# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2294563e-fa3c-4ad0-bb73-035f584ad531
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
58
,
war
bis
Ende August 2012
als
Sach
bearbeiterin
für
die
A._
tätig
(
Urk. 3/12,
Urk.
9/
33/2-3
). Am
20.
September 2009
meldete
sie
sich wegen
psychischen Beschwerden
be
i der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
9/31
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Thurgau
, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle
Thurgau
),
sprach
ihr mit Verfügung
en
vom 1
5.
Juni
und vom 2
7.
Juli
2012 ab dem
1.
April 2010
eine halbe Rente
,
ab dem
1.
Juni 2010
eine
Viertelsrente
und
ab dem 1.
März 2011
eine ganze Rente
zu
(
Urk.
9/
10-19
).
Im Mai 2014
eröffnete die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle)
,
ein Rentenrevisionsverfahren (
Urk.
9/108) und klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab. Unter anderem holte sie das
bisdisziplinäre
Gutachten von Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie und Verhaltensneurologie,
sowie von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psy
chia
trie und Psychotherapie, vom 2
3.
September 2014 ein (
Urk.
9/118). Ge
stützt darauf kündigte die IV-Stelle die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine
Viertelsrente
an (
Urk.
9/140).
Dagegen erhob die Versicherte mit
tels
Bericht
der
D._
,
vom
2. Februar 2017 (
Urk.
9/147
), ergänzt mit Schreiben vom 2
2.
Februar 2017 (Urk. 9/149), Ein
wände.
Mit Verfügung vom
2
8.
April 2017 setzte die IV-Stelle die ganze Rente
per
1.
Juni 2017
wie angekündigt auf
eine
Viertelsrente
herab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob d
i
e Versicherte mit Schreiben vom
2
9.
Mai 2017
Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom
2
8.
April 2017 aufzu
heben
und es sei ihr mit Wirkung ab
1.
Juni 2017 weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten
(Urk. 1 S. 2)
. In prozessualer Hinsicht
stellte sie das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechts
vertretung in der Person von Rechtsanwalt Marcel Strehler
(Urk. 1 S. 2)
, welches sie m
it Eingabe vom 1. J
uni 2017
wieder
zurückzog (
Urk.
6).
Die Beschwerde
geg
nerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juli 2017 auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2017 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Verfahren beigeladen (Urk. 10 S. 2
), welche sich mit Eingabe vom 2
6.
Juli 2017 als nicht zuständig erklärte (
Urk.
11). Mit Eingabe vom 2. August 2017 (
Urk.
13) reichte die Beschwerdeführerin das Arztzeugnis vom 5. Juli 2017 und den Bericht vom 1
2.
Juli 2017 der
D._
ein (Urk. 14/1-2). Mit Verfügung vom 24.
August
2017 wurde die
Z._
Pensionskasse Genossenschaft zum Verfahren beigeladen (
Urk.
12). Diese verzichtete mit Eingabe vom
2.
Oktober 2017 auf eine Stellungnahme (Urk. 16).
Mit
Replik vom 2
2.
Januar 2018 hielt
die
Beschwerdeführerin
an ihren Anträgen fest (Urk. 22 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtet
e
mit Eingabe vom
1.
März 2018 auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 25).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsge
brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Er
werbs
einkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
ab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Per
son
zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychoso
ma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
säch
liche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person in einem struk
turierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funk
tionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281).
Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsicht
lich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklä
run
gen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztli
chen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
er
heblichen Indika
toren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad vo
n mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der In
validi
täts
grad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Um
ständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methoden
wahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich geblie
benen Sach
verhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Soll die Rente nach einer Bezugsdauer von mindestens fünfzehn Jahren herab
ge
setzt oder aufgehoben werden oder hat die betreffende versicherte Person im Zeit
punkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung nach
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV (
BGE 141 V 5
) das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt, sind in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage ist, das medi
zinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigen
an
strengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass in einem konkreten Fall dieser Grundsatz nicht zur Anwen
dung kommt und von der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung auszugehen ist (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_317/2017
vom 19.
Juni 2017
E. 3.1 und
9C_602/2016 vom 1
4.
Dezemb
er 2016 E. 6.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen
Ver
fügung aus,
da keine neurologisch bedingte
n
Einschränkungen mehr gegeben seien, liege ein Revisionsgrund vor. Ausgehend von der Einschätzung einer 40%igen Arbeits
unfähigkeit in der
letzten
Tätigkeit als kaufmännische Angestellte
und in einer leidensangepa
ss
ten Tätigkeit aufgrund der psychischen Beschwerden gemäss dem Gutachten vom 23. Sep
tember 2014 (
Urk.
9/118)
liege eine Einschränkung von 40
% vor, was
mittels des
Prozentvergleich
s auch
dem Invaliditätsgrad ent
spreche. Damit resultiere ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
(Urk. 2 S.
3 f.
).
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
bei den von den Gutachtern gestellten Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Symptomatik, leicht bis mittelgradig (ICD-10 F33.0), und einer
Dysthymie
(ICD-10 F43.1)
sei mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, zitierte in BGE 140 V 193 E. 3.3, davon auszugehen, dass die damit einhergehenden Beschwerden überwindbar seien und kein Anspruch
auf IV-Leistungen bestehe. Die geltend gemachte Persönlichkeitsstörung liege nicht vor. Es seien lediglich akzentuierte Persönlichkeitszüge bestätigt worden, welche zu wenig nachhaltig eingestuft worden seien, um die ICD-Kriterien einer Persönlichkeitsstörung zu erfüllen (Urk. 8)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
wendet dagegen ein,
ihre Arbeitsfähigkeit betrage
nicht mehr als 25
%
in einer lediglich sehr leichten Tätigkeit
,
wie sich den Berichten ihres behandelnden Psychologen
lic
. phil.
E._
entnehmen lasse, worauf verwiesen werde
.
Da die attestierten Einschränkungen derart limitierend seien,
müsse davon ausgegangen werden, dass
es ihr selbst unter Annahme eines ausge
glichenen Arbeitsmarktes unmöglich sei, eine ihrem Leiden angepasste Stelle zu finden. Man
gels wirtschaftlicher Verwertbarkeit ihrer noch vorhandenen Res
sourcen resultiere ein Invaliditätsgrad von 100
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente. Die
Beschwerdegegnerin
gehe zudem
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer Erwerbs
biographie
zu Unrecht davon aus, dass sie heute wieder eine kaufmän
nische Tätig
keit ausüben könne.
Sie verfüge nicht über eine solche Ausbildung,
sondern
habe eine Lehre als Verkäuferin bei der Schweizerischen Boden
seezeitung AG mit Fähigkeitszeugnis im Jahr 1976 absolviert. Vor Eintritt der gesundheit
lichen Beschwerde
n
sei sie als Sachbearbeiterin tätig gewesen. Ausserdem würden die vorhandenen Beschwerden eine geistig anspruchsvolle Tätigkeit wie eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich nicht zulassen. Der Invaliditätsgrad könne daher nicht anhand eines Prozentvergleiches ermittelt werden.
Mittels Ein
kommensvergleich
s
resultiere
,
ausgehend von einem 20%igen Pensum ein Anspruch auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 88
%
(Urk. 1 S. 5
ff.).
In der Replik
machte
die
Beschwerdeführerin
des Weiteren geltend,
es sei auf die neuen Urteile des Bundesgerichts 8C_130/2017 und
8C_841/2016 vom 30.
No
vem
ber 2017 (BGE 143 V 409 und 418)
hinzuweisen. Die von der
Be
schwerde
gegnerin
zitierte Praxis sei inzwischen revidiert worden und neu seien auch die Folgen von diagnostizierten leichten bis mittelschweren depressive Störungen an den Grunds
ätzen von BGE 141 V 281 zu messen. Eine invaliden
versich
e
rungsrechtlich rele
vante psychische Gesundheitsschädigung könne somit nicht mehr bereits mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz ausge
schlossen werden
. Unter Berück
sichtigung der massgeblichen Umstände sei davon auszugehen, dass sie über keine verwertbare
Arbeitsfähigkeit
mehr verfüge
(Urk. 22 S.
3
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegeg
nerin die bisherige ganze Rente zu Recht per
1.
Juni 2017 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt
hat. Dabei bildet der Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
2
8.
April
2017 (Urk. 2) recht
spre
chungsge
mäss die zeitliche Grenze der richterli
chen Überprü
fungs
befugnis in die
sem Ver
fahren
(
vgl.
BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
3.
3.1
D
ie
bisherige ganze Rente
wurde
gemäss den
Ausführungen im Verfügungsteil
2 zu den Verfügungen vom
1
5.
Juni und 27. Juli 2012 (
Urk.
9/10/4-5)
haupt
säch
lich gestützt auf den Untersuchungs
bericht von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(RAD) Os
t
schweiz vom 1
6.
März 2012 (
Urk.
9/54) zuge
sprochen.
Diesem ist zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin seit
der Jugend
an depressiven Episoden litt und in den Jahre 2009 bis 2011 insgesamt vier Mal stationär und zuletzt teilstationär in der
G._
behandelt wurde
(
Urk.
9/54/1)
.
Dr.
F._
stellte die
fol
genden
Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
:
rezidivierende
depressive
Störung, gegen
wärtig mittel
gradige Episode mit somatischen Symptomen (F33.11) bei ängstlich-unsicher akzentuierter Persönlichkeitsstruktur (Z
73.1) und Status nach psychotischer Epi
sode 2009 im Rahmen einer subduralen Blutung rechts
temporo
-okzipital (
Urk.
9/54/15).
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Sachbearbeite
rin in einem technischen Orthopädiegeschäft sei zu 100
%
eingeschränkt. In einer einfachen
,
klar strukturierten und überschaubaren Tätigkeit
ohne Zeitdruck könne eine 20%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden (
Urk.
9/54/16).
Davon ist im Hinblick auf Art. 17 Abs. 1 ATSG als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
3.2.1
Gemäss dem im Revisionsverfahren eingeholten
Bericht
vom
5.
Juni 2014
des
D._
, wo die
Beschwerdeführerin
seit Juli 2013 ambulant behandelt
wurde, wurden die Diagnose
n
einer
rezidivierenden depressiven Störung
mit endogenem Anteil an Antriebs- und Freudlosigkeit
, gegen
wärtig mittelgradige Episode (
ICD-10
F33.1
),
und
des
Status nach
schwerer Depres
sion mit psychotischer Episode
2009
, differentialdiagnostisch
subdurale Blutung rechts
temporo
-okzipital
gestellt
. Die Depressivität habe sich nach dem krank
heits
bedingten
Aufgebenmüssen
der letzten Arbeitsstelle als Sacharbeiterin
(per Ende
August
2012, Urk. 3/12)
ver
stärkt. Anfang 2014 sei es wieder zu einem depressiven Einbruch gekommen. Eine lebensgefährliche Erkrankung ihres Lebenspartners habe zu einer akuten Be
lastungsreaktion inklusive leichter Wahn
symptome mit nachfolgender, die Depression verstärkender Anpassungsreaktion geführt, so dass die in Antrieb und Energie reduzierte Patientin der
H._
zur stationären Behandlung mit Eintritt am 2
0.
Mai 2014 zugewiesen worden sei
(vgl.
Urk.
9/112/12-13)
.
Im Verlauf des Berichts
jahres 2013/2014 sei
eine leichte Besserung und Stabi
lisierung
in der depressiven Symptomatik zu ver
zeichnen gewesen, doch sei es zu keinen eigentlichen Remissionen gekommen. Der Verlauf der Depression sei schleichend, chronisch und weiterhin mit Ein
brüchen. Die Vulnerabilität der Beschwerde
führerin mani
festiere sich in der beschriebenen Anpassungsreaktion, die zu verstärkter Depres
sivität geführt habe. Der Verlauf zeige, dass sie manchmal auch
aus unbedeutendem Anlass
starken depressiven Zuständen
von
Ohnmacht und Antriebs
losigkeit aus
gesetzt sei, wobei
ihr
Abwehr
möglichkeiten fehlen würden. Es sei nicht absehbar, dass die Be
schwerdeführerin wieder auf dem freien Arbeitsmarkt
arbeiten könne. Die gesundheitsschädigende rezidivierende Depression sei
komorbid
zu einer Persön
lichkeitsstruktur ohne reife Abwehrmechanismen; die Wechselwirkung dieser bei
den Problembereiche erschwere und verlangsame die therapeutischen Ent
wick
lungsprozesse
(
Urk.
9/112/7)
.
3.2.2
Die Gutachter
Dr.
B._
und Dr.
C._
, welc
he die Beschwerdeführerin am 4.
und 11. September
2014 untersucht haben
,
kamen gemäss ihrem
bidis
zipli
nä
ren
neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom
2
3.
September 2014
dagegen
zum Schluss,
es sei entsprechend dem psychiatrischen Teilgutachten von einer insgesamt 40%igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszu
gehen (
Urk.
9/118/22-23). Und zwar sei aus
psychiatrischer Sicht die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit einer rezidivierenden depressiven Symp
tomatik, zurzeit leicht bis mittleren Grades (
ICD-10
F33.
0/
1),
und einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) zu stellen.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit seien akzen
tuierte Per
sönlichkeitszüge vom ängstlich unsiche
ren, eher
schwer
nehmendem Typ
(
ICD-10 Z73.1
),
und der
Status nach schwerer Depression mit psychotischer Episode 2009
(ICD-10 F
32.1) festzuhalten.
Auf
grund der Lebensschilderung und des Lebens
laufes müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin seit der Jugendzeit an einer
dysthymen
Problematik leide, das heisse an einer chronisch depressiven Verstimmung mit Phasen und Perioden von Tagen bis Wochen, in denen die Depressivität den Alltag nicht massgeblich
bestimmt habe. Die Beschwerdeführerin habe sicherlich eine verminderte Frust
rationstoleranz, sei eher ängstlich und selbst
unsicher und reagiere auf Konflikte mit depressiven Symptomen.
Es sei a
b 2009 zu rezi
divierenden depressiven Epi
soden gekommen. Auch habe sie mit der Arbeitsstelle einen wichtigen Kompen
sations
faktor in ihrem psychischen
Gleichgewicht verloren. Die Hinweise, dass bei der Beschwerdeführerin eine Persönlichkeits
störung vorliegen könnte, seien unter Berücksichtigung der ICD-10 Kriterien zu wenig nachhaltig.
Namentlich sei das andauernde gleichförmige Verhaltens
muster nicht derart unpassend, dass es zu einem fortgesetzten subjektiven
,
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit beein
trächtigende
n Leiden und zu einem tiefgreifenden Verhaltensmuster geführt habe, das
in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpassend gewesen sei.
Die vorliegende psychische Erkrankung
könne nach Rücksprache mit dem neurologischen Gutachter nicht als organisch begründet beurteilt wer
den
. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer 40%igen Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
auszugehen
(
Urk.
9/118/
20-22
)
.
Aus neuro
lo
gischer Sicht seien keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen
.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
sei der
Zustand
nach
subduraler Blutung rechts
temporo
-okzipital August 2009
aufzu
führen
. Die klinisch-neurologische Untersuchung sei vollkommen unauffällig gewesen. Die mit verhaltens
neuro
logischer und neuropsychologischer Unter
suchungen erho
benen minimalen kog
nitiven Defizite (
geringgradige
Beein
trächtigung der Kon
zentrationsfähigkeit auf Dauer) seien Folgen seelischer Inter
ferenzen und in ihrer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater zu beurteilen
(Urk.
9/118/1
1
-13
,
Urk. 9/118/23
)
.
Insgesamt
sei
die psychiatrische Beurteilung hinsichtlich der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit massgebend, wobei
es
auf
grund der Aktenlage nicht möglich sei
,
einen genauen Zeitpunkt für die Gültig
keit ihrer gutachter
lichen Beurteilung respektive der Verbesserung der Arbeits
fähigkeit festzulegen
(Urk. 9/118/
22-
23)
.
3.2.3
In der Stellungnahme der
D._
vom 2. Feb
ruar 2017 wurde dazu ausgeführt,
bei Wegfall der neurologischen Grund
lage
würden die
vorliegenden Befunde
, die bisher einer organischen Störung zugeord
net worden sei
en
, das Bild einer kombinierten Persönlichkeits
störung mit emo
tional unstabilen und ängstlich-unsicheren Zügen sowie Ver
haltensmustern
, die auch
ausserhalb
der depressiven Phasen persistierten,
kompl
ettieren. So würden nach wie vor ausgeprägte emotionale Labilität und Instabilität mit Phasen
von Reizbarkeit, nicht selten auftretende Durch
brüche unkontrollierter Affekte, ängst
lich-unsichere Züge und kognitive Schwierigkeiten wie erhöhte Vorsicht oder auch erschwerte Umstellungs- und Distanzierungs
fähigkeit vorliegen. Im Zwischen
menschlichen würden ferner rasch affektive
Ungesteuertheiten
und Blockaden getriggert. Der
psychiatrische Gutachter (Urk.
9/118/21) habe explizit eingeräumt, dass die Abgrenzung einer Persön
lich
keitsstörung bei vorliegender Konstellation schwierig sei. Auf eine Persönlichkeitsstörung würden aber die
anhaltenden schwerwiegenden Verhaltensmuster mit starren Reaktionen in meh
reren Funktionsbereichen (affektiv, kognitiv und
beziehungsmässig
) ver
weisen.
Persönlichkeitsstrukturell würden die bereits früher beschriebenen un
reifen Abwehrmechanismen hinzukommen. Aus heutiger Sicht könne fest
ge
halten wer
den, dass die Hirnblutung und depressive Psychose im Jahr 2009 die vorbe
stehende
n
Persönlichkeitsprägungen verstärkt hätten, so dass sich diese zur eigentlichen Persönlichkeitsstörung verfestigt habe.
Die reduzierte Fähigkeit, ziel
gerichtete Aktivitäten durchzuhalten und die Ein
schränkungen beim Lesen und Schreiben aufgrund der
schwerer verfügbaren Wortbilder würden als neuro
lo
gische und neuropsychologische Residuen ein
geordnet. In der ange
stammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit im Sinne einer klar struk
turierten Nischen
tätigkeit in einem überschaubaren Rahmen bestehe eine 75
-
bis 80%ige
Arbeits
unfähigkeit
(
Urk.
9/147/1-2).
Im Bericht
der
D._
vom 1
0.
Mai 2017 wurde sodann
ausgeführt, in
die angestammte
Tätigkeit als
kaufmännische Angestellte könne die
Beschwerdeführerin
krankheitsbedingt nicht mehr zurück
kehren. Von einer Verbesserung im Verlauf sei nicht auszugehen. Sie müsse auf
grund der circadianen morgendlichen Verschlechterung nachmittags arbeite, zudem wegen der reizoffenen Vulnerabilität nicht in lärmigen Arbeitsräumen (
Urk.
3/4).
3.3
3.3.1
Bei vorliegender Aktenlage
ging
die
Beschwerdegegnerin
zu Recht
und insofern unstrittig
davon aus, dass
aufgrund veränderter gesundheitlicher Verhältnisse
Anlass für eine
Rentenrevision
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG
gegeben ist
.
Und zwar
wurde zum einen im Bericht der
D._
vom
5.
Juni 2014 eine
insgesamt
leichte Bes
serung und Stabi
lisierung
in der depressiven Symptomatik im Verlauf
ab
2013 festgehalten
(
Urk.
9/112/5)
. Zum anderen
kam der Gutachter
Dr.
C._
zum Schluss, dass die rezi
divie
rende depressive Störung
lediglich
noch
in leichter bis mittelschwerer Ausprä
gung vorliege und
die
vorliegende Symptomatik - wie das neurologische Gutach
ten zeige - heute jedenfalls nicht mehr organisch bedingt sei (Urk.
9/118/22).
Die Überprüfung des Rentenanspruchs hat somit ohne Bindung an frühere Beurtei
lungen in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu erfolgen (BGE 141 V 9 E. 2.3).
3.3.2
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
kann
der Rentenanspruch
indes
nicht
abschliessend
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
vom
2
3.
September
2014
beurteilt werden
.
Denn die Einschätzung einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit wurde
nicht auf eine bestimmte Tätigkeit
hin attestiert und ohne klare Definition der Anfor
derungen an die als zumutbar erachtete Teilzeittätigkeit festgelegt
.
Es
kann
daher
nicht
wie im angefochtenen Entscheid
ohne Weiteres daraus geschlossen werden,
auch
die
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
als Sachbearbeiterin in einem technisch-ortho
pädischen Fachgeschäft sei in diesem Pensum zumutbar und es könne daher zur Invaliditätsgrad
bestim
mung die Methode des Prozent
vergleiches angewendet werden.
3.4
3.4.1
Das
vorliegende psychische Be
schwerdebild
ist
gemäss der jüngsten bundesge
richtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418)
zudem
unter Berück
sichtigung des mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015) prä
zisierten strukturierten, nor
mativen Prüfungsrasters zu beurteilen.
Hierbei sind die funktionellen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens mit einem Katalog von sogenannten Standardindikatoren vermehrt zu gewichten, wobei den Umstän
den des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4). Das Prüfungsraster gestaltet sich wie folgt: Unter die Kategorie „funk
tio
neller Schweregrad" (E. 4.3) fällt der Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1), dem Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungs
resistenz (E. 4.3.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3),
ausserdem
der Komplex „Persön
lichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; E. 4.3.2) und der Komplex „Sozialer Kontext"
(E. 4.3.3)
. Unter der Kategorie
„Konsistenz" (Ge
sichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
sind
die g
leichmässige Einschränkung des
Aktivitätenni
veaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
und der b
ehandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidens
druck (E. 4.4.2)
relevant.
3.4.2
Da
keine Ausschlussgründe
vorliegen
und ein konkreter Beweisbedarf gegeben
ist
(vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1, 141 V 281 E. 2.2),
darf
von einem struk
turierten Beweisverfahren mit Gesamtbetrachtung sämtlicher Leiden in Berück
sichtigung ihrer Wechselwirkungen (BGE 148 V 418 E. 8.1, 141 V 281 E. 4.3.1.3) nicht abgesehen werden.
Hierzu fehlt es indes an einer ausreichenden medizinischen Grundlage. Insbe
son
dere ist dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
aus dem Jahr 2014
(
Urk.
9/118)
zu den Standardindikatoren nichts zu entnehmen; er hat die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit vielmehr unter Berücksichtigung der damals im Zusam
menhang mit
pathogenetisch
äti
ologisch unklaren
syndromalen
Be
schwer
de
bildern mass
geblichen sogenannten Försterkriterien (zur damals geltenden Recht
sprechung vgl. BGE 130 V 352, 136 V 279 E. 3.2) vorgenommen (
Urk.
9/118/21-22).
Namentlich ist fraglich, ob und inwiefern
von einer Therapieresistenz auszugehen sei (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) und
welche
Schlüsse aus der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen auf de
n
Leidensdruck (BGE 141 V 281 E. 4.4.2) zu zie
hen sind.
Denn
gemäss dem Gutachten vom 2
3.
September 2014
wurde
die Beschwerdeführerin
zumindest zurzeit der Begutachtung noch 14-täglich
in
Gesprächstherapie
beim Psychologen
E._
behandelt. Die vorgängige
medi
kamentöse
Behandlung
mit Psychopharmaka
sei
wegen den Nebenwirkun
gen abgesetzt
worden, wobei verschiedenes ausprobiert worden sei (
Urk.
9/118/14).
D
er psychiatrische Gutachter führte dazu aus, die Fortsetzung der psychothera
peutischen Behand
lung sei indiziert; eventuell sollte noch ein weiteres Anti
depressivum zum Einsatz kommen können. Dies müsse der behandelnden Psy
chiaterin und der Be
schwerdeführerin überlassen werden.
Grundsätzlich sei die Einnahme eines Antidepressivums im Rahmen der Schaden
minderungspflicht zumutbar. Aller
dings sollten dabei nicht zu viele Neben
wirkungen t
oleriert wer
den müssen, da dies
wiederum die Depressivität und die Compliance verschlech
tere
(Urk.
9/118/22).
D
amit ist indes nicht abschliessend geklärt, ob
und inwiefern
angesichts des langjährigen depressiven Leidens
und
vor dem Hintergrund der vorliegenden beein
trächtigenden Persönlich
keitsaspekte
weitere medizinische Massnahmen, namentlich eine psychiatrische Behandlung
mit
Antidepressiv
a
aus objektiver-fachärztlicher Sicht zumutbar und
im Hinblick auf das funktionelle Leistungsvermögen
angezeigt sei.
Des Weiteren ist insbesondere auch im Hinblick auf den Standard
indikator gemäss BGE 141 V 281 E. 4.3.2 (Komplex der Persönlichkeit) bei gegebener medizinischer Aktenlage mit unterschiedlicher diagnostischer Gewichtung der
Persönlichkeitsbeeinträchtigungen weiterer Klärungsbedarf in Bezug auf die per
sönlichkeitsbedingten Ressourcen und funktionellen Beein
trächtigungen gege
ben.
3.5
3.5.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht ab
schlies
send über die Frage
des Rentenanspruchs respektive
der
Herab
setzung der Rente ab
Juni 2017
entschieden werden.
Die Beschwerdegegnerin hat zur Arbeits
fähig
keit
der Beschwerdeführerin
daher
ergänzende medizinische, insbesondere psy
chia
trische Abklärungen vorzunehmen, welche einer Gesamtbetrachtung der funktionellen Auswirkungen der Gesundheits
beeinträchtigungen im Sinne der aktuellen Recht
sprechung
Rechnung tragen
.
Hernach hat sie neu über den Ren
tenanspruch ab
Juni 2017
zu entscheiden.
Aufgrund der psychischen Beschwerden
wird sich der Experte (oder die Experten)
gemäss dem mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 präzisierten strukturierten, normativen Prüfungsraster insbesondere zu den entsprechenden Standardindi
ka
toren zu äussern
haben
(vgl. BGE 143 V 409, 418). Dabei mag den Gutachtern der von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe ausgearbeitete Fragen
katalog ge
mäss Anhang zum IV-Rundschreiben Nr. 339 als Leitlinie dienen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_421/2015 vom 23. September 2015 E.
5). Zu be
achten sind dabei
aber
auch die im BGE 143 V 418 ausgeführten Präzisierungen zu einzelnen Standardindikatoren (E. 5.2.2 [zum diagnoseinhärenten Schwere
grad in BGE 141 V 281 E. 2.1.1 und E. 4.3.1.1] und E. 8.1 [zu Komorbiditäten in BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3]).
3.5.2
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdegegnerin die Rente ungeachtet der Rechtsprechung zur Wiedereingliederung bei über 55 Jahre alten Rentnern (vgl. E. 1.6 hiervor) herabgesetzt
hat
, obschon die Beschwerdeführerin bei Erlass der Verfügung vom 28. April 2017 (
Urk.
2) bereits über 58 Jahre alt war.
I
m Fall einer allfälligen geplante
n Renten
herabsetzung
ist
vorgängig im Sinne der bundesgericht
lichen Rechtsprechung
indes
zu prüfen, ob
berufliche Eingliederungsmassnahmen durchzuführen
sind, und
diese sind
gegebenenfalls v
orzunehmen
bis die Beschwerde
führerin in der Lage ist,
das
allfällig nach er
gänzender Abklärung
medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungs
potenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten.
Dabei darf rechtsprechungsgemäss a
us einer allfälligen überhöhten Krankheits
überzeugung allein nicht ohne Weiteres auf die Aus
sichtslosigkeit von Ein
glie
derungsmassnahmen geschlossen werden, da solche durchaus geeignet sein kön
nen, den Eingliederungswillen zu fördern
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_317/2017 vom 1
9.
Juni 2017
E. 3.2.2 mit Hinweis).
3.5.3
Die angefochtene Verfügung vom
2
8.
April
2017 (Urk. 2) ist somit aufzu
he
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medi
zinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über den Ren
tenanspruch
der Beschwerdeführerin
ab
Juni 2017
zurückzu
weisen.
4
.
4.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kos
tenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG), ermes
sensweise auf F
r. 7
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Der Beschwerdeführerin
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g
ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungs
ge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen sowie unter
Berücksichtigung der Honorarnote vom
3
0.
Oktober
2018 (Urk. 28
) fest
zu
setzen ist.
In
der Honorarnote ist ein Aufwand vom
1.
Mai 2017 bis 3
1.
Oktober 2018
von
total
13.60
Stunden
à
Fr. 2
5
0.-- pro Stunde sowie von Fr.
153.--
Barauslagen
(Kopien
Fr.
128.-- +
Proti
Fr.
25.--
) mit einem Gesamtbetrag von Fr.
3'835.60
(inklusive Mehrwertsteuer)
aufgeführt (Urk.
28
).
Dieser Betrag ist unter Berück
sichtigung der massgeblichen, hiervor genannten Kriterien zu hoch und zu kür
zen
.
Denn der Aktenumfang ist zwar nicht gering, jedoch auch nicht besonders gross. Auch ist keine ausserordentliche Besonderheit in der Schwierig
keit des Pro
zesses und der Bedeutung der Streitsache auszumachen.
Die Honorarnote wurde unaufgefordert eingereicht, die Festlegung der
Partei
ent
schädigung
respektive die Kürzung der Honorarnote
muss
daher grund
sätzlich nicht
begründet werden
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2014 vom 2
3.
Dezember 2014
E. 2.2
)
, weshalb im Folgenden nicht auf
alle
Einzelheiten eingegangen wird.
Der Stundenansatz von
Fr.
250.-- ist auf den gerichtsüblichen Betrag von Fr. 220.-- zu kürzen
. Der für die Vorbereitung und Erstellung der neunseitigen Beschwerdeschrift (
Urk.
1) sowie
für
die
Einreichung
der
Unterlagen zum Gesuch um unent
geltliche
Rechtspflege (Urk.
5+
5/1-19
)
geltend
g
emachte Aufwand
von 9
,
57 Stunden (v
om
1.
Mai bis 1.
Juni 2017
) ist auf angemessene
8 Stunden zu kürzen
.
Der
für die Zeit vom 14.
Juni
2017
bis 30.
Oktober
2018
geltend gemachte
Aufwand
von 4,03 Stunden betrifft im Wesentlichen die einseitige Eingabe vom
2.
August 2017 (
Urk.
13) mit Beilagen (
Urk.
14/1-2) und die dreiseitige Replik (
Urk.
22
), was auf angemessene 3
Stunden zu kürzen ist.
Insgesamt ist damit ein Zeitaufwand von gerundet
11
Stunden à
Fr.
220.--, mit
hin Fr.
2'420
.-- zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer zu vergüten.
Die geltend gemachten
Auslagen
von
Fr.
128.-- für Fotokopien sin
d nicht nach
vollzie
h
bar,
da die Verfahrensakten jeweils kostenlos in Kopie von der IV-Stelle bezogen werden können und die Anzahl Eingaben ans Gericht im üblichen Rah
men lagen.
Die Barauslagen sind
daher
zusammen mit den
Porti
von
Fr.
25.--
auf
insgesamt
Fr.
100
.-- zu kürzen
.
Die Prozessentschädigung ist dementsprechend auf Fr.
2'720.20
festzusetzen und be
rechnet sich wie folgt:
Fr.
2'420
.-- + Fr
. 10
0.-- = Fr.
2'520
.--
+
MwSt
8
%
für
neun
Stunden (2017)
und auf
Barauslagen
von
Fr.
70
.-- (8
x [Fr.
1'980
.-- + Fr.
70
.--
] : 100
) = Fr.
164.--
+
MwSt
7,7
%
für
zwei
Stunden (2018)
und auf
Barauslagen von
Fr.
30
.--
(7,7 x [Fr.
440-- + Fr. 30.--
] : 100
)
= Fr.
36.20