# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d34fede3-5cf7-4f3a-b793-0d3dcdd7a098
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1973 geborene
X._
,
ohne Ausbildung
und zuletzt als Reinigungs
mitarbeiterin
tätig,
stürzte am 31. Juli 2009
von einer Leiter
und zog sich am linken Knie
namentlich
eine Ruptur des vorderen Kreuz- und medialen Seiten
bandes zu
(Urk. 8/5/5-9 S. 1)
. Am
13. April 2011 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog insbesondere die Akten des Unfallversicherers (Urk. 8/5,
Urk. 8/12, Urk. 8/26, Urk. 8/37
-39, Urk. 8/41, Urk. 8/61, Urk. 8/66-67, Urk. 8/88-89, Urk. 8/91)
bei
.
Am 2
4.
Februar 2012 erfolgte ein vierter operativer Eingriff am linken Knie (
Urk.
8/67/348)
.
Am 7. Februar 2013
führte die IV-Stelle in der Wohnung der Versicherten eine Abklärung betreffend die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (Abklärungsbericht vom 23. Mai 2014, Urk. 8/57). Mit Verfügung vom 23. Mai 2014 (Urk. 8/5
9) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung
, da der Versicherten die Ausübung einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar sei.
In der Folge veran
lasste die IV-Stelle bei
der
M
EDAS
Y._
(MEDAS)
ein polydisziplinäres Gutachten (Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Neurologie, Psychiatrie; Expertise vom 7. November 2016 [Urk. 8/92/2-28
]
)
. Mit Vorbescheid vom 15. März 2017 (Urk. 8/96) stellte die IV-Stelle
für die Dauer vom
1. Oktober 2011 bis 31. August 2012 die Ausrichtung einer ganzen Rente in Aussicht, wogegen die Versicherte am 14. April 2017 Einwand (Urk. 8/101/1-7)
erhob
. Am 12. Februar 2018 (Urk. 2) sprach die IV-Stelle der Versicherten
für die genannte Zeitperiode
eine ganze Rente zu.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 6. April 2018 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, dass die Verfügung vom 12. Februar 2018 aufzuheben
sei
und ihr bis mindestens 31. Mai 2013 eine ganze Invalidenrente
und
Kinderrenten zuzuspre
chen sei
en
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2018 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin auf A
bweisung der Beschwerde. Am 14.
Juni 201
8
erstattete die Beschwerdeführerin Replik, wo
bei
sie an ihren Anträgen festhielt und zudem die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Sachverhaltsabklä
rungen beantragte
(S. 2)
. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. Juli 2018 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 12)
, worüber die Beschwerdeführerin in Kennt
nis gesetzt wurde (
Urk.
1
3)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Invali
denversicherung,
IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Reinigungsmit
arbeiterin seit 31. Juli 2009 zu 100 % respektive
ab Januar 2013 zu 50 % arbeits
un
fähig
war
. In einer angepassten Tätigkeit
habe
in der Zeit vom 31. Juli 2009 bis 30. November 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Am
28. Sep
tember 2011 sei eine erneute Verschlechterung eingetreten, weshalb ab
diesem
Zeitpunkt wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe
.
Seit
Juni 2012 liege wiederum eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit vor, weshalb
vom
1. Oktober 2011 bis 31. August 2012 (drei Monate nach Verbesserung)
gestützt auf einen Invali
ditätsgrad
von 100 %
ein Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente
bestehe.
Für die Zeit danach resultiere a
ufgrund des Einkommensvergleichs
in
angepasste
r
Tätigkeit
mit einem 100 %-Pensum
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 19 %.
In der Beschwerdeantwort (Urk.
7) wies die Beschwerdegegnerin
darauf hin, dass gemäss der Stellungnahme des Arztes des Regionalen Ärztlichen Diens
tes (RAD) vom 19. November 2016
eine dem Knieleiden optimal angepasste Tätigkeit drei Monate nach der letzten Operation im Februar 2012 wieder möglich gewesen wäre, was zu den echtzeitlichen B
erichten der behandelnden Ärzte
denn auch nicht im Widerspruch stehe.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk.
1
)
, d
ass
zumindest bis Ende Februar 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vorgele
gen habe
. Die MEDAS-Gutachter seien davon ausgegangen, dass ihre Einschät
zung betreffend eine adaptierte Tätigkeit sicherlich ab Januar 2013 zum Tragen kommen könne, jedoch auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der behandeln
den Ärzte abzustellen sei
.
Dabei seien
d
ie Ärzte der
Uniklinik
Z._
im Februar 2013 noch von einer 100%igen Arbe
itsunfähigkeit ausgegangen
(S. 4 f.
Ziff. 16 ff.).
In der Replik wies die Beschwerdeführerin
darauf hin, dass
gemäss den MEDAS-Experten
betreffend die Arbeitsfähigkeit
auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte und nicht auf die Meinung des RAD-Arztes abzustellen sei. Die Sache sei deshalb an die Beschwerdegegnerin zur
ückzuweisen, damit diese abkläre
, wie lange über den Februar 2013 hinaus eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe
(
Urk. 10
S. 3 Ziff. 14 f.).
3.
3.1
Unbestritten blieb der medizinische Sachverhalt und die vom 31. Juli 2009 bis 31. Dezember 2012 best
and
ene 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin. Gleiches gilt betreffend die
Arbeitsunfähig
keit
vom 31. Juli 2009 bis 30.
November 2010 und
vom
28
.
September
20
11 bis 31. Mai 2012
von 100 % beziehungsweise
die
vom 1. Dezember 2010 bis
27
. Sep
tember 2011
vorgelegene
100%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 1 S.
4 f. Ziff. 16 ff., Urk. 2 S. 3).
A
ls
angepasste
Verrichtungen
gelten
Arbeiten
ohne Heben und Tragen von schweren Lasten über 10 kg beidseitig,
ohne monotone Kopf-/Rumpfhaltung, ohne
ständiges Sitzen/Gehen/Stehen
, ohne kauernde/gebeugte/
kniende/gebückte
Haltung, ohne Besteigen von Leitern/
Gerüsten, ohne ständiges Treppengehen und ohne Begehen von unebe
nem Terrain
(Urk. 8/
92/
2-28 S. 24)
. Die MEDAS-Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Restbeschwerden linkes Kniegelenk bei/mit
Chondropathia
patellae bei leichter Arthrose, leichte
r
seit
liche
r
und vordere
r
Restinstabilität, Status nach Kniedistorsion mit VKB- und Seitenband-Ruptur, Status nach VKB-Ersatz am 3. Februar 2012, Status nach arth
r
oskopischer
Ganglionresektion
am 28. August 2010, Status nach arth
r
o
sko
pischem Debri
dement, OSME,
Spongiosaplastik
am 28. Septe
mber 2011 und Status nach VKB-Re
-Ersatz am 24. Februar 2012 (Urk. 8/
92/
2-28 S. 2
6
).
Im Weiteren ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als 100 %-Erwerbstätige unbestritten (Urk. 8/57 S. 4
).
Darauf ist im Folgenden abzustellen.
Strittig ist demgegenüber die Arbeitsfähigkeit
für die Zeit
nach
Mai
201
2.
Während die Beschwerdegegnerin
von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
in einer
Verweistätigkeit
ab Juni 2012
respektive einer
solchen
von 50 % in der angestammten Tätigkeit
ab Januar 2013
ausging
,
postulierte
die Beschwerdefüh
rerin eine
100%ige
Arbeits
un
fähigkeit bis mindestens
Ende
Februar 201
3.
3.2
3.2.1
Die MEDAS-Experten attestierten i
n ihrem Gutachten vom
7. November 2016 (Urk. 8/92/2-50
)
unter Hinwei
s auf eine verminderte Leistung
und einen vermehr
ten Pausenbedarf im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
in der angestammten Tätigkeit
.
Betreffend eine
Verweistätigkeit
gingen sie von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
aus
.
Sie hielten fest, dass sich d
ie Beschwerdeführerin am 31. Juli 2009 ein komplexes Knietrauma links zugezogen
habe
, wobei am 3. Februar 2010 eine vordere Kreuzbandplastik links mit ungenügendem Resultat
vorgenommen
wor
den sei, was
zu einer zweizeitigen
Rekonstruktion in der Uniklinik
Z._
geführt habe
. Die zweite Operation habe am 24. Februar 2012 stattgefunden mit anschliessender intensiver Rehabilitation. Aufgrund der Akten könne postuliert werden, dass die
genannte
Arbeitsfähigkeit
sicherlich ab Januar 2013
,
das heisse
nach Abschluss der Rehabilitation zum Tragen kommen könne. Zwischen Juli 2009 und Dezember 2012 sollte auf die entsprechende Beurteilung der behan
delnden Ärzte abgestellt werden, da bei multiplen Knieeingriffen eine retrospek
tive Beurteilung de
r
Arbeitsfähigkeit schwierig sei (S.
27).
3.2.2
RAD-Arzt
Dr.
A._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
ging
in seiner Stellungnahme vom 19. November 2016 (Urk. 8/94 S. 11)
von
folgende
r
Arbeits
fähigkeit
aus
:
S
eit 31.
Juli 2009 (Unfall mit OPs): 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
angestammt und angepasst
; seit Dezember 2010 (drei Monate nach letzter OP):
100%ige
Arbeits
un
fähigkeit
angestammt und 100%ige Arbeitsfähigkeit ange
passt
; seit 28. September 2011 (2x OP):
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
angestammt und angepasst
; seit Juni 2012 (drei Monate nach letzter OP):
100%ige
Arbeits
un
fähigkeit
angestammt und 100%ige Arbeitsfähigkeit angepasst
; seit Januar 2013:
50%ige Arbeitsfähigkeit angestammt und
100%ige
Arbeitsfähigkeit
angepasst
.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdeführerin ver
wies
im Zusammenhang mit der von ihr
bis mindes
tens Februar 2013
geltend gemachten 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf die Berichte der Uniklinik
Z._
vom
18
. Juli 2012 (Urk. 8/29), 6. September 2012 (Urk. 8/
31) und
31. Oktober 2012 (Urk. 8/34) sowie den Eintrag der Uniklinik
Z._
betreffend
Februar 2013
auf
dem Unfallschein (Urk. 8/67/259,
Urk. 1 S. 5 Ziff. 19 ff.).
4.1.2
In ihrem
Bericht vom 18. Juli 2012 (Urk. 8/29)
über die 3-Monatskontrolle vom 2
9.
Mai 2012
hielten die
Z._
-
Ärzte
fest, dass sich der Zustand
– im Vergleich
zur Konsultation vor sechs Wochen -
deutlich
gebessert habe und
die Beschwer
de
führerin
beim Gehen
(
mehr
als 100 m)
noch Schmerzen habe und über eine plötzliche Instabilität/Überstreckung des Kniegelenks beim Gehen beri
chte. Im Weiteren sei die Fortführung der Physiotherapie
zwecks
Stärkung
wichtig.
Aus dem Hinweis
auf Schmerzen
bei längeren Gehstrecken
und
eine Instabili
tät
/Überstreckung
des Kniegelenks
sowie
die
Wichtigkeit der Physiotherapie
kann
n
icht a
uf eine
generelle,
100%ige Arbeitsunfähigkeit
geschlo
ssen werden
. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass
sich
die
Ä
rzte nicht zur Leistungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin äusserten.
Gleiches gilt
mit Bezug auf den Bericht
vom 6. September 2012 (Urk. 8/31), wo
bezüglich der Kontrolle vom 1
4.
August 2012
darauf hingewiesen wurde, dass die Beschwerdeführerin immer noch über ein Unwohlsein beim längeren Gehen sowie Schmerzen berichte und eine definitive Stabilität erst nach neun Monaten postoperativ erreicht sei.
Betreffend Arbeitsfähigkeit wiesen die Ärzte
einzig
darauf hin, dass sie am 14. August 2012 keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
hätten (vgl. demgegenüber
Urk.
8/67/259-260)
.
Im Bericht vom 31. Oktober 2012 (Urk. 8/34) wurde
n
ein
subjektives
Instabili
tätsgefühl sowie Schmerzen an
t
erior und
retropatellär
erwähnt. Ferner wurde um ein Aufgebot der Rheumatologen betreffend Verifizierung der Rücken- und Fuss
beschwerden rech
ts gebeten und auf die klinisch-
radiologische Verlaufskontrolle
(Jahreskontrolle)
im Februar 2013 hingewiesen.
Im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit wurde
lediglich
festgehalten,
dass die Be
schwerdeführerin anam
nestisch nicht
mehr
in der Lage sei, als Rein
igungsmitarbeiterin
tätig zu sein
.
Im Unfallschein (Urk. 8/67/259
; vgl. auch Urk. 8
/67/260
) wurde
seitens der Uni
klinik
Z._
am
2
9.
Mai, 1
4.
August und
30. Oktober 2012 und
im
Februar 2013
einerseits
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ver
merkt.
Der Unfallschein bezieht sich auf die angestammte Tätigkeit als Reinigungsangestellte bei der
B._
sowie auf die Tätigkeit bei der
C._
AG.
Bezüglich der l
etzteren wurde ab dem 2
4.
September 2012 nurmehr eine 25%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert.
Auch
in den
vor
genannten
Berichten der Uniklinik
Z._
wurden
– wenn überhaupt –
einzig
auf die Arbeitsfähigkeit in
der angestammten
Tätigkeit
Bezug
genommen
(Urk. 8/34 S. 1
, vgl. auch Urk. 8/67/416-417 S. 2
).
4.2
Nach der Besprechung
vom 1
0.
Mai 2012 zwischen der Beschwerdeführerin und der zuständigen Sachbearbeiterin der Suva wurde die stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
D._
veranlasst (
Urk.
8/38/198). Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik vom 2
0.
September 2012 betreffend den Aufenthalt vom 8. August bis 1
2.
September 2012 war ein Ziel der Rehabilitation die Beurteilung der zumutba
ren Tätigkeiten gewesen und entsprechend war ein Assessment durchgeführt wor
den (
Urk.
8/67/272-276 S. 3 und S. 9 f.). Zumutbare
Verweistätigkeiten
seien
(mindestens) leichte wechselbelastende Verrichtungen ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne repetitive Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern, Hocken, ohne wiederholtes Treppen- und Leitersteigen sowie ohne längere Einnahme von Zwangshaltungen des Rückens (S. 3).
Die Ärzte empfahlen die Arbeitssuche und Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung (S. 3).
Sie
wiesen zudem
am 3. Oktober 2012 darauf hin, dass eine Reintegration als Raumpflegerin wahrscheinlich schwierig zu bewerkstelligen sei, eine sitzende Tätigkeit indessen sicherlich angepasster wäre und man sich früh
zeitig um eine Umschulung bemühen solle (Urk. 8/67/148-149 S. 2).
Dies deckt sich denn auch
im Wesentlichen
mit der
Einschätzung des RAD-Arztes vom 19. November 2016
(vgl. E. 3.2.2 hi
evor), welcher unter Hinweis auf
den Ablauf
von drei Monaten seit der Knieoperation
am
24
.
Februar 2012
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit Juni 2012 ausging.
4.3
Ob
ausgehend von der Beurteilung des RAD-Arztes
bereits ab Juni 2012 von der vollständigen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdefüh
r
erin
für Verweistätigkeiten auszuge
hen war,
oder erst nach Beendigung des Aufenthalts in
der D._
kann letztlich offenbleiben. Denn für die Dauer des fünfwöchigen Aufenthalts in der Rehaklinik
D._
lag (wiederum) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor, womit ein wesentlicher Unterbruch
der Dreimonatsfrist
von
Art.
88a
Abs.
1 IVV zu bejahen ist
(Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit der Invalidenversicherung, KSIH,
Rz
4010)
.
Nach dem Gesagten
erweist sich die Beschwerdeführerin
auf
grund
der medizinischen Aktenlage
in einer angepassten Tätigkeit
spätestens
seit
1
2.
September
2012 zu 100 % arbeitsfähig
.
V
on zusätzlichen wie von der Beschwerdeführerin beantragten Sachverhaltsabklärungen (Urk. 10 S.
2
)
ist
abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E
.
4b, BGE 122 V 157 E. 1.d, BGE 136 I 229 E 5.3)
,
zumal auf die fundierte Beurteilung der behandeln
den Arztpersonen
der
D._
abgestellt werden kann. Nach den Angaben im MEDAS-Gutachten soll denn auch für die Zeit von Juli 2009 bis Dezember 2012 auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen der behandelnden Arztpersonen abgestellt werden (
Urk.
8/92/2-50 S. 28). Soweit die Beschwerdeführerin allerdings ausführt, die Gutachter der MEDAS gingen auch für die Zeit nach dem
1.
Januar 2013 davon aus, die Beurteilung der behandelnden Arztpersonen sei vorrangig, so täuscht sie sich (vgl.
Urk.
10 S. 3).
Eine Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente fällt somit drei Monate nach Eintritt der Verbesserung und somit per 31. Dezember 2012 in Betracht.
5
.
5.1
5.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss der
vom
Bundesamt für Statistik
(
BFS
)
heraus
gegebenen
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1; ferner BGE 142 V 178 zur LSE 2012 und deren Unterschiede zur LSE 2010).
5.2
Die Beschwerdegegnerin übernahm das von der Suva für das Jahr 2012 in Berücksichtigung der beiden vor dem Unfall ausgeübten Tätigkeiten ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 63'312.20 (
Urk.
8/93/1). Dies blieb unbestritten.
Der Beschwerdeführerin ist die Ausübung
von körperlich leichten
,
wechselbelas
tenden Tätigkeit
en
in einem 100 %-Pensum zumutbar.
Die Suva bemass das Invalideneinkommen anhand der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP;
Urk.
8/88), welches Einkommen die Beschwerdegegnerin ihrer Invaliditätsbemes
sung ebenfalls zu Grunde legte (vgl.
Urk.
2 und 8/93). Beim Abstellen auf die statistischen Zahlen der vom BFS herausgegebenen LSE 2010
und unter
Berücksichtigung
einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
41.7
Stunden (BFS,
T 03.02.03.01.04.01,
B
etriebsübliche
Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen
)
sowie der Nominal
lohnentwicklung (Index: 2010: 1
00
, Index 2011:
101,
Index 201
2
:
102
)
ergibt sich für das Jahr 2012 ein Invalidenlohn von Fr. 53'911
.
85
(BFS, LSE 201
0
, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforde
rungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater Sektor,
Anforderungs
niveau 4
,
Total
, Frauen
)
.
5.3
In Anbetracht der Einkommenseinbusse von Fr.
9
'
400
.
35
resultiert ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von
gerundet 15
% (vgl. E. 1.2 hievor).
Gleicher
massen würde sich ein Invaliditätsgrad von unter 40 %
ergeben, wenn ein – im vorliegenden Fall
nicht gerechtfertigter
– leidensbedingter Abzug in der Maximalhöhe von 25 %
gewährt
würde.
Demnach ist die Beschwerde
teilweise gutzuheissen und die ab dem
1.
Oktober 2011 gewährte Rente ist per 3
1.
Dezember 2012 zu befristen. Damit besteht – bei gegebenen weiteren Voraussetzungen – auch Anspruch auf die
akzessorische
n
Kinderrenten
.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
7
.
Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu, welche ermessensweise auf
Fr.
1'700.- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzulegen ist. Anlass zu einer Reduktion der Parteientschädigung besteht nicht, weil das Überklagen den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst hat (Urteil 9C_699/2010 vom 2
2.
Dezember 2010 E. 4 mit Hinweisen).