# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c02bfb7-3749-4663-bd82-f960721083c7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
D
ie
1964
gebor
ene
X._
, Personalberaterin und
Gesell
schafterin der Kollektivgesellschaft
Y._
(vgl.
Handelsregister des Kantons Zürich
)
, ist als
Selbständigerwerbende
der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich
, Ausgleichskasse, angeschlossen. Am
1
3.
Juli
2020
(Ein
gangsdatum)
meldete sie sich bei der
Ausgleichskasse
für den Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (Urk. 7/
157
). Der definitiven Beitragsverfügung
vom 15. März 2019 für die Periode
2016
lag ein beitragspflichtiges Erwerbseinkommen von Fr.
92’400
.-- zugrunde (Urk. 7/
112
); für das Jahr 2019 wurden die
Akonto
bei
träge
für
Selbständigerwerbende
gestützt auf ein beitragspflichtiges Erwerbsein
kommen von Fr.
183’700
.-- festgesetzt (
vgl.
Mitteilung vom 28
.
Januar 2019, Urk.
7/109
). Die Ausgleichskasse verneinte mit Verfügung vom
14
.
Juli 2020 einen Anspruch de
r
Antragstellerin
auf Ausrichtung einer Erwerbsausfall
ent
schädigung mit der Begründung, das von ihr abgerechnete Erwerbseinkommen für das Beitragsjahr 2019 sei
höher
als Fr. 9
0’000.-- (Urk.
7/158
). Die am
18. September
2020 dagegen erhobene Einsprache (Urk. 7/
159
) wies sie
selbentags
ab (vgl.
Einspracheentscheid vom
18. September
2020,
Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
Oktober
2020 Beschwerde und beantragte in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom
18. September
2020 die Ausrichtung einer Erwerbsausfallentschädigung (Urk. 1
)
. Mit Beschwer
de
antwort vom
1
7.
November
2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6), was de
r
Beschwerdeführer
in am 26
.
November
2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
I
n zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verord
nungen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohen
den schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Verwal
tungs
organisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützen - am 20. März 2020 die Verordnung über Massnahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(
Covid
-19-Verordnung Erwerbsausfall). Die Covid-19-Verordnung Erwerbsaus
fall
wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt und der Geltungszeitraum bis zum 16. September 2020 befristet (Art. 11 Abs. 2).
Seit Inkrafttreten hat die Verordnung mehrfach eine Änderung erfahren (namentlich am 23. April, 6. Juli, 17. September, 8. Oktober
,
4. November
und 19. Dezember 2020 sowie am 18.
Januar, 8. Februar, 1. März, und 1. April 2021
) und gilt nunmehr bis zum 30. Juni 2021 (Art. 11 Abs. 5)
. Mit dem Covid-19-Gesetz vom 25. September 2020 wurde rückwirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung geschaffen (Art. 15 in Ver
bindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz).
1.3
1.3
.1
Gemäss Art. 2 Abs. 3 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
6.
Juli 2020
und
in der bis 1
6.
September 2020
gültig gewesenen Fassung
)
hatten
Selb
stä
n
digerwerbende
im Sinne von
Art.
12 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), die aufgrund einer Massnahme nach Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
(
Covid
-19;
Covid
-19-Verordnung 2) einen Erwerbsausfall erlitten, Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung.
1.3
.2
Nach Art. 2 Abs. 3
bis
Satz 1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
6. Juli
2020
und in der bis 1
6.
September 2020 gültig gewesenen Fassung
) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Art. 12
ATSG
anspruchsberechtigt, wenn sie aufgrund der
bundesrätlichen
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
, obwohl sie nicht zur
Schliessung
des Betriebs ver
pflichtet oder direkt vom Ver
anstaltungsverbot betroffen waren, einen Erwerb
sausfall erleiden und ihr für die Bemessung der Beiträge der AHV
massgebendes
Einkommen für das Jahr 2019 zwischen Fr. 10‘000.-- und Fr. 90‘000.-- liegt (sogenannte Härtefallrege
lung)
;
dabei gilt für die Berechnung des massgebenden Einkommens für das Jahr 2019 Artikel 5 Absatz 2 zweiter Satz sinngemäss.
1.3
.3
Nach Art. 5 Abs. 2
der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 6. Juli 2020
und in der bis
1
6.
September 2020 gültig gewesenen Fassung
)
ist für die Er
mitt
lung
des Einkommens
Art. 11 Abs. 1 des Erwerbsersatzgesetzes vom 25. September 1952 [EOG]
sinngemäss anwendbar.
N
ach der Festlegung der Entschädigung
kann
eine Neu
berechnung der Ent
schädigung nur vorgenommen werden, wenn eine aktuellere Steuerver
anlagung bis zum 16. September 2020 der anspruchsberech
tigten Person zuge
stellt wird und diese den Antrag zur Neuberechnung bis zu diesem Datum einreicht.
1.3
.4
Nach Art. 11 Abs. 1 EOG bildet Grundlage für die Ermittlung des durch
schnitt
lichen vordienstlichen Erwerbseinkommens das Einkommen, von dem die Bei
träge nach dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
) erhoben werden. Der Bundesrat erlässt Vorschriften über die Bemessung der Entschädigung und lässt durch das Bundesamt für Sozialversicherungen ver
bindliche Tabellen mit aufgerundeten Beträgen aufstellen.
1.3
.5
Gestützt auf Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über das Erwerbsersatzgesetz (
EOV
) wird bei
Selbständigerwerbenden
die Entschädigung auf Grund des auf den Tag umgerechneten Erwerbseinkommens berechnet, das für den letzten vor dem Ein
rücken verfügten AHV-Beitrag massgebend war. Wird für das Jahr der Dienst
leistung später ein anderer AHV-Beitrag verfügt, so kann die Neuberechnung der Entschädigung verlangt werden.
1.4
Gemäss
Rz. 1041.3
des Kreisschreibens über die Entschädigung bei
Massnahmen
zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz
KS
CE
(Stand:
3.
Juli
2020
,
KS CE)
wird für die Ermittlung der Einkommensgrenzen (Fr. 10'000 und Fr. 90'000) bei der Härtefall-Prüfung grundsätzlich auf das Erwerbseinkommen, welches als Grundlage für die Beitragsrechnungen 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen wurde, abgestellt. Grundlage für die Bemessung der Entschädigung für
Selbständigerwerbende
bildet grundsätzlich das Erwerbseinkommen, welches im Jahr 2019 erzielt wurde (Rz. 1065). Basierte die festgesetzte Entschädigung auf dem Einkommen, welches für die
Akontorechnungen
2019 herangezogen wurde und wurde dieses seit der letzten definitiven Beitragsverfügung nicht an
gepasst, so ist auf Antrag auf das Einkommen der letzten definitiven Beitrags
verfügung abzustellen. Liegt zum Zeitpunkt des Antrages die definitive Steuer
veranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, so ist diese zu berücksichtigen (Rz. 1065.1). Laut Rz. 1068 bewirkt eine nachträgliche Anpassung des Erwerbs
einkommens infolge der definitiven Steuerme
ldung für das Beitragsjahr 2019, die
nach dem 16. September 2020 ergeht,
keine Änderung in der Entschädigung. Ebenso keine Änderung in der Höhe der Entschädigung bewirken nach dem 17. März 2020 erfolgte Anpassungen des den
Akontorechnungen
2019 zugrunde
liegenden Erwerbseinkommens (vorbehalten bleibt Rz. 1065.1).
1.5
Bei einem Kreisschreiben handelt es sich um eine von der Aufsichtsbehörde für richtig befundene Auslegung von Gesetz und Verordnung. Die Weisung ist ihrer Natur nach keine Rechtsnorm, sondern eine im Interesse der gleichmässigen Ge
setzesanwendung abgegebene Meinungsäusserung der sachlich zuständigen Auf
sichtsbehörde. Solche Verwaltungsweisungen sind wohl für die Durchführungs
organe, nicht aber für die Gerichtsinstanzen verbindlich (BGE 118 V 206 E. 4c, vgl. auch 123 II 16 E. 7, 119 V 255 E. 3a mit Hinweisen). Das Gericht soll sie bei seiner Entscheidung mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Es weicht anderseits insoweit von den Weisungen ab, als sie mit den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen nicht vereinbar sind (BGE 123 V 70 E. 4a mit Hinweisen).
1.6
Überspitzter Formalismus ist eine besondere Form der Rechtsverweigerung. Eine solche liegt vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde for
melle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und den Bürgern und Bürgerinnen den Rechts
weg in unzulässiger Weise versperrt. Wohl sind im Rechtsgang prozessuale For
men unerlässlich, um die ordnungsgemässe und rechtsgleiche Abwicklung des Ver
fahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. Nicht jede prozessuale Formstrenge steht demnach mit
Art.
29
Abs.
1 BV im Widerspruch. Überspitzter Formalismus ist nur gegeben, wenn die strikte Anwen
dung der Formvorschriften durch keine schutzwürdigen Interessen gerechtfertigt ist, zum blossen Selbstzweck wird und die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert. Er kann in den Verhaltens
vor
gaben an die Rechtsuchenden oder in den daran geknüpften Rechtsfolgen be
gründet sein (BGE 132 I 249 E. 5; 130 V 177 E. 5.4.1).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die KS CE
bilde grundsätzlich das Erwerbseinkommen 2019 Bemessungsgrundlage für eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung;
eine nachträgliche Anpassung des Erwerbseinkommens infolge definitiver Steuererklärung nach dem 1
6.
September
2020
bewirke
keine Änderung in der Höhe der Entschädigung. Dasselbe gelte für
eine Anpassung des beitragspflichten Einkommens
2019
nach dem 1
7.
März 202
0
.
Vorliegend
habe die Beschwerdeführerin
gestützt auf die letzte definitive Beitragsverfügung
im
Jahr 201
6
mehr als
Fr.
9
0'000.
-- erwirtschaftet.
Damit
bestehe kein Anspruch auf eine
Härtefall-bedingte
Corona-Erwerbersatzent
schä
digung (
Urk.
2). In ihrer Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
die Beschwerdeführerin habe erst am
4.
Juni und damit nach dem Stichtag vom 17. März 2020 eine Anpassung des beitragspflichtigen Einkommens 2019 gemeldet
(
Urk.
6).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
wandte dagegen ein,
gemäss Jahresrechnung 2019 habe sie ein steuerpflichtiges Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von
Fr.
47'685.-- erzielt. A
nfang
s
Juni 2020 habe sie der Beschwerdegegnerin ein beitragspflichtiges E
rwerbseinkommen in Höhe von Fr. 63'0
00.
-- (entsprechend einem AHV-relevanten Einkommen von
Fr.
69'700.--)
gemeldet.
Daraufhin sei
die
Akontorechnung
für das Jahr 2019 angepasst worden. Die
Jahresrechung
2019
resp. die im Juni 2020 angepasste
Akontorechnung
2019
sei relevant für die Anspruchsprüfung auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung.
Die Argumen
tation der Beschwerdegegnerin sei überspitzt formalistisch. Zudem seien die
von ihr angewendeten Bestimmungen der KS CE
am 18.
September 2020 gar nicht mehr in Kraft gewesen
(Urk. 1).
3.
Ob und inwieweit die Beschwerdeführerin als Personalberaterin
und Gesell
schaf
terin der Firma
Y._
im Sinne von Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
(vgl. E.
1.3.2
)
aufgrund der
bundesrätlichen
Massnah
men
zur Bekämpfung des
Coronavirus
, obwohl sie
unbestrittenermassen
nicht z
ur
Schliessung
des Betriebs ver
pflichtet oder direkt vom Vera
nstaltungsverbot betroffen war (vgl.
Art.
2
Abs.
3
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
, E. 1.3.1
), einen Erwerb
sausfall er
litten hat, ist vorliegend zumindest fraglich. Begründete sie ihren Anspruch auf Corona-Erwerbsentschädigung doch unter anderem damit, sie selbst gehöre
wegen hohen Blutdruck
e
s
zur Risikogruppe, weshalb sie keine Interviews durchgeführt habe (vgl.
Urk.
7/
159). Die Frage
kann mangels Relevanz für das Beurteilungsergebn
is indes offengelassen werden,
wie nac
hfolgend
zu zeigen sein wird.
4.
4.1
Gemäss Art. 24 Abs. 4 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(
AHVV
) bzw. gemäss Rz 1154 der Wegleitung über die Beiträge der
Selbstständigerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO (
WSN
) sind
Selbständigerwerbende
verpflichtet, wesentliche Abweichungen vom vor
aus
sichtlichen Einkommen der Ausgleichskasse zu melden. Gemäss Rz 1155
WSN
gilt als wesentlich eine Abweichung des erzielten vom voraussichtlichen Jahres
einkommen von mindestens 25 Prozent.
4
.2
De
r
Beschwerdeführer
in wurde mit Brief vom 28
. Januar 2019 von der Be
schwerdegegnerin mitgeteilt, dass die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019 auf der
Basis eines beitragspflichtigen Einkommens von Fr.
183’700
.-- festgesetz
t würden
. Gleichzeitig wurde die
Beschwerdeführer
in
gebeten, mit dem beiliegenden Formular mitzuteilen, falls das tatsächliche beitragspflichtige Einkommen vom provisorischen Wert wesentlich abweicht. Aus dem beiliegenden Formular war zu entnehmen, dass bei einer wesentlichen Veränderung des Erwerbseinkommens um mehr als 25 Prozent Verzugszinsen erhoben würden (
Urk.
7/
109
).
In der Folge unterliess es die
Beschwerdeführer
in
, eine Anpassung des beitrags
pflichten Einkommens für das Jahr
2019 zu veranlassen, obwohl sie
bereits im Februar 2020
im
Formular zur Abrechnung der Mehrwertsteuer
einen Firmen
umsatz
von
insgesamt
rund
Fr.
87'000.
--
deklariert
hat.
Dabei wies sie
denn auch
selbst darauf
hin,
ihr Einkommen
könne
nicht höher sein als der Gesamtumsatz
(
vgl. Einsprache vom 1
8.
September 2020,
Urk.
7/159/1, Urk.
7/159/7 f.).
Gleich
wohl
hat die Beschwerdeführerin
der Beschwerdegegnerin
erst am 4.
Juni 2020
mit
geteilt
,
ihr
Erwerbseinkomme
n 2019 betrage mutmasslich
Fr.
63’000
.-- (
Urk.
7/
130
).
4
.3
Entgege
n der Ansicht der Beschwerdeführerin
war die Beschwerdegegnerin weder verpflichtet noch berechtigt, das massgebende Einkommen im Sinne von Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
gestützt auf die Mitteilung über die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019 vom
6.
Juni 2020 (
Urk.
7/137
)
zu
ermitteln
; nach Rz. 1068 KS CE (
Stand:
3.
Juli 2020
) zeitigten nach dem 17. März 2020 erfolgte Anpassungen des den
Akontorechnungen
2019 zugrundeliegenden Erwerbseinkommens keine Änderung in der Höhe der Entschädigung. Die Regel gemäss Rz. 1068 KS CE kommt entgegen dem etwas missverständlichen Wortlaut nicht nur zur Anwendung, wenn eine Änderung in der Höhe der Entschädigung in Frage steht, sondern auch bei der Prüfung der Ansp
ruchsvoraussetzungen als solche.
Für eine Abweichung vom Einkommen, welches Grundlage für die Fest
setzung der Beitragsrechnungen (
Akontorechnungen
) für das Jahr 2019 bildete, muss gemäss Rz. 1065 und Rz. 1065.1 KS CE (
Stand:
3.
Juli 2020
) eine definitive Steuerveranlagung
vorliegen.
Die - erst beschwerdeweise eingereichte
–
Jahres
rechnung 2019 ist unbeachtlich.
4.4
Darin ist entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin kein überspitzter Formalismus zu sehen (vgl. E. 1.6). Dass nach dem 17. März 2020, also nach Inkrafttreten der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall, erfolgte Anpassungen der
Bemessungsgrundlagen nicht mehr einzig auf Selbstangaben, sondern nur ge
stützt
auf eine Steuerveranlagung möglich sein sollen, ergibt
sich bereits aus dem allge
meinen Grundsatz, wonach im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» abzustellen ist, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer
Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Die
Beschwerdeführer
in
wäre überdies nach Art. 24 Abs. 4 AHVV verpflichtet gewesen, der Beschwerde
gegnerin ihr
en Verdienst für das Jahr 2019 umgehend zu melden, da dieser mehr als 25 % vo
m provisorischen Wert abwich. Sie
hat es sich daher auch selber zuzuschreiben,
wenn
die
Akontobeiträge
für das Jahr 2019 (bis zum Stichtag vom 1
7.
März 2020) nicht
ihr
em Verdienst für das Jahr 2019 entsprechen
sollten
, sondern
deutlich
zu
hoch
sind.
4.5
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin ihre Anmeldung unter Berufung auf die Härtefallregelung gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gültig gewesenen Fassung vorgenommen
hatte
(Urk. 7/
157
). Die Beschwerdegegnerin hat entspre
chend auch nur geprüft, ob die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 2 Abs. 3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der bis am 16. September 2020 gültig
gewesenen Fassung einen Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfall
entschädi
gung
hat. Sie prüfte jedoch nicht bzw. konnte infolge der zeitlichen Abfolge späterer Verordnungsrevisionen nicht prüfen, ob die Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Er
werbsausfall, Stand 8. Oktober 2020, erfüllt sind. Diese Fassung gilt aufgrund der Änderung vom 4. November 2020 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall rückwirkend ab 17. September 2020 (AS 2020 4571).
5
.
Zusammenfassend hat die
Bes
chwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerde
führerin
auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung gestützt auf die bis und mit 1
6.
September 2020 gültige gewesene
Fassung der
Covid-19-Verordnung Er
werbs
ersatz zu Recht
anhand der de
finitiven Beitragsverfügung 2016
(
Urk. 7/112
)
resp.
Akontobeiträge
für das Jahr 2019
(bis zum Stichtag vom 17.
März 2020)
, deren
rechtzeitige
Korrektur zu veranlassen die
Beschwerdeführer
in
versäumte,
überprüft
und diesen verneint
.
Ab
dem 1
7.
September 2020
ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Härtefallentschädigung
zumindest denkbar und die Beschwerdeführerin hierfür auf die Neuanmeldung zu
verweisen
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.