# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 14ef8ee2-81a8-5d65-96e7-87846121ef5b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ stellte am 29. März 2020 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen (SVA) einen Antrag auf individuelle Prämienverbilligung (IPV) für das Jahr
2020. Er gab dabei an, bei der A._ Krankenkasse AG (nachfolgend: A._)
grundversichert zu sein. Die SVA sprach X._ mit Verfügung vom 30. April 2020 einen
Anspruch auf IPV in der Höhe von CHF 4'605.60 zu. In der Verfügung wurde
festgehalten, dass die Auszahlung an die A._ erfolgen werde. Nachdem die A._
zurückgemeldet hatte, dass X._ im Jahr 2020 bei ihr nicht versichert sei, und weitere
Abklärungen ergeben hatten, dass er wie im Vorjahr unverändert bei der B._
Krankenversicherungs AG (nachfolgend: B._) grundversichert war, erfolgte die
Auszahlung des ihm zugesprochenen Betrages von CHF 4'605.60 an die B._.
B.
Mit einem als "Teilrekurs" bezeichneten Schreiben vom 5. Juni 2020 wandte sich X._
an die SVA. Er verlangte darin Informationen zur Auszahlung der IPV an die A._. Die
SVA nahm die Eingabe als Einsprache entgegen. Mit Entscheid vom 10. Juni 2020 wies
sie diese ab. Den dagegen erhobenen Rekurs wies das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Einzelrichterentscheid vom 27. Januar 2021 ebenfalls ab (act. 2).
C.
X._ (Beschwerdeführer) erhob am 25. Februar 2021 beim Verwaltungsgericht
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
(Vorinstanz). Er beantragte sinngemäss die Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz
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und die Überweisung der IPV an die A._. Ferner sei ihm die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren. Der Abteilungspräsident verzichtete mit Blick auf die aus
der Veranlagungsverfügung der Kantons- und Gemeindesteuer 2019 ersichtlichen
finanziellen Verhältnisse auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
Mit Schreiben vom 9. März 2021 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung;
desgleichen die SVA mit Eingabe vom 17. März 2021. Auf die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids und die Ausführungen des Beschwerdeführers zur
Begründung seines Antrags sowie die Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer zur Ergreifung des Rechtsmittels
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den am
11. Februar 2021 versandten und am 12. Februar 2021 zugestellten Entscheid wurde
mit Eingabe vom 25. Februar 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal wie inhaltlich
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Beschwerdegegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die IPV für das
Jahr 2020 zu Recht an die B._ anstatt an die A._ ausbezahlte. Die Höhe der IPV, die
auf CHF 4'605.60 festgesetzt wurde, was dem Maximum der Referenzprämie 2020
entspricht (vgl. Art. 3 lit. a Ziffer 2 des Regierungsbeschlusses über die
Prämienverbilligung 2020 für Personen im Kanton St. Gallen vom 3. Dezember 2019,
nGS 2019-086), ficht der Beschwerdeführer nicht an. Ebenso ist nicht streitig, dass die
Auszahlung direkt an den Versicherer zu erfolgen hat, nachdem der Beschwerdeführer
im Jahr 2020 keine finanzielle Sozialhilfe bezog.
3.
Gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (SR 832.10;
3.1.
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KVG) gewähren die Kantone Versicherten in bescheidenen wirtschaftlichen
Verhältnissen Prämienverbilligungen. Sie bezahlen den Beitrag für die
Prämienverbilligung direkt an die Versicherer, bei denen diese Personen versichert
sind. Der Kanton meldet dem Versicherer die Versicherten, die Anspruch auf eine
Prämienverbilligung haben, und die Höhe der Verbilligung so früh, dass der Versicherer
die Prämienverbilligung bei der Prämienfakturierung berücksichtigen kann. Der
Versicherer informiert die anspruchsberechtigte Person spätestens bei der nächsten
Fakturierung über die tatsächliche Prämienverbilligung (Art. 65 Abs. 4 KVG). Gestützt
auf Art. 7 Abs. 1 KVG kann die versicherte Person unter Einhaltung einer dreimonatigen
Kündigungsfrist den Versicherer auf das Ende eines Kalendersemesters wechseln. In
Abweichung davon ist ein Wechsel ausgeschlossen, solange sie die ausstehenden
Prämien und Kostenbeteiligungen sowie die Verzugszinse und Betreibungskosten nicht
vollständig bezahlt hat (Art. 64a Abs. 6 KVG). Kündigt eine säumige versicherte Person
ihr Versicherungsverhältnis, so muss der Versicherer sie informieren, dass die
Kündigung keine Wirkung entfaltet, wenn die bis einen Monat vor Ablauf der
Kündigungsfrist gemahnten Prämien, Kostenbeteiligungen und Verzugszinse sowie die
bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen Betreibungskosten bis zum Ablauf der
Kündigungsfrist nicht vollständig bezahlt sind (Art. 105l Abs. 2 der Verordnung über die
Krankenversicherung, SR 832.102, KVV). Sind die ausstehenden Beträge nach Abs. 2
beim Versicherer nicht rechtzeitig eingetroffen, so muss dieser die betroffene Person
informieren, dass sie weiterhin bei ihm versichert ist und frühestens auf den
nächstmöglichen Termin nach Art. 7 Abs. 1 und 2 KVG den Versicherer wechseln kann.
Der Versicherer muss zudem den neuen Versicherer innerhalb von 60 Tagen darüber
informieren, dass die versicherte Person weiterhin bei ihm versichert ist (Art. 105l Abs.
3 KVV).
bis
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe die Grundversicherung bei der B._ per
31. Dezember 2019 rechtzeitig gekündigt und sich fristgerecht per 1. Januar 2020 bei
der A._ angemeldet, was ihm von dieser bestätigt worden sei. Somit sei er im Jahr
2020 bei der A._ versichert gewesen. In der Verfügung der Vorinstanz vom 30. April
2020 sei diese auch als Zahlungsempfängerin aufgeführt. Es könne nicht sein, dass
Ende 2019 offene Rechnungen bei der B._ bestanden hätten. Das zuständige
Gemeinwesen hätte die offenen Prämien der obligatorischen Versicherung bezahlen
müssen.
3.2.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. April 2020 (act. 7/G3.1.16), wonach
3.3.
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4.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12,
GKV). Auf die Erhebung der Kosten ist indessen aufgrund der voraussichtlichen
Uneinbringlichkeit ausnahmsweise zu verzichten (Art. 97 VRP). Das Gesuch des
die IPV an die A._ ausbezahlt werde, basierte auf den Angaben des
Beschwerdeführers im entsprechenden Antrag vom 29. März 2020. Darin strich dieser
seine bisherige Krankenkasse B._ durch und fügte stattdessen handschriftlich die A._
ein (act. 7/G3.1.19). Als die Beschwerdegegnerin diese Verfügung der A._ zwecks
Auszahlung zur Kenntnis brachte, meldete der Versicherer zurück, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2020 nicht bei ihm krankengrundversichert sei (act. 7/
G3.1.15). Weitere Abklärungen der Beschwerdegegnerin ergaben, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2020 bei der B._ versichert war (act. 7/G3.1.14). Wie in Art.
105l Abs. 3 KVV vorgeschrieben, hatte die B._ der A._ mit Schreiben vom 23. Januar
2020 mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer sich bei ihr im Zahlungsverzug befinde,
weshalb ein Wechsel zur A._ nicht möglich sei, sondern die obligatorische
Krankenversicherung bei der B._ weitergeführt werde (act. 7/G3.1.6). Sofern der
Beschwerdeführer mit der Weiterführung der Krankenversicherung bei der B._ nicht
einverstanden gewesen wäre, hätte er dagegen vorgehen müssen, was er indessen
nicht getan hat.
Dass der Beschwerdeführer sich bei der B._ im Zahlungsverzug befand, wird von
diesem nicht qualifiziert bestritten. Er reichte keinerlei Beweismittel dazu ein. Wegen
des Zahlungsausstandes war ein Wechsel des Versicherers von Gesetzes wegen nicht
möglich. Die A._ annullierte deshalb die Versicherung des Beschwerdeführers
rückwirkend. Mit E-Mail vom 21. Juli 2020 an die Beschwerdegegnerin bestätigte sie,
dass der Beschwerdeführer im Jahr 2020 nicht bei ihr versichert sei (act. 7/G3.1.4).
Dass die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen in Bezug auf den Empfänger
eine Korrektur der Verfügung über die IPV 2020 vornahm (act. 7/G3.1.13) und die IPV
an die B._ ausbezahlte, ist nicht zu beanstanden. Daran vermag die vormals
anderslautende Angabe der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 30. April 2020,
wonach die Auszahlung an die A._ erfolge, nichts zu ändern; wie sich nachträglich
herausstellte, war der Beschwerdeführer bei dieser im Jahr 2020 nicht versichert.
Nachdem die IPV von der B._ an die Ausstände und die laufenden
Krankenkassenprämien 2020 angerechnet wurde (vgl. act. 7/3.1.3), ist zudem nicht
ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer beschwert sein soll. Die Beschwerde
erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
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Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege ist damit gegenstandslos.
Ausseramtliche Kosten wurden keine beantragt; sie wären bei diesem
Verfahrensausgang ohnehin nicht zu entschädigen (Art. 98 und 98 VRP).