# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ce370cc-2780-402a-8d53-9b8dc66efa90
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1962
,
gelernter Schreiner (
Urk.
7/4)
, war
s
eit
Lehrab
schluss
in
verschiedenen
Temporärarbeitsverhältnis
sen
als Schreiner tätig (
vgl.
Urk.
7/15,
Urk.
7/18
Ziff.
2.1-2,
Ziff.
2.7,
Urk.
7/19
Ziff.
2.2
,
Urk.
7/23
). Unter Hin
weis auf
ein seit dem
1.
November 2009 bestehendes Lungenemphysem,
auf eine
Chronic
Obstructive
Pulmonary
Disease
(
COPD
)
und
auf eine
chronische
Bron
chitis
meldete sich der Versicherte am
1
8.
Dezember 2011
bei der Invali
den
versicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5
Ziff.
6.2-3
). Die
Sozialversi
che
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und er
werb
liche Situation ab und veranlasste
Abklärungen bei
der
Ab
klä
rungs
stelle
Y._
über welche am 1
2.
Juni 2012 Be
richt er
stattet wurde (
Urk.
7/32).
In der Folge auferlegte die IV-Stelle dem
Versi
cherten
am 1
3.
August 2012 eine Mitwirkungspflicht im Sinne einer kontrol
lierten Ab
stinenz von Alkohol und Heroin im stationären Rahmen während mindestens sechs
Monaten (
Urk.
7/34).
Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/49
-
50,
Urk.
7/53-54
) ver
neinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2014 einen Anspruch des Ver
sicherten auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente
(
Urk.
7/59
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
8.
August 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
0.
Juli 2014
(
Urk.
2) und beantragte,
es seien die gesetzlich geschuldeten Leis
tungen, insbesondere eine halbe Rente ab
1.
Mai 2012 auszurichten. Eventuell sei ein Obergutachten zu erstellen. Subeventuell sei die Sache zur Neuabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2
).
Weiter seien berufliche Mass
nah
men zu gewähren (Urk.
1 S. 11 Ziff. 32).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
September 2014
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1.
Oktober 2014
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss ständiger Rechtsprechung begründet eine Drogensucht für sich allein
keine Invalidität, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit be
einträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen
Gesundheits
schaden
mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist (BGE 102 V 167, 99 V 28 E.
2; AHI 2002 S.
30 E.
2a, 2001 S.
228 f. E.
2b; SVR 2001 IV Nr.
3 S.
7 E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März
2006 E. 2.1 mit Hinweisen).
Daraus folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Dro
gensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se
invali
di
tätsbegründend
sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie
sich als Folgen selbstständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG
und Art.
4 Abs.
1 IVG;
Urteil
des Bundesgerichts 9C_856/2012 vom 19. Au
gust 2013 E. 2.2.1 mit Hinweisen auf
BGE 127 V 294
E. 5a und Urteil I 955/05 vom 6. November 2006 E. 3.3.2).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung ist nicht ent
scheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen
Gesund
heitsschadens
ist oder ob die Sucht
ausserhalb
eines Kausalzusammenhangs mit
dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine
Suchtfolgen IV-rechtlich
irrelevant
, soweit sie als solche allein
leistungs
min
dernd
wirken. Hingegen sind sie
gleichermassen
IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht - einem Symptom gleich
- Teil eines Gesundheitsschadens bildet; dies unter der Voraussetzung, dass nicht
allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesent
lich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann
können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psy
chischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die
Betäubungsmittelab
hängig
keit
aufrecht erhält oder deren Folgen
massgeblich
verstärkt. Umgekehrt können die
Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psycho
so
ziale
Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (
Urteil
des Bun
desgerichts 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf
BGE 99 V 28
E.
3b,
120 V 95
E.
4c, SVR 2012 IV Nr. 32 S.
127, 9C_776/2010 vom 20. Dezember 2011 E. 2.3.3, ZAK 1992 S. 169).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs. 2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versi
cher
te
haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und ge
eignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraus
setzungen für die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Art.
8
Abs.
1 IVG). Die Ein
gliederungsmassnahmen beruflicher Art bestehen in Berufsbera
tung, erstmaliger
beruflicher Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe (
Art.
8
Abs.
3
lit
. b IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit
, dass
der Be
schwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden weiterhin in seiner bisherigen Tä
tig
keit als Schreiner in einem Pensum von 100
%
tä
t
ig wäre
(S. 1)
. Diese Tätig
keit sei ihm seit Oktober 2011 nicht mehr zumutba
r. Jedoch sei er in angepass
ter,
kör
perlich sehr leichte
r
,
meist sitzende
r
Tätigkei
t in sauberer temperierter Luft
zu 100
%
arbeitsfähig
(S. 2 oben)
. Der Einkommensvergleich ergebe unter Be
rück
sichtigung eines leidensbedingten
Abzug
es von 20
%
keinen
rentenbe
grün
denden
Invaliditätsgrad
. Ebenfalls bestehe keine gesundheitliche Ein
schränkung bei der Stellensuche
, weshalb das
Regionale
Arbeitsvermittlungs
zentrum
(
RAV
)
zuständig sei (S. 2 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
es bestehe eine erhebliche Diskrepanz
zwischen den
medizinischen Einschätzungen
, ins
be
sondere über die Folgen der schweren chronischen Lungenerkrankung.
Die An
gaben des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zum Umfang einer zumut
baren Verweistätigkeit entsprächen weder der Aktenlage noch den tatsächlichen Ver
hältnissen (S. 5
Ziff.
12-13).
Die Beschwerdegegnerin sei nicht sämtlichen
Ver
dachts
diagnosen
nachgegangen (S. 8
Ziff.
12). Zudem habe sie
ihre
Begrün
dungs
pflicht
verletzt (S. 10
Ziff.
25-28).
Bei der Berechnung des
Valideneinkommens
sei aufgrund des unregelmässigen Ein
kommens auf die Tabellenlöhne abzustellen
und von einem leidensbedingten
Abzug von mindestens 20
%
auszugehen
(S.
11
Ziff.
30
-31
).
In Bezug auf eine all
fällige Restarbeitsfähigkeit seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu bewilligen (S. 11
Ziff.
32).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
und auf berufliche Massnahmen
verneint hat.
3.
3.
1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte in seinem
Bericht vom 1
2.
Januar 2012 (
Urk.
7/9/1-7) folgende Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronisch obstruktive
Pneumopathie
, GOLD II, Bode
Status nach
Infektexazerbation
mit Globalinsuffizienz am 2
2.
November 2009 mit Intubation vom 2
5.
November bis
3.
Dezember 2009
Risikofaktoren: fortgesetzter Nikotinkonsum,
inhalativer
Heroinkon
sum
Nikotinabusus
bis Dezember 2011
, kumulativ
35
py
Polytoxikomanie
Methadonsubstitution (2.5 mg täglich seit 3
1.
Dezember 2009)
regelmässig Heroin- und Alkoholkonsum
Nikotinkonsum kumulativ 35
py
Hepatopathie unklarer Ätiologie
Differenzialdiagnose: medikamentös-toxisch (Methadon, Antibiotika)
negative Hepatitis B und C Serologien
Verdacht auf Läsion im Bereich des oberen Plexus
brachialis
rechts
proximale Armparese rechts mit Atrophie im Schulterbereich, bei Armabduktion passager auftretende
Parästhesien
im Unterarmbereich
Differenzialdiagnosen: Kompressionssyndrom (TOS), Raumforderung, Trauma, Neuritis
aktuell in Remission
, noch persistierende
Muskelfaszikulationen
im Be
reich des
Musculus
deltoideus
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
Z._
eine
Bakerzyste
links, Erstdiagnose Dezember 2011, eine Sinustachykardie un
klarer Ätiologie, eine
Polyglobulie
, einen Verdacht auf eine
Unterschen
kel
throm
bose
links am 1
4.
Dezember 2011 und einen Verdacht auf eine
Weis
skittel
hypertonie
, bestehend seit Dezember 2011
(
Ziff.
1.1)
.
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
9.
Januar 2002 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 1
2.
Dezember 2011 erfolgt (
Ziff.
1.2). Der Beschwerdeführer sei hauptsächlich wegen der
Polytoxikomanie
bei ihm in Behandlung. Das Methadon habe von
initial
70 mg auf nun aktuell 2,5 mg gesenkt werden können. Der Beschwerdeführer sei in dieser Zeit, abge
sehen von wegen Arbeitslosigkeit bedingten Unterbrüchen, als Schreiner
ar
beits
tätig
gewesen. Die pulmonale Situation habe sich im Verlauf zunehmend ver
schlechtert, was zur aktuellen
Hospitalisation
in der
Klinik A._
geführt habe.
Aufgrund der Diagnosen sei
die Arbeitsfähigkeit als Schreiner jetzt und auch zukünftig nicht mehr gegeben. Die pulmonale Situation sei fixiert. Die Prognose sei abhängig von der Einhaltung des Nikotinstopps, der momentan gegeben sei (
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schreiner bestehe seit dem
1.
Oktober 2011
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6)
. Aufgrund der chronisch obstruk
tiven
Pneumopathie
und der
Polytoxikomanie
sei der Beschwerdeführer kör
per
lich eingeschränkt und es sei keine körperliche Leistungsfähigkeit mehr gege
ben.
In einer leichten, körperlich nicht belastenden Tätigkeit bestehe eine Arbeits
fähig
keit zwischen 60
%
und 80
%
(
Ziff.
1.7).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Chefarzt Pulmologie,
Klinik A._
, stellte
in seinem Bericht vom
3.
Februar 2012
(
Urk.
7/17) folgende
Diagnosen
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
:
chronisch obstr
uktive
Pneumopathie
Gold III, Erstdiagnose
2009
Verdacht auf Läsion im Bereich des oberen Plexus
brachi
alis
(C5-C6)
proximale Armparese rechts
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei vom 1
4.
Dezember
2011
bis
3.
Januar 2012 zur stationären Behandlung in der
Klinik A._
gewesen (
Ziff.
1.3).
Es bestehe eine schwere
,
nicht reversible obstruktive
Venti
lationsstörung
mit absoluter Überblähung. Die Diffusionskapazität sei mittel
schwer eingeschränkt
.
Prognostisch sei keine relevante Verbesserung der pul
mo
nalen Situation zu erwarten, lediglich eine Stabilisierung
(
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schreiner bestehe seit dem
3.
Januar 2012
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6). Es bestehe eine medizinisch theo
retische Ateminvalidität von mindestens 50
%
. Das bedeute, dass der Be
schwer
deführer für schwere körperliche Arbeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Für leichte
bis mittelschwere Aktivitäten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. So sei eine
sitzende beziehungsweise körperlich wenig beanspruchende Arbeit in diesem
Umfang möglich. Grössere körperliche Anstrengungen wie das Heben von Las
ten
oder das Bewältigen längerer
Gehstrecken sei nicht möglich. Auch seien
in
halative
Schadstoffe und Extremtemperaturen am Arbeitsplatz zu ver
meiden (
Ziff.
1.7).
3.
3
Die Fachpersonen
der
Abklärungsstelle
Y._
führten in ihrem Schlussbericht vom 1
2.
Juni 2012
(
Urk.
7/32) nach vom
2.
bis 2
5.
Mai 2012 stattgefunden
habenden
Abklärungen aus,
aufgrund des wieder
holt Alkohol- sowie Drogen
-bedingt
sehr deutlich reduzierten Zustandes des Be
schwerdeführers habe in den
berufsberaterischen
Gesprächen dies
e
Thematik (
The
rapiemöglichkeiten
, etc.) im Fokus der Aufmerksamkeit gestanden. An meh
re
ren Tagen sei der Beschwerdeführer wie in einer Wolke wirkend erschie
nen,
wobei er lediglich stark verlangsamt habe arbeiten können. Die gezeigten Ein
zel
leistungen hätten unter 10
%
gelegen und seien nicht verwertbar gewesen (S. 4 f.
Ziff.
2.1). Der Beschwerdeführer habe sich jedoch grundsätzlich koope
rativ ge
zeigt und sich gut mitmachend am Abklärungsprogramm beteiligt. Er sei jedoch
aufgrund der Drogenproblematik
nicht durchgängig hierzu in der Lage gewesen. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers versuche er immer wieder aus den Drogen auszusteigen und sei
zur Zeit
in einem Methadonprogramm, konsumiere jedoch fast täglich Heroin (S. 5
Ziff.
2.2).
Die Fachpersonen führten aus, unter Berücksichtigung des erwähnten reduzier
ten Allgemeinzustandes des Beschwerdef
ührers seien die meisten seiner
Resul
tate unerwartet gut ausgefallen. Es habe sich ein gutdurchschnittliches intel
lektuelle
s
Niveau ermitteln lassen bei guter Kopfrechenfähigkeit und einem sehr
guten praktischen Vorstellungsvermögen (S.
5
Ziff.
2.3). Zusammenfassend sei fest
zustellen gewesen, dass der gut intelligente Beschwerdeführer grundsätzlich in
der Lage wäre, auch schulisch-theoretisch orientierte
Umschulungsmassnah
men
zu absolvieren
;
es bestehe ein
gut mittleres Anspruchsniveau. Allerdings
seien solche im aktuellen Zeitpunkt wegen der deutlichen Auswirkungen der
Drogen
problematik
nicht zu empfehlen (S. 6 oben).
Von Seiten eines Status nach proximaler Armparese rechts habe sich
der
Be
schwer
deführer soweit erholt, dass bei den geprüften überwiegend unter Schulter
höhe ausgeführten manuellen Tätigkeiten diesbezüglich keine Einschränkung mehr
habe festgestellt werden können. Auch gelegentliche Hebe- und
Trag
be
las
tun
gen
(geprüft bis etwa 10 bis 15 kg) seien in ergonomisch günstiger
rumpf
naher
Körperposition problemlos zu bewältigen gewesen (S. 8
Ziff.
2.4).
Suchtbedingt seien im Rahmen der berufspraktischen Abklärung deutliche
Leis
tungsschwankungen
festgestellt worden, wie sie auf dem freien Arbeitsmarkt
üblicherweise nicht toleriert würden. Rein von der körperlichen Belastbarkeit her
seien dem Beschwerdeführer leichter belastende Tätigkeiten zumutbar, wechsel
belastend mit idealerweise überwiegend sitzendem Anteil, allenfalls un
ter Be
nützung einer Stehhilfe. Optimal behinderungsangepasst seien leichte ma
nuelle Tätigkeiten, welche überwiegend auf Tischhöhe ausgeübt würden, ohne gefor
der
te grössere allgemein-körperliche Anstr
engungen, überwiegend ebener
dig
in
temperierten Räumen unter Vermeidung
inhalativer
Schad-/
Reizstoff
einwir
kungen
. An Tagen ohne ersichtlich relevante, durch
Alkohol
konsum
bedingte
Leis
tungs
einschränkungen
habe der Beschwerdeführer bei zeitlich uneinge
schränkter Präsenzzeit eine Gesamtarbeitsleistung von etwa 60
%
realisieren können, unter der Möglichkeit zu einem etwas verlangsamten Arbeitstempo res
pektive zu allfällig nötigen zusätzlichen Entlastungspausen. Von körperlicher Seite her wäre eine berufliche Übergangslösung im Sinne eines aufbauenden
Ar
beitstrainings
bei behinderungsgerechter Tätigkeit zu empfeh
len. Eine inten
sive psychiatrische Betreuung hinsichtlich der
Polytoxikomanie
wäre eine uner
lässliche Voraussetzung,
um eine entsprechende berufliche Mass
nahme empfeh
len zu können
(S. 8 f.
