# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 50311ee7-1d59-4597-85ee-b80ee8613e1c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, gründete im Jahre 2005 die Einzelfirma
Z._
, welche zufolge Wohnsitzverlegung vom Tessin in den Kanton Zürich am 1
1.
August 2010 (Tagebucheintrag) neu ins Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen wurde.
Infolge der Mutationsmeldung der kantonalen Aus
gleichskasse Tessin, welche den Status eines Arbeitnehmers ohne beitrags
pflichtigen Arbeitgeber (ANO
BAG
) vermerkte (
Urk.
6/3), ersuchte die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, bei
X._
um Darlegung seiner selbständigen Erwerbstätigkeit (Schreiben vom 2
1.
Februar 2011,
Urk.
6/4). Im Antwortschreiben vom 2
7.
Februar 2011 legte
X._
unter Beilage verschiedener Rechnungen
dar, dass er (1) auf Stundenlohnbasis als Chauffeur bei der
A._
arbeite, (2) Provisionen
für
Hotel- und
Limousinen
dienstleistungen
erziele
sowie (3) unter der Einzelfirma Roadshows organisiere und Beratungsdienstleistungen anbiete (
Urk.
6/5). In den folgenden Jahren
setzte
die Ausgleichskasse gestützt auf
die
jeweilige
Steuermeldung per
sönliche Beiträg
e für die Perioden 2010 bis 2015 fest
(
Urk.
6/24 [2010],
Urk.
6/32 [2011],
Urk.
6/36 [
2012],
Urk.
6/50 [2013],
Urk.
6/63 [2014],
Urk.
6
/104 [2015]), wobei mehrheitlich mangels relevantem Erwerbseinkommen keine Beitragspflicht auf dem durch die
Z._
erwirtschafteten Erwerbseinkommen entstand. Auf den Chauffeurlöhnen
rechnete die
A._
Group
die Sozialversiche
rungsbeiträge ab. Per 3
0.
September 2013 kündigte diese das Arbeitsverhältnis. Am
1.
Mai 2
014 nahm
X._
Tätigkeiten für die
Y._
AG auf, wobei er einerseits als Chauffeur arbeitet und andererseits Vermittlungs
provisionen erzielt für Fahraufträge für eine der
B._
-
Gruppe
zugehörigen Firma, und diese Provisionen von der
Y._
AG ausbezahlt erhält (vgl.
Urk.
6/81/5-10).
2.
Anlässlich der
ersten
Arbeitgeberkontrolle
über die
Y._
AG vom
1
6.
September 2016
für die Periode Oktober 2013 (Handelsregisterein
tragung) bis 2015 (
Urk.
20/2) stellte der
AHV-
Kassenrevisor fest, dass
die Tätig
keit von
X._
im Personentransport nicht selbständiges Erwerbseinkommen sei und ab
1.
Januar 2017 abzurechnen sei und ferner Entgelte/Provisionen an Personen für die Vermittlung für Personentransporte (
Conciergezahlungen
) als massgebender Lohn betrachtet würden
. Im anschliessenden Emai
l
-Verkehr
zwischen dem Revisor und der Arbeitgeberin
fasste
die
Y._
AG
die getroffenen Vereinbarungen bzw. Anweisung des Kassenrevisors im «Fall
X._
» so zusammen
,
dass die Fahrdienste wie bis anhin über die Lohnbuchhaltung
abgerechnet würden und die Vermittlungsprovisionen bis Ende 2016 als selbstän
diges Erwerbseinkommen akzeptiert würden, ab
1.
Januar 2017 ebenfalls als Lohn deklariert werden müssten (
Urk.
20/2/10).
Mit Schreiben vom 2
9.
August 2017 an die
Y._
AG hielt die Ausgleichskasse
unter anderem
fest
, dass Entgelte
/Provisionen an Personen für die Vermittlung für Personen
transporte (
Conciergezahlungen
)
als massgebender Lohn betrachtet würden und per 1.
Januar 2017 über die
X._
vergüteten Chauffeurdienste abzurechnen sei (
Urk.
20/2/4).
Mit Schreiben 2
0.
September 2017 ersuchte
X._
unter Bezugnahme des Revisionsergebnisses bei der Ausgleichskasse darum, dass die «Übernahme von
Limousinenfahrten
» als zusätzliche Aktivität seiner selbständi
gen Erwerbstätigkeit anerkannt werde, und legte verschiedene Rechnungen an die
Y._
AG bei (
Urk.
6/75). Die Ausgleichskasse sandte ihm daraufhin einen Fragebogen für
Selbständigerwerbende
(
Urk.
6/78), welcher am
1.
November 2017 ausgefüllt mit einem Begleitschreiben vom 2
2.
Oktober 2017 retourniert wurde (
Urk.
6/81). Mit Schreiben vom
7.
März 2018 teilte die Aus
gleichskasse
X._
mit, dass sie die Prüfung der sozialversicherungs
rechtlichen Stellung in der Branche «
Limousinenchauffeur
» der Suva, deren Ent
scheid für sie (die Ausgleichskasse) verbindlich sei, übermittelt hätten
. Hinsicht
lich der Branche «Vermittlung von
Limousinendienstleistungen
» werde das Beitragsstatut durch sie
(die Ausgleichskasse)
geprüft
(
Urk.
6/86).
Anlässlich der am
4.
September 2018 durch die Suva durchgeführten Revision für die Perioden 2016/17
hielt deren Revisorin fest,
dass
X._
nicht auf der Lohnliste stehe,
jedoch für seine Tätigkeit bei der
Y._
AG
als
U
nselbständi
gerwerbend
er
gelte
(
Urk.
20/4/3
-5)
.
Mit an
X._
eröffneter Verfügung vom
4.
Oktober 2018
stellte
die Suva fest, dass die Tätigkeit als
Limousinenchauffeur
als unselbständige Erwerbstätigkeit gelte (
Urk.
6/117). Mit Schreiben vom 1
5.
Oktober 2018 teilte
die
Ausgleichskasse daraufhin der
Y._
AG mit, dass
die
Tätigkeit
en
von
X._
als Vermittler von
Limousinen
dienstleistungen
und
als
Limousinenchauffeur
A
HV-rechtlich als unselbständige
Erwerbstätigkeit
gelte
n würden
und auf dem ausbezahlten Honorar als Arbeit
nehmer
e
inkommen abzurechnen sei (
Urk.
6
/119). Gleichentags informierte die Ausgleichskasse
X._
darüber, dass seine Tätigkeit für die
Y._
AG als unselbständige
Erwerbstätigkeit
zu qualifizieren sei (
Urk.
6/121). Auf telefonischen Einwand hin (
Urk.
6/124) verfügte die Ausgleichs
kasse am 1
8.
Oktober 2018 wie vorbeschieden und lehnte einen Anschluss und die Registrierung als
Selbständigerwerbenden
ab (
Urk.
6/127). Eine gleichlau
tende Verfügung wurde auch der
Y._
AG eröffnet (
Urk.
6/126). Hiergegen erhob
X._
mit Eingabe vom
3.
November 2018 Einsprache (
Urk.
6/128). Diese wies die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 1
1.
Dezember 2018 ab (
Urk.
2).
3.
Am 1
8.
Januar 2019 (Eingangsdatum) erhob
X._
Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Dezember 2018 mit dem Rechtsbegehren, es seien die Organisation von Roadshows, Beratungs- und Vertriebsdienstleistungen im Bereich Tourismus des Beschwerdeführers als selbständige Erwerbstätigkeit anzuerkennen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2
2.
Februar 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Mit Verfügu
ng vom
4.
März 2019 wurde die
Y._
AG zum Prozess beigela
den (
Urk.
7). Ihre Stellungnahme vom
3.
April 2019 (
Urk.
9) wurde den Parteien zugestellt (
Urk.
11). Gleichzeitig
zog das Gericht
die Steuereinschätzungsakten
des Beschwerdeführers bei
(
Urk.
13 und
Urk.
16/1-6). Schliesslich holte das Gericht die Revisionsunterlagen der Arbeitgeberkontrollen
ein
(
Urk.
17 und
Urk.
20/1-6). Mit Eingabe vom 1
7.
November 2019 ersuchte der Beschwerde
führer um Durchführung einer öffentlichen Gerichtsverhandlung (
Urk.
18), an welchem Begehren er
in der Folge festhielt (vgl.
Urk.
30
). Den Parteien sowie der Beigeladenen wurde Frist angesetzt, zu den neu aufgelegten Unterlagen Stellung zu nehmen (Verfügung vom 2
1.
Januar 2020,
Urk.
21). Während die Beschwerde
gegnerin explizit auf eine solche verzichtete (
Urk.
26) und die Beigeladene die Frist ungenutzt verstreichen liess, nahm der Beschwerdeführer am 3
1.
Januar 2020 (
Urk.
23) und am 1
1.
März 2020 (
Urk.
30) Stellung, was den übrigen Betei
ligten zur Kenntnis zukam (
Urk.
27,
Urk.
31).
4.
Anlässlich der Hauptverhandlung vom 3
0.
September 2020 beschrieb der Beschwerdeführer seine Tätigkeit. Die Parteien hielten an ihren Rechtsbegehren fe
st
(Protokoll S. 7 ff.)
.
5.
Auf die Vorbringen und aufgelegten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vom Einkommen aus unselbst
ändiger Erwerbstätigkeit, massgebender Lohn genannt, werden paritätische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhoben (
Art.
5
Abs.
1 und
Art.
13
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
,
AHVG). Als massgebender Lohn gilt
jedes Entgelt für in unselbst
ändiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit (
Art.
5
Abs.
2 A
HVG). Vom Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit wird demge
genüber ein Beitrag des
Selbst
ändigerwerbenden
erhoben (
Art.
8 AHVG). Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das
nicht Entgelt für in unselbst
ändiger Stellung geleistete Arbeit d
arstellt (
Art.
9
Abs.
1 AHVG).
1.2
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob i
m Einzelfall selbständige oder unselbst
ändige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf Grund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschl
aggebend zu sein. Als unselbst
ändig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebs
wirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE
144 V 111 E. 4.2 S. 112 f. mit diversen Hinweisen).
1.3
Die beitragsrechtliche Unterscheidung des
Selbständigerwerbenden
vom
Unselb
ständigerwerbenden
beruht auf einer unabhängigen Begriffsbildung, die sich insbesondere mit dem, was üblicherweise unter einem (
Un
)-Selbständigen ver
standen werden mag, nicht zu decken braucht. In diesem Sinne ist bei einem Versicherten, der gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausübt, jedes Erwerbsein
kommen dahingehend zu prüfen, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt, selbst wenn die Arbeiten für eine und dieselbe Firma vorgenommen werden (BGE 122 V 169 E. 3/b S. 172 mit Hinweisen).
1.4
Selbst
ändige Erwerbstätigkeit liegt im Regelfall vor, wenn die beitragspflichtige Person durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisa
tion und nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruch
nahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Gegenleistungen abgegolten wird (BGE 115 V 161 E. 9a S. 170 f. mit Hinweisen).
Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind die Täti
gung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eig
enem Personal (BGE 119 V 163 E
. 3b). Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig vom Arbeits
erfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat. Für die Annahme selbständiger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu sein. Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage (BGE 122 V 169 E. 3/c S. 172 mit Hinweisen).
1.5
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu l
eisten hat, wirtschaftlich vom «Arbeitgeber»
abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit ausüben kann (Rehbinder, Schweizerisches Arbeitsrecht, 1
2.
Aufl., S. 34 ff.;
Vischer
, Der Arbeitsvertrag, SPR VII/1, S. 306). Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infra
struktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des Versicherten erschöpft sich
diesfalls
in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeitnehmers der Fall ist (BGE 1
22 V 169 E. 3/c
S. 172
mit Hinweisen
).
1.6
Praxisgemäss bedarf es für den Wechsel des Beitragsstatuts in denjenigen Fällen, wo über die in Frage stehenden Sozialversicherungsbeiträge bereits eine formell rechtskräftige Verfügung ergangen ist, eines
Rückkommenstitels
. Nur wenn sich die (formell rechtskräftige) Beitragsverfügung als zweifellos unrichtig erweist oder wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen, ist es zulässig, eine rückwirkende Änderung des Beitragsstatuts betreffend die gleichen Entgelte vor
zunehmen (BGE 122 V 173, 122 V 4 f. E. 6).
Bei einem
Beitragsstatutwechsel
für die Zukunft ist eine gewisse Zurückhaltung zu üben,
sollten
weder die Merkmale
einer selbständigen noch diejenigen einer unselbständigen Erwerbstätigkeit
über
wiegen
(Ueli
Kieser
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG,
3.
Aufl. 2012,
Rz
. 19 ff. zu
Art.
5 AHVG, mit Hinweis auf ZAK 1989 440 E. 2b).
2.
2.1
Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein Erwerbseinkommen aus verschiedenen Täti
gkeiten generiert. Der Bereich
Organisation von
«
Roadshows»
und Beratungsdienstleistungen (Organisation von Meetings für Unternehmen und Investoren; vgl.
Urk.
1 S. 2)
wurde als selbständige Erwerbstätigkeit anerkannt, wobei hier gemäss Steuereinschätzungsakten
jedenfalls
seit 2011
praktisch
keine Einkünfte mehr flossen
bzw. deklariert wurden
(
Urk.
16/1-6).
Strittig und zu prü
fen
ist
, ob die Vermittlung von Hotel- und
Limousinendienstleistungen
sowie die Tätigkeit als Chauffeur als selbständig
e
oder unselbständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren sind.
2.2
2.2.1
Der Beschwerdeführer stellt
e
seine
Erwerbstätigkeit
schriftlich
wie folgt dar:
Er arbeite seit 2014/15 mit der
B._
im Vertrieb zusammen.
B._
sei
ein Markenname und dahinter
stehe
ein Verbund von acht rechtlich selbständigen und finanziell voneinander unabhängigen Gesellschaften. Einerseits vermittle er
Limousinendienstleistungen
und im Nebenerwerb auf Stundenlohnbasis arbeite er als
Limousinenchauffeur
, wobei
er
nahezu ausschliesslich selbst akquirierte Fahrten zur Unterstützung der Vertriebstätigkeit übernehme
. Er vermittle Auf
träge für
alle Unternehmen der
B._
-
Gruppe sowie das damit verbundene
C._
Netzwerk
. Auf Wunsch der Endkunden würden Rechnungen zur
Aggre
gierung
über
zwei
(
B._
-)Mitglieder
abgerechnet, die austauschbar seien gegen
andere Mitglieder der
B._
-
Gruppe (beispielsweise
Y._
AG
und die
D._
). Es seien Konstellationen vorstellbar, dass zusätzlich auch über andere Mitglieder der
B._
-Gruppe abgerechnet
würde
. Vorgesehen aber noch nicht realisiert sei
es
,
zusätzlich
Hotels und Appartements zu vermarkten
(
Urk.
