# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 36b586dc-23ce-561a-92fa-87da9d1c2f91
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 27. März 2014 bei der Gemeinde Ittigen ein
Baugesuch ein für das Erstellen eines Satteldaches auf dem bestehenden
Mehrfamilienhaus auf der Parzelle Ittigen Grundbuchblatt Nr. Z._ sowie für eine
Fotovoltaikanlage auf beiden Dachseiten. Das neue Dach soll über der Betondecke des
bestehenden Flachdaches erstellt werden.
Nachdem die zur Beratung bei Fragen des Ortsbildes und der Baugestaltung zuständige
Fachstelle der Gemeinde Ittigen das Vorhaben negativ beurteilte, reichte der
Beschwerdeführer im August 2014 eine Projektänderung ein (Pläne vom 16. Juli 2014).
Diese sieht vor, dass die Neigung des Satteldaches nicht wie zunächst geplant 20 Grad,
sondern nur fünf Grad beträgt. Die Fachstelle beurteilte auch das geänderte Projekt
2
negativ. Daraufhin erteilte die Gemeinde Ittigen mit Entscheid vom 31. Oktober 2014 den
Bauabschlag.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 27. November 2014 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die
Aufhebung des Gesamtentscheides vom 31. Oktober 2014 und die Erteilung der
Baubewilligung. Er macht insbesondere geltend, ein Dach mit einer Neigung von fünf Grad
sei optisch kaum von einem Flachdach zu unterscheiden und füge sich gut ins Orts- und
Quartierbild ein. Zudem würden die Vorteile des Vorhabens in Bezug auf nachhaltige
Sanierung und Energiegewinnung überwiegen.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für
den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Ein Bauabschlag kann nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der
Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer, dessen Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen
Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
3
2. Dachgestaltung
a) Die Gemeinde hat dem Bauvorhaben die Baubewilligung verweigert mit der
Begründung, das Vorhaben widerspreche sowohl ihren allgemeinen
Gestaltungsvorschriften als auch den Vorschriften zur Dachgestaltung. Sie verweist in der
Begründung ihres Entscheides auf die Beurteilung ihrer Fachstelle und hält insbesondere
fest, mit der Erstellung eines Satteldaches würde das einheitliche Erscheinungsbild der
bestehenden Flachdachsiedlung aufgebrochen.
Der Beschwerdeführer dagegen vertritt die Auffassung, ein Satteldach mit einer
Dachneigung von fünf Grad unterscheide sich optisch kaum von einem Flachdach und
passe gut ins Orts- und Quartierbild. Es stimme nicht, dass im Quartier eine einheitliche
Bebauung mit Flachdachhäusern bestehe. So befänden sich auf der dem Bauvorhaben
gegenüberliegenden Strassenseite zwei Liegenschaften mit Walmdächern. Auch die von
der Gemeinde genannte Siedlung, bestehend aus neun dreigeschossigen
Mehrfamilienhäusern, sei alles andere als einheitlich gebaut. Die Gebäude seien kreuz und
quer auf dem Areal angeordnet und hätten unterschiedliche Dimensionen und Formen.
Von einer gestalterischen Einheit von besonders siedlungsplanerischer und
architektonischer Qualität könne kaum gesprochen werden. Weiter sei zu berücksichtigen,
dass die Sanierung eines Flachdaches nicht nachhaltig sei, da ein solches Dach immer
wieder rinne. Ein Satteldach aus Blech dagegen sei langlebig.
b) Bauten und Anlagen dürfen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht
beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt die „ästhetische
Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar. Eine
Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden
Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften
erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften
müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die
4
Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders
formulieren.3
Das Baureglement der Gemeinde Ittigen (GBR4) enthält folgende Bestimmungen zur
Gestaltung von Bauten und Anlagen:
411 1 Bauten, Anlagen und Aussenräume sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die Gestaltung soll zudem ehrlich und zeitgemäss sowie dem Standort, der Nutzung und der Bedeutung der Bauaufgabe angemessen sein. 2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu berücksichtigen:
– die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Quartier-, Orts- und Landschaftsbildes, – die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung auch die beabsichtigte
Gestaltung der benachbarten Bebauung, – Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten und Anlagen, – die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und Farbgebung, – die Gestaltung der Aussenräume, insbesondere des Vorlandes und der Begrenzungen gegen
den öffentlichen Raum, – die Gestaltung der Verkehrserschliessung, Abstellplätze und Eingänge.
414
Die Dachgestaltung hat sich nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu richten, welche das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen.
Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher
selbständige Bedeutung zu.
c) Der in Ziff. 411 GBR verwendete Begriff „gute Gesamtwirkung“ ist ein unbestimmter
kommunaler Gesetzesbegriff, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen
gewissen Beurteilungsspielraum haben. Wo eine Gemeinde zum Erlass von Rechtsnormen
berechtigt ist, steht ihr grundsätzlich auch bei deren Anwendung und Auslegung ein
gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist daher vorab Sache der Gemeinde zu
bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift verstanden haben will. Wird die Anwendung
einer solchen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die
Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung
rechtlich haltbar ist. Sie auferlegen sich mit anderen Worten eine gewisse Zurückhaltung
gegenüber der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der Prüfung enthalten, ob eine
andere Bedeutung der umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar
3 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen 4 Baureglement der Gemeinde Ittigen vom 18. November 2008
5
wäre. Sie sind nicht befugt, die kommunale Auslegung der Norm durch ihr eigenes
Verständnis zu ersetzen, wenn die Rechtsauffassung der Gemeinde betreffend den Inhalt,
den Sinn und die Tragweite der interessierenden Vorschrift rechtlich vertretbar erscheint.5
Grundsätzlich gilt, dass die gute Gesamtwirkung weder an geringen noch an besonders
hohen architektonischen Qualitäten zu messen ist. Das bedeutet bei durchschnittlichen
örtlichen Gegebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf
und sich eine neue Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und
Anlagen der Umgebung zu orientieren hat.6
d) Der Beschwerdeführer will über dem Flachdach eines bestehenden Gebäudes ein
Satteldach errichten und darauf eine Fotovoltaikanlage montieren. Das Bauvorhaben
betrifft ein Mehrfamilienhaus, das zu einer Überbauung mit neun gleichzeitig erstellten
Mehrfamilienhäusern gehört. Die Siedlung wird begrenzt durch die A._Strasse und
die B._Strasse sowie den C._Weg. Alle neun Gebäude haben ein
Flachdach und befinden sich in der Wohnzone W3. Westlich an das Areal angrenzend
stehen ebenfalls Mehrfamilienhäuser mit Flachdächern, die zur Wohnzone W3 gehören.
Nördlich der Überbauung befindet sich die Zone mit Planungspflicht "D._" in der
aufgrund einer Überbauungsordnung eine Überbauung mit Pultdächern erstellt wurde,
sowie eine Zone für öffentliche Nutzung (Schulanlage). Die Bauten östlich und südlich des
Areals befinden sich in der Wohnzone W2 und weisen meist Sattel- bzw. Walmdächer auf.
e) Die Gemeinde Ittigen hat eine Fachstelle für gestalterische Fragen, die sogenannte
Fachberatung (Ziff. 421 GBR). Diese besteht aus einer Gruppe von unabhängigen und
ausgewiesenen Fachleuten, die vom Gemeinderat ernannt werden, und die unter anderem
die Baubewilligungsbehörde in allen Fällen berät, die für das Strassen-, Quartier-, Orts-
und Landschaftsbild von Bedeutung sind oder spezielle bau- und
aussenraumgestalterische Fragen aufwerfen. Die Fachberatung der Gemeinde Ittigen gilt
als Fachstelle gemäss Art. 22 Abs. 3 BewD7.8
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 65 N. 2 ff. 6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1 7 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 8 Entscheid der BVE vom 1.7.2013, RA Nr. 110/2012/92, E. 8.d
6
Die Fachberatung hielt in ihrem ersten Bericht vom 22. Mai 2014 fest, das Bauvorhaben
des Beschwerdeführers betreffe ein Gebäude einer Wohnüberbauung, die in den Jahren
1967 - 1971 von den Architekten Staempfli & Knapp und Hans Sohm erbaut worden sei.
Die neun dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser bildeten eine gestalterische Einheit von
besonderer siedlungsplanerischer und architektonischer Qualität. Dabei seien die
Flachdächer ein prägendes Merkmal der Siedlungsgestaltung. Die Erstellung eines
Satteldaches beeinträchtige die Einheitlichkeit der Wohnüberbauung. Das geplante, bis
über die Balkonschicht gezogene Satteldach bedeute gegenüber dem zeittypischen
Flachdach einen gestalterischen Rückschritt. Das Vorhaben sei daher abzulehnen. Auch
die Projektänderung beurteilte die Fachberatung negativ. Sie hielt dazu in ihrem zweiten
Bericht vom 8. August 2014 fest, das geplante Dach trete trotz der geringeren Neigung von
fünf Grad immer noch als Satteldach mit Giebeln und Traufen in Erscheinung und
beeinträchtige die durch Flachdächer geprägte Siedlung.
f) Die Gemeinde kam gestützt auf die Beurteilung der Fachberatung zum Schluss, dass
das Vorhaben ihren Gestaltungsvorschriften widerspreche. Diese Beurteilung überzeugt
und ist nicht zu beanstanden: Das Areal zwischen der A._Strasse und der
B._Strasse ist einheitlich mit Flachdachhäusern bebaut, die als Einheit bzw.
abgeschlossene Siedlung wahrgenommen werden. Die Flachdächer sind eines der
prägenden Merkmale dieser Überbauung. Ein Satteldach auf einem einzelnen dieser
Flachdachbauten würde sowohl auf dem Gebäude als solches als auch in der Siedlung
völlig fremd und damit störend wirken. Dabei ist es unerheblich, dass die zu beurteilende
Projektänderung nur eine Dachneigung von fünf Grad vorsieht. Die vom Beschwerdeführer
eingereichten Fotomontagen zeigen, dass das geplante Dach auch mit dieser Neigung
eindeutig als Satteldach wahrgenommen wird. Eine gute Gesamtwirkung könnte damit
nicht erzielt werden, im Gegenteil. Das geplante Satteldach entspricht daher den
Gestaltungsvorschriften von Ziff. 411 GBR nicht.
g) Zudem würde die Erstellung eines Satteldaches auch gegen die speziellen
Dachgestaltungsvorschriften von Ziff. 414 GBR verstossen: Die Gestaltung der Dächer hat
sich gemäss dieser Vorschrift nach den ortsüblichen oder vorherrschenden Merkmalen zu
richten, die das Strassen-, Quartier- oder Ortsbild prägen. Das GBR hält als Hinweis zu
dieser Bestimmung ausdrücklich fest, dass in den drei- und mehrgeschossigen Wohn-,
Misch- und Arbeitszonen das "vorherrschende" Merkmal Flachdächer seien. Das Gebäude
des Beschwerdeführers befindet sich in einer dreigeschossigen Wohnzone. Sein Dach ist
7
daher als Flachdach zu gestalten bzw. diese Dachform ist beizubehalten. Dies umso mehr,
als die bestehende Bebauung zwischen A._- und B._ ausnahmslos
Flachdächer aufweist. Unerheblich ist dagegen, dass sich südlich und östlich der
Flachdachsiedlung auch Gebäude mit Walmdächern befinden. Diese Häuser sind
einerseits durch eine Strasse von der Flachdachsiedlung getrennt und werden nicht als
Einheit mit der Siedlung wahrgenommen. Andererseits gehören sie zur zweigeschossigen
Wohnzone W2, für die gemäss den Hinweisen im GBR nicht Flachdächer, sondern
Satteldächer als vorherrschendes Merkmal gelten. Die vom Beschwerdeführer genannten
Gebäude mit Walmdächern können daher nicht als Vergleich dienen; für sie gelten andere
Vorschriften zur Dachgestaltung.
h) Die Gemeinde kam daher zu Recht zum Schluss, dass das Bauvorhaben den
Dachgestaltungs- und Ästhetikvorschriften des GBR widerspricht.
3. Ausnahme
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, das Baugesuch sei trotzdem zu bewilligen, da
die Vorteile des Vorhabens in Bezug auf die Energiegewinnung und eine nachhaltige,
dauerhafte Sanierung des Daches allfällige gestalterische Nachteile überwiegen würden.
b) Verstösst ein Bauvorhaben gegen eine Ästhetikvorschrift, so ist es nicht
bewilligungsfähig, denn Ästhetikvorschriften haben selbständige Bedeutung und sind
grundsätzlich gleichrangig wie die übrigen Bauvorschriften. Eine Abwägung zwischen den
Interessen an der Einhaltung der Ästhetikvorschriften und allfälligen anderer Interessen
hat, solange kein Ausnahmegesuch gestellt wurde, nicht zu erfolgen.9
c) Der Beschwerdeführer hat kein Ausnahmegesuch für die Abweichung von den
Gestaltungsvorschriften gestellt; die Gemeinde musste daher keine Interessenabwägung
vornehmen. Im Übrigen könnte ein Ausnahmegesuch auch nicht bewilligt werden: Laut
Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften bewilligt werden, wenn
besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen Interessen
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 7; BGer 1P.709/2004 vom 15.4.2005 E. 2.3; VGE 22449 vom 28.11.2006 E. 5.4
8
beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen nachbarlichen
Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch Entschädigung
vollwertig ausgeglichen werden. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Im
Zusammenhang mit Energiegewinnungsanlagen sieht Art. 26a BauG zudem vor, dass
Ausnahmen von kommunalen Gestaltungsvorschriften gewährt werden können, wenn dies
für die effiziente Energienutzung oder für die aktive oder passive Nutzung der
Sonnenenergie erforderlich ist und keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt werden.
Diese Voraussetzungen für die Gewährung einer Ausnahme sind vorliegend nicht erfüllt.
So ist gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung die Undichte eines Flachdaches
kein Ausnahmegrund im Sinne von Art. 26 BauG, da heute langlebige, dichte Flachdächer
erstellt werden bzw. bestehende Dächer entsprechend saniert werden können.10 Und da
auf Flachdächern effiziente Fotovoltaikanlagen baubewilligungsfrei erstellt werden können,
liegt auch kein Ausnahmegrund nach Art. 26a BauG vor. Die Erstellung eines Satteldaches
ist im vorliegenden Fall für die Nutzung der Sonnenenergie nicht erforderlich. Es ist sogar
davon auszugehen, dass eine Fotovoltaikanlage auf dem bestehenden Flachdach
effizienter wäre. Das Gebäude des Beschwerdeführers steht nämlich so, dass das von ihm
gewünschte Satteldach eine Ost-West-Ausrichtung hätte, auf dem Flachdach dagegen die
Fotovoltaikelemente nach Süden ausgerichtet und in einem optimalen Winkel
aufgeständert werden könnten, wodurch ein höherer Ertrag erzielt werden kann.
d) Die Gemeinde hat daher dem Bauvorhaben zu Recht den Bauabschlag erteilt. Die
Beschwerde ist abzuweisen.
4. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG11). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV12). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).
10 BVR 1988 S. 60 ff. 11 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 12 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
9
10