# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 64677c17-337c-55e9-85d2-47c20ffd14ca
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y., geb. 1990, von Kosovo, heiratete am 19. Juli 2011 in Kosovo den in der
Schweiz niedergelassenen Landsmann A.Y., geb. 1989. Gestützt auf ein Gesuch um
Familiennachzug wurde X.Y. am 8. September 2011 eine Jahresaufenthaltsbewilligung
zum Verbleib beim Ehegatten erteilt. Die Bewilligung wurde in der Folge um ein
weiteres Jahr bis 23. September 2013 verlängert. Zwischenzeitlich erhielt A.Y. die
Schweizer Staatsbürgerschaft (vgl. act. G 8/2 S. 110).
b. Am 20. November 2012 hatte X.Y. Strafanzeige gegen ihren Ehemann wegen
Tätlichkeiten eingereicht und ihn sowie ihren Schwager und ihren Schwiegervater der
Freiheitsberaubung, Entführung, Nötigung und Drohung beschuldigt (act. G 8/3 S. 91).
Das Untersuchungsamt St. Gallen erliess diesbezüglich, da sich die Tatvorwürfe nicht
erhärten liessen, am 21. Dezember 2012 eine Nichtanhandnahmeverfügung (act. G 8/3
S. 85 ff.). Mit Entscheid des Kreisgerichts in G./Kosovo vom 26. November 2012 war
die Ehe zwischen X.Y. und A.Y. geschieden worden (act. G 8/2 S. 149). Eine
Vereinbarung betreffend Eheschutzmassnahmen vom 20. Dezember 2012 stellte das
Getrenntleben per 11. November 2012 fest (act. G 8/2 S. 148). Am 21. Dezember 2012
informierte A.Y. das Migrationsamt, dass die Ehe gescheitert sei (act. G 8/2 S. 147).
c. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (act. G 8/3 S. 80) widerrief das
Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von X.Y. mit Verfügung vom 11. Juli 2013
und wies sie an, die Schweiz bis spätestens 15. September 2013 zu verlassen. Zur
Begründung führte es aus, die eheliche Gemeinschaft habe nur ein Jahr und eineinhalb
Monate Bestand gehabt. Eine Wiedervereinigung sei nicht zu erwarten. Deshalb
bestehe kein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Eine Rückkehr in
ihr Heimatland sei angesichts des kurzen Aufenthalts zumutbar (act. G 8/3 S. 38 ff.).
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Den gegen diese Verfügung von Rechtsanwältin lic. iur. Veronika Hälg-Büchi, St.
Gallen, für die Betroffene erhobenen Rekurs (act. G 8/1) wies das Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. Oktober 2013 ab und
lud das Migrationsamt ein, X.Y. eine neue Ausreisefrist anzusetzen (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid liess X.Y. mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 29.
Oktober 2013 Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin sei zu verlängern,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 19. November 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und verzichtete auf ergänzende Bemerkungen (act. G 7).
c. Mit Eingabe vom 6. Januar 2014 liess die Beschwerdeführerin ein Zertifikat "Start
Deutsch 2" vom 16. Dezember 2013 einreichen (act. G 10).
d. Auf die Darlegungen in der Beschwerde wird - soweit für den Entscheid relevant - in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der abschlägige Rekursentscheid der Vorinstanz vom 21.
Oktober 2013, der zum Widerruf der bis 23. September 2013 gültigen
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin ergangen ist. Mit Ablauf der
Gültigkeitsdauer ist die Aufenthaltsbewilligung erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; SR 142.20; AuG). Der
Rechtsstreit betrifft mithin nun die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung (vgl.
dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. März
2013 E. 1.1). Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 29.
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Oktober 2013 wurde form- und fristgerecht eingereicht (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern haben einen
Rechtsanspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie
mit diesen zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AuG). Der Bewilligungsanspruch besteht
trotz Auflösung bzw. definitiven Scheiterns der Ehegemeinschaft fort, wenn diese
mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene ausländische Person sich hier
erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn wichtige Gründe einen
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Die beiden Kriterien - Fristablauf
und Integration - sind für den Anspruch nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG kumulativ
erforderlich (BGE 136 II 113 E. 3.3.3). Der Begriff der "Ehegemeinschaft" im Sinne von
Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG setzt voraus, dass die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt
wird und ein gegenseitiger Ehewille besteht. Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer
der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen Wohngemeinschaft abzustellen (BGer
2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010 E. 2.2). Mit Blick auf Art. 49 AuG, der den
Ehegatten bei weiterdauernder Familiengemeinschaft gestattet, aus "wichtigen
Gründen" getrennt zu leben, was auch bei vorübergehenden Schwierigkeiten in der
Ehe kurzfristig der Fall sein kann (vgl. Art. 76 der Verordnung vom 24. Oktober 2007
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]), ist aufgrund
sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem Zeitpunkt die eheliche
Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (zum Ganzen BGer 2C_17/2012 vom
24. Januar 2012 E. 2.2.1). Bei der Berechnung der absolut geltenden Dreijahresfrist
kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf die in der Schweiz
gemeinsam verbrachte Zeit an (BGer 2C_366/2012 vom 1. Mai 2012 E. 2.1;
2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.1 und 4.1.1; BGE 136 II 113 E. 3.3).
Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen
Gemeinschaft ist in der Regel die Aufgabe der Hausgemeinschaft (BGE 136 II 113
E. 3.2).
2.2. Aufgrund der Akten hat vorliegend als dargetan zu gelten, dass die eheliche
Gemeinschaft der Beschwerdeführerin mit A.Y. in der Zeit vom 24. September 2011
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(Einreise in die Schweiz) und 11. November 2012 (Vereinbarung des Getrenntlebens;
act. G 8/2 S. 148) bestand. In der Folgezeit wurde die Gemeinschaft nicht mehr gelebt.
Dies blieb im vorliegenden Verfahren unbestritten. Aktenkundig ist auch, dass es am
Willen von A.Y. fehlt, mit der Beschwerdeführerin zusammenzuleben (vgl. Schreiben
vom 21. Dezember 2012; act. G 8/2 S. 147). Hieran vermögen die Vorbringen der
Beschwerdeführerin, wonach es nie ihr Wille gewesen sei, die eheliche Gemeinschaft
nicht mehr fortzusetzen und sie keine Möglichkeit gehabt habe, sich der Trennung zu
widersetzen bzw. sie vom Scheidungsverfahren im Kosovo nie Kenntnis erhalten habe
(act. G 1 S. 2 f.), nichts zu ändern. Daher ist zu überprüfen, ob ein Anspruch auf
Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 AuG
besteht.
2.3. Nachdem wie dargelegt von einer Dauer der ehelichen Gemeinschaft vom 24.
September 2011 bis 11. November 2012 auszugehen ist, fehlt es an der Voraussetzung
der Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, und eine Prüfung der Integration
erübrigt sich von daher. Zu klären bleibt jedoch, ob die Aufenthaltsbewilligung aufgrund
von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG verlängert werden kann. Hierauf beruft sich die
Beschwerdeführerin ausdrücklich. Nach dieser Norm besteht der Anspruch des
Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Artikel 42
AuG nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft weiter, wenn wichtige
persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen
(Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum
Schluss, die Beschwerdeführerin halte sich erst seit rund zwei Jahren in der Schweiz
auf. Es entspreche den üblichen Erwartungen, dass sich Ausländer mit der Zeit in die
Gesellschaft integrieren sowie eine Landessprache erlernen würden. Daraus könne die
Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Hinzu komme, dass sie gemäss
ihrer Aussage vom 12. Dezember 2012 bis zu jenem Zeitpunkt kaum Kontakte in der
Schweiz geknüpft habe (act. G 8/2 S. 100). Zudem sei die Beschwerdeführerin
während längerer Zeit ohne Anstellung gewesen und gehe erst seit 1. Juli 2013 einer
100%-Erwerbstätigkeit nach (act. G 8/3 S. 182). Sie sei im Kosovo aufgewachsen und
habe dort den grössten Teil ihres Lebens verbracht. Sie sei mit den dortigen
Lebensumständen vertraut und durchaus in der Lage, im Herkunftsland wieder Fuss zu
fassen. Ihre Familie halte sich dort auf und könne sie bei der Rückkehr unterstützen
(act. G 8/2 S. 100). Zudem verfüge sie über eine solide Schulbildung (act. G 8/2 S.
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172). Damit erscheine die Wiedereingliederung im Herkunftsland nicht als stark
gefährdet und sei ohne Weiteres zumutbar (act. G 1 S. 7).
2.4. Wichtige persönliche Gründe können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin
oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung
im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Die beiden Elemente
der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt und der sozialen Wiedereingliederung sind nicht
kumulativ zu verstehen (BGE 138 II 229 E. 3.2.2). Bei der Aufzählung in Art. 50 Abs. 2
AuG handelt es sich nicht um eine abschliessende Liste (M. Caroni, in: Caroni/Gächter/
Thurnherr Hrsg., Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Kommentar,
Bern 2010 N 23 zu Art. 50 AuG). Eheliche Gewalt liegt insbesondere dann vor, wenn
Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten ehelichen Beziehung
psychische, physische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (Caroni, a.a.O.,
N 32 zu Art. 50 AuG). Das Bundesgericht hat hierzu ausgeführt, dass häusliche Gewalt
eine systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben,
bedeute. Eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines
eskalierenden Streits reiche dagegen nicht aus. Vielmehr müsse die physische oder
psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz
bzw. Intensität geprägt sein (BGE 138 II 229, E. 3.2.1 f.; vgl. auch BGE 136 II 1, E. 5.3;
Caroni, a.a.O., N 34 zu Art. 50 AuG).
2.5. Die Beschwerdeführerin macht vorliegend nicht geltend, Opfer ehelicher
Gewalt geworden zu sein. Das von ihr diesbezüglich Ende 2012 unter anderem gegen
den Ehemann angestrengte Strafverfahren endete mit einer
Nichtanhandnahmeverfügung. Jedoch ist, nachdem die starke Gefährdung der sozialen
Wiedereingliederung im Herkunftsland für sich allein einen wichtigen persönlichen
Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG darstellt, zu prüfen, ob aufgrund dessen
die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern ist. Bei der sozialen
Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche, berufliche und familiäre
Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei einer Rückkehr in ihre
Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein Leben in der Schweiz
einfacher wäre und vorgezogen würde (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012,
E. 2.3.1; BGE 137 II 345, E. 3.2.3). Ein persönlicher nachehelicher Härtefall setzt
aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das
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Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der
gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden
sein muss (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012, E. 2.3.1). - Die Beschwerdeführerin
lässt ausführen, sie sei dem Willen ihres Ehemannes hilflos ausgesetzt. Er sei es
gewesen, der sie vor die Tür gesetzt und versucht habe, sie in ihr Heimatland
abzuschieben. Am Scheidungsverfahren im Kosovo habe sie sich nicht beteiligen
können. Es sei nicht verständlich, dass das Handeln des Ehemannes Massnahmen
zuungunsten der Beschwerdeführerin verursache. Gemäss dem Übereinkommen zur
Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (SR 0.108; nachstehend:
Übereinkommen), welches für die Schweiz am 26. April 1997 in Kraft getreten sei,
würden sich die Vertragsstaaten verpflichten, mit allen geeigneten Mitteln unverzüglich
eine Politik zu verfolgen, die den gesetzlichen Schutz der Rechte der Frau gewährleiste
und sie wirksam vor jeder diskriminierenden Handlung schütze. Werde der
Beschwerdeführerin ihr Anwesenheitsrecht in der Schweiz verwehrt aus dem alleinigen
Grund, dass der Ehemann die Ehe nicht mehr weiterleben wolle, so werde sie
ausdrücklich diskriminiert. Geschiedene Frauen würden im Kosovo diskriminiert. Durch
die Ratifizierung des Übereinkommens habe die Schweiz die Pflicht übernommen,
Frauen vor Diskriminierungen zu schützen. Die Beschwerdeführerin habe sich in der
Schweiz gut eingelebt und eine Arbeit gefunden, welche sie zu 100% ausübe. Sie sei
auf keinerlei Sozialhilfe angewiesen und wirtschaftlich selbständig. Danebst habe sie
gut Deutsch gelernt (act. G 1 Beilage 2 und G 10 Beilage 3 [Kursbestätigungen]). Sie
sei bereit, weitere Deutschkurse zu besuchen und andere berufsfördernde
Ausbildungen in Angriff zu nehmen. Es bestehe keinerlei öffentliches Interesse an der
Wegweisung der Beschwerdeführerin. Sie benötige das Anwesenheitsrecht in der
Schweiz, um sich persönlich und wirtschaftlich entfalten zu können. Eine
Wiedereingliederung im Kosovo sei gänzlich unmöglich, da geschiedenen Frauen kein
Wert zuteil werde. Die Beschwerdeführerin habe keine Berufsausbildung
abgeschlossen. Die Nichtgewährung einer Aufenthaltsbewilligung würde eine
unverhältnismässig harte Massnahme darstellen (act. G 1).
