# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bc158e2d-14dd-5fdf-b3f9-2ec72156a836
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die A. AG, C., ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch I.. Der
westliche Teil der Parzelle liegt in der Intensiverholungszone Tourismus, der östliche
Teil in der Grünzone Freihaltung (Art. 14bis und Art. 15 des Baureglements der
Politischen Gemeinde I., abgekürzt BauR). Gemäss kommunaler Schutzverordnung
befindet sich das ganze Grundstück im Baumschutzgebiet.
Vor rund 40 Jahren eröffnete A. auf dem Grundstück Nr. 0000 einen Bootsbetrieb. Er
umfasste eine Bootsvermietung, eine Motorboot- und Segelbootfahrschule, einen Shop
für Zubehör im einige Jahre zuvor erstellten Einfamilienhaus, eine Seetankstelle, einen
freistehenden Kiosk mit Snack-Bar (Selbstbedienung) und einen kleinen Park zum
Verweilen. Aus diesem Betrieb entwickelte sich im Lauf der Jahre das Restaurant "L."
mit gedeckter Terrasse (Wintergarten), Abwaschhaus und Aussenküche (Grill). Im Jahr
1985 erteilte das Volkswirtschaftsdepartement dafür erstmals eine
gastwirtschaftsrechtliche Bewilligung. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kam es wegen
Lärm- und Geruchsemmissionen zu Konflikten zwischen der A. AG, die Eigentümerin
des Grundstücks Nr. 0000 geworden war, und X. und Y. Z.-T., Eigentümer des knapp
30 m südlich gelegenen Grundstücks Nr. 000. Dies führte dazu, dass verschiedene
Verfahren eingeleitet wurden.
B./ Am 14. Januar 2008 erteilte der Gemeinderat der Pächterin des Restaurants "L.",
M., für das Jahr 2008 ein "provisorisches" Patent:
"2.
Der Gemeinderat beschliesst, Frau M., für das Jahr 2008
ein provisorisches Patent mit folgenden Bedingungen und Auflagen
zu erteilen:
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1. Befristung bis 31. Juli 2008 mit Option bis 31. Dezember 2008, falls der Entscheid
des Kantons bis Juli 2008 nicht vorliegt;
2. Beschränkung der Aussenplätze auf 100 Einheiten. Der Bereich des
Gewässerabstands (Boden Kanton) darf nicht tangiert werden;
3. Einschränkung der Musikarrangements im Aussenbereich auf max. 6 Anlässe pro
Saison 2008 (Gesamtzahl; d.h. inkl. die freien Anlässe wie Fasnacht, 1. August,
Silvester etc.).
4. Die Aussenanlagen (insb. Aussenkochstelle) sind so zu betreiben, dass auf den
Nachbargrundstücken keine Immissionen zu verzeichnen sind."
Am 25. Januar 2008 erhoben sowohl X. und Y. Z.-T. als auch die A. AG gegen den
Beschluss des Gemeinderats I. vom 14. Januar 2008 Rekurs beim
Volkswirtschaftsdepartement. Am 24. April 2008 wurde der Rekurs der A. AG
abgewiesen, während der Rekurs von X. und Y. Z.-T. gutgeheissen und der
angefochtene Entscheid aufgehoben wurde. Am 19. Februar 2009 wies das
Verwaltungsgericht eine gegen den Rekursentscheid erhobene Beschwerde von
Bernadette Sauter ab, soweit es darauf eintrat (B 2008/91). Das Verwaltungsgericht
gelangte zum Ergebnis, für das Restaurant "L." könne kein Gastwirtschaftspatent erteilt
werden, solange die gastgewerbliche Nutzung nicht durch eine rechtskräftige
vorsorgliche Massnahme im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens zugelassen sei.
C./ Am 5. Mai 2008 bzw. 23. Juli 2008 entschied der Gemeinderat I. über ein
Baugesuch "Bewilligung der bestehenden Bauten und Anlagen", das die A. AG am
10. Juli 2007 eingereicht hatte. Gegen diesen Beschluss erhoben sowohl die A. AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. A. Näf, St. Gallen, als auch X. und Y. Z.-T., vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. F. R., St. Gallen, Rekurs beim Baudepartement. Am 4. März
2009 führte das Baudepartement eine Einigungsverhandlung durch. Es wurden
Eckpunkte für ein neues Baugesuch mit Betriebskonzept vereinbart (Sitzplatzzahl,
Öffnungszeiten, Nachtruhe, Backgroundmusik, Veranstaltungen). Mit der Annahme des
Vergleichsvorschlags erklärten sich die Parteien kulanzhalber auch damit
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einverstanden, dass das "L." vorläufig ohne Gastwirtschaftspatent weiterbetrieben
werde.
Am 9. März 2009 widerrief der Gemeinderat I. seinen Beschluss vom 5. Mai 2008 bzw.
23. Juli 2008 und forderte die A. AG auf, bis spätestens 26. März 2009 ein Baugesuch
mit Betriebskonzept einzureichen. In der Folge wurden die Rekurse der A. AG und von
X. und Y. Z.-T. als gegenstandslos abgeschrieben.
D./ Am 26. März 2009 reichte die A. AG beim Gemeinderat I. ein Baugesuch ein (Nr.
2009/0026), das in der Zeit vom 30. März bis 13. April 2009 erstmals öffentlich
aufgelegt wurde.
a) Am 3. April 2009 erhoben X. und Y. Z.-T., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. F. R.,
St. Gallen, Einsprache. Sie beantragten, auf das Baugesuch sei nicht einzutreten,
eventuell sei es abzuweisen. Sodann sei die sofortige Einstellung des Betriebs des
Restaurants "L." zu verfügen. Zur Begründung wurde ausgeführt, das Gesuch
entspreche der im Rahmen des Rekursverfahrens getroffenen Vereinbarung in
verschiedener Hinsicht nicht.
Am 20. April 2009 beurteilte der Gemeinderat I. das Baugesuch als unvollständig und
mangelhaft. Er forderte die Bauherrschaft auf, das Gesuch zu überprüfen und zu
ergänzen (Ziff. 1 und 2). Sodann wies er die A. AG an, den Gastrobetrieb in den
Gebäuden auf den Grundstücken Nrn. 000 und 0000 unverzüglich einzustellen und hielt
fest, der Betrieb könne erst wieder aufgenommen werden, wenn eine rechtskräftige
Baubewilligung sowie ein rechtskräftiges Patent zur Ausübung einer gastgewerblichen
Tätigkeit vorliege (Ziff. 3).
b) In der Folge erhoben die A. AG durch ihren Rechtsvertreter wie auch M., vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. H., Heerbrugg, sowohl beim Volkswirtschafts- als auch
beim Baudepartement Rekurs gegen Ziff. 3 der Anordnungen des Gemeinderats I. vom
20. April 2009.
aa) Vor Volkswirtschaftsdepartement wurde u.a. beantragt, die Anordnung sei
aufzuheben und die Wiedereröffnung des Restaurants "L." sei superprovisorisch zu
gestatten. Am 1. Mai 2009 gestattete das Volkswirtschaftsdepartement M.
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superprovisorisch, das Restaurant "L." bis zum Erlass eines ordentlichen
Zwischenentscheids weiter zu betreiben. Am 18. Mai 2009 stellte das
Volkswirtschaftsdepartement im Sinn eines Zwischenentscheids fest, dass zur Zeit kein
Gastwirtschaftspatent für das Restaurant "L." bestehe (Ziff. 1). Der Antrag von M. um
Erteilung eines Gastwirtschaftspatents für das Restaurant "L." für die Dauer des
Rekursverfahrens wurde abgewiesen (Ziff. 2), und dem Antrag des Gemeinderats I. auf
Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses der A. AG wurde nicht stattgegeben
(Ziff. 3).
Am 25. Mai 2009 erhob die A. AG durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde beim
Präsidenten des Verwaltungsgerichts mit dem Antrag, der Zwischenentscheid vom 18.
Mai 2009 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Gastrobetrieb "L." während
der Dauer des Bewilligungsverfahrens in gastwirtschaftsrechtlicher Hinsicht bis zum
rechtskräftigen Entscheid über das Baugesuch weitergeführt werden dürfe, und es sei
festzustellen, dass den Pächtern M. für die Dauer des Bewilligungsverfahrens das
Gastwirtschaftspatent für das "L." erteilt worden sei, eventualiter sei es zu erteilen.
Gleichentags erhoben M. durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde beim Präsidenten
des Verwaltungsgerichts und beantragten, Ziff. 1 und Ziff. 2 des Entscheids seien
aufzuheben und es sei M. im Sinn einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des
Rekursverfahrens vor dem Volkswirtschaftsdepartement und superprovisorisch für die
Dauer des Beschwerdeverfahrens ein Gastwirtschaftspatent für das "L." zu erteilen,
eventualiter sei superprovisorisch und vorsorglich festzustellen, dass M. berechtigt sei,
das Restaurant "L." während der Dauer des Baubewilligungsverfahrens weiterzuführen.
bb) Am 22. Juni 2009 trat das Baudepartement auf die Rekurse, welche die A. AG
sowie M. gegen den Beschluss des Gemeinderats I. vom 20. April 2009 erhoben
hatten, nicht ein. Der Entscheid wurde im wesentlichen damit begründet, Gegenstand
des angefochtenen Entscheids sei ausschliesslich ein gastwirtschaftsrechtlich
angeordnetes Nutzungsverbot, dessen Überprüfung in die Zuständigkeit des
Volkswirtschaftsdepartements falle.
Am 6. Juli 2009 erhoben M. durch ihren Rechtsvertreter gegen den
Nichteintretensentscheid des Baudepartements vom 22. Juni 2009 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde am 3. Dezember
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2009 gut, soweit die Kostenregelung angefochten worden war, trat im übrigen aber
darauf nicht ein (B 2009/118).
c) Am 2. Juni 2009 beschloss der Gemeinderat I. was folgt:
"1. Der Gemeinderat erlässt nachstehende vorsorgliche Massnahmen zur
baurechtlichen Nutzung der Bauten und Anlagen auf den Grundstücken Nr. 000, 000,
0000 als Gastrobetrieb für die Dauer des pendenten Baubewilligungsverfahrens
(Baugesuch Nr. 2009.0026).
2. Am heutigen Standort Restaurant ""L."" darf die folgende Anzahl von Plätzen
bewirtschaftet werden:
Innerhalb Gebäude: 15 Plätze
Gartenwirtschaft, ungedeckt: 100 Plätze
Betriebsdauer: 1. März bis 30. November
Betriebszeiten: ordentlich gemäss Gastwirtschaftsgesetz
3. Folgende Bauten und Anlagen sind nicht rechtskräftig bewilligt und dürfen ab sofort
nicht mehr genutzt werden:
a) Ueberdachung der Gartenwirtschaft
b) Abwaschhaus, Assek-Nr. 0000
c) Gebäude der Bootsvermietung
d) Aussenküche/-grill
Für diese Bauten und Anlagen gilt ab sofort ein Nutzungsverbot.
4. Einem allfälligen Rekurs gegen diesen Entscheid wird im Sinne von Art. 51 VRP die
aufschiebende Wirkung entzogen."
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## Considerations