# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dcf74f73-3863-4d1f-9910-e19794e45259
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) bezweckt den Ein- und Verkauf von
Textilien, Modeartikeln sowie Schuhen. Ihr Hauptaktionär ist B. Der Sohn des Letzte-
ren, C, spielte 2010 als Amateur sowie ab 2011 profimässig Golf. Anfangs 2011 grün-
dete C als einziger Gesellschafter die D GmbH, welche die Beteiligung an Turnieren,
Golfunterricht, sowie den Handel mit Sportartikeln und -Bekleidung betreibt. In ihrer
Steuererklärung für die Steuerperiode 1.8.2010 - 31.7.2011 deklarierte die Pflichtige
einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 110'400.- und ein (steuerbares) Eigenkapital
von Fr. 742'000.-. Unter anderem machte sie dabei einen Aufwand für Golf-
Sponsoring, namentlich von C, von Fr. 70'000.- geltend.
Mit Auflage vom 6. November 2013 verlangte das kantonale Steueramt den
Nachweis der geschäftsmässigen Begründetheit und der Werbewirkung des Sponso-
ringaufwands sowie die Einreichung des Sponsoringvertrags. Des Weiteren forderte es
Auskunft darüber, für wen und was geworben werde, wie der betreffende Sportler öf-
fentlich aufgetreten sei und ob Pressebilder vorhanden seien. Am 11. Dezember 2013
antwortete die Pflichtige, es werde für die Firmenlabels E und F geworben, welche sie
vertreibe. Als Beleg reichte sie unter Anderem einen Sponsoringvertrag mit der D
GmbH, drei Fotos und eine Liste der Ergebnisse diverser PGA-Turniere (PGA = pro-
fessional golfer's association) in den Jahren 2011 und 2013 mit C als Teilnehmer ein.
Mit Entscheiden vom 2. Mai 2014 veranlagte bzw. schätzte das kantonale
Steueramt die Pflichtige für die Steuerperiode 1.8.2010 - 31.7.2011 mit einem steuer-
baren Reingewinn von Fr. 180'400.- und einem (steuerbaren) Eigenkapital von
Fr. 742'000.- ein. Dabei rechnete es beim steuerbaren Reingewinn den Werbeaufwand
für Sponsoring von Fr. 70'000.- auf.
B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 23. Mai 2014 Einsprache und beantrag-
te, deklarationsgemäss veranlagt bzw. eingeschätzt zu werden. Zur Begründung führte
sie aus, der Golfspieler habe an den Turnieren jeweils eine Oberbekleidung mit dem
Label F getragen. Die Auslagen seien zudem im Vertrauen auf die Auskunft des kanto-
nalen Steueramts vom 10. November 2010 getätigt worden.
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Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 25. Juli 2014 ab.
C. Am 26. August 2014 erhob die Pflichtige Beschwerde und Rekurs und wie-
derholte ihren Einspracheantrag. Zudem beantragte sie die Zusprechung einer Partei-
entschädigung. Am 4. September 2014 ergänzte sie die Beschwerde-/Rekursschrift.
In der Beschwerde- und Rekursantwort vom 22. September 2014 schloss das
kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerver-
waltung beantragte am 27. Oktober 2014 ebenfalls Abweisung der Beschwerde.
Auf die Vorbringen der Parteien wird – sofern rechtserheblich – in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Der steuerbare Reingewinn einer Aktiengesellschaft setzt sich gemäss
Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezem-
ber 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusam-
men aus dem Saldo der Erfolgsrechnung, unter Berücksichtigung des Saldovortrags
des Vorjahres (Ziff. 1 bzw. lit. a) und allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrech-
nung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von
geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden (Ziff. 2 bzw. lit. b).
