# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 66ca37fb-ebf1-4801-90b6-e7e33b60e447
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973 geborene
X._
, welcher in seinem Heimatland
die Schule besucht und anschliessend in einer Fabrik gearbeitet hatte
,
reiste 1999 in die Schweiz ein.
Hier
wurde
ihm
ein Aus
weis für vorläufig aufgenommene
Aus
länder
,
Kategorie F
,
ausgestellt
(Urk. 8/1/1 f., Urk. 8/2 und Urk. 8/30/30)
. Eine stabile Phase der Erwerbstätigkeit in den Jahren 2000-2007 wurde von einer Phase
eher
kurzzeitiger
Arbeitseinsätze und zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit abgelöst
(Urk. 8/8; vgl. auch Urk. 8/122/29, wonach ihm infolge Ablehnung seines Asyl
gesuches im Jahr 2011 ein Arbeitsverbot auferlegt worden sei)
. Zuletzt
war
der Versicherte
bis Ende August 2015
als Hilfskoch
angestellt
. Am 13. April 2016 (Eingangsdatum) meldete er sich
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf eine paranoide Schizophrenie sowie diverse
bei einem Polizeieinsatz erlittene
Schussv
erletzungen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 8/1, Urk.
8/5, Urk. 8/10
und Urk. 8/16). Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen
und zog das Gutachten
von Dr. med.
F
._
,
Psychiatrische Klinik Z._
, Klinik für Forensische Psychiatrie, Zentrum für Stationäre Forensische Therapie,
zuhanden der Staatsanwaltschaft IV, Gewaltdelikte, vom 31. Mai 2016 bei (Urk. 8/30). Am 18. Oktober 2017 auferlegte sie dem Versicherten eine Mitwir
kungspflicht
, dergestalt, dass er sich
einer regelmässigen psychiatrischen Therapie
zu unterziehen und regelmässig Neuroleptika einzunehmen habe (Urk. 8/39). Mit Verfügung vom 2. Februar 2018 sprach sie ihm ab
dem 1. Dezember 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem Invali
ditätsgrad von 100 % zu (Urk. 8/49, Urk. 8/51 und Urk. 8/63).
1.2
Im
Jahr 2019
eröffnete die IV-Stelle ein
ordentliches Rentenrevisionsverfahren (Urk. 8/91)
und
klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab
.
Ab dem
11. März 2019
war
X._
bei der
A._
in der
Ausrüsterei
beschäftigt
(Urk. 8/108
; vgl. auch Urk. 8/122/
29
).
Diese Tätigkeit wurde indessen vom Versicherten per 30. September 2019 gekündigt
(vgl. Urk. 1 S. 7
f., Urk. 8/108/2-3
und Urk.
8/109/2
).
In
der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung
des Versicherten in den Fachdisziplinen der
Allgemeine
n
Innere
n
Medizin,
der
Neurolo
gie, Orthopädie und Psychiatrie
(Urk. 8/112 f.
und Urk. 8/119
)
. Die
A._
GmbH, Gutachtenstelle
C._
, erstattete das Gutachten am
23. März
2020 (Urk.
8/122
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 20. April 2020 [Urk. 8/125]; Einwand vom 24. Juni 2020 [Urk. 8/131] inklusive ergänzender Begründung vom 14. August 2020 [Urk. 8/135])
hob die IV-Stelle die bisherige Invalidenrente mit Verfügung vom
31. August 2020 per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf und entzog einer dagegen erhobenen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung (Urk. 2 [= Urk. 8/140]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1. Oktober 2020 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die nahtlose Weiterausrichtung der ganzen Invalidenrente seit deren Aufhebung. In prozessu
aler Hinsicht beantrag
t
e der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgelt
lichen Rechtspflege (Urk. 1
S. 2 und S. 13
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde. Sodann wurde
mit
dieser
Verfügung
die
unentgeltliche Prozessführung gewährt und dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Peter Bolzli als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem
Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG]
).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.5
1.5.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
.2
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich wesentlich verbessert. Die Auswirkungen der psychiatrischen Diagnose
n
seien weitgehend zurückgegangen. Die Hauptbeschwerden bestünden heute noch im körperlichen Bereich. Eine angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit der Begutachtung im Februar 2020 zu 70 % zumutbar, was aufgrund des Einkommensvergleichs zu einem Invaliditätsgrad von 11 % führe. Zu den Einwänden des Beschwerdeführers
führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, d
ie gutachterliche Gesamtbeur
teilung sei objektiv erfolgt.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1),
das
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
Gutachten genüge den Beweisanfor
derungen
der Rechtsprechung nicht. E
s beruh
e nicht auf vollständigen Unter
suchungen/Akten, enthalte zahlreiche falsche Feststellungen und sei in den Darlegungen widersprüchlich und nicht schlüssig (Urk. 1 S. 6).
Insbesondere sei keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten; jedenfalls könne dies nicht aufgrund des Berichts des Schmerzambulatoriums des
Spitals D._
vom 10. Mai 2019 angenommen werden (Urk. 1 S. 11 f.).
Es müsse sodann zu einem Missver
ständnis beziehungsweise einer fehlerhafte
n
Protokollierung im Gutachten gekommen sein, wenn darin festgehalten werde, der Beschwerdeführer wasche die W
äsche, mache die Betten, putze und kaufe ein (Urk. 1 S. 10).
Die Gutachter hätten
zudem
keine Fremdanamnese erhoben und nicht mit den behandelnden Ärzten Rücksprache genommen
(Urk. 1 S. 6 f.). Auch sei keine Abklärung der kognitiven Leistungsfähigkeit erfolgt, obwohl dem Beschwerdeführer bloss noch sehr leichte körperliche Tätigkeiten zugemutet werden könnten (Urk. 1 S. 7)
, welche au
f dem freien Arbeitsmarkt aber
gar
nicht angeboten
würden
(Urk. 1 S. 11).
Zur Tätigkeit
bei der Stiftung
A._
hätten sich die Gutachter
sodann
nicht geäussert.
Dabei
leide der Beschwerdeführer unter
starke
n
belastungs
abhängige
n
Schmerzen, welche die Alltag
stätigkeiten negativ beeinfluss
en
würden
und
auch
für die Aufgabe der Tätigkeit bei der Stiftung
A._
mitver
antwortlich seie
n.
Damit erwe
ise
es
sich
auch
als falsch
, dass die Schuss
verletzungen am rechten Arm sowie die Thorax- und
Abdominalverletzungen
ohne bleibende Einschränkungen
ausgeheilt seien
(Urk. 1 S. 8). Falsch sei des Weiteren, dass die linke Hand noch als Hilfshand eingesetzt werden könne
. Die linke Hand habe selbst für das Halten v
on Briefumschlägen im Rahmen der Tätigkeit bei der Stiftung
A._
nicht schmerzfrei genutzt werden können.
Ferner
sei unhaltbar, dass die Gutachter im Zusammenhang mit den Rücken
schmerzen ein
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom diagnostiziert und dadurch die Rückenschmerzen verharmlost oder sogar
be
zweifelt
hätten.
Dass der Beschwer
deführer im Alltag aktiv sei und im Haushalt mithelfe, treffe
überdies
nicht zu (Urk. 1 S. 9 f.).
In psychiatrischer Hinsicht sei ke
ine Remission der psychiat
rischen Beschwerden eingetreten, vielmehr liege eine stabile Situation infolge der medikamentösen Therapie vor (Urk. 1 S. 9).
Falsch sei schliesslich auch die gutachterliche Feststellung im Zusammenhang mit den Belastungsfaktoren im psychosozialen Bereich
: der Beschwerdeführer, welcher ein vorläufig aufgenom
mener Ausländer sei, habe sich in der Schweiz sehr wohl gefühlt, sei gut integriert gewesen, habe Freunde und Bekannte gehabt und sei neben seiner Arbeit auch aktiven Hobbies nachgegangen, bis er von der Polizei
«
über den Haufen geschos
sen worden sei
»
.
Di
e Verwendung des Begriffs «Asylant»
im
Gutachten befremde
,
handle es sich doch
um eine diskriminierende politische B
ezeichnung
(Urk. 1 S. 10).
2.3
Str
i
t
tig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung und damit die Frage, ob seit Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom
2. Februar 2018 (Urk. 8/63)
eine anspruchsrelevante Verbesserung
des Gesundheitszustandes
eingetreten und ein Revisionsgrund zu bejahen ist.
3.
3.1
Der Zusprache einer ganzen Rente
der Invalidenversicherung
ab dem 1. Dezember 2016 (Urk. 8/49, Urk. 8/51 und Urk. 8/63)
lagen
im Wesentlichen
die folgend
en medizinischen Akten zugrunde.
3.1.1
Im Bericht des
Spitals D._
, Klinik für Unfallchirurgie, vom 10. Mai 2016 wurden die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
aufgeführt (Urk. 8/16/1 f.):
-
Multiple Schussverletzungen (6 Geschosse) un
d
Orbitatrauma
vom
«...»
-
2 Durchschü
sse Abdomen/Unterbauch (Entry
links und Exit rechte Flanke)
-
Perforati
onen J
ejunum 20 und 25 cm ab
Treitz
-
penetrierende Verletzungen
Mesenterialwurzel
30 cm ab
Treitz
-
mehrfragm
entäre Fraktur Os
ilium
links
-
retroperitoneales Hämatom
-
1 Durchschuss Rücken (Entry
untere Brustwirbelkörper [BWK], Exit linke Flanke)
-
Pneumothorax links
-
D
ifferentialdiagnose
: i.R.
Legen der Thoraxdrainage
-
1 Durchschuss Unterarm rechts (Entry und Exit)
-
offene, mehrfragmentäre Unterarmfraktur rechts
-
1 Durchschuss Unterarm links (Entry und Exit)
-
offene, mehrfragmentäre Unterarmfraktur links
-
1 Durchschuss proximaler Oberarm links (Entry und Exit)
-
Status nach
Kant
h
otomie
/
Kantholyse
links am
«...»
-
me
diale
Orbitawandfraktur
links
-
Retrobulbärhämatom
-
l
ichtstarre, verzogene Pupille
-
hämorrhagische
Bindehautchemosis
-
Erkrankung aus dem schizop
hrenen Formenkreis (
Psychiatrische Klinik Z._
2013), ICD-10 F20.0
-
Differentialdiagnose: paranoide Schizophrenie
-
stationärer Aufenthalt
Psychiatrische Klinik Z._
2013
-
Status nach
Depression mit antidepressiver Therapie 03/2008 bis 01/2009
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Nikotin- und Cannabiskonsum erwähnt (Urk. 8/16/2).
Die Ärzte führten
sodann
aus, der Beschwerdeführer habe am Morgen des
«...»
Polizisten mit einem Messer angegriffen und sei in der Folge niedergeschossen worden. In der ambulanten Ver
lau
fskontrolle am 31. März 2016 hab
e
sich ein erfreulicher,
stadiengerechter
Heilungs
v
erlauf
gezeigt
. Es bestehe noch eine Schwäche im Bereich des
Nervus
Radialis
-Versorgungsgebietes des rechten Arms. Eine Progn
ose bezüglich des weiteren Verlau
fs könne nach Durchführung der Elektroneuromyographie-Untersuchung durch Dr.
E._
abgegeben werden. Bezüglich der Verletzungen der beiden Unterarme sei bei einem jungen Patienten insgesamt von einer guten Prognose auszugehen. Auf Grund des Verletzungsmusters sei jedoch mit einer gewissen Beschwerde
persistenz zu rechnen. Schwere körperliche Tätigkeiten der beiden Arme
bezie
hungsweise jede berufliche Tätigkeit, welche das Heben von Lasten und eine starke Beanspruchung der beiden Arme erfordere,
seien dem Beschwerdeführer
dauerhaft
nicht mehr zumutbar. Zumutbar seien
leichte körperliche A
rbeiten
stundenweise pro T
ag
im Rahmen der Schizophrenie
(Urk.
8/16/3 f.
).
3.1.2
Dr.
F._
stellte in seinem forensischen Gutachten vom 31. Mai 2016 die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/30/29)
:
-
Paranoide Schizophrenie, episodisch, mit stabilem Residuum (ICD-10 F20.02)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Konsum von Cannabinoiden: Schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
Dr.
F._
führte
zusätzlich
aus, schizophrene Erkrankungen seien einer psychiatri
schen Behandlung gut zugänglich. Der Schwerpunkt der Behandlung bilde die Gabe von Neuroleptika. Eine solche rezidiv-prophylaktische Behandlung sei in der Vergangenheit beim Beschwerdeführer auch eingeleitet worden, sie habe ihren protektiven Effekt bei selbständigem Absetzen der Medikation aber verloren. Der Beschwerdeführer sollte verpflichtet werden, bei einem forensisch erfahrenen Psychiater oder einer forensischen Institution ambulant angebunden zu sein, um insgesamt den Ver
lauf
der Erkrankung im Sinne eines Risikomoni
toring
s
adäquat
zu begleiten und darauf zu achten, dass insgesamt die psychi
atrische Behandlung kontinuierlich fortgesetzt werde. Eine notwendige Cannabis
abstinenz müsste kontrolliert werden (Urk. 8/30/37).
Der
Substanzabusus
sei insofern problematisch, als er die psychotische Erkrankung in ihrem
Verlauf
ungünstig beeinflusse (Urk. 8/30/33).
3.1.3
Die den Beschwerdeführer seit dem 23. Juni
2011 behandelnde Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, med.
pract
.
G._
, nannte in ihrem Bericht vom 30. August 2016 als Diagnosen eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) sowie einen
Cannabisabusus
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F12.20),
letzterer
bereits in
H._
bestehend (Urk. 8/24/1). Med.
pract
.
G._
hielt
überdies
fest, der Beschwerdeführer befinde sich 14-täglich in ihrer integrierten psychiatrischen Behandlung und alternierend 14-tägli
ch in Behandlung
bei
der Hausärztin
Dr. med.
I._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, welche ihm die Depot-Injektionen
mit
Risperdal
Consta
verabreiche (Urk. 8/24/3). In psychischer Hinsicht gehe es dem Beschwerdeführer unter Medikation einiger
massen ordentlich, eine angepasste Tätigkeit käme ihm entgegen, da er nicht gerne den ganzen Tag ohne Aufgabe sich selbst überlassen sei
. Derzeit bestehe indessen aus körperlichen Gründen noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/24/4 f.).
3.1.4
Dr.
I._
,
welche den Beschwerdeführer ab
dem 31. März 2016 behandelt
e
, attestierte ihm in
ihrem
Bericht vom 27. Oktober 2016 seit Beginn der Behand
lung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, da er durch die Traumata sehr stark körperlich eingeschränkt sei (Urk. 8/26/6 f.).
3.1.5
Im Bericht der Klinik für Unfallchirurgie des
Spitals D._
vom 13. Januar 2017 wurde festgehalten, die Schmerzsituation im Becken rechts habe sich gebessert, der rechte Arm sei schmerzfrei beweglich und es bestünden keine Schmerzen mehr in der linken Hand nach
Ganglionresektion
mit
Nerv
us
suralis-Interponat
. In der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
(Urk. 8/33).
3.1.6
Dr.
med.
J._
, Klinik für Plastische- und Handchirurgie am
Spital D._
,
führte
in ihrem Bericht vom 18. Januar 2017
nebst einem Status nach multiplen Schuss
verletzungen und
Orbitatrauma
vom
«...»
die folgenden Diagnosen auf (Urk. 8/31/1):
-
Pseud
arthro
se
Radi
usschaft
links bei
-
Status nach Osteosynthese einer
Radiusschaftfraktur
mittels TEN am 31. Dezember 2015
-
Status nach vollständiger OSME Radius, Resektion
Pseudarthrose
Radiusschaft
Rekonstruktion mittels Beckenkammspan von rechts und ORIF (
Open
Reduction
and
Internal Fixation
) mittels 3.5 LCP
(winkel
stabile Platte)
am 10.10.2016
-
Schmerzhaftes Neurom in
continuitatem
Nervus
ulnaris
distaler Oberarm links
-
Status nach Resektion Neurom in
continuitatem
Nervus
ulnaris
distaler Oberarm links und Rekonstruktion mittels
N.
suralis
-Transplantat vom Unterschenkel rechts am 10.10.2016
Dr.
J._
hielt zudem
fest, die
Supinations
-Einschränkung werde sich
im
Verlauf
nicht verbessern. Der Beschwerdeführer sei dadurch jedoch im Alltag nicht gestört. Es sei möglich, dass er seine linke Hand bei Komplett-Ausfall der intrinsischen Muskulatur der vom
Nervus
ulnaris
versorgten Finger nur noch als Hilfshand gebrauchen könne. Bis jetzt könne bei lediglich beginnender
ossärer
Konsolidation im
Radiusschaft
links noch keine angepasste Tätigkeit ausgeführt werden (Urk. 8/31).
Im weiteren
Verlauf
(
Rücksendung des Formulars «Ver
lau
fsbericht» an die
Beschwerdegegnerin
mit Eingang
am 16. Juni 2017
und entsprechendem Vermerk)
teilte Dr.
J._
mit, die Arbeitsfähigkeit werde nicht
(mehr)
durch sie, sondern die Hausärztin bestimmt
. Sie habe den Beschwerdeführer gemäss Beilage seit dem 11. April 2017 nicht mehr gesehen (Urk. 8/34/1). Dem beige
legten Auszug aus der Krankengeschichte ist gemäss Eintrag vom 11. April 2017 zu entnehmen, dass es dem Beschwerdeführer sechs Monate nach der Operation soweit gut gehe
und eine deutlich verbesserte
Schmerz
situation
im distalen Ober
arm
beim
Nervus
ulnaris
vorliege. Im März 2017 sei es zu einer Schmerzexazer
bation gekommen, die Situation sei nun aber deutlich besser (Urk. 8/34/4).
3.1.7
Med.
pract
.
G._
gab in ihrem Bericht vom 13. August 2017 an, jeweils gegen End
e des 14-täglichen Injektionsint
ervalls mit
Risperdal
Consta
50 mg seien beim Beschwerdeführer leicht psychotische Symptome beginnend mit Halluzinationen aufgetreten, weshalb das Injektionsintervall auf 12-täglich verkürzt worden sei. Auch dann
liege der Medikamentenspiegel von Risperidon und
dessen
Metabo
liten
gegen Ende des Intervalls
noch
knapp
im
therapeutischen
Bereich;
mögli
-
cherweise
sei der Beschwerdeführer ein fast-
metabolizer
.
In psychischer Hinsicht könnte der Beschwerdeführer möglicherweise wieder stundenweise in einer angepassten Tätigkeit arbeiten, solange er regelmässig seine Medikation einnehme. Zu wieviel Prozent
er
belastbar sei, müsste praktisch erprobt werden
.
A
nzunehmen sei aus psychiatrischer Sicht vermutlich eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit.
In somatischer Hinsicht bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit; i
n einer angepassten Tätigkeit könnten nur noch Arbeiten verrichtet werden, bei welchen der Beschwerdeführer keine Kraft und kaum feinmotorische Fertigkeiten benötige.
Möglich wäre also eine kognitive Arbeit, weshalb e
ine kognitive Leistungsprüfung
vorzunehmen wäre
, welche aufgrund des immer noch recht stark eingeschränkten Sprachverständnisses
aber
nicht sauber zu erheben sei
(Urk. 8/37)
.
3.1.8
Dr.
I._
hielt in ihrem Bericht vom 1. September 2017 fest, die psychopatho
logischen Befunde und Einschränkungen würden durch med.
pract
.
G._
beurteilt, die somatischen durch die Ärzte der Unfallchirurgie des
Spitals D._
(Urk. 8/38/4 f.).
3.1.9
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) ging gestützt auf die Akten in somatischer Hinsicht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus und hielt dafür, in psychi
atrischer Hinsicht
sei
eine einjährige Stabilisierungsphase abzuwarten
, weshalb diesbezüglich im Moment auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zugrunde zu legen sei
(vgl. die Stellungnahme vom 11. September 2017 [Urk. 8/40/10 f.]).
3.2
3.2.1
Am
4.
und 5. Februar 2020 wurde der
Beschwerdeführer
allgemeininternistisch, neurologisch, orthopädisch
sowie psychiatrisch
untersucht (Gutachten
der
B._
GmbH
vom 23. März 2020, Urk.
8/122/1 und Urk. /122/
5). Die Gutachter
diagnostizierten
als Diagnosen
mit Einflus
s auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schulter-Arm-Handbeschwerden der
adominanten
linken Seite (ICD-10
T92.8/Z98.
8) bei Status nach den bekannten multiplen Schussverletzungen sowie dem
Orbitatrauma
vom
«...»
(Urk. 8/122/8)
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden auf (Urk. 8/122/8 f.):
-
Aktenanamnestisch paranoide Schizophrenie, gegenwärtig weitgehend remittiert (ICD-10 F20.04)
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.00)
-
Störung durch Cannabinoide, ständiger Gebrauch (ICD-10 F12.25)
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
Status nach Schussverletzungen abdominal mit mehrfragmentärer Fraktur des Os
ilium
links sowie retroperitonealem Hämatom und am Rücken am
«...»
-
Status nach Plattenosteosynthese der
Ulna
und des Radiusschaftes rechts am 01.01.2016 bei offener mehrfragmentärer Vorderarmfraktur im Rahmen einer Schussverletzung am
«...»
(ICD-10 T92.8/Z98.8)
-
Status nach Schussverletzung Thorax und Abdomen am
«...»
-
folgenlos ausgeheilt, keine Organverletzungen
-
Schwerhörigkeit (ICD-10 H79.3)
-
Versorgung mit Hörgeräten problemlos
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 30 pack
years
) (ICD-10 F17.1)
In der interdisziplinären medizinischen Beurteilung
hielten die Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei am
«...»
durch
mehrere
von Polizisten abge
feuerte Schüsse verletzt worden,
als er in einem wahnhaften Zustand mit einem Messer
auf sie
l
osg
egangen sei
. Vor allem
die Verletzung am linken Arm sei
erheblich
gewesen
und h
abe
immer noch Einschränkungen zur Folge. Bei
der
orthopädischen Untersuchung
sei
ein chronisches Schulter-
Arm-Hand-Syndrom links bei Status nach
mehrfragmentärer Vorderarmfraktur festgestellt
worden; radiologisch seien
die Befunde nun regelrecht. Bei der neurologischen Unter
suchung
sei
eine eingeschränkte Beweglichkeit mit eingeschränkter muskulärer Funktion und sensibl
en Defiziten nach der Nervenverl
etzung festgestellt
worden
. Die Verletzungen am rechten Arm sowie die Thorax- und
Abdominalverlet
zungen
seien
ohne bleibende Einschränkungen ausgeheilt.
In orthopädischer Hinsicht bestehe sodann
ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
, wobei d
ie
funktionellen Möglichkeiten
normal
seien
. Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit ergäben
sich daraus nicht.
In psychiatrischer Hinsicht könne
die aktenanam
nestische Diagnose einer paranoiden Schizophrenie
, aktuell remittiert,
bestätigt
werden
.
Psychotische Symptome
seien
unter der aktuellen medikamentösen Behandlung nicht festgestellt
worden
.
Bei einer zusätzlich bestehenden
leichte
n
depressive
n
Symptomatik
sei d
ie Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt
. Ressourcen für eine berufliche Tätigkeit seien vorhanden. Der Beschwerdeführer habe in
H._
und auch in der Schweiz immer wieder gearbeitet. Er sei auch jetzt im Alltag aktiv und helfe etwas im Haushalt mit. Belastungsfaktoren bestünden darin, dass der Beschwerdeführer Flüchtling und in der Schweiz ungenügend integriert
sei
.
Bei den Untersuchungen hätten keine wesentlichen Inkonsistenzen festgestellt werden können, doch seien die Einschränkungen im Alltag, welche der Beschwerdeführer angegeben habe, und auch das Scheitern der Arbeit in der geschützten Werkstätte nur unvollständig mit den erhobenen medizinischen Befunden erklärbar (Urk. 8/122/9 f.).
3.2.2
Der begutachtende Psychiater
wies einleitend darauf hin, das Gespräch sei durch einen Dolmetscher übersetzt worden, Verständigungsschwierigkeiten hätten keine bestanden
(Urk. 8/122/31)
.
Beim
Beschwerdeführer seien
im heutigen Quer
schnittsbefund die diagnostischen Kriterien einer leichten depressiven Episode erfüllt, gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen mit verminderter Freude
,
aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, leicht vermin
derten A
ppetit und Insuffizienzgedanken. In den Akten sei
auch eine paranoide Schizophrenie dokumentiert, die aufgrund der heutigen Untersuchung als weit
gehend
remittiert angegeben werden könne
. Der
Beschwerdeführer berichte
zwar
über
wiederholt auftretende Geruchs-
Missempfindungen
,
könne
dazu sonst ab
er keine näheren Angaben machen;
er sage vielmehr auch, dass er unter depressiven
Verstimmungen leide. Es bestehe
denn auch
ein regelmä
ssiger Cannabis-Konsum, unter welchem
es nicht nur zu einer psychotischen Symptomatik, sondern auch
zu verstärkten d
epressiven Symptomen kommen könne
. Der
Beschwerdeführer könne auf den C
annabis-Konsum,
der früh begonnen habe
, nicht einf
ach so verzichten, er konsumiere
auch, um in der Nacht besser schlafen zu können. Eine vorbestehende Persönlichkeitsstörung
liege nicht vor
. Die Anamnese sei
sonst früher psychiatrisch bland mit normaler Sozialisation und voller Leistungsfähig
keit, was auch gegen die Achse-2-Diagnose eine
r Persönlichkeitsstörung spreche
. Die besteh
ende psychische Symptomatik müsse
nicht irreversibel sein. I
rreversible Sekundärschäden seien sonst nicht erwiesen.
Die
Depressionen
seien zudem auch vor dem Hintergrund psychosozialer
Faktoren
entstanden
, mit damals erhaltener Kündigung der Arbeitsstelle und heute einer angespannten finanziellen Situation mit Abhängigkeit von einer
Invalidenrente
. Die Schussverletzungen
hätten sich in einer für den Beschwerdeführer
nicht einfachen Situation
ereignet, als er
Schwierigkeiten
gehabt habe, eine Festanstel
lung zu finden
. Seit
den Schussver
letzungen durch die Polizei
leide
der Beschwerdeführer
auch unter verstärkten Schmerzen im Bewegungsapparat, die er im heutigen Untersu
chungsgespräch ausgeweitet angegeben habe
. Im Rahme
n der affektiven Symptomatik sei
eine Somatisierung mit subjektiv verstärkten somatischen Beschwerden
möglich. Eine deutlich nach aussen gerichtete Beschwerdedarstellung besteht hingegen nicht. Die zusätzliche Diagnose einer somatoformen Störung könne nicht gestellt werden (Urk. 8/122/32 f.).
Der begutachtende Psychiater
mass den in psychiatrischer Hinsicht gestellten Diagnosen insgesamt keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 8/122/32). Es bestünden Belastungsfaktoren mit nicht nur einem Migra
tionshintergrund, sondern auch mit einer in den Akten dokumentierten psycho
tischen Dekompensation und mit erlittenen Schussverletzungen, sowie auch mit einer finanziellen Abhängigkeit von einer Invalidenrente und nun einem schon länger erfolgten Ausscheiden aus einem regelmässigen Arbeitsprozess. Der Beschwerdeführer habe aber durchaus Ressourcen für angelernt
e Arbeiten und verfüge über
Berufserfahrung. Er lebe in guter und stabiler Beziehung zusammen mit seiner Lebenspartnerin derselben Herkunft. Er habe auch Kontakte zu Lands
leuten und beschäftige sich durchaus mit wenigen leichteren Haushaltsarbeiten. Er gehe auch spazieren und lese gerne. Es könne nicht nachvollzogen werden, warum eine körperlich angepasste Tätigkeit nicht zugemutet werden könne (Urk. 8/122/34).
3.2.3
Der begutachtende Orthopäde hielt zum von ihm erhobenen Befund Folgendes fest: D
as Gangbild auf
der
Treppe und
in ebenem Terrain sei
mitsamt den geprüf
ten Varianten unauffällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule
zeige sich
die Rotation thorakal nach Verletzung an Rücken, Flanke sowie im Sinne eines
Pneumothorax vermindert, ansonsten aber
sei
keine höhergradige Einschränkung der Beweglichkeit
feststellbar und es fehle
bezüglich der anamnestisch angege
benen Lu
mbalgien ein hier reproduzierba
rer Leidensdruck. Auch an d
en oberen und unteren Extremitäten bestehe
eine weitgehend freie Beweglichkeit mit deut
licher Ausnahme des linken Vorderarme
s sowie angesichts der
Ulnarislä
sion
an der Hand diese
r Seite. An der linken Hüfte lä
gen Hinweise für ein
femoroazeta
buläres
Impingement
vor. Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehe
n, Gehen, Sitzen und Liegen könne bei guter Koopera
tion problemlos durchg
eführt werden. Im
Langsitz
stemme
sich der
Beschwerdeführer spontan und wieder
holt mit
beiden oberen Extremitäten hoch,
um die Position auf der
Liege zu ändern. Die Füsse seien
symmetrisch sehr kräftig
beschwielt
.
Auf radiologischer Ebene sei
bezüglich des linken Vorderarmes ein regelrechter postoperativer Befund doku
mentiert. In Anbetracht des klinisch objektiv ansonsten
weitgehend blanden Befundes werde
auf die Anfertigung neuer Bilddokumente
verzichtet. Zusammen
fassend könne
festgestellt werden,
dass sich die g
eklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologisch
en Befunde durchaus begründen lie
ssen; ni
cht zuletzt aufgrund der Nervenläsion am linken Vorderarm seien funktionelle Defizite nachvoll
ziehbar, wozu auf das entsprechend
e Teilgutachten zu verweisen sei. Zu betonen sei
aber, dass der
Beschwerdeführer
im
Lang
sitz
beide oberen Extremi
täten z
wecks Lagewechsels spontan, w
iederholt und kraftvoll einsetze
, woraus doch auf eine gewisse Einsetzbarkeit auch der lin
ken Hand geschlossen werden könne (Urk. 8/122/43)
.
In Würdigung dieses Befunds attestierte der begutach
tende Orthopäde dem Beschwerdeführer
(unter Ausklammerung
neurologischer Einschränkungen) in einer angepassten, sehr leichten Tätigkeit eine Arbeit
s
fähigkeit von 90 % bei ganztäg
igem Pensum bei um 10 % reduzierter Leistung aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs (Urk. 8/122/44 f.).
3.2.4
Der begutachtende Neurologe stellte fest,
dass beim Beschwerdeführer a
ufgrund
seiner
Verletzung
en vom
«...»
eine erhebliche Funktions
einschränkung des linken Armes und der linken Hand mit eingeschränkter Beweglichkeit und eingeschränkter muskulärer Funktion sowie sensiblen Defi
ziten
persistiere
. Während längerer Zeit
seien
auch neuropathische Schmerzen vorhanden
gewesen, weshalb der Beschwerdeführer
am
Spital D._
behandelt worden sei. Die Behandlung habe aber
mit gutem Erfolg im Mai 2019 abgeschlossen werden
können
. Die damals eingeführte Behandlung mit Lyrica
sei
inzwischen abgesetzt
worden
. Der
Beschwerdeführer berichte
allerdings, dass er das Medika
ment wegen f
ehlender
Wirkung abgesetzt habe, was
wenig p
lau
sibel wirke, wäre ein derartiger
Verlauf
doch
ungewöhnlich.
Bei
der aktuellen Untersuchung werde
kein typischer neuropathischer Schmerz beschrieb
en, ein solcher könne
bei der Untersuchung
weder
registriert
(
es bestehe insbesondere
ke
ine
Allodynie
oder Hyperalgesie
)
noch
bei der Kraftprüfung provoziert
werden
.
Hingegen
würden
sensible Defizite
geklagt
, vorwiegend im Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
, welche in
sgesamt gut nachvollziehbar seien
. Bei der Kraftprüfung
würden
sich Paresen
zeigen,
vorwiegend im Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
. Wichtig aus neurologische
r Sicht für die Handfunktion sei
die erhaltene Sensibilität im Versorgungsgebiet des
Nervus
medianus
. Neben der persistierenden neurogenen Schä
digung (
Nervus
ulnaris
) bestehe
eine erhebliche Funktionseinschränkung auch aufgrund der orthopädischen P
robleme. Zusammengefasst bestehe
im Bereich des linken Armes und der linken Hand eine erhebliche Funktions
einschränkung, so dass diese Hand im Alltag praktisch nur noch als Hilfshand eingesetz
t werden könne
.
Im Weiteren berichte
der
Beschwerdeführer
über häufige lumbale Rückenschmerzen, welche insbesondere bei längerem Sitzen Schwierigkeiten bereiten würden
; r
ad
ikuläre Schmerzausstrahlungen wü
rden
jedoch nicht
beschrieben
.
B
ei der aktuellen Untersuchung
sei der Beschwerde
führer
ruhig sitzen
geblieben. Zudem sei
en
bei der klinischen Untersuchung kein relevantes Schonverhal
ten
und keine Hinweise
auf eine radikuläre Reiz-
beziehungsweise sensomotorische Ausfallssymptomatik
erkennbar
geworden
.
Insgesamt erscheine
die Beschreibung
der lumbalen Rückenschmerzen
wenig p
lau
sibel.
Rückenschmerzen seien bis zu Beginn des Arbeitsversuchs im Mai 2019 bei der schmerztherapeutischen
Behandlung
am
Spital D._
nicht vorgebracht worden.
Es
könne jedoch
davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer
bereits vor Aufnahme der Arbeitstätigkeit läng
ere Zeit im Sitzen verbracht habe (Urk. 8/122/51 f.)
.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus
neurologischer Sicht bei ganztäg
igem Pensum eine Arbeitsfähigkeit von 75 % aufgrund eines verlang
samten Arbeitstempos (Urk. 8/122/54).
3.2.5
Die Gutachter gelangten zum Schluss, die bisherige Tätigkeit als Hilfskoch sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit, das heisst eine körperlich leichte Tätigkeit, bei welcher die linke Hand lediglich als Hilfs
hand eingesetzt werden könne, ohne Zwangshaltungen mit der Wirbelsäule und mit einer körp
erlichen Belastung von maximal fünf
Kilogramm, sei dem Beschwerdeführer ganztägig zumutbar. Wegen der Schmerzen und
der
Bewe
gungseinschränkungen in der linken Hand seien jedoch vermehrte Pausen not
wendig, was zu einer Arbeitsfähigkeit von 70 % führe. Die Belastbarkeit habe mit der Schmerztherapie im Jahr 2019 zugenommen. Seit Abschluss der Behandlung an der Schmerzklinik am
Spital D._
könne von einer höheren Arbeitsfähigkeit ausge
gangen werden. Genaue Angaben seien nicht möglich. Die von den
Gutachtern festgestellte Arbeitsfähigkeit gelte sicher ab der Untersuchung im Februar 2020 (Urk. 8/122/10).
4.
4.1
D
as Gutachten
der
B._
GmbH
vom
23. März 2020 vermag
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellte
n Anforderungen zu erfüllen (E. 1.5.2
).
D
ie Gutach
ter
tätigten sorgfältige und
umfassen
de Abklärungen,
was sich
nicht nur aus ihren
eingehenden Befragungen des Beschwerdeführers, sondern insbe
sondere auch aus
ihren
ausführlichen Befunderhebung
en
ergibt (vgl. Urk. 8/122/21-23, Urk. 8/122/27-32, Urk.
8/122/37-41 und
Urk. 8/122/48-51). Die Untersuchungen fanden im Beisein
einer Dolmetscherin statt;
teilweise
war
eine
Verständigung
auch in deutscher Sprache möglich
(Urk. 8/122/23, Urk. 8/122/31, Urk. 8/122/39 und Urk. 8/122/50).
Im Rahmen ihrer Beurteilungen
berücksichtigten die
Expe
rten
sodann
die
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (vornehmlich Schmerzen im linken Arm beziehungsweise im linken Handgelenk, im Rücken und im rechten Bein, insbesondere in der rechten Wade [Urk. 8/122/21, Urk. 8/122/28, Urk. 8/122/37 f.
und Urk. 8/122/48 f.
],
Schmerzen
im rechten Arm und auf der rechten Körperseite
bei der Ausführung von Arbeiten
[Urk. 8/122/28
und Urk. 8/122/49
], Probleme
mit dem Atmen [Urk. 8/122/
22] und
Depressionen [Ur
k. 8/122/27 und Urk. 8/122/37]) und begrün
deten ihre Einschätzung
en
in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 8/122/24-26, Urk. 8/122/32-36, Urk. 8/122/42-46 und Urk. 8/122/51-55)
.
Dass die Gutachter den Bericht des
Spital D._
vom 10. Mai 2019 in ihre Beurteilung einfliessen liessen, ist nicht zu beanstanden. Diesem Bericht ist zu entnehmen, dass sich die Schmerzsituation im (linken) Arm in den letzten zwei Monaten (vor der Berichterstattung) signifikant verbessert habe, seitdem der Beschwerdeführer zu arbeiten begonnen habe (Anmerkung des Gerichts: im Rahmen der Tätigkeit
bei der Stiftung
A._
). Das aktuelle Schmerzniveau liege noch bei NRS (numerische Rating-Skala) 2 von 10, womit er gut zurechtkomme. Deshalb habe er auch das Lyrica nicht weiter aufdosiert. Im Einvernehmen mit dem Beschwer
deführer wurde daher bei erfreulicherweise deutlicher Verbesserung der neuropa
thischen Schmerzsymptomatik in der linken oberen Extremität das Therapie
verhältnis am
Spital D._
beendet (Urk. 8/107). Dafür, dass im besagten Bericht des
Spitals D._
die Situation nicht korrekt erfasst worden wäre, wie dies der Beschwerdeführ
er vortragen liess (Urk. 1 S. 11 f. Ziff. 16.1
), bestehen keine Anhaltspunkte. Hätte ein Missverständnis vorgelegen, hätte dies die Hausärztin,
an welche sich die Ärzte des
Spitals D._
mit ihrem Bericht gewandt und in deren Weiterbehandlung sie den Beschwerdeführer übergeben hatten, richtigstellen können. Auch hätte sie veran
lassen können, dass die Schmerzbehandlung am
Spital D._
wieder aufgenommen
würde. Entsprechendes wurde vom Beschwerdeführer aber weder vorgebracht noch belegt. Darüber hinaus stellte der begutachtende Neurologe aufgrund seiner Untersuchung fest, dass die sensomotorischen Defizite am linken Arm und an der linken Hand zwar gut nachvollziehbar seien, dass die linke Hand jedoch recht gut belastbar sei und sich keine Hinweise auf einen neuropathischen Schmerz fänden. Diesbezüglich seien die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers wider
sprüchlich und wenig konsistent (Urk. 8/122/52).
In psychiatrischer Hinsicht
wurde nebst einer leichten depressiven Episode sowie einer Störung durch Cannabinoide die
Diagnose
einer
paranoiden Schizophrenie
, gegenwärtig weitgehend remittiert, gestellt (E. 3.2.1 und Urk. 8/122/32). Diese Diagnosestellung
erfolgte
unter
Berücksichtigung der klinisch-diagnostischen Leitlinien gemäss der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 Kapitel V [F],
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 10. Auflage 2015
). Dass der begutachtende Psychiater aufgrund der Medikation mit
Risperdal
und
Abilify
sowie der infolge dessen kaum noch auftretenden
psychotischen Symptome
von einer weitgehenden Remission der paranoiden Schizophrenie ausging, erscheint schlüssig (vgl.
ICD-10 Kapitel V [F],
a.a.O.,
Ziff. F20 und F 20.0 S. 127-132).
Eine Remission ist
nicht mit einer Heilung gleichzusetzen, sondern
bedeutet ein
(vor
übergehendes) Zurückgehen von Krankheitserscheinun
gen
(vgl. Pschyrembel Online, abrufbar unter www.pschyrembel.de)
.
In diesem Sinne vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, die psychiatrischen Beschwerden seien nicht remittiert, sondern infolge der medikamentösen Therapie stabil (Urk. 1 S. 9 Ziff. 14.4), nicht durchzudringen.
Wie schon
Dr.
F._
(vgl. E. 3.1.2) wies der begutachtende Psychiater sodann darauf hin, dass sich der regelmässige Canna
bis-Konsum angesichts der vorliegenden psychischen Symptomatik als
proble
matisch erweise (Urk. 8/122/33
,
vgl. auch E. 3.2.2).
Das allfällige Vorliegen einer
somatoformen Störung
wurde vom psychiatrischen Gutachter diskutiert,
aber überzeugend verworfen (E. 3.2.2). In Würdigung der gesamten Umstände, unter anderem auch unter Berücksichtigung der vorliegenden psychosozialen Belas
tungsfaktoren und der noch vorhandenen Ressourcen, gelangte er letztlich zum Schluss, es könne nicht nachvollzogen werden, weshalb dem Beschwerdeführer eine körperlich angepasste Tätigkeit nicht zumutbar sein sollte (Urk. 8/122/34). Diese Einschätzung vermag zu überzeugen, und es kann aus Gründen der
Verhältnismässigkeit von einem zusätzlichen strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3).
Die Erkenntnisse aus den einzelnen Fachdisziplinen wurden zusammengetragen und in einer Konsensbeurteilung berücksichtigt
, wobei d
ie Gutachter die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar
leg
ten
und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar
begründeten
(Urk. 8/122/8-12)
.
Aus Sicht des begutachtenden Internisten und des begutachtenden Psychiaters bestand bezogen auf die von ihnen zu beurteilende
n
Fachdisziplin
en
jeweils kein Grund für die Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/122/25 und Urk. 8/122/34 f.). B
erücksichtigt
wurden hingegen die
aufgrund der Schuss
verletzungen noch objektivierbaren Einschränkungen sowie die vom Beschwer
deführer geklagten Schmerzen, soweit diese nachvollzogen werden konnten (vgl. oben E. 3.2.1 und E. 3.2.3-3.2.5).
Dass die Gutachter
dabei nicht unkritisch auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers abstellten, sondern gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen
darlegten, inwieweit
gewisse
Beschwerden oder
Funktionsdefizite nicht erklärbar
seien
, ist entgegen dem Dafürhalt
en des Beschwerdeführers
nicht als Mangel des Gutachtens zu werten, sondern gründet
im Gegenteil
in der sorgfältigen Auseinandersetzung mit den geklagten Beschwerden und den erhobenen Befunden.
Demzufolge verfängt die vom Beschwerdeführer
grundsätzlich
vorgetragene Kritik, seine Schmerzen seien nicht angemessen berücksichtigt worden (vgl.
Urk. 1 S. 8 Ziff. 14.1, Urk. 1
S. 11 Ziff. 16.1), nicht.
Im Gegenteil berücksichtigten die Gutachter
in der Zusammen
schau aller Fachdisziplinen eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Umfang von 30 % (Urk. 8/122/10), dies obwohl sie
festhielten,
die im orthopä
dischen und neurologischen Teilgutachten angegebenen Leistungseinschrän
kungen
in einer angepassten Tätigkeit (von 10 % aus orthopädischer Sicht und von 25 % aus neurologischer Sicht, jew
eils ausgehend von einem ganztäg
igen Pensum [Urk. 8/122/45 und Urk. 8/122/53 f.])
könnten nicht kumuliert werden, da sie sich auf dieselben Einschränkungen am linken Arm bezögen (Urk. 8/122/10 f.)
. D
araus erhellt, dass
der gesamten Schmerzproblematik des Beschwerdeführers
angemessen
Rechnung getragen
wurde
, zumal
er
gemäss eigenen Angaben
auch nur noch bedarfsweise auf Schmerzmittel zurückgreift
(1-2 x 500 mg
Dafalgan
per die
[
Urk. 8/122/22 und Urk. 8/122/38
]
).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer stützte sich in seiner Beschwerde zu einem Grossteil auf die von med.
pract
.
G._
vorgebrachte Kritik an der gutachterlichen Beurteilung
in der i
m
Vorbescheidverfahren
aufgelegte
n
«Stellungnahme zum psychiatrischen Gutachten über meinen Patienten» vom 17. August 2020
(
Urk. 8/139/6 f.)
. Anders
als die Bezeichnung dieser Stellungnahme vermuten liesse, äusserte sich med.
pract
.
G._
jedoch nicht bloss
in psychiatrischer Hinsicht
zur
gutachterlichen Beurteilung
,
sondern nahm – in ihren eigenen Worten ausgedrückt – eine
«Gesamteinschätzung dieses Menschen im jetzigen, somatisch austherapierten Zustand»
vor
(Urk. 8/139/3).
Darin enthalten waren denn auch zahlreiche
E
inschätzungen zum somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, welche Einzug in die Beschwerde fanden. So wurde unter anderem vorgebracht,
es sei falsch, dass die Schussverletzungen am rechten Arm sowie die Thorax- und
Abdominalverletzungen
ohne bleibende Einschränkungen ausgeheilt seien
(vgl. Urk. 1 S.
8
Ziff. 14.1
),
es sei falsch, dass die linke Hand des Beschwerdeführers noch als Hilfshand eingese
tzt werden könne (Urk. 1 S. 9 Ziff. 14.2),
die Rücken
schmerzproblematik sei falsch codiert worden
(Urk. 1 S. 9
Ziff.
14.3) und
der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, etwas Schwereres in den Händen zu halten oder zu tragen
(Urk. 1 S.
10
Ziff. 14.5)
.
Mit diesen Einwänden vermag der Beschwerdeführer
jedoch
nicht durchzudringen,
gründen sie doch allesamt auf einer fachfremden und damit unbeachtlichen Beurteilung.
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Gutachter
den
Befund
sorgfältig erhoben und sich in nach
vollziehbarer Weise auf die
Ergebnisse der klinischen U
ntersuchung stützten
, wobei sie
in zulässiger Weise
nicht unkritisch auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
ab
stellten
(E. 4.1).
4
.2.2
Der Umstand, dass die Gutachter keine Fremdanamnese eingeholt und insbe
sondere mit der behandelnden Psychiaterin keine Rücksprache genommen haben (vgl. die entsprechende Kritik in Urk. 1 S. 6 Ziff. 13.1), vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht
zu
schmälern. In den Qualitätsleitlinien für versicherungs
psychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP, Leitlinien für die Begutachtung psychiatrischer und psychosomatischer Störungen in der Versicherungsmedizin vom 16. Juni 2016, 3. Auflage (
abrufbar unter www.psychiatrie.ch
), wird zwar empfohlen, bei massiv anders
lau
tender Beurteilung gegenüber dem aktuell behandelnden Arzt eine fremdanamnestische Auskunft bei diesem einzuholen (Ziff. 6.3). G
emäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung
unterliegt das
Einholen fremdanamnestischer Auskünfte
jedoch
grundsätzlich dem Ermessensspielraum des Experten
.
Zudem ist im Zusammenhang mit abweichenden Einschätzungen sowohl dem Unter
schied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag als auch dem Umstand, dass die ärztliche Beurteilung von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge trägt
, Rechnung zu tragen
(
Urteil
des Bun
desgerichts 9C_804/2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Kommt hinzu, dass weder das
Gesetz noch
die
Rechtsprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den
vorgenannten
Leitlinien
vor
schreibt
. Ob das vorliegende Gutachten den Qualitätsleitlinien entspricht, bedarf daher keiner vertieften Prüfung; insbesondere verlöre es (auch) bei Verneinung seine Beweiskraft nicht (Urteile des Bundesgerichts
8C_105/2017 vom 6. Juni 2017 E.
4.4 und 9C_7
15/2016 vom 24. Januar 2017 E.
3.2).
Vorliegend lag im Zeitpunkt der Begutachtung in diagnostischer Hinsicht überdies keine massiv anders
lau
tende Beurteilung vor, führte med.
pract
.
G._
in ihren Berichten an die Beschwerdegegnerin nebst einer paranoiden Schizo
phrenie (Urk. 8/102) – und ursprünglich auch nebst einer Suchtproblematik (vgl. oben E. 3.1.3; vgl. auch den entsprechenden Hinweis von Dr.
F._
[E. 3.1.2]) – jeweils keine weiteren psychiatrischen Diagnosen auf. Ferner ging sie
in ihrem Bericht vom 13. August 2017 in psychiatrischer Hinsicht noch von einer mindes
tens 50%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. oben E. 3.1.7).
Trotz der von ihr
festge
stellten Stabilisierung in Bezug auf die schizophrene Erkrankung (vgl. Urk. 8/139/4), womit sie die gutachterliche Einschätzung
insofern letztlich
bestä
tigte, ging sie zuletzt von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerde
führers aus (Urk. 8/139).
In Bezug auf
diese
Beurteilung ist
auf die Erfahrungs
tatsache hinzuweisen, dass
behandelnde Arztpersonen in ihren Berichten
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifel
s
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5
, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Expert
en anderseits (BGE 124 I 170 E.
4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lau
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anders
lau
tenden Einschät
zungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a.
auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I
514/06]).
Letzteres ist hier nicht der Fall. Die Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere von med.
pract
.
G._
, fanden Eingang ins Gutachten
und wurden von den Experten hin
reichend gewürdigt.
4.3
Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Gutachtern und dem Beschwerde
führer
sind nicht dokumentiert und wäre
n
aufgrund des Beizugs einer Dolmet
scherin
auch
nicht
p
lau
sibel
(vgl. E. 4.1). Dementsprechend
besteht
weder
Anlass daran zu
zweifel
n
, dass im Gutachten die Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Alltagsaktivitäten und zu seiner Mitwirkung im Haushalt nicht korrekt wiedergegebe
n worden wären (vgl. Urk. 1 S. 6 f.
Ziff. 13.1
und S. 9
f.
Ziff. 14.5
), noch Anhalt dafür, dass ihm etwas «unterstellt» worden wäre (vgl. Urk. 1 S.
7 Ziff. 13.1).
Angesichts der kongruenten, gegenüber den einzelnen Gutachtern gemachten Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Aktivitäten
erschliesst sich daher nicht, welchen Erkenntnisgewinn eine Fremdauskunft der Partnerin des Beschwerdeführers (vgl. das Vorbringen in Urk. 1 S
. 6 f.) mit sich gebracht hätte; die Einholung einer solchen Fremdauskunft ist überdies nicht vorgeschrieben.
Die Gutachter durften auf die eigens vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zu seinen Aktivitäten abstellen und diese auch bei der Ressourcenbeurteilung berücksichtigen.
4.4
Daraus, dass die Tätigkeit bei der Stiftung
A._
aufgegeben wurde, kann
sodann
ebenfalls
nichts in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers abgeleitet werden. Die Kündigung erfolgte durch den Beschwerdeführer selbst,
da
gemäss seinen Angaben
bei der Arbeit
vermehrt
Rückenschmerzen aufgetreten seien
(Urk. 8/122/49)
. Medizinische Fakten, welche eine fehlende verwertbare Leistung im ersten Arbeitsmarkt begründen würden, wurden dadurch jedoch nicht belegt, was sich auch aus der Beurteilung des begutachtenden Neurologen ergibt, welcher die während der
genannten Tätigkeit
aufgetretenen Rückenprobleme schwer nach
vollziehen konnte (Urk. 8/122/52 f.
).
Dies
erscheint schlüssig
,
auch vor dem Hintergrund, dass der
Beschwerdeführer
angegeben hat
te
, etwa drei Stunden lang sitzen zu können (Urk. 8/122/49). Ausserdem wirkte er gemäss der Verhaltensbeobachtung des begutachtenden Neurologen nicht schmerzgequält und war in der Lage, während der Anamneseerhebung ruhig sitzenzubleiben (Urk. 8/122/50).
Nachdem die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute auf der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantwor
ten ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_801/2018 vom 1
3.
Februar 2019 E. 4.3), durften die Gutachter angesichts des Vorgenannten ohne Weiteres auf den Beizug
eines Berichts
über den Arbeit
seinsatz bei der Stiftung
A._
verzichten (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 13.3)
.
4
.5
Der Beschwerdeführer machte
sodann
geltend
, da ihm bloss noch nicht-manuelle Tätigkeiten im Büro zumutbar seien, könne eine Abklärung ohne kognitive
Leistungsprüfung nicht genügen (vgl. den Vorwurf in Urk. 1 S. 7 Ziff. 13.2).
Dass keine kognitive Leistungsprüfung vorgenommen wurde, schmälert den Beweis
wert des Gutachtens
jedoch
nicht.
Es ist Sache der
Gutachter zu beurteilen, welche fachärztlichen Abklärungen vorzunehmen sind, und es kommt ihnen auch bei der Wahl der anzuwendenden Methoden ein grosses Ermessen zu (
Urteil des Bundes
gerichts
8C_360/2018
vom 27. November 2018 E. 7.4
mit Hinweisen).
Eine neuropsychologische Abklärung stellt
im Übrigen
lediglich eine Zusatzunter
-
suchung dar, welche bloss bei begründeter Indikation in Erwägung zu ziehen ist (vgl. das Urteil des Bun
desgerichts 9C_752/2018 vom 12.
April 2019 E.
5.3 mit Hinweisen sowie Ziff.
4.3.2 der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten
[
bereits zitiert oben in E
. 4.2.2
]
). Eine be
gründete Indikation geht aus dem
b
eweiskräftigen psychiatrischen Teilgutachten
jedoch nicht hervor.
Ausserdem irrt de
r Beschwerdeführer, wenn er davon ausgeht, ihm seien
bloss noch «nicht-manuelle Tät
igkeiten im Büro» zumutbar, weil ihm gemäss
Gutachten nur noch «sehr» leichte körperliche Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt zugemutet werden kö
nnten (Urk. 1 S. 7 Ziff. 13.2).
A
uf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
sind
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten
selbst
für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und
welche
überdies nur noch leichte Arbeit ve
rrichten können, zu finden
(vgl.
nachstehende
E. 5.3.2). Dies gilt
jedenfalls
auch für den Beschwerdeführer, welchem noch
immer
Tätigkeiten
mit einer körperlichen Belas
tung von
bis zu
fünf Kilogramm zumutbar sind (E. 3.2.5
sowie Urk. 8/122/10 und Urk. 8/122/45
). Ob eine solche Tätigkeit
letztlich
als
„
leicht
“
(vgl. die Bezeichnung in der Konsensbeurteilung [Urk. 8/122/10])
oder als
„
sehr leicht
“
(vgl. die Bezeichnung des begutachtenden Orthopäden [Urk. 8/122/44 f.])
bezeichnet wird, ist
unerheblich
und stellt keinen Widerspruch
innerhalb des Gutachtens
(vgl. Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 15)
dar
.
4.6
Dass die im Gutachten verwendete Bezeichnung «Asylant» formaljuristisch nicht korrekt ist (vgl. Urk. 1 S. 10 Ziff. 14.6), trifft
schliesslich
zu; beim Beschwerde
führer handelt es sich um einen vorläufig aufgenommenen Ausländer (Urk. 8/2). Aus der Verwendung des Begriffs «Asylant» kann im Hinblick auf die Verwert
barkeit des Gutachtens
jedoch
nichts abgeleitet werden.
4.7
Gestützt auf das
beweiskräftige
Gutachten
ist
mit dem im Sozialversicherungs
recht geltenden
Beweismass
der ü
berwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass
seit Abschluss der Behandlung am Schmerzambulatorium des
Spitals D._
im Mai 2019, spätestens jedoch seit der Begutachtung
bei der
B._
GmbH
, eine wesentliche Verbesserung des
somatischen
Gesundheitszustands besteht.
In psychiatrischer Hinsicht liegt
ebenfalls
eine Verbesserung des Gesundheitszustands vor, da es zur gewünschten Stabilisierung
(vgl. insbesondere
E. 3.1.9)
gekommen ist. Daran ändert nichts, dass das Gutachten teilweise auch neue Bewertungen (Urk. 8/122/34) enthält (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017
vom 24. Mai 2018 E.
4.2.3).
Erstellt ist sodann
, dass
dem Beschwerdeführer ganztags eine
angepasste Tätigkeit
zumutbar ist. Dabei handelt es sich um
eine körperlich leichte Tätigkeit, bei welcher die linke Hand lediglich als Hilfshand eingesetzt werden
kann
, ohne Zwangshaltungen mit der Wirbelsäule und mit einer körper
lichen Belas
tung von maximal fünf Kilogramm
. Wegen der Schmerzen und den Bewegungseinschränkungen in der linken Hand
sind
jedoch vermehrte Pausen notwendig, was zu einer
Arbeitsfähigkeit von
insgesamt
70 % führt
(E.
3.2.5)
.
4.8
Da ein Revisionsgrund vorliegt, ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ex
nunc
et pro
futuro
umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_289/2018 vom 11. Dezember 2018 E. 5).
5.
5.1
Zu prüfen ist, wie sich das verbesserte Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.2.2
Der Beschwerdeführer, welcher über keine abg
eschlossene und in der Schweiz anerkannte
Ausbildung verfügt, war in der Schweiz als Küchenhilfe erwerbstätig
(vgl.
Urk.
8/122/22)
. Die
zuletzt
während dreier Monate
ausgeübte vollzeitliche Tätigkeit als Hilfskoch im Restaurant
O._
in Zürich wurde ihm per 30. August 2015 gekündigt (Urk. 8/10/1-2; vgl. auch Urk. 8/10/8)
. Die Aufgabe dieser Tätigkeit stand somit – entgegen der D
arstellung in der Beschwerde
schrift – nicht im Zusammenhang mit den am
«...»
erlittenen
Schuss
verletzungen (Urk. 1 S. 3)
und auch nicht
ausgewiesenermassen
im Zusammen
hang mit einer Gesundheitseinschränkung
.
Zur Ermittlung des
V
alideneinkommens
sind daher
die
Tabel
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
he
bungen (LSE) für das Jahr 2018
(Tabelle TA1_tirage_skill_level)
heran
zuziehen
. Aufgrund der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführer
s
ist auf das
standardi
sierte monatliche Einkommen für männliche Arbeitskräfte
im Bereich
Gast
gewerbe/Beherbergung und Gastronomie (55-56), Kompetenzniveau 1, von Fr. 4'121.-- abzustellen.
Dieses monat
liche Einkommen ist unter Berücksichti
gung der durchschnittlichen
Arbeitszeit im Jahr 2020 von 42
.
4
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsa
bteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2020
,
I
56
Gastronomie) sowie der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei Männern bis ins Jahr 2
019
(
Tabelle T1.1.10 [Nominallohnindex, Männer, 2011-2020] I 55/56 Beherbergung und Gastronomie
]
von 105.3 [2018] auf 104.5
[2019] Punkte bei einem Index 2010=100 [der Index für das Jahr 2020 entfällt, da
der Zahlenwert statistisch relativ unsicher ist]
) au
f ein Jahreseinkommen
hochzurechnen. Es resultiert somit
ein
V
alideneinkommen
von Fr.
52’021
.
--
(
Fr. 4'121.-
-
x
12 :
40 x 42.4
:
105.3 x 104.5
).
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Da dem Beschwerdeführer die bisherige Arbeitstätigkeit
als Hilfskoch
nicht mehr zumutbar ist und er über keine
(
in der Schweiz anerkannte und verwertbare
)
Berufsausbildung
verfügt,
sind
auch
zur Bemessung des Invalideneinkommens
die Tabellenlöhne der Schweize
rischen
Lohnstrukturerhebung (LSE 2018 Tabelle TA1_tirage_skill_level)
heranzuziehen
, wobei das
standardisierte monatliche Einkommen für männliche Hilfs
kräfte (
TOTAL, Kompete
nzniveau 1, Männer) von Fr.
5‘
417
.
-- heranzuziehen ist
. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berück
sichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit
im Jahr 2020
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA
2008]
, in Stunden pro Woche, 2004-2020
, TOTAL) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern bis ins
Jahr 2020
(Tabelle
T1.1.10
[Nominallohnindex
, Männer, 2011-2020] B-S 05-96
Total 105.1
[2018
] auf
106.8
[
2020
])
auf ein Jahreseinkomme
n für eine 70
%ige Tätig
k
eit hochzurechnen, was Fr.
48
’
20
4.
-- ergibt (
Fr.
5‘
417
.
--
x 12 / 40 x 41,7 /
105.1
x
106.8
x 7
0 %).
Eine faktische
Einhändigkeit
oder die Beschränkung der dominanten Hand als
Zudienhand
stellen nach der Rechtsprechung Tatbestände einer erheblich erschwerten Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt dar. Dennoch wurde von der Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungs
möglichkeiten für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrichten können, zu finden sind. Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung werden durch Computer und automatische Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist demnach an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der dominanten Hand voraussetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). Eine faktische
Einarmigkeit
liegt beim Beschwerdeführer nicht vor, weil seine dominante re
chte Hand durchaus noch für
leichte Tätigkeiten eing
e
setzt werden kann.
Die Gutachter berücksichtigten bei ihrer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
den Umstand, dass die linke,
adominante
Hand bloss noch als Hilfshand eingesetzt werden kann,
und gingen von einer Leistungsfähigkeit von 70 % aus. Demzufolge ist
unter
diesem
A
spekt
kein zusätzlicher Leidensabzug vorzunehmen
(vgl. im Übrigen auch das Urteil des Bundesgerichts
8C_55/2020
vom 2. März 2020 E. 4.1)
.
Da wie bereits ausgeführt auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend
einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten
zu finden sind, verfängt das Argument, dem Beschwerdeführer seien bloss noch nicht-manuelle Tätig
keiten im Büro zumutbar, weshalb eine kognitive Leistungsprüfung nötig sei (Urk. 1 S. 7 Ziff. 13.2), nicht.
Da kein zusätzlicher Abzug vorzunehmen ist,
entspricht d
as Jahreseinkommen von
Fr.
48
’
2
0
4.
-- gemäss LSE 2020
somit dem Invalideneinkommen.
5.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultiere
nde Erwerbseinbusse beträgt demnach Fr.
3
’
81
7
.-- (
Valideneinkommen
von Fr. 52’021
.
--
abzüglich Invaliden
ein
kommen von
Fr.
48
’
20
4.
--)
, was einem rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad von gerundet 7
% entspricht. Selbst wenn – wofür kein Anlass besteht – ein leidensbedingter Abzug von maximal 25
%
ge
währt und sich das Invalidenein
kommen auf Fr. 36’1
53
.-- reduzieren würde, er
gäbe sich noch immer ein renten
ausschliessender Invaliditätsgrad von
gerundet 30
%.
6.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
7.1
Gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherung
sgericht in Abweichung von Art. 61
lit
.
a ATSG in d
er hier anwendbaren, bis am 31.
Dezember 2020 i
n Kraft gewesenen Fassung (Art.
83 ATSG), kostenpflichtig.
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- zu bemessen und
vorliegend auf Fr. 8
00.-- festzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten unentgeltlichen Prozessführung (Verfügung vom 17.
Dezember 2020
, Urk. 13) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Mit Verfügung vom 17.
Dezember 2020
wurde dem Beschwerdeführer
sodann
Rechtsanwalt Peter Bolzli als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk.
13).
Rechtsanwalt Bolzli
reichte keine Honorarnote ein, womit seine Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist (vgl.
Urk. 13
). Unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist ein
e Entschädigung in Höhe von Fr. 2’000
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) ange
messen.
7.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Kosten der Rechtsvertret
ung verpflichtet ist, sobald er
dazu in der Lage ist.