierter Medikation und Opiatentzug wäh
rend des hängigen Verfa
hrens nicht umgesetzt werden mü
sse. Weiter seien die Kosten der von ihr in Auftrag gegebenen medizinischen Abklärungen (inklusive Haaranalyse) der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen und
diese sei zu verpflichten, ihr
die Kosten für die medizinischen Abklärungen (inklusive Haaranalyse
)
zu
rückzuerstatten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Januar 2018
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin
mit Gerichts
verfügung
vom
2
7.
Februar 2018
zur Kenntnis gebracht
. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass über die prozessualen Anträge zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde
(
Urk.
7
).
Mit Eingabe vom 1
1.
April 2018 (
Urk.
9) re
i
chte die Beschwerdeführerin
die Ergebnisse einer von ihr veranlassten Haaranalyse (
Urk.
10/1
) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 1
6.
April 2018 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Zumutbar
keitsgrundsatz bedeutet, dass die versicherte Person - auch im Rahmen einer Selbsteingliederung - alles vorzukehren hat, um die drohende oder bereits einge
tretene Invalidität zu vermeiden beziehungsweise zu verringern (
Kieser
,
ATSG
-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 58 zu
Art.
7
Rz
58).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die
versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich
sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundes
gericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellun
gen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei,
unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Lei
dens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat
(BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Mit BGE 143 V 418 stellte das Bundesgericht klar, dass sich ein Leiden nicht einfach deshalb als leicht und
invalidenversicherungsrechtlich
bedeutungslos einstufen lässt, weil diagnostisch kein Bezug zu dessen Schweregrad gefordert ist (E. 5.2).
Verlauf und Ausgang von Therapien stellen wichtige Schweregradindikatoren dar.
Es ist Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzu
zeigen,
weshalb trotz (leichter bis) mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkun
gen
resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
(BGE 143 V 409 E. 4.5.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Laut BGE 143 V 418 fallen Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn ihnen im
konkre
ten Fall ressourcenhemmende Wirkung zukommt
(E. 8.1, Präzisierung der Recht
sprechung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.1 und E. 7.2 mit Hinweis).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens ist davon abzusehen, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzelfallprüfung wegen grundsätzlich fehlen
der invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bun
desgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 2
2.
Dezember 2015 E. 4.2.4). Allerdings kann ein solcher Fak
tor den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen ebenfalls beeinflussen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 5.3 unter Hin
weis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März
2018 E.
7.4).
1.5
Bei einem von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem In
validitätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem In
validitätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
Neben den durch den Rechtsanwender zu prüfenden allgemeinen beweisrechtli
chen Vorgaben an ein Gutachten ergibt sich aus BGE 141 V 281 Folgendes: Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, kann zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfä
higkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständige
n abhängt. Die medizinische Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die
an
schliessende
juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versi
cherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass grundsätzlich
Validität vermutet wird, nicht Invalidität
(vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2
, 139 V 547 E. 8.1
). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den nor
mativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall
gemäss
der entspre
chend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen
gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserhebli
chen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit
schliessen
lassen (
BGE
143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in
concreto
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Ein
schätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach
Massgabe
des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3), sondern im Rah
men der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts
abschliessend
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der
massgeblichen
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (mate
rielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 143 V 418 E. 6; zum Ganzen:
BGE
144 V
50 E. 4.3).
1.8
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der mass
geblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2
017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2)
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2)
damit, dass
ein Lei
den, das nicht ausreichend therapiert werde, keine Leistungen der Invalidenver
sicherung begründen könne.
Zudem würden nicht ve
rschriebene Opiate einge
nom
men
(S. 1).
Die vorgebrachten Anschuldigungen zur Befangenheit des Gutachters stünden in keinem sachlichen Zusammenhang mit der
medizinischen Be
urteilung (S. 2).
In der Beschwerdeantwort
machte die
Beschwerdegegnerin geltend, es
sei
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Das Leiden sei therapeutisch
angehbar
, und von einer
Chronifizierung
könne nicht gesprochen werden. Sodann weise die unzureichende Medikamenteneinnahme
auf einen fehlenden Lei
dens
druck hin.
Es gebe keine Hinweise darauf, wonach die Testverfahren
nicht korrekt
durchgeführt worden seien. Die Beschwerdeführerin verfüge des Weiteren über genügend persönliche Ressourcen. Die vom Gutachter attestierte Einschrän
k
ung der Arbeitsfähigkeit bleibe
aus rechtlicher Sicht unbeachtlich (
Urk.
5 S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die gutachterlich erhobenen, selbst in einer angepassten Tätigkeit einschränkenden Befunde zeigten, dass bereits ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewie
sen sei. Auch die Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
habe empfoh
len, auf das Gutachten abzustellen. Damit seien die Voraussetzungen für eine
Rentenzusprache
im Anschluss an das Wartejahr und für berufliche Massnahmen erfüllt (S. 5 II.
Ziff.
1
lit
. a). Es dürfe
jedoch
nicht auf ein nicht ausreichend the
rapiertes Leiden geschlossen werden (
S. 5 f. II.
Ziff.
1
lit
. b-d). Es bestünden Zwei
fel am Ergebnis der gu
tachterlichen Laboruntersuchung.
D
ie Gutachter hätten beim behandelnden Psychiater fremdanamnest
ische Auskünfte einholen müssen
und nach dessen
Einschätzung
, dass keinerlei Hinweise auf eine Opiateinnahme und fehlende Compliance vorlägen, vor der Endredaktion die Wiederholung der Laboruntersuchung anordnen müssen (S. 7
lit
. f.). Das Gutachten
genüge diesbe
züglich
nicht und die Stellungnahme vom 2
8.
Juni 2017 lasse auf eine ungenaue Arbeitsweise und auf eine Befangenheit in Bezug auf die Teilfrage der Opiatein
nahme und der
Medikamentencompliance
schliessen (S. 7 f.
lit
. g). Es sei den Ausführungen des behandelnden Psychiaters zu folgen (S. 8 f.
Ziff.
2).
Da die mit Mitteilung vom
3.
Februar 2017 auferlegte Schadenminderungspflicht als Realakt für sich allein nicht anfechtbar gewesen sei, sei deren Zulässigkeit zu prüfen
(S. 10
Ziff.
3
lit
. a). Die vom behandelnden Psychiater veranlassten Blut- und Urinproben hätten ergeben, dass die Annahmen im Gutachten betreffend Opiateinnahme unzutreffend gewesen seien (S. 10 f.
Ziff.
3
lit
. b). Es gehe nicht an, sie auf einen unbegründeten und nicht ge
nügend abgeklärten Verdacht hin
mit einem nicht anfechtbaren Realakt zur kostenintensiven Daueruntersuchung zu verpflichten. Zudem könne gar kein Entzug von Opiaten erfolgen, wenn gar keine Opiatabhängigkeit bestehe
. Die Anordnung sei unzulässig und unverhält
nismässig und sei zudem in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ergangen (S. 11 f.
; vgl. auch
Urk.
9
).
3.
3.1
Mit Schreiben vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
6/85), welches überschrieben ist mit «Voraussetzungen für allfällige zukünftige Leistungsansprüche: Durchführung einer Psychotherapie mit kontrollierter Medikation und Opiatentzug zur Erhaltung des Gesundheitszustandes», hielt die IV-Stelle unter anderem und unter Hinweis auf die gleichentags in Aussicht gestellte Abweisung des Leistungs
begehrens (vgl.
Urk.
6/86) fest, dass der Gesundheitszustand mit regelmässiger Therapie und mit einem Opiatentzug wesentlich erhalten werden könne und die Mitwirkungspflicht auch im Hinblick auf eine zukünftige IV-Anmeldung gelte.
Mit
diesem
Schreiben vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
6/85) spezifizierte die Beschwer
degegnerin
somit
in Würdigung der Ergebnisse der im Rahmen der
bidisziplinären
Begutachtung
bei
der
B._
durchgeführte
n
Serum- und Urinkontrolle
vom
7.
November 2016 (vgl.
Urk.
6/83/56-57
)
, welche eine
Medikamentenmalcompli
ance
und eine ärztlich nicht verordnete Opiateinnahme ergaben,
die in
Art.
7 ATSG
festgehaltene, allgemeine Schadenminderungspflicht
(vgl. vorstehend E.
1.1)
für einen allfälligen zukünftigen Leistungsanspruc
h der Beschwerdeführerin.
Es handelte sich dabei weitgehend um ein Informations
schreiben, weshalb es die
sem Schreiben an der
Anfechtbarkeit mangelte.
3.2
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Schrei
ben der Beschwerdegegnerin vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
6/85) gestellten Anträge (
Urk.
1 S. 2) ist festzuhalten, dass
im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdever
fahren
.n
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig ver
bindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen
hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegen
stand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
3
.3
Da die angefochtene leistungsanspruchsverneinende Verfügung (
Urk.
2) nicht
mit
einer Verletzung der Schadenminderungspflicht
begründet
wurde
und sich die Ausführungen im Schreiben der Beschwerdegegnerin vom
3.
Februar
2017 (
Urk.
6/85) auf einen allfälligen zukünftigen Leistungsanspruch bezogen, mangelt es vorliegend am Anfechtungsgegenstand
,
weshalb auf die Begehren nicht ein
zutreten ist.
3.4
Stritt
ig und zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung.
4
.
4.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin,
nannte
in seinem Bericht vom
1
4.
und
1
5.
September 2015 (
Urk.
6/55/6-11
)
als Diagnose
mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine psychisch-psychiatrische Erkran
kung mit depressiven Symptomen und verschiedensten somatofor
men Präsenta
tionen, welche sich
während der letzten Monate kontinuierlich entwickelt habe (
Ziff.
1.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
seit Jahren bestehende
Migräne, eine chronische Problematik mit dem Be
ckenboden und mit lumbale
n Rückenbeschwerden, chronische
Fussbeschwerden sowie eine Adipositas (
Ziff.
1.1).
Dr.
C._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit 2008 bei ihm in Be
handlung,
wobei
die letzte Kontrolle am
8.
September
2015 stattgefunden
habe
(
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sekretärin sei die Beschwerde
führerin seit mehreren Monaten
durch die Psychiaterin
zu 100
%
krankgeschrie
ben (
Ziff.
1.6). Sie sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht arbeitsfähig (
Ziff.
1.7).
Dr.
C._
führte aus,
aus
seiner hausärztlichen Sicht könne er wenig kon
krete Angaben liefern. Hinweise für eine somatisch erklärte Ursache oder soma
tisch bedingte eindeutige Limitierungen
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit bestün
den nicht. Im Vordergrund stehe eindeutig
die psychische Problematik mit dies
bezüg
lich kontinuierlicher Verschlechterung während der letzten Monate (
Ziff.
1.11).
4.2
Dr.
med. D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
nann
te in ihrem Bericht vom
1
4.
September 2015 (
Urk.
6/56
) als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelschwere
Episode (ICD-10 F33.1) bei Persönlichkeit mit emotional
instabilen Persönlichkeitszügen, Erstdiagnose im Jahr 2005
(
Ziff.
1.1). Als Diag
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte sie anamne
s
t
i
s
ch
ein
chron
ic
pel
vic
pain
und eine substituierte Hypothyreose (
Ziff.
1.1).
Dr.
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem
2
0.
Ja
nuar 2015 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 1
4.
September 2015 erfolgt (
Ziff.
1.2).
Seit dem 2
5.
Februar 2015 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsleitung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Mit der weiter bestehenden
deutlich depressiven Symptomatik sei die Patientin nicht arbeitsfähig (
Ziff.
1.7).
Laut ihren eigenen Angaben habe sie seit langem Probleme mit dem Leben in allen Bereichen u
nd sei p
sychotherapieerfahren. Sie habe im Februar 2015 in einer kleinen Firma als Assistentin der Geschäftsleitung gearbeitet, wobei der Chef als Chaot beschrieben worden sei und sie es ihm nicht habe recht machen können. Schleichend habe sich dann eine depressive Symp
tomatik entwickelt (
Ziff.
1.4).
Dr.
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin leide seit langem immer wieder unter depressiven Einbrüchen, die jedoch nie zu einer Arbe
itsunfähigkeit geführt hätten
(
Ziff.
1.4).
4.3
Dr.
med.
Dr.
rer
. nat.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie und für Psychothe
rapie,
F._
,
stellte in seinem Bericht vom
2.
Februar
2016 (
Urk.
6/61/1-6) folgende, anamnestisch seit 1998 bestehende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode (ICD-10 F33.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine anamnes
tisch seit etwa 1995 bestehende substituierte Hypothyreose aufgrund einer Hashimoto Thyreoiditis (
Ziff.
1.1).
Dr.
E._
führte aus, die Beschwerdeführerin
sei vom
5.
Januar bis
2.
Februar
2016 bei ihnen in Behandlung gewesen
(
Ziff.
1.2)
. In der zuletzt ausgeübten Tä
tigkeit als Geschäftsleitungsassistentin im Marketingbereich bestehe seit dem 2
5.
Februar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). E
s bestünden eine Energielosigkeit, eine Müdigkeit, Grübeln und Gedankenkreise
n
, Insuffizienzge
fühle und ein reduzierter Antrieb. Dadurch bestehe insgesamt eine reduzierte Leistungsfähigkeit im psychischen Bereich (
Ziff.
1.7).
4.4
Dr.
A._
stellte in seinem Bericht vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
6/65/1-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode (ICD-10 F33.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (emotional-instabil, narzisstisch)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine substitu
ierte Hypothyreose (
Ziff.
1.1).
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
8.
Februar 2016 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am
5.
April 2016 erfolgt (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Geschäfts
leitungsassistentin im Marketingbereich habe vom 1
6.
März bis 3
0.
April 2016 eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. Es bestünden eine Verminderung der Konzentration und der Auffassungsgabe, der generellen Be
lastbarkeit und bezüglich des Um
ganges mit schwierigen zwischen
menschlichen Situationen (
Ziff.
1.6-7).
Zum ärztlichen Befund führte
Dr.
A._
aus, die Beschwerdeführerin sei bewusst
seinsklar und zu allen Qualitäten vollständig orientiert. Die Konzentration sei subjektiv einschränkt. Im formalen Denken bestünden Grübeln und Insuffizienz
gefühle. Es bestünden keine Hinweis
e auf inhaltliche Denkstörungen
, Ich-Störun
gen oder Wahn. Im Affekt sei sie nicht zum negativen Pol verschoben. Sie habe von f
luktuierenden Zwangshandlungen
(zählen, putzen) berichtet (
Ziff.
1.4)
.
4.5
In
ihrem
Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Juni 2016 (
Urk.
6/76) führte
die in der Praxis von
Dr.
A._
delegiert arbeitende Psychologin
M.
Sc.
Sarah
G._
aus,
im
Rahmen
der Gespräche der ambulanten Psy
cho
the
rapie (Beginn Februar 2016) habe sich herauskristallisiert, dass sich die Patientin in
einem Strudel aus Insuffizienz
- und Überforderungsgefühle befinde, aus dem sie du
r
ch psychotherapeutische Arbeit an sich selber nicht herausfinde. Selbst der Klinikaufenthalt habe nicht dazu beigetragen, dass sie zur inneren Ruhe gefunden habe, da sie stets pflichtbewusst versucht habe, dem Programm und den Anfor
derungen des Umfeldes gerecht zu werden. Durch intensive Bearbeitung der vor
handenen Bedürfnisse, Möglichkeiten, Ängste und Ressourcen der Patientin sei bei ihr der
Wunsch nach einer Auszeit im Süden entstanden.
Dieser längere Ent
stehungsprozess sei in einer sich auftuenden Möglichkeit einer Auszeit, in wel
cher sie die gewünschte und wichtige Distanz zum Alltag habe
,
begründet.
M.
Sc.
G._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe sich die nötige Infrastruk
tur kreiert, in welcher sie sich Besserung ihres chronischen Erschöp
fungs
zustan
des erhofft habe. Das Umfeld biete die nötige Ruhe, gleichzeitig sei die medizini
sche Versorgung gewährleistet.
D
ie psychologische Betreuung werde
weiterhin durch
sie
durch Kontakte per Mail oder Skype erfolgen. Vor Ort befänden sich zudem deutschsprachige
Ansprechpersonen
(S. 1 unten).
Sie
unterstütze diesen Weg der «Hilfe zur Selbsthilfe». Die Patientin werde bis Ende September
2016
abwesen
d
sein (S. 2)
.
4.6
Am
1
0.
Januar 2017 erstatteten
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
ihr
bidisziplinäres
Gutachten
(
Urk.
6/83/3-55
)
. Sie stellten folgende psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 47 I.
Ziff.
1):
-
rezidivierende depressive Erkrankung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10) mit
chronifiziertem
Verlauf
-
episodisch paroxysmale Angstanfälle, Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Die Gutachter führten aus, es bestehe keine rheumatologische Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 47 I.
Ziff.
1).
Als rheumatologische Diagno
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein nicht näher spezi
fi
zi
erbares Schmerzsyndrom ohne rheumatologisch-somatisches Korrelat bei un
auffälliger und schmerzfreier Untersuchung des gesamten Bewegungsapparates sowie einen Verdacht
auf
eine Schmerzverarbeitungsstörung mit Somatisierungs
störung. Als psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine akzentuierte Persönlichkeit sowie psychische und Verhaltens
störungen durch psychotrope Substanzen, Störung durch Opioide, schäd
licher Gebrauch,
ICD-10 F11.1 (S. 47 I.
Ziff.
2).
Zu den Wechselwirkungen der Diagnosen führten die Gutachter aus, bei depr
es
siven Erkrankungen verändere
sich die Schmerzwahrnehmung
. Es werde auf
grund der
Katastrophisierung
jeglicher Körpersensationen bereits eine kleine Schmerz
wahrnehm
ung zu einem erheblichen Problem. Dies sei im Sinne einer Verstärkung von Schmerzproblematiken zu sehen (S. 48 I.
Ziff.
3).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherige
n Tätigkeit inklusive zeitlichem
Verlauf führ
ten die Gutachter aus,
a
ufgrund der psychiatrischen Diagnosen und Erkrankun
gen finde sich aktuell eine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf von 30
%
. Die
se sei
ab November 2016 zu dokumentieren. Aufgrund der Dokumentation der
F._
und dem betreuenden Psychiater sei
von
Februar
2015 bis November
2016 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter und an
gepasster Tätigkeit auszugehen (S. 51 III.
Ziff.
1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führten die Gutachter aus,
diese sollte ohne
Führungsaufgaben und
ohne
Teamleitung
sein
.
Die
Aufgaben
der Beschwerdeführerin
sollten klar strukturiert sein und ohne hohe Anforderun
gen an die Umstellungsfähigkeit. Erforderlich sei eine klar strukturierte Hierarchie mit dem Vorgesetzten. In einer solchen Tätigkeit sei von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit
auszugehen. Die Arbeit habe täglich zu erfolgen und zusätzliche Pausen müssten möglich sein. Aufgrund der akzentuierten Persönlichkeit und der hohen Kränkbarkeit der Versicherten sollte der
Kund
enkontakt nicht über 20
%
der ge
samten Tätigkeit liegen
(S. 51 III.
Ziff.
2)
.
Die Gutachter führten aus, die Versicherte gehe selber in einem erheblichen Mass von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
und sehe sich
langfristig
als
zu 100
%
arbeitsunfähig. Dies sei ein klarer Gegensatz zu der Fremdeinschätzung.
Auch
allfällige
Integrationsmassnahmen
sehe sie
erst in drei bis fünf Jahren für möglich an und habe anderenfal
ls keine Motivation dafür (S. 52
III.
Ziff.
3).
4.7
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD
, führte in ihrer Stellungnahme vom 1
6.
Januar 2017 (
Urk.
6/84/7-8) aus, es
werde
emp
fohlen
,
vollumfänglich auf das Gutachten abzustellen
. Am 2
7.
Januar 2017 führte
Dr.
H._
auf telefonische Anfrage aus, das Leiden der Beschwerdeführerin sei nicht ausreichend therapiert. Es sei eine Schadenminderungspflicht aufzuerlegen und eine Therapie
,
eine Schmerztherapie und ein Opiatentzug durchzuführen.
4.8
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
7.
Juni 2017 (
Urk.
6/102) aus,
nachdem der Beschwerdeführerin
vorgeworfen worden
sei
, das
s
sie das ihr verordnete An
tidepressivum nicht einneh
me, da eine
vom Gutachter veranlasste Medikamen
tenspiegel
kontrolle das Medikament und seinen Metaboliten im Bl
ut nicht habe nachweisen können, habe er unmittelbar am
9.
März 2017
eine Medikamenten
bestimmung veranlasst, welche
einen bei dieser Dosis zu erwartenden Spiegel vo
m Medikament
und dessen Metaboliten ergeben
habe
. Diese Diskrepanz könne verschiedene Gründe haben. Zum einen bestehe die Möglichkeit, dass die Be
schwerdeführerin zum Zeitpunkt der Begutachtung das
Medikament
tatsächlich nicht eingenommen habe oder aber, dass es sich hierbei um einen
Laborfehler
handle, indem das Blutplasma/Serum nicht genügend abge
kühlt worden sei und daher das Medikament
und sein Metabolit nicht mehr nachweisbar gewe
sen seien
(S. 1)
.
Weiter hätten sich
klinisch nie Anhaltspunkte für einen Missbrauch
opioi
dhalti
ger
Schmerzmittel gezeigt, und die
am
9.
März 2017
in seiner Praxis durchge
führte
unangekündigte Urinprobe
sei negativ ausgefallen, ebenso die
gleichen
tags bezüglich Benzodiazepine und Opiate im
I._
durchgeführten Tests.
Am 3
0.
Mai 2017 habe er im
I._
erneut den
Medikamentenspiegel
aber auch ein Drogenscreening im Urin durchführen lassen. Auch dieses Mal
hätten
sich die zu erwartenden Spiegel des Antidepressivums nachweisen
lassen
. Die Urintestung sei durchwegs negativ ausgefallen (S. 2 oben).
Dr.
A._
führte aus, da er bei seiner Patientin zumeist nicht routinemässig in der Praxis Drogentests durchführe, wäre es theoretisch natürlich möglich, dass zum Gutachtenzeitpunkt Anfang September
2016 ein Missbrauch von Opioiden be
trieben worden sei. Klinisch hätten sich hierfür jedoch keine Anhaltspunkte er
geben. Letztlich könne nur mit einer Haaranalyse
eine beweiskräftige Aussage zum Sachverhalt im November 2016 gemacht werden (S.
2 Mitte).
Weiter störe ihn am
Gutachten, dass keine Fremdauskünfte eingeholt worden seien (S. 2 unten).
4.9
Dr.
Y._
führte in seiner
Stellungnahme
vom 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
6/104) zum Schreiben vo
n
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.8
) aus, der Vorwurf der Fehlbe
handlung der Probe könnte unter Umständen diskutiert werden, falls die Blut- und Serumabnahme unmittelbar in der Praxis durchgeführt worden
wäre
. Die
s
sei explizit nicht der Fall. Die Serumabnahme werde unmittelbar in den Räumen des Labors durchgeführt, sodass eine adäquate Bearbeitung dort sichergestellt sei. Das beauftrage Labor sei vollständig zertifiziert, einen Blutspiegel durchzuführen. Die Unterstellung, dass hier die Wahrscheinlichke
it eines Laborfehlers höher sei
als die der Nichteinnahme des Medikamentes
,
sei fragwürdig. Zusätzlich berück
sichtige
Dr.
A._
nicht, dass die Halbwertszeit des ursprünglichen Moleküls
Bupropion
20 Stunden sei. Damit s
ei eher nicht nur von einer feh
lenden
ein
ma
ligen Einnahme auszuge
hen (S. 1 unten). Explizit räum
e der behandelnde Arzt jedoch selber ein, dass die Möglichkeit bestehe, dass die Versicherte zum Zeitpunkt der Begutachtung das Medikament tatsächlich nicht eingenommen haben könnte (S. 2 oben).
