# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7984606e-ed42-421a-916e-602b590f1c66
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1963 geborene X._
,
Mutter von drei Kindern (Jahrgang 1990,
1993 und 1995) und seit Frühling 2004 geschieden (Urk. 3/4), ist
ausgebildete Köchin
und arbeitete in dieser Funktion seit Januar 2004 teilzeitlich im Restau
rant
Y._
in Z._
(Urk. 7/26 S. 1, 7/6 S. 90), ehe sie ab
1. September 2009 als Kassierin in einer Filiale
der
A._
angestellt
war
(Urk. 7/1 S.
3
, 7/26 S.
2
, 7/52
)
.
Am
17. Januar 2012 (Eingangsdatum)
meldete sie sich
unter Hinweis auf einen am 24. Juni 2007 erlittenen Trümmerbruch des rechten Fussge
lenk
e
s
bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug an
(Urk. 7/3)
.
Die IV-Stelle zog die Akten
des Unfallversicherers
bei (Urk. 7/6), führte ein Standortgespräch
mit der Versicherten
durch (Protokoll vom 9. Februar 2012, Urk. 7/9), holte Arzt
berichte ein (Urk. 7/12)
und
wies
mit Verfügung vom 11. September 2012 das Leistungsbegehren
ab
(Urk. 7/16)
; diese Verfügung blieb unangefochten
.
Aufgrund eines
Ganglion
s
am linken Fussgelenk sowie eine
r
nicht intakte
n
Achil
lessehne und Arthrose
erneuerte
die Versicherte am 19. Oktober 2016
ihr Leis
tungs
begehren
(Urk. 7/22).
D
ie IV-Stelle
führte
ein Standortgespräch durch (Proto
koll vom 11. November 2016, Urk. 7/27)
, zog die Akten des Krankentaggeldver
siche
rers bei (Urk. 7/32
, 7/38
)
und
teilte der Versi
cherten am 31. Januar 2017 mit, dass
zurzeit keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen notwendig seien (Urk. 7/34
)
.
Mit
Verfügung vom 25. September 2017
verneinte sie sodann einen Anspruch
der Versicherten
auf eine Invalidenrente
(Urk. 7/41)
.
D
iese Verfügung blieb
wie
de
rum
unangefochten
.
Unter Hinweis auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes meldete sich die Versicherte am
29. November 2017
(Eingangsdatum)
erneut bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/43).
In der Folge holte die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/46
, 7/54
)
,
Arztberichte (Urk. 7/47
;
vgl. auch Urk. 7/42
)
sowie
einen B
ericht der Arbeitgeberin
(Urk. 7/52) ein
und teilte
der Versicherten am 7. März 2018 mit, dass man
gels Unterstützungsbedarf
s
keine
beruflichen Massnahmen aufgenommen würden (Urk. 7/50).
Sodann verneinte
d
ie IV-Stelle
mit Verfügung vom 28. August 2018
einen Rentenanspruch abermals
(Urk. 7/65)
; auch diese Verfügung blieb unangefochten
.
1.2
Am 6. Februar 2019 (Eing
angsdatum) meldete sich
X._
abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
7/68, 7/71
; vgl. auch Urk. 7/66
)
und
reichte sodann Arztberichte zum Nachweis einer Verschlechterung ihres Ge
sundheitszustandes ein (Urk. 7/75-77). Mit Vor
bescheid vom 29. März 2019
stellte die IV-Stelle der Versicherten
einen abschlägigen Rentenentscheid
in Aussicht (Urk. 7/79; Einwand vom 9. April 2019 [Urk. 7/80] sowie vom 7. Mai 2019 [Urk. 7/83])
,
holte
aufgrund einer zwischen
zeitlich erfolgten Operation
am rechten Fuss
weitere
Arztberichte ein (Urk. 7/87, 7/90
, 7/97, 7/99, 7/109, 7/114
-115
)
und wies mit Verfügung vom 15. Oktober 2020 das Leistungsbe
gehren ab (Urk. 2 [= Urk. 7/127])
.
2.
Gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 16. November 2020 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Zusprache
von Leistungen der Invalidenver
sicherung
.
E
ventualiter sei die Sache zu
r
weiteren Abklärung und anschliessen
de
n
Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu deren Lasten (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Be
schwerdeantwort vom 4. Januar 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 13. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) m
uss
mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Inva
li
ditäts
grad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt aus
nahms
weise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretens
voraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher be
gründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentenge
suchen befassen
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
1.
3
I
st die Verwaltung auf eine Neuanmel
dung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Be
schwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Eine
solche Änderung kann insbesondere in einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes mit entsprechend ver
min
derter Arbeitsfähigkeit oder, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand, in veränderten Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich liegen. Demgegenüber stellt die bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine relevante Änderung dar (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle erwog in der angefochtenen Verfügung,
die medizinischen Abklä
rungen hätten ergeben, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei,
vielmehr habe
sich die Situation seit der Verfügung vom 28. August 2018 nicht verändert. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Verkäuferin weiterhin zu 60 % arbeitsfähig, in einer ange
passten
, vorwiegend sitzenden und körperlich leichten
Tätigkeit
sei
ihr ein Pen
sum von 70 %
, seit August 2020
ein solches
von 100 %
,
zumutbar.
Den Berufs
wechsel zur Verkäuferin habe die Beschwerdeführerin
«
vorsorglich
»
vorgenom
men, nicht
je
doch,
weil ihr die Tätigkeit als Köchin nicht mehr zumutbar gewesen
sei
; entspre
chend gelte die Tätigkeit als Verkäuferin als angestammte Tätigkeit
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die An
nahme des RAD, wonach eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit bestehe,
finde
in den Akten keine Stütze
.
B
ei dieser Einschätzung
seien
die Rücken- und Schultergürtelbeschwerden ausser Acht gelassen
worden
,
ob
wohl
letztere
jedoch überhaupt erst Anlass für die erneute Anmeldung zum Leis
tungs
bezug gebildet hätten.
Auch gehe die IV-Stelle im Rahmen des Ein
kommens
vergleiches unzutreffend von einer angestammten Tätigkeit als Ver
käuferin aus, wohingegen aus den Akten hervorgehe, dass der Berufswechsel zur Verkäuferin im Jahr 2009 deshalb erfolgt
s
e
i
, weil die Tätigkeit als Köchin auf
grund der Fuss
beschwerden nicht mehr
zumutbar
gewesen sei
. Bei einem korrekt vorgenom
me
nen Einkommensvergleich würde ein Invaliditätsgrad von
mindestens
50 % und
folglich
ein
Anspruch auf eine
mindestens halbe
Invalidenrente bestehen
.
D
a sie zudem
in
ange
passt
er Tätigkeit
zu maximal 60 % arbeitsfähig sei, habe sie An
spruch auf berufliche Mass
nahmen
wie zum Beispiel Eingliederungsmassnahmen
.
Schliesslich habe die IV-Stelle aufgrund der unvermittelt erlassenen Verfügung das rechtliche Ge
hör verletzt
(Urk. 1).
3.
Vorab zu prüfen ist die Rüge der Beschwerdeführerin,
wonach
die IV-Stelle das rechtliche Gehör
(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV]
;
Art. 42 ATSG)
in
sofern
verletzt
habe
,
als
die
angefochtene
Verfügung erlassen
worden sei
, ohne dass
sie
zu den Gründen des
Berufswechsel
s
habe Stellung nehmen können (Urk. 2 S. 11 f.)
.
Zutreffend ist
, dass die IV-Stelle im Vorbescheid vom 29. März 2019 (Urk. 7/79) keine Ausführungen zum
Grund des
Berufswechsel
s
machte
. Indes erhielt die Be
schwerdeführerin am 15. April 2019 (Urk. 7/82) sowie am 20. November 2019 (Urk. 7/93
; Zustellung des provisorischen Feststellungsblattes am 18. Dezember 2019, Urk. 7/96
) Akteneinsicht und
konnte
sich am 7. Mai
2019
(Urk. 7/83) zum Einkommensvergleich und
zur angestammten Tätigkeit
äussern.
Auch
gewährte
die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 17. Juni 2020 (Urk. 7/111
)
Gelegenheit zur Stellungnahme zu den von ihr getätigten weiteren Abklärungen,
woraufhin
sich
die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. Juli
2020 (Urk. 7/112
)
erneut zur angestammten Tätigkeit
sowie
zur Einschätzung der IV-Stelle, wonach die Beschwerdeführerin den Berufswechsel
«
vorsorglich
»
vorge
nommen habe,
äusser
n konnte
.
A
m 4. September 2020 (Urk. 7/120)
erhielt die Beschwerdeführerin
sodann
abermals
Akteneinsicht und äusserte sich zur ange
stammten Tätigkeit (Urk. 7/121).
Auch wenn
sich die Beschwerdeführerin zu der
von der IV-Stelle
diesbezüglich
verwaltungsintern
getätigten Abklärung
bei ihrem
Rechtsdienst
(vgl. Urk. 7/125 S. 11-13) vor Erlass der
angefochtenen
Verfügung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 2) nicht mehr äussern konnte, zumal ihr das Feststel
lungsblatt von der IV-Stelle gleichentags zugestellt
worden war
(Urk. 7/126)
, ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich, inwiefern es ihr
vorgängig nicht möglich ge
wesen wäre,
sich
hinsichtlich des Grundes für den Berufswechsel zu
äussern
. Dies gilt umso mehr, als
der Beschwerdeführerin
vor Erlass der
Verfügung
offen
sichtlich
bekannt war, dass die IV-Stelle davon ausging,
sie
habe den Berufs
wechsel
«
vorsorglich
»
vorgenommen, wie aus
dem
Schreiben vom 8. Juli 2020 (Urk. 7/112) klar ersichtlich ist
.
B
egründete Aus
führungen
dahingehend
, weshalb die IV-Stelle zu Unrecht von einer ange
stammten Tätigkeit als Verkäuferin aus
ging, unterliess sie jedoch
.
Nach dem Ge
sagten ist vorliegend eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die IV-Stelle
jedenfalls
nicht ersichtlich.
Da es sich
beim hiesigen Gericht
überdies
um ein den Sachverhalt und die Rechts
lage frei prüfendes Gericht (vgl. § 23 Abs. 1 und § 25 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht [
GSVGer
]; ferner Art. 61
lit
. c und d ATSG)
handelt
und die Beschwerdeführerin sich im Rahmen der Beschwerde zu dieser Frage
in Kennt
nis der aus dem Feststellungsblatt ersichtlichen Abklärung
ausführlich äussern
konnte (Urk. 2 S. 11 f.)
,
wäre eine allfällige Gehörsverletzung im vorliegenden Beschwerdeverfahren als geheilt zu betrachten
.
Es kommt hinzu, dass
dem Aspekt des Berufswechsels vorliegend
keine
entscheidrelevante
Bedeutung zukommt (vgl. nachstehend E. 6).
4.
