# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2786b11e-ef38-43a8-b31b-e28bd5522991
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. Die Ehegatten A._ und B._ (Rekurrenten) wurden mit Verfügungen vom 20. November 2014 von der Steuerverwaltung des Kantons Bern, _ (Steuerverwaltung)
für das Steuerjahr 2013 nach Ermessen veranlagt, da sie trotz Mahnung innert Frist keine
Steuererklärung eingereicht hatten. Die ausgefüllte Steuererklärung pro 2013 ging bei der
Steuerverwaltung erst am 14. November 2014 ein. Da zu diesem Zeitpunkt die
Ermessensveranlagungen pro 2013 bereits verarbeitet waren, nahm die Steuerverwaltung die
Steuererklärung als Einsprache entgegen und informierte die Rekurrenten mit Schreiben vom
27. November 2014 entsprechend. Im Verlauf des Einspracheverfahrens forderte die
Steuerverwaltung die Rekurrenten mehrfach vergeblich auf, Belege für Schuldzinsen und
Schulden einzureichen. Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen und die deklarierten Daten in
der Steuererklärung pro 2013 stellte die Steuerverwaltung sodann mittels Berechnung nach
Vermögensentwicklung und Lebensaufwand ein Einkommensmanko von CHF 43'482.-- fest.
Die entsprechende Berechnung liess sie den Rekurrenten am 10. Februar 2015 zur Prüfung
und Stellungnahme zukommen. Seitens der Rekurrenten erfolgte keine Stellungnahme. Mit
Schreiben vom 5. März 2015 teilte die Steuerverwaltung den Rekurrenten mit, dass die
einverlangten Unterlagen und Ergänzungen nicht eingereicht worden seien. Die
Steuerverwaltung brachte weiter vor, dass das festgestellte Einkommensmanko aufgerechnet
werde, falls die Rekurrenten innert 20 Tagen der Aufforderung nicht nachkommen würden. Da
die Rekurrenten auf die Aufforderung nicht reagierten, liess ihnen die Steuerverwaltung am
14. April 2015 die Vorabdrucke zu den Einspracheentscheiden zukommen. Da die Rekurrenten
innert der angesetzten Frist
keine Gegenbemerkungen einreichten, eröffnete die Steuerverwaltung am 3. Juni 2015 die
Einspracheentscheide (datiert vom 14.7.2015), wobei das festgestellte Einkommensmanko von
CHF 43'482.-- dem Einkommen der Rekurrenten aufgerechnet wurde.
B. Mit Schreiben vom 1. Juli 2015 (Poststempel vom 2.7.2015) haben die Rekurrenten gegen die Einspracheentscheide Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des
Kantons Bern (Steuerrekurskommission) erhoben und sinngemäss die Streichung der erfolgten
Aufrechnung von CHF 43'482.-- beantragt. Zur Begründung bringen sie vor, dass sie in den
letzten fünf Jahren Bargeld angespart hätten, welches fälschlicherweise nicht deklariert worden
sei. Ihr Steuerberater habe ihnen im Jahr 2013 geraten das Bargeld zu deklarieren. Weiter
hätten sie anlässlich ihrer Hochzeit Gold erhalten. Dieses Gold hätten sie in D._
(Ausland) verkauft und auf ihr Bankkonto einbezahlt.
C. Am 6. Juli 2015 hat der Präsident der Steuerrekurskommission die Rekurrenten aufgefordert, Belege bezüglich des anlässlich der Hochzeit erhaltenen Goldes bzw. dessen
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Umwandlung in Bargeld und die Einzahlung auf das Bankkonto einzureichen. Weiter sind die
Rekurrenten aufgefordert worden, nähere Angaben hinsichtlich des in den letzten fünf Jahren
angesparten Geldes zu machen.
D. Mit undatiertem Schreiben (eingegangen bei der Steuerrekurskommission am 4.8.2015) haben die Rekurrenten diverse Unterlagen eingereicht. Zusätzlich bringen sie vor, dass sie das
Gold vor dem Jahr 2011 in D._ (Ausland) in Geld umgewandelt und auf ihr
ausländisches Bankkonto einbezahlt hätten. Das restliche Gold sei im Jahr 2011 in Zürich
verkauft und das daraus erzielte Bargeld in einem Schliessfach der E._Bank in
C._ deponiert worden. Bezüglich des angesparten Geldes halten die Rekurrenten fest,
dass auch dieses im Schliessfach aufbewahrt worden sei. Das Geld stamme vom Arbeitgeber
des Rekurrenten, mit welchem die Überstunden der Jahre 2012 und 2013 sowie ein Teil des
13. Monatslohns des Rekurrenten abgegolten worden sei.
E. Am 17. August 2015 hat sich die Steuerverwaltung vernehmen lassen und die kostenpflichtige Abweisung von Rekurs und Beschwerde beantragt. Sie hält im Wesentlichen
fest, im Einspracheverfahren sei festgestellt worden, dass das Vermögen der Rekurrenten
gegenüber dem Vorjahr um CHF 68'998.-- zugenommen habe. Insbesondere seien neu Bargeld
in Höhe von CHF 25'000.-- und zwei Bankkonten mit einem Bestand von total CHF 23'535.--
deklariert worden. Überdies seien die im Vorjahr geltend gemachten Schulden von
CHF 19'032.-- nicht mehr aufgeführt worden. Da das deklarierte Einkommen nach
Berücksichtigung der Ausgaben nicht ausreichen konnte, um diese Vermögenszunahme zu
begründen, habe die Steuerverwaltung eine Berechnung nach Vermögensentwicklung und
Lebensaufwand vorgenommen und diese den Rekurrenten zukommen lassen. Die Rekurrenten
würden nun im vorliegenden Rekurs- und Beschwerdeverfahren geltend machen, dass das
festgestellte Einkommensmanko von CHF 43'482.-- auf die in den Vorjahren nicht deklarierten
Goldverkäufe in Höhe von CHF 10'137.-- sowie das nicht deklarierte Bargeld von CHF 25'000.--
zurückzuführen sei. Dies sei unter den gegeben Umständen nicht glaubhaft.
F. Den Rekurrenten wurde Gelegenheit eingeräumt zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung Stellung zu nehmen. Die Rekurrenten habe keine Stellungnahme eingereicht.
G. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
H. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2016 hat der Präsident der Steuerrekurskommission den Rekurrenten mitgeteilt, dass die Steuerrekurskommission in Erwägung ziehe, die
Einspracheentscheide pro 2013 zu ihren Ungunsten abzuändern (sog. "reformatio in peius").
Dabei ziehe die Steuerrekurskommission in Betracht, das seitens der Steuerverwaltung
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ermessensweise aufgerechnet Einkommen von CHF 43'482.-- um CHF 22'213.-- auf
CHF 65'695.-- zu erhöhen. Der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission habe die
Berechnung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand überprüft und eine eigene
Berechnung erstellt. Da keine Angaben über die Lebenshaltungskosten der Rekurrenten
vorlägen, habe der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission auf die Zahlen der
Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamts für Statistik (BfS) den Kanton Bern betreffend,
abgestellt. Unter Berücksichtigung der ermessensweise ermittelten Lebenshaltungskosten, des
verfügbaren Einkommens der Rekurrenten pro 2013 und insbesondere der
Vermögensveränderung gegenüber dem Vorjahr, habe der Büchersachverständige der
Steuerrekurskommission einen Fehlbetrag von CHF 65'695.-- ermittelt. Die seitens der
Rekurrenten eingereichten Unterlagen bezüglich der Vermögenszunahme seien nur teilweise
aussagekräftig bzw. glaubwürdig. Den Rekurrenten ist Gelegenheit eingeräumt worden zu einer
allfälligen Änderung des Einspracheentscheids Stellung zu nehmen und sachdienliche
Unterlagen einzureichen.
I. Am 27. Januar 2017 haben die Rekurrenten zur angekündigten "reformatio in peius" Stellung genommen und weitere Unterlagen eingereicht. Sei bringen sinngemäss vor, das
berechnete Einkommensmanko erscheine sehr hoch und sei nicht nachvollziehbar. Auch hätten
sie sparsam gelebt und günstig eingekauft. Aus dem Garten der Eltern seien sie mit Gemüse,
Früchten und Salat versorgt worden. Sie halten weiter fest, dass der monatliche Mietzins für die
von ihnen bewohnte Wohnung CHF 1'450.-- plus CHF 50.-- für den Parkplatz betrage. Ferner
würden ihnen für das Autoleasing monatliche Kosten von CHF 408.45 entstehen. Da sie den
Kauf eines Eigenheims planen würden, hätten sie das Gold in Zürich verkauft und den
erhaltenen Betrag von CHF 10'137.-- im Schliessfach bei der E._Bank, welches seit
dem Jahr 2007 gemietet werde, deponiert. Im Jahr 2012 und 2013 habe sich der Rekurrent
sodann seine Überstunden auszahlen lassen und die Beträge von CHF 6'330.-- und
CHF 7'390.-- ebenfalls im Schliessfach deponiert. Gleich habe es sich mit dem Geld verhalten,
welches vorerst auf den ausländischen Bankkonten deponiert gewesen sei. Diese Bankkonten
seien aufgelöst worden. Sodann hätten sie festgestellt, dass die Steuererklärung pro 2013
Fehler enthalte. Das Bankguthaben habe gemäss Zins- und Kapitalbescheinigungen pro 2013
CHF 22'049.-- und nicht CHF 23'535.-- betragen. Auch hätten die Schulden gegenüber der
F._Bank im Umfang von CHF 8'132.-- weiterhin bestanden und es seien Schuldzinsen
von CHF 1'601.-- angefallen. Schliesslich sei bei den Schulden die Steuerschulden per
31. Dezember 2013 von CHF 17'500.-- und die Verzugszinsen von CHF 605.-- nicht aufgeführt
worden.
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Auf den Inhalt der einzelnen Rechtsschriften wird, sofern entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
2. Vorliegend strittig und zu beurteilen ist, ob die ermessensweise Aufrechnung im Einkommen der Rekurrenten pro 2013 von CHF 43'482.-- aus Vermögensvergleich zu Recht
erfolgt ist.
3. Die Steuerverwaltung stellt zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen
Verhältnisse fest (Art. 166 Abs. 2 StG; Art. 123 Abs. 1 DBG). Daraus ergibt sich, dass beide
grundsätzlich gemeinsam auf eine richtige und vollständige Veranlagung hinarbeiten. Die
steuerpflichtige Person muss alles tun, um eine vollständige und richtige Besteuerung zu
ermöglichen (Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG). Sie muss die
Steuererklärungsformulare wahrheitsgemäss und vollständig ausfüllen (Art. 170 Abs. 2 StG; Art.
124 Abs. 2 DBG), was sie mit der Unterzeichnung der Steuererklärung ausdrücklich bestätigt.
Sie trägt also die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Steuererklärung.
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Zusammen mit der Steuererklärung hat die steuerpflichtige Person zusätzlich bestimmte
Beilagen einzureichen (Art. 171 Abs. 1 StG; Art. 125 Abs. 1 DBG).
3.1 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt
werden, so nimmt die Steuerverwaltung die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor
(Art. 174 Abs. 2 Satz 1 StG und Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG). Die Ermessensveranlagung
besteht in einer Schätzung der Steuerfaktoren oder einzelner Einkommens- bzw.
Gewinnbestandteile und beruht auf einer Sachverhaltsfeststellung durch
Wahrscheinlichkeitsschluss. Ziel der ermessensweisen Schätzung ist die bestmögliche
Annäherung an den wirklichen Sachverhalt. Die Veranlagungsbehörde hat die amtliche
Schätzung pflichtgemäss vorzunehmen. Sie kann dabei Erfahrungszahlen,
Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigen
(Art. 174 Abs. 2 StG und Art. 130 Abs. 2 DBG; Richner/Frei/Kauf-mann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 61 f. zu Art. 130 DBG). Der steuerpflichtigen
Person steht allerdings der Nachweis offen, dass sie besonders sparsam gelebt oder ihren
Lebensunterhalt durch Vermögensverzehr oder steuerfreie Einkünfte bestritten hat
(vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 71 zu Art. 130 DBG).
3.2 Anlass zu einer Ermessensveranlagung kann sein, dass das deklarierte und belegte steuerbare Einkommen in nicht erklärbarer Weise niedriger ist als der Aufwand der daraus
lebenden Personen (Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 3.
Aufl., 2017, N. 42 zu Art. 130 DBG). Dies wird in der Praxis mit Hilfe der sog.
Vermögensvergleichsberechnung festgestellt. Dabei wird untersucht, ob das in der
Steuererklärung deklarierte Einkommen ausreicht, um unter Berücksichtigung der
Vermögensveränderung gegenüber dem Vorjahr den geschätzten Lebens- und Privataufwand
zu decken (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 70 f. zu Art. 130 DBG). Wenn dies
nicht der Fall ist, wird das Einkommen um einen entsprechenden Ermessenszuschlag erhöht.
Praxisgemäss geht die Steuerverwaltung folgendermassen vor: In einem ersten Schritt wird das
Vermögen zu Beginn (Stichtag: letzter Tag des Vorjahrs) und am Ende der Steuerperiode
(Stichtag: letzter Tag des laufenden Jahres) verglichen. In einem zweiten Schritt werden
Vermögenszugänge wie Vermögensabgänge, welche auf steuerfreien Vorgängen (z.B.
Erbschaften) basieren, ermittelt und korrigiert. Berücksichtigt werden ausserdem
Veränderungen im Vermögen, die lediglich auf Änderungen in der Bewertung beruhen und
somit nicht realisiert wurden. In einem nächsten Schritt werden die privaten
Lebenshaltungskosten ermittelt. Resultiert aus der Berechnung ein Manko und können hierfür
keine genügenden Gründe vorgebracht werden, wird von der Selbstdeklaration abgewichen und
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das Einkommen wird ermessensweise höher festgelegt. Die Steuerverwaltung darf allerdings
erst dann eine Ermessensveranlagung vornehmen, wenn sie alle zur Abklärung des
Sachverhalts geeigneten, ihr zumutbaren gesetzlichen Untersuchungsmittel eingesetzt hat und
sich
die Ungewissheit dennoch nicht beseitigen lässt (Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 42 f. zu
Art. 130 DBG). Die Steuerverwaltung berücksichtigt dabei von Amtes wegen alle Unterlagen,
die ihr zur Verfügung stehen, um den tatsächlichen Verhältnissen möglichst nahe zu kommen.
Es ist jedoch Sache der steuerpflichtigen Person, die erforderlichen Unterlagen beizubringen.
Aus der gesetzlichen Mitwirkungspflicht im Steuerveranlagungs- und justizverfahren
(Art. 167 StG; Art. 126 DBG) ergibt sich, dass es nicht Aufgabe der entscheidenden Behörde
ist, sich Unterlagen zu beschaffen, welche die Betroffenen selber besser erhältlich machen
können. Die steuerpflichtige Person ist für die Richtigkeit ihrer Selbstschatzung somit
beweispflichtig (VGE 22939U vom 11.12.2007, E. 2.2, nicht publiziert; VGE 22060U vom
27.4.2005, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen, nicht publiziert).
3.3 Bei der Ermessensveranlagung ist sodann von Bedeutung, dass die angefochtene Schätzung nicht auf Angemessenheit, sondern nur eingeschränkt auf offensichtliche
Unrichtigkeit hin überprüft werden kann (vgl. Art. 191 Abs. 3 und 5 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG).
Offensichtlich unrichtig ist eine Ermessensveranlagung dann, wenn sie an einem in die Augen
springenden qualifizierten Mangel leidet. Dies ist der Fall, wenn eine Schätzung sachlich nicht
begründbar ist, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich auf sachwidrige
Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst mit den aktenkundigen
Verhältnissen des Einzelfalls auf Grund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbart
werden kann. Offensichtlich unrichtig ist demzufolge eine Schätzung, die auf missbräuchliche
Betätigung des Schätzungsermessens beruht, d.h. willkürlich ist (Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 52
zu Art. 132 DBG; VGE 22924/22925U vom 28.11.2007, E. 3.1, nicht publiziert).
3.4 Nach der im Steuerrecht allgemein geltenden Beweislastregel obliegt der Nachweis für steuermindernd geltend gemachte Abzüge der steuerpflichtigen Person (BGE 133 II 153 E. 4.3;
BGer 2C_154/2009 vom 28.9.2009, E. 5.2, mit Hinweisen). Sie muss die Richtigkeit der
Angaben in der Steuererklärung oder der später vorgebrachten Ergänzungen zur
Steuererklärung beweisen. Allerdings kann von ihr nicht verlangt werden, dass sie eine
negative Tatsache beweist, wie beispielsweise, dass sie neben den deklarierten Einkommen
keine weiteren Einkünfte erzielt hat. Vielmehr obliegt es der Steuerbehörde zu beweisen, dass
weitere, bisher nicht angegebene Einkünfte erzielt worden sind. Wenn die von der
Steuerbehörde erhobenen Beweise genügende Indizien für das Vorhandensein von
zusätzlichen Einkommenselementen ergeben, liegt es erneut an der steuerpflichtigen Person,
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ihre diesbezüglichen Vorbringen und Erklärungen nachzuweisen, und sie trägt die Beweislast
für die entsprechenden behaupteten steueraufhebenden Tatsachen (sog. Beweislastumkehr;
BGer 2C_1201/2012 vom 16.5.2013, E. 4.6, mit Hinweisen).
4. In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer (Teil-)Ermessenstaxation vorliegend erfüllt waren. Nachdem die Rekurrenten für das Steuerjahr
2013 vorerst nach Ermessen veranlagt worden waren, nahm die Steuerverwaltung gestützt auf
die erst nachträglich eingereichte Steuererklärung im Einspracheverfahren die ordentliche
Veranlagung vor. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 und Mahnung vom 15. Januar 2015
wurden die Rekurrenten seitens der Steuerverwaltung aufgefordert, diverse Unterlagen
einzureichen (pag. 64 f.). Dieser Aufforderung kamen die Rekurrenten teilweise nach (pag 62).
Gestützt auf die in der Steuererklärung pro 2013 enthaltenen Daten ergab sich, dass die
Rekurrenten aus der unselbstständigen Haupt- und Nebenerwerbstätigkeit des Rekurrenten
Einkünfte von CHF 76'573.-- und aus der IV-Rente der Rekurrentin solche von CHF 36'696.--
erzielten. Inkl. Wertschriftenertrag von CHF 6.-- (pag. 48 f.) betrugen die Einkünfte total
CHF 113'275.--. Abzüglich allgemeiner Abzüge verblieb ein Reineinkommen von CHF 92'365
(pag 66 und 72). Das Reinvermögen wurde im Vorjahr mit minus CHF 17'604.-- veranlagt (pag.
8 und 66). Im Jahr 2013 deklarierten die Rekurrenten hingegen ein Vermögen von CHF 51'394.-
- (pag. 47 f. und 66). Auf Grund dieser Daten nahm die Steuerverwaltung eine Berechnung
nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand vor. Bei der Prüfung dieser Berechnung
stellte sie einen erheblichen Einkommensfehlbetrag fest. Aus der
Vermögensvergleichsberechnung resultierte ein unbegründeter Fehlbetrag von rund
CHF 43'482.-- (pag. 66), welcher mit Einspracheentscheiden vom 14. Juli 2015 (Versand
3.6.2015; vgl. Mail der Steuerverwaltung an die Steuerrekurskommission vom 6.7.2015; pag. 78
ff.) dem Einkommen des Rekurrenten aufgerechnet wurde (pag. 78 und 80). Der Fehlbetrag
zeigt dabei auf, wie viele Mittel den Rekurrenten im Steuerjahr 2013 hätten zur Verfügung
stehen müssen, damit sämtliche Auslagen gedeckt gewesen wären. Die Steuerverwaltung
räumte den Rekurrenten vor Eröffnung der Einspracheentscheide mehrmals die Möglichkeit ein
zur Berechnung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand bzw. dem
Einkommensmanko Stellung zu nehmen und den Fehlbetrag mit allfälligen Beweismitteln zu
erklären (pag. 66 f., 68 und 69 ff.). Da sich die Rekurrenten nicht verlauten liessen, blieben der
Steuerverwaltung – mangels neuer Erkenntnisse – die für die Steuerfaktoren massgebenden
Tatsachen weiterhin unbekannt und ermöglichten keine von Ungewissheiten freie Ermittlung
des steuerbaren Einkommens. Die Steuerverwaltung hat daher befugterweise die Veranlagung
nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen. Mit der Berechnung nach
Vermögensentwicklung und Lebensaufwand hat die Steuerverwaltung somit grundsätzlich den
Beweis dafür erbracht, dass zusätzliches Einkommen geflossen sein muss. Es obliegt nun den
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Rekurrenten den Gegenbeweis zu erbringen und die Berechtigung der Aufrechnung zu
entkräften. Wird dieser nicht erbracht, so ist wegen Beweislosigkeit zu Ungunsten der
Rekurrenten zu entscheiden (vgl. dazu auch E. 3.4 hiervor; Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 24 zu
Art. 130 DBG).
5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die angefochtene Schätzung offensichtlich unrichtig ist. Der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission hat im Rahmen der Überprüfungsbefugnis
nach Art. 142 Abs. 4 DBG bzw. Art. 198 Abs. 2 StG die von der Steuerverwaltung durchgeführte
Berechnung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand überprüft und zusätzlich dazu
eine eigene Vermögensvergleichsberechnung erstellt, der die nachfolgenden Überlegungen zu
Grunde gelegt sind. Tabellarisch dargestellt sieht die überarbeitete
Vermögensvergleichsberechnung pro 2013 wie folgt aus (Spalte StRK; Beträge in CHF):
Berechnung StV Berechnung StRK Vermögensveränderung Steuerperiode (StP) Reines Vermögen Steuerjahr 2013 51'394.00 51'394.00 Reines Vermögen Steuerjahr 2012 -17'604.00 -17'604.00 Total Vermögensveränderung (E. 5.1 hiernach) 68'998.00 68'998.00 Bereinigung Vermögensveränderung Veränderung Steuerwert Privatfahrzeuge 0.00 510.00 Barbezug ausländische Bankkonten – im Schliessfach deponiert 0.00 -7'450.00 Korrektur dekl. Bankkontobestände 0.00 -1'485.00 Korrektur Privatkredit 0.00 -8'132.00 Vermögensveränderung bereinigt (E. 5.1 hiernach) 68'998.00 52'441.00 Verfügbares Einkommen Reineinkommen der Steuerperiode 2013 -92'365.00 -92'365.00 Übrige Berufskosten 0.00 -2'147.00 Berufskosten Nebenerwerb 0.00 -1'000.00 Kosten Krankenkasse 0.00 8'500.00 Steuerlich berücksichtigt 0.00 -6'900.00 Bezahlte Steuern 6'999.00 6'999.00 Bezahlte Schuldzinsen (Privatkredit) 0.00 1'601.00 Total verfügbares Einkommen (E. 5.2 hiernach) -85'366.00 -85'312.00 Überschuss zur Deckung der Lebenshaltungskosten -16'368.00 -32'871.00 Kosten der Lebenshaltung Fremdmiete (BFS) 18'000.00 18'000.00 Öffentlicher Verkehr 2'000.00 0.00 Leasing Fahrzeug 0.00 4'901.00 Haushaltstruktur Haushaltsbudgeterhebungen BfS 2012 - 2014 Kanton Bern 0.00 62'600.00 Abzüglich durchschnittliche Leasingkosten 0.00 -979.00 Lebenshaltungskosten gemäss Berechnung Steuerverwaltung 39'850.00 0.00 Total Kosten der Lebenshaltung (E. 5.3 hiernach) 59'850.00 84'522.00
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Fehlbetrag 43'482.00 51'651.00
Aus der überarbeiteten Vermögensvergleichsberechnung ergibt sich, dass durch die
Steuerrekurskommission diverse Anpassungen vorgenommen wurden – auch unter
Berücksichtigung der Vorbringen der Rekurrenten in der Eingabe vom 27. Januar 2017
(Stellungnahme zur angekündigten "reformatio in peius; vgl. Bst. H hiervor) –, sodass letztlich
ein Fehlbetrag von CHF 51'651.-- resultiert. In der Folge wird zu den wesentlichen
Abweichungen in der überarbeiteten Version der Steuerrekurskommission Stellung genommen:
5.1 Vermögensveränderung
Hinsichtlich der Vermögensveränderung geht aus den Akten hervor, dass die Rekurrenten in
der Steuererklärung des Vorjahrs 2012 ausser einem Fahrzeug mit einem Steuerwert von
CHF 1'428.-- kein weiteres Vermögen deklarierten (pag. 8 f.). Weiter wiesen die Rekurrenten
Schulden in Höhe von CHF 19'032.-- gegenüber der F._Bank aus (pag. 8).
Entsprechend betrug das Reinvermögen der Rekurrenten pro 2012 minus CHF 17'604.--. In der
(nachgereichten) Steuererklärung pro 2013 deklarierten die Rekurrenten Bankguthaben von
CHF 23'535.-- sowie Bargeld von CHF 25'000.--. Den Steuerwert ihres Fahrzeugs deklarierten
sie mit CHF 918.--. Die im Vorjahr deklarierten Schulden wurden nicht mehr aufgeführt
(pag. 47). Unter Berücksichtigung der im Jahr 2013 zu viel einbezahlten Beiträgen an die Säule
3a (Einzahlung über dem Maximalbetrag) von CHF 1'941.--, betrug das Reinvermögen der
Rekurrenten folglich CHF 51'394.-- (pag. 66 und 72).
Der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission hat in seiner Berechnung den
gegenüber dem Vorjahr reduzierten Steuerwert des Fahrzeugs (von CHF 510.--) nicht
berücksichtigt, da kein effektiver Geldabfluss erfolgt ist und sich der Wert damit nicht auf die
Vermögensveränderung auswirkt bzw. bloss auf einer Änderungen in der Bewertung beruht.
Weiter haben die Rekurrenten zwei Bankbelege der ausländischen G._Bank, welche in
_ Sprache verfasst sind, eingereicht (undatiertes Schreiben, eingegangen bei der
Steuerrekurskommission am 4.8.2015, Beilage). Die Belege datieren beide aus dem Jahr 2011.
Gemäss diesen wurde vom ausländischen Bankkonto der Rekurrentin ein Betrag von
EURO 3'650.-- und ein solcher von CHF 2'000.-- abgehoben. Ob das entsprechende Geld aus
dem angeblichen Verkauf von Gold stammt, ist jedoch nicht nachgewiesen. Nichtsdestotrotz
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haben die Rekurrenten damit wohl nachweisen können, dass im Jahr 2011 Vermögenswerte im
Umfang von rund CHF 7'450.-- (CHF 2'000.-- plus EURO 3'650.-- mal rund 1.5
[durchschnittlicher Euro-Kurs vom betreffenden Tag]) aus ausländischen, nicht deklarierten
Bankkonten stammten. Da die Rekurrenten auch nachgewiesen haben, dass sie über ein
Schliessfach bei der E._Bank verfügten (vgl. Schreiben der Rekurrenten vom
27.1.2017, Beilage, Mietvertrag bezüglich Schliessfach), ist zu ihren Gunsten davon
auszugehen, dass das aus D._ stammende Bargeld dort deponiert worden ist. Sodann
hat die Steuerrekurskommission das Bankguthaben per Ende 2013 lediglich im Umfang von
CHF 22'050.-- (vgl. Schreiben der Rekurrenten vom 27.1.2017, Beilage, Steuerbescheinigung
der Bankkonten) berücksichtigt bzw. gegenüber dem deklarierten Wert von CHF 23'535.-- um
CHF 1'530.-- korrigiert. Weiter sind die Schulden zu berücksichtigen, wobei der Privatkredit bei
der F._Bank im Jahr 2013 noch
CHF 8'132.-- betragen hat (vgl. Schreiben der Rekurrenten vom 27.1.2017, Beilage,
Steuerbescheinigung). Soweit die Rekurrenten auch die Steuerschulden von CHF 17'500.-- und
Verzugszinsen von CHF 605.-- berücksichtigt haben wollen (vgl. Schreiben der Rekurrenten
vom 27.1.2017), kann aufgrund der Aktenlage nicht eruiert werden, ob es sich dabei um
bestehende Steuerschulden handelt oder um die für das Jahr 2013 geschuldeten Steuern,
weshalb diese in der Vermögensvergleichsberechnung keine Beachtung finden. Unter
Berücksichtigung des Vorerwähnten beträgt die bereinigte Vermögensveränderung somit
CHF 52'441.--.
5.2 Verfügbares Einkommen
Die Steuerverwaltung ist in der Berechnung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand –
unter Berücksichtigung der von den Rekurrenten in der Steuererklärung 2013 deklarierten
Einkünfte von CHF 113'275.-- (pag. 48 f.) – von einem Reineinkommen bei den kantonalen
Steuern von CHF 92'365.-- (pag. 72) ausgegangen. Der Büchersachverständige der
Steuerrekurskommission hat die Pauschalen für die übrigen Berufskosten von CHF 2'147.--
sowie jene für Berufskosten des Nebenerwerbs von CHF 1'000.-- (pag. 72) rechnerisch
ausgeglichen, da diese Pauschalen keine effektiven Kosten mit einem nachgewiesenen
Mittelabfluss darstellen. Weiter ergibt sich aus den Akten, dass die Steuerverwaltung bei der
Berechnung nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand von einem Reineinkommen der
Rekurrenten ausging, bei welchem der Pauschalbetrag für Versicherungsprämien und Zinsen
auf Sparkapitalien mit CHF 6'900.-- berücksichtigt wurde (pag. 72 und 66). Die Rekurrenten
haben weder in der Steuererklärung pro 2013 (vgl. pag. 47) noch im Verlauf des vorliegenden
Verfahrens vor der Steuerverwaltung und der Steuerrekurskommission Angaben zu den
effektiven Prämien für die Kranken- und Unfallversicherung gemacht. Da bei der Berechnung
- 12 -
nach Vermögensentwicklung und Lebensaufwand grundsätzlich nicht Pauschalen, sondern die
effektiv entstandenen Kosten berücksichtigt werden, diese mangels entsprechender Angaben
vorliegend jedoch nicht bekannt sind, sind die Kosten für die Prämien der Kranken- und
Unfallversicherung anhand von Vergleichswerten zu bestimmen. Für die Bestimmung der
Prämien für die Kranken- und Unfallversicherung stützt die Steuerrekurskommission auf die
Haushaltsbudgeterhebungen des BfS (BfS-Statistik) ab. Die Steuerrekurskommission zieht
hierbei grundsätzlich die aktuellsten vorhandenen Zahlen spezifiziert für den Kanton Bern heran
(Übersichtstabelle "Haushaltseinkommen und -ausgaben nach Grossregion" einsehbar unter:
<http://www.bfs.admin.ch>, "Statistiken finden / 20 – wirtschaftliche und soziale Situation der
Bevölkerung / Einkommen, Verbrauch und Vermögen / Haushaltseinkommen und -ausgaben /
... nach geographischen Einteilungen [zum Herunterladen] / Haushaltseinkommen und -
ausgaben nach Kanton [nur die bevölkerungsreichsten Kantone]"), wobei die Datenerhebung
jährlich erfolgt und die detaillierte Auswertung alle drei Jahre erstellt wird (die aktuellsten
verfügbaren Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum von 2012 bis 2014). Gemäss der BfS-
Statistik für den Kanton Bern betragen die durchschnittlichen Prämien für die obligatorische
Krankenkasse einer erwachsenen Person rund
CHF 3'187.-- pro Jahr. Da die Krankenkassenanbieter oft sog. Familienrabatte gewähren, die
genaue Höhe vorliegend unbekannt ist, wird davon ausgegangen, dass sich die Kranken-
kassenprämie für die zweite erwachsene Person um 10 % reduziert, ausmachend rund
CHF 2'868.--. Soweit die Kinder der Rekurrenten betreffend, ist sodann von reduzierten
Prämien auszugehen. Gemäss Art. 61 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über
die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10), haben die Versicherer für Personen bis zum
vollendeten 18. Altersjahr (Kinder) eine tiefere Prämie festzusetzen. Das Bundesamt für
Gesundheit (BAG) hat im Kreisschreiben Nr. 5.1 vom 28. Mai 2010 (abrufbar unter:
<http://www.bag.admin.ch>, Rubriken "Themen / Krankenversicherung / Rechts- und
Vollzugsgrundlagen / Kreisschreiben / Archiv früherer Kreisschreiben") festgehalten, dass die
Versicherer eine Reduktion bei der obligatorischen Krankenkassenversicherung ohne weiteren
Nachweis bis auf 75 % der Grundprämie eines Erwachsenen senken können. Auch in den
aktuelleren Kreisschreiben Nr. 5.1 verweist das BAG auf die Reduktion gemäss Art. 61 Abs. 3
KVG, konkretisiert diese jedoch nicht mehr mit einer Prozentzahl. Da die im Kreisschreiben Nr.
5.1 vom 28. Mai 2010 angegebene Prozentzahl von maximal 75 % seitens BAG – soweit
ersichtlich – nicht wiederrufen worden ist, wird zu Gunsten der Rekurrenten davon
ausgegangen, dass die Prämien für ihre drei Kinder je rund 25 % der Erwachsenenprämie
entsprechen. Folglich sind insgesamt Kosten von rund CHF 8'500.-- für die Prämien der
obligatorischen Krankenkasse der Rekurrenten und ihrer drei Kinder zu berücksichtigen. Unter
diesen Umständen ist die seitens der Steuerverwaltung berücksichtige Pauschale von
CHF 6'900.-- zu streichen. Ferner sind die von den Rekurrenten bezahlten Steuerschulden, im
http://www.bag.admin.ch
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Umfang von CHF 6'999.-- zu berücksichtigen (pag. 66). Den Akten können zu dem von der
Steuerverwaltung festgesetzten Betrag von CHF 6'999.-- keine weiteren Hinweise entnommen
werden. Da seitens der Rekurrenten aber nichts Gegenteiliges vorgebracht worden ist,
übernimmt die Steuerrekurskommission den entsprechenden Betrag. Weiter geht aus den
Akten hervor, dass die Schuldzinsen der Rekurrenten für den Privatkredit bei der
F._Bank rund CHF 1'601.-- betragen haben (Schreiben der Rekurrenten vom
27.1.2017, Steuerbescheinigung), womit sich das Einkommen der Rekurrenten entsprechend
verringert. Damit beträgt das total verfügbare Einkommen der Rekurrenten pro 2013
CHF 85'312.--.
5.3 Lebenshaltungskosten
Liegen keine Angaben über die Lebenshaltungskosten eines Steuerpflichtigen vor, muss auf
entsprechende Erfahrungszahlen zurückgegriffen werden. Als Basisdaten für die Festsetzung
der in die Berechnung einzusetzenden Lebenshaltungskosten dient der
Steuerrekurskommission die BfS-Statistik bezüglich der Haushaltsbudgeterhebungen. Zu
erwähnen ist, dass die Steuerrekurskommission für die Berechnung der Lebenshaltungskosten
bis anhin auf die
Konsumzahlen der Region Espace Mittelland für den Zeitraum 2009 bis 2011 abgestützt hat,
welche für die Kantone Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg und Solothurn erhoben wurden. Die
Steuerrekurskommission gelangt jedoch zur Auffassung, dass es sich rechtfertigt die
Konsumzahlen spezifiziert für den Kanton Bern heranzuziehen. Die Steuerrekurskommission
geht dabei grundsätzlich von den gesamten durchschnittlichen Konsumzahlen (inkl. Kosten für
übrige Versicherungsprämien, Gebühren und Spenden bzw. gemachte Geschenke und
Einladungen und exkl. Kosten für Wohnen und Energie) als Basis aus und ersetzt gewisse
Durchschnittsbeträge gemäss BfS-Statistik durch die effektiven Beträge, soweit diese
nachgewiesen sind. Die Wohnkosten (Miete und Eigentum) werden gesondert berechnet bzw.
die effektiven Wohnkosten berücksichtigt. Damit soll ein genaueres Bild der
Lebenshaltungskosten einer im Kanton Bern ansässigen Person wiedergeben werden, soll
doch mit der ermessensweisen Schätzung eine bestmögliche Annäherung an den wirklichen
Sachverhalt ermöglich werden. Hinzu kommt, dass seit dem 25. November 2016 auf der
Internetseite des BfS die aktuellsten Zahlen des Zeitraums 2012 bis 2014 zur Verfügung
stehen, weshalb die Steuerrekurskommission grundsätzlich auch auf diese abstützt. Bei
nachgewiesenen oder zumindest glaubhaft dargelegten, einfachen bzw. sehr einfachen
Verhältnissen weicht die Steuerrekurskommission von der BfS-Statistik ab und zieht das
betreibungsrechtliche Existenzminimum gemäss Kreisschreiben B1 der Aufsichtsbehörde in
Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern in der Fassung vom 1. Januar 2011
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(einsehbar unter: <http://www.justice.be.ch>, Rubriken "Zivilverfahren / Kreisschreiben / SchKG
/ KS B1 aB3"; nachfolgend: Kreisschreiben B1) bzw. die von der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (SKOS) herausgegebenen Richtlinien zur Festsetzung der Lebenshaltungskosten
heran (einsehbar unter: <http://www.skos.ch>).
Vorliegend wurden die Lebenshaltungskosten durch die Steuerverwaltung auf Grund der
Familienstruktur der Rekurrenten (drei erwachsene Personen und zwei Kinder [eines unter 6
Jahren und eines zwischen 6 und 13 Jahren. Das dritte Kind hatte sein 16. Lebensjahr bereits
vollendet und wurde als erwachsene Person eingestuft]) gestützt auf die
Haushaltsbudgeterhebungen des BfS und den internen Richtlinien der Steuerverwaltung
ermittelt und erfasst. Gemäss den internen Richtlinien werden dabei die Konsumausgaben für
Gast- und Beherbergungsstätten, Wohnen und Energie sowie Verkehr nicht gemäss
Haushaltsbudgeterhebungen des BfS übernommen. Die Steuerverwaltung ist von
Lebenshaltungskosten von gesamthaft CHF 59'850.-- für fünf Personen ausgegangen (pag. 66).
Dabei hat sie gemäss ihren internen Richtlinien für die erste erwachsene Person einen Ansatz
von CHF 14'000.-- p.a. und für jede weitere erwachsene Person CHF 10'000.-- p.a.
berücksichtigt (zweite erwachsene Person und Kind über
16 Jahre). Für das unter 6 Jahre alte Kind ist sie von einem Ansatz von CHF 2'250.-- und für
das über 6 Jahre alte Kind von einem solchen von CHF 3'600.-- ausgegangen. Somit hat sie für
die Rekurrenten und ihre Kinder einen Grundbetrag von CHF 39'850.-- p.a. als
Berechnungsgrundlage herangezogen. Die Kosten für den öffentlichen Verkehr wurden mit
einer Pauschale von CHF 2'000.-- berücksichtigt. Zusätzlich wurden Kosten für die Fremdmiete
von CHF 18'000.-- p.a. berücksichtigt. Der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission
gelangt unter Berücksichtigung der Einkommensverhältnisse der Rekurrenten zur Auffassung,
dass vorliegend von normalen Verhältnissen auszugehen ist. Jedenfalls rechtfertigt es sich
aufgrund der Behauptung der Rekurrenten, wonach sie sparsam gelebt hätten und mit Gemüse,
Früchten und Salat aus dem Garten der Eltern versorgt worden seien (Schreiben der
Rekurrenten vom 27.1.2017) nicht, um von (besonders) einfachen Verhältnissen auszugehen.
Die Berechnung des Büchersachverständigen der Steuerrekurskommission erfolgt – wie bereits
erwähnt – ebenfalls gestützt auf die BfS-Statistik. Dabei werden die Lebenshaltungskosten
jedoch auf den Haushaltsbudgeterhebungen für den Kanton Bern pro 2012 bis 2014 berechnet,
wobei die gesamten durchschnittlichen Konsumzahlen (inkl. Kosten für übrige
Versicherungsprämien, Gebühren und Spenden bzw. gemachte Geschenke und Einladungen
und exkl. Kosten für Wohnen und Energie) als Basis dienen und auf eine Person
heruntergebrochen werden (die BfS-Statistik geht von 2.18 Personen pro Haushalt aus). Die
Steuerrekurskommission ersetzt sodann gewisse Durchschnittsbeträge gemäss BfS-Statistik
durch die effektiven Beträge, soweit diese nachgewiesen sind. Das Abstellen auf die gesamten
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durchschnittlichen Konsumzahlen hat unter anderem auch zur Folge, dass die Kosten für den
öffentlichen Verkehr nicht separat in der Berechnung zu berücksichtigen sind. Da vorliegend
einzig Angaben bezüglich der Miet-kosten vorliegen (vgl. Schreiben der Rekurrenten vom
27.1.2017), dient die BfS-Statistik für den Kanton Bern (2012 bis 2014) als Grundlage für die
ermessensweise Berechnung der Lebenshaltungskosten im Jahr 2013. Der Familienstruktur der
Rekurrenten (zwei erwachsene Personen und drei Kinder) wird mit prozentmässigen
Zuschlägen Rechnung getragen, wobei bei den Lebenshaltungskosten der Kinder die Kosten
für "Alkoholische Getränke und Tabakwaren", für "Verkehr" und für "Nachrichtenübermittlung"
nicht berücksichtigt werden, da davon ausgegangen werden kann, das Kinder weder
alkoholische Getränke noch Tabakwaren konsumieren und die Kosten für Verkehr und
Nachrichtenübermittlung eher marginal sind. Der Grundbetrag für die Berechnung der
Lebenshaltungskosten je Kind bis 16 Jahren weicht somit vom Grundbetrag für eine
erwachsene Person ab. Kinder älter als 16 Jahre werden in Übereinstimmung mit der
Steuerverwaltung als (weitere) erwachsene Person berücksichtigt, weshalb auch vom
Grundbetrag für eine erwachsene Person ausgegangen wird. Bei Mehrpersonenhaushalten
werden folgende prozentmässigen Zuschläge berücksichtigt:
 Erste erwachsene Person 100 % des Grundbetrags für Erwachsene
 weitere erwachsene Person 70% des Grundbetrags für Erwachsene
 Kinder < 6 Jahren 15% des Grundbetrags für Kinder
 Kinder > 6 bis 13 Jahren 30% des Grundbetrags für Kinder
 Kinder > 13 bis 16 Jahren 45% des Grundbetrags für Kinder
 Kinder > 16 Jahren 70 % des Grundbetrags für Erwachsene
Gemäss BfS-Statistik betragen die gesamten durchschnittlichen Konsumzahlen für eine
erwachsene Person CHF 22'800.--. Folglich ist für die zweite erwachsene Person und das Kind
der Rekurrenten über 16 Jahre ein Betrag von je rund CHF 16'000.-- zu berücksichtigen.
Der Grundbetrag für die Kinder unter 16 Jahren beträgt sodann CHF 7'800.-- (Kind unter
6 Jahren = CHF 2'600.--; 12-jähriges Kind = CHF 5'200.--). Gesamthaft betragen die
Lebenshaltungskosten (ohne Wohnkosten) demnach grundsätzlich CHF 62'600.--. Aufgrund
des Umstands, dass die Rekurrenten mit Schreiben vom 27. Januar 2017 erstmals vorbringen,
Leasingkosten von monatlich CHF 408.45 zu tragen, sind die Lebenshaltungskosten
entsprechend anzupassen, da die BfS-Statistik bereits durchschnittliche Leasingkosten enthält.
Für den Kanton Bern sind die Leasingkosten in der detaillierten Liste zu den
Haushaltsausgaben sämtlicher Haushalte auf der Internetseite des BfS aufgeschaltet
(<http://www.bfs.admin.ch>, "Statistiken finden / 20 – wirtschaftliche und soziale Situation der
Bevölkerung / Einkommen, Verbrauch und Vermögen / Haushaltseinkommen und -ausgaben /
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Haushaltsausgaben / Detaillierte Haushaltsausgaben sämtlicher Haushalte nach Jahr", Register
04). Aus dieser ergibt sich, dass für die Jahre 2012 bis 2014 im Kanton Bern von
durchschnittlichen Leasingkosten von rund CHF 73.50 pro Monat auszugehen ist (vgl. Ziff.
6217.03 der entsprechenden Liste). Dies entspricht vorliegend einem Betrag von CHF 979.--
pro Jahr (CHF 73.50 geteilt durch 2.18 Personen ergibt rund CHF 34.-- pro Monat für die erste
erwachsene Person. Unter Berücksichtigung der Haushaltsstruktur der Rekurrenten [drei
Personen über 16 Jahre bzw. einmal 100 % von CHF 34.-- und zweimal 70 % von CHF 34.--]
mal 12), welcher von den Lebenshaltungskosten gemäss BfS-Statistik abzuziehen ist. Anstelle
dieser Kosten sind die effektiv bezahlten Leasingkosten von CHF 4'901.-- (CHF 408.45 pro
Monat) zu berücksichtigen. Schliesslich sind die Wohnkosten zu beachten. Gemäss Angaben
der Rekurrenten betragen diese monatlich CHF 1'500.-- (Wohnung CHF 1'450.-- plus Parkplatz
CHF 50.--; vgl. Schreiben der Rekurrenten vom 27.1.2017). Daraus ergeben sich Kosten der
Fremdmiete von total rund CHF 18'000.-- pro Jahr. Entsprechend betragen die seitens des
Büchersachverständigen ermessensweise berechneten Lebenshaltungskosten der Rekurrenten
letztlich insgesamt CHF 84'522.--.
5.4 Aus dem Vorerwähnten ergibt sich, dass die Rekurrenten aufgrund der Berechnung des Büchersachverständigen der Steuerrekurskommission und unter Berücksichtigung ihrer
Angaben (Schreiben der Rekurrenten vom 27.1.2017) einen Fehlbetrag von CHF 51'651.--
aufweisen (vgl. dazu auch E. 5.5 hiernach). Dieser Fehlbetrag ergibt sich aus der
Gegenüberstellung des deklarierten Vermögens pro 2012 und 2013 bzw. der
Vermögensveränderung, des erzielten Einkommens und der ermessensweise festgesetzten
Lebenshaltungskosten der Rekurrenten pro 2013. Daraus folgt, dass die Rekurrenten zur
Deckung sämtlicher Auslagen im Steuerjahr 2013 über weitere Mittel, als deklariert, verfügt
haben mussten. Die Rekurrenten bringen insofern vor, dass die zusätzlichen Mittel aus in den
letzten Jahren angespartem Bargeld, welches nicht deklariert worden sei, und dem Verkauf von
Gold, welches sie anlässlich ihrer Hochzeit erhalten und ebenfalls nicht deklariert hätten,
stammen. Auf Aufforderung der Steuerrekurskommission, haben die Rekurrenten dazu diverse
Angaben und Belege eingereicht (Schreiben der Rekurrenten, eingegangen bei der
Steuerrekurskommission am 4.8.2015; Schreiben der Rekurrenten vom 27.1.2017). Das Gold
betreffend bringen die Rekurrenten vor, dass sie dieses anlässlich ihrer Hochzeit erhalten,
einen Teil davon vor dem Jahr 2011 in Geld umgewandelt und in D._ auf einem
Bankkonto deponiert hätten (vgl. dazu auch E. 5.1 hiervor). Das restliche Gold sei in Zürich
verkauft und das Bargeld anschliessend im Schliessfach bei der E._Bank in
C._ aufbewahrt worden. Dem Schreiben haben die Rekurrenten u.a. eine Quittung vom
18. Juni 2011 einer in Zürich domizilierten Münzhandlung beigelegt. Aus dieser ergibt sich, dass
Gold im Wert von CHF 10'137.-- verkauft worden ist. Auf der entsprechenden Quittung fehlen
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jedoch Angaben zum Verkäufer und auch wurde die Quittung seitens des Verkäufers nicht
unterzeichnet. Damit bleibt unklar, ob der Goldverkauf tatsächlich durch die Rekurrenten erfolgt
ist. Soweit das angesparte Geld betreffend bringen die Rekurrenten sodann vor, dass dieses
hauptsächlich aus der Auszahlung von Überstunden der Jahre 2012 und 2013 stamme,
welches im Schliessfach bei der E._Bank in C._ deponiert worden sei. Dazu
haben die Rekurrenten zwei Lohnabrechnungen der Arbeitgeberin des Rekurrenten eingereicht.
Aus diesen ergibt sich, dass dem Rekurrenten im April 2012 und 2013 Überstunden ausbezahlt
worden sind in Höhe von CHF 7'392.25 (2013) und CHF 6'336.25 (2012). Insofern zu erwähnen
ist, dass die Rekurrenten den Nachweis, wonach das entsprechende Geld im Schliessfach
deponiert worden sein soll, nicht erbracht haben. So geht aus den Lohnabrechnungen hervor,
dass die Beträge auf das Konto des Rekurrenten überwiesen wurden. Entsprechend müsste für
die Barauszahlung ein diesbezüglicher Beleg vorliegen. Ein solcher wurde seitens der
Rekurrenten jedoch nicht eingereicht. Unter den gegeben Umständen, erscheinen die
Vorbringen der Rekurrenten, wonach sich der Fehlbetrag durch das angesparte Geld sowie die
Umwandlung des geschenkten Goldes in Bargeld erklären lasse, nicht glaubwürdig. Aber selbst
unter Berücksichtigung der nicht nachgewiesenen Goldverkäufe in der Schweiz von
CHF 10'137.-- und der ausbezahlten Überstunden pro 2012 von CHF 6'336.25 (die
ausbezahlten Überstunden pro 2013 werden nicht berücksichtigt, da bereits im Einkommen des
Jahres 2013 enthalten) hätten den Rekurrenten weitere Einkünfte von über CHF 35'000.--
zufliessen müssen, damit die gegenüber dem Vorjahr erfolgte Vermögenszunahme erklärbar
wäre (vgl. E. 5 hiervor).
5.5 Wie bereits erläutert, steht vorliegend eine Ermessensveranlagung bzw. -zuschlag in Frage, weshalb die Rekurrenten die Unrichtigkeit der Veranlagung bzw. des Zuschlags
nachweisen müssen (vgl. E. 3.4 und E. 4 hiervor). Wie ausgeführt, habe die Rekurrenten diesen
Unrichtigkeitsnachweis nicht erbracht. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das
von der Steuerverwaltung ermessensweise festgesetzte Manko von CHF 43'482.-- letztlich um
CHF 8'080.-- tiefer als der von der Steuerrekurskommission berechnete Fehlbetrag von
CHF 51'651.-- ausfällt bzw. um 19 % abweicht. Die Steuerrekurskommission ist nicht an das
Ermessen der Steuerverwaltung gebunden, verfügt sie doch gemäss Art. 198 Abs. 2 StG und
Art. 142 Abs. 4 DBG im Rekurs- und Beschwerdeverfahren über die gleichen Befugnisse wie
die kantonale Steuerverwaltung im Veranlagungsverfahren. Sie entscheidet gestützt auf das
Ergebnis ihrer Untersuchungen und kann nach Anhörung der steuerpflichtigen Person die
Veranlagung auch zu deren Nachteil (sog. "reformatio in peius") abändern (Art. 199 Abs. 1 und
2 StG; Art. 143 Abs. 1 DBG). Eine solche "reformatio in peius" wird von der
Steuerrekurskommission regelmässig nur dann vorgenommen, wenn die angefochtene
Verfügung mit den anzuwendenden Rechtsgrundsätzen offensichtlich unvereinbar ist und sich
- 18 -
eine Anpassung geradezu aufdrängt bzw. wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich
unrichtig und die Korrektur von erheblicher Bedeutung ist (vgl. BGer 2A.408/2002 vom
13.2.2004, E. 1.4; Ulrich Cavelti in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b,
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 2. Aufl., 2008, N. 3 und 3a zu Art. 143
DBG). Da die Abweichung des Ergebnisses der Vermögensvergleichsberechnung der
Steuerrekurskommission zur Berechnung der Steuerverwaltung gemäss Einspracheentscheid
über 10 % liegt (vorliegend beträgt die Abweichung 19 %) und damit erheblich ist, die
Steuerverwaltung ihr Ermessen folglich unterschritten hat, erfolgt eine Korrektur des
steuerbaren Einkommens zu Ungunsten der Rekurrenten bzw. das aufzurechnende
Einkommen beträgt rund CHF 51'651.--. Die Rekurrenten sind über die beabsichtigte Korrektur
des steuerbaren Einkommens mit Schreiben vom 8. Dezember 2016 informiert worden und
haben sich mit Eingabe vom 27. Januar 2017 dazu geäussert. Ihre Einwände bringen insofern
neue Erkenntnisse, als dass sich das seitens der Steuerrekurskommission berechnete
Einkommensmanko von vormals CHF 65'695.-- (vgl. Bst. H hiervor; Ankündigung "reformatio in
peius") auf CHF 51'651.-- reduziert. Damit sind Rekurs und Beschwerde abzuweisen. Die Akten
werden zur Neufestsetzung der Steuerfaktoren im Sinn der Erwägungen an die
Steuerverwaltung zurückgeschickt.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig. Sie haben die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten
oder andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1,
2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
Da die Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen, werden keine Parteikosten gesprochen
(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).