# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 336b9c75-79cb-413e-8941-ee866937eed1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980 und zuletzt tätig als Betriebsmitarbeiter, meldete sich erstmals am
7.
März 2012 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf ein Handekzem bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die IV-Stelle
erteilte
als Frühinterventionsmass
nahmen
Kostengutsprache für einen Tastaturschreibkurs sowie einen Deutschkurs (Mitteilungen vom 2
3.
Juli 2012,
Urk.
8/17-18; Mitteilung vom 1
5.
August 2012,
Urk.
8/27; Mitteilung vom 1
0.
Oktober 2012,
Urk.
8/33). Nach
erwerbliche
n
und medizinische
n
Abklärungen
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom
8.
Oktober 2013 ab (
Urk.
8/54).
1.2
Am 1
8.
Juli 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) im linken Fuss bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/57).
Das CRPS entstand nach einem bei der Suva versicherten Treppensturzes am
1.
November 2015 und einer im Verlauf diagnostizierten
Peronealsehnen
-Luxation mit nachfolgender operativer Sanierung im Februar 2016 (vgl. Arztbericht der
Klinik Y._
vom 1
1.
Januar 2017,
Urk.
8/83).
Die IV-Stelle zog die Akten der zuständigen Unfallversicherung Suva
sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung
bei
(vgl.
Urk.
8/55;
Urk.
8/58;
Urk.
8/84;
Urk.
8/97;
Urk.
8/101;
Urk.
8/105;
Urk.
8/116;
Urk.
8/181;
Urk.
8/200)
und tätigte weitere Abklärungen. Mit Mitteilung vom 1
5.
März 2017 erklärte die IV-Stelle, dass
aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit
keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen angezeigt seien (
Urk.
8/90).
Am 2
2.
Januar 2018 lehnte die IV-Stelle die Kostenübernahme für Stützbandagen ab, da die Suva hierfür zuständig sei (
Urk.
8/123).
Am 2
9.
Mai 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche durch das Unternehmen
Z._
zu in Form von Arbeitsvermittlung plus (
Urk.
8/135).
In der Folge wurd
e ein Arbeitstraining in der
A._
AG vereinbart, welches vom
5.
November 2018 bis zum
4.
Mai 2019 dauern sollte, mit der Absicht einer
Pensumssteigerung
von 50 auf 100
%
(Vertrag Arbeitstraining vom
3
0.
Oktober 2018,
Urk.
8/154). Die IV-Stelle übernahm hierfür die Kosten (Mitteilung vom
8.
November 2018,
Urk.
8/158). Aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit einer attestierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit ab dem
8.
Februar 2019 wurde die Arbeits
vermittlung abgebrochen (Mitteilung vom 2
6.
März 2019,
Urk.
8/178).
Die IV-Stelle holte daraufhin das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums
B._
vom 1
5.
Januar 2020 ein (
Urk.
8/206).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 3
0.
März 2020,
Urk.
8/220; Einwand vom 1
5.
Mai 2020,
Urk.
8/225; ergän
zende
Einwandbegründung
vom 3
0.
Juni 2020,
Urk.
8/245) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
August 2020 einen Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Urk.
2).
1.3
Die Suva erbrachte Leistungen für den Treppensturz vom
1.
November 201
5.
Mit
Verfügung vom 3
0.
Se
ptember 2019 stellte die Suva fest, dass sich aufgrund eines
neuen gemeldeten Ereignisses vom 1
1.
Juli 2019 das Auszahlen von Taggeldern über den 1
1.
Juli 2019 hinaus als falsch herausgestellt habe und diese in Höhe von
Fr.
6'669.-- zurückzuerstatten
seien (
Urk.
8/317
des Verfahrens UV.2020.00121
). Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2019 kam die Suva auf ihre Verfügung vom 3
0.
September 2019 zurück und führte aus, dass de
m
Versicher
te
n
aufgrund des körperlich eingeschränkten Belastungsprofils die angestammte Arbeit nicht mehr zumutbar sei, es ihm aber möglich sei, in einer angepassten Tätigkeit ein gleich hohes Einkommen zu erzielen. Entsprechend liege keine un
fallbedingte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor. Die psychogenen Störungen seien nicht adäquat kausal zu den obgenannten Ereignissen, so dass die Suva dafür nicht einzustehen habe. Eine erhebliche Schädigung der körper
lichen Integrität liege nicht vor, womit die Voraussetzungen für eine Integritäts
entschädigung nicht gegeben seien (
Urk.
8/200
). Der Versicherte erhob hiergegen am
5.
November 2019 Einsprache (
Urk.
8/331 sowie
Urk.
8/332
des
Verfahrens UV.2020.00121
).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
4.
April 2020 betreffend der Ver
fügungen vom 3
0.
September und 1
1.
Oktober 2019 wies die Suva die
Ein
sprachen ab (
Urk.
2
im Verfahren
UV.2020.00121
).
Der
Versicherte erhob hier
gegen Beschwerde am hiesigen Gericht, welche mit Urteil heutigen Datums ab
gewiesen wurde (Verfahrens-Nr. UV.
2020.0
0
121
). Die Akten dieses Verfahrens werden von Amtes wegen beigezogen.
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1
3.
August 2020 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 1
1.
September 2020 Beschwerde am hiesigen Gericht (
Urk.
1) und beantragte, es sei die Verfügung aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für die Zeit ab Ablauf des Wartejahres mindestens eine
Dreiviertelsrente
auszurichten. Es sei der Beschwerdeführer durch das Gericht umfassend unter Federführung eines erfahrenen Rheuma
tologen medizinisch begutachten zu lassen. Eventualiter sei die Sache zur um
fassenden Begutachtung unter Federführung eines erfahrenen Rheumatologen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit anschliessendem Neuentscheid über
den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Oktober 2020 (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-250) schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Beschwerdeführer am
2.
November 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
D
ie Beschwerdegegne
r
i
n hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass
dem Beschwerdeführer aufgrund der Einschätzung im polydisziplinären Gutachten die angestammte Tätigkeit seit dem Unfall am
1.
September 2015 nicht mehr zumut
bar sei. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit dem
1.
Juli 2016 in vollem Pensum zumutbar. Vergleiche man das
Valideneinkommen
als Be
triebsmitarbeiter mit dem Invalideneinkommen, welches gestützt auf den Tabellenlohn als Hilfsarbeiter nach der
vom Bundesamt für Statistik heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
festgesetzt worden sei, so resultiere keine Einkommenseinbusse und entsprechend auch kein Invalidi
tätsgrad. Zudem sei die angestammte Tätigkeit seit dem 1
9.
April 2018 zu 50
%
und ab dem
1.
Oktober 2018 wieder zu 100
%
zumutbar. Im Gutachten sowie in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit würden nur wenig relevante objektivierbare pathologische Befunde festgestellt und die Schmerzen könnten keine
darüber hinausgehende
Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit begründen (
Urk.
2).
Der Beschwerde
führer
brachte demgegenüber vor, dass
das
B._
-Gutachten nicht beweiskräftig sei, da hauptsächlich ein rheumatologisches Problem vorliege, allerdings kein Rheumatologe beigezogen worden sei und die Einschätzung der
B._
-Gutachter den Beurteilungen der behandelnden Ärzte klar entgegenstehe. Des Weiteren habe sich die Beschwerdegegnerin nicht mit den Argumenten im Einwand auseinandergesetzt, was vor dem Hintergrund des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs nicht haltbar sei. Hinzu komme, dass das
Valideneinkommen
viel zu tief ausgefallen sei. Beim Invalideneinkommen sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte sowie der Einschätzung der Suva folgend über Jahre nicht arbeitsfähig gewesen sei und er aufgrund der nach wie vor sehr starken Schmerzen längere Pausen unter Kühlung und Hochlagerung des Fusses benötige. Entsprechend sei er selbst in angepasster Tätigkeit maximal 50
%
arbeitsfähig.
Im
B._
-Gutachten seien auch die wei
teren
Einschränkungen, so insbesondere die Beschwerden im rechten Knie und die Rückenschmerzen, nicht genügend berücksichtigt worden. Auch die Her
leitung, ab wann der Beschwerdeführe
r wieder arbeitsfähig sei, sei
im
B._
-Gutachten völlig unklar. Unter Berücksichtigung der maximal 50%igen Arbeits
fähigkeit sowie eines Leidensabzuges von 20
%
resultiere eine Einkommens
einbusse, welche einem Invaliditätsgrad von 64
%
entspreche, so dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe (
Urk.
1).
2.
2.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende In
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines an
erkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ih
rem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Aus
Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
2.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
3.
Vorab ist zu prüfen, ob die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchdringt
.
Der Beschwerdeführer
macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung
nicht mit dem stichhaltigen Einwand vom 3
0.
Juni 2020 auseinandergesetzt
. Dadurch sei die Beschwerdegegnerin der ihr obliegenden Begründungspflicht nicht nachgekommen und habe dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Urk. 1
S. 4 f.
).
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör bedeu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus
einandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2 mit weiteren Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E.2.2 mit we
iteren Hinweisen). Inwiefern der
Beschwerde
führer
die angefochtene Verfügung nicht sachgerecht anfechten konnte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht näher dargetan. Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor.
4
.
Es ist u
nbestritten und aufgrund der Aktenlage ist klar erstellt, dass
eine Ver
änderung des Gesundheitszustandes vorliegt und die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung eingetreten ist, so dass eine umfassende materielle Prüfung des Anspruches zu erfolgen hat (vgl. E. 2.1).
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
1
3.
August 2020
(Urk. 2) im Wesentlichen auf das
B._
-Gutachten vom 1
5.
Januar 2020
ab (Urk.
8/206
). Darin werden die bis zur Begutachtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk. 8/
206/13 ff.
), wes
halb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erfor
derlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4
.1
Die Gutachter hielten keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diag
nosen (
Urk.
8/206/8):
-
Chronisch-rezidivierende Lumbalgie ohne Funktionseinschränkung und ohne Nachweis einer
radikulären
Defizitsymptomatik
-
Knick-Senk-Spreizfüsse bei fortbestehender Arthralgie des linken Sprung
gelenkes nach
Peronealsehnen
-Luxation und anschliessender
Peroneal
sehnen-Tenosynovektomie
,
Retinaculumrepair
und Fixation mit vier An
kern sowie Vertiefung der
Peronealsehnenrinne
vom
2.
Februar 2016 und anschliessend Entwicklung eines CRPS I
-
Gonalgie
rechts nach Prellung, mit freier Funktion ohne Hinweis auf ak
tuelle Reizsymptomatik
-
Gastroösophageale
Refluxkrankheit
bei kleiner
Hiatushernie
-
Nicht-alkoholische
Steatohepatitis
(Erstdiagnose 2013)
-
Reizdarmsyndrom
-
Hämorrhoiden Grad I
-
Übergewicht (BMI 28.5 kg/m
2
)
-
Nikotinabusus (5-6 Zigaretten pro Tag)
Die Gutachter konstatierten
(
Urk.
8/206/7 f.)
, dass sich bei der aktuellen klinischen Untersuchung ein völlig reizloses linkes Sprunggelenk und rechtes Kniegelenk darstelle. Im Bereich des Sprunggelenkes, im Bereich der Knöchel
region, der Fusswurzel und des Vorfusses sei keine Schwellung mehr erkennbar. Es seien keine bläulich livide Verfärbung, keine vermehrte Schweissbildung, keine abnorme Haarbildung, keine Veränderung der Papillarleisten, keine Ver
änderung der Zehennägel, keine Schwellung, keine Ödeme und keine Atrophien der Muskulatur oder Kontrakturen festzustellen. Die Ober- und Unterschenkel
muskulatur stelle sich beidseits mittelkräftig bis kräftig dar, es liessen sich keine signifikanten Seitendifferenzen als Zeichen einer Belastungsminderung und keine trophischen Störungen nachweisen. Die Funktionen des Sprunggelenkes seien nur lei
chtgradig eingeschränkt. Das ak
t
u
elle Röntgenbild des Sprunggelenkes zeige keine Zeichen der Degeneration und keine
Osteopenie
(= radiologisches Zeichen einer Belastung
s
minderung). Eine Funktionseinschränkung oder Belastungs
minderung des linken Fusses/Sprunggelenkes könne nicht objektiviert werden. Der operative Eingriff im Bereich des linken Sprunggelenkes werde als erfolgreich bewertet, da die Führung der
Peronealsehnen
retromalleolär
stabil und reizlos sei. Eine Sehnenkrepitation oder ein Sehnenreiben
retromalleolär
seien nicht tastbar.
Die Beweglichkeit des rechten, klinisch reizlosen Kniegelenkes sei ebenfalls frei, auch hier lägen radiologisch keine Zeichen einer Degeneration vor. Im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) stelle sich die Funktion nicht eingeschränkt dar, Zeichen einer fortgeschrittenen Degeneration seien ebenfalls nicht nachzuweisen
, eine beschriebene Übergangsanomalie
lumbosakral
habe primär keinen Krank
heitswert.
Neurologisch zeige der Untersuchungsbefund keine Atrophien
und
keine sicheren Paresen. Zwar seien zunächst die Fuss- und Zehenhebung sowie -senkung und
Fussin
- und -
eversion
spontan nicht durchgeführt worden, bei wiederholter und entsprechender Aufforderung zur maximalen Innervation sei wenigstens kurz
fristig kräftig innerviert worden, ohne Zeichen auf das Vorliegen von Paresen. Auch stelle sich die Reflextätigkeit seitengleich normal dar, welches die Intaktheit der Reflexbögen anzeige. Bei der Überprüfung der Sensibilität seien unter
schiedliche Angaben gemacht worden. Bei der Untersuchung unter der Bedingung, dass der Beschwerdeführer die Testung wahrgenommen habe, sei eine Überempfindlichkeit für Berührung und Schmerzempfinden ab dem mittleren Drittel des Unterschenkels links angegeben worden. Kontrastierend hierzu sei keine Angabe unangenehmer Empfindung bei unbemerkter Berührung gemacht worden. Eine statische und dynamische
Berührungsallodynie
lägen nicht vor. Der Vibrationssinn,
Lagesinn
und die
sterognostischen
Sinne seien in beiden Füssen vollständig erhalten. Vegetative Ausfallserscheinungen lägen ebenfalls nicht vor, so lasse sich aktuell aus neurologischer Sicht sowohl feststellen, dass zu keinem Zeitpunkt eine periphere Nervenläsion vorgelegen habe und dass aktuell keine Zeichen eines M.
Sudeck
(CRPS) mehr bestünden. Die angegebene Schmerz
symptomatik finde keine neurologische Erklärung. E
s
ergäben sich auf neurologischem Gebiet keine neurologischen Diagnosen, weder mit noch ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit.
Psychiatrisch habe keine Krankheitsentität im Sinne der ICD-10-Klassifizierung psychischer Störungen verifiziert werden können.
Darüber hinaus bestünden von internistischer Seite vereinzelt Diagnosen, welche sich jedoch nicht auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirkten. Eine in den Unterlagen erwähnte
gastroösophageale
Refluxkrankheit
mit kleiner
Hiatushernie
werde entsprechend medikamentös therapiert. Ansonsten bestünden Darm
beschwerden im Sinne von Hämorrhoiden Grad I und einem Reizdarmsyndrom, sowie nicht alkoholischer
Steatohepatitis
. Diese seien gut therapierbar bzw. soll
ten entsprechend kontrolliert werden. Hinweise auf eine signifikante, berufliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch internistische Symptome oder Erkrankungen seien aktuell nicht erkennbar.
Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei ausgehend vom Ent
lassungsbericht der Rehaklinik
C._
aus somatischer Sicht bei verzögertem postoperativen Verlauf ab Mitte des Jahres 20
18 mit einem Pensum von etwa 50
%, alsdann ab Oktober 2018
steigerbar
auf 100
%
zu erwarten gewesen. In ei
ner körperlich mittelschweren T
ä
t
igkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 25 kg, welche im Gehen, Stehen als auch Sitzen erfolgen könne, sei der
Beschwerdeführer nach September 2016 nicht mehr eingeschränkt. Zu diesem Zeitpunkt sei noch eine belastungsbetonte Dauerschmerzhaftigkeit beschrieben worden, die unter adäquater Schmerztherapie und Entlastung eine leidens
adaptierte Tätigkeit zugelassen hätte (
Urk.
8/206/9 f.).
4.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, nahm am 1
9.
Mai 2020 Stellung zu
Händen
des damaligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (
Urk.
8/241). Er konstatierte, dass er den Beschwerdeführer bezüglich einer Kontusion des rechten Knies am 2
7.
Juni 2017, eines CRPS Fuss l
inks, eines
gastroösophagealen
Reflux
sowie einer anamnestisch
Thalassämia
minor und einer nicht alkoholischen
Steatohepatitis
behandelt habe. Die ange
stammte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, da diese stehend sei und Gewichte gehoben werden müssten. Eine angepasste Tätigkeit wäre eine sitzende Position mit Möglichkeit des Lagewechsels/Wechsel der Belastung, mit Möglichkeit von Pausen und ohne Heben von Gewichten über 15 kg.
Am 1
2.
Juni 2020 präzisierte er, dass der Beschwerdeführer für eine Arbeit mit langem Gehen und Stehen voll arbeitsunfähig sei. Für eine Tätigkeit in sitzender Position und Möglichkeit von Aufstehen/Pause und ohne Heben von Lasten über 15 kg sei er zu 50
%
arbeits- und vermittlungsfähig (
Urk.
8/241/3).
4.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie, diagnostizierte i
n seinem Bericht vom 1
6.
Juni 2020
folgendes (
Urk.
8/242;
Urk.
3/7):
-
CRPS I Fuss links
-
bei Status nach
Distorsiontrauma
1.
November 2015
-
im Verlauf Diagnose einer traumatischen
Peronealsehnenluxation
links
-
Status nach operativer Sanierung mit
Peronealsehnen
-Rinnen
vertiefung und
Refixation
des
Retinaculum
peroneale
am
8.
Februar 2016
-
MRI OSG links 2
0.
April 2016: Postoperative Veränderungen, regel
rechte Lage der
Peronealsehne
-
aktuell
Allodynie
, Einschränkung der Dorsalextension und
Plantarflexion
, Schwellungstendenz, vermehrtes Schwitzen sowie Ver
änderungen des Hautkolorits
-
Anhaltende Kniegelenksschmerzen rechts
-
bei Status nach Sturz und Kontusion
Dr.
E._
konstatierte, dass ein
florides
oder akutes CRPS-I im Anfangsstadium bestehe. In dieser Phase könne die Diagnose aufgrun
d der Symp
tome aber auch der klinischen Manifestation gestellt werden. Im Laufe der Erkrankung änderten sich die Symptome häufig, insbesondere die Schwellungen oder auch die vegeta
tiven Symptome verschwänden langsam. Bei klinischen Kontrollen im Verlauf bestehe dann jeweils nicht mehr das Vollbild eines CRPS-I wie zu Beginn. Dann
spreche man von einem CRPS-I in partieller Remission. Der Verlauf e
ines CRPS-I könne bekanntlich
sehr unterschiedlich und sehr langwierig sein. Häufig persistierten Schmerzen über eine längere Zeit
,
ohne dass noch weitere Symptome des ursprünglichen CRPS-I nachgewiesen werden könnten. Dies sei auch beim Beschwerdeführer der Fall und somit bestehe ein CRPS-I in partieller Remission, was nicht einem eigentlichen Abschluss der Erkrankung entspreche. Aufgrund der anhaltend starken Schmerzen im Bereich des linken Fusses sei sicher weiter
hin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.4
Dr.
med.
F._
, Oberärztin Fusschirurgie
Klinik Y._
, führte in ihrem Bericht vom 1
8.
Juni 2020 aus, dass am linken Fuss progrediente Schmerzen mit dringendem Verdacht auf erneutes Aufflammen des bekannten CRPS bestehe (
Urk.
3/8). Der Beschwerdeführer berichte, dass er seit Sommer 2018 wieder einen kontinuierlichen Anstieg der bekannten Schmerzen im Aussenfussbereich links habe. Bereits im Dezember 2018 sei eine
Schmerzexacerbation
erfolgt. Es bestün
den Belastungsschmerzen und Nacht- und Ruheschmerzen.
Es bestehe wie
der ein verändertes Hautkolorit
so
wie eine diffuse Berührungs
empf
indlichkeit. Ein erneutes Aufflammen des bekannten CRPS sei nicht auszu
schliessen, sondern eher wahrscheinlich. In Bezug auf die Funktionalität sei nach wie vor das Vollbelasten des linken Fusses aufgrund der starken Schmerzen nicht möglich. Dies habe sich ebenfalls wieder deutlich verschlechtert. Aufgrund der aktuellen schlechten Funktionalität mit einem nicht vollständig belastbaren lin
ke
n
Fuss seien stehende Arbeiten vollumfänglich unmöglich. Sitzende Arbeiten seien aufgrund des wieder gesteigerten Ruheschmerzes sowie Schmerzen beim Sitzen ebenfalls nicht zu 100
%
möglich.
4.5
Dr.
E._
legte in seinem Bericht vom
3.
Juli 2020 dar, dass sich aus seiner Sicht in den letzten 1.5 Jahren eigentlich nichts relevant verändert habe. Praktisch un
verändert bestünden die teilweise sehr ausgeprägten Schmerzen im Bereich des linken Fusses entsprechend einer
chronifizierten
Schmerzproblematik bei CRPS I.
Es seien unterschiedliche ausführliche Abklärungen durchgeführt und verschie
dene Therapieformen angewendet worden. Insbesondere hätte man mehrfache Infiltrationen im Bereich des linken Beines aber auch am Kniegelenk rechts durchgeführt, welche keinen relevanten Effekt gehabt hätten. Auch Physio
therapie und Analgetika seien ungenügend wirksam. Er erkläre dem Beschwerde
führer erneut, dass aus seiner Sicht keine weiteren Abklärungen sinnvoll seien und er auch von weiteren Infiltrationen abrate. Grundsätzlich bestehe eine in
zwischen langjährige
chronifizierte
sehr hartnäckige Sc
hmerzproblematik, welche erfahr
ungsgemäss sehr schwierig zu beeinflussen sei. Grundsätzlich könne er weiterhin Analgetika je nach Ausmass der Beschwerden einnehmen, eine
schmerzdistanzierende Therapie mit
Trimipramin
könne allenfalls eine gewisse Linderung bringen. Grundsätzlich könnte im Verlauf auch nochmals Physio
therapie erwogen werden, er könne aber keine weiteren konkreten Massnahmen anbieten (
Urk.
3/10).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
B._
vom
1
5.
Januar 2020
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (Urk.
8/206/45 ff.;
Urk.
8/206/60 ff.;
Urk.
8/206/
2 ff.;
Urk.
8/206/
ff.;
Urk.
8/206/84 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
8/206/
13 ff.
)
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorg
fältig
(
Urk.
8/206/51;
Urk.
8/206/68
;
Urk.
8/206/80;
Urk.
8/206/93)
. Es berücksichtigt die
vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Urk.
8/206/42;
Urk.
8/206/60;
Urk.
8/206/
74 ff.;
Urk.
8/206/86
) und setzt sich mit diesen hin
reichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist ein
leuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
5.2
Der Beschwerdeführer brachte gegen das Gutachten vor, dass die behandelnden Ärzte und Spezialisten eine vom Gutachten abweichende Beurteilung vorgenom
men hätten, welche das Gutachten in Zweifel ziehe.
Die echtzeitlichen Berichte belegten eine Arbeitsunfähigkeit klar, die rückwirkende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter vermöge diese Einschätzungen nicht zu ent
kräften.
Darüber hinaus wäre ein rheumatologisches Teilgutachten notwendig gewesen, da ein CRPS
ein hauptsächlich rheumatologisches Problem sei (
Urk.
1).
5.2.1
Vorab ist festzuhalten,
dass
ein
CRPS gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung
eine neurologisch-orthopädisch-
traumatologische
Erkrankung
ist
und
entsprechend
ein
en organischen bzw. körperlichen
Gesundheitsschaden
darstellt
(Urteil des Bundesgerichts
8C_123/2018
vom 1
8.
September 2018
E. 4.1.2 mit Hinweisen).
Beim
B._
-Gutachten waren Fachärzte der Disziplinen Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Neurologie und Allgemeine Innere Medizin und Hämatologie beteiligt,
womit es sich
- ent
gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers -
für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist.
Durch die Begutachtung eines Rheumatologen ist kein Erkenntnis
zu
gewinn zu erwarten.
5.2.2
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die behandelnden Ärzte eine ab
weichende Beurteilung vorgenommen hätten ist festzuhalten, dass die behandeln
den Ärzte ihre Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit
durchwegs
auf die Schmerz
angaben des Beschwerdeführers abstützen (vgl. E. 4.2-4.5). O
bjektive Befunde, welche
über diejenigen der gutachterlich erhobenen Befunde hinausgehen und
eine funktionelle Einschränkung überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen würden, fehlen in
den
Bericht
en
. Des Weiteren ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern, nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt oder das Gutachten in Frage zu s
tellen
ver
mag
; anders würde es sich verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die dem ärztlichen Experten
ent
gangen sind oder mit denen sie sich nicht befasst haben
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts vom 2. August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vorliegend allerdings nicht der Fall ist.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers vermag auch der Bericht über die Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
vom 27./2
8.
Mai 2019 an der rückwirkenden Beurteilung der
Gutachter nichts zu ändern: So wurde im Bericht über die EFL zwar notiert, dass die allgemeine Belastbarkeit des fuss
umliegenden Gewebes deutlich reduziert sei, was die Gewichts- und Stand
belastungen im
Arbeitsalltag einschränke und
auch deutliche Einschränkungen in der Gehfähigkeit in ergonomischem Ausmass vor
lägen
. Allerdings wurde gleichzeitig festgehalten, dass infolge beobachteter erheblicher Symptom
ausweitung die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Das Ausmass der de
monstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunde
n
aus somatischer Sicht nur zum Teil er
klären. Sie empfahlen entsprechend eine Arbeitssuche, wenn möglich mit einem Einstieg von 50-60
%
Arbeitspensum mit anschliessender gradueller Steigerung bis zum Erreichen der vollen Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/294). Dies widerspricht der gutachterlichen Einschätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit nicht.
5.2.3
Der Beschwerdeführer bemängelt des Weiteren, dass die Herleitung des zeitlichen Ablaufes der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
1).
D
ie Gutachter konstatierten, dass über September 2016 hinaus keine Arbeits
unfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert werden könne. Zu diesem Zeitpunkt werde noch eine belastungsbetonte Schmerzhaftigkeit beschrieben, die unter adä
quater Schmerztherapie und Entlastung eine leidensadaptierte Tätigkeit zulasse
(
Urk.
8/206/10).
Der orthopädische Teilgutachter führte diesbezüglich aus, dass ab September 2016 bis Mitte 2018 eine körperlich leichte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg
ständig im Sitzen möglich gewesen sei
. S
tehende und gehende Tätigkeiten
sowie Tätigkeiten mit erhöhter Anforderung an die Standsicherheit sollten vermieden werden (
Urk.
8/206/53).
Auch unter Berück
sichtigung der echtzeitlichen medizinischen Berichte ist diese Einschätzung nach
vollziehbar: So konstatierte
Dr.
G._
in seinem Bericht vom 1
1.
Juli 2016, dass der Erhalt der Beweglichkeit und Schmerzlinderung die nächsten Therapie
ziele seien (
Urk.
8/72) und
Dr.
F._
, Oberärztin Fusschirurgie,
führte im Bericht vom 2
8.
September 2016 aus, dass
d
er Wiedereinstieg in die Arbeit in Teilzeit das nächste Ziel sei, wobei die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der
Tendinopathie
der
Peronealsehnen
sowie der bestehenden Beschwerden bei CRPS nachvollziehbar sei
.
Aktuell werde ein Arbeitsversuch durchgeführt (
Urk.
8/72/3 f; vgl. auch Be
richt vom
2.
November 2016,
Urk.
8/73).
5
.3
Der psychiatrische Gutachter stellte des Weiteren ausführlich und nachvollzieh
bar dar, dass aufgrund der erhobenen Befunde, eigenanamnestischer Angaben des Beschwerdeführers und der vorliegenden Aktenlage die Diagnosekriterien für eine psychiatrische Erkrankung nach ICD-10 nicht oder in nicht ausreichender Form erfüllt seien (
Urk.
8/206/66)
.
Zusammenfassend verneint
e der psychiatrische Gutachter eine Krankheitsentität im Sinne der ICD-10-Klassifikation. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei aus psychiatrischer Sicht seit jeher uneingeschränkt, es sei von einem Aggra
vationsbestreben auszugehen (
Urk.
8/206/68). Auch seitens des Beschwerde
führers blieb unbestritten, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt, womit sich ein s
trukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
erübrigt (vgl. E. 2.3
).
5.4
Zusammenfassend ist gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres, bzw. ab September 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar gewesen wäre. Ab Oktober 2018 ist überwiegend wahrscheinlich von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
steigerbar
auf 100
%
in der angestammten Tätigkeit auszugehen (vgl. E. 4.1).
6.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
6.2
Das Wartejahr lief im November 2016 ab, womit dies der Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruches und somit massgebender Zeit
punkt für die Vornahme des Einkommensvergleichs darstellt (vgl. E. 6.1).
6.3
Gestützt auf die Angaben des ehemaligen Arbeitgebers hätte der Beschwerde
führer im Jahr 2016 dreizehn Monatslöhne à
Fr.
4'500.-- erzielt (
Urk.
8/307 aus dem Verfahren UV.2020.
00
121). Daraus ergibt sich ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2016 in Höhe von
Fr.
58'500.--(vgl. hierzu auch IK-Auszug vom 2
6.
Juli 2016,
Urk.
8/65). Aus dem Lohnkonto 2015 geht darüber hinaus hervor, dass er im April eine Prämie von
Fr.
900.--, im Juli eine Prämie von
Fr.
430.-- und im
Oktober eine Prämie von
Fr.
819.-- erhalten hat (
Urk.
8/307/6 aus dem Verfahren UV.2020.00121). Im Januar 2016 erhielt er eine Prämie in Höhe von
Fr.
486.-- und im April 2016 eine Prämie in Höhe von
Fr.
327.-- (
Urk.
3/3).
Unter Berücksichtigung einer ähnlichen Prämienhöhe für das Jahr 2016 wie für das Jahr 2015 - was allerdings unter Berücksichtigung der ersten beiden niedriger
ausgefallenen Prämien unwahrscheinlich ist - kann zu Gunsten des Beschwerde
führers eine Prämie in Höhe von
Fr.
2'149.-- angerechnet werden, da dies (wie folgend gezeigt wird) keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens hat.
Damit ist für das Jahr 2016 ein
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
60'649.-- zu berücksichtigen (
Fr.
58'500.-- +
Fr.
2'149.--).
6.4
6.4.1
Das Invalideneinkommen ist gestützt auf die LSE 2016 für män
nliche Hilfs
arbeiter festzusetz
en. Dieser beträgt
Fr.
5'340.-- (LSE 2016, TA1
Monatlicher
Bruttolohn [Zentralwert]
nach Wirtschaftszweigen,
Kompetenzniveau und Ge
schlecht, Privater Sektor, Total, Männer, Kompetenzniveau 1 Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Natur). Bereinigt um die betrie
bsübliche Ar
beitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche, Total) resultiert ein Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
66'803.40 für das Jahr 201
6.
6.4.2
Der Beschwerdeführer brachte vor, es sei ein Leidensabzug von
20
%
angezeigt aufgrund der ständigen Beschwerden im Stehen, Sitzen und Gehen sowie des hohen Medikamentenkonsums und der bisherigen gescheiterten Bemühungen (
Urk.
1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rah
men körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine ab
wei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Umstand,
dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für
einen leidensbedingten Abzug
, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Entsprechend ist in
casu
kein Leidensabzug gerechtfertigt.
Der Vollständigkeit halber ist allerdings festzuhalten, dass - wie folgend gezeigt wird - selbst unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 20 % kein rentenbegründender In
validitätsgrad resultiert.
6.5
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von Fr.
60'649.--
dem Invalidenein
kommen in Höhe von Fr.
66'803.40
gegenüber, resultiert
k
eine Einkommensein
busse
und entsprechend auch kein Invaliditätsgrad.
Selbst unter Berücksichtigung eines Leidensa
bzuges von 20 %, welcher vor
lie
gend wie gezeigt nicht
gerechtfertigt ist (vgl. E. 6.4
), resultiert lediglich ein rentenausschliessen
der Invaliditätsgrad von rund 12
% ([Fr.
60'649.--
– Fr.
66'803.40
x 0.8
] :
Fr.
60’649
=
11.88
%).
6.6
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzuse
tzen. Ausgangsgemäss sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.