# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8656653a-ffba-459f-9fa7-0553e87e67b5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
D
ie
im Jahre 1972
geborene
X._
war seit dem 20. März 199
5
mit einem Pensum von 25
%
bei der
Y._
im Front Office ange
stellt und als solche
bei der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA) obliga
torisch gegen die Folgen von Bet
riebs- und Nichtbe
triebsunfällen versi
c
hert. Bei einem Autounfall
in
Z._
am 27. Juli 20
11
verletzte sie sich an der Halswirbelsäule (
HWS;
Urk.
10/1).
Die Erstbehandlung fand gleichentags im
A._
in
B._
statt, wobei die behandelnden Ärzte von einem zervikalen Trauma ohne strukturelle Veränderungen ausgingen (
Urk.
10/32). Im Rahmen der Abklärungen wurde am 1
8.
Oktober 2011 an der
Klinik C._
ein ambulantes Assessment durchgeführt (
Urk.
10/43).
Ein MRI des Schä
dels sowie der HWS wurde am 1
8.
November 2011 erstellt (
Urk.
10/48), eine entsprechende Verlaufsuntersuchung erfolgte am 1
5.
Mai 2012 (
Urk.
10/109). Eine neurologische Beurteilung durch
Dr.
med.
D._
, F
acharzt FMH für Neurologie (SUVA
, Versicherungsmedizin), erfolgte am 2
1.
Februar 2013 (
Urk.
10/112).
Mit Verfügung vom 2
1.
März 2013
schloss die SUVA
den Fall ab und stellte die Leistungen per 3
1.
März 2013 ein (
Urk.
10/119). Dagegen erhoben die damalige Vertreterin der Versicherten wie auch ihr obligatorischer Krankenversicherer Einsprache (
Urk.
10/130,
Urk.
10/135,
Urk.
10/148). Mit
Einspracheentscheid
vom
2.
September 2013 h
ielt die SUVA
an der verfügten
Leistungseinstellung fest (Urk.
10/
149 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 2
0.
September 2013 Beschwer
de
und beantragte, es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggeld und Heilungskosten, auch nach dem 3
1.
März 2013 aus
zu
richten. Weiter sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In pro
zessualer Hin
sicht sei der
Beschwerde die aufschiebende Wir
kung zu gewähren (
Urk.
1
S. 2 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Dezember 2013 beantragte der Vertreter der Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit Replik vom
8.
Januar 2014 und Duplik vom 2
0.
Januar 2014 hielten die Parteien an den bereits gestellten Anträgen fest (
Urk.
14,
Urk.
18).
Mit Verfügung vom 2
6.
März 2014 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen
;
w
eiter wurde ihr die Duplik vom 2
0.
Januar 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare
Funktionsaus
fälle
zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Recht
spre
chung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfol
gen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beein
träch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109 ff.; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit, dass
zuverlässige objektivierbare Befunde einer relevanten Kopf- bezie
hungs
weise Hirnverletzung fehlen würden. Bei einem Vorzustand mit dege
nerativen Veränderungen der unter
en
HWS-Segmente könne aufgrund der klinischen und radiologischen Befunde im Verlauf höchstens von einer vorübergehenden Verschlimmerung ausgegangen werden. Zwischen den geklag
ten, nicht durch organische Unfallfolgen nachweisbaren Beschwerden, und dem Unfall vom 2
7.
Juli 2011 bestehe mit überwiegender Wahrscheinlich
keit kein natürlicher Kausalzusammenhang mehr. Darüber hinaus sei auch das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die
Kriterien
prüfung
der
Schleudertraumapraxis
zu verneinen (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass durch die MRI-Untersuchungen vom 1
8.
November 2011 sowie 1
5.
Mai 2012 insbesondere eine Mikroblutung in einer frontalen Hirnwindung rechts sowie kleinfleckige
Gliosen
hätten festgestellt werden können und sich ein entsprechendes kognitives Ausfallmuster zeige. Die genannten Bef
unde würden von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Radiologie und
Neuroradiolo
gie
, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Radiologie und Neuroradiologie,
als mit einem entsprechend schweren
Trauma mit diffusen
axionalen
Verlet
zungen vereinbar beurteilt. Entgegen der Beurteilung von
Dr.
D._
könne dabei das Unfallgeschehen nicht auf eine simple Heckkollision reduziert werden, das Auto sei an drei Seiten sowie am Dach beschädigt gewesen. Bei dieser Sachlage könne auf die Abhandlung der Adäquanzkriterien verzichtet werden; weiter sei der natürliche Kausalzusammenhang aufgrund
der
mittels MRI nach
gewiesenen traumatischen Hirnverletzung
en per se gegeben
.
Weiter stellte die Beschwerdeführerin in Abrede, dass der Endzustand erreicht sei (
Urk.
1).
2.3
Dagegen vertrat die Beschwerdegegnerin die Auffassung (
Urk.
9), beim Unfallereignis handle es sich um einen alltäglichen Selbstunfall und nicht um einen erheblichen oder schweren Unfall im Sinne der Rechtsprechung, auch wenn der Wagen der Beschwerdeführerin dabei einen Totalschaden erlitten habe (S. 3 f. und S. 5). Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden gehörten zum typischen Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion, seien indes nicht objektivierbar (S. 5). Hinweise auf unfallbedingte ossäre Läsionen fehlten
ebenso wie zuverlässige objektivierbare Befunde einer relevanten Kopf- bezie
hungs
weise Hirnverletzung und klare neurologische Befunde (S. 6). Es könne auch nicht auf die Beurteilung der Neuropsychologin Prof.
Dr.
phil.
G._
abgestellt werden. Ausser dem Kopfanprall an der Kopfstütze seien keine weiteren Kopfanpralle ausgewiesen (S. 7). Mithin habe die Beschwerdeführerin kein schweres Schädel-Hirntrauma erlitten (S. 8; vgl. auch
Urk.
18).
2.4
Die Beschwerdeführerin führte sodann aus, dass sie bildgebend ausgewiesen eine Hirnverletzung, Mikroblutungen sowie eine HWS-Verletzung erlitten habe. Deswegen sei sie von Juli 2011 bis März 2013 und auch weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Es sei missachtet worden, dass im MRI zweimal eine Hirn
verletzung nachgewiesen worden sei. Zudem werde die Frage nicht beurteilt, ob die vorgeschädigte HWS richtungsgebend verschlimmert worden sei. Schliess
lich sei auch den neuropsychologischen Erkenntnissen Beweiswert beizumessen (
Urk.
14 S. 5).
3.
3
.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistu
ngen der obligatorischen Unfall
versicherung betreffend de
n
Unfall v
om 27. Juli 2011 für die Zeit nach dem 31. März 2013
. Die Beschwerdegegnerin hielt diesbezüglich
unter anderem
fest, dass es an einem adäquaten Kausalzusammenhang
mangle
.
Da die adäquate Kausalität als rechtliche Eingr
enzung der sich aus dem natürli
chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftun
g des Unfallversicherers bei or
ganisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt - da sich hier die adäquate und natürliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 E. 2
.1
) - ist zunächst zu prüfen, ob im
konkreten Fall solche Unfallfol
gen vorliegen oder nicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Unfallfolgen erst dann als organisch objektiv ausgewiesen gelten, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden und d
ie angewen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerk
annt sind (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_16/2014 vom
3.
November 2014 E. 4
.1).
Konkret ist dabei insbesondere zu prüfen, ob die bildgebend festgestellte
Mikro
blutung
in einer frontalen Hirnwindung rechts sowie die kleinfleckigen
Gliosen
auf den Unfall vom 2
7.
Juli 2011 zurückzuführen sind.
3
.2
Dr.
E._
hielt in ihrem MRI-Befund vom 1
8.
November 2011 insbesondere fest,
dass sich auf den Bildern des Schädels multiple unspezifische kleinfleckige
Gliosen
in der
subcorticalen
und
periventrikulären
weissen Substanz frontal betont beidseits zeigen würden, wahrscheinlich
mikroangiopat
hischen
V
erän
derungen entsprechend. Weiter sei eine Kavität mit randständigen
Hämosiderin
ablagerungen
im
Caput
nuclei
caudati
rechts mit einer einhergehenden Erwei
terung des Frontalhornes des rechten lateralen Ventrikels zu sehen. Diese Läsion entspreche – nach Rücksprache mit der Patientin – einer
intraparenchymalen
Blutung in der Kindheit. Weiter sei ein punktförmiger
Subzeptilitätsartefakt
im
Gyrus
frontalis
inferior pars
orbitalis
rechts im Sinne einer
Hämosiderin
-Abla
gerung erkennbar. Diese Läsion befinde sich in einer kortikalen/subkortikalen Position, somit entspreche sie einer Kontusions- oder „diffuse
axonal
injury
“-Mikroblutung
. Die entsprechenden Befunde dürften durch das Trauma erklärt werden
(
Urk.
10/52).
3.3
Prof.
Dr.
phil.
G._
, Neuropsychologin, sowie
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für Neurologie, hielten in ihrem Bericht vom
8.
Dezember 2011 fest, dass die Beschwerdeführerin mit zwei Jahren eine Meningitis und Hirnblutun
g erlit
ten habe. In der S
chule sei sie als
Ambidexterin
aufgefallen und habe immer Mühe in der räumlichen Orientierung gehabt. In der Oberstufe
sei
eine
leis
tungsmässige
Rückstufung von der Sekundar- in die Realstufe
erfolgt. Nach einer zweijährigen Lehre als Büroassistentin sei die Beschwerdeführer
in
bis zum Unfall zu 25
%
bei der
Y._
angestellt gewesen.
Im Vordergrund der neuropsychologischen Befunde
stün
den Schwierigkeiten in der Verarbeitung nichtverbaler Informationen mit vermindertem Lernen und Ge
dächtnis mit räumlichen Fehlern
. Im Weiteren zeige sich eine eingeschränkte kognitive Frontalhirnleistung mit verminderter Umstellfähigkeit und
Konzept
entwicklung
, herabgesetzter geteilter Aufmerksamkeit sowie
Verhaltensauffäl
ligkeiten
mit affektiver Labilität und Tendenz zur Dissimulation. Diese Befunde seien hinweisend auf eine
rechtshämisphärisch
betonte Dysfunktion
fronto
-temporaler Areale. Entsprechend der Anamnese sei ein Teil dieser neuropsy
chologischen Symptome vorbestehend und gut vereinbar mit den Folgen der im Schädel-MRI nachgewiesenen, frühkindlich erlittenen Blutung im Nucleus
cau
datus
rechts, zusätzlich
aggraviert
durch die neuroradiologisch nachgewiesene unfallbedingte Läsion im
Gyrus
frontalis
inferior rechts (
Urk.
10/54).
3.4
Der Radiologe
Dr.
F._
kommentierte das am 1
5.
Mai 2012 erstellte Ver
laufs-MRI
dahingehend, dass im V
ergleich mit dem
cranialen
MRI von vor sie
ben Monaten ein gleichbleibendes Ausmass der multiplen kleinfleckigen
Gliosen
des präfrontalen Frontallappens sowie der Mikrohämorrhagie recht
s
im lateralen orbitalen
Gyrus
gegeben sei. Abhängig von der Schwere des Traumas seien diese B
e
funde mit diffus
axionalen
Verletzungen vereinbar.
Differenzialdiag
nostisch
würden unspezifische
postinflammatorische
Gliosen
und keine akuten oder subakuten Läsionen vorliegen (
Urk.
10/109).
3.5
In ihrem Verlaufsbericht vom
7.
Juni 2012 hielten Prof.
G._
und
Dr.
H._
fest, dass sich aktuell eine verminderte geteilte Aufmerksamkeit, eine
Lern
schwäche
(betonter für die Verarbeitung von nicht-sprachlichen als von sprach
lichen Informationen), eine verminderte sprachliche Konzeptentwicklung sowie ein leicht verzögertes konzeptuelles Le
rnen und Umstellen zeige. Vergl
ichen mit der letzten Untersuchung vom
5.
Dezember 2011 zeige sich ein unverändertes kognitives Ausfallsmuster, das
lokalisatorisch
einer rechtsbetonten
fronto
-tem
poralen Dysfunktion entspreche und mit dem MRI-Befund vereinbar sei. Die Lernschwäche und das verminderte sprachliche Konzeptdenken seien zum Teil vorbestehend (frühkindliche zerebrale Dysfunktion nach Hirnblutung) und durch das Unfallereignis wahrscheinlich
agg
raviert
worden. Aufgrund der kog
nitiven Dysfunktionen sei die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin nach wie vor reduziert. Psychologisch wäre ein zeitlich beschränkter Arbeitsversuch sinn
voll,
aber wohl kontraproduktiv;
sie würden für die Planung eines beruflichen Wiedereinstiegs ein Coaching oder Case-Management empfehlen
(
Urk.
10/78).
3.6
Dr.
D._
führte in seiner neurologischen
Aktenb
eurteilung
vom 2
1.
Februar 2013
aus, dass er sich der Einschätzung von
Dr.
E._
nur eingeschränkt an
schliessen könne. Der
Subzeptibilitätsartefakt
im rechten
Gyrus
frontalis
inferior entspreche morphologisch eher einem angeschnittenen Gefäss als einer einzel
nen Mikrob
lutung im Hirnparenchym. Eine di
ffuse
axonale
Verletzung könne ge
stützt auf diesen kranialen Befund s
icher nicht diagnostiz
iert werden. Feh
lende äussere Verletzungszeichen am Kopf und das Fehlen klinischer Zeichen einer Hirnfunktionsstörung zeitnah zum Unfall würden gegen eine traumatische Hirnverletzung sprechen.
Zusammenfassend hätten bei der Beschwerdeführerin im Anschluss an den Unfall vom 2
7.
Juli 2011 weder klinisch noch radiologisch objektivierbare
Befunde erhoben werden können, welche mit dem versicherungsmedizinisch notwendi
gen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurück
geführt
werden könn
t
en. Die klinischen Z
eichen würden für eine leichte HWS-Distorsion ohne
residuelle
objektivierbare Läsion sprechen. Bei einem Vorzustand mit degenerativen Veränderungen der unteren Segmente der HWS könne höchstens von einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwer
den ausgegangen werden. Der Heilverlauf der unfallbedingten Beschwerden sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgeschlossen. Per
4.
Juni 2012 sei von der Erreichung des
status
quo sine auszugehen (
Urk.
10/112).
3.7
Die vorliegende
n
Einschätzung
en
der MRI-Befunde zeigen
kein einheitliches Bild. Während
Dr.
E._
die Läsion in kortikaler/subkortikaler Position noch ohne weiteres als unfallbedingt beurteilte, wies
Dr.
F._
diesbezüglich – wie
danach auch
Dr.
D._
- auf einen Zusammenhang mit der Schwere des Auf
pralls hin, was ohne weiteres nachvollziehbar ist. Dabei ist davon auszugehen, dass die relevante Beschleunigung durch die Heckkollision mit einer Mauer erfolgt ist
(zum Unfallhergang vgl.
Urk.
10/6/1 und
Urk.
10/
7/1).
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt
am
2.
August 2011
im
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation
en
nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma
fest
, dass die Beschwerdeführerin den Sicherheitsgurt getragen
habe
, die Kop
fstützte korrekt eingestellt gewesen
und der A
irbag nicht ausgelöst worden sei
. Beim Unfall sei es zu einem Anprall an der Kopfstütze gekommen, wobei die Beschwerdeführerin auf die Kollision bei aufrechter
Sitz
position
gefasst gewesen sei
; w
eiter
sei
weder von einer Bewusstlosigkeit noch von einer Gedächtnislücke auszugehen
(Glasgow – Koma – Skala [GC
S] 15)
. Sofort nach dem Unfall sei es zu Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel gekommen, nach sechs Stunden seien Konzentrationsstörungen und ein
Taub
heitsgefühl
der rechten Hand Finger I, II und III aufgetreten.
Aktuell klage die Beschwerdeführerin
über diffuse Kopfschmerzen sowie muskuläre Verspannun
gen sowie über ein Kribbeln in der Hand. Der Romberg-Versuch sei schwankend gewesen, der Unterberger Tretversuch pathologisch nach links. Diagnostisch sei von einem HWS-Distorsionstrauma Grad II a
uszugehen. Therapeutisch seien Analgetika angezeigt
(
Urk.
10/6
; vgl. auch Dokumentationsbogen von
Dr.
med.
J._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, vom 1
7.
August 2011,
Urk.
10/7
). Dem Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen ist darüber hinaus zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin das Fahrzeug aus eigener Kraft durch die Fahrertüre verlassen
habe
,
auf di
e Strasse hochgeklettert sei
, die Telefon
nummer der örtlichen Polizei in Erfahrung
gebracht habe
und diese
habe
avi
sieren
können
(
Urk.
10/31).
In Anbetracht
des Unfallhergangs, des Verhaltens der Beschwerdeführerin direkt im Anschluss daran
,
den zeitnah erhobenen Befunden
und mangels Anhalts
punkten auf eine stattgehabte Kopf
v
erletzung
erscheint es
–
entsprechend den Ausführungen von
Dr.
D._
-
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Mikroblutung in einer frontalen Hirnwindung rechts sowie die kleinfleckigen
Gliosen
unfallbedingt sind.
Festzuhalten ist
, dass jeder MRI-Befund
interpreta
tionsbedürftig
ist und
auch
Dr.
E._
und
Dr.
F._
keineswe
gs zu den gleichen Ergebnissen gekommen sind. So hielt
Dr.
E._
die kleinfleckigen
Glio
sen
in ihrer Beurteilung für
mikroangiopathische
Veränderungen, während
Dr.
F._
- je nach Stärke des Aufpralls - eine unfallbedingte Ursache für mög
lich hielt. Anzumerken
ist dabei, dass allein die Möglichkeit eines Zusam
menhangs in beweisrechtlicher Hinsicht nicht ausreichend ist
, zumal auch von einer Hirnläsion in der Kindheit die Rede ist
.
Insbesondere unter Berücksichti
gung der
Unfallschwere
erscheinen aber d
ie
Ausführungen von
Dr.
D._
schlüssig und nachvollziehbar, so dass auf seine Einschätzung abzustellen ist.
Kranial kann demnach nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
von orga
nisch objektiv ausgewiesenen U
nfallfolgen ausgegangen werden.
Was die im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 1
8.
November 2011 festgestell
ten
– als wahrscheinlich traumatisch taxierten -
Befunde an der HWS betrifft (kleine Flüssigkeitsansammlung am inferioren Rand und im Gelenkspalt des Facettengelenkes
C6/7 rechts, diffuse flaue T2
w Hyperintensität im Bereich des
Ligamentum
interspinalis
auf Höhe C5/6), ist darauf hinzuweisen, dass diese im Verlauf nicht mehr fes
tgestellt werden konnten. Bereits im Rahmen der ersten Untersuchung als nicht traumatisch konnte überdies eine ausgeprägte
Uncover
tebralarthrose
und
Spondylophytenbildung
auf Höhe C5/6
recessal
und
intrafo
raminal
mit einer möglichen Affektion der Radix C6 rechts diagnostiziert werden
(
Urk.
10/52,
Urk.
10/109).
Insgesamt kann aufgrund
der vo
rliegenden medizinischen Akten
als erstellt gelten, dass den
von der
Beschwerdeführer
in
gekl
agten Beschwerden kein unfallbe
dingtes organisches Substrat im Sinne einer
bildgebend oder sonst klar nach
weisbaren strukturellen Veränderung
mehr
zugrunde li
egt. Hinsichtlich den weiterhin nachweisbaren
Veränderungen an der Wirbelsäule
auf Höhe C5/6
ist festzuhalten, dass diese degenerativer Natur und damit nicht
unfallbedingt sind, was auch für die bildgebend festgestellte Mikroblutung in einer frontalen Hirn
windung rechts sowie die kleinfleckigen
Gliosen
gilt.
Sodann las
sen auch kli
nische Befunde wie Verhärtun
gen und Verspannungen der Musku
latur, eine
Druckdolenz
im Nacken oder eine
Einschränkung der HWS-Beweg
lichkeit rechtsprechungsgemäss nicht auf ein kl
ar fassbares unfallbedingtes or
ganisches Korrelat des geklagten Beschwerdebildes schliessen (vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_945/2008 vom 8. April 2009). Hinsichtlich der
– etwa im Rah
men des Arbeitsversuches
im Januar 2013
-
geltend ge
machten Kopfschmerzen
und Aufmerksamkeitsstörungen ist schliesslich anzumer
ken, dass es sich hier um organisch nicht o
bjektiv ausgewiesene Befindlich
keitsstörungen handelt, welche nicht einem organischen Substrat zugeordnet werden konnten.
Bei diesem Ergebnis kann aber - wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen - auf eine abschliessende Beurteilung der natürlichen Kausalität verzichtet wer
den.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der adäquaten Kausalität der organisch nicht nachweisbaren Unfallfolgen verhält.
Entsprechend dem Vorgehen der
Be
schwerdegegnerin
ist dabei das Vorliegen
eines „bunten Beschwerdebildes“ auf
grund der Einschätzung von
Dr.
I._
in seinem Bericht vom
2.
August 2011
(
Urk.
10/6)
ohne weiteres zu bejahen. Die
Kriterienprüfung
hat demnach nach der
sogenannten Schleudertrauma-Praxis
zu erfolgen
, welche bei
Schleuder
traumen
der Halswirbelsäule (HWS)
und analog bei äquivalenten
Ver
letzungs
mechanismen
sowie Schädel-Hi
rntraumen zur Anwendung gelangt.
Dabei kann praxisgemäss auf eine Differen
zierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet
werden
, weil es hier nicht entscheidend ist, ob Be
schwer
den eher als organischer und/oder psychischer Natur beu
rteilt werden (BGE 117 V 359 E. 6a).
4.2
Hinsichtlich des Zeitpunkts der Adäquanzprüfung
ist zu fragen, wann der Unfall
versicherer den Fall (unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalid
enrente und eine
Integritätsent
schädigung
) abzuschliessen hat. Dies hat
gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versi
cherten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Das Bundesgericht stellt klar, dass der Fallabschluss nicht mit der Begründung, der adäquate Kausalzusam
menhang könne noch nicht geprüft werden, über diesen Zeitpunkt hinausge
zögert
werden darf (BGE 134 V 109 E. 3
4).
Vorliegend
stellte
die Beschwerdegegnerin die
Leistungen
mit Verfügung vom 2
1.
März 2013
per 31. März
2013 ein (Urk. 10/119
). Zur Behandlung de
r soma
tischen Beschwerden wurde
neben der analgetischen Medikation
erstmals am 1
7.
August 2011 Physiotherapie verordnet (
Urk.
10/8).
Dr.
J._
ging in sei
nem Bericht vom 2
1.
Dezember 2012 von einem unveränderten protrahierten Verlauf aus. Als gegenwärtige Behandlung
erwähnte er regelmässige Kontrollen und Physiotherapie (
Urk.
10/100). Bei diesem Verlauf sowie den gegenwärtigen Massnahmen kann entsprechend den Ausführungen von
Dr.
D._
(
Urk.
10/112/8)
keine
namhafte Besse
rung des Gesundheitszustands
m
ehr er
war
tet werden;
der Zeitpunkt de
r Adäquanzprüfung
ist somit
nicht zu bean
standen.
5
.
5
.1
Die Unfallschwere ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden
Kräften zu beurteilen. Nicht relevant sind die Kriterien, welche bei der Prüfung der Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden; dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verl
etzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallz
eitpunkt oder Verletzungs-
respektiv
gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bundesge
richts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.1).
5.2
Die Beschwerdeführerin berichtete am 2
9.
August 2011 zum Unfallhergang, sie sei bei Regen in einer Rechtskurve auf Aquaplaning geraten (Urk. 10/9/1). Dr.
I._
und
Dr.
J._
erzählte sie zudem, das Auto sei zehn Meter eine Böschung hinuntergerutscht und mit dem Heck voraus in eine Steinmauer geprallt (
Urk.
10/6/1,
Urk.
10/7/1; vgl. auch Schadenmeldung
Urk.
10/1), was unbestritten blieb.
Die Beschwerdegegnerin ging im Rahmen der
Adäquanz
prüfung
von
einem
(im eigenen Sinn)
mittelschweren Unfall aus, was aufgrund der
beispielhafte
n
Zusammenstellung im Urteil
des Bundesgerichts
8C_595/2009
vom 1
7.
November 2009
E.
7
.1
nicht zu beanstanden ist.
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausge
prägter Weise oder aber drei Kriterien erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
5
.3
5
.3.1
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2).
D
as Bun
desgericht
bejahte
dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Auto
bahn, bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kolli
sionen mit der
Tun
nel
wand
, bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattel
schlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, wobei die Insassen des Personenwagens
verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie auf
merksam zu machen, oder bei einem in der 29. Woche schwangeren Unfallopfer (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.2.1 mit zahlreichen Hinweisen).
Im konkreten Fall
kann weder von besonders dramatischen Begleitumständen noch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfal
ls gesprochen werden, da
kein mit den genannten
Präjudizien
vergleichbares Unfallgeschehen vorliegt. Zu betonen ist dabei, dass für die Beurteilung dieses Kriter
iums ein objektiver Massstab an
zusetzen ist und das subjektive Empfinden
beziehungsweise Angst
gefühl der Beschwerdeführerin nicht massgebend ist.
5
.3.2
Für die Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein nicht. Es bedarf dazu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welc
he das Beschwerdebild beeinflus
sen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch
bewirkten Komplikationen beste
hen. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f. mit Hinweisen).
Dr.
I._
führte in seinem Bericht vom
2.
August 2011 aus, dass weder von einer Bewusstlosigkeit noch von einer Gedächtnislücke auszugehen sei. Diag
nostisch liege eine HWS-Distorsion Grad I
I vor, wobei therapeutisch Analgetika angezeigt seien.
Aus den Akten ist überdies ersichtlich, dass die Beschwerde
führerin das Fahrzeug selbständig verlassen und die Polizei verständigen konnte.
D
araus
ergibt sich
, dass die erlittenen Verletzungen weder objektiv schwer noch von besonderer Art waren. Die medizinischen Unter
lagen zeigen dabei, dass
die
Be
schwerdeführer
in
an den typischen Beschwerden eines
HWS-Distorsionstraumas im übli
chen Rahmen leidet, was rechtsprechungsgemäs
s für die Bejahung dieses Kriteriums nicht genügt.
Auch durch den Umstand, dass die HWS durch degenerative Veränderungen vorgeschädigt war, wird dieses Kriterium nicht erfüllt. Denn einer Verletzung der besonderen Art setzt
diesfalls
voraus, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsun
fähig war (Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2007 vom 1
4.
August 2008 E. 5.3). Davon kann hier nicht die Rede sein.
5
.3.3
Weiter musste sich die
Beschwerdeführer
in
nach dem Unfall keinen fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlungen bis zum Fallabsch
luss unter
ziehen. Die Behandlung bestand in erster Linie in der Einnahme von
Schmerz
mitteln
sowie
der Durchführung von
passiven Therapien (Physiotherapie,
Kra
nio
sakraltherapie
,
Fango
, Kinesiologie
;
Urk.
10/31 S. 3,
Urk.
10/39,
Urk.
10/43 S.
2
,
Urk.
10/48,
Urk.
10/53,
Urk.
10/60,
Urk.
10/73,
Urk.
10/100).
Ferner die
nte ein Teil der
bis zum Fallabschluss vorgenommenen med
izinischen Unter
su
chun
gen der Abklärung, so dass sich i
nsgesamt aus den medizinischen Akten keine fortges
etzten belastenden Behandlungen ergeben.
5
.3.4
Adäquanzrelevant können sodann in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch
bestehende erhebliche Beschwer
den sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche
die
Versicherte durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Die Beschwerdeführerin beklagte sich gegenüber Prof.
G._
und
Dr.
H._
über anhaltende Nackenbeschwerden und Kopfschmerzen (
Urk.
10/54/1), welche zwar nicht als unerheblich zu betrachten sind, aber wodurch
dieses Kriterium nicht als in besonders auffallender Weise erfüllt ist
. Denn die Beschwerdeführerin gab
selber an, dass sich die Situation durch Ruhepausen beeinflussen lasse. Weiter konnte sie bereits im September 2011 wieder für kurze Strecken Auto fahren (
Urk.
10/31 S. 3 f.).
5
.3.5
Für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert hat, finden sich in den Akten keine Hinweise; auch die Beschwerdeschrift enthält diesbezüglich keine anderslautenden Angaben.
5
.3.6
In Bezug auf die Kriterien des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen ist festzuhalten, dass von der ärztlichen Behandlung und den geltend gemachten Beschwerden nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder auf erhebliche Komplikationen geschlossen werden darf. Es bedarf
hiezu
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträ
chtigt haben (Urteil des Bundes
gerichts 8C_915/2008 vom 11. Septemb
er 2009 E. 5.5). Solche besonde
ren Gründe sind den vorliegenden medizinischen Akten nicht zu entnehmen.
5
.3.7
Was schliesslich das Kriterium der
erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener An
strengungen anbelangt, ist festzuhalten, dass d
abei insbesondere ernsthafte Ar
beitsversuche sowie der persönliche Einsatz im Rahmen von medi
zinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen sind. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse a
rbeitsun
fähig ist und solche An
strengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen.
Bereits d
em Beric
ht der
Klinik C._
vom 21
.
Oktober 2011
ist zu ent
nehmen, dass
der Anteil der aktiven Bewegungstherapie zu gering
war
. Eine stationäre Rehabilitation komme für die Beschwerdeführerin als alleinerzie
hende Mutter zweier Kinder nach eigener Aussage nicht in Frage. Nach einer Phase intensiver ambulanter Therapie spreche nichts gegen einen baldigen Arbeitsversuch (
Urk.
10/43).
Den Akten zu dabei zu entnehmen, dass sich die Behandlung vorwiegend auf passive Massnahmen konzentrierte und ein Arbeits
versuch im Januar 2013 nach dem zweiten Tag abgebrochen werden musste (vgl. vorstehend E. 5.3.3,
Urk.
10/104). Sofern aufgrund der von der Beschwerdeführerin geleisteten häuslichen Arbeit als alleinerziehende Mutter überhaupt von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, belegen die Akten keine genügenden Bemühungen zur
Wiedereinglied
erung in den ange
stammten Beruf.
5
.4
Insgesamt ist
höchstens
eines der erforderlichen Kriterien
erfüllt,
aber nicht in ausgeprägter Weise
,
so dass die Beschwerde
gegnerin ihre Leistungen mangels Erfüllung der Adäquanz zu Recht eingestellt hat.
Dem Unfall vom
2
7.
Juli 2011
kommt damit keine rechtlich m
assgebende Bedeutung für die
von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden mehr zu, so dass sich auch weitere Ausführungen bezüglich Rente und
In
tegritätsent
schä
di
gung
erübrigen.
Zusammenfassend führt dies zur A
bweisung der Beschwerde
.