# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0edf39c6-6e7d-4300-a2ad-fe1d860c5fc4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978,
erlernte keinen Beruf und liess sich 2003 in der Schweiz nieder (Urk. 11/1/3-4).
Vom 15. bis zum 30. November 2005 war er als Hilfsverkäufer bei der
Y._
GmbH
angestellt (vgl. Urk. 11/11 und Urk. 11/13). In den Jahren 2006 bis 2009 arbeitete der Versicherte sodann ge
le
gentlich für die
Z._
GmbH (Verkauf, Service und Herstellung von Pizza; vgl. Urk. 11/83/1, Urk. 11/85 1-2).
Am
2
2.
Februar 2006
hat
te
er
sich
unter Hin
weis auf eine Hornhautentzündung mit Narben durch Herpesviren, bestehend seit 2004, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk.
11/1
)
.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tä
tigte medizinische sowie er
wer
bliche Abklärungen (Urk. 11/6 ff.)
. Nach
durch
geführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/
25-26
) wies sie
das Leistungsbe
geh
ren des Versicherten
mit Verfügung vom
4.
Juni 2007
ab (Urk.
11/27
).
Die da
gegen am
4.
Juli 2007 erhobene Beschwerde (Urk. 11/34/3) zog der Versi
cher
te am
5. Februar 2008 wieder zurück
, was die Abschreibung des Gerichtsver
fahrens mit
Verfügung
IV.2007.00
965
vom
1
4.
Februar 2008
zur Folge hatte (Urk. 11/
38
).
1.2
Am 2
4
.
November 2010
meldete sich
der
Versicherte erneut zum Bezug
einer Invalidenrente
an (Urk.
11/41
). Nach entsprechender Aufforderung
durch die IV-Stelle (Urk.
11/46
) reichte
der
Versicherte den medizinischen Bericht von Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom
1
2.
Januar 2011
ein (Urk.
11/47
).
Die IV-Stelle
holte weitere medizinische Berichte
(Urk. 11/
48-50)
sowie Stellungnahmen ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
;
Urk.
11/51/2-3) ein. Mit Vorbescheid vom
6.
Mai 2011 stellte sie dem Versicherten die Ab
weisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 11/
53). Am 1
6.
Juni 2011 ver
fügte sie im angekündigten Sinne
(Urk. 11/
57). Diese Verfügung blieb unange
fochten.
1.3
A
m
2
6.
Oktober 2011
erfolgte eine weitere Anmeldung de
s
Versicherten bei der Invalidenversicherung (Urk.
11/62
).
Auf dieses Leistungsbegehren trat die IV-Stelle n
ach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
11/65-66
) mit Verfügung vom
2
4.
Januar 2012
nich
t ein (Urk.
11/67
).
Diese Verfügung blieb ebenfalls un
angefochten.
1.4
Am 7. Mai 2014 erstattete die
B._
AG den
ophtalmolo
gi
schen
Bericht vom 7. Mai 2014 (Urk. 11/73 = Urk. 11/78) und am 2. Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/79). Am 25.
August 2014 (vgl. Urk. 11/82) reichte der Beschwerdeführer ergänzende Unter
lagen zu seinen
persönlichen Verhältnissen ein (Lebenslauf, Scheidungs
urteil; Urk. 11/83-84). Die IV-Stelle liess einen Auszug
aus
d
em indi
viduellen Konto erstellen (IK-Auszug; Urk. 11/85/1-2)
und liess
d
en RAD am
4.
Oktober 2014 Stellung nehmen (Urk. 11/86/2-3).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
Oktober 2014 stellte sie dem Versicherten die Abweisung seines neuen Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 11/87).
Am 2
4.
November 2014 verfügte sie im angekündigten Sinne (Urk. 11/89 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
der
Versicherte am
9.
Januar
2015 Beschwerde
mit
dem sinngemässen Antrag auf Zusprechung einer Invalidenrente
.
In prozessua
ler Hinsicht ersuchte
er
zudem
um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
(Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom
4.
März 2015 (Urk. 7) reichte
er
weitere medizi
nische Berichte ein (Urk. 8/1-2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer
Be
schwerdeantwort vom
1
8.
März
2015 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 10)
.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
9.
März
2015 wurde
dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Prozessführung gewährt und
es
wurde
ihm
eine
Kopie der
Be
schwerdeantwort zur Stellungnahme (Replik)
zugestellt (Urk. 1
2
)
.
Mit Schreiben vom 1
6.
Dezember 2015
(Urk. 15)
reichte
der Beschwerdeführer
einen weiteren Arztbe
richt ein (Urk. 16), welcher der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme unterbreitet wurde (Urk. 17). Diese verzichtete jedoch am 1
8.
Januar 2016
da
r
auf (Urk. 18), was
dem Beschwerdeführer
am 2
0.
Januar 20
16 mitgeteilt wurde (Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind
.
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, seit ihrem letzten Entscheid sei keine wesentliche Verschlechterung eingetreten. Die korrigierten
Visuswerte
hätten sich sogar leicht verbessert. Eine
angepasste Tätigkeit ohne Staub-, Gas- und starke Lichtexpositionen, ohne Bild
schirmarbeit und ohne Beschäftigungen in der Dunkelheit oder bei welchen ein Fahr
zeug zu lenken sei, sei ihm weiterhin zeitlich uneingeschränkt zumutbar (Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort fügte sie an, im Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung hätten nur Arztberichte vorgelegen, welche keine neue
n
Funktionseinschränkungen vorgebracht hätten. Somit sei von einer unverän
derten Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen (Urk. 10).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vor,
sein Gesundheitszu
stand habe sich seit der letzten Anmeldung
bei der Invalidenversicherung
wes
entlich verschlechtert (Urk. 1 S. 3). In seiner Eingabe vom
4.
März 2015 führte er präzisierend aus, die Sehfähigkeit habe sich wesentlich verschlechtert und es sei eine
Chronifizierung
eingetreten. Er gelte als sehbehindert (Urk. 7).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März
2010
,
E.
1 mit Hinweisen)
, mithin die Verfügung vom
1
6.
Juni 2011
(Urk. 11/
57
).
Diese Verfügung basierte auf folgenden Entscheidungsgrundlagen:
Im Juli und August 2010 erfolgten Nachkontrollen bei rezidivierenden
Herpes
k
eratitiden
im
Spital C._
, Augenklinik (Bericht vom 17. August
2010, Urk. 11/50/2-3).
Der Arzt hielt fest, bezüglich der
Herpesin
fektion
zeigten sich beidseits ruhige Verhältnisse. Der
Fernvisus
habe rechts auf 0,8 angehoben werden können, links bleibe er bei 0,
5.
In die Nähe könne
d
er
Beschwerdeführer
problemlos ohne Korrektur lesen. Zurzeit sei er aus nicht-me
dizinischen Gründen arbeitslos (Urk. 11/50/2-3).
Der Hausarzt
Dr.
A._
berichtete am 1
2.
Januar 2011, der Beschwerdeführer leide seit 2007 an zunehmenden zervikalen Schmerzen bei
Z
ervi
k
alsyndrom
sowie
Lumboischialgien
links mehr als rechts. Radiologisch fänden sich
spon
dyl
arthrotische
Veränderungen
. Zudem befinde sich der Beschwerdeführer in ophthalmologischer Kontrolle (
Urk. 11/47
).
Dem Bericht des medizinisch
-
radiologischen Instituts vom 1
1.
Februar 2011 ist zu entnehmen, die Lendenwirbelsäule des Beschwerdeführers sei dehydriert.
An den Bandscheiben L1/L2, L4/L5 sowie L5/S1 seien entsprechend beginnende de
generative Veränderungen ohne Hinweise für eine
Protrusion
mit Duralsack- oder
Spinalnervkompression
zu erkennen. Eine
foraminelle
oder
Spinalkanals
tenose
liege nicht vor. Am
thorakolumbalen
Übergang sowie
an
den miterfass
ten
Illiosakralgelenken
finde sich ein normaler Befund. Die Halswirbelsäule stelle sich mit mässiger
Chondrose
C5/C6 und degenerativen Veränderungen der Bandscheibe sowie einer leichten zirkulären Erschlaffung mit geringer
Dural
sackeindellung
dar. An den übrigen Bewegungssegmenten sowie am
Myelon
finde sich
ebenfalls
ein normaler
Befund (
Urk. 11/50
/1).
Am
5.
April 2011 erstattete
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie,
Rheuma- und Reha-Zentrum
E._
, Bericht über den Beschwerdeführer. Er diagnostizierte ein lumba
l und zervikal betontes
Panvert
ebralsyndrom
bei leichter Fehlhaltung der Wirbelsäule, bei fehlendem Nachweis einer
Neu
rokompression
sowie fehlenden Hinweisen auf eine
Spondylarthropathie
(Urk. 11/50/4).
Ferner führte er aus, für die den Beschwerdeführer offenbar sehr störenden und hartnäckigen Rückenbeschwerden finde sich kein eindeutiges struk
turelles Substrat
. Es sei wichtig, den Beschwerdeführer baldmöglichst wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren. Aufgrund der aktuellen Befunde könne er keine Arbeitsunfähigkeit attestieren (Urk. 11/50/4-5).
Dr.
med.
F._
, Praktische Ärztin und Vertrauensärztin, RAD, hielt am
4.
Mai 2011 fest, aus den vorliegenden rheumatologischen und op
h
thalmolo
gischen Arztberichten und den darin enthaltenden Diagnosen lasse sich kein Gesundheitsschaden ableiten, der aus versicherungsmedizinischer Sicht eine län
ger
fristige oder dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnte
(
Urk. 11/51/3
).
3.2
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung präsentierte sich die Aktenlage wie folgt:
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Ophthalmologie,
B._
AG, nannte in ihrem Bericht vom
7.
Mai 2014 als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende Herpeskeratitiden
beidseits, eine
Ps
eudophakie
(Kunstlinse) rechts sowie zentrale dichte Hornhautnarben links
(Urk. 11/
73
/1). Sie hielt fest, die
Visusminderung
betrage korrigiert rechts 0,5 und links 0,
4.
Der Beschwerdeführer leide an einer chronischen Hornhaut- und Bin
dehautentzündung sowie einer Irritation bei rezidivierenden Herpeskeratitiden bei häufigen Rezidiven trotz maximaler Therapie. Dadurch habe er starken Trä
nenfluss, Schmerzen und eine Rötung. Es sei ihm keine Arbeit zumutbar bei erfor
derlicher
Visusleistung
von mehr als 0,5, bei Staub, Ga
s oder starker
Licht
exposi
tion
. Ebenso sei ihm keine Bildschirmarbeit zumutbar, es bestehe keine Fahrtaug
lichkeit sowie keine Arbeitsfähigkeit in der Dunkelheit
(Urk. 11/
73/2).
Eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit
sei ihm während drei bis vier Stunden pro Tag zu
mutbar
(Urk. 11/
73/3
-4
).
Med.
pract
.
H._
,
Facharzt
für Arbeitsmedizin, RAD,
hielt in seiner Stellungnahme vom
4.
Oktober 2014 fest, im Vergleich zum Jahr 2006, als beid
seits ein korrigierter
Fernvisus
von 0,25 und dabei eine volle Arbeitsfähigkeit für Arbeiten ohne erhöhte Staub- oder Lösungsmittelexposition bestanden habe, habe sich der korrigierte
Visus
verbessert. Somit sei von einer unveränderten Leistungsfähigkeit auszugehen
(Urk. 11/
86/2-3)
.
3.3
Nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung
führte
Dr.
G._
am 28. Feb
ruar 2015
(deckungsgleich mit dem Bericht von Dr.
G._
vom 1. Dezember 2015; Urk. 16)
aus,
die Sehschärfe (
Visus
) habe sich seit dem Jahr 2006 eindeutig verschlechtert. Aktuell betrage er bestkorrigiert rechts 0,5 und links 0,2
5.
Erschwerend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer bei beidseitigen chro
nisch-rezidivierenden Herpeskeratitiden eine zunehmende
Vernarbungs
ten
denz
und aufgrund derer eine Zunahme der Hornhautverkrümmung mit starker Unregelmässigkeit des Hornhautepithels aufweise.
Aufgrund der hohen und pathologischen Seitendifferenz (
Anisometropie
)
entstünden
Netzhaut
abbildungen
von unterschiedlicher Grösse und damit verbunden massive Störungen des
Binokularsehens
, welche eine starke Brillenunverträglichkeit verursachen würden. Wegen der massiven Unregelm
ässig
keiten
d
er
Hornhaut
oberfläche
bestehe auch eine Kontaktlinsenunverträglichkeit (Urk. 8/2 S. 1).
Die tatsächlich brau
ch
bare Sehleistung könne daher nur als die
unkorrigierte
Sehschär
f
e definiert werden, welche pro Auge bei 0,16 liege. Im Jahr 2006 habe der
unkorrigierte
Visus
noch 0,4 (rechts) beziehungsweise 0,3 (links) betragen, womit eine
wesentliche und dauerhafte
Verschlechterung vorliege.
Darüber hinaus seien die Infektionen nun
mehr nicht nur sporadisch auftretend, sondern es bestehe ein chronisch-rezidi
vierender Zustand bezüglich der beidseitigen Herpeske
ratitiden. Diese
r
werde von progredi
enten Hornhautnarben begleitet
, woraus zunehmende
Horn
hautepithel
unregelmässigkeiten
, eine progrediente
Astigatismusentwicklung
,
Blendungs
emp
findlichkeit
,
Visusminderung
sowie
Sehhilfenuntauglichkeit
resul
tierten
. Mit der
Visusminderung
auf 0,16 pro Auge sei die Lesefähigkeit, welche einen
Mindest
visus
von 0,4 voraussetze, stark eingeschränkt. Der Beschwerde
führer sei nicht fahrtauglich und bei der deutlichen Hornhautvernarbung liege eine deutlich erhöhte Blendung am Computer oder Gegenlicht vor. Beidseits liege eine erhöhte Reizbarkeit der Augen vor, sodass eine Exposition mit Gasen, Staub, trockener Umgebungsluft, starker Kälte oder Hitze gemieden werden müsse
. Die bisherige Tätigkeit könne aus medizinischer Sicht nicht mehr ausgeübt werden. Aufgrund einer insgesamt schlechten Prognose sei eine Wiedereingliederung in dieses Tätigkeitsfeld nicht zumutbar und schädigend. Bei Reaktivierung der ge
nannten Infektion infolge Fremdexposition sei eine weitere Vernarbungstendenz der Horn
haut mit Progredienz der
Visusminderung
zu erwarten
(Urk. 8/
2 S. 2). Der Beschwerdeführer gelte als sehbehindert
(Urk. 8/
2 S. 3).
4.
4.1
Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbegehren ein, hat sie gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollstän
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des Einspracheentscheides ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war.
4.2
Aus rheumatologischer Sicht wurde keine Verschlechterung geltend gemacht
und es ergeben sich auch sonst keine Anhaltspunkte dafür
, weshalb das Augen
merk auf die
geltend gemachte
Verschlechterung der Augen zu le
gen ist.
Bei Erlass der Verfügung im Juni 2011
betrug der
Fernvisus
laut dem Bericht des
Spitals C._
vom 1
7.
August 2010
unkorrigiert
0,2 rechts und 0,25 links. Durch ausgedehntes
Refraktionieren
konnte der
Visus
rechts auf 0,8 und links auf 0,5 korrigiert werden. Ein ausgiebiger Brillen-Trageversuch
war
gut to
leriert worden (Urk. 11/50/2-3).
Dem Bericht von
Dr.
G._
vom
7.
Mai 2014 ist demgegenüber zu entnehmen, der
korrigierte
Visus
betrage rechts 0,5 und links 0,4 (Urk. 11/73/2), womit eine Verschlechterung der Sehkraft vorliegt.
Der RAD verneinte eine Verschlechterung, indem er den korrigierten
Visus
mit dem im Bericht der
Augenklinik
vom 2
0.
März 2006 genannten verglich (Urk. 11/86/2-3). Laut
letztgenanntem Bericht lag am 6.
Dezember 2005 ein
unkorrigierter
Fernvisus
von 0,7-0,8 (rechts) beziehungs
weise 0,6 (links) vor, und am 1
6.
März 2006
ein mit eigener Brille korrigierter
Fernvisus
von 0,25-0,3 (rechts) beziehungsweise 0,25 (links; Urk. 11/7/2). Dass der korrigierte
Visus
drei Monate später massiv schlechter
ausfiel als der
un
korrigierte
Visus
drei Monate zuvor, erweckt Zweifel entweder an der Richtig
keit des Berichts oder an der Tauglichkeit der eigenen Brille des Beschwerde
führers.
Hinzu kommt, dass aufgrund der aktuellen Berichte klare Anhalts
punkte für eine
Verschlechterung bestehen.
Nachdem die IV-Stelle auf di
e Neu
anmeldung eingetreten war, hatte sie den Sachverhalt vollständig abzuklären
(vgl.
E.
4.1 vorstehend)
. D
adurch, d
ass sie bei diesen Umständen trotz der dokumentierten Verschlechterung der Seh
kraft
keine weiteren Abklärungen tätigte, verletzte sie die ihr obliegende Untersuchungspflicht respektive kann ihre Ver
neinung des Rentenanspruchs
gestützt auf die RAD-Stellungnahme
vom
4.
Oktober 2014
nicht nachvollzogen werden.
Dass sie nicht ohne Weiteres ge
stützt auf den Bericht von
Dr.
G._
eine Rente zugesprochen hat, ist hin
gegen nicht zu beanstanden, zumal die zeitliche Einschränkung der Erwerbs
fähig
keit auf rund 50
%
nicht nachvollziehbar begründet wurde (vgl. Urk. 11/
73)
.
Vielmehr wäre
die IV-Stelle
dazu angehalten gewesen,
zu prüfen, ob die sich aus dem Vergleich mit dem Bericht
des
Spital
s
C._
vom 1
7.
August 2010
(Urk. 11/
50/2-3
) ergebende Verschlechterung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen. Dazu wäre
ophthalmologisch ab
zuklären
gewesen
, mit welchen qualitativen und zeitlichen Einschränkungen dem Beschwerdeführer eine Erwerbstätigkeit
noch
zumutbar war. Hinzu kommt, dass zwischen dem Bericht von
Dr.
G._
vom 7. Mai 2014 und jenem vom 28. Februar 2015 eine Kontaktlinsen- und Brillenunverträglichkeit
aufgetreten ist respektive sich verschärft hat (vgl. E.
3.3 vorstehend). Möglicherweise lag diese im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 2
4.
November 2014 bereits vor, sodass sie ebenfalls
zu eruieren und
zu berücksichtigen gewesen wäre.
Da die IV-Stelle den Sachverhalt ungenügend festgestellt und das Rentenbegehren ohne
eingehende
materielle Prüfung abgelehnt hat, ist die Angelegenheit zur weiteren Abklärung sowie zur neuen Entscheidung an die
se
zurück
zuweisen (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer]
;
Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003, E. 5.2).
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückwei
sung der Sache an die Verwaltung zur weiteren
Abklärung und neuen Verfü
gung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2),
weshalb
der
die
die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Der Beschwerdeführer beantragte
zudem
sinngemäss eine Prozessentschädigung (Urk. 1 S. 2 Antrag Nr.
4). Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öf
fent
lichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden.
Gleiches
gilt für den Fall,
dass
die Vertretung durch eine Institution der öffent
lichen Sozialhilfe übernommen wird (BGE 126 V 11
, Regeste
;
Wilhelm, in: Ge
setz über das Sozialversicherung
sgericht des Kantons Zürich, 2.
Aufl. 2009, N 4
zu
§
34
GSVGer
)
. Der durch die Sozialen Dienste der Stadt Zürich vertretene Beschwerdeführer hat daher keinen Anspruch auf Prozessentschädigung.