# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e54af02-b56d-4f90-bca5-458108188170
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügungen vom
3. August 2007
(Urk. 11/23) und vom 20.
Oktober 2010
(Urk. 11/
75)
verneinte die
Sozialversicherung
sanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den
Anspruch
von
X._
, geboren
1967,
auf eine Invalidenrente. Die jeweils dagegen
erhobenen
Beschwerden hiess das hie
sige Gericht mit
Urteilen vom 29.
Januar 2009 (Urk.
11/41) und vom
22.
Mär
z
2011
(Urk. 11/
81
)
in dem Sinne gut, als es
die Sache zu ergänzenden Abklärun
gen
an
die Beschwerdegegnerin zurückwies.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
11/95,
Urk.
11/99)
sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 27. Dezember 2012
mit Wirkung ab 1.
November 2011 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
zu
(zuzüglich Kin
derrenten für ihre drei Kinder;
Urk.
2).
2.
Dagegen lässt die Versicherte,
vertreten
durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
.
Largier
, hierorts mit Eingabe vom 31. Januar 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr in Aufhebung der Verfügung vom
27.
Dezember 2012
rückwirkend ab 1.
Oktober 2007 eine angemessene
Invalidenrente zuz
u
sprechen und auszurich
ten (1.) sowie die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsan
walt
Dr.
Largier
als unentgeltlichen
Rechtsvertreter zu bestellen (2.), unter Kos
ten- und Entschädigungsfolgen zulast
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
1
S. 2
)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 24.
April 2013 beantragte die IV-Stelle die
Rück
weisung
der Sache an sie
zur
Vornahme
von
weitere
n
Abkl
ärungen (Urk.
10). Dazu
liess
die Versicherte
am 16.
Mai 2013
in dem Sinne Stellung
nehmen
, als sie ausführte, g
estützt auf die vorhandenen Akten sei von einer vollen Erwerbs
unfähigkeit ab 1. Oktober 2007 auszugehen; eventualiter sei für die Bemessung der Arbeitsfäh
igkeit ab
Oktober 2006 ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Für den Sachverhalt i
m Einzelnen sowie die vorliegend massgeblichen rechtli
chen Bestimmungen wird auf die Urteile des hiesigen Gerichts vom 29. Janua
r 2009 (Urk. 11/41) und vom 22.
Mär
z
2011 (Urk.
11/
81
) verwiesen.
2.
2.1
Es ist zwischen den Parteien unstreitig, dass die Versicherte an einer Lungen
krankheit leidet und
dass sie in
ihre
r
zuletzt bis im Januar 2006
teilzeitlich
aus
geübte
n
Tätigkeit als Mitarbeiterin im Hausdienst/Reinigung nicht mehr arbeitsfähig
ist
.
Streitig ist hingegen die
Resta
rbeitsfähigkeit in einer
Verweis
tätigkeit
.
N
achdem sich aufgrund der eingeholten medizinischen Unterlagen (Berichte
des behandelnden
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Pneumologi
e
,
vom 30.
März 2007 und vom 12.
Juli 2007
sowie
der Klinik für Pneumol
o
g
i
e
des
Z._
vom 2
.
Mai 2007 und 31.
Oktober 2007
; vgl. E. 3 des Urteils vom 29. Januar 2009
)
die
A
rbeitsfähig
k
e
it in einer Ver
weistätigkeit
nicht
zuverlässig
hatte
feststellen lassen und bei der
teilerwerbstä
tigen
Versicherten keine
Haushalt
abklärung
vorgenommen
worden
war
,
hiess das hiesige
Gericht eine gegen die (erste) anspruchsverneinend
e
Verfügung vom
3. August 2007
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 29. Januar 2009 in dem Sinne gut, als es
die Sache
zu ergänzenden Abklärungen
an die Ver
waltung zurück
wies
(Urk.
11/41
).
2.2
Die IV
-
Stelle holte i
n der Folge
bei der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
des
Z._
ein
Gutachten ein (
Gutachten vom 8. Juli 2009; Urk.
11/50
)
und führte
zwei
Abklärung
en
der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit im Haushalt durch
(
Abklärungsbericht vom 21. Dezember 2009; Urk. 11/52
und
– nach Gel
tend
ma
chung einer gesundheitlichen Verschlechterung durch die Versicherte
-
Bericht vom 5. August 2010; Urk. 11/72
).
Gestützt
auf diese Abklärungen
verfügte die Verwaltung
am
20.
Oktober 2010 zum zweiten
M
al
die Abweisung des
Leis
tungsb
egehrens
(
Urk.
11/
75
)
.
D
a
sich das
eingeholte
Gut
achten der Klinik und Poliklinik für Innere
Medizin des
Z._
vom
8.
Juli 2009
n
icht
als
beweiskräftig
erwies
,
hiess das
hiesige Gericht eine
gegen die
(zweite) anspruchsverneinende
Verfügung vom 2
0.
Oktober 2010
erhobene Beschwerde
abermals
in dem Sinne gut
,
als es die Sache
erneut
zu ergänzenden Abklärungen in medizinischer Hin
sicht
an die Verwaltung
zurückwies
(
mit Urteil vom 22. März 2011
,
Urk. 11/8
1
, insbes. S. 6 ff.
)
.
2.3
In
der Folge
holte die Verwaltung
bei der Klinik für
Pneumologie des
Z._
einen
Verlaufsbericht ein
(
Bericht vom 13.
Oktober 2011; Urk.
11/85
; vgl. auch
Fest
stellun
gsblatt
für den Beschluss, Urk.
11/
94 S.
2 oben
) und führte eine
weitere
Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit im Haushalt durch
(
Abklä
rungsbericht
vom 19. März 2012; Urk. 11/91). Gestützt
auf
diese
Abk
l
ärungen
sprach
die Verwaltung
der Versi
c
herten
mit Verfügung vom 27. Dezember 2012 mit Wirkung
ab
1.
November 2011 eine
Viertelsrente
zu
.
3.
3.1
Im
neu eingeholten Bericht
der Klinik für
Pneumologie des
Z._
vom
13.
Oktober 2011
wird
im Wesentlichen
eine Verschlechterung
des Gesundheits
zustandes
(
per August 2011
)
gegenüber den Verhältnissen im April 2009
be
schrieben
und der Versicherten
neu
eine Arbeitsfähigkeit von
nunmehr noch
„maximal“ 30
% für sitzende Tätigkeiten ohne Tragen
von Lasten über 3
k
g attestiert
(Urk. 11/85 S. 2)
. Wie
grundsätzlich
unstreitig ist und
die Verwaltung selber einräumt (vgl. Vern
e
hml
a
ssung
vom 24.
April 2013; Urk.
10
)
,
ist
d
ies
er Bericht
jedoch
nicht geeignet,
die
sich in medizinischer Hinsicht stellende
und
bereits zweimal
Anlass
zur Rückweisung gebende
Frage
der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
rechtsgenüglich
zu beantworten
.
Denn
die Angabe einer „maximalen“ Arbeitsfähigkeit
von 30
%
ist einerseits
ungena
u
,
und andererseits
bleibt
insbesondere
nach
wie vor
un
klar, wie es sich
mit
der
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
retrospektiv
–
im gesamten
hier massgebenden
Zeitraum
–
verhielt
. Damit besteht
nach wie vor
Abklärungsbedarf.
E
ntgegen der Auffas
sung der Beschwerdeführerin kann
aufgrund der vorliegenden
Akten
aber
a
uch nicht mit dem
im Sozialversicherungsrecht
erforderlichen
Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
(
vgl. etwa
BGE
129 V 177
E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen
)
von einer vollen Erwerbsunfähigkeit ab
1.
Oktober 2006
bezie
hungsweise
1.
Oktober 2007
ausgegangen werden.
Denn
die
verantwortlichen Fachärzte
der Klinik für
Pne
umologie
des
Z._
hatten
in ihrem Bericht
vom
2.
Mai 2007 die Versicherte
in angepasster Tätigkeit
noch als 50
%
beziehungs
weise
10 – 15 Stun
den
pro Woche
arbeitsfähig erachtet
(
Urk. 11/12
)
und auch
im Oktober 2007
gingen sie
noch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in
ange
passter Tätigkeit aus
(Urk.
11/37 S
. 2
)
.
Alsdann datiert
-
soweit ersichtlich
-
der erste
in den Akten liegende
B
ericht
mit
Hinweise
n
auf eine
[infolge des ausge
prägten Hustens] fragliche
Verwertbarkeit der Restarbe
itsfähigkeit
(
erst
)
vom
Juli 2009 (IV-Gutachten der Klinik und Poliklinik
für Innere
Medizin des
Z._
,
Urk.
11/50 S. 4).
3.2
D
ie Sache
ist daher
abermals
an
die Verwaltung
zurückzuweisen, damit sie
eine
fachärztlich
e
(
pneumologisch
e
)
B
eurteilung
der Arbeitsfähigkeit der Versicher
ten in angepasster Tätigkeit veranlasse.
D
abei wird
– soweit erforderlich ge
stützt auf die
verfügbaren
echtzeitlichen Akten -
insbesondere zu
beantworten
sein
,
in welchem Umfang
und
–
angesichts der
mehr oder weniger stetigen
V
er
schlechterung des Gesundheitszustandes
-
bezogen auf
welche
Zeitab
schnitte
seit Krankheits
beginn
welche Arbeitsfähigkeit bestand
.
Auch
wird
genau
zu be
antworten sein
,
welchen Anforderungen die leidensan
gepasste Tätigkeit genü
gen muss
beziehungsweise
unter welchen Bedingungen der Be
schwer
de
führerin eine solche Tätigkeit
überhaupt
noch
zumutbar ist.
Denn
auf
grund der Akten
ist
ersichtlich, dass die Versicherte
, bei welcher im Jahr 2007 erstmals eine
Lun
gentransplantation
thematisiert worden
war
(Urk.
11/37 S. 2)
,
nicht
nur
seit geraumer Zeit
lediglich
sitzend
teilzeitliche
Arbeiten
(bei limitier
ten Gewichten)
verrichten kann, sondern a
ufgrund ihres Lungenleidens
etwa
auch
in Arbeiten
eingeschränkt
zu sein scheint
, die mit
der
Inhalation von
Dämpfen
verbunden sind
(etwa beim Kochen oder von Putzmitteln;
vgl. etwa Urk. 11/52 S. 5 oder Urk.
11/91 S.
5
)
.
Angesichts der Ausführungen
in den Akten,
wonach die Versi
cherte aufgrund
des ausgeprägten Hustens schwer
ver
mittelbar
sei
,
wird aber auch
da
zu
Stellung zu nehmen
sein
,
welche Ausprägung
der
sich
als Folge
des Lungenleidens
chronifizierte
Husten (seit
Krankheitsbe
ginn
)
angenommen
hat
.
I
n diesem Zusammenhang
stellt sich überdies die Frage,
inwieweit dieser
allen
falls
bereits
für
sich
allein
die Arbeitsfähigk
e
it
oder deren Verwertbarkeit
beein
flusst
hat
und wenn ja, ab welchem Zeitpunkt
.
Schliesslich wird auch der Beginn der Wartezeit
nochmals
zu klären sein, wel
chen die Verwaltung auf 1. Oktober 2006 angesetzt hat (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss,
Urk.
11/94 S. 3). Nachdem sich die Krankheit erstmals im Jahr 2000 manifestierte (vgl. etwa statt vieler Urk. 11/5 oder
Urk.
11/8) und die Versicherte nach Lage der Akten ihre Erwerbstätigkeit bereits im Jahr 2002 aus gesundheitlichen Gründen reduziert
hatt
e (vgl. etwa
Urk.
11/50 S. 2)
,
kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass bereits vor dem 1. Oktober 2006 eine für die Eröffnung der Wartezeit genügende Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit (von
mindestens
20 %) bestand (vgl. in diesem Sinne schon Urteil vom 2
2.
März 2011;
Urk.
11/81 S. 7).
3.3
Erst wenn
Klarheit darüber herrscht, für welche Tätigkeiten und in welchem Umfang die Versicherte
überhaupt
noch arbeitsfähig
war beziehungsweise
ist,
können
auch
die Einschränkungen im Haushalt
abschliessend
beurteilt werden. Was den
jüngsten
Haushalta
bklärungsbericht
(
vom
19. März 2012
; Urk. 11/91
)
betrifft, welcher der
vorliegend angefochtenen Verfügung
v
om 27.
Dezember 2012 zugrunde liegt
(vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss, Urk. 11/101 S. 3)
,
überzeugt dieser
allerdings bereits
mit Blick auf
die
bisherige
Aktenlage
nicht in jeder Hinsicht
.
Wie
die
Versicherte zu Recht
geltend machen
lässt
(
Urk.
1 S. 7 unter Hinweis auf Urk. 11/99)
,
werden
ihr darin
auch
Tätigkeit
en
zugemutet
,
die
nicht dem
aus medizinischer Sicht
formulierten
Belastungsprofil
entspreche
n
. So
handelt
es sich etwa bei de
r
ihr – wenn
auch etappenweise
–
zugemuteten
Tätigkeit
des
(
feucht
)
A
ufnehmen
s
(Urk.
11/91 S.
5
Ziff.
6.2
) nicht um
eine
Ar
beit, die
sitzend
zu verrichten
ist
.
Die Verwaltung wird daher nach Einholung der medizinischen Abklärungen auch die Einschränkung im Haushalt
nochmals
eingehend
zu prüfen haben, unter Berücksichtigung der von der Versicherten in ihrer Eingabe vom 18. Juni 2012
(Urk.
11/99)
vorgebrachten
Einwendungen.
3
.4
Der Antrag der Versicherten
,
es sei
ein
medizinisches
Gutachten durch das hie
sige Gericht
ei
nzuholen
,
erscheint
mit Blick darauf, dass die Verwaltung auch nach zwei Rückweisungen die erforderlichen Abklärungen
(immer noch)
nicht
in rechtskonformer Weise
durchgeführt hat
,
z
war
durchaus
nachvollziehbar
. Doch liegt hier
(mangels eines interdisziplinären Verwaltungsgutachtens)
kein Anwendungsfall
der Rechtsprechung nach
BGE 137 V 210
vor und
ist es nicht Aufgabe
des Gerichts,
die
Versäumnisse der Verwaltung nachzuhole
n
.
Die
Rückweisung der Sache
rechtfertigt sich
überdies
vorliegend
ums
o
mehr
,
als die Verwaltung
ihre Versäumnisse
selber
anerk
e
nn
t
und
die Rückweisung der Sache an sie beantr
agt hat
.
Zu berücksichtigen
ist
so
dann, dass
dem Gericht
,
soweit n
ach Fest
stehen der
durchzuführenden
medizinischen Abklärungen
allenfalls au
ch im Haushaltbereich
zusätzliche
Erhebu
ngen
notwendig
sein sollten
,
nicht
die
nämlichen
Abklärungsmöglichkeiten
zur Verfügung
st
ünd
en
.
3.
5
Zusammenfassend ist
die Verf
ü
g
ung
vom 2
7.
Dezember 2012 daher
aufzuheben und die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese die im Sinne
der Erwägungen
3.2
und 3.3
hievor
erforderlichen Abklärungen vornehme und her
nach über den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente
neu
verfüge.
In Anbetracht der bereits erfolgten zweimaligen Rückweisung
der Sache an die Verwaltung
ist
diese
allerdings
mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass
sie
die Abklärungen umgehend an die Hand zu nehmen
und hernach
ohne Verzug
über den Rentenanspruch zu entscheiden
haben wird.
4
.
4
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1‘0
00.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung; IVG
). Zudem ist der Beschwerdeführerin ei
ne
Prozessentschädigung von Fr. 2‘
4
00.
-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zuzusprechen (
§
61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
, in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
4
.2
Bei diesem Verfahrensausgang wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltli
chen
Prozessführung
sowie Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes ge
genstandslos.