# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e19a5cf4-d715-4e59-aa91-6fe6c79c05d0
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Berner Jura-Seeland, er-
öffnete am 26. Januar 2017 gegen A. eine Strafuntersuchung wegen Verbre-
chen gegen die Menschlichkeit, eventuell wegen anderer noch zu bestim-
mender Verbrechen. Gleichentags wurde A. festgenommen. Am 28. Januar
2017 ordnete das Regionale Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-See-
land gegen A. Untersuchungshaft bis zum 25. April 2017 an.
B. Am 3. Februar 2017 übernahm die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA")
die Strafuntersuchung gegen A..
C. Die von A. gegen die Anordnung der Untersuchungshaft erhobene Be-
schwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Be-
schluss BH.2017.1 vom 24. Februar 2017 ab. Dieser Beschluss blieb unan-
gefochten.
D. Mit Entscheid vom 2. Mai 2017 verlängerte das Kantonalen Zwangsmass-
nahmengericht des Kantons Bern (nachfolgend "ZMG BE") die Untersu-
chungshaft um drei Monate, das heisst bis zum 25. Juli 2017. Die von A.
dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.5 vom 31. Mai 2017 ab. Das Bun-
desgericht wies die von A. gegen den Beschluss erhobene Beschwerde mit
Urteil 1B_271/2017 vom 16. August 2017 ab.
E. Mit Entscheid vom 31. Juli 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-
chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Oktober 2017.
Die von A. dagegen erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts mit Beschluss BH.2017.6 vom 29. August 2017 ab.
Gegen den Beschluss erhob A. Beschwerde beim Bundesgericht. Diese ist
hängig.
F. Mit Entscheid vom 1. November 2017 verlängerte das ZMG BE die Untersu-
chungshaft um weitere drei Monate, das heisst bis zum 25. Januar 2018
(act. 1.2). Dagegen gelangte A., vertreten durch Rechtsanwalt Philippe Cur-
rat, mit Beschwerde vom 13. November 2017 an die Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts (act. 1). Er beantragt Folgendes:
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"A la forme
1. Recevoir le présent recours.
Au préalable
1. Octroyer l'assistance juridique à Monsieur A..
Au fond
1. Annuler la décision rendue dans la procédure KZM 17 1391, le 1er novembre
2017, notifiée le 2 novembre 2017 par le Tribunal cantonal des mesures de con-
trainte du Canton de Berne ;
2. Ordonner la mise en liberté immédiate de Monsieur A. ;
3. Condamner le Ministère public de la Confédération en tous les frais judicaires et
dépens de l'instance."
G. Mit Schreiben vom 15. November 2017 übermittelte das ZMG BE seine Ak-
ten und teilte gleichzeitig mit, dass es auf eine Beschwerdeantwort verzichte
(act. 3). Mit Beschwerdeantwort vom 20. November 2017 reichte die BA ihre
Verfahrensakten ein, soweit sie diese dem ZMG BE im Rahmen des Haft-
verlängerungsgesuchs eingereicht hatte; gleichzeitig beantragt sie die Ab-
weisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 4).
H. Dem Vertreter des Beschwerdeführers wurde mit Schreiben vom 14. Novem-
ber 2017 Gelegenheit zur Einreichung einer allfälligen Beschwerdereplik bis
23. November 2017 eingeräumt (act. 2). Innert Frist (und bis dato) konnte
kein entsprechender Eingang registriert werden.
I. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege betreffend wurde der Be-
schwerdeführer mit Schreiben vom 14. November ersucht, das entsprechen-
de Formular vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen und inklusive der
darin genannten Unterlagen bis spätestens 23. November 2017 zu retour-
nieren (BP.2017.71, act. 2). Diesbezüglich ersuchte der Beschwerdeführer
am 23. November 2017 um Fristerstreckung bis 1. Dezember 2017, was be-
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willigt wurde (BP.2017.71, act. 3). Am 1. Dezember 2017 machte der Be-
schwerdeführer zwar eine Eingabe zum Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege mit verschiedenen Unterlagen sowie einem Einvernahmeprotokoll
vom 27. November 2017 (BP.2017.71, act. 4), jedoch ohne das entspre-
chende Formular zu retournieren.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. In Fällen der Bundesgerichtsbarkeit beurteilt die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Zwangsmassnahmengerichte über die Anordnung, die Verlängerung und die
Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft (Art. 222 StPO i.V.m.
