# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76bd830f-054e-41ef-bd89-b06935a03ea0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979,
ist gelernter Verkäufer (
Urk.
5/2/3) und war
seit
1997
als
Fachverkäufer Food
mit Führungsaufgaben
bei
der
Y._
tätig
. Er kündigte diese Anstellung am
5.
Januar 2013 (
Urk.
5/10/8
), wobei der letzte Arbeitstag der
2.
März 2013 war
(
Urk.
5/2/11;
Urk.
5/10
Ziff.
2
).
Am 2
3.
Dezember 2013 (
Urk.
5/4) m
eldete er sich wegen psychischer Probleme
bei der Invalidenversicherung an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und aufer
legte dem Versicherten mit Schreiben vom
5.
Februar 2014 eine Schadenmin
de
rungspflicht in Form eines Drogenentzuges und kontrollierter Abstinenz (
Urk.
5/12)
.
Sodann veranlasste sie eine psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der sein Gut
achten am 1
8.
Janu
ar 2016 erstattete (
Urk.
5/28) und am
8.
März 2016 ergänzte (
Urk.
5/32). Auf Veranlassung der IV-Stelle wurde der Versicherte
durch
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erneut begutachtet (Gutachten vom 2
3.
August 2017;
Urk.
5/60/1-79).
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
5/64) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
November 2017 einen Leistungsanspruch des Versicherten (
Urk.
5/65 =
Urk.
2).
2.
Am 1
7.
Dezember 2017
erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
November 2017 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss deren Aufhebung sowie die Zusprache von Versicherungsleistungen (
Urk.
1). Die Beschwerde
geg
nerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Januar 2018 die Abweisung d
er Beschwerde (
Urk.
4).
Am
7.
Mai 2018 (
Urk.
7)
beschloss
das hiesige Gericht die Einh
o
lung eines Ge
richtsgutachtens
und nahm als Expertin
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
in Aussicht.
Während sich der Beschwerdeführer dazu nicht äusserte, beantragte die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 3
0.
Mai 2018 die Berücksichtigung ihrer Ergänzungsfragen (
Urk.
9).
Diese wurden mit Beschluss vom 2
6.
Juni 2018 berücksichtigt und der Gut
ach
tensauftrag vergeben (
Urk.
10). Das Gutachten wurde am 2
8.
Dezember 2018 erstattet (
Urk.
16)
und den Parteien am
3.
Januar 2019 zur Stellungnahme zuge
stellt (
Urk.
20). Während sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen liess, ver
zichtete die Beschwerdegegnerin am 2
4.
Januar 2019 auf die Einreichung einer Stellungnahme (
Urk.
22). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
5.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
23).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt: Die gesundheitliche Einschränkung des Beschwerdeführers sei primär durch schädlichen Gebrauch von Suchtmitteln ausgelöst worden. Die psychotischen Symptome seien aus ärztlicher Sicht eine reine Folge des fortgesetzten Konsums. Suchtgeschehen seien Faktoren, die von der Invalidenversicherung nicht berück
sichtigt würden. Zudem sei eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar.
Es be
stehe deshalb kein Leistungsanspruch (S. 1).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei mit diesem Abklärungsergebnis nicht einverstanden, und fordere eine erneute Prüfung (
Urk.
1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte mit Bericht vom
9.
Januar 2014 (
Urk.
5/9) einen Verdacht auf eine psychotische Störung (
Ziff.
1.1). Seit Ende 2012 seien zu Hause und am Arbeitsplatz zu
nehmend psychotische Auffälligkeiten aufgetreten, zudem Konzentrations
stö
rungen, Angstzustände,
ein
inkohärenter Gedankengang und halluzinatorische Gedankeninhalte (
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit
seit 1
1.
Februar
2013
bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.7).
Dr.
C._
hielt fest, er habe den Patienten im Frühjahr 2013 an die
D._
überwiesen (
Ziff.
1.11).
3.2
Dr.
med.
E._
, Oberarzt,
D._
, stellte mit Bericht vom 2
7.
Januar 2014
(
Urk.
5/11) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide: Abhängigkeits
syndrom seit zirka 2000, seit zirka einem Monat abstinent (ICD-10 F12.2)
-
schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch (ICD-10 F25.0), Differentialdiagnose
(DD)
: paranoide Schizophrenie
-
sehr wahrscheinlich seit zirka 2003, jedoch bisher nie abgeklärt und behandelt, da der Patient bisher nie in einer psychiatrischen Behand
lung war
Zuvor hätten im März 2013 zwei Gespräche bei
Dr.
med.
F._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, stattgefunden (
Ziff.
1.2).
Nach dem Kindergarten habe der Beschwerdeführer die
Primar- und Realschule besucht. In der Schule habe er wenig Lust am Lernen gehabt, aber er sei ein ruhiger Schüler gewesen. Zunächst habe
er keine Ausbildung gemacht und ein Jahr lang auf einem Bauernhof gearbeitet. Im Anschluss daran habe er über 16 Jahre in ver
schiedenen
Y._
-Filialen gearbeitet, das Arbeitsverhältnis habe zwischen drei Monate und drei Jahre gedauert.
Er habe häufig und aus verschiedenen Gründen, auf die er nicht weiter eingehen wolle, die Filiale gewechselt. Mit 25 habe er schliesslich noch die Detailhandelslehre abgeschlossen. Seine letzte Anstellung sei im März 2013 zu Ende gegangen. Er habe Mühe mit der Vorgesetzten gehabt (S. 2).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er im 1
4.
Lebensjahr angefangen habe zu kiffen, seit dem 1
7.
Lebensjahr kiffe er fast täglich. Mit Kokain habe er expe
ri
mentiert, habe es jedoch nie regelmässig eingenommen
(S. 3 Mitte)
.
Aufgrund der psychotischen Symptome sei bereits im August 2013 eine medikamentöse Therapie eingeleitet worden. Da der Beschwerdeführer aber von September bis Ende November 2013 nicht zum Gespräch erschienen sei, sei diese erneut ein
ge
leitet worden. Seit etwa einem Monat konsumiere er kein Cannabis mehr, die psychotischen Symptome seien jedoch immer noch vorhanden (
Ziff.
1.5).
Seit
4.
Juni 2013 bestehe volle
Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6)
.
Aufgrund Miss
trauen, paranoider Verarbeitung und Stimmungsschwankungen könne es schnell zu Gereiztheit und dysphorischem Verhalten kommen. Ein- und Durchschlaf
stö
rungen sowie leichte kognitive Defizite könnten zu einer raschen Überfor
de
rung am Arbeitsplatz führen. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht zu
mut
bar (
Ziff.
1.7).
Unter neuroleptischer Medikation könne eventuell eine Stabi
lisie
rung erreicht werden (
Ziff.
1.8).
3.3
Dr.
E._
stellte mit einem weiteren Bericht vom
1.
September 2014 (
Urk.
5/19) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
gemischte schizoaffektive Störung (ICD-10 F25.2)
-
DD: paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0)
Die zusätzlich bestehende Diagnose einer psychischen und Verhaltensstörung
durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom, seit Februar 2014 abstinent (ICD-10
F12.2) habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
In der angestammten Tätigkeit bestehe weiterhin volle Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Eine Reintegrationsmassnahme im geschützten Rahmen sei empfeh
lens
wert (
Ziff.
1.7).
Die neuroleptische Medikation habe eine gute Wirkung gezeigt, sei jedoch vom Beschwerdeführer aufgrund Gewichtszunahme abgesetzt worden. Ob die neue Medikation verträglich sei oder Wirkung zeige, sei im Moment fraglich (
Ziff.
1.8).
3.4
In einem dritten Bericht vom
8.
Juni 2015 (
Urk.
5/
23) hielt
Dr.
E._
fest, der Patient berichte glaubhaft, dass er die Abstinenz problemlos aufrecht erhalten habe und weiter aufrecht erhalten werde, da er bereits eingesehen habe, dass Cannabis ihm nicht gutgetan habe (S. 1).
Dr.
E._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Schizophrenie, bestehend seit zirka 2003 (ICD-10 F20.0). Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe
die psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom (
Ziff.
1.1).
Der Beschwerdeführer habe seit Beginn der Behandlung dreimal versucht im Arbeitsprozess wieder einzusteigen, diese Versuche seien jedoch gleich nach ein paar Stunden gescheitert und er sei aufgrund der Überforderung und einer Stei
gerung der psychischen Symptome gleich nach Hause gegangen (S. 2).
Es sei eine neue Medikation initiiert worden. Die psychotischen Symptome seien nach wie vor die gleichen, der Patient habe aber durch die Psychoedukation lernen können, mit seinen Stimmen umzugehen oder diese zu ignorieren. Wenn diese stärker würden, reagiere er teilweise impulsiv und unterschwellig aggressiv. Deshalb habe er Angst, jemanden zu verletzen. Er habe sich deutlich zurückgezogen und vermeide Kontakte ausserhalb seiner Familie (S. 3 oben).
Angestammt und angepasst bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6, 1.7).
3.5
Dr.
Z._
erstattete sein Gutachten vom 1
8.
Januar 2016 (
Urk.
5/28) unter Berücksichtigung der Akten,
Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Untersuchung.
Er
diagnostizierte eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), welche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 7).
Zur Familienanamnese hielt
Dr.
Z._
fest, der Onkel des Beschwerdeführers sei seit dem 1
8.
Lebensjahr wegen einer Psychose in einer geschlossenen Klinik, nach
dem er Vater, Mutter, Schwester und deren Baby getötet habe. Der Be
schwerdeführer habe noch einen weiteren Verwandten, der an
psychischen
Be
schwerden leide
(S. 4 Mitte).
Er
berichte, dass er drei Gestalten kenne, eine dunkle und zwei helle, die ihm meistens helfen und ihm teilweise sagen würden, was er tun solle. Ab März 2013 habe er gemerkt, dass es bei der Arbeit nicht mehr gehe, er habe deshalb aus Scham gekündigt. Bereits vor der Kündigung ab etwa 2011 und seither habe er mit den Stimmen viel Negatives erlebt. Sie hätten ihm beispielsweise gesagt, dass andere Leute
schlecht über ihn redeten und er habe ständig Leute
«
angehauen
»
, von denen er sich angestarrt oder beeinträchtigt gefühlt habe. Dank der Behandlung bei
Dr.
E._
habe er gelernt, mit seinen Beschwerden umzugehen. Er sei 2013 in Untersuchungshaft gewesen und dort fas
t
durchgedreht. Mit 15 Jahren sei er als Autostopper von drei Männern ver
gewaltigt
worden, nachher habe er mit Kampfsport angefangen und seine Pei
niger gesucht (S. 5).
Er habe auch viel Angst gehabt, sich bei Ärzten zu melden, aus Angst, eingesperrt zu werden. Zu
Dr.
E._
gehe er alle zwei Wochen und nehme seit einem Jahr täglich Abilify und Remeron
. Mit dem Cannabiskonsum habe er vor eineinhalb Jahren aufgehört. Heute sei er komplett abstinent
. Alkohol oder andere Drogen konsumiere er nicht. Seine Beschwerden kämen nicht vom Kiffen, obwohl er früher sehr viel gekifft habe, zeitweise ganztags, während er vollzeitig gearbeitet habe (S. 6 unten f.).
Dr.
Z._
kam zum Schluss, dass aus rein psychiatrischer Sicht zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe. Aufgrund der in den Vorakten ausführlich dokumentierten und trotz adäquater Behandlung inklusive Medikation weiter symptomatischen psychotischen Er
kran
kung sei der Beschwerdeführer seit 2013 langfristig arbeitsunfähig. Die Versuche des Beschwerdeführers, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder zu inte
grieren, seien schon nach wenigen Stunden gescheitert. Die Berichte des behandelnden Psychiaters seien schlüssig und nachvollziehbar. Die Prognose sei ungünstig (S. 8).
Ergänzend hielt
Dr.
Z._
am
8.
März 2016 (
Urk.
5/32) fest, aufgrund der deutlich und glaubwürdig geschilderten, mit den Vorakten übereinstimmenden psychotischen Symptomatik
des Beschwerdeführers habe sich eine Laborunter
suchung der Medikation nicht aufgedrängt. Er habe sich in einem psychotischen R
estzustand befunden. Obschon er
die aktuelle Behandlung als hilfreich beurteilt habe, habe es auf der Hand gelegen, dass er in diesem Zustand nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitsfähig sein könne. Die geschilderten psychotischen Inhalte seien ausführlich exploriert worden. Der Beschwerdeführer habe in einer Form von seinen Beschwerden berichtet, wie sie der
Facharzt von erkrankten Pati
enten kenne. Auch auf intensives Nachfragen hin sei es nicht gelungen, Inkongruenzen oder Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und der Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt festzustellen (S. 2).
3.6
Dr.
A._
diagnostizierte
in seinem am 2
3.
August 2017 unter Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer eigenen Unter
su
chung
sowie einer laborchemischen Testung
erstatt
eten Gutachten (
Urk.
5/60) einen schädlichen Gebrauch von Kokain (ICD-10 F14.1), welcher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 66).
Ein Onkel des Versicherten, der inzwischen verstorben sei, sei in die Psychiatrie zwangseingeliefert worden, nachdem er seine Mutter, seinen Vater und seine
Schwester mit einem Beil umgebracht habe. Er sei über dreissig Jahre dort ge
wesen. Ein anderer Onkel sei auch auffällig, er rede viel mit sich selber (S. 45 unten).
Der Beschwerdeführer habe die Durchführung einer Haaranalyse verweigert (S.
54 oben). Die Testung habe Hinweise auf deutliche Aggravationstendenzen ergeben (S. 55). Der Explorand gebe an, Sachen und Personen zu sehen, die nicht da seien. Speziell seien es drei Personen mit unterschiedlicher Bedeutung. Zudem höre er diese Personen sprechen, obwohl sie nicht da seien. Es bestehe eine innere Unruhe (S. 56 unten f.).
Das Ausmass der geschilderten Beschwerden stehe nicht in Übereinstimmung mit einer entsprechenden Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe. Dies gelte beispielsweise für die Einnahme von Antidepressiva, die in der Laboruntersuchung nicht habe nachgewiesen werden können. Trotz der Angabe schwerer subjektiver Beeinträchtigung sei das psychosoziale Funktionsniveau des Beschwerdeführers bei der Alltagsbewältigung weitgehend intakt; Alltags
tätig
keiten könnten in der Regel gut durchgeführt werden. Ein Suchtleiden im Sinne von zumindest schädlichem Gebrauch von Kokain könne durch die Labor
unter
suchung bestätigt werden. Ob auch eine Abhängigkeit bestehe,
könne
nicht sicher differenziert werden. Darüber hinaus werde in der Aktenlage die Kokainproble
matik nicht gebührend erwähnt. Die aktuelle Untersuchung bestätige zumindest, dass in den Tagen vor der Begutachtung überwiegend wahrscheinlich kein Cannabis nennenswert konsumiert worden sei (S. 58 unten f.).
Versicherungs
medizinisch sei zu konstatieren, dass bei einer jahrelang beruflich erfolgreichen Tätigkeit, auch in Kaderposition und nach abgeschlossener Lehre
,
eine Persön
lichkeitsstörung
oder Akzentuierung mit massgeblichem Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit seit Kindheit und Jugend nicht vorgelegen habe (S. 61).
Es müsse aufgrund der Untersuchung in erster Linie der schädliche Gebrauch von Kokain als Diagnose erwähnt werden. Kokain k
önne zu psychotischen Zuständen
wie Wahnvorstellungen oder auch akustischen oder optischen Halluzinationen führen. Cannabis könne ebenso zu psychotischen Zustandsbildern führen, ein Kon
sum sei jedoch aktuell nicht nachgewiesen. Es sei aus psychiatrischer Sicht möglich, dass psychotische Zustandsbilder in der Vergangenheit ab 2013 vorge
legen hätten, ursächlich zurückzuführen auf den Substanzkonsum. Aufgrund dessen seien im Sinne eines Ausschlusses originäre Diagnosen aus dem schizo
phrenen Formenkreis nicht sinnvoll und nicht anwendbar. Zudem habe aktuell
test
psychologisch festgestellt werden können, dass die potentielle Psychose unter
halb einer Krankheitsschwere
zum Begutachtungszeitpunkt liege. Erschwe
rend für die Diagnosestellung sei einerseits die
festgestellte Aggravation deutlich erhöhten Ausmasses in der Begutachtung und andererseits die Weigerung, sich ei
ner Haaranalyse zu unterziehen (S. 67).
Aus psychiatrischer Sicht dürfte bei Zugrundelegen der psychotischen Sympto
matik, was gutachterlich in der Form bezweifelt werden müsse, mit Abstinenz von Kokain und deutlicher antipsychotischer Therapie eine Eingliederung zu 100
%
möglich sein. Dies sei auch aus den Alltagsfähigkeiten des Beschwerde
führers abzuleiten (S. 69 unten). Reisen ins Ausland, die Haushaltführung oder das selbständige Bewegen im öffentlichen Raum seien nicht vereinbar mit einer klinisch validen wahnhaften/halluzinatorischen Symptomatik. Bezüglich einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, speziell einer Schizophrenie, bestehe zwischen dem 1
5.
und dem 2
5.
Lebensjahr ein Krankheitsgefühl. Insofern wäre neben der Tatsache, dass die Diagnose wegen des Kokainkonsums nicht vergeben werden könne, das Auftreten einer Schizophrenie mit über 30 Lebens
jahren zei
tlich relativ spät. Bezüglich des Risikofaktors der familiären Nähe des anamnestisch an einer Psychose erkrankten Onkels sei festzuhalten, dass Neffen eine zirka 3%ige lebenslange Erkrankungswahrscheinlichkeit hätten. Dieses Risiko sei somit gegenüber der Allgemeinbevölkerung leicht, aber nicht massiv erhöht. Eine psychiatrische Begleiterkrankung sei bei Kokainabhängigkeit eher die Regel als die Ausnahme. Zudem sei bei Cannabisabhängigen ein signifikant vermehrtes Auftreten von psychotischen Symptomen beschrieben. Diese Aspekte zeigten, dass gutachterlich keinesfalls singulär auf eine Schizophrenie oder schizoaffektive Erkrankung geschlossen werden könne (S. 71 unten f.).
In der bisherigen Tätigkeit als Fachverkäufer habe vor Februar 2013 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden.
Danach sei aufgrund des Kokainkonsums eine intermittierende Verschlechterung bis zum Begutachtungszeitpunkt anzunehmen. In konsumfreien Zeiten habe eine volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen, während des Konsums sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aus gutachterlicher Sicht werde deshalb eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum von Februar 2013 bis zum Begutachtungszeitpunkt angenommen.
Danach sei eine volle Arbeits
fähigkeit für die bisherige Tätigkeit anzunehmen. Dies, da aufgrund der stark aggravierenden Symptomangaben und der Inkonsistenzen die Symptom
ausprägung deutlich in Frage gestellt werden müsse. Weiter sei bei Abstinenz von Kokain mit entsprechender medikamentöser Einstellung affektiver oder psycho
tischer Symptome, auch im Rahmen des Entzugs, keine psychiatrische Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ableitbar (S. 75).
Im Zeitraum von Februar 2013 bis zur Begutachtung sei in einer angepassten, körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit ohne Nacht- oder Schichtarbeit und ohne Kundenkontakt mit vorwiegend Routinearbeiten und vermehrten Pausen eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
anzunehmen.
Ab dem Begutachtungszeitpunkt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 75 unten).
3.7
3.7.1
Dr.
B._
erstattete das Gerichtsgutachten vom 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
16) unter
Berücksichtigung der Akten und
der Anamnese
und Durchführung einer eigenen Untersuchung sowie Veranlassung einer Labor- und Haaranalyse
. Si
e
stellte folgende
Diagnosen (S. 31):
-
paranoide Schizophrenie mit unklarem Verlauf gemäss ICD-10 F20.09 (der Beobachtungszeitraum für eine langfristige Aussage ist zu kurz
)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, Abhängigkeits
syndrom bis 2013, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F
11.20)
-
psychische und Verhaltensstörung durch Kokain, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F14.20)
Der Beschwerdeführer habe auf Nachfragen über die Vergewaltigung im Alter von 14 Jahren durch ältere Jugendliche berichtet. Er habe das Ereignis als sehr demütigend erlebt und nicht gewusst, wie er damit umgehen solle. Er sei in der Folge wie weggetreten gewesen, habe intensiv begonnen zu kiffen und viel Sport getrieben. In Übereinstimmung mit früheren Angaben habe er berichtet, dass er etwa ab dem Alter von 15 oder 16 Jahren Stimmen gehört habe, wovon er niemandem erzählt habe (S. 32 unten).
Er habe erklärt, dass die vielen Stellen
wechsel keineswegs wegen Spannungen oder Problemen zustande gekommen seien. Er habe einzig in
G._
Probleme mit seiner direkten Vorgesetzten gehabt und habe gewechselt. Bei der letzten Stelle sei es dann dazu gekommen,
dass er nicht mehr klar habe denken können und aufgegeben habe. Über die aufgetretenen Denkstörungen habe er berichtet, weder seine Eltern noch seine Frau hätten ihm geglaubt. Er habe sich wie selbst widersprochen. Er habe
«
so Vorstellungen
»
gehabt
und massive Abstürze mit Kiffen und Koksen. Er sei damals von verschiedenen Seiten zu sehr gefordert worden und erkläre sich die Probleme hauptsächlich durch ein Burn-out. Durch noch mehr Kiffen habe er versucht, abends zu entspannen, weil die Gedanken nicht abgestellt hätten, damit er wenigstens habe schlafen können (S. 33).
Nach Konfrontation mit der Aktenlage und den verschiedenen psychosozialen Problemen (Trennung, Rayonverbot der Ehefrau, häusliche Gewalt, Anzeige und
Untersuchungshaft)
habe der Beschwerdeführer von seinen massiven Denk- und Konzentrationsstörungen am Arbeitsplatz, die den Kündigungen (richtig wohl: der Kündigung) vorausgegangen seien, berichtet. Unter der Medikation sei es zwar besser gegangen, aber dann sei
«
der Grössenwahn
»
gekommen. Er habe versucht, die Medikamente regelmässig zu nehmen, habe sich von seiner Umge
bung zurückgezogen, manchmal aber auch einfach
«
eine Linie Koks reingezogen
»
(S. 35 Mitte).
Seit etwa Frühling 2018 habe er den Eindruck gehabt, dass es ihm besser gehe und er auch wieder arbeiten könne. Und nachdem er seine Kinder zu sich habe holen können, habe er auch das grosse Anliegen nach einer Tagesstruktur gehabt, selbst für den Lebensunterhalt aufkommen zu können
und nicht mehr vom Sozialamt abhängig zu sein. Seit Juli 2018 arbeite er nun in einem Pensum von 80
%
als Mitarbeiter der Y._
. Seit etwa drei Monaten sei er wieder in ambulanter Behandlung am
D._
. Um nachzuweisen, dass er erziehungsfähig sei, habe er die Auflage erhalten, sich in ambulante psychiatrische Behandlung zu begeben. Er denke, dass er das so bewältigen könne. Es sei eben wichtig, dass er nicht wieder so in Stress komme. Cannabis habe er seit 2014 nicht mehr geraucht. Das sei zuletzt eine sehr negative Erfahrung gewesen. Neuerlicher Konsum komme nicht mehr in Frage, auch nicht Kokain, das er letztmals vor etwa zwei
Jahren konsumiert habe (S. 36 unten f.).
3.7.2
Zur Diagnose hielt
Dr.
B._
fest, der Beschwerdeführer habe offen
sichtlich ab Adoleszenz beziehungsweise dem 1
5.
Lebensjahr regelmässig und zum Teil exzessiv, sicher exzessiv während einiger Jahre bis etwa Frühling 2013, Cannabis geraucht und während mehrerer Jahre regelmässig Kokain konsumiert.
In der aktuellen Untersuchung verneine er, dass es jeweils eine Art Zwang gege
ben habe. Die früheren Berichte sprächen eher gegen diese Aussage. Anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
A._
habe dieser ausschliesslich den Konsum von Kokain nachweisen können. Der mitgebrachte Ausdruck über die im Rahmen des Sorgerechtsverfahrens veranlasste Haaranalyse vom August 2018 bestätige die Abstinenz über die vorausgegangenen sechs Monate für sämtliche untersuchte Substanzen. Die aktuelle Haaranalyse
habe ebenfalls eine komplette Abstinenz ergeben.
Das über Jahre vorhandene Abhängigkeitssyndrom bestehe somit aktuell nicht mehr. Da es aber für den Krankheitsverlauf bedeutsam sei, sei es hier als psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom bis 2013, gegenwärtig abstinent und psychische und Verhaltensstörung durch Kokain, gegenwärtig abstinent, aufgeführt (S. 37).
Hinsichtlich Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis seien verschie
dene Gruppen von Symptomen bekannt. Beim Beschwerdeführer seien aus der Gruppe, aus der mindestens ein eindeutiges Symptom verlangt werde, sicher seit Anfang 2013 dokumentiert, jedoch wahrscheinlich über längere Zeit zurück, Gedankenlautwerden, -entzug und -ausbreitung, kommentierende und befehlen
de Stimmen, die wahnhafte Überzeugung, von seiner Frau betrogen zu werden, und Grössenwahn vorhanden. Aus der zweiten Gruppe wahrscheinlich bereits während Jahrzehnten
vorhanden seien optische und akustische Halluzinationen, seit mindestens 2013 Gedankenabreissen, Danebenreden, Apathie, verflachte und
zum Teil inadäquate Affekte, sozialer Rückzug und verminderte soziale Leis
tu
ngs
fähigkeit. Damit seien die Kriterien für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, speziell diejenigen für die Untergruppe der paranoiden Schiz
o
phre
nie, klar erfüllt (S. 37 unten f.).
Retrospektiv gebe es keinen Anlass, die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie in Frage zu stellen
(S. 39 oben).
Der Beschwerdeführer
bringe mehrere Risikofaktoren mit, die das Auftreten einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis erhöhten: Den frühen Cannabis
konsum, die familiäre Belastung
sowie
die Gewalterfahrungen in Kindheit und Adoleszenz. Auf Grundlage der aktuellen Untersuchung stelle sich die Frage, ob die Diagnose der
paranoiden Schizophrenie noch gestellt werden könne. Der Beschwerdeführer verneine zwar tendenziell noch Stimmen zu hören und die ihn begleitenden Figuren zu sehen, sei dabei aber auf Nachfrage vage geblieben, so dass der Eindruck entstanden sei, die Halluzinationen seien am ehesten in den Hintergrund getreten, aber nicht ganz verschwunden
. Auch die Frage nach subjektiv erlebten Konzentrationsstörungen habe er nicht klar verneint und dies damit begründet, dass seine aktuelle Tätigkeit keine besondere Herausforderung bedeute, nur seine zu bewältigenden Aufgaben zusammen mit Kindererziehung und Betreuung insgesamt relativ umfangreich seien. Er habe erhöhte Müdigkeit durch diese Anforderungen verneint, wohingegen seine Partn
erin diese spontan bejaht habe (S. 40 oben).
Aktuell zeigten sich verschiedentlich Hinweise auf formale Denkstörungen: gele
gentliches Gedankenabreissen, wiederholtes Vorbeireden, Nachlassen der Kon
zen
tration. Der Beschwerdeführer habe sehr deutlich gemacht, dass es ihm ein grosses Anliegen sei, gesund zu sein. Die Angaben und die Testresultate sprächen für eine Tendenz zur Dissimulation. Nachdem somit über mehrere Jahre die Kriterien einer paranoiden Schizophrenie eindeutig erfüllt gewesen seien, nach
dem eine klare familiäre Belastung für eine entsprechende Erkrankung vorliege und nachdem die
Symptomatik zwar erfreulich rückläufig sei, aber auch unter nachgewiesener Abstinenz seit mindestens
Anfang 2018 wahrscheinlich nicht vollständig abgeklungen, könne die Diagnose nicht einfach verneint werden, zu
mal der Beobachtungszeitraum für allfällige neue Episoden noch zu kurz sei (S.
40). Die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt (S. 41 unten).
3.7.3
Zur Leistungsfähigkeit hielt
Dr.
B._
fest,
dass der Beschwerde
führer in für
seine berufliche Tätigkeit relevanten Fähigkeiten derzeit noch ge
wisse Einschränkungen aufweise, die zum Teil in ihrem Ausmass nicht dauerhaft eingeschätzt werden könnten (S. 44 unten).
Erst längerfristig werde sich zeigen, ob insbesondere Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungs
fähig
keit, Konversations- und Kontaktpflege zu Dritten und Gruppenfähigkeit leicht oder höher eingeschränkt seien (S. 45 oben).
Der Beschwerdeführer arbeite seit Juli 2018 wieder als Fachverkäufer Food bei der
Y._
in einem Pensum von 80
%
. Ob er das Pensum längerfristig werde durchhalten können, sei noch nicht absehbar (S. 45 unten). Es sei in der ange
stammten Tätigkeit spätestens seit Dezember 2013 von
einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit auszugehen.
Seit wann die angestammte Tätigkeit wieder in einem kleinen Pensum möglich gewesen wäre, sei nur ganz grob rekonstruierbar. So könnte im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
beziehungsweise ab Januar 2017 wieder eine Teilleistungsfähigkeit bestanden haben. Der Beschwer
de
führer habe damals auch unter Neuroleptika noch psychotische Symptome angegeben
.
