# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 625b8eca-600b-49fd-9ab9-b4fd36f228ed
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (5. Abteilung) des  Zürich vom 18. September 2020; Proz. FE170631
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Anträge der Klägerin: (act. 56 S. 2 ff.)
"1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Das Kind C._, geboren tt.mm.2010, sei unter der gemeinsamen
elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. 3. Das Kind C._, geboren tt.mm.2010, sei unter die alleinige Obhut
der Klägerin zu stellen. 4. Der Beklagte sei für berechtigt zu erklären, das Kind C._, gebo-
ren tt.mm.2010, jedes zweite Wochenende von Freitagabend, , bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
5. Darüber hinaus sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, das Kind C._, auf eigene Kosten in geraden Jahren an Ostern und in  Jahren an Pfingsten sowie jedes Jahr am zweiten  (26. Dezember) von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr sowie während dreier Wochen Ferien in den Schulferien, unter einer schriftlichen  von drei Monaten an die Klägerin, zu sich oder mit sich auf Besuch bzw. in die Ferien zu nehmen; wobei die Klägerin  ist, während den Sommerferien jeweils mindestens drei Wochen am Stück mit C._ zu verbringen.
6. Der Beklagte sei zu verpflichten, das Kind nur und ausschliesslich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu befördern.
7. Es sei eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB mit folgenden Aufgaben zu bestellen:
- die Eltern mit Rat und Tat in ihrer Sorge um das Kind C._ zu unterstützen;
- Unterstützung der Eltern bezüglich Besuche des Kindes beim Kindsvater und bei der elterlichen Kommunikation;
- im Fall von Uneinigkeit steht der Beistandsperson der Entscheid betreffend Ferien des Kindes bei den Eltern zu;
- bei Bedarf weitere Anträge stellen. 8. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an die Kosten des Un-
terhalts und der Erziehung des Kindes C._, monatliche , jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- und  zu bezahlen auch über die Mündigkeit des Kindes hinaus,  sich dieses in Ausbildung befindet und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten geltend macht, wie folgt zu bezahlen:
a) CHF 1'378.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30.09.2020 (10. Altersjahr des Kindes);
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b) CHF 1'578.00 ab 01.10.2020 bis 30.09.2026 (16. Altersjahr des Kindes);
c) CHF 1'548.00 ab 01.10.2026 bis zur Mündigkeit bzw. darüber hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer  Ausbildung.
9. Der Beklagte sei zu verpflichten, sich an ausserordentlichen  Kosten wie kieferorthopädische Massnahmen, schulische  sowie Sehhilfen, zur Hälfte zu beteiligen, soweit er vorgängig zu  schriftlichen Kostenvoranschlag hat Stellung nehmen können und keine Leistungen Dritter (wie Kranken- und Zahnversicherungen oder der öffentlichen Hand) erhältlich sind.
10. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin monatlich mindestens nacheheliche Unterhaltsbeiträge jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, wie folgt zu bezahlen.
a) CHF 1'311.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30.09.2020;
b) CHF 1'100.00 ab 1. Oktober 2020 bis 30.09.2026; c) CHF 600.00 ab 1. Oktober 2026 lebenslänglich evtl. bis zur
ordentlichen Pensionierung der Klägerin. 11. Es sei festzustellen, dass die Klägerin eine Unterdeckung bezüglich
ihres gebührenden Unterhalts wie folgt hat: a) CHF 875.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis
30.09.2020; b) CHF 825.00 ab 01.10.2020 12. Die künftigen Erziehungsgutschriften der AHV gemäss Art. 52fbis
AHVV seien der Klägerin gutzuschreiben. 13. Die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten, Pensionskasse D._, ...
[Adresse], sei, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, die  Unterhaltsbeiträge für das Kind C._ und die Beklagte, bei Fälligkeit, jeweils am 10. des Monats, jeden Monat im Voraus von der Rentenleistung des Klägers (Personen-lD: 1 / AHV-Nr.: 2) in Abzug zu bringen und direkt auf das Privatkonto der Klägerin bei der E._, PrivatKonto Nr. 3, IBAN-Nr. 4, lautend auf die Klägerin, zu , unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfall, wie folgt anzuweisen:
a) Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30.09.2020: - CHF 1'378.00 Kinderunterhaltsbeiträge; - CHF 1'311.00 nachehelicher Unterhalt; b) Von 1.10.2020 bis 30.09.2026: - CHF 1'578.00 Kinderunterhaltsbeiträge; - CHF 1'100.00 nachehelicher Unterhalt;
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c) Von 01.10.2026 - CHF 1'548.00 Kinderunterhaltsbeiträge bis zur Mündigkeit
des Kindes bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus);
- CHF 600.00 nachehelicher Unterhalt lebenslänglich evtl. bis zur ordentlichen Pensionierung der 
14. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffern 8. und 10. seien gerichtsüblich zu indexieren, wobei eine Anpassung nur an eine steigende Teuerung vorzunehmen ist.
15. Die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten, Pensionskasse D._, ... [Adresse], sei ab Rechtskraft des Scheidungsurteils anzuweisen, den Rentenanteil der Klägerin von CHF 594.00 evtl. den Betrag CHF 1'194.00 (CHF 594.00 + CHF 600.00) in eine lebenslange Rente nach Art. 124a ZGB umzurechnen und auf das Vorsorgekonto der Klägerin bei der F._ Vorsorgestiftung zu überweisen.
16. Der Beklagte sei zu einer güterrechtlichen Ausgleichszahlung an die Klägerin von mindestens CHF 3'771.00 zu verpflichten. Die  Ausgleichszahlung sei wie folgt zu tilgen:
Die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten, Pensionskasse D._, ... [Adresse], sei, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, zusätzlich zu den Anträgen 12 und 14 die rückwirkend geschuldeten , bei Fälligkeit, jeweils am 10. des Monats, jeden Monat im  von der Rentenleistung des Klägers (recte: des Beklagten) (-lD: 1 / AHV-Nr. : 2) in Abzug zu bringen und direkt auf das  der Klägerin bei der E._, Privat-Konto Nr. 3, IBAN-Nr. 4, lautend auf die Klägerin, zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfall, wie folgt anzuweisen:
a) CHF 200.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils für 18 ;
b) CHF 171.00 für den 19. Monat. 17. Die Gerichtskosten seien vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen.
Ferner sei der Beklagte zur Bezahlung einer angemessenen  zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer zu verpflichten."
Anträge des Beklagten:
(act. 64 S. 2 f.)
"1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Die elterliche Sorge über das gemeinsame Kind C._ geb.
tt.mm.2010, sei beiden Eltern gemeinsam zu belassen.
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3. Das Kind C._ sei unter der geteilten Obhut beider Eltern zu .
4. Für den Fall der Abweisung von Antrag 3. sei die Tochter C._  die alleinige Obhut des Vaters zu stellen.
5. Es sei für den Fall der Obhutszuweisung an den Vater der Mutter ein umfangreiches Besuchs- und Kontaktrecht einzuräumen. Dies  in folgendem Umfang: An jedem zweiten Wochenende ab Freitag nach der Schule/Hort/Fremdbetreuung bis Sonntagabend 19:00 Uhr sowie während der Hälfte der Schulferien und jährlich alternierend an den Feiertagen über Weihnachten und Ostern. Darüber hinaus  sich der Vater dazu, C._ wann immer diese es wünscht der Mutter zu Besuch vorbeizubringen.
6. Es sei vom Verzicht des Beklagten auf Kinderunterhaltsbeiträge für C._ für den Fall der Obhutszuteilung an ihn Vormerk zu nehmen.
7. Für den Fall der Anordnung der gemeinsamen Obhut sei der Beklagte zur Zahlung von Kinderunterhalt an den Barbedarf der Tochter C._, zahlbar in Form der Anweisung eines Teils Kinderrenten an die Klägerin im Betrag von höchstens Fr. 800.-- zu verpflichten,  in Form der Anweisung eines Teils der Kinderrenten.
8. Es sei die Beklagte jedenfalls dazu zu verpflichten, sich an  Kinderkosten, wie für Zahnbehandlungen, Kieferorthopädie, ausserschulische Förderung oder Sport- und Musikunterricht etc. nach erfolgter Möglichkeit zur Stellungnahme zur Gebotenheit der  im Kindesinteresse, hälftig zu beteiligen, ausser für den Fall der alleinigen Obhutszuteilung an den Vater.
9. Es sei festzustellen, dass die Eltern beide keinen Betreuungsunterhalt schulden.
10. Es sei festzustellen, dass die Beklagte keinen Anspruch auf  Unterhalt hat.
11. Es sei von der Teilung der Vorsorgeguthaben abzusehen. 12. Eventualiter sei für die Berechnung des Anspruchs auf Teilung der
Rente des Beklagten nur auf den Teil des effektiv während der Ehe zusätzlich erworbenen Vorsorgeguthabens bzw. hypothetisch  der Ehe zusätzlich erworbenen Kapitals oder Rentenanspruchs des Beklagten abzustellen und also die Berechnung eines allfälligen Anspruchs der Klägerin unter Berücksichtigung der während der  Ehedauer bestandenen hälftigen Invalidität des Beklagten .
13. Die künftigen Erziehungsgutschriften der AHV seien ausschliesslich der Klägerin anzurechnen.
14. Es sei festzustellen, dass die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht  auseinandergesetzt sind, unter Hinweis auf die noch  Unterhaltsbeiträge gemäss Vereinbarung im Entscheid des
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Gerichts vom 1.7.2016 als Schuld des Beklagten gegenüber der .
15. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Prozessualer Antrag des Beklagten:
(act. 10, sinngemäss)
Es sei dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, und es sei ihm in der Person von Rechtsanwalt lic. iur X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."
Verfügung und Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 154)
Es wird verfügt:
1. Dem Beklagten wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und es wird ihm
Rechtsanwalt lic. iur. X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
2. Auf den Antrag der Parteien, es sei die Gegenseite zu verpflichten, sich an aus-
serordentlichen notwendigen Kosten zur Hälfte zu beteiligen, soweit er/sie vor-
gängig zu einem schriftlichen Kostenvoranschlag hat Stellung nehmen können
und keine Leistungen Dritter (wie Kranken- und Zahnversicherungen oder der öf-
fentlichen Hand) erhältlich sind, wird nicht eingetreten.
3. Das Gesuch der Klägerin, es sei die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten anzu-
weisen, die güterrechtliche Ausgleichszahlung in monatlichen Raten von der
Rente des Beklagten in Abzug zu bringen und auf das Konto der Klägerin zu
überweisen, wird als gegenstandslos geworden erledigt abgeschrieben.
4. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
5. Eine Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 2 und 3 dieses Entscheids kann innert 30
Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids
beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, er-
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klärt werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-
den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Sodann wird erkannt:
1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 112 ZGB geschieden.
2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.2010, wird unter der gemeinsamen el-
terlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Obhut für die Tochter C._, geboren am tt.mm.2010, wird der Klägerin
zugeteilt.
4. Der Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, die Tochter wie folgt auf eigene Kos-
ten zu betreuen:
a) an den auf die ungeraden Wochen folgenden Wochenenden jeweils ab
Freitagabend, ab Hortschluss, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr;
b) in geraden Jahren an Ostern und in ungeraden Jahren an Pfingsten sowie
jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag (26. Dezember);
c) während der Schulferien sieben Mal pro Jahr für die Dauer von jeweils vier
aufeinanderfolgenden Tagen; im Falle, dass der Beklagte während der
Schulferien mit C._ verreisen möchte, ist der Beklagte berechtigt, an
Stelle der vier Tage jeweils eine Woche mit C._ zu verreisen.
Die Parteien sprechen die Aufteilung der Ferien jeweils mindestens drei Monate
im Voraus ab, wobei die Klägerin für berechtigt erklärt wird, während der Som-
merferien jeweils drei Wochen am Stück mit C._ zu verbringen. Können sie
sich über die Aufteilung der Ferien nicht einigen, so kommt dem Beklagten in
Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung
der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Klägerin.
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger
Absprache bleiben vorbehalten.
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5. Das Gesuch der Klägerin, es sei der Beklagte zu verpflichten, C._ nur und
ausschliesslich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu befördern, wird abgewiesen.
6. Der Antrag der Klägerin um Errichtung einer Besuchsbeistandschaft im Sinne
von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird abgewiesen.
7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Tochter C._ die folgenden
Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 1'796.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30. Sep-
tember 2026 (davon Fr. 515.– als Betreuungsunterhalt);
- Fr. 1'378.– ab 1. Oktober 2026 (davon CHF 0.– als Betreuungsunter-
halt).
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar und zwar im Voraus auf den
Ersten eines jeden Monats.
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss ei-
ner angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange
das Kind im Haushalt der Klägerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber
dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin wie folgt nachehelichen Unterhalt zu
bezahlen:
- Fr. 333.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2026;
- Fr. 355.– ab 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028.
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar monatlich im Vo-
raus auf den Ersten eines jeden Monats.
9. Das Gesuch der Klägerin, es sei festzustellen, dass die Klägerin eine Unterde-
ckung bezüglich ihres gebührenden Unterhalts hat, wird abgewiesen.
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10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 und 8 basieren auf dem Landesindex der
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Juli 2020 von
101.2 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den
1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Stand des
Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt
nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Ein-
kommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträ-
ge gemäss Ziffer 7 und 8 nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteige-
rung angepasst.
11. Die Pensionskasse D._, ... [Adresse], wird angewiesen, den Betrag von
monatlich Fr. 2'129.– umgehend nach Rechtskraft dieses Urteils – beginnend mit
der nächsten Rentenzahlung nach Zustellung dieses Urteils – jeden Monat von
der Rentenleistung des Beklagten (Personen-ID: 1 / AHV-Nr.: 2) in Abzug zu
bringen und direkt auf das Konto der Klägerin bei der E._, Privat-Konto Nr.
3, IBAN 4, zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unter-
lassungsfall.
Ab 1. Oktober 2026 reduziert sich der vorgenannte Betrag auf Fr. 1'733.–.
Ab 1. Oktober 2028 reduziert sich der vorgenannte Betrag auf Fr. 1'378.–.
12. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden allein
der Klägerin angerechnet. Es ist Sache der Klägerin, die betroffenen Ausgleichs-
kassen zu informieren.
13. Die Pensionskasse des Beklagten, die Pensionskasse D._, ... [Adresse],
wird angewiesen, den Rentenanteil der Klägerin in der Höhe von Fr. 535.70 per
Ende desjenigen Monates, in dem dieses Urteil rechtskräftig wird, in eine lebens-
lange Rente nach Art. 124a ZGB umzurechnen und ab diesem Datum zugunsten
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der Altersvorsorge der Klägerin auf ihr Vorsorgekonto bei der Freizügigkeitsstif-
tung der E._ (Konto-Nr. 5; AHV-Nr. 6), ab Eintritt in das Rentenalter der Klä-
gerin auf ein von ihr zu bezeichnendes Bankkonto zu übertragen.
14. Die Pensionskasse der Klägerin, die Freizügigkeitsstiftung der E._, wird an-
gewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Kläge-
rin (Konto-Nr. 5; AHV-Nr. 6) Fr. 3'200.70, zuzüglich Zins ab 16. August 2017, auf
ein durch den Beklagten zu bezeichnendes Bankkonto zu überweisen.
15. Es wird festgestellt, dass die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht vollständig
auseinandergesetzt sind.
16. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 10'000.– die weiteren Gerichtskosten betragen:
Fr. 1'555.– Dolmetscherkosten.
17. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge beidseits
gewährter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO
hingewiesen.
18. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
19. Mitteilungssatz.
20. Rechtsmittelbelehrung.
Berufungsanträge:
des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten (act. 151):
1. Das Urteil der Vorinstanz sei in den Ziffern 7, 8, 10, 11 und 13 des Erkenntnisses
aufzuheben und durch folgende Regelungen zu ersetzen:
"7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Tochter C._ die  Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
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- Fr. 1'095.-- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30.  2026 (davon Fr. 0.-- als Betreuungsunterhalt);
- Fr. 1'045.-- ab 1. Oktober 2026 (davon CHF 0.-- als Betreuungsunterhalt).
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der  lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
Ziffer 8 sei ersatzlos aufzuheben und festzustellen, dass der Berufungskläger der
Berufungsbeklagten keinen nachehelichen Unterhalt für sich persönlich schuldet, d.h. die in Ziffer 8 festgesetzten Beiträge seien für jede der beiden Phasen auf Fr. 0.-- herabzusetzen.
10. "Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 (statt Ziffern 7. und 8.) basieren auf
..." (Rest unverändert).
Ziffer 11 sei ersatzlos aufzuheben, eventualiter sei sie durch folgende Regelung zu ersetzen:
"11. Die Pensionskasse D._, ... [Adresse], wird angewiesen, den Betrag
von monatlich Fr. 1'095.-- umgehend nach Rechtskraft dieses Urteils -  mit der nächsten Rentenauszahlung nach Zustellung dieses Urteils - jeden Monat von der Rentenleistung des Beklagten (Personen-ID: 1 / AHV-Nr.: 2) in Abzug zu bringen und direkt auf das Konto der Klägerin bei der E._, Privatkonto Nr. 3, IBAN 4, zu überweisen, unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfall. Ab 1. Oktober 2026 verringert sich der vorgenannte Betrag auf Fr. 1'045.--.
2. Eventualiter seien die Unterhaltsbeiträge in Ziffer 7 wie folgt festzusetzen:
Fr. 1'163.-- monatlich ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, davon Fr. 68.-- als Betreuungsunterhalt und ab 1. Oktober 2026 auf monatlich Fr. 1'045.--, davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt und die Anweisung in Ziffer 11 sei  anzupassen.
3. Ziffer 13 sei ersatzlos aufzuheben, eventualiter sei der zu Lasten der Rente
des Berufungsklägers zu teilende Rentenbetrag auf Grund der effektiv bis zur Erreichung des ordentlichen Rentenalters noch eingezahlten Beträge neu zu berechnen und mindestens um die Hälfte auf höchstens monatlich Fr. 267.85 zu reduzieren.
4. Es sei dem Berufungskläger Gelegenheit zur Nachbezifferung des Begeh-
rens in Ziffer 3 zu geben, wenn die von der Pensionskasse offen gelegten effektiv während der Ehe eingezahlten Beträge vorliegen.
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5. Für den Fall des in erster Linie beantragten vollständigen Verzichts auf die Anordnung einer Teilung der Rente des Berufungsklägers sei Ziffer 14 des Dispositivs des Urteils der Vorinstanz ersatzlos aufzuheben.
6. Eventualiter sei die Sache zur neuen Urteilsfällung und Begründung an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
7. Es seien im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die im Rahmen des Eheschutzverfahrens in der Verfügung vom 1. Oktober 2015 festgesetzten Unterhaltsverpflichtungen ab sofort und für die Dauer des Verfahrens durch folgende einzige Verpflichtung zu ersetzen (Ziffer 3a erster Abschnitt der Vereinbarung): Der Berufungskläger sei zu verpflichten Kinderunterhalt für die Tochter C._ in der Höhe von Fr. 1'095.-- monatlich zu bezahlen, zahlbar an die Mutter und Berufungsbeklagte, jeweils im Voraus bis zum letzten Tag des Vormonats. Die Schuldneranweisung an die Vorsorgeeinrichtung D._ gemäss  3. b. der Vereinbarung sei für die Dauer des Verfahrens auf den Betrag von Fr. 1'095.-- monatlich abzuändern. Ziffer 3. c. der Vereinbarung sei ersatzlos aufzuheben.
8. Alles unter Entschädigungs- und Kostenfolgen zu Lasten der Berufungsbe-
klagten.
9. Es sei dem Berufungskläger das unentgeltliche Verfahren zu bewilligen.
10. Es sei dem Berufungskläger in der Person des unterzeichnenden  ein unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Berufungsverfahren zur Seite zu stellen."
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(Anschluss-)Berufungsanträge:
der Klägerin, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerin (act. 159 S. 2):
"1. Ziffern 7 und 8 des vorinstanzlichen Urteils seien wie folgt abzuändern: "7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Tochter C._ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 1'446.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30.  2026 (davon CHF 68.-- als Betreuungsunterhalt);
- CHF 1'378.-- ab 1. Oktober 2026 (davon CHF 0.00 als );
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der  lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin wie folgt nachehelichen Un-
terhalt zu bezahlen: - CHF 499.50 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30. Septem-
ber 2026; - CHF 132.50 ab 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028. Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar monatlich im
Voraus auf den Ersten eines jeden Monats."
2. Eventualiter seien Ziffern 7 und 8 des vorinstanzlichen Urteils wie folgt ab-
zuändern: "7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Tochter C._ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen: - CHF 1'248.50.-- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30.  2026 (davon CHF 68.-- als Betreuungsunterhalt); - CHF 1'295.80 ab 1. Oktober 2026 (davon CHF 0.00 als ).
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der  lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin wie folgt nachehelichen Un-
terhalt zu bezahlen:
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- CHF 564.40 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30.  2026;
- CHF 173.60 ab 1. Oktober 2026 bis 30. September 2028. Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar monatlich im
Voraus auf den Ersten eines jeden Monats."
3. Die restlichen Anträge des Beklagten und Berufungsklägers seien vollum-
fänglich abzuweisen.
4. Die Gerichtskosten seien dem Beklagten und Berufungskläger aufzuerle-
gen, und dieser sei zu verpflichten, der Klägerin und Berufungsbeklagten eine Prozessentschädigung von CHF 4'500.-- zuzüglich 7.7.% MWST zu bezahlen.
prozessuale Anträge:
1. Der Beklagte und Berufungskläger sei zu verpflichten, der Klägerin und Be-
rufungsbeklagten einen Beitrag an ihre Gerichts- und Anwaltskosten für das vorliegende Berufungsverfahren von einstweilen CHF 4'500.-- zu bezahlen, zahlbar mit Vollstreckbarkeit der gerichtlichen Verfügung über das  Rechtsbegehren.
2. Für den Fall einer Abweisung ihres Antrags sei der Klägerin und Berufungs-
beklagten für das hängige Berufungsverfahren die unentgeltliche  zu bewilligen und in der Person des Unterzeichnenden eine  Rechtsbeiständin zu ernennen.
3. Von der Klägerin und Berufungsbeklagten sei kein Prozesskostenvorschuss
zu beziehen."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1.1. Die Parteien haben am tt. Oktober 2005 in Zürich geheiratet (act. 17). Aus der
Ehe ging eine Tochter hervor: Die heute 10 1⁄2- jährige C._, geboren am
tt.mm.2010 (act. 17). Die Parteien leben seit August 2015 getrennt (act. 7/5/18). Der
Eheschutzrichter am Bezirksgericht Zürich verpflichtete den Beklagten, Berufungsklä-
ger und Anschlussberufungsbeklagten (nachfolgend nur noch: Beklagter) mit Ent-
scheid vom 1. Oktober 2015, der Klägerin, Berufungsbeklagten und Anschlussberu-
fungsklägerin (nachfolgend nur noch: Klägerin) während der Dauer des Getrenntle-
bens an den Unterhalt der gemeinsamen Tochter monatlich Fr. 1'450.-- und (für den
hier interessierenden Zeitraum) Ehegattenunterhalt von monatlich Fr. 800.-- zu bezah-
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len (act. 7/5/18, S. 4 Dispositivziffer 3). Er ordnete sodann die Anweisung an die be-
klagtische Vorsorgeeinrichtung D._ zur direkten Bezahlung der Kinderrenten im
Umfang der monatlichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'450.-- an (act. 7/5/18 S. 4, S. 7
Dispositivziffer 4). Es wurde schliesslich mit einem weiteren Eheschutzentscheid vom
1. Juli 2016 zusätzlich die Anweisung an die Vorsorgeeinrichtung der D._ zur di-
rekten Bezahlung des Ehegattenunterhalts angeordnet (act. 8/24, S. 6, Dispositivziffer
3).
Seit August 2017 stehen die Parteien vor dem Bezirksgericht Zürich in einem
strittigen Scheidungsprozess.
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 18. September 2020 wurde die Ehe der
Parteien geschieden und die Nebenfolgen wurden geregelt (act. 142 = act. 154; nach-
folgend nur noch als act. 154 zitiert). Für die Prozessgeschichte vor Bezirksgericht
kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (act. 154 S. 6-
10).
Mit Eingabe vom 28. Oktober 2020 erhob der Beklagte rechtzeitig Berufung ge-
gen das Urteil des Bezirksgerichts (act. 151 i. V. m. act. 146). Er beantragt in Abände-
rung von Ziffern 7, 8, 10, 11 und 13 die Reduzierung der Kinderunterhaltsbeiträge um
monatlich Fr. 701.-- bis und mit September 2026 bzw. ab 1. Oktober 2026 um monat-
lich Fr. 333.--, die Aufhebung des bis 30. September 2028 zuerkannten nachehelichen
Unterhalts von Fr. 333.-- bzw. von Fr. 355.--, die Aufhebung der Anweisung an die
D._ und den vollständigen Verzicht auf einen Vorsorgeausgleich. Sodann stellte
der Beklagte auch für das Berufungsverfahren das umfassende Armenrechtsgesuch
(act. 151 S. 4) und verlangte als vorsorgliche Massnahme während der Dauer des
Rechtsmittelverfahrens Abänderung des Eheschutzentscheides vom 1. Oktober 2015
im Sinne der Anpassung der Unterhaltsbeiträge an die im Scheidungsurteil zuerkann-
ten Beiträge (act. 151 S. 4, 24).
In der Folge wurde der Beizug der vorinstanzlichen Akten veranlasst. Im Nach-
gang dazu liess das Bezirksgericht seine Verfügung vom 1. Dezember 2020 der Kam-
mer zukommen, mit welcher es den Rechtsvertreter des Beklagten für das erstinstanz-
liche Verfahren mit einer Akontozahlung von Fr. 10'000.-- entschädigte (act. 155).
- 16 -
Die Klägerin erstattete auf entsprechende Aufforderung mit Eingabe vom 29. Ja-
nuar 2021 rechtzeitig die Berufungsantwort und erhob sinngemäss in Bezug auf Dis-
positivziffer 8 des Urteils Anschlussberufung (act. 159). Die Erstattung der Berufungs-
antwort war (einstweilen) auf die angefochtenen Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-
ziffern 7 und 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 18. September 2020 (Verfü-
gung der Kammer vom 10. Dezember 2020, act. 156 Dispositivziffer 1) beschränkt
worden.
Nach Eingang der Berufungsantwort bzw. der Anschlussberufung wurde dem Be-
klagten mit Verfügung vom 2. Februar 2021 Frist angesetzt, um zur Anschlussberu-
fung und zum prozessualen Antrag der Leistung eines Prozesskostenbeitrages Stel-
lung zu nehmen (act. 161), was der Beklagte mit Eingabe vom 5. März 2021 innert
Frist tat (act. 163).
1.3. Art. 313 Abs. 1 ZPO bestimmt, dass die Gegenpartei in ihrer Berufungsantwort
Anschlussberufung erheben kann. Die Anschlussberufung ist das Rechtsmittel, mit
dem die berufungsbeklagte Partei in einem vom Berufungskläger bereits eingeleiteten
Berufungsverfahren beantragt, dass der angefochtene Entscheid zuungunsten des
Berufungsklägers abgeändert wird. Dies tat die Klägerin, indem sie im Vergleich zum
vorinstanzlichen Urteil höhere nacheheliche Unterhaltsbeiträge verlangt (act. 159
S. 2). Entgegen den Ausführungen des Beklagten (act. 163 S. 1) begründet die Kläge-
rin die höheren Unterhaltsbeiträge für die erste Phase bis September 2026, indem sie
mit der vom Bundesgericht vorgegebenen zweistufig-konkreten Methode mit Über-
schussbeteiligung ihren nachehelichen Unterhaltsbeitrag berechnet (act. 159 S. 7 ff.).
Die Berufungsinstanz wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und ver-
fügt über freie Kognition in Tatfragen, was auch heisst, dass sie den nachehelichen
Unterhaltsbeitrag gestützt auf die Beurteilung der in der Berufungsbegründung bzw. in
der Berufungsantwort erhobenen Beanstandungen festsetzt; anhaltende, veränderte
Tatsachen im Sinne eines Abänderungsgrundes müssen entgegen der Darstellung
des Beklagten nicht gegeben sein, damit die Berufungsinstanz auf eine Anschlussbe-
rufung eintritt (act. 163 S. 4).
1.4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochte-
nen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Der Beklagte verlangt
- 17 -
die Aufhebung resp. Abänderung der Dispositiv-Ziffern 7, 8, 10, 11, 13 und 14, welche
die Unterhaltsbeiträge für die Klägerin und die Tochter C._ sowie die Berufliche
Vorsorge betreffen. Die übrigen Dispositiv-Ziffern sind nicht angefochten und damit
nach Ablauf der Frist für die Berufungsantwort am 30. Januar 2021 rechtskräftig ge-
worden. Dies ist vorzumerken.
Das Verfahren ist spruchreif. Auf die Vorbringen der Parteien, ist soweit für die
Rechtsfindung erforderlich, im Nachfolgenden einzugehen.
II.
1. Im Berufungsverfahren sind (abgesehen von der Anweisung; E. 9 hinten) neben
dem Vorsorgeausgleich (act. 151 S. 17-23; geregelt im vorinstanzlichen Urteil
[act. 154] in der Dispositiv-Ziffer 13) noch die Höhe der festzulegenden Unterhaltsbei-
träge zu Gunsten der gemeinsamen Tochter und der Klägerin strittig (geregelt im vor-
instanzlichen Urteil [act. 154] in den Dispositiv-Ziffern 7 und 8). Im Fokus der Betrach-
tung der Berufung stehen das der Klägerin anzurechnende Einkommen (act. 151 S. 9
f.), der Vorsorgeunterhalt (act. 151 S. 12 f.) und der dem Beklagten anzurechnende
Bedarf (act. 151 S. 13-17). Nicht mehr strittig sind die nichtfinanziellen Kinderbelange.
Unterhaltsbeiträge für die Tochter im Betrag von Fr. 1'095.-- bzw. von Fr. 1'045.-- sind
akzeptiert (act. 151 S. 2). Im darüber hinausgehenden Betrag sind sie strittig.
Unbestritten ist auch das dem Beklagten anzurechnende Einkommen von
Fr. 4'645.-- (act. 154 S. 72). Anzufügen ist, dass dieses Einkommen die Rententeilung
bereits vorweg nimmt. Zu diesem Einkommen von Fr. 4'645.-- kommen sodann die
Kinderrenten im monatlichen Betrag von Fr. 1'378.-- dazu.
2.1. Zum anrechenbaren Einkommen der Klägerin: Der Einzelrichter hat das familien-
rechtliche Existenzminim der Klägerin auf Fr. 3'833.-- pro Monat bzw. ab Oktober 2026
auf Fr. 3'775.-- und dasjenige für C._ auf Fr. 1'481.-- (recte: Fr. 1'485.--) festge-
legt (act. 154 S. 74). Eine Eigenversorgungskapazität bzw. eine eigene Leistungsfä-
higkeit der Klägerin hielt das Bezirksgericht ab sofort, das heisst ab Rechtskraft des
Scheidungsurteils, für gegeben und rechnete der Klägerin ohne Übergangsfrist ein
monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'000.-- entsprechend einem 80%-
- 18 -
Arbeitspensum an (act. 154 S. 71). Eine volle Erwerbstätigkeit erachtete das Bezirks-
gericht nach Erreichen des 16. Altersjahrs von C._, demnach ab mm.2026, für
möglich und zumutbar und rechnete der Klägerin ab diesem Zeitpunkt ein monatliches
Nettoeinkommen von Fr. 3'750.-- an (act. 154 S. 72 oben).
Das Bezirksgericht behaftete die Klägerin bei ihrer anlässlich der Trennung im
Jahr 2015 abgegebenen Absichtserklärung, bei einer Scheidung das Arbeitspensum
auf 80% zu erhöhen (act. 154 S. 70; act. 7/5/18 S. 5 Dispositivziffer 3./3.g [Eheschutz-
entscheid vom 1. Oktober 2015]). Unter Hinweis auf den Betreuungsbedarf eines 10-
jährigen Kindes verneinte das Bezirksgericht die Zumutbarkeit eines Vollzeitpensums
bis zum 16. Altersjahr von C._ (act. 154 S. 70). Das Bezirksgericht mass der in
Frage kommenden Tätigkeit für ein 80%-Pensum in der Gastronomie einen geldwer-
ten Betrag von Fr. 3'000.-- netto zu. Dabei ging es von dem dazumal aktuellen Ein-
kommen der Klägerin für ihre 50%-Anstellung aus und errechnete so das (hypotheti-
sche) Einkommen für ein 80%-Pensum (act. 154 S. 71).
2.2. Mit der Vorinstanz ist der Klägerin entgegen den Ausführungen des Beklagten für
den Zeitraum ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit September 2026 kein
höheres Einkommen anzurechnen. An diesem Ergebnis ändern auch die Ausführun-
gen des Beklagten im Berufungsverfahren nichts (act. 151 S. 9-11, act. 163):
2.2.1. Vorab ist zu erwähnen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dem
Grundsatz nach eine Erwerbsarbeit zu 50% zumutbar ist bei Eintritt des Kindes in den
obligatorischen Kindergarten, eine Erwerbsarbeit von 80% ab 1. Oberstufe des Kindes
und eine solche von 100% ab Erreichen des 16. Altersjahres des (jüngsten) Kindes
(BGE 144 III 481). Dieses sogenannte Schulstufenmodell ist als Richtschnur zu be-
trachten und es gilt weiterhin die Ausübung des pflichtgemässen Ermessens durch
das Gericht im Einzelfall (BGE 144 III 481 E. 4.7.9.).
Die Erklärung der Klägerin im Eheschutzverfahren von 2015, sie werde sich be-
mühen, in den nächsten zwei Jahren ihr Arbeitspensum auf 60% auszudehnen und
Ziel sei es, das Arbeitspensum bei einer allfälligen Scheidung auf 80% zu erhöhen
(act. 7/5/18 S. 5 Dispositivziffer 3./3.g [Eheschutzentscheid vom 1. Oktober 2015]), ist
vor dem Hintergrund der damals angeordneten geteilten Obhut zu sehen (act. 7/5/18
- 19 -
S. 3 Dispositivziffer 3./2.b [Eheschutzentscheid vom 1. Oktober 2015]). Dieses Modell
sah aber auch vor, dass der Beklagte sich eine Wohnung möglichst nahe am Wohnort
der Klägerin suchen würde. Er verpflichtete sich, spätestens auf den Beginn des
Schuljahres 2017/2018 nach G._ oder H._ zu ziehen (act. 7/5/18 S. 3 Dispo-
sitivziffer 3./2.c [Eheschutzentscheid vom 1. Oktober 2015]; act. 8/24 S. 5 Dispositivzif-
fer 1 [Eheschutzentscheid vom 1. Juli 2016]).
Der Beklagte wohnt bis heute in I._ AG. Das Bezirksgericht wies im Schei-
dungsurteil die Obhut für die Tochter der Klägerin zu (act. 154 S. 115 Dispositivziffer
3) und ordnete ein vierzehntägliches Wochenend- und Ferienbesuchsrecht zu Guns-
ten des Beklagten an (act. 154 S. 115 Dispositivziffer 4). Angesichts dieser Situation
liesse sich fragen, ob die konkreten Verhältnisse in Abweichung der zitierten bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung ("Schulstufenmodell) und zu Lasten der Klägerin tat-
sächlich ab sofort die Verpflichtung der Klägerin zu einer Erwerbstätigkeit von 80% er-
lauben. Es ist nicht entscheidend, ob in der Vereinbarung bzw. dem Eheschutzent-
scheid aus dem Jahr 2015 eine verbindliche Zusage der Berufungsbeklagten zu erbli-
cken ist oder lediglich eine Absichtserklärung, das Pensum sukzessive über 50% hin-
aus zu erhöhen (act. 151 S. 9). Es ist nämlich für die inhaltliche Kontrolle einer Verein-
barung über die Rechtsfolgen der Scheidung so oder anders der Zeitpunkt des Schei-
dungsprozesses, das heisst der Zeitpunkt der richterlichen Genehmigung massge-
bend. Entsprechend hat der Richter auch allfällige Veränderungen der Verhältnisse
(wie einer geänderten Betreuungssituation) Rechnung zu tragen, die seit dem Ab-
schluss der (Scheidungs-)Vereinbarung oder der Kundgabe einer Willensäusserung
eingetreten sind (BGer 5A_778/2018 vom 23. August 2019 E. 5.6.). Die Klägerin lässt
sich nach wie vor ein Arbeitspensum von 80% wie auch ein Einkommen von
Fr. 3'000.-- netto pro Monat anrechnen (E. 2.2.2. hinten).
Das Bezirksgericht führte in diesem Zusammenhang aus, dass und weshalb die
Betreuungs- und Erziehungsarbeit massgeblich bei der Klägerin liege (act. 154 S. 70).
Der Einwand des Beklagten, er sei für C._ stets erreichbar und auch verfügbar,
weil er nicht mehr erwerbstätig sei, wenn auch die Betreuung durch ihn wegen Covid
19 vorübergehend abgenommen habe (act. 151 S. 10), ist Schilderung eines Sach-
verhaltes aus eigener Sicht, daher appellatorische Kritik am Urteil des Bezirksgerich-
- 20 -
tes und demzufolge unbeachtlich. Die Ausführungen sind nicht geeignet, der Klägerin
ab sofort ein Einkommen entsprechend einem vollen Arbeitspensum anzurechnen. Es
bleibt bei der vom Bezirksgericht angenommenen Eigenversorgungskapazität der Klä-
gerin im Umfang eines 80%-Arbeitspensums.
2.2.2. Es ist aber ohnehin entscheidend, welches Einkommen mit dem als zumut-
bar erkannten Arbeitspensum von 80% erzielbar ist. Die Eigenversorgungskapazität
des unterhaltsberechtigten Elternteils ist oft anhand zukünftiger Faktoren zu bestim-
men. Diese sind nur schwierig abzuschätzen. Ob ein Teilzeitpensum tatsächlich er-
höht werden bzw. ob das hypothetisch angerechnete Einkommen auch tatsächlich er-
zielt werden kann, ob eine Betreuungsmöglichkeit tatsächlich vorhanden sein oder wie
sich die Arbeitsmarktsituation entwickeln wird, kann nicht verlässlich vorhergesehen
werden. Eine Prognose ist schwierig zu machen. Eine Abänderung zugunsten der un-
terhaltsberechtigten Person ist nicht möglich, wenn sich die Prognose nicht  hat. Eine Erhöhung kommt nur unter den sehr eingeschränkten Voraussetzun-
gen von Art. 129 Abs. 3 ZGB in Frage.
Es ist unbestritten, dass die Klägerin nicht in der Schweiz aufwuchs, sondern in
Senegal. Eigenen Ausführungen des Beklagten zufolge, deponiert im Zusammenhang
mit seinem Antrag an das Staatssekretariat für Migration von Oktober 2017, es sei die
erleichterte Einbürgerung der Klägerin für nichtig zu erklären, hat der Beklagte dafür
gesorgt, dass die Klägerin in die Schweiz habe einreisen können (act. 77). Es ist dem-
zufolge davon auszugehen, dass die damals 28-jährige Klägerin zufolge Heirat mit
dem 27 Jahre älteren Beklagten in die Schweiz übersiedelte. Die Klägerin verfügt un-
bestrittenermassen über keine Berufsausbildung (act. 56 S. 12, Rz 25). Es ist nichts
über die Art der Schulbildung der Klägerin in Senegal ausgeführt worden.
Anstellungen der Klägerin in der Schweiz sind seit 2015 aktenkundig. Die Anstel-
lungen sind im Niedriglohnbereich erfolgt. Die Klägerin arbeitete in den Jahren 2015
bis ca. 2016 bei der J._ und erzielte für ein 40%-Pensum ein monatliches Ein-
kommen von Fr. 1'478.-- bis Fr. 1'885.-- (act. 7/5/1 S. 4; act. 5/4). Im Jahr 2016 ver-
steuerte die Klägerin ein Einkommen von Fr. 30'000.--, was ein monatliches Einkom-
men von Fr. 2'500.-- netto ergibt (act. 5/1). Offenbar hat die Klägerin die Stelle bei der
J._ verloren und alsdann eine neue Stelle bei den K._ gefunden. Es liegen
- 21 -
Lohnabrechnungen der K._ aus den Monaten April bis Juni 2017 im Recht, wel-
che eine Arbeitstätigkeit von rund 70 Stunden pro Monat bei einem Stundenlohn von
Fr. 20.-- brutto ausweisen (act. 5/3). Die Klägerin hat die Stelle offenbar per Ende Au-
gust 2018 verloren (Prot. S. 28) und eine neue Stelle im Gastgewerbe bzw. in der Rei-
nigungsbranche gesucht. Sie hat nach ca. einjähriger Arbeitslosigkeit eine 50%-
Anstellung bei der L._ AG gefunden und arbeitete bis vor Kurzem in der Kantine
der M._ (Prot. S. 53). Inzwischen ist die Klägerin eigenen Angaben zufolge nicht
mehr auf Kurzarbeit gesetzt, sondern sie hat die Stelle verloren (act. 159 S. 7).
Es liegt (nur) eine Lohnabrechnung von April 2020 im Recht, aus der hervorgeht,
dass die Klägerin in diesem Monat (bedingt durch Corona) in ihrer Tätigkeit in der
M._ Kantine auf 100% Kurzarbeit gesetzt wurde (act. 121/1; das heisst, es wurde
keine Arbeitsleistung erbracht). Das zufolge Kurzarbeit reduzierte Einkommen betrug
Fr. 1'353.-- netto (act. 121/1). Das Bezirksgericht ging offenbar davon aus, dass die
Klägerin nur für sehr kurze Zeit auf Kurzarbeit gesetzt wurde und es der Klägerin mög-
lich ist, im bestehenden Arbeitsverhältnis oder an einem anderen Arbeitsort in der
Gastronomiebranche ein Nettoeinkommen von monatlich Fr. 3'000.-- zu erzielen. Die
Vorinstanz setzte das der Klägerin anzurechnende (hypothetische) Einkommen aus-
gehend vom vertraglich vereinbarten Lohn aus dem damals bestehenden Arbeitsver-
hältnis fest. Der gemäss Vertrag geschuldete Bruttolohn beträgt Fr. 1'950.-- (zuzüglich
13. Monatslohn [Art. 12 L-GAV], abzüglich Sozialabzüge). Das Bezirksgericht errech-
nete für ein 50%-Pensum einen Nettolohn von Fr. 1'896.-- (inklusiv 13. Monatslohn;
act. 154 S. 71). Aufgerechnet auf ein 80%-Pensum errechnete es ein monatliches Net-
toeinkommen von Fr. 3'000.-- (inklusiv 13. Monatslohn; act. 154 S. 71).
Es ist gerichtsnotorisch, dass die Corona Krise die Gastronomiebranche hart trifft
und sich die Erholung der Branche auf Vorkrisenniveau über längere Zeit hinziehen
dürfte. Im ersten Halbjahr 2020 sank die Beschäftigung im Gastgewerbe saisonberei-
nigt um 12% (NZZ vom 10. November 2020 S. 23, "Wirkt Kurzarbeit nochmals gleich
gut?"). Der Bedarf für Mitarbeitende in Kantinen ist wegen flächendeckend eingeführ-
ter Heimarbeit (sog. home office) gesunken. Es kann zudem nicht verkannt werden,
dass in rezessiven Wirtschaftslagen, wie sie zur Zeit zumindest für die Gastrobranche
bestehen, Arbeitnehmende ohne Berufsbildung und ohne genügende Deutschkennt-
- 22 -
nisse zuerst aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt
gehört neben der beruflichen Qualifikation, dem Alter und dem Gesundheitszustand zu
den bestimmenden Faktoren des anzurechnenden Einkommens (BGE 137 III 102 E.
4.2.2.2 S. 108; BGer 5A_668/2014 vom 11. Mai 2015 E. 3.2.1). Es ist vom Beklagten
anerkannt, dass die Klägerin (nur) im Tieflohnsektor Arbeit findet (act. 154 S. 11).
Die Klägerin liess in der Berufungsantwort ausführen, dass sie aufgrund der Co-
vid-19 Krise inzwischen ihre Anstellung verloren habe (act. 159 S. 7 unten) und er-
gänzt, dass es sehr schwierig sei, eine neue Anstellung zu finden. Da die Rahmenfrist
nicht erfüllt gewesen sei, habe sie auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengelder und
müsse daher Sozialhilfe beanspruchen (act. 159 S. 7 unten). Gemäss eingereichtem
Beleg unterstützte das Sozialamt der Stadt Zürich die Klägerin (und die Tochter) im
Monat Januar 2021 mit einem Betrag von Fr. 963.-- (act. 160/1). In wirtschaftlich
schwierigen Zeiten gestaltet sich für wenig qualifizierte Arbeitnehmer das Finden einer
Arbeitsstelle bzw. die Erhöhung des Arbeitspensums viel schwieriger. Es ist mit dem
Beklagten davon auszugehen, dass die Schweizer Staatsangehörigkeit der Klägerin,
die der Beklagte allerdings aberkannt wissen will (act. 77), und der bereits 15-jährige
Aufenthalt in der Schweiz ein Vorteil gegenüber Mitbewerbern ausländischer Staats-
angehörigkeit ist (act. 151 S. 10). Dies ändert aber nichts daran, dass es eine Arbeits-
kraftnachfrage braucht für Arbeitsuchende wie die Klägerin. Es braucht (jetzt) offene
Stellen, auf die sich die Klägerin bewerben kann und die es ihr erlauben, ein Nettoein-
kommen von Fr. 3'000.--, welches sich die Klägerin nach wie vor anrechnen lässt, zu
erzielen. Die Klägerin ist darauf angewiesen, bei den Bewerbungsgesprächen auf die
vom Beklagten erwähnte Arbeitserfahrung hinweisen zu können (act. 151 S. 10). Mit
der zu Ungunsten der Klägerin erfolgten linearen Erhöhung des für ein 50%-Pensum
vereinbarten Lohnes auf ein 80%-Pensum trotz Risikofaktoren auf dem Arbeitsmarkt
trug das Bezirksgericht dem Umstand genügend Rechnung, dass sich die Klägerin
selbst seit längerer Zeit mit der Absicht der Erhöhung des Arbeitspensums trägt.
2.2.3. Der Einzelrichter zog den (dannzumal) aktuellen Lohn (vor Kurzarbeit) bei, um
das Einkommen zu rechnen, das er für effektiv erzielbar hielt. Um die Höhe des zu-
mutbaren Einkommens zu ermitteln, kann der Richter aber beispielsweise auch die
Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik oder allgemeinverbindliche
- 23 -
Gesamtarbeitsverträge heranziehen. Ausgehend davon darf er im Sinne einer tatsäch-
lichen Vermutung darauf schliessen, dass der betreffende Lohn im Einzelfall tatsäch-
lich erzielbar ist (BGer 5A_340/2018 vom 15. Januar 2019 E. 4; BGer 5A_96/2016
vom 18. November 2016 E. 3.3.2). Gemäss Art. 10 und 12 des Gesamtarbeitsvertra-
ges für das Gastgewerbe beträgt der monatliche Mindestlohn für Mitarbeitende ohne
Berufsbildung für eine Vollzeitanstellung Fr. 3'384.-- netto (inkl. 13. Monatslohn;
[Fr. 3'470.-- x 13] : 12 = Fr. 3'760.--. ./. 10% Abzüge [Fr. 376.--]), demzufolge für ein
80%-Pensum rund Fr. 2'700.-- netto.
Im Entscheid BGer 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 bestätigte das  ein hypothetisches Einkommen für die unterhaltsansprechende Partei von
Fr. 1'800.-- netto für ein 60%-Arbeitspensum, von Fr. 2'400.-- netto für ein 80%- und
von Fr. 3'000.-- netto für ein 100%-Arbeitspensum als nicht offensichtlich unrichtig
(E. 5.3.6). Soweit sich der Sachverhalt aus dem bundesgerichtlichen Entscheid er-
schliessen lässt, liegen mutmasslich vergleichbare Verhältnisse vor, was die ökono-
misch verwertbare Situation der unterhaltsberechtigten Partei anbelangt.
2.3. All diesen Erwägungen Rechnung tragend ist der Schluss zu ziehen, dass ein
anzurechnendes monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'000.-- für ein 80%-Pensum
im oberen Bereich der Lohnskala für nicht ausgebildetes Personal in der Gastronomie-
oder einer vergleichbaren Niedriglohnbranche zu gelten hat. Fehlende aktuelle Belege
über Suchbemühungen durch die Klägerin (act. 151 S. 11, act. 163 S. 3) ändern an
dieser Einschätzung nichts. Nach Massgabe der Rechnung des Gerichts muss die
Klägerin imstande sein, ohne Übergangsfrist eine Arbeitsstelle zu finden, die ein mo-
natliches Einkommen von Fr. 3'000.-- netto einbringt. Die Klägerin trägt das nicht  Risiko, dass die Wirtschaftslage die Steigerung des Einkommens bzw. das
Erzielen dieses Einkommens nicht zulässt.
Der Beklagte bestreitet, dass der Klägerin gekündigt worden sei (act. 163 S. 3 f.).
Er geht demnach sinngemäss davon aus, dass die Klägerin immer noch auf Kurzarbeit
gesetzt ist. Die vorstehenden Ausführungen zeigen, dass selbst wenn dem so wäre,
die Prognose durch das Bezirksgericht nicht zu Lasten des Beklagten erfolgte. Es
bleibt bei einem der Klägerin anrechenbaren Einkommen bis September 2026 von
Fr. 3'000.-- netto pro Monat.
- 24 -
3.1. Zum Bedarf der Klägerin: Der Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe zu
Unrecht das Novum einer günstigeren Wohnung der Klägerin, von welcher er kurz vor
dem vorinstanzlichen Urteil erfahren habe, nicht mehr zugelassen und über den ge-
bührenden Unterhaltsanspruch der Klägerin in Berücksichtigung zu hoher Wohnkosten
entschieden (act. 151 S. 6). Die Klägerin habe die neue Tatsache in Nachachtung von
Art. 229 ZPO unverzüglich vorgebracht. Da Kinderunterhalt betroffen sei, hätte die
Vorinstanz von Amtes wegen diese Tatsache noch berücksichtigen müssen (act. 151
S. 6). Aber ohnehin hätte die Vorinstanz zwingend das Novum berücksichtigen müs-
sen, weil es sich um eine dauernde und vom Betrag her klar wesentliche Reduktion
der Wohnkosten der Klägerin um Fr. 670.50 handeln würde (act. 151 S. 6 f.). Es liege
eine Gehörsverletzung vor (act. 151 S. 7).
3.2. Soweit der Beklagte eine Verletzung von Art. 229 Abs. 3 ZPO durch die Vor-
instanz rügt, kann ihm nicht gefolgt werden. Die Klägerin brachte das Novum der nied-
rigeren Wohnkosten dem Beklagten und dem Bezirksgericht zur Kenntnis am Datum
des angefochtenen Entscheides vom 18. September 2020 (act. 139 - act. 141). Das
Novum wurde, wie der Beklagte richtig vorbringt (act. 151 S. 6), zur Begründung des
Urteils vom 18. September 2020 nicht herangezogen.
Nach dem Wortlaut von Art. 229 Abs. 3 ZPO, wonach Noven "bis zur Urteilsbera-
tung" zu berücksichtigen sind, war dies korrekt. Zum gleichen Schluss führt die Recht-
sprechung des Bundesgerichts, wonach die "Urteilsberatung" nach Art. 229 Abs. 3
ZPO der Phase des Prozesses entspricht, die nach dem Schluss der Hauptverhand-
lung nach Art. 228 - 234 ZPO eintritt ("On en déduit que les délibérations commencent
après la clôture des débats principaux [titre du chapitre 3]; vgl. BGE 138 III 788 E. 4.2.
= Pra 2013 Nr. 53). Es ist unerheblich, wann das Urteil tatsächlich von der Gerichtsbe-
setzung beraten und gefällt wird. Entscheidend ist, dass die Hauptverhandlung vor der
Vorinstanz am 5. Juni 2020 (Prot. VI S. 52), nach der Durchführung der Verhandlung
vom selben Datum, abgeschlossen wurde. Danach waren nach Art. 229 Abs. 3 ZPO
keine Noven mehr zulässig. Nach Schluss der Hauptverhandlung ist das Gericht nur
noch berechtigt, aber nicht mehr verpflichtet, auf neue Vorbringen einzugehen, und
zwar selbst wenn es sich um echte Noven in Verfahren handelt, welche durch den Un-
- 25 -
tersuchungsgrundsatz beherrscht sind (BGE 143 III 272 E. 2.3.2 = Pra 2018 Nr. 5;
BGE 142 III 413 E. 2.2.5).
Die neue Tatsache von Wohnkosten von Fr. 1'130.-- anstatt von Fr. 1'800.-- auf
Seiten der Klägerin (und C._) ist im Berufungsverfahren zu berücksichtigen. Da-
mit ist auch die Klägerin einverstanden (act. 159 S. 5 unten).
Es sind neu der Klägerin Fr. 753.-- Wohnkosten anzurechnen (anstatt Fr. 1'200.-;
entsprechend zwei Dritteln der Wohnkosten). C._ hat neu Wohnkosten von Fr.
377.-- (anstatt Fr. 600.--; entsprechend einem Drittel der Wohnkosten).
4. Das Bezirksgericht setzt in Berücksichtigung von Art. 125 Abs. 1 und 2 Ziff. 8
ZGB im Bedarf der Klägerin Mittel für die Äufnung der Altersvorsorge ein. Das Bezirks-
gericht begründet zusammengefasst den Vorsorgeunterhalt damit, dass sich die Kom-
pensation der ausfallenden Beiträge an die obligatorische Alters- und Invaliditätsvor-
sorge rechtfertige, da die Lücken in der Altersvorsorge durch die Betreuung der ge-
meinsamen Tochter entstehen würden (act. 154 S. 93 f.). Zufolge Kinderbetreuung
werde der Klägerin bis zum 16. Altersjahr von C._ ein 80 %-Arbeitspensum ange-
rechnet, was zu geringeren Beiträgen in deren Altersvorsorge führe. Diese Ausfälle
gelte es während der nächsten sechs Jahre durch die im Betrag nicht bestrittenen
Fr. 138.-- pro Monat zu kompensieren (act. 154 S. 94).
Die Kritik des Beklagten am vorinstanzlichen Entscheid erschöpft sich darin, fest-
zuhalten, dass die Klägerin einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und so mindestens
Fr. 3'500.-- erzielen könne, weshalb keine ehebedingte Lücke in den Sozialwerken
vorliegen würde (act. 151 S. 12). Auf die eingeschränkte wirtschaftliche Leistungsfä-
higkeit der Klägerin bis zum 16. Altersjahr von C._ wurde bereits eingegangen.
Es kann darauf verwiesen werden (E. 2.1.-2.3. vorne). Weiter macht der Beklagte da-
rauf aufmerksam, seine mangelnde Leistungsfähigkeit würde keinen Betreuungs- und
Vorsorgeunterhalt und insgesamt keinen nachehelichen Unterhaltsbeitrag erlauben
(act. 151 S. 12).
Die Grundsätze zur Bestimmung des Unterhaltsbeitrages bei lebensprägender
Ehe nach Art. 125 Abs. 2 ZGB verlangen, dass nur bei vorhandenen finanziellen Mit-
- 26 -
teln, das heisst, wenn die Existenz des unterhaltsverpflichteten Ehegatten gesichert
ist, der Vorsorgeaufbau in der nachehelichen Unterhaltsberechnung zu berücksichti-
gen ist bzw. ein nachehelicher Unterhalt nur dann zugesprochen wird. Die Behauptun-
gen des Beklagten zu seinem Bedarf, wie nachstehend gezeigt wird (E. 6.1.-6.6.), sind
nicht geeignet den vom Bezirksgericht eingesetzten Betrag unter dem Titel "Kompen-
sation Vorsorge" in Frage zu stellen. Es bleibt beim eingesetzten Betrag von Fr. 138.--
pro Monat.
5. Es ergeben sich damit zusammenfassend und beruhend auf der Aufstellung im
angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts und der Darstellung der Parteien (act. 151
S. 12, act. 159 S. 8 ff.) neu folgende Bedarfe für die Klägerin und C._ (act. 154 S. 73): Für die Klägerin Fr. 3'386.-- bis September 2026 und Fr. 3'328.-- ab Oktober 2026 (neu Fr. 753.-- Wohnkosten anstatt Fr. 1'200.--) und Fr. 1'262.-- (anstatt Fr. 1'481.--; recte: Fr. 1'485.--) für C._ (neu Fr. 377.-- Wohnkosten anstatt Fr.
600.--).
6.1. Damit zum Bedarf des Beklagten: Die einzelnen Bedarfspositionen, welche im
angefochtenen Urteil festgelegt wurden (act. 154 S. 73 f.), sind in ihrer Höhe in den
nachfolgenden fünf Positionen (E. 6.2 - 6.6) angefochten worden (act. 151 S. 13-16):
6.2. Haushalthilfe: Es können in wirtschaftlichen Verhältnissen, wie sie hier gegeben
sind, keine Kosten für medizinisch nicht notwendige Leistungen einer Haushaltshilfe
berücksichtigt werden. Es braucht entgegen der Darstellung des Beklagten keine wei-
teren Sachverhaltsabklärungen bzw. Beweiswürdigungen (act. 151 S. 13; vgl. Richtli-
nien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz für die Be-
rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [BlSchK 2009, S. 193 ff.;
BGer 5A 311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2, BGer 5A 891/2018 vom 2. Februar
2021]). Der Vollständigkeit halber ist sodann darauf hinzuweisen, dass das Bezirksge-
richt ausführlich darlegte, wie es dem Beklagten gelingt, seinen Ein-Personen-Haus-
halt zufriedenstellend zu erledigen (act. 154 S. 90-93). Der Beklagte setzt sich mit die-
sen Ausführungen nicht auseinander, sondern übt rein appellatorische Kritik, wenn er
ausführt, er sei für einen würdigen Lebensabend auf eine Haushaltshilfe angewiesen
(act. 151 S. 13, act. 163 S. 5). Es bleibt dabei, dass keine Position für Haushaltshilfe
einzusetzen ist.
- 27 -
6.3. Transportkosten/Mobilität: Basis für die Bedarfsberechnung sind die Positionen,
wie sie auch für die betreibungsrechtliche Existenzminimumberechnung verwendet
werden. Darüber hinaus sind die für die Unterhaltsberechnungen in familienrechtlichen
Auseinandersetzungen entwickelten Grundsätze anzuwenden. Indes, je knapper die
finanziellen Verhältnisse, desto enger müssen sich die Gerichte für die Ermittlung des
Bedarfs an die in Anwendung des Art. 93 SchKG entwickelten Grundsätze über die
Pfändbarkeit des schuldnerischen Einkommens anlehnen (BGE 140 III 337, BGer 5A
311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2). Demzufolge werden Kosten für ein Privat-
fahrzeug in engeren finanziellen Verhältnissen nur berücksichtigt, falls dem Privatfahr-
zeug Kompetenzcharakter zukommt. Kompetenzcharakter hat ein Privatfahrzeug,
wenn es für den Ansprecher zu den nach Art. 92 Abs. 1 Ziff. 3 SchKG zur Ausübung
des Berufs unumgänglichen Transportmitteln gehört. Dies hat hier aber keine Bedeu-
tung, nachdem der Beklagten pensioniert ist.
Zur Ausübung des Besuchsrechts können Kosten eines Privatfahrzeuges zumin-
dest bei nicht gehobenen finanziellen Verhältnissen (nur) dann in der Unterhaltsbe-
rechnung berücksichtigt werden, wenn der Besuchsberechtigte auf ein Privatfahrzeug
unabdingbar angewiesen ist. Der über Zeit verfügende Beklagte nennt zu Recht
nichts, was ihn hindert, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von I._ AG nach
G._ zu reisen, um seine Tochter zu treffen und mit ihr Zeit zu verbringen (act. 163
S. 5).
Die Behauptung des Beklagten, er sei für die Erledigung der eigenen Einkäufe
auf ein Auto angewiesen, die Einkäufe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würden ihn
wegen erheblicher Fussdistanzen überfordern (act. 151 S. 13), ist ein unzulässiges
Novum. Die Behauptung wäre aber ohnehin unbeachtlich, weil sie nicht substantiiert
ist. Das Bezirksgericht ist zu bestätigen (act. 151 S. 89), und es sind dem Beklagten
Fahrtkosten von monatlich Fr. 82.-- anzurechnen.
6.4. Verwandtenunterstützungspflicht: Die Verwandtenunterstützungspflicht gemäss
Art. 328 Abs. 1 ZGB besteht subsidiär zur ehelichen Beistands- und Unterhaltspflicht.
Gilt diese Rangfolge bereits für rechtlich geschuldete Unterstützungsleistungen, so
muss sie auch für die in Erfüllung einer sittlichen Pflicht vorgenommenen Unterstüt-
zungsleistungen gelten. Unterstützungen in Erfüllung einer sittlichen Pflicht gehen ge-
- 28 -
genüber aus einer Ehe entstandenen Unterhaltsverpflichtungen nach. Sie haben bei
der Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Pflichtigen im Hinblick auf die Festlegung
von Unterhaltsbeiträgen unberücksichtigt zu bleiben. Es kann auf die zutreffenden Er-
wägungen des Bezirksgerichts verwiesen werden. Das Vorbringen des Beklagten, er
habe bis April 2020 seinen Halbbruder unterstützt und habe seit dessen Tod zwei von
dessen minderjährigen Kindern zu unterstützen (act. 151 S. 14), ist deshalb auch un-
ter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen des Bezirksgerichts nicht zu hören
(act. 154 S. 95 f.).
6.5. Das Bezirksgericht berücksichtigte keine Position "Schuldentilgung" in der Be-
darfsrechnung des Beklagten (act. 154 S. 96 f.). Der Beklagte beanstandet das. Er
verlangt, dass der gesamte Überschuss ihm zu belassen sei zwecks Tilgung seiner
erheblichen Schulden (act. 151 S. 16). Es gehe nicht an, der Klägerin einen Über-
schussanteil als Unterhaltsanspruch zuzusprechen und damit Gläubiger zu schädigen.
Dies wäre nicht im Sinne der Gesetzgebung, zumal die Unterhaltsgläubiger staatlich
bzw. von der Natur her dem Gemeinwesen zuzurechnen seien (act. 151 S. 15).
Es wurde mit Wirkung ab 2. Mai 2017 über den Beklagten gestützt auf Art. 191
SchKG (Insolvenzerklärung) der Privatkonkurs eröffnet (act. 153/6). Der Beklagte führt
in diesem Zusammenhang aus, dass der Privatkonkurs zum Aufschub der Zahlungs-
verpflichtungen geführt habe, weshalb die Details zu den insgesamt Fr. 110'000.--
Schulden, die davon betroffen seien, hier nicht mehr weiter relevant seien (act. 151
S. 16). In der Tat sind diese Schulden irrelevant unter dem Vorbehalt fehlenden neuen
Vermögens. Die (angeblich) seit Mai 2017 angefallenen Steuer- und Krankenkassen-
schulden (act. 151 S. 16, act. 163 S. 5, act. 164/9), sind sodann nicht entstanden im
Rahmen der gemeinsamen Lebensführung und können daher schon aus diesem
Grund bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen nicht im Bedarf berücksichtigt
werden.
Es ist unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen, ob die Behauptung der
Steuer- und Krankenkassenschulden im Betrag von insgesamt Fr. 3'944.-- überhaupt
zulässige Noven sind (act. 64 S, 11, Prot. VI S. 24); die im Berufungsverfahren einge-
reichte Abzahlungsvereinbarung mit dem Steueramt über insgesamt Fr. 1'164.-- datiert
von Februar 2020 und damit vor Abschluss des Hauptverfahrens vor Bezirksgericht
- 29 -
(act. 153/6). Das Bezirksgericht hat entgegen den Ausführungen des Beklagten des-
sen rechtliches Gehör nicht verletzt (act. 151 S. 16).
6.6. Die Steuerlast verändert sich durch die geänderten Unterhaltszahlungen nur un-
wesentlich. Davon geht auch der Beklagte aus (act. 151 S. 15). So werden im Zeit-
raum 2021 bis 2026 insgesamt Unterhaltsbeiträge von neu Fr. 127'000.-- anstatt rund
Fr. 138'000.-- und im Zeitraum Oktober 2026 bis September 2028 neu rund
Fr. 36'200.-- anstatt Fr. 41'500.-- gesprochen. Es bleibt bei dem eingesetzten Steuer-
betreffnis von Fr. 410.-- bzw. Fr. 490.-- (act. 154 S. 74).
6.7. Zusammenfassend bleibt es bei einem anzurechnenden Bedarf des Beklagten
von Fr. 3'878.-- bis September 2026 und von Fr. 3'958.-- ab Oktober 2026 (act. 154 S. 74).
7. Unterhaltsbeiträge
7.1.1. Unterhaltsbeiträge für C._.
A Für den Zeitraum bis Ende September 2026 (16. Altersjahr von C._)
Der Barbedarf von C._ beträgt neu infolge reduzierter Wohnkosten Fr. 1'262.-- (E. 5. vorne). Gemäss Lohnabrechnung von April 2020 bezog und bezieht die Klägerin
keine Kinderzulage (act. 121/1). Das Bezirksgericht hielt demgegenüber fest, dass
vom Barbedarf von C._ vorab die von der Klägerin bezogene Kinderzulage von
Fr. 200.-- in Abzug zu bringen sei (154 S. 101 oben). Der Grund für diese Inkongruenz
könnte sein, dass die SVA Zürich von einer Nichterwerbstätigkeit der Klägerin ausgeht
und davon, dass die Parteien nach wie vor in ungetrennter Gemeinschaft leben. Kei-
nen Anspruch auf Kinderzulagen haben nämlich in ungetrennter Gemeinschaft leben-
de Versicherte, deren Ehepartner eine AHV-Altersrente bezieht (vgl. Wegleitung BSV
zum Bundesgesetz über die Familienzulagen, Ziffer 6). Die erwerbstätige bzw. als er-
werbstätig zu geltende, vom Beklagten getrennt lebende Klägerin hat aber Anspruch
auf Kinderzulagen. Die Kinderzulage von Fr. 200.-- ist daher mit dem Bezirksgericht
als Einkommen von C._ von ihrem Bedarf in Abzug zu bringen, womit noch ein
Barbedarf von Fr. 1'062.-- verbleibt.
- 30 -
Die auf Geldzahlung gerichteten Berufungsanträge sind zu beziffern, damit die
Berufungsinstanz auf das Rechtsmittel eintreten kann (Art. 296 Abs. 3 ZPO; BGE 137
III 617). Die Klägerin beziffert den monatlichen Kinderunterhalt (in der Phase bis und
mit 30. September 2016) mit Fr. 1'446.-- pro Monat und alsdann mit Fr. 1'378.--
(act. 159 S. 2). Tritt die Berufungsinstanz auf die Berufung, wie hier, ein, wendet sie
das Recht von Amtes wegen an. In Kinderbelangen wie bspw. in der Bestimmung des
Betreuungsunterhaltes ist die Rechtsmittelinstanz aufgrund der herrschenden Offizial-
maxime und des Untersuchungsgrundsatzes nicht an die Parteianträge gebunden und
erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen (Art. 296 ZPO).
Die relevanten Lebenshaltungskosten für die Ermittlung des  betragen Fr. 3'248.-- (act. 154 S. 73 f. und S. 101; Fr. 1'350.-- Fr. 753.-- [neuer Mietpreis], Fr. 30.-- , Fr. 340.--, Fr. 46.--, Fr. 125.--, Fr. 28.-- Fr. 111.--, Fr. 30.--,
Fr. 65.--, Fr. 90.--, Fr. 280.-- [Steuern]). Soweit es die Verhältnisse zulassen, sind zur
Berechnung des Betreuungsunterhalts auch die Steuern zu berücksichtigen (BGer 5A
727/2018 vom 22. August 2019, E. 2; BGer 5A 926/2019 vom 30. Juni 2020, E. 4.2.2.;
BGer 5A 311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2.). Die Bedarfsermittlung zur Be-
rechnung des Betreuungsunterhalts lehnt sich an diejenige zur Berechnung des fami-
lienrechtlichen Existenzminimums an. Es ist unter Hinweis auf die niedrige Progressi-
onsstufe kein bei der Klägerin abzuziehender Steueranteil für C._ in deren Bedarf
anzurechnen. Der so berechnete Lebensbedarf der Klägerin von Fr. 3'248.-- ist bis
zum 16. Altersjahr von C._ (2026) bei einem der Klägerin angerechneten monat-
lichen Einkommen von Fr. 3'000.-- um den Betrag von Fr. 248.-- nicht gedeckt. Es
ergibt sich ein Anspruch von C._ auf einen Betreuungsunterhalt von Fr. 248.--.
Um auch das noch zu erwähnen: Die Grundbeträge für beide Parteien und
C._ sowie die Bedarfsermittlung für C._ wurden im Einklang mit der Vo-
rinstanz in herkömmlicher Weise gemäss Kreisschrieben der Verwaltungskommission
des Obergerichts des Kantons Zürich für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums vom 18. September 2009 belassen. Die Kammer erachtet dieses
Vorgehen und in Berücksichtigung der neuesten höchstrichterlichen Rechtsprechung
als angemessen, nachdem keine der Parteien auf die niedrigeren Grundbeträge ge-
mäss Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz
- 31 -
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums plädiert hatte (vgl.
BGer 5A 311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2.). Die Ermittlung des Barbedarfs
lässt sich ohnehin inhaltlich mit der Richtlinie der Konferenz der Betreibungs- und
Konkursbeamten der Schweiz und der neuesten höchstrichterlichen Rechtsprechung
in Übereinstimmungen bringen. Keine der Parteien, insbesondere nicht die Klägerin,
plädierte sodann dafür, dass die Position "Kompensation Vorsorge" in die Bedarfser-
mittlung zur Berechnung des Betreuungsunterhalts aufzunehmen sei. Die Kammer
sieht sich deshalb und insbesondere auch angesichts der gegebenen finanziellen Ver-
hältnisse nicht veranlasst zu entsprechenden Erwägungen. Es bleibt bei der Berech-
nung des Bezirksgerichts, wonach die Position "Kompensation Vorsorge" nicht einzu-
berechnen ist (act. 154 S. 101).
Es sind zunächst, vor Überschussbeteiligung, monatliche Kinderunterhaltsbeiträ-
ge für C._ von Fr. 1'310.-- ausgewiesen (Fr. 1'062.-- [Barbedarf] + Fr. 248.-- [Be-
treuungsunterhalt]).
B Für den Zeitraum ab Oktober 2026 (ab 16. Altersjahr von C._)
Der Barbedarf von C._ beträgt Fr. 1'262.-- (E. 5. vorne). Es sind davon wiederum
die (um Fr. 50.-- erhöhten) Kinderzulagen von Fr. 250.-- als Einkommen von C._
in Abzug zu bringen. Es resultieren monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von Fr.
1'012.--. Ein Betreuungsunterhalt ist unter Hinweis auf das (angenommene) Einkom-
men der Klägerin von Fr. 3'750.-- nicht mehr geschuldet (E. 2.1. vorne).
C Eine Kumulation von Familienzulagen (für Arbeitnehmende) und von  der AHV ist nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers weiterhin zulässig
und vorgesehen (vgl. Wegleitung BSV zum Bundesgesetz über die Familienzulagen,
Ziffer 5.2.4.). Mit Blick auf den gesetzlichen Zweck ist die Kinderrente ausschliesslich
für den Unterhalt und die Erziehung des Kindes zu verwenden (BGE 129 V 362, E.
3.2). Die ganze Kinderrente ist dem Kind zukommen zu lassen. Dass die Höhe der
Kinderrenten nicht mehr zwingend passen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen von
Eltern, die im Niedriglohnbereich ein Einkommen erzielen müssen, ist gesetzgeberisch
gewollt.
- 32 -
7.1.2. Zusammenfassend kommen C._ die Kinderrenten von monatlich Fr. 1'378.-
-, zu.
7.2.1. Unterhaltsberechnung für C._ und die Klägerin
Für den Zeitraum bis Ende September 2026
Es ist zu Recht nicht bestritten, dass die Methode der Überschussteilung zur zah-
lenmässigen Konkretisierung des geschuldeten nachehelichen Unterhaltsbeitrages
heranzuziehen ist (vgl. hierzu grundlegend: BGer 5A 891/2018 vom 2. Februar 2021).
Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Ende September 2026 steht einem Gesamt-
einkommen der Parteien von Fr. 7'645.-- (Fr. 4'645.-- [E. 1. vorne] + Fr. 3'000.-- [E.
2.3. vorne]) ein Gesamtbedarf von Fr. 7'264.-- (Fr. 3'878.-- [E. 6.] + Fr. 3'386.-- [E. 5.])
gegenüber. Bei einer Aufteilung des Freibetrages von Fr. 381.-- zu je zwei Fünfteln an
die Parteien (je Fr. 152.40) und – in Anbetracht dessen, dass Betreuungsunterhalt ge-
schuldet ist – zu einem Fünftel an C._ (Fr. 76.20) resultiert ein Unterhaltsbeitrag
für die Klägerin von Fr. 538.40 (Fr. 3'386.-- Bedarf abzüglich Fr. 3'000.-- Einkommen
zuzüglich Fr. 152.40 Anteil Freibetrag).
Für C._ resultieren monatliche Unterhaltsbeiträge, wie von der Klägerin be-
antragt (act. 159 S. 2), von Fr. 1'446.-- (abgerundet im Sinne der Anträge der Klägerin
um Fr. 8.-- [act. 159 S. 2]; Fr. 1'378.-- [Kinderrente] + Fr. 76.--; davon Fr. 248.-- Be-
treuungsunterhalt).
Insgesamt ist der Beklagte zu Kinderunterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 1'446.-- (davon Fr. 248.-- Betreuungsunterhalt) zu verpflichten. Der von der Kläge-
rin verlangte nacheheliche Unterhaltsbeitrag von Fr. 499.50 (act. 159 S. 2) ist ausge-
wiesen und gestützt auf die Verhandlungsmaxime auch so zuzusprechen.
Gesamthaft sind damit für diesen Zeitraum Unterhaltsbeiträge (für die Klägerin sowie
die Tochter C._) von Fr. 1'945.50 pro Monat geschuldet.
- 33 -
Für den Zeitraum ab Oktober 2026
Ab Oktober 2026 (bis September 2028) resultiert bei einem Gesamteinkommen
von Fr. 8'395.-- (Fr. 4'645.-- [E. 1.] + Fr. 3'750.-- [E. 2.3.]) und einem Gesamtbedarf
von Fr. 7'286.-- (Fr. 3'958.-- + Fr. 3'328.--) ein Freibetrag von Fr. 1'109.--.
Der Freibetrag ist hälftig auf die beiden Elternteile aufzuteilen. Es rechtfertigt sich in
dieser Phase nicht, C._ an einem Freibetrag zu beteiligen, weil die Kinderrente
C._ bereits einen Überschuss ermöglicht. Die hälftige Aufteilung des Überschus-
ses auf die beiden Elternteile ist angezeigt, weil bei beiden Elternteilen Mehrkosten für
die Führung ihrer Haushalte angefallen sind und anfallen und sie gleichermassen zur
Deckung ihres gebührenden Unterhalts auf den Freibetrag zu verweisen sind. Bei ei-
ner hälftigen Aufteilung des Freibetrages von Fr. 1'109.-- resultiert ein zu leistender
Unterhaltsbeitrag, wie von der Klägerin verlangt (act. 159 S. 2) von Fr. 132.50
(Fr. 3'328.-- Bedarf abzüglich Fr. 3'750.-- Einkommen zuzüglich Fr. 554.50 hälftiger
Anteil Freibetrag).
Insgesamt ist der Beklagte zu verpflichten, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'378.-- und nachehelichen Unterhalt von Fr. 132.50 (bis Ende September 2028) zu bezahlen. Vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2028 sind damit gesamthaft Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 1'510.50 geschuldet, ab dem 1. Oktober 2028 noch Kinderun-
terhalt in der Höhe von Fr. 1'378.--.
7.2.2. Es ist nicht weiter auf den von der Klägerin gestellten Eventualantrag ein-
zugehen. In Nachachtung des Hauptantrages der Klägerin kommt die Kinderrente voll-
umfänglich C._ zu. Der Eventualantrag wurde gestellt für den Fall, dass die Kin-
derrente nicht vollumfänglich C._ zukommen sollte (act. 159 S. 8 unten f.).
8. Berufliche Vorsorge
8.1.1. Der Beklagte bestreitet, dass er während der Ehe Guthaben erworben hat, wel-
che dem Vorsorgeausgleich nach Art. 122 ff. ZGB unterliegen (act. 151 S. 17 ff.). Die
Kritik an den vorinstanzlichen Erwägungen (act. 154 S. 49 ff.) ist falsch.
- 34 -
8.1.2. Das Bezirksgericht legte die Prinzipien des Vorsorgeausgleichs richtig dar, wo-
nach nach Massgabe von Art. 124a ZGB der Vorsorgeausgleich durch eine direkte
Teilung der Rente vorgenommen wird, wenn das Scheidungsbegehren während des
Bezugs einer Altersrente eingereicht wird. Sodann ermittelte das Bezirksgericht entge-
gen den Ausführungen des Beklagten den Teil des Anspruchs, welcher während der
Ehe durch den Beklagten erworben worden war, richtig. Es kann in erster Linie, um
unnötige Wiederholung zu vermeiden, auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (act. 154 S. 49 ff.).
Der Beklagte stellt sich auch im Berufungsverfahren erneut auf den Standpunkt,
es sei bei ihm während der Ehe zu keinem Zuwachs seiner Altersvorsorge gekommen.
