# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74cb290a-9986-4336-9953-88f4c5b423a5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._ wohnt in A._/SG im eigenen Einfamilienhaus. In den Jahren 2008 bis 2010 war
sie einerseits in B._ für die R._Gesellschaft der Stadt B._ – bis Juli 2010 – und
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anderseits für die Q._ GmbH – bei der sie in diesen Jahren Gesellschafterin und
Geschäftsführerin war – mit Domiziladresse an ihrem Wohnort unselbständig
erwerbstätig.
B. Mit Steuererklärung vom 8. September 2009 (Eingang: 10. September 2009)
deklarierte X._ für 2008 ein steuerbares Einkommen von CHF 109‘944, ohne
steuerbares Vermögen. Ihr Steuervertreter ersuchte das Steueramt A._ am
29. Oktober 2010, mit der Veranlagung der Steuern 2008 aufgrund von Änderungen in
der Buchhaltung der Q._ GmbH zuzuwarten, um ein Nach- und Strafsteuerverfahren
wegen der Aufrechnung geldwerter Leistungen zu vermeiden. Am 20. Januar 2011 liess
sie die Deklaration für 2008 insbesondere um verdeckte Gewinnausschüttungen der
Q._ GmbH an sie ergänzen. Am 15. März 2011 (Eingang: 18. März 2011) und am
19. Juli 2011 (Eingang: 25. Juli 2011) deklarierte X._ steuerbare Einkommen von
CHF 52‘871 für 2009 und von CHF 61‘128 für 2010, jeweils ohne steuerbares
Vermögen.
Am 29. Dezember 2014 teilte die zuständige Steuerkommissärin X._ mit, sie könne
aufgrund fehlender Unterlagen und Abklärungen die definitive Veranlagung für die
Steuerperiode 2008 nicht vornehmen. Mit dem Schreiben werde die fünfjährige
Verjährungsfrist, die mit dem Versand der Steuererklärung 2008 im Jahr 2009 zu laufen
begonnen habe, unterbrochen. Für die Steuerperiode 2009 erging ein entsprechendes
Schreiben am 18. Dezember 2015.
Am 6. April 2016 wurde X._ mit steuerbaren Einkommen für die Kantons- und
Gemeindesteuern und die direkten Bundessteuern von CHF 140‘500 und 139‘800 für
2008, CHF 100‘500 und 99‘600 für 2009 sowie CHF 70‘100 und 69‘200 für 2010
veranlagt; das steuerbare Vermögen wurde auf CHF 111‘000 für 2008, CHF 0 für 2009
und CHF 132‘000 für 2010 festgesetzt. Das kantonale Steueramt hiess die gegen diese
Veranlagungen erhobenen Einsprachen am 3. Januar 2017 teilweise gut und setzte die
steuerbaren Einkommen für die Kantons- und Gemeindesteuern und die direkten
Bundessteuern auf CHF 137‘300 und 136‘600 für 2008, CHF 97‘800 und 96‘900 für
2009 sowie CHF 67‘800 und 66‘900 für 2010 fest. Das steuerbare Vermögen blieb
unverändert. Die Einrede der Veranlagungsverjährung wurde als unbegründet beurteilt.
Die geltend gemachten Kosten für die Fahrt zur Arbeit wurden mangels
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nachgewiesenen Besitzes eines privaten Motorfahrzeuges nicht zum Abzug
zugelassen.
C. Die Verwaltungsrekurskommission hiess die gegen die Einspracheentscheide
erhobenen Rekurse am 20. Juni 2017 teilweise gut und setzte die steuerbaren
Einkommen für die Kantons- und Gemeindesteuern und die direkten Bundessteuern
auf CHF 135‘400 und 134‘700 für 2008, CHF 95‘800 und 94‘900 für 2009 sowie
CHF 66‘300 und 65‘400 für 2010 fest. Das steuerbare Vermögen blieb unverändert. Die
Einrede der Verjährung erachtete sie mit Blick auf die Mail-Nachrichten des
Steuervertreters vom 29. Oktober 2010 und vom 20. Januar 2011, die Einreichung der
Steuererklärung für 2010 am 19. Juli 2011 sowie die Schreiben des kantonalen
Steueramtes vom 29. Dezember 2014 und vom 18. Dezember 2015 als unbegründet.
Von den geltend gemachten Auslagen für die Fahrt zur Arbeit von A._ nach B._ liess
sie die Kosten für die Benützung des öffentlichen Verkehrs von je CHF 1‘953 in den
Jahren 2008 und 2009 (Jahresstreckenabonnement) und von CHF 1‘519 im Jahr 2010
(7 Monatsabonnemente zu CHF 217) zum Abzug zu.
D. X._ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 21. Juni 2017 versandten Entscheid
der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
24. Juli 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
Verjährung des Rechts zur Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern und der
direkten Bundessteuern für 2008, 2009 und 2010 festzustellen, eventualiter seien die
geltend gemachten Aufwendungen für die Fahrt zum Arbeitsort im Umfang der
Selbstdeklaration (2008 CHF 8‘135, 2009 CHF 7‘222, 2010 CHF 4‘749) zum Abzug
zuzulassen.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 22. August 2017 auf die Erwägungen
des angefochtenen Entscheides und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 5. September 2017 auf eine
Vernehmlassung. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte)
verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
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Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides und die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Rechtsbegehrens wird, soweit wesentlich, in
den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Veranlagungsverjährung der Einkommens- und Vermögenssteuern, soweit sich die
Verfahrensbeteiligten darüber uneins sind, sind vereinheitlicht (vgl. Art. 120 Abs. 3 lit. a
und b des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG; Art. 47
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden, SR 642.14, StHG; Art. 183 Abs. 3 Ziff. 1 und 2 des Steuergesetzes,
sGS 811.1, StG). Gleiches gilt für die als Berufskosten abzugsfähigen notwendigen
Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (vgl. Art. 26 Abs. 1 lit. a DBG in
der bis 31. Dezember 2015 gültigen Fassung, AS 1991 S. 1184 ff.; Art. 1 lit. a der
Verordnung über Kompetenzzuweisungen bei der direkten Bundessteuer an das
Finanzdepartement, SR 642.118; Art. 3 und 5 samt Anhang der Verordnung des EFD
über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der
direkten Bundessteuer [Berufskostenverordnung] in der bis 31. Dezember 2015
gültigen Fassung, AS 1993 S. 1363 ff., AS 2006 S. 3247 für das Steuerjahr 2008 und
AS 2008 S. 4077 für die Steuerjahre 2009 und 2010; Art. 9 Abs. 2 StHG in der bis
31. Dezember 2015 gültigen Fassung, AS 1991 S. 1256 ff.; Art. 39 Abs. 1 lit. a StG und
Art. 18 der Steuerverordnung in den bis 31. Dezember 2015 gültigen Fassungen, nGS
33-116 und 117). Die Vorinstanz hat den Rekurs betreffend die Kantons- und
Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer
anderseits deshalb zu Recht im gleichen Dokument, aber mit getrennten
Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durfte auch die Beschwerdeführerin
die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 142 II 293 E. 1.2,
135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom
10. Oktober 2014 E. 1.2).
2. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 145 DBG;
Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz
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über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1). Die Beschwerdeführerin ist als
Steuerpflichtige zur Erhebung der Beschwerde befugt. Die Beschwerden gegen den
am 21. Juni 2017 versandten vorinstanzlichen Entscheid wurden mit Eingabe vom
24. Juli 2017 unter Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochenende rechtzeitig
erhoben (Art. 145, Art. 140 Abs. 1 und 4 sowie Art. 133 Abs. 1 Satz 3 DBG, Art. 196
Abs. 1 StG; Art. 64 und Art. 30 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, VRP, sowie Art. 142 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO) und erfüllen formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 145 und Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG; Art. 196 StG und Art. 64 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerden ist deshalb einzutreten.
3. Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist vorab umstritten, ob und gegebenenfalls für
welche der Steuerperioden 2008, 2009 und 2010 das Recht zur Veranlagung der
Beschwerdeführerin mit Einkommens- und Vermögenssteuern zufolge Verjährung
untergegangen ist.
3.1. Das Recht, eine Steuer zu veranlagen, verjährt gemäss Art. 183 Abs. 1 Satz 1 StG
fünf Jahre nach Ablauf der Steuerperiode. Die Verjährung wird gemäss Art. 183 Abs. 3
StG unterbrochen und beginnt neu unter anderem mit jeder auf Feststellung oder
Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amtshandlung, die einem
Steuerpflichtigen oder Mithaftenden zur Kenntnis gebracht wird (Ziff. 1) und mit jeder
ausdrücklichen Anerkennung der Steuerforderung durch den Steuerpflichtigen oder
den Mithaftenden (Ziff. 2). Diese Regelungen entsprechen den Vorgaben von Art. 47
Abs. 1 StHG und decken sich mit Art. 120 Abs. 1 und Abs. 3 lit. a und b DBG.
