# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a6b3f2d-38b6-41c0-8b91-238efa39c59d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
ist Vater von vier Kindern (gebo
ren 1991, 1993, 1996 und 2000
,
Urk.
7/2
Ziff.
3.1
)
.
Seit d
em
1.
April 1993 war er als
Spu
lerei
mitarbeiter
bei der
Y._
angestellt (
Urk.
7/6
Ziff.
1 und 5).
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis am 2
7.
Februar 2006 per 3
1.
Oktober 2006 (
Urk.
7/1/1).
A
m
9.
September 2006
meldete
sich der Versicherte
unter Hinweis auf
Rücken
probleme
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
7.2). Mit Verfügung vom
4.
April 2007 sprach
ihm
die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, ab
1.
Januar 2007 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 70
%
eine ganze Rente mit entsprechenden Kinderrenten zu (
Urk.
7/34,
Urk.
7/29).
Eine im Januar 2008 eingeleitete Revision (
Urk.
7/36) ergab
keine Änderung des Rentenanspruches
(
Urk.
7/40).
1.2
Anlässlich einer weiteren im Januar 2013 eingeleiteten Rentenrevision (
vgl.
Urk.
7/48
S. 2
)
veranlasste
die IV-Stelle ein
bidisziplinäres
rheumatologisches und psychiatrisches Gutachten
, das am 26. März und 23. Juni 2014 erstattet wurde
(
Urk.
7/67,
Urk.
7/72).
A
m 1
0.
Oktober 2014
erliess die IV-Stelle
den Vorbescheid (
Urk.
7/76). Der Ver
si
cherte brachte dagegen am
3
0.
Oktober und am
8.
Dezember 2014 Ein
wände
vor (
Urk.
7/84
S. 1
,
Urk.
7/87).
Mit Verfügung vom 3
0.
Januar 2015 (
Urk.
7/91 =
Urk.
2) stellte die IV-Stelle die laufende Rente auf Ende des
der Zustellung
folgenden Monats ein.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
4.
März 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
0.
Januar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm über den 3
1.
Mä
rz 2015 hinaus eine ganze Rente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
April 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
2.
Mai 2015
(
Urk.
9)
zog der Beschwerdeführer
das
Gesuch
um unentgeltli
che Prozessführung und Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S.
2) zurück.
Der Beschwerdeführer reichte am
8.
September 2015 die Replik (
Urk.
11) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
7.
September 2015 auf eine Duplik
(
Urk.
13), was dem Beschwerdeführer
am
1
8.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades
bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer machte in formeller Hinsicht geltend, die
Beschwerdegeg
nerin
habe seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den
im
vorinstanzlichen Verfahren
vorge
brachten Einwänden auseinandergesetzt habe (
Urk.
1
S. 4 f.
lit
. A).
2.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gege
benenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
2.3
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
2.4
Der Beschwerdeführer
brachte am
8.
Dezember 2014 Einwände (
Urk.
7/87) gegen
die
Teilg
utachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
3.
Juni 2014 und von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für
Rheumatologie
, vom 2
3.
März 2013
vor
.
Er machte etwa geltend
,
der
psychiatrische
Gutachter habe narzisstische Persönlichkeitszüge ausgeschlossen, ohne dafür
auf das
Mini-ICF von Linden, 2009,
Bezug genommen zu haben
. Eine eingehende Diskussion mit Abgrenzung zwischen narzisstischen Persönlichkeitszügen und akzentuierten Persönlichkeitszügen haben ebenso wenig stattgefunden. Es han
dle sich um ein utilitaristisches Gefälligkeitsgutachten. Es müsse nicht weiter diskutiert werden, ob das Gutachten von
Dr.
Z._
überhaupt verwertbar sei, da die psychische Problematik bei der
Rentenzusprache
keinerlei Rolle gespielt habe und sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
s
eit der
Rentenzusprache
nicht ver
bessert habe (S. 4 f.
Ziff.
2.1 b und c).
Trotz beklagter Schulterschmerzen habe es
Dr.
A._
aktenkundig
erweise
für nicht notwendig befunden zu prüfen, ob allenfalls ein paravertebraler
Hart
spann
, insbesondere an der Halswirbelsäule, vorliege (S. 6).
2.5
Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Januar 2015 in der Tat
kaum
mit
den Einwänden
des Beschwerdeführers auseinandergesetzt
.
In den Erwägungen des angefochtenen Entscheides findet sich lediglich der Hinweis
, das
bidisziplinäre
Gutachten sei umfassen
d
, berück
sichtige die gesamte Aktenlage und sei in seinen Feststellungen plausibel und nachvollziehbar (
Urk.
2 S. 2).
Für den Beschwerdeführer
liess
sich daraus
jedoch
zumindest entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin die Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
als beweiskräftig erachtete und sie
sich
der medi
zinischen
Beurteilung
der Gutachter
anschloss
. Nachdem sich der Beschwerde
führer
im vorliegenden Beschwerdeverfahren
vollumfänglich
inklusive eines zweiten Schriftenwechsels
zur Sache
äussern konnte und es sich jedenfalls nicht um eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs handelt, ist diese als geheilt zu betrachten.
3.
3
.1
Die Beschw
erdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
fest,
die medi
zinischen Abklärungen hätten ergeben, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab dem
1.
November 2013 verbessert
habe
.
Aus medizi
nischer Sicht sei er in der ursprünglichen Tätigkeit als
Spulereimitarbeiter
zu 100
%
arbeitsfähig
(S. 2 oben)
.
Sowohl die klinische Untersuchung als auch die bildgebende Diagnostik könnten das Ausmass der subjektiven Beschwerden nicht erklären
. Im Bereich der Lendenwirbelsäule bestünden strukturelle Veränderungen,
welche
die Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränken würden. Er könne jedoch Lasten bis zu 15 kg hebe
n oder tragen, was einem
leichten bis mittelschweren Belastungsniveau entspreche. Die urspr
üngliche Tätigkeit sei ihm daher
voll
umfänglich zumutbar
(
S. 2 unten
).
3
.2
Der Beschwerdeführer
brachte unter anderem vor, sein Gesundheitszustand habe sich aus rheumatologischer Sicht seit der
Rentenzusprache
nicht verändert und sicher nicht verbessert.
Dr.
A._
bestätige dies, wenn sie ausführe, dass die rheumatologischen Diagnosen seit Jahren unverändert seien (
Urk.
1 S. 11
f.
lit
.
bb
).
3
.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin die
laufende Rente
auf
grund
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
zu Recht per 3
1.
März 2015 eingestellt hat.
4.
4
.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in einem Bericht vom 1
7.
März 2006 (
Urk.
7/8/20-22) eine psychosoziale Auffälligkeit mit erhöhter Reizbarkeit bei chronischem vertebralem Schmerzsyndrom (S. 1 oben).
Dr.
B._
stellte fest
, eine eigentliche psy
chopathologische Auffälligkeit bestehe nicht. Aus psychiatrischer Sicht handle es sich am ehesten um eine leichte depressive Anpassungsstörung bei vertebra
lem Schmerzsyndrom (S.
3
unten).
4.2
Der Beschwerdeführer war
in der Folge
vom 2
8.
März bis 1
3.
April 2006 in der
C._
hospitalisiert (
Urk.
7/8/11).
Die Ärzte der
C._
attestierten
im Berich
t vom
8.
Mai 2006
für die Zeit
des Klinikaufenthaltes
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Sie gaben an, für eine angepasste leichte
,
wechselbelastende Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Ob eine solche Tätigkeit an der
letzten Arbeitsstelle
zur
Verfügung gestellt werden könne
,
sei unklar.
Ebenso
sei unklar, wie schwer die Belastung in der bisherigen Tätigkeit wirklich gewesen sei. Der Patient sehe sich ausserstande, diese Tätigkeit auszuführen (
Urk.
7/8/13
).
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
stellte im Bericht vom 19./2
0.
September 2006
(
Urk.
7/8/1-5)
zur Anamnese fest, seit 1992 bestünden chronische rezidivierende
lumboradikuläre
, belastungsabhängige Schmerzen, die in der letzten Zeit stark zugenommen hätten (
lit
. D.3).
V
om
6.
Januar bis 2
1.
Februar und vom 1
4.
März bis
2.
Juli 2006 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Vom
3.
bis 1
2.
Juli 2006 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestanden. Seit dem 1
3.
Juli 2006 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
lit
. B).
Dr.
D._
gab
zudem
an, in der
bisherigen Tätigkeit bestehe ab sofort eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In einer behinderungsanpassten Tätigkeit bestehe ab sofort eine volle Arbeitsfä
higkeit (S.
4 unten)
.
4
.
4
Dr.
med.
E._
,
Assistenzarzt, und
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
Oberarzt, Rheumaklinik mit Institut für Physiotherapie und Poliklini
k
,
G._
, stellte
n
im Bericht vom 1
8.
Oktober 2006 (
Urk.
7/9/3-5) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechtsbetont mit/bei
Spondylarthrosen
L4 bis S1 und Bogenschlussanomalie L5,
Dis
k
usprotrusion
L5/S1 ohne neurale
Kompromittierung
(MRI der
Len
denwirbelsäule
vom
9.
Januar 2006)
WS-Fehlhaltung, Haltungsinsuffizienz,
Triggerpunkte
gluteal
und Beckenkamm rechts,
druckdolente
Facettengelenke L1-S1
m
it Symptomausweitung
chronisches, sekundäres
Cervikovertebralsyndrom
leichte Depression bei psychosozialer Belastungssituation
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte
des
G._
eine AC-Gelenksarthrose rechts (Erstdiagnose 2004) und einen S
tatus nach Ulcus
ventricul
i
200
3.
Der
Gesundheitszustand sei stationär (
lit
. C.1).
Die Ärzte des
G._
führten aus, nach
den vorliegenden Angaben habe ab
dem
6.
Januar bis Ende Februar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestanden. Ein Arbeitsversuch sei in der Folge wegen
Schmerzexazerbation
abgebrochen worden. Bis Juli 2006 habe erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestan
den. Ein weiterer Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50
%
im Juli 2006 habe nach drei Tagen erneut wegen vermehrter Schmerzen abgebrochen werden müssen. Seitdem bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
lit
. B).
Auf eine Wiederholung der
insgesamt 3-fach durchgeführ
t
en
Facettengelenks
in
filtration
, zuletzt im Januar 2006, sei aufgrund fehlenden Ansprechens verzichtet worden.
Aufgrund der
Chronifizierung
der Beschwerden mit
therapie
resisten
tem
lumbospondylogenem
Syndrom beidseits rechtsbetont sei der Patient aus rheumatologischer Sicht derzeit für Tätigkeiten mit der Mög
lichkeit zur Wechsel- und Teilbelastung bis maximal 10 kg mindestens zu 50
%
arbeits
fähig. Zusätzlich beeinträchtigend komme eine depressive Problematik hinzu. Diesbezüglich sei eine psychosomatische Rehabilitation geplant (S. 3).
4.
5
Dr.
med.
H._
, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in einer Stellungnahme vom 1
5.
November 2006 aus,
beim Bericht von
Dr.
D._
vom 19./2
0.
September 2006 bestünden Diskrepanzen zwischen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im verbalen Text und den Angaben im BM-Bogen.
Mit den vorliegenden Berichten werde ein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen.
Es könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der bisheri
gen und einer mindestens 50%igen
(steigerungsfähigen) Arbeitsf
ähigkeit in
angepasster
Tätigkeit ausgegangen werden. Die leichte depressive Episode sei von psychosozialen Faktoren abhängig, die als IV-fremd zu klassifizieren seien und die für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als nicht wesentlich zu beurteilen seien. Mit subjektiver Willensanstrengung könne eine Überwindung der Schmerzen als zumutbar ange
sehen werden (
Urk.
7/21 S. 3).
In der Folge sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine ganze Rente ab Januar 2007 zu (
Urk.
7/34).
5.
5.1
Im Januar 2013 wurde eine Rentenrevision eingeleitet
(vgl.
Urk.
7/48
S. 2
).
Dr.
B._
nannte im Bericht vom 2
0.
Februa
r 2013 (
Urk.
7/51) als Diagnose
eine chronisch-rezidivierende mittelschwere Depressi
on, mindestens seit Anfang 2006
,
bei schwerer narzisstischer Persönlichkeitsstörung (
Ziff.
1.1).
D
er Beschwerdeführer habe über 22 Jahre lang
eine
schwere körperliche Arbeit als Bauhandleger in einer Bodenbelagsfirma verrichtet. Zuletzt
habe
er als Arbeiter in einer Spinnerei gearbeitet (
S. 1
Ziff.
1.4).
Der Patient sei b
ei Behandlungsbeginn im März 2006 (
vgl.
Ziff.
1.2)
in aufge
brachter, gereizter Stimmung erschienen.
Sein Denken sei von paranoid-projek
tiven Vorstellung geprägt gewesen, jedoch nicht in psychotischem Ausmass. Der Patient
verbringe seine Zeit
mit gespanntem Umhergehen in der eigenen Wohnung und exzessivem Zigarettenkonsum. Kontakt bestehe nur noch zu sei
nem Bruder und gelegentlich zu einer Vertrauensperson aus dem Kreis der albanisch sprechenden Immigrationsgemeinde.
Die aktuelle psychische Situation sei geprägt von einem hochgradigen Rückzug
in eine depressiv-paranoide Parallelwelt mit äusserster emotionaler Verletzlich
keit, Kränkbarkeit und Überempfindlichkeit. Die Ehefrau und seine Kinder
hätten sich vom Beschwerdeführer spätestens ab Mitte 2006 abgewandt und seien nach
I._
zurückgekehrt.
Die Situation des Patienten sei in psy
chopathologischer wie auch psychosozialer Hinsicht weitgehend fixiert.
Die schwere Persönlichkeitsstörung werde dauerhaft bleiben. Eine Rückkehr an einen Arbeitsplatz oder eine berufliche Integrationsmassnahme durch die IV sei aus psychiatrischer Sicht nicht vorstellbar (S. 2
Ziff.
1.4). Der Patient erscheine alle ein bis zwei Monate in der Sprechstunde von
Dr.
B._
für Gespräche über die
aktuelle gesundheitliche und soziale Situation (S. 2
Ziff.
1.5).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter in einer Spinnerei bestehe seit 2006 dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 3
Ziff.
1.6).
5.2
Med. prakt.
J._
, praktischer Arzt, gab in einem Bericht vom 1
6.
März 2013 an, die Prognose sei weiter
hin
schlecht. Inwiefern der Patient in einem gewissen Mass in einen Arbeitsprozess
reintegriert
werden könne, könne nur durch eine arbeitsmedizinische Abklärung beurteilt werden. In der aktuellen gesundheitlichen Situation sei
er
weiter
hin
zu 100
%
arbeitsunfähig. Diesbe
züglich erweise sich vor allem
die
schlechte psychische Verfassung
des Beschwerdeführers
als wesentlich behindernd (
Urk.
7/57 S. 2
lit
. D7).
5.3
5.3.1
Dr.
A._
erstattete am 2
6.
März 2014 ein internistisch-rheumatologisches Gutachten (
Urk.
7/67).
Das Gutachten beruht auf den Untersuchungen vom 1
7.
März 2014
und den der Gutachterin zur Verfügung gestellten Akten
(S. 2
Ziff.
1).
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer
habe angegeben
,
es gehe ihm
an
diesem Tag so schlecht w
ie meistens in der letzten Zeit
. Er habe lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine
,
rechts mehr als l
ink
s
. Beide Beine seien wie taub
, ebenfalls rechts mehr als links. Ausserdem habe er
Nacken
schmerzen
mit Ausstrahlung in beide Arme, links mehr als rechts
. Manchmal plage ihn Schwindel und
manchmal schwitze er stark. Er könne nur 200 bis 300 Meter gehen, dann müsse er sich fünf bis zehn Minuten ausruhen
. Sitzen könne er höchstens 30 bis 40 Minuten lang. Dann müsse er aufstehen und sich bewe
gen
(S. 32
Ziff.
7.2 oben).
Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er gegen die Schmerzen jeden Tag drei bis vier Tabletten
Dafalgan
1 g sowie zwei bis vier Tabletten Tramadol
ret
. 100 mg benötige. Zum Schlafen brauche er jeden Abend eine Tablette
Trittico
ret
. 150 mg. Ohne
Trittico
könne er nicht schlafen (S. 33
Ziff.
7.4).
5.3.2
Die Gutachterin
stellte folgende rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 40
Ziff.
9.1):
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei
kongenitalem
Sacrum
acutum
und
mässigen degenerativen Verän
derungen vor allem bei L4/5 und
lum
bosakral
ohne Kompression von Nervenwurzeln
ohne vermehrte
szintigraphische
Aktivität (März 2014 und Juli 2002)
seit Jahren bildgebend unverändert
MRI März 2014 gegenüber MRI Januar 2006 und Januar 2002
ohne
radikuläre
Zeichen
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
sie
(S. 40
Ziff.
9.2)
:
Nikotin-Abusus
ausgedehnte chronische Schmerzen
Medikamenten-
Noncompliance
kein aktueller Nachweis von Tramadol im Urin
kein aktueller Nachweis von Paracetamol, Tramado
l
und
Trittico
im
Blut
kein Nachweis von Tramadol in seinen Haaren
im Zeitraum von Mitte November 2013 bis Anfang März 2014
Vitamin D-Mangel
Hypercholesterinämie
5.3.3
Der
Beschwerdeführer sei ein kräftiger 50-jähriger Mann. Er sei mit einer un
günstigen Statik am
lumbosakralen
Übergang
(
Sacrum
acutum
)
zur Welt g
ekommen. Er klage über ständige
Schmerzen,
seit 1993
über ausgedehnte Schmerzen
, vor allem lumbal
mit Ausstrahlung in beide Beine
,
rechts mehr als links mit Taubheitsgefühl sowie Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in bei
de Arme
,
links mehr als rechts (S. 41 oben).
In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Die Untersu
chung sei erschwert durch
eine
geringe Compliance und Gegenspannung. Der intermittierend hinkende Gang
des Beschwerdeführers
normalisiere sich unter Ablenkung. Es sei Übergewicht vorhanden. Die Beweglichkeit der
Lendenwir
belsäule
sei wegen Gegenspannung nicht prüfbar. Die Brust- und die
Halswir
belsäule
seien normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden.
Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich.
In der
Dolorimetrie
seien alle 18
T
ender
P
oints pathologisch sowie alle acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer
Schmerz
ausweitung
. Die Bio-
I
mpedanz-Analyse zeige trotz des Übergewichts eine erfreulich grosse Muskelmasse von 51
%
, welche den Normalwert von 40
%
weit übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung, wie der Beschwer
deführer berichtet habe, könne daraus nicht abgeleitet werden
(S. 41 Mitte)
.
Die Ganzkörper-Skelettszintigraphie vom März 2014 zeige einen
altersentspre
chenden
Befund. Die Röntgenuntersuchungen beider Schultern vom März 2014 zeigten
ebenfalls
altersentsprechende Befunde. In Kenntnis der klinischen und bildgebenden Befunde
bestehe keine Diagnose
im Bereich der Schultern. Eine im März 2014 erstmals durchgeführte Untersuchung (MRI) der Halswirbelsäule zeige altersen
tsprechende Befunde.
Dr.
A._
stelle
daher
auch
keine Diag
nose i
m Bereich der Halswirbelsäule.
Ein MRI
der Lendenwirbelsäule vom März 2014 zeige mässige degenerative Veränderungen mit
Spondylarthrosen
,
rechts mehr als links, vor allem im Segment L4/5 und
lumbosa
k
ral
sowie ein
Sacrum
acutum
. Kompressionen von Nervenwurzeln seien nicht sichtbar. Die
bildge
benden
Befunde im Bereich der Lendenwirbelsäule seien seit Januar 2001 im Wesentlichen unverändert. Die Befunde der Lendenwirbelsäule seien keinesfalls gravierend, hätten jedoch eine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Die Entzündungszeichen seien normal wie auch der
Rheu
mafaktor
und die
Anticitrullin
-Antikörper.
In der Urin- und Haaranalyse sei das Schmerzmittel Tramadol nicht vorhanden (S. 41 unten).
Es bestünden strukturelle Veränderungen im Bereich der Lendenwirbelsäule,
welche
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkten. Die Befunde erklärten jedoch keinesfalls das Ausmass seiner Beschwerden. Er könne eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
ausüben bezogen auf ein Pensum von 100
%
(S. 42 oben). Die berichtete maximale Gehstrecke von 200 bis 300
Metern sei nicht verifiziert und könne aus den Befunden nicht abgeleitet werden.
Die kräftige Beinmuskulatur weise vielmehr auf einen aktuellen, regel
mässigen und lang andauernden Gebrauch der Beine hin. Der
Slumptest
sei beidseits normal verlaufen. Diskrepant dazu sei, dass der Beschwerdeführer bei der Prüfung des
Lasègue
beidseits ab 20° laut Schmerzen geäussert habe und er keine weitere Prüfung des
Lasègue
mehr zugelassen habe. Da kein reflektori
scher Beweg
ungswiderstand feststellbar sei
, handle es sich keinesfalls um einen pathologischen
Lasègue
, sondern am ehesten um eine Verdeutlichungstendenz (S. 42 Mitte).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er für kurze Strecken sein Auto steu
ern könne. Dafür sei eine zuverl
ässige Handkraft beidseits notw
endig. Diskre
pant dazu sei die gezeigte maximale Handkraft von 41
%
der Norm rechts und 17
%
links. Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits. B
ei der Messung der Handkraft habe sicher eine Selbstlimitierung bestanden.
Keines der geprüften Medikamente sei
im
Blut vorhanden
. Das Antidepressivum
Trittico
retard
sei im Blut nicht nachweisbar.
Die Angabe des Beschwerde
führers
, dass er jeden Abend eine Tablette
Trittico
retard
benötige, stimme daher nicht
(S. 42 unten). Die Angabe
zu seinem Tramadol-Konsum habe offen
sichtlich nicht das Geringste mit der Realität zu tun. Es sei unklar, was er damit meine, wenn er bei der Untersuchung angegeben habe, es sei für ihn schwierig, ohne seine Tabletten zu leben (S. 42 f.).
5.3.4
Der Beschwerdeführer könne Lasten bis zu 15 kg heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Tätigkeiten, die diesem Profil entsprechen
würden
, könne er zu 100 % ausüben bezogen auf ein Pensum von 100
%
. Die angestammte Tätigkeit als
Spulerei
m
itarbeiter
bei der
Y._
sei angepasst. Der Beschwerdeführer könne die Tätigkeit zu 100
%
ausüben (S. 44 f.
Ziff.
11.1).
In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsfähigkeit bestanden.
Eine nicht angepasste Tätigkeit habe er wegen des kongenitalen
Sacrum
acutum
nicht ausüben können (S. 45
Ziff.
11.2).
5.3.5
Nach dem stationären Aufenthalt in der
C._
vom 2
8.
März bis 1
3.
April 2006 habe man den Beschwerdeführer für eine angepasste Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig eingeschätzt.
Dr.
A._
teile die Beurteilung des
Gesundheitszustandes und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Kolleginnen und Kollegen der
C._
.
Dr.
D._
habe den Beschwerdeführer im Bericht vom
2
0.
September 2006 in einer angepassten Tätigkeit ab sofort als zu 100
%
arbeitsfähig eingeschätzt.
Dr.
A._
teile diese Einschätzung.
Dr.
F._
habe den Beschwerdeführer im Bericht vom 1
8.
Oktober 2006 in einer angepassten Tätigkeit als mindestens zu 50
%
arbeitsfähig eingeschätzt. Leider
habe
Dr.
F._
keine Abgrenzung
zwischen den
Auswirkung
en
der somatischen und psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit
vor
genommen
. Dies gelte auch für die aufgeführten IV-fremden Faktoren. Da der Hausarzt med. prakt.
J._
im Bericht vom 1
6.
März 2013
die
Auswirkung
en
der somatischen und psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeits
fähigkeit
nicht
abgegrenzt habe
, könne
die Gutachterin
dazu keine Stellung nehmen. Die von med. prakt.
J._
erwähnten Schmerzmittel
Dafalgan
und Tramadol sowie Antidepressiva habe der Explorand bei der Untersuchung nicht verwendet (S. 46
Ziff.
12.4).
Im Januar 2007 sei keine MRI- oder CT-Untersuchung der Halswirbelsäule durch
geführt worden. Die im März 2014 erstmals durchgeführte MRI
Unter
suchung zeige normale Befunde im Bereich der Halswirbelsäule. Bei normalen klinischen und bildgebenden Befunden im Bereich der
Halswirbel
säule
bestehe in diesem Bereich keine Diagnose, wie bereits im Januar 2007 postuliert. Die grosse Muskelmasse von 51
%
zeige, dass seit langem keine körperliche Schonung vorhanden sei. Offensichtlich sei klinisch eine Besserung eingetreten,
denn der Beschwerdeführer benötige das Schmerzmittel Tramadol mindestens seit Mitte November 2013 nicht mehr (S.
47
Ziff.
13).
5.4
5.4.1
Der Beschwerdeführer wurde am 2
8.
Mai 2014
von
Dr.
Z._
untersucht (
Urk.
7/72 S. 1).
Dr.
Z._
führte
aus, der Beschwerdeführer habe b
eim Eintritt in die Praxis
auf dem
ebenen Gang zum Wartezimmer ohne Treppenstufen sehr auffällig gestöhnt und gehumpelt, nachdem er zuvor ohne Probleme die 10 Stufen der Aussentreppe zum Eingang hochgegangen sei. Das gezeigte Schmerzverhalten wirke deutlich
aggravierend
und sei
aus
der subjektiven Sicht der vermeintli
chen Schonbewegungen physiologisch so nicht erklärbar und somit
krankheits
bedingt
nicht nachvollziehbar (S. 10
Ziff.
4.1).
5.4.2
Dr.
Z._
gab zum Befund an
,
es fänden sich Hinweise auf einen allenfalls teil
weisen sozialen Rückzug. Bei einem etwas verminderten Selbstwerterleben fän
den sich eher geringe Selbstzweifel und kaum Versagensängste
. Die emotionale Flexibilität und Belastbarkeit sowie die Frustrations- und Stresstoleranz seien leicht vermindert
(S. 11 Mitte).
Es fänden sich
Hinweise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionisch
-unreifen, passiv-aggressiven, emotional-insta
bilen (impulsiven) und auch dissozialen Anteilen. Narzisstische
Persönlich
keits
züge
könnten nicht bestätigt werden. Es seien leichte Defizite der sozialen Kom
petenzen, insbesondere der Interaktions- und Konfliktfähigkeit und weniger des Abgrenzungsvermögens eruiert worden.
Aktuell sei keine Motivation für beruf
liche Eingliederungsmassnahmen bei grundsätzlich
guten und ausbau
fähigen Ressourcen festgestellt worden (S. 11 unten).
5.4.3
Bei der aktuellen gutachterlichen Untersuchung sei eine leichte depressive Symp
tomatik mit gewissen S
chwankungen der Stimmung
und
einer leichten
Antriebsminderung ohne relevante zirkadiane Schwankungen im Tagesablauf beobachtet worden.
Zudem
hätten
eine eher geringe Selbstwertminderung, kaum Selbs
tzweifel, eine etwas erhöhte Krä
nkbarkeit und auch eher geringe Versagensängste bei allenfalls leichten Konzentrationsstörungen bestanden sowie eine leicht verminderte Ausdauer bei ordentlicher Aufmerksamkeit bei einem allenfalls teilweisen sozialen Rückzug. Bei grundsätzlich eher einfachen kognitiven Fähigkeiten im unteren Normbereich habe in der aktuellen Untersu
chung eine ordentliche und nicht eingeschränkte Auffassungsgabe vorgelegen
. Diagnostisch sei anhand der aktuellen Untersuchungsergebnisse und der anam
nestischen Angaben des Exploranden weiterhin von einer leichten depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung ohne
Chronifi
zierung
auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit
histrio
ni
sch-unreifen
, passiv-aggressiven
und emotional-inst
abilen (impulsiven) Anteilen auszugehen. Bei akzentuierten Persönlichkeitszügen bestünden gewisse leichte Defizite der sozialen Kompetenzen, die sich jedoch nicht auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit oder das persönliche Leben des Beschwerdeführers aus
gewirkt hätten
(S. 14 Mitte).
Bei den angegebenen gesundheitlichen Beschwerden liege der Hauptfokus auf einer seit Jahren bestehenden,
chronifizierten
Schmerzsymptomatik.
Bei aus somatischer und physiologischer Sicht nicht ausreichend zu erklärender Schmerzsymptomatik, wie sie
Dr.
A._
ausgeführt und begründet habe, sei aus psychiatrischer Sicht eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung zu diagnostizieren (S. 14 unten).
In der Schilderung seines Tagesablaufes berichte der Beschwerdeführer auch von guten Ressourcen. Sodann fliege er nach seinen Angaben alle zwei bis drei Monate für zwei bis drei Wochen in die Heimat zu seinen Angehörigen (S. 15 Mitte).
Die Behandlungsmöglichkeiten seien sicher nicht ausgeschöpft. Es stelle sich eher die Frage, ob der Explorand durch die von ihm angegebenen Beschwerden und Schmerzen sich tatsächlich so einge
schränkt fühle, dass er die von seinen Ärzten verordneten Medikamente auch regelmässig einnehme (S. 16 oben).
Es bestünden ein hoher sekundärer Krankheitsgewinn und ein über
Verdeutli
chungstendenzen
weit hinausgehendes Aggravationsverhalten. Zudem könnten verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren genannt werden.
Es könne fest
gehalten werden, dass aus rein psychiatrisch-gutachterlicher Sicht bei einer leichten und allenfalls zeitweilig mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung allenfalls geringe IV
relevante psy
chische Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewiesen
seien
. Diese seien bedingt durch eine leicht verminderte Stress- und
Frust
rationstoleranz
und die Defizite der sozialen Kompetenzen und eine leicht ver
minderte Interaktions-, Konflikt- und Abgrenzungsfähigkeit (S. 17 unten).
5.4.4
In der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter bestehe aus rein psychiatrischer Sicht definitionsgemäss nach den Kriterien und Urteilen des Bundesgerichts und
den
versicherungsrechtlichen Bestimmungen zu den
syndromalen
Leiden eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Seit 2006 sei aus rein psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20
%
mit weiterer Besserungstendenz unter optimierter Behandlung auszugehen. Seit Mai 2014 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 0
%
(S. 19
Ziff.
7.1-7.2). In adaptierten Tätigkeiten sei aus rein psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen.
Als ideal adaptierte Tätigkeiten seien einfache und angelernte Tätigkeiten des freien Arbeitsmarktes zu nennen, die normale Anforderungen an die Stress- und
Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit oder die sozialen Kompeten
zen stellten. Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei möglich (S. 19
Ziff.
7.3
7.4).
Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit schizoiden Zügen mit
definitions
ge
mäss
spätestens seit der Adoleszenz deutlich ausgeprägten
persön
lichkeits
strukturellen
Besonderheiten liege nicht vor. Der behandelnde Psy
chiater habe 2006 keine persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten festgestellt. Inzwischen habe
Dr.
B._
eine schwere narzisstische
Persönlichkeitsstö
rung
mit schizoiden Zügen diagnostiziert, wobei er nicht begründet habe,
wes
halb diese definitionsgemäss
spätestens seit der Adoleszenz vorliegende psy
chische Störung 2006 nicht feststellbar gewesen sei (S. 21 oben).
Aus interdisziplinärer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfä
higkeit von 100
%
.
I
n adaptierten Tätigkeiten
bestehe interdisziplinär
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 23 f.
Ziff.
9.1
).
5.5
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, RAD,
hielt in einer Stellungnahme vom
5.
A
ugust 2014 (
Urk.
7/75 S. 5 f.) fest, gemäss dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
vom 2
3.
Juni 2014 liege beim Beschwerdeführer eine verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule bei einem angeborenen
Sacrum
acutum
und mässigen degenerativen Veränderungen bei L4/5 ohne Kompression der Nervenwurzel vor. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine leichte depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung ohne
Chronifi
zierung
auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit seien
sodann
die ausgedehnten Schmerzen, eine
Medikamenten-Non
compliance
sowie ein Vitamin D-Mangel. Aus somatischer Sicht lägen zwar strukturelle Veränderungen an der Lendenwirbelsäule vor, die
jedoch
sicher nicht gravierend seien und das Ausmass der angegebenen Schmerzen keines
falls erklären könnten (S. 5 unten).
Spätestens seit Mitte November 2013 sei es offensichtlich zu einer klinischen Besserung des Gesundheitszustandes gekommen, da der Beschwerdeführer das Schmerzmedikament Tramadol bei fehlendem Nachweis im Urin, im Blut oder der Haaranalyse offensichtlich nicht mehr benötige. Aus psychiatrischer Sicht sei
er
seit Mai 2004 zu 100
%
arbeitsfähig.
Auf das
bidisziplinäre
Gutachten könne abgestellt werden. Der somatische Gesundheitsschaden bei einem chronischen Rückenleiden habe sich demnach klinisch gebessert. Eine regelmässige analgetische Therapie sei analog der Ana
lyse im Urin, im Blut und den Haaren seit November 2013 sicher nicht mehr
erforderlich. Sowohl die klinische Untersuchung als auch
die bildgebende Diag
nostik könne
das Ausmass der subjektiven Beschwerden nicht erklären. Gesamthaft sei der Beschwerdeführer bei gebessertem somatischem Gesund
heitszustand seit November 2013 in einer leichten bis mittelschweren körperli
chen Tätigkeit mit Wechselbelastung mit Heben von Lasten von bis zu 15 kg zu 100
%
. Laut Profil der Berufsberatung vom Dezember 2006 entspreche die bis
herige Tätigkeit als
Mitarbeiter einer
Spulerei
einer angepassten Tätigkeit (S. 6).
6.
6.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
6.2
Beim Beschwerdeführer wurden
im Jahr
2006 ein chronisches
lumbospondylo
genes
Syndrom und
ein chronisches sekundäres
Cervikovertebralsyndrom
diagno
stiziert (E. 4.4
; vgl. auch
Urk.
7/8/11
).
Eine
von psychiatrischer Seite
festgestellte leichte depressive Antriebsstörung (E. 4.1) wirkte sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus.
Das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
ergab
nun
, dass in der zuletzt ausgeübten Täti
gkeit als Mitarbeiter einer
Spu
lerei
sowie in einer
angepassten
Tätigkeit
eine Arbe
itsfähigkeit von 100
%
besteht (E. 5.4.4).
6.3
Der Beschwerdeführer
brachte unter anderem vor
,
bei der von
Dr.
A._
gestellten Diagnose einer verminderten Belastbarkeit und Beschwerden der
Len
denwirbelsäule
handle es sich nicht um eine Diagnose, die sich im ICD-10 finde (
Urk.
1 S. 11
lit
.
bb
unten). Das
Teilgutachten von
Dr.
A._
beziehe sich
sodann
nicht ausreichend auf das Beweisthema des Revisionsverfahrens
(
Urk.
1 S. 12
lit
. cc). Der Beschwerdeführer möchte dem
Gutachten
von
Dr.
A._
deshalb
jeden
Beweiswert absprechen.
Gegen diese Einschätzung
ist anzuführen, dass
Dr.
A._
unter
Ziff.
13 des Gutachtens darauf hinwies, dass der Beschwerdeführer das Schmerzmittel Tramadol seit Mitte November 2013
sowie
weitere Schmerzmittel
bei der Untersuchung nicht eingenommen hatte und
er diese offenbar nicht mehr
benötigt
(E. 5.3.
5
).
Im Vergleich dazu hatten die Ärzte des
G._
im Oktober 2006
die eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit
im Wesentlich
en
auf
das
lumbospondylogene
Schmer
zsyndrom
zurückgeführt
(E. 4.4)
.
Dass der
Beschwerdeführer
die
angege
benen Schmerzmittel
nachgewiesenermassen nicht mehr einnimmt, zeigt, dass er sie offensichtlich nicht mehr benötigt, was wiederum darauf hinweist
, dass sich die geklagten Beschwerden gebessert haben.
Zu demselben Ergebnis führen
auch
die von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
festge
stellte
n
Diskrepanzen
bei der klinischen Untersuchung
.
Gemäss
Dr.
A._
ergab
ein
Test der Handkraft, dass dem Beschwerdeführer das Lenken eines Fahrzeuges bei der
im Test
gezeigten Handkraft nicht möglich wäre, während er nach seinen Angaben
doch
kurze St
recken mit dem Auto fahren kann
.
Zu erwähnen ist weiter, dass die von
Dr.
A._
festgestellte Muskelmasse von 51
%
gegen eine andauernde körperliche Schonung spricht
(E.
5.3.3).
Der Beschwerdeführer kann daher
mutmasslich
längere Strecken zu Fuss zurücklegen, als die von ihm angegebenen 200 bis 300 Meter.
Sodann
ist
es
ihm
ungeachtet der
geklagten
Beschwerden möglich, alle zwei bis drei Monate für zwei bis drei Wochen in seine Heimat zu fliegen (E. 5.4.3).
Auch wenn ein
bildgebend weitgehend unveränderte
r
Befund
vorliegt,
ergibt sich aus dem Gutachten von
Dr.
A._
genügend klar
, dass
es verglichen mit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
zu einer Verbesserung gekommen ist
, da
der Beschwerdeführers
durch die Beschwerden offensichtlich weniger stark ein
geschränkt ist als
200
6.
Die
von
Dr.
A._
gestellte Diagnose einer vermin
derten Be
lastbarkeit und Beschwerden der
Lendenwirbelsäule
spricht
ebenfalls nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens.
Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers erweisen sich die Gutachten von
Dr.
A._
un
d
Dr.
Z._
als beweistauglich, so dass darauf abgestellt wer
den kann.
6.4
Gestützt auf das internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
6.
März 2014
ergibt sich, dass
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Spulereimitarbeiter
wieder
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht.
In psychiatrischer Hinsicht erweist sich der Gesundheitszustand als unverändert, nachdem
Dr.
Z._
eine rezidivierende depressive Störung bei gegenwärtig leichter depressiver Episode ohne
Chronfizierung
diagnostizierte
, die sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt
(E. 5.4.3).
Nachdem aus psychiatrischer Sicht keine Veränderung eingetreten ist, braucht auf die von
Dr.
Z._
gestellte Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung und auf die diesbezügliche Kritik des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8
lit
.
bb
) nicht weiter eingegangen werden.
Dr.
Z._
legte sodann dar, weshalb entgegen
Dr.
B._
die Voraus
setzungen für die Diagnose einer schweren narzisstischen
Persönlichkeitsstö
rung
nach seiner Einschätzung
nicht erfüllt sind.
Der Vorwurf, der Gutachter habe
auf
das
Werk von Linden et al. 2009 nicht
Bezug genommen
(
Urk.
1 S.
8
lit
.
aa
oben)
, verkennt, dass es dem fachärztlichen Urteil des Gutachters über
lassen ist, welche der verfügbaren Instrumente im konkreten Fall eingesetzt werden. Die Verwendung des Mini-ICF ist dabei eine mitunter gewählte Option, jedoch keineswegs zwingend.
6.5
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt
als dahingehend erstellt zu erachten, dass in der angestammten Tätigkeit als
Spulereimitarbeiter
und in einer Verweistätigkeit
keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit mehr beste
ht.
Ein Rentenanspruch ist daher neu zu verneinen.
Die angefochtene Verfügung vom 3
0.
Januar 2015 erweist sich
demzufolge
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von
Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.--
festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.