# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 62db7800-3dcb-403c-8eb2-7da8aab4df08
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
X._
, geboren 1975, mit Wirkung ab November 2002
zunächst
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (
v
gl.
Einspracheentscheid
vom 10.
August 2005 und Verfügung vom
4.
November 2005;
Urk.
6/104, Urk.
6/107
).
Im Rahmen eines ersten Revisionsverfahrens erhöhte
die IV-Stelle
m
it Verfügung vom 24.
November 2010
ab
1.
August 2009 die Viertels- auf eine ganze Rente (Urk. 6/197
). 2013 leitete die IV-Stelle
wiederum
ein Revisionsverfa
hren ein (vgl.
Urk.
6/210 ff.). A
m 1
2.
Juni 2014 teilte sie dem V
ersicherten mit, sie werde eine
bidisziplinäre
Begutachtung
anordnen
(Urk. 6/242). Daran hielt sie mit Verfügung vom
5.
September 2014 fest (Urk. 2 = Urk. 6/257).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am
8.
Oktober 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei eine interdisziplinäre Begutachtung
durchzu
führen
, eventualiter sei die Beschwerdegegnerin
zu einer einvernehmlichen Bestimmung der Experten für eine
bidisziplinäre
zu verpflichten (Urk. 1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2014 beantragte die
Beschwerde
gegnerin
, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (Urk. 5).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Basierend auf den gesetzlichen Leitlinien und den von der Rechtsprechung aufge
stellten Grundsätzen hat das Bundesamt für Sozialversicherungen im Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) festge
halten, wie bei der Auftragsvergabe für eine Begutachtung vorzugehen ist (vgl. KSVI
Rz
2074 ff. in der vorliegend beachtlichen Fassung ab
1.
Januar 2014).
2.
Erachtet die IV-Stelle die Einholung eines mono- oder
bidisziplinären
Gut
ach
tens für angezeigt, so wird der versicherten Person Gelegenheit zur Erhebung von Einwänden sowie zur Stellung von Zusatzfragen gegeben (vgl. KSVI
Ziff.
2083.2; vgl. auch BGE 139 V 349 E. 5.2.3).
Die Beschwerdegegnerin ging vorliegend entsprechend diesem Grundsatz vor. Am 1
2.
Juni 2014 teilte sie dem Beschwerdeführer mit, sie gedenke eine
bidis
ziplinäre
Begutachtung durchzuführen
,
und gab ihm Gelegenheit, sich vor Erlass einer diesbezüglichen Verfügung bis zum 2
6.
Juni 2014 zu äussern. Die
Bekanntgabe der Experten wurde für später vorbehalten (Urk. 6/242). Am 26. Juni 2014 ersuchte der Beschwerdeführer um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme (Urk. 6/244). Mit Schreiben vom
7.
Ju
l
i 2014 bewilligte die Beschwerdegegnerin eine Nachfrist von 20 Tagen ab Erhalt der Mitteilung (Urk. 6/24
8
).
Am 3
0.
Juli 2014, das heisst vor Ablauf der Frist zur Stellungnahme, infor
mierte die Beschwerdegegnerin über die in Aussicht genommenen Experten (Urk. 6/249). Den Einwand des Beschwerdeführers vom 1
5.
August 2014, dass die Frist zur Stellungnahme betreffend die Mitteilung vom 1
2.
Juni 2014 noch nicht abgelaufen sei (Urk. 6/250), anerkannte die Beschwerdegegnerin am 20. August 2014, erstreckte die laufende
Vernehmlassungsfrist
bis zum 29. August 2014 (Urk. 6/253) und erklärte das Schreiben vom 3
0.
Juli 2014 für ungültig (vgl. Vermerk in
Urk.
6/249).
Am 2
9.
August 2014 schliesslich reichte der Beschwerdeführer seine Stellung
nahme zur Frage der Anordnung einer
bidisziplinären
Begutachtung ein. Anstelle der
bidisziplinären
beantragte er eine interdisziplinäre Begutachtung (Urk. 6/254)
3.
Wird von der versicherten Person ein zulässiger Einwand formeller oder mate
rieller Natur erhoben, ist die IV-Stelle gehalten, mit der versicherten Person eine Einigung zu suchen (KSVI
Rz
2084; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_560/2013 vom
6.
September 2013, E. 2.3). Ein Einigungsversuch setzt voraus, dass ein mündlicher oder schriftlicher Austausch zwischen der IV-Stelle und der versicherten Person stattfindet. Der Austausch muss in den Akten hin
terlegt sein (KSVI
Rz
2084.1). Erst wenn eine Einigung ausbleibt, ergeht eine einheitliche Verfügung über die Beweisvorkehr an sich (Notwendigkeit der Begutachtung, Beschränkung auf eine oder zwei Fachdisziplinen, Bezeichnung der Disziplinen) und die Person der Gutachter (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.3).
Indem die Beschwerdegegnerin am
5.
September 2014 ohne Weiterungen die angefochtene Verfügung erliess, mit der sie an der Durchführung einer
bidiszip
linären
Begutachtung festhielt (Urk. 2 = Urk. 6/257), missachtete sie das von der Praxis ausdrücklich anerkannte Erfordernis eines Einigungsversuchs, wenn die Anordnung eines mono- oder
bidisziplinären
Gutachtens in Frage steht. Diesen Umstand anerkannte die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2014 ausdrücklich (Urk. 5). Bislang gänzlich offen geblieben ist auch die Wahl der Experten. Die Bekanntgabe der Gutachter (und ein gegebe
nenfalls auch in diesem Punkt nötiges Einigungsverfahren; vgl. KSVI
Rz
2083) hat ebenfalls vor Erlass einer Zwischenverfügung zu erfolgen. Solange die im
Zusammenhang mit einer Begutachtung relevanten Aspekte nicht geprüft und bei einer in Aussicht genommenen mono- oder
bidisziplinären
Begutachtung kein Einigungsverfahren durchgeführt worden ist, kann keine anfechtbare
Zwi
schenverfügung
ergehen. Die gerichtliche Überprüfung bestehender Differenzen kann erst nach der abschliessenden Festlegung über alle relevanten Aspekte erfolgen (Notwendigkeit einer Begutachtung, Fachdisziplinen, Fragenkatalog und Zusatzfragen, Gutachter respektive Gutachterstelle). Nur die gesamthafte Überprüfung der im vorangegangenen Verfahren strittig gebliebenen Aspekte unter allen Gesichtspunkten trägt der vom Bundesgericht angestrebten Verstär
kung der Partizipation der versicherten Person hinreichend Rechnung (vgl. Entscheide des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
IV.2014.00790 vom 2
9.
November 2014, E. 2.4,
IV.2014.00014 vom 1.
September 2014, E. 2.1, IV.2013.00040 vom 2
8.
März 2013, E.4.3.3, und IV.2012.00729 vom 1
1.
Juni 2013, E. 2.3).
Nach dem Gesagten ist mit der Verfügung vom
5.
September 2014 noch kein anfechtbarer Zwischenentscheid ergangen. Auf die dagegen erhobene Beschwerde ist demnach nicht einzutreten.
4.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Beschwerdeverfahren kostenlos (Umkehrschluss aus
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung; IVG).
Ausnahmsweise entsteht der Anspruch auf Ersatz der Parteikosten auch dann, wenn die Partei nicht obsiegt. Es gilt der Grundsatz, dass eine Partei unabhän
gig von ihrem allfälligen Prozesserfolg die von ihr unnötigerweise verursachten oder verschuldeten Kosten selber zu tragen hat (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Aufl., Zürich 2009,
Art.
61
Rz
118 mit Hinweis).
Bevor alle Aspekte geprüft und die Partizipationsrechte de
s
Beschwerdeführer
s
gewahrt waren, erliess die Beschwerde
gegnerin
ihren ausdrücklich als
Zwi
schenverfügung
bezeichneten und mit einer Rechtsmittelbelehrung versehenen Entscheid vom
5.
September 2014, wodurch sich der vertretene Beschwerde
führer zur Erhebung seiner Beschwerde veranlasst sah. Den verfrühten
Verfü
gungserlass
hat allein die Beschwerdegegnerin zu vertreten, weswegen es sich rechtfertigt, sie zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an den Beschwerde
führer zu verpflichten.
Gemäss
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird die Prozessentschädigung ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine volle
Pro
zessentschädigung
. Unter Berücksichtigung der genannten Bemessungskriterien ist sie ermessensweise auf
Fr.
1‘300.-- festzusetzen (Auslagenersatz und Mehr
wertsteuer inbegriffen).