# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6a8622dd-8b7c-48e2-a974-4a4718eccc8d
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Mit Verfügung des Amts für Raumentwicklung, Archäologie und Denkmalpflege vom 11. September 2017 wurde das Gebäude Vers.-Nr. 01 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02 in Schwerzenbach als Objekt von regionaler Bedeutung eingestuft und in das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und archäologischen Denkmäler von überkommunaler Bedeutung aufgenommen. Zudem wurde das Gebäude unter Schutz gestellt.
II.
Hiergegen erhob A mit Eingabe vom 16. Oktober 2017 Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung und die Neufassung des angefochtenen Entscheids in diversen Punkten. Auf den Rekurs wurde mit Entscheid vom 7. März 2018 nicht eingetreten.
III.
Gegen diesen Entscheid erhob A mit Eingabe vom 30. April 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, Dispositiv-Ziff. I des angefochtenen Entscheids des Baurekursgerichts aufzuheben, das Baurekursgericht anzuweisen, auf den Rekurs von A einzutreten sowie eine Parteientschädigung.
Mit Eingabe vom 14. Mai 2018 beantragte das Baurekursgericht ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2018 beantragte die Baudirektion des Kantons Zürich die Abweisung der Beschwerde und verwies dabei auf den Mitbericht des Amtes für Raumentwicklung vom 25. Mai 2018, welches ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragte. Mit Schreiben vom 18. Juni 2018 hielt A an ihren Anträgen fest und verzichtete im Übrigen auf eine Replik. Der Gemeinderat Schwerzenbach liess sich nicht vernehmen.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz zu Unrecht auf den Rekurs nicht eingetreten sei. Es liege entgegen der Ausführungen der Vorinstanz im vorliegenden Fall keine abgeurteilte Sache bzw. res iudicata vor.
Die Beschwerdegegnerin habe am 11. September 2017 eine neue Verfügung betreffend Unterschutzstellung des streitbetroffenen Bauobjekts erlassen, die trotz bereits vorangehender Unterschutzstellungsverfügungen wieder neu anfechtbar sei. Die Entscheidung der Vorinstanz vom 31. August 2016 (welche als Grund für die eingetretene Rechtskraft einer früher ergangenen Unterschutzstellungsverfügung vom 18. Februar 2016 vorgebracht wird), sei nämlich nie in offiziellen Publikationsorganen publiziert worden. Somit sei die streitbetroffene Sache noch gar nicht rechtsbeständig.
Ausserdem sei die Verfügung bzw. darüber erfolgte Gerichtsentscheide nicht wie zivilprozessuale Urteile in materielle Rechtskraft erwachsen. Schutzanordnungen sowie Rechtsmittelentscheide darüber seien grundsätzlich immer abänderbar und einer materiellen Rechtskraft somit ohnehin nicht zugänglich.
2.2
Zu den Eintretensvoraussetzungen eines Rekurses bzw. einer Beschwerde gehört unter anderem die Voraussetzung, dass über die Streitsache nicht bereits rechtskräftig entschieden worden ist; es darf keine res iudicata mit materieller Rechtskraft vorliegen (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [Kommentar VRG], 3. A., Zürich 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 52).
Formelle Rechtskraft einer Verfügung oder eines Rechtsmittelentscheids bedeutet, dass die Anordnung von den Betroffenen nicht mehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden kann und somit grundsätzlich nicht mehr abänderbar ist. Formell rechtskräftige Verfügungen und Rechtsmittelentscheide sind rechtsbeständig, das heisst inhaltlich grundsätzlich unabänderlich; die sich hieraus ergebende Bindungswirkung gilt auch für die Behörde, die entschieden hat (Bertschi, Kommentar VRG, Vorbemerkungen zu §§ 86a–86d, N. 6).
Ob bzw. inwieweit der Begriff der materiellen Rechtskraft, der aus dem Zivilprozessrecht stammt, im Verwaltungsrecht angewandt werden soll, ist umstritten. Materielle Rechtskraft bezeichnet die inhaltliche Unabänderbarkeit auch in anderen Verfahren – die betreffende Sache darf als res iudicata nicht Gegenstand eines neuen Verfahrens werden (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 86a–86d, N. 6 f.). Eine solch abgeurteilte Sache liegt vor, wenn der streitige Anspruch mit einem schon rechtskräftig beurteilten identisch ist. Der blosse Wortlaut der Rechtsbegehren ist nicht entscheidend. Massgebend ist vielmehr, ob auch dieselben Tatsachen und rechtlich erheblichen Umstände, mit denen die Beschwerdeführerin den Anspruch begründet, schon im Voraus zum Rekurs- bzw. Beschwerdegrund gehörten (BGE 97 II 390 E. 4 mit Hinweisen;
VGr, 12. Januar 2011, PB.2010.00025, E. 5.1)
.
Einem neuen Verfahren, in dem aus dem gleichen Sachverhalt die gleichen Rechtsfolgen abgeleitet werden, steht grundsätzlich die res iudicata entgegen, auch wenn eine neue rechtliche Begründung vorgebracht wird (VGr, 16. September 2009, PB.2009.00003, E 4.3).
2.3
Es besteht weitgehend Einigkeit, dass Rechtsmittelentscheide im Verwaltungsverfahren in materielle Rechtskraft erwachsen. Die Frage, ob und inwieweit erstinstanzliche Verfügungen in materielle Rechtskraft erwachsen können, wird in der Lehre und Rechtsprechung unterschiedlich beantwortet (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 86a–86d, N. 6 f., mit Hinweisen).
2.4
Dem angefochtenen Entscheid liegt folgende Vorgeschichte zugrunde: Am 10. September 2010 reichte die Beschwerdeführerin ein Baugesuch betreffend Aufstockung des streitbetroffenen Gebäudes zur Realisierung einer Einliegerwohnung ein. Das bestehende Wohnhaus war damals weder im kommunalen noch im überkommunalen Inventar der schützenswerten Bauten verzeichnet. Die Beschwerdegegnerin stellte daraufhin mit Verfügung vom 3. November 2010 die Liegenschaft vorsorglich unter Schutz. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2011 hielt sie fest, dass die Liegenschaft mit dem Gebäude und der Umgebung ein Schutzobjekt im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. c des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) darstelle, und stellte es nach § 205 PBG unter Schutz. Ein gegen diese Verfügung erhobener Rekurs wurde vom damals zuständigen Regierungsrat mit Beschluss vom 2. April 2014 teilweise gutgeheissen, die Verfügung aufgehoben und das Verfahren zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen. Mit Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Mai 2015 wurde die Frist für die Schutzabklärungen und den Entscheid über definitive Schutzmassnahmen um ein halbes Jahr verlängert. Der von der Beschwerdeführerin hiergegen erhobene Rekurs vom 15. Dezember 2015 wurde gutgeheissen und die Verfügung aufgehoben. Kurz davor hatte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 12. November 2015 die Frist für die Schutzabklärungen und den Entscheid über definitive Schutzmassnahmen nochmals bis zum 31. Januar 2016 verlängert. Dieser Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin wiederum beim Baurekursgericht angefochten. Daraufhin erliess die Beschwerdegegnerin die Unterschutzstellungsverfügung vom 18. Februar 2016. Diese sah folgende Schutzmassnahmen vor:
"Gebäudeäusseres: Zu erhalten sind:
-
das zur Strasse hin eingeschossig und zum See hin zweigeschossig in Erscheinung tretende bauzeitliche Gebäudevolumen
-
das gesamte Gebäudeäussere in der bauzeitlichen Materialität (schalungsroher Sichtbeton)
-
das Flachdach mit vorkragender Dachstirne in Sichtbeton
-
die das Gebäude umlaufende Terrassen- und Balkonbrüstung in Sichtbeton sowie die auf den nordwestlichen Balkonumgang führende Aussentreppe mit ihrer Brüstung
-
die Brüstungsbänder der Balkone an der gestaffelten Südostfassade
-
die bauzeitlichen Tor-, Fenster- und Türöffnungen
-
das hölzerne Garagentor
Gebäudeinneres: Zu erhalten sind:
-
die bauzeitlichen Wandverputze
-
die bauzeitlichen Einbauschränke
-
die bauzeitlichen Türen und Türzargen
-
die in der Decke eingelassenen Lampenstellen
Vorraum: Zu erhalten sind:
-
der Treppenabgang mit der im Holz abgedeckten Brüstung und Ablagefläche
Halle: Zu erhalten sind:
-
die quadratische Halle mit umlaufender Galerie
-
die Galeriebrüstungen mit der bauzeitlichen Verkleidung aus Eichenholz
-
die vier quadratischen Oblichter
Schlaf- und Arbeitszimmer: Zu erhalten sind:
-
die gestaffelte Anordnung der drei Schlafzimmer und des Arbeitszimmers
Wohnraum: Zu erhalten sind:
-
das dreiseitig umlaufende hölzerne Brüstungselement
Terrasse: Zu erhalten sind:
-
die nach Südwesten offene gedeckte Terrasse mit betoniertem Pflanztrog und Aussenkamin
Sitzplatz: Zu erhalten sind:
-
der zwischen den beiden Stockwerken liegende Sitzplatz als eigenständiger Baukörper in Beton mit der integrierten Sitzgruppe, den Treppen, den Verkleidungen und der Regalnischen gegen den Wohnraum
Kaminplatz: Zu erhalten sind:
-
die offene Feuerstelle mit dreifach abgetrepptem Sockel."
Im Übrigen war nach der Unterschutzstellungsverfügung eine oberirdische Volumenvergrösserung des Gebäudes nicht zulässig. Schliesslich wurde angeordnet, das Schutzobjekt und dessen geschützte Umgebung seien ordnungsgemäss zu unterhalten und die geschützten Teile grundsätzlich im Original zu erhalten. Auch diese Verfügung wurde von der Beschwerdeführerin mit Rekurs beim Baurekursgericht angefochten. Mit Entscheid vom 31. August 2016 wurden die Rekurse gegen die Fristverlängerungsverfügung sowie gegen die Unterschutzstellungsverfügung vereinigt. Der Rekurs gegen die Fristverlängerungsverfügung wurde abgewiesen, jener gegen die Unterschutzstellungsverfügung teilweise gutgeheissen dahingehend, dass die Umgebung vom Schutzumfang ausgenommen und das Verbot einer oberirdischen Volumenvergrösserung aufgehoben wurde. Demgemäss wurde die Unterschutzstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin wie folgt geändert:
" - Dispositivziffer II:
'[...] und seiner Umgebung [...]' wird aufgehoben.
- Dispositivziffer III:
'[...] mitsamt einem Teil seiner Umgebung [...]' wird aufgehoben.
' - das zur Strasse hin eingeschossig und zum See hin zweigeschossig in Erscheinung tretende bauzeitliche Gebäudevolumen' wird aufgehoben.
- Dispositivziffer IV ('Eine oberirdische Volumenvergrösserung des Gebäudes Vers.-Nr. 01 ist nicht zulässig') wird aufgehoben."