# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cacde0e2-30ae-4d79-90d5-93edf09ebe6e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961
, war als arbeitslose Person bei der Suva gegen
die Folgen von
Unfälle
n
obligatorisch versichert
(Art. 1a Abs. 1
lit
. b des
Bundes
gesetz
es
über die Unfallversicherung
,
UVG)
, als er am 2
6.
Januar 2017 auf Eis ausrutsch
t
e und
auf Becken
,
Rücken
und Schulter
fiel (
Urk.
7/1
, 7/7, 7/31
)
.
Ab dem Zeitpunkt der Erstbehandlung am 3
1.
Januar 2017 (
Urk.
7/7)
wurde dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert
(
Urk.
7/
88 und 7/
1
58
)
, wobei zunehmen
d
die
Beschwerden an der linken Schulter
in den Vordergrund rückten.
In den bildgebenden
Untersuchungen
vom 2
7.
Februar 2017
(
Urk.
7/9/1)
und 1
2
.
April 2017
(
Urk.
7/32/2)
zeigte sich
im Vergleich
zu einer früheren
Ultra
schalluntersuchung vom 1
0.
Juni 2016 (
Urk.
7/17)
neu
eine
Ruptur der
Supra
spinat
u
ssehne
.
1.2
Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld
;
Urk.
7/2
und 7/
165
)
. Im Rahmen ihrer Abklärungen
liess
sie
den Versi
cherten
a
m 2
0.
Oktober 2017 durch den Kreisarzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
unter
suchen.
Er diagnostizierte eine unfallkausale
adhäsive
K
apsulitis
bei trauma
tischer Gelenkkapselentzündung der linken Schulter nach Sturz (Urk.
7/63).
Am
2
2.
Mai 2018
fand eine Besprechung zwischen
ihm, dem Versicherten und
dem Sachbearbeiter statt, anlässlich welcher der Kreisarzt seine aktuelle Einschätzung mitteilte, ohne
den Versicherten
erneut körperlich zu untersuchen (vgl.
Urk.
7/115)
.
In diesem Zusammenhang verfasste
Dr.
Y._
am Folgetag
den Bericht «Kreisärztliche Untersuchung vom 2
2.
Mai 2018» (Urk.
7/116)
und beant
wortete am 2
8.
Mai 2018 ergänzend
e
Fragen des Sachbearbeiters der Suva (
Urk.
117).
Gestützt
hierauf
schloss die Suva den Fall mit Verfügung vom
4.
Juni 2018 per
1.
Juli 2018
ab
und verneinte
einen
über diesen Zeitpunkt hinausge
henden
Leistung
sanspruch des Ver
sicherten
. Zur Begründung führte sie aus, die noch bestehende
Beschwerden seien nicht unfallbedingt
(
Urk.
7/122)
.
Dagegen liess der Ver
si
cherte
am 2
5.
Juni 2018
Einsprache
erheben
(
Urk.
7/132
; Begrün
dung
Urk.
7/148
)
sowie
eine Stellungnahme von seinem behandelnden
Rheuma
tologen einreichen (Urk.
7/131). Nachdem sie weitere
Stellungnahme
n
von
Dr.
Y._
(
Urk.
7/133 und 7/151) eingeholt hatte
,
wies die Suva die Einsprache
mit Entscheid vom
18.
November 2019
ab. Im selben Entscheid hiess sie das Gesuch des Versicherten um unentgeltliche
Verbeiständung
im
Ei
nsprache
ver
fahren
gut (
Urk.
2).
In der Zwischenzeit
hatte die Invalidenversicherung dem Versicherten mit Verfü
gung vom 1
0.
Juli 2019 eine ganze Invalidenrente ab
1.
August 2018 zugespro
chen
, wobei neben den Schulterbeschwerden «diverse andere Erkrankungen» mit
berücksichtigt wurden
(
Urk.
7/171).
2.
Gegen de
n
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2019
erhob der Versicherte am
6.
Januar 2020
Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung sowie die Zusprechu
ng der gesetzlichen Leistungen
aus dem Unfallereignis vom 2
6.
Januar 2017
; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Suva
(
Urk.
1).
Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom
5.
Februar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Ver
fügung vom 12. Februar 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Die Beschwerdegegnerin hat
im
angefochtenen
E
ntscheid (
Urk.
2 S. 3 ff.) die Rechtsprechung
zum
für die Leistung
spflicht des Unfallversicherers
nach
Art.
6
Abs.
1 UVG
vorausgesetzten natürlichen Kausalzusammenhang (BGE 142 V 435 E. 1; 129 V 177 E. 3.1
) zutreffend dargelegt.
Dies gilt insbesondere auch hinsicht
lich der Haftung für die Verschlimmerung
eines krankhaften Vorzustandes
bzw.
des Entfallens der vom Unfallversicherer einmal anerkannten Leistungs
pflicht bei Teilursächlichkeit des Unfalls nach Wiederherstellung des Gesund
heitszustandes, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine
; BGE 146 V 51 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 2
5.
März 2020 E. 2.2
)
.
Es wird darauf verwiesen.
Zu ergänzen ist,
trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können, so handelt es sich nach der Rechtsprechung um eine «richtungsgebende Verschlimmerung». Solange der Status quo sine
vel
ante nicht erreicht ist, hat der Unfallversicherer damit gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen
(Urteile des Bundesgerichts
8C_331/2015
vom 2
1.
August 2015
E. 2.1.1
und
8C_781/2017 vom 2
1.
September 2018 E. 5.1
).
Des Weiteren ist hervorzuheben
, dass der Beweis des natürlichen Kausal
zusammenhangs b
zw.
dessen Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medi
zinischer Fachpersonen zu führen ist. Dabei ist zu beachten, dass ärztliche Aus
künfte, die allein auf der Argumentation beruhen, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten, beweisrechtlich nicht zu verwerten sind (
vgl.
zur Unzulässigkeit der Beweismaxime "
post
hoc ergo
prop
ter
hoc
" BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
, Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_331/2015
vom 2
1.
August 2015
E. 2.2.3.1
und
8C_241/2020 vom 2
9.
Mai 2020 E. 3 und 6.1
).
Zudem
deckt sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff
im Sinne von
Art.
4
ATSG
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_225/2019 vom 2
0.
August 2019 E. 3.4
mit Hinweisen
).
1.
3
Nach
Art.
6
Abs.
2 UVG (
in
der vorliegend
anwendbaren
,
ab
1.
Januar 2017 geltenden Fassung
, vgl.
Abs.
1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 2
5.
September 2015
) wird der Unfallversicherer bei Vorliegen einer diagnostizierten Listenverletzung grundsätzlich leistungspflichtig, solange er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die fragliche Listenverletzung vor
wiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Im Rahmen dieses Entlastungsbeweises ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis für die Abgrenzung von der Leistungspflicht des Krankenversicherers bedeutsam (Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2019 vom 11.
März 2020 mit Hinweis auf BGE 146 V 51 E. 8.2.2.1 und 8.6).
Lässt sich kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers (BGE 146 V 51 E. 8.6).
1.
4
R
i
chtig dargelegt w
u
rden
in E. 2 des
angefochtenen Entscheid
s
auch
die Regeln, die bei der Beurteilung des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts oder Gutachtens zu beachten sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a), insbesondere bei versicherungsinternen Stellungnahmen
(BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
)
.
Es ist einzig zu verdeutlichen
, bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind recht
sprechungemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 139 V 225 E. 5.2
; 135
V 465 E. 4.4
;
122 V 157 E. 1d
; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_459/2019 vom 1
1.
September 2020 E. 5.2.4
und 8C_618/2019 vom 1
8.
Februar 2020 E. 8.1
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im Wesentlichen
,
es sei auf die
kreisärztliche
Beurteilung
von
Dr.
Y._
abzustellen.
Das Ereignis vom 2
6.
Januar 2017
habe nicht zu
strukturellen Läsion
en, sondern bloss zu
einer vorübergehenden Ver
schlimmerung des pathologischen Vorzustandes
an der linken Schulter geführt.
Schon im Jahr 2016 sei eine Inhomogenität der
Supraspinatussehne
festgestellt worden.
Der
status
quo sine nach
Capusulitis
adhäsiva
sei am 2
3.
Mai 2018 erreicht
worden
.
Der behandelnde Rheumatologe
habe dies
am 2
2.
Juni 2018 b
estätigt.
Dass
die erste Kreisärztin
eine
Teilkausalität
bejaht habe,
sei nicht nach
vollziehbar, da sie selbst ausgeführt habe, die
Rotatorenmanschettenruptur
könne nicht frisch sein, sondern sei auf das
Impingement
zurückzuführen.
Die
zweite
Kreisärztin
habe
diese
Beurteilung
bloss
übernommen
.
Beide
Annotationen seien nicht beweiskräftig und vermöchten keine Zweifel an der auf eigener Unter
suchung basierenden Beurteilung von
Dr.
Y._
zu wecken.
Mangels
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfall und der Listenver
letzung
entfalle
die Prüfung einer Leistungspflicht nach
Art.
6
Abs.
2 UVG
(
Urk.
2 E. 4
;
Urk.
6
Ziff.
5
f.
).
Im Übrigen liessen sich die geklagten Beschwerden mit den erhobenen Befunden nicht vollständig erklären
;
eine Leistungspflicht für psychi
sche Beschwerden
sei
nach
dem als leicht zu qualifizierenden
Unfall
gestützt auf die Psycho-Praxis zu verneinen
(
Urk.
2 E. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen dafür,
Dr.
Y._
habe seine von früheren kreisärztlichen Einschätzungen abweichende Beurteilung der Unfallkausalität nicht begründet (
Urk.
1
Ziff.
1-6)
.
Es sei nicht schlüssig dargetan, dass der Seh
nenriss auch ohne
das
fragliche Ereignis eingetreten wäre.
A
ufgrund des zeitli
chen Ablaufs, wie er sich durch die bildgebenden Abklärungen ergebe,
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer unfallbedingten Ruptur der
Supra
spinat
u
ssehne
auszugehen
(
Urk.
1
Ziff.
8).
Es
liege
zudem
– wie in der Einsprache dargetan –
eine Listenverletzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG vor, wobei die Beschwerdegegnerin nicht nachgewiesen habe, dass
die Sehnenverletzung
vor
wiegend auf Abnützung ode
r Erkrankung zurückzuführen sei (
Urk.
1
Ziff.
7).
Da bereits bei leichten Zweifeln nicht auf versicherungsinterne Beurteilungen abge
stellt werden könne, bestehe Anspruch auf ein externes Gutachten (
Urk.
1
Ziff.
9).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer beruft sich vorab auf das Vorliegen einer Listenverletzung und damit die Anwendbarkeit von
Art.
6
Abs.
2 UVG, während die Beschwerde
gegnerin letzteres verneint.
Zwischen den Parteien zu Recht unbestritten ist, dass aufgrund der mittels
Arthro
-MRI vom 1
2.
April 2017
(Urk.
7/32/2)
hinreichend nachgewiesenen Komplettruptur der ventralen
Supraspinatussehne
und
der
Parti
alruptur der
Subscapularissehne
Listenverletzungen
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliegen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2019 vom 1
8.
Februar 2020 E. 6.2.3 und 6.2.4).
3.2
Gemäss
BGE
146
V
51
E. 9.1
hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fassung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein U
nfallereignis im Sinne von Art.
4 ATSG zurückzuführen, so ist er solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriteri
en des Unfallbe
griffs nach Art.