1 S. 2
und S. 4
).
Er empfehle den Zielkunden, hochqualitativen
Limousinenservice
über
B._
zu buchen. In diesem Fall trete er mit einer Visitenkarte von
B._
auf, da der Kunde direkt mit
B._
Geschäfte abschliesse. Für die Zuführung des Geschäfts erhalte er von
B._
eine Provision. Das Angebot und die Preisfestsetzung
erfolge
durch Mitarbeiter von
B._
, werde aber gelegentlich auch von ihm an den Kunden weitergegeben. Werbematerialien, soweit sinnvoll, würden von
B._
zur Verfügung gestellt, Präsentationen von ihm erstellt. Er müsse umfangreiche Investitionen zum Aufbau und zur Pflege eines internationalen Kontaktnetzes
tätigen. So trage er sämtliche Kosten der Geschäftsreisen (nach Istanbul, Mittlerer Osten, Malaysia, Moskau, Singapur, Asien, USA, London, Paris)
selber
, das seien Flugkosten, Übernachtungskosten, Gastgeschenke, Telefon
kosten. Er trage hohe wirtschaftliche Risiken: Werde die
Y._
AG zahlungsunfähig oder
z
ahle der Zielkunde nicht, so führe das zum Ausfall der Provisionszahlung. Mangelnde Qualität der
D
ienstleistu
ngen
, falsche Marktein
schätzung und
Preispolitik
seitens
B._
führ
t
e
n
zum Verlust von Zielkunden und
Mangel an
Geschäftsabschlüssen und damit zu Provisionsausfall. Die Aus
wahl der potentiellen Zielkunden liege bei ihm
, Weisungen
des
Geschäftsführer
s
bestünden nur
zum Vermeiden
, dass er bereits bestehende Kunden von
B._
anspreche. Somit führten Fehleinschätzungen seinerseits oder wirts
chaftliche Einflüsse trotz hoher
Investitionen zum Einkommensausfall (
Urk.
6/81/5-8).
Dank technologischer Entwicklung (Smartphones, Internetzugang) bestehe heutzutage keine Notwendigkeit mehr
,
Büroräume zu mieten und Personal anzustellen, weil er jederzeit erreichbar sei und in jedem Hotel
(
zimmer
)
und zu Hause über ein voll funktionsfähiges Büro mit S
chreibtisch, IT-
Ausstattung, Fax, Scanner, Kopierer und Drucker sowie Telefonanlage verfüge
n
oder sich organisieren
könne (
Urk.
1 S. 2).
2.2.2
Anlässlich der Hauptverhandlung trug der Beschwerdeführer hierzu ergänzend
vor
,
sein Produkt sei es, durch Beratung Geschäfte zu akquirieren. Das heisse
,
er besuche Kunden auf der ganzen Welt, 85 bis 90 Prozent ausserhalb Europas, und berate sie in touristischer Hinsicht
(Protokoll S.
8
)
. Danach biete er diesen Auftrag
B._
an, die je nach Kapazität oder Verfügung des vom Kunden geforderten Fahrzeuges den Auftrag annehmen könne oder nicht. Wenn die
Y._
AG
das gewünschte Fahrzeug nicht habe, organisiere er die Fahrt selbst, miete das Fahrzeug und mache er die Preiskalkulation. Einziger Beitrag von
B._
sei es, die Kundenbestätigung zu machen und dem Kunden Rechnung zu stellen. Bei der Partnervergabe sei er mit
Limousinenunternehmen
in der Schweiz verknüpft, in Zü
rich und Genf sei dies
B._
bzw. die
Y._
AG, die sowohl in Zürich als auch in Genf ansässig sei
. Habe er einen Auftrag in Basel oder Interlaken, so informiere er
B._
,
über wen der Auftrag gefahren werde. Es bestehe kein Auftrag von
B._
an ihn, in der Welt Kunden zu suchen, sondern er akquiriere Kunden
. Er habe über 60 verschiedene Kunden in 15 Ländern, die über ihn gebucht hätten. Im Interesse des Kunden werde der ganze Auftrag über einen
B._
-Partner abgewickelt, im einen Fall über die
Y._
, im andern Fall über die
D._
(Protokoll S.
9
). Sollte die
Y._
AG
wegfallen, so habe er jederzeit andere Schweizer Partner, um die Aufträge in der Schweiz aus
zuführen. Sämtliche Unkosten für die Bearbeitung der Märkte trage er selber (Pro
tokoll S.
10
). Das
jährliche Reis
e
budget für die Kundenakquirierung betrag
e
Fr.
25'000.-- bis
Fr.
30'000.-- (Protokoll S.
15
). Sein Geschäftsmodell sei nicht
auf Büroräumlichkeiten oder Personal angewiesen. Die Werbedokumente erstelle er selber unter Benützung des
B._
-Logos. Es würden ihm keine Werbe
materialien zur Verfügung gestellt (Protokoll S. 1
9
).
2.3
2.3.1
Die Beigeladene hielt
in ihrer Stellungnahme vom
3.
April 2019
(
Urk.
9)
fest
, dass die Entgelte als Limousinen-Chauffeur seit Mai 2014 als Lohnentschädigungen ausbezahlt würden und somit auch mit den Sozialinstituten abgerechnet würden. Die
Y._
AG sei als Lizenznehmerin einer weltweit tätige
n Organisation für den Limousinen Service in der
Schweiz zuständig. Sie verwies
auf die Darstellung des Beschwerdeführers. Die Rechnungsstellung an den End
kunden
werde
von den einzelnen Mitgliedern der
B._
-Gruppe erstellt. Die
Y._
AG habe einzig den administrativen Teil übernommen, die gesamte Vermittlungsentschädigung aufgrund der Rechnungsstellung des Beschwerdeführers auszubezahlen und intern zu verrechnen (S. 1). Die Beschwer
degegnerin würdige nicht, dass sich in den letzten Jahren bezüglich Kosten und Investitionen einiges verändert habe. Das unternehmerische Risiko liege in der heutigen Zeit darin, ohne Kunden dazustehen, und weniger in fixen Büro- oder Personalkosten. Ferner hielt
die Beigeladene
fest, dass die
B._
-Gruppe nicht der einzige Anbieter von
Limous
in
enservice
sei und wed
er Exklusivität bestehe noch den
Beschwerdeführer ein Konkurrenzverbot treffe (S. 2).
Sie beantragte daher, den Beschwerdeführer hinsichtlich seiner
«
beratenden Tätigkeit
»
als
Selb
ständigerwerbender
einzustufen (S. 3).
2.3.2
Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte die Beigeladene, dass der Beschwer
deführer einerseits einen Stundenlohn für seine Chauffeurdienste, andererseits eine Vermittlungsentschädigung erhalte. Dabei seien jedoch die Kriterien eines
Handelsreisendenvertrages
nicht erfüllt (Protokoll S.
13
). Der Beschwerdeführer entscheide selber, mit wem er zusammenarbeiten wolle. Es gehe nicht nur um einen
Limousinenservice
, sondern auch um das Vermitteln von Tourismusdienst
leistungen und H
otels. Das Hauptprodukt sei das Vermitteln von
Limousinen
stunden
, wenn der Beschwerdeführer für sie (die Beigeladene) fahre, so gebe es eine Lohnabrechnung. Wenn man jedoch berücksichtige, dass der Beschwerde
führer über eine spezielle Ausbildung verfüge, spezielle Fahrzeuge fahre
n dürfe
und spezielle Betreuung anbiete, so stelle
sie (die Beigeladene)
dies (Qualifikation als
Unselbständigerwerbender
für Chauffeurdienste) heute
wiederum
in Frage (Protokoll S.
14
).
2.4
2.4.1
Die Beschwerdegegnerin legte ihrem Entscheid
im Wesentlichen
die
bundesge
richtliche Praxis zu
Agententätigkeit bzw. zu Handelsreisenden zugrunde
(vgl.
hierzu auch
Kieser
, a.a.O.,
Rz
25 ff. zu
Art.
5 AHVG)
und hielt die
massgeblichen
Kriterien zur Anerkennung der Selbständigkeit, insbesondere die Benützung eigener oder gemieteter Geschäftsräumlichkeiten und das Beschäf
tigen vo
n Personal, für nicht gegeben
, auch wenn der Beschwerdeführer
die
Geschäfts
kosten selbst trage (
Urk.
2/1). Der Beschwerdeführer trete im Namen der
B._
-Gruppe auf, nutze unter anderem Werbematerial sowie Visiten
karten der
B._
. Auch die Rechnungen an die Endkunden würden von den Mitgliedern der
B._
-Gruppe versendet
. Der Beschwerdeführer sei regel
mässig für die
B._
-Gruppe tätig, Anzeichen dafür, dass er auch für andere Anbieter vermittle, bestünden nicht (
Urk.
5).
2.4.2
Anlässlich der Hauptverhandlung verwies die Beschwerdegegnerin erneut auf die Rechtsprechung zu den Handelsreisenden
, woran sie gebunden sei
(Protokoll S.
12
f.).
3.
3.1
Schriftliche
Vertragsbestimmungen
zwischen dem Beschwerdeführer u
nd der Beigeladenen oder anderer
Firmen
, die unter dem Namen
B._
oder
C._
auftreten,
liegen nicht vor. Gemäss dem vom Beschwerdeführer aufgelegten Werbematerial
(
Urk.
6/81/55 ff.) und
seinen von der Beigeladenen unterstützten
Vorbringen bieten verschiedene, juristisch eigenständige
Firmen weltweit unter der
Marke
B._
(vgl.
Urk.
3/2)
, in den USA unter
der
Lizenz
C._
, touristische Dienstleistungen, insbes
ondere
Limousinenfahrdienste
an.
Der Beschwerdeführer reichte der Beschwerdegegnerin diverse an die Beigeladene gerichtete Rechnun
gen aus den Jahren 2015 bis 2017
(
Urk.
6/81/33-53) ein
. Darin stellte er einerseits zum Stundenansatz Rechnung für die Tätigkeit als Fahrer von
Limousinenfahrten
zuzüglich Spesen von jeweils
Fr.
30.-- pro Fahrauftrag und gelegentlich mit Nachtzuschlag (
Urk.
6/81/33,
Urk.
6/81/35,
Urk.
6/81/37), andererseits Rechnun
gen für Provisionen
für vermittelte
Limousinenfahrten
, gekennzeich
net mit einer bestimmten Nummer
an verschiedenen Orten in Europa,
Nordamerika
oder dem Nahen Osten (
Urk.
6/81/34,
Urk.
6/81/38-47
,
Urk.
6/81/50-53
).
Einmalig
stellte er auch für
nicht spezifizierte
Aufträge ausschliesslich Ausgaben und Spesen in Rechnung (
Urk.
6/81/36) und
stellte
an eine
Privatperson mit Anschrift
in Thai
land Rechnung für die Organisation
zweier Roadshows
und Fahrdienste
auf europäischem Boden
im Jahre 2015
(
Urk.
6/81/48-49).
Mit der Einsprache
(
Urk.
6/128) legte der Beschwerdeführer ausserdem auch Rechnungen für Akquisi
tionen an eine Firma der
B._
-Gruppe mit Sitz in Deutschland vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
6/128/10) und eine namens der «
E
._
» ausgestellte Rechnung vom 3
1.
März 2017 für eine Fahrt in den USA auf (
Urk.
6/128/12).
3.2
Wie sich den Steuereinschätzungsakten entnehmen lässt, bescheinigte die Beige
ladene
im
L
ohnausweis
zu Händen der Veranlagungsbehörde
ein
Einkommen aus unselbständ
iger Erwerbstätigkeit
von Fr.
16’665
.--
für die Periode 2014 (
Urk.
16/3)
,
für
2
015 ein solches von
Fr.
24'454.--
(
Urk.
16/4)
und
für 2016 eine solches von Fr. 7’156
.--
(
Urk.
16/5)
, jeweils netto
. Für die
(
aufgrund der vor
liegenden Akten
noch nicht veranlagte)
Periode 2017 liegt kein Lohnausweis mehr
in den Akten und wird auch kein unselbständiges Erwerbseinkommen mehr deklariert, sondern au
sschliesslich
ein Gewinn
von Fr.
17'927.--
. Gemäss der dem Hilfsblatt A
beigelegten «Erfolgsrechnung» bestanden die Einnahmen aus solchen, welche mit dem Vermerk «Fahrer»
Einkünfte als Chauffeur
und
dem Vermerk
«
B._
INT 011 (Fahrer)»,
«INT
0
12/013»
,
«INT 015»
,
«INT 016»
,
«INT 017» und
«
INT
021 und 022»
sowohl Einkünfte als Chauffeur
als auch
Provisionszahlungen
für Akquisitionen auf verschiedenen Kontinenten
darstellen, wie sich den beige
legten Rechnungen an die Beigeladene entnehmen lässt
(
Urk.
16/6)
.
Die
2014
2016 als
selbständiges Erwerbseinkommen deklarierten Einkünfte werden durch Rechnungen an die Beigeladene für die Akquisiti
on von
Limousinenfahrten
belegt
unter Abzüge diverser Reise-
,
Unterkunfts-/Verpflegungskosten sowie sonstiger Spesen.
Die geltend gemachten und steuerlich anerkannten Geschäfts
unkosten betragen jeweils 60-70
%
der Einnahmen.
3.3
Gemäss Feststellungen der Suva-Revisorin anlässlich der Arbeitgeberkontrolle bei der Beigeladenen berechnete der Beschwerdeführer
der Beigeladenen
im Jahr
2017 insgesamt
im Umfang von
Fr.
10'117.80
Chauffeurdienste und
im Umfang von
Fr.
35'288.33 sowie 2'320.72
Euro
Provisionen.
Diese
Zahlen
entsprechen der Aufstellung in der Steuererklärung 2017 (
Urk.
16/6, «Hilfsblatt A für
Selbständig
erwerbende
», Beilage
«Erfolgsrechnung»
)
.
Gemäss Auskunftsperson und Rechts
vertreter der Beigeladenen verwende der Beschwerdeführer für die Fahrten Betriebsmittel der Beigeladenen (
Urk.
20/4/4).
3.4
Festzuhalten ist ferner,
dass der Beschwerdeführer 2011 bis und mit 2014 letztlich keine
(definitiven)
Beiträge als
Selbständigerwerbender
bezahlte, da gemäss jeweiliger Steuermeldung das reine Einkommen zu geringfügig war bzw. Null betrug und daher
angesichts der
als Arbeitnehmer
bereits
abgeführten
Lohnbei
träge
keine persönlichen Beiträge mehr geschuldet waren (Beitragsverfügung 2011 [
Urk.
6/32], Beitragsverfügung 2012 [
Urk.
6/36], Beitragsverfügung 2013 [6/50] und Beitragsverfügung 2014 [
Urk.
6/63]). Mit
Nachtragsverfügung vom
6.
August 2018 (
Urk.
6/104) gestützt auf die Steuermeldung vom
9.
Juli 2015 (
Urk.
6/102)
erhob die Beschwerdegegnerin
persönlich
e
Beiträge
für die Beitrags
periode 2015
auf einem reinen Einkommen
von Fr. 16'909.--
,
was
in etwa der
Steuerdeklaration
«Einkünfte
aus selbständigem Haupterwerb» entsprach, beste
hend aus
Einkünften für die Organisation und den Services von Roadshows ein
schliesslich Fahrdiensten und Provisionen
der Beigeladenen
für Akquisitionen
(
Urk.
16/4).
Für die Perioden 2016 ff. liegen
in den aufgelegten
Akten noch keine Beitragsfestsetzungen gestützt auf Steuermeldungen vor.
4.
4.1
Soweit der Beschwerdeführer der
Beigeladenen
seine Dienste als Fahrer in einer der Firma gehörenden oder von ihr
vermittelten
Limousine zur Verfügung stellt und hierbei auf Zeitbasis und unter Spesenentschädigung ein Entgelt in Rechnung stellt, so ist dieses zweifellos als Lohn zu qualifizieren, wie dies die Suva anlässlich ihrer Arbeitgeberkontrolle für die Ausgleichskasse verbindlich festgestellt hat
(E. 3.3)
. Davon abzuweichen besteht kein
Grund
. Der Beschwer
deführer
ist zur persönlichen Arbeitsleistung verpflichtet und
stellt
diese
auf Zeit einem Kunden und mit Betriebsmittel der Beigeladenen zur Verfügung, woraus sich letztlich organisatorisch ein Unterordnungsverhältnis und eine Weisungsge
bundenheit ergibt, auch wenn der Beschwerdeführer den Kunden selbst vermittelt haben sollte. Der Beschwerdeführer
trägt
für die Chauffeurtätigkeit
keine (fixen) Geschäftsunkosten,
die
pro Fahrauftrag entstehende
n
Spesen werden separat ver
gütet.
An der Qualifikation als Lohn ändert auch der Umstand, dass der Beschwer
deführer kein monatliches Fixum erhält und kein Konkurrenzverbot besteht
,
nichts.
Der AHV-rechtliche Lohnbegriff ist nicht an die zivilrechtliche Rechts
natur des Vertragsverhältnisses gebunden (vgl. BGE
144 V 111 E. 4.2,
123 V 161 E. 1) und umfasst verschiedenartigste Entgelte (
vgl.
Art.
7
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVV
), setzt daher
einen Anspruch auf
fixe monatliche
Entlöhnung
nicht
voraus, wie der Beschwerdeführer anzu
nehmen scheint (Protokoll S.
10
).
Dass
hinsichtlich Chauffeurdienste
sozialversi
cherungsrechtlich eine unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt,
hat
die Beigela
dene
auch anerkannt (E. 2.3) und scheint die darauf entfal
lenden Lohnbeiträge abzurechnen,
obwohl
sie diese Qualifikation anlässlich der Hauptverhandlung
erneut
in Frage stellte (Protokoll S.
14
).
Soweit der Beschwerdeführer an seinem Begehren, die Chauffeurentgelte ebenfalls dem selbständigen Erwerbseinkommen zuzurechnen, festzuhalten scheint, ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2
Gemäss den oben dargelegten Umständen, wie sie sich einerseits aus den Partei
vorbringen (E. 2.3-2.4), andererseits aus den Akten ergeben (E. 3),
ist
fest
zu
halten, dass in sozialversicherungsrechtlicher Hinsicht insoweit
spezielle
Verhältnisse vorliegen, als der Beschwerdeführer als
Vermittler von Dienstleistungen
im EU
Raum, vorwiegend jedoch in aussereuropäischen Ländern tätig ist
(vgl. zur Regionalen Aufteilung:
Urk.
1 S. 4)
, wobei mit
vielen
davon
(Naher Osten, Asien)
keine
bilaterale
n
Sozialversicherungsabkommen bestehen.
Seine Tätigkeit
(Kun
denwerbung, Vermittlung)
üb
t er
ganz oder teilweise
vor Ort aus im Interesse verschiedener juristischer Personen mit Sitz in Deutschland und
der Schweiz, behauptet auch in den
USA (
C._
-Gruppe).
Er ist nach übereinstimmenden Aus
sagen mit
denjenigen
der Beigeladenen frei, die
in aller Welt
akquirierten Kunden der Beigeladenen oder an
deren
,
entsprechende Dienstleistungen anbietende
n
Firmen zu vermitteln; eine Verpflichtung
,
im Dienste der Beigeladenen oder
anderer
Firmen der
B._
-
Gruppe
tätig zu werden
, besteht ni
cht. Die Beigela
dene oder die in
München ansässige
D._
stellen den Endkunden zwar Rechnung und «verteilen» die Gesamtentschädigung den am Auftrag Betei
ligten entsprechend ihrem Anteil an der Dienstleistung auf,
insbesondere
zahlen sie
dem Beschwerdeführer die Vermittlungsprovisionen
. Es erscheint jedoch nicht zwingend, dass die
Rechnungsstellung des Gesamtbetrages
der Beigeladenen zufällt, sondern diese Aufgabe könnte auch
ein anderer Beteiligter, insbesondere eine
andere Firma der
B._
-Gruppe
übernehmen
, wobei der Beigeladenen nicht der Charakter eine
r
Betriebsstätte für
die
unter der Marke
B._
auftre
tenden Firmen zukommt. Insofern besteht keine organisatorische Einbindung des Beschwerdeführers unter die Betriebsorganisation der
Beigeladenen
. Dass der Beschwerdeführer das Werbematerial der
B._
-
Gruppe
benutzt oder - wie anlässlich der Hauptverhandlung ausgeführt - das Werbemate
rial selber unter Hinzufügen des
B._
-Logos
entwirft und
herstellt, bedeutet zwar eine gewisse Eingebundenheit in die dieser Gruppe angehörenden Firm
en, es besteht jedoch weder ein Auftrag oder eine
Verpflichtung des Beschwerdeführers zur Vermittlung für diese Gruppe
,
noch besteht ein Konkurrenzverbot.
Der Beschwer
degegnerin ist darin
beizupflichten
, dass die bisherige höchstrichterliche Recht
sprechung
für
die
Anerkennung als
selbständigerwerbender
Vermittler
hohe
Anforderungen an die eigene Geschäftsstruktur
und
vers
chiedene Kriterien voraussetzt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts H 208/04 vom 1
5.
April 2005 E. 1 mit Hinweisen)
, die der Beschwerdeführer - mit Ausnahme der hohen, selbst zu tragenden Geschäftsunkosten -
mehrheitlich
nicht erfüllt.
Das von ihm dargelegte wirtschaftliche Risiko (E. 2.
2
.1
) jedenfalls
genügte den Anforderungen nicht
, denn das (wirtschaftliche) Risiko mangelnder Kundennachfrage trägt indirekt
oder direkt jeder Erwerbstätige
, wie sich beispielsweise auch im Arbeitsverhältnis auf
Abruf aufzeigen lässt.
Das Delkredererisiko geht nicht über jenes hinaus, welches bei Vermittlungsprovisionen regelmässig anfällt (
gegebenenfalls
der Endkunde zahlt
nicht
)
,
oder sich auch bei einem gewöhnlichen Arbeitnehmer, dessen Arbeitgeber in Konkurs fällt, einstellt.
Der Beschwerdeführer hat zwar aufgezeigt, dass eigene betriebliche Infrastrukturen, wie Räumlichkeiten, Wagenpark oder Personal, mit
entsprechenden
Fixkosten für seine Akquisitionst
ätigkeit nicht not
wendig sind. Dennoch liegen die von der Rechtsprechung geforderten Voraus
setzungen für die Anerkennung als
Selbständigerwerbender
im Bereich Agenten
tätigkeit oder Handelsreisenden
,
wie die Beschwerdegegnerin zutreffend einwendet,
nicht vor. Dies wiegt
vorliegend
aber
angesichts der wenig ausgepräg
ten M
erkmale für eine unselbständige
Erwerbstätigkeit, wie Unterordnungsver
hältnis und Weisungsgebundenheit, nicht schwer, zumal der Beschwerdeführer unabhängig des
Abschlusserfolges
im Vergleich zu den in den
Präjudizien
zu Agenten/Han
delsreisenden dargelegten inner
staatlichen Verhältnissen ausser
gewöhnlich hohe Geschäftsunkosten zu tragen hat, was das Fehlen von fixen Kosten im Sinne von Geschäftsräumlichkeiten und Personal zumindest teilweise aufwiegt
.
Zu beachten bleibt, dass a
uf den Provisionen seit 2014 - effektiv jeden
falls im Jahre 2015 (vgl. E. 3.
4
) - persönliche Beiträge erhoben
wurden
und
angesichts dessen
letztlich ein
Beitragsstatutwechsel
in Frage steht
(vgl. auch die Anweisungen des Kassenrevisors Sachverhalt Ziffer 2)
, wofür jedenfalls für die Zukunft Zurückhaltung
geboten ist
(E. 1.6
)
.
Aus diesen Gründen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer für die Provi
sionszahlungen
für
Akquisitionen
von
Limousinenfahrten
und anderer touristi
scher Leistungen
als
Selbständigerwerbender
gilt und er hierauf weiterhin per
sönliche Beiträge zu bezahlen hat.
In diesem Sinne ist die Be
schwerde teilweise gutzuheissen und der
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Dezember 2018 teilweise auf
zuheben.
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die entgeltlich vertretene Beigeladene Anspruch auf eine Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin (vgl.
Ueli
Kieser
, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts [ATSG],
4.
Aufl., 2020, N 220 zu
Art.
61 ATSG). Diese ist in Berücksichtigung des notwendigen Aufwandes und der Schwierigkeit des Pro
zesses ermessensweise (vgl.
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversich
e
rungsgericht,
GSVGer
) auf
Fr.
1’2
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzu
setzen.