# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 543836a2-2baa-4d1c-9a70-0833c0a80811
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. A._ (Rekurrentin) lebte in der Steuerperiode 2012 getrennt von ihrem Ehegatten B._, wobei ihre gemeinsamen Kinder C._ (geboren 1991) und D._
(geboren 1990) bei ihr wohnten. Mit vordatierter Veranlagungsverfügung vom 14. Januar 2015
wurde die Rekurrentin von der Steuerverwaltung des Kantons Bern, _
(Steuerverwaltung) auf ein steuerbares Einkommen bei den Kantons- und Gemeindesteuern
von CHF 27'300.-- und ein solches bei der direkten Bundessteuer von CHF 33'300.-- veranlagt.
Das steuerbare Vermögen wurde auf CHF 573'000.-- festgesetzt. Dabei wich die
Steuerverwaltung insofern von der Selbstschatzung der Rekurrentin ab, als sie den
Kinderabzug und den Abzug für zusätzliche Ausbildungskosten für die beiden Kinder sowie den
Abzug für Alleinstehende (sog. Haushaltsabzug) und den Abzug für Alleinstehende mit Kindern
(sog. Kinder-Haushaltsabzug) nicht gewährte. Ferner kürzte sie die selbstgetragenen
Krankheitskosten (inkl. Zöliakie-Pauschale) um den Selbstbehalt und reduzierte die deklarierten
Versicherungsprämien und Zinsen auf Sparkapitalien auf den fixen bzw. maximalen
Versicherungsabzug. Dagegen erhob die Rekurrentin, vertreten durch die E._ AG
(Vertreterin), mit Eingabe vom 18. Januar 2015 Einsprache, welche die Steuerverwaltung mit
Einspracheentscheid vom 20. Mai 2015 teilweise guthiess. Hierbei gewährte die
Steuerverwaltung für den Sohn C._ den Kinderabzug, den Vermögensabzug und den
zusätzlichen Abzug für Versicherungsprämien und Zinsen auf Sparkapitalien (sog. zusätzlicher
Versicherungsabzug).
B. Gegen diesen Einspracheentscheid hat die Vertreterin im Auftrag der Rekurrentin mit Eingabe vom 12. Juni 2015, ergänzt mit Schreiben vom 28. Juni 2015, bei der
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) Rekurs und Beschwerde
erhoben. Darin beantragt sie sinngemäss, der Einspracheentscheid sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben und die geltend gemachten Abzüge vollumfänglich zu
gewähren. Sie führt im Wesentlichen aus, der Kinderabzug sei für beide volljährigen Kinder in
Erstausbildung zuzulassen. Ferner sei der Abzug für zusätzliche Ausbildungskosten zu
berücksichtigen. Der Haushaltsabzug und der Kinder-Haushaltsabzug seien zuzulassen, da
kaum davon gesprochen werden könne, dass die Rekurrentin mit einem der Kinder im
Konkubinat oder in einer Wohngemeinschaft lebe. Die Vertreterin macht sodann erstmals den
Unterstützungsabzug geltend. Dies mit der Begründung, dass die Rekurrentin einen
beträchtlichen Betrag zum Lebensunterhalt der unterstützungsbedürftigen Tochter D._
beisteuern müsse, der in seiner Höhe dem steuerlichen Abzug gleichkomme. Der
Versicherungsabzug und der zusätzliche Versicherungsabzug für beide Kinder seien zu
berücksichtigen, wobei die Zinsen auf den Sparkapitalien zwingend hinzugezählt werden
müssten. Ferner könne die Zöliakie-Pauschale zusätzlich zur Gesamtpauschale
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(Krankheitskosten abzüglich Selbstbehalt) zum Abzug gebracht werden, da es sich bei der
Zöliakie nicht um eine Krankheit, sondern um eine Glutenunverträglichkeit handle, die, wenn sie
bereits im Kindesalter auftrete von der IV als Geburtsgebrechen anerkannt werde.
C. Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2015 hat die Steuerverwaltung die teilweise Gutheissung von Rekurs und Beschwerde unter Kostenfolge beantragt. Sie bringt im
Wesentlichen vor, für volljährige Kinder könne der Abzug gewährt werden, wenn sich das Kind
in Ausbildung befinde und gleichzeitig unterstützungsbedürftig sei. Als unterstützungsbedürftig
gälten nach bernischer Praxis Kinder, deren eigenes Einkommen CHF 24'000.-- pro Jahr nicht
übersteige. Die Tochter D._ habe im Steuerjahr 2012 ein Nettoerwerbseinkommen von
CHF 28'998.-- erzielt. Dieses Einkommen habe den Grenzbetrag von CHF 24'000.--
überschritten, weshalb der Kinderabzug und folglich der sich darauf abstützende Abzug für
zusätzliche Ausbildungskosten nicht zulässig seien. Für den Sohn C._ sei der
Kinderabzug im Einspracheverfahren nachträglich gewährt worden, der Abzug für zusätzliche
Ausbildungskosten dagegen versehentlich nicht. Letzterer sei im vorliegenden Verfahren bei
den kantonalen Steuern zu gewähren. Der Haushaltsabzug setze voraus, dass eine
alleinstehende Person allein, mit eigenen Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen
einen selbstständigen Haushalt führe. Gemäss Vertreterin lebten beide Kinder bei der
Rekurrentin im Wohnhaus in F._. Die Tochter D._ habe in ihrer
Steuererklärung 2012 erklärt, dass sie keinen eigenen Haushalt führe. Damit stehe für das
Steuerjahr 2012 fest, dass die Rekurrentin zusammen mit ihren beiden Kindern einen
gemeinsamen Haushalt geführt habe. Da der Haushaltsabzug bei einer Haushaltsgemeinschaft
mit Kindern nur zulässig sei, wenn für diese der Kinderabzug gewährt werden könne und dieser
für die Tochter D._ nicht zulässig sei, sei vorliegend weder der Haushaltsabzug noch
der Kinder-Haushaltsabzug zulässig. Die Voraussetzungen für den Haushaltsabzug seien
selbst dann nicht erfüllt, wenn die Tochter D._ die Einliegerwohnung im Untergeschoss
des Wohnhauses in F._ bewohne. Der Versicherungsabzug sei berücksichtigt worden,
wobei die Zinsen auf Sparkapitalien nicht zum pauschalen bzw. maximalen
Versicherungsabzug zusätzlich gewährt werden könnten. Der zusätzliche Versicherungsabzug
sei für den Sohn C._ berücksichtigt worden, für die Tochter D._ dagegen
nicht, da dieser Abzug wiederum vom Kinderabzug abhängig sei. Die Zöliakie-Pauschale könne
nicht vollumfänglich abgezogen werden, da diese dem bei Krankheitskosten geltenden
Selbstbehalt unterliege.