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für
eine Listenver
letzung nach Art. 6 Abs.
2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (
vgl. ferner auch Urteil des Bundesgerichts 8C_649/2019 vom
4.
November 2020 E. 5.2)
.
Wird
also
ein Unfallereignis nach
Art.
4 ATSG bejaht, fehlt es jedoch an einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen diesem und der Listenverletzung
bzw.
den noch geklagten Beschwerden, erübrigt sich damit auch eine Prüfung der Leistungspflicht nach
Art.
6
Abs.
2 UVG, jedenfalls solange kein anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage kommt. Erbringt der Unfallversicherer nämlich den Nachweis, dass das Unfallereignis keine
auch
nur geringe Teil
ursache der Listenverletzung bildet, ist damit zugleich erstellt, dass diese zu mehr als 50
%
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführe
n ist (vgl. BGE 146 V 51 E. 9.2 und
Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 2
9.
Mai 2020 E. 6.3).
3.3
In den Akten wird das Unfallgeschehen konstant
wie folgt
geschildert
: D
er Beschwerdeführer
rutschte
beim Aussteigen aus dem Zug auf Eis aus und
fiel
sinngemäss
auf die linke Körperseite
(etwa
Urk.
7
/
1 und 7/5)
. Wie sich aus dem Schreiben vom 1
3.
Februar 2017 ergibt, anerkannte die Beschwerdegegnerin von Beginn an einen Nichtbetriebsunfall (
Urk.
7/2). Mit anderen Worten bejahte sie ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und erbrachte ihre Leistungen gestützt auf
Art.
6
Abs.
1 UVG. Dar
a
n hielt
sie auch
in der
Verfügung vom 4.
Juni
2018 (
Urk.
7/122/1) und
im
angefochtenen
Einsprac
heentscheid
fest (
Urk.
2).
Dementsprechend monierte d
er Beschwerdeführer in
sein
er
Einsprache vom 17.
September 2018
,
die Beschwerdegegnerin habe «übersehen», dass eine Listen
verletzung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG vorliege. In diesem
Kontext
brachte er
aller
dings
einzig vor, ein Sehnenriss sei zweifelsfrei dokumentiert (Urk.
7/148/2
3). Nichts Anderes kann der Beschwerde entnommen werden (Urk.
1
Ziff.
7).
3.4
Dass
es sich
beim Sturz vom 2
6.
Januar 2017 um ein Unfallereignis im Sinne von
Art.
4 ATSG handelt, wurde vom Beschwerdeführer
also
nicht bestritten. Wie sich aus der vorstehenden Erwägung ergibt, erfolgte die Anerkennung einer Leistungspflicht aus
Art.
6
Abs.
1 UVG zudem zu
seinen
Gunsten, zumal sich die Beschwerdegegnerin damit nur noch von einer Leistungspflicht
für die weiterhin geklagten Beschwerden
befreien kann, wenn sie nachweist, dass mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit
auch
keine Teilursächlichkeit mehr gegeben ist
. Der Nach
weis, dass der Unfall bloss zu weniger als 50
% ursächlich ist
, genügt nicht
, dies gilt auch für den Nac
hweis, dass der Unfall keine au
ch nur geringe Teilursache der Listenverletzung ist (E. 3.2)
.
Der vorliegende Fall ist daher ausschliesslich unter dem Blickwinkel von
Art.
6
Abs.
1 UVG zu prüfen (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_649/2019 vom
4.
November 2020 E. 5.3 und 8C_412/2019 vom
9.
Juli 2020 E. 5.2).
4.
4.1
Hinsichtlich der Frage nach einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdeführer weiterhin geklagten Beschwerden und dem Unfall
ereignis vom 2
6.
Januar 2017 berichtete d
er von der
Beschwerdegegnerin beauf
tragte
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Chirurgie
,
am 1
7.
Februar 2017, der Beschwer
deführer habe einen Sturz auf glatter Unterlage beim Aussteigen aus dem Zug erlitten und danach selber wieder aufstehen können.
Zusätzlich zum
lumbosacra
len
Schmerzsyndrom liege eine mit dem Ereignis in Verbindung gebrachte Schmerzhaftigkeit des linken Schultergelenks vor. Aus Sicht des Ereignisses sei eine gravierende Verletzung des linken Schultergelenkes eher wenig wahrschein
lich; die Verschlechterung der Beweglichkeit habe zwar dort eingesetzt, scheine a
ber eher schleichend zu kommen
. Es bedürfe einer zeitnahen bildgebenden Untersuchung
, um traumatische Schäden am Gelenk bzw. eine Beteiligung der
Rotatorenmanschette
sicher auszuschliessen
(
vgl.
Urk.
7/5/4).
4.2
Zur
Abklärung dieser Problematik
wurde der
Beschwerdeführer
vom
Hausarzt an den Rheumatologen
Dr.
med.
A._
überwiesen
(
Urk.
7/15/2).
Dieser
diagnosti
zierte am 2
8.
Februar 2017
mitunter
eine Schulter
kontusion
mit konsekutiv
einer
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
tendinotica
links mit
Impingement
, wobei sich in der Ultraschalluntersuchung vom 27. Februar 2017 eine traumatische Ruptur der bereits vorgeschädigten
Supraspinatussehne
, eine
Tendinosis
der langen
Bi
z
epssehne
, eine Bursitis
subacromial
i
s
und eine aktivierte Schultereck
gelenksarthrose gezeigt hätten
. In der Zusammenfassung sprach Dr.
A._
von einer traumatisch bedingten PHS
tendinotica
links mit
Impingement
bei neu auf
getretene
r
Ruptur der
Supraspinat
u
sseh
ne
(
Urk.
7/9)
.
So war ihm
der Beschwerdeführer
bereits im Vo
r
jahr
zugewiesen worden,
weil er seit einem
Auffahrunfall
im Jahr 2011 über bewegungs- und belastungsinduzierte Schmerzen in der linken Schulter
geklagt hatte
.
Gemäss Bericht
von
Dr.
A._
vom 20.
Juni 2016 hatte sich i
n der Ultraschalluntersuchung vom 1
0.
Juni
2016
eine
P
HS
tendinotica
links mit
Impinge
ment
mit Bursitis
subacromialis
und
T
en
d
inosis
der leicht inhomogenen
Supraspinatussehne
sowie der langen
Bi
z
epssehne
gezeigt
. Für eine traumatische
Genese der Schulterbeschwerden hatten
sich
weder klinisch noch bildgebend
Hinweise
gefunden
. D
ie
Infiltration
hatte
sodann
zu einer
deutliche
n
Verbesserung der Schmerzen
geführt
(
Urk.
7/17).
Schon
im Herbst 2015 war der Beschwerdeführer
zudem
stationär in der Reha
klinik
B._
behandelt worden, nachdem ihm ein gefüllter Wassereimer auf den Kopf gefallen war
(
Urk.
7/18/1)
.
Gemäss
Austrittsbericht vom 13.
November 2015
zeigte sich
in der Zusammenschau der Symptome und Befunde eine dysfunktionale Krankheitsbewältigung so
wie eine depressive Symptomatik
. Prinzipiell
sei
denkbar, dass
die psychiatrische Symptomatik lediglich
eine neuro
degenerative
Erkrankung begleite. Diese könnte womöglich auch eine plausible Erklärung für einseitigen Muskelschmerzen der Schulter bieten. Die erheblichen Inkonsistenzen
in der
neurologischen Untersuch
ung
würden
eine
Diagnoseerhe
bung
aber
erheblich erschweren (
Urk.
7/18/4).
4.
3
Aus
diesen
Berichten
schloss
die Kreisärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Traumatologie,
am 25. März 2017
, die Ruptur der
Rotatorenmanschette
könne nicht frisch sein, sondern
sei
auf das mehrmals erwähnte
Impingement
zurückzuführen.
E
ine
Kontusion
sollte
nach sechs bis acht Wochen nicht mehr beschwerdeführend sein
.
Sie verlangte eine M
RI der Schulter, da Ultraschallbilder nur «live» eine Beurteilung erlaubten
(
Urk.
7/19).
Am 1
2.
April 2017
führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie sowie Nuklear
medizin,
eine MRT
Arth
r
ographie
des linken Schultergelenks durch.
Im Befund beschrieb er eine leichtgradige Arthrose des Schultereckgelenks bei Typ II
Akromion
, eine deutlich ausgedünnte ansatznahe ventrale
Supraspinatussehne
mit einer 3 mm breiten Komplettruptur, weitere gelenkseitige und einzelne
bursa
seitige
Einrisse der restli
chen
Supraspinatussehne
, eine 2 x
2 cm breite
intratendi
nöse
Ruptur im Übergangsbereich
von
Supra-
/
Infraspinatussehne
und einen 3
mm breiten partiellen gelenkseitigen Einriss am
Oberrand
der
Sub
scapularis
sehne
. Die restlichen Anteile der
Rotatorenmanschette
wie auch die
Rotatoren
muskulatur
beurteilte er als regulär mit
auch
regelrechtem Verlauf der proximalen
Bizepssehne
, intaktem Labrum und glatt
berandetem
glenohumera
lem
Knorpel (
Urk.
7/32/2).
Daraus
schlussfolgerte
Dr.
C._
am 1
9.
Mai 2017, eine Teilkausalität zwischen den geltend gemachten Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 26.
Januar 2017 sei wegen des Einriss
es
der
Subscapularissehne
zu bejahen. Die restlichen Befunde seien degenerativer Genese (
Urk.
7/34).
4.4
Im
B
ericht vom
3
1.
Mai 2017
warf
Dr.
A._
angesichts
des schwierigen Thera
pieverlaufs
bei
mittels
Arthro
-MRI
bestätigter
komplette
r
Ruptur der
Supra
spinatussehne
die Frage nach einer
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
auf
und wies den Beschwerdeführer
Dr.
med.
E._
, Chefarzt und Leiter der Schulter- und Ellbogenchirurgie Privatsprechstunde am Kantonsspital
F._
zu
(
Urk.
7/36)
.
Gefragt
na
ch einem adäquat kausalen Zusammenhang zwischen einer solchen Operation und dem Ereignis vom 2
6.
Januar 2017 antwortet
Dr.
C._
am
2.
Juni 2017
, die Beurteilung
[von
Dr.
E._
]
sei noch abzuwarten, wahrscheinlich ja (
Urk.
7/37).
Dr.
E._
diagnostizierte
am
1
7.
Juli 2017
(ebenso am 1
6.
Oktober 2017, Urk.
7/66)
eine
Supraspinatussehnenläsion
und
Tendinose
der langen
Bizep
s
sehne
links bei einem Status nach Sturz vom 2
6.
Januar 2017 und Schulter
, Rücken- und Beckenkontusion. Er berichtete
, der Beschwerdeführer zeige eine erhebliche funktionelle Einschränkung
sein
es linken Schultergelenkes bei doku
mentierter, subtotaler Läsion des
Supraspinatus
. Aufgrund des Alters müsse ihm eine Rekonstruktion empfohlen werden. Dies nicht zuletzt aufgrund der nun bereits sechsmonatigen «Pseudoparese», was ein schlechter prognostischer Faktor für eine erfolgreiche Behandlung sei. Die Gesamtsituation, insbesondere mit Parkinson,
sei
schwierig
(
Urk.
7/48/3).
Am
1.
September 2017 erklärte
d
ie
Kreis
ärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurochirurgie
,
zur von der Beschwerde
gegnerin
in diesem Zusammenhang
erneut
gestellten
Kausalitätsfrage,
von kreis
ärztlicher Seite
sei mit der
Subscapularis
sehne
bereits eine richtungsgebende Veränderung betreffend die
Rotatorenmanschetten
-Läsion der linken Schulter anerkannt. Eine Operation sei nicht geplant. Die
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struktion wäre
jedoch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt (
Urk.
7/49).
4.5
4.5.1
Am 2
0.
Oktober 2017 erfolgte
die
kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
Y._
.
I
h
m gegenüber klagte d
er Beschwerdeführer über eine deutliche Kraftminderung und Bewegungseinschränkung sowie Schmerzen im linken Schultergelenk. Er könne den linken Arm im Alltag kaum gebrauchen (
Urk.
7/63/3).
Dr.
Y._
diagnostizierte
unfallkausal
eine
Capsulitis
adhäsiva
rechts [richtig: links
, vgl.
Urk.
7/151
] bei traumatischer Gelenkkapselentzündung der linken Schulter nach einem Sturz am 2
6.
Januar 201
7.
Dazu erläuterte er,
dass
d
er
Beschwerde
führer
als Reinigungsmitarbeiter
wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit erreichen
könne
. Infolge der aktuell vorliegenden adhäsiven
K
apsulitis
sei eine Arbeitsun
fähigkeit
von 100 %
sowohl in
der
angestammten Tätigkeit wie auch am allgemeinen Arbeitsmarkt ausgewiesen
.
Eine
Verbesserung der Schultergelenks
beweglichkeit
trete regelhaft
12 Monat
nach
Auftre
ten der initialen Symptome ein.
Die vorge
schlagenen operativen Massnahmen stünden in keinem adäquat kausalen Zusammenhang mit dem Unfall, sondern seien auf Veränderungen der
Rotato
renmanschette
zu
folge
Abnützung
zurückzuführen. Die
B
eschwerden bestünden
gemäss Bericht der Rehaklinik
B._
bereits
seit Oktober 201
5.
Zudem würden
operative Massnahmen
keine Beschleunigung des Heilungs
prozesses bringen, sondern eine 12 Monate dauernde postoperative Rehabilitations
phase bewirken
(
Urk.
7/63/4).
4.5.2
Nach einer Besprechung mit dem Versicherten
und
dem
zuständigen
Sach
bearbeiter (
Urk.
7/115) hielt
Dr.
Y._
im Bericht
vom 2
3.
Mai 2018 fest,
gemäss Angaben des Beschwerdeführers
sei
es
gegenüber Oktober 2017 zu keiner Besserung der Funktion des link
en Armes gekommen; auch seien
die Schmerzen nicht so gering geworden, dass er die schmerzstillenden und entzündungs
hemmenden Medikamente hätte reduzieren können. Zwar sei die linke Schulter schon früher schmerzhaft gewesen, aber immer wieder gut geworden. Dies sei erst seit dem Unfall im Jahr 2017 nicht mehr so.
Infolgedesse
n konstatierte
Dr.
Y._
,
es ergebe sich keine Be
fundveränderung im Bereich des
linken Schultergelenks. Neu hinzugekommen
sei eine teigige Schwellung des Hand
rückens
, die
auf die Inaktivität des linken
Armes
im Sinne eines Stauungsödems zurückzuführen
sei
. Hinweise für eine traumatisch bedingte Gelen
kk
apsel
entzündung der linken Schulter bestünden nicht
(
Urk.
7/116/6).
Neben den
explizit
nicht unfallkausalen Diagnosen äusserte
Dr.
Y._
einzig den Verdacht auf eine Somatisierungsstörung (
Urk.
7
/116/6) und attestierte dem Beschwerdeführer unfallbedingt eine volle Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Von weiteren ärztlichen Behandlungen und Therapien sei keine namhafte Besse
rung des unfallbedingten Gesundheitszustandes zu erwarten (
Urk.
7/116/8).
Stets unter Bezugnahme auf den
erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
läuterte
er dazu,
der
in Zusammenschau der Befunde seit dem Jahr 2011 bestehende Schultergelenksschmerz
sei
auf Abnützung zurückzu
führen
;
der Unfall vom 2
6.
Januar 2017
habe
eine vorübergehende Ver
schlimmerung des Gesundheitszustandes herbeigeführt. Die minimale Ansatz
sehnenruptur sei nicht auf
den Unfall
zurückzuführen, da keinerlei muskuläre Atrophie bildgebend
dargestellt oder eine
Seh
nenretraktion feststellbar sei.
Fest
stellbar seien
z
ahlreiche
, auf Abnützung zurückzuführende
intraten
dinöse
Partialrupturen der
Rota
t
oremanschette
.
Durch die seit über
zwölf
Monaten r
egelmässig durchgeführte
Physiotherapie sei es zu keiner subjektiven oder objektiven Verbesserung der Funktionen gekommen, die regelmässige Einnahme von Medikamenten habe zu keiner
Beschwerdereduktion
geführt. Die geschilder
ten Beschwerden und gezeigten Einschränkungen stünden i
m
klare
n
Widerspruch zu den objektivierbaren Befunden.
Die im Haushalt dargestellte Hilflosigkeit bis hin zur Pflegebedürftigkeit stehe in keinem medizinisch erklärbaren Zusammen
hang zu
r
3 mm messenden
Rotatorenmanschettenruptur
.
Der Status quo sine nach Zerrung der
Rotatorenmanschettensehn
e
am 2
6.
Januar 2017 sei am 26.
Ja
nuar 2018 e
ingetreten; es gäbe aktuell keine Hinweise für das Vorliegen einer adhäsiven
Capsulitis
. Zu postulieren sei auch eine rasche Progredienz der bereits im Juni 2016 festgestellten Periarthritis
humeroscapularis
durch die du
rchge
führte
subakromiale
Kortis
oninfiltration
(
Urk.
7/116/7).
4.5.3
Im Rahmen der ergänzenden Fragen des Sachbearbeiters verneinte
Dr.
Y._
am 2
8.
Mai 2018 einen Kausalzusammenhang mit einem früheren Unfall. Ebenso verneinte er die Frage, ob das Ereignis vom 2
6.
Januar 2017 zu zusätzlichen strukturellen Läsionen an der Schulter geführt habe, die bildgebend nachweisbar seien. Es sei korrekt, dass die Unfa
llfolgen
im Beschwerdebild des Versicherten heute mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr spielten. Der Status sine quo sei aus somatischer Sicht am 2
3.
Mai 2018 erreicht
worden
(
Urk.
7/117).
4.6
Im
Bericht vom 2
2.
Juni 2018 führte
Dr.
A._
hierauf
aus,
dass
sofort nach dem Unfall vom 2
6.
Januar 2017 bewegungs- und belastungsinduzierte Schmerzen in der
linken Schulter sowie am
lumbo
sakralen
Übergang aufgetreten
seien
. Die Beschwerden im Lendenbereich hätten sich im Verlauf praktisch vollständig zurückgebildet. Indessen habe der Beschwerdeführer am 2
1.
Juni 2018 unverän
derte Beschwerden mit einer schmerzhaften funktionellen Einschränkung der linken oberen Extremität
geäussert.
Es gebe keine Hinweise für eine adhäsive
Kapsulitis
.
Impingement
-Zeichen und
Jobe
-Test seien positiv.
Die
vom Beschwer
deführer
verlangte funktionelle Ultraschallkontrolluntersuchung habe keine
neuen Erkenntnisse ergeben. Die am 2
1.
Juni 2018 erhobenen Befunde würden mit de
n
jenigen des
Arthro
-MRI vom 1
2.
April
2017 übereinstimmen.
Z
usammenfassend liege eine chronische PHS
tendinoti
c
a
links mit
Impingement
bei den in der D
iagnoseliste genannten Faktoren [gemeint: Bildbefunde] und dem Zustand nach Schulterkontusion vom 2
6.
Januar 2017 vor. Der Beschwerdeführer könne lediglich von einer operativen Sanierung der
Rotatorenmanschette
profi
tieren. Die Aussage von
Dr.
Y._
, dass keine somatische Erklärung für die Befunde vorliege, stehe somit im Widerspruch zu den bisherigen Bildbefunden. Bezüglich der Unfallkausalität sei die Beurteilung von
Dr.
Y._
vom 2
3.
Mai 2018 mit seiner heutigen Beurteilung, dass der Status quo sine bereits eingetreten sei, konkordant. Auch sei er mit der Aussage einverstanden, dass eine Fortsetzung der konservativen Massnahmen (ambulant oder stationär) keine namhafte Besse
rung der Beschwerden bewirken könne (
Urk.
7/131/2).
4.7
Dazu liess
Dr.
Y._
am 2
7.
Juni 2018 verlauten, er und
Dr.
A._
seien s
ich einig. Dieser berücksichtig
e lediglich die fehlende Unfallkausalität der somati
schen Beschwerden nicht. Dass eine Vielzahl somatischer Befunde vorliege, gehe aus den Untersuchungen hervor (
Urk.
7/133).
In einer weiteren Stellungnahme vom 1
8.
September 2018 zur Einsprache des Beschwerdeführers wies
Dr.
Y._
ferner
darauf hin, dass die tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnisse im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung am 2
0.
Oktober 2017 unfallbedingt anders hätten eingeschätzt werden müssen als in den vorangegangenen kreisärztlichen Untersuchungen. Dies unterstreiche die Notwendigkeit, Werti
gkei
t und Wichtigkeit der kreisärztlichen Untersuchung (
Urk.
7/151).
4.8
Der
Beschwerdeführer
wurde sodann
erneut bei
Dr.
E._
vorstellig, der eine
Rotatorenmanschettenläsion
links bei einem Status nach Sturz am 2
6.
Januar 2017 diagnostizierte. Er hielt fest, wenngleich die Schmerzen insgesamt leicht
regredient
seien und sich die Schulterfunktion unter Physiotherapie gebessert habe, bleibe eine relevante schmerzhafte Funktionseinschränkung. Von der Beschwerdegegnerin werde der Endzustand nach obgenannter Schulterverletzung als erreicht taxiert.
Eine Beurteilung der
Reparabilität
sei ohne weitere Bildge
bung nicht möglich
. D
ie letzte MRI-Untersuchung
liege
bereits eineinhalb Jahre zurück
(Urk. 7/138).
5.
5.1
Es
ist vorab festzuhalten, dass de
r
Austrittsbericht der Rehaklinik
B._
vom 1
3.
November 2015 sowie der
Bericht von
Dr.
A._
vom 2
0.
Juni 2016, basierend auf der Ultraschalluntersuchung vom 1
0.
Juni 2016,
eine symptomatische Vo
r
schädigung der linken Schulter
belegen
.
Daran änder
t
nichts, dass die Sympto
matik im Jahr 2016
dank
einer Infiltration wieder abklang
(vgl. E. 4.2)
.
5.2
Entgegen
der Ansicht des Beschwerdeführers
kann
nicht allein a
us der Chrono
logie der Bildbefunde
auf eine überwiegend unfallbedingte
Sehnenruptur
geschlossen werden. Eine solche «
post
hoc ergo
propter
hoc
»
-Argumentation ist rechtlich unzulässig
. So kann auch vorliegend aufgrund der
Tatsache, dass
im Abstand von acht Monaten
zwei
Ultraschalluntersuchungen der linken Schulter
durchgeführt wurden, höchstens
die Entstehung der Sehnenschäden auf diesen Zeitraum, nicht aber auf einen konkreten Tag
oder eine bestimmte Ursache
ein
gegrenzt werden.
Es
kommt hinzu, dass
im
Jahr
2016 eine Infiltration durchge
führt wurde, die gemäss
Dr.
A._
die Schmerzen linderte (vgl. E. 4.2), gemäss
Dr.
Y._
aber auch zu einer Progredienz der PHS führte
(vgl. E. 4.5.2)
. D
ie Schulterbeschwerden
rückten
zudem
e
rste einige Wochen
nach dem Unfall
vom 2
6.
Januar 2017
in den Fokus der
behandelnden Ärzte.
Für die Annahme einer unfallbedingten Sehnenschädigung bedürfte es daher
wie üblich
konkreter Indi
zien für ein Trauma in den Bildbefunden respektive den Nachw
eis eines Unfall
geschehens, das
hierfür geeignet ist.
5.3
Im Übrigen
kann
die Schultersonographie
zwar
als erstes Screening
der
Rotatoren
manschette
nüt
zlich sein
,
z
ur Abklärung von Operationsindikationen
ist sie
jedoch zu ungenau. Die Strukturen sind
sonographisch
nicht immer deut
lich zu erkennen und schwierig zu interpretieren. Die Zuverlässigkeit einer Sono
graphie ist weitgehend von der Erfahrung des Untersuchers abhängig (Alfred M
.
Debrunner
,
Orthopädie. Orthopädische Chirurgie,
4.
Aufl. 2002, S.
718 f.
und 726
).
Das Bundesgericht hat den
Beweiswert von Ultraschalluntersuchungen
dementsprechend
wiederholt
hinterfragt
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_562/2019 vom 1
6.
Juni 2020 E. 4 und 8C_
788/2010 vom
8.
Februar 2011 E.
8.2).
Indessen braucht
nach dem vorstehend Ausgeführten
nicht abschliessend beantwortet zu werden, ob sich mit der früheren
Ultraschalluntersu
chung
hinrei
chend
nachweisen lässt, dass
die
nach dem Unfall bildgebend
festgestellten Sehnenris
se am 1
0.
Juni 2016
tatsächlich
noch
nicht
vorhanden waren.
5.
4
Im
Mittelpunkt
der Kausalitätsbeurteilung stehen
die
mittels
Arthro
-MRI
der linken Schulter
vom 1
2.
April 2017 erhobenen Befunde
(vgl. E. 4.3).
Dr.
Y._
beurteilte
diese
allesamt als
nicht unfallkausal und den Status quo sine – unter Berücksichtigung einer am 2
0.
Oktober 2017 von ihm diagnostizierten, regelhaft bis zu einem Jahr ab dem Auftreten der ersten Symptome dauernden adhäsiven
Kapsulitis
(vgl. E. 4.5.1) –
ab dem 2
6.
Januar 2018 (vgl. E. 4.5.2) bzw. 2
3.
Mai 2018 (vgl. E. 5.4.3)
erreicht.
Eine ähnliche Diagnose hatte am 1
7.
Juli 2017 übrigens
auch
Dr.
E._
gestellt,
inde
m
er
auf
eine bereits sechsmonatige Pseudoparese hingewiesen hatte (vgl. E. 4.4).
Dabei
legte
Dr.
Y._
detailliert
dar, dass die minimale Ansatzsehnenruptur nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das fragliche Ereignis zurückzu
führen sei, da keinerlei muskuläre Atrophie bildgebend dargestellt oder eine Sehnenretraktion feststellbar sei
und zahlreiche degenerativ bedingte
intratendinöse
Partialrupturen bestünden
(vgl. E. 4.5.2).
Dem ist anzufügen, dass es das Bundesgericht
im
Urteil 8C_855/2018 vom 1
4.
März 2019 E. 6.2.1 als nach
vollziehbar erachtete, dass hinsichtlich einer partiellen
Supraspinatusläsion
vom Retraktionsgrad zwar auf das Alter der Ablösung der Sehne,
jedoch nicht
auf die Ätiologie des Sehnenrisses (degenerativ oder traum
atisch) geschlossen werden kann.
Im Übrigen
bestanden auch gemäss
Dr.
D._
(vgl. E. 4.3; «ausgedünnt
e
»)
und
Dr.
A._
(vgl. E. 4.
2 «vorgeschädigte», «
Impingement
»)
sichtliche Anzeichen für
vorbestehende
degenerative Veränderungen der
Supraspinatussehn
e
.
5.
5
Bezüglich
der weiteren fachärztlichen Berichte ist Folgendes festzuhalten:
Dr.
Z._
beurteilte
eine gravierende Verletzung des linken Schultergelenks auf
grund des Unfallgeschehens
von vornherein
als wenig wahrscheinlich
(vgl. E.
4.1
).
Ergänzend kann
auf die
S2e-Leitlinie "
Rotatorenmanschette
"
,
Register
nummer: 033-041, Version März 2017
,
der deutschen Arbeits
gemeinschaft der Wissenschaftlichen Me
dizinischen Fachgesellschaften [
AMWF
]
, S. 7
(abrufbar
im Internet
unter
www.awmf.org
)
hingewiesen werden. Eine entsprechende, spezielle Armhaltung ist im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
6.
Januar 2017 nicht dokumentiert.
Auch lässt die den medizinischen Akten zu entnehmende Klinik nicht auf einen für eine Unfallgenese typischen akuten Schmerzbeginn schliessen (Jan
Gessmann
/Matthias Königs
hausen/Thomas A. Schildhauer/Dominik Seybold, Abwägung oder doch harte Kriterien in der Begutachtung von Läsionen der
Rotatorenmanschette
, in: Trauma und Berufskrankheit 2016 [
Suppl
. 1], Berlin, Heidelberg 2016, S. 43), ist doch vielmehr von einer Schmerzzunahme in den Tagen nach dem Unfallereignis und nicht von einem akut einschiessenden Schmerz die Rede (
Urk.
7/7).
Dr.
C._
erörterte
, dass
eine
Schulter
kontusion
eigentlich
nach sechs bis acht Wochen
abgeheilt sein sollte
(vgl. E. 4.3)
und
Dr.
A._
bestätigte am 2
2.
Juni 2018
bei diagnostiziertem
Zustand nach Schulterkontusion am 2
6.
Januar 2017, fehlenden Hinweisen auf eine adhäsive
Kapsulitis
und positivem
Impingement
-Zeichen
,
dass der Sta
tus
quo sine einge
treten sei
(vgl. E. 4.6).
Dr.
E._
indizierte
mit seiner Diagnose einer
Rotatoren
manschetten
-
bzw.
Supraspinatus
sehnen
läsion
bei einem Status nach Sturz am 2
6.
Januar 2017
einen zeitlichen Konnex
, indessen
deutet nichts darauf hin
,
dass er sich mit der Kausalitätsfrage auseinander
gesetzt hätte
(vgl. E.
4.4 und
4.8)
.
Insoweit
stützen
die
se
akten
kundigen fachärztlichen Beurteilung
en
die
Ein
schätzung von
Dr.
Y._
, dass der fragliche
Unfall lediglich zu einer Schulter
kontusion
mit adhäsiver
Kapsulitis
führte, die nur eine vorübergehende Ver
schlimmerung der vor
bestehenden Schulterpathologie begründete.
5.
6
Anders als
durch die Darstellung des Beschwerdeführers
suggeriert, liegen bei genaue
r
Betrachtung allein in Bezug auf den von Dr.
D._
(vgl. E. 4.2) als «
geringgradig
» beurteilten
partiellen
Einriss der
Subscapularissehne
d
ivergierende kreisärztliche Kausalitätsbeurteilungen
von
Dr.
C._
(vgl. E. 4.3)
und ihr folgend
Dr.
G._
(vgl. E. 4.4)
vor
. Alle anderen Befunde
, folglich auch die Ruptur der
Supraspinatussehne
,
beurteilte
Dr.
C._
ebenfalls
ausdrücklich als degenerativer Genese.
Dabei
begründet
e
n
die Kreisärztinnen
nicht
, weshalb
sie einen
Kausalzusammenhang zwischen der Partialruptur der
Subscapularissehne
und dem Unfallereignis vom 2
6.
Januar 2017
bejahten
bzw. von einer richtungs
gebenden Verschlimmerung ausgingen
.
In der medizinischen Literatur
z
umindest
wird
festgehalten, dass nur ein isolierter Schaden der
Subscapularissehne
mit 71
%
vorwiegend traumatisch ist, wogegen bei globalen Defekten unter Einbezug der
Supraspinatussehne
eine Verletzungsfolge nur in 11 % der Fälle ange
nommen werden kann (Harald
Hempfling
/
Veit Krenn
, Schadenbeurteilung am Bewegungs
system, Band
2
: Meniskus, Diskus, Bandscheiben, Labrum, Ligamente, Sehnen, Berlin/Boston 2017
, S. 687).
In den
Eingaben
des Beschwerdeführers spielte
der Befund der
Subscapulari
s
sehne
übrigens
keine Rolle (
Urk.
7/148/2
Ziff.
2 c und
Urk.
2 Ziff.
1
3).
Dieser
ist denn auch von untergeordneter Bedeutung und
fand kaum Eingang in
die
fach
ärztlichen Beurteilungen
; die
Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
wurde
ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Komplettruptur der ventralen
Supra
spinatussehne
diskutiert
(vgl. E. 4.4
)
.
In der medizinischen Literatur wird
denn auch
darauf hingewiesen, dass k
leine Defekte
einer Sehne
in der Regel weder Beschwerden noch Symptome
verursachen
(Alfred M.
Debrunner
, a.a.O.
, S.
7
25) und bei Schädigung der
Supraspin
a
tussehne
mit Beteiligung der
Subs
c
apularis
sehne
klinisch d
ie
Supraspinatussehne
im Vordergrund
steht
, in
sbesondere wenn
Partialschäden der
Subs
c
apu
l
arissehne
vorliegen, diese hätten dann keine
n
w
esen
tlichen Einfluss auf die Schulter (Harald
Hempfling
/
Veit Krenn
,
a.a.O., S.
686).
5.
7
Insgesamt
vermögen die
Kausalitätsbeurteilungen
von
Dr.
C._
und Dr.
G._
keine auch nur geringen Zweifel an der Einschätz
ung von
Dr.
Y._
zu wecken, die er nach eigener Untersuchung des Beschwerdeführers abgab und sich mit der Einschätzung des behandelnden
Dr.
A._
deckt.
Eine richtungsge
bende Verschlimmerung
im Sinne einer durch den Unfall hervorgerufenen Sehnenschädigung
ist nicht ausgewiesen.
Dass die Unfallfolgen im Rahmen der Schulterkontusion
und adhäsiven
Kapsulitis
bei der Leistungseinstellung abge
heilt waren,
ist zwischen den Parteien und Ärzten unbestritten
.
6.
Zusammenfassend
lassen di
e bezüglich eines untergeordneten Befundes ohne Begründung und eigene Untersuchung abgegebenen früheren
kreisärztlichen
Ein
schätzungen keine Zweifel an der aktuellen versicherungsinternen Beurteilung
von
Dr.
Y._
aufkommen. Der
Status quo sine nach Schulterkontusion und adhäsiver
Kapsulitis
war im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
1.
Juli 2018 erreicht
. Die
noch bestehenden Beschwerden sind mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausschliesslich auf degenerative Veränderungen der Schulter zurückzuführen.
Die Beschwerdegegnerin ist
folglich
nicht mehr leistungspflich
tig
– weder nach
Abs.
1 noch nach
Abs.
2 von
Art.
6 UVG. D
ie Beschwerde ist
daher
abzuweisen.