# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e7cd5f28-2343-5893-ac9c-a171e113a562
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie
1960 geborene
X._
erlitt
beim Tennisspielen
am 24. Februar 2002 einen Unfall, weshalb ihr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 48
%
eine Rente der Unfallversicherung
zugesprochen wurde (
Urk.
2/3-4).
Die IV-Stelle des Kantons Aargau verfügte am 2
8.
Mai 2013 die Ausrichtung ei
ner vom
1.
April 2004 bis 3
1.
Mai 2005 befristeten ganzen Rente
und ging ab 1.
Februar 2009 – nachdem der Versicherten bis dahin ein Taggeld ausgerichtet worden war – von einem Invaliditätsgrad von 35
%
aus
(
Urk.
2/5).
Unter Bezug
nahme darauf gewährte die Vorsorgesti
ftung Swiss Life Personal ab 1.
Februar 2009 eine ungekürzte Invalidenrente von 35
%
(
Urk.
2/6).
1.2
Mit Schreiben vom
1
2.
Mai 2017 teilte die Pensionskasse mit, seit
1.
Januar 2017 komme bei der Leistungsfestlegung eine geänderte Methode zur Berechnung der Überentschädigung zur Anwendung
, was zur vollständigen Kürzung der Invali
denrente führe (
Urk.
2/7).
Nachdem die Versicherte dagegen opponiert hatte (
Urk.
2/8 und
Urk.
2/10), hielt die Vorsorgestiftung Swiss Life Personal an ihrer Auffassung fest (
Urk.
2/9 und
Urk.
2/11).
2.
Mit Eingabe vom 1
7.
Juli 2018 erhob
X._
Klage gegen die Vorsorgestiftung Swiss Life Personal mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, an die Klägerin auch in der Zeit ab Juli 2017 die ungekürzten gesetzlichen und überobligatorischen Invaliden
leistungen bei einem Invaliditätsgrad von 35
%
aus beruflicher Vorsorge zuzüglich Verzugszinsen zu 5
%
ab Klageerhebung auf den verfallenen
Rentenbetreffnissen
auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, an die Klägerin in der Zeit ab Juli 2017 bis Dezember 2017 die ungekürzten und überobligatori
schen Invalidenleistungen bei einem Invaliditätsgrad
von 35
%
aus be
ruflicher Vorsorge zuzüglich Verzugszinsen zu 5
%
ab Klageerhebung auf den verfallenen
Rentenbetreffnissen
auszurichten.
3.
Unter o/e
Kostenfolge.
Die Vorsorgestiftung Swiss Life Personal schloss am 1
4.
November 2018 auf Ab
weisung der Klage (
Urk.
10).
Replicando
(
Urk.
16) und
duplicando
(
Urk.
21) hiel
ten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Von der Beklagten wurde i
m Rahmen des vorliegenden Verfahrens
ein auf einem Invaliditätsgrad von 35
%
basierender Rentenanspruch der Klägerin für die Zeit von Juli bis Dezember 2017 anerkannt (
Urk.
10 S. 5 f.).
Der Prozess ist in diesem Umfang als
durch Anerkennung
erledigt abzuschreiben.
1.2
Was die
eingeklagten Verzugszinsen
vom 5
%
betrifft, so steht fest, dass g
estützt auf
Ziff.
8.1 des ab
1.
Januar 2017 gültigen Vorsorgereglements (
Urk.
2/13) auf den nachzuzahlenden Versicherungsleistungen
lediglich
ein Verzugszins in der Höhe des BVG-Mindestzinssatzes von 1
%
geschuldet
ist
(
Art.
12
lit
. j der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV2]
;
siehe dazu auch
Replikschrift
Urk.
1
6
S. 2
Ziff.
2)
.
1.3
Es
bleibt
damit
die Zulässigkeit der angekündigten
Rentenaufhebung
infolge Überentschädigung für die Zeit ab Januar 2018 zu prüfen.
2.
2.1
Ziff.
30 des im Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs massgebenden Vorsorgereglements vom 2
9.
März 1995 (Neuauflage per
1.
Januar 2001 [Urk. 2/12]
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_769/2009 vom
9.
April 2010 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen
) sieht vor, dass das Reglement jederzeit abgeändert wer
den kann.
Die Beklagte durfte damit ihr Vorsorgereglement revidieren.
Intertemporalrechtlich
gelangen diejenigen Normen zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der angedachten Rentenaufhebung in Kraft standen. Neue gesetzliche und analog dazu auch neue reglementarische Überentschädigungsregelungen
sind grundsätzlich ebenfalls
auf laufende
Renten anwendbar
(BGE 134 V 64 E.
2.3.1 mit weiteren Hinweisen). Damit ist vorliegend das ab
1.
Januar 2018 gül
tige Vorsorgereglement der Beklagten massgebend
(nachfolgend: Vorsorgeregle
ment 2018
[
Urk.
2/14]
)
.
2.2
Im Vorsorgereglement 2018
(
Urk.
2/14)
h
ielt die Beklagte unter dem T
itel «In
krafttreten»
in
Ziff.
60.2 Absatz 4 fest: Für alle unter bisherigem Recht entstan
denen Renten (Alters- und Risikorenten) gilt das bisherige Reglement der Stif
tung. Davon ausgenommen sind allfällige Leistungskürzungen infolge Überent
schädigung, welche sich nach
Ziff.
11 des vorliegenden Reglements richten.
Ziff.
11.1 des Vorsorgereglements 2018 besagt, dass d
ie
von der Beklagten
aus
gerichteten Leistungen
herabgesetzt
werden
, soweit sie zusammen mit anderen anrechenbaren Einkünften, im Fall des Anspruchs auf Invaliditätsleistungen aus
serdem zusammen mit dem weiterhin erzielten oder
zumutbarerweise
noch er
zielbaren Erwerbs- oder Ersatzeinkommen, 90
%
des Jahreslohns übersteigen. Damit übereinstimmende Vorschriften finden sich in
Art.
34a
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
und
Art.
24
Abs.
1
lit
. d
BVV2.
2.3
In
BGE 134 V 64
hat das Bundesgericht festgehalten, der Zweck der vorgeschrie
benen Anrechenbarkeit
zumutbarerweise
erzielbaren Erwerbseinkommens be
stehe darin,
teilinvalide
Versicherte, welche die ihnen zumutbare Restarbeitsfä
higkeit nicht verwerten, finanziell denjenigen gleichzustellen, die
–
in Erfüllun
g der Schadenminderungspflicht –
das ihnen zumutbare Invalideneinkommen tat
sächlich erzielen (E. 4.1.1 mit Hinweis auf die Erläuterungen des BSV in seinen Mitteilungen ü
ber die berufliche Vorsorge Nr.
75 vom
2.
Juli 2004).
Das
zumutbarerweise
erzielbare Erwerbseinkommen basiert auf dem Zumutbar
keitsgrundsatz, der die Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti
ven Umstände, auch in
arbeitsmarktlicher
Hinsicht, verlangt. Bezogen auf das
zumutbarerweise
erzielbare Erwerbseinkommen verlangt das Zumutbarkeitsprin
zip, dass die Vorsorgeeinrichtung, welche eine Kürzung ihrer obligatorischen In
validenleistungen beabsichtigt, dem
teilinvaliden
Versicherten vorgängig das rechtliche Gehör hinsichtlich jener arbeitsmarktbezogenen und persönlichen Um
stände gewähren muss, die ihm die Erzielung eines Resterwerbseinkommens in der Höhe des Invalideneinkommens erschweren oder verunmöglichen. Solche subjektiven Gegebenheiten, denen unter Zumutbarkeitsgesichtspunkten Rech
nung zu tragen ist, sind alle Umstände, welche
–
im Rahmen
einer objektivieren
den Prüfung –
für die effektiven Chancen des betreffenden Versicherten, auf dem jeweiligen tatsächlichen Arbeitsmarkt eine geeignete und zumutbare Arbeitsstelle zu finden, von wesentlicher Bedeutung sind (
BGE 134 V 64
E. 4.2.1
mit weiteren Hinweisen).
2.4
Im Bereich der weitergehenden Vorsorge wird das Rechtsverhältnis zwischen der Vorsorgeeinrichtung und dem Vorsorgenehmer durch einen privatrechtlichen Vorsorgevertrag begründet, der rechtsdogmatisch den
Innominatverträgen
(eige
ner Art) zuzuordnen ist. Als solcher untersteht er in erster Linie den allgemeinen Bestimmungen des OR. Das Reglement stellt den vorformulierten Inhalt des Vor
sorgevertrages bzw. dessen Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) dar,
denen sich der Versicherte ausdrücklich oder durch konkludentes Verhalten un
terzieht; gegebenenfalls können individuelle Abmachungen hinzutreten. Das Reglement ist nach dem Vertrauensprinzip auszulegen, wobei jedoch die den All
gemeinen Versicherungsbedingungen innewohnenden Besonderheiten zu beach
ten sind, namentlich die Unklarheits- und die Ungewöhnlichkeitsregel. Nach die
sen Auslegungsgrundsätzen gilt es, ausgehend vom Wortlaut und unter Berück
sichtigung des Zusammenhangs, in dem eine streitige Bestimmung innerhalb des Reglements als Ganzes steht, den objektiven Vertragswillen zu ermitteln, den die Parteien mutmasslich gehabt haben. Dabei hat das Gericht zu berücksichtigen, was sachgerecht ist, weil nicht angenommen werden kann, dass die Parteien eine unvernünftige Lösung gewollt haben. Sodann sind mehrdeutige Wendungen in vorformulierten Vertragsbedingungen im Zweifel zu Lasten ihres Verfassers aus
zulegen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_196/2018 vom 2
0.
Juli 2018 E. 1.3 mit weiteren Hinweisen).
3.
3.1
Entgegen den entsprechenden Ausführungen der Klägerin (
Urk.
1 S. 6
f.
) ist der Wortlaut von
Ziff.
60.2
Abs
atz
4
des Vorso
rgereglements 2018 weder missverständ
lich noch unklar.
Darin wird im Grundsatz festgehalten, dass sich der bereits ent
standene Rentenanspruch weiterhin nach den bisherigen
Reglementsbestimmun
gen
richtet, wobei aufgrund der gewählten Formulierung zu schliessen ist, dass damit jene gemeint sind, die im Zeitpunkt der Entstehung des Leistungsanspruchs gegolten haben
(vgl. hierzu auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_769/2009 vom
9.
April 2010 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Als Ausnahme
davon findet auf eine allfällige
Überentschädigungsberechnung
das Vorsorgereglement 2018 An
wendung.
Dies steht
mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Einklang, wonach es bei laufenden Renten möglich ist,
die einzelnen Modalitäten der Leis
tungspflicht durch
Reglementsänderungen
neu zu ordnen, sofern ein entspre
chender reglementarischer Abänderungsvorbehalt besteht. Auf diesem Weg ab
änderbar sind insbesondere auch die Bestimmungen zur Überversicherung, soweit nicht ein diesbezüglicher Revisionsausschluss im Reglement festgesetzt wurde o
der eine individuelle Zusicherung der Abänderung entgegensteht. Die Kürzung von Leistungen wegen Überversicherung berührt den Anspruch als solchen – be
züglich dessen Voraussetzungen – nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_404/2008 vom 1
7.
November 2008 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).
Mit Blick auf das soeben Ausgeführte wird
einerseits
deutlich,
dass auch bei einer laufenden Rente – entgegen der Klägerin (
Urk.
16 S. 2) – die Überentschädigungs
berechnung geändert werden kann,
und
andererseits,
dass hinsichtlich des Vor
sorgereglements 2018 einzig die zwischenzeitlich geänderten Bestimmungen zur Überentschädigung auf berentete Versicherte Anwendung finden sollen (vgl.
Urk.
1 S. 7).
3.2
Nicht gefolgt werden
kann der Klägerin
auch
, wenn sie
Sinn und Zweck der Be
stimmung von
Ziff.
60.2 darin sieht, dass die berenteten Versicherten besser zu behandeln seien als die aktiv versicherten Personen, weshalb erstere von einer
Reglementsänderung
auszunehmen seien (
Urk.
1 S. 7).
Vielmehr wird
das Gegen
teil angestrebt und
mit
der Bestimmung denn auch
eine Gleichbehandlung sämt
licher Bezüger von Rentenleistungen –
unabhängig vom Zeitpunkt der Entste
hung des Leistungsanspruchs – erreicht.
E
ine Berufung auf wohlerworbene Rechte (
vgl.
zur Unterscheidung
zwischen Besitzstand und wohlerworbene Rechte
Kieser
,
Besitzstand, Anwartschaften und wohlerworbene Rechte in der berufli
chen Vorsorge, SZS 1999, S. 290-317) ist bei einer
neuen
Überentschädigungs
berechnung nicht möglich, da
wohlerworbene
Rechte
einerseits nur den An
spruch als solchen und nicht den Leistungsumfang sowie andererseits die generell durch das Reglement oder individuell zugesicherten Rechte umfassen. Wohler
worbene Rechte sind nur im Umfang der gesetzlich zwingenden Bestimmungen möglich, während in der weitergehenden beruflichen Vorsorge
Reglementsände
rungen
unter Wahrung de
s
verfassungsmässigen Minimalstandards auch zum Nachteil der Destin
at
äre zulässig sind (
Stauffer, Rechtsprechung des Bundesge
richts zur beruflichen Vorsorge,
4.
Auflage, Zürich 2019, S. 194).
Eine Verletzung verfassungsrechtlicher Garantien
– die Ausführungen der Klägerin zum Rechts
gleichheitsgebot sind wenig nachvollziehbar (
Urk.
16 S. 2) –
ist
vorliegend
nicht
ersichtlich
.
3.3
Dass
Ziff.
60.2 des Vorsorgereglements 2018 einzig deswegen ergänzt wurde, um den vorliegenden Fall ab Januar 2018 zu Ungunsten der Klägerin zu lösen (Urk. 1 S. 7), ist sodann nicht zu sehen.
3.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beklagte gest
ützt auf
Ziff.
60.
2
Abs
atz
4
be
-
rechtigt
war, eine neue Überentschädigungsberechnung vorzunehmen.
4.
4.1
Es stellt sich
weiter
die Frage, ob der Klägerin im Zusammenhang mit der Über
entschädigungs
berechnung das rechtliche Gehör
hinreichend gewährt wurde.
Verfahrensrechtlich steht dem Recht der versicherten Person, mit subjektiven Ge
gebenheiten und tatsächlichen Arbeitsmarktchancen, welche die Erzielung eines dem Invalideneinkommen quantitativ entsprechenden Resterwerbseinkommens erschweren oder verunmöglichen, gehört zu werden, eine diesbezügliche Mitwir
kungspflicht gegenüber. Die versicherte Person hat die im konkreten Einzelfall massgebenden persönlichen Umstände und tatsächlichen Arbeitsmarktchancen, welche der Erzielung eines mit dem Invalideneinkommen äquivalenten Rester
werbseinkommens entgegenstehen, im Überentschädigungsverfahren zu behaup
ten, zu substantiieren und
hiefür
soweit möglich Beweise anzubieten, namentlich durch den Nachweis erfolglo
s gebliebener Stellenbemühungen (BGE 134 V 64
E. 4.2.2). Dies führt zu einer Umkehr der Beweislast (
BGE 140 I 50
E. 3.2.2).
4.2
D
ie Vorsorgeeinrichtung
darf
bei der Prüfung der Frage, ob und in welchem Um
fang die Invalidenleistung aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge für eine Teilinvalidität zu einer Überentschädigung führt, von der Vermutung ausgehen, dass das
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbseinkommen mit dem von der IV-Stelle ermittelten Invalideneinkommen übereinstimmt. Sie hat vorgängig der versicherten Person das Gehörsrecht mit Bezug auf persönliche Umstände und die tatsächliche Lage auf dem im Einzelfall relevanten Arbeitsmarkt zu gewähren. Die versicherte Person trifft dabei eine Mitwirkungspflicht im umschriebenen Rahmen
(BGE 140 I 50 E. 3.2.3)
.
4.3
Mit Schreiben vom 1
2.
Mai 2017 teilte die Beklagte die vollständige Kürzung der Invalidenrente mit und gewährte der Klägerin
die
(bis am 3
1.
Mai 2017 dauernde)
G
elegenheit
,
sich
zur Festlegung des R
esterwerbseinkommens (
Urk.
2/7)
zu äus
sern beziehungsweise ihr begründete Einwände dagegen zukommen zu lassen.
Die Beklagte ist – entgegen der Ansicht der Klägerin (
Urk.
1 S. 8) – nicht ver
pflichtet, ihr nebst der Einräumung des Gehörsrecht
s
eine
Frist zu Bewerbungs
zwecken zuzugestehen.
Solange (und insoweit) arbeitsmarktbezogene oder rele
vante persönliche Umstände der versicherten Person die Erzielung des
Rester
werbseinkommens
verunmöglichen, solange (und soweit) kann von einem
zu
mutbarerweise
noch erzielbaren Erwerbseinkommen nicht die Rede sein. Sobald aber unter Zumutbarkeitsgesichtspunkten derartige subjektive Gegebenheiten entfallen, liegen auch keine beachtlichen Gründe (mehr) vor, welche gegen eine zeitlich unmittelbare Mitberücksichtigung des
Resterwerbseinkommens
im Rah
men der Überentschädigungsberechnung sprächen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_592/2009 vom 1
5.
April
2010 E. 3.3 f.)
.
Für die Einräumung einer generellen Übergangsfrist (vgl.
Urk.
16 S. 3) – ohne eine substantiierte Darlegung der sub
jektiven Gegebenheiten und Möglichkeiten, denen unter Zumutbarkeitsgesich
ts
punkten Rechnung zu tragen wäre
– besteht
kein Raum, zumal die Beklagte nach
der Ankündigung der Renteneinstellung am 1
2.
Mai 2017 ohnehin noch für mehr als sieben Monate ungekürzte Rentenleistungen erbringen wird.
Erstmals i
m Rahmen des vorliegenden Verfahrens äusserte sich die Klägerin
– soweit aktenkundig –
zur Möglichkeit, ein Resterwerbseinkommen effektiv erzie
len zu können
(
Urk.
1 S.
7
f. und Urk. 16 S. 3) und reichte eine Bestätigung ihres Arbeitgebers ein, wonach ihr in der Filiale in Lenzburg aktuell einzig ein Arbeits
pensum von 50
%
angeboten werden könne (
Urk.
17). Weitere – substantiierte –
Ausführungen zu den in ihrem konkreten Einzelfall massgebenden persönlichen Umstände
n
und tatsächlichen Arbeitsmarktchancen, welche der Erzielung eines Resterwerbseinkommens entgegenstehen, machte sie indes keine. Namentlich reichte sie keine erfolglos gebliebenen Stellenbemühungen (für eine weitere Teil
zeitstelle oder eine Stelle mit einem Pensum von 100
%
) ein
. Ihre Aussage, wo
nach die Arbeit in einer anderen Filiale mit ihrem Gesundheitszustand interferie
ren würde
(
Urk.
16 S. 3)
, blieb sodann ohne Begründung.
Diesbezüglich ist nicht zu sehen, inwiefern sich ein möglicher Wechsel ihres Arbeitsortes auf ihren Ge
sundheitszustand auswirken könnte, zumal sich auch ihr Arbeitsweg insbeson
dere bei der Tätigkeit in einem anderen Reisebüro der Knecht Gruppe im Kanton Aargau (vgl. hierzu
www.knecht-reisen.ch
, zuletzt besucht am
4.
Oktober 2019) nicht merklich verlängern würde.
4.4
Die
(
von den Parteien nicht eingereichte
)
Überentschädigungsberechnung
, die zu einer vollständigen Kürzung der Invalidenrente geführt hatte (
Urk.
2/7),
wurde von der Klägerin
betragsmässig
nicht angefochten.
Vor diesem Hintergrund kann auf eine Einforderung dieses Dokuments verzichtet werden und auf
die unbestrit
ten gebliebene Berechnung abgestellt werden.
5.
Nach dem Gesagten war die Beklagte berechtigt, ihre Rentenleistungen
mit Wir
kung per 3
1.
Dezember 2017
einzustellen.
6.
6.1
Die Klägerin dringt letztlich lediglich mit der – von der Beklagten anerkannten -
Ausrichtung von Invalidenleistungen für sieben Monate
durch. Angesichts
der Maximalforderung
beziehungsweise des
nur
geringen Obsiegens rechtfertigt sich
folglich
die
Zusprache
einer Parteientschädigung nicht.
6.2
Art
. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden Versicherungsträ
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern
der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrecht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (Bundesrechtspflegegesetz/OG) praxis
gemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht
kein Grund, bei der Beklagten
– trotz ihres Antrags – anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 124
E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7 und 117 V 349 E. 8, je mit Hinweisen).