# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 080aa16b-1730-4b4f-81ea-cfd56b89fe62
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Deutsch 4.0
Französisch 3.5
Englisch 3.5
Mathematik Grundlagen 4.0
Finanz- und Rechnungswesen 3.0
Wirtschaft und Recht 4.0
A._, geboren 1999, besuchte die einjährige Ausbildung bzw. Vorbereitung zur
eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfung Wirtschaft und Dienstleistungen, Typ
Wirtschaft (BM 2), am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum
(nachfolgend: KBZSG) in St. Gallen. Im Sommer 2019 legte sie die
Berufsmaturitätsprüfung ab. Mit Verfügung vom 27. Juni 2019 teilte der Präsident der
Berufsmaturitätskommission KBZSG A._ mit, dass sie die Berufsmaturitätsprüfung
nicht bestanden habe (act. Vorinstanz 1a/3). Sie erreichte folgende Abschlussnoten:
A.a.
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Geschichte und Politik 4.5
Technik und Umwelt 4.5
Interdisziplinäres Arbeiten 5.5
Notenschnitt 4.056
Die Prüfung bestand sie nicht, weil sie in drei Fächern ungenügende Noten hatte.
A.b.
A._ erhob mit Eingabe vom 11. Juli 2019 durch ihre damalige Rechtsvertreterin gegen
die Verfügung vom 27. Juni 2019 Rekurs beim Bildungsdepartement mit dem Antrag,
im Fach Französisch die Note auf 4.0 anzuheben (act. 1). Zeitgleich reichte sie beim
KBZSG ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Berufsmaturitätsprüfung ein (act.
Vorinstanz 13a/2). Die Berufsmaturitätskommission des KBZSG wies das
Wiedererwägungsgesuch mit Entscheid vom 30. August 2019 ab (act. Vorinstanz 16a/
1). Auch das Bildungsdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 8. Juni 2020
ab. Im Wesentlichen führte es im Entscheid aus, dass die prüfende Lehrperson nicht
befangen gewesen sei. Das Ausstandsbegehren sei zudem zu spät eingereicht worden.
Bei der schriftlichen Prüfung könne nicht auf die Beurteilung des externen
Sprachexperten abgestellt werden, da dieser weder das Anspruchsniveau der zu
prüfenden Personen noch die relevanten Bewertungskriterien nach einheitlichem
Massstab im Vergleich zu den anderen prüfenden Personen kenne. Eine willkürliche
Bewertung der Prüfung durch die prüfende Lehrperson liege nicht vor.
B.
Gegen den Entscheid des Bildungsdepartements reichte A._ (Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 22. Juni 2020 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde beim
Verwaltungsgericht ein. Sie stellte die Rechtsbegehren, dass der Entscheid des
Bildungsdepartements sowie die Verfügung des KBZSG aufzuheben seien, die
anlässlich der abgelegten Berufsmaturitätsprüfung Typ Wirtschaft BM 2 erzielte Note
im Fach Französisch auf 4.0 anzuheben und ihr gestützt darauf das Eidgenössische
Berufsmaturitätszeugnis auszuhändigen sei; eventualiter sei die Angelegenheit zur
Neubeurteilung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz oder den
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Beschwerdegegner zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Das Bildungsdepartement (Vorinstanz) ersuchte in seiner Vernehmlassung vom
14. August 2020 um Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf den
angefochtenen Entscheid. In der Vernehmlassung vom 20. August 2020 beantragte der
Rektor des KBZSG (Beschwerdegegner) ebenfalls die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für
den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1, abgekürzt VRP]). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 22. Juni
2020 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die Beschwerdeführerin beantragt, die
Verfügung des KBZSG vom 27. Juni 2019 sei aufzuheben. Die erstinstanzliche
Verfügung ist durch den Entscheid der Vorinstanz ersetzt worden; diese gilt im
Beschwerdeverfahren zwar als inhaltlich mitangefochten, jedoch ist deren selbständige
Anfechtung ausgeschlossen ("Devolutiveffekt", vgl. 136 II 177 E. 1.3; 139 II 404 E. 2.5;
BGer 2C_392/2019 vom 24. Januar 2020 E. 1.2; VerwGE B 2019/107 vom 9. Oktober
2019 E. 1, B 2015/87 vom 26. April 2018 E. 1).
2.
Strittig ist die Prüfungsnote der Beschwerdeführerin im Fach Französisch. Vorab ist
jedoch zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die Vorinstanz zu Recht rügt, die ihr
zustehende Kognition unterschritten und damit eine formelle Rechtsverweigerung
begangen zu haben. Zudem vertritt sie der Ansicht, das rechtliche Gehör sei verletzt
worden, da im angefochtenen Entscheid eine ausreichende materielle Begründung
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fehle und die von ihr angebotenen Beweise (Auskunftsperson) nicht abgenommen
worden seien.
Vor Verwaltungsgericht können gemäss Art. 61 Abs. 1 und Abs. 2 VRP nur
Rechtsverletzungen sowie die unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden;
die Rüge der Unangemessenheit ist – mit hier nicht einschlägigen Ausnahmen –
ausgeschlossen. Im Rahmen von Ermessensentscheiden stellen der Missbrauch sowie
die Überschreitung oder Unterschreitung des Ermessensspielraums
Rechtsverletzungen dar. Demgegenüber stellt die bloss unzweckmässige Ausübung
des Ermessens keine Rechtsverletzung dar und kann vor Verwaltungsgericht nicht
gerügt werden. Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen
ausübt, wo für dieses nach Gesetz kein Raum besteht. Eine Ermessensunterschreitung
liegt vor, wenn sich eine Behörde gebunden fühlt, obwohl ihr Ermessen zusteht bzw.
sie auf die Ausübung des ihr zustehenden Ermessens ganz oder teilweise verzichtet.
Ermessensmissbrauch wird angenommen, wenn die Ermessensausübung nicht
pflichtgemäss erfolgte, namentlich wenn sie von sachfremden Kriterien geleitet oder
überhaupt unmotiviert ist. Die Ermessensbetätigung hat sich an den allgemeinen
Rechtsgrundsätzen, den verwaltungsrechtlichen Grundprinzipien und den (weiteren)
verfassungsrechtlichen Schranken, insbesondere den Grundsatz der Rechtsgleichheit,
der Verhältnismässigkeit oder das Verbot der Willkür, zu orientieren (vgl. zum Ganzen
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl., St. Gallen
2003, Rz. 739ff., Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über
die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 3 ff. zu Art.
61 VRP).
2.1.
Unter Umständen steht bereits die Natur der Streitsache einer unbeschränkten
Nachprüfung des angefochtenen Entscheids entgegen. Diesfalls ist eine (weitere)
Einschränkung der Kognition auch ohne gesetzliche Grundlage zulässig und verletzt
den Gehörsanspruch der Parteien (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) nicht. Namentlich bei der materiellen
Bewertung von Prüfungsleistungen (Benotung) ist dies der Fall. Allerdings bedeutet das
nur, dass sich die entscheidende Behörde Zurückhaltung bei der Ausübung ihrer
(Rechts-)Kontrolle auferlegen kann. Dogmatisch betrachtet handelt es sich dabei
eigentlich nicht um eine Einschränkung der Kognition, sondern um eine Herabsetzung
der Prüfungsdichte bei grundsätzlich unveränderter Kognition (VerwGE B 2014/169
vom 28. Mai 2015 E. 4.2 und B 2014/151 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2). In solchen
2.2.
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Fällen ist es zulässig, wenn die Rechtsmittelbehörde erst einschreitet, wenn die
Bewertung nicht nachvollziehbar ist, offensichtliche Mängel aufweist oder auf
sachfremden Kriterien beruht (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1; BGer 2C_304/2020 vom
24. April 2020 E. 2.3, 2D_10/219 vom 6. August 2019 E. 5.1, 2D_41/2016 vom
20. Januar 2017 E. 2.1; 2 und 2D_32/2013 vom 23. Juli 2013 E. 3.2.2; Urteil des
Verwaltungsgerichts Zürich VB.2019.00320 vom 23. Oktober 2019 E. 5.1). Diese
Zurückhaltung ist jedoch lediglich bei der an sich freien Überprüfung von
Bewertungsfragen zulässig. Rügen, die organisatorische bzw. verfahrensrechtliche
Gesichtspunkte oder die Auslegung und Anwendung von Rechtssätzen betreffen,
haben die Rechtsmittelinstanzen im Rahmen ihrer Kognition uneingeschränkt zu
überprüfen (VerwGE B 2014/169 vom 28. Mai 2015 E. 4.2 und B 2014/151 vom 4.
Dezember 2014 E. 2.2; vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1).
Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe ihre Kognition zu Unrecht
beschränkt, ist nach dem Gesagten nicht stichhaltig. Denn nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung kann eine Rechtsmittelbehörde – die Vorinstanz eingeschlossen – die
Prüfungsdichte ohne Verstoss gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör oder einer
formellen Rechtsverweigerung einschränken. Dies einerseits aus dem Grund, weil es
sich bei Prüfungsnoten um stark ermessensgeprägte Bewertungen handelt und
andererseits, weil die Rechtsmittelbehörden regelmässig nicht über besonderes
pädagogisches Fachwissen verfügen, um die fachlichen Leistungen der zu prüfenden
Person zu bewerten und diese auch im Vergleich zu den Leistungen im Klassenverband
bzw. dem zu erwartenden Leistungsniveau nach einem einheitlichen Massstab zu
beurteilen (vgl. BGer 2D_32/2013 vom 23. Juli 2013 E. 3.2.2). Somit ist es hinsichtlich
der Bewertung einer Prüfungsleistung zulässig, dass die Rechtsmittelbehörde erst
einschreitet, wenn die Bewertung nicht nachvollziehbar ist, offensichtliche Mängel
aufweist oder auf sachfremden Kriterien beruht. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin nahm die Vorinstanz mit dem Schreiben vom 16. Juli 2019, in
welchem sie nebst der Eingangsbestätigung des Rekurses bereits die Herabsetzung
der Prüfungsdichte erwähnte, auch nicht den Entscheid vorweg bzw. ging nicht mehr
ergebnisoffen an die Beurteilung des Rekurses, sondern dies diente lediglich als
Hinweis für die Beschwerdeführerin zur allfälligen Rekursergänzung.
2.3.
Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) haben die Parteien Anspruch
auf rechtliches Gehör. Die Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf
2.4.
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rechtliches Gehör verlangt nicht, dass sich die Rechtsmittelinstanz mit sämtlichen
vorgebrachten Sachverhaltselementen, Beweismitteln und Rügen auseinandersetzt.
Vielmehr kann es sich auf die wesentlichen Überlegungen, welche zum Entscheid
geführt haben, beschränken, selbst wenn diese fehlerhaft sind. Die Begründung soll
dem Betroffenen ermöglichen, die Tragweite des Entscheides zu erfassen und diesen
in Kenntnis der Überlegungen der Rechtsmittelinstanz anzufechten (BGE 143 III 65 E.
5.2, 141 III 28 E. 3.2.4, BGer 2C_397/2018 vom 1. Mai 2019 E. 3.2 und 2D_14/2018
vom 13. August 2018 E. 3.1.1).
Im angefochtenen Entscheid ging die Vorinstanz sowohl auf die von der
Beschwerdeführerin vorgebrachte Befangenheit der Lehrperson (E. 5, S. 15 bis 19), die
geforderte Befragung der Auskunftsperson/Zeuge (E. 6, S. 19 f.) als auch auf die
Beurteilung der Note im Fach Französisch (E. 7, S. 20 bis 22) ein. Damit befasste sie
sich mit sämtlichen Rügen und nahm zu diesen Stellung. Wenn die Beschwerdeführerin
der Meinung ist, dass die Begründung betreffend die Note im Fach Französisch eher
als knapp erscheinen mag, indem die Vorinstanz primär auf die Ausführungen des
Beschwerdegegners verwies und nicht auf die von der Beschwerdeführerin
eingebrachten Beurteilung eines Sprachexperten abstellte, stellt dies eine Frage der
korrekten Beweiswürdigung dar und nicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs.
Damit kam die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht nach, und der Gehörsanspruch der
Beschwerdeführerin wurde nicht verletzt.
2.5.
Hinsichtlich der Befangenheit der Lehrperson kommt die Vorinstanz zu Recht zum
Schluss, dass eine Ablehnung der Prüfungsperson unverzüglich hätte geltend gemacht
werden müssen, ansonsten der Anspruch auf Ablehnung verwirkt ist. Dies beruht auf
dem Grundsatz von Treu und Glauben und gilt auch in Bezug auf Prüfungsexperten.
Ansonsten hat die Partei aufzuzeigen, dass sie nicht zu einem früheren Zeitpunkt
Kenntnis vom Ausstandsgrund haben konnte (vgl. BGE 121 I 255 E. 3, BGer
2c_374/2017 vom 25. April 2017 E. 2.2, 2D_29/2009 vom 12. April 2011 E. 3.3). Die von
der Beschwerdeführerin geltend gemachten Ausstandsgründe betrafen das Verhalten
der Lehrperson vor der Prüfung bzw. während des Unterrichts im Verlaufe der
einjährigen Vorbereitung zur Prüfung und waren ihr daher hinlänglich bekannt. Sie
bringt zwar vor, dass sie die Vorkommnisse bereits vor der Prüfung dem
Lehrgangsleiter der Berufsmaturität beim Beschwerdegegner berichtet habe und dieser
dazu befragt werden könne. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die
Beschwerdeführerin gemäss der vorliegenden Aktenlage nie ein Ausstandsbegehren
2.6.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_878%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-65%3Ade&number_of_ranks=0#page65 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_878%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-28%3Ade&number_of_ranks=0#page28
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gegen die prüfende Lehrperson für die Berufsmaturitätsprüfung im Fach Französisch
eingereicht hat. Aus einer allfälligen Anzeige des angeblichen Fehlverhaltens an den
Lehrgangsleiter kann damit nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin
konkret ein Ausstandsbegehren geltend machen wollte. Gegenteiliges wird von der
Beschwerdeführerin auch nicht behauptet, auch nicht, dass ihr die Geltendmachung
des Ausstandsbegehren vor dem Prüfungstermin unzumutbar gewesen wäre. Damit
steht fest, dass das im Rechtsmittelverfahren nachgeschobene Ausstandsbegehren
gegen die prüfende Lehrperson zu spät geltend gemacht wurde. Konkrete
Ausstandsgründe gegen die Lehrperson brachte die Beschwerdeführerin im
vorliegenden Verfahren ohnehin nicht mehr vor. Daher muss das Vorliegen allfälliger
Ausstandsgründe nicht näher geprüft werden, sondern es kann auf die zutreffende
Schlussfolgerung der Vorinstanz abgestellt werden, dass der Vorwurf der Befangenheit
der prüfenden Lehrperson nicht verfängt.
Anzumerken bleibt, dass ein je nach Empfindsamkeit einer Schülerin/eines Schülers
subjektiv als unfreundlich oder gar herablassend empfundenes Verhalten einer
Lehrperson für sich allein noch nicht auf eine Befangenheit schliessen lässt (BGer
2D_29/2009 vom 12. April 2011 E. 3.4). Umgekehrt heisst das aber auch nicht, dass
jegliches Verhalten der Lehrperson gutgeheissen werden muss, z.B. die
Notenbekanntgabe via WhatsApp-Gruppenchat. Dies wurde aber bereits im
Wiedererwägungsentscheid der Berufsmaturitätskommission vom 30. August 2019
bemängelt bzw. die Schulleitung wurde zu Recht angewiesen, der Lehrperson die
Veröffentlichung der Noten im Klassenchat zu verbieten (siehe auch angefochtener
Entscheid E. 5c, S. 18). Allerdings wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass nicht
ersichtlich sei, inwiefern sich dieses Verhalten auf die Beurteilung der
Prüfungsleistungen der Beschwerdeführerin ausgewirkt haben soll.
Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass es ihr aufgrund der
aus ihrer Sicht vorgelegenen Befangenheit der Prüfungsperson unbenommen gewesen
wäre, nicht an der internen Maturitätsprüfung teilzunehmen, sondern anstelle dieser
internen Maturitätsprüfung die externe Sprachdiplomprüfung DELF B2 zu absolvieren.
Denn gemäss Art. 23 Abs. 2 der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität
(SR 412.103.1; Berufsmaturitätsverordnung, BMV) ersetzt die Diplomprüfung die
Abschlussprüfung im entsprechenden Fach (siehe auch Wegweiser Schulstart in der
aktuellen Version 2020/2021 Ziff. 7, unter: www.kbzsg.ch Grundbildung/Grundbildung-
Erwachsene/Berufsmaturitaet/Informationen).
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3.
Zu prüfen bleibt die Bewertung der schriftlichen und mündlichen
Berufsmaturitätsprüfung im Fach Französisch. Wie bereits unter E. 2.2 und 2.3
ausgeführt, schreitet das Verwaltungsgericht erst ein, wenn die Bewertung nicht
nachvollziehbar ist, offensichtliche Mängel aufweist oder auf sachfremden Kriterien
beruht. Rügen organisatorischer oder verfahrensrechtlicher Natur wurden von der
Beschwerdeführerin nicht vorgebracht und sind damit auch nicht zu prüfen.
Willkürlich ist ein Entscheid nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar
erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, wenn er offensichtlich unhaltbar ist,
zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem
Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Willkür liegt sodann nur vor, wenn nicht bloss die
Begründung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 127 I 60
E. 5a und 125 I 166 E. 2a, BGer 2P.177/2002 vom 7. November 2002 E. 3.1).
3.1.
Die Beschwerdeführerin besuchte das KBZSG, um die Berufsmaturität nach
erfolgreichem Lehrabschluss zu erlangen. Bei dieser Schule handelt es sich um eine
kantonal anerkannte Berufsfachschule (siehe Art. 9 Abs. 1 des Einführungsgesetzes
über die Berufsbildung; sGS 231.1, EG-BB in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 der
Berufsbildungsverordnung; sGS 231.11; www.sg.ch unter: Bildung & Sport/
Berufsbildung/Berufsfachschulen/Kantonale Berufsfachschulen). Massgebend für die
Berufsmaturität ist das Bundesgesetz über die Berufsbildung (SR 412.10;
Berufsbildungsgesetz, BBG), welches die berufliche Grundbildung, einschliesslich die
Berufsmaturität regelt (Art. 2 Abs. 1 lit. a BBG), und die gestützt auf Art. 25 Abs. 5 BBG
erlassene Berufsmaturitätsverordnung. Die Notenberechnung für die
Berufsmaturitätsprüfung ergibt sich in den Fächern mit Abschlussprüfungen je zur
Hälfte aus der Prüfungsnote und aus der Erfahrungsnote (Art. 24 Abs. 1 BMV). Die
Prüfungsnote entspricht der Leistung oder dem Mittel der Leistungen in den Prüfungen
im entsprechenden Fach (Art. 24 Abs. 2 BMV). Die Erfahrungsnote ist das Mittel aller
Semesterzeugnisnoten im entsprechenden Fach oder im interdisziplinären Arbeiten
(Art. 24 Abs. 3 BMV). In Art. 24 Abs. 7 BMV wird für die Leistungsbewertung und die
Notenberechnung sinngemäss auf Art. 16 BMV verwiesen. Die Promotion nach Art. 17
Abs. 4 BMV erfolgt, wenn die Gesamtnote mindestens 4 beträgt (lit. a), die Differenz
der ungenügenden Noten zur Note 4 gesamthaft den Wert 2 nicht übersteigt (lit. b); und
3.2.
http://www.sg.ch
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nicht mehr als zwei Noten unter 4 erteilt wurden (lit. c).
Im Rahmenplan für die Berufsmaturität wird das Sprachniveau für die zweite
Landessprache, vorliegend Französisch, festgelegt. Für die fachlichen Kompetenzen
des Berufsmaturitätstypus Wirtschaft gelten die Deskriptoren der gemeinsame
europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER) des Niveaus B2 (Rahmenplan für die
Berufsmaturität, Bern, 18. Dezember 2012, Version 2. überarbeitete Auflage Oktober
2017, S. 26, unter: www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home.html Bildung/Maturität/
Berufsmaturität). Beim Niveau B2 wird eine selbständige Sprachverwendung erwartet,
welche wie folgt umschrieben wird: Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu
konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch
Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fliessend verständigen, dass ein
normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne grössere Anstrengung auf beiden Seiten
gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert
ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und
Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben (www.europaeischer-
referenzrahmen.de/).
