# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 50c7309a-fd6c-4be0-8d20-6e184c78e680
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.H., geboren 1968, ist palästinensischer Herkunft. Er ist in Syrien geboren und
reiste von dort kommend am 30. März 1999 in die Schweiz ein und stellte ein
Asylgesuch. Das Bundesamt für Flüchtlinge wies dieses mit Verfügung vom 10.
November 1999 ab. Die Schweizerische Asylrekurskommission wies mit Entscheid vom
8. Februar 2002 eine Beschwerde von S.H. gegen die Verweigerung des Asyls ab.
Am 8. Juli 2002 heiratete S.H. in Goldach die Schweizer Bürgerin S.P. (geb. 1957).
Aufgrund dieser Heirat erteilte ihm das Ausländeramt am 18. Juli 2002 eine
Jahresaufenthaltsbewilligung, welche letztmals am 13. August 2004 bis zum 31.
Dezember 2004 verlängert wurde.
Mit Entscheid vom 11. Februar 2005 nahm das Kreisgerichtspräsidium Rorschach
davon Vormerk, dass die Eheleute Hourani zum Getrenntleben berechtigt sind, und
verpflichtete den Ehemann zur Bezahlung von monatlichen Unterhaltsbeiträgen an
seine Ehefrau. Auf Rekurs hin hob der Einzelrichter des Kantonsgerichts am 13. Mai
2005 diese Verfügung in bezug auf den Ehegattenunterhalt auf.
Mit Verfügung vom 8. Juli 2005 verweigerte das Ausländeramt die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung von S.H. mit der Begründung, dieser berufe sich in
rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe mit einer Schweizerin.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob
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S.H. durch seinen Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit
Entscheid vom 12. April 2006 abgewiesen wurde.
C./ Mit Entscheid der Familienrichterin des Kreisgerichts Rorschach vom 2. Mai 2006
wurde die Ehe zwischen S.H. und S.P. geschieden. Dieser Entscheid ist rechtskräftig,
nachdem die Parteien schriftlich auf das Ergreifen eines Rechtsmittels verzichteten.
D./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2. Mai 2006 erhob S.H. beim
Ausländeramt Beschwerde mit dem Antrag, der Rekursentscheid des Justiz- und
Polizeidepartements sei aufzuheben und es sei ihm die Jahresaufenthaltsbewilligung zu
erteilen und zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung
wird im wesentlichen geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Er berufe sich nicht in missbräuchlicher
Hinsicht auf die Ehe. Er sei der Willkür seiner Ehefrau ausgeliefert. Diese Willkür dürfe
keine Unterstützung finden. Im übrigen sei eine Rückkehr nach Syrien unzumutbar.
Am 3. Mai 2006 übermittelte das Ausländeramt die Beschwerde dem
Verwaltungsgericht.
Das Justiz- und Polizeidepartement beantragt in seiner Vernehmlassung vom 17. Mai
2006 Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird angeführt, es spreche für sich,
dass der Beschwerdeführer seinen Scheidungswillen verschweige. Im übrigen werde

## Considerations

auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids verwiesen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 2. Mai 2006
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
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2./ Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat der ausländische Ehegatte einer
Schweizer Bürgerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Kein solcher Anspruch besteht nach Art. 7 Abs. 2 ANAG, wenn
die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der
Ausländer zu umgehen. Erfasst wird davon die sogenannte Scheinehe bzw.
Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche
Gemeinschaft beabsichtigten (BGE 128 II 151, 127 II 55 mit Hinweisen). Auch wenn die
Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, ist zu prüfen, ob sich die
Berufung auf die Ehe nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II
151 mit Hinweis). Im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG ist dies dann der Fall, wenn sich
der Ausländer in einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe beruft, welche nur
noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen
Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweisen).
b) Der Beschwerdeführer wurde von seiner Ehefrau am 2. Mai 2006 geschieden. Die
Scheidung ist rechtskräftig. Massgebend ist im Streitfall der Sachverhalt im Zeitpunkt
des letztinstanzlichen kantonalen Entscheids, weshalb bei der Beurteilung der
Beschwerde die nach dem Rekursentscheid ausgesprochene Ehescheidung zu
berücksichtigen ist (BGE 128 II 149). Der Beschwerdeführer kann somit aus Art. 7 Abs.
1 ANAG bzw. Art. 8 EMRK keinen Anspruch auf Erteilung und Verlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung ableiten. Offen bleiben kann daher, ob die Berufung auf die
formal bestehende Ehe im Rekursverfahren rechtsmissbräuchlich war. Zu bejahen ist
dies jedenfalls in bezug auf das Beschwerdeverfahren, nachdem der Ehemann in der
Beschwerde verschwieg, dass er am 5. Januar 2006 der Scheidung zugestimmt hatte.
c) Zu prüfen bleibt, ob die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
einem Missbrauch bzw. einer Ueberschreitung des Ermessens gleichkommt.
Nach Art. 4 ANAG entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften
und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Bewilligung von
Aufenthalt oder Niederlassung. Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine
Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Somit kann nur geprüft werden, ob die
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Verwaltung ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig
handelte, als sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte (GVP 1996
Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Nach der Praxis des Ausländeramts wird die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen
zwar auch nach der Auflösung der Ehe verlängert. Als massgebend werden dabei nach
den Weisungen des Bundesamts für Migration (Ziff. 654) unter anderem die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz, insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, die berufliche
Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie das Verhalten und der
Integrationsgrad betrachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur
Trennung geführt haben. Nach der ständigen Praxis wird bei einer Dauer der ehelichen
Gemeinschaft von fünf Jahren und mehr in der Regel eine Jahresaufenthaltsbewilligung
nicht mehr widerrufen (ABl 2001 S. 32).
Die Trennung der Eheleute erfolgte rund zweieinhalb Jahre nach der Heirat. Die Ehe
dauerte weniger als fünf Jahre. Ausserdem blieb sie kinderlos. Der Beschwerdeführer
hält sich seit 1999 und damit noch nicht während einer längeren Zeitspanne in der
Schweiz auf. Er ist bzw. war als Hilfsarbeiter in einem Industriebetrieb tätig, weshalb in
wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Hinsicht keine Gründe für eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung bestehen. Dass er nie strafrechtlich aufgefallen ist, rechtfertigt
eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht. Zwar ist ihm zugute zu halten, dass
er sich als Arbeitnehmer bewährt hat und seinen finanziellen Verpflichtungen soweit
ersichtlich nachgekommen ist. Allerdings wird von jedem Ausländer erwartet, dass er
sich an die geltenden Regeln hält und seine Verpflichtungen erfüllt. Unbegründet ist der
Einwand, eine Rückkehr nach Syrien sei unzumutbar. Die Schweizerische
Asylrekurskommission hat die Verweigerung des Asyls bestätigt und keine
Feststellungen über die Unzumutbarkeit der Rückkehr getroffen. Der Beschwerdeführer
reiste im Jahr 2004 nach Syrien, um seine Familie zu besuchen. Seine Kinder aus erster
Ehe und zahlreiche Verwandte leben dort. In der Beschwerde wird nicht konkret
dargelegt, inwiefern bei einer Rückkehr nach Syrien überdurchschnittliche
Schwierigkeiten bestehen. Somit kann nicht von einer Unzumutbarkeit der Rückkehr in
den Herkunftsstaat gesprochen werden.
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d) Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass in der
Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Ermessensmissbrauch
bzw. keine Ermessensüberschreitung erblickt werden kann, weshalb die Beschwerde
als unbegründet abzuweisen ist.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98bis VRP).