# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 31dd1c81-5ac3-41df-b05c-8200b0394121
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. A. wurde am _ geboren und wuchs zusammen mit zwei jüngeren Brüdern bei ihren Eltern auf. Nach Abschluss einer kaufmännischen Lehre hatte sie verschiedene Arbeitsstellen inne. A. lebt seit 1985 mit ihren drei Hunden zusammen in einer 31⁄2-Zimmerwohnung in Z.. Mobbing am Arbeitsplatz sowie der Tod ihres Lebenspartners im Jahr 1992 führten bei ihr in der Folge zu schweren psychischen Belastungen. Seit 1998 bezieht sie aufgrund von Depressionen, chronischem Alkoholabusus und Folgeerkrankungen (Leberzirrhose, Kleinhirnataxie, chronisches Rücken-Schmerzsyndrom) eine ganze IV-Rente.
2. Nachdem A. im September 2008 aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands ins Kantonsspital Graubünden eingeliefert werden musste, nahm die Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. zwecks Abklärungen betreffend vormundschaftliche Massnahmen mit ihrer Hausärztin Dr. med. B. Kontakt auf. Diese teilte der Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. mit Schreiben vom 23. September 2008 mit, dass A. ihre finanziellen und administrativen Angelegenheiten bis am 10. September 2008 selbständig habe regeln können und bis zu diesem Zeitpunkt klar urteils- und handlungsfähig gewesen sei. Am 11. September 2008 sei sie geistig verwirrt gewesen und hospitalisiert worden. A. sei in letzter Zeit zu Hause körperlich verwahrlost und ihre Wohnung sei stark verschmutzt gewesen, weil Körperpflege und Wohnungsreinigung krankheitsbedingt nicht mehr möglich gewesen seien. A. habe eine aus ihrer Sicht optimale medizinische Behandlung im vollen Bewusstsein über die Folgen abgelehnt. Sie sei sehr ernsthaft erkrankt, eine Genesung eher unwahrscheinlich und ein baldiger Hinschied möglich. Mit Entscheid vom 1. Oktober 2008 sah die Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. im Sinne eines Versuchs vorerst von der Anordnung vormundschaftlicher Massnahmen ab. Sollte dieser Versuch misslingen, sei eine Einweisung in eine geeignete Institution aber unumgänglich.
3. Am 7. Juli 2009 musste sich A. erneut im Kantonsspital Graubünden hospitalisieren lassen, wo am 16. Juli 2009 nach Rücksprache mit dem Oberarzt ein fürsorgerischer Freiheitsentzug (FFE) gegen sie bzw. die Einweisung derselben in die Klinik Y. verfügt wurde. Dagegen erhob A. am 17. Juli 2009 Beschwerde. Die anschliessende Einvernahme von A. durch den Bezirksgerichtspräsidenten Plessur erfolgte am 19. Juli 2009. Auf Antrag des Rechtsvertreters von A. wurde das Verfahren in der Folge sisitiert.
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4. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. vom 21. Juli 2009 wurde verfügt, A. werde zwecks Begutachtung sowie zur Gewährleistung der notwendigen persönlichen Betreuung in den Kliniken der Psychiatrischen Dienste Graubünden zurückbehalten. Damit wurde die ärztliche Verfügung betreffend FFE vom 16. Juli 2009 hinfällig, woraufhin dieses Verfahren mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 4. August 2009 abgeschrieben wurde. Die Psychiatrischen Dienste Graubünden wurden ersucht, über A. ein fachärztliches Gutachten zu erstellen, welches insbesondere zum physischen und psychischen Gesundheitszustand sowie zur Handlungs- und Urteilsfähigkeit, zur Notwendigkeit der Anordnung weitergehender vormundschaftlicher Massnahmen und zur selbständigen Wohnfähigkeit Stellung nehmen sollte. Gleichzeitig wurde vorläufig für die Zeit des Klinikaufenthalts eine Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 392 Ziff. 1 ZGB angeordnet und zur Vertretungsbeiständin die Amtsvormundin C. ernannt.
5. Das bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden in Auftrag gegebene fachärztliche Gutachten, erstellt von Dr. med. D., Assistenzärztin, und Dr. med. E., Chefärztin, datiert vom 28. Dezember 2009. Darin werden A. im Wesentlichen eine rezidivierende depressive Störung, ein Alkoholabhängigkeitssyndrom sowie ein amnestisches Syndrom bzw. eine alkoholbedingte Demenz attestiert. Zusätzlich leide sie an Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Kleinhirnataxie. Dabei entspreche die alkoholbedingte Demenz einer Geistesschwäche im Sinne von Art. 369 ZGB und die Alkoholabhängigkeit erfülle die Kriterien einer Trunksucht gemäss Art. 370 ZGB. Damit seien die Voraussetzungen zur Errichtung von vormundschaftlichen Massnahmen gegeben. A. schätze ihre verbliebenen Fähigkeiten zu hoch ein und sei völlig krankheitsuneinsichtig. Ihre Einsichtsfähigkeit in ihre aktuelle Problematik und körperliche und psychische Verfassung sei stark beeinträchtigt. Sie sei in allen Lebenslagen auf Unterstützung angewiesen. Aus diesen Gründen würden eine Bevormundung und eine Pflegeheimplatzierung empfohlen. Der Ergänzung zum vormundschaftlichen Gutachten vom 22. Januar 2010 ist zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand von A. zwischenzeitlich geringgradig verbessert habe. Da sie aber bezüglich ihrer chronischen Alkoholabhängigkeit mit massiven körperlichen Folgeschäden (Leberzirrhose, Aszites) weiterhin absolut krankheitsuneinsichtig sei und sich aktiv jeder Therapie entziehe, sei eine Bevormundung nach wie vor zu empfehlen.
6. Am 21. Januar 2010 wurde A. im Beisein ihres Rechtsvertreters von der Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. angehört.
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B. Gestützt auf das Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 28. Dezember 2009 sowie die Ergänzung dazu vom 22. Januar 2010 fasste die Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. am 9. Februar 2010, mitgeteilt am 12. Februar 2010, folgenden Beschluss:
„1. Die Psychiatrischen Dienste Graubünden werden beauftragt, eine Präzisierung des Gutachtens bezüglich der aktuellen Wohnfähigkeit resp. der engmaschigen Unterstützungsbedürftigkeit von A. bei einer allfälligen Rückkehr in die eigene Wohnung einzureichen.
2. A. wird entmündigt. Für sie wird eine Vormundschaft (Art. 370 ZGB) errichtet.
3. Zur Vormundin von A. wird C. (Amtsvormundschaft Z.) ernannt.
4. Die Vormundin wird beauftragt,
a) die gesamten persönlichen und vermögensrechtlichen Interessen der Bevormundeten zu wahren;
b) der Vormundschaftsbehörde spätestens in zwei Monaten ein Eingangsinventar über die Vermögenswerte von A. (inkl. Steuererklärung und Veranlagung für das Jahr 2008) einzureichen, das die Grundlage der Verwaltungsrechnung bildet;
c) ein Budget für das Jahr 2010 einzureichen;
d) für A. in Zusammenarbeit mit den Psychiatrischen Diensten Graubünden (Klinik X.) zu klären, welche Wohnform für A. angezeigt ist, die notwendige Unterstützung und Umsetzung zu organisieren und anschliessend der Behörde entsprechend Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen;
e) der Vormundschaftsbehörde nach Bedarf, spätestens alle zwei Jahre einen Bericht über die Mandatsführung und die zweijährlich abgeschlossene Verwaltungsrechnung samt Belegen einzureichen.
5. Die Ernennung von C. zur Vormundin kann innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses schriftlich bei der unterzeichneten Behörde abgelehnt oder als gesetzeswidrig angefochten werden (Art. 388 ZGB).
6. Die Bevormundung von A. ist zu publizieren.
7. Die fürsorgerische Freiheitsentziehung über A. wird bestätigt.
8. Die für A. geführte Beistandschaft in bestimmten Angelegenheiten (Art. 392 Ziff. 1 ZGB) wird mit Rechtskraft der Bevormundung aufgehoben und C. (Amtsvormundschaft Z.) als Vertretungsbeiständin entlassen. C. wird aufgefordert, im Hinblick auf ihre Entlastung als Vertretungsbeiständin die Teilrechnung zur Genehmigung einzureichen.
9. Die Kosten für die Aufwendungen der Behörde für diesen Beschluss werden auf Fr. 500.00 festgesetzt und sind von A. zu bezahlen. Sie werden vorderhand beim Verfahren belassen.“
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C. Gegen diesen Beschluss erhob A. mit Eingabe vom 22. Februar 2010 Beschwerde beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur mit folgendem Rechtsbegehren:
„1. Der angefochtene Beschluss sei aufzuheben.
2. Die fürsorgerische Freiheitsentziehung sei unverzüglich aufzuheben und A. sei aus der psychiatrischen Klinik zu entlassen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Die Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. beantragte mit Vernehmlassung vom 17. März 2010 die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten werden könne.
Mit Beschluss vom 23. März 2010 hob die Vormundschaftsbehörde des Kreises Z. die Rückbehaltung von A. in den Kliniken der Psychiatrischen Dienste Graubünden per 24. März 2010 auf.
D. Mit Urteil vom 30. März 2010, mitgeteilt am 17. Mai 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. Betreffend die im angefochtenen Beschluss der Vormundschaftsbehörde Kreis Z. enthaltenen Anordnungen über den fürsorgerischen Freiheitsentzug wird die Beschwerde als gegenstandslos abgeschrieben.
2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
3. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 1'039.00 (Gerichtsgebühren CHF 500.00, Schreibgebühren CHF 358.00, Bargebühren CHF 181.00) gehen zu Lasten von A. und sind innert 30 Tagen auf das  _ des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

## Considerations