# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** efa02746-7972-484b-8386-b661d21cdd27
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. Die A (nachfolgend die Pflichtige) mit Sitz in B bezweckt die Übernahme
von Kontrollstellmandaten, Steuer- und Unternehmensberatung, Buchführung und alle
in den Bereich einer Treuhand- und Revisionsgesellschaft fallenden Dienstleistungen.
In der Bilanz per 31. Dezember 2007 führte sie zum ersten Mal ein Darlehen "C" in der
Höhe von Fr. 141'559.- auf, worauf sie aufwandwirksam ein Delkredere von
Fr. 71'000.- bildete. Insgesamt deklarierte sie für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2007
einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 18'106.- und ein steuerbares Eigenkapital von
Fr. 278'000.-.
Mit Auflagen vom 20. Oktober bzw. 20. November 2009 verlangte der Steuer-
kommissär u.a. einen detaillierten Nachweis des Darlehens sowie des Delkrederes
anhand der vollständigen Buchungsbelege, eine Kopie des vollständigen Darlehens-
vertrags sowie eine Begründung, weshalb das Darlehen im selben Jahr um 50% abge-
schrieben wurde, unter Beilage von beweiskräftigen Unterlagen. Die Pflichtige führte
darauf am 15. Dezember 2009 aus, sie habe das Darlehen am 12. Juli 2007 einem
Klienten zu einem Zins von 10% gewährt; es habe im selben Jahr zurückbezahlt wer-
den müssen, was aber bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erfolgt sei. Es sei des-
halb wertberichtigt worden. Ein schriftlicher Darlehensvertrag bestehe nicht. Der Steu-
erkommissär mahnte am 26. Januar 2010 seine Auflagen. Am 18. Februar 2010
machte die Pflichtige weitere Ausführungen.
Am 3. März 2010 schätzte der Steuerkommissär die Pflichtige für die Staats-
und Gemeindesteuern bzw. direkten Bundessteuern 1.1. - 31.12.2007 mit einem steu-
erbaren Reingewinn von Fr. 89'100.- und einem steuerbaren Eigenkapital von
Fr. 208'000.- bzw. Eigenkapital von Fr. 208'025.- ein. Dabei rechnete er das auf dem
Darlehen vorgenommene Delkredere von Fr. 71'000.- beim steuerbaren Reingewinn
als verdeckte Gewinnausschüttung der Pflichtigen an ihren Hauptaktionär D auf und
reduzierte das steuerbare Eigenkapital um den Restwert des Darlehens. Die Schluss-
rechnung/Veranlagungsverfügung direkte Bundessteuer wurde am 12. März 2010 ver-
sandt.
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B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 5./6. April 2010 je Einsprache mit dem
Antrag, sie gemäss Steuererklärung einzuschätzen. Das kantonale Steueramt wies
diese am 29. April 2010 ab.
C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 31. Mai 2010 wiederholte die Pflichtige
ihre Einspracheanträge. Bei C handle es sich um den Mehrheitsaktionär der E, zu wel-
cher 1998 bis 2004 eine geschäftliche Beziehung mit namhaften Umsätzen bestanden
habe; er habe von dieser in der Vergangenheit verschiedene Male Darlehen aufge-
nommen und wieder zurückbezahlt. Die E habe Verkaufslokale an den Grenzen Öster-
reichs zu Tschechien und der Slowakei beliefert. Weil einer dieser Shops vom slowaki-
schen Staat geschlossen worden sei, habe die E eine Klage gegen diesen anhängig
gemacht. Da sich das Verfahren sehr in die Länge gezogen habe, habe C entschieden,
die Forderung an Dritte abzutreten. Zu diesem Zweck habe er die Pflichtige um ein
Darlehen ersucht, damit er die Forderung auslösen könne. Damit hätte die E saniert
und die Pflichtige hätte die ausstehenden Forderungen in Rechnung stellen können.
Die Pflichtige habe von C einen Wechsel als Sicherheit erhalten. Aus Gründen der
Vorsicht sei bei der Erstellung der Bilanz anfangs 2009 eine Wertberichtigung von 50%
der Darlehensforderung verbucht worden, da sich C nicht mehr regelmässig gemeldet
habe. Mit der Bildung des Delkrederes sei aber noch keine definitive Abschreibung
vorgenommen worden. Die Gewährung von Darlehen gehöre im Übrigen auch zum
Geschäftsfeld der Pflichtigen. Es sei keine verdeckte Gewinnausschüttung erfolgt.
Das kantonale Steueramt schloss am 16. Juni 2010 auf Abweisung der
Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.

## Considerations

Die Rekurskommission zieht in Erwägung:
1. a) Der steuerbare Reingewinn einer Kapitalgesellschaft berechnet sich
nach § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) aufgrund des Saldos der
Erfolgsrechnung (Ziff. 1), erhöht um die der Rechnung belasteten, geschäftsmässig
nicht begründeten Aufwendungen, wie u.a. offene und verdeckte Gewinnausschüttun-
gen sowie geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (Ziff. 2 lit. e). Die
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gleiche Regel gilt bezüglich der direkten Bundessteuer (Art. 58 Abs. 1 lit. a und b des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990, DBG).
b) Geschäftsmässig begründet und damit gestützt auf § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG
bzw. Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG vom erzielten Gewinn absetzbar sind Aufwendungen
dann, wenn sie auf Massnahmen beruhen, welche die Unternehmensleitung in guten
Treuen in Erfüllung des Gesellschaftszwecks getroffen hat. Zu diesen zählen nament-
lich alle Aufwendungen, Wertverminderungen und Verluste, deren Vermeidung der
Unternehmung im Hinblick auf die Erfüllung ihres Gesellschaftszwecks nach den Um-
ständen des Einzelfalls nicht zumutbar ist (zum alten kantonalen Recht: Rei-
mann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 1969, § 45
N 111; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steu-
ergesetz, 2. A., 2006, § 64 N 113; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 2. A., 2009, Art. 58 N 74). Als geschäftsmässig nicht begründet werden
dagegen Aufwendungen erachtet, die auf ungewöhnlichen, sachwidrigen, absonderli-
chen Gepflogenheiten oder auf völlig unangemessenen Massnahmen beruhen, oder
von denen anzunehmen ist, die Gesellschaft habe damit lediglich Steuern einsparen
wollen, die bei sachgemässer Ordnung der Verhältnisse geschuldet wären (Rei-
mann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 113). Demgegenüber ist es für die geschäftsmässige
Begründetheit einer Aufwendung nicht erforderlich, dass sie für den Betrieb notwendig
oder im Sinn einer rationellen und gewinnorientierten Betriebsführung zweckmässig ist.
Ungeschickte Dispositionen sind ebenso hinzunehmen wie mangelnde Rentabilität
einer Investition. Anders zu entscheiden hiesse, in die unternehmerische Entschei-
dungsfreiheit des Betriebs einzugreifen, was nicht Sache der Steuerbehörde ist. Es
genügt, wenn der Betrieb und der damit verfolgte Zweck der Gewinnerzielung mit der
Aufwendung in irgendeinem kausalen Zusammenhang steht, wobei dieser Zusammen-
hang immerhin sachlicher Natur sein muss (Kuhn/Brülisauer, in: Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 24 N 56 ff. StHG).
c) Auf eine verdeckte Gewinnausschüttung ist zu schliessen, wenn eine juris-
tische Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder ihr sonst nahestehenden
Personen, diese bereichernd, bewusst geldwerte Vorteile zuwendet, die sie unbeteilig-
ten Dritten nicht einräumen würde (RB 1985 Nr. 42 = StE 1985 B 72.13.22 Nr. 4; Rei-
mann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 68 ff.). Von einer "nahestehenden Person" ist ge-
mäss Rechtsprechung des Bundesgerichts dann zu sprechen, wenn diese von der
juristischen Person Leistungen erhält, welche nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge
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nur einem Gesellschafter erbracht werden und die daher ihren Grund im Beteiligungs-
verhältnis und nicht in einem Vertragsverhältnis haben (vgl. ASA 51, 543). Allgemein
sind es natürliche oder juristische Personen, die zum beherrschenden Gesellschafter
wirtschaftliche oder persönliche enge Verbindungen besitzen. Dabei begründet der
Umstand, dass der Dritte eine aussergewöhnliche Leistung empfängt, allein noch keine
derartige Verbindung zum Gesellschafter. Vielmehr ist eine zusätzliche, objektiv fest-
stellbare Beziehung zu diesem wie Freundschaft, Verwandtschaft, geschäftliche Be-
ziehung etc. erforderlich (Brülisauer/Poltera, in: Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., Art. 58 N 120 ff DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Art. 58 N 89 DBG und § 64 N 129 StG mit weiteren Hinweisen).
Die verdeckte Gewinnausschüttung kann nicht nur in einem Wertzufluss an
den Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch im Ver-
zicht auf einen entsprechenden Wertabfluss. Eine derartige Vorteilszuwendung wird
insbesondere angenommen, wenn eine Gesellschaft den genannten Personen ohne
betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung allen-
falls verzichten zu müssen (StE 1990 B 24.4 Nr. 25). Unter solchen Umständen er-
scheint das hingegebene Darlehen als simuliertes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18
Abs. 1 OR).
Die Rechtsprechung hat verschiedene Indizien entwickelt, welche auf die Si-
mulation eines zwischen Kapitalgesellschaft und Gesellschafter abgeschlossenen Dar-
lehensgeschäfts schliessen lassen (ASA 53, 54 ff.; StE 1989 B 24.4 Nr. 17; André
Rouiller, Geldwerte Leistungen in Form von Aktionärsdarlehen, ASA 55, 3 ff.; alle auch
zum Folgenden). Einen derartigen Anhaltspunkt bildet insbesondere die Tatsache,
dass ein Darlehen ohne angemessene Sicherheit geleistet wird, oder der Umstand,
dass ein schriftlicher Darlehensvertrag über Höhe, Rückzahlung und Verzinsung des
Kredits fehlt. Die erwähnten Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen Ge-
samtbetrachtung des Einzelfalls dar. Diese hat grundsätzlich aus der Sicht im Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses bzw. der Hingabe des Darlehensbetrags zu erfolgen. Dabei
steht nach der neueren verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung im Vordergrund, ob
die Gesellschaft einem unabhängigen Dritten unter den nämlichen Bedingungen eben-
falls ein ungesichertes Darlehen gewährt hätte. Ist dies auszuschliessen, ist davon
auszugehen, die Darlehensgewährung bzw. -erhöhung entspreche nicht einem betrieb-
lichen Vorgang, sondern sei im Beteiligungsverhältnis zwischen Gesellschaft und An-
teilsinhaber begründet.
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d) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, ist die steuerliche Gewinn-
korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem
sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976
Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann,
wenn sich ein Darlehenskontrakt im Ergebnis von Anfang an als simuliert erweist, weil
etwa mit der Rückzahlung der Darlehenssumme aufgrund der gegebenen besonderen
Verhältnisse nicht ernsthaft gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene er-
tragssteuerliche Aufrechnung bei der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der
Verbuchung einer Wertberichtigung auf dem Guthaben zu erfolgen (StE 1989 B 24.4
Nr. 17 mit Hinweisen; StRK I, 7. November 1991, I 28/1991; Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, § 64 N 151 StG sowie Markus Reich, Verdeckte Vorteilszuwendungen
zwischen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 621 f.).
e) Macht die Steuerbehörde geltend, ein Hingabe eines Darlehens sei einzig
im Interesse des Aktionärs erfolgt, hat sie aufgrund ihrer Untersuchungen den steuer-
begründenden Tatbestand aufzuzeigen, mithin darzutun, dass eine Leistung der Ge-
sellschaft ganz oder teilweise nicht geschäftsmässig begründet sein kann (vgl. StE
1990 B 24.4. Nr. 25; vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die
Anforderungen an den Nachweis der Steuerbehörde naturgemäss nicht allzu hoch an-
gesetzt werden. Es genügt vielmehr, dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft
macht bzw. dass sich dieser in sachgemässer Würdigung der Verhältnisse als sehr
wahrscheinlich erweist (vgl. StRK I, 16. Dezember 1991, R 148/90). Diesfalls obliegt es
alsdann der steuerpflichtigen Gesellschaft, die begründete Vermutung zu entkräften
und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung
zu erbringen (vgl. Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 83 f.). Die Begünstigungsab-
sicht des Leistungserbringers darf bei alledem in der Regel ohne besonderen Nach-
weis der Steuerbehörden vorausgesetzt werden (vgl. VGr, 24. November 1977 = ZBl
1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84).
Die den Steuerpflichtigen treffende Beweisleistung setzt in erster Linie und in
jedem Fall eine spätestens vor Rekurskommission zu gebende substanziierte Sach-
darstellung voraus (RB 1987 Nr. 35 mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Substanzi-
iert ist die Sachdarstellung dann, wenn aus ihr die vorgetragenen tatsächlichen Be-
hauptungen in der Weise detailliert hervorgehen, dass bereits gestützt auf diese
Vorbringen – aber unter Vorbehalt einer Beweiserhebung – eine zweifelsfreie rechtli-
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che Beurteilung des behaupteten Sachverhalts möglich ist (vgl. VGr, 15. Dezember
1989, SB 89/0050). Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung –
welche im Beweisverfahren nicht nachgeholt werden kann (RB 1980 Nr. 69) –, hat die
Rekurskommission keine Untersuchung zu führen, um sich die erforderlichen Grundla-
gen zu beschaffen (RB 1975 Nr. 64), und hat eine Beweisabnahme zu unterbleiben mit
der Wirkung, dass der Nachweis der mangelhaft behaupteten Tatsachen zuungunsten
des hierfür beweisbelasteten Steuerpflichtigen als gescheitert zu betrachten ist. Für die
von ihm verfochtene, hinreichend substanziierte Tatbestandsschilderung hat er sodann
von sich aus zum Beweis geeignete Unterlagen einzureichen oder diese wenigstens
unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55).
2. a) Gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen gewährte sie per 12. Juli 2007 C
in F, ein Darlehen von EUR 85'000.- (= Fr. 141'559.-). Bereits per 31. Dezember 2007
nahm sie auf dem Darlehensbetrag eine Wertberichtigung von Fr. 71'000.- vor.
b) Es liegen eine Reihe von Anhaltspunkten dafür vor, dass die Darlehenshin-
gabe nicht geschäftsmässig begründet, sondern im Interesse des Hauptaktionärs der
Pflichtigen erfolgte:
Auffällig ist vorab das vollständige Fehlen eines schriftlichen Vertrags. Weder
die Zinsen noch die Auszahlungs- und Rückzahlungsmodalitäten sind schriftlich fest-
gehalten worden. Zieht man in Betracht, dass es sich beim Schuldner um eine Person
mit Wohnsitz im Ausland, nämlich in Tschechien handelt, ist ein solcher Verzicht auf
jegliche Dokumentation und schriftliche Beweise mit einem unter Dritten üblichen Ge-
schäftsgebaren in keiner Weise vereinbar. Dies fällt umso schwerer ins Gewicht, als
das Darlehen mit einer Höhe von Fr. 141'559.- beträchtlich ist und die übrigen in der
Bilanz aufgeführten Darlehen weit übersteigt (Fr. 19'000.-, Fr. 37'500.- und 25'610.-).
Zudem ist auch die Höhe der vereinbarten Zinsen unbekannt. Die Sachdar-
stellungen der Pflichtigen diesbezüglich sind widersprüchlich und änderten sich auch
im Lauf des Verfahrens. In der Auflageantwort vom 15. Dezember 2009 erwähnt sie
einen Zinssatz von 10%, während sie im Schreiben vom 18. Februar 2010 auf die
Mahnung hin ausführt, es sei ein fixer Betrag von EUR 15'000.- vereinbart worden,
indem der Schuldner am Ende des Jahres hätte EUR 100'000.- zurückbezahlen müs-
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sen. Einen Zinsertrag hat sie zudem nicht verbucht. Die diesbezügliche Unsicherheit
über den Vertragsinhalt spricht stark gegen einen geschäftlichen Hintergrund.
Weiter wäre ein solcher Kredit unter unabhängigen Dritten nicht ohne Einräu-
mung von Sicherheiten gewährt worden. Solche sind aber nicht verlangt worden. Im
Schreiben vom 18. Februar 2010 führt die Pflichtige hierzu aus, der Schuldner habe
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um in der Slowakei einen Prozess zu füh-
ren, weshalb er sich an sie gewandt habe; in der Folge habe er glaubhaft machen kön-
nen, dass die Summe bis Ende Jahr zurückbezahlt werde. Mithin war der Pflichtigen
bekannt, dass der Schuldner nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügte;
weshalb sie dennoch das Darlehen ohne Sicherheiten gewährte, ist aus der Sicht eines
Drittvergleichs nicht verständlich. Sodann führt sie mit keinem Wort aus, aus welchen
Gründen sie mit einer Rückzahlung per Ende Jahr rechnen konnte. Auch erwähnt sie
Liegenschaften des Darlehensnehmers in der Slowakei, substanziiert diese indessen
nicht weiter, weshalb sich mit dem blossen Hinweis darauf die Bonität des Darlehens-
nehmers nicht belegen lässt, zumal die Liegenschaften auch nicht zur Sicherung des
Darlehens herangezogen wurden. Ein auf den Darlehensnehmer gezogener Wechsel
taugt nicht als Sicherheit, gewährt dieser doch nicht viel mehr Sicherheit als eine
schriftliche Schuldanerkennung.
Nicht weiter hilft der Pflichtigen ihr Einwand, die E habe bereits in der Vergan-
genheit C Darlehen ausgerichtet, welche immer wieder zurückbezahlt worden seien.
Massgebend sind die geschäftlichen Beziehungen der Pflichtigen selber zu diesem;
dass sie ihm in der Vergangenheit Darlehen ausgerichtet habe, macht sie indessen
nicht geltend. Zudem werden die Einzelheiten der Darlehensgewährungen, insbeson-
dere was die Höhe und Zinskonditionen anbelangt, mit keinem Wort ausgeführt.
In dieser Situation war der Geldverlust für den Fall einer Kreditgewährung
vorprogrammiert und ist schwer vorstellbar, welche geschäftlichen Gründe die Pflichti-
ge dazu hätten bewegen können, C ein Darlehen zu gewähren. Insgesamt liegt damit
die Vermutung nahe, dass die Geldhingabe nicht auf einem hochriskanten Darlehens-
geschäft, sondern vielmehr auf aussergeschäftlichen Beziehungen zwischen den
(Haupt-)Beteiligten gründete.
c) Die Pflichtige begründet ihr geschäftliches Interesse damit, dass die E auf-
grund einer Betriebsschliessung in der Slowakei und eines darauf folgenden gerichtli-
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chen Verfahrens in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei. Der Darlehensempfänger
sei Teilhaber der E, welche ihren Sitz an der Adresse der Pflichtigen hat; das Darlehen
habe dazu gedient, die streitige Forderung "auszulösen" und in der Folge an Dritte ab-
zutreten, wodurch die E hätte saniert und die ausstehenden Forderungen der Pflichti-
gen in Rechnung gestellt werden können.
Indessen ist kein Interesse der Pflichtigen ersichtlich, die E zu sanieren, han-
delt es sich doch dabei um eine von ihr unabhängige Gesellschaft. Auch sind die be-
haupteten Forderungen gegen diese, welche gefährdet gewesen seien, weder sub-
stanziiert dargetan noch nachgewiesen; zudem ist das Darlehen an C und nicht der E
gewährt worden. Mit der E und C geschäftlich verbunden ist indessen der beherr-
schende Hauptaktionär der Pflichtigen, D. Dieser ist seit 1994 Mitglied ihres Verwal-
tungsrats mit Einzelunterschrift, sodass von einer langjährigen geschäftlichen Bezie-
hung zwischen D und dem Darlehensnehmer auszugehen ist. Bei dieser Sachlage ist
zu schliessen, dass D als beherrschender Aktionär aus persönlichen Gründen die
Pflichtige zur Darlehensgewährung an C veranlasst hat. Zwar sind die genauen Hinter-
gründe nicht bekannt, indessen können unter den dargelegten Umständen auch die
Anforderungen an die entsprechende substanziierte Sachdarstellung durch die Steuer-
behörde nicht zu hoch angesetzt werden. Insgesamt ist nach dem Gesagten zu
schliessen, dass die Pflichtige einem Dritten unter den nämlichen Bedingungen jeden-
falls kein ungesichertes Darlehen gewährt hätte und die Gründe dafür im Verhältnis
des Darlehensempfängers und des Hauptaktionärs der Pflichtigen zu suchen sind.
d) Unbehelflich ist der Einwand der Pflichtigen, mit der Bildung des Delkrede-
res sei noch keine definitive Abschreibung vorgenommen worden. Wie bereits ausge-
führt, hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei der leistenden Gesellschaft
im Moment, in dem sich der streitige Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg auswirkt,
zu erfolgen. Eine solche ertragswirksame Verbuchung ist vorliegend mit der Bildung
eines Delkrederes auf dem Darlehen unstreitig erfolgt, sodass die gewinnsteuerliche
Korrektur auch in dieser Steuerperiode vorzunehmen ist.
Ebenfalls fehl geht die Pflichtige, wenn sie geltend macht, ihrem beherrschen-
den Hauptaktionär D persönlich sei kein geldwerter Vorteil zugekommen. Der Grund
der Vorteilszuwendungen liegt nicht in der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, sondern
im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwerten Vorteilen kommt die Ge-
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sellschaft nicht geschäftlichen Verpflichtungen nach, sondern verwendet Gewinn im
Interesse ihrer Aktionäre. Dies muss sie sich anrechnen lassen.
e) Insgesamt bleibt es dabei, dass die behauptete Darlehenshingabe an Wolf-
gang Doppler einem Drittvergleich nicht standhält. Die Pflichtige vermochte das Ge-
genteil nicht nachzuweisen. Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass das kan-
tonale Steueramt die Wertberichtigung des angeblichen Darlehens als verdeckte
Gewinnausschüttung qualifiziert und in der Steuerperiode 1.1. - 31.12.2007 eine ent-
sprechende ertragssteuerliche Aufrechnung vorgenommen hat.
Ebenfalls zu Recht hat das kantonale Steueramt das steuerbare Eigenkapital
um den Restwert des Darlehens reduziert, weil die Darlehensforderung zufolge Simula-
tion gar nicht existiert bzw. der Darlehensbetrag definitiv abgeflossen ist.
3. Gestützt auf diese Erwägungen sind der Rekurs und die Beschwerde ab-
zuweisen. Bei diesem Ausgang der Verfahren sind die Kosten der Pflichtigen aufzuer-
legen (§ 151 Abs. 1 StG und Art. 144 Abs. 1 DBG).