# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d88fec0a-cc79-40a3-ac94-ded0f99e8e37
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979,
Z._
ischer
Staatsangehöriger
, reiste 1991
in die Schweiz ein
. Zuletzt arbeitete er seit dem
1.
November 2007 als Kopist bei der
A._
in
B._
. Am
1
8.
Juli 2011
(Eingangsdatum)
meldete
seine Arbeitgeberin
ihn
wegen
Rückenschmerzen (verschobener Wirbel) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung
(
Urk.
8/4).
Die IV-Stelle stellte
dem Versicherten
das Anmeldeformular (Berufli
che
Integration/Rente) zu
, das
dieser
am
3
0.
August 2011 (Eingangsdatum)
aus
gefüllt retournierte (
Urk.
8/9
).
Weiter lud sie den
Versicherten zu
zwei
Gesprä
ch
en
zwecks
Abklärung
seine
r
berufliche
n Situation ein (Gespräch
e
vom 1
3.
September 2011,
Urk.
8/13
, und 2
0.
Oktober 2011,
Urk.
8/20), holte den Bericht von
Dr.
med.
C._
,
FMH für Allgemeinmedizin
, vom 2
0.
Oktober 2011 (
Urk.
8/21)
ein
und
liess
einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom
9.
November 2011,
Urk.
8/27).
M
it den
Vorbescheiden vom
2.
und
5.
Dezember 2011
stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung seiner
Begehren
um
eine Invalidenrente und um
berufli
che
Mass
nahmen
in Aussicht
(
Urk.
8/31 und Urk.
8/32). Dagegen erhob der Versicherte am
9.
Januar 2012
vorsorglich Einwand
(
Urk.
8/35)
. Am 1
5.
März 2012 reichte er be
tr
effend berufliche
Massnahmen
eine ergänzende
Einwandb
egründung
ein (
Urk.
8/39) und zog den Einwand betreffend Invalidenrente zurück (
Urk.
8/40).
Mit Verfügung vom 5.
April 2012 wies
die IV-Stelle das
Rentenbegehren des Versicherten
ab (Urk.
8/41). In der Folge nahm
sie
den Bericht von med.
pract
.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherap
ie FMH, vom 1
6.
Juli 2012 (Urk.
8/43)
zu den Akten
und gab bei
Dr.
med.
et
Dr.
sc. nat. ETH
E._
, Fachärztin
für
Innere Med
izin und Rheumatologie FMH
,
und Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag, das am
1
2.
April 2013 (
Urk.
8/70) bzw.
2.
Mai 2013 (
Urk.
8/72) erstattet wurde. Der Versicherte reichte daraufhin den an
Dr.
C._
gerichteten Bericht des
G._
vom
6.
S
eptember 2013 nach
(
Urk.
8/80 und
Urk.
8/81).
Mit
Verfügung vom 18.
Oktober 2013
verneinte die IV-Stelle
einen Anspruch des Versicherten auf berufliche
Massnahmen
. Sie begründete dies damit, dass
vorliegend keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei de
r Stellensuche bestehe, weshalb
kein Anspruch auf eine Arbeitsvermittlung gegeben sei. Weiter seien auch keine beruflichen
Massnahmen
in Form von Weiterbildung/Umschulung angezeigt
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 2
0.
November 2013 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung vom 1
8.
Oktober 2013 sei aufzuheben und es s
eien ihm berufliche
Massnahmen zuzusprechen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2013 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am
6.
Januar 2014 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt
also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherun
g haben nach
Art.
8
Abs.
1 IVG i
nvalide oder von einer Inv
alidität bedrohte (
Art.
8 ATSG)
Versicherte, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder
zu verbe
ssern;
und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen
Massnahmen
erfüllt sind.
1.5
Nach
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität
in der Berufswahl
oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind,
Anspruch
auf Berufsberatung.
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
benötigen.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Per
son wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausge
übten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dau
ernde
Erwerbseinbusse
von etwa 20 Prozent erleidet, wobei es sich um einen
blossen
Richtwert handelt (BGE 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 f. E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hin
weisen).
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit w
eiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die bis zur Begutachtung durch
Dr.
E._
und
Dr.
F._
aufliegenden
Arzt
berichte
wurden in deren Expertisen vom 1
2.
April
(
Urk.
8/70/5-13)
und 2.
Mai 2013
(
Urk.
8/72/3-4) zusammengefasst
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
2.2
Dr.
E._
u
nd
Dr.
F._
stellten in der
interdisziplinären Beurteilung vom
2.
Mai 2013 folgende Diagnose
n
mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/72/9):
ein
lumbospondylogenes
Syndrom links bei kongenitaler
Spondylolyse
L5
beidseits mit konsekutiver
Anterolisthesis
L5/S1 um 8 mm mit
foraminaler
Stenose L5/S1 und begi
nnender
intraforaminaler
Kompression der Nervenwur
zel
L5 links sowie Kontakt zur Nervenwurze
l L5 rechts, bildgebend seit Erst
diagnose
(02/2011) stationä
r MRI 04/2013 gegenüber MRI 02/2011 ohne relevante
Instabili
t
ät (funktionelles Röntgen 05/2011), ohne
radikuläre
Zeichen mit
regelrecht
er symmetrischer paravertebraler
Muskulatur (MRI 04/2013)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
(Urk.
8/72/10)
:
(1)
eine Anpassungsstörung
mit Sorgen, Anspannungen, Ängsten und
Stimmungseinbrüchen (ICD-10 F43.23)
(2)
ein Nikotin-Abusus (ICD-10 F17.1)
(3)
ein Vitamin-D-Mangel (15
nmol
/l)
(4)
eine
Hypercholes
t
erinämie
(7,
3
nmol
/l)
Dr.
E._
und
Dr.
F._
erklärten, dass
der Beschwerdeführer aus rheumato
logischer Sicht durch die eingeschränkt
e Funktion der LWS
limitiert sei. Er könne Lasten bis 15 kg heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Aus
psychiatrischer Sicht sei er von Januar 2011 bis April 20
13 für jegliche Tätigkeit zu
50
%
arbeitsunfähig gewesen, seit
April 2013 aber
wieder zu
100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/72/10).
2.3
Die Ärzte und der Psychologe des
G._
hielten in ihrem
an
Dr.
C._
gerichteten
Bericht vom
6.
September 2013 folgende Diagnosen fest
(
Urk.
8/80/1)
:
(1)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode (ICD-10 F33.1)
(2)
ein
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 beidseits mit/bei
-
Verdacht auf W
u
r
zelirritati
on L5 beidseits (
Dr.
med.
H._
,
8.
Mai
2012)
-
bekannte
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Anter
olisthesis
L5 gegenüber S1 um
7
mm (Grad 1 nach
Meyerding
), b
eidseits
mässiggradig
e
Foraminalstenose
L5/S1 mit mögliche
r
foraminaler
Irritation der L5-
Nervenwurzeln (2
7.
August
2013
CT LWS
)
(3)
ein Tinnitus beidseits (ICD-10 H93.1)
(4)
eine
Hyperlip
idämie
(5)
ein Vitam
in
-
D3
-
Mangel
(6)
Status nach Nikotin-Abusus
Sie
gaben an,
der Beschwerdeführer
sei
im Beruf als Maschinenführer zu 100
% arbeitsunfähig
. Für angepasste Tätigkeiten bestehe eine 70%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
8/80/7).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde vorliegend von
Dr.
E._
(
Urk.
8/70)
und Dr.
F._
(
Urk.
8/72)
in rheumatologischer und psychiatrischer Hin
sicht
ein
gehend
fachärztlich untersucht.
Die beiden Gutachter
hab
en ihr
e
bidisziplinäre
Expertise
in Kenntnis und Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
abgegeben.
3.
2
Dr.
E._
, die im Rahmen ihrer
Untersuchung
auch eine bildgebende
Abklä
rung
veranlasst
e (MRI LWS vom 1
0.
April 2013 im
I._
,
Urk.
8/70/31-32), legte
in ihrem Gutachten
dar, dass der 34-jährige Beschwer
deführer mit beidse
i
tigen
Spon
d
ylolysen
L5 zur Welt gekommen sei. Es habe sich dann eine
Anterolisthesis
im Se
g
ment L5/S1 von 8 mm ohne Zei
chen einer Instabilität in der f
unktionellen Rönt
g
enuntersuchung der LWS (05/2011)
ent
wickelt.
In der kl
i
nischen Untersuchung habe
kein wesentlicher pathol
o
gischer Befund erhoben werden können
. Al
le drei Wirbelsäulenabschnitte (
HWS, BWS und LWS) seien normal beweglich.
Radi
kuläre
Zeichen
seien nicht vorhanden.
Auch a
lle
grossen
per
i
pheren G
elenke seien normal beweglich
. Gelenksergüsse,
Synovitide
n
oder überwärmte
Gelenke hätten nicht festgestellt werden können
. Die ganze Muskulatur sei liegen
d
geprü
ft
nirgends verspannt. Die Bioimpe
danz-
Analyse zeige eine erfreulich kräftige Muskelmasse von 56
%, welche den Normwert von 40
%
weit übertreffe. Eine la
ngandauernde körperliche Scho
nung könne
daraus nicht abgeleitet werde
n.
Auch die
MRI-Untersuchung d
er LWS (04/2013) zeig
e eine regelrechte symmetrische
paravertebrale Muskulatu
r. Weiterhin
vorhanden
sei eine beginnende
Kompre
ssion der Nervenwurzel L5 links,
die sich
aber
seit der Erstdiagnose 02/2011
-
wie auch
der übrige
bildge
bende
Befund –
nicht verändert habe. In der Blutuntersuchung seien eine ein
deutige
Hyperchol
e
st
er
in
ämie
und ein deutlicher Vitamin-
D-Mangel
festgestellt worden
. Hinweise auf eine entzündliche rheumatische Erkra
nkung
seien
i
n
der
B
lutanalyse
nicht vorhanden gewesen
.
Die Wirks
toffspiegel der drei im Blut geprüften Medikamente würde
n
etwa den Angaben des Beschwerdeführers entsprechen. Die Muskelsch
merzen könnten ein Symptom des
Vitamin-D-Man
gels sein, der durch Vitaminsubstitution in der Regel gut behoben werden könne. Der SLUMP-Test sei bei der Untersuchung beidseits normal gewesen.
Dennoch habe der Beschwerdeführer beim
Lasègue
-Manö
ver rechts ab 60°
und links bei 30° starke Schmerzen angegeben und eine weitere Prüfung nicht zugelassen. Da kein reflektorischer Bewegungswiderstand feststellbar gewesen sei, handle es sich keinesfalls um einen pathologischen
Lasègue
, sondern am ehesten um eine Verdeutlichungstendenz. Es seien zahlreiche Diskrepanzen bei der Beweglichkeit in der direkten Untersuchung und unter Ablenkung
zu beobachten
gewesen. Sogar der Gang des Beschwerdeführ
ers habe sich norma
lisiert, als
er abgelenkt gewesen sei. Die vorhandenen Befunde könnten das
Ausmass
seiner Beschwerden nicht erklären (
Urk.
8/70/23).
Dr.
E._
und
Dr.
F._
kamen in der interdisziplinären Beurteilung dementsprechend zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus rheumatologisc
her Sicht in Tätigkeiten, bei denen
lediglich Lasten bis 15 kg zu heben oder zu tragen seien (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau), nicht eingeschränkt
sei
(Urk.
8/72/10). Diese gutachterliche Einschätzung ist angesichts der genannten Befu
nde
und der Erläuterungen dazu
einleuchtend und plausibel.
3.
3
Dr.
F._
erklärte
in seiner psychiatrischen Expertise
,
dass
beim Beschwerde
führer aufgrund der anamnestischen Angaben weder eine genetische Vu
l
nera
bilität noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen festzustellen seien.
Seine frühe Kindheit sei
ohne gravierende traum
atische Ereignisse verlaufen
. Hinweise
auf
die Bildung einer
Persönlich
keitsstörung
würden sich nicht ergeben
. Der Beschwerdeführer sei in seinem
Heimatland regelrecht eingeschult worden und habe nach der Primarschule in der
J._
nach einjähriger Sonderklasse hier die Realschule absolviert. Damit könnte
n
sowohl eine Intelligenzminderung als auch Verhaltensstörung
en
oder sonstige psychische Probleme in der Kindheit und Pubertät ausgeschlossen werden. Im Erwachsenenalter sei der Beschwerdeführer den sozialen Anforde
rungen auch jahrelang ohne Probleme gewachsen gewesen. Er habe über Jahre eine konstante Arbeitsleistung erbracht und zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt. Anhaltende Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle sei
en
weder anamn
e
stisch erhoben noch
aktenmässig
dokumentiert, weshalb prämorbide psychische Probleme mit Kran
k
heits
wert inkl. einer Persönlichkeitsstörung auch im Erwachsenenalter klar
ausgeschlossen werden könn
t
en. Im Rahmen der belastenden Ehesituation, zunehmender
muskuloskelettale
r
Schmerzen und schmerzbedingter Vermeidungshaltung
mit konseque
nter
Dekonditionierung
sei es
im Verlauf
des Jahres
2011 zum Ausbruch einer Anpassung
s
störung
mit depressiver Reaktion gekommen
(
gemäss
Bericht von
Dr.
C._
vom 2
0.
Oktober 2011 seit Januar 2011)
. Die
bei med.
pract
.
D._
eingeleiteten therapeut
ischen
Massnahmen
hätten
dann
sowohl
subjektiv als auch objektiv
zu e
iner Verbesserung des psychische
n Zustands des Beschwerdeführers
geführt und gegenwärtig
könne kei
ne depressive Anpassungsstörung, sondern eine Anpassungsstö
rung mit Sorgen, An
spannungen, Äng
sten und
Stimmun
gsein
brüchen
im Rahmen der chronischen
Schmerzen diagnostiz
iert werden.
Der Beschwerdeführer
habe
anlässlich
der
Exploration vom
9.
April 2013 ganz u
nauffällige psychokognitive
Funktionen auf
gewiesen
(Gedächtnisfunktion, Merkfähigkeit, Auffassungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit, geistige Flexi
bilität, Antrieb und Psychomotorik;
Urk.
8/72/7-8).
Dr.
F._
und
Dr.
E._
kamen in der
interdi
sziplinären Beurteilung daher
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht
seit April 2013
zu 100
%
arbeitsfähig sei (Urk.
8/72/10). Auch diese gutachterliche Einschätzung ist angesichts
der genannten Befunde
ohne
Weiteres
nachvollziehbar.
3.4
Der Bericht des
G._
vom
6.
Septemb
er 2013 vermag die überzeugende Beurteilung
von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
nicht in Zweifel zu ziehen. So fällt auf, dass sowohl
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Physikalische Therapie/Rheumatologie FMH, als auch
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Chirurgie FMH, und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie FMH, zunächst weitgehend unauffällige objektive Befunde erh
oben
haben (
Urk.
8/80/4-5), daraufhin aber
doch erklärten
, dass dem Beschwerdeführer
eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit
lediglich
noch
in einem 50%-Pensum (bzw. gar
nicht
mehr
) zumutbar sei (Urk.
8/8
0/6-7). Dies ist nicht nachvollziehbar
.
Des Weiteren hat auch med.
pract
.
D._
nicht plausi
bel
begründet
, weshalb der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht zu 70
%
arbeitsunfähig sein soll
. Die Testergebnisse der diversen Symptomfragebögen, auf die sich med.
pract
.
D._
beruft, beruhen
ausschliesslich
auf subjektiven Angaben, die zwar im therapeutischen Rahmen nützlich, für die
Zusprache
von Sozialversicherungsleistungen aber nicht ausschlaggebend sein können (
Urk.
8/80/3-7; Urteil des Bundesgerichts 9C_950/2009 vom 2
5.
November 2010 E. 3).
Zudem ist auch darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem
begutachtenden Psychiater
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre
tationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizi
nischem Behandlung
s
- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stel
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten (Urteile des Bun
desgerichts 9C_794/2012 vom
4.
März 2013 E. 4.2, 8C_
997/2010 vom 1
0.
August 2011 E.
3.2, 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 5.1).
Schliesslich
geht aus dem Bericht des
G._
vom
6.
September 2013 auch nicht hervor, dass nach der Begutachtung im April 2013 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers eingetreten wäre
(
Urk.
8/80)
.
Hausarzt
Dr.
C._
nahm
in seinem Bericht vom 2
0.
Oktober 2011 zur Frage, in welchem Umfang dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar
sei,
im Übrigen
nicht Stellung. Er erachtete eine solche jedoch
offenbar als zumutbar,
zumal er eine Umschulung des Beschwerdeführers zum
Webdesigner empfahl (
Urk.
8/21/3
).
Nicht stichhaltig ist auch
der
Einwand des Beschwerdeführers, die Beurteilung von
Dr.
F._
sei
nicht
schlüssig
,
weil
er
eine
weitere Behandlung im
G._
empfohlen habe
, gleichzeitig a
ber
bereits von einer 100%igen Arbeit
sfähigkeit im April 2013 ausgegangen sei
(
Urk.
1 S.
4 f.).
Dr.
F._
legte nämlich
– wie bereits
in E 3.3
erwähnt
-
ohne
Weiteres
nach
vollziehbar dar, dass die eingeleiteten th
erapeutischen
Massnahmen
bei med.
pract
.
D._
zu einer erheblichen Verbesserung des psychischen Gesu
ndheits
zustands geführt hätten
. Aus diesem Grund habe er
im April 2013 einzig noch eine
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen,
Ängsten und
Stimmungs
einbrüchen
,
bei der es sich um eine Diagnose ohne
Einfluss
auf die Arbeitsfä
higkeit handle,
feststellen können
.
Weiter gab Dr.
F._
an, dass sich auch
diese Anpassungsstörung mit einer intensivierten
Behandlung
vollständig zurückbilden
liesse
(
Urk.
8/72/8).
3.5
Es
kann somit gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
davon
ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer seit April 2013 leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (Heben oder Tragen von Lasten bis
15 kg) ganztags zumutbar sind.
Ob dem Beschwerdeführer auch die zuletzt aus
geübte Tätigkeit als Kopist
bei der
A._
noch zumutbar ist, konnten die Gutachter nicht beurteilen, da keine klare Arbeitsplatzbeschreibung vorhanden war (Urk.
8/72/10).
Dies
kann
indes – wie
nachfolgend
aufgezeigt wird
–
offen bleiben.
4.
4.1
Der Beschwerdef
ührer arbeitete zuletzt als Kopist bei der
A._
, ehe ihm
seine
Arbeitgeberin
die
Stelle
ca. Ende 2011
kündigte und als Begründung seine
gesundheitlichen Probleme
anführte
(
Urk.
8/34/4 und
Urk.
8/60/6
)
.
Das
Brutto
einkommen
des Beschwerdeführers bei der
A._
betrug
im Jahr 2010
Fr.
74‘550.-- (
Urk.
8/27/2
). U
nter Berücksichtigung der
Nominallohnentwick
lung
bis ins
Jahr 2013
(
vgl.
Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohnin
dex
, Entwicklung der Nominallöhne 1976-2012, T39
, Männer
)
resultiert folglich
ein
(
hypothetisches
)
jährliches
Valideneinkommen
von
Fr.
76‘656.85 (
Fr.
74‘550.-- x 1,01
x 1,008 x
[voraussichtlich ca.]
1,01
)
.
4.2
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Invali
denlohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung
die Tabellenlöhne
gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b).
Da der Beschwerdeführer nach der Kündigung der
A._
keine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist auf die Tabellenlöhne
gemäss
LSE abzustellen.
Aus der LSE 2010 ergibt sich für Arbeitnehmer des
Anforderungs
niveaus
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein
Brutto
monatslohn
von
Fr.
4‘901.
--
(Tabelle TA1 S. 26).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
bis ins Jahr 2013
(vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Entwicklung der Nominallöhne 1976-2012, T39
, Männer
)
und der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr
2013 in
alle
n
Sektore
n von
mutmasslich
41,7
Stunden
(
vgl.
Bundesamt für Statistik, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Total) führt dies zu einem hypotheti
schen Jahreseinkommen von
Fr.
63‘044.20
(
Fr.
4‘901.
--
x 12 : 40 x
[voraus
sichtlich]
41,7
x
1,0
1 x 1,0
08 x [
voraussichtlich
ca.] 1,01).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchs
tens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Ver
gleichseinkommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Dem
Beschwerdeführer
sind
aufgrund der eingeschränkten Funktion der LWS
einzig
körperlich schwere Arbeiten
, bei denen Lasten von über 15 kg zu heben oder zu tragen sind,
nicht mehr zumutbar.
Sämtliche k
örperlich leichte
n
bis mittelschwere
n
Tätigkeiten kann er
in einem 100%-Pensum
ausüben
. Des Wei
teren lebt der Beschwerdeführer
bereits seit über 20 Jahren in der Schweiz, hat hier die Oberstufe besucht
und spricht sehr gut Deutsch. Nach der obligatori
s
chen Schulzeit war er während mehr als 13
Jahren in verschiedenen Bereich
en erwerbstätig, unter anderem als Verkäufer,
Automechaniker, Felgenpolie
r, Schriften- und Reklamegestalter
sowie Kopist (
Urk.
8/60
/2
-3
und
Urk.
8/72/5
).
Im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen
Verfügung war
er zudem
erst 34-jährig
. Es steht ihm demnach noch
ein weites Spektrum an
möglichen
Tätig
keiten offen.
Unter Berücksichtigung sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände erscheint vorliegend die Gewährung eines Leidensabzuges nicht gerechtfertigt.
Das Invalideneinko
mmen beläuft sich demzufolge
auf
Fr.
63‘044.20.
4.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76‘656.85
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
63‘044.20
resultiert
– bei der Annahme, dass dem Beschwerdefüh
rer die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei (vgl. E. 3.5 am Ende) -
ei
ne
Erwerbseinbusse
von
Fr.
13‘612.65
und damit ein
– allfälliger -
Invaliditätsgrad von
aufgerundet 18
%
(
Fr.
13‘612.65
:
Fr.
76‘656.85
)
.
Da der Beschwerdeführer somit ke
ine
Erwerbseinbusse
von etwa 20
% erleidet, ist bereits diese Voraussetzung
für eine Umschulung
gemäss
Art.
17 IVG nicht erfüllt
(vgl. E. 1.5)
.
5.
5.1
Art.
18 IVG, welcher den Anspruch auf Arbeitsvermittlung regelt, erfuhr anläss
lich der
5.
IV-Revision (Änderung des IVG vom
6.
Oktober 2006, in Kraft seit
1.
Januar 2008) eine Modifikation. War der Anspruch früher nur für (
einglie
derungsfähige
) invalide Versicherte vorgesehen, genügt nunmehr eine Arbeits
unfähigkeit im Sinne von
Art.
6 ATSG, mithin im bisherigen Beruf. Damit
wurde die Anspruchsberechtigung weiter gefasst als bisher. Dementsprechend wurden auch die allgemeinen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Einglie
derungsmassnahmen
in
Art.
8 IVG geändert: Waren bisher Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar Bedrohte angesprochen, wurde in der neuen Fas
sung auf den Zusatz „unmittelbar“ verzichtet. Allerdings stellte der Bundesrat zugleich klar, dass sowohl die grundsätzlichen als auch die speziellen Anspruchsvoraussetzungen, namentlich jene von
Art.
8
Abs.
1
lit
. a IVG
(die Teilgehalte der
Verhältnismässigkeit
, insbesondere die Notwendigkeit und die Geeignetheit)
, erfüllt sein müssen (
BBl
2005 4561; Urteil
des Bundesgerichts 9C_1023/2009
vom 1
7.
März 2010 E. 4.1 mit Hinweisen).
Ist die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfä
higkeit nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen,
fällt die Arbeitsvermittlung auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der IV, sondern gegebenenfalls in den Bereich der Arbeitslosen
versicherung. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschrän
kung gesundheitlicher
Art.
Daran ist nach Inkrafttreten der
4.
und
5.
IV-Revi
sion festgehalten worden
(Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Auflage, Zürich 2010, S. 204 f.
, mit Hinweisen
).
Wie unter E. 3.5
dargelegt
, lässt sich
aufgrund der vorliegenden Akten
nicht
beurteilen,
ob dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Kopist noch zumutbar ist.
Fest st
eht jedoch
, dass
ihm
seit April 2013
sämtliche
leichte
n
bis mittelschwere
n
(Hilfsarbeiter-)
Tätigkeiten
, die auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt in genügender Zahl
gegeben
sind,
wieder
ganztags zumutbar sind.
Gründe, die dafür sprechen, dass der Beschwerdeführer durch seine gesundheit
lichen Probleme bei der Stellensuche eingeschränkt sein könnte, sind nicht ersichtlich und wurden von
ärztlicher
Seite
auch nicht
dargetan
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_416/2009 vom 1. März 2010 E. 5.2)
.
E
in Anspruch auf Arbeits
vermittlung
ist deshalb
zu verneinen.
5.2
Der Anspruch auf Leistungen nach
Art.
15 IVG
(Berufsberatung) setzt voraus, dass der Versicherte an sich zur Berufswahl (oder zur beruflichen Neuorientie
rung) fähig, infolge seines Gesundheitsschadens aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (Meyer, a.a.O
.
, S. 174).
Da dem Beschwerdeführer
– wie erwähnt - leichte und mittelschwere (Hilfsarbei
ter-)Tätigkeiten, die
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in genü
gender Zahl
vorhanden
sin
d
,
seit April 2013
wieder ganztags zumutbar sind
und er darüber
hinaus
bereits in ganz verschiedenen
Bereich
en
erwerbstätig war und Erfahrungen
sammeln konnte
(vgl.
E. 4.2 unten
),
sind
schliesslich
auch
keine Gründe
ersichtlich,
die eine Berufsberatung erforderlich machen würden
. Ein Anspruch auf Berufsberatung ist
daher
ebenfalls nicht gegeben.
6
.
Die Beschwerdegegnerin hat einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf beru
fli
che
Massnahmen
demzufolge zu
Recht
verneint
. D
ie Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
m unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.