# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6b5b796e-1773-4f2a-bbb5-c289ef1a66e9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, war seit dem
1.
Dezember 2002 als Land
schafts
architektin bei
Y._
tätig und
dadurch
bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen
die Folgen von Unfäll
en versichert. Mit Unfallmeldung UVG vom
6.
Juli 2005 teilte die Versicherte der AXA mit, dass sie am 2
9.
Januar 2005
auf dem Bauch liegend einen Schlitten über eine Bodenwelle
g
esteuert
und s
ich ihre (rechte)
Schulter aus
- und wieder eingehängt
habe
(
Urk.
7/A1)
.
Die AXA versuchte in der Folge mehrfach vergeblich,
von der Versicherten weitere
Angaben und
vom in der Unfallmeldung UVG
aufgeführten
Dr.
med. Z._
, FMH Chirurgie, ein Arztzeugni
s erhältlich zu machen (
Urk.
7/A16
und
Urk.
7/
A
29
).
Nachdem
die Versicherte
respektive
Dr.
Z._
keine Forderung
geltend
gemacht hatte
, schloss die AXA den Fall ab
(vgl.
Urk.
7/A11
und
Urk.
2 S. 4
).
1.2
Am 1
6.
Juni 2014 renkte sich die Versicherte, die in diesem Zeitpunkt nunmehr bei der Solida Versicherungen AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert war, bei einem Smash-Schlag im Rahmen eines Ballspiels mit Kind
ern die rechte Schulter aus. Der erstbehan
delnde Arzt des Spitals A._
stellte
im Arztzeugnis UVG vom 2
9.
Juli 2014 eine antero-caudale Luxation des Humerus
kopfes rechts fest. Vom 1
6.
bis zum 2
5.
Juni 2014 war die Versicherte arbeits
unfähig. Am
3.
November 2014 wurde sie in der
B._ Klinik
an der rechten Schulter operiert (arthroskopische Stabilisierung einer posttraumatischen ventro-kaudalen Instabilität). Vom
4.
November bis zum 14.
Dezember 2014 war sie
zu 100
%
und vom 1
5.
Dezember 2014 bis zum 26. Januar 2015 zu 50
%
ar
beits
unfähig. Mit Verfügung vom
1.
Juli 2015 verneinte die Solida Versiche
rungen AG eine Leistungspflicht für die Folgen des Ereignisses vom 1
6.
Juni 2014
, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegen wür
den
(
Urk.
7/A
2)
. Die dagegen von der Versicherten am 31. August 2015 erho
bene Einsprache hiess die Solida Versicherungen AG mit Entscheid vom 1
6.
März 2017 in dem Sinne teilweise gut, dass sie die angefochtene Verfügung aufhob und eine Leistungspflicht für Schäden im Zusammenhang mit dem Ereigni
s vom 1
6.
Juni 2014 bis zum 25.
Juni 2014 bejahte. Eine weitergehende Leistungspflicht ver
neinte sie mit der Begründung, dass spätestens am 2
5.
Juni 2014 der Status quo sine eingetreten sei
(
Urk.
7/A4)
. Dagegen erhob die Versicherte am
4.
Mai
2017 beim Sozialversicherungsgericht Beschwerde (Verfahren Nr. UV.2017
.00106).
1.3
Am 2
7.
März 2017 meldete die Versicherte bei der HDI Global SE, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz (nachfolgend: HDI)
einen Rückfall
betreffend ein
Ereignis vom 1
4.
Oktober 200
1.
Mit Verfügung vom 2
7.
April 2017 verneinte die HDI e
inen Leistungsanspruch (
Urk.
7/A9/1
). Die dagegen von der Versicherten am 2
9.
Mai 2017 erhobene Einsprache wies die HDI mit Entscheid vom
7.
August 2017 ab (
Urk.
7/A30
). Dagegen erhob die Versicherte
am 1
4.
September 2017
beim Sozialversicherungsgericht
Besc
hwerde (Verfahren Nr. UV.2017.
00209
).
1.4
Mit Schreiben vom
2
7.
März und
1
1.
April 2017
meldete die Versicherte bei der AXA
einen Rückfall
betreffend das Ereignis vom
2
9.
Januar 2005
(
Urk.
7/A5 und
Urk.
7/A8
).
Die
AXA
holte
das Befragungsprotokoll
der Swica Versicherungen AG
vom
4.
Februar 2009
ein (
Urk.
7/A33).
Mit Verfügung
vom
5.
Juli 2017 ver
neinte sie
eine Leistungspflicht
, da
am
29. Januar 2005
weder ein Unfallereignis noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorgelegen habe
(
Urk.
7/A26).
Dage
gen erhob die Versicherte
am
7.
August 2017 Eins
prache (
Urk.
7/A31).
Daraufhin nahm die AXA
den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
6.