2.6. Das von der Beschwerdeführerin zitierte Übereinkommen betrifft die
Gleichberechtigung von Mann und Frau bei der Ausübung von wirtschaftlichen,
sozialen, kulturellen, bürgerlichen und politischen Rechten (vgl. Präambel sowie Art. 2
und 3 des Übereinkommens). Gestützt auf dieses Übereinkommen wurde das
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schweizerische Gleichstellungsgesetz (SR 151.1) erlassen (vgl. Claudia Kaufmann, in:
Bigler-Eggenberger/Kaufmann Hrsg., Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel
1997, N 54 "Hintergrund und Entstehung"). Wenn die Beschwerdeführerin vorbringen
lässt, dass sie zur Rückkehr in den Kosovo gezwungen werde, während ihr Ehemann
ohne Weiteres in der Schweiz bleiben könne (act. G 1 S. 3), ist festzuhalten, dass der
Ehemann die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt. Hieraus lässt sich, zumal
Männer und Frauen in derselben Situation den gleichen Regeln der
Ausländergesetzgebung unterliegen, offensichtlich kein diskriminierendes Verhalten der
zuständigen Behörden ableiten. Auch aus der Tatsache, dass das Anwesenheitsrecht
des ausländischen Ehepartners gemäss Gesetz an den Bestand einer gelebten
Ehegemeinschaft geknüpft ist, ergibt sich kein Diskriminierungs-Sachverhalt, wenn bei
Nichtvorliegen dieser Voraussetzung das Anwesenheitsrecht verneint wird. Soweit das
Vorbringen der Beschwerdeführerin zutrifft, dass geschiedene Frauen im Kosovo
diskriminiert werden (act. G 1 S. 4), so erscheint das schweizerische Ausländerrecht
sowohl von der Zuständigkeit als auch vom Regelungsinhalt her ungeeignet, hier
Abhilfe zu schaffen. Die Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid, dass die
Beschwerdeführerin den Kontakt zu ihren Eltern und Verwandten in Kosovo pflegt,
blieb unbestritten. Es bestehen somit familiäre Beziehungen zu ihrer Heimat, wo sie die
ersten 21 Jahre ihres Lebens verbrachte. Sie absolvierte dort nach Lage der Akten eine
vierjährige Wirtschaftsmittelschule (Fachrichtung Zoll) bzw. eine Berufsausbildung als
Spediteurin/Zollverwaltungsangestellte und hatte eine Universitätsausbildung (Jura)
begonnen (act. G 8/2 S. 172). Die in der Schweiz erlangten beruflichen Fähigkeiten
können sich auch auf ihr Fortkommen in Kosovo günstig auswirken. Es ist somit keine
starke Gefährdung ersichtlich, die gegen eine Wiedereingliederung der
Beschwerdeführerin in ihrer Heimat sprechen würde. Wurden keine engen Beziehungen
zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt im Land nur von kurzer Dauer, besteht
praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib, auch wenn die betroffene
ausländische Person hier nicht straffällig geworden ist, gearbeitet hat und inzwischen
allenfalls auch etwas Deutsch spricht (BGer 2C_17/2012 vom 24. Januar 2012,
E. 2.3.1). Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz beruflich
integriert und eine vollzeitliche Tätigkeit ausübt (act. G 8/1 Beilage 3 und 4), lässt sich
entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Anspruch auf einen
weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten. Es sind auch keine anderen wichtigen
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persönlichen Gründe ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
erfordern würden. Der Beschwerdeführerin war die Aufenthaltsbewilligung im Rahmen
des Familiennachzugs ihres Ehemannes erteilt worden. Nachdem die Ehegemeinschaft
nicht mehr besteht, bejahte die Vorinstanz zu Recht einen Widerrufsgrund nach Art. 62
lit. d AuG.
3.
3.1. (...).
3.2. (...).