# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0adefad9-6ae3-43a7-928e-2cf57ebfa1d8
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.1.
B. und A. sind Eigentümer (je hälftiges Miteigentum) der Liegenschaft an
der D-Strasse 13 in Q. (Parzelle aaa, im Halte von 1'018 m2). Am 19. Mai
2014 bewilligte der Gemeinderat Q. das Baugesuch des Ehepaars A. zum
Umbau des Gartens mit Aussenschwimmbad, Stützmauer, Sitz- und Lie-
geplatz (Vernehmlassungsbeilage 2).
A.2.
Im Rahmen dieses Umbaus wurde die bestehende Gartenbewässerungs-
anlage ergänzt. Der Wasserverbrauch der Liegenschaft stieg danach von
bisher rund 200 m3 auf rund 600 m3 jährlich (ohne Wasserverbrauch für das
Schwimmbad). In der Folge erkundigte sich das Ehepaar A. bei der Ge-
meinde, ob der Wasserverbrauch für die Gartenbewässerung separat ge-
messen und bei der Abwasserbenützungsgebühr als Abzug berücksichtigt
werden könne. Auf entsprechende Auskunft hin liessen sie eine Wasseruhr
einbauen und ersuchten den Gemeinderat am 11. April 2016 um Reduktion
der Benützungsgebühr Abwasser 2016 sowie um künftige automatische
Erneuerung der Bewilligung. Der Gemeinderat wies das Gesuch mit Be-
schluss vom 5. September 2016 ab (Vernehmlassungsbeilagen 6 und 7).
Gegen diesen Entscheid liessen B. und A. am 27. September 2016 Ein-
sprache erheben. Der Gemeinderat entschied am 19. Dezember 2016
(Vernehmlassungsbeilage 7):
"Der Gemeinderat hält am Beschluss vom 5. September 2016 fest.  einer möglichen Verletzung des Grundsatzes des  übernimmt die Gemeinde die Kosten für die unnötige Installation des Wasserzählers."
B.1.
Den abschlägigen Einspracheentscheid liessen B. und A. am 11. Januar
2017 mit Beschwerde beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU)
anfechten. Sie stellten die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Satz 1 im Beschluss des Gemeinderates Q. vom 19. Dezember 2016
sei aufzuheben und es sei den Beschwerdeführern die  Abwasser für das Jahr 2016 und folgende im gemessenen  zu erlassen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerde-
gegners."
Das BVU überwies die Beschwerde am 13. Januar 2017 zuständigkeitshal-
ber dem Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalabgaben und Enteig-
nungen (SKE).
- 3 -
B.2.
Mit Schreiben vom 18. Januar 2017 forderte das SKE die Beschwerdefüh-
renden zur Leistung eines Kostenvorschusses auf. Nach Eingang der Zah-
lung ersuchte es den Gemeinderat Q., zum Begehren Stellung zu nehmen
und die Vorakten einzureichen (Schreiben vom 31. Januar 2017).
Der Gemeinderat kam der Aufforderung innert erstreckter Frist nach. Er
hielt an den Ausführungen der beiden Gemeinderatsbeschlüsse fest und
verzichtete auf zusätzliche Gegenbemerkungen (Schreiben vom 23. Feb-
ruar 2017).
Die Beschwerdeführenden liessen sich am 13. März 2017 nochmals ver-
nehmen. Dieses Schreiben wurde dem Gemeinderat am 14. März 2017 zur
Kenntnis gebracht.
C.
Das Gericht führte am 13. September 2017 eine Verhandlung mit Augen-
schein durch (Präsenz siehe Protokoll S. 1). Die Sach- und die Rechtslage
wurden besprochen (Protokoll passim). In Bezug auf die Sickerfähigkeit
des Hanges in Bereich der Streitliegenschaft bestanden noch Unklarheiten,
weshalb das Gericht den Gemeinderat aufforderte, dazu einen Amtsbericht
zu erstellen und einzureichen (Protokoll S. 16).
D.1.
Im Zusammenhang mit dem Amtsbericht beabsichtigte die Gemeinde, Ka-
nalfernsehaufnahmen der Entwässerungsleitungen auf dem Grundstück
der Beschwerdeführenden machen zu lassen. Sie bat deren Vertreter mit
Schreiben vom 28. September 2017 um Erlaubnis, das Grundstück zu be-
treten. Das Schreiben ging orientierungshalber auch an das Gericht.