August 2017 zu den Akten
(Urk.
7/M1). Mi
t Entscheid
vom 1
2.
Dezember 2017
wies die AXA di
e Einsprache der Versicherten vom
7.
August 2017 ab (
Urk.
2)
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
9.
Januar 2018 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
In Aufhebung des Einsprache-Entscheides
der Beschwerdegegnerin vom
12.
Dezem
ber 2017 sowie der Verfügung vom
5.
Juli 2017 sei diese zu verpflichten,
der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei die
Beschwerdegegnerin insbesondere zu verpflichten, ihrer Leistungspflicht
gegenüber
der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
9.
Januar
2005 wie auch für die Zeit nach dem 2
5.
Juni 2014 nachzukommen.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7
%
MWSt.) zulasten der
Beschwerdegegnerin.
In prozessualer Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin folgenden Antrag (
Urk.
1 S. 2):
Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei mit den Verfahren UV.2017.00106
(Ver
fahren der Beschwerdeführerin gegen die Solida Versicherungen AG) sowie
UV.2017.00209 (Verfahren der Beschwerdeführerin gegen die HDI) zu vereinigen
und es sei die Solida Versicherungen AG zu verpflichten, ein Verfahren im Sinne
der Ad-Hoc-Empfehlung 3/89 betreffend die Leistungspflicht bei negativem
Kompe
tenzkonflikt durchzuführen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
März 2018 die Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
2.
März 2018 angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wir
klicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier z
u beurteilende Ereignis hat
am 2
9.
Januar 2005
stattgefunden
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt.
1.3
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.4
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhn
lich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhn
lichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.5
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100
E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176 f.)
bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Ver
änderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro
gramm
widrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Un
gewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2; RKUV 2004 Nr. U 523 S. 541 E. 3.2).
1.6
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gen
de Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.7
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass
gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin in der
Unfallmeldung UVG vom
6.
Juli 2005
davon auszugehen sei, dass
die
rechte Schulter
am 2
9.
Januar 2005
beim
Überfahren einer Bodenwelle mit dem Schlitten
subluxiert
und sich wieder selbständig reponiert habe. Aus dieser Hergangsschilderung lasse sich keine Programmwidrigkeit ableiten.
Beim Überfahren eine
r
Bodenwelle habe es sich
um einen
beim Schlitteln
üblichen Bewegungsab
lauf gehandelt
.
Da
kein ungewöhnlicher äusserer Faktor gegeben sei
, sei der Unfallbegriff nicht erfüllt.
Aufgrund des Fehlens
einer gesicherten Listenverletzung liege sodann auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor (
Urk.
2
S. 5
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
sie sich am 29.
Janu
ar 2005 beim Überfahren einer Bodenwelle mit dem Schlitten den
rech
ten Arm verwickelt und
eine Luxation der rechten Schulter
erlitten habe
. Das Vorliegen ei
ner Programmwidrigkeit sei
zu
bejahen. Beim Schlitteln handle es sich – wie etwa auch beim Skifahren – um eine Spor
tart, welcher
per se ein ge
wisses Gefährdungs
potential innewohne.
Die Beschwerdegegnerin sei für die Folgen des Unfall
ereignisses vom 2
9.
Januar 2005,
mithin auch in der Zeit nach dem 2
5.
Juni 2014
, demnach
leistungspflichtig
(
Urk.
1 S. 4 ff.
).
3.
3.1
Der Unfallmeldung UVG vom
6.
Juli 2005 ist zu entnehmen,
dass die Be
schwer
deführerin am 2
9.
Januar 2005 auf dem Bauch liegend einen Schlitten übe
r eine Bodenwelle gesteuert
und sich ihre (rechte) Schulter aus- und wieder eingehängt habe. Zuvor habe sich die Schulter schon bei anderen sportlichen Aktivitäten ausgehängt, erstmals beim Klettern vor ca. fünf Jahren (
Urk.
7/A1).
3.2
Aus dem von der Swica
Versicherungen AG
im Zusammenhang mit einem ge
meldeten
E
reignis vom 2
9.
November 2008 erstellten Befragungsprotokoll vom
4.
Februar 2009
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
am 2
9.
Januar 2005 auf dem Bauch liegend einen Hang hinuntergeschlittelt sei. Bei einer Bodenwelle habe es ihr den Arm irgendwie komisch verwickelt
,
und es h
abe einen leichten Zwack im rechten Schultergelenk
gegeben. Das Gelenk sei nicht ausgekugelt gewesen und habe sich von alleine wieder richtig positioniert. In der folgenden Woche sei sie trotzdem zu
Dr.
Z._
gegangen, der sie für ein MRI in der
C._
Klinik
a
ngemeldet habe. Als sie dort das nötige Risikoformular
habe unterzeichnen wollen, habe sie festgestellt, dass sie eine Schwangerschaft nicht habe ausschliessen können. Sie habe das MRI daher nicht machen können. Später habe sich herausgestellt, dass sie tat
sächlich schwanger gewesen sei
(
Urk.
7/A33).
3.3
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 2
6.
August 2017 aus, dass die papierene Krankengeschichte
der Beschwerdeführerin
über zehn Jahre nach der letzten Konsultation nicht mehr vorliege. Aus den elektronisch erfassten und gespei
cherten Dokumenten (Physiotherapieve
rordnungen, Röntgenanmeldungen und
Rechnungskopien) lasse sich rekonstruieren, dass am 1
5.
Dezember 2000 eine Kon
sultation
wegen
einer Schulterverletzung rechts nach einem am 11
.
Dezem
ber 20
00 erlittenen Unfall
stattgefunden habe. Am 1
6.
Oktober 2001 sei wegen ei
ner am 1
4.
Oktober 2001 erlittenen Schulterverletzung rechts
(plötzlicher Schmerz beim Klettern) eine Konsultation erfolgt. Der Unfall sei unter der Diagnose «Distorsion»
von der Unfallversicherung
übernommen worden. Am 2
6.
Novem
ber 2003 habe eine Konsultation wegen eines Schultertraumas links nach einem Sturz mit dem Bike am 2
3.
November 2
003 stattgefunden. Die
Kon
sultation vom
1.
Februar 2005
sei
wegen einer
instabile
n
rechte
n
Schulter mit diversen Subluxationsereignissen und Luxationen, die selbst reponiert worden seien
, erfolgt
.
Mit der Frage nach einer
Labrum-Läsion
oder einer Verletzung der Rotatorenmanschette
sei die Beschwerdeführerin für eine MRI-Untersuchung angemeldet worden. Wegen einer möglichen Schwangersc
haft sei diese Unter
suchung
nicht durchgeführt worden. Er habe die Beschwerdeführerin nur einmal gesehen und sei über das Sistieren der MR
I-Untersuchung nicht informiert worden. Danach sei der Kontakt
abgebrochen (
Urk.
7/M1).
4.
4.1
Gestützt auf
die
sogenannten Aussagen der ersten Stunde
der Beschwerde
füh
rerin
in der
Unfall
meldung
UVG
vom
6.
Juli 2005
kann als erstellt gelten, dass
sie
am 2
9.
Januar 2005 auf dem Bauch liegend einen Schlitten steuerte, über eine
Bodenwelle fuhr
und
ihre
rechte Schulter
dabei
aus- und sogleich wieder
einge
hängt wurde (
Urk.
7/A1 und E. 1.7
).
Vier Jahre
später
gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Swica
Versicherungen AG
an, dass es ihr beim Überfahren der Bodenwelle den Arm irgendwie k
omisch verwickelt habe (
Urk.
7/A33
). Aus dieser Ergänzung lässt sich indes nicht
auf einen
(wesentlich)
anderen
als den ur
sprüng
lich geschilderten
Geschehensablauf schliessen.
4.2
Das Unfallbegriffsmerkmal des ungewöhnlichen
äussere
n Faktors ist nur dann erfüllt
, wenn der äussere Faktor
- nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffenden Sports fällt (Urteile des Bundesgerichts 8C_186/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5 und 8C_189/2010 vom 9. Juli 2010 E. 5.1; BGE 130 V 117 E. 2.2).
4.3
Das Fahren über eine Bodenwelle fällt in die gewöhnliche
Bandbreite der Bewegungsmuster des Schlittelns
.
Der
normale Bewegungsablauf
wurde
vorlie
gend
nicht durch etwas Pro
grammwidriges wie
Ausgleiten, Stolpern, Abwehren eines Sturzes oder dergleichen unterbrochen bzw. gestört (SVR 1999 UV Nr. 9 S.
28 E. 3c aa; RKUV 2000 Nr.
U
368 S. 100
E.
2d; RK
UV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c
)
.
Demzufolge fehlt es an der Voraussetzung der Ungewö
hnlichkeit des äusseren Faktors.
Das Bundesgericht hat einen ungewöhnlichen äusseren Faktor in
ähnlich
ge
lagerten Fällen, etwa beim Skifahren auf einer buckligen Piste, ohne dass es zu
e
inem Ausgleiten oder Sturz kommt
(Suva-Jahresbericht 1991 Nr. 3 S. 5) oder bei einer brüsken Körperdrehung bei fixiertem Fuss beim Fussballspiel (Suva-Jahresbericht 1972 Nr. 3d S. 17)
denn auch
ebenfalls
verneint. Bei den von der Beschwerdeführerin angeführten
Entscheiden U 411/05 vom 1
1.
Mai 2007 und BGE 134 V 72
(
Urk.
1 S. 5
)
wurde der ungewöhnliche äussere Faktor
demgegen
über bejaht, da
es
sich
– anders als hier –
um ein ungewolltes Hineingleiten in den Snow-Tube
mit mehrfachem
Aufschlagen mit dem Steissbein auf der Skipiste und
um ein Anschlagen des Kopfes am Lenkrad
beim Auto-Scooter fahren
infolge eines Zusammenstosses
gehandelt hatte
.
In den von der Beschwerdeführerin erwähnten Bundesgerichtsentscheide
n
, in denen festgestellt wurde, dass das Ski
fahren ein Geschehen mit gesteigertem Gefähr
d
ungspotential darstelle (Urteile
8C_843/2015 vom 2
6.
Februar 2016, 8C_610/2015 vom 1
1.
Januar 2016 und
U
223/05 vom 2
7.
Oktober 2005
;
Urk.
1 S.
5
)
, ging es
jeweils
nicht um die Frage, ob ein Unfallereignis
gegeben war
, sondern darum, ob
die Voraussetzungen für
eine unfallähnliche Körperschädigung
erfüllt waren
(vgl. dazu
E. 5
nachfolgend).
Das Vorliegen eines Unfallereignisses ist so
mit zu verneinen.
5.
5.1
Was die anlässlich des Ereignisses vom 2
9.
Januar 2005
geltend gemachte
Ver
letzung anbelangt, ist d
er
Unfallmeldung UVG vom
6.
Juli 2005 zu entnehmen, dass
sich
die Beschwerdeführerin
damals
eine Überdehnung der Sehnen/Muskeln
zugezogen
habe
(
Urk.
7/A1)
. Aus
dem
Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
6.
August 2017
geht hervor
, dass
sie
ihn am
1.
Februar 2005
wegen einer instabilen
rechten
Schulter und diversen Subluxationsereignissen und Luxatio
nen aufgesucht habe (
Urk.
7/M1).
Das Ereignis vom 2
9.
Januar 20
0
5 erwähnte
Dr.
Z._
dabei
nicht.
Nachdem die
wegen eines Verdachts auf eine Labrum-Läsion oder eine Verletzung der Rotatorenmanschette an der rechten Schulter
geplante MRI-Unter
suchung
aufgrund
der (möglichen) Schwangerschaft der Beschwerde
füh
rerin
nicht durchgeführt worden war, erfolg
t
e keine weitergehende
Behandlung. Es
blieb bei der einmaligen
ärztlichen
Konsultation vom
1.
Februar 200
5.
Die Beschwerdeführerin gab am
2.
Februa
r 2009 gegenüber der Swica
Versiche
rungen AG
sodann
an, dass sie
nach allen drei bzw. vier Vorfällen
(vom
Januar 2000 [Klettern], 2002/2003 [Klettern],
Januar
2005 [Schlitteln] und
November 2008 [Tragen
eines
Spielhauses]
) zu 100
%
arbeitsfähig und wenige Minuten
danach
jeweils
wieder beschwerdefrei gewesen s
ei (
Urk.
7/A33).
5.2
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend feststellte (
Urk.
2 S. 5), ist unter diesen Umständen
nicht ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin am
2
9.
Januar 2005
eine Listenverletzung
nach
Art.
9
Abs.
2 UVV
erlitten hat
(vgl. E.
1.6
)
.
D
ass Dr.
Z._
eine Labrum-Läsion oder eine Verletzung der Rotatorenmanschette
vermutete
, vermag daran nichts zu ändern.
Denn
Art.
9
Abs.
2 UVV
verbietet es, unfallähnliche Körperschädigungen, die nur vermutet, aber nicht nachgewiesen
werden, darunter zu subsumieren (Urteil des
Bundesgerichts U 322/02 vom 7.
Oktober 2003 E. 5.4).
Das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung ist deshalb ebenfalls zu verneinen.
Damit kann insbesondere offen bleiben, o
b die geltend gemachte Ver
letzung
der Beschwerdeführerin auf einen ausserhalb des Körpers li
egenden, objektiv feststellbaren
, sinnfälligen – eben unfallähnlichen – Einfluss a
uf den Körper zurückzuführen war
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom 8. Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
5.3
Aus
der
angerufenen
- für Verwaltung und Gerichte nicht verbindlichen (vgl. Ur
teil
des Bundesgerichts
8C_758/2010 vom 2
4.
März 2011
E. 4.2.2) –
Emp
feh
lung
Nr.
3/89
der Ad-Hoc-Kommission
Schaden UVG
kann die Beschwerde
füh
rerin nichts
zu ihren Gunsten ableiten.
Gründe für eine Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit den Beschwerde
verfahren Nr. UV.2017.00106 (Verfahren der Beschwerdeführerin gegen die Solida Versicherungen AG) und Nr. UV.2017.00209 (Verfahren der Beschwerde
führerin gegen die HDI) liegen nicht vor.
6
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.