# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 85eb20c9-8b28-46b9-badf-3adce2b6e56a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1979
geborene
X._
war zuletzt von März 2008 bis zum 10. Januar 2009 für die
Y._
als Modeberaterin tätig. Diese Anstellung wurde ihr wegen längerer krankheitsbedingter Abwesenheit per Ende September 2009 ge
kündigt (Urk.
8/12/2
). Sie litt ab Januar 2009 an Be
schwer
den am rechten Arm aufgrund
einer
Tenosynovitis
de
Quervain
.
Vom 31. März bis 30. Juni 2009 wurde sie ausserdem stationär in der
Z._
wegen eines depressiven
Zustands
bildes
mit zu
neh
mender Suizidalität behandelt (
Austritts
bericht
vom 3. Juli 2009, Urk.
8/14
) und
anschliessend
ambulant
in der psychi
a
trischen Tagesklinik in
A._
von med.
pract
. B._
, Facharzt für Psychi
a
trie und Psycho
therapie, weiterbehandelt (
Urk. 8
/43, Urk.
8
/64
/7
).
Vom 4. Oktober bis 2
0.
Dezember 2011 wurde die Versicherte wegen eines schwer de
pres
siven Zustandsbildes mit starker Schmerzsymptomatik und motorischer Unruhe sowie suizidalen Äusserungen erneut in der
Z._
stationär behandelt (Austrittsbericht vom 3. Februar 2012, Urk. 8/75/1).
Im Oktober 2013 hat die Versicherte ein Kind geboren (Urk. 8/117/7).
Nebst den psy
chischen Beschwer
den leidet die Versicherte an
Rücken-, Kopf-,
Nacken- und
Schulter
beschwerden
mit Ausstrahlung bi
s in die rechte
Hand
sowie Bluthochdruck
(Urk. 8/21/6-7
, Urk.
8
/27
/
3
,
Urk.
8/117/7-8,
Urk. 8/117/14-15
).
1.2
Am 30. Juni 2009
hatte
sich die Versicherte wegen Depressionen bei der Eidge
nössischen Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Eingang: 3. Juli 2009; Urk.
8
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse ab. Mit Mitteilung vom 25. November 2009 w
urde festgehalten, dass die Versi
cherte seit dem 11. Januar 2009 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich ein
ge
schränkt sei, die Wartezeit bezüglich einer Invalidenrente von einem Jahr im Januar 2010 ablaufe und daher die Anspruchsvoraussetzungen erst dann ge
prüft würden (Urk.
8
/26). Mitte Januar 2010 nahm die IV-Stelle weitere Abklä
rungen
vor
und holte unter anderem das Gutachten von Dr. med.
C._
,
Fach
ärztin
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 8. November 2011 (Urk.
8
/64) ein.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/
67, Urk. 8/77
) wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit Ver
fügung vom 28. März 2012
ab (Urk. 8/81
).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich
im Verfahren Nr. IV.2012.00529
mit Urteil vom 25. Juni 2013 in dem Sinne gut, dass die Sache zur Einholung eines interdisziplinären
, insbesondere psychiatrischen
Gutachtens
an die IV-
St
elle zurückgewiesen wurde (Urk.
8/91). Die IV-Stelle holte
in der Folge das Gutachten des
D._
vom 2.
September 2014 (Urk. 8/117/2-23) ein
. Die Gutachter schlossen auf eine
100%ige Arbeits
un
fähigkeit in jeg
licher Tätigkeit (Urk. 8/117/21-22).
Mit Schreiben vom 21. Oktober 2014 (Urk. 8/123), vom 8. Dezember 2014 (Urk. 8/125) und mit Schreiben vom 15. Januar 2015 (Urk. 8/127) forderte die Versicherte die IV-Stelle dazu auf, gestützt auf das
D._
-Gutachten einen Vorbescheid mit
Renten
zusprache
zu erlassen. Mit Schreiben vom 2
7.
März 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
gemäss
der
Stellungnahme des Regionalen Dienstes (RAD) erheb
liche Mängel
des
D._
-Gutachtens festgestellt worden seien
und daher ein
Ober
gutachten
sowie
wegen der Geburt des Kindes
eine Abklärung im Haushaltsbereich notwendig sei (Urk. 8/129).
Mit Schreiben vom 3
1.
März 2015 erklärte sich die Versicherte
mit einer erneuten Begutachtung
nicht einver
stan
den und ver
langte
erneut
d
en Erlass eines Vorbescheides (Urk. 8/133). Am 12.
Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherte mit, dass eine medizinische Abklärung bei
med.
pract
. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie, not
wendig sei
(Urk.
8/136). Mit Schreiben vom 27. Mai 2015 bean
tragte die Ver
sicherte, es sei von der erneut
en Begutachtung abzusehen (Urk.
8/137). Mit Verfügung vom 2. Juli 2015 hielt die IV-Stelle an der ergän
zenden psychia
trischen Abklärung bei me
d.
pract
.
E._
fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
3.
September 2015 Besc
hwerde und beantragte, die Verfügung vom
2. Juli 2015
sei aufzuheben und
die
Be
schwerdegegnerin
sei
zu verpflichten, umgehend die anstehenden Entscheide zu fällen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin ausserdem, es sei der Beschwerdegegnerin eine Gerichtskostenpauschale wegen mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung gestützt auf Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verb
indung mit
§
33 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozial
-
versicherungsgericht
(
GSVGer
)
gerichtlich anzudrohen
(Urk. 1 S. 2).
Die Be
schwerdegegnerin schloss in der
Be
schwerdeantwort
vom
9. Oktober 2015
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
7
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand ist die Verfügung vom
2. Juli 2015
, mit welcher die Beschwerdegegnerin die
psychiatrische
Begutachtung der Beschwerdeführerin
durch
med.
pract
.
E._
angeordnet
hat
(
Urk.
2
). Es handelt sich dabei um eine Zwischenverfügung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
). Diese ist
gestützt auf
Art.
46
lit
. a
VwVG
selbständig anfecht
bar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (vgl. BGE 132 V 93 E. 6.1).
1.2
In BGE 137 V 210 wurde
in Änderung der früheren
Rechtsprechung (BGE 132 V 93 E.
6.5)
erkannt, diese
Eintretensvoraussetzung
des nicht wieder gutzu
ma
chenden Nachteils
sei bei der Anordnung von medizinischen Gutachten und der Bezeichnung der
Gutachter
für das erstinstanzliche Be
schwerdeverfahren
regel
mässig
gegeben
,
zumal die nicht sachgerechte Be
gutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen Nachteil bewirken
werde
.
Hinzu komm
e
, dass die mit medizinischen Untersuchungen einhergehenden Be
lastun
gen zuweilen einen erheblichen Eingriff in die physische oder psychische Integ
rität bedeuten
würden
.
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können
dem
nach
materielle Einwen
dungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht notwendig, weil sie - mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten Sachverhalt -
bloss
einer "
second
opinion
"
(Zweitmeinung)
entspräche (noch anders:
BGE 136 V 156
; vgl. auch SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111 E. 4.2, U
571/06). Nach wie vor gerügt werden können (per
so
nenbezogene)
Ausstandsgründe
. Nicht gehört werden kann indessen das Vor
bringen, die Abgeltung der Gutach
ten aus Mitteln der Invalidenversicherung führe zu einer Befangenheit der
Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS;
BGE 137 V 210
E. 3.4.2.7;
vgl. auch BGE 141 V 330 E. 5.2, 138 V 271 E. 1.2
).
1.3
M
it
der Beschwerde beanstandet
die
Be
schwer
deführer
in
die in Aussicht ge
stellte Begutach
tung
durch med.
pract
.
