# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bcf49e1d-7a0a-467f-b19b-63347fdb49ac
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 16
I. Sachverhalt
A. Mit Urteil vom 24. Mai 2012, mitgeteilt am 25. Juni 2012, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos in einer zivilrechtlichen Streitsache betreffend Erbteilung, Ausgleichung und eventuell Herabsetzung, dass Y._ (Beklagte) verpflichtet sei, X._ (Kläger) innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Urteils Fr. 213'753.-- zu bezahlen. Der Nachlass der A._ sel. (Mutter der Parteien) werde im Sinne der vorstehenden Erwägungen festgestellt und geteilt, wobei sich die Berechnung des Anspruchs von X._ durch das Bezirksgericht Prättigau/Davos auf den Stand des mütterlichen Nachlasses per 31. Dezember 2006 bezog. Dem Urteil ist weiter zu entnehmen, dass das Betreibungsamt Lugano den Anteil von X._ an der unverteilten Erbschaft seiner Mutter gepfändet hatte.
B. Eine von X._ beim Kantonsgericht von Graubünden dagegen erhobene Berufung wurde mit Urteil vom 25. April 2013 (ZK1 12 48) abgewiesen. Nebst der Auferlegung der Gerichtskosten wurde X._ dazu verpflichtet, Y._ eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 4'500.-- (inkl. MWSt und Spesen) zu bezahlen. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.
C. Auf Begehren von X._ hin stellte das Betreibungsamt Davos-Klosters am 17. Juli 2013 unter der Betreibungs-Nr. _ einen Zahlungsbefehl mit Y._ als Schuldnerin und X._ als Gläubiger über eine Forderung von Fr. 209'253.00 nebst Zins zu 5% seit dem 16. Juli 2013 aus. Als Forderungsurkunde bzw. Grund der Forderung war auf dem Zahlungsbefehl angegeben:
"Gemäss Urteil Bezirksgericht Prättigau/Davos vom 24. Mai 2012"
Der Zahlungsbefehl wurde Y._ am 6. August 2013 zugestellt, worauf diese gleichentags Rechtsvorschlag erhob.
D. X._ ersuchte den Rechtsöffnungsrichter am Bezirksgericht Prättigau/Davos mit Eingabe vom 20. Februar 2014 (Datum Poststempel) um Beseitigung des Rechtsvorschlags und Erteilung der definitiven Rechtsöffnung in der Betreibungs-Nr. _ des Betreibungsamtes Davos-Klosters für den Forderungsbetrag von Fr. 209'253.--, zuzüglich Zins von 5% seit dem 16. Juli 2013, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Schuldnerin.
Zur Begründung des Gesuchs verwies X._ im Wesentlichen auf die oberwähnten Urteile des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 24. Mai 2012 bzw. des Kantonsgerichts von Graubünden vom 25. April 2013, welche in Rechtskraft
Seite 3 — 16
erwachsen seien. Demnach habe Y._ ihm innert 30 Tagen seit Rechtskraft des bzw. der Urteile Fr. 213'753.-- zu bezahlen. Mit diesem Betrag werde die ihr für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsgericht zugesprochene ausseramtliche Entschädigung im Umfang von Fr. 4'500.-- verrechnet, sodass sich ein Forderungsbetrag von Fr. 209'253.-- ergebe. Diese Forderung beruhe auf einem vollstreckbaren Entscheid, weshalb die definitive Rechtsöffnung zu erteilen sei.
E. Mit Stellungnahme vom 9. April 2014 beantragte Y._ die vollumfängliche Abweisung des Rechtsöffnungsgesuchs. X._ habe es zunächst unterlassen zu erwähnen, dass sein Anteil am Nachlass gepfändet sei, obwohl dies im Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos ausdrücklich festgehalten sei. Mit Schreiben vom 2. Juli 2013 habe das Betreibungsamt Lugano dem Bezirksgericht Prättigau/Davos mitgeteilt, dass der Erbanteil von X._ im Umfang von Fr. 190'450.95 gepfändet sei. Gestützt darauf sowie auf die Urteile des Bezirksgerichts Prättigau/Davos und des Kantonsgerichts von Graubünden habe B._, der von den Parteien gemeinsam eingesetzte Verwalter der Erbschaft, den Anspruch von X._ an der Erbschaft berechnet, wobei sich - unter Abzug der ausseramtlichen Entschädigung (Fr. 4'500.--) und einer Vorauszahlung vom 17. Januar 2007 (Fr. 50'000.--) - ein Restsaldo zugunsten von X._ in Höhe von Fr. 159'253.00 ergebe. Dieser sei, in Anbetracht der Pfändung durch das Betreibungsamt Lugano, vollumfänglich an dieses zu überweisen, womit man sich einverstanden erklärt habe. Die Vorauszahlung von Fr. 50'000.-- an beide Erben sei gemäss Belastungsanzeige der UBS AG am 24. Januar 2007 an X._ erfolgt. Dabei handle es sich um einen Vorschuss im Sinne einer objektiv partiellen Erbteilung, worum der Rechtsvertreter von X._ mit Schreiben vom 2. November 2006 ersucht habe. Das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos habe den Nachlass per 31. Dezember 2006 berechnet; die Akontozahlungen vom Januar 2007 von je Fr. 50'000.-- an die Erben seien im Urteil demnach nicht berücksichtigt. Daher sei die nach dem Stichdatum erfolgte Zahlung von Fr. 50'000.-- von den Fr. 213'753.-- in Abzug zu bringen. Der nach Abzug von weiteren Fr. 4'500.-- verbleibende Betrag von Fr. 159'253.-- sei mit Valuta am 6. September 2013 an das Betreibungsamt Lugano überwiesen worden. Somit sei der gesamte geschuldete Betrag im Umfang von Fr. 213'753.-- an X._ geleistet worden, weshalb das Gesuch um definitive Rechtsöffnung abzuweisen sei.
F. In seiner Stellungnahme vom 15. April 2014 wies X._ darauf hin, dass Tilgung, Stundung oder Verjährung, welche vor dem Erlass des Urteils oder der
Seite 4 — 16
Verfügung eingetreten seien, im Rechtsöffnungsverfahren nicht berücksichtigt werden dürften. Der Einwand von Y._, es müssten Fr. 50'000.-- in Abzug gebracht werden, weil diese bereits im Jahr 2006 (recte: 2007) bezahlt worden seien, erweise sich daher als unzulässig. Im Weiteren sei festzuhalten, dass Y._ auch keine Tilgung durch Verrechnung geltend mache. Sie behaupte lediglich, dass der Willensvollstrecker bzw. der Erbschaftsverwalter dem Betreibungsamt Lugano Fr. 159'253.-- überwiesen habe. Diese Zahlung sei jedoch von der Erbengemeinschaft geleistet worden, währenddem sich die Forderung aus dem Urteil gegen Y._ richte. Es habe weder eine Zession noch eine Subrogation der Forderung stattgefunden. Im Übrigen habe er den Saldo beim Betreibungsamt Lugano bestritten. Mit dem Vorgehen, das Geld an dieses zu überweisen, sei er nicht einverstanden gewesen.
G. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Prättigau/Davos erkannte mit Rechtsöffnungsentscheid vom 1. Mai 2014, mitgeteilt am 2. Mai 2014, was folgt:
"1. Das Gesuch betreffend Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes Davos-Klosters wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Rechtsöffnungsverfahrens im Betrage von CHF 500.00 gehen zulasten des X._ und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
3. Ausseramtlich hat X._ Y._ für ihre Umtriebe mit pauschal CHF 1'000.00 (inkl.- Spesen und MwSt) zu entschädigen.

## Considerations