3.2. Für die Steuern vom Einkommen und Vermögen gilt das Kalenderjahr als
Steuerperiode (vgl. Art. 66 Abs. 1 StG, Art. 40 Abs. 1 DBG, Art. 15 Abs. 1 StHG).
Vorbehältlich einer Unterbrechung verjährte deshalb das Recht, die Steuern für die
Steuerperiode 2008, 2009 und 2010 zu veranlagen am 31. Dezember 2013, am
31. Dezember 2014 und am 31. Dezember 2015. Die Veranlagungsverfügungen
ergingen – wie sich aus den Einspracheentscheiden ergibt – für alle drei
Steuerperioden am 6. April 2016, mithin nach Ablauf der relativen fünfjährigen
Verjährungsfrist. Zu prüfen ist deshalb, ob seit 7. April 2011 die Verjährung
unterbrechende Amtshandlungen der Veranlagungsbehörden oder eine ausdrückliche
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Anerkennung der Steuerforderungen durch die steuerpflichtige Beschwerdeführerin
vorliegen, die ihrerseits wiederum vor Ablauf von fünf Jahren nach einer
vorangegangenen Verjährungsunterbrechung ergingen.
Zu klären ist mithin, ob einerseits die Schreiben des Beschwerdegegners vom
29. Dezember 2014 und vom 18. Dezember 2015 als auf Feststellung oder
Geltendmachung der Steuerforderungen 2008 und 2009 gerichtete Amtshandlungen
(dazu nachfolgend Erwägung 3.3) und anderseits die E-Mails der Beschwerdeführerin
vom 29. Oktober 2010 und vom 20. Januar 2011 im Zusammenhang mit der
Veranlagung des Steuerjahres 2008 und das Einreichen der Steuererklärungen 2009
und 2010 am 15. März 2009 und am 19. Juli 2009 als ausdrückliche Anerkennung der
Steuerforderungen 2008, 2009 und 2010 (dazu nachfolgend Erwägung 3.4) die
Veranlagungsverjährung unterbrachen.
3.3. Die zuständige Steuerkommissärin des kantonalen Steueramtes hat der
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 29. Dezember 2014 für die Veranlagung der
Steuerperiode 2008 die „Aufhebung der Verjährungsfrist“ mitgeteilt. Sie habe aufgrund
von fehlenden Unterlagen und Abklärungen ihrerseits die definitive Veranlagung der
Staats- und Gemeindesteuern 2008 und der direkten Bundessteuer 2008 nicht
vornehmen können. Mit dem Schreiben werde die Verjährungsfrist unterbrochen. Ein
gleichlautendes Schreiben erging am 18. Dezember 2015 für die Veranlagung der
Steuerperiode 2009 (act. 8-6/3.9 und 4.5). – Die Vorinstanz stellte fest, mit beiden
Schreiben sei die Verjährung gültig unterbrochen worden. Die Beschwerdeführerin geht
– damit zu Unrecht – davon aus, die Vorinstanz bestreite nicht, dass seitens der
Steuerbehörde keine verjährungsunterbrechenden Handlungen vorgenommen worden
seien.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt einer amtlichen Mitteilung, die
lediglich eine spätere Veranlagung in Aussicht stellt und deren Zweck sich in der
Unterbrechung des Verjährungsablaufs erschöpft, verjährungsunterbrechende Wirkung
zu. Da das kantonale Steueramt auch für die Veranlagung der direkten Bundessteuer
zuständig ist (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 lit. a der Verordnung zum Bundesgesetz über
die direkte Bundessteuer, sGS 815.1), wirkt eine entsprechende Mitteilung der
zuständigen Steuerkommissärin (vgl. Art. 70 StV) auch für die Veranlagung der direkten
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Bundessteuer verjährungsunterbrechend (vgl. BGE 126 II 1 E. 2f, 137 I 273 E. 3.4.3,
BGer 2C_155/2009 vom 22. September 2009 E. 2.4, 2C_708/ 2012 vom 21. Dezember
2012 E. 3.3).
Die Schreiben des Beschwerdegegners vom 29. Dezember 2014 und vom
18. Dezember 2015 haben damit die Veranlagungsverjährung für die Steuerperioden
2008 und 2009 unterbrochen. Da die Verjährung für die Veranlagung der Steuerperiode
2008 am 1. Januar 2009, jene für die Steuerperiode am 1. Januar 2010 zu laufen
begann, ist mangels anderer aktenkundiger auf die Veranlagung der
Beschwerdeführerin für die Jahre 2008 und 2009 gerichteter Amtshandlungen weiter zu
prüfen, ob seitens der Beschwerdeführerin frühere ausdrückliche Anerkennungen der
Steuerforderungen vorliegen.
3.4. Die Beschwerdeführerin hat die Steuererklärungen für 2008, 2009 und 2010 am
8. September 2009, am 15. März 2011 und am 19. Juli 2011 unterzeichnet. Sie gingen
am 10. September 2009, am 18. März 2011 und am 25. Juli 2011 beim Steueramt A._
ein. Im Hinblick auf die Veranlagung für die Steuerperiode 2008 sind sodann zwei E-
Mails der Beschwerdeführerin an die Veranlagungsbehörde vom 29. Oktober 2010 und
vom 20. Januar 2011 aktenkundig (act. 8-6/3.10). In der ersten Mitteilung bittet der
Steuervertreter für die Beschwerdeführerin, zur Vermeidung eines Nach- und
Strafsteuerverfahrens mit der Veranlagung zuzuwarten, weil aufgrund von Änderungen
der Buchhaltung der Q._ GmbH nach Absprache mit dem kantonalen Steueramt B._
geldwerte Leistungen aufgerechnet würden und sich im Nachhinein auch die
steuerbaren Einkünfte der Beschwerdeführerin ändern könnten. Am 20. Januar 2011
bezifferte der Steuervertreter die Änderungen bei den Einkünften der
Beschwerdeführerin aus ihrer unselbständigen Tätigkeit bei der Q._ GmbH und bat
den Beschwerdegegner, die Deklaration für die Veranlagung 2008 entsprechend zu
ergänzen.
Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, mit der Einreichung der Steuererklärungen und
mit der als „Ergänzungen zur Steuererklärung 2008“ bezeichneten Mitteilung vom
20. Januar 2011 seien die Steuerforderungen ausdrücklich anerkannt worden. – Die
Beschwerdeführerin hält dem entgegen, angesichts des Erfordernisses der
ausdrücklichen Anerkennung der Steuerforderung vermöchten konkludente
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Anerkennungshandlungen wie das Bestellen und Einreichen der Steuererklärung, ein
Stundungsgesuch oder das Bezahlen einer provisorischen Steuerrechnung die
Verjährung nicht zu unterbrechen. Das Einreichen der Steuererklärung entspreche einer
Mitwirkungspflicht und sei deshalb keine ausdrückliche Anerkennung der
Steuerforderung. Dem Fiskus stünden zur Einreichung einer Steuererklärung indirekte
Zwangsmittel zur Verfügung. Die Steuererklärung sei auch dann einzureichen, wenn
noch nicht feststehe, ob und falls ja in welchem Umfang eine Steuerpflicht bestehe. Als
ausdrückliche Anerkennung kämen die Erklärung des Verzichts der Verjährungseinrede
oder die schriftliche Schuldanerkennung in Frage. Die Unterbrechung der Verjährung
solle weitgehend in der Hand des Fiskus liegen. Der Anwendungsbereich der
ausdrücklichen Anerkennungen durch den Steuerpflichtigen sei eng zu fassen.
Art. 183 Abs. 3 Ziff. 2 StG und Art. 120 Abs. 3 lit. b DBG verlangen eine ausdrückliche
Anerkennung der Steuerforderung. Da die Anerkennung die Veranlagungsverjährung
unterbrechen können soll, kann nicht erforderlich sein, dass die Steuerforderung in der
Höhe bereits festgestellt worden ist. Die Feststellung der Steuerforderung ist vielmehr
Ziel des Veranlagungsverfahrens. Die Steuerforderung hingegen entsteht – wenn die
objektiven und die subjektiven Voraussetzungen dafür erfüllt sind – unmittelbar von
Gesetzes wegen. Der Steuerveranlagung kommt keine konstitutive, sondern nur eine
„perfektionierende“ Wirkung zu (vgl. BGE 122 II 221 E. 4a, 103 Ia 26 E. 2, BGer
2C_939/2011 vom 7. August 2012 E. 7, 2A.149/2006 vom 28. Juni 2006 E. 2.2;
Blumenstein/Locher, System des Schweizerischen Steuerrechts, 7. Aufl. 2016, S. 369
ff.). Die Anerkennung der Steuerforderung muss dementsprechend grundsätzlich auch
in der Einreichung einer Steuererklärung erblickt werden, in welcher der
Steuerpflichtige – ohne die Voraussetzungen für das Vorliegen eines
Steuerrechtsverhältnisses zu bestreiten – Steuerfaktoren deklariert. Damit anerkennt er,
dass aus seiner Sicht eine Steuerforderung beruhend auf den von ihm angegebenen
steuerbaren Einkommen und Vermögen besteht. Dieser Anerkennung steht nicht
entgegen, dass die Steuerbehörde im gemischten Veranlagungsverfahren
möglicherweise zu einer davon abweichenden Feststellung kommt. Mit der Einreichung
der unterzeichneten Steuererklärung erfolgt die Anerkennung nicht bloss konkludent,
sondern ausdrücklich.
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Mit der Einreichung der Steuererklärungen 2009 vom 15. März 2011 und 2010 vom
19. Juli 2011 hat die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen für die Steuerperioden
2009 und 2010 das Bestehen eines Steuerrechtsverhältnisses zum Bund und zum
Kanton St. Gallen anerkannt – entsprechende Vorbehalte hat sie nicht angebracht –
und ist davon ausgegangen, dass aus ihrer Sicht eine Steuerforderung beruhend auf
dem deklarierten steuerbaren Einkommen und Vermögen bestehe. Indem sie die
Steuererklärungen handschriftlich unterzeichnete, hat sie diese Erklärung auch
ausdrücklich abgegeben. Die Einreichung der Steuererklärungen 2009 und 2010 am
15. März 2011 und am 10. Juli 2011 haben deshalb verjährungsunterbrechend gewirkt.
Gleiches gilt auch für die E-Mails des Steuervertreters vom 29. Oktober 2010 und vom
20. Januar 2011. Auch hier hat der Steuervertreter – wenn auch bloss elektronisch –
auf der Grundlage der von der Beschwerdeführerin eingereichten unterzeichneten
Steuererklärung 2008 vom 8. September 2009 das Bestehen einer Steuerforderung
gegenüber der Beschwerdeführerin für die Steuerperiode 2008 ausdrücklich anerkannt
und zudem zahlenmässige Angaben zur Höhe ihrer steuerbaren Einkünfte aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit gemacht.
3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Veranlagungsverjährung betreffend die
Steuerforderungen gegenüber der Beschwerdeführerin für die Steuerperioden 2008
(Schreiben des Beschwerdegegners vom 29. Dezember 2014, ausdrückliche
Anerkennung am 29. Oktober 2009 und am 20. Januar 2010 auf der Grundlage der
unterzeichneten Steuererklärung 2008 vom 8. September 2009), 2009 (Schreiben des
Beschwerdegegners vom 18. Dezember 2015, Einreichung der unterzeichneten
Steuererklärung vom 15. März 2011) und 2010 (Einreichung der unterzeichneten
Steuererklärung 2010 vom 19. Juli 2011) im Zeitpunkt der Veranlagungen vom 6. April
2016 nicht eingetreten war.
4. Zu prüfen bleibt damit die Höhe des Abzug für die Kosten der Fahrt zur Arbeit. Die
Beschwerdeführerin macht Kosten für die Fahrt mit dem Auto von A._ nach B._ von
CHF 8‘315 (232 Tage, 2008), CHF 7‘222 (182 Tage, 2009) und CHF 4‘749 (106 Tage,
2010) geltend. – Die Vorinstanz liess keine Autokosten zu, weil die Beschwerdeführerin
den Nachweis für den Besitz eines Motorfahrzeuges nicht erbracht habe. Sie erachtete
aber aufgrund der Lohnausweise und der Jahresberichte der R._-Gesellschaft der
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Stadt B._ (www. ... .ch) die Tätigkeit der Beschwerdeführerin für diese Gesellschaft
und damit den Arbeitsort B._ als ausgewiesen. Da ihr die von der Q._ GmbH
übernommenen Kosten für ein Generalabonnement bei den steuerbaren Einkünften als
geldwerte Leistung aufgerechnet worden seien, habe sie Anspruch auf Abzug der
Kosten für die Fahrten von A._ nach B._ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie
liess deshalb in den Jahren 2008 und 2009 die Kosten für ein
Jahresstreckenabonnement von CHF 1‘953 und im Jahr 2010 die Kosten für sieben
Monatsstreckenabonnemente zu je CHF 217, das heisst CHF 1‘519 zum Abzug zu. –
Die Beschwerdeführerin macht geltend, wegen medizinischer Notfälle, die sich in einer
Schule mit Kindern und Jugendlichen mit geistigen und körperlichen Behinderungen
jederzeit zutragen könnten, sei ein Auto, das jederzeit zur Verfügung steht, Pflicht.
Hinzu seien unregelmässige Arbeitsenden oft spät abends, die Teilnahme an Sitzungen
in verschiedenen Gremien und Fahrten zu Informations- und
Weiterbildungsveranstaltungen gekommen. Weil die Schule Y._ über kein eigenes
Auto verfügte, habe die Beschwerdeführerin das Auto zur Verfügung gestellt. Dass der
mit dem Personenwagen zurückgelegte Arbeitsweg von A._ nach B._ – täglich
zweimal – Kosten verursacht habe, sei gerichtsnotorisch. Sie sei in Verletzung ihres
Anspruchs auf rechtliches Gehör trotz entsprechender Beweisofferte nicht befragt
worden.
Als steuermindernde Tatsachen sind die Fahrtkosten von den Pflichtigen nachzuweisen
und nicht bloss zu behaupten (vgl. BGer 2C_461/2015 vom 12. April 2016 E. 5). Die
Vorinstanz hat diesen Nachweis als nicht erbracht angesehen. Die Beschwerdeführerin
setzt sich in der Beschwerde mit dieser Begründung nicht auseinander und weist
insbesondere auch keine konkreten Autokosten nach. Da tatsächliche Auslagen mittels
Urkunden belegt werden können – was die Beschwerdeführerin bis anhin nicht getan
hat – und die Befragung der Beschwerdeführerin lediglich das bereits schriftlich
Vorgebrachte mündlich wiederholen könnte, erübrigt sich die Abnahme des
angebotenen Beweises.
Die – nicht belegten – Behauptungen, weshalb die Benützung des öffentlichen
Verkehrsmittels nicht zumutbar gewesen sein soll, können nicht dazu führen, dass ein
auf einem pauschalen Kilometeransatz beruhender Abzug für die Benützung eines
Autos gewährt wird. Der Pauschalansatz soll die Ermittlung der Kosten vereinfachen,
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kann aber nicht zum Tragen kommen, wenn keinerlei Belege dafür vorliegen, dass ein
Auto auch tatsächlich benützt und dafür tatsächlich Kosten entstanden sind. Im
Übrigen bieten die öffentlichen Verkehrsmittel auch am späten Abend gute
Verbindungen zwischen A._ und B._, und ein Arbeitsbeginn oder Arbeitsschluss
ausserhalb des Fahrplans ist nicht belegt (vgl. BGer 2A.411/2004 vom 23. Juli 2004
E. 2.1). Aus einer allenfalls abweichenden Beurteilung für die Steuerperiode 2007 kann
die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, da die Veranlagungsbehörde
ihre frühere Haltung überdenken und ihren Standpunkt gegebenenfalls ändern darf,
zumal es sich bei jeder Steuerveranlagung um ein neues, von früheren unabhängiges
Verfahren handelt (BGer 2A.411/2004 vom 23. Juli 2004 E. 2.2 hinsichtlich des Abzugs
von Fahrtkosten).
5. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist
dementsprechend abzuweisen.
6. Die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren sind dem Verfahrensausgang
entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Entscheidgebühren von CHF 1'800 für das Verfahren betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV)
und von CHF 1'200 für das Verfahren betreffend direkte Bundessteuern (Art. 144
Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 222 GKV) sind angemessen. Die von der
Beschwerdeführerin in den beiden Verfahren in gleicher Höhe geleisteten
Kostenvorschüsse sind zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 144 Abs. 4 DBG in
Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, SR
172.021).