# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9da6182-63f7-5892-933a-84426f2a1faf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, ar
beitete seit dem 1. Juli 1989
im Spital
Y._
als Schwesternh
ilfe im Operationssaal und
war
in dieser Eigenschaft bei der ELVIA Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft Zürich (folgend:
Elvia
, heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, folgend: Allianz) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert
.
Mit Bagatellunfallmeldung vom 2
1.
März 1994 wurde der
Elvia
angezeigt, dass die Versicherte sich am 1
7.
März 1994 beim Verschieben der OP-Tische die Hand eingeklemmt habe (
Urk.
7/0002). Der erstbehandelnde Arzt des Spitals
Y._
diagnostizierte eine Quetschung am IP-Gelenk des rechten Daumens (
Urk.
7/0003; vgl.
Urk.
7/0007).
Die
Elvia
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
7/0040).
1.2
Am 28. Februar 1996 meldete sich die Versicher
te bei der eidgenössischen Inva
lidenversicherung
zum Leistungsbezug an
. Mit Verfügung vom 5. Mai 1998 wurde der Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 58 % eine halbe Rente ab
dem 1. März 1995 zugesprochen
, was mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 4. April 2000 bestätigt wurde (Verfahrens-Nr. IV.1998
.00339, Urk. 7/0062
). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das eidgenössische Versicherungsge
richt mit Urteil vom 21. Februar 2001 unter Hinweis auf einen errechneten Inva
liditätsgrad von 64 % ab (V
erfahrens-Nr. I 47/00, Urk. 7/0062
).
1.3
Mit Verfügung vom
1.
Februar 2000 (
Urk.
7/0057) sprach die
Elvia
der Versicher
ten mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2000 bei einem vorläufigen Invaliditätsgrad von 58
%
eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von 35
%
bzw.
Fr.
34'020.-- zu. Die
Elvia
erhöhte nach Erlass der Urteile des hiesigen Gerichts sowie des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bezüglich der Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (vgl.
Urk.
7/0062) den Invaliditätsgrad auf 62
%
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2000 (Verfügung vom 1
6.
November 2001,
Urk.
7/0066; vgl. auch
Urk.
7/0063).
In der von der Allianz eingeleiteten Revision im Jahr 2009 (vgl.
Urk.
7/0069) wurde die Rente unverändert bestätigt (
Urk.
7/0072). Im Jahr 2014 leitete die Allianz erneut eine Re
ntenrevision ein (
Urk.
7/0074). Die Allianz
liess die Versi
cherte im Zeitraum zwischen März und Oktober 2014 an einzelnen Tagen über
wachen (vgl.
Urk.
7/0081) und holte das interdisziplinäre Gutachten der
Z._
vom
8.
Juni 2015 (
Urk.
7/0090) bzw. vom
2.
Februar 2017
ein (
Urk.
7/
0126; vgl. auch
Urk.
7/0123
), nachdem die Ver
sicherte gegen die A
nordnung eines psychiatrischen Teilg
utachtens (Zwischen
verfügung v
om 1
4.
Januar 2016,
Urk.
7/0103
)
beim hiesigen Gericht
Beschwerde erhoben hatte (
Beschwerde vom 1
5.
Februar 2016,
Urk.
7/0104), welche mit Urteil UV.2016.00049 vom 1
3.
Juni 2016 abgewiesen wurde (
Urk.
7/0117)
.
Mit Zwischenverfügung vom 1
2.
November 2015 stellte die Allianz die Versiche
rungsleistungen mit sofortiger Wirkung ein und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (
Urk.
7/0096).
Dies bestätigte sie m
it Ver
fügung vom 1
4.
Juli 2017
dahingehend, dass sie
die Versicherungsleistungen per 3
0.
November 2015 ein
stellte und
einer allfälligen Einspra
che die aufschiebende Wirkung
entzog
(
Urk.
7/0128), woran sie nach erhobener Einsprache seitens der Versicherten (Einsprache vom 1
4.
September 2017,
Urk.
7/0134)
mit
Einsprache
entscheid
vom 2
6.
Juni 2018 festhielt (
Urk.
2).
1.4
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, stellte die
Dreivier
telsrente
mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2018
rückwirkend per 3
1.
Juli 2014 ein und forderte die in der Zeit vom
1.
August 2014 bis 3
0.
Juni 2017 ausbezahlten Ren
ten zurück (Verfügung vom 2
4.
Mai 2018,
Urk.
7/0138
; Verfügung vom 1
1.
Juli 2018,
Urk. 8/2 im Verfahren
Nr. IV.2018.00576
)
, nachdem sie von der Verfügung der zuständigen Unfallversicherung Kenntnis erlangt hatte
.
Die von der Versi
cherten hiergegen erhobenen Beschwerden wurden mit Urteil heutigen Datums durch das hiesige Gericht
abgewiesen
(Verfahrens-Nr. IV.2018.00576
).
Die
Akten dieses Verfahrens werden von Amtes wegen beigezogen.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Juni 2018 erhob die Versicherte am 2
8.
August 2018 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte, es sei der
Ein
spracheentscheid
vom 2
6.
Juni 2018
vollumfänglich aufzuheben und es sei ihr die bisherige Invalidenrente weiterhin auszurichten (
Urk.
1). Mit Beschwerdeant
wort vom 1
3.
September 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-143), worüber die Beschwerdeführerin am 1
8.
September 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus (
Urk.
2),
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Plastische und Wiederherstellungschirurgie und Fach
arzt für Chirurgie und Handchirurgie,
vom
4.
August 1999 (
Urk.
7/0046
) als glaubwürdig erkannt worden sei. Im Lichte der aktuellen Erkenntnisse der
Z._
-Gutachter stehe hingegen fest, dass die Beschwerdeführerin Beschwer
den vortäusche, womit sie ihre Glaubwürdigkeit verloren habe. Gemäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung stelle dies eine revisionsrelevante Änderung der tat
sächlichen Verhältnisse dar. Die Observationsergebnisse seien des Weiteren ver
wertbar, wobei sie in
casu
nicht
entscheidrelevant
seien, da sie lediglich das gut
achterliche Ergebnis bestätigten, wonach bewusstseinsnahe Tend
enzen zur Beschwerdeverdeutlichung
bzw. -vortäuschung vorlägen.
Gestützt auf das Gut
achten der
Z._
seien keine Unfallfolgen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorhanden, entsprechend seien die Voraussetzungen zum Bezug einer Invalidenrente nach dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
nicht mehr erfüllt.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass der ursprüngliche Fall per Vergleich erledigt worden sei, so dass die Rentenaufhebung unzulässig sei. Des Weiteren sei die Sachverhaltsermittlung ungenügend, da die Beschwerdeführerin - wie beantragt - handchirurgisch zu beurteilen sei. Da die Beschwerdegegnerin zu diesem Antrag nie Stellung genommen habe, sei der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Hinzu komme, dass die Gutachter der
Z._
eine Veränderung des Gesundheit
s
zustandes verneinten, womit kein Revisionsgrund vorliege. Ein
rechtsgenüglicher
Nachweis fehlender Glaubwür
digkeit liege darüber hinaus nicht vor. Des Weiteren sei der Observationsbericht samt Videomaterial aus den Akten
zu entfernen und zu vernichten (
Urk.
1).
In der Beschwerdeantwort machte die Beschwerdegegnerin geltend, dass
die erst
malige
Rentenzusprache
mittels Verfügung erfolgt sei. Sie habe des Weiteren Stellung zum Antrag auf handchirurgische Begutachtung genommen und mitge
teilt, dass der Entscheid über die Notwendigkeit des
Beizugs
eines Handchirurgen in der Kompetenz der medizinischen Sachverständigen liege (Urk. 6).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Nach Absatz 2 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG werden jedoch Invalidenrenten und Komplementärrenten nach Art. 20 UVG nach dem neuen Recht (Art. 20 Abs. 2
ter
UVG) gekürzt, wenn der Bezüger einer solchen Rente das ordentliche Rentenalter zwölf Jahre oder mehr nach dem Inkrafttreten der vorliegenden Änderung erreicht. Erreicht der Renten
bezüger das ordentliche Rentenalter weniger als acht Jahre nach dem Inkrafttre
ten, wird die Rente nicht gekürzt. Renten von Rentenbezügern, die das ordentliche Rentenalter acht oder mehr Jahre, aber weniger als zwölf Jahre nach Inkrafttreten der vorliegenden Änderung erreichen, werden für jedes weitere, dem achten Jahr folgende ganze Jahr um
einen Fünftel
des Kürzungsbetrages nach dem neuen Recht gekürzt (vgl. auch Art. 147b Abs. 1 UVV). Absatz 2 der Übergangsbestim
mungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG gilt auch für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung ereignet haben, für die die Rente aber erst danach zu laufen beginnt (Art. 147b Abs. 2 UVV).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
7.
März 1994
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, verändert
e Auswirkungen auf den Erwerbs
bereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
halts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
3.
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
beruhte auf dem Gutachten der
Medas
B._
vom
7.
April 1997 (
Urk.
7/0035) sowie dem Gutachten von
Dr.
A._
vom
4.
August 1999 (
Urk.
7/0046).
3.1
Die Ärzte der MEDAS
B._
stellten in ihrem Gutachten vom 7. Apri
l 1997 folgende Diagnose (Urk. 7/0035/15 f.)
mit wesentlicher Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach Quetschung des
Ramus
superficialis
nervi
radialis
über dem Han
dgelenk rechts am 14. März 1994
-
ausgeprägtes sekundäre
s
Zervikobrachialsyndrom
rechts
-
Status nach
Neurolyse
des
Ramus
superficialis
ne
rvi
radialis
am 22. April 1996
-
Status nach Morbus
Sudec
k
Stadium I-II der rechten Hand
-
A
nhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
P
sychoneurotische Persönlichkeitsstörung;
Diagnosen
ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krank
heitswert
nannten die Gutachter folgende
:
-
leichtes
lumbospondylogenes
Syndrom rechts bei
-
ausgeprägter lumbaler Hyperlordose mit erheblicher muskulärer
Dys
balance
-
Adipositas (82,9 kg/156 cm)
-
Nikotinabusus (
15 Zigaretten täglich / 20
py
)
Als Nebenbefunde führten die Gutachter 1) einen Status nach Appendektomie und 2) einen
Status nach Varizenoperation
auf.
Im Weiteren kamen sie zum Schluss, dass die angestammte Tätigkeit als Schwes
ternhilfe im Operationssaal der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar sei (Arbeitsfähigkeit 0 %). Limitierend würden sich dabei vorwiegend die rheumato
logischen, weniger auch die psychiatrischen Befunde auswirken. Eine körperlich leichte Arbeit ohne Einbezug des rechten Armes bzw. der rechten Hand sei der Beschwerdeführerin zu 60 % der Norm zumutbar, limitierend wirkten sich dabei vor allem die psychopathologischen Befunde aus. Durch medizinische Massnah
men liesse sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht wesentlich ver
bessern.
3.2
Dr.
A._
hielt in seinem Gutachten vom
4.
August 1999
folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/0046/6):
-
Chronifiziertes
Hand-Arm-Schulter-Syndr
om rechts bei Zustand nach Quetsch-Trauma
der rechten Hand vom 17.3.1994
-
Persistierende Irritation und partieller Sensibili
tä
tsausfall des R.
superfi
cialis
N.
radialis
rechts nach
Neuropraxie
und teilweiser
Axonotmesis
Dr.
A._
konstatierte, dass
r
ealistisch betrachtet bei der ungünstigen Entwick
lung dieses Fall
es mit relativ geringem Primär-
T
ra
uma der Endzustand erreicht
sei
. Die
Beschwerdeführerin sei
durch verschieden
e Spezialisten im Verlauf ein
ge
hend untersucht
worden
, und sowohl sämtliche konservativen
wie auch ope
rativen Therapiemöglich
keiten
seien
ausgeschöpft. Die
Physio- resp. Ergotherapie sei anfangs 1998 bei stagnier
e
ndem Befund sistiert worden. Er
sehe leider keine Möglichkeit weder mit konservativen Massn
ahmen noch einem erneuten, chirur
gi
sc
hen Eingriff eine Verbesserung des Gesundheitszustandes
oder Verbesserung der Erwer
bsfähigkeit zu
erreichen. Vor jeglichen chirurgischen Interventi
onen würde
er
sogar dringend abraten, die
Gefahr einer Verschlechterung er
achte
er
bei dieser
Beschwerdeführerin
mit dieser unglücklichen Krankengesc
hichte, bei welcher die Beschwer
den heute
körperlich und in einem erhebli
chen Masse
auch psychisch konsolidiert seien
, als sehr hoc
h (
Urk.
7/0046/6).
Als im OP
agierender
Chirurge
könne er
mit Bestimmtheit feststellen, dass die
Beschwerdeführerin
, welche
funktionell einarmig in Erscheinung trete
, für jegli
che Tätigkeit im OP-Saal, sowohl in d
er Vorbereitung, wie auch als Hil
fsschwester bei der Tätigkeit im OP (Zudienen, st
eriles, beidhändiges Ö
ffnen von steril ver
packten
Instrumenten, etc.) nicht mehr einsatzfä
hig
sei
. Als einzig denkbare
Tätigkeit innerhalb eines OP-Tr
akts käme lediglich die Arbeit an einer Leitstelle (Disposition, Telefonieren, Patienten bestellen) rein theore
tisch in Frage, über die entspr
echende Ausbildung
und Qualifikation hierzu verfüge
sie
aber kaum
.
Sämtli
che Tätigkeiten, welche sie einarmig, ohne Risiko, sich oder andere zu gefährden,
durchführen könne
, sowie sämtliche intellektuell
e Arbeiten,
inkl. Arbeiten am Computer
seien
zu 100
%
und ganztäglich zumut
bar. Realistisch betrachtet dürfte es schwierig sein, beim Alter
der Beschwerdeführerin, ihrer
Schul- und Ausbildung, sie einerseits hierzu zu motivieren,
andererseits eine pas
sende Stell
e auf dem Arbeitsmarkt zu finden
(
Urk.
7/0046/8).
4.
4.1
Der rheumatologische Gutachter der
Z._
hielt
in seinem Gutachten vom 8. Juni 2015
folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/0090/18
f.
):
-
Geringe, s-förmi
ge
thorakolumbale
Fehlstatik (differentialdiagnostisch
geringgradige
Skoliose linkskonvex
thorakolumbal
, rechtskonvex lumba
l) ICD-10
M43.85
-
Haltungsinsuffizienz
bei
Enthesiopathie
der
Glutealmuskulatu
r
(bei Adi
positas) ICD-10 R29.3
In den Vorberichten we
rd
e
über einen langwierigen Verlauf der Beschwerden nach Einklemmungssymptomatik des Daum
ens rechts berichtet. Strukturell mor
phologische Veränderungen fä
nden sich weder akut noch im Verlauf. Auch in den radiologischen Befunden einschliesslich der Szintigraphie
hätten
keine Ver
änderungen i
m
Gefolge des Traumas beobachtet werden
können.
Dr.
C._
beschreibe
hier frühzeitig seine Zweifel zur Kausalität des Beschwerdebildes zum eigentlichen
Traumageschehen
. Die von der
Beschwerdeführerin
getragene Hand-
Brace
sei
gänzlich ungeeignet zur Stabilisierung und Schmerzreduktion am Dau
mengrund
gelenk oder Daumen selbst. Es we
rd
e
eine Unterarm-
Brace
mit volarer Schiene getragen, die letztlich das karpale
Grundgelenk stütze
, in der eigentlich beklagten Region von Daumen und Zeigefinger j
edoch keinerlei Funktion erfülle. Trophische Störungen fä
nden sich trotz der beklagte
n chronischen schmerzbe
dingten Inaktivität keine. Auch zeige
sich keine vegetative Path
olo
gie. Die in spezifischer Untersuchung gezeigte Schmerzreaktion am Unterarm (i
n Region des
Nervus
radialis
) kö
nn
e
unter Ablenkung bei Blutdruckmess
ung nicht reproduziert werden. Drei von fünf
Waddel-Signs
(Zeichen einer biologisch nicht plausiblen Beschwerdepräsentation) seien positiv.
Eine unfallkausal
e Mi
nderung der Arbeitsfähigkeit sei
somit nicht hinreichend wahrscheinlich, eine strukturelle Verletzung des rechten Daumens im Rah
men des reklamierten Unfalls sei nicht belegt, allenfalls liege ausweisli
ch der aktenkundig beschriebenen Bildbefunde eine
alte, nicht auf den reklamierten Unfall kausal beziehbare knöcherne Vorschädigung vor.
Eine Änd
erung des objektiven Befunds seit den E
xplorationen 1997 und 1999 sei
nicht wahrscheinlich. Eine jemals stattgehabte namhafte unfallbedingte
Läsion des rechten Daumens sei
aktenkundig und anhand der hiesigen Befunde nicht hinre
ichend belegt. Eine unfallkausal
e Minderung der Arbeitsfähigkeit
sei
ange
sichts des Fehlens objektiver Läsionsbefunde auch niemals gerechtfertigt
gewesen
und soweit aktenkundig dennoch eine unfallkausale
Gesundheitsstörung attes
tiert wo
rde
n sei
,
sei
diese alleinig
aus dem subjektiven Beschwerdev
ortrag und der demonstrierten Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand und des rechten Arms abgeleitet
worden
, dies entgegen des fehlenden Belegs ein
er biologisch plausiblen Läsion (
Urk.
7/0090/21).
4.2
Aus neurologischer Sicht diagnostizierte der Gutachter der
Z._
1) eine
geringgradige
Irritation des
Ramus
superficialis
des
Nervus
radialis
rechts, 2) ein episodischer Spannungskopfschmerz, differentialdiagnostisch ein
analgetika
-induzierter Kopfschmerz und 3) einen Analgetika-,
Opiod
- und Benzodiazepin-Fehlgebrauch (
Urk.
7/0090/12).
Zusammengefasst sei
eine die Arbeitsfähigkeit mindernde Nervenschädigung weder aktuell noch in den vergangenen Jahren plausibel nachgewiesen worden. Angesichts der geschilderten
Dysästhesien
, welche auf das autonome Versor
gungsgebiet des
Ramus
superficialis
des rechte
n
Nervus
radialis
lokalisiert wür
den, bleibe
lediglich eine
geringgradige
Reizung dieses rein sensiblen Nervenastes zu erwägen, wobei auch elektrophysiologisch keine substanzielle S
chädigung nachgewiesen werden kö
nn
e
. Bei seit vielen Jahren fehlendem Nachweis einer str
ukturellen Nervenschädigung sei
aus neurologischer Sicht keine Verschlechte
rung der Beschwerden durch körperliche Belastung der rechten Hand zu erwarten. Das seitengleiche Muskelrelief ohne
I
naktivitätsatrophie der Muskulatur der rech
ten Hand bzw. des rechten Arms, trotz einer vermeintlichen seit mehr als 20 Jah
ren bestehenden schmerzbedingten funktionellen Be
einträchtigung der Hand, spreche
für eine auch in den vergangenen Jahren uneingeschränkte Nutzung des rechten Armes bzw. der rechten Hand. Eine Einsch
ränkung der Arbeitsfähigkeit sei
somit aus neurologischer Sicht nich
t zu begründen (
Urk.
7/0090/14).
A
us neurologischer Sicht
lasse sich
keine unmittelbar oder mittelbar (stattgehabte Operation) unfallbedingte und auch keine unfallunabhängige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten oder jedweder vergl
eichbaren Tätigkeit attestieren (
Urk.
7/0090/15).
Aus neurologischer Sicht sei keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes im Vergleich zu den Untersuchungen von 1997/1999 objektivierbar, vor allem der Befund im Bereich der rechten Hand sei als konstant anzusehen (
Urk.
7/0090/18).
4.3
Der psychiatrische Gutachter der
Z._
konstatierte, dass kein ausreichender Anhalt für eine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)
,
differentialdiag
nostisch eine leichtgradige depressive Störung im Rahmen eines chronischen Opi
oid- und Benzodiazepin- bzw. Z-Substanzen-Fehlgebrauchs
,
sei möglich (
Urk.
7/0123/14).
Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychi
atrischer Sicht qua
Leichtgradigkeit
der gegebenen Störung nicht (
Urk.
7/0123/15).
Aus psychiatrischer Sicht sei eine objektive Änderung des Gesundheitszustandes nicht herauszuarbeiten. Ausweislich der psychiatrischen Untersuchung habe bereits in der Exploration 1997 kein namhaftes depressives Zustandsbild vorge
legen und die diagnostische Einordnung sei nicht ICD-10-konform gewesen (
Urk.
7/0123/19).
4.4
Die Gutachter der
Z._
hielten in
der
Konsensbeurteilung vom
2.
Februar 2017 folgendes fest (
Urk.
7/0126
):
In Zusammenfassung des neurologischen und rheumatologischen Gutachtens
sei festzustellen, dass
eine unmittelbar unfallbedingte
nervale
Schädigung niemals hinreichend wahrscheinlich
nachgewiesen
worden und alle
nfalls als möglich anzusehen sei
, da eine gravierende Verle
tzung der Hand niemals belegt wo
rde
n sei
und auch in den zeitnahen Erstberichten keine namh
afte sensible Störung aufscheine. Wolle
man die in ihrer Indikation für die Gutachter nicht nachvol
l
ziehbare Operation im Bereich der rechten Hand als unfallbedingte Behandlung ansehen (was aus Si
cht der Gutachter zu bejahen sei
, da die Operation, indiziert oder nicht indizi
ert, mit dem Unfall begründet wo
rde
n sei), sei
das
geringgradige
sensible Defizit im Bereich der rechten Hand zumindest ebenso gut oder anteilig
wesentlich als mittelbare Unfall
folge (per 1996) einzustufen. Freilegungen von Nerven führ
t
en nicht selten zu lokalen Vernarbungen in der Region des Nervs und nachfolgenden
nervalen
Störungen mit Minusphänomenen (reduziertes Empfinden) oder Plusphänomenen (neuropathische
Schmerzen). Empfohlen wer
den kö
nn
e
hier allenfalls ein Behandlungsversuch mit
Gabapentin
oder
Pregaba
lin
(nach vollständiger Analgetika-, Opioid- und Benzodiazepin- Entgiftung und -Entwöhnung), also eine auf eine neuropathische Schmerzgenese gerichtete Medikation.
Die ges
childerten Kopfschmerzen entsprä
chen am ehesten einem episodischen Spannungskopfschme
rz, differenzialdiagnostisch sei
auch ein
analgetika
-indu
zierter Kopfschmerz unter Berücksichtigung der anamnestisch angegebenen Häu
figkeit der Analgetika-Einna
hme zu erwägen. Zu empfehlen sei
hier zunächst eine schrittweise Analgetika-Entgiftung und -Entwöhnung.
Di
e beklagten Rückenschmerzen seien
im Rahmen der Haltungsinsuffizienz sowie der leichtgradigen
thorakolumbalen
Fehlstatik zu erklären, sie seien
somit unfall
fremd.
Eine unfallbedingte Einschrä
nkung der Arbeitsfähigkeit lasse
sich somit aus neu
rologischer und rheumatologischer Sicht nicht hinreichend wahr
scheinlich attes
tieren und sei a
uch unter Berücksichtigung der Aktenlage zu keinem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich gemacht worden. Eine unfallkausale M
inderung der Arbeitsfähigkeit sei
angesichts des Fehlens objektiver Läsionsbefunde auch nie
mals gerechtfertigt
gewesen
und soweit aktenkundig dennoch eine unfallkausale Ges
undheitsstörung attestiert worden sei, sei
diese alleinig aus dem subjektiven Beschwerdevortrag und der demonstrierten Einschränkung der Gebrauchsfähig
keit der rechten Hand und des rechten Arms abgeleitet
worden
, dies entgegen des fehlenden Belegs einer biologisch plausiblen Läsion.
Auch die nachgängig am
7.
September
2016 erfolgte psychiatrische Begutach
tung
hab
e keinen Anhalt für eine unfallkausale Gesundheitsstörung
erbracht. Die auf psychiatri
schem Gebiet vorliegende, allenfalls leichtgradige
depressive Beein
trächtigung sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht Folge des Unfalls vom 1
7.
März
1994, da keine gravierende Verletzung stattgefunden habe
, die eine
anhaltende psychische Fehl
verarbeitung begründen könnte, die typischen Symp
tome einer posttraumatischen Belastungsstörung fehl
t
en und eine schlüssige zeit
liche Assoziation reklamierter psychischer Beschwerden
mit dem Unfallereignis bestehe
nicht. Die anamnestisch angegebene rezidivierende
Depressivität spreche
zudem für eine biologisch eigengesetzliche depressive Störung.
Hinweise für ei
ne somatoforme Schmerzstörung fä
nden sich nicht: Ein den Schmerzen zugrundeliegender erheblicher seelischer oder psychosozialer Konflikt
sei
anamnestisch nicht herauszuarbeiten. Eine ICD-
10-konforme Diagnosestel
lung sei somit nicht möglich. Auch wirk
e die
Beschwerdeführerin
hier nicht nam
haft schmerzgeplagt. Die in der Begutachtung im J
ahr 1997 gestellte Diagnose halte
einer Überprüfung anhand der ICD-10
Definition somit nicht Stand, kö
nn
e
also auch für seinerzeit (1997) nicht gelten (da die ICD-10 Kriterien seinerzeit nicht geprüft/diskutiert w
o
rden
seien
, sondern die Diagnose lediglich qua Aus
schluss einer s
omatischen Genese gestellt worden sei
, was ni
cht den ICD-10 Kri
terien entspreche). Die reklamierten Schmerzen lie
ssen sich zudem auch im Kon
text einer
Alibisierung
des Suchtmitte
l
konsums einordnen.
5.
5
.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Jahr 1998 basierte auf dem Gutachten der
Medas
B._
sowie dem Gutachten von
Dr.
A._
.
Die Gutachter der
Medas
B._
konstatierten dabei, dass anlässlich der jetzigen Abklärungsuntersuchungen aus rheumatologischer Sicht ein schweres, sekundäres
Zerviko
-Brachialsyndrom/Schulter-Armsyndrom bei Status nach erwähntem Handtrauma rechts im Vordergrund stehe, als Nebenbefunde bestün
den ein leichtes
lumbospondylogenes
Syndrom rechts bei ausgeprägter Hyperlor
dose mit muskulärer
Dysbalance
sowie eine Adipositas. Aus fachärztlich neuro
logischer Sicht fänden sich keine Anhaltspunkte für eine relevante Schädigung peripherer Nerven, sei es traumatisch, sei es vom Trauma unabhängig; das gesamte Beschwerdebild beruhe auf einer erheblichen Überlagerung, wobei sekundäre weichteilrheumatische Probleme nicht ausgeschlossen werden könn
ten. Aus streng neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit. Gemäss psychiatrischer Beurteilung leide sie einerseits an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, andererseits weise die Versi
cherte eine psychoneurotische Persönlichkeitsstörung auf. Die vor allem testmäs
sig, gelegentlich aber auch im Gespräch spürbaren emotionalen Störungen erreichten Krankheitswert - sie bedingten eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Einigermassen erfolgsversprechende Therapievorschläge zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit innert nützlicher Frist seien
aus psychiatrischer Sicht leider nicht möglich (
Urk.
7/0035/14 f.
).
Dr.
A._
seinerseits führte aus, dass sämtliche Tätigkeiten, welche die Beschwer
deführerin einarmig, ohne Risiko, sich oder andere zu gefährden, durchführen könne, sowie sämtliche intellektuelle Arbeiten, inkl. Arbeiten am Computer seien zu 100
%
und ganztäglich zumutbar (
Urk.
7/0046/8, vgl. E. 3.2).
5.2
5.2.1
Beim aktuellen Gutachten der
Z._
waren Ärzte der Fachrichtungen Physika
lische Medizin und Rehabilitation, Neurologie und Psychiatrie und Psychothera
pie vertreten, womit es sich für die vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist. Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen (Urk.
7/0123/12
ff.; Neurologisches Teilgutachten,
Urk.
7/0090/8
ff.;
Rheumatologisches Teilgut
achten,
Urk.
7/0090/10
ff.) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben (vgl.
7/0123/5
ff.;
Neurologisches Teilgutachten,
Urk.
7/0090/5 ff
.;
Rheumatologisches Teilgutachten,
Urk.
7/0090/4
ff.). Es berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk.
7/0123/2
; Neurologisches Teilgutachten,
Urk.
7/0090/2; Rheumatologisches Teilgutachten,
Urk.
7/0090/2 ff.
) und das Ver
halten der Beschwerdeführerin.
Das Gutachten erfüllt damit die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 2.4), so dass darauf abgestellt werden kann.
5.2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dass
das Gutachten unvollständig sei, da keine handchirurgische Beurteilung stattgefunden habe und auch ihr rechtliches Gehör diesbezüglich verletzt worden sei (
Urk.
8/1 S. 8).
Die Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 1
2.
November 2015 mit, dass die psychiatrische Abklärung ebenfalls durch die
Z._
zu erfolgen habe - ob die beantragte handchirurgische Abklärung not
wendig sei, habe die Begutachtungsstelle zu entscheiden (
Urk.
7/0095).
Die
Z._
-Gutachter erachteten einen
Beizug
eines Handchirurgen - soweit aus den Akten ersichtlich - nicht als notwendig, so dass die neurologische, rheumatolo
gische und psychiatrische Begutachtung als umfassend zu qualifizieren ist. Dar
über hinaus erklärte
die Beschwerdeführerin
nicht, welche zusätzlichen Erkennt
nisse
zur neurologischen und rheumatologischen Begutachtung
aus einem hand
chirurgisc
hen Gutachten zu erwarten wären, konnte eine strukturelle Läsion an der Hand doch klar ausgeschlossen werden.
5
.3
Die Gutachter der
Z._
hielten fest, dass die seitens der Gutachter der
Medas
gestellten Diagnosen, welche ursprünglich zur
Rentenzusprache
geführt hätten, nicht objektivierbar seien und ihres Erachtens alleinig aus dem subjektiven Beschwerdevortrag und der demonstrierten Einschränkung der Gebrauchsfähig
keit der rechten Hand und des rechten Arms abgeleitet worden seien. Entspre
chend verneinten sie die objektive Veränderung des Gesundheitszustandes seit den Untersuchungen in den Jahren 1997/1999
bzw. dem
Medas
-Gutachten und dem Gutachten von
Dr.
A._
(vgl. E.
4
).
Ob eine objektivierbare Änderung des Gesundheitszustandes in
casu
vorliegt oder nicht, kann allerdings offen bleiben: Relevant für die
Zusprache
einer Invaliden
rente sind nicht die genannten Diagnosen
,
sondern die funktionellen Auswirkun
gen eines ärztlich attestierten Gesundheitsschaden
s
.
Gestützt auf das Gutachten der
Medas
als auch dem Gutachten von
Dr.
A._
ging die Beschwerdegegnerin bei der
Zusprache
der Rente davon aus, dass der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Schwesternhilfe im Operati
onssaal nicht mehr zumutbar sei, wobei sich dabei vorwiegend die rheumatolo
gischen, weniger auch die psychiatrischen Befunde auswirken würden. Eine kör
perlich leichte Arbeit ohne Einbezug des rechten Armes bzw. der rechten Hand sei
der Beschwerdeführerin zu 60 % der Norm zumutbar, limitierend wirkten sich dabei vor allem die psychopathologischen Befunde aus (
vgl. Verfügung vom
1.
Februar 2000,
Urk.
7/0057; Verfügung vom 1
6.
November 2001,
Urk.
7/0066
; vgl. auch Schreiben vom
5.
Oktober 1999,
Urk.
7/0048
)
.
Die funktionell
en Einschränkungen des damals an der rechten Hand
attestierten Gesundheitsschadens liegen gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
Z._
nicht mehr vor
.
Die Voraussetzung für eine Rentenrevision ist somit ent
gegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin erstellt. Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfas
send (“allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. E. 2.1).
Aus neurologischer sowie psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit vor (vgl.
E.
4
). Damit liegen aktuell überwiegend wahrscheinlich keine Einschränkungen mehr vor, welche die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken würde
n
.
5
.4
Die
Beschwerdeführerin brachte dagegen insbesondere vor, dass
die ursprüngli
che
Rentenzusprache
vergleichsweise erfolgt sei - dies nun heute in Frage zu stellen, verstosse gegen Treu und Glauben und sei widersprüchlich, womit die Rentenaufhebung unzulässig sei (
Urk.
8/1/ S. 8).
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte - auch wenn vorher der Kontakt mit dem damaligen Rechtsvertreter gesucht wurde und ihm die jeweiligen Überlegun
gen mitgeteilt wurden - klarerweise mittels
anfechtbarer Verfügung (
Urk.
7/0057
). Auch die Erhöhung infolge ergangenen Bundesgerichtsurteil
s
bezüglich der Invalidenrente nach dem Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung er
folgte mittels Verfügung vom 1
6.
November 2001
(
Urk.
7/0066
). Demnach ist die Rentenaufhebung nicht zu beanstanden.
5.5
Die Beschwerdeführerin beantragte, dass das Observationsmaterial aus den Akten zu entfernen und zu vernichten sei (
Urk.
8/1
).
Das Bundesgericht hat in BGE 143 I 377 erkannt,
dass mit
Bezug auf die - allein nach schweizerischem Recht zu beantwortende - Frage, ob die Ergebnisse einer an sich rechtswidrigen Observa
tion
beweismässig
verwertbar sind, bis zur Schaffung einer genügenden gesetz
lichen Grundlage im ATSG für verdeckte Überwachungen hauptsächlich eine Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen
massgebend
ist. Dabei hat es Art. 152 Abs. 2 ZPO erwähnt. Dies gilt umso mehr, als die meisten kanto
nalen Verfahrensordnungen (vgl. Art. 61 ATSG) subsidiär auf die ZPO verweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_385/2017 vom 21. August 2017 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen) - so auch § 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
). Nach Art. 152 Abs. 2 ZPO werden rechtswidrig beschaffte Beweismittel nur berücksichtigt, wenn das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt.
In
concreto
handelt es sich um (unbeeinflusste) Handlungen der Beschwerdefüh
rerin, die im öffentlichen Raum aufgenommen wurden. Zudem war die Observa
tion, eingeleitet auf Grund ausgewiesener Zweifel über die
Leistungs
(
un
)
fähigkeit
der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
7/0082
), auf 18 Tage innerhalb eines Zeitraums von rund sieben Monate
n
begrenzt, wobei die einzelnen Überwachungsphasen zwischen rund 1.5 und 18 Stunden dauerten (Überwachungsbericht vom 1
5.
Januar 2015,
Urk.
7/0081). Die Beschwerdeführerin war somit weder einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt und erlitt in dieser Hin
sicht einen relativ bescheidenen Eingriff in ihre grundrechtliche Position. Stellt man diesen Aspekten das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs (vgl. dazu Urteil 8C_239/2008 vom 17. Dezember 2009 E. 6.4.1 Abs. 2 und dortige Hinweise)
gegenüber
, ergibt sich, dass die Observation - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden kann.
Am 2
5.
Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin observiert und gesichtet. An die
sem Tag fuhr sie ohne ersichtliche Einschränkung Fahrrad, stützte sich während des Lesens auf dem Bauch liegend mit ihrem rechten Arm bzw. ihrer rechten Hand ab, setzte sich beidhändig eine Brille auf, stützt
e
sich beidhändig am Boden ab um aufzustehen, bediente das Feuerzeug mit der rechten Hand und trank eben
falls mit der rechten Hand (Observationsbericht S. 17-28; vgl. auch Videodoku
mentation auf CD). Entsprechend ist die Verbesserung der funktionellen Ein
schränkungen bzw. des Gesundheitszustandes - unter Berücksichtigung der Aus
führungen der
Z._
-Gutachter sowie des Observationsberichtes - mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit per 2
5.
Juli 2014 bereits eingetreten.
Die verfügte Leistungseinstellung per 3
1.
November 2015 ist damit nicht zu beanstanden, da diese - entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin - auch nicht rückwirkend erfolgte, sondern bereits am 1
2.
November 2015 verfügt wurde (
Urk.
7/0096) und im angefochtenen
Einspracheent
scheid
bzw. der
diesem zugrunde
liegenden Verfügung
bestätigt wurde (vgl.
Urk.
2).
5.6
Zusammenfassend ist ein Revisionsgrund erstellt und die Beschwerdeführerin ist
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig in der angestammten Tätigkeit. Damit ist die Rentenaufhebung
als rechtens zu beurteilen, der
Einspracheentscheid
zu schützen und
die Beschwe
rde
vollumfänglich abzuweisen.
6.
Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Bestim
mung hat das Bundesgericht der SUVA und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Partei
entschädigungen zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen).
Der Beschwerdegegnerin steht damit entgegen ihrem Antrag keine Parteientschädigung zu.