# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9d05b98c-b204-5601-a7cf-3592e583bde2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war
seit dem 1
5.
März 2018 bei der
Z._
, Zürich, im Rahmen eines temporären Arbeitsverhältnisses als Bodenleger tätig gewesen
(Urk.
10/8/129
Ziff.
3
), als er am
2
2.
Juni
2018
an sei
nem Arbeitsplatz von einem Gerüst stürzte und sich dabei
Verletzungen im Bereich
seines Rückens zuzog (
Urk.
10/8/129
Ziff.
6)
. Am
1
5.
November 2018 meldete sich der Versicherte
bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk
10/7)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog beim Unfallversicherer die Akten betreffend den Unfall des Versicherten vom
2
2.
Juni
2018 (Urk.
10/8/1-129,
Urk.
10/13/1-23,
Urk.
10/20
) bei und ver
neinte
nach Erlass des Vorbescheids
(Urk.
10/33
)
mit Verfügung vom
7.
Juli 2020
(Urk.
10/34
= Urk. 2)
einen Anspruch des Versicherten auf Versicherungsleistun
gen.
2.
Gegen die Verfügung vom
7.
Juli 2020
(Urk. 2) erhob der Versi
cherte
am
7.
Sep
tember 2020
Be
schwerde (Urk. 1) und beantragte, diese sei auf
zuhe
ben und es sei
sein Gesundheitszustand ergänzend abzuklären; eventuell sei
ihm eine
befristete Rente
zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
November
2020 (Urk. 9
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
. Mit Verfügung vom 2
5.
November 2020 (
Urk.
11) wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort vom
9.
Novem
ber 2020 zugestellt und es wurde ihm antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgelt
liche Prozessführung gewährt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
tigen
, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person die invalidisieren
den Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit ver
mutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines ob
jektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Ar
beits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die An
spruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.6
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kons
tellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwi
schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anam
nese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhal
ten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag eine versicherte Gesundheitsschädigung
indes
nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psy
chische Störung zurückzuführen wäre (
Urteile des Bundesgerichts 8C_728/2017 vom 3
1.
August 2018 E. 3.2.2, 9C_154/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E. 4.3 und
9C_899/2014
vom 2
9.
J
uni 2015 E. 4.1 und E. 4.2.4).
Soweit Anzeichen
für Aus
schlussgründe beziehungsweise für eine Aggravation
neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung (BGE 127 V 294 E. 5a) auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen
(
BGE 141 V 281
E. 2.2.2)
.
Nach der Rechtsprechung liegt bei einer Aggravation, welche die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschreitet, und welche nicht auf eine verselbstständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen ist, keine versicherte Gesundheitsschädigung vor
, weshalb
sich sowohl
eine diagnos
tische Zuordnung
als auch
eine
indik
atorengeleitete
Überprüfung
des psychischen Leidens
erübrigt
.
Daran ändert nichts, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 entschieden hat, sämtliche psychischen Erkrankungen grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_728/2017 E. 3.2.2).
1.7
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 ist bei einer offensichtlich psychosozialen Genese der nicht überwiegend wahr
scheinlich verselbständigten psychischen Beschwerden entbehrlich (Urteile des Bundesgerichts 9C_171/2020 vom 12. Mai 2020 E. 5.2, 9C_32/2018 vom 26. März 2018 E. 2.3 und 9C_755/2018 vom 9. Mai 2019 E. 4.2.6).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
7.
Juli 2020
(Urk. 2) davon aus, dass
nach
dem Unfallereignis vom 2
2.
Juni 2018 vorerst eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden habe, dass nach
Ablauf des Wartejahres
eine solche
von 50
%
bestanden habe (S. 1), und dass nach einer zumutbaren schrittweisen Steigerung des Arbeitspensums ab Anfang 2020 von einer unein
geschränkten Arbeitsfähigkeit in Bezug auf angepasste Tätigkei
ten auszugehen sei, weshalb ein
langandauernder Gesundheitsschaden zu verneinen sei (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor (Urk. 1), dass
weder
die Zumutbarkeit einer Erhöhung des Arbeitspensum
s
beziehungsweise der Arbeitsfähigkeit von 50
% auf 100
%
ab Beginn des Jahres 2020 überprüft worden sei,
noch
dass ihm
im Hinblick auf die Durchführung einer regelmässigen psychiatrischen und psy
chotherapeutischen Behandlung eine Schadenminderungspflicht auferlegt wor
den sei (S. 6). Zudem sei selbst dann, wenn der Beurteilung der Beschwerdegeg
nerin, wonach nach Ablauf des Wartejahres im Juni 2019 bis Ende des Jahres 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden habe, zu folgen sei,
zumindest
von einem Anspruch auf eine befristete Rente für diesen Zeitraum auszugehen
(S.
