# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c808cce-8c3a-49dc-ae8e-ef30e14d5377
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1984 geborene
X._
absolvierte eine Lehre als Büroan
gestellte (
Urk.
7/413) und
arbeitete zuletzt
bis Ende Februar 2006
bei der
A._
AG, als Sachbearbeiterin
(
Urk.
7/10)
. Am 1.
September 2006
(
Urk.
7/5)
meldete sie sich
unter Hinweis auf eine Depression, eine Agoraphobie, Angst und Panikattacken sowie Zwangsgedanken
, bestehend seit 200
0
, bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug
(Umschulung auf eine neue Tä
tigkeit)
an
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht.
Am 9. Ja
nuar 2007 (
Urk.
7/23) erstattete
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, im Auftrag der IV-Stelle ein Gutachten. Daraufhin wurden der Ver
sicherten berufliche Massnahmen
im Sinne
eine
r
Umschulung zur Tierpflegerin
gewährt,
welche
am
31
.
Juli 2011
erfolgreich
abgeschlossen w
u
rde (
Urk.
7/47,
7/
54,
7/63
, 7/86
, 7/126 S.
3 ff.
).
Ab 1. August 2011 wurde die Versicherte
befris
tet bis am 31. August 2013
in einem Pensum von 100 %
als Tierpflegerin
bei
C._
angestellt
. Daraufhin erfolgte
unter dem Hinweis darauf, dass die Versi
cherte als rentenausschliessend eingegliedert gelte,
am
8.
August 2011
der Ab
schluss der beruflichen Massnahmen
(
Urk.
7/126
S. 1 f.
, 7/129
).
1.2
Am 3. Juni 2013 (
Urk.
7/137) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Depression, Angst und Zwangserkrankung erneut bei der IV zum Leistungsbezug an.
Die Anstellung
bei
C._
w
urde in der Folge
nicht verlängert (
Urk.
7/1
48 S. 2
).
Die IV-Stelle tätigte erneut Abklärungen in erwerblicher sowie medizini
scher Hinsicht
. Berufliche Massnahmen
wurden eingeleitet,
fanden
aber
am 26. Februar 2
0
14 aufgrund der
verschlechterten
gesundheitlichen Verfassung der Versicherten ihren Abschluss
. Der Versich
e
rten wurde mitgeteilt, dass sie betref
fend Rente später eine separate Verfügung erhalten werde
(
Urk.
7/151, 7/156, 7/160,
7/165 ff.
).
Am 1. September 2014
trat
die Versicherte
e
ine
Anstellung als Tierpflegerin bei der D._ AG
in einem Pensum von 60
%
an
(
Urk.
7/182
/2-3
).
Am 12. Mai 2015 (
Urk.
7/196) erstattete
Dr.
E._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, der Klinik
F._
im Auftrag der IV-Stelle ein Gut
achten.
Wegen verschlechterter depressiver Symptomatik kam es im Sommer 2015 zu zwei stationären Klinikaufenthalten (
G._
und Sanatorium
H._
,
Urk.
7/212/8, 7/225/1 und 7/207/4-5).
Am 10. Februar 2016 (
Urk.
7/214) wurden die Eingliederungsaktivitäten abgeschlossen und die Versicherte darüber infor
miert, dass sie betreffend Rente später eine
separate
Verfügung erhalten werde.
Nach weiteren Abklärungen, insbesondere der Rücksprache mit dem regionalen
ärztlichen Dienst (RAD,
Urk.
7/218/8-9) sowie Rückfragen bei
Dr.
E._
(
Urk.
7/229 f.), sprach die IV-Stelle der Versicherten nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/220) mit Verfügung vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
2/1-3) ab
1.
Juni 2014 eine ganze und ab
1.
Dezember 2014 eine
Viertelsrente
der Inva
lidenversicherung zu.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. Mai 2017 (
Urk.
1) Beschwerde und stellte folgende Anträge:
«
1.
Die Verfügungen der SVA vom 22. März 2017 betreffend
Zusprache
einer Invalidenrente für die Zeit vom 1. Dezember 2014 bis zum 28. Feb
ruar 2017 und für die Zeit ab 1. März 2017 seien insoweit zu ändern, als der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2015 (statt einer Viertelrente der IV) eine halbe Rente der IV zuzusprechen sei.
2.
Eventualiter sei zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Er
werbsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Juni 2015 noch ein aktuelles, neues und unabhängiges medizinisches Gutachten erstellen zu lassen.
3.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge
währen.
4.
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Peter Stadler sei der Beschwerdeführerin als un
entgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
5.
Der Beschwerdeführerin sei eine Prozessentschädigung
zuzusprechen.»
In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2017 (
Urk.
6) beantragte die Beschwer
degegnerin die Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin am 1
2.
Juni 2017 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 30. Juni 2017
(
Urk.
9)
reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügungen vom 22. März 2017 da
hingehend
(
Urk.
2/3)
, dass sich die Beschwerdeführerin mit Zusatzgesuch vom 3. Juni 2013 erneut für Leistungen der IV angemeldet habe. Nach der Anmeldung habe man am 12. Dezember 2013 gemeinsam eine Zielvereinbarung getroffen. Im Rahmen eines Aufbautrainings habe die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 16. Dezember 2013 bis zum 30. Juni 2014 Anspruch auf Taggeld der IV gehabt. Daraufhin sei das Aufbautraining
mit
ihrem Einverständnis beendet und somit sei der Anspruch auf eine Invalidenrente fortführend geprüft worden.
Gemäss
versicherungsinterner medizinischer
sowie
gutach
t
erlicher
Beurteilung sei
die Beschwerdeführerin ab
dem 3. Juni 2013 (Beginn der einjährigen Warte
zeit) in ihrer Tätigkeit als Tierpflegerin vollumfänglich eingeschränkt gewesen, was einen Invaliditätsgrad von 100 % zur Folge habe.
