# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd0c7cc2-32d3-5d99-89d0-2f5b917cd9af
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_011
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren im Jahr 1969, geschieden, Mutter von zwei Kindern (Jahrgänge 1989 und 1998), wohnhaft in B._, ohne Ausbildung, arbeitete als Serviceangestellte im Vollpensum in diversen Restaurants, zuletzt im Restaurant C._. Aufgrund von wiederholten und längeren Arbeitsausfällen wegen starker Rückenschmerzen wurde ihr die Arbeitsstelle per 30. September 2009 gekündigt.
B. Am 22. Februar 2010 (Datum des Gesucheingangs) stellte A._ bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) ein Leistungsbegehren. Zu ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung gab sie an, seit dem Sommer 2007 unter Rückenschmerzen und seit der Stabilisationsoperation L5/S1 im Februar 2009 unter einem chronischen ischalgieformen Schmerzsyndrom zu leiden.
Die IV-Stelle holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein und gewährte der Versicherten, nachdem diese im April 2010 durch die D._ AG mittels Funktionsorientierter Medizinischer Abklärung (nachfolgend: FOMA) untersucht und ihr in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit ganztags (mit vermehrten Pausen) attestiert worden war, Hilfe bei der Arbeitsvermittlung.
Am 27. Juli 2010 musste sich die Versicherte einer zweiten Operation (ventrale Diskektomie und Implantation einer Bandscheibenprothese L4/5) unterziehen. Da weitere Beschwerden (insbesondere eine seronegative Polyarthritis) hinzukamen, empfahl der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn, Zweigstelle Freiburg (nachfolgend: RAD) eine bidisziplinäre (neurochirurgische, rheumatologische) Begutachtung der Versicherten.
Nachdem das neurochirurgische Gutachten am 14. Februar 2012 erstattet und der bereits erteilte Auftrag für eine rheumatologische Begutachtung wieder zurückgezogen worden war, sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 26. September 2012 vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2011 eine befristete ganze Invalidenrente zu. Ebenfalls am 26. September 2012 wurde der Versicherten Hilfe bei der Arbeitsvermittlung gewährt.
Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte schriftliche und mündliche Einwände. Sie beantragte eine rheumatologische Begutachtung. Auch die psychiatrische Komorbidität sei zu berücksichtigen. Es folgten weitere medizinische Abklärungen sowie eine bidisziplinäre (rheumatologische, psychiatrische) Begutachtung.
Mit Verfügung vom 20. November 2014 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid vom 26. September 2012, wonach die Versicherte vom 1. Oktober 2010 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine befristete ganze Invalidenrente habe.
C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Procap Schweiz, am 6. Januar 2015 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Infolge falscher bzw. veralteter Postanschrift ging die Beschwerde erst am 13. Januar 2015 beim Kantonsgericht ein. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr ab April 2011 weiter eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zudem sei ihr für das Beschwerdeverfahren die vollständige unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass auf die Gutachten von Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie und
Kantonsgericht KG
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## Considerations

Allgemeine Innere Medizin FMH, nicht abgestellt werden könne. Auf die vorgebrachten Argumente ist in den nachstehenden rechtlichen Erwägungen näher einzugehen.
Am 10. April 2015 reichte die IV-Stelle ihre Bemerkungen ein. Sie beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Beurteilung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wiederum falle in die Kompetenz des Kantonsgerichts.
Mit Verfügung vom 20. April 2015 wurde der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren die vollständige unentgeltliche Rechtspflege gewährt und Rechtsanwalt Daniel Schilliger, Procap Schweiz, zu ihrem amtlichen Rechtsbeistand ernannt.
Am 15. Juni 2015 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die Einreichung von Gegenbemerkungen, reichte aber am 22. Juni 2015 einen aktuellen Arztbericht zu den Akten und bat darum, dass bei der Beurteilung des vorliegenden Falles das neueste Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 berücksichtigt werde. Am 9. Juli 2015 reichte auch die Vorinstanz eine weitere Stellungnahme ein.
Mit Schreiben vom 1. Dezember 2016 wurde die Beschwerdeführerin dahingehend informiert, dass sie eine Verschlechterung ihrer Stellung gegenüber der angefochtenen Verfügung (reformatio in peius) riskiere, und ihr die Möglichkeit gegeben, eine Stellungnahme hierzu einzureichen oder die Beschwerde zurückzuziehen. Mit Eingabe vom 13. Februar 2017 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest.
Erwägungen
1. a) Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) auf den vorliegenden Fall anwendbar ist, ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentscheides oder der Verfügung, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, einzureichen. Berechnet sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 1 ATSG).
Die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 20. November 2014 wurde der Beschwerdeführerin am 21. November 2014 zugestellt. Die Beschwerdefrist fing somit am 22. November 2014 an zu laufen und endete zufolge der Gerichtsferien vom 18. Dezember 2014 bis und mit dem 2. Januar 2015 (Art. 60 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG) am 6. Januar 2015.
b) Die Beschwerdeführerin, rechtsgültig vertreten durch Procap Schweiz, sandte erstmals am 6. Januar 2015 eine Beschwerde per Einschreiben an das Kantonsgericht Freiburg. Die Eingabe konnte dem Kantonsgericht indessen nicht zugestellt werden, weil eine falsche bzw. veraltete Postanschrift verwendet wurde und das Kantonsgericht unter angegebener Adresse nicht (mehr) ermittelt werden konnte. Die Post retournierte die Sendung am 12. Januar 2015 an die Beschwerdeführerin mit dem Vermerk „Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden“. Daraufhin sandte die Beschwerdeführerin die Beschwerde am 12. Januar 2015 ein zweites Mal per Einschreiben an das Kantonsgericht; diesmal an die aktuelle Adresse. Ihrer
Kantonsgericht KG
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Eingabe legte sie den nunmehr leeren Briefumschlag mit dem Poststempel vom 6. Januar 2015 bei. Da die Beschwerdeführerin die Beschwerde am selben Tag, an dem ihr die erste Sendung vom 6. Januar 2015 retourniert worden war, ein zweites Mal beim Kantonsgericht einreichte und auch diese am 12. Januar 2015 eingereichte Beschwerde das Datum vom 6. Januar 2015 trägt, lässt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass die beiden Eingaben inhaltlich identisch sind. Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin rechtsmissbräuchlich eine falsche bzw. veraltete Adresse verwendet haben könnte, um eine längere Beschwerdefrist zu erwirken, liegen nicht vor, erfolgte doch die Zustellung an die veraltete Postanschrift wohl auch deshalb, weil die Vor-instanz in der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung eine falsche bzw. veraltete Postanschrift nannte.
Es ist daher von einer rechtzeitigen Übergabe des Rechtsmittels an die Schweizerische Post zuhanden des angerufenen Gerichts und damit von einer fristgerechten Beschwerdeerhebung auszugehen.
c) Im Übrigen wäre die Beschwerdefrist bei Annahme einer verspäteten Rechtsmittelerhebung jedenfalls wiederherzustellen.