# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d72fc145-c659-4fb0-a420-fc62983d04d3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
ist seit
dem 1. Oktober 2001
als Mitarbeiterin
auf der Abteilung
Retourenverarbeitung
und
Preisauszeichnung
für die
Y._
-Verteilbetrieb
Z._
tätig. Das ursprüngliche Vollzeitpensum wurde per 1. September 2014
gesundheitsbedingt
auf ein 50%iges Pensum reduziert
(
U
rk.
13
/34/1-2,
Urk.
13/124/2
, Urk. 13/103/2
)
.
Sie leidet
insbesondere
an
einer Polymyositis (Erstdiagnose Januar 2013;
Urk.
13/38/2, Urk. 13/87/7), an
der Autoimmunerkrankung
Panarteriitis
nodos
a
mit Beteiligung von Haut, Gelenken und Muskulatur
(Erstdiagnose Anfang 2015,
Urk.
13/100/4
) und an einem
Fibro
myalgiesyndrom
(Erstdiagnose Februar 2017; Urk. 13/87/9
-10
, Urk. 13/93/2-3).
Am 13. Dezember 2013 hatte sich
die Versicherte
wegen
chronische
r
Muskelent
zündung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet
(Urk.
13/2)
.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
klärte die
medizinische
n
und erwerbliche
n
Verhältnisse ab
.
Nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
sprach
sie
der Versicherten mit Verfügung vom
23. November 2016
eine vom 1. September 2014 bis 30. Juni 2016 befristete halbe Rente zu
(
Urk. 13/76
).
Die dagegen am 9. Januar 2017 erhobene Beschwerde (
Urk.
13/80/3-13
) wies das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren Nr. IV.2017.00017 mit Urteil vom 1
6.
März 2018 ab
.
Das Gericht überwies die Sache ausserdem an die IV-Stelle zur Prüfung der Neuan
meldung vom Januar 2017
(
Urk.
1
3/89/12).
1.2
Nach
Prüfung der neu vorgelegten Beri
chte der behandelnden Ärzte des Spitals A._
(Urk. 13/93, 13/96/2-3)
kündigte die IV-Stelle
mit Vorbescheid vom 12.
Juni 2018 an, auf das neue Leistungsgesuch nicht einzu
treten (
Urk.
13/97).
Mit Schreiben vom 14.
Juni 2018 hob sie den Vorbescheid wieder auf, da die Frist zur Einreichung von Unterlagen noch
nicht abgelaufen war
(Urk.
13/101).
Nach Vorlage weiterer
Berichte des
Spitals A._
(Urk.
13/100
, Urk. 1
3
/109
)
und von
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
4.
sowie 18.
Juni 2018
(
Urk.
13/10
3
-104)
durch die Versicherte
nahm die IV-Stelle weitere Abklärungen
zum Leistungsanspruch
vor (
Urk.
13/107).
Mit neuem Vorbescheid vom
3.
Februar 2020 kündigte die IV-Stelle die
Zusprache
einer
Viertelsrente
ab dem
1.
April 2019 an (Urk. 13/131). Dagegen erhob die Versicherte am
2.
März 2020
Einwände (Urk. 13/134). Mit Verfügung vom 4. Juni 2020 sprach
die
IV-Stelle der Versicherten eine halbe Rente ab dem 1. April 2019 zu (Urk. 2).
Am
7. August 2020
erliess
die IV-Stelle eine neue Rentenverfügung, mit welcher sie die Höhe der halben Rente aufgrund einer Einkommensteilung (Splitting) für dieselbe Zeit
ab dem 1. April 2019 neu berechnete und festsetzte, wobei sie erklärte, dass dadurch die Verfügung vom 4. Juni 2020 ersetzt werde (Urk. 8/2).
2.
Gegen die
Verfügung vom 4. Juni 2020
hat
die Versicherte
in diesem Verfahren
mit Eingabe vom 6. Juli 2020
und
gegen die
Verfügung vom 7. August 2020
im Prozess Nr. IV.2020.00615 mit Eingabe vom 14. September 2020
Beschwerde
erhoben
und beantragt,
dies
e
seien
teilweise aufzuheben und die
Beschwerdegeg
nerin
sei zu verpflichten, ihr ab Juli 2017 eine halbe Invalidenrente zu gewähren (Urk. 1 S. 2
,
Urk.
8/1 S. 2). Mit Verfügung vom 22. September 2020 wurde der Prozess Nr. IV.2020.00615 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2020.00460 vereinigt und unter dieser Prozessnummer weitergeführt. Der Prozess Nr. IV.2020.00615 wurde als dadurch erledigt abgeschrieben (
Urk.
7 S. 3).
In
der Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2020
beantragte die
Beschwerdegegnerin
die
teilweise Gutheissung der Beschwerde mit Wiederaufleben des Ren
tenan
spruchs ab Juli 2018 (Urk.
12).
Die
Beschwerdeführerin
hielt in der Replik vom 3.
März 20
21 an ihrem Begehren fest (Urk. 19 S. 3 f.). Mit Eingabe vom 29.
März 2021 verzichtete die
Beschwerdegegnerin
auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
21), was der
Beschwerdeführerin
am
7.
April 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
24).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und
Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art. 28
Abs.
2 IVG
).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
1.4.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert
o
der aufgehoben
worden
und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
.3
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden gemäss
Art.
29
bis
IVV bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet.
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
nach der gerichtlich bestätigten Zusprechung einer bis Ende Juni 2016 befristeten halben Rente sei die Sache zur Prüfung der Neuanmeldung vom Januar 2017 überwiesen worden. Aus den eingereichten und neu eingeholten medizinischen Unterlagen gehe hervor, dass sich die gesundheitliche Situation seit April 2018 verschlechtert habe
. Ab diesem Zeitpunkt sei der
Beschwerde
führerin
eine leidensangepasste, körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten in einem Pensum von 50
%
zumutbar. Die ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin Abteilung Retouren und Preisauszeichnun
gen entspreche einer solchen Tätigkeit. Die Erwerbseinbusse und d
er
daraus resultierende Invaliditätsgrad betrage somit 50
%
, was unter Berücksichtigung der einjährigen Wartezeit den Anspruch auf eine halbe Rente
ab dem 1.
April 2019 begründe (
Urk.
2 S. 3 f.).
In der Beschwerdeantwort stellte sich die
Beschwerdegegnerin
in Abweichung dazu auf den Standpunkt,
der Rentenanspruch bestehe bereits ab Juli 201
8.
Denn die Verschlechterung ab zirka April 2018 sei innerhalb von drei Jahren nach Aufhebung der Rente am 3
0.
Juni 2016 eingetreten. Daher komme
Art.
29
bis
IVV zur Anwendung und es liege ein Wiederaufleben der bis Juni 2016 befristeten Rente vor. Damit würden bei der Ber
echnung der Wartezeit nach Art.
28 Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Wartezeiten angerechnet und die angefochtenen Verfügungen würden sich hinsichtlich der verfügten
Rentenzusprache
ab April 2019 als falsch erweisen. Es sei somit von
einem Wiederaufleben des Renten
anspruchs (drei Monate nach der Verschlechterung ab April 2018) ab Juli 2018 auszugehen
(
Urk.
12)
.
2.2
Die
Beschwerdeführerin
bringt dazu vor
,
die Beschwerde richte sich einzig gegen den Zeitpunkt des Rentenbeginns. Sowohl die Höhe der Invalidenrente als auch die zugrundeliegenden medizinischen Beurteilungen würden vollumfänglich akzeptiert und daher nicht angefochten. Die
Beschwerdegegnerin
anerkenne nunmehr korrekterweise auch das bereits im Einwand Vorgebrachte, und zwar, dass hier gemäss Art. 29
bis
IVV von einem Wiederaufleben der Rente auszugehen
sei und das Wartejahr nach Art.
28
Abs.
1
lit
. b IV
G
nicht noch einmal erfüllt werden müsse
.
Denn
sie leide an einer schubweise verlaufenden Krankheit und es gehe um das Wie
deraufleben
der gleichen Gesundheitsprobleme. Damals - bei Zusprechung der bis Juni 2016 befristeten Rente - wie heute seien die Folgen der Panarteriitis
nodosa
verantwortlich für die Arbeitsunfähigkeit
.
Auch wenn zwischenzeitlich noch weitere Diagnosen bestehen würden, so schränke noch immer die Grunderkrankung die Arbeitsfähigkeit ein. Die dreijährige Frist nach Art. 29
bis
IVV zur Neuanmeldung sei zweifelsohne ebenfalls eingehalten.
Es sei
nach der Beurteilung von
PD
Dr.
C._
vom
8.
April 2016, der eine Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auf 80
%
attestiert habe, zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes respektive der seit Jahren bestehen
den Muskelentzündungen gekommen
. A
ufgrund
dessen
habe
die
Beschwerdegeg
nerin
zwischenzeitlich die dauerhafte 50%ige Arbeitsunfähigkeit akzeptiert. B
ereits den im vorausgehenden Gerichtsverfahren Nr. IV.2017.00017 eingereich
ten Berichten des
Spitals A._
vom
7. November 2016 (Urk. 13/80/24-34), vom
8.
sowie 1. (richtig: 11.) Februar 2017 (Urk. 13/87/7-22)
seien Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit ab Februar
2017 zu entnehmen.
Die im Bericht von
PD
Dr.
C._ vom Spital A._
vom
8.
April 2016 beschriebenen guten Ergebnisse mit der
Endoxan
-Therapie und die attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, auf welche
n
die damalige Annahme einer Beschwerdebesserung per April 2016 und Rentenbefristung basiert
hätten
, seien bereits vier Monate nach diesem Bericht verschwunden gewesen
; es hätten sich
bereits im August 2016 wieder
zunehmende
epifasziale
entzündliche Veränderungen i
m
Ober- und Unter
schenkel gezeigt. Die ersten Zeichen des Versagens der
Endoxan
-Therapie hätten sich im Befund der
MR-Angiographie im August 2016 gezeigt und würden mit ihrem subjektiven Empfinden respektive ihren Angaben der deutlichen Zunahmen der Schmerzen an Beinen, Armen und Schultern bereits zwei Monate vor dem
Eintritt ins
Spital A._
am 3
1.
Oktober 2016
übereinstimmen.
Der Umstand, dass sie bereits im Oktober 2016
wegen hohem Leidensdruck und bei Versagen der anderen Therapie-Massnahmen, also auch der
Endoxan
-Therapie,
wieder habe hospitalisiert werden müssen, zeige die
erneute Verschlechterung des Gesundheitszustandes
zwischen August und Oktober 201
6.
Spätestens bei Eintritt ins
Spital A._
am 3
1.
Oktober 2016, vermutlich aber schon im August 2016, habe die optimistisch beurteilte Arbeitsfähigkeit
von 80
%
nicht mehr bestanden. Die im
Oktober 2016 begonnene
Privigen
-Therapie
habe kaum Effekt
gezeigt, wie dem Austrittsbericht des
Spitals A._
vom 2
0.
April 2018 (Urk.
13/93/1-8
) entnommen werden könne.
Im Februar 2017 sei sie dann bereits wieder zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen, nachdem sie
sich zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 mindestens zwei Mal in stationärer Behandlung im
Spital A._
befunden habe.
Bei Eintreten der
Beschwerdegegnerin
per Januar 2017 auf ihr Revisionsgesuch habe sich der Gesundheitszustand bereits verschlechtert gehabt. Die Invalidenrente sei daher sechs Monate nach der Neuanmeldung im Januar 2017 ab Juli 2017 auszurichten
(
Urk.
1 S. 3 ff.,
Urk. 8/1 S. 3 ff.,
U
rk. 19
).