7).
3.
3.1
Im Folgenden gilt es vorerst die für die Beurteilung
des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers
massgeblichen me
dizinischen Akten zu prüfen.
3.2
Die Ärzte des
A._
diagnostizierten mit Bericht vom 2
8.
Juni 2018 (
Urk.
10/8/109) ein akutes
Lumbovertebralsyndrom
und erwähn
ten, dass der Beschwerdeführer am 2
2.
Juni 2018 an seinem Arbeitsplatz von einem Baugerüst aus einer Hö
he von ungefähr einem Meter auf den Rücken gestürzt sei. An
schliessend
habe er
unter Schmerzen lumbal gelitten und weiter
gearbeitet.
In der Folge
habe er am 2
8.
Juni 2018 mit einer anderen Person eine Last von einem
Gewicht von 80 Kilogramm angehoben und dabei erneut unter plötzlich einschiessenden Schmerzen lumbal gelitten.
3.3
Die Ärzte des
B._
erwähnten im MRI-Bericht vom
7.
Juli 2018 (
Urk.
10/8/113), dass eine gleichentags durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) des Beschwer
deführers
eine kleine
flache
mediane
Di
skushernie L1/2,
ohne Tangierung der neuralen Strukturen,
ohne
eine frische traumatische
ossäre
Läsion der LWS
und
ohne
lumbale
Nervenwurzelaffektion ergeben habe.
3.4
Die Ärzte der
C._
stellten in ihrem Bericht vom
5.
September
2018 (Urk. 10/8/
82-84
) die folgende
n
Diagnose
n
(S. 1):
-
po
sttraumatisches
thorakolumbales
,
myofasziales
und möglicherweise
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Symptomausweitung
und
mit funktionellen Paresen mit/bei:
-
klinisch ohne
myelo-radikuläre
Reizzeichen
-
keine Neurokompression (MRI der LWS vom
7.
Juli 2018)
-
kein Hinweis für Fraktur oder spinale Kompression (MRI des Schädels und der spinalen Achse vom 2
4.
August 2018)
Die Ärzte
führten aus, dass eine Symptomausweitung mit funktionellen Paresen und Sensibilitätsstörung bestehe (S. 2). Ther
a
peuti
sch sei eine Fortsetzung der Ph
y
s
iotherapie bei
myofaszialem
Syndrom und funktioneller Gangstörung
sowie eine
psychosomatische stationäre Therapie angezeigt (S. 3).
3.5
Mit Bericht vom 1
0.
Januar 2019 (
Urk.
10/13
/15-17) führten die Ärzte der
C._
aus, dass sich in der klinischen Untersuchung weiterhin fluktu
ierende Paresen gezeigt hätten, dass motorische evozierte Potentiale einen Nor
malbefund, und dass eine elektromyographische Untersuchung keinen Hinweis für eine
Myopathie
ergeben hätten. Therapeutisch sei die Wiederaufnahme der Physio- und Psychotherapie angezeigt. Die Ursachen der subjektiven Urin- und Stuhlinkontine
n
z seien neurologisch nicht zuzuordnen, wobei davon auszugehen, dass es sich dabei um eine Ausprägung einer funktionellen Störung handle (S. 3).
3.6
In ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2019 (
Urk.
10/13/4-9)
erwähnten die Ärzte des
D._
, dass der Beschwerdeführer vom 2
1.
Oktober bis 2
9.
November 2018 hospitalisiert gewesen sei, und stellten die folgenden Diag
nosen (S. 1):
-
p
osttraumatisches
thorakolumbales
myofasziales
und möglicherweise
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Symptomausweitung mit funktionellen Pare
sen
-
d
issoziative Bewegungsstörung im Sinne der Symptomerweiterung bei
:
-
starken Rückenschmerzen seit dem Unfall vom 2
2.
Juni
2018
-
traumatischen Erlebnissen in der Kindheit
-
a
namnestisch Gesichtsschmerz beidseits Mittelgesicht
-
m
yofasziales
Syndrom
-
Verdacht auf
Hämorrhoidalleiden mit Obstipation
Die Ärzte führten aus, dass der Beschwerdeführer
unter
quälenden Rücken
schmerzen ohne wesentliches Ansprechen auf Analgetika
leide. Bei der
funktio
nelle
n
Gang- und Sensibilitätsstörung
handle es sich
mangels physischer Korre
late und aufgrund mehrfach beobachteter ausgeprägter Fluktuation der Intensität seiner Ausfälle vor dem Hintergrund einer traumatisierenden Biografie
um eine dissoziative Bewegungsstörung. Es sei zu vermuten, dass
es infolge des
Sturz
es mit
Schmerzen
und
Hilflosigkeit unterbewusst
vor dem Hintergrund in der Ver
gangenheit erlebter
Hilflosigkeit
und Traumatisierung zu einer Manifestation
als Lähmung mit Se
nsibilit
ä
tsverlust
gekommen sei
.
Der Beschwerdeführer
verfüg
e indes
über einen ausgesprochen starken Willen,
könne
sich sehr gut für sich selbst
und seine Interessen einsetzen und habe
zahlreiche Ressourcen, was den Verlauf de
utlich positiv beeinflussen könne
.
Dem Beschwerdeführer sei
ein
Rezept
für
einen Rollstuhl und eine Bescheinigung, dass er aus medizinischem Grund eine ro
llstuhlfähige Wohnung benötige, ausgestellt worden (S. 5).
3.7
Die Ärzte der
E._
erwähnten im Aus
trittsbericht vom 2
2.
März 2019
(
Urk.
10/29/16-23), dass der Beschwerdeführer vom 2
3.
Januar bis
4.
März 2019 hospitalisiert gewesen sei, und stellten die fol
genden Diagnosen (S. 1):
Behandlungsdiagnosen:
-
artifizielle Störung (ICD-10
F68.1
) im Sinne eines absichtlichen
Vortäu
schen
s
von kör
perlichen oder psychischen Symp
tomen oder Behinderun
gen
mit/bei:
-
Immobilität in den Bei
nen
-
Inanspruchnahme eines Rollstuhls
-
m
ittelgradige depressive Episode
(ICD-10
F33.1
)
-
Rückenschmerzen
(ICD-10
M54.99
)
-
Mobilitätseinschränkung
(ICD-10
R26.3
)
-
Verdacht auf eine d
issoziative Bewegungsstörung
(ICD-10
F44.3
)
im Sinne einer Symptomerweiterung bei starken Rückenschmerzen seit dem Unfall
vom 2
2.
Juni
2018
bei:
-
traumatischen Erlebnisse in der Kindheit
Nebendiagnosen
:
-
s
chädlicher Gebrauch von nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen: Analgetika
(ICD-10
F55.2
)
-
p
osttraumatisches
,
thora
ko
lumbales
,
myofasziales
und möglicherweise
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Symptomauswei
tung mit funktionellen Paresen
Die Ärzte
führten aus, dass sich die depressive
Symptomatik im
Verlauf
des Auf
enthaltes stabilisiert habe. Da der Beschwerdeführer
auf Unterstützung bei
d
er Wiederherstellung seiner Im
mobilität regredierend reagiert habe
,
sei
ein Fokus auf Akzeptanz u
nd Strategien der Selbstwirksam
keit gelegt
worden
.
Im
Fami
liengespräch
hätten sich
aufrechterhaltende
(psychosoziale)
Faktoren
gezeigt.
Während des Aufenthaltes
hätten
sich wiederholt Anzeichen dafür
gezeigt
, dass
d
er Beschwerdeführer
keine vollständige Immobilität - wie von ihm angegeben - aufweis
e.
Oftmals
sei
sein
Rollstuhl
in seinem
Zimmer aufgefunden
worden
, wäh
rend
er
im Bad
ezimmer
gewesen sei.
Am letzten Tag
seines
stationären Aufent
haltes
habe sodann
vom Pflegeteam beobachtet werden
können
,
wie
er
in seinem Einzelzimmer ohne augenscheinliche Einschränkungen
herumgegangen sei und die Vorhänge zugezogen habe
.
Beim Beschwerdeführer
l
iege
deshalb
eine a
rtifi
zielle Störung mit absichtlichem Vortäuschen körperlicher oder psychischer Symptome oder Behinderungen vor
. Aus diesem Grunde habe sich der Beschwer
deführer
im Rollstuh
l sitzend präsentiert
. Auf
G
rund
einer regre
dierenden Reak
tion
habe jedoch
auf eine Konfrontation
mit diesen Beobachtungen
verzichtet
we
rden
müssen
.
Da die depressive Symptomatik im stationären Rahmen
regre
dient
gewesen sei,
habe
bei Klinikaustritt aus psychiatrischer Sicht eine Arbeits
fähigkeit
im Umfang
von 80
%
bestanden
(S. 6).
3.8
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
G._
, erwähnte im Bericht vom 1
6.
Juli 2019 (
Urk.
10/29/9-11), dass er vom Beschwerdeführer während zweier Vorgespräche
am
2
4.
und
am
2
7.
Juni 2019 konsultiert worden sei, und stellte die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
post
t
raumatische Belastungsstörung
-
soziale Phobie
Dr.
F._
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem
U
n
fall (vom 2
2.
Juni 2018)
a
n seinem
ganzen Körper unter Schmerzen
leide. Zudem leide er unter
Angstzustände
n
und
Zukunftsängste
n und
habe
sich
sozial zurückgezogen. Seit
dem Jahre
2018
benütze er einen Rollstuhl
und leide unter
Depressionen und Hoffnungslosigkeit, Perspektivenlosigkeit
,
negative
r Selbstwahrnehmung und
Kraftlosigkeit
(S. 1)
.
Die Störung habe Krankheitswert. Es habe seit
dem Jahre 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
(S. 2).
3.9
In ihrem Bericht vom
6.
März 2020 (
Urk.
10/31)
führten
die Ärzte der
E._
aus
, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 2
3.
Januar bis
4.
März 2019 stationär behandelt worden sei (
Ziff.
1.1
)
,
und dass
während des
Klinika
ufenthalts in diag
nostischer Hinsicht die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode
erfüllt
gewesen seien
.
Symptomatisch seien eine verminderte
Freudfä
higkeit
, eine
Inte
ressensverminde
rung,
eine
Antriebsminderung, Gedankenkreisen,
eine verstärkte
Reizbarkei
t, Durchschlafstörungen und pas
sive
lebensmüde Gedanken
festzustel
len gewesen
.
Im
Behandlungsverlauf
sei
bezüglich der Beinimmobilität
eine arti
fizielle Störung
diagnostiziert worden
und es habe
im Verlauf ein ursprünglich
differentialdiagnostisch
in Betracht gezogener Verdacht
auf eine dissoziative
Bewegungsstörung
ausgeschlossen werden können
. Die diagnostische Einschät
zung
(als artifizielle Störung)
sei
auf Grund
der
vom Beschwerdeführer
präsen
tierten
und
subjektiv wa
hrgenommenen Rollstuhlbedürftig
keit
bei
fehlenden somatischen Korrelaten für eine solche Mobilitätseinschränkung
(
in den medizi
nischen Vorbefunden
)
erfolgt
. Zudem
hätte
n
sich im
stationären Setting durch Beobachtung
en
des Pflegepersonals Hinweise auf
eine
Gangfähigkeit
des Beschwerdeführers
gezeigt
(
Ziff.
2.4)
.
Bei Klinikaustritt habe eine
eingeschränkt
e
Arbeitsfähigkeit bestanden.
Auf Grund der Mobilitätsein
schränkung sei dem Beschwerdeführer die Ausübung
seiner
bisherigen Tätigkeit als Parkettleger nicht zuzumuten
gewesen
(
Ziff.
4.1) und es sei ihm
die Ausübung einer
angepasste
n Tätigkeit empfohlen
worden. A
uf Grund einer
eingeschränkten Belastbarkeit
und einer b
ei
Klinika
ustritt nur teilweise remittierten depressiven Episode
sei
ein
Ein
stieg
in den Arbeitsprozess
im Umfang eines tiefen
Pensum
angezeigt
gewesen
(
Ziff.
2.7)
.
Dem
Beschwerdeführer
sei
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von zwei bis 3 Stunden im Tag, bei
einer tiefen
Belastung, zuzumuten
gewesen
(
Ziff.
4.2)
.
3.10
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in ihrer
auf Grund der Akten
erfolgten
Stellungnahme vom
1
4.
April
2020
(
Urk.
10/32/3-5)
aus, dass der Beschwerdeführer auf Grund seines Rückenleidens die
bisherige
Tätigkeit als Parkettleger nicht mehr ausführen könne
. Dies
bezüglich
habe
seit Juni 2018
eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Auch in Bezug auf angepasste Tätigkeiten sei für die Zeit vom Juni 2018 bis März 2019 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab
März
beziehungsweise
ab Juni 2019 sei dem Beschwerdeführer
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten
gewesen
. I
m weiteren
Verlauf
sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach einer Zeit von sechs Monaten
beziehungsweise ab Anfang 2020
wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit
in einer
angepassten Tätigkeit
habe
erreichen
können
(S. 2
).
Durch eine regelmässige integrative psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung
sei i
nnerhalb von
sechs
Monaten eine
Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80
%
bis 100
%
in einer angepassten Tätigkeit
zu erreichen
gewesen
(S. 3)
.
3.11
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, RAD, stellte in seiner Stellungnahme vom 2
2.
April 2020 (
Urk.
10/32/5) fest, dass auf Grund der medizinischen Akten
eine somatische Gesundheitsstörung, welche eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit respektive des Lei
stungsspektrums begründen
könnte
, nicht ausgewiesen sei.
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist in somatischer Hinsicht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 2
2.
Juni
2018 unter einem
tho
rakolumbalen
,
myofaszialen
und
allenfalls
lumbospondylogenen
Schmerzsyn
drom
mit
einer kleinen Diskushernie L1/2
(vorstehend E.
3.3
), jedoch
ohne Tan
gierung der neuralen Strukturen
,
ohne
myelo-radikuläre
Reizzeichen, ohne Neu
rokompression und ohne Hinweise für Fraktur oder spinale Kompression
(vorste
hend E.
3.4
)
litt
.
Die Ärzte der
C._
stellten
am
5.
September 2018 (
vorstehend E.
3.4
) eine Symptomausweitung mit funktionellen Paresen und
einer
Sensibilitätsstörung
fest und gingen in ihrer Beurteilung
vom 1
0.
Januar 2019 (
vorstehend E.
3.5
)
davon aus, dass sowohl eine Untersuchung der motorisch
evo
zierte
n
Potentiale
als auch e
ine elektromyographische Untersuchung
einen Nor
malbefund ergeben hätten.
Demnach sind
in somatischer Hinsicht
gemäss den erwähnten Beurteilungen der
beteiligten Ärzte
funktionelle Einschränkungen mit Auswirkung auf die berufliche Tätigkeit
nicht erstellt und es ist
eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen nicht zu objektivieren.
D
ie Beurteilung durch die Ärzte der
C._
vom
5.
September 2018 erfüllt die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage vorausgesetzten Kriterien. Diese Beurteilung, welche in somati
scher Hinsicht mit den Beurteilungen durch die Ärzte der
D._
vom 2
6.
Februar 2019 (vorstehend E. 3.5) und denjenigen durch
Dr.
I._
vom 2
2.
April 2020 (vorstehend E. 3.11) übereinstimmt, vermag sodann auch in inhaltlicher Hinsicht zu überzeugen. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass es sich bei den funktionellen Paresen, Gang- und Sensibilitätsstörung um ein funk
tionelles und mithin psychogenes Leiden, ohne physische Korrelate, handle.
4.2
4.2.1
Auch die Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 2
2.
April 2020 (
vorstehend E. 3.11
)
erfüllt insoweit die nach der Rechtsprechung für eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.8). Denn als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsap
parates verfügte er über eine für die Beurteilung der somatischen Komponente des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers angezeigte medizinische Wei
terbildung. Dabei schadet nicht, dass es sich um ein Akten
gutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Be
richte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste beweiskräftig sein können,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bun
desgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist bei der Beurteilung durch
Dr.
I._
der Fall. Einer Aktenbeurteilung stand daher nichts entgegen.
4.
2
.2
In Bezug auf die Beurteilung durch den RAD-Arzt Dr.
I._
gilt es indes zu beachten, dass es nach der Rechtsprechung zwar zulässig ist, im Wesentlichen oder einzig auf ver
sicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen, dass in solchen Fällen an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen sind, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 122 V 157 E. 1d; Urteil des Bundesge
richts 8C_230/2019 vom 2. Juli 2019 E. 3.2). Solche Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Dr.
I._
sind vorliegend indes nicht ersichtlich. Vielmehr vermag die Beurteilung durch Dr.
I._
, welche weit
gehend mit derjenigen durch die Ärzte der
C._
übereinstimmt, zu überzeugen, sodass darauf in somatischer Hinsicht abgestellt werden kann.
4.
2
.3
Gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 2
2.
April 2020 (
vorstehend E. 3.11
)
ist in somatischer Hinsicht daher davon auszugehen, dass
eine
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erheblich beeinträchtigende
somatische Gesundheitsstörung
nicht ausgewiesen war.
Somit ist aus rein soma
tischen Gründen auch die angestammte Tätigkeit weiterhin zumutbar.
4.
