# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4f0e59ec-32ef-469f-b80e-0a88db228056
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

der Erwägungen zur nochmaligen Abklärung des Sachverhalts und zur
Fällung eines neuen Entscheids. Mit der Beschwerde reichte die
Beschwerdeführerin zwei E-Mails des von der Rechtsschutzversicherung
beratend beigezogenen Dr. H._ vom 25. April 2017 und 18. Juli 2017
ein. Zunächst rügte die Beschwerdeführerin, irrelevant sei, dass der
Hausarzt ab 2. Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigte
und die Behandlung abschloss. Denn die Behandlung sei nur deswegen
abgeschlossen worden, weil der Hausarzt Ende 2016 seine Tätigkeit
beendet und die Praxis einer Nachfolgerin übergeben hat. Sie machte
darauf aufmerksam, dass der Hausarzt selbst die Weiterbehandlung durch
die Chiropraktorin erwähnt hat und der 2. Dezember 2016 mit der
Beendigung des Arbeitsverhältnisses zusammenfällt, so dass die
Beschwerdeführerin gegenüber der Arbeitgeberin keine weiteren
Arbeitszeugnisse mehr benötigt habe. Ebenso wenig Gewicht habe das
reine Aktengutachten des Vertrauensarztes Dr. med. G._, der seine
Einschätzung auf einer sehr dürftigen Aktengrundlage gefällt habe und
diese nicht weiter begründen könne. Die Aktenberichte des
Vertrauensarztes seien nicht beweiswertig, zumal sich dieser nur auf die
HWS-Problematik beziehe und die Frakturen im Bereiche der BWS ausser
Betrachtung lasse. Wesentlich gewichtiger sei die gegenteilige Beurteilung
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der erfahrenen Chiropraktorin, Dr. D._, die die Beschwerdeführerin
seit längerem behandelt und die im aktenkundigen Schreiben vom 28.
August 2017 nachvollziehbar begründet habe, weshalb die Annahme eines
Staus quo sine nur rund drei Monate nach dem Unfall falsch sei. Zum
gleichen Ergebnis komme Dr. H._. Gemäss seiner E-Mail vom 25.
April 2017 habe der Radiologe eindeutige Zeichen einer frischen Fraktur im
Bereiche BWK 1 (mit Frakturlinie, minimaler Stauchung und leichtem
Knochenmarksödem) und weitere Hinweise auf Prellungen durch ein
Knochenmarksödem im HWK 5 beschrieben. Die Fraktur-Verletzung vom
BWK 1 und möglicherweise auch vom HWK 1 sei aufgrund der Befunde
überwiegend wahrscheinlich auf das Sturzereignis vom 29. August 2016
zurückzuführen. Unklar sei, ob die Frakturabheilung von der
Unfallversicherung nachgewiesen werden könne durch eine radiologische
Kontrolle und unklar bleibe auch, ob es zu einer fortgesetzten Fehlstellung
im Bereiche vom BWK 1 als Unfallfolge gekommen sei. In einem weiteren
E-Mail vom 18. Juli 2017 kann Dr. H._ die Auffassung der
Beschwerdegegnerin nach wie vor nicht nachvollziehen: Es liege eine
Fraktur vor mit einer anatomischen Veränderung des Wirbelkörpers; das
Ausmass der "Zusammenpressung" am Ende der Abheilung der
Wirbelfraktur sei von der Versicherung nicht abgeklärt worden. Es liege
eine Fraktur-Verletzung vor und die Aussage, es sei nur zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung eines krankhaften Vorzustandes
gekommen, überzeuge nicht. Die Versicherung hätte bei korrekter
Abklärung den Zustand bei der Abheilung prüfen müssen. Nur wenn sie
festgestellt hätte, dass die Fraktur ohne jegliche anatomische Veränderung
des Wirbels abgeheilt sei, hätte sie den Status quo sine begründet
feststellen können.
16. Am 8. Dezember 2017 nahm der Vertrauensarzt erneut zur Sache Stellung.
Durch einen Vergleich der radiologischen Aufnahmen von 2011 und 2014
mit dem MRI vom 28. September 2016 stellte er fest, dass es keine
Verschlechterung der Verletzung der oberen Deckplatte vom BWK 1 gebe.
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Es bestehe zwar eine knapp erkennbare Frakturlinie, die jedoch identisch
mit derjenigen im MRI vom 24. Februar 2014 sei. Das mässige Ödem in
diesem Bereich im Jahre 2016 könne nicht mit dem MRI vom 2014
verglichen werden, da u.a. die verwendeten Geräte unterschiedlich seien.
Es könne somit nicht festgestellt werden, dass das Ödem vom BWK 1
traumatisch und frisch sei angesichts der degenerativen Folgen des älteren
Traumas von 2007. Selbst wenn dieses Ödem als traumatisch betrachtet
werde, sollte es nach zwei bis maximal drei Monaten ausgeheilt gewesen
sein, denn ohne Beeinträchtigung der Knochenstruktur und auf einem
spongiösen Knochen erfolge normalerweise eine rasche Genesung. Er
kam deshalb zum Schluss, dass im Jahre 2016 keine traumatische
Verletzung stattgefunden haben könne, die zu einer ausschlaggebenden
oder dauerhaften Verschlechterung geführt habe. Letztere sei nur
vorübergehend gewesen, weshalb die ältere traumatische sowie
insbesondere vorbestehende degenerative Problematik einzige Ursache
der Beschwerden sei. Er definierte den Status quo sine erneut per 2.
Dezember 2016.
17. In der Vernehmlassung vom 12. Januar 2018 beantragte die B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie
verwies auf die Stellungnahmen des Vertrauensarztes, insbesondere auf
diejenige vom 8. Dezember 2017. An der Sichtweise des Vertrauensarztes
vermöchten weder der Bericht der Chiropraktorin Dr. D._ noch die E-
Mails von Dr. H._ etwas zu ändern, zumal diese nicht näher
ausführten, was an der Schlussfolgerung des Vertrauensarztes falsch
wäre. Die Chiropraktorin verfügte zudem nicht über eine komplette
klinische ärztliche Ausbildung, weshalb auf ihre Ausführungen nicht
abgestellt werden könne.
18. In der Replik vom 2. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen der Beschwerde fest. Sie bemängelte die Behauptung der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die vertrauensärztliche Stellungnahme,
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wonach anlässlich der am 28. September 2016 durchgeführten MRI-
Untersuchung durch Dr. med. E._ keine frischen Läsionen hätten
festgestellt werden können. Vielmehr habe Dr. med. E._ in seiner
Beurteilung zur MRI vom 28. September 2016 sinngemäss geschrieben,
dass die Stauchungsfraktur vom BWK 1 frisch sei, während die
ödematösen Veränderungen vom BWK 4 und 5 wahrscheinlich nicht
Unfallfolgen, sondern degenerativen Ursprungs seien, wenngleich
Stauchungen auch hier nicht sicher ausgeschlossen werden könnten. Die
behandelnde Chiropraktorin Dr. D._ nahm in dem der Replik
beigelegten Schreiben vom 20. Februar 2018 erneut Stellung. Darin führte
sie aus, die von Dr. med. F._ veranlasste MRI-Untersuchung durch
Dr. med. E._ habe einen mit den Symptomen der Patientin
korrelierenden Befund gezeigt. Aus den ihr vorliegenden Unterlagen, den
Berichten und den Bildern der MRI- und Röntgenuntersuchungen sei auf
eine frische Fraktur von Th1 auf den MRI-Bildern von 2016 zu schliessen.
Die auf ausschliesslich Th1 beschränkte Ödemdarstellung, die Bruchlinie
und sogenannte "Zone of Impaction" mit Impression der Deckplatte auf den
MRI-Bildern sei kein chronischer Befund und würde auf ein zeitnahes
Ereignis der Untersuchung schliessen lassen. Dies ganz im Gegensatz zu
einer behaupteten, vorangegangenen Fraktur von Th1 von 2007.
19. Dem hielt die Beschwerdegegnerin duplicando am 16. April 2018 unter
Festhalten an ihren Rechtsbegehren in der Vernehmlassung insbesondere
entgegen, der Chiropraktorin Dr. D._ fehle das spezifische
Facharztwissen eines Orthopäden, um Radiologie- oder MRI-Berichte zu
analysieren. Zudem habe Dr. med. E._ – im Gegensatz zum
Vertrauensarzt – die früheren Radiologie- und MRI-Berichte nicht mit dem
von ihm angefertigten Bericht verglichen. Ferner stelle die Begründung der
Chiropraktorin über die seit dem Unfall bestehenden Schmerzen eine
unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation dar.
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20. Den Ausführungen in der Duplik entgegnete die Beschwerdeführerin in der
Triplik vom 24. Mai 2018, gemäss dem Bundesgesetz über die
universitären Medizinalberufe (MedBG) sei die Chiropraktorin eine
selbstständige Medizinalperson und somit ein direkter Erstkontakt für
Patienten mit Beschwerden des Bewegungsapparates. Deren Leistungen
würden ohne Überweisung durch einen Arzt gemäss KVG übernommen.
Die Chiropraktorin sei befugt, den Patienten für bildgebende Verfahren im
Sinne von MRI, CT oder Szintigraphie anzumelden oder in der eigenen
Praxis Röntgenbilder zu veranlassen. Dafür werde die Chiropraktorin
bereits während des Studiums intensiv in der Röntgendiagnostik geschult
und erlange während der Weiterbildung das Strahlenschutzdiplom. Auch
die Interpretation dieser diagnostischen Verfahren werde während der
Weiterbildung vertieft und sei Bestandteil sowohl der eidgenössischen wie
auch der abschliessenden Fach-Chiropraktorenprüfung.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin
vom 25. Oktober 2017. Ein solcher Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die
versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Die
versicherte Beschwerdeführerin wohnte im massgeblichen Zeitpunkt in
X._, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich
aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist das angerufene
Gericht für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig. Als
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formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Einspracheentscheides ist die Beschwerdeführerin von diesem berührt und
weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
ist somit einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob zwischen dem Unfall vom 29.
August 2016 und den geklagten Beschwerden ein Kausalzusammenhang
überwiegend wahrscheinlich (weiter) besteht oder nicht bzw. ob davon
ausgegangen werden kann, dass der Status quo sine per 2. Dezember
2016 mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erreicht war, und die Beschwerdegegnerin daher die im
Anschluss an das genannte Unfallereignis ausgerichteten
Versicherungsleistungen zu Recht ab dem 3. Dezember 2016 eingestellt
hat.
3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen des
Unfallversicherers bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen
Schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_269/2017 vom 13. September 2017 E.4.1; BGE 129 V 177 E.3). Für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität
eines Beschwerdebilds genügt eine Teilursächlichkeit, wobei sich die
Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare
bzw. indirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil des Bundesgerichts
8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.1 m.H.).
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4.1. Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin anfänglich ihre
Leistungspflicht nach UVG und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Diese Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in
rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der
erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen
anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens
darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine),
erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist – nicht bei der Versicherten, sondern beim Unfallversicherer.
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei
Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016
vom 6. März 2017 E.4.2 m.H.).
4.2. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz,
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wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des im
Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen Sozialversicherungsprozess
geltenden Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für
sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts
8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2 m.H.).
4.3. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben erhebliche
Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen
Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten
sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1
m.H.).
4.4. Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind
Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen
angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend,
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet, und schliesslich ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1;
BGE 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
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Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme
als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.H.).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_515/2018 vom 22. Februar 2019 E.2; BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465
E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).
5. Die Beschwerdegegnerin hat ihren Einspracheentscheid im Wesentlichen
damit begründet, laut ihrem Vertrauensarzt sei es üblich, dass
kontusionsbedingte Läsionen innerhalb von zwei Monaten abheilen. Im
Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses beim Hausarzt am 2. Dezember
2016 seien die unmittelbaren Beschwerden aus dem Ereignis vom 29.
August 2016 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeheilt gewesen. Ab
diesem Zeitpunkt seien die vorbestehenden unfallfremden HWS-
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-118-V-286 http://links.weblaw.ch/de/BGE-112-V-30 http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-V-225 http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157
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Beschwerden im Vordergrund gestanden. Der Status quo sine sei somit zu
Recht auf den 2. Dezember 2016 festgelegt worden.
5.1. Die Beschwerdeführerin wendet zusammengefasst ein, dass sie am 29.
August 2016 eine Fraktur des BWK 1 erlitten habe, deren Ausheilung per
2. Dezember 2016 nicht nachgewiesen sei. Zu klären ist somit
hauptsächlich, ob die Beschwerdeführerin am 29. August 2016 eine
Frakturverletzung erlitt. Konkret geht es vorerst um die Frage, ob die
(minimale) Stauchungsfraktur des BWK 1 frisch ist und bejahendenfalls ob
diese bzw. die am 29. August 2016 erlittene Verletzung bis am 2.
Dezember 2016 ausgeheilt ist. Massgebend ist die Interpretation des nach
dem betreffenden Ereignis erstellten MRI-Berichtes von Dr. med. E._
vom 28. September 2016 im Vergleich zu den früheren bildgebenden
Abklärungen. Die Beschwerdeführerin interpretiert diesen so, dass sie eine
frische Stauchungsfraktur des BWK 1 erlitten habe. Dagegen verneint die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen ihres Vertrauensarztes
eine frische Fraktur im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 29. August
2016 bzw. geht von einer Ausheilung per spätestens 2. Dezember 2016
aus.
5.2. Vorauszuschicken ist hinsichtlich der Beweistauglichkeit der Aktenberichte
des Vertrauensarztes, dass nach der Rechtsprechung ein ärztlicher
Bericht, der ausschliesslich auf Akten basiert, Beweismittelqualität hat,
wenn die Unterlagen, auf welchen dieser beruht, ausreichende
medizinische Beurteilungen enthalten, die aufgrund einer persönlichen
Untersuchung der versicherten Person zu Stande gekommen sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_515/2018 vom 22. Februar 2019 E.3.3.2).
Da hier hauptsächlich die Interpretation der radiologischen Befunde im
Vordergrund steht, ist – entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin –
nicht zu beanstanden, dass der Vertrauensarzt ohne Untersuchung der
Beschwerdeführerin reine Aktenberichte erstellte.
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5.3. Gemäss MRI-Bericht vom 28. September 2016 (Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] B4.II/5) von Dr. med. E._, Radiologe
FMH, liegt eine stattgehabte Stauchungsfraktur von BWK 1 mit minimaler
Keilform im Vergleich zur Voruntersuchung vom 24. Februar 2007 (recte:
2014) und auch noch nachweisbarer Frakturlinie unterhalb der Deckplatte
ventral und Knochenmarködem vor. Der Vertrauensarzt Dr. med. G._,
orthopädischer Chirurg FMH, medizinischer Gutachter SIM, hat sich mit
diesem MRI-Bericht und den Vorakten (zur Verfügung standen ihm neben
dem MRI von 2014 Radiographien von 2011 und 2014, dagegen keine
Abbildungen von 2007) auseinandergesetzt und kommt zum Schluss, dass
die knapp erkennbare Frakturlinie mit derjenigen im MRI vom 24. Februar
2014 identisch sei; er geht also von einer älteren Stauchungsfraktur aus.
Eine Verschlechterung der Verletzung der oberen Deckplatte vom BWK 1
konnte er nicht feststellen. Zudem könne das Ödem vom BWK 1 im 2016
ihm zufolge angesichts der degenerativen Folgen des älteren Traumas von
2007 nicht auf ein frisches Trauma zurückgeführt werden. Selbst wenn
dieses Ödem als traumatisch betrachtet werde, sollte es nach zwei bis
maximal drei Monaten ausgeheilt gewesen sein, denn ohne
Beeinträchtigung der Knochenstruktur und auf einem spongiösen Knochen
erfolge normalerweise eine rasche Genesung (vgl. Bericht vom 8.
Dezember 2017 [Bg-act. B17], Auszug aus dem französischen Text:
"Aucune image de 2007 n’a pu être retrouvée. Par contre des radiographies de 2011 et
2014, ainsi que l'IRM de 2014 ont pu être obtenues.
En comparant ces clichés avec I'IRM du 28.09.2016 force est de constater qu'il n'y a pas
d’aggravation de l’atteinte du plateau supérieure de D1. Il existe bien une ligne fracturaire
légèrement visible, mais identique à celle de l'IRM du 24.02.2014. Pour l'œdème modéré
dans cette zone en 2016, il n'est pas possible de le comparer avec l'lRM de 2014, car les
machines ne sont pas les mêmes et les fenêtres utilisées différentes.
Dans ce contexte, il est impossible médicalement d'affirmer que cet œdème de D1 est
vraiment traumatique frais versus des séquelles dégénératives de l'ancien traumatisme
de 2007.
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Même si l'on accepte cet œdème comme traumatique, sans désorganisation de la
structure osseuse, de plus sur un os spongieux, la guérison est normalement rapide. Après
2 à 3 mois maximum les dégâts minimes auraient dû être guéris.
En conséquence il ne peut y avoir eu d’atteinte traumatique en 2016, ayant entraîné une
aggravation déterminante ou durable. Cette dernière n’est que passagère, les problèmes
traumatiques anciens et surtout dégénératifs préexistants redevenant la cause unique des
plaintes. C’est pourquoi un statu quo sine peut être défini.
Si l'on en croit le dernier rapport du médecin-traitant daté du 22.12.2016, la RT est totale
depuis le 02.12.2016 et le traitement pour lui est terminé à la même date. Il est donc
logique médicalement de fixer ce statu quo sine au 02.12.2016."
Diese Einschätzung des Vertrauensarztes steht jedoch im Widerspruch zu
den Akten: Aus dem MRI-Bericht vom 24. Februar 2014 von Dr. med.
I._, Facharzt Radiologie/Neuroradiologie FMH, geht hervor, dass
degenerative HWS-Veränderungen vorbestanden hätten (das Bestehen
eines Vorzustandes ist hier auch unbestritten). Im genannten MRI-Bericht
vom 24. Februar 2014 wurden aber keine Frakturen festgestellt (vgl. Bg-
act. B1). Dagegen ist dem MRI-Bericht vom 28. September 2016 von Dr.
med. E._ eine "stattgehabte Stauchungsfraktur von BWK 1 mit
minimaler Keilform im Vergleich zur Voruntersuchung vom 24. Februar
2007 (recte: 2014) und auch noch nachweisbarer Frakturlinie unterhalb der
Deckplatte ventral und Knochenmarködem" zu entnehmen (Bg-act. B4.II).
Im Jahr 2007 erlitt die Beschwerdeführerin offenbar einen
Bandscheibenvorfall (vgl. Bg-act. A8 und B14), aber – soweit aus den
Akten ersichtlich – keine Frakturverletzung. In den Akten sind soweit
ersichtlich keine Bilder aus dem Jahre 2007 vorhanden. Möglich ist zwar,
dass der Fachradiologe Dr. med. I._ im Jahr 2014 eine stattgefundene
Fraktur übersehen hat, die der Vertrauensarzt beim Vergleich mit dem MRI
vom 28. September 2016 entdeckt hat; gemäss Aktenlage wurde die
Beschwerdeführerin 2014 allerdings nicht infolge eines Traumas von der
Fachchiropraktorin zur radiologischen Untersuchung zugewiesen. Dass vor
2016 eine Frakturverletzung stattgefunden hat, ist durch die vorliegenden
Akten nicht belegt. Ferner ist selbst unter Annahme einer Frakturverletzung
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vor 2016 theoretisch nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin
beim betreffenden Ereignis am 29. August 2016 an der gleichen Stelle eine
Fraktur erlitt. Hinzu kommt, dass sowohl die behandelnde Chiropraktorin
als auch Dr. H._ eine auf das Sturzereignis vom 29. August 2016
zurückzuführende Frakturverletzung vom BWK 1 aufgrund der Befunde für
überwiegend wahrscheinlich halten. Es bestehen deshalb begründete
Zweifel daran, dass die Fraktur des BWK 1 nicht in Zusammenhang mit
dem betreffenden Unfallereignis steht.
5.4. Die Beschwerdeführerin hat die Behandlung bei ihrem Hausarzt per 2.
Dezember 2016 zwar abgeschlossen, dies jedoch – wie sie glaubwürdig
darlegt – nur deshalb, weil dieser seine Praxis seiner Nachfolgerin übergab.
Jedenfalls führt die Beschwerdeführerin seitdem die Behandlung bei ihrer
Chiropraktorin fort. Diese hat darauf hingewiesen, wie die
Beschwerdeführerin auf die Behandlung des zervikovertebralen Syndroms
in der Vergangenheit rasch und schnell reagiert habe, trotz begleitenden
neurologischen Komponenten. Die Distorsion der BWS mit Fraktur des
BWK 1 sei nicht im gleichen Masse reaktiv und spreche besonders wegen
den massiven paraspinalen thorakalen reaktiven Myogelosen langsamer
an. Eine Verschlechterung des Zustands für länger als drei Monate sei aus
chiropraktischer Sicht gut im Korrelat mit den bei der Distorsion erlittenen
Verletzungen (vgl. Bericht vom 28. August 2017; Akten der
Beschwerdeführerin [Bf-act.] 3). Damit bestehen zumindest geringe
Zweifel, dass sich die Folgen des Unfalls vom 29. August 2016 nur
vorübergehend auswirkten bzw. dass die Verletzung per 2. Dezember 2016
ausgeheilt gewesen sein soll.
5.5. Zusammenfassend erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich
nachgewiesen, dass der Status quo sine per 2. Dezember 2016 erreicht
war. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen demnach zu Unrecht
eingestellt. Es bleibt namentlich von einer externen radiologischen bzw.
orthopädischen Fachperson zu überprüfen, ob die Fraktur des BWK 1 und
- 19 -
das Ödem eine ältere oder eben doch eine auf das Unfallereignis vom 29.
August 2016 zurückzuführende Verletzung ist und gegebenenfalls ob diese
dauerhafte Beeinträchtigungen hinterlassen hat. Die Angelegenheit ist
daher an die Beschwerdegegnerin zur weiteren medizinischen Abklärung
des Sachverhaltes und zur anschliessenden Fällung eines neuen
Entscheides über die gesetzlichen Versicherungsleistungen
zurückzuweisen.
6. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen, der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.
7.1. Für das vorliegende Verfahren werden keine Gerichtskosten erhoben, da
das kantonale Beschwerdeverfahren in unfallversicherungsrechtlichen
Streitigkeiten grundsätzlich kostenlos ist (Art. 61 lit. a ATSG).
7.2. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung und zu neuem Entscheid gilt als
vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 vom
25. August 2017 E.8.1). Die anwaltlich vertretene, obsiegende
Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61
lit. g ATSG). Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote vom 30. Mai
2018 über Fr. 3'569.15 (inkl. Spesen und MWST) für einen Aufwand von
12.85 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 250.-- eingereicht. Das
geltend gemachte Honorar erscheint angemessen, weshalb die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit
Fr. 3'569.15 zu entschädigen hat.