# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 31100544-99a4-4c91-8320-7ee23e00b092
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1968 geborene X._ war vom 23. Mai 2005 bis zum 31. Dezember 2010 als Produktionsmitarbeiterin bei der Y._ AG in einem 80 bis 100 %-Pensum tätig, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 18. April 2010 war (Urk. 13/14 und Urk. 13/98). Am 22. November 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit radikulärer Reizung und eine Diskushernie L4/5 mit möglicher Neurokompression bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 13/2). Die IV-Stelle liess die Versicherte bidisziplinär (Psychiat
rie/Neurologie) begutachten (Urk. 13/32). Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 2. August 2012 ab Mai 2011 eine bis Januar 2012 befristete ganze Rente zu (Urk. 13/43 und Urk.13/45). Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 16. Dezember 2013 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (Urk. 13/60).
1.2
Die IV-Stelle beauftragte in der Folge die Begutachtungsstelle Z._
des Universitätsspitals
A._
mit der versicherungs
medizinischen Begutachtung. Das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin/Orthopädie/Neurologie/Psychiatrie) wurde am 31. Dezember 2014 erstattet (Urk. 13/91). Am 13. März 2015 wurde sodann eine Haushaltab
klärung durchgeführt (Urk. 13/93). Mit Vorbescheid vom 17. März 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Zusprache einer befristeten ganzen Rente ab Mai 2011 bis April 2013 in Aussicht (Urk. 13/97). Auf Einwand der Versicherten (Urk. 13/103) hin änderte die IV-Stelle den Vorbescheid dahingehend ab, dass sie der Versicherten ab 1. Mai 2011 eine ganze Rente und ab 1. Mai 2013 bis zum 31. Juli 2013 eine halbe Rente in Aussicht stellte (Urk. 13/106). Auf erneuten Einwand der Versicherten (Urk. 13/107) hin, tätigte sie weitere medizi
nische Abklärungen und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 25. November 2016 ab 1. Mai 2011 eine ganze Rente und ab 1. Mai 2013 bis 31. Juli 2013 eine halbe Rente zu (Urk. 13/122 und Urk. 13/126 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr über Juli 2013 hinaus eine Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1, vgl. auch Beschwerdeergänzung vom 30. Januar 2017, Urk. 6 S. 2). In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 8). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2017 beantragte die Beschwerdegegne
rin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 12), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 10. Februar 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin nach Ablauf der einjährigen Wartezeit keine Tätigkeit zumutbar gewesen sei. Sie habe ab 1. Mai 2011 Anspruch auf eine ganze und ab 1. Mai 2013 auf eine halbe Rente. Da die Beschwerdeführerin ab 11. April 2013 in der angestammten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei, sei der Rentenanspruch bis Ende Juli 2013 zu befristen (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, ihre Krankheit und ihre Beschwerden hätten sich seit Juli 2013 nicht verbessert. Sie leide noch immer unter starken Narbenschmerzen sowie unter belastungs- und bewegungsabhängigen Rückenschmerzen, die bis ins Gesäss und zum Kopf ausstrahlten. Noch immer könne sie aufgrund der Schmerzen nicht mehr als maximal eine Stunde stehen oder sitzen. Noch immer seien Bückbewegungen schmerzhaft, könne sie Arbeiten über Schulterhöhe nicht ausführen, habe sie ein Schwächegefühl im Nackenbereich und fühle sie sich zeitweilig kraftlos (Urk. 6 S. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die der Beschwerdeführerin zugesprochene Rente zu Recht bis Ende Juli 2013 befristet worden ist.
3.
3.1
Das hiesige Gericht erwog im Urteil vom 16. Dezember 2013, gestützt auf die medizinischen Akten sei weder die von der Beschwerdegegnerin von Mai 2011 bis Januar 2012 angenommene 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätig
keit noch die anschliessende erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und die damit einhergehende 100%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkei
ten erstellt (Urk. 13/60 S. 8). In erwerblicher Hinsicht lasse sich der Status der Beschwerdeführerin mangels Abklärungen nicht abschliessend festlegen (Urk. 13/60 S. 10).
3.2
Am 31. Dezember 2014 erstattete die Z._ ein polydisziplinäres Gutachten, wel
ches sich auf die Akten, die Angaben der Beschwerdeführerin sowie die inter
nistische und die neurologische Untersuchung vom 22. September 2014, die psychiatrische Untersuchung vom 25. September 2014 und die orthopädische Untersuchung vom 26. September 2014 stützt (Urk. 13/91).
Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde die folgende genannt:
Chronisches lumbales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5)
-
Status nach intermittierendem rechtsbetontem radikulärem Reizsyndrom L5 im Rahmen einer medio-lateralen Diskushernie LWK4/5 und Recessus lateralis Stenose L5 beidseits (MRT LWS 18.05.2010)
-
Status nach Nervenwurzeldekompression L5 beidseits am 11.10.2012
Die Gutachter führten aus, die Beschwerdeführerin berichte für die Zeit ab 2010 konsistent mit der Aktenlage über die schon damals beschriebenen lumbal betonten Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine rechtsbetont und teilweise mit Taubheitsgefühl im rechten Bein. Sie berichte ebenfalls, dass sich diese Beschwerden seit der Rückenoperation deutlich gebessert hätten. Im Übrigen seien die Schmerzangaben eher vage. Die Beschwerdeführerin berichte über belastungsabhängige Schmerzen bei langem Gehen oder Stehen, bei Gehstre
cken über einer Stunde, beim Bücken und Wiederaufrichten würden lumbale Schmerzen auftreten, nach längeren Gehstrecken auch beidseitig Oberschenkel
schmerzen sowie ein muskuläres Ziehen. In der Untersuchungssituation falle zunächst eine völlig freie spontane Beweglichkeit auf, welche sowohl das Bewe
gen, Absitzen, Aufstehen, Entkleiden, Ankleiden, Abliegen und Aufsitzen von der Untersuchungsliege betreffe wie auch das Sitzen während der Anamnese und das Gehen ausserhalb der Untersuchungssituation. Aus
orthopädischer
Sicht könnten lediglich geringe Restbeschwerden festgestellt werden, welche die Arbeitsfähigkeit qualitativ im Sinne einer Rezidivprophylaxe einschränkten, indem schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten vermieden werden sollten. Auch in der
neurologischen
Untersuchung bestätige sich eine gegenüber dem Zeitpunkt der Voruntersuchung vom Februar 2012 in der B._ Klinik (Prof. C._) gebesserte Situation. Das im Februar 2012 noch vorhandene intermittierende rechtsbetonte radikuläre Reizsyndrom L5 liege aktuell nicht mehr vor und die Schmerzen lumbal seien in geringerem Masse vorhanden. Bei Status nach Nervenwurzelkompression L5 beidseits am 11. Oktober 2012 mit darunter vollständiger Rückbildung des radikulären Reizsyndroms bestehe aus neurologischer Sicht aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus
internistischer
Sicht sei die Beschwerdeführerin gesund.
Psychiatrisch
liessen sich keine Diagnosen stellen (Urk. 13/91 S. 18 ff.).
Der Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Begutachtung im Februar 2012 bei Status nach stattgehabter operativer Intervention und Diskushernien
operation deutlich und nachhaltig verändert. So fänden sich heute im Vergleich zur gutachterlichen Untersuchung am 22. Juni 2012 und zur Untersuchung bei Dr. med. D._ vom 18. September 2012 keine Druckdolenzen paravertebral links und im Bereich des lumbosakralen Übergangs sowie keine Hyperextensi
onsbeschwerden mit Ausstrahlung im Bereich beider Beine Dermatom bezogen L5 beidseits mehr. Es bestehe lediglich noch eine anamnestisch hin und wieder auftretende ausstrahlende Beschwerdesymptomatik im Bereich beider Ober
schenkel mit relativem Kraftverlust im Vergleich zur Situation vor den begon
nenen Wirbelsäulenbeschwerden und ein Brennen im Bereich des Operationsge
bietes (Urk. 13/91 S. 22).
Das heute vorliegende Beschwerdebild sei ausgesprochen gering ausgeprägt, so dass orthopädischerseits von einer vollen Arbeitsfähigkeit für leichte und mit
telschwere körperliche Arbeiten vollumfänglich und ganztägig ausgegangen werden könne. Falls die bisherige Tätigkeit diesem Profil entspreche, resultiere darin grundsätzlich eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Für schwere kör
perliche Arbeiten bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zur Vermeidung der Exazerbation bei Status nach Vorschädigung und operativer Intervention tief
lumbal. Im Frühjahr 2011 habe bei kompressiv-bedingtem radikulärem Reizsyn
drom L5 beidseits eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten bestanden; dies angesichts des Risikos einer Zunahme der Radikulopathie unter den genannten Tätigkeiten mit konsekutiv potentiell sensomotorischen Ausfällen. Damit dürfte vorübergehend auch für die angestammte Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden haben. Auf
grund des weiteren Verlaufs und der diagnostizierten Radikulopathie gelte die volle Arbeitsunfähigkeit jedoch darüber hinaus bis zur operativen Intervention am 11. Oktober 2012 und für einige Monate danach bis zur vollständigen Aus
heilung.
Anamnestisch habe sich nach der operativen Intervention eine konti
nuierliche Verbesserung der Beschwerdesymptomatik im Bereich des Rückens und der Beine gezeigt
(Urk. 13/91 S. 20 f.)
.
Retrospektiv im Verlauf seit Frühjahr 2011 bis drei Monate postoperativ, das heisse bis zum 11. Januar 2013, sei die Beschwerdeführerin anamnestisch,
MR-tomographisch und aufgrund der Aktenlage für leichte, mittelschwere und schwere körperliche Arbeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 11. April 2013 sei sie für leichte und mittelschwere körperliche Arbeiten 100 % und für schwere körperliche Arbeiten 50 % arbeitsfähig. Die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeiten beruhe auf der Überlegung, eine Exazerbation der Beschwerden im Bereich der vorgeschädigten voroperierten tieflumbalen Wirbelsäule zu vermeiden. Die postoperative Verbesserung der Beschwerde
symptomatik bei schon lange vorbestehendem Verlauf beruhe auf der Erfah
rung, dass sich solche schon länger bestehende Beschwerden nicht in kürzerer Zeit, sondern nur über einen längeren Zeitraum zu einer adäquaten Arbeitsfä
higkeit zurückbildeten. Aus Erfahrung erscheine es daher plausibel, dass die ersten drei Monate postoperativ zwar zu einer deutlichen Beschwerdelinderung geführt hätten, aber die Beschwerdeführerin körperlich noch nicht soweit auf
gebaut gewesen sei, dass sie mehr als eine 50%-ige körperliche Arbeit hätte ausführen können. Sechs Monate postoperativ müsse und dürfe davon ausge
gangen werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der anamnestischen Beschwerdeschilderung und aus der klinischen Erfahrung heraus wie heute arbeitsfähig gewesen sei (Urk. 13/91 S. 21 f.).
3.3
Im Bericht der Universitätsklinik E._, Orthopädie, vom 2. Juni 2015 betref
fend die Konsultation vom 29. Mai 2015 wurde die folgende Diagnose genannt:
Lumbalgie bei
-
kleiner Bandscheibenprotrusion L4/5
-
St. n. Dekompression L5 10/2012
Das MRI der Lendenwirbelsäule vom 29. Mai 2015 ergab eine kleine Rezidivher
nie L4/L5 und eine Dorsaldeviation der Nervenwurzel L5 beidseits. Es wurde ausgeführt, es bestehe eine Lumbalgie nach dem oben genannten Eingriff. Diese sei erklärt durch beginnende Segmentdegenerationen. Durch eine operative Therapieoption würden unzuverlässige Resultate erreicht. Bezüglich Arbeits
platzsuche werde eine Tätigkeit mit Wechselbelastung empfohlen (Urk. 13/110 = Urk. 7/3).
3.4
Dr. med. F._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 7. Juli 2015 fest, bei der klinisch rheumatologisch symp
tomorientierten Untersuchung habe keine radikuläre Symptomatik festgestellt werden können. Die rumpfstabilisierende Muskulatur sei deutlich insuffizient. Die paravertebrale Muskulatur beidseits sei hyperton und druckschmerzhaft. Die Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin sei chronisch und komplex. Diagnostisch und therapeutisch seien bereits sehr viele Massnahmen, inklusive interdisziplinäre stationäre Rehabilitationsversuche, erfolgt. Die psychosoziale Konflikt-Situation verstärke das Schmerzempfinden der Beschwerdeführerin (Urk. 13/110 = Urk. 7/4).
3.5
Im Bericht der Klinik für Rheumatologie des G._ vom 18. Januar 2016 zuhanden der IV-Stelle wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches panvertebrales spondylogenes Schmerzsyndrom, eine leichte depressive Episode (F32.00) ohne somatisches Syndrom und eine Periarthropathia genu beidseits genannt. Es wurde ausge
führt, zusammenfassend würden die Beschwerden mit Wirbelsäulenfehlhaltung, segmentalen Dysfunktionen thorako-lumbal sowie ausgeprägten cervical betonten para-/panvertebralen Myotendinosen als cervico-, thorako- und lum
bospondylogenes Schmerzsyndrom mit intermittierendem möglichem radikulä
rem Syndrom L5 rechts mit Schmerzen und Hypästhesie beurteilt. Hinweise für eine entzündliche Genese hätten sich weder klinisch noch anamnestisch noch MR-tomographisch gefunden. Rheumatologischerseits wurde eine Arbeitsunfä
higkeit von 100 % vom 18. August 2015 bis 13. September 2015, von 75 % vom 14. bis 20. September und von 50 % vom 21. bis 27. September 2015 attestiert. Aus rein rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für wechselbelastende Tätigkeiten mit regelmässigen Pausen und nicht nur repetiti
ven, den Rücken belastenden Tätigkeiten unter Vermeiden von Heben/Tragen von schweren Lasten (>15 kg) arbeitsfähig (Urk. 13/118 = Urk. 7/7).
3.6
Am 13. März 2015 wurde eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durchgeführt. Die Qualifikation der Beschwerdeführerin wurde dabei auf 100 % Erwerbstätigkeit festgelegt (Urk. 13/93).
4.
4.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom 31. Dezember 2014 erfüllt die rechtspre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl. E. 1.4). Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter unter Beizug einer Dolmetscherin und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinrei
chend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge ist ein
leuchtend
und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und begründet
.
4.2
Die Gutachter kommen
in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin an einem
chronischen lumba
len Schmerzsyndrom leidet. Aus
orthopädischer
Sicht hätten lediglich geringe Restbeschwerden festgestellt werden können, welche die Arbeitsfähigkeit quali
tativ im Sinne einer Rezidivprophylaxe einschränkten, indem schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten vermieden werden sollten. Auch in der
neurologischen
Untersuchung habe sich eine gegenüber dem Zeitpunkt des Gut
achtens vom Februar 2012 gebesserte Situation gezeigt. Das im Februar 2012 noch vorhandene intermittierende rechtsbetonte radikuläre Reizsyndrom L5 habe nicht mehr vorgelegen und die Schmerzen lumbal seien in geringerem Masse vorhanden gewesen. Bei Status nach Nervenwurzelkompression L5 beid
seits am 11. Oktober 2012 mit darunter vollständiger Rückbildung des radiku
lären Reizsyndroms bestehe aus neurologischer Sicht aktuell keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Das vorliegende Beschwerdebild sei ausgesprochen gering ausgeprägt, so dass orthopädischerseits von einer vollen Arbeitsfähigkeit für leichte und mittelschwere körperliche Arbeiten ausgegangen werden könne. Retrospektiv im Verlauf seit Frühjahr 2011 bis drei Monate postoperativ, das heisst bis zum 11. Januar 2013, sei die Beschwerdeführerin anamnestisch,
MR-tomographisch und aufgrund der Aktenlage für leichte, mittelschwere und schwere körperliche Arbeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 11. April 2013 sei sie für leichte und mittelschwere körperliche Arbeiten 100 % arbeitsfä
hig. Es sei plausibel, dass die ersten drei Monate postoperativ zu einer deutli
chen Beschwerdelinderung geführt hätten, aber die Beschwerdeführerin noch nicht mehr als eine 50%-ige leichte körperliche Arbeit habe ausführen können. Auch aus dem Bericht der Universitätsklinik E._ vom 2. Juni 2015 und dem Bericht der Klinik für Rheumatologie des G._ vom 18. Januar 2016 geht nichts anderes hervor. In beiden Berichten wird eine Tätigkeit mit Wechselbelastung empfohlen. Im Bericht des G._ wird abgesehen von vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten davon aus
gegangen, dass die Beschwerdeführerin für wechselbelastende Tätigkeiten mit regelmässigen Pausen und nicht nur repetitiven, den Rücken belastenden Tätig
keiten unter Vermeiden von Heben und Tragen von schweren Lasten arbeitsfä
hig ist. Eine davon abweichende Einschätzung ist den medizinischen Akten nicht zu entnehmen. Soweit die Beschwerdeführerin moniert, dass das Gutach
ten vom 31. Dezember 2014 und der Bericht vom 18. Januar 2016 nicht mehr aktuell seien (Urk. 6 S. 6), ist darauf hinzuweisen, dass keinerlei Anhaltspunkte bestehen, dass sich der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung aus medizinischer Sicht verändert hätte und auch die Beschwerdeführe
rin keine Berichte eingereicht hat, die auf einen abweichenden medizinischen Sachverhalt hindeuten würden. Weitere Abklärungen erübrigen sich daher.
4.3
Zusammenfassend ist gestützt auf die medizinische Aktenlage mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführe
rin seit 11. April 2013 in ihrer angestammten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig ist. Unter Gewährung einer Anpassungsfrist von drei Monaten hat die Beschwerdegegnerin die Rente somit zu Recht bis Ende Juli 2013 befristet. Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Die Beschwerdeführerin ersuchte mit Eingabe vom 30. Januar 2017 um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 8).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die Bedürftigkeit ist nicht allein aufgrund der Bedarfsrechnung (Gegenüberstel
lung der Einnahmen und Ausgaben), sondern unter Einbezug der Vermögens
situation zu beurteilen.
Gemäss Bescheinigung vom 1. Januar 2017 betrug der Saldo auf dem Spar
konto der Beschwerdeführerin bei der H._ per 31. Dezember 2016 Fr. 44‘028.85 (Urk. 10/8).
Damit verfügt sie bereits über genügend Mittel zur Bestreitung der Prozess- und Anwaltskosten.
Daran ändern die Ausführungen des Rechtsver
treters der Beschwerdeführerin, wonach in diesem Betrag Rentennachzahlungen der IV für den Zeitraum vom 1. Mai 2011 bis 31. Juli 2013 enthalten seien (Urk. 8), nichts.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin verfügt ausserdem per 31. Dezember 2016 über ein Vermögen von Fr. 36‘676.13 auf seinem Konto bei der Kantonalbank (Urk. 10/7). Soweit der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vorbringt, es handle sich um ein 3.-Säule-Guthaben, das sich der Ehemann der Beschwerde
führerin habe auszahlen lassen (Urk. 8 und Urk. 10/11), ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei Leistungen aus einer der anerkannten Formen der gebundenen Vorsorge um den Gegenwert von freiwilligen, steuerbegünstigten Ersparnissen handelt, die dem Begünstigten nach Eintritt der Fälligkeit zur freien Verfügung stehen und daher als Vermögenswerte anzurechnen sind (vgl. Alfred Bühler, Die Prozessarmut
,
in: Christian Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, Parteikosten, Pro
zesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S.
151). Die Beschwer
deführerin und ihr Ehemann verfügen somit über ein Vermögen von rund Fr. 80‘000.--.
Dieser Betrag übersteigt bei Weitem den gerichtsüblichen Vermö
gensfreibetrag von Fr. 20‘000.-- für Ehepaare, so dass der Beschwerdeführerin zugemutet werden kann, daraus die anfallenden Gerichtskosten wie auch die Kosten ihrer Rechtsvertretung zu bestreiten.
Da es an der prozessualen Bedürf
tigkeit fehlt, ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen.