# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0863d9b8-fe48-4ed6-9d4f-16bf92c038ce
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
a) Die B._AG ist Eigentümerin der im Zentrum von Z._ gele-
genen Grundstücke Nrn. 001, 002, 003, 004 und 005, Grundbuch
Z._. Die Grundstücke gehören gemäss geltendem Zonenplan von
Z._ vom 9. März 2011 der Kernzone K5 A an. Zusammen bilden sie
ein Geviert zwischen der Kantonsstrasse "N._strasse" im Norden,
der O._strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse) im Westen und der
P._strasse (Gemeindestrasse 3. Klasse) im Süden sowie dem im
Osten angrenzenden Grundstück Nr. 006, das im Eigentum der
C._AG steht und mit einem älteren Wohnhaus überbaut ist. Die ge-
mischt gewerblich und für Wohnzwecke genutzten Häuser auf den
Grundstücken der B._AG wurden im Jahr 2019 abgebrochen.
b) Südlich der P._strasse und östlich der O._strasse liegt das
ebenfalls der B._AG gehörende Grundstück Nr. 007, das vom Park-
haus H._ (mit 286 Parkplätzen verteilt auf Parkdeck/Erdgeschoss
und zwei Untergeschosse) belegt ist. Die Ein- und Ausfahrt befindet
sich an der O._strasse an der südlichen Grundstücksgrenze. Auf
der gegenüberliegenden Strassenseite liegt das der A._AG gehö-
rende Grundstück Nr. 008. Das Grundstück Nr. 007 bildet zusammen
mit zwei südlich anschliessenden Grundstücken den Perimeter des
Überbauungsplans G._ vom 28. Januar 1988, welcher die Regelung
der Baulinien, der Erschliessung und der besonderen Bauweise be-
zweckt.
c) Die O._strasse ist im Abschnitt zwischen der N._strasse
und der P._strasse als Einbahnstrasse (in Nord-Süd-Richtung) sig-
nalisiert. Sie mündet südlich des Grundstücks Nr. 007 in die
S._strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse), welche ihrerseits weiter
westlich von der R._strasse (Kantonsstrasse) abzweigt. Die
R._strasse führt bis auf Höhe der N._strasse und zieht sich von
dort aus als Q._strasse (ebenfalls Kantonsstrasse) nach Nordosten
weiter.
d) Am 21. August 2017 erliess Z._ nebst der teilweisen Aufhe-
bung des Überbauungsplans G._ (Teilbereiche A und B) den Über-
bauungsplan J._ mit besonderen Vorschriften, mit welchem die
B._AG zusammen mit der C._AG die Überbauung der je in ihrem
Eigentum stehenden oberwähnten Grundstücke plante. Dagegen
wurde unter anderem von der A._AG beim Baudepartement Rekurs
erhoben; die entsprechenden Verfahren (Nrn. 18-3924, 18-3925 und
18-3891) wurden zwischenzeitlich mit Entscheid vom 8. Januar 2021
zufolge Widerrufs der angefochtenen Erlasse und
Einspracheentscheide und damit zufolge Gegenstandslosigkeit als
erledigt abgeschrieben.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 3/27
B.
a) Mit Baugesuch vom 19. Dezember 2018 beantragte die
B._AG bei der Bauverwaltung Z._ für die Grundstücke Nrn. 001,
002, 003, 004 und 005 die Baubewilligung für die "Erstellung einer Zwi-
schennutzung des Geländes als provisorischen öffentlichen Parkplatz
während der Ertüchtigung der bestehenden Tiefgarage (...; Kataster-
Nr. 007)". Im Kurzbeschrieb wurde festgehalten, dass der provisori-
sche Parkplatz nur soweit für die Öffentlichkeit in Betrieb genommen
werden solle, als bestehende Parkplätze im G._areal aufgehoben
würden. Vorgängig sei eine Nutzung durch maximal 80 Dauermieter
(à ca. 2,5 Fahrten pro Tag bzw. je 100 Zu- und Wegfahrten) vorgese-
hen. Die Zufahrt werde hauptsächlich über die N._strasse und die
Wegfahrt über die O._strasse stattfinden. Zu den rund 1'500 Fahr-
ten (Anwohner und Tiefgarage) kämen dadurch mit bis zu 100 Mehr-
fahrten weniger als 10 Prozent Mehrfahrten hinzu, die kaum hörbar
seien, weshalb kein Gutachten für die Aussenlärmbelastung einge-
reicht werde.
b) Innert der Auflagefrist vom 19. Februar bis 4. März 2019 erhob
die A._AG, vertreten durch Dr.iur. Walter Locher, Rechtsanwalt,
St.Gallen, öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einsprache gegen
das Bauvorhaben. Sie rügte insbesondere, dass die Baugesuchsun-
terlagen – unter anderem hinsichtlich Verkehrsführung und konkreter
Nutzung – unvollständig und das Vorhaben nicht beurteilbar sei.
c) Am 28. Juni 2019 erteilte das kantonale Tiefbauamt (TBA) eine
strassenpolizeiliche Bewilligung nach Art. 63 des Strassengesetzes
(sGS 732.1; abgekürzt StrG) für das Erstellen eines öffentlichen Park-
platzes als Zwischennutzung sowie für die Erstellung der Ein- und Aus-
fahrt in die Kantonsstrasse (N._strasse). Die Bewilligung wurde auf
drei Jahre befristet und gleichzeitig festgehalten, dass über eine Ver-
längerung auf ein entsprechendes rechtzeitiges Gesuch in Abstim-
mung mit dem Kantonsstrassenprojekt M._ entschieden würde. Das
Strasseninspektorat werde nach Ablauf dieser Frist, unabhängig vom
Stand des Rechtsmittelverfahrens "Überbauungsplan J._", den ord-
nungsgemässen Rückbau bzw. die ordnungsgemässe Schliessung
der Ein- und Ausfahrt überprüfen.
d) Mit Beschluss vom 13. Januar 2020 erteilte in der Folge die Bau-
und Umweltkommission Z._ die Baubewilligung unter Auflagen und
Bedingungen; die Einsprache der A._AG wurde abgewiesen. Unter
Ziff. C.2 wurde festgehalten, dass "die befristete Bewilligung (...) für
drei Jahre gültig" sei. Nach Ablauf der befristeten Bewilligung sei früh-
zeitig bei der Bauverwaltung ein Verlängerungsgesuch einzureichen.
C.
Gegen diesen Beschluss erhob die A._AG durch ihren
Rechtsvertreter mit Schreiben vom 29. Januar 2020 Rekurs beim Bau-
departement. Mit Rekursergänzung vom 27. Februar 2020 werden fol-
gende Anträge gestellt:
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 4/27
1. Der Rekurs sei gutzuheissen und die mit Beschluss
vom 13. Januar 2020 erteilte befristete Bewilligung sei aufzuheben.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Baugesuchsunterla-
gen nach wie vor unvollständig seien. So fehle es zum einen an Anga-
ben bzw. Festlegungen zur konkret vorgesehenen Nutzung des Park-
platzes. Unter anderem sei nach den Ausführungen der Rekursgegne-
rin von 123 zusätzlichen Parkplätzen auszugehen, was dem mit dem
Überbauungsplan J._ angestrebten Endzustand entspreche und so-
mit bereits gegen eine "Zwischennutzung" spreche. Auch äussere sich
der Beschluss nicht zur Dauer einer allfälligen Verlängerung der erteil-
ten Bewilligung, was ebenfalls eine unbefristete Bewilligung nahelege.
Zum andern fehlten Angaben zur Sanierung und Erweiterung des
Parkhauses H._. Da zwischen der beantragten Zwischennutzung,
der Sanierung des Parkhauses und der geplanten Überbauung J._
ein direkter Zusammenhang bestehe, seien die entsprechenden Ver-
fahren nach Art. 25a des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(SR 700; abgekürzt RPG) zu koordinieren. Es sei sodann nicht nach-
gewiesen worden, inwiefern durch die zusätzliche Erstellung von Park-
plätzen den Vorschriften von Art. 69 f. des Planungs- und Baugesetzes
(sGS 731.1; abgekürzt PBG), des Parkplatzbedarfs-Reglements vom
7. Mai 2010 sowie den relevanten Vorschriften des Überbauungsplans
G._ vom 28. Januar 1988 entsprochen werde. Ebenso fehlten An-
gaben zur Verkehrsführung und zum erwarteten Mehrverkehr.
Schliesslich seien auch keine Nachweise betreffend Einhaltung der
lärmrechtlichen Planungswerte und der NO2-Belastung vorhanden.
Was die materielle Bewilligungsfähigkeit des Baugesuchs betrifft, so
bestreitet die Rekurrentin vorsorglich die Einhaltung der massgebli-
chen Vorschriften betreffend Parkplatzbedarf sowie der anwendbaren
bundesrechtlichen UmweItschutzvorschriften. Sodann seien beson-
dere Verhältnisse, die eine Ausnahmebewilligung wie die vorliegende
rechtfertigen würden, weder geltend gemacht noch nachgewiesen.
D.
a) Mit Vernehmlassung vom 23. März 2020 beantragt die
Rekursgegnerin, vertreten durch lic.iur. Hans Rudolf Spiess und lic.iur.
Marie-Theres Huser, Rechtsanwältin, Zürich, den Rekurs unter Kos-
tenfolge abzuweisen. Die Vorinstanz lässt sich mit Schreiben vom
3. April 2020 vernehmen.
b) Mit Amtsbericht vom 27. Mai 2020 hält das TBA unter Bezug-
nahme auf die strassenpolizeiliche Bewilligung zusammenfassend
fest, dass keine dauerhafte Verkehrsüberlastung zu erwarten sei und
in Anbetracht der befristeten Nutzung auf ein verkehrstechnisches
Gutachten verzichtet werden könne.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 5/27
c) Das Amt für Umwelt (AFU) nimmt mit Amtsbericht vom 29. Juni
2020 Stellung zur Einhaltung der lärmrechtlichen Grenzwerte und zur
NO2-Belastung.
d) Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 14. August 2020
auf eine weitere Stellungnahme. Die Rekurrentin reicht am 24. August
2020 eine Replik ein. Sie verweist unter anderem darauf, dass
zwischenzeitlich für den Perimeter des Überbauungsplans J._ ein
neuer Sondernutzungsplan sowie zwei Baugesuche aufgelegt worden
seien (öffentliche Auflage vom 11. bis 24. August bzw. 9. September
2020). Mit Schreiben vom 14. September 2020 kündigt die
instruierende Rechtsabteilung des Baudepartementes den Beteiligten
unter Abschluss des ersten Schriftenwechsels als nächsten
Verfahrensschritt den Rekursentscheid an.
e) Am 17. November 2020 wird die versehentlich unterbliebene
Zustellung der Vernehmlassung der Rekursgegnerin vom 23. März
2020 an die Beteiligten nachgeholt. Die Rekurrentin lässt sich dazu mit
Eingabe vom 18. Dezember 2020 vernehmen. Mit Stellungnahme vom
5. Januar 2021 beantragt die Rekursgegnerin unter anderem, es sei
auf die zusätzliche Rekursbegründung in der Eingabe vom
18. Dezember 2020 nicht einzutreten. Die Rekurrentin reicht hiezu am
8. Januar 2021 eine weitere Eingabe ein.
E.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vorgenannten

## Considerations

Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen eingegan-
gen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das PBG in Kraft getreten und das Baugesetz
vom 6. Juni 1972 (nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden
(Art. 172 Bst. a PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewil-
ligungsentscheid erging am 13. Januar 2020. Mithin sind vorliegend
grundsätzlich die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie ge-
mäss Anhang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmun-
gen im PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mit-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 6/27
teilungen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Üb-
rigen gelangen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Bau-
reglement zur Anwendung.
3.
Rekurrentin wie Rekursgegnerin stellen Verfahrensanträge.
3.1 Die Rekurrentin wiederholt ihren bereits im Rahmen des erstin-
stanzlichen Verfahrens vorgebrachten Antrag, es seien sämtliche Be-
willigungen und Unterlagen zur vorgesehenen Sanierung des Park-
hauses H._ zu edieren und ihr Einsicht in dieselben zu gewähren.
Dies erweist sich, wie nachstehend ausgeführt wird (vgl. Erw. 4.1.4
und 5.3), für die Beurteilung des Rekurses jedoch nicht als notwendig,
weshalb auf eine entsprechende Edition verzichtet wird.
3.2 Die Rekursgegnerin beantragt, es sei auf die als Novum zu qua-
lifizierenden Vorbringen der Rekurrentin in ihrer Eingabe vom 18. De-
zember 2020 (Ziffn. 2 und 3) nicht einzutreten. Sowohl die darin ent-
haltene Behauptung eines Zusammenhangs zwischen dem vorliegend
umstrittenen Baugesuch mit dem Überbauungsplan bzw. Sondernut-
zungsplanverfahren J._ als auch die Rüge der Verletzung der Koor-
dinationspflicht nach Art. 25a RPG wurden jedoch bereits in der Re-
kursergänzung vom 27. Februar 2020 vorgebracht und sind somit
nachfolgend zu behandeln.
4.
Die Rekurrentin rügt, die Baugesuchsunterlagen seien unvollständig.
Insbesondere fehlten ausreichende Angaben und Festlegungen zur
konkret vorgesehenen Nutzung auf den betroffenen Grundstücken,
zur Sanierung und Erweiterung des Parkhauses H._ sowie zur Ver-
kehrsführung und -erzeugung. Auch enthielten die Unterlagen keine
Nachweise der Einhaltung der Umweltschutzordnung.
4.1 Die Rekurrentin macht geltend, es sei offensichtlich unklar, was
mit dem umstrittenen Gesuch tatsächlich geplant werde. Während die
Vorinstanz von einer Zwischennutzung spreche, werde in den Amts-
berichten von TBA und AFU von der dauerhaften Neuerstellung von
80 Parkplätzen ausgegangen. Auch dies sei aber unzutreffend, sei
doch gestützt auf die (im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens
abgegebene) Stellungnahme der Rekursgegnerin vom 12. April 2019
und das darin angeführte Verkehrsgutachten vom 8. Juni 2017 davon
auszugehen, dass nicht nur 80, sondern 123 zusätzliche Parkplätze
neu erstellt werden sollen. Dies entspreche dem minimalen Pflichtbe-
darf für das Baufeld "J._" gemäss (dem im Zeitpunkt der Rekurser-
gänzung noch hängigen) Überbauungsplan J._, was bereits ver-
deutliche, dass es sich vorliegend nicht um eine "Zwischennutzung"
handle. Würden die 123 Parkplätze letztlich in das (sanierte) Parkhaus
H._ verlagert, so wäre für diese Erweiterung ein eigenständiges
Baubewilligungsverfahren bzw. eine Verkehrsanordnung notwendig,
wobei beides mit dem vorliegenden Verfahren zu koordinieren wäre.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 7/27
Im Weiteren werde die erteilte Bewilligung in Ziff. C.2 des angefochte-
nen Beschlusses zwar auf drei Jahre befristet, gleichzeitig aber fest-
gehalten, dass ein Verlängerungsgesuch eingereicht werden könne;
die maximale Dauer einer Verlängerung sei aber offengelassen wor-
den. Auch deshalb sei im Ergebnis von einer unbefristeten Bewilligung
und keiner Zwischennutzung auszugehen.
4.1.1 Die Rekursgegnerin bestreitet die Unvollständigkeit der Bauge-
suchsunterlagen und betont, dass es sich bei der vorgesehenen Zwi-
schennutzung um ein vom Überbauungsplan bzw. dem neu einge-
reichten Sondernutzungsplan J._ unabhängiges Baugesuch
handle. Die beantragten 132 Parkplätze dienten als Ersatz der heute
auf den drei Geschossen des Parkhauses H._ vorhandenen
286 Parkplätze ab dem Zeitpunkt, da dieses saniert werde. Sollte die
Überbauung J._ nach Abschluss der Sanierung des Parkhauses –
nach welcher nur noch rund 130 Parkplätze auf den beiden Unterge-
schossen vorgesehen seien – noch nicht realisiert sein, so würden die
provisorischen Parkplätze verbleiben und zusammen mit dem redu-
zierten Betrieb des Parkhauses noch rund 260 und somit rund 10 Pro-
zent weniger Parkplätze als im heutigen Zustand zur Verfügung ste-
hen (vgl. Vernehmlassung vom 23. März 2020).
4.1.2 Zum Verständnis des umstrittenen Bauvorhabens ist vorab auf
das Baugesuch, vorliegend insbesondere auf das Gesuchsformular
G1, abzustellen. Aus dem Kurzbeschrieb des Baugesuchs (vgl. vor-
stehend Bst. B.a) ergibt sich, dass die anbegehrte Nutzung der Grund-
stücke Nrn. 002, 003, 004, 005 und 001 als Parkierungsfläche in zwei
Phasen unterschieden und je unterschiedlich ausgestaltet sein soll
(vgl. auch die Ausführungen der Vorinstanz in der Baubewilligung vom
13. Januar 2020, Ziff. 4.2 f.).
4.1.2.1 Zum einen wird eine "Zwischennutzung" des Geländes
"während der Ertüchtigung der bestehenden Tiefgarage (...; Kataster-
Nr. 007)" beantragt (im Folgenden: Phase 2). Die "Nutzung durch die
Öffentlichkeit" darf dabei nur so weit erfolgen, "als bestehende Park-
plätze (...) aufgehoben werden", wobei (gemäss der weiteren Angaben
im Baugesuchsformular G1) die Anzahl dieser Ersatzparkplätze im
Freien auf 132 beschränkt sein soll. Bestehend (auf dem Park-
deck/Erdgeschoss sowie zwei Untergeschossen des Parkhauses
H._) sind zum heutigen Zeitpunkt insgesamt 286 Parkplätze, wovon
256 Parkplätze der Öffentlichkeit und 30 Parkplätze für Dauermieter
(Beschäftigte sowie Anwohnerinnen und Anwohner) zur Verfügung
stehen.
Aus dem Gesagten ergibt sich zum einen, dass die während Phase 2
vorgesehene Zwischennutzung mit maximal 132 Ersatzparkplätzen im
Freien nur während der allfälligen Sanierung des Parkhauses ausge-
übt werden darf. Entgegen der Darstellung der Rekursgegnerin (vgl.
auch die Stellungnahme vom 12. April 2019 im erstinstanzlichen Ver-
fahren) ist gestützt auf das Baugesuch bzw. die angefochtene Baube-
willigung eine zeitlich darüber hinausgehende Nutzung nicht zulässig,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 8/27
auch wenn im sanierten Parkhaus nur noch 130 anstelle der heutigen
286 Parkplätze zur Verfügung stehen sollten und die Überbauung
J._ dannzumal noch nicht realisiert wäre. Zum andern folgt aus der
an den Wegfall des bestehenden Angebots gebundenen Inbetrieb-
nahme der beantragten Parkplätze, dass sich die Anzahl der heute
vorhandenen Parkplätze während der Dauer der Sanierung des Park-
hauses bzw. während Phase 2 sicher nicht erhöht bzw. – aufgrund der
zahlenmässigen Limitierung der Ersatzparkplätze auf 132 – unter Um-
ständen sogar reduzieren kann.
4.1.2.2 Etwas anderes gilt für die Zeit bis zum Beginn der Sanie-
rung (im Folgenden: Phase 1). So ist gemäss Kurzbeschrieb "vorgän-
gig" eine "Nutzung durch max. 80 Dauermieter" vorgesehen. Die An-
zahl der nutzbaren Parkplätze im "erweiterten" Areal (Parkhaus und
provisorischer Parkplatz) erhöht sich während Phase 1 folglich auf ins-
gesamt 366. Dauermietern stehen dann 110 Parkplätze zur Verfü-
gung. Sobald mit der Sanierung des Parkhauses begonnen wird, ist
eine Nutzung der zusätzlichen 80 Parkplätze für Dauermieter nicht
mehr zulässig bzw. eine Nutzung des "provisorisch erstellten Parkplat-
zes" als solcher eben nur insoweit, als wegfallende Parkplätze im
Parkhaus ersetzt werden sollen (vgl. Phase 2).
4.1.3 Aus dem Baugesuch selbst ergeben sich keine Hinweise darauf,
dass – wie die Rekurrentin vorbringt – die (dauernde) Erstellung von
zusätzlich 123 Parkplätzen vorgesehen wäre. Diese Zahl steht nur im
Zusammenhang mit dem zwischenzeitlich zurückgezogenen Über-
bauungsplan J._, welcher in Art. 9 der besonderen Vorschriften (ab-
gekürzt besV) festhielt, dass insgesamt maximal 409 Abstellplätze und
folglich über das heutige Angebot hinaus die Erstellung und dauernde
Nutzung von maximal 123 zusätzlichen Parkplätzen erlaubt seien.
Eine Verbindung dieser Parkplätze, die gemäss Art. 9 besV in einer
gemeinschaftlichen Tiefgarage erstellt werden sollten, mit den aus-
drücklich als Zwischennutzung und oberirdisch auf den genannten
Grundstücken bewilligten 132 Parkplätzen besteht bzw. bestand nicht,
selbst wenn das Parkhaus H._ Teil der im Rahmen der Überbauung
J._ vorgesehenen Tiefgarage werden sollte. Dasselbe gilt, soweit
die Rekurrentin auf den neu aufgelegten Sondernutzungsplan J._
samt zugehöriger Baugesuche verweist, gemäss welchen offenbar
insgesamt 371 Parkplätze sowie ebenfalls eine gemeinsame Tiefga-
rage vorgesehen sind (vgl. auch die Stellungnahme der Rekursgegne-
rin vom 5. Januar 2021).
4.1.4 Die Nutzung der maximal 132 zusätzlichen oberirdischen Park-
plätze in Phase 2 ist gemäss Baugesuch klar auf die Sanierungszeit
begrenzt. Ist die Sanierung des Parkhauses abgeschlossen, so fällt
die Bewilligung dahin. Die Erstellung und Nutzung der 80 zusätzlichen
Parkplätze für Dauermieter während Phase 1 hingegen wäre grund-
sätzlich – da im Baugesuch der Beginn der Sanierung und damit der
Wechsel zu Phase 2 offengelassen werden – zeitlich unbegrenzt mög-
lich. Die Vorinstanz hat nun allerdings die Gültigkeit der Baubewilli-
gung als solcher und damit sowohl die Nutzung nach Phase 1 als auch
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 9/27
nach Phase 2 auf (vorerst) drei Jahre befristet (vgl. dazu auch nach-
stehend Erw. 6). Ob die Erstellung und Nutzung der Parkplätze wäh-
rend dieser Zeit zulässig ist, ist eine Frage der materiellen Bewilli-
gungsfähigkeit. Für deren Beantwortung ist das Sanierungsprogramm
für das Parkhaus H._ aber jedenfalls nicht notwendig und auf die
Edition allfälliger Unterlagen, wie sie die Rekurrentin beantragt, kann
verzichtet werden.
4.2 Die Rekurrentin rügt im Weiteren, dass – solange die Nutzungs-
art der Überbauung J._ noch nicht abschliessend definiert sei – eine
Aussage darüber, in welchem Umfang aus dem Betrieb des öffentli-
chen Parkplatzes als Zwischennutzung und der Erstellung von zusätz-
lich 123 Parkplätzen Mehrverkehr resultieren werde, schlicht nicht
möglich bzw. mit nicht hinnehmbarer Unsicherheit belastet sei. Viel-
mehr sei vorab der IST-Zustand zu definieren. Um die allgemeine Ver-
kehrszunahme zu berücksichtigen, sei ein Ausgangszustand festzule-
gen, der vorliegend um den durch den jeweiligen Betriebszustand (vor,
während, nach Sanierung und bei Betrieb der Überbauung J._) in-
duzierten Verkehr zu ergänzen sei. Dazu aber sei vorab für die jewei-
ligen Zeitabschnitte zu definieren, wie viele Parkplätze zu welchem
Zeitpunkt in welcher Benutzungskategorie (Kurz-, Langparkplätze,
Dauervermietung, Parkplätze für Wohnungsmieter, für Beschäftigte
usw.) zur Verfügung gestellt würden. Erst durch die Multiplikation der
Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkfelder mit deren jeweiligem
spezifischen Verkehrspotential (SVP) – das in erster Linie von der Auf-
enthaltsdauer der Personen in den jeweiligen Geschäften bzw. Ge-
bäuden abhänge, welchen die Parkplätze dienten – lasse sich der
durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) ermitteln. Da auch im Ver-
kehrsgutachten vom 8. Juni 2017 – das im Zusammenhang mit dem
Überbauungsplan J._ erstellt wurde und auf welches die Rekurs-
gegnerin in ihrer Stellungnahme vom 12. April 2019 im erstinstanzli-
chen Verfahren verweise – nicht unterschieden werde, wie viele Park-
plätze welcher Nutzungskategorie zu welchem Zeitpunkt zugerechnet
würden und von welchem SVP ausgegangen werde, sei eine Prüfung
der Validität dieses Gutachtens nicht möglich und dieses damit für die
Frage der zu erwartenden Verkehrsmengen unbrauchbar. Im Übrigen
verneine dieses aber, im Gegensatz zur Rekursgegnerin, entstehen-
den Mehrverkehr nicht.
4.2.1 Die Rekursgegnerin bezieht sich in ihrer Vernehmlassung vom
23. März 2020 auf die Erläuterungen bzw. die Beurteilung der
E._AG vom 9. April 2019. Darin wird festgehalten, dass die Zwi-
schennutzung mit 80 Parkplätzen für Anwohner und Beschäftigte für
das Verkehrssystem verträglich sei und das Verkehrsaufkommen vom
vorhandenen Strassennetz bewältigt werden könne. Zur Begründung
dieser Aussage wird in der Beurteilung der E._AG aber wiederum
auf das erwähnte Verkehrsgutachten vom 8. Juni 2017 abgestellt und
ausgeführt, dass sich dieses mit der Verträglichkeit der im Überbau-
ungsplan J._ vorgesehenen 409 Parkplätze (wovon rund 275 öffent-
liche Parkplätze) bzw. des daraus fliessenden Verkehrsaufkommens
auseinandersetze und nachweise, dass dieses gut in das bestehende
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 10/27
Strassennetz und auch in die geplante Verkehrsführung integriert wer-
den könne. Entsprechend sei auch die vorliegend umstrittene Zwi-
schennutzung mit höchstens 366 Parkplätzen (während Phase 1) für
das Verkehrssystem verträglich und bewältigbar. Die Argumentation
der E._AG übersieht jedoch, dass im von der Rekurrentin geführten
(und mittlerweile abgeschlossenen) Rekursverfahren betreffend den
Überbauungsplan J._ das entsprechend vorgesehene Verkehrsre-
gime und unter anderem die Frage einer vollständigen Sperrung der
O._strasse im Abschnitt N._strasse – P._strasse gerade um-
stritten war (vgl. auch den Hinweis in der Rekursergänzung vom
27. Februar 2020). Bereits aus diesem Grund kann aus dem Verkehrs-
gutachten vom 8. Juni 2017 nicht einfach auf die verkehrliche Unbe-
denklichkeit der vorliegend umstrittenen Nutzung geschlossen wer-
den. Auch das TBA hält das Gutachten in seinem Amtsbericht vom
27. Mai 2020 für die Beurteilung der Auswirkung des vorliegend um-
strittenen Parkplatzes für nur bedingt anwendbar. Entsprechend ergibt
sich auch aus der Beurteilung der E._AG keine abschliessende
Aussage.
4.2.2 Demgegenüber kann der Rekurrentin nicht gefolgt werden, so-
weit sie eine Einschätzung des aus der Zwischennutzung zu erwarten-
den Mehrverkehrs gestützt auf das Baugesuch für unmöglich hält. So
sind hiezu wie bereits ausgeführt (Erw. 4.1.3) die mit dem Überbau-
ungsplan bzw. Sondernutzungsplan J._ (zusätzlich) vorgesehenen
Parkplätze und deren konkrete Nutzung ohne Belang. Mehrverkehr
aus der vorliegend umstrittenen Zwischennutzung erwächst sodann
lediglich durch die während Phase 1 zugelassenen zusätzlichen
80 Parkplätze, da während Phase 2 der heutige Bestand an Parkie-
rungsmöglichkeiten nicht überschritten werden darf (vgl.
Erw. 4.1.2.1 f.). Dabei wird im Baugesuch selbst klar festgehalten,
dass die 80 Parkplätze lediglich Dauermietern zur Verfügung gestellt
werden sollen (während sich bei der Nutzung der maximal 132 Ersatz-
parkplätze in Phase 2 keine Änderung zu den heutigen Verkehrsver-
hältnissen ergibt), und dass bei einem dauervermieteten Parkplatz mit
2,5 Fahrten bzw. insgesamt mit je 100 Zu- und Wegfahrten pro Tag
gerechnet werde. Das Baugesuch enthält folglich durchaus Angaben
zur erwarteten Verkehrserzeugung und genügt insoweit den formellen
Anforderungen. Hinsichtlich des von der Rekurrentin zusätzlich einge-
forderten Verkehrsgutachtens kommt nun das TBA in seinem Amtsbe-
richt vom 27. Mai 2020 zum Schluss, dass auf ein solches – insbeson-
dere auch mit Blick auf die Befristung der Bewilligung – zumindest zum
heutigen Zeitpunkt verzichtet werden kann; dies, obschon das TBA
anders als die Rekursgegnerin in Phase 1 von einem SVP von 4 tägli-
chen Fahrten pro Parkplatz und entsprechend einem maximalen
Mehrverkehr von 320 Fahrten pro Tag ausgeht. Die im Amtsbericht
des TBA enthaltenen Ausführungen und Berechnungen werden von
der Rekurrentin jedoch als nicht durchwegs korrekt gerügt; die stras-
senpolizeiliche Bewilligung sei offenkundig auf falscher Basis ergan-
gen. Präzisierend macht die Rekurrentin geltend, es sei von einem
Mehrverkehr von mindestens 800 zusätzlichen Fahrten pro Tag und
damit einem gegenüber der Einschätzung im Amtsbericht fast dreimal
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 11/27
höheren Verkehrsaufkommen auszugehen. Auf die Einholung eines
Verkehrsgutachtens sei folglich zu Unrecht verzichtet worden, zumal
entgegen der Annahme des TBA gerade keine befristete Bewilligung
vorliege. Die Rekurrentin gründet ihre Berechnung auf der Annahme,
dass die vorgängig nutzbaren 80 Parkplätze für Dauermieter nach der
Sanierung des Parkhauses H._ nicht ersatzlos dahinfallen, sondern
vermutungsweise in das zwischenzeitlich sanierte Parkhaus integriert
werden. Spätestens ab dann könne deshalb nicht mehr von
einem SVP von Dauermietern gesprochen werden; vielmehr sei unter
Mitberücksichtigung der im Sondernutzungsplan bereits formulierten
Nutzungsdurchmischung auf ein SVP in der Grössenordnung von
10 Fahrten pro Parkplatz (SVP für Fachmärkte/Lebensmittel) und ent-
sprechend von mindestens 800 zusätzlichen Fahrten auszugehen.
Der Argumentation der Rekurrentin kann ebensowenig gefolgt werden
wie den zumindest missverständlichen Ausführungen in der rekurs-
gegnerischen Vernehmlassung vom 23. März 2020, wonach die als
Zwischennutzung bewilligten 132 Parkplätze auch nach erfolgter Sa-
nierung des Parkhauses genutzt werden könnten, falls die Überbau-
ung J._ bis dahin noch nicht realisiert sein sollte. Wie bereits fest-
gehalten (vgl. Erw. 4.1.2. f.) sind für die Bestimmung der zulässigen
Nutzung die Angaben im Baugesuch in Verbindung mit der Bewilligung
massgeblich und geht aus diesen klar hervor, dass die "vorgängig"
nutzbaren zusätzlichen 80 Parkplätze nur für Dauermieter bestimmt
sind und ihre Nutzung frühestens mit Beginn der Parkhaus-Sanierung
und damit von Phase 2 bzw. – ebenso wie die Nutzung der in Phase
2 zugelassenen 132 Ersatzparkplätze – spätestens nach Ablauf der
dreijährigen Bewilligungsdauer ersatzlos dahinfällt. Die Berechnung
des TBA, welche auf den Baubeschrieb abstellt, sich dabei aber an
der oberen Grenze der an Anwohnerinnen und Anwohner sowie Be-
schäftigte vermieteten Parkplätze zu erwartenden Verkehrsbewegun-
gen orientiert, ist nachvollziehbar und das TBA folglich in seinem
Amtsbericht (für Phase 1) zu Recht von einem täglichen Mehrverkehr
von 320 Fahrten ausgegangen. Zwar anerkennt das TBA, dass auch
diese Verkehrszunahme mit Blick auf die bereits vorhandene Belas-
tung des umliegenden Kantonsstrassennetzes spürbar sein wird; der
Verzicht auf ein neues Gutachten ist – zumindest im Rahmen des vor-
liegenden Bewilligungsverfahrens und mit Blick auf die begrenzte Gül-
tigkeitsdauer der Bewilligung – jedoch nicht zu beanstanden. Sollte vor
deren Ablauf tatsächlich ein Gesuch um Verlängerung eingereicht
werden, so wird unter anderem auch die verkehrliche Situation wieder
neu zu beurteilen sein (vgl. auch nachstehend Erw. 6 und 7.3.2).
4.3 Die Rekurrentin rügt sodann, dass Informationen zur Einhaltung
des umweltrechtlichen Vorsorgeprinzips nach Art. 11 des Bundesge-
setzes über den Umweltschutz (SR 814.01; abgekürzt USG) fehlten.
So sei offen, ob die für die Erstellung des provisorischen Parkplatzes
als einer neuen ortsfesten Anlage nach Art. 2 der eidgenössischen
Lärmschutz-Verordnung (SR 814.41; abgekürzt LSV) vorgeschriebe-
nen Planungswerte eingehalten seien. Die entsprechenden Unterla-
gen (wie ein Lärmgutachten) seien in einem mit der Sanierung und
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 12/27
Erweiterung des Parkhauses H._ zu koordinierenden Verfahren bei-
zubringen. Ebenso enthielten die Baugesuchsunterlagen keinerlei
Nachweise zur Emissionsbegrenzung, geschweige denn zu verschärf-
ten Emissionsbegrenzungen gemäss Art. 11 Abs. 3 in Verbindung mit
Art. 13 und 14 USG hinsichtlich der bereits sehr hohen NO2-Belastung
des fraglichen Gebiets.
4.3.1 Bezüglich der zu erwartenden Lärmemissionen der vorgesehe-
nen Parkplatznutzung wird im Kurzbeschrieb des Baugesuchs wie er-
wähnt für die 80 dauervermieteten Parkplätze ein Mehrverkehr von je
rund 100 Zu- und Wegfahrten erwartet. Weiter wird festgehalten, dass
die Zufahrt hauptsächlich über die N._strasse und die Wegfahrt
über die O._strasse stattfinden solle. Dadurch kämen zu den rund
1'500 Fahrten (von Anwohnern und Tiefgarage) mit bis zu 100 Mehr-
fahrten weniger als 10 Prozent Mehrfahrten hinzu, die kaum hörbar
seien. Aus diesem Grund werde kein Gutachten für die Aussenlärm-
belastung beigelegt.
Das AFU stützt demgegenüber seine Beurteilung im Amtsbericht vom
29. Juni 2020 auf die Einschätzung des TBA vom 27. Mai 2020 und
geht folglich von einem Mehrverkehr von 320 Fahrten täglich aus. All-
gemein führe ein Mehrverkehr von rund 25 Prozent zu einer Erhöhung
der Lärmbelastung um 1 dB(A), was gerade noch als wahrnehmbar
gelte. Auch unter diesen Vorgaben kommt das AFU jedoch zum
Schluss, dass vorliegend die Anforderungen der LSV deutlich erfüllt
sind und entsprechend auf die Einholung eines Lärmgutachtens ver-
zichtet werden kann.
Die Rekurrentin hält der Beurteilung des AFU ihre Kritik an der vom
TBA vorgenommenen Einschätzung des Mehrverkehrs entgegen und
wendet ein, es würden mit den 80 Parkplätzen – gegenüber dem jet-
zigen Zustand mit 286 Parkplätzen – mindestens 800 Mehrfahrten und
damit mindestens 28 Prozent mehr Parkplätze bzw. Mehrverkehr ge-
neriert. Die Lärmbelastung steige damit um mindestens 1 dB(A). Damit
würden aller Voraussicht nach sowohl die Immissionsgrenzwerte über-
schritten als auch auf der N._strasse wahrnehmbar stärkere Lärm-
immissionen resultieren. Auch sei die Einhaltung der Planungswerte
nicht nachgewiesen worden. Auf die Einreichung eines Lärmschutz-
nachweises könne deshalb nicht verzichtet werden.
4.3.1.1 Die Berechnung der Rekurrentin, welche von mindestens
28 Prozent Mehrverkehr ausgeht, geht insofern fehl, als sie zum einen
die 80 Parkplätze für Dauermieter dem heutigen Bestand an öffentlich
nutzbaren Parkplätzen gegenüberstellt (vgl. auch Erw. 4.2.2). Soweit
zum andern die (maximal 132) Parkfelder in Phase 2 öffentlich genutzt
werden dürfen, handelt es sich um Ersatzparkplätze. Mehrverkehr ge-
genüber dem heutigen Zustand – im Umfang von 320 Fahrten täglich
– entsteht nur während Phase 1.
4.3.1.2 Beim umstrittenen Parkplatz handelt es sich um eine neue
ortsfeste Anlage in einem bereits überbauten Gebiet gemäss Art. 2
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 13/27
LSV. Art. 11 USG sieht vor, dass Luftverunreinigungen, Lärm, Erschüt-
terungen und Strahlen durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt
werden (Emissionsbegrenzungen; Abs. 1). Unabhängig von der beste-
henden Umweltbelastung sind sodann Emissionen im Rahmen der
Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich
möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Abs. 2). Neue ortsfeste Anlagen
dürfen im Weitern nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen
allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umge-
bung nicht überschreiten; die Bewilligungsbehörde kann eine Lärm-
prognose verlangen (Art. 25 Abs. 1 USG). Nach Art. 7 Abs. 1 LSV
müssen denn auch die Lärmemissionen neuer ortsfester Anlagen
nach den Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden
als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar
ist (Bst. a) und dass die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissi-
onen die Planungswerte nicht überschreiten. Ihr Betrieb darf sodann
nach Art. 9 LSV nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspru-
chung einer Verkehrsanlage die Immissionsgrenzwerte überschritten
(Bst. a) oder durch die Mehrbeanspruchung einer sanierungsbedürfti-
gen Verkehrsanlage wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt
werden (Bst. b).
4.3.1.3 Die Lärmimmissionen ortsfester Anlagen sind grundsätz-
lich anhand der vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte
(Anhänge 3-9 LSV) zu beurteilen (Art. 40 Abs. 1 LSV). Sekundärem-
missionen wie der auf menschliches Verhalten zurückzuführende
Lärm – welcher vorliegend insbesondere Unterhaltungen, Zurufe oder
Lachen von Parkplatzbenützerinnen und –benützern auf dem Weg
zum Fahrzeug oder beim Ein- und Aussteigen umfassen dürfte –, sind
demgegenüber gesondert zu betrachten. Für diese Art von Immissio-
nen fehlen Belastungsgrenzwerte, und es ist im Einzelfall aufgrund der
Erfahrung zu entscheiden, ob eine unzumutbare Störung der Anwoh-
ner vorliegt. Anhaltspunkte sind der Charakter des Lärms, sein Zeit-
punkt, die Häufigkeit, aber auch die Lärmempfindlichkeit und die Lärm-
vorbelastung der Zonen, in welchen die Immissionen entstehen. Zur
Beurteilung der Zulässigkeit von Immissionen ist dabei – auch über
Zonengrenzen hinweg – das Immissionsniveau in der vom Lärm be-
troffenen Zone massgebend. Abzustellen ist zudem nicht auf das sub-
jektive Lärmempfinden einzelner Personen; vielmehr ist eine objekti-
vierte Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen mit erhöhter
Empfindlichkeit vorzunehmen (Art. 13 Abs. 2 USG; vgl. u.a. BGE 146
II 17 Erw. 6.2; Urteil des Bundesgerichtes 1C_219/2018 vom 9. No-
vember 2018 Erw. 9.2; GVP 2005 Nr. 26 Erw. 3.c.dd). Die bundesge-
richtliche Rechtsprechung lässt dabei den Beizug fachlich abgestütz-
ter privater Richtlinien als Entscheidungshilfe für eine derartige objek-
tivierte Betrachtung zu (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichtes
1C_293/2017 vom 9. März 2018 Erw. 3.1.2; 1C_252/2017 vom 5. Ok-
tober 2018 Erw. 5, 5.1).
4.3.1.4 Gemäss Art. 36 Abs. 1 LSV ermittelt die Vollzugsbehörde
die Aussenlärmimmissionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Er-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 14/27
mittlung an, wenn sie Grund zur Annahme hat, dass die massgeben-
den Belastungsgrenzwerte überschritten sind oder ihre Überschrei-
tung zu erwarten ist. Bei Anlagen, für welche keine Grenzwerte beste-
hen, gilt dieser Grundsatz sinngemäss (VerwGE B 2015/133 vom
20. Dezember 2016 Erw. 2.2. mit Verweisen). Die Frage, ob Grund zur
Annahme besteht, dass die Belastungsgrenzwerte überschritten wer-
den, verlangt eine vorweggenommene Würdigung der Lärmsituation.
Dabei dürfen gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung jedenfalls
im Kontext von Art. 25 Abs. 1 USG keine hohen Anforderungen an die
Wahrscheinlichkeit einer Überschreitung der Belastungsgrenzwerte
gestellt werden. Es reicht bereits aus, wenn eine Überschreitung der
Belastungsgrenzwerte möglich erscheint, d.h. beim aktuellen Kennt-
nisstand nicht ausgeschlossen werden kann. Ist dies der Fall, so ist
die Behörde zur Durchführung eines Beweis- und Ermittlungsverfah-
rens in Form einer Lärmprognose (im Sinn von Art. 25 Abs. 2 Satz 1
USG und Art. 36 ff. LSV) verpflichtet, ohne dass ihr insoweit ein Er-
messensspielraum zustünde (vgl. u.a. BGE 137 II 30 Erw. 3.4; Urteile
des Bundesgerichtes 1A.180/2006 vom 9. August 2007 Erw. 5.5,
1C_534/2011 vom 29. Mai 2012 Erw. 2.4, 1C_498/2019 vom 21. Ok-
tober 2020 Erw. 4.1; GVP 2015 Nr. 112).
4.3.1.5 Hinsichtlich der Vorgaben von Art. 9 LSV hält das AFU
fest, dass die Immissionsgrenzwerte an der O._strasse im Jahr
1990 gemäss Lärmbelastungskataster mit einem DTV von 2'260 Fahr-
zeugen pro 24 Stunden am Tag um 3,5 dB(A) unterschritten wurden.
Nachdem stets von einer durchschnittlichen Verkehrszunahme um ein
Prozent pro Jahr ausgegangen werde, liege der durchschnittliche täg-
liche Verkehr auf der O._strasse heute bei schätzungsweise 2'940
Fahrzeugen in 24 Stunden, was einen Immissionspegel von
62,6 dB(A) ergebe (bei der angenommenen Verkehrsentwicklung –
welche die Rekurrentin als blosse Mutmassung kritisiert – handelt es
sich um einen allgemeinen Erfahrungswert, gestützt auf welchen bei
wenig befahrenen Strassen sogar eher zu hohe Ergebnisse resultie-
ren). Damit nun die Immissionsgrenzwerte neu überschritten würden,
müsste der Verkehr auf der O._strasse um etwa 75 Prozent zuneh-
men, d.h. um +2,4 dB(A). Bei einer heutigen Anzahl von 2'940 Fahr-
zeugen entspräche dies 2'200 Fahrzeugen. Durch die vorgesehene
Parkierungsanlage bzw. die 80 zusätzlichen Parkplätze würden indes-
sen deutlich weniger Fahrzeugbewegungen verursacht, und es sei die
Anforderung von Art. 9 Abs. 1 Bst. a LSV an der O._strasse einge-
halten. Demgegenüber würden die Immissionsgrenzwerte an der
N._strasse mit einem heutigen DTV von 12'150 Fahrzeugen schon
heute überschritten, womit Art. 9 Abs. 1 Bst. b LSV zur Anwendung
komme. Eine Verkehrszunahme von 25 Prozent – entsprechend rund
3'000 zusätzlichen Fahrzeugbewegungen – werde durch den neuen
Parkplatz aber bei weitem nicht verursacht, womit nicht von wahr-
nehmbar stärkeren Lärmimmissionen auszugehen und auch die An-
forderung von Art. 9 Abs. 1 Bst. b LSV erfüllt sei.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 15/27
4.3.1.6 In Bezug auf die Einhaltung der Planungswerte verweist
das AFU auf die Schweizerische Norm SN 40 578 für Lärmimmissio-
nen von Parkierungsanlagen des Schweizerischen Verbandes der
Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS), welche zur Lärmbeurteilung
von Parkierungsanlagen mit mehr als 40 Parkfeldern angewendet wird
und den gesamten Parkierungsvorgang – miteingeschlossen die Zu-
und Wegfahrt, das Ein- und Ausparkierungsmanöver, das Schliessen
von Autotüren und Heckklappe sowie den Startvorgang – berücksich-
tigt. Da die (in Phase 1 zur Verfügung stehenden) 80 Parkplätze mit 2
bis 4 Parkierungen (320 Fahrten) auf einer grosszügigen Grundfläche
angeordnet seien und sich die Immissionspunkte für Wohnnutzung in
der Empfindlichkeitsstufe III befinden und relativ weit entfernt seien,
könne ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die Anforde-
rungen der Norm eingehalten werden.
Diese Überlegungen gelten auch für Phase 2, wenn allenfalls der
ganze Parkplatz mit bis zu 132 Autos belegt sein sollte und obschon
dann auch eine öffentliche Nutzung möglich sein wird. So handelt es
sich, anders als bei einer Tiefgaragenzufahrt, bei der grosszügigen of-
fenen Parkierungsfläche nicht um eine Punktquelle, welche Lärm ge-
bündelt und möglicherweise durch Reflexion sogar verstärkt wieder-
gibt. Der Parkierungslärm auf dem Parkplatz verteilt sich vielmehr in
alle Richtungen, was Immissionen an den zu berücksichtigenden
Punkten mit Wohnnutzung bereits merklich reduziert. Der Abstand der
Parkierungsfläche zur umgebenden Nutzung wird sodann im Norden,
Westen und Süden durch Strassen verbreitert und direkt zum Park-
platz ausgerichtete Fassaden von Gebäuden mit Wohnnutzung sind
nur im Norden und Nordosten vorhanden; im Westen steht ein Kauf-
haus und im Süden liegt das heutige offene Parkdeck des Parkhauses
H._. Die Hauptbeanspruchung des Parkplatzes mit häufigem Wech-
sel der Parkfelder wird sodann tagsüber gegeben sein (während der
Öffnungszeiten des Kaufhauses sowie der umliegenden Geschäfte).
Insgesamt kann deshalb auch während Phase 2 davon ausgegangen
werden, dass die Norm bzw. die Planungswerte eingehalten werden.
4.3.1.7 Auch im Rahmen der Beurteilung von nicht dem eigentli-
chen Parkierungsvorgang zuzuordnenden Sekundäremissionen ist
von Bedeutung, dass die umstrittene Nutzung auf einer grossen offe-
nen Fläche und in grösserer Distanz zu den (vorab in den Oberge-
schossen vorhandenen) umgebenden Wohnnutzungen stattfindet;
Gespräche in normaler Lautstärke auf dem Parkplatz führen dort zu
kaum mehr wahrnehmbaren Lärmimmissionen. Dies gilt erst recht für
die Gebäude an der O._strasse sowie südöstlich des Parkplatzes,
welche keine direkt auf den Parkplatz ausgerichteten Fassaden auf-
weisen. Für diese Gebäude, welche dem heutigen offenen Parkdeck
des Parkhauses H._ mit rund 120 Parkfeldern unmittelbar gegen-
über liegen, ist die örtliche Verschiebung der Parkierungsanlage viel-
mehr von Vorteil. Von allfälligen mit der Parkplatznutzung verbunde-
nen Sekundäremissionen neu betroffen sind hingegen das Wohnhaus
nordöstlich sowie insbesondere die Bebauung im Norden, welche bis
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 16/27
anhin vom bereits bestehenden offenen Parkdeck durch die zwischen-
zeitlich abgebrochenen Häuser auf den für die Zwischennutzung vor-
gesehenen Flächen abgeschirmt worden ist. Allerdings ist in diesem
Bereich eine Lärmvorbelastung durch die N._strasse gegeben und
bestanden bereits bisher etwa neun Parkplätze unmittelbar an der
Strasse. Von massgeblicher Bedeutung für die Beurteilung der Sekun-
däremmissionen ist sodann, dass die umstrittene Parkierungsanlage
nicht in erster Linie einem benachbarten Restaurant-
oder Barbetrieb dient – was erfahrungsgemäss insbesondere zur
Nachtzeit durchaus zu übermässigen Lärmimmissionen in der angren-
zenden Umgebung führen kann –, sondern hauptsächlich tagsüber
von Beschäftigten und Kunden der umliegenden Geschäfte und unter-
geordnet von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt werden wird.
Dass Gespräche auf dem Parkplatz, auch in der Nacht, länger dauern
und über normale Lautstärke hinausgehen, kann zwar nicht ausge-
schlossen werden, wird aber der Ausnahmefall sein. Im Weiteren kann
berücksichtigt werden, dass zumindest ein Teil des menschlichen
Lärms – insbesondere Gespräche von Autofahrerinnen und –fahrern
auf dem Weg zu ihrem Fahrzeug – im Quartier bereits bisher bzw.
auch dann anfällt, wenn das Auto unterirdisch geparkt ist, und dass es
zumindest in Phase 2 um eine Nutzung von Ersatzparkplätzen geht.
Der Parkplatz wie auch die umliegenden Gebäude liegen sodann nach
Art. 43 Abs. 1 Bst. b LSV i.V.m. Art. 32 des Einführungsgesetzes zur
eidgenössischen Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1) in einem
Gebiet der Lärmempfindlichkeitsstufe III, somit in einer Zone mit gerin-
ger Lärmempfindlichkeit; mässig störende Betriebe sind zu akzeptie-
ren (vgl. Art. 43 Abs. 1 Bst. c LSV). Insgesamt kann gestützt auf die
Angaben im Baugesuch und die vorstehenden Erwägungen davon
ausgegangen werden, dass die Nutzung des umstrittenen Parkplatzes
auch zu keinen mehr als geringfügigen Belästigungen durch mensch-
lichen Lärm führen wird.
4.3.1.8 Auch bei Einhaltung der massgeblichen Grenzwerte sind
wie erwähnt in Nachachtung des Vorsorgeprinzips Immissionen an der
Quelle zu beschränken, soweit dies technisch und betrieblich möglich
und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 1 USG). Im Amtsbericht vom
29. Juni 2020 empfiehlt das AFU deshalb, soweit die vom Parkplatz
ausgehenden Emissionen nicht nur aus Verkehrslärm, sondern unter
anderem auch aus menschlichem Lärm beim Ein- und Aussteigen be-
stehen, die Parkierungsanlage so zu gestalten, dass die Parkplätze
mit häufigem Wechsel in der Nacht möglichst weit weg von den näch-
sten Wohnnutzungen angeordnet werden. Die Parkplätze mit häufi-
gem Wechsel sollten aus diesem Grund im südwestlichen und südli-
chen Teil des Parkplatzes vorgesehen werden. Werden die Parkplätze
lärmoptimiert angeordnet, so könne umso mehr von einer Einhaltung
der Planungswerte ausgegangen werden.
Die Baubewilligung kann nach Art. 147 PBG mit Auflagen und Bedin-
gungen versehen werden, soweit diese zur Sicherstellung der Über-
einstimmung des Bauvorhabens mit den massgebenden Vorschriften
und Plänen erforderlich sind. Entsprechend der bisherigen Praxis zu
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 17/27
Art. 87 Abs. 2 BauG wird jedoch vorausgesetzt, dass nur Hindernisse
von untergeordneter Bedeutung beseitigt werden (vgl. u.a. VerwGE
B 2018/246 vom 8. Juli 2019 Erw. 4.1. m.w.H.; B. HEER, St.Gallisches
Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 869; ST. STAUB, in: Bereu-
ter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des
Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 147 N 1, 4 f.). Vorliegend erscheint
die Vorgabe, Parkplätze mit häufigem Wechsel in der Nacht nach Mög-
lichkeit im südwestlichen und südlichen Teil des Parkplatzes anzuord-
nen bzw. den nördlichen Bereich (d.h. Grundstück Nr. 003) nur so weit
für die Parkierung freizugeben als dies aufgrund der Nachfrage bzw.
des Fortschritts der Parkhaus-Sanierung erforderlich ist, sowohl sinn-
voll als auch umsetzbar und wirtschaftlich tragbar. Es rechtfertigt sich
deshalb, die erteilte Baubewilligung mit einer entsprechenden Auflage
zu verbinden, was zulässig ist, nachdem auch ohne eine solche von
der Einhaltung der lärmschutzrechtlichen Anforderungen ausgegan-
gen werden kann und die zusätzliche Anordnung insoweit von unter-
geordneter Bedeutung ist.
4.3.1.9 Zusammenfassend kann in Bezug auf die lärmrechtlichen
Rügen der Rekurrentin festgehalten werden, dass nach heutigem
Kenntnisstand eine Überschreitung der Belastungsgrenzwerte wie
auch eine übermässige Lärmbelästigung durch Sekundäremissionen
ausgeschlossen werden kann. Den Ausführungen des AFU im Amts-
bericht folgend, wonach praxisgemäss auf die Einreichung von Lärm-
schutz-Nachweisen verzichtet werden kann, wenn wie vorliegend –
unter anderem gestützt auf die Grösse des Vorhabens – davon aus-
gegangen werden kann, dass die Anforderungen der LSV deutlich er-
füllt werden, durfte – wenn auch mit anderer Begründung als seitens
der Rekursgegnerin – von der Einreichung eines Lärmgutachtens ab-
gesehen werden. In Nachachtung des Vorsorgeprinzips wird die Bau-
bewilligung jedoch mit einer Auflage ergänzt. Im Weiteren kann allge-
mein darauf hingewiesen werden, dass die Bewilligung unter dem im-
pliziten Vorbehalt einer späteren Ergänzung der baulichen wie betrieb-
lichen Massnahmen zur Emissionsbegrenzung steht, sofern sich die
vorgenommene Lärmeinschätzung nach Aufnahme der Parkplatznut-
zung nicht bestätigen sollte (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
1C_498/2019 vom 21. Oktober 2020 Erw. 4.2, mit Verweis auf
1C_63/2019 vom 29. Januar 2020 Erw. 5.2; VerwGE B 2009/71 und
72 vom 18. März 2010 Erw. 5.3, mit Verweis auf R. WOLF, Kommentar
zum Umweltschutzgesetz, Zürich 2000, Art. 25 N 44).
4.3.2 In Bezug auf die NO2-Belastung äussert sich das Baugesuch
nicht, was nach Auffassung der Rekurrentin bereits zu mangelnder Be-
willigungsfähigkeit führt. Auf die nach Art. 12 der eidgenössischen
Luftreinhalte-Verordnung (SR 814.318.142.1; abgekürzt LRV) vorge-
schriebene Emissionserklärung könne nicht verzichtet werden; bei den
entsprechenden Ausführungen im Amtsbericht des AFU vom 29. Juni
2020 handle es sich um eine unzulässige Mutmassung. Auch sei
Art. 18 LRV verletzt.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 18/27
Die Rekursgegnerin hält in ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2020
fest, dass zum einen die von der Rekurrentin angeführten Art. 13 und
14 USG die Immissionsgrenzwerte betreffen würden, welche bei
einem Parkplatz offensichtlich keine Rolle spielten. Zum andern
handle es sich vorliegend um ein Baugesuch für einen provisorischen
Parkplatz, der keinen oder nur wenig Mehrverkehr gegenüber dem
heutigen Zustand generiere. Folgte man der Argumentation der Re-
kurrentin, so dürften im gesamten Gebiet von Z._ weder Neubauten
erstellt noch andere Anlagen, welche Mehrverkehr zur Folge hätten,
erweitert werden.
4.3.2.1 Art. 11 USG gilt auch im Bereich der Luftreinhaltung. Steht
fest oder ist zu erwarten, dass die Einwirkungen unter Berücksichti-
gung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden,
so sind in einem zweiten Schritt nach Art. 11 Abs. 3 USG die Emissi-
onsbeschränkungen zu verschärfen. Neue stationäre Anlagen im Sinn
von Art. 2 LRV, wie sie der vorliegend umstrittene Parkplatz darstellt,
müssen so ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die in den An-
hängen 1 bis 4 der LRV festgelegten Emissionsbegrenzungen einhal-
ten. Sodann muss, wer eine Anlage betreibt oder errichten will, der
Behörde nach Art. 12 LRV eine Emissionserklärung abgeben. Zudem
kann die Behörde vom Inhaber eine Immissionsprognose verlangen,
bevor eine stationäre Anlage, aus der erhebliche Emissionen zu er-
warten sind, errichtet wird (Art. 28 LRV). Sowohl auf eine Emissions-
erklärung als auch eine Immissionsprognose kann nach der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung jedoch verzichtet werden, wenn vom
geplanten Bauvorhaben nur geringfügige Emissionen zu erwarten sind
(vgl. BGE 119 Ib 480; Urteil des Bundesgerichtes 1C_39/2017 vom
13. November 2017 Erw. 4.3).
4.3.2.2 Vorliegend sollen in Phase 2 bestehende Parkplätze er-
setzt und nur in Phase 1 höchstens 80 zusätzliche Parkplätze dauer-
vermietet werden. Die daraus fliessenden Emissionen können, wie
auch das AFU im Amtsbericht vom 29. Juni 2020 feststellte, nicht als
erheblich bezeichnet werden (vgl. auch das Urteil des Bundesgerich-
tes 1C_221/2007 vom 3. März 2008 Erw. 6.2 f. [in URP 5/2012
S. 445 f.], in welchem die Emissionen einer Tiefgarage mit 202 Park-
plätzen als weit unterhalb des Niveaus von Projekten beurteilt wurden,
bei welchen eine Emissionserklärung oder eine Immissionsprognose
verlangt werden müsste). Folglich sind weder eine Emissionserklärung
noch eine Immissionsprognose erforderlich; das Baugesuch erweist
sich insoweit als vollständig. Die Rekurrentin verweist jedoch überdies
auf die unbestrittenermassen insbesondere im Zentrum von Z._
festgestellten und zum Teil massiven Überschreitungen des NO2-
Jahresmittelgrenzwerts (vgl. auch die Ausführungen im Amtsbericht
des AFU vom 29. Juni 2020), zu welchen auch eine nur geringfügige
Emission des vorliegenden Bauvorhabens beitragen würde. Allerdings
steht auch dies einer Baubewilligung nicht entgegen. Vielmehr ist dies-
falls auf den nach Art. 31 Abs. 1 LRV zu erstellenden Massnahmen-
plan zu verweisen, der angibt, wie in Gebieten mit übermässigen Im-
missionen die umweltschutzrechtlichen Ziele erreicht werden sollen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 19/27
Wird dafür eine Einschränkung der Bautätigkeit oder Nutzung ange-
strebt, so muss grundsätzlich die Bau- und Zonenordnung angepasst
werden. Andernfalls können jedenfalls zonenkonforme Bauprojekte,
von denen durchschnittliche Einwirkungen ausgehen, nicht unter Hin-
weis auf eine übermässige Gesamtbelastung der Luft abgelehnt wer-
den (BGE 118 IB 26 Erw. 5.e). Wie das AFU festhält, sind auch in
diesen Fällen jedoch die im Massnahmenplan vorgesehenen Mass-
nahmen umzusetzen, wozu vorliegend unter anderem die Bewirtschaf-
tung privater Parkplätze gehört (vgl. Massnahme Vn 22 Ziff. 3, Nach-
führung des Massnahmenplans Luftreinhaltung 1997, einsehbar unter:
https://www.sg.ch/umwelt-natur/umwelt/luft/luftreinhaltung). Entspre-
chend verpflichtet Ziff. C.9 der angefochtenen Baubewilligung vom
13. Januar 2020 die Rekursgegnerin, die Parkplatzgebühren gleich zu
gestalten wie auf dem angrenzenden Parkplatz H_. Inwieweit sich
diese Anordnung, wie die Rekurrentin in der Replik vom 24. August
2020 geltend macht, nicht mit Ziff. C.13 der Baubewilligung vereinba-
ren lassen soll, wonach die Benützung des provisorischen Parkplatzes
durch die Öffentlichkeit nur während der Ertüchtigung des Parkhauses
H._ zugelassen ist und ansonsten Dauermieter zu berücksichtigen
sind, ist nicht ersichtlich.
4.3.3 Das Baugesuch erweist sich nach dem Gesagten auch in Bezug
auf die Vorschriften der Luftreinhaltung als vollständig und bewilligbar
und die entsprechende Rüge der Rekurrentin als unbegründet.
4.4 Die Rekurrentin rügt schliesslich, die Rekursgegnerin habe nicht
nachgewiesen, inwiefern durch die zusätzliche Erstellung von Park-
plätzen den einschlägigen Vorschriften von Art. 69 f. PBG, des Park-
platzbedarfs-Reglements vom 7. Mai 2010 und den relevanten Vor-
schriften des Überbauungsplans G._ vom 28. Januar 1988 entspro-
chen werde. Die Vorinstanz habe folglich Art. 146 PBG und Art. 21 der
Verordnung zum Planungs- und Baugesetz (sGS 731.11) verletzt, in-
dem sie nicht geprüft habe, ob im öffentlichen Recht begründete Hin-
dernisse einer Bewilligungserteilung entgegenstünden.
Aus dem blossen Umstand, dass in den Erwägungen der Baubewilli-
gung keine entsprechenden Ausführungen enthalten sind, kann nicht
einfach auf eine unterlassene Prüfung geschlossen werden. Die Re-
kurrentin begründet denn auch ihre Rüge nicht weiter. Die Art. 69 f.
PBG sind aber ohnehin auf das vorliegende Bauvorhaben nicht an-
wendbar (vgl. Erw. 2). Die von der Zwischennutzung betroffenen
Grundstücke liegen sodann ausserhalb des Überbauungsplan-Peri-
meters. Soweit auf sie eingetreten werden kann, ist die Rüge der Re-
kurrentin abzuweisen.
4.5 Zusammenfassend erweist sich das Baugesuch nach dem Ge-
sagten als vollständig und beurteilbar und der Rekurs, soweit auf ihn
eingetreten werden kann, in den entsprechenden Punkten als unbe-
gründet.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 20/27
5.
Die Rekurrentin weist im Weiteren darauf hin, dass mit dem Überbau-
ungsplan wie auch mit dem neu aufgelegten Sondernutzungsplan
J._ eine gemeinschaftliche Parkierungslösung, d.h. eine Zusam-
menführung des Parkhauses H._ mit der im Zusammenhang mit der
Überbauung J._ vorgesehenen neuen Einstellhalle, angestrebt
werde. Entsprechend hänge die vorliegend umstrittene Zwischennut-
zung direkt mit dem Überbauungsplan- bzw. Sondernutzungsplanver-
fahren und den Baugesuchen und damit auch mit der Sanierung des
Parkhauses H._ zusammen. Für die Erstellung der Überbauung
J._ sei vorgängig das Parkhaus zu sanieren bzw. zu erweitern und
hierfür wiederum eine zumindest partielle Schliessung notwendig, was
dazu führe, dass anderweitig Ersatzparkplätze angeboten werden
müssten. Mit der vorliegend umstrittenen "Zwischennutzung" werde
augenscheinlich und unzulässigerweise bereits die Umsetzung des
noch nicht rechtskräftigen Projekts Überbauung J._ präjudiziert.
Das vorliegende Verfahren bilde eine Voraussetzung für das Baupro-
jekt J._, und es seien überdies Verfügungen verschiedener Behör-
den unter anderem für Verkehrsanordnungen erforderlich. Die ent-
sprechenden Verfahren seien deshalb gemäss Art. 25a RPG zu koor-
dinieren.
5.1 Art. 25a RPG verlangt eine ausreichende Koordination, wenn
die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügun-
gen mehrerer Behörden erfordert (Abs. 1). Die für die Koordination
verantwortliche Behörde kann die erforderlichen verfahrensleitenden
Anordnungen treffen (Abs. 2 Bst. a), sorgt für eine gemeinsame öffent-
liche Auflage aller Gesuchsunterlagen (Abs. 2 Bst. b), holt von allen
beteiligten kantonalen und eidgenössischen Behörden umfassende
Stellungnahmen zum Vorhaben ein (Abs. 2 Bst. c) und sorgt für eine
inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gemeinsame oder
gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen (Abs. 2 Bst. d). Die Verfügun-
gen dürfen keine Widersprüche enthalten (Abs. 3). Die Koordinations-
pflicht gilt indessen nicht unbeschränkt. Sie kann nur so weit reichen,
als tatsächlich ein Koordinationsbedürfnis besteht. Ein Bedürfnis ist
grundsätzlich dann nachgewiesen, wenn ein Bauvorhaben ausser der
eigentlichen Baubewilligung noch weitere Bewilligungen, Konzessio-
nen, Zustimmungen oder Genehmigungen benötigt. Kann ein Projekt
hingegen allein aufgrund einer Baubewilligung ausgeführt werden, so
besteht kein Koordinationsbedarf, selbst wenn gleichzeitig noch wei-
tere Massnahmen getroffen werden sollen, die eigene Bewilligungen
erfordern. Allein der Umstand, dass verschiedene Verfahren ein und
dieselbe Anlage betreffen, genügt für sich allein jedenfalls noch nicht
für die Bejahung der Koordinationspflicht (WALDMANN/HÄNNI, Hand-
kommentar RPG, Bern 2006, Art. 25a N 25; A. MARTI, in: Aemiseg-
ger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewil-
ligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 25a
N 21 ff.).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 21/27
5.2 Die Vorinstanz bestreitet im angefochtenen Entscheid und in der
Vernehmlassung vom 3. April 2020 den seitens der Rekurrentin gel-
tend gemachten Koordinationsbedarf. Der vorliegend umstrittene
Parkplatz stehe zwar durchaus in Zusammenhang mit der geplanten
Überbauung J._, sei aber ein eigenständiges, in sich abgeschlosse-
nes Projekt, das auch unabhängig der Überbauung bewilligt und reali-
siert werden könne. Soweit für den Erlass dieser Baubewilligung, na-
mentlich aus verkehrstechnischen Überlegungen, die Einholung meh-
rerer Bewilligungen notwendig gewesen sei, sei der gebotenen Koor-
dination durch Einholung der Bewilligung der Kantonspolizei, des TBA
und des AFU nachgekommen worden. Auch die Rekursgegnerin ver-
neint einen Koordinationsbedarf. Bei der umstrittenen Zwischennut-
zung handle es sich um ein eigenständiges Baugesuch, das in keinem
direkten Zusammenhang mit dem Sondernutzungsplanverfahren
J._ stehe, sondern einzig und allein dem Ersatz der durch die Sa-
nierung des Parkhauses wegfallenden Parkplätze diene. Die Sanie-
rung wiederum sei aus Sicherheits- und brandschutztechnischen
Gründen erforderlich.
5.3 Die drei genannten Vorhaben – Zwischennutzung, Parkhaus-
Sanierung und Überbauung J._ – sind in tatsächlicher Hinsicht in-
sofern miteinander verbunden, als sie zumindest teilweise dieselben
Grundstücke belegen, was insbesondere ihre zeitliche Abfolge beein-
flusst. Im Weiteren soll das (dannzumal allenfalls bereits sanierte)
Parkhaus H._ in eine spätere Parkierungsregelung im Rahmen der
geplanten Überbauung J._ miteinbezogen und soll mit der umstrit-
tenen Zwischennutzung wiederum (unter anderem) während der allfäl-
ligen Sanierung des Parkhauses Ersatz für wegfallende Parkpätze ge-
währleistet werden. Eine Verbindung, welche die Bewilligungsfähigkeit
der Zwischennutzung zwingend von der Mitberücksichtigung der bei-
den anderen Vorhaben abhängig machen würde, ergibt sich aus die-
sen Zusammenhängen jedoch nicht. So ist beispielsweise nicht
massgeblich, ob unter Umständen aufgrund der Realisierung der
Überbauung J._ auf den für die Zwischennutzung vorgesehenen
Grundstücken die Zwischennutzung gar nicht wie vorgesehen aufge-
nommen werden kann; eine für die Zwischennutzung bereits erteilte
Bewilligung würde diesfalls einfach ungenutzt auslaufen. Umgekehrt
endet die Zwischennutzung mit Abschluss der Sanierung des Park-
hauses bzw. – vorbehältlich einer ausdrücklichen Verlängerung – spä-
testens mit Ablauf der dreijährigen Bewilligungsdauer; dies auch dann,
wenn das Überbauungsprojekt J._ noch nicht realisiert sein sollte.
Die Sanierung des Parkhauses wiederum wirkt sich insofern auf die
beantragte Zwischennutzung aus, als sie während deren dreijähriger
Gültigkeitsdauer den Zeitpunkt für den Wechsel der Nutzung von
Phase 1 zu Phase 2 sowie das Ende von Phase 2 vorgibt; wird jedoch
gar nicht saniert oder nicht innerhalb der drei Jahre, so bleibt es wäh-
rend der Gültigkeitsdauer der Bewilligung einfach bei Phase 1. Ent-
sprechend ist für die Bewilligung der umstrittenen Zwischennutzung
das Vorliegen eines Sanierungsprogramms für das Parkhaus H._ –
und entsprechend dessen Edition im vorliegenden Verfahren – nicht
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 22/27
notwendig (vgl. auch vorstehend Erw. 4.1.4). Auch die Parkhaus-Sa-
nierung kann im Übrigen unabhängig der künftigen Überbauung J._
sowohl beurteilt wie auch realisiert werden, was sich die Rekursgeg-
nerin denn auch, unter Verweis auf Sicherheitsüberlegungen (schlech-
ter baulicher Zustand des Parkhauses, Gewährleistung der Erdbeben-
sicherheit), zu Recht vorbehält (vgl. Vernehmlassung vom 23. März
2020). Soweit schliesslich bezogen auf das vorliegend umstrittene
Bauvorhaben Bewilligungen und Stellungnahmen verschiedener Stel-
len notwendig waren, hat die Vorinstanz diese eingeholt und koordi-
niert. Die Rüge der Verletzung des Koordinationsgebots nach Art. 25a
RPG ist folglich unbegründet.
6.
Die Rekurrentin beanstandet schliesslich, dass es sich bei der ange-
fochtenen Baubewilligung – obschon eine Zwischennutzung beantragt
und diese vorläufig auf drei Jahre befristet worden sei – de facto um
eine unbefristete Bewilligung handle, was sich bereits aus der Formu-
lierung von Ziff. C.2 der Baubewilligung ergebe.
Das vorliegende Baugesuch richtet sich gemäss Baubeschrieb aus-
drücklich auf eine "Zwischennutzung" und enthält insofern bereits eine
zeitliche Befristung, als um Bewilligung einer Nutzung "während der
Ertüchtigung des Parkhauses H._" ersucht wird. Wie vorstehend
ausgeführt (vgl. Erw. 4.1.4), fehlt eine solche Befristung jedoch für die
zusätzlich beantragte vorgängige Nutzung von 80 Parkplätzen für
Dauermieter. Allerdings hat die Vorinstanz, im Einklang mit der stras-
senpolizeilichen Bewilligung vom 28. Juni 2019, die Baubewilligung
insgesamt ausdrücklich auf drei Jahre befristet (Ziff. C.2. der Baube-
willigung). Eine Verlängerung auf Gesuch hin bleibt zwar vorbehalten;
über eine Verlängerung wäre im gegebenen Zeitpunkt aber jedenfalls
neu und gestützt auf die dannzumalige Sach- und Rechtslage zu ent-
scheiden (vgl. CHR. MÄDER, Das Baubewilligungsverfahren, Diss. Zü-
rich, Zürich 1991, N 493); dies unabhängig davon, ob das entspre-
chende Gesuch noch vor oder nach Ablauf der ursprünglichen Gel-
tungsdauer eingereicht würde). Entsprechend beeinflusst denn auch
die von der Rekurrentin gerügte Formulierung in Ziff. C.2. der Bewilli-
gung, es sei "nach Ablauf der Befristung frühzeitig ein Verlängerungs-
gesuch einzureichen", weder die befristete Gültigkeitsdauer noch die
Voraussetzungen für eine Verlängerung; bei der Formulierung dürfte
es sich ohnehin um einen Verschrieb handeln ("nach" statt "vor").
7.
In materieller Hinsicht bezieht sich die Rekurrentin auf den Parkplatz-
bedarf, die Einhaltung der bundesrechtlichen Umweltschutzvorschrif-
ten und die Befristung der Baubewilligung.
7.1 Die Rekurrentin bestreitet in Bezug auf den Parkplatzbedarf vor-
sorglich die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften von Art. 69 f.
PBG, des Parkplatzbedarfs-Reglements vom 7. Mai 2010 und der re-
levanten Vorschriften des Überbauungsplans G._ vom 28. Januar
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 23/27
1988, ohne dazu weitere Ausführungen zu machen. Wie bereits aus-
geführt (Erw. 4.4) sind weder die Vorschriften des Überbauungsplans
noch die Art. 69 f. PBG auf das vorliegend umstrittene Baugesuch an-
wendbar. Die Rügen der Rekurrentin sind folglich abzuweisen, soweit
mangels Substantiierung überhaupt darauf eingetreten werden kann.
7.2 Auch die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften der bundes-
rechtlichen Umweltschutzgesetzgebung – namentlich des USG, der
LRV und der LSV – wird in der Rekursergänzung nur vorsorglich und
ohne weitere Ausführungen bestritten. Soweit sich die Rekurrentin in
der Replik vom 24. August 2020 zusätzlich in materieller Hinsicht zu
den Ausführungen des TBA und des AFU in den jeweiligen Amtsbe-
richten äussert, wird auf die vorstehenden Erwägungen (Erw. 4.3.1 ff.,
und 4.3.2 f.) verwiesen.
7.3 Die Rekurrentin wendet sodann gegen die befristete Baubewilli-
gung ein, dass für diese als Ausnahmefall die notwendigen Vorausset-
zungen nicht gegeben seien. Eine Zwischennutzung sei zu bewilligen,
wenn sie den Bauvorschriften entspreche und in gleicher Weise als
dauerhafte Lösung bewilligungsfähig wäre. Die Rekursgegnerin liege
jedoch falsch mit ihrer (in der im erstinstanzlichen Verfahren einge-
reichten Stellungnahme vom 12. April 2019 geäusserten) Auffassung,
dass eine zeitliche Begrenzung einer Zwischennutzung dann möglich
sei, wenn Bauvorschriften nicht eingehalten würden und die Erteilung
einer Ausnahmebewilligung zu prüfen sei. Gleiches gelte für die Be-
hauptung, dass je kürzer der Zeitraum der beantragten Zwischennut-
zung ausfalle, desto weitgehendere Ausnahmebewilligungen erteilt
werden könnten. Vielmehr seien Ausnahmen nach Art. 108 PBG nur
bei besonderen Umständen möglich und soweit keine öffentlichen
oder nachbarlichen Interessen verletzt würden. Vorliegend seien sol-
che Verhältnisse nicht gegeben. Die Rekursgegnerin mache auch
keine Unmöglichkeit oder Unzumutbarkeit einer rechtmässigen Bau-
bewilligung geltend. Sie gestehe aber in Ziff. 2 ihrer Stellungnahme
vom 12. April 2019 indirekt selbst ein, dass die Bauvorschriften nicht
eingehalten würden, andernfalls sie gar keine befristete Zwischennut-
zung hätte beantragen müssen. Es sei aber gerade nicht im Sinn des
Gesetzgebers, auf dem Weg befristeter Bewilligungen von Zwischen-
nutzungen ein quasi erleichtertes Baubewilligungsverfahren anzubie-
ten, bei welchem die erforderlichen Nachweise schon gar nicht erst
beizubringen seien.
7.3.1 Eine Baubewilligung wird erteilt, wenn keine im öffentlichen
Recht begründeten Hindernisse vorliegen (Art. 146 PBG). Sie kann mit
Auflagen und Bedingungen versehen werden, soweit diese zur Sicher-
stellung der Übereinstimmung des Bauvorhabens mit den massgeben-
den Vorschriften und Plänen erforderlich sind (Art. 147 Abs. 1 PBG).
Auflagen und Bedingungen gehören zu den Nebenbestimmungen, zu
welchen regelmässig auch die Befristung gezählt wird (vgl. z.B.
STALDER/TSCHIRKY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnheer [Hrsg.],
Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016,
N 2.40; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 24/27
Zürich/St.Gallen 2020, 8. Aufl., N 906, 908; MÄDER, a.a.O., N 498). In
Verbindung mit einer Bewilligung dienen Nebenbestimmungen dem
Verhältnismässigkeitsprinzip, dies insbesondere dann, wenn eine Be-
willigung andernfalls verweigert werden müsste. Dabei gilt grundsätz-
lich auch für Nebenbestimmungen das Gesetzmässigkeitsprinzip nach
Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101). Fehlt allerdings eine
ausdrückliche gesetzliche Grundlage, so kann sich die Zulässigkeit
von Nebenbestimmungen auch aus dem mit dem Gesetz verfolgten
Zweck bzw. aus einem mit der Hauptanordnung zusammenhängen-
den öffentlichen Interesse ergeben (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
a.a.O., N 906 f., 926; STALDER/TSCHIRKY, a.a.O., N 2.36. 5.57 f.).
7.3.2 Der Rekurrentin ist insofern beizustimmen, als es nicht im Sinn
des Gesetzgebers liegt, auf dem Weg befristeter Bewilligungen von
Zwischennutzungen ein quasi erleichtertes Baubewilligungsverfahren
anzubieten. Auch befristete Nutzungen haben den massgeblichen
Vorschriften zu entsprechen und sind grundsätzlich bewilligungsfähig,
wenn sie auch unbefristet zugelassen werden könnten. Entsprechend
kann von einer Befristung nicht einfach auf das Vorliegen einer Aus-
nahmebewilligung nach Art. 108 PBG geschlossen werden. Auch vor-
liegend handelt es sich, worauf auch die Vorinstanz in der Vernehm-
lassung vom 3. April 2020 verweist, bei der angefochtenen Baubewil-
ligung durchaus um eine ordentliche und keine Ausnahmebewilligung.
Wie bereits ausgeführt sind keine Gründe ersichtlich, welche die be-
antragte Zwischennutzung als nicht bewilligungsfähig erscheinen lies-
sen. Mit der Befristung wird denn auch kein Mangel geheilt, aufgrund
dessen das Bauvorhaben als rechtswidrig zu qualifizieren wäre (was
wiederum das Ziel einer Auflage oder einer Bedingung wäre, während
Ausnahmebewilligungen die Erstellung einer Baute oder Anlage oder
deren Nutzung trotz eines weiterbestehenden Mangels erlauben); die
Befristung liegt vorliegend vielmehr im Umstand begründet, dass in
absehbarer Zeit tatsächliche Veränderungen bzw. Ergebnisse der lau-
fenden Verkehrsplanung zu erwarten sind. So geht die Befristung zu-
rück auf die seitens TBA bereits in der ersten Prüfung des Baugesuchs
geäusserten Bedenken wegen der unbegrenzten Nutzungsdauer des
Parkplatzes und die demzufolge erhobene Forderung, das Bauvorha-
ben sei zeitlich und technisch auf das Kantonsstrassenprojekt M._
abzustimmen. Die gestützt auf Art. 63 StrG ausgestellte strassenpoli-
zeiliche Bewilligung vom 28. Juni 2019 wurde deshalb auf drei Jahre
befristet und die Möglichkeit einer Verlängerung zwar zugestanden,
aber ausdrücklich unter den Vorbehalt der Abstimmung mit dem Kan-
tonsstrassenprojekt gestellt. In Ziff. C.2. wurde eine entsprechende
Befristung schliesslich auch in die angefochtene Baubewilligung vom
13. Januar 2020 aufgenommen.
Die als provisorischer Parkplatz vorgesehene Fläche liegt im Zentrum
von Z._ und angrenzend an die stark befahrene Kantonsstrasse
N._strasse sowie nahe an den Kantonsstrassen Q._- und
R._strasse und am heute schon überlasteten Knoten X._. An der
heutigen Verkehrsführung soll sich mit dem Parkplatz nichts ändern
(vgl. auch die Vernehmlassung der Rekursgegnerin vom 20. März
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 25/27
2020). Wie das TBA im Amtsbericht vom 27. Mai 2020 festhält, ist in
dieser Hinsicht relevant, dass ein wesentlicher Anteil der Abfahrten
über die S._strasse auf die heute stark belastete R._strasse füh-
ren könnte. Das TBA erwartet aufgrund des Mehrverkehrs, der durch
die Nutzung der 80 zusätzlichen Parkplätze (während Phase 1) gene-
riert werden dürfte, zwar keine dauerhafte Verkehrsüberlastung im
Zentrum von Z._; es ist jedoch unbestritten, dass die Belastung ins-
besondere (auch) des Kantonsstrassennetzes in diesem Gebiet sehr
hoch ist und nach Entlastungsmöglichkeiten gesucht wird. Unter an-
derem haben Kanton und Z._ bezüglich der sich stellenden ver-
kehrsplanerischen und strassenbautechnischen Fragen das Projekt
L._ erarbeitet, auf welches sich das TBA in der zum vorliegend um-
strittenen Baugesuch ergangenen strassenpolizeilichen Bewilligung
vom 28. Juni 2019 bezieht. Mit der Befristung der im Übrigen grund-
sätzlich bewilligungsfähigen Parkplatznutzung sollte auf die beste-
hende Verkehrssituation und insbesondere auf die laufende kantonale
Strassenplanung Rücksicht genommen werden. Die Befristung der
strassenpolizeilichen Bewilligung bzw. der Baubewilligung als solcher
lag folglich im öffentlichen Interesse und erlaubt für den Fall, dass um
Verlängerung ersucht werden sollte, nach Ablauf der drei Jahre eine
neue Einschätzung und Prüfung der verkehrlichen Situation unter Be-
rücksichtigung auch des dannzumaligen Stands der (kantonalen) Ver-
kehrsplanung. In diesem Sinn ist auch die Aussage im Amtsbericht
des TBA zu verstehen, wonach die Befristung der Bewilligung auf drei
Jahre ein mitentscheidender Umstand in der Beurteilung des Bauvor-
habens darstellt, der zu erwartende Mehrverkehr jedenfalls für die be-
fristete Dauer als tragbar beurteilt und zumindest zum heutigen Zeit-
punkt auf ein verkehrstechnisches Gutachten verzichtet werden kann.
Das erwähnte Projekt L._ wurde nun zwischenzeitlich von der Bür-
gerschaft von Z._ zwar verworfen. Dies ändert jedoch nichts an der
bereits bestehenden Überlastung der Kantonsstrassen und dem ent-
sprechend erkannten Handlungsbedarf; das öffentliche Interesse an
der Befristung ist denn auch nach wie vor zu bejahen, und die Erteilung
einer befristeten Baubewilligung im vorliegenden konkreten Einzelfall
erscheint sowohl begründet als auch verhältnismässig. Im Übrigen ist
die Befristung seitens der Rekursgegnerin nicht in Frage gestellt wor-
den.
7.3.3 Die Rüge, es seien die Voraussetzungen der Ausnahmebewilli-
gung nach Art. 108 PBG weder geprüft worden noch erfüllt, erweist
sich nach dem Gesagten als unbegründet.
8.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die beantragte Zwischennutzung
zu Recht befristet bewilligt wurde und der Rekurs sich als unbegründet
erweist und abgewiesen wird, soweit auf ihn eingetreten werden kann.
Mit Blick auf das umweltrechtliche Vorsorgeprinzip wird die Bewilli-
gung mit einer die tatsächliche Nutzungsanordnung präzisierenden
Auflage ergänzt.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 26/27
9.
9.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Die Ergänzung der Baubewilligung mit der Auflage ist von
untergeordneter Bedeutung und für die Kostenverteilung nicht rele-
vant. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen
Kosten der Rekurrentin zu überbinden.
9.2 Der von der Rekurrentin am 17. Februar 2020 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1'800.– ist anzurechnen.
10.
Rekurrentin und Rekursgegnerin stellen ein Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten.
10.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
10.2 Die Rekursgegnerin obsiegt mit ihren Anträgen. Da das Verfah-
ren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche
Entschädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der
Honorarordnung (sGS 963.75) ermessensweise auf Fr. 2'750.– fest-
zulegen; sie ist von der Rekurrentin zu bezahlen.
Weil die zu entschädigende Rekursgegnerin selber mehrwertsteuer-
pflichtig ist, kann sie die der Honorarrechnung ihrer Rechtsvertretung
belastete Mehrwertsteuer von ihrer eigenen Steuerschuld abziehen,
ohne dass ihr dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Daher muss die
Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädi-
gung nicht zusätzlich berücksichtigt werden (R. HIRT, Die Regelung
der Kosten nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, La-
chen/St.Gallen 2004, S. 194).
10.3 Da die Rekurrentin mit ihren Anträgen unterliegt, hat sie von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 15/2021), Seite 27/27