# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 33b21d6d-58c3-5af5-afe7-b62ac853027f
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführerin 1 ist Eigentümerin des Grundstückes Sigriswil Gbbl.-Nr.
A._. Gemäss Baubewilligung vom 1. Oktober 1999 ist das Stöckli mit einem
Zweckentfremdungsverbot belegt und darf diesem zufolge nur von ortsansässigen
Personen mit festem Wohnsitz bzw. Steuerdomizil in Sigriswil als Erstwohnung im Sinne
von Art. 32 GBR1 genutzt werden. Die Beschwerdeführerin 2 ist Mieterin des Stöcklis mit
sechs Zimmern und einer Wohnfläche von 144 m2. Sie ist die Tochter von Z._,
dem Präsidenten des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin 1.
1 Gemeindebaureglement der Gemeinde Sigriswil vom 22. Juni 1996 (GBR)
2
Mit Verfügung vom 19. Juli 2011 untersagte die Gemeinde Sigriswil den
Beschwerdeführerinnen die Nutzung des Stöcklis auf Sigriswil Gbbl.-Nr. A._ ab
dem 1. November 2011, da sich der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin 2 nicht in
Sigriswil befinde und damit das Stöckli nicht von einer ortsansässigen Person genutzt
werde.
2. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführerinnen am 16. August 2011
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Die
Beschwerde war zunächst nur vom Präsidenten des Verwaltungsrates der
Beschwerdeführerin 1 unterzeichnet worden, der ebenfalls als Vater der
Beschwerdeführerin 2 für diese unterzeichnete. Auf Aufforderung des Rechtsamtes reichte
die Beschwerdeführerin 2 eine auch von ihr unterzeichnete Beschwerde ein. Die
Beschwerdeführerinnen beantragen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und den
Verzicht auf das Benützungsverbot. Zur Begründung machen sie insbesondere geltend,
dass die Beschwerdeführerin 2 nicht beabsichtige, aus Sigriswil wegzuziehen. Sie sei zwar
in Vechigen als Wochenaufenthalterin gemeldet, bezahle aber in Sigriswil Steuern. Ab
September 2011 werde sie an der Universität Bern studieren. Zwischen Matura und
Studienbeginn habe sie ein Jahr Pause eingelegt und sei gereist. Die Gemeinde Sigriswil
wolle anhand des Wasserverbrauchs festgestellt haben, dass die Beschwerdeführerin 2
nicht in Sigriswil wohne. Doch gerade der geringe Wasserverbrauch bestätige, dass die
Wohnung nicht zweckentfremdet werde.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, edierte die
Vorakten und führte den Schriftenwechsel durch. Die Vorinstanz hielt mit Stellungnahme
vom 27. Juni 2011 an ihrer Verfügung vom 7. März 2011 fest. Auf die Rechtsschriften wird
im Übrigen, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
3

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde
bei der BVE angefochten werden (Art. 49 Abs. 1 BauG3). Die BVE ist somit zur Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die
Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde
(Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerinnen, gegen die eine
Wiederherstellungsverfügung erlassen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.
2. Erstwohnungsanteilspflicht und steuerrechtlicher Wohnsitz
a) Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, die Beschwerdeführerin 2 beabsichtige
nicht, aus Sigriswil wegzuziehen. Sie sei als Wochenaufenthalterin in Vechigen gemeldet,
und zahle in Sigriswil Steuern. Zurzeit habe sie zwischen Matura und Studienbeginn ein
Jahr Pause eingelegt, um unter anderem viel zu reisen. Junge Leute wie sie seien viel „auf
Achse“ und übernachteten schon einmal auch bei Bekannten und Freunden. Sigriswil habe
offenbar anhand des Wasserverbrauches festgestellt, dass die Beschwerdeführerin 2 nicht
in Tschingel wohne. Gerade dieser Wasserverbrauch bestätige aber, dass die Wohnung
nicht zweckentfremdet worden sei. Nach dem Schreiben der Gemeinde Sigriswil vom
5. April 2011 und nach der Verfügung vom 19. Juli 2011 fühle sich die
Beschwerdeführerin 2 in der Gemeinde nicht willkommen. Unter diesen Voraussetzungen
fühle man sich nicht so schnell „ortsansässig“. Von der Androhung einer Busse bis Fr.
100'000.-- und Haft sei sie so verunsichert, dass sie bis zum Entscheid der zuständigen
Behörde wieder in Utzigen wohnen werde.
Die Vorinstanz führt aus, es treffe zu, dass die Beschwerdeführerin 2 in Sigriswil Steuern
bezahle. Sie habe ihren zivilrechtlichen Wohnsitz jedoch nicht in Sigriswil. Die Wohnung
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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sei seit Jahren praktisch nie belegt gewesen. Erst als die Gemeinde im Jahr 2009 bei der
Wohnungseigentümerin wegen der Einhaltung des Erstwohnungsanteils interveniert habe,
habe der Vater der Beschwerdeführerin 2 diese am 29. Dezember 2009 zur Niederlassung
in Sigriswil angemeldet. Dass die Beschwerdeführerin 2 mit der Anmeldung in Sigriswil in
erster Linie ihrem Vater einen Gefallen erwiesen habe, zeige sich im Umstand, dass
dieser, und nicht die Beschwerdeführerin 2, die Anmeldung in Sigriswil vorgenommen
habe, und dass der Vater alleine die Beschwerde eingereicht habe. Die
Beschwerdeführerin 2 habe diese erst nachträglich unterzeichnet. Nun halte sich die
Beschwerdeführerin 2 nicht mehr in Sigriswil auf und mache als Grund die
Wiederherstellungsverfügung geltend. Gerade aus dem Umstand, dass es ihr so leicht
falle, ihre Zelte in Sigriswil abzubrechen, ergebe sich, dass keine persönlichen
Beziehungen zu Sigriswil und zu Freunden dort bestünden. Sie habe nie längere Zeit in
Sigriswil verbracht, was sich auch aus dem Wasserverbrauch zeige. Dieser habe sich
sowohl 2009 als auch 2010 auf 10 m3 belaufen, habe also auch nach der „Wohnsitznahme“
der Beschwerdeführerin 2 nicht zugenommen.
b) Mit Gesamtbaubewilligung vom 1. Oktober 1999 erteilte das
Regierungsstatthalteramt Thun der Beschwerdeführerin 1 die Gesamtbaubewilligung für
den Neubau eines Stöcklis auf der Parzelle Sigriswil Gbbl-Nr. A._. Darin wurde
verfügt, dass das Stöckli ständig von ortsansässigen Personen (mit festem Wohnsitz bzw.
Steuerdomizil in Sigriswil, vgl. Art. 23 ZGB4) als Erstwohnung im Sinne von Art. 32 GBR zu
benutzen ist.
c) Der Wohnsitz einer Person nach Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich an demjenigen Ort,
an dem sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Nach der Rechtsprechung
kommt es dabei nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, welche Absicht objektiv
erkennbar ist.5 An welchem Ort eine Person den Mittelpunkt der Lebensinteressen und
damit ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hat, bestimmt sich nach der Gesamtheit der
objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen lassen, nicht
nach den bloss erklärten Wünschen der betreffenden Person.6 Dem polizeilichen Domizil,
wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt
4 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 201) 5 BGE 137 II 122 E. 3.6 6 BVR 2001 S. 1, E. 2b)
5
dagegen keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere Merkmale, die ein
Indiz für den Wohnsitz bilden können, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür
spricht.7
d) Wenn eine Person als Wochenaufenthalterin gemeldet ist und sich
abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die Bestimmung des Wohnsitzes darauf
abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Jener Ort, den eine
Person nach Massgabe ihres äusseren Verhaltens zum Mittel- oder Schwerpunkt der
Lebensbeziehungen gemacht hat, ist mithin der Wohnsitz. Dieser Mittelpunkt ist
regelmässig dort zu sehen, wo die familiären Interessen und Bindungen am stärksten
lokalisiert sind.8 Die Frage, zu welchem der Aufenthaltsorte die steuerpflichtige Person die
stärkeren Beziehungen unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des
Einzelfalls zu beurteilen.9 Dabei ist auch der regelmässige Gebrauch von Räumlichkeiten
zur Verbringung des Privatlebens entscheidend.
e) Der hier entscheidende zivilrechtliche Wohnsitz bestimmt sich wie erwähnt nach dem
Mittelpunkt der Lebensinteressen. Die zwanzigjährige Beschwerdeführerin 2, die ab Herbst
2011 ein Studium in Bern aufnehmen will, und die geltend macht, sich in Vechigen als
Wochenaufenthalterin aufzuhalten, ihren Wohnsitz aber in Tschingel zu haben, hätte
deshalb primär aufzuzeigen, dass sich ihr Lebensmittelpunkt in Tschingel befindet, sie sich
dort hauptsächlich aufhält und sie zu diesem Ort die stärkeren Beziehungen unterhält als
zu ihrem Wochenaufenthaltsort. Dies könnte namentlich dann zutreffen, wenn sie in
Tschingel enge soziale Kontakte pflegen würde, beispielweise indem sie in einem
Konkubinatsverhältnis leben, über einen besonderen Freundes- und Bekanntenkreis
verfügen oder sich rege am Vereins- und Dorfleben beteiligen würde. Die
Beschwerdeführerinnen machen jedoch nichts davon geltend. Im Gegenteil führen sie aus,
die Beschwerdeführerin 2 fühle sich angesichts der erfolgten Wiederherstellungsverfügung
in Sigriswil nicht willkommen und könne sich unter diesen Umständen nicht so schnell
ortsansässig fühlen. Bis zum Ende des vorliegenden Verfahrens werde sie deshalb wieder
in Utzigen wohnen. Diese Angaben sowie der nun dauernde Aufenthalt in Utzigen
sprechen jedoch gerade nicht dafür, dass sich der Lebensmittelpunkt der
7 BGer 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010, E. 2.2 mit Hinweisen 8 BGE 119 II 65 E. 2b/bb 9 BGE 132 I 29 E. 4.2 mit Hinweisen
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Beschwerdeführerin 2 in Sigriswil befindet. Dort verbringt sie denn auch seit ihrer
Anmeldung per 1. Januar 2010 offenbar kaum Zeit, wie sich dem Wasserverbrauch des
Stöcklis entnehmen lässt – dieser betrug nämlich sowohl im Jahr 2009, als die
Beschwerdeführerin noch nicht in Sigriswil angemeldet war, als auch im Jahr 2010 und
damit nach der geltend gemachten Wohnsitznahme gemäss Bestätigung der
Wasserversorgungsgenossenschaft Sigriswil lediglich 10 m3. Damit hat sich der
Wasserverbrauch nach dem angeblichen Einzug der Beschwerdeführerin 2 in das Stöckli
nicht verändert. Nachdem unbestritten ist, dass das Stöckli vor 2010 als Ferienhaus und
damit nur selten benutzt worden ist, hätte sich der Wasserverbrauch ab 1. Januar 2010
erheblich erhöhen müssen, wenn sich die Beschwerdeführerin 2 tatsächlich überwiegend
in Tschingel aufhalten würde. 10 m3 Wasser entsprechen 1'000 Liter. Der durchschnittliche
Wasserverbrauch in der Schweiz beträgt pro Person und Tag 162 Liter10 und damit rund
58'000 Liter oder 58 m3 pro Jahr. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die
Beschwerdeführerin 2 angibt, in Vechigen als Wochenaufenthalterin gemeldet zu sein,
müsste ihr Wasserverbrauch erheblich höher als die effektiv verbrauchten 10 m3 sein,
wenn sich ihr Lebensmittelpunkt tatsächlich in Tschingel befinden würde. Soweit sie als
Grund für den geringen Wasserverbrauch geltend macht, seit ihrer Matura viel auf Reisen
zu sein, ist festzustellen, dass lediglich eine Landesabwesenheit vom 18. Juli bis 25.
August 2011 belegt ist, was sich auf den von der Wasserversorgungsgenossenschaft
bestätigten Wasserverbrauch für das Jahr 2010 nicht ausgewirkt haben kann. Da somit die
Beschwerdeführerin 2 keinerlei Umstände geltend macht, die darauf hinweisen würden,
dass sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in Sigriswil befindet, sich aufgrund des
Wasserverbrauchs des Stöcklis feststellen lässt, dass dieses nicht regelmässig bewohnt
wird und die Beschwerdeführerin 2 aktuell ganz nach Utzigen gezogen ist, liegt weder der
tatsächliche Aufenthalt als objektives äusseres Merkmal, noch die Absicht dauernden
Verbleibs als subjektives inneres Merkmal vor. Damit kann nicht von einem zivilrechtlichen
Wohnsitz der Beschwerdeführerin 2 in Sigriswil ausgegangen werden.
f) Damit steht fest, dass das Stöckli nach wie vor als Ferienhaus genutzt wird.
10 Dokumentation „Wasserverbrauch im Haushalt“ des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW), unter http://www.trinkwasser.ch/dt/html/download/pdf/twi5.pdf
http://www.trinkwasser.ch/dt/html/download/pdf/twi5.pdf
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3. Wiederherstellung
a) Die zuständige Baupolizeibehörde kann gestützt auf Art. 46 Abs. 2 BauG als
Wiederherstellungsmassnahme ein Benützungsverbot erlassen, wenn die Verhältnisse es
erfordern. Die Gemeindebaupolizeibehörde, die für den Erlass der
Wiederherstellungsverfügung zuständig ist, hat dabei die Grundsätze der
Verhältnismässigkeit und des Vertrauensschutzes zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 6
BewD11).
b) Die Anordnung eines Benützungsverbotes darf nicht weiter gehen, als es zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes erforderlich ist, und die mit der
Wiederherstellung verbundene Belastung des Pflichtigen muss durch ein genügendes
öffentliches Interesse gerechtfertigt sein. Mit den Bestimmungen zu den
Erstwohnungsanteilen verhält es sich gleich wie mit allen anderen baupolizeilichen
Bestimmungen; es ist ihnen im Baupolizeiverfahren Nachachtung zu verschaffen12. Wird
eine Wohnung, die mit einem Zweckentfremdungsverbot nach Art. 32 GBR belegt ist, als
Ferienwohnung genutzt, erfolgt dies unrechtmässig. Der Erlass eines Benützungsverbotes
als Ferienwohnung stellt in diesem Fall nicht nur eine rechtlich mögliche, sondern auch
eine gebotene Massnahme zur nachträglichen zwangsweisen Durchsetzung des
Zweckentfremdungsverbotes dar13.
c) Die im Eigentum der Beschwerdeführerin 1 stehende Stockwerkeinheit Sigriswil
Gbbl-Nr. A._ untersteht gemäss Baubewilligung einem Zweckentfremdungsverbot.
Die Mieterin des Stöcklis, die Beschwerdeführerin 2, hat keinen zivilrechtlichen Wohnsitz in
Sigriswil. Das Stöckli wird somit nicht als Hauptwohnung, sondern als Ferienwohnung
genutzt. Diese Nutzung der mit einem Zweckentfremdungsverbot gemäss Art. 32 GBR
belegten Wohnung erfolgt formell und materiell rechtswidrig. Am Schutz der
Tourismusgegenden vor dem Überhandnehmen von Zweitwohnungen und damit am
Schutz eines preislich annehmbaren Wohnungs- und Baulandmarktes für die einheimische
11 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (BewD, BSG 725.1), vgl. auch Heidi Walther, Das Rechtsamt kommentiert aktuelle Entscheide, Das baupolizeiliche Benützungsverbot, Teil II, KPG-Bulletin 5/1992 S. 32 ff. 12 BVR 1989 S. 254 E. 2b 13 BVR 1989 S. 254 E. 3
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Bevölkerung besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse14. Die Anordnung eines
Benützungsverbotes als Ferienwohnung und die angeordnete Versiegelung stellt die
mildeste mögliche Massnahme dar, um die rechtswidrige Nutzung der mit einer
Erstwohnungspflicht belasteten Wohnung zu beseitigen und ist damit grundsätzlich
verhältnismässig. Demnach ist die angeordnete Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustandes zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen. Zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes wird den Beschwerdeführerinnen eine neue Frist angesetzt auf
drei Monate ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheides.
4. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführerinnen. Sie haben
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.00. Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1
und 4 VRPG).