# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bad8b7e6-e66d-4bde-a192-96943e8db6a4
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- im Zusammenhang mit Zahlungen im Vorfeld der Fussball WM 2006 in Deutschland die Bundesanwaltschaft am 6. August 2019 im Verfahren SV.15.1462 unter anderem gegen A. bei der Strafkammer des  (nachfolgend «Strafkammer») wegen Betrugs (Art. 146 StGB) bzw. Gehilfenschaft (Art. 25 StGB) Anklage erhoben hat;
- am 17. März 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie die Hauptverhandlung
im Verfahren SK.2019.45 vom 11. März 2020 unterbrochen und das  bis zum 20. bzw. 27. April 2020 sistiert werden musste;
- am 27. April 2020 die gesetzliche Verjährungsfrist für die eingeklagten Straf-
taten im Verfahren SK.2019.45 abgelaufen ist (vgl. Medienmitteilung des Bundesstrafgerichts vom 28. April 2020);
- A. mit Ausstandsgesuch vom 27. April 2020 an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts gelangt und beantragt, der Gesuchsgegner 1 sei zu , im Verfahren SK.2019.45/SV.15.1462 unverzüglich in den  zu treten, es sei ferner festzustellen, dass die Gesuchsgegner 1-4 seit spätestens 1. Juli 2016 verpflichtet gewesen wären, in den Ausstand zu ; es sei förmlich deren Befangenheit (zumindest dem Anschein nach) seit spätestens 1. Juli 2016 festzustellen;
- A. zudem beantragt, die Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Roy Garré und
Patrick Robert-Nicoud hätten für das vorliegenden Ausstandsverfahren in den Ausstand zu treten;
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (Art. 390
Abs. 2 StPO e contrario).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts zum Entscheid über  zuständig ist, wenn davon einzelne Mitglieder der  betroffen sind (Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 StBOG);
- offensichtlich unbegründete Gesuche jedoch nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung von der betroffenen Instanz selbst abgewiesen werden kön-
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nen, sofern auf sie überhaupt eingetreten werden muss (BOOG, Basler , 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 59 StPO mit Hinweisen auf die );
- soweit der Gesuchsteller zunächst die Mitglieder der Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts Roy Garré, Patrick Robert-Nicoud und Stephan Blättler ablehnt, festzuhalten ist, dass im vorliegenden Ausstandsverfahren nunmehr Bundesstrafrichterin Cornelia Cova anstelle von Stephan Blättler als Referentin fungiert, weshalb auf das Ausstandsersuchen hinsichtlich des Bundesstrafrichters Stephan Blättler von vornherein nicht einzutreten ist;
- der Gesuchsteller sein Ausstandsgesuch sodann gegen die Bundesstrafrich-
ter Roy Garré und Patrick Robert-Nicoud sinngemäss auf Art. 56 lit. f StPO stützt; demnach in den Ausstand zu treten hat, wer aus anderen Gründen (als diejenigen in Art. 56 lit. a - e StPO), insbesondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, befangen sein könnte;
- der Gesuchsteller die Voreingenommenheit der genannten Bundesstrafrich-
ter darin sieht, dass diese mit Beschluss BB.2019.108 vom 16.  2019 auf ein Ausstandsgesuch des Gesuchstellers gegen den  F. und die Mitglieder der Taskforce FIFA nicht eingetreten seien;
- alleine der Umstand, dass Richter wiederholt über Ausstandgesuche des
gleichen Gesuchstellers im gleichen Strafverfahren zu befinden haben, keine Vorbefassung bewirkt, da die Entscheidgrundlage grundsätzlich auf einer neuen Sachlage basiert (vgl. KELLER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 32 zu Art. 56 StPO);
- mithin der Umstand, dass sich die Bundesstrafrichter Roy Garré und Patrick
Robert-Nicoud erneut mit einem Ausstandsgesuch des Gesuchstellers im Rahmen des gleichen Strafverfahrens zu befassen haben, keinen  nach Art. 56 StPO begründet;
- im Übrigen ein Ausstandsgrund auch nicht darin liegt, dass die betreffenden
Bundesstrafrichter mit Beschluss BB.2019.108 vom 16. September 2019 einen für den Gesuchsteller ungünstigen Entscheid gefällt haben; ein solcher nur bei besonders schweren oder wiederholten Fehlleistungen bzw. Irrtümer gegen die gleiche Partei zu bejahen wäre (BGE 138 IV 142 E. 2.3);
- derartiges vom Gesuchssteller jedoch nicht geltend gemacht wird;
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- somit auch auf das Ausstandsgesuch gegen die Bundesstrafrichter Roy Garré und Patrick Robert-Nicoud nicht einzutreten ist und sich eine  an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts erübrigt;
- die Beschwerdekammer sodann zum Entscheid über Ausstandsgesuche zu-
ständig ist, wenn davon die Bundesanwaltschaft betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- Amtshandlungen, an denen eine zum Ausstand verpflichtete Person beteiligt
war, auf Gesuch hin aufgehoben und wiederholt werden müssen (Art. 60 Abs. 1 StPO);
- vorliegend im Falle einer Gutheissung des Ausstandsgesuchs gegen die ak-
tuellen bzw. ehemaligen Staatsanwälte des Bundes B., C., D. und E. die  von Amtshandlungen und deren Wiederholung infolge der  gesetzlichen Verfolgungsverjährung ausgeschlossen wäre;
- ein rechtlich geschütztes Interesse an der Feststellung eines Ausstands-
grundes bzw. an der Behandlung des Ausstandsgesuches daher nicht  und das Vorliegen eines derartigen Interessens auch nicht geltend  wird;
- auf das Austandsgesuch gegen die genannten aktuellen bzw. ehemaligen
Staatsanwälte des Bundes damit nicht einzutreten ist;
- die Kosten des vorliegenden Verfahrens vom Gesuchsteller zu tragen
(Art. 59 Abs. 4 StPO) und auf Fr. 500.-- festzusetzen sind (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 BStKR).
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