D. Die Vertreterin hat Gelegenheit erhalten, dazu Stellung zu nehmen, wovon sie mit Eingabe vom 21. September 2015 Gebrauch gemacht hat.
E. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
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Auf den Inhalt der Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt
(Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
2. Streitig ist vorab, ob die Steuerverwaltung die Kinderabzüge und die sich darauf abstützenden Folgeabzüge korrekt vorgenommen hat.
2.1 Laut Gesetzgebung kann die steuerpflichtige Person für jedes minderjährige oder in der beruflichen oder schulischen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt sie sorgt, einen
Betrag von CHF 7'000.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. von CHF 6'500.-- (direkte Bun-
dessteuer) abziehen. Werden die Eltern getrennt besteuert, so wird der Kinderabzug hälftig
aufgeteilt, wenn das Kind unter gemeinsamer elterlicher Sorge steht und keine Unterhaltsbei-
träge für das Kind geltend gemacht werden (sog. Kinderabzug; Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG;
Art. 213 Abs. 1 Bst. a DBG in der Fassung vom 14. Dezember 1990 [aDBG; AS 1991 1184]
i.V.m. Art. 7 Bst. a der Verordnung des EFD vom 22. September 2011 über den Ausgleich der
Folgen der kalten Progression für die natürlichen Personen bei der direkten Bundessteuer für
das Steuerjahr 2011 [Verordnung über die kalte Progression, VKP; AS 2011 4503]). Bei
getrennt veranlagten Eltern mit separaten Haushalten steht der Kinderabzug demjenigen
Elternteil volljähriger Kinder in Erstausbildung zu, welcher Kinderalimente gemäss Art. 38 Abs. 1
Bst. c StG (bzw. Art. 33 Abs. 1 Bst. c DBG) leistet, aber wegen der Volljährigkeit nicht mehr
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abziehen kann. Werden keine Kinderalimente geleistet, steht der Kinderabzug demjenigen
Elternteil zu, bei welchem das Kind lebt (Leuch/Schlup Guignard in: Praxiskommentar zum
Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 26 zu Art. 40 StG, mit Hinweisen).
Gemäss Praxis der Steuerverwaltung wird der Kinderabzug bei volljährigen Kindern nur
gewährt, wenn die
steuerpflichtige Person auf Grund einer gesetzlichen Pflicht für den Unterhalt des Kindes sorgt,
die berufliche Erstausbildung über die Mündigkeit hinaus dauert und das Kind auf die
Unterstützung der Eltern angewiesen, d.h. unterstützungsbedürftig, ist. Dies ist nicht der Fall,
wenn das volljährige Kind während seiner Ausbildung in der Lage ist, seinen Unterhalt aus
seinem Arbeitserwerb oder anderen Mitteln selber zu bestreiten. Dies ist in der Regel dann nicht
mehr der Fall, wenn das volljährige Kind im entsprechenden Jahr ein Nettoeinkommen von
mehr als CHF 24'000.-- (inkl. Ersatzeinkommen, Stipendien usw.) erzielt (Leuch/Schlup
Guignard, a.a.O., N. 20 und N. 23 zu Art. 40 StG, mit Hinweisen). Das Abstellen auf einen
Durchschnittswert ist nicht zu beanstanden, da Schematisierungen bzw. Typisierungen für
Sozialabzüge charakteristisch und daher zulässig sind (BGer 2C_516/2013 vom 4.2.2014, E.
2.2 f. mit Hinweisen). Bei den Kantons- und Gemeindesteuern ist ein Abzug von höchstens
weiteren CHF 6'200.-- pro Kind bei auswärtiger Ausbildung oder für nachgewiesene zusätzliche
Ausbildungskosten zulässig. Im Rahmen dieses Betrags sind die tatsächlichen Mehrkosten zu
berücksichtigen (sog. Ausbildungsabzug; Art. 40 Abs. 3 Bst. b StG in der Fassung vom 23.
März 2010 [StG 2011; BAG 10-113]). Der Ausbildungsabzug ist grundsätzlich nur möglich,
wenn am Stichtag (d.h. am 31.12.) die Voraussetzungen für den Kinderabzug gegeben sind
(Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 39 zu Art. 40 StG). Unter Ausbildung ist eine Erstausbildung
im jeweiligen Beruf zu verstehen. Praxisgemäss geht die Steuerverwaltung davon aus, dass die
erste berufliche Ausbildung i.d.R. mit 25 Jahren abgeschlossen ist (Leuch/Schlup Guignard,
a.a.O., N. 31 zu Art. 40 StG). Als Kosten der auswärtigen Ausbildung eines Kindes können die
Eltern, die im Zusammenhang mit der ordentlichen Grundausbildung verursachten Mehrkosten
(z.B. Schulgelder, Lehrmittel, auswärtige Verpflegung und Fahrkosten), welche sie tatsächlich
getragen haben, abziehen (Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 36 zu Art. 40 StG). Zudem
können Alleinstehende (verwitwete, geschiedene oder ledige Personen sowie getrennt
veranlagte Ehegatten), die mit eigenen Kindern einen eigenen Haushalt führen und denen für
diese Kinder der Kinderabzug zusteht, einen Betrag von CHF 1'200.-- pro Kind abziehen (sog.
Kinder-Haushaltsabzug; Art. 40 Abs. 3 Bst. c StG in der Fassung vom 21. Mai 2000 [StG 2001;
BAG 00-124]). Schliesslich kann vom Reinvermögen für jedes Kind, für das der Kinderabzug
beansprucht werden kann, ein Betrag von CHF 18'000.-- abgezogen werden (sog.
Vermögensabzug pro Kind; Art. 64 Bst. b StG 2011). Diese Sozialabzüge werden nach den
Verhältnissen am Ende der Steuerperiode festgesetzt (Art. 67 Abs. 3 StG; Art. 213 Abs. 2
aDBG). Für Krankenkassen- und Versicherungsprämien der Kinder können pro Kind weitere
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CHF 700.-- abgezogen werden, wenn für das entsprechende Kind ein Kinderabzug zulässig ist
(sog. zusätzlicher Versicherungsabzug; Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 4 StG in der Fassung vom 24.
Februar 2008 [StG 2008; BAG 08-28]; Art. 212 Abs. 1 aDBG i.V.m. Art. 6 Abs. 2 VKP in der
Fassung vom 4. März 1996 [AS 1996 1118]), wobei es sich hierbei um einen allgemeinen
Abzug und nicht um einen Sozialabzug handelt.
2.2 Der Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen – zu denen auch die sachverhaltlichen Voraussetzungen des Kinderabzugs und die sich darauf abstützenden
Folgeabzüge gehören – obliegt der steuerpflichtigen Person, vorliegend der Rekurrentin. Sie
hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen
(VGE 100.2008.23307/23308U vom 23.3.2009, E. 4.1, nicht publiziert). Bewiesen ist eine
Tatsache dann, wenn das Gericht auf Grund der erhobenen Beweise zur Überzeugung gelangt
ist, dass sie – so wie behauptet bzw. angenommen – Bestand hat. Es ist keine absolute
Gewissheit erforderlich, sondern es genügt ein so hoher Grad an Wahrscheinlichkeit, dass
keine vernünftigen Zweifel verbleiben (VGE 100.2008.23320 vom 20.5.2009, in BVR 2009 465
ff. E. 3). Lässt sich eine Sachverhaltsbehauptung weder nachweisen noch widerlegen, so hat
die Folgen der Beweislosigkeit jene Partei zu tragen, die aus dem Vorhandensein der
behaupteten Tatsache zu ihren Gunsten Rechte ableitet. Diese sog. objektive Beweislast trägt
nach einer im Steuerrecht allgemein gültigen Regel für steuerbegründende Tatsachen der
Fiskus, für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen die steuerpflichtige Person
(VGE 100.2010.387-390U vom 11.3.2011, E. 3.3, nicht publiziert).
3. Die Tochter D._ (geboren 1990) war im Jahr 2012 am massgebenden Stichtag (31.12.2012) unstreitig volljährig und in der beruflichen Erstausbildung, die über die Mündigkeit
hinaus dauerte. Sie studierte an der Universität Bern Betriebswirtschaftslehre
(vgl. Immatrikulationsbestätigung; Steuerdossier, pag. 86). Da sie im entsprechenden Jahr ein
Nettoerwerbseinkommen von insgesamt CHF 28'998.-- erzielte (vgl. Steuererklärung pro 2012
der Tochter D._; Steuerdossier, pag. 107) und somit den Grenzbetrag von
CHF 24'000.-- überschritt, gilt sie jedoch nicht als unterstützungsbedürftig, weshalb die
Steuerverwaltung den Kinderabzug und die sich darauf abstützenden Folgeabzüge (vorliegend
bei den Kantons- und Gemeindesteuern Vermögensabzug pro Kind, zusätzlicher
Ausbildungsabzug, Kinder-Haushaltsabzug und zusätzlicher Versicherungsabzug; bei der
direkten Bundessteuer zusätzlicher Versicherungsabzug) zu Recht nicht gewährt hat. Daran
ändert nichts, dass die Tochter ein Teil des Nettoerwerbseinkommens durch ein Praktikum bei
der G._ während ihres Bachelorstudiums im Rahmen ihrer (obligatorischen)
praktischen Ausbildung erzielte. Auch vermag die Rekurrentin, aus dem Umstand, dass der
Kinderabzug in einem früheren und in einem späteren Steuerjahr offenbar gewährt wurde,
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nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Jede Veranlagung stellt ein eigenes, von anderen
Veranlagungen weitgehend unabhängiges Verfahren dar, in welchem die Behörden sowohl die
tatsächliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfänglich neu beurteilen dürfen.
3.1 Der Sohn C._ (geboren 1991) war im Jahr 2012 am massgebenden Stichtag volljährig, befand sich am Gymnasium der H._ in seiner beruflichen Erstausbildung, die
über die Mündigkeit hinaus dauerte und war auf die Unterstützung der Rekurrentin angewiesen,
da er selber kein Einkommen erzielte. Kinderalimente wurden im Steuerjahr 2012 keine
geleistet. Die von ihrem Ehegatten getrennt lebende Rekurrentin steht somit in
Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung der volle Kinderabzug volljähriger Kinder in
Erstausbildung in der Höhe von CHF 7'000.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. von CHF
6'500.-- (direkte Bundessteuer) zu. Da für den Sohn C._ der Kinderabzug zulässig ist,
hat die Steuerverwaltung zudem bei den Kantons- und Gemeindesteuern zu Recht den
Vermögensabzug pro Kind berücksichtigt und vom Reinvermögen ein Betrag von CHF 18'000.--
abgezogen. Auch hat die Steuerverwaltung zu Recht den zusätzlichen Versicherungsabzug von
je CHF 700.-- (Kantons- und Gemeindesteuern / direkte Bundessteuer) berücksichtigt.
3.1.1 Des Weiteren beantragt die Vertreterin bei den Kantons- und Gemeindesteuern den zusätzlichen Ausbildungsabzug für beide Kinder. Da der Tochter D._ der Kinderabzug
nicht zusteht (siehe E. 3 hiervor) und dieser eine Voraussetzung für den Abzug ist, ist im
Folgenden bloss zu prüfen, ob die Rekurrentin den zusätzlichen Ausbildungsabzug für ihren
Sohn C._ beanspruchen kann.
Auf Aufforderung der Steuerrekurskommission hin, sämtliche Beweismittel (insbesondere
Belege, welche die getragenen Ausbildungskosten belegen) einzureichen (vgl. Schreiben der
Steuerrekurskommission vom 15.6.2015), reichte die Vertreterin eine Aufstellung der jährlichen
Ausbildungskosten der Kinder von insgesamt CHF 24'610.65 ein (vgl. Schreiben der Vertreterin
vom 28.6.2015, S. 7). Diese enthält bezüglich des Sohnes C._ Schulgelder der
H._ von CHF 10'800.--, Unterrichtsmaterial der H._ von CHF 800.65 und
CHF 1'120.--, Fahrkosten für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel von CHF 2'090.--
(Libero-Abonnement) sowie Kosten für die (glutenfreie) auswärtige Verpflegung von CHF
3'000.--, ausmachend insgesamt CHF 17'810.65. Hierzu hat die Vertreterin einige Belege
eingereicht. So hat sie eine Schulgeldrechnung vom 26. April 2012 für das 4. Quartal des
Schuljahres 2011/12 von CHF 2'700.--, adressiert an die Rekurrentin, sowie zwei Rechnungen
vom 23. März 2012 und 19. November 2012 für das Unterrichtsmaterial bzw. Materialkonto von
CHF 800.65 bzw. CHF 1'120.--, adressiert an die Familie des Sohnes C._, eingereicht
(vgl. Beilagen 5-7 zum Schreiben der Vertreterin vom 28.6.2015). Die Schulgelder sind zwar
bloss mit einer Quartalsrechnung in der Höhe von CHF 2'700.-- belegt, da die H._
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jedoch bestätigt hat, dass der Sohn C._ vom 15. August 2011 bis 7. Juli 2013 das
Gymnasium besuchte (vgl. Kopie des Schreibens der H._ vom 16.1.2015 im Rekurs-
und Beschwerdeschreiben vom 12.6.2015, S. 15), ist davon auszugehen, dass im Steuerjahr
2012 tatsächlich Schulkosten von insgesamt CHF 10'800.-- (vier mal CHF 2'700.--) entstanden
sind. Auch ist anzunehmen, dass die nicht nachgewiesenen Fahrkosten für die Benutzung
öffentlicher Verkehrsmittel und für die auswärtige Verpflegung im Zusammenhang mit der
beruflichen Erstausbildung in Bern für den bei der Rekurrentin in F._ wohnenden
Sohnes C._ angefallen sind. Bei den Fahrkosten ist jedoch fraglich, ob das Libero-
Jahresabonnement im Jahr 2012 tatsächlich CHF 2'090.-- kostete, da der Sohn C._
damals ein günstigeres Abonnement für Junioren (bis 25 Jahren) erhalten konnte (2. Klasse, 6
Zonen / Tarif für das Jahr 2016: CHF 1'672.--, wobei davon auszugehen ist, dass die Tarife für
das Jahr 2012 eher noch tiefer waren; vgl. <http://www.mylibero.ch>). Auch ist fraglich, ob
überhaupt ein Libero-Abonnement zu berücksichtigen ist, da die Vertreterin an anderer Stelle
von einem Familien-Generalabonnement spricht (vgl. Rekurs- und Beschwerdeschreiben vom
12.6.2015, S. 12). Bei einem Generalabonnement (GA) für die Familie wären die Fahrkosten
des Sohnes C._ nochmals tiefer als bei einem Libero-Abonnement. Ein GA Familia
Jugend kostet im Jahr CHF 905.-- (2. Klasse; Tarif für das Jahr 2016 berücksichtigt; vgl.
<http://www.sbb.ch>). Dies kann letztlich aber offen bleiben, da auch mit einem GA Familia
Jugend im Steuerjahr 2012 Ausbildungskosten von insgesamt rund CHF 16'600.-- entstanden
wären, was weit über den zulässigen Höchstbetrag des Ausbildungsabzugs von CHF 6'200.--
liegt, womit der diesen Höchstbetrag übersteigende Anteil ohnehin nicht berücksichtigt werden
kann. Wichtiger ist die Frage, ob die Rekurrentin die (teilweise) nachgewiesenen
Ausbildungskosten tatsächlich selber getragen hat, was aus den Akten nicht erkennbar ist. Es
ist somit nicht auszuschliessen, dass der von der Rekurrentin getrennt lebende Ehegatte
Ausbildungskosten (mit)übernommen hat. Die Steuerrekurskommission erachtet es aber in
Anbetracht der Höhe der gesamten Ausbildungskosten als glaubwürdig, dass die Rekurrentin
für ihren Sohn C._ im Jahr 2012 zumindest einen Teil der Ausbildungskosten in der
Höhe von mindestens CHF 6'200.-- übernommen hat. Dementsprechend steht ihr in
Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung ein Ausbildungsabzug von CHF 6'200.-- zu, der im
Einspracheverfahren versehentlich nicht gewährt worden ist.
3.1.2 Zu prüfen ist weiter, ob die Rekurrentin den Haushaltsabzug sowie den  für ihren Sohn C._ geltend machen kann. Gemäss Art. 40 Abs. 2 StG
2011 können verwitwete, geschiedene oder ledige Personen sowie Ehegatten, die je einen
selbstständigen Wohnsitz haben oder getrennt veranlagt werden, weitere CHF 2'400.-- vom
Reineinkommen abziehen, sofern sie allein, mit eigenen Kindern oder
unterstützungsbedürftigen Personen einen selbstständigen Haushalt führen. Der
http://www.mylibero.ch http://www.sbb.ch
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Haushaltsabzug soll die Ersparnis ausgleichen, die in einem Mehrpersonenhaushalt im
Vergleich zu einem Einpersonenhaushalt erzielt werden kann. Haushaltsvorteile durch
gemeinsames Wirtschaften entstehen nicht nur bei Ehepaaren, sondern ebenso bei anderen
Haushaltsgemeinschaften (VGE 100.2008.23417U vom 28.5.2009, in NStP 2009 S. 86 ff. E. 2;
BGE 110 IA 7 E. 4b). Zur Vornahme des Haushaltsabzugs berechtigt sind deshalb nur solche
steuerpflichtige Personen, die alleine, mit eigenen Kindern oder mit unterstützungsbedürftigen
Personen einen selbstständigen Haushalt führen. Die Führung eines selbstständigen Haushalts
umfasst neben der Pflege der Wohnung auch die Zubereitung der Mahlzeiten, die Besorgung
der Wäsche und Ähnliches (Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 9 zu Art. 40 StG). Der
Haushaltsabzug kann Alleinstehenden, die mit eigenen Kindern einen selbstständigen Haushalt
führen, nur dann gewährt werden, wenn für die im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder der
Kinderabzug zulässig ist. Ist für eines dieser Kinder kein Kinderabzug (mehr) zulässig, entfällt
der Haushaltsabzug (vgl. Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 14 zu Art. 40 StG; VGE
100.2008.23417U vom 28.5.2009, in NStP 2009 S. 86 ff. E. 3.3). Die Voraussetzung des
Kinderabzugs ist im aktuellen Wortlaut des Gesetzestextes zwar nicht mehr explizit genannt, gilt
jedoch weiterhin (Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 14 zu Art. 40 StG). Entgegen der Ansicht
der Vertreterin und in Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung entspricht es gemäss
Verwaltungsgericht des Kantons Bern nicht Sinn und Zweck des Haushaltsabzugs, diesen
Abzug bereits zuzulassen, wenn ein Elternteil mit seinem Kind – lediglich im Sinn des
Abstammungsverhältnisses – einen Haushalt führt (VGE 100.2008.23417U vom 28.5.2009, in
NStP 2009 S. 86 ff. E. 3.2.3). Ist die Voraussetzung des Kinderabzugs nicht erfüllt, stellen
Kinder im eigenen Haushalt allenfalls unterstützungsbedürftige Personen dar. Der
Haushaltsabzug steht nämlich auch Steuerpflichtigen zu, die mit unterstützungsbedürftigen
Personen einen selbstständigen Haushalt führen. Praxisgemäss wird vorausgesetzt, dass die
unterstützungsbedürftige Person auch erwerbsunfähig ist, also die Voraussetzungen für den
Unterstützungsabzug gegeben sind (vgl. Art. 40 Abs. 5 StG 2011; siehe hierzu auch E. 4
hiernach). Zusätzlich zum Haushaltsabzug (und zum Kinderabzug) steht alleinstehenden
Personen gemäss Art. 40 Abs. 3 Bst. c StG 2011 der Kinder-Haushaltsabzug zu, sofern sie mit
den von ihnen unterhaltenen Kindern einen eigenen Haushalt führen. Konkubinats- und
Mehrpersonenhaushalte sowie Wohngemeinschaften haben keinen Anspruch auf diese Abzüge
(VGE 100.2008.23320 vom 20.5.2009, in BVR 2009 465 ff. E. 2.4.2).
Vorliegend ist entscheidend, ob die Rekurrentin im Jahr 2012 mit beiden Kindern oder bloss mit
ihrem Sohn C._ im Wohnhaus in F._ einen selbstständigen Haushalt führte.
Lebte sie zusammen mit beiden Kindern im gleichen Haushalt, entfallen sowohl der
Haushaltsabzug als auch der Kinder-Haushaltsabzug, da der Kinderabzug für die nicht
unterstützungsbedürftige Tochter D._ und somit eines ihrer Kinder nicht zulässig ist
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(siehe E. 3 hiervor). Führte die Rekurrentin dagegen einen selbstständigen Haushalt alleine mit
ihrem Sohn C._, dem der Kinderabzug zusteht (siehe E. 3.1 hiervor), dann sind der
Haushaltsabzug und für den Sohn der Kinder-Haushaltsabzug zu berücksichtigen. Die
Vertreterin hat im Rekurs- und Beschwerdeverfahren zu den Wohnverhältnissen
widersprüchliche Angaben gemacht. Einerseits hat sie ausgeführt, die Rekurrentin lebe mit
ihren beiden Kindern im gleichen Haushalt, weshalb sie den Kinder-Haushaltsabzug für beide
Kinder geltend macht (vgl. Rekurs- und Beschwerdeschreiben vom 12.6.2015, S. 6).
Andererseits führt sie im Rekurs- und Beschwerdeverfahren erstmals aus, die Rekurrentin und
ihre Tochter D._ führten je einen eigenen Haushalt, da Letztere in der
Einliegerwohnung des Wohnhauses in F._ lebe und einen eigenen Haushalt führe. Die
Tochter D._ hätte daher grundsätzlich selber Anspruch auf den Haushaltsabzug. Da ihr
dieser nicht gewährt worden sei, stehe konsequenterweise der Haushaltsabzug der Rekurrentin
zu (vgl. Rekurs- und Beschwerdeschreiben vom 12.6.2015, S. 7). Ersteres stimmt mit den
Angaben der Rekurrentin in den Formularen 1 und 2 der Steuererklärung 2012 überein, worin
die Rekurrentin angab, alleinstehend zu sein und mit ihren Kindern C._ und
D._, für deren Unterhalt sie sorge, einen eigenen Haushalt zu führen (Steuerdossier,
pag. 71, 72). Sie beanspruchte daher den Haushaltsabzug sowie den Kinder-Haushaltsabzug
für beide Kinder. Die Tochter D._ gab in ihrer Steuererklärung 2012 übereinstimmend
an, keinen eigenen Haushalt zu führen (Steuerdossier, pag. 108). Die von der Vertreterin
gemachte Behauptung der getrennten Haushalte steht somit den Angaben in den
Steuererklärungen der Rekurrentin und der Tochter D._ entgegen. In Übereinstimmung
mit der Steuerverwaltung ist nicht leichthin davon auszugehen, dass in den Steuererklärungen
falsche Angaben gemacht wurden (vgl. Vernehmlassung der Steuerverwaltung vom 28.7.2015,
S. 4). Die Angaben in den Steuererklärungen deuten vielmehr daraufhin, dass im Steuerjahr
2012 im Wohnhaus in F._ nicht zwei getrennte Haushalte geführt wurden. Aus der
eingereichten Verkaufsdokumentation des Wohnhauses geht hervor (vgl. Beilage 5 des Rekurs-
und Beschwerdeschreibens vom 12.6.2015, S. 19), dass sich im Untergeschoss des
Wohnhauses neben der Waschküche, des Luftschutzraums, der Heizung und eines grossen
Archivs eine Einliegerwohnung mit Küche, Toilette, Dusche und Sauna befindet. Aus dem in der
Verkaufsdokumentation ersichtlichen Grundrissplan des Untergeschosses ist diese
Einliegerwohnung nicht klar ersichtlich (vgl. Beilage 5 des Rekurs- und Beschwerdeschreibens
vom 12.6.2015, S. 19, 21). Die Steuerrekurskommission zweifelt jedoch nicht daran, dass die
Tochter D._ im Steuerjahr 2012 in der Einliegerwohnung wohnte und über eine
gewisse Selbstständigkeit verfügte. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Tochter
einen selbstständigen Haushalt innerhalb des grosszügig konzipierten Wohnhauses der
Rekurrentin führte. Hierbei ist vorab fraglich, ob die Tochter D._ überhaupt eine
vollständig ausgestattete Wohnung hatte. Fraglich ist weiter, ob sie tatsächlich eine Wohnung
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mit einer klar von der Rekurrentin abgrenzbaren persönlichen Lebenssphäre hatte. Es ist
jedenfalls anzunehmen, dass bei einer Tochter, die im "elterlichen" Wohnhaus lebt, keine strikte
Trennung der Wohnverhältnisse vorlag. Dagegen spricht u.a. auch die Sauna in der
Einliegerwohnung. Bei der Annahme, dass es sich vorliegend um eine separate
Einliegerwohnung handelt und der Tochter D._ die Sauna nicht ausschliesslich zur
Nutzung zur Verfügung stand, hätten die Rekurrentin und der Sohn C._ für die
Benutzung der Sauna im Untergeschoss stets eine "fremde" Wohnung betreten müssen. Dies
ist mithin eher ungewöhnlich und ein Indiz dafür, dass keine strikte Trennung der
Wohnverhältnisse vorlag. Weiter ist anzunehmen, dass die Tochter Zugang zum gesamten
Wohnhaus der Rekurrentin, beispielsweise zur Familienküche hatte und auch dort mehrheitlich
die Mahlzeiten einnahm. Die Familienküche gilt in der Regel auch als der Ort, an dem sich die
Familie trifft. Überhaupt ist anzunehmen, dass die Tochter D._ von der hohen
Lebensqualität des "Elternhauses" profitierte. Hinzu kommt, dass selbst wenn die Tochter
beispielsweise die Besorgung der Wäsche selber vornahm, dies nicht als ungewöhnlich
anzusehen ist und nicht getrennte Wohnverhältnisse belegen würde. Dies wird von der
Vertreterin zu Recht auch nicht vorgebracht. Auch wird von ihr nicht vorgebracht, dass die
Waschkosten auf das Haupthaus und die Einliegerwohnung aufgeteilt und abgerechnet wurden.
