# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c53e0409-d7d6-4e8d-97f1-1a991996dfb9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978, verheiratet und Mutter zweier Töchter (geboren 2011 und 2017), war seit dem
1.
Mai 2014 bei der
Z._
AG als Exportsachbearbeiterin tätig, ab dem
1.
Juli 2018 im Umfang einer Vollzeit
beschäftigung (vgl.
die
Familienausweis
e und Geburtsurkunden
in
Urk.
10/
1
,
Urk.
10/
2
und
Urk.
10/7 sowie
die Angaben vom 1
9.
Dezem
ber 2018
im Frage
bogen für
Arbeitgebende
,
Urk.
10/13).
1.2
Nachdem
X._
schon im Jahr 2016 wegen B
eschwerden in
der Lendenwirbelsäule und in den Knien in ärztlicher Abklärung und Behandlung gewesen war (vgl. die B
erichte
der A._
AG vom 14.
Januar und vom 2
2.
August 2016,
Urk.
10/47/56-57 und
Urk.
10/47/9)
, wurden im Juni 2018 wegen verstärkter Beschwerden Infiltrationsbehandlungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des rechten Knies durchgeführt, gefolgt von einer Magnetresonanztomographie der Lendenwirbelsäule vom 2
7.
Jun
i
2018,
einer neurologischen Untersuchung mit
Elektromyographie
vom 1
1.
Juli 2018 und einer erneuten Infiltrationsbehandlung der Lendenwirbelsäule
(Bericht der
A._
AG vom 2
7.
Juni 2018,
Urk.
10/47/
10-11; Berichte der
Klinik
B._
vom 1
2.
und vom 2
5.
Juli 2018
sowie vom 31. August 2018,
Urk.
10/47/12-15
,
Urk.
10/47/19-20
und
Urk.
10/47/23-24
).
Des Weiteren
zeigte eine
Magnetresonanztomographie des rechten Knies von Ende Juli 2018 neben einem Gelenkserguss
Hinweise auf freie Gelenkskörper (Bericht der orthopädischen Klinik des Spitals
C._
vom
3.
August 2018,
Urk.
10/47/16-17) und am 2
7.
August 201
8
wurde deshal
b eine Kniearthroskopie zu
deren
Entfernung durchgeführt (Bericht
e des Spitals
C._
vom 27.
August sowie vom 1
4.
und vom 2
7.
Septemb
er 2018,
Urk.
10/47/21-22, Urk.
10/47/25-27 und
Urk.
10/47/28).
1.3
Nachdem
X._
ab
dem 2
4.
Juli 2018 durchgehend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen war
(vgl. die ärztlichen Bescheinigungen in
Urk. 10/6/20
26)
, wurde sie von der
Mutuel
Versicherungen AG (
Mutuel
), welche die Krankentaggeldversicherung führte, am 1
5.
November 2018 zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung aufgefordert (
Urk.
10/6/1-2), und sie leistete dieser Aufforderung mit dem Anmeldeformular vo
m 2
3.
November 2018 Folge (Urk.
10/4).
Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle,
nahm
neben den Angaben der Arbeitgeberin (
Urk.
10/13)
von der
Mutuel
deren Unterlagen zum Krankheitsfall entgegen (
Urk.
10/
5,
Urk.
10/6
und
Urk.
10/26
) und erhielt dabei
unter anderem Kenntnis
von einem Bericht des Schaden
inspektors
der
Mutuel
über eine
Besprechung am Wohnort der Versicherten vom 1
4.
September 2018 (
Urk.
10/
6/
8-9) und von einem Bericht des Hausarztes
Dr.
med. D._
, Spezialarzt für Innere Medizin, vom 2
0.
September 2018 zuhanden der
Mutuel
(
Urk.
10/6/11-12
).
Des Weiteren führte sie am 1
6.
Januar 2019 ein Standort
gespräch mit der Versicherten (Notizen in
Urk.
10/15) und erkundigte sich verschiedentlich telefonisch bei der Arbeitgeberin und bei der
Mutuel
(vgl. die Notizen in
Urk.
10/17-24).
In medizinischer Hinsicht fand im Januar 2019 im Spital
C._
eine Verlaufskontrolle statt (Bericht vom 1
8.
Januar 2019,
Urk.
10/47/29-30). Weil die Versicherte nach wie vor über Schmerzen im rechten Knie klagte, wies
Dr.
D._
sie der
Klinik E._
zu (Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für Anästhesiologie, vom 1
3.
März 2019 über die
Erstuntersuchung, Urk. 10/47/31
33; Bericht von
Dr.
D._
vom 2
6.
März 2019 z
uhanden der
Mutuel
,
Urk.
10/26/2
-4)
, wo
am 2
5.
April 2019
erneut eine Operation des rechten Knies (ultraschallgesteuerte Infiltrationen) durchgeführt
wurde
(Operationsbericht in
Urk.
10/47/34-35)
.
1.4
Am 2
3.
Mai 2019 liess
die Eingliederungsberatungsabteilung der IV-Stelle
das
Erstgespräch mit der Versicherten
führen
(
Urk.
10/45/7-8), nachdem
diese
die
Arbeit bereits am
2.
Mai 2019 versuchsweise
wieder aufgenommen
hatte (vgl.
Urk.
10/45/8-9
; vgl. das Zwischenzeugnis der
Z._
AG
vom 2
0.
Mai 2019
,
Urk.
10/29
). Die IV-Stelle sprach der Versicherten daraufhin Frühinter
ventionsmassnahmen in Form von Beratung und Unterstützung bei der Erhaltung des Arbeitsplatzes, von befristeter Übernahme der Taxikosten zur Fahrt an den Arbeitsort und von Hilfsmitteln zur Anpassung des Arbeitsplatzes zu (Mitteilun
gen vom 1
1.
Juni und vom 1
7.
Juli 2019,
Urk.
10/34 und
Urk.
10/37)
. Sodann holte die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
F._
der
Klinik E._
vom 2
4.
Juli 20
19 ein (
Urk.
10/38). Dort wurden
Ende Juli 2019 Abklärungen hinsichtlich Behandlungsmöglichke
iten der Rückenbeschwerden in die Wege geleitet
, ohne dass ein operatives Vorgehen hätte empfohlen werden können (Zuweisungsschreiben von
Dr.
F._
vom 1
1.
Juli 2019 und Bericht von
Dr.
F._
vom 2
6.
Juli 2019,
Urk.
10/47/36-37 und
Urk.
10/47/41-42).
Im August 2019 erhöhte die Versicherte ihr Arbeitspensum auf 40
%
, und es folg
ten weitere Gespräche der Eingliederungsberaterin mit der Versicherten und mit deren Arbeitgeberin (vgl. die Notizen in
Urk.
10/45/
10-13). Am
3.
Dezember 2019 sprach die IV-Stelle der Versicherten
fortdauernde
Beratung und Unterstützung zur Arbeitsplatzerhaltung zu und verpflichtete sie zu entsprechender Zusammen
arbeit (
Urk.
10/41 und
Urk.
10/42). In der Folge gelang es der Versicherten
, ihr
Pensum auf 50
%
zu steigern
; z
u einer weitergehenden
Pensumssteigerung
sah sich die Versicherte jedoch nicht in der Lage (vgl. die Notizen in
Urk.
10/45/
2+
14-18). Die Arbeitgeberin offerierte ihr des
halb
im April 2020
per 1.
August 2020 e
in fixes Pensum zu 50
%
, das
d
ie
Versicherte
annahm (Arbeitsvertrag vom 2
1.
April 2020,
Urk.
10/46; vgl. die Notizen in
Urk.
10/45/19-20). Mit Mitteilung vom 2
7.
April 2020 erklärte die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen daraufhin als abgeschlossen (
Urk.
10/44
; vgl. auch
Urk.
10/45/2
)
, nachdem sie zuvor den Bericht von
Dr.
D._
vom
6.
Februar 2020 eingeholt (
Urk.
10/47/1-6) und von ihm unter anderem das Gutachten von
Dr.
med. G._
, Spezialarzt für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, vom 2
0.
November 2019 zuhanden der
Mutuel
erhalten hatte (
Urk.
10/47/43-54).
1.5
Im Zuge der Prüfung des Rentenanspruchs holte die IV-Stelle
den Bericht von Dr.
med. H._
, Spezialärztin für Orthopädie und Traumatologie, Ärzte
zentrum I._
, vom 2
8.
April 2020 ein (
Urk.
10/48), beschaffte den
Ber
icht von
Dr.
med. J._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psyc
ho
therapie, vom 2
1.
Mai 2020
(
Urk.
10/50), bei der die Versicherte seit Oktober 2019 in Behandlung stand (
Urk.
10/50/8; vgl. auch
Urk.
10/45/17)
, und liess zudem durch
Dr.
F._
von
der
Klinik E._
den Bericht vom 5.
Juni 2020 erstellen (
Urk.
10/52).
Sodann holte sie die Stellungnahme ihres RAD-Arztes
Dr.
med. K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 1
5.
Juni 2020 ein (
Urk.
10/59/6-8) und führte ein Telefongespräch mit
Dr.
J._
(Notiz vom 2
9.
Juli 2020, Urk.
10/55).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
August 2020 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten, dass sie ihr für den Monat Juli 2019 eine ganze Rente aufgrund eines Invali
ditätsgrades von 70
%
, für die Monate August und September 2019 eine
Dreiviertelsrente
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 60
%
und für die Monate Oktober 2019 bis Februar 2020 eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50
%
zuzusprechen gedenke und dass sie den Rentenanspruch für die Zeit ab März 2020 bei einem Invaliditätsg
rad von 0
%
zu verneinen beabsichtige
(Urk.
10/61
; vgl.
den Einkommensvergleich und
das Feststellungsblatt in
Urk.
10/58 und
Urk.
10/59
). Die Versicherte, vertreten durch
MLaw
L._
, Swiss
Claims Network SA, liess mit Eingabe vom 1
4.
September 2020 vorsorglich Einwand erheben (
Urk.
10/75), ohne sich i
n der Folge nochmals
zu äussern.
Mit Verfügung vom
3.
Februar 2021 entschied die IV-Stelle hinsichtlich des Rentenanspruchs im Sinne ihres Vorbescheids; ausserdem lehnte sie die b
e
antragte Übernahme der Kosten des Erwerbs des Führerscheins (vgl. das Schreiben von
Dr.
J._
i
n
Urk.
10/78) ab (
Urk.
2 = Urk.
10/92+93).
2.
Gegen die Verfügung vom
3.
Februar 2021 liess
X._
, vertreten durch
lic
.
i
ur
.
Y._
der Swiss
Claims
Network SA, mit Eingabe vom 15.
Februar 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, ihr sei ab Juli 2019 eine ganze Rente, ab August 2019 eine
Dreivier
telsrente
und ab November 2019 eine unbefristete halbe Rente zuzusprechen
;
eventualiter sei der Fall zur Neubeurteilung oder zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Bei ihren
Anträgen stützte sich
die Versicherte
unter anderem auf Berichte, die ihr Rechts
vertreter bei den behandelnden medizinischen Fachpersonen eingeholt hatte, nämlich auf einen Bericht von
Dr.
F._
vom 1
9.
Februar 2021 (Urk.
3/2) und auf einen Bericht per E-Mail von
Dr.
J._
vom 2
2.
Februar 2021 (
Urk.
3/1)
.
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
0.
Mai 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit Verfügung vom
14. Mai
2021 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 wurde die Beschwerdeführerin über die Möglichkeit einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung und einer Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen medizinischer und erwerblicher Art informiert, und es wurde ihr Gelegenheit zur Stellungnahme und gegebenenfalls zum Rückzug der Beschwerde gegeben (
Urk.
12). Die Beschwerdeführerin
hielt
mit Eingabe vom
27.
Oktober
2021 (
Datum des Poststempels;
Urk.
14 [irrtümlich mit Datum des 15.
Februar 2021 versehen]
)
an der Beschwerde fest und
liess einen Nachtrag vom
7.
Februar 2017 zu ihrem Arbeitsvertrag mit der
Z._
AG
einreich
en (
Urk.
15)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Im Hinblick auf das Erfordernis in
Art.
7
Abs.
2 Satz 2 ATSG hat das Bundes
gericht Leitlinien aufgestellt, die seit einem Grundsatzurteil des Jahres 2015 in spezifischen Standardindikatoren bestehen, anhand derer die Auswirkungen von
sogenannten
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bilde
rn ohne nachweisbare organische Grundlage, insbesondere von somatoformen
Schmerzstörungen und vergleichbaren Leiden, zu ermitteln sind (BGE 141 V 281).
Sodann hat das Bundesgericht in zwei Grundsatzurteilen des Jahres 2017 die Anwendbarkeit dieser Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, insbesondere auch auf die depressiven Störungen, und hat damit nicht länger an der früheren Rechtsprechung festge
halten, wonach Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5; vgl. die Zusammenfassung der früheren Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
Entscheidend ist somit
unabhängig von der diagnostischen Einordnung
einer psychischen Erkrankung,
ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbrin
gen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast
trägt
(
vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.5.2
; vgl.
auch
BGE
144 V 50 E. 4.3).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens
zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind
.
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei
der Ermittlung des
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sind grundsätzlich die Verdienstmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt massge
bend. Übt die versicherte Person jedoch nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der sie im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Einkommen erzielt, das der Arbeitsleistung angemessen ist und nicht als Sozial
lohn erscheint, so gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (vgl. BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen (sogenannter Betätigungsvergleich).
1.3.3
Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG bestimmt (vgl. Satz 2). In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung).
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als voll- oder teilzeitlich erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti
gungsver
gleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen unverän
derten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
1.3.4
Per
1.
Januar 2018 ist in
Art.
27
bis
Abs.
2–4
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
ein neues Berechnungsmodell für die Festlegung des Invali
ditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode eingeführt worden. Neu ist in
Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. a IVV vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochgerechnet wird.
1.4
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (
lit
. c).
Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
Während
für die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und den Invaliditätsgrad (Art. 8 und Art. 16 ATSG), wie sie nach Art. 2
8 Abs. 1
lit
. c IVG für die Ren
ten
höhe massgebend sind, nach dem Einkommen zu fragen ist, d
as
eine Person auf
dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheits
schaden angepassten zu
mutbaren Tätigkeit erzielen könnte
, beurteilt sich die Arbeits
unfähigkeit (
Art. 6 ATSG), wie sie für das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG massgebend ist,
nach der
gesundheitlich
bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BG
E 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E.
2a, 97 V 226 E. 2).
Im Rahmen der gemischten Methode ist für die Bestimmung der Wartezeit und
des Rentenbeginn
s analog zur Rechtsprechung zur Ermittlung des Invaliditäts
grades auf den gewichteten Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit in beiden Teilbereichen abzustellen (BGE 13
0 V 97 E
. 3.4).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss
jede Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf
Art.
88a
Abs.
1
IVV
die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine Verschlechte
rung der Erwerbsfähigkeit ist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat.
2.
Mit der angefochtenen Verfügung vom
3.
Februar 2021
hat die Beschwerdegeg
nerin der B
eschwerdeführerin für den Monat Juli 2019 eine ganze Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 70
%
, für die Monate August und September 2019 eine
Dreiviertelsrente
aufgrund
eines Invaliditätsgrades von 60
% und für die Monate Oktober 2019 bis Februar 2020 eine halbe Rente aufgrund eines Invali
ditätsgrades von 50
%
zugesprochen, und für die Zeit ab März 2020
hat sie den
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 0
%
verneint
(
Urk.
2). Die Beschwerdeführerin ist
jedoch
der Auffassung, bis Oktober 2019 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und ab November 2019 bis auf Weiteres und mithin über den Monat Februar 2020 hinaus Anspruch auf eine halbe Rente zu haben (
Urk.
1 S. 2).
Die Ablehnung der Kosten des Erwerbs des Führerscheins liess sie demgegenüber nicht beanstanden, weshalb
dieser Punkt
nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
ist.
3.
3.1
Wie dem Feststellungsblatt vom 1
3.
August 2020 zu entnehmen ist, ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesund
hei
t in einem Vollzeitpensum berufstätig wäre, und qualifizierte sie dement
sprechend als zu 100
%
erwerb
stätig im Sinne der R
egelung
in
Art.
28a IVG (
Urk.
10/59/2).
D
er
Ermittlung des Wartejahres nach
Art.
28
Abs.
1 IVG sodann
legte die Beschwerdegegnerin die Arbeitsunfähigkeit zugrunde,
die
die behandelnden medizinischen Fachpersonen
der Beschwerdeführerin
ab dem 2
4.
J
uli 2018 attestierten
,
und zusätzlich das tatsächliche Arbeitspensum, das sie ab dem
1.
Mai 2019 inn
e
hatte
(
Urk.
10/59/9, unter andere
m mit Hinweis auf
Urk.
10/45/
2). Auf
diese
Weise
gelangte sie
zu einer durchgehenden durchschnittlichen Arbeitsun
fähigkeit von 95
%
während des Jahres vom 2
4.
Juli 2018 bis zum
23.
Juli 2019 (
Urk.
10/59/10).
Des Weiteren basieren die
abgestuften
Invalidi
tätsgrade von 70
%
, 60
%
und 50
%
zum einen ebenfalls auf dem tatsächlich innegehabten Arbeitspensum und zum andern au
f dem Gutachten von
Dr.
G._
vom 2
0.
November 2019 zuhan
den der
Mutuel
,
auf das
der RAD-Arzt
Dr.
K._
in der
Stellungnahme
vom 1
5.
Juni 2020 verw
ies (
Urk.
10/59/7-8) und in dem
Dr.
G._
ab sofort eine 60%ige, ab Ende Dezember 2019 eine 80%ige und ab Ende Januar 2020 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in der angestammten oder in e
iner vergleichbaren angepassten
Tätigkeit
als umsetzbar erachtet
e (
Urk.
10/47/
52-
53).
3.2
Soweit
die Beschwerdeführerin mit dem
tatsächlichen
Pensum, das
sie
nach
der Wiederaufnahme der Arbeit bei der angestammten Arbeitgeberin
im F
rühjahr 2019
innehatte, ihre
Arbeitsfähigkeit voll ausgeschöpft
hätte
und der Lohn
für das reduzierte Pensum
anteilsmässig
de
m
Lohn f
ür eine Vollzeitstelle entsprochen hätte
,
wäre
die Gleichsetzung
der rentenerheblichen Erwerbseinbusse mit der Arbeitsunfähigkeit
vereinbar mit der dargelegten Re
chtsp
rechung zu den Voraus
setzungen für die Massgeblichkeit des tatsächlich erzielten
Lohnes als Invaliden
einkommen
(vorstehend E. 1.3.2)
. In der
Zeit ab Mitte November 2019
legte die
Beschwerdegegnerin der Invaliditätsbemessung gestützt auf
Dr.
K._
und
Dr.
G._
dann allerdings
eine höhere
Arbeitsfähigkeit zugrunde
, als die Beschwerdeführerin sie im angestammten Arbeitsv
erhältnis tatsächlich umsetzte. S
pätestens
ab dem Abschluss
des neuen Arbeitsvertrages vom
2
1.
April 2020, mit dem ein fixes Arbeitspensum von 50
%
ver
einbart worden war
(
Urk.
10/46), hätte die Beschwerdeführerin
jedoch
im bestehenden Arbeitsverhältnis nicht mehr ohne Weiteres ein gesundheitlich zumutbares höheres Arbeitspensum mit entsprechend höherer
Entlöhnung
tatsächlich
realisieren können
. Spätestens ab
dann verbietet es sich somit
, allein auf die Verdienstmöglichkeiten im Arbeitsverhältnis
mit der
Z._
AG abzustellen.
Ferner
fällt auf, dass
die Beschwerdegegnerin bei der Abstufung der Rente die Regelun
g in
Art.
88a
Abs.
1 IVV, die eine Rentenherabsetzung oder -aufhebung erst nach einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dreimonatiger Dauer zulässt, nicht konsequent an
wandte
, sondern
sie
erst bei der Verneinung des Rentenanspruchs ab März 2020
berücksichtigte
(vgl.
Urk.
10/59/9).
3.3
Ob das Vorgehen bei der Rentenabstufung als korrekt zu beurteilen ist (vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts
8C_36/2019 vom 3
0.
April 2019
E. 5
mit Hinwei
sen
) und auf welche
konkreten
Zahlen die Beschwerdegegnerin bei der rechtskonformen Festlegung
des Invalideneinkommens hätte abstellen müssen, kann indessen
offen bleiben
. Denn wie zu zeigen ist, sind vorab weitere Sachver
haltsabklärungen erforderlich, bevor die Invaliditätsbemessung erfolgen kann.
4.
4.1
Der Rheumatologe
Dr.
G._
, auf dessen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung die Beschwerdegegne
rin massgeblich abstellte
, konnte bei der klinischen Unter
suchung keine Schmerzen an der Lendenwirbelsäule provozieren und befand das rechte Knie
,
abgesehen von einem reproduzierbaren
retropatellären
Druck-, Verschiebe- und Endphasenschmerz mit angedeuteter Krepitation
,
als
reizlos
, ohne
Synovitis
, Schwellung oder Ergussbildung
, und als gut beweglich; das linke Knie erwies sich als schmerzfrei und als ebenso beweglich wie das rechte, und alle übrigen Gelenke zeigten keine Auffälligkeiten. Gleichermassen unauffällig war gemäss
Dr.
G._
die Untersuchung der Weichteile, bei der weder Tender
points,
Triggerpunkte
oder Hartspann
feststellbar waren und sich
keine Anhalts
punkte für eine Fibromyalgie zeigten.
Ferner beobachtete
Dr.
G._
ein unauffälliges spontanes Bewegungsverhalten, ein flüssiges,
hinkfreies
Gangbild und trotz festgestellter thorakaler Fehlhaltung eine harmonische Entfaltung des thorakalen und lumbalen Achsenskelettes (
Urk.
10/47/48-49)
.
Dr.
G._
sprach daher von einer Diskrepanz zwischen der geklagten,
einer
Erhöhung des Arbeitspensums entgegenstehenden Schmerzintensität
einerseits
und den
objektiven B
efunden sowie auch dem Aktivitätsniveau im Alltag
andererseits
(Urk.
10/47/49+50).
Als Erklärung für dieses auffällige Schmerzver
halt
en zog Dr.
G._
die grosse
familiäre und berufliche
Belastung
der Beschwerdeführerin in Betracht
und wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin seit längerem neben der Betreuung der beiden kleinen Kinder erheblich zur Existenzsicherung habe beitragen müssen, da ihr Ehemann während der vergan
genen sieben Jahre arbeitslos gewesen
sei
und auch gegenwärtig nur teilzeitlich als Taxifahrer arbeite
(
Urk.
10/47/50
)
.
In diesem Zusammenhang vermutete er auf der einen Seite eine Selbstlimitierung mit bewusstseinsnaher Verdeutlichung (
Urk.
10/47/50), erwähnte aber auf der anderen Seite auch die
Behandlung bei der Psychiaterin
Dr.
J._
, die
die Beschwerdeführerin im Oktober 2019 aufgenommen hatte (vgl.
Urk.
10/50/8) und die ihr nach eigenen Angaben ermögliche, über ihre Sch
merzen zu sprechen, und erachtete es als
allenfalls sinnvoll, zusätzlich zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus rheumatolo
gisch-somatischer Sicht eine psychiatrische Beurteilung einzuholen (
Urk.
10/47/51
+54
).
4.2
Tatsächlich ist die Einholung einer psychiatrischen Beurteilung angezeigt.
Wohl hielt
Dr.
G._
fest, die B
eschwerdeführerin wirke auf ihn psychisch unauffällig
(
Urk.
10/47/51
+54
). Auch fällt auf, dass die Psychiaterin
Dr.
J._
im E-Mail an den Rechtsvertreter der Beschwerdefüh
rerin vom 2
2.
Februar 2021 in Beantwortung der Frage nach der Diagnose lediglich die Beschwerden am Bewegungsapparat aufzählte (
Urk.
3/
1
S.
1), allein diese für die attestierte Einschränk
ung in der Arbeitsfähigkeit von 50
% verant
wortlich machte und in Bezug auf ihr eigenes Fachgebiet nur festhielt, die Beschwerdeführerin sei den Umständen entsprechend adäquat ausgeglichen, intelligent und mache das Beste aus ihrer Situation (
Urk.
3/
1
S. 3)
.
An anderer Stelle sind jedoch durchaus Hinweise zu finden, welche die Frage nach einer psychischen Problematik und nach deren Einfluss auf die A
rbeits
fähigkeit
als
ab
klärungsbedürftig erscheinen lassen.
So
enthält
bereits
der
Bericht der
A._
AG vom 2
2.
August 2016 die
akten
anamnestische
Diagnose
einer
chronische
n
Schmerzkrankheit bei Depression (
Urk.
10/47/9),
ferner hatte
Dr.
D._
im Bericht an die
Mutuel
vom 2
6.
März 2019
depressive Stimmungsschwankungen erwähnt (
Urk.
10/26/3), und
Dr.
J._
hatte im
Bericht an
die Beschwerdegegnerin vom 21.
Mai 2020
,
anders als in ihrer neuesten Verlautbarung
,
eine psychiatrische Diagnose
,
nämlich diejenige einer reaktiven D
epression gestellt
,
und
wenngleich sie
das Leiden
als
kompensiert bezeichnet und ihr keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben hatte
, war offenbar die Indikation für eine medikamentöse Behandlung (mit dem Antidepressivum
Duloxetin
) gegeben gewesen
(
Urk.
10/50/9). Sodann
schrieb der Hausarzt die Beschwerdeführerin
offenbar
im Dezember 2019
wegen einer Depression wieder vollständig
arbeits
unfähig, und die Beschwerdeführerin erwähnte
im Rahmen der Eingliederungs
beratung
einen stationären Klinikaufenthalt, der zur Diskussio
n gestanden habe (Urk. 10/45/15
16
; vgl. zur Arbeitsunfähig
keit auch
Urk.
10/45/2 und Urk.
10/59/9
). Dieser Aufenthalt ist nicht weiter dokumentiert;
Dr.
D._
nannte jedoch im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
6.
Februar 2020 unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
neu
eine Depression, teils mit Suizidalität, bei zerrütteter Ehe und Mehrfachüberlastung (
Urk.
10/47/3) und hielt fest, die psychische Situation und die objektivierbaren Ursachen der
muskuloske
lettalen
Schmerzen stünden der Eingliederung gemeinsam im Weg (
Urk.
10/47/5).
Bei dieser Aktenlage mit unterschiedlicher Beschreibung und Gewichtung des psychischen Zustandes durch verschiedene medizinische Fachpersonen ist eine psychiatrische B
egutachtung unabdingbar, damit Klarheit über die krankheits
bedingten und die krankheitsfremden Faktoren g
ewonnen werden kann und diese
Faktoren
in Anwendung der massgeblichen Standardindikatoren
zuverlässig gegeneinander abgegrenzt werden können.
4.3
Es rechtfertigt sich zudem, die psychiatrische Begutachtung in eine Abklärung einzubetten, die auch dem
organischen
Aspekt des Beschwerdebildes Rechnung trägt und eine Beurteilung des Zusammenwirkens organischer und psychischer Problemkreise erlaubt. Dies
gilt umso mehr, als
Dr.
H._
bei der Unter
suchung der Beschwerdeführerin im Fr
ühjahr 2020 im Gegensatz zu Dr.
G._
eine Schwellung und Überwärmung des rechten Knies feststellen konnte und die magnetresonanztomographisch (Februar 2020) erkennbaren Knorpelschäden als ausgeprägt, grossflächig u
nd tiefgreifend beschrieb (Urk.
10/48/4+5). Die Festlegung der einzelnen somatisch-medizinischen Disziplinen, die am Gutachten beteiligt sein sollen, wird Aufgabe der Beschwerdegegnerin sein, an welche die Sache zur Veranlassung der Begutachtung zurückzuweisen ist.
Damit
kann
offen bleiben
, ob die Beurteilung, die
Dr.
G._
gegenüber der
Mutuel
abgegeben hat, im vorliegenden Verfahren
- vergleichbar mit der Rechts
lage im zivilrechtlichen Verfahren in Streitigkeiten gestützt auf das
Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG)
- lediglich als Parteibehauptung gilt, wie dies die Beschwerdeführerin geltend machen liess (
Urk.
1 S. 5).
Es sei nur
darauf hingewiesen, dass
im Sozialversicherungsrecht
ärztliche Berichte unabhängig von deren Herkunft a
ls Beweismittel zugelassen
sind
und nach den allgemeinen rechtlichen G
rundsätzen zum
B
eweiswert
medizinischer Dokumente zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a
mit Hinweis
).
4.4
Was den Erwerbsstatus der Beschwerdeführerin anbelangt, so versah die Beschwerdeführerin e
ntsprechend der Feststellung der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
10/59/2) am 2
4.
Juli 2018, als
das
Wartejahr nach
Art.
28
Abs.
1 IVG
in Gang gesetzt wurde
, ein Vollzeitpensum bei
der
Z._
AG.
Die Arbeit
geberin gab jedoch im einschlägigen Fragebogen an, die Arbeitszeit von
40 Wochenstunden
gelte ab dem
1.
Juli 2018 (Urk.
10/13/2)
,
und damit überein
stimmend
wurde der Beschwerdeführerin auf dieses Datum hin ein neuer
Ausweis der E
inrichtung
der beruflichen Vorsorge
ausgestellt (
Urk.
10/3). Was hingegen die Zeit vor dem
1.
Juli 2018 betrifft, so ist
in
d
en beigelegten Jahreslohnkonten
für die
M
onate
September 2017 bis Juni 2018 lediglich
ein Lohn von
60
%
des Lohnes einer Vollzeitbeschäftigung eingetragen
,
nachdem
der Lohn
bis August 2017
schon einmal
einem Vollzeitpensum entsprochen hatte (
Urk.
10/13/11-13).
Da d
ie Beschwerdeführerin nach den vorstehenden Ausführungen bereits im Juni 2018 an verstärkten Beschwerden zu leiden begonnen
hatte
und zudem vom Hausarzt schon ab dem
9.
Juli 2018 im Zusammenhang mit der Betreuung ihres
verunfallten Kindes teilweise arbeitsunfähig geschrieben
gewesen
war
(
Urk.
1
0/6/26)
,
sah sich das Gericht dazu veranlasst, mit der Verfügung vom
4.
Oktober 2021 (
Urk.
12) d
ie Umstände, die zur Reduktion der Arbeitszeit ab September 2017 und zu deren
erneute
r
Erhöhung ab Juli 2018 geführt hatten,
zu thematisieren. Aus dem Nachtrag vom
7.
Februar 2017 zum Arbeitsvertrag mit der
Z._
AG, den die Beschwerdeführerin auf die Verfügung vom
4.
Oktober 2021 hin (
Urk.
12) einreichen liess (
Urk.
15), geht nun hervor, dass im Zusammenhang mit der Geburt der zweiten Tochter im April 2017 eine vorüber
gehende
Pensumsreduktion
vereinbart gewesen war. Die Beschwerdegegnerin wird dieses Dokument im Rahmen der Festlegung des Erwerbsstatus einzube
ziehen haben, ohne dass bereits an dieser Stelle näher darauf einzugehen wäre.
5.
Die
angefochtene
Verfügung vom
3.
Februar 2021 ist demnach
im Sinne des Eventualantrages der Beschwerdeführerin
in Bezug auf den Rentenanspruch
aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen treffe un
d hernach über den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin neu verfüge
(
§
26 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die
unterliegende
Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1
'000.--) ermessensweise auf
Fr.
6
00.--
festzusetzen.
7.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person
An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34
GSVGer
sowie
§
8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien
und da ein
e
Rückweisung zur weiteren Abklärung als Obsiegen gilt,
rechtfertigt es sich, der Beschwerde
führerin eine
Prozessentschädigung von
Fr.
1'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzusprechen.