# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9186468c-151a-455a-a60c-974e3eb2dc1f
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsätzliche Tötung etc. (Rückweisung der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 29. Juni 2017 (DG160012)
Urteil der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 27. November 2019 (SB170499)
Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts vom 24. Juni 2021 (6B_257/2020 und 6B_298/2020)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. März
2017 (Urk. 250) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 29. Juni 2017: (Urk. 360 S. 232 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB (Dossier 1);
- der qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 in Verbindung mit
Abs. 3 StGB (Dossier 3);
- der mehrfachen, teilweise qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189
Abs. 1, teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB (Dossier 3);
- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG in
Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 und 2 VRV (Dossier 4);
- der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 4);
und
- der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in
Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 33 Abs. 2 SVG sowie Art. 27 Abs. 1 SVG und
Art. 27 Abs. 1 SSV (Dossier 4).
2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten
vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossi-
er 3);
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 6 Monaten, wo-
von 913 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind, sowie mit einer
Busse von CHF 2'000.–.
4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an
deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
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6. Es wird eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Sucht-
behandlung) angeordnet.
7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. August 2015 beschlagnahmten
CHF 14'964.35 werden zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2016 (Beschlagnahme Nr. 1.1;
Dossier 1, act. 14/1) beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen herausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft werden diese Gegen-
stände vernichtet.
9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2016 (Beschlagnahme Nr. 1.2;
Dossier 1, act. 14/4) beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Kantons-
polizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2016 (Beschlagnahme Nr. 2;
Dossier 1, act. 14/10) beschlagnahmten Gegenstände 1.a) bis und mit 1.f) sowie 1.h) wer-
den der Familie des Opfers †G._ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf
erstes Verlangen herausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft werden diese Gegen-
stände vernichtet.
Im Übrigen werden die beschlagnahmten Gegenstände bei den Akten belassen.
11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2016 (Beschlagnahme Nr. 3; Dos-
sier 1, act. 14/12) beschlagnahmten Gegenstände werden H._ und I._ nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen herausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft werden diese Gegen-
stände vernichtet.
12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. April 2016 beschlagnahmten Mobil-
telefone iPhone 5 schwarz und iPhone 5s weiss werden der Privatklägerin F._
(F._) nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen
herausgegeben.
Bei Nichtabholung innert drei Monaten seit Eintritt der Rechtskraft werden diese
Mobiltelefone vernichtet.
13. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin 2
(C._) CHF 28'239.40 zuzüglich 5% Zins ab 27. März 2017 als Schadenersatz zu
bezahlen.
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14. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privatkläger 3
(D._) CHF 27'532.– zuzüglich 5% Zins ab 27. März 2017 als Schadenersatz zu
bezahlen.
15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (B._) CHF 5'000.– zuzüglich 5%
Zins ab 30. Dezember 2014 als Genugtuung zu bezahlen.
16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (C._) CHF 20'000.– zuzüglich
5% Zins ab 30. Dezember 2014 als Genugtuung zu bezahlen.
17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (D._) CHF 25'000.– zuzüglich
5% Zins seit dem 27. März 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrumfang wird das
Genugtuungsbegehren abgewiesen.
18. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 (E._) CHF 7'500.– zuzüglich 5%
Zins ab 30. Dezember 2014 als Genugtuung zu bezahlen.
19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin F._ (F._) CHF 18'000.–
zuzüglich 5% Zins ab 18. Oktober 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Der Beschuldigte ist
berechtigt, den geschuldeten Betrag durch Zahlung an den Verein J._, ... [Adresse] zu
tilgen.
20. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf
CHF 40'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 20'000.– Gebühr für das Vorverfahren
CHF 165'716.10 Gutachten / Expertisen
CHF 23'086.– Kosten Kantonspolizei Zürich
CHF 938.10 Zeugenentschädigungen
CHF 10'304.20 Auslagen Untersuchung
CHF 12'500.– Übersetzungskosten
CHF 156'000.– Entschädigung amtliche Verteidigung
CHF 234.– Getränkekosten
CHF 1'000.– Kosten für das Beschwerdeverfahren
CHF 429'778.40 Total
21. Rechtsanwalt lic. iur. X3._ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des
Beschuldigten mit CHF 156'000.– (inklusive 8% Mehrwertsteuer) entschädigt. Die Kasse
des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, den Betrag von CHF 122'000.–
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(CHF 156'000.– abzüglich Akontozahlung von CHF 34'000.–) an Rechtsanwalt lic. iur.
X3._ auszubezahlen.
22. Die Kosten und Auslagen der Untersuchung, des Beschwerdeverfahrens und des gericht-
lichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der Getränke-
kosten, werden dem Beschuldigten auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen, vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
Die Getränkekosten von CHF 234.– werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
23. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 (B._), 2 (C._) und 4
(E._) für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt
CHF 131'000.– (inklusive 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
24. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (D._) für das gesamte Verfahren
eine Prozessentschädigung von CHF 64'000.– zu bezahlen.
25. (Mitteilungen)
26. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge im ersten Berufungsverfahren (Prozess Nr. SB170499):
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 486 S. 2 ff.; Prot. II S. 23 f.):
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil der Abteilung des Bezirksgerichts Meilen vom 29. Juni
2017 in den folgenden Punkten nicht angefochten wurde und deshalb in Rechtskraft er-
wachsen ist:
− Dispositiv-Ziff. 1, 4.–6. Lemma (Verurteilung wegen des Fahrens in fahrunfähigem
Zustand, der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahr-
unfähigkeit und der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Dossier 4),
− Dispositiv-Ziff. 2 (Freispruch vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung ge-
mäss Dossier 3),
− Dispositiv-Ziff. 3 (soweit die Busse betreffend),
− Dispositiv-Ziff. 5 (Vollzug der Busse und Ersatzfreiheitsstrafe),
− Dispositiv-Ziff. 7 (Beschlagnahme zur Deckung der Verfahrenskosten),
− Dispositiv-Ziff. 8 (Herausgabe an A._),
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− Dispositiv-Ziff. 9 (Einziehungen),
− Dispositiv-Ziff. 10 (Herausgabe an die Familie von †G._),
− Dispositiv-Ziff. 11 (Herausgabe an die Eltern von A._),
− Dispositiv-Ziffer 12 (Herausgabe an die Privatklägerin F._),
− Dispositiv-Ziff. 13 (Schadenersatz an die Privatklägerin 2),
− Dispositiv-Ziff. 14 (Schadenersatz an die Privatklägerin 3),
− Dispositiv-Ziff. 15 (Genugtuung an den Privatkläger 1),
− Dispositiv-Ziff. 16 (Genugtuung an die Privatklägerin 2),
− Dispositiv-Ziff. 17 (Genugtuung an den Privatkläger 3),
− Dispositiv-Ziff. 18 (Genugtuung an die Privatklägerin 4),
− Dispositiv-Ziff. 20 (Gerichtsgebühr),
− Dispositiv-Ziff. 21 (Kosten amtliche Verteidigung),
− Dispositiv-Ziff. 22 (Kostenverteilung),
− Dispositiv-Ziff. 23 (Prozessentschädigung an die Privatkläger 1, 2 und 4),
− Dispositiv-Ziff. 24 (Prozessentschädigung an den Privatkläger 3),
2. A._ sei
− der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB (Dossier 1),
− der qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 in Verbindung mit
Abs. 3 StGB (Dossier 3) sowie
− der mehrfachen, teilweise qualifizierten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189
Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Abs. 3 StGB (Dossier 3)
für nicht schuldig zu befinden und von diesen Vorwürfen freizusprechen.
3. A._ sei mit einer bedingten Geldstrafe zu bestrafen, dies unter Anrechnung der bis
heute erstandenen Haft sowie unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5. A._ sei für die von ihm bis heute zu Unrecht ersessene Haft eine angemessene Ge-
nugtuung zuzusprechen.
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A._ ist damit einverstanden, dass die Genugtuung zur Begleichung der Verfahrenskos-
ten und der Prozessentschädigungen der Privatkläger 1 - 4 sowie im allenfalls verbleiben-
den Betrag als Spende an eine gemeinnützige Organisation verwendet werden soll.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 489 S. 1):
1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung
der bisher erstandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des bisher verbüssten
vorzeitigen Strafvollzuges.
2. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom
27. November 2019: (Urk. 510 S. 144 ff.)

## Considerations