Ab etwa Anfang 2018 sei von einer Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit von 50
%
auszugehen, seit Juli 2018 von 80
%
. Dieses Pen
sum scheine jedoch grenzwertig fordernd bis überfordernd zu sein (S. 46 oben).
Die aktuelle Tätigkeit entspreche einer
gut angepassten Tätigkeit, zumal der Beschwerdeführer hier auf seine Ausbildung zurückgreifen könne und in einem ihm vertrauten Unternehmen tätig sei. Wichtig seien Bezugspersonen am Arbeits
platz, zu denen ein ausreichendes Vertrauensverhältnis bestehe, klare Strukturen und eine klare Zuteilung der Aufgaben und Zuständigkeiten. Eine Führungs
funktion sollte vorderhand nicht übernommen werden müssen.
Das derzeitige Pensum von 80
%
liege wahrscheinlich im Bereich grenzwertiger Forderung bis Überforderung, was auch für ähnliche Tätigkeiten gelte (S. 46 Mitte).
3.7.4
Hinsichtlich der Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
hielt
Dr.
B._
fest, dass
Dr.
Z._
auf
die Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis,
Dr.
A._
auf die Abhängigkeitserkrankung fokussiere. Während der ersten Phase der Behandlung habe
Dr.
E._
die Zuordnung noch nicht ein
deutig vornehmen können und habe damals noch eine schizoaffektive Störung diskutiert. Er sei ab Juni 2015 von einer paranoiden Schizophrenie ausgegangen, ebenso
Dr.
Z._
.
Dr.
A._
habe nach wie vor dieselben Symptome erhoben, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt, habe dann aber die Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis verneint, zum einen wegen der niedrigen Punktzahl in der Testung, zum anderen, weil er in der Untersuchung keine Belege für die psychotischen Symptome gefunden habe. Da Halluzinationen und Wahn aber subjektive Symptome seien und zwar manchmal am Verhalten von Exploranden erkennbar, aber nicht belegbar seien und das AMDP-System klar deklariere, dass die Symptome ausschliesslich subjektiv erhoben werden könnten
, sei aufgrund fehlender Hinweise in der Exploration keine Verneinung dieser Symptomatik möglich. Weiter habe
Dr.
A._
eine
Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis damit verneint, dass einer von zwei Symptom
vali
dierungstests auffällig und der andere unauffällig gewesen sei. Auch dies sei keine ausreichende Grundlage, die angegebene Symptomatik zu verneinen. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer damals unter neuro
leptischer Pharmakotherapie
gestanden habe. Diese könne klinisch wirksam sein, auch wenn der Blutspiegel unter dem als therapeutisch angenommenen Bereich liege. Retrospektiv gebe es keinen Anlass, die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie in Frage zu stellen (S. 47 Mitte).
Die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt (S. 47 Mitte). Aktuell sei es dem Beschwerdeführer ein grosses Anliegen, gesund zu sein, um das Sorgerecht seiner Kinder definitiv zu erhalten. Er wolle zeigen, dass er seinen Lebensunterhalt wieder selbst verdienen könne. Mit der 80%igen Tätigkeit und der Betreuung seiner Kinder sei er nach den Schilderungen seiner Partnerin grenzwertig gefordert. Die Einschränkungen beträfen berufliches und privates Umfeld in gleichem Mass. Weiter sprächen sowohl die Äusserungen des Be
schwer
deführers als auch die Testresultate für eine Tendenz zur Dissimulation. Insgesamt sei das Anliegen, sich entsprechend sozialer Erwünschtheit zu zeigen und zu verhalten, sehr hoch (S. 48).
4.
4.1
Dr.
B._
erstattete ihr Gutachten unter Einhaltung der praxisge
mässen Kriterien, welche für den
Beweiswert einer Expertise erforderl
i
ch sind (vgl. vorstehend E. 1.3). Zudem weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne
zwingende Gründe von der Einschätzung
der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen
(BGE 125 V 351 E. 3b/aa).
Gründe für ein Abweichen sind, wie nachfolgend
zu zeigen ist, nicht vorhanden. A
uf das Gerichtsgutachten kann abgestellt werden.
4.2
Dr.
B._
diagnostizierte eine paranoide Schizophrenie mit unklarem Verlauf sowie eine psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide und Kokain, gegenwärtig ab
stinent (vgl. vorstehend E. 3.7.1). Sie
kam zum Schluss, dass
es retrospektiv keinen Anlass gebe,
an der Diagnose
einer paranoiden Schizo
phrenie zu zweifeln, und begründete dies ausfü
hrlich. Sie legte dar, dass beim Beschwerdeführer sicher seit Anfang 2013, wahrscheinlich aber seit längerer Zeit
,
aus der Gruppe der typischen Symptome
Gedankenlautwerden, Gedanken
entzug und Gedankenausbreitung,
kommentierende und befehlende Stimmen, wahnhafte Überzeugungen und Grössenwahn vorhanden seien, ebenso optische und akustische Halluzinationen, Gedankenabreissen, Danebenreden, Apathie, ver
flachte und zum Teil inadäquate Affekte, sozialer Rückzug und verminderte soziale Leistungsfähigkeit. Damit seien die Kriterien für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, speziell diejenigen für die Untergruppe der para
noi
den Schizophrenie, klar erfüllt. Der Beschwerdeführer bringe mehrere Risikofak
toren für eine solche Erkrankung mit
und die Symptomatik sei auch unter nach
gewiesener Abstinenz nicht vollständig abgeklungen, weshalb die Diagnose nicht einfach verneint werden könne, zumal der Beobachtungszeitraum für allfällige neue Episoden noch zu kurz sei (vgl. vorstehend E. 3.7.2).
Diese Einschätzung stimmt mit den Beurteilungen
durch
Dr.
E._
und
Dr.
Z._
überein. So ging
Dr.
E._
bereits im Januar 2014 differen
tial
diag
nostisch von eine
r paranoiden Schizophrenie aus und erachtete
den Be
schwer
deführer deshalb seit
4.
Juni 2013 als vollständig arbeitsunfähig (vgl. vorstehend E. 3.2). Daran hielt er in den folgenden Berichten fest und stellte die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie in seinem Bericht vom
8.
Juni 2015 defi
nitiv
(vgl. vorstehend E. 3.4). Ebenso wies
Dr.
E._
darauf hin, dass der Beschwerde
führer abstinent sei und das Abhängigkeitssyndrom keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (E. 3.3 und 3.4).
Dr.
Z._
bestätigte die von
Dr.
E._
gestellte Diagnose
und ebenso
dessen
Einschätzung, dass der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig sei. Er habe die ge
schilderten psychotischen Zustände ausführlich exploriert; der Beschwerdeführer habe in einer Form von Beschwerden berichtet, wie sie der Facharzt von erkran
kten
Patienten kenne. Auch auf intensives Nachfragen hin sei es nicht gelungen, Inkonsistenzen oder Diskrepanzen zwischen den geschilderten Beschwerden und der Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt festzustellen (vorstehend E.
3.5). In diesem Zusammenhang fällt
insbesondere
auf, dass der Beschwerde
führer
sowohl bei
Dr.
Z._
als auch bei
Dr.
A._
und
Dr.
B._
konsistent
von drei ihn beein
flussenden Gestalten berichtete
: Er kenne drei Ge
stalten, eine dunkle und zwei helle, die ihm meistens helfen und ihm teilweise sagen würden, was er tun solle (vgl. vorstehend
E. 3.5); es seien drei Personen mit unterschiedlicher Bedeutung, zudem höre er sie sprechen, obwohl sie nicht da seien (vgl. vorstehend E. 3.6);
es seien drei gewesen, den einen habe er sehen können, die zweite Person sei ein dunkler Schatten gewesen, der Kräftigste habe eine helle Gestalt gehabt, er sei der Anführer gewesen. Was er bei der Arbeit erreicht habe, habe er den Stimmen zu verdanken
, er habe dadurch viel Diebstahl verhindern können
(S
. 13
Mitte
des Gerichtsgutachtens).
Diese Aussagen bestä
ti
gen die Einschätzung von
Dr.
Z._
, wonach keine Inkonsistenzen feststellbar gewesen seien.
Dass der Beschwerdeführer nach Lage der Akten jahrelang ohne ersichtliche Einschränkung arbeiten konnte,
schliesst die Diagnose
der paranoiden Schizo
phrenie
und die dadurch vorübergehend verursachte Arbeitsunfähigkeit nicht aus, handelt es sich bei der Schizophrenie doch um eine Krankheit, die episodisch
mit vollständiger Remission auftreten kann (vgl. Dilling/Mombour/Schmidt (Hrsg.),
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 1
0.
Auflage, S. 131 unten).
Wie
Dr.
B._
bestätigte, trat ab
2013 ein solcher Schub auf.
Ob
dieser im Zusammenhang mit dem Drogenkonsum des Beschwerdeführers steht, ist nachfolgend zu prüfen.
4.3
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn
sie eine Krankheit
oder einen Unfall
bewirkt hat,
in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogen
sucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invali
di
tätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder
soziokulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo
die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogen
sucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychoso
zia
len Problematik wesentlich bessern (und die damit verbundene Beeinträch
tigung des Leistungsvermögens sich entsprechend verringern) würde
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, Rz 51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigen
ständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogen
sucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der
psychiatrische Be
fund selber zu Arbeitsunfähigkeit
führt. Sodann können selbst reine Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn
daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt.
Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unab
hängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2).
4.
4
Vorliegend hat die Gerichtsgutachterin (wie
im Übrigen auch
auch
Dr.
E._
und
Dr.
Z._
) Befunde erhoben, die nicht
allein
in der Drogensucht ihre hin
reichende Erklärung finden. Insbesondere
ist
aus der früheren vollständigen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ersichtlich
, dass der
damalige
regel
mässige Drogenkonsum
- nach Angaben des Beschwerdeführers habe er zeit
weilig ganztags gekifft, während er vollzeitig gearbeitet habe (vgl. vorstehend E.
3.5) -
seine
Arbeitsfähigkeit
gerade
nicht
beeinfl
usste
.
O
bwohl
der Beschwerde
führer
nun nachweislich
abstinent ist, stellte
Dr.
B._
weiterhin Symptome der psychischen Erkrankung wie gelegentliches Gedankenabreissen, wiederholtes Vorbeireden und Nachlassen der Konzentration fest
und wies auf eine Tendenz zur Dissimulation hin. Die Symptomatik sei zwar erfreulich rück
läufig, jedoch auch unter nachgewiesener Abstinenz wahrscheinlich nicht voll
ständig abgeklungen (vorstehend
E. 3.7.2
).
Nicht allein die allfälligen Folgen des Konsums, sondern der psychiatrische Befund selbst führte somit zur Arbeitsun
fähigkeit.
Dementsprechend ko
mmt dem Gutachten von
Dr.
A._
geringerer Beweiswert zu.
Wohl stand der Beschwerdeführer - wie er nachträglich gegenüber
Dr.
B._
einräumte (vgl. S.
14 des Gutachtens) - anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
A._
unter dem Einfluss von Kokain, was jedoch, wie
Dr.
B._
darlegte, die psychische Erkrankung nicht ausschliesst.
Dr.
A._
nahm denn auch keine genügende Differenzierung
zwischen Erkrankung und Sucht
vor oder sah keinen Anlass dafür. Dass
gemäss seiner Beurteilung
in konsumfreien Zeiten eine volle Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben soll (vgl. vorstehend E. 3.6), kann aufgrund der Feststellungen von
Dr.
B._
nicht bestätigt werden
.
Im Vergleich zur einen längeren Zeitraum abbildenden Aktenlage ist die Begut
achtung durch
Dr.
A._
als Momentaufnahme zu sehen, welche nicht das ge
samte Bild zeigt.
4.5
Dr.
B._
ging spätestens ab Dezember 2013 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus
, was mit der medizinischen Aktenlage übereinstimmt
. Ab etwa
Anfang 2018 habe eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Umfang von 50
%
und ab Juli 2018 von 80
%
- entsprechend der wieder aufgenommenen angestammten Tätigkeit -
bestanden. Die angestammte Tätigkeit sei, sofern ohne Führungsfunktion, gut angepasst.
Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer sich als alleinerziehender Vater noch um zwei schul
pflichtige Kinder und den Haushalt kümmert, ist
faktisch
sogar von voller Arbeits
fähigkeit auszugehen
, auch wenn
Dr.
B._
das derzeitige Pensum als grenzwertig fordernd bis überfordernd erachtete.
4.6
Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser An
passungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der
Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweis
bedarf. Sie fehlt ganz allgemein in Fällen, die sich durch die Erhebung prägnanter Befunde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diag
nose und funktioneller Auswirkungen im Rahmen beweiswertiger Arztberichte und Gutachten (vgl. BGE 125 V 351) auszeichnen. Was die Befunde angeht, ist etwa an Störungsbilder wie
Schizophrenie, die
sich aufgrund klinischer psy
chia
trischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen vergleichen lassen
, zu denken
(BGE 139 V 547 E. 7.1.4 S. 562).
Auch bei Suchterkrankungen ist keine Indikatorenprüfung durchzuführen (vgl. die Urteile
8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4 und 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3
).
4.7
Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit ist festzuhalten, dass
gemäss Angaben des Arbeitgebers ab 1
1.
Februar 2013 bis zum
1.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 bis 50
%
bestand (vgl.
Urk.
5/10/7), jedoch dazu keine
zeitnah ergangenen
ärztlichen
Berichte oder
Atteste bei den Akten liegen
.
Dr.
C._
nannte
aber
in seinem Bericht vom
9.
Januar 2014
ebenfalls
das Datum des 1
1.
Februar 2013 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend E. 3.1). Ein weiteres Attest
bestätigt
eine volle Arbeitsunfähigkeit am dem 2
2.
April 2013 (vgl.
Urk.
5/2/1). Nachdem der Beschwerde
führer bis zum
2.
März 2013 bei der
Y._
angestellt war, stellt sich die Frage nach
Leistungen der beruflichen Vor
sorge, die jedoch nicht im vorliegenden Verfahren
zu beantworten ist.
Denn d
er Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspru
chs. Da der Beschwerde
führer sich erst am 2
3.
Dezember 2013 bei der Invalidenversicherung angemeldet hat, ist unbesehen des tatsächlichen Beginns seiner Arbeitsunfähigkeit ein Renten
anspruch erst ab Juni 2014 entstanden.
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setz
mässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Ausnahmsweise kann das Gericht aus prozessökonomischen Gründen auch die Verhältnisse nach Erlass der Verfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechtswirkungen über den Entscheidzeitpunkt hinaus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das
Prozessthema bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine solche Ausdehnung des richterlichen Beurteilungs
zeitraums ist indessen – analog zu den Voraussetzungen einer sachlichen Aus
dehnung des Verfahrens auf eine spruchreife Frage, die ausserhalb des durch die Verfügung beziehungsweise den Einspracheentscheid bestimmten Rechtsverhält
nisses liegt (BGE 122 V 34 E. 2a; zum Begriff des Anfechtungsgegenstandes vgl. BGE 125 V 413 E. 1a
)
– nur zulässig, wenn der nach Erlass des Entscheids ein
getretene, zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeit
punkt führende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist und die Verfah
rens
rechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches Gehör, respek
tiert worden sind (BGE 130 V 138 E. 2.1).
Vorliegend wurde eine anspruchsrelevante Arbeitsunfähigkeit mittels Gerichts
gut
achten über den Verfügungszeitpunkt hinaus attestiert, deren Rechtswirkung zu beachten ist. Der Sachverhalt ist hinreichend genau abgeklärt, und das rechtliche Gehör
wurde den
Parteien gewährt.
5.2
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimm
ungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Inva
lidenversicherung,
IVV)
analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wend
baren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
5.3
Gemäss Gerichtsgutachten bestand spätestens ab Dezember 2013 volle Arbeits
unfähigkeit in jeder Tätigkeit, was ab Juni 2014 zu berücksichtigen ist. Ab Januar 2018 bestand in der angestammten Tätigkeit, welche zugleich angepasst ist, eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
, was gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV nach drei Monaten, mithin ab
April 2018, zu berücksichtigen ist. Ab Juli 2018 ist von einer
dauernden
Arbeitsfähigkeit von mindestens 80
%
in der angestammten Tätigkeit auszu
gehen. Damit ergibt sich ein befristeter Rentenanspruch in dem Sinne, dass der Beschwerdeführer
ab
Juni 2014 Anspruch auf eine ganze und
von
April 2018
bis Ende Juni
2018 auf eine halbe Invalidenrente
hat
. Ein Einkommensvergleich erübrigt sich,
da bei Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ein Prozent
vergleich vorgenommen werden kann.
Der angefochtene Entscheid ist somit nicht rechtens. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 1’000.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Die Kosten des
Gerichtsgutachtens von
Dr.
B._
vom 2
8.
Dezember 2018 betragen
Fr.
7'725.-- (
Urk.
18). Die Kosten für die Laboranalysen betragen
Fr.
809.40 (
Urk.
19).
Die Kosten eines Gerichtsgutachtens können dem Versi
che
rungsträger auferlegt werden, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem Verwal
tungs
verfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweis
massnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt (vgl. BGE 139 V 225 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 137 V 210).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 2
3.
August 2017
, obwohl
dieses
nicht zu über
zeu
gen vermag (vgl. E.
4.3) und den Akten
deutliche
Hinweise auf eine
anspruchs
relevante
psychische Krankheit zu entnehmen sind.
Dementsprechend sind ihr die Kosten für das Gerichtsgutachten
und die Laboranalysen
aufzuerlegen.