# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 33d61ec2-6bd2-4283-abbc-6da749e00153
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1968
in Portugal
geborene
und im Jahr 2014 in die Schweiz eingereiste
X._
war seit
Mai 2014
bei der
Z._
GmbH
mit Sitz in A._
als
Schaler
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folg
en von Unfällen versichert. Am 19. Juni 2018 verkantete er sich beim Schneiden einer Schaltafel und rutschte mit der Hand direkt in die Kreissäge
(Unfallmeldung vom 2
2. Juni 2018
[
Urk.
8/1]). Er
wurde
notfallmässig
ins Kantons
spital
B._
eingewiesen
, wo
verschiedene Verletzungen
an den Fingern (
Dig
II: Fraktur Metacarpale II Köpfchen mit Defektzone, Defektläsion Grund
phalanx dorsalseitig mit Substanzdefekt der Gelenkfläche ca. 50 %, Streck
sehnenläsion Zone V, Läsion des Kapsel-/Bandapparates;
Dig
III: Defektläsion MCP III dorsalseitig mit Substanzdefekt ca. 25 % am Metacarpale-Köpfchen und Grundphalanx-Basis, Läsion des radialen Kollateralbandes, Strecksehnenläsion Zone V)
diagnostiziert
und
gleichentags
operativ
versorgt
wurden (Osteosynthese Metacarpale II mit 3.0
mm CCS-Schraube
langgewindig
40
mm Hand rechts;
Refi
xation
bzw. Naht Kapsel-/Bandapparat MCP II/III; St
r
eckseh
n
ennaht
Dig
II und III Zone 5 [
Urk.
8/5
, 8/36
]
)
.
Nach seiner Entlassung am 21. Juni 2018 wurde
d
er
Versicherte
weiterhin im Kantonsspital
B._
(
Urk.
8/6) sowie
von med.
pract
. C._
,
Praktischer Arzt
(
Urk.
8/43)
, behandelt.
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen
(
Urk.
8/3
).
Bei anhaltenden Beschwerden (wenig beweglicher, schmerzhafter, kälteempfindli
ch
er und hyposensibler Zeige
finger und
trotz fehlender Fraktur
fehlrotierte S
itua
t
i
on am Mittelfinger)
und weiterhin vollständiger Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/122) wurde am
5. April 2019 eine weitere Operation
durchgeführt
(Handverschmälerung durch Strahlresektion Zeigefinger rechts, Korrekturosteotomie Os metacarp
ale III rechts [
Urk.
8/124
]
).
Nachdem Kreisarzt Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
am
1
7.
u
nd 19.
Dezember 2019 eine Untersuchung
des
Versi
cherten
un
d eine Beurteilung der Arbeits
fähigkeit und des Integritätsschadens vorgenommen hatte
(
Urk.
8/199, 8/200
),
teilte die Suva
mit Schreiben
vom 6. Januar 2020
(
Urk.
8/207
)
mit, dass sie die Taggeld-
und Heil
kosten
leistungen
wegen Erreichens des medizinischen Endzustandes per 31. Januar 2020 einstelle.
Sie stellte
dem Versicherten
jedoch in
Aussicht, dass sie weiterhin
für die notwendigen Medikamente und dessen ärztliche Kontrollen betreffend Abgabe der Verordnung, für zwei bis drei handärztliche Kontrollen pro Jahr sowie für
zw
ei bis drei Serien Ergotherapie
jähr
l
ich zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit
aufkomm
e.
Auch
die Kosten eines S
chutz
handschuhs
würde
n
übernommen,
falls
dieser
beruflich benutzt werde.
M
it Verfügung vom
2
1.
Februar 2020
sprach die Suva sodann
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von
13 % und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 80'421.--
im Betrag von monatlich Fr. 697
.-- sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 18'525.-- (12.5 %) zu (
Urk.
8/
238
).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
19. März 2020
(
Urk.
8/249
) wies sie mit Entscheid vom
23
.
Juli
2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 14
.
September
2020 Beschwerde mit den
Anträgen
, der
Einspracheentscheid
vom 23. Juli 2020 sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad auf mindestens 19 % festzulegen. Ausser
dem sei der versicherte Verdienst
auf Fr. 84'107.--
festzusetzen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
13. November
2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
16. November
2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
2.
2.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die
am
21. Februar 2020 (
Urk.
8/238) verfügte
Integri
tätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 12.5 %
unange
fochten blieb
(
Urk.
8/249)
und damit in Rechtskraft erwachsen
ist. So
dann wurde weder die
Einstellung der Taggelder und der Heil
behandlung
per 31. Januar 2020 (
Urk.
8/207
) noch der damit ve
rbundene Fallabschluss durch den Beschwerde
führer
in Frage gestellt
(
Urk.
1 S. 2 ff.)
.
In Bezug auf die medizinischen Abklärungen und die bestehenden Einschränkun
gen blieb sodann unbestritten, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist
, wobei auch das Belastungsprofil nicht bestritten wurde
(
Urk.
1 S. 3 f.,
Urk.
2 S. 2)
.
Diese Einschätzung steht mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang.
Strittig und zu prüfen ist
damit einzig
die Höhe des
Valideneinkommen
s
sowie
des
versicherte
n
Verdienst
es
(vgl
.
Urk.
1 S. 2 ff.,
Urk.
2 S. 2 ff.).
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
diesbe
züglich
im Wesentlichen damit, dass
der
Validenlohn
gemäss den Angaben des
Arbeitgebers
vom 14. Februar
2020
(vgl. Urk. 8/231)
und der Aktennotiz vom 21.
Februar 2020
(vgl. Urk. 8/235)
F
r.
70'118.-- (Fr. 33.2
0 x 2112
Jahresstunden) betrage. Bei d
er Jahresstundenzahl
von 2112
seien die Ferien- und Feiertage mit
abgegolten. Zudem könnten Kinderzulagen beim
Valideneinkommen
nicht berücksichtigt werden.
2.3
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
beim
Valideneinkommen
sei
en
auch die gemäss A
rt.
3 der
«
Vereinbarung über den Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe 2019-2022 (LMV 2019) sowie die Löhne 2019-2020
»
vom 3. Dezember 2018 festgeleg
ten Lohnerhöhungen von jeweils Fr.
0.45 pro Stunde zu berücksichtigen. Zudem sei sowohl beim
Valideneinkommen
als auch beim versicherten Verdienst zusätzlich die Mittagentschädigung von Fr. 16.-- einzuberechnen.
2.4
Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2020
(
Urk.
7)
führte die Beschwerde
gegnerin aus, das
Valideneinkommen
sei entgegen dem
Einspracheentscheid
mi
ttels LSE zu berechnen. G
estützt auf die Akten
beständen
keine Anhaltspunkte, dass
die Unternehmen, bei welchen der Beschwerdeführer eingesetzt worden sei,
für die Zukunft ein unbefristetes A
r
beitsverhältnis eingehen wollte
n
, weshalb vorliegend nicht von einem stabilen Arbeitsverhältnis ausgegangen werden könne
.
Das Invalideneinkommen sei gestützt auf die LSE 2018 zu ermitteln, es betrage Fr. 62'093.--. Verglichen mit dem
Valideneinkommen
ergebe sich eine Erwerbseinbusse von 13 %.
3.
3.1
Da der Beschwerdeführer unfallbedingt nicht mehr in seinem angestammten Be
ruf als Schaler arbeitsfähig ist, ist
s
ein Rentenanspruch aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu prüfen.
3.2
Die Beschwerdegegnerin verfügte den Invaliditätsgrad von 13 % am 21. Februar 2020 gestützt auf das Einkommen, das der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit verdienen könnte (
Valideneinkommen
), das Invaliden
einkommen er
mittelte sie gestützt auf die LSE 2016 (Urk. 8/238). In der Beschwer
deantwort vom 13. November 2020 (Urk. 7) änderte die Suva die Begründung für den
Invaliditätsgrad von 13 % (E. 2
.4
hievor
), was grundsätzlich zulässig ist und den Beschwerdeführer nicht beschwert. Zumal das Sozialversicherungsgericht nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist (§ 25
GSVGer
) und noch weniger an deren Begründung; es hat die erheblichen Tatsachen von Amtes wegen fest
zustellen (Art. 61
lit
. c ATSG).
3
.3
Der Beschwerdeführer war seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2014 bis zum Unfallereignis vom 19. Juni 2018 fü
r die
Z._
GmbH, einem
Personalverleiher, tätig.
Die Beschwerdegegnerin
knüpfte
für die Bemessung des
Valideneinkommens
deshalb
zunächst
am
zuletzt
erzielten
Einkommen
an
,
stellte i
m Rahmen der Beschwerdeantwort
unter Hinweis auf das Urteil des Bundes
gerichts 8C_277/2016 vom 20. Juli 2016
hingegen
auf LSE-Ta
bellenwerte ab
.
Vergleicht man den vorliegenden Sachverhalt mit demjenigen, welcher dem besagten Urteil zugrunde liegt, lässt sich – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte (
Urk.
7 S. 2
f.
) – feststellen, dass hier ebenfalls keine Anhaltspunkte bestehen, dass die
E._
AG, bei welcher
der Beschwerde
führer eingesetzt
worden war
, für die Zukunft ein unbefristetes Ar
beitsverhältnis eingehen wollte
. Allerdings schei
nt das Arbeitsverhältnis mit dem
Personal
verleiher
, der
Z._
GmbH,
doch eine gewisse Stabilität aufzuweisen, war der Beschwerdeführer doch während knapp vier Jahren für die
se Firma
tätig, wohnt
(e)
in einer von letzterer (gegen Entgelt) zur Verfügung gestellten Wohnung und ist auch nach seinem Unfall weiterhin für den gleichen Arbeitgeber tätig
(Urk. 8/271)
. Auch vor seiner Einreise
in die Schweiz
war
der Beschwerdeführer offenbar
europaweit während mehreren
Jahren
als Schaler
für einen
oder mehrere
P
ersonalverleiher tätig (
Urk.
8/146 S. 4)
.
Wie nachfolgend
aufzu
zeigen ist, sind für die Bemessung des
Validenein
kommens
aber dennoch die Tabellenlöhne heranzuziehen:
3.4
Ein Blick auf den IK-Auszug vom 11. April 2019
(
Urk.
8/117)
zeigt, dass das Einkommen des Beschwerdeführers
in den vier Jahren vor dem Unfall
nicht unerheblichen
Schwankungen unterlag: So erzielte er von Mai bis Dezember 2014 Fr. 45'962.--, im Jahr 2015 Fr. 69'849.--, im Jahr 2016 Fr. 67'042.-- und im Jahr 2017 Fr. 63'790.--. Daraus erhellt, dass die
Brutto-Jahresarbeitszeit
–
entgegen
den Berechnungen
der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid
(
Urk.
2 S. 3) sowie denjenigen
des Beschwerdeführers
in der Beschwerdeschrift
(
Urk.
1 S. 4
)
–
nicht konstant bei 2112
Stunden
gelegen haben
kann, was bei einem Personal
verleihverhältnis auch nicht weiter erstaunt
.
Daran ändern auch die Erklärungen der
Z._
GmbH zur Jahresstundenanzahl (
ca.
2000 [
Urk.
8/74
S. 4
] beziehungsweise 2112 Stunden [
Urk.
8/130]) nichts, liessen sich ansonsten doch die Schwankungen
in dieser Grössenordnung (
die Bruttolohnsumme liegt im Jahr 2015 rund
10 %
höher als im Jahr
2017)
nicht erklären. Weiter
zeigen die
akten
kundigen
Lohnabrechnungen und Einsatzverträge, dass auch der Grundlohn
mehrfach angepasst
worden ist
, dies sogar in
nerhalb desselben Einsatzbetriebes (
E._
AG). So betrug der Grundlohn pro Stunde von Juni 2017 bis April 2018 Fr. 30.46 (
Urk.
8/14 S. 3 ff.)
und
von
Mai bis Juni 2018
lediglich
Fr. 30.29 (
Urk.
8/14 S. 27 f
.
, 8/211 S.
3 f.
).
A
m 14.
Februar 2020 dekla
rierte der Arbeitgeber sodann, dass der Grundlohn im Jahr 2020 weiterhin
bei
Fr. 30.30 pro Stunde
liegen
würde
(
Urk.
8/231 S. 3)
.
Im Einsatzvertrag vom 31. März 2020 wurde
jedoch
ein Grundlohn pro Stunde von Fr. 30.04 (
Urk.
8/256 S. 2), im Einsatzvertrag vom 31. August 2020 von Fr. 30.44 (
Urk.
8/270
S. 2) und im Einsatzvertrag vom
4. September 2020 von Fr.
30.8
4
(
Urk.
8/270 S. 1) festge
setzt. Zwar wurden diese Einsatzverträge nach dem Unfallereignis abgeschlossen, allerdings betreffen sie wiederum denselben Einsatzbetrieb und der Beschwerde
führer führt
e
«offiziell» dieselben Tätigkeiten aus (
Urk.
8/271). Damit lassen
diese Dokumente
zusammen mit den früheren Lohnabrechnungen durchaus
R
ück
schlüsse auf
– auch im Gesundheitsfall –
immer wieder stattfindende Grundlohn
schwankungen zu.
Unterliegen
aber
sowohl die
Brutto-Jahresarbeitszeit
als auch der Grundlohn
ständigen
Veränderungen, lässt sich das
Valideneinkommen
anhand dieser Zahlen
nicht
zuverlässig
ermitteln
, zumal auch die
gemäss der Vereinbarung über den
Landesmantelvertrag für das schweizerische Bauhaupt
gewerbe
2019-2020
(vgl.
hiezu
E. 4.3.1)
vorgesehene Lohnanpassung
an der
Jahresstundenzahl
anknüpft
.
Nach dem Gesagten folgt
deshalb
, dass
sich das
Valideneinkommen
aufgrund der tatsächlichen Verhält
nisse nicht zuverlässig ermitteln lässt, weshalb vorliegend auf Tabellenwerte zurückzugreifen ist
.
3.5
Der Beschwerdeführer hat keine eigentliche Berufsausbildung abgeschlossen und arbeitete seit vielen Jahren
in verschiedenen Ländern
als Schaler auf dem Bau.
Angesichts dieser Umstände
rechtfertigt sich für die Ermittlung des
Validen
einkommens
ein Abstellen auf die LSE 2018, Tabelle TA1,
Ziff.
41-43, Bauge
werbe, Kompetenzniveau 1, Männer. Damit ergibt sich unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2020 sowie der Nominallohnentwicklung bis ins massgeb
liche Jahr 2020 (Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer 2016-2019, Ziff. 41-43) ein
Valideneinkommen
von
Fr. 70'915.97
(Fr. 5'622.
-- :
40 x 41.3
x 12 x 1.01 x 1.008
).
3.6
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/aa).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135
V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführer hat im Jahr 2020 zwar wieder
um
eine Tätigkeit bei seinem ehemaligen Arbeitgeber aufgenommen
(
Urk.
8/271)
. Dabei handelt es sich aber offensichtlich nicht um eine leidensangepasste
, da zu schwere,
und damit auch nicht um eine zumutbare T
ätigkeit.
Es ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit längerfristig
wird ausüben können
(vgl.
Urk.
8/271).
Folglich kann für die
Ermittlung des Invalideneinkommens
vorerst
nic
ht darauf abgestellt werden
.
Sollte das Arbeitsverhältnis allerdings für längere Zeit andauern
, womit es als stabil zu betrachten wäre
,
wäre
die Rente im Hinblick auf veränderte Verhältnisse
allenfalls
revisionswei
s
e zu überprüfen
.
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil ist mit der
Suva auf die LSE 2018
, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen. Der Lohn für Hilfs
arbeiten betrug unter Berücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr 2020 sowie der Nominallohnentwicklung bis ins massgeb
liche Jahr 2020
(Bundes
amt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer 2016-2019, Ziff. 05-96, Total)
Fr. 68'923.58
(Fr. 5'417
.
-- :
40 x 41.7 x 12
x 1.009 x 1.008
) für ein vollschichtiges Pensum.
Der von der Beschwerdegegnerin vorge
nommene
leidensbedingte
Abzug von 10 % erscheint
angesichts der Umstände und unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (
Urk.
8/200 S. 10) als
ange
messen und blieb unbestritten, so dass darauf abgestellt werden kann. Folglich reduziert sich
das Invalideneinkommen auf Fr.
62'031.--
.
3.7
Wird
das
Valideneinkommen
von Fr. 70’916
.-- dem Invalideneinkommen von Fr.
62'031.--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
8'885
.--
,
was
einem Invaliditätsgrad von 12.53
%, gerundet 13
%,
ent
spricht
.
4
.
4
.1
Bei Vollinvalidität beträgt die Invalidenrente 80 % des versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG).
4
.2
Als versicherter Verdienst gilt
–
mit einzelnen, vorliegend jedoch nicht zur Diskussion stehen
den Abweichungen –
der nach der Bundesgesetzgebung
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
massgebende Lohn (Art.
22 Abs. 2
der
Verordnu
ng über die Unfallversicherung [UVV]
).
Als Grundlage für die Bemessung der Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbe
zahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch
besteht
(Art.
22 Abs. 3 UVV)
.
4.3
4.3.1
Im Unfallzeitpunkt vom 19. Juni 2018 stand der Beschwerdeführer als Schaler in einem Leiharbeitsverhältnis; Arbeitgeberin war die
Z._
GmbH. Gemäss Art. 3 des auf den Beschwerdeführer anwendbaren, allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrages Personalverleih 2016-2018 vom 29. März 2016 (Art. 2 und 4 GAV) gilt der GAV Personalverleih auch dort, wo für einen Einsatz
betrieb ein anderer Gesamtarbeitsvertrag gilt; der GAV Personalverleih über
nimmt dabei unter Ausschluss einer Anwendung der Bestimmungen des GAV Personalverleih die rechtskräftigen, gesamtarbeits
vertraglich geregelten Lohn- und Arbeitszeitbe
stimmungen gemäss Art. 20 des Bundesgesetzes über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVG, SR 823.11) und Art. 48a
der Verordnung über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVV, SR
823.111) von im Einsatzbetrieb geltenden GAV, die allgemeinverbindlich erklärt sind. Zu den Lohnbestimmungen
gehören gemäss Art.
48a AVV unter anderem
Bestimmungen über Spesen.
Nach Art.
60 des vom Bundesrat allgemein verbindlich erklärten Landes
mantel
vertrages für das Bauhauptgewerbe (LMV) gilt Folgendes: "Der Betrieb sorgt nach Möglichkeit für ausreichende Verpflegung anstelle einer Barentschädigung. Fehlt die entsprechende betriebliche Verpflegungsmöglichkeit oder können
Arbeit
nehmende
in der Mittagspause nicht nach Hause zurückkehren, ist ihnen eine Mittagessenentschädigung von mindestens
Fr.
16.00 auszurichten. Die Vertrags
parteien der lokalen GAV können einen höheren Ansatz vereinbaren. Sie können zusätzliche Bestimmungen erlassen, die unter anderem die Einzelheiten der Anspruchsberechtigung regeln." Diese Bestimmung lau
tet seit Inkrafttreten des LMV –
mit A
usnahme der Entschädigungshöhe –
gleich.
4
.3.2
Der Beschwerdeführer wurde vor dem
Unfall nicht am Sitz der
Z._
GmbH in
A._
eingesetzt, sondern auf einer Baustelle des Einsatzbetriebes
E._
AG (mit Hauptsitz in F._; CHE
-....
) an der Strasse G._ in H._
(Urk.
8/1). Aus der Scha
denmeldung UVG vom 22. Juni 2018
geht hervor, dass der im Stundenlohn
salierte
Beschwerdeführer Ans
pruch auf den Grundlohn von Fr.
30.29 hatte, die Ferien-/
Feiertagsent
schädigung von Fr. 5.05 sowie den Anteil 13. Monatslohn von Fr.
2.9
5.
Zudem war ei
ne Kinderzulage in Höhe von Fr. 250.--
monatlich geschul
det. Andere Lohnzulagen wie beispielsweise
Naturallo
hn waren nicht geschuldet (Urk. 8/1 Ziff.
12). Aus den aktenkundigen Lohnabrechnungen vo
n Juni 2017 bis Juni 2018 (Urk.
8/14, 8/211) geht hervor, dass dem Beschwerdeführer die
hievor
erwähnten Lohnbe
s
tandteile ausbezahlt und davon –
mi
t Ausnahme der Kinderzulage(n) –
die Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen in Abzug gebracht wurden. Auf den jeden Monat
taggenau
ausgerichteten
Mittagsentschädigungen von Fr.
16.00/Tag wurden keine Arbeitnehmerbeiträge in Abzug gebracht.
Entgegen dem vom Beschwerdeführer referenzierten Bundesger
ichtsentscheid (Urk.
1
S. 4 Ziff.
5.3 und 6) handelt es sich bei den vorliegend ausgerichteten Mittagsentschädigungen gerade nicht um Entschädigungen für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlic
hen Arbeitsort, die gemäss Art. 9 Abs.
2 AHVV zum massgebenden Lohn gehören. Die Mittagsentschä
digungen sind gestützt auf Art.
60 LMV auszurichtende Spesen, die geschuldet waren, weil der Beschwerdeführer sich über Mittag weder am Sitz der
Z._
GmbH
in
A._
in einer Kantine verpflegen noch über Mittag nach Hause zurückkehren konnte, so dass er auf auswertige Verpflegung angewiesen war, was bekanntlich im Vergleich mit der Verpflegung in einer Kantine oder zuhause zu Mehrkosten führt, insbesondere wenn eine ausreichende, warme Mahlzeit eingenommen wird, wovon der LMV ausgeht (vgl. den von der Gewerkschaft
unia
herausgegebenen Kommentar zum Landesman
telvertrag für das schweizerisch
e Bauhauptgewerbe 2012-2015, S.
152-154; abrufbar unter: https://docplayer.org/4987
5125-Kommentar-zum-landesmantel
vertrag-fuer-da
s-schweizerische-
bauhauptge
werbe.html).
Nach dem Gesagten stellen die Mittagsentschädigungen keinen Teil des Lohnes dar, der für die Festsetzung des versicherten
Verdienstes für die Rente (Art. 15 Abs. 2 UVG, Art. 22 Abs.
2 UVV) hätte berücksichtigt werden müssen (vgl. Urteile des hiesigen
Gerichts UV.2018.00264 vom 20. Januar 2020 E. 5.2 und UV.2013.00051 vom 12. August 2015 E.
4.6).
Deshalb erweist sich
der durch die Beschwerdegegnerin
ermittelte
versicherte Verdienst
als korrekt.
5.
Folglich
ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 23. Juli 2020 (
Urk.
2)
zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenlos.
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
ist dem unterliegenden Beschwerdeführer keine Prozessentschädigung zuzusprechen.