Unbestritten ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin die Berufsmaturitätsprüfung
nicht bestanden hat, da sie in mehr als zwei Fächern (Französisch, Englisch und
Finanz- und Rechnungswesen) eine ungenügende Note, das heisst eine Note unter 4.0,
erreichte (act. Vorinstanz 13a/4). Im Fach Französisch erzielte sie eine Fachnote von
3.5. Diese setzte sich aus der Erfahrungsnote aus den Semesterzeugnisnoten mit einer
4.0 und der Prüfungsnote 3.0 (schriftliche Note 3.0 und mündliche Note 2.5)
zusammen. Damit die Prüfung als bestanden gälte, müsste die Beschwerdeführerin im
Fach Französisch die Fachnote 4.0 erreichen. Dafür müsste die Prüfungsnote eine 3.5
betragen, damit die Durchschnittsnote von 3.75 aufgerundet würde. Wie die
Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner (Stellungnahme vom 18. Dezember
2019, act. Vorinstanz 20) übereinstimmend festhalten, müsste die Beschwerdeführerin
dafür insgesamt 2 Punkte im schriftlichen Teil und 1,5 Punkte im mündlichen Teil
(werden verdoppelt) mehr erreichen.
3.3.
Betreffend die mündliche Note wendet die Beschwerdeführerin einzig ein, dass ihr
aufgrund der Befangenheit der prüfenden Lehrperson die fehlenden 1,5 Punkte
zuzusprechen seien, da dieser formelle Fehler auszugleichen sei. Es sei nicht von der
Hand zu weisen, dass eine Lehrperson, welche ihr nicht freundlich gesinnt gewesen
3.4.
http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/ http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/
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sei, in der mündlichen Prüfung einen strengeren Massstab bei der Bewertung anlege.
Die auf persönlicher Ebene angelegten Vorbehalte der Lehrperson ihr gegenüber habe
in sachfremder Weise auf das Prüfungsergebnis eingewirkt.
Wie bereits unter E. 2.6 ausgeführt, wurde das Ausstandsbegehren erst nach der
Prüfung und damit zu spät geltend gemacht. Die prüfende Lehrperson gilt damit nicht
als befangen. Dementsprechend kann die Beschwerdeführerin sich auch nicht auf
einen formellen Fehler berufen und damit allein mit dieser Begründung eine Zusprache
der fehlenden 1,5 Punkte verlangen. Weitere Einwände gegen die mündliche Prüfung
bringt die Beschwerdeführerin nicht vor (vgl. Beschwerde Rz. 48 bis 50), weshalb auch
nicht weiter darauf einzugehen ist. Allerdings bleibt darauf hinzuweisen, dass bei der
mündlichen Prüfung nicht nur die prüfende Lehrperson alleine, sondern auch eine
Expertin zugegen war. Zur Aufgabe einer solchen Expertin gehört, den Prüfungsablauf
zu überwachen, auf ein faires Verfahren zu achten und die fachliche Leistung der zu
prüfenden Person zu bewerten. Gemäss der Mail der Expertin vom 20. August 2019
(act. Vorinstanz 16a/4) lief die Prüfung ordnungsgemäss ab. Zur Bewertung der
mündlichen Prüfung liegt die Stellungnahme der prüfenden Lehrperson vom 11. August
2019 (act. Vorinstanz 16a/3), die Mail der Expertin vom 20. August 2019 (act.
Vorinstanz 16a/4) sowie das Protokoll bzw. die Bewertungstabelle (act. Vorinstanz 16a/
5b und 6) vor. Gestützt auf die vorliegenden Akten, insbesondere auch unter
Berücksichtigung des erforderlichen Sprachniveaus B2 und des Protokolls, gemäss
welchen die Beschwerdeführerin zu den einzelnen Fragen bzw. Punkten wenig
verständliche Ausführungen gemacht hat, erweist sich die Bewertung nicht als
unhaltbar oder gar willkürlich, sondern im Gegenteil als ohne Weiteres nachvollziehbar.
Folglich bleibt es bei der von der Beschwerdeführerin erzielten mündlichen Note von
2.5.
Infolgedessen würde es nicht mehr ausreichen, wenn die Beschwerdeführerin in der
schriftlichen Prüfung 2 Punkte mehr und damit eine 3.5 erzielen würde, sondern es
wäre die Note 4.0 und damit 8 Punkte mehr nötig (siehe auch Stellungnahme des
Beschwerdegegners vom 18. Dezember 2019, Ziff. 1 Variante 2, act. Vorinstanz 20).
Hinsichtlich der Bewertung der schriftlichen Prüfung führte die Vorinstanz aus, dass die
ins Recht gelegte Beurteilung des Aufsatzes eines mit der vorliegenden Prüfung nicht
vertrauten Sprachexperten nicht relevant sei. Er kenne weder das Anspruchsniveau der
zu Prüfenden noch die für eine rechtsgleiche Bewertung aller zu prüfenden Personen
notwendigen Informationen im Expertenteam. Der Vergleich des betreffenden
3.5.
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Aufsatzes mit dem Punkteprotokoll gebe zu keinen Beanstandungen Anlass. Vielmehr
sei dem Beschwerdegegner zu folgen, wenn sie einwende, dass es nicht Aufgabe der
Prüfungsexpertinnen sei, nach möglichen Argumenten im Aufsatz zu suchen bzw.
herauszufinden, was genau die Beschwerdeführerin zum geprüften Diskussionsthema
habe sagen wollen.
Dagegen beanstandet die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe nicht ausgeführt,
weshalb sie die Bewertung der Prüfungsarbeit für vertretbar erachte. Unter anderem
habe sie behauptet, beim Kriterium "argumentation: pour, contre, exemples, choix,
clarté" sei es nicht Aufgabe der Expertin, die Argumentation aus einem
unverständlichen Text herauszusuchen. Diese Begründung stosse ins Leere, denn
Argumente müssten stets aus dem Text herausgearbeitet bzw. herausgesucht werden.
Der Beschwerdegegner sei an ihrem Bewertungsschema zu messen, welches Punkte
für die Argumentation des Textes verteile. Wenn sie sich nicht an dieses Schema halte,
handle sie willkürlich. Das Bewertungsschema enthalte verschiedene zu bewertende
Punkte, darunter auch die "compétences grammaticales/orthographe", mit welcher die
Fehlerhaftigkeit des Textes bewertet werde. Indem die Vorinstanz und der
Beschwerdegegner die Argumentation aufgrund der Fehlerhaftigkeit des Textes nicht
prüfen wollten, würde die Fehlerhaftigkeit des Textes doppelt und die Argumentation
des Textes überhaupt nicht bewertet. Aus ihrem Text gehe aber ohne Weiteres hervor,
welche Argumente sie für und gegen Flugreisen (unter anderem Entdecken der Welt,
Kennenlernen von anderen Kulturen und Sprachen, CO -Emission, Probleme für die
Umwelt) angebe. Damit treffe es nicht zu, dass die Aufgabenstellung nicht erfüllt und
kein Punkt vergeben worden sei. Die gegenteilige Bewertung erweise sich als nicht
haltbar und damit als willkürlich. Zu diesem Schluss sei auch der von ihr beigezogene
Sprachexperte gekommen, welcher den Aufsatz ebenfalls bewertet habe. Er habe für
die Argumentation 2 von 4 Punkten vergeben. Insgesamt komme er zum Schluss, dass
die schriftliche Arbeit mit 9 von 20 Punkten hätte bewertet werden müssen,
demgegenüber der Beschwerdegegner 5,5 Punkte vergeben habe. Die vom
Sprachexperten vorgenommene Bewertung sei keinesfalls übermässig wohlwollend, da
auch er bei mehreren Teilkriterien die Beurteilung "nicht erfüllt" abgegeben habe. Es sei
damit kein Gefälligkeitsgutachten und es sei als Beweis frei zu würdigen. Dies habe die
Vorinstanz aber nicht gemacht.
2
Sowohl das nicht streitige als auch das streitige Verwaltungsverfahren ist vom
Grundsatz der freien Beweiswürdigung beherrscht (Art. 21 Abs. 3 VRP), wonach die
Bewertung der einzelnen Beweise nicht starren Regeln folgt. Die Beweismittel sind frei,
3.6.
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umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Der Entscheid darüber, ob sich der
Sachverhalt so oder anders zugetragen hat, ist auf vernünftige, nachvollziehbare
Gründe abzustützen. Die Gewichtung der einzelnen Beweismittel soll sich somit aus
ihrer inneren Qualität, d.h. aus der anzunehmenden Übereinstimmung mit der
Wirklichkeit, ergeben und nicht durch deren äussere
Eigenart (VerwGE B 2017/103 vom 22. Januar 2019 E. 3.6, vgl. BGE 130 II 482, Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 615ff. mit Hinweisen, R. Widmer, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
a.a.O., N 9 ff. zu Art. 21).
Das strittige «Essai argumenté» wurde vom Beschwerdegegner mit 5,5 von möglichen
20 Punkten bewertet (act. Vorinstanz 16a/5b). Dagegen vergab der von der
Beschwerdeführerin beigebrachte Sprachexperte, welcher gemäss übereinstimmenden
Angaben des Beschwerdegegners und der Beschwerdeführerin schon für einige
Lektionen als stellvertretende Lehrperson beim Beschwerdegegner tätig war, für das
Essai 9 von 20 Punkten. Er erhöhte bei folgenden Kriterien die Punkte: «clarté et
précision» um 0.5 auf 1 Punkt, «argumentation: pour, contre, exemples, choix, clarté»
um 2 auf 2 Punkte, «peut relier les idées» um 0.5 auf 1,5 Punkte und bei «orthographe
et grammaire» um 0.5 auf 0.5 Punkte (act. Vorinstanz 13a/13). Wie bereits erwähnt,
müsste die Beschwerdeführerin nach Bestätigung der Note bei der mündlichen Prüfung
8 Punkte mehr in der schriftlichen Prüfung erreichen. Selbst wenn also die Bewertung
des von der Beschwerdeführerin beigebrachten Sprachexperten unbesehen
übernommen würde, würden ihr die von diesem Sprachexperten mehr vergebenen 3,5
Punkte nicht für die für das Bestehen der Berufsmaturitätsprüfung erforderliche Note
ausreichen (Punkte-Noten-Skala: schriftliche Prüfung insgesamt 28,5 Punkte,
aufgerundet auf 29 Punkte, was eine Note von 3.5 ergibt, act. Vorinstanz 16a/7).
Gleichwohl wird nachfolgend geprüft, ob die Bewertung von der prüfenden Lehrperson
– wie von der Beschwerdeführerin behauptet – willkürlich vorgenommen wurde. Bei
den Kriterien «clarté et précision», «peut relier les idées» und «orthographe et
grammaire» beträgt die Abweichungen der Einschätzung der prüfenden Lehrperson
gegenüber den vom beigebrachten Sprachexperten vergebenen Punkten lediglich 0.5
Punkte. Durch die zulässige Herabsetzung der Prüfungsdichte schreitet das
Verwaltungsgericht lediglich ein, wenn die Bewertung offensichtlich willkürlich ist. Bei
den vorliegend strittigen Kriterien zeigt sich, dass lediglich eine andere, leicht erhöhte
Bewertung durch den beigebrachten Sprachexperten vorliegt. Auch der Sprachexperte
gibt im Kommentar jeweils an, dass die Beschwerdeführerin die Kriterien nur zum Teil
erfülle. Damit wird bestätigt, dass die Beschwerdeführerin bei diesen Kriterien nicht die
volle Punktzahl zusteht, sondern die Ausführungen der Beschwerdeführerin fehlerhaft
3.7.