3
In psychischer Hinsicht gingen die
Ärzte des
D._
in ihrem Bericht vom
2
6.
Februar 2019
(vorstehend E.
3.6
) davon aus, dass der Beschwerdeführer neben einem
thorakolumbalen
,
myofaszialen
und m
öglicher
weise
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom mit Symptomausweitung
und
funktionellen Pare
sen
unter einer
d
issoziative
n
Bewegungsstörung
leide
. Sie
stellten
hingegen
einen ausgesprochen starken Willen
fest
,
und
wiesen darauf hin
, dass der Beschwerdeführer über
zahlreiche Ressourcen
verfüge. Demgegen
über
stellten
die Ärzte der
E._
im Austrittsbericht vom 2
2.
März 2019 (
vorste
hend E.
3.7
)
neben einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
eine
artifizielle Stö
rung im Sinne eines absichtlichen
Vortäuschen
s
von kör
perlichen oder psychi
schen Symp
tomen oder Behinderungen
fest
. In ihrem Bericht
vom
6.
März 2020
(vorstehend E.
3.9
) präzisierten die Ärzte der
E._
sodann, dass
sie
vorerst
diffe
rent
ialdiagnostisch im Sinne einer
Verdachtsdiagnose
eine
dissoziative Bewe
gungsstörung im Sinne einer Symptomerweiterung bei starken Rückenschmerzen
und
bei traumatischen Erlebnissen in der Kindheit
in Betracht gezogen hätten, dass
sie
diese Verdachtsdiagnose im Behandlungsverlauf indes ausgeschlossen
hätten
.
Die Diagnose einer artifiziellen Störung
sei
erfolgt, weil der Beschwerde
führer sich in einem Rollstuhl präsentiert habe und eine Rollstuhlbedürftigkeit kundgetan habe, obwohl es an
somatischen Korrelaten für eine solche Mobilitäts
einschränkung
gefehlt habe. Zudem
sei
während des stationären Aufenthalts
mehrmals zu beobachten gewesen, dass der Beschwerdeführer, als
er sich
unbeo
bachtet gewähnt habe,
gangfähig gewesen sei
.
Davon abweichend ging
Dr.
F._
in seinem
Bericht vom 1
6.
Juli 2019 (
vorstehend E.
3.8
) in diagnostischer Hinsicht von einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, ge
genwärtig mittelgradige
n
Epi
sode, einer
post
t
raumatisch
en
Belastungsstörung
und einer
soziale
n
Phobie
aus.
4.
4
In psychischer Hinsicht
erfüllen die Beurteilungen durch die Ärzte der
E._
vom 2
2.
März 2019 (vorstehend E.
3.7
) und
vom
6.
März 2020
(vorstehend E.
3.9
) grundsätzlich
die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.8
). Denn als
Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
verfügte
n
sie
über eine für die Beurteilung der
psychischen
Komponente des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers angezeigte medizinische Weiterbildung
. In inhaltlicher Hin
sicht vermag sodann zu überzeugen, dass die Ärzte der
E._
von einer
mittelgra
dige
n
depressive
n
Episode
sowie
von
einer artifiziellen Störung im Sinne eines absichtlichen
Vortäuschen
s
von kör
perlichen oder psychischen Symp
tomen oder Behinderungen
ausgingen. Denn sie legten dar, dass
der
Beschwerdeführer
,
als er sich unbeobachtet
wähnte
, mehrmals als gangfähig zu beobachten
war
,
und dass
die Diagnose einer artifiziellen Störung zu stellen sei,
weil
der Beschwerdeführer
sich
in einem Rollstuhl präsentiert habe und eine Rollstuhlbedürftigkeit kundge
tan habe, obwohl es
ihm
an somatischen
Befunden
für eine solche Mobilitätsein
schränkung gefehlt habe.
Die Ärzte hielten zeitnah fest, dass aufgrund der
regre
dienten
depressiven Symptomatik bei Klinikaustritt eine Arbeitsfä
higkeit von 80
%
bestanden habe. Da gemäss Bericht vom
6.
März 2020 (vgl. vorstehend
E.
3.9) die letzte Kontrolle am Austrittstag, nämlich dem
4.
März 2019, stattgefun
den hatte (vgl.
Urk.
10/31
Ziff.
1.1), ist nicht nachvollziehbar, weshalb dem Beschwerdeführer gemäss Auffassung der
E._
-Fachpersonen gemäss ihrem ein Jahr später ohne erneute Kontrolle verfassten Bericht vom
6.
März 2020 ein
Ein
stieg
in den Arbeitsprozess lediglich im Umfang eines
niedrige
n
Pensum
s, auf Grund der Mobilitätsein
schränkung die Ausübung der Tätigkeit als Parkettleger nicht mehr und die Ausübung einer angepassten Tätigkeit lediglich in einem Umfang von zwei bis 3 Stunden im Tag zuzumuten sei (vgl. vorstehend E. 3.9). Dem zeitnah zum Klinikaustritt erstellten Bericht vom 2
2.
März 2019 kommt des
halb höherer Beweiswert zu. Wie es sich damit verhält, kann jedoch
offen bleiben
, da die geschilderten psychischen Beschwerden keine versicherte Gesundheits
schädigung darstellen (dazu nachfolgend E. 5).
4.
5
Die
Ärzte des
D._
diagnostizierten
in ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2019 (vorstehend E. 3.5)
eine d
issoziative Bewegungsstörung im Sinne der Symptomerweiterung
bei s
tarken Rückenschmerzen
und bei
traumati
schen Erlebnissen in der Kindheit
und ste
llten dem Beschwerdeführer ein
Rezept
für
einen Rollstuhl
aus, ohne diese Beurteilung in diagnostischer Hinsicht nach
vollziehbar zu begründen. Sodann hatten
die Ärzte des
D._
offensichtlich keine Kenntnis davon, dass der Beschwerdeführer, welcher während seines stationären Aufenthalts in der
E._
als gangfähig zu beobachten war, über eine Gangfähigkeit verfügte. Aus diesem Grunde fehlt es der Beurtei
lung durch die
Ärzte
des
D._
an einer nachvollziehba
ren Begründung für die postulierte Mobilitätseinschränkung aus somatischen Gründen.
Auf deren Bericht kann
daher nicht abgestellt werden.
4.
6
Nicht zu überzeugen vermag sodann die Beurteilung durch
Dr.
F._
vom 1
6.
Juli 2019 (vorstehend E.
3.8
). Denn es ist davon auszugehen, dass dieser einerseits keine Kenntnis der psychiatrischen
Vorakten
, insbesondere
d
es Austrittsberichts der
Ärzte der
E._
vom 2
2.
März 2019, hatte.
Andererseits
vermag seine Beurtei
lung
i
n
inhaltlicher
Hinsicht nicht zu überzeugen
, i
nsbesondere
da er
in diagnos
tischer Hinsicht eine posttraumatische Belastungsstörung
postulierte, ohne dass er diese Diagnose in nachvollziehbarer Weise begründet hätte. Denn gemäss den
klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheits
organisation, ICD-10 Kapitel V (vgl.
Dil
ling
/
Mom
-
bour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V, Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl., Bern 2015)
wird für eine
posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenarti
gem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde,
vorausgesetzt. Typische Merkmale stellen
das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träu
men oder Albträumen dar, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und e
motionaler Stumpfheit auftreten, sowie
Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinne
rungen an das Trauma wachrufen könnten
, dar
.
Der Beurteilung durch
Dr.
F._
lässt sich indes nicht entnehmen, welches Ereignis
aussergewöhnlicher Bedro
h
ung oder katastrophenartigen Ausmasses der Beschwerdefü
hrer erlitten hätte und welche
typischen Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung vor
gelegen hätten. Des Weiteren fehlt es der Beurteilung durch
Dr.
F._
an einer nachvollziehbaren Begründung der dem Beschwerdeführer aus psychischen Gründen attestierten Arbeitsunfähigkeit
i
m Umfang von 100
%
sei
t
dem Jahre 201
8.
4.
7
Gestützt auf die in diagnostischer Hinsicht nachvollziehbare und überzeugende Beurteilung der psychischen Komponente des Beschwerdebildes durch die Ärzte der
E._
vom 2
2.
März 2019 (vorstehend E.
3.8
) und die in diagnostischer Hin
sicht damit übereinstimmende Beurteilung durch
Dr.
H._
vom 1
4.
April 2020 (vorstehend E.
3.10
) ist daher davon auszugehen, dass der B
eschwerdefüh
rer, welcher sich
als nicht gangfähig und rollstuhlbedürftig
ausgab, obwohl es
ihm
an somatischen
Befunden
für eine solche Mobilitätseinschränkung
fehlte, und obwohl er während seines Aufenthalts in der
E._
verschiedentlich als gang
fähig hatte beobachtet werden können, in psychischer Hinsicht unter einer arti
fiziellen Störung
im Sinne eines absichtlichen Vortäuschens von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen
sowie unter einer m
ittelgra
digen depressiven Episode
litt.
5.
5.1
In Würdigung der erwähnten medizinischen Aktenlage steht
daher
fest, dass beim Beschwerdeführer nicht lediglich ein
verdeutlichendes Verhalten
, sondern eine erhebliche bewusstseinsnahe Aggravation im Sinne eines
absichtlichen Vortäu
s
chens von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen
im
Rahmen einer artifiziellen Störung vorlag, und dass eine erhebliche Aggravati
onsproblematik eindeutig im Vordergrund stand. Gestützt auf die erwähnte nach
vollziehbare und einleuchtende Beurteilung durch die Ärzte der
E._
ist vorlie
gend daher von einer
erheblichen
Aggravation
an der Grenze zu einer eigentli
chen Simulation
auszugehen
. Die
Grenzen eines bloss verdeutlichenden Ver
hal
tens sind
daher klar überschritten.
5.2
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht
- entgegen der diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 2) -
für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5.3
Gemäss den Beurteilungen durch die Ärzte der
E._
ist
es in Bezug auf die depressive Symptomatik im Verlauf des Klinikaufenthalts zu einer Stabilisierung gekommen und die depressive Episode sei bei Klinikaustritt
regredient
gewesen.
Sodann habe
der Beschwerdeführer
auf Unterstützung bei
d
er Wiederherstellung seiner Im
mobilität regredierend reagiert
,
weshalb auf eine Konfrontation mit der festgestellten Geh
fähigkeit verzichtet worden sei. Zudem wurden
psychosoziale
, (die Beschwerden) aufrechterhaltende
Faktoren
festgestellt.
Diese Umstände las
sen
insgesamt
darauf schliessen, dass
ein bewusstseinsnahes Verhalten im Sinne einer
ar
tifizielle
n
Störung eindeutig im Vordergrund stand, und dass
es sich bei der
bei Austritt
remittierte
n
mittelgradige
n
depressive
n
Störung nicht um eine
davon losgelöste v
erselbständigte Gesundheitsschädigung
h
andelt
(
vgl.
vorste
hend E.
1.6
). Vielmehr erscheint die depressive Störung
als
ein
eng mit
der arti
fiziellen Störung
verbundenes Leiden und nicht um eine davon
losgelöste bezie
hungsweise verselbstständigte psychische Gesundheitsbeeinträchtigung.
An
einer erheblichen Aggravation
ist daher nicht zu zweifeln
. Aus diesem Grunde sowie auf Grund d
er festgestellten
Inkonsistenzen
ist
ein erhebliches krankheitsmässi
ges Geschehen nicht
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
erstellt (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_659/2017 vom 2
0.
September 2018 E. 4.4).
5.4
In Würdigung der gesamten Umstände ist daher weder
darauf
zu
schliessen, dass die
erhebliche
Aggravation auf eine verselbstständigte, krankheitswertige psychi
sche Störung zurückzuführen wäre
, noch, dass neben der Aggravation eine
aus
gewiesene verselbständigte
, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende
psychische
Gesundheitsschädigung
bestünde, deren Auswirkungen
im Umfang der Aggrava
tion zu bereinigen
wären (vorstehend E.
1.6
). Vielmehr ist davon auszugehen,
dass die artifizielle Störung
beziehungsweise
die Aggravation
eindeutig im Vor
dergrund stand,
ohne dass
sie ihrerseits
auf eine verselbstständigte, krankheits
wertige psychische Störung zurückzuführen wäre.
6.
Nach Gesagtem steht daher fest, dass
die Leistungseinschränkung
des Beschwer
deführers
auf Aggravation oder eine
r ähnlichen Erscheinung beruht.
Damit liegt keine versiche
rte Gesundheitsschädigung vor (
BGE 141 V 281 E. 2.2.1
;
Urteil des Bundesgerichts
9C_154/2016 E. 4.3
)
und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_492/
2014 vom
3.
Juni 2015 E. 2.2.2). Da, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.6
), an dieser Rechtslage nichts ändert, dass
das Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 entschieden hat, sämtliche psychischen Erkrankungen grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
,
erübrigt sich
vorliegend
eine
indikatorengeleitete
Überprü
fung des psychischen Leidens
des Beschwerdeführers
(
vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_728/2017 vom 3
1.
August 2018 E. 3.2.2)
.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss de
m Beschwerdeführer aufzuerlegen
, zufolge Gewährung der un
entgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse
zu neh
men.