# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 30883de2-ed2e-4c51-96bf-8ebfbec299fb
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wuchs zusammen mit sechs Geschwistern in guten Familienverhältnissen bei seinen Eltern in der Region Kashmir in Pakistan auf. Er besuchte dort während insgesamt 16 Jahren Schulen, nämlich die First Primaschool, die High School, das College und schliesslich während zwei Jahren die Universität, wo er Politikwissenschaft und zuletzt auch Rechtswissenschaft studierte. Anschliessend führte er in Pakistan auf eigene Rechnung ein Musikgeschäft. Am 19. November 2000 reiste er in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. In der Schweiz arbeitete er in der Zeit von 2001 bis 2003 insgesamt ca. vier Monate an verschiedenen Orten als Küchengehilfe. Seither ist er arbeitslos.
Am 2. Juni 2003 verheiratete sich X. mit der Schweizerin B.. Die Ehe ist bislang kinderlos geblieben. X. besitzt zurzeit eine fremdenpolizeiliche Jahresaufenthaltsbewilligung (B). Er und seine Ehefrau, die ebenfalls nicht erwerbstätig ist, werden durch das Sozialamt in Bern unterstützt. Dieses übernimmt die Wohnungsmiete, die Prämien für die Krankenkasse und leistet monatliche Beiträge von Fr. 1'700.00 zur Bestreitung des Lebensunterhaltes der Eheleute X. und B.. X. besitzt kein Vermögen und hat nach seinen Angaben Schulden von insgesamt ca. Fr. 1'000.00. Im Register des Betreibungsamtes Bern-Mittelland ist er mit einem offenen Verlustschein im Betrag von Fr. 602.00 verzeichnet.
Im Schweizerischen Strafregister ist X. mit einer Vorstrafe eingetragen: Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 20. April 2004 wurde er wegen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG zu 10 Monaten Gefängnis, bedingt auf zwei Jahre, verurteilt. Im Zusammenhang mit jenem Verfahren befand sich X. vom 1. August 2003 bis am 16. Dezember 2003 in Untersuchungshaft. Über den Leumund von X. ist ausser der Vorstrafe und dem offenen Verlustschein nichts Nachteiliges bekannt.
X. wurde am 26. April 2004 in Bern festgenommen und am folgenden Tag dem Untersuchungsrichteramt Chur zugeführt. Anschliessend blieb er bis zum 29. April 2004 in Chur in Polizeihaft.
B. X. wird der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie der Nötigung gemäss Art. 181 StGB angeklagt. Dieser Anklage liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Februar 2006 der folgende Sachverhalt zugrunde:
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„X. wird angeklagt
1. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
1.1 Im Januar 2004 überredete X. seinen Landsmann A. bei einer Besprechung in D., für ihn Kokain zu verkaufen. Als Gegenleistung bezahlte der Angeklagte A. dessen Wohnungsmieten für die Monate Januar und Februar 2004 von je Fr. 350.00. Zudem versprach er A., er werde dafür besorgt sein, dass er eine Schweizerin heiraten könne, damit er nicht wegen des erhaltenen negativen Asylentscheides die Schweiz verlassen müsse. Für die Durchführung des Drogenhandels übergab X. A. eine SIM-Karte mit der Rufnummer 076 482 25 57. Ca. Ende Januar 2004 übergab der Angeklagte A. in Chur zehn in Plastik verpackte Kügelchen Kokain à ca. 0.8 gr., welche A. zum Preis von Fr. 80.00 pro Kügelchen verkaufen sollte. In der Folge teilte X. A. jeweils telefonisch mit, wann er sich beim Bahnhof Chur in eine Telefonkabine begeben müsse. Die Abnehmer würden dann dorthin kommen und ihn fragen, ob er „Mike“ sei. Nach diesen Anweisungen verkaufte A. in der Zeit bis ca. Mitte März 2004 acht Kügelchen Kokain an mehrere unbekannte Personen. Danach holte der Angeklagte die beiden restlichen Kokainkügelchen, die er A. übergeben hatte, zurück, weil er diese als Geschenk für eine Drittperson benötigte. Den Erlös aus dem Verkauf des Kokains von insgesamt Fr. 640.00 händigte A. ca. Mitte März 2004 dem Angeklagten aus.
Ca. Ende März 2004 übergab X. A. in dessen Wohnung in Chur zehn Kügelchen Kokain zum Weiterverkauf an Drittpersonen. Dieses Kokain, nämlich total 5.4 gr., konnte am 6. April 2004 in der Wohnung von A. durch die Polizei sichergestellt werden.
Gemäss dem Laborbericht des Institutes für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 20. April 2004 wies das sichergestellte Kokain einen Reinheitsgehalt von 52.7% auf. Somit ist davon auszugehen, dass das vom Angeklagten an A. abgegebene Kokain, nämlich total ca. 13.4 gr., ca. 6.9 gr. reinem Kokain entsprach.
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Das sichergestellte Kokain wurde mit dem am 21. Juni 2005 gegen A. erlassenen Strafmandat des Kreispräsidenten Chur richterlich eingezogen und es wurde dessen Vernichtung angeordnet.
1.2 Im Zeitraum von ca. Februar 2003 bis ca. Juli 2005 konsumierte X. beinahe täglich Marihuana. Das Marihuana kaufte er nach seinen Angaben in Bern und Zürich in Hanfläden, wobei er für den Konsum von Marihuana ca. Fr. 50.00 pro Monat ausgab. Zudem konsumierte er in der Zeit von Februar 2003 bis ca. anfangs April 2004 zwei bis drei Mal Kokain durch Sniffen. Das Kokain erhielt er von einem Bekannten unentgeltlich.
2. der Nötigung gemäss Art. 181 StGB
Als der Angeklagte A. im Januar 2004 in D. überredete, für ihn in Chur Kokain zu verkaufen, erklärte er ihm, er werde der Polizei melden, dass er – A. – in C. „schwarz“, d. h. ohne Arbeitsbewilligung arbeite, sofern er nicht bereit sei, für ihn Drogen zu verkaufen.“
C. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Februar 2006 wurde X. in Anklagezustand versetzt. Gleichzeitig wurde der Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Imboden zur Beurteilung überwiesen.
D. Mit Urteil vom 3. Mai 2006, mitgeteilt am 14. Juni 2006, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Imboden:
„1. X. ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie der Nötigung gemäss Art. 181 StGB.
2. Dafür wird er, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 20. April 2004, mit acht Monaten Gefängnis bestraft. Die erstandene Polizeihaft von vier Tagen wird an die Strafe angerechnet.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der
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Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'259.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 1'900.00
total somit Fr. 3'159.00
gehen zu Lasten des Verurteilten.

## Considerations