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und/oder unvollständig waren. Mit wievielen Punkten – ausser der Höchstpunktzahl –
diese Kriterien zu bewerten sind, steht damit im Ermessen der korrigierenden Person.
Bei dem von der Beschwerdeführerin bestrittenen Bewertungspunkt «argumentation:
pour, contre, exemples, choix, clarté» unterscheidet sich die vergebene Punktezahl der
prüfenden Lehrperson mit 0 von 4 Punkten und vom Sprachexperten von 2 von 4
Punkten nicht unwesentlich. Unter diesem Punkt sind nicht nur Punkte für
Gegenargumente zu vergeben, die die Beschwerdeführerin ihrer Ansicht nach
eingebracht hat (CO -Emission, Probleme für die Umwelt), sondern auch für Pro-
Argumente, welche vorliegend gänzlich fehlen, für Beispiele, die Wahl der Argumente
sowie die «clarté», welche mit Klarheit/Deutlichkeit übersetzt werden kann. So mag die
Beschwerdeführerin bei diesem Kriterium zwar zutreffend entgegenhalten, dass es
Aufgabe der prüfenden Lehrperson ist, die Argumentation aus einem Text
herauszulesen. Immerhin lassen sich dem Essai die Umweltprobleme («le produit des
tonnes des CO2, pollution») als Argumente gegen das Reisen durchaus entnehmen.
Dies berücksichtigte der Sprachexperte bei seiner Punktevergabe. Seiner Bewertung
ist allerdings nicht zu entnehmen, inwiefern er die weiteren Kriterien (Beispiele, Wahl,
Klarheit/Deutlichkeit) in seine Bewertung hat einfliessen lassen, denn es sind nicht
allein die Gegenargumente für die Punktevergabe massgebend. Insgesamt kann
insbesondere aufgrund mangelnden Fachwissens des Verwaltungsgerichts, was im
verlangten Sprachniveau B2 im schriftlichen Bereich erwartet werden kann, und
fehlenden Quervergleichs im Klassenverband, um nach einem einheitlichen Massstab
zu bewerten, die Bewertung der prüfenden Lehrperson nicht als offensichtlich
unhaltbar und sachfremd bezeichnet werden. Ob eine andere leicht erhöhte Bewertung
ebenfalls vertretbar erschiene oder gar vorzuziehen wäre, reicht nicht aus, um die
Bewertung der prüfenden Lehrperson als willkürlich zu bezeichnen. Grundsätzlich wäre
es allerdings wünschenswert – insbesondere auch im Hinblick auf den Anspruch auf
rechtliches Gehör –, wenn die prüfende Lehrperson einerseits allgemein darlegen
würde, welche Lösungen von den prüfenden Personen erwartet wurden
(Lösungsraster) und andererseits, inwiefern konkret die Antworten der geprüften
Person den Anforderungen nicht zu genügen vermochten (vgl. BGer 2D_34/2012 vom
26. Oktober 2012 E. 2.1 und 2P.177/2002 vom 7. November 2002 E. 2.1).
2
Dass die Bewertung der Berufsmaturitätsprüfung im Fach Französisch durch die
prüfende Lehrperson entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht als willkürlich
bezeichnet werden kann, zeigt sich auch bei Berücksichtigung der während des
Semesters von der Beschwerdeführerin erzielten Noten (act. Vorinstanz 16a/3). So
erreichte sie in den acht in den beiden Semestern durchgeführten Prüfungen lediglich
3.8.
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4.
einmal eine 4.5 (oral), zweimal eine 4.0 und in den restlichen fünf Prüfungen klar
ungenügende Noten (3.0 und 2.5). Lediglich durch die Bewertung des «Cahiers» mit
jeweils einer 6 konnte sie die Noten heben. Auf der anderen Seite fallen die
mehrheitlich ungenügenden bis schwachen Semestertest-Noten (2.5, 4, 2.5, 3) auf.
Insgesamt muss daher davon ausgegangen werden, dass sowohl die Bewertungen der
schriftlichen wie auch der mündlichen Berufsmaturitätsprüfung den fachlichen
Leistungen der Beschwerdeführerin entsprachen. Zusammenfassend vermag die
Beschwerdeführerin mit ihren Einwänden damit nicht darzutun, dass sich die
Vorinstanz sowie der Beschwerdegegner in den strittigen Punkten von sachfremden
oder sonst ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen hätten leiten lassen. Nur in
diesem Fall könnte das Verwaltungsgericht zugunsten der Beschwerdeführerin in die
Bewertung ihrer Prüfungsleistungen eingreifen.
Weiter beruft sich die Beschwerdeführerin auf den Anspruch auf Gleichbehandlung.
Der Beschwerdegegner habe alle Schüler dahingehend informiert, dass niemand
durchfalle, wenn nur ganz wenige Punkte fehlen würden. Tatsächlich habe sie nur
wegen ganz wenigen Punkten die Prüfung nicht bestanden. Folglich liege eine
Ungleichbehandlung gegenüber anderen Schülern vor, denen man die erforderlichen
Punkte nachgewährt habe, damit sie die Prüfung bestehen würden. Wenn nur ihr diese
Punkte nicht gewährt worden seien, bestehe eine Verletzung des Anspruchs auf
Gleichbehandlung. Dafür verweise sie auf eine Mail des Lehrgangsleiters, welcher an
alle Lehrer eine Liste der Schüler versandt habe, deren Ergebnisse nach der ersten
Vorselektion in den Prüfungen knapp gewesen seien mit der Bitte an die Lehrer um
eine Zweitkorrektur. Die fragliche Mail sei vom Beschwerdegegner zu edieren.
4.1.
Nach Art. 8 Abs. 1 BV sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Nach der Praxis des
Bundesgerichts müssen Ungleichbehandlungen im Rahmen der Rechtsanwendung in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten sich vernünftig begründen lassen bzw. sachlich
haltbar sein. Der allgemeine Rechtsgleichheitsgrundsatz verpflichtet die Behörden,
gleiche Sachverhalte mit identischen relevanten Tatsachen gleich zu beurteilen, es sei
denn, ein sachlicher Grund rechtfertige eine unterschiedliche Behandlung (BGE 136 I
345 E. 5 S. 347 f., 121 E. 5.2, 131 I 105 E. 3.1 je mit Hinweisen; BGer 2D_68/2019 E.
6.1 und 2C_274/2014 vom 29. Juli 2014 E. 3.3.1).
4.2.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_274%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-345%3Ade&number_of_ranks=0#page345 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_274%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-345%3Ade&number_of_ranks=0#page345 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_274%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-105%3Ade&number_of_ranks=0#page105
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5.
Im Ergebnis steht fest, dass die Beschwerdeführerin weder mit ihren Rügen hinsichtlich
der Kognition, Befangenheit, Bewertung der schriftlichen und mündlichen
Im Entscheid B 2013/174 vom 12. Februar 2014 hiess das Verwaltungsgericht in einem
Entscheid betreffend das Bildungswesen einen Verstoss gegen den Grundsatz der
rechtsgleichen Behandlung gut. Im damals strittigen Fall ging es um die Einteilung in
den Kindergarten. Nebst anderen Kriterien war bei der Einteilung die Länge des
Schulwegs zu berücksichtigen. Drei Kinder, welche gegenüber der Beschwerdeführerin
einen ins Gewicht fallenden kürzeren Schulweg sowohl zum einen als auch zum
anderen Kindergarten aufwiesen, wurden in den Kindergarten mit dem kürzesten
Schulweg geschickt, während die Beschwerdeführerin im am weitesten entfernt
liegenden Kindergarten eingeschult wurde. Einen vernünftigen Grund für eine solche
Zuteilung gab es nicht (bestätigt durch das Bundesgericht: 2C_274/2014 vom 29. Juli
2014). Bei diesem Fall lagen damit objektive Fakten – die Länge des Schulwegs – vor,
sodass ein Vergleich identischer Tatsachen möglich war. Im Unterschied zu diesem
Entscheid geht es vorliegend um die Bewertung einer Prüfung, bei welcher es sich um
einen Ermessensentscheid handelt. Insbesondere bei freien Textproduktionen fehlt es
weitgehend an objektiv messbaren Kriterien. Denn vor allem bei dem vorliegend
strittigen schriftlichen Essai liegt es auf der Hand, dass jede zu prüfende Person die
Aufgabe individuell löst und die Bewertung dementsprechend ebenfalls individuell im
Rahmen der vorgegebenen Kriterien ausfällt. Ein Vergleich zwischen den Essais
untereinander bleibt daher unter dem Aspekt der Rechtsgleichheit verwehrt. Zwar steht
es dem Beschwerdegegner frei, in Rahmen einer allfälligen Zweitkorrektur die
Prüfungsergebnisse der einzelnen geprüften Person nochmals zu überdenken und
allenfalls anzupassen. Selbst wenn sie bei einzelnen geprüften Personen eine
Notenanpassung vornehmen würde, würde dies aber nicht zu einem Rechtsanspruch
auf Erhöhung der Noten bei allen geprüften Personen führen. Die Prüfungsnote in
einem Fach hat die Leistung der geprüften Person in diesem Fach zu bewerten. Es
wäre sachfremd, eine Note bloss deshalb zu erhöhen, weil einzig wegen ihr eine
Prüfung nicht bestanden ist (vgl. BGer 2P.177/2002 vom 7. November 2002 E. 5.1). Im
Übrigen überprüfte der Beschwerdegegner, sofern sie bei der Beschwerdeführerin
keine Zweitkorrektur vorgenommen hätte, spätestens bei der Bearbeitung des
Wiedererwägungsgesuchs nochmals die Prüfungsergebnisse der Beschwerdeführerin.
Sie sah allerdings keine Veranlassung zu Erhöhung der Punktezahl (act. Vorinstanz
16a/1, Ziff. 1). Die Edition der (angelblichen) E-Mail und/oder die Zeugenbefragung ist
unter diesen Umständen entbehrlich.
4.3.
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Berufsmaturitätsprüfung im Fach Französisch noch Anspruch auf Gleichbehandlung
durchdringt. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
(...).