# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 417b6ec5-f8ac-5f43-9290-d4484a7b5af9
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ E. E. E. reiste am 31. Mai 2009 illegal in die Schweiz ein. Auf ein Asylgesuch trat
das Bundesamt für Migration mit Verfügung vom 9. Juli 2009 nicht ein, und es wurde
die Wegweisung aus der Schweiz verfügt; zum Vollzug wurde der Kanton Solothurn
verpflichtet. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht
mit Entscheid vom 16. Juli 2010 ab, worauf die Wegweisung aus der Schweiz
vollziehbar geworden ist.
Am 9. Juni 2010 war E. E. E. mit dem Zug unterwegs, ohne über einen gültigen
Fahrschein zu verfügen. Der Zugbegleiter stellte dies fest und informierte die
Stadtpolizei St. Gallen. Das Untersuchungsamt verfügte daraufhin die polizeiliche
Einvernahme und Anzeigeerstattung wegen widerrechtlichen Aufenthalts in der
Schweiz. Auf den 9. Juli 2010 wurde er sodann zur Einvernahme beim
Untersuchungsamt in St. Gallen aufgeboten. Davon erhielt auch das Migrationsamt des
Kantons Solothurn Kenntnis. Es ersuchte am 5. Juli 2010 den zuständigen
Untersuchungsrichter, E. E. E. nach der Einvernahme anzuhalten und zwecks
Verbringung in Ausschaffungshaft dem Untersuchungsgefängnis Solothurn zuzuführen.
Am 9. Juli 2010 erschien E. E. E. zusammen mit K. R.-H. zur Einvernahme auf dem
Untersuchungsamt in St. Gallen. Nach dem Abschluss der Einvernahme wurde er
gestützt auf einen vom Migrationsamt St. Gallen ausgestellten Haftbefehl von der
Kantonspolizei St. Gallen in Ausschaffungshaft genommen und am 12. Juli 2010 den
Migrationsbehörden im Kanton Solothurn zugeführt. Anlässlich der Hafteröffnung am 9.
Juli 2009 kam es offenbar zu Divergenzen zwischen dem damit betrauten Polizisten
und K. R.-H.
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B./ Mit Eingabe vom 15. Juli 2010 erhob deshalb E. E. E. über seinen Rechtsvertreter,
K. R.-H., Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Sicherheits- und Justizdepartement.
Er liess beantragen, anlässlich der Festnahme vom 9. Juli 2010 habe die Polizei eine
vorgeschriebene Amtshandlung verweigert (Ziff. 1), sich einer strafbaren Handlung
schuldig gemacht, insbesondere die Amtsgewalt missbraucht (Ziff. 2) und bei
Ausübung ihrer Befugnisse willkürlich gehandelt (Ziff. 3).
Am 9. August 2010 liess sich das Ausländeramt und am 23. August 2010 die
Kantonspolizei St. Gallen zur Rechtsverweigerungsbeschwerde vernehmen. Mit
Eingabe vom 28. September 2010 erstattete E. E. E. über seinen Rechtsvertreter eine
ergänzende Stellungnahme. Dabei zog er den Antrag gemäss Ziff. 2 der Eingabe vom
15. Juli 2010 zurück.
Das Sicherheits- und Justizdepartement trat mit Entscheid vom 9. Februar 2011 auf die
Rechtsverweigerungsbeschwerde von E. E. E. nicht ein.
C./ Dagegen erhob E. E. E. über seinen Rechtsvertreter mit Eingaben vom 28. Februar
2011 sowie vom 1. März 2011 Rekurs bei der Regierung. Er liess den Antrag stellen, es
sei der angefochtene Beschluss aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf die
Rechtsverweigerungsbeschwerde einzutreten. Die Regierung wies den Rekurs mit
Entscheid vom 15. Juni 2011 ab.
D./ Dagegen erhob E. E. E. mit Eingabe vom 4. Juli 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, es sei der Rekursentscheid aufzuheben und die
Streitsache an die Vorinstanz zwecks Eintretens auf die
Rechtsverweigerungsbeschwerde zurückzuweisen.
In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juli 2011 beantragt die Regierung, es sei auf die
Beschwerde nicht einzutreten; eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen; unter
Kostenfolge.
Mit Schreiben vom 25. Juli 2011 wurde E. E. E. eingeladen, zu den in der
Vernehmlassung allfällig vorgebrachten neuen tatsächlichen und rechtlichen
Argumenten, welche bisher nicht erörtert wurden, innert einer Frist von vierzehn Tagen
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eine ergänzende Stellungnahme einzureichen. E. E. E. liess sich mit Eingabe vom
6. August 2011 ergänzend vernehmen.
Auf die Begründungen der Verfahrensbeteiligten sowie auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, nachstehend einzugehen sein.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe sich sowohl anlässlich der
untersuchungsrichterlichen Einvernahme als auch bei der Hafteröffnung vom 9. Juli
2010 ehrenamtlich von K. R.-H. vertreten lassen. Das Recht zur Verbeiständung sei ihm
jedoch vom Polizisten, der die Haft eröffnet habe, verweigert worden. Der
Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, die dadurch begangene Gehörsverletzung könne
(nur) noch mittels Rechtsverweigerungsbeschwerde gerügt werden, nachdem er am
12. Juli 2010 wieder aus der Haft entlassen worden sei.
2.1. Das Recht, sich in einem Verfahren durch eine andere Person vertreten zu lassen,
ist Ausfluss des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör. Der
Gehörsanspruch ist formeller Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen
Begründetheit des Rechtsmittels zu dessen Gutheissung führt. Nur ausnahmsweise
kann der Verfahrensmangel im Rechtsmittelverfahren geheilt werden (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Auflage, Nrn. 357 und 990). Das
rechtliche Gehör bezweckt, ein rechtsstaatliches Verfahren sicherzustellen, und trägt
damit zu einer gerechten Entscheidfindung bei. Es will einen Ausgleich schaffen zum
hoheitlichen Verfügungshandeln, dem naturgemäss autoritative Züge eigen sind. Der
Gehörsanspruch dient somit nicht Allgemein-, sondern individuellen Interessen in
einem konkreten Verfahren. Als Verfahrensrecht ist er zudem vom Streit in der Sache
selbst abhängig. Dringt also der Verfügungsadressat mit seinem Anliegen durch, so
fällt das Verfahrensrecht dahin, auch wenn es bei der Entscheidfindung verletzt wurde.
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2.2. Dementsprechend geht der Beschwerdeführer fehl, wenn er meint, er könne trotz
der umgehend erfolgten Haftentlassung noch eine Gehörsverletzung geltend machen.
Auch die Rechtsverweigerungsbeschwerde steht dafür nicht offen, zumal es dem
Beschwerdeführer offenkundig nur darum geht, eine anlässlich der Hafteröffnung
begangene Gehörsverletzung festzustellen. Ein disziplinar- oder aufsichtsrechtliches
Einschreiten verlangt er nicht. Abgesehen davon hat die Aufsichtsinstanz in ihrem
Entscheid vom 9. Februar 2011 kundgegeben, was in gleich gelagerten Fällen zukünftig
gilt (E. 3). Die dortigen Ausführungen verdienen uneingeschränkte Zustimmung.
Ein (darüber hinausgehendes) schutzwürdiges Interesse an einem
Feststellungsentscheid besteht nicht. Hierfür müssten die gleichen Erfordernisse erfüllt
sein, wie sie für die Legitimation gemäss Art. 45 Abs. 1 VRP gelten. Es ist nun aber
nicht ersichtlich, inwiefern die tatsächliche oder rechtliche Situation des
Beschwerdeführers durch den Verfahrensausgang beeinflusst werden könnte (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Auflage, Nr. 400). Somit
fehlt es an einem aktuellen und praktischen Interesse. Eine grundsätzliche Rechtsfrage
stellt sich nicht. Ein Feststellungsanspruch an der Klärung von lediglich abstrakten oder
theoretischen Rechtsfragen besteht ohnehin nicht (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar
zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, N 60 f. zu § 19).
All dies scheint der Beschwerdeführer zu verkennen oder offenbar nicht wahrhaben zu
wollen.
2.3. Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass das Sicherheits- und
Justizdepartement auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 15. Juli 2010 nicht
eingetreten ist; zu Recht wies sodann die Regierung den dagegen erhobenen Rekurs
ab.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht