# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18ba34ce-c3ca-4cdf-b2bb-7128cb3c600e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, arbeitete ab 2
7.
März 2017 als Handlanger im
Gerüstebau
bei der
Y._
, Zürich, und war über die Arbeit
geberin bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als ihm am 3
0.
Mai 2017 ein Teil eines Baugerüstes auf die linke Körperseite fiel. Der Versicherte zog sich dabei eine
gering dislozierte
Fraktur des
Akromions
links und Kontusionen im Bereich der linken Körperseite
sowie ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
zu (
Urk.
8/2, 8/23). Am Unfalltag erfolgte die notfallmässige Einlieferung des Versicherten ins
Z._
, wo er bis 2
2.
Juni 2017 hospitalisiert war (vgl. Austrittsbericht
vom 2
1.
Juni 2017,
Urk.
8/23)
.
A
nschliessend
unterzog er sich
bis 2
6.
Juli 2017 einem
stationären
Rehabilitationsaufenthalt in der
A._
(vgl.
Urk.
8/34). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl. unter anderem:
Urk.
8/128). Am 2
5.
Juli 2017 fand eine kreisärztliche
otoneurologische
Unter
suchung statt (
Urk.
8/37), am
2.
November 2017 ein Gespräch mit dem zustän
digen Aussendienstmitarbeiter der Suva (
Urk.
8/62) und am 1
5.
März 2018 eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Chirurgie (
Urk.
8/97). Mit Verfügung vom 1
4.
August 2018 teilte die Suva dem Versicherten
die Einstellung der Versicherungsleistungen per 3
1.
August 2018 mit (
Urk.
8/124). Die Einsprache des Versicherten (
Urk.
8/131) wies die Suva n
ach Eingang weiterer medizinischer Berichte (
Urk.
8/137,
8
/141-142)
und Einholung einer Stellung
nahme
des
Kreisarzt
es
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
vom
1
5.
Novem
ber 2018
(
Urk.
8/144) m
it
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Juli 2019
ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Grimmer, am
1.
November 2019 Beschwerde und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere seien ab dem
1.
September 2019 (gemeint
wohl:
1.
September 2018) weiterhin Taggelder basierend auf einer vollen Erwerbs
unfähigkeit auszurichten. Eventualiter sei ihm mit Wirkung ab
1.
September 2019 (gemeint wohl:
1.
September 2018) eine Invalidenrente und eine Integritätsen
t
schädigung zuzusprechen;
subeventualiter
sei der Beschwerdeführer von einem jeweils unabhängigen Facharzt neurologisch, rheumatologisch und psychiatrisch zu begutachten. Prozessual ersuchte er um Wiederherstellung der Beschwerdefrist (
Urk.
1 S. 2 f.). Mit Verfügung vom
5.
November 2019 wurde der Beschwerde
gegnerin die Möglichkeit zur Stellungnahme zum prozessualen Antrag des Be
schwerdeführers eingeräumt (
Urk.
5
), worauf diese mit Eingabe vom 1
9.
Novem
ber 2019 unter Einreichung der
einverlangten
Akten verzichtete (
Urk.
7, 8/1-165). Mit Verfügung vom
6.
Dezember 2019 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist gutgeheissen und
die Rechtzeitigkeit der
Beschwerde vom
1.
November 2019
festgestellt
(
Urk.
9). In der Beschwerdeantwort vom
3.
Januar 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfüg
ung vom
6.
Januar 2020
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
12). Am 2
7.
Januar 2021 liess der Beschwerdeführer zwei weitere ärztliche Berichte einreichen (
Urk.
13
,
14/1-2), welche der Beschwerdegegnerin mit Schrei
ben vom
1.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde
n
(
Urk.
15).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 3
0.
Mai 2017 und damit bereits unter Geltung der ab
1.
Januar 2017 geltenden Normen
ereig
net.
1.2
Die Beschwerdegegnerin hat die rechtlichen Grundlagen im angefochtenen Ent
scheid betreffend den für die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallver
siche
rers (
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, UVG) erfor
derlichen natürlichen
Kausalzusammenhang
(BGE
129 V 177 E. 3.1
)
zutref
fend wiedergegeben.
Richtig sind auch die Erwägungen zur überdies erforderli
chen Adäquanz des Kausalzusammenhangs im Allgemei
nen (vgl. auch BGE 129 V 177 E
. 3.2
, 125 V 461 E
. 5a mit Hinweisen) sowie bei psychischen Unf
allfolgen (BGE 115 V 138 ff. E
. 6) und Unfällen mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), Schädel-Hirntrauma oder gleichgestellter Verletzung (BGE
134 V 109 ff.;
117 V 359, 369; SVR 1995 UV
Nr. 23 S. 67 E-
2)
mit Einschluss der Rechtsprechung zur Abgrenzung der Anwendungsbereiche dieser beiden Vo
rgehensweisen (BGE 127 V 103 E
. 5b/
bb
, 123 V 99 E. 2a, Urteile des Bundesgerichts 9c_957/2008 E. 4.2, 8C_318/2013 vom 1
8.
September 2013 E. 5.1
).
Darauf wird
verwiesen.
1.3
Zu ergänzen ist,
dass der Fall nach Gesetz und Rechtsprechung unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen ist, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl.
Art. 19
Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_88
8/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1,
8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.4
Nach
der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versi
che
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin bestritt eine über den 3
1.
August 2018 hinausdauernde Leistungspflicht im angefochtenen Entscheid und der Beschwerdeantwort vom
2.
Januar 2020 im Wesentlichen mit der Begründung, dass beim Beschwerde
füh
rer gemäss medizinischer Aktenlage über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus keine organisch hinreichend nachweisbaren unfallkausalen Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen hätten. Insbesondere gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
C._
sei erstellt, dass sich anhand der multiplen Untersuchungsverfahren in Bezug auf Hörvermögen und Gleichgewichtsorgan kein pathologischer Befund ergeben habe und dass eine Diskussion
zu einer
posttraumatische Epi
lepsie mangels objektiven
Befundes eines Schädelhirntraumas nicht angezeigt sei. Vielmehr lägen beim Beschwerde
führer nur noch rein psychosomatische Beschwerden vor, wobei die Adäquanz
prüfung gemäss BGE 115 V 133 zur Verneinung einer Leistungspflicht führe (
Urk.
2 S. 10 ff.). Nachdem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheit
s
zu
standes mehr zu erwarten gewesen sei, sei
en
der Fallabschluss und damit auch die Adäquanzprüfung per 3
1.
August 2018 zu Recht erfolgt (
Urk.
11 S. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich dagegen im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass er durchaus an organischen Unfallfolgen leide, sei doch das Vorliegen einer posttr
aumatischen vestibulären Migrän
e
w
ie auch einer posttraumatischen Epi
lepsie
überwiegend wahrscheinlich erstellt. Sodann habe es die Beschwerdegeg
nerin unterlassen, den Fall umfassend, mithin im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung abzuklären, was angesichts berechtigter Zweifel an den versiche
rungsinternen Beurteilungen angezeigt gewesen wäre. Sollte das Gericht w
ider Erwarten zum Schluss gelangen
, es lägen einzig Beschwerden psychischer oder psychosomatischer Natur vor, wäre von einem mittelschweren Unfall im Grenz
bereich zu den schweren Unfällen auszugehen, was angesichts der körperlichen Dauerschmerzen, der langdauernden physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit und der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zur Bejahung der Adäquanz führe. Seit dem Unfall bestehe sodann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätig
keit und die Heilbehandlung sei noch nicht abgeschlossen, weshalb der Fallab
schluss zu früh erfolgt sei (
Urk.
1 S.
7 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aus dem Unfall vom 3
0.
M
ai 2017 über den 3
1.
August 2018
hinaus Anspruch auf Leistungen der obligato
rischen Unfallversicherung hat. Dabei umstritten ist einerseits das Vorliegen
organisch nachweisbarer Unfallfolgen,
andererseits
der Zeitpunkt des Fallab
sc
hlusses sowie
der rechtserhebliche Zusammenhang zwischen den noch geklag
ten Beschwerden und dem Unfallereignis.
3.
3.1
Gemäss Anamnese im Austrittsbericht des
Z._
vom 2
1.
Juni 2017
wurde
der Beschwerdeführer am Unfalltag durch die Sanität zug
ewiesen
. Ihm sei bei der Arbeit aus zirka 3 m Höhe ein Teil eines Baugerüstes auf die linke Körperseite gefallen. Er habe einen Helm getragen und sei nur indirekt am Kopf getroffen worden. Bewusstlosigkeit und Erbrechen seien verneint worden. Nach dem Unfall sei er unter Betreuung seiner Arbeitskollegen liegen geblieben, bis ihn die Sanität abgeholt habe.
Bei Spitaleintritt
habe der Beschwerdeführe
r
über Schmerzen in der linken Schulter, dem linken Ellbogen und dem linken Knie
geklagt
(
Urk.
8/23). Computertomographisch hätten sich im Bereich des Schädels und
d
er Halswirbelsäule ke
ine frischen
ossären
Verletzungen
oder intrakraniellen Blutungen gezeigt, jedoch eine nichtdislozierte
Acromionfraktur
links. Auch ein Verlaufs-CT der
linken Schulter habe keine sekundäre
Dislokation der Fraktur erkennen lassen
. Aufgrund einer MRI-Untersuchung des linken Knies habe zudem eine Kniebinnenläsion ausgeschossen werden können. Insgesamt sei der Verlauf sowohl betreffend Mobilisierung der linken Schulter als auch der Vollmobili
sie
rung verzögert verlaufen
.
Bei
Dysästhesien
im Bereich der linken Gesichtshälfte sei eine konsiliarische neurologische Beurteilung erfolgt, wobei Kühlung emp
fohlen und eine Therapie mit
C
arbamezapin
begonnen worden sei
. Bei einer Schlafstörung und einem Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung
sei eine psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung zugezogen und eine medi
kamentöse Therapie mittels
Mirtazapin
und
Zolpiderm
in Reserve etabliert worden
(
Urk.
8/23 S. 1 f.). Die Diagnosen lauteten wie folgt (
Urk.
8/23 S. 1):
-
Leichtes Schädelhirntrauma vom 30.5.2017 mit
- Kontusion Gesichtsschädel links
-
Gering dislozierte Fraktur des
Akromions
links vom 30.5.2017
-
Kontusion Hüfte links vom 30.5.2017
-
Kontusion Knie links vom 30.
5.
2017
Als Diagnos
en im Verlauf wurden zudem ein Verdacht auf eine
posttraumatische Belastungsstörung
und auf
Trigeminusdysästhesien
angeführt.
3.2
Wie der zusammenfassenden Beurteilung im Austrittsbericht der
A._
vom 2
6.
Juli 2017 zu entnehmen ist, berichtete der Beschw
erdeführer bei Klinikeintritt a
m 2
2.
Juni 2017 über Missempfindungen im gesamten Ge
sichts
bereich (stechende Schmerzsensationen, Taubheitsgefühl), über Schlafstö
rungen wegen Albträume
n
seit dem Unfall, Drehschwindelsensationen mit zeit
weilig
er
Gehunsicherheit sowie über bewegungsverstärkte Schulterschmerzen links ausstrahlend in den Nacken und die linke Kopfhälfte
und
über belas
tungs
abhängige Schmerzen im Hüftbereich links. Im Ra
hmen der regelmässigen psy
chiatr
ischen Gespräche mit einem Dolmetscher sei zeitweise der Eindruck einer
aggravierenden
Unfall- und Schmerzverarbeitung entstanden. Bei
Klinikaustritt sei der Beschwer
deführer als Fussgänger mit einem Unterarmgehstock rechts ganztags mobil gewesen. Die aktive Beweglichkeit der linken Schulter habe
je
nach Tagesform in der Flexion zwischen 60
°
und 90
°
betragen, die Abduktion sei sehr früh
schmerzlimiert
gewesen, die passive Beweglichkeit schwer einzuordnen, da Berührungen im Schultergürtelbereich links stechende Schmerzen ausgelöst hätten. Röntgenaufnahmen der linken Schulter vom 1
1.
Juli 2017 hätten keinen Hinweis auf eine Dislokation der
Acromi
o
nfraktur
bei zunehmender
Durch
bauung
gezeigt (
Urk.
8/34 S. 6). Die Kommunikation mit dem nur albanisch und griechisch sprechenden Beschwerdeführer sei erschwert gewesen. Anzeichen zen
tral maladaptiver Prozesse seien sichtbar gewesen. Die
angestammte Tätigkeit im Gerüst
bau
wurde als
aktuell noch
nicht
zumutbar
beurteilt
(
Urk.
8/34 S. 1-3).
3.3
Eine während des
Rehaaufenthaltes
durchgeführte Untersuchung durch die Kreis
ärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngol
o
gie
(ORL)
und Arbeits
medizin, vom 2
5.
Juli 2017
(
Urk.
8/37)
ergab bei
suboptimalen Untersuchungsbe
dingungen infolge mangelnder Kooperation des Beschwerdeführers keine objek
tivierbaren Hinweise für eine organische Ursache der S
chwindelbeschwerden
. Gezeigt hätten sich anlässlich der Untersuchung dagegen Verhaltensauf
fällig
keiten, welche auf eine erhebliche Symptomausweitung hindeuten würden. Der Beschwerdeführer mache einen schwer leidenden und traumatisierten Eindruck und habe durch mehrfach
es D
emonstrieren
eines
Brechreiz
es
(
ohne Erbrechen
)
und andere Klagen den Abbruch der einze
lnen Untersuchungen,
welche üblicher
weise v
on Patienten selbst mit schwerem
SHT
gut toleriert würden
, provoziert
. Die Schreckhaftigkeit des Beschwerdeführers mit Zittern am ganzen Körper und Versteifung deute unzweifelhaft auf eine Angst hin, welche auch bei Beruhigung und gutem Zureden nicht überwindbar
gewesen
sei. Mangels konsistenter Anga
ben seien die
Olfaktometrie
und die
Gustometrie
nicht verwertbar
gewesen
; auch grosse Teile des
Vestib
u
laristests
seien bei mehrfacher Bitte des Beschwerde
führers um Abbruch wegen Intolera
nz dem Lichte der
Frenzelbrille
sowie
der
VNG-Brille mit geschlossene
m
Visier und Intoleranz passiven Kopfbewegungen gegenüber nicht durchführbar gewesen. Zusammenfassend schlo
ss
Dr.
D._
, es könnten keine
aussagekräftigen Befunde erhoben werden, die auf eine peripher-vestibuläre oder zentral-vestibuläre Störung hindeute
n würden. Bei den
erheb
baren
Teilergebnissen ergäbe sich in Bezug auf das Hörvermögen und die Gleich
gewichtsfunktion keine organisch-strukturelle Pathologie. Ver
wertbare Ergebnisse
könnten
erst nach psychischer Stabilisierung erhoben werden, wobei nach bis
heriger Einschätzung nicht damit zu rechnen sei, dass zu einem späteren Zeit
punkt noch Anhaltspunkte für eine strukturelle Unfallfolge auf dem Gebiet der
ORL gefunden werden könnten, wenn diese jetzt nicht eindeutig nachweisbar sei
en
(
Urk.
8/37 S. 4 f.).
3.4
Gemäss Anamnese im Bericht von med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH, dannzumal Assistenzärztin Psychiatrie und Psy
chotherapie, und
Dr.
phil.
F._
, klinischer Psychologe,
G._
, vom
2.
Oktober 2017 stand
der Beschwerdeführer ab
7.
August 2017 in ihrer ambulanten Behandlung. Er
klage
über seit dem Unfall bestehende dauernde Todesängste, er könne nicht alleine sein, habe tägliche Flashbacks vom Unfall und sehe, wie die Eisenstange auf ihn niederfalle. Körperlich leide er unter Bewegungseinschränkungen in der linken Schulter und eine
r
starke
n
Schmerz
symptomatik im Gesicht und der linken Schulter, zeitweise auch unter Schmerzen im Hüft- und Kniebereich. Auch habe er
berichtet,
unter starken Kopfschmerzen zu leiden und bis zu 3x/Woche kurzfristig das Bewusstsein zu verlieren. Die Diagnose lautete auf eine posttraumatische Belastungsstörung (
Urk.
8/54).
3.5
Bei subjektiv unverändert
als
schlecht geklagter Situation bezogen auf den Schwindel, die Schmerzen, die Gehfähigkeit und die Funktion des linken Armes seit dem Spitalaufenthalt im
Z._
veranlasste letzteres nach der Konsultation des Beschwerdeführers vom 1
2.
Oktober 2017 (
Urk.
8/71) MRIs der Schulter links sowie der ganzen Wirbelsäule, welchen gemäss Bericht desselben Instituts vom 3
0.
Oktober 2017 keine Erklärung für die beschriebenen Beschwer
den entnommen werden konnte (
Urk.
8/73). Ein am 1
0.
November 2017 durchge
führtes MRI des Schädels liess sodann weder Hinweise auf eine stattgehabte Blutung oder Diffusionsstörung noch auf eine frische Ischämie oder eine Nasen
bein
fraktur erkennen (
Urk.
8/81).
3.6
Dr.
B._
schloss gestützt auf diese Aktenlage und
die anlässlich der kreis
ärzt
lichen Untersuchung
am 1
5.
März 2018 erhobenen klinischen Befund
e
, dass im Bereich der Hals-, der Brust- und der Lendenwirbelsäule MR-tomographisch eine frische traumatische Läsion habe ausgeschlossen werden können, was auch für den Gesichtsschädel gelte. In Bezug auf die linke Schulter zeige sich
bildgebend
eine zunehmende Konsolidierung der
Akromionfraktur
. Aus rein somatischer Sicht seien die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im Bereich der linken Körperhälfte nicht nachvollziehbar. Die fehlende Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des AC-Gelenkes und
des
Akromions
lasse auf eine vollständige Konsolidierung in diesem Bereich schliessen. Der Beschwerdeführer gebe eher Schmerzen im Bereich des M.
rhomboideus
major
und minor an und demonstriere eine eingeschränkte aktive Beweglichkeit der linken Schulter. Die objektiven Umfangmasse des Ober- und Unterarms liessen aber keineswegs auf eine Scho
nung von 10 Monaten schliessen. Auch
könnten
die demonstrier
t
en Einschrän
kungen im linken Bein – der Beschwerdeführer halte das Bein völlig steif und gerade – aufgrund der klinischen Befunde und der bildge
benden Diagnostik nicht erklärt werden
, zumal die Einschränkungen in beobachteten Momenten ganz anders ausfielen als in unbeobachteten un
d die erhobenen Umfangmasse eben
falls
auf keine längere Schonung schliessen liessen. Aus rein somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer in einer mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig; auch könne man aus somatischer Sicht keine weiteren Therapien mehr anbieten, sei doch selbst Physiotherapie nicht zielführend, nach
dem sich in den letzten Monaten keine Veränderung der subjektiven körperlichen Situation unter d
ieser Therapie
ergeben habe und rein objektiv bis auf die nicht dislozierte konsolidierte
Akromionfraktur
keine traumatische strukturelle Läsion nachweisbar sei (
Urk.
8/97).
3.7
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neu
ro
logie, untersuchte den Beschwe
r
de
führer am 2
5.
Juni 201
8.
Ana
mnestisch ging er von einem Arbeitsunfall aus, bei welchem dem Beschwerdeführer aus zirka 15 Metern Höhe eine metallene
Ge
rüstelade
auf den behelmten Kopf und danach auf die linke Schulter gefallen sei. Den genauen Unfallablauf habe der Beschwerdeführer nicht in Erinnerung, habe er doch das Bewusstsein verloren und sei erst nach schätzungsweise 10-15 Minu
ten im Krankenwagen wieder zu sich gek
ommen. Geblieben seien ständige
Kopf- und Nackenschmerzen, welche bei
jeglicher körperlicher Belastung
zunähmen mit gleichzeitig verstärktem Auftreten von
Schwankschwindel
. Daneben komme es zu Drehschwindel, hauptsächlich bei Lagewechsel. An der linken Hand bestehe zudem ein schmerzhaftes Steifigkeitsgefühl.
Dr.
H._
ging von einem Status nach Arbeitsunfall mit Commotio Cerebri und Distorsionstrauma der HWS sowie multiplen Körperprellungen und einem posttraumatisch bedingten Dreh
schwin
del, wahrsc
heinlich peripher-vestibulär sowie
einem
Schwankschwindel
, wahr
schein
lich zervikal bedingt, aus. Der Befund unter
Frenzelbrille
sei normal aus
gefallen, obwohl der Beschwerdeführer einen Drehschwindel angegeben habe; auch hätten sich keine Hinweise für eine zentrale Genese des
Schwankschwindels
finden lassen, weshalb dieser am e
hesten zervikal bedingt sei;
der EEG-Befund habe
sodann
keine epilepsieverdächtigen Signale ergeben (
Urk.
8/119).
3.8
Am 1
2.
Oktober 2018 unterzog sich der Beschwerdeführer auf Zuweisung von
Dr.
H._
einem Untersuch im
I._
des
J._
. Ausgehend von den von
Dr.
H._
gestellten Diagnosen und der Annah
me, der Beschwerdeführer sei aus 15
m
Höhe auf den Kopf gestürzt, hätten
sich in der klinischen Untersuchung keine Hinweise auf ein peripher-vestibuläres oder zentral-vestibuläres Defizit, jedoch eine
Anisokorie
links<rechts und eine Atro
phie der Beinmuskulatur links am ehesten im Rahmen einer Schonhaltung bei
lumbovertebralem
Syndrom ergeben. In der
Zusammenschau der Befunde sei
von einer posttraumatischen vestibulären Migräne als Ursache der Beschwerden bei belastungsabhängiger Exazerbation sowie
Photo
- und Phonophobie auszugehen. Zudem bestehe bei chronischem täglichem Schmerzmittelgebrauch zusätzlich ein
Medikamentenübergebrauchskopfschmerz, weshalb der Beschwerdeführer für einen Medikamentenentzug dem
K._
zugewiesen werde; zusätzlich we
rde eine Physioth
er
apie mit Fokus Schmerzther
a
pie empfohlen (
Urk.
8/142).
3.9
In seiner neurologischen
Aktenbeurteilung vom 1
5.
November 2018 wies der Kreisarzt
Dr.
C._
angesichts der den Akten zu entnehmenden
Dramati
sie
rung der Schilderungen
des Unfalls
durch den Beschwerdeführer
darauf hin, dass die anamnestischen Angaben für die Feststellung allfälliger Unfallfolgen nicht helfen würden. Der Rückgriff auf die apparativen Unter
suchungsbefunde (ORL-Abk
lärung, Schädel CT und MRI, EEG) habe zu keinen pathologischen Befunden geführt, welche einen Rückschluss auf die vorliegenden Beschwerden zuliessen. Im Lichte dessen erweise sich die Diagnose einer «posttraumatischen vestibulären Migräne» durch das
J._
als konstruiert und angesichts des sicherlich vorlie
gen
den Medikamentenübergebrauchs völlig unzureichend begründet. Zudem sei um
stritten, ob es diese
s Krankheitsbild überhaupt gebe
. Angesichts der differen
zier
ten Beschreibung des Verhaltens des Beschwerdeführers beispielsweise bei der ORL-Untersuchung und der unauffälligen apparativen Befunde liege mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ein psychogener Schwindel vor. Aus Mangel an objektiven Befunden bezüglich eines Schädelhirntraumas sei zudem auch die Dis
kussion um eine posttraumatische Epilepsie nicht gerechtfertigt. Zusammen
fas
send seien den Unterlagen klare Hinweise auf eine erhebliche psychogene Symp
tomausweitung zu entnehmen. Die anamnestischen Angaben des Beschwerde
führers seien über die Zeit immer dramatischer
ausgefallen
und sein Verhalten und Erleben habe immer weniger mit der objektiven Befundlage in Einklang gebracht werden können. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege weder eine posttraumatische Migräne noch eine posttraumatische Epilepsie vor (
Urk.
8/144).
3.10
Dr.
H._
erstattete am
7.
Mai 2019 einen weiteren Bericht. Sowohl der an
hal
tende Dreh- als auch der
Schwank
schwindel
hätten sich auch diesmal nicht
objektivieren lassen, der Befund unter der
Frenzelbrille
sei normal gewesen. Ein Teil
der geschilderten Beschwerden dürft
e
somit zervikal bedingt sein im Sinne
einer Folge des erlittenen Traumas (gemäss nunmehriger Anamnese: Sturz aus 15
m
Höhe mit Commotio cerebri und HWS-Distorsion). Die Angabe eines ver
kleinerten Auges links habe ebenfalls nicht objektiviert werden können; im Status sei die Augenmotorik unauffällig gewesen (
Urk.
8/151).
4.
4.1
Zu prüfen ist angesichts der Parteivorbringen zunächst
die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses und damit die Frage
, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (3
1.
