# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be76ccde-24f7-4449-b556-03e2519e1d36
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 31. März 1995 wurde beim Grundbuchamt D._ ein Fuss- und
Fahrwegrecht zu Lasten der Parzelle E._, welche der damaligen
politischen Gemeinde F._ gehörte, zu Gunsten der damaligen
Parzelle G._, die auf H._ als Eigentümer lautete, errichtet.
Dieser Grunddienstbarkeitsvertrag wurde am 19. Mai 1995 ins
Grundbuch der damaligen Gemeinde F._ eingetragen. Bei der
damaligen Parzelle E._ handelt es sich um die heutige Parzelle
J._ und bei Parzelle G._ um die heutige Parzelle K._.
Infolge Fusion der Gemeinden L._, M._, F._, N._,
D._, O._ und P._ auf den 1. Januar 2013 ist nicht mehr
die Gemeinde F._ Eigentümerin von Parzelle R._ sondern die
politische Gemeinde B._. Die Parzelle K._ gehört heute infolge
Erbgangs der Erbengemeinschaft «A._» zu Gesamteigentum.
2. Am 13. März 2020 reichte die Erbengemeinschaft «A._»
(nachfolgend: Erbengemeinschaft) bei der Gemeinde B._ ein
Baugesuch für Umgebungsarbeiten auf den Parzellen K._ und
J._ in F._ ein. Dabei ging es einerseits um die Sanierung einer
Sickerleitung, Stützmauer und Bodenplatte sowie des Abstellplatzes auf
Parzelle K._ und andererseits um die Sanierung der Zufahrt (koffern
und schottern) auf Parzelle J._.
3. Das Bauvorhaben wurde am 20. März 2020 publiziert. Dagegen gingen
keine Einsprachen ein.
4. Am 30. April 2020 erteilte die Baukommission der Gemeinde B._
der Erbengemeinschaft lediglich die Baubewilligung für die
vorgesehenen baulichen Veränderungen auf Parzelle K._. Hingegen
wurde festgehalten, dass es nicht zulässig sei, bauliche Arbeiten oder
Veränderungen der bestehenden Situation auf der Parzelle J._
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vorzunehmen, da die Gemeinde B._ keine Zustimmung für
Veränderungen auf ihrem Grundstück an Dritte erteilt habe. Dagegen
könne innert einer zehntägigen Frist ein Rechtsmittel beim
Gemeindevorstand erhoben werden. Bei Erhebung eines solchen
Rechtsmittels werde die Verfügung der Baukommission komplett
aufgehoben und der Gemeindevorstand habe darüber zu befinden.
5. Mit undatiertem Schreiben, welches der Gemeinde B._ am 5. Mai
2020 zugegangen ist, hat die Erbengemeinschaft Einsprache erhoben.
Sie ist nicht damit einverstanden, dass auf Parzelle J._ die von ihr
vorgesehenen baulichen Veränderungen trotz des
Grunddienstbarkeitsvertrags nicht zulässig seien. Sie hätte erhofft, dass
die Situation geklärt sei, nachdem am 6. März 2020 ein Gespräch mit
dem Gemeindepräsidenten C._ stattgefunden habe. Sie möchte im
Grunde genommen nur wenige unwesentliche Änderungen auf Parzelle
J._ entsprechend ihrem Fuss- und Fahrwegrecht gemäss
Grundbucheintrag vom 19. Mai 1995 vornehmen, um diese Zufahrt zu
sanieren.
6. Mit Verfügung vom 23. Juni 2020 teilte die Gemeinde B._ der
Erbengemeinschaft mit, dass für den Teil des Projekts, der Parzelle
J._ betreffe, keine Bewilligung erteilt werde. Daher ordnete sie in
Ziffer 2 der Verfügung an, dass auf Parzelle J._, welche nicht im
Eigentum der Erbengemeinschaft stehe, keine baulichen Vorhaben oder
Änderungen an der bestehenden Situation vorgenommen werden
dürften. Die Baubewilligung wurde hingegen für die vorgesehenen
Veränderungen auf Parzelle K._ erteilt.
7. Dagegen erhob die Erbengemeinschaft (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 17. August 2020, eingegangen am 18. August
2020, Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
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(nachfolgend: Verwaltungsgericht) und stellte die folgenden
Rechtsbegehren:
"1. Es sei Ziffer 2 der angefochtenen Baubewilligung vom 23. Juni 2020 der Gemeinde B._ vollumfänglich aufzuheben.
2. Es sei die Gemeinde B._ zu verpflichten, auf ihre Kosten den Teil ihres Parkplatzes auf Parzelle Nr. J._, welcher das Fuss- und Fahrwegrecht vom 19. Mai 1995 der Beschwerdeführerin beeinträchtigt, zurückzubauen, d.h. es seien die Rasengittersteine und der Schacht im Bereich des Fuss- und Fahrwegrechts zugunsten der Parzelle Nr. K._ durch die Gemeinde B._ auf deren Kosten zu entfernen.
3. Es sei der Beschwerdeführerin zu bewilligen, gemäss grundbuchlicher Dienstbarkeit vom 19. Mai 1995 auf Parzelle Nr. J._ eine geschotterte, frostsichere Zufahrt (inklusive Kofferung etc.) zu erstellen.
4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten der Gemeinde."
8. Mit Eingabe vom 9. September 2020 reichte die Gemeinde B._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ihre Vernehmlassung ein und
beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde gegen die
Verfügung vom 23. Juni 2020.
9. Am 19. Oktober 2020 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein,
wobei sie ihren Standpunkt im Wesentlichen weiter vertiefte.
10. Die Beschwerdegegnerin reichte keine weitere Stellungnahme ein.
11. Am 2. November 2020, mitgeteilt am 27. April 2021, erging das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden im Verfahren R 20 83.
Das Dispositiv lautete wie folgt:
"1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die angefochtene Verfügung wird in Ziffer 2
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aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Gemeinde B._ zurückgewiesen.
2. - aus einer Staatsgebühr von CHF 2‘500.--
- aus den Kanzleiausgaben von
CHF 248.--
zusammen CHF 2‘748.--
gehen zulasten der Gemeinde B._ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.
3. Die Gemeinde B._ hat die Erbengemeinschaft „A._“ aussergerichtlich mit Fr. 4'156.05 (inkl. MWST) zu entschädigen.

## Considerations