# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 24d72d51-b24a-4269-84ed-bbfd9d6b07a0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung - Einzelgericht, vom 28. November 2013 (GG130257)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 27. September 2013
(Urk. 32) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von
Art. 285 StGB,
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne
von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu
Fr. 114.- (entsprechend Fr. 17'100.–) , wovon bis und mit heute 54
Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von
Fr. 800.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen.
5. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt,
sich einer Psychotherapie zu unterziehen bzw. die bereits angeordnete Psy-
chotherapie weiterzuführen.
6. Die Beweismittelbeschlagnahme über sämtliche, mit Verfügung der
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 25. September 2012 beschlagnahmten
und bei der Stadtpolizei Zürich, Waffenbelange lagernden Gegenstände
gemäss "Sicherstellungsliste vom 23. November 2012", "Waffen-
Sicherstellungsliste Kategorie 1", "Waffen-Sicherstellungsliste Kategorie 2",
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"Waffen-Sicherstellungsliste Kategorie 3" (POLIS-G / FATS-NR. ...) wird
aufgehoben und das Statthalteramt des Bezirks Zürich wird eingeladen, über
eine Beschlagnahme und allfällige Einziehung dieser Gegenstände nach
Waffengesetz (Art 31 WG) oder deren Rückgabe an den Beschuldigten zu
befinden.
7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl beschlagnahmten und
bei der Stadtpolizei Zürich, RW-FA-BMFA, lagernden Betäubungsmittel und
Betäubungsmittelutensilien (Asservaten-Nr. ...; ...; ...; ...; ...; ...; ...; ...; ...;
BM Lagernummer ...) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Ver-
nichtung überlassen.
8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 24'643.00 Auslagen Untersuchung
Fr. 14'995.80 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
10. Der amtliche Verteidiger wird mit total Fr. 14'995.80 (inkl. Mehrwertsteuer)
entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-
halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 74 S. 1 f.)
1. Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 28. November 2013
sei bezüglich des Schuldspruchs hinsichtlich Gewalt und Drohung ge-
gen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 StGB aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmit-
telgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.
3. Er sei dafür zu einer Busse von Fr. 300.– zu verurteilen.
4. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom
28. November 2013 zu bestätigen.
5. Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss aufzuerlegen. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu neh-
men.
b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Urk. 65; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Der Privatklägerschaft:
Keine Anträge
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
1. Vorinstanzliches Urteil
1.1. Mit Urteil vom 28. November 2013 sprach das Einzelgericht des Bezirksge-
richts Zürich, 3. Abteilung, den Beschuldigten der Gewalt und Drohung gegen Be-
hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 StGB sowie der mehrfachen Übertre-
tung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig.
Der Beschuldigte wurde mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 114.–
und einer Busse von Fr. 800.– bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
Für die Dauer der Probezeit wurde dem Beschuldigten die Weisung erteilt, sich
einer Psychotherapie zu unterziehen bzw. die bereits angeordnete Psychothera-
pie weiterzuführen.
Weiter wurde das Statthalteramt des Bezirks Zürich eingeladen, über eine Be-
schlagnahme und allfällige Einziehung der beim Beschuldigten aufgefundenen
und zwischenzeitlich beschlagnahmten Waffen nach Waffengesetz (Art. 31 WG)
oder deren Rückgabe an den Beschuldigten zu befinden.
Die sichergestellten Betäubungsmittel wurden eingezogen und der jeweiligen La-
gerbehörde zur Vernichtung überlassen.
Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
derjenigen der amtlichen Verteidigung, wurden dem Beschuldigten auferlegt.
1.2. Gegen das Urteil wurde seitens der Verteidigung mit Eingabe vom
29. November 2013 rechtzeitig Berufung angemeldet (vgl. Urk. 45). Mit Eingabe
vom 10. März 2014 erstattete die Verteidigung die schriftliche Berufungserklärung
(Urk. 56 bzw. 58/1-2).
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1.3. Mit Präsidialverfügung vom 31. März 2014 wurde der Verteidigung Frist an-
gesetzt, um zu spezifizieren, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils
beantragt werden (Urk. 60), woraufhin der Verteidiger des Beschuldigten mit Ein-
gabe vom 11. April 2014 die eingangs genannten Berufungsanträge stellte
(Urk. 62).
1.4. Mit Präsidialverfügung vom 16. April 2014 wurde der Staatsanwaltschaft so-
wie dem Privatkläger Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder be-
gründet Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Der Beschuldigte wurde
zur Einreichung des Datenerfassungsblattes mit Angaben zu seiner finanziellen
Lage aufgefordert (Urk. 63).
1.5. Mit Eingabe vom 23. April 2014 wurde seitens der Staatsanwaltschaft mitge-
teilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet und dass die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils beantragt werde (Urk. 65). Demgegenüber liess sich die Pri-
vatklägerschaft nicht vernehmen.
1.6. Am 8. Mai 2014 wurde seitens der Stadtpolizei Zürich - aufgrund eines zwi-
schenzeitlich vom Beschuldigten getätigten Waffenerwerbs - beim Obergericht
beantragt, dass die Einziehung der bereits erstandenen Waffen des Beschuldig-
ten anzuordnen sei. Weiter wurde beantragt, dass der Beschuldigte mit einem
Erwerb- und Besitzverbot bezüglich Waffen, Waffenzubehör und Munition bis zum
rechtsgültigen Abschluss des Verfahrens zu belegen sei (Urk. 66/1-2). Mit Schrei-
ben vom 9. Mai 2014 wurde daraufhin seitens des Obergerichts die eigene Unzu-
ständigkeit bezüglich der gestellten Anträge festgehalten und Meldung beim
Statthalteramt des Bezirks Zürich erstattet, welches ersucht wurde, im Rahmen
ihrer Zuständigkeit zu prüfen, ob ein pflichtwidriger Umgang des Beschuldigten
mit Waffen vorliege und bei einem allfälligen Verstoss die notwendigen Mass-
nahmen zu treffen (Urk. 68).
1.7. Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 liess die Verteidigung des Beschuldigten dem
Gericht das ausgefüllte Datenerfassungsblatt zukommen (Urk. 69/1-2).
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1.8. Am 22. Mai 2014 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Sihl, den Privatkläger und den Beschuldigten zur heutigen Berufungsver-
handlung (vgl. Urk. 70).
2. Umfang der Berufung
Die Verteidigung hat ihre Berufung auf die Dispositiv-Ziffern 1 (teilweise; in Bezug
auf den Schuldspruch betreffend die Gewalt und Drohung gegen Behörden und
Beamte) und 2 (teilweise, Strafzumessung betr. Gewalt und Drohung gegen Be-
hörden und Beamte) beschränkt (vgl. Urk. 62), weshalb diese zitierten Dispositiv-
Ziffern des erstinstanzlichen Urteils Berufungsgegenstand bilden. Auch zu behan-
deln sind die damit verbundenen Nebenfolgen, somit die Fragen des bedingten
Strafvollzuges, der Ersatzfreiheitsstrafe, der Weisung und der Kostenauflage
(Dispositiv-Ziffern 3 bis 5 sowie 9 und 10; vgl. Hug in: Donatsch/Hansjakob/ Lie-
ber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf
2010, N 20 zu Art. 399).
Die übrigen Dispositiv-Ziffern des erstinstanzlichen Urteils wurden nicht angefoch-
ten und sind daher in Rechtskraft erwachsen, was festzustellen ist.
II. Prozessuales
1. Die von der Vorinstanz gemachten Ausführungen zur teilweisen Einstellung
des Verfahrens seitens der Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten sowie
zur Konstituierung der Privatklägerschaft sind zutreffend und geben zu keinen
weiteren Bemerkungen Anlass, weshalb vollumfänglich auf diese verwiesen wer-
den kann (vgl. Urk. 55 E.I.).
2. Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Prozessparteien
verzichtet. Ebenso brachte die Verteidigung keine prozessualen Einwendungen
vor (vgl. Urk. 62, 65 und 74; Prot. II S. 5).
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III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Vorwurf der Staatsanwaltschaft
Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten unter lit. a der Anklageschrift zu-
sammengefasst Folgendes vor (Urk. 32 S. 2): Der Beschuldigte habe mit Mittei-
lung der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen vom 20. August 2012 erfahren, dass
aufgrund seiner entsprechenden Nichtbezahlung von Gesetzes wegen eine Um-
wandlung der mit Strafbefehl gegen ihn vom 20. April 2012 ausgesprochenen
Busse in eine Ersatzfreiheitsstrafe im Gange sei, wobei dem Beschuldigten
gleichzeitig Frist zur Stellungnahme angesetzt worden sei. Der Beschuldigte habe
daraufhin am 31. August 2012 auf seinem Computer ein Schreiben an die Staats-
anwaltschaft Kreuzlingen, gerichtet an Frau B._, verfasst, worin er sich auf
die - seiner Meinung nach nicht korrekte - Umwandlung der Busse in eine Frei-
heitsstrafe bezog und wörtlich erklärte, dass er "jegliche nach internationalem
Recht zulässige Gewalt (auch Waffen und Kriegsmaterial) zum Schutz seiner
Freiheit, Leib und Leben von ihm oder anderen Personen anwende, wenn ir-
gendwelche Vollzugsbeamten bei ihm erscheinen und sein Privatgrundstück auf
Aufforderung hin nicht verlassen würden". Dadurch habe der Beschuldigte die
Staatsanwaltschaft Kreuzlingen am allfälligen, angedrohten Vollzug der angeord-
neten Ersatzfreiheitsstrafe hindern wollen oder habe zumindest billigend in Kauf
genommen, dass dieser Vollzug durch sein Verhalten erschwert würde. Die
Staatsanwaltschaft Kreuzlingen habe die in seinem Schreiben angekündigte Dro-
hung des Beschuldigten sehr ernst genommen und habe deshalb Anzeige gegen
jenen erstattet und ein Sicherheitskonzept in die Wege geleitet.
