# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0837cff7-edf9-47cf-ade4-9efdc6659068
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X., geb. 1980, reichte am 7. Dezember 2008 beim Sozialamt der Stadt St. Gallen ein
Gesuch um finanzielle Unterstützung ein. Das Sozialamt erstellte am 16. März 2009 für
X. ein sog. Budget, welches bis Juni 2009 monatliche Leistungen von je Fr. 1'855.--
(Grundbedarf Fr. 960.-- zuzügl. effektive Mietkosten von Fr. 895.--) vorsah. Für die
Folgemonate wurden die Leistungen auf Fr. 1'760.-- (Grundbedarf Fr. 960.-- zuzüglich
Mietkosten von Fr. 800.--) festgelegt. Am 18. März 2009 überwies das Sozialamt die
Unterstützung von Fr. 1'855.-- auf das Bankkonto von X.. Dieser ersuchte in der Folge
darum, von der Überweisung auf sein Bankkonto abzusehen und ihm eine andere
Auszahlungsmöglichkeit aufzuzeigen. Das Sozialamt informierte ihn am 23. März 2010
dahingehend, dass die Überweisung auf ein Bank- oder Postkonto erfolge und keine
Barauszahlung möglich sei.
Am 20. April 2009 ersuchte das Sozialamt X. um Bekanntgabe einer Bankverbindung
und forderte diverse Informationen an. Im April 2009 richtete es keine finanzielle
Unterstützung aus. Am 11. Mai 2009 teilte X. dem Sozialamt mit, die Überweisung
könne auf sein Bankkonto erfolgen. Am 18. Mai und am 11. Juni 2009 überwies das
Sozialamt je Fr. 1'855.--. Im Juli 2009 richtete das Sozialamt keine Leistungen aus. Zur
Begründung hielt es fest, X. habe Termine nicht eingehalten.
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Am 17. August 2009 überwies das Sozialamt X. Leistungen von Fr. 1'616.--
(Grundbedarf gekürzt um 15 Prozent zuzüglich Mietkosten). In den Monaten
September, Oktober und November 2009 richtete es keine Unterstützungsleistungen
aus. Am 23. Dezember 2009 überwies es X. Leistungen von Fr. 1'616.-- für Januar
2010. Am 11. Januar 2010 überwies es einen Betrag von Fr. 3'216.-- (Mietkosten für
Oktober bis Dezember 2009 zuzüglich den um 15 Prozent gekürzten Grundbedarf für
Dezember 2009).
Am 9. bzw. 26. Januar 2010 ersuchte X. das Sozialamt um Erlass einer anfechtbaren
Verfügung. Dieses verfügte am 29. Januar 2010 was folgt:
"1. Im April 2009 wurde mangels Bedarfsnachweis und Kontoverbindung keine
Sozialhilfe ausbezahlt. Die rückwirkende Forderung ist mangels Rechtsgrundlage
abzuschreiben.
2. Im Juli 2009 wurde mangels Bedarfsnachweis und Einhaltung der Termine keine
Sozialhilfe bezahlt. Die rückwirkende Forderung ist mangels Rechtsgrundlage
abzuschreiben.
3. Für die Monate September, Oktober und November 2009 wurde mangels Antrag
und Unterlagen keine Sozialhilfeleistung bezahlt. Rückwirkend wurde für die Monate
Oktober und November der sozialhilferechtliche Mietanteil von Fr. 800.-- ausbezahlt.
Weitere rückwirkende Forderungen sind mangels Rechtsgrundlage abzuschreiben.
4. Für die Monate Dezember 2009 und Januar 2010 wird der Grundbetrag um 15 %
gekürzt.
5. Die Kürzung des Grundbetrags bleibt für längstens 12 Monate bestehen respektive
bis die bestehenden Auflagen des Sozialamts erfüllt sind.
6. Diese Kürzung wird per sofort vollzogen; einem Rechtsmittel wäre die
aufschiebende Wirkung demzufolge zu entziehen.
7. Für den Fall, dass künftige Auflagen nicht erfüllt werden bzw. X. seine
Mitwirkungspflicht fortgesetzt nicht wahrnehmen sollte, wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass die Einstellung der Sozialhilfe angedroht und verfügt werden kann."
