# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94b1fda7-ce93-456e-8542-a15a4f9039de
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978
geborene
X._
,
Mutter
zweier in den Jahren
1997 und 2002
geborener Kinder
, meldete
sich a
m 21. März
2009 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
6
/1
).
In der Folge zog
die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto
(
Urk.
6
/9)
sowie
Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/10, 6/17) bei und
informierte
die Versicherte
mit Mitteilung vom 17. Februar
2010 darüber,
dass aufgrund ihres
Gesundheits
zustandes
keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich
seien
(
Urk.
6
/18).
Anschliessend holte
die IV-Stelle
einen Arbeitgeberbericht (Urk.
6
/19) sowie einen aktuellen
IK-Auszug (Urk.
6
/23-24) ein und veranlasste bei Dr. med. und Dr. sc. nat. ETH
Y._
,
Fachärztin FMH für
Innere Medizin
und Rheumatologie
, sowie Dr. med. Dr. rer. nat.
Z._
,
Facharzt
FMH
für
Psychiatrie und Psychotherapie, eine bidisziplinäre Begut
achtung
(Expertisen vom 28. August und 30. September 2010, Urk. 6/27, 6/29; Zusammen
fassung vom 13. Oktober 2010, Urk. 6/30). Nach durchgeführtem
Vor
be
scheidverfahren sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 25. Juli 2011
eine ganze Invalidenrente ab 1. September 2009 und eine hal
be Invali
denrente ab 1. Oktober 2010 zu (Urk. 6
/57
). Dagegen erhob die Versicherte Be
schwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 6/58 S. 4). Mit Urteil vom 26. Septem
ber 2012 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (Urk. 6/65).
1.2
Im Jahr 2013 wurde ein ordentliches Revisionsverfahren eröffnet. Die Ver
sicherte gab mit ausgefülltem Revisionsfragebogen an, ihr Gesund
heits
zu
stand habe sich nicht verbessert (Urk. 6/66). In der Folge holte die IV-Stelle Berichte der behan
delnden Ärzte ein (Urk. 6/69, 6/71) und veranlasste die Erstellung eines rheu
matologisch-psychiatrischen Gutachtens bei Dr. Y._ und Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 21. Mai 2016 erstattet wurde (Urk. 6/82-84). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah
ren stellte die IV-Stelle die der Versicherten bis dahin ausgerichtete Rente mit Ver
fügung vom 6. Oktober
2016 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein; einer allfällig dagegen ge
rich
teten Bes
chwerde wurde die aufschiebende
Wirkung entzogen (Urk. 2 [= 6/99]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. November 2016 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache für weitere Abklärungen an die IV-Stelle zurückzu
weisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2016 schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 14. Dezember 2016 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
ons
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
sprache
entscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heits
wert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss
eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbs
fähig
keit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cher
ten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer In
va
li
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewir
ken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmer
zen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struktu
rier
ten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März
2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Be
weis
losigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Ausschlussgründe vor
liegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni
2015 E. 4).
1.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhalten
den soma
to
formen Schmerzstörung
sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesge
richt wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in al
len vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitge
staltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Ein
schränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krank
heitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit er
hebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Per
son ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -
resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf feh
lenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarer
weise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versi
cher
ten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsis
tentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschrän
kung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchti
gung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.6
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
tels
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.8
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erle
digen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich
des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der ge
stell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass bei der Beschwerdeführerin keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorliegen würden. Sie sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Raumpflegerin zu 100 % arbeitsfähig.
Zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwänden wurde ausgeführt, im Gutachten vom 30. September 2010 sei bei der Beschwerdeführerin eine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. Im aktuellen Gutachten habe indessen keine depressive Symptomatik mehr eruiert werden können, wes
halb eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vorliege. Damit sei ein Revi
sions
grund zu bejahen (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor, der begutachtende Psychiater habe festgehalten, dass die rentenbegründende Diagnose der mittelgradigen de
pressiven Episode nicht nachvollzogen werden könne. Nach ihrer subjektiven Wahrnehmung habe sich an der Situation seit Jahren nichts geändert. Auch der behandelnde Arzt habe festgestellt, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht ver
bessert habe. Damit fehle es an einer wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, womit ein Revisionsgrund zu verneinen sei. Eine Wiedererwägung komme vorliegend nicht in Frage, da das hiesige Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 26. September 2012 den Rentenanspruch bestätigt habe (Urk. 1).
3.
3.1
Im
internistisch-rheumatologischen
Teilgutachten von Dr.
Y._
vom 28. Au
gust 2010 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit aufgeführt. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden fol
gen
de genannt (Urk. 6/27 S. 21):
-
ausgedehnte chronische Schmerzen mit
-
unauffälligen MRI-Untersuchungen der HWS und der LWS (08/2010) und des Neurocraniums (07/2007)
-
klinisch ohne radikuläre Zeichen
-
Adipositas Grad II (BMI 37.0 kg/m
3
)
-
leichter Vitamin D-Mangel (38 nmol/l)
-
Erstdiagnose 02/2010 mit oraler Substitution seit Erstdiagnose
-
subklinische Hypothyreose
-
TSH 4.9 mU/l bei normalem T3 frei und T4 frei
-
Status nach durchgemachter Hepatitis B-Infektion (Erstdiagnose 04/1997)
-
Hbs-AG neg. Anti-HBs 300 IE/l (02/2010)
Die Explorandin klage über linksbetonte Schmerzen am ganzen Körper, der sehr verspannt sei. Sie habe Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen in der linken Hüftregion. Es sei, als würde ihr ein Messer in die linke Hüfte ge
stochen. Auch der rechte Arm schmerze stark, sodass sie nichts mit diesem tra
gen könne. Belastung und Stress würden die Schmerzen verschlimmern (Urk. 6/27 S. 12).
Radikuläre Zeichen seien nicht feststellbar. Die MRI-Untersuchungen der Hals- und Lendenwirbelsäule würden keinen wesentlichen Befund zeigen. Ein lum
boradikuläres Syndrom sei weder klinisch noch bildgebend nachweisbar. Die Explorandin zeige eine Handkraft von knapp 40 % der Norm rechts und knapp 36 % der Norm links. Diskrepant dazu seien der normale Handeinsatz während der Untersuchung sowie die Spuren an beiden Händen. Aus rheumatologischer Sicht sei keine Ursache für eine stark reduzierte Handkraft eruierbar (Urk. 6/27 S. 22).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
Y._
fest, die Versicherte sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig. Sie könne sämtliche Tätigkeiten ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen würden (Urk. 6/27 S. 22
-
23).
Im
psychiatrischen
Teilgutachten
vom 30. September
2010 (Urk. 7/29)
führte
Dr.
Z._
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 6/29 S. 12):
-
mittelgradige depressive Episode ohne soma
tisches Syndrom (ICD-10: F 32.10)
Die Explorandin klage über Vergesslichkeit sowie panische Ängste, die sich bei
spielsweise dann einstellen würden, wenn die Kinder zu spät nach Hause kä
men. Seit einigen Wochen habe sie sich angewöhnt, in der Wohnung sehr viel zu putzen, weil sie denke, es habe Staub. Sie habe auch körperliche Beschwer
den. Diesbezüglich stünden die Kopfschmerzen im Vordergrund, die episoden
weise den Tag durch aufträten, meistens, wenn mehrere Leute in der Wohnung seien. Manchmal seien die Schmerzen so stark, dass sie nichts mehr tun könne (Urk. 6/29 S. 5).
Die Explorandin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Während der dreistün
digen Exploration ergäben sich keine Hinweise auf Konzentrationsstö
rungen. Der formale Gedankengang sei geordnet, inhaltliche Denkstörungen und Sinnestäuschungen lägen nicht vor. Die Merkfähigkeit sei deutlich einge
schränkt. Zum aktuellen Zeitpunkt zeige die Explorandin Symptome einer mit
telgradigen Depression (Urk. 6/29 S. 7-8).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt Dr. Z._ fest,
d
urch die depressive Symptoma
tik mit erheblichen Selbst
wertdefiziten, Versagensängsten, Reizbarkeit und Ner
vosität, aber auch ge
rin
ger
Frustrationstoleranz und fehlender Konfliktfähigkeit erscheine es zum gegen
wärti
gen Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass die Be
schwerdeführerin einer Tätigkeit mit dem sozialen Druck und den Anpassungs
erfordernissen eines Teams, wie sie diese von 2001 bis 2003 ausgeübt habe, nachgehen könnte. Es bestehe in der zu
letzt ausgeübten Tätigkeit
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
.
In
einer angepassten Tätigkeit (keine Teamarbeit, eine Zeit
struktur, welche keine zu
sätzlichen familiären Belastungen mit sich bringe, und genügend Handlungs
spiel
raum) z.B. als Näherin oder als Putzfrau sollte eine Tätigkeit im Ausmass von mindestens 3-4 Stunden täglich, entsprechend einem Pensum von mindestens 35 % bis 50 % möglich sein (Urk.
6
/29
S. 12
).
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 13. Oktober 2010
hiel
ten Dr.
Y._
und Dr.
Z._
fest, dass die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwer
deführerin durch die psychiatrischen Faktoren bestimmt werde; aus
internis
tisch-rheumatologischer Sicht sei sie uneingeschränkt arbeitsfähig. A
us psychi
atrischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
eine
100%ige Ar
beits
un
fähigkeit.
In
einer angepassten Tätigkeit sollte eine Tätigkeit im Ausmass von mindestens
3-4 Stunden täglich, entsprechend einem Pensum von mindes
tens 35 % bis 50 % möglich sein
(
Urk.
6
/30).
3.2
Gestützt auf diese Einschätzungen der Sachverständigen hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) dafür, von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 6/32 S. 5), weshalb der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 25. Juli 2011
ab 1. September
2009 eine ganze Invalidenrente und ab 1. Oktober
2010 eine hal
be Invalidenrente zu
gesprochen wurde
(
Urk.
6
/57
)
. Das hiesige Sozial
versicherungsgericht bestätigte mit Urteil vom 26. September 2012 diesen Ent
scheid (Urk. 6/65).
4.
4.1
Im internistisch-rheumatologischen Teilgutachten von Dr. Y._ vom 21. Mai 2016 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden fol
gende genannt (Urk. 6/84 S. 45):
-
Adipositas Grad III (BMI 40.5 kg/m
2
)
-
ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Anämie bei Eisenmangel (Erstdiagnose 07/2014)
-
aktuell Hämoglobin 112 6/l, MCV 72.3 fl, Ferritin 13 ug/l
-
Vitamin D-Mangel in Besserung
-
aktuell 55 nmol/l
-
Status nach durchgemachter Hepatitis B-Infektion (Erstdiagnose 04/1997)
-
einfache Heterozygotie der Mutation M694V des familiären Mittelmeerfie
bers
-
Trägertum ohne Krankheitswert
Die Explorandin klage über Schmerzen in den Muskeln. Ihre ganze linke Körper
hälfte schmerze. Seit kurzem habe sie auch auf der rechten Seite Be
schwerden. Hände und Füsse seien oft geschwollen. Die Fingerspitzen würden manchmal einschlafen. Wenn sie gehe, trete oft ein stechender Schmerz im lin
ken Gesäss auf, der mehrere Minuten anhalte. Wegen dieser Beschwerden könne sie nicht arbeiten, sie habe sogar Mühe, ihren Haushalt zu besorgen (Urk. 6/84 S. 34).
Alle drei Wirbelsäulenabschnitte seien normal beweglich. Radikuläre Zeichen seien nicht vorhanden. Die peripheren Gelenke seien frei beweglich. Die Gelenke seien weder überwärmt noch lägen Ergüsse vor. Beim Ausziehen der Socken nehme die Explorandin spontan den Langsitz auf der Untersuchungsliege ein. Dieser entspreche einem beidseits normalen Lasègue. Diskrepant dazu sei, dass sie unmittelbar danach bei der Prüfung des Lasègues rechts ab 50° und links ab 30° über heftige Schmerzen klage und die Prüfung nicht zulasse (Urk. 6/84 S. 46-47).
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. Y._ aus, die Versicherte könne sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise ausführen würden. Sie sei in angestammter Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/84 S. 48).
Im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. A._ vom 21. Mai 2016 wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 6/83 S. 10):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)
Die Explorandin leide seit fünfzehn Jahren unter Schmerzen. Manchmal könne sie kaum noch gehen, fühle sich wie blockiert. Die Schmerzen in der linken Hüfte seien am schlimmsten. Sie habe auch Schmerzen im gesamten linken Bein, in der linken Schulter und im linken Arm. Seit zwei bis drei Jahren seien die Schmerzen zunehmend. Bezüglich der psychischen Verfassung gebe sie an, sie fühle sich manchmal traurig und leide unter einem schlechten inneren An
trieb. Auch habe sie Konzentrationsschwierigkeiten und ihr Gedächtnis sei schlecht (Urk. 6/83 S. 5-6).
Die Explorandin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Der Gesichtsaus
druck lasse weder auf Müdigkeit, Depressivität noch auf Avitalität schliessen. Spreche sie über ihre Ehe, zeige sich eine gewisse Bedrücktheit, dies jedoch nicht im Rahmen einer eigentlichen Depressivität. Die Auffassungsgabe sei un
gestört. Sprachmotorisch würden sich keine Auffälligkeiten zeigen. Im formalen Denken sei die Explorandin auf ihre Körperschmerzen und ihre Ehe eingeengt, ansonsten sei das formale Danken unauffällig. Hinweise für wahnhafte, bizarre oder suizidale Ideen lägen nicht vor. Die Grundstimmung wirke euthym, pha
senweise bedrückt, aber nicht depressiv. Sie zeige weder eine auffällige Affekti
vität noch Hinweise für eine Affektverarmung (Urk. 6/83 S. 8-10).
Die ICD-Kriterien für eine depressive Episode seien bei der Explorandin nicht erfüllt. Hingegen sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung zu stellen. Diese wirke sich jedoch nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht sowohl in ihrer angestammten Tä
tigkeit als auch in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Da das Vorgut
achten von Dr. Z._ diverse Inkonsistenzen und Mängel aufweise, könne die Arbeitsfähigkeit retrospektive kaum beurteilt werden. Als Beginn der vollen Arbeitsfähigkeit könne einzig das Untersuchungsdatum genannt werden (Urk. 6/83 S. 11 und 17).
In der bidisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten, die Versicherte könne sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben. Die attestierte Arbeitsfä
higkeit bestehe seit dem 25. April 2016, als die Versicherte psychiatrisch un
ter
sucht worden sei (Urk. 6/82).
4.2
4.2.1
Im Gutachten vom 21. Mai 2016 wurde anhand der objektivierbaren Befunde schlüssig dargetan, dass die Kriterien, welche vorliegen müssen, damit eine de
pressive Episode diagnostiziert werden kann, im Untersuchungszeitpunkt nicht gegeben waren. Im Gutachten von Dr. Z._ vom 30. September 2010 war bei der Beschwerdeführerin demgegenüber noch eine mittelgradige depres
sive Episode diagnostiziert worden. Dass diese zwischenzeitlich remittiert ist, stellt eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes dar, welche sich in einer wesentlichen Erhöhung des Grades der Arbeitsfähigkeit niedergeschlagen hat. Zwar wies Dr. A._ in seinem Gutachten darauf hin, die erhobenen Un
ter
suchungsbefunde könnten nicht mit denjenigen vom Vorgutachten vergli
chen werden, weil damals keine umfassenden objektiven Befunde erhoben wor
den seien. Seiner Ansicht nach hätte nicht unbesehen auf das Vorgutachten ab
gestellt werden dürfen, weil dieses Inkonsistenzen und Mängel aufweise (Urk. 6/83 S. 19-22). Gleichzeitig hielt er jedoch fest, mit Sicherheit könne er le
dig
lich die Arbeitsfähigkeit der Explorandin im aktuellen Untersuchungszeit
punkt beurteilen (Urk. 7/83 S. 17). Das hiesige Sozialversicherungsgericht legte bereits mit Urteil vom 26. September 2012 ausführlich dar, weshalb das Gut
achten von Dr. Z._ beweiskräftig sei (Urk. 6/65). Damit steht fest, dass im Zeitpunkt der Rentenzusprache eine mittelgradige depressive Störung vorlag, die seither abgeklungen ist.
4.2.2
Im Übrigen vermag das bidisziplinäre Gutachten vom 21. Mai 2016 zu überzeu
gen. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 6/83 S. 8-10, 6/84 S. 36-45), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 6/83 S. 5-8, 6/84 S. 34) und
ist in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben worden (Urk. 6/83 S. 18-22, 6/84 S. 4-33).
Die Gutachter
haben detaillierte Befunde er
hoben, die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend darge
legt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Zudem setzten sie sich eingehend mit früheren ärztlichen Einschätzungen auseinander (Urk. 6/83 S. 18-22). Der Einwand der Beschwerdeführerin, aus den Berichten ihrer behan
delnden Ärzte gehe hervor, dass keine Verbesserung ihres Gesundheitszustan
des, sondern eher noch eine Verschlechterung eingetreten sei, ist nicht stichhal
tig. In beiden Berichten wurde zwar angegeben, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (Urk. 6/69, 6/71). Indessen wurde weder nach
vollziehbar begründet, wie die Ärzte zu dieser Einschätzung gelangten, noch wurden objektive Befunde beschrieben, die diese Beurteilung stützen würden. Aus diesen Gründen vermögen diese Berichte das Gutachten von Dr. A._ nicht in Frage zu stellen. Weitere medizinische Abklärungen erscheinen vor diesem Hintergrund nicht notwendig.
5.
5.1
Nach dem Gesagten kann auf das
bidisziplinäre Gutachten von Dr. Y._ und Dr. A._
abgestellt werden.
Namentlich erlaubt es auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 1.
4
-1.
5
).
5.2
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt er
scheinen.
Bei der medikamentösen Schmerztherapie besteht grosses Optimie
rungspotential. Die physiotherapeutische Therapie nahm die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2014 nicht mehr wahr (Urk. 6/84 S. 49). Zu berücksichtigen ist ferner, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit von 50
% in den letzten Jahren nicht verwertete.
Was den Indikator „Komorbiditäten“ betrifft, wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass keine relevante psychische Komorbidität bestehe (Urk.
6/83 S. 16
).
Auch wurden keine chronischen körperlichen Begleiterkran
kungen festgestellt.
Zum Komplex „Sozialer Kontext“ ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin über zahlreiche Ressourcen verfügt. S
ie
lebt
inzwischen wieder mit ihrem Ehemann zusammen
, unterhält
sehr
gut
e Beziehungen zu ih
ren Kindern und zu ihrer Familie im Heimatland. Mit ihrer Schwester hat sie fast täglich Kontakt und telefoniert oft stundenlang (Urk. 6/83 S. 7). Jedes Jahr fährt sie zudem in ihr Heimatland in die Ferien und besucht ihre Familie und Verwandten
(Urk.
6/83 S. 16
).
5.3
Zum – beweisrechtlich entscheidenden – Aspekt der „Konsistenz“ ist zu erwäh
nen, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen aktuell ausgeprägten Leidensdruck schliessen lassen. Zwar befindet sich
die Beschwer
deführerin in psychiatrischer Behandlung.
Sie steht jedoch nur einmal im Monat in Behandlung
(Urk.
6/83 S. 6
).
Über einen Zeitraum von fünf Monaten nahm sie das ihr verordnete Temesta nicht ein (Urk. 6/83 S. 17).
Zu erwähnen ist fer
ner,
dass in der rheumatologischen Untersuchung diverse Inkonsistenzen fest
gestellt wurden, die auf eine Selbstlimitierung hindeuten
(
Urk. 6/84 S. 46-47
).
5.4
Auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtlichen Stand
ard
in
di
katoren sind erhebliche funktionelle Auswirkungen der diagnosti
zierten psychischen Störungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nachgewiesen. Mit dem im Sozialversicherungsgericht mass
geben
den Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist daher gestützt auf das
bidisziplinäre Gutachten von Dr. Y._ und Dr. A._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
ihrer
angestammten Tätigkeit auszugehen.
6.
Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 6. Oktober 2016 nicht zu beanstan
den, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.- festzulegen und ausgangsgemäss vo
n der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).