# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63cfc7b6-3166-493d-8264-92580354cb76
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
erbgangssichernde Massnahmen
im Nachlass von B._, geboren am tt. Juni 1941, von C._ SG,  am tt.mm.2017, wohnhaft gewesen D._-str. ..., ... Zürich,
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Erbschaftssachen des  Zürich vom 11. Juli 2019 (EN190125)
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Urteil des Einzelgerichtes (act. 13):
1. Es werden keine erbgangssichernden Massnahmen angeordnet.
2. Es wird festgehalten, dass die gesetzlichen Erben (Ziff. III) zur Erbfolge ge-
langen.
3. Die gesetzlichen Erben (Ziff. III) werden je einzeln für berechtigt erklärt, sich
im Hinblick auf ihre Ausschlagungsbefugnis alle dafür erforderlichen Infor-
mationen bei Banken, Behörden etc. zu beschaffen.
4. Den gesetzlichen Erben (Ziff. III) wird auf Verlangen der auf sie lautende
Erbschein ausgestellt.
5. Damit wird das Geschäft als erledigt abgeschrieben. Die Regelung des
Nachlasses ist Sache der gesetzlichen Erben.
6. Die Kosten betragen:
Fr. 450.00 Entscheidgebühr
Fr. 298.00 Barauslagen
Fr. 748.00 Kosten total.
7. Die Kosten werden zu Lasten des Nachlasses mit separater Rechnung von
A._ (Ziff. III/2) bezogen.
8/9 Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung.
Anträge:
der Beschwerdeführerin (act. 14):
Dispositiv Ziffer 7 sei aufzuheben und die Kosten seien von allen Erben (mit  Rechnung) entsprechend ihrem Erbanteil anteilsmässig zu erheben.
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## Considerations

Erwägungen:
1. Am tt.mm.2017 verstarb B._ in Zürich. Mit Eingabe vom 20. Februar
2019 informierte die Stadt Zürich, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
Abt. 2, das Einzelgericht Erbschaftssachen des Bezirksgerichtes Zürich über
den Hinschied von B._. Es wurde darauf hingewiesen, dass die gesetz-
lichen Erben nicht bekannt seien, weshalb die Anordnung erbgangssichern-
der Massnahmen zu prüfen sei (act. 1). In der Folge ermittelte die Vo-
rinstanz die gesetzlichen Erben. Mit Urteil vom 11. Juli 2019 stellte das Ein-
zelgericht fest, der Erblasser habe aus der elterlichen Verwandtschaft fol-
gende Personen als gesetzliche Erben hinterlassen (act. 13 S. 2):
die Nachkommen der am tt. Juni 1932 geborenen und am tt.mm.1995  halbbürtigen Schwester E._, geb. ...:
1. die Söhne des am tt. April 1955 geborenen und am tt.mm.1997  F._:
1.1. G._ 1.2. H._
2. A._
Die Vorinstanz stellte den gesetzlichen Erben auf Verlangen einen Erb-
schein in Aussicht (act. 13 Dispoitiv Ziffer 4) und schrieb das Geschäft als
erledigt ab (act. 13 Dispositiv Ziffer 5). Die Kosten in Höhe von Fr. 748.00
bezog sie zu Lasten des Nachlasses mit separater Rechnung von A._
(act. 13 Dispositiv Ziffer 7).
2. a) Der Entscheid wurde A._ am 22. Juli 2019 zugestellt (act. 9). Mit
Eingabe vom 31. Juli 2019 (Poststempel) wandte sie sich innert der
Rechtsmittelfrist an das Obergericht und führte aus, sie habe sehr wenig
Kontakt zu den Söhnen ihres verstorbenen Bruders F._. Sie verlange
deshalb, dass Dispositiv Ziffer 7 abgeändert werde. Neu sollen die Kosten
von allen Erben (mit separater Rechnung) entsprechend ihrem Erbanteil an-
teilsmässig erhoben werden (act. 14).
b) Da sich das Rechtsmittel gegen die Kosten richtet, wurde die Eingabe ge-
stützt auf Art. 110 ZPO als Beschwerde entgegen genommen.
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3. a) Die Kosten der Testamentseröffnung sind Erbgangsschulden und als sol-
che vom Nachlass zu tragen. Die Erben haften dafür solidarisch (BSK ZGB
II-Karrer/Vogt/Leu, 5. A., Vor Art. 551-559 N 12 sowie Art. 557 N 18; BSK
ZGB II-Schaufelberger/Keller Lüscher, 5. A., Art. 603 N 8; Prax-Komm Erb-
recht-Emmel, 3. A., Vorbem. zu Art. 551 ff. N 11 m.w.H.). Auch die Mittei-
lungskosten zählen zu den Eröffnungskosten und sind als Erbgangsschul-
den vom Nachlass zu tragen (PraxKomm Erbrecht-Emmel, 3. Auflage,
Art. 558 N 8). Der Staat kann als Gläubiger die Bezahlung dieser Kosten
nach Art. 144 Abs. 1 OR vollumfänglich von einem Solidarschuldner seiner
Wahl (d.h. von einem Erben) verlangen. Dem über seinen Anteil an den
Kosten hinaus in Anspruch genommenen Erben steht der Rückgriff auf die
Miterben offen. Vorbehalten sind allfällige, rechtsgültige Ausschlagungser-
klärungen von Erben (zum Ganzen Engler/Jent-Sørensen; Behördliche Mit-
wirkung beim Erbgang – Mechanik eines "eigenartigen" Verfahrens in
SJZ 113 [2017] S. 421 ff., S. 426, vgl. auch OGer ZH LF120068 vom
30. Oktober 2012, E.rw II.2).
b) Wie gesehen kann das Gericht wahlweise von allen Erben je nur einen
Teil der Kosten oder das Ganze fordern. Das Gericht folgt dabei vorab Prak-
tikabilitätsüberlegungen. Der Kostenbezug von der Berufungsklägerin ge-
mäss Urteil vom 11. Juli 2019 ist demnach nicht zu beanstanden, zumal die
Beschwerdeführerin nicht geltend macht, die Erbschaft ausgeschlagen zu
haben. Die Beschwerdeführerin hat die Kosten, wie oben erwogen, nicht
persönlich zu tragen, sondern auf Rechnung des Nachlasses zu bezahlen.
Das Gesetz sieht vor, dass die Erben den Nachlass selber regeln und sich
über die Teilung untereinander verständigen (Art. 607 ff. ZGB) - und bei die-
ser Teilung wird die Beschwerdeführerin verlangen können, dass ihr vorab
die Fr. 748.-- erstattet werden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4. Ausgangsgemäss wird die Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfah-
ren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Parteientschädigungen sind nicht
zuzusprechen, da die Beschwerdeführerin unterliegt. In Anwendung von § 8
GebV OG ist die Entscheidgebühr auf Fr. 120.00 festzusetzen.
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