# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fcbbc531-6276-4585-8a01-d21d0237cb09
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. als Ermittler und Russland-Spezialist für die Bundeskriminalpolizei tätig ist
(vgl. act. 2.1, S. 2);
- die Bundeskriminalpolizei gegen A. am 8. Februar 2017 im Zusammenhang
mit dessen Reise nach Moskau im Dezember 2016 bei der Bundesanwalt-
schaft Strafanzeige erhob wegen des Verdachts der Amtsanmassung, des
Amtsmissbrauchs, der Verletzung des Amtsgeheimnisses sowie des Sich
bestechen lassens (act. 2.1);
- die Verfahrensleitung dem Staatsanwalt des Bundes B. übertragen wurde
(vgl. act. 2, S. 1) und dieser A. am 14. Februar 2017 ein erstes Mal als Be-
schuldigten einvernahm (act. 2.2);
- A. mit Eingabe vom 22. Februar 2017 u. a. beantragt, der verfahrensleitende
Staatsanwalt des Bundes B. habe in den Ausstand zu treten, unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen (act. 1);
- B. in seiner Stellungnahme vom 23. Februar 2017 festhält, es könne für die
weiteren Untersuchungshandlungen von einem Anschein der Befangenheit
seinerseits ausgegangen werden (act. 2);
- A. in seiner Replik auf weitere Ausführungen zur Frage des Ausstands ver-
zichtet und für das vorliegende Verfahren eine pauschale Entschädigung von
Fr. 1‘000.– beantragt (act. 4);
- die Replik B. am 6. März 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 5).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- sie zuständig ist zum Entscheid über Ausstandsgesuche, wenn ein Aus-
standsgrund nach Art. 56 lit. f StPO geltend gemacht wird und die Bundes-
anwaltschaft betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1
StBOG);
- eine in einer Strafbehörde tätige Person in den Ausstand tritt, wenn sie aus
anderen als den in Art. 56 lit. a bis e StPO genannten Gründen, insbesondere
wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechts-
beistand, befangen sein könnte (Art. 56 lit. f StPO);
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- Art. 56 StPO die Verfassungsbestimmung von Art. 30 Abs. 1 BV konkreti-
siert, wonach jede Person Anspruch darauf hat, dass ihre Sache von einem
unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Ein-
wirken sachfremder Umstände entschieden wird (BGE 141 IV 178 E. 3.2.1;
138 I 425 E. 4.2.1 S. 428; 138 IV 142 E. 2.1 S. 144);
- hinsichtlich der Unparteilichkeit des Staatsanwalts im Sinne von Unabhän-
gigkeit und Unbefangenheit – für das Stadium des Vorverfahrens – Art. 29
Abs. 1 BV ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt
zukommt (BGE 141 IV 178 E. 3.2.2 S. 180);
- die verfassungsrechtlichen Garantien verletzt werden, wenn bei objektiver
Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit
oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen (BGE
141 IV 178 E. 3.2.1; 138 I 425 E. 4.2.1 S. 428; 138 IV 142 E. 2.1 S. 144 f.);
- solche Umstände entweder in einem bestimmten Verhalten der betreffenden
Person oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organi-
satorischer Natur begründet sein können (TPF 2012 37 E. 2.2 S. 39);
- der Gesuchsgegner ausführt, er habe als damaliger Adjunkt der Bundesan-
wältin bzw. des Bundesanwalts in der (immer noch hängigen) Angelegenheit
C. (Strafverfahren/Rechtshilfeverfahren) während mehrerer Jahre
(ca. 1998 – 2001) teilweise auch zusammen mit dem Gesuchsteller gearbei-
tet (act. 2, S. 2);
- diese hängige Strafsache in einem weiteren Zusammenhang mit dem gegen
den Gesuchsteller gerichteten Strafverfahren steht, nachdem sich dieser in
Moskau auch mit Anwälten der C. getroffen hat (act. 2.1, S. 2 und 3), wobei
er die Interessen der Bundesanwaltschaft vertreten und ihnen deren Stand-
punkt klar gemacht habe (act. 2.1, Beilage 2, S. 2);
- allein dieser Umstand objektiv den Anschein der Befangenheit zu begründen
vermag, es nicht darauf ankommt, ob der Gesuchsgegner tatsächlich befan-
gen ist (BGE 141 IV 178 E. 3.2.1; TPF 2012 37 E. 2.2 S. 39);
- das gegen den Gesuchsgegner gerichtete Ausstandsgesuch aus diesem
Grund gutzuheissen ist;
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- über die weiteren Anträge Ziff. 2 bis 6 in der Eingabe des Gesuchstellers
vom 22. Februar 2017 (act. 1) die jeweils zuständige Behörde zu entschei-
den hat;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Gerichtsgebühr zu erheben ist
(Art. 59 Abs. 4 Satz 1 StPO);
- der Gesuchsteller entsprechend Anspruch hat auf Entschädigung für seine
Aufwendungen im vorliegenden Verfahren (analog Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO;
vgl. hierzu die Urteile des Bundesgerichts 1B_227/2013 vom 15. Okto-
ber 2013, E. 6.2 m.w.H.; 1B_51/2013 vom 27. September 2013, E. 3.2);
- die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist auf Fr. 1‘000.– (inkl.
Auslagen und MwSt.; vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 des Reglements des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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