Art. 37 Abs. 1, Art. 65 Abs. 1 und Abs. 3 StBOG).
Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Vorab ist auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör einzugehen.
2.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sich mit seinen Vorbringen
nicht auseinandergesetzt, einerseits in Bezug auf Dokumente, welche die
Beschwerdegegnerin am 18. August 2017 von Gambia erhalten habe, ande-
rerseits in Bezug auf die Aussage von B. vom 28./29. September 2017 (act. 1
S. 7 f.). Dem kann nicht gefolgt werden. In E. 2.2.2 des angefochtenen Ent-
scheids (act. 1.2) geht die Vorinstanz auf die Vorbringen des Beschwerde-
führers ein und nennt jedenfalls kurz ihre Überlegungen dazu.
2.3 In Bezug auf die Dokumente, welche die Beschwerdegegnerin am 18. Au-
gust 2017 von Gambia erhalten habe, gilt es festzuhalten, dass im jetzigen
Verfahrensstadium dem Beschwerdeführer nicht sämtliche vorläufigen Un-
tersuchungsergebnisse offengelegt zu werden brauchen, damit dieser sie lü-
ckenlos auf allfällige entlastende Beweiselemente hin analysieren könnte.
Die Haftakten dürfen sich vielmehr auf die haftprüfungsrelevanten Beweis-
mittel beschränken, welche den Kern des bisherigen Untersuchungsergeb-
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nisses angemessen und objektiv wiedergeben (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 1B_412/2016 vom 5. Dezember 2016, E. 2.5 f. m.w.H.). Anhalts-
punkte, dass die Haftakten einseitig erhoben worden wären, bestehen vor-
liegend nicht, zumal der Vertreter der Beschwerdegegnerin sich durch ein
derartiges Verhalten des Vorwurfs einer Amtspflichtverletzung aussetzen
würde (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2016.3 vom 4. Oktober
2016, E. 2.6; vgl. auch KELLER, Strafverfahren des Bundes, Praxis der Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts zu Verfahrensfragen, AJP 2007,
S. 197 ff., 209).
2.4 Die Beschwerde erweist sich damit in diesem Punkt als unbegründet.
3.
3.1 Nach Art. 221 StPO ist Untersuchungshaft nur zulässig, wenn einerseits die
beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdäch-
tig ist und andererseits ein besonderer Haftgrund vorliegt. Überdies hat die
Haft wie alle strafprozessualen Zwangsmassnahmen verhältnismässig zu
sein (vgl. Art. 197 und 212 StPO).
3.2 Im Rahmen seiner Beschwerde bestreitet der Beschwerdeführer das Vorlie-
gen eines dringenden Tatverdachts. Zusammengefasst bringt er vor, die
Aussage von B. vom 28./29. September 2017 sei – sinngemäss – unverwert-
bar, weil sie unter Verletzung der Art. 29 Abs. 1 und Abs. 2, Art. 32 Abs. 2
BV sowie Art. 3 und Art. 6 StPO zustande gekommen sei. Sie vermöge eine
Verlängerung der Untersuchungshaft indes auch nicht zu rechtfertigen. Dar-
über hinaus entkräfteten von Gambia erhaltene Dokumente und seine eige-
nen Aussagen den Tatverdacht (act. 1 S. 8 ff.).
4.
4.1 Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn nach dem gegenwärtigen
Stand der Untersuchung aufgrund konkreter Anhaltspunkte eine hohe Wahr-
scheinlichkeit für ein bestimmtes strafbares Verhalten des Beschuldigten be-
steht und keine Umstände ersichtlich sind, aus denen schon zum Zeitpunkt
der Anordnung der Untersuchungshaft oder deren Fortsetzung geschlossen
werden kann, dass eine Überführung und Verurteilung scheitern werde. Die
Beweislage und damit die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung muss bezo-
gen auf das jeweilige Verfahrensstadium beurteilt werden. Während zu Be-
ginn eines Strafverfahrens eine noch wenig präzise Verdachtslage ausreicht,
um Haft anzuordnen oder aufrechtzuerhalten, hat sich diese mit zunehmen-
der Verfahrensdauer grundsätzlich zu konkretisieren und zu verstärken.
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Allerdings dürfen diesbezüglich die Anforderungen nicht überspannt werden,
dies insbesondere dann nicht, wenn bereits in einem frühen Stadium des
Verfahrens ein eindeutiger Verdacht für eine bestimmte strafbare Handlung
besteht (vgl. hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BH.2016.3
vom 4. Oktober 2016, E. 4.2 m.w.H.). Die Beschwerdekammer hat im Ge-
gensatz zum erkennenden Strafrichter bei der Überprüfung des Tatver-
dachts keine erschöpfende Abwägung der in Betracht fallenden Tat- und
Rechtsfragen vorzunehmen (siehe BGE 137 IV 122 E. 3.2 m.w.H.).
4.2 Der vorliegend relevante Tatverdacht ist nach wie vor Folgender: Der Be-
schwerdeführer soll als Generalinspektor der gambischen Polizei und als In-
nenminister der Republik Gambia zwischen 2006 und September 2016 für
Folterhandlungen und Handlungen gegen die sexuelle Integrität in Gambia
durch ihm unterstellte Polizeikräfte, ihm unterstelltes Gefängnispersonal
oder diesen nahestehenden Gruppen (namentlich die sog. "Junglers") ver-
antwortlich sein.
4.3 Das Bundesgericht erachtete in seinem Urteil 1B_271/2017 vom 16. August
2017 die Annahme des dringenden Tatverdachtes der Verbrechen gegen die
Menschlichkeit durch die Beschwerdekammer in ihrem Beschluss
BH.2017.5 vom 31. Mai 2017 nicht als willkürlich oder sonst wie bundes-
rechtswidrig. Mit Beschluss BH.2017.6 vom 29. August 2017 kam die Be-
schwerdekammer zum Schluss, dass der dringende Tatverdacht weiterhin
besteht, worauf verwiesen wird.
4.4 Seit dem letzten Haftverlängerungsverfahren sind namentlich folgende wei-
teren Elemente hinzugekommen:
Den Schilderungen von B., die am 28./29. September 2017 als Auskunfts-
person (Privatklägerschaft) von der Beschwerdegegnerin befragt wurde (Ak-
ten KZM 17 1391, Lasche 2 und Lasche 3), lassen sich Hinweise u.a. auf im
Jahr 2016 an der Auskunftsperson und anderen Zivilpersonen begangene
Folterhandlungen entnehmen, mit denen der Beschwerdeführer in Verbin-
dung gebracht wird.
Der Beschwerdeführer, der am 20./21. September 2017 und am
17./18./19. Oktober 2017 einvernommen wurde (Akten KZM 17 1391, La-
sche 4–7), erläuterte insbesondere seinen beruflichen Werdegang sowie die
Polizei-, Gefängnis- und Regierungsorganisation Gambias.
4.5 Mit den angeführten Aussagen von B. hat sich die Verdachtslage verdichtet,
während die angeführten Aussagen des Beschwerdeführers nichts zu seiner
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Entlastung beitragen. Angesichts des nach wie vor relativ frühen Verfahrens-
stadiums – aufgrund der internationalen Dimension der Untersuchung und
des spezifischen Tatvorwurfs der Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist
ein langwieriges Verfahren zu erwarten – ist der dringende Tatverdacht ge-
gen den Beschwerdeführer, Verbrechen gegen die Menschlichkeit began-
gen zu haben, weiterhin zu bejahen.