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B./ Mit Eingabe vom 12. Februar 2010 erhob X. Rekurs beim Departement des Innern
und beantragte sinngemäss die Nachzahlung der zu Unrecht gekürzten
Unterstützungsbeiträge. Das Departement des Innern entschied am 26. Juli 2010 über
die Streitsache. Es hiess den Rekurs insoweit gut, als es die in Ziff. 1 bis 4 der
Verfügung des Sozialamts vom 29. Januar 2010 rückwirkend verfügten Kürzungen
aufhob und das Sozialamt anwies, X. die durch die rückwirkend verfügten Kürzungen
nicht ausgerichteten Leistungen im Betrag von Fr. 7'727.-- nachzuzahlen. Im übrigen
wies es den Rekurs ab. Das Departement erwog, der Rekurrent sei im Zeitraum März
2009 bis Januar 2010 seinen Mitwirkungspflichten nicht vollumfänglich
nachgekommen. Dies gelte zumindest in bezug auf den Nachweis der
Arbeitsbemühungen, den er nicht entsprechend den Auflagen und Weisungen des
Sozialamts erbracht habe. Rückwirkende Leistungskürzungen seien aber nicht mit den
massgebenden Verfahrensprinzipien vereinbar und demnach unzulässig. Der Rekurs
sei daher insoweit gutzuheissen, als die rückwirkende Kürzung der
Unterstützungsleistungen für den Zeitraum vom 1. April 2009 bis 28. Januar 2010
angefochten werde. Ziff. 1 bis 4 des Dispositivs sei daher aufzuheben. Ziff. 5 sei
dahingehend zu verstehen, dass der Grundbedarf für längstens 12 Monate, bzw. bis
die bestehenden Auflagen des Sozialamts erfüllt seien, um 15 Prozent gekürzt werde.
Weiter hielt das Departement fest, das Kriterium, wonach die betroffene Person
vorgängig über die Massnahme informiert sein müsse, sei bezüglich der Kürzungen ab
Februar 2010 erfüllt. Auch sei die Auflage sachgerecht, monatlich den Nachweis der
Arbeitsbemühungen zu erbringen. Soweit die Kürzung ab 29. Januar 2010 bemängelt
werde, sei der Rekurs abzuweisen.
C./ Mit Eingabe vom 23. August 2010 erhob das Sozialamt der Stadt St. Gallen
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
26. Juli 2010 sei insoweit aufzuheben, als er die Nachzahlung von Sozialhilfe für den
Zeitraum von September 2009 bis Januar 2010 betreffe, und die Verfügung vom
29. Januar 2010 sei für die Monate September 2009 bis und mit Januar 2010 wirksam
zu erklären, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners.
Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdegegner habe sich
Ende 2008 beim Sozialamt zum Bezug von Unterstützung als kurzfristige
Überbrückung einer aktuellen finanziellen Notlage angemeldet. Die Unterstützung sei
von Anfang an bis Ende August 2009 befristet gewesen. Die für einen neuen Antrag
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notwendigen Unterlagen seien vom Beschwerdegegner bis Ende 2009 nicht
eingereicht worden. Für eine Unterstützung ab September 2009 hätten somit die
Grundlagen gefehlt. Um dem Beschwerdeführer entgegenzukommen und um
grösseren Schaden abzuwenden, namentlich den Verlust der Wohnung, seien nach
Rücksprache mit der Abteilungsleiterin ab Dezember 2009 für die Monate Dezember
2009 und Januar 2010 Unterstützungen bewilligt worden, wobei der Grundbetrag um
15 Prozent habe gekürzt werden müssen, da noch immer nicht alles vollständig
eingereicht worden sei und der Beschwerdegegner keinen Nachweis erbracht habe,
dass er sich um Arbeit bemühe.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. September 2010 die
Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdegegner beantragte in seiner Vernehmlassung vom 14. September
2010, die Beschwerde sei in allen Punkten abzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen der
Vorinstanz und des Beschwerdegegners zu äussern. Dies tat sie mit Eingabe vom
29. September 2010.
Die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten werden, soweit wesentlich, in den

## Considerations

nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Politische Gemeinde St. Gallen ist in ihren eigenen finanziellen Interessen berührt und
daher gemäss Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur Beschwerde
legitimiert. Das Sozialamt wurde vom Stadtrat ermächtigt, für die Stadt St. Gallen im
Bereich der Sozialhilfe Rechtsmittel zu ergreifen (Art. 5 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes,
sGS 381.1, abgekürzt SHG; Beschluss des Stadtrates St. Gallen vom 3. Oktober 2000).
Die Beschwerdeeingabe vom 23. August 2010 wurde rechtzeitig eingereicht und
entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
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Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2. Nach Art. 9 SHG hat Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann.
2.1. Im Sozialhilfegesetz sind nicht nur Ansprüche, sondern auch Pflichten verankert.
Wer um finanzielle Sozialhilfe ersucht, hat nach Art. 16 Abs. 1 SHG wahrheitsgetreu
und vollständig Auskunft zu erteilen (lit. a) sowie Amtsstellen und Dritte zu ermächtigen,
Auskünfte zu erteilen (lit. b). Wer finanzielle Sozialhilfe bezieht, ist nach Art. 16 Abs. 2
SHG verpflichtet, Tatsachen umgehend zu melden, die Anspruch oder Berechnung
verändern. Nach Art. 17 SHG wird finanzielle Sozialhilfe verweigert, gekürzt oder
eingestellt, wenn die hilfesuchende Person keine oder unrichtige Auskünfte erteilt
(lit. a), verlangte Unterlagen nicht einreicht (lit. b), Bedingungen und Auflagen
missachtet (lit. c) oder ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit ablehnt (lit. d). Art. 12
SHG bestimmt weiter, dass eine arbeitsfähige Person verpflichtet ist, eine ihren
Fähigkeiten entsprechende Arbeit anzunehmen.
Bei der Kürzung von Unterstützungsleistungen ist zu berücksichtigen, dass die
Kürzungen zumutbar sein müssen, die betroffene Person informiert oder verwarnt
worden sein muss, die Kürzung in angemessenem Verhältnis zum Fehlverhalten steht
und die betroffene Person durch Änderung ihres Verhaltens dafür sorgen kann, dass
die Kürzung ab einem späteren Zeitpunkt rückgängig gemacht werden kann. Sodann
können Leistungen gekürzt oder entzogen werden, wenn sich die unterstützte Person
rechtsmissbräuchlich verhält, indem sie beispielsweise eine Erwerbstätigkeit nur
deshalb nicht aufnimmt, um in den Genuss von Sozialhilfeleistungen zu gelangen
(GVP 2004 Nr. 12, 1998 Nr. 77 und 1996 Nr. 98). Das Bundesgericht hielt fest, dass
selbst ohne gesetzliche Grundlage ein vollständiger Leistungsentzug zulässig ist, wenn
sich die unterstützte Person rechtsmissbräuchlich verhält (BGE 122 II 198 mit
Hinweisen).
Das Verwaltungsgericht hat weiter entschieden, dass eine Verletzung von
Mitwirkungspflichten nicht in einem ersten Schritt zu einer Reduktion der Leistungen
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und in einem zweiten Schritt zur vollständigen Einstellung derselben führen kann,
sondern dass eine weitere Kürzung der Leistungen nur dann angezeigt ist, wenn
aufgrund der Umstände davon auszugehen ist, dass die fragliche Person erheblich
höhere Einkünfte erzielt, als dies bei der ursprünglichen Kürzung angenommen wurde.
Allein als Sanktion sei eine Kürzung nicht zulässig, nachdem eine solche bereits wegen
eben dieser mangelhaften Mitwirkung und der daraus resultierenden Ungewissheit über
das erzielte Einkommen angeordnet worden sei (VerwGE B 2005/147 vom 15.
November 2005, in: www.gerichte.sg.ch).
2.2. Fest steht, dass der Beschwerdegegner am 7. Dezember 2008 bei der
Antragstellung um Unterstützung festhielt, er habe sich beruflich neu orientiert und
benötige zur Überbrückung finanzielle Hilfe. Er bemühe sich, bis März 2009 eine
Anstellung (in Aussicht stehend) zu unterzeichnen. Eine förmliche Befristung der
sozialhilferechtlichen Unterstützung bis Ende August 2009 durch das Sozialamt ist
aufgrund der Akten allerdings nicht ersichtlich, jedenfalls nicht im Rahmen einer
anfechtbaren Verfügung. Wohl findet sich auf einem Formular des Sozialamtes eine
Aktennotiz mit dem Wortlaut "Ustü befristet bis längstens Aug. 09". Allerdings geht aus
dieser nicht hervor, ob und in welcher Form sie dem Beschwerdegegner zur Kenntnis
gebracht wurde. Wohl ging der Beschwerdegegner im Zeitpunkt des Antrags um
Unterstützung davon aus, dass er innerhalb kurzer Zeit wieder eine Anstellung finden
wird. Bis März 2009 war das aber nicht der Fall. Erst in der Aktennotiz des
Sozialberaters vom 10. August 2009 findet sich ein Vermerk, wonach der
Beschwerdegegner nochmals über einen befristeten Antrag bis längstens 08.09
informiert worden sei. Gleichzeitig wurden allerdings weitere Unterlagen verlangt. Am
31. August 2009 stellte der Sozialberater fest, dass die verlangten Unterlagen noch
nicht vorliegen würden. Gemäss Aktennotiz vom 1. September 2009 erhielt er die
Unterlagen unvollständig; so habe der CS-Kontoauszug gefehlt. Welche anderen
Unterlagen eingereicht wurden, ergibt sich aus den Aktennotizen nicht präzise. Aus der
Mitteilung des Sozialberaters an den Beschwerdegegner vom 8. Oktober 2010 geht
lediglich hervor, dass Bankauszüge sowie Angaben über die Tätigkeit "F----" gefehlt
hätten. Das Fehlen anderer Unterlagen wurde jedenfalls nicht bemängelt. Bei dieser
Sachlage kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Unterstützung von Anfang
an befristet war und Ende August 2009 ohne weiteres dahinfiel. Das im Dezember 2008
anhängig gemachte Verfahren wurde im Juli 2009 fortgesetzt, ebenso im August und
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September 2009. Aus den Äusserungen des Beschwerdegegners gegenüber dem
Sozialamt im August 2009 ergab sich zudem, dass bei ihm keine wesentliche Änderung
der finanziellen Situation eingetreten war und er offensichtlich nach wie vor erhebliche
Schwierigkeiten hatte, die laufenden Auslagen zu bestreiten. Das Sozialamt hatte daher
die massgebenden Tatsachen festzustellen und über die Unterstützung im erwähnten
Monat und allenfalls auch später zu entscheiden. Wohl hielt der Sozialarbeiter fest, die
Vorgehensweise sei mit der Geschäftsleitung des Sozialamts besprochen. Es bestand
jedoch kein sachlicher Grund, den Beschwerdegegner zu verpflichten, für die Zeit ab
September 2009 einen neuen Antrag einreichen zu lassen und die Ausrichtung von
Leistungen bis zur vollständigen Einreichung der verlangten Unterlagen vollumfänglich
einzustellen. Das Einreichen unvollständiger Angaben hätte Anlass gegeben, die
Kürzung von Leistungen anzudrohen und bei anhaltender Nichtbefolgung der Auflage
förmlich zu verfügen.
Weiter ist aus den Akten ersichtlich, dass das Sozialamt eine Leistungskürzung um 15
Prozent erstmals am 23. Dezember 2009 angedroht hat. Die Kürzung um 15 Prozent
wurde von der Vorinstanz im Grundsatz zu Recht als verhältnismässig qualifiziert,
zumal sie auf 12 Monate befristet wurde. Zutreffend hat allerdings die Vorinstanz
entschieden, dass im vorliegenden Fall die rückwirkend verfügten Kürzungen für den
Zeitraum April 2009 bis Januar 2010 nicht gerechtfertigt sind. Offen bleiben kann, ob
rückwirkende Kürzungen generell unzulässig sind. Vorliegend streitig sind ohnehin nur
die Kürzungen von September 2009 bis Ende Januar 2010.
Bei den am 1. September 2009 eingereichten Unterlagen fehlten aufgrund der
vorliegenden Akten die Bankauszüge; welche anderen Unterlagen fehlten, lässt sich
den Aktennotizen wie erwähnt nicht genau entnehmen. Aufgrund der Bankauszüge
wollte das Sozialamt offenbar feststellen, ob der Beschwerdegegner Einkünfte erzielte,
die er nicht deklarierte. Es lagen aber keine Anhaltspunkte vor, die mit hinreichender
Wahrscheinlichkeit zur Annahme berechtigten, der Beschwerdegegner erziele
Einkünfte, die es ihm gestatteten, den Lebensunterhalt vollumfänglich selbst zu
bestreiten. Daran ändert der Umstand nichts, dass er versuchte, mittels Internet-
Websites Einkünfte zu erzielen. Auch bildet der Umstand, dass der Beschwerdegegner
gewisse Termine nicht einhielt und sich mitunter längere Zeit nicht mehr beim
Sozialamt meldete, keinen hinreichenden Grund für die Annahme, die Hilfsbedürftigkeit
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sei nunmehr definitiv überwunden. Da ausserdem die Kürzungen für die Monate
September 2009 bis Januar 2010 frühestens am 23. Dezember 2009 angedroht
wurden, betrachtete die Vorinstanz die Kürzungen zu Recht als unzulässig.
Anders verhält es sich bei der Zahlung für Januar 2010. Aufgrund der Aktennotizen des
Sozialamtes wurde die Kürzung für Januar 2010 am selben Tag vorgenommen, an dem
sie dem Beschwerdegegner angedroht wurde (23. Dezember 2010). Die Androhung
bezweckte u.a., den Beschwerdegegner zur Einreichung der Unterlagen zu
veranlassen. Dazu hätte dem Beschwerdegegner aber ungeachtet seines bisherigen
Verhaltens Gelegenheit gegeben werden müssen, aufgrund der Androhung zu
reagieren. Dies war aber gar nicht möglich, wenn die Kürzung gleichzeitig mit der
Androhung vorgenommen wurde. Damit hat die Vorinstanz auch die Kürzung für
Januar 2010 zu Recht als unzulässig qualifiziert.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Beschwerdegegner hat einen Antrag auf Entschädigung gestellt. Er war im
Beschwerdeverfahren nicht anwaltlich vertreten. Daher ist ihm eine
Umtriebsentschädigung auszurichten (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Eine
Entschädigung von Fr. 100.-- ist angemessen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht