# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4bf24ff2-a329-49ec-a513-6b755dae86d3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. O., geb. 21. Juni 1987, ist Staatsangehöriger von Kosovo. Er heiratete am 12.
November 2007 in seinem Heimatstaat die Schweizer Bürgerin K.S., geb.
14. September 1989. Am 21. Dezember 2007 reiste er zu seiner in Gossau wohnhaften
Ehefrau, worauf ihm im Rahmen des Familiennachzugs eine bis 20. Dezember 2008
befristete Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde.
Am 18. Januar 2008 erstattete K.S.O. gegen ihren Ehemann Anzeige wegen Drohung
und Sachbeschädigung. In der Folge wurden die Eheleute auch wegen des Verdachts
der Scheinehe befragt. Bei der polizeilichen Befragung am 24. Januar 2008 sagte B. O.
aus, er habe die eheliche Wohnung am 13. Januar 2008 verlassen und lebe nun bei
seinem Bruder in Uzwil. Am 7. Mai 2008 meldete er sich rückwirkend per 1. Mai 2008
beim Einwohneramt Uzwil an.
Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 widerrief das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung
von B. O. und setzte eine Ausreisefrist bis 15. September 2008 an. Zur Begründung
führte es aus, B. O. erfülle die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung trotz Auflösung der Ehegemeinschaft nicht. Die Rückkehr in
den Herkunftsstaat sei zumutbar.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. Juli 2008 erhob B. O. gegen die
Verfügung des Ausländeramts vom 4. Juli 2008 Rekurs, der vom Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 10. Oktober 2008 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 28. Oktober 2008 erhob B. O.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
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10. Oktober 2008 sei vollumfänglich aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung sei zu
erneuern und zu verlängern und dem Beschwerdeführer sei der Aufenthalt in der
Schweiz zu ermöglichen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, die Ehegatten hätten überstürzt
geheiratet. Dem Beschwerdeführer sollte allerdings die Möglichkeit gegeben werden,
die Ehescheidung abzuwarten und, falls notwendig, eine Vaterschaftsklage (gemeint
Vaterschaftsanfechtungsklage) anhängig zu machen. Ferner sei ihm zugute zu halten,
dass er schon kurz nach der Einreise in die Schweiz eine Arbeit gefunden habe und
zuverlässig seiner Arbeit nachgehe. Der Grad der Integration sei nicht nur nach der
Länge des Aufenthalts zu bestimmen. Auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde

## Considerations

wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Mit Eingabe vom 28. November 2008 ersuchte der Vertreter des Beschwerdeführers
um eine "Zurückstellung des Verfahrens, jedenfalls aber nicht um eine beförderliche
Behandlung des Falles".
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 2. Dezember 2008 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 28. Oktober 2008
wurde rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer beantragt die "Zurückstellung" des Verfahrens. Ein förmliches
Gesuch um Sistierung stellte er allerdings nicht. Grund für sein Begehren ist
offensichtlich der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer eine Verlängerung seines
Aufenthalts verschaffen will. Dies würde allerdings dem Grundsatz einer beförderlichen
Behandlung des Verfahrens widersprechen, zumal eine Anwesenheit des
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Beschwerdeführers in der Schweiz aufgrund der persönlichen Verhältnisse nicht
notwendig ist (vgl. unten E. 3.2.).
3. Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesen zusammen wohnen. Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft
besteht nach Art. 50 Abs. 1 AuG der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 weiter, wenn die
Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche
Integration besteht (lit. a), oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b).
3.1. Nach Art. 62 lit. d AuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen, ausgenommen
die Niederlassungsbewilligung, widerrufen, wenn der Ausländer eine mit der
Bewilligung verbundene Bedingung nicht einhält.
Eine erfolgreiche Integration nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG liegt vor, wenn der Ausländer
namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung
respektiert und den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am
Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (vgl. Art. 77 Abs. 4 der Verordnung
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit, SR 142.201).
3.2. Der Beschwerdeführer heiratete seine Schweizer Ehefrau am 12. November 2007.
Am 21. Dezember 2007 reiste er zu ihr in die Schweiz ein. Bereits Ende Februar 2008
verliess er die eheliche Wohnung und zog zu seinem Bruder nach Uzwil. Am 7. Mai
2008 meldete er sich beim Einwohneramt Uzwil an. Die Frist von drei Jahren nach
Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG ist damit bei weitem nicht erfüllt. Auch kann nach einem
Aufenthalt von wenigen Monaten nicht von einer erfolgreichen Integration gesprochen
werden. Das Eingehen einer Scheinehe wird dem Beschwerdeführer allerdings nicht
vorgeworfen.
Die Aufenthaltsbewilligung wurde im Rahmen des Familiennachzugs erteilt und der
Verbleib bei der Schweizer Ehegattin als Aufenthaltszweck vermerkt. Nach der
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Trennung bzw. Scheidung der Eheleute ist diese mit der Erteilung der Bewilligung
verbundene Bedingung weggefallen. Damit ist ein Widerruf der Bewilligung
grundsätzlich zulässig. Nachdem die Bewilligung während des hängigen Verfahrens am
20. Dezember 2008 abgelaufen ist, ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch
auf Verlängerung bzw. Erteilung der Bewilligung hat.
Wichtige persönliche Gründe, die den Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung trotz Auflösung der Ehe- oder Familiengemeinschaft weiter
bestehen lassen, können namentlich vorliegen, wenn ein Ehegatte Opfer ehelicher
Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet
erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Solche Umstände sind im vorliegenden Fall nicht
gegeben. Der Beschwerdeführer macht im wesentlichen geltend, es solle ihm die
Chance gegeben werden, die Ehescheidung abzuwarten und, falls notwendig, eine
Vaterschaftsanfechtungsklage anhängig zu machen. Der Beschwerdeführer kann
allerdings seine Rechte im Ehescheidungs- und im Vaterschaftsverfahren, wie er auch
selbst anerkennt, auch vom Herkunftsstaat aus oder im Rahmen von
Besuchsaufenthalten geltend machen. Der Einwand, dies sei für ihn praktisch
undurchführbar bzw. aufgrund finanzieller und technischer Schwierigkeiten unmöglich,
ist nicht stichhaltig. Er kann einen Vertreter in der Schweiz beauftragen, seine Rechte
wahrzunehmen. Inwiefern eine persönliche Anwesenheit zwingend sein soll, ist nicht
ersichtlich.
Ungeachtet der Tatsache, dass das Kind bis zum Entscheid über die
Vaterschaftsanfechtungsklage als ehelich gilt (Art. 255 Abs. 1 ZGB), wäre eine
Berufung des Beschwerdeführers auf Art. 8 EMRK zur Erlangung einer
Aufenthaltsbewilligung rechtsmissbräuchlich, da der Beschwerdeführer die Vaterschaft
angefochten hat.
3.3. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen hat der Beschwerdeführer keinen
Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Entscheid darüber
stand daher im Ermessen der Ausländerbehörde (Art. 96 AuG).
Der Beschwerdeführer hält sich erst seit rund eineinviertel Jahren in der Schweiz auf.
Mit seiner Schweizer Ehefrau lebte er nur wenige Wochen zusammen. Zudem ist sein
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befristeter Arbeitsvertrag Ende Januar 2009 abgelaufen. Aufgrund der kurzen
Aufenthaltsdauer in der Schweiz und der sehr kurzen Dauer der ehelichen
Gemeinschaft kann im Widerruf bzw. in der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung kein Ermessensmissbrauch erblickt werden. Nach dem kurzen
Aufenthalt in der Schweiz kann der Beschwerdeführer ohne überdurchschnittliche
Probleme in den Herkunftsstaat zurückkehren.
3.4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht