# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 976e0b80-7e3d-489a-be77-7e98c67bc21e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am _2012 ist A._, Tochter der X._ und des Y._, geboren. Beide Elternteile waren bei der Geburt ihrer Tochter unverheiratet und standen unter Vormundschaft. Für A._ bestand aus diesem Grund seit dem 24. Juli 2012 eine kindesschutzrechtliche Vormundschaft gemäss Art. 368 aZGB (alte Fassung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, in Kraft bis 31. Dezember 2012; SR 210).
B. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelbünden/Moesa vom 17. Dezember 2013 wurde die kindesschutzrechtliche Vormundschaft aufgehoben und A._ unter die gemeinsame elterliche Sorge von X._ und Y._ gestellt. Gleichzeitig wurde für A._ eine Beistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) errichtet. C._ wurde als Beistand eingesetzt, welcher die Eltern im Sinne einer Erziehungsbeistandschaft in den Bereichen Erziehung, Betreuung, Schule, etc. unterstützen sollte. Da die Familie XY._ am 01. November 2013 nach O.1_ umgezogen war, übernahm die KESB Nordbünden, rückwirkend auf den 20. Dezember 2013, die für A._ geführte Beistandschaft am 28. Januar 2014.
C. Die KESB Nordbünden ersuchte die KESB Prättigau/Davos mit Schreiben vom 20. Mai 2014 um Übernahme der Massnahme für A._, da ihre Eltern zwischenzeitlich von O.1_ nach O.2_ umgezogen waren.
D. Im Rahmen der Abklärungen betreffend Übernahme der bestehenden Massnahmen führte die KESB Prättigau/Davos am 13. Juni 2014 eine Besprechung mit X._ und Y._ durch. X._ äusserte sich dahin, dass sie noch zwei weitere Kinder habe. D._ sei adoptiert worden und sie habe ihn seit dem ersten Lebensjahr nicht mehr gesehen. Wie aus den Akten hervorgeht, lebt das andere Kind, E._, bei einer Pflegefamilie.
E. Am 17. Juli 2014 bestätigte die Gemeinde F._, dass X._ öffentliche Unterstützungsgelder beziehe.
F. Mit Entscheid vom 17. Juli 2014 übernahm die KESB Prättigau/Davos die Erziehungsbeistandschaft von A._ per 01. August 2014. Als Beistand blieb nach wie vor C._ eingesetzt.
G. Am 28. August 2014 ging bei der KESB Prättigau/Davos eine Gefährdungsmeldung durch den Beistand C._ ein. Er führte aus, dass sich
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X._ dahingehend geäussert habe, dass A._ ab und zu Zigarettenstummel erwischen würde und dass das nicht gut sei. Ihm sei aufgefallen, dass in der Küche immer ein übervoller Aschenbecher stehe. Da A._ mobil sei, könne sie die Stummel behändigen. Auch eine ehemalige Schulfreundin von X._ habe ihm gegenüber gesagt, dass sich A._ schon mehrere Male Zigarettenstummel in den Mund gesteckt und mit diesen gespielt habe. Einmal habe sie sogar einen verschluckt, so dass man sie zum Erbrechen habe bringen müssen. Da Y._ ab dem 01. September 2014 wieder einer Arbeit nachgehen würde, sei die Mutter mit dem Kind nun alleine zuhause. Da die Mutter dann überfordert sei, sei das Kind in Gefahr. Auch die ehemalige Schulfreundin sehe A._ als hochgradig gefährdet an, wenn diese mit der Mutter alleine zu Hause sei. C._ meinte weiter, dass man intervenieren müsse. Als erstes würde er abklären, ob man A._ tagsüber in einer Kindertagesstätte (Kita) unterbringen könne.
H. Die KESB Prättigau/Davos erstellte am 23. September 2014 eine Aktennotiz zu dem am selben Tag geführten Telefonat mit X._. Diese wollte wissen, ob die KESB verfügt hätte, dass A._ wieder zwei Tage in die Krippe zu gehen habe. X._ meinte, dass A._ zu Hause bleibe. Sie habe klar gesagt, dass sie nicht in die Kita gehen würde. Niemals. Sie würde zudem sicher nicht arbeiten gehen. Aus der Aktennotiz geht weiter hervor, dass X._ ihre zwei Jahr und drei Monate alte Tochter während des Gesprächs angewiesen hat, dass, wenn sie Frühstück wolle, sich selber Brötchen aus dem Backofen nehmen könne.
I. Am 20. November 2014 hat X._ die KESB Prättigau/Davos angerufen und stellte den Antrag um einen Wechsel des Beistands für sich und A._. Sie fühle sich von C._ total "verarscht". Aus der zum Gespräch erstellten Aktennotiz geht weiter hervor, dass die Ehegatten untereinander zerstritten sind, eine Trennung planten und grosse finanzielle Schwierigkeiten haben.
J. Der Beistand C._ hat am 20. November 2014 ebenfalls die KESB angerufen und eine weitere Gefährdungsmeldung gemacht. X._ habe ihren Ehemann am 19. November 2014 mit Hilfe von einem halben Dutzend Kollegen aus der Wohnung werfen wollen. Dabei sei es zu einem Polizeieinsatz gekommen. Auch häusliche Gewalt von X._ gegenüber Y._ erwähnte der Beistand. X._ habe sich ausserdem dahingehend geäussert, dass sie mit ihren Kollegen und A._ nach O.3_ reisen wolle. Bei dieser Reise gehe es
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klarerweise um Drogenkonsum. Y._ mache sich Sorgen um A._, da sich die Mutter nicht gut um sie sorgen würde.
K. Die KESB Prättigau/Davos nahm sodann am 20. November 2014 diverse Abklärungen vor. Aus dem Telefonat mit dem Polizeiposten O.4_ und O.5_ ging hervor, dass die Polizei bei ihrem Einsatz bei den XY._ Tags zuvor eine absolute Unordnung vorgefunden hätte. Die Eheleute seien komplett überfordert, auch mit dem Haushalt. Der Vater habe sich dahingehend geäussert, dass die Mutter teilweise bis am Mittag schlafen würde und sich dann niemand um die Tochter kümmern würde. Die vorgefundene Situation sei nicht kindsgerecht. Es herrsche eine grosse Unordnung. Das Kind sei nicht gut aufgehoben. In der Wohnung werde geraucht wie verrückt. Überall seien Aschenbecher ausgeleert auf dem Boden. Die Leiterin der Kita D._ äusserte sich auf Anfrage dahin, dass man den Eindruck habe, dass sie von der Mutter angelogen würden. Sie sei auch sehr egoistisch. Sie habe den Eindruck hinterlassen, dass sie froh sei, wenn sie sich nicht um A._ kümmern müsse. Auch die Wortwahl gegenüber dem Kind lasse zu wünschen übrig. A._ würde manchmal sehr stark nach Rauch oder anderen Gerüchen riechen. Manchmal sei es an der Grenze des Zumutbaren.
L. Am 21. November 2014 informierte der Beistand die KESB Prättigau/Davos über die familiäre Situation bei der Familie XY._. Durch das Verhalten der Mutter sei eine unhaltbare Situation entstanden. Diese würde in jüngster Zeit vermehrt auch in Gegenwart ihrer Tochter kiffen. Sie habe gegenüber ihm auch zugegeben, dass sie deale, um Geld zu verdienen und fallweise sogar auf den Strich gehen würde. Der Beistand bat darum, A._ vorläufig fremd zu platzieren, da es je länger je mehr nicht zu verantworten sei, A._ in einem solchen Umfeld zu belassen.
M. Im Rahmen eines Abklärungsverfahrens betreffend Erziehungsfähigkeit von X._ und Y._ und dem von ihnen beantragten Wechsel des Beistands wurden diese von der KESB Prättigau/Davos angehört. Beide zeigten sich mit einer ambulanten Begutachtung und der Erstellung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens einverstanden.
N. Am 30. November 2014 sendete X._ der KESB Prättigau/Davos einen Brief, in welchem sie ihre Sicht der Dinge betreffend der familiären Situation und des Vorfalls vom 19. November 2014, welcher einen Polizeieinsatz zur Folge
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hatte, darlegte. Darin bestritt oder relativierte sie die ihr zur Last gelegten Missstände.
O. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 08. Dezember 2014 verfügte die KESB Prättigau/Davos eine ambulante Begutachtung von X._ und Y._ durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden. Es sollte damit die Frage beantwortet werden, ob die Eltern in Zukunft in der Lage seien, sich um das Wohl des Kindes zu kümmern und es den Bedürfnissen entsprechend zu betreuen. Nach Rücksprache mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden wurde die Gutachtertätigkeit aufgeteilt und die Beantwortung der erwachsenenpsychiatrischen Fragestellungen am 19. Januar 2015 auf die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) übertragen.
P. Mit Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 11. Dezember 2014 wurde den Eltern die Weisung erteilt, mindestens bis zur Fertigstellung des Erziehungsfähigkeitsgutachtens an einer sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) aktiv mitzuwirken. Für den Teilbereich der Einkommens- und Vermögensverwaltung im Zusammenhang mit der Finanzierung der SPF wurde die elterliche Sorge eingeschränkt und die ausschliessliche Vertretung von A._ in diesem Bereich auf den Beistand übertragen.
Q. Am 14. Januar 2015 teilte die SPF der KESB Prättigau/Davos ihre ersten Eindrücke mit. Bei dem Erstgespräch sei die Wohnung in einem katastrophalen Zustand gewesen. X._ würde ihren Mann und das Kind anschreien. Y._ habe depressiv gewirkt. Es müsse zudem auf die Ernährungssituation geachtet werden, da X._ sich dahin geäussert habe, dass sie aus Geldmangel nichts kochen könnte. Der erste Verlaufsbericht wurde durch die SPF sodann am 20. Januar 2015 eingereicht. Dieser zeigt ein absolut erschreckendes Bild mit häuslicher Gewalt, inadäquaten Erziehungsmethoden, Problemuneinsichtigkeit usw. auf. Dies führte die SPF zur Schlussfolgerung, dass mit der sozialpädagogischen Familienbegleitung bei der Familie XY._ kein Änderungsprozess ausgelöst werden könne. Die Umstände, in denen A._ aufwachse, würden traurig und für ein Kind erniedrigend erscheinen. Die emotionale und psychische Entwicklung von A._ sei gefährdet.
R. Die KESB Prättigau/Davos ersuchte die Kita D._ sowie den Beistand C._ im laufenden Abklärungsverfahren um Auskünfte betreffend A._. Beide Antwortschreiben gingen am 29. Januar 2015 ein. Aus der Antwort der Kita zeigten sich Rückschlüsse auf eine fehlende Betreuung durch die Mutter. Auch
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der Beistand kritisierte in seinem Bericht vor allem das Verhalten der Mutter. Es scheine ihm unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu verantworten, A._ bei ihren Eltern, vor allem bei ihrer Mutter, zu belassen.
S. Am 30. Januar 2015 fand eine Anhörung von X._ und Y._ durch die KESB Prättigau/Davos statt. Darin wurden sie unter anderem über den bevorstehenden Beistandswechsel und ihre Ablehnung der weiteren Zusammenarbeit mit der SPF befragt. Aus den Antworten ging hervor, dass sich insbesondere X._ weigerte, weiter mit der SPF zusammenarbeiten zu wollen und keine Einsicht in die laufenden Massnahmen zeigte.
T. Mit Entscheid vom 30. Januar 2015 der KESB Prättigau/Davos wurde das bisher von C._ für A._ geführte Mandat per 01. Februar 2015 auf B._ von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos übertragen. Auch die durch C._ wahrgenommene Beistandschaft für X._ und Y._ wurde mit den Entscheiden vom 02. Februar 2015 der KESB Prättigau/Davos auf G._ von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos übertragen. Aus diesen Entscheiden ist weiter ersichtlich, dass für X._ und Y._ seit langer Zeit vormundschaftliche bzw. erwachsenenschutzrechtliche Massnahmen bestehen. Heute stehen sie unter Beistandschaft gemäss Art. 393, 394 und 395 ZGB. Der Zugriff auf sämtliche Konti (ausgenommen persönliches Privatkonto und Haushaltskonto) wurde ihnen entzogen. Auch der Kauf auf Rechnung und Kreditkartengeschäfte können von X._ und Y._ nur mehr unter Mitwirkung des Beistands rechtsgültig abgeschlossen werden. Im Sinne einer Begleitbeistandschaft werden die Eheleute XY._ auch in den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Bildung sowie der sozialen Teilhabe begleitend unterstützt.
U. H._ und I._ machten am 03. Februar 2015 eine Meldung wegen Gefährdung des Kindeswohls. Sie berichten von Gewalt und unhaltbaren Zuständen bei der Familie XY._ zuhause.
V. Am 06. Februar 2015 meldete die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden der KESB Prättigau/Davos, dass sich aus ihren Unterlagen Hinweise auf eine akute Kindeswohlgefährdung von A._ ergeben würden, die eine sofortige Fremdplatzierung rechtfertigen würde.
W. Mit Entscheid vom 10. Februar 2015 ordnete die KESB Prättigau/Davos superprovisorische Massnahmen an. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A._ wurde den Eltern X._ und Y._ entzogen und A._ im Kantonsspital (Kinderspital) O.6_ platziert. Gleichzeitig wurden die Eltern zu
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einer persönlichen Anhörung am nächsten Tag eingeladen. Mit verfahrensleitender Verfügung vom selben Tag wurde Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher als Verfahrensbeistand für die Vertretung von A._ im Verfahren betreffend Prüfung der Kindesschutzmassnahmen ernannt. An der angesetzten Anhörung vom 11. Februar 2015 äusserten sich X._ und Y._ überwiegend aggressiv, ausfällig und uneinsichtig über die Fremdplatzierung ihrer Tochter.
X. Der Verfahrensbeistand von A._ stellte am 11. Februar 2015 bei der KESB Prättigau/Davos die Anträge, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A._ den Eltern vorsorglich zu entziehen sei, A._ vorsorglich in einer geeigneten Familie unterzubringen sei und dass den Eltern ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen sei. Die KESB Prättigau/Davos hat sodann die Möglichkeit der Unterbringung von A._ in einer SOS-Familie abgeklärt. Die Kinderbetreuungseinrichtung "Kinder und Jugendliche Betreuen, Begleiten, Bestärken" (KJBE) konnte eine geeignete Familie anbieten, bestand jedoch darauf, dass die Unterbringung zum Schutze der Familie verdeckt geschehen würde und keinerlei Kontakt zu den Kindseltern entstehe.
Y. Am 13. Februar 2015 orientierte das Kinderspital O.6_ die KESB Prättigau/Davos über die Besuche der Eltern bei A._ im Spital. Sie hätten A._ mehrfach gefragt, ob sie nach Hause kommen wolle, was diese wiederholt mit "Nein" beantwortet habe. Die Eltern hätten dann solange gefragt, bis A._ zu weinen begonnen habe und ja gesagt habe. Die Besuche seien chaotisch und für das Kind eine Belastung.
Z. Mit Entscheid vom 16. Februar 2015 ordnete die KESB Prättigau/Davos was folgt an:
"1. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht über A._ wird X._ und Y._ gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB im Sinne einer vorsorglichen Massnahme entzogen und A._ wird in eine SOS-Pflegefamilie, im Sinne einer verdeckten Unterbringung, platziert. Mit dem Vollzug wird die Beiständin beauftragt.
2. Den Eltern von A._ wird für die Dauer des Abklärungsverfahrens und bis zum Vorliegen eines konkreten Umsetzungsvorschlags zu einem begleiteten Besuchsrecht durch die Beiständin, kein Besuchsrecht gewährt.
3. Für A._ wird im Sinne einer vorsorglichen Massnahme eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet.
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4. Die Beiständin wird mit folgenden Aufgaben und Kompetenzen ausgestattet: Zu Handen der KESB Prättigau/Davos einen Vorschlag zur Umsetzung eines begleiteten Besuchsrechts zu beantragen.
5. (Kosten)

## Considerations