# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d760e0b-44a6-5397-a885-68a19fc256c1
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.B., geb. 1970, österreichischer Staatsangehöriger, reiste am 28. August
1993 zu seiner in der Schweiz niedergelassenen Ehefrau in die Schweiz ein und erhielt
eine Aufenthaltsbewilligung (act. 16/10/Doss. A.B., S. 392). Nachdem er das Land
zwischenzeitlich für rund zwei Jahre verlassen hatte, reiste er am 1. Juni 1997 aus
Luxemburg erneut in die Schweiz ein und kam im Rahmen des Familiennachzugs in
den Genuss einer neuerlichen Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 3. Juni 2002 verfügt er
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nunmehr über eine Niederlassungsbewilligung (Kontrollfrist: 31.05.2017; act. 16/10/
Doss. A.B., S. 359).
B.
a. Mit Bussenverfügung vom 24. Juni 2009 (act. 16/10/Doss. A.B., S. 376 f.) sprach das
Untersuchungsamt Gossau A.B. der groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig
und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu je CHF 190
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren und zu einer Busse von CHF 1‘300.
b. Mit Entscheid vom 10. Oktober 2011 (act. 16/10/Doss. A.B., S. 333 ff.) sprach das
Kreisgericht St. Gallen A.B. des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen
qualifizierten Veruntreuung, der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung, der
mehrfachen Urkundenfälschung, der Unterlassung der Buchführung, der Misswirtschaft
und der Widerhandlung gegen das Bankengesetz schuldig und verurteilte ihn – unter
Berücksichtigung der mit der Bussenverfügung vom 24. Juni 2009 verhängten Sanktion
– zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Freiheitsstrafe. Nachdem A.B. gegen diesen
Strafentscheid zunächst Berufung beim Kantonsgericht einlegte, zog er diese später
zurück. Daraufhin wurde das Berufungsverfahren mit Entscheid vom 6. November 2012
abgeschrieben (act. 16/10/Doss. A.B., S. 329 ff.). A.B. befand sich seit dem
7. Dezember 2010 im (vorzeitigen) Strafvollzug (act. 16/10/Doss. A.B., S. 374 f.).
C. Mit Verfügung vom 5. November 2013 (act. 16/10/Doss. A.B., S. 16 ff.)
widerrief das Migrationsamt nach Gewährung des rechtlichen Gehörs die
Niederlassungsbewilligung von A.B. Es begründete dies im Wesentlichen damit, dass
A.B. angesichts der strafrechtlichen Verurteilungen zu sehr schweren Klagen Anlass
gegeben habe. Die Voraussetzungen eines Bewilligungswiderrufs gemäss Art. 63 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 16. Dezember 2005 (SR
142.20, AuG) seien zweifelsfrei erfüllt. Angesichts der Schwere der Straftat sei eine
Gefährdung, welche Grundinteressen der Gesellschaft berühre, gegeben. Aufgrund der
langjährigen Deliktstätigkeit, den vielen Geschädigten und der riesigen Deliktsumme sei
erstellt, dass A.B. eine zukünftige, tatsächliche und hinreichende Gefährdung der
Öffentlichkeit im Sinn von Art. 5 Anhang I des Abkommens zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft
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und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA)
darstelle. Eine Ausreise nach Österreich bedeute für A.B. keine unzumutbare Härte. Zu
berücksichtigen sei dabei insbesondere, dass sich das Heimatland von A.B. und seiner
Ehefrau, Österreich, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz befinde und auch
keine grossen kulturellen Unterschiede bestünden. Das öffentliche Interesse an der
Fernhaltung von A.B. überwiege sein Interesse, in der Schweiz bleiben zu können.
D. Gegen diese Verfügung legte A.B., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Benno Lindegger, St. Gallen, am 19. November 2013 beim Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen Rekurs ein (act. 10/1 und 8). Die
Rekursinstanz bestätigte die angefochtene Verfügung mit Entscheid vom 28. Mai 2014
(act. 2). Sie war in Übereinstimmung mit der Vorinstanz der Ansicht, dass von A.B.
aufgrund der gezeigten Delinquenz, der langjährigen Kriminalität, der erheblichen
kriminellen Energie und der massiven Verschuldung bei schwer betroffener
Gläubigerschaft nach wie vor eine gegenwärtige, tatsächliche und hinreichend schwere
Gefährdung im Sinn von Art. 5 Anhang I FZA ausgehe. Angesichts des vorliegend
grossen öffentlichen Fernhalteinteresses sei der Bewilligungswiderruf auch dann
zulässig, wenn dadurch gelebte Familienverhältnisse getrennt würden. Die
Einschränkung der Freizügigkeit sei im vorliegenden Fall gerechtfertigt.
E. Dagegen erhob A.B. (Beschwerdeführer) am 12. Juni 2014 beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde (act. 1). Er beantragte, der
angefochtene Entscheid und die Verfügung des Migrationsamts vom 5. November
2013 seien vollumfänglich aufzuheben (Anträge Ziff. 1); dem Beschwerdeführer sei die
Niederlassungsbewilligung weiterhin zu gewähren und von einem Einreiseverbot ihm
gegenüber sei abzusehen (Ziff. 2); unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Ziff. 3).
Mit Beschwerdeergänzung vom 8. September 2014 (act. 13) führte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er anerkenne, dass mit der Strafausfällung
objektiv ein Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b
AuG gesetzt sei. Entgegen den Vorinstanzen bestreite er indessen, dass ein Widerruf
seiner Niederlassungsbewilligung verhältnismässig sei. Es bestünden keinerlei Gründe
und vor allem nicht die öffentliche Ordnung, welche den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers verlangen würden. Eine
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Rückfallgefahr beim Beschwerdeführer sei nicht erkennbar und dessen Fernhalten/
Aussperren aus der Schweiz sei nicht verhältnismässig – gerade nicht vor dem
Hintergrund des Schutzes des Familienlebens, wozu auch die Ehefrau gehöre.
F. Mit Vernehmlassung vom 22. September 2014 (act. 15) beantragte das
Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) Abweisung der Beschwerde. Unter
Verzicht auf ergänzende Bemerkungen verwies es auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid.
G. Am 18. November 2014 (act. 18) verfügte das Sicherheits- und
Justizdepartement unter anderem, dass der Beschwerdeführer bei weiterhin klaglosem
Verhalten frühestens am 6. Dezember 2014 bedingt aus der Strafanstalt Gmünden
entlassen werde, sobald sein Lebensunterhalt gesichert sei, er sich über eine
Unterkunft und eine geeignete Arbeitsstelle ausweisen könne sowie die
Zusammenarbeit mit der Bewährungshilfe geregelt sei.
Gemäss Vollzugsschlussbericht und Vollzugsbescheinigung der Strafanstalt Gmünden
vom 6. bzw. 8. Dezember 2014 (act. 20.1 und 20.2) wurde der Beschwerdeführer am
6. Dezember 2014 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Aus diesen Akten geht
ferner hervor, dass der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung Wohnsitz bei seiner
Ehefrau in X. nahm und bei der Firma Q. AG in Wil eine Arbeitsstelle antrat.
H. Auf die übrigen von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die am 12. Juni
2014 und innert verlängerter Frist (act. 5, 8, 10 und 12) am 8. September 2014
eingereichten Beschwerdeeingaben (act. 1 und 13) entsprechen formal, inhaltlich und
bis
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zeitlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt von Erwägungen
1.1 und 1.2 – einzutreten.
1.1. Der Beschwerdeführer beantragt unter anderem die Aufhebung der
(erstinstanzlichen) Verfügung des Migrationsamts vom 5. November 2013. Diese ist
durch den angefochtenen Rechtsmittelentscheid vom 28. Mai 2014 ersetzt worden
(«Devolutiveffekt», vgl. z.B. BGE 129 II 438 E. 1 mit Hinweisen; VerwGE B 2012/239
vom 16. April 2014 E. 1, www.gerichte.sg.ch), weshalb die selbständige Anfechtung
dieser Verfügung ausgeschlossen und auf den entsprechenden Antrag nicht
einzutreten ist. Inhaltlich gilt die Verfügung aber immerhin als mitangefochten.
1.2. Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer, von einem Einreiseverbot ihm
gegenüber sei abzusehen. Ein solches Verbot bildet indes nicht Gegenstand des
angefochtenen Entscheides, weshalb es auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren
nicht zum Streitgegenstand werden kann (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 478, 579). Auf
den Antrag des Beschwerdeführers betreffend Einreiseverbot ist somit nicht
einzutreten.
2. Streitig ist, ob der vom Migrationsamt verfügte Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Entscheid zu
Recht bestätigt wurde. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AuG gilt für Ausländerinnen und
Ausländer das AuG, soweit keine anderen Bestimmungen des Bundesrechts oder von
der Schweiz abgeschlossene völkerrechtliche Verträge zur Anwendung gelangen. Für
Angehörige der EU- und EFTA-Staaten und ihre Familienmitglieder sowie gewisse
Dienstleistungserbringer kommt es subsidiär zur Anwendung, soweit nicht das FZA
bzw. die entsprechenden Assoziierungsabkommen mit den EFTA-Staaten
abweichende Bestimmungen enthalten oder wenn es günstigere Bestimmungen
vorsieht (Art. 2 Abs. 2 AuG; Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 3. Auflage,
Zürich 2012, Rz. 2 zu Art. 2 AuG).
Auf den Beschwerdeführer, der österreichischer Staatsbürger ist und der mit einer in
der Schweiz niedergelassenen Österreicherin verheiratet ist, sind somit in erster Linie
die Bestimmungen des FZA anwendbar. Die Niederlassungsbewilligung EU/EFTA wird
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allerdings nach Massgabe des nationalen Rechts erlassen und entzogen (vgl. Art. 2
Abs. 2 AuG, Art. 5 und Art. 23 Abs. 2 der Verordnung über die Einführung des freien
Personenverkehrs [SR 142.203, VEP]). In Anwendung von Art. 5 Anhang I FZA ist dabei
zu berücksichtigen, dass eine Niederlassungsbewilligung nur widerrufen werden darf,
wenn eine hinreichend schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen
Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit vorliegt (vgl. BGE 130 II 176 E. 3.4.1 und 4.2).
Eine strafrechtliche Verurteilung kann diese Anforderung erfüllen, wenn die betreffende
Person mit der begangenen Tat ein persönliches Verhalten zeigt, welches eine künftige
Gefährdung der öffentlichen Ordnung als wahrscheinlich erscheinen lässt. Es ist mit
anderen Worten möglich, dass schon allein das vergangene Verhalten den Tatbestand
einer solchen gegenwärtigen bzw. künftigen Gefährdung der öffentlichen Ordnung
erfüllt (BGE 130 II 176 E. 3.4.1). Zu beachten ist allerdings, dass eine auf Grund einer
strafrechtlichen Verurteilung ausgesprochene Ausweisung ohne Berücksichtigung des
persönlichen Verhaltens oder der vom Täter ausgehenden Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung nicht zulässig ist; ausschlaggebend darf "ausschliesslich das
persönliche Verhalten der in Betracht kommenden Einzelperson" sein (Art. 3 Abs. 1 der
Richtlinie 64/221/EWG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA). Die ausländische
Person, gegen welche die ausländerrechtlichen Massnahmen ergriffen werden, muss
durch ihr persönliches Verhalten zu diesen Massnahmen Anlass gegeben haben (BGE
130 II 176 E. 3.4.1; BGer 2C_15/2009 vom 17. Juni 2009 E. 4.1). Art. 5 Anhang I FZA
steht demnach Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalpräventiven Gründen
verfügt werden (BGE 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 3.4.1; 129 II 15 E. 7.1; BGer
2C_194/2014 vom 25. November 2014 E. 2.2; 2C_407/2013 vom 15. November 2013
E. 3.2).
Auch bei einer Verweigerung des Aufenthaltsrechts aus Gründen der öffentlichen
Ordnung, welche auf Art. 5 Anhang I FZA gestützt wird, ist vorausgesetzt, dass diese
angemessen ist (Art. 96 AuG). Entscheidend ist demnach eine
Verhältnismässigkeitsprüfung, die gestützt auf die gesamten Umstände des Einzelfalls
vorzunehmen ist (BGE 130 II 176 E. 3.3.4). Dabei sind praxisgemäss namentlich die
Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat
vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner
Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; 135 II 377 E.
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4.3). Die Behörde, welche über die Beendigung des Aufenthalts entscheidet, hat
einespezifische Gesamtwürdigung der Umstände unter dem Blickwinkel der
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vorzunehmen; diese stimmt nicht
zwingend mit der strafrechtlichen Würdigung eines Verhaltens überein (BGer
2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 2.3; BGer 2C_15/2009 vom 17. Juni 2009 E. 4.1).
3.
3.1. Die Niederlassungsbewilligung kann unter anderem widerrufen werden, wenn
ein Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, das heisst zu einer solchen von
mehr als einem Jahr verurteilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht
kumuliert werden (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG; BGE 137 II
297 E. 2). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder
unbedingt ausgesprochen wurde (BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein
Widerruf ist zudem zulässig, wenn ein Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat
oder diese gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Dies ist regelmässig dann der Fall,
wenn er durch seine Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in
Gefahr bringt. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist aber auch dann
zulässig, wenn der Ausländer sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht
beeindrucken lässt und damit zeigt, dass er auch künftig weder gewillt noch fähig ist,
sich an die Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung
zu prüfen ist (BGer 2C_839/2011 vom 28. Februar 2012 E. 2.1). Die genannten
Widerrufsgründe gelten auch bei Niederlassungsbewilligungen ausländischer
Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in
der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG).
3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet mit Recht nicht, dass er den Widerrufsgrund
von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG gesetzt hat, nachdem er am
10. Oktober 2011 mit rechtskräftigem Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen (act.
16/10/Doss. A.B. S. 48 ff.) zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Jahren
verurteilt wurde. Weil die Widerrufsgründe von Art. 63 Abs. 1 lit. a und b AuG alternativ
zu verstehen sind und es ausreicht, dass einer davon vorliegt, damit die objektiven
Voraussetzungen für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung erfüllt sind (BGer
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2C_242/ 2011 vom 23. September 2011 E. 3.3.1), muss auf die Frage, ob der
Beschwerdeführer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG verstossen hat oder diese gefährdet,
nicht weiter eingegangen werden.
4. Es stellt sich somit die Frage, ob vom Beschwerdeführer eine gegenwärtige
und hinreichend schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit – wie
sie Art. 5 Anhang I FZA vorliegend verlangt – ausgeht. Die Annahme einer
Rückfallgefahr im Sinn von Art. 5 Anhang I FZA setzt keine Gewissheit voraus, dass ein
Straftäter mit Sicherheit weiter delinquieren wird; ebenso wenig kann für die
Verneinung einer Rückfallgefahr verlangt werden, dass überhaupt kein Restrisiko einer
Straftat besteht. Aus der früheren Begehung einer Straftat darf nicht automatisch auf
eine gegenwärtige Gefährdung geschlossen werden. Die Ausweisung wegen einer
einzigen strafrechtlichen Verurteilung hält vor Art. 5 Anhang I FZA aber stand, wenn aus
dem während der Straftat gezeigten Verhalten des Täters hervorgeht, dass mit
hinreichender Wahrscheinlichkeit weitere schwere Straftaten zu erwarten sind. Je
schwerer die befürchtete Rechtsgutsverletzung wiegt, umso niedriger sind die
Anforderungen an die Wahrscheinlichkeit einer Rückfallgefahr anzusetzen (BGE 139 II
121 E. 5.3; 136 II 5 E. 4.2; 130 II 176 E. 4.3.1; BGer 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E.
4.3, nicht publ. in: BGE 137 II 233; BGer 2C_194/2014 vom 25. November 2014 E. 2.2;
BGer 2C_1141/2012 vom 1. Mai 2013 E. 2.1). Als schwerwiegende
Rechtsgutsverletzungen gelten Beeinträchtigungen der physischen, psychischen und
sexuellen Integrität, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und namentlich
Terrorismus oder Menschenhandel (BGE 139 II 121 E. 6.3 mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung zu Art. 5 Anhang I FZA). Dies bedeutet allerdings nicht, dass
Entfernungsmassnahmen im Rahmen des FZA gegenüber einem Ausländer, der
„bloss“ wegen Vermögensdelikten verurteilt worden ist, unzulässig wären (BGer 2C.
839/2011 E. 3.1).
4.1. Die Gründe der Verurteilung des Beschwerdeführers zu einer Freiheitsstrafe
von sechs Jahren wiegen sehr schwer und lassen diesen in einem schlechten Licht
erscheinen. Der Beschwerdeführer hat sich gemäss den Darlegungen des Kreisgerichts
(Entscheid vom 10. Oktober 2011, act. 16/10/Doss. A.B. S. 48 ff.; insb. S. 137 ff.)
zusammen mit seinem Bruder über Jahre hinweg unrechtmässig bereichert, indem er
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Gelder von mehreren Hundert Anlegern entgegengenommen habe, welche er in der
Folge für die Aufrechterhaltung eines Schneeballsystems verwendet habe. Der
Schaden für die geprellten Anleger sei über sieben Jahre hinweg auf CHF 50 Millionen
angestiegen, und es seien auch Freizügigkeitsguthaben missbraucht worden. Bei
diesen deliktischen Tätigkeiten habe sich der Beschwerdeführer des gewerbsmässigen
Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Misswirtschaft, der mehrfachen
Urkundenfälschung, der Unterlassung der Buchführung, der mehrfachen qualifizierten
Veruntreuung und der Widerhandlung gegen das Bankengesetz schuldig gemacht. Das
ausgeklügelte Vorgehen über mehrere Gesellschaften, der hohe Organisationsgrad
sowie der Einsatz von Strohleuten habe – gemäss den Erwägungen des Kreisgerichts –
eine hohe kriminelle Energie erfordert. Der Beschwerdeführer sei nicht davor
zurückgeschreckt, weitere Delikte zu begehen, bis das aufgebaute Schneeballsystem
endgültig zusammengebrochen sei und praktisch alle irgendwie erhältlich zu
machenden Gelder missbräuchlich verbraucht gewesen seien. Das Verschulden des
Beschwerdeführers wiege zusätzlich schwer, weil er das Vertrauen seiner Landsleute
und Glaubensbrüder missbraucht habe und ein Teil des Schadens aus
Pensionskassen- und Freizügigkeitsguthaben bestanden habe. Im Weiteren hat das
Kreisgericht den Umstand, dass der Beschwerdeführer auf Kosten anderer ein
luxuriöses Leben geführt hat, als straferhöhend berücksichtigt. Strafmindernd wirke
sein Verhalten nach der Tat, wobei aber zu berücksichtigen sei, dass das Geständnis
auf Druck der Ereignisse erfolgt sei. Immerhin sei es umfassend und teilweise vor
aufgezeigter aussichtsloser Beweislage erfolgt. Sodann habe sich der
Beschwerdeführer bei der Aufklärung der Straftaten kooperativ verhalten.
4.2. Mit Blick auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung hat die Vorinstanz
den Umstand, dass der Beschwerdeführer nur einmal verurteilt worden ist, mit Recht
insofern relativiert, als die Verurteilung nicht einen Einzelakt, sondern Serienbetrüge
über einen Zeitraum von mehreren Jahren erfasste. Von einer „bloss“ episodischen
Delinquenz kann deshalb nicht gesprochen werden. Vielmehr geht aus den
Darlegungen des Kreisgerichts hervor, dass der Beschwerdeführer während mehr als
fünf Jahren wiederholt und planmässig schwere Vermögensdelikte begangen hat.
Damit erscheint ein grundlegendes Interesse der Gesellschaft hinreichend schwer im
Sinn der Rechtsprechung zu Art. 5 Anhang I FZA betroffen (BGer 2C_839/2011 vom
28. Februar 2011 E. 3.2). Hinzu kommt, dass das dargestellte deliktische Verhalten des
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Beschwerdeführers eine nicht leicht zu nehmende Bedenkenlosigkeit bzw.
Rücksichtslosigkeit erkennen lässt. Nicht nur hat der Beschwerdeführer eine sehr
grosse Zahl Geschädigter und einen ausserordentlich hohen Vermögensschaden
hinterlassen. Auch nahm er in Kauf, dass die Geschädigten teils empfindliche Verluste
in ihrer Altersvorsorge erlitten und nunmehr markante Einbussen in ihrer Lebensqualität
hinzunehmen haben bzw. durch die öffentliche Hand unterstützt werden müssen. Im
Licht dieser schwerwiegenden Umstände, der an den Tag gelegten kriminellen Energie
sowie angesichts der Höhe der verhängten Freiheitsstrafe ist dem Beschwerdeführer in
ausländerrechtlicher Hinsicht ein schweres Verschulden anzulasten. Dabei spielt es
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keine Rolle, dass er keine Gewalt-,
Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte begangen hat (BGer 2C.839/2011 E. 3.1).
Dass die Vorinstanz ernsthafte Zweifel an der zukünftigen Deliktsfreiheit des
Beschwerdeführers hegte und in den Umständen, welche der strafrechtlichen
Verurteilung zugrunde lagen, ein persönliches Verhalten erblickte, welches eine
gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung im Sinn von Art. 5 Anhang I FZA
darstellt, ist nicht zu beanstanden. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt,
vermag daran nichts zu ändern.
4.3.
4.3.1. Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, er solle nach Verbüssung
von zwei Dritteln der Freiheitsstrafe, d.h. nach vier von sechs Jahren am 7. Dezember
2014 bedingt entlassen werden. Daraus könne geschlossen werden, dass keine
Rückfallgefahr mehr bestehe. Eine gegenteilige Annahme widerspreche diametral der
Beurteilung durch die zuständige Strafvollzugsbehörde. Der Beurteilung der Vorinstanz
komme gegenüber der Fachbehörde umso weniger Bedeutung zu, als die
Schlussfolgerungen der Vorinstanz auf blossem Aktenstudium basierten.
Entgegen dieser Auffassung ist der Umstand, dass der Beschwerdeführer bedingt aus
dem Strafvollzug entlassen wurde, durchaus mit der Beurteilung der Rückfallgefahr,
welche die Vorinstanz im Rahmen des ausländerrechtlichen Verfahrens vorgenommen
hat, vereinbar. Eine aus der Sicht des Massnahmenvollzugs positive Entwicklung oder
ein klagloses Verhalten im Strafvollzug schliesst eine Rückfallgefahr und eine
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fremdenpolizeiliche Ausweisung nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2; BGE 125 II 521 E.
4a/bb; BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3 und 2C_832/2009 vom 29. Juni
2010 E. 4.3). Strafrecht und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind
unabhängig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat neben
der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; für die
Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das Interesse der öffentlichen Ordnung
und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und
Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (BGer 2A.103/2005 vom
4. August 2005 E. 4.2.2; Nägeli/Schoch, Ausländische Personen als Straftäterinnen und
Straftäter, in: Ausländerrecht, Uebersax und andere [Hrsg.], 2. Aufl. 2009, S. 1163).
Entsprechend kann aus dem Umstand, dass ein Straftäter bedingt aus dem
Strafvollzug entlassen wird, wohl abgeleitet werden, dass er sich im Strafvollzug
wohlverhalten hat und nach strafrechtlichen Massstäben eine nicht ungünstige
Prognose über sein Verhalten nach der Entlassung gestellt wurde (Trechsel/Aebersold,
in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 86, Rz. 8). Es
kann daraus indessen nicht geschlossen werden, es gehe nach fremdenpolizeilichen
Massstäben keine Gefahr mehr von ihm aus (BGE 130 II 176 E. 4.3.3), zumal die
bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug nach dem klaren Willen des Gesetzgebers
die Regel bilden soll (BGE 133 IV 201 E. 3.2).
4.3.2. Der Beschwerdeführer bringt sodann verschiedene Umstände vor, aus denen
hervorgehen soll, dass eine zukünftige Delinquenz ausgeschlossen sei. So sei zu
bedenken, dass ein fortgesetztes Delinquieren nach der vorzeitigen Entlassung des
Beschwerdeführers den Vollzug einer Reststrafe von zwei Jahren zur Folge hätte. Im
Weiteren wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, sie verkenne, dass aus den
Akten überhaupt nicht hervorgehe, dass der Beschwerdeführer nach seiner bedingten
Entlassung wiederum ein „ausschweifiges“ Leben führen werde und müsse. Im
Gegenteil würde ein entsprechendes Auftreten des Beschwerdeführers nicht verborgen
bleiben und die Geschädigten provozieren. Der Beschwerdeführer habe kein Interesse
aufzufallen, nachdem bisher massive Drohungen von Geschädigten ausgeblieben bzw.
nicht bekannt seien. Im Weiteren wäre der Beschwerdeführer durch fortgesetzte
strafbare Handlungen lediglich punktuell in der Lage, Schulden zurückzuführen. Dies
würde aber umgehend zu „Publicity“ führen, weshalb solche Handlungen
ausgeschlossen seien. Überdies sei der Beschwerdeführer zusammen mit seinem
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Bruder nicht nur strafrechtlich verurteilt, sondern ebenso öffentlich gebrandmarkt. Die
Namen der beiden seien bekannt und die Personen dazu überall auf Internet einsehbar.
Auch deshalb sei eine Rückfallgefahr ausgeschlossen. Daraus und dazu gelte, dass der
Beschwerdeführer nach seiner bedingten Entlassung ein geändertes Beziehungsumfeld
haben werde und müsse. Eine Fortsetzung seiner früheren Delinquenz sei nicht mehr
möglich. Die Vorinstanz habe diese Umstände gänzlich übergangen.
Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, als der drohende Vollzug der
Reststrafe sowie die mögliche Publizität weiterer strafrechtlicher Verurteilungen für ihn
einen Anreiz darstellen, sich keine weiteren Straftaten zu Schulden kommen zu lassen.
Dies ist aber insofern zu relativieren, als eine neue Straftat nur dann zum Widerruf der
bedingten Entlassung und zur Rückversetzung in den Strafvollzug führen kann, wenn
sie in die Probezeit fällt (vgl. etwa BGE 141 IV 55 E. 3.2). Ohnehin kann – nachdem die
nunmehr befürchteten Konsequenzen den Beschwerdeführer in der Vergangenheit
nicht von seiner schweren Delinquenz haben abhalten können – nicht ohne Weiteres
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in Zukunft aufgrund der
möglichen Strafsanktionen von weiteren Delikten Abstand nehmen würde. Im Weiteren
kann auch aus der Behauptung, wonach der Beschwerdeführer nach seiner Entlassung
aus dem Strafvollzug aufgrund der damit einhergehenden Publizität kein
„ausschweifiges“ Leben mehr führen könne, nicht abgeleitet werden, dass die
vorinstanzliche Risikobeurteilung unzutreffend sei. So müssten die geprellten Anleger
von einem aufwendigen Lebensstil des Beschwerdeführers nicht notwendigerweise
erfahren, zumal ein solcher auch in Diskretion gepflegt werden kann. Dass es dem
Beschwerdeführer vor seiner Inhaftierung bei der Verwendung der unrechtmässigen
Gelder einzig darum ging, einen luxuriösen Lebensstil zur Schau zu stellen, um einen
potentiellen Investor für seine Anlageprodukte zu finden, erscheint im Übrigen wenig
glaubwürdig (vgl. auch Entscheid des Kreisgerichts vom 10. Oktober 2011 S. 33 [ act.
16/10/Doss. A.B. S. 80]).
Nicht ersichtlich ist überdies, weshalb die Nennung des Namens des
Beschwerdeführers in der öffentlichen Berichterstattung über den Betrugsfall die
Begehung weiterer Vermögensdelikte generell ausschliessen soll und was der
Beschwerdeführer aus dem Argument, dass er bei fortgesetzter Delinquenz wohl nur zu
einer punktuellen Rückzahlung der Schulden in der Lage wäre, zu seinen Gunsten
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abzuleiten vermag. So liegt es angesichts zu erwartender angespannter finanzieller
Verhältnisse nicht auf der Hand, dass der Beschwerdeführer im Falle eines deliktischen
Rückfalls sämtliche unrechtmässig erworbenen Mittel für die Tilgung der Schulden
verwenden würde. Ebenso wenig kann aus der Annahme des Beschwerdeführers,
wonach er nach seiner Haftentlassung ein anderes Umfeld haben werde und müsse,
herbeigeführt werden, dass ein Rückfall ausgeschlossen ist, zumal er die
Vermögensdelikte zu einem grossen Teil mit seinem Bruder begangen und die
deliktisch erworbenen Mittel zur Finanzierung der Unternehmung seiner Ehefrau
verwendet hat.
4.3.3. Insgesamt gelingt es dem Beschwerdeführer mit seinen auf allzu vagen
Annahmen basierenden Vorbringen nicht, die vorinstanzliche Beurteilung des
Rückfallrisikos als unzutreffend zu widerlegen, weshalb kein Anlass besteht, von der
vorinstanzlichen Auffassung abzuweichen. Der Beschwerdeführer vermag
insbesondere keine stichhaltigen Anhaltspunkte zu benennen, aus denen zu schliessen
wäre, dass die Vorinstanz die konkreten Umstände nicht hinreichend gewürdigt und
das ihr zustehende Ermessen fehlerhaft ausgeübt hätte. Der Vorwurf des
Beschwerdeführers, die geltend gemachte Gefahrenprognose gehe weder aus den
Strafakten noch aus dem Strafvollzug hervor bzw. die Feststellungen dazu seien
aktenwidrig und willkürlich, erweist sich als nicht stichhaltig. Die Vorinstanz ging
vielmehr mit Recht von einer gegenwärtigen und hinreichend schweren Gefährdung der
öffentlichen Ordnung im Sinn von Art. 5 Anhang I FZA aus. Es ist überdies nicht
erkennbar, was das vom Beschwerdeführer verlangte Einholen einer Amtsauskunft bei
der Direktion der Strafanstalt Gmünden und beim Amt für Strafvollzug des Kantons St.
Gallen daran zu ändern vermöchte, weshalb der entsprechende Beweisantrag
abzuweisen ist.
4.4. Schliesslich lässt der Beschwerdeführer vorbringen, er anerkenne zwar den
Vorwurf des Strafgerichts, dass ihn ein schweres Verschulden treffe. Allerdings sei das
schwere Verschulden entgegen der Vorinstanz nicht einfach mit einer Gefährdung und
einer Rückfallgefahr i.S.v. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA gleichzusetzen. Vielmehr seien
diese Kriterien im Einzelnen zu ergründen. Die Vorinstanz habe hierauf mit ihren
pauschalen Schlussfolgerungen verzichtet und damit das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt.
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4.4.1. Jede Person hat in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen
Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 15 Abs. 1 und 2 VRP, Art. 29 der
Bundesverfassung, SR 101, abgekürzt BV). Das Recht auf rechtliches Gehör räumt den
Betroffenen die Möglichkeit ein, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern. Mit dem Anspruch auf effektive
Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die Vorbringen der Beteiligten tatsächlich
hört, prüft und berücksichtigt und ihre Entscheide vor diesem Hintergrund begründet
(G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2014, Rz. 42 ff.
zu Art. 29 BV). Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich in ihrer schriftlichen
Urteilsbegründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jede
Rüge ausdrücklich widerlegen müsste. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss in erster Linie so abgefasst
sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben
kann. Zu diesem Zweck müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden,
von denen sich die Rechtsmittelinstanz hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid
stützt (BGer 1C_576/2012 vom 11. Oktober 2013 E. 4.2.).
4.4.2. Vorliegend hat die Vorinstanz in Erwägung 4b der angefochtenen Entscheidung
nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie mit Blick auf den Beschwerdeführer von einer
Gefährdung und einer Rückfallgefahr im Sinn von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA ausging.
Dass die Vorinstanz dabei – wie der Beschwerdeführer meint – einzig vom schweren
Verschulden auf eine gegenwärtige Gefährdung bzw. Rückfallgefahr geschlossen hätte,
ist nicht erkennbar. Angesichts der nachvollziehbaren vorinstanzlichen Erwägungen zur
Rückfallgefahr, die entgegen dem Vorwurf des Beschwerdeführers hinreichend auf die
Umstände des Einzelfalls Bezug nehmen, kann von einer Verletzung des rechtlichen
Gehörs bzw. der Begründungspflicht durch die Vorinstanz nicht gesprochen werden.
Vielmehr hat diese den nach ihrer Auffassung erheblichen Sachverhalt und die von ihr
vorgenommene rechtliche Würdigung, d.h. die wesentlichen Überlegungen, auf welche
sie ihren Entscheid gestützt hat, angemessen offen gelegt. Insbesondere geht aus den
genannten Erwägungen hinreichend deutlich hervor, aufgrund welcher
Sachverhaltselemente die Vorinstanz die rechtlichen Voraussetzungen eines auf Art. 5
Abs. 1 Anhang I FZA gestützten Bewilligungswiderrufs als erfüllt erachtete.
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5. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung sei nicht verhältnismässig. Er sei in der Schweiz in
massgebender Weise integriert. Ausserhalb des Strafvollzugs habe er sich rund 14
Jahre hierzulande aufgehalten. Er sei hier sprachlich und kulturell verwurzelt. Er lebe
mit seiner Ehefrau zusammen, die in der Schweiz geboren sei und stets hier gelebt
habe. Ausserhalb der Schweiz und vor allem in Österreich habe er keinerlei
Bezugspunkte. Im Gegensatz dazu verfüge er in der Schweiz über eine zugesicherte
Anstellung. Den entsprechenden Arbeitsvertrag werde er sobald wie möglich
nachreichen. Die Resozialisierung sei damit im Unterschied zu Österreich in der
Schweiz ebenfalls gesichert. Ferner sei es dem Beschwerdeführer unter diesen
Voraussetzungen in seinem heutigen Alter von 45 Jahren möglich, eine Altersvorsorge
aufzubauen. Der Beschwerdeführer lebe – gerade auch aus dem Strafvollzug – seine
Beziehung zu seiner Ehefrau. Diese besitze zwar auch die österreichische
Staatsbürgerschaft, sie sei aber heute 42-jährig und habe ihr ganzes Leben in der
Schweiz verbracht. Es sei ihr nicht zumutbar, den Beschwerdeführer nach Österreich
zu begleiten.
