# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65fb1579-e8f5-42e9-ba0e-ef3cd5ca1f1c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975
,
war ab
1.
März 2008
bis zu seinem letzten Arbeitstag
am
2
6.
Oktober 2015 bei der
Z._
als Umschlagsmit
arbeiter tätig (
Urk.
6/1
Ziff.
5.4,
Urk.
6/18
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.2 und
Ziff.
3).
Am
8.
Januar 2016
wurde
der Suva
mitgeteilt
, dass der Versicherte am 2
6.
Oktober 2015 beim Bahnwagenablad auf den Rücken gestürzt
sei
und sich die Wirbel verdreht habe
(
Urk.
6/22/81-82)
. D
ie Suva
erbrachte
ihre Leistungen (Heilbeha
nd
lungen und Taggeldleistungen) und stellte diese
per
2
9.
Februar 2016
ein
(
vgl.
Urk.
6/22/14-15)
,
was mit Urteil des
hiesige
n
Gericht
s
vom 1
2.
März 2018 im Prozess Nr.
UV.2016.00254 bestätigt wurde
(
Urk.
9
)
.
Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 2
5.
Mai 2018 nicht ein (
Urk.
10).
1.2
Am 2
0.
Mai
2016 meldete sich der Versicherte
unter Angabe von seit dem U
nfall vom 2
6.
Oktober 2015 bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Rü
cken
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leist
ungsbezug an (
Urk.
6/1
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen un
d zog die Akten der Suva und des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
6/22, 6/23, 6/29
)
.
Mit Vorbescheid vom
7.
November 2016 (
Urk.
6/31
) stellte sie die Verneinung eines Anspruchs auf
eine Invalidenrente
in Aussicht
. Nach Eingang von Einwendungen (
Urk.
6/33)
unter Beilage
verschiedener medizinischer Berichte (vgl.
Urk.
32),
verfügte
die IV-Stelle am 2
3.
Oktober
2017 (
Urk.
2) in angekündigtem Sinne.
2.
Hierg
egen erhob der Versicherte am 3
0.
Oktober
2017 Beschwerde mit d
em sinn
gemässen Antrag auf Zusprache einer Invalidenrente (
Urk.
1
)
.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
1
1.
Dezember
2017 (
Urk.
5) auf Abwei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
2.
Dezember 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
1.3.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V
75 E. 5b/
bb
-cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2), dass
gestützt auf die durch
die
Krankentaggeldversicherung veranlasste medizinische
Beurteilung
im
Juni 2016
der Beschwerdeführer
die zuletzt ausgeübte Be- und
Entladearbeit nicht mehr
ausüben
könne. E
ine
leichte bis mittelschwere Arbeit unter Vermeidung
von Bücken und Zwangshaltungen könne er aber
ausführen.
Als Umschlagsmitarbeiter habe er im Jahr 201
5 ein Einkommen von
Fr.
60'500.--
erzielt. Eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit könne er aus medizinischer Sicht zu 100
%
ausüben, wobei
darauf zu achten sei, dass
keine Lasten von mehr als zehn Kilogramm gehoben und häufiges Bücken oder längeres Verharren in Zwangshaltungen vermieden werden sollte
n
.
Er könne i
n einer solchen
un
- oder angelernten
Tätigkeit ein Einkommen ungefähr in dersel
ben Höhe wie bisher erzielen. Damit bestehe keine Lohneinbusse von mindestens 40
%
und deshalb kein Anspruch auf eine
IV
-
Rente
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegen
über auf den Standpunkt (
Urk.
1
),
die
Berechnungen zur
Lohneinbusse
sei
en
nicht
nachvollziehbar und es
sei
davon aus
zugehen
, dass die Lohneinbusse bei einer anders gelagerten Tätigkeit ohne entsprechende zusätzliche Ausbildung oder Anlernung 40
%
betrage
.
Dr.
med.
A._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurg
ie von
der
B._
, zeige in seinem Bericht die bestehenden gravierenden medizinischen Probleme klar auf und belege, dass er nicht in der Lage sei
,
ohne Medikamente zu leben, zu arbeiten oder zu
schlafen.
3.
3.1
Im Auszug aus der Krankengeschichte der
C._
sind fol
gen
de Einträge festgehalten (
Urk.
6/2
2
/21):
3.1.1
Am 1
8.
Oktober 2013 wurde berichtet, der Beschwerdeführer habe seit vier Tagen Rückenschmerzen lumbal ohne Ausstrahlung. Alle Medikamente hätten nicht ge
holfen und er könne fast nicht laufen. Die Lendenwirbelsäule (LWS) sei diffus druckdolent, es bestehe ein paravertebraler Hartspann und die Motorik sei um einen Drittel eingeschränkt. Die Neurologie sei ohne Befund. Es wurde die Diag
nose
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (LVS) gestellt und Analgesie (
Irfen
600 mg; Co Dafalgan und
Ponstan
50
0 mg) bei Bedarf verschrieben.
3.1.2
Anlässlich einer Konsultation vom 2
1.
Oktober 2013 hielt der zuständige Arzt fest, Konsultationsgrund sei der Rücken mit nicht gebesserter und unveränderter Lumbago. Der Befund sei unverändert. Es wurde Analgesie (Tramadol 100 mg
und
Sirdalud
4 mg) verordnet.
3.1.3
Aufgrund der Konsultation vom 2
7.
Oktober 2015 berichtete die zuständige Ärz
tin, seit einem Jahr bestünden lumbale Schmerzen. Gestern habe der Beschwer
deführer eine schwere Kiste gehoben und nun bestünden Schmerzen ohne Aus
strahlung. Er habe kaum schlafen können. Zudem bestünden Schmerzen im Handgelenk (HG) links seit zwei Monaten und er könne schlecht heben und fühle sich etwas schwindelig. Das Röntgenbild der Wirbelsäule zeige eine normale Hal
tung und Stellung mit unauffälligen Wirbelkörpern ohne erkennbare degenera
tive, traumatische oder
osteolytische
Prozesse. Es bestünden keine
Listhesis
und normale intervertebrale Abstände. Die Diagnose lautete auf
eine
bekannte chro
nische LWS und
einen
Verdacht auf einen Status nach Handgelenksdistorsion vor zwei Monaten. Es wurde
n
erneut Analgetika (
Irfen
800 mg,
My
docalm
150 mg) verordnet (
Urk.
6/2
2
/21 f.).
3.1.4
Im Eintrag vom 2
9.
Oktober 2015 schrieb der zuständige Arzt, er habe nicht alles verstanden, aber der Chef des Beschwerdeführers habe dessen Frau mitgeteilt, dass er ihm kündige, weil er immer krank sei. Der Beschwerdeführer habe
Mydo
calm
eingenommen und sei sehr müde. Die Reflexe seien bei fehlender Entspan
nung soweit vorhanden und die Motorik und Sensibilität ohne Befund. Der Lasègue sei positiv und es bestehe eine
Druckdolenz
der unteren Lumbalregion (
Urk.
6/2
2
/22).
3.1.5
Im Eintrag über die Konsultation vom 2
0.
November 2015 berichtete der Arzt, es bestünden immer noch Rückenschmerzen und Physiotherapie würde die Schmer
zen schlimmer machen. Der Beschwerdeführer wolle eine Verlängerung der Ar
beitsunfähigkeit, obwohl vereinbart gewe
sen sei, dass es keine Verlänge
rung mehr gebe. Nach langem Drängen hätten sie sich auf eine 50
%
Arbeitsunfähig
keit bis zum Termin beim neuen Hausarzt am 2
5.
November 2015 geeinigt (
Urk.
6/22/23).
3.2
3.2.1
Im Bericht Radiologie der
B._
vom 2
2.
Dezember 2015 (
Urk.
6/22
/3
3
) über die am gleichen Tag erstellte Magnetresonanztomografie (MRI) befundete die Ärztin ein erhaltenes dorsales Alignement, ohne Höhenmin
derung der miterfassten Wirbelkörper
und
einen
Konusstand
auf der Höhe LWK
1.
Auf Höhe LWK2/LWK3 bestehe eine
breitbasige
Discusprotrusion
ohne Nervenwurzelkompression und eine leichtgradige bilaterale foraminale Enge. Auf Höhe LWK3/LWK4 best
ünden
eine
breitbasige
Discusprotrusion
mit Kontakt zu den deszendierenden L4-Wurzeln beidseits ohne Nervenwurzelkompression und eine mässige rechtsseitige und leichtgradige linksseitige foraminale Stenose. Bei LWK4/LWK5 zeig
t
e
n
sich eine
breitbasige
Discusprotrusion
mit Anulus fibrosus Riss und konsekutiver mittelschwerer Spinalkanalstenose und eine mässige bila
terale foraminale Stenose. Bei LWK5/SWK1 sei
en
keine
Discushernie
und keine Nervenwurzelkompression vorhanden und eine mässige bilaterale foraminale Stenose.
Die Ärztin hielt fest, es bestünden eine
Discusprotrusion
LWK4/LWK5 mit Anulus fibrosus Riss und konsekutiver mittelschwerer Spinalkanalstenose sowie eine ossär bedingte mässige foraminale Stenose LWK3/LWK4 recht
s und LWK4 bis SWK1 beidseits.
3.2.2
In einem weiteren Bericht ü
ber ein am 2
1.
März 2016 (
Urk.
6/22/29
) durchge
führtes MRI der LWS stellte der zuständige Arzt fest, im Vergleich mit der Vor
untersuchung vom 2
2.
Dezember 2015 bestünden eine stationäre
breitbasige
Dis
cushernie
L4/L5 mit Spinalkanalstenose und Kompression der Nervenwurzel L5 beidseits und eine foraminale N
ervenwurzeldeviation L4 links.
3.2.3
Im B
ericht vom 2
4.
März 2016 (
Urk.
6
/
9
) der
B._
über die Erstvorstellung des Beschwerdeführers in der Wirbelsäulen-Sprechstunde hielten die Ärzte
als
Diagnose
eine
sensomotorische LS-Radikulopathie links bei Dis
kushernie L4/5 mit
recessaler
Kompression der Nervenwurzel L5 links fest. Es sei
en
mit dem Beschwerdeführer erneut die therapeutischen Optionen besprochen und eine Dekompression L4/5 empfohlen worden, ansonsten mit einer hochgra
digen, dauerhaften Parese zu rechnen
sei
. Der Beschwerdeführer wolle klar auf eine operative Versorgung sowie auf ein
en Infiltrationsversuch verzichten.
3.3
Dr.
med.
D._
,
O
rthopädi
sche Chirurgie
und Traumatologie des
Bewegungs
apar
a
tes
, welche im Auftrag des Krankentaggeldversicherers eine medizinische Untersuchung durchgeführt hatte, hielt im Gut
achten vom 2
9.
Juni 2016 (
Urk.
6/
29/
24-
37
) unter Diagnosen
fest, zum Zeitpunkt der Untersuchung bestün
den
degenerative Veränderungen lumbal, ohne nervenwurzelbezoge
nes Defizit und es seien
rezidivierende Beschwerden bei Haltungsinsuffizien
z und Fehlstatik möglich
. In der Untersuchung zeige sich eine Verdeutlichung/Fixierung auf die Beschwerden. Es bestünden asymptomatische Erwachsenenplattfüsse und ein be
ginnendes stammbetontes Übergewicht bei insgesamt sehr muskelkräftigem Ha
bitus
(S. 9)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielt sie fest, körperlich leichte und mittelschwere Tätigkei
ten seien dem Beschwerdeführer ab sofort möglich, die er vorzugweise ohne häu
figes Bücken und Zwangshaltungen durchführen könne. Die zuletzt ausgeübte Ladetätigkeit sollte auf Dauer nic
ht mehr verrichtet werden (S. 10
).
3.4
Der regionale ärztliche Dienst (RAD)
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt in seiner Aktenbeurteilung vom
2.
November 2016 fest (
Urk.
6/30/3 f.),
es sei ein somatischer Gesundheitsschaden einschliess
lich der sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähig
keit durch ein subakutes sensomotorisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 links mit/bei Diskushernie L4/5 mit
rezessaler
Kompression der Nervenwurzel L5 links ausgewiesen. Im Hinblick auf
die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit und die Aus
führungen im Gutachten von
Dr.
D._
sei die Bewertung der Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar, da es sich um eine oft stehende/gehende und nur manchmal sitzende Tätigkeit
ge
handelt
habe
, wenngleich
auch
m
it eher
geringer Gewichts
belastung (manchmal leicht, nur se
lten mittelschwer oder schwer).
Für eine an
gepasste Tätigkeit
sei
von einer gan
ztägigen bzw. vollschichtigen Arbeitsfähig
keit von
100
%
auszugehen
.
Zum
Bela
stungsprofil
führte der
RAD aus,
zumutbar seien
körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keit
en
ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als
zehn
Kilogramm
, ohne häufiges Bücken oder längeres
V
erharren in Zwangsha
l
tungen,
wie
zum Beispiel in
vornüber gebeugter Haltung.
3.5
3.5.1
Im Bericht der
B._
vom 1
0.
April 2017
(
Urk.
6/58
/3-4
)
über die Sprech
stunde vom
4.
April 2017 stellten
Dr.
A._
und med.
pract
.
F._
folgende
Diagnosen
:
chronische, sensomotori
sche L4- und L5
-Radikulopathi
e links mit/bei
Diskushernie L4/5 mit
rezessaler
Kompression der Nervenwurzel L5 beidseits und
Neuroforamenstenose
L4/5 beidseits linksbetont
. Das letzte Mal sei der Beschwer
deführer am 2
2.
März 2016 in der Sprechstunde beurteilt worden. Aufgrund der sehr ausgeprägten sensomotorischen L5-Radikulopathie links sei ihm bereits da
mals die Dekompressionsoperation empfohlen worden, welche er vehement ab
ge
lehn
t habe
und ei
ne Infiltrationstherapie
habe
er ebenfalls nicht
gewünscht
.
Es wurde festgehalten, i
m MRI der LWS vom
4.
April 2017
habe
sich bei bekann
te
r
Rez
essusstenose
L4/5 beidseits mit
Nervenwurzelkompression L5 eine im Ver
gleich zur Voruntersuchung deutlich progrediente
Neuroforamenstenose
L4/5
beidseits
gezeigt
. Neu b
estünden
nun auch eine schmerzhafte Ausstrahlung im Dermatom L4 und eine
Fussheberschwäche
sowie eine leichte Knieextensions
schwäche
bei Nervenwurzelkompression L
4.
Die
Indikation zur Operation
sei ge
geben, da der Beschwerdeführer dies
e
aber ablehne, sei ihm erneut eine Infiltra
tionstherapie als minimale Variante zur Behandlung der Schmerzen empfohlen worden. Er lehne aber beides weiterhin ab.
3.5.2
Anlässlich der Sprechstunde vom 1
1.
Mai 2017 (
Urk.
6/
58/1-2)
hielten
die Ärzte
der
B._
unveränderte Verhältnisse im Vergleich mit dem Vo
runtersuch vom
4.
April 2017 fest
.
3.6
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin
,
berichtete am 1
8.
Dezember 2017
(
Urk.
8)
,
er bestätige, dass der Beschwerdeführer seit 1
7.
November 2017 bei ihm in Behandlung stehe. Aufgrund der stark chronifizierten
Lumboischialgie
mit Gehbehinderung bestehe eine eingeschränkte Belastbarkeit des linken Beines und
der
Beschwerdeführer habe gemäss seinen Angaben wegen Schwäche in den Bei
nen immer wieder Stürze. Die bisherigen Massnahmen hätten eine physiothera
peutische Behandlung und die Einnahme von Medikamenten umfasst. In der
B._
sei bereits am
4.
April 2017 die Operationsindikation gestellt worden. Der Beschwerdeführer zeige jedoch ein zurückhaltendes Verhalten
.
4.
4.1
Gemäss
medizin
ische
n
A
kten,
i
nsbesondere
auf
grund der
Untersuchungen mittels
MRI
im Dezember 2015, März 2016 und April 2017
(vgl.
hiervor; E. 3.2.1, E. 3.2.2, E. 3.5.1)
,
ist
beim Beschwerdeführer
ein
progredienter
somatischer Gesundheits
schaden
nach
degenerative
n
Veränderungen an der Lendenwirbelsäule ausgewie
sen.
Dabei zeig
en die bildgebenden Befunde
eine
breitbasige
Disk
ushernie
auf Höhe
L4/L5 mit Spinalkanalstenose und
eine
Kompressi
on der Nervenwurzel L5
sowie
eine foraminale Nervenwurzeldeviation L4 links
.
Dem Beschwerdeführer wurde daher b
ereits
im März 2016 eine Dekompression auf Höhe L4/5 empfohlen, ansonsten mit einer
höhergradigen
dauerhaften Parese zu rechnen sei (vgl.
E. 3.2.3 hiervor)
.
Vor diesem Hintergrund legte d
ie Gutachterin
Dr.
D._
unter Würdigung der medizinischen
Akten
und
nach eigener Untersuchung nachvoll
ziehbar dar, dass
aufgrund der
lumbalen
degenerative
n
Veränderungen
die
zu
letzt ausgeübte
Tätigkeit als Umschlagsmitarbeiter mit Be- und Entladetätigkeit
vom Beschwerdeführer
nicht mehr verrichtet
werden
sollte.
Überzeugend
ist auch
,
dass die
Gutachterin in Bezug auf die
Rückenproblematik
den
Beschwerdeführer
für körperlich leicht
e
und mittelschwere Tätigkeiten ohne häufiges Bücken und Zwangshaltungen
als uneing
eschränkt arbeitsfähig erachtet hat
(E. 3.3 hiervor).
Ähnlich bewertete auch der RAD-Arzt
Dr.
E._
die Restarbeitsfähigkeit
,
indem er
das
für den Beschwerdeführer zumutbar
e
Belastungsprofil
auf
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, ohne Heben und T
ragen von Lasten von mehr als zehn Kilogramm und
ohne häufiges Bücken oder längeres
V
erharren in Zwangs
haltungen
einschränkte
(E. 3.4 hiervor).
Zwar wurde i
m
MRI vom
4.
April 2017
(
Urk.
6/58/4), welches der Beschwerde
gegnerin erst nach deren Verfügungserlas
s
zugestellt wurde (vgl. Akt
enverzeich
nis
Dok
-
Eing
.-Datum
2.
November 2017
)
bei bekannter
Rezessusstenose
L4/5 mit Nervenwurzelk
ompression L5,
auf
eine im Vergleich zur Voruntersuchung pro
grediente
Neuroforamenstenose
L4/5
hingewiesen
und
dabei erneut eine
Dekom
pression
oder zumindest
Infiltrationstherapie
empfohlen.
Anhaltspunkte für
Ver
änderung
en, die zu weiteren funktionellen Einschränkungen
im H
inblick auf eine rückenadaptier
te Tät
igkeit
als den bereits beschriebenen führen würden,
ergeben sich
aus diesem Bericht
jedoch
keine
.
A
us dem Umstand, dass sich der Beschwer
deführer trotz mehrfache
n
ärztliche
n
Empfehlungen nicht adäquat behandeln lässt
,
kann
auch nichts Weiteres zu seinen Gunsten ab
geleitet werden. Nichts Anderes ist
auch den
Berichte
n von
Dr.
A._
der
B._
vom 1
0.
April und 1
6.
Mai 2017
,
auf welche sich der Beschwerdeführer beruft
(
Urk.
3/2 und
Urk.
3/3; vgl. auch E. 3.5.1 und 3.5.2) und de
m
im
V
erfahren nachgereichten Bericht von
Dr.
G._
(
Urk.
8, vgl. E. 3.6)
zu
entnehmen, erfolgt
e doch in diesen
Berich
ten keine Einschätzung
der
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in ange
passter Tätigkeit
.
Dabei
ist auch festzuhalten, dass
Dr.
G._
den Beschwerde
führer erst seit 1
7.
November 2017
behandelt
,
sich
die
richterliche Überprüfungs
befugnis auf den Verfügungszeitpunkt (2
3.
Oktober 2017)
beschränkt
und
der Be
richt
daher
nicht
berücksichtigt
werden kann
.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf das Gutachten von
Dr.
D._
und
die Stellungnahme ihres RAD-Arztes
Dr.
E._
in angepasster Tätigkeit
,
verstanden als
körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keit, ohne Heben und Tragen vo
n Lasten von mehr als zehn Kilogramm
, ohne häufiges Bücken oder längeres
V
erharren in Zwangshaltungen
,
von einer v
ollzei
tig zumutbaren
Arbeitsfähigkeit
ausg
ing
.
4.2
4.2.1
Was die erwerblichen Auswirkungen der Unzumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit als
Umschlagsmitarbeiter mit Be- und Entladetätigkeit
anbelangt, legte die
Be
schwerdegegnerin das
Valideneinkommen
auf
Fr.
60'500.-- fest (vgl.
Urk.
6/30/5)
, was
mit den
Angaben des Arbeitgebers
für das Jahr 2015 überein
stimmt
(
Urk.
6/18/4
) und
mit Blick
auf in ähnlicher Höhe
erzielte Einkommen in den Jahren 2010 bis 2014 (vgl.
Auszug
aus dem individuellen Konto,
Urk.
6/19/2) jedenfalls nicht als unrealistisch erscheint. A
ngepasst an die Nominallohnent
wicklung (Stand 2015: 2226, Stand 2016: 2239; vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T39 Entwicklung der Nominallöhne)
ist damit von einem
Valideneinkom
men
von
Fr.
60'853
.-- im massge
benden Jahr 2016 (E. 1.3) auszugehen
.
4.2.2
Das Invalideneinkommen
liess
die Beschwerdegegnerin
mit der Begründung offen, der Beschwerdeführer könne
eine
angepasste Tätigkeit zu 100
%
ausüben und i
n einer solchen
un
- oder angelernten Tätigkeit könne er ein Einkommen ungefähr in derselben Höhe wie bisher erzielen
, so dass keine Lohneinbusse von mindestens 40
%
be
stehe (vgl. E. 2.1 hiervor)
.
Der Beschwerdeführer ist dagegen der Ansicht
,
dass die Lohneinbusse bei einer anders gelagerten Tätigkeit ohne entsprechende zusätzliche Ausbildung oder Anlernung
mindestens
40
%
betrage.
Der Beschwerdeführer geht keiner Arbeit mehr nach. Rechtsprechungsgemäss sind daher die Tabellenwerte
(vgl. E. 1.3.
3
)
, vorliegend die Löhne für Männer (LSE 2014 TA1, Kompetenzniveau 1) in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art heranzuziehen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung von Indexstand 2220 (2014) auf Indexstand 2239 (2016; vgl. Tabelle 39, Männer 2011-2017) sowie an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2016 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen) resultiert in angepasster Tätigkeit ein Einkommen von
Fr.
67'022.-- (
Fr.
5'312.-- x 12 / 2220 x 2239 / 40 x 41.7).
Ob sich ein
zusätzlicher
leidensbedin
gter Abzug vom Tabellenlohn
rechtfertigt
(vgl. E. 1.3.3)
, kann offen bleiben
. Denn s
elbst unter Berücksichtigung eines lei
densbedingten Maximalabzuges von 25
%
— welcher vorliegend jedenfalls nicht
zu
rechtfertigen wäre —
würde
noch ein Invalideneinkommen von Fr.
50'266.50
resultieren. I
n Gegenüberstellung
zum
Valideneinkommen
von
Fr.
60'853.--
ergäbe sich selbst in diesem Fall lediglich ein
Invaliditätsgrad von gerundet
17
%
, was nicht im Bereich eines
renten
begründende
n
I
nvaliditätsgrad
es
von
mindes
tens 40
%
liegt
.
4.3
Zusammenfassend ergibt sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Dies führt zu Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 — 1'000 Franken festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und vorliegend auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.