Das Gleiche gilt für die restlichen Wohnkosten, wie Gebühren für Strom, Abwasser, Radio, TV
und Telefon, wo ebenfalls eine Aufteilung der Kosten fehlt. Schliesslich ist zweifelhaft, ob die
Tochter D._ für die Einliegerwohnung tatsächlich einen (nicht belegten) monatlichen
Mietzins (inkl. Nebenkosten) von insgesamt CHF 900.-- entrichtet hat (vgl. Berechnung des
Existenzminimums der Tochter D._ im Rekurs- und Beschwerdeschreiben vom
12.6.2015, S. 11). Dies umso mehr, als die Vertreterin selber davon ausgeht, dass die Tochter
unterstützungsbedürftig ist. Aus dem Gesagten folgt, dass die Vertreterin nicht nachzuweisen
vermag, es hätten bezüglich der Rekurrentin und ihrer Tochter im Steuerjahr 2012 zwei
selbstständig geführte Haushalte bestanden. Damit gelingt ihr auch der Nachweis nicht, dass
die ursprünglich gemachten Angaben in den Steuererklärungen pro 2012 hinsichtlich der
Haushaltsführung unzutreffend waren. In Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung steht für
die Steuerrekurskommission vielmehr fest, dass die Rekurrentin im Steuerjahr 2012 zusammen
mit ihren beiden Kindern einen gemeinsamen Haushalt führte. Da der Kinderabzug für die
Tochter D._ und somit für eines der Kinder der Rekurrentin nicht zulässig ist, entfallen
sowohl der Haushaltsabzug als auch die Kinder-Haushaltsabzüge.
4. Des Weiteren verlangt die Vertreterin für die Rekurrentin den Unterstützungsabzug für die Leistungen an die Tochter D._. Bei den Kantons- und Gemeindesteuern kann die
steuerpflichtige Person für Leistungen an unterstützungsbedürftige erwerbsunfähige Personen
CHF 4'600.-- abziehen, wenn sie mindestens in der Höhe des Abzugs an deren Unterhalt
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beiträgt (Art. 40 Abs. 5 StG 2011). Bei der direkten Bundessteuer können CHF 6'500.-- für jede
erwerbsunfähige oder beschränkt erwerbsfähige Person abgezogen werden, an deren Unterhalt
der Steuerpflichtige mindestens in der Höhe des Abzugs beiträgt. Der Unterstützungsabzug
kann nicht beansprucht werden für Kinder, für die der Kinderabzug gewährt wird (Art. 213
Abs. 1 Bst. b aDBG i.V.m. Art. 7 Bst. b VKP in der Fassung vom 22. September 2011 [AS 2011
4503]). Dieses Verhältnis zum Kinderabzug gilt in der Praxis auch bei den kantonalen Steuern
(Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., N. 59 zu Art. 40 StG). Der Unterstützungsabzug setzt
kumulativ die Unterstützungsbedürftigkeit und Erwerbsunfähigkeit (oder beschränkte
Erwerbsfähigkeit) der unterstützten Person voraus. Gemäss der vom Verwaltungsgericht
gestützten Praxis der Steuerverwaltung ist die Unterstützungsbedürftigkeit bei Alleinstehenden
dann gegeben, wenn sie ein Reinvermögen vor Sozialabzügen von weniger als CHF 50'000.--
und ein Reineinkommen vor Sozialabzügen von weniger als CHF 16'000.-- versteuern (VGE
22832/22833U vom 30.7.2007, in NStP 2007 S. 129 E. 2.1). Vorliegend ist bereits das Kriterium
der Unterstützungsbedürftigkeit der volljährigen erwerbstätigen Tochter D._ (für die
kein Kinderabzug gewährt wird [siehe E. 3 hiervor]) nicht erfüllt, da sie im Steuerjahr 2012 ein
Reineinkommen von CHF 17'157.-- (vgl. Steuererklärung pro 2012 der Tochter D._;
Steuerdossier, pag. 111) erzielte und somit den Grenzbetrag von CHF 16'000.-- überschritt. Da
die Voraussetzungen des Unterstützungsabzugs kumulativ vorliegen müssen und es bereits an
der Unterstützungsbedürftigkeit fehlt, ist dieser Abzug nicht zu gewähren.
5. Weiter macht die Vertreterin geltend, die Zöliakie-Pauschale unterliege nicht dem bei selbstgetragenen Krankheitskosten geltenden Selbstbehalt von fünf Prozent und sei
dementsprechend vollumfänglich zu berücksichtigen. Von den Einkünften können die
Krankheits- und Unfallkosten des Steuerpflichtigen und der von ihm unterhaltenen Personen
abgezogen werden, soweit der Steuerpflichtige die Kosten selber trägt und diese fünf Prozent
der um die Aufwendungen verminderten steuerbaren Einkünfte übersteigen (Art. 38a Bst. b
StG; Art. 33 Abs. 1 Bst. h DBG). Die steuerpflichtige Person kann nur die effektiv
nachgewiesenen Krankheitskosten abziehen. D.h., die Beweislast obliegt, da es sich um eine
steuermindernde Tatsache handelt, der steuerpflichtigen Person. Anstelle des Abzugs der
effektiven Kosten berücksichtigt die Steuerverwaltung (grundsätzlich) keine Pauschalabzüge für
bestimmte (chronische) Krankheiten, da die meisten Krankheiten in so unterschiedlicher Form
auftreten, dass sich Pauschalen nicht rechtfertigen. Eine Ausnahme wird jedoch bei Zöliakie
(Glutenintoleranz) gemacht (vgl. Leuch/Schlup Guignard in: a.a.O., N. 20 zu Art. 38a StG;
TaxInfo, Praxis der Steuerverwaltung des Kantons Bern zu den Krankheits- und Unfallkosten,
publiziert unter <http://www.taxinfo.sv.fin.be.ch/taxinfo>, Rubriken "Einkommens- und
Vermögenssteuern / Artikel 38a StG / Krankheits- und Unfallkosten / Ziff. 2.2 Nachweis der
Krankheitskosten ab Steuerjahr 2006"). Macht die steuerpflichtige Person die Zöliakie-
http://www.taxinfo.sv.fin.be.ch/taxinfo
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Pauschale geltend, kann sie sich darauf beschränken, das Vorliegen des Leidens sowie den
Schweregrad darzutun und zu belegen (i.d.R. durch ein Arztzeugnis), ohne dass sie ihre
Aufwendungen im Einzelnen darlegen und nachweisen muss. Nimmt die steuerpflichtige
Person die Zöliakie-Pauschale in Anspruch, gelten ihre Aufwendungen damit als abgedeckt.
Dieser Pauschalbetrag für die Krankheitskosten kann wie die effektiven Kosten nur insoweit
abgezogen werden, als dieser den im Gesetz vorgeschriebenen Selbstbehalt von fünf Prozent
übersteigt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Aufl.,
2013, N. 28 zu § 32 StG ZH). Die Steuerverwaltung hat somit zu Recht bei der Zöliakie-
Pauschale den Selbstbehalt von fünf Prozent berücksichtigt. Auch ist der Steuerverwaltung
zuzustimmen, dass das Vorbringen der Vertreterin, wonach es sich bei der Zöliakie nicht um
eine Krankheit handeln soll – mit der Folge, dass
keine Krankheitskosten zu gewähren wären – verfehlt ist, da Zöliakie als eine Krankheit gilt
(vgl. Ziff. 3.2.10 des Kreisschreibens Nr. 11 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV] vom
31. August 2005, nachfolgend KS Nr. 11, einsehbar unter <http://www.estv.admin.ch>,
Dokumentation "Direkte Bundessteuer / Kreisschreiben / 1-011-D-2005-d"). Der Vollständigkeit
halber ist darauf hinzuweisen, dass im Gegensatz zu den Krankheitskosten die
behinderungsbedingten Kosten gemäss Art. 33 Abs. 1 Bst. hbis DBG bzw. Art. 38 Abs. 1 Bst. i
StG vollumfänglich (ohne Selbstbehalt) von den Einkünften abgezogen werden können. Zöliakie
gilt jedoch explizit nicht als Behinderung, da die Beeinträchtigung einzig darin besteht, dass die
betroffene Person eine Diät einhalten muss (vgl. Ziff. 4.1 des KS Nr. 11). Ausserdem wird
vorliegend von der Vertreterin weder behauptet noch belegt, dass es sich um
behinderungsbedingte Kosten handelt, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
6. Entgegen der Ansicht der Vertreterin sind die Zinsen auf Sparkapitalien nicht zusätzlich zum pauschalen bzw. maximalen Abzug für Versicherungsprämien und Zinsen auf
Sparkapitalien (sog. Versicherungsabzug) abzuziehen. Dies, weil es sich in Übereinstimmung
mit der Steuerverwaltung beim Versicherungsabzug gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 2 StG
2011 bzw. Art. 212 Abs. 1 Strich 2 aDBG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 VKP in der Fassung
vom 4. März 1996 [AS 1996 1118]), um einen fixen bzw. einen maximalen Abzug handelt, der
die Zinsen für Sparkapitalien klar einschliesst. Daraus folgt, dass die vorliegende
Berücksichtigung des Versicherungsabzugs für die Rekurrentin als eine Alleinstehende mit
Pensionskasse bzw. Säule 3a (Steuerdossier, pag. 48, 49) in der Höhe von CHF 2'400.--
(Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. CHF 1'700.-- (direkte Bundessteuer) durch die
Steuerverwaltung nicht zu beanstanden ist. Zum jeweiligen Versicherungsabzug hat die
Steuerverwaltung sodann zu Recht den zusätzlichen Versicherungsabzug von CHF 700.-- für
den Sohn C._, für den der Kinderabzug zu berücksichtigen ist, hinzugerechnet (siehe
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E. 3.1 hiervor), ausmachend insgesamt CHF 3'100.-- (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw.
CHF 2'400.-- (direkte Bundessteuer).
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Steuerverwaltung im Einspracheentscheid pro 2012 die Kinderabzüge und die sich darauf abstützenden Folgeabzüge – mit Ausnahme des
zusätzlichen Ausbildungsabzugs für den Sohn C._ – sowie den Haushaltsabzug, den
Abzug für selbstgetragene Krankheitskosten und den Versicherungsabzug korrekt
berücksichtigt bzw. vorgenommen hat. Gegenüber dem Einspracheentscheid pro 2012 ist daher
einzig der Ausbildungsabzug in der Höhe von CHF 6'200.-- zusätzlich zu gewähren, weshalb
die Rekurse und Beschwerden teilweise gutzuheissen sind. Die Akten werden zur
Neufestsetzung des steuerbaren Einkommens im Sinne der Erwägungen an die
Steuerverwaltung zurückgewiesen.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Rekurrentin einen Anteil der gesamten Verfahrenskosten, einschliesslich eines Anteils allfälliger Auslagen für Gutachten oder andere
externe Kosten zu tragen (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2,
53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Da die Rekurrentin grösstenteils unterliegt bzw.
nur in unwesentlichem Umfang obsiegt, werden ihr Verfahrenskosten in der Höhe von CHF
800.-- zur Bezahlung auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
Weil die Rekurrentin im vorliegenden Verfahren vertreten ist und ihr notwendige Kosten
entstanden sind, wird ihr eine Parteikostenentschädigung zugesprochen (Art. 200 Abs. 4 StG
bzw. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Diese wird gemäss dem vorgesehenen
Rahmentarif (Art. 11 der Verordnung über die Bemessung des Parteikostenersatzes [PKV;
BSG 168.811]) und in Berücksichtigung des Anteils des Obsiegens festgelegt. Aufgrund des im
Vergleich zum gesamthaft Anbegehrten geringen Obsiegens (rund 13 %) wird vorliegend die
Parteikostenentschädigung auf pauschal CHF 400.-- (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt.