# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f875e905-ea0e-5e56-9612-0b7163ffa8f5
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Steuerpflichtigen wurden mit Verfügung vom 14. März 2013 für die Steuerperiode 2011 provisorisch veranlagt. Die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: ) setzte das steuerbare Einkommen auf CHF 526‘249.- (Kanton; satzbestimmendes : CHF 530‘200.-; geschuldete Steuer: CHF 71‘037.-) bzw. CHF 526‘602.- (Bund;  Einkommen: CHF 1‘061‘197.-; geschuldete Steuer: CHF 60‘559.-) und das steuerbare Vermögen auf CHF 3‘364‘602.- (satzbestimmendes Vermögen: CHF 9‘650‘202.-; geschuldete Steuer: CHF 11‘103.20) fest.
Gleichentags wurde in der internationalen und interkantonalen Steuerausscheidung ein  von CHF 538‘550.- (50.38 Prozent) und ein Nettovermögen von CHF 6‘285‘600.- (59.45 Prozent) ins Ausland (Deutschland) ausgeschieden. Der Rest wurde der Schweiz resp. dem Kanton Freiburg zugewiesen.
Die provisorische Steuerveranlagung wurde mit ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 21. August 2014 bestätigt. Am 23. September 2014 wurden die Steuerpflichtigen ein erstes Mal gemahnt.
Bis zu diesem Zeitpunkt verlief sämtliche Korrespondenz über die Treuhand Gerber + Co AG.
B. Mit E-Mail vom 3. Oktober 2014 äusserte sich die Steuerverwaltung zuhanden der  ebenfalls involvierten C._ AG unter anderem dahingehend, die ordentliche  2011 vom 21. August 2014 sei ihr (der C._ AG) zugestellt und nicht angefochten worden, weshalb die Veranlagung in Rechtskraft erwachsen sei. Auf diese E-Mail reagierte die C._ AG noch am selben Tag. Mit Schreiben vom 3. Oktober 2014 erklärte sie, dass die ordentliche Veranlagungsanzeige vom 21. August 2014 weder ihr noch den Steuerpflichtigen zugestellt worden sei. Ausserdem wies sie darauf hin, dass der Ausgang des noch hängigen Beschwerdeverfahrens betreffend die Steuerperiode 2010 auch für die Steuerperiode 2011  sei, weshalb darum gebeten werde, den Steuerpflichtigen bis zum Abschluss des  keine weiteren ordentlichen Steuerveranlagungen zuzustellen. Sofern die  in Bezug auf die Liegenschaften in Deutschland eine gegenüber der Steuerperiode 2010 unveränderte Haltung einnehme, würde gegen allfällige weitere ordentliche Veranlagungsanzeigen ohnehin Einsprache erhoben. Sollte das Steuerjahr 2011 nichts desto trotz vor Abschluss des Beschwerdeverfahrens ordentlich veranlagt werden, sei die Veranlagungsanzeige mit einer Rechtsmittelbelehrung den Steuerpflichtigen zu eröffnen. Bereits mit diesem Schreiben werde jedoch vorsorglich Einsprache gegen die Veranlagungsverfügung erhoben und eine Begründung mit entsprechenden Rechtsbegehren innert Einsprachefrist nachgereicht.
Auf dieses Schreiben erfolgte keine Reaktion seitens der Steuerverwaltung.
C. Am 24. September 2019 wurden die Steuerpflichtigen ein zweites Mal gemahnt.
Am 2. Oktober 2019 machte die Treuhand Gerber + Co AG geltend, dass die Steuerpflichtigen der Steuerverwaltung bereits mit Schreiben vom 3. Oktober 2014 mitgeteilt hätten, keine  2011 erhalten zu haben. Auf dieses Schreiben habe die Steuerverwaltung aber nie reagiert. Die mit Mahnung vom 24. September 2019 in Rechnung gestellten Beträge würden daher auf keiner rechtsgültig eröffneten Veranlagungsverfügung beruhen. Ausserdem sei  die fünfjährige Veranlagungsverjährung eingetreten.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 9
Auf dieses Schreiben entgegnete die Steuerverwaltung am 21. Februar 2020, dass die  vom 21. August 2014 wie auch die Abrechnung und die Mahnungen der  Gerber + Co AG eröffnet worden seien. Die Steuerperiode 2011 sei damit längstens  veranlagt. Diesem Schreiben wurden sowohl die Steuerveranlagung vom 21. August 2014 wie auch die Abrechnung und Mahnungen beigelegt.
Mit Schreiben vom 5. März 2020 stellte die Treuhand Gerber + Co AG erneut fest, dass ihr und auch den Steuerpflichtigen die Veranlagungsverfügung 2011 nie resp. erstmals mit Schreiben vom 21. Februar 2020 rechtsgültig eröffnet worden sei. Auch sei von der Steuerverwaltung nie eine verjährungsunterbrechende Handlung vorgenommen worden. Hinsichtlich der Steuerperiode 2011 sei deshalb sowohl die Veranlagungs- wie auch die Bezugsverjährung bereits eingetreten.
Dieses Schreiben vom 5. März 2020 nahm die Steuerverwaltung als Einsprache entgegen. Mit Einspracheentscheid vom 11. Mai 2020 wies sie die Einsprache mit der Begründung ab, dass die Veranlagungsanzeige vom 21. August 2014 wie auch die Abrechnung und Mahnungen der  Gerber + Co AG eröffnet worden seien. Der Einwand, dass die ordentliche  noch nicht zugestellt worden sei, sei aber nicht von ihr, sondern von der C._ AG erhoben worden. Da der Steuerverwaltung kein Wechsel der Vertretung gemeldet worden sei, sei diesem Schreiben keine weitere Beachtung geschenkt, die vorsorgliche Einsprache aber  vermerkt worden. Die Einsprache sei auch anlässlich der verjährungsunterbrechenden Besprechung mit der D._ AG vom 12. Juli 2018 thematisiert worden. Dass die Treuhand Gerber + Co AG die Veranlagungsverfügung 2011 nicht erhalten habe, sei von ihr erstmals mit Schreiben vom 5. März 2020 geltend gemacht worden. Es sei jedoch als realitätsfremd , dass weder die Veranlagungsanzeige noch die Mahnungen bei ihr angekommen seien. Auch könne von der Treuhand Gerber + Co AG erwartet werden, dass sie nach Erhalt einer Mahnung reagiere, wenn sie zuvor keine Veranlagungsverfügung erhalten habe. Das Schreiben vom 5. März 2020 sei folglich als nicht zulässige Schutzbehauptung zu werten.
D. Mit Eingabe vom 15. Juni 2020 erhoben die Steuerpflichtigen, vertreten durch die Treuhand Gerber + Co AG, Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie stellen das Begehren, es sei der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung vom 11. Mai 2020 aufzuheben. Zur Begründung ihrer Beschwerde verweisen sie abermals auf den Eröffnungsfehler sowie die mittlerweile  Veranlagungsverjährung.
Der mit Verfügung vom 19. Juni 2020 auf CHF 7‘000.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 2. Juli 2020 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 25. August 2020 schliesst die Steuerverwaltung auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Am 4. September 2020 reichten die Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme ins Recht. Sie wiederholen ihren Standpunkt, wonach sowohl die Veranlagungs- wie auch die Bezugsverjährung bereits eingetreten sei.
Mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 stellte die Instruktionsrichterin fest, dass die zu den Akten gereichten Vorakten nicht vollständig seien, und forderte die Steuerverwaltung auf, die Akten innert Frist zu vervollständigen. Mit Eingabe vom 11. Dezember 2020 reichte die Steuerverwaltung zusätzliche Akten ins Recht.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 9

## Considerations

E. Auf die weiteren Elemente des Sachverhalts wird, soweit für die Entscheidfindung , in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
Prozessuales
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