# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 592e291a-662f-47e8-a4fd-0cf48e3a71f0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1. W._, geboren 1976, absolvierte nach dem Besuch der Primar- und Realschule eine Bürolehre und arbeitete fortan temporär an verschiedenen Stellen (Urk. 10/26, Urk. 10/23). Auch nach dem Abbruch der Zweitausbildung als Elektromonteur war er - unterbrochen durch einen längeren Auslandaufenthalt im Jahr 1999 und durch den Bezug von Arbeitslosenentschädigung 2000 und 2001 bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % (Urk. 10/22) - erneut temporär tätig (Urk. 10/12 S. 4, Urk. 10/13, Urk. 10/23). Seit Ende 2000 wird er vom Sozialamt unterstützt (Urk. 8).
Am 23. April 2003 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und ersuchte um Ausrichtung einer Rente, eventuell um Gewährung einer Umschulung (Urk. 10/26). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Bericht des Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. April 2004 (Urk. 10/13) ein und liess den Versicherten durch Dr. med. B._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Gutachten vom 10. Januar 2005, Urk. 10/12). Gestützt auf diese Unterlagen und nachdem sie die erwerblichen Verhältnisse abgeklärt (Urk. 10/21, Urk. 10/23-25) und den Fall dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) unterbreitet hatte (Stellungnahme vom 3. Februar 2005, Urk. 10/10 S. 3), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Februar 2005 (Urk. 10/9) den Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente, da kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben sei. Die dagegen am 18. Februar/23. März 2005 erhobene Einsprache (Urk. 10/8, Urk. 10/6) wurde mit Entscheid vom 14. Juni 2005 (Urk. 2) abgewiesen.
2. Gegen den Einspracheentscheid liess W._, vertreten durch Rechtsanwalt Viktor Györffy, dieser substituiert durch lic. iur. Salome Gmür (Urk. 3), mit Eingabe vom 12. August 2005 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
"1. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 14. Juni 2005 sei aufzuheben.
2. Es seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen.
3. Im Anschluss daran seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zuzusprechen.
4. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Rente zuzusprechen.
5. Dem Beschwerdeführer sei in der Person von Rechtsanwalt Viktor Györffy, substituiert durch die Unterzeichnende, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter beizugeben;
unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."
In der Beschwerdeantwort vom 19. September 2005 (Urk. 9) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Am 22. September 2005 (Urk. 11) wurde Rechtsanwalt Viktor Györffy, substituiert durch lic. iur. Salome Gmür, zum unentgeltlichen Rechtsbeistand für das vorliegende Verfahren bestellt. Nachdem innert erstreckter Frist (Urk. 13) keine Replik eingereicht worden war, wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 12. Dezember 2005 (Urk. 14) als geschlossen erklärt. Einem weiteren Fristerstreckungsgesuch wurde nicht mehr stattgegeben (Urk. 15, Urk. 16). Daraufhin liess der Versicherte mit Schreiben vom 3. Januar 2006 (Urk. 17) den Bericht des Dr. A._ vom 7. Dezember 2005 (Urk. 18) einreichen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Sozialversicherungsbereich geändert worden. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, ist der materielle Anspruch auf eine Invalidenrente für die Zeit bis zum 31. Dezember 2002 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 130 V 446 Erw. 1.2, 127 V 467 Erw. 1). Für den Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2004 sind im Weiteren die Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), die im Zuge der 4. Revision der Invalidenversicherung in Kraft getreten sind, zu beachten.
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (seit 1. Januar 2003: Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder (seit 1. Januar 2004) psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (seit 1. Januar 2003: Art. 7 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG (seit 1. Januar 2003 in Verbindung mit Art. 8 ATSG) bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (seit 1. Januar 2003: Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (seit 1. Januar 2003: Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
2.2 Invalide oder von einer Invalidität (seit 1. Januar 2003: Art. 8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit Art. 15 ff. IVG) und werden in Form von Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmaliger beruflicher Ausbildung, beruflicher Neuausbildung, beruflicher Weiterausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) gewährt.
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 66
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Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind. In Härtefällen besteht gemäss Art. 28 Abs. 1
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IVG bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertenperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweis).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer an einem leistungsbegründenden psychischen Gesundheitsschaden leidet.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellte sich gestützt auf das psychiatrische Gutachten des Dr. B._ vom 10. Januar 2005 (Urk. 10/12) auf den Standpunkt, dass beim Versicherten kein invalidisierender Gesundheitsschaden gegeben sei (Urk. 2, Urk. 10/9, Urk. 9).
3.3 Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend, dass das Gutachten des Dr. B._ die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage nicht erfülle, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne. Vielmehr seien in psychischer Hinsicht weitere Abklärungen angezeigt (Urk. 1).
4.
4.1
4.1.1 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers besteht kein Grund, den Beweiswert des Gutachtens des Dr. B._ vom 10. Januar 2005 (Urk. 10/12) in Frage zu stellen. So ist daraus ersichtlich, dass der Psychiater eine einlässliche, auch die Lebensgeschichte und das soziale Umfeld berücksichtigende Anamnese erhoben hat. Im Rahmen der psychiatrischen Exploration führte der Versicherte im Wesentlichen aus, die Trennung der Eltern in der zweiten Klasse der Primarschule sei hart für ihn gewesen. Zu einer eigentlichen psychischen Krise sei es jedoch nicht gekommen. So habe er in der Unterstufe Anschluss in der Klasse gehabt und habe seine Freizeit mit Schlagzeugspielen, Tauchen und in der Pfadi verbracht. In der Oberstufe und im Fortbildungsjahr habe er dann begonnen, Joints und Zigaretten zu rauchen. Zwischen 1994 und 2000 habe er abgesehen von Heroin verschiedene Drogen ausprobiert, wobei er von 1994 bis 1996 regelmässig, aber nicht täglich, vor allem Ecstasy und wenig Kokain konsumiert habe. Zudem habe er im Ausgang während des zehnten Schuljahres und während der Lehre Alkohol konsumiert, was jedoch Lifestyle und keine Sucht gewesen sei. Im Jahr 1999 habe er einen längeren Auslandaufenthalt in Australien verbracht. Während dieser Zeit sei es ihm psychisch sehr gut gegangen, er habe nicht gekifft und Alkohol nach Lust und Laune konsumiert. Während fünf Monaten habe er Englisch gelernt und ein Diplom abgelegt, in der Folge sei er an mehreren Stellen tätig gewesen und umhergereist. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er an verschiedenen temporären Stellen gearbeitet, wobei er seine Leistung erbracht und nie Absenzen gehabt oder an Depressionen gelitten habe. Seit 2000 sei er arbeitslos und werde inzwischen vom Sozialamt unterstützt. Heute konsumiere er Cannabis, jedoch nicht täglich, und trinke wenig Alkohol. Wegen Depressionen - er leide insbesondere an einer Winterdepression -, Schlafstörungen, Einsamkeit, fehlender Integration, Minderwertigkeitsgefühlen und Suizidgedanken sei er seit drei bis vier Jahren bei Dr. A._ in psychiatrischer Behandlung.
4.1.2 Wenn der Gutachter in Würdigung dieser Angaben aus psychiatrischer Sicht und unter Berücksichtigung des Berichts des behandelnden Dr. A._ vom 6. April 2004 (Urk. 10/13) eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit Tendenz zu Sucht und Amotivation (ICD-10: F60.2) sowie eine Dysthymie (ICD-10: F34.1) diagnostizierte, hinsichtlich dieser Leiden jedoch keine invalidenversicherungsrechtlich relevanten Folgen für die Arbeitsfähigkeit feststellte, und zwar auch nicht retrospektiv für die letzten Jahre, vermag dies zu überzeugen.
So legte Dr. B._ einleuchtend dar, dass beim Versicherten zwar die soziale Anpassung häufig gefährdet war. Diesbezüglich sind die in der Schulzeit aufgetretenen disziplinarischen Verhaltensschwierigkeiten, der Abbruch von zwei Lehren und die rasch auftretenden Motivationsschwierigkeiten, welche auch zu einer Oppositionshaltung führten, beispielsweise gegenüber dem Sozialamt oder der Arbeitslosenversicherung, zu erwähnen. Dafür, dass die Persönlichkeitsstörung jemals ein invalidisierendes Ausmass erreicht hat, bestehen aufgrund der Akten jedoch keine Anhaltspunkte. Vielmehr ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer in der Kindheit und Jugendzeit Sport und andere Hobbies ausübte und genügend Kontakte pflegte. In der Folge schloss er eine Bürolehre ab, gestaltete seine Berufslaufbahn selbstständig, indem er sich für temporäre Anstellungen entschied, die er insbesondere wegen der kurzen Kündigungsfrist als einfacher betrachtete, und absolvierte 1999 einen längeren Auslandaufenthalt in Australien, wobei er dort ein Sprachdiplom erwarb. Diese Aktivitäten machen deutlich, dass die Persönlichkeitsstörung zu keiner invalidenversicherungsrechtlich bedeutsamen Einschränkung des Leistungsvermögens geführt hat. Davon ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch im massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheides auszugehen. An dieser Beurteilung vermag die gutachterliche Feststellung, dass beim Beschwerdeführer eine emotionale Labilität in dem Sinne bestehe, dass er rasch in eine Verleiderstimmung gerate, die Motivation verliere und eine Abwehr in emotionalen Belangen zeige, nichts zu ändern.
Hinsichtlich der seit der Jugend bestehenden Suchttendenz, die sich aktuell in Form von gelegentlichem Cannabis- und Alkoholkonsum sowie Adipositas zeigt, vermag es einzuleuchten, dass der Gutachter diese nebst der Dissozialität, der mangelnden Identität und der mangelnden Konstanz als Bestandteil des Syndroms betrachtete, ihr aber keinen Krankheitswert und damit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass. So konnte der Gutachter keine die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Auswirkungen des Suchtmittelkonsums feststellen. Auch bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, und dies wird auch nicht geltend gemacht, dass die Suchtproblematik Folge eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ist. In die gleiche Richtung geht denn auch der Umstand, dass Dr. A._ (Urk. 10/13, Urk. 18) es sogar gänzlich unterliess, auf die Suchtproblematik des Versicherten hinzuweisen.
Was schliesslich die depressive Symptomatik anbelangt, erscheint die Beurteilung des Dr. B._ nachvollziehbar, wonach beim Beschwerdeführer keine schweren depressiven Phasen vorliegen, es sich vielmehr um emotionale Krisen und Depremiertheiten von jeweils kurzer Dauer und nicht allzu starker Intensität handelt und damit auch dieser psychischen Störung zu keiner Zeit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukam. Dies gilt insbesondere für die vom Versicherten seit dem Eintritt der Arbeitslosigkeit im Jahr 2000 geklagten sogenannten "Winterdepressionen", zumal er gemäss seinen Angaben weiterhin Stellen suchte (Urk. 10/12 S. 7). Ferner ist aktenkundig, dass er bis Juni 2001 Arbeitslosentschädigung bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % bezog (Urk. 10/22). Dafür, dass aufgrund der depressiven Symptomatik im massgebenden Zeitpunkt keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben war, spricht auch der Umstand, dass Dr. A._, bei dem der Beschwerdeführer seit März 2001 in psychiatrischer Behandlung ist, für diesen Befund keine selbstständige psychiatrische Diagnose stellte (Urk. 10/13, Urk. 18).
4.1.3 Insgesamt ist das Gutachten des Dr. B._ umfassend und einleuchtend. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb auf die Expertise nicht abgestellt werden könnte. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesundheitsschaden vorliegt.
4.2 Demgegenüber vermag der Bericht des Dr. A._ vom 6. April 2004 (Urk. 10/13), worin er dem Beschwerdeführer ab dem 27. März 2001 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Büroangestellter attestierte, keine Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens aufkommen zu lassen. So zitierte Dr. A._ zwar die anwendbaren Ziffern der ICD-10 im Bereich der spezifischen Persönlichkeitsstörungen, es fehlen jedoch nähere Angaben zu den beim Versicherten erhobenen psychiatrischen Befunden und damit eine Begründung für die gestellte Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0). Hiezu genügen die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten Depressionen, der Schlaflosigkeit, der Energie- und Motivationslosigkeit, den erheblichen Minderwertigkeitsgefühlen, der mangelnden Integrationsfähigkeit und den Suizidgedanken nicht, zumal Dr. A._ zu erkennen gab, dass sich die Zusprechung einer Rente allenfalls positiv auf den Gesundheitszustand des Versicherten auswirken könnte.
