# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 59cd9b7f-67ee-4e0c-828a-6ca45eea3270
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
verfügt über keine Berufsausbildung (Urk. 6/1/4
).
In den Neunzigerjahren
liess er sich in der Schweiz nieder (Urk. 6/1/
3, Urk.
6/7/1
)
und arbeitete unter anderem
als Hilfsgärtner
oder
als Haus
wart
(Urk. 6/
13/2,
Urk.
6/18/3).
Am 2
0.
Februar 2011 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (Urk. 6/7)
, wobei er angab, seit 2002 als
Sanitärspengler
für
Y._
tätig zu sein (Urk. 6/7/6)
.
Der
Arbeitgeber
machte entsprechende Angaben
(Urk. 6/27/1).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen
. Am 2
1.
Juni 2011
schloss
sie
die Arbeitsver
mittlung ab, nachdem sich der
Versicherte
und sein Arbeitgeber zu einer weiteren Zusammenarbeit entschlossen hatten (Urk. 6/17).
Mit Vorbescheid vom 1
1.
Juli
2011 stellte sie ihm die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 6
/24).
Am 2
1.
September 2011 verfügte sie im angekündigten Sinne, da der Versicherte
weiterhin ohne Lohneinbusse seine bisherige Erwerbstätigkeit ausübte (Urk. 6
/25).
Am 27. Februar 2012 meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf eine seit dem 1
6.
November 2011 bestehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit wegen Gleichgewichts
störungen, Schwindel, Ohnmacht und Diabetes zur Früherfassung an (Urk. 6/
27)
. Am 1
4.
April 2012 folgte die
Anmeldung
zum Leistungsbezug
(
Berufliche Integration/Rente
;
Urk. 6/31).
Nach Tätigung weiterer Abklärungen
(
Urk.
6/38 ff.)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten
mit Vorbescheid vom
16. Mai 2014 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 6/58), wogegen der Versicherte a
m 1
1.
Juni 2014, ergänzt am 15.
August 2014, Einwand erhob (Urk. 6/61 und
Urk.
6/64).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
wurden ärztli
che Berichte des Zentrums
Z._
(Urk. 6/69,
Urk.
6/72, Urk. 6/77
,
Urk.
6/84
,
Urk.
6/92)
sowie
des Sanatoriums
A._
(Urk. 6/86)
zu den Akten genommen
und das
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
B._
vom
2
8.
Juli 2017
eingeholt (Urk. 6/
102
).
Dazu nahm der Versicherte am 2
8.
September 2017 unter Beilage des Berichts des
Z._
vom 22. September
2017 Stellung (
Urk.
6/109, Urk.
6/111).
Am 1
8.
Oktober 2016
wurde das Gesuch des Versicherten um unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren gut
ge
heissen (Urk. 6/89).
Nach Durchführung eines Einkommensvergleichs (Urk. 6/1
20) und nach mehrmaliger Vorlage des Dossiers bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
vgl.
Urk.
6/121/3-
8
) wies die IV-Stelle das Rentenbe
gehren des Versicherten mit Verfügung vom
4.
Dezember 2017 ab (Urk. 6/124 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
4.
Dezember 2017
erhob der Versicherte am 1
9.
Januar 2018 Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ab
1.
November 2012 eine ganze Invalidenrente zu gewähren. Eventualiter sei seine Arbeitsfähigkeit durch eine berufliche Abklärungsstelle abzuklären.
Subeventualiter
sei das Verfahren an die IV-Stelle zurückzuweisen mit dem Hinweis,
die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sei unter Kostenfolge der Beschwerdeführerin (gemeint wohl: zulasten der Beschwerdegegnerin)
durch eine berufliche Abklärungsstelle durchzuführen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1
/1
S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
Februar 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
7.
Februar 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozess
führung gewährt und es wurde ihm Rechtsanwältin Christina
Kotrba
, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 7). Mit Eingabe vom 1
5.
Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht
von
lic.
phil.
C._
, Neuropsychologin/Psychologin FSP, und Dr.
med.
D._
, Verhaltensneurologin,
vom 2
9.
Mai 2019 ein (
Urk.
11 und
Urk.
12). Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
Juli 2019 wurde der Beschwerdegeg
nerin Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
13), woraufhin die Beschwerdegegnerin am
6.
August 2019 auf das Einreichen einer Stellungnahme verzichtete (Urk. 15), was dem Beschwerdeführer mitgeteilt wurde (
Urk.
16). Am
1
9.
Juli 2019 zeigte Rechtsanwältin
Kotrba
an, dass
sie
den Beschwerdeführer nicht
mehr vertrete
(
Urk.
14). Mit Eingabe vom 1
9.
September 2019
ersuchte Rechtsan
walt Thomas Wyss, Zürich, darum, er sei als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen (Urk. 18). Nach Abklärungen bezüglich der Gründe für die Mandats
niederlegung durch Rechtsanwältin
Kotrba
(
Urk.
19 und
Urk.
20) entliess das hiesige Gericht Rechtsanwältin
Kotrba
mit Verfügung vom 27. September 2019 und bestellte dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Wyss als unentgeltlichen Rechtsvertreter für das vorlieg
ende Verfahren (
Urk.
21). Am 3.
Februar 2020 stellte der Beschwerdeführer den Eventualantrag, es sei unter Wahrung seiner Mitwirkungsrechte ein gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen (
Urk.
26
S. 1). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. Februar 2020 auf das Einreichen
einer Stellungnahme dazu (
Urk.
29), was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Februar 2020 mitgeteilt wurde (
Urk.
30).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409
E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
das Gutachten der MEDAS
B._
vom
2
8.
Juli 2017 sei beweis
kräftig. Demzufolge sei dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Sanitär seit November 2011 nicht mehr zumutbar. Per November 2012, nach Ab
lauf des Wartejahres, sei ihm indes eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit in ruhiger Umgebung ohne häufigen Kundenkontakt zu 100 % zumut
bar. Bei ihrem Einkommensvergleich ging die Beschwerdegegnerin davon aus, der Beschwerdeführer wäre bei guter Gesundheit weiterhin als Sanitärmonteur bei
Y._
sowie im Nebenerwerb bei der
E._
tätig. Beim Invalideneinkommen ging sie von einem Lohn für Hilfsarbeiten aus und nahm aufgrund der langen
Betriebszugehörigkeit einen Abzug von 5
%
vor. So gelangte sie zu einem Invaliditätsgrad von 18
%
(
Urk.
2 S. 2).
Zu den Einwänden des Beschwerdeführers führte sie aus, eine mittelschwere De
pression spiegle sich weder in der gutachterlichen Untersuchung noch in seinem Aktivitätsniveau
. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Diagnostik seien mangels Beschwerdevalidierung und Diskussion in Bezug auf die Beeinflussung durch die Hörminderung nicht verwertbar. Sodann zeigten sich in der beruflichen
sowie
in
der privaten Biographie des Beschwerdeführers keine kognitiv beding
te
n
, sondern nur durch den Schwindel bedingte Beeinträchtigungen. Das Schmerz
syn
drom weise keinen invalidisierenden Charakter auf. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer sich diesbezüglich nicht in ausreichender Behandlung befinde. Die Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar.
Das Alter des Beschwerdeführers ändere daran nichts.
Laut Gutachten sei er
im Übrigen
nicht motiviert für berufliche Massnahmen (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde zusammengefasst vor, laut den ihn behandelnden Ärzten sei er für jegliche Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt vollumfänglich arbeitsunfähig, unter anderem wegen einer mittelschweren De
pression
(
Urk.
1/1
S. 4-7). Die Beschwerdegegnerin habe nicht zureichend be
gründet, weshalb sie auf das MEDAS-Gutachten und nicht auf die Berichte der behan
delnden Ärzte abstelle (
Urk.
1/1
S. 9-10).
Am MEDAS-Gutachten beanstan
dete er sodann, der psychiatrische Teilgutachter
habe die Beschwerden nur ober
flächlich aufgenommen
, weshalb er von einer leichten statt einer mittelgradigen Depression ausgegangen sei
(
Urk.
1/1 S.
10-11). Ferner
sei die Argumentation
des psychiatrischen Gutachters
betreffend eine mögliche konversionsneurotische Stö
rung falsch und er habe ke
ine Fremdanamnese erhoben (Urk.
1/1 S. 12).
Des Wei
teren habe er die kognitiven Beeinträchtigungen nicht objektiv abgeklärt
, die Symptome der Depression nicht erfragt und sein Aktivitätsniveau falsch wieder
gegeben (Urk. 1/1 S. 13-14).
Hingegen sei auf die
Z._
-Berichte
und die darin angegebene vollumfängliche Erwerbsunfähigkeit
abzustellen (
Urk.
1/1 S. 14
-15
).
Mit näherer Begründung postulierte er, e
ine allfällige Restarbeit
sfähigkeit sei nicht verwertbar,
respektive nur
mit einem Jahreseinkommen, welches
zu
eine
m Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
führe
(
Urk.
1/1 S. 1
6
-19).
In seiner Eingabe vom
3.
Februar 2020 beanstandete der Beschwerdeführer am MEDAS-Gutachten zudem, dass es sich nicht zu Arbeitsunfähigkeiten vor dem Explorationsdatum äussere (
Urk.
26 S. 1).
Sodann habe sich der psychiatrische Tei
lgutachter völlig unzureichend
mit den
Vorakten
- namentlich betreffend stationäre Behandlungen - auseinandergesetzt und er habe sich bezüglich der
kognitiven Beeinträchtigungen getäuscht. Auch dass er von einer leichten depres
siven Episode einer rezidivierenden depressiven Störung ausgehe, aber keine Be
handlungsbedürftigkeit sehe, sei widersprüchlich.
Hinzu komme, dass Dr.
D._
in ihrem Bericht vom 29. Mai 2019 ein organisch bedingtes, bildgebend nach
gewiesenes medial-frontales Verhaltenssyndrom
beschrieben habe, welches den zunehmenden Interessenverlust, die emotionale Abstumpfung und
die
Einschrän
kung in der kognitiven Geschwindigkeit zu erklären vermöge (Urk. 26 S. 2).
Aus rein neurologischer/neuropsycho
logischer Sicht sei er laut Dr.
D._
um 50 bis 70
%
eingeschränkt. Die Verwertung einer allfälligen medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit sei ihm nicht zumutbar. Des Weiteren brachte der Beschwer
deführer vor, die Indikatoren seien im MEDAS-Gutachten nicht durchgehend geprüft worden und die Annahme der Beschwerdegegnerin, er sei für berufliche Massnahmen nicht motiviert, treffe nicht zu (
Urk.
26 S. 3).
3.
3.1
Die Ärzte des Universitätsspitals
F._
, ORL-Klinik,
erhoben anlässlich der Testung des Beschwerdeführers vom
6.
Mai 2009 eine leichte vestibuläre Unter
funktion links (Urk. 6/16/29) und
nannten in ihrem Bericht vom
1.
April 2011 die Diagnose eines Morbus Menière links und eines fraglich inzipienten Morbus Menière rechts (Urk. 6/16/7). Sie führten aus, der Beschwerdeführer habe jeweils sehr gut auf eine spezifische medikamentöse Therapie angesprochen, indes habe
er
die Medikation mehrfach selbständig abgesetzt, weshalb die entsprechende Anfallsprophylaxe nicht habe erreicht werden können (Urk. 6/16/9).
3.2
Ab dem 1
6.
November 2011 attestierte
Dr.
med.
G._
, Praktischer Arzt,
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (Urk. 6/
26/17), wobei der Beschwerdeführer seine
Tätigkeit für
Y._
dem
entsprechend aufgab (Urk. 6/27/1
, Urk. 6/38/1
-2
).
Am
9.
September 2012 gab
Dr.
G._
an, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich eindeutig verschlechtert. Die Anfälle des Morbus Menière
hätten mit Bewusstlosigkeit sehr
zugenommen, sodass der Beschwerdeführer seine Arbeit habe aufgeben und seinen
Führerausweis habe abgeben müssen. Der Beschwerdeführer sei sehr deprimiert, hoffnungslos, ängstlich und habe die Zukunftsperspektive verloren (Urk. 6/46/6
=
Urk.
3/2
).
Am 1
6.
Dezember 2012 berichtete
Dr.
G._
über einen unverän
derten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers (Urk. 6/49/2).
3.
3
Die Ärztinnen des
F._
,
HerzKreislaufZentrum
, Klinik für Kardiologie, führten am 2
8.
Februar 2013 aus,
der Beschwerdeführer sei ihnen bei rezidivierenden Synko
pen mit Unfallfolgen zur kardiologischen Abklärung zugewiesen worden. Die Frequenz
der Synkopen habe zugenommen. Diese träten etwa drei- bis viermal pro Woche auf. Der Beschwerdeführer bemerke einen kurzen Schwindel für einige Sekunden, dann falle er zu Boden und sei für einige Sekunden bewusstlos, gefolgt von starker Müdigkeit. Die Attacken würden zudem von Kopfschmerzen begleitet
, z
um Teil mit erheblichen Verletzungsfolgen (Kopf)
,
und im November 2010
(richtig : Oktober 2011, vgl.
Urk.
6/55/16)
hätten sie zu einem Autounfall geführt (Urk. 6/50/7).
Die Ärztinnen hielten fest,
aus
den erhobenen Befunden hätten sich keine Hinweise auf eine kardiale Ursache der Synkopen
ergeben
. Weiter wiesen sie darauf hin, dass der Diabetes nicht optimal kontrolliert sei, und empfahlen neurologische Abklärungen inklusive
eine
Epilepsiediagnostik (Urk. 6/50/8).
3.
4
Am
4.
Novemb
er 2013 berichteten
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
I._
,
k
linischer Psychologe und Supervisor,
Z._
, der Beschwerdeführer sei im Oktober 2013 zu zwei Vorge
sprä
chen bei ihnen gewesen. Der Beschwerdeführer habe über deutliche Depressionen
mit Selbstgesprächen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Gedankenk
reisen
, Sinnlosigkeitsgedanken, Müdigkeit, Lust- und Interesselosigkeit sowie Schlafstö
rungen geklagt.
Die Fachpersonen
nannten
a
ls Diagnose in ihrem Fachgebiet
eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1
;
Urk. 6/55/8-10).
3.
5
Die Ärzte des
Zentrums J._
hielten in ihrem Bericht vom 2
3.
Dezember 2013 fest, der Beschwerdeführer sei vom 1
4.
bis am 2
1.
Oktober 2013 bei ihnen hospitalisiert gewesen. Sie diagnostizierten nicht-epileptische, psychogene Anfälle mit transienter Bewusstseinsstörung, derzeit ohne Anhalt für eine zusätzliche Epilepsie, sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0
;
Urk.
6/55/15).
Sie gaben an, d
er Schwindel daure teilweise bis zu sechs Stunden und gemäss
d
en Aufzeichnungen
des Beschwerdeführers
seien im Juli 2013 sieben, im August dreizehn und im September drei Bewusstseinsverluste aufge
treten (Urk. 6/55/15-16). Nachdem in
der 159-stündigen Elektroenzephalografie (EEG)
-Ableitung keine Anfälle regist
r
iert worden seien und auch nach Schlaf
entzug als Provokationsfaktor keine epilepsietypischen Potenziale oder
iktalen
Abläufe vorhanden gewesen seien, sei bei den geschilderten anfallsartigen Epi
soden nicht von epileptischen Anfällen auszugehen, sondern von einer «Über
lagerung» mit dissoziativen Anfällen (Urk. 6/55/16-17).
3.
6
Dem Bericht des
F._
, Klinik für Neurologie, vom
8.
Januar 2014 ist zu ent
neh
men,
g
emäss der Dokumentation durch den Beschwerdeführer träten die Be
wusst
seinsverluste circa ein- bis zweimal pro Monat auf. Zudem bestehe
ein
täg
lich konstanter Schwindel
.
Die Ärzte des
Zentrums J._
h
ätten
zudem im Rahmen einer
psychologischen Exploration das Vorliegen einer depres
siven Symptomatik eruiert. Es erfolge nun ein Ausbau der im Dezember 2013 begonnenen antidepressiven Therapie (Urk. 6/55/11-12).
3.
7
Die Fachpersonen des
Z._
im Bereich Psychologie/Psychiatrie hielten am 14. Okto
ber 2014 fest, der Beschwerdeführer komme jede zweite Woche zu ihnen in die Einzelpsychotherapie (Urk. 6/69/8).
Er sei in seinen kognitiven Funktionen (Aufmerksamkeit, Konzentrations- und Merkfähigkeit) deutlich eingeschränkt und habe im Zusammenhang mit den kurzen Bewusstlosigkeitsanfällen und starken Schwindelanfällen starke Ängste
zu stürzen
und sich zu verletzen. Durch diese Defizite sowie die allgemeine Erschöpfung, Lustlosigkeit sowie die man
gelnde psychische Belastbarkeit sei er zu 100
%
arbeitsunfähig für alle Tätigkei
ten. Die Anzahl der Synkopen habe im Laufe der Therapie deutlich reduziert werden können (Urk. 6/69/9).
Am
9.
März 2015 berichteten dieselben Fachpersonen des
Z._
über einen stabi
len Verlauf im Oktober und November 2014 mit höchstens einer Synkope in 30-40 Tagen. Im Dezember 2014 seien Schwindel und Kopfschmerzen täglich aufge
treten und die Synkopen hätten sich gehäuft. Nach einem Aufenthalt im Her
kunftsland im Januar 2015 sei es wieder zu einer langsamen Besserung ohne Synkopen im Januar gekommen. Der Beschwerdeführer habe festgestellt, dass er durch seinen Lebenswandel und seine Erkrankung stark vereinsamt sei und ver
mehrt Kontakte brauche. Nebst der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
,
äusserten die Fachpersonen den Verdacht auf eine dissoziative Störung (Konversions
stö
rung; ICD-10 F44.9;
Urk.
6/72/7).
Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100
%
für sämtliche Tätigkeiten
. Mittels Psychotherapie könne höchstens eine Beschäf
tigungsfähigkeit im geschützten Rahmen erreicht werden
(Urk. 6/72/10).
Ein sofortiger Beginn der Wiedereingliederung sei nicht möglich (Urk. 6/72/11).
Dem Bericht des
Z._
vom
4.
September 2015 ist zu entnehmen, im Frühling 2015 sei der Verlauf stabil gewesen mit höchstens einer Synkope in 30-40 Tagen.
Im August 2015, unmittelbar nach der Rückkehr aus den Ferien, hätten Schwindel
, Kopfschmerzen und Synkopen plötzlich stark zugenommen. Zurzeit könne der Beschwerdeführer das Haus kaum verlassen, wobei momentan zwei bis drei Syn
kopen pro Woche aufträten (Urk. 6/77/1).
3.
8
Am 2
7.
Mai 2016 verfassten die Ärzte des Sanatoriums
A._
den Austritts
bericht über die stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 31. März bis 1
3.
Mai 2016 (Urk. 6/84/12).
Darin beschrieben sie ein grosses Engagement des Beschwerdeführers und einen erfreulichen Verlauf (Urk. 6/84/13). Zuhanden der IV-
Stelle gaben sie am 1
5.
August 2016 zudem an, mittel- bis längerfristig be
trage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
. Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit sei erst nach Weiterführung der Psychotherapie und Einstellung der Schmerzmedi
kation zu erwarten (Urk. 6/86/2
, vgl. auch Urk. 6/86/4
).
Beim Austritt habe der Beschwerdeführer noch leichtgradige Einschränkungen der Belastbarkeit und nach wie vor ausgeprägte somatische Beschwerden gezeigt. Diese Symptome wirkten sich auf die Leistungsfähigkeit aus (Urk. 6/86/3).
3.
9
Die Fachpersonen des
Z._
führten am 1
4.
Juni 2016 aus,
nach dem Austritt aus
dem Sanatorium
A._
befinde sich der Beschwerdeführer in einem leicht ver
besserten allgemeinen körperlichen Zustand. Er könne länger aktiv sein und fühle sich weniger erschöpft. Kopfschmerzen,
Schwindel, Schlafstörungen und Häufig
keit der Bewusstlosigkeitsanfälle seien unverändert geblieben (Urk. 6/84/6). In der Klinik habe er nur einmal ein Bewusstlosigkeitssyndrom erlitten (Urk. 6/84/8).
Sie empfahlen einen Arbeitsversuch im geschützten Rahmen während zwei bis drei Stunden pro Tag, um dem Beschwerdeführer eine Tagesstruktur zu geben und ihn zu aktivieren. Eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt könne indes nicht mehr erlangt werden (Urk. 6/84/9-10).
3.1
0
Den MEDAS-Gutachtern
(vgl. dazu nachfolgende E. 3.11)
lag laut Aktenzu
sam
menfassung im Gutachten der Austrittsbericht der
Rehak
lini
k
K._
vom 1
8.
Mai 2017 vor.
Den Austrittsb
ericht fassten die MEDAS-Gutachter wie folgt zusam
m
en:
Der Beschwerdeführer habe dort
vom
4.
April bis
8.
Mai 2017
an einem ganzheitlich orientierten, interdisziplinären Behandlungsprogramm für Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen teilgenommen.
Als psychia
tri
sche Diagnosen
seien
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie chronische Schmerzen mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
vermerkt worden
; als somatische Diag
nose unter anderem rezidivierende
Kollapszustände
mit Bewusstlosigkeit bei Kreislauf
dysregulation
(Urk. 6/102/22)
.
W
ährend des Aufenthaltes
seien
keine Synkopen
aufgetreten (Urk. 6/102/22-23), jedoch sei
d
er
Beschwerdeführer
b
eim
anlässlich
des Eintritts durchgeführten
Schellong-Test bewusstlos geworden
(Urk. 6/102
/23). Der
Schellong-Test erkläre die Kollapsneigung, nicht aber den Dauerschwindel (Urk. 6/102/24)
.
3.1
1
3.1
1
.1
Die Ärzte
der
MEDAS
B._
führten in ihrem Gutachten
vom 2
8.
Juli 2017
aus
, der Beschwerdeführer habe hauptsächlich über die dauernde Angst vor Bewusstseinsverlust geklagt, welcher ohne Vorzeichen, unmotiviert, unabhängig von äusseren Einflüssen und wie ein Blitz aus heiterem Himmel eintrete. Daneben
leide er an einem stets vorhandenen Schwindelgefühl (eher Dreh- als Schwank
schwindel) und
an
stetig in unterschiedlicher Intensität vorhandenen
,
besonders linksseitig
temporo
-occ
ipital lokalisierten Kopfschmerzen (Urk. 6/102/25). Allge
mein fühle er sich immer extrem müde und erschöpft (Urk. 6/102/26).
3.1
1
.2
Dr.
med.
L._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
in seinem
Teilg
utachten
aus
, bei der Beschwerdeschilderung hätten Angstgefühle
vor erneuten Stürzen und ein konsekutives Vermeidungsverhalten im Vorder
gru
nd
gestanden. Depressive Symptome wie Kraftlosigkeit, Energielosigkeit, erhöhte
Erm
üd
- und Erschöpfbarkeit hätten bereits zwei Jahre vor dem ersten Sturzereig
nis bestanden, als er noch erwerbstätig gewesen sei. Der Beschwerdeführer
habe über ein vermehrte
s Nachkontrollieren seiner Arbeiten zu jener Zeit berichtet. Es sei davon au
s
zugehen, dass der Beschwerdeführer damals unter einem erhöhten intrapsychischen Disstress mit wahrscheinlich konsekutiver erhöhter
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit gelitten habe. Inwieweit dieser Disstress das Ausmass einer de
pressiven Episode angenommen habe, sei nicht sicher beurteilbar, da zeitnahe medizinische Akten fehlten. Der Beschwerdeführer habe über andauernde Kopf
schmerzen mit einem Ruheschmerz bei 3 und Schmerzspit
z
en bei 9 berichtet, indes während der Untersuchung keinen schmerze
r
füllt leidenden Eindruck
ge
macht
. Gegen Ende der dreistündigen Untersuchung seien die erhöhte
Ermüd
- und
Erschöpfbarkeit an der Sitzhaltung und an der Denkverlangsamung objekti
vier
bar
gewesen (Urk. 6/102/46).
Dies
e erhöhte
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit mit damit verbundenen Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen
sei der Haupt
befund gewesen in der klinischen Untersuchung
. Bei deren Genese spielten die
vor der Exploration
schlecht durchschlafene Nacht und das anstrenge
n
de Ge
spräch eine Rolle. Depressionsbedingte kognitive Beeinträchtigungen seien hin
gegen nicht objektivierbar
gewesen
. Des Weiteren hielt
Dr.
L._
fest, die von den behan
delnden Ärzten genannten Befunde seien
nicht plausibilisiert
worden
und daher nur beschränkt verwertbar (Urk. 6/102/47).
In den letzten Jahren habe ein sozialer Rückzug stattgefunden, der aber nicht genügen
d
durch eine Erkran
kung aus dem depressiven Formenkreis erklärbar sei. Bei der Genese des Rückzugs spielten unter anderem die knappen finanziellen Ressourcen und die Schwer
hö
rig
keit eine Rolle (Urk. 6/102/48).
Die Symptome einer generalisierten Angst
stö
rung (ICD-10 F41.1) seien nicht erfüllt (Urk. 6/102/49-50).
Psychologisch nach
vollziehbar indiziere die mit der Hörbehinderung einhergehende soziale Desinte
gration depressive Ge
fühle. Diese
hätten indes keine Auswirkung
auf die Leis
tungsfähigkeit. Zum Unte
r
suchungszeitpunkt erfülle der Beschwerdeführer grenz
wertig die diagnosti
schen Kriterien für eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0;
Urk.
6/102/50).
Ferner legte der psychiatrische Teilgutachter dar, bei der Schmerzgenese würden
psychiatrische Erkrankungen grossmehrhe
i
tlich keine Rolle spielen. Denn die in den Akten beschriebene Depression habe nicht das Ausmass einer M
ajor Depres
sion, die psychisch
belastenden Lebensereignisse hätten nie das Ausmass einer posttraumatischen Belastungsstörung angenommen und klinisch seien keine An
haltspunkte für eine konversionsneurotische Störung zu finden gewesen (Urk. 6/102/50).
Der Beschwerdeführer weise keine psycho
somatische Persönlich
keitsstruktur auf und er habe während der Untersuchung nie einen schmerzerfüllt leidenden Eindruck gemacht. Die diagnostischen Kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren seien nicht erfüllt
. Ebenso wenig seien dissoziative Zeichen während der Untersuchung beobachtbar gewesen
. Da die Anfälle auch nicht durch Trigger ausgelöst würden, könnten
dissoziative Krampfanfälle (ICD-10 F44.5) ausgeschlossen werden
(Urk. 6/102
/51).
Gestützt auf den Austrittsbericht der
Rehak
lini
k
K._
müsse davon aus
gegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der Lage gewesen sei, die nötigen Anpassu
ngsleistungen an den Klinikallt
ag zu erbringen. Auch
der Umstand,
dass der Beschwerdeführer bereit wäre zu einem Arbeitsversuch in einer sitzenden Tätigkeit
,
sei kongruent mit der gutachterlichen Beurteilung, dass beim Be
schwer
deführer aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be
gründbar sei (Urk. 6/102/52).
Anh
and des Mini-ICF-APP-Bogens sei
von einer leichten Beeinträchtigung von Proaktivität und Spontanaktivitäten, Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, Mobilität und Verkehrsfähigkeit auszugehen. Vor allem aufgrund der Hörstörung nicht sicher beurteilbar seien die Konversations- und Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Gruppenfähigkeit. In den übrigen Bereichen lägen keine Beeinträchtigungen vor
. Nach dem Gesagten liege aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor
(Urk. 6/102/53).
3.1
1
.3
Dr.
med.
M._
, F
acharzt für Hals-, Na
sen-, Ohrenkrankheiten, Hals- und
Gesichtschirurgi
e, diagnostizierte in seinem Teilgutachten einen eindeutigen Morbus Menière links mit/bei an Taubheit grenzender Resthörigkeit, rezidivie
ren
den Schwindelattacken, chronischem Tinnitus und rezidivierenden Stürzen, diffe
rentialdiagnostisch Drop
A
ttacks
im Rahmen von
Tumarkin
-Krisen, sowie eine mittelgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit rechts, differentialdiagnostisch im Rahmen eines
endolymphatischen
Hydrops (Urk. 6/102/58).
Dr.
M._
führte aus, die Problematik habe 2003 mit einem Hörsturz begonnen. In der Folge seien die typischen Schwindelattacken mit Ohrdruck sowie Völlegefühl aufgetreten. Zudem komme es seit einigen Jahren zu rezidivierenden unklaren Stürzen. Im
Verlauf eines Morbus Menière könne es zu Drop
A
ttacks
respektive
Tumarkin
-Krisen kommen. Dabei stürzten Patienten ohne sich wehr
e
n zu können und ohne Vorwarnung plötzl
i
ch zu Boden. Da ausführliche neurologische und kardiolo
gi
sche Abklärungen
keine Ursache für die Stürze des Beschwerdeführers erge
ben hätten, kämen
Tumarkin
-Kris
en als Ursache der Stürze durchaus in Frage. Die im Rahmen der Stürze auftre
te
nde Bewusstlosigk
e
it passe je
doch n
icht zu einer
D
rop
A
ttack
, bei welcher definitionsgemäss keine Bewusstlosigkeit auftrete, was gegen diese T
h
ese spreche. Allenfalls komme es vasovag
a
l respektive vegetativ bedingt
-
durch den Sturz ausgelöst
-
zu kurzen
Bewusstlosigkei
t
en
(Urk. 6/102/59). Eine solche vasovagal bedingte Bewusstlosigkeit sei im Austrittsbericht der
Rehak
lini
k
K._
vom 1
8.
Mai 2017 anlässlich des Schellong-Tests beschrieben worden (Urk. 6/102/31).
Aufgrund der permanenten Sturzgefahr bestehe betreffend die bisherige Tätigkeit als Spengler/Sanitär eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Arbei
ten auf Leitern, Dächern, Tätigkeiten mit gefährlichen Maschinen sowie das Füh
ren eines Lastwagens
seien
verboten. Ungeeignet seien zudem Überkopfarbeiten sowie permanent im Stehen erfolgende Tätigkeiten. Aufgrund der Schwerhörig
keit sei ein lärmiger Arbeitsplatz
ebenfalls
ungeeignet. Zudem dürften keine hohen Anforderungen an das Gehör bestehen (viel Telefonieren, Kundenkontakt etc.). Für eine geeignete Tätigkeit im Sitzen in ruhiger Umgebung sei der Be
schwerdeführer aus HNO-ärztlicher Sicht voll arbeitsfähig (Urk. 6/102/59).
3.1
1
.4
Im Übrigen ist dem Gutachten
zu entnehmen, aus allgemein-internistischer Sicht liege keine langandauernde Arbeitsunfähigkeit vor. Für die häufig vorhandenen link
s
seitig lokalisierten besonders
temporo
-occipital auftretenden Kopfschmerzen und die gelegentlich
en
thorakolumbalen Rückenbeschwerden bestehe kein klares diagnostisches Korrelat. Ohnehin sei das Ausmass dieser Schmerzen nicht inva
li
disierend (Urk. 6/102/31).
Insgesamt gelangten die Gutachterpersonen zum Schlu
ss, für die bisherige Tätigkeit bestehe seit November 2011 eine vollum
fän
gliche Arbeitsunfähigkeit. In einer geeigneten Tätigkeit im Sitzen in ruhiger Umgebung sei der Beschwerdeführer indes zu 100 % arbeitsfähig.
Dies vermutlich seit November 2011, spätestens aber
seit dem
Zeitpunkt, in welchem die Taggeld
versicherung keine Leistungen mehr erbracht und das Angestelltenverhältnis nicht mehr bestanden habe
. Bezüglich beruflicher Massnahmen hielten die Gut
achter fest, falls beim Beschwerdeführer eine genügende Motivation vorhanden und erkennbar sei, werde eine erneute Einleitung beruflicher Massnahmen emp
fohlen
(Urk. 6/102/32-33).
3.1
2
Die Fachpersonen des
Z._
äusserten sich am 2
2.
September 2017 dahingehend zum
psychiatrischen Teilg
utachten,
dass die Beschwerden oberflächlich aufge
nommen worden seien. Zurzeit bestünden Konzentrationsstörungen (
kein
L
esen mehr), Vergesslichkeit (Herd abstellen, Wohnung abschliessen)
, Gedankenkreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Müdigkeit, Lust- und Interesselosigkeit (nur noch TV, ansonsten kein Interesse an der Familie; so habe der Beschwerdeführer keine
Ahnung, wie gut der jüngere Sohn in der Gewerbeschule sei),
Appetitabnahme, Rückzug (Kontakt nur noch in der Familie). Die Häufigkeit der Bewusstseins
störungen habe auf einmal pro vier bis sechs Wochen reduziert werden können
. Zwischen den Synkopen komme es über Wochen zu klaren Remissionen der De
pression, aktuell verlaufe sie aber progredient. Gegenwärtig sei sie mittelgradig ausgeprägt
(Urk. 6/109/2).
Des Weiteren bemängelten sie, eine konversionsneu
rot
ische Störung sei nicht in nachvollziehbarer Weise verneint worden und es sei keine Fremdanamnese erhoben worden. Sodann habe das von ihnen eingesetzte Wiener Testsystem deutliche kognitive Beeinträchtigungen zu Tage gefördert (Urk. 6/109/3).
Angesichts der deutlichen Ausprägung und Chronifizierung der Störungen sei die Diagnose einer lediglich leichten Depression nicht aufrecht zu erhalten und das Fehlen eines diagnostischen Korrelats zu den Bewusst
seins
ver
lusten nicht zu rechtfertigen. Da der Beschwerdeführer vollständig verunsichert sei durch den Schwindel und die motivlosen Stürze, sei er bei nachvollziehbarer Angst und dauerndem Schwindel auch für angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/109/4).
3.1
3
RAD-Arzt med.
pract
.
N._
, Facharzt für Neurologie, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
0.
November 2017 fest, die Beurteilung durch das
Z._
ent
spreche einer anderen Einschätzung desselben Sachverhalts. Er wies darauf hin, die Schwere einer Depression bemesse sich nicht nur anhand der Anzahl der Symptome, sondern auch
anhand
deren Schwere. Die Ergebnisse der neuropsy
chologischen Diagnostik seien mangels Beschwerdevalidierung und Diskussion in Bezug auf die Beeinflussung durch die Hörminderung nicht verwertbar. Auch zeige sich in der beruflichen und privaten Biographie k
eine kognitiv
bedingte, sondern eine
durch S
chwindelattacken
bedingte Beeinträchtigung. Das Schmerz
syndrom zeige keinen invalidisierenden Charakter, da diesbezüglich keine suffi
ziente Behandlung erkennbar sei (Urk. 6/121/8).
Diese Stellungnahme wurde von den Fachpersonen des
Z._
am 8. Januar 2018 wiederum kritisiert
. Die Ärzte des
Z._
blieben bei ihren Standpunkten
(
Urk.
3/19).
3.1
4
Lic. phil.
C._
und Dr.
D._
berichteten am 2
9.
Mai 2019 über ihre gleichentags erfolgte verhaltensneurologisch-neuropsychologische Untersu
chung (
Urk.
12 S. 1).
Sie hielten fest, die MR-Untersuchung v
on Schädel und
Gesichts
schädel vom 1
8.
Juni 2019 habe Zeichen einer mesialen Temporalsklerose auf der rechten Seite
zum Vorschein gebracht
.
In der Abklärung hätten sich beim allseits orientierten, kooperativen, kognitiv sowie psychomotorisch etwas verlangsamten und leicht antriebsgemindert wirkenden Beschwerdeführer, der etwas vermindert schwingungsfähig
gewesen
sei, folgende kognitive Befunde gezeigt:
Eine verbale
Gedächtnisschwäche
und ein mittelgradiges bis schweres
attentional-dysexeku
tives
Syndrom mit Einschränkungen in der sprachlichen sowie figuralen Ideen
produktion,
der
gerichteten Aufmerksamkeit und
der
Daueraufmerksamkeit sowie eine deutlich verminderte
visuo
-verbale Informationsverarbeitungs
geschwindig
keit. Diese Befunde entsprächen einer insgesamt mittelgradigen Funktionsstörung vorwiegend
fronto
-limbischer Hirnareale mit Betonung der sprachdominanten Hemisphäre mit Hinweisen
auf
ein medial-frontales Verhaltenssyndrom (zuneh
mender Interessenverlust, emotionale Abstumpfung und Einschränkungen in der kognitiven Geschwindigkeit), unter Berücksichtigung des aktuellen MRI-Schädel-Befundes am ehesten im Rahmen der seit 2017 stationären mesialen Temporal
sklerose rechts erklärbar
. Die von Dr.
L._
beschriebenen deutlichen Ermü
dungs
zeichen, die zurückhaltende Psychomotorik, wenig Mimik und der zuneh
mend
schwerbesinnliche Eindruck, das verlangsamte Denken, die reduzierte Schwingungs- und Resonanzfähigkeit etc. müssten bereits damals als Symptome eines relevanten Verhaltenssyndroms gewertet werden
.
Die beiden Fachpersonen
gelangten zum Schluss, aus rein neuropsychologischer Sicht sei die Arbeits
fähig
keit aktuell
um
zwischen 50 und 70 % eingeschränkt (
Urk.
12 S. 4).
4.
4.1
Dr.
M._
hielt
in seinem
neurootologischen
Teilgutachten in nachvollziehbarer Weise
fest
, dass
die aufgetretenen Schwindelattacken typisch seien für den
diag
nostizierten
Morbus Menière. Die rezidivierenden unklaren Stürze vermochte er mit
Drop
Attacks
respektive
sogenannten
Tumarkin
-Krisen zu erklären, was vor
dem Hintergrund einleuchtet, dass einlässliche neurologische
/
epilepto
logische
und
kardiologische Abklärungen keine Ursache für die Stürze ergeben hatten (vgl.
vorstehende E. 3.
3
und 3.
5
)
. Des Weiteren legte Dr.
M._
dar, dass die im Rahmen
der Stürze auftretende Bewusstlosigkeit zwar nicht zu einer Drop
Attack
passe, die Zustände von Bewusstlosigkeit indes vasovagal respektive vegetativ bedingt durch den Sturz ausgelöst werden könnten (Urk. 6/102/29-30). Dies über
zeugt angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer gemäss den Untersuchungen
in der Reha
k
lini
k
K._
beim Schellong-Test bewusstlos wurde
(
Urk. 6/102/
23,
Urk.
6/102/
31, vgl.
vorstehende E. 3.
1
0
).
Aufgrund der immer wieder
auftretenden
Anfälle
ist
es
plausibel, dass
dem
Beschwerdeführer
die ange
stammte
Tätigkeit als Spengler/Sanitärmonteur
nicht mehr zumutbar ist, weil dabei zum Beispiel regelmässig Auto gefahren werden musste (vgl.
Urk.
6/18/3,
Urk.
6/18/6)
und der Beschwerdeführer ungesichert auf Dächern
Spenglerarbeiten
zu verrichten hatte (Urk. 6/102/38)
. Die weitere Ausübung dieser Tätigkeit hätte eine nich
t
zu
verantwortende Eigen- und Fremdgefährdung zur Folge
.
Entspre
chend den Angaben des letzten Arbeitgebers
sowie des Beschwerdeführers an
lässlich der aktuell zu beurteilenden Anmeldung (Urk. 6/27/1, Urk. 6/38/2
Ziff.
2.8)
ist davon auszugehen, dass die andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit am 1
6.
November 2011 begann.
Ebenso ist nachvollziehbar, dass aus Sicherheitsgründen
gar
keine Arbeiten mehr an gefährlichen Maschinen
sowie
auf Leitern und Dächern ausgeführt werden können. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer beim
in der Reha
k
lini
k
K._
durchgeführten Schellong-Test
bewusstlos wurde (Urk. 6/102/23), ist auch plausibel, dass
Überkopfarbeiten sowie permanent im Stehen erfolgende Tätigkeit
en
vom Belastungsprofil ausgenommen wurden (Urk. 6/102/31).
Zudem
leuchtet es ein
, dass aufgrund der Schwerhörigkeit ein lärmiger Arbeitsplatz un
geeignet ist und keine hohen Anforderungen an das
Hörvermögen
bestehen dürfen
. Dass die Anfälle in den übrigen beziehungsweise in leidensangepassten Tätig
keiten nicht zu einer andauernden Arbeitsunfähigkeit führen
(Urk. 6/102/31)
, überzeugt angesichts der zeitlichen Begrenzung der Anfälle sowie vor dem Hintergrund, dass diese auch während
mehr als einem Monat
ausbleiben
können
(
beispielsweise währ
end des Aufenthalts in der Rehak
lini
k
K._
vom
4.
April bis
8.
Mai 2017
;
Urk. 6/
102/22-23
,
vgl. ferner
Urk. 6/55/12, Urk. 6/72/7,
Urk.
6/77/1,
Urk.
6/84/8
Ziff.
1.6
i.V.m
.
Urk.
6/84/12,
Urk.
6/
109/2
) und ein Be
wusstseinsverlust laut den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der psy
chia
trischen Begutachtung vom
2
1.
Juni 2017
zuvor letztmals im August 2016 stattgefunden hatte (Urk. 6/102/38).
Namentlich steht einer im Sitzen auszu
üben
den Tätigkeit (vgl. Urk. 6/102/32) nicht
s
entgegen.
In diesem Sinne halten
auch
die behandelnden Fachpersonen des
Z._
den Beschwerdeführer
aufgrund seiner mit
den Anfällen
verbundenen Ängste - und nicht wegen der Anfälle selber - für arbeitsunfähig
(
Urk. 6/109/4
Ziff.
12
).
D
ie gutachterliche
Beurteilung
, d
ass die Kopf- und Rückenschmerzen kein invali
disierendes Ausmass aufweisen
(Urk. 6/102/31)
, korreliert damit, dass der Be
schwer
deführer während der Begutachtung keinen schmerz
erfüllt leidenden
Ein
druck machte
(Urk. 6/
102/29
, Urk. 6/102/46,
Urk.
6/102/51
)
und die Kopf
schmer
zen
nicht täglich mit Analgetika behandlungsbedürftig sind (Urk. 6/102/26)
. Hinzu kommt, dass keine ärztlichen Berichte vorliegen, welche wegen der Schmerzen eine Arbeitsunfähigkeit attestieren. Demnach stehen auch diese Be
schwerden einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht entgegen.
4.2
4.2.1
Der psychiatrische Gutachter Dr.
L._
hat seine Expertise in Kenntnis der
Vorakten
erstattet (Urk. 6/
102/37,
Urk.
6/102/2-24
). Das Gutachten basiert a
uf einer
ausführlichen allgemei
nen wie auch fachspezifischen Anamnese
, wobei sich der Beschwerdeführer auch umfassend zu seinem Leiden äussern konnte
(
Urk.
6/102/37
ff.
,
Urk.
6/102/24-26)
.
Dr.
L._
erhob
die
klinische
n
Befunde in seinem Fachgebiet (Urk. 6/102/44-45)
.
Nach dem Gesagten erfüllt
das psychia
trische Teilgutachten
die formellen Voraussetzungen, welche an ein Gutachten gestellt werden
(
vgl.
E. 1.4
vorstehend
).
4.2.2
Dr.
L._
würdigte die Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers, bei welcher
Angstgefühle vor erneuten Stürzen und ein konsekutives Vermei
dungsverhalten im Vordergrund standen (Urk. 6/102/46,
Urk.
6/102/
38).
Dass er das Vorliegen einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) verneinte (Urk. 6/102/49-50), ist angesichts dessen nachvollziehbar, dass die Angst des Be
schwerdeführers sich ausschliesslich auf die Verletzungsgefahr bei Stürzen be
zieht (Urk. 6/102/38).
4.2.3
Zu den Berichten des
Z._
, in welchen
das Ausmass der rezidivierenden depressiven Störung als
mittelgradig bezeichnet worden war, nahm Dr.
L._
dahingehend Stellung, dass Symptome zu Befunden erhoben worden seien und die Diagnose nicht anhand von Befunden oder Verhaltensbeobachtungen plausi
bilisiert worden sei (
Urk.
6/102/
47,
Urk. 6/102/50). Dass
Dr.
L._
die Kriterien für eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0) nur grenzwertig als er
füllt erachtete und nicht von einer Depression mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ausging (Urk. 6/102/50), überzeugt vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde
mit - als Hauptbefund - erst gegen Ende der dreistündigen Untersuchung
erkennbarer
erhöhter
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit und damit verbundener Be
einträchtigung der kognitiven Funktionen, bei leicht verminderter affektiver Schwingungs- und Resonanzfähigkeit,
teilweiser
affektiver Reagibilität, subde
pressiver Grundstimmung und leichter Antriebsstörung, wobei der Beschwerde
führer aus eigener Initiative berichtete
. Dass bei der Genese der erhöhten
Ermüd
- und Erschöpfbarkeit die schlecht durchschlafene Nacht und das anstrengende Gespräch eine Rolle spielten, deckt sich mit der Beurteilung des Beschwerde
füh
rers, wonach es für ihn ein hohes Mass an Konzentration erfordere, über länger
e
Zeit ein Gespräch zu führen
(
Urk.
6/102/44-45,
Urk. 6/102/47).
Vor diesem Hin
tergrund und da auch die Hörbehinderung gegen Ende der Untersuchung offen
sichtlich wurde, ist nachvollziehbar, dass keine depressionsbedingten kognitiven Beeinträchtigungen zu objektivieren waren (Urk. 6/102/47).
Die Fachpersonen des
Z._
nannten eine Vergesslichkeit und lieferten als Bei
spiele «
Herd abstellen, Wohnung abschliessen
» (
Urk.
6/109/2).
Relativiert wird die geklagte Vergesslichkeit
alle
r
dings dadu
r
ch, dass
der Beschwerdeführer angab
, dass
er kaum im Haushalt helfe (
Urk.
6/109/3) und
den privaten Bereich gross
mehrheitlich nur in Begleitung
verlasse
(Urk. 6/102/48
, Urk. 6/55/16
)
.
Eine
Ver
gesslichkeit in anderen Lebensbereichen
ist nicht dokumentiert
.
Fe
r
ner wurde im
Z._
-Bericht vom 2
2.
September 2017 eine
Appetitabnahme
erwähnt
(Urk. 6/
109/2),
währendde
ssen
der Beschwerdeführer
bei der Begutachtung ange
geben hatte, sein Hungergefühl habe zugenommen, weshalb er darauf achte, nicht allzu viel zu essen (Urk. 6/
102/41), und auch
Dr.
D._
über einen unauf
fäl
ligen
Appetit
berichtete
(
Urk.
12 S. 2)
. Insgesamt entsteht nach dem Gesagten der Eindruck, dass das
Z._
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht
in erster Linie
objektiv
en Kriterien gehorchend
darstellte. Die Berichte des
Z._
zei
gen damit – im Vergleich zum Gutachten – deutlich die Verschiedenheit von
Be
handlungs
- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4) auf und bestätigen die Erfahrungstatsa
che, dass
die Angaben der
behandelnde
n
Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aus
fallen
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ins
gesamt erweisen sich
die Berichte des
Z._
als
zu wenig objektiv und aussagekräftig in Bezug auf die medizinische Zumutbarkeitsbeurteilung, als dass für die Anspruchsprüfung auf diese abgestellt werde
n könnte.
Hingegen
steht die gutachterliche Beurteilung, wonach die Depressivität leicht ausgeprägt ist, in Einklang mit der Beurteilung
durch das
Zentrum
J._
vom 2
3.
Dezember
2013 (Urk. 6/
55/15 oder vorstehende E.
3.
5
).
Des Weiteren ist es beim Fehlen eines schmerzerfüllt leidenden Eindrucks (Urk. 6/102/29,
Urk. 6/102/46,
Urk.
6/102/51) nachvollziehbar, dass
Dr.
L._
das Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Fa
ktoren (ICD-10 F45.41) verneint hat
(Urk. 6/102/29).
Für die Diagnose von dissoziativen Krampfanfällen (ICD-10 F44.5) fehlte es so
wohl an der Aus
lö
sung durch Trigger als auch an dissoziativen Zeichen während der Unter
suchung (Urk. 6/102/29).
4.2.
4
Im Beschwerdeverfahren reichte der Beschwerdeführer sodann den Bericht von
lic.
phil.
C._
und
Dr.
D._
vom 2
9.
Mai 2019 ein (
Urk.
12). Recht
sprechungsgemäss bildet d
er Erlass des angefochtenen Entscheids die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefug
nis (vgl. etwa BGE 131 V 407 E.
2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1).
Dem Bericht ist jedoch zu entnehmen, bei den von Dr.
L._
beschriebenen Ermüdungszeichen, der zurückhaltenden Psychomotorik, der redu
zierten Mimik, dem zunehmend schwerbesinnlichen Ein
druck, dem verlang
sam
ten Denken und
der reduzierten Schwingungs- und Resonanzfähigkeit habe es sich bereits um Zeichen
des medial-frontalen Verhaltenssyndroms gehandelt, auf welches nun Hinweise bestünden (Urk. 12 S. 4). Dies
ist insofern nicht relevant, als
Dr.
L._
diesen Auffälligkeiten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass. Anders gesagt waren diese Einschränkungen, jedenfalls gemäss der im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung relevanten Abklärungser
gebnisse, nicht in einer Ausprägung vorhanden, welche einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätte. Ferner ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sich die von
lic.
phil.
C._
und
Dr.
D._
beschriebenen kognitiven Beein
träch
tigungen bei einer angepassten Tätigkeit auf einfachem Niveau konkret limi
tie
rend auszuwirken vermöchten.
Vor dem Hintergrund der insgesamt ni
cht schwer
ausgeprägten Befunde leuchtet die Schlussfolgerung einer 50-70%igen Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit zumindest für eine Tätigkeit, welche
kognitiv keine besonderen Anforderungen
an den Beschwerdeführer
stellt, nicht ein.
Mithin
ver
mag der genannte verhaltens
neurologisch-neuropsychologische Bericht keine Zweifel an der Beweiswertigkeit des Gutachtens der MEDAS
B._
zu wecken.
4.2.5
Nach dem Gesagten erweist sich das psychiatrische Teilgutachten als nach
vol
l
ziehbar und es ist mit
Dr.
L._
davon auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt (Urk. 6/102/45).
Mit dieser Beurteilung korrelieren auch die mittels Mini-ICF-APP Ratingbogen erhobenen maximal leicht ausgeprägten Beeinträchtigungen
(Urk. 6/102/55-56).
Da im beweiswertigen psychiatrischen Gutachten eine Ar
beits
unfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in nachvollziehbarer Weise verneint w
u
rd
e
und den gegenteiligen Einschätzungen durch
die Ärzte des
Z._
kein Be
weiswert zugemessen werden kann (E. 4.2.3 hiervor), bleibt die Prüfung der Standard
indi
katoren entbehrlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2018 vom 2. August 2018 E. 5.3.2).
Dies entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
26 S. 3).
4.3
Zusammengefasst ist festzu
halten
, dass das Gutachten den Anforderungen an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage genügt und darauf abgestellt wer
den kann. Von der Einholung eines Gerichtsgutachtens (vgl. den Antrag in Urk. 2
6 S. 1) oder von beruflichen Abklärungen (vgl. den Antrag in
Urk.
1/1 S. 2) sind keine weitergehen
den Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d), weshalb davon abzusehen ist.
Folglich ist von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszu
gehen, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit November 2011
bestand (Urk. 6/102/33).
Der Ein
wand des Beschwerdeführers, das Gutachten habe
sich nicht zu den Arbeitsun
fähigkeiten vor der Exploration geäussert (
Urk.
26 S. 1), geht angesichts dessen fehl, dass die Gutachter zum mutmasslichen Beginn der
reduzierten Arbeits
fähig
keit Stellung nahmen (Urk. 6/102/33
Ziff.
5.4). Dass dies nicht sehr detailliert geschah, hängt damit zusammen,
dass ihre Beurteilung bezüglich der angestam
mten Tätigkeit mit jener des damals behandelnden
Dr.
G._
übereinstimmt
(E.
3.2 vorstehend)
,
und
dass
bezüglich einer angepassten Tätigkeit Anhalts
punkte
für eine relevante Veränderung in der Vergangenheit fehlen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt ermittelt hat.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die ver
si
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mens
differenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.2.2
Der unbestritten gebliebenen Annahme der Beschwerdegegnerin,
der Beschwer
deführer wäre bei guter Gesundheit weiterhin als Sanitärmonteur bei
Y._
sowie im Nebenerwerb bei der
E._
tätig
(
Urk.
2 S. 2)
, steht in diesem Sinne nichts entgegen
.
Im Jahr 2012 hätte der Beschwerdeführer bei
Y._
laut Arbeitge
ber
fragebogen vom 1
4.
Mai 2012 Fr. 69'550.-- verdient (Urk. 6/38/3), was ange
sicht
s de
s
im Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers (IK-Aus
z
ug) für das Jahr 2010 - vor Eintritt des Gesundheitsschadens - ausgewiesenen
Ein
kommens
von Fr. 68'900.-- (Urk. 6/
40/3)
plausibel ist.
Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2010 im Nebenerwerb bei der
E._
ein Einkommen von Fr.
6'130.-- (Urk. 6/40/3).
Angepasst an die
Nominallohnentwicklung
(Bundes
amt für Statistik; Tabelle T1.1.10 Nominallohn
index, Männer 2011-2018; Total)
ergibt sich
fürs Jahr 2012
ein Betrag von
rund
Fr.
6'234.--
(
Fr. 6'130.-- : 100 x 101.7
).
Folglich belief sich das
Validenein
kommen
insgesamt
auf Fr.
75'784
.--
(
Fr.
69'550.-- +
Fr.
6’234.--)
im Jahr 2012.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Inva
lideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Der Beschwerdeführer ging nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der ange
stam
mten Tätigkeit keiner Arbeit mehr nach, weshalb auf die Tabellenlöhne
gemäss LSE abzustellen ist. Rechtsprechungsgemäss sind daher die Löhne für Männer (LSE 2012 TA1
_tirage_skill_level)
in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
(
Kompetenzniveau 1
)
heranzuziehen, sodass - angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2012 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04
.01,
b
etriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen) in angepasster Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr.
65’177
.-- resultiert
(Fr. 5'
210
.-- x 12
: 40 x 41.7
).
Der Auffassung des Beschwerdeführer
s
, das Invali
deneinkommen sei mit höchstens
Fr.
30'000.-- zu beziffern (
Urk.
1/1 S. 18) kann demnach nicht gefolgt werden.
5.4
5.
4.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht
übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-c
c). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kom
men
, wenn eine
versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeiter
tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.
4.2
Die Beschwerdegegnerin
nahm aufgrund der langen Betriebszugehör
igkeit einen
leidensbedingten
Abzug
vom Tabellenlohn
von 5
%
vor (
Urk.
2 S. 2).
Der Be
schwerdeführer beantragt, es sei ein Abzug von 25
%
zu berücksichtigen (
Urk.
1/1 S. 19).
Da wegen der Schwerhörigkeit sowie der Einschränkung
betreffend
das Bedienen von gefährlichen Maschinen nicht sämtliche sitzenden Tätigkeiten in Frage kommen,
ist aufgrund dieser
qualitativen Einschränkungen ein Leidens
ab
zug
angezeigt
. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers wirkt sich hin
gegen die geltend gemachte längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt mit Blick auf die zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten im untersten Kompetenzniveau nicht in
relevanter Weise auf das Invalideneinkommen aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_166/
2017 vom 3. Juli 2017 E. 6 mit Hinweisen). Das Alter des 1967 geborenen Beschwerdeführers vermag keinen Leidensabzug zu begründen,
da
Hilfsarbeiten auf dem massgeblichen hypothetischen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunab
hängig nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.4 mit Hinweis). Weitere Gründe für einen Leidensabzug sind
–
abge
sehen von der
von der IV-Stelle
berücksichtigten langen Betriebszugehörigkeit
, wobei dieser auf dem tiefsten Kompetenzniveau
praxisgemäss
nur eine
geringe
Bedeutung
zukommt (Urteil des Bundesgerichts 9C_874/2014 vom 2. September 2015 E. 3.3.2)
- nicht ersichtlich.
Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu ähnlich gelagerten Fällen (vgl. bei
spielsweise Urteile des Bundesgerichts 8C_238/2014 vom
1.
Juni 2015 E. 6.3.2,
8C_319/2017 vom
6.
September
2017
E. 3.3.2.1) ist der Leidensabzug ermessens
weise auf gesamthaft 10
%
festzusetzen.
Dies führt zu einem Invalideneinkommen von rund Fr. 58'659.-- (Fr.
65’177
.-- x 0.9).
5.
5
5.5.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
den
e Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138
V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE
138
V 457 E. 3.4).
5.5.2
Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, es sei ihm altersbedingt nicht mehr
möglich, seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (
Urk.
1/1 S. 18).
Der
am 1
6.
Febru
ar 1967 geborene
Beschwerdeführer
(Urk. 6/
8) war im massgeblichen Zeitpunkt
(
BGE 138 V 457
E. 3.3)
der Erstellung des MEDAS-Gutachtens vom
2
8.
Juli 2017 50 Jahre
alt. Bis zum Erreichen das AHV-Alters verblieb ihm mithin eine Aktivi
tätsdauer von fast 15 Jahren. Zwar ist der Beschwerdeführer auch in qualitativer Hinsicht in der Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt, doch umfasst der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stel
len- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte
mit einem sozialen Entgegen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(Urteil des Bundesgerichts
9C_693/2019
vom 18. Dezember 2019 E.
4.1.3 mit Hinweisen
). Einfache
Montage-,
Sortier-, Verpackungs- und Überwachungs
arbei
ten könnte der Beschwerdeführer, immerhin mit jahrzehntelanger Berufserfah
rung
als
Sanitärspengler
und zudem
Hausabwart
sowie
in feinmotorischen Tätig
keiten nicht eingeschränkt,
durchaus ausüben
-
gegebenenfalls
im Rahmen eines solchen Arbeitsplatzes
. Im Lichte
der
relativ
hohen Hürden
,
welche das Bundes
gericht
für
die altershalbe Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stellt
(vgl.
statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.4 und 8C_28/2017 vom 19. Ju
ni 2017 E. 5.2, je mit Hinweis)
,
und in
Anbetracht
der hohen Restarbeitsfähigkeit von 100 %
,
ist
von der Verwert
barkeit der Restarbeits
fähigkeit auszugehen
.
5.
6
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
75'784
.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 58'659.
--
aus
zugehen, womit sich
eine Erwerbseinbusse von Fr.
17’125
.-- und
damit
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
ge
rund
et
23
%
ergibt (
Fr.
17’125
.-- : Fr. 75'134.-- x 100
;
zur Rundung
vgl.
BGE 130 V 121 E. 3.2
)
.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
des Beschwer
deführers
in der angefochtenen Verfügung vom
4. Dezember 2017
(Urk. 2) zu Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist dementsprechend abzuweisen.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr. 9
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl. Urk.
7
) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen;
dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versi
cherungsgericht (
GSVGer
).
7.2
Rechtsanwältin Christina
Kotrba
, Zürich
,
ist
als
mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
7)
bestellte
und mit Verfügung vom 2
7.
September 2019
(
Urk.
21)
ent
lassene
unentgeltliche Rechtsvertreterin
für ihre auf diese Zeitperiode entfallen
den Aufwendungen
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich
die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoc
h ohne Rücksicht auf den Streit
wert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädigun
gen vor dem Sozialversicherungs
gericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Recht
svertretung - namentlich für unnötigen Auf
wand kein Ersatz gewährt.
Der
von
Rechtsanwältin
Kotrba
mit Eingabe vom
2.
März 2018
(Urk.
9
) geltend gemachte Aufwand von
20,1
Stunden ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen. Namentlich erscheint ein Auf
wand von
16,8
Stunden für die
Ausarbeitung
der
Beschwerdeschrift
, die 17 Seiten mit Darlegungen zur Sache umfasst,
als überhöht. Angesichts der
zwar
eher um
fangreichen
, aber aus dem
Vorbescheidverfahren
bereits bekannten
Akten
der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
6/64)
, der
Schwierigkeit der Sache
und
de
s
mit Bezug auf die Darlegung der Bedürftigkeit
geringen
Aufw
ands
im Zusammen
hang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsver
tretung
ist
ein Aufwand von insgesamt zehn Stunden
gerechtfertigt
. D
ie Entschädigung
ist
bei Anwendung des gerichts
üblichen Stun
denansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für frei
berufliche Anwälte auf Fr.
2’440
.-- (inklusive Barauslagen
von 3
%
un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen.
7.3
Der
mit Verfügung vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
21) neu bestellte
unentgeltliche Rechtsvertreter
Thomas Wyss, Zürich
, machte mit Honorarnote vom
2
4.
Februar 2020
Aufwendungen von insge
samt 9 Stunden und 20 Minuten sowie Baraus
lagen von
Fr.
61.60 geltend (Urk. 31
),
woraus eine Entschädigung von Fr.
2'277.70
(
9,33
Stunden x Fr. 2
2
0.-- zuzüglich Barauslagen von 3 % zuzüglich Mehrwertsteuer von
7,7
%) resultiert.
Der geltend gemachte Aufwand ist ange
sichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ange
messen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter ist demgemäss für seine Bemühungen und Barauslagen mit Fr.
2'277.70 (Mehrwertsteuer inbe
griffen) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er
auch
zur Nachzahlung
der
En
t
schädigung
für
seine Rechtsv
ertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.