2. Standpunkt der Verteidigung
2.1. Vor der Vorinstanz wie auch im Berufungsverfahren wurde seitens der Ver-
teidigung zusammengefasst sinngemäss geltend gemacht, dass die Verkettung
nachfolgender Umstände zum Verfahren gegen den Beschuldigten geführt habe:
Am Anfang stehe die Rechtsunkundigkeit des Beschuldigten, welche dazu geführt
habe, dass er sich seitens der Staatsanwaltschaft ungerecht behandelt gefühlt
habe, was wiederum zu seinen im Schreiben vom 31. August 2012 festgehalte-
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nen Äusserungen geführt habe, mittels welchen er seinem Ärger habe Luft ver-
schaffen, keineswegs aber jemanden habe bedrohen wollen. Zu berücksichtigen
sei diesbezüglich auch der Kontext des gesamten vom Beschuldigten verfassten
Schreibens sowie die Tatsache, dass sich die Staatsanwälte solche Äusserungen
gewohnt seien.
2.2. Im Einzelnen bringt die Verteidigung folgende Einwände und Begründungen
vor:
a) Ärger und nicht Drohung im Vordergrund
Der Beschuldigte habe niemanden bedrohen und keine Gewalt anwenden, son-
dern lediglich seinem Ärger über den seiner Meinung nach ungerechtfertigten
Bussenumwandlungsentscheid Luft verschaffen wollen. Dass beim Beschuldigten
dieser Ärger und nicht eine Bedrohung im Vordergrund stehe, zeige sich auch da-
ran, dass der Beschuldigte sein Schreiben an die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen
nicht mit einer Drohung abschliesse, sondern vielmehr nochmals seinen Unmut
über das in seinen Augen unprofessionelle Vorgehen der Staatsanwaltschaft un-
termauere. Des Weiteren müsse der dem Beschuldigten in der Anklageschrift
vorgeworfene Passus seines Schreibens im Kontext mit dem ganzen Brief gele-
sen werden. Daraus folge, dass dieser Passus nicht zwingend als Gewalt und
Drohung gegen Beamte zu verstehen sei. Auch hätten sich gemäss der Verteidi-
gung, wenn schon, die Behörden in Zürich und nicht die in Kreuzlingen beheima-
teten fürchten müssen (Urk. 42 S. 4 f.; vgl. auch Urk. 74 S. 4).
b) Ungerechte Behandlung
Der Ärger des Beschuldigten gründe gemäss dem Verteidiger in der Tatsache,
dass sich der Beschuldigte seitens der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen ungerecht
behandelt gefühlt habe. Dies zeige sich insbesondere daran, dass er letztere be-
lehrt habe, sie verfüge über keinerlei Ahnung bezüglich schweizerischer Gesetz-
gebung und Rechtsprechung, zumal der Beschuldigte der festen Überzeugung
gewesen sei, die Staatsanwaltschaft müsse den Nachweis dafür erbringen, dass
er den in Frage stehenden Strafbefehl erhalten habe und eine blosse Rechts-
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kraftbescheinigung keinen Beweis für die Zustellung des Strafbefehls darstelle
(Urk. 42 S. 3; vgl. auch Urk. 74 S. 2 f.).
c) Rechtsunkundigkeit
Die Tatsache, dass sich der Beschuldigte ungerecht behandelt fühlte, gründe
wiederum in seinen mangelnden Rechtskenntnissen. Der Beschuldigte sei der
Auffassung gewesen, die letzten Endes zu einem Strafbefehl führende Ge-
schwindigkeitsmessung auf privatem Grundstück sei unrechtmässig erfolgt. Von
seiner Rechtsunkundigkeit zeuge seine geäusserte Vermutung, mit der Andro-
hung der Ersatzfreiheitsstrafe hätte sich die Staatsanwaltschaft möglicherweise
strafbar gemacht. Auch habe der Beschuldigte mit dem ihm zum Verhängnis ge-
wordenen Satz in seinem Schreiben bestenfalls offenbart, dass er über gefährli-
ches Halbwissen verfüge, da kein Vollzugsbeamter bei jemandem aufkreuze, um
eine Ersatzfreiheitsstrafe auch tatsächlich durchzusetzen, ohne vorher mit demje-
nigen korrespondiert zu haben (Urk. 42 S. 3 f.; Urk. 74 S. 4).
d) Wahrnehmung
Schliesslich sei gemäss der Verteidigung auf den Umstand Rücksicht zu nehmen,
dass Staatsanwälte ständig irgendwelchen Launen von irgendwelchen Personen
ausgesetzt seien; nicht zuletzt deshalb seien sie dermassen gut ausgebildet und
würden einen doch ansehnlichen Lohn beziehen. Eine dicke Haut würde heute für
den Job als Staatsanwalt bzw. Staatsanwältin vorausgesetzt (Urk. 42 S. 5). So
wäre es nach Ansicht der Verteidigung als Alternative zum Vorgehen der Staats-
anwaltschaft möglich gewesen, den Beschuldigten zunächst vorzuladen (Urk. 74
S. 3 f.).
e) Schlussfolgerung
Aus diesen Erwägungen sei der Beschuldigte laut seiner Verteidigung der Gewalt
und Drohung gegen Beamte freizusprechen (Urk. 42, 62 und 74).
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3. Würdigung
3.1. Sachverhalt
a) Der Beschuldigte hat den Anklagesachverhalt anlässlich der heutigen Beru-
fungsverhandlung anerkannt (Prot. II S. 13 ff.).
b) Seine Anerkennung deckt sich auch mit dem übrigen Beweisergebnis, wofür
auch vollumfänglich auf die seitens der Vorinstanz gemachten zutreffenden Er-
wägungen verwiesen werden kann (s. Urk. 55 E.II.A.).
So hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass der Beschuldigte in Überein-
stimmung mit dem Untersuchungsergebnis anerkannte, das in Frage stehende
Schreiben vom 31. August 2012 an die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen, gerichtet
an die Staatsanwältin B._, verfasst zu haben (Urk. 55 E.II.A.1. mit Verwei-
sen).
Ebenso wurde seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen, dass der Beschuldigte
anerkannte und gestützt auf die Akten erwiesen sei, dass seine Äusserungen von
der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen sehr ernst genommen worden seien (Urk. 55
E.II.A.1. mit Verweisen, insb. Urk. HD 10/8 S. 5 f.).
Schliesslich verwies die Vorinstanz in Bezug auf den seitens des Beschuldigten
vorgebrachten Einwand, dass er mit seinem Schreiben vom 31. August 2012 we-
der drohen noch Gewalt anwenden, sondern lediglich seinem Ärger Ausdruck ha-
be geben wollen, zutreffenderweise auf die diesbezüglich massgebende rechtli-
che Würdigung (Urk. 55 E.II.A.2.).
Anzufügen bleibt, dass die seitens des Beschuldigten anlässlich seiner Befragung
vor der Vorinstanz getroffene Aussage, dass er eigentlich nichts Bestimmtes habe
bezwecken wollen mit seinem Schreiben, ausser dass er damit einerseits aufrüt-
teln und andererseits habe bekunden wollen, er solle doch in Ruhe gelassen wer-
den (Urk. 41 S. 8), bestätigt, dass der Beschuldigte - wie ihm im Anklagesachver-
halt vorgeworfen - als Zweck seiner Handlungen zumindest billigend in Kauf ge-
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nommen hat, dass durch sein Verhalten der allfällige angedrohte Vollzug der an-
geordneten Ersatzfreiheitsstrafe erschwert würde.
c) Der Anklagesachverhalt ist demzufolge vollumfänglich erstellt.
3.2. Rechtliche Würdigung
3.2.1 Voraussetzungen
Zu den einzelnen Erfordernissen zur Erfüllung des objektiven und subjektiven
Tatbestandes des dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbestandes der Gewalt
und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB kann
vollumfänglich auf die zutreffenden ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (vgl. Urk. 55 E.III.A.1. u. 2.).
3.2.2 Objektiver Tatbestand
a) Hinderungshandlung
Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen wurde, ist im Schreiben des Be-
schuldigten vom 31. August 2012 die Hauptursache für die hernach seitens der
Staatsanwaltschaft in die Wege geleiteten Sicherheitsmassnahmen zu sehen
(Urk. 55 E.III.A.1.3.2). So hätte der am 6. September 2012 vom Beschuldigten
ausgehende Telefonanruf bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen, mittels wel-
chem er sich nach den Öffnungszeiten der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen erkun-
digte (s. E-Mail vom Oberstaatsanwalt C._ vom 6. September 2012;
Urk. 2/1), für sich allein gesehen klarerweise nicht zu den in die Wege geleiteten
Sicherheitsmassnahmen geführt. Dieser Telefonanruf liess das zuvor am
31. August 2012 verfasste Schreiben des Beschuldigten immerhin in einem noch
bedrohlicheren Licht erscheinen, zumal sich dadurch zeigte, dass der Beschuldig-
te nach der schriftlichen mit dieser fernmündlichen und der in Aussicht gestellten
persönlichen Kontaktaufnahmen einen noch direkteren Bezug zum Personal der
Staatsanwaltschaft Kreuzlingen herstellen wollte. Dies ändert aber nichts an der
Tatsache, dass im Schreiben des Beschuldigten vom 31. August 2012 die Haupt-
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ursache zu sehen ist, und bereits darin eine Hinderungshandlung im Sinne des in
Frage stehenden Straftatbestandes zu sehen ist.
b) Drohung
Nichtsdestotrotz ist in casu die Intensität der angeklagten in einer Drohung beste-
henden Hinderungshandlung des Beschuldigten zu prüfen, welche seitens der
Verteidigung mit verschiedenen Argumenten als nicht tatbestandsmässig einge-
stuft wird (s. Urk. 55 S. 3 ff. bzw. die oben unter Ziffer III.2. aufgeführten Einwän-
de).
Wie die Vorinstanz im Rahmen ihrer rechtlichen Überlegungen (unter Verweis auf
BSK-Heimgartner, Art. 285 StGB N 11) zutreffend feststellte und auch die Vertei-
digung geltend machte (Urk. 42 S. 5; Urk. 74 S. 3), kann von exponierten Amts-
trägern, wie es Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind, ein besonders ge-
schulter Umgang mit renitenten Personen erwartet werden, weshalb sich die An-
forderungen an die Intensität einer tatbestandsmässigen Drohung dadurch erhö-
hen.
Richtigerweise muss bei dieser Kategorie von Beamten - wie seitens der Vor-
instanz erwogen (Urk. 55 E.III.A.1.2.2) - entsprechend die Androhung eines ge-
wichtigen Nachteils vorausgesetzt werden, der eine Willensbeeinflussung des
Beamten als verständlich erscheinen liesse (BSK-Heimgartner, Art. 285 StGB
N 11).
Der Inhalt des vom Beschuldigten am 31. August 2012 verfassten Schreibens
weist klarerweise einen gewichtigen Nachteil in der auch für mit Drohungen erfah-
reneren Zielpersonen erforderlichen Intensität auf: Kern der Aussage des Be-
schuldigten im besagten Schreiben ist, dass ihm jedes Mittel einschliesslich Waf-
fen und Kriegsmaterial Recht ist, um sich gegen das angekündigte behördliche
Handeln zu schützen.
Die Tatsache, dass sich das in Aussicht gestellte Verhalten des Beschuldigten auf
sein Grundstück beschränkte bzw. der damit im Zusammenhang stehende Ein-
wand der Verteidigung, dass sich, wenn schon, die Behörden in Zürich und nicht
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die in Kreuzlingen beheimateten hätten fürchten müssen (Urk. 42 S. 4 f.), vermag
die vom Beschuldigten angekündigte Gewalt nicht in einem Masse zu relativieren,
welche sie als nicht mehr real erscheinen lässt. Vielmehr lässt die mit dem
Schreiben zum Ausdruck gebrachte Selbstgerechtigkeit und Absolutheit des Be-
schuldigten eine sich selbst auferlegte Beschränkung auf allfällige auf sein
Grundstück beschränkte Handlungen in den Hintergrund treten.
So vermag die Prüfung des Schreibens im Lichte der übrigen seitens des Be-
schuldigten gemachten Aussagen die im Zentrum stehende und im Anklagesach-
verhalt enthaltene Aussage nicht zu relativieren. Vielmehr weisen die besserwis-
serischen und absoluten Äusserungen - so spricht er von ungeheuerlicher Inkom-
petenz der Staatsanwaltschaft, massivem Fehlen von Wissen der Behörde über
die Schweizer Gesetzgebung und Rechtsprechung und illegalem Vorgehen der
Behörden (Urk. 2/2) - und die saloppe Sprache - so nennt er u.a. "irgendwelche
Vollstreckungsbeamte egal welcher Art", welche bei ihm "antanzen" könnten - da-
rauf hin, dass der Beschuldigte jegliche Hemmungen, Selbstbeherrschung und
Objektivität verloren hat, was ihn umso unbeherrschter und gefährlicher erschei-
nen lässt.
Der Umstand, dass er seine Gedanken an die Adressatin seines Schreibens - und
nicht etwa die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen als Behörde - richtet, verstärkt die
Ernsthaftigkeit seiner Aussagen weiter.
Zwischen der gedanklichen Fassung und der schriftlichen Niederschrift solcher
Gedanken liegen bereits Welten, wie auch zwischen der Niederschrift und dem
tatsächlichen Absenden eines solchen Schreibens, weshalb die Adressatin eines
solchen Schreibens umso mehr davon ausgehen muss, dass der Verfasser sich
die zurechtgelegten Worte sehr wohl überlegt hat. Die Ernsthaftigkeit und Durch-
dachtheit seiner Aussagen wird vor dem Hintergrund seiner im Schreiben darge-
legten umfassenden juristischen Recherchen und Überlegungen zu seiner causa
nochmals verstärkt.
Das seitens der Verteidigung vorgebrachte Argument gegen das Vorliegen einer
Drohung, dass der Beschuldigte abschliessend nochmals seinen Unmut über das
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in seinen Augen unprofessionelle Vorgehen der Staatsanwaltschaft untermauere
und nicht etwa drohe bzw. dass beim Beschuldigten allgemein der Ärger und nicht
die Drohung im Vordergrund gestanden sei (s. Urk. 42 S. 42; Urk. 74 S. 4), ver-
mag vor dem Hintergrund der gemachten Ausführungen nicht zu überzeugen, da
die Unmutsbekundungen im Zusammenhang mit der Androhung von Gewalt kei-
ne Abschwächung der Drohung sondern eher eine Verstärkung der Ernsthaftigkeit
seiner Äusserungen bewirken.
c) Folge der Hinderungshandlung
Wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten wurde, führte das Schreiben des
Beschuldigten schliesslich dazu, dass die Mitglieder der Staatsanwaltschaft
Kreuzlingen ihren üblichen Tätigkeiten - zumindest vorübergehend - nicht mehr
reibungslos nachgehen konnten und sich stattdessen auch mit der Anordnung
und Durchführung von Sicherheitsmassnahmen beschäftigen mussten (s. Urk. 55
E.III.A.1.3.2).
Dass es sich bei der Adressatin des Schreibens um eine Staatsanwältin handelt,
ändert nichts daran, dass der objektive Tatbestand als erfüllt zu erachten ist. Mit
der Vorinstanz ist festzuhalten, dass Gewalttaten auch gegen Behördenmitglieder
in der jüngeren Vergangenheit zugenommen haben und dass dies zur Sensibili-
sierung in der Bevölkerung im Allgemeinen und bei Behörden und Ämtern im
Speziellen geführt hat (s. Urk. 55 E.III.A.1.3.3). Gestützt auf die erörterte Ernsthaf-
tigkeit und Hemmungslosigkeit, welche aus dem Schreiben des Beschuldigten
hervorgeht, durfte die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen - nicht zuletzt im Zusam-
menhang mit dem Telefonanruf des Beschuldigten vom 6. September 2012 - oh-
ne Weiteres davon ausgehen, dass Gefahr in Verzug war.
3.2.3 Subjektiver Tatbestand
Den Erwägungen der Vorinstanz zur Erfüllung des subjektiven Tatbestandes der
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte kann vollumfänglich zuge-
stimmt werden (s. Urk. 55 E.III.A.2.).
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Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte sich die bereits von der Vor-
instanz gewonnene Überzeugung, dass es dem Beschuldigten bewusst war, dass
seine Äusserungen als Drohung verstanden werden und sich die Behördenmit-
glieder mindestens möglicherweise zum Handeln veranlasst sehen konnten, auch
wenn er die angedrohte Waffengewalt letztlich nicht in die Tat umzusetzen ge-
dachte. So führte er anlässlich seiner heutigen persönlichen Befragung aus, dass
er richtig geschockt gewesen sei, als er das Dokument (sein eigenes Schreiben)
bei der Vorinstanz gesehen habe (Prot. II S. 14).
Ergänzend ist festzuhalten, dass der Beweggrund des Beschuldigten für die Erfül-
lung des Tatbestandes unerheblich ist, weshalb die Verteidigung mit ihrem Ein-
wand, der Ärger des Beschuldigten gründe darin, dass sich der Beschuldigte sei-
tens der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen ungerecht behandelt gefühlt habe
(Urk. 42 S. 3), nicht massgebend ist. Auch die seitens der Verteidigung ins Zent-
rum ihrer Argumentation gerückte Rechtsunkundigkeit des Beschuldigten als Mo-
tivation des Beschuldigten für sein Handeln (s. Urk. 42 S. 3 f.; vgl. auch Urk. 74
S. 4), ist aus denselben Erwägungen unmassgeblich für die Annahme der Tatbe-
standsmässigkeit.
Der Beschuldigte war sich gestützt auf seine bei der Vorinstanz gemachten Aus-
sagen klarerweise bewusst, welche Wirkung sein Schreiben vom 31. August 2012
bei der Staatsanwaltschaft erzielen konnte. So habe er sich im Nachhinein ge-
fragt, was er denn hier "für einen Scheiss geschrieben" habe bzw. dass man das
Geschriebene auch falsch verstehen könne, nämlich, dass damit tatsächliche
Gewaltanwendung gemeint sein könnte (Urk. 41 S. 13; vgl. auch Prot. II S. 16).
Mit der Vorinstanz (s. Urk. 55 E.III.A.2.3) ist zu Gunsten des Beschuldigten von
Eventualvorsatz auszugehen.
3.2.4 Ergebnis
Durch das Verfassen des Schreibens vom 31. August 2012 hat der Beschuldigte
wie von der Vorinstanz zutreffend erwogen (Urk. 55 E.III.A.3) den Tatbestand der
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1
StGB erfüllt. Mangels Vorliegen von Rechtfertigungsgründen und mangels be-
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haupteter oder gutachterlich erwiesener Schuldausschlussgründe (s. Urk. HD14/4
S. 20 ff.; Urk. HD14/22 S. 44 ff.) ist der Beschuldigte entsprechend schuldig zu
sprechen.
IV. Sanktion
1. Strafrahmen und Strafzumessungsfaktoren
Seitens der Vorinstanz wurden die zum Strafrahmen sowie zu den Kriterien der
Strafzumessung nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf
die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55
E. 5.4. ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab
verwiesen werden. Zutreffend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat-
und Täterkomponente sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unter-
scheiden ist (s. Urk. 55 E.IV.1.u.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Tatkomponente
Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatschwere ist vorab auf die Ausführun-
gen im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen (Urk. 55 E.IV.2.1). So kann das Ver-
halten des Beschuldigten keinesfalls bagatellisiert werden. Eine Drohung mit Waf-
fengewalt an eine Amtsstelle ist stets ernst zu nehmen und geeignet, die Adressa-
ten zu verunsichern und in ihrer Tätigkeit zu beeinträchtigen. Indessen ist hier die
konkrete Situation zu betrachten und in subjektiver Hinsicht zu berücksichtigen,
dass der Beschuldigte davon überzeugt war, die Behörden hätten sich ihm ge-
genüber betreffend der Durchsetzung der im Strafbefehl festgesetzten Strafe
falsch verhalten. Das Verschulden ist somit als nicht leicht einzustufen und die
hypothetische Einsatzstrafe auf 120 Tage festzusetzen.
3. Täterkomponente
3.1. Die verschuldensangemessene Strafe kann aufgrund von Umständen, die
mit der Tat grundsätzlich nichts zu tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden.
Massgebend sind hierfür im Wesentlichen täterbezogene Komponenten wie die
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persönlichen Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nach-
tatverhalten (Geständnis, Einsicht, Reue etc.).
3.2. Zu den persönlichen Verhältnissen verweist die Vorinstanz auf die Perso-
nalakten des Beschuldigten, die Einvernahmen zur Person sowie die psychiatri-
schen Gutachten und Ergänzungsgutachten etc. (Urk. 55 E.IV.2.2.1; Urk. HD10/8
S. 8; Urk. 28/1-2; Urk. HD41, HD14/4; HD14/6; HD14/15; HD14/21-22; ergänzend
zu berücksichtigen: Urk. HD10/1 S. 6 f. u. HD10/3 S. 5; Urk. 69/2). Dabei ist da-
rauf hinzuweisen, dass ein schlichter Aktenverweis den Anforderungen an die
Begründungspflicht nicht genügt.
Aus den von der Vorinstanz genannten Unterlagen ergibt sich, dass der Beschul-
digte, Jahrgang 1983, als Einzelkind bei seinen Eltern aufgewachsen ist und die
Primar- wie die Sekundarschule in Zürich besucht hat. Nach einem freiwilligen
10. Schuljahr habe er eine Lehre als Polymechaniker absolviert. An der anvisier-
ten technischen Berufsmaturität sei er gescheitert wie auch - wegen seines Über-
gewichts - nach bloss acht Tagen an der Rekrutenschule. Seit 2007 arbeite der
Beschuldigte im kaufmännischen Bereich im väterlichen Gipser-Betrieb. Er schla-
fe jeweils bis um die Mittagszeit, gehe daraufhin bis abends ca. 19 bis 20 Uhr ar-
beiten, nehme bei seinen Eltern das Abendessen ein und schaue danach bis
Morgens um 6 Uhr fern. Am Wochenende treffe er seine Kollegen. Er wohne in
einer eigenen Wohnung im selben Mehrfamilienhaus wie seine Eltern. Eine part-
nerschaftliche Beziehung führt der Beschuldigte nicht. Er verdiene monatlich etwa
Fr. 5'000.– netto. Schulden habe er keine. Der Beschuldigte ist Besitzer einer um-
fangreichen Waffensammlung. Zurzeit mache er mehr Sport und unterziehe sich
einer Ernährungsumstellung. Seine Pläne für die Zukunft beinhalten das Betrei-
ben von Sport, allenfalls wegen der am aktuellen Arbeitsplatz herrschenden Un-
terforderung eine neue berufliche Orientierung im Konstruktionsbereich sowie die
Pflege des Kollegenkreises.
Laut dem Gutachten von Dr. med. D._ zuhanden der Anklagebehörde vom
5. November 2012 besteht beim Beschuldigten eine mittelgradige Gefahr für wei-
tere Drohungen. Dagegen würden im Moment der Gutachtenserstellung keine
Anhaltspunkte auf eine in relevantem Mass erhöhte Gefahr für physische Gewalt-
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delikte bestehen (Urk. HD14/22 S. 49). Beim Beschuldigten wurden vom Gutach-
ter D._ ausserdem keine Hinweise für eine schwere psychische Störung
festgestellt. Dagegen bestehe beim Beschuldigten mit den Diagnosen einer unrei-
fen Persönlichkeitsstörung (ICD-10:Z73.1) und eines schädlichen Gebrauchs von
Cannabis (ICD-10: F12.1) eine leichte psychische Störung (Urk. HD 14/22
S. 39 ff.). Auch aus dem psychiatrischen Gutachten von Prof. Dr. med. E._
vom 25. September 2012 zuhanden der Anklagebehörde, welches durch das
Gutachten von Dr. med. D._ ergänzt worden ist, ergeben sich keine Hinwei-
se auf das Vorliegen einer schweren psychischen Störung (Urk. HD14/4 S. 20 ff.).
Ihre Auseinandersetzung mit den gutachterlichen Ausführungen veranlasste die
Vorinstanz zur Anordnung der Weiterführung einer Psychotherapie (s. Urk. 55
E.VI.), wogegen seitens der Verteidigung und des Beschuldigten kein Einwand
erhoben wurde (Urk. 74 S. 5; Prot. II S. 16).
Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass aus den persönlichen Verhältnissen des
Beschuldigten nichts hervorgeht, was die Strafzumessung beeinflusst (Urk. 55
E.IV.2.2.1). Ebenfalls zutreffend ist, dass die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldig-
ten sich strafzumessungsneutral auswirkt (Urk. 55 E.IV.2.2.2; BGE 136 IV 1 ff.).
3.3. In Bezug auf das Nachtatverhalten des Beschuldigten würdigte die Vor-
instanz das Geständnis des Beschuldigten als im mittleren Masse strafmindernd
(Urk. 55 E.IV.2.2.3). Diese Einschätzung ist angemessen. So hat der Beschuldig-
te einerseits zwar den Anklagesachverhalt anerkannt, andererseits hat er aber ei-
ne umfassende Einsicht in das Unrecht seiner Tat vermissen lassen.
Ausserdem war - wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen (Urk. 55
E.IV.2.2.3.b) - die Beweislage zulasten des Beschuldigten, insbesondere gestützt
auf sein Schreiben vom 31. August 2012, von Beginn an erdrückend.
4. Strafhöhe
Gestützt auf die strafmindernde Berücksichtigung des Nachtatverhaltens des Be-
schuldigten ist die hypothetische Einsatzstrafe auf eine Strafhöhe von 120 Tagen
zu reduzieren.
- 20 -
5. Strafart
Bei der Festlegung der Strafart ist zu berücksichtigen, dass bei vorliegender
Strafhöhe grundsätzlich sowohl Freiheitsstrafe wie auch Geldstrafe oder gemein-
nützige Arbeit in Frage kommen (Art. 34 Abs. 1 StGB; Art. 37 Abs. 1 StGB; Art. 40
StGB; Art. 41 Abs. 1 StGB). In casu ist von Belang, dass eine Freiheitsstrafe be-
reits aufgrund des bedingt zu gewährenden Vollzugs der Strafe nicht ausgespro-
chen werden kann (Art. 41 Abs. 1 StGB). Die Sanktionen der gemeinnützigen Ar-
beit und der Geldstrafe bis 180 Tagessätze sind grundsätzlich als gleichwertig
anzusehen (BSK-Brägger, Art. 37 StGB N 7; Botschaft 1998 S. 47). Für die An-
ordnung der gemeinnützigen Arbeit als Strafe besteht ein gesetzliches Zustim-
mungserfordernis des Beschuldigten. Da eine solche Einwilligung des Beschuldig-
ten nicht vorliegt (bzw. die gemeinnützige Arbeit auch nicht beantragt wurde), ist
in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine Geldstrafe im Umfang von 150 Ta-
gessätzen auszusprechen. Die seitens der Vorinstanz angesetzte Tagessatzhöhe
von Fr. 114.– erscheint unter Berücksichtigung insbesondere der Umstände, dass
der Beschuldigte monatlich netto ca. Fr. 5'000.– verdient und keine Miete zu be-
zahlen hat (s. Urk. 41 S. 2; Urk. HD10/8 S. 7; Urk. 69/2), als seinen persönlichen
und wirtschaftlichen Verhältnissen zwar angemessen. Indessen ist der Tagessatz
praxisgemäss auf Fr. 110.– zu runden.
6. Ergebnis
Insgesamt erweist sich demnach eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu
Fr. 110.– als angemessen.
7. Anrechnung der Untersuchungshaft
Auf die Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Anrechnung von 54 Tagen
Untersuchungshaft kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 55 E.IV.5.1;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
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8. Busse
Bezüglich der Höhe der Busse kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 55 E. IV.4). Hervorzuheben ist,
dass es sich bei den vom Beschuldigten zu Hause aufbewahrten knapp 800
Gramm Marihuana um eine nicht unerhebliche Menge handelt. Die durch die Vor-
instanz festgesetzte Busse von Fr. 800.– erweist sich somit als angemessen.
Mit der Vorinstanz ist die Ersatzfreiheitsstrafe auf 8 Tage festzusetzen (Urk. 55
E.IV.5.2).
V. Vollzug und Weisung
1. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probe-
zeit auf 2 Jahre angesetzt, auf welche Erwägungen zu verweisen ist (Urk. 55
E.V). Dies erscheint als angemessen und ist auch aufgrund des Verschlechte-
rungsverbots zu bestätigen.
2. Auch bezüglich der Voraussetzungen der Anordnung einer Weisung für die
Dauer der Probezeit kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Urk. 55 VI.). Diese wurde auch vom Verteidiger nicht angefochten
und der Beschuldigte erklärte sich anlässlich der Berufungsverhandlung damit
einverstanden (Urk. 74 S. 5; Prot. II S. 16). Die Anordnung einer Weisung, dass
sich der Beschuldigte während der Dauer der Probezeit einer Psychotherapie zu
unterziehen hat, ist somit zu bestätigen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzli-
chen Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO), wes-
halb die vorinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 9 und 10) zu bestätigen ist.
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2. Zudem sind dem im Berufungsverfahren unterliegenden Beschuldigten die
Kosten des Berufungsverfahrens – ausgenommen die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung – vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Rückzah-
lungspflicht für die Kosten der amtlichen Verteidigung nach Art. 135 Abs. 4 StPO
bleibt vorbehalten.
3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzuset-
zen.
4. Der Privatkläger hat keine Entschädigung beantragt, weshalb keine solche
festzusetzen ist (vgl. Art. 433 Abs. 2 StPO).
5. Der vom amtlichen Verteidiger für seine Bemühungen im Berufungsverfah-
ren angegebene Betrag von Fr. 1'352.50 (Urk. 72) steht im Einklang mit den An-
sätzen der AnwGebV und erscheint als angemessen, weshalb er zuzüglich des
Aufwands für die Berufungsverhandlung mit Fr. 1'892.70 zu entschädigen ist.