# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e9d58140-2c66-41fb-b0ed-7008265f783c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Veruntreuung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 12. Juni 2019 (DG180037)
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Anklage
Die ergänzte Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
29. Januar 2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 107).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 135 S. 54 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Das Verfahren betreffend den Vorwurf der ordnungswidrigen Führung der Geschäftsbücher
im Sinne von Art. 325 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 8) wird eingestellt.
2. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138
Ziff. 1 StGB.
3. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 7).
4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 39 Monaten, wovon 118 Tage
durch Haft erstanden sind.
5. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behand-
lung psychische Störung) angeordnet.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck nicht aufgeschoben.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte bereits bei Dr. med. Dipl.-
Psych. C._, ... [Adresse], in Behandlung befindet und wünscht, die Massnahme bei
dieser Fachperson zu absolvieren.
6. Der bedingt ausgesprochene Vollzug der mit Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden vom
17. April 2013 ausgefällten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 150.– wird nicht wider-
rufen (Art. 46 Abs. 5 StGB).
7. a) Es wird vorgemerkt, dass die Privatklägerin 3 (D._) ihre Zivilansprüche im Um-
fang von Fr. 170'000.– an die Privatklägerin 1 (E._ AG) abgetreten hat.
b) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 (E._
AG) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist.
Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Pri-
vatklägerin 1 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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c) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 (F._)
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur
genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privat-
klägerin 2 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 2 (F._) wird abgewiesen.
d) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 4 (B._)
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur
genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der
Privatkläger 4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 15'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 10'000.00 Gebühr Vorverfahren
Fr. 10'639.70 Auslagen (Gutachten)
Fr. 3'110.00 Telefonkontrolle
Fr. 370.00 Auslagen
Fr. 7'447.45 Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X2._ (inkl. Barauslagen und MwSt.)
Fr. 30'000.00 Kosten amtliche Verteidigung Rechtsanwalt lic. iur. X1._ (inkl. Barauslagen und MwSt.)
Fr. 76'567.15 Total
9. Die Kosten gemäss Dispositiv Ziff. 8 werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der
amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4 (B._) eine Parteientschädigung
von Fr. 15'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
11. (Mitteilung)
12. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 137):
1. Mein Mandant sei der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138
Ziff. 1 StGB (zum Nachteil der E._, des D._, von G._ sowie
H._; Anklageziffern 2, 3, 4, und 6) schuldig zu sprechen.
2. Vom Vorwurf der Veruntreuung zum Nachteil von F._ (Anklageziffer 5)
sei mein Mandant freizusprechen.
3. In Aufhebung der Dispositivziffer 4 des angefochtenen Entscheides sei mein
Mandant mit einer angemessenen Strafe, tieferen Strafe von max. 5 Mona-
ten bzw. 150 Tagessätzen zu bestrafen; Die Strafe sei bedingt auszuspre-
chen unter einer Probezeit von 2 Jahren;
4. In teilweiser Aufhebung der Dispositivziffer 5 (in Bezug auf den Vollzug der
Freiheitsstrafe) sei eine ambulante Massnahme anzuordnen bzw. die bereits
begonnene bei Dr. C._ weiterzuführen; ein allfälliger Vollzug der Frei-
heitsstrafe wäre zugunsten der ambulanten Massnahme aufzuschieben;
5. Dispositivziffer 7 c. Abs. 1 sei aufzuheben und die Zivilforderungen von
F._ (Anklageziffer 5) seien aufgrund des Freispruchs abzuweisen,
eventualiter sei die Verweisung auf den Zivilweg zu bestätigen;
6. In Aufhebung der Dispositivziffern 8, 9 und 10 des angefochtenen Entschei-
des seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens gemäss dem Aus-
gang des Berufungsverfahrens aufzuerlegen;
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Aus-
gang des Berufungsverfahrens.
8. Die Kostenbeschwerde sei gutzuheissen.
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b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 174A):
1. Das Verhalten gemäss Ziff. 2 des Anklagevorwurfs sei teilweise als ge-
werbsmässiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB zu würdigen
(Anfechtung rechtliche Würdigung; Ziff. 2 des Urteils der Vorinstanz).
2. Es sei A._ für die Anklagepunkte 2 bis 7 schuldig zu sprechen, es sei
somit Dispositivziffer 3 des erstinstanzlichen Urteils (Teilfreispruch) aufzu-
heben (Anfechtung Teilfreispruch; Ziff. 3 des Urteils der Vorinstanz).
3. Es sei in Abänderung von Dispositivziffer 4 des erstinstanzlichen Urteils
A._ mit einer Freiheitsstrafe von vier Jahren zu bestrafen (Anfechtung
Strafzumessung, Ziff. 4 des Urteils der Vorinstanz).
4. Es sei die Entschädigung des amtlichen Verteidigers X1._ angemessen
festzusetzen (Ziffer 8 des Urteils der Vorinstanz).

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-
dung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz
im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 135 S. 6-9).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 12. Juni 2019 wurde der
Beschuldigte gemäss dem eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositiv schuldig
gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte und
B._ (= Privatkläger 4) am 12. bzw. 20. Juni 2019 Berufung an (Urk. 127 und
129). Ihr begründetes Urteil (Urk. 135) versandte die Vorinstanz am 9. Juli 2019
(Urk. 132). Nach Erhalt des begründeten Urteils zog B._ seine Berufung mit
Eingabe vom 19. Juli 2019 zurück (Urk. 136), wovon Vormerk zu nehmen ist.
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1.3. Die Vorinstanz entschied, dass der amtliche Verteidiger für das vorinstanz-
liche Verfahren mit insgesamt Fr. 30'000.– zu entschädigen sei (Urk. 135 Disposi-
tiv-Ziffer 8), wogegen dieser Beschwerde erhob. Mit Beschluss vom 30. Juli 2019
sistierte die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich ihr Beschwer-
deverfahren bis zum Vorliegen eines Entscheids des Berufungsgerichts betref-
fend Eintreten auf die Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil (Urk. 138).
1.4. Fristgerecht (Urk. 132 und 140) reichte der Beschuldigte mit Eingabe vom
31. Juli 2019 seine Berufungserklärung samt Beilagen ein (Urk. 139 und 141/1-3).
Mit Verfügung vom 7. August 2019 machte die Vorinstanz dem hiesigen Gericht
Mitteilung vom Berufungsrückzug von B._ und überwies die Akten (Urk. 142).
Mit Präsidialverfügung vom 23. August 2019 wurde den Privatklägern sowie der
Staatsanwaltschaft unter Zustellung der Berufungserklärung Frist angesetzt, um
Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Beru-
fung zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um
dem Gericht ein Datenerfassungsblatt sowie diverse Unterlagen zu seinen
finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 144). Mit Schreiben vom 30. August
2019 verzichtete B._ auf eine Anschlussberufung (Urk. 146), wovon eben-
falls Vormerk zu nehmen ist. Mit Eingabe vom 9. September 2019 erhob die
Staatsanwaltschaft Anschlussberufung (Urk. 148). Mit Schreiben vom
10. September 2019 beantragte die E._ AG (= Privatklägerin 1), es sei auf
die Berufung nicht einzutreten (Urk. 150). Nach zweimal erstreckter Frist (Urk.
152 und 155) reichte der Beschuldigte am 28. Oktober 2019 diverse Unterlagen
ein (Urk. 157 ff.). Mit Beschluss vom 31. Oktober 2019 trat das Gericht auf die Be-
rufung ein und stellte dem Beschuldigten sowie den Privatklägern eine Kopie der
Anschlussberufungserklärung der Staatanwaltschaft zu (Urk. 160).
1.5. Mit Beschluss vom 14. Juli 2020 hob die III. Strafkammer des Obergerichts
des Kantons Zürich die Sistierung des Beschwerdeverfahrens auf, überwies die
Honorarbeschwerde zur weiteren Behandlung zuhanden des vorliegenden Ver-
fahrens und schrieb ihr Verfahren ab (Urk. 164 und 165/1-12). Damit ist im vor-
liegenden Verfahren auch über die für das vorinstanzliche Verfahren festgesetzte
Höhe der Entschädigung des amtlichen Verteidigers zu entscheiden.
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1.6. Mit Eingabe vom 21. Juli 2020 liess der Beschuldigte seine Berufung ein-
schränken (Urk. 167).
1.7. Am 17. August 2020 fand die Berufungsverhandlung statt.
2. Umfang der Berufung und der Anschlussberufung
Vom Beschuldigten nicht angefochten wurden Dispositiv-Ziffer 1, 2 (mit
Ausnahme des Schuldspruchs in Bezug auf Anklageziffer 5), 3, 5 Abs. 1 (An-
ordnung einer ambulanten Behandlung), 6 und 7 (mit Ausnahme von 7c Abs. 1)
des vorinstanzlichen Urteils. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft rich-
tet sich gegen die Dispositiv-Ziffern 2 (nur in Bezug auf die Anklageziffern 2 und
4), 3, 4 und 8 des vorinstanzlichen Urteils. Damit blieben die Dispositiv-Ziffern 1, 2
(in Bezug auf die Anklageziffern 3 und 6), 5 Abs. 1, 6 und 7 (mit Ausnahme von
7c Abs. 1) des vorinstanzlichen Urteils unangefochten und wurden damit rechts-
kräftig, was in Form eines Beschlusses festzuhalten ist. Im Berufungsverfahren
zur Disposition stehen damit die Dispositiv-Ziffern 2 (Anklageziffern 2, 4 und 5), 3,
4, 5 Abs. 2 und 3, 7c) Abs. 1, 8, 9 und 10 des vorinstanzlichen Entscheids.
3. Formelles
Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die
urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-
zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141
IV 249 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für
ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.
4. Beteiligung der Privatklägerin E._ AG
4.1. Mit Eingabe vom 12. August 2020 liess der Beschuldigte eine mit der
E._ AG geschlossene Vereinbarung über die Rückzahlung von Fr. 400'000.–
bis zum 20. Dezember 2030 zu den Akten reichen (Urk. 170). Die E._ erklär-
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te ihrerseits, dass sie mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung ihr Desinteresse
an einer weiteren Strafverfolgung des Beschuldigten erkläre, wobei dieser aus-
drücklich berechtigt sei, diese Erklärung im laufenden Gerichtsverfahren vorzu-
weisen (Urk. 170 S. 2).
4.2. Die Verteidigung machte gestützt hierauf anlässlich der Berufungsverhand-
lung geltend, dass die E._ AG mit der Abgabe der Desinteresseerklärung
aus dem Verfahren ausgeschieden sei und sich entsprechend nicht mehr äussern
dürfe (Prot. II S. 11 und 13). I._ entgegnete hierzu für die E._ AG, dass
dies nie die Absicht gewesen sei bzw. man nie auf eine weitere Beteiligung am
Strafverfahren habe verzichten wollen (Prot. II S. 11).
4.3. Der erwähnten Vereinbarung lässt sich entnehmen, dass die E._ AG
mit "Unterzeichnung dieser Vereinbarung ihr Desinteresse an einer weiteren
Strafverfolgung von A._" erkläre (Urk. 170 S. 2). Aus dieser Formulierung
kann nicht geschlossen werden, dass sich das Desinteresse auch auf die Zivilkla-
ge bezieht, weshalb die Privatklägerin weiterhin zur Teilnahme an der Berufungs-
verhandlung legitimiert war, wobei auch darauf hinzuweisen ist, dass die wenigen
Ausführungen von I._ nicht entscheidwesentlich waren (BSK StPO-
Mazzucchelli/Postizzi, Art. 120 StPO N 6).
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Anklagevorwurf
1.1. Dem Beschuldigten wird – zusammengefasst – zunächst gemäss den
Anklageziffern 1 und 2 vorgeworfen, er habe im Rahmen seiner Anstellung bei der
E._ AG (= Privatklägerin 1 oder E1._), für die er ab 1. September 2006
als Mitarbeiter Inventur Kunstsammlung bzw. ab 1. März 2007 als Kunstkurator
angestellt gewesen sei, zwischen Mai 2007 und August 2015 Kunstobjekte aus
deren Räumlichkeiten genommen und auf eigene Rechnung oder auf Rechnung
der durch ihn beherrschten Unternehmung J._ verkauft oder aber sie geld-
wert gegen andere Objekte eingetauscht, ohne dass er dazu befugt gewesen sei.
Den Erlös habe er verwendet, um für seine allgemeinen Lebenshaltungskosten
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aufzukommen oder um bereits bestehende Schulden zu tilgen, welche er entwe-
der persönlich oder durch die von ihm beherrschte Unternehmung gehabt habe.
Insgesamt habe er so zum Nachteil der E1._ 84 sowie anlässlich eines Mit-
arbeiterverkaufs eine weitere unbekannte Anzahl Kunstwerke veräussert und ei-
nen Erlös von total Fr. 847'955.79 für sich behalten, wodurch dieser ein Schaden
im entsprechenden Umfang entstanden sei (Urk. 107 S. 2-24 [im Folgenden:
Handlungen zum Nachteil der E1._]).
1.2. Gemäss Anklageziffer 4 wird dem Beschuldigten sodann vorgeworfen, er
habe in den Jahren 2013 bis 2015 insgesamt 16 Kunstobjekte am Wohnort bzw.
aus den Räumlichkeiten von G._ mitgenommen und anschliessend an
K._ als Vertreter der L._ GmbH verkauft, wobei er den Erlös für eigene
Zwecke bzw. für sich selber verwendet habe. Eventualiter, so die Anklageergän-
zung vom 29. Januar 2019, seien dem Beschuldigten diese Kunstwerke in den
Räumlichkeiten G._s an einem nicht bekannten Tag am Ende des Jahres
2009 bzw. am Anfang des Jahres 2010 durch eine Beauftragte G._s mit dem
Auftrag übergeben worden, mit diesen gemäss separater Detailabsprache mit der
E1._ zu verfahren und diese namentlich zu revidieren oder deren Herkunft zu
bestimmen, wobei, wie mindestens konkludent vereinbart worden sei, hernach ei-
ne Rückgabe der Werke an G._ vorgesehen gewesen wäre. Insgesamt sei
G._ dadurch ein Schaden in der Höhe des Gesamtverkaufspreises von
Fr. 83'000.– entstanden (Urk. 38 S. 26 ff. bzw. Urk. 107 S. 26 ff. [im Folgenden:
Handlungen zum Nachteil von G._]).
1.3. Weiter wird dem Beschuldigten gemäss Anklageziffer 5 vorgeworfen, er sei
von M._, Schwiegersohn und Vertreter von F._ (= Privatklägerin 2), be-
auftragt worden, Kunstobjekte aus dem ihr gehörenden Nachlass N._s zu
veräussern, wobei eine Provision in nicht bekannter Höhe von 10 bis 33 % ver-
einbart gewesen sei. Der Beschuldigte habe am 25. Mai 2009 zwanzig Kunstwer-
ke dem Auktionshaus O._ übergeben, das diese versteigert und den Erlös
von Fr. 8'356.90 an den Beschuldigten überwiesen habe. Statt den Erlös abzüg-
lich der ihm zustehenden Provision von 25 %, also den Betrag von Fr. 6'267.65,
an M._ zu überweisen, habe der Beschuldigte das Geld für private Zwecke
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verwendet, ohne dass er aufgrund seiner finanziellen Situation in der Lage gewe-
sen wäre, Ersatz für den vertragswidrig verwendeten Erlös zu leisten (Urk. 107 S.
29 ff.). Am 8. Mai 2015 habe der Beschuldigte 17 weitere Kunstobjekte F._s
am Hauptsitz der E1._ dem Kunstsammler P._ zu einem Preis von Fr.
4'000.– verkauft und sich dabei als Kurator der E1._ anstatt als Vertreter von
M._ bzw. F._ ausgegeben. Anstatt den Verkaufserlös abzüglich der ihm
zustehenden Provision von 25 % an M._ oder F._ zu überweisen, habe
er über den Verkaufserlös verfügt, indem er ihn zur Tilgung von Schulden und pri-
vaten Lebenshaltungskosten verwendet habe (Urk. 107 S. 33 ff.). Am 14. Januar
2015 habe der Beschuldigte in Q._ [Ort] zwei weitere Kunstwerke an
R._ für einen Betrag von Fr. 432.– verkauft, ohne den Erlös abzüglich Provi-
sion an M._ oder F._ abzuliefern. Stattdessen habe er diesen einem Ei-
gentümer gleich für private Zwecke verwendet (Urk. 107 S. 36). Schliesslich habe
der Beschuldigte am 9. März 2015 für einen Preis von Fr. 10'500.– in Q._
26 weitere Kunstwerke von F._ an S._ verkauft. Den Verkaufserlös ha-
be die Käuferin gemäss Vereinbarung mit dem Beschuldigten in Raten bezahlt.
Dieser sei zwar berechtigt gewesen, die Objekte zu verkaufen, hätte den Ver-
kaufserlös jedoch abzüglich einer Provision von 25 % an F._ oder M._
abliefern müssen. Entgegen dieser Verpflichtung habe er gleich einem Eigentü-
mer über den Verkaufserlös verfügt und diesen zur Begleichung von Schulden
und privaten Lebenshaltungskosten verwendet, ohne dass er in der Lage gewe-
sen wäre, Ersatz für den vertragswidrig verwendeten Verkaufserlös zu leisten
(Urk. 107 S. 36 ff.). Insgesamt belaufe sich der Deliktsbetrag bzw. Schaden von
F._ auf Fr. 17'466.70, wobei sich dieser aus dem erzielten Verkaufspreis ab-
züglich der Provision von 25 % ergebe (Urk. 107 S. 40 ff. [im Folgenden: Hand-
lungen zum Nachteil von F._]).
1.4. In Anklageziffer 7 wird dem Beschuldigten schliesslich vorgeworfen, er ha-
be von T._ drei Kunstwerke übernommen, um die Autorenschaft und einen
möglichen Verkauf abzuklären und sie anschliessend wieder zurückzugeben. Zur
Abklärung der Autorenschaft habe der Beschuldigte die Werke an einem nicht be-
kannten Tag im Jahre 2014 an K._ übergeben. In der Folge habe der Be-
schuldigte entschieden, die Bilder zu verkaufen und den Erlös gleich einem
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Eigentümer zu behalten. Zu diesem Zweck habe er am 16. März 2015 eine E-Mail
an K._ als Vertreter der von ihm beherrschten U._ GmbH geschrieben,
wonach die Bilder verkauft werden sollten. Zum Verkauf der Bilder sei es nur des-
halb nicht gekommen, weil die Handlungen des Beschuldigten aufgeflogen seien
(Urk. 107 S. 43 [im Folgenden: Handlungen zum Nachteil von T._]).
2. Handlungen zum Nachteil der E1._
Die Vorinstanz legte zutreffend dar, weshalb dieser Vorwurf gestützt auf die
Zugaben des Beschuldigten sowie die erhobenen Beweismittel erstellt ist, worauf
verwiesen werden kann (Urk. 135 S. 11-14). Der Beschuldigte beantragt in die-
sem Punkt denn auch die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 167 S. 2,
Urk. 172 S. 10). Soweit die Staatsanwaltschaft die rechtliche Würdigung der
Vorinstanz anficht, ist darauf weiter unten einzugehen (vgl. dazu nachfolgend un-
ter II.6.).
3. Handlungen zum Nachteil von G._
3.1. Der Beschuldigte anerkannte diesen Sachverhaltskomplex im Sinne der
ergänzten Anklage vom 29. Januar 2019, wobei diesbezüglich auf die Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 135 S. 17, so auch anl. der Be-
rufungsverhandlung, Urk. 172 S. 10). Die Staatsanwaltschaft hält dafür, es sei auf
die vom Beschuldigten in der Untersuchung gemachte Aussage, wonach er die
Kunstwerke "mitgenommen" habe, abzustellen, er sei mithin im Sinne des ihm in
der ursprünglichen Anklage vorgeworfenen Sachverhalts schuldig zu sprechen
(Urk. 148 S. 2 f.).
3.2. Die Vorinstanz führte aus, aufgrund der Zugaben des Beschuldigten und
des sich damit deckenden Beweisergebnisses sei erstellt, dass er die in der An-
klageschrift aufgeführten Kunstwerke G._s an K._ bzw. die L._
GmbH verkauft und den Erlös für sich verwendet habe. In Würdigung der vorlie-
genden Beweismittel kam sie zum Schluss, es lasse sich weder aufgrund der
Aussagen des Beschuldigten noch unter Berücksichtigung der Ausführungen der
Privatklägervertreterin zweifelsfrei nachweisen, dass der Beschuldigte die Kunst-
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werke von G._ heimlich mit sich genommen habe. Vielmehr sei zu seinen
Gunsten vom Sachverhalt gemäss Eventualanklage vom 29. Januar 2019 auszu-
gehen. Es erweise sich im Lichte der Ausführungen des Beschuldigten und der
vorhandenen Unterlagen als stimmig, dass dem Beschuldigten die Werke im Zu-
sammenhang mit der Schadensabwicklung durch die E1._ übergeben und
von diesem entgegen seinem Auftrag und seiner Verpflichtung nicht an G._
zurückgegeben, sondern an K._ verkauft worden seien. Diesem Schluss ste-
he auch der Umstand nicht entgegen, dass keine Übergabequittungen für die
Werke von Beuys vorliegen würden, sei dadurch doch noch nicht erwiesen, dass
der Beschuldigte die Bilder heimlich mitgenommen habe. Entsprechend sei der
Anklagesachverhalt gemäss Eventualanklage vom 29. Januar 2019 erstellt
(Urk. 135 S. 17 f.).
3.3. Was die Aussagen des Beschuldigten zur Frage, wie er in den Besitz der
später veräusserten Werke von G._ gelangte, sowie die Ausführungen der
Rechtsvertreterin G._s bzw. ihres Rechtsnachfolgers B._ dazu betrifft,
kann vorab auf die zutreffende Wiedergabe derselben im vorinstanzlichen Ent-
scheid verwiesen werden (Urk. 135 S. 17 f.). Aufgrund der wenig schlüssigen Be-
weislage erweist sich die Begründung der Vorinstanz als zutreffend, auch darauf
kann verwiesen werden (a.a.O. S. 18). Es erscheint etwas wahrscheinlicher und
ist mangels gegenteiliger Beweise jedenfalls zu Gunsten des Beschuldigten an-
zunehmen, dass er die Bilder nicht einfach mit sich nahm, sondern sie ihm im
Rahmen eines Restaurierungs- oder Authentifizierungsauftrags von einer Dritt-
person überlassen wurden, wovon seinerseits doch immerhin mehrmals, wenigs-
tens ansatzweise, die Rede war (Urk. 4/6 Antworten 32-34, Urk. 4/7 Antwort 22
und Prot. Vorinstanz S. 46). Der Ansicht der Staatsanwaltschaft, die ohne nähere
Begründung dafürhält, auf die vom Beschuldigten in der Untersuchung gemachte
Aussage, wonach er die Kunstwerke "mitgenommen" habe, abzustellen (Urk. 148
S. 2 f.), kann damit nicht gefolgt werden. Der Sachverhalt ist deshalb im Sinne der
Anklage vom 29. Januar 2019 erstellt.
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4. Handlungen zum Nachteil von F._
4.1. Dieser Anklagevorwurf wird vom Beschuldigten, was den äusseren Sach-
verhalt betrifft, anerkannt, er macht jedoch geltend, er habe den erzielten Erlös
nicht unterschlagen wollen (Urk. 4/10 Antworten 41 ff., Urk. 4/11 Antworten 35 ff.,
Urk. 4/13 Antworten 54 ff. und Prot. I S. 47 f., so auch anlässlich der Berufungs-
verhandlung, Urk. 172 S. 10).
4.2. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Schuldspruchs aus, aufgrund
der übereinstimmenden Ausführungen des Beschuldigten und des Zeugen
M._ sei erstellt, dass der Beschuldigte von M._ als Vertreter von
F._ beauftragt worden sei, Lithografien zu verkaufen und er dafür ei-
ne Provision von 25 % erhalten sollte. Aufgrund des Auktionsvertrages und der
Auktionsabrechnung des Auktionshauses O._ sei betreffend die Objekte
Nr. 97-116 zudem erstellt, dass er diese über besagtes Auktionshaus habe ver-
steigern lassen und der Erlös an den Beschuldigten bezahlt worden sei (Ordner
21 Reg. 23). Ebenfalls aufgrund der vorhandenen Unterlagen sei erstellt, dass der
Beschuldigte die weiteren in der Anklageschrift aufgeführten Kunstwerke (Objekte
Nr. 117-161) an die in der Anklageschrift genannten Käufer zu den aufgeführten
Verkaufspreisen verkauft habe (Ordner 21 Reg. 24-26), was auch der Beschuldig-
te nicht bestritten habe. Betreffend die Weiterleitung des Erlöses habe dieser im-
merhin anerkannt, dass er das Geld aus den Verkäufen zweckwidrig privat ver-
wendet habe, jedoch bestritten, dass er gegenüber F._ habe Geld verun-
treuen und nicht abrechnen wollen. Dem stünden die Aussagen des Zeugen
M._ gegenüber, der angegeben habe, es sei zu einem Kontaktabbruch ge-
kommen, er habe den Beschuldigten nicht mehr erreichen können und ihm sei
das Geld nie weitergeleitet worden. Auch wenn der Zeuge M._ nicht mehr im
Detail habe ausführen können, was hinsichtlich der Weiterleitung des Erlöses
vereinbart worden sei, so liessen seine glaubhaften Aussagen nur den Schluss
zu, dass der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe, dass er das Geld
nicht an F._ weiterleiten würde. Allein der Umstand, dass sich der Beschul-
digte mit F._ bzw. M._ irgendwann habe treffen wollen, vermöge an die-
sem Schluss nichts zu ändern, konkrete Vorkehrungen habe er jedenfalls nicht
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getroffen oder in die Wege geleitet. Auch wenn der Verteidigung insofern zuzu-
stimmen sei, als dass nicht ohne Weiteres nachvollziehbar erscheine, weshalb
der grundsätzlich geständige Beschuldigten gerade diesen Sachverhaltsteil und
Vorwurf bestreite, lägen doch keine konkreten Anhaltspunkte vor, welche erheb-
liche Zweifel am subjektiven Sachverhalt zu begründen vermögen (Urk. 135 S. 22
f.).
4.3. Hinsichtlich der zu diesem Vorwurf gemachten Aussagen des Beschuldig-
ten sowie des dazu als Zeugen befragten M._ kann vorab auf die zutreffende
Wiedergabe derselben im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 135
S. 20-22). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er hierzu, dass er
diese Bilder verkauft habe. Es sei mit dem Schwiegersohn von F._ aber ver-
einbart gewesen, dass irgendwann einmal abgerechnet werde. Den Erlös aus den
Verkäufen habe zu Beginn Frau F._ erhalten, dann, ungefähr bei den letzten
zwanzig Werken, sei der Erlös direkt an ihn geflossen, wobei er schlicht nicht
mehr wisse, was er mit dem Erlös gemacht habe (Urk. 172 S. 10). Die Vorinstanz
hat das vorhandene Beweismaterial mit zutreffender Begründung gewürdigt und
kam zu Recht zum Schluss, dass sich der eingeklagte Sachverhalt erstellen lässt,
worauf ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 135 S. 22 f.). Anzumerken bleibt,
dass zwar nicht ohne Weiteres nachvollziehbar erscheinen mag, weshalb der
grundsätzlich geständige Beschuldigte gerade diesen Vorwurf bestritt, sich jedoch
umgekehrt genauso argumentieren liesse, dass nicht nachvollziehbarer erscheint,
weshalb der Beschuldigte eingedenk der übrigen von ihm eingestandenen Taten
ausgerechnet in diesem Fall den erzielten Erlös hätte weiterleiten wollen, da er ja
auch dieses Geld genauso wie in den übrigen Fällen eingestandenermassen
zweckwidrig privat verwendete. Ausschlaggebend ist indes letztlich, dass der Be-
schuldigte für F._ 65 Kunstwerke für weit über Fr. 20'000.– verkaufte, es sei-
nerseits trotzdem nie mehr zu einer Kontaktaufnahme mit ihr oder M._ oder
sonstigen Vorkehrungen zur Übergabe des Erlöses kam und ihm vor diesem Hin-
tergrund nicht geglaubt werden kann, dass er das Geld nicht unterschlagen wollte
bzw. vernünftigerweise nicht davon ausgegangen werden kann, dass er ernsthaft
die Absicht hatte, den geschuldeten Erlös je abzuliefern. Der eingeklagte Sach-
verhalt ist deshalb auch in diesem Punkt erstellt.
- 15 -
5. Handlungen zum Nachteil von T._
5.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten in diesem Punkt mit der Begrün-
dung frei, neben seinen Aussagen läge als objektives Beweismittel lediglich eine
E-Mail des Beschuldigten an K._ vom 16. März 2015 im Recht, wonach der
Beschuldigte K._ an ein Bild erinnert, das er ihm einmal übergeben habe und
ihm mitteilt, dieses und ein weiteres Bild sollten verkauft werden (Ordner 21 Reg.
27 S. 1). Aus dieser E-Mail allein lasse sich nicht folgern, dass der Beschuldigte
gleich wie bei anderen an K._ veräusserten Kunstwerken habe vorgehen und
einen allfälligen Verkaufserlös für sich behalten oder verbrauchen wollen. Der
Nachweis, dass er sich wie in der Anklageschrift aufgeführt entschieden gehabt
habe, die Bilder unter Einverleibung des Verkaufserlöses zu verkaufen, sei nicht
erbracht. Stattdessen sei auf die Aussagen des Beschuldigten abzustellen, wo-
nach er einen möglichen Verkaufserlös nicht habe für sich behalten wollen, wes-
halb der Sachverhalt damit nicht erstellt sei (Urk. 135 S. 24 f.).
5.2. Die Staatsanwaltschaft hält der vorinstanzlichen Begründung entgegen, es
treffe zu, dass der Beschuldigte diesen Vorwurf auch im Vorverfahren bestritten
habe. Wie er selber mehrfach eingeräumt habe, habe er keine Übersicht mehr
über sein Handeln gehabt und habe unter Hinweis auf die grosse Anzahl von
Handlungen einzelne Taten regelmässig nicht mehr zu schildern vermocht. So
gesehen sei nicht erklärbar, weshalb er sich ausgerechnet hier erinnern wolle. Zu
beachten sei, dass der Beschuldigte die drei Werke an einem nicht bekannten
Tag noch im Jahre 2014 übernommen habe. Erst im März 2015 sei er mit
K._ in Kontakt getreten und habe diesen darauf hingewiesen, dass diese
verkauft werden sollten. Der Beschuldigte habe in jener Zeit wie in anderen Fällen
auch davon ausgehen können, dass T._ das Fehlen der Werke nicht oder
nicht unverzüglich bemerken würde, habe er sich doch mehrere Monate lang nicht
vernehmen lassen. Indem der Beschuldigte K._ einen sinngemässen Han-
delsauftrag erteilt habe, habe er die Schwelle zum strafbaren Versuch überschrit-
ten. Man möge einwerfen, dass zwischen einer Nachricht, dass ein Gegenstand
verkauft werden solle und dem tatsächlichen Verkauf eine Lücke bestehe und mit
der Nachricht die Schwelle zur Tat nicht überschritten sei. Die Umstände seien
- 16 -
jedoch vorliegend insofern speziell, als der Beschuldigte eine grosse Anzahl von
Gegenständen deliktisch umgesetzt habe und die Kontakte sich bis und mit Han-
delsabschluss auf solche kurzen Nachrichten beschränkt hätten. Indem er dem
Händler die Werke also angedient habe, bestünde keine Zweifel daran, dass er
dies getan habe, um diese innert kurzer Frist auch tatsächlich zu veräussern (Urk.
148 S. 3, so auch anlässlich der Berufungsverhandlung, Urk. 174A S. 3 f.).
5.3. Die vorinstanzliche Begründung ist zutreffend und es kann darauf verwie-
sen werden (Urk. 135 S. 24 f.). Fraglos deuten die zahlreichen Taten des Be-
schuldigten darauf hin, dass er auch in diesem Fall gleich oder ähnlich wie in den
übrigen verfahren wäre und einen allfälligen Verkaufserlös für sich behalten und
verbraucht hätte. Nachweisen lässt sich dies gestützt auf die vorliegenden Bewei-
se, namentlich die als einziges objektives Beweismittel neben seinen Aussagen
vorliegende E-Mail des Beschuldigten an K._, jedoch nicht. Die Grenze wür-
de zu weit nach vorne verlagert, würde man darin "den letzten entscheidenden
Schritt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt" (vgl. dazu statt Weiterer
mit Hinweis auf die ständige Praxis des Bundesgerichts DONATSCH in OFK STGB,
N 7 zu Art. 22) bzw. ein unmittelbares Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung
und nicht lediglich eine straflose Vorbereitungshandlung erkennen wollen, zumal
in zeitlicher Hinsicht ein hinreichend "tatnahes" Handeln bezüglich einer allfälligen
unrechtmässigen Aneignung eines allfälligen Verkaufserlöses nicht gegeben ist.
Der vorinstanzliche Freispruch in diesem Punkt ist deshalb zu bestätigen.
6. Rechtliche Würdigung
6.1. Wie eingangs ausgeführt, verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten in
allen erstellten Anklagepunkten wegen (mehrfacher) Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 StGB und folgt der Beschuldigte dieser rechtlichen Würdigung.
Demgegenüber hält die Staatsanwaltschaft dafür, die Handlungen zum Nachteil
der E1._ seien, ausser es sei dies in der Anklage ausdrücklich anders
vermerkt, als gewerbsmässiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB zu
würdigen (Urk. 148 S. 2).
- 17 -
6.2. Zur Begründung ihrer rechtlichen Würdigung führte die Staatsanwaltschaft
aus, der Gewahrsam der E1._ sei im Vergleich zu einem allfälligen Mitge-
wahrsam des Beschuldigten entgegen der Auffassung der Vorinstanz übergeord-
net gewesen. Dieser habe in den – zumeist öffentlich zugänglichen – Räumen
keine weiteren Aufgaben als die visuelle Prüfung und Erfassung der Gegenstände
genossen, wohingegen der Unternehmung unbestrittenermassen Eigentümer-
stellung zugekommen sei und die verantwortlichen Organe sämtliche Gegenstän-
de im Innern der Gebäude überwacht, genutzt und verwaltet hätten. An dieser
umfassenden Eigentümerstellung ändere nichts, dass nicht im Detail bekannt ge-
wesen sei, wo genau welches Werk gelagert gewesen sei. Bei einer anderen Be-
trachtungsweise wäre auch bei anderen möglicherweise nicht sorgfältig inventari-
sierten Gegenständen, wie beispielsweise IT-Hardware und Ähnlichem, ein bloss
untergeordneter Gewahrsam anzunehmen. Der Beschuldigte habe durch die
Räume der Unternehmung zu gehen und Bilder zu erfassen gehabt, welcher Ge-
wahrsam im Vergleich zum Gewahrsam der Eigentümerin untergeordnet gewesen
sei (Urk. 148 S. 2). Diese Konstellation lasse sich vergleichen mit einem Mitarbei-
ter eines grossen Möbelhauses, welcher durch die Gänge gehe und sich bediene.
Auch hier wisse der Arbeitgeber nicht exakt, welche Gegenstände betroffen seien,
und dennoch sei der Gewahrsam auch an den nicht exakt inventarisierten Waren
nicht bloss untergeordnet sei (Urk. 174A S. 3).
6.3. Die Vorinstanz hat eine einlässliche und zutreffende rechtliche Würdigung
des erstellten Anklagesachverhalts vorgenommen, auf die vollumfänglich ver-
wiesen werden kann (Urk. 135 S. 25-30). Dies gilt, entgegen der Ansicht der
Staatsanwaltschaft, namentlich hinsichtlich der Frage des Gewahrsams an den in
der Anklageziffer 2 aufgeführten Objekten Nr. 1-81 und am Objekt ohne Nummer,
"Skulptur Katze" (a.a.O. S. 28). Wie bereits weiter vorne ausgeführt, ist (wie von
der Staatsanwaltschaft gemäss Anklageziffer 1 selbst angeklagt) erstellt, dass der
Beschuldigte ab dem 1. September 2006 bei der E1._ als Mitarbeiter Inven-
tur Kunstsammlung bzw. ab dem 1. März 2007 als Kunstkurator angestellt war
und die Aufgabe hatte, die unternehmensinternen Kunstgegenstände zu inventa-
risieren und zu pflegen. Auch war er für die Kunstgestaltung innerhalb der Unter-
nehmensräume besorgt, wobei er im Rahmen seiner Tätigkeit zur Erfüllung seiner
- 18 -
Aufgaben über die Kunstobjekte innerhalb der Unternehmung verfügen konnte
und musste, was auch eine Herausgabe an Dritte für bestimmte Zwecke, wie zum
Beispiel Reparatur oder Leihe, beinhaltete (vgl. dazu vorne unter II.3. bzw.
Urk. 135 S. 10-14, insbesondere S. 11, 2. bzw. Urk. 107 S. 2). In Würdigung des
erstellten Sachverhalts ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass sich der
Gewahrsam der E1._ lediglich auf eine theoretische Verfügungsmacht be-
schränkte und dem Beschuldigten faktisch nahezu umfassende Herrschaftsmacht
zukam, weshalb von einem untergeordneten Gewahrsam der E1._ auszuge-
hen ist (Urk. 135 S. 28). Die Staatsanwaltschaft selber führte denn auch vor Vo-
rinstanz aus, der Beschuldigte "konnte halt schalten und walten, wie er wollte.
Niemand wusste, was er machte" (Prot. I S. 57), was sich zwanglos mit der vo-
rinstanzlichen Auffassung in Einklang bringen lässt. Ebenfalls zutreffend ist der
Hinweis der Vorinstanz, dass man auch bei Anwendung der Schwerpunkttheorie
zum gleichen Schluss komme, da das Verhalten des Beschuldigten vielmehr als
Vertrauensbruch denn als eigentliche Wegnahme zu qualifizieren sei (Urk. 135
S. 28). Auch die umfassende Eigentümerstellung der E1._ vermag am Ge-
sagten nichts zu ändern. Die Ausführungen der Staatsanwaltschaft verfangen
deshalb nicht. Gänzlich offen bleibt im Übrigen, welche "verantwortlichen Organe"
der E1._ konkret welche Gegenstände wie "überwacht, genutzt und verwal-
tet" haben sollen. Damit bleibt es bei der bereits von der Vorinstanz vorgenom-
menen rechtlichen Qualifikation.
6.4. Zur Frage der Rechtswidrigkeit ist an dieser Stelle noch festzuhalten, dass
die Vorinstanz korrekt ausgeführt hat, dass keine Rechtfertigungsgründe vorlie-
gen würden und sich mit einem dahingehenden Einwand der Verteidigung die feh-
lenden Kontrollmechanismen der E1._ und den fehlenden Überblick über ih-
re Kunstsammlung betreffend, was die Taten des Beschuldigten freilich nicht
rechtfertigte, hinlänglich auseinandergesetzt hat (Urk. 135 S. 30 f.), worauf ver-
wiesen werden kann.
7. Schuld
7.1. Die Vorinstanz attestierte dem Beschuldigten wegen einer für den Tatzeit-
raum festgestellten bipolaren-affektiven Störung mit gegenwärtig manischer
- 19 -
Episode und einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung eine leicht ver-
minderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB.
7.2. Die Vorinstanz setzte sich gestützt auf das von der Staatsanwaltschaft bei
Dr. med. V._, ... [Berufsbezeichnung], Zürich, eingeholte fachärztliche Gut-
achten vom 19. Juli 2016 (Urk. 17/7/7) und dessen auf entsprechenden Beweis-
antrag des Beschuldigten hin in Ergänzung zu seinem schriftlichen Gutachten an
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung am 25. Januar 2019 vorgenommene Be-
fragung (Urk. 77; Prot. I S. 13 ff., S. 71 f. und S. 73 ff. sowie Urk. 100) eingehend
und zutreffend mit der gestellten Diagnose und der Frage der Schuldfähigkeit
auseinander (Urk. 135 S. 31-34). Auf ihre Ausführungen kann vollumfänglich ver-
wiesen werden, weshalb die nachfolgenden Bemerkungen lediglich als punktuelle
Rekapitulation und Ergänzungen zu verstehen sind.
7.3. Die Verteidigung wendete hierzu anlässlich der Berufungsverhandlung
grob zusammengefasst ein, dass der Gutachter fälschlicherweise von einem an-
dauernden Deliktszeitraum ausgegangen sei und schliesslich einen Mittelwert be-
rechnet habe, womit auf 6 Jahre verteilt eine nur leicht verminderte Schuldfähig-
keit resultiert habe. Korrekterweise hätte der Gutachter gemäss Meinung der Ver-
teidigung für jedes Delikt bzw. jeden Deliktskatalog den Zustand des Beschuldig-
ten (manisch, hypomanisch oder depressiv), dessen Ausprägung und gestützt da-
rauf die Schuldfähigkeit bestimmen müssen. Dazu sei er aber nicht in der Lage
gewesen, weshalb an der von ihm konstruierten verminderten Schuldfähigkeit
nicht festgehalten werden könne. Ferner seien Feststellungen zum Begutach-
tungszeitpunkt nicht einfach auf den Tatzeitraum zu übertragen und aus der ver-
meintlichen Komplexität der Tatabläufe, welche Annahme schon per se falsch sei,
lasse sich mit Hinweis auf die in manischen Phasen vorhandene massive Schaf-
fenskraft nichts zur Steuerungsfähigkeit ableiten. Ferner habe sich die Vorinstanz
nicht mit den Ausführungen von Dr. C._ auseinandergesetzt, bei welchem
der Beschuldigte seit November 2015 in Behandlung stehe. Der Gutachter habe
anlässlich der Hauptverhandlung die von Dr. C._ gemachte Aussage, wo-
nach der Beschuldigte von langanhaltenden manischen Phasen mit dazwischen-
liegenden, eher kurzen depressiven Episoden berichtet habe, als richtig bestätigt.
- 20 -
Es müsse entsprechend davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte die
angeklagten Delikte allesamt in diesen langandauernden (wenn nicht durchwegs
andauernden) manischen Phasen begangen habe. Die Feststellung einer lediglich
leicht verminderten Schuldfähigkeit sei entsprechend nicht haltbar. Sofern über-
haupt von einer Schuldfähigkeit auszugehen sei, sei diese zumindest stark einge-
schränkt gewesen, was sich strafzumessungstechnisch auszuwirken habe (Urk.
173 S. 10 ff.).
7.4. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sowohl die von ihr in den wesent-
lichen Punkten zutreffend wiedergegebenen Ausführungen des Gutachters in
seinem schriftlichen Gutachten (Urk. 17/7/7) als auch die von ihm an der
vorinstanzlichen Hauptverhandlung gemachten (Prot. I S. 73 ff.), überzeugen.
Diese hielten auch den zahlreichen kritischen Rück- und Ergänzungsfragen der
Vorinstanz sowie der Verteidigung stand (vgl. zu Letzterem a.a.O. S. 88 ff.). Der
Gutachter hat anlässlich der vorinstanzlichen Befragung mehrmals die Besonder-
heit des im vorliegenden Fall extrem langen Tatzeitraums und die damit einher-
gehende Schwierigkeit bzw. Unmöglichkeit erwähnt, die Vielzahl von Einzeldelik-
ten "aufzubröseln" (a.a.O. S. 84, S. 89 und S. 92 f.). Es liegt in der Natur der Sa-
che und leuchtet ein, dass beim vorliegenden Deliktszeitraum von insgesamt rund
acht Jahren und bei der Vielzahl der vorliegenden Delikte rückwirkend nicht mehr
im Einzelnen gesagt werden kann, in welchem mentalen Zustand sich der Be-
schuldigte bei der Begehung derselben jeweils gerade befand. Ebenso liegt es in
der Natur der Sache, dass ein Gutachter Rückschlüsse ziehen muss, erfolgt doch
seine Beurteilung immer ex post. Vor diesem Hintergrund tut es der Schlüssigkeit
und Überzeugungskraft seiner Ausführungen denn auch keinen Abbruch, dass
der Gutachter hinsichtlich der Schuldfähigkeit auf eine grundsätzliche Einschät-
zung über den gesamten Tatzeitraum kam. Ebenfalls nachvollziehbar hat der
Gutachter sodann ausgeführt, es könne ausgeschlossen werden, dass sich der
Beschuldigte während des gesamten Deliktszeitraums in einer manischen Hoch-
phase befunden habe (a.a.O. S. 79 f. und S. 92), dies unter anderem mit dem
Hinweis, dass Menschen in schwerst manischen Zuständen eigentlich immer um-
gehend in eine Klinik gebracht werden müssten, da sie namentlich durch Selbst-
versorgungsdefizite auffielen, was beim Beschuldigten nie der Fall gewesen sei
- 21 -
(a.a.O. S. 90). Einleuchtend hat der Gutachter schliesslich anhand von Beispielen
aufgezeigt, dass mit Blick auf das gesamte Tatverhalten sowie dessen sonstige
allgemeine Lebensführung während des Deliktszeitraums beim Beschuldigten
doch noch "sehr viel Steuerungsfähigkeit erhalten war" (a.a.O. S. 86 f.).
7.5. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass keine Gründe vorliegen, von den gut-
achterlichen Feststellungen und Folgerungen abzuweichen. Entsprechend ist hin-
sichtlich der vom Beschuldigten begangenen Delikte von einer leicht verminderten
Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 StGB auszugehen, die eine Strafbarkeit zwar
nicht ausschliesst, indes bei der Strafzumessung zu berücksichtigen ist.
8. Fazit
Im Schuldpunkt ist das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich zu bestätigen
und der Beschuldigte demzufolge der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 StGB (Anklageziffern 2, 4 und 5 [Handlungen zum Nachteil der
E1._, Handlungen zum Nachteil von G._, Handlungen zum Nachteil von
F._]) schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der versuchten Veruntreuung im
Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklagezif-
fer 7 [Handlungen zum Nachteil von T._]) ist der Beschuldigte freizuspre-
chen.
III. Sanktion und Vollzug
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz, deren Urteil im Schuldpunkt vollumfänglich bestätigt wird,
sprach eine unbedingte Freiheitsstrafe von 39 Monaten aus, unter Anrechnung
von 118 Tagen erstandener Haft, und ordnete eine ambulante Behandlung des
Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychische Störung) an.
1.2. Der Beschuldigte beantragt, er sei unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren mit einer bedingten Strafe von maximal 5 Monaten bzw. 150 Tagess-
ätzen zu bestrafen (Urk. 173 S. 2). Bereits an dieser Stelle sei bemerkt, dass die-
ser Antrag insofern fehl geht, als nach unbestrittener Lehre und Praxis bei Anord-
- 22 -
nung einer therapeutischen Massnahme, welche vorliegend nicht mehr zur Dis-
kussion steht (vgl. dazu vorne unter I.2.), der Vollzug der gleichzeitig ausgefällten
Strafe nicht nach Art. 42 und 43 StGB, sondern nur nach Art. 57 Abs. 2 bzw. Art.
63 Abs. 2 StGB (und damit ohne Ansetzung einer Probezeit) aufgeschoben wer-
den kann, da die Anordnung einer Massnahme gemäss Art. 56 Abs. 1 lit. a StGB
die "Gefahr weiterer Straftaten" voraussetzt und damit von einer ungünstigen
Prognose auszugehen ist (vgl. dazu statt Weiterer HEIMGARTNER in OFK STGB, N
12 zu Art. 42 unter Hinweis auf BGE 135 IV 184 f. sowie in diesem Sinne bereits
zutreffend die Vorinstanz, Urk. 135 S. 45). Somit kann sich die Frage der Ausfäl-
lung einer bedingten Strafe (unter Ansetzung einer Probezeit) nur stellen, falls
nicht die Anordnung einer Massnahme zur Diskussion steht bzw. die Frage der
Anordnung einer Massnahme nur, falls die Ausfällung einer bedingten Strafe nicht
zur Diskussion steht. Auch soweit vom Beschuldigten Dispositiv-Ziffer 5 Abs. 2
des vorinstanzlichen Urteils angefochten wurde, kann es nur um einen Strafauf-
schub im Sinne von Art. 63 Abs. 2 StGB gehen.
1.3. Die Staatsanwaltschaft beantragt mit ihrer Anschlussberufung, wie bereits
vorinstanzlich, die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von vier Jahren (Urk. 148 S. 4).
1.4. Den weiteren Erwägungen ist vorauszuschicken, dass der Beschuldigte
seine Taten beging, bevor am 1. Januar 2018 die revidierten Bestimmungen des
allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches, das neue Sanktionenrecht, in Kraft trat.
Gemäss Art. 2 StGB wird ein Straftäter grundsätzlich nach demjenigen Recht
beurteilt, das bei Begehung der Tat in Kraft war, es sei denn das neue Recht sei
das mildere. Bei dem nun zur Anwendung kommenden Strafrahmen wirkt sich die
Gesetzesrevision nicht aus, weshalb es beim alten Recht sein Bewenden hat.
2. Strafzumessung
2.1. Vorbemerkungen
2.1.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Strafzumessungsregeln unter Berück-
sichtigung der für den vorliegenden Fall besonders relevanten (Konkurrenz bzw.
- 23 -
retrospektive Konkurrenz im Sinne von Art. 49 StGB) zutreffend dargelegt, worauf
verwiesen werden kann (Urk. 135 S. 35-38).
2.1.2. Was die konkrete Strafzumessung betrifft, ist mit der Vorinstanz davon aus-
zugehen, dass aufgrund der konkreten Umstände, auf die noch einzugehen sein
wird, eine Überschreitung des für Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB
vorgesehenen ordentlichen Strafrahmens, d.h. Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
oder Geldstrafe, zwar nicht angezeigt, die Ausfällung einer Freiheitsstrafe indes
sehr wohl schuldangemessen und zweckmässig ist (Urk. 135 S. 38). Der Voll-
ständigkeit halber sei an dieser Stelle ergänzt, dass mit der gutachterlich attestier-
ten leicht verminderten Schuldfähigkeit ein obligatorischer Strafmilderungsgrund
gegeben ist, der vorliegend jedoch innerhalb des aufgezeigten Strafrahmens zu
berücksichtigen ist. Sodann hat die Vorinstanz unter Hinweis auf das Urteil des
Bezirksgerichts Rheinfelden vom 17. April 2013, mit dem der Beschuldigte wegen
mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 20
Tagessätzen à Fr. 150.– und einer Busse à Fr. 1'100.– verurteilt wurde (Urk. 143
bzw. Beizugsakten), zutreffend festgehalten, dass er einen Teil der ihm zur Last
gelegten Veruntreuungen vor dieser Verurteilungen begangen hat, weshalb ein
Fall teilweiser retrospektiver Konkurrenz vorliegt. Weiter führte sie in Nachachtung
der konstanten bundesgerichtlichen Praxis zutreffend aus, dass wegen der auszu-
fällenden Freiheitsstrafe mangels Gleichartigkeit der Strafen keine teilweise Zu-
satzstrafe ausgesprochen werden könne (Urk. 135 S. 38). Es ist deshalb, losge-
löst vom Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden, eine neue Strafe auszufällen.
2.2. Objektives und subjektives Tatverschulden
2.2.1. Zu bewerten ist zunächst das Ergebnis der Veruntreuungen des Beschul-
digten aus rein objektiver Perspektive, wobei für die Festsetzung der Einsatzstrafe
die Handlungen zum Nachteil der E1._ massgebend sind, für die aufgrund
des im Wesentlichen gleichartigen Vorgehens eine einheitliche Einsatzstrafe fest-
zusetzen ist. Der Beschuldigte hat zum Nachteil seiner damaligen Arbeitgeberin
84 Kunstwerke sowie anlässlich eines Mitarbeiterverkaufs eine unbekannte An-
zahl weiterer Kunstwerke unter Einbehaltung des Erlöses veräussert. Dabei er-
zielte er über den sehr langen Zeitraum von rund acht Jahren den sehr hohen De-
- 24 -
liktsbetrag von insgesamt Fr. 847'955.79. Dem Beschuldigten war aufgrund seiner
Anstellung ein enormer Fundus von teils namhaften Kunstgütern anvertraut wor-
den, über die er praktisch frei verfügen konnte. Diese beinahe umfassende Verfü-
gungsmacht nutzte der Beschuldigte über Jahre hinweg schamlos aus. Er ging
dabei zwar nicht besonders raffiniert vor und musste sein deliktisches Verhalten
auch nicht speziell kaschieren, was durchaus auf eine gewisse Nachlässigkeit der
E1._ zurückzuführen ist, die ihn ohne weitere Kontrollmechanismen walten
liess und offenbar auch keinen rechten Überblick über ihre Kunstsammlung hatte.
Dies vermag den krassen Vertrauensmissbrauch des Beschuldigten gegenüber
seiner Arbeitgeberin jedoch nicht ansatzweise aufzuwiegen und ist nur leicht
verschuldensreduzierend zu veranschlagen. Eingedenk des Deliktsbetrages, der
Dauer der Delinquenz und des Vertrauensmissbrauchs, ist von einer beträchtli-
chen kriminellen Energie des Beschuldigten auszugehen. Insgesamt ist das ob-
jektive Verschulden bezogen auf den ordentlichen Strafrahmen als im oberen
mittleren Bereich anzusiedeln und als noch nicht schwer zu qualifizieren.
2.2.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte stets
direktvorsätzlich handelte. Er handelte aus egoistischen, rein finanziellen Motiven,
finanzierte sich mit dem Deliktserlös jahrelang seinen persönlichen Lebensunter-
halt und deckte damit Verbindlichkeiten seiner selbständigen Geschäftstätigkeit.
Auch wenn er zu Beginn seiner Deliktsserie noch vorgehabt haben mag, einzelne
Kunstwerke wieder in die Sammlung seiner Arbeitgeberin zurückzuführen, so
musste ihm doch sehr bald klar geworden sein, dass dies nicht möglich sein wür-
de. Gleichwohl setzte er sein Tun über Jahre hinweg fort. Leicht verschuldensre-
lativierend ist die verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu gewichten,
was auch dazu führt, dass die subjektive Tatschwere die objektive leicht relati-
viert. Insgesamt ist damit von einem erheblichen Tatverschulden auszugehen.
2.2.3. Aufgrund des gesamten, erheblichen Tatverschuldens erscheint die
vorinstanzlich erfolgte Festsetzung der hypothetischen Einsatzstrafe von
34 Monaten, die etwas über der Mitte des ordentlichen Strafrahmens liegt, ange-
messen.
- 25 -
2.2.4. In Bezug auf die zum Nachteil des D._ begangenen Handlungen ist
betreffend die objektive Tatschwere festzuhalten, dass der Beschuldigte durch die
Veräusserung von vier Kunstwerken wiederum einen ziemlich hohen Deliktsbe-
trag im Umfang von Fr. 112'000.– generierte. An die Kunstwerke des D._ ge-
langte er über seine Geschäftsbeziehung bei der E1._, wobei ihm diese zum
Zwecke der Restauration anvertraut worden waren. Auch hier missbrauchte der
Beschuldigte das in ihn gesetzte Vertrauen. Zu Recht wies die Vorinstanz zudem
darauf hin, dass es sich beim D._ um eine gemeinnützige Organisation han-
delt, womit das Verhalten des Beschuldigten als noch verwerflicher erscheint. Das
objektive Verschulden ist im unteren mittleren Bereich anzusiedeln und als nicht
mehr leicht zu qualifizieren.
2.2.5. In subjektiver Hinsicht kann auf das vorne zum Verschulden hinsichtlich der
Handlungen zum Nachteil der E1._ Gesagte verwiesen werden. Auch im vor-
liegenden Zusammenhang handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus
rein finanziellen Motiven, wobei auch hier sein objektives Verschulden aufgrund
der verminderten Schuldfähigkeit eine leichte Relativierung erfährt.
2.2.6. Für den Deliktskomplex zum Nachteil des D._ erscheint unter Berück-
sichtigung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der hypothetischen Einsatz-
strafe um sechs auf 40 Monate als angemessen.
2.2.7. Hinsichtlich der zum Nachteil von G._ begangenen Handlungen ist zur
objektiven Tatschwere zu sagen, dass der Beschuldigte von dieser bei drei Gele-
genheiten insgesamt 16 Kunstwerke mit dem Auftrag übernommen hatte, diese
zu revidieren bzw. deren Herkunft zu bestimmen, wobei er auch hier das in ihn
gesetzte Vertrauen missbrauchte und die Werke veräusserte. Sein Vorgehen war
wiederum nicht besonders raffiniert, letztlich aber doch zielführend und geeignet,
ihm den ebenfalls hohen Deliktsbetrag von insgesamt Fr. 83'000.– zu bescheren.
Das objektive Verschulden ist auch bei diesem Tatkomplex im unteren mittleren
Bereich anzusiedeln und als nicht mehr leicht zu qualifizieren.
2.2.8. Betreffend die subjektive Tatschwere kann auf das bereits zu den vorste-
hend besprochenen Taten Gesagte verwiesen werden, wobei wegen der leicht
- 26 -
verminderten Schuldfähigkeit ebenfalls von einer leichten Relativierung auszuge-
hen ist.
2.2.9. Für die Delikte zum Nachteil von G._ ist unter Berücksichtigung der
Asperation eine Erhöhung der hypothetischen Einsatzstrafe um weitere sechs auf
46 Monate angemessen.
2.2.10. Im Unterschied zu den schon abgehandelten, ist bei den Veruntreuungen
zum Nachteil von F._ was die objektive Tatschwere anbelangt zu beachten,
dass der Beschuldigte grundsätzlich befugt war, die 65 Kunstobjekte zu veräus-
sern, er ihr jedoch den Verkaufserlös unter Abzug seiner Provision vereinba-
rungsgemäss hätte abgeben müssen, was er unter Verletzung des ihm entgegen-
gebrachten Vertrauens unterliess. Der Deliktsbetrag ist mit Fr. 17'466.70 ver-
gleichsweise tief, jedoch immer noch beachtlich. Im Übrigen kann auf die bereits
gemachten Ausführungen verwiesen werden. Das objektive Tatverschulden ist als
noch leicht zu werten.
2.2.11. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere kann auf die gemachten Aus-
führungen verwiesen werden, wobei verschuldensreduzierend wiederum die leicht
verminderte Schuldfähigkeit zu veranschlagen ist
2.2.12. Für die Handlungen zum Nachteil von F._ ist die Einsatzstrafe aspe-
rierend um weitere drei auf 49 Monate zu erhöhen.
2.2.13. Schliesslich veruntreute der Beschuldigte zum Nachteil von H._ ein
weiteres wertvolles Kunstwerk, das ihm zur Inventarisierung und allfälligen Res-
taurierung überlassen worden war, er jedoch vereinbarungswidrig unter Erzielung
eines Deliktserlöses von Fr. 18'000.– verkaufte. Auch dieser Deliktsbetrag ist nicht
unerheblich. Das objektive Tatverschulden ist ebenfalls als noch leicht zu werten.
2.2.14. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere gilt auch hier das bereits Ausge-
führte.
- 27 -
2.2.15. Für die Veruntreuung zum Nachteil von H._ ist die Einsatzstrafe unter
Berücksichtigung des Asperationsprinzips nochmals um drei auf 52 Monate zu
erhöhen.
2.2.16. Insgesamt ergibt sich für die dem Beschuldigten vorgeworfenen Verun-
treuungen eine tatverschuldensangemessene Einsatzstrafe von 52 Monaten.
2.3. Täterkomponente
2.3.1. Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten anbelangt, kann auf
die Zusammenfassung der Lebensgeschichte des Beschuldigten im angefochte-
nen Entscheid der Vorinstanz verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsver-
handlung aktualisiert er, dass er gegenwärtig, nachdem er eine in der Zwischen-
zeit bekleidete Festanstellung aus wirtschaftlichen Gründen wieder verloren habe,
als Vertragsjurist auf Mandatsbasis arbeite, wobei er ab September erneut eine
Festanstellung in Aussicht habe. Zu seinem Gesundheitszustand befragt erklärt
er, dass es ihm seelisch aufgrund der Medikamente gut gehe und er im normalen
Leben, d.h. abseits des Verfahrens bzw. der Verhandlung, stabil sei. Das Verfah-
ren laste aber nun seit 4 Jahren auf ihm, was er sich selbstverständlich selber zu-
zuschreiben habe. Diesen Umständen entsprechend gehe es ihm aber nicht gut.
Auch erachte er sich zumindest als teilweise psychisch krank, wobei er die Aus-
wirkungen der Erkrankung mit den Medikamenten, wie gesagt, im Griff habe und
man die Medikamentation bereits reduziert habe. Ferner absolviere er berufsbe-
gleitend eine mehrjährige Fortbildung, jogge viel und fahre oft Rad (act. 172 S. 2
ff.). Die aktuellen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich nicht auf die Straf-
zumessung aus. Mit der Vorinstanz ist indes davon auszugehen, dass die schwie-
rige Kindheit des Beschuldigten leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist (Urk.
135 S. 43).
2.3.2. Der Beschuldigte wurde sodann mit Urteil des Bezirksgerichts Rheinfelden
vom 17. April 2013 wegen mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer
- 28 -
bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 150.– und einer Busse à
Fr. 1'100.– verurteilt. Beizupflichten ist der Vorinstanz darin, dass dies leicht straf-
erhöhend ins Gewicht fällt, da der Beschuldigte während laufender Probezeit de-
linquierte (Urk. 135 S. 43 f.).
2.3.3. Hinsichtlich des Nachtatverhaltens verwies die Vorinstanz auf das umfas-
sende Geständnis des Beschuldigten sowie seine bereitwillige Kooperation mit
den Strafverfolgungsbehörden. Er habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wei-
testgehend vorbehaltlos anerkannt und wesentlich zur Rekonstruktion des Um-
fangs seines deliktischen Verhaltens beigetragen, indem er insbesondere anhand
von Inventarlisten der E1._ versucht habe, den Bestand der Kunstwerke zu
rekonstruieren. Damit habe er wesentlich zur Wahrheitsfindung beigetragen. Sein
Nachtatverhalten zeuge von Einsicht und Reue. Diese Umstände fielen zu rund
einem Viertel strafmindernd ins Gewicht (Urk. 135 S. 44). Dem ist mit der Aktuali-
sierung beizupflichten, dass der Beschuldigte sich auch anlässlich der Berufungs-
verhandlung geständig, einsichtig und reuig zeigte, wobei auch auf die im Vorfeld
der Verhandlung eingereichte Vereinbarung mit der E._ AG sowie die Tatsa-
che hinzuweisen ist, dass der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung
seine Bereitschaft zum Abschluss einer Vereinbarung mit W._ bekundete
(Urk. 172 S. 9 f.; Prot. II S. 14; Urk. 170 = 174/1). Die Staatsanwaltschaft führte
zum Geständnis des Beschuldigte aus, dass dieses nur zu Beginn des Strafver-
fahrens Bestand gehabt und er zeitgleich mit einem Verteidigerwechsel bestritten
habe, was nicht aufgrund der Akten ohnehin erstellt gewesen sei und das Übrige
in Zweifel gezogen habe, weshalb es nicht angemessen sei, die Strafe um ein
Viertel zu reduzieren (Urk. 148 S. 4; Urk. 174A S. 5). Es mag zutreffen, dass der
Beschuldigte im Zuge des Verteidigerwechsels gewisse Relativierungen vornahm
und seine Depositionen auf das vorhandene Beweismaterial abstimmte. Dies än-
dert jedoch nichts daran, dass er bei der Aufarbeitung des sehr umfangreichen
Deliktsstoffes grundsätzlich stets bereitwillig kooperierte, was erheblich zur Wahr-
heitsfindung beitrug, und sich im Wesentlichen geständig zeigte, weshalb es bei
der veranschlagten Strafminderung der Vorinstanz bleibt.
- 29 -
2.3.4. Abschliessend machte die Vorinstanz Ausführungen zur medialen Bericht-
erstattung, die sie nicht strafmindernd berücksichtigte (Urk. 135 S. 44), worauf
verwiesen werden kann.
2.3.5. Insgesamt überwiegen die strafmindernden die straferhöhenden Faktoren
der Täterkomponente, weshalb die für das Tatverschulden veranschlagte Ein-
satzstrafe von 52 Monaten um 13 Monate zu reduzieren ist.
3. Auszufällende Strafe
In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe ist der Beschuldigte mit
einer Freiheitsstrafe von 39 Monaten zu bestrafen. Der Anrechnung der erstande-
nen Untersuchungshaft von 118 Tagen steht nichts entgegen.
4. Vollzug
Bei einer Freiheitsstrafe von über drei Jahren steht ein bedingter Vollzug von
Vornherein nicht zur Diskussion, weshalb die auszusprechende Freiheitsstrafe
von 39 Monaten zu vollziehen ist.
5. Vollzug der ambulanten Behandlung
Wie bereits ausgeführt, steht die vorinstanzliche Anordnung einer ambulan-
ten Behandlung nicht mehr zur Diskussion und beantragt der Beschuldigte mit
seiner Berufung lediglich, dass ein allfälliger Strafvollzug zugunsten der Behand-
lung aufzuschieben und diese bei Dr. C._ weiterzuführen sei. Unter Hinweis
auf die diesbezüglich vollumfänglich zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
(Urk. 135 S. 46-48), die keiner Ergänzung bedürfen, ist festzuhalten, dass auch
ein Aufschub des Strafvollzugs zugunsten der ambulanten Behandlung des Be-
schuldigten nicht in Frage kommt und von seinem Wunsch, die Behandlung bei
Dr. C._ durchzuführen, nur Vormerk genommen werden kann.
IV. Zivilansprüche
Das vorinstanzliche Urteil wird in Bezug auf die Anklageziffer 5 (Handlungen zum
Nachteil von F._) im Schuldpunkt bestätigt, womit unter Hinweis auf die zu-
- 30 -
treffenden vorinstanzlichen Ausführungen (Urk. 135 S. 49-51) der vorinstanzliche
Entscheid diesbezüglich auch im Zivilpunkt zu bestätigen ist.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliches Verfahren
1.1. Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungs-
regelgung erweist sich ausgangsgemäss nach wie vor als angemessen. Auf die
Beschwerde des amtlichen Verteidigers betreffend die vorinstanzliche Festset-
zung seines Honorars (vgl. dazu vorne unter I.) ist im Folgenden einzugehen.
1.2. Hinsichtlich der Festsetzung des Honorars des amtlichen Verteidigers er-
wog die Vorinstanz, dieser sei mit Verfügung vom 22. Juni 2018 mit Wirkung ab
selbigem Datum als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden. Die Gebühr für die
amtliche Verteidigung berechne sich gestützt auf § 23 Abs. 1 der Verordnung des
Obergerichts des Kantons Zürich über die Anwaltsgebühren vom 8. September
2010 (AnwGebV). Für die Führung eines Strafprozesses einschliesslich der Vor-
bereitung des Parteivortrags und der Teilnahme an der Hauptverhandlung betra-
ge die Grundgebühr vor Bezirksgericht in der Regel Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– (§
17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Als notwendige Auslagen zu ersetzen seien nament-
lich Reisespesen, Porti, Kosten für Telekommunikation und Fotokopien (§ 22
AnwGebV). Unter Berücksichtigung, dass Rechtsanwalt lic. iur. X1._ erst mit
Wirkung ab 22. Juni 2018 als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden sei, insge-
samt drei Verhandlungen an drei verschiedenen Terminen stattgefunden hätten
und in Beachtung der dargelegten Bemessungskriterien, rechtfertige es sich, ihn
für seine Bemühungen mit Fr. 30'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu ent-
schädigen (Urk. 135 S. 52).
1.3. Zur Begründung seiner Beschwerde brachte der amtliche Verteidiger zu-
sammengefasst vor, die Vorinstanz habe eine zu tiefe Entschädigung für die ihm
erstandenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verteidigung des Be-
schuldigten zugesprochen. Sie habe mit ihrem Entscheid das ihr eingeräumte
Ermessen massiv und in willkürlicher Art und Weise überschritten. Sie sei damit
- 31 -
seinem Anspruch auf eine angemessene Entschädigung nicht gerecht geworden,
sodass ihr Entscheid in Verletzung von Art. 135 StPO und Art. 29 Abs. 3 BV er-
gangen sei. Überdies habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör des amtlichen
Verteidigers verletzt, indem sie die pauschalisierte Festlegung und die damit ein-
hergehende Kürzung des Honorars nicht begründet habe (Urk. 165/2 S. 5). Nach
Hinweisen auf verschiedene Bundesgerichtsurteile (a.a.O. S. 5 ff.), führte der amt-
liche Verteidiger aus, die Vorinstanz habe sein Honorar um Fr. 8'047.10 gekürzt
und damit um fast einen Viertel tiefer festgelegt als beantragt. Sie habe das Hono-
rar auf einen Stundenansatz von Fr. 168.– heruntergebrochen, was nicht mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar sei (a.a.O. S. 7). Hinreichend be-
gründet habe die Vorinstanz diese Kürzung nicht. Aus dem angefochtenen Ent-
scheid ergebe sich nicht, warum die massive Kürzung gerechtfertigt sein solle. Es
lasse sich insbesondere nicht erkennen, welche Positionen als unnötig und über-
setzt erachtet worden seien. Die Vorinstanz habe sich auch nicht mit der detaillier-
ten Leistungsübersicht auseinandergesetzt (a.a.O. S. 8). Vorliegend sei die Aus-
sprechung einer Pauschale ohnehin nicht rechtens gewesen, habe doch die Vo-
rinstanz den amtlichen Verteidiger mit Vorladung vom 14. August 2018 ausdrück-
lich zur Einreichung einer Honorarnote aufgefordert. Vor diesem Hintergrund er-
scheine es auch treuwidrig, dass die Honorarnote im Entscheid nicht berücksich-
tigt worden und dem Verteidiger vor der Kürzung derselben das rechtliche Gehör
nicht gewährt worden sei (a.a.O. S. 9). Zu den geltend gemachten Aufwendungen
führte der amtliche Verteidiger aus, er sei für das gesamte Gerichtsverfahren vor
erster Instanz eingesetzt worden. Unter Hinweis auf drei der Vorinstanz einge-
reichte "Proformarechnungen", die vorinstanzliche Prozesshistorie und die Anzahl
Verhandlungstage führte der amtliche Verteidiger aus, dass der betriebene und
geltend gemachte Aufwand aufgrund der angeklagten Delinquenz, der drohenden
Strafe, der Umfang der Parteivorträge und der Akten sowie der Komplexität und
der Bedeutung des Falles angemessen gewesen sei (a.a.O. S. 10-13, unter Hin-
weis auf Urk. 165/3/3-5). Sämtliche Aufwendungen seien gerechtfertigt gewesen,
weshalb der amtliche Verteidiger für den angefallenen Arbeitsaufwand von 150
Stunden und 40 Minuten mit einem Betrag von Fr. 38'047.10 (inkl. MwSt, Ausla-
gen und Spesen) zu entschädigen sei (Urk. 165/2 S. 14).
- 32 -
1.4. Die Staatsanwaltschaft führte im Rahmen ihrer Anschlussberufung aus,
die vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die Höhe der Entschädigung der amt-
lichen Verteidigung seien mangels Einsicht in die Honorarnote der Verteidigung
nicht nachvollziehbar, es sei ihr nicht bekannt, welche Aufwendungen durch die
Verteidigung geltend gemacht würden und wie sich die Honorarnote zusammen-
setze. Gehe die Vorinstanz einzig von einer pauschalisierten Grundgebühr ge-
mäss § 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV aus, so sei nicht plausibel, weshalb das ent-
sprechende Maximum überschritten werden sollte, da die vorliegende Angele-
genheit zwar aktenmässig umfangreich, jedoch nicht extrem komplex gewesen
sei. Das Vorverfahren sei denn auch durch eine regionale Staatsanwaltschaft und
nicht etwa durch die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich für qualifizierte
Wirtschaftsdelikte geführt worden (Urk. 148 S. 4 f.).
1.5. Den Kantonen steht bei der Bemessung des Honorars des unentgeltlichen
Rechtsvertreters ein weites Ermessen zu. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn
die Festsetzung des Honorars ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu
den vom Anwalt geleisteten Diensten steht und in krasser Weise gegen das Ge-
rechtigkeitsgefühl verstösst. Ausserdem übt es grosse Zurückhaltung, wenn das
kantonale Sachgericht den Aufwand als übersetzt bezeichnet und entsprechend
kürzt. Es ist Sache der kantonalen Behörden, die Angemessenheit anwaltlicher
Bemühungen zu beurteilen (BGE 141 I 124 E. 3.2 S. 126; Urteil 6B_360/2014
vom 30. Oktober 2014 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 140 IV 213; je mit Hinweisen;
vgl. zum Ganzen BGer Urteil 6B_1252/2016 vom 9. November 2017, [teilweise
publiziert als BGE 143 IV 453] E. 2.4.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung ist es zulässig, für das Anwaltshonorar Pauschalen vorzusehen. Bei einer
Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühun-
gen zusammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitaufwand
lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen nach Rahmen-
tarifen erweisen sich aber als verfassungswidrig, wenn sie auf die konkreten Ver-
hältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Einzelfall ausserhalb jedes
vernünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsanwalt geleisteten Diensten stehen
(BGE 141 I 124 E. 4.3 S. 128 mit Hinweis). Ausgangspunkt ist eine Gesamtbe-
trachtung des Honorars unter Berücksichtigung des konkreten Falles. Das
- 33 -
Bundesgericht unterstrich, dass die Vorinstanz, indem sie das Anwaltshonorar
nach dem massgebenden Tarif als Pauschalbetrag ausgerichtet hatte, zutreffend
von einer Beurteilung der einzelnen Positionen der eingereichten Honorarrech-
nung absehen konnte (BGE 141 I 124 E. 4.5 S. 129). Daran ist festzuhalten. Ho-
norarpauschalen dienen der gleichmässigen Behandlung und begünstigen eine
effiziente Mandatsführung. Zudem entlasten sie das Gericht davon, sich mit der
Aufstellung des erbrachten Zeitaufwandes im Einzelnen auseinandersetzen zu
müssen (Urteil 5D_62/2016 vom 1. Juli 2016 E. 4.1 mit Hinweis). Soweit behaup-
tet wird, mit pauschalen Entschädigungen werde in Kauf genommen, dass not-
wendige Bemühungen nicht entschädigt würden (LUZIA VETTERLI, Entschädigung
der amtlichen Verteidigung, ius.focus 4/2015 S. 31), kann dieser Kritik nicht ge-
folgt werden. Eine Honorarbemessung nach Pauschalbeträgen betrifft die Metho-
de der Bemessung. Sie hat den konkreten Verhältnissen im Ergebnis Rechnung
zu tragen. Die Grenzen einer verfassungskonformen Festlegung des Honorars
sind unabhängig von der Bemessungsmethode und dem jeweils massgebenden
kantonalen Anwaltstarif (Art. 135 Abs. 1 StPO) zu beachten. Hielt das Bundesge-
richt im zitierten amtlich publizierten Entscheid fest, dass bei Honorarpauschalen
der effektive Zeitaufwand lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt
wird, ist entgegen einzelnen nicht amtlich publizierten Entscheiden (etwa Urteil
6B_558/2015 vom 29. Januar 2016 E. 1.2.2 mit Hinweis auf das Urteil
5A_157/2015 vom 12. November 2015 E. 3.3.2) daran festzuhalten. Insbesondere
setzt das pauschalisierende Vorgehen nicht eine systematische "Kontrollrech-
nung" mit einem Stundenansatz von Fr. 180.– voraus (a. M. FRANÇOIS BOHNET,
Anwaltsrevue 1/2016 S. 28; derselbe, SZZP 2/2016 S. 125). Es ist nicht in das
Belieben des unentgeltlichen Rechtsvertreters gestellt, durch das Aufschreiben
einer übermässigen Anzahl Stunden auf die Festsetzung des Grundhonorars Ein-
fluss zu nehmen (Urteil 5D_213/2015 vom 8. März 2016 E. 7.1.3 mit Hinweisen).
