# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 34cce522-0228-4a08-ad45-7e766c460b3c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend sexuelle Nötigung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom
6. Dezember 2016 (DG160162)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 27. Mai
2016 (Urk. 24) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB;
- des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB;
- der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB;
- der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB;
- der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB;
- des Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB;
- der Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowie
- der Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon
12 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 300.–.
3. Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Der bedingte Vollzug bezüglich des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 6. April 2015 ausgefällten
Strafteils (Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 110.–) wird widerrufen.
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6. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg
verwiesen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 4'700.– als Genug-
tuung zu bezahlen.
8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 26. Mai 2015
beschlagnahmte Mountainbike der Marke "Specialized", grün, Rahmen-
nummer 1, wird eingezogen und zu Gunsten der Staatskasse verwertet.
9. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 26. Mai 2015
beschlagnahmte Zeitfahrrad "Scott", schwarz/weiss/rot, Rahmennummer
entfernt, wird eingezogen und der ... [Versicherung], ... [Adresse], heraus-
gegeben.
10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
26. Mai 2015 beschlagnahmten Fahrräder werden definitiv beschlagnahmt
und verwertet:
− Mountainbike "Scott Genius 10", schwarz, Rahmennummer entfernt; − Mountainbike "Trek", weinrot/grau, Rahmennummer entfernt; − Mountainbike "Marin", weiss, Rahmennummer 2;
− Mountainbike "Cannondale Jekyll", blau, Rahmennummer 3.
Der Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
11. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 26. Mai 2015
beschlagnahmte Pfefferspray sowie das Elektroschockgerät werden
eingezogen und vernichtet.
12. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 5. August
2015 beschlagnahmte Mobiltelefon Samsung (IMEI Nr. ...) wird eingezogen
und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
13. Die weiteren mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom
26. Mai 2015 beschlagnahmten Gegenstände (Armbrust, Dolch, 2 Pullover)
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werden dem Beschuldigten auf Verlangen innert 3 Monaten seit Eintritt der
Rechtskraft herausgegeben, ansonsten sie vernichtet werden.
14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin für das gesamte Ver-
fahren eine Entschädigung für die Rechtsvertretung von Fr. 1'946.70 zu be-
zahlen.
15. Rechtsanwalt Dr. X._ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als
amtlicher Verteidiger des Beschuldigten entschädigt mit Fr. 20'000.– (inkl.
MwSt).
16. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr Vorverfahren
Fr. 20'000.– amtliche Verteidigung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-
kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 77 S. 1)
1. In Abänderung von Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich,
7. Abteilung, vom 6. Dezember 2016 (Geschäfts-Nr. DG160162-L) sei
der Beschuldigte und Berufungskläger freizusprechen vom Vorwurf:
- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
- der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB,
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- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 STGB,
- der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB,
- der mehrfachen Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB und
- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33
Abs. 1 lit. a WG.
2. a) Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von maxi-
mal 60 Tagessätzen à Fr. 50.–, entsprechend Fr. 3'000.–, sowie
einer Busse von Fr. 200.– unter Anrechnung von 13 Tagen Haft.
b) Eventualiter, im Falle einer vollständigen Schuldigsprechung im
Sinne der Anklage, sei der Beschuldigte zu bestrafen mit maximal
12 Monaten Freiheitsstrafe unter Anrechnung von 13 Tagen Haft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe (eventualiter der Freiheitsstrafe) sei aufzu-
schieben unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren.
4. Vom Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Win-
terthur/Unterland vom 6. April 2015 für eine Geldstrafe von 45 Tagess-
ätzen zu je Fr. 110.– gewährten bedingten Vollzugs sei abzusehen.
5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
vom 26. Mai 2015 beschlagnahmten Fahrräder seien dem Beschuldig-
ten zurückzugeben:
- Mountainbike "Scott Genius 10", schwarz, Rahmennummer entfernt
- Mountainbike "Trek", weinrot/grau, Rahmennummer entfernt
- Mountainbike "Marin", weiss, Rahmennummer 2
- Mountainbike "Cannondale Jekyll", blau, Rahmennummer 3.
6. Ein angemessener Anteil der Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens,
ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung, sei dem Be-
schuldigten aufzuerlegen; im Mehrumfang seien die erstinstanzlichen
Kosten sowie die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens, ein-
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schliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse
zu nehmen.
7. Die Zivilklage sei abzuweisen bzw. auf den Zivilweg zu verweisen unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklägerin.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 67, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
_

## Considerations

Erwägungen:
I.
1.1 Mit Urteil vom 6. Dezember 2016 sprach das Bezirksgericht Zürich, 7. Abtei-
lung, den Beschuldigten der sexuellen Nötigung, des Diebstahls, der Erpressung,
der mehrfachen Hehlerei, der Drohung, des Hausfriedensbruchs, der Widerhand-
lung gegen das Waffengesetz und der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes
schuldig und bestrafte ihn mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten
und einer Busse von Fr. 300.–. Für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse
schuldhaft nicht bezahlen sollte, setzte es eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Ta-
gen fest und erklärte eine ursprünglich bedingt ausgefällte Geldstrafe für vollzieh-
bar. Weiter entschied es über das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren
der Privatklägerin und die Verwendung beschlagnahmter Gegenstände und regel-
te die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 62 S. 29 ff.).
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1.2 Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 35) meldete der Beschuldigte
rechtzeitig Berufung an (Urk. 57; Art. 399 Abs. 1 StPO). Am 26. Mai 2017 ver-
sandte die Vorinstanz das begründete Urteil an die Parteien (Urk. 61) und über-
mittelte in der Folge die Anmeldung der Berufung zusammen mit den Akten dem
Obergericht.
2.1 Am 15. Juni 2017 reichte der amtliche Verteidiger des Beschuldigten der er-
kennenden Kammer rechtzeitig die schriftliche Berufungserklärung ein (Urk. 61/2;
Urk. 64; Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 90 StPO). Die Staatsanwaltschaft beantragte
unter dem 23. Juni 2017 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 67).
2.2. Mit Verfügung vom 30. August 2017 wurde der Staatsanwalt auf sein Ge-
such hin von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 67;
vgl. auch Urk. 68). Der Beschuldigte wurde nach erfolgloser Aufenthaltsnachfor-
schung öffentlich vorgeladen (Urk. 70 f.). Am 7. November 2017 wurden dem amt-
lichen Verteidiger u.a. der neu eingeholte aktuelle Strafregisterauszug des Be-
schuldigten und je eine Aktennotiz betreffend Abklärungen zu den Strafvollzugs-
daten des Beschuldigten und eine neue gegen ihn eingeleitete Strafuntersuchung
zur Kenntnis zugestellt (Urk. 75; vgl. Urk. 70-74).
2.3 Die Berufungsverhandlung fand heute in Anwesenheit des amtlichen Vertei-
digers des Beschuldigten statt. Der Beschuldigte persönlich blieb der Verhand-
lung fern (Prot. II S. 4).
II.
1. Unangefochten geblieben (vgl. Urk. 64; Urk. 77 S. 1) und damit in Rechts-
kraft erwachsen ist der vorinstanzliche Entscheid hinsichtlich der Dispositivzif-
fern 1 teilweise (Schuldspruch wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1
StGB und Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG), 8, 9, 11, 12 bis 13 (Verwen-
dung beschlagnahmter Gegenstände), 15 (Entschädigung amtlicher Verteidiger)
und 16 (Kostenfestsetzung), was vorab festzustellen ist.
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2.1.1 Die Vorwürfe der sexuellen Nötigung, der Erpressung, der Drohung und des
Hausfriedensbruchs gehen auf Ereignisse zurück, welche gemäss Anklage am
13. April 2015 zwischen ca. 23.00 und 23.35 Uhr bei einer Begegnung des Be-
schuldigten mit der Privatklägerin im Zürcher Kreis ... stattfanden. Sie bzw. die da-
rauf basierenden Anklagevorwürfe können im Einzelnen der diesem Urteil beige-
hefteten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 27. Mai
2016 entnommen werden (Urk. 24, Anklagepunkt 1.1.1, 1.1.3-1.1.5).
2.1.2 Die Anklage beruht auf den Aussagen der Privatklägerin, insbesondere auf
denjenigen anlässlich der sehr ausführlichen staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme vom 18. März 2016 (Urk. 9/2; vgl. auch Urk. 9/1). Der Beschuldigte bestä-
tigte die Schilderung der Privatklägerin sowohl in der Untersuchung als auch an-
lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung im Grossen und Ganzen als rich-
tig bzw. zumindest als möglich (Urk. 8/2 S. 2 ff.; Urk. 8/5 S. 2 ff.; Prot. I S. 15 ff.).
Nicht erinnern könne er sich daran, der Privatklägerin nachgerufen zu haben, er
wisse ja, wo sie wohne und werde dort auf sie warten; er habe das nicht gesagt.
Und das würde er auch nicht machen (Prot. I S. 23). Die abweichenden Aussagen
der Privatklägerin seien - so die Verteidigung - mit Vorsicht zu würdigen, da nicht
ausgeschlossen werden könne, dass sie (wahrheitswidrig) der nachträglichen
Plausibilisierung ihres naiven und leichtfertigen Verhaltens dienten, mit welchem
sich die Privatklägerin wegen ihres iPhones in diese missliche Situation gebracht
habe (Urk. 53 S. 3f., 16f.; Urk. 77 S. 12). Weiter hält der Beschuldigte bzw. die
Verteidigung dafür, dass es nie ein Thema gewesen sei, ob die Privatklägerin
damit einverstanden sei, dass er das Haus betrete. Die Privatklägerin habe auch
nicht konkludent zum Ausdruck gebracht, dass sie ihm das Betreten des Hauses
nicht erlauben wolle. Der Beschuldigte habe das Haus nicht gegen den Willen der
Privatklägerin betreten und Entsprechendes auch nicht in Kauf genommen. Im
Übrigen fehle es auch an einem Strafantrag des Hauseigentümers (Urk. 8/5 S. 2;
Urk. 53 S. 4 f.; Urk. 77 S. 3 f.). Bei der Übergabe der Fr. 400.– habe die Privatklä-
gerin sodann nicht unter dem Eindruck von Drohungen bzw. aus Angst um ihre
körperliche Unversehrtheit und der Beschuldigte nicht mit Bereicherungsabsicht
gehandelt (Urk. 53 S. 3 f., 6 ff.; Urk. 77 S. 5 ff.). Die Handlungen an der C._-
Strasse ... stellten schliesslich keine sexuellen Handlungen im Sinne von Art. 189
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Abs. 1 StGB dar, und es fehle an einer Drohung des Beschuldigten gegenüber
der Privatklägerin. Der Beschuldigte könne sich an eine solche nicht erinnern; aus
seiner Sicht habe es sich um Verhandlungen gehandelt. Und selbst wenn dro-
hende Worte so wie angeklagt ausgesprochen worden sein sollten, sei zugunsten
des Beschuldigten davon auszugehen, dass er dies nicht zur Erzwingung einer
sexuellen Handlung ausgesprochen habe (Prot. I S. 18 ff.; Urk. 53 S. 11 ff.;
Urk. 77 S. 10 f.).
2.1.3 Des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB macht sich schuldig,
wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen
abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Haus
gehörenden umfriedeten Platz o.ä. unrechtmässig eindringt oder, trotz der Auffor-
derung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Ein Hausfriedens-
bruch verletzt die Freiheit des Berechtigten zu entscheiden, wer sich in bestimm-
ten Räumen aufhalten darf und wer nicht. Die Tathandlung besteht u.a. darin,
dass der durch Art. 186 StGB geschützte Bereich gegen den Willen des Berech-
tigten betreten wird. Es ist eine deutliche Willensbekundung des Berechtigten er-
forderlich, aus welcher erkennbar ist, dass das Hausrecht ausgeübt wird. Die Wil-
lensbekundung muss jedoch nicht ausdrücklich erfolgen. Sie kann auch konklu-
dent erfolgen oder sich auch aus den Umständen ergeben (BGE 128 IV 81 E. 4a).
Insbesondere anerkennt die Rechtsprechung die für jedermann klar erkennbare
Zweckbestimmung der Räumlichkeiten als Ausdruck des Willens des Berechtigten
(vgl. BGE 108 IV 33 E. 5b). Beim Hausfriedensbruch handelt sich um ein An-
tragsdelikt. Der Antrag ist von der verletzten Person zu stellen (vgl. Art. 30 StGB).
Vorliegend wurde der Strafantrag von der Privatklägerin gestellt (Urk. 2/2); ein
Strafantrag des Hauseigentümers fehlt. Das Verfahren und der Anklagevorwurf an
sich gründen damit auf dem Willen und der Berechtigung der Privatklägerin, über
den Zutritt zum Wohnhaus D._-Strasse ... in Zürich zu entscheiden. Dass
sich das Hausrecht der Privatklägerin als Mieterin einer der Wohnungen in der
fraglichen Liegenschaft auch auf den Eingangsbereich des Hauses D._-
Strasse ... bezog und sie dieses gegenüber allen Personen geltend machen konn-
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te, die keinerlei Verbindung zu diesem aufwiesen, hat die Vorinstanz richtig fest-
gehalten (Urk. 62 E. II.5.1.2).
Bei der Liegenschaft D._-Strasse ... in Zürich handelt es sich um ein Wohn-
haus. Ein solches steht nach allgemeiner Anschauung einzig den Bewohnern und
mit ihnen persönlich oder geschäftlich verbundenen Personen zur Benützung of-
fen. Die Privatklägerin teilte diese Auffassung offensichtlich; sie überlegte sich, ob
sie den Beschuldigten, der einfach an ihr vorbei ins Haus gedrängt hatte, schon
einmal gesehen hatte (Urk. 9/1 S. 2) und fand die Situation komisch bzw. hatte
ein schlechtes Gefühl (Urk. 9/1 S. 1; Urk. 9/2 S. 4). Die Hauseingangstüre musste
von der Privatklägerin im Tatzeitpunkt mit einem Schlüssel geöffnet werden
(Urk. 9/1 S. 1; Urk. 9/2 S. 4). Das machte über die allgemeine Anschauung hinaus
für jedermann erkennbar deutlich, dass das Betreten des Hauses jedenfalls zum
fraglichen Zeitpunkt einzig den Bewohnern und mit ihnen in einer Verbindung ste-
henden Personen gestattet war. Die Tatsache, dass der Beschuldigte die Privat-
klägerin zugegebenermassen nach einem Bewohner des Hauses fragte (Urk. 8/2
S. 3; Prot. I S. 16 f.; vgl. auch Urk. 9/1 S. 1; Urk. 9/2 S. 4), zeigt, dass er sich des-
sen auch bewusst war. Die Frage stellte er gemäss eigenem Bekunden, um nicht
so aufzufallen oder so (Urk. 8/2 S. 3). Dass er im fraglichen Haus tatsächlich je-
manden kannte oder Entsprechendes irrtümlich annahm, behauptet er nicht. Das
Haus betrat der Beschuldigte sodann nicht erst, nachdem ihm die Privatklägerin
den Zutritt etwa in der falschen Annahme, er wolle einen Hausbewohner (z.B.
E._) besuchen, gewährt hatte. Nein, er drängte sich gemäss der detaillierten,
lebensnahen und damit glaubhaften Aussage der Privatklägerin von hinten kom-
mend plötzlich an ihr vorbei ins Haus. Nach E._ habe er auch erst gefragt,
nachdem er im Haus zunächst etwa zwei Treppenabsätze hinauf und dann wieder
heruntergekommen sei (Urk. 9/1 S. 1; Urk. 9/2 S. 4). Er nahm ihr so von vornhe-
rein die Möglichkeit, darüber zu entscheiden, ob sie ihm den Zutritt gewähren o-
der verwehren wolle. Mit anderen Worten hat sich der Beschuldigte entgegen der
Auffassung der Verteidigung (Urk. 53 S. 5; Urk. 77 S. 3 f.) den Zugang nicht durch
Täuschung verschafft, weshalb die von ihm erwähnte Kommentarstelle nicht ein-
schlägig ist. Zusammengefasst ist erstellt, dass der Beschuldigte sich im Be-
wusstsein darum, dass das Betreten der Wohnliegenschaft D._-Strasse ... in
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Zürich zum fraglichen Zeitpunkt einzig den Bewohnern und mit ihnen in einer Ver-
bindung stehenden Personen gestattet war und er nicht zum so definierten Kreis
der Berechtigten gehörte, von hinten kommend plötzlich an der Privatklägerin
vorbei ins Haus drängte. Sein Verhalten lässt einzig den Schluss zu, dass er zu-
mindest in Kauf nahm, das Hausrecht der Privatklägerin zu verletzten.
Der Beschuldigte ist folglich des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB
schuldig zu sprechen.
2.1.4 Der Erpressung macht sich gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten bestimmt,
wodurch dieser sich selber oder einen anderen am Vermögen schädigt. Die Tat
richtet sich gegen das Vermögen und die persönliche Freiheit (BGE 129 IV 22).
Tatmittel ist Gewalt gegen Sachen (Ziff. 1) oder gegen eine Person (Ziff. 3) bzw.
eine ernstliche Drohung gegen die körperliche Integrität (Ziff. 3) oder gegen ande-
re Rechtsgüter (Ziff. 1). Ernstlich ist ein in Aussicht gestellter Nachteil, wenn er
geeignet ist, auch eine verständige Person in der Lage des Betroffenen gefügig
zu machen und so seine freie Willensbildung und -betätigung zu beschränken. Ob
der Täter die Drohung verwirklichen will oder kann, ist ohne Bedeutung, es kommt
nur auf die Wirkung an. Die Nötigung muss den Betroffenen schliesslich zu einem
Verhalten bestimmen, durch das er sich selber oder einen anderen am Vermögen
schädigt. In subjektiver Hinsicht erfordert die Erpressung Vorsatz. Der Täter muss
im Bewusstsein und mit dem Willen handeln, einen anderen durch Gewalt oder
Drohung zu einem vermögensschädigenden Verhalten zu nötigen. Ferner ist die
Absicht unrechtmässiger Bereicherung verlangt (vgl. zum Ganzen BSK StGB-
WEISSENBERGER, Art. 156 N. 6 ff.).
Der Beschuldigte hatte die Tasche bzw. das Mobiltelefon der Privatklägerin ge-
stohlen. Er hielt die Gegenstände zurück und trat mit der Privatklägerin in Ver-
handlungen über die Rückgabe der Gegenstände gegen Geld. Die Privatklägerin
wollte das Mobiltelefon gemäss ihren Aussagen zurück; es sei ihr wichtig gewe-
sen, die Daten wären weggewesen (Urk. 9/1 S. 3 [Frage 15]). Der Beschuldigte
hielt ebenfalls fest, dass die Privatklägerin das Mobiltelefon unbedingt habe zu-
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rückhaben wollen (Urk. 8/2 S. 3 [Frage 16]). Daraus folgt zwanglos, dass die Ver-
handlungen über die Rückgabe der Tasche bzw. des Mobiltelefons nur unter dem
Eindruck des vorangegangenen Diebstahls stattfanden und der Beschuldigte sich
dessen auch bewusst war. Von üblichen geschäftlichen Verhandlungen zwischen
dem Beschuldigten und der Privatklägerin kann vor diesem Hintergrund von vorn-
herein keine Rede sein und folglich auch nicht davon, dass die Privatklägerin dem
Beschuldigten Fr. 400.– im eigentlichen Sinn im "gegenseitigen Einvernehmen"
(Urk. 8/5 S. 4 [Frage 23]; vgl. auch Urk. 53 S. 7 ff. und Urk. 77 S. 8 f.) übergab;
die Privatklägerin liess sich auch für den Beschuldigten erkennbar nur unter dem
Druck der Umstände zu ihrem Zugeständnis bewegen. Dem Beschuldigten stand
als Dieb sodann weder das Mobiltelefon (vgl. Art. 927 Abs. 1 ZGB; Art. 941 Abs. 2
ZGB) noch dessen wirtschaftlicher Gegenwert zu, was er zweifellos ebenfalls
wusste; ein Dieb weiss, dass ihm die gestohlenen Gegenstände nicht rechtmässig
zustehen. Indem er der Privatklägerin die Herausgabe der Tasche bzw. des Mo-
biltelefons gegen Geld anbot, handelt er damit entgegen der Auffassung der Ver-
teidigung (Urk. 53 S. 11; Urk. 77 S. 9 f.) unabhängig vom Wert der zurückzuge-
benden Gegenstände in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern. Die Pri-
vatklägerin verringerte durch die Zahlung ihre Aktiven, schädigte sich also an ih-
rem Vermögen, während der Beschuldigte im Umfang der Zahlung unrechtmässig
bereichert wurde. Dennoch ist der Beschuldigte vom Vorwurf der Erpressung frei-
zusprechen:
Wie erwogen setzt der Tatbestand der Erpressung einen Zusammenhang zwi-
schen der Nötigungshandlung des Täters und der Vermögensdisposition des Ge-
schädigten und einen diesbezüglichen Vorsatz des Täters voraus. Die Nötigungs-
handlung, die Vermögensdisposition und der Zusammenhang zwischen diesen
muss in der Anklage umschrieben sein. Der Anklagesachverhalt bildet die Grund-
lage der gerichtlichen Prüfung der Sache. Die Prüfung unter einem anderen Ge-
sichtspunkt ist aus prozessualen Gründen (Anklageprinzip; Art. 9 Abs. 1 StPO)
unzulässig.
Die Anklage richtet den Fokus zunächst auf die Privatklägerin und hält fest, dass
diese der Forderung des Beschuldigten nach Aushändigung von mehr Bargeld le-
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diglich nachgekommen sei, weil sie ihre Handtasche bzw. das Mobiltelefon wegen
der darauf befindlichen Daten habe wiedererlangen wollen und da sie seine wie-
derholten Äusserungen, nun noch nett zu sein, aber auch anders zu können,
ernst genommen und sich aufgrund dieser Worte und weiterer Umstände in gros-
se Angst um ihre körperliche Unversehrtheit geraten sei und befürchtet habe der
Beschuldigte werde ihr bei Weigerung, ihm mehr als das im Portemonnaie vor-
handene Bargeld zu geben, etwas antun. Die Formulierung ist nicht eindeutig,
könnte wohl aber noch dahingehend verstanden werden, dass dem Beschuldigten
auch das Zurückbehalten des Mobiltelefons als für die spätere Vermögensdisposi-
tion der Privatklägerin kausale Nötigungshandlung vorgeworfen wird. In subjekti-
ver Hinsicht umschreibt die Anklage den Vorwurf dann allerdings einzig so, dass
der Beschuldigte die Privatklägerin mit seinen Äusserungen, nun noch nett bzw.
anständig zu sein, aber auch anders zu können sowie mit seinen sexuellen An-
deutungen bewusst in Angst um ihre körperliche Unversehrtheit versetzt und
dadurch zumindest in Kauf genommen habe, sie dadurch zu zwingen, ihm noch
mehr Bargeld zu geben. Die Anklage stellt mit Fokus auf den Beschuldigten also
einzig einen Zusammenhang zwischen bestimmten seiner Äusserungen und der
Vermögensdisposition her. Das Zurückbehalten des Mobiltelefons bleibt als mög-
liche Nötigungshandlung unerwähnt. Vor diesem Hintergrund ist der Anklagevor-
wurf so zu verstehen, dass als für die Vermögensdisposition kausale Nötigungs-
handlung einzig drohende Äusserungen des Beschuldigten behauptet werden.
Gestützt auf die lebensnahen und damit glaubhaften Aussagen der Privatklägerin
ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte ihr bereits in der Phase der "Ver-
handlungen" über eine Zusatzzahlung zu verstehen gab, dass sie nicht schreien
solle, er sei jetzt noch nett, er könne aber auch anders, und im Lauf der "Verhand-
lungen" zu ihr sagte, sie könne ihm einen "blasen", dann würde es billiger
(Urk. 9/1 S. 2 f. [Fragen 5, 13, 17]; Urk. 9/2 S. 6). Ausgehend von den Aussagen
der Privatklägerin nur wenige Stunden nach den Ereignissen, waren es allerdings
nicht diese Äusserungen, die sie dazu veranlassten, Verhandlungen mit dem Be-
schuldigten zu führen und ihm schliesslich Fr. 400.– zu übergeben. Vielmehr kam
sie den Forderungen des Beschuldigten explizit deshalb nach, weil sie ihr iPhone
bzw. die darauf gespeicherten Daten zurückhaben wollte (Urk. 9/1 S. 3 [Fragen 5,
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15, 18]). Passanten hatte sie zuvor nicht auf sich aufmerksam gemacht, sondern
stattdessen mit dem eingehaltenen Versprechen, nicht zu schreien, Verhandlun-
gen initiiert (Urk. 9/1 S. 2 [Frage 5]). Mit der Einwilligung des Beschuldigten, ihr
die Sachen gegen Geld herauszugeben, war für sie gemäss ihren Aussagen die
Welt unter den gegebenen Umständen soweit in Ordnung (Urk. 9/1 S. 3 [Frage
18]). Angst habe sie erst später bzw. nach dem Bancomaten bekommen (Urk. 9/1
S. 3 [Frage 16]). Wenn die Privatklägerin rund ein Jahr später in ihrer Schilderung
bei der Staatsanwaltschaft zum Ausdruck brachte, dass sie die Verhandlungen
um die Rückgabe des Mobiltelefons auch unter dem Eindruck der Drohungen ge-
führt habe (Urk. 9/2 S. 10 [Fragen 31-34), erscheint das zwar nachvollziehbar.
Angesichts ihrer klaren Äusserung unmittelbar nach dem Vorfall kann aber nicht
ausgeschlossen werden, dass das intensive Gefühl der Bedrohung, das nach ih-
rer ersten Aussage die Phase nach der Geldübergabe prägte, mit zunehmender
zeitlicher Distanz den gesamten Vorfall überlagerte und (unbewusst) zu einer
nicht realitätsbezogenen Erweiterung der Aussage führte. Darauf deutet auch hin,
dass sie in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme angab, die von Anfang an
ruhige Art des Beschuldigten zu sagen, sie solle nicht schreien etc. habe ihr auch
noch Angst gemacht (Urk. 9/2 S. 12 [Frage 40]), während sie unmittelbar nach der
Tat lediglich angegeben hatte, ein komisches Gefühl gehabt zu haben (Urk. 9/1
S. 3 [Frage 16]), die Situation im Übrigen aber als ruhig, wenn auch als für sie
aussergewöhnlich beschrieben hatte (Urk. 9/1 S. 3 [Fragen 13, 14]). In die gleiche
Richtung weist der Umstand, dass sie erst rund ein Jahr nach den Ereignissen
erstmals angab, der Beschuldigte habe sie nicht nur aufgefordert, nicht zu schrei-
en, sondern auch immer noch zusätzlich gesagt, sie dürfe nicht wegrennen
(Urk. 9/2 S. 6, 11 [Frage 36]), während sie in der ersten Einvernahme das Thema
Wegrennen nur in dem Sinn ansprach, dass sie sich an der C._-Strasse ...
nur noch gedacht habe, wann sie hier wegrennen könne (Urk. 9/1, insbesondere
S. 5 [Frage 31]). Zusammengefasst ist folglich davon auszugehen, dass die
Äusserung des Beschuldigten, auch anders zu können etc., seine körperliche
Überlegenheit und die Tatsache, dass er über ein Fahrrad verfügte, auf den Ent-
scheid der Privatklägerin, dem Beschuldigten Fr. 400.– für die Herausgabe der
Tasche bzw. des Mobiltelefons zu geben, tatsächlich keinen Einfluss hatten. Das
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relevante Druckmittel des Beschuldigten war aus Sicht der Privatklägerin das Mo-
biltelefon, das sie unbedingt zurückhaben wollte. Gemäss den Aussagen der Pri-
vatklägerin war es sodann auch ausschliesslich das Versprechen, das Mobiltele-
fon zurückzugeben, das der Beschuldigte einsetzte, um sie dazu zu veranlassen,
zusätzlich zum Bargeld in der Tasche eine Zahlung zu leisten. Drohungen gegen
ihre körperliche oder sexuelle Integrität spielten dabei auch seinerseits keine Rol-
le. Insbesondere äusserte er weder explizit noch implizit, dass sie mit Gewaltzu-
fügung rechnen müsse, wenn sie sich weigere, ihm eine bestimmte Summe zu
bezahlen (vgl. Urk. 9/2 S. 5). Vor diesem Hintergrund ist zwar mit der Anklage da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin mit seinen wiederhol-
ten Äusserungen, er sei nun noch nett bzw. anständig, könne aber auch anders,
ängstigen wollte, allerdings nicht, um sie zu zwingen, ihm noch mehr als das in
der Handtasche vorhandene Bargeld zu geben, sondern um zu verhindern, dass
sie schreit (vgl. Urk. 9/1 S. 2 f. [Fragen 5, 17]), weil er sich z.B. im Rahmen der
Verhandlungen nicht der Gefahr einer Festnahme aussetzen wollte, oder weil er
bereits zu diesem Zeitpunkt weitergehende (sexuelle) Motive hatte und verhindern
wollte, durch Passanten von der Privatklägerin getrennt zu werden. Der Anklage-
sachverhalt lässt sich folglich nicht erstellen.
Ob die (zumindest latente) Drohung des Beschuldigten, das Mobiltelefon nicht
herauszugeben, falls die Privatklägerin sich nicht zu einer Zusatzzahlung bereit
erklären würde, rechtlich als Androhung eines ernstlichen Nachteils im Sinne von
Art. 156 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren wäre, kann offen bleiben. Eine Prüfung der
Sache unter diesem Gesichtspunkt ist nach dem zum Anklageprinzip Erwogenen
unzulässig.
Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1
StGB freizusprechen.
2.1.5 Der sexuellen Nötigung macht sich schuldig, wer eine Person zur Duldung
einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, indem er
sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Wi-
derstand unfähig macht (Art. 189 Abs. 1 StGB). Als sexuelle Handlung im Sinne
der Bestimmung gelten alle Verhaltensweisen, die nach ihrem äusseren Erschei-
- 16 -
nungsbild eindeutig sexualbezogen sind, soweit der Täter das Opfer in irgendei-
ner Form körperlich in den Vorgang miteinbezieht. Irrelevant ist, ob der Täter die
Handlungen selber vornimmt oder das Opfer dazu nötigt, solche an sich selbst,
am Täter oder an einer Drittperson vorzunehmen (BSK StGB-MAIER, Art. 189
N. 45 f. mit Hinweisen). Die Nötigungshandlung und das abgenötigte Verhalten
müssen kausal sein. In subjektiver Hinsicht ist schliesslich Vorsatz verlangt. Der
Täter muss um die Bedeutung des auf- bzw. abgenötigten Verhaltens wissen.
Dazu gehört auch, dass er zumindest in Kauf genommen hat, sich über den ent-
gegenstehenden Willen des Opfers hinwegzusetzen (BSK StGB-MAIER, Art. 189
N 54, vgl. auch vor Art. 187 N. 27 ff.).
Der Beschuldigte gestand anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ein,
die Privatklägerin - wie von dieser geschildert (Urk. 9/2 S. 17 ff.) - aufgefordert zu
haben, vor ihm ihr Gesäss zu entblössen, niederzuknien und sich einen Finger in
die Vagina einzuführen, während er masturbierte (Prot. I S. 21 f.; vgl. auch
Urk. 8/2 S. 5 f.; Urk. 8/5 S. 4 f.). Der ganze Vorgang war nach seinem äusseren
Erscheinungsbild eindeutig sexualbezogen. Was für den gesamten Vorgang gilt,
gilt auch für die dazugehörigen Handlungen der Privatklägerin, mit denen sie kör-
perlich in das Geschehen eingebunden war (Urk. 62 E. II.8.3.2.). Dass auch se-
xualbezogene Handlungen des Opfers (an sich) selbst sexuelle Handlungen im
Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sind, wurde bereits erwogen. Entgegen der Auf-
fassung der Verteidigung ist zudem weder erforderlich, dass eine Berührung
durch den Täter erfolgte, noch dass die durch das Opfer vorgenommenen Hand-
lungen während einer bestimmten Zeit andauerten (Urk. 77 S. 11).
Sodann ist mit der Vorinstanz als rechtsgenügend erstellt zu betrachten, dass der
Beschuldigte an der C._-Strasse ... zur Privatklägerin u.a. sagte, er könne
sie hier im Dunkeln locker in eine Ecke drängen oder hinunterdrücken bzw. er sei
nun noch nett, aber er könne auch anders. Ferner, dass die Privatklägerin auf-
grund dieser Äusserungen und der weiteren Umstände (körperliche Überlegenheit
des Beschuldigten, überlegene Mobilität des Beschuldigten durch sein Fahrrad) in
grosse Angst um ihre körperliche Unversehrtheit und ihre sexuelle Integrität geriet
und nur deshalb bzw. um Schlimmeres zu verhindern, dem Ansinnen des Be-
- 17 -
schuldigten nachgab. Die diesbezüglichen Schilderungen der Privatklägerin
(Urk. 9/1 S. 2, 4 f.; Urk. 9/2 S. 5 ff., 16 ff.) sind detailliert, lebensnah und auch in
emotionaler Hinsicht eindrücklich. Wie bereits die Vorinstanz betonte, ist es un-
denkbar, dass die Privatklägerin den Aufforderungen des ihr unbekannten Be-
schuldigten, der sie zuvor bestohlen hatte, nachgekommen wäre, wenn sie nicht
unter grossem Druck gestanden hätte. Die vagen Bestreitungen des Beschuldig-
ten (Prot. I S. 22; vgl. auch Urk. 8/2 S. 5 [Frage 34], wo er es immerhin noch für
möglich hielt, dass die Äusserungen gefallen waren) vermögen die Überzeu-
gungskraft der Aussagen der Privatklägerin nicht zu erschüttern. Wenn der Be-
schuldigte angibt, er sei sich im Tatzeitpunkt nicht bewusst gewesen, dass die
Privatklägerin (solche) Angst gehabt habe (Urk. 8/5 S. 5 [Frage 35]; Prot. I S. 22),
mag das sodann insofern zutreffen, als er das Ausmass der Angstgefühle der Pri-
vatklägerin nicht richtig einschätzte. Dass er sich aber nicht bewusst war, dass
seine Worte und sein Verhalten in der Privatklägerin Angst auslösten und sie sei-
nem Ansinnen nur deshalb nachkam, ist völlig unglaubhaft. Sein Verhalten war
spätestens ab dem Zeitpunkt, als er sich beim Bancomaten weigerte, das Mobilte-
lefon herauszugeben, darauf ausgerichtet, die ihm körperlich unterlegene Privat-
klägerin an einen unbeobachteten Ort zu drängen. Ihre wiederholte ausdrückliche
Ablehnung, mit ihm sexuell zu verkehren oder sexuelle Handlungen vorzuneh-
men, ignorierte er. Weshalb die Privatklägerin sich freiwillig in den von ihm ge-
wünschten sexuellen Vorgang einbinden liess bzw. weshalb er davon ausging,
bleibt auch aufgrund seiner eigenen Aussagen gänzlich im Dunkeln. Es steht vor
diesem Hintergrund ausser Zweifel, dass der Beschuldigte die Privatklägerin
schliesslich u.a. durch die erwähnten verbalen Äusserungen wissentlich und wil-
lentlich in Angst um ihre körperliche Unversehrtheit versetzte, um sie seinem se-
xuellen Anliegen gefügig zu machen. Ob er Gewalt angewendet hätte oder nicht
ist nach dem eingangs Erwogenen irrelevant; es kommt nur auf die Wirkung der
Drohung an.
Der Beschuldigte ist folglich der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1
StGB schuldig zu sprechen.
- 18 -
2.1.6 Was den Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB gemäss Ankla-
gepunkt 1.1.5 betrifft, kann auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Urk. 62 E. II.9.). Die Vorinstanz gelangte insbeson-
dere auch zutreffend zum Schluss, dass die Aussagen der Privatklägerin glaub-
haft seien. Die Privatklägerin schilderte die angeklagte Äusserung in ihren beiden
Einvernahmen eingebettet in ein Gesamtgeschehen, das sie detailliert, lebensnah
und im Wesentlichen widerspruchsfrei schilderte. Die beschriebene Äusserung
passt zudem in den Gesamtkontext. Im Übrigen liegen keine Anzeichen dafür vor,
dass die Privatklägerin diese Drohung entsprechend dem Vorbringen der Vertei-
digung lediglich behauptete, um ihr - aus Sicht der Verteidigung - naives und
leichtfertiges Verhalten, mit welchem sie sich wegen ihres iPhones in diese miss-
liche Situation gebracht habe, zu plausibilisieren (Urk. 77 S. 12). Die Privatkläge-
rin wurde an jenem Abend erwiesenermassen zunächst durch den Beschuldigten
in ihrem Hauseingang bestohlen und im weiteren Verlauf des Abends durch die-
sen gar zu sexuellen Handlungen genötigt. Eine Plausibilisierung ihrer Angst da-
vor, was der Beschuldigte ihr weiter antun könnte, mittels einer zusätzlichen er-
fundenen Drohung wäre daher gar nicht mehr nötig gewesen. Bereits das, was
sie an jenem Abend vor dieser Drohung erleben musste, war gravierend genug,
um in den Augen Dritter die Behauptung, sie sei den Aufforderungen des Be-
schuldigten nicht freiwillig nachgekommen, zu bestätigen. Der notwendige Straf-
antrag liegt vor (Urk. 2/2). Der Schuldspruch wegen Drohung im Sinne von
Art. 180 StGB ist folglich ohne Weiteres zu bestätigen.
2.2.1 Weiter wird dem Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Kauf verschie-
dener Fahrräder zwischen dem 23. April 2013 und dem 17. April 2015 und eines
Mobiltelefons ca. im August 2014 mehrfache Hehlerei vorgeworfen. Die Einzelhei-
ten des Anklagevorwurfs ergeben sich aus Anklagepunkt 1.2 der Anklageschrift
der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 27. Mai 2016 (Urk. 24). Der
Beschuldigte bestreitet den Vorwurf. Er habe als fanatischer Fahrradfahrer zwar
gewusst, dass es sich bei den von ihm gekauften Velos um teure Modelle handle,
er habe beim Kauf der Fahrräder aber nicht überlegt, dass diese deliktischer Her-
kunft sein könnten. Er habe einfach Freude gehabt, dass er wieder ein neues Ve-
lo habe, mit welchem er herumfahren könne. Das Mobiltelefon habe nicht neuwer-
- 19 -
tig ausgesehen, und er habe sich gedacht, dass die Fr. 50.– eigentlich ein ange-
messener Preis für dieses Gerät seien. Das Geschäft sei ihm (insgesamt) nicht
verdächtig vorgekommen (Prot. I S. 24 f.; vgl. auch Urk. 8/5 S. 10 [Frage 79]).
2.2.2 Der Hehlerei macht sich u.a. schuldig, wer eine Sache, von der er weiss
oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine Vermögensdelikt erlangt
hat, erwirbt (Art. 160 Ziff. 1 StGB). Subjektiv erfordert die Hehlerei - wie auch die
Formulierung "weiss oder annehmen muss" anzeigt - Vorsatz, wobei Eventualvor-
satz reicht. Der Täter muss mindestens im Sinn einer laienhaften Parallelbewer-
tung wissen oder mit der Möglichkeit rechnen, dass die Sache durch ein Delikt
gegen das Vermögen erlangt wurde. Es genügt insoweit regelmässig die Kenntnis
hinreichend dichter Verdachtsmomente in Bezug auf die Umstände irgendeiner
tauglichen Vortat. Das kann z.B. der Fall sein, wenn der Täter von einem Unbe-
kannten wertvolle Sachen zu besonders niedrigem Preis und unter verdächtigen
Umständen kauft (BSK StGB-WEISSENBERGER, Art. 160 N. 67 ff.).
2.2.3 Die vom Beschuldigten erworbenen anklagegegenständlichen Fahrräder
und das Mobiltelefon waren zuvor gestohlen worden; die diesbezüglichen Rappor-
te liegen vor (Urk. D2/1; Urk. D3/1; Urk. D4/1; Urk. D6/1). Der Beschuldigte hat
dies nie in Frage gestellt. Er hat auch nie die Einvernahme der Geschädigten be-
antragt. Es ist daher ohne Weiteres (vgl. BGE 131 I 476 E. 2.1; BGE
6B_573/2011 E. 2.6) davon auszugehen, dass der Beschuldigte Diebesgut er-
warb. Die Anklage geht davon aus, dass der Beschuldigte dabei entgegen seiner
Bestreitung zumindest mit Eventualvorsatz handelte. Konkret wirft sie ihm vor,
dass er aufgrund gewisser Umstände des Kaufs zumindest habe vermuten müs-
sen, dass die Fahrräder und das von ihm erworbene Mobiltelefon zuvor durch ein
Vermögensdelikt erhältlich gemacht worden sei, er diese aber dennoch ohne nä-
here Abklärungen gekauft habe.
2.2.4 Als verdächtige Umstände nennt die Anklage den geringen Kaufpreis der
sich im oberen Preissegment befindlichen Fahrräder und die Tatsache, dass dem
Beschuldigten diese teilweise spontan auf der Strasse zum Kauf angeboten wor-
den seien. Das Mountainbike "Specialized" kaufte der Beschuldigte gemäss sei-
nen nicht zu widerlegenden Aussagen vermutlich in Dübendorf oder im Raum Zü-
- 20 -
rich von einem Unbekannten, der das Fahrrad inseriert hatte. Dessen Kaufpreis
betrug Fr. 2'000.– (Urk. 8/2 S. 8 f. [Fragen 60-63]. Das Velo hatte gemäss Ankla-
ge einen Wert von Fr. 2'699.–. Die beiden F._ gestohlenen Fahrräder erwarb
der Beschuldigten von einer ihm unbekannten Person, die ihn auf der Strasse an-
gesprochen hatte, zum Preis von je ca. Fr. 1'000.– (Urk. 8/2 S. 10 [Fragen 74, 75,
77]). Der Wert der Fahrräder betrug gemäss Anklage je ca. 7'500.–. Das Zeitfahr-
rad "Scott" kaufte der Beschuldigte gemäss seinen Angaben in St. Gallen von ei-
ner ihm unbekannten Person, welche dieses in der "G._" inseriert hatte zu
einem Preis von zwischen Fr. 2'000.– und Fr. 3'000.– (Urk. 8/2 S. 11 f. [Fragen
88, 91-93]). Der Wert des Velos belief sich gemäss Anklage auf ca. Fr. 11'000.–.
Daraus folgt, dass beim Kauf des Mountainbike "Specialized" keine objektiven
Verdachtsmomente im Sinne der Anklage dafür bestanden, dass das Fahrrad aus
einem Vermögensdelikt stammte; insbesondere bestand objektiv keine auffällige
Diskrepanz zwischen Wert und Preis. Dass der Beschuldigte den Neuwert des
Fahrrades in der Einvernahme vom 5. August 2015 höher schätze (vgl. Urk. 8/2
S. 9 [Frage 65]), ändert daran nichts. Dafür, dass der Beschuldigte die deliktische
Herkunft dieses Fahrrades nicht nur aufgrund der (in der Anklage umschriebenen)
Umstände vermuten musste, sondern davon positiv Kenntnis hatte, fehlen rechts-
genügende Anhaltspunkte. Es ist daher zu seinen Gunsten davon auszugehen,
dass er bei diesem Kauf tatsächlich nicht mit der Möglichkeit rechnen musste,
dass die Sache zuvor durch ein Delikt gegen das Vermögen erlangt worden war.
Damit kann ihm auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er das Fahrrad
ohne Hintergrundabklärungen kaufte. Der Tatbestand der Hehlerei ist bezüglich
des Mountainbikes "Specialized" nicht erfüllt und der Beschuldigte insoweit freizu-
sprechen.
Die beiden F._ gestohlenen Fahrräder wurden dem Beschuldigten dagegen
auf der Strasse angeboten, was an sich schon zu Fragen hätte Anlass geben
müssen. Gemessen am in der Anklage aufgeführten Wert der Fahrräder war so-
dann der Kaufpreis der F._ gestohlenen Fahrräder und des Zeitfahrrades
"Scott" auffällig gering. Und selbst ausgehend von den vom Beschuldigten ge-
schätzten tieferen Neuwerten dieser Fahrräder von ca. Fr. 6'000.– resp.
- 21 -
Fr. 7'000.– oder 8'000.– (Urk. 8/2 S. 10 f. [Fragen 76 und 90]) und unter Berück-
sichtigung des Umstandes, dass der Beschuldigte die Fahrräder gebraucht kaufte
und sie möglicherweise den einen oder anderen Schönheitsfehler aufwiesen (vgl.
Urk. 8/2 S. 10 [Frage 80]), ergibt sich eine Diskrepanz zum vom Beschuldigten
bezahlten Preis, die nach einer näheren Begründung ruft. Der Beschuldigte stellte
den Verkäufern jedoch keine diesbezüglich sachdienlichen Fragen, insbesondere
auch nicht zum Alter der Velos (Urk. 8/2 S. 10 ff.). Dass er sich, wie es bei ihm als
Fahrradliebhaber erwartet werden könnte, stattdessen eigene tiefergehende Ge-
danken zum Zustand der Fahrräder gemacht hätte, die den Preisnachlass zumin-
dest aus seiner subjektiven Sicht begründet hätte, ergibt sich aus seinen Aussa-
gen nicht. Entsprechend finden sich darin auch keine Überlegungen zur Preisge-
staltung, die auf ihre Nachvollziehbarkeit geprüft werden könnten (vgl. einzig
Urk. 8/2 S. 10 [Frage 80]). Seine Behauptung, er habe sich gar nicht überlegt,
dass die Fahrräder gestohlen sein könnten, erweist sich vor diesem Hintergrund
jedenfalls bezüglich des Mountainbikes "Carfield", des Mountainbikes "Scott" und
des Zeitfahrrads "Scott" als unglaubhaft. Der Beschuldigte kaufte diese Fahrräder
trotz des sich aufgrund der Umstände aufdrängenden Verdachts, dass sie gestoh-
len sein könnten, zugegebenermassen ohne nähere Abklärungen darüber zu tref-
fen, ob der jeweilige Verkäufer auch der Eigentümer der von ihm angebotenen
Fahrräder bzw. des Mobiltelefons war (Urk. 8/2 S. 8 ff. [Fragen 66-69, 78, 82, 96,
97). Gründe, den Verkäufern unabhängig von solchen Abklärungen besonderes
Vertrauen entgegen zu bringen, hatte er keine; sie waren ihm alle persönlich nicht
bekannt und die Kaufgeschäfte wurden - worauf bereits die Vorinstanz hinwies
(Urk. 62 E. II.3.1) - bar und ohne Quittung abgewickelt. Der Beschuldigte nahm
damit zumindest in Kauf, aus einem Vermögensdelikt stammende Sachen zu kau-
fen. Er hat dadurch den Tatbestand der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1
StGB bezüglich dieser drei Fahrräder in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt
und ist entsprechend schuldig zu sprechen.
2.2.5 Das Mobiltelefon erwarb der Beschuldigte nicht nur auf der Strasse, was an
sich schon Anlass zu Überlegungen zur Herkunft desselben gewesen wäre, son-
dern auch von einer höchst verdächtigen Person. Es kann insoweit auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 E. II.3.1.). Wenn
- 22 -
er das Mobiltelefon unter diesen Umständen ohne nähere Abklärungen über des-
sen Herkunft erwarb, nahm er völlig unabhängig davon, wie sich dessen Wert
zum von ihm bezahlten Kaufpreis verhielt, zumindest in Kauf, dass es sich dabei
um eine gestohlene oder durch ein anderes Vermögensdelikt erhältlich gemachte
Sache handelte. Er hat damit den Tatbestand der Hehlerei im Sinne von Art. 160
Ziff. 1 StGB auch insoweit in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt und ist ent-
sprechend schuldig zu sprechen.
2.3.1 Schliesslich wird dem Beschuldigten vorgeworfen, irgendwann im Zeitraum
zwischen ca. 1. Januar 2010 und 17. April 2015 ein Elektroschockgerät gekauft zu
haben, ohne über die nötige Ausnahmebewilligung verfügt zu haben, was er zu-
mindest in Kauf genommen habe (Urk. 24, Anklagepunkt 1.3). Der Beschuldigte
anerkennt, das Gerät zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor längerer Zeit gekauft
zu haben, ohne über eine Ausnahmebewilligung verfügt zu haben. Er habe jedoch
nicht gewusst, dass es eine Ausnahmebewilligung dafür brauche (Prot. I S. 26;
vgl. auch Urk. 8/5 S. 12, 22). Die Verteidigung betont vor diesem Hintergrund,
dass sich der Beschuldigte im Zeitpunkt des Kaufs nicht bewusst gewesen sei,
dass es sich bei einem Elektroschockgerät um eine Waffe im Sinne des Gesetzes
handle und für deren Erwerb eine Ausnahmebewilligung erforderlich sei. Er habe
damit (lediglich) fahrlässig gehandelt. Da die fahrlässige Tatbegehung eine Über-
tretung darstelle und die Strafverfolgung für eine solche innert drei Jahren eintre-
te, komme eine Bestrafung nicht mehr in Frage, zumal der Kauf vor fünf bis sechs
Jahren erfolgt sei (Urk. 53 S. 19f.; Urk. 77 S. 14).
2.3.2 Wer ohne Berechtigung eine Waffe erwirbt, macht sich gemäss Art. 33
Abs. 1 lit. a WG strafbar. Die Bestimmung verweist u.a. auf Art. 5 Abs. 1 lit. e WG,
welcher den Erwerb von Elektroschockgeräten, die die Widerstandkraft von Men-
schen beeinträchtigen oder die Gesundheit auf Dauer schädigen können, verbie-
tet. Vorbehalten bleibt die Erteilung einer Ausnahmebewilligung (Art. 5 Abs. 4
WG). Dass das dem Beschuldigten gehörende Elektroschockgerät unter dieses
Verbot fällt, der Beschuldigte ein solches kaufte und dabei nicht über eine Aus-
nahmebewilligung verfügte, ist zu Recht unbestritten. Der Beschuldigte macht je-
doch geltend, sich über die Eigenschaft des Elektroschockgerätes als verbotene
- 23 -
Waffe, die nur mit einer Ausnahmebewilligung erworben werden darf, geirrt zu
haben. Er bestreitet folglich den Vorsatz (Art. 13 StGB; BGE 129 IV 238 E. 3).
2.3.3 Der Beschuldigte bestätigte anlässlich seiner Einvernahme durch die
Staatsanwaltschaft am 21. April 2016, dass er wisse, dass es Waffen gebe, für
deren Erwerb und das Tragen eine Bewilligung nötig sei (Urk. 8/5 S. 11 [Frage
88]). Weiter ist aus seinem Ringen um eine unverfängliche Antwort und seiner da-
raus resultierenden ausweichenden Aussage anlässlich der erstinstanzlichen
Hauptverhandlung zu schliessen, dass er wusste, dass es sich bei einem Elektro-
schockgerät um eine Waffe handelt (Prot. I S. 26 "Nein, nein. Also ich w usste schon, dass es ein Gerät ist, das... Wie soll ich sagen... Dass Waffe... Ja, w eil in dem Moment habe ich nicht gew usst, dass ich da eine Spe-
zialbew illigung oder so etw as brauche."). Ihm war folglich auch klar, dass sich die Frage stellte,
ob der Erwerb des Elektroschockgerätes einer Bewilligung bedurfte. Dass er sich
über eine mögliche Bewilligungspflicht keine Gedanken machte, wie er anlässlich
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung glauben machen wollte (Prot. I S. 26), ist
unter diesen Umständen nicht glaubhaft. Im Rahmen der Untersuchung hatte er
denn auch noch zu Protokoll gegeben, es sei ihm nicht egal gewesen, ob er eine
Waffe ohne die nötige Bewilligung kaufe und er habe sich diesbezüglich "nicht
richtig" erkundigt (Urk. 8/5 S. 12 [Frage 99 f.]), was bedeuten würde, dass er sich
Gedanken machte und auch recherchierte, die Recherchen aber nicht konsequent
genug betrieb. Allerdings machte er keine weiteren Ausführungen zu seinen Über-
legungen und Recherchen. Seine Darstellung blieb in diesem Punkt - wie generell
bezüglich der Umstände des Kaufs des Elektroschockgerätes - ausgesprochen
detailarm bzw. stereotyp und ausweichend. Insgesamt ist offensichtlich, dass der
Beschuldigte sich zu seinem Wissen über die Notwendigkeit einer Bewilligung
beim Kauf eines Elektroschockgerätes weder in der Untersuchung noch anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wahrheitsgemäss äusserte. Auf seine
diesbezüglichen Aussagen kann nicht abgestellt werden. Vielmehr bleibt es bei
den Rückschlüssen, die aus den äusseren Umständen auf das Wissen und Wol-
len des Beschuldigten gezogen werden können. Und insoweit ist festzuhalten,
dass der Beschuldigte zugegebenermassen wusste, dass der Erwerb gewisser
Waffen einer Bewilligung bedarf und Elektroschockgeräte zu den Waffen gehören.
Dabei lag eine Bewilligungspflicht aufgrund der Wirkung eines solchen Gerätes
- 24 -
derart nahe, dass aus dem Umstand, dass er es dennoch kaufte, nur geschlossen
werden kann, dass er einen Verstoss gegen das Waffengesetz zumindest in Kauf
nahm.
2.3.4 Der Beschuldigte ist folglich in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids
der Widerhandlung im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 5
Abs. 1 lit. e WG schuldig zu sprechen.
3.1 Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist die schwerste vom Beschuldigten
begangene Tat (vgl. Art. 49 Abs. 1 StGB), also die sexuelle Nötigung. Art. 189
Abs. 1 StGB sieht für dieses Delikt einen ordentlichen Strafrahmen von Geldstrafe
bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vor. Aussergewöhnliche Umstände, die es ange-
zeigt erscheinen lassen, diesen Strafrahmen im vorliegenden Fall zu verlassen,
bestehen vorliegend auch unter Berücksichtigung der Tatmehrheit und der teil-
weise mehrfachen Tatbegehung nicht (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8). Die Strafe ist
vorliegend mithin innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu bemessen, wobei
aufgrund des Verschlechterungsverbotes von vornherein eine Strafe von maximal
30 Monaten Freiheitsstrafe ausgefällt werden kann.
Für die Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist eine separate Busse auszufäl-
len (BGE 6B_65/2009 E. 1.2)
3.2.1 Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des
Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben zu berücksichtigen sind
(Art. 47 Abs. 1 StGB; vgl. zu den Einzelheiten BGE 123 IV 49 E. 2 und
BGE 136 IV 55). Bei der Bemessung der Busse ist nebst dem Verschulden der fi-
nanziellen Leistungsfähigkeit des Beschuldigten Rechnung zu tragen.
3.2.2 Ist der Täter wie vorliegend wegen einer Mehrheit, teilweise mehrfach be-
gangener Taten zu bestrafen, hat das Gericht basierend auf der Tatkomponente
zunächst die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt zu bestimmen. In einem wei-
teren Schritt sind die übrigen Delikte - wiederum basierend auf der Tatkomponen-
te - zu beurteilen, und es ist dafür unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstän-
- 25 -
de die hypothetische Strafe zu ermitteln. Soweit für die mehreren zu beurteilen-
den Straftaten jeweils gleichartige Strafen als angemessen erscheinen, ist sodann
unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips die hypothetische Gesamtstrafe
für sämtliche Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 6B_808/2017
E. 2.1.1). Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinan-
der, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit sowie die
Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehungswei-
sen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts ist dabei
in der Regel geringer zu veranschlagen, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und si-
tuativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGE 6B_323/2010 E. 3.2). Nach
der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte ist
schliesslich die Täterkomponente zu berücksichtigen (BGE 6B_865/2009 E. 1.6.1;
BGE 6B_496/2011 E. 2 und E. 4.2).
3.2.3 Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtigstes Kriterium die Zweckmässig-
keit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkung auf den Täter und sein soziales
Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2).
Ist eine Gesamtstrafe auszufällen, sind die Voraussetzungen für ein kurze unbe-
dingte Freiheitsstrafe gemäss Art. 41 StGB unbeachtlich, solange die Gesamtstra-
fe mindestens sechs Monate beträgt (BGE 6B_808/2017 E. 2.1.2).
3.3.1 Für alle vom Beschuldigten begangenen Delikte (mit Ausnahme der Übertre-
tung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG) sieht das Gesetz nebst einer Freiheitsstrafe eine
Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen als mögliche Sanktion vor. Allerdings ist vor-
liegend unabhängig davon, ob das verschuldensangemessene Strafmass die
Ausfällung einer Geldstrafe bezüglich einzelner vom Beschuldigten begangener
Taten noch erlauben würde, aus spezialpräventiven Gründen auf eine Freiheits-
strafe zu erkennen: Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Aargau vom 16. Oktober 2008 unter anderem wegen Diebstahls, Raubes,
Erpressung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Belästigung zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 4.5 Jahren verurteilt. Die Freiheitsstrafe wurde (zusammen
mit früher verwirkten Strafen) vollzogen (Urk. 20/3). Am 18. Januar 2012 erfolgte
die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug. Mit Entscheid vom 12. Juni 2013
- 26 -
wurde die bedingte Entlassung widerrufen und die Reststrafe danach vom 12. Ju-
ni 2013 bis am 1. Juni 2014 vollzogen (Urk. 20/3; Urk. 73; vgl. auch die beigezo-
genen Akten des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, Ge-
schäftsnummer SST.2008.138/DH). Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Win-
terthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 6. April 2015 wurde der Beschuldig-
te sodann wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu
einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 110.– verurteilt, wobei der Vollzug im
Umfang von 45 Tagen aufgeschoben und eine Probezeit von 4 Jahren angesetzt
wurde (Urk. 20/3). Die heute zu beurteilenden Delikte zum Nachteil der Privatklä-
gerin beging der Beschuldigte nicht einmal ein Jahr nach seiner definitiven Ent-
lassung aus dem Strafvollzug und lediglich eine gute Woche nachdem er mit einer
teilbedingten Geldstrafe bestraft worden war. Der Zeitpunkt der Begehung der
mehrfachen Hehlerei und des Vergehens gegen das Waffengesetz steht nicht
fest, fällt aber jedenfalls in den Zeitraum nach der Verurteilung zu einer mehrjäh-
rigen Freiheitsstrafe durch das Obergericht des Kantons Aargau, wobei der Be-
schuldigte im Rahmen des entsprechenden Verfahrens ab dem 28. Juli 2007 in
Haft (Untersuchungshaft und vorzeitiger Strafvollzug) war (vgl. beigezogene Ak-
ten des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, Geschäfts-
nummer SST.2008.138/DH). Es ist vor diesem Hintergrund offensichtlich, dass
die gegenüber einer Freiheitsstrafe weniger eingriffsintensive Geldstrafe von
vornherein keine Gewähr bietet, den Beschuldigten von weiteren Straftaten abzu-
halten.
3.3.2 Überlegungen zur Bildung einer Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 6. April 2015 im Zu-
sammenhang mit den zu beurteilenden Delikten der mehrfachen Hehlerei und des
Vergehens gegen das Waffengesetz erübrigen sich: Eine Freiheitsstrafe kann
nicht als Zusatzstrafe zu einer Geldstrafe ausgesprochen werden (BGE 137 IV 57
E. 4.3.1).
3.4.1 Die der Privatklägerin vom Beschuldigten abgenötigten sexuellen Handlun-
gen gehören zu den objektiv leichteren unter den Tatbestand fallenden Verhal-
tensweisen. Der Beschuldigte berührte die Privatklägerin nicht. Sie dauerten fer-
- 27 -
ner nur kurz. Der Eingriff in die sexuelle Integrität der Privatklägerin war mithin
vergleichsweise gering. Die Umstände unter denen dieser geschah, machen es
allerdings unmöglich, die Tat objektiv noch im Bagatellbereich einzuordnen. Der
Beschuldigte setzte die Privatklägerin bereits auf dem Weg zur C._-Strasse
... und damit über Minuten Ängsten um ihre sexuelle Integrität und ihre körperliche
Unversehrtheit aus und verstärkte diese durch seine Hartnäckigkeit (Fortsetzung
trotz einer ersten Störung) und den Inhalt seiner Anordnungen (Niederknien mit
dem Rücken zu ihm) an der C._-Strasse ... weiter. Dass es letztlich bei ei-
nem relativ harmlosen Übergriff bleiben würde, konnte die Privatklägerin nie si-
cher annehmen. Entsprechend grosse Ängste entwickelte sie verständlicher-
weise. Ein Selbstverschulden trifft die Privatklägerin entgegen der Auffassung der
Verteidigung (Urk. 53 S. 22; Urk. 77 S. 15) nicht. Der Kontakt zwischen ihr und
dem Beschuldigten bestand einzig, weil der Beschuldigte sie zuvor bestohlen hat-
te. Sie wies die sexuell motivierten Avancen des Beschuldigten bereits vor dem
Gang zum Bancomaten klar zurück. An die C._-Strasse ... folgte sie ihm
nicht freiwillig und auch dort angekommen, gab sie dem Beschuldigten keinerlei
Anlass zur Annahme, sie sei an ihm (plötzlich) sexuell interessiert. Der Beschul-
digte allein trägt die Verantwortung für das Geschehen (vgl. BGE 102 IV 273;
BGE 98 I 67; BGE 97 IV 76). Sein Verschulden wiegt objektiv nicht mehr leicht. In
subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz
und - was für den Tatbestand allerdings typisch ist - aus egoistischen Gründen
handelte. Das subjektive Tatverschulden relativiert das objektive nicht. Ausge-
hend von einem insgesamt nicht mehr leichten Verschulden ist die Einsatzstrafe
mit der Vorinstanz auf um die 14 Monate Freiheitsstrafe anzusetzen.
3.4.2 Die auf die sexuelle Nötigung folgende Drohung war zwar unspezifisch. Sie
war aber geeignet, das Sicherheitsgefühl der Privatklägerin massiv zu beeinträch-
tigen, zumal die anfänglich relativ harmlosen Verletzungen der Rechtsgüter der
Privatklägerin zuvor schliesslich in einer Verletzung ihrer sexuellen Integrität unter
bedrohlichen Umständen geendet hatte. Das Verschulden ist objektiv daher un-
geachtet des Umstandes, dass gravierendere explizite Drohungen denkbar sind,
als nicht mehr leicht zu qualifizieren. Das subjektive Tatverschulden relativiert das
objektive nicht: Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus egoistischen
- 28 -
Motiven. Isoliert betrachtet, rechtfertigt sich davon ausgehend unter Berücksichti-
gung des Strafrahmens von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe für eine Drohung
eine Strafe von um die fünf Monate. Die Drohung stand zeitlich, sachlich und situ-
ativ zwar in einem engen Zusammenhang mit der sexuellen Nötigung, fällt aber
dennoch deutlich erschwerend ins Gewicht, weil sie das bestehende Bedro-
hungsgefühl der Privatklägerin erheblich über Zeit und Ort des Delikts gegen ihre
sexuelle Integrität hinaus perpetuierte. Die Einsatzstrafe von um die 14 Monate
Freiheitsstrafe für die sexuelle Nötigung ist vor diesem Hintergrund in Anwendung
des Asperationsprinzips für die Drohung um drei Monate auf um die 17 Monate zu
erhöhen.
3.4.3 Was den Hausfriedensbruch betrifft, fällt objektiv erschwerend ins Gewicht,
dass der Beschuldigte durch sein Vorgehen zu später Stunde eine überdurch-
schnittlich unangenehme Situation für die Privatklägerin schuf. Weitere Umstän-
de, die die Tat objektiv als besonders leicht oder besonders schwer erscheinen
liesse, sind nicht ersichtlich. Das Verschulden ist objektiv noch als leicht zu ge-
wichten. In subjektiver Hinsicht ist relativierend zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte mit Eventualvorsatz handelte. Sein Vorgehen war aber wiederum rein
egoistisch. Das subjektive Tatverschulden relativiert das objektive folglich nicht.
Isoliert betrachtet, rechtfertigt sich davon ausgehend unter Berücksichtigung des
Strafrahmens von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe für einen Hausfriedensbruch
eine Strafe von um die drei Monate. Der auf den Hausfriedensbruch folgenden
Diebstahl zum Nachteil der Privatklägerin zeichnet sich objektiv durch einen nicht
unerheblichen Deliktsbetrag und ein Vorgehen (Entreissen der Tasche) aus, das
ein Mass an krimineller Energie erforderte, das über das Wegnehmen eines her-
umliegenden Gegenstandes etwa bei einem Warenhausdiebstahl hinausgeht. Es
liegt auch hier objektiv kein Bagatelldelikt mehr vor, wenn auch zuzugestehen ist,
dass insbesondere unter Berücksichtigung des Deliktsbetrages deutlich schwer-
wiegendere Diebstähle denkbar sind. Das Verschulden ist davon ausgehend im
Rahmen des weitgefassten Tatbestandes objektiv noch als leicht zu gewichten. In
subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz
und aus rein egoistischen Gründen handelte. Das subjektive Tatverschulden rela-
tiviert das objektive folglich nicht. Isoliert betrachtet, rechtfertigt sich davon aus-
- 29 -
gehend unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu fünf Jahren Frei-
heitsstrafe für Diebstahl eine Strafe von um die fünf Monate.
Der Hausfriedensbruch und der Diebstahl stehen zeitlich, sachlich und situativ in
sehr engem Zusammenhang zueinander. Sie sind Teil eines im weiteren Sinn
einheitlichen Tatgeschehens zum Nachteil der Privatklägerin, betreffen aber an-
dere Rechtsgüter. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich in Anwendung des As-
perationsprinzips eine Erhöhung der Strafe für die sexuelle Nötigung und die Dro-
hung um insgesamt weitere drei Monate auf 20 Monate.
3.4.4 Was die mehrfache Hehlerei betrifft, ist nicht eine deutlich schwerere Tat zu-
sammen mit einer oder wenigen weiteren, leichter wiegenden Nebentaten zu
sanktionieren. Vielmehr hat der Beschuldigte in immer gleicher Weise mehrere
auch in anderer Hinsicht verschuldensmässig vergleichbare Taten begangen,
weshalb es gerechtfertigt erscheint, die Taten und die kriminelle Energie in einem
Gesamtzusammenhang zu betrachten und nicht für jeden Normverstoss einzeln
eine (hypothetische) Strafe zu ermitteln (vgl. BGE 6B_499/2013 E. 1.8). Davon
ausgehend ist in objektiver Hinsicht festzuhalten, dass der Beschuldigte aus-
schliesslich hochwertige Konsumgüter erwarb. Der Deliktsbetrag ist denn auch
erheblich, wobei wiederum zu betonen ist, dass insoweit noch weit schwerwie-
gende Taten denkbar sind. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 53
S. 23), ist dabei nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich aus Leicht-
sinn zu Spontankäufen hinreissen liess. Der Beschuldigte legte für die Fahrräder
Beträge von zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 3'000.– aus, Beträge also, die gemes-
sen an seinen Einkommensverhältnissen hoch waren und von ihm mit Sicherheit
nicht einfach so mitgetragen wurden. Wenn überhaupt, dann handelte es sich
einzig beim Mobiltelefon um einen Spontankauf. Dass der Beschuldigte dabei von
Dritten zu einem persönlichkeitsfremden Verhalten verführt wurde, kann aber an-
gesichts der Vielzahl von Käufen von Hehlerware ausgeschlossen werden. Objek-
tiv ist das Verschulden als nicht mehr leicht zu qualifizieren. In subjektiver Hinsicht
ist leicht relativierend zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte lediglich mit
Eventualvorsatz handelte. Seine Motive waren jedoch wiederum rein egoistischer
Natur. Auch hier relativiert das subjektive Tatverschulden das objektive nicht. Iso-
- 30 -
liert betrachtet, rechtfertigt sich davon ausgehend unter Berücksichtigung des
Strafrahmens von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe für die mehrfache Hehlerei ei-
ne Strafe von um die sieben Monate. Die Delikte stehen in keinem Zusammen-
hang mit den bereits behandelten. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich in An-
wendung des Asperationsprinzips eine weitere Erhöhung der Strafe um zwischen
drei und vier Monaten auf zwischen 23 und 24 Monate.
3.4.5 Was die Widerhandlung gegen das Waffengesetz angeht, liegen weder in
objektiver noch in subjektiver Hinsicht Umstände vor, die es angezeigt erscheinen
liessen von einem mehr als sehr leichten Verschulden auszugehen. Isoliert be-
trachtet, rechtfertigt sich davon ausgehend unter Berücksichtigung des Strafrah-
mens von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe für diese eine Strafe von um einen
Monat. In Anwendung des Asperationsprinzips rechtfertigt sich eine weitere leich-
te Erhöhung der Strafe auf insgesamt 24 Monate Freiheitsstrafe.
3.6.1 Was die finanziellen und persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten anbe-
langt, gab dieser an, in ... und ... aufgewachsen zu sein. Nach Absolvierung der
ordentlichen Schulzeit habe er für ein Jahr die private Berufsvorbereitungsschule
... in ... besucht. Nach der Schulzeit habe er zunächst als Hilfselektriker gearbei-
tet, später dann eine Lehre als Maler absolviert und auch abgeschlossen. Her-
nach habe er als Maler und auch als Fassadenbauer gearbeitet. Zum Zeitpunkt
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er an, er arbeite temporär als Lage-
rist, vermittelt durch die ... in Frauenfeld. Die geleistete Stundenzahl variiere, mo-
natlich verdiene er zwischen Fr. 2'500.– und Fr. 3'000.–. Vermögen habe er kei-
nes, hingegen Schulden in der Höhe von ca. Fr. 5'000.–, die er derzeit mit Raten-
zahlungen abzahle. Er lebe mit seiner Freundin zusammen, die derzeit auf Ar-
beitssuche sei. Weder sei er verheiratet, noch habe er Kinder. Zu seinen Eltern
und seinen Geschwistern habe er einen guten Kontakt (Urk. 20/11; Prot. I S. 10
ff.). Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich keine für
die Bemessung der Freiheitsstrafe relevanten Faktoren.
3.6.2 Sehr deutlich straferhöhend bezüglich aller heute zu beurteilenden Delikte
wirkt sich die teilweise einschlägige Vorstrafe des Beschuldigten gemäss Urteil
des Obergerichts des Kantons Aargau vom 16. Oktober 2008 aus. Indem der Be-
- 31 -
schuldigte trotz Verurteilung zu einer mehrjährigen Strafe und eines entsprechend
langen (zweiteiligen) Strafvollzugs erneut straffällig wurde, offenbart er eine be-
achtliche Rechtsfeindlichkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber Rechtsnormen. Be-
stätigt wird diese Einschätzung dadurch, dass er sich nur eine gute Woche nach
der (nicht einschlägigen) Verurteilung gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 6. April 2015 zu den Delikten
zum Nachteil der Privatklägerin hinreissen liess.
3.8.3 Leicht strafmindernd ist dagegen das teilweise Geständnis des Beschuldig-
ten und die im Zusammenhang mit den Taten zum Nachteil der Privatklägerin be-
kundete Reue zu berücksichtigen. Eine weitergehende Strafminderung scheitert
daran, dass der Beschuldigte die Verantwortung für sein Verhalten insbesondere
auch gegenüber der Privatklägerin trotz Reuebekundungen letztlich nie ganz
übernommen hat.
3.8.4 Insgesamt führt die Täterkomponente zu einer deutlichen Erhöhung der
Strafe um jedenfalls einen Viertel.
3.9 Die von der Vorinstanz ausgefällte Freiheitsstrafe von 30 Monaten erweist
sich folglich trotz der Teilfreisprüche im Berufungsverfahren im Ergebnis als an-
gemessen und ist zu bestätigen. Entsprechend dem Vorbringen der Verteidigung
(Urk. 77 S. 17) sind dem Beschuldigten an diese Strafe für die vom 24. Juli 2015
(Urk. 16/4) bis zum 5. August 2015 (Urk. 16/18) erstandene Untersuchungshaft
insgesamt 13 Tage anzurechnen (vgl. Art. 51 StGB).
3.10 In Bezug auf die Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes wiegt das Ver-
schulden des Beschuldigten sehr leicht. Unter Berücksichtigung seiner eher
knappen finanziellen Verhältnisse erweist sich eine Busse von Fr. 300.– als an-
gemessen. Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht
bezahlt wird (vgl. Art. 106 Abs. 2 StGB), ist praxisgemäss auf drei Tage festzuset-
zen.
4. Die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des teilbedingten Voll-
zugs der Freiheitsstrafe sind erfüllt. Aber es ist mit der Vorinstanz von einer un-
- 32 -
günstigen Prognose bezüglich weiterer künftiger Verbrechen oder Vergehen aus-
zugehen. Wie bereits dargelegt fällt der Zeitpunkt der Begehung der Delikte der
mehrfachen Hehlerei und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz jedenfalls
in den Zeitraum nach der Verurteilung zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe durch
das Obergericht des Kantons Aargau und der Verbüssung eines Teils der Frei-
heitsstrafe in Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug. Die heute zu beur-
teilenden Delikte zum Nachteil der Privatklägerin beging der Beschuldigte nicht
einmal ein Jahr nach seiner definitiven Entlassung aus einem insgesamt mehrjäh-
rigen Strafvollzug bezüglich einer teilweise einschlägigen Freiheitsstrafe und le-
diglich eine gute Woche nachdem er mit einer teilbedingten Geldstrafe bestraft
worden war. Es ist offensichtlich, dass der Beschuldigte sich durch die bisherigen
Sanktionen von teilweise erheblicher Eingriffsintensität nicht hat beeindrucken
lassen. Die Legalprognose ist vor diesem Hintergrund schlecht. Eine Korrektur
dieser Einschätzung drängt sich auch unter Berücksichtigung der neueren Ent-
wicklung nicht auf. Die Lebensverhältnisse des Beschuldigten haben sich seit sei-
ner Festnahme im Zusammenhang mit den Delikten zum Nachteil der Privatkläge-
rin am 24. Juli 2015 (vgl. Urk. 16/4; Urk. 8/1) weder in persönlicher noch in beruf-
licher Hinsicht besonders positiv entwickelt (vgl. Erw. II.3.8.1 vorstehend). Dem
Berufungsverfahren stellt er sich nicht (vgl. Urk. 70; Prot. II S. 4). Die Freiheits-
strafe ist folglich zu vollziehen (vgl. Art. 42/43 StGB).
5. Die Vorinstanz hat sodann mit zutreffender Begründung den teilbedingten
Strafvollzug gemäss Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
Zweigstelle Flughafen, vom 6. April 2015 widerrufen (Urk. 62 E. III.7).
6.1 Die Schadenersatzforderung ist unter Hinweis auf die zutreffenden vorin-
stanzlichen Erwägungen (Urk. 62 E. IV.4.2) ohne Weiteres auf den Weg des Zivil-
prozesses zu verweisen.
6.2 Weiter liess der Beschuldigte den vorinstanzlichen Entscheid hinsichtlich der
Genugtuungsforderung anfechten (Urk. 77 S. 3 und S. 18). Diesbezüglich machte
die Verteidigung geltend, bei den verbalen Zudringlichkeiten, welche dem Be-
schuldigten vorgeworfen würden, fehle es an der erforderlichen Intensität der Be-
einträchtigung, um einen Genugtuungsanspruch zu begründen (Urk. 77 S. 18).
- 33 -
Die sexuelle Nötigung, welche die Privatklägerin erleben musste, war für sie je-
doch nicht nur demütigend, sondern insbesondere auch von der Angst davor ge-
prägt, was der Beschuldigte noch alles von ihr verlangen könnte. Dass es dabei
bleiben würde, dass sie vor dem Beschuldigten ihr Gesäss entblössen und sich
zwei Finger in die Vagina einführen musste, konnte sie in jenem Moment noch
nicht wissen. Wie die Vorinstanz bereits zutreffend erwog, ist der Eingriff des Be-
schuldigten in die sexuelle Integrität der Privatklägerin daher ohne Weiteres ge-
eignet, eine genugtuungsbegründende Persönlichkeitsverletzung zu bewirken
(Urk. 62 E. IV.5). Zudem ist erneut darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin
den Kontakt zum Beschuldigten nicht von sich aus suchte, sondern dieser im Ge-
genteil nur deshalb entstand, weil der Beschuldigte sie zuvor bestohlen hatte. So
kann entgegen der Verteidigung keine Rede von einem Mitverschulden der Pri-
vatklägerin für ihre missliche Situation sein (Urk. 77 S. 18). Hingegen wird einer
durch ein Vermögensdelikt geschädigten Person in der Praxis (mangels Erheb-
lichkeit der Beeinträchtigung) keine Genugtuung zugesprochen. Der Privatkläge-
rin ist demnach zwar eine Genugtuung aufgrund der durch die sexuelle Nötigung
erlittenen immateriellen Unbill zuzusprechen, nicht aber auch dafür, dass sie
durch den Beschuldigten bestohlen wurde. Der von ihr geforderte und durch die
Vorinstanz zugesprochene Betrag von Fr. 4'700.– ist daher entsprechend zu re-
duzieren. Dabei erscheint eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 2'500.–, zu deren
Bezahlung an die Privatklägerin der Beschuldigte zu verpflichten ist, als ange-
messen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abzu-
weisen.
III.
1.1 Ausgangsgemäss - die Freisprüche sind untergeordneter Natur - wird der
Beschuldigte für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren kosten-
pflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die erstinstanzliche Kostenauflage ist folglich zu
bestätigen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind in Anwendung von Art. 428
Abs. 1 StPO ausgangsgemäss zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen
und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
- 34 -
1.2 Im angefochtenen Entscheid wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privat-
klägerin eine Entschädigung für die Kosten der anwaltlichen Vertretung im Vorver-
fahren sowie im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren in der Höhe von Fr. 1'946.70
zu bezahlen (Urk. 62 S. 28 ff.). Auch dagegen richtet sich die Berufung des Be-
schuldigten (Urk. 77 S. 3). Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldig-
ten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwen-
dungen im Verfahren, wenn sie obsiegt (Art. 433 StPO). Tritt die Privatkläger-
schaft wie vorliegend nur als Zivilklägerin auf (Urk. 17/3), setzt ein Entschädi-
gungsanspruch zumindest eine teilweise Gutheissung der Zivilklage voraus
(GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO Komm., Art. 433 N. 2). Das ist
vorliegend der Fall. Der mit Honorarnote vom 21. September 2016 geltend ge-
machte Aufwand von insgesamt Fr. 1'946.70 (inkl. MwSt.) erscheint zudem an-
gemessen (Urk. 41). Der vorinstanzliche Entscheid ist folglich auch hinsichtlich
der vom Beschuldigten an die Privatklägerin zu leistenden Prozessentschädigung
für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren zu bestätigen.
Da ein entsprechender Aufwand nicht geltend gemacht wurde, ist der Privatkläge-
rin für das zweitinstanzliche Verfahren keine Entschädigung zuzusprechen.
1.3 Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 26. Mai 2015
beschlagnahmten Fahrräder ohne Deliktszusammenhang (Mountainbike "Scott
Genius 10", schwarz, Rahmennummer entfernt; Mountainbike "Trek", wein-
rot/grau, Rahmennummer entfernt; Mountainbike "Marin", weiss, Rahmennummer
2; Mountainbike "Cannondale Jekyll", blau, Rahmennummer 3) sind zu verwerten
und der Verwertungserlös zur Deckung der Verfahrenskosten heranzuziehen
(Art. 268 StPO).
2.1 Rechtsanwalt Dr. X._ ist für seine Bemühungen und Barauslagen als
amtlicher Verteidiger des Beschuldigten im Berufungsverfahren mit Fr. 6'000.–
(inkl. MwSt.) zu entschädigen.
2.2 Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten im erst- und zweit-
instanzlichen Verfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzah-
lungspflicht des Beschuldigten für die Kosten seiner Verteidigung im erstinstanzli-
- 35 -
chen Verfahren ist im vollen Umfang und diejenige für die Kosten seiner Verteidi-
gung im Berufungsverfahren im Umfang von drei Vierteln vorzubehalten (Art. 426
Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 4 StPO).