# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6c293d7-0808-4388-9c49-17f35c848c34
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. ist in Z. wohnhaft. In den Jahren 2004 und 2005 war er
Verwaltungsratspräsident der L. AG mit Sitz in Z. und für diese unselbständig
erwerbstätig. Er wurde für die Staats- und Gemeindesteuern 2004 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 607'000.-- zum Satz von Fr. 697'800.-- und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 2'535'000.-- zum Satz von Fr. 2'890'000.-- und für die
Staats- und Gemeindesteuern 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 540'700.-- zum Satz von Fr. 641'700.-- und einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 6'727'000.-- zum Satz von Fr. 7'423'000.-- veranlagt. Für die direkte Bundessteuer
2004 wurde X.Y. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 607'800.-- zum Satz von
Fr. 698'700.-- und für die direkte Bundessteuer 2005 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 541'400.-- zum Satz von Fr. 642'600.-- veranlagt. Diese
Veranlagungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft.
Im Rahmen der Veranlagung der L. AG stellte das kantonale Steueramt fest, dass diese
Gesellschaft X.Y. verschiedene geldwerte Leistungen zugewendet hatte. Es rechnete
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unter anderem für das Jahr 2004 einen Privatanteil an den Autokosten von Fr. 1'500.--
sowie nicht verbuchte Mietzinse von Fr. 77'000.-- und für das Jahr 2005 einen
Privatanteil an den Autokosten von Fr. 2'000.-- sowie nicht verbuchte Mietzinse von
Fr. 56'000.-- als geldwerte Leistungen an X.Y. auf. Die Mietzinse betrafen eine im
Eigentum der L. AG stehende Liegenschaft in St. Gallen, welche an die G. GmbH
vermietet war.
Das kantonale Steueramt, Abteilung Juristische Personen, liess dem Steueramt Z. nach
der Rechtskraft der Veranlagungen der L. AG Meldungen über Leistungen dieser
Gesellschaft an X.Y. im Umfang von Fr. 173'321.-- (Fr. 77'000.-- Mietzins sowie
Fr. 1'500.-- für zusätzlichen Privatanteil an Autokosten) im Jahr 2004 und von
Fr. 58'000.-- (Fr. 56'000.-- Mietzins sowie Fr. 2'000.-- für zusätzlichen Privatanteil an
Autokosten) im Jahr 2005 zukommen. Am 12. März 2009 leitete das kantonale
Steueramt gegen X.Y. ein Nachsteuerverfahren wegen nicht versteuerter geldwerter
Leistungen der L. AG von Fr. 79'000.-- im Jahr 2004 und von Fr. 58'000.-- im Jahr
2005 ein.
Mit Verfügung vom 3. April 2009 veranlagte das kantonale Steueramt X.Y. für die
Staats- und Gemeindesteuern 2004 und 2005 mit einer Nachsteuer von Fr. 29'362.50
und für die direkte Bundessteuer 2004 und 2005 mit einer Nachsteuer von
Fr. 18'424.55. Die von X.Y. gegen diese Veranlagungen erhobenen Einsprachen wurde
vom kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 17. Juni 2009 abgewiesen.
B./ X.Y. erhob mit Eingabe vom 14. Juli 2009 Rekurs bzw. Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, der Einspracheentscheid des
kantonalen Steueramts vom 17. Juni 2009 sei aufzuheben und auf die Aufrechnung von
geldwerten Leistungen von Fr. 77'000.-- im Jahr 2004 und Fr. 56'000.-- im Jahr 2005
sei zu verzichten.
Die Verwaltungsrekurskommission entschied am 19. August 2010 über den Rekurs und
die Beschwerde. Sie hiess die Rechtsmittel teilweise gut und hob die angefochtenen
Entscheide des kantonalen Steueramts vom 17. Juni 2009 auf, soweit sie die
Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern 2005 sowie für die direkte
Bundessteuer 2005 zum Gegenstand hatten; im übrigen wies sie die Rechtsmittel ab.
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Sie erwog, Voraussetzung für die Erhebung einer Nachsteuer sei in formeller Hinsicht
eine neue Tatsache oder ein neues Beweismittel, aus dem sich die Unrechtmässigkeit
einer rechtskräftigen Veranlagung ergebe. Die in den Jahren 2004 und 2005 erbrachten
geldwerten Leistungen der L. AG an X.Y. seien vorliegend die streitigen neuen
Tatsachen. Gemäss Angaben des kantonalen Steueramts bestünden diese Leistungen
in einer Gewinnvorwegnahme, indem der L. AG zustehende Mietzinseinnahmen von
Fr. 77'000.-- im Jahr 2004 und von Fr. 56'000.-- im Jahr 2005 nicht als deren Erträge
und Darlehensguthaben, sondern als Darlehen von X.Y. verbucht worden seien. Diese
Tatsache habe das kantonale Steueramt, Abteilung Juristische Personen, bei der
Veranlagung der L. AG Ende Mai 2007 festgestellt. Sie habe diese Mietzinse als
Leistungen zugunsten des Aktionärs X.Y. aufgerechnet und dabei explizit festgehalten,
dass dieser diese Leistungen privat nicht deklariert habe. Nachdem die Veranlagungen
der L. AG unangefochten in Rechtskraft erwachsen seien, habe die Abteilung
Juristische Personen am 15. August 2007 zwei steueramtliche Meldungen zuhanden
des Steueramts Z. erstellt, wo X.Y. wohnhaft sei. Ob diese Meldungen per Post oder
elektronisch übermittelt worden und wann sie dem Steueramt Z. zugegangen seien,
gehe aus den Akten nicht hervor. Die Meldungen dürften spätestens am 19. August
2007 auf dem Gemeindesteueramt Z. eingetroffen sein. Die Veranlagung für die Staats-
und Gemeindesteuern 2005 sei X.Y. am 29. August 2007 eröffnet worden. Damit hätte
dem zuständigen Steuerkommissär im Zeitpunkt der Veranlagung 2005 die Tatsache,
dass X.Y. im Jahr 2005 geldwerte Leistungen der L. AG im Umfang von Fr. 58'000.--
bezogen habe, bekannt sein müssen. In bezug auf die Veranlagung 2005 liege daher
keine neue Tatsache vor, die zur Erhebung einer Nachsteuer berechtige. Für die
Veranlagungen 2004 sei hingegen eine neue Tatsache gegeben, nachdem jene
Veranlagung bereits Ende 2005 und damit lange vor Entdeckung der geldwerten
Leistungen in Rechtskraft erwachsen sei. Hinsichtlich dieser Leistungen liege ein
klassischer Fall der Gewinnvorwegnahme vor, wenn Mietzinse für eine der
Kapitalgesellschaft gehörende Liegenschaft auf ein dem Aktionär zustehendes Konto
einbezahlt und in der Kapitalgesellschaft nicht verbucht würden. Die L. AG habe die
fragliche Darlehensforderung ohne entsprechende Gegenleistung auf ihren
Hauptaktionär übertragen, was bei einem unbeteiligten Dritten nicht der Fall gewesen
wäre. X.Y. habe keine ernsthaften Zweifel am Bestehen einer geldwerten Leistung der
L. AG zu seinen Gunsten im Jahr 2004 in der Höhe von Fr. 77'000.-- dartun können,
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weshalb die Rechtsmittel in bezug auf Nachsteuern für die Staats- und
Gemeindesteuern 2004 und die direkte Bundessteuer 2004 abzuweisen seien.
C./ Mit Eingaben vom 24. und 25. September 2010 erhob das kantonale Steueramt
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, die Entscheide der
Verwaltungsrekurskommission seien aufzuheben, soweit sie die Nachsteuern für die
Staats- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 2005 zum Gegenstand
hätten, und der Einspracheentscheid vom 17. Juni 2009 sei zu bestätigen, unter
Kostenfolge zulasten des Beschwerdegegners. Das kantonale Steueramt bringt im
wesentlichen vor, der interne Meldefluss laufe völlig anders ab, als dies die Vorinstanz
angenommen habe. Die Meldungen über die geldwerten Leistungen der L. AG seien
erst im Laufe des Septembers 2007 im Dossier von X.Y. abgelegt worden. Es liege
somit auch bezüglich der Veranlagungen 2005 eine neue Tatsache vor, welche die
Erhebung einer Nachsteuer rechtfertige.
Die Vorinstanz beantragte in ihren Vernehmlassungen vom 14. Oktober 2010 die
Abweisung der Beschwerden.
Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingaben vom 29. Oktober 2010 zu den
Beschwerden des kantonalen Steueramts vernehmen. Er beantragte, die Beschwerden
seien abzuweisen.
Das kantonale Steueramt erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz
und des Beschwerdegegners Stellung zu nehmen. Es äusserte sich mit Eingabe vom
18. November 2010.
Die Eidg. Steuerverwaltung hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 196
Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1;
Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt DBG). Das
kantonale Steueramt ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingaben vom 24. und
25. September 2010 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 und 141 DBG). Auf die
Beschwerden ist einzutreten.
2. Angefochten sind der Rekursentscheid betr. Staats- und Gemeindesteuern sowie
der Beschwerdeentscheid betr. direkte Bundessteuer. Nach der bisherigen Praxis
waren in solchen Fällen zwei separate Urteile zu fällen, die zwar in einem einzigen Akt
ergehen konnten, aber separate Begründungen und Dispositive für die kantonalen
Steuern und die direkte Bundessteuer aufweisen mussten (U. Cavelti, in: Zweifel/
Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl., Basel
2008, N 10b zu Art. 143 DBG mit Hinweis auf BGE 130 II 509 E. 8). Dieser Grundsatz
wurde in der neuesten Rechtsprechung relativiert, da die Befugnisse des
Bundesgerichts auf dem Gebiet der direkten Bundessteuer mit jenen übereinstimmen,
die es in Bezug auf die in Art. 73 Abs. 1 des Steuerharmonisierungsgesetzes (SR
642.14, abgekürzt StHG) aufgeführten Bereiche der Kantons- und Gemeindesteuern
hat. Es ist nunmehr zulässig, dass ein einziger Entscheid ergeht und sogar im
Dispositiv nicht mehr zwischen kantonalen Steuern und der Bundessteuer
unterschieden wird, solange sich der Begründung klar entnehmen lässt, dass das Urteil
sämtliche Steuern umfasst. Gegen solche Entscheide kann künftig mit einer einzigen
Eingabe Beschwerde beim Bundesgericht erhoben werden (BGE 135 II 260,
Kommentierung in ZBJV 2010, S. 475 f.).
In den vorliegenden Beschwerdefällen sind im wesentlichen dieselben Tat- und
Rechtsfragen streitig. Die Voraussetzungen für die Erhebung von Nachsteuern sind
nach dem kantonalen Recht und nach dem Recht der direkten Bundessteuer identisch.
Der Wortlaut von Art. 199 Abs. 1 StG entspricht jenem von Art. 151 Abs. 1 DBG. Auch
materiell und nach der ständigen Praxis kommt den Bestimmungen des kantonalen
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Rechts und des Bundesrechts über die Nachsteuer dieselbe Tragweite zu, wie
nachfolgend darzulegen ist. Daher können die Beschwerden gegen die beiden
vorinstanzlichen Entscheide in ein und demselben Urteil behandelt werden.
3. Streitgegenstand in den Beschwerdeverfahren ist ausschliesslich die Frage, ob die
Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern 2005 und für die direkte
Bundessteuer 2005 für geldwerte Leistungen von insgesamt Fr. 58'000.-- (Zufluss von
Mietzinsen von Fr. 56'000.-- und eines zusätzlichen Privatanteils an Fahrzeugkosten
von Fr. 2'000.--) rechtmässig sind und es sich bei den erwähnten Zuflüssen um neue
Tatsachen handelt. Das kantonale Steueramt hat die Entscheide der Vorinstanz
lediglich in bezug auf die Nachsteuern 2005 angefochten. Soweit die Entscheide der
Vorinstanz die Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern 2004 und für die
direkte Bundessteuer 2004 zum Gegenstand haben, blieben sie unangefochten.
Der Beschwerdegegner hat die Entscheide der Vorinstanz nicht angefochten. Er hielt
zwar in seinen Vernehmlassungen vom 29. Oktober 2010 fest, er verweise auf seine
Rekursschrift vom 14. Juli 2009 und bekräftige hiermit die darin dargelegten
Sachverhalte und die gestellten Anträge. Das Verwaltungsgericht ist im
Beschwerdeverfahren in Steuersachen nicht an die Anträge der Beteiligten gebunden
(Art. 196 Abs. 2 StG; Art. 145 in Verbindung mit Art. 143 Abs. 1 DBG). Anträge in einer
Beschwerdeantwort sind zulässig, wenn sie sich auf den Streitgegenstand beziehen.
Nicht zulässig sind aber Begehren, die über den Streitgegenstand hinausgehen, sowie
pauschale Verweisungen auf Eingaben und Anträge in einem vorhergehenden
Verfahren. Eine Anschlussbeschwerde kennen die Verfahrensbestimmungen von StG
und DBG nicht (vgl. SGE 1999 Nr. 8; Cavelti, a.a.O., N 4 zu Art. 142 DBG). Der
Beschwerdegegner setzt sich in der Beschwerdevernehmlassung ausschliesslich mit
der Frage auseinander, ob die Voraussetzung des Vorliegens neuer Tatsachen bzw.
Beweismittel erfüllt ist. Auf den Antrag des Beschwerdegegners ist daher nur insoweit
einzutreten, als die Abweisung der Beschwerde des kantonalen Steueramts verlangt
wird. Soweit in den Entscheiden der Vorinstanz die geldwerten Leistungen der L. AG an
den Beschwerdegegner zu dessen steuerbaren Einkünften im Jahr 2004 gerechnet und
die Nachsteuerveranlagungen für die Staats- und Gemeindesteuern 2004 sowie für die
direkte Bundessteuer 2004 bestätigt wurden, ist mangels einlässlicher Begründung
nicht weiter darauf einzugehen.
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4. Wie erwähnt, ist der Tatbestand der Nachsteuer im kantonalen Recht und im Recht
der direkten Bundessteuer identisch geregelt. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder
Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu
Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist
eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen
gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins
als Nachsteuer eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG). In Art. 53 StHG
ist der Tatbestand der Nachsteuer ebenso geregelt.
Als nicht bekannt im Sinn der gesetzlichen Tatbestände gelten Tatsachen und
Beweismittel, die zum Zeitpunkt der Veranlagung bereits bestanden haben, aber
während des ordentlichen Veranlagungsverfahrens oder eines allenfalls sich daran
anschliessenden Rechtsmittelverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach
der rechtskräftigen Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen
sind. Was dagegen bei der ordentlichen Veranlagung aus den Steuerakten ersichtlich
war, gilt als bekannt, selbst wenn die Steuerbehörde aus irgendeinem Grund davon
keine Kenntnis genommen haben sollte. Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige
seine Steuererklärung vollständig und genau ausgefüllt hat. Dabei gilt als Zeitpunkt der
Aktenkundigkeit in der Regel der Termin, an dem eine Information verarbeitet wird. Die
Kenntnisnahme durch das betreffende Amt darf sich jedoch nicht über Gebühr
verzögern. Eine Information muss auch bei Berücksichtigung der erforderlichen Zeit zur
Verarbeitung ein Jahr nach Eintreffen als aktenkundig gelten (vgl. Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern
1999, S. 400 mit Hinweis auf GVP 1986 Nr. 30; Vallender/Looser, in: Zweifel/Athanas,
a.a.O., N 7 f. zu Art. 151 DBG mit Hinweisen; Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9.
Aufl., Bern 2001, S. 985 f.). Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist es für die
Einleitung eines Nachsteuerverfahrens unerheblich, ob den Steuerpflichtigen an der
unvollständigen oder unterbliebenen Veranlagung ein Verschulden trifft (vgl.
Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 400; Vallender/ Looser, a.a.O., N 5 zu
Art. 151 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meu-ter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl.,
Zürich 2009, N 3, 19 zu Art. 151).
4.1. Die Vorinstanz erwog, das kantonale Steueramt, Abteilung Juristische Personen,
habe Ende Mai 2007 bei der Veranlagung der L. AG aufgrund der
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Rechnungsabschlüsse 2004 und 2005 festgestellt, dass der L. AG zustehende
Mietzinseinnahmen von Fr. 77'000.-- im Jahr 2004 und Fr. 56'000.-- im Jahr 2005 nicht
als deren Erträge und Darlehensguthaben, sondern als Darlehen des
Beschwerdegegners verbucht worden seien. Bei der Veranlagung der L. AG habe sie
für die Jahre 2004 und 2005 Mietzinse von Fr. 77'000.-- bzw. Fr. 56'000.-- zugunsten
des Beschwerdegegners aufgerechnet und dabei explizit festgehalten, dass dieser sie
privat nicht deklariert habe. Die Steuerbehörde habe somit bereits damals Kenntnis von
diesen vom Beschwerdegegner nicht versteuerten geldwerten Leistungen gehabt. Da
die juristischen und natürlichen Personen im Kanton St. Gallen nicht von derselben
Abteilung veranlagt würden, könne der Kenntnisstand einer Stelle innerhalb der
Steuerbehörde indessen nicht unmittelbar einer anderen Stelle zugeordnet werden. Es
habe deshalb einer entsprechenden Mitteilung an die für die Veranlagung des
Beschwerdegegners zuständigen Personen bedurft. Nachdem die Veranlagungen der
L. AG unangefochten in Rechtskraft erwachsen seien, habe die Abteilung Juristische
Personen am 15. August 2007 zwei steueramtliche Meldungen zuhanden des
Steueramtes der Gemeinde Z. erstellt, wo der Beschwerdegegner wohne. Ob diese
Meldungen per Post oder elektronisch übermittelt worden und wann sie dem
Steueramt Z. zugegangen seien, gehe aus den Akten nicht hervor. Da ein späterer
Eingang von der Steuerbehörde unter diesen Umständen nicht belegt sei, müsse
zugunsten des Pflichtigen davon ausgegangen werden, dass die Übermittlung
unmittelbar nach Erstellung der Meldung am 15. August 2007 erfolgt sei. Mit B-Post
dürfte diese daher spätestens am 19. August 2007 auf dem Gemeindesteueramt Z.
eingetroffen sein. Die steueramtlichen Meldungen über die geldwerten Leistungen
seien direkt dem für die administrative Vorbereitung der Veranlagung zuständigen
Gemeindesteueramt Z. zugestellt worden, wo die Steuerakten des Beschwerdegegners
aufbewahrt würden. Da Z. mit 1'200 Einwohnern eine überschaubare Gemeinde sei,
könne angenommen werden, dass die Meldungen ohne Verzögerung in das Dossier
des Pflichtigen gelegt werden konnten. Damit habe dem zuständigen Steuerkommissär
im Zeitpunkt der Veranlagungen des Pflichtigen für die Staats- und Gemeindesteuern
und die direkte Bundessteuer 2005, die am 29. August 2007 eröffnet worden seien,
bekannt sein müssen, dass der Pflichtige im Steuerjahr 2005 geldwerte Leistungen der
L. AG im Umfang von Fr. 58'000.-- bezogen habe. In bezug auf die Veranlagung der
Staats- und Gemeindesteuern 2005 liege daher keine neue Tatsache im Sinn von
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Art. 199 Abs. 1 StG bzw. Art. 151 Abs. 1 DBG vor, die zur Erhebung einer Nachsteuer
berechtige. Für die Staats- und Gemeindesteuern 2004 sei hingegen eine neue
Tatsache gegeben, nachdem jene Veranlagung bereits Ende 2005 und damit lange vor
der Entdeckung der geldwerten Leistungen in Rechtskraft erwachsen sei.
4.2. Das kantonale Steueramt führt aus, der interne Meldefluss laufe völlig anders ab
als von der Vorinstanz angenommen. Wenn jedesmal nach Erstellung einer
steueramtlichen Meldung diese sofort mit B-Post verschickt würde, wäre dies aufgrund
der zahlreichen Meldungen unrationell und hätte sehr hohe Kosten zur Folge. Wenn die
Abteilung Juristische Personen bei der Veranlagung einer juristischen Person einen
Sachverhalt feststelle, der für die Veranlagung einer natürlichen Person relevant sei, so
erstelle sie eine steueramtliche Meldung an das betreffende Gemeindesteueramt. Nach
dem im Jahr 2007 noch angewendeten Informatiksystem seien die steueramtlichen
Meldungen der Abteilung Juristische Personen erst mindestens 33 Tage nach dem
Datum der Veranlagungsverfügung ausgedruckt worden. Die Veranlagungsverfügung
für das Geschäftsjahr 2005 der L. AG datiere vom 12. Juli 2007. Das auf der roten
steueramtlichen Meldung der Abteilung Juristische Personen vermerkte Datum sei das
Ausdruckdatum. Die Meldungen seien somit im vorliegenden Fall am 15. August 2007
ausgedruckt worden. Die Meldungen würden aus Kostengründen nicht sofort
verschickt, sondern es würden Sammelsendungen erstellt. Diese würden in der Regel
Ende Monat an die Steuerkommissäre verschickt. Jeder Steuerkommissär bezeichne
eine Gemeinde, an die er sämtliche interne Post zugestellt haben wolle. Im
vorliegenden Fall habe sich die für den Beschwerdegegner damals zuständige
Steuerkommissärin die interne Post an das Gemeindesteueramt Gossau zustellen
lassen.
4.3. Es obliegt grundsätzlich dem Steuerpflichtigen, den Nachweis zu erbringen, dass
eine Tatsache der Steuerbehörde hätte bekannt sein müssen (Höhn/Waldburger,
a.a.O., S. 986 mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat, soweit aus den Akten ersichtlich ist,
keine näheren Abklärungen zur Übermittlung von Steuermeldungen gemacht. Ihre
Feststellungen beruhen letztlich auf verschiedenen Hypothesen. Aufgrund der Akten
stand fest, dass die geldwerten Leistungen bei der ordentlichen Veranlagung des
Beschwerdegegners nicht erfasst worden waren. Der Umstand, dass die Tatsachen der
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Steuerbehörde bekannt waren, bildete somit eine steuermindernde Tatsache, für
welche der Beschwerdegegner die Beweislast trägt.
Die Darlegungen des Beschwerdeführers zum Ablauf einer Steuermeldung innerhalb
des kantonalen Steueramts bzw. zur Übermittlung einer Meldung von der Abteilung
Juristische Personen zur Abteilung Natürliche Personen sind plausibel und
nachvollziehbar. Insbesondere ist es zweckmässig, eine Steuermeldung erst dann
auszufertigen und weiterzuleiten, wenn mit hinreichender Sicherheit angenommen
werden kann, dass die ihr zugrundeliegende Veranlagung unangefochten blieb. Es ist
daher plausibel, dass die Steuermeldung im vorliegenden Fall am 15. August 2007
erstellt bzw. ausgedruckt wurde. Die Veranlagungen des Beschwerdegegners für die
Staats- und Gemeindesteuern 2005 und für die direkte Bundessteuer 2005 wurden
gemäss dem Vermerk der Steuerkommissärin in der entsprechenden Rubrik des
Steuererklärungsformulars (S. 1 unten) am 24. August 2007 verfügt. Die
Veranlagungsberechnungen sowie die Steuerausscheidung wurden am 29. August
2007 erstellt bzw. ausgedruckt. Es ist zweckmässig, dass die zahlreichen Meldungen
der Abteilung Juristische Personen nach Gemeinden sortiert und nicht einzeln
versandt, sondern periodisch an die Gemeindesteuerämter oder an die für die
besagten Gemeinden zuständigen Steuerkommissäre versandt werden. Es kann von
der Abteilung juristische Personen des kantonalen Steueramts nicht verlangt und
erwartet werden, dass sie sämtliche Steuermeldungen postwendend an jene
steuerlichen Amtsstellen weiterleitet, für welche die Information zur Bearbeitung offener
Veranlagungen Verwendung finden muss (vgl. GVP 1986 Nr. 30). Indessen darf sich die
Zustellung der Information bzw. deren Kenntnisnahme durch das davon berührte
Steueramt nicht über Gebühr verzögern. Das Verwaltungsgericht hat dementsprechend
eine Meldung, die im Dezember von einem anderen Kanton beim Kantonalen
Steueramt einging und eine laufende, offene Veranlagung betraf, im darauffolgenden
November als aktenkundig betrachtet (GVP 1986 Nr. 30). Dass im vorliegenden Fall die
am 15. August 2007 in der Abteilung Juristische Personen ausgedruckte
Steuermeldung bereits am 24. August 2007 oder noch vorher, d.h. nach höchstens
sieben Arbeitstagen, bereits im Dossier des Beschwerdegegners im
Gemeindesteueramt von dessen Wohnsitzgemeinde abgelegt war, kann aufgrund der
Organisation des Meldeflusses ausgeschlossen, zumindest als unwahrscheinlich
bezeichnet werden. Im Streitfall wurde die steueramtliche Meldung der Abteilung
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Juristische Personen und die Veranlagung des Beschwerdegegners im selben Monat
erstellt. Es ist zwar zutreffend, dass der entsprechende Sachverhalt beim kantonalen
Steueramt aktenkundig war. Entscheidend ist aber nicht die Zeitspanne zwischen der
Steuerrevision der juristischen Person und der Erstellung der definitiven
Schlussrechnung des Beschwerdegegners, sondern der Zeitpunkt zwischen der
Erstellung der Steuermeldung und der Veranlagung des Beschwerdegegners. Dass
steueramtliche Meldungen erst nach Ablauf der 30-tägigen Einsprachefrist erstellt
werden, ist sachlich gerechtfertigt, da sonst Steuermeldungen übermittelt würden, die
auf nicht rechtskräftigen Veranlagungen beruhen. Es trifft somit nicht zu, dass vom
Zeitpunkt der Steuermeldung bis zur Kenntnisnahme durch die Steuerkommissärin
rund zweieinhalb Monate verstrichen. Es ist auch nicht entscheidend, ob es im Zeitalter
der Elektronik bzw. Informatik möglich ist, den internen Informationsfluss zwischen der
Abteilung juristische Personen des kantonalen Steueramts und den
Gemeindesteuerämtern rascher zu gestalten. Auch ist es zweckmässig, wenn sich die
Steuerkommissäre, welche in verschiedenen Gemeindesteuerämtern tätig sind, ihre
interne Post stets an jenes kommunale Steueramt senden lassen, welches sie am
häufigsten aufsuchen. Es kann daher keineswegs als ineffizient bezeichnet werden,
dass sich die für Z. zuständige Steuerkommissärin die interne Post nach Gossau
senden liess. Auch ist es zweckmässig, solche Meldungen dem Steuerkommissär
zuzustellen und nicht direkt dem Gemeindesteueramt. Der Ablauf des Meldewesens
gibt jedenfalls keinen Anlass, die Kenntnisnahme der Meldung im Streitfall als verspätet
zu qualifizieren.
Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass im Streitfall
nicht angenommen werden kann, dass die der Nachbesteuerung zugrundeliegenden
Tatsachen über die Zuflüsse geldwerter Leistungen im Zeitpunkt der Veranlagung des
Beschwerdegegners dem Kantonalen Steueramt, Abteilung natürliche Personen, bzw.
dem Gemeindesteueramt Z. bekannt waren oder hätten bekannt sein müssen. Der
Beschwerdeführer hat daher in den Einspracheentscheiden zutreffend angenommen,
dass es sich bei den Leistungen der L. AG an den Beschwerdegegner um neue
Tatsachen im Sinn von Art. 199 Abs. 1 StG bzw. Art. 151 Abs. 1 DBG handelt. Folglich
sind die Beschwerden des kantonalen Steueramts gutzuheissen. Die Entscheide der
Verwaltungsrekurskommission vom 17. August 2010 sind aufzuheben und der
Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts vom 17. Juni 2009 ist zu bestätigen.
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5. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdegegners (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145
in Verbindung mit Art. 144 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist
angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Die amtlichen Kosten der Verfahren vor der Vorinstanz von Fr. 1'500.-- für den
Entscheid betr. Staats- und Gemeindesteuern und von Fr. 1'000.-- für den Entscheid
betr. direkte Bundessteuer sind ebenfalls dem Beschwerdegegner auferlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP; Art. 144 DBG).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdegegner ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf
Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht