# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 40ae0545-e862-4449-a3a9-a3b12cf5c8c6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, bei
der A._
SA
beschäftigt und damit bei der Suva unfallversichert, wurde am 2
5.
April 2013 tätlich ange
griffen und zu Boden geschlagen (
Urk.
10/1; vgl.
Urk.
10/11,
Urk.
10/44 S.
1 unten).
Mit Verfügung vom 1
7.
August 2017 sprach ihm die Suva eine Integritätsent
schädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10
%
zu, schloss den Fall per 3
0.
September 2017 ab und verneinte einen Rentenanspruch
(
Urk.
10/327). Die vom Versicherten dagegen am 1
3.
September 2017 erhobene Einsprache (
Urk.
10/339/1-7) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 3
0.
November 2017 ab (
Urk.
10/345 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 1
2.
Januar 2018 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm auch nach dem 3
0.
September 2017 die gesetzlichen Leistungen, ebenso eine Integritätsentschädigung von mindestens 60
%
, auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2018 (
Urk.
9)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3
0.
Mai 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1.
Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen
).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
5.
April 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118
V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2
, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzu
stellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veran
lagung für
psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus ver
siche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf
folgende Einteilung vor
g
e
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischenliegende
mittlere Bereich (BGE
115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR
1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
):
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfall
bezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusam
men mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adä
quanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl.
auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215
ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Nach der Rechtsprechung ist bei der Beurteilung der Adäquanz von psychischen Unfallfolgeschäden wie folgt zu differenzieren: Zunächst ist abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel
Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, sind bei Unfällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b umschriebenen Kriterien anzuwenden. Andernfalls erfolgt die Adäquanzbeurteilung in den dem mittleren Bereich zuzuordnenden Fällen nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
.
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine
diesem äquivalente Verletzung
oder ein Schädel-Hirn
trauma erlitten hat, ist zusätzlich zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwer
de
bild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hinter
grund treten. Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
für Unfälle mit psychischen Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Fälle mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule, äquivalenter Verletzung oder Schädel-Hirntrauma gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 382 E. 4b) massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1
, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, die durchgeführten Untersuchungen hätten kein organisches Substrat im Sinne struktureller Veränderungen ergeben, weshalb die Frage des natürlichen Kausal
zusammenhangs
offenbleiben
könne (S. 8 Ziff
.
3 am Ende).
Gleiches gelte für die Frage, ob die Adäquanz nach Massgabe von BGE 115 V 133 oder von BGE
117 V 359 und 134 V 109 zu prüfen sei, da die massgeblichen Kriterien in beiden Fällen nicht erfüllt seien (S. 9
Ziff.
5). Der Unfall sei im mittleren Bereich ein
zu
ordnen (S. 10
Ziff.
6a). Das Unfallereignis sei von einer gewissen, aber nicht einer besonderen Eindrücklichkeit (S. 10 f.
). Die erlittenen Verletzungen seien nicht besonders schwer oder von besonderer Art, und die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der körperlichen Verletzungen sei nicht von langer Dauer gewesen (S.
11 Mitte). Es sei mithin keines der massgebenden Kriterien erfüllt, weshalb die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs zu verneinen sei (S. 11
Ziff.
6a am Ende).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüb
er auf den Standpunkt (
Urk.
1), seine Beschwerden seien zumindest teilweise Folge des erlittenen Unfalls und die psychischen Beschwerden hätten si
ch
ausschliesslich nach dem Unfall entwickelt, weshalb der natürliche Kausalzusammenhang erstellt sei (S. 7
Ziff.
1.1). Aus den Strafakten ergebe sich, dass er vorerst das Bewusstsein verloren und dieses erst allmählich
wiedererlangt
habe, womit die Feststellung von
Dr.
B._
, es habe keine Hirnverletzung vorgelegen, nicht hinreichend begründet sei (S. 8 f.
Ziff.
2.1).
Dr.
C._
habe festgehalten, weil die Verletzung des Gesichts- und Geschmackssinnes Folge des Unfalls seien, sei erstellt, dass ein Hirn
trauma vorgelegen habe (S. 9
Ziff.
2.3).
Auch der von der Beschwerde
gegne
rin beauftragte Psychiater sei der Auffassung gewesen, es liege ein psychoorga
nisches Syndrom nach Schädelhirntrauma vor (S. 9
Ziff.
2.3). Bezüglich Adä
quanz sei die Praxis gemäss BGE 117 V 363 und BGE 134 V 109 massgeben
d
(S.
9 f.
Ziff.
3.1). Die Adäquanz sei schon angesichts der Vergleich
barkeit des Sach
verhalts mit zwei anderen, näher beschriebenen Fällen zu bejahen (S. 10
Ziff. Ziff.
3.2). Es seien mehrere, einzeln genannte Kriterien erfüllt und damit die
Adäquanz zu bejahen (S. 11 f.
Ziff.
4). Schliesslich sei die Höhe der Integritäts
entschädigung in der Einsprache zwar nicht explizit, aber sinngemäss sehr wohl in Frage gestellt worden, weshalb auch für die psychischen Beschwerden eine solche - von mindestens 50
%
- zuzusprechen sei (S. 12
Ziff.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch vor
handene Beschwerden in
rechtsgenüglichem
Kausalzusammenhang zu
m
erlitte
nen Unfall stehen, wovon abhängt, ob die Beschwerdegegnerin eine wei
ter
gehende Leistungspflicht
trifft
.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung vom 2
5.
April 2013 (
Urk.
10/1) wurde der Beschwerde
führer am 2
5.
April 2013 gegen 01.00 Uhr morgens auf der Strasse tätlich ange
griffen (
Ziff.
4-6) und zog sich Verletzungen im Gesicht und am linken Arm zu (
Ziff.
9)
, insb
esondere ein Lidhämatom und ein
subkonjunktivales
Hämatom am rechten Auge, eine
Orbitabodenfraktur
und eine Jochbeinfraktur rechts sowie eine geschlossene Trümmerfraktur der linken
Ulna
(vgl.
Urk.
10/187 S. 9 Mitte).
3.2
Im Bericht über die am 2
5.
April 2013 erfolgte Notfallbehandlung (
Urk.
10/174) wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer
sei gemäss seinen eigenen Angaben
gegen 01.00 Uhr auf der St
rasse angegriffen worden
. Er habe sich sichtbar in alkoholisiertem Zustand befunden und angegeben, er habe 5 Gläser Wein getrun
ken. Die Untersuchung habe einen normalen neurologischen Status ergeben. Der Versicherte sei wach und bewusstseinsklar, alkoholisiert
,
mit einem Glasgow
Coma
Sore (GCS) von 15 gewesen. Der Blutalkoholspiegel um 04.41 Uhr habe 2.57 g/1 betragen.
In einem CT des Kopfes und des Gesichtsschädels vom 2
5.
April 2013 wurden eine Fraktur des rechten
Orbitabodens
und eine Schleimhautverdickung im linken Sinus
maxillaris
festgestellt (
Urk.
10/40 =
Urk.
10/176).
Ebenfalls am 2
5.
April 2013 erfolgte eine Plattenosteosynthese an der linken
Ulna
(
Urk.
10/43).
Im
Austrittsbericht
vo
m 2
6.
April
2013
(
Urk.
10/178; vgl.
Urk.
10/177) wurde ausgeführt,
r
adiologisch nachgewiesen
seien eine geschlossene Trümmerfraktur der linken
Ulna
und eine Jochbeinfraktur
rechts. Eine begleitende
Okulomotorik
störung
liege nicht vor
.
3.3
Im Bericht über eine
Computertomographie des Gehirns und Gesichts
vom 1
0.
Mai 2013 (
Urk.
10/37 =
Urk.
10/339/58)
wurden
eine kleine
Stufenbildung im vorderen Anteil des rechten
Orbitabodens
ohne muskuläre Einklemmung
und eine
polypoide
Verdickung der Schleimhaut im linken Sinus
maxillaris
beschrieben
.
Weitere knöcherne Läsionen
wurden
nicht
beschrieben
. Eine
cerebrale
Läsion
wurde nicht erwähnt.
3.4
Am 2
7.
Mai 2013 erstattete
Dr.
D._
,
Fachärztin für
Neu
rologi
e, einen Zwischenbericht (
Urk.
10/41 =
Urk.
10/339/10). Sie führte unter anderem
aus
,
der Patient sei
am 2
5.
April
2013 angegriffen worden und habe eine traumatische Hirnverletzung mit Bewusstseinsverlust, Unterarm
frakturen, Rippentrauma, Kieferfraktur rechts und
Ulnafraktur
rechts erlitten. Er leide unter anhaltendem Schwindel,
einer Diplopie (Doppelbilder) des
rechten Auges und vor allem an Verwirrtheit und Konzentrationsstörungen. Die Computertomographie des Kopfes vom 2
5.
April
2013 sei normal gewesen.
Sie gehe
davon aus, dass die
von ihr näher beschriebenen
Konzentrationsstörungen auf ein subjektives
post
kommotionelles
Syndrom des Versicherten zurückgingen, welcher von dem Angriff schockiert sei.
3.5
Im Bericht über ein MRI des Kopfes vom
4.
Juni
2013
(
Urk.
10/39) wurde in
der hinteren Schädelgrube ein Normalbefund
beschrieben
. Auch
supratentoriell
fan
d
en
sich
keine Signalveränderung des Hirnparenchyms und keine Hinweise auf ein intra- oder
perizerebrales
Hämatom.
3.6
Dr.
E._
, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie
, führte in seinem Zwischenbericht vom
3
1.
Juli
2013
(
Urk.
10/24) aus, d
er Verlauf nach der
Ulnafraktur
sei gut
(
Ziff.
2a)
, die Prognose ebenfalls
(
Ziff.
2b)
. Der Versicherte beklage seit dem Unfallereignis Gedächtnisstörungen und Schwindel und befinde sich deswegen in neurologischer Behandlung
(
Ziff.
2c)
. Aktuell
erfolge
eine Rehabilitationsbehandlung
(
Ziff.
3a).
In seinem Zwischenbericht vom 1
7.
September 2013 (
Urk.
10/31) führte
Dr.
E._
aus, der Patient
habe am linken Unterarm ein fast normales Bewe
gungs
ausmass bezüglich Flexion/Extension im Ellbogen und Handgelenk sowie der Pronation/Supination erreicht. Gestört fühle
er
sich durch eine schmerz
hafte Dysästhesie im Sinne einer
Allodynie
im Bereich Operationsnarbe.
Dr.
E._
verordnete eine Behandlung zur Desensibilisierung der Narbe.
Am 3
1.
Oktober 2013 wurde das
Osteosynthesematerial
entfernt (
Urk.
10/59).
3.7
Dr. D._
(vorstehend E. 3.4) berichtete am 2
7.
September 2013
(
Urk.
10/36
)
, der Versicherte
klage
ü
ber
Gedächtnis- und Konzentrations-
Störun
gen. Es liege ein reaktiver depressiver Zustand vor. Die Bildgebung sei normal gewesen.
Es sei
eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt
worden
.
3.8
Am 1
0.
Dezember
2013
erstattete
Dr.
F._
,
Fachärztin für Psychiatrie
,
einen Zwischenbericht (
Urk.
10/62).
Auf Ersuchen seines Hausarztes habe sich der
Versicherte erstmals am 1
5.
November
2013 wegen posttraumatischer psychi
scher und kognitiver Störungen vorgestellt
(
Ziff.
1)
.
Er
habe eine depressive Ver
stimmung mit Reizbarkeit, Rückzugstendenzen, ängstlichem Grübeln
gezeigt (
Ziff.
2)
.
Er
weise eine
Hypervigilanz
und Schreckreaktion auf und fühle sich aus
serhalb seiner Wohnung unsicher. Er habe Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen beklagt. Bei ihrer Untersuchung habe
s
ie ängstlich-depressive Symptome mit Charakteristika einer posttraumatischen Belastungs
stö
rung gefunden. Die von einer Neurologin festgestellten kognitiven Störungen seien von ihr bezüglich
Organizität
oder Subjektivität nicht einzuordnen
, eine weitere Abklärung wäre nützlich (
Ziff.
3)
.
D
ie Beschwerden des Versicherten
seien
zweifelsfrei eine Folge der Aggressionshandlung vom 2
5.
April
2013
(
Ziff.
4)
.
Es sei
am 1
5.
November 2013
eine medikamentöse antidepressive Behandlung begonnen
worden (
Ziff.
6)
. Für eine prognostische Aussage sei es noch zu früh
(
Ziff.
7)
.
3.9
Am
7.
Januar 2014 erstattete
Dr.
C._
,
Fachärztin für Neuro
logie, einen
Zwischenbericht
(
Urk.
10/65 =
Urk.
10/339/19-22).
Diagno
stisch hielt sie unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma mit Bewusstseins
verlust mit
Orbitabodenfraktur
rechts, einen Verdacht auf posttraumatische Belastungs
störung (PTBS) und eine
Ulnafraktur
links fest (S. 1 unten).
D
er Schwindel
habe sich gemäss den Angaben des Patienten
praktisch vollständig
zurückgebildet
.
Auch die initial vorhandenen Kopfschmerzen seien teilweise ver
schwunden. Das
S
ehen sei gut, es lägen keine Doppelbildwahrnehmungen oder Einschränkungen des Gesichtsfelds vor
.
Gelegentlich träten noch Ohrgeräusche auf. Unter der Behandlung habe sich die Stimmung verbessert. Noch immer werde
d
er
Patient
durch
banale Ereignisse verängstigt. Im Verhalten sei er reizbar und cholerisch geworden, habe Mühe, seine Gefühle zu bremsen. Hauptbeschwerde seien die Konzentrationsstörungen. Das Altgedächtnis sei erhalten, hingegen ver
gesse er kurz zurückliegende Ereignisse
(S 2)
.
Zum Status führte sie aus, der Patient sei in erhaltenem Allgemeinzustand, wirke
nur m
ä
ssig gepflegt, affektiv herab
gestimmt, verängstigt und verlangsamt
. Seine Schilderungen seien ungenau und wenig ergiebig (S. 3 oben)
.
Im Vordergrund stünden eine verminderte kör
perliche und geistige Ausdauer und neuropsychiatrische Störungen. Ferner bestehe links eine Anosmie (S. 3 Mitte).
Der Patient dürfe wegen des Verdachts auf Absenzen sowie neuropsychiatrischen und neuropsychologischen Störungen kein Fahrzeug lenken. Die Arbeitsun
fähig
keit betrage weiterhin 100
%
(S. 3 unten).
3.10
In einem EEG vom
5.
Februar 2
014
wurden
während
ein
er 90-minütigen Ablei
tung ein
normale
r
Wachrhythmus und einige Minuten im Schlafstadium I
be
schrieben (
Urk.
10/70)
.
Am
1.
und
5.
Februar 2014 erfolgte eine
neuropsychologische Untersuchung
, über welche am 1
1.
Februar 2014 berichtet wurde (
Urk.
10/74/4-6 =
Urk.
10/339/23-25). Beschrieben wurden
eine verbale Merkspanne an der Grenze der unteren Norm,
eine
Teilleistungsminderung der Aufmerksamkeit sowie starke Hinweise auf eine Angststörung und mittelstarke auf eine Depression. Sprache, Wahrnehmung, Rechnen, Gedächtnis- und Exekutiv-Funktionen wurden als nor
mal be
urteilt. D
ie Befunde stimmten mit den Beschwerden des Versicherten und den
Schilderungen der Ehefrau überein und seien mit einer traumatischen Hi
rn
verletzung vereinbar.
D
ie Fahreignung soll
t
e überprüft werden
(S. 3).
3.11
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.
9
) erstattete am
3.
Juni 2014 einen Zwi
schenbericht (
Urk.
10/81 =
Urk.
10/87/3-6). Der Versicherte sei gemäss eigenen Angaben
kaum aktiver geworden. Er arbeite etwas im Garten
,
ermüde aber sehr schnell. Bei raschem Lagewechse
l
komme es zu Schwindel. Einmal habe er beim raschen Aufstehen kurz das Bewusstsein verloren
(S. 2 oben)
. Zur Untersuchung habe sich der Versicherte erstmals gepflegt vorgestellt. Die Stimmung sei nur m
ä
ssig gedrückt, bei der Erwähnung der
Kündigung - per 3
1.
Juli 2014 (
Urk.
10/76) - durch die Arbeitgeberin
seien ihm allerdings Tränen gekommen
. Insgesamt habe
er
dynamischer gewirkt. Seine Schilderungen seien ausdrucksrei
cher und genauer gewesen.
(S. 3 Mitte).
3.12
Am
2.
Mai 2014 wurde über eine am 2
3.
April 2014 erfolgte
rhinologische
Untersuchung
berichtet (
Urk.
10/134/2-3). Es wurde
n
eine
chronische
Rhinosinu
sitis
, ein Status nach einem Papillom der linken Nasenhöhle, eine bilaterale
Hyposmie
, eine linksseitige Minderung des Geschmackssinns sowie
Phantosmien
diagnostiziert (S. 1 unten)
.
Eine Röntgenuntersuchung des linken Handgelenks am 2
2.
August 2014 zeigte
eine gute Stellung der Knochenstrukturen
(
Urk.
10/100).
3.13
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.9
) berichtete am
2.
September 2014 (
Urk.
10/106), die
Schwindelsymptomatik sei weniger stark ausgeprägt.
Seit ein
er Brillenanpassung
träten
keine Doppelbilder mehr auf. Die Stimmung habe sich leicht verbessert, Angstanfälle seien weniger häufig. Im Vordergrund stünden eine physische und mentale Erschöpfung, die den Versicherten sehr stark ein
schränkten
(S. 2 Mitte)
.
Bis zur nächsten Konsultation sei
e
ine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
beizubehalten (S. 2 unten).
Am
9.
Dezember 2014 berichte
te
Dr.
C._
(
Urk.
10/121), auf
Anra
ten von Freunden habe der Versicherte Mitte November alle Medikamente abge
setzt. Er sei darauf
hin am Abend des 3
0.
November
2014
n
otfall
mässig hospita
lisiert werden
(vgl.
Urk.
10/123)
. Er s
ei gewalttätig und desorientiert gewesen und habe von den Rettungs
sanitäte
rn
kaum gebändigt werden können. Er habe absichtlich den Kopf an die Wand geschlagen und sei gegenüber seiner Ehefrau gewalttätig geworden.
Er
sei drei Tage hospitalisiert gewesen und habe nur ein
geschränkte Erinnerungen an das Ereignis. Noch immer könne er infolge eines Angstgefühls das Haus nicht verlassen. Er habe Angst vor Menschen und den Eindruck, schief angesehen zu werden. Auch befürchte er, dass etwas Schlimmes geschehen könne
(S. 2 oben)
. Nach Aussagen der Ehefrau fühle sich der Versi
cherte zu Hause wohl, vor alle
m
wenn die Wohnung abgeschlossen sei
(S. 2 Mitte)
.
In ihrem
Zwischenbericht
vom 1
0.
März 2015 (
Urk.
10/132) führte
Dr.
C._
aus
, d
er Versicherte habe weiterhin über Müdigkeit geklagt und fühle sich gar erschöpft. Er könne kaum vor 09.30 oder 10.00 Uhr morgens aufstehen und könne tagsüber nichts erledigen. Die Stimmung habe sich leicht verbessert, es träten weniger Stimmungsschwankungen auf. Bei den leichtesten Zwischen
fällen rege er
si
c
h auf. Nach Angaben der Ehefrau gehe es kaum besser. Unter Medikamenten sei ihr Mann ruhiger
(S. 2 oben)
.
In ihrem Zwischenbericht vom
2.
Juni 2
015
(
Urk.
10/137 =
Urk.
10/150) führte
Dr.
C._
,
aus, n
och immer stehe die Müdigkeit im Vordergrund. Der Versicherte habe auch eine Lärmempfindlichkeit angegeben. Die Tagesplanung funktioniere nicht
(S. 2)
.
Der Patient sei klarerweise
zu keiner wie auch immer gearteten beruflichen Tätigkeit
fähig (S. 3 oben)
.
3.14
Am
6.
Juli 2015 erstattet
e
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.8
) einen Zwischenbericht (
Urk.
10/154 =
Urk.
10/339/13-14). Darin führte sie aus, der Versicherte habe seinen früheren Zustand noch nicht wieder erreicht. Er
fühle sich verlangsamt, abgeschlagen und ermüd
bar, beklage Konzentrationsstö
ru
ngen, sozialen Rückzug und Ver
mei
dungs
verhalten. Ausserdem habe er Konzentrations
- u
nd Aufmerk
sam
keits
stö
rungen. Aktuell werde
er mit eine
m Antidepressivum
sowie eine
m sedierenden und stimmungsstabilisierenden
Antipsychotikum
behandelt. Im Verlauf hätten sich die Stimmung und die posttraumatischen Symptome deutlich verbessert. Eine zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe nicht
(S. 1)
.
3.15
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am
8.
Juli
2015
einen
Zwischenbericht
(
Urk.
10/156 =
Urk.
10/339/27-28). Darin führte er aus, die
neuropsychologischen und neuropsychiatrischen Symptome hätten sich im Verlauf leicht gebessert. Die Hauptsymptome seien immer noch stark behindernd und schränkten den Versicherten selbst bei einfachen Tätigkei
ten zu Hause ein.
Mit Hilfe von Therapeuten und der Ehefrau sei ein
Aktivitäten
plan
erstellt worden, der ein Minimum an körperlicher und mentaler Aktivität vorsehe. Die Stimmung sei unter der aktuellen Behandlung stabilisiert, dennoch müssten Stressfak
t
oren vermieden werden
(S. 1
Ziff.
1)
. Der Versicherte beklage in erster Linie eine extreme Müdigkeit
,
sobald er eine Tätigkeit beginne, welche Konzentration oder körperliche Anstrengung erfordere. In neuen Situationen wisse er sich nicht alleine zu helfen. Er verlege Gegenstände, habe Mühe einer Konversation mit mehreren Personen zu folgen, sei lärmempfindlich
und fühle sich oft kritisiert.
Der Versicherte
sei
im Verlauf etwas zugänglich geworden und beteilige sich aktiver an der Behandlung. Er habe aber wenig Zukunfts
hoffnungen, eine Schwunglosigkeit und eine affektive Monotonie
(S. 1 f.
Ziff.
2). Es sei eine
langfristige medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung
erforderlich.
Die Prognose sei auf
funktioneller Ebene als schlecht anzusehen. Im Vordergrund stehe die Verbesserung der Lebensqualität
(S. 2
Ziff.
4)
. Eine Arbe
itstätigkeit sei nicht zumutbar (S. 2
Ziff.
5).
3.16
Am
3.
August 2015 erstattete
Dr.
H._
, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten
, Suva,
Bereich Arbeitsmedizin
,
eine ärztliche Beur
teilung
.
Darin führte er aus, b
ei dem Versicherten sei in der früheren Anamnese eine
Polyposis
nasi
bekannt, welche allerdings nicht im kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2
5.
April
2013 stehe.
Weitere ORL-ärztlich relevante Beschwerden seien in den verfügbaren Unterlagen nicht feststellbar (
Urk.
10/162).
3.17
Dr.
C._
führte in ihrem Zwischenbericht vom
2
5.
August
2015
(
Urk.
10/167)
aus
, der Versicherte
klage weiterhin über starke Müdigkeit. Er könne kaum vor 11.00 Uhr morgens aufstehen. Reizbarkeit trete jetzt über
wiegend am Ende des Tages auf. Noch immer liege eine starke Lärmempfind
lich
keit vor. Die Stimmung werde als gut beschrieben. Die Neurologin hielt den Zustand für stabilisiert. Er sei jedoch nicht arbeitsfähig.
3.18
Dr.
I._
führte in einer ORL-ärztlichen Stellungnahme vom
2
5.
August
2015
(
Urk.
10/175) aus,
der Versicherte
sei
am
2
6.
April
2013 konsi
liarisch wegen einer nicht-dislozierten
Or
bitabodenfraktur
gesehen worden
. Er habe eine Schwellung, ein
Monokelhämatom
, eine
Lidwunde
und eine
sub
kon
junktivale
Einblutung aufgewiesen. Es habe keine Störung der
Okulomotorik
und kein Doppelsehen vorgelegen, auch keine Sensibilitätsstörung im Ver
sorgungs
gebiet des zweiten Trigeminusastes oder der Zähne. Eine chirurgische Operation
s
indikation habe nicht bestanden.
Eine weitere Unter
suchung sei am
2.
Juli 2
013
erfolgt.
Der Verlauf sei günstig gewesen. Man habe eine
orthoptische
Untersu
chung wegen leichter Akkommodationsstörungen vor
gesehen. Eine MRI
Unter
suchung des
Kopfes habe einen Normalbefund ergeben. Eine Compu
ter
tomo
graphie des Gesichtsschädels habe einen Polypen im linken Sinus
maxillaris
nach
gewiesen. Es habe auch ein paroxysmaler post
traumatischer Schwindel mit Ohrgeräuschen und Kopfschmerzen vorgelegen.
3.19
Gemäss dem radiologischen Bericht vom
7.
September
2015
(
Urk.
10/183 =
Urk.
10/339/46-47 =
Urk.
10/339/60-61) zeigte ein
MRI des Kopfes
keine wesent
li
che Anomalie
, insbesondere keine verdächtig
e Signalminderung auf
Hämo
si
de
rin-sensitiven
Sequenzen.
Es wurden
keine Raumforderung, keine patholo
gische Kontrastmittelaufnahme oder Signalalteration im Sinne einer posttrauma
tischen Verände
ru
ng
beschrieben
.
Bestimmte k
leinste Signal
alte
rationen seien aufgrund ihrer geringen Zahl und Verteilung als nicht spezifisch anzusehen
.
3.20
Dr.
B._
, Facharzt für Neurologie, Suva Versicherungsmedizin, gab
am
1.
Oktober 2015 eine ärztliche Beurteilung ab (
Urk.
10/187). Er hielt
anam
nestisch
fest, der
zum Unfallzeitpunkt 47-jährige Versicherte
sei
am frühen Mor
gen des 2
5.
April
2013 Opfer einer Aggression geworden. Laut Polizeibericht
sei
er beim Besteigen seines Fahrzeugs von einem Unbekannten ins Gesicht geschla
gen worden.
Er habe
sich
dabei ein Lidhämatom und ein
subkonjunkti
vales
Hämatom am rechten Auge mit 1.5 cm grosser Platzwunde sowie eine
Orbitabo
denfraktur
und eine Jochbeinfraktur rechts
zugezogen
. Hinzu kam als mögliche
Parierverletzung
eine geschlossene T
rü
mmerfraktur der linken
Ulna
.
Beim
Spital
eintritt sei ein
GCS von 15 dokumentiert, der neurologische Status
sei
als unauf
fällig angegeben worden. Die Bildgebung vom 2
5.
April
2013
sei
bezüglich intrakranieller
Strukturen als unauffällig
befu
ndet
worden. Die Platz
wunde
sei
mit Klebestreifen adaptiert, die
Ulnafraktur
osteosynthetisch behandelt
worden
. Der Versicherte
sei
am Folgetag nach Hause entlassen
worden (S. 9 Mitte)
.
Echtzeitlich
seien
keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie für das Ereignis dokumentiert. Von einem Bewusstseinsverlust bei dem Ereignis vom 2
5.
April
2013
sei erst in dem Beric
ht der Neurologin
Dr.
D._
vom 2
7.
Mai
2013 die Rede
(vgl. vorstehend E. 3.4)
.
Die Vorstellung bei der Neurologin und weitere Bildgebung seien w
egen anhaltender Beschwerden wie Schwindel, Doppeltsehen des rechten Auges und vor allem Verwirrtheit und Konzentrations
störungen erfolgt
.
MR
-
tomographisch
hätten sich am
4.
Juni
2013 keine
Trauma
folgen
nachweisen
lassen (vgl. vorstehend E. 3.5)
. Auc
h eine weitere Unter
su
chung am
7.
September
2015, welche explizit nach
Traumafolgen
ge
fahndet
habe (vgl. vorstehend 3.19)
,
habe
keine dementsprechenden Hinweise
gegeben (S.
9 unten)
.
Störungen von Riech- und Geschmackssinn
habe der Versicherte
erst anlässlich der ersten Konsultation bei der Neurologin
Dr.
C._
im Januar 2014 angegeben
(vgl. vorstehend E. 3
.
9).
Der zweimal konsultierte Rhinologe habe
eine bilaterale,
links-betonte Riechstörung bei gleichzeitig vorliegender chronischer
Rhinosinusitis
fest
ge
stellt
(vgl. vorstehend E. 3.12)
. Er
habe
die Befunde im Ver
lauf
diskutiert
und sie im
Sinn
einer unfallbedingten Verschlechterung des Vor
zustandes
interpretiert
, da die im Verlauf eingetretene Besserung nur schwer mit der stabilen
Rhinosinusitis
zu erklären sei.
Allerdings lasse sich v
om Unfallme
chanismus und der Bildgebung her eine Verletzung des Frontalhirns
beziehungs
weise
des Riechnerv
s
nicht nachvollziehen
(S. 9 f.)
.
Die
geklagten Doppelbilder ging
en nach Auswertung des Dossiers nicht auf die
Orbitabodenfraktur
,
sondern auf einen nicht korrigierten Astigmatismus zurück
, n
ach Anpassung einer geeigneten Brille
seien
sie
rückläufig
gewesen (S. 10 oben)
.
Die im Februar 2014 erhobenen neuropsychologischen Befunde
seien
mit einer traumatischen Hirnverletzung
für
vereinbar gehalten
worden
(vgl.
vorstehend E.
3.10)
. Allerdings s
eien
pathologische Befunde wie eine verbale Merkspanne an der Grenze der unteren Norm und Teilleistungsminderungen im Bereich der
Auf
-
merk
samkeit
lokalisatorisch
und ätiologisch unspezif
i
sch. In diesem Zusammen
hang
sei
daran
zu
erinner
n
, dass eine unfallbedingte strukturelle Hirnläsion nicht nachgewiesen
sei
. Differentialdiagnostisch
seien
hier die dokumentierten Hin
weise auf eine Angststörung und auf eine Depression zu beachten
(S. 10)
.
Zudem sei der Versicherte
bei dem Ereignis vom 2
5.
April
2013 stark alkoholisiert
gewesen, was
übereinstimmend aus dem Notfallbericht und dem Polizeirapport hervor
gehe
und durch Blutuntersuchung mit Nachweis eines Blutalkoholspiegels von 2.57 g/1 bestätigt
worden sei
. Die Angabe des Versicherten über den Genuss von lediglich 5 Gläsern Wein am betreffenden Abend wirk
e
in diesem Zusam
menhang wenig glaubhaft. Man m
üsse
im Gegenteil aus der Tatsache, dass
er
in diesem Zustand
zu F
uss
zu seinem Auto
gegangen sei
und später im Notfall keine Gleichgewichtsstörungen auf
ge
wies
en habe
, schliessen, dass bei ihm eine erheb
liche Gewöhnung an Alkohol, möglicherweise vom Ausmass ein
er Alkoholab
hängigkeit, vorliege
. Diese Annahme
werde
auch durch die vorliegende Bildge
bung mit einer das Altersmass übersteigenden Hirnatrophie gestützt
(S. 10 Mitte)
.
Dr.
B._
formulierte als
Schlussfolgerung
, der Beschwerdeführer habe beim Er
eignis vom 2
5.
April
2013 ein Trauma des rechtsseitigen Gesichtsschädels erlitten. Dieses
sei
anamnestisch, fotografisch und radiologisch belegt. Hinweise für eine traumatis
c
he Hirnverletzung erg
ä
ben sich aus der Anamnese und den echtzeitlichen Befunden jedoch nicht. Auch
habe
durch adäquate Bildgebung wiederholt keine strukturelle, auf das Ereignis vom 2
5.
April
2013 zu beziehende Hirnläsion festgestellt werden
können
. Somit
seien
aus neurologischer Sicht die geschilderten Beschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Schwunglosigkeit und affektive Monotonie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
genannte Ereignis zurückzuführen. Differentialdiagnostisch zu erwägen
seien
Angst
störung, Depression,
Alk
oholabhängigkeit oder beginnende Demenz
(S. 10 unten)
.
3.21
Am
1
4.
Oktober
2015
gab
Dr.
J._
,
Fachärztin für
Chi
rurgie
,
eine kreisärztliche Beurteilung ab (
Urk.
10/192). Sie führte aus, b
ezüglich der Folgen der
Orbitabodenfraktur
sei die Situation stabilisiert und rechtfertige keinen Inte
gritäts
schaden
. Die
psychischen Unfallfolgen soll
ten gesondert beurteilt wer
den.
Was die Fraktur der linken
Ulna
betreffe, so sei der Verlauf zufriedenstellend. Röntgenaufnahmen vom 2
0.
August
2014 zeigten erhaltene Gelenksverhältnisse. Es gebe keinen Anlass, eine langfristige Behandlung zu übernehmen, ausser allenfalls
Entzündungshemmer
und Schmerzmittel bei wieder aufflammenden Beschwerden. Für den Status nach Fraktur, Osteosynthese und Materialentfer
nung des
Osteosynthesematerials
an der distalen
Ulnadiaphyse
sei keine Integri
tätsentschädigung geschuldet
(S. 7)
.
3.22
Dr.
C._
führte in ihrem Bericht vom 2
0.
November 2015 (
Urk.
10/196) aus, der
Versicherte
klage weiterhin über Müdigkeit und Ermüdbar
keit, die Lärmempfindlichkeit sei schwer ausgeprägt. Die Stimmung sei gut, die psychiatrische Behandlung tue ihm gut
(S. 2 Mitte)
.
Eine
rhinologische
Untersu
chung
am
1
8.
Februar
2015 habe eine mehr oder weniger stabile Situation gezeigt (Anosmie
l
inks,
Hyposmie
rechts und
Dysgeusie
). Im neurologischen Status sei die Stimmung gegenüber dem Befund vom 2
5.
August
2015 verbessert
,
die Krankheitseinsicht habe zugenommen. Insgesamt sei die Situation 2 Jahre und 7
Monate nach der traumatischen Hirnverletzung stationär
(S. 2)
. Noch immer sei der Versicherte nicht in der Lage, irgendeine berufliche Aktivit
ä
t auszuüben
(S. 3 oben)
.
3.23
Am
2
4.
November
2015
erstattete
Dr.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung Versicherungsmedizin, eine p
sychi
atri
sche Beurteilung
(
Urk.
10/197).
Eine
traumatische Hirnverletzung sei
nicht objektivierbar und unsicher. D
ie Frage nach
Ät
iologie und Diagnostik des aktu
ellen Beschwerdebildes
sei deshalb
mit einer breit offenen Differential
diagnose neu aufzurollen
(S. 4 unten)
.
Sie
diskutierte die Umstände des Ereignisses vom 2
5.
April
2013
, insbesondere die Tatsache, dass der Versicherte zum Tatzeitpunkt einen Blutalkoholspiegel von 2
.
57 g/1 aufgewiesen habe, und deutete diese im Sinne einer Toleranzentwicklung des Versicherten gegenüber Alkohol, welche für eine chronische erhebliche Alkoholzufuhr, möglicherweise vom Ausmass einer Alkoholabhängigkeit, spreche. Die in der Bildgebung auf
gedeckte Hi
rn
atrophie mit Beteiligung des Kleinhi
rn
s spreche ebenfalls stark für diese Annahme
(S. 5)
.
Bezüglich einer möglichen posttraumatischen Belastungs
störung fehlten die ent
sprechenden Kardinalsymptome. Das Zustands
bild des Versicherten passe sowohl zu einer depressiven Symptomatik als auch zu einem hirnorganisch
en
Prozess oder zu einer Kombination dieser beiden Störungen
(S.
5 unten)
. Die somatischen Befunde erk
lärten nicht die anhaltende 100
%ige Arbeits
unfähigkeit des Versi
cherten. Zur Beantwortung der versicherungs
me
dizinischen Fragen sei daher eine eigene psychiatr
ische Untersuchung erforderlich (S. 6).
Am 1
3.
Januar
2016
berichtete
Dr. L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Versicherungsmedizin Suva, über seine am
6.
Januar 2016 erfolgte Untersuchung (
Urk.
10/202). Der Beschwerdeführer habe
spontan über Müdigkeit und Vergesslichkeit geklagt
, auch habe er
starke Konzentrations
schwierigkeiten und könne Stress und Lärm nicht mehr vertragen
(S. 5 oben)
. Auf Befragen habe er das Schlafbedürfnis als deutlich erhöht bezeichnet, im Mittel schlafe er 12 Stunden
(S. 5 unten)
. Die Libido sei
nicht vorhanden und
er habe keine Zukunftspläne
(S. 6 oben)
. Bezüglich des Alkoholkonsums seien seine Aus
sagen ungenau gewesen.
Gemäss seinen Angaben habe er nach
dem
Unfallereig
nis jegli
chen Alkoholkonsum eingestellt und vorher habe er nur bei bestimmten Gelegenheiten und selten übermässig getrunken (S. 6 unten).
Dr.
L._
diagnostizierte ein
postkommotionelles
Syndrom (
ICD-10
F07.2)
.
Eine
posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) und eine psychische und Ver
haltensstörung durch schädli
chen Gebrauch von Alkohol (F10
)
nannte er als Ver
dachtsdiagnosen (S. 8 Mitte).
Eine relevante signifikante depressive Symptomatik liege nicht vor. Es handle sich eher um eine affektive Verflachung mit Apathie und psychomotorischer
Ver
langsamung. Eine Angststörung liege ebenfalls nicht vor
(S. 8 unten)
.
Der Beschwerdeführer
habe keine I
ntrusionen in Form von Wiedererl
eben oder Reminiszenzen des Unfallereignisses
.
Allerdings zeige er seitdem ein starkes Ver
meidungsverhalten in Bezug auf Sozialkontakte und die Aussenwelt. Die Symp
tomatik sei daher teilweise mit der Diagnose einer posttraumatischen Belastungs
störung vereinbar
(S. 8 f.)
. Es sei nicht zu klären, ob beim Versicherten eine Alkoholabhängigkeit vorlieg
e
, allerdings seien
zwei
Episoden mit erheblichem Alkoholabusus dokumentiert
(S. 9 oben)
.
Die Symptome des Versicherten seien relativ unspezifisch, mit einem
post
kom
mot
ionellen
Syndrom vereinbar
.
Der Beschwerdeführer
habe seit langer Zeit eine Krankenrolle eingenommen und sei vollständig von seiner Umgebung
,
insbeson
dere von seiner Ehefrau
,
abhängig. Er habe ein regressives Verhalten entwickelt
(S. 9 Mitte)
.
Es handle sich mithin klarerweise um einen
schwer
wiegende
n
Inva
lidisierung
sprozess
, der in
diesem Verlaufsstadium
sehr schwierig zu korrigieren sei (S. 9 unten)
.
3.24
Dr.
C._
führte in ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2016 (
Urk.
10/212) aus, seit den drei Monaten seit der letzten Untersuchung sei die Entwicklung relativ stationär (S. 2 unten).
Angesichts der erheblichen M
üdigkeit des Ver
si
cherten stell
e sie die Frage nach einem allfälligen Schlaf-Apnoe-Syndrom.
Hin
sichtlich der
vom Versicherten geschilderten Anstrengungsdyspnoe
werde
sie eine
pneumologische
Abklä
ru
ng
veranlassen (S. 3 oben).
3.25
Kreisärztin
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.21) führte in ihrer Beurteilung vom 2
5.
April 2016 (
Urk.
10/219) aus, b
ezüglich der Fraktur der linken
Ulna
liege keine
residuelle
Läsion im Radiokarpalgelenk vor. Unter Berücksichtigung der objektiven Befunde habe man keine Veranlassung, irgendwelche Ein
schränkun
gen zu formulieren, einen Integritätsschaden anzunehmen oder eine langfristige Behandlung zu übernehmen
(S. 8)
.
3.26
Dr.
C._
führte in ihrem Bericht vom
3
1.
Mai
2016
(
Urk.
10/236) aus,
das Absetzen eines bestimmten Medikamentes durch den behandelnden Psychiater habe die Ermüdbarkeit nicht vermindert. Im Gegenteil hätten sich seit
dem Lärmempfindlichkeit und Reizbarkeit verstärkt (S. 2 Mitte). Dr
ei Jahre und einen Monat nach dem Unfallereignis sei der Verlauf stationär
(S. 3 oben)
. Noch immer sei
der Versicherte
für eine berufliche Täti
g
keit nicht geeignet
(S. 3 Mitte)
.
3.27
Am
1.
Juli
2016
wurde über eine am
1.
Juni 2016 erfolgte
polysomnographische
Untersuchung im Schlaflabor
berichtet (
Urk.
10/241 =
Urk.
10/242). Die Unter
su
chung habe
ergeben, dass der
Patient
etwas weniger als 8 Stunden 30
Minuten schlafe. Die Schlafeffizienz sei aufgrund einer gewissen Frag
mentierung des Schlafs leicht vermindert. Es liege eine Verminderung des Tiefschlafs und eine Vermehrung des leichten Schlafs vor. Letztere stehen im Zusammenhang mit einem Schlafapnoe-Sy
ndrom
. Die Untersuchung habe darüber hinaus häufige periodische Bewegungen der B
eine im Schlaf ergeben
, welche gelegentlich mit Armbewegungen assoziiert seien. Auch liege eine exzessive Tagesschläfrigkeit vor, zu der auch eine depressive Symptomatik beitrage.
Vorgeschlagen wurden
eine CPAP-Therapie sowie Laboruntersuchungen zur
Abklärung der Beinbewe
gungen
(S. 2 Mitte)
.
3.28
Am 1
7.
August 2016 erstattete
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.20) eine weitere neuro
logische Beurteilung (
Urk.
10/248).
Er führte aus,
polysomnographische
Unter
su
chungen erlaub
t
en keinen Rückschluss auf eine allfällige Hirnverletzung
, eine s
olche
sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Das
obstruktive
Hypopnoe
-Syndrom
trete
beim Beschwerdeführer
vorwiegend in
Rückenlage auf
und
werde
durch
dessen
Adipositas
begünstigt
.
Auch e
in kausaler Zusammenhang der
Hypopnoen
und der periodischen Beinbewegungen im Schlaf mit dem Ereignis vom 2
5.
April
2013
sei
nicht überwiegend wahrscheinlich
(S. 4 Mitte)
.
3.29
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.16) berichtete am 3
0.
September 2016 über seine am 1
3.
September 2016 erfolgte Untersuchung des Beschwerdeführers
(
Urk.
1
0/256)
. Er kam
zusammenfassend
zum Schluss, es
sei
eine schwere Entzündung der obe
ren Luftwege mit ausgeprägter
Schleimhauteosinophilie
nachweisbar, begleitet von einer reduzierten Nasenatmung sowie von einer eher diskreten
Hyposmie
. Erhebliche Unfallfolgen lägen zum Untersuchungszeitpunkt aus ORL
ärztlicher Sicht nicht vor (S. 3 Mitte).
Am 2
4.
Oktober 2016 wandte sich
Dr.
M._
, Universitätsspitäler
N._
, an
Dr.
H._
und legte dar, aus welchen Gründen er mit dessen Beurteilung nicht einverstanden sei (
Urk.
10/261 =
Urk.
10/339/64-65)
.
Dr.
H._
führte sodann am
8.
November 2016
aus, bei den von
Dr.
M._
erho
benen, ursächlich dem Unfallereignis vom 2
5.
April 2013 zugeordneten Befunden handle es sich um eine erhebliche
Störung des Geruchsinnes, die doc
h einem unfallbedingten, entschädigungspflichtigen Integritätsschaden von 10
%
entspre
che
(
Urk.
10/266)
.
Dr.
M._
führte in seinem Bericht vom 2
3.
Februar 2017 über die am Vortag erfolgte Konsultation (
Urk.
10/295
=
Urk.
300/2-3 =
Urk.
10/339/66-67)
unter anderem aus, die Beurteilung der Integritätseinbusse mit 10
%
erscheine ihm ver
nünftig (S. 1 unten).
Am 1
8.
Juli 2017 hielt
Dr.
H._
fest, rein aus ORL
ärztlicher Sicht könne dem Versicherten seine frühere Tätigkeit voll zuge
mutet werden (
Urk.
10/323)
.
3.30
Dr.
C._
attestierte in ihren Berichten vom
6.
Dezember 20
16 (
Urk.
10/280),
7.
März
(
Urk.
10/299)
,
3
0.
Mai
(
Urk.
10/307),
2
9.
August
(
Urk.
10/336 =
Urk.
10/339/29-32)
und
4.
September 20
17 (
Urk.
10/338 =
Urk.
10/339/62-63)
weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
In einem ersten Schritt ist zu klären, wie es sich mit einem allfälligen Schädel-Hirn-Trauma verhält.
Bildgebend wurde zu keinem Zeitpunkt eine Hirnverletzung
festgestellt
, weder eine frische im
April (vorstehend E. 3.3),
Mai (vorstehend E. 3.3) und Juni 2013 (vorstehend E. 3.5), noch eine durchgemachte im September 2015 (vorstehend
E.
3.19). Vor diesem Hintergrund
erweist sich
die Schlussfolgerung
Dr.
B._
s,
aus der Anamnese und den echtzeitlichen Befunden ergäben sich keine Hinweise auf eine traumatische Hirnverletzung, weshalb für die geschilderten Beschwerden andere Ursachen (eine Angststörung, eine Depression, eine Alkoholabhängigkeit, und - möglicherweise damit zusammenhängend - eine Hirnatrophie oder eine beginnende Demenz) in Betracht fielen (vorstehend E. 3.20), als nachvollziehbar begründet und gut belegt.
Dass der Beschwerdeführer im Rahmen de
r
polizeilichen Befragung (
Urk.
3/6) angab, nach dem Fausthagel habe er ein Blackout gehabt und könne sich nur noch an einzelne Stimmen und sodann die Ambulanz erinnern (S. 1 Mitte), belegt
ke
inen effektiven Bewusstseinsverlust
und schon gar nicht eine (bildgebend inexistente) Hirnverletzung, sondern ist ohne weiteres mit dem extrem hohen Alkoholpegel in diesem Zeitpunkt erklärbar. Die Neurologinnen
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4) und
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.9) erwähn
ten in ihren Berichten zwar einen Bewusstseinsverlust, nannten für ihre Angabe jedoch keinerlei Begründung, so dass sie nicht nachvollziehbar bleibt. Dass der begutachtende Psychiater ein
postkommotionelles
Syndrom diagno
stizierte (vor
stehend E. 3.23), kann nicht ausschlaggebend sein, wenn bildgebend gar keine Hirnverletzung festzustellen war. Gleiches gilt für die Angabe, aus neuropsycho
logischer Sicht seien die Befunde mit einer traumatischen Hirn
verletzung verein
bar (vorstehend E. 3.10).
Damit steht fest, dass auf die Beurteilung durch
Dr.
B._
abzustellen ist, und es beim Unfall vom 2
5.
April 2013 nicht zu einer Hirnverletzung gekommen ist.
4.2
Verlauf und Prognose der
Ulnafraktur
wurden b
ereits im Juli 2013 als günstig beurteilt (vorstehend E. 3.6), was im September 2013 klinisch (vorstehend E. 3.6) und im August 2014 bildgebend (vgl. vorstehend E. 3.
1
2) bestätigt wurde. Die
Orbitabodenfraktur
und die Jochbeinfraktur
fand
en
ausser in den Berichten über die Erstbehandlung (vorstehend E. 3.2) in der Folge gar keine Erwähnung mehr.
Aus den Berichten der behandelnden Neurologin (vorstehend E. 3.9, 3.11, 3.13, 3.17, 3.22, 3.24, 3.26, 3.30) ergeben sich sodann keine Anhaltspunkte für andere Beeinträchtigungen als die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Schwunglosigkeit und affektive Monotonie.
Im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides lagen damit keine objektivierbaren somatischen Beeinträchtigungen mehr vor.
4.3
Beim Unfall ist es nicht zu einer Distorsionsverletzung der Halswirbelsäule (HWS), einer dieser äquivalenten Verletzung oder einem Schädel-Hirntrauma gekommen. Zudem
wurde bereits im September 2013 über einen reaktiven depressiven Zustand berichtet (vorstehend E. 3.7) und
die psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung
setzte Mitte November 2013, mithin
knapp 7 Monate nach dem Unfal
l
,
ein (vgl. vorstehend E. 3.8). Für die Adäquanzbeurteilung massgebend ist somit die auf BGE 115 V 133 fussende Praxis (vorstehend E. 1.6).
4.4
Tätlichkeiten ordnet die Rechtsprechung zumeist im Bereich der mittelschweren Unfallereignisse ein (Urteile des Bundesgerichts 8C_893/2012 vom 1
4.
März 2013 E. 4.1 und 8C_681/2010 vom
3.
November 2010 E. 6.2). Dies gilt etwa für fol
gende Urteile: 8C_595/2015 vom 2
3.
August 2016, 8C_681/2010 vom
3.
Novem
ber 2010 E. 6.2, 8C_281/2010 vom 2
8.
September 2010 E. 4.1, 8C_476/2010 vom
7.
September 2010 E. 4, 8C_1062/2009 vom 3
1.
August 2010 E. 4.2.1, 8C_1032/2009 vom 1
1.
Mai 2010 E. 4, U 98/06 = SVR 2007 UV Nr. 29 E. 3.2, U
105/05 vom 1
4.
Juni 2005 E. 2.3, U 37/94 vom 2
1.
August 1997 E. 5a und RKUV 1996 Nr. U 256 S. 215, U 215/94 E. 6b/
bb
.
4.5
Vereinzelt wurde ein entsprechendes Ereignis als mittelschwer an der Grenze zu einem schweren eingeordnet, so namentlich bei
-
einem Versicherten, dem im Verlauf einer tätlichen Auseinandersetzung ein grosses Fleischmesser (23 cm lange und 4.2 cm breite Klinge) in den Magen gestochen wurde (8C_519/2008 vom 2
8.
Januar 2009 E. 5.2.2)
-
einem Versicherten, der nachts von zwei vermummten Einbrechern in der eigenen Wohnung mit Eisenstangen auf den Kopf geschlagen wurde (U 382/06 vom
6.
Mai 2008 E. 4.2 und 4.3)
-
einem Versicherten
,
der von drei Unbekannten zu Boden geworfen und mit Stockschlägen traktiert wurde, dies nach vorangegangenen Erpressungsversuchen und Drohungen (U 36/07 vom
8.
Mai 2007 (E. 6.1),
-
einer Versicherten, die - mit einem Mann und dessen Sohn zusam
menlebend - ohne ersichtlichen Anlass und ohne Vorwarnung vom Sohn gepackt, auf den Boden geworfen, mehrmals mit dem Kopf auf den Boden geschlagen, mit Kniestössen traktiert und mit dem Tod bedroht wurde,
wo
bei das Bundesgericht unterstrich, dass die Drohungen des Angreifers geeignet gewesen seien, die Versicherte in Bezug auf dessen Absichten ernsthaft zu beunruhigen, dass dieser ausserdem zu ihrem Familienkreis gehörte und dass ein Ungleichgewicht der Kräfte (Alter, Geschlecht) bestand (U 9/00 = RKUV 2001 Nr. U 440 S. 350 vom 2
8.
August 2001 E.
6a)
-
einer Versicherten, die beim Spazieren auf der Strasse von einem Unbekannten angefallen, geschlagen, zu Boden geworfen und mit Tötungsabsicht gewürgt
wurde
, bevor der Angreifer durch Passanten überwältigt werden konnte (U 215/94 vom 2
1.
Juni 2006 = RKUV 1996 Nr. U 256 S.
215 E. 6)
Im Fall des Versicherten,
dem
ein Bierglas, das dabei zersplitterte, i
ns Gesicht geschlagen wurde, wobei er
entstellende Verletzungen erlitt, erachtete das Bun
desgericht die Einordnung durch
die
Vorinstanz als mittleres, an der oberen
Grenze liegendes Ereignis, als
- wenn auch als Grenzfall -
vertretbar (8C_96/2017 vom 2
4.
Januar 2018 E. 4.3).
4.6
Der Beschwerdeführer wurde in der Nacht von einem Unbekannten angegriffen und mit Fausthieben zusammengeschlagen, wovon ihn jedenfalls einer frontal im Gesicht traf und zu einer Jochbein-
und einer
Or
bitabodenfraktur
führte. Eine Abwehrbewegung mit seinem linken Arm führte ferner zu einer
Ulna
f
raktur
.
Vergleicht man d
ies
en Ereignishergang mit den wenigen Fällen, in denen das Bundegericht das Unfallereignis an der Grenze zu einem schweren eingeordnet hat
(vorstehend E. 4.5)
, so fallen systematische Unterschiede auf, indem in jedem der genannten Fälle gegenüber dem vorliegenden ein zusätzliches qualifi
zieren
des Merkmal (oder mehrere davon) zu konstatieren ist, sei es eine Mehrzahl von (in einem Fall zudem vermummten) Angreifern, der Einsatz eines Gegen
standes (zumeist als Schlagwaffe), ein besonderes - im einen Fall bedrohliches, im ande
ren Fall familiäres - Umfeld,
ein zusätzliches mit Tötungsabsicht ver
bundenes Würgen.
Vor diesem Hintergrund entspricht die Zuordnung des Unfalles zu einem mittle
ren Ereignis im engeren Sinn durch die Beschwerdegegnerin der massgebenden Rechtsprechung (vorstehend E. 4.4) und der Ereignishergang weist keines der zusätzlichen qualifizierenden Merkmale auf, welche eine Zuordnung an der Grenze zu einem schweren Ereignis zu rechtfertigen vermöchte.
Somit handelt es sich um ein Unfallereignis mittlerer Schwere, so dass drei der massgebenden Kriterien (vorstehend E. 1.5) - oder eines in auffallender oder besonders ausgeprägter Weise - erfüllt sein müssen, damit die Adäquanz
bejaht werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E.
4.5).
4.7
Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfall
e
s vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Ver
letzung betrachtet.
Auch wird d
er nachfolgende Heilungsprozess bei diesem Kri
terium nicht einbezogen (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 7
, SVR 2013 UV Nr. 3
E. 6.1
,
Urteil 8C_15/2013 vom 24. Mai 2013 E. 7.1)
.
Vor diesem Hintergrund
kann das Kriterium vorliegend - auch wenn dem Vorfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen sein mag - nicht als erfüllt erachtet werden.
Zur Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ergibt sich, dass die erlittenen Verletzungen - nebst einer Armfraktur zwei (innere) Frak
turen des Gesichtsschädels - zwar durchaus erheblich sind. Als besonders geartet oder ausgesprochen schwer können sie jedoch nicht taxiert werden, weshalb dieses Kriterium nicht erfüllt ist.
Eine
ungewöhnlich lange
Dauer der ärztlichen Behandlung ist gegeben, wenn es sich um
eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf die Verbes
serung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung
handelt, während
b
losse
ärztliche Verlaufskontrollen und
Abklärungsmassnahmen
sowie medikamentöse Behandlungen das Kriterium nicht zu erfüllen vermögen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1
1.
September 2013 E. 8.3
).
So verhält es sich
vorliegend
,
denn abgesehen von der im November 2013 aufgenommenen psycho
therapeutischen Behandlung (vorstehend E. 3.8), die hier gerade nicht berück
sichtigt werden kann, sind nach Entfernung des
Osteosynthesematerials
im Oktober 2013 (vorstehend E. 3.6) nur noch Abklärungen in verschiedener Rich
tung sowie neurologische Konsultationen im Abstand von zumeist rund drei Monaten (vgl. vorstehend E. 3.13, 3.24) dokumentiert. Somit ist das Kriterium nicht erfüllt.
Laut den vorhandenen und übereinstimmenden ärztlichen Berichten
bestehen
die gesundheitliche
n
Beeinträchtigung
en
in B
eschwerden wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Schwunglosigkeit und affektive Monotonie
(vgl. vorstehend E. 3.20). Das Krite
rium
körperliche
r
Dauerschmerzen
ist damit nicht erfüllt.
Für eine
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlim
mert
hätte, sowie für einen
schwierige
n
Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
ka
tionen
(vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014
E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3)
bestehen keine Anhalts
punkte. Beide Kriterien sind nicht erfüllt.
Eine physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit ist anzunehmen für die Dauer der Behandlung der somatischen Unfallfolgen, mithin längstens bis Ende Oktober 2013 (vorstehend E. 3.6). Darüber hinaus bestehen keine Anhaltspunkte für eine physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit. Das Kriterium ist mithin nicht erfüllt.
4.8
Insgesamt ergibt sich somit, dass keine
s
der massgeblichen Kriterien erfüllt ist, so dass es den anhaltenden Beeinträchtigungen ohne organisches Substrat im Sinne struktureller Veränderungen an der Adäquanz fehlt. Damit entfällt eine weiter
gehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Der angefochtene Entscheid erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus Bischoff
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.