Per 1. September 2014 hab
e die Beschwerdeführerin in der D._
eine neue Anstellung als Tierpflegerin im Pensum von 60 % antreten können. Die Verbesserung des Gesundheitszustandes und
die
Restarbeitsunfähigkeit von 40 % seien aus medizinischer Sicht nachvollziehbar. Der Rentenanspruch werde dem
entsprechend frühestens drei Monate nach Eintritt der Verbesserung reduziert. Im Juni 2015 habe die Beschwerdeführerin einen Rückfall erlitten und sei wieder zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Daraufhin
sei
sie Ende September 2015 im Rah
men eines therapeutischen Arbeitsversuchs (30 %) wieder in den Arbeitsprozess eingestiegen.
Bei der beschriebenen Verschlechterung seit Juni 2015 handle es sich um eine vorübergehende Verschlechterung. Diese sei auf die durch die Be
schwerdeführerin abgesetzte Medikation zurückzuführen. Nach einer erneuten medikamentösen Einstellung seien die depressivem Symptome rückläufig gewe
sen. Eine Persönlichkeitsstörung könne ausgeschlossen werden, da die Beschwer
deführerin während der Remissionsphasen der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung zwar eine reduz
ierte, aber doch konstante Arbei
tsleistung erbracht habe, kein auffälliges Verhaltensmuster aufgewiesen habe und auch nicht unter anhaltenden Störungen der Impuls- und Affektkontrolle gelitten habe. An der bisherigen Diagnosestellung werde daher festgehalten. Im Rahmen der Vernehmlassung habe die Beschwerdeführerin
erneut medizinische Unterlagen eingereicht. Diese seien ebenfalls geprüft worden. Insg
e
samt gehe nun aus sämt
lichen vorliegenden Akten der gleiche Sachverhalt hervor. Im Längsschnitt sei weiterhin eine Ar
beitsfähigkeit von 60 % gegeben (S. 1 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerdeschrift vom 4. Mai 2017 (
Urk.
1) dagegen im Wesentlichen geltend, im Juni 2015
(nach der Begutachtung)
sei es zu einer andauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit gekommen. Die Arbeitsfähigkeit liege daher nicht mehr bei
den
gutachterlicherseits
attestierten
60 %, sondern bei höchstens 50 %.
D
ie Beschwer
deführerin
bemängelte
das Gutachten auch in diagnostischer Hinsicht.
Beim Gut
achten handle es sich um eine Momentaufnahme, die für die vom Gutachter be
hauptete «Längsschnittbeurteilung» der Arbeitsunfähigkeit und insbesondere für eine zuverlässige Pro
g
nose zum vornherein untauglich sei.
Die Prognose betref
fend die 60%ige Arbeitsfähigkeit habe sich als zu optimistisch
e
rwiesen. Weiter wäre eine ergänzende Stellungnahme des Gutachters ohne erneute Untersuchung der Beschwerdeführerin nicht zulässig gewesen.
Im Übrigen sei der Gutachter nach Erstattung seines Gutachtens nicht mehr zuständig gewesen.
Es liege
sodann
eine Verletzung von Art. 43 Abs. 1 ATSG vor, weil die Verfügungen im Rahmen der Beanstandungen der Aktenlage widersprechen und auf einer willkürlichen Beweiswürdigung beruhen würden.
Schliesslich sei eventualiter in Nachachtung
von Art. 43 Abs. 1 ATSG -
falls nicht von einer
andauernden
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab Juni 2015 ausgegangen werde mit dauerhafter
Ar
beits
- und Erwerbsunfähigkeit von 50 % - ein unabhängiges psychiatrisches Gut
achten zu erstellen (S. 8 ff.).
3.
3.1
Der medizinisch relevante Sachverhalt
p
räsentiert sich wie folgt:
Im Bericht der
Klinik
I._
vom 11. April 2013 (
Urk.
7/141
/
3) wurden als Beschwerden eine depressive Symptomatik und Ängste, damit zusammenhän
gend auch ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom, genannt.
Am 23. April 2
0
13 schloss die
Klinik
I._
auf eine volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 3. Januar 2013 bis auf Weiteres (
Urk.
7/141
/
2).
3.2
Mit undatiertem Bericht des Sanatoriums
H._
betreffend die stationäre Be
handlung vom 3. Juni
bis 6. September 2013 (
Urk.
7/149) wurde
n als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (Erstmanifestation der depressiven Störung 2001, Beginn der aktuellen Krankheitsperiode Dezember 2012), sowie eine emo
tional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
Typ, festgehalten (S. 1). Die angestammte Tätigkeit als Tierpflegerin wurde
bis mindestens zwei Wochen nach dem Klinikaustritt
als nicht mehr zumutbar beurteilt. Geplant sei die Wiederauf
nahme der bisherigen Tätigkeit
mit reduziertem
Pensum von 50 %. Bei Zustands
verbesserung sei längerfristig eine Aufstockung des Pensums geplant. Zum Zeit
punkt des Austritts sei die Leistungsfähigkei
t
aufgrund der reduzierten Kon
zentrationsfähigkeit und der verminderten Belastbarkeit schätzungsweise um 50 % reduziert (S. 3 f.
; vgl. auch
Urk.
7/175 S. 23 ff.)
.
3.
3
Mit Bericht vom 12. August 2014 (
Urk.
7/171)
schloss
en die Ärzte
d
e
s Sanatori
um
s
H._
auf die gleichen Diagnosen wie im Vorbericht
(S. 1).
Die Beschwer
deführerin sei während der ambulanten Behandlung bis Mai 2014 100 % ar
beits
unfähig gewesen in angesta
mmter
T
ätigkei
t. Bei einer Zustand
sverbesserung sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit denkbar (S. 2 f.).
Am 2. Juli 2014
(
Urk.
7/175 S. 15 f.)
w
ar
bei diagnostizierter rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, festgehalten
worden
,
die Beschwerdeführerin habe sich vom 12. September 2013 bis 7. Januar 2014 und
vom 19. Mä
rz bis 16. Mai 2014 in ambulanter Behandlung des Sanatoriums befunden. Während dieser Behand
lung sei sie aufgrund der depressiven Symptomatik weiterhin zu 100
% arbeits
unfähig gewesen
.
3.
4
Im Bericht der
Klinik
I._
vom
18. Dezember 2014 (
Urk.
7/181)
wurden
eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, bestehend seit der Jugend, sowie de
r
Verdacht auf eine emotional instab
ile Persönlichkeitsstö
rung vom
B
orderline
-Typ gemäss Definition entsprechend seit der Jugend
, diag
nostiziert
(S. 1). In der bisherigen Tätigkeit
als Tierpflegerin
sei die Beschwerde
führerin
seit dem 1. September 2014 bis mindestens Ende Jahr
60 % arbeitsfähig (S.
2
).
3.
5
Dr.
E._
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 12. Mai 2015 (
Urk.
7/196) mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischen Symptomen. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilte er eine Panikstörung sowie eine Zwangsstö
rung, vorwiegend Zwangsgedanken (S. 12).
Die Arbeitsfähigkeit in angestammter sowie in einer Verweistätigkeit schätzte er ab
September 2014
auf 60 %
. Seit der Anmeldung zum Leistungsbezug am 3. Juni 2013 könne von einer 100%igen Ar
beitsunfähigkeit bis am 31. August 2014 ausgegangen werden
(S. 14).
3.
6
Am 6. August 2015 (
Urk.
7/207
/
4
-5
) wurde seite
ns der Integrierten Psychiatrie
G._
eine
histrionische
Persönlichkeitsstörung so
wie eine rezidivierende depressive
Störung
, gegenwärtig mittelgradige
Episode, diagnostiziert (S.
1
).
Vom 17. Juni bis 16. Juli 2015 (stationäre Behandlung) habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (S.
2
).
3.
7
Mit Bericht
vom
15. Oktober 2015 (
Urk.
7/225
S. 1
-3
)
des
Sanatorium
s
H._
, wo sich die Beschwerdeführe
r
i
n vom 20. Juli bis 21. August 2015 in stationärer Behandlung befunden hatte, wurde
als Hauptdiagnose eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, und als Nebendiagnose
der Ver
dacht auf
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
-Typ,
fest
gehalten
(S. 1).
3.
8
Die
Klinik
I._
diagnostizierte mit Bericht vom 10. Dezember 2015 (
Urk.
7/212) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, eine
Dysthymia
sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften und emotional-instabilen Anteilen, gemäss Definition entsprechend seit der Ju
gend (S. 7).
Seit dem 6. Juni 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Tierpflegerin
. Es wurde jedoch darauf hinge
wiesen, dass aktuell ein Arbeitsversuch im Pensum von 30 % im Gange sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu 30 % zumutbar (S. 10).
3.
9
Mit Bericht vom 7. April 2016
(
Urk.
7/217)
schloss die
Klinik
I._
bei
den Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis
mittelgradige Episode, einer
Dysthymia
sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften und emotional-instabilen Anteilen
auf einen sta
tionären Verlauf seit der letzten Berichterstattung (S. 2). Es zeige sich nur eine leichte Verbesserung des Zustandes seit Oktober 201
5.
Die Arbeitsfähigkeit habe mittlerweile auf 40 % gesteigert werden können. Das Ziel sei weiterhin die Errei
chung eines 50 %-Pensums (S. 3).
3.
10
Am 15. Au
gust 2016 (
Urk.
7/225 S. 4
-6
) wurde seitens der
Klinik
I._
ausgeführt, trotz der bisher erreichten Steigerung auf 50 % Arbeitsfähigkeit (Stand August 2016) be
s
tünden weiterhin eine reduzierte psychische Belastbarkeit, einge
schränkte Konzentrationsfähigkeit und ein verminderter Antrieb. Auch in einfa
chen Alltagssituationen und nahezu
allen zwischenmenschlichen Situationen komme die Beschwerdeführerin schnell an ihre Grenzen und es falle ihr oft schwer, die entstandenen Schwierigkeiten adäquat einzuschätzen und entspre
chend zu verändern oder ihr Verhalten anzupassen. Der bisherige Krankheitsver
lauf zeige deutlich, dass es sich um eine
chronifizierte
depressive Störung handle und es trotz entsprechender Massnahmen n
u
r selten und wenn dann zu einer zeitlich begrenzten Besserung der Symptomati
k komme. Die beschriebenen Defi
zite würden sich nichts
destotrotz nicht ausreichend durch eine
chronifizierte
de
pressive Störung erklären lassen, sondern basierten vi
e
lmehr auch auf einer Per
sönlichkeitsstörung. Die Schwierigkeiten bestünden auch, wenn sich die depres
sive Symptomatik bessere. Die Beschwerdeführerin erfülle die Kriterien einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Diese zeige sich in der Rigidität der
Be
schwerdeführerin
, im ausgeprägten Bedürfnis nach Regeln und Ordnung und in entsprechenden Schwierigkeiten bei der Impuls- und Affektkontrolle bei
der F
r
ustration von eben diesem Bedürfnis. Die übermässige Gewissenhaftigkeit und die unverh
ä
ltnismässige Leistung
sbezogenheit wirkten sich insbe
sondere bei der Arbeit negativ aus, da sich die
Beschwerdeführerin
dadurch immer wieder zu viel zumute, weil sie begonn
ene Handlungen schlecht unterbre
chen könne, wenn sie nicht ihrem Perfektionismus entsprächen. Zudem falle es ihr oft schwer, Hand
lungen und Aufgaben überhaupt zu beginnen, da übermässige Zweifel und Vor
sicht bestünden und sie sich durch den beschriebenen Perfektionismus selbst da
ra
n
hindere, mit der Aufgabe zu be
ginnen. Die übermässige Gewissenhaftigkeit, die Rigidität
in Bezug auf eigene Normen,
Moral
und
E
thik,
sowie die Schwierig
keiten, P
läne umzusetzen, aus Angst, Fehler zu begehen, führten zu gravierenden zwischenmenschlichen Schwierigkeiten und könnten nicht ausreichend durch die depressive Symptomatik erklärt werden, da sie
auch in Remissionsphasen weiter
bestünden. Die akte
nanamnestisch bekannten Zwangs
gedanken und -handlun
gen hingegen stünden in direktem Zusammenhang mit der depressiven Sympto
matik.
Es könne festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin ein klar anhaltendes, auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kognitionen, Wahrnehmungen und so
zialer Intera
ktionen zeige. Die Impuls- und A
ffek
t
kontrolle sei ebenfalls einge
schränkt, wobei hier angemerkt werden müsse, dass die zwanghafte Persönlich
keitsstörung die Beschwerdeführerin oft daran hindere, den Impulsen nachzuge
ben. Stattdessen verstärkten sich die Selbstzweifel und es könne zu einer Ver
schlechterung der depressiven Symptomatik kommen. Neben de
r
beschriebenen zwanghaften Persönlichkeitsstörung zeige die
Beschwerdeführerin ebenso emo
tional-instabile wie auch selbstunsichere Anteile respektive Störungen. Momen
tan werde bei erneuter Belastungssituation von einer mittelgradig depressiven Episod
e vor de
m Hintergrund der bekannten rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen. Dies verdeutliche, dass sich der Zustand der
B
eschwerdeführerin trotz der erreichten Stabilität
schnell ändern könne und sie dur
ch Belastungen rasch überfordert sei und nicht adäquat mit den Gefühlen und Impulsen umgehen könne.
Die erreichte 50%ige Arbeitsfähigkeit bringe die
Beschwerdeführerin
bereits ma
ximal an ihre Grenzen. Bei einer weiteren Steigerung würde es zu einer
wieder
holten D
estabilisierung mit notwendigen Klinikaufenthalten kommen.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und der Weiterführung der bisherigen Therapie gehe man davon aus, dass unter Berücksichtigung dessen, dass das beschriebene Krankheits
bild trotz Stabilitä
t Krisen verursachen könne, die Stabilität beibehal
ten werden könne.
3.1
1
In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 7. Oktober 2016 (
Urk.
7/230) führte
Dr.
E._
aus, anlässlich der Exploration vom 21. April 2015 habe die Be
schwerdeführerin sowohl objektiv als auch testpsychologisch leichte depressive Symptome aufgewiesen. Aufgrund der anamnestischen Angaben und der ihm zur Verfügung gestellten medizinischen Akten sei eine rezidivierende depressive Stö
rung diagnostiziert und in der Längsschnittbeurteilung eine 40%ige Arbeitsunfä
higkeit attestiert worden. Eine rezidivierende depressive Störung habe bekannt
lich einen phasenförmigen Verlauf. Im Bericht des Sanatoriums
H._
vom 15. Oktober 2015 anlässlich der
Hospitalisation
vom 20. Juli bis 21. August 2015 sei eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden, die aufgrund der im Bericht beschriebenen Anamnese und der bei Eintritt erhobenen psychopatho
logischen Befunde als plausibel angenommen werden könne. Im gleichen Bericht
sei
festgehalten
worden
, dass die Beschwerdeführerin vor der Zunahme der de
pressiven Symptomatik die antidepressive Medikation schleichend abgesetzt habe.
Damit könne aus seiner S
icht die
Verschlechterung der depressiven Symp
tomatik auf die fehlende prophylaktische medikamentöse Therapie der rezidivie
renden depressiven Störung zurückgeführt werden.
Unter «Therapie und Verlauf» sei dokumentiert wo
r
den, dass die depressive Symptomatik unter einer erneu
t eingeleiteten medikamentösen T
herapie mit dem Antidepressivum
Fluoxetin
und dem Beruhigungsmittel wie auch schlaffördernde
n
Mittel
Olanzapin
rückläufig
gewesen
sei, womit von einer vorübergehenden Verschlechterung der depressiven Symptomatik gegenüber den Untersuchungsbefunden vom 21. April 2015 ausge
gangen werden könne
.
Weiter begründete der Gutachter, warum er nicht auf eine Persönlichkeitsstörung schliesse.
Hierzu
führte
er
au
s, eine Persönlichkeitsstörung entstehe allgemein in der Kindheit aufgrund schwerwiegender traumatischer Ereignisse, werde während der Pubertät geformt und breche
i
m frühen Erwachsenenalter aus. Sie werde cha
rakterisiert durch ein anhaltend auffälliges Verhalt
e
n
s
muster bezüglich Kogni
tionen, Wahrnehmungen und sozialer Interaktionen, du
r
ch eine eingeschränkte Arbeitsleistung sowie durch anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkon
trolle. Die Beschwerdeführerin habe während der Remissionsphasen der diagnos
tizierten rezidivierenden depressiven Störung zwar eine reduzierte, aber doch konstante Arbeitsleistung erbracht, habe kein auffälliges Verhaltensmuster auf
gewiesen und leide auch nicht unter anhaltenden Störungen der Impuls- und Affektkontrolle. Damit könne bei ihr eine Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen werden. Im
Bericht vom
15. August 2016 seien die Persönlichkeitszüge der Be
schwerdeführerin ausführlich beschrieben worden, die aus Sicht des Gutachters nicht zu verneinen seien. Bei einer Persönlichkeitsstörung handle es sich jedoch nicht um ein vorübergehendes, sondern um ein anhaltend auffälliges Verhaltens
muster, was
bei
der Beschwerdeführerin nicht festzustellen gewesen sei. Eine Ak
zentuierung der Persönlichkeitszüge könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, sei im Gegenteil sogar zu bestätigen. Diese könne jedoch nicht einer psychiatri
schen Störung mit Krankheitswert nach ICD-10 zugeordnet werden.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung hielt
Dr.
E._
fest, bei der Beschwerdeführerin könne aufgrund der ihm zur Verfügung
gestellten
Akten von einer Verschlechterung der depressiven Symptomatik nach dem Verzicht auf die prophylaktische Psychopharmakotherapie der diagnostizierten rezidivieren
den depressiven Störung ausgegangen werden, wobei sich die depressive Symp
tomatik nach einer erneuten Einstellung der
Psychopharmakatherapie
rasch ge
bessert habe. Damit könne d
er
Beschwerdeführerin in der Längsschnittbeurteilung
weiterhin eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Während Phasen ei
ner akzentuierten depressiven Symptomatik könne selbstverständlich von einer vorübergehenden höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wer
den. Damit könne die im Bericht vom 15. August 2016 postulierte
chronifizierte
depressive Störung auch bestätigt werden, weshalb vom Gutachter bereits im Gut
achtenbericht vom 12. Mai 2015 eine Längsschnittbeurteilung der Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin vorgenommen worden sei.
3.1
2
Am
7. November 2016 (
Urk.
7/233) wurden seitens der
Klinik
I._
im Wesentlichen die Ausführungen aus dem Bericht vom 15. August 2016 (E. 3.10) im Zusammen
hang mit dem Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung wiederholt.
Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde ergänzt, dass diese nicht ausschliesslic
h auf den Verzicht einer prophy
lak
ti
schen
Psychopharmakatherapie
zurückgeführt werden könne. Vielmehr müsste
n die beschriebenen Komorbidit
äten hier mitbe
rücksichtigt werden, da sich diese ebenfalls massgeblich auf die Funktions- und somit die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es wurde an ein
e
r 50%igen Arbeitsfähig
keit festgehalten.
4.
4.1
4
.
1
.1
Dr.
E._
nahm seine Beurteilung
(
Urk.
7/196)
in Kenntnis der
medizinischen
Aktenlage
(S. 2 ff.)
sowie der
seitens der Beschwerdeführerin
geklagten Be
schwerden
(S.
9 ff.)
vor.
Nach eingehender
Befundaufnahme
inklusive
testpsy
chologische
r Untersuchung (S. 11 f.)
schlos
s
der Gutachter
auf eine rezidivierende depressive
Störung
, gegenwärtig
leichte Episode mit somatischen Symptomen (S. 12)
. Dies
erscheint mit Blick auf die erhobenen Befunde vollumfänglich
nach
vollziehbar. So konnte der
Gutachter
einen weitgehend unauffälligen Befund er
heben
: Die Beschwerdeführerin sei pünktlich zum abgemachten Termin gekom
men und habe das Untersuchungszimmer mit unauffälligem Gang betreten. Sie habe ordentlich gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewirkt. Wäh
rend des Gespräches habe sie auf die gestellten Fragen klare und präzise Antwor
ten gegeben, was auf unauffällige mnestische Funktionen hindeute. Im formalen Denken sei sie leicht verlangsamt gewesen, inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen ergeben. Im Affekt habe die Beschwerdeführerin ängstlich und verunsichert gewirkt, affektlabil, leicht depri
miert, die
a
ffektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert gewesen, sie sei affektiv modulierbar gewesen, ein affektiver Rapport sei gut herstellbar gewesen. In An
trieb und Motorik sei sie unauffällig gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf
eine Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben. Suizidgedanken seien der Beschwer
deführerin bekannt
(S. 11).
In
den testpsychologischen Untersuchungen resultier
te
n eine durchschnittliche Sorgfalt
s- und Konzentrationsleistung b
e
i
leicht un
terdur
c
hschnittlichem Bearbeitungstempo. Die Testausführung erfolgte qualitativ durchschnittlich, quantitativ leicht unterdurchschnittlich. Es
lag
ein leichterer Grad der Beeinträchtigung durch die Angststörung sowie eine leichtgradige de
pressive Symptomatik mit leichter bis mittelschwerer Beeinträchtigungen der Fle
xibilität und Umstellungsfähigkeit, der
Durchhaltefähigkeit,
Selbstbehauptungs
fähigkeit und
der
Gestaltung von Spontanaktivitäten
vor
(S. 11 f.).
4.1.2
Im Zusammenhang
mit
der Diagnosestellung
führte
Dr.
E._
in Kenntnis der Anamnese aus,
aufgrund der anamnestischen Angaben und Aktenlage könne bei der Beschwerdeführerin doch von einer genetischen Vulnerabilität für die Ent
wicklung psychiatrischer Erkrankungen ausgegangen werden. D
ie Kindheit der Beschwerdeführerin sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, wo
mit sich keine Hinweise auf die Bildung einer Persönlichkeitsstörung ergeben würden. Die Beschwerdeführerin sei regelrecht eingeschult worden und habe die öffentliche Primar-, Real- und Sekundarschule besucht. Dabei könnten
bei
ihr sowohl eine Intelligenzminderung als auch Entwicklungs- oder Verhaltensstö
rungen in der Kindheit und Pubertät ausgeschlossen werden. Die psychischen Probleme mit Krankheitswert seien während der Sekundarschulzeit im Sinne einer Panikstörung sowie ab mindestens 2
0
01 mit einem dokumentierten Ausbruch
einer
depressiv
en Störung aufgetreten. Die Bes
c
h
werdeführ
e
rin stehe seit 2001 in regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Trotz therapeu
tischer Massnahmen sei es seit 2001 zu mehreren depressiven Dekompensationen und dazwischenliegenden Remissionsphasen gekommen, weshalb bei der Be
schwerdeführerin in diagnostischer Hinsicht von einer rezidivierenden depressi
ven Störung ausgegangen werden könne. Sowohl gemäss den anamnestischen Angaben als auch der Aktenlage
seien
bei der Beschwerdeführerin im Erwachse
nenalter episodische
paroxymale
Angstzustände
aufgetreten
, weshalb auch die Diagnose einer Panikstörung bestätig
t werden könne. Die in den Beri
c
hten pos
tu
lierten emotion
a
l-instabilen und
histrionischen
Persönlichkeitsstörungen könnten aus Sicht des Gutachters nicht bestätigt werden, womit seine Beurteilung mit derjenigen von
Dr.
B._
anlässlich seines
G
utachtens vom 9. Januar 2007 übereinstimme. Eine Persönlichkeitsstörung werde charakterisiert durch ein an
haltend auffälliges Verhalten
s
muster bezüglich Kognitionen, Wahr
nehm
unge
n
, sozialer Interaktionen und anhaltender Störungen der Impuls- und Affektkon
trolle. Eine Persönlichkeitsstörung werde auch mit einer anhaltend reduzierten
Leistungsfähigkeit beziehungsweise
mit
anhaltend instabilen Leistungen charak
terisiert. Bei der Besc
h
werdeführerin seien während der Remissionsphasen der depressiven Störung keine Verhaltensauffälligkeiten festzustellen g
e
wesen. Wäh
rend der Remissionsphasen habe sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine kon
stante Arbeitsleistung erbringen können, was ganz klar eine anhaltende Störung der Impuls- und Affektkontrolle im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung aus
schliesse
. Sowohl anamnestisch als a
uch aktenmässig sei bei der Bes
c
h
werdefüh
rerin eine Zwangsstörung, vorwiegend Zw
angsgedanken,
aufgetreten
, der
en Ver
lauf allerdings in direktem Zusammenhang mit dem Verlauf der depressiven Symptomatik stehe. Aus Sicht des Gutachters seien erfahrungsgemäss insbeson
dere selbstdestruktive oder aggressive Zwangsgedanken gegenüber anderen häu
fig während depressiver Phasen zu sehen, was auch be
i
der Beschwerdeführerin zu bestätigen sei. Mit einer Beruhigung der depressiven Symptomatik sei es auf
grund der anamnestischen Angaben auch zu einer Linderung der Zwangsgedan
ken und sogar Zwangshandlungen (Putzzwang) gekommen
(S. 13).
4.1.3
Damit begründete der Gutachter s
eine Diagnosestellung eingehend
. In diesem Zu
sammenhang ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass seine Beurteilung hin
sichtlich der
fehlenden
Persönlichkeitsstörung mit derjenigen von
Dr.
B._
in
dessen
Gutachten vom
9.
Januar 2007 (
Urk.
7/
23
) übereinstimmt
, der
von
eine
r
auffällige
n
Persönlichkeitsstruktur
ausging
(
S. 7 ff.)
.
Der
Schluss auf emotional-instabile
respektive akzentuierte
Persönlichkeitszüge (
Urk.
7/196 S. 15
, 7/230 S. 2
), nicht aber auf eine Persönlichkeitsstörung
,
erscheint
auch
mit Blick auf die Ak
tenlage
nachvollziehbar
:
So war die Beschwerdeführerin in der Lage, während zwei Jahren
eine
Ausbildung zur Tierpflegerin im
C._
in einem Vollzeit
pensum zu bewältigen
und
im Anschluss daran zwei Jahre
als Tierpflegerin
dort
zu arbeiten
(
Urk.
7/83, 7/126
)
.
E
s
gelang
ihr, die Ausbildung erfolgreich abzu
schliessen (
Urk.
7/
148 S. 5 f.) und
sie
erhielt auch danach
während ihrer zweijäh
rigen Tätigkeit beim
C._
insgesamt positive Leistungs
beurteilungen
. So wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei im Rahmen ihrer Tätigkeit als Re
vier
tier
pflegerin eigentlich nur auf positive Punkte hingewiesen worden. Sie sei sehr zuverlässig und sehr sauber. Es sei keine Kritik notwendig, die Beschwerde
führerin frage selbständig nach und nehme Verbesserungshinweise interessiert auf. Ihre Stärken seien ihre Zuverlässigkeit, ihr Interesse sowie ihre Umgänglich
keit. Sie arb
eite mehr als nur nach Vorgabe und
sei eine Mitarbeiterin, wie man sie sic
h eigentlich nur wünschen könne. Ein
em
weiteren Bewertungsbogen ist zu entnehmen,
die Beschwerdeführerin erfülle die Voraussetzungen Eigeninitiative, Sauberkeit und Interesse, die bei
der Tätigkeit als
Reviertierpfleger
besonders wichtig seien, vollends.
Man
sei mit ihr wirklich sehr zufrieden
und könne gut
mit ihr reden.
Es herrsche
ein kollegiales Klima und die Beschwerdeführerin nehme Kritik und Lob gerne an. Sie besitze eine sehr gute Eigeninitiative, löse Probleme in Absprache oder auch selber. Sie dürfte mehr Mut zu ihrem Können haben. Sie sei sehr interessiert, selbständig, einfach gut. In einer dritten Beurtei
lung wurde festgehalten, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Sauberkeit und der Umgang mit den Tieren seien besonders wichtige
Kriterien
, die ein Tierpfleger erfüllen müsse. Die Beschwerdeführe
rin arbeite einfach nur top
. Man könne sehr gut mit ihr reden und sie sage offen, was sie denke. Sie setze Kritik sehr gut um. Manch
mal würden die Köpfe zusammenknallen, das
S
chöne sei aber, dass man es aus
diskutieren könne. Die Beschwerdeführerin arbeite sauber und mit sehr viel Elan. Sie bringe eigene Ideen ein. Manche Kritik sollte sie nicht zu persönlich nehmen und sie müsse wissen, dass sie eine gute Tierpflegerin sei (mehr Selbstvertrauen). Man danke ihr für die gute Zusammenarbeit (
Urk.
7/148 S. 7 ff., vgl. auch S. 2). Mit Blick hierauf
ist
der gutachterliche Schluss
auf einen fehlenden Krankheits
wert der auffälligen Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin nicht zu be
anstanden.
4.1.4
Zur unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (60
%
Dr.
E._
, 40
%
Klinik
I._
) ist festzuhalten, dass die Ärzte der
Klinik
I._
die identischen Auffälligkeiten
beschrieben, wie sie auch Gutachter
Dr.
E._
fest
stellte. Ob eine Persönlichkeitsstörung (
Klinik
I._
) oder eine Panik- und Zwangsstö
rung (
Dr.
E._
) vorliegt, ist letztendlich von untergeordneter Bedeutung, weil die konkrete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und nicht die Diagnosestellung relevant ist. Diesbezüglich zeigten die Ärzte der
Klinik
I._
keine Aspekte auf, die der Gutachter nicht erkannt hätte oder ungewürdigt gelassen hätte, weshalb recht
sprechungsgemäss grundsätzlich auf dessen Angaben abzustellen ist. Auch be
gründeten die
I._
-Ärzte nicht weiter, aus welchen konkreten Aspekten sich die um 10
%
höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben und weshalb eine Destabilisierung bereits bei einem Pensum über 50
%
und nicht erst ab einem solchen über 60
%
zu befürchten sein sollte. Diesbezüglich stellten die
I._
-Ärzte namentlich nicht in Abrede, dass die Beschwerdeführerin nach verschlech
tertem Zustand bei eingestellter Medikation rasch Besserung zeigte.
Dr.
E._
seinerseits bestätigte, dass der Zustand der Beschwerdeführerin wechselhaft ist und temporäre Verschlechterungen nicht ausgeschlossen werden können.
Angesichts dieser ärztlichen Darlegungen und dem Umstand, dass sich die (mar
ginal) abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte nicht auf unerkannt gebliebene Fakten stützt und die Einschätzung von
Dr.
E._
den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert entspricht, ist
der Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin - nach vollständiger Arbeitsunfähigkeit - ab September 2014 im Ausmass von 60
%
arbeitsfähig in angestammter und angepasster Tätigkeit ist. Von weiteren Abklärungen, namentlich einem weiteren Gutachten - sind keine abweichenden Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist.
4.1.5
Hinweise auf
die Leistungsfähigkeit
relevant
einschränkende Panikattacken sowie Zwangsstörungen bestanden anlässlich der
Begutachtung
keine
. So konnte test
psychologisch lediglich ein leichter Grad
der Beeinträchtigung durch die A
ngst
störung festgestellt werden
(
Urk.
7/196 S. 11).
Anhaltspunkte für
relevante Ängste und Zwänge ergaben sich
im Übrigen
auch aus den eigenen Angaben der Beschwer
d
eführerin
nicht (
Urk.
7/196 S. 10 f.).
Damit
ist der Schluss darauf, dass die Di
agnosen der Panik- sowie der Zwangsstörung die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin nicht einschr
änkten (S. 12), nachvollziehbar
.
4.1.6
Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
E._
aus
drücklich fest, dass aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung bei der Be
schwerdeführerin in sozialmedizinischer Hinsicht in Bezug auf eine Längsschnitt
beurteilung von einer
anhaltenden
40%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tä
tigkeiten auf dem freien Wirtschaftsmarkt ausgegangen werden könne. Diese sei auf eine anhaltend reduzierte allgemeine psychische Belastbarkeit, eine allgemein reduzierte Durchhaltefähigkeit mit konsequenter vermehrter Erholung
respektive
Regenerationsbedarf, mit anhaltend reduzierter Konzentrationsausdauer und re
duzierter geistiger Flexibilität sowie mit intermittierenden Antriebsstörungen und Störungen der Psychomotorik zurückzuführen (
Urk.
7/196
S. 14).
Diese Schl
uss
folgerung des Gutachters
ist nicht zu beanstanden
. So wäre e
ine 40%ige
Ein
schränkung bei dem anlässlich der Begutachtung erhobenen, im Wesentlichen
unauffälligen
Befund (
Urk.
7/196 S. 11)
nicht gerechtfertigt. Der
Gutachter
be
rücksichtigte jedoch den Längs
schnitt
verlauf
und damit den Verlauf der bisheri
gen
depressiven Episoden und deren Schweregrade
.
Die
Konzentrationsstörun
gen, intermittierende
n
Antriebsstörungen und die reduzierte psychische Belast
barkeit
fanden
Eingang in
seine Beurteilung
.
Die depressiven Episoden waren
ab September 2014 maximal mittelgradig ausgeprägt
(E.
3.3 f
.)
. Auch nach der Be
gutachtung
ist
den Akten keine über eine mittelgradige Episode hinausgehende depressive
Symptomatik
zu entnehmen
(E.
3.6 ff.
)
. Damit beh
ält die Längsschnitt
beurteilung
von
Dr.
E._
-
au
ch ohne
neuerliche
Untersuchung
der Beschwer
deführerin
-
für den Zeitraum nach der Begutachtung
bis zum Verfügungserlass am 2
2.
März 2017
(
Urk.
7/251 ff.)
ihre Gültigkeit.
An der beweiswertigen gut
achterlichen Beurteilung
vermag die seitens der Beschwerdeführerin selbst für
zumutbar erachtete Leistungsfähigkeit
nichts zu ändern
(
zu den Vorbringen:
Urk.
1 S. 8 ff.).
4
.2
Insgesamt ist somit mit
Dr.
E._
darauf zu schliessen, dass bei der Beschwer
deführerin ab Juni 2013
(Neuanmeldung)
keine Arbeitsfähigkeit bestand. Ab der Aufnahme ihrer Erwerbstätigkeit als Tierpflegerin bei
D._
per 1. September 2014 (
Urk.
7/182)
war sie
durchschnittlich zu 60 % arbeitsfähig.
4.3
4.3.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
Mär
z 2018 E. 7.4).
4.3.2
Zum K
omplex «Gesundheitsschädigung»
ist festzuhalten, dass die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde mit der attestierten Arbeitsfähigkeit einhergehen. Die Beschwerdeführerin leidet unter reduzierter Belastbarkeit, eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit und vermindertem Antrieb (E. 3.10). Sie wirkt ängstlich
und verunsichert, affektlabil, leicht deprimiert bei reduzierter affektiver Schwin
gungsfähigkeit (
Urk.
7/196/11). Auch die
Behandlungs- und Eingliederungser
folg
e decken sich mit der gutachterlichen Einschätzung. So hat die Beschwerde
führerin teilweise Rückfälle, erholt sich unter passender Medikation und Therapie aber rasch und kann die Arbeitstätigkeit jeweils wieder aufnehmen. Als Komor
biditäten besteht eine Panik- sowie Zwangsstörung respektive eine Persönlich
keitsproblematik. Die persönlichen Ressourcen sind - nicht zuletzt wegen der Per
sönlichkeitsstruktur - eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin lebt alleine, die Trennung im Rahmen der letzten Partnerschaft erfolgte gemäss Beschwerdefüh
rerin wegen ihrer Erkrankung. Sie arbeitet wohl in Teilzeit, wo keine besonderen Probleme bestehen abgesehen davon, dass sie sich mit sehr vielen psychosozialen Problemen auseinandersetzen muss. Überall wo sie mit Menschen zu tun hat, nimmt sie deren Sorgen in sich auf (
Urk.
7/196/8-9). Das
Aktivitätenniveau
der Beschwerdeführerin ist eingeschränkt. So arbeitet sie in Teilzeit und braucht die
Hilfe von
Spitex sowie Wochenpläne
n und
versucht sie
,
sich im Alltag zu struk
turieren und sich weder zu über- noch zu unterfordern (
Urk.
7/212/8). Der
be
handlungs
- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesene Leidens
druck ent
spricht ebenfalls der attestierten Arbeitsunfähigkeit. So ist die Beschwerdeführe
rin dauerhaft in ambulanter therapeutischer Behandlung und nach Bedarf auch in stationärer. Die Resultate erlauben nach Rückfällen jeweils wieder die Aus
übung ihrer Arbeit in Teilzeit.
Eine Gesamtschau über alle Indikatoren ergibt, dass die Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit von 40
%
ab September 2014 plausibel erscheint. Davor ist eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Davon ist auszugehen.
4.4
Eine (andauernde) gesundheitliche Verschlechterung nach der Begutachtung (
Urk.
1 S. 9 ff., namentlich S. 13
Ziff.
28) ist nicht erstellt. So begab sich die Beschwerdeführerin wohl ab Juni 2015 wieder in stationäre Behandlung (E. 3.6-7), doch wurden dabei keine abweichenden neuen Befunde erhoben. Der Gutach
ter hatte einen wechselnden Verlauf beschrieben, was auch eine zwischenzeitliche Verschlechterung beinhaltet. Die
Hospitalisationen
dauerten indes weniger als drei Monate (bis Mitte August 2015) und sind demgemäss nicht geeignet, eine Revision zu begründen.
5.
Die Beschwerdegegnerin berechnete den Invaliditätsgrad sinngemäss anhand ei
nes Prozentvergleiches, was nicht zu beanstanden ist, ist doch die Beschwerde
führerin in jeglicher Tätigkeit noch 60
%
arbeitsfähig. Ein zusätzlicher leidens
bedingter Abzug vom Tabellenlohn ist nicht angezeigt (
Urk.
1 S. 13
Ziff.
30). Der
Bedarf an Teilzeitarbeit führt statistisch gesehen nicht zu einer tieferen
Entlöh
nung
(vgl. etwa Bundesamt für Statistik, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach
Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung
, Tabelle T18, 2014 und 2016, Lohnniveau 4). Der erhöhte Pausenbedarf und die Einschränkungen in der Konzentration sowie Durchhaltevermögen sind durch die bloss noch teilzeit
liche Arbeitstätigkeit abgegolten. Der Gutachter begründete die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit damit. Über das Attest hinaus sind keine weiteren Einschrän
kungen ersichtlich. Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn sind damit nicht ersichtlich.
Damit entspricht der Invaliditätsgrad der Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit. Es resultiert bei 40
%
der von der Beschwerdegegnerin gewährte Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.
6
.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Beschwerdeführerin beantragte in
ihrer
Beschwerde vom
4. Mai 2017
(Urk. 1) die
unentgeltliche
Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
,
Zürich,
als
unentgeltliche
n
Rechtsvertreter
. Die Prozessführung
er
sch
ei
n
t
nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit
der Beschwerdeführerin
ist ausgewiesen (
Urk.
3/6
) und eine
Rechtsverbeiständung
geboten. Ih
r
ist daher die
unentgeltliche
Rechtspflege unter Bestellung von
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
, Zürich, als
un
entgeltliche
r
Rechtsbeista
nd zu gewähren.
6
.
2
D
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzuset
zen. Diese sind ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen, infolge der bewilligten
unentgeltliche
n
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
6.3
Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters, Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler, ist nach Einsicht in seine Kostennote vom 3
0.
Juni 2017 (
Urk.
9) auf
Fr.
3'059.10 festzulegen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.