4.1
Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch die Gegenüber
stellung des Sachverhaltes im Zeitpunkt der strittigen Verfügung mit demjenigen,
wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung bestanden hatte (B
GE
130 V 71 E. 3.1). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchs
erheblichen Änderung bildet folglich die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sach
verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleiches beruht (BGE 134 V 131 E. 3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_735/2019 vom 25. Februar 2020 E. 3.2).
Mit Verfügung vom
28. August 2018
(
Urk. 7/65
) verneinte die IV-Stelle
nach materieller Prüfung (vgl.
E. 1.1 des Sachverhaltes
)
den Anspruch der Beschwerde
führerin auf
eine Rente
der Invalidenversicherung. Zu prüfen ist folglich, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung vom
28. August 2018
bis zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
15. Oktober 2020
in rentenanspruchsrelevanter Weise ver
schlechtert hat.
4.2
4.2.1
Die Verfügung vom 28. August 2018 (Urk. 7/65) basierte in medizinischer Hin
sicht im Wesentlichen auf
den folgenden
medizinischen Unterlagen
:
Dr. med.
B._
, Facharzt Rheumatologie und Innere Medizin, stellte im zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstatteten rheumatologischen Gut
achten vom 12. Juni 2017 (Urk. 7/46 S. 5-
15
) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 12)
:
-
Posttraumatische Arthrose des oberen und unteren Sprunggelenkes rechts mit weitgehend aufgehobener Beweglichkeit
-
Status nach
Trimalleolar
-Luxationsfraktur 2007
-
Komplexe Fusspathologie links mit Arthrose des unteren Sprunggelenkes, Achillessehnen-
Tendinopathie
mit Partialruptur, anamnestisch Ruptur der
Peronaeus
brevis
-Sehne sowie Senk-Spreiz-Knickfuss-Deformität mit ausgeprägtem
Hallux
valgus
-
Belastungsabhängiges
Lumbovertebralsyndrom
bei mehrsegmentalen de
generativen Veränderungen von L2 bis S1 sowie asymmetrischer partieller
Hemisakralisation
L5 mit Assimilations-Gelenk rechts
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führte
Dr.
B._
myofasziale
Beschwerden im Schultergürtel rechts, vorwiegend durch Fehlbelas
tung bedingt
, auf
(S. 12).
Dr.
B._
führte aus,
postoperativ hätten belastungsabhängige Schmerzen infolge der
Trimalleolar
-Luxationsfraktur
rechts
bestanden, anlässlich eines MRI im November 2008 sei eine Arthrose des oberen Sprunggelenkes festgestellt wor
den. Im Verlauf sei es zu
einer
zunehmenden Bewegungseinschränkung gekom
men, wel
che sich insbesondere beim Auf- und Abwärtsgehen sowie beim Treppen
s
teigen
äussere
. Anamnestisch seien nach Ostern 2016 Schmerzen im linken
Rückfuss
aufgetreten, ein MRI im Mai 2016 habe den Befund einer leichten Arthrose des unteren Sprunggelenkes mit Ausbildung eines ventralen Ganglions sowie eine deutliche Achillessehnen-
Tendinopathie
mit degenerativer Partial
rup
tur ergeben. In der Universitätsklinik
C._
sei zudem ein symptomatischer Knick-Senkfuss mit einer Insuffizienz der
Tibialis
posterior
-Sehne diagnostiziert, später sei eine Ruptur der
Peronaeus
brevis
-Sehne beschrieben worden. Eine Infiltration
des unteren Sprunggelenkes
habe bloss eine
partielle und
vorüber
gehende Schmerzlinderung bewirkt, die weitere konservative Behandlung habe jedoch zu einer Verbesserung des Beschwerdebildes geführt, weshalb die Arbeits
fähigkeit habe gesteigert werden können
(70 % ab 19. September 2016)
.
An
lässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung hätten die Fussbeschwerden links weiterhin im V
ordergrund g
estanden, welche vor allem beim Stehen und Gehen verstärkt aufträten. Die Schwierigkeiten beim Auf- und Abwärtsgehen sowie beim Treppensteigen seien zusätzlich auf die ausgeprägte Bewegungsein
schränkung im rechten Sprunggelenk zurückzuführen.
Zusätzlich zu den Fussbe
schwerden leide die Beschwerdeführerin unter belastungsabhängigen lumbalen Schmerzen, zunehmend insbesondere gegen Abend nach der Arbeit
. Klinisch eher im Hintergrund stünden
myofasciale
Druckdolenzen
im Schultergürtel rechts, insbesondere im M.
infraspinatus
bei allerdings normaler Beweglichkeit der Halswirbelsäule und der Schultergelenke
(S. 12 f.).
Die Beschwerdeführerin
berichte
über
Schmerzen an der rechten Schulter nach zwei bis drei Stunden Arbeit an der Kasse oder bei bestimmten Bewegungen (S. 9).
Die Beschwerdeführerin arbeite seit 2009 in einem Pensum von 100 % teilweise an der Kasse, teilweise am Kiosk und in der Blumenabteilung in einer
A._
-Filiale. Aufgrund ihrer Fussbeschwerden sei sie nachvollziehbar eingeschränkt für
länger stehende oder gehende Tätigkeiten. Die
in den Akten ausgewiesene Ar
beits
unfähigkeit sei plausibel und nachvollziehbar
.
