# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 003e8c5b-cfb2-40bb-8fd2-0d12436d0046
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am 09. Mai 2016 von Dr. med. A._, FMH für innere Medizin, aufgrund vorhandener Fremdgefährdung bei Verdacht auf eine psychotische Störung für drei Wochen fürsorgerisch in die geschlossene Abteilung der Klinik B._ untergebracht (vgl. KESB act. 3).
B. Die ärztliche Leitung der Klinik B._ beantragte bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden am 11. Mai 2016 die behördliche Unterbringung von X._ nach ärztlicher fürsorgerischer Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB und Art. 51a des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100). Begründend führte die ärztliche Leitung der Klinik B._ dazu aus, dass bei X._ seit längerer Zeit die Suchtproblematik (Kokain) im Vordergrund stehe, naturgemäss sei die Komorbidität im Rahmen der Grunderkrankung deutlich erhöht. Dabei komme es zu einer langfristigen finanziellen und beruflichen Schädigung resp. zu keiner tragfähigen Tagesstruktur, um einer geregelten Arbeit nachgehen zu können. Ausserdem wurde betont, dass wiederholt die massive Beeinträchtigung der Integrität des Lebens nahestehender Mitmenschen bestehe, deren Leben habe zeitweise keinen erkennbaren Vorrang mehr vor der Befriedigung der Suchtbedürfnisse des Patienten. Folgendes gab die ärztliche Leitung der Klinik B._ als Grund und Zweck der fürsorgerischen Unterbringung an: Krisenintervention, psychische Stabilisierung, Erarbeiten einer Tagesstruktur sowie Krankheits- und Behandlungseinsichtigkeit, Reduktion des Suchtdruckes und Einhalten einer Karenz, Organisation einer Nachfolgelösung (Wohnform, Arbeit [vgl. KESB act. 2]).
C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Mai 2016 beauftragte die KESB Nordbünden Dr. med. C._ mit der Erstellung eines Kurzgutachtens. Mittels beigelegtem Fragekatalog wurde die Gutachterin ersucht, sich zum Vorliegen eines Schwächezustands von X._ zu äussern und darzulegen, ob sie die gestellten Diagnosen bestätigen könne. Des Weiteren wurde sie aufgefordert darzutun, mit welchen durch den Schwächezustand bedingten konkreten Gefahren allenfalls zu rechnen sei, sollte die notwendige Behandlung und/oder Betreuung unterbleiben. Ausserdem sei auszuführen, welche Behandlung und/oder Betreuung sie mit Bezug zum Schwächezustand für indiziert halte, sowie ob X._ aktuell bezüglich der Notwendigkeit der indizierten Behandlung und/oder Betreuung einsichtig und zur Kooperation fähig sei. Ferner solle sie dazu Stellung nehmen, ob das Setting in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen
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Dienste Graubünden (PDGR) gemessen an der aktuellen Behandlungs- und Betreuungsbedürftigkeit von X._ geeignet sei, falls dies nicht der Fall sei, welche andere Rahmenbedingungen sie aus welchen Gründen als besser geeignet beurteile. Zudem sollte sie beurteilen, welche Anschlusslösung sie nach dem Akutaufenthalt als geeignet betrachte (vgl. KESB act. 4).
D. Dr. med. C._ untersuchte X._ am 18. Mai 2016 persönlich und erstattete der KESB Nordbünden das gewünschte Kurzgutachten am 22. Mai 2016. Die Gutachterin bestätigte die von der Klinik B._ gestellte Diagnose der paranoiden Schizophrenie (ICD-10: F20.0) und der psychischen Verhaltensstörungen durch den Konsum von Kokain (Abhängigkeitssyndrom [: F14.2]). Ihrer Ansicht nach würden konkrete Gefahren in den Bereichen Finanzen sowie an Leib und Leben für Dritte bestehen. Die Gutachterin erachtete die Unterbringung auf der geschlossenen Station derzeit als die bestmögliche Lösung, sobald eine gewisse Stabilisierung erreicht sei, sei eine Verlegung auf eine offene für Suchtpatienten spezialisierte Station angezeigt. Mangels Kooperation sei eine ambulante Behandlung zurzeit nicht möglich. Die Rückfallgefahr sei dementsprechend gross (vgl. KESB act. 12).
E. Am 26. Mai 2016 fand durch die Kollegialbehörde der KESB Nordbünden in Anwesenheit des zuständigen Unterassistenzarztes der Klinik B._ eine Anhörung von X._ bezüglich des laufenden Abklärungsverfahrens betreffend fürsorgerische Unterbringung statt. Aus dem Anhörungsprotokoll geht hervor, dass X._ in der Woche vor der Anhörung aus der Klinik ausgebrochen sei, um Kokain zu konsumieren. Damit konfrontiert, habe er beteuert, dass ihm nun bewusst sei, dass er abstinent leben müsse. Dies sei nötig, damit er den Führerschein wiedererlange. Er wisse, dass er ein normales Leben führen könne, wenn er Medikamente nehme. Ferner bestätigte er die von der Gutachterin gestellte Diagnose der Schizophrenie, im Gutachten sei allerdings ein Fehler, er konsumiere erst seit 2.5 Jahren Kokain und nicht seit 9.5 Jahren. Auf den weiteren stationären Aufenthalt angesprochen, führte er aus, dass ihm bewusst sei, dass er abstinent und einigermassen stabil werden müsse. Er sei der Ansicht, dass er noch einige Zeit auf der Station bleibe, die fürsorgerische Unterbringung sei nicht so wichtig, aber er möchte nicht zu lange krank sein, damit die Arbeitslosenleistungen nicht gestrichen werden würden (vgl. KESB act. 17).
F. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 26. Mai 2016, gleichentags mitgeteilt, erkannte die KESB Nordbünden wie folgt (vgl. act. E.1):
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"1. X._ wird zur Behandlung und persönlichen Betreuung in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Graubünden untergebracht (Art. 426 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 428 Abs. 1 ZGB).
2. Die KESB verfügt:
a. Der Sozialdienst der Klinik B._ wird ersucht, der KESB zu melden, wenn während des Aufenthalts von X._ in den Kliniken der Psychiatrischen Dienste Graubünden eine Vertretungsbeistandschaft zur Besorgung seiner Angelegenheiten notwendig sein sollte.
b. Es wird ein Abklärungsverfahren zur Prüfung von Erwachsenenschutzmassnahmen für X._ eröffnet.
3. Betreffend Entlassungskompetenz wird verfügt:
a. Zuständig für die Entlassung ist die KESB.
b. Die Leitung der Psychiatrischen Dienste Graubünden wird angewiesen, die KESB Nordbünden mit einem Verlaufsbericht unter Hinweis auf allfällige Vereinbarungen über die Nachbetreuung zu benachrichtigen, sobald sich abzeichnet, dass die Voraussetzungen für die Unterbringung demnächst nicht mehr erfüllt sein werden bzw. spätestens per 10. November 2016.
4. Die Kosten im Verfahren fürsorgerische Unterbringung (inkl. Drittkosten Gutachten von Fr. 1'250.--) werden auf Fr. 2'050.-- festgesetzt und beim Verfahren belassen.

## Considerations