# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e6aeb6f-398c-4b96-aae4-318d485d9e2c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz Berufung gegen ein Urteil und eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 17. Dezember 2019 (EE170056-G)
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Rechtsbegehren:
A. Gesuchstellerin (Urk. 122): " 1. Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien gemäss
Teilvereinbarung vom 16. April 2019, lit. c) mindestens fünf Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, kommt das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien der Mutter in Jahren mit gerader Jahreszahl und dem Vater in Jahren mit ungerader Jahreszahl zu.
2.1 Der Vater sei zu verpflichten, der Mutter für die Kinder folgende monatlichen Barunterhaltsbeträge zuzüglich vertraglich geregelter oder gesetzlicher Familienzulagen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monates und ab Verfall zu 5% verzinslich zu bezahlen:
rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 bis zum 31. Mai 2019: – für C._ CHF 2'855; – für D._ CHF 2'575; – für E._ CHF 3'360,
ab dem 1. Juni 2019 bis zum 30. Juni 2019: – für C._ CHF 2'600; – für D._ CHF 2'355; – für E._ CHF 3'165,
ab dem 1. Juli 2019 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: – für C._ CHF 2'615; – für D._ CHF 2'370; – für E._ CHF 3'035.
2.2 Der Vater sei zu verpflichten, der Mutter für die Kinder rückwirkend ab 1. Juli 2017 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens einen monatlichen Betreuungsunterhalt von CHF 4'000 zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monates und ab Verfall zu 5% verzinslich.
2.3 Der Vater sei zu verpflichten, ausserordentliche Kinderkosten (z.B. Zahnarztkosten, Kosten für kieferorthopädische Massnahmen [Zahnspange], Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, Privatschulen, Therapien etc.) zur Hälfte zu bezahlen, soweit die Kosten nicht von einer Versicherung oder Dritten übernommen werden.
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3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin folgenden monatlichen Ehegattenunterhalt zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monates und ab Verfall zu 5% verzinslich, zu bezahlen:
rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 bis zum 31. Mai 2019: – CHF 7'600
ab dem 1. Juni 2019 bis zum 30. Juni 2019: – CHF 7'930
ab dem 1. Juli 2019 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: – CHF 7'980
4. Der Gesuchsgegner sei zusätzlich zu den Zahlungen gemäss Ziff. 2 und 3 vorstehend zu verpflichten, jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt einer Sondervergütung der Arbeitgeberin (Bonus, Gratifikation, 13. Monatslohn, Provisionen etc.) zwei Drittel des ihm ausbezahlten Nettobetrages an die Gesuchstellerin auszubezahlen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Gesuchsgegners."
B. Gesuchsgegner (Urk. 76): " 1.-2. [...] 3. [...]
– Ferien:
[...] Dabei haben sich die Parteien jeweils bis zum 31. Dezember des Vorjahres über die Aufteilung abzusprechen.
[...]
4. Kindesunterhalt
4.1. Variante 1: mit Erwerbseinkommen der Gesuchstellerin
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, zur Deckung des Barbedarfs der Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen) für jedes der Kinder wie folgt zu bezahlen:
– C._ : CHF 2'309.85
– D._ : CHF 2'161.15
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– E._ : CHF 2'940.25
Die Unterhaltsbeiträge seien zusammen mit den Kinderzulagen von CHF 200.00 je Kind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals und rückwirkend per 1. Juli 2017.
Der Gesuchsgegner sei weiter zu verpflichten, für das jüngste Kind E._ zusätzlich einen Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 3'849.40 zu bezahlen. Der Betreuungsunterhalt sei an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats, erstmals und rückwirkend auf den 1. Juli 2017.
4.2. Eventualiter Variante 2: ohne Erwerbseinkommen der Gesuchstellerin
Eventualiter sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, zur Deckung des Barbedarfs der Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen) für jedes der Kinder wie folgt zu bezahlen:
– C._ : CHF 1'594.75
– D._ : CHF 1'511.05
– E._ : CHF 1'404.25
Die Unterhaltsbeiträge seien zusammen mit den Kinderzulagen von CHF 200.00 je Kind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals und rückwirkend per 1. Juli 2017.
