# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f34fde96-8ace-41f1-8baa-d7a01aa44517
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 12. November 2021 (FK210027-C)
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Rechtsbegehren:
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 2 S. 2):
"1. Es seien die von den Parteien anlässlich der  vom 15. März 2021 vor dem Friedensrichteramt C._ abgeschlossene Vereinbarung sowie die Vereinbarung der Parteien vom 22. bzw. 28. Juni 2021 gerichtlich zu .
2. Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, D._ jeden Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit oder zu sich auf eigene Kosten auf Besuch zu nehmen. Des Weiteren sei er für berechtigt zu erklären, D._ ab Eintritt in die 1. Klasse während drei  mit oder zu sich in die Ferien zu nehmen, wobei nicht länger als eine Woche am Stück. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten (zzgl. MwSt.)."
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 10 S. 2):
"1. Es sei die von den Parteien anlässlich der  vom 15. März 2021 vor dem Friedensrichteramt C._ abgeschlossene Vereinbarung sowie die Vereinbarung der Parteien vom 22. bzw. 28. Juni 2021 gerichtlich zu .
2. Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, D._ jeden Sonntag von 09:00 Uhr bis Dienstag 08:00 Uhr bzw. Eintritt in die Kindertagesstätte zu sich auf eigene Kosten auf Besuch zu . Des Weiteren sei er für berechtigt zu erklären, D._ ab Eintritt in die 1. Klasse während vier Wochen mit oder zu sich in die Ferien zu nehmen, wobei nicht länger als eine Woche am Stück.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin."
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 12. November 2021:
(Urk. 31 S. 12 ff. = Urk. 40 S. 12 ff.)
1. Die mit Verfügung des Friedensrichteramts C._ vom
17. März 2021 zwischen den Parteien geschlossene Teilvereinbarung wird
mit Ausnahme von Ziffer 6 in Bezug auf die Kinderbelange genehmigt. Im
Übrigen wird von der Vereinbarung Vormerk genommen. Die Vereinbarung
lautet wie folgt:
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1. Der Beklagte gibt sein Einverständnis, dass die Klägerin ihren Wohnsitz gemeinsam mit
dem Sohn D._, geboren am tt.mm.2017, per 1. August 2021 nach E._ verlegt.
2. Die Parteien kommen überein, die gemeinsame elterliche Sorge über D._ zu behal-
ten.
3. Die beklagte Partei erklärt sich einverstanden, dass die Erziehungsgutschriften für
D._ der Klägerin alleine zugeteilt werden.
4. Die beklagte Partei erklärt sich einverstanden, dass der Klägerin die alleinige Obhut über
D._ übertragen wird.
5. Die Parteien kommen überein, dass der Vater D._ einstweilen bis zu einem anders
lautenden Gerichtsentscheid jeden Sonntag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit oder zu
sich auf eigene Kosten zu Besuch nimmt. Beginn: 21.03.2021, Übergabeort ist der
Bahnhof F._.
6. [...]
7. In Bezug auf die übrigen Rechtsbegehren sowie auf die definitive Regelung des Be-
suchsrechts haben sich die Parteien noch nicht geeinigt. Der Klägerin wird dafür die Kla-
gebewilligung erteilt.
8. Die klagende Partei übernimmt vorerst die Kosten des Schlichtungsverfahrens. Diese
werden bei Einreichung der Klage zur Hauptsache geschlagen.
2. In Abänderung von Ziffer 6 der mit Verfügung des Friedensrichteramts
C._ vom 17. März 2021 zwischen den Parteien geschlossenen Teilver-
einbarung setzt das Gericht für den Beklagten folgendes Besuchsrecht für
D._, geboren am tt.mm.2017, fest:
Der Beklagte soll bis am 31. Januar 2022 berechtigt sein, D._ jeden
Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu
sich auf Besuch zu nehmen.
Ab dem 1. Februar 2022 bis zum 31. August 2022 soll der Beklagte berech-
tigt sein, D._ jeden zweiten Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr sowie
jeden zweiten Montag von 07:45 Uhr bis 17:00 Uhr auf eigene Kosten mit
sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
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Ab dem 1. September 2022 soll der Beklagte berechtigt sein, D._ jeden
zweiten Sonntag von 09:00 Uhr bis Montagabend,17:00 Uhr auf eigene Kos-
ten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Solange der Beklagte in G._ wohnt, finden die Übergaben von D._
jeweils am Bahnhof F._ statt. Betreffend den Übergabeort von
D._ ab Bezug der Wohnung des Beklagten in E._ einigen sich die
Parteien dannzumal unter sich.
Ab dem 1. Januar 2023 soll der Beklagte berechtigt sein, D._ während
drei Wochen jährlich (maximal eine Woche am Stück) während der Schulfe-
rien auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen.
Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündi-
gen.
Ein weitergehendes Besuchsrecht des Beklagten nach gegenseitiger Ab-
sprache bleibt vorbehalten.
3. Der Antrag der Parteien betreffend Genehmigung von Ziffer 6 der mit Verfü-
gung des Friedensrichteramts C._ vom 17. März 2021 zwischen den
Parteien geschlossenen Teilvereinbarung wird abgewiesen.
4. Die zwischen den Parteien geschlossene Teilvereinbarung vom 22. bzw.
28. Juni 2021 wird in Bezug auf die Kinderbelange genehmigt. Im Übrigen
wird von der Vereinbarung Vormerk genommen. Sie lautet wie folgt
Unterhalt
1. Der Beklagte verpflichtet sich, an den Unterhalt des gemeinsamen Sohnes D._,
geboren am tt.mm.2017, monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 850.00 (davon Be-
treuungsunterhalt CHF 0.00) zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzu-
lagen zu bezahlen, jeweils im Voraus auf den Ersten, erstmals ab 1. Januar 2021 bis
zur Mündigkeit bzw. Beendigung der Erstausbildung.
Die ab Januar 2021 bezahlten Unterhaltsbeiträge werden an den geschuldeten Unter-
halt gemäss Absatz 1 angerechnet.
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2. Ausserordentliche Kinderkosten ab CHF 300.00 pro Ereignis (z.B. Zahnarzt, schulische
Förderungsmassnahmen etc.), für welche Dritte, wie z.B. Versicherungen, nicht auf-
kommen, werden von den Parteien hälftig getragen, soweit sich die Parteien vorgängig
darüber geeinigt haben.
Indexierung
3. Die monatlichen Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 Absatz 1 basieren auf dem Lan-
desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Mai 2021 von
101.9 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Die Unterhaltsbeiträge sind jähr-
lich per 1. Januar dem Indexstand per Ende November des Vorjahres, erstmals per
1. Januar 2022, nach der folgenden Formel anzupassen:
Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag X neuer Indexstand
ursprünglicher Indexstand
Weist der Beklagte nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfange der Teuerung
erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkom-
menssteigerung angepasst.
Finanzielle Verhältnisse
4. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 1 Absatz beruhen auf den folgenden, beidseitig
anerkannten finanziellen Verhältnissen der Parteien:
– Einkommen Klägerin:
CHF 3'840.00 netto (70% Arbeitspensum, inkl. 13. Monatslohn, exklusive Kinderzula-
gen)
– Einkommen Beklagter
CHF 4'520.00 (80% Arbeitspensum, inklusive 13. Monatslohn, exklusive Trinkgeld, ex-
klusive Kinderzulagen)
– Einkommen D._: CHF 350.00 (200.00 Kinderzulagen sowie CHF 150.00 freiwil-
lige Kinderzulagen der Arbeitgeberin)
– Erweiterter Bedarf Klägerin: CHF 3'033.00
– Erweiterter Bedarf Beklagter: CHF 3'670.00
– Erweiterter Bedarf D._: CHF 1'200.00
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– Vermögen Klägerin: CHF 0.00
– Vermögen Beklagter: CHF 0.00
– Vermögen D._: CHF 0.00
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'400.– ; die weiteren Auslagen betragen:
500.– Kosten des Schlichtungsverfahrens
Fr. 322.50 Dolmetscherkosten
Fr. 3'222.50 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
7. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
8. [Mitteilungssatz]
9. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 30 Tage]
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 39 S. 2):
"1.1 Es sei die Ziff. 2 des Urteils vom 12. November 2021 aufzuheben.
1.2 Es sei der Berufungskläger für berechtigt und verpflichtet zu erklären,
den Sohn, D._, jede Woche von Sonntag 9.00 Uhr bis Dienstag 8.00 Uhr bzw. Eintritt in die Kindertagesstätte auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen.
1.3 Der Berufungskläger sei zudem für berechtigt und verpflichtet zu erklä-
ren, den gemeinsamen Sohn während vier Wochen mit oder zu sich in die Ferien zunehmen. Das Ferienbesuchsrecht sei mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen.
Weitergehende oder abweichende Besuchskontakte seien nach gegenseitiger elterlicher Absprache unter Wahrung des Kindeswohls vorzubehalten.
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2.1 Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger  die Prozesskosten im Umfang von CHF 4'500.- zzgl.  zu bezahlen.
2.2 Eventualiter, für den Fall, dass Ziffer 2.1. dieses Gesuches nicht ge-
schützt werden sollte:
Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, und es sei die unterzeichnende Rechtsanwältin als dessen unentgeltliche Vertreterin einzusetzen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungs-
beklagten."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind die nicht verheirateten Eltern von D._, geboren am
tt.mm.2017. Mit Eingabe vom 5. Juli 2021 reichte die Klägerin und Berufungsbe-
klagte (fortan Klägerin) eine Klage mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen
bei der Vorinstanz ein (Urk. 2); der Prozessverlauf kann dem angefochtenen Ent-
scheid entnommen werden (Urk. 31 S. 2 f. = Urk. 40 S. 2 f.). Mit unbegründetem
(Urk. 23) und hernach begründetem Urteil vom 12. November 2021 fällte die Vor-
instanz den oben aufgeführten Entscheid (Urk. 31 = Urk. 40).
2. Mit Eingabe vom 14. Juni 2022 reichte der Beklagte und Berufungskläger
(fortan Beklagter) innert Frist (Art. 311 Abs. 1 ZPO und Urk. 32) Berufung mit den
eingangs wiedergegebenen Anträgen ein (Urk. 39). Auf Nachfrage lehnte die Klä-
gerin die Durchführung einer Vergleichsverhandlung ab (vgl. Urk. 48).
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-38). Da sich die Be-
rufung - wie nachstehend zu zeigen ist - sogleich als unbegründet erweist, kann
auf die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet werden (Art. 312
Abs. 1 ZPO).
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II.
Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache,
mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet. Die Parteien haben die
von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie auch die
Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 142 I 93
E. 8.2; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von
offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen
zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben
werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist insoweit auf die
Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1).
III.
1. Vor Vorinstanz umstritten war die Regelung des Besuchsrechts von
D._, nachdem sich die Parteien anlässlich des Schlichtungsverfahrens vor-
läufig auf ein Besuchsrecht des Beklagten jeweils sonntags von 10.00 Uhr bis
18.00 Uhr geeinigt hatten (vgl. Urk. 1). Der Vorderrichter legte es insbesondere
aufgrund der bisherigen Rollenteilung, des Alters von D._, der bestehenden
Kommunikationsschwierigkeiten sowie des Umzugs der Parteien in die Region
E._ in folgende drei Phasen fest (Urk. 40 S. 11 respektive S. 13 Dispositiv-
Ziffer 2):
"Der Beklagte soll bis am 31. Januar 2022 berechtigt sein, D._ jeden Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
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Ab dem 1. Februar 2022 bis zum 31. August 2022 soll der Beklagte berech- tigt sein, D._ jeden zweiten Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr sowie jeden zweiten Montag von 07:45 Uhr bis 17:00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Ab dem 1. September 2022 soll der Beklagte berechtigt sein, D._ jeden zweiten Sonntag von 09:00 Uhr bis Montagabend,17:00 Uhr auf eigene Kos- ten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen."
2.1 Der Beklagte macht zunächst geltend, die Klägerin verweigere ihm die Aus-
kunft über essentielle Informationen, beispielsweise wo D._ in den Kinder-
garten gehe, wo sein Fussballtraining stattfinde oder sogar wo D._ zurzeit
wohnhaft sei. Die Klägerin verstosse damit gegen die mit der elterlichen Sorge
zusammenhängenden Verpflichtungen. Es sei durch das Gericht anzuordnen,
dass die Klägerin den Beklagten in sämtlichen wesentlichen Entscheiden involvie-
ren und ihn über essentielle Informationen orientieren müsse (Urk. 39 S. 3).
2.2 Der anwaltlich vertretene Beklagte stellt keinen formellen Berufungsantrag
zu diesen Begehren. Ohnehin ist nicht ersichtlich, was er damit im vorliegenden
Berufungsverfahren erreichen möchte. So führt er zutreffend aus, dass die ge-
meinsame elterlich Sorge beinhaltet, dass die Eltern sich über sämtliche wesentli-
chen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen
haben (Art. 301 ff. ZGB). Davon umfasst wird auch der Austausch der von ihm ge-
forderten Informationen, die für beide Elternteile essentiell sind für die pflichtge-
mässe Ausübung der elterlichen Sorge und der Betreuung von D._. Die Vor-
instanz genehmigte den Antrag der Parteien in ihrer Vereinbarung vom 17. März
2022 auf Zuteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge (Urk. 40 S. 12 Dispositiv-
Ziffer 1). Mit Abschluss des vorliegenden Berufungsverfahrens wird diese Ge-
nehmigung, da sie nicht angefochten wurde (vgl. Urk.39 S. 2), rechtskräftig. Die
Klägerin wird dem Beklagten somit spätestens dann sämtliche relevanten Infor-
mationen über D._ mitteilen müssen. Eine gerichtliche Anordnung wäre so-
mit selbst bei einem formgültigen Antrag hierfür nicht nötig.
3.1 Der Beklagte macht betreffend Besuchsrecht im Wesentlichen geltend, dass
seit der vorinstanzlichen Verhandlung vom 12. November 2021 der Kontakt zwi-
schen ihm und D._ von der Klägerin reduziert worden sei. Er könne nicht
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mehr mit D._ (video-)telefonieren und habe nur noch Kontakt alle zwei Wo-
chen am Sonntag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Die Vorinstanz habe die Exklusion
der Übernachtungen mit der Eingewöhnungsphase von D._ an seine neue
Wohnung und seinem Alter begründet. D._ habe aber bereits mit der Kläge-
rin von Zürich nach E._ umziehen müssen. D._ fühle sich sehr wohl bei
ihm. Folglich könne die Phase ab September 2022, in welcher Übernachtungen
vorgesehen seien, vorgezogen werden. Er könne D._ mindestens ebenso
gut wie die Klägerin betreuen. Ab Oktober 2022 könne das Besuchsrecht zu sei-
nen Gunsten erneut erweitert werden, und zwar auf jeden zweiten Sonntag von
9.00 Uhr bis Dienstag 8.00 Uhr. So könne er D._ direkt der Tagesstätte
übergeben und selber Kontakt zu den Drittbetreuern pflegen. Auch wenn die Situ-
ation zwischen den Eltern angespannt sei, habe sich die Kommunikation zum
Wohle von D._ verbessert. Die Klägerin solle den Kontakt des Beklagten zu
D._ nicht verhindern, sondern unterstützen. Es bestehe eine gute Vater-
Sohn-Beziehung und es gebe keinerlei Anzeichen von Gewalt oder anderweitigen
Gefahren (Urk. 39 S. 4 ff.).
3.2 Die Rügen des Beklagten sind unbegründet. So führt er nicht nachvollzieh-
bar und ohne Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen aus,
weshalb die Besuchsregelung der Vorinstanz angepasst und namentlich die
Übernachtungen von D._ bei ihm einige wenige Monate früher durchgeführt
werden sollten. Hierfür liefert er keine überzeugenden Argumente, sondern macht
mehrheitlich appellatorische Kritik geltend. Die Vorinstanz errichtete das Besuchs-
recht anhand der im Urteilszeitpunkt von den Parteien geltend gemachten Um-
stände, wobei sie aber insbesondere bereits berücksichtigte, dass der Beklagte
nach E._ in die Nähe der Klägerin ziehen wird (vgl. Urk. 40 S. 10 f.). Auch
deren Erwägungen, dass ein Aufbau der Besuchsregelung unter anderem auf-
grund der Kommunikationsschwierigkeiten stufenweise zu erfolgen habe, sind
begründet und entsprechen dem Kindswohl (vgl. Urk. 40 S. 9 f.). Damit setzt sich
der Beklagte in seiner Berufungsschrift nicht auseinander, mithin führt er nicht
aus, weshalb genau der Ausbau schneller und die Übernachtungen früher zu er-
folgen hätten. Auch macht er nicht geltend, dass sich die Klägerin nicht an das
gerichtlich festgelegte Besuchsrecht hält. D._ wird dieses Jahr fünf Jahre alt
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und übernachtete bisher noch nie alleine beim Beklagten. Der stufenweise Aus-
bau des Besuchsrechts mit mehrmonatigen Etappen zur Angewöhnung ist unter
den vorliegenden Umständen, insbesondere mit Blick auf den offensichtlich wei-
terhin bestehenden Elternkonflikt, ohne weiteres gerechtfertigt. Sodann liefert der
Beklagte auch keine nachvollziehbare Erklärung, weshalb die letzte Phase des
vorinstanzlich festgelegten Besuchsrechts um eine weitere Nacht (Übergabe am
Dienstagmorgen anstatt am Montagabend) erweitert werden sollte. Der Kontakt
zu den Drittbetreuungspersonen der Kindertagesstätte steht ihm bereits jetzt zu.
Diesen Kontakt scheint er in der Zwischenzeit denn auch aufgenommen zu haben
(vgl. Urk. 49/41/2 S. 2). Ein Grund für eine Ausdehnung der Übernachtungen so
kurz nach deren Einführung ist in seiner Argumentation nicht erkennbar. Der Auf-
bau einer gesunden Vater-Sohn-Beziehung wird durch das vorinstanzlich festge-
legte Besuchsrecht zweifelsohne ermöglicht. Eine Gefährdung des Kindswohls ist
nicht erkennbar.
3.3 Was Berufungsantrag 1.3 betreffend Erweiterung des Ferienbesuchsrechts
anbelangt, finden sich in der Berufungsschrift keinerlei Ausführungen hierzu,
weshalb sich mangels Rügen eine Auseinandersetzung erübrigt.
3.4 Zusammenfassend erweist sich die von der Vorinstanz festgelegte Besuchs-
regelung als den aktuellen Umständen sowie dem Kindswohl angemessen. Der
Berufungskläger konnte nicht darlegen, inwiefern eine Anpassung erforderlich wä-
re. Demgemäss ist die Berufung abzuweisen und die angefochtene Dispositiv-
Ziffer 2 zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO).
IV.
1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2 Abs. 1, § 5
Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG der Gerichtsgebührenverordnung auf
Fr. 1'500.– festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfah-
rens dem Beklagten als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
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2. Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-
chen, dem Beklagten zufolge seines Unterliegens, der Klägerin mangels relevan-
ter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO).
3. Der Beklagte stellt für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Zusprechung
eines Prozesskostenbeitrags, eventualiter um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege und um Bestellung von Rechtsanwältin X._ als unentgeltliche
Rechtsbeiständin (Urk. 49 S. 2). Bei der Zusprechung eines Prozesskostenbei-
trags sind die für die Gewährung des prozessualen Armenrechts entwickelten
Grundsätze analog anzuwenden. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person An-
spruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mit-
tel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Die
prozessualen Gesuche des Beklagten sind zufolge Aussichtslosigkeit der Beru-
fung (vgl. vorstehende Erwägungen) sowie mangels entsprechender Ausführun-
gen und aktueller Unterlagen zu seinem Einkommen (vgl. Urk. 43/8+9) abzuwei-
sen.