# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a9a0e87-977b-4ec9-9664-b7ce4068acd3
**Court:** SO_OG
**Chamber:** SO_OG_004
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SO / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

In Sachen
1.
A._
2.
B._
beide vertreten durch Anwaltskanzlei Wetli,
Beschwerdeführer
gegen
C._
Beschwerdegegnerin
betreffend
Klagebewillligung
zieht die Zivilkammer des Obergerichts in
Erwägung
:
1. Im Anschluss an die Schlichtungsverhandlung vom 29. November 2022 stellte die Amtsgerichtspräsidentin von Dorneck-Thierstein die Klagebewilligung aus.
2. Am 9. Dezember 2022 (Postaufgabe) reichten A._ und B._ (im Folgenden die Kläger) betreffend diese Klagebewilligung Klage beim Obergericht des Kantons Solothurn ein. Darin stellten sie die folgenden Anträge:
1. Der rubrizierten, rechtsschutzversicherten Beklagten seien die vorinstanzlichen Gerichtskosten des Richteramts Dorneck-Tierstein aufzuerlegen, zumal wegen unentschuldigtem Fernbleibens der Beklagten am 29. November 2022 die Verhandlung vom 29. November 2022 nicht durchgeführt werden konnte.
2. Die rechtsschutzversicherte, rubrizierte Beklagte habe den heutigen Klägern die Fahrkosten und Zeitkosten von [...] nach zum Richteramt Dorneck Thierstein, [...], wie in der aktualisierten Kostenzusammenstellung im Anhang aufgeführt wird, entstanden doch unnötige Fahrkosten für 350 km und die entsprechende Fahrzeitkosten von 3 Stunden und 8 Minuten, wie unter «telsearch» heute am 9. 12. 2020 angegeben und in der folgenden Tabelle im Anhang festgehalten wurde berechnet wurde.
3. Der rechtsschutzversicherten, rubrizierten Beklagten seien die Kosten des vorliegenden Verfahrens am Obergericht des Kantons Solothurn aufzuerlegen, wozu auf die folgende Kostenzusammenstellung verwiesen wird.
4. Den Klägern sei eine angemessen Prozessentschädigung zuzusprechen, wozu ebenfalls auf die folgende Kostenzusammenstellung verwiesen werden kann.
3. Es ist unklar, mit welchem Rechtsbehelf die Kläger ans Obergericht gelangen wollen. Sie bezeichnen sich selbst als Kläger und ihre Eingabe als Klage. Nach den von ihnen gestellten Anträgen sind sie jedoch mit dem Kostenentscheid in der Klagebewilligung nicht einverstanden. In der Klagebewilligung sind die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 500.00 vorläufig ihnen auferlegt worden (Ziffer 3). Weiter verlangen sie für sich eine Parteientschädigung für das Schlichtungsverfahren.
4. Die Kläger haben im Schlichtungsverfahren die Aufhebung des Rechtsvorschlags in der Betreibung Nr. [...] über total CHF 9'835.30 und die Auszahlung des Mietkautionsguthabens verlangt. Sofern sie gestützt auf die Klagebewilligung hätten Klage einreichen wollen, hätten sie dies beim erstinstanzlich zuständigen Gericht tun müssen. Das Obergericht ist nur in den in Art. 5 ZPO aufgezählten Streitigkeiten als einzige kantonale Instanz zuständig. Eine Forderung, die bei mutmasslich drei als Kaution hinterlegten Mietzinsen weniger als CHF 15’000.00 beträgt, ist beim örtlich zuständigen Amtsgerichtspräsidenten geltend zu machen. Für eine allfällige Klage wäre das Obergericht demnach nicht zuständig.
5. Sofern die Kläger eine Beschwerde gegen den in der Klagebewilligung enthaltenen Kostenentscheid hatten einreichen wollen, hätten sie zuvor bei der Amtsgerichtspräsidentin eine schriftliche Begründung des Kostenentscheids verlangen müssen. Darauf wird mit der Rechtsmittelbelehrung in der Klagebewilligung hingewiesen. Demzufolge kann ein Rechtsmittel erst gegen den schriftlich begründeten Entscheid erhoben werden, weil sich die rechtsmittelerhebende Partei mit dem angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen hat. Wird ein Rechtsmittel schon erhoben, bevor der Entscheid durch die Vorinstanz begründet ist, kann auf das Rechtsmittel grundsätzlich nicht eingetreten werden (Kurt Blickenstorfer in: Alexander Brunner et al. [Hrsg.], Schweizerischen Zivilprozessordnung, DIKE-Kommentar, Zürich/St. Gallen 2016, vor Art. 308 - 334 N 79). Auf eine allfällige Beschwerde gegen den unbegründeten Kostenentscheid könnte demnach nicht eingetreten werden.
6. Auf die als Klage bezeichnete Eingabe von A._ und B._ vom 9. Dezember 2022 kann demnach nicht eingetreten werden. Sie erweist sich zum vorneherein als offensichtlich unzulässig. Es kann sogleich ohne Anhörung der Gegenpartei darüber entschieden werden.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Kläger dessen Kosten mit einer Entscheidgebühr von CHF 400.00 zu bezahlen. Eine Parteientschädigung kann ihnen nicht ausgerichtet werden.
Demnach wird
erkannt
:
1.
Auf die als Klage bezeichnete Eingabe von A._ und B._ vom 9. Dezember 2022 ist wird nicht eingetreten.
2.
A._ und B._ haben die Kosten des Verfahrens vor Obergericht von CHF 400.00 unter solidarischer Haftung zu bezahlen.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

## Considerations