# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7b5656d2-67da-4fbb-825d-f19c42ae8e83
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 171'692.15 nebst Zins zu 5% seit 13. April 2018 zu bezahlen.
2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWST) zulasten der Beklagten."
Sachverhalt und Verfahren
A. Sachverhaltsübersicht
a. Parteien und ihre Stellung
Der Kläger war seit Mitte 2014 Mehrheitsaktionär und Geschäftsführer der
C._ AG (nunmehr in Liquidation), von welcher er sich später vollumfänglich
die in Frage stehenden Ansprüche gegen die Beklagte abtreten liess (act. 1
Rz. 12; act. 3/10).
Bei der Beklagten B._ AG (vormals: D._ AG) handelt es sich um eine
Aktiengesellschaft mit Sitz in Zug, welche sich u.a. mit der Führung, Betreuung
und Leitung von Bauten und Anlagen in allen Baubereichen sowie der Erbringung
von damit zusammenhängenden Dienstleistungen, Beteiligungen, und der Ver-
wertung von Patenten und Lizenzen befasst.
b. Prozessgegenstand
Für einen von der R._ im Zusammenhang mit der Durchmesserlinie zu er-
stellenden Brandschutzkanal sollten Arbeiten zur Anbringung von Brandschutz-
sowie Foamglasplatten vergeben werden (act. 1 Rz. 1 ff.). Den Zuschlag hierfür
erhielt die C._ AG, welche mit der R._ im Juli 2012 einen entsprechen-
den Werkvertrag abschloss. Die C._ AG wiederum beauftragte u.a. zwei
Subunternehmer mit der Ausführung der Arbeiten. Ausserdem wurde die Beklagte
bzw. deren Geschäftsleiter E._ von der C._ AG mit der Baufüh-
rung/Bauleitung betraut. In der Folge sind im Rahmen der Foamglasarbeiten
Mängel aufgetreten, sodass die C._ AG zu Nachbesserungsarbeiten ange-
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wiesen wurde (act. 1 Rz. 5 ff.). Die Beklagte hatte mittlerweile ihren Vertrag mit
der C._ AG per Ende November 2013 gekündigt (act. 1 Rz. 7). Insgesamt
entstanden der C._ AG durch die Nachbesserungsarbeiten Kosten in Höhe
von CHF 1'521'642.87 (act. 1 Rz. 10). Als Konsequenz dieser hohen finanziellen
Belastung und dem daraus folgenden Reputationsschaden musste sich die
C._ AG beim Gericht als zahlungsunfähig erklären (act 1 Rz. 12). All dies
führt der Kläger – welchem die entsprechenden Ansprüche der C._ AG ab-
getreten wurden – zurück auf eine mangelhafte Wahrnehmung der vertraglich
vereinbarten Instruktions-, Kontroll- und Überwachungspflichten durch die Beklag-
te, weshalb vorliegende Klage angehoben wurde (act. 1 Rz. 13 ff.).
B. Prozessverlauf
Am 24. April 2018 (Datum Poststempel) reichte der Kläger hierorts die Klage ein
(act. 1). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2018 [recte: 26. April 2018] (act. 4) wurde
dem Kläger Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses angesetzt, wel-
cher rechtzeitig geleistet wurde (act. 6). Mit Verfügung vom 7. Mai 2018 wurde der
Beklagten Frist für die Erstattung der Klageantwort bis zum 9. Juli 2018 angesetzt
(act. 8). Mit Eingabe vom 29. Juni 2018 teilte die Beklagte dem Gericht einerseits
eine Umfirmierung von D._ AG in B._ AG und andererseits eine Sitzver-
legung von ... LU nach Zug mit (act. 10). Obwohl die Beklagte die Verfügung vom
7. Mai 2018 (act. 8) entgegengenommen hatte (act. 9/2), reichte sie innert Frist
weder eine Klageantwort ein noch ersuchte sie rechtzeitig um eine Fristerstre-
ckung. Mit Verfügung vom 13. Juli 2018 wurde der Beklagten in Anwendung von
Art. 223 Abs. 1 ZPO – und unter Hinweis auf die Säumnisfolgen – eine kurze
Nachfrist zur Erstattung der Klageantwort bis zum 4. September 2018 angesetzt
(act. 15). Diese Verfügung wurde von der Beklagten entgegengenommen
(act. 16/2). Mit Eingabe vom 4. September 2018 verzichtete die Beklagte – sinn-
gemäss – auf die Erstattung einer Klageantwort und teilte u.a. lediglich mit, sie
[sei] "Aufgrund fehlender Versicherungsdeckung nicht mehr in der Lage, den vor-
liegenden Fall vor Gericht weiterzuziehen" (act. 17).
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## Considerations

Erwägungen
1. Formelles
1.1. Versäumte Klageantwort
Gemäss Art. 223 Abs. 2 ZPO trifft das Gericht bei definitiv versäumter Klageant-
wort einen Endentscheid, sofern die Angelegenheit spruchreif ist. Hierzu muss die
Klage soweit geklärt sein, dass darauf entweder mangels Prozessvoraussetzun-
gen nicht eingetreten oder sie durch Sachurteil erledigt werden kann. Steht dem
Eintreten auf die Klage nichts entgegen, bedeutet Spruchreife, dass der Klage-
grund im Hinblick auf die anwendbaren Rechtsnormen hinreichend substantiiert
ist und – darüber hinaus – dass das Gericht an der Richtigkeit der klägerischen
Tatsachenbehauptungen keine erheblichen Zweifel hat (Art. 153 Abs. 2 ZPO). Un-
ter den gegebenen Umständen ist, wenn es die klägerische Sachdarstellung er-
laubt, nach dem Klagebegehren zu erkennen, andernfalls ist die Klage abzuwei-
sen. Dabei hat das Gericht auch rechtshemmende, rechtshindernde und rechts-
aufhebende Tatsachen zu berücksichtigen, soweit sie in der Klage selbst ange-
führt sind. Andere Tatsachen, die aus den Akten ersichtlich sind, dürfen nur inso-
weit berücksichtigt werden, als es für das Vorhandensein der von Amtes wegen
zu prüfenden Prozessvoraussetzungen von Bedeutung ist (Art. 60 ZPO). An der
erforderlichen Spruchreife fehlt es – zur Hauptsache –, wenn das Klagebegehren
oder die Begründung der Klage (noch) unklar, unbestimmt oder offensichtlich un-
vollständig ist (Art. 56 ZPO) oder dem Gericht die Klagebegründung in erhebli-
chem Mass als unglaubhaft erscheint und es darüber Beweis erheben will
(BGE 4A_629/2017 vom 17. Juli 2018 E. 4.3.2.2.; Art. 153 Abs. 2 ZPO; BSK ZPO-
WILLISEGGER, 3. Aufl. 2017, Art. 223 N. 17 ff.; ERIC PAHUD, DIKE-Komm-ZPO, 2.
Aufl. 2016, Art. 223 N. 3 ff.).
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1.2. Prozessvoraussetzungen (Art. 59 Abs. 2 ZPO)
1.2.1. Zuständigkeit
Im Hinblick auf die örtliche Zuständigkeit stützt sich der Kläger auf Art. 31 ZPO.
Hierzu macht er geltend, es handle sich um Ansprüche aus Werk- und Bauführer-
vertrag (act. 1 Rz. 17). Die Beklagte habe von C._ den Auftrag erhalten, die
Bauleitung/Bauführung für das Projekt Durchmesserlinie Durchgangsbahnhof ...-
strasse in Zürich zu übernehmen (act. 1 Rz. 21). Obwohl nicht explizit im Baufüh-
rervertrag so festgehalten, sei ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Erfül-
lungsort der Beklagten die Durchmesserlinie in Zürich gewesen sei (act. 1 Rz. 22
ff.). Dies im Wesentlichen, da die Tätigkeit eines Bauführers funktionsgemäss da-
rin bestehe, dass dieser während der Arbeitszeit zu einem grossen Teil persönlich
auf der Baustelle anwesend sei (act. 1 Rz. 22). Da sich der Sitz der Beklagten in
Zug befindet, kommt zur Begründung der örtlichen Zuständigkeit, wie vom Kläger
vorgetragen, alternativ die zweite Variante von Art. 31 ZPO, der Gerichtsstand am
Erfüllungsort der charakteristischen Leistung, in Betracht. Nach zutreffender Auf-
fassung des Klägers gilt als charakteristische Leistung namentlich bei Auftrag,
Werkvertrag und ähnlichen Dienstleistungsverträgen die Dienstleistung. Dies ist –
in Anlehnung an Art. 117 Abs. 3 lit. c IPRG – die "Nicht-Geldleistung", welche mit
der Geldleistung in einem Austausch-verhältnis steht (IVO SCHWANDER, DIKE-
Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 31 N. 13; SUTTER-SOMM/ HEDINGER, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl. 2016, Art. 31 N. 29; BSK
ZPO-KAISER JOB, 3. Aufl. 2017, Art. 31 N. 13 ff.). Der Erfüllungsort bemisst sich
nach Art. 74 OR. Anders als die Gerichtsstands-vereinbarung bedarf die Verein-
barung eines Erfüllungsortes grundsätzlich keiner besonderen Form und kann
auch konkludent abgeschlossen werden (SUTTER-SOMM/HEDINGER, a.a.O., Art. 40
N. 29; BSK ZPO-KAISER JOB, 3. Aufl. 2017, Art. 31 N. 19). Zu den Umständen, die
für eine stillschweigende (mittelbare) Bestimmung des Erfüllungsortes sprechen,
gehören nach der Lehre insbesondere die Natur der Verpflichtung, die Verkehrs-
sitte und die Usanzen einer bestimmten Branche (ZK OR I-SCHRANER, 3. Aufl.
2000, Art. 74 N. 44).
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Nach dem zwischen den Parteien geschlossenen Vertrag bzgl. "Bauleitung/Bau-
führung" (act. 3/4) besteht die charakteristische Leistung, unabhängig von der
präzisen Vertragsqualifikation als Auftrag oder Werkvertrag, in der von der Be-
klagten zu erbringenden Dienstleistung. Nach den schlüssigen und als unbestrit-
ten geltenden Ausführungen des Klägers war die charakteristische Leistung der
Beklagten vor Ort, d.h. auf der Baustelle in Zürich zu erbringen, womit die örtliche
Zuständigkeit in Zürich nach Art. 31 ZPO gegeben ist.
Nachdem die geschäftliche Tätigkeit der Parteien, mindestens der Beklagten
(Bauleitung), betroffen ist, die Beklagte überdies im schweizerischen Handelsre-
gister eingetragen ist und der Streitwert CHF 30'000.– übersteigt, ist das Han-
delsgericht des Kantons Zürich gemäss Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. § 44 lit. b
GOG auch sachlich zuständig.
1.2.2. Teilklage
Nach Angaben des Klägers handelt es sich vorliegend um eine Teilklage im Um-
fang von CHF 171'692.15, wohingegen der Gesamtanspruch gegenüber der Be-
klagten mit mindestens CHF 1'521'642.86 beziffert wird (act. 1 Rz. 29). Nach
Art. 86 ZPO kann bei einem teilbaren Anspruch auch nur ein Teil eingeklagt wer-
den. Der Kläger identifiziert seinen hier geltend gemachten Anspruch als "4 Rech-
nungen der F._ AG" (act. 1 Rz. 29) und gibt überdies auch deren Prüfreihen-
folge an, womit er bereits den Bestimmtheitsanforderungen der ZPO genügt und
keine alternative objektive Klagehäufung vorliegt (vgl. BGE 142 III 683 E. 5.4). Zu
berücksichtigen ist ausserdem, dass nach neuester bundesgerichtlicher Recht-
sprechung (BGE 4A_442/2017 vom 28. August 2017 E. 2.4.) ohnehin die Voraus-
setzungen zur Geltendmachung von mehreren Ansprüchen mittels Teilklage –
abgesehen von der unveränderten Substantiierungspflicht im Rahmen der Be-
gründetheit der Klage – gelockert wurden.
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1.2.3. Res iudicata
Offensichtlich wurde in der vorliegenden Sache bereits ein Verfahren vor Bezirks-
gericht Willisau respektive dem Kantonsgericht Luzern geführt (act. 1 Rz. 25 u.
31). Den klägerische Ausführungen sowie den Akten lässt sich allerdings ent-
nehmen, dass auf die Klage der C._ AG nicht eingetreten wurde, d.h. es
wurde über die Sache nicht bereits rechtskräftig entschieden, womit von vornhe-
rein keine res iudicata besteht; die Prozessvoraussetzung gemäss Art. 59 Abs. 2
lit. e ZPO ist gegeben.
1.3. Würdigung und Fazit
Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass; auf
die Klage ist mithin einzutreten.
1.4. Aktivlegitimation / Zession
Nach den unbestrittenen und nachvollziehbaren Ausführungen des Klägers und
im Einklang mit den ins Recht gelegten Unterlagen, wurden allfällige Ansprüche
der C._ AG gegenüber der Beklagten rechtsgültig auf den Kläger übertragen
(act. 1 Rz. 33 ff.; act. 3/9-11). Da es sich bei der Aktivlegitimation auch nicht um
eine von Amtes wegen abzuklärende Prozessvoraussetzung handelt (vgl. nur
STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2013, § 13 N. 20),
sondern um eine Frage der Sachlegitimation, erübrigen sich weitere Abklärungen
hierzu.
2. Unbestrittener Sachverhalt
2.1. Hintergrund
Gestützt auf die vertraglichen Vorgaben der R._ als Bauherrin war von der
C._ AG eine verantwortliche, fachkundige Arbeitsleitung während der ge-
samten Dauer der Arbeiten auf der Baustelle bereit zu stellen (act. 1 Rz. 42 f.;
act. 3/4-5). Die Arbeiten im Zusammenhang mit den Foamglasdämmungen, wel-
che in einer spezifischen Weise zu montieren waren, wurden dem Subunterneh-
mer G._ übertragen (act. 1 Rz. 49 ff.). Aus verschiedenen Gründen konnte
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die von der R._ geforderte Bauführungsverantwortung auf der Baustelle nicht
selbständig von der C._ AG übernommen werden, weshalb man einen ex-
ternen Bauführer suchte und in der Beklagten bzw. E._ gefunden zu haben
glaubte (act. 1 Rz. 57 f.). Bei den auszuführenden Arbeiten handelte es sich um
einfache Arbeitsvorgänge, die jedenfalls von einem erfahrenen Bauführer ohne
Weiteres zu handhaben waren; spezifisches Brandschutz-Wissen war nicht not-
wendig (act. 1 Rz. 59). Die R._ war damit einverstanden, dass die Beklagte
für besagte Arbeiten beigezogen wird (act. 1 Rz. 64).
2.2. Vertragliche Grundlagen und Pflichten
Nach unangefochtener und schlüssiger klägerischer Darstellung haben die
Parteien in der Folge am 21. Mai 2012 den als "Auftragsbestätigung" bezeich-
neten Bauführervertrag geschlossen (act. 1 Rz. 65; act. 3/4). Als zu erbringende
Leistungen wurde explizit vereinbart (vgl. act. 3/4):
• Bauleitung
• Organisation der Logistik
• Personalführung
• Kontrolle der Qualität und Quantität
• Arbeitssicherheit
In der Folge ist denn auch die Beklagte in diesem Sinne als bevollmächtigte
Vertretung der C._ AG auf der Baustelle tätig geworden (act. 1 Rz. 71 ff.).
Nach dem geschlossenen Bauführervertrag bestand dabei die Aufgabe der
Beklagten auch, aber nicht ausschliesslich, aus der Organisation der Logistik
(act. 1 Rz. 83 ff.). Die vereinbarte Tätigkeit zur Arbeitssicherheit sowie der
Kontrolle der Qualität und Quantität hat die Beklagte an sich wahrgenommen
(act. 1 Rz. 86 ff.).
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2.3. Mangelhafte Bauführung
Nach den unbestrittenen klägerischen Schilderungen bestand auf der Baustelle
eine ungenügende Präsenz der Beklagten respektive von E._ (act. 1 Rz. 89
ff.). Anstelle der persönlichen Anwesenheit auf der Baustelle wurde mit den
Vorarbeitern oft lediglich per SMS und E-Mail kommuniziert (act. 1 Rz. 99 ff.;
act. 3/89-108). Das Nichteinhalten der vertraglich vereinbarten Präsenz im
Umfang von 60 % auf der Baustelle führte immer wieder zu Komplikationen (act. 1
Rz. 102). Als Ansprechpartner der C._ AG hätte die Beklagte bzw. E._
auch Anweisungen entgegen nehmen und den Subunternehmern die
entsprechend notwendigen Anweisungen erteilen müssen (act. 1 Rz. 105). Rech-
nerisch ergäbe sich eine tägliche Präsenz von E._ auf der Baustelle von ca.
4 Stunden. Eine solche Präsenz war hingegen nicht gegeben (act. 1 Rz. 107 ff.).
2.4. Vertragsverletzung
Indem die Beklagte bzw. E._ nicht genügend auf der Baustelle anwesend
war, wurden die vertraglich übernommenen Pflichten zur Instruktion, Anweisung
und Kontrolle der Arbeiter auf der Baustelle verletzt (act. 1 Rz. 111 ff.).
2.5. Baumängel
Im Oktober 2013 ereigneten sich drei Schadensfälle mit herunterfallenden Foam-
glasplatten (act. 1 Rz. 123; act. 3/124). Als Mängel wurden im Wesentlichen eine
mangelhafte Befestigung sowie Dampfdichtigkeit festgestellt (act. 1 Rz. 125). Aus
diesem Grund wurde in der Folge das Ausmass der Mängel durch ein Experten-
team anlässlich der Begehungen vom 27. November 2013 sowie vom 2. Dezem-
ber 2013 untersucht (act. 1 Rz. 128; act. 3/125-126). G._ bestätigte zudem,
dass man nicht gemäss den Anweisungen des Herstellers vorgegangen war
(act. 1 Rz. 129). Anlässlich der Bausitzung vom 4. Dezember 2013 wurden die
Ergebnisse der Begehung erörtert und festgestellt, dass auf allen begutachteten
Flächen eine nicht ausreichende mechanische Befestigung bestand und bis auf
vereinzelte kleine Flächen keine gefüllten Stossfugen vorgefunden wurden. Sämt-
liche kontrollierten Stellen verfügten nicht über eine diffusionsdichte Dämmung,
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d.h. das Werk wurde somit nicht vertragsgemäss ausgeführt (act. 1 Rz. 131;
act. 3/127).
2.6. Schaden
Im Rahmen der Nachbesserungsvorbereitung stellte sich heraus, dass die ge-
samte mit Foamglas verkleidete Fläche der Wände und Decken praktisch innert
eines Monats nochmals neu mit Foamglas zu verkleiden waren (act. 1 Rz. 132
ff.). Schliesslich ist man an der Bausitzung vom 4. Dezember 2013 übereinge-
kommen, dass total 42 Personen für die im Zeitraum 9. Dezember 2013 bis 3. Ja-
nuar 2014 durchzuführenden notwendigen Nachbesserungsarbeiten zur Verfü-
gung stehen müssen, wovon C._ AG lediglich 13 Personen bereitstellen
konnte, sodass die restlichen extern gesucht werden mussten (act. 1 Rz. 137;
act. 3/127; act. 3/134). Die Nachbesserungsarbeiten konnten bis 6. Januar 2014
durchgeführt werden (act. 1 Rz. 139; act. 3/111). Für die Nachbesserungsarbeiten
wurden der C._ AG von der R._ insgesamt CHF 1'050'920.99 in Rech-
nung gestellt (act. 1 Rz. 141). Dazu im Einzelnen die entstandenen Kosten (act. 1
Rz. 142):
• CHF 201'860.42 (F._ AG)
• CHF 45'797.76 (H._ AG)
• CHF 266'739.90 (I._ AG)
• CHF 70'867.80 (J._ AG)
• CHF 332'729.90 (K._ AG)
• CHF 29'515.88 (L._ AG)
• CHF 22'406.45 (M._ AG)
• CHF 44'150.– (N._)
• CHF 19'982.05 (O._ AG)
• CHF 18'860.49 (Q._ AG)
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Der C._ AG sind durch die Montage des Foamglas, das Abdichten des Ab-
luftkanals auf der Aussen- und Innenseite mit Brandschutzkitt Gesamtkosten in
Höhe von CHF 470'721.88 entstanden (act. 1 Rz. 143 f.). Der mit vorliegender
Klage eingeklagte (Teil-)Schaden von CHF 171'692.15 betrifft die folgenden vier
Rechnungen der F._ AG, welche der C._ AG durch die R._ weiter-
verrechnet wurden (act. 1 Rz. 147; act. 3/151; act. 3/156; act. 3/160; act. 3/165):
• Rechnung Nr. 8093030 vom 19.12.2013
• Rechnung Nr. 8093041 vom 30.12.2013
• Rechnung Nr. 8093042 vom 08.01.2014
• Rechnung Nr. 8093043 vom 13.01.2013
2.7. Kausalzusammenhang
Wäre die Beklagte durch E._ im vereinbarten Umfang auf der Baustelle prä-
sent gewesen und hätte ihre Aufgaben der Bauführung sorgfältig und vertrags-
gemäss wahrgenommen, so hätte der Subunternehmer entsprechend instruieren
und die Ausführung der Arbeiten überprüft werden können. So hätten auch die
unzureichende Ausführung und letztlich die Mängel verhindert werden können.
Die durch die Nachbesserung entstandenen Kosten wären somit nicht verursacht
worden (act. 1 Rz. 148 f.).
3. Rechtliches
3.1. Vertragsqualifikation
Ein Vertrag, welcher die Übernahme der "Bauleitung" vorsieht, wird grundsätzlich
– da in der Regel kein Arbeitserfolg geschuldet ist – als Auftrag gemäss Art. 394
ff. OR aufgefasst (BGE 109 II 462 E 3; Urteile des Bundesgerichts 4A_252/2010
vom 25. November 2010 E. 4.1, 4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 E. 4.4; 4C.408/
1999 vom 11. Februar 2000 E. 3a; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 4C.284/
2006 vom 7. November 2006 E. 3; PETER GAUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl. 2011,
N. 35 u. 55 f.; BK OR-FELLMANN, Der einfache Auftrag, Art. 394-406; Art. 394
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N. 181; BSK OR I-WEBER, 6. Aufl. 2015, Art. 394 N. 28). Im Einklang mit der herr-
schenden Meinung und angesichts des vereinbarten Vertragsinhalts (Bauleitung,
Organisation der Logistik, Personalführung, Kontrolle der Qualität und Quantität
sowie Arbeitssicherheit; vgl. oben Ziff. 2.2.) ist vorliegend ebenso von einem ein-
fachen Auftrag i.S.v. Art. 394 ff. OR auszugehen.
3.2. Schadenersatzpflicht
Da ein Auftragsverhältnis vorliegt, bemisst sich die Haftung des Beauftragten
nach Art. 398 Abs. 2 i.V.m. Art. 97 Abs. 1 OR. Der Schaden ist eine unfreiwillige
Vermögensverminderung, welche in einer Verminderung der Aktiven, einer Ver-
mehrung der Passiven oder im entgangenen Gewinn bestehen kann und nach der
Differenztheorie berechnet wird. Bei nicht gehöriger Erfüllung ist das positive Inte-
resse zu ersetzen (BGE 144 III 155 E. 2.2 m.w.H.). Der Auftraggeber hat dabei
grundsätzlich die Vertragsverletzung sowie die adäquat kausale Verursachung ei-
nes (konkreten) Schadens zu beweisen; das Verschulden wird nach Art. 97 Abs.
1 OR vermutet (BGE 144 III 155 E. 2.3).
4. Zins
Weshalb der Kläger einen Verzugszins zu 5 % seit dem 13. April 2018 fordert,
wird von ihm nicht begründet, die Klage wurde am hiesigen Gericht erst am
24. April 2018 (Datum Poststempel) eingereicht. Zu berücksichtigen ist damit zu-
mindest ein – unbestrittener – Zinsanspruch ab Klageeinleitung.
5. Würdigung
Nach den schlüssigen und unbestrittenen Darstellungen des Klägers hat die Be-
klagte ihre mit Vertrag vom 21. Mai 2012 (act. 3/4) übernommenen Pflichten ver-
letzt, indem sie im Wesentlichen ihre Aufsichts-, Anweisungs- und Kontrollpflich-
ten nicht ordnungsgemäss wahrgenommen hat. Die Vertragsverletzung hat auch
in nachvollziehbarer Weise (adäquat kausal) einen zu ersetzenden Schaden bei
der C._ AG – respektive nun beim Kläger – verursacht. Das Verschulden
wird vermutet. Schliesslich ist der Schaden auch in der geltend gemachten Höhe
ausreichend dargetan und unbestritten geblieben. Die Angelegenheit ist damit
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spruchreif. Zusammengefasst besteht nach Art. 398 Abs. 2 i.V.m. Art. 97 Abs. 1
OR ein klägerischer Schadenersatzanspruch in Höhe von CHF 171'692.15 nebst
Zins zu 5 % seit 24. April 2018; die Klage ist gutzuheissen.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss wird die Beklagte kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenver-
ordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs.
1 GOG), während die Höhe der Parteientschädigung gemäss der Verordnung
über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 festzusetzen ist (Art. 96 ZPO
i.V.m. § 48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des Anwaltsgesetzes vom 17. November
2003). Sowohl die Gerichtsgebühr als auch die Parteientschädigung richten sich
in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a
GebV OG sowie § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Vorliegend beträgt der Streitwert
CHF 171'692.15.–. In Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG sowie § 10
Abs. 1 GebV OG ist die Gerichtsgebühr auf CHF 9'000.– festzusetzen. Die Ge-
richtskosten sind der Beklagten als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 106
Abs. 1 ZPO), jedoch vorab aus dem vom Kläger geleisteten Kostenvorschuss zu
decken. Dem Kläger ist das Rückgriffsrecht auf die Beklagte einzuräumen
(Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).
Der Anspruch auf die Grundgebühr ist mit der Begründung oder Beantwortung der
Klage verdient (§ 11 Abs. 1 AnwGebV). In Anwendung von § 4 Abs. 1 u. 2 i.V.m.
§ 11 Abs. 1 AnwGebV ist die Parteientschädigung demnach auf CHF 14'909.–
(exkl. MwSt.) festzusetzen und der Beklagten aufzuerlegen. Der Kläger beantragt,
ihm sei die Parteientschädigung unter Zuzug von Mehrwertsteuer zuzusprechen
(act. 1 S. 2). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich beim Kläger um
eine natürliche Person handelt und die Gegenpartei nicht gegen den Antrag op-
poniert hat (vgl. das Kreisschreiben des Obergerichts des Kantons Zürich
VU060028 vom 17. Mai 2006), ist dem Kläger demgemäss die Parteientschädi-
gung mit Mehrwertsteuer zuzusprechen (=CHF 16'000.– inkl. 7.7 % MwSt.).
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Das Handelsgericht erkennt:
1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 171'692.15 zuzüglich Ver-
zugszins von 5 % seit 24. April 2018 zu bezahlen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 9'000.–.
3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und vorab aus dem vom Kläger
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Dem Kläger wird in diesem Umfang
das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.
4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von
CHF 16'000.– (inkl. 7.7 % MwSt.) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art.
113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert
beträgt CHF 171'692.15.