# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f2dedfee-c4d6-5729-9f04-9f637d4157f1
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2005 eröffnete die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) gegen die A._ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) ein Nachsteuer- und Steuerhinterziehungsverfahren im Sinne von Art. 151, 175 und 183 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) sowie Art. 192, 220 und 228 des Gesetzes vom 6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1). Sie verwies auf den dem Schreiben beigelegten, am 12. Dezember 2005 erstellten „Bericht über versuchte und/oder vollendete Steuerhinterziehung oder Nachsteuer“ betreffend die Steuerpflichtigen A._ AG, B._ SA, C._ AG, D._ AG, E._ AG und F._ AG (vormals: G._ AG) und die Steuerperioden 1995 bis 2005.
Nach Abschluss der Untersuchungen eröffnete die Steuerverwaltung der Steuerpflichtigen mit Datum vom 17. Dezember 2009 für die Steuerperioden 1995 bis 2002 zwei Entscheide in Sachen Nachsteuer sowie zwei Entscheide in Sachen vollzogener Steuerhinterziehung. Die gegen diese Entscheide erhobenen Einsprachen wurden von der Steuerverwaltung mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 abgewiesen.
Am 19. Januar 2011 erhob die Steuerpflichtige Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg, welches die Beschwerde mit Urteil 604 2011 8/9 vom 28. September 2012 insofern teilweise guthiess, als es feststellte, dass das Recht zur Festsetzung der Nachsteuern für die Steuerperioden 1995 bis 1997 verjährt ist, und das Steuerhinterziehungsverfahren bezüglich dieser Perioden einstellte. Für die Steuerperioden 1998 bis 2002 setzte das Kantonsgericht gewisse Aufrechnungen geldwerter Leistungen herab, passte die entsprechenden Bussen den neu berechneten Nachsteuern an und reduzierte diese bei der Kantonssteuer von 150 auf 100 Prozent. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.
Mit Urteil 2C_1107 und 1108/2012 vom 17. Juni 2013 wies das Bundesgericht eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
B. Am 25. Januar 2010 wurde die Steuerpflichtige für die Steuerperioden 2003 bis 2005 definitiv veranlagt, wobei die Steuerverwaltung verschiedene geldwerte Leistungen aufrechnete. Die gegen diese Veranlagungen erhobene Einsprache wurde von der Steuerverwaltung mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2011 abgewiesen.
Mit Eingabe vom 24. Februar 2011 reichte die Steuerpflichtige erneut Beschwerde beim Kantonsgericht ein, welche mit Urteil 604 2011 23/24 vom 6. November 2013 insofern teilweise gutgeheissen wurde, als gewisse Aufrechnungen geldwerter Leistungen aufgehoben bzw. herabgesetzt wurden. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Dieses Urteil wurde nicht angefochten und ist rechtskräftig.
Die im Sinne des kantonsgerichtlichen Urteils angepassten und mittlerweile ebenfalls rechtskräftigen Veranlagungsanzeigen der Steuerjahre 2003 bis 2005 datieren vom 17. Januar 2014.
C. Mit Schreiben vom 29. September 2016 informierte die Steuerverwaltung die Steuerpflichtige über die Eröffnung eines Verfahrens wegen versuchter Steuerhinterziehung auf Kantons- sowie Bundesebene wegen verdeckter Gewinnausschüttung in den Steuerperioden 2003 bis 2005. Die
Kantonsgericht KG Seite 3 von 11
Steuerpflichtige wurde aufgefordert, zur Eröffnung des Verfahrens schriftlich und begründet Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung kam die Steuerpflichtige am 18. November 2016 nach.
Mit separaten Entscheiden vom 16. Dezember 2016 setzte die Steuerverwaltung die Steuerbussen auf CHF 5‘900.- (Bund) resp. CHF 6‘900.- (Kanton) fest. Begründet wurden diese Entscheide damit, dass verschiedene und über mehrere Jahre verteilte Privataufwendungen von Aktionären oder Nahestehenden der Gesellschaft im Aufwand belastet worden seien. Die Kumulation unterschiedlicher Leistungen über mehrere Jahre verdeutliche, dass hier vorsätzlich oder zumindest eventualvorsätzlich gehandelt worden sei. Durch die Reduktion der Busse auf 50 Prozent werde der langen Verfahrensdauer genügend Rechnung getragen.
Gegen diese Entscheide erhob die Steuerpflichtige am 12. Januar 2017 Einsprache, welche mit Einspracheentscheid vom 15. März 2017 vollumfänglich abgewiesen wurde.
D. Am 10. April 2017 erhob die Steuerpflichtige, vertreten durch Dr. Daniel Lehmann und Corinna Seiler, Bär & Karrer Rechtsanwälte, Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 15. März 2017. Sie stellt den Antrag, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und das Verfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung einzustellen; eventualiter sei auf die Auferlegung einer Busse zu verzichten. Die Beschwerdeführerin begründet ihre Anträge im Wesentlichen damit, dass das Beschleunigungsgebot in krasser Weise verletzt worden und die Tatbestandsvoraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt seien. Zudem sei ihr rechtliches Gehör verletzt worden.
Der mit Verfügung vom 12. April 2017 auf CHF 800.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 9. Mai 2017 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 9. Juni 2017 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung, die Beschwerdeführerin auf eine mündliche Anhörung.

## Considerations

Erwägungen
1. Prozessuales