# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bbb0ea7-6d17-4127-94ec-01497e230cda
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I. Sachverhalt
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A. Die X._ ist eine Aktiengesellschaft, deren Zweck gemäss Handelsregisterauszug die Erstellung und Veräusserung von Immobilien, die Beratung im Zusammenhang mit Immobilien und deren Vermittlung sowie der Handel mit Waren aller Art ist. A._ ist ihr Präsident. Er zeichnet mit Einzelunterschrift.
B. Mit Kaufvertrag vom 21. Dezember 2009 verkaufte die X._ die Stockwerkeinheit Nr. _, 319.85/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. _ mit Sonderrecht an der 5 1⁄2-Zimmerwohnung Nr. 5 im Dachgeschoss inklusive Garage und Keller in O.4_ an das Ehepaar Y._ und Z._. Der Kaufpreis wurde im Vertrag auf pauschal Fr. 1‘375‘000.-- festgesetzt. In den weiteren Vertragsbestimmungen wurde festgehalten, dass der – von den Parteien ebenfalls unterzeichnete – Baubeschrieb integrierender Bestandteil des Kaufvertrages sei und von den Vertragsparteien ausdrücklich als solcher anerkannt werde. Das Eigentum an der Stockwerkeinheit ging gemäss Kaufvertrag am Tag der öffentlichen Beurkundung und damit am 21. Dezember 2009 auf die Erwerber über. Der Besitzesantritt mit Übergang von Rechten und Pflichten, Nutzen und Gefahr sowie die Abnahme des Werks erfolgten am 30. März 2010.
C. Am 4. Oktober 2011 stellte die X._ Y._ und Z._ die Schlussabrechnung/Mehrkostenabrechnung zu. Darin wurde – unter Berücksichtigung der bis dahin eingegangenen Akontozahlungen – ein Saldo in Höhe von Fr. 103‘654.08 zu Gunsten der X._ ausgewiesen. In der Folge anerkannten und bezahlten Y._ und Z._ nur einen Teil der geltend gemachten Mehrkosten. Am 17. April 2012 erstellte die X._ eine revidierte Schlussabrechnung/Mehrkostenabrechnung, in welcher sie gewisse Einwände von Y._ und Z._ sowie die seit dem 4. Oktober 2011 geleisteten weiteren Zahlungen berücksichtigte. Es verblieb ein Saldo in Höhe von Fr. 49‘067.-- zu Gunsten der X._. Da sich Y._ und Z._ trotz mehrmaliger Aufforderung weigerten, diesen Betrag zu bezahlen, liess die X._ die Forderung am 8. Juni 2012 mit je separatem Begehren gegen Y._ und Z._ in Betreibung setzen. Am 11. Juni 2012 wurden Y._ in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes O.1_ und Z._ in der Betreibung Nr. _ desselben Betreibungsamtes die Zahlungsbefehle zugestellt. Am 12. Juni 2012 erhoben sowohl Y._ als auch Z._ je Rechtsvorschlag.
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D. Y._ und Z._ stellten sich im Laufe der Auseinandersetzung über die Kostentragungspflicht - nebst der Bestreitung der gegen sie geltend gemachten Forderung - auf den Standpunkt, dass sie die Kosten für die Umgebungsarbeiten lediglich „anteilmässig“, nämlich für die Zeit ab Bezugsbereitschaft der gekauften Stockwerkeinheit, zu tragen hätten. Was davor an Kosten angefallen sei, müsse zu Lasten der X._ gehen. Sie überwiesen der B._, der Verwalterin der Stockwerkeigentümergemeinschaft C._, nach mehrmaliger Aufforderung zwar den Betrag von Fr. 7‘676.40, forderten ihn aber ihrerseits von der X._ zurück mit der Begründung, die Aufträge betreffend Umgebungsarbeiten seien vor der Eigentumsübertragung und vor Besitzesantritt erteilt worden.
E. Im Kaufvertrag hatten die Parteien als Gerichtsstand O.2_ vereinbart. Trotzdem stellte die X._ beim Vermittleramt D._ ein Vermittlungsbegehren, auf welches sich Y._ und Z._ aber nicht einliessen. Daraufhin gelangte die X._ mit Gesuch vom 5. Februar 2013 an das Vermittleramt des Bezirkes Surselva. An der Vermittlungsverhandlung vom 5. März 2013 waren für die X._ ihr einzelzeichnungsberechtigter Präsident A._ und der klägerische Rechtsvertreter anwesend. Y._ und Z._ erschienen nicht. Auch ihre Rechtsvertreterin war nicht anwesend, nachdem sie in einem Schreiben vom 4. März 2013 an den Vermittler darauf hingewiesen hatte, dass sie aufgrund von Terminkollisionen an der Verhandlung nicht teilnehmen könne. Der Vermittler stellte fest, dass eine Einigung nicht zustande gekommen sei. Am 6. März 2013 stellte er die Klagebewilligung aus. Diese enthält das folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin CHF 49‘067.00 zuzüglich 5 % seit 7. Mai 2012 zu bezahlen.
2. In den Betreibungen Nrn. _ und _ gegen den Beklagten 1 resp. die Beklagte 2 seien die Rechtsvorschläge vollständig zu beseitigen.
3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten beider Beklagten, unter deren solidarischer Haftbarkeit.“
F. Am 15. März 2013 prosequierte die X._ ihre Klage mit unverändertem Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Surselva. Am 12. Mai 2013 reichten Y._ und Z._ ihre Klageantwort und Widerklage mit folgendem Rechtsbegehren ein:
„A. Hauptklage
1. Die Klage sei abzuweisen.
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2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Klägerin.
B. Widerklage
1. Die X._ sei zu verpflichten, den Eheleuten Y./Z._ den Betrag von CHF 7‘676.40, eventuell CHF 7‘536.25 nebst 5 % Zins seit 12. Mai 2013 zu bezahlen.
2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Widerbeklagten.“
Die Replik und Widerklageantwort datiert vom 1. Juli 2013, die Duplik vom 15. August 2013. Die Widerklageduplik wurde am 16. September 2013 eingereicht. In allen Rechtsschriften hielten die Parteien an ihren jeweiligen Rechtsbegehren unverändert fest. In der Replik und Widerklageantwort wurde zudem die kostenfällige Abweisung der Widerklage beantragt, soweit darauf einzutreten sei.
G. Mit Beweisverfügung vom 23. September 2013 erklärte der Bezirksgerichtspräsident Surselva die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden als relevant. Die beantragten Zeugeneinvernahmen liess er nur teilweise zu. Die verlangten Editionen, die Durchführung eines Augenscheins in der gekauften Stockwerkeinheit, eine Amtsauskunft der Gemeinde O.3_ und die beantragten Beweisaussagen von Y._ und Z._ lehnte er ab. Hingegen ordnete er die Einholung einer Expertise zur Frage des Vorliegens von Bestellungsänderungen/Abweichungen zum Kaufvertrag und Baubeschrieb sowie von daraus entstandenen Mehr-/Minderkosten und zum Vorliegen von Mängeln bezüglich der Platten beziehungsweise Fugen sowie zur Position Parabolspiegel an.
H. Das Gutachten des Experten M._ ging am 5. Mai 2014 beim Bezirksgericht Surselva ein und wurde am 8. Mai 2014 den Parteien zugestellt. Die Parteien erhielten die Möglichkeit, eine Erläuterung des Gutachtens oder Ergänzungsfragen zu beantragen. Y._ und Z._ machten von dieser Möglichkeit mit Schreiben vom 30. Mai 2014 Gebrauch. Die X._ äusserte sich innert erstreckter Frist nicht dazu. Die von Z._ und Y._ gestellten Anträge betreffend Ausmass der Fussböden- und Wandplatten und betreffend Erläuterungsfrage zu den Plattennachlieferungen wurden am 18. August 2014 durch den Bezirksgerichtspräsidenten Surselva abgelehnt.
I. Am 4. November 2014 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva statt, an welcher beide Parteien mit ihren Rechtsvertretern teilnahmen.
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Im Rahmen seines Plädoyers erneuerte der Rechtsvertreter der X._ den bereits in der Klage gestellten Antrag, es sei der Grundbuchverwalter E._ als Zeuge einzuvernehmen, und er führte neue Zeugenfragen an. Y._ und Z._ ihrerseits erneuerten den Antrag auf Ergänzung der Expertise bezüglich Überprüfung der Abrechnung der F._ hinsichtlich des konkreten Ausmasses der Fussböden- und Wandplatten.
Mit Entscheid vom 4. November 2014, mitgeteilt am 29. Januar 2015, erkannte das Bezirksgericht Surselva:
„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagten werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 12‘188.35 zuzüglich Zins zu 5% seit 7. Mai 2012 zu bezahlen.
2. Die Widerklage wird teilweise gutgeheissen und die Widerbeklagte wird verpflichtet, den Widerklägern den Betrag von CHF 7‘536.25 zuzüglich Zins seit 12. Mai 2013 zu bezahlen.
3. Die in den Betreibungen Nr. _ (Y._) und Nr. _ (Z._) des Betreibungsamtes O.1_ (Zahlungsbefehle vom 11. Juni 2012) erhobenen Rechtsvorschläge werden für den Betrag von CHF 4‘652.10 zuzüglich Zins zu 5% auf CHF 12‘188.35 seit dem 7. Mai 2012 und abzüglich Zins zu 5% auf CHF 7‘536.25 seit dem 12. Mai 2013 aufgehoben und der Klägerin wird in diesem Umfang die definitive Rechtsöffnung erteilt.
4.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 20‘000.00 (Entscheidgebühr CHF 14‘958.25, Kosten der Beweisführung CHF 5’041.75) gehen zu 4/5 Lasten der Klägerin und Widerbeklagten (CHF 16‘000.00) und zu 1/5 zu Lasten der Beklagten und Widerkläger (CHF 4‘000.00) und werden aus den von der Klägerin (CHF 17‘000.00) und von den Beklagten (CHF 3‘000.00) geleisteten Kostenvorschüssen bezogen.
Die Beklagten sind verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 1‘000.00 zu ersetzen.
b) Die Klägerin und Widerbeklagte hat die Beklagten und Widerkläger mit CHF 19‘724.20 (inkl. Barauslagen, Streitwertzuschlag und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations