# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a08feba0-6477-546f-a0cf-e7d8433ab213
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit Schreiben vom 4. Januar 2015 machte der Beschwerdeführer übermässige Lärm-
und Lichtimmissionen bei seiner Liegenschaft geltend, verursacht durch den angrenzenden
Betrieb der Beschwerdegegnerin. Mit Gutachten vom 28. Mai 2015 hat die C._ im
Auftrag der Beschwerdegegnerin die Lärmbelastung beurteilt. Das Amt für Berner
Wirtschaft (beco) hat mit Fachbericht vom 8. Juli 2015 gestützt auf dieses Gutachten zur
Lärmklage Stellung genommen.
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Mit "Feststellungsverfügung Lärmreklamation" vom 26. August 2015 verfügte die
Gemeinde Thierachern, dass die Beschwerdegegnerin am 1. Januar 2016 für Fahrten auf
der Rampe in die Lagerhalle ausschliesslich den Stapler Modell "Linde" oder ein bezüglich
Lärmemissionen gleichwertiges oder besseres Modell zu verwenden habe.
2. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 23. September 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein.
Betreffend Lärm beantragt er, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dafür zu
sorgen, dass keine Reflektionen von Lärm, weder von der Wand der Lagerhalle auf der
Rampe noch von der Kantonsstrasse an der Aussenseite der neuen Lärmschutzwand,
mehr erfolgten. Betreffend Licht beantragt er, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
dafür zu sorgen, dass weder von der Beleuchtung der Zufahrtsrampe noch vom Verkehr
auf dem Parkdeck eine übermässige Blendung der Bewohner seiner Parzelle erfolge.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Neben der Beschwerdegegnerin und
der Gemeinde gab das Rechtsamt auch dem beco, Immissionsschutz, Gelegenheit zur
Stellungnahme. Die Beschwerdegegnerin stellt in ihrer Stellungnahme vom 14. Oktober
2015 keine Anträge, sondern legt lediglich ihre Sichtweise zu einigen Beschwerdepunkten
dar. Die Gemeinde Thierachern beantragt in ihrer Stellungnahme vom 14. Oktober 2015
die Abweisung der Beschwerde betreffend Lärm. Hinsichtlich der Beschwerde betreffend
Licht weist die Gemeinde darauf hin, dass das Verfahren diesbezüglich noch offen sei. Mit
der Verfügung vom 26. August 2015 habe lediglich das Verfahren in Bezug auf den
gewerblichen Lärm einen Abschluss gefunden. Das beco hat mit Schreiben vom
26. Oktober 2015 zur Beschwerde Stellung genommen.
Nachdem das Rechtsamt diese Eingaben wechselseitig zugestellt hatte, beantragte der
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. Januar 2016 eine einjährige Sistierung des
Beschwerdeverfahrens oder im Falle einer Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens die
Durchführung eines Augenscheins.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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4. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintreten
Angefochten ist eine baupolizeiliche Verfügung im Sinne von Art. 45 ff. BauG2. Gemäss
Art. 49 Abs. 1 BauG können solche Verfügungen innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Beschwerde bei der BVE angefochten werden. Der Beschwerdeführer, dessen Parzelle
sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Betrieb der Beschwerdegegnerin befindet, ist als
Anzeiger durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerde
legitimiert. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Lärmreflektionen an Betonwand
a) Der Beschwerdeführer rügt, die Zufahrtsrampe zur Lagerhalle führe entlang der
Betonaussenwand der Lagerhalle. Diese Betonwand reflektiere den Schall jeder
Lärmquelle auf der Zufahrtsrampe und führe fast zu einer Verdoppelung der
Lärmbelastung auf seiner angrenzenden Parzelle. Daher sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, dafür zu sorgen, dass kein Zufahrtsrampenlärm mehr von dieser Betonwand
reflektiert werde.
b) Beim Betrieb der Beschwerdegegnerin handelt es sich gemäss Fachbericht des beco
vom 8. Juli 2015 um eine bestehende, aber wesentlich geänderte ortsfeste Anlage. Diese
Einschätzung des beco wird nicht bestritten. Demnach müssen die Lärmemissionen der
gesamten Anlage der Beschwerdegegnerin mindestens so weit begrenzt werden, dass die
Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 Abs. 2 LSV3). Da es sich um
einen Gewerbebetrieb handelt, sind die Belastungsgrenzwerte für Industrie- und
Gewerbelärm massgebend. Sowohl die Parzelle des Beschwerdeführers als auch die
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 3 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
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Parzelle der Beschwerdegegnerin sind der Lärmempfindlichkeitsstufe (ES) III zugeordnet.
In dieser beträgt der Immissionsgrenzwert gemäss Anhang 6 Ziff. 2 LSV tags 65 und
nachts 55 dB(A). Bei Gebäuden werden die Lärmimmissionen in der Mitte der offenen
Fenster lärmempfindlicher Räume ermittelt (Art. 39 Abs. 1 LSV). Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers in seinem Schreiben vom 21. Januar 2016 sind die
Immissionsgrenzwerte somit nicht auf der Baulinie zu messen.
Gemäss Lärmgutachten der C._ AG vom 28. Mai 2015 werden die
Immissionsgrenzwerte mit tags 60 und nachts 43 dB(A) deutlich eingehalten. Sogar der
Planungswert von tags 60 und nachts 50 dB(A) für neue ortsfeste Anlagen kann
eingehalten werden. Dieses Ergebnis wird vom beco in seinem Fachbericht bestätigt und
auch vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen. Im Lärmgutachten und im
Fachbericht wird jedoch empfohlen, das aktuelle Gabelstaplermodell HELI durch das
leisere Modell LINDE zu ersetzen. Dadurch kann die Lärmbelastung auf der Parzelle des
Beschwerdeführers gemäss Lärmgutachten tagsüber um 3 dB(A) auf 57 dB(A) reduziert
werden. Diese Empfehlung wurde in die angefochtene Verfügung übernommen und von
der Beschwerdegegnerin akzeptiert.
c) Somit sind die gesetzlichen Vorgaben eingehalten, auch dem Vorsorgeprinzip (vgl.
Art. 1 Abs. 2 USG4) wurde ausreichend Rechnung getragen. Der Beschwerdeführer hat
keinen Anspruch darauf, dass auf seiner Parzelle gar keine Immissionen auftreten. Ebenso
wenig besteht ein Anspruch auf einen vollständigen Ausschluss von Schallreflektionen.
Soweit solche Reflektionen nicht zu einer Überschreitung der relevanten Grenzwerte
führen, sind sie hinzunehmen. Seiner Forderung, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, dafür zu sorgen, dass kein Zufahrtsrampenlärm mehr von der Betonwand
reflektiert wird, kann daher nicht entsprochen werden. Die Beschwerde wird insoweit
abgewiesen.
3. Lärmreflektionen an Schutzwand
a) Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe mit Blick auf die
Lärmproblematik im Zusammenhang mit der Zufahrtsrampe auf sein Ersuchen eine
4 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)
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Lärmschutzwand entlang der Parzellengrenze erstellt. Diese Lärmschutzwand sei jedoch
lediglich auf der der Zufahrtsrampe zugewandten Seite absorbierend ausgeführt. Auf der
seiner Parzelle zugewandten Seite sei die Lärmschutzwand glatt ausgeführt, wodurch der
Lärm der Kantonsstrasse auf seine Parzelle reflektiert werde. Reflektierende
Schallschutzbauten seien laut der Gemeinde nicht zulässig. Daher sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dafür zu sorgen, dass kein Kantonsstrassenlärm
mehr von dieser Lärmschutzwand reflektiert werde.
b) Die Gemeinde verweist in ihrer Stellungnahme vom 14. Oktober 2015 darauf, dass
für den Strassenlärm das Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA) zuständig sei. Allerdings
beklagt sich der Beschwerdeführer letztlich nicht über den Strassenlärm, sondern über
Lärmreflektionen an der Lärmschutzwand. Dabei kann zunächst festgestellt werden, dass
diese umstrittene Wand gemäss Bauentscheid der Gemeinde Thierachern vom
21. Oktober 2013 nicht als Lärm- sondern als Sichtschutzwand bewilligt wurde. Gemäss
den bewilligten Plänen handelt es sich um eine Sichtschutzwand mit leicht
schalldämmender Wirkung. Für Reklamationen im Zusammenhang mit dieser
Sichtschutzwand ist grundsätzlich die Gemeinde als Baupolizeibehörde zuständig.
c) Ein Verfahren zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands setzt voraus, dass
ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung
ausgeführt wird oder dass bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften
missachtet werden (Art. 46 Abs. 1 BauG). Relevant für den Erlass einer
Wiederherstellungsverfügung ist also das Fehlen einer Baubewilligung. Die
Sichtschutzwand wurde mit Bauentscheid vom 21. Oktober 2013 bewilligt. Dass die
Sichtschutzwand nicht gemäss den bewilligten Plänen ausgeführt worden wäre, ist weder
erkennbar noch wird dies vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Somit handelt es sich
um eine formell rechtmässige Anlage. Damit besteht grundsätzlich kein Anlass zur
Durchführung eines Wiederherstellungsverfahrens.
d) Allerdings sind nachträgliche Massnahmen zur Emissionsbegrenzung auch bei
rechtskräftig bewilligten Anlagen nicht ausgeschlossen. Wo die Immissionen bei Erteilen
der Bewilligung nicht oder nicht vollständig vorausgesehen wurden oder wo eine
zuverlässige Prognose schwierig ist, ist die Prüfung der nachträglichen Anordnung von
Massnahmen zur Emissionsbegrenzung angezeigt. Die Herstellung des rechtmässigen
Zustands setzt in diesen Fällen eine umfassende Interessenabwägung voraus. Dabei
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kommt dem Interesse an der Wahrung der Rechtssicherheit bzw. am Vertrauensschutz
nicht dasselbe Gewicht zu wie beim vollständigen Widerruf einer Verfügung, zumal der
Eingriff in die Rechtsposition des Betroffenen weniger stark ausfällt.5
Das beco weist in seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 darauf hin, dass die
Schutzwand in einem rechten Winkel zur Kantonsstrasse stehe. Damit sei praktisch
ausgeschlossen, dass der Verkehrslärm der Kantonsstrasse an der querstehenden
Schutzwand reflektiert und an der Ostfassade der Liegenschaft des Beschwerdeführers an
den relevanten Immissionsorten eintreffe. Aufgrund der Stellung von Liegenschaft,
Schutzwand und Strasse scheint eine Lärmreflektion von der Schutzwand auf die
Ostfassade der Liegenschaft des Beschwerdeführers höchstens aus dem ca. 50 m
südwestlich der Liegenschaft gelegenen Kreisel D._strasse / E._strasse
möglich. Zudem befindet sich die Schutzwand hinter einer mächtigen Hecke,6 was allfällige
Lärmreflektionen zusätzlich vermindern dürfte. Schliesslich würde der Strassenlärm ohne
Schutzwand zumindest teilweise auch von der dahinterliegenden Betonwand der
Lagerhalle reflektiert.
Wenn überhaupt, ist somit lediglich von geringen (zusätzlichen) Lärmreflektionen durch die
Schutzwand auszugehen. Berücksichtigt man weiter, dass die Beschwerdegegnerin die
Schutzwand auf ausdrücklichen Wunsch des Beschwerdeführers erstellt hat und gemäss
Stellungnahme vom 14. Oktober 2015 bereit ist, die Wand auf Wunsch des
Beschwerdeführers wieder zu entfernen, ist das Interesse des Beschwerdeführers an der
nachträglichen Anordnung von Massnahmen zur Emissionsbegrenzung gering. Dieses
geringe Interesse des Beschwerdeführers vermag das Vertrauen der Beschwerdegegnerin
in die rechtskräftige Baubewilligung nicht zu überwiegen. Somit sind hier öffentlich-rechtlich
keine nachträglichen Massnahmen zur Emissionsbegrenzung zu prüfen.
e) Schliesslich obliegt der Baupolizeibehörde nicht nur die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands, sondern auch die Beseitigung von Störungen der öffentlichen
Ordnung, die von ordnungswidrigen Bauten und Anlagen ausgehen (Art. 45 Abs. 2 Bst. b
und c BauG). Die geltend gemachten Lärmreflektionen betreffen jedoch lediglich die
Bewohner der Liegenschaft des Beschwerdeführers und sind bestenfalls von
bescheidenem Ausmass. Damit vermögen diese geltend gemachten Lärmreflektionen die
5 BGer 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012, E. 4.2 6 Vgl. Lärmgutachten der C_ AG vom 28. Mai 2015, Beilage 150336.2
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öffentliche Ordnung nicht zu stören. Auch mit Art. 45 Abs. 2 Bst. c BauG lässt sich die
Durchführung eines Wiederherstellungsverfahrens somit nicht rechtfertigen.
Der Forderung des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dafür
zu sorgen, dass kein Kantonsstrassenlärm mehr von dieser Lärmschutzwand reflektiert
wird, kann daher nicht entsprochen werden. Zumal diese Forderung ohnehin zu weit geht,
es besteht kein Anspruch auf den Ausschluss jeglicher Immissionen. Die Beschwerde wird
insoweit abgewiesen.
4. Lichtimmissionen
a) Der Beschwerdeführer hat mit Schreiben vom 4. Januar 2015 neben übermässigen
Lärmimmissionen auch übermässige Lichtimmissionen bei seiner Liegenschaft geltend
gemacht. Die angefochtene Verfügung befasst sich jedoch nur mit der Lärmreklamation. In
ihrer Stellungnahme vom 14. Oktober 2015 weist die Gemeinde Thierachern denn auch
darauf hin, dass das Verfahren mit der angefochtenen Verfügung nur in Bezug auf die
Klage über den Gewerbelärm abgeschlossen worden sei. Das Verfahren betreffend vom
Betrieb der Beschwerdegegnerin ausgehende Lichtemissionen sei demgegenüber noch
nicht abgeschlossen.
b) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand kann nicht
über das Anfechtungsobjekt hinausgehen.7 Da die Lichtklage nicht Gegenstand des
Anfechtungsobjekts ist, kann sie nicht zum Streitgegenstand im vorliegenden
Beschwerdeverfahren gemacht werden. Die Gemeinde Thierachern muss das
Beschwerdeverfahren betreffend Lichtklage daher zunächst mit einer anfechtbaren
Verfügung abschliessen. Erst dagegen wird der Beschwerdeführer gegebenenfalls
Beschwerde bei der BVE führen können. Auf seine Beschwerde wird daher nicht
eingetreten, soweit sie sich auf Lichtimmissionen bezieht.
c) Denkbar wäre eine Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbeschwerde,
sollte die Gemeinde das Verfahren betreffend Lichtklage nicht oder nicht innert nützlicher
Frist mit einer anfechtbaren Verfügung abschliessen. In der Beschwerde vom
22. September 2015 findet sich jedoch kein Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer
7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8
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eine Rechtsverzögerungs- bzw. Rechtsverweigerungsbeschwerde einreichen wollte.
Vielmehr scheint dem Beschwerdeführer nicht bewusst gewesen zu sein, dass die
Gemeinde Thierachern das Verfahren betreffend Lichtklage mit einer separaten Verfügung
abzuschliessen gedenkt.
5. Verfahrensanträge
a) Der Beschwerdeführer hat mit Schreiben vom 21. Januar 2016 beantragt, das
Beschwerdeverfahren sei für ein Jahr zu sistieren. Er begründet dies damit, dass die in den
Stellungnahmen der übrigen Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Schätzungen einer
unabhängigen Überprüfung bedürften. Auch seien die Immissionswerte am falschen Ort
gemessen worden. Zudem habe die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich unzulässige
Sichtkegel erstellt, die noch entfernt werden müssten. Schliesslich stehe betreffend der
Liegenschaft des Beschwerdeführers ein Wechsel in der Eigentümerschaft bevor. Dazu
verweist er auf eine angebliche Vorladung der Schlichtungsbehörde Oberland.
b) Die instruierende Behörde kann von Amtes wegen oder auf Antrag das Verfahren
einstellen, wenn dessen Ausgang vom Entscheid eines andern Verfahrens abhängt oder
wesentlich beeinflusst wird oder wenn im andern Verfahren über die gleiche Rechtsfrage
zu befinden ist (Art. 38 VRPG8). Der Beschwerdeführer nennt keine solchen Gründe, die
eine Sistierung des Beschwerdeverfahrens rechtfertigen würden. Dies gilt insbesondere
auch für einen möglicherweise anstehenden Wechsel in der Eigentümerschaft seiner
Liegenschaft. Daher wird das Beschwerdeverfahren nicht sistiert, sondern wie in der
Verfügung vom 20. Januar 2016 angekündigt, mit dem vorliegenden Entscheid
abgeschlossen. Mit diesem Entscheid in der Hauptsache wird das Sistierungsgesuch des
Beschwerdeführers gegenstandslos und es kann als erledigt vom Geschäftsverzeichnis
abgeschrieben werden.
c) Für den Fall einer Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer
in seinem Schreiben vom 21. Januar 2016 die Durchführung eines Augenscheins
beantragt. Mit einem solchen Augenschein könne eine schlanke Beschlussfassung
betreffend die Erledigung der Pendenzen in die Wege geleitet werden.
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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d) Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die
Beweisanträge der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG). Da die vorhandenen Akten die
richtige und vollständige Feststellung des Sachverhalts erlauben, konnte auf die
Durchführung eines Augenscheins verzichtet werden. Diese sogenannte antizipierte
Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.9
6. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache
wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19
Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV10). Für dieses Beschwerdeverfahren werden lediglich
Kosten erhoben, soweit die Beschwerde abgewiesen wird (Lärmimmissionen). Soweit auf
die Beschwerde nicht eingetreten werden kann (Lichtimmissionen), wird wegen des
geringen Aufwands auf die Erhebung von Kosten verzichtet. Analoges gilt für das
Sistierungsgesuch, auch dafür werden keine Kosten erhoben. In Anwendung der
genannten Bestimmung wird die Pauschale demnach auf Fr. 600.-- festgelegt.
Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei
diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschwerdeführer als unterliegende Partei. Er hat
daher die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- zu tragen.
b) Weder der Beschwerdeführer noch die Beschwerdegegnerin waren anwaltlich
vertreten, womit ihnen keine Parteikosten im Sinne des Gesetzes entstanden sind (Art. 104
Abs. 1 VRPG). Ein aufwendiges Verfahren im Sinne von Art. 104 Abs. 2 VRPG liegt nicht
vor. Daher sind keine Parteikosten zu sprechen.
9 BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen 10 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21).
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