Hinsichtlich der in der Urinuntersuchung festgestellten Opiate genüge der Hin
weis von
Dr.
A._
nicht, dass er keinen Entzug bemerkt habe, zumal innerhalb eines Missbrauche
s
ein Entzug eher ungewöhnlich sei. Auch hier schliesse der Therapeut einen Missbrauch von Opioiden zum Gutachtenszeitpunkt nicht aus (S.
2 Mitte).
Dr.
Y._
führte aus, das Gutachten wäre auch bei einer persönlichen Interaktion mit
dem Therapeuten und den schriftlich geäusserten Angaben nicht verändert worden (S. 3 Mitte).
5
.
5
.1
Ausgehend vom
bidi
s
ziplinären
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
Y._
vom
Januar 2017 (vgl. vorstehend E.
4.6
)
befand
die Beschwerdegegnerin
unter Hin
weis auf di
e Therapierbarkeit des Leidens
sowie auf den durch die unzureichende Medikamenteneinnahme implizierten fehlende
n
Leidensdruck
und zahlreiche Ressourcen
, dass bei der
Beschwerdeführer
in
aus invalidenversicherungsrechtli
cher Sicht
kein
relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
5.2
Vorab ist hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin bestrittenen Ergebnisse des
im Rahmen der
bidisziplinären
Begutachtung
bei der
B._
analysierten
Serum
s
und
des
Urin-Test
s
vom
7.
November 2016 (
Urk.
6/83/
56-57), welche
ein
en
hohen
Opiat-Spiegel sowie ein negatives Ergebnis betreffend die von der Be
schwerde
führerin angegebenen Medikation ergab
en
,
auszuführen, dass vorlie
gend keine Anhaltspunkte
gegeben sind
, welche an der
Validität
dieser Testresul
tate zweifeln liessen.
Insbesondere vermögen der rund vier Monate später veranlasste Test vom
9.
März
2017
(vgl.
Urk.
6/96)
und auch die
weiteren von
Dr.
A._
selbst durch
geführten und veranlassten Kontrollen
(vgl. vorstehend E. 4.8)
mangels zeitlicher Überein
stimmung nichts Gegenteiliges auszuweisen.
In Anbetracht dessen, dass die Be
schwerdeführerin vom 2
0.
Juli bis 3
1.
September 2016 in Griechenland weilte (vgl.
Urk.
6/79), wobei lediglich über die Psychologin
G._
eine Fernbe
handlung stattfand (vgl. vorstehend E. 4.5), handelt es sich bei den Angaben von
Dr.
A._
,
wonach
die Beschwerdeführerin wohl auch in dem Zeitpunkt der Be
gutachtung d
ie Medikamente eingenommen habe
und es keine Hinweise auf eine Opiateinnahme gegeben haben soll, um eine reine Spekulat
ion zu Gunsten seiner Patientin.
Die
Aussagekraft der Ergebnisse
der ursprünglichen Probe
vom
7.
Novem
ber
2016
vermag die Besc
hwerdeführerin auch nicht mit ihrer in
D
eutschland
durch
geführten Haaranalyse zu erschüttern (vgl.
Urk.
10/1). Da das am 2
7.
Dezember
2017 entnommene Haarsegment lediglich bis
6
cm von der kopf
nahen Seite un
tersucht wurde (vgl.
Urk.
10/1 S. 1), betreffen die Ergebnisse der Haaranalyse
,
grob gerechnet und ausgehend von etwa 1 cm Haarwuchs pro Monat (vgl.
Urk.
10/1 S. 3 Mitte), lediglich den Zeitraum
von Ende Juni
bis
2
7.
Dezem
ber
201
7.
Damit
überschneiden
sich
die Ergebnisse der Haaranalyse
bei weitem nicht mit dem ers
te
n Testergebnis im November 2016
und vermögen letzteres nicht in Zweifel zu ziehen
.
5.3
Das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom
Januar
2017 erfüllt die formalen Beweiswert-
Anforderungen (vorstehend E. 1.6
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersu
chungen, berücksichtigt auch die geklagten Bes
chwerden sowie
das
Verhalten der
Beschwerdef
ührerin
und wurde in Kenntnis de
r
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
5.
4
In
rheumatologischer
Hinsicht
konnte
Dr.
Z._
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen.
Zusammenfassend hielt er fest, dass der Unter
such des Bewegungsapparates unauffällig verlaufen sei und er keine pathologi
schen Befunde habe erheben und
keine Schmerzen habe auslösen können. Es sei auch keine Schmerzreaktion seitens der Explorandin erfolgt
,
und es habe sich eine
freie und schmerzlose Beweglichkeit des gesamten Achsenskelettes und aller peripheren Gelenke gezeigt, auch im Bereich
beider Füsse. Differenzialdiagnos
tisch handle es sich um eine Somatisierungsstörung im Rahmen einer Schmerz
verarbeitungsstörung ohne somatisches Korrelat (
Urk.
6/83/3-55
S. 42 oben)
Diese Einschätzung stimmt überein mit jener des langjährig behandelnden Haus
arztes
Dr.
C._
, welcher in seinem Bericht vom September 2015 (vgl. vorstehend E.
4.1
)
allein
die psychische Problematik als Ursache der Arbeits
unfähig
keit
sah und die somatischen Diagnosen als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit befand.
Auch die übrige Aktenlage beinhaltet keine Hinweise darauf,
wel
che an der Einschätzung von
Dr.
Z._
zweifeln liessen, weshalb ohne weiteres darauf abgestellt werden kann.
5.5
Die im
bidisziplinären
Gutachten festgehaltene
n
Einschränkung
en
der Arbeitsfä
higkeit
resultierte
n
allein aufgrund der psychiatrischen Einschätzung von
Dr.
Y._
. Er ging davon aus, dass von Februar 2015 bis November 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit bestanden habe. Ab November 2016 attestierte er in der angestammten Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsfähigkeit und in einer ange
passten Tätigkeit eine 50
%
Arbeitsfähigkeit.
Als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
Y._
eine rezidivierende depressive Erkran
kung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne so
matisches Syndrom (ICD-10 F33.10)
mit
chronifiziertem
Verlauf, episodisch paroxysmale Angstanfälle, Pa
nikstörung (ICD-10 F41.0) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
.
5.6
Es liegt indes rechtsprechungsgemäss keinesfalls allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, selbst ab
schliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbind
lich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1). Vielmehr kann aus rechtlicher Sicht von einer me
dizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert verlöre. Dies stellt eine Folge des juristischen Charakters der sozialversicherungsrechtlichen Begriffe von Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit so
wie Invalidität dar (Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
M
ärz 2018 E. 3.2 mit Hinweisen).
5
.7
Vorliegend gilt es zu beachten, dass das Bundesgericht am 3
0.
November 2017 in BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418 erkannte, dass sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind.
Das Guta
chten von
Dr.
Y._
vom
1
0.
Januar 2017
,
welches vor der Recht
sprechungsänderung von BGE 143 V 409 und 418 verfasst wurde, verliert seinen Beweiswert indes
nicht per se (vorstehend E. 1.8
). Nachfolgend ist daher zu prü
fen, ob das Gutachten von
Dr.
Y._
- allenfalls zusammen mit weiteren fach
ärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlaubt.
5
.8
Vorab ist
hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhal
ten,
dass
medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie, gerichtsnotorisch, ärztlicherse
its sehr oft unterstützt wer
den
, nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen sind (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.1).
Die Gutachter hielten
diesbezüglich
fest, dass die Beschwerdeführerin in einem erheblichen Masse von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgehe und sich selber als langfristig zu 100
%
arbeitsunfähig sehe. Selbst Integrationsmass
nahmen erachte sie er
st
in drei bis
fünf
Jahren für möglich, da sie sonst keine Motivation dafür habe (vgl.
vorstehend E. 4.6
).
Diese von den Gutachtern
zusammenfassend
festgestellte
ausgeprägte Selbstlimi
tierung der Beschwerdeführerin fand
sodann
nach der psychiatrischen Explora
tion
durch
Dr.
Y._
keine ausreichende Würdigung
in seiner psychiatrischen Einschätzung
.
Dies, obwohl
Dr.
Y._
selbst festhielt, dass sich die Versicherte
innerhalb der Darstellungen teilweise widerspreche und sich eine gewisse Diskre
panz zwischen den anamnestischen
Angaben
und
den innerhalb der Untersu
chungssituation zu findenden Befunden zeige
(vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 17 I.
Ziff.
4). Auch führte
Dr.
Y._
,
nachdem die Laboruntersuchungsergebnisse ergaben, dass das verordnete Medikament entgegen der Angaben der Beschwerdeführerin nicht eingenommen
worden
und im Gegensatz dazu von einem Opiatmissbrauch auszugehen sei, aus, es fänden sich erhebliche Hinweise für eine Simulation der Befunde (vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 18
f. I.
Ziff.
9.2).
Hinsichtlich der erstmals durch
Dr.
Y._
diagnostizierten episodisch paro
xysmale Angstanfälle, Panikstörung (ICD-10 F41.0), erfolgte diese Diagnose ausschliesslich gestützt auf die teils widersprüchlichen Angaben der Beschwerde
füh
rerin, ohne dass sich hierfür anlässlich der Untersuchung irgendwelche Befunde hätten objektivieren lassen (
Urk.
6/83/3-55 S. 13 oben, S. 27 unten). Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin angab, seit dem Jahr 2000 und erneut verstärkt im Jahr 2015 an Panikanfällen zu leiden, erweist es sich, wie
Dr.
Y._
selbst
festhielt,
als
nicht nachvollziehbar
, dass diese Diagnose, wenn sie
doch das von der Beschwerdeführerin geschilderte
Erheblichkeitsausmass
erreicht haben soll, bis zu
seiner
Begutachtung von keinem der behandelnden Ärzte je
mals gestellt und auch keine
diesbezügliche
psychopharmakologische Behand
lung
aufgenommen
worden ist (vgl.
Urk.
6/83/3-55 S. 29 unten IV.
Ziff.
1, S. 30 IV.
Ziff.
3).
Schliesslich werte
te
Dr.
Y._
diese Diagnose selbst als erhebliche Diskrepanz (vgl.
Urk.
6/83/3-55 S. 32 V.
Ziff.
1).
Auch die von
Dr.
Y._
gestellte
Diagnose einer anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
wurde
von keiner
der vorbehandelnden Fach
per
sonen
gestellt (vgl. vorstehend E. 4.2-5
). Grundsätzlich wird als vorherrschende Beschwerde einer somatoformen Schmerzstörung ein
andauernder schwerer und quälender Schmerz verlangt
(
vgl. hierzu die klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F),
Dilling
/
Mombour
/Schmid, Hrsg., 10. Auflage, Bern 2015, S.
233
)
.
Vorliegend zeigte die Beschwerdeführerin insbesondere anlässlich der klinischen Untersuchung bei
Dr.
Z._
kein Schmerzverhalten
.
Dr.
Z._
führte vielmehr aus,
dass
er weder Schmerzen habe auslösen können noch eine Schmerzreaktion
seitens der Explorandin erfolgt sei.
Es habe sich eine freie und schmerzlose Be
weglichkeit des gesamten Achsenskelettes und aller peripheren Gelenke gezeigt (vgl
. vorstehend E.
5.4
).
Auch das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
Y._
enthält bis
auf die Angaben der Beschwerdeführerin, sie
habe
Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit dem eige
nen Körper
,
extreme Schmerze
n und ver
schieden
e
psychosomatische Schmerzsyndrome (vgl.
Urk.
6/
83/3-55 S.
16 Mitte)
,
keine Angaben, welche
diesbezüglich
auf eine
kriteriengeleitete
Diagnose
stellung diesbezüglich schliessen l
assen würden (vgl. BGE 141 V 281
E. 2.1.1
), weshalb
vorliegend
– falls überhaupt von dieser Diagnose auszugehen wäre -
der der Diagnose inhärente
Schweregrad verneint werden muss.
Unabhängig von den gestellten Diagnosen fällt vorliegend
schliesslich
ins Ge
wicht, dass
Dr.
Y._
in seiner funktionsorientierten Untersuchung der Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
unauffällige Befunde feststellte. Soweit er ent
gegen den von ihm festgest
ellten objektivierbaren Befunde
aber dennoch durch
wegs geringe oder mittelgradige Einschränkungen, weitgehend
unhinter
fragt und lediglich
basierend auf den zu den Untersuchungsbefunden gegen
sätzlichen An
gaben der Beschwerdeführerin
, attestierte
(vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 14 ff. I
.
Ziff.
2), erscheint dies nicht nachvollziehbar.
So berichtete
Dr.
Y._
, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der psy
chiatrischen Begutachtung
selbstsicher wirkend und durchsetzungsfähig
gezeigt habe. Weiter habe sich eine gut erhaltene Aufmerksamkeitsfähigkeit gezeigt und die Konzentration habe während der Exploration gut auf das Gespräch und die gestellten Fragen aufrechterhalten werden können. Überdies hielt er fest, dass sich in der Untersuchungssituation kein erheblich reduzierter Antrieb gefunden habe, wobei die Versicherte eher reizbar gewirkt habe (
Urk.
6/83/3-55
S. 11 f.
I.
Ziff.
1). Trotz während der 75-minütigen Untersuchun
g von
Dr.
Y._
festge
stellter ausreichender
Antriebsfähigkeit attestierte er auch im Ber
e
ich der Funk
tionen der psychischen Energien und des Antriebs allein gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin eine mittelgradige Beeinträchtigung
(vgl.
Urk.
6/83/3-55 S. 15 Mitte)
.
Dabei ist hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde auch zu berücksichtigen, dass
Dr.
Y._
im Rahmen der Diskussion der psychiatri
schen Diagnosen (S. 25 III.
Ziff.
4) zum Schluss kam, dass von einer rezidivieren
den depressiven Erkrankung mit aktuell leichter Episode ohne somatisches Syn
drom (ICD-10: F32.2) auszugehen sei (S. 27 Mitte unterstrichen), womit unklar bleibt, weshalb bei den Diagnosen eine gegenwärtig mittelgradige Episode ge
nannt wurde (S. 25 oben).
Letztlich ist unter dem Gesichtspunkt der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde auch zu erwähnen, dass
die von der Explorandin
verschiedentlich
ge
schil
derte
, von ihr ursächlich für die Entstehung der Beschwerden gesehene,
schwie
rige Arbeitsplatzsituation bei ih
rer letzten Arbeitgeberin
(vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 39 unten f.
, vgl. auch vorstehend E. 4.2
) als psychosoziale
r
Belastung
sfaktor
gewertet werden
muss
.
Es
deutet die zeitliche Übereinstimmung mit den Be
schwerden auf eine psychogene Verursachung hin, weshalb unter Ausklamme
r
ung der psychosozialen Faktoren
ebenfalls von einem geringen Schweregrad der Gesundheitsschädigung ausgegangen werden muss (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.3 und E. 4.9).
Hinsichtlich des Indikators Behandlungs- und
Eingliederungserfolg oder –
resi
s
tenz
fällt ins Gewicht, dass die anlässlich der
bidisziplinären
Begutachtung am
7.
November 2016 durchgeführten
Laboruntersuchungen ergaben, dass die Be
schwerdeführ
erin entgegen ihren Angaben die verordneten Medikamente
nicht einnahm (vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 18 I.
Ziff.
9.2
).
Zudem weilte sie drei Monate vor der Begutachtung in Griechenland und unterzog sich lediglich einer Fernbehand
lung via Skype und E-Mail durch die in der Praxis
von
Dr.
A._
delegiert
arbei
tende
Psychologin
G._
(vgl. vorstehend E. 4.5). Dabei handelte es sich nicht um eine fachärztliche Behandlung
.
Dr.
Y._
führte aus, aufgrund der fehlenden Einnahme des aktuell ver
sch
r
iebenen Antidepressivums sei auch die bisherige Einnahme
der Medikamente bei den
angeblichen diversen
Medikamentationsversuche
n
zu hinterfragen (
Urk.
6/83/3-55
S. 30
IV.
Ziff.
3 Mitte).
Von
einer therapeutisch nicht mehr an
gehbaren Störung kann
vorliegend
nicht ausgegangen werden.
Hinsichtlich der zu thematisierenden allfälligen Komorbid
it
äten erscheint es in Anbetracht der sehr diskreten Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde res
pektive der Nichtplausibilität der Panikstörung (ICD-10 F41) und der somatofor
men Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
für unwahrscheinlich, dass eine
ressourcen
hemmende
Wechselwirkung
vorliegt.
Was die zu prüfenden strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsprob
lematik (Komplex der Persönlichkeit) anbelangt, welche im Rahmen der um
fassenden Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnte,
nannte
Dr.
Y._
lediglich als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ak
zentuierte Persönlichkeit, wobei sich aus dem Kontext ergab, dass es sich
bloss
um eine Verdachtsdiagnose handelte (vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 28 oben).
Es ist
dem
nach
nicht davon auszugehe
n,
dass diese die Ressourcen der Beschwer
deführerin
in relevantem
Ausmass beeinträchtigen
würde.
Zur Persön
lichkeit der Beschwer
deführerin hielt
Dr.
Y._
überdies fest, es hätten sich deutliche Hinweise für eine durchsetzungsfähige und gut strukturierte Versicherte ergeben (
Urk.
6/83/3-55
S. 12 oben).
In Bezug auf den
Indikator des sozialen Kontextes
fällt ins Gewicht, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
regelmässig soziale Kontakte zu
ihrer Mutter
unterhält
und von dieser Unterstützung erhält. Weiter lebt sie in einer intakten Partnerschaft (vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 18 I.
Ziff.
8
),
weshalb davon auszugehen ist, dass
sie
fa
miliär und sozial gut integriert ist, was sich potenziell günstig auf
ihre
Ressourcen auswirken dürfte. Damit enthält der soziale Lebenskontext (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine ressourcenhemmen
den Aspekte.
Zu prüfen gilt es sodann die Kategorie Konsistenz, insbesondere in Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4 und 4.4.1).
Die Beschwerde
führerin beschrieb im Rahmen der Begutachtung bei
Dr.
Y._
einen geregel
ten
Tagesablauf. Insbesondere koche
sie für sich selber, mache Achtsamkeits
übungen, versuche
täglich eine St
unde spazieren zu gehen, besuche die Ärzte, mache Erledigungen und versuche
ihren
Haushalt zu machen. Abends koche
sie mit ihrem Lebenspartner. Man
lese, rede zusammen oder
sehe gemeinsam
fern
. Weiter führte die Beschwerdeführerin aus, sie habe drei Monate in Griechenland sein können, wo der Druck weg gewesen sei und sie zum ersten Mal wieder gut habe schlafen können (
Urk.
6/83/3-55
S. 23 II.
Ziff.
2.2).
Dr.
Y._
hielt fest, dass die Angaben der Beschwerdeführerin betreffend die Beeinträchtigung im Haushalt
und
in den alltäglichen
Aktivitäten als erheblich diskrepant mit den sonstigen Befunden zu sehen sei
. Psychopathologisch finde sich ein nicht ausreichender Erklärungsgrad für die angegebenen Einschränkun
gen im Alltag (vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 32
V.
Ziff.
2).
Diskrepant zu den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
massiven
psy
chischen Einschränkungen
erscheint
weiter
der Umstand, dass sie gegenüber
Dr.
Y._
äusserte
, selbständig und ohne
Probleme Autofahren
zu
können, dies auch über weite
Strecken
(vgl.
Urk.
6/83/3-55
S. 17
I.
Ziff.
4).
Diesbezüglich hie
lt das Bundesgericht fest, dass
das Führen eines Motorfahrzeuges mit physi
schen und kognitiven Ressourcen verbunden
ist
(vg
l. Urteil des Bundesgerichts
9C_836/2014 vom 2
3.
März
2015
E. 3.3
)
.
Ei
ne wesentliche Einschränkung der Beschwerdeführerin
bei den Alltagsaktivitä
ten, insbesondere bei den ausserhäuslichen und sozialen Interaktionen sowie den körperlichen Aktivitäten, lässt sich damit nicht eruieren. Hinsichtlich des Leidens
druckes gilt es zu erwähnen, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
zum Zeitpunkt
der
bidisziplinären
Begutachtung gemäss dem Medikamentenspiegel die verordneten Medikamente nicht eingenommen
hatte, was auf
einen eh
er geringen Leidens
druck
schliessen lässt (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_337/2015 vom
7.
April
2016 E. 6.2).
5.9
Zusammenfassend fehlt es der psychischen Gesundheitsbeeint
rächtigung de
r
Be
schwerdeführerin
an
einem funktionellen Schweregrad, wobei das Vorliegen von episodisch paroxysmalen Angstanfällen im Rahmen einer Panikstörung (ICD-10 F41.0)
sowie das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) aufgrund
des Gesagten (vgl.
vorstehend E. 5.
8
) als nicht überwiegend wahrschein
lich erachtet wird.
Die Konsistenzprüfung ergibt sodann keine deutliche und gleichmässige Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Eine im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne hinreichende funktionelle Leistungs
einschränkung ist daher nicht ausgewiesen, weshalb insoweit von der Arbeitsfä
higkeitsbeurteilung
im
bidisziplinären
Gutachten vom Januar 2017
abzuweichen ist.
5.10
Was den rentenanspruchsrelevanten Zeitraum ab Ablauf des Wartejahres im Februar 2016
bis zur
Begutachtung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
Y._
im November 2016
anbelangt
,
erwies sich auch die objektive Befunderhebung von
Dr.
A._
in seinem Bericht vom April 2016 (vgl. vorstehend E. 4.4) als weitest
gehend unauf
fällig. So berichtete er unter anderem von einer lediglich subjektiv eingeschränk
ten Konzentration und davon, dass der Affekt nicht zum negativen Pol verscho
ben sei. Damit lässt sich
weder die von ihm diagnostizierte gegen
wärtig mittel
gradige Epi
sode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.1) noch die daraus resultierende vollständige Arbeits
unfähigkeit erklären.
So
wohl hinsichtlich der Ausführungen von
Dr.
A._
als auch
hinsichtlich
jener der
vorbehandelnden Psychiater
Dr.
D._
und
Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 4.
2-
3)
gilt es zu beachten, dass
Berichte behandelnder Ärzte aufgrund der auftrags
rechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen
sind
. Dies gilt für den allgemein prakti
zierenden Hausarzt wie den behandelnden Spe
zialarzt (Urteil des Bundes
gerichts I 655/05 vom 2
0.
März 2006 E. 5.4 mit Hin
weisen).
E
in ab dem
renten
relevanten
Zeitraum ab Februar 2016 aus invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht relevanter Gesundheitsschaden ist damit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
5
.11
Nach Gesagtem ergibt das strukturierte Beweisverfahren insgesamt kein stimmi
ges Gesamtbild, das auf eine therapeutisch nicht angehbare erhebliche funktio
nelle Behinderung schliessen liesse. Im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne hinreichende funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage sind vorliegend daher nicht mit dem massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Dieses Beweisergebnis wirkt sich nach den Regeln über die (materie
lle) Beweislast zu Un
gunsten der Beschwerdeführerin
aus (vgl. BGE 143 V 418 E. 6).
5
.
12
Aufgrund des Gesagten
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) einen
Anspruch
der Beschwerdeführe
rin
auf Leistungen der Invalidenversicherung
verneinte, weshalb die dagegen er
hobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden
Beschwerdefüh
rer
in
aufzuerlegen.
6.2
Da die Beschwerdeführerin mit ihren veranlassten Untersuchungen
, wie ausge
führt
(vgl. vorstehend E. 5.2), nicht
zur schlüssigen Feststellung des medizini
schen Sachverhaltes
beigetragen hat, können die hierfür entstandenen Kosten nicht wie beantragt (vgl.
Urk.
1 S. 2) der
Beschwerdegegner
in auferlegt werden und sind von der
Beschwerdeführerin
selbst
zu tragen.