Es bestehe nichts zu Teilendes. Die Rente beruhe ausschliesslich auf seinen Anstren-
gungen vor der Heirat (act. 151 S. 22). Die Klägerin trage die Beweislast dafür, dass
während der Ehe Altersguthaben geäufnet worden sei. Sollte das Gericht davon aus-
gehen, es würde eine Gesetzeslücke vorliegen, so wäre diese Lücke durch das Ge-
richt zu füllen (act. 151 S. 17 f.).
Es liegt keine Gesetzeslücke vor.
Bereits das Bezirksgericht hat unter Hinweis auf die Gesetzeslage sorgfältig aus-
geführt, dass und weshalb es auch bei (Teil-)Invalidität zu einem "Vorsorgezuwachs"
kommt (act. 154 S. 49 ff.; S. 53 ff.). Die Kritik des Beklagten am erstinstanzlichen Ur-
teil ist vornehmlich appellatorischer Natur. Der Vollständigkeit und dem besseren Ver-
ständnis dienen nachfolgende ergänzenden Ausführungen. Diese ändern aber nichts
daran, dass die Berufung des Beklagten gegen den vorinstanzlichen Entscheid ge-
mäss Dispositivziffer 13 von Anfang an aussichtslos war.
Der Beklagte war im Zeitpunkt der Eheschliessung am 28. Oktober 2005 teilinva-
lid. Er bezog bis zum Eintritt ins ordentliche Pensionsalter im September 2015 eine In-
validenrente. Entgegen seinen Ausführungen erwarb der Beklagte während der
10 Jahren von 2005 bis zu seinem Eintritt ins ordentliche Pensionierungsalter im 2015
Austrittsleistungen. Es ist der Unterschied zwischen den Bestimmungen von Art. 123
ZGB und Art. 124 ZGB zu sehen (BGE 146 V 95, E. 2.3.). Im Unterschied zu den Be-
stimmungen von Art. 123 ZGB, wo die Leistungen lediglich die "erworbenen" (d.h. die
- 35 -
"tatsächlich" angesparten und verzinsten) Austrittsleistungen betreffen, bezieht sich
Art. 124 ZGB auf eine "hypothetische" Austrittsleistung. Diese Austrittsleistung bein-
haltet (zusätzlich) Gutschriften und Guthaben (samt Zins) aus der Weiterführung des
Alterskontos nach Eintritt der Invalidität (vgl. Art. 14 der Verordnung vom 18. April
1984 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2; SR
831.441.1]; Botschaft vom 29. Mai 2013 zur Änderung des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches [Vorsorgeausgleich bei Scheidung], BBl 2013 4900 Ziff. 1.5.2 und 4907
Ziff. 2.1; Jungo / Grütter, in: FamKomm Scheidung, Band I, 3. Aufl. 2017, N. 6 ff.
zu Art. 124 ZGB; Fleischhanderl / Hürzeler, in: FamKomm Scheidung, Band II, Anhang
Sozialversicherungsrechtliche Fragen in Bezug auf Trennung und Scheidung, 3. Aufl.
2017, S. 432 Rz. 206). Für den Beklagten als Bezüger einer Invalidenrente wurde das
Alterskonto während der Dauer der Invalidität bis zum ordentlichen Pensionierungsal-
ter weitergeführt. Dieses (passive) Guthaben wurde mit Risikobeiträgen des Arbeitge-
bers gedeckt (Art. 14 BVV 2). Der Beklagte selbst war von Beiträgen befreit
(act. 153/8). Die Beitragsbefreiung bezieht sich nur auf den Beklagten, nicht auf die
Beiträge leistende Solidargemeinschaft (Arbeitgeber). Die solcherart solidarisch mit Ri-
sikobeiträgen geäufneten Vorsorgeguthaben sind nach Massgabe von Art. 122 ZGB
während der Ehe erworben und unterliegen daher dem Vorsorgeausgleich. Dass der
Beklagte während der Zeit der Invalidität bis zum Bezug seiner Altersrente (von 2005
bis 2015) sehr wohl Vorsorgeguthaben erwarb, ergibt sich auch aus Art. 14 Abs. 4
BVV 2: Erlischt der Anspruch auf eine Invalidenrente, weil der Versicherte nicht mehr
invalid ist und sich bspw. wieder im Arbeitsleben zu integrieren vermochte, so hat er
Anspruch auf eine Freizügigkeitsleistung in der Höhe seines weitergeführten Altersgut-
habens (Art. 14 BVV 2). Entgegen der Ansicht des Beklagten kann somit keine Rede
davon sein, dass die Austrittsleistung bei Eheschliessung gleich hoch war wie bei der
Scheidung (act. 151 S. 20).
Zusammenfassend ist mit dem Bezirksgericht festzuhalten, dass der Beklagte
während der gesamten Ehedauer Vorsorgeguthaben erworben hat, woraus die Kläge-
rin Anspruch auf Beteiligung hat.
8.2. Nach den allgemeinen Grundsätzen erhält der vorsorgeberechtigte Ehegatte
nach Eintritt des Vorsorgefalls "Alter" die Hälfte der laufenden Altersrente des vorsor-
- 36 -
geverpflichteten Ehegatten, wobei diese in eine lebenslange Rente umgewandelt wird
(vgl. E. 7.3. nachstehend). Abgesehen davon, dass der Beklagte höchstens nur die
von ihm effektiv eingezahlten Beiträge als dem Vorsorgeausgleich unterliegend be-
trachtet und nicht die vom Arbeitgeber geleisteten Guthaben (act. 151 S. 3, Berufungs-
antrag 3), welche Sichtweise aber, wie soeben gesehen, die Gesetzeslage verkennt,
bestreitet er in quantitativer Hinsicht die vom Bezirksgericht vorgenommene Ermittlung
des Umfangs der Rente des Beklagten, die ehelich erworben ist und also grundsätz-
lich zu teilen ist, nicht (act. 154 S. 55 ff., S. 57). Damit erübrigt sich eine Auseinander-
setzung mit dem eventualiter gestellten Antrag, es sei der zu Lasten der Rente des
Beklagten zu teilende Rentenbetrag auf Grund der effektiv bis zu Erreichung des Ren-
tenalters noch eingezahlten Beiträge neu zu berechnen und es sei ein Gutachten beim
Bundesamt für Sozialversicherung einzuholen (act. 151 S. 23). Der Beklagte verlangt
pauschal die Einholung eines Gutachtens. Er erklärt nicht, zu welchen konkreten Tat-
sachen ein Gutachten einzuholen und welches die Relevanz für die Entscheidfindung
wäre. Diese ist denn auch nicht ersichtlich.
Das Bezirksgericht übernahm den in der Botschaft vorgeschlagenen Ansatz zur
Teilung einer laufenden Rente nach dem reglementarischen Rentenalter (vgl. Bot-
schaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Vorsorgeausgleich bei
Scheidung], BBI 2013 4887 ff., 4955). Es wird dabei unterschieden zwischen den Ehe-
jahren vor der Pensionierung und den Ehejahren nach der Pensionierung. Für die
Ehejahre vor der Pensionierung hat der Bundesrat bzw. das Bundesamt für Sozialver-
sicherung eine Tabelle erstellt, die aufgrund des Alters bei Heirat und dem Pensionie-
rungsalter den Anteil der zu teilenden Rente bestimmt. Für die Ehejahre nach der Pen-
sionierung kann der Wert 2.5% (oder 1/40) pro Ehejahr eingesetzt werden, weil davon
ausgegangen wird, dass der Aufbau der Altersvorsorge während 40 Jahren erfolgt.
Das Bezirksgericht nahm korrekterweise für die Ehejahre vor der Pensionierung den
Tabellenwert 36.0 (act. 154 S. 55), welcher sich ergibt bei einem Heiratsalter von 55
und einem Alter bei Rentenbeginn von 65. Für die zwei Ehejahre nach der Pensionie-
rung (bis zur Einleitung des Scheidungsverfahrens) setzte das Bezirksgericht - zu
Gunsten des Beklagten - keinen Wert ein (act. 154 S. 56 unten). Die Vorinstanz blen-
det damit entgegen den Ausführungen des Beklagten nicht aus, dass die vor der Hei-
rat geäufneten Guthaben nicht der Teilung zuzuführen sind (act. 154 S. 23). Sie hätte
- 37 -
sonst den Faktor 100 genommen. Dass die Rente des Beklagten im Ergebnis gekürzt
wird, wie der Beklagte beanstandet, ist evident, ergibt sich aus der vom Gesetz vorge-
sehenen Regelung der Nebenfolgen einer Scheidung und gibt zu keinen weiteren Be-
merkungen Anlass. Die Pensionskasse des Beklagten anzuhalten, zu einer vom Be-
klagten in den Raum gestellten "Rentenvermehrung" Stellung zu nehmen, geht an der
Sache vorbei (act. 154 S. 23 unten).
Der Beklagte bezieht eine aus der IV umgewandelte Altersrente von monatlich
Fr. 1'488.05 und eine Altersrente aus dem Teil des erworbenen Vorsorgeguthabens,
auf welchem er nicht invalid war. Auch hier beträgt die Rente monatlich Fr. 1'488.05
(act. 38). Insgesamt bezieht der Beklagte eine Rente aus 2. Säule von Fr. 2'976.10.
Ein Anteil von 36% auf Fr. 2'976.10 ergibt Fr. 1'071.39. Der hälftige Anteil beträgt
Fr. 535.70.
Mit der Berechnung des ehelichen Rentenanteils durch das Bezirksgericht setzt
sich der Berufungskläger nicht auseinander. Der ohne Erklärung eingenommene
Standpunkt, der zu teilende Rentenbetrag sei um die Hälfte auf höchstens monatlich
Fr. 267.85.-- zu reduzieren, lässt sich nicht begreifen und bleibt daher unbeachtlich.
Auf den Antrag des Beklagten, es sei ihm Gelegenheit zur Nachbezifferung zu geben,
wenn die von der Pensionskasse offen gelegten effektiv während der Ehe eingezahl-
ten Beträge vorliegen, ist daher nicht einzutreten, weil nicht begründet (act. 151 S. 3,
Berufungsantrag Ziffer 3).
Der mathematische Anspruch der Klägerin an der Rente des Beklagten (2. Säu-
le) beträgt monatlich Fr. 536.-- (gerundet; act. 154 S. 57 oben).
8.3.1. Der Beklagte beanstandet in rechnerischer Hinsicht die vorgenommene Um-
rechnung des zugesprochenen Rentenbetrages (Fr. 536.--) in eine lebenslange Rente
nicht (act. 154 S. 57 ff.). Er nimmt aber in grundsätzlicher Art die Sicht ein, es sei ge-
stützt auf Art. 124b ZGB aus Billigkeitsgründen bzw. wegen wichtigen Gründen
(act. 151 S. 20 unten) auf eine Teilung zu verzichten.
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8.3.2. Der Beklagte erwähnt im Berufungsverfahren erneut den Altersunterschied von
27 Jahren und die Tatsache, dass die Klägerin bereits über ein Vorsorgeguthaben ver-
füge, als Gründe für eine Unbilligkeit der Teilung.
Das Bezirksgericht hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass Art. 124a ZGB
eine Aufteilung der Altersrente vorsehe und die während der Ehe erworbenen Renten-
guthaben ausgeglichen würden; beide Ehegatten sollten an der während der Ehe ge-
äufneten Vorsorge teilhaben (act. 154 S. 60 unten f.). Der vom Beklagten angeführte
gesetzliche Verweigerungsgrund von Art. 124b ZGB greife vorliegend trotz grossem
Altersunterschied nicht. In Anbetracht der Dauer der Ehe und der Vorsorgebedürfnisse
der Klägerin komme ein Verzicht auf Teilung nicht in Frage. Ausser dem Altersunter-
schied und den Auswirkungen auf die Altersvorsorge habe der Beklagte keine weite-
ren Gründe dargetan, die derart wichtig wären, dass auf einen Ausgleich verzichtet
werden könne (act. 154 S. 62).
8.3.3. Gemäss dem Art. 124a ZGB findet die Rententeilung nach Ermessen des Ge-
richts statt, wobei eine Orientierung an Art. 124b ZGB zulässig ist (BGE 145 III 56).
Art. 124b ZGB sieht eine generelle Ausnahmeklausel vor, die "aus wichtigen Gründen"
ein Abweichen von den vorgesehenen Teilungsregeln ermöglicht. Art. 124b Abs. 2
Ziff. 2 ZGB erwähnt ausdrücklich als möglicher Grund für eine Unbilligkeit der hälftigen
Teilung den Altersunterschied. Allerdings kommt die Ausnahme von einer hälftigen
Teilung nur in Betracht, wenn die Ehegatten vergleichbare Perspektiven mit Bezug auf
die berufliche Vorsorge haben ("Une exception au partage par moitié en raison de la
différence d'âge ne peut dès lors être admise que si les époux ont des revenus et des
perspectives de prestations de viellesse futures comparables."). Der Grundsatz der
hälftigen Teilung darf allerdings nicht ausgehöhlt werden ("L'art. 124b CC est une dis-
position d'exception, qui ne doit pas vider de sa substance le principe du partage par
moitié de la prévoyance professionnelle."; BGer 5A 153/2019 vom 3. September 2019,
E. 6.3.2.). Das Bundesgericht erkannte im referierten Fall unter Hinweis auf die Vor-
sorgeaussichten der Ehefrau auf hälftige Teilung ungeachtet des grossen Altersunter-
schieds der Ehegatten.
Das Bezirksgericht legte ausführlich die wirtschaftlichen Perspektiven der Kläge-
rin bei Eintritt ins Rentenalter und die damit zusammenhängenden Vorsorgebedürfnis-
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se dar (act. 154 S. 59 f.). Das Bezirksgericht ging entgegen der Darstellung des Be-
klagten davon aus, dass der Klägerin in Anbetracht ihres jetzigen Alters von 43 (heute
44) Jahren noch rund 22 Erwerbsjahre bevorstehen (die Tendenz einberechnend be-
treffend ordentliches Pensionierungsalter der Frauen mit 65 Jahren), der Klägerin im-
mer ein Einkommen möglich sein wird, das die Eintrittsschwelle in die berufliche Vor-
sorge erreicht, und die Klägerin dementsprechend in der Lage ist, während des ge-
samten Zeitraumes ein Vorsorgeguthaben auf einem jährlichen Bruttoeinkommen von
Fr. 48'000.-- zu äufnen (act. 154 S. 59). Die Vorinstanz kam so zum Schluss, dass die
Klägerin mit einem Vorsorgeguthaben aus ihrer Arbeitstätigkeit von geschätzt maximal
Fr. 120'000.-- rechnen könne (act. 154 S. 60). Das gesamte Vorsorgeguthaben der
Klägerin im Alter von 65 Jahren belaufe sich mit dem maximal errechneten Betrag von
der Altersrente des Beklagten in die Altersvorsorge der Klägerin in der Höhe von
Fr. 130'000.-- ([Fr. 286.-- x 12 x 22] = Fr. 75'500.-- zuzüglich Zinsen und Zinseszinsen)
auf Fr. 250'000.--. Beim aktuellen Umwandlungssatz von 6.8% ergebe sich eine jährli-
che Rente von Fr. 17'000.-- bzw. von monatlich Fr. 1'416.-- (act. 154 S. 60). Zusätzlich
habe die Klägerin im Alter von 65 Jahren Anspruch auf Ausrichtung der Rentenanteile
an der Altersrente des Beklagten von monatlich Fr. 286.-- bzw. zusammen rund
Fr. 1'700.--. Mit der AHV-Rente von maximal Fr. 2'205.-- erhalte die Klägerin eine Ren-
te im Bereich von maximal insgesamt Fr. 3'905.--. Demgegenüber verbleibe dem Be-
klagten selbst beim grösstmöglichen errechneten Ausgleichsbetrag der Pensionskas-
senrente noch eine monatliche Rente von insgesamt Fr. 4'645.-- (act. 154 S. 60).
Aus anderen dem Gericht bekannten vergleichbaren Fällen ist dieses Szenario
für die Klägerin im Bereich des Realistischen, wenn auch ambitioniert, zu Lasten des
Beklagten geht es indes klar nicht. Für die Umwandlung des (hypothetischen) Vorsor-
geguthabens in den Rentenanspruch rechnete die Vorinstanz mit dem derzeit im Pen-
sionskassengesetz verankerten Umwandlungssatz von 6.8% (act. 154 S. 60 oben;
Art. 14 BVG). Bei diesem Umwandlungssatz resultiert bei einem obligatorischen Al-
tersguthaben von Fr. 100'000.-- eine Rente von jährlich Fr. 6'800.--. Die Vorinstanz
rechnete zu Recht mit diesem Umwandlungssatz, weil er derzeit der gesetzlich festge-
schriebene Mindestumwandlungssatz ist (Art. 14 BVG). Die Renditen sind tief und die
Lebenserwartung steigt. Es lassen sich weder die Entwicklung des Lohnes der Kläge-
rin noch die Entwicklung der Renten zuverlässig vorhersehen. Allerdings ist vor dem
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Hintergrund der heute geführten Diskussionen über die Finanzierung von AHV- und
BVG-Renten wohl davon auszugehen, dass die Renten durch eine Anpassung der Be-
rechnungsfaktoren (Umwandlungssatz und Mindestverzinsung) sinken werden. Im
Zeitpunkt des ordentlichen Pensionierungsalters der Klägerin im Jahr 2042 (Stand
heute) ist ein Umwandlungssatz von 6.8% nicht mehr realistisch, sondern dieser wird
wohl reduziert sein. Pro Fr. 100'000.-- angespartes Altersguthaben wird sich die Rente
entsprechend (einschneidend) reduzieren. Es ist zudem nicht unwahrscheinlich, dass
die Klägerin bei zwei (oder mehr) Arbeitgebern beschäftigt sein wird, um ein existenz-
sicherndes Einkommen erzielen zu können. Im ungünstigsten Fall kommt in jedem Ar-
beitsverhältnis der volle Koordinationsabzug zur Geltung. Nicht jedes Vorsorgeregle-
ment ist teilzeitfreundlich, indem es bspw. den Koordinationsabzug proportional dem
Beschäftigungsgrad anpasst.
Soweit der Beklagte im Kontext der Vorsorgeaussichten der Klägerin sinngemäss
vorbringt, deren Vorsorge sei bereits gesichert, so ist er zudem darauf hinzuweisen,
dass das Bezirksgericht mit einer zu erwartenden AHV-Rente von Fr. 2'205.-- nahe bei
der Maximalrente rechnete. Die monatliche maximale Einzelrente von derzeit
Fr. 2'370.-- bekommt, wer im Schnitt ein Jahreseinkommen von mindestens rund
Fr. 85'000.-- erzielt und keine Beitragslücken hat. Die Klägerin wird dies selbst bei ei-
ner Vollzeitanstellung kaum erreichen.
Damit geht zusammenfassend die pauschale Rüge des Beklagten am vor-
instanzlichen Entscheid, die Klägerin sei wesentlich jünger, stehe im Erwerbsleben,
habe bereits ein Vorsorgeguthaben und ihre Vorsorge sei ohne Rententeilung gesi-
chert (act. 151 S. 20, S. 23 oben), an der Sache vorbei. Die vorsorgerechtliche Per-
spektive der Klägerin ist schlechter als die Vorsorgesituation des Beklagten, selbst
wenn der maximal errechnete Betrag von der Altersrente des Beklagten in die Alters-
vorsorge der Klägerin fliesst. Eine Verweigerung einer Teilung der beruflichen Vorsor-
ge rechtfertigt sich nicht.
8.3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Berufung gegen Dispositivziffer 13 des
vorinstanzlichen Urteil unbegründet und daher abzuweisen ist.
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9. Das Bezirksgericht wies den Schuldner des Beklagten, die Pensionskasse
D._, an, die Unterhaltsbeiträge direkt auf das Konto der Klägerin zu überweisen
(act. 154 S. 109 ff.; S. 111, Dispositivziffer 11). Der Beklagte verlangt Aufhebung der
Anweisung, ohne aber darzulegen, weshalb seiner Ansicht nach entgegen den Aus-
führungen der Vorinstanz die Voraussetzungen für eine Anweisung nicht gegeben sind
(act. 151 S. 3 oben). Es muss mit dem Rechtsmittel wenigstens der Spur nach eine
Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid stattfinden und es müssen
konkrete Beanstandungen am vorinstanzlichen Urteil erkennbar sein. Genügt die Be-
rufungsschrift den Anforderungen an die Berufungsbegründung im Sinne von Art. 311
ZPO nicht, so ist auf den Berufungsantrag nicht einzutreten. Weiterungen erübrigen
sich. Es bleibt bei der Anweisung an die Pensionskasse des Beklagten, die Unter-
haltsbeiträge direkt der Klägerin auszubezahlen.
10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berufung mit Ausnahme der sich
aufgrund der niedrigeren Wohnkosten der Klägerin neu gerechneten Unterhaltsbeiträ-
ge unbegründet und daher abzuweisen ist. Demgegenüber ist die Anschlussberufung
gutzuheissen.
III.
Mit dem heutigen Entscheid ist das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen
(act. 151 S. 24) gegenstandslos geworden. Ein Massnahmenentscheid regelt  die Verhältnisse nur für die Dauer des Verfahrens. Mit dem heutigen Ent-
scheid gibt es keinen diesbezüglichen Regelungsbedarf mehr.
IV.
1. Im Berufungsverfahren stehen ausschliesslich noch vermögenwerte Interessen
im Streit (§§ 4 Abs. i.V.m. mit 12 Abs. 1 und 2 GebVO). Der Beklagte unterliegt ge-
messen an den Anträgen der Parteien im Berufungsverfahren vollumfänglich, weshalb
er ausgangsgemäss kosten- und entschädigungspflichtig wird.
Das für die Bemessung der Gerichtsgebühr massgebliche Streitinteresse liegt in
der Differenz der von der Klägerin und dem Beklagten beantragten Unterhaltsleistun-
gen. Sie beträgt Fr. 195'022.-- (Fr. 30'807.-- [C._], Fr. 35'647.-- [nacheheliche Un-
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terhaltsbeiträge] und Fr. 128'568.-- [zwanzigfacher Betrag des zugesprochenen mo-
natlichen Rentenanteils der Klägerin in der Höhe von Fr. 535.70.-- {Art. 92 Abs. 2
ZPO}]). Die volle Gerichtsgebühr beträgt bei diesem Streitwert Fr. 12'550.--. Gestützt
auf § 12 Abs. 1-2 i. V. m. § 4 Abs. 1 - 3 GebV OG ist die Gebühr für das Berufungsver-
fahren auf Fr. 3'200.-- festzusetzen (rund ein Viertel der vollen Gerichtsgebühr). Diese
reduzierte Gerichtsgebühr trägt dem Umstand Rechnung, dass der Beklagte aufgrund
der niedrigeren Wohnkosten der Klägerin sich zur Berufung zu Recht veranlasst sah.
Der Beklagte ist ausgangsgemäss sodann zu verpflichten, der Klägerin eine Par-
teientschädigung von Fr. 3'000.-- zuzüglich 7 % MWST zu bezahlen (act. 159 S. 3).
Die volle Anwaltsgebühr beträgt bei dem gegebenen Streitwert rund Fr. 15'700.--. Von
der verlangten Parteientschädigung im Betrag von Fr. 4'500.-- zuzüglich 7 % MWST
rechtfertigt sich ein Abzug, weil einerseits die Berufung im Bereich der Wohnkosten zu
Recht erhoben wurde und andererseits die Berufungsantwort ungefragte und daher
nicht einschränkungsberechtigte Anwendungen enthielt (act. 156 und act. 159 S. 13 -
15).
2. Die vorinstanzliche Regelung von Kosten und Entschädigung ist zu bestätigen
(act. 154 S. 118 Dispositivziffern 16, 17 und 18; act. 151 S. 2, act. 159 S. 16).
3. Das Gesuch des Beklagten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
(act. 151 S. 26; Art. 119 ZPO) ist abzuweisen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege muss für jede Instanz neu beantragt werden (Art. 119 Abs. 5 ZPO), und das
zieht nach sich, dass die Voraussetzungen grundsätzlich jedes Mal neu darzustellen
sind. Da alle am Verfahren Beteiligten, auch die Gerichte, nach Treu und Glauben zu
handeln haben (Art. 52 ZPO), wird der Verweis auf bestimmt bezeichnete, in einer an-
deren Instanz vorgelegte Akten in aller Regel als ausreichend angesehen. Der Beklag-
te verweist allerdings nur pauschal auf die Belege zu den einzelnen Einkommens- und
Bedarfspositionen bei den Akten der Vorinstanz und deren Einschätzung der Prozess-
armut. Im Übrigen wird unter Verweis auf eine Sammelbeilage darauf hingewiesen,
dass der Beklagte überschuldet sei (act. 153/6). Diese Darstellung genügt den Anfor-
derungen an die Begründung eines Armenrechtsgesuchs nicht. Daran ändern auch
die allgemein gehaltenen Ausführungen des Beklagten in der Stellungnahme zur An-
schlussberufung vom 5. März 2021 zu seiner finanziellen Situation und die nachge-
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reichten Beilagen (act. 164/9-10) nichts (act. 163 S. 5 f.). Das Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuweisen.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Standpunkt des Be-
klagten in Bezug auf den Vorsorgeausgleich nach dem Ausgeführten als von Anfang
an als aussichtslos beurteilt werden muss (Art. 117 lit. b ZPO). Als aussichtslos sind
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei de-
nen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu
einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eige-
ne Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil
es sie nichts kostet. Mit Ausnahme der niedrigeren Wohnkosten der Klägerin und von
C._, welche unbestritten waren, führt der Berufungskläger gegen den vorinstanz-
lichen Entscheid der Unterhaltsberechnung nichts von Belang an, das zu einem ande-
ren Ergebnis hätte führen können.
4. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist zu
bewilligen (act. 159 S. 17).
5. Das Gesuch der Klägerin um Verpflichtung des Beklagten auf Bezahlung eines
Prozesskostenvorschusses ist abzuweisen (act. 159 S. 3).