4.3 Ebenso wenig vermag der nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichte Bericht des Dr. A._ vom 7. Dezember 2005 (Urk. 18) das Gutachten in Frage zu stellen, in dem - wie gezeigt wurde - zwar eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, ihr jedoch kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde. Wie Dr. A._ selbst einräumte, ist davon auszugehen, dass sich der Versicherte auch anlässlich der psychiatrischen Exploration bei Dr. B._ flapsig-wurstig, ablehnend, unkooperativ gezeigt und insgesamt einen provozierenden Eindruck hinterlassen hat. Damit konnte der Gutachter diese typischen Verhaltensweisen berücksichtigen. Sodann weist der Umstand, dass der Beschwerdeführer immer wieder temporäre Tätigkeiten ausgeübt hat (Urk. 10/23-24), wobei er die Stelle bei der P._ AG mit der Begründung gekündigt hat, sich anderweitig beruflich orientieren zu wollen (Urk. 10/21 Anhang), nicht auf eine massgebende Persönlichkeitsstörung hin. Entgegen der Ansicht des Dr. A._ lässt sich jedenfalls mit der Tatsache, dass der Versicherte in gewisser Hinsicht ein nicht der Norm entsprechendes Verhalten zeigt und seit längerer Zeit arbeitslos ist, keine invalidenversicherungsrechtlich bedeutsame Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Vielmehr ist entscheidend, ob angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihm sozial-praktisch nicht mehr zumutbar. Folglich ist eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. Vielmehr muss in jedem Einzelfall eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Aetiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein (BGE 127 V 298 Erw. 4c mit Hinweisen). Demnach erweist sich die Argumentation des Dr. A._, wonach die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung in jedem Fall zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen müsse, nicht als stichhaltig.
4.4 Im Weiteren vermögen auch die in der Beschwerde (Urk. 1 S. 4 ff.) vorgebrachten Einwände des Versicherten an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Soweit geltend gemacht wird, Dr. B._ sei nicht in der Lage gewesen, aufgrund einer einmaligen Untersuchung die komplexen psychischen Beschwerden umfassend zu beurteilen, ist dem entgegenzuhalten, dass der Expertise aus diesem Grund kein verminderter Beweiswert zukommt. Denn wie bereits ausgeführt (vgl. Erw. 4.1.2-3), erfüllt das Gutachten die von der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts aufgestellten Kriterien (vgl. Erw. 2.5) an eine voll beweiskräftige Entscheidungsgrundlage. Auch vermag der Beschwerdeführer aus der gegenüber Dr. A._ nur unwesentlich abweichenden gutachterlichen Diagnosestellung nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal Dr. A._ selbst diesem Umstand keine weitere Bedeutung beimass (Urk. 10/6, Urk. 18). Ebenso wenig lässt sich mit der in der Beschwerde geltend gemachten Unfreiwilligkeit der häufigen Stellenwechsel ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesundheitsschaden begründen. Nach dem Gesagten würden weitere medizinische Abklärungen zu keinem anderen Ergebnis führen, so dass davon abgesehen werden kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b; SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b).
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5. Der unentgeltliche Rechtsvertreter macht gemäss der eingereichten Kostennote (Urk. 21) für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen Aufwand von 10 Stunden und 25 Minuten geltend, was der Sache angemessen erscheint. In Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- (mehrwertsteuerfrei) und unter Berücksichtigung der geltend gemachten Barauslagen von Fr. 70.40 (mehrwertsteuerfrei) ergibt dies eine Entschädigung von Fr. 2'153.70 (inklusive Barauslagen), die aus der Gerichtskasse zu bezahlen sind.