# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3eb4f231-aa97-456a-88e9-f74f5b1037d7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A/1. X._ geboren am _ 1988, und Z._, geboren am _ 1983, schlossen am _ 2006 in O.1_ die Ehe. Am _ 2007 wurde Y._ geboren und am _ 2008 kamen die Zwillinge A._ und B._ zur Welt.
A/2. Nachdem bereits Ende 2008 Kindesschutzmassnahmen angeordnet worden waren, wurde am 16. Juni 2009 mit Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde des Kreises Albula über Y._ und ihre Schwestern A._ und B._ eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB errichtet. Nach mehreren Beistandswechseln sowie weiteren kindesschutzrechtlichen Massnahmen ernannte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelbünden/Moesa mit Entscheid vom 16. Mai 2013 C._ zum Beistand nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die drei Mädchen.
A/3. Am 1. Oktober 2010 trennte sich das Ehepaar X./Z._. Mit Eheschutzentscheid vom 10. Juli 2012 genehmigte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Hinterrhein die von den Parteien am 25./27. Juni 2012 unterzeichnete Trennungsvereinbarung. Darin wurde die Obhut über die drei Töchter für die Dauer des Getrenntlebens X._ zugeteilt, während Z._ ein Besuchsrecht erhielt.
A/4. Am 15. Januar 2013 reichte X._ beim Bezirksgericht Hinterrhein eine Scheidungsklage ein. Mit Massnahmeentscheid der Einzelrichterin in Zivilsachen am Bezirksgericht Hinterrhein vom 6. März 2013 wurde das Besuchsrecht von Z._ auf begleitete Besuchstage bei der KJBE in Chur beschränkt. Am 27. März 2013 fand die Einigungsverhandlung im Scheidungsverfahren statt. In deren Rahmen hielt der Rechtsvertreter von X._ fest, dass die älteste Tochter und das jüngste Kind, das noch geboren werde, nach Angaben seiner Mandantin nicht von Z._ stammten. Am 4. Juli 2013 zog X._ die Scheidungsklage zurück, worauf das Verfahren mit Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 16. September 2013 abgeschrieben wurde. Mit Urteil vom 16. Januar 2014 wurde die Ehe zwischen X._ und Z._ schliesslich vom Bezirksgericht Horgen geschieden. In der Vereinbarung über die Scheidungsfolgen wurde Z._ für die Kinder Y._, A._ und B._ ein Besuchsrecht eingeräumt.
A/5. Am 27. Mai 2013 und damit noch während der Ehe mit Z._ hatte X._ ihren Sohn D._ geboren. Mit Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein
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vom 22. April 2014 wurde die diesen betreffende Klage auf Anfechtung der Vaterschaft gutgeheissen.
B/1. Mit Eingabe vom 22. Februar 2014 (Poststempel) erhob Z._, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Egli, beim Bezirksgericht Hinterrhein eine Klage auf Anfechtung der Vaterschaft. Er stellte folgende Rechtsbegehren:
„1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass der Kläger nicht der Vater des am 28. August 2007 geborenen Kindes Y._ ist;
2. Das Kindsverhältnis zwischen dem Kläger und der beklagten Tochter sei rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt des Kindes gerichtlich aufzuheben;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der beklagten Mutter und des beklagten Kindes.
4. Es sei dem Kläger zudem die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person des Schreibenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben.“
B/2. Der Beistand von Y._, C._, führte in seiner Klageantwort vom 28. März 2014 aus, es befremde ihn, dass der bisher angenommene Kindsvater seine Vaterschaft anzweifle. Er betrachte dies aber als sein Recht und sei der Ansicht, dass es für Y._ wichtig sei, dass sie definitiv erfahre, ob Z._ ihr Vater sei oder nicht.
B/3. X._, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Schwarz, beantragte in ihrer Klageantwort vom 7. Mai 2014, was folgt:
„1. Es sei die Klage des Klägers auf Anfechtung der Vaterschaft zur Beklagten 1 und Aufhebung des Kindsverhältnisses zwischen dem Kläger und der Beklagten 1 abzuweisen;
sodann stelle ich folgenden prozessualen Antrag:
2. es sei der Beklagten 2 die umfassende unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person des Unterzeichnenden einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MWST zu Lasten des Klägers.”
B/4. Z._ reichte am 28. Mai 2014 eine Stellungnahme zur Klageantwort von X._ ein.
C/1. Am 4. Juni 2014 erliess der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Beweisverfügung. Darin ordnete er unter anderem eine Vaterschaftsabklärung mittels DNA-Analyse an.
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C/2. In der Vaterschaftsabklärung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 17. Juli 2014 gelangten die Gutachter zum Schluss, dass Z._ als Vater von Y._ ausgeschlossen werden könne. Seine Vaterschaft sei genetisch nicht möglich.
C/3. X._ führte in ihrer Stellungnahme vom 21. August 2014 in der Folge aus, dass sie trotz dieses Gutachtens an den mit der Klageantwort vom 7. Mai 2014 gestellten Anträgen festhalte. Auch Z._ hielt in seinem Schreiben vom 1. September 2014 an seine bisherigen Ausführungen fest.
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein fand am 30. September 2014 statt. Mit Entscheid vom 30. September 2014, mitgeteilt am 23. Dezember 2014, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:
„1. Das Kindesverhältnis zwischen Y._, geboren am _ 2007, und Z._, geboren am _ 1983, wird rückwirkend auf den Zeitpunkt der Geburt von Y._ aufgehoben.
2. a) Die Gerichtskosten in Höhe von 4'575.00 (Entscheidgebühr CHF 3'000.00, Kosten der Beweisführung CHF 1'575.00) werden X._ auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons Graubünden auf die Gerichtskasse genommen. X._ wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
b) Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Klägers wird - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 2'412.70 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
d) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Beklagten 2 wird - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 2'830.80 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations