# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4cb0bac2-1a72-5c49-af9c-6b25cb737089
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969,
ist Mutter eines 2002 geborenen Sohnes und
war seit 27. Oktober 1994 als kaufmännische Angestellte bei der
Y._ AG
tätig (Urk. 6/7 Ziff. 1, Ziff. 5).
Am
4. März 1998 meldete sie sich
wegen
Multipler
Sklerose bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 6/3 Ziff.
7.2, Ziff. 7.8). Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zog Arztberichte (Urk. 6/5-6; Urk. 6/10-11) und zwei Arbeit
geberberichte (Urk. 6/7; Urk. 6/12) bei und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 10. November 1998 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab 1.
Au
gust 1998 eine ganze Rente sowie eine Zusatzrente für den Ehegatten zu (Urk. 6/15).
Dieser Anspruch wurde im Rahmen der 1999, 2001 und 2005
durchgeführten Rentenrevision
bestätigt (vgl. Urk. 6/20; Urk. 6/25; Urk. 6/32).
1.2
Im Jahr 2010 wurde eine weitere Rentenrevision veranlasst (Urk. 6/35). Die IV-Stelle
zog
einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Aus
zug; Urk. 6/36) und weitere Arztberichte (Urk.
6/37/1-11; Urk. 6/38/1-9; Urk.
6/42; Urk. 6/46; Urk. 6/55) bei. Sodann führte sie am 6. Oktober 2010 eine Haushaltabklärung
(
Bericht vom 21. Oktober 2010; Urk. 6/43) sowie
am 2. Febru
ar
2011
ein Eingliederungsgespräch durch (vgl. Urk. 6/51). Weiter veranlasste
sie eine neurologisch-neuropsychologische Begutachtung der Versicherten an der
Klinik
Z._
, deren Gutachten am 9. August 2011 erstattet wurde (Urk. 6/58).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk. 6/
65-68; Urk. 6/74) wurden weitere
Arztberichte eingereicht (Urk. 6/73; Urk. 6/76) und die Gutachter um eine Stellung
nahme (Urk. 6/79) ersucht. Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 (Urk. 6/8
1
= Urk.
2) hob die IV-Stelle die Verfügung vom 10. November 1998 wiedererwägungsweise auf und setzte die bisherige ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad
von 58 %
ab dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung
auf eine halbe Rente herab.
2.
Gegen die Verfügung vom 7. Mai 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 7. Juni
2012 Beschwerde
mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides
und Weiterausrichtung der ganzen Rente (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2012 (Urk. 5) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin reichte am 19. Juli 2012 (Urk. 7) einen wei
teren Arztbericht (Urk. 8) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf
eine
Stell
ungnahme dazu (Urk. 10). Am 7. September 2012 wurde die Pensionskasse der Beschwerdeführerin beigeladen (Urk. 11), welche mit Eingabe vom 17. Septem
ber
2012 auf die Einreichung einer Stellungnahme verzichtete (Urk. 12). Dies wurde den Parteien am 18. September 2012 zur Kenntnis gebracht (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
rechtlichen Grundl
agen, die den Leistungsanspruch
und die Invaliditätsbe
messung (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) sowie
die gemischte Methode (Art. 28a IVG und Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
und
die Voraussetzungen
einer Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) betreffen,
sind im angefochtenen Entscheid zu
treffend wiedergegeben (Urk. 2
Verfügungsteil 2). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener
Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kung
en auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009
vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Ar
beitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchs
erheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.3
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Be
zug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung
gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010
und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer Rentenbe
zügerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut Art.
17
Abs. 1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzusetzen oder auf
zu
heben. Der Revisionsordnung gemäss Art. 17 ATSG geht jedoch der Grund
satz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formel
l rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist
(BGE 110 V 176 E. 2a; Art. 53 Abs. 2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des Art. 17
Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprüng
li
chen
Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begrün
dung
schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der
Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die ge
samten Umstände des Einzelfalles.
Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lich
keit der Berichtigung zu bejahen
(BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
be
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die wiedererwägungsweise Aufhebung der
Ver
fügung vom 10. November 1998 damit, dass damals vom behandelnden Neu
ro
logen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als Sekretärin postuliert wo
rden sei. Auf die von Dr. med.
A._
als Facharzt für Innere Medizin festgestellte Arbeits
un
fähigkeit von 100 %
h
ätt
e nicht abgestellt werden dürfen
, da die Folgen einer Multiplen Sklerose immer von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Neu
ro
lo
gie beurteilt werden müssten. Diesbezüglich habe Dr. med.
B._
eine Ar
beitsfähigkeit von 50 % attestiert. Dies habe auch die Begutachtu
ng an der Klinik
Z._
ergeben, weshalb von einer Resta
rbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen sei.
Hinsichtlich der Qualifikation sei von einer Erwerbstätigkeit von 90 % und einer Haushalttätigkeit von 10 % auszugehen; die Einschränkung im Haushalt
betrage gemäss Abk
lärungsbericht 12 %. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von
58 %
(Urk. 2 S. 2 f.; Urk. 5).
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, sie habe anlässlich der Haus
haltabklärung nicht gesagt, dass sie bei guter Gesundheit mindestens 80 bis 100
%
, sondern
dass sie
100 % arbeiten würde. Sie sei denn auch bis
zum
Ein
tritt ihres Gesundheitsschadens stets zu 100 % erwerbstätig gewesen und würde
ihr Kind im Gesundheitsfall fremdbetreuen lassen.
Ihre
Aussage sei anlässlich der
Haushaltabklärung nicht richtig wiedergegeben worden. Sie habe zudem
bereits
anlässlich des Eingliederungsgesprächs
mitgeteilt
, dass sie im Gesundheitsfall voll
erwerbstätig wäre. Weiter sei die Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im Jahr 1998 vertretbar und nicht zweifellos unrichtig gewesen. Bei
den
nach
fol
genden Rentenrevisionen sei trotz
Arztberichten, in denen eine 50%ige Ar
beitsunfähigkeit postuliert worden sei, weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden, was der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) im Jahr 2005
bestätigt habe. Auch deshalb sei keine zweifellose Unrichtigkeit ausgewiesen. Zudem habe sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessert, so dass die Rente
auch nicht revisionsweise herabgesetzt werden könne (Urk. 1 S. 4 ff.). Dies ergebe
sich aus den aktuellen Arztberichten (Urk. 7).
3.
3.1
Dr. med.
B._
,
Neurologe FMH, erachtete die Beschwerdeführerin
in seinem
Bericht vom 16. März 1998 (Urk. 6/5) als im bisherigen Beruf zu 50 % ar
beitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei auf längere Sicht reduziert (Ziff.
1.5,
Ziff.
2). Die Beschwerdeführerin leide an Multipler Sklerose (Ziff.
3). Eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit, die durch einen Berufsberater zu bestimmen sei, sei der Beschwerdeführerin seit Herbst 1997 im Umfang von 50 bis 75 % zumutbar (Urk. 6/5/3).
3.2
Dr. med.
A._
, Innere Medizin FMH, Hausarzt der Beschwerdeführerin (vgl
. Urk. 6/3 Ziff.7.5.1), führte mit Bericht vom
20. März 1998 (Urk. 6/6/4) aus, es werde bestenfalls in Zukunft eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % halb
tags, allenfalls unterbrochen von längeren Pausen, möglich sein. Seit
1. Januar 1998
sei die Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig.
3.3
Dr.
B._
erachtete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in seinem
Be
richt vom 8. August 1998 (Urk. 6/10) als stationär. Im angestammten Beruf als
Sekretärin sei die Beschwerdeführerin seit Januar 1998 zu 50 % arbeitsunfähig.
3.4
Mit Bericht vom 14. August 1998 (Urk. 6/11) hielt Dr.
A._
fest, es sei seit März 1998 ein neuer MS-Schub aufgetreten. Die Müdigkeit
der Beschwerdeführerin
sei unverändert;
ihre
Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100 %. Bestenfalls könne
in Zukunft eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % halbtags, jeweils un
terbrochen von Pausen, erwartet werden.
3.5
Dr. med.
C._
, Spezialärztin für Neurologie FMH, diagnostizierte
mit Bericht vom 12. November 1999 (Urk. 6/18) eine schubförmig mit Residuen verlaufende Multiple Sklerose. Als Sekretärin sei die Beschwerdeführerin seit Januar 1998 bis auf weiteres zu 50 % arbeitsunfähig. Seit 1998 habe sie mehrere Schübe mit einer Sehstörung links, Doppelbildern sowie einer Verstärkung der bekannten sensibel ataktischen
Hemisymptomatik
links erlitten. Im
Januar 1999 sei die
Betaferontherapie
wegen des Kinderwunsches der Beschwe
r
deführerin gestoppt worden, was zu einem erneuten Schub mit Doppelbildern geführt habe.
3.6
Mit Bericht vom 4. Dezember 2001 (Urk. 6/24/1) erachtete Dr.
A._
den Ge
sund
heitszustand der Beschwerdeführerin als stationär. Die Diagnose sei unver
än
dert. Es handle sich um einen stationären Verlauf mit rezidivierend auftreten
den
Kribbelparästhesien
vor allem im Bereich der Arme und mit zusätzlich ver
mehrt auftretenden Schwindelbeschwerden. Hinsichtlich des Verlaufs der
Multi
plen Sklerose verwies Dr.
A._
auf Dr.
C._
(vgl. Urk. 6/28/3 Ziff. 3
).
3.7
Dr.
C._
wiederholte mit Bericht vom 21. März 2005 (Urk. 6/29/3-4)
im Wesentlichen ihre bisherigen Feststellungen. Als Sekretärin sei die Be
schwer
deführerin weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig. Es bestehe ein diskretes sensibles
Hemisyndrom
rechts; die übrigen Befunde seien intakt. Die Beschwerdeführerin berichte über wechselnd ausgeprägtes Kribbeln und Koordinationsstörungen,
aktuell eher an der rechten Körperseite, phasenweise Schwindelbeschwerden und
rasche Ermüdbarkeit. Beim bisherigen milden Krankheitsverlauf sei eine günstige
Prognose zu erwarten.
In Ergänzung dieses Berichtes führte Dr.
C._
am 31. März 2005
(Urk.
6/30/4) aus, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Sekre
tä
rin/
Hausfrau seit 1998 in etwa konstant auf 50 % einzuschätzen sei. Zwischenzeitlich hätten sich kurzfristige Verschlechterungen im Rahmen von Krankheitsschüben ergeben. Insgesamt sei der Zustand aber stabil und es habe sich keine wesentliche Verbesserung ergeben.
3.8
Dr. med. D._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 22. April 2005
(Urk. 6/31/2) aus, dass die Berichte von Dr.
C._
anlässlich der Re
vision im Jahr 1999 nicht berücksichtigt worden seien. Die Beschwerdegegnerin sei weiterhin von einer ganzen Rente ausgegangen. Worauf man sich gestützt habe, könne er nicht erklären. Im Bericht von Dr.
C._
vom 22. März 2005
seien
ein diskretes sensibles
Hemisyndrom
rechts sowie eine rasche Ermüdbarkeit erwähnt. Diese Befunde begründeten keine im allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit.
3.9
Dr.
A._
verwies mit Bericht vom 6. April 2010 (Urk. 6/37/7-9) hinsichtlich der
Auswirkungen der Multiplen Sklerose auf Dr.
C._
. Die Beschwerdeführerin sei ab Januar 1998 bis auf
weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/37/11).
3.10
Dr.
C._
diagnostizierte mit Bericht vom 19. April 2010 (Urk. 6/38/8-9
) eine seit 1996 bestehende Multiple Sklerose mit schubförmigem Verlauf, blei
ben
den Kribbelbeschwerden, einer Fühlstörung an der linken Körperseite und am
rechten Fuss sowie einer
Fatigue
(Ziff. 1). Bei bisher stabilem Verlauf sei in Zu
kunft eine etwa gleich bleibende Situation zu erwarten. Aus rein neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin seit 1998 als Sekretärin zu 50 % arbeitsfähig. Die Leistungsfähigkeit sei im Sinne einer raschen Ermüdbarkeit und Konzentra
tionserschwernis zu 50 % eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologi
scher
Sicht seit April 2005 nicht verändert und auf etwa 50 % für eine leichte
Bürotätigkeit mit der Möglichkeit vermehrter Pausen und Ausruhen einzu
schät
zen
.
3.11
Am 6. Oktober 2010 fand eine Haushaltabklärung statt. Mit Bericht vom 21. Ok
tober
2010 (Ur. 6/43) führte die Abklärungsperson aus, dass die Aufgabe der
bisherigen 100%igen Erwerbstätigkeit nach Angaben der Beschwerdeführerin 1997
aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Bei guter Gesundheit wolle sie
mindestens 80 bis 100 % arbeiten. Bereits vor Ausbruch der Erkrankung habe sie
gewusst, dass sie auch als Mutter 80 bis 100 % erwerbstätig sein wolle. Sie habe
ihre Kinder fremdbetreuen lassen wollen. Die Abklärungsperson legte deshalb die
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall auf
den
Durchschnittswert von
90 % und di
e
Haushalttätigkeit auf 10 % fest (S. 2).
Die Abklärung ergab eine Einschränkung im Haushaltbereich von 12.04 % (S. 6).
3.12
Prof. Dr. phil.
E._
, Neu
ro
psychologin, und Dr. med. F._
,
Neurologie FMH, führten mit Bericht vom 23. Februar 2011 (Urk. 6/46) aus, dass die aktuelle Untersuchung bei der eingeschränkt belastbaren und rasch er
müdbaren Beschwerdeführerin eine verminderte Konzentrationsleistung, eine moda
litätsunabhängige, markante Lern- und Gedächtnisschwäche sowie erhebliche
Schwierigkeiten im konzeptuellen Denken und Umstellen gezeigt habe. Aufgrund
dieser persistierenden krankheitsassoziierten Funktionsschwächen bestehe aktuel
l keine verwertbare Arbeitsfähigkeit (S. 2).
3.13
Dr. med.
G._
, Neurologie FMH, führte mit Bericht vom 15. Mai 2011
(Urk. 6/55/5-6)
unter Nennung der bisherigen Diagnose
aus,
dass eine Besse
rung der neurologischen und neuropsychologischen Defizite nicht zu er
war
ten sei. Der Befund habe sich nicht verändert; die neuropsychologischen Defi
zite hätten eher zugenommen. Somit habe sich auch die Arbeitsfähigkeit nicht verbessert (Urk. 6/55/6). Rein sitzende oder wechselbelastende Tätigkeiten seien zu 20 % zumutbar (Urk. 6/55/4).
3.14
Die Fachärzte der Klinik
Z._
stellten
in ihrem nach Durchführung einer neu
rologischen und neuropsychologischen Untersuchung am 9. August 2011 er
statte
ten Gutachten (Urk. 6/58)
folgende Diagnose (S. 6):
s
chubförmig-remittierende Multiple Sklerose mit und bei
Erstmanifestation 1994 mit Sensibilitätsstörungen und einer Schwäche
des linken Armes
seit 1998 unter
Betaferon
stabiler Verlauf ohne weitere Schübe und ohne klinische und subklinische Zeichen der Progredienz
bildgebend 2009 diskrete multifokale Hyperintensitäten im Marklager beidseits
aktuell persistierende leichte
Feinmotorikstörung
und sensible Stö
rung
en links,
Fatigue
-Symptomatik und leichte bis mittelschwere neuro
psychologische Defizite
EDSS: 3.5
Im Verlauf sei eine
Fatigue
aufgetreten, welche die Beschwerdeführerin in ihrem Alltag und ihrem Beruf als Sekretärin deutlich eingeschränkt habe. Unter The
rapie habe sich ein sehr stabiler Verlauf mit nur seltenen, vollständig remittie
ren
den Schüben ohne Zeichen einer Progredienz gezeigt. Für die Beschwerde
führerin stünden aktuell weiterhin Müdigkeitssymptome mit rascher Erschöpfung bei
geistigen Aktivitäten im Vordergrund.
Körperlich sei sie jedoch gut leistungs
fähig
und könne auch längere Gehstrecken absolvieren. Somatisch bestehe jedoch weit
erhin eine Einschränkung der Feinmotorik links aufgrund der propriozeptiven
Störungen. Andere somatische Einschränkungen lägen nicht vor.
In der aktuellen
klinisch neurologischen Untersuchung zeige sich eine Sensibilitätsstörung und
Feinmotorikstörung
des linken Armes sowie seit einigen Monaten neu eine leichte sensible Störung über dem radialen distalen Vorderarm und Handbereich rechts ohne funktionelle Einschränkung. In der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung zeigten sich mittelschwere Defizite, wobei die Beschwerdeführerin
diese recht gut kompensieren könne und die dreistündige Testung ohne Probleme
mit nur einmaliger kurzer Pause bewältigen könne (S. 5).
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig. 1998 sei von Dr.
C._
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit atte
stiert worden, welche auch 2005 nochmals bestätigt worden sei. Die Arbeits
fähig
keit habe sich seither nicht verändert (S. 7 Ziff. 4 und Ziff. 7). Aus neuro
logischer Sicht bestünden insgesamt keine Diskrepanzen in der bisherigen Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit
.
Auch in der angestammten Tätigkeit als Sekretärin
und im Haushalt bestehe seit 1998 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 11). In den Haushalttätigkeiten sei keine relevante Einschränkung gegeben (S. 9).
Die neuropsychologische Untersuchung ergab eine Arbeitsfähigkeit
als kauf
männi
sche Angestellte
von 50 % (Urk. 6/58/13).
3.15
Dr. med.
G._
führte am 10. Februar 2012 (Urk. 6/73) in Ergänzung zu
ihrem Bericht vom 15. Mai 2011 aus, ihre damalige Einschätzung, wonach sich die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht verbessert habe, beziehe sich auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die Einschätzung beruhe auf der Kom
bination von neurologischen und neuropsychologischen Defiziten, wie sie von Prof.
E._
am 23. Februar 2011 festgestellt worden seien. Von den vorbe
han
delnden Neurologen sei jeweils nur der neurologische Befund beurteilt worden. Die erste ausführliche Testung mit dem Nachweis der ausgeprägten Defizite sei durch Prof.
E._
erfolgt.
3.16
Prof.
E._
und Dr.
F._
hielt
en
mit Schreiben vom 21. März
2012 (Urk.
6/76)
fest, sie hätten
die Beschwerdeführerin aufgrund der am 21. Februar
2011 erhobenen Befunde in ihrem angestammten Beruf als
kaufmännische Ange
stellte und Reiseleiterin als nicht arbeitsfähig beurteilt. Die Gründe dafür seien
vornehmlich ein ausgeprägtes
Fatigue
-Syndrom mit verminderter Belastbarkeit, eine
eingeschränkte
Konzentration,
verminderte Gedächtnis- und Lernleistungen
und eine ungenügende konzeptuelle Umstellfähigkeit gewesen. Diese Befunde hätten
in der Klinik
Z._
grösstenteils
repliziert werden können. Das Muster der Ausfälle sei vergleichbar, aber gewisse Leistungen seien quantitativ etwas höher, was auf einen Lerneffekt bei Testwiederholung zurückzuführen sei. Was die Befunde angehe, bestehe somit keine Diskrepanz zwischen unserer Erhebung
und derjenigen in der Klinik
Z._
. Die Beurteilung dieser Befunde sei hin
gegen
unterschiedlich. Zum Zeitpunkt der Untersuchung vom Februar 2011 sei die Be
schwerdeführerin nicht arbeitsfähig gewesen. Die Gründe für die Diskrepanz könnten
vielfältig sein, beispielsweise
eine
Fluktuierung
der Krankheitssymptome, insbesondere der
Fatigue
, oder einer anderen Bewertung der beruflichen Anforderungen.
3.17
Dr. med.
H._
, Leitender Arzt der Klinik für Neurologie
Z._
, nahm am
16. April 2012 (Urk. 6/79) zur unterschiedlichen Beurteilung wie folgt Stellung: Es gingen auch aus den Verlaufsberichten keine eindeutigen Hinweise auf eine Progression oder neue Schübe hervor. Die von Prof.
E._
erwähnte Diskre
panz könne tatsächlich auf einem Lerneffekt beruhen. Andererseits seien wäh
rend der neuropsychologischen Testung in
der Klinik Z._
kaum
Leistungseinbussen
oder
Zeichen der Ermüdung aufgetreten, so dass man ein konzentriertes Arbeiten über
einen beschränkten Zeitraum als realistisch erachte.
Die Beschwerdeführerin verfüge trotz der unbestrittenen neuropsychologischen Defizite über genügend Ressourcen, um als kaufmännische Angestellte eine Teilarbeitsfähigkeit zu errei
chen. Die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sei deshalb weiterhin an
gemessen. Allerdings könne die Symptomatik bei Multipler Sklerose fluktuie
rend sein, so dass auch die Leistungen tagesabhängig sein könnten (Ziff. 1).
Man habe versucht, die
Fatigue
in der Beurteilung zu berücksichtigen. Da es sich
dabei um subjektive Angaben gehandelt habe, sei eine objektive Beurteilung
schwierig. Andererseits könne die problemlose neuropsychologische Testung über
3.5 Stunden als Hinweis dafür gesehen werden, dass eine konzentrierte Arbeit über einen gewissen Zeitraum möglich sein könnte. Zu berücksichtigen wäre bei einer Tätigkeit sicher die Einplanung genügender Ruhepausen und Limitierung der Arbeitsphasen auf maximal zwei bis drei Stunden pro
Halbtag
(Ziff. 2). An der bisherigen Einschätzung sei festzuhalten (Ziff. 3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass die ursprüngliche Annahme einer vollen Arbeitsunfähigkeit offensichtlich unrichtig gewesen sei. Dies, da die Aus
wirkungen der Multiplen Sklerose der Beschwerdeführerin nicht von ihrem Haus
arzt Dr.
A._
, sondern von
einer
Fachärztin
oder einem Facharzt
f
ür Neurologie
zu beurteilen gewesen seien. Die
Zusprache
einer ganzen Rente sei deshalb
eben
falls
offensichtlich unrichtig gewesen.
4.2
D
ie
Beschwerdegegnerin kann
auf formell
rechtskräftige Verfügungen
zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von
er
heblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung
einschliesslich
unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Darunter fällt
insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung auf Grund einer klaren
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit
. c ATSG).
Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgeb
lichen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform
und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrecht
lichen Si
nne (Urteil des Bundesgerichts
8C_947/2010 vom 1. April 2011 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Auch
k
lar unzutreffende Annahmen, die für die Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung sind, können in gleicher Weise wie das Fehlen einer nachvollziehbaren fachärztlichen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit eine Leistungszusprechung als zweifellos unrichtig im wiedererwägungs
rechtlichen Sinn erscheinen lassen (
Urteil des Bundesgerichts
9C_86/2013
vom 30. April 2013
mit Hinweisen).
4.3
Vorliegend hat
die Beschwerdegegnerin grundsätzlich richtig festgestellt, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Multipler Sklerose
durch einen
Facharzt oder eine
Fachärztin für Neurologie zu erfolgen hat. Dies war denn auch an
lässlich der erstmaligen
Rentenzusprache
1998 der Fall, hat doch
der Neurologe
Dr.
B._
die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf 50 % geschätzt
(vgl. vorstehend E. 3.1 und 3.3)
. Jedoch ersch
eint die Einschätzung durch Dr. A._
nicht als offensichtlich falsch, insbesondere da die Beschwerdeführerin an einer Multiplen Sklerose mit schubförmigem Verlauf mit Residuen leidet und Dr.
A._
in seinem Bericht vom 14. August 1998 darauf hinwies, dass ein neuer
Schub aufgetreten sei
(vgl. vorstehend E. 3.4)
. Bei einem
stark schwankenden
Krank
heitsverlauf
ist nachvollziehbar, dass die ärztlichen Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit u
nterschiedlich ausfallen können und einer stärkeren Ermessens
ausübung unterliegen.
Der von der Beschwerdegegnerin angerufene
Wiedererwägungsgrund
liegt hier
im Bereich materielle
r Anspruchsvoraussetzungen
,
deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beur
teilung einzelner Schritte bei der Feststellung
einer
Anspruchsvoraussetzungen
wie der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung vor dem Hintergrund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (SVR 2010 IV Nr. 5 S. 10,
Urteil des Bundesgerichts
8C_1012/2008
vom 17. August 2009 E.
2.2 mit Hinweisen
).
Ein so eindeutiger Schluss kann vorliegend nicht gezogen werden
; die
Zusprache
einer ganzen Rente erscheint in Anbetracht der damaligen Sachlage als vertret
bar.
Zudem
wurde d
ie volle
Arbeitsunfähigkeit im weiteren Verlauf von RAD-Arzt
Dr.
D._
(
trotz Kenntnis der Einschätzung einer 50%igen Arbeits
fähigkeit durch die Neurologin Dr.
C._
)
ausdrücklich best
ätigt (vgl. vorstehend E. 3.8), was der Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit entgegensteht.
Eine
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 10. November 1998
ist somit
nicht möglich.
5.
5.1
Zu prüfen ist eine revisionsweise Änderung des Invaliditätsgrades der Be
schwer
deführe
rin.
Dr.
C._
ging in ihren
Bericht
en
vom 12. November 1999, 21. März 2005
, 31. März 2005 und 19. April 2010 jeweils von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Sekretärin wie auch in einer angepassten leichten Tätigkeit aus und wies darauf hin, dass es zu kurzzeitigen Verschlechterungen im Rahmen von Krankheitsschüben ge
kommen, der Zustand der Beschwerdeführerin aber im Wesentlichen stabil
ge
blieben
sei (vgl. vorstehend E. 3.5, 3.7 und 3.10). Die Leistungsfähigkeit sei durch die rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationserschwernis eingeschränkt (vgl.
E.
3.10). Die neuropsychologische Abklärung ergab ebenfalls eine
ver
minderte Konzentrationsleistung,
eine markante Lern- und Gedächtnisschwäche sowie er
hebliche Schwierigkeiten im konzeptuellen Denken und Umstellen
. Prof.
E._
und Dr.
F._
wie auch Dr.
G._
gingen deshalb von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. vorstehend E. 3.12
, E. 3.15
).
Mit dem Auftreten dieser neuropsychologischen Defizite ist somit bei gleich
blei
bender
MS-
Diagnose eine Veränderung der Auswirkungen der Krankheit der Beschwerdeführerin eingetreten: Eine revisionsweise relevante Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt
rechtsprechungsgemäss
auch bei gleich ge
bliebener Diagnose
vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (vgl. vorstehend E. 1.2).
Die
unterschiedliche ärztliche Einschätzung dieser Auswirkungen spiegelt dabei den fluktuierenden Charakter der Symptome der Multiplen Sklerose wieder, die eine nachhaltige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erschwert.
5.2
Vorliegend
wurden
am 8. August 2011 sowohl eine neurologische wie auch eine
neuropsychologische Begutachtung durchgeführt. Das unter Berücksichtigung der
Akten und Erhebung der Anamnese wie auch der Befunde am 9. August 2011
er
stattete Gutachten der Klinik
Z._
(Urk. 6/58) vermag zusammen mit den
Er
gänzungen von Dr.
H._
(Urk. 6/79) den praxisgemässen Anforderungen an einen
Arztbericht (vgl. vorstehend E. 1.3) zu genügen.
Dr.
H._
hielt aus
drück
lich fest, dass die Beschwerdeführerin trotz der unbestrittenen neuropsycholo
gi
schen Defizite über genügend Ressourcen verfüge, um als kaufmännische Ange
stellte eine Teilarbeitsfähigkeit zu erreichen, auch wenn die fluktuierende Symp
tomatik einen Einfluss auf die tagesabhängige Leistung haben könne. Die Be
schwerdeführerin war - mindestens am Tag der Testung in
der Klinik Z._
- fähig, mit einer kurzen Pause 3.5 Stunden konzentriert zu arbeiten. Unter Berück
sich
ti
gung des Erfordernisses genügender Pausen und Ruhezeiten und der Limitie
rung
der Arbeitsphasen auf maximal zwei bis drei Stunden pro
Halbtag
erscheint eine Tätigkeit im Umfang von 50 % als zumutbar. Prof.
E._
und Dr. F._
erachteten
bei gleichen Befunden und vergleichbarem Muster der Ausfälle die
Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung vom Februar 2011
zwar
als nicht
arbeitsfähig, wiesen aber selbst darauf hin, dass die Gründe für die unter
schiedliche Einschätzung auf eine
r
Fluktuierung
der Symptome oder einer anderen
Bewertung der beruflichen Anforderungen gründen könne (vgl. vorstehend
E. 3.16). Bezüglich letzterem ist festzuhalten, dass die Gutachter der Klinik
Z._
im Gegensatz zu Prof.
E._
und Dr.
F._
genau beschrieben, welche Einschränkungen die Beschwerdeführerin bei einer
behinderungs
angepassten
Tätig
keit zu beachten hat, was den Beweiswert des Gutachtens erhöht.
5.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf das Gutachten der Klinik
Z._
vom 9. August 2011
im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfü
gung vom 7. Mai 2012
von einer Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
von
50 %
in der angestammten wie auch einer behinderungsang
epassten Tätig
keit auszugehen ist. Damit ist eine Verbesserung d
er Arbeitsfähigkeit eingetre
ten,
deren
Auswirkungen zu berücksichtigen sind
.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin bestreitet die Qualifikation als Teilerwerbstätige und macht geltend, im Gesundheitsfall
zu
100 % erwerbstätig zu sein (Urk. 1 S. 5).
6.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG
die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
vergleich
, gemischte Methode) führt -, ergibt
sich
aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen un
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde. Das Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, sondern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesund
heitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
the
tisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, er
werbstätig wäre (Art. 27
bis
IVV; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 und E. 5.2; SVR 2006 IV
Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
). Die ge
misch
te
Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemess
ung des Invaliditätsgrades. Sie findet auch Anwendung, wenn der versicherten
Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätig
keit
zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (BGE 133 V
504 E.
3.3 in
fine
; vgl. auch BGE 133 V 477 E. 6.3). Bei im Haushalt tätigen Ver
sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung
sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusf
rage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis
zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
kre
te Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allge
meinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherung
srecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich
(BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundes
ge
richt
s I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
6.3
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer ver
sicherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
niss
en sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
träch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und
in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundes
ge
richts I 733/03 vom 6. April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 f. E.
4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der
Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für
die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behin
derung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Ab
klärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von
teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
6.4
Die Beschwerdeführerin machte anlässlich der Haushaltabklärung geltend, im
Gesundheitsfall 80 bis 100 % zu arbeiten. Vor Ausbruch ihrer Krankheit hätten sie
und ihr Ehemann sich zwei Kinder gewünscht
und es sei für sie bereits da
mals klar gewesen, dass sie auch als Mutter voll oder annähernd voll hätte ar
bei
ten wollen,
im Umfang von
etwa 80 bis 100 %. Sie hätte dann ihre Kinder fremdbetreuen lassen
wollen
. Die Abklärungsperson hielt dazu fest, dass die Be
schwerdeführerin beteuere,
sie habe
bei guter Gesundheit trotz Geburt ihres Sohnes im Jahr 2002 weiterhin 80 bis 100 % erwerbstätig sein wollen. Auf
grund
dieser
Angaben
ging die Abklärungsperson deshalb von einer durchschnitt
lichen
hypothetischen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin von 90 % aus (vgl. Urk.
6/43/2). Es ist ni
cht ersichtlich, inwiefern die
Angaben der Beschwerde
füh
rerin
missverständlich sein könnte
n
.
Sie
selbst nannte
anlässlich der Haushaltabklärung ausdrücklich
ei
n Pensum zwischen 80 und 100 % und nicht ein
Pensum von 100 %. D
ie Annahme eines Durchschnittswertes
von 90 %
ist deshalb
nicht zu beanstanden.
Die gestützt auf die Abklärung vor Ort ermittelte Einschränkung der Be
schwer
deführerin im Haushalt im Umfang von 12.04 % (vgl. Urk. 6/43/6) ist
aufgrund der medizinischen Unterlagen nachvollziehbar und
im Übrigen unbestritten.
7.
7.1
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
7.2
Die Beschwerdegegnerin berechnete den hypothetischen
Validenlohn
anhand der
vom Bundesamt für Statistik
periodisch hera
usgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen (LSE)
und ging von einem Wert von Fr. 72‘604.30 aus (vgl. Urk. 6/59; Urk. 6/60/6).
Dies ist nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestritten.
Damit ist das
Valideneinkommen
mit Fr. 72‘604.
--
einzusetzen.
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V
472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
di
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen,
dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb
der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Ar
beiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende
durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und be
rufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
ge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kung
en auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale
ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Be
stimmung der
Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zel
fall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
7.
4
Die Beschwerdegegnerin setzte den hypothetischen Invalidenlohn gestützt auf die LSE 2008 und hochgerechnet auf das Jahr 2010 bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % auf Fr. 26‘511.65 fest
. Einen Abzug vom Tabellenlohn gewährte sie nicht, da bei der attestierten Restarbeitsfähigkeit von 50 % der Einschränkung der Leistungsfähigkeit bereits genügend Rechnung getragen worden sei
(Urk. 6/59).
Angesichts der von
den Gutachtern der Klinik Z._
genannten
Voraussetzungen, wonach die Beschwerdeführerin bei der Arbeit genügend Ruh
e
pausen einplanen und die Arbeitsphasen auf maximal zwei bis drei Stunden pro
Halbtag
beschränken sollte (v
gl. Urk. 6/79 Ziff. 2),
ist jedoch davon auszugehen
, dass die Verwertung dieser
Restarbeitsfähigkeit
erschwert ist
.
Dem
ist mit einem Abzug von 10 % vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen.
Somit resultiert ein Invalidenlohn von
rund
Fr. 23‘860.-- (Fr.
26‘511.65
x 0.9).
7.
5
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr. 72‘604.
--
(vgl. vorstehend E. 7.3) mit dem hypothetischen
Invalidenlohn von Fr.
23‘860.
--
er
gibt eine
Einkommenseinbusse
von Fr.
48‘
744.--
und damit einen Invaliditätsgrad
von
67
%.
Bei einem Anteil
des erwerblichen Bereichs von 90
% ergibt dies einen Teilinvaliditätsgrad von
60
.30
% (
67
% x 0.9
).
7.6
Im Haushaltbereich von 1
0 % wurde eine Einschränkung von
12.04
% ermittelt,
was für diesen Bereic
h einen Invaliditätsgrad von 1.2
0
% ergibt (vgl. Ur
k. 6/60/6).
In Addition
mit dem Teilinvaliditätsgrad von 60
.30
% im Erwerbsbereich
re
sul
tiert ein Invaliditätsgrad von insgesamt
61.
5
%
oder gerundet (BGE 130 V 121)
62
%.
Damit ist die bisherige ganze Invalidenrente auf eine
Dreiviertelsrente
herabzusetzen.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit
als
nicht
zutreffend
, was zur
teil
weisen
Gutheissung der Beschwerde führt.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Geri
chtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), auf
Fr. 800.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzu
er
legen
.
9.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
) und sind beim praxisge
mässen Stundenansatz von
Fr. 170
.-- (ohne
MWSt
)
um
1/3 zu kürzen und
auf Fr.
1‘
2
00
.-- (inkl.
MWSt
und Auslagenersatz) festzusetzen.