# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fdbecf9b-aea7-484b-b8a4-d24d364c911e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1984 geborene X._ arbeitete seit dem 1. August 2004 als Elektro
monteur bei der Y._ AG und war damit bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
chert, als er am 30. April 2010 bei der Arbeit von der Leiter stürzte, mit dem Gesicht, den Händen, dem Oberarm und den Knien auf den Betonboden auf
schlug und dabei mehrere Frakturen im Gesicht und an den Extremitäten erlitt (Urk. 7/129 und Urk. 7/4/10-12). Die SUVA kam für Heilbehandlungskosten und Taggeld auf (Urk. 7/20).
Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 sprach sie dem Ver
sicher
ten eine Integritätsentschädigung entsprechend ei
ner Integritätseinbusse von 15 % zu (Urk. 7/342)
.
Am 22. Mai 2014 teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass das Taggeld noch maximal bis zum 31. Juli 2014 ausgerichtet werde (Urk. 7/347).
Mit Verfügung vom 12.
September 2014 verneinte sie den An
spruch auf eine Invalidenrente (Urk.
7/367). Mit Einspracheentscheid vom
5. Dezember 2014 hielt die SUVA an
den Verfügungen vom 20. Mai 2014 (Urk. 7/342 betreffend Integritätsentschädigung) und 12. September 2014
(Urk. 7/367 betreffend Verneinung eines Rentenanspruchs)
fest (Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 19. Januar 2015 Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) zuzusprechen (S. 2 Ziff. 1). Zudem sei eine Integritätsentschädigung entsprechend einem Integritätsschaden von über 15
%
zuzusprechen (Ziff. 2). Eventuell sei die Sache zur weiteren
Ab
klärung an die Verwaltung zurückzuweisen (Ziff. 3). In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Sistierung des Verfahrens bis zum Vorlie
gen
angekündigter
Abklärungsbericht
e
(Ziff. 4)
. Die Beschwer
degegnerin bean
tragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2015 (Urk. 6), die Be
schwerde sei abzuweisen und es sei der Einspracheentscheid vom 5.
Dezember 2014 zu bestätigen.
Am 16. März 2015 zog der Beschwerdeführer sein Sistie
rungsgesuch wieder zurück (Telefonnotiz Urk. 9, vgl. auch Urk. 11 Ziff. 7).
Am 16. April 2015 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Beschwerdeantwort
und erneuerte die gestellten Anträge
(
Urk.
11 unter Beilage von
Urk.
12/1-2)
. Am 24. April 2015 erging eine weitere
Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin
, die ihrerseits an ihrem Rechtsbegehren festhielt
(
Urk.
15)
, wovon der Beschwer
deführer mit Mitteilung vom 4. Mai 2015
in Kenntnis gesetzt
wurde
(
Urk.
16).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verfügte am 21. August 2015
den
rückwirkenden Anspruch auf eine befristete ganze Invali
denrente ab 1. Juni 2011 bis 30. April 2014
und
auf eine befristete halbe Rente
ab 1. Mai bis Ende November 2014. Die Beschwerde gegen die Verfügungen vom 21. August 2015 wurde mit Urteil heutigen Datums in dem Sinne gutge
heissen, dass die Sache für weitere medizinische Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Prozess IV.2015.00992).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des
natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heit
li
che Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs–anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung setzt der Leistungsanspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung nebst einem natürlichen auch einen adäquaten Kausalzu
sam
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE
129 V 177 E.
3.1 und 3.2 S.
181 mit Hinweisen). Dabei spielt im Sozial
ver
si
cherungsrecht die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natür
lichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Be
reich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. An
ders
verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, ab
er organisch nicht objektiv aus
ge
wiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augen
fälligen Geschehensablauf des geltend gemachten Unfallereignisses aus
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanz
kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sogenannte Psycho-Praxis; BGE 115 V 133), während nach der bei Schleudertraumen und äquiva
lenten Verlet
zungen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren soge
nannten Schleu
der
trauma-Praxis auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi
schen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_
258/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 4.3.1).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.5
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen In
tegrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des In
tegritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
genfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemes
sung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen meh
rere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Be
einträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die SUVA ging in ihrem Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2014 (Urk. 2) davon aus, dass der Versicherte kein Schädel-Hirntrauma im Sinne der Recht
sprechung erlitten habe, und fügte an, dass die natürliche Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom 30. April 2010 selbst dann verneint werden müsste, wenn ein derartiges Schädel-Hirntrauma vorgelegen hätte. Habe der Versicherten doch die Beeinträchtigungen des typischen Be
schwerdebildes erstmals im Juni 2012 – also über zwei Jahre nach dem Ereignis – durch seinen Rechtsvertreter geltend machen lassen. In psychiatrischer Be
handlung befinde er sich ebenfalls erst seit dem 3. Juli 2012 (S. 5 Ziff. 3). Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades stellte die Beschwerdegegnerin auf die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung ab und kam unter Beizug von DAP-Löhnen (Dokumentation von Arbeitsplätzen) zum Schluss, dass der Invaliden
lohn den Validenlohn übersteige, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente bestehe (S. 7 f. Ziff. 5).
Betreffend die Integritätsentschädigung machte die Beschwerdegegnerin gel
tend, die Kreisärztin habe den Integritätsschaden mit sorgfältiger Begründung und unter Berücksichtigung des medizinisch relevanten Sachverhaltes auf 15 % festgelegt. Die neurologischen Defizite seien organisch nicht erklärbar und könnten deshalb bei der Schätzung des Integritätsschadens nicht berücksichtigt werden (S. 9 Ziff. 6b).
In der Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2015 (Urk. 6) liess die Beschwerde- geg
nerin ausführen, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen dem Unfallereignis und den somatisch nicht objektivierbaren Unfallfol
gen (nach der sogenannten „Psycho-Praxis“) zu verneinen sei, weshalb praxis
gemäss auf weitere Beweisvorkehrungen zur Kausalität verzichtet werden könne (Ziff. 11.3.2 und Ziff. 21 f.; vgl. auch Urk. 15 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde vom 19. Januar 2015 (Urk. 1) dagegen ein, dass auch heute noch eine neurologisch-orthopädische Einschränkung der rechten Hand und des rechten Handgelenkes bestehe, die sich unter anderem darin äussere, dass diese Region auch ohne Belastung äus
serst schmerzhaft sei. Diese Schmerzhaftigkeit führe zu einer schnellen Er
schöpfung, was sich auch in einer adaptierten Tätigkeit spätestens in der zwei
ten Tageshälfte auswirke. Das heisse, er könne sich dann nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren und müsse in der Regel bis zum Abend ruhen. Im Weiteren bestehe eine ganz erhebliche und messbare neuropsychologische Einschrän
kung, die von der Schmerzproblematik und/oder vom Schädel-Hirntrauma her
rühre. Diese Beschwerden führten dazu, dass er seit dem Unfall im Jahr 2010 nie mehr eine Arbeitsleistung in einem Pensum über 50 % erreicht habe (Ziff. 13). Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, sämtliche genannten medizinischen Faktoren in die Rentenprüfung beziehungsweise in die Beurtei
lung der Integritätsentschädigung einfliessen zu lassen (Ziff. 14). Zudem sei bei einem „Köpfler“ ohne Sturzhelm und aus einer Standhöhe von rund 3 Metern mit der Folge diverser Brüche der Schädel- beziehungsweise der Gesichtskno
chen ohne Weiteres davon auszugehen, dass es mit überwiegender Wahrschein
lichkeit zu einem Schädel-Hirntrauma mit Beteiligung des Hirns gekommen sei (Ziff. 27). Es würden unter anderem deshalb bis im Sommer 2012 wenig spezi
fische Arztberichte vorliegen, die schädelhirntrauma-assoziierte Beschwerden dokumentierten, weil die behandelnden Kliniken für Unfallchirurgie und für Wiederherstellungschirurgie des Z._ nicht routine
mässig neurologische, neuropsychologische, psychiatrische oder neurootologi
sche Untersuchungen veranlassen würden (Ziff. 33). Zusammenfassend stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass die unterbliebene spezifi
sche Befundung von kognitiven Einschränkungen, Schwindel und Depression zu Lasten der Beschwerdegegnerin gehe, da diese aufgrund der Fakten einen Abklärungsbedarf hätte sehen müssen (Ziff. 34).
In der Stellungnahme zur Beschwerdeantwort vom 16. April 2015 (Urk. 11) führte der Beschwerdeführer aus, dass eine Befragung des beim Unfall anwe
senden Arbeitskollegen und ein anschliessendes polydisziplinäres Un
fallgutachten notwendig sei. Eine Adäquanzprüfung könne ohne diese Abklä
rungen nicht vorgenommen werden (Ziff. 14). Zudem bestritt er vorsorglich die Adäquanzbeurteilung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (Ziff. 15).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde nach dem Unfall vom 30. April 2010, bei dem er während der Ausführung von Arbeiten über Kopfhöhe von einer Leiter aus einer Standhöhe von 2,41 Metern auf den Betonboden gestürzt (vgl. Polizeirapport vom 11. Juni 2010 Urk. 7/5 S. 6) und dabei auf dem Gesicht, den Händen, dem Oberarm und den Knien gelandet war, vom Notarzt, Schutz und Rettung der Stadt Zürich, in den Schockraum des Z._ eingeliefert. Aus dem kurzen Proto
koll zum Einsatz des Rettungsdienstes vom 30. April 2010 geht hervor, dass der Beschwerdeführer beim Eintreffen des Rettungsdienstes in Seitenlage positio
niert und zeitlich sowie örtlich orientiert war. Der Beschwerdeführer war dar
über hinaus wach, kreislaufstabil, bei normalem Bewusstsein und erreichte ei
nen Glasgow Coma Score (GCS) von 15 (Urk. 7/185).
3.2
Im Bericht vom 16. Dezember 2010 (Urk. 7/165/60-63) gaben Dr. med. A._, Oberarzt, und Dr. med. B._, Assistenzarzt, Klinik für Unfall
chirurgie Z._, an, der Beschwerdeführer habe beim Unfall die nachfolgenden Mehrfachverletzungen erlitten:
Distale intraartikuläre Radiustrümmerfraktur
ORIF am 07.05.2010
Posttraumatische symptomatische Radiokarpalarthrose rechts
OSME mit Adhäsiolyse und partieller Handgelenksdenervation am 09.09.2010
Radiusköpfchenfraktur links Typ Mason II
Schraubenosteosynthese Radiusköpfchen links (2 x 2,0 mm) am 07.05.2010
Verdacht auf Fraktur Os capitatum links, Verdacht auf Fraktur Os scaphoideum links
Schädel-Hirntrauma mit Fraktur Sinus frontalis rechts, Fraktur Orbitaboden/Dach, Nasenbeinfraktur links
Reposition Sinus frontalis rechts, Mukosektomie und Obliteration mit Muskelstrei
fen aus dem M. frontalis und anschliessender Osteosynthes
e mit 1,5 mm Titanplättchen am
1
2.05.
2010
Die Ärzte führten aus, es habe keine Bewusstlosigkeit und keine Amnesie bestan
den. Der Beschwerdeführer habe sich bei der Zuweisung in den Schock
raum des Z._ als kardiopulmonal stabil mit einem GCS 15 gezeigt. Der Be
schwerdeführer sei in seiner Tätigkeit als Elektromonteur durch die posttrauma
tische Radiokarpalarthrose rechts eingeschränkt. Hier seien Heben und Tragen von Gegenständen über zwei bis drei Kilogramm nicht möglich. Zudem sei die Pro-/Supination schmerzbedingt deutlich eingeschränkt (z.B. Schrauben eindre
hen). Der Beschwerdeführer werde die Tätigkeit als Elektromonteur mit Heben und Tragen schwerer Lasten nicht mehr ausüben können. Eine Umschulung sei zu empfehlen. Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Gegenständen (über längere Zeit auch leichte Gegenstände), also z.B. Büroarbeit mit Wechselbelas
tung der Hand (z.B. Computerarbeit), sollten auch über längere Zeit möglich sein. Ein genaues Ausmass könne erst nach weiteren Therapieentscheidungen durch die Kollegen der Handchirurgie angegeben werden.
Am 24. Februar 2011 (Urk. 7/51) nannte Dr. med. C._, Assistenzärztin an der Klinik für Unfallchirurgie, dieselben Diagnosen. Sie gab an, auch nach in
tensiver Physiotherapie würden nach längerer Belastung weiterhin Schmerzen im Bereich des rechten radialen Handgelenkes bestehen, vor allem bei Flexion. Ein Arbeitsversuch auch mit nur Büroarbeit habe nach einer halben Stunde abgebrochen werden müssen. Zudem habe der Beschwerdeführer über Schmerzen im linken Handgelenk beim Abstützen des extendierten Armes berichtet. Aktuell bestehe keine Schmerzmedikation. Der Beschwerdeführer sei als Elektromonteur zu 100 % arbeitsunfähig.
3.3
Am 12. Oktober 2012 berichtete Dr. phil. D._ der SUVA über ihre neuropsychologische Untersuchung an zwei Tagen (10. und 13. September 2012, Urk. 7/195). Sie gab an, das allgemeine Testleistungsniveau habe sich grösstenteils durchschnittlich dargestellt und entspreche insgesamt dem auf
grund der schulischen und beruflichen Ausbildung zu erwartenden Niveau (S. 5).
Die Befunde aus neuropsychologischer Sicht deuteten auf eine insgesamt leichte kognitive Funktionsstörung im Bereich tieferer Strukturen (Hirnstamm) unter Einbezug fronto-thalamischer Strukturen hin (S. 7).
Im Vordergrund der heute eruierbaren kognitiven Leistungsminderungen stän
den durchwegs verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen sowohl bei einfachen als insbesondere auch bei komplexeren Anforderungen an die Aufmerksamkeit, die einen raschen und effizienten Wechsel des Aufmerk
samkeitsfokus voraussetzten, etwa in der geteilten Aufmerksamkeit und im Ar
beitsgedächtnis. Die längere Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit (zumindest über eine Testphase von 2,5 Stunden) sei aber gegeben (S. 7 f.). Nach einer mittleren Untersuchungsdauer habe sich eine äusserlich sichtbare erhöhte Er
schöpfung manifestiert (S. 5).
Hinzu kämen Minderleistungen im Bereich der Exekutivfunktionen, vor allem im kognitiven Umstell- und Strukturierungsvermögen sowie im visuell-figura
len und verbalen Lernvermögen, wo sich zudem Interferenzen manifestierten. Erschwerend hinzu kämen die beklagten somatischen Symptome, vor allem eine sich angeblich manifestierende Kopfschmerzsymptomatik sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit (S. 8).
Die vom Beschwerdeführer angegebenen kognitiven Beschwerden, etwa die be
klagten Konzentrationsprobleme und die erhöhte Vergesslichkeit sowie eine ge
wisse Stressunverträglichkeit in seinem privaten Alltag würden durch die heute objektivierbaren kognitiven Minderleistungen gut verständlich und erklärbar, zumal davon auszugehen sei, dass sich diese unter Mehrfachbelastung, Zeit
druck, Stress und Ablenkung noch intensivierten (S. 8).
Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die berufliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner Tätigkeit als Elektromonteur aufgrund der oben genannten konzentrativen und exekutiven Leistungsminderungen theoretisch zu zirka 20 % eingeschränkt. Diese Tätigkeit könne der Beschwerdeführer jedoch aufgrund seiner körperlichen Beschwerden nicht mehr ausüben. Hinsichtlich der geplanten Tätigkeit als Elektroplaner, wofür der Beschwerdeführer eine schuli
sche Weiterbildung absolvieren müsste, sei von einer zirka 30%igen Einschrän
kung sowohl der schulischen als auch der späteren beruflichen Leistungsfähig
keit auszugehen (S. 8).
Eine allfällige weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der angegebenen somatischen Beschwerden, unter anderem eine er
höhte Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit, Kopfschmerzen, Schlafprobleme und stressbedingte Aggressivitätsdurchbrüche, müsse von ärztlicher Seite beurteilt und bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt werden (S. 8).
Eine neuropsychologische Therapie mit gezieltem und berufsorientiertem Hirn
leistungstraining zur Verbesserung der oben beschriebenen kognitiven Defizite sowie zur Steigerung der kognitiven Ausdauer und Belastbarkeit sei vor allem im Hinblick auf die geplante berufliche Weiterbildung zum Elektroplaner indi
ziert und angesichts des insgesamt durchschnittlichen Leistungsprofils auch er
folgversprechend (S. 9).
3.4
Im Schlussbericht der beruflichen Abklärungsstelle E._ vom 7. Juni 2013 (Urk. 7/261) betreffend eine Abklärung vom 22. April bis 22. Mai 2013 gaben die Berichterstatter (E._-Leiter F._, Dr. med. G._, FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, so
wie die Berufs- und Laufbahnberaterin/Psychologin FH O._) an, sie hätten den Beschwerdeführer während den für ihn neuen technischen Arbeiten (CAD-Zeichnungen etc.) als willig und gut zu führen erlebt. Bei den übrigen Tätigkeiten habe er wenig Interesse und eine geringe Ausdauer gezeigt. Die Ar
beitszeiten (Montag bis Donnerstag 7,5 Stunden und Freitag 4 Stunden, 3 Fei
ertage, S. 4) habe er pünktlich eingehalten. Er habe häufig über Hand- und Na
ckenschmerzen geklagt, sich den Arbeitsplatz aber erst nach mehrmaligen Hin
weisen ergonomisch sinnvoll eingerichtet. Bei der PC-Arbeit habe er hin und wieder angegeben, dass die Zeichnungen beziehungsweise die Buchstaben „vor den Augen verschwimmen“ würden (S. 6). Die kognitiven Tests hätten auf knapp durchschnittliche kognitive Fähigkeiten hingewiesen (S. 7). Die Auffassungsgabe sowie die Lernfähigkeit seien von den zuständigen Vorgesetzen als unauffällig und bei den technischen Übungen als gut erlebt worden (S. 8).
Aus medizinischer Sicht könne abklärungsgestützt unter optimal behinde- rungsan
gepassten Arbeitsverhältnissen ein uneingeschränktes Arbeits
zeitpen- sum zugemutet werden. Dabei könne initial, gestützt auf die berufsbezo
genen Abklärungsresultate, eine zirka 70%ige Gesamtarbeitsleistung erwartet werden, unter Zusprache von gelegentlichen zusätzlichen kurzen Entlastungs
pausen vor Ort. Unter allmählicher Gewöhnung an arbeitsspezifische behinde
rungsgerechte Arbeitsbelastungen sollte im Verlauf eine Gesamtarbeitsleistung von 80 bis 100 % angestrebt werden können, was im Rahmen des nun vorgese
henen einjährigen Praktikums als Elektroplaner in Abhängigkeit des weiteren Verlaufs zu konkretisieren sein werde. Zu hoffen sei, dass mit einem solchen gestaffelten Reintegrationsprogramm vorhandene Unsicherheiten bei geringem Selbstver- trauen respektive Überforderungsbefürchtungen von Seiten des Be
schwerde- führers aufgefangen beziehungsweise positiv beeinflusst werden könnten (S. 11).
Behinderungsadaptierte Tätigkeiten sollten eine angegebene Kälteempfindlich
keit berücksichtigen, körperlich leicht bis allenfalls gelegentlich maximal mit
telschwer belastend sein, ohne relevante Hebe- und Tragbelastungen für den rechten Arm über 5 Kilogramm und bei Möglichkeit des Einnehmens von Wechselpositionen (unter anderem bei muskulärer Dysbalance/Neigung zu mus
kulären Verspannungen insbesondere im Schulter- und Nackenbereich rechts
betont). Eine zukünftige Tätigkeit sollte im Weiteren keine stärkeren Kraftauf
wendungen mit der rechten Hand erfordern. Zudem sollte es sich um eine Tä
tigkeit handeln, die ohne Leistungseinschränkung durch das versteifte Handge
lenk rechts ausgeführt werden könne. Die Umwendbewegungen der rechten Hand, des rechten Vorderarms seien vom Bewegungsausmass her uneinge
schränkt möglich, bei längerer PC-Arbeit habe der Beschwerdeführer jedoch im Handwurzelbereich radialbetont rechts einen leichten Belastungsschmerz ange
geben. Dies berücksichtigend erscheine beispielsweise bei einer zukünftigen be
hinderungsangepassten Tätigkeit als Elektroplaner die Benutzung einer PC-Maus sinnvoll, die in Rotationsneutralstellung des rechten Vorderarms und der rechten Hand bedient werden könne. Eine Option wäre bei Bedarf auch die Umstellung der PC-Mausbedienung auf die linke Hand, die ohne Einschränkun
gen funktionstüchtig sei. Generell sollten bei zukünftigen Tätigkeiten manuelle Verrichtungen überwiegend auf Tischhöhe respektive mit Abstützmöglichkeit der Vorderarme auf Tischhöhe ausgeübt werden können (S. 11).
Bei Möglichkeit
zu gelegentlichen kurzen Entla
stungspausen
hätten sich
wäh
rend der Beobachtungszeit in der
E._
allfällige neuropsychologi
sche Defizite (wie Merkschwäche ode
r eingeschränkte Konzentration)
bei vor
handener Motivation, wie überprüft bei der Eignung zum Elektroplaner, nicht leistungseinschränkend manifestiert.
Die E._-Berichterstatter erklärten weiter, sie hätten den Beschwerdeführer nicht eindeutig als eingliederungswillig erlebt. Der Beschwerdeführer habe seine von ihnen als widersprüchlich erlebte Haltung mit geringem Selbstvertrauen er
klärt. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe in der Zwischenzeit eine ausser
häusliche Tätigkeit aufgenommen und der Beschwerdeführer sei für die Betreu
ung des nun sechsjährigen Sohnes zuständig gewesen. Es sei der Eindruck ent
standen, dass sich der Beschwerdeführer an dieses Arrangement gewöhnt habe (S. 12).
3.5
3.5.1
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete der SUVA ein erstes Mal am 10. November 2012 (Urk. 7/202). Er nannte die Di
agnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) und gab an, dass der Beschwerdeführer seit dem 3. Juli 2012 bei ihm in Behandlung stehe. Der Be
schwerdeführer leide unter gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, Interessen
verlust, rascher Erschöpfbarkeit, rascher Gereiztheit, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit, Vergesslichkeit, vermindertem Selbstwertefühl, Gedan
kenkreisen mit Zukunfts- und Versagensängsten, Schuldgefühlen, Schlafstörun
gen, phasenweisen Suizidgedanken sowie Schmerzen im Nackenbereich und im Bereich der rechten Hand beziehungsweise des rechten Armes.
Dr. H._ führte aus, zu Beginn der Behandlung seien im Rahmen des depressi
ven Zustandsbildes vor allem die Schlafstörungen im Vordergrund gestanden. Durch die medikamentöse Behandlung mit Mirtazapin 45 mg/d hätten die de
pressive Stimmungslage und die Schlafqualität verbessert werden können. Die psychotherapeutischen Sitzungen fänden im Abstand von zwei bis drei Wochen statt. In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsun
fähig. Der Beschwerdeführer sei sehr motiviert, wieder zu arbeiten. Es sei des
halb wichtig, möglichst rasch abzuklären, welche Tätigkeiten für ihn noch möglich seien, um anschliessend mit einem langsamen und schrittweisen Be
lastungsaufbau zu beginnen.
3.5.2
Im Verlaufsbericht
zuhanden der SUVA
vom
8. Juli 2013 (Urk. 7/273) gab Dr. H._ bei gleichgebliebener Diagnose an, seit dem letzten Bericht vom 10. November 2012 habe sich der Zustand des Beschwerdeführers stabilisiert, vor allem die Schlafqualität habe sich deutlich verbessert. Der Beschwerdeführer sei jedoch immer noch sehr verunsichert, habe wenig Vertrauen in seine eige
nen Fähigkeiten und fühle sich rasch kritisiert und angegriffen. Er beginne aber auch hier zunehmend mehr Verantwortung für seine Zukunft zu übernehmen. In den letzten Wochen sei der psychische Zustand des Beschwerdeführers vor allem durch somatische Erkrankungen (Nephrolithiasis) und soziale Faktoren (Kündigung der Ehefrau) beeinträchtigt gewesen. Aktuell gehe es in den Sitzun
gen vor allem um die Neuorientierung im Hinblick auf veränderte Berufs- und Lebensziele. Dabei werde jeweils auch Bezug genommen auf die Erfahrungen des Beschwerdeführers in seinem Alltag (z.B. in E._).
3.5.3
Am 5. Dezember 2013 (Urk. 7/307) nannte Dr. H._ der SUVA wiederum die Diagnose mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11). Er führte aus, die angegebenen Beschwerden sowie der Zustand des Beschwerdeführers hätten sich seit dem letzten Bericht nicht gross verändert. Insgesamt habe sich der Zu
stand des Beschwerdeführers seit Behandlungsbeginn deutlich stabilisiert.
3.6
Betreffend die Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle ergibt sich aus den vorhan
denen Akten was folgt:
Am 15. April 2014 notierte der Eingliederungsberater der IV-Stelle im Protokoll zum Standortgespräch bezüglich eines bei der I._
AG
absolvierten Praktikums
(vgl.
die Wiedergabe des Protokolleintra
ges in der Email vom 15. April 2014 Urk.
7/334)
, der Arbeitgeber habe berichtet, dass sich der Beschwerdeführer im Laufe der letzten zirka sechs Wochen be
währt habe. Es werde ihm eine Anstellung als Konstrukteur im Umfang eines 60 %-Pensums mit Arbeitsbeginn 1. Mai 2014 angeboten. Ausbildungskurse seien nicht notwendig. Es werde eine interne Schulung durchgeführt. Eine Pensumserhöhung sei aufgrund der Erschöpfungserscheinung nicht möglich gewesen.
Mit Arbeitsvertrag vom 6. Mai 2014 stellte die I._
AG
den Beschwerdeführer in einem Pensum von 50 % als Zeich
ner ein (Urk. 7/346).
3.7
3.7.1
Im Bericht vom 13. Mai 2014 betreffend die kreisärztliche Abschlussuntersu
chung
(
Urk.
7/3
3
8)
nannte die SUVA-Kreisärztin, Dr. med. J._, Fachärztin für Chirurgie FMH, die folgenden Diagnosen (S. 7):
Belastungsabhängige Restbeschwerden i
m Bereich des rechten Handgelenk
e
s bei S
ta
tus nach Arthrodese und Metall
entfernung
im Dezember 2013
Belastungsabhängi
ge Restbeschwerden im Bereich des linken Handgelenkes bei
Sta
tus nach Tuberculum ossi
s trapezius-Fraktur und Partialruptur des TFCC-
Bandes
Endgradi
ge Extensions-/Flexionsdefizite und linker Ellbogen bei Sta
tus nach Radius
köpfchenfraktur
Status nach
dislozierter Sinus frontalis-Fraktur rechts mit Orbitaboden/-dach
und un
dislozierter Nasenbeinfraktur
M
ittelgradige depressive Episode (Diagnose
Dr. H._, Facharzt für Psychiatrie)
Rez.
Kopfweh
bei muskulärer
Verspannung
Dr. J._ gab an, seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vom 27. August 2013 habe sich die somatische Gesamtsituation nach der Metallent
fernung im Bereich des Sinus frontalis und des rechten Handgelenkes verbes
sert. Entsprechend den Angaben des Versicherten habe sich die Gesamtsituation für ihn leicht verbessert. Die früheren Spannungsgefühle und Beschwerden im Bereich des rechten Handgelenkes seien nicht mehr in dem Masse vorhanden, lediglich bei repetitiven Tätigkeiten merke er noch vermehrt Beschwerden. Unter konzentrierter Arbeit am PC von mehr als zwei, drei Stunden habe er vermehrt Beschwerden, die dann in die Schulter, den Nacken und den Kopf ziehen wür
den und auch zu Kopfweh führten. Dr. J._ führte aus, klinisch liege entspre
chend den somatischen Verletzungen vier Jahre nach dem Unfall ein gutes Re
habilitationsergebnis vor. Die subjektiv beklagte Erschöpfungsmüdigkeit führe sie eher auf die psychische Situation des Versicherten bei diagnostizierter mit
telgradiger Depression und lange Zeit ohne berufliche Reintegration zurück. Die beklagten Schulter- und Nackenschmerzen seien aufgrund der heutigen klini
schen Untersuchung und der vorliegenden Diagnostik (vgl. HWS-Röntgen vom 18. Januar 2013) eher muskulär bedingt, da sich der Beschwerdeführer eine leichte Schonhaltung der rechten oberen Extremität angewöhnt habe und es dadurch auch zu einer gewissen muskulären Dysbalance komme, die zu einer muskulären Verspannung führe. Dr. J._ sah das beklagte Kopfweh eher im Rahmen von Verspannungen und das Ermüdungssymptom im Rahmen der psy
chischen Diagnose. Anhand der MRI-Diagnostik vom 23. Oktober 2013 habe eine strukturelle traumatische Verletzung intrakraniell ausgeschlossen werden können (S. 7 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit gab Dr. J._ an, der Beschwerdeführer habe neu eine 50 %-Stelle als Elektroplaner. Er sei nach eigenen Angaben zurzeit mit der 50 %-Stelle ausgelastet, sowohl körperlich als auch psychisch. Aufgrund der heutigen klinischen objektiven Situation sollte der Beschwerdeführer
aus rein somatischer
Sicht in einer leichten bis mittelschweren manuellen Tätigkeit ohne repetitive Belastungen bezüglich rechtem Handgelenk und ohne besonderen Anspruch an die Feinmechanik, häufige Pro-/Supination und ohne kraftvolles Zupacken mit der rechten Hand sowie ohne Bedienen vibrierender Werkzeuge mit der rechten Hand ganztags arbeitsfähig sein. Im Gesamtkontext, namentlich aufgrund der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, sei ein sukzessiver Ein
stieg sicherlich auch aus somatischer Sicht vertretbar, doch sollte innerhalb von sechs bis zwölf Wochen aus rein somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähig
keit bestehen (S. 8).
Inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch die psychische Situation eingeschränkt sei, müsse psychiatrischerseits beurteilt werden (S. 9).
3.7.2
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie FMH, vom Kompetenzzentrum SUVA Versicherungsmedizin, führte auf Anfrage der Kreisärztin Dr. J._ hin in sei
ner Email vom 13. Mai 2014 aus (Urk. 7/337), ohne Nachweis einer substantiel
len Hirnverletzung könnten neuropsychologische und psychische Gesundheits
beeinträchtigungen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückgeführt werden. Hinsichtlich allfälliger Kopfschmerzen sei die Situation komplexer: Grundsätzlich sei zur Diagnose posttraumatischer Kopfschmerzen der Nachweis einer geeigneten Läsion nicht notwendig, da es sich um eine post hoc Diagnose handle. In der Kausalitätsbe
urteilung müssten deswegen mehrere Faktoren berücksichtigt werden: in erster Linie sei der zeitliche Verlauf entscheidend (Auftreten von Kopfschmerzen in
nerhalb von 7 Tagen nach der Kopfverletzung). Es sei eine detaillierte Konsis
tenzprüfung vorzunehmen. Darunter fielen letztendlich der Beschwerdeverlauf, die therapeutischen Massnahmen und die auslösende Verletzung. In dem Kon
text sei zu prüfen, ob überhaupt eine geeignete Kopfverletzung stattgefunden habe. Eine nicht dislozierte konservativ behandelte Schädelfraktur sei nur frag
lich geeignet, ebenso eine Fraktur, die operativ mit gutem Ergebnis vorsorgt worden sei. Der Psychiater schreibe von belastungsabhängigen Schmerzen im Nacken. Dies unterstütze eine Kopfschmerzdiagnose nicht.
3.7.3
Ebenfalls vom 13. Mai 2014 datiert die Beurteilung der SUVA Kreisärztin Dr. J._ bezüglich des Integritätsschadens (Urk. 7/339). Sie führte darin aus, es bestehe eine Handgelenksarthrodese rechts; entsprechend verbleibe eine Funktionseinschränkung, eine Bewegungseinschränkung und eine verminderte Belastbarkeit des rechten Handgelenkes. Die Beschwerden seien unfallbedingt, dauernd und erheblich. Als Schätzungsgrundlage diene die Tabelle 1.2. Hier gelte für eine radiocarpale Arthrodese ein Wert von 15 %. Bezüglich linkem Ell
bogen und linkem Handgelenk seien die Einschränkungen im Alltag unerheb
lich und führten zu keiner weiteren Erhöhung des Integritätsschadens. Die Nar
ben im Bereich der rechen Stirn/Augenbraue seien nicht entstellend und kaum sichtbar, so dass auch diesbezüglich keine weitere Erhöhung des Integritäts
schadens gegeben sei.
4.
4.1
Unbestritten und nach Lage der medizinischen Akten ausgewiesen ist, dass im
Mai 2014
, rund vier Jahre nach dem Unfall vom 30. April 2010, keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers bei
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
mehr erwartet werden konnte und die Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen waren, weshalb die Be
schwerdegegnerin zu Recht den Anspruch auf eine
Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung
prüfte (E. 3.7.1
vgl.
auch den Bericht von Dr. med. L._, Sprechstunde Handchirurgie am Z._ vom 13. März 2014, Urk. 7/328).
4.2
Im Hinblick auf einen allfälligen Rentenanspruch der Unfallversicherung ist zunächst zu
klären
, wie sich die somatischen
und in diesem Sinne auch orga
nisch hinreichend ausgewiesenen
Unfallfolgen auf das berufliche Leistungsver
mögen
des Beschwerdeführers
auswirken.
Es kann auf die diesbezüglich über
zeugende Stellungnahme der SUVA-Kreisärztin vom 13. Mai 2014 (E. 3.7.1), die in Kenntnis der medizinischen Vorakten und nach einer Voruntersuchung am 27. August 2013 erging und
grundsätzlich eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage
darstellt
(vgl. E. 1.2 hiervor)
,
abgestellt werden. Be
treffend die somatischen Verletzungen namentlich am rechten Handgelenk und im Gesicht lag demnach vier Jahre nach dem Unfall klinisch ein gutes Rehabi
litationsergebnis vor. Zurück geblieben ist eine erhebliche Belastungseinschrän
kung beim rechten Handgelenk.
Es ist i
n somatischer Hinsicht erstellt
, dass dem Beschwerdeführer
eine leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit zumutbar ist. Bezüglich des rechten Handgelenkes sind repetitive Belastungen nicht mög
lich. Zudem dürfen die Tätigkeiten keinen besonderen Anspruch an die Feinme
chanik der rechten Hand stellen. Des Weiteren müssen sie so gestaltet sein, dass häufige Pro-/Supination, kraftvolles Zupacken sowie Bedienen vibrierender Werkzeuge mit der rechten Hand nicht nötig sind (vgl. auch das noch nicht so detaillierte Profil im Bericht des Z._ vom 16. Dezember 2010, E. 3.2, sowie das praktisch gleichlautende Belastungsprofil der E._ vom 7. Juni 2013, E. 3.4). Eine entsprechende Tätigkeit hat der Beschwerdeführer auch bereits aufgenom
men – allerdings lediglich in einem 50%-Pensum.
4.3
Strittig und zu prüfen ist
, in welchem Umfang der Beschwerdeführer in einer solchen angepassten Tätigkeit arbeits- beziehungsweise leistungsfähig ist.
Die SUVA-Kreisärztin ging Mitte Mai 2014 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (so auch die E._, vgl. E. 3.4), wobei sie dem Beschwerdeführer einen sukzes
siven Einstieg zugestand und ihm mit dieser Überlegung bis zum Erreichen ei
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit sechs bis zwölf Wochen Zeit einräumte. Dieser Vorgabe kam die SUVA im angefochtenen Einspracheentscheid nach, indem sie die Leistungen erst per 31. Juli 2014 einstellte.
Anlass zur Kontroverse
geben
mit Blick auf den zeitlichen Umfang der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit
die vom Beschwerdeführer angegebenen zusätzli
chen Defizite. Er machte durch ein Schädel-Hirntrauma bedingte neuropsycho
logische Einschränkungen geltend, eine zeitlich eingeschränkte Konzentrati
onsfähigkeit sowie Kopfschmerzen und eine unter anderem mit Schmerzen be
gründete Erschöpfung nach halbtägiger Arbeit (Urk. 7/338 S. 4 und 7, vgl. auch Urk. 1 Ziff. 9). Dr. phil. D._ hatte am 12. Oktober 2012 gewisse kognitive Defizite festgestellt. Zudem liegt aus psychiatrischer Sicht die Diag
nose einer mittelgradigen depressiven Episode vor.
4.4
Erstellt ist, dass sich diese vom Beschwerdeführer über den Fallabschluss hinaus geklagten Be
schwerden nicht durch einen im Sinne der Rechtsprechung orga
nisch
hinreichend nachweisbaren Gesundheitsschaden erklären lassen.
Eine unfallbedingte organisch objektiv ausgewiesene Hirnschädigung konnte
trotz zahlreicher bildgebender
Untersuchungen nicht nachgewiesen werden
(vgl. die im Z._ angefertigten CT des Schädels vom 1. und 7. Mai 2010, Urk. 7/4/10-12 S. 2, sowie die MRI vom 23. Oktober 2013, Urk. 7/296, und vom 14. Januar 2015, Urk. 12/1).
Auch bezüglich der durch die
N
europsychologin festgestellten leichten kognitiven Funktionsstörungen ist eine organisch objektiv ausgewie
sene Unfallfolge nicht ersichtlich (BGE 119 V 335 E. 2b/b
b
und Urteile des Bun
desgerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 5 und 8C_717/2010 vom 15. Februar 2011 E. 7.4.1).
Dementsprechend ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden speziell zu untersuchen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_170/2015 vom 29. September 2015 E. 5.2). Dabei kann praxisge
mäss die Frage
nach einer natürlichen Kausalität der verbleibenden namentlich
psychischen,
neuropsychologischen
und neurologischen
Beschwerden und Ausfälle
zum versicherten Unfallereignis
offen bleiben, wenn ein allfälliger Kausalzu
sammen
hang nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre (BGE 135 V 465 E. 5.1).
4.5
Vorab stellt sich die Frage, welche Adäquanzprüfung zur Anwendung gelangt
(vgl. E. 1.3)
. Bei fehlendem organische
m
Substrat ist
die Adäquanz bei einem Schädel-H
irntrauma (wie es anfänglich diagnostiziert wurde, E. 3.2) unter Um
ständen nach der Schleudertrauma
-P
raxis zu prüfen
.
Vorwergzuschicken ist, dass sich die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Prax
is bei einem erlit
tenen Schädel-H
irntrauma nach der Rechtsprechung nur dann rechtfertigt, wenn diese
s
mindestens im Grenzbereich zwischen einer Commotio cerebri und einer Contusio cerebri liegt, nicht hingegen wenn der Schweregrad bei einer Commotio cerebri (milde traumatische Hirnverletzung) liegt
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 4.2 unter Hinweis auf die entspre
chende medizinische Definition). In den medizinischen Akten ist eine solche Hirnschädigung nicht ausgewiesen. Selbst der auf Wunsch des Beschwerdefüh
rers hinzugezogene Dr. med. M._, Facharzt FMH für Neurologie, ging – unter anderem gestützt auf die vom Beschwerdeführer bei der Untersuchung vom 6. Juli 2012 erstmals angegebene Amnesie – (nur) von einer Commotio cerebri aus (Urk. 7/147).
Ein zur Anwendung der Schleudertraumapraxis führendes Schädel-Hirntrauma lässt sich aus den zeitnahen Arztberichten nicht zuverlässig ableiten (vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_792/2009 vom 1. Februar 2010 E. 6.1 mit Hinweisen)
. Bereits
an der Unfallstelle
wurde
vom Notfallarzt der maximale Wert auf der Glasgow Coma Scale (GCS) von 15 Punkten angenommen.
Der Beschwerdeführer war beim Eintreffen des Notarztes wach, zeitlich und örtlich orientiert und bei normalem Bewusstsein. Der GCS-Wert verschlechterte sich auch im Verlauf nicht. Die
CT vom 1.
und 7.
Mai 2010 zeigte
n
keinen Anhalt für intrakranielle Blutungen.
Eine Hirnschädigung konnte später auch im MRI nicht nachgewiesen werden (vgl. MRI vom 23. Oktober 2013, Urk. 7/296, und vom 14. Januar 2015, Urk. 12/1).
Die für ein Schädel-Hirntrauma typischen funktionellen Defizite sind unter ande
rem chronische Spannungskopfschmerzen, Konzentrations- und Aufmerk
samkeitsstörungen, Gedächtnis
probleme, eine geringe Belastbarkeit und ein
er
höhtes Schlafbedürfnis (Urteil
des Bundesgerichts
U 75/07 vom 23.
Oktober 2007 E. 4.2.1).
Nach der Einweisung ins Z._
fand eine neurologische Überwachung statt
,
an
schliessend war der Beschwerdeführer bis zum 1
2.
Mai 2010 stationär auf
der Klinik für Unfallchirurgie
, ohne
dass
Schädel-Hirntrauma typische Beschwerden
aktenkundig geworden sind (
Urk. 7/4/10-12 und
7/165/60-63).
Dem
Zwischen
bericht der Hausärztin vom 25. August 2010 (
Urk.
7/14)
sind ebenfalls keine
Hinweis
e
auf
entsprechende Beschwerden
zu entnehmen.
Nicht zu beanstanden ist deshalb auch, dass die Beschwerdegegnerin nach Kenntnisnahme dieser – ei
nen unproblematischen Verlauf dokumentierenden –Berichte unmittelbar nach dem Unfall von sich aus keine Abklärungen zu schädelhirntraumabedingten Beschwerden vornahm (vgl. der Vorhalt in Urk. 1 Ziff. 33 f. S. 13 f.). Sie machte vielmehr zutreffend geltend, dass die schädelhirntraumassoziierten Beschwerden erstmals über den Anwalt des Beschwerdeführers rund zwei Jahre nach dem Leitersturz geltend gemacht wurden (vgl. Urk. 7/142; vgl. auch die Zusammen
fassung zum Opening-Erstgespräch vom 24. März 2011, Urk. 7/58).
Es kann in Würdigung der medizinischen Akten somit nicht von einem im Anschluss an das Unfallereignis aufgetretenen komplexen und vielschichtigen Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Be
schwerden physischer und psychi
scher Natur ausgegangen werden (BGE 134 V 109 E. 7.1).
Abschliessend bleibt anzumerken, dass
für die Beurteilung der aufgeworfenen Frage in erster Linie die von den Ärzten initial festgestellten Befunde und Schlussfolgerungen
massgebend sind
(Urteil des Bundesgerichts 8C_236/2016 vom 11. August 2016 E. 5.2.2).
Es ist deshalb nicht ersichtlich, was die bean
tragte Zeugeneinvernahme des nicht medizinisch geschulten Arbeitskollegen, der beim Unfall zugegen war, in Anbetracht des zuverlässig erstellten Unfall
herganges und der zeitnahen medizinischen Dokumentation im Protokoll des Rettungsdienstes, zur vorliegenden Fragestellung beizutragen vermöchte.
Somit hat die Adäquanzbeurteilung nach den bei psychischen Fehlentwicklun
gen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien im Urteil BGE 115 V 133 zu er
folgen,
wobei für die Adäquanzprüfung von der Diagnose des behandelnden Psychiaters auszugehen ist (mittelgradige depressive Erkrankung). Die Folgen organisch nicht ausgewiesener Beschwerden sind bei dieser Prüfung nicht mit
einzubeziehen.
4.6
Für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs ist
– nach der Psycho-
wie nach der Schleudertrauma-Praxis – an das (objektiv erfassbare) Unfallereig
nis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Be
trachtungs
weise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzie
rung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massge
bend ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch
der
Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Un
fallgeschehen zugeordnet werden können (BGE 134 V
109 E.
10.1; 115 V 133
E. 6).
Der Sturz des
Beschwerdeführers von der Leiter aus einer Höhe von 2,41 Metern auf den Betonboden (vgl. E. 3.1 hiervor) ist mit Blick auf die Rechtsprechung bei Stürzen aus einer Höhe von zwischen zwei und etwa vier Metern den mit
telschweren Unfällen im engeren Sinn zuzurechnen (
vgl.
Urteil des Bundesge
richts 8C_437/2015 vom 5. September 2015 E. 3.5 mit Hinweisen auf die Praxis und
Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Aufl., Zürich 2012,
S. 66 f.).
4.7
4.7.1
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Ge
samtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Bei Unfällen im mittelschweren Bereich im engeren Sinne müssten praxis
ge
mäss mindestens drei Adäquanzkriterien in einfacher Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausal
zusam
menhang zu bejahen wäre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
4.7.2
Zu beachten ist
vorab
, dass jedem mindestens mittelschweren Unfal
l eine ge
wisse Eindrücklichkeit
eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung
des ersten
Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.2). Es sind keine Umstände erkennbar, die den
Sturz des Beschwerdeführers vom 30. April 2010 als besonders eindrücklich und beson
ders dramatisch erscheinen liessen. Dieses Kriterium liegt somit nicht vor.
4.7.3
Beim Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist insbesondere deren erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, zu berücksichtigen (Urteil des Bundesge
richts 8C_398/2012 vom 6.
November 2012 E. 6.2
). Das Bundesgericht hat
das Kriterium
verneint bei
Frakturen im Gesichtsbereich (Urteil 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E. 4.4
; vgl. auch die Kasuistik im Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6.2.2). Dies hat auch hier zu gelten, zumal die Verletzungen der Orbita keine ophtalmologischen Folgen zeitigten (Urk. 7/165 S. 2 Mitte) und die Ge
sichtsnarben kaum sichtbar sind (Urk. 7/339). Selbst wenn sich der Beschwer
deführer neben den Frakturen des Gesichtsschädels auch solche an den oberen Extremitäten zugezogen hat, kann hier das Kriterium nicht als erfüllt erachtet werden, d
a
solche
Verletzungen
nicht
speziell geeignet
sind
, psychische Fehl
entwicklungen
zu begünstigen.
4.7.4
Erfüllt ist hingegen das Kriterium einer
ungewöhnlich langen Dauer der ärztli
chen Behandlung
.
Dieses
setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und ziel
gerichtete Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom 9. November 2010 E. 6.2 und 8C_855/2009 vom 21. April 2010 E. 8.3.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall
vom 30. April 2010
und der operativen Versorgung der Brüche während zwölf Tagen im Spital.
In der Folge
wurde
n namentlich
am rechten Handgelenk
zahlreiche
Revisionseingriffe
nötig
(vgl. die Zusammen
fassungen der Krankengeschichte in den Berichten der Kreisärztin vom 27. August 2013 und 13. Mai 2014, Urk. 7/282 und Urk. 7/338). Dabei lässt ins
besondere der Umstand, dass sich diese Nachfolgeoperationen bis zum Dezem
ber 2013 hinzogen, die ärztliche Behandlung als ungewöhnlich lange erschei
nen
.
4.7.
5
Die als körperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärba
ren Beschwerden sind bei einer Prüfung der Adäquanz nach
BGE 115 V 133
nicht in die Beurteilung einzubeziehen (Urteil
e des Bundesgerichts
8C_586/2015 vom 15. Januar 2016 E. 3.6
und
8C_825/2008
vom 9. April 2009 E. 4.6).
Vor
liegend steht fest, dass am rechten Handgelenk namentlich bei Belastung, mit
hin nicht durchgehend, Schmerzen vorhanden sind. Im Weiteren sind
die
kör
perlich erklärbaren Beschwerden nicht so stark, als dass sich die Bejahung des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen rechtfertigen würde.
Nach Angabe gegenüber der Kreisärztin nimmt der Beschwerdeführer zur Schmerzbekämp
fung zwei bis vier Mal wöchentlich bei Bedarf eine Tablette ein (Urk. 7/338 S. 4 und 7). In den bis zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung aktenkundigen Berichten wurde verschiedentlich angegeben, dass sich die Schmerzsituation verbessert habe oder die Schmerzen – zumindest zeitweise – nicht mehr vor
handen seien (vgl. etwa Urk.
7/73,
Urk. 7/86, Urk.
7/112,
vgl. auch E. 3.2, wo
nach keine Schmerzmedikation eingesetzt werde).
Die Hand- und Nacken
schmerzen bei der Arbeit nahm der Beschwerdeführer anlässlich der Abklärung in der E._ erst nach mehrmaligen Hinweisen zum Anlass, sich den Arbeits
platz ergonomisch sinnvoll einzurichten (vgl. E. 3.4)
.
4.7.6
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
merte
, ist nicht aktenkundig und wird auch vom Beschwerdeführer nicht thema
tisiert.
4.7.7
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der
blossen
Dauer der ärztlichen Be
handlung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf viel
mehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beein
trächtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear
verlief, genügt hie
r
für nicht (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014
E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 2
7.
Mai 2010 E. 5.3)
, ebenso wenig rechtfertigen
mehrere chirurgische Eingriffe
die Bejahung des Kriteriums. Dafür
bedürfte
es
besonderer Gründe, welche die Heilung beein
trächtigt haben
, welche hier nicht ersichtlich sind (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_68/2009 vom 7.
Mai
2009
E. 5.4
)
.
4.7.8
Zu prüfen bleiben Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bejaht wurde dieses Kriterium in der Rechtsprechung bei einer vollen Arbeits
unfähigkeit sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit während fast drei Jahren (Urteil des Bund
esgerichts 8C_116/2009 vom 26. Juni 2009
E. 4.6).
Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer nach dem U
n
fall während rund zweieinhalb Jahren
beinahe
durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
at
testiert. Diese Arbeitsunfähigkeit war nur teilweise durch Revisionsopera- tionen am rechten Handgelenk begründet. Dabei gingen die Ärzte des Z._ bis zuletzt vom angestammten Beruf als Elektromonteur aus, obwohl sie bereits zu Beginn annahmen, dass er diesen Beruf nicht mehr werde ausüben können (E. 3.2) und er diese Stelle auch nicht mehr inne hatte (Urk. 7/90 und 7/134). Der zunächst fruchtlose Verlauf der Bemühungen der IV-Stelle um Einleitung einer berufli
chen Neuorientierung, war zudem nicht hauptsächlich somatisch begründet (vgl. etwa Urk. 7/86, 7/99, 7/135 ff., Urk. 7/204 und Urk. 7/214).
Die E._-Berichterstatter erlebten den Beschwerdeführer nicht als eindeutig eingliede
rungswillig. Sie gaben an, es sei der Eindruck entstanden, dass er sich an das Arrangement, wonach er für die Betreuung des sechsjährigen Sohnes zuständig gewesen sei, gewöhnt habe (E. 3.4).
Dieses Kriterium kann zur Bejahung der Adäquanz somit nichts beitragen.
4.8
Da nur
ein
Adäquanz-Kriterien erfüllt ist und dieses auch
nicht besonders ausge
prägt, ist die adäquate Unfallkausalität
zwischen den vom Beschwerde
führer über den Zeitpunkt des Fallabschlusses hinaus geltend gemachten zeitli
chen Einschränkungen und dem Unfall vom 30. April 2010 zu verneinen, wes
halb weitere Abklärungen unterbleiben können
.
Damit bleibt die erwerbliche Einbusse aufgrund der organischen Beeinträchti
gung zu prüfen.
5.
5.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 des Bundes- geset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
5.2
Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kön
nen nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder
die Dokumentation von Arbeitsplätzen (
DAP)
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat den Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG ge
stützt auf Werte aus ihrer DAP vorgenommen. Der Beschwerdeführer wandte gegen dieses Vorgehen zu Recht
nichts ein.
5
.
4
Vorwegzuschicken ist, dass die von der Beschwerdegegnerin beigebrachten
DAP
-Unterlagen (Urk. 7/142) den von der Rechtsprechung aufgestellten Erfor
dernissen an eine Invaliditätsbemessung gestützt auf die
DAP
in jeder Hinsicht genügen (vgl. BGE 139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E. 4.7.2). So hat die Beschwer
degegnerin nebst fünf
DAP
-Blättern mit für den Beschwerdeführer trotz Behin
derung geeigneten Stellen namentlich hinreichende Auskünfte über die Gesamt
zahl der in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze aufgelegt, welchen die dort jeweils zu erwartenden Höchst- und Tiefstlöhne sowie auch die dabei durchschnittlich erzielte Entlöhnung entnommen werden können. Das ange
wandte Auswahlermessen und die Repräsentativität der ausgewählten
DAP
-Blätter sind damit (und waren es bereits im Zeitpunkt der Einsp
rache) hinrei
chend überprüfbar.
Beschwerdeweise
wandte
der Beschwerdeführer
zutreffend auch nichts mehr gegen
die Vereinbarkeit der
ausgewählten Arbeitsplätze aus der DAP (Büroan
gestellter, DAP-Nummer 340142, Qualitätskontrolleur DAP-Nummer 9969, Kontrolleur DAP-Nummer 6103, Prüfer DAP-Nummer 10047 und Qualitätsprü
fer DAP-Nummer 3512, Urk. 7/361)
mit dem von der SUVA-Kreisärztin formu
lierten Belastungsprofil
ein
(vgl. demgegenüber noch die ergänzende Einsprache vom
18. November 2014 Urk. 7/374).
5
.
5
Der an den ausgewählten fünf Arbeitsstellen im Jahr 201
4
erzielbare Lohn be
läuft sich auf durchschnittlich Fr. 63‘952.-- ([
Fr.
58‘693
.
-- + Fr. 59‘248.-- + Fr. 63‘024.-- + Fr. 67‘763.-- +
Fr.
71‘032.-- = Fr. 319‘760.--
]/5). Verglichen mit dem
ohne Unfall mutmasslich erreichten
, auf das Jahr 2014 - um 0.7 % (vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne 1976-2015) - aufgerechneten Jahreslohn (Valideneinkommen) von Fr. 63‘753.-- (= Fr. 4‘870.
x 13 x 1.007; vgl. die beim ehemaligen Arbeitgeber und beim Branchenverband eingeholten Auskünfte vom 1. Juli 2014, Urk. 7/271, und 23. Mai 2014, Urk. 7/352
) ergibt sich keine Lohneinbusse.
Es besteht somit kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
6.
Der Beschwerdeführer kritisierte die Bemessung des Integritätsschadens bezüg
lich des rechten Handgelenkes nicht mehr (Urk. 11 Ziff. 16; vgl. demgegenüber noch Urk. 1 Ziff. 7). Es ist diesbezüglich auf die zutreffende Schätzung der SUVA-Kreisärztin abzustellen, die zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass gibt (vgl. E. 3.7.3). Da die Adäquanz der vom Beschwerdeführer darüber hinaus als Folge eines Schädel-Hirntraumas geltend gemachten Beschwerden zum Unfall
ereignis vom 30. April 2010 nach dem Gesagten zu verneinen ist, steht diesbe
züglich auch kein zu entschädigender Integritätsschaden im Raum. Der Ein
spracheentscheid vom 5. Dezember 2014 erweist sich somit auch bezüglich der Integritätsentschädigung als zutreffend.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.