D
ie
seit 19. September 2016 atte
stierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % in ihrer angestammten Tätigkeit sei ange
sichts der objektiven Befunde
am Bewegungsapparat
weiterhin ausgewiesen,
zumal
zu der Einschränkung der Geh- und Stehfähigkeit auch eine verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule hinzukomme. Rein auf
grund der Fussbe
schwerden
wäre
der Beschwerdeführerin eine vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne weiteres zumutbar, wobei sich in einer solchen Tätigkeit die lum
balen Rücken
beschwerden unweigerlich vermehrt bemerkbar machen würden
.
E
benfalls müss
t
e
mit einer Zunahme der
myofaszialen
Schultergürtelbeschwerden gerechnet wer
den, so dass insgesamt auch eine solche Tätigkeit mit keiner hö
heren Arbeits
fähigkeit einherginge. Folglich sei auch für eine angepasste Tätig
keit von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 14).
4.2.2
Dr. med. D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
stellte
im Bericht vom 22. November 2017 (Urk. 7/47 S. 7 f.)
die
Diagnosen
Arthropathie
OSG links mit/bei Ganglion
anterolaterales
OSG links, schlechter
Subtalargelenksbeweg
lichkeit
, Verdacht auf
Peronealseh
nen
pathologie
und chronischer,
oligosympto
matischer
Achillessehnenten
dino
pathie
mit Partialruptur sowie posttraumatische OSG-Arthrose rechts
bei
Status nach
Trimalleolarfraktur
rechts
vom 24. Juni 200
6.
Er h
ielt fest, das Ganglion gehe vom
linken
OSG aus, allenfalls sogar von der
Peronealsehnentendino
pathie
. Die Achillessehne sei hochgradig degenerativ verändert und weise Partial
rup
tu
ren auf, sei indes erstaunlich indolent. Zurzeit bestehe kein Grund für eine chirurgische Intervention, auch nicht auf der Gegenseite, wo eine fortgeschrittene OSG-Arthrose posttraumatisch bestehe, aber ebenfalls eine kompensierte Situa
tion vorliege. Eine Steigerung des aktuellen Pensums sei auch mit einer Interven
tion kaum realistisch
, zu empfehlen sei die Aufrechterhaltung des Aktivitäts
niveaus im
be
stehenden 60 %-Pensum.
4.2.
3
Dr.
med. E._
, Facharzt Allgemeine Medizin,
bestätigte
im Bericht vom 16. Januar 2018 (Urk. 7/47 S. 1-6)
die von Dr.
B._
und Dr.
D._
gestellten Diagnosen und führte aus, da beide Sprunggelenke betroffen seien, komme es auch bei der Arbeit in wechselnder Körperstellung im Verkauf
meist schon
nach drei bis vier Stunden zu zunehmenden Schmer
zen. Die Beschwer
deführerin habe bisher mit Hilfe von Schmerzmedikamenten ein Pensum von 60 %
(Arbeitszeit von fünf bis fünfeinhalb Stunden
täglich
)
bewältigen können, es sei
wegen der
beidseitigen Schmerzen und Arthrosen in den Sprunggelenken
anzunehmen, dass die Beschwer
den je nach weiterer Belastung zunehmen w
ürden. Erschwerend komme hinzu, dass sie unter einem chronischen LWS-Syndrom und einer chronischen
Peri
arthropathie
der rechten Schulter leide. Für die Zukunft sei mit einer Verschlech
terung zu rechnen
. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer bis
herigen Tätigkeit
im Verkauf in wechselnder Körperstellung (sitzen, gehen, stehen
)
seit 1. Januar
(richtig: November)
2017
(vgl. Urk. 7/43 und 7/46 S. 19
)
bis auf weiteres
60 % arbeitsfähig, verteilt auf fünf Tage in der Woche
(S. 3).
4.2.4
RAD-Arzt Dr. med. F._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie
des Bewegungsapparates
, hielt in seiner Stellungnahme vom 22. März 2018 (Urk. 7/61 S. 5-7)
unter Bezugnahme auf die vorerwähnten Berichte
und die
dem Krankentaggeldversicherer gemeldeten Arbeitsunfähigkeiten
seit Juni 2016
(vgl.
Urk. 7/46 S. 19
)
fest, die Beschwerdeführerin
sei
in ihrer bisherigen
, auch
weiterhin ausgeübten Tätig
keit
teilweise arbeitsunfähig,
seit 1. November 2017 bis auf weiteres zu 40 %
. In einer opti
mal
angepassten,
körperlich leicht
en Tätig
keit
ohne Heben und Tragen von Lasten über fünf bis sechs Kilogramm, wech
sel
belastend und dabei vorwiegend sitzend, ohne Gehen auf unebenem Boden oder häufige
s
Treppensteigen, ohne längere
s
Stehen in vornüber gebeugter Hal
tung oder häufige
s
Bücken, sei sie
seit 19. September 2016 durchgehend und bis auf weiteres zu 30 % arbeitsun
fähig
, da die bisherige
Tätigkeit
vor allem eine Belas
tung der Füsse und Sprunggelenke darstelle und die derzeitige Beeinträchtigung hauptsächlich vom linken OSG ausgehe
.
Gestützt auf diese Stellungnahme verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. August 2018 (Urk. 7/65)
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 25 % (Urk. 7/55)
einen
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente
.
4.3
4.3.1
Im Zusammenhang mit
der Neuanmeldung
vom
6. Februar 2019
(Urk. 7/71)
liegen
folgende Berichte
bei
den Akten:
Dr.
E._
hielt in seinem mit «w
egen neuer Gesichtspunkte Neuanmeldung IV» betitelten Bericht vo
m 15. Januar 2019
(Urk. 7
/66)
fest
,
die Beschwerdeführerin habe aufgrund der beidseitigen Fussbeschwerden
seit dem 1. November 2017 in ihrem Beruf im Verkauf nur noch 60 % arbeiten können
und bekunde zunehmend Mühe
, in diesem
reduzierten
Pensum die erwartete Leistung zu erbringen.
Die Sprunggelenksproblematik sowie die chronischen
lumbospondylogenen
Rücken
schmer
zen seien bereits im letzten Bericht an die IV-Stelle thematisiert worden. Neu hinzu komme eine
Periarthropathia
Calcarea
der rechten Schulter mit radio
logisch ausgeprägten Verkalkungen der Bursa
subacromialis
und einem dadurch
eingeengten Defilee mit chronischen Schulterschmerzen. Früher oder später m
üsse die Schulter operiert werden. Auch im Bereich der Sprunggelenke werde
es höchstwahrscheinlich beidseits zu Operationen mit Gelenkversteifungen kom
men
, wobei die Beschwerdeführerin diese Eingriffe aus Angst vor einer Kündigung möglichst lange hinauszögern und so lange wie möglich 60 % arbeiten wolle. Da aus medizinischer Sicht
«
mit allen vorhandenen Hypoth
eken
»
ein Pensum von mehr als 50 bis
60 % auch langfristig nicht möglich sei, müsse nochmals ein Antrag auf eine Berentung gestellt werden.
4.3.
2
Dr.
D._
stellte im Bericht vom 21. März 2019 (Urk. 7/77) dieselben Dia
gnosen wie im Bericht vom 22. November 2017 (vgl. E. 4.2.2) und
zog aufgrund der Klinik zusätzlich eine posttraumatische USG-Arthrose rechts in B
etracht
(S. 1)
verbunden mit dem
Hinweis, diesbezüglich sei auf eine Bildgebung verzichtet
worden, da für die Beschwerdeführerin chirurgische Optionen nicht in Frage kämen
.
Er
führte aus,
in Bezug auf die OSG-
Arthropathie
links mit im MRI doch deutlicheren degenerativen Veränderungen habe eine zweimalige Infiltration (2017 und August
2018) zumindest für einige
Monate Linderung gebracht. Bei beidseitiger Symptomatik sei die Mobilität der Beschwerdeführerin relevant eingeschränkt. Längeres Stehen, Gehen oder Treppensteigen und
das
Tragen von Lasten seien nur sehr eingeschränkt möglich
. Aus fusschirur
gischer Sicht sei die Belastbarkeit deutlich reduziert, eine Arbeitsfähigkeit von über 60 % sei weder möglich noch sinnvoll
, dies jedenfalls seit der Erstkonsultation im November 2017
(S. 2)
.
A
m 17. Juli 2019 (Urk. 7/87)
berichtete
Dr.
D._
nach erfolgter MRI-Bild
gebung
ergänzend, im Vergleich zur Untersuchung aus dem Jahr 2008 liege nun eine
deutlich progrediente, aktuell
aktivierte OSG-Arthrose mit erheblicher Ge
lenkspaltverschmälerung und
Dekonfiguration
vor
(S. 4)
. Geplant sei die Im
plan
tation einer OSG-Prothese rechts und nötigenfalls eine
tibi
o
fibulare
Arthro
dese
Ende August 201
9.
Zu erwarten sei postoperativ rechts
seitig eine deutlich ver
besserte Belastbarkeit und Schmerzreduktion
(S. 5)
.
Am 17. Oktober 2019 ergänzte Dr.
D._
in seinem Bericht (Urk. 7/90) die Diagnosen um einen Status nach Implantation
einer
OSG-Totalprothese und per
kutane
r
Achillessehnenverlängerung rechts am 28. Juni 201
9
(richtig: 26. August 2019, Urk. 1 S. 3)
.
Es zeigten sich eine reizlose Wundheilung sowie regelrechte radiologische Verhältnisse
(S. 4)
. Er erwarte einen Wie
dereinstieg in die beste
hende Arbeitstätigkeit in den nächsten Monaten.
Im Rah
men einer sitzenden Tätigkeit sei der Arbeitsbeginn bereits möglich
(S. 5)
.
4.3.
3
Dr. med. G._
, Facharzt Neurochiru
r
gie, hielt im Bericht vom 19. Dezember 2019 (Urk. 7/97) fest, er habe die Beschwerdeführerin bloss zwei Mal untersucht
, am
18. Juli und
19. August 2019 (S. 2 und 5)
. Er stellte die Dia
gnosen
Osteochondrosen
und
Spondylarthrosen
L3-S1,
Foramenstenose
L3/4 und L4/5 links,
Foramenstenose
C5/6
beidseits
sowie Status nach dreimaligen Fuss
operationen rechts
und hielt fest, als objektive Befunde bestünden eine einge
schränkte Beweglichkeit der LWS sowie eine
Druckdolenz
lumbal beidseits, je
doch keine
senso
-motorischen
Ausfälle an den Beinen
.
Er empfehle eine Steroid-Infil
tration am Rücken (C4/5
; S. 3
).
Schwere körperliche Arbeiten verstärkten die bestehen
den Beschwerden
(S. 4)
, e
ine
Prognose zur
Arbeitsfähigkeit sei nicht
möglich
, da im Zeitpunkt der Untersuchung eine erneute Fussoperation geplant gewesen sei
(S. 3)
.
4.3.
4
Dr.
D._
führte
in seinem Bericht
vom 6. Februar 2020
(Urk. 7/109) aus,
anamnestisch sei
die Beweglichkeit im OSG
weiterhin eingeschränkt
, aber für die Beschwerdeführerin ausreichend. Schmerzen träten vor allem
noch
im Innen
knöchel
bereich auf, ansonsten sei
die Beschwerdeführerin
beschwerdefrei
und retrospektiv habe sich der Eingriff für sie bereits gelohnt (S. 1).
Dr.
D._
beurteilte,
der Verlauf sei sechs Monate postoperativ zufriedenstellend
.
Es zeige sich eine feste Prothese mit zunehmender Anpassung der Knochenstruktur am medialen
Malleolus
. Bezüglich der medialen Restbeschwerden sei der Leidens
druck für ein aktives Vorgehen zu gering
;
es bestehe
die Möglichkeit der weiteren
Regredienz
. Von
S
eiten des linken Fusses sei der Leidensdruck nach Infiltration anhaltend tief genug, dass ein aktives Vorgehen nicht in Frage komme und zu
gewartet werde.
Die Arbeitsfähigkeit werde auf
das vormalige Pensum von
60 % gesteigert, in stehend-gehende
r
Tätigkeit könne
die Beschwerdeführerin kein höheres Pensum
leisten
(S. 2)
.
I
m Bericht vom 6. August 2020
(Urk. 7/115)
hielt
Dr.
D._
fest
,
ein Jahr post
operativ sei der Verlauf erfreulich. Erwartungsgemäss bleibe die Beweglichkeit im rechten OSG eingeschränkt,
die medialen Schmerzen hätten sich
aber
deutlich gebessert. Links zeige sich der Verlauf stationär mit zentriertem OSG ohne rele
vante Arthrose
(vgl. auch Röntgenbefund vom 6. August 2020, Urk. 7/114)
. Die Situation sei
insgesamt
unverändert im Vergleich zum Februar 2020, die Be
schwerdeführerin sei in der angestammten Tätigkeit
mit teils mehrstündiger Not
wendigkeit zu stehen
zu
60 % arbeits
fähig, eine
Pensums
steigerung
sei nicht umsetzbar. Ein vollzeitliches Pensum sei in einer primär sitzenden Tätigkeit wohl möglich
(S. 2)
.
5
.
5
.1
Im Folgenden
ist durch Gegenüberstellung der medizinischen Unterlagen zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im
entscheidrele
vanten
Referenzzeitraum seit der Verfügung vom 28. August 2018 (Urk. 7/65) in anspruchsbegründender Weise verschlechtert hat.
5.2
5.2.1
Es steht aufgrund der medizinischen Akten fest und ist unbestritten, dass sich nach der
abschlägigen Rentenverfügung
vom 28. August 2018 (Urk. 7/65) die rechtsseitigen Fussbeschwerden verschlechtert haben
und
eine operative Behand
lung notwendig wurde. Der
entsprechende
Eingriff
(Implantation einer OSG-Pro
these und perkutane Achillessehnenverlängerung rechts)
wurde am 26. August 2019 erfolgreich durchgeführt
in dem Sinne
,
dass dadurch
Schmerzsymptomatik
und Beweglichkeit verbessert
werden konnten. In der Folge
bescheinigte Dr.
D._
der Beschwerdeführerin – unter Berücksichtigung auch der Situation am linken Fuss, bezüglich welchem der Leidensdruck nach stattgehabter Infil
tration anhaltend tief genug sei und ein aktives Vorgehen nicht zur Diskussion stehe – hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit bei
A._
eine Arbeitsfähigkeit von
jedenfalls
60 %
(E. 4.3.2 und 4.3.4
)
. Angesichts dessen, dass sich
der behandelnde Facharzt
bereits in seine
n
Bericht
en
vom 22. November 2017
und 21. März 2019
hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit im Verkauf für ein
e
Arbeitsfähigkeit
von 60 % ausgesprochen hatte (E. 4.2.2
und 4.3.2
; vgl. auch die
damit
im
Einklang stehende
hau
särztliche Einschätzung des Dr.
E._
im Bericht vom 16. Januar 2018, E. 4.2.3), ist
eine anhaltende Verschlechterung
der Fussbeschwerden
nicht ausgewiesen.
5.2.2
Auch von Seiten des Rückens ist im massgebenden Vergleichszeitraum keine we
sentliche Verschlechterung dokumentiert. So berichtete Dr.
E._
am 15. Januar 2019, die chronischen
lumbospondylogenen
Rückenbeschwerden seien bereits in seinem letzten Bericht an die Invalidenversicherung thematisiert worden, was mangels anderweitiger Angaben auf eine im Wesentlichen unveränderte Situa
tion schliessen lässt (E. 4.3.1).
Das am 28. Februar 2019 im
Spital
H._
durchgeführte MRI zeigte sodann weitgehend unauffällige Befunde, wurden doch an der HWS neben der
osteodiskoligamentären
Neuroforamenstenose
rechts an C5/6 bloss weitere
mässiggradige
degenerative HWS-Veränderungen und keine Spinalkanalstenose zur Darstellung gebracht, während an der BWS keine we
sentlichen Auffälligkeiten festgestellt wurden (Urk. 7/76 S. 2). Soweit Dr.
G._
am 19. Dezember
2019 von einer eingeschränkten LWS-Beweg
lichkeit und einer
Druckdolenz
lumbal beidseits berichtete (E. 4.3.3), ist fest
zuhalten, dass bereits
Dr.
B._
in seinem Gutachten vom 12. Juni 2017 an der Wirbelsäule als Hauptbefund eine deutliche Bewegungseinschränkung lumbal für Seitneigung und Extension sowie eine Schmerzprovokation in der
Reklination
und durch Druck paravertebral links
lumbosakral
genannt (Urk. 7/46 S. 13) und bei der Festlegung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit neben den
Fuss- auch die Rückenbeschwerden miteinbezogen hatte (E. 4.2.1). Dr.
G._
empfahl schliesslich im Sommer 2019 einzig die Durchführung einer Steroid-Infiltration im Bereich C4/5 und hielt hinsichtlich der Funktionseinschränkungen fest, schwere körperliche Tätigkeiten würden die bestehenden Beschwerden ver
stärken (E. 4.3.3). Solche waren und sind im Belastungsprofil der Beschwerde
füh
rerin indes ausgenommen (E. 4.2.4). Weitergehende funktionelle Einschrän
kun
gen
von Seiten des Rückens
sind den Akten nicht zu entnehmen, weshalb
auch diesbezüglich
von einer im Wesentlichen unveränderten Situation auszugehen ist
.
5.2.
3
Soweit Dr.
E._
am 15. Januar 2019 von neu hinzugekommenen, früher oder später operationsbedürftigen Schulterbeschwerden, namentlich einer
Periarthro
pathia
calcarea
der rechten Schulter mit radiologisch ausgeprägten Verkalkungen der Bursa
subacromialis
und einem dadurch eingeengten Defilee mit chronischen Schulterschmerzen, berichtete (E. 4.3.1), ist zunächst darauf hinzuweisen, dass er bereits in seinem Bericht vom 16. Januar 2018 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische
Periarthropathia
der rechten Schulter mit zunehmenden Belastungsschmerzen genannt hatte (E. 4.2.3). Den
damit einher
gehenden funktionellen Einschränkungen wurde denn auch in dem vom RAD-
Arzt Dr.
F._
formulierten Belastungsprofil Rechnung getragen (E. 4.2.4). Anhalts
punkte für eine seit Ende August 2018 eingetretene relevante Verschlechterung der Schulterbeschwerden liegen nicht vor, zumal im Nachgang zur Infiltration vom 20. November 2018 (Urk. 7/75) keine weiteren Behandlungsmassnahmen dokumentiert sind und der Umstand, dass in Zukunft eine Operation indiziert sein könnte, den Schluss auf eine relevante Veränderung nicht zulässt.
5.
3
Zusammenfassend
ist
im Vergleich zur Situation bei Erlass der rechtskräftigen Verfügung vom 28. August 2018 (Urk. 7/65) – abgesehen von der
Rekonvales
zen
z
zeit
im Nachgang zur Fussoperation vom 26. August 2019 –
eine
wesentliche
Verschlechterung des Gesundheits
zustandes
der Beschwerdeführerin
nicht ausge
wiesen
.
Damit hat die der vormaligen Rentenablehnung zugrundeliegende Ein
schät
zung, wonach die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit bei
A._
zu 60 % und in einer Verweisungstätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist, weiterhin Gültigkeit (vgl. dazu auch RAD-Stellungnahme von Dr.
F._
vom 21. März
2020, Urk. 7/125 S. 8). Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit (70 %) ein um 10 % höheres Pensum als dasjenige in der bisherigen Tätigkeit bei
A._
(60 %) zumutbar ist, wurde im Jahr 2018 insbe
sondere damit begründet, dass die Tätigkeit bei
A._
vor allem eine Belastung der Füsse und Sprunggelenke darstelle (E. 4.2.4). Dies war auch im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch der Fall, räumte die Beschwerdeführerin in ihrer Be
schwerdeschrift vom 16. November 2020 (Urk. 1 S. 8) doch selber ein, sie müsse teilweise ihre ganze Schicht meist stehend ausüben. Damit im Einklang stehend sprach auch Dr.
D._
am 6. August 2020 – im Zuge der Bestätigung der 60%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bei
A._
– von einer zum Teil mehrstündigen Notwendigkeit zu stehen (E. 4.3.4
; vgl. auch die Stellen
be
schreibung der Beschwerdeführerin anlässlich des Standortgespräches mit der Beschwerdegegnerin vom 11. November 2016, Urk. 7/27 S. 2
). Insofern ist nicht ersichtlich, weshalb eine optimal angepasste Tätigkeit im beschriebenen Sinne nicht weiterhin im vormaligen Umfang von 70 % zumutbar sein sollte.
Soweit sich die
Beschwerdegegnerin
in der
angefochtenen
Verfügung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 2) auf den
Standpunkt stellte, die Beschwerdeführerin sei
ab August 2020
in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, kann ihr
hingegen
nicht gefolgt werden. So attestierte einzig
der die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Fussbeschwerden behandelnde
Dr.
D._
in seinen Berichten
vom 14. Januar und 6. August 20
2
0
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer rein
be
ziehungsweise primär
sitzenden Tätigkeit
(Urk. 7/99 S. 2 und E.
4.3.4
)
, wobei er
im älteren Bericht
ausdrücklich
darauf hinwies, diese
Einschätzung erfolge
«aus fusschirurgischer Sicht» (vgl.
auch seinen Bericht vom 21. März 2019, E. 4.3.2
).
Demgegenüber
hielt RAD-Arzt Dr.
F._
am 21. März 2020
fest, die
seit langem bestehende und akzeptierte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in
einer
ange
passte
n
Tätigkeit basiere nicht ausschliesslich auf den Fussbeschwerden, sondern auch auf den weiteren Gesundheitsschäden
(mithin
an
Rücken und Schulter, vgl.
Urk. 7/125 S. 8).
Weshalb er v
or diesem Hintergrund
in seiner Stellungnahme vom 27. August 2020 (Urk. 7/125 S. 11)
einerseits aus
führte, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe sich seit
seiner
letzten Stellung
nahme
vom 21.
März 2020
nicht verändert
,
andererseits jedoch eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit ab 6. August
2020
, basierend auf der Einschätzung von Dr.
D._
,
attestierte, ist nach dem Gesagten nicht nach
vollziehbar
, zumal keine Hinweise auf eine
entsprechende
Verbesserung des Gesundheitszustandes
aktenkundig
sind
. Entsprechend
ist
– in Übereinstimmung mit seiner Stellung
nahme vom
21.
März 2020
(Urk. 7/125 S. 8)
– von einer weiterhin bestehenden 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer
optimal
angepassten Tätigkeit auszugehen.
Dementsprechend hat es bei dem der rechtskräftigen Verfügung vom 28. August 2018 (Urk. 7/65) zugrundeliegenden Invaliditätsgrad von 25 % (Urk. 7/55) sein Bewenden. Vor diesem Hintergrund erübrigen sich die Vornahme eines Einkom
mens
vergleiches und dabei insbesondere Ausführungen zur strittigen Frage der angestammten Tätigkeit der Beschwerde
führerin.
Gleichwohl ist diesbezüglich festzuhalten, dass
die
echtzeitlichen
Akten nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit den Schluss zulassen, für den per 1. September 2009 vollzogenen Berufswechsel (An
stellung als Kassierin im Stundenlohn bei
A._
, Urk. 7/6 S. 1) seien gesund
heitliche Gründe ausschlaggebend gewesen. So geht aus den
Berichten des
Spitals
H._
vom 3. und 8. Dezember 2008 (Urk. 7/6 S. 32-34) sowie vom 3. März 2009 (Urk. 7/42 S. 6) hervor, dass die Beschwerdeführerin in beruflicher wie auch in sportlicher Hinsicht (Reiten) voll leistungsfähig war.
Im Arbeits
zeug
nis des Restaurants Y._
vom 1. Juli 2009 findet sich denn auch kein Hinweis darauf, dass die Selbstkündigung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen erfolgte (Urk. 7/26 S. 3). Erst später,
im Bericht von Dr. med. I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, vom 14. Dezember 2011 zuhanden der
Swica
, wurde anamnestisch festge
halten, der Beschwerdeführerin sei bereits während der Rehabilitation klarge
worden, dass sie ihren stehenden Beruf als Köchin aufgrund der Fussbeschwerden nicht weiter werde ausüben können, weshalb sie selber gekündigt und eine leich
tere Arbeit als Kassierin bei
A._
aufgenommen habe (Urk. 7/6 S. 10). Diese
wäh
rend des damals laufenden unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens geäusserte
Darstellung steht nicht nur im Widerspruch zu den zeitnäheren Angabe
n der behandelnden Ärzte des
Spitals
H._
, sondern lässt sich
auch
kaum in Einklang bringen mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin – sie hatte nach dem Unfall vom 24. Juni 2007 (vgl. Schadenmeldung vom 10. Juli 2007, Urk. 7/6 S. 90) ihre Arbeit als Tei
lzeit-Köchin im Restaurant Y._
(Pensum von zehn
Stunden pro Woche) am 3. November 2007 wieder aufgenommen (Urk. 7/6 S. 58
f.) –
rund
zwei Jahre mit dem Stellenwechsel zuwartete.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen
ihrer de
r Anstellung im Restaurant Y._
vor
angegangenen ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit von
1985 bis 1990 als Verkäu
ferin in
der Fischabteilung einer J._
-Filiale
, mithin ebenfalls bei einem Gross
verteiler,
tätig
gewesen
war (Urk. 7/10 S. 2 f., 7/26 S. 1 und 4)
.
5.4
Weitere Berichte
, welche eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
aus
weisen
würden,
liegen nicht vor und wurden bezeichnenderweise auch nicht, wie von der Beschwerdeführerin in Aussicht
genommen
, nachgereicht (vgl. Urk. 1 S.
8
)
.
Insbesondere verzichtete sie darauf,
das
vom Unfallversicherer veranlasste
orthopädische
Gutachten (vgl.
Schreiben der
Swica
vom
25. September 2020,
Urk. 3/3)
beizubringen, weshalb davon auszugehen ist, dass dieses
keine Ver
schlech
terung des Gesundheitszustandes zu belegen vermag
.
6.
Die
Beschwerdegegnerin
hat den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine Rente
der Invalidenversicherung mit der angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 2) folglich zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
In ihren Eingaben vom 28. Januar und 9. September 2020 an die Beschwer
de
gegnerin (Urk. 7/105 S. 2, 7/121 S. 2) machte die Beschwerdeführerin – offenbar auf Veranlassung der
Swica
(vgl. deren Schreiben vom 30. Dezember
2019, Urk. 7/104) – ohne sachbezogene Begründung geltend, dass sie nebst einem Rentenanspruch allenfalls auch Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. Sie benannte indes weder eine spezifische berufliche Massnahme noch äusserte sie einen für die Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen vorausge
setzten konkreten subjektiven Eingliederungswillen. Daher ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 2) einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen verneinte. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen, zumal die Beschwerdeführerin
den geltend gemachten Anspruch
auch in der Beschwerde
schrift (Urk. 1 S. 2 und S. 11 Ziff. 7 in
fine
) nicht näher konkretisierte
.
8
.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung [
IVG
]
).