# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fdb70f05-887b-5afd-a639-5dfdddc2054b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren
1963
, verfügt über abgeschlossene Berufslehren als Detailhandelsangestellte sowie als kaufmännische Angestellte (Urk. 8/15/5). Seit dem 19. Oktober 1992 ist sie bei der Gemeinde Y._ als Schulbusfahrerin angestellt (Urk. 8/22/1), wobei ihr vertragliches Pensum seit dem 1. September 2014 rund 80 % (Urk. 8/22/2) beträgt. Ausserdem ist sie seit dem 10. August 2007 mit einem Pensum von rund 30 % als Sachbearbeiterin und Reinigungs
kraft bei Z._ angestellt (Urk. 8/23/1 f.).
Nachdem sie
während Jahren unter chronischen Rückenschmerzen gelitten hatte, musste
sich die Versicherte am 8. Juni 2015 einer Rückenoperation unterziehen (Urk. 8/26/4). In der Folge konnte sie ihre Arbeitstätigkeiten im November 2015 in reduziertem Umfang wieder aufnehmen (Urk. 8/28/5, 8/34/2). Aufgrund eines schlechten Heilungsverlaufs nach der Rückenoperation meldete sich die Ver
sicherte am 4. November 2015 (Urk. 8/15/6) bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung an. Im Januar 2016 legte sie die Arbeit erneut nieder und nahm sie seither nicht mehr auf (Urk. 8/58/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm medizinische (Urk. 8/14, 8/25 f., 8/41 f., 8/50, 8/54) und erwerbliche Abklärungen (Urk. 8/1, 8/21-23) vor. Zudem zog sie die Akten der Krankentaggeldversicherer (AXA Winterthur [Urk. 8/37, 8/44] und Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, [Urk. 8/11, 8/34]) bei. Am 15. Juli 2016 (Urk. 8/57) übermittelte die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich (nachfol
gend: BVK) als zuständiger BVG-Versicherer der IV-Stelle das vertrauensärzt
liche Gutachten von Dr. med. A._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 26. Juni 2016 (Urk. 8/58). Mit Vorbescheid vom 22. Juli 2016 (Urk. 8/62) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Ver
sicherte am 8. September 2016 (Urk. 8/68) Einwand und beantragte mit ergän
zender Einwandbegründung vom 15. September 2016 (Urk. 8/71) eine Neube
urteilung ihres Falles sowie die Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von 24 % verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 23. September 2016 (Urk. 2) einen Rentenanspruch. Dabei qualifi
zierte sie die Versicherte als zu 80 % erwerbstätig und zu 20 % im Haushalt tätig.
2.
Mit Beschwerde vom 21. Oktober 2016 (Urk. 1) beantragte die Beschwerdeführe
rin die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab 1. Mai 2016, eventualiter die Anordnung der Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte
sie
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
führung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Deplazes (Urk. 1 S. 2). Zudem reichte sie einen Bericht der Schmerzmedizin des B._ vom 17. Oktober 2016 (Urk. 3/4) ein. Mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2016 (Urk. 7) schloss die Beschwer
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. Februar 2017 (Urk. 22) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit der gleichen Verfügung wurden der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro
zessführung gewährt und Rechtsanwalt Deplazes als unentgeltlicher Rechtsver
treter bestellt.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgaben
bereich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung)
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde
(BGE 133 V 504
E.
3.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 23. September 2016 (Urk. 2) damit, dass seit dem 1. April 2016 in einer leichten, angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, womit die Beschwerdeführerin gemäss Lohnstrukturerhebung ein Bruttoeinkommen von Fr. 49‘075.-- erzielen könnte. Dem stehe ein im hypothetischen Gesundheitsfall erzielbares Einkommen von Fr. 70‘242.-- brutto gegenüber, welches sich aus den an die Nominallohnentwicklung angepassten Einkommenszahlen des Jahres 2014 ergebe. Im Erwerbsbereich mit einem zeitlichen Anteil von 80 % resultiere damit eine Einschränkung von 30 %, entsprechend einem Teilinvaliditätsgrad von 24 %. Im Aufgabenbereich Haushalt (20 % Anteil) bestehe keine Einschrän
kung (Urk. 2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 21. Oktober 2016 (Urk. 1) vor, sie habe ihr Arbeitspensum als Schulbusfahrerin aufgrund der Rückenoperation von rund 80 % auf 50 % reduziert. Zudem sei sie bei der Firma Z._ im Umfang von 30 % angestellt gewesen. Die Annahme einer Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt im Umfang von 20 % sei daher nicht sachgerecht (Urk. 1 S. 6). Zudem sei die Annahme einer uneingeschränk
ten Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, angepassten Tätigkeiten nicht halt
bar. Vielmehr sei die Einschätzung des Vertrauensarztes dahingehend zu verste
hen, dass ihr ein Arbeitspensum von rund 30 % im Büro der Firma Z._ mög
lich sei (Urk. 1 S. 7). Das Invalideneinkommen ergebe sich durch Anpassung des bei dieser Tätigkeit im Jahr 2014 erzielten Einkommens an die Nominallohn
entwicklung und betrage im Jahr 2016 Fr. 24‘361.--. Verglichen mit dem unbe
strittenen Valideneinkommen von Fr. 70‘242.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von rund 65 % und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 8 f.).
