# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8fbc928b-8d75-4e5a-8297-2a9f7ef09632
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1960 geborene
X._
, portugiesische Staatsan
gehörige, Reinigungsmitarbeiterin und
Dienstleisterin im Gastgewerbe
,
arbeitete zule
tzt bis Ende September 2016
bei der
Z._
im Restaurant
A._
(vgl. Urk. 7/1/3).
Unter Angabe einer Depression, einer Gonarthrose rechts mehr als links sowie eines
lumbo
- und
cervikospondylogenen
Schmerzsyn
droms meldete sich die Versicherte mit Datum vom
3. Februar 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die IV-Stelle führte ein Standortgespräch durch und
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/7;
Urk.
7/56
).
Zudem
tätigte
sie
berufliche
sowie
medizinische
Abklärungen
(Urk. 7/20
;
U
rk. 7/30, Urk.
7/37
). Mit Mitteilung vom 5. Juli 2016 teil
t
e die IV-Stell
e der Versicherten mit, dass der
zeit keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien
und der medizinische Verlauf abgewartet werde
(Urk. 7/23).
In d
er Erklärung vom 30. Januar 2017 bestätigte die Versicherte, dass sie nicht in der Lage sei, eine angepasste Arbeitstätigkeit zu suchen, weshalb sie
auf eine
Arbeitsvermittlung verzichte (Urk. 7/46). Daraufhin wurden durch die IV-Stelle weitere Ar
ztberichte eingeholt (Urk. 7/62,
Urk. 7/66
,
Urk. 7/77
,
Urk.
7/81
)
und die Versicherte schliessl
ich polydisziplinär (Allgemeine
Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Psychiatrie) begutachtet (Gutachten des
B._
vom 12. Dezember 2017
, Urk. 7/93)
.
Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2018 stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/97). Dagegen liess die Versi
chert
e Einwand erheben (Urk. 7/98, Urk. 7/101). Mit Verfügung vom 26. März 2018 hielt die IV-Stelle an ihrem Entscheid fest und wies das Leistungsbegehren der Versicherten ab (
Urk. 2 [=
Urk. 7/104
]
).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 1
6.
April 2018 Beschwerde erheben und
bean
trag
en, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
es seien
ihr die
ihr
zustehenden gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter seien weitere me
di
zinische Abklärungen zu tätig
en (Urk. 1 S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 4. Juni 2018 (Urk. 8) angezeigt wurde. Am 8. November (Urk. 9), 5. Dezember 2018 (Urk. 11),
6.
Februar (Urk. 13) und 14. Juni 2019 (Urk. 15) reichte die Beschwerdegegnerin ihr zugegangene Arzt
zeug
nisse (Urk. 10/1-2, 12, 14/1, 16) zu den Akten, wovon die Beschwerdefüh
rerin am 17. Juni 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechts
prechung; vgl. BGE 143 V 409 E.
4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Ein
zelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418,
BGE
143 V 409,
BGE
141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhal
ten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
an
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid,
es würden in Bezug auf die psychischen Leiden weitere Therapiemöglichkeiten wie eine teilstationäre oder stationäre Behandlung oder eine Intensivierung der
bisherigen
Therapie so
wie eine Anpassung der Medikation bestehen. Es bestehe daher aus psychia
tri
scher Sicht keine Einschränkung. Aufgrund der körperlichen Beschwerden sei die Beschwerdeführerin hingegen
im Umfang von
20 % eingeschränkt. In einer an
ge
passten Tätigkeit sei daher ein Pensum von 80 % mit einem Einkommen von Fr. 43
'944.30
möglich
. Bei einem Invaliditätsgrad von 13 % bestehe
jedoch
kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk. 2
S.
2
).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor, die
Beschwerdegegneri
n wende in Bezug auf die Begründung die bisherige Rechtsprechung an, die bei leichten bis mittelschweren Störungen aus dem depressiven Formenkreis eine IV-relevante Einschränkung der Arbeit
sfähigkeit in der Regel vernein
e. Infolge bun
desgerichtliche
r
Praxisänderung sei auf psychische Erkrankungen jedoch ein strukturiertes Beweisverfahren nach Massgabe des Urteils BGE 141 V 281 anzu
wen
den. Es seien somit die systematisierten Indikatoren zu beachten, die es erlau
ben würden, das vorhandene (Rest-)Leistungsvermögen einzuschätzen.
Die The
ra
pier
barkeit sei dabei lediglich als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende all
seitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen.
Des Weiteren
seien
im Gutachten des
B._
erhebliche Inkonsistenzen in den einzelnen medizinischen Beurtei
lungen
ersichtlich
. Die Angaben bezüglich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit seien nicht hin
reichend medizinisch objektiviert begründet worden und würden sich teilweise wider
sprechen. Die degenerative Veränderung der Wirbelsäule der Beschwerde
führerin sei zudem durch die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt worden.
Von dem
aufgrund statistischer Durchschnittswerte ermittelte
n
Invalidenein
kom
men sei zudem ein Leidensabzug vorzunehmen. Dabei sei zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin
aufgrund
der depressiven Erkrankung
im Antrieb redu
ziert sei und
eine erhöhte Ermüdbarkeit
sowie
Konzentrationsstörungen vorliegen würden.
Angesichts
der degenerativen Veränderung der Wirbelsäule sei ihr eine vorwiegend sitzende Tätigkeit nicht mehr möglich. Nicht mehr zumutbar seien zudem Arbeite
n, die Zwangshaltungen der Arme oder
repetitive Rotationsbelas
tungen des Oberkörpers
verursach
t
en sowie
Arbeiten mit
den
Armen in
oder
über der Horizontalen. Die Beschwerdeführerin habe
auch
wegen
ihrer
Schulbildung und der fehlenden Sprachkenntnisse nur eingeschränkte Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, weshalb ein leidensbedingter
Abzug
im Höchstbetrag von 25 % angebracht sei
(Urk. 1
S.
5 ff.)
.
3.
3.1
Im polydisziplinären Gutachten
des
B._
vom 12. Dezember 2017
wurden
fol
gen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/93/66-67
)
fest
gehalten
:
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenw
ä
rtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1)
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
Status nach Knie-TP rechts
-
b
eginnende mediale Gonarthrose links
-
c
hronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Cervicalsyndrom
mit
Cervicobrachialgie
beidseits
-
Carpaltunnelsyndrom beidseits
-
multifaktoriell bedingte Kopfschmerzen
-
Lumbovertebralsyndrom
mit
Lumboischialgie
links
-
r
ezidivierende
synkopale
Episoden
-
Verdacht auf
hypertensiv
bedingte Enzephalopathie
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten
die Ärzte
ein
en linksbetonten
Fersensporn beidseits sowie ein
en
mässige
n
Senk-Spreizfuss beid
seits (Urk. 7/93/67).
3.2
Im allgemein
-
medizinischen Teilgutachten wurde ausgeführt,
die Explorandin habe
berichtet, sie habe in der Kindheit Probleme mit ihrem Vater gehabt
, weshalb sie regelmässig in
psychiatrischer
Behandlung sei
. Des Weiteren klage sie über Schmer
z
en
,
t
eilweise seien diese so schlimm, dass sie kein Pyjama auf der Haut
ertragen könne
. Ansonsten habe sie Schmerzen in der Halswirbelsäule, der Schul
ter sowie im Nacken. Wiederholt habe sie auch
Kopfschmerzen. Ihr linker Fuss
schlafe
ein
und das rechte Knie sei auch nach der totalproth
etischen Versor
gung schmerzhaft
(Urk. 7/93/13-14)
.
Es
bestünden
aus allgemeininternistischer Sicht eine behandelte arterielle Hyper
tonie, eine rezidivi
e
rende
Bartholinitis
mit leichter Inkontinenz sowie ein Asthma. Bei Fragen, insbesondere betreffend die psychische Situation, bestehe eine deut
liche Affektlabilität. An diversen Kontrollpunkten
seien
diffus Schmerz
en
ange
geben
worden
. Die Explorandin habe ein adipöses Abdomen,
das
nicht weiter beur
teilbar sei. Sie lege sich nicht rückenadaptiert hin, könne sich aber spontan ohne Schmerzangaben vom Untersuchungsbett erheben. Sie habe zudem eine Narbe im Bereich des rechten Kniegelenks
(Urk. 7/93/14-15)
.
3.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde
über eine schwierige Kindheit berichtet und
festgehalten,
die Explorandin habe
bereits früher eine psychiatrische Be
hand
lung in Anspruch genommen
.
Zur sozialen Situation wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin lebe alleine in einer Zweizimmerwohnung.
Regelmässigen sozialen Kontakt unterhalte sie täglich lediglich mit ihrer Tochter. In der Schweiz habe sie zwei bis drei gute Freundinnen, seit zwei Jahren
habe
sie aber praktisch keinen Kontakt mehr
zu ihnen
.
Daneben habe sie diverse Bekannte.
Hobbys unterhalte sie
seit
zwei Jahren gänzlich keine mehr.
Nach einer belastenden Be
zieh
ung
habe sie die psychiatrische Behandlung
wieder aufgenommen
.
Sie stehe regelmässig
f
rüh morgens auf,
da
sie einer Teilzeitarbeit nachgehe
.
Den
Ein
ka
uf erledige
sie auf dem Heimweg, ansonsten bleibe sie den
ganzen
Tag zu
H
ause. Haushaltsleistungen erledige sie
grundsätzlich selber, komme diesen je
doch
nur
noch reduziert
nach
. Sie verbringe
den gesamten Tag auf dem Sofa und schaue TV
oder schlafe. Die Wochenenden würden sich
daher
nicht von den Wochen
tagen unterscheiden
(Urk. 7/93/17-
20
)
.
Des Weiteren berichtete der Gutachter, die
Explorandin
habe
während des ge
samten Explorationsgespräches ruhig auf dem Untersuchungsstuhl sitzen
bleiben können
. Affektiv sei die Explorandin durchgängig deprimiert, weinerlich und redu
ziert schwingungsfähig. Sie präsentiere sich in einem reduzierte
n
Allgemein
-
und leicht adipösen
Ernährungszustand. Es seien jedoch keine Anhaltspunkte
vorhanden, die auf eine Bewusstseins- oder Orientierungsstörung hindeuten wür
den
. Die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen hätten teilweise objekti
viert
werden können.
Im formalen Denken bestehe deutliches Grübeln. Der Antrieb und die Interessen der Explorandin seien deutlich reduziert und es bestehe eine erhöhte Ermüdbarkeit. Suizidgedanken seien zwar vorhanden, aktuell bestehe aber keine Suizidalität. Es finde hingegen ein sozialer Rückzug statt. In der durchgeführten Hamilton Depression
Scale
Testung habe sie 24 Punkte erreicht, was für das Vorliegen einer mittelgradig depressiven Episode spreche. Aus dem Mini-ICF-APP-Rating-Bogen ergebe sich eine leichte Beeinträchtigung bei
der
Anpassung an Regeln und Routinen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Selbst
pflege und Verkehrsfähigkeit. Bei
der
Planung und Strukturierung von Aufgaben
sowie auch bei der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Anwendung fach
licher Kompetenzen,
der
Selbstbehauptungsfähigkeit,
der
Kontaktfähigkeit zu Dritten,
der
Gruppenfähigkeit,
den
familiäre
n
Beziehungen oder den
Spontanakti
vitäten
bestehe eine mittelgradige Beeinträchtigung. Bei der Durchhaltefähigkeit bestehe sogar eine schwere Beeinträchtigung
(
Urk.
7/93/20-22)
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
hielt der psychiatrische Gutachter
fest, aufgrund der
mittelgradig depressiven Episode, die sich
in
eine
r
Reduktion des Antriebs und der Interessen, eine
r
erhöhte
n
Ermüdbarkeit
sowie einer
Konzentrations
stö
rung
zeige
, sei die Explorandin ab mindestens September 2016 als Raumpflegerin
zu 50 % arbeitsunfähig. Die 50%
ige Reduktion gelte explizit auch für die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, in der die Explorandin die Möglichkeit habe, wechselbelastende Tätigkeiten auszuüben und kurzzeitige Pausen einzule
gen (Urk. 7/93/30-31).
3.4
Die
rheumatologische
G
utachte
r
in
führte aus
,
die Explorandin habe erklärt,
am schlimmsten
seien
ihre
Schmerzen.
Sie habe in den Händen, Fingern, im Nacken, dem Kreuz,
den Beinen und Füssen Schmerzen
(
Urk.
7/93/35-37)
.
Die Untersuchungsbefunde seien teilweise widersprüchlich
gewesen
, da die
Explo
randin zwar
die Hände der Untersuchenden
kräftig
habe
drücken
können
und
kei
ne Einschränkung
beim Fingerspreizen
bestanden habe
, andererseits sei bei der
Messung die Handgreifkraft deutlich unter dem zu erwartenden Wert
ge
we
sen. Dabei wurde vermerkt, es
werde
auf das
neurologische Fachgutachten
ver
wiesen
(Urk. 7/93/46)
.
Aus rheumatologischer Sicht könne festgestellt werden, dass ein Teilaspekt der von der Explorandin geltend gemachten Beschwerden aufgrund der radiologischen Befunde erklärt werden könne, ein grosser Anteil der Be
schwer
den
sei
jedoch aufgrund der aktuellen klinischen Untersuchung nicht
erklär
bar
und
es müsse
eine wesentliche nichtorganische Schmerzkompo
nente angenommen werden. Aufgrund der ausge
p
rägten degenerativen Verände
rungen im Bereich der Halswirbelsäule, der etwas weniger ausgeprägten degene
rativen
Veränderungen der Lendenwirbelsäule und der auch nach
Implantation
der
Knie
total
end
o
prothese
verminderten Kniebelastbarkeit könne die Explorandin aus rheu
matologischer Sicht bleibend lediglich noch leichte, maximal intermittie
rend
mittelschwere
, wechselbelastende Arbeiten
verrichten. Davon ausge
nommen
seien
sämtliche
Arbeiten, die dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in und über der Horizontalen,
die
Einnahme von Zwangshaltungen, ins
besondere des Oberkörpers
notwendig machten
,
oder
die
mit repetitiven Rota
tionsbe
las
tung
en des Oberkörpers oder häufigem oder stete
m
Steigen auf Treppen oder Leitern, Gehen auf unebenem Grund sowie Arbeiten in der Höhe
verbunden seien
. An
gesichts der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule seien vor
wie
gend sitz
ende Tätigkeiten ungünstig
. Aufgrund der Beschwerden und Ver
ände
rungen an ver
schieden
en Orten des Bewegungsapparates,
der sich gegen
seitig negativ beein
flussenden Knieschmerzen und der Beschwerden von Seiten der degenerativ ver
änderten Lendenwirbelsäule sollte
die Explorandin die Mög
lich
keit haben, häufig kleine Pausen für Entlastungsstellungen einzulegen
, was das Rendement um 20 % reduziere
(Urk. 7/93/
47
-48
)
.
Eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit habe b
is drei Monate nach
Implantation
der
Knieend
o
prothese
für alle Arbeiten bestanden.
Aus rheumatologischer Sicht sei eine
gemäss aufgeführtem Leistungsprofil
angepasste Tätigkeit
im Umfang von 80 % möglich
(Urk. 7/93/48).
3.5
Im n
eurologischen Teilgutachten wurde berichtet,
die Explorandin
klage
über Schmerzen i
n den Fingern, Armen, Schultern, i
m Nacken
,
Rücken
sowie in den Beinen und Füssen
(Urk. 7/93/5
1
-
53).
Bei den radiologisch dokumentierten multisegmentalen degenerativen Verände
rungen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule bestehe sicherlich ein orga
nischer Beschwerdekern der
cervicobrachialen
und
lumboischialgiformen
Be
schwer
den. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit plausibilisiere dies eine reduzierte Belastbarkeit vor allem bei mittelschweren und schweren körperlichen Belastung
en.
Mit den neurologischen Faktoren könne aber der geltend gemachte hohe Arbeitsunfähigkeitsgrad nicht begründet werden. Grundsätzlich müss
t
e
n
unter Berücksichtigung des Rückenleidens körperlich schwere und häufig mittelschwere Arbeiten vermieden werden, zu vermeiden seien auch Arbeiten in vorwiegend einseitigen Körperhaltungen sowie Arbeiten mit repetitiver Überkopfstellung der Arme und
solche
, die ein repetitives Bücken und Wiederaufrichten erforder
te
n. An einem adaptierten Arbeitspla
tz
, der die genannten Belastungskriterien und Einschränkungen berücksichtig
e
, bestehe aus neurologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %
(Urk. 7/93/63-64).
3.6
G
esamtmedizinisch
bestünden
aus somatischer Sicht diverse qualitative Ein
schrän
kungen. Es sei daher lediglich eine leichte bis maximal intermittierend mittel
schwere adaptierte Tätigkeit möglich. Seit September 2016 bestehe für ein
e angepasste Tätigkeit eine 50%
ige Arbeitsfähigkeit. In der angestammten Tätigkeit als Reinigerin sei eine pauschale Beurteilung nicht möglich, da je nach Arbeits
platz das Belastungsprofil
u
nterschiedlich sei (Urk. 7/93/71
-72).
4.
Das polydisziplinäre Gutachten vom 12. Dezember 2017
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen. Die fachkundigen Spezialärzte begründeten ihre Diagnosen ausführlich und differenziert, sie
nahmen
zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung und
begründeten
– sowe
it Dis
krepanzen bestanden –
abweichende Einschätzungen plausibel (Urk
. 7/93/
31 und Urk. 7/93/
47-49
). Mithin erfüllt
das Gutachten die recht
sprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche E
ntscheidungsgrundlagen (vgl. E.
1.7).
Soweit die Beschwerdeführerin
vorbringt
,
es
bestünden
im Gutachten
Inkonsi
stenzen
(Urk. 1 S. 6)
,
da
aus rheumatologischer Sicht
eine sitzende Tätigkeit als nicht mehr zumutbar gewertet, aus orthopädischer Sicht hingegen eine über
wie
gend sitzende Tätigkeit gefordert
werde
,
kann dem nicht beigepflichtet werden. Die
rheumatologische Gutachterin
hat gerade
eben die
se gegenseitigen negativen Einf
lüsse der Knieschmerzen und der degenerativen Veränderungen der Lenden
wirbelsäule in die Beurteilung miteinbezogen. Aufgrund
dieser
Wechselwirkung
soll
t
e
der Beschwerdeführerin gemäss Leistungsprofil die Möglichkeit gegeben werden, häufig kleine Pausen für Entlastungsstellungen einzulegen,
weshalb die Leistungsfähigkeit
um 20 % zu reduzieren sei. Ebenso wenig
– wie von der Be
schwerdeführerin behauptet (Urk. 1 S. 6) –
wurde durch die rheumatologische Gut
achterin
die Arbeitsfähigkeit korrigiert.
Viel
mehr ging es einerseits um die Reduk
tion der Leistungsfähigkeit und ander
er
seits um
die Beurteilung der Teila
r
beits
fähigkeit
nach der Knieoperation
, weshalb nachvollziehbar unterschiedliche An
ga
ben gemacht wurden
(vgl. Urk. 7/93/48)
.
5.
5.1
Wie bereits erwähnt, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grund
sätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. E.
1.3). Nachfolgend ist deshalb die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin anhand der vom Bundesgericht genannten Indi
katoren (vgl. E. 1.4) zu prüfen.
5.2
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung ein
geholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
ge
benheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE
141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit wei
te
ren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der mass
geb
lichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
Das psychiatrische Gutachten des
B._
enthält Ausführungen zum Gesund
heitsschaden, zum sozialen Kontext, zu Behandlung und Eingliederung sowie zur Konsistenz (
Urk.
7/93/24-30). Sodann sind die soziale Situation der Beschwerde
führerin wie auch ihr Tagesablauf ausführlich geschildert und findet sich ein Hinweis auf die bisherigen Therapien (
Urk.
7/93/19-20; 26). Mithin erlaubt das Gutachten eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren.
5.
3
Unter dem Aspekt «funktioneller Schweregrad» ist in Betracht zu ziehen, dass die
von der Beschwerdeführerin geklagten Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
teilweise objektiviert werden konnten
. Sodann waren Antrieb und Interessen deut
lich reduziert und die Beschwerdeführerin weinte während der Exploration praktisch durchgängig, war nur reduziert schwingungsfähig und erschien affektiv deprimiert
(Urk. 7/93/21). Beim durchgeführten Hamilton Depression
Scale
Test erreichte die Beschwerdeführerin 24 Punkte, was für das Vorliegen einer mittel
gradig depressiven Episode
spricht
(Urk. 7/93/22).
Aufgrund der Beschwerden nimmt sie seit mehreren Jahren eine
psychologische Behandlung
in Anspruch
.
D
ie Blut
messwerte
zeig
t
en eine ausreichende Kooperation bei der bisherigen The
rapie
mittels Medikation
(Urk. 7/93/28
).
In Bezug auf die
diagnostizierte
somat
o
forme
Schmerzstörung
ist auf die Feststellung im Gutachten hinzuweisen, wo
nach
eine Interaktion der beiden psychiatrischen Diagnosen nicht ausge
schlossen wer
den kann
(Urk. 7/93/28).
Aus somatischer Sicht besteh
en
sodann diverse quali
tative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (E. 3.4-3.6)
,
welche im Sinne einer
Komorbidität zu berücksichtigen sind (vgl. Urk. 7/93/67). Insgesamt ist mithin von
einer relevanten Gesundheitsschädigung auszugehen. Zu den
Kom
plex
en
«Per
sönlichkeit» und «Sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass
eine Per
sönlich
keits
störung ausgeschlossen werden konnte (Urk. 7/93/25)
und die Moti
va
tion der Be
schwerdeführerin, einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, positive Aus
wirkungen auf ihr Leistungsvermögen zeigt.
Die Beschwerdeführerin lebt
dem
ge
genüber
allei
ne, sozialen Kontakt pflegt sie
täglich einzig mit ihrer Tochter.
Diese besucht sie rund zweimal pro Woche, wobei sie zusammen das Nacht
essen ein
nehmen.
Die Beschwerdeführerin verrichtet die Haushaltsleis
tungen zwar sel
b
stän
dig, jedoch geht sie diesen
nur noch in reduziertem Umfang
nach. Ansonsten lebt die Beschwerdeführerin sozial zurückgezogen, unterhält keine
Hobbys mehr und verbringt den gesamten Tag auf dem Sofa, schaut TV oder schläft. Die
Wochen
tage
unterscheiden sich
ihren Angaben zufolge
nicht von den
Wochen
en
den
(Urk. 7/93/19-20).
Persönliche Ressourcen sind daher
nur wenige vorhan
den;
a
ls sozial mobilisierbare Ressource
hat
die Beschwerde
füh
rerin lediglich ihre Tochter.
Hinsichtlich der Kategorie «Konsistenz»
ergibt sich aus de
m Gutachten, dass das Aktivitäts
niveau der Beschwerdeführerin in
allen
vergleichbaren Lebens
bereichen gleichmässig eingeschränkt ist. Die Beschwerde
füh
rerin geht zwar regel
mässig einer Erwerbstätigkeit nach, wobei sie morgens um 04.30
Uhr aufsteh
t
und von 06.00 bis 08.30 Uhr arbeite
t, damit schöpft sie jedoch ihre verbleibenden Ressourcen gänzlich aus
.
Es ist gemäss
den Gutachtern
dem hohen Leistungs
denken der Beschwerdeführerin geschuldet, dass sie trotz de
r
deutlichen depressi
ven Symptome und der Schmerzen täglich frühmorgens aufsteht und regelmässig einer Arbeit nachgeht (Urk. 7/93/30).
Es ist ferner zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin die
bisherige
– als lege
artis
be
zeich
nete wöchentliche psy
cho
logische
–
Gesprächstherapie
regelmässig wahrge
nommen und
die
verschrie
bene
Medikation eingenommen
hat
(Urk. 7/93/28 und Urk. 7/93/30).
Es
ist daher
von einer ausreichenden Kooperation der Beschwerde
führerin auszugehen,
ob
schon
eine Modifikation der Medikation nach fünfjäh
riger Behandlung
vorge
schlagen wurde
(Urk. 7/
93/28
).
Soweit die Beschwerde
geg
nerin darauf abstellt,
es
würden
noch weitere Therapiemöglichkeiten – wie eine teilstationäre oder statio
näre Behandlung oder die Intensivierung der jetzi
gen Therapie sowie Anpassung der Medikation – vor
liegen
, weshalb das Leiden
mangels Erfüllung der Kriterien
nicht invalidisierend sei, kann dem nicht gefolgt werden;
nach der neuen bundes
gerichtlichen Rechtsprechung
vermag die Thera
pierbarkeit alleine keine abschlies
send
e
evidente Aussage über das Gesamtmass der Beeinträchtigung und deren Relevanz im invaliden
versicherungs
rechtlichen Kontext
zu
liefern (BGE 143 V
409
E. 4.
4
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2018 vom 19. Oktober 2018
E. 3
.2.2
)
.
Durch die Gutachter
wurde vielmehr nachvoll
zieh
bar au
s
geführt, dass die Be
schw
er
deführerin ihre noch vorhandenen
Res
sourcen aufwendet, um ihrer T
eil
ze
it
e
rwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem zeigt sie sich kooperativ und
nimmt
die
therapeutische
Behandlung regelmässig war.
Obschon eine Optimierung der The
rapie angestrebt werden sollte,
kann ein rele
vanter Leidensdruck nicht verneint werden.
5.
4
Bei gesamthafter B
etrachtung aller massgeblicher S
tandardindikatoren
ist davon
auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin auch in einer leidensangepassten Tätig
keit und bei Ausschöpfung der ihr verbleibenden Ressourcen nur noch teilweise arbeitsfähig ist. Dafür sprechen nebst objektiven Befunden insbesondere der soziale Rückzug, der ausgewiesene Leidensdruck sowie
die Einschränkung in sämtlichen Lebensbereichen.
Es lässt sich daher eine invalidenversicherungs
rechtlich relevante Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit nachweisen, weshalb - wie von den Gutachtern attestiert (E. 3.6) - eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, auch in angepassten Tätigkeiten, zugrunde zu legen ist.
Soweit die Beschwerdeführerin Arztzeugnisse auflegte, welche eine höhere Arbeits
unfähigkeit attestieren (
Urk.
10/1-2, 12, 14/1, 16), ist darauf hinzuweisen, dass für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung in der Regel der Sachverhalt massgebend ist, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Im Übrigen ist anzunehmen, dass sich die fraglichen Arztzeugnisse bloss auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit beziehen, womit sie ohnehin nicht geeignet wären, die Einschätzung der Gutachter in Zweifel zu ziehen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6
.1.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
li
sier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primä
r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
6.
1.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Angaben aus
dem
Arbeitgeberbericht
,
wonach die Beschwerdeführerin seit
März 2016 monatlich Fr. 3'870.--
verdiente (Urk. 7/20/2
; 7/95
).
Die Beschwerde
führerin
war
ab
dem Jahr 2013 bei der
Z._
erwerbstätig
(Urk. 7/20), wobei ihr kurz nach ihrer Knieoperation
per 30. September 2016
gekünd
igt
wurde
(
Urk. 7/1/3). Die Beschwerdeführerin führte zwar aus, dass auch weiteren Mitar
beitern
aufgrund einer
Restrukturierung gekünd
igt
worden sei.
D
a die Kündigung jedoch nicht näher begründet wurde und
diese
kurz nach
der
Operation erfolgte, ist wohl davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheits
schä
di
gung weiterhin für die
Z._
tätig gewesen wäre. Die Berechnung der Beschwerdegegnerin
in Bezug auf das
Valideneinkommen
erweist sich auf
grund der Aktenlage als nachvollziehbar und
wurde
durch die Beschwerde
füh
rerin auch
nicht bestritten.
Für das Jahr 2016 ergibt dies unter Einberechnung eines
13. Monatslohn
es
ein
Jahreseinkommen von Fr. 50'310.--
.
Unter Berück
sich
ti
gung
der
Nominallohnentwicklung
(
Bundesamt für Statistik, T
1.2.10 Nomi
nallohnindex Frauen 2011-2017, Ziff. 55/56 B
eherbergung und Gastronomie
;
Indexstand
105.6
[2016] auf
105.9
[2017]
) ist von einem
Valideneinkommen
von
Fr. 50'4
5
3
.--
im Jahr
201
7
auszugehen.
6.3
6.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der der Beschwerdeführer nach dem invalidisierenden Ereignis konkret steht (vgl. E. 6.1.3).
Die Beschwerdeführerin arbeitet nach eigenen Angaben seit Juli 2017 in einem 30
%-Pensum in der Reinigung (Urk. 7/93/12). Diese Anstellung ist erst von kurzer Dauer, weshalb nicht von besonders stabilen Verhältnissen auszu
gehen ist. Zudem schöpft die Beschwerdeführerin die ihr zumutbare Restarbeits
fähigkeit
von 50 %
durch diese Tätigkeit nicht aus, daher ist subsidiär auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen.
6.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sch
nitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem
erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll
aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medi
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
6.3.3
Bezüglich des Tabellenlohns nach LSE ist zu berücksichtigen, dass
die
Beschwer
deführer
in über keine Ausbildung verfügt,
weshalb
auf das standardisierte monat
liche Einkommen für
weibliche
Hilfsarbeitskräfte aus der LSE im Kompe
tenz
niveau 1 abzustellen
ist
. Das m
onatliche Einkommen von Fr. 4’3
63
.-- (LSE 201
6
, Total in der Tabelle TA1) ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2017 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2017, A-S 01-96) sowie der Nominallohnent
wick
lung bis ins Jahr 2017 (Indexstand
2'709
[201
6
] auf 2'
719
[2017]; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T39, Entwicklung der Nominallöhne
Frauen
) auf ein Jahreseinkommen hochzu
rechnen. Es ergibt sich daraus ein Einkommen im Jahr 2017 von Fr.
54'7
82.--
(Fr.
4’363
.
-- :
40 x 41,7 x 12 :
2’709
x 2'
719
).
Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 27'
391.-
-
.
6.3.4
Die Beschwerdeführerin
beantragte
,
bei der Errechnung des Invalidenein
kommens
anhand von statistischen Durchschnittswerten sei zusätzlich ein Abzug von 25 %
zu gewähren
. Zur Begründung liess sie ausführen, dass
sie
aufgrund ihrer
ge
sundheitlichen
Einschränkungen als Arbeit
nehmerin für jegliche Hilfsarbeiten unattraktiv
sei
. Des Weiteren seien ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt
äusserst eingeschränkt, da sie über keine Schulbildung verfüge und ihr die Sprach
kenntnisse fehlen würden
(Urk. 1 S. 7 f.).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfolgt ein leidensbedingter Abzug nicht
automatisch,
sondern
er
wird unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass
all
fällige in der medizinischen Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigte gesund
heit
liche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen dürfen.
Die Einschränkungen aufgrund des reduzierten Antr
iebs, der erhöhten
Ermüd
barkeit und
der Konzentrationsstörungen wie auch die
vermehrt notwendigen
Pausen
wurden im Rahmen der Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt, weshalb diese in die Bemessung eines leidensbedingten Abzugs nicht
erneut
einfliessen dürfen. Die fehlende Schulbildung wie auch die mangelnden Sprachkenntnisse
werden
in der Rechtsprechung regelmässig als nicht lohnmindernde Kriterien ein
gestuft. Ebenso wenig führt das Alter bei zumutbarer Tätigkeit im Bereich der Hilfsarbeiten zu einem Abzug (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_427/2011 vom 15. September 2011 E. 5.2 und
8C_328/2011
vom 7. Dezember 20
1
1 E.
10.2
; vgl. auch
U
rteil
des
Bundesgerichts
8C_687/2018 vom 18. April 2019 E. 5.3
).
Des Weiteren
ist
festzuhalten
, dass im Bereich der
Hilfst
ätigkeit
davon ausgegangen wird, dass
der
ausgeglichene
Arbeitsmarkt
über ein genügend grosses Spektrum an
Stellen
verfügt
,
so
dass
es auch der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die leichte Tätigkeit nach dem vorgegebenen Leistungsprofil
möglich sein sollte,
eine Stelle
zu finden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_232/2019 vom 26. Juni 2019 E. 3.2)
.
Ein leidensbedingter Abzug rechtfertigt sich vorliegend nicht, weshalb von einem Inva
lideneinkommen von Fr. 27'391.--
auszugehen ist.
6.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt
Fr.
23'
062.--
(
Valideneinkommen
von Fr.
50'453.--
abzüglich Invalidenein
kom
men
von Fr.
27'391
.
--
), was einem Invaliditätsgrad von gerundet 46 % entspricht. Die Beschwerdeführerin hat daher Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
7.
7.1
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeits
un
fähig
keit von durchschnittlich 40 % (vgl. E. 1.5), frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (Art. 29
Abs.
1 IVG).
7.2
Die Beschwerdeführerin
ist
in bisheriger Tätigkeit
seit
April
2016 zu
100
% arbeitsunfähig (vgl. Urk. 7/9
6/7
)
. Das gesetzliche Wartejahr im Sinne von Art. 28
Abs.
1
lit
.
b IVG war
im
April
2017
erfüllt.
Die
Beschwerdeführer
in
meldete sich mittels Formular
bereits
am
3. Februar
2016
(Eingang am
5. Februar
2016, Urk. 7/
96/11)
bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
3
).
Die sechsmonatige Karenzzeit seit der Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG)
lief daher
bereits vor dem Wartejahr ab
.
Der
Anspruch
ent
stand
daher ber
eits nach Ablauf des Wartejahrs, weshalb
d
ie
Beschwerde
führer
in
ab dem 1.
April
2017 Anspruch auf eine
Viertels
r
ente
der Invaliden
ver
sicherung
hat
.
8
.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
Versicherungs
l
eistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-
- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung
der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr. 1'
5
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer)
festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.