August 2018) von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwart
et werden konnte.
Einglie
de
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen
dannzumal
unstreitig nicht zur
Diskussion (E. 1.3).
4.2
Was
den Fallabschluss in Bezug auf
die somatisch nachweisbaren Unfallfolgen anbelangt, stellte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen gestützt auf die kreisärztlichen Beurteilungen von
Dr.
D._
(
Urk.
3.3),
Dr.
B._
(
Urk.
3.6) und
Dr.
C._
(E
. 3.9) zu Recht auf den Standpunkt
, dass im Zeitpunkt der Leis
tungseinstellung keine hinreichend nachweisbaren
organischen
und
behand
lungs
bedürftigen
unfallkausalen Folgen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
mehr
vorgelegen
seien
.
So liess der Beschwerdeführer denn auch zu Recht
nicht in Frage stellen
, dass
seine
weiterhin geklagten
Beschwerden im Bereich der linken Schulter und der ganzen linken Körperseite entsprechend der Beurteilung von
Dr.
B._
nicht (mehr) auf die beim Unfall erlittene Fraktur des
Akromions
links
, welche gemäss
Dr.
B._
zwischenzeitlich vollständig konsolidiert sei,
und auch nicht auf die Kontusionen der linken Hüfte und des
linken Knies, welche bildgebend zu keinen strukturellen Schäden geführt hatten
(E. 3.1 und 3.5)
, zu
rückzuführen sind
. Wie
Dr.
B._
gestützt auf
die Akten,
ihre einlässliche klini
sche Untersuchung
und
unter
Einbezug
der diversen bildgebenden Befunde (MRI linke Schulter, HWS, BWS, LWS
, Schädel und Gesichtsschädel)
n
achvollziehbar darlegte,
fand sich weder für die vom Beschwerdeführer
geklagte
n
linksseitigen Ganzkörperschmerzen, noch
für
die Beschwerden im
Bereich des M.
Rhomboideus
major
und minor
oder
für das Verhalten bezüglich des linken Beines (Tragen einer Unterarmgehstütze, Streckhaltung des linken Beines, starres Gangbild,
Urk.
8/97)
aus so
matischer Sicht eine Erklärung. Entsprechend erachtete sie denn auch wei
tere Therapien wie die Durchführung einer Physiotherapie nicht als zielführend, zumal in den letzten Wochen und Monaten unter physiotherapeutischer Behandlung aus subjektiver Sicht keine Besserung eingetreten sei (
Urk.
8/97/10).
Die Beurteilung von
Dr.
B._
wird denn auch durch den vom Beschwerdeführer in diesem Verfahren eingereichten Bericht des
L._
vom 1
2.
Dezember 2020 nicht in Frage gestellt
, werden doch auch darin
die vom Beschwerdeführer gekl
agten chronischen Schmerzen
aus orthopädisch-chirurgischer wie auch neurologisch
er Sicht
keiner objektivierbaren Ursache
zu
geführt
(
Urk.
14/1 S. 10 f.).
Was die vom Beschwerdeführer geklagten Schwindelbeschwerden anbelangt, w
el
che aktenmässig erstmals im Austrittsbericht der
A._
vom 2
6.
Juli 2017 als bei Klinikeintritt
geklagte Beschwerden
ihren Niederschlag fanden (
Urk.
3.2), liessen sich dieselben weder anlässlich der kreisärztlichen Untersu
chung durch
Dr.
D._
vo
m 2
5.
Juli 2017 (E. 3.3) noch
von
Dr.
H._
objek
tivieren (E. 3.7 und 3.10)
. Auch im
Bericht des
L._
vom 1
2.
Dezember 2020 werden die Schwindelbeschwerden, wenn auch als zervikal ausgelöst (
Urk.
14/1 S. 12), so doch letztlich als ätiologisch unk
lar erachtet
(
Urk.
13/1 S. 10), mithin als keinem strukturellen Substrat zuordenbar beurteilt.
Soweit sich der Beschwerdeführer für seine Behauptung weiterhin vorliegender und
behandlungsbedürftiger
somatischer Unfallfolgen auf die Beur
teilung im Bericht des
I._
des
J._
vom 1
2.
Oktober 2018 beruft (
Urk.
1 S. 7), wonach eine posttraumatische vestibuläre Migräne vorliege (E. 3.8),
lässt die Aktenlage auch diesbezüglich nicht den Schluss auf ein klar ausgewiesenes organisches Substrat zu. Abgesehen
davon, dass der Beurteilung ein völlig überzeichneter Unfallhergang zugrunde lag (ein Sturz
aus 15 m
Höhe
auf
die linke Seites des Kopfes)
, gelang es auch den
Ärzten
des
J._
nicht, ein peripher-vestibuläre
s
oder zentral-vestibuläres Defizit zu objekt
ivieren.
Nachdem
von
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
nur
dann gespro
chen werden
kann
, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungs
methoden wissenschaftlich anerkannt s
ind (BGE 138 V 248 E. 5.1
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_806/
2007 vom
7.
August 2008 E. 8.2),
sprach sich denn auch Kreisarzt
Dr.
C._
angesichts fehlender apparativer
Untersuchungsbefunde (ORL-Abklärung, Schädel CT und MRI, EEG)
nachvollziehbar nicht nur gegen das Vorliegen eines objektivierbaren Schwindels respektive einer objektivierbaren vestibulären Migräne, sondern auch
gegen das Vorliegen
einer objektivierbaren, unfallkausalen posttraumatischen Epilepsie aus (E. 3.9). Letzteres findet
denn
auch
Bestätigung im Bericht von
Dr.
H._
vom 2
5.
Juni 2018, worin dieser epilepsieverdächtige Signale im EEG-Befund verneinte (E. 3.7), und letztlich gar im vom Beschwerdeführer in diesem Verfahren eingereichten Bericht der
M._
vom 1
4.
Januar 2021, wonach im EEG vom
4.
Januar 2021 wiederum keine epilepsietypischen Potenziale vorgelegen
hätten
und als Hauptdiagnose auf dissoziative Anfälle im Rahmen einer posttrauma
tischen Belastungsstörung mit aktiven Flash-Backs, depressiver Symptomatik
sowie dissoziativ-somatoformen Beschwerden nach Arbeitsunfall vom 3
0.
Mai 20
17 geschlossen wurde (
Urk.
14/2).
Was die im Bericht des
J._
erwähnte
Anisokorie
links<rechts anbelangt, konnte dieselbe von
Dr.
H._
am
7.
Mai 2019 nicht mehr objektiviert werden (
E
.
3.10)
und auch für die vom Beschwerdeführer geklagten linksseitigen Gesichts
schmer
zen, welche vom
Z._
einem Verdacht auf
Trigeminusdysästhesien
zugeordnet wurde
n
(E. 3.1), finden
sich in den fachärztlichen neurologischen Akten keine Hinweis
e
auf
eine
damit im Zusammenhang stehende
unfallbedingte neuronale Verletzung (
E. 3.7, 14/1 S. 8)
und damit eine organisch hinreichend nachweisbare Unfallverletzung
.
4.3
Zusammenfassend
führt die Würdigung der medizinischen
Aktenlage zum S
chluss, dass für die im Zeitpunkt der Einstellung der vorübergehend erbrachten Leis
tungen
per
3
1.
August 2018
geklagten Beschwerden kein auf den Unfall vom 3
0.
Mai 2017 zurückzuführendes organisches Substrat im Sinne einer strukturell bedingten Verä
nderung (mehr) zu erkennen war. Von weiteren medizinischen Abklärungen hierzu sind angesichts der schlüssigen Aktenlage keine neuen
ent
scheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweis
würdigung darauf zu verzichten ist (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
5.
5.1
Lassen sich die
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
noch
geltend
gemachten
Be
schwerden nicht mit einer organisch objektiv ausgewiesenen Folge des ve
rsi
cher
ten Unfalls erklären,
hat
rechtsprechungsgemäss eine eigenständige Adä
quanz
beur
teilung zu erfolgen
(E. 1.1)
, wobei auf eine vorgängige Prüfung der
natürlichen Kausalität der anhaltend geklagten, nicht objektiv erklärbaren
Beschwerden
ver
zichtet werden kann, wenn es sich erweist, dass ein allfälliger natürlicher Kausal
zusammenhang nicht adäquat und damit nicht
rechtsgenüglich
ist
(BGE 135 V 465 E. 5.1).
5.2
Die Beschwerdegegnerin prüfte die Adäquanz in der Annahme, es lägen einzig noch rein psychosomatische Beschwerden vor, anhand der sogenannten Psycho
pr
axis (
Urk.
2 S. 10).
Nachdem im Austrittsbericht des
Z._
vom 2
1.
Juni 2017 lediglich ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert
und
eine Bewusstlosigkeit sowie
Erbrechen explizit verneint wurden und dem Bericht keinerlei Hinweise auf eine am Unfalltag festgestellte zeitliche oder örtliche Desorientierung oder sonstige mit einer
Co
ntusio
cerebri zu vereinbarende neurologische
Auffälligkeiten zu entnehmen sind, aufgrund welcher sich die behandelnden Ärzte veranlasst
hätten sehen müssen
, zumindest eine Bewertung nach dem sogenannten Glasgow
Coma
Score vorzunehmen (E. 3.1), kann bei der Kausalitätsprüfung
nur von einem
durch den Kopfanprall bewirkten Schädelhirntrauma ausgegangen werden, wel
ches
höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri (milde traumatische Hirnverletzung), nicht aber den Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri erreichte
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_75/2016 vom 1
8.
Apr
il 2016 E. 4.2 mit Hinweisen). Dass der Beschwerdeführer in seinen späteren Darstellungen
von einer Bewusst
losigkeit berichtete, so
geg
e
nüber
Dr.
D._
am 2
5.
Juli 2017 von einer wohl kurzzeitigen
(
Urk.
8/37/2) und
gegenüber
Dr.
H._
am 2
5.
Juni 2018 (E. 3.7)
gar von einer schätzungsweise 10-15
Minute
n
dauernden
, ändert an dieser Schlussfolgerung nichts, vermögen diese Vorbringen doch
die zeitechte
ärztlic
he Beurteilung des
Z._
nicht in Frage zu stell
en.
Dies gilt umso mehr, als dem Unfallbericht der Stadtpolizei Zürich vom
5.
April 2018 kein Hinweis auf eine Bewusstlosigkeit des Beschwerdeführers zu entnehmen ist; vielmehr wurde festgehalten, dass der Sachverhalt mit dem Beschwerdeführer auf der Unfallstelle wegen der Sprachprobleme nicht abschliessend ha
be geklärt werden kön
n
en
,
Arbeitskollegen seien keine vor Ort gewesen und hätten auch nachträglich nicht ausfindig gemacht werden können; der Beschwerdeführer sei seit dem Unfall nicht mehr erreichbar gewesen
(
Urk.
8/106/8).
Ein
e
genauere Dokumentation des Unfalls war dannzumal folglich nicht möglich (BGE 134 V 109 E. 9.2) und eine sorgfältigere Abklärung eines allfällig schwereren Schädelhirntraumas im
Z._
angesichts fehlender neurologischer Befunde nicht angezeigt.
Hinzu komm
t, dass innert der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfallereignis abgesehen von der bereits im Bericht des
Z._
erwähnten Schlafstörung kein
e einem sogenannt typischen
Be
schwerdebild
zuordenbare
n
Beschwerden
(
SVR 2009 UV Nr. 23 E. 5; Urteil des Bundesgerichts 9C_574/2009 vom
9.
Dezember 2009 E. 5.3.1)
echtzeitlich doku
mentiert sind
. Was
zudem
die von
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 2
6.
Jun
i
2018 gestellte Diagnose eines Distorsionstraumas der HWS anbelangt (
Urk.
8/
119/1),
fehlt es nicht nur an Hinweisen auf einen Unfallmechanismus mit einer für diese Verletzung typischen Peitschenbewegung, sondern auch an einer in den
unfallnahen medizinischen Akten gestellten, gesicherten Diagnose (BGE 134 V 109 E. 9).
Da nach
dem
oben Gesagten
keine
schleudertraumaähnliche
Verletzung und
höchstens ein Schädelhirntrauma vom Schweregrad einer Commotio cerebri
vorgelegen hat,
ist
die Ad
äquanzprüfung auch unter diesem Titel nicht nach den Regeln der Schleudertrauma-Praxis zu prüfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_258/2013 vom 1
6.
Oktober 2013 E. 4.3.2; 8C_44/2017 vom 1
9.
April 2017 E.
4.2.3)
; entsprechend
nahm die Be
schwerdegegnerin die Prüfung der
Adäquanz im Ergebnis zu Recht nach derjenigen für psychogene Fehlentwicklungen nach Unfall gemäss BGE 115 V
133 vor, was praxisgemäss die
Ausklammerung psy
chischer respektive nicht organisch nachweisbarer
Beschwerden
bei der Beurtei
lung zur Folge hat
(Urteile des Bundesgerichts 8C_903/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 4.6; 8C_533/2008 vom 2
6.
November 2008 E. 5.1)
.
5.
3
Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1 S. 116; Urteil
des Bundesgerichts
8C_184/
2017 vom 1
3.
Juli 2017 E. 2.2), was na
ch dem oben Gesagten (E. 4
) im
Zeitpunkt der Leis
tungseinstell
ung der Fall war
.
5.4
5.4.1
Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfall
ereignis. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen (
BGE 115 V 133
E. 6; SVR 2010 UV Nr. 3
). Mass
gebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Gesche
hens
ablauf mit den sic
h dabei entwickelnden Kräften (
SVR 2010 UV Nr. 3 E. 9.1 und 2008 UV Nr. 8 E. 5.3.1).
5.4.2
Das Ereignis vom 3
0.
Mai 2017, bei welchem dem Beschwerdeführer gemäss Unfallprotokoll der Stadtpolizei Zürich ein
Teil eines Gerüstes
, welches
er seinen Arbe
itskollegen vom Boden her in das oberliegende
Obergeschoss
reichte und einem Arbeitskoll
egen aus den Händen r
utscht
e
, auf die Schulter respektive gemäss Anamnese im Bericht des
Z._
vom 2
1.
Juni 2017 auf die linke Körperseite
fiel
und dabei den behelmten Kopf indirekt
traf
(
Urk.
8/106/7, E.
3.1), wurde von der Beschwerdegegnerin als mittelschwer im eigentlichen Sinne eingestuft.
Was die Fallhöhe des
Gerüsteteil
s
, welches
vom Beschwerdeführer
als ein ca. 2
Meter langes und 30 cm breites Eisenstück von zirka 30 Kilogramm geschildert
wurde (
Urk.
8/62/1), anbelangt, wurde diese gemäss Anamnese im Bericht des
Z._
mit 3 Metern angegeben (E. 3.1). Anlässlich des Gesprächs
mit dem Aussendienstmitarbeiter
vom
2.
November 2017
erklärte
der Beschwer
de
führer s
odann, ein gewisse
r «
N._
», welcher sich im
6.
Sto
ck befunden habe, habe d
a
s Eisenstück aus Versehen fallen lassen (
Urk.
8/62/1). Obwohl sich der Beschwerdeführer gemäss Anamnese im Bericht von
Dr.
H._
vom 2
6.
Juni 2018 an den genauen U
nfallablauf nicht erinnern konnte
, berichtete er diesem gegenüber, dass ihm aus ca. 15
m
Höhe eine metallene
Gerüstelade
auf den Kopf und danach auf die linke Schulter gefallen sei (E. 3.7). Im Bericht des
J._
vom 1
2.
Oktober 2018 findet sich
sodann die Angabe eines
Sturz
es aus 15 m
Höhe auf die linke Seite des Kopfes (E. 3.8). Auch wenn sprachliche Schwierigkeiten des
Beschwerdeführers (vgl. dazu unter anderem:
Urk.
8/34/2) gegebenenfalls zu anam
nestische
n
Ungenauigkeiten geführt haben
mögen
, so
ist die Steigerung der D
ramaturgie in den
Darstellungen
des Unfallhergangs
durch den Beschwerde
führer
im Laufe der Zeit unübersehbar. Angesichts dessen
sowie des Umstandes
, dass Zeugen von der Stadtpolizei Zürich offensichtlich nicht ausfindig gemacht werden konnten (
Urk.
8/106/8)
und der Beschwerdeführer weder im vorinstanz
lichen
Verfahren
nähere Angaben zum beteiligten Arbeitskollegen «
N._
» machte
, noch in diesem Verfahren eine diesbezügliche Zeugenaussage offerierte, ist
ent
sprechend der gerichtlichen Praxis im Bereich des Sozialversicherungsrechts, wo
nach in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde», denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande
rer Art beeinflusst sein können, abzustellen ist (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
,
der ursprünglichen Unfallschilderung des Beschwerdeführers
mit der geschilderten
Fallhö
he von ca. 3 Metern
zu folgen.
Ausgehend von diesem
Geschehensablauf
ist der Unfall
im Lichte vergleichbarer Fälle
als mittelschwer
im eigentliche Sinne
einzustufen
.
Eine Einordnung im Grenz
bereich zu den schweren Unfällen lässt sich mit Blick auf
die höchst
rich
terliche Rechtsprechung
nicht rechtfertigen:
Entsprechende Schweregrade werden regelmässig nur bei Unfällen mit deutlich höheren Krafteinwirkungen ange
nommen; so beispielsweise beim Angriff zweier scharfer Wach- und Schutzhunde mit einem Gewicht bis 45 kg (Urteil
U 146/01
vom 1
6.
Juli 2001) oder bei einem ausser Kontrolle geratenen Einsturz eines Garagengebäudes, wobei es durch die einstürzende Seitenwand des Gebäudes zu einer erheblichen Gewalteinwirkung auf den Versicherten kam mit verschiedenen Frakturen und anderen
Verlet
zung
en als Folge (Urteil des Bundesgerichts
U 89/99 vom 1
0.
Juli 2000; weitere Bei
spiele in RKUV 2005 Nr. U 548 S. 228,
Urteil des Bundesgerichts U 306/04 E. 3.3.2).
Der vorliegende Fall ist vielmehr mit folgenden bundesgerichtlich beurteilten Konstellationen
zu vergleichen:
Eine etwa 15 kg schwere Reklametafel fiel der versicherten Person aus einer Höhe von etwa 2 m auf den Kopf und den Nacken (Urteil 8C_715/2009 vom 3
0.
März 2010 E. 6.2); e
in Gast sass in einem Restaurant, als sich eine Deckenplatte löste und auf ihn fiel (Urteil 8C_488/2009 vom 3
0.
Oktober 2009 E. 5.3); die Versicherte sass als Gast einer Geburtstagsfeier auf einer Bank an einer Hausfassade, als eine
«
Hollywoodschaukel
»
, welche sich auf der
darüberliegenden
Dachterrasse befand, durch eine Windböe erfasst wurde und über das Geländer auf sie fiel (Urteil
8C_957/2008 vom
1.
Mai 2009 E. 4.3.1); der Versicherte testete einen Lieferwagen, auf dessen Ladebrücke ein ungefähr 1000 kg schwerer Wassertank stand; nach Einleitung einer Vollbremsung aus einer Geschwindigkeit von ca. 70 km/h kippte der in der Mitte der Ladebrücke stehende Wassertank um und prallte gegen Lade- und Kabinenwand (Urteil
8C_280/2008 vom 1
0.
September 2008 E. 3.3); bei
«
Abspitzarbeiten
»
an einer Beton
decke wurde ein Versicherter von einem herunterfallenden Gesteinsstück getroffen und am Kopf sowie an der Schulter links verletzt (Urteil U 568/06 vom 2
9.
Juni 2007 E. 3.1); ein anderer wurde von einer aus fünf Metern Höhe zu Boden fallenden 15,6 kg schweren Schaltafel am Kopf getroffen (Urteil U 282/00 vom 2
1.
Oktober 2003 E. 4.2).
Wie das Bundesgericht sodann in vergleichbaren Fällen, bei welchen der Kopf von einem schweren Gewicht getroffen wurde (Urteile des Bundesgerichts
8C_957/2008 vom
1.
Mai 2009, 8C_57/2008 vom 1
6.
Mai 2008, U 568/06 vom 2
9.
Juni 2007 und
U 282/00 vom 2
1.
Oktober 2003), erwogen hatte, sind für die Qualifikation hauptsächlich die sich beim Vorfall entwickelnden Kräfte mass
geblich. Selbst wenn
im vorliegenden Fall
von einer grösseren Fallhöhe und damit einer
höheren Fa
llgeschwindigkeit auszugehen wäre
, welche wiederum eine
grössere
physikalische Einwirkung auf
den
Kopf un
d
die linke Körperseite
zur Folge gehabt hätte
,
fehlt es
vorliegend, wie die relativ geringen somatischen Ver
letzungen
(ausser der
gering
dislozierten
Akromionfraktur
einzig Kontusionen im Bereich linke Hüfte und linkes Knie
und des Gesichts
)
zeigen, an der für die Zuordnung zu den schwereren Unfällen im mittleren Bereich bzw. im Grenz
bereich zu den schweren Unfällen erforderlichen Intensität der (Gewalt-)Ein
wirkung auf den
Körper.
Der Umstand allein, dass ein Unfallereignis potentiell geeignet wäre, körperlich gravierende Verletzungen oder gar den Tod einer Per
son herbeizuführen, rechtfertigt keine abweichende Beurteilung.
Auch das hier zu beurteilende Ereignis ist damit den Unfällen im eigentlichen mittleren Bereich zuzuordnen.
5.4.3
Um die Adäquanz der aufgetretenen Beschwerden bejahen zu können, müssten demnach von den weiteren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Gesamtwürdigung einzubeziehen sind,
mindestens drei oder eines der Kriterien ausgeprägt erfüllt sein
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5)
:
Was die Schwere oder besondere Art der erlit
tenen Verletzungen, insbesondere
ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen an
be
langt,
kann weder in der
erlittenen Fraktur des
Akromions
links noch den Kon
tusionen
der linken
Gesichshälfte
, der
Hüfte
oder des linken Knie
s
eine
solche erblickt werden,
was auch für das erlittene leichte SHT gilt
(BGE 134 V
109 E.
10.2.2).
Das Adäquanzkriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit ist bei objektiver Betrachtungsweise zu verneinen; es liegen keine Umstände vor, welche die Bejahung einer besonderen Dramatik oder besonderen Eindrücklichkeit rechtfertigen.
Dabei ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, w
elche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts
8C_39/2008
vom 2
0.
November 2008 E. 5.2), und dass der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
H._
angab (
Urk.
8/119/1), sich nicht genau an den Unfallhergang zu erinnern, weshalb diesem Kriterium ohnehin nur eine beschränkte Bedeutung beigemessen werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_624/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.2).
Die Heilbehandlung
der objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
erschöpfte sich
nach dem Austritt aus der
A._
am 2
6.
Juli 2017
in erster Linie in Physiotherapie
(vgl.
Urk.
8/34/3, 8/54/1, 8/97/3).
Eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung
der organisch ausgewiesenen Unfallfolgen
ist damit nicht gegeben. Praxisgemäss werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anfor
derungen gestellt (vg
l. etwa SVR 2009 UV Nr. 22
E. 5.4,
Urteil des Bundesgerichts
8C_30/20
09 vom 1
3.
Mai 2009 E. 5.2.3). Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die
organisch ausgewiesenen
Unfallfolgen erheblich verschlimmert
hätte
, ist so
dann
aktenmässig ebenso
wenig
ausgewiesen
wie ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
; für die Erfüllung des letzteren Kriteriums genü
gen weder die Einnahme vieler Medikamente noch der Umstand, dass trotz regel
mässiger Physiotherapie keine subjektive Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte
(Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 7.6 und 8C_57/2008 vom 1
6.
Mai 2008 E. 9.6.1). Was das Kriterium der körperlichen Dauer
schmerzen anbelangt, imponierten dieselben spätestens im Zeitpunkt der
kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr.
B._
vom 1
5.
März 2018 als psychoso
matisch, weshalb
auch dieses Kriterium nicht erfüllt ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom
9.
April 2009 E. 4.6). Was letztlich Grad und Dauer der phy
sisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
betrifft
, stellte sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zu Recht auf den Standpunkt, dass dessen Beur
teilung offenbleiben kann, genügte die Erfüllung dieses Kriteriums alleine doch ohnehin nicht zur Bejahung der Adäquanz (
Urk.
2 S. 14)
und wäre dieses ohnehin nicht in
ausgeprägtem
Masse erfüllt (Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2019 vom 10. März 2020 E. 5.4.5)
.
5.5
Zu
sammenfassend fehlt es den im Zeitpunkt des Fallschlusses geltend gemachten Beschwerden an der adäquaten Kausalität
zum Unfall vom 30. Mai 2017
. Der angefochtene Entscheid erweist sich
nach dem Gesagten
als rechtens; die Be
schwerde ist abzuweisen.