# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 16658cff-d2d1-46ee-8e99-2b13893e644b
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. A. sandte der Bundesanwaltschaft am 27. Mai 2020 eine E-Mail mit dem
Betreff «Strafanzeige und Strafantrag und Privatklage als Opfer und Geschä-
digte mehrfacher grenzüberschreiender Folter und Straftaten und Gewaltde-
likte A. und B. Gmbh».
Die Bundesanwaltschaft erliess dazu am 5. Januar 2021 eine Nichtanhand-
nahmeverfügung (Verfahren SV.20.1622). Die Post stellte sie A. gemäss
Sendungsverfolgung am 7. Januar 2021 zu.
B. Am 14. Januar 2021 kontaktierte A. die Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts per E-Mail mit dem Betreff: «Einspruch gegen grenzüber-
schreitenden Strafverfügungen und Widerspruch mit gerechter Entschädi-
gung und Beschwerde gegen Verfügung Bundesanwaltschaft Verfahrens-
nummer SV.20.1622 und Weitere Beklagte und Schädiger» (act. 3.1).
Die Beschwerdekammer informierte A. mit Schreiben vom 14. Januar 2021,
dass ihre E-Mail nicht mit einer anerkannten qualifizierten elektronischen
Signatur des Absenders gemäss dem Bundesgesetz vom 18. März 2016
über die elektronische Signatur (SR 943.03) versehen ist (vgl. Art. 14 Abs. 1
und 2bis OR; Verfahren UZ.2017.22, beigezogen als act. 3). Sie entspreche
daher nicht den Formvorschriften für eine rechtsgültige Eingabe in einem ge-
richtlichen Verfahren. Das Gericht setzte A. eine Frist bis 25. Januar 2021,
um mitzuteilen, ob sie eine Beschwerde beabsichtige. Diesfalls war im We-
sentlichen eine Beschwerdefrist einzureichen, die den Formvorschriften von
Art. 110 Abs. 1 StPO und den Begründungsanforderungen von Art. 385
Abs. 1 i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO genügt.
Die Beschwerdekammer erhielt von A. in der Folge weitere E-Mails. Sie nah-
men teilweise (vgl. act. 2.1) Bezug auf das Verfahren SV.20.1622 und wie-
sen allesamt keine anerkannte qualifizierte elektronische Signatur auf. Das
Gericht setzte A. mit Schreiben vom 19. Januar 2021 (Verfahren
UZ.2017.22, beigezogen als act. 2) Frist bis 1. Februar 2021, um gültig per
Briefpost Beschwerde zu erheben. Das gerichtliche Schreiben vom 19. Ja-
nuar 2021 entsprach inhaltlich demjenigen vom 14. Januar 2021.
C. A. reichte am 29. Januar 2021 eine für sich und die B. GmbH eigenhändig
unterzeichnete Eingabe ein (act. 1).
- 3 -
Auf Aufforderung des Gerichts vom 2. Februar 2021 (act. 4) übersandte die
Bundesanwaltschaft am 5. Februar 2021 die Verfahrensakten (act. 5).
Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im
Umkehrschluss).
Auf die Ausführungen der Partei und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Eine Nichtanhandnahmeverfügung können die Parteien innert 10 Tagen bei
der Beschwerdeinstanz anfechten (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2
StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Beschwerdeführung berechtigt ist die Par-
tei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung
des angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 und 105
Abs. 2 StPO). Partei ist namentlich die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1
lit. b StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrück-
lich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen
(Art. 118 Abs. 1 StPO).
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen gerügt werden, einschliess-
lich Überschreitung und Missbrauchs des Ermessens, Rechtsverweigerung
und Rechtverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), sowie die unvollständige
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 Abs. 2 lit. b StPO)
und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO).
1.2 Die folgende Erwägung 2 zeigt, dass die vorliegende Beschwerde offensicht-
lich unbegründet ist. Es kann damit offenbleiben, ob die Beschwerde sämtli-
che Eintretensvoraussetzungen erfüllt.
2.
2.1 Die Bundesanwaltschaft führt in ihrer Nichtanhandnahmeverfügung vom
5. Januar 2021 (act. 1.1) im Wesentlichen aus, aus der Strafanzeige vom
27. Mai 2020 gehe nicht klar hervor, wem die Eingabe welchen Vorwurf ma-
che. Die Beschwerdeführerinnen würden keine konkrete strafbare Handlung
schildern. Es bestehe nach Studium der Strafanzeige kein hinreichender Tat-
verdacht, um ein Strafverfahren zu eröffnen. Pauschale Anschuldigungen
und Mutmassungen genügten hierfür nicht. Der Bundesanwaltschaft stehe
- 4 -
es ohnehin nicht zu, Entscheide von Gerichten zu beurteilen oder zu korri-
gieren.
2.2 Die kantonalen Strafbehörden verfolgen und beurteilen die Straftaten des
Bundesrechts; vorbehalten bleiben die gesetzlichen Ausnahmen (Art. 22
StPO). Eine Staatsanwaltschaft eröffnet eine Strafuntersuchung, wenn sich
aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder
aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt
(Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf die Eröff-
nung, wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Straf-
befehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO).
2.3 Die 19-seitige, nicht paginierte Eingabe der Beschwerdeführerinnen vom
29. Januar 2021 (act. 1) ist nicht leichtverständlich. Sie erscheint als eine
Sammelschrift, gespiesen aus zahlreichen Verfahren. Als solche betrifft sie
die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. Januar 2021 allen-
falls in Ansätzen. Sie setzt sich jedenfalls nicht mit ihrer Argumentation aus-
einander: Die Eingabe nennt «Beklagte und Schädiger» (darunter die
Schweiz, Deutschland, die Mitgliedsstaaten der EU, Drittstaaten und einen
Allgemeinmediziner). Sie nennt die Titel von Straftatbeständen (alle Urkun-
dendelikte, Amtsdelikte nach Art. 312–322 StGB, Völkerrecht nach Art. 23 ff.
EGGVG etc.). Sie verlangt bestimmte Geldbeträge. Sie legt, ohne nähere
Ausführungen, «Einspruch gegen die grenzüberschreitende[n] Strafverfü-
gungen» ein. Sie plädiert auf unschuldig und beantragt «Freispruch
1. Klasse». Sie beantragt Revision und Berufung gegen nicht näher bezeich-
nete Abwesenheitsentscheidungen ab dem 6. März 2009 bis heute. Sie be-
nennt eine Reihe von Zeugen, darunter Bundesräte und in- wie ausländische
hohe Funktionäre. Sie stellt «Eilanträge». Auf keiner Seite schildern die Be-
schwerdeführerinnen eine strafbare Handlung oder auch nur einen konkre-
ten Sachverhalt. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Nichtanhandnahme-
verfügung der Bundesanwaltschaft vom 5. Januar 2021 nicht rechtmässig
ist. Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und abzuweisen.
2.4 Ein zulässiges pauschales Ausstandsbegehren setzt voraus, dass sich aus
der Begründung ergibt, worin ganz konkret der Ausstandsgrund für jedes
Mitglied liegt, andernfalls auf das Ausstandsgesuch nicht eingetreten wird
(KELLER, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 58 StPO N. 10; SCHMID/JO-
SITSCH, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 58 StPO N. 1). Die Beschwer-
deführerinnen beantragen den «Ausstand der verantwortliche[n] Richter und
Staatsanwälte und Beamte», ohne dazu irgendwelche näheren Ausführun-
gen zu machen. Auf das pauschale und unbegründete Ausstandsgesuch ist
praxisgemäss nicht einzutreten.
- 5 -
3. Die Beschwerdeführerinnen unterliegen vorliegend vollumfänglich. Sie ha-
ben die Gerichtskosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichts-
gebühr ist auf das gesetzliche Minimum von Fr. 200.-- festzusetzen
(vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]) und den
Beschwerdeführerinnen unter solidarischer Haftung aufzuerlegen.
- 6 -