# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c96e296d-6a01-46d7-8906-e6482b03642f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, war als Gipser/Maler bei der
Y._
ange
stellt und in dieser Funktion bei der Suva versichert. Am 23. Mai 2008 schlug er sich b
ei der Arbeit das linke Knie an
. D
er erstbehandelnde Arzt diagnostizierte eine Kniekontusion (Urk. 10/1, Urk. 10/4). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (vgl. Urk. 10/2). Mit Verfügung vom
19. Februar 2010 sprach sie dem Versicherten ab 1. August 2009 gestützt auf eine Erwerbs
un
fähig
keit von 11 % eine Rente zu (Urk. 10/127).
Anlässlich einer im November 2012 vorgenommenen Rentenrevision (vgl. Urk. 10/156)
ergab die Überprüfung, dass die Erwerbsfähigkeit trotz noch be
steh
ender geringer Unfallfolgen nicht mehr in einem ins Gewicht fallenden Ausmass beeinträchtigt sei und im Erwerbsbereich keine unfallbedingte relevante Erwerbs
einbusse vorliege, weshalb mit Verfügung vom 15. Februar 2013 die Rente rück
wirkend per Ende August 2012 aufgehoben wurde (Urk. 10/168).
1.2
Am
30
. September 2015 wurde
bei der
AXA Versicherungen AG als neuem
Unfal
l
versicherer
ein Rückfall
beziehungsweise ein neues Unfallereignis
gemeldet (Urk. 10/
179
S.
17
, Urk. 10/185
). Mangels Erfüllens des rechtlichen Unfallbe
griffes und fehlender unfallähnlicher Körperschädigung verneinte die
AXA
zu
nächst ihre Leistungspflicht (Urk. 10/179
S. 2
).
Sie überwie
s die Sache in der Folge der Suva
(Urk. 10
/
186), welche
nach gestellter Diagnose
einer
mediale
n
und la
terale
n
Meniskusläsion
und erfolg
t
er Arthroskopie am linken Knie mit
Teilme
n
i
s
kek
tomie
(vgl. Operationsbericht vom 4. Dezember 2015, Urk. 10/181) mit Schreiben
vom 21. Januar 2016 (Urk. 10/187
) ihre Leistungspflicht
anerkannte
.
Mit Verfügung vom 27. Dezember 2016 sprach sie dem Versicherten ab 1. März 2016 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 11 % eine Rente zu (Urk. 10/247).
Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 10/257) wurde mit Entscheid vom 15. Febru
ar
2017 abgewiesen (Urk. 10/272 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 20. März 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 15. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm über den 1. März 2016 hinaus die Kosten für die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen auszurichten.
Es
seien weitere medizinische Abklä
rungen
, insbesondere eine orthopädische Begutachtung
zu treffen. Eventuell seien
ihm eine Invalidenrente von mindestens 18 % und eine Integritätsent
schädigung zuzusprechen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8. Mai 2017 (Urk. 9) die Abwei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer
am 16. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Replicando
(Urk. 12) und
d
uplicando
(Urk. 18) hielten die Parteien an ihren
Be
gehren
fest.
Mit Gerichtsverfügung vom
11. Juli 2017
w
urden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
)
die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Duplik
zugestellt (Urk.
19
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
Bundesge
-
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beu
rteilende Unfall hat sich am 28
. September 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werde
n (Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spä
tfolgen gewährt (Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicher
weise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheits
bild
führen können (BGE 118 V 293 E.
2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusamme
nhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes „namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch wei
tere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
füh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der
Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden
, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
be
messung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegt
e Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversiche
rung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bun
des
gericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus, die bisherige Tätigkeit als Gipser oder Maler sei dem Beschwerdeführer dauerhaft nicht mehr zumutbar und es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Sie nahm per
29. Februar
2016 den Fallabschluss vor (S. 3, S. 5 ff.) und ermittelte eine Er
werbsunfähigkeit von 11 % (S
.
7) sowie verneinte die Aus
richtung einer Integritätsentschädigung (S. 8).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 9
) hielt die Beschwerdegegnerin sodann fest, der Fallabschluss sei zu Recht erfolgt, da eine namhafte Verbesserung des Gesund
heitszustandes – im Sinne einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
– entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu erwarten sei
,
da bereits
ab März 2016 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Beschäftigung bestanden habe.
Der Sachverhalt sei genügend abgeklärt worden
. Aufgrund der vorliegenden Akten- und Beweislage könne auf weitere Beweis
er
hebungen – namentlich die Einholung eines orthopädischen Gutachtens
–
ver
zichtet werden (S. 3 ff.
; vgl. auch Urk. 18
)
.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), gestützt auf die
medizinische Einschätzung des behandelnden Orthopäden habe ein verzögerter Heilungsverlauf vorgelegen und der Arzt habe eine
Valgisationsosteotomie
als Massnahme zur Schmerzreduktion und Verzögerung der fortschreitenden dege
ne
rativen Abnützung am medialen
Femurkondylus
vorgesehen
, ansonsten ein pro
thetischer Gelenksersatz bereits in wenigen Jahren drohe (S. 5).
Zwar habe die
Z._
dieser Massnahme ablehnend gegenübergestanden, jedoch weitere Behandlungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Durch eine intraartikuläre Kortison-Infiltration sei eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten.
Da in Bezug auf den Fallabschluss die Auffassung des Kreisarztes derjenigen des behandelnden Arztes diametral widerspreche, sei ein externes medizinisches Gut
achten einzuholen, welches auch die Frage der Integritätsentschädigung neu zu prüfen habe (S. 5 ff.
; vgl. auch Urk. 12
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu Recht vorgenommen hat. Sodann ist die Hö
he des Invaliditätsgrades von 11
%
sowie die Integritätsentschädigung
strittig.
Nicht streitig und deshalb nicht weiter zu prüfen ist die Frage des Rückfalls
(vgl. hierzu vorstehend E. 1.4)
, da dieser von der Beschwerdeführerin
anerkannt
(vgl. Urk. 10/187
; Urk. 10/195 S. 5)
, Leistungen erbracht und eine Rente zugesprochen wurde
(vgl. Urk. 10/247)
.
Weiterungen hierzu erübrigen sich damit.
3.
3.1
Am
28. September 2015 verletzte sich der Beschwerdeführer im Wald am linken
Knie (vgl. Schadenmeldung vom
30. Septem
ber 2015, Urk. 10/179
S.
17 f.
; Urk. 10
/185
).
Aufgrund posttraumatische
r
therapieresistente
r
mediale
r
Knie
schmer
zen begab sich der Beschwerdeführer am 3. November 2015 bei Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädie, in Behandlung, welcher nach einer bildgebenden Untersuchung
(vgl. Urk. 10/179 S. 23)
mit Bericht vom 20. Novem
ber 2015 (Urk. 10/179 S. 19
f.
)
ausführte, es bestehe ein Mischbild zwischen einer möglichen medialen Meniskusläsion sowie den posttraumatischen degenerativen Veränderungen bei Zustand nach
osteochondraler
Fraktur mit
Osteosynthese
ma
te
rialentfernung
. Er erachte eine therapeutische Arthroskopie des linken Knie
ge
lenks für angezeigt.
Am 4. Dezember
2015 wurde das linke Knie des Beschwerdeführer
s durch Dr.
A._
arthroskopisch
saniert (vgl. Operationsbericht vom 4. Dezember 2015, Urk. 10/181).
3.2
Anlässlich der ersten postoperativen Verlaufskontrolle
vom 20. Januar 2016
nach
der
Arthroskopie des linken Kniegelenkes stellte Dr.
A._
im Bericht vom 21. Januar 2016 (Urk. 10/190) fest, dass e
in leicht verzögerter, aber jedoch
noch komplikationsloser Verlauf bestehe. Die medialen Restbeschwerden sähe er im Zusammenhang mit
der
Chondromalazie
am medialen
Femurkondylus
, weshalb sich diesbezüglich mittel- und längerfristig die Frage nach der weiteren Behand
lung
,
insbesondere der Entlastung des medialen Kompartimentes stelle. Zur Dis
kussion stehe die
Valgisationsosteotomie
am
Tibiakopf
des linken Beines. Diese Massnahme würde die mechanische Belastungsachse aus dem medialen Kompar
ti
ment verschieben und neben einer Schmerzreduktion auch eine weitere fort
schrei
tende degenerative Abnutzung am medialen
Femurkondylus
verzögern. Aus diesem Grund ersuche er die Suva um eine kreisärztliche Untersuchung und insbesondere um Kostengutsprache für die vorgesehene weitere Behandlung am linken Kniegelenk (S. 3).
3.3
Der Kreisarzt der
Beschwerdegegnerin, Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, fü
hrte am 16. Februar 2016 eine Abschlussuntersuchung durch. In seinem Bericht gleichen Datums (Urk. 10/195) führte er aus, bei der Untersuchung zeige sich ein schlechtes Heilergebnis, das Kniegelenk sei nur mässig gut belast
bar. Es träten immer wieder Ergüsse am linken Knie auf, das Gangbild sei etwas hinkend, die Beweglichkeit gegenüber rechts nur geringfügig eingeschränkt. Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr als Maler oder Gipser.
Die Zumutbarkeits
beurteilung für den allgemeinen Arbeitsmarkt entspreche der skizierten Zumut
bar
keit bei der kreisärztlichen Untersuchung vom Dezember 2009 (vgl. Urk. 10/115 Ziff. 5.1;
ganztä
g
ige Tätigkeit mit Belastungsprofil).
Die jetzt noch vorhandenen Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks seien unfallkausal. Es sei ein Endzustand erreicht, von weiteren Behandlungen könne keine wesent
liche Verbesserung mehr erwartet werden
. Zur endgültigen Beurteilung eines allfälligen Integritätsschadens seien Röntgenbilder in drei Ebenen des rechten (richtig: linken)
Kniegelenks
im Stehen anfertigen zu lassen.
(S. 5).
3.4
Dr.
A._
berichtete am 26. März 2016 (Urk. 10/213 S. 2-3), dass sich der Beschwerdeführer aufgrund der kreisärztlichen Untersuchung für eine konven
tionelle Röntgenuntersuchung gemeldet habe. Die Situation am linken Knie sei unverändert. Es bestünden Belastungsschmerzen und eine limitierte Gehdistanz, ausserdem deutliche Anlaufschwierigkeiten und Schmerzen am Morgen und nach längerem Sitzen sowie zweitweise auch Schwellungszustände (S. 1).
Er erachtete die von der Beschwerdegegnerin gefällte Beurteilung vom 16. Februar 2016,
wo
nach
der Endzustand erreicht sei, für nicht nachvollziehbar.
Der Beschwerde
füh
rer leide an einer posttraumatischen
Chondromalazie
am medialen
Femur
kondylus
, weshalb die Entlastung des medialen Kompartimentes eine sinnvolle medi
zi
nische Massnahme darstelle. Zur Sanierung und Verbesserung der Geh
fähig
keit und der Belastbarkeit sei die
Valgisationsosteotomie
am linken Knie
gelenk not
wendig. Allenfalls drohe dem Beschwerdeführer der prothetische Gelenksersatz bereits in wenigen Jahren (S. 2).
3.5
Kreisarzt Dr.
B._
nahm am 14. April 2016
(Urk. 10/218)
Stellung
zum Unter
suchungsbericht von Dr.
A._
vom 26. März 2016 (vgl. vorstehend E. 3.4). Er äusserte sich dahingehend, dass
es erfreulich sei, dass Schuheinlagen mit Aussenranderhöhung zu einer Verbesserung geführt hätten, es jedoch
unzutref
fend
sei, dass ein Endzustand noch nicht festgestellt werden könne (S. 1). Er sehe insbesondere
keinen Sinn darin, eine
gemäss den bildgebenden Befunden vom 24. März 2016 festgestellte
gerade Beinachse
mittels Umstellungsosteotomie
in ein X-Bein umzuwandeln, insbesondere da das laterale Kompartiment des Knie
gelenks, das dadurch deutlich mehr belastet werde, nicht mehr unversehrt sei (Status nach
Teilmeniskektomie
). Eine Kostenzusage für diesen Eingriff könne nicht gegeben werden. Es bleibe somit bei der Einschätzung, eine sinnvolle Be
hand
lung, die eine wesentliche Verbesserung des Zustands erbringen könnte, könne nicht gesehen werden, da der Endzustand
erreicht sei (S. 1 f.).
3.6
Am 21. Juli 2016 wurde der Beschwerdeführer in der
Z._
ambulant untersucht. Im Sprechstundenbericht gleichen Datums (Urk. 10/233) nannten die Ärzte als Diagnose eine posttraumatische
osteochondrale
Läsion
am
mediale
n
Femurkondylus
links (S. 1) und führten aus, in Zusammenschau der klinis
chen und radiologischen Befunde
liessen sich die Beschwerden des Beschwerdeführers (Anlaufschmerz am Morgen für eine halbe Stunde, danach nach zirka zwei Stunden wieder Schmerzen und Schwellneigung, vgl. S. 1 unten) durch
die degenerative Veränderung im Bereich des medialen
Femurkondylus
links nach
osteochondraler
Läsion erklären. Bei radiologisch
orthograder
Beinachse und sich dadurch ergebendem Umstellungswinkel von lediglich 4
Grad
sei eine hohe
valgisierende
Tibiaumstellungsosteotomie
wohl eher nicht zu empfehlen. Gleichzeitig bestehe beim Beschwerdeführer aufgrund der
Teilmeniskektomie
lateralseits
und zusätzlich oberflächlichen Knorpelläsionen im Bereich des lateralen
Femur
kondylus
zudem eine relative Kontraindikation für die Umstellungsosteotomie. Aktuell bestehe keine sinnvolle chirurgische Option. Allenfalls wäre ein proba
torischer Versuch mit eine
m
valgisierenden
Unloader-Brace
zu empfehlen.
Bei
Beschwerdeexazerbation
könnte über eine
Kortison
-Infiltration nachgedacht werden. Zudem könne, wenn auch bei schwacher Evidenz, aufgrund des jungen Alters des Beschwerdeführers eine
Condrosulftherapie
beziehungsweise eine Hyaluronsäure-Infiltration
versucht werden
. Des Weiteren sei Physiotherapie zur Kräftigung der kniestabilisierenden Muskulatur empfehlenswert (S. 2).
3.7
Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
, erachtete in seiner Stellung
nahme vom 9. September 2016 (Urk. 10/237)
die Verhinderung einer akuten Ver
schlimmerung des Gesundheitszustandes mit der Knie-Orthese eventuell für mög
lich und verwies hierzu auf die Einschätzung der
Z._
(S. 1).
3.8
Dr.
A._
berichtete am 23. November 2016 (Urk. 10/239 S. 2f.). Er wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer seit
zirka zwei Monaten den
Unloader
Brace
trage und dass unter dieser
valgisierenden
Belastung vor allem die
femor
opatellären
Schmerzen zugenommen hätten, was zeitweise abends die Einnahme von Analgetika notwendig mache (S. 2 unten). Der
Unloader
Brace
habe nicht die gewünsch
te Beschwerdelinderung erbracht. Wie von den Kollegen der
Z._
vorgeschlagen, wäre nun die Indikation für eine intraartikuläre Kortison-Infiltration gegeben, jedoch möchte der Beschwerdeführer zuerst noch eine ambulante Physiotherapie versuchen
(S. 3 oben).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Gipser oder Maler nicht mehr zumutbar ist und eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit besteht (vgl. Urk. 2; Urk. 10/
195).
Dr.
B._
führte in Kenntnis der
Vorakten
sowie gestützt auf die Untersuchung des Beschwerdeführers aus, die bisherige Tätigkeit als Gipser oder Maler sei diese
m dauerhaft nicht mehr zumutbar. Hingegen sei eine ganztägige Tätigkeit mit
diversen
Einschränkungen (Urk. 10/115 S. 4 f.: Knien und Kniebeuge selten, Sitzen und Stehen oft, Stellung frei wählbar sehr of
t
, Gehen bis 50
m oft, Gehen über 50 m manchmal, Gehen lange Strecken sowie auf unebenem Gelände selten, Heben und Tragen mittelschwerer Lasten [10-25 kg] bis Len
denhöhe selten, leichte Lasten [
5-10 kg
]
oft
)
zumutbar
. Der Endzustand sei erreicht, von weiteren Behandlungen sei keine Verbesserung mehr zu erwarten (vgl. vorstehend E. 3.3).
Die Einschätzung von Dr.
B._
findet Stütze in der Untersuchung durch die Ärzte der
Z._
. Diese hielten
nach einer ambulanten Unter
suchung des Beschwerdeführers
im Sprechstundenbericht vom 21. Juli 2016
und gestützt auf d
ie bildgebenden Befunde (Urk. 10/235 S. 3 f.
)
fest, dass eine
valgi
sie
rende
Tibiaumstellungsosteotomie
wohl e
her nicht zu empfehlen sei, mithin versprachen sie sich von diesem
vom behandelnden Arzt vorgeschlagenen
medi
zi
nischen Eingriff keine Verbesserung.
Allenfalls erachteten sie diverse Massnah
men (
Unloader
Brace
, Kortison-Infiltration, Hyaluronsäure-Infiltrat
ion, Physio
the
rapie zur Kräftigun
g der kniestabilisierenden Muskulatur) als
mögliche
Ver
such
e
zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.2
Der Beschwerdeführer machte geltend,
der Endzustand sei noch nicht erreicht, namentlich
seien diverse Therapiemöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft
(Urk. 1 S. 5 f.
; Urk. 12 S. ff.
)
.
Wie unter Erwägung
1.5
dargelegt, ist der Fallabschluss vorzunehmen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne einer zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingt beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2016 vom 2
2.
Juli 2016 E. 7.1). Aufgrund der medizinischen
Vorakten
und der kreisärztlichen Untersuchung des Beschwerdeführers ist die prognostis
che Beurteilung durch Dr.
B._
schlüssig und nachvollziehbar dargelegt worden.
Seine Einschätzung deckt
sich mit den Ausführungen
und Befunden
der Ärzte der
Z._
. Diese
erachteten die
möglichen
medizinischen
Massnahmen
(vgl. vorstehend E. 4.1)
lediglich
als probatorisch, woraus nicht auf eine
namhafte
Verbesserung im Sinne einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
geschlossen werden kann.
Ebenso hat auch Dr.
B._
in seiner Stellungnahme
vom 9. September 2016
nicht festgehalten, dass
mit der Knie-Orthese (
Unloader
Brace
)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verbesserung erreicht werden kann, sondern nur, dass eventuell eine akute Verschlimmerung verhindert werden kann
(vgl. vorstehend E. 3.7). Das genügt aber nicht, um den Fallabschluss in Frage zu stellen.
Schliesslich bestätigte sich auch die Prognose von Dr.
B._
dahingehend, als
von der durchgeführten
Unloader
Brace
-Massnahme kei
ne Verbesserung einge
treten ist (vgl. vorstehend E. 3.8)
.
4.3
Zusammenfassend bestehen somit keine Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellungen, weshalb darauf abzustellen ist (vgl. zum B
eweiswert versicherungsinterner
Berichte BGE 135 V 465).
Vor diesem Hintergrund
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Kostenübernahme der Heilbehandlung sowie die Taggeldleistungen einstellte und per Ende Februar 2016 den Fallabschluss verfügte.
4.4
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen (vgl.
Urk. 1 S.
7
), kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand ist auf
grund der medizinischen Akten
hinreichend abgeklärt.
Namentlich erscheinen aufgrund der vorliegenden bildgebenden Befunde und der Tatsache, dass eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von medizinischer Seite her attestiert wurde, weitere Abklärungen als nicht notwendig.
5.
Soweit der Beschwerdeführer
geltend macht, ihm sei
eine Übergangsfrist von fünf Monat
en zu gewähren für den Berufswechsel unter Weiterausrichtung von Tag
geldleistungen (Urk. 1 S. 8 Ziff. 5), ist ihm nicht zu folgen.
Mit dieser A
rgumentation übersieht er
, dass ihm nicht etwa die Taggelder gestützt auf Art. 6 Satz 2 ATSG gekürzt wurden, sondern dass der Anspruch auf ein Taggeld gestützt auf Art. 19 Abs. 1 U
VG (Fallabschluss, vgl. dazu vorstehend E. 1.5
) untergegangen ist. Da wie bereits dargelegt von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den
1. März 2016
hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr zu erwarten war, durfte die Beschwerdegegnerin die Taggeld
-
leistungen einstellen, ohne ihn zunächst zu einem Berufswechsel aufzufordern und eine Übergangsfrist zu gewähren (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_83/2017 vom 11. Dezember 2017 E. 5.2 f.).
Im Übrigen ist die im Zusammen
hang mit Krankentaggeldern gewährte A
npassungszeit (BGE 114 V 281 E.
5b) im Bereich der Unfallversicherung
rechtsprechungsgemäss
nicht
analog anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
212/2017 vom 1. Februar 2018 E.
4.3).
6
.
6
.1
Es bleibt die Höhe der Erwerbsunfähigkeit von 11 % zu prüfen. Der Beschwer
de
führer beanstandete, die Erwerbsunfähigkeit von 11 % sei nicht nachvo
llzieh
bar. Insbesondere sei
en
die von der Beschwerdegegnerin ausgesuchten Tätigkeiten nicht ganztags ausführbar und entsprächen nicht einmal dem Belastungs
profil (Urk. 1 S. 9).
6
.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
sind die rechtlichen Erwägungen zum Invaliditätsgrad und dessen Bemessung (Art. 18 Abs. 1 UVG; Art. 7 f. und Art. 16 ATSG) zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 4 f.
Ziff. 2
a).
6
.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ausgehend von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin und einem Pensum von 100 % ein hypothetisches
Valideneinkommen
von Fr.
65‘522
.-- (vgl. Urk.
10/243; Urk. 10/261 S. 3 oben
). Dies ist nicht zu beanstanden und
blieb
unbestritten.
6
.4
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erziel
tes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtspre
chung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich exi
stierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen Dar
stellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden. Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen fest
ge
halten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem
inter
nationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische
Funk
tions
- und Leistungsprüfung). Die Suva entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
lichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Auswahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der Suva verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die Suva die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben, damit sich die Suva im
Einspracheentscheid
damit auseinandersetzen kann. Ist die Suva nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die Suva hat
diesfalls
im
Einspracheentscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des ange
ru
fenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund der ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht sach
gerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leistungs
mässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthaltsstatus), die
bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzu
weisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, innerhalb deren Spann
breite auf die konkreten Umstände Rücksicht genommen werden kann (BGE 139 V 592 E. 7.3, 129 V 472 E. 4.2.3).
6
.5
Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung des hypothetischen Invalidenein
kommens fünf
DAP
-Profile heran und machte die vorgeschriebenen Angaben über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommen
den dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil ent
spr
echenden Gruppe (vgl. Urk. 10/244
). Diese Grundlagen wurden der Beschwer
de
führerin im
Einspracheverfahren
zur Kenntnis gebracht (vgl. Urk.
10/251
).
Gemäss
Belastungsprofil (vgl.
Urk. 10/115 S. 4 Ziff. 5.1
; vgl. vorstehend E. 4.1
) sind
dem Beschwerdeführer
Tätigkeiten
mit seltenen Knien und Kniebeugen, oftmaligem Sitzen und Stehen, Vermeidung von langen Str
e
cken und unebenem Gelände
mit Lasten von maximal 5-10 kg
und Lasten von 10-25 kg selten
ganztägig zumutbar.
6
.6
Bei DAP
-Profil Nr.
4774
(Urk. 10/244 S. 6-9)
handelt es sich um eine Tätigkeit,
bei der
eine High-Tech-Presse bedient wird.
Es werden sehr teure Spezial
an
fertigungen von Schleifelementen gepresst.
Sehr leichtes H
eben und Tragen (bis 5 kg) bis L
endenhöhe ist oft nötig, Gewichte von 5-10 kg nur manchmal.
Beid
händigkeit ist notwendig, ebenso b
edingt diese Tätigkeit manchmal
Sitzen und Stehen sowie Gehen von bis zu 50 m. Dieses DAP-Profil entspricht den Fähig
keiten des Beschwerdeführers.
DAP-Profil Nr. 4548 (Urk. 10/244 S. 10-13) beschreibt die Tätigkeit als Kleinteil
monteur: Es werden von Hand Kleinteile für Beschläge montiert. Manchmal ist ein Heben und Tragen von Lasten bis zu 10 kg notwendig sowie eine vorgeneigte Körperposition. Diese Tätigkeit bedingt oft Sitzen und Stehen.
Da
mit genügt auch dieses DAP-Profil dem B
e
lastungsprofil.
Bei DAP-Profil Nr. 851
5 (Urk. 10/244 S. 14-17) werden Feuchte- und Tempera
tur-Messgeräte bereitgestellt und montiert. Sehr leichtes Heben und Tragen bis Lendenhöhe ist oft erforderlich, ebenso leichtes und feinmotorisches Hantieren mit Gegenständen. Die Tätigkeit wird oft im Sitzen durchgeführt und bedingt auch oftmals die Zurücklegung von kurzen Strecken bis 50 m. Das Belastungs
profil wird eingehalten.
DAP-Profil Nr. 9966 (Urk. 10/244 S. 18-21) beschreibt eine Tätigkeit, bei der
Wähenböden
, die per Förderband an den Arbe
itsplatz kommen, in Kunststoff
ki
sten gelegt und gestapelt werden.
Sehr leichtes Heben und Tragen bis Lenden
höhe sowie Stehen ist oft erforderlich, mittelmässiges Hantieren mit Geräten
ist
manchmal nötig, ebenso Gehen bis 50 m. Auch dieses DAP-Profil genügt dem Belastungsprofil.
Sodann beschreibt DAP-Profil Nr.
8316
(Urk. 10/244 S. 22-25) eine Tätigkeit, bei der der Mitarbeiter eine automatische Kartonfaltmaschine bedient und dabei diese Aufstellmaschine mit Kartonrohlingen auffüllt und auf der anderen Seite die fertige Kartonschachtel entnimmt.
Sehr leichtes Heben und Tragen (bis 5 kg) bis Lendenhöhe sowie längeres Sitzen sind oftmals nötig, manchmal
auch Gehen bis 50 m. Das Belastungsprofil wird eingehalten.
6
.7
Zusammenfassend zog die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des hypotheti
schen
Invalideneinkommens fünf zumutbare Arbeitsplätze bei und ging mit der Annah
me eines Wertes von Fr. 58'571.-- vom Durchschnitt aus (vgl. Urk. 10/244 S. 1).
Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, womit das Invalideneinkommen korrekt ermittelt wurde.
Eine Berechnung anhand der LSE-Daten ist somit nicht erforderlich.
Selbst wenn die
vom Bundesamt fü
r Statistik herausgegebene Schweizerische
Lohnstrukturer
hebung (LSE)
herangezogen und auf die vom Beschwerdeführer in der Beschwer
deschrift genannte Tabelle abgestellt und vom errechneten Jahreseinkommen ohne Behinderung ausgegangen würde (Fr. 67'119.25; vgl. Urk. 1 S. 10), erg
ä
be dies bei einem vorliegend maximal
und grosszügig
zu gewährenden
Tabellen
lohnabzug
von 10 % immer noch ein Invalideneinkommen von Fr. 60'407.-- (Fr. 67'119.25 x 0.9)
, welches über dem
von der Beschwerdegegnerin ermittelten Wert von Fr. 58'571.-- liegt.
Soweit
der Beschwerdeführer
geltend macht, die verwendeten DAP-Profile ent
hiel
ten unzumutbare
Tätig
kei
ten
,
da sie nicht dem
veralteten
Belastungsprofil von Dr.
C._
entsprächen,
so kann dem nicht gefolgt werden. Es handelt sich bei sämtlichen Profilen um lediglich hypothetisch
ausübbare
Tätigkeiten, welche zur Ermittlung des Invalideneinkommens
herangezogen wurden. Keine
s
dieser Profile enthält Tätigkeiten, die die Maximalbelastungen überschreiten
, zumal bei Ein
haltung dieser Maximalbelastungen
gemäss
Dr.
B._
, welcher eine Neubeurtei
lung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers vorgenommen und im Ergeb
nis die Einschätzung von Dr.
C._
übernommen hat,
eine vollständige, das
he
isst
ganztäg
ige Arbeitsfähigkeit besteht (vgl. vorstehend E. 4)
.
7
.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine Integritätsent
schädi
gung (Urk. 2 S. 7 ff.), was vom Beschwerdeführer beanstandet wird.
7
.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7
.3
In der Suva-Tabelle 5
(Revision 20
11
), Integritätsentschädigung
gemäss
UVG,
Integritätsschäden bei Funktionsstörungen bei Arthrosen (abrufbar unter www.suva.
ch),
ist eine Integritätsentschädigung frühestens und abhängig von ihrer Art bei Vorliegen einer
mässigen
Arthrose auszurichten. Für leichte Arthrosen fallen keine Entschädigungen an (S. 2 Suva-Tabelle 5).
Kreisarzt Dr.
B._
ging in seiner Beurteilung vom 14. April 2016 und seiner ergänzenden Stellungnahme vom 13. Februar 2017 (Urk. 10/271) davon aus, dass kein erheblicher Integritätsschaden vorliege, da gestützt auf den bildgebenden Untersuchungsbefund vom 21. Juli 2016 (Urk. 10/
235 S. 4
) ein
Status nach
osteochondraler
Läsion am medialen
Femurkondylus
mit
Kortikalis
-Irregularität,
sub
chon
dralem
Knochenmarködem, oberflächlichen Knorpeldefekten und
Knorpel
de
la
mination
sowie ein Substanzverlust des Innen- und Aussenmeniskus und oberflächliche Knorpeldefekte am late
ralen
Femurkondylus
b
est
ünd
e
n
. Ein Zu
stand einer
mässiggradig
ausgeprägten
Arthrose am Knie sei bei weitem
nicht erreicht (Urk. 10/271). Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer nicht substantiiert darlegte, wesh
alb erhebliche unfallbedingte Restfolgen seine Integrität beeinträchtigten.
Der Beschwerdeführer vermag keine stichhaltigen Gründe zu nennen, weshalb diese auf einer nachvollziehbaren, umfassenden medizinischen Aktenlage basierende Feststellung
(vgl. vorstehend E. 4)
nicht zu überzeugen vermöchte
.
8.
Nach dem Gesagten ist der
Einspracheentscheid
vom
15. Februar 2017
(Urk. 2)
zu bestätigen und die Beschwerde ist abzuweisen.
9
.
9
.1
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin
Barbara Wyler
, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit
Honorarnote
vom 6. Juni 2017 (Urk. 14)
machte sie einen Aufwand von insgesamt
18.49
Stunden und
Auslagen von Fr. 175.60
geltend.
9.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Angesichts dessen, dass Rechtsanwältin Wyler den Beschwerdeführer bereits im Verwaltungsverfahren vertreten hat, erscheint der geltend gemachte Aufwand zu übersetzt.
So werden wiederholt „diverse Abklärungen”
verrechnet ohne Zeitan
gabe, Grund und Zweck. Auch können die M
emos an in ebenfalls unbekanntem
Umfang keine
Beachsichtigung
finden
.
Sodann ist für Urteilsstudium sowie Be
sprechung lediglich eine Stunde zu entschädigen.
Vor dem Hintergrund, dass
die Rechtsvertreterin
den Beschwerdeführer bereits im
Verwaltungsverfahren
vertre
ten hat
,
ein wesentlicher Teil der Besc
hwerdeschrift die Wiedergabe der
Ein
s
prache
darstellt,
und
im Vergleich mit ähnlichen Fällen
erscheint der Aufwand für das Verfassen der Beschwerdeschrift als zu hoch. Bei
grosszügiger
Betrach
tung können 8 Stunden für das Verfassen der Beschwerdeschrift inklusive Gesuch um unentgeltliche Prozessführung sowie eine halbe Stunde für notwendige Korre
spondenz als gerechtfertigt betrachtet werden.
Ebenso drei Stunden für das
Abfassen der Replik. Eine weitere Stunde Aufwand kann zudem anerkannt w
erden,
wenn berücksichtigt wird, dass die Rechtsvertreterin das Urteil mit dem Beschwer
deführer
noch zu besprechen hat. Ferner sind Auslagen in der Höhe von rund Fr. 175.60 zu berücksichtigen (Fotokopien,
Porti
, Telefon).
Somit ist der zu ent
schädigende Gesamtaufwand mit 1
2
.5 Stunden zu beziffern.
Bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich M
ehrwertsteuer
), von dem abzuweichen keine Veranlassung besteht, ist die Ent
schädigung somit auf
Fr. 3‘
1
6
0
.
-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen, und
Rechtsanwältin Barbara Wyler
entsprechend aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich laut § 16
Abs. 4
GSVGer
zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.