# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa0c142e-dbdf-5c61-a32e-720e5670e7a5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) S.U., geboren 1954, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro
(Kosovo). Er hielt sich zwischen 1987 und 1991 als Saisonnier in der Schweiz auf. Im
November 1991 wurde ihm eine ordentliche Jahresaufenthaltsbewilligung erteilt. Ende
1991 reisten seine Ehefrau Z.U., geboren 1957, im Rahmen des Familiennachzugs
zusammen mit den Kindern K. (geboren 1976), L.(geboren 1978), R. (geboren 1980)
und E. (geboren 18. Februar 1987) in die Schweiz ein. Die Ehefrau und der noch bei ihr
lebende jüngste Sohn E. besitzen die Niederlassungsbewilligung. Die Tochter K. und
der älteste Sohn L. verfügen ebenfalls über Niederlassungsbewilligungen; beide sind
verheiratet und haben eigene Familien. R. U. ist ledig und besitzt seit Mai 2003 das
Schweizer Bürgerrecht.
b) S.U. verfolgte am 4. Februar 1996 mit einem seiner Brüder nach der Teilnahme an
einem katholischen Gottesdienst von Kosovo-Albanern in Bazenheid das mit drei
Erwachsenen und zwei Kindern besetzte Auto der Familie S. und schoss beim
Ueberholen vom Beifahrersitz aus durch die heruntergelassene Scheibe mehrmals mit
einer Pistole auf deren Fahrzeug. Dabei verletzte er F.S., den in der Schweiz zu Besuch
weilenden Vater von M.S., an der Nase und am Hals. Nachdem beide Fahrzeuge zum
Stillstand gekommen waren, gab er weitere Schüsse auf das Auto ab. F. und M. S.
flüchteten aus dem Fahrzeug und versuchten, sich hinter dem nachfolgenden Wagen in
Sicherheit zu bringen. S.U. folgte ihnen mit gezückter Pistole. Auch die Ehefrau von
M.S. verliess mit ihren Kindern das Auto. Als M.S. zurückkehrte, um sich um die Kinder
zu kümmern, schoss S.U. aus einer Distanz von einem bis zwei Metern auf ihn und
verletzte ihn lebensgefährlich im Unterbauch. Nach einem Versuch der Ehefrau von
M.S., ihm die Waffe abzunehmen, und einem weiteren Handgemenge schoss S.U. ein
letztes Mal in Richtung von F.S.. Anschliessend stieg er zu seinem Bruder ins Fahrzeug
und machte sich davon. Insgesamt feuerte S.U. dreizehn Schüsse ab. Die Ehefrau von
M.S. und die Kinder blieben unverletzt.
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St.Galler Gerichte
Am 18. Dezember 2000 sprach das Kantonsgericht St. Gallen S.U. des mehrfachen
vollendeten Versuchs der vorsätzlichen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu
fünfeinhalb Jahren Zuchthaus. Eine Landesverweisung von acht Jahren wurde bedingt
aufgeschoben und eine Probezeit von zwei Jahren angesetzt. Die dagegen erhobene
Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft wurde vom Kassationsgericht mit
Entscheid vom 28. August 2001 abgewiesen. Am 27. Dezember 2001 wies der
Kassationshof des Bundesgerichts die Nichtigkeitsbeschwerden von S.U. sowie der
Staatsanwaltschaft ab.
Mit Verfügung vom 10. September 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von S.U.
um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und setzte ihm eine Ausreisefrist bis
Ende November 2004.
S.U. wurde am 15. September 2004 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 24. September 2004 erhob S.U. Rekurs,
der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 20. Januar 2005
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben vom 1. und 28. Februar 2005 erhob S.U. durch seinen Rechtsvertreter
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, es sei ihm der weitere
Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen, eventuell mit Bedingungen und Auflagen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer sei in einer Ausnahmesituation dem
Druck der Familie und der Tradition erlegen und habe einmalig versagt. Ein Mitglied der
Familie S. habe anlässlich eines Verkehrsunfalls den Tod seines Bruders verschuldet.
Im psychiatrischen Obergutachten, welches vom Strafgericht eingeholt worden sei,
werde eine generell erhöhte Rückfallgefahr weitgehend ausgeschlossen. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts dürften Ausländer, die ausgesprochen lange hier
gelebt hätten, in der Regel nicht schon wegen einer einzelnen Straftat ausgewiesen
werden, selbst wenn diese schwerer Natur sei, sondern erst bei wiederholten Straftaten
von Gewicht und wenn eine negative Tendenz und Prognose in Richtung einer
Fortsetzung der deliktischen Tätigkeit zu erwarten seien. Beim Beschwerdeführer
würden nicht nur eigene Interessen, sondern insbesondere auch die Ansprüche seiner
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Ehefrau und der Kinder auf Ehe und Familienleben verletzt. Es sei für die Ehefrau
unzumutbar, nach jahrzehntelanger guter Ehe ohne den Mann weiter hier zu leben oder
mit ihrem Mann nach Serbien und Montenegro zurückzukehren. Die Familie sei in der
Schweiz sehr gut integriert. Ausserdem habe eine Versöhnung zwischen den ehemals
verfeindeten Familien S. und U. stattgefunden. Auch der Anstaltspsychiater schliesse
einen Rückfall praktisch aus. Auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2005 unter Hinweis auf
den angefochtenen Entscheid auf Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 1. und 28. Februar
2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art.
64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2./ a) Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im
Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem
Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden,
wenn eine mit ihr verbundene Bedingung nicht erfüllt wird oder wenn das Verhalten des
Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt.
Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers lief 1999 ab. Dieser suchte
rechtzeitig um Verlängerung der Bewilligung nach. Streitgegenstand ist demnach im
vorliegenden Fall die Verweigerung der Verlängerung der Bewilligung. In einem solchen
Fall gelangen grundsätzlich die selben Kriterien zur Anwendung wie beim Widerruf
einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG.
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b) Die Ehefrau des Beschwerdeführers verfügt über eine Niederlassungsbewilligung.
Der Beschwerdeführer hat somit gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG grundsätzlich
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dieser Anspruch
erlischt, wenn der Anspruchsberechtigte gegen die öffentliche Ordnung verstossen hat
(Art. 17 Abs. 2 letzter Satz ANAG).
Aufgrund der Niederlassungsbewilligung der Ehefrau kann sich der Beschwerdeführer
auf Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) berufen. Die Beziehung zur Ehefrau
verschafft dem Beschwerdeführer grundsätzlich einen Anspruch auf Schutz des
Familienlebens.
c) Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Schutz des Familienlebens
statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung und das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung
sowie Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral
sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die EMRK verlangt somit
ebenfalls ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen
der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Entzug, wobei die öffentlichen
Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabwägung ist zu fragen, ob den
hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem
Ausländer, der ausgewiesen wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage der Zumutbarkeit
beurteilt sich nicht nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen, sondern ist unter
Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände objektiv zu
beurteilen (BGE 122 II 6 mit Hinweis auf BGE 116 Ib 353 und 115 Ib 3). Eine allfällige
Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen ist mitabzuwägen, führt
aber nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Ausweisung. Wenn es den
Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen, ist Art. 8
Ziff. 1 EMRK zum vornherein nicht verletzt (BGE 122 II 297 mit Hinweisen auf Literatur
und Judikatur).
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Den öffentlichen Interessen sind somit die privaten Interessen der Betroffenen an
einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Je länger ein Ausländer in der
Schweiz lebt und je gewichtiger sein Interesse an der Aufrechterhaltung der familiären
Beziehung einzustufen ist, desto strengere Anforderungen sind grundsätzlich an einen
Eingriff in das Recht auf Familienleben zu stellen. Entscheidend bleibt in jedem Fall die
Verhältnismässigkeitsprüfung gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände des
Einzelfalls.
d) Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Verweigerung einer Bewilligung bzw.
der Notwendigkeit eines Eingriffs in das Recht auf Familienleben sind namentlich die
Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. statt vieler
BGE 120 Ib 130 f.).
Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die
fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE
129 II 216).
Das Kantonsgericht ging davon aus, der Tat sei eine über Jahre bestehende
Konfliktsituation vorausgegangen. Innere Unruhe und Wut über das vermeintliche
Verschleiern der tatsächlichen Ursachen für den Tod seines Bruders durch die Familie
des angeblichen "Täters" M. S. habe sich mit dem Schmerz und der Trauer über den
Verlust des Bruders und der durch die angeblich von Seiten der S.s erfolgten
Drohungen verursachten Angst vermischt. Eine eigentliche Rachetötung liege nicht vor.
Das wohl im Zeitpunkt der Tat ebenfalls mitschwingende, aber nicht auslösende
Mitmotiv der Rache für den Unfalltod des Bruders werde durch das Ergebnis der
Begutachtung in den Hintergrund gedrängt. Jedenfalls könne die Tat nicht mehr
hauptsächlich als eine durch ein verzerrtes Ehrgefühl und einen primitiven, starken
Egoismus hervorgerufene (Blut-)Rachehandlung betrachtet werden. Vielmehr sei von
einer Mischung von Motiven wie Wut/Rache, Trauer, Angst und Verzweiflung wegen
der subjektiv als ungewiss empfundenen Umstände des Todes des Bruders
auszugehen. Diese Beweggründe würden die aufgrund des äusseren
Erscheinungsbildes als heimtückisch, rücksichtslos und kaltblütig erscheinende Tat in
einem Ausmass überwiegen, dass bei einer Gesamtwürdigung nicht mehr von einem
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Mord gesprochen werden könne. Die Tat erscheine somit aufgrund ihres Ablaufs zwar
immer noch als skrupellos, sei aber, was die inneren Umstände betreffe, vor dem
Hintergrund der chronischen depressiven Anpassungsstörung und einer
affektmässigen Belastung in einer sich zuspitzenden Konfliktsituation als Tat einer
psychisch destabilisierten und in ihrem Denken immer mehr eingeengten Person zu
würdigen.
Das Kantonsgericht beurteilte das Verschulden als sehr schwer. Im Anschluss an einen
Gottesdienst habe der Beschwerdeführer auf einer öffentlichen Strasse während des
Ueberholens vom Beifahrersitz aus auf das Fahrzeug der Familie S. geschossen mit der
Absicht, eine bestimmte Person zu töten. Nachdem beide Fahrzeuge zum Stillstand
gekommen seien, habe der Beschwerdeführer weitere Schüsse auf die Beifahrerseite
des Fahrzeuges abgegeben. Auch als die Fahrzeuginsassen bereits die Flucht ergriffen
hätten, sei ihnen der Beschwerdeführer mit vorgehaltener Waffe gefolgt und habe M.S.
mit einem Schuss aus einer Distanz von einem bis zwei Metern in den Unterbauch
lebensgefährlich verletzt. Weiter kam das Strafgericht zum Schluss, der
Beschwerdeführer geniesse allgemein einen guten Ruf. Er habe sich reumütig gezeigt.
Sodann anerkannte das Kantonsgericht eine mittelgradige Verminderung der
Zurechnungsfähigkeit und milderte die Strafe entsprechend. Im Ergebnis wurde eine
Zuchthausstrafe von fünfeinhalb Jahren als angemessen erachtet. Bei der
Strafzumessung wurde übrigens die Versöhnung der ehemals verfeindeten Familien
ausdrücklich als strafmindernd berücksichtigt. Der Beschwerdeführer beruft sich auf
ein Urteil des Kantonsgerichts, bei dem die Versöhnung zwischen Täter und Opfer zu
einer Strafreduktion führte. Im vorliegenden Fall schlug sich die Versöhnung auch im
Strafmass von fünfeinhalb Jahren nieder.
Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht wiegt das Verschulden sehr schwer.
Insbesondere ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei Gewaltdelikten ein
strenger Massstab anzusetzen (BGE 125 II 526). Wer nach einem Gottesdienst auf
einer öffentlichen Strasse Selbstjustiz übt und den Wagen und die Familienangehörigen
eines Widersachers beschiesst, handelt ausgesprochen skrupellos und verwerflich.
Unbestritten ist weiter, dass das Gericht den Vollzug der strafrechtlichen
Landesverweisung bedingt aufgeschoben hat, was bei der fremdenpolizeilichen
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Beurteilung ebenfalls zu berücksichtigen ist (BGE 122 II 435). Die Rechtmässigkeit bzw.
Verhältnismässigkeit einer fremdenpolizeilichen Ausweisung ist indes nicht nach
denselben Grundsätzen zu beurteilen wie die Frage des Vollzugs bzw. des Aufschubs
einer strafrechtlichen Landesverweisung. Zwar trifft es zu, dass im Interesse der
Rechtssicherheit und Rechtseinheit eine gewisse Koordination geboten ist. Das
Bundesgericht bestätigte aber in einem unlängst ergangenen Entscheid seine Praxis,
wonach abweichende Entscheidungen zulässig sind. So erwog es, die
Voraussetzungen für die beiden Entfernungsmassnahmen seien nicht deckungsgleich.
Sie beruhten auf unterschiedlichen Interessenlagen. Die strafrechtliche
Landesverweisung sei vorab auf die Person des betreffenden Ausländers ausgerichtet.
So sei für den Entscheid über den bedingten Vollzug der strafrechtlichen
Landesverweisung die Prognose über ein künftiges Wohlverhalten des Ausländers in
der Schweiz entscheidend. Für den Entscheid über den probeweisen Aufschub nach
Art. 55 Abs. 2 StGB sei einzig auf die Resozialisierungschancen abzustellen, wobei
regelmässig die Aussichten auf Wiedereingliederung in der Schweiz denjenigen im
Heimatland gegenüberzustellen seien. Demgegenüber stehe für den Entscheid über die
fremdenpolizeiliche Ausweisung das allgemeine Interesse der öffentlichen Ordnung
und Sicherheit im Vordergrund. Der konkreten Prognose über das Wohlverhalten sowie
dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts sei zwar im Rahmen der umfassenden
fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen, die beiden
Umstände gäben aber nicht den Ausschlag (BGE 125 II 110 mit Hinweisen). Die
Strafvollzugsbehörde ging übrigens bei der Gewährung der vorzeitigen bedingten
Entlassung aus dem Strafvollzug davon aus, dass sich der Beschwerdeführer vor allem
deshalb bewähren werde, weil er in sein Herkunftsland zurückkehren müsse.
Zwar hat der Gutachter im Strafverfahren eine generell erhöhte Rückfallgefahr
weitgehend ausgeschlossen. Immerhin schränkte er ein, es könne aufgrund der
sensitiven und sensiblen Persönlichkeitszüge des Beschwerdeführers nicht
ausgeschlossen werden, dass dieser beim Auftreten neuer Probleme wieder in eine
Affektlage gerate, die seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit herabsetze. In der
Beschwerde wird festgehalten, der Beschwerdeführer sei in einer Ausnahmesituation
dem Druck der Familie und der Tradition erlegen. Der Priester, der an der Versöhnung
der verfeindeten Familien beteiligt war, führt in seinem Bericht aus, die Blutrache-
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Tradition sei im Herkunftsgebiet des Beschwerdeführers immer noch sehr lebendig und
gegenwärtig und habe letztlich mehr Gewicht und Kraft als das Individuum.
Bei der vom Beschwerdeführer verübten Tat handelte es sich um eine gezielte Aktion
gegen Angehörige einer verfeindeten Familie. Wenn auch mit dieser Familie eine
Versöhnung stattgefunden hat, so kann doch aufgrund des psychiatrischen Gutachtens
nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer in einer ähnlichen Situation,
in der er sich oder Mitglieder seiner Familie als Opfer eines Angriffs sieht, seinerseits
wieder eine Racheaktion begehen kann. Aufgrund der Persönlichkeitsstruktur des
Beschwerdeführers besteht jedenfalls eine erhöhte Gefahr einer Kurzschlusshandlung
in problematischen Lebenssituationen.
Eine Ausweisung kann auch bei einem einmaligen Delikt verhältnismässig sein, wenn
dieses als schwerwiegend einzustufen ist. Das Bundesgericht hat die Zulässigkeit einer
Ausweisung nicht vom Vorliegen mehrerer Delikte abhängig gemacht. Die Berufung
des Beschwerdeführers auf das Urteil des Bundesgerichts vom 16. März 2001 (2A.
468/2000) ist nicht stichhaltig. Dieser Fall betraf einen Ausländer, der seit seinem
neunten Lebensjahr in der Schweiz ansässig war. Demgegenüber ist der
Beschwerdeführer erst seit 1991 im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung, nachdem er
zuvor während vier Jahren als Saisonnier in der Schweiz geweilt hatte. Im Zeitpunkt der
Tat hielt er sich somit weniger als zehn Jahre in der Schweiz auf. Hinzu kommt, dass
das Bundesgericht in jenem Fall dem Betroffenen zugutehielt, er habe keine
Gewaltdelikte begangen. Der Beschwerdeführer verübte dagegen ein
schwerwiegendes Gewaltdelikt.
Die Kinder des Beschwerdeführers sind allesamt volljährig. Der Beschwerdeführer kann
sich daher im Zusammenhang mit der Beziehung zu seinen Kindern nicht mehr auf Art.
8 EMRK berufen. Anders verhält es sich in bezug auf die Ehefrau. Diese verfügt über
die Niederlassungsbewilligung. Die Ehefrau weilt seit Dezember 1991 und damit seit
etwas mehr als dreizehn Jahren in der Schweiz. Sie verbrachte zuvor ihr gesamtes
Leben im Herkunftsland. Unter diesen Umständen ist für sie eine Rückkehr mit dem
Beschwerdeführer nach Kosovo nicht mit unüberwindlichen Problemen verbunden.
Sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau sind mit den
Lebensverhältnissen in Kosovo nach wie vor vertraut. Dies zeigt sich namentlich auch
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darin, dass die Versöhnung zwischen den verfeindeten Familien U. und S. in Kosovo
stattfand. Falls die Ehefrau dem Beschwerdeführer nicht nach Kosovo folgen will, hat
sie, wie übrigens auch die Kinder, die Möglichkeit, ihn regelmässig zu besuchen.
Reisen zwischen der Schweiz und Kosovo sind heutzutage ohne besondere
Schwierigkeiten möglich. Ausserdem bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
selbst durch seine Straftat die Trennung der Familie verursacht hat. Aufgrund der
Besuchsmöglichkeiten sind die familiären Beziehungen nach einer Rückkehr des
Beschwerdeführers nach Kosovo nicht wesentlich stärker erschwert als während des
Strafvollzugs.
Aufgrund des bisherigen Aufenthalts in der Schweiz kann zwar ohne weiteres von einer
gewissen Integration des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau ausgegangen werden.
Allerdings fällt auf, dass der Beschwerdeführer trotz des langen Aufenthalts in der
Schweiz die deutsche Sprache sehr schlecht versteht bzw. sehr schlecht deutsch
spricht. Dies spricht gegen eine intensive Integration in der Schweiz. Auch die Straftat
bzw. die Tatmotive sprechen gegen eine tiefgreifende Integration. Zugutezuhalten ist
dem Beschwerdeführer, dass er sich als Arbeitnehmer wohlverhalten hat und dass er
sich, abgesehen von der vorliegend releventen Straftat, keine weiteren Delikte
zuschulden kommen liess. Nicht zu übersehen ist schliesslich, dass die Kinder weit
besser integriert scheinen als ihre Eltern. Dieser Umstand ist aber bei der
Interessenabwägung nicht von ausschlaggebender Bedeutung.
Der Beschwerdeführer beruft sich im weiteren auf Aeusserungen des
Anstaltsgeistlichen sowie des Hausarztes und des ehemaligen Lehrers seiner Kinder.
Inwieweit diese Personen die Möglichkeit haben, die Rückfallgefahr zu beurteilen, kann
offen bleiben. Immerhin machte der gerichtliche Gutachter einen gewissen Vorbehalt in
bezug auf emotionale Ausnahmesituationen beim Beschwerdeführer. Die Einholung
einer erneuten Expertise ist angesichts des ausführlichen Gutachtens, welches im
Strafverfahren eingeholt wurde, nicht erforderlich.
e) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass das
öffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers aufgrund der
schweren Straftat bzw. des schweren Verschuldens höher gewichtet werden darf als
das private Interesse des Betroffenen und seiner Ehrfrau an einem Verbleib in der
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Schweiz. Die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich
daher als verhältnismässig. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).