Ziff.
3.1)
.
3.
4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem
undatierten, am 2
9.
November 2013 bei der Beschwerdegegnerin einge
gangenen
Bericht
(
Urk.
7/44)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
schwere COPD, Stadium GOLD II bis III
Status nach eitriger
Tracheo
-
Broncho
-Pneumonie 2012
Cor
pulmonale
mit rechtsventrikulärer
Kardiomyopathie
im Rahmen Di
agnose 1
Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum ande
rer psychotroper Substanzen
; Abhängigkeitssyndrom
aktuell unter Substitutionsbehandlung
Status nach akuter Nierenschädigung, Dezember 2012
Status nach akuter Leberschädigung, Dezember 2012
Laktoseunverträglichkeit
Kachexie
im Rahmen Diagnose 1, 2 und 4
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
6.
März 2013 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 2
0.
November 2013 erfolgt (
Ziff.
1.2).
Aufgrund der COPD und der allgemeinen Kondition (pulmonale
Leistungsintole
ranz
) sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schreiner als weniger geeignet zu
erachten (
Ziff.
1.6). Nach Abschluss der
Akutrehabilitation
sei in leichter kör
per
licher Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
bis 50
%
gegeben (
Ziff.
1.9).
Der Beschwerdeführer sei im Anschluss an die Abklärungen
der Stelle Y._
längere Zeit wieder substanzabhängig geworden. Am
2.
Dezember 2012 habe der Beschwerdeführer bei schwerstem re
spiratorischen
Versagen, akutem Nierenversagen und akuter Leberinsuffizienz sowie Rechtsherzversagen im
Spital D._
mit einer eitrigen
Tracheo
-Pneumonie bei bekannter COPD hospitali
siert werden müssen. Dies habe zu einem Umdenken beim Beschwerdeführer geführt, weshalb er am 1
4.
Dezember 2012 freiwillig zum Entzug in die psychi
a
trische
Klinik H._
habe übertreten wollen. Nach akutem Entzug und Entwöhnung bei jedoch persistierender Methadonnotwendigkeit sei er am
4.
März 2013 aus der
Klinik H._
entlassen worden und
zur stationären
Entwöh
nungs
therapie
in
die Klinik E._
eingetreten
. Hier
habe sich ein ausserordentlich guter Verlauf gezeigt. Seit dem 1
5.
Juli 2013 sei de
r Beschwerdeführer ohne jeglichen Rückfall gewesen. Um den persönli
chen Wachheitsgrad zu steigern habe
er
eine Umstellung auf
Subutex
ge
wünscht, welche stationär ohne Ko
mpl
ikationen verlaufen sei.
Der Beschwerdeführer sei psychis
ch weiterhin äusserst motiviert,
die Abstinenz beizubehalten und
habe im engen Setting
der Klinik E._
kaum
Konsumrück
fälle
gezeigt.
Bezüglich der Lunge habe sich eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit gezeigt,
jedoch
trät
en rezidivierend schwerste Bronchitiden mit Exazerbationen auf, wel
che medikamentös behandelt werden müssten. Ein gemütlicher Spaziergang von
2.5 Stunden in langsamem
Gehtempo
sei möglich geworden.
Leider sei wahrscheinlich durch die schwere COPD ein zunehmender Gewichts
ver
lust aufgetreten, weshalb die künstliche Ernährung (
Trinkzusatz
nahrung
) habe
eingeführt werden müssen. Bezüglich der Arbeitseinstellung sei der Beschwer
de
führer äusserst korrekt und sehr zuverlässig. Er zeige weiterhin eine hohe
The
rapiemotivation
. Wenn der Beschwerdeführer von einem stabilen sozialen Umfeld begleitet werde, sei von einer guten Prognose auszugehen. Der gesamte Prozess werde durch die ausserordentliche Intelligenz des Beschwer
deführers sicher unterstützt.
Bezüglich die Lunge
und das Herz zeige
sich weiterhin eine eingeschränkte Be
lastbarkeit. Schwer
e
körperliche
Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer sicher nicht zumutbar, ebenso Tätigkeiten, welche die COPD verschlechtern könnten, zum Beispiel Rauch, Gase oder trockene Luft. Eine gewisse Erholung der Lunge
sei bei weiterer Reduktion des Nikotinkonsums jedoch möglich (aktuell etwa drei
Zigaretten pro Tag). Die Leberfunktion habe sich erholt (
Ziff.
1.4).
3.
5
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, RAD, führte in sei
ner Stellungnahme vom
5.
Dezember 2013 (
Urk.
7/46/4)
aus, mit dem aktuellen Bericht des Hausarztes
Dr.
C._
sei nun die Mitwirkungspflicht des Be
schwerdeführers vorerst erfüllt. Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Ar
beits
fähigkeit sei eine schwere obstruktive Lungenerkrankung und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Zustand nach
Substanzabhän
gigkeiten
zu nennen. Es bestehe eine stark verminderte körperliche Leistungsfä
higkeit. Seit Oktober 2011 bestehe in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, hingegen sei der Beschwerdeführer ab
diesem Zeitpunkt
in angepasster, körperlich sehr leichten, meist sitzenden Tätigkeit, in sauberer temperierter Luft zu 100
%
arbeitsfähig.
Damit seien aus medizinischer Sicht berufliche Massnahmen möglich und sinnvoll.
3.6
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht
vom
9.
April 2014 (
Urk.
7/53)
folgende Diag
nosen (
Ziff.
2):
COPD Schweregrad Gold III mit nachgewiesenem Lungenemphysem
sekundäres
Cor
pulmonale
Alpha 1 Antitrypsin-Mangel
sistierter
Nikotinabusus
seit Dezember 2013
rezidivierende, intermittierend schwere Bronchitiden
konsekutive Kachexie
Polytoxikomanie
Hepatopathie unklarer
Aetiologie
Dr.
C._
führte aus, er teile die Meinung von
Dr.
B._
bezüglich der Be
lastbarkeit
des Beschwerdeführers
, won
ach sich klar ergebe, dass maximal eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in leichter körperlicher Arbeit gegeben sei. Der Be
schwerdeführer habe im geschützten Rahmen leichte Tätigkeiten ausüben und auch leichte Küchentätigkeiten
habe er sehr gut ausführen können (S. 1
Ziff.
4-6).
Der Beschwerdeführer befinde sich aktuell in einer Wiedereingliederung im Rahmen der Rehabilitation „Alternative“. Dies bewältige er äusserst gut. Ein
Aus
tritt sei per 3
0.
April 2014
geplant, bei gutem Verlauf. Ausserdem erhalte er Zusatztrinknahrung wegen der Kachexie, worunter eine Gewichtszunahme ein
getreten sei. Es sei von einer maximalen Arbeitsleistung von 50
%
auszugehen. Möglicherweise sei die Leistungsfähigkeit in sitzender Tätigkeit eventuell höher. Es werde eine neue Abklärung im
Appisberg
empfohlen (S. 2
Ziff.
8-9).
3.
7
Dr.
F._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/58/2-3)
aus, er verweise auf seine vorherigen Stellungnahmen. Dem im Rahmen des
Ein
wandverfahrens
von
Dr.
C._
eingereichten Bericht
seien keine neuen fach
ärztlich ausgewiesenen Tatsachen und Befun
de zu entnehmen. Es sei somit an
der letzten Stellungnahme festzuhal
t
en, mit der Betonung des
Belastun
g
s
profils
und der Notwendigkeit einer anhaltenden Abstinenz oder zumindest
Sta
bili
sie
rung
der
Substanzabhängigkeit.
4.
4.1
Aus den Akten ergibt sich, dass die
Polytoxikomanie
des Beschwerdeführers für die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit unbeachtlich ist. Zwar wurde diese Diag
nose von den beteiligten Ärzten teilweise unter denjenigen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgeführt (vgl. vorstehend E. 3.1, 3.
4 und 3.6); die Ärzte stellen jedoch keinen Zusammenhang der Sucht mit der - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - invalidisierenden Lungenkrankheit des Be
schwerdeführers her. Es besteht somit keine V
erbindung mit einem die Er
werbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen
Ge
sundheitsschaden
mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge eingetreten ist
(vgl. vorstehend E. 1.2). Dieser Auffassung war auch RAD-Arzt Dr.
F._
, indem er festhielt, als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit bestehe ein Zustand nach Substanzabhängigkeit (vgl. vorstehend E. 3.5). Ein psychischer Gesundheitsschaden besteht ebenfalls nicht. Somit sind einzig die Auswirkungen der somatischen Beeinträchtigung zu beurteilen.
4.
2
Die Beschwerdegeg
nerin stützte sich in
ihrer Verfügung auf die Einschätzung
en
von
Dr.
F._
, RAD, vom Dezember 2013
und Juni 2014 (vorstehend E. 3.
5 und E. 3.7
)
und ging davon aus, dass seit Oktober 2011 in der angestammten Tätig
keit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei, jedoch in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestehe.
Dr.
F._
lässt jedoch
in seinen
Stellungnahme
n
sowohl die im Bericht von
Dr.