3.
Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist der Anspruch der Beschwerde-
führe
rin auf eine Invalidenrente. Über Eingliederungsmassnahmen hat die IV-Stelle nicht verfügt. Damit beschränkt sich dieses Beschwerdever
fahren auf die Frage, ob der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente zusteht. Soweit die Beschwerdeführerin berufliche Eingliederungsmassnahmen beantragt (Urk. 1 S. 2), kann darauf nicht eingetreten wer
den.
4.
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall in einem zeitlichen Umfang von 80 % erwerbstätig wäre und sich zu 20 % im Aufgabenbereich Haushalt betätigen würde (Urk. 2 S. 2).
Dabei stützte sie sich wohl auf die Angaben in den Anmeldungen vom 27. Oktober 2015 (Früherfassung, Urk. 8/12/2) beziehungsweise 4. November 2015 (Berufliche Integration/Rente, Urk. 8/15/6) und die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich des Standortgesprächs vom 9. Dezember 2015 (Urk. 8/28/1, 8/28/2, 8/28/5) und ging von einem Teilzeitpensum von 50 % als Schulbusfahrerin und von 30 % als Allrounderin aus. Dem Dokument vom 22. Juli 2016 betreffend Einkommensvergleich ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin von einem seit 1992 unveränderten Pensum von 50 % ausging (Urk. 8/60/1).
Dieser Annahme stehen die Angaben der Schule Y._ im Arbeitgeberfragebo
gen vom 19. November 2015 (Urk. 8/22/2) entgegen: Als betriebsübliche Arbeitszeit werden 42 Wochenarbeitsstunden genannt. Betreffend die Arbeits
zeit der versicherten Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens wird ein wöchentlicher Wert von 33,16 Stunden seit dem 1. September 2014 angegeben. Als Arbeitszeit nach Eintritt des Gesundheitsschadens werden 29 Stunden pro Woche seit dem 1. September 2015 sowie 22,5 Stunden pro Woche seit dem 9. November 2015 genannt (Urk. 8/22/2). Auch aus dem beigezogenen Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 8/21) mit Bruttojahreseinkommen zwischen Fr. 7‘320.-- (1993) und Fr. 57‘949.-- (2012) ist ersichtlich, dass die Annahme eines seit mehr als zwanzig Jahren mit unverändertem Pensum bestehenden Arbeitsverhältnisses nicht zutreffen kann. Dass die Beschwerdeführerin im November (Anmeldung) / Dezember 2015 (Standortgespräch) ein 50%iges Pen
sum als Schulbusfahrerin nannte, ist darauf zurückzuführen, dass dies damals den effektiven Verhältnissen - nach Eintritt des Gesundheitsschadens -
ent
sprach (vgl. Urk. 8/22/2). In Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin ist deshalb davon auszugehen, dass die Reduktion des Pensums als Schulbus-
fahre
rin von 80 % auf 50 % krankheitsbedingt erfolgte. Damit ist die Beschwerde
führerin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren, weshalb der Invaliditätsgrad mittels eines Einkommensvergleichs zu bestimmen ist.
5.
5.1
Dr. med. C._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, setzte die Beschwerdegegnerin am 9. Juni 2016 (Urk. 8/50) darüber in Kenntnis, dass die Beschwerdeführerin nach der von ihm am 8. Juni 2015 im Bereich der Lendenwirbel L4/L5 durchgeführten Rücken
operation unter überdurchschnittlich starken Restschmerzen leide. Eine Aus
lockerung der eingesetzten Implantate habe er bei der aktuellen Untersuchung nicht feststellen können. Da mit rein konventionellen Therapien und Mitteln die Schmerzen nicht beherrschbar seien und ein erheblicher Leidensdruck bestehe, überweise er die Patientin an die Schmerzmedizin des B._ zur Beurteilung und allfälligen Therapie.
5.2
Die BVK liess die Berufsunfähigkeit der Beschwerdeführerin durch eine vertrau
ensärztliche Untersuchung abklären. Das entsprechende Gutachten erstattete Dr. med. A._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 26. Juni 2016 (Urk. 8/58). Gegenüber dem Ver
trauensarzt klagte die Beschwerdeführerin über ständige Schmerzen im Rücken, die sich anfühlten, als ob sie Zahnschmerzen hätte (Urk. 8/58/5).
Dr. A._ interpretierte die Ergebnisse der klinischen und bildgebenden Untersuchungen dahingehend, dass es sich um Störungen in den Segmenten unterhalb der operierten Wirbelkörper, das heisst in den Segmenten L5/S1 sowie im Bereich des rechten Iliosakralgelenks, handle. Möglicherweise bestehe eine funktionelle Überlastung der beweglichen Segmente der Lendenwirbelsäule. Für die Tätigkeit als Schulbusfahrerin beurteilte er die Beschwerdeführerin als 100 % berufsunfähig, solange sie auf die Medikamente Ibuprofen und Citalopram angewiesen sei. Die Tätigkeit im Büro sei ihr hingegen seit dem 31. März 2016 (Datum der Untersuchung) zumutbar (Urk. 8/58/8).
5.3
Mit einem undatierten, am
11
. Juli 2016 bei der IV-Stelle eingegangenen Bericht informierte die Schmerzmedizin des B._ die Beschwer
degegnerin über die Behandlung der Beschwerdeführerin. Aktuell klage die Beschwerdeführerin über Dauerschmerzen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule mit Ausstrahlung in Lende und Gesäss rechts. Im Liegen und im Sitzen seien die Schmerzen verstärkt (Urk. 8/54/2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schulbusfahrerin bestehe eine fortbestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit November 2015 (Urk. 8/54/4). Sie beurteilte rein sitzende, rein stehende sowie vorwiegend im Gehen auszuübende Tätigkeiten als unzumutbar. In Bezug auf wechselbelastende Tätigkeiten hielt sie fest, dass diese getestet werden müssten (Urk. 8/54/6).
In ihrem anlässlich dieses Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 17. Oktober 2016 (Urk. 3/4) berichtete die Schmerzmedizin des B._ davon, dass bei der Beschwerdeführerin seit einer am 8. September 2016 durchgeführten Nervenwurzelinfiltration kaum mehr ins rechte Bein ausstrah
lende Schmerzen bestünden. Die Patientin klage nun hauptsächlich über Schmerzen im Bereich der Sakrumspitze. Sie würde Schmerzen mit einer Stärke zwischen 5 und 8 auf der numerischen Ratingskala (NRS) angeben. Dadurch sei es ihr kaum möglich zu sitzen und sie leide unter Anlaufschmerzen (Urk. 3/4 S. 1). Da trotz starker Schmerzmedikation Sitzen kaum möglich sei, könne die Beschwerdeführerin weder ihre Tätigkeit als Busfahrerin noch die Tätigkeit im Büro ausüben (Urk. 3/4 S. 2).
6.
6.1
Gestützt auf das vertrauensärztliche Gutachten von Dr. A._ gehen beide Parteien zu Recht davon aus, dass die Tätigkeit als Schulbusfahrerin nicht mehr zumutbar ist. Uneinig sind sie sich hingegen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Während die Beschwerdeführerin aus dem Gut
achten eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von rund 30 % her
leitet (Urk. 1 S. 7), geht die Beschwerdegegnerin von der uneingeschränkten Zumutbarkeit einer solchen Tätigkeit aus (Urk. 2 S. 1).
6.2
Der Dr. A._ vorgegebene Fragenkatalog enthielt die Frage nach dem Beginn und dem Umfang der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten unter Nennung des Belastungsprofils. Dr. A._ beantwortete diese Frage nicht vollumfänglich und hielt dazu einzig fest, dass der Beschwerdeführerin eine sitzende Tätigkeit in Wechselbelastung zwischen Sitzen, Stehen und Gehen ab sofort zumutbar sei, was namentlich auf die zweite Tätigkeit im Büro der Firma Z._ zutreffe (Urk. 8/58/9). Auf die Formulierung eines Belastungsprofils einer angepassten Tätigkeit verzichtete er. Damit äusserte er sich insbesondere nicht dazu, welche Einschränkungen sich aufgrund des Rückenleidens ergeben. Wie dem Abschnitt „2.2 Berufliche Anamnese“ (Urk. 8/58/4) entnommen werden kann, ging Dr. A._ offenbar davon aus, dass die Tätigkeit bei der Firma Z._ eine reine Bürotätigkeit sei. Tatsächlich ist diese Arbeitsstelle jedoch in verschiedene Tätigkeitsbereiche gegliedert, wovon die Büroarbeit nur einen kleinen Teil ausmacht (
2
/
3
Mitarbeit in der Produktion sowie je
1
/
6
Sach
bearbeitung und Reinigungstätigkeit)
(Urk. 1 S. 4, Urk. 8/28/2)
.
In Bezug auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist schliesslich zu berücksichtigen, dass Dr. A._ die Beschwerdeführerin in der Funktion als Vertrauensarzt der BVK untersuchte. Damit stand die Frage im Vordergrund, ob für die Tätigkeit als Schulbusfahrerin eine Berufsunfähigkeit besteht. Hingegen lässt sich die im Bereich der Invalidenversicherung zentrale Frage, welche - allenfalls leidensangepasste - Tätigkeit der versicherten Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens in welchem Umfang noch zumutbar ist, auf der Grundlage dieses Gutachtens nicht beantworten.
Die Schmerzmedizin des B._ hielt in ihrem am 11. Juli 2016 bei der IV-Stelle eingegangenen Bericht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Schul
busfahrerin seit November 2015 fest (Urk. 8/54/4). Zur Zumutbarkeit der Nebentätigkeit als Allrounderin fehlt eine Einschätzung. Rein sitzende, rein ste
hende und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten wurden als unzumutbar beurteilt. In Bezug auf wechselbelastende Tätigkeiten wurde festgehalten, dass deren Zumutbarkeit getestet werden müsse (Urk. 8/54/6).
Zwar verneinte die Schmerzmedizin im Bericht vom 17. Oktober 2016 neu auch die Zumutbarkeit der „Tätigkeit im Büro“ (Urk. 3/4 S. 2). Indes scheint im Ver
gleich zum Vorbericht eine Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten zu sein, da über eine deutliche Reduktion der ins rechte Bein ausstrahlenden Schmerzen und eine reduzierte Schmerzstärke (Urk. 8/54/2, Urk. 3/4 S. 1) berichtet wurde. Eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätig
keiten fehlt jedoch.
Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann damit auf der Grundlage der bestehenden medizinischen Akten nicht beantwortet werden. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, wird abzuklären haben, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin seit welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang zumutbar sind.
6.3
In der angefochtenen Verfügung ging die IV-Stelle zur Bestimmung des Validen
einkommens vom Einkommen des Jahres 2014 gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 8/21/4) aus und passte dieses an die bis ins Jahr 2016 eingetretene Nominallohnentwicklung an (vgl. Urk. 8/60/1). Daraus resul
tierte ein Betrag von Fr. 70‘242.--, welcher von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird (vgl. Urk. 1 S. 8). Dazu ist jedoch anzumerken, dass einerseits ihr Einkommen in den letzten Jahren enormen Schwankungen unterworfen war (vgl. Urk. 8/21) und andererseits die Beschwerdeführerin ihr Pensum als Schulbusfahrerin per 1. September 2014 auf rund 80 % erhöht hatte (vgl. Urk. 8/22/2), was – würde nur auf das mit einem 80%-Pensum erzielte Einkommen abgestellt - zu einem höheren Valideneinkommen führen könnte. Entsprechend wird die IV-Stelle die Höhe des Valideneinkommens nochmals überprüfen und dieses gegebenenfalls neu berechnen müssen.
6.4
Soweit darauf einzutreten ist (vgl. E.
3
), ist die Beschwerde damit in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 23. September 2016 auf
zuheben und die Sache zur Abklärung im Sinne der Erwägungen an die
IV-Stelle zurückzuweisen ist.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von Fr. 7
00.-- als ange
messen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückwei
sung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung
als vollständiges Obsiegen (BGE
137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Zudem hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten
(
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer
).
Nachdem Rechtsanwalt Deplazes keine Zusammenstellung über seine anwaltlichen Bemühungen eingereicht hat, erfolgt die Festsetzung seiner
Ent
schädigung nach Ermessen. Die von der Beschwerdegegnerin an Rechtsanwalt Deplazes auszurichtende Prozessentschädigung ist ermessensweise auf Fr. 2’100.-- (inklusive Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen.