# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43925748-442b-4fa5-b985-65d9d804863e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985,
gelernte kaufmännische Angestellte mit Fähig
keitszeugnis (
Urk.
10/7/5,
Urk.
10/29/17)
,
arbeitete zuletzt vom
1.
Januar 2010 bis 30.
Juni 2011
bei der
Y._
als TV Media Assistentin (
Urk.
10/2
,
Urk.
10/19
).
Am 2
6
. J
uli 2011
meldete
die
Krankentag
geldver
siche
rung
der ehemaligen Arbeitgeberin von
X._
,
die Zürich
Versi
che
rungs
-Gesellschaft AG
,
die Versicherte
bei
der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis
darauf, dass
diese
zur Zeit
wegen psychischen Problemen in teilstationärer Behandlung sei,
zur Früh
er
fassung an (Urk.
10/2
,
Urk.
10/4
).
Nach durchge
führter Evaluation (vgl. Urk.
10
/5) erfolgte auf Auf
forde
rung der IV-Stelle vom
10
.
August 2011 (Urk. 10
/6) am
19
.
September
2011
die An
me
ldung zum Leistungsbezug (Urk. 10/7
).
Die
IV-Stelle täti
gt
e Abklärungen in beruflich-erwerblicher (
Urk.
10/9
,
Urk.
10/19, Urk. 10/24
,
Urk.
10/29
)
sowie
medi
zinischer (
Urk.
10/10-11
) Hinsicht
und führte eine Berufsberatung durch (
Urk.
10/32)
. Am 2
3.
April 2012 erteilte
s
ie
X._
Kostengut
sprache für ein Belastbarkeits
training bei der
Z._
vom
4.
Juni bis
2.
September 2012 (
Urk.
10/30).
Mit Verfügung vom
3.
Mai 2012 sprach die IV-Stelle
der Versicherten
für diesen Zeitraum ein
T
ag
geld
der Invalidenversicherung
von
Fr.
136.80
pro Tag zu
(Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
4.
Mai 2012 Beschwerde und beantragte sinngemäss
,
ihr In
validentaggeld
sei
für den Zeitraum von
4.
Juni bis
2.
September 2012
nach Massgabe eines Monatslohns von Fr. 5‘400.--
fest
zule
gen (
Urk.
1).
Gestützt auf
die Stellungnahme der Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber vom
4.
Juli 2012
beantragte die Beschwerdegegnerin
am
9.
Juli 2012
Ab
weisung der Beschwerde
(
Urk.
7, unter Beilage von
Urk.
8
[Stellung
nahme
vom
4.
Juli 2012
], Urk. 9 [
Auskunft der ehemaligen Arbeit
ge
berin der Besch
werde
führerin vom 2. Juli 2012]
und
Urk. 10/1-35 [IV-
Akten]). Mit Replik vom 28. Juli 2012 beantragte die Be
schwerdeführerin, das Taggeld sei
nach Mass
gabe
eine
s
Monatslohn
s
von Fr. 5‘200.-- zu berechnen (Urk. 13). Die Beschwerdegegnerin erklärte am 2
0.
August 2012 Verzicht auf Duplik
(
Urk.
17
und Urk. 18
), was der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom
22
.
August 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2
.
Strittig und zu prüfen ist die Höhe des von der Beschwerdegegnerin für die Zeit vom 4. Juni bis
2.
Septem
ber 2012 ausgerichteten Taggeld
s.
3
.
3
.1
Versicherte haben gemäss
Art.
22
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
während der Durchführung von Ein
gliederungs
massnahmen nach
Art.
8
Abs.
3 Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei aufeinander folgenden Tagen wegen der Massnahmen verhin
dert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu min
destens 50 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
) sind (
Abs.
1). Das Taggeld besteht aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten Anspruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern (
Abs.
2
).
3
.2
Die Grundentschädigung beträgt 80 % des Erwerbseinkommens, das durch die zuletzt ohne gesundheitliche Einschränkung ausgeübte Tätigkeit erzielt wurde (Art. 23 Abs. 1 IVG). Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkom
mens bil
det das durchschnittliche Einkommen, von dem Be
i
träge nach dem AHVG erho
ben werden (massgebendes Einkommen, Art. 23 Abs. 3 IVG). Das massgebende Einkommen wird auf den Tag ausgerech
net. Es wird ermittelt, indem der letzte ohne gesundheitliche Einschränkung er
zielte Monatslohn mit zwölf vervielfacht und dem ermittelten Jahreslohn ein allfälliger 13. Monatslohn hinzugerechnet wird. Der so ermittelte Jahresver
dienst wird durch 365 geteilt (Art. 21
bis
Abs. 3
lit
. a
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
).
3
.3
Hat die ver
sicherte Person
vor mehr als zwei Jahren zum letzten Mal eine Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Einschränkung
ausgeübt, so ist auf das Erwerbseinkommen abzustellen, das
sie durch die gleiche Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung
erzielt hätte (
Art.
21
Abs.
3 IVV).
Falls die von der versicherten Person zuletzt voll ausgeübte Tätigkeit nicht mehr als zwei Jahre zurückliegt, ist gemäss
Rz
. 3045 des
Kreisschreibens über die Taggelder der Invalidenversicherung (
KSTI
)
eine Anpassung des Erwerbsein
kommens an den neusten Stand vorzunehmen
,
wenn eine Änderung der Aus
gleichskasse bekannt ist (Anpassung von Amtes wegen) oder wenn die versi
cherte Person eine Änderung im Erwerbseinkommen nachweisen kann (Anpas
sung auf Gesuch der versicherten Person).
3
.
4
Verwal
tungsweisungen, wie das KSTI, r
ichten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall ange
passte und gerecht werdenden Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanw
endung zu gewähr
leisten, Rechn
ung getragen (Urteil des Bundesgerichts 9C_672/2008 vom 2
3.
Oktober 2008, E.
4.1
, mit weiteren Hinweisen).
4
.
Die Beschwerdeführerin war zuletzt vom 1. August 2010 bis 30. Juni 2011 bei der
Y._
angestellt (Urk. 10/19/1). Ihr letzter effektiver Arbeits
tag bei ihrer damaligen Arbeitgeberin war allerdings der
4.
Januar 2011 (Urk. 10/19/1).
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Beschwerdeführerin eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Dr.
med.
A._
, Allgemein
medi
zin FMH:
4.
bis 1
0.
Januar 2011 [
Urk.
10/19/10];
B._
,
C._
: 1
1.
bis 1
4.
Januar 2011 [
Urk.
10/19/11],
Dr.
med.
D._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH
: 14. Januar bis 18. Februar 2011
[
Urk.
10/19/9]
und 2
5.
März bis 3
1.
(richtig: 30.) Juni 2011 [
Urk.
10/19/7])
. W
egen verschiedener psychische
r
Gesund
heitsstörungen
befand sich die Beschwerdeführerin
vom 31. Mai bis 27. September 2011
in
teil
stationärer
Behandlung in der Tagesklinik
des
E._
und im Anschluss daran
bis
zum
24. Oktober 2011 in stationärer Behandlung in der
B._
(Bericht des
C._
vom
8.
Novem
ber 2011,
Urk.
10/10)
.
Bei ihrer ehe
maligen Arbeitgeberin bezog die Beschwer
de
führerin einen
Monatslohn von Fr.
4‘800.--, was einem
Jahreslohn von
Fr.
62‘400.-- (
Fr.
4‘800.-- x 13)
ents
prochen h
at
(Urk. 10/19/2-3).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie
hätte nach einem Einstiegslohn von
Fr.
4‘800.-- im ersten Dienstjahr einen Monats
lohn von
Fr.
5‘100.-- und
im
zweiten Dienstjahr einen solchen von
Fr.
5‘400.-- erzielt (
Urk.
1). Diese
s
Vor
bringen
finde
t
in
den Akten keine Stütze.
Die ehe
malige Arbeitgeberin der Beschwerde
führerin hält
vielmehr fest, dass
der Lohn
der Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
auch im Jahr 2012
monatlich Fr.
4‘800.-- betragen
hätte
(
Ziff.
2.11 des Fragebogens für
Arbeitgebende
, ausgefüllt am
3
0.
Januar 20
12, Urk. 10/19/3).
Dort wird
nicht erwähnt, dass der Beschwerdeführerin mehr Lohn ausbezahlt worden wäre.
Zudem ist d
em E-Mail
des
Chief Financial
Accountant
der
ehe
maligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin vom 2. Juli 2012
(Urk. 9)
zu entnehmen, dass deren Lohn nicht erhöht
wurde
, weil
die Löhne der Arbeitnehmer aufgrund einer Vor
gabe des Konzerns momentan „ein
gefroren“
seien
(„
Salary-Freeze
“)
. Aufgrund dieser Angaben ist
erstellt
, dass der Lohn der Beschwerdeführerin
nicht
erhöht worden wäre.
Die Beschwerdegegne
rin ist bei der Berechnung des Invalidentaggelds somit zu Recht von einem Monatslohn von
Fr.
4‘800.-- ausgegangen.
Bei einem
Monatslohn von Fr.
4‘8
00.--
resultiert ein Taggeldanspruch von
gerun
det
Fr. 136.
80
(Fr. 4‘8
00.-- x
13 :
365 = Fr. 1
70
.
95;
Fr.
170.95
x 0.8 =
Fr.
136.76
)
.
Demnach erweist sich d
ie angefochtene Verfügung vom
3.
Mai 2012 (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwer
de führt.
5
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Die Kosten sind auf Fr. 400.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der unter
le
genen Beschwerdeführerin aufzuerlegen.