# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1debc80c-e04d-4dbf-a04b-19ee8445623c
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 26. Januar 2021 reichte A._ bei der Gemeinde B._ eine mit
"Einsprache/Gesuch" betitelte Eingabe gegen das Baugesuch Nr.
C._ der D._ AG bezüglich Neubau eines Hochregallagers auf
der Parzelle Nr. E._ in B._ ein.
2. Mit Bau- sowie Einspracheentscheid vom 17. März 2021 trat die
Gemeinde auf die Einsprache von A._ nicht ein und erteilte dem
Baugesuch die Bewilligung unter Auflagen. Begründend führte sie im
Wesentlichen aus, dass es dem Einsprecher an einer räumlichen
Beziehungsnähe sowie an einem ausgewiesenen persönlichen Interesse
mangle, weshalb er nicht zur Einsprache legitimiert sei. Das Bauvorhaben
sei darüber hinaus zonenkonform.
3. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 15. April
2021 (Datum Poststempel) sinngemäss Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und bat darum, "die
Ablehnung der Einsprache zu beurteilen". Die erteilte Baubewilligung sei
allenfalls abzulehnen und ein unverzüglicher Baustopp zu veranlassen.
Die F._ (Anm. des Gerichts: Hügel als Erosionsrelikte eines
spätglazialen Bergsturzes) in B._ seien im Bundesinventar der
Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) eingetragen und stünden somit
unter Schutz. Der vorgesehene Bau zwischen der G._ und der
H._ würde dieses Schutzziel massiv beeinträchtigen und die F._
um rund 25 m überragen. Zudem sei die Verbindungsstrasse nördlich der
beiden F._ im Generellen Erschliessungsplan Verkehr
rechtsverbindlich eingetragen und solle als solche erhalten bleiben.
4. Am 10. Mai 2021 beantragte die Gemeinde B._ (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) in ihrer Stellungnahme sinngemäss die Abweisung
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der Beschwerde und vertiefte ihre Ausführungen zur mangelnden
Einsprachelegitimation des Beschwerdeführers.
5. Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 verweigerte der zuständige
Instruktionsrichter der Beschwerde den beantragten superprovisorischen
Baustopp.
6. Am 18. Mai 2021 vertiefte der Beschwerdeführer replicando seine in der
Beschwerde vom 15. April 2021 vorgebrachten Ausführungen und hält
fest, er mache allgemeine öffentliche Interessen geltend. Das
Bauvorhaben würde die F._ Landschaft B._ nachhaltig
beeinträchtigen und sei folglich nicht zulässig.
7. Mit Duplik vom 28. Mai 2021 verwies die Beschwerdegegnerin auf ihre
Ausführungen in der Stellungnahme vom 10. Mai 2021 und verzichtete auf
weitere Ergänzungen.
8. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 4. November 2021 gelangte der
Beschwerdeführer mit weiteren Ausführungen an das Gericht. Seit seiner
Stellungnahme seien unterdessen beinahe fünf Monate vergangen und er
erwarte in nächster Zeit einen Entscheid.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in
den angefochtenen Entscheiden vom 17. März 2021 wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in einzelrichterlicher
Kompetenz, wenn ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder
offensichtlich begründet oder unbegründet ist. Die vorliegende
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Beschwerde ist wie nachfolgend (E.4) dargelegt wird – offensichtlich
unbegründet, weshalb deren Beurteilung in einzelrichterlicher Kompetenz
erfolgen kann.
1.2. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Bau- und
Einspracheentscheid der Gemeinde B._ vom 17. März 2021, worin
die Beschwerdegegnerin wegen fehlender Einsprachelegitimation nicht
auf die vom Beschwerdeführer gegen das Baugesuch Nr. C._
erhobene Einsprache eingetreten ist. Gegen Entscheide von Gemeinden,
die bei keiner anderen Instanz angefochten werden können und weder
nach kantonalem noch nach eidgenössischem Recht endgültig sind, kann
gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts.
1.3. Vorliegend ist von Amtes wegen zu prüfen, ob die Einsprachelegitimation
im kommunalen Einspracheverfahren gegeben war. Dies nicht nur
aufgrund von Art. 11 Abs. 1 VRG, wonach das Verwaltungsgericht den
Sachverhalt in Anwendung der Untersuchungsmaxime von Amtes wegen
zu ermitteln hat, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde
auf die Einsprache einzig mit der Begründung der fehlenden Legitimation
nicht eingetreten ist und damit das Prozessthema vorgegeben hat.
2.1. Gemäss Art. 111 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht
(Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) muss sich am Verfahren vor
allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können, wer zur
Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist. Der in dieser
Bestimmung enthaltene Grundsatz der Einheit des Verfahrens schliesst
die Anforderung mit ein, dass vor den dem Bundesgericht vorgeschalteten
unteren Instanzen die Rechtsmittelbefugnis wenigstens im gleichen
Umfang gewährt wird wie vor dem Bundesgericht selbst. Art. 33 des
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Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR
700) wiederholt diesen Grundsatz für das Raumplanungsrecht sogar
ausdrücklich. Danach muss das kantonale Recht wenigstens ein
Rechtsmittel gegen Verfügungen und Nutzungspläne gemäss dem
Raumplanungsgesetz vorsehen, wobei die Legitimation mindestens im
gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten an das Bundesgericht zu gewährleisten ist. Massgeblich
sind dabei die in Art. 89 Abs. 1 BGG definierten Anforderungen, wonach
zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt ist,
wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine
Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), wer durch den
angefochtenen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist (lit. b) und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (lit. c)
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_437/2012 vom 21. Februar 2013
E.3.1).
2.2. Nach kantonalem Recht gelten für die Legitimation zur Einsprache gegen
Baugesuche sinngemäss die Voraussetzungen für die
Planungsbeschwerde an die Regierung (Art. 92 Abs. 2 Satz 3 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]).
Gemäss Art. 101 Abs. 2 KRG ist zur Planungsbeschwerde berechtigt, wer
ein schutzwürdiges eigenes Interesse an der Anfechtung der Planung hat
oder nach Bundesrecht zur Beschwerdeführung legitimiert ist. Diese
Umschreibung geht nach Auffassung des streitberufenen Gerichts nicht
über diejenige in Art. 89 Abs. 1 und Abs. 2 BGG hinaus, weshalb bezüglich
Einsprachelegitimation auf Art. 89 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 111 Abs.
1 BGG und die dazu ergangene Rechtsprechung abgestellt werden kann.
3.1. Art. 89 Abs. 1 BGG verlangt mit Bezug auf die Beschwerdelegitimation,
dass der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Hoheitsakt
besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Damit bestätigt der Gesetzgeber das
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in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege geltende Prinzip des
Ausschlusses der Popularbeschwerde. Im Einzelnen lassen sich die
beiden Voraussetzungen von lit. b und lit. c aber nicht konsequent
auseinanderhalten, weshalb sie in Lehre und Rechtsprechung
regelmässig in einem Zug genannt werden: Wer durch einen Akt
besonders berührt ist, hat in der Regel ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Änderung oder Aufhebung. Umgekehrt setzt das schutzwürdige
Interesse voraus, dass sich jemand in einer besonderen, beachtenswerten
nahen Beziehung zur Streitsache befindet und daher vom angefochtenen
Akt besonders berührt wird (WALDMANN in:
NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler Kommentar
zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Auflage, Basel 2018, Art. 89 Rz. 10
m.w.H.).
3.2. In Plangenehmigungs- und Bewilligungsverfahren zur Errichtung von
Bauten und Anlagen wird die Legitimation von Nachbarn gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung regelmässig ohne nähere Prüfung
bejaht, wenn deren Liegenschaft an das Baugrundstück angrenzt oder
sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befindet. Bei grösseren
Entfernungen muss hingegen eine Beeinträchtigung aufgrund der
konkreten Gegebenheiten glaubhaft erscheinen. Gleichzeitig betont das
Bundesgericht, für die Beurteilung der besonderen Betroffenheit nie
schematisch auf einzelne Kriterien abzustellen, sondern die Prüfung stets
auf der Basis einer Gesamtwürdigung aller rechtlich erheblichen
Sachverhaltselemente vorzunehmen. Der Beeinträchtigung muss ein
gewisses Gewicht zukommen, um eine Betroffenheit zu begründen, die
grösser ist als diejenige der Allgemeinheit. Neben der Distanz können
somit auch Art und Ausmass der durch die Anlage verursachten
Immissionen, die Sichtverbindung, die Topographie, die Windverhältnisse,
das Erscheinungsbild der Baute oder die Lage der Grundstücke
entscheidend sein (BGE 140 II 214 E.2.3, 136 II 274 E.2.3.2; Urteile des
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Bundesgerichts 1C_286/2020 vom 15. Dezember 2020 E.2.3,
1C_107/2018 vom 30. August 2018 E.4.1 m.w.H).
4.1. Im vorliegenden Fall befindet sich die Liegenschaft des
Beschwerdeführers unbestrittenermassen ca. 1'400 m Luftlinie von der
interessierenden Bauparzelle entfernt. Damit fehlt die für die
Beschwerdelegitimation des Nachbarn gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung erforderliche besondere Beziehungsnähe in räumlicher
Hinsicht ganz offensichtlich. Es stellt sich folglich die Frage, ob beim
Beschwerdeführer aufgrund der konkreten Gegebenheiten eine glaubhaft
erscheinende Beeinträchtigung vorliegt und ob dieser ein gewisses
Gewicht zukommt, um eine Betroffenheit zu begründen, die grösser ist, als
diejenige der Allgemeinheit.
4.2. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die tatsächliche oder
rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch den Ausgang des
Verfahrens beeinflusst werden kann (HÄNNI, Planungs-, Bau- und
besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2016, S. 563). Es liegt im
praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem
Beschwerdeführer eintragen würde oder (anders gesagt) in der
Abwendung eines wirtschaftlichen, ideellen, materiellen oder anders
gearteten Nachteils, den die angefochtene Verfügung für den
Beschwerdeführer zur Folge hätte (HÄNNI, a.a.O., S. 563; WALDMANN,
a.a.O., Art. 89 Rz. 22a). Das schutzwürdige Interesse kann mithin
tatsächlicher oder rechtlicher Art sein; unwesentlich ist, ob ein
tatsächliches Interesse rechtlich geschützt wird: Weder muss es von der
angerufenen Vorschrift mitumfasst sein, noch braucht es mit der
Schutzrichtung der als verletzt behaupteten Norm übereinzustimmen
(HÄNNI, a.a.O., S. 563 f. m.H., WIEDERKEHR, Die materielle Beschwer von
Nachbarinnen und Nachbarn sowie Immissionsbetroffenen, in: ZBl 7/2015,
S. 344 ff., S. 365 ff.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1C_668/2017 vom
31. Oktober 2018 E.2.2 [publiziert als BGE 145 I 156 ab E.3]). Der
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praktische Nutzen hängt also nicht direkt mit den vorgebrachten
Beschwerdegründen zusammen; das schutzwürdige Interesse ist mithin
nicht nach den Beschwerdegründen, sondern mit Blick auf das geplante
Bauvorhaben zu ermitteln. Entscheidend ist primär, ob der
Beschwerdeführer einen praktischen Nutzen aus der (von ihm
beantragten) Aufhebung, Abänderung oder Ergänzung des
angefochtenen Entscheids ziehen kann. Das heisst, unabhängig von der
Art der Beschwerdegründe müssten die Rügen zu einer nicht durch
Auflagen heilbaren Bauverweigerung oder wesentlichen Projektänderung
oder zu einer wahrnehmbaren Reduktion der Immissionen führen können
(WIEDERKEHR, a.a.O., S. 367, WALDMANN, a.a.O., Art. 89 Rz. 22a).
4.3. Der Beschwerdeführer bringt vor, das geplante 125 m lange, 30 m breite
und 46 m hohe Hochregallager liege quer zwischen den sogenannten
F._, welche im Bundesinventar der Landschaften und
Naturdenkmäler eingetragen seien und somit unter Schutz stünden. Das
Bauvorhaben würde die darin enthaltenen Schutzziele massiv
beeinträchtigen, mitunter die H._ um rund 25 m überragen. Zudem
sei die öffentliche Verbindungsstrasse vom I._ zum
Landwirtschaftsbetrieb nördlich des G._ und des H._ im
generellen Erschliessungsplan Verkehr rechtsverbindlich eingetragen und
solle als solche erhalten bleiben (act. A1).
4.4. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte, sind Einsprachen, mit
denen ausschliesslich allgemeine öffentliche Interessen geltend gemacht
werden, ohne das glaubhaft dargetan wird, dass man selber unmittelbar
stärker als die Allgemeinheit betroffen ist, unzulässig (act. A2 S. 2 mit
Verweis auf BGE 135 II 172 E.2.1 und BGE 121 II 176 E.2a). Auch wenn
der Beschwerdeführer vorbringt, dass er allgemeine öffentliche Interessen
– nämlich die behauptete drohende Zersiedelung, den Schutz der im BLN
eingetragenen F._ Landschaft, die Situation um den Fuss- und
Fahrweg sowie die daraus abgeleitete und verlangte Verschiebung des
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Neubaus – geltend macht, so kann er daraus nichts zu seinen Gunsten
ableiten, zumal er nicht aufzuzeigen vermag, inwiefern ihn diese
Beeinträchtigungen stärker berühren würden als die Allgemeinheit. Den
zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur mangelnden
Legitimation mit gleichzeitigem Hinweis auf die einschlägige
Rechtsprechung ist zu folgen. Es mangelt dem Beschwerdeführer an
einem ausgewiesenen persönlichen, schutzwürdigen und überwiegenden
Interesse, da er einer Aufhebung der Bewilligung des geplanten
Bauvorhabens keinen praktischen Nutzen abgewinnen könnte.
5. Aus diesen Gründen ist die Gemeinde auf die Einsprache der heutigen
Beschwerdeführerin vom 26. Januar 2021 mangels Legitimation des
Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten. Demzufolge erweist sich
die vorliegende Beschwerde als offensichtlich unbegründet und ist
abzuweisen.
6. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des
Beschwerdeverfahrens vollumfänglich zulasten des unterliegenden
Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Bund, Kanton und Gemeinden
sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird
gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen.
Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass. Der Bauherrschaft ist
vorliegend kein Aufwand entstanden, weshalb auch ihr keine
aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.