Daran vermögen die Einwände des Beschwerdeführers – es sind im We-
sentlichen die gleichen, die er schon vor der Vorinstanz vorbrachte (vgl. Ak-
ten KZM 17 1391, Lasche 8) – nichts zu ändern:
Die Frage, ob strafprozessuale Beweisverwertungsverbote vorliegen, ist
grundsätzlich vom Strafrichter zu beurteilen. Im Haftprüfungsverfahren reicht
es aus, wenn die Verwertbarkeit der Beweismittel, welche den Tatverdacht
begründen, nicht zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des
Bundesgerichts 1B_334/2014 vom 24. Oktober 2014, E. 5.2; 1B_694/2012
vom 6. Dezember 2012, E. 3.4; 1B_179/2012 vom 13. April 2012, E. 2.4;
1B_326/2009 vom 11. Mai 2010, E. 4.2, nicht publiziert in BGE 136 I 274;
1B_123/2008 vom 2. Juni 2008, E. 2.4 m.w.H.). Die Voraussetzung ist vor-
liegend erfüllt. Die geltend gemachten Umstände der Befragung von B. las-
sen deren Verwertbarkeit nicht von Vornherein als ausgeschlossen erschei-
nen. Im Übrigen ist es nicht Aufgabe der Beschwerdekammer, im vorliegen-
den Haftverlängerungsverfahren eine eingehende Überprüfung der Glaub-
würdigkeit vorzunehmen. Der geltend gemachte politische Hintergrund der
Auskunftsperson vermag deren Glaubwürdigkeit nicht zu erschüttern.
Die Aussagen des Beschwerdeführers, insbesondere dass die National In-
telligence Agency (NIA) dem Innenminister bzw. ihm nie, weder de jure noch
de facto, unterstanden habe, sind nicht geeignet, den Tatverdacht zu ent-
kräften. Vielmehr ist die Einschätzung der Beschwerdegegnerin zu teilen,
wonach die bisherigen Befragungen den Verdacht stützten, dass der Be-
schwerdeführer wichtiger und treibender Teil eines System gewesen sei, in
dem die unterschiedlichen Sicherheitsbehörden Gambias, zu denen auch
die NIA und die "Junglers" gehörten, zusammenwirkten.
Dass die von Gambia erhaltenen Dokumente den Beschwerdeführer entlas-
teten, ist ein Behauptung, die durch nichts untermauert ist. Im Übrigen wird
diesbezüglich auf E. 2.3 vorn verwiesen.
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5. Die Vorinstanz bejaht das Vorliegen sowohl der Kollusions- als auch der
Fluchtgefahr (act. 1.2, E. 3.3 und E. 3.5). Dies wird weder vom Beschwerde-
führer beanstandet noch sind Gründe ersichtlich, die Kollusions- oder die
Fluchtgefahr anders zu würdigen.
6. Dem Beschwerdeführer werden insbesondere Verbrechen gegen die
Menschlichkeit vorgeworfen. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm allein
hierfür eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Weder wird vom Beschwerdeführer
geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass die angeordnete Verlängerung der
Untersuchungshaft um drei Monate unverhältnismässig ist. Ersatzmassnah-
men, die den Untersuchungszweck trotz Flucht- und Kollusionsgefahr sicher-
stellen könnten, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine denkbar.
7. Die Verlängerung der Untersuchungshaft ist aufgrund der vorangehenden
Erwägungen wegen dringenden Tatverdachts, bestehender Flucht- und Kol-
lusionsgefahr sowie gegebener Verhältnismässigkeit zu bestätigen. Die Be-
schwerde ist abzuweisen.
8.
8.1 Der Beschwerdeführer ersucht für das vorliegende Verfahren um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege, konkret um Befreiung von den Ver-
fahrenskosten und (sinngemäss) unentgeltliche Verbeiständung in der Per-
son von Rechtsanwalt Philippe Currat (act. 1 S. 3 f., S. 15).
8.2 Über die Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege im vor ihr
geführten Beschwerdeverfahren entscheidet die Beschwerdekammer selbst.
Eine in der Strafuntersuchung eingesetzte amtliche Verteidigung wirkt im
Haftbeschwerdeverfahren – jedenfalls wenn die beschuldigte Person be-
schwerdeführende Partei ist – nicht automatisch als unentgeltlicher Rechts-
beistand mit und zwar auch dann nicht, wenn die beschuldigte Person im
Hauptverfahren notwendig verteidigt werden muss (Urteil des Bundesge-
richts 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, E. 2.3.2 m.w.H.; Beschluss des Bun-
desstrafgerichts BH.2014.10 vom 23. Juli 2014, E. 7.2; RUCKSTUHL, Basler
Kommentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 130 StPO N. 10).
8.3 Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
für die beschuldigte Person im Strafverfahren konkretisiert Art. 132 StPO,
welche Bestimmung im Rechtsmittelverfahren sinngemäss Anwendung fin-
det (Art. 379 StPO; vgl. zuletzt u.a. Beschlüsse des Bundesstrafgerichts
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BB.2017.85 vom 13. Juli 2017, E. 8.1; BH.2017.3 vom 11. Mai 2017, E. 6.2
m.w.H.). Im Gegensatz zur unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatklä-
gerschaft, die auch die Befreiung von den Verfahrenskosten umfasst
(Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO), beschränkt sich jene für die beschuldigte Person
auf die Beiordnung einer amtlichen Verteidigung (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO;
Urteil des Bundesgerichts 6B_758/2013 vom 11. November 2013, E. 3.2;
Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2017.85 vom 13. Juli 2017, E. 8.1
m.w.H.). Ein Anspruch der beschuldigten Person auf Befreiung von den Ver-
fahrenskosten ergibt sich indes direkt aus Art. 29 Abs. 3 BV, welche verfas-
sungsrechtliche Minimalgarantie neben der StPO Anwendung findet (Urteil
des Bundesgerichts 6B_1144/2016 vom 15. Juni 2017, E. 1.3 m.w.H.). Dabei
hält das Bundesgericht auch nach Inkrafttreten der StPO grundsätzlich daran
fest, dass die unentgeltliche Rechtspflege bei Haftbeschwerden (und ande-
ren strafprozessualen Nebenverfahren), mithin auch die unentgeltliche Ver-
beiständung, von der Nichtaussichtslosigkeit des konkret verfolgten Pro-
zessziels abhängig gemacht werden kann (Urteile des Bundesgerichts
1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, E. 2.3.2; 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012,
E. 7.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_616/2016 vom 27. Februar 2017,
E. 4.4, nicht publiziert in BGE 143 IV 122; Beschlüsse des Bundesstrafge-
richts BB.2017.85 vom 13. Juli 2017, E. 8.1; BH.2017.3 vom 11. Mai 2017,
E. 6.2; je m.w.H.).
Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussich-
ten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als
aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr
die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend
ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht
deshalb anstrengen können, weil er sie – zumindest vorläufig – nichts kostet.
Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich auf-
grund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten,
wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massge-
bend sind (BGE 142 III 138 E. 5.1 m.w.H.; vgl. Urteil des Bundesgerichts
6B_1144/2016 vom 15. Juni 2017, E. 1.4).
8.4 Wie die vorstehenden Erwägungen aufzeigen, muss die Beschwerde vorlie-
gend als von Anfang an aussichtslos betrachtet werden. Damit mangelt es
an einer materiellen Voraussetzung für die unentgeltliche Rechtspflege. Das
entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers ist unbesehen seiner finan-
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ziellen Verhältnisse abzuweisen. Im Übrigen versäumte der Beschwerdefüh-
rer, das Formular betreffend die unentgeltliche Rechtspflege innert Frist voll-
ständig ausgefüllt zu retournieren. Auch aus diesem Grund wäre sein Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege androhungsgemäss abzuweisen ge-
wesen.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-
kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf
Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des
Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten,
Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR
173.713.162]).
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