# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 200dc9ca-e778-4515-a02d-4b131d0a2908
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist Präsident des Verwaltungsrats der in C
domizilierten D AG. Diese weist ein Aktienkapital von Fr. 250'000.- aus, das in 500
Namenaktien zu Fr. 500.- eingeteilt ist. Ende 2014 gehörten ihm 350 Aktien. Am
11. Februar 2015 erwarb der Pflichtige von E, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats,
weitere 75 Aktien zum Nominalwert von je Fr. 500.-, also für insgesamt Fr. 37'500.-. In
der Steuererklärung 2015 deklarierte der Pflichtige seine Beteiligung von 425 Namen-
aktien zum Wert von Fr. 31'730.-. Demgegenüber stellte sich der Steuerkommissär auf
den Standpunkt, dass sich der Verkehrswert einer Aktie Ende 2014 auf Fr. 850.- belau-
fen habe. Die Differenz zum Erwerbspreis von Fr. 500.- stelle somit in der Höhe von
(75 x Fr. 350.- =) Fr. 26'250.- einen Lohnanteil dar und unterliege der Einkommens-
steuer. Der Vermögenssteuerwert einer Aktie per Ende 2015 betrage Fr. 650.-. Dem-
entsprechend setzte er mit Veranlagungsverfügung direkte Bundessteuer 2015 sowie
Einschätzungsentscheid Staats- und Gemeindesteuern 2015 vom 25. Oktober 2017
das steuerbare Einkommen des Pflichtigen auf Fr. 92'300.- (direkte Bundessteuer)
bzw. Fr. 85'600.- (satzbestimmend Fr. 89'900.-) fest; das steuerbare Vermögen belief
sich auf Fr. 324'000.- (satzbestimmend Fr. 444'000.-).
B. Die vom Pflichtigen hiergegen erhobene Einsprache, womit er den Verzicht
auf die Aufrechnung von Fr. 26'250.- und die Berücksichtigung eines Vermögenssteu-
erwerts von Fr. 500.- je Aktie beantragt hatte, wies das kantonale Steueramt am
16. März 2018 ab.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 11./12. April 2018 liess der Pflichtige –
unter Zusprechung einer Parteientschädigung – die Einspracheanträge erneuern.
In seiner Beschwerde-/Rekursantwort vom 24. April 2018 schloss das kanto-
nale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung
verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme.
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Auf die Begründung der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird,
soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss dem Grundsatz in Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuerge-
setzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind sämtliche Einkünfte ohne Rücksicht auf ihre Quel-
len steuerbar. Diese Generalklausel dient als Auffangtatbestand für Einkünfte, die nicht
einem der in den Art. 17-23 DBG bzw. §§ 17-23 StG genannten Tatbestände zugeord-
net werden können. Vom Grundsatz der Steuerbarkeit sämtlicher Einkünfte ausge-
nommen sind nur im Gesetz aufgezählte einzelne Tatbestände. Dies ist beispielsweise
der Fall bei den steuerfreien privaten Kapitalgewinnen gemäss Art. 16 Abs. 3 DBG
bzw. § 16 Abs. 3 StG.
b) Zu den steuerbaren Einkünften gehören nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17
Abs. 1 StG alle Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit unter Einschluss der
Nebeneinkünfte, wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen,
Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und
andere geldwerte Vorteile.
Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Begriff des
Einkommens aus einer Erwerbstätigkeit weit zu interpretieren. Steuerbar sind demnach
sämtliche geldwerten Vorteile, die ein Arbeitnehmer als Gegenleistung für seine un-
selbstständige Erwerbstätigkeit erhält, wobei auch Naturalleistungen erfasst werden.
Entscheidend ist, ob die Leistung Entgelt für die Arbeitstätigkeit des Steuerpflichtigen
bildet und unmittelbar als Folge des Arbeitsverhältnisses ausgerichtet wird. Zwischen
der unselbstständigen Erwerbstätigkeit und den daraus fliessenden Einkünften muss
somit ein wirtschaftlicher bzw. kausaler Zusammenhang bestehen (BGr, 29. Novem-
ber 2006, 2A.381/2006; StRK IV, 18. Dezember 1998 = StE 2000 B 22.1 Nr. 3; Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 17 N 28 und
41 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 17 N 28 und 41
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StG). Für die Steuerbarkeit kommt es nicht auf den Charakter der Tätigkeit und die
Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses oder auf die von den Beteiligten verwendeten
Ausdrücke oder privatrechtlichen Formen an.
Auch Leistungen Dritter, die dem Steuerpflichtigen im Zusammenhang mit
dem Arbeitsverhältnis zufliessen, sind dem Arbeitseinkommen zuzurechnen, selbst
wenn zu dieser Leistung keine Rechtspflicht bestand (vgl. BGr, 3. März 1989 = ASA
60, 245). Darunter fallen etwa Trinkgelder, Preise für besondere berufliche Leistungen,
Zuwendungen an Künstler zur Förderung ihres künstlerischen Schaffens oder der Er-
werb von Aktien von einer Drittperson zu einem Vorzugspreis (Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Art. 17 N 37 DBG und § 17 N 37 StG). Entscheidend für die Besteue-
rung – insbesondere bei Leistungen Dritter oder freiwilligen Leistungen des Arbeit-
gebers (wie vertraglich nicht vereinbarte Gratifikationen, Boni, Gewinnbeteiligungen
usw.) – ist immer, dass die Leistung ihren Rechtsgrund im Arbeitsverhältnis des Leis-
tungsempfängers hat (VGr, 6. Juni 2012, SB.2011.00104 und SB.2011.00105). Erwirbt
ein Arbeitnehmer Vermögenswerte aufgrund des Arbeitsverhältnisses zu einem günsti-
geren Preis als dem Verkehrswert, gilt diese Differenz als Einkommen aus unselbst-
ständiger Erwerbstätigkeit und ist somit steuerbar (RB 1990 Nr. 31; Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Art. 17 N 44 DBG und § 17 N 44 StG).
c) Die Steuerbehörde hat die steuerbegründenden und -erhöhenden Tatsa-
chen nachzuweisen und die steuerpflichtige Person jene Tatsachen, welche die Steu-
erschuld mindern oder aufheben. Diese allgemeine Regel wird dann durchbrochen,
wenn für das Vorhandensein einer Tatsache eine (widerlegbare) gesetzliche oder na-
türliche Vermutung spricht. Somit haben die Steuerbehörden den Nachweis zu erbrin-
gen, dass eine steuerpflichtige Person bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hier-
bei um einen steuerbegründenden Umstand handelt. Ist ein Wertzufluss nachgewies-
en, so begründet dies nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 DBG bzw. § 16
Abs. 1 StG die natürliche Vermutung, dass dieser aus einer steuerbaren Quelle
stammt. Diese Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den
Beweis des Gegenteils erbringt, etwa dass es sich um einen steuerfreien Kapitalge-
winn aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens handelt.
d) Das kantonale Steueramt erwog in den Einspracheentscheiden, dass der
Pflichtige die Beteiligung zwar nicht von der Arbeitgeberin, sondern von einem Mitak-
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tionär erworben habe. Somit handle es sich zwar nicht um eine echte Mitarbeiterbetei-
ligung im engeren Sinn nach Art. 17a DBG. Weil das Beteiligungsrecht mit dem
Arbeitsverhältnis zusammenhänge, sei der unterpreisliche Erwerb der Namenaktien
jedoch als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu würdigen. Hierzu
stützt es sich auf eine Bewertung, welche die Dienstabteilung Wertschriften gemäss
Ziff. B.I.2 der Weisung der Finanzdirektion vom 12. November 2010 (ZStB Nr. 22/201)
nach der Wegleitung der Schweizerischen Steuerkonferenz zur Bewertung von Wert-
papieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. Au-
gust 2008, nachfolgend KS 28) ermittelt hat. Der Vermögenssteuerwert einer Namen-
aktie der D AG sei per 31. Dezember 2014 auf Fr. 850.- bemessen worden. Beim
zeitnah am 11. Februar 2015 erfolgten Kauf zu Fr. 500.- dürfe daher auf diesen Wert
abgestellt werden. Mithin habe der Pflichtige so Einkommen von (75 x [Fr. 850.- ./.
Fr. 500.-] =) Fr. 26'250.- erzielt. Dass die Aufhebung des Mindestkurses von Fr. 1.20
pro Euro den Geschäftsgang der D AG verschlechtern würde, sei damals noch nicht
voraussehbar gewesen. Einen tieferen Aktienwert habe der Pflichtige nicht nachgewie-
sen. An diesem Standpunkt hält die Amtsstelle in der Beschwerde-/Rekursantwort fest.
Zur Begründung von Beschwerde und Rekurs bringt der Pflichtige vor, dass
der vom kantonalen Steueramt ermittelte hohe Vermögenssteuerwert von Fr. 850.-
einer Aktie per Ende 2014 insbesondere auf der doppelten Gewichtung des Gewinns
von Fr. 134'052.- beim Ertragswert beruhe. Dieser stelle jedoch einen "Ausreisser" dar,
wie er in der Werbemittelbranche "immer mal wieder" vorkomme. In den beiden voran-
gehenden und nachfolgenden Jahren habe die Gesellschaft Verluste hinnehmen müs-
sen. Unter diesen Umständen dürfe der Wert der Aktie nicht auf der Grundlage des
Gewinns von 2014 bemessen werden. Vielmehr sei es angezeigt, den zwischen den
beiden Aktionären vereinbarten Kaufpreis von Fr. 500.- als unter unabhängigen Dritten
vereinbarten Wert und damit als Verkehrswert zu betrachten. Dafür spreche auch, dass
der in der Werbemittelbranche erfahrene Veräusserer der Aktien um die schwierigen
wirtschaftlichen Aussichten der Gesellschaft gewusst habe.
e) Die D AG erzielte im Jahr 2014 einen Gewinn von Fr. 134'052.-, nachdem
sie in den Vorjahren 2012 und 2013 einen Verlust von Fr. 23'722.- bzw.
Fr. 137'992.- erlitten hatte. In den Jahren 2015 und 2016 musste die Gesellschaft
ebenfalls einen Verlust von Fr. 24'201.- bzw. Fr. 15'378.- hinnehmen. Der Erwerb von
75 Aktien durch den Pflichtigen hängt mit seinem Arbeitsverhältnis zusammen. Dem
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kantonalen Steueramt ist insoweit beizupflichten, als der Vorteilszufluss nicht zwingend
von der D AG als Arbeitgeberin erfolgen muss, sondern als Leistender auch ein Mitak-
tionär oder anderer Dritter in Betracht kommt. Jedoch kann von einer Leistung aus dem
Arbeitsverhältnis nur dann gesprochen werden, wenn die Vertragsparteien die Zuwen-
dung eines Vorteils tatsächlich beabsichtigt haben. Fehlt ihnen das Bewusstsein, dass
die Leistung tatsächlich einen höheren Wert hat, als sie übereinstimmend angenom-
men haben, kann der Zufluss des Vermögensvorteils nicht als Gegenleistung für das
Arbeitsverhältnis gewürdigt werden (StRG, 29. Mai 2018, 1 DB.2017.174 +
1 ST.2017.219, E. 2a). Der Aktienkaufvertrag vom 11. Februar 2015 enthält keine Hin-
weise darauf, dass E das Aktienpaket bewusst unterpreislich veräussern wollte. Es
ergeben sich keine Anhaltspunkte darauf, dass die Vertragsparteien den Verkauf zu
einem anderen als zu ihrem Verständnis geltenden Marktpreis vornehmen wollten.
Letzterer wurde von den schwierigen Geschäftsjahren 2012 und 2013 ebenso beein-
flusst wie vom "Spitzenjahr" 2014. Ob überhaupt und in welchem Ausmass der von der
Nationalbank am 15. Januar 2015 aufgehobene Euro-Mindestkurs den Geschäftsgang
der D AG beeinträchtigt hat, lässt sich anhand der Akten nicht sagen. Jedenfalls er-
scheint es als glaubwürdig, dass sich die dadurch ergebenden Unsicherheiten den
Pflichtigen als Käufer eines grösseren Aktienpakets zur Vorsicht mahnten.
f) Die steueramtliche Bewertung nach dem Berechnungsmodell 1 des KS 28
ergab per 31. Dezember 2014 einen Verkehrswert pro Namenaktie von Fr. 850.-. Der
Pflichtige kaufte die Aktien am 11. Februar 2015 zu einem Preis von Fr. 500.- pro
Stück. Steht eine Preisvereinbarung indessen in einem offensichtlichen Missverhältnis
zum objektiven Marktwert, stellt sich die Frage, ob der Preis nicht bewusst zu tief an-
gesetzt wurde und weitere, nicht offen gelegte Absprachen bestehen. In der Praxis
zum Grundstückgewinnsteuerrecht hat sich deshalb die Regel gebildet, dass aus-
nahmsweise statt auf den vereinbarten Kaufpreis dann auf den nach anerkannten Me-
thoden geschätzten Verkehrswert abgestellt wird, wenn zwischen objektivem Wert und
Vertragspreis ein offensichtliches, in die Augen springendes Missverhältnis besteht
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 220 N 101 StG, auch zum Folgenden). Das offen-
sichtliche Missverhältnis zwischen dem vereinbarten Preis und dem Verkehrswert des
Verkaufsobjekts im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stellt ein Indiz für die fehlende
rechtsgeschäftliche Bedeutung der Preisvereinbarung dar. Die Praxis nimmt aus Grün-
den der Rechtssicherheit ein solches offensichtliches Missverhältnis erst dort an, wo
die Differenz zwischen Verkehrswert und vereinbartem Kaufpreis mindestens 25%
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(vom Verkehrswert) ausmacht. Erreicht der vertraglich vereinbarte Kaufpreis somit we-
niger als 75% des Verkehrswerts, ist anstelle dieses vereinbarten Kaufpreises der Ver-
kehrswert als Erwerbspreis einzusetzen. Dabei besteht nicht etwa ein Rabatt von 25%;
vielmehr ist bei Überschreiten des genannten Schwellenwerts von 25% auf den vollen
Verkehrswert (von 100%) abzustellen.
Es drängt sich auf, diese Praxis auch auf den vorliegenden Fall anzuwenden
(vgl. ferner StRG, 29. Mai 2018, 1 DB.2017.174 + 1 ST.2017.219, www.strgzh.ch).
Zwischen dem vom kantonalen Steueramt ermittelten Verkehrswert von Fr. 850.- und
dem vom Pflichtigen bezahlten Kaufpreis von Fr. 500.- besteht ein offensichtliches
Missverhältnis von über 25%.
g) Das KS 28 bezweckt im Licht der Steuerharmonisierung zwischen den Kan-
tonen betreffend die Vermögenssteuer eine in der Schweiz einheitliche Bewertung von
inländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner Börse gehandelt werden
(vgl. KS 28 Rz. 1). Den in der Wegleitung formulierten Grundsätzen liegt allgemein der
Gedanke zugrunde, dass der Verkehrswert erfahrungsgemäss vom bisherigen und zu
erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnanteilen sowie von
der Ertragskraft der Gesellschaft abhängt und durch weitere Faktoren beeinflusst wird,
wie beispielsweise durch das Vermögen der Gesellschaft (Kapital, Reserven), die Li-
quidität der Unternehmung, Stabilität des Geschäftsbetriebs usw. Für die Bewertung ist
jedoch nach Art der Unternehmung zu unterscheiden. Bei Handels-, Industrie- und
Dienstleistungsgesellschaften wird der Unternehmenswert grundsätzlich nach der Mit-
telwertmethode (Praktikermethode) durch zweimalige Gewichtung des Ertragswerts
und einfache Gewichtung des Substanzwerts ermittelt. Der Ertragswert ergibt sich aus
dem kapitalisierten ausgewiesenen Reingewinn der massgebenden Geschäftsjahre,
wobei wahlweise zwei oder drei Geschäftsjahre berücksichtigt werden können (vgl. KS
28 Rz. 41 ff. und Kommentar 2015 zum KS 28 Rz. 34 ff.). Grundlage für die Bestim-
mung des Substanzwerts ist die Jahresrechnung unter vollständiger Berücksichtigung
der Aktiven und Passiven (vgl. KS 28 Rz. 17 f., Kommentar 2015 zum KS 28 Rz. 11).
h) In der steueramtlichen Bewertung der Aktien nach KS 28 wurden für die
Ertragswertberechnung lediglich die Geschäftsjahre 2014 und 2013 berücksichtigt,
wobei der Erfolg 2014 zweimal gewichtet wurde (Modell 1, Rz. 7 KS 28). Wie bereits
erwähnt, war das Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zu den Jahren 2012, 2013, 2015
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und 2016 das einzige Jahr, in welchem die D AG einen Gewinn erwirtschaftete. Das
alleinige Abstellen auf das Bewertungsmodell 1 des KS 28 erscheint vorliegend nicht
sachgerecht, da der Verkehrswert von Wertpapieren im Zusammenhang mit der Frage
des Erwerbseinkommens aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit im Streit liegt. Bei der
Vermögenssteuer hat die Auswahl eines Berechnungsmodells bei der Bewertung von
Wertpapieren nach KS 28 deutlich geringere Auswirkungen; einerseits aufgrund des
niedrigeren Vermögenssteuersatzes und andererseits, weil sich stark divergierende
Ertragswerte in der Bewertung nachfolgender Steuerperioden niederschlagen und da-
mit, über mehrere Jahre hinweg betrachtet, ein Ausgleich stattfindet. Bei der Bewer-
tung von Wertpapieren im Zusammenhang mit der Frage des Erwerbseinkommens aus
unselbstständiger Erwerbstätigkeit ist dem nicht so. Dort fällt die Belastung für den
Steuerpflichtigen stärker ins Gewicht.
Aufgrund dessen erscheint es vorliegend angemessen, die Plausibilität des
Verkehrswerts von Fr. 850.- pro Aktie anhand des Berechnungsmodells 2 des KS 28
(Rz. 7 KS 28) zu überprüfen. Letzteres berücksichtigt – im Gegensatz zum Modell 1 –
bei der Ertragswertberechnung die Ergebnisse von drei Geschäftsjahren:
Ertragswert Geschäftsjahr Erfolg (in Fr.) 1.1. - 31.12.2014 134'052.- 1.1. - 31.12.2013 -137'992.- 1.1. - 31.12.2012 -23'722.- Total -27'662.- Total anrechenbares Jahresergebnis im Durchschnitt (:3) 0.- Total einfacher Ertragswert (kapitalisiert mit 7.5%) 0.-
in Fr. Substanzwert per 31.12.2014 184'145.-
Unternehmenswert in Fr. Ertragswert 2 x gewichtet 0.- Substanzwert 1 x gewichtet 184'145.- Total Unternehmenswert (Durchschnitt :3) 61'381.66
Wert pro Namenaktie 122.75.
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Der vom Pflichtigen bezahlte Kaufpreis von Fr. 500.- liegt somit ungefähr in
der Mitte der Bewertungen des Verkehrswerts der Aktien nach dem Modell 1 von
Fr. 850.- und dem Modell 2 von Fr. 122.75. Es liegt somit kein offensichtliches Miss-
verhältnis vor. Dass der Pflichtige die Aktien zu einem Vorzugspreis gekauft hat, ist
damit nicht erstellt. Mithin hat das kantonale Steueramt aus dem Aktienkauf zu Unrecht
auf einen Einkommenszufluss geschlossen, was in diesem Punkt zur Gutheissung von
Beschwerde und Rekurs führt.
2. a) Gemäss Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung
der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG)
unterliegt der Vermögenssteuer das gesamte Reinvermögen. Dieses bemisst sich laut
Art. 17 Abs. 1 StHG nach dem Stand am Ende der Steuerperiode oder der Steuer-
pflicht. Dabei wird das Vermögen gemäss § 39 Abs. 1 StG zum Verkehrswert bewertet.
Als solcher gilt der objektive Marktwert. Dieser entspricht dem Preis, der bei einer Ver-
äusserung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr mutmasslich zu erzielen ist, den also
ein unbefangener Käufer bzw. ein fernstehender Dritter unter normalen Umständen zu
zahlen bereit wäre. Der Verkehrswert im steuerrechtlichen Sinn ist nicht eine mathema-
tisch exakt bestimmbare Grösse, sondern in der Regel ein Schätz- oder Vergleichswert
(BGE 128 I 240; BGr, 22. Juni 2015, 2C_1118/2014, E. 2.1).
b) Bei nicht kotierten Wertpapieren, für die offizielle Kursnotierungen fehlen
oder die nicht oder nur selten gehandelt werden, ist der Verkehrswert nach Massgabe
von KS 28 zu ermitteln. Es ist hier auf die Ausführungen in E. 1g zu verweisen.
c) Das KS 28 ist kein Bundesrecht, sondern eine Verwaltungsverordnung und
bindet die richterlichen Behörden nicht. Es wendet sich an die rechtsanwendenden
Behörden und bezweckt im Interesse der Steuerharmonisierung zwischen den Kanto-
nen eine in der Schweiz einheitliche Bewertung nicht kotierter Wertpapiere. Es enthält
somit verwaltungsinterne Regeln für das Verhalten der Steuerbeamten, begründet aber
keine Rechte und Pflichten (BGr, 12. Juni 2009, 2C_800/2008, E. 5.1). Das Bundesge-
richt orientiert sich an solchen Kreisschreiben, sofern diese eine überzeugende Kon-
kretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten (BGE 139 V 122 E. 3.3; BGE 133 V
587 E. 6.1; BGE 133 II 305, E. 8.1) und es sich um eine eher technische Materie von
begrenzter Justiziabilität handelt. Eine solche Konstellation ist in steuerlichen Bewer-
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tungsfragen gegeben, weswegen das Bundesgericht in seiner Praxis das KS 28 jeden-
falls im Bereich der Besteuerung natürlicher Personen regelmässig in seine Erwägun-
gen einbezieht (BGr, 18. September 2013, 2C_309/2013, 2C_310/2013, E. 3.5).
Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts gilt das KS 28 als zuverlässige
Methode zur Bestimmung des Verkehrswerts, weil darin die Überlegungen, die für die
Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend
sind, zum Ausdruck kommen (vgl. BGr, 30. Juni 2014, 2C_1168 + 1169/2013, E. 3.6;
BGr, 15. April 2010, 2C_504/2009, E. 3.3). Das schliesst nicht aus, dass im Einzelfall
aufgrund besserer Erkenntnisse oder mit Rücksicht auf die Besonderheiten des Einzel-
falles vom Kreisschreiben Abstand genommen und eine andere Bewertungsmethode
herangezogen wird (BGr, 30. Juni 2014, 2C_1168 + 1169/2013, E. 3.6; BGr, 18. Sep-
tember 2013, 2C_309 + 310/2013, E. 3.6).
d) Das kantonale Steueramt hält fest, dass die Bewertung der AG nach den
Grundsätzen von KS 28 nicht strittig sei. Gemäss Rz. 2 Abs. 4 dieser Wegleitung seien
privatrechtliche Vereinbarungen wie z.B. Aktionärbindungsverträge, welche die Über-
tragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigten, für die Bewertung unmassgeblich. Dem-
gegenüber hält der Pflichtige in Beschwerde und Rekurs an seiner im Einsprachever-
fahren vertretenen Auffassung fest, dass aufgrund der ungünstigen wirtschaftlichen
Aussichten des Unternehmens ein Aktienwert von Fr. 500.- angemessen sei.
e) Wie in E. 1e gesagt, erzielte die D AG im Jahr 2014 einen Gewinn von
Fr. 134'052.-, nachdem sie in den Vorjahren 2012 und 2013 einen Verlust von
Fr. 23'722.- bzw. Fr. 137'992.- erlitten hatte. Aufgrund dieser Ergebnisse stieg der nach
Massgabe von KS 28 ermittelte Unternehmenswert von Fr. 16'697.- per Ende 2013 auf
Fr. 447'150.- per Ende 2014 und sank per Ende 2015 auf Fr. 325'230. Dementspre-
chend erhöhte sich der Brutto-Steuerwert einer Aktie von (rund) Fr. 33.- per 31. De-
zember 2013 auf (rund) Fr. 850.- per 31. Dezember 2014 und ging per 31. Dezem-
ber 2015 wieder auf Fr. 650.- zurück.
Der Pflichtige macht nicht geltend, dass dem kantonalen Steueramt bei der
Ermittlung des letztgenannten Werts ein methodischer Fehler unterlaufen sei. Es mag
zutreffen, dass der Wert des streitbetroffenen Kleinunternehmens in der Werbemittel-
branche stärkeren Schwankungen unterliegt als der Wert von Unternehmen in anderen
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Branchen. Aus diesem Umstand lässt sich jedoch nicht ableiten, dass von der Bewer-
tung auf der Grundlage nach KS 28 abzuweichen wäre. Es liegt auch keine Handände-
rung unter unabhängigen Dritten vor. Denn sowohl der Verkäufer als auch der Käufer
der Aktien waren Mitglieder des Verwaltungsrats der D AG. Auf die unter E. 1h gezo-
genen Schlüsse kann für den Vermögenssteuerwert auch nicht abgestellt werden. Bei
der Vermögenssteuer fällt die Belastung nicht stark ins Gewicht, weshalb sich eine
schematisierte Lösung aufdrängt, die den Bedürfnissen einer effizienten Verwaltung
gerecht wird (vgl. Peter Locher, Praktikabilität im Steuerrecht [unter besonderer Be-
rücksichtigung des materiellen Rechts der direkten Steuern], in: Beiträge zur Methodik
und zum System des schweizerischen Steuerrechts, 2014, S. 249). Wie in E. 1g aus-
geführt, schlagen sich stark divergierende Ertragswerte in der Bewertung nachfolgen-
der Steuerperioden nieder und führt dies, über mehrere Jahre hinweg betrachtet, zu
einem Ausgleich. Aufgrund dessen ist es nicht zu beanstanden, wenn das kantonale
Steueramt den Vermögenssteuerwert basierend auf dem Modell 1 des KS 28 ermittelt
hat. Der mit dem Einspracheentscheid Staats- und Gemeindesteuern 2015 bestätigte
Vermögenssteuerwert der Aktien der D AG von Fr. 650.- ist daher rechtens und der
Rekurs insoweit abzuweisen.
3. Diese Erwägungen führen zur Gutheissung der Beschwerde und zur teil-
weisen Gutheissung des Rekurses. Das steuerbare Einkommen vermindert sich um
die zu Unrecht vorgenommene Aufrechnung von Fr. 26'250.- auf (rund) Fr. 66'100.-
(direkte Bundessteuer) bzw. (rund) Fr. 59'700.- (satzbestimmend Fr. 63'600.-; Staats-
und Gemeindesteuern). Das steuerbare Vermögen von Fr. 324'000.- (satzbestimmend
Fr. 444'000.-) gemäss Einspracheentscheid bleibt unverändert.
4. Bei diesem Prozessausgang sind die Kosten des Verfahrens der unterlie-
genden Beschwerdegegnerin bzw. dem weitestgehend unterliegenden Rekursgegner
aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist dem Pflichtigen eine
reduzierte Parteientschädigung im angemessenen Umfang von (insgesamt) Fr. 500.-
(einschliesslich Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64
Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968
bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai
1959).
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