# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 571b1149-1ff6-477c-a340-23492d69dfd1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1950 geborene
X._
ist seit 1.
Januar 1999 als Englischlehrerin bei der
Schule Y._
angestellt und damit bei der
Visana
Versicherungen AG
obligatorisch unfall
versichert.
Laut
Schadenmeldung vom 24.
August 2013 (Urk.
7/1) erlitt sie am 8.
Juli 2013 beim Essen eines Sandwiches einen
Zahn
schaden
. Mit Verfügung vom 30.
September 2013 (Urk.
7/5-6)
verneinte
die
Visana
Versiche
rungen AG ihre Leistungspflicht
.
Die dagegen am 28. Oktober 2013 erhobene Einsprache der Versicherten (Urk. 7/19) wies sie mit Entscheid vom 17.
Januar 2014 (Urk.
2)
ab
.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 14.
Februar 2014 Beschwerde (Urk.
1) und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Zusprache
der
gesetzlichen Leistungen. Die
Visana
Versicherungen AG
äusserte sich am 24.
März
2014 zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde (Urk. 5) und
schloss in ihrer Be
schwerdeantwort vom 16.
Mai 2014 (Urk.
6
A
) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 21.
Mai 2014 (Urk.
8) zur Kenntnis ge
bracht wurde.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt (vgl. Urk. 7/16-17), fällt die Be
urteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.3
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.4
Nach der Rec
htsprechung bezieht sich das Be
griffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit
nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohn
e Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor
allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Fak
tor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Le
bensbereich All
täg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhn
lichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.5
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person
glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
voll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines
unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der
Un
tersuchungsmaxime
entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht we
nig
stens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –,
so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
2.1
Zu beurteilen ist, ob es sich bei
m Ereignis vo
m 8.
Juli 2013 um einen Unfall im Rechtssinne han
delt
. Streitig ist insbesondere, ob die Anspruchsvoraussetzung des ungewöhnlichen äusseren Faktors gegeben
beziehungsweise
rechtsgenügend nachgewiesen ist.
2.2
In der Schadenmeldung vom 24.
August 2013 gab die Beschwerdeführerin zum Ereignishergang Folgendes an (Urk.
7/1): „Beim Essen eines Sandwich auf ein in der Rinde des Brotes eingebackenen Gegenstand (Steinchen) gebissen.“
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin wiederholte die Beschwerdeführerin am 2.
September 2013 ihre Darstellung, wonach sie beim Verzehr eines belegten Brotes (Lachs-Baguette) auf einen kleinen
harten Gegenstand (Steinchen) ge
bissen habe,
wel
cher in der Kruste des
Brotes eingebacken gewesen sei
. Di
e Frage,
ob sie den Gegenstand
gesehen habe oder nur vermute, dass sie darauf gebissen habe, beantwortete sie dahingehend, dass es ganz klar ein kleiner har
ter Ge
gen
stand gewesen sei, den sie aber leider verschluckt habe. Entsprechend könne sie den Gegenstand nicht vorweisen (Urk.
7/2-3 S.
1 Ziff.
1-3).
Im Rahmen
ihrer
Einsprache vom 28.
Oktober 2013 (Urk.
7/19) hielt die Be
schwer
deführerin fest, gemäss Einschätzung
ihrer Zahnärztin
Dr.
med.
dent
.
Z._
(vgl. Urk.
7/18) habe der Zahnschaden nur durch einen extrem harten Ge
genstand
zum Beispiel
aus
Glas oder Stein
zustande kommen können.
Beschwerdeweise führte sie sodann aus (Urk.
1 S.
3), dass sie das Corpus
delicti
wegen eines Körperreflexes verschluckt und deshalb weder gesehen noch si
cher
gestellt habe. Jedenfalls gehöre ein derart harter Gegenstand definitiv nicht in ein Lachsbrötchen, bestehend aus einem Stück Weissbrot, einem Aufstrich und Lachs. Denkbar wäre, dass die Krume des Brotes stellenweise etwas knusp
riger gebacken und damit etwas härter sei oder sich vielleicht noch eine Gräte im
Lachs
filet
befinde. Eine solche Schadenursache sei aber gemäss Einschätzung
ihrer Zahnärztin ausgeschlossen. Dafür komme einzig die Einwirkung eines harten
Gegenstandes
aus
Stein, Glas oder Metall in Frage.
2.3
Wie von der Beschwerdegegnerin zutreffend dargelegt wurde (Urk. 2 S. 3 ff., Urk. 6A S. 4 f.)
,
hat
da
s Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung erkannt, dass die blosse Vermutung, ein Zahnschaden sei durch einen Fremdkörper ver
ursacht worden, nicht genügt, um einen ungewöhnlichen äusseren Faktor anzu
nehmen. Unter diesem Umständen kann die Frage, ob ein Unfall im Rechtssinn
e
vorliegt, nicht beantwortet werden, da ungeklärt bleibt, um was für einen Ge
genstand es sich gehandelt hat, und sich demnach auch nicht zuverlässig beur
teilen lässt, ob dieser als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu qualifizieren ist. Es
liegt daher Beweislosigkeit vor, deren Folgen die versicherte Person zu tragen hat
,
welche aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
, und
es besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. In diesem Sinne wurde
insbesondere entschieden, wenn die versicherte Person lediglich angeben konnte,
auf „etwas Hartes“ oder „einen Fremdkörper“ gebissen zu ha
ben, den Gegen
stand jedoch nicht genauer beschreiben konnte. Allein aus dem Umstand, dass überhaupt eine Schädigung eingetreten ist, kann nicht auf das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors geschlossen werden. Schliess
lich ver
mögen auch medizinische Feststellungen den mangelnden Nachweis ei
ner
unfallbe
ding
ten
Schädigung rechtsprechungsgemäss nicht zu ersetzen (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_1059/2008 vom 27.
Februar
2009 E.
3 mit Hin
weisen und 9C_196/2008 vom 3.
Juni 2008).
Eine blosse Vermutung, dass der Schaden durch einen ungewöhnlichen äusse
ren
Faktor eingetreten sei, liegt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung auch dann vor, wenn der fragliche Gegenstand zwar benannt wurde („ein Stein“), der entsprechende Nachweis aber nicht erbracht werden konnte (Urteil des Bundes
gerichts U
64/02 vom 26.
Februar 2004 E.
2.2.2 mit Hinweisen).
2.4
Die Beschwerdeführerin hat den harten Gegenstand zwar wiederholt als Stein
chen bezeichnet. Fest steht
jedoch
, dass es sich hierbei lediglich um eine Ver
mutung
beziehungsweise
eine Interpretation der Beschwerdeführerin handelt, da diese
–
wie sie
im Rahmen
des vorliegenden Verfahrens
(
vgl.
E.
3.1 hiervor) aus
drücklich
festhielt
–
das
mutmasslich schadensverursachende
Objekt gar nicht gesehen und mit dem
Kaugut
verschluckt hatte. Angesichts dessen kann nicht zuverlässig beurteilt werden (und auch die Beschwerdeführerin nicht
ver
lässlich
wissen), ob es sich beim fraglichen Gegenstand um einen Fremdkörper gehan
delt hat, der als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu qualifizieren wäre. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann sodann praxisgemäss (vgl. vor
stehend E.
2.3 in
fine
) aus den Angaben
der
Zahnärztin, wonach der betroffene Zahn zuvor gesund gewesen und ein Zahnbruch nur durch einen extrem harten Gegenstand wie Stein oder Glas möglich sei, keine Einwirkung eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors abgeleitet werden, zu
mal auch andere
Schaden
s
ursachen
–
etwa e
in Knochenfragment des Lachses –
in Betracht kom
men.
Dem
entsprechend
ist es bloss möglich, aber n
icht überwiegend wahr
scheinlich
, dass ein ungewöhnlicher äusserer Faktor für di
e Zahnschädigung ursächlich war
. Insofern liegt
eine nicht zu behebende
Beweislosigkeit
(
vgl.
E. 1.5 hiervor)
vor, deren Folgen die Beschwerdeführerin zu tragen hat, welche aus dem unbe
wie
se
nen Sach
verhalt Rechte ableiten
wollte
.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht somit zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.