# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 853a931a-b402-4dcc-aadb-6028178b25a8
**Court:** CH_BGE
**Chamber:** CH_BGE_004
**Year:** 1980
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
ab Seite 117
BGE 106 II 117 S. 117
Am 13. Juli 1978 hob Pierina R. eine Trennungsklage an, die sie auf
Art. 142 ZGB
stützte. Im Laufe des Instruktionsverfahrens vor dem Bezirksgericht schlossen die Parteien eine Konvention, in der sie dem Gericht beantragten, ihre Ehe wegen tiefer und unheilbarer Zerrüttung zu trennen, und sie die Nebenfolgen der Trennung regelten. An Schranken verlangte die Klägerin, die Ehe sei "auf beidseitiges Begehren gemäss
Art. 142 ZGB
bzw.
Art. 137 ZGB
auf unbestimmte Zeit zu trennen". Mit Urteil vom 22. März 1979 trennte das Bezirksgericht die Ehe der Parteien in Anwendung von
Art. 142 Abs. 1 und 146 ZGB
auf unbestimmte Zeit und regelte die Nebenfolgen der Trennung. Das Begehren der Klägerin, die Trennung auch gestützt auf
Art. 137 ZGB
auszusprechen, wies es ab, weil
BGE 106 II 117 S. 118
das gemeinsame Trennungsbegehren in der Trennungskonvention einen Verzicht auf die Anrufung eines von
Art. 142 ZGB
verschiedenen Trennungsgrundes impliziere und weil die Klägerin gar kein Interesse daran habe, gesondert feststellen zu lassen, dass auch die Voraussetzungen von
Art. 137 ZGB
gegeben seien.
Gegen dieses Urteil erklärte die Klägerin die Berufung an das Kantonsgericht St. Gallen, wobei sie unter anderem an ihrem Antrag festhielt, die Ehe sei auch in Anwendung von
Art. 137 ZGB
zu trennen. In diesem Punkt wies das Kantonsgericht die Berufung mit Urteil vom 19. Dezember 1979 ab, mit der Begründung, der in der Trennungskonvention enthaltene Verzicht auf die Anrufung des
Art. 137 ZGB
sei zulässig.
Mit der vorliegenden Berufung ans Bundesgericht beantragt die Klägerin, die Ehe der Parteien sei in Anwendung von
Art. 137 und 142 ZGB
auf unbestimmte Zeit gerichtlich zu trennen. Das Bundesgericht tritt auf die Berufung nicht ein.

## Considerations

Erwägungen
Aus den Erwägungen:
1.
Die beiden kantonalen Instanzen haben die Ehe der Parteien in Anwendung von
Art. 142 ZGB
auf unbestimmte Zeit getrennt. Die Klägerin hat damit materiell ihr Ziel erreicht. Mit ihrer Berufung möchte sie lediglich durchsetzen, dass im Urteilsdispositiv als Trennungsgrund neben
Art. 142 ZGB
auch
Art. 137 ZGB
aufgeführt wird.
Nach Rechtsprechung und Lehre bildet der Scheidungs- bzw. Trennungsgrund nicht Bestandteil des Urteilsdispositivs, sondern er gehört zu den Urteilsmotiven (
BGE 69 II 350
,
BGE 68 II 338
, BÜHLER, N. 54 der Einleitung zu
Art. 137 ff. ZGB
; HINDERLING, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, 3. Aufl., S. 209; STRÄULI/MESSMER, N. 11 zu
§ 202 ZPO
/ZH). Nach
Art. 143 ZGB
geht die Klage auf Scheidung oder Trennung schlechthin; es gibt somit nicht für jeden Scheidungsgrund eine besondere Scheidungsklage, d.h. einen besonderen Scheidungsanspruch, sondern eine einzige Scheidungs- bzw. Trennungsklage, die allerdings verschiedener Begründung fähig ist (BÜHLER, N. 51 der Einleitung). Da aber die Urteilsmotive an der Rechtskraft des Urteils nicht teilhaben, ist eine Berufung, die sich bloss gegen die Begründung eines Entscheids richtet, mangels Beschwerung des Berufungsklägers nicht zulässig
BGE 106 II 117 S. 119
(
BGE 103 II 159
/160,
BGE 102 II 127
,
BGE 86 II 383
,
BGE 74 II 177
,
BGE 56 II 136