E._
als unnötige und unzulässige Ein
holung einer Zwei
t
meinung zu
dem
mit dem
D._
-Gutachten vom 2. Sep
tem
ber 2014 (Urk. 8/117) bereits umfassend abgeklärten Sach
verhalt
(Urk. 1 S. 10 ff.
)
.
Angesichts der hiervor zitierten Rechtsprechung ist a
uf
die Be
schwerde
daher
einzutreten
.
2.
2.1
Art. 43 Abs.
1 ATSG statuiert die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein
grosser
Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und
Zweckmässigkeit
von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durch
zuführenden notwendigen Abklärungen im Sinne von Art. 43 ATSG beinhalten indessen
rechtsprechungsgemäss
nicht das Recht des Versicherungs
trägers, eine "
second
opinion
" zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht
gefällt
(SVR 2007 UV Nr. 33
S. 111, U
571/06 E. 4.1 u. E. 4.2;
Urteil des Bundesgerichts 8C_957/2010 vom 1. April 2011 E. 6.1).
Entscheidend dafür, ob weitere Abklärungen ange
ordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gutachten die
praxis
ge
mässen
inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (Urteil des Bundes
gerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforder
li
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden be
rück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise be
gründet sind, dass die rechtsan
wendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Zwischenentscheid auf den Standpunkt,
der RAD habe in der Stellungnahme vom 2
5.
September 2014 begründet, weshalb das psychiatrische Teilgutachten des
D._
nicht nachvoll
ziehbar sei. Dieser Auffassung habe sich der Rechtsdienst in der Stellu
n
gnahme vom 25. März 2015 angeschlossen.
Der versicherungsmedizinisch geschulte RAD sei in der Lage und es sei gerade auch seine Aufgabe, die Schlüssigkeit der eingegangenen Gutachten zu überprüfen. Dies geschehe unabhängig davon, ob es sich dabei um ein Parteigutachten oder um ein von der Invaliden
ver
siche
rung in Auftrag gegebenes Gutachten handle.
Bei der Feststellung, dass das vor
liegende psychiatrische Teilgutachten nicht schlüssig sei, handle es sich nicht um eine abweichende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit, sondern es sei damit lediglich erkannt worden, dass dieses Teilgutachten nicht für eine ab
schlies
sende Beurteilung des Leistungsanspruchs genüge (Urk. 2 S. 2).
3.2
Dagegen
wendet
die Beschwerdeführerin ein,
mit dem Admini
strativgutachten des
D._
vom 2.
September 2014 liege ein Gutachten einer unabhängigen Gut
ach
terstelle vor, das den rechtsprechungsgemässen Anforderungen genüge und mit den Angaben der behandelnden Ärzte übereinstimme. Die Einschätzung der
D._
-Gutachter sei aufgrund der gestellten Diagnosen und der während der Ehe durchgemachten Missbräuche absolut nachvollziehbar. D
ie RAD-Ärztin Dr. med. F._
, Fachärztin für
Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin,
dagegen verfüge nicht über die nötige Fachkom
petenz zur Beurteilung der vorliegen
d
zu beurteilenden psychiatrischen Beschwerdebildnern, was im Urteil IV.2012.000529 vom 2
5.
Juni 2013 E. 4.2.2 bereits einmal habe moniert werde
n
müssen. Aufgrund dieses Urteil
s
sei sie als voreingenommen zu betrachten. Ihre Stellungnahme vermöge das MEDAS-Gutachten nicht zu entkräften.
Die
Be
schwerdegegnerin
wolle eine unzulässige Zweitmeinung (
second
opinion
) ein
holen, weil ihr das Ergebnis der Begutachtung nicht passe. Dadurch begehe sie eine Rechtsverweigerung (Urk. 1 S. 10 ff.).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich
die
Beschwerdeführer
in
erneut
einer
psychia
trischen
Begutachtung zu unterziehen hat
oder ob das bereits vorliegende
D._
-Gutachten vom
2.
September 2014 (Urk. 8/117)
die praxisgemässen inhaltlichen und bewe
ismässigen Anforderungen
an eine für den massgeblichen Sachverhalt
ausreichende
medizinische Entscheidungsgrundlage
erfüllt.
4.
4.1
Dem
D._
-Gutachten vom 2. September 2014 ist zu entnehmen, dass die Beschwer
de
führerin am
21.
und 23. Juli sowie am 12.
August 2014
allgemein
internistisch
, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch (Urk. 8/117/2)
umfassend
untersucht und befragt wurde
(Urk. 8/117/7-12, Urk.
8/117/14-16, Urk. 8/117/19-20)
sowie dass die erho
benen Befunde unter Berück
sichtigung der Anamnese, des Verhaltens der Be
schwerdeführerin sowie der
Vorakten
(Urk.8/117/4-6) diagnostisch und hin
sichtlich der Arbeitsfähigkeit spezifisch fachärztlich und interdisziplinär begründet beurteilt wurden (Urk. 8/117/9-23).
Die Gutachter
stellten
insgesamt
die
folgenden
Diagnosen
mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Schwere protrahierte
depressive
Episode (IC
D-10 F32.2);
2. Post
traumatische Belastungs
störung (P
T
BS; ICD-10 F43.1);
3.
Somato
forme
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4);
4.
Chronisches
zervikospon
dylogenes
Schmerz
syndrom
(ICD-10 M53.1) mit/bei
Dysbalancen
der
Schulter
gürtelmus
kulatur
, klinisch ohne Hinwe
ise für
radikuläre
Symptomatik und ohne Nachweis einer Diskushernie (Magnetresonanztomographie März 2009), radio
logisch
Chondrose
und beginnende
ventrale Spondylose C5/6;
5. Chro
nisches
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) mit/bei
myostatischer
Insuf
fizienz
mit den entsprechenden
muskuloligamentären
Überlastungs
reak
tionen
, einer Funktions
störung des
Illiosakralgelenkes
(ISG) links,
klinisch ohne Hinweise für
radikuläre
Symptomatik, r
adiologisch
Chondrose
L5/S1; 6.
Hyper
mobilitätssyndrom
(ICD-10 M35.7). Ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit stellten die Gutach
ter die folgenden Diagnosen: 1.
Meta
bo
lisches Syndrom mit/bei arterieller Hyper
tonie (ICD-10 I10) unter medika
men
töser Behandlung kompensiert, anam
nes
tisch
Dyslipidämie
(ICD-10 E78.0) medi
kamentös be
handelt, Adipositas (BMI 32
kg/m
2
; ICD-10 E66.0); 2.
Fortge
setzter Nikotinkonsum,
schädlicher Gebrauch (zirka 15
py
; ICD-10 F17.1); 3.
Schäd
licher Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1
; Urk. 8/117/20-21
).
Die Beschwerdeführerin sei
aus rheumatologischer Sicht in körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten
sowie in
der angestammten
Tätig
keit
als
Modebe
raterin
zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere und andauernd mittelgradig schwere Tätigkeiten seien ihr nicht mehr zumutbar.
Aus neuro
logischer und allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeits
fähigkeit nicht eingeschränkt. A
us psychiatrischer Sicht
dagegen sei die Beschwerdefüh
re
r
in
in
jeder
Erwerbstät
igkeit zu 100
% arbeitsunfähig.
Die de
pressive Symp
tomatik sei
schwergradig
. Sie brauche Unterstützung bei den Alltagsaktivitäten und der Be
treuung des acht Monate alten Säuglings. Die
nach jahrelangen Miss
hand
lungen durch den (Ex-)Ehemann
aufgetretene P
T
BS
verstärke die
Symp
tomatik weiter. Die Schmerzen, welche somatisch nicht ausreichend objektiviert werden könnten, würden auf eine
somatoforme
Schmerz
störung
zurückgeführt werden.
Zusammengefasst sei die B
eschwerde
führerin aus
poly
diszi
plinärer
Sicht auf
grund des psychischen Leidens zu 100 % arbeitsunfähig für jegliche beruf
liche Tätigkeit. Aufgrund des psychischen Leidens sei die Arbeitsfähigkeit zurzeit auch im Haushalt
höhergradig
einge
schränkt.
Retro
spektiv bestehe seit der ersten
Hospitalisation
im März 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Vorüber
gehend
könne nach dem Austritt am 30.
Juni 2009 bis zu
r erneuten
Klinikauf
nahme
am 4.
Oktober 2011 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus
gegangen werden. Seither bestehe
(bis zur psy
chia
tr
ischen
D._
-Begutachtung vom 22.
Juli 2014)
wieder eine zumindest 80%ige Arbeitsun
fähigkeit für jegliche
Tätigkeit (Urk. 8/117/22-23).
4.2
Dr.
F._
vom RAD befand in ihrer Stellungnahme vom 25. September 2014 (Urk. 8/145/4-6), auf welche die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
zur Begründung verwiesen hat (Urk. 2 S. 2)
, die Schluss
folgerungen des
D._
-
Gutachtens seien nicht nachvoll
ziehbar.
Der Schweregrad der depres
si
ven Störung sei anzuzweifeln. Denn die Beschwerdeführerin habe keine
Ap
petit
minderung
, keine
Circadianität
, keinen sozialen Rückzug im Verlauf und keine Suizidalität; im Fall einer schwe
ren depressiven Episode müsste sie sta
tio
när behandelt werden. Hingegen sei sie inadäquat therapiert und mit Benzo
dia
zepinen versorgt.
Die Gutachter würden sich ausschliesslich auf die subjek
tiven Angaben der Beschwerdegegnerin stützen. Auch die P
T
B
S
sei aus arbeits
medi
zinischer Sicht nicht aus
gewiesen, da die typischen Symptome fehlen würden. Gemäss dem Gutachten bestehe ledig
lich der Verda
cht auf F
lashbacks.
Die hohe Arbeits
unfähigkeit werde nicht genügend begründet.
Aus arbeits
medizinischer Sicht handle es sich nicht um eine schwere,
chronifizierte
Stö
rung, welche sämtliche Hilfs
tätigkeiten langfristig erheblich einzuschränken vermöge. Es seien IV-fremde Faktoren (finanzielle Probleme) vorhanden und dürf
ten im Krankheitsgeschehen eine hauptsächliche Rolle einnehmen.
Ent
gegen der Mei
nung des Gutach
ters sei die Säuglingsbetreuung als IV-fremd ein
zuschätzen.
Zudem sei das Leiden klar reaktiv ent
standen.
Es sei eine intensive
fachpsychi
atrische
Therapie und eine Gewichtsminderung (Diät und Bewe
gungs
therapie) auf BMI 25 kg/m
2
nötig. Hierunter sei die Prognose gut, da es sich um ein therapiefähiges Leiden (reaktive depressive Episode) handle. Das heisse, auch wenn das Leiden länger als ein Jahr dauere, sei es mit einer guten Prog
nose behaftet.
Im Rahmen der Selbsteingliederungspflicht sei dringendst eine adä
quate fachpsychiatrische Therapie inklusive medi
kamentöse Com
pliance-Kontrolle und vollständiger Benzo
diazepin-Absti
nenz an
zuraten.
Im Übrigen bat Dr.
F._
um Überprüfung der Argumentation aus juristischer Sicht und
verwies hierzu auch auf ihre Stellungnah
me vom 28.
Dezember 2011
(
vgl. Urk. 8/66/7-8;
Urk.
8/145/4-6).
Von Seiten des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin wurde in der Stellung
nahme vom 25. März 2015
, auf welche
sie sich
im angefochtenen Entscheid (Urk. 2 S. 2)
und auch in der Beschwerdeantwort (
Urk.
7
) bezogen hat
,
zudem ausgeführt, die Kritikpunkte von Dr.
F._
seien auch aus juristischer Sicht
plausibel und berechtigt.
Das Gutachten sei betreffend die Untersuchungs
be
funde und die aufgeführten Diagnosen
(
PTBS
, a
us der die schwere pro
trahierte depressiv
e Episode hergeleitet werde)
sowie d
i
e daraus abgeleiteten voll
stän
di
gen Arbeitsunfähigkeiten nicht nach
vollziehbar. Das belastende Ereignis als Eingangskriterium der PTBS (Miss
hand
lungen und Vergewal
tigungen durch den Ex
-E
hegatten
)
sei kaum diskutiert respektive massgeblich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt worden.
Nicht diskutiert worden s
ei im Hinblick auf die Nachvoll
ziehbarkeit
der traumatischen Erfahrungen und de
re
n Auswirkungen die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin
eine kurze Bekannt
schaft mit einem Landsmann gehabt habe, aus der eine Schwanger
schaft und die Geburt des Sohnes erfolgt sei. Auch im Verlauf über
zeuge die Beurteilung einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit im
Begutach
tungs
zeitpunkt
nicht. D
ie Beschwerdeführerin habe ihren Gesundheitszustand selbst nach Aus
tritt aus der
Z._
im Dezember 2011 als un
verändert be
zeich
net. Im damaligen Austrittsbericht habe zumindest ein
teilre
mitt
iertes
Zustandsbild verzeichnet werden können.
Dass die Be
schwerde
führerin seither ein Kind geboren habe, sei als IV-fremder Faktor in Bezug auf die medizinische Arbeits
fähigkeit grundsätzlich nicht relevant. Verfehlt sei in diesem Zusam
men
hang
auch die Stellungnahme im Gutachten zur gemischten Methode unter Punkt 6.4 des Gutachtens (Urk. 8/117/21
), was aus medizinischer Sicht nicht zu beant
worten sei
.
Zu bemerken sei auch, dass gemäss dem geschilderten Tages
ablauf
die Beschwerdeführerin mit der Versorgung u
nd Pflege des Säuglings zurecht
komme, was gerade nicht auf eine
höhergradige
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit im Haushalt schliessen lasse.
Der me
dizinische Sachverhalt sei nach Rückweisung der Sache mit Urteil vom 25. Juni 2013 nach wie vor nicht
rechts
genüglich
geklärt.
Es sei zudem auch die Statusfrage mittels einer
Haus
halts
ab
klärung
näher zu untersuchen. Denn die Beschwerdeführerin habe nach lang er
sehntem Kinderwunsch im Oktober 2013 ein Kind geboren und seit ihrer Ein
reise in die Schweiz
sei
sie kaum vollzeitig erwerbstätig gewesen. Die Ergeb
nisse der geltend gemachten Einschränkungen seien sodann von psychia
trischer Seite zu plausib
i
lisieren
(
Urk.
8/145/7)
.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass auf die Beurteilung der
D._
-Gut
achter
hinsichtlich der
allgemein
internistisch
, neurologisch und rheuma
tolo
gisch erhobenen somatischen Be
funde und Einschätzungen abgestellt wer
den kann
. Sie
beanstandet allein die Einschätzung in psychiatrischer Hin
sicht
und damit
da
s Teilgutachten
von Dr. med. G._
, Fachärztin für Psychiat
rie und Psychotherapie
, vom 22. Juli 2014
(Urk.
8/
117/9/14
),
dem
die Gutachter im inter
diszip
linären Konsens vollumfänglich
folgten
(Urk. 8/117/20-23).
4.3.2
D
ie
Beanstandung
von
Dr.
F._
in Bezug auf die von
Dr.
G._
gestellte Diagnose einer schweren protrahierten depressiven Episode (ICD-10 F32.2)
, es fehle für die attestierte Schwere der depres
siven Störung an einer
Appetit
minderung
,
Zirca
dianität
, Suizidalität und einem sozialen Rückzug im Verlauf (Urk. 8/145/4),
ist
teilweise
akten
widrig
. Die Suizidalität wurde im Gut
achten als Befund aufgeführt (Urk. 8/117/12) und war auch schon im Zu
sam
menhang mit den Klinikeintritten im Frühjahr 2009 (Urk. 8/14/2)
sowie
im Herbst 2012 („suizidalen Äusserun
gen“, Urk. 8/75/2) bei depressivem
Zustands
bild
als Grund für die stationäre Be
handlung genannt worden. Eine
Appetit
minderung
sodann ist kein zwingendes diagnostisches Kriterium bei einer depressiven Störung. Als Symptom muss gemäss den diagnostischen Krite
rien der Weltge
sundheits
orga
nisation (WHO) für den ICD-10 - wenn von den dort genannten sieben Symptomen damit (bei schweren depressiven Störungen) ins
gesamt fünf Symptome gegeben sind - vielmehr entweder ein Appetitverlust
oder
ein gesteigerter Appetit mit ent
sprechender
Gewichts
ver
änderung
vor
li
egen (
Dilling
/
Mom
bour
/Schmidt/
Schulte-Mark
wort,
Inter
nationale Klassi
fikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis
, 5. Auflage
2011
, S.
110 ff.
)
, was im
D._
-Gutachten mit „Appetit
schwankungen, Ge
wichts
zu
nahme unter Anti
depressiva von 10-15 Kilo
gramm“ aufgeführt ist (Urk. 8/117/10). Ein gestörter
zircadianer
Rhyth
mus ist ebenfalls kein diag
nostisches Kriterium nach ICD-10
F32.
2.
Im
D._
-Gutachten wurden aber Schlafstörungen festgehalten (Urk. 8/117/10), was als weiteres Symptom für eine depressive Störung gilt. Auch der
als fehlend gerügte
soziale Rückzug
ist
kein
Diag
nose
kriterium
für eine schwere
depressive
Episode nach ICD-10 F32.
2.
Zudem ist
mit den
von Dr.
G._
anlässlich der psychiatrischen Be
gutach
tung vom 22. Juli 2014
erhobenen
psychopathologischen
Befunden (
affektive De
kom
pen
sation mit Tränen
fluss, deutlich depressive
Affektaus
len
kung
, emotionale Ein
engung, latente Sui
zidalität, deutlich erhöhter
Angst
affekt
, diverse emo
tionale Blockierun
gen, formal gedanklich deutliche
Grübel
zwänge
mit ständigen krei
senden Selbst
vor
würfen und Schuldgefühlen, inhaltlich resig
native und
nega
tivistische
Zu
kunfts
haltung
, eingeschränkte Ich-Funktion mit deutlicher
Selbstwert
insuf
fizienz
,
Reizempflindlichkeit
,
Frustra
tions
intoleranz
, einge
schränkte Belast
barkeit, beeinträchtigte Konzentration, teilweise blockierte Willens- und
An
triebs
bildung
,
Ambitendenz
,
deutlich ein
geschränkte
Realitäts
anpassung
; Urk. 8/117/12
)
und den von der Be
schwerde
führerin
angegebenen
respektive anamnestisch erhobenen
Be
schwer
den (
unter anderem
:
erhebliche Traurigkeit, Weinen, ständige Ängste,
innerlich unruhig und angespannt,
Ver
sagensgefühl
,
Erschöpfung,
Schlafstörung,
Appetit
schwan
kungen
, Gewichts
zu
nahme unter Antidepressiva von 10-15 Kilo
gramm; Urk. 8/117/
9-
10
)
nach
voll
ziehbar
, dass
Dr.
G._
auf eine sc
hwere depressive Störung schloss.
Hinzu kommt, dass die Diagnose einer schweren depressiven Störung sich ohne Weiteres mit den übrigen medizinischen Akten vereinbaren lässt, was im Gut
achten ebenfalls Beachtung fand (Urk. 8/117/13-14).
So hatten auch
die Ärzte der
Z._
gemäss dem Bericht
vom
3.
Februar 2012
die Diagnose einer schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2)
gestellt, was auch der Anlass für die stationäre Behandlung war
(Urk. 8/75/1).
Selbst nach einer mehr als zweimonatigen Behandlung war die depressive Symp
tomatik lediglich teilremittiert und von den Fachärzten die Weiterführung der teilstationären Be
handlung sowie ange
sichts der Schwere der Depression eine lebenslange anti
-
de
pressive
Rezidivprophylaxe
als not
wendig erachtet worden (Urk. 8/75/3).
Im Übrigen war bereits
im Urteil des hiesigen Gerichts vom 25. Juni 2013
festge
stellt
worden
, d
ass
sich
aus den
damals
vorgelegenen
medizinischen Akten erhebliche Hinweise darauf
ergeben hätten
, dass bei der Be
schwerde
führerin seit Januar 2009 und insbesondere auch zwischen den statio
nären Aufenthalten im ersten Halbjahr 2009 (Urk.
8
/14) und im zweiten Halb
jahr 2011 (Urk.
8
/75) so
wie danach eine
erhebliche
gesund
heitliche
Be
einträchtigung bestanden haben könnte
(
vgl.
dazu
E. 4.2.1
;
Urk. 8/91/10), was sich nunmehr mit der
D._
-Begut
achtung bestätigt hat.
4.3.3
Unzutreffend ist auch die Behauptung von
Dr.
F._
, die
D._
-Gutachter hätten sich ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Be
schwerdeführerin gestützt
(Urk. 8/145/4
). Einerseits lagen den
D._
-Gutachter
n
die medizinischen
Vorakten
vor, welche in die Beurteilung einflossen
und weitgehend überein
stimmende Einschätzungen enthalten
. Andererseits erklärte Dr.
G._
ausdrücklich, dass
die berichtete erhebliche Symptomatik im psychischen Be
fund nachvollziehbar sei. Es bestünden
hochgradige Einschrän
kungen der Affek
tivität, der Ich-Funktion, des formalen Denkens, der Kon
zentration und der Realitätsanpassung
(Urk. 8/117/13). Dr.
G._
hat die geklagten Beschwerden somit objektiviert und ihre Schlussfolgerung auch
schlüssig
be
gründet.
Zu beachten ist auch, dass sich weder
aus dem
D._
-Gutachten
, noch
aus
den
übrigen
Akten Hinweise auf
Aggravation oder Simulation ergeben. Es bestand für die
D._
-Gutachter somit kein Grund, nicht auch auf die Angaben der Beschwerdeführerin
abzustellen.
Ferner
obliegt es
rechtsprechungsgemäss
dem psychiatrischen Gutachter zu entscheiden, ob er zur Befunderhebung
test
psychologische
Befunde beiziehen will. Es kann nicht davon ausgegangen wer
den, dass die Ergebnisse eines psychiatrischen Gutachtens nicht aussage
kräftig sein sollen, wenn s
olche nicht durchgeführt werden (
Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2013 vom 2
9.
Januar 2014 E. 4.3).
4.3.4
Nicht gegen den Beweiswert des
D._
-Gut
a
chten
s
spricht
sodann die von Dr.