C._
vom November 2013
(vorstehend E. 3.4)
neu hinzugekommenen Di
agnosen des
Cor
pulmonale mit rechtsventrikulärer
Kardiomypathie
und die Kachexie als auch eine nachvollziehbare Begründung dafür vermissen, weshalb er im Gegensatz zu den fachärztlichen
pulmologischen
Einschätzungen zu einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 100
%
gelangt
e
.
Obwohl
Dr.
C._
in seinem nachgereichten Bericht vom April 2014 (vorste
hend E.
3.6
) nochmals ausdrücklich auf seine
eigene
Einschätzung und die von
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2)
, nämlich einer maximalen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit von 50
%
,
verwies, hielt
Dr.
F._
auch im Juni 2014 an seiner nicht nachvollziehbaren Einschätzung fest.
An dieser Stelle sei erwähnt,
dass auf
dem Feststellungsblatt der
Beschwer
de
geg
nerin
(
Urk.
7/46) der
Bericht
von
Dr.
C._
vom November 2013
insofern unvollständig wiedergegeben wurde, als dass kein Wort dazu geschrieben steht, dass
Dr.
C._
in seinem Bericht in angepasster Tätigkeit auch nach erfolg
reich durchgeführtem Substanzentzug lediglich noch eine ma
ximale Arbeits
fähig
keit in angepasster Tätigkeit von 5
0
%
als gegeben erach
tete
.
Zu erwähnen ist auch, dass
Dr.
B._
in prognostischer Hinsicht lediglich noch von einer Stabi
lisierung des Zustandes und nicht von einer Verbesserung sprach.
4.
3
Aufgrund des Gesagte
n
ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass in der angestammten Tätigkeit als Schreiner seit Oktober 2011 durchgehend keine massgebende Arbeitsfähigkeit mehr gegeben ist, der Be
schwerdeführer jedoch in einer leichten behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist.
4.
4
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Beschwerdegegnerin habe sich auf einen unvollständig abgeklärten Sachverhalt abgestützt. Nun liegen jedoch hin
sichtlich des Lungen- und des Herzleidens fachärztliche Einschätzungen vor und betreffend den
Verdacht auf eine Läsion im Bereich des oberen Plexus
bra
chialis
rechts, respektive eines
Status nach proximaler Armparese rechts
,
be
rich
te
ten die Fachpersonen der
Abklärungsstelle Y._
, dass
,
sofern der Beschwerde
füh
rer Arbeiten überwiegen
d unter Schulterhöhe ausgeführt habe
, diesbezüglich
keine Einschränkung mehr h
ätten
festgestellt werden können
.
Dr.
Z._
be
richtete bereits im Januar 2012 (vorstehend E.
3.1) von einem
Remissionsvor
gang
und weitergehende
Einschränkungen wurden in den nachfolgenden
Arzt
berichten
auch nicht mehr dokumentiert.
5.
5.1
Gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG besteht ein Anspruch auf eine Rente unter an
deren, wenn die versicherte Person
während eines Jahres ohne wesentlichen
Un
terbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) ge
wesen
ist (vorstehend E. 1.3).
Die Wartezeit im Sinne Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als er
öffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als
erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 %
(AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E.
2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch ge
häufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
nischen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist.
Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein.
Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 1
9.
Juli 2012 E. 3.2
m.w.H
.).
Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Oktober 2011 in
seiner angestammten Tätigkeit als Schreiner nicht mehr arbeitsfähig war (vor
stehend E.
4.3). Der Beschwerdeführer wies jedoch in seiner Anmeldung zum Leistungsbezug auf seit dem 1. November 2009 bestehende gesundheitliche Be
einträchtigung hin (vgl. Urk. 7/5 Ziff. 6.2-3). Diese führten denn auch zu do
ku
men
tierten Arbeitsunfähigkeiten von 100 % bis Mitte Februar 2010 (Urk. 7/18/11-13).
Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG verlangt jedoch, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch arbeitsunfähig gewesen war. Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt gemäss Art. 29
ter
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
De
m
IK-Auszug lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an die bis Mitte Februar 2010 dauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit zu
nächst im April 2010 Arbeitslosenentschädigung bezog und in der Folge von Mai bis Juli und von September bis Dezember 2010 gearbeitet hat (Urk. 7/8). Gemäss eigenen Angaben arbeitete er bis ins Jahr 2011, zuletzt bei der
Firma G._
, wo er gemäss
deren Angaben bis Ende Januar 2011
zu 100 % gearbeitet hatte (Urk. 7/15, vgl. Urk. 7/19
Ziff. 2.12
).
Da es sich jeweils um wesentliche Unterbrüche der Arbeitsunfähigkeit gehandelt hatte, rechtfertigt es sich, die Wartezeit
gestützt auf die Beurteilung durch Dr.
Z._
ab Oktober 2011 neu zu eröffnen, ohne Anrechnung der bis zu den we
sent
lichen Unterbrüchen bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsun
fähig
keit
(
vgl. Urteil des Bundesgericht I 34/01 vom 26. Juni 2001, nicht veröffent
lich
tes Urteil
I 209/91
vom 1
7.
September 1993
; Meyer/
Reichmuth
, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Basel/Freiburg Juli 2014, S. 303 f.
).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspru
chs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG.
Der Beschwerdeführer meldete sich bereits am
1
8.
Dezember 2011
zum Leistungsbezug an, womit sechs Monate später das Wartejahr noch nicht
abgelaufen war. Demnach besteht ein
allfälliger
Rentenanspruch des Beschwer
de
führers erst ab 1. Oktober 2012.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf die Verhältnisse im Jahr 2012 abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222). Wie ausgeführt (vorstehend E. 5.1) ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Wenn sich die versicherte Person über mehrere Jahre hinweg mit einem be
schei
denen Einkommen begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Vali
den
einkommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkei
ten be
standen hätten (BGE 135 V 64 E.
3.4.6, 125 V 146 E.
5c/
bb
). Denn wenn jemand vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus gesundheitsfremden Gründen nur ein sehr geringes, nicht existenzsicherndes Einkommen erzielt hat und nach Eintritt des Gesundheitsschadens immer noch ein Einkommen in unveränderter Höhe erzielen könnte, so ist nicht der Gesundheitsschaden ursächlich für eine all
fällige tatsächliche Einkommenseinbusse; kausal sind vielmehr die (nicht bei der Invalidenversicherung versicherten) wirtschaftlichen oder persönlichen Um
stände, die bereits beim Gesunden die Erzielung eines höheren Einkommens verhindert haben (BGE 135 V 61 E. 3.4.1).
Gemäss
Auszug
aus dem individuellen Konto
(
IK-Auszug;
Urk.
7/8) ist das im Jahr 2009 vom Beschwerdeführer erwirtschaftete Einkommen von
Fr.
56‘542.-- rückblickend über die letzten 10 Jahre das absolute Maximaleinkommen, wel
ches der Beschwerdeführer erzielte.
Anhaltspunkte
, welche darauf schliessen liessen, dass der Beschwerdeführer in
der Zeit von 2000 bis 2009 aus gesundheitlichen Gründen in der Ausübung ei
ner
Erwerbstätigk
eit beeinträchtigt
gewesen wäre, liegen keine vor
,
und es ist davon auszugehen, dass er aus anderen als aus gesundheitlichen Gründen da
rauf ver
zichtete, ein höheres Einkommen zu erzielen und sich mit dem geringen Ein
kommen zufrieden gab.
Es liegen weder Gründe vor, eine Parallelisierung vorzu
nehmen, noch würde das Abstellen auf die Tabellenlöhne angemessen er
scheinen
.
Vielmehr ist vom zuletzt erzielten Einkommen im Jahr 2009 von
Fr.
56‘542.-- auszugehen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.5
%
im
Jahr 2010 (Die Volkswirtschaft 6
-2012, S. 95
,
Tabelle B10.2,
lit
. D), von 0.9
%
im Jahr 2011 und von 0.7
%
im
Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft 9-2014, S. 85
, Tabelle B. 10.2
Ziff.
10-33) resultiert damit ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
57‘737.-- (
Fr.
56‘542.-- x 1.005 x 1.009 x 1.007).
5.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruf
lich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon
kret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen
hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bunde
s
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) he
rangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stand
ar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittlohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten, welche für den Be
schwerde
führer einzig in Frage kommen, in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Männern für alle einfachen und repetitiven Tätigkeiten auf
Fr.
4'901.-- im Jahr
2010 (LSE 2010, S.
26
,
Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt bei einer durch
schnittl
ichen Wochenarbeitszeit von 41.7
Stunden (Die Vo
lkswirtschaft 9-2014, S.
8
4
,
Tabelle B 9.2, Total) und unter
Berücksichtigung der
Nominallohn
ent
wick
lung
von 1.0
%
im Jahr 2011 und von 0.8
%
im Jahr 2012 (
Die Volks
wirtschaft 9-2014, S.
8
5
,
Tabelle B 10
.2,
Nominal Total) und
des noc
h mögli
chen
Arbeits
pensums
von 5
0
%
ein In
valideneinkommen von rund
Fr.
3
1
‘
210
.-
- (
Fr.
4‘901.--
x 12 : 40 x 41.7 x 1.010 x 1.008
x 0.5
).
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Ar
beiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und be
ruf
liche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Ta
bel
len
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beach
ten
, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitver
ant
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidens
abzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Vorliegend rechtfertigt sich aufgrund des lediglich
noch möglichen
Teilzeitpen
sums
sowie der Notwendigkeit einer schadstoffarmen, temperierten Umgebung und einer vorzugsweise sitzenden Tätigkeit (vgl. vorstehend E.
3.2)
ein
lei
dens
bedingter
Abzug vo
m Tabellen
lohn in der Höhe von 1
0
%
.
Dem vermehrten Pausenbedürfnis wurde schon im Rahmen des Teilzeitpensums Rechnung ge
tragen, weshalb sich diesbezüglich kein wei
terer Abzug rechtfer
tigt.
5.7
Unter Berücksichtigung ei
nes lohnmindernden Faktors von 1
0
%
ergibt sich ab
abgelaufen
em Wartejahr per
1.
Oktober 2012
ein
Invalideneinkommen
von
rund
Fr.
28‘089
.-- (
Fr.
31‘210
.-
- x 0.9
)
. Bei
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
57‘737.--
resultiert eine Einkommenseinbusse von
Fr.
29‘648
.--
, was einem Invaliditätsgrad von
rund 51
%
entspricht, bei welchem Ergebnis der Beschwer
deführer
ab
1.
Oktober 2012
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Eingliede
rungsmassnahmen.
6.2
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
Art.
18 IVG, welcher den Anspruch auf Arbeitsvermittlung regelt, erfuhr anläss
lich der
5.
IV-Revision
eine Modifikation. War der Anspruch früher nur für (
ein
gliederungsfähige
) invalide Versicherte vorgesehen (vgl. dazu Urteil des Bundes
gerichts I 427/05 vom 2
4.
März 2006 E.
4), genügt nunmehr eine Ar
beitsun
fähig
keit im Sinne von
Art.
6 ATSG, mithin im bisherigen Beruf. Damit wurde die
An
spruchsberechtigung
weiter gefasst als bisher (Botschaft vom 2
2.
Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
BBl
2005 4565). Dementsprechend wurden auch die allgemeinen Voraussetzun
gen für den An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen in
Art.
8 IVG geändert: Waren bisher In
valide oder von einer Invalidität unmittelbar Bedrohte ange
sprochen, wurde in
der neuen Fassung auf den Zusatz "unmittelbar" verzichtet. Allerdings stellte der
Bundesrat zugleich klar, dass sowohl die grundsätzlichen als auch die speziellen Anspruchsvoraussetzungen, namentlich jene von
Art.
8
Abs.
1
lit
. a IVG, erfüllt sein müssen (
BBl
2005 4561; Urteil des Bundesgerichts 9C_1023/2009 vom 1
7.
März 2010 E. 4.1).
6.3
Soweit die Beschwerdegegnerin vorbringt, beim Beschwerdeführer liege keine
ge
sundheitsbedingte
Einschränkung bei der Stellensuche vor, weshalb das RAV zuständig sei (vorstehend E. 2.1)
,
verkennt sie, dass die Arbeitsvermittlung der Invalidenversicherung eine versicherte Leistung ist, auf deren Gewährung bei erfüllten Voraussetzungen ein Anspruch besteht. Demgegenüber ist die Arbeits
vermittlung in der Arbeitslosenversicherung keine versicherte Leistungsart (vgl.
Art.
7 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung; AVIG); der Arbeitslose hat somit keinen durchsetz
baren Anspruch auf Arbeitsvermittlung (vgl. BGE 116 V 80 E. 7c).
Unbestrittenermassen sind beim Beschwerdeführer die Voraussetzungen gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG erfüllt und es besteht die invaliditätsbedingte Notwendigkeit für eine Arbeitsvermittlung. Die körperlichen Einschränkungen des Beschwer
deführers
und das nur noch mögliche Teilzeitpensum
erschweren das Finden ei
ner geeigneten Arbeitsstelle. Die von der Beschwerdegegnerin beabsichtigte Übertragung der Zuständigkeit für die Arbeitsvermittlung an das RAV ist un
zu
lässig, da damit keine Gewähr dafür geboten wäre, dass der Anspruch des Beschwer
deführers auf Arbeitsvermittlung gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG in sach
gerechter, auf seine körperlichen Einschränkungen rücksichtnehmender Weise erfüllt würde.
Auch ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung, wie von der
Abklärungsstelle Y._
befürwortet
(vorstehend E.
3.3)
, ist vorliegend
grundsätzlich
gegeben.
Setzt der der Anspruch auf Umschulung doch voraus, dass die versicherte Person
wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausge
übten Be
ruf
und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zu
mutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dau
ernde
Er
werbs
einbusse
von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
6.4
Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten,
dass
im vorliegenden Fall die
invali
di
tätsbedingte
Notwendigkeit für Arbeitsvermittlung besteht
und
die von der
Be
schwerdegegnerin
beabsichtigte Übermittlung an das RAV unzulässig
ist
.
Zu
dem
besteht grundsätzlich ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschu
lung.
Berufliche Massnahmen erscheinen - s
ofern der Beschwerdeführer
abstinent bleibt - aus ärztlicher Sicht als erfolgversprechend, haben doch Dr.
C._
(vgl. vor
stehend E.
3.4) wie auch RAD-Arzt Dr.
F._
(vgl. vorstehend E.
3.5) solche als z
umutbar und sinnvoll beurteilt.
Auch diesbezüglich ist
daher
die Beschwer
de gutzuheissen mit der Fest
stellung, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnahmen be
treffend die noch mögliche Restarbeitsfähigkeit hat.
7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass in
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 1
0.
Juli 2014 aufzuheben und festzustellen ist, dass der Be
schwerdeführer ab
1.
Oktober
2012
Anspruch auf eine halbe Rente sowie An
spruch
auf die Gewährung von beruflichen Massnahmen hat.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
mehrheitlich
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Unter diesen Umstä
nden erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Pro
zessführung als gegenstandslos.