# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cbc0640e-d2c3-44a0-a7e0-e6534a31c1b5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
D
er 1971 geborene
X._
meldete sich am 8. Februar 2007 (Urk. 7/5) unter Hinweis auf extreme Stimmungsschwankungen, Nervosität, innere Unruhe, Kon
zentrationsschwierigkeiten und depressive Verstimmungen (S. 6) erstmalig bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbe
zug an.
Gestützt
auf ein eingeholtes psychiatrisch-psychotherapeutisches Gut
achten (
Urk.
7/27)
wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 25. Januar 2008
(Urk. 7/33)
ab
.
1.2
Am 8. Dezember 2009 (Urk. 7/41) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf ADHS,
einen
Diabetes
m
ellitus, eine rezi
divierende Depression, ein Abhängig
keitssyndrom (gegenwärtig
a
bstinent), diabetische Retinopathie sowie diabetische Nephropathie (S. 7)
erneut zum Leistun
gsbezug an
; zuletzt arbeitete er
bis
am
3
1.
Dezember
2009 (
Urk.
7/112 S. 2)
als
Mitarbeiter in
einer Portierloge
(letzter effektiver Arbeitstag: 1. Oktober 2009)
.
D
ie IV-Stelle
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und
veranlasste
eine psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für P
sychiatrie und Psychotherapie
(Gutachten vom 11. April 2012, Urk. 5/94
/4-41
)
,
und sprach dem Versicherten
in der Folge
mit Verfügung vom 27. Dezem
ber 2013 (Urk. 7/
158,
7/
175)
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 56
%
eine halbe Rente
mit Wirkung ab
1.
Oktober 2010
zu
.
1.3
Im August
2014 (Urk. 7/194) leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein und liess den Versicherten
polydisziplinär
bei der
A._
, Basel
, begutachten (Gutachten vom
10
.
November
2016, Urk. 7/24
7
). Mit Verfügung vom 9. Februar 2017 (Urk. 7/253) erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für Integrationsmassnahmen (Belast
barkeitstraining), welche im April 2017 (Urk.
7/263) abgeschlossen wurden. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/267) hob die IV-Stelle die Invali
denrente mit Verfügung vom 1. September
2017 (Urk. 2) auf Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung auf.
2.
Dagegen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 (Urk. 1) Be
schwerde und beantragte, die Verfügung vom 1. September 2017 sei aufzuheben (1.), es sei dem Versicherten weiterhin mindestens eine halbe Rente der Invali
de
nversicherung auszurichten (2.) und
es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (3.), unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (4., S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 9. November 2017 (Urk. 6) auf Abweisung der Be
schwerde
, was dem Beschwerdeführer am 10
.
November 2017 (Urk. 8) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung vom 1. September 20
1
7 (Urk. 2)
zur Hauptsache mit der Schlüssigkeit des eingeholten Gutachtens.
Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zum Jahr 2013 wesentlich verbessert. Es
sei s
pätestens seit August 2016 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer an die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers a
ngepassten Tätigkeit auszugehen
. Basierend auf einem Ein
kommensvergleich resultier
e
somit ein Invaliditätsgrad von 15 %, womit kein Anspruch auf Rentenleistung
en mehr
bestehe
.
Im gerichtlichen Verfahren (Urk. 6) ergänzte sie,
dass
in jedem Fall ein Revi
sionsgrund ausgewiesen sei. Selbst wenn
in
psychiatrischer Hinsicht keine Ver
änderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen wäre, seien neu diverse ophthalmologische Diagnosen hinzugekommen, welche eine 10%ige Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeit
en
zur Folge hätten.
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein
(Urk. 1),
das Gutach
ten sei betreffend
den abgebildeten Gesundheitszustand
und d
ie
daraus abgelei
tete
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar (S. 9 ff.). Vorliegend beruhe die Einschätzung nicht auf einer relevanten Änderung. Vielmehr habe der Gutachter lediglich die Auswirkungen des gleich
gebliebenen Gesundheitszustan
des anders beurteilt (S. 13).
2.3
Vergleichszeitpunkt für eine revisionsrechtlich relevante Veränderung des Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers bildet vorliegend die Verfügung der
Beschwerdegegnerin
vom 27. Dezember 2013 (Urk.
7/158,
7/
175), mit welcher
sie
dem Beschwerdeführer eine halbe Invalidenrente
zusprach (vorne
Sachver
halt
1.2
).
3.
3.1
Der am 27. Dezember 2013 (Urk. 7/158,
7/
175) verfügten halben Invalidenrente la
gen nachstehende ärztliche Beurteilungen zugrunde:
3.1.1
In seinem Gutachten vom 11. April 2012 (Urk. 7/94/4-41) stellte Dr.
Z._
folgend
e
Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 29):
-
Einfache Aktivitäts- und Aufme
rksamkeitsstörung, ADHD, ICD-10
F90.0, seit der Kindheit bestehend
-
Rezidivierende depressive Störung
, gegenwärtig leichte Episode, ICD-10 F33.0; klinisch dokumentierte depressive Episoden
beziehungsweise Zu
stände seien ab 2006/2007
immer wieder aufgetreten, vermutlich liege die Erstmanifestation der Störung jedoch noch weiter zurück in der Biogra
phie
Als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte der Experte (S. 29
)
:
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Kokain, nach
eigener Angabe sei 2010
abstinent, das wäre eine Codierung nach ICD-10 F14.20; nach Erkenntnissen des Gutachters liege ein episodischer (unter psychosozialen Stressoren und Krisen zustande kommender) Substanzgebrauch vor, zu verschlüsseln also mit ICD-10 F14.26, Beginn des Kokainkonsums ca. 1993/199
4 (im Alter von etwa 23 Jahren)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak, Abhängigkeitssyn
drom, ICD-10 F17.25, seit Jahrzehnten
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Konsum (Bier, Wein), ICD-10 F10.1
-
Störungen durch multiplen Substanzgebrauch im Sinne eines Abusus (von Ecstasy, LSD und andere), derzeit (
beziehungsweise
schon geraume Zeit) nach eigenen Angaben kein Substanzgebrauch
-
Insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ I, ICD-10 E10.90, zuletzt schlecht eingestellter Blutzucker, aber nicht als entgleist zu betrachten, Erstdiag
nose
circa 1981
3.1.2
Hinsichtlich der psychischen Befunde hielt Dr.
Z._
fest, der Be
schwerdeführer sei wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten (Zeit/Ort/Si
tuation/Person) vollumfänglich orientiert. Hinreichend intakt sei die Auffassung, bereits deutlich gemindert vor allem die selektive, in schwächerem Ausmasse auch die fokussierte Aufmerksamkeit, dies ebenso wie die Konzentration (sowohl auf die äussere, wie auch auf die innere Situation). Eigenanamnestisch gebe er an, dass er sich auch zu Hause, im Alltag, nicht gut konzentrieren könne, mache hierfür allerdings auch einen Motivationsverlust verantwortlich; so berichte er, dass er keine ernsthafte Lektüre mehr lese, weil er sich lieber mit entsprechenden Fernsehsendungen unterhalte. Das
Immediatgedächtnis
arbeite einwandfrei, im Kurzzeitgedächtnis (geprüft über die Merkfähigkeit) ergäben sich nur geringfü
gige Defizite, diese seien deutlicher ausgeprägt im Langzeitgedächtnis und im Zeitgitter; nicht
an
alle lebensgeschichtlich relevanten Daten könne
sich
der Be
schwerdeführer sofort erinnern und in die chronologisch korrekte Reihenfolge bringen (wie der Gutachter das an Hand der umfangreichen Daten im Dossier überprüfen könne). Das formale Denken sei kohärent, im zeitlichen Ablauf jedoch verzögert, gelegentlich wirke er auch desinteressier
t
, schwerer besinnlich, jeden
falls ergäben sich häufiger längere
Antwortlatenzen
(S. 23)
.
Der Beschwerdeführer berichte, dass innerlich fast immer Ängste in ihm aufstie
gen: vor neuen Situationen, aber auch vor Routineaufgaben, vor der Zukunft, hinsichtlich seiner Gesundheit; vor allem mache er sich Gedanken, wann und in welchem Umfang die Spätschäden des Diabetes
mellitus bemerkbar sein werden
, diesbezüglich stehe er in Überwachung über das
B._
. Er gebe aber auch an, dass plötzlich diffuse Ängste in i
h
m
aufstiegen
, die er nicht immer unter Kontrolle bringen könne.
Ichdyston
erlebte Grübelzwänge sollen fas
t
den ganzen Tag, teilweise auch nachts in den Wachphasen vorhanden sei
n, er könne nicht abstellen, sie
seien bezogen auf relativ unwic
htige Sachverhalte
, aber auch auf seine aktuelle Situation und ihre künftige Entwicklung. Anhalte für Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, überhaupt eine produktive psychotische Symptomatik fänden sich weder anamnestisch noch aktuell, sie seien nach Aus
kunft des Beschwerdeführers auch nicht unter Drogeneinfluss beziehungsweise während Phasen der abrupt einsetzenden Abstinenz nie aufgetreten (es solle also demnach nicht zu Delirien, auch nicht zu Entzugskrämpfen und dergleichen ge
kommen sein). Die Stimmungslage sei gedrückt, zum depressiven Pol hin ausge
lenkt, dabei auch deutlich dysphorisch. Der Antrieb sei reduziert, durch einfachere klinische Tests (auf A
uf
forderung bestimmte einfache Handlungen zu vollziehen) sei auch eine diskrete Antriebshemmung objektiv registrierbar, das kontrastiere zur Psychomotorik, die unruhig sei, fahrig, im Verlauf der Exploration werde er zunehmend ungeduldiger. Für den Alltag gebe er wiederum an, dass er nur das Nötigste mache, keine Lust mehr habe, keine Motivation mehr.
Laut Eigenaus
kunft sei es immer wieder in der Biographie zu lebensmüden Gedanken gekom
men, ein Suizidversuch in der Vorgeschichte finde sich jedoch nicht; da solche vagen lebensmüden Gedanken auch aktuell auftauchten, sei das mit den Behand
lern besprochen worden. Umgekehrt fänden sich keine Anhalte für Fremdgefähr
dung, der Beschwerdeführer beschreibe sich als Mensch, der sehr zurückgezogen sei, versuche, alle Schwierigkeiten mit sich selbst abzumachen. In diesem Zusam
menhang sei es zu einem ausgeprägten sozialen Rückzug gekommen, subjektiv werde der Beginn für einen Zeitpunkt vor drei Jahren angegeben, die soziale Iso
lation und die Partizipationsverluste sollten sich jedoch in den letzten 1.5 Jahren noch deutlich verstärkt haben (S. 23 f.).
Die Beschwerdeschilderung sei insgesamt adäquat, allenfalls ergäben sich leich
tere Verdeutlichungstendenzen. Das subjektive Krankheitsmodell erscheine etwas indifferent, geltend gemacht würden jedoch psychische und in der Folge auch soziale Spannungen, aus denen sich das Suchtverhalten, erst unbewusst, später gezielter entwickelt haben solle. Die
Behandlungscompliance
sei schwankend, bei
m
Diabetes mellitus I werde keine Diät eingehalten, die psychopharmakologi
sche Medikation sei reduziert worden, überhaupt erscheine das Therapieregime (auch hinsichtlich des psychotherapeutischen Settings) nicht hinreichend durch
sichtig und sei damit kaum nachvollziehbar zu evaluieren (S. 24).
3.1.3
Nur leicht beeinträchtigt seien die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit des Be
schwerdeführers, seine Selbstbehauptungsfähigkeit, die prinzipielle Kontaktfä
higkeit zu Dritten und die Fähigkeit zu Spontanaktivitäten (jedenfalls im persön
lichen Alltag). Maximal mittelgradig beeinträchtigt seien die
Fähigkeit des Be
schwerdeführers
zur Anpassung an Regeln und Routinen
– insbesondere im be
ruflichen Bereich, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung etwas komplexer Aufgaben, seine Umstellungs- und Anpassungsfähigkeit, die Anwendung fachli
cher Kompetenzen unter etwas überdurchschnittlich angehobenen Rahmenbedin
gungen bei beruflichen Abläufen, vor allem aber die psychophysische Durchhal
tefähigkeit, die Gruppenfähigkeit und die Fähigkeit zu intimeren, vertrauens
volleren Beziehungen zu Personen mit seiner Mit- und Umwelt (S. 34).
Als Fazit der obigen Bewertung könne herausgestellt werden, dass die Kon
zentration, die Aufmerksamkeit sowie das Umstellungs- und Anpassungsvermö
gen durchschnittlich mittelgradig eingeschränkt seien, wenn als Vergleich ein strukturähnlicher, aber nicht beeinträchtigter Proband herangezogen werde (S. 34).
3.1.4
Dr.
Z._
attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tä
tigkeit
(S. 35).
3.2
Dem Bericht des behandelnde
n
Psychiater
s
Dr. med.
C._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 20. Juni 2013 (Urk. 7/146) zuhanden der
Be
schwerdegegnerin
können folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit entnommen werden (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung (F33.1)
-
psychosoziale Belastungssituation
-
aktuell mittelgradige Episode
-
Chronisches Fatigue Syndrom (F48.0)
-
Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom des Erwachsenen
alters (F90.0)
-
Diabetes mellitu
s Typ I (E10.30
;
Erstdiagnose
1981)
-
Retinopathie
-
Status nach Abhängigkeit von Kokain (F14.2)
Im Weiteren führte Dr.
C._
aus,
der
Beschwerdeführer
leide an einer
psychi
sche
n
Krankheit. Es
bestünden kognitive Einschränkungen in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. Ebenfalls bestünden Einschränkungen in der Leis
tungsfähigkeit, im Durchhaltevermögen und in der Kontaktbereitschaft zu ande
ren Menschen. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit, die angestammte Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer seit längerer Zeit nicht mehr zugemutet werden. Der behandelnde Psychiater schliesse – nach den Ergebnissen der Wie
dereingliederungsmassnahme – zum jetzigen Zeitpunkt eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit aus
(S. 3)
.
4.
4.1
4.1.1
Der am 1. September 2017
(Urk. 2)
verfügten Rentenaufhebung liegt das polydis
ziplinäre Gutachten
d
es
A._
vom 10. November 2016 (Urk. 7/247)
zugrunde.
Da
rin nannten die verantwortlich zeichnenden
Fachpersonen
Dr. med.
D._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychothe
rapie,
lic.
phil.
F._
, Fachpsychologie für Psychotherapie FSP, Dr. med.
G._
, FMH Ophthalmologie, und Prof. Dr. med.
H._
, FMH Endokrinologie,
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26):
1
.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
2.
Sehschärfenreduktion beidseits und reduziertes Stereosehen
-
A
nlagebedingte Fehlsichtigkeit (Myopie, ICD-10 H52.1)
-
Alterssichtigkeit (ICD-10 H52.5)
-
C
hronische Benetzungsstörung (ICD-10 H19.3)
-
Cataracta
incipiens
(ICD-10 H25.0)
-
N
icht proliferative diabetische Retinopathie (ICD-10 H36.0)
-
B
eginnende Makulaischämie (rechtes Auge, ICD-10 H35.0)
-
L
atentes Aussenschielen (ICD-10 H50.5)
Als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter (S. 26):
1.
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
2.
Störung
durch multiplen Substanzgebrauch, gegenwärtig regelmässiger Alkoholkonsum (ICD-10 F19.25)
3.
Diabetes mellitus Typ 1 (Erstdiagnose 1983, ICD-10 E10.7)
-
L
angjährig ungenügende Blutzuckerkontrolle, aktuell verbesserte Diabe
teseinstellung unter funktioneller Insulintherapie (HbA1c 7 %)
-
D
iabetische Spätkomplikationen
-
Retinopathie mit Status nach
panretinaler
Lasertherapie 2009
-
Beginnende Nephropathie (Mikroalbuminurie)
-
Polyneuropathie
4.
Arterielle Hypertonie
(ICD-10 I10)
5.
Hypercholesterinämie, behandelt (ICD-10 E78.0)
6.
Anamnestisch
Thalassaemia
minor (ICD-10 D56.9)
-
Aktuell leichte
mikrozytäre
, hypochrome Anämie
7.
Anamnestisch Status nach Brustwirbelkörperfrakturen circa 2001 mit nach
folgend dreimaliger Operation
4.1.2
Zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers und in anderen Tätigkeit
en
notierten die Experten, aus psychiatrischer Sicht beein
flusse die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, die Ar
beitsfähigkeit des Beschwerdeführers. In allen seinen Fähigkeiten entsprechenden und aus somatischer Sicht angepassten Tätigkeiten bestehe aus psychiat
rischer S
ich
t
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, realisierbar auch ganztags mit der Möglich
keit zu vermehrten Pausen. Aus neuropsychologischer Sicht könne eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung festgestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sei in der psychiatrischen Einschätzung enthal
ten. Aus ophthalmologischer Sicht
würde
die Sehschärfenreduktion beidseits und das reduzierte Stereosehen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
beeinflus
sen
. Für alle in der freien Wirtschaft verwertbaren beruflichen Tätigkeiten, welche durchschnittliche Anforderungen an die Sehfähigkeit stellen, bestehe aus oph
thalmologischer Sicht eine 10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Diese Einschränkung begründe sich durch den etwas erhöhten Pausenbedarf, welcher der erhöhten Anstrengung beziehungsweise Kompensationsleistung geschuldet sei, durch die Sehdefizite verursacht. Aufgrund des reduzierten Stereosehens seien Arbeitsplätze, die mit einem höheren Gefahrenpotential verbunden seien, für den Beschwerdeführer nicht geeignet. Der bekannte Diabetes mellitus Typ I schränke die Arbeitsfähigkeit aus endokrinologischer Sicht per se nicht ein. Auch aus all
gemeininternistischer Sicht könnten keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sich
t
eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 80 % in leichten bis mittel
schweren, geeigneten Tätigkeiten festgestellt werden, vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf. Die psychiatrischen und die ophthalmologischen Ein
schränkungen könnten dabei nicht addiert werden,
sondern
ergänz
t
en sich, da dieselben Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung genutzt werden könnten (S. 27).
4.
1.3
D
er
psychiatrische Gutachter
führte
b
etreffend di
e Befundlage
aus
, der affektive Kontakt sei gut herstellbar gewesen. Die Stimmung sei depressiv gewesen. Er habe erhöhte Ermüdbarkeit und Schlafstörungen angegeben. Es hätten negative Zu
kunftsperspektiven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruflichen Situation bestanden. Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen als Aus
druck der Angst und Zwänge hätten nicht bestanden. Er habe müde gewirkt. Der Beschwerdeführer sei aber wach und allseits konzentriert gewesen. Mit der ge
nauen Angabe von Lebensdaten seiner beruflichen Karriere habe er manchmal etwas Mühe gehabt, er habe dazu seinen mitgebrachten Lebenslauf zu Hilfe ge
nommen. Andere Lebensdaten habe er sonst gut angeben können. Zeitgitterstö
rungen hätten nicht bestanden.
Er habe sofort interveniert, als der Untersucher die Entbindungserklärung in einen falschen Ordner habe legen wollen und sei,
obwohl
er müde gewirkt habe, recht aufmerksam gewesen. Am Schluss habe er schliesslich noch den Namen des Untersuchers gewusst. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien sonst nicht gestört gewesen.
Das formale Denken sei formal geordnet gewesen und inhaltlich hätten keine Wahnideen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Ich-Störungen bestanden. Eine
Zirka
dianität
sei nicht ausgeprägt gewesen. Hinweise auf Suizidalität hätten nicht be
standen (S. 14).
4.
1
.
4
In Bezug auf die funktionellen Auswirkungen der erhobenen Diagnosen in allen Lebensbereichen führte der
psychiatrische
Experte aus, die Diagnosen könnten sich gegenseitig negativ beeinflussen. Bei einer Arbeit komme es zu einer erhöh
ten Ermüdbarkeit, was einen erhöhten Pausenbedarf erfordere
. Die Arbeitsfähig
keit sei durch die infolge der Depression bedingte erhöhte Ermüdbarkeit einge
schränkt. Die einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung wirke sich nicht zusätzlich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Diese Störung könne mit Methylphenidat auch günstig beeinflusst werden. Im heutigen klinischen Unter
suchungsgespräch habe sich der
Beschwerdeführer
gut konzentrieren können, wenn er auch bei der genauen Angabe der Lebensdaten manchmal etwas Mühe gehabt habe. Der regelmässige Alkoholüberkonsum könne zudem auch zu Kon
zentrationsstörungen und verstärkten affektiven Symptomen führen. Die Störung durch den Substanzkonsum könne aber nicht als mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit angegeben werden, dem Beschwerdeführer könne es jederzeit zugemutet werden, bezüglich des Alkoholkonsums fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und auch einen qualifizierten Alkoholentzug zu machen
(S. 15)
.
4.1.5
Zum Verlauf führten die Gutachter aus, es sei schwierig, aufgrund der vorliegen
den Unterlagen die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv zu beurteilen; es bestünden allerdings gewisse Fragezeichen bezüglich der Beren
tung. Der behandelnde Psychiater habe 2013 eine mittelgradige depressive Epi
sode angegeben mit voller Arbeitsunfähigkeit. Daran habe sich die die IV-Stelle orientiert. Jedenfalls sei nun festzustellen, dass keine mittelgradige, sondern nur eine leichtgradige depressive Episode vorliege, so dass eine Verbesserung gegen
über 2013 nachgewiesen sei (S. 27 f.; vgl. auch S. 15).
4.2
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 17. August 2017 (Urk. 7/273) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung (F33.1), teilremittiert
-
ADHS des Erwachsenenalters (F90.0)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und narziss
tischen Zügen (F60.80)
-
Status nach Abhängigkeit von Kokain (F14.2)
5.
5.1
Das
A._
-Gutachten vom 10. November 2016 (E. 4
.1
hiervor) beruht auf den
not
wendigen
allgemeinmedizinischen beziehungsweise internistischen
, psychiatri
schen, neuropsychologischen, ophthalmologischen sowie endokrinologischen Untersuchungen und erweist sich somit für die streitigen Belange als umfassend.
Die Gutachter setzten sich detailliert mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinander, erstellten ihre Beurteilung in Kenntnis der wesentli
chen
Vorakten
– wobei sie insbesondere in der Darlegung der Anamnese ausführ
lich Bezug darauf
nahmen – u
nd die daraus unter
Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten
grundsätzlich
ein.
Na
mentlich
legten sie dar, dass aus psychiatrischer Sicht eine leichte Depression bestehe, welche eine erhöhte Ermüdbarkeit des Beschwerdeführers bedinge (
E. 4.3.2 hiervor
). Im Weiteren zeigten sie anhand der weitgehend unauffälligen neuropsychologischen
Befunde
eine diesbezüglich bloss geringfügige Beeinträch
tigung des Beschwerdeführers auf
und wiesen mittels
objektiv nachvollziehbarer Messverfahren (
allgemeininternistische, endokrinologische und
ophthalmologi
sche
Testungen
), bildgebender Verfahren
(optische Kohärenztomographie),
eine
s
standardisierten Sehtest
es
(Birkhäuser-Tafeln)
sowie Laboruntersuchungen (Blut
untersuchung) die somatischen Belastungen des Beschwerdeführers nach. Die Experten
gelangten sodann zum ausführlich begründeten und für das Gericht nachvollziehbaren Schluss, dass vornehmlich infolge der erhöhten Müdigkeit und de
s
damit einhergehenden erhöhten Pausenbedarf
s
eine Arbeits- respektive Leis
tungsfähigkeit von 80 % in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten besteh
t
. In diesem Sinne
ist auch ohne Weiteres plausibel
,
dass den weiteren
und ebenfalls nur leichten
psychiatrischen und ophthalmologischen Einschränkungen des Be
schwerdeführers kein weitere
r
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt
wurde
, zumal die selben Pausen zur Erholung
– im Besonderen mit Bezug auf die erhöh
ten Anstrengungen infolge der Sehstärkenreduktion – g
enutzt werden können.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(E. 1.4 hiervor).
5.2
5.2.1
Soweit der Beschwerdeführer
einwendet, die Schlussfolgerung im
A._
-Gutachten, wonach die Aktivitäts-
und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit bleibe, gehe ins Leere
,
und damit
die Schlüssigkeit des Gutachtens kritisiert (Urk. 1 S. 10 f.
Rz
. 6),
übersieht er, dass gemäss Gutach
ten die
neuropsychologischen Beeinträchtigungen
in der psychiatrischen Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit
aufgehen
(vgl. Urk. 7/247 S. 22
Ziff.
4.2.5
, E. 4.
1
.2 hiervor
)
und
dass die Gutachter
eine
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
durch die
diagnostizierte Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung (ICD-10 F90.0)
un
zweifelhaft
anerkannten
, indes nicht in einem die bereits festgehaltenen psy
chiatrischen Beschränkungen übersteigenden Mass. Damit ist die Nennung der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar.
5.2.2
Auch
die Bezugnahme
des Beschwerdeführers auf die Auswirkungen dieser Stö
rung auf seine Arbeitsfähigkeit vermag die Beweiskraft des
A._
-Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. Die fragliche Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung ist gemäss ihrer Klassifizierung (
ICD-10
F90.0) den Verhaltens– und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend zugehörig. Charakteristisch treten solche hyperkinetische Störungen immer früh in der Entwicklung auf, ge
wöhnlich in den ersten fünf Lebensjahren (
Dilling
H./
Mombour
W./Schmidt M.H.
[
Hrsg.
]
,
Internationale
Klassifikation psychischer Störun
gen, ICD-10, Kapitel V [F], 10.
Überarbeitete Auflage, 2015, S.
358
F
90). In diesem Sinne
weist die Be
schwerdegegnerin korrekterweise auf die mehrjährige erfolgreiche Arbeitstätig
keit des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt hin. Die
in der Expertise
vermerkten
geringfügige
n
Auswirkung
en
der
Aufmerksamkeits- und Aktivitäts
störung
(ICD-10 F90.0) auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
sind
dem
nach konsistent.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer bestritt eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes, l
a
sse sich der Gutachter doch trotz Feststellung, es sei «auch zu einer gewissen Verbesserung» gekommen,
nicht dazu vernehmen, worin diese Verbesserung bestsehen solle. Dem ist entgegenzuhalten, dass die erhobenen psychiatrischen Befunde durchaus eine Verbesserung der tatsächlichen Verhältnisse erkennen las
sen.
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung sprachen die Gutachter im Zusammen
hang mit der depressiven Symptomatik ausdrücklich von einer Verbesserung in dem Sinne, dass keine mittelgradige, sondern nur mehr eine leichtgradige depres
sive Episode vorliege (E. 4.1.5 hievor).
Obwohl der psychiatrische
Gutachter diesbezüglich
auf
eine vertiefte Auseinan
dersetzung
verzichtet
e
, h
ie
lt er fest, der Beschwerdeführer sei allseits
k
onzentriert gewesen, es hätten keine
Zeitgitterstörungen bestanden und
die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien sonst nicht gestört gewesen
. Hinsicht
lich des formalen Denkens
stellte der
Experte
keine Auffälligkeit fest
(E. 4.
1.
3 hiervor).
Dahingegen befand Dr.
Z._
in seinem der
rentezuspre
chenden
Verfügung zugrundeliegenden Gutachten vom 11. April 2012 (E. 3.1.2 hiervor),
hinreichend intakt sei die Auffassung, bereits deutlich gemindert vor allem die selektive, in schwächerem Ausmasse auch die fokussierte Aufmerksam
keit, dies ebenso wie die Konzentration (sowohl auf die äussere, wie auch auf die innere Situation).
Das
Immediatgedächtnis
arbeite einwandfrei, im Kurzzeitge
dächtnis (geprüft über die Merkfähigkeit) ergäben sich nur geringfügige Defizite, diese seien deutlicher ausgeprägt im Langzeitgedächtnis und im Zeitgitter
. Auch hielt er fest,
das formale Denken sei kohärent, im zeitlichen
Ablauf jedoch ver
zögert, gelegentlich wirke der Beschwerdeführer desinteressiert, schwer besinn
lich, jedenfalls ergäben sich häufiger
Antwortlatenzen
.
Somit erhellt bereits aus der Befundlage
, dass die psychiatrische Situation des Beschwerdeführers verbes
sert
ist
. Überdies
lassen auch die gutachterlich festgestellten funktionellen Aus
wirkungen eine Verbesserung erkenne
n
.
Im Allgemeinen
bezeichnete der Gutach
ter des
A._
lediglich die erhöhte Ermüdbarkeit als von versicherungsrechtlicher Relevanz (E
.
4.
1
.2) und insbesondere im Hinblick auf die Konzentration ist keine Einschränkung mehr evident (vgl. E.
3.1.3
u. 3.2
hiervor).
6.2
Gegenteiliges
kann
auch aus dem
ärztliche
n
Bericht von Dr.
C._
vom 17. Au
gust 2017 (E. 4.2 hiervor)
nicht ab
ge
leite
t werden
.
Abgesehen davon, dass diesem Bericht bereits
m
angels Ausführungen zu den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
und
den erhobenen Befunden die Beweiskraft fehlt,
erwähnte er in
den Diagnosen eine
re
zidivierende depressive Störung, teilremittiert
,
was auf eine
Besserung von klinischen Befunden und des Allgemeinzustandes
schliessen lässt
. Dahingegen
diagnostizierte selbiger Arzt in seinem Bericht vom 20. Juni 2013 (E. 3.2 hiervor) eine re
zidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Epi
sode, womit gleichermassen eine Verbesserung
des
Gesundheitszustandes
zu kon
statieren ist.
7.
7.1
Dem Ausgeführten f
olgend ist das
A._
-Gutachten vom 1
0.
November 2016 be
weiskräftig und eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdefüh
rers ausgewiesen.
Folglich
liegt ein Revisionsgrund vor und die Beschwerdegeg
nerin nahm zu
R
echt
eine umfassende Prüfung
des Rentenanspruches des Be
schwerdeführers ohne Bindung an die frühere Beurteilung vor (E. 1.3 hiervor).
Somit ist davon auszugehen, dass de
r
Beschwerdeführer
in
einer
leichten bis mit
telschweren, geeigneten Tätigkeiten
80
%
arbeits- respektive leistungsfähig ist,
vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf
.
7.2
Grundsätzlich sind nach der neuesten Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 148 alle psychischen Leiden dem strukturierten
Beweisverfahren zu unterziehen.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann jedoch dort von einem strukturierten Be
weisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begrün
deter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beige
messen werden kann (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Namentlich in Fällen, bei denen nach bestehender Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leicht
gradigen depressiven Störung auszugehen ist, die ihrerseits nicht schon als chro
nifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es daher in aller Regel keiner Weiterungen in Form eines strukturierten Beweisver
fahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3)
.
Gemäss dem
A._
-Gutachten vom 10. November 2016 ist der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit in einem Umfang von 80 % arbeits
fähig beziehungsweise seine Arbeitsfähigkeit um 20 % eingeschränkt, wobei
vor
nehmlich die psychiatrischen Beeinträchtigungen
leistungshemmend wirk
en
.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann hier auf eine
Indikatorenprüfung
ver
zichtet werden,
da eine solche bestenfalls die gutachterlich festgestellte 20%ige Arbeitsunfäh
igkeit zu bestätigen vermöchte, woraus für sich allein kein renten
begründender Invaliditätsgrad resultieren würde.
7.3
Zu prüfen bleibt, wie sich dies in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Die Beschwer
degegnerin bezifferte das
Valideneinkommen
mi
t
Fr. 62'560.90, das Invaliden
einkommen mi
t
Fr. 53'162.50 und errechnete daraus einen rentenausschliessen
den Invaliditätsgrad von 15 % (Urk. 2). Die diesbezüglichen Ausführungen wur
den vom Beschwerdeführer nicht beanstandet und geben auch zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
.
8.
8.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten, wobei die Einkommens- wie die Vermögensverhältnisse beider Ehe
gatten zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5.
Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich obliegt es der gesuch-stellenden Person, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend dar
zustellen und soweit wie möglich auch zu belegen (BGE
120
Ia
179 E. 3a).
8.2
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom 2. Oktober 2017 (Urk. 1 S. 2) unter Beilage einer Unterstützungsbestätigung der Sozialen Dienste Zürich vom 27. September 2017 (Urk. 3/3) um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung. Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist
demzufolge
ohne Weiteres aus
gewiesen
und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen. Ausgangs
gemäss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
D
er
Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.