2.3
2.3.1
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hat
te
im
Urteil
IV.2017.00017 vom 1
6.
März 2018
die Zusprechung einer von September 2014 bis Juni 2016 befristeten halben Rente bestätigt und
damit
die Aufhebung der zugesprochenen Rente per
1.
Juli 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 38
%
(
Urk.
13/89/12) zufolge einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ab April 2016 festgestellt (
Urk.
13/89/9).
Dabei
hatte
sich das Gericht insbesondere auf den Bericht von
PD
Dr. med.
B.
C._
, Oberärztin der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
,
vom 8. April 2016
ge
s
tützt
, wonach
aufgrund der Diagnosen einer Polymyositis und einer Panarteriitis
nodosa
mit Beteiligung von Haut, Gelenken und Muskulatur
eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit (als Mitarbeiterin
Retourenverarbeitung
und Preisauszeichnung
, Urk. 13/124/2)
und eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeit ohne kauernde oder kniende Positionen, ohne repetitiv manuelle Arbeiten, ohne Überkopfarbeiten und ohne das Tragen oder Heben von mittelschweren bis schweren Lasten attestiert worden war (
Urk.
13/60/4).
Die Sache wurde
sodann
an die
Beschwerdegegnerin
zur Prüfung der Neuanmeldung vom Januar 2017 überwiesen
, da sich aus dem
neu
eingereichten
Austrittsbericht der Rheumatologie des
Spitals A._
vom 7. November 2016 (Urk.
13/80/24-34)
Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
(mit ersten Anzeichen im August 2016)
ergeben hatten
(
Urk. 13/89/8,
Urk.
13/89/12
; vgl. dazu E. 3.1 hernach
).
D
ie Beschwerdegegnerin
trat
nach der Überweisung der Sache
auf die Neuanmeldung
vom
9.
Januar 2017 (
Urk.
13/80/3-13, Urk. 13/89/12)
ein
und sprach der
Beschwerdeführerin
nunmehr
ab dem
1.
April 2019
wiederum eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50
%
zu (Urk.
2,
Urk.
8
/2).
2.3.2
Die
Beschwerdegegnerin
stellte damit unstrittig fest,
dass
ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG
eingetreten
ist
und
sich der mit
Urteil
vom 16. März 2018
per
1.
Juli 2016
festgelegte Invaliditätsgrad von
38
%
in der Zeit
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
en
vom
4.
Juni und
7.
August 2020 (
Urk.
2, Urk. 8/2)
in leistungsbegründendem Ausmass
auf 50
%
erhöht hat
(
Urk.
2 S. 3)
.
Einigkeit besteht nunmehr zu Recht auch darin
, dass
Art.
29
bis
IVV zur Anwen
dung kommt
(Urk. 1 S. 4,
Urk.
12 S. 2, Urk. 19 S. 1). B
ei der Berechnung d
er Wartezeit nach
Art.
28 Abs.
1
lit
.
b IVG
sind danach
früher zurückgelegte Zeiten
anzurechnen
, da der Invaliditätsgrad innerhalb von drei Jahren nach der Renten
aufhebung per Ende Juni 2016 wegen einer auf dasselbe Leiden
- hier der Polymyositis und Panarteriitis
nodosa
-
zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit ein erneut rentenbegründendes Ausmass erreicht hat.
Die
Beschwerdegegnerin
anerkennt
mittlerweile dementsprechend,
dass
der Rentenbeginn
-
nicht wie noch in den angefochtenen Verfügung
en
angenommen
-
erst auf den 1.
April 2019
(Urk. 2
, Urk.
8
/2
)
, sondern
auf den
1.
Juli 2018 (Urk. 12
S. 2, Urk. 19
) festzusetzen
sei
.
Dabei
geht sie weiterhin von einer Verschlech
terung
des Gesundheitszustandes
ab April 2018
aus
(U
rk.
12).
2.
3
.3
Strittig und zu prüfen
ist
allein, ob
d
ie
Beschwerdegegnerin
zu Recht von einer anspruchserheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab April 2018 ausging
und der Beginn der zugesprochenen halben Rente daher auf den 1. Juli 2018 festzusetzen sei.
D
er
frühe
st
mögliche Rentenbeginn
ist hier
aufgrund der Neuanmeldung vom 9. Januar 2017 (Urk. 13/80/3-13, Urk. 13/89/12)
in jedem Fall
der 1.
Juli 2017 (vgl. Art. 29
Abs.
3 IVG)
,
da auch im Zusammenhang mit einer Neuanmeldung im Rahmen von
Art.
29
bis
IVV die Karenzfrist von
Art.
29
Abs.
1 IVG zu beachten ist (BGE 142 V 547).
3.
3.1
3.1.1
Vergleichsgrundlage zur Beurteilung der Frage, ab wann nach der Einstellung der Rente per Juni 2016 eine anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes eingetreten ist, bildet der
Bericht von PD Dr.
C._
von der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
vom 8. April 2016
(
Urk.
13/60)
, gestützt auf welchen
- wie hiervor ausgeführt (E. 2.3.1) -
die Rentenbefristung per Ende Juni 2016 bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensang
epassten Tätigkeit erfolgt war. Diesem
ist zu entnehmen, der Gesundheitszustand
bei diagnostizierter Polymyo
sitis und Panarteriitis
nodosa
habe sich gebessert, es bestehe jedoch noch keine
Restitutio
ad
integrum
. Der individuelle Verlauf der chronischen Autoimmun
erkrankung, welche bei der
Beschwerdeführerin
die Gefässe, die Haut, die Gelenke und die Muskulatur betreffe, sei nicht
vorherseh
bar und
hänge massgeblich vom Ansprechen auf die immunsuppressive Therapie ab.
Der bisherige Behandlungs
verlauf habe sich sehr schwierig gestaltet. Ob die guten Ergebnisse nach der
Endoxan
-Therapie unter der Immunsuppression mit
Methotrexat
aufrechter
hal
ten werden könnten, werde sich in den näch
sten sechs Monaten zeigen (Urk.
13/60/4).
Betreffend Befund/Einschränkungen und letzte Kontrolle verwies PD
Dr.
C._
im Bericht vom 8. April 2016 auf den
Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
vom 1
0.
März 2016
(Urk. 13/60/3-4). Darin
war aufgeführt worden,
nach den sechs Zyklen
Endoxan
habe die Beschwerdeführerin eine Beschwerdereduk
tion um 50 % beschrieben. Insbesondere die Myalgien hätten sich
von 8-9 auf
5-6
auf der visuellen Analogskala (VAS)
reduziert. Das Integument habe sich aktuell komplett
bland
gezeigt. Der Gelenkstatus sei ebenfalls ohne
Synovitiden
gewesen. Auch
sonographisch
hätten sich keine intraartikulären Gelenksergüsse gefunden. Magnetresonanz-(MR-)tomographisch seien aktuelle keine Myositiden im Berei
ch der Unter- oder Oberschenkel
muskulatur nachweisbar. Auch die zuvor ausge
prägte
Fasziitis
sei aktuell nicht vorhanden.
Somit liege gesamthaft ein gutes Ansprechen auf die sechsmalige Therapie mit
Endoxan
vor. Im Sinne einer Remissionserhaltung sei erneut mit
Methotrexat
20 mg
p.o
. begonnen worden (
Urk.
13/60/8).
3.1.2
Aus d
em
im damaligen
Beschwerdeverfahren Nr. IV.2017.00017 neu eingereich
ten Austrittsbericht der Rheumatologie des
Spitals A._
vom 7. November 2016 (Urk. 13/80/24-34)
geht hervor
,
dass
die Beschwerdeführerin vom 31. Oktober bis 4. November 2016 erneut für einen Therapiezyklus mit
Privigen
bei Versagen alternativer Therapiebemühungen und hohem Leidensdruck hospitalisiert werden
musste
(Urk. 13/80/24, Urk. 13/80/27), nachdem sich bei einer bildgebenden Untersuchung beider Ober- und Unterschenkel unter intravenösem Einsatz von Kontrastmittel im August 2016 zunehmende
epifasziale
entzündliche Verände
rungen entlang des
Musculus
tibialis
anterior
und des
Musculus
extensor
digito
rum
longus
sowie leicht
regrediente
intramuskuläre
myositische
Veränderungen gezeigt hätten (Urk. 13/80/25)
. Ausserdem seien
zwei Monate vor der Berichter
stattung neue Schmerzen im Bereich des Schultergürtels bis zum mittleren Rücken sowie wandernde Schmerzen beidseits im Bereich der Ober- und Unter
armmuskulatur aufgetreten.
Die Schmerzen seien täglich vorhanden mit verschiedener Intensität zwischen
(VAS)
6/10 und 10/1
0.
Weiter
habe
die Beschwerdeführerin über Oberschenkelschmerzen ventral und Wadenschmerzen
berichtet
, welche schon seit drei Jahren konstant vorhanden seien. Die verschie
denen durchgeführten Therapien (
Azathioprin
,
CellCept
,
Endoxan
) hätten zu
wenig Linderung gebracht. Sehr erfolgreich sei die
Privigen
-Therapie zwischen Mai und August 2014 gewesen. Damals habe die Beschwerdeführerin eine Beschwerdefreiheit bis im Januar 2015 erlebt
(Urk. 13/80/30-31).
Aus dem
ebenfalls im damaligen Beschwerdeverfahren Nr. IV.2017.00017 neu eingereichten Austrittsbericht der
Klinik für
Rheumatologie des
Spitals A._
vom 11. Februar 2017 (Urk. 13/87/7-16)
geht
ferner hervor
, dass vom 5. bis am 9. Dezember 2016 sowie vom 9. Januar bis am 13. Januar und vom 6. Februar bis am 10. Februar 2017 drei weitere Behandlungszyklen mit
Privigen
im statio
nären Setting erfolgt waren (Urk. 13/87/9).
Zudem wurden in dieser Zeit neu die
Diagnosen einer Fibromyalgie
mit Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedan
kenkreisen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Depression, Nervosität, trockener Mund, Atemnot, blaue Flecken, Haarausfall
(Erstdiagnose Februar 2017)
,
und eines myofaszialen Schmerzsyndroms lumbal und am Beckengürtel (Erstdiagnose Dezember 20
16, aktuell Februar 2017 gut regredient) sowie einer iatrogene Nebennierenrinden-Insuffizienz (Erstdiagnose Januar 2017) gestellt (Urk. 13/87/9).
Nach dem letzten
Privigen
-Zyklus im Januar 2017 habe die Beschwerdeführerin über keine klare Beschwerdebesserung berichtet. Insbesondere hätten sich unverändert bekannte Schmerzen in den Ober- und Unterschen
keln rechtsbetont gezeigt.
Neu sei es zu belastungsabhängigen Schmerzen an den Unterarmen linksbetont bei möglicher
Epicondylopathie
gekommen (
Urk.
13/87/10).
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
vom 2
8.
August 2017
(Urk. 13/100/4-8)
wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin
werde
im rheuma
tologischen Ambulatorium regelmässig behandelt
. Im
Juni 2017
habe sie sich
notfallmässig im Ambulatorium
mit Arthri
ti
den der
Articulationes
meta
carpophalan
geae
-(MCP-) und der proximalen
Interphalangeal
-(PIP-)Gelenke beidseits vorgestellt.
Diesbezüglich hätten sich im klinischen Befund ausgeprägte
Synovitiden
gezeigt. Die Beschwerdeführerin
habe über eine deutliche Verschlechterung der Schmerzen und Schwellungen im Bereiche der Hände und Füsse seit zwei Wochen berichtet, die Schmerzen seien nicht mehr erträglich. Betreffend die Muskulatur gehe es ihr etwas besser, jedoch sei die Schwäche nach wie vor vorhanden. Nach 15 Minuten
s
pazieren habe sie Schmerzen. Der ganz
e Körper sei zudem
druckdolent
. Init
i
al sei eine orale Steroidtherapie mit 20 mg Prednison begonnen und am 1
1.
August 2017
sei die Therapie mit
Ac
temra
gestartet worden. Darunter
hätten
sich laborchemisch eine Normalisierung der Entzündungswerte und am 24. August 2017 klinisch eine vollständige
Regredienz
der objektivierbaren
Synovitiden
gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe allerdings weiterhin über ausgeprägte Schmerzen vor allem der MCP IV und V sowie PIP IV links berichtet, so dass davon ausgegangen werde, dass die verbliebene Schmerzsymptomatik eher im Rahmen der ebenfalls bekannten und sehr ausge
prägten Fibromyalgie zu interpretieren sei. Die Wirkung von
Actemra
werde nach drei Monaten evaluiert. Die Muskulatur und die Haut würden sich aktuell stabil zeigen
. Aus rheumatologischer Sicht habe während des Schubes der Polyarthritis eine Arbeitsunfähigkeit für mittelschwere und schwere Tätigkeiten bestanden, inklusive der Tätigkeit als Lageristin. Ein entsprechendes Arbeitsunfähigkeits
zeugnis habe die Beschwerdeführerin aufgrund der Angst eines Stellenverlustes aber wiederholt abgelehnt
(
Urk.
13/100/7
-8
).
Laut dem Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
vom 2
0.
Februar 2018
führte die
ab August 2017
neu etablierte
Therapie mittels
Actemra
anamnestisch und klinisch zu keiner deutlichen Besserung der Beschwerden. Weiterhin lasse sich eine Arthritis an der Hand links objektivieren, wobei vor allem eine Weichteilschwellung imponiere. Die beklagten
muskuloskelettalen
Beschwerden, insbe
sondere im Bereiche der Knie
,
würden aktuell eher belastungsabhängig und degenerativ anmuten.
Betreffend der ebenfalls im Rahmen der Panarteriitis
nodos
a
beteiligten Hautmanifestationen finde sich aktuell lediglich eine unklare Pappel
suprascapulär
rechts, welche nicht eindeutig entzündlich anmute. Daher werde beobachtet und zugewartet und die bisherige Therapie mittels
Actemra
nicht weitergeführt um abzuwarten, ob sich die Arthritis unter der sistierten Therapie verschlechtere. Weiterhin leide die Beschwerdeführerin
zudem
an einer Fibromyalgie (
Urk.
13/100/2-3).
Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
vom 2
0.
April 2018
(
Urk.
13/93/1-8)
wurde die Beschwerdeführerin vom 1
6.
bis 2
0.
April 2018 erneut stationär behandelt.
Sie habe bei Eintritt über Schmerzen im ganzen Körper im Rahmen der Fibromyalgie berichtet. Neu und unabhängig davon habe sie über Schmerzen in den oberen Sprunggelenken, in den Knie und Unterschen
keln
,
bestehend seit zirka Juni 2017
,
geklagt. Insgesamt habe die Beschwerdefüh
rerin wechselnde Gelenksschmerzen, welche nach Wochen von selbst abheilen und anderenorts auftreten würden (
Urk.
13/93/7).
Die stationäre Zuweisung aus dem rheumatologischen Ambulatorium sei zur medikamentösen Einstellung bei ungenügender Krankheitskontrolle unter
Actemra
,
Methotrexat
und peroral
Glukokortikoiden
erfolgt. Anamn
estisch werde aktuell vordergründig über Schmerzen mit auch Schwellung im Bereich der linken Hand/Unterarm, Schmerzen der Unterschenkel bis zu den Sprunggelenken beidseits wie auch Rücken
schmerzen berichtet. Die Handbeschwerden bestünden seit zirka Juni 2017 und seien plötzlich aufgetreten, wobei hierbei bei Nachweis von
Synovitiden
auch diverse Fingergelenke infiltriert worden seien mit nur geringem Effekt für vielleicht eine Woche. Die Unterschenkelschmerzen würden undulierend seit Jahren bestehen, vermehrt jedoch seit rund einem Monat.
Von
Actemra
habe die Beschwerdeführerin nicht wesentlich profitiert, jedoch hätten subjektiv seit dem Stopp die Beschwerden zugenommen. Weiterhin komme es zudem zu den bekannten, schmerzhaften subkutanen Knoten mit leichter Rötung, diese würden jeweils zwei bis drei Wochen bestehen und könnten an unterschiedlichen Stellen auftreten.
In der Zusammenschau mit der Anamnese, den klinischen und appa
rativen Befunden bestehe aktuell eine Krankheitsaktivität
sowohl
kutan (Knoten),
artikulär
(Arthritis, Tendovaginitis) als auch muskulär (fokale Myositis).
Eine
Wirbelkörperfraktur an Brust- und Lendenwirbelsäule habe bei nächtlichen lumbalen Rückenschmerzen paravertebral beidseits ausgeschlossen werden können
. Trotz deutlicher Krankheitsaktivität seit mehreren Monaten, aktuell
exazerbiert
, arbeite die Beschwerdeführerin weiterhin als Lageristin. Diese Tätig
keit beinhalte eine starke Muskel- und Gelenksbelastung, was zu vermehrten Beschwerden führe. Aufgrund der aktuellen Aktivität der Grunderkrankung bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bezüglich des weiteren Verlaufs und Arbeitsfähigkeit müsse der weitere Verlauf bei geplantem Therapiewechsel abge
wartet werden. Das Urteil des Sozialversicherungsgerichts
(IV.2017.00017)
vom 1
6.
März 2018 sei aus ihrer Sicht
aktuell
zu hinterfragen (
Urk.
13/93/3-5
, Urk. 13/93/7
)
.
Der Psychiater
B._
, bei welchem die Beschwerdeführerin seit dem 30. Januar 2017 in Behandlung stand, führte
in den
Bericht
en
vom 1
4.
und 18.
Juni 2018
(
Urk.
13/103-104
)
zudem aus,
die Beschwerdeführerin habe sich zunehmend seit Beginn ihrer Muskelerkrankung im Jahr 2012 auch psychisch schwer belastet gefühlt. Die Beschwerdeführerin sei im Jahr 2017 in der Regel einmal pro Monat zur Psychotherapie gekommen. Im Jahr 2018 habe sie erst zwei Termine wahrgenommen. Da sie so schwer erkrankt sei und ihr die medikamen
tösen Therapien im
Spital A._
nicht geholfen hätten, habe sie noch eine Bioreso
nanztherapie ausprobiert, was ihr zwischen Januar und April 2018 einige Erleich
terung gebracht habe, sie jedoch nicht mehr habe finanzieren können. Nach dem Termin am 1
2.
April 2018 sei sie wieder so schwer erkrankt, dass sie vom 1
6.
bis 2
0.
April 2018 zur Abklärung und Behandlung im
Spital A._
habe interniert werden müssen und anschliessend noch zwei Wochen krankgeschrieben worden sei, bis die enormen Anschwellungen an den Gliedern sich soweit zurückgebildet hätten, dass sie wieder auf den Füssen habe stehen und ihre Finger wieder einigermassen habe biegen können.
Seit mindestens
A
nfang 2017 hätten sich die folgenden psychischen und psychosomatischen Symptome gezeigt: Schlafstörun
gen, deprimierte Stimmung, negatives Gedankenkreisen, Konzentrationsstörun
gen, Erschöpfungszustände, schwer auszuhaltende andauernde Schmerzen in Armen, Händen und Beinen sowie oft auch im Rücken und Kopf
, wobei der Schwerpunkt der Schmerzen örtlich immer wieder wechsle. In letzter
Zeit seien auch Hautaus
schläge und Anschwellungen der Hände, Arme, Füsse, Beine sowie ein
Restless
-
Legs
-Syndrom (RLS) und «Einschlafen der Glieder», was sie lange nicht einschlafen lasse, sowie grosse Ängste über den Verlust ihrer körperlichen Funktionen dazugekommen. Seit April 2018 hätten die schweren Symptome die Beschwerdeführerin so sehr überrollt, dass sie sich erneut in einem verzweifelten psychischen Zustand befinde und unter schweren Ängsten leide. Sie sei auch sehr
übermüdet, da sie wegen der Schmerzen, dem RLS und dem Einschlafen des Armes mehrere Stunden nach dem Schlafengehen nicht einschlafen könne und um fünf Uhr wegen ihrer Arbeit als
Logistikerin
wieder aufstehen müsse. Aufgrund
des
Tagesablaufs und der
drastischen Zunahme der psychosomatischen Symptomatik sei von einer Überforderung auch
mit den derzeit geleisteten 4,5
Stunden Arbeit pro Tag (50
%
Pensum) auszugehen. Eine Erhöhung des Arbeitspensums über 50
%
sei unzumutbar und eine weitere substantielle Reduk
tion der Arbeitsbelastung dringend angezeigt. Anderenfalls drohe ein Zusammen
bruch (
Urk.
13/103). Als Diagnosen seien die folgenden zu stellen: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), nichtorganische Schlafstörung
(ICD-10 F51.0)
und damit in Zusammen
hang
Syndrom der unruhigen Beine (RLS; ICD-10 G25.81).
Beim depressiven Leiden
handle
es
sich um eine reaktive Depression, welche durch die jahrelangen Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Lebensqualität durch ihre soma
tische Krankheit bedingt sei (
Urk.
13/104).
Gemäss dem Bericht der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 12.
Oktober 2018
erfolgten über mehrere Jahre die Durchführung verschiedener immunsuppressiver Therapie
n
mit mehrfach unzureichendem Ansprechen und persistierender Krankheitsaktivität. Auch im Jahr 2018 sei es bereits zweifach zu erneuter Krankheitsaktivität gekommen. Im Rahmen der schweren Erkrankung mit rezidivierend auftretender Myositis, Arthritis und schmerzhaften
subcutanen
Nodoli
sei die Beschwerdeführerin mehr
fach zu 100
%
, die meiste Zeit jedoch zu 50
%
arbeitsunfähig.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die Panarteriitis
nodosa
mit Beteili
gung von Haut, Gelenken und Muskulatur, das
Fibromyalgiesyndrom
und das
myofasziale
Schmerzsyndrom lumbal und am Beckengürtel zu nennen.
Aktuell bestehe eine erneute unkontrollierte Krankheitsaktivität mit erneut magnetreso
nanzgraphisch nachgewiesener Myositis im Bereich der
Glutealmuskulatur
und Bauchwandmuskulatur, klinisch erneuten
Synovitiden
und subkutanen lividen
Nod
o
li
unter der seit dem Frühling 2018 durchgeführten immunsuppressiven Therapie mit
Humira
,
Methotrexat
und Prednison.
Derzeit sei ein erneuter Therapiezyklus mit
Endoxan
i.v.
und einem erneuten
Kortisonstoss
geplant.
Bei der aktuell ausgeführten Arbeitstätigkeit als Lageristin, welche in einem Pensum
von 50
%
(vier Stunden pro Tag) ausgeübt werde, handle es sich - soweit bekannt - um eine repetitive,
in stehender
Position durchzuführende und nicht wechsel
belastende Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin habe sich trotz schwerem Krank
heitsverlauf und fast durchgehend bestehender Aktivität der Grund
erkrankung stet
s
arbeitswillig gezeigt.
Die bisherige Tätigkeit sei für zirka zwei Stunden pro Tag zumutbar. Die Progno
se sei bei erneut instabilem Krankheitsverlauf schwierig abschätzbar, da bereits multiple Therapien mit nur teilweisem Ansprechen oder Therapieversagen im Verlauf durchgeführt worden seien.
D
ie Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit (sitzend, stehend, laufend)
,
ohne das Heben von schweren Lasten
,
werde zum jetzigen Zeitpunkt
auf 50
%
geschätzt.
Es seien vier Stunden pro Tag zumutbar. Die Einschränkung bestehe aufgrund der Myositis der Beine, rezidiviere
nder
Synovitiden
und
Tenosynovitiden
der Hände bei je schmerzbedingt fehlender Möglichkeit
stärkerer
Belastung
(Urk.
13/112
).
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellt
e
gemäss dem Bericht vom
9.
Oktober 2019
in Bezug auf den psychischen Gesund
heitszustand ebenfalls die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). Zu Beginn der ambulanten psychiatrischen Behandlung bei ihr ab dem
2
8.
August 2019 habe die mittelgradig ausgeprägte depressive Symptomatik im Vordergrund des psychischen Zustand
s
bildes
gestanden. Die
Beschwerdeführerin sei sowohl wegen psychischen, als auch wegen körperlichen Beschwerden mit Sicherheit zu
50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
13/120/1).
3.
2
3.2.1
Aus dem Verlauf
dieser
Berichte zeigt sich, dass die Besserung
der Beschwerde
bilder
der
Polymyositis und der Panarteriitis
nodosa
, welche zur Attestierung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geführt hatten (
Urk.
13/60/4), auf
einen
nur
kurzzeitigen Erfolg des Therapiezyklus mit
Endoxan
zurückzuführen war. PD
Dr.
C._
hatte im Bericht vom
8.
April 2016
denn auch erklärt, dass
der weitere Verlauf
massgeblich vom Ansprechen auf die immunsuppressive Therapie
abhänge
,
und
es
sich erst in den nächsten sechs Monaten zeigen werde, ob der Erfolg anhalte
(
Urk.
13/60/4).
Der weitere Verlauf zeigte dagegen schon bald, dass der erreichte Therapieerfolg nicht von Dauer
war
. Spätestens mit dem Beginn des neuen Therapiezyklus mit
Privigen
und den hierzu nötigen
Hospitalisatione
n
ab dem 31. Oktober 2016 (Urk.
13/
8
0/24-28
, Urk. 13/87/9
) ist belegt, dass
der im April 2016 dokumentierte Therapieerfolg nicht mehr bestand.
Auch
mit der
Behandlung mit
Privigen
bis am 1
0.
Februar 2017
(Urk. 13/87/
7-12
)
wurde gem
äss dem Bericht des
Spitals A._
vom 11.
Februar 2017 keine klare Beschwerdebesserung erreicht (
Urk.
13/87/10).
Da somit weder mit dem bis am 1
0.
Februar 2017 durchgeführten Therapiezyklus mit
Privigen
(Urk. 13/87/9)
noch mit einer anderen Therapie eine erhebliche und längere Beschwerdebesserung erreicht wurde, ist nicht davon auszugehen, dass der im April 2016 dokumentierte Therapieerfolg mit attestierter 80%iger Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (
Urk.
13/60/4) länger als bis Ende Oktober 2016 bestanden hatte.
3.2.2
Dies ist auch daher anzunehmen, da es
ab Januar 2017 zu zusätzlichen Gesund
heitsbeeinträchtigungen
gekommen war
.
Insbesondere
trat
gemäss den Berichten
des behandelnden Psychiaters
B._
vom
1
4.
und 18.
Juni 2018
eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
mit
rezidivierender
depressiver
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
hinzu (Urk.
13/103-104
)
und
d
ie Ärzte des
Spitals A._
stellten aus somatischer Sicht
im Februar 2017 zusätzlich die Diagnose einer Fibromyalgie
mit Konzentrations
störungen sowie weitere
n
Symptomen wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Gedankenkreisen, Schlafstörung, Depression, Nervosität (Urk. 13/87/9
)
.
In der Zeit des hier möglichen Rentenbeginns ab
1.
Juli 2017 war zudem sogar ein akuter Krankheitsschub in Gang, welche
r
zu einer notfallmässigen Behand
lung führte.
So ist e
in
e zusätzliche, akute
Verschlechterung
bezüglich der
Panarteriitis
nodosa
mit dem Bericht des
Spitals A._
vom 28. August 2017 von
Juni 2017
bis am 24. August 2017
dokumentiert, welche
wegen Poly
a
rthritiden an den Fingergelenken beidseits
und dem
Verdacht auf eine
Tenosynovitis
der
Exten
sorensehnen
an der rechten Hand
zu einer Notfallbehandlung
(Urk. 13/100/4, Urk. 13/100/7)
mit Arbeitsunfähigkeit
in mittelschweren und schweren Tätigkeiten
(Urk.
13/100/8)
führte
. Auch nach der Normalisierung der Entzün
dungs
werte und
Regredienz
der objektivierbaren
Synovitiden
unter
der am 11. August 2017
begonnen
en
Therapie mit
Ac
temra
persistierten ausgeprägte Schmerzen vor allem an den linken Fingergelenken, welche im Rahmen der sehr ausgeprägten Fibromyalgie interpretiert wurden (Urk. 7/100/7).
Wie sich im weiteren Verlauf
indes
zeigte, war der Therapieerfolg auch mit
Actemra
nur von kurzer Dauer. So wurde im B
ericht des
Spitals A._
vom 2
0.
Februar 2018
erklärt
, dass
keine deutliche Besserung unter
Actemra
seit August 2017 habe erreicht werden können
und die Therapie abgesetzt
worden sei
. Ausserdem wurde eine Arthritis an der linken Hand objektiviert
(
Urk.
13/100/2
-3
).
Auch aus dem Bericht des
Spitals A._
vom 2
0.
April 2018 geht hervor, dass die
B
eschwerden
(neu auch Schmerzen in den oberen Sprunggelenken, in den Knie und Unterschenkeln)
seit zirka Juni 2017 bestanden, Infiltrationen nur einen geringen und kurzen Effekt hatten und die
Beschwerde
führerin
von
Actemra
nicht wesentlich profitieren konnte.
Ausserdem
wurde
festgehalten, dass die
Krankheitsaktivität
seit mehreren Monaten, aktuell
exazer
biert
,
bestehe
(Urk.
13/93/3-5
, Urk. 13/93/7
).
Somit konnte
auch
ab der akuten Verschlechterung im Juni 2017 bis zur erneuten
Hospitalisation
im April 2018
wiederum
kaum eine relevante Beschwerde
besse
rung festgestellt werden.
3.2.3
Damit ist
erwiesen, dass das Krankheitsgeschehen der Panarteriitis
nodosa
spätestens seit Oktober 2016
wieder
erheblich
aktiv war und sich
auch danach
keine Besserung mehr auf dem Niveau von April 2016 einstellte
. Im Gegenteil trat ab Januar 2017 eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
hinzu
, die sich
ab April 2018 weiter verstärkte (
«seit April 2018 überrollten die schweren Symptome» die
Beschwerdeführerin
«jedoch so sehr, dass sie sich erneut in einem verzweifelten psychischen Zustand befindet und unter schweren Ängsten leidet»
,
Bericht von
B._
vom 1
4.
Juni 2018,
Urk.
13/103
/2
)
. A
b Juni 2017
hatten
auch
die Beeinträchtigungen
teils
durch die Panarteriitis
nodosa
teils durch die Fibromyalgie
wieder erheblich zu
genommen
, welche im April 2018 zusätzlich
exazerbier
t
en
(
Urk.
7/
93/3-4
)
.
Die Ärzte der
Klinik für Rheumatologie des
Spitals A._
schlossen im Bericht vom 12.
Oktober 2018
denn auch darauf, dass es sich insgesamt um einen schweren Krankheitsverlauf gehandelt und fast
durch
gehend eine Aktivität
der Grunderkrankung
bestanden habe, sowie
dass
die multipl
en
Therapien nur ein Teilansprechen oder Therapieversagen ergeben hätten (
Urk.
13/112/4).
3.3
3.3.1
Vor diesem Hintergrund kann d
er Ansicht der Beschwerdegegnerin gemäss der Stellungnahme
von
Dr.
med. D.
E._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, des Regionalen Ä
rztlichen Dienstes (RAD) vom 7.
November 2018, eine erhebliche Verschlechterung
mit 50%iger Arbeitsunfähigkeit nunmehr auch wieder in einer leidensangepassten Tätigkeit
sei erst ab April 2018 einge
treten (Urk. 2 S. 3, Urk. 12 S. 1,
Urk.
13/129/3), nicht gefolgt werden
.
Dies gilt umso mehr, als
der RAD-Arzt
in der
Stellungnahme vom 2
9.
Mai 2018
selbst festgestellt hatte,
es ergebe
sich aus dem Austrittsbericht der Klinik der Rheumatologie des
Spitals A._
vom 2
0.
April 2018 (Urk.
13/93/1-8), dass es bereits in
den letzten Monaten, mithin nicht erst ab April 2018, zu einer Zunahme der Krankheitsaktivität gekommen sei
(
Urk.
13/96/2-3). Auch in der
weiteren
Stellungnahme
des RAD-Arztes
vom 29.
August 2018
stellte dieser fest,
es sei
(auch) den Berichten des Psychiaters
B._
vom 14. Juni 2018 (Urk. 13/1
03) und vom 1
8.
Juni 2018 (Urk.
13/104) zu entnehmen, dass es
in den letzten Monaten
zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
gekommen sei, zeitweise auch aus rheumatologischer Sicht mit einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit, welche auf Dauer wahrscheinlich nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
13/129/2
).
3.3.2
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
mit der nur noch
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
(
Urk.
13/112/4-5), von welcher die
Beschwerdegeg
nerin
unstrittig ausging,
entgegen
ihrer
Ansicht nicht erst ab dem
1.
April 2018, sondern
schon
im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns am
1.
Juli 2017 bestanden hatte.
4.
4.1
Der von der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
2 S. 3)
ermittelte
Invaliditätsgrad von 50
%
und der daraus resultierende Anspruch auf eine halbe Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
ist unbestritten und angesichts des Umstandes, dass die
Beschwerdeführerin
(auch
ab dem
1.
Juli 2017
)
in der bisherigen Tätigkeit weiterhin im Umfang von 50
%
erwerbstätig war respektive ist
(Urk.
13/112/4), nicht zu beanstanden
(sogenannter Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_367/2018 vom 25. September 2018 E. 5.3.3 mit Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2015 vom 1
8.
Dezember 2015 E. 3.2)
.
4.
2
Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine halbe Rente ab dem
1.
Juli 2017 hat.
Ein
Abwarten einer
zusätzlichen
drei
monatigen Dauer, wie es
Art.
88a
Abs.
2 IVV für eine Verschlechterung während einer laufenden Rente vorsieht
(Urteil des Bundesgerichts 8C_777/2014 vom 28. Januar 2015 E. 4.2; zum Sinn und Zweck von Art. 88a Abs. 2 IVV ausserdem: Urteil des Bundesgerichts I 11/00 vom 22. August 2001 E. 3.)
–
welches die Beschwerdegegnerin wohl bei der von ihr beantragten Rentenzusprechung ab Juli 2018 (
Urk.
12) angewendet hat
–
ist dabei nicht vorzunehmen.
Die Verfügungen der
Beschwerdegegnerin
vom 4. Juni 2020 (Urk. 2) und vom 7. August 2020 (Urk.
8/2) sind
dement
sprechend
in Gutheissung der Beschwerde
n
abzuändern.
5.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf F
r.
8
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
De
r
anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführerin
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen auf Fr.
2’
7
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.