Am 18. Oktober 2017 schickte die Gemeinde dem Gericht zudem Unterla-
gen, welche sie von den Beschwerdeführenden erhalten hatte.
D. 2.
Am 24. Oktober 2017 liess der Vertreter der Beschwerdeführenden dem
Gericht orientierungshalber das Schreiben mit gleichem Datum an die Ge-
meinde Q. zukommen. Darin wird den Behörden untersagt, die Parzelle
aaa zur Vornahme von Kanalfernsehaufnahmen der Entwässerungsleitun-
gen zu betreten.
D.3.
Am 2. November 2017 reichte die Gemeinde den Amtsbericht vom 31. Ok-
tober 2017 ein. Er wurde der Gegenseite am 3. November 2017 zur Stel-
lungnahme vorgelegt.
D.4.
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Der Vertreter der Beschwerdeführenden liess sich mit Eingabe vom 24. No-
vember 2017 zum Amtsbericht vernehmen. Die Stellungnahme wurde dem
Gemeinderat Q. am 27. November 2017 zur Kenntnis gebracht. Gleichzei-
tig wurden beide Parteien über das geplante weitere Vorgehen informiert
(gerichtsinterne Beratung, allenfalls mit Sachentscheid; Schreiben SKE
vom 29. November 2017).
E.
Am 10. Januar 2018 führte das Gericht die angekündigte Beratung durch
und fällte den vorliegenden Entscheid.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Der Einspracheentscheid des Gemeinderats Q. vom 19. Dezember 2016
gibt als Rechtsmittelinstanz das BVU und als Rechtsmittelfrist 20 Tage an.
Im kommunalen Abwasserreglement (AR), beschlossen vom Einwohnerrat
am 21. Januar 2008, in Kraft seit dem 1. März 2008, ist die Weiterzugs-
möglichkeit entsprechend verankert (vgl. § 60 Abs. 2 AR).
1.2.
Rechtsmittelfrist und Rechtsmittelinstanz können vom kommunalen Ge-
setzgeber nicht nach Belieben festgelegt werden.
1.2.1.
Für Erschliessungsabgaben regelt § 35 Abs. 2 des Gesetzes über Raum-
entwicklung und Bauwesen (BauG; SAR 713.100) vom 19. Januar 1993,
verbindlich, dass Einspracheentscheide des verfügenden Organs (hier des
Gemeinderats) mit Beschwerde beim Spezialverwaltungsgericht anzufech-
ten sind.
Der Einspracheentscheid des Gemeinderats Q. vom 19. Dezember 2016
(vorne A.2.) betrifft Erschliessungsabgaben im Sinne von §§ 34 Abs. 2 und
35 Abs. 2 BauG. Somit ist das Spezialverwaltungsgericht für die Behand-
lung der Beschwerde sachlich zuständig.
Der Umweg über das BVU (vorne B.1.) hat keinen Einfluss auf das Verfah-
ren. Die Eingabe wurde dem Gericht korrekterweise umgehend weiterge-
leitet (§ 8 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG;
SAR 271.200] vom 4. Dezember 2007).
- 5 -
1.2.2.
Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage seit Eröffnung des anzufechtenden
Entscheids (§ 44 Abs. 1 VRPG). In der Revision des VRPG, in Kraft seit
dem 1. Januar 2009, wurden die Rechtsmittelfristen vereinheitlicht und auf
30 Tage festgelegt (vgl. Botschaft des Regierungsrats zur Revision des
VRPG vom 14. Februar 2007, S. 58). Im Zuge der Revision wurden auch
die Rechtsmittelfristen in anderen Gesetzen, so im Baugesetz (Einsprache-
frist, § 35 Abs. 2 BauG) und im Gemeindegesetz (Frist für Verwaltungsbe-
schwerde, § 105 Abs. 1 des Gesetzes über die Einwohnergemeinden; SAR
171.100; vom 19. Dezember 1978) angepasst.
Das AR der Gemeinde Q. wurde noch unter dem alten VRPG erlassen und
hat die damals geltende Beschwerdefrist übernommen (vgl. § 40 Abs. 1
altVRPG vom 9. Juli 1968). Es hätte den geänderten Fristen angepasst
werden sollen. Die Unterlassung ändert nichts an der Geltung der 30-tägi-
gen Beschwerdefrist an das SKE.
Der Vertreter der Beschwerdeführenden hat die Fehlerhaftigkeit der