F._
vertretene Ansicht
, die Beschwerde
führerin müsste im Fall einer
schweren depres
siven Episode stationär behandelt werden, hingegen sei sie inadäquat therapiert
(
Urk. 8/145/4)
.
Denn gemäss dem psychiatrischen
D._
-Teilgutachten wird die Beschwerdeführerin nach wie vor wöchentlich psychia
t
risch in der Tagesklinik
A._
vom Psychiater med.
pract
.
B._
behandelt und nimmt dort ausser
dem an einer Ergo
therapie teil.
Auch
werde
sie zusätzlich zweimal wöchent
lich von der psychia
trischen Spitex besucht und einmal alle zwei Wochen von der
Mütter
beratung
.
Ausserdem
sei intermittierend eine
Krip
penbetreuung
des acht Monate alten Säuglings eingerichtet worden.
Als Medi
kamente nehme sie (nebst den Medikamenten gegen das metabolische Syndrom, Urk. 8/117/8) das Anti
depressivum
Cialoptram
(20 mg) und gegen die Angst- und
Unruhe
zustände
Temesta
(
Urk.
8/117/10-1
3
).
Dieses
engmaschige
Betreu
ungsnetz
samt regel
mässiger psychiatrischer Behand
lung wurde im
D._
-
Teil
gutachten
in die Beurteilung einbezogen
. Hinlänglich wurde auch die aktuelle medikamentöse Be
handlung diskutiert
.
Und zwar
stellte
d
ie Gutachter
i
n
dazu fest
, die Therapien würden konsequent
wahr
genommen.
Selbst noch in der Schwangerschaft und während des Wochen
bettes hätten zur Aufrechterhaltung der Basisfunktionen weiter Anti
de
pressiva (
Cialoptram
, Urk. 8/117/10) gegeben werden müssen.
Zusätzliche medi
kamentöse Optionen seien in der Schwangerschaft bereits abge
setzt worden und könnten, auch wenn diese zwar indiziert seien, wegen der notwen
digen Versor
gung des Säuglings jetzt nicht rezeptiert werden.
Es bestehe ein sehr labiles Gleich
ge
wicht für die Bewältigung des Alltages. Zusätzliche thera
peutische Mass
nahmen seien jetzt nicht indiziert
(Urk.
8/117/13)
Im
D._
-Gutachten wurde somit der konkreten Situation der Beschwerdeführerin Rechnung getragen und
werden
korrekt die Therapiemöglichkeiten auf ihre Zumut
barkeit hin beurteilt.
Dass die Beschwerdeführerin ein
Kleinkind
zu ver
sorgen hat, ist in Bezug auf die Frage
der genügenden Therapie der depressiven Stö
rung nicht im Sinne einer theoretischen
Hypothesebeurteilung
vollständig aus
zuklammer
n.
Inwieweit die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall erwerbs
tätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre, ist andernorts zu
klären (vgl. auch E. 4.4 hernach).
4.3.5
Die Annahme von Dr.
F._
sodann, die Prog
nose wäre unter intensiver adäquater fachpsychiatrischer Therapie und unter einer Gewichtsminderung mittels Diät und Bewegungstherapie auf BMI 25 kg/m
2
gut, da es sich um ein therapierbares Leiden, nämlich eine reaktive depressive Episode, und nicht um eine schwere
chronifizierte
Störung handle (
Urk.
8/145/6), hält nach dem Ge
sagten nicht Stand, zumal die depressive Symptomatik bereits seit 2009 ausge
wiesen ist (Urk. 8/14). Insbesondere vermag dies die Notwendigkeit einer neuen Be
gutach
tung nicht zu begründen. Eine konsequente Depressionstherapie
(vgl. U
rteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 08.10.2015 E. 4.4
;
BGE 140 V 193 E. 3.3
)
wurde nach hinreichend b
egründeter Einschätzung von Dr.
G._
soweit zumutbar durchgeführt. Die Gewichtzunahme um 10-15 Kilo
gramm erfolgte im Übrigen gerade auch unter den Antidepressiva (Urk. 8/117/10) und die Adipositas wurde von den
D._
-Gutachtern ohnehin als Diagnose ohne Ein
fluss auf die Arbeits
fähigkeit beurteilt.
4.3.6
Des Weiteren
geben auch die Behauptungen von Dr.
F._
, es lägen IV-fremde Faktoren, namentlich finanzielle Probleme vor, welche im
Krank
heits
geschehen
eine hauptsächliche Rolle einnehmen würden, und das Leiden sei klar reaktiv entstanden (Urk. 8/145/6), keinen Anlass für eine neue psychia
t
rische Begutachtung. Dass hauptsächlich finanzielle Probleme die psychischen Leiden verursacht hätten und massgeblich aufrechterhalten würden, ist nicht aktenkundig und eine reine Mutmassung von Dr.
F._
. Zudem ist r
echt
sprechungsgemäss f
ür
die Anspruchserheblich
keit eines Gesundheitsschadens nicht bedeutsam, ob soziale Um
stände bei
seiner Entstehung
eine
massgebende
Rolle spielten, wenn
- wie hier -
ein verselbstän
digter Gesundheitsschaden, namentlich eine v
on depres
siven Ver
stimmungszu
ständen klar unterscheidbare
an
dauernde De
pres
sion im fachmedi
zinischen Sinne gegeben ist (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bun
des
ge
richts 9C_776/2010 vom 20. De
zember 2011 E. 2.3.3 und 8C_830/2013 vom 29. April 2014 E. 5.
2.2).
4.3.7
Zur
Feststellung
von Seiten
der Beschwerdegegnerin
schliesslich
, die Geburt des Kindes
(respektive dessen Betreuung, Urk. 8/145/6)
sei als IV-fremder Faktor in Bezug auf die medizinische Arbeitsfähigkeit grund
sätzlich nicht relevant (Urk. 8/145/7), ist festzuhalten, dass die
D._
-Gutachter die attestierte Arbeits
unfähigkeit allein mit den krankheitsbedingten Beein
träch
tigungen begründeten (Urk. 8/117/21-22). Die Bemerkung im Gutachten, dass die Be
schwerde
führerin
Unterstützung bei den Alltagsaktivitäten und der Betreuung des acht Monate alten Kindes benötige (Urk. 8/117/210), schildert das Ausmass der
krankheits
be
dingten
Beeinträchtigung und bedeute nicht etwa, dass die Arbeits
fähigkeit auf
grund des Versorgungsaufwandes für das Kind als zusätz
lich eingeschränkt beurteilt worden wäre. Im Übrigen bestanden die psy
chischen Beschwerden bereits vor der Schwangerschaft und Geburt des Kindes. Auch diesbezüglich gilt zu beachten, dass die
Invalidenversicherung eine finale Ver
sicherung ist, das
heisst
, es wird nicht nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens ge
fragt, welcher die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der Gesund
heitszustand ist folglich immer
gesamtheitlich
zu betrachten. Selbst eine Er
werbs
unfähigkeit, deren psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine sozio
kulturelle Über
forderung verursacht worden ist, fällt in den Gel
tungs
bereich der Invaliden
ver
sicherung, vorausgesetzt es handelt sich - wie hier - um ein verselbst
stän
digtes psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit dem Hinweis auf das Vorhandensein sozio
kul
tureller oder psycho
sozialer Belastungsfaktoren verneint werden (BGE 136 V 279 E. 3.2.1, 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_830/2013 vom 29. April 2014 E. 5.2.3).
4.3.8
In Bezug auf die Diagnose einer PTBS
(ICD-10 F43.1)
trifft
es zwar zu, dass
Dr.
G._
im
D._
-Teilgutachten unter dem Titel
‚
Psychiatrischer Befund
‘ den Verdacht auf erhebliche Flashbacks festhielt (Urk. 8/117/12)
, wie Dr.
F._
rügte (
Urk.
8/145/4).
Aus der psychiatrischen Beurteilung des
D._
-
Teil
gut
achten
geht indes hervor, dass die depressive Symptomatik im Vor
dergrund steh
e
und
durch die Kriterien einer PTBS nach jahre
langer
Miss
hand
lungs
situa
tion
(durch den damaligen Ehemann
körperlicher und psychis
ch
er Natur ein
schliesslich sexueller Gewalt)
lediglich modifiziert werde (Urk. 8/117/13).
Dies ist daher kein Grund für die Einholung eines neuen Gutachtens
, wobei nicht unberücksichtigt bleiben darf, dass ein
e
zusätzliche Be
gutachtung
, insbe
sondere bei
Traumaopfern
, eine erhebliche Belastung und
Retraumatisierung
für den Betreffenden bedeuten kann
. Eine ausführliche
re
respektive präzisere Be
grün
dung der Diagnose wäre in erster Linie mit den
D._
-Gutachtern
zu klären
.
Auch die vom Rechtsdienst erhobene Rüge, es sei die Tatsache einer kurzen Be
kannt
schaft mit daraus erfolgter Schwangerschaft im Hinblick auf die Aus
wirkungen der traumatischen Erfahrungen im Gutachten nicht diskutiert wor
den (
Urk.
8/145/7), gibt daher nicht Anlass zu einer neuen Be
gutachtung.
Soweit die diesbezüglichen Ausführungen von Dr.
F._
und des
Rechts
dienst
s
zudem so zu verstehen sind, dass sie die Richtigkeit
der
Angaben der Be
schwerdeführerin gegenüber den Gutachtern zu den Misshandlungen wäh
rend der Ehe
bezweifeln
, wäre eine erneute psychiatrische Begutachtung jeden
falls nicht das geeignete Mittel, um dem Untersuchungsgrundsatz genüge zu tun
und
den Sachverhalt hinlänglich abzuklären
.
Zur Abklärung dieser Frage
wären der
Beizug
zeitechter Dokumente, etwa allfälliger Eheschutz- und/oder der
Schei
dungs
akten
,
sowie ein
es
Bericht
s
de
s behandelnden Psychiaters med.
pract
.
B._
und der psychiatrischen Spitex
gegebenenfalls aufschlussreicher.
Diese wären sodann den
D._
-Gutachtern zur ergänzenden Stellungnahme vor
zulegen.
4.3.
9
Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Beanstandung des Rechtsdienstes,
die Beur
teilung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
sei im Verlauf nicht über
zeugend, da gemäss dem Austrittbericht der
Z._
(vom 3. Februar 2012, Urk.
8/75)
ein teilremittierter Zustandsbild festgestellt worden sei
(Urk.
8/145/7)
und die Beschwerdeführerin ihren Gesundheitszustand als seither unverändert bezeichnet habe
.
Klarheit über die Zeit
ab Dezember 2011
wäre
nicht
von einer erneuten psychiatrischen Begutachtung
,
sondern vielmehr vo
n einem Bericht von med.
pract
.
B._
und ab zirka Ende 2013 allenfalls von der psychia
trischen Spitex zu erwarten.
Diese wären sodann den
D._
-Gutach
tern zur ergänzenden Stellungnahme vor
zulegen.
Von
der Beschwerdegegnerin unterlassene Abklärungen, wie hier insbesondere das Einholen eines
B
erichts von med.
pract
.
B._
,
dessen Fehlen
im Übrigen
schon im Urteil vom 25. Juni 2013
festgestellt worden war (Urk. 8/91/11),
dür
fen
jedenfalls
nicht dazu führen, dass sich
eine
versicherte Person wieder
holte
n
Begutachtungen unterziehen
muss
.
4.4
4.4.1
Ein
Grund für eine erneute Begutachtung stellt sodann
auch nicht der
vom Rechtsdienst gerügte (
Urk.
8/145/7)
Umstand dar, dass die
D._
-Gutachter zur gemischten Methode, mithin zur Qualifikation
der Beschwerde
führerin
als im Aufgabenbereich
oder/und im Erwerbsbereich
Tätige
Stellung
nahmen (Urk.
8/117/22).
Die Frage der Qualifikation als im Aufgabenbereich oder/und im Erwerbsbereich Tätige ist hier nicht zu klären. Festzuhalten ist diesbezüglich allein, dass nach allfälliger Einholung einer Haushaltsabklärung eine Stellungnahme dazu aus fachärztlicher, psychiatrischer Sicht
erfolgen kann
, sofern die Stellungnahme der
D._
-Gutachter hierzu als nicht genügend erachtet wird. Denn p
raxisgemäss bedarf es des
Beizuges
eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haus
haltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei unglaubwürdigen Angaben der ver
si
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlich
en Befunden stehen (AHI 2001 S.
161 E
.
3c). Weil der Abklärungsbericht im Haushalt vorwiegend auf die Behinderung infolge körperlicher Gebrechen
ausgerichtet ist, bedarf es einer
(fach-)
ärztlichen Überprüfung allenfalls dann, wenn psychische Leiden mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (
Urteil des Bundesgerichts
I
685/02 vom 28.
Februar 2003 E. 3.2
mit Hinweisen).
Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
Das
D._
-Gutachten vom 2.
September 2014
(Urk. 8/117)
wird damit jedenfalls nicht in Frage gestellt.
4.4.2
Die E
inschät
zung der
D._
-Gutachter,
es bestehe auch im Haushalt aufgrund des psychischen Leidens zurzeit e
ine
höhergradige
Einschränkung (Urk. 8/145/22), ist
e
ntgegen
dem Argument
des Rechtsdienstes
(
Urk.
8/145/7) nicht deshalb zu bezweifeln, weil die Beschwerdeführerin
mit der Versorgung
ihres Kindes
zurecht
komme. Wie dem
D._
-Gutachten zu entnehmen ist, kann die Be
schwer
deführerin zwar die unmittelbare Pflege selbst aus
führen, dies jedoch nur unter erheblichen Schuldgefühlen, da sie selbst emotional blockiert sei (Urk. 8/117/10)
,
und
überdies
nur im Rahmen eines
strengen
Be
treuungssettings
mit
Mütter
beratung
,
Kinder
krippe
und zweimal wöchent
licher psychiatrischer Spitex
.
Von einer eigen
ständigen Betreuung des Kindes im eigentlichen Sinne kann nicht die Rede sein.
Die Beschwerdeführerin erklärte gegenüber der psy
chiatrischen
D._
-Gutachterin zudem, dass sie in vielem mit dem Haushalt nicht weiterkomme (Urk. 8/117/12).
5.
5.1
Auch im Übrigen erfüllt das
D._
-Gutachten vom 2. September 2014
alle recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche
Ent
scheidungs
grundlagen
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Eine weitere
, insbesondere
psychiatrische Begutachtung ist nicht ange
zeigt.
N
ach dem Gesagten ist festzustellen, dass die
in den
Stellung
n
ahme
n
von Dr.
F._
vom
25. September 2014 und des Rechtsdienstes vom 25. März 2015 genannten Gründe, welche sie
für die Notwendigkeit einer weiteren
psy
chia
trischen Abklärung anführ
t
en
,
nicht
plau
sibel erscheinen.
Eine weitere Begutachtung würde
in der Tat
der unzulässigen Einholung einer Zweitmeinung entsprechen.
Allfällige bestehende Unklarheiten, so bezüglich der retrospektiven Einschätzung der Arbeits
fähigkeit und der Diagnose einer PTBS (vgl. E. 4.3.8-9 hiervor), sind mit den
D._
-Gutachtern nach vorgängiger sachdienlicher Ab
klä
rung zu klären. Dasselbe gilt für allfällige Unklarheiten nach einer
Haus
haltsab
klärung
.
5.2
Schliesslich
ist auch im Hinblick auf die neue Rechtsprechung des Bundes
ge
richts zur anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatische Leiden
nach BGE 141 V 281
keine weitere Begutachtung angezeigt. Denn zum einen verlieren danach gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert, sofern eine schlüssige Be
urteilung der massgeblichen Indikatoren möglich ist, wobei auch eine punk
tu
elle Ergänzung
genügen kann (BGE 141 V 281 E. 8). Zum anderen ist diese Rechtsprechung nur anwendbar, wenn
in psychiatrischer Hinsicht
aus
schliess
lich
von einer Schmerzstörung im Sinn
e
eines "unklaren
Be
schwerde
bildes
" auszugehen ist
, bei dem
die depressive Episode ledig
lich als Be
gleit
erscheinung der Schmerzfehlentwicklung
und nicht als
selb
ständiges, davon losgelöstes Lei
den
anzusehen ist (Urteile des Bundes
gerichts
9C_173/2015 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.2
und
9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015
E. 4.2
).
Hier kam
die
D._
-Gutachterin Dr.
G._
zum Schluss, dass
sich die diag
nostizierte
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) voll
ständig in die Diagnose der Depression und der PTBS einordne (Urk. 8/117/13).
Die depressive Störung der Beschwerdeführerin ist daher nicht lediglich als Begleiterscheinung der Schmerzfehlentwicklung, sondern als
selb
ständiges, davon losgelöstes Lei
den
anzusehen.
Die Rechtsprechung nach
BGE 141 V 281
ist folglich nicht anwendbar.
6
.
6.1
In Bezug auf den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, umgehend die anstehenden Entscheide zu fällen
(Urk. 1 S. 2)
, ist
das Folgende in Erwägung zu ziehen.
Jede Person hat in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen An
spruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert ange
m
essener Frist (
Art.
29 Abs. 1 der Bundesverfassung, BV
). Diese Be
stimmung verankert den Grundsatz des Beschleunigungsgebots und verbietet die unge
rechtfertigte
Verzögerung
eines Entscheids. Unerheblich ist, auf welche Gründe - ob auf ein Fehlverhalten der Behörden oder auf andere Umstände - die Rechtszögerung zurückzuführen ist; entscheidend ist ausschliesslich, dass die Behörde nicht handelt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2013 vom 1
0.
Juli 2013 E. 2.1 mit Hinweisen
).
Das ATSG und das IVG enthalten keine Frist, innert welcher die In
validen
versi
cherung ihre Verfügung erlassen muss. In einem solchen Fall liegt eine
Rechts
verzögerung
und damit eine Verletzung von
Art.
29 Abs. 1 BV vor, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungsbehörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen der Frist fasst, welche nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen er
scheint. Eine
Rechtsverzögerung
ist gegeben, wenn die Umstände, welche zur unangemessenen Verlängerung des Verfahrens führen, objektiv nicht
gerecht
fertigt
sind. Ob sich die gegebene Verfahrensdauer mit dem Anspruch auf
Rechtsschutz
innert angemessener Frist verträgt, ist am konkreten Einzelfall zu prüfen. Massgeblich sind namentlich Umfang und Schwierigkeit des Falles, die Schwere der Betroffenheit des Einzelnen, aber auch das Verhalten der Betei
lig
ten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2013
vom 10.
Juli 2013
E. 2.2
mit Hin
weisen
).
Im sozialversicherungsrechtlichen Abklärungsverfahren steht die
Unter
suchungs
pflicht
der Verwaltung (
Art.
43 ATSG) in einem gewissen Spannungs
verhältnis zum Anspruch auf ein zügiges Vorantreiben des Verfahrens. Das Gebot des raschen Verfahrens hat dabei grundsätzlich keinen Vorrang vor dem Untersuchungsgrundsatz. Dieses darf insbesondere nicht zur Folge haben, dass deswegen der medizinische Sachverhalt nicht mit der erforderlichen Sorgfalt untersucht und beurteilt wird. Wenn die IV-Stelle Zweifel an der Schlüssigkeit der vorliegenden medizinischen Unterlagen hat, ist sie gehalten, eine fach
ärztli
che Beurteilung der offenen Fragen anzuordnen. Die durch die Einho
lung eines medizinischen Gutachtens verursachte Verzögerung des
Abklärungs
verfahrens
stellt grundsätzlich keine unzulässige
Rechtsver
zögerung
dar (
Urteil des Bun
desgerichts 8C_210/2013 vom 1
0.
Juli 2013 E.
3.2.1
mit Hinweisen
).
D
ie Einholung eines entbehrlichen Zweitgutachtens
kann indessen
eine unzu
lässige Verfahrensverzögerung darstellen (
BGE 136 V 156 E. 3.3
mit Hinweis auf die
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_622/2009 vom
3.
Dezember 2009 und
I
671/00 vom 2
1.
August 2001 E. 5a)
.
6.2
Aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die vorliegende
Ver
-
fahrens
verlängerung
auf der Anordnung eines entbehrlichen
Zweitgutach
tens
beruht. Die zur Verfahrensverzögerung führende
Be
weisanordnung
erweist sich als nicht angemessen. Mit der Aufhebung der ent
sprechenden Verfügung erübrigt sich die Problematik. Von einer Ver
pflich
tung
der Beschwerdegegnerin
zur umgehen
den Entscheidung über die
in
va
lidenversicherungsrechtlichen
Ansprüche
ist indes abzusehen, muss es doch der Beschwerdegegnerin
wie hier
vor darlegt
frei stehen,
weitere Abklärungen und
allfällige Rückfragen
an die
D._
-Gutachter
zu stellen.
Es ist indes bereits an dieser Stelle darauf hinzuwei
sen, dass solche weitere Verfahrensschritte um
gehend
nach Rechtskraft dieses Entscheides
an die Hand zu nehmen und zügig voranzutreiben sind.
7.
Im
Ergebnis
ist somit
festzuhalten, dass
k
eine ergänzende psychiatrische
Abklä
rung bei med.
pract
.
E._
respektive keine weitere Begutachtung
durch
zu
füh
ren ist
;
andere Abklärungen im Sinne der Erwägungen
können
indes nach dem Er
messen der Beschwerdegegnerin vor einem Entscheid über die
invaliden
ver
si
che
rungsrechtlichen
Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin
(
beförder
lich
)
durchge
führt werden. Die
angefochtene Verfügung
vom 2. Juli 2015
(Urk. 2) ist
folglich
in teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde
aufzuheben.
Im Übrigen ist die Be
schwerde abzu
weisen.
8.
8.1
Das Verfahren ist kostenlos.
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
(Art. 61
lit
. g ATSG). Die Entschädigung
ist
unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34
GSVGer
)
auf
Fr.
2‘400
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer)
festzusetzen
.
8.2
8.2.1
Zu beurteilen ist abschliessend der Prozessantrag der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegnerin sei eine Gerichtskostenpauschale wegen mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung gestützt auf
Art.
61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verb
indung mit §
33 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
gericht
lich
anzudrohen (
Urk.
1 S. 2).
Sie begründet ihren Antrag damit, dass sich die Beschwerdegegnerin völlig unbe
lehrbar gezeigt habe, nachdem bereits mit Urteil
IV.2012.00529
vom
25. Juni 2013 habe gerügt werden müssen, dass die RAD-Ärztin Dr.
F._
als Fachärztin der Arbeits- und Allgemeinmedizin nicht über die notwendige Fachkompetenz zur Beurteilung der psychiatrischen Beschwerdebilder verfüge. Was sie nunmehr gegen das psychiatrische
D._
-Teilgutachten vorbringe, ver
möge dieses denn auch offenkundig nicht zu entkräften. Es sei nicht sach
ge
recht und stelle eine klare Rechtsverweigerung dar, wenn das Gericht ein unab
hängiges Gutachten anordne und danach dieselbe versicherungsinterne Nicht-Psychiaterin das psychiatrische Teilgutachten beurteile, obwohl das psy
chia
tri
sche Gutachten ja gerade wegen ihrer mangelnden Fachkompetenz habe ein
ge
holt werden müssen. Die Beschwerdegegnerin beziehungsweise deren
Rechts
dienst
habe sodann das
D._
-Gutachten nicht auf seine beweismässige Verwert
barkeit hin geprüft, sondern stattdessen die unqualifizierten Kritikpunkte der RAD-Ärztin als plausibel und berechtigt eingestuft
(Urk. 1 S. 3 f.)
.
Die Beschwerdegegnerin
liess
sich
hierzu nicht
vernehmen
(Urk. 7).
8.2.2
Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist grundsätzlich kosten
los. Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 61
lit
. a ATSG, § 33 Abs. 2
GSVGer
). Die vor dem Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 ergangene Rechtsprechung zu den bundesrechtlichen Begriffen der Mutwilligkeit und des Leichtsinns bleibt auch nach diesem Datum weiterhin massgebend. Mutwillige oder leichtsinnige Prozessführung ist demnach gege
ben, wenn eine Partei Tatsachen wider besseres Wissen als wahr behauptet oder ihre Stellungnahme auf einen Sachverhalt abstützt, von dem sie bei Beachtung der ihr zumutbaren Sorgfalt wissen müsste, dass er unrichtig ist. Mutwillig ist ferner das Festhalten an einer offensichtlich gesetzeswidrigen Auffassung. Leicht
sinnige oder mutwillige Prozessführung liegt aber so lange nicht vor, als es der Partei darum geht, einen bestimmten, nicht als willkürlich erscheinenden Standpunkt durch das Gericht beurteilen zu lassen. Die Erhebung einer aus
sichts
losen Beschwerde darf sodann einer leichtsinnigen oder mutwilligen
Beschwerde
führung
nicht gleichgestellt werden. Das Merkmal der Aussichts
lo
sigkeit für sich allein lässt einen Prozess noch nicht als leichtsinnig oder mut
willig erscheinen. Vielmehr bedarf es zusätzlich des subjektiven - tadelns
werten - Elements, dass die Partei die Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren ver
nunftgemässen Überlegung ohne Weiteres erkennen konnte, den Prozess aber trotzdem führt. Mutwillige Prozessführung kann ferner darin begründet liegen, dass eine Partei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende Pflicht (
Mit
wirkungs
-
oder Unterlassungspflicht) verletzt (
BGE 124 V 285 E. 3b,
128 V 324 E. 1b mit Hin
weisen; zum Ganzen: Urteil des
Bundesgerichts I 42/06 vom 26.
Juni 2007 E. 6.1-2 mit Hinweisen
). Auch das vorprozessuale Verhalten kann
miteinbezo
gen
werden (BGE 124 V 285 E. 4b; zum Ganzen
vgl. auch
Wilhelm
, in: Gesetz über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
des Kantons Zürich, 2. Aufl. 2009, § 33
Rz
5
ff
.
)
.
Wird die
anspruchstellende
Person durch den Versicherungsträger zur leicht
sinnigen oder mutwilligen Prozessführung veranlass
t
oder handelt dieser ent
sprechend im Prozess, so können auch dem Versicherungsträger Kosten auf
er
legt werden (Wilhelm, a.a.O.,
§
33
Rz
7).
8.2.3
Zwar trifft es zu, dass im Urteil IV.2012.00529 vom 25. Juni 2013
(E. 4.2.2) festge
halten wurde, dass die Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 28. Dezember 2011, welche keine Fachärztin der Psychiatrie sei und lediglich aufgrund der Akten eine Einschätzung vorgenommen habe, zur Beurteilung der psychischen Be
schwerden und der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
nicht genüge (Urk. 8/91/12). Damit wurde jedoch lediglich festgehalten, dass
bei der damaligen Aktenlage
trotz der ärztlichen Stellung
nahme von
Dr.
F._
keine
beweisrechtlich genügende Entscheidungsgrundlage vorliege. Die Stellungnahme von Dr.
F._
respek
tive ihre Fachkompetenz war jedoch entgegen der Darstellung der Beschwerde
führerin nicht selbst der Grund dafür, dass ein psychiatrisches Gutachten einge
holt werden musste
, sondern die Aktenlage
.
Es ist denn auch nicht so, dass eine Stellungnahme durch einen RAD-Arzt
stets als abschliessende Grundlage gelten und alle
n
rechtsprechungsgemäss
beweis
rechtlic
hen
Anforderungen ge
nügen muss, namentlich dann, wenn es sich - wie hier - nicht um einen Untersuchungs
bericht
im Sinne von Art. 49
Abs.
2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), sondern um einen Bericht gemäss
Art.
49
Abs.
3 IVV handelt. Solche Berichte basieren nicht auf eigenen Untersuchungen, sondern fassen die Ergebnisse
der medizinischen
Untersuchun
gen zusammen und enthalten eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht. Sie haben damit eine andere Funk
tion als die medizinischen Gutachten (
Art.
44 ATSG) oder die Unter
suchungs
berichte des RAD im Sinne von
Art.
49
Abs.
2 IVV: Sie erheben nicht selber medizinische Befunde, sondern würdigen die vorhandenen Befunde aus medizi
nischer Sicht. Aufgrund dieser unterschiedlichen Funktion können und müssen sie nicht die an ein medizinisches Gutachten gestellten inhaltlichen An
forde
rungen erfüllen.
Ihre Funktion besteht darin, aus medizinischer Sicht -
gewis
sermassen
als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden
haben - den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei
(Urteil des Bundesgerichts I
143/07 vom 14. September 2007 E. 3.3;
zu den Aufgaben
des RAD vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2014
vom 3.
September 2015 E. 3).
Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn ein RAD-Arzt mit dem Facharzttitel der Arbeits- und der Allgemeinmedizin
wie Dr.
F._
zu einem inter
diszip
linären Gutachten Stellung nimmt und dieses würdigt
sowie eine Em
pfehlung abgibt
.
Auch wenn bereits im vorausgehenden Gerichtsverfahren auf die Stel
lungnahme von
Dr.
F._
vom 28. Dezember 2011 (
Urk.
8/66/7-8) nicht abgestellt werden konnte und der Ansicht von
Dr.
F._
gemäss
ihrer neuen Stellungnahme
zum
D._
-Gutachten
vom 25. September 2014 (Urk. 8/145/4-6), wie hiervor dargelegt, nicht gefolgt werden kann,
stellt es jedenfalls kein mutwilliges oder leichtsinniges
(vor-)
prozessuales Verhalten der Beschwerdegegnerin dar, welche die Auferlegung einer Gerichtskosten
pauschale rechtfertigen würde,
wenn
diese
nach Überprüfung und Begründung des
Rechts
dienstes
erneut der Empfehlung von Dr.
F._
folgte
.
8.2.4
Der Antrag auf
Androhung
einer Gerichtskostenpauschale an die
Beschwerde
gegnerin
ist
somit
abzuweisen.