# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f9f158f-952d-4258-a584-1ff4c0c2802f
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Verfügung der Staatsteuer 2013 vom 10. Dezember 2014 wurden die Pflichtigen zu
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 289‘751.-- und einem satzbestimmenden Einkommen
von Fr. 219‘089.-- veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 9. Januar 2015 erhob die Vertreterin mit dem Begehren, das steuerba-
re Einkommen sei auf Fr. 289‘744.--, das satzbestimmende Einkommen auf Fr. 82‘069.-- und
das satzbestimmende Einkommen mit Vollsplitting auf Fr. 41‘035.-- festzusetzen, Einsprache.
Zur Begründung machte sie geltend, das Erwerbseinkommen des Ehemannes für das Jahr
2013 setze sich aus drei verschiedenen Komponenten zusammen, die steuerlich unterschied-
lich zu behandeln seien. Das Gehalt gemäss Lohnausweis beinhalte ordentliches Einkommen,
eine Kapitalabfindung aus Arbeitsverhältnis für wiederkehrende Leistungen und eine Kapitalab-
findung mit Vorsorgecharakter. Der Steuerpflichtige sei von einem Outplacement-Programm
seiner Arbeitgeberin, der B._ AG betroffen gewesen. Der Sozialplan und die dem Steuer-
pflichtigen von der Arbeitgeberin zur Verfügung gestellten Unterlagen dokumentierten eindeutig,
dass es sich bei der Abgangsentschädigung überwiegend um eine Kapitalleistung mit Vorsor-
gecharakter gehandelt habe. Diese habe sich, bis auf die Überbrückungsleistung bis zum Alter
58, an der Gewährleistung einer angemessenen Altersleistung orientiert.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 7. Dezember 2015 wies die Steuerverwaltung die Ein-
sprache ab. Zur Begründung führte sie aus, der Pflichtige habe von seiner Arbeitgeberin als
Abgangsentschädigung einen Betrag von insgesamt Fr. 276‘455.-- erhalten, bei welchem es
sich nicht um eine Leistung aus der gebundenen Vorsorge gehandelt habe, so dass sie zu-
sammen mit den übrigen Einkünften zu besteuern sei. Der Pflichtige habe nachweislich
Fr. 135‘131.-- in die gebundene Vorsorge der 2. Säule eingebracht. Über die restliche Ab-
gangsentschädigung habe er frei verfügen können. Der Umstand, dass sich der Anspruch auf
den Sozialplan und nicht auf das Vorsorgereglement stütze, lege nahe, dass er nicht vorsorge-
rechtlicher, sondern arbeitsrechtlicher Natur gewesen sei. Die Höhe der Zahlung sei von der
Anzahl der geleisteten Dienstjahre, dem Monatssalär und dem Beschäftigungsgrad abhängig
gewesen. Dazu komme, dass der Pflichtige seit dem 1. Februar 2013 bei der C._ arbeite.
Sein Arbeitsumfang betrage 70% und sein jährliches Nettoeinkommen Fr. 62‘319.--, so dass
nicht von einer Aufgabe der (Haupt-)Erwerbstätigkeit gesprochen werden könne. Entgegen-
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kommenderweise habe man dennoch eine Korrektur vorgenommen, indem man die Abgangs-
entschädigung für die Satzbestimmung durch zwei geteilt habe.
4. Mit Eingabe vom 6. Januar 2016 erhob die Vertreterin mit dem Begehren, das steuerba-
re Einkommen sei auf Fr. 289‘744.--, das satzbestimmende Einkommen auf Fr. 82‘069.-- und
das satzbestimmende Einkommen mit Vollsplitting auf Fr. 41‘035.-- festzusetzen, Rekurs. Zur
Begründung machte sie geltend, die neue Stelle werde lediglich im Umfang eines 70%-
Pensums ausgeübt und das Gehalt von netto Fr. 62‘319.-- mache bei einer Aufrechnung auf ein
volles Pensum Fr. 89‘027.-- aus. Dagegen habe der Pflichtige bei der B._ AG für ein 100%-
Pensum im Jahr 2012 ein Nettogehalt von Fr. 133'839.-- erzielt. Das Glück, kurzfristig wieder
eine Anstellung gefunden zu haben, und die Bereitschaft, eine solche anzunehmen, auch wenn
sie weder von der Stellung noch von der Entschädigung der bisherigen adäquat gewesen sei,
sei weder bei der Errichtung des Sozialplanes noch bei der Entscheidungsbildung des Steuer-
pflichtigen, welche Variante des Sozialplans er wählen solle, erkennbar gewesen.
5. Mit Vernehmlassung vom 3. Februar 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, bei vorzeitigen Entlassungen infolge Fusi-
on, Um- und Restrukturierung von Unternehmen würden durch die jeweiligen Arbeitgeberfirmen
häufig im Rahmen von Sozialplänen Abgangsentschädigungen ausgerichtet. Bei deren Berech-
nung würden oftmals die Anzahl der jeweils geleisteten Dienstjahre und der jeweilige Monats-
lohn mitberücksichtigt. Derartige Kapitalabfindungen sollten bei Angestellten in fortgeschritte-
nem Alter ab 55 bis 65 Jahren (Frühpensionierungen) in der Regel dazu dienen, die durch die
vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses bewirkte Einkommenslücke bis zum ordentli-
chen Pensionierungsalter zu schliessen. Da und dort würden Abgangsentschädigungen auch
auf besonderen Wunsch des betroffenen Angestellten nicht direkt ausbezahlt, sondern gleich-
zeitig in die noch aktuelle Pensionskasse eingebracht, sofern dort eine entsprechend genügend
grosse Deckungslücke vorhanden sei, und damit steuerlich in der Regel neutralisiert. Wenn nun
eine vom Arbeitgeber direkt ausbezahlte Entschädigung keine Treueprämie oder kein Dienstal-
tersgeschenk darstelle, sondern allein der zeitlich begrenzten finanziellen Überbrückung der
betroffenen Personen diene, komme unter bestimmten Voraussetzungen folgende Besteuerung
zur Anwendung: Die Abgangsentschädigung werde zusammen mit dem übrigen Einkommen
besteuert; für die Berechnung des für den Steuersatz massgebenden Betrages könne die Ab-
gangsentschädigung jedoch durch die Anzahl der noch fehlenden Jahre bis zur effektiven Pen-
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sionierung geteilt werden. Aufgrund des klaren Gesetzeswortlautes könnten solche Abgangs-
entschädigungen nicht wie Leistungen aus der Säule 2 und 3a gesondert erfasst werden, son-
dern müssten zusammen mit dem übrigen Einkommen besteuert werden. Eine Milderung könne
sich deshalb nur beim anwendbaren Steuersatz ergeben. Die Anwendung des Rentensatzes
nach der durchschnittlichen Lebenserwartung komme in solchen Fällen aber nicht in Frage, da
die Abgangsentschädigung nicht als Ersatz für eine lebenslängliche Rente gedacht sei, sondern
nur einen zeitlich eng begrenzten Raum finanziell überbrücken soll. Die Aufgabe der Erwerbstä-
tigkeit müsse massgeblich sein, also betreffend Arbeitspensum eine massive Reduktion bein-
halten und zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht einer vorzeitigen Pensionierung gleichkom-
men. Bei einem Arbeitspensum von 70% sei dies jedoch klarerweise noch nicht der Fall. Eine
Aufgabe der Erwerbstätigkeit zur Hauptsache liege beispielsweise dann vor, wenn das Arbeits-
pensum derart reduziert werde, dass damit kein vernünftiges, d.h. existenzsicherndes Einkom-
men mehr erwirtschaftet werden könne, es sich sozusagen nur noch um einen Nebenerwerb
handle. Der Grund für die Gehaltsreduktion sei im vorliegenden Fall, nebst dem geringeren Ar-
beitspensum, zudem bei der früheren Arbeitgeberin zu suchen, weil bekanntlich die Pharmain-
dustrie vergleichsweise deutlich höhere Löhne bezahle als übrige Unternehmen. Deshalb werde
eine satzbestimmende Korrektur für zwei Jahre vorgenommen. Dies entspreche der halben
Abgangsentschädigung von Fr. 276‘455.-- oder anders ausgedrückt: die Abgangsentschädi-
gung entspreche zwei Jahresgehältern, nämlich für die zwei fehlenden Jahre bis zur frühest-
möglichen Pensionierung im Alter 58. Per 1. Februar 2013 habe der Rekurrent indes wieder
eine neue Anstellung gefunden, anlässlich derer er auch eine berufliche Weiterbildung mit ei-
nem eidgenössisch anerkannten Abschluss gemacht habe. Somit könne sowohl rechtlich als
auch faktisch nicht von einer Aufgabe der Erwerbstätigkeit gesprochen werden.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest. Auf
Frage hin, erklärte die Vertreterin der Rekurrenten, dass der Pflichtige die Variante Ziff. 8.2 des
Sozialplans gewählt habe und per 31. Dezember 2012 aus der B._ AG ausgetreten sei.
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## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel-
lenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, wie die ausgerichtete Kapitalabfindung in Höhe
von Fr. 276‘455.-- zu besteuern ist.
3. Kapitalabfindungen im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung von Arbeitsver-
hältnissen können verschiedene Gründe haben. Unter Umständen sind sie "Schmerzensgeld"
für die Entlassung, Treueprämie für langjährige Dienstverhältnisse, "Risikoprämie" für die per-
sönliche Sicherheit und berufliche Zukunft, Entgelt für erbrachte Arbeitsleistungen oder Vorru-
hestandsregelungen, d.h. Ausgleich allfällig entstehender Lücken oder langfristiger Einbussen
in der beruflichen Vorsorge. Oft handelt es sich um pauschale Abfindungssummen, deren
Zweckbestimmung unklar ist. Es gilt daher den wahren Charakter der Abgangsentschädigung
genauer zu erörtern und festzustellen, wann eine Abgangsentschädigung Vorsorgecharakter
hat und wann sie Ersatzeinkommen darstellt (vgl. Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuer-
verwaltung Nr. 1 [KS ESTV Nr. 1] vom 3. Oktober 2002, Ziff. 1). Es kommt bei Kapitalabfindun-
gen im Zusammenhang mit der Beendigung von Arbeitsverhältnissen somit entscheidend da-
rauf an, welche Funktion der Einmalzahlung in den Augen der am Arbeitsverhältnis beteiligten
Personen zukommen sollte. Diese Frage ist unter Einbezug der gesamten Umstände des Ein-
zelfalls zu beurteilen (vgl. Der Steuerentscheid [StE] 1998 B 29.2 Nr. 5). Vorliegend sah der
Sozialplan „Swiss Project“ der B._ AG, Ziff. 8, Konditionen für Mitarbeitende im Alter von 55
bis 58 Jahren, zwei Varianten vor, nämlich Ziff. 8.1 Austritt mit Abfindungsleistung und Ziff. 8.2,
Externe Mitgliedschaft in der Pensionskasse, Abfindungsleistung und Frühpensionierung nach
Vollendung des 58. Altersjahres. Der Pflichtige hat wie von der Vertreterin anlässlich der heuti-
gen Verhandlung bestätigt, die Variante Ziff. 8.2 gewählt, wonach Mitarbeitende, die sich für
eine befristete externe Pensionskassenmitgliedschaft und Frühpensionierung nach Vollendung
des 58. Altersjahres entscheiden, zum vertraglichen Austrittsdatum eine brutto Überbrückungs-
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zahlung von 40% ihres letzten Basisgehaltes für maximal 3 Jahre bis zum Zeitpunkte ihrer
Frühpensionierung mit 58 Jahren erhalten. Bei der externen Mitgliedschaft werden Arbeitgeber-
und Arbeitnehmerbeiträge in die Pensionskasse zu gleichen Anteilen wie während des Arbeits-
verhältnisses weitergeführt. Alle Beiträge werden in Form einer Einmalzahlung am Tag des ver-
traglichen Austritts geschuldet. Ausserdem erhalten diese Mitarbeitenden eine brutto Abfin-
dungsleistung, welche wie folgt berechnet wird: Dienstjahre x Fr. 4‘000.--, mindestens
Fr. 100‘000.--, auf den durchschnittlichen Beschäftigungsgrad angepasst. Gestützt auf diesen
Sozialplan hat die B._ AG mit Datum vom 21. Mai 2012 die Abgangsentschädigung im Sin-
ne eines Entwurfes berechnet. Sie setzte sich aus den Positionen Dienstjahre in Höhe von
Fr. 158‘871.-- und Überbrückung in Höhe von Fr. 119‘771.--, total somit Fr. 278‘642.-- zusam-
men, was in etwa der später effektiv ausbezahlten Kapitalabfindung von Fr. 276‘455.-- ent-
sprach.
4. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Besteuerung nach § 36
StG gegeben sind.
a) Gemäss § 36 StG werden Kapitalleistungen aus beruflicher Vorsorge sowie aus
anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge im Sinne von § 27bis Abs. 1 StG geson-
dert besteuert. Ebenso unterliegen Kapitalleistungen bei Tod und für bleibende körperliche oder
gesundheitliche Nachteile einer separaten Jahressteuer.
b) Gemäss Art. 48 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 müssen die Einrichtungen der beruf-
lichen Vorsorge die Rechtsform einer Stiftung, einer Genossenschaft oder einer Einrichtung des
öffentlichen Rechts haben. Die gebundene Selbstvorsorge muss gemäss Art. 1 Abs. 2 der Ver-
ordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen
(BVV 3) vom 13. November 1985 mit einer der Versicherungsaufsicht unterstellten oder mit ei-
ner öffentlich-rechtlichen Versicherungseinrichtung abgeschlossen werden. Gemäss Art. 1 Abs.
2 BVG hat die berufliche Vorsorge die Versicherung des Lohnes zum Inhalt. Obligatorisch zu
versichern ist der koordinierte Lohn nach Art. 8 Abs. 1 BVG (vgl. Entscheid des Steuergerichts
[StGE] vom 12. Januar 2007, 510 06 67, E. 5a).
c) Die Leistungen, welche einer separaten Jahressteuer unterliegen, werden in § 36
StG abschliessend aufzählt (vgl. Kurzmitteilung der Steuerverwaltung des Kantons Basel-
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Landschaft Nr. 362 vom 22. November 2002). Kapitalabfindungen des Arbeitgebers an die An-
gestellten sind darin nicht enthalten. Es bleibt zu prüfen, ob es gerechtfertigt ist, Kapitalleistun-
gen des Arbeitgebers mit Vorsorgecharakter weiterhin nicht nach § 36 StG zu besteuern oder
ob dies, im Sinne einer Praxisänderung, zuzulassen ist. Seit dem Inkrafttreten des Bundesge-
setzes über die Steuerharmonisierung per 1. Januar 1993 (mit Übergangsfristen bis 1. Januar
2001) besteht der konkret umgesetzte verfassungsrechtliche Auftrag gemäss Art. 129 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) an Bund, Kan-
tone und Gemeinden, im Bereich der direkten Steuern eine formelle Harmonisierung in Gesetz-
gebung und Vollzug sicherzustellen. Die Steuerordnungen der Kantone und Gemeinden (hori-
zontale Harmonisierung) sowie die Steuerordnung des Bundes sind mit denjenigen der Kantone
und Gemeinden (vertikale Harmonisierung) abzustimmen. Gemäss Art. 11 Abs. 3 des Bundes-
gesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom
14. Dezember 1990 (StHG) werden Kapitalleistungen aus Vorsorgeeinrichtungen sowie Zah-
lungen bei Tod und für bleibende körperliche oder gesundheitliche Nachteile für sich allein be-
steuert. Gemäss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom
14. Dezember 1990 (DBG) werden Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeitsverhältnis ver-
bundenen Vorsorgeeinrichtung oder gleichartige Kapitalabfindungen des Arbeitgebers nach Art.
38 DBG gesondert besteuert. Die Voraussetzungen dafür werden im KS ESTV Nr. 1 genauer
definiert. Die gesetzlichen Grundlagen auf Bundes- und kantonaler Ebene sind weitestgehend
deckungsgleich, unterscheiden sich aber darin, dass Kapitalleistungen des Arbeitgebers in § 36
StG nicht explizit erwähnt werden (Findeisen, in: Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum
Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2004, § 36 N 6). Dass sich diesbezüglich
die kantonale Gesetzesnorm im Sinne einer Harmonisierung an die Regelung des DBG anglei-
chen soll, hat auch der Gesetzgeber erkannt. Innerhalb der Vorlage Nr. 2012-222 des Regie-
rungsrats vom 21. August 2012 hat der Landrat des Kantons Basel-Landschaft am 25. April
2013 beschlossen, dass der Gesetzeswortlaut des § 36 StG mit Wirkung ab 1. Januar 2014 in
dieser Hinsicht an denjenigen von Art. 17 Abs. 2 i.V.m. Art. 38 DBG angeglichen wird. So wer-
den Kapitalabfindungen des Arbeitgebers mit Vorsorgecharakter inskünftig, wie bei der direkten
Bundessteuer, auch separat besteuert. Nach Auffassung des Steuergerichts verbietet es der
Grundsatz der Gewaltenteilung indes, sich im vorliegenden Fall über den Wortlaut von § 36 StG
hinwegzusetzen und mit einer weiten Auslegung trotz fehlender Erwähnung im Gesetz auch
Kapitalleistungen des Arbeitgebers darunter zu subsumieren. Es liegt primär am dafür zustän-
den Gesetzgeber, den Anwendungsbereich von § 36 StG diesbezüglich zu erweitern. Diesen
Handlungsbedarf hat der Gesetzgeber des Kantons Basel-Landschaft wie hiervor erwähnt er-
kannt und den Gesetzeswortlaut mit Wirkung ab 1. Januar 2014 angepasst. Da vorliegend das
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Steuerjahr 2013 strittig ist, erscheint es geboten, dem Gesetzgeber nicht vorzugreifen. Insoweit
hat die Einzelfallgerechtigkeit vor dem fundamentalen Prinzip der Gewaltentrennung zurückzu-
stehen (vgl. StGE vom 6. Dezember 2002, 101/2002, E. 7) (vgl. zum Ganzen: StGE vom
20. September 2013, 510 13 41, E. 2).
d) Vorliegend ist die Kapitalleistung an den Rekurrenten von der damaligen Arbeit-
geberin erbracht worden und stammt damit weder aus der beruflichen Vorsorge noch aus der
gebundenen Selbstvorsorge. Da Kapitalleistungen des Arbeitgebers wie gesehen nicht unter
§ 36 StG subsumiert werden können, sind die Voraussetzungen für eine Besteuerung nach die-
ser Norm nicht erfüllt.
5. Es ist weiter zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Besteuerung nach § 35 StG
gegeben sind.
a) Gemäss § 35 StG wird, wenn zu den Einkünften Kapitalabfindungen für wieder-
kehrende Leistungen gehören, die Einkommenssteuer unter Berücksichtigung der übrigen Ein-
künfte und der zulässigen Abzüge zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstel-
le der einmaligen Leistungen eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde.
b) Bei den wiederkehrenden Leistungen, die in Kapitalform ausgerichtet werden,
kann es sich sowohl um künftige als auch um vergangene handeln. Beispiele für wiederkehren-
de Leistungen sind Einmalentschädigungen für ein Baurecht, Renten-, Alimenten- und
Lohnnachzahlungen (Findeisen, a.a.O., § 35 N 1). Gemäss Praxis im Kanton Basel-Landschaft
fallen aufgrund der fehlenden expliziten Erwähnung in § 36 StG auch Kapitalleistungen des Ar-
beitgebers mit Vorsorgecharakter unter die Regelung des § 35 StG (Findeisen, a.a.O., § 36 N
6). Zur Erfüllung des Vorsorgecharakters müssen gemäss KS ESTV Nr. 1, Ziff. 3.2 drei Bedin-
gungen kumulativ erfüllt sein: Die steuerpflichtige Person verlässt das Unternehmen ab dem
vollendeten 55. Altersjahr, die (Haupt-)Erwerbstätigkeit wird definitiv aufgegeben oder muss
aufgegeben werden und durch den Austritt aus dem Unternehmen und dessen Vorsorgeeinrich-
tung entsteht eine Vorsorgelücke.
c) Vorliegend hatte der Rekurrent, geb. 15. Juli 1957, beim Ausscheiden aus der
B._ AG am 31. Dezember 2012 das 55. Altersjahr vollendet. Gemäss Beratungsunterlagen
der Pensionskasse der B._ AG vom 21. Mai 2012 liegt zudem eine Vorsorgelücke vor. Da-
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mit bleibt zu prüfen, ob die (Haupt-)Erwerbstätigkeit definitiv aufgegeben wurde. Der Pflichtige
hat sich nicht als Nichterwerbstätiger bei der AHV angemeldet. Vielmehr trat er per 1. Februar
2013, und damit praktisch nahtlos, bei der C._ eine Teilzeitstelle mit einem Pensum von
70% an, anlässlich derer er eine berufliche Weiterbildung mit einem eidgenössisch anerkannten
Abschluss absolvierte. Von Februar bis Dezember 2013 erzielte er ein Nettoeinkommen von
Fr. 57‘126.--, was einem Jahreseinkommen von Fr. 62‘319.-- (= Fr. 57‘126.-- / 11 Monate x 12
Monate) entspricht, nachdem er im Jahr 2012 bei der B._ AG ein Nettoeinkommen von
Fr. 133‘839.-- erzielt hatte. Obwohl sich das Einkommen damit reduziert hat, erzielte der Pflich-
tige mit einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 5‘193.-- (= Fr. 62‘319.-- / 12 Monate) einen
existenzsichernden Verdienst. Hinsichtlich der Frage, ob die (Haupt-)Erwerbstätigkeit definitiv
aufgegeben wurde, spielt indes der erzielte Lohn lediglich eine untergeordnete Rolle. Entschei-
dend ist vielmehr das Pensum. Würde ein solches im Sinne einer unbedeutenden Nebenbe-
schäftigung ausgeübt, könnte wohl von der definitiven Aufgabe der Erwerbstätigkeit gesprochen
werden. Bei einer Teilzeitstelle im Umfang eines 70%-Pensums und gleichzeitiger Absolvierung
einer eidgenössisch anerkannten Ausbildung kann davon aber keine Rede sein. Dem Einwand
der Vertreterin, bei der Wahl von Variante Ziff. 8.2 hätte der Pflichtige nicht gewusst, dass er
wieder eine Stelle finden würde, kann nicht gefolgt werden, da es sich grundsätzlich stets erst
im Laufe der Zeit, d.h. im Sinne einer ex-post Betrachtung, zeigt, ob das Kriterium der definiti-
ven Aufgabe der Erwerbstätigkeit erfüllt wird. Damit fehlt es an einer der erwähnten Kumulativ-
bedingungen, so dass der dem Pflichtigen ausbezahlten Kapitalleistung kein Vorsorgecharakter
zukommt. Vielmehr ist dieselbe arbeitsrechtlicher Natur, was sich auch darin zeigt, dass die
Abgangsentschädigung aufgrund der Dienstjahre und im Sinne einer Überbrückung berechnet
wurde. Damit sind die Voraussetzungen für eine Besteuerung nach § 35 StG nicht gegeben.
6. Trotzdem hat die Steuerverwaltung die Kapitalleistung im Sinne einer Überbrückungs-
leistung bis zur Erreichung des vollendeten 58. Altersjahres, d.h. dem Zeitpunkt der frühestmög-
lichen Pensionierung gemäss Sozialplan der B._ AG, entgegenkommenderweise gemäss
§ 35 StG besteuert. Davon soll dem Grundsatz nach nicht abgewichen werden. Zu prüfen bleibt
indes, ob die Berechnung in quantitativer Hinsicht korrekt vorgenommen wurde. Die Steuerver-
waltung hat satzbestimmend eine Reduktion für 2 Jahre vorgenommen und nicht etwa auf die
effektiven Monate bis zum Erreichen des 58. Altersjahres abgestellt. Dies ist nicht zu bemän-
geln, ist doch gemäss Lehre und Praxis die Zahlung durch die Anzahl abgegoltener Jahre zu
teilen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art.
37 N 25, m.w.H.). Mit Veranlagungsverfügung der Staatsteuer 2013 vom 10. Dezember 2014
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wurde das Nettoeinkommen gemäss Lohnausweis der B._ AG in Höhe von Fr. 251‘410.--
um die Pensionskassenbeiträge in Höhe von Fr. 35‘131.-- erhöht, was Fr. 286‘541.-- ergab. Im
Gegenzug wurden die Pensionskassenbeiträge unter dem Titel Einkauf 2. Säule, Ziff. 600 (zu-
sammen mit dem vom Pflichtigen getätigten Einkauf in Höhe von Fr. 100‘000.-- und damit total
Fr. 135‘131.--) wieder zum Abzug zugelassen. Das Einkommen in Höhe von Fr. 286‘541.-- wur-
de unter dem Titel übrige Einkünfte, Ziff. 380, zu einem satzbestimmenden Einkommen von
Fr. 215‘879.-- veranlagt. Das Brutto-Einkommen in Höhe von Fr. 302‘602.-- setzte sich wie folgt
zusammen: Lohn: Fr. 2‘912.-- + Bonus/Jubiläumsgeschenk: Fr. 23‘235.-- + Kapitalleistung:
Fr. 276‘455.--. Auf die vorgenannten Beträge sind die Sozialversicherungsbeiträge
(AHV/IV/EO/ALV/NBUV) gemäss Lohnausweis von insgesamt Fr. 16‘061.-- bzw. 5.3% umzule-
gen, was zu folgenden Nettobeträgen führt: Lohn: Fr. 2‘757.-- + Bonus/Jubiläumsgeschenk:
Fr. 22‘002.-- + Kapitalleistung: Fr. 261‘782.--, was total wieder das vorgenannten Nettoeinkom-
men von Fr. 286‘541.-- ergibt. Der Lohn und der Bonus bzw. das Jubiläumsgeschenk sind zum
vollen Satz zu besteuern. Für die Kapitalleistung hingegen ist wie hiervor gesehen satzbestim-
mend eine Reduktion für 2 Jahre vorzunehmen, was Fr. 130‘891.-- (= Fr. 261‘782.-- / 2) ergibt.
Das Einkommen in Höhe von Fr. 286‘541.-- ist damit zu einem satzbestimmenden Einkommen
von Fr. 155‘650.-- (= Fr. 2‘757.-- + Fr. 22‘002.-- + Fr. 130‘891.--) zu besteuern, was gegenüber
der Veranlagungsverfügung der Staatsteuer 2013 vom 10. Dezember 2014 einer Reduktion um
Fr. 60‘229.-- (= Fr. 215‘879.-- ./. Fr. 155‘650.--) entspricht. Mit Verfügung der Staatsteuer 2013
vom 10. Dezember 2014 wurden die Pflichtigen zu einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 289‘751.-- und einem satzbestimmenden Einkommen von Fr. 219‘089.-- veranlagt. Das
steuerbare Einkommen bleibt unverändert, das satzbestimmende Einkommen reduziert sich um
die vorgenannten Fr. 60‘229.--, was Fr. 158‘860.-- bzw., unter Berücksichtigung des Vollsplit-
tings, Fr. 79‘430.-- (= Fr. 158‘860.-- / 2) ergibt.
Der Rekurs ist damit teilweise gutzuheissen.
7. Es bleibt über die Kosten des Rekursverfahrens zu befinden.
a) Entsprechend dem teilweisen Obsiegen im Umfang von rund der Hälfte sind den
Rekurrenten anteilsmässige Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen (§ 130 StG
i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und
Verwaltungsprozessordnung [VPO]).
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b) Nach § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO kann bei Beschwerden in Steuersachen
der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine angemessene
Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Die Rekurrenten haben
keine Parteientschädigung geltend gemacht. Anlässlich der heutigen Verhandlung haben sie
überdies auf Frage hin ausdrücklich auf die Zusprechung einer Parteientschädigung verzichtet.
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