# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 98789e7a-61d6-42b4-a13b-006a3680552e
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Zweigstelle Zürich der Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") führt u. a.
gegen A. (nachfolgend auch "Beschuldigter") eine Untersuchung u. a. wegen
des Verdachts des Betrugs (Art. 146 Abs. 1 StGB), der qualifizierten Geld-
wäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 lit. b und c StGB), der Veruntreuung
(Art. 138 StGB) sowie der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung
(Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3/Ziff. 2 StGB; vgl. Beschluss des Bundesstrafge-
richts BH.2014.11 vom 8. September 2014, lit. A).
Im Wesentlichen beschuldigt die BA eine Gruppe von Personen, darunter
den Beschuldigten, u. a. des Betrugs an der E. Holding. Die E. Holding sei
ein grosses Industrieunternehmen in Russland. Am Betrug namhaft mitbe-
teiligt sei auch zumindest eine bei und angeblich für E. Holding wirkende
Person gewesen (R.). E. Holding sollte um EUR 100 Mio. betrogen werden
(vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.11 vom 8. Septem-
ber 2014, E. 4.2.1).
B. Das Zwangsmassnahmengericht am Bezirksgericht Zürich (nachfolgend
"ZMG") versetzte den Beschuldigten mit Verfügung vom 30. Juni 2011 in
Untersuchungshaft. Die Untersuchungshaft wurde seitdem mehrfach verlän-
gert und im Rechtsmittelzug bestätigt (vgl. Beschlüsse des Bundesstrafge-
richts BH.2014.11 vom 8. September 2014, lit. B; BH.2014.17 vom 4. De-
zember 2014, lit. C).
C. Mit Verfügung vom 29. Januar 2015 verlängerte das ZMG die Untersu-
chungshaft bis 28. April 2015 (act. 2).
D. Dagegen erhebt der Beschuldigte am 5. Februar 2015 persönlich Be-
schwerde (act. 1). Er beantragt in der Hauptsache, er sei aus der Untersu-
chungshaft zu entlassen.
Das ZMG verzichtete am 10. Februar 2015 auf eine Stellungnahme (act. 4).
Die BA beantragte am 18. Februar 2015, die Beschwerde sei abzuweisen,
soweit überhaupt darauf einzutreten sei (act. 7). Die Replik ist beim Gericht
am 26. Februar 2015 eingegangen (act. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Der inhaftierte Beschuldigte ist zur Haftbeschwerde legitimiert. Auch die wei-
teren Eintretensvoraussetzungen (dazu Beschluss des Bundesstrafge-
richts BH.2014.17 vom 4. Dezember 2014, E. 1.1) sind erfüllt, die Be-
schwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2. Nach Art. 221 Abs. 1 StPO ist Untersuchungshaft nur zulässig, wenn die
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdäch-
tigt ist und zusätzlich einer der (besonderen) Haftgründe Fluchtgefahr (lit. a),
Kollusionsgefahr (Iit. b) oder Wiederholungsgefahr (Iit. c) vorliegt. Haft ist
auch zulässig, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre Dro-
hung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Art. 221
Abs. 2 StPO). Wie andere Zwangsmassnahmen auch, hat die Untersu-
chungshaft dem Verhältnismässigkeitsprinzip zu genügen (Art. 197 Abs. 1
lit. c und d StPO). Demnach ordnet das zuständige Gericht gemäss Art. 237
Abs. 1 StPO eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den glei-
chen Zweck wie die Haft erfüllen. Zudem darf die Untersuchungshaft nicht
länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO).
3.
3.1 Gemäss dem Beschuldigten fehle gegen ihn der erforderliche dringende Tat-
verdacht. Dieser stütze sich zu Unrecht darauf, dass Gelder über die J. an
seine Tochter weitertransferiert worden seien (act. 1 S. 2 Ziff. 2). Soweit ihn
die einvernommenen Personen überhaupt gekannt hätten, hätten sie den
Beschuldigten zumeist als Dolmetscher kennengelernt (act. 1 S. 2 Ziff. 3).
Die E. Holding habe sehr wohl über die Finanzgeschäfte Bescheid gewusst
(act. 1 S. 2 Ziff. 4).
Zu seiner Entlastung bringt der Beschuldigte vor, dass die Gelder an seine
Tochter nicht deliktischer Herkunft seien, sondern aus insgesamt drei Darle-
hen sowie aus seinem Restguthaben stammen würden (act. 1 S. 3–5, 15).
Er habe nicht gewusst, dass die E. Holding Kredite aufgenommen habe und
diese sei darauf auch gar nicht angewiesen gewesen (act. 1 S. 12).
3.2 Vorliegend ist der dringende Tatverdacht in einer Untersuchung zu prüfen,
die zahlreiche Beweismittel erhoben hat und kurz vor dem Abschluss steht.
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Das Haftgericht hat bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts keine
erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweis-
ergebnisse vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend konkrete An-
haltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung des Beschwerdeführers
daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines drin-
genden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprü-
fungsverfahren genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten,
wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die
fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte. Das Beschleunigungsge-
bot in Haftsachen lässt keinen Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen.
Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat das Haftgericht weder ein ei-
gentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafge-
richt vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Abnahme eines liquiden
Alibibeweises (zum Ganzen: BGE 137 IV 122 E. 3.2/3.3; Urteil des Bundes-
gerichts 1B_180/2014 vom 10. Juni 2014, E. 3.3).
3.3 Die BA wirft dem Beschuldigten im Kern vor, massgeblich daran mitgewirkt
zu haben, dass EUR 100 Mio. der E. Holding über ein Genfer Konto der
Bank C. zur G. SA gelangten und zumindest bis zum Eingriff der Strafverfol-
gungsbehörden weiterverteilt und E. Holding entzogen wurden (im Detail
vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.11 vom 8. Septem-
ber 2014, E. 4.2.1).
Was der Beschuldigte dagegen einwendet, lässt einmal diesen Gesamtzu-
sammenhang ausser Acht. Die "Information" von E. Holding lief wesentlich
über den ihm seit langer Zeit bekannten und in die Geschehnisse involvierten
R. Ebensowenig stammen die geltend gemachten Kreditverträge von aus-
senstehenden Akteuren wie z.B. Banken. Die Darlegungen und Berechnun-
gen der BA zu den Transfers des Beschuldigten an seine Tochter (act. 7
S. 9–13 lit. B, insbes. Ziff. 3–7) decken Widersprüchliches auf. Sie wecken
derartige Zweifel an den Ausführungen des Beschuldigten zu den Transfers,
dass sie vor dem Strafgericht zu klären sein werden.
Sodann sind die Darlegungen des Beschuldigten teilweise unzutreffend, so-
weit er sich als typischen Dolmetscher darzustellen scheint (act. 1 S. 2 Ziff. 3;
vgl. dazu auch Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.17 vom 4. De-
zember 2014, E. 3.3) und die Aktensituation als "extrem mangelhaft" darstellt
(act. 1 S. 2 Ziff. 1, act. 10 Ziff. 3, 9). Wie festgestellt vom ZMG und im Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.11 vom 8. September 2014,
E. 3.4, war die Anlage der Verfahrensakten nicht optimal. Diesbezüglich hat
sich die Situation bis heute verbessert. Es bleibt, dass zahlreiche Dokumente
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nur indirekt als Beilagen von Beilagen (vgl. BH.2014.11 E. 3.4.3) im Akten-
verzeichnis erfasst zu sein scheinen, was für das Verfahren vor dem Straf-
gericht wohl nicht genügte.
Weitere der Ausführungen des Beschuldigten sind im Haftprüfungsverfahren
für den Tatverdacht des Betrugs nicht ausschlaggebend. Dies betrifft das
Vorbringen (act. 1 S. 12), E. Holding sei gar nicht auf Bankkredite angewie-
sen gewesen, um die EUR 100 Mio. auf das Konto der Bank C. zu überwei-
sen. Auch welche Rolle er in Geschäften der E. Holding mit anderen Partnern
gespielt habe (act. 1 S. 10, 13), geht am Kern der strafrechtlichen Vorwürfe
im Zeitpunkt des heutigen Haftprüfungsverfahrens vorbei.
3.4 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten: Was schon zuvor dargestellt
wurde (Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.11 vom 8. Septem-
ber 2014, E. 4, 4.3.2 und 4.5.2), begründet auch im heutigen Stand der Un-
tersuchung gegen den Beschuldigten einen dringenden Tatverdacht na-
mentlich des Betrugs (Art. 146 Abs. 1 StGB) und der Geldwäscherei
(Art. 305bis Abs. 1 StGB). Seine Vorbringen im heutigen Verfahren lassen
dagegen den festgestellten dringenden Tatverdacht nicht dahinfallen.
4. Der Haftgrund der Fluchtgefahr wurde zurecht nicht bestritten (vgl. dazu die
noch heute zutreffenden Ausführungen im Beschluss des Bundesstrafge-
richts BH.2014.11 vom 8. September 2014, E. 5).
5. Entgegen dem Beschwerdeführer (act. 1 S. 2 Ziff. 6; act. 10 Ziff. 9) und wie
das ZMG entschied (act. 2 S. 11 Ziff. 11), droht – noch – keine Überhaft
(vgl. dazu die auch beim heutigen Verfahrensstand zutreffenden Ausführun-
gen im Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2014.11 vom 8. Septem-
ber 2014, E. 6). Den zutreffenden Ausführungen des ZMG (act. 2 S. 12) ist
anzufügen, dass die Aktenaufbereitung keine Haftverlängerung zu rechtfer-
tigen vermöchte.
6. Insgesamt ist die fortdauernde Untersuchungshaft nicht zu beanstanden. Die
dagegen erhobenen Rügen gehen fehl. Die Beschwerde ist folglich abzuwei-
sen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die unter den vor-
liegenden Umständen zu erhebende (reduzierte) Gerichtsgebühr ist auf
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Fr. 1'500.-- festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reg-
lements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Ge-
bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR,
SR 173.713.162]).
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