b) Geschäftsmässig begründet und damit gestützt auf Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG
bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG vom erzielten Gewinn absetzbar sind Aufwendungen dann,
wenn sie auf Massnahmen beruhen, welche die Unternehmensleitung in guten Treuen
in Erfüllung des Gesellschaftszwecks getroffen hat. Zu diesen zählen namentlich alle
Aufwendungen, Wertverminderungen und Verluste, deren Vermeidung der Unterneh-
mung im Hinblick auf die Erfüllung ihres Gesellschaftszwecks nach den Umständen
des Einzelfalls nicht zumutbar ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
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zum DBG, 2. A., 2009, Art. 58 N 74, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A.,
2013, § 64 N 162; zum alten kantonalen Recht: Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kom-
mentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 1969, § 45 N 111). Als geschäftsmässig
nicht begründet werden dagegen Aufwendungen erachtet, die auf ungewöhnlichen,
sachwidrigen, absonderlichen Gepflogenheiten oder auf völlig unangemessenen
Massnahmen beruhen, oder von denen anzunehmen ist, die Gesellschaft habe damit
lediglich Steuern einsparen wollen, die bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse
geschuldet wären (Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 113). Demgegenüber ist es für
die geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwendung nicht erforderlich, dass sie für
den Betrieb notwendig oder im Sinn einer rationellen und gewinnorientierten Betriebs-
führung zweckmässig ist. Ungeschickte Dispositionen sind ebenso hinzunehmen wie
mangelnde Rentabilität einer Investition. Anders zu entscheiden hiesse, in die unter-
nehmerische Entscheidungsfreiheit des Betriebs einzugreifen, was nicht Sache der
Steuerbehörde ist. Es genügt, wenn der Betrieb und der damit verfolgte Zweck der
Gewinnerzielung mit der Aufwendung in irgendeinem kausalen Zusammenhang steht,
wobei dieser Zusammenhang immerhin sachlicher Natur sein muss. Kausalität mit ei-
nem spezifischen Ertrag darf jedoch nicht verlangt werden (Kuhn/Brülisauer, in: Kom-
mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 24 N 56 ff. StHG).
c) Auf eine verdeckte Gewinnausschüttung (als besondere Form der ge-
schäftsmässig nicht begründeten Aufwendung) ist zu schliessen, wenn eine juristische
Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder ihr sonst nahestehenden Perso-
nen, diese bereichernd, bewusst geldwerte Vorteile zuwendet, die sie unbeteiligten
Dritten nicht einräumen würde (RB 1985 Nr. 42 = StE 1985 B 72.13.22 Nr. 4; Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 58 N 95 DBG, § 64 N 177 StG).
d) Um die Beurteilung der geschäftsmässigen Begründetheit von geltend ge-
machten Aufwendungen – und der allfällig damit verbundenen verdeckten Gewinnaus-
schüttungen – zu ermöglichen, ist die steuerpflichtige Gesellschaft kraft der sie treffen-
den gesetzlichen Obliegenheiten (Art. 124 ff. DBG, §§ 132 ff. StG) gehalten, an der
Abklärung der solchen Aufwendungen zugrunde liegenden Tatsachen mitzuwirken,
wobei sie für deren Verwirklichung beweisbelastet ist (vgl. RB 1977 Nr. 60). Insbeson-
dere hat sie spätestens vor Steuerrekursgericht binnen der Beschwerde-/Rekursfrist
eine substanziierte Sachdarstellung vorzutragen und die Beweismittel für deren Rich-
tigkeit beizubringen (RB 1964 Nr. 68, 1975 Nr. 54).
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e) Kann eine derartige geschäftliche Zwecksetzung der Ausgaben nicht bejaht
werden, so sind die entsprechenden Vermögensabgänge als erfolgsneutrale Privatent-
nahmen zu würdigen, die mit Blick auf die Ertragsbesteuerung als geschäftsmässig
nicht begründeter Aufwand aufzurechnen sind (VGr, 27. August 1997 = StE 1997
B 72.14.1 Nr. 16, auch zum Folgenden sowie BGr, 1. Mai 2000 = Pra 2000, 910). Aus-
gaben, von denen sich die Unternehmensleitung in guten Treuen einen dem Unter-
nehmen zukommenden Erfolg verspricht, sind regelmässig als geschäftsmässig be-
gründet zu würdigen. Dazu gehören zunächst Werbeausgaben für einzelne vom
Unternehmen angebotene Waren oder Dienstleistungen, des Weiteren aber auch Aus-
lagen für solche Werbemassnahmen, welche die Firma des Unternehmens als Ganzes
auf dem Markt günstig positionieren sollen. Damit wird bezweckt, den Absatz seiner
Produkte mittelbar zu fördern und den Erfolg des Unternehmens insgesamt zu sichern
sowie seine Marktstellung zu stärken oder auszubauen.
Der Pflege des Ansehens des Unternehmens in der Öffentlichkeit dienen auch
Sponsorbeiträge an kulturelle, soziale oder sportliche Veranstaltungen oder Einrichtun-
gen. Solche Aufwendungen erfolgen in der Regel ohne unmittelbare wirtschaftliche
Zielsetzung, sondern sind vielmehr darauf gerichtet, ein Gegengewicht zum Bild des
als ausschliesslich gewinnstrebig handelnd erscheinenden Unternehmens zu schaffen.
In diesem Sinn ist dem Auftritt als Sponsor auch eine Werbewirkung eigen, die sich
über einzelne Produkte hinaus auf die Unternehmung als Marktteilnehmerin erstreckt.
Dadurch unterscheiden sich Sponsorbeiträge von eigentlichen freiwilligen Leistungen
an soziale Einrichtungen oder etwa an politische Parteien und Aktionen, die erbracht
werden, ohne dass das Unternehmen dies öffentlich kundgibt. Die Abgrenzung hat
demgemäss danach zu erfolgen, ob die Ausgaben zu Werbezwecken zugunsten des
Unternehmens getätigt werden. Soweit dieser Zweck der Ausgaben bejaht werden
kann, sind die Aufwendungen grundsätzlich ohne betragsmässige Beschränkung als
geschäftsmässig begründet zum Abzug zuzulassen. Sie müssen immerhin in einem
betriebswirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zur Grösse des Unternehmens stehen
sowie zu Art und Umfang des Adressatenkreises für Werbemassnahmen. Sprengen
sie diesen Rahmen, so liegt die Vermutung nahe, die Aufwendungen verfolgten nicht
Ziele des Unternehmens, sondern solche von Mitgliedern der Geschäftsleitung oder
diesen nahestehender Personen, so dass sie nicht mehr als geschäftsmässig begrün-
det zu würdigen wären.
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2. a) Vorliegend beantragt die Pflichtige den Abzug von Fr. 70'000.- als Spon-
soringbeiträge, welche sie der D GmbH ausrichtete. Letztere Firma wurde am 16. Feb-
ruar 2011 von C, Sohn des Hauptaktionärs der Pflichtigen, gegründet und bezweckt die
Beteiligung an Turnieren, Golfunterricht und Handel mit Sportartikeln und -bekleidung.
Obschon die D GmbH Vertragspartnerin ist, tritt als Werbeträger unbestrittenermassen
einzig C auf.
Der zwischen der Pflichtigen (Sponsorin) und der D GmbH (ohne Datum) ab-
geschlossene Sponsoringvertrag überträgt Ersterer den Status einer "Exklusivsponso-
rin" der D GmbH (Sponsornehmerin), inklusive aller von dieser betreuten Golfspieler,
der veranstalteten Turniere sowie der Unterrichtstätigkeiten. Die Sponsornehmerin
sichert der Sponsorin für sämtliche von ihr betreuten Bereiche die Branchenexklusivität
im Bereich "Mode, Bekleidung und Accessoires" zu. Dies bedeutet, dass die Sponsor-
nehmerin sich verpflichtet, im genannten Bereich mit keinem anderen einen Sponso-
ringvertrag abzuschliessen[...]. Allfällige offizielle Printerzeugnisse der Sponsornehme-
rin (z. B. Pressemappe, Programmheft) werden mit einem von beiden Parteien
vorgängig zu genehmigenden, in Grösse/Aufmachung reglementkonformen Logo der
Sponsorin versehen [...]. Die Sponsorin erhält für sämtliche Turniere, an denen Golf-
spieler der Sponsornehmerin teilnehmen, eine im Voraus anzugebende Anzahl Gratis-
Eintritte sowie Möglichkeiten zur exklusiven Bewirtschaftung eigener Gäste (Ge-
schäftspartner etc.) an diesen Turnieren in den dafür vorgesehenen Sponsor-/VIP-
Bereichen [....].
b) aa) Nach Ausführungen der Pflichtigen vertreibt sie insbesondere Produkte
der Marke F. C habe 2010 als hoffnungsvoller Nachwuchsspieler im Golf gegolten und
2011 zu den Profis gewechselt. Im Herbst 2010 habe sich die Pflichtige entschieden, C
als Sponsor finanziell zu unterstützen. Mit Abschluss des Sponsoringvertrags habe sie
den Status als Exklusivsponsorin der D GmbH für den Bereich Mode, Bekleidung und
Accessoires erworben und sich im Gegenzug dazu verpflichtet, für die ersten neun
Monate des Jahrs 2011 Fr. 10'000.- monatlich als Sponsoringbeitrag zu bezahlen.
Zwischen 2009 und 2012 habe C an mehr als hundert Turnieren teilgenom-
men. Da ihm allerdings nach drei Jahren der Durchbruch nicht gelungen sei, sei das
Sponsoring wieder beendet worden. An den Turnieren trete C immer mit Kleidungsstü-
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cken der Marken an, die von der Pflichtigen vertrieben würden. Insbesondere Trage er
Kleider mit dem Label F.
bb) Am 4. September 2014 reichte die Pflichtige eine Liste der von C gespiel-
ten Turniere ein. Im Begleitschreiben dazu präzisierte sie, es habe sich nicht um, wie in
der Beschwerde- und Rekursschrift ausgeführt, mehr als hundert Turniere, sondern um
50 Turniere im In- und Ausland gehandelt.
3. Sponsoringbeiträge sind wie erwähnt dem geschäftsmässig begründeten
Aufwand zuzurechnen, wenn sie erkennbar zu Werbezwecken zugunsten des Unter-
nehmens getätigt werden und in einem betriebswirtschaftlich vertretbaren Verhältnis
zur Grösse desselben stehen. Dabei trifft die Beweislast diesbezüglich die steuerpflich-
tige Gesellschaft, da es sich um steuermindernde Tatsachen handelt.
a) aa) Ein Werbezweck zugunsten des Unternehmens kann lediglich Sponso-
ringbeiträgen zugesprochen werden, welche geeignet sind, eine Werbewirkung zu ent-
falten. Entgegen der Meinung des kantonalen Steueramts ist indessen die Frage, ob
sich die Massnahmen im Nachhinein als werbewirksam erwiesen haben, nicht von Be-
lang, ist doch ungeschickten Dispositionen eines Unternehmens nicht a priori die ge-
schäftsmässige Begründetheit abzusprechen.
Für die Geeignetheit einer Sponsoringmassnahme, eine Werbewirkung zu
entfalten, ist die Pflichtige substanziierungs- und beweispflichtig. Dabei hängt diese
Geeignetheit im Sportsponsoring davon ab, ob mit dem Auftreten des Gesponserten
eine positive Werbewirkung verbunden ist. Nur bei sportlichem Erfolg des Gesponser-
ten ist eine solch positive Wirkung auf das Image der Sponsorin zu erwarten. Schafft
es der Sportler nicht, durch seine Leistung ins Rampenlicht zu gelangen, bleiben die
Sponsoringmassnahmen weitestgehend wirkungslos. Dabei wird die Sponsorin regel-
mässig nur aufgrund vergangener Leistungen auf die Erfolgsaussichten für die Zukunft
schliessen können.
Neben den Erfolgsaussichten des Sportlers entscheidet die Sichtbarkeit der
Sponsorin bei dessen Auftritten über die Geeignetheit, Werbewirkung zu entfalten. Die
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Sponsorin muss so publikumsöffentlich wie möglich mit dem Sportler verknüpft werden
und dergestalt "Flagge" zeigen (VGr, 27. August 1997 = StE 1997 B 72.14.1 Nr.16).
bb) Zu den sportlichen Erfolgsaussichten von C im Zeitpunkt des Abschlusses
des Sponsoringvertrags (mutmasslich Herbst 2010) führte die Pflichtige aus, er habe
2010 als "hoffnungsvoller Golf-Nachwuchsspieler" gegolten. Als Beweis dafür wurden
Zeugenaussagen von C, dessen Vater B und dessen Trainer angeboten.
Damit ein diesbezügliches Beweisverfahren durchgeführt werden kann, muss
vorerst eine entsprechende substanziierte Sachdarstellung (Tatsachenbehauptung, die
es zu bewiesen gilt) vorliegen. Im Rechtsmittelverfahren kann eine solche Darstellung
nicht in einem Beweisverfahren nachgeholt werden, da dieses einzig die Richtigkeit
eines hinreichend behaupteten Sachverhalts zu erforschen erlaubt (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art 123 N 14 ff. DBG und § 132 N 14 ff. StG). Dabei muss
der Bezeichnung "hoffnungsvoller Nachwuchsspieler" der Charakter einer Tatsachen-
behauptung abgesprochen werden. Vielmehr handelt es sich um ein Werturteil, wel-
ches als solches keinem Beweis zugänglich ist. Es wäre Aufgabe der Pflichtigen gewe-
sen, im Rahmen ihrer Substanziierungspflicht die Erfolge von C darzulegen, welche
2010 im Sinn einer Wertung vermuten liessen, er werde eine erfolgreiche Karriere als
Profigolfer haben. Die Pflichtige ist entsprechende Ausführungen jedoch gänzlich
schuldig geblieben.
cc) Fraglich ist weiter, wie, d.h. in welcher äusseren Erscheinung, C in der Zeit
von Januar bis September 2011 in Golfturnieren aufgetreten ist. Dem Sponsoringver-
trag lässt sich keine konkrete Verpflichtung des Gesponserten entnehmen, bestimmte
Kleidung zu tragen, und auch die Angaben der Pflichtigen sind in diesem Punkt wider-
sprüchlich. Im Einschätzungsverfahren führte sie aus, es werde für die Labels E und F
geworben. Mit Einsprache vom 23. Mai 2014 erklärte sie sodann, der Golfspieler habe
an den Turnieren jeweils eine Oberbekleidung getragen, welche (nur) das Label F auf-
wies. Die drei Beweisfotos, die im Einspracheverfahren eingereicht wurden, weisen
kein Entstehungsdatum auf. Zwei von ihnen (a + c) zeigen offenbar C, gekleidet mit
einem T-Shirt mit dem Logo E, beim Golfspielen, wobei nicht einmal klar ist, ob es sich
dabei um Fotos von einem Turnier handelt. Das dritte Foto (b) zeigt einfach ein T-Shirt,
wobei eine Marke nicht erkennbar ist. Schliesslich behauptete die Pflichtige in der Be-
schwerde- und Rekursschrift, an den Turnieren trete C immer mit Kleidungsstücken der
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Marken an, die von ihr vertrieben würden. Insbesondere trage er Kleider der Marke F.
Die Verwendung des Präsens (auftritt) lässt darauf schliessen, dass sich die Pflichtige
auf die Gegenwart bezieht. Aussagen betreffend das streitbetroffene Geschäftsjahr
1.8.2010 - 31.7.2011 sind der Beschwerde- und Rekursschrift nicht zu entnehmen.
Zu welchem Anlass C welche Kleidung getragen hat, ist somit weder substan-
ziiert noch nachgewiesen. Auch bezüglich der Zahl der von ihm gespielten Turniere
herrscht keine Klarheit: Während er gemäss Beschwerde- und Rekursschrift zwischen
2009 und 2012 an mehr als hundert teilgenommen haben soll, wurde diese Zahl mit
Eingabe vom 4. September 2014 auf rund 50 Turniere zwischen 2009 und 2011 redu-
ziert, wobei eine Liste beigelegt wurde, welche für die Zeit 1.8.2010 - 31.7.2011 gerade
mal 12 Turniere 2011 aufzählt, davon 5 nach "Inkrafttreten" des Sponsoringvertrags.
b) Zusammenfassend konnte die Pflichtige demnach die Werbewirkung des
Sponsoringaufwands und damit die geschäftsmässige Begründetheit nicht beweisen.
Als Folge davon drängt sich die Vermutung auf, die Pflichtige haben den streitigen
Aufwand nur deshalb getätigt, weil Empfänger von entsprechenden Leistungen der D
GmbH letztlich unstreitig der Sohn des Alleinaktionärs der Pflichtigen war und daher
eine verdeckte Gewinnausschüttung der Pflichtigen zugunsten ihres Alleinaktionärs
vorliegt.
Fraglich ist indessen noch, ob sich die Pflichtige auf Treu und Glauben beru-
fen kann, macht sie doch geltend, im Vertrauen auf eine Auskunft des kantonalen
Steueramts gehandelt zu haben.
4. a) aa) Die Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuiert den Grund-
satz von Treu und Glauben in Art. 5 Abs. 3 einerseits als Regel für das Verhalten von
Staat und Privaten sowie andererseits in Art. 9 als grundrechtlichen Anspruch des Pri-
vaten gegenüber dem Staat auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche
Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartung begründendes Verhalten der Be-
hörden (BGE 126 II 375 E. 3a S. 377 mit Hinweisen).
Zwar verlangt das Gesetzmässigkeitsprinzip, dass die Verwaltungsbehörden
nach Massgabe des Gesetzes und nicht nach Massgabe der vom Gesetz abweichen-
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den Auskunft entscheiden. Indessen kann eine unrichtige behördliche Auskunft unter
gewissen Umständen eine Vertrauensgrundlage bilden. Dies gilt auch für das Steuer-
recht, wenn auch in geringerem Masse. Voraussetzung dafür bildet, dass sich die Aus-
kunft der Behörde auf eine konkrete, den betreffenden Bürger berührende Angelegen-
heit bezieht und vorbehaltlos erteilt wurde, dass die Amtsstelle, welche die Auskunft
gegeben hat, hierfür zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden Gründen als
zuständig betrachten durfte, dass der Bürger die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne
weiteres hat erkennen können, dass er im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rück-
gängig zu machende Dispositionen getroffen hat und dass die Rechtslage zur Zeit der
Verwirklichung des Tatbestands noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftser-
teilung (BGr, 4. Mai 2010, 2C_45/2010, mit Hinweisen).
bb) Will der Steuerpflichtige die Behörde an eine erteilte unrichtige Auskunft
binden, trägt er für das Vorliegen der genannten Voraussetzungen als steuermindern-
de Tatsache die Beweislast (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu Art. 109-121 DBG
und zu §§ 119-131 N 77 StG). Der vom Steuerpflichtigen anzutretende Nachweis er-
fordert namentlich im Rechtsmittelverfahren eine substanziierte Sachdarstellung, die
spätestens innerhalb der Beschwerde- bzw. Rekursfrist vorgetragen werden muss
(ZStP 2008, 263, auch zum Folgenden).
b) aa) Am 14. Oktober 2010 liess die Pflichtige dem Steueramt der Stadt Zü-
rich folgende Anfrage zukommen: "Ein Sohn des Hauptaktionärs (und künftiger Aktio-
när mit einer Aktie sowie Verwaltungsrat) der obgenannten Gesellschaft [= der Pflichti-
gen] wird ab nächstem Jahr als Golf-Profi tätig sein. Die Gesellschaft möchte ihn auf
der Basis eines Werbe-/Sponsoringvertrags unterstützen. Darin würde sich der Golf-
Profi verpflichten, während Wettkämpfen Kleidungsstücke mit den Schriftzügen der
Marken unserer Mandantin [= der Pflichtigen] zu tragen. Im Gegenzug würde unsere
Mandantin dem Golf-Profi bzw. dessen noch zu gründenden CH-Gesellschaft einen
jährlichen Werbe-/Sponsoringbeitrag von Fr. 100'000.- überweisen. Da es sich beim
Empfänger der Leistung um eine nahe stehende Person, bzw. um eine durch eine na-
he stehende Person beherrschte Gesellschaft handelt, ersuchen wir Sie höflich um Ihre
Bestätigung, dass dieser Beitrag bei unserer Mandantin als geschäftsmässig begrün-
deter Aufwand sowohl bei der Staats-, als auch bei der Bundessteuer steuerlich aner-
kannt wird.".
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bb) In seiner Antwort vom 10. November 2010 verwies das kantonale Steuer-
amt auf die Voraussetzungen, unter welchen Sportsponsoring im Sinn von § 45 Abs. 1
lit. b aStG vom steuerbaren Ertrag abziehbar ist und bemerkte zum konkreten Fall:
"Vorliegend dürften die Aufwendungen vom Grundsatz her gemessen an den obigen
Ausführungen geschäftsmässig begründet sein. Die Höhe des Beitrags muss jedoch
einem Drittvergleich (Vergleich unter unbeteiligten Dritten) standhalten und lässt sich
im jetzigen Zeitpunkt nicht bestimmen. Der Abzug wird daher anlässlich der Einschät-
zung der massgeblichen Steuerperiode (2010 oder 2011), wenn alle Variablen bekannt
sind, vom dannzumal zuständigen Steuerkommissär bzw. Steuerrevisor zu beurteilen
sein.".
cc) Entgegen der Anfrage der Pflichtigen vom 14. Oktober 2010 hat sich C
keinesfalls vertraglich verpflichtet, während Wettkämpfen Kleidungsstücke mit den
Schriftzügen der von ihr vertretenen Marken zu tragen. Auch bleibt – wie erwähnt –
unbewiesen, dass er dies trotzdem tatsächlich tat, weswegen der Sachverhalt, auf den
sich die Auskunft bezieht, als nicht verwirklicht gelten muss. Zudem stand die Auskunft
unter dem Vorbehalt, dass eine endgültige Beurteilung erst dann erfolgen würde, wenn
alle Variablen bekannt seien und die Beurteilung des Abzugs dem zuständigen Steuer-
kommissär bzw. Steuerrevisor vorbehalten bleibe.
Die Pflichtige kann sich somit unter den gegebenen Umständen nicht auf Ver-
trauensschutz berufen.
5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Ausgangsge-
mäss sind die Kosten des Verfahrens der Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1
DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen
(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Ver-
waltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).
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