5.1. Der Beschwerdeführer ist im Alter von rund 23 bzw. nach einer
zwischenzeitlichen Ausreise im Alter von 27 Jahren in die Schweiz eingereist. Seine
Kinder- und Jugendjahre hat er in Österreich verbracht, wo er auch seine berufliche
Ausbildung und die ersten Jahre der Erwerbstätigkeit durchlief. Es ist damit davon
auszugehen, dass er mit den Lebensumständen in Österreich nach wie vor gut vertraut
ist, zumal die soziokulturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen in Österreich
sehr ähnlich sind wie in der Schweiz. Auch die Aussichten für eine Resozialisierung des
Beschwerdeführers nach der Entlassung aus dem Strafvollzug bzw. die Aussichten für
eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt und für den Aufbau einer Altersvorsorge
sind in Österreich mit denjenigen in der Schweiz vergleichbar. Unter dem
Gesichtspunkt der in Österreich herrschenden Lebensumstände erscheint eine
Wegweisung des Beschwerdeführers als ohne Weiteres zumutbar. Wie die Vorinstanz
zu Recht bemerkt hat, spricht auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer in
Erwartung des Bewilligungswiderrufs zu Protokoll gab, er beabsichtige, auf die
Entlassung hin in Grenznähe zur Schweiz Wohnung und Arbeit zu suchen
(Vollzugsbericht der Strafanstalt Gmünden vom 11. Oktober 2012, act. 16/10/Doss.
A.B. S. 271), für die Zumutbarkeit einer Ausreise aus der Schweiz, geht daraus doch
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hervor, dass er sich mit einer Ausreise aus der Schweiz bereits beschäftigt und im
Wesentlichen damit abgefunden hat. Dass einer Ausreise eine „massgebende
Integration“ in der Schweiz entgegenstehen würde, ist nicht ersichtlich, zumal der
Beschwerdeführer sich selber auf den Standpunkt stellt, dass er sich nach seiner
Haftentlassung in einem neuen Umfeld bewegen müsse. Bemerkt sei in diesem
Zusammenhang zudem, dass der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht bislang
noch keinen Arbeitsvertrag für eine Anstellung in der Schweiz nach seiner
Haftentlassung beigebracht hat, obschon er dies vor nunmehr über einem Jahr in
Aussicht stellte.
Was die Beziehung zu seiner in der Schweiz niedergelassenen Ehefrau betrifft, so ist
nicht zu bestreiten, dass es den Beschwerdeführer treffen würde, wenn er sich faktisch
von dieser trennen müsste. Allerdings wäre dies im vorliegenden Fall keineswegs eine
zwingende Folge einer Wegweisung des Beschwerdeführers. Zum einen steht es der
Ehefrau frei, freiwillig mit dem Beschwerdeführer nach Österreich zur dortigen Pflege
des Ehelebens auszureisen, was für sie nicht unzumutbar erscheint, zumal auch sie
über die österreichische Staatsbürgerschaft verfügt und mit den dortigen
Lebensumständen vertraut sein dürfte. Zum anderen wäre eine angemessene Pflege
des Ehelebens im Rahmen häufiger Besuche angesichts der relativ kurzen Distanzen
auch dann möglich und zumutbar, wenn die Ehefrau des Beschwerdeführers
beabsichtigte, in der Schweiz wohnhaft zu bleiben. Schliesslich kann mit den
modernen elektronischen Kommunikationsmitteln jederzeit ein enger Kontakt
aufrechterhalten werden. Aus diesen Gründen ist in der Wegweisung des
Beschwerdeführers aus der Schweiz kein unzumutbarer Eingriff in das Recht auf das
Familienleben im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. von Art. 13 Abs. 1 BV zu erblicken.
5.2. Sollte sich der Beschwerdeführer in der Heimat bewähren, ist aufgrund der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine künftige Neubeurteilung und spätere
Rückkehr im Übrigen nicht zum Vornherein ausgeschlossen (vgl. T. Hugi Yar, Von
Trennungen, Härtefällen und Delikten - Ausländerrechtliches rund um die Ehe- und
Familiengemeinschaft, in: Achermann/Caroni/Kälin [Hrsg.], Jahrbuch für
Migrationsrecht 2012/2013, S. 133 ff.). So besteht nach Ablauf einer angemessenen
Frist Anspruch darauf, dass die zuständigen Behörden auf ein Gesuch um neuerliche
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung eintreten und prüfen, ob (weiterhin) eine
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gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung (Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA i.V.m.
Art. 3 Abs. 2 der Richtlinie 64/221/EWG) vorliegt (BGer 2C_487/2012 vom 2. April 2013
E. 4.6).
5.3. Angesichts des ausgewiesenen konkreten Wegweisungsinteresses erweist
sich eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat Österreich – insbesondere
auch mit Blick auf das geschützte Familienleben – als zumutbar. Nach dem Gesagten
ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung damit verhältnismässig.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht vom Vorliegen
eines Widerrufsgrunds ausging und eine hinreichend schwere und gegenwärtige
Gefährdung der öffentlichen Ordnung bzw. Sicherheit im Sinne von Art. 5 Anhang I FZA
annahm. Sodann liegt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers aufgrund der erwähnten Umstände im öffentlichen Interesse und ist
insbesondere im Lichte seines Anspruchs auf Achtung des Ehelebens verhältnismässig
und bedeutet für ihn keine unzumutbare Härte. Der Vorinstanz kann weder eine
unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsermittlung noch eine Verletzung der
Begründungspflicht und auch keine falsche Rechtsanwendung vorgeworfen werden.
Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers ist bundesrechts-
und konventionskonform. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. (...).