# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ddbcdaa8-e17b-41a4-ab66-326d4d79da2d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1949, war ab 18. Mai 2009 bei der
Y._
als Mitarbeiter im Bereich Telemarketing angestellt und bei der SWICA Versicherungen AG (nachfolgend: SWICA) gegen die Folgen von Be
rufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am 11. April 2011 beim Zügeln am rechten Fuss verletzte (Urk. 7/1).
Die medizinische Erstversorgung fand in
Z._
beim Hausarzt des Versicher
ten,
Dr.
med.
A._
, statt (Urk. 7/1; vgl. auch Urk. 2 S. 2). In der Folge wurde er von der Gefässspezialistin
Dr.
med.
B._
behandelt (vgl. etwa Urk. 7/18-19, 7/28 und 7/43). Am 20. Februar 2012 reichte PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, von der
D._
seinen Bericht zu den Akten (Urk. 7/44).
Mit Schreiben vom 1. März 2012 (Urk. 7/45) teilte die SWICA dem Versicherten mit, dass sie ihre Leistungen per 31. Januar 2012 einstelle. Ab 1. Februar 2012 bestehe infolge des Unfalls kein Anspruch mehr auf Heilbehandlungen,
Kosten
vergütungen
und Taggelder. Zur Begründung führte die SWICA im Wesentli
chen aus, es sei gestützt auf den Bericht von PD
Dr.
C._
erstellt, dass der Status quo sine am 31. Januar 2012 erreicht worden sei.
1.2
Bereits am 20. Februar 2012 war der Versicherte zur stationären Behandlung in der Dermatologischen Klinik des
E._
eingetreten (vgl. Be
richt vom 8. März 2012 [Urk. 7/52/2]). Am 4. Mai 2012 beantworteten
Oberärz
tin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Dermatologie und Venerologie, und Assistenzärztin
Dr.
med.
G._
vom
E._
die ihnen von der SWICA unterbreiteten Fragen (Urk. 7/61; vgl. auch Urk. 7/54).
Mit Schreiben vom 17. Juli 2012 (Urk. 7/71) hielt die SWICA an der Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Januar 2012 fest. Am 30. Juli 2012 erliess die SWICA eine entsprechende Verfügung (Urk. 7/75). Die dagegen vom Versi
cherten erhobene Einsprache vom 29. August 2012 (Urk. 7/80) wies die SWICA mit Entscheid vom 8. April 2013 (Urk. 2 = Urk. 7/87) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 7. Mai 2013 (Urk. 1) Be
schwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei der angefochtene
Einsprache
entscheid
aufzuheben und die SWICA zu verpflichten, ihm über den 31. Januar 2012 hinaus die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Die SWICA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2013 (Urk. 6) auf kosten- und
entschädi
gungsfällige
Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 12. Juni 2013
(Urk. 8; vgl. auch Urk. 9) wurde dem Versicherten Gelegenheit gegeben, eine Replik einzureichen. Er liess sich jedoch nicht mehr vernehmen (vgl. Urk. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der Versicherungsleistun
gen per Ende Januar 2012 im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
im Wesentlichen gestützt auf die Berichte von
Dr.
B._
, PD
Dr.
C._
und
Dr.
F._
. Daraus gehe hervor, dass der Unfall vom 11. April 201
1
ledig
lich eine mögliche Mitursache der aktuellen gesundheitlichen Störungen sei. Somit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die natürliche Kausalität und demzufolge die Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfall
versicherung per Ende Januar 2012 weggefallen sei. Der heutige Zustand sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall vom 11. April 2011 zurückzuführen, sondern auf die vorbestehende zusätzliche Schädigung im Sinne der chronisch-venösen Insuffizienz. Im Übrigen verneinte die
Be
schwerdegegnerin
auch die vom Beschwerdeführer gerügte Verletzung des
Ak
teneinsichtsrechts
. Es sei Einsicht in die vollständigen Akten gewährt worden. Schliesslich sei auch der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt worden.
An diesen Ausführungen hielt die Beschwerdegegnerin im Rahmen des vorliegen
den Prozesses fest (vgl. Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt, dass er lediglich bis zum 7. November 2011 von
Dr.
B._
be
handelt worden sei. Ihren Bericht vom 1
9. Januar 2012 habe sie
zweieinhalb Monate später verfasst. Es habe sich somit um eine reine Spekulation ihrerseits gehandelt. Am 20. Februar 2012 sei er notfallmässig ins
E._
eingeliefert worden. Damals sei sein Bein fotografiert worden. Da sehe man ganz klar die Unfallschäden; das seien keine Vermutungen, sondern Tatsachen. In d
en letzten vierzig Jahren sei er
noch nie krank gewesen. Ohne Unfall wäre die Gesundheitsschädigung nicht eingetreten. Er habe zuvor noch keinen Tag im Betrieb gefehlt (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht per Ende Januar 2012 eingestellt hat, weil nach diesem Zeitpunkt zwischen den noch vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem Unfall vom 11. April 2011 kein Kausalzusammenhang mehr bestand beziehungsweise der Status quo sine eingetreten war.
3.
3.1
Dr.
B._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 24. August 2011 (Urk. 7/28) eine zunehmende Granulation des Ulcus mit guter Heilungstendenz. Geplant seien folgende Massnahmen: Weiterbehandlung des Ulcus mit Verbandswechsel und
Débridement
. Seit längerer Zeit bestehe beim Beschwerdeführer eine beid
seitige Varikose. Vor dem Unfall sei ein Auftreten eines Ulcus cruris nicht be
kannt. Die Läsion sei durch einen Schlag des Schrankes auf das Schienbein/den
Vorfuss
aufgetreten. Bedingt durch die vorbestehende chronische venöse Insuf
fizienz heile diese Läsion schlecht. Zudem habe eine Salbenbehandlung zu einer allergischen Reaktion geführt. In etwa einem Monat sollte das Ulcus abgeheilt sein.
3.2
Am 19. Januar 2012 führte
Dr.
B._
aus, dass das Ulcus cruris unter adä
quater Behandlung inzwischen abgeheilt sei. Sobald wie möglich sollte die
Vena
saphena
magna beidseits operativ saniert werden. Aus ihrer Sicht sei der Be
schwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig. Er sollte während der Arbeit Kompressionsstrümpfe der Klasse II tragen (Urk. 7/43).
3.3
PD
Dr.
C._
äusserte sich in seinem Bericht vom 20. Februar 2012 (Urk. 7/44) dahingehend, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall an einem Status
var
i
cosus
beider Unterschenkel gelitten habe, wobei aber offen
sichtlich nie eine spezifische Behandlung notwendig gewesen sei. Mit der Kon
tusion des distalen rechten Unterschenkels medial am 11. April 2011 sei es zur lokalen Gewebeschädigung gekommen, die in der Folge aufgrund des varikösen Leidens eine sehr schlechte Abheilungstendenz gezeigt habe. Mit dem
Unfaller
eignis
sei das Grundleiden manifest geworden; die vorbestehende
Gesundheits
störung
habe sich erheblich verschlimmert, und zwar über eine geraume Zeit. Der Status quo sine sei vermutlich bis jetzt noch nicht ganz erreicht worden und wäre auf Ende Januar 2012 zu terminieren (im Anschluss an den Bericht von
Dr.
B._
vom 19. Januar 2012 [Urk. 7/43; vgl. E. 3.2]). Der Unfall vom 11. April 2011 sei eine Mitursache der festgestellten gesundheitlichen Störung respektive habe eine vorbestehende gesundheitliche Störung erheblich akzentuiert und verschärft. Die unfallbedingte Verschlimmerung sei jedoch ab
geheilt (gemäss der Angabe der behandelnden Ärztin vom 19. Januar 2012). Die erwähnten Gesundheitsstörungen (Ulcus cruris) wären früher oder später auch ohne das Unfallereignis aufgetreten, so dass man annehmen könne, dass der Status quo sine Ende Januar 2012 erreicht worden sei. Seit dem 1. Januar 2012 seien keine nennenswerten Einschränkungen mehr vorhanden (abgesehen vom Tragen von Kompressionsstrümpfen).
3.4
Der Leitende Arzt PD
Dr.
med.
H._
, Oberärztin i.V.
Dr.
med.
F._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
I._
von der Dermatologischen Klinik des
E._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 8. März 2012 (Urk. 7/52/2) unter anderem ein streuendes Unterschenkelekzem rechts ge
mischter Ätiologie mit/bei chronisch venöser Insuffizienz und einer wahr
scheinlichen Kontaktsensib
i
lisierung, ein Ulcus cruris rechts (rechter Unter
schenkel) bei Status nach Trauma und chronisch-venöser Insuffizienz sowie eine chronisch venöse Insuffizienz rechts (Stadium III) und links (Stadium II). Der Beschwerdeführer habe sich notfallmässig mit starken Schmerzen und Juckreiz am rechten Bein vorgestellt. Anamnestisch sei es im April 2011 zu ei
ner posttraumatischen Wundheilungsstörung am rechten Unterschenkel ge
kommen. Die behandelnde Ärztin habe die Situation in den Folgemonaten nicht in den Griff bekommen. Er habe immobilitätsbedingt nach dem Unfall über 20 kg zugenommen. Anfang 2012 sei die Wunde unter engmaschiger Kontrolle in einer Wundpraxis vorübergehend verschlossen gewesen. In den letzten Tagen sei wieder ein Ulcus aufgetreten; zudem sei er schmerzbedingt mehrmals einge
knickt. Bei Eintritt habe folgender Status vorgelegen: „Beide unteren Extremi
täten zeigen eine
Varicosis
. Der Unterschenkel rechts ist massiv geschwollen,
erythematöse
und teils ausgedehnt mit bräunlich-gelben Krusten belegt. Im Be
reich des medialen
Malleolus
rechts finden sich kleinere Ulzerationen. Auch im Bereich des linken
Malleolus
lateralis
zeigt sich ein livid-bräunlich verfärbtes Areal, jedoch viel kleiner als auf der Gegenseite und ohne Ulzerationen. Weiter nach proximal sind insbesondere an der rechten unteren Extremität, aber auch am restlichen Integument multiple disseminierte
eryth
e
matöse
Pappeln nach
weisbar. Ferner gibt es multiple disseminierte braune, gefurchte Papeln.“
Aus dem Verlaufsbericht vom 2. April 2012 (Urk. 7/52/1) geht hervor, dass sich das Unterschenkelekzem gebessert habe. Der Beschwerdeführer klage noch über Juckreiz.
3.5
Dr.
F._
und
Dr.
G._
führten in ihrem Bericht vom 4. Mai 2012 (Urk. 7/61) aus, der erlittene Unfall sei eine mögliche
initiale
Mitursache der aktuell festgestellten gesundheitlichen Störung. Allerdings sei davon auszuge
hen, dass die unfallbedingte Läsion laut den vorliegenden Angaben zumindest vorübergehend abgeheilt gewesen sei und eine vorbestehende schwere chro
nisch-venöse Insuffizienz ein Rezidiv begünstigt habe. Der Unfall sei als
initia
ler
Auslöser einer Dekompensation eine
r
vorbestehenden Gesundheitsstörung möglich, die ausbleibende oder fehlende Heilung des Ulcus sei jedoch nicht auf den Unfall, sondern auf die vorbestehende zusätzliche Schädigung im Sinne der chronisch-venösen Insuffizienz zurückzuführen. Bei Austritt aus der Klinik habe
eine deutliche
Regredienz
der Eintrittsproblematik festgestellt werden können. Klinisch hätten vorwiegend noch Anzeichen einer chronischen
Dermohypoder
mitis
auf der Basis einer chronisch venösen Insuffizienz vorgelegen. Die
unfall
bedingten
Wunden seien aktuell abgeheilt.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer rügte in formeller Hinsicht, die Beschwerdegegnerin halte Akten zurück, um ihrer Leistungspflicht nicht nachkommen zu müssen. Ausser
dem sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden (vgl. Urk. 1 S. 1).
Dem ist entgegenzuhalten, dass keine Anzeichen vorhanden sind, welche die Behauptungen des Beschwerdeführers stützen. Er substantiierte nicht, um wel
che Akten es sich handeln könnte. Die von der Beschwerdegegnerin einge
reichten Akten (Urk. 7/1-88) erwecken nicht den Anschein der Unvollständig
keit. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer Fotografien seines geschädigten Fusses ins Recht gereicht hat (Urk. 3/2-3). Allein der Umstand, dass im Rahmen eines unfallversicherungsrechtlichen Verfahrens auf den
Beizug
von Fotografien oder anderen durch bildg
ebende Untersuchungsmethoden hergestellte Doku
mente (etwa Röntgenbilder) verzichtet wird, bedeutet nicht, dass die Akten un
vollständig sind. Entscheidend ist nämlich im Rahmen eines Prozesses, dass die genannten Dokumente von medizinischen Experten und Expertinnen gewürdigt werden und
dass
diese Beurteilung in den entsprechenden Berichten zum Aus
druck kommt. Dies ist vorliegend offensichtlich der Fall. So wurden die ge
nannten Fotografien beim Eintritt des Beschwerdeführers in das
E._
gemacht (vgl. Urk. 1 S. 3) und fanden ihren Niederschlag im ent
sprechenden Bericht vom 8. März 2012 (Urk. 7/52/2 S. 5: „Hautstatus bei Ein
tritt“).
Auch die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs wurde nicht substantiiert. Es ist nicht ersichtlich, wodurch dieser Anspruch tangiert oder gar verletzt wor
den sein könnte. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerde
führer im Rahmen dieses Prozesses die Möglichkeit gegeben wurde, Einsicht in die Prozessakten zu nehmen und eine Replik zu erstatten (vgl. Urk. 8-9). Er liess sich - wie ausgeführt - jedoch nicht vernehmen. Sollte der Anspruch auf recht
liches Gehör durch das vorangegangene Verfahren tatsächlich tangiert worden sein (wofür allerdings keine Anzeichen ersichtlich sind), wäre
ein
solcher Man
gel jedenfalls
im Rahmen des
vorliegenden Prozess
es
geheilt worden.
4.2
Aufgrund der medizinischen Akten ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer nach wie vor erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen. Weiter geht daraus hervor und wird von der Beschwerdegegnerin zu Recht auch nicht in Zweifel gezogen, dass der Unfall vom 11. April 2011
behandlungsbedürftige
Gesundheitsschädigungen am rechten Bein des Beschwerdeführers zur Folge hatte. Insoweit ist der
Kausalzusammenhang
gegeben.
Unterschiedlicher Auffassung sind die Parteien jedoch hinsichtlich der Frage, ob ein solcher Kausalzusammenhang auch noch nach Ende Januar 2012 zu beja
hen ist oder ob ab diesem Zeitpunkt unfallfremde Faktoren
(ein krankhafter Vorzustand)
für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsbeeinträchtigungen ver
antwortlich sind. Die oben wiedergegebenen medizinischen Akten ergeben
aber auch
diesbezü
glich
ein einheitliches Bild.
Dr.
med.
B._
erklärte in ihrem Beric
ht vom 19. Januar 2012, dass das
Ulcus cruris inzwischen abgeheilt und der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/43; E. 3.2). Be
reits am 24. August 2011 hatte sie darauf hingewiesen, dass die unfallbedingt erlittene Läsion aufgrund einer vorbestehenden chronischen venösen Insuffi
zienz schlecht heile; sie ging aber trotzdem be
reits damals davon aus, dass das
Ulcus bald abheilen werde
(Urk. 7/28; E. 3.1). Auch PD
Dr.
C._
vertrat in seiner Aktenbeurteilung vom 20. Februar 2012 eine entsprechende Auffassung. Der Unfall vom 11. April 2011 sei eine Mitursache der gesundheitlichen Störun
gen beziehungsweise habe eine vorbestehende gesundheitliche Störung erheb
lich akzentuiert und verschärft. Inzwischen sei jedoch die unfallbedingt
e Ver
schlimmerung abgeheilt. Das
Ulcus cruris wäre früher oder später auch ohne Unfallereignis aufgetreten. Der Status quo sine sei Ende Januar 2012 erreicht worden (Urk. 7/44; E. 3.3).
4.3
Der Beschwerdeführer bestritt die Einschätz
ung von
Dr.
B._
, dass das
Ulcus cruris abgeheilt sei, mit dem Hinweis, dass er zum Zeitpunkt, als sie diese Aussage abgegeben habe, bereits seit rund zweieinhalb Monaten nicht mehr in ihrer Behandlung gewesen sei, weshalb ihre Beurteilung eine reine Spekulation darstelle (Urk. 1 S. 1 f.). Dieser
(offenbar zutreffende)
Einwand relativiert den Beweiswert des genannten Bericht
s von
Dr.
B._
bis zu einem gewissen Grad
. Entsprechendes gilt für die Beurteilung von PD
Dr.
C._
, der sich im Wesentlichen auch auf die Berichte von
Dr.
B._
stützte. Allerdings verkennt der Beschwerdeführer, dass sich für ihn auch kein günstigeres Resultat erg
ä
be, wenn einzig auf die Beurteilung der Dermatologischen Klinik des
E._
abgestellt würde. Es verhält sich vielmehr gegenteilig: Gemäss
Dr.
F._
und
Dr.
G._
war der Unfall vom 11. April 2011 nämlich lediglich möglicherweise der
initiale
Auslöser des Ulcus
, mithin wurde insoweit sogar die anfängliche
Unfallbedingtheit des Ulcus (die von der
Be
schwerde
gegnerin
gestützt auf
Dr.
B._
und PD
Dr.
C._
anerkannt worden war) nur als „möglich“ und nicht als „wahrscheinlich“ eingestuft
(Urk. 7/61 Ziff. 1.2): „Der Unfall ist als
initialer
Auslöser einer Dekompensation einer vorbestehenden Gesundheitsstörung möglich [...].“ Die ausbleibende oder fehlende Heilung des Ulcus sei jedoch nicht auf den Unfall, sondern auf die vorbestehende zusätzliche Schädigung im Sinne der chronisch-venösen Insuffi
zienz zurückzuführen. Weiter geht aus den Berichten der Dermatologischen Kli
nik hervor, dass die unfallbedingte Läsion zumindest vorübergehend abgeheilt war (vgl. Urk. 7/61 Ziff. 1.1 und Urk. 7/52/2 S. 5; Angaben des Beschwerde
führers: „In den letzten Tagen sei wieder ein Ulkus aufgetreten [...]).
4.4
Aus dem Gesagten ist zu schliessen, dass
das
Ulcus cruris tatsächlich im Laufe des November 2011 abgeheilt war. Die Einschätzungen von
Dr.
B._
und PD
Dr.
C._
, wonach der Status quo sine Ende Januar 2012 erreicht wor
den sei, wird mit anderen Worten
auch
von den behandelnden Ärztinnen der Dermatologischen Klinik des
E._
gestützt. Danach waren die Gesundheitsbeeinträchtigungen – wie von allen involvierten medizinischen Expertinnen und Experten übereinstimmend dargelegt – nicht mehr
unfallbe
dingt
, sondern wurden durch den krankhaften Vorzustand (
chronisch-venöse Insuffizienz
) hervorgerufen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass dieser Vorzustand vor dem Unfallereignis offenbar klinisch stumm war.
Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen zu Recht per Ende Januar 2012 eingestellt hat, weil
die
nach diesem Zeitpunkt aufgetretenen be
ziehungsweise weiter bestehend
en Gesundheitsstörungen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Unfallereignis vom 11. April 2011 zu
rückzuführen sind. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.