# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b630f144-1975-4309-a012-f1647e40a2a2
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
B (geboren 1964) wurde mit Verfügung vom 22. Februar 2021 von der Sozialbehörde A ab 1. Februar 2021 wirtschaftliche Hilfe zugesprochen, bestehend aus einem Grundbedarf von Fr. 738.50 (Fr. 997.- abzüglich 10 % wegen Wohngemeinschaft und 17,7 % aus dem Warenkorb der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe [SKOS]) sowie der Krankenkassenprämie von Fr. 387.25. Die Sozialbehörde begründete die Abzüge vom Grundbedarf mit der Wohnzweckgemeinschaft, welche B mit seinem Sohn bilde, in dessen Haus er in der mittleren Wohnung gratis wohnen könne. Weiter wurden B verschiedene Weisungen erteilt. Unter anderem wurde er angewiesen, die Kontoauszüge monatlich vorzulegen; die Auszahlung der wirtschaftlichen Hilfe erfolge nach Vorlage der Kontoauszüge.
II.
Dagegen rekurrierte B am 25. März 2021 an den Bezirksrat Bülach und beantragte, die Sozialhilfe sei ab Antragstellung auszurichten, der Grundbedarf sei für eine Person in einem Einpersonenhaushalt ungekürzt auszurichten und auf Verfahrenskosten sei zu verzichten. Sodann sei die Sozialbehörde A superprovisorisch anzuweisen, ihm die Sozialhilfeleistungen für Februar und März 2021 ungekürzt auszurichten.
Mit Beschluss vom 21. Juli 2021 hob der Bezirksrat Bülach in teilweiser Gutheissung des Rekurses Dispositivziffer 1 der Verfügung der Sozialbehörde A vom 22. Februar 2021 auf und fasste diese wie folgt neu: "B wird ab Mitte Dezember 2020 mit wirtschaftlicher Hilfe von Fr. 897.30 (Grundbedarf) und ab 1. April 2021 mit Fr. 905.40 (Grundbedarf) unterstützt.". Weiter wies er die Sozialbehörde A an, B für die Zeit von Mitte Dezember 2020 bis Ende Juli 2021 Fr. 2'042.30 nachzuzahlen (Dispositivziffer II). Schliesslich wies er die Sozialbehörde A aufsichtsrechtlich an, B in Zukunft die wirtschaftliche Hilfe jeweils monatlich zu überweisen (Dispositivziffer III).
III.
Mit (als Rekurs bezeichneter) Beschwerde vom 16. August 2021 gelangte die Gemeinde A an das Verwaltungsgericht und beantragte die vollumfängliche Aufhebung des
Beschlusses des Bezirksrats Bülach vom 21. Juli 2021.
Der Bezirksrat Bülach verwies mit Eingabe vom 1. September 2021 auf die Begründung des angefochtenen Entscheids und verzichtete im Übrigen auf eine Vernehmlassung.
B liess durch seine Rechtsvertreterin am 19. Januar 2022 mittels eingereichter Vollmacht das Vertretungsverhältnis anzeigen, mit dem Hinweis, dass zurzeit keine konkreten Anträge gestellt würden.
Der Einzelrichter

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zuständig.
1.2
Bei Streitigkeiten über periodisch wiederkehrende Leistungen, namentlich im Bereich der Sozialhilfe, ist der Streitwert der Summe dieser periodischen Leistungen während der Dauer von zwölf Monaten gleichzusetzen (statt vieler VGr, 31. März 2021, VB.2020.00696, E. 1.1; Kaspar Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 65a N. 17). Die
Differenz zwischen den von der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. Februar 2021 und den von der Vorinstanz mit Beschluss vom 21. Juli 2021 festgesetzten Beträgen entspricht
17,7 % der Grundbedarfsbeträge von Fr. 897.30 ab Mitte Dezember 2020 respektive Fr. 905.40 ab 1. April 2021. Der Streitwert vor Verwaltungsgericht berechnet sich als Differenz zwischen den beim Verwaltungsgericht gestellten Begehren und dem von der Vorinstanz zugesprochenen Betrag (
sogenanntes Gravamensystem; vgl. VGr,
17. Dezember 2020, VB.2019.00704, E. 1.1
). U
nter Hinzurechnung der Nachzahlungssumme von Fr. 2'042.30 beträgt der Streitwert weniger als Fr. 20'000.-. Deshalb und da dem Fall keine grundsätzliche Bedeutung zukommt, ist der Fall vom Einzelrichter zu entscheiden (§ 38b Abs. 1 lit. c und Abs. 2 VRG).
2.
2.1
Das Verwaltungsgericht ist weder Aufsichtsbehörde über die Beschwerdeführerin noch über die Vorinstanz. Die Gemeinden stehen mit der gesamten Gemeindetätigkeit unter der Aufsicht des Bezirksrats als dem allgemeinen Aufsichtsorgan über die Gemeinden.
Der Bezirksrat ist hier nicht nur Rekursinstanz, sondern zugleich auch Aufsichtsbehörde über die Fürsorgebehörden (§ 8 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 [SHG, LS 851.1]). Er kann deshalb, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind, auch
aufsichtsrechtlich
einschreiten (Martin Bertschi, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 69). Da es sich bei aufsichtsrechtlichen Anordnungen der Bezirksräte um erstinstanzliche Anordnungen, nicht aber um Rechtsmittelentscheide handelt, ist gemäss
§ 19b Abs. 2 lit. a Ziff. 3 VRG der Regierungsrat Rekursinstanz gegen solche Anordnungen der Bezirksräte (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 73 f.). Das Verwaltungsgericht ist somit weder für die Behandlung von Aufsichtsbeschwerden gegen die Vorinstanz noch von Rekursen gegen deren aufsichtsrechtlichen Anordnungen zuständig.
2.2
Die Vorinstanz verpflichtete die Beschwerdeführerin im angefochtenen Entscheid
aufsichtsrechtlich
, dem Beschwerdegegner in Zukunft die wirtschaftliche Hilfe jeweils monatlich zu überweisen. Gegenstand des Rekursverfahrens kann nur sein, was auch Gegenstand der erstinstanzlichen Verfügung war. Daneben bestimmt sich der Streitgegenstand nach der im Rekursantrag verlangten Rechtsfolge. Der Streitgegenstand kann somit nur Anordnungen umfassen, die Teil des Rechtsmittelverfahrens waren und somit nicht aufsichtsrechtlicher Natur sind. Erlässt die (Aufsichts-)Behörde jedoch im Rahmen ihrer Aufsichtstätigkeit eine Anordnung, können die Rechtsmittellegitimierten die dagegen zulässigen Rechtsmittel erheben. Die aufsichtsrechtliche Anordnung ist als erstinstanzlich zu betrachten, selbst wenn die Aufsichtsbehörde zugleich als Rekursbehörde amtet, sodass eine Gabelung des Rechtswegs eintreten kann (VGr, 10. Februar 2022, VB.2021.00472 E. 1.2; Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 86). Dies ist vorliegend der Fall, selbst wenn – wie die Beschwerdeführerin geltend macht – ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen den Themen besteht. Die zu beurteilenden Rechtsfragen betreffend die Abzüge aus dem SKOS-Warenkorb aufgrund der Wohnform und den Auszahlungsmodus sind – selbst wenn sie denselben Sozialhilfeempfänger betreffen – nicht derart miteinander verknüpft, dass nur eine gesamtheitliche Beurteilung durch das Verwaltungsgericht möglich wäre. Entsprechend ist die Sache, soweit sie die aufsichtsrechtliche Anordnung der Vorinstanz betreffend den Auszahlungsmodus betrifft, nicht vom Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren zu beurteilen und es ist auf die Beschwerde in diesem Punkt
mangels Zuständigkeit
nicht einzutreten.
2.3