# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9bbf4fcd-d8c7-5a78-a277-dd315a788e29
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene X._ war ab 2002 beim Alterszentrum Y._ als Pflegeassistentin mit einem Beschäftigungsgrad von 30 % angestellt und dadurch bei der Unfallversicherung Stadt Zürich obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. April 2015 war die Versicherte mit ihrem Alfa Romeo 147 auf der Z._ mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/h unter
wegs, als sie auf vereister Fahrbahn die Beherrschung über das Fahrzeug verlor und in der Folge zweimal mit der Mittel- und einmal mit der Seitenleitschranke kollidierte (Polizeirapport vom 21. April 2015 [Urk. 6/G013]; vgl. auch Scha
denmeldung vom 14. April 2015 [Urk. 6/G001]). Im Bericht des Spitals A._ vom 7. April 2015 über die Erstbehandlung vom 3. April 2015 wurde ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad II diagnostiziert und festgehal
ten, die Versicherte sei mit der Sanität zugewiesen worden
bei einem Glasgow-Coma-Skala Wert [GCS]
von 15 (Urk. 6/M003). Es wurde ein CT der HWS und des Schädels angefertigt (Urk. 6/M002). In der Folge wurde die Versicherte von
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, zu 100 % krank
geschrieben (Urk. 6/T005). Am 13. April 2015 unterzog sich die Ver
sicher
te einer Untersu
chung in der C._ (Urk. 6/M004), am 28. April 2015 wurde ein MRI der HWS am D._ erstellt (Urk. 6/M005). Im Bericht vom 24. Juni 2015 regte Dr. B._ eine erneute neurologische Überprüfung an (Urk. 6/M006). Die Unfallver
siche
rung
ka
m für die Heilkosten auf und erbrachte Taggeld
leis
tungen.
Am 25. Juli 2015 nahm die Versicherte ihre Arbeit nach unfallbedingter Absenz und Ferienbezug im bisherigen Pensum wieder auf (Urk. 6/T006).
Der beratende Arzt des Unfallversicherers, Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, nahm am 18. August 2015 eine Aktenbeurteilung vor (Bericht vom 18. August 2015 [Urk. 6/M007]). Mit Verfügung vom 25. September 2015 stellte die Unfallversicherung die Versi
cherungsleistungen per 15. September 2015 ein (Urk. 6/G016). Die von der Ver
sicherten dagegen erhobene Einsprache vom 20. Oktober 2015 (Urk. 6/J001) wies die Unfallversicherung mit Einspracheentscheid vom 16. November 2015 ab (Urk. 2 [= Urk. 6/J003]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 15. Dezember 2015 Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen weiterhin auszurichten (Urk. 1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2016 schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 20. Januar 2016 angezeigt wurde (Urk. 7). Mit Eingabe vom 8. Februar 2016 wies sich
Rechtsanwältin Susanne Friedauer
als Rechtsvertre
terin der Beschwerdeführerin aus (Urk. 8 und 9) und verlangte Akteneinsicht sowie die Durchfüh
rung eines zweiten Schriftenwechsels. Mit Verfügung vom 11. Februar 2016 wurden Rechtsanwältin Susanne Friedauer die Akten zuge
stellt, auf die Anord
nung eines zweiten Schriftenwechsels wurde jedoch ver
zich
tet, da ein solcher nicht erforderlich sei (Urk. 10). Am 16. März 2016 reichte
die Vertreterin der Beschwerdeführerin eine als „Replik/Stellungnahme“ bezeich
nete Eingabe (Urk. 13) sowie einen Bericht der Neurologie am Kreuzplatz zu den Akten (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.2.3
Diese Beweisgrundsätze gelten auch in Fällen mit Schleuderverletzungen der Halswirbelsäule, Schädelhirntraumata und äquivalenten Verletzungen. Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie dif
fuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
des
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur
tei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.4
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche der Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass dieser, solange er in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die vom Unfallver
si
che
rer beauf
tragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Ge
richt in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
(vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die Beschwerdeführerin habe ein leichtgradiges HWS-Distorsionstrauma erlitten. Alle erhobenen Befunde seien entsprechend unauffällig gewesen. Folgerichtig sei initial weder eine Arbeits
unfähigkeit attestiert noch eine Hospitalisation angeordnet worden. Eine erst später festgestellte minimale Diskushernie auf Höhe C6/7 sei aus ärztlicher Sicht nicht als unfallkausal beurteilt worden. Eine solche könne auch nur ausnahms
weise als unfallkausal gewertet werden. Der Umstand, dass Beschwerden erst
mals posttraumatisch aufträten, vermöge nach der Rechtsprechung nichts über die Ätiologie der Beschwerden auszusagen. Selbst wenn angenommen würde, es bestünde eine andauernde natürliche Kausalität, fehlte die Adäquanz, da kein einziges der erforderlichen Kriterien erfüllt wäre (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie leide noch immer unter unfallbedingten Beschwerden. Vor dem Unfall habe sie nie Beschwerden gehabt (Urk. 1). Es lägen organisch nachweisbare Unfallfolgen vor, zumindest aber das typische Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion, weshalb der na
türliche Kausalzusammenhang gegeben sei (Urk. 13 S. 4 f.). Der Endzustand sei noch nicht eingetreten und von den medizinischen Behandlungen (Physiothera
pie, Aufnahme einer Psychotherapie und einer multimodalen Schmerztherapie) sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und auch der Arbeitsfähigkeit
zu erwarten, weshalb kein Anlass für eine Adäquanzbeurteilung vorliege (Urk. 13
S. 6). Hinsichtlich der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs sei der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass das Kriterium ei
ner fortge
setzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung gegeben sei. Weiter sei das Unfallereignis eindrücklich gewesen und das HWS-Distorsions
trauma nicht bloss ein leichtes (Urk. 13 S. 7). Es sei sodann unverständlich, dass das Unfall
ereignis als mittelschwer eingestuft worden sei (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht des Spitals A._ vom 7. April 2015 (Urk. 6/M003) über die Erstbehandlung vom 3. April 2015 wurde ein kranio-zervikales Beschleuni
gungstrauma Grad II diagnostiziert und festgehalten, die Versicherte sei mit der Sanität zugewiesen worden
bei einem Glasgow-Coma-Skala Wert [GCS]
von 15. Sie sei beim Unfall mit dem Kopf zuerst gegen den Airbag und dann gegen die Kopfstütze geprallt. Den Personenwagen (PW) habe sie selbständig verlassen können. Bewusstlosigkeit, Amnesie, Kopfschmerzen oder Übelkeit hätten nicht bestanden. Die Versicherte habe auch nicht erbrechen müssen. Schmerzen habe sie nicht verspürt, abgesehen von einem leichten Ziehen rechts paravertebral auf Höhe der Halswirbelsäule. Das CT-Bild des Neurokraniums und der HWS vom Unfalltag habe keine ossäre Läsion und keine Blutung intrakraniell gezeigt (vgl. auch Urk. 6/M002). Die Versicherte sei bei unauffälliger klinischer und radiologischer Untersuchung wieder nach Hause entlassen worden unter dem Hinweis, dass sie sich bei Auftreten von akuten Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen oder sonstigen neurologischen Auffälligkeiten sofort wieder auf der Notfallstation vorstellen solle. Ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei für 3 Tage ausgestellt worden.
3.2
Im Bericht der
C._
vom 13. April 2015 (Urk. 6/M004
),
wo sich die Versicherte am 13. April 2015 wegen Kopf- und Nackenschmerzen, Fühlminderung und Schwächegefühl linke Hand/linker Arm sowie einem Tinnitus auf dem rechten Ohr im Liegen hat untersuchen lassen, wurde festgehalten, der klinisch-neurologische Befund sei initial gemäss Akten und aktuell unauffällig. Es bestünden schmerzhafte Triggerpunkte der Nacken
muskulatur. Im detailliert geprüften neurologischen Status hätten keine fokalen Defizite eruiert werden können.
3.3
Dr. med. F._, Facharzt für Radiologie und diagnostische Neuro
radiolo
gie, D._, berichtete am 29. April 2015 (Urk. 6/M005) über die am 28. April 2015 vorgenommene MR-Untersu
chung der HWS und führte aus, es bestehe eine geringgradig aktivierte, leicht
gradige
linksbetonte Unkovertebralarthrose im Segment C6/7 mit minimaler Diskus
hernie
am Eingang zum linken Neuroforamen, hier Kontakt zur Wurzel C7 links; eine diskale Verlegung des Neuroforamens liege jedoch nicht vor. Eine intermittie
rende Irritation von C7 links sei denkbar und würde die Klinik (in
termittierend sensible Störungen an den Fingern der linken Hand, D IV und D V betreffend) gut erklären.
3.4
Dr. med. B._ gab in seinem Bericht vom 24. Juni 2015 die von der Beschwer
deführerin geschilderten Symptome (unklare Hyposensibilität im linken Arm, Migräne) wieder, konnte bei der Befunderhebung aber lediglich muskuläre Verspannungen im Nacken feststellen. Er regte deshalb eine erneute neurolo
gi
sche Überprüfung an (Urk. 6/M006).
3.5
Der beratende Arzt Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, hielt in seinem Bericht vom 18. August 2015 über die Aktenbeurteilung fest, das Ereignis vom 3. April 2015 sei nicht richtunggebend gewesen. Es könne davon ausgegangen werden, dass bei der noch jüngeren Versicherten der Status quo ante 5 Monate nach dem Ereignis, also spätestens Mitte September 2015, erreicht sei (Urk. 6/M007).
3.6
Ab dem 7. September 2015 wurde der Beschwerdeführerin auf dem Unfallschein keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert (Urk. 6/T005; Eintrag von Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine Medizin).
4.
4.1
Nachdem die Beschwerdeführerin ihre Arbeit im bisherigen Pensum von 30 % am 25. Juli 2015 wieder aufgenommen hat (Urk. 6/T007) und ihr ab dem 7. September 2015 von den behandelnden Ärzten keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden ist (Urk. 6/T005; vgl. auch Urk. 14), erweist sich der Fallab
schluss per 15. September 2015 als rechtens.
4.2
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung. Dr. F._ erhob aufgrund der MRI-Untersuchung vom 28. April 2015 (E. 3.3) den Befund einer geringgradig aktivierten, leichtgradigen linksbetonten Un
kovertebralarthrose im Segment C6/7 mit minimaler Diskushernie am Eingang zum linken Neuroforamen, hier Kontakt zur Wurzel C7 links. Dr. F._ be
schrieb mithin einen degenerativen Zustand (Arthrose). Im Einklang dazu hielt auch Dr. H._ in ihrem – im Beschwerdeverfahren eingereichten – Bericht vom 13. November 2015 fest, es lägen geringe multisegmentale degenerative Wirbel
säulenveränderungen der HWS vor (Urk. 14 S. 2), welche nicht durch das versicherte Unfallereignis verursacht worden seien. So
dann konnte Dr. H._
die von Dr.
F._
vermutete Radikulopathie nicht mehr nachweisen. Sie hielt fest,
es bestehe weder eine Myelopathie noch eine Nerven
wurzelkompression noch eine traumatische Läsion (Urk. 13 S. 2). Auch konnte Dr. H._ keine
Bewegungseinschränkung der HWS mehr feststellen (Urk. 13 S. 3). Eine rich
tung
gebende Verschlimmerung eines Vorzustandes kann folglich ausge
schlossen werde
n.
Betreffend die Sensibili
tätsstörungen an der linken Hand schloss Dr. H._ sodann eine Unfallkausalität klar aus: Sie stellte die Diagnose „leichtgradige sensible Ulnarisneuropathie in Höhe des lin
ken Ellenbogens, Verdacht auf Kubi
tal
tunnelsyndrom, nicht auf Unfall zurück
zuführen“ (Urk. 14 S. 1) und führte aus, wegen der Latenz mit Auftreten circa eine Woche nach dem Unfall könne ein direkter Zusammenhang zwischen dem Unfall und den Sensibilitäts
stö
rungen nicht hergestellt werden (Urk. 14 S. 2).
Aus den aktenkundigen medizinischen Unterlagen und den Berichten der be
handelnden Ärzte geht somit hervor, dass den geklagten Beschwerden kein hin
reichendes unfallbedingtes organisches Substrat mehr zugrundeliegt. Schmerzen,
Druckdolenzen, klinisch feststellbare Bewegungseinschränkungen, Muskulatur
ver
härtungen und Verspannungen vermögen aber für sich allein kein klar fass
bares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen (vgl. etwa
Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. August
2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
4.3
Ob die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat zugrun
deliegt, in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten Unfaller
eignis stehen (was aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen wohl eher zu verneinen wäre), kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist – anders als bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adäquate Kausal
zusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/bb mit Hinweisen) – eine besondere Adäquanzprüfung vorzuneh
men.
Ob die Adäquanzprüfung nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verlet
zung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisierten Regeln zu erfolgen hat, kann offenbleiben, da auch die Beurteilung nach letz
terer Praxis – wie im folgenden zu zeigen ist – zur Verneinung der Adäquanz führt.
Die Unfallschwere des Ereignisses vom 3. April 2015 ist im Rahmen einer ob
jektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallge
schehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfallge
scheh
en nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adä
quanz
kriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine all
fällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- respektive gar Todes
folgen, die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bun
desgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1). Das Ereignis vom 3. April 2015 ist entgegen der An
sicht der Be
schwerdeführerin (Urk. 1 S. 2) höchstens als mittelschweres Ereignis
im engeren Sinne zu qualifizieren (vgl. die Kasuistik in den Urteilen 8C_624/2010
vom 3. Dezember 2010 E. 4.1.3 und 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 5.2.2).
Der zu beurteilende Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur Folge; die Beschwerdeführerin konnte das Fahrzeug denn auch problemlos selbständig verlassen (vgl. Urk. 6/M001 sowie Urk. 6/G013). Die Diagnose eines Schleuder
trau
mas, eines leichten Schädelhirntraumas oder einer schleudertraumaähn
li
chen Verletzung der Halswirbelsäule vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Bedeutsam können auch erhebliche Verletzungen sein, welche sich die versi
cherte Person beim Unfall neben dem Schleudertrauma zugezogen hat. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung betrifft in erster Linie aber die erfahrungsgemässe Eignung, eine intensive, dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata entsprechende Symptomatik zu bewir
ken. Allgemeiner Erfahrung entspricht, dass pathologische Zustände nach Ver
letzungen der Halswirbelsäule bei erneuter Traumatisierung stark exazerbieren können. Eine Distorsion einer bereits durch einen früheren Unfall vorgeschä
dig
ten Halswirbelsäule ist daher grundsätzlich geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom 16. Februar 2009 E. 4.4). Eine ent
sprechende Qualifikation der erlittenen Verletzung rechtfertigt sich indessen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom 6. November 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008 E. 7.3.2). Da die bildgebend festgestellten dege
ne
rativen Veränderungen an der unteren Halswirbelsäule im Zeitpunkt des Un
falls nicht symptomatisch waren und zu keiner Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit geführt hatten, ist nicht davon auszugehen, dass die Wirbelsäule der
massen erheblich vorgeschädigt war, dass das am 3. April 2015 erlittene kranio-zervikale Beschleunigungstrauma als Verletzung besonderer Art qualifiziert werden könnte. Damit ist das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung aber zu verneinen.
Ebensowenig liegt eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typi
schen Beschwerden vor; adäquanzrelevant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesent
lichen Unterbruch bestehen, wobei sich die Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007
vom 4. August 2008 E. 4.2). Da die Beschwerdeführerin - nach Bezug von Ferien
- ihre Arbeit bereits am 25. Juli 2015 wieder aufgenommen hat und sich die Behandlung im Wesentlichen auf Physiotherapie sowie eine Schmerzmedikation beschränkte, ist weder das Kriterium der erheblichen Beschwerden noch das
jenige der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_638/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweis). Schliesslich sind auch die Kriterien der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen sowie der erheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt (vgl. dazu auch die zutreffenden
Erwägungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, Urk. 2 S. 4 f.).
4.4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin für die vorliegenden Gesund
heitsbeeinträchtigungen mangels adäquaten Kausalzusammenhangs mit dem ver
sicherten Unfallereignis nicht über den 15. September 2015 hinaus leis
tungs
pflichtig. Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.