Richten sich Honorarpauschalen nicht in erster Linie nach dem Umfang der Be-
mühungen, ist der tatsächlich geleistete Aufwand zunächst nur sehr bedingt mas-
sgebend. Gleichwohl sind die sachbezogenen und angemessenen Bemühungen
zu entschädigen. Wird mit Blick auf den in der Gebührenverordnung gesetzten
Rahmen erkennbar, dass der geleistete Aufwand auch nach einem Minimalansatz
- 34 -
zu einer Entschädigung führt, welche über das Mass dessen hinausgeht, was für
Fälle der betreffenden Art üblicherweise als geboten und damit entschädigungs-
pflichtig angesehen wird, muss der unentgeltliche Rechtsvertreter – von sich aus,
gegebenenfalls auf gerichtliche Aufforderung hin – darlegen, inwiefern zur gehöri-
gen Erledigung des Prozessmandats ein solcher Aufwand erforderlich war. Die
blosse Auflistung von Aufwandpositionen in der Honorarnote ist hierfür nicht aus-
reichend (Urteil 5D_114/2016 vom 26. September 2016 E. 4 mit Hinweis). Eine
substanziierte Begründung des Honoraranspruchs kann vom unentgeltlichen Pro-
zessvertreter freilich nur gefordert werden, wenn er spätestens bei der Übernah-
me seines Auftrags weiss oder zumindest in Erfahrung bringen kann, auf welchen
Pauschalbetrag die zuständige Behörde in durchschnittlichen Verfahren gleicher
Art die Grundentschädigung praxisgemäss festsetzt (Urteil 5A_380/2014 vom
30. September 2014 E. 3.1). Anzufügen bleibt, dass selbst in BGE 141 I 124 der
von der amtlichen Verteidigerin geltend gemachte Aufwand von 79.9 Stunden bei
einem Stundenansatz von Fr. 180.– den zugesprochenen Pauschalbetrag von
Fr. 9'600.– bei Weitem überschritten hatte. Das Bundesgericht hat also bereits im
besagten Entscheid, indem es eine Verletzung der Begründungspflicht gemäss
Art. 29 Abs. 2 BV verneinte, das pauschalisierende Vorgehen nicht von einer
"Kontrollrechnung" im oben genannten Sinne abhängig gemacht (vgl. Urteil
6B_730/2014 vom 2. März 2015 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 141 I 124; vgl. zum
Ganzen BGer Urteil 6B_1252/2016 vom 9. November 2017 = BGE 143 IV 453, E.
2.5.1.; vgl. ferner auch BGer Urteil 6B_332/2017 vom 18. Januar 2018 E. 2.5. f.).
1.6. Die Vorinstanz hat bei der Festsetzung des Honorars die einschlägigen
Bestimmungen angewandt (Urk. 135 S. 52), darauf kann verwiesen werden. Das
vorliegende Verfahren präsentiert sich zwar mit einem Untersuchungsaktenum-
fang von 25 Bundesordnern zunächst recht umfangreich. Mit Blick auf die Hono-
rierung des amtlichen Verteidigers relativiert sich dieser Umstand jedoch sehr
schnell. Zum einen, da dieser erst nach Abschluss der Untersuchung bzw. nach
der Anklageerhebung mandatiert wurde, wobei er den Prozessstoff bereits bes-
tens kannte, da er den Beschuldigten schon vorher über zwei Jahren lang als er-
betener Verteidiger durch das Verfahren begleitet hatte (vgl. dazu Urk. 13/7). Zum
anderen, da sich der Beschuldigte bei der Mandatierung des amtlichen Verteidi-
- 35 -
gers bereits weitestgehend geständig gezeigt, entsprechend die Zivilansprüche
dem Grundsatze nach anerkannt und sich auch mit der Anordnung einer ambu-
lanten Massnahme einverstanden erklärt hatte (vgl. dazu Urk. 4/13). Auch stellten
sich im vorliegenden Fall nie besonders schwierige Rechtsfragen. Letztlich ging
es im Wesentlichen noch um die Frage der Schuldfähigkeit und die Höhe der
Strafe. Insgesamt kann damit, vom Zeitpunkt der amtlichen Mandatsübernahme
durch den Verteidiger an betrachtet, nur von einem höchstens durchschnittlich
schwierigen und aufgrund des Aktenumfangs höchstens mässig überdurchschnitt-
lich aufwändigen Fall gesprochen werden, woran auch die drei halbtägigen Tag-
fahrten nichts ändern. Vor diesem Hintergrund ist im Lichte der aufgezeigten bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung das durch die Vorinstanz festgesetzte Honorar
nicht zu beanstanden. Nur weil sich die Vorinstanz nicht im Einzelnen mit der
Leistungsübersicht des amtlichen Verteidigers auseinandersetzte, was sie eben
gerade nicht musste, kann vorliegend nicht davon die Rede sein, dass sie auf die
konkreten Verhältnisse keine Rücksicht genommen hätte. Auch steht das zuge-
sprochene Honorar nicht ansatzweise ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnis-
ses zu den vom amtlichen Verteidiger geleisteten Diensten. Im Gegenteil: Die Vo-
rinstanz sprach ihm die maximal vorgesehene Grundgebühr von Fr. 28'000.– zu
und schlug noch Fr. 2'000.– obendrauf, was mindestens als grosszügig zu be-
zeichnen ist. Wie dargetan, war sie auch nicht verpflichtet eine "Kontrollrechnung"
anzustellen. Insgesamt ist damit auch die vorinstanzliche Begründungsdichte
nicht zu beanstanden.
1.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen des amtlichen
Verteidigers nicht verfangen und seine Beschwerde deshalb kostenpflichtig ab-
zuweisen ist. Damit hat es beim vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs-
dispositiv sein Bewenden.
1.8. Gemäss § 17 Abs. 2 der Gebührenverordnung des Obergerichts des
Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV OG) richtet sich die Gebühr von
strittigen Entschädigungsansprüchen nach § 8 GebV OG. Demnach wird die
Gebühr nach dem Streitwert bemessen, wobei die Gebühr im summarischen
Verfahren die Hälfte bis drei Viertel der ordentlichen Gebühr beträgt. Vorliegend
- 36 -
beträgt der Streitwert Fr. 8'047.10. Bei einem Streitwert von Fr. 8'000.– beträgt die
100%ige Gebühr Fr. 1'470.–. Die Gebühr für das Beschwerdeverfahren ist dem-
nach bei Fr. 700.– festzusetzen.
2. Berufungsverfahren
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahrens beträgt praxisgemäss
Fr. 3'000.–.
2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im
Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in
welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten
Anträge gutgeheissen wurden (BSK StPO-DOMEISEN, Art. 428 N 6).
2.3. Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Hauptanträgen vollumfänglich. Die
Staatsanwaltschaft unterliegt, soweit sie in Bezug auf die Anklageziffern 2 und 4
eine abweichende rechtliche Würdigung, in Bezug auf die Anklageziffer 7 einen
Schuldspruch und insgesamt die Ausfällung einer höheren Strafe beantragte.
Diese Ausgangslage gewichtend rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungs-
verfahrens zu zwei Dritteln dem Beschuldigten aufzuerlegen und zu einem Drittel
auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2.4. Die amtliche Verteidigung reichte im Zusammenhang mit ihren Aufwen-
dungen im Berufungsverfahren ihre Honorarnote über ein Total von Fr. 20'697.80
(inkl. Auslagen und MWST) ein, wovon Fr. 17'567.94 bzw. 18'920.70 (inkl.
MWST) auf das Berufungsverfahren entfielen (Urk. 175). Zu den Grundlagen der
Honorarbemessung kann auf die Ausführungen hiervor unter Ziffer V.1.5 ff. ver-
wiesen werden. Weiterhin zutreffend ist auch die dort dargelegte Einschätzung
der Schwierigkeit des Falles, wobei im Berufungsverfahren aufgrund der vorge-
nommenen Berufungsbeschränkung (Urk. 167) von einer weiteren Vereinfachung
ausgegangen werden darf. Es erscheint deshalb unter Berücksichtigung des heu-
te effektiv zusätzlich angefallenen Aufwandes im Zusammenhang mit der Beru-
fungsverhandlung angemessen, die amtliche Verteidigung mit Fr.10'000.– zu ent-
- 37 -
schädigen. Diese Kosten sind zu zwei Drittel einstweilen und zu einem Drittel de-
finitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldig-
ten im Umfang der einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen zwei Drittel ist
vorzubehalten.
2.5. Anzumerken bleibt, dass die E._ AG mit Schreiben vom
10. September 2019 beantragte, es sei auf die Berufung nicht einzutreten. Mit
Beschluss vom 31. Oktober 2019 trat das Gericht auf die Berufung ein (vgl. dazu
vorne unter I.1.4.). Die E._ AG unterliegt daher mit ihrem Antrag, weshalb ihr
in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die Kosten für den Beschluss vom 31.
Oktober 2019 im Umfang von Fr. 300.– aufzuerlegen sind.
2.6. Sodann ist vom Berufungsrückzug durch B._ Vormerk zu nehmen,
wobei ihm aufgrund des Rückzugs noch während laufender Frist zur Erstattung
der Berufungserklärung praxisgemäss keine Kosten aufzuerlegen sind. Auch ist
auf die Ausrichtung einer Entschädigung zu verzichten.