Eventualiter sei der Gesuchsgegner weiter verpflichtet, für das jüngste Kind E._ zusätzlich einen Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 7'102.40 zu bezahlen. Der Betreuungsunterhalt sei an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats, erstmals und rückwirkend auf den 1. Juli 2017.
5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin persönlich rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 folgende monatliche, vorauszahlbaren und ab Verfall zu 5 % verzinslichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen:
– Variante A gem. Ziff. 4: CHF 1'368.55
– Eventualiter Variante B gem. Ziff. 4: CHF 1'245.55
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6. Die durch den Gesuchsgegner bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge seit Juli 2017 seien mit den errechneten Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstellerin."
Urteil und Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 17. Dezember 2019:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien das Getrenntleben
auf unbestimmte Zeit vereinbart haben und seit dem 25. Juni 2017 getrennt
leben.
2. Die gemeinsamen Kinder der Parteien, C._, geb. am tt. mm. 2010,
D._, geb. am tt. mm. 2012, und E._, geb. am tt. mm. 2015, werden
für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Gesuchstellerin
gestellt. Die elterliche Sorge verbleibt bei beiden Parteien.
3. Die Teilvereinbarung der Parteien vom 16. April 2019 wird, was die übrigen
Kinderbelange betrifft, genehmigt.
4. Die Parteien werden verpflichtet, sich über die Aufteilung der Ferien soweit
nötig mit Unterstützung durch die Beiständin (Dispositiv-Ziff. 5 respektive 6
nachstehend) mindestens fünf Monate im Voraus abzusprechen. Bei
fehlender Einigung der Parteien kommt das Entscheidungsrecht in Jahren
mit gerader Jahreszahl der Gesuchstellerin und in Jahren mit ungerader
Jahreszahl dem Gesuchsgegner zu.
5. Für die gemeinsamen Kinder, C._, geb. am tt. mm. 2010, D._,
geb. am tt. mm. 2012, und E._, geb. am tt. mm. 2015, wird eine
Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Der Beiständin
werden die folgenden Aufgaben übertragen:
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a) die Parteien bei der Umsetzung der Betreuungsregelung gemäss
Teilvereinbarung vom 16. April 2019 respektive Dispositiv Ziffern 3 und
4 zu unterstützen;
b) im Konfliktfall zu vermitteln und soweit nötig im Rahmen der
Betreuungsregelung gemäss Teilvereinbarung vom 16. April 2019
respektive Dispositiv Ziffern 3 und 4 die entsprechenden Modalitäten
zu regeln.
6. Als Beiständin für die gemeinsamen Kinder der Parteien wird ernannt:
F._, Sozialarbeiterin FH, c/o kjz G._, ...-Strasse ..., ... H._.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt
der gemeinsamen Kinder monatlich wie folgt Unterhaltsbeiträge zuzüglich
allfälliger Kinderzulagen zu bezahlen:
Für C._ :
CHF 2'702.– ab 1. Juli 2017 bis 28. Februar 2018;
CHF 2'574.– ab 1. März 2018 bis 30. April 2018;
CHF 2'524.– ab 1. Mai 2018 bis 31. Mai 2019;
CHF 2'257.– ab 1. Juni 2019 bis 31. August 2020;
CHF 2'773.– ab 1. September 2020 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens.
Für D._ :
CHF 2'636.– ab 1. Juli 2017 bis 28. Februar 2018;
CHF 2'508.– ab 1. März 2018 bis 30. April 2018;
CHF 2'458.– ab 1. Mai 2018 bis 31. Mai 2019;
CHF 2'223.– ab 1. Juni 2019 bis 31. August 2020;
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CHF 2'707.– ab 1. September 2020 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens.
Für E._ :
CHF 5'461.– ab 1. Juli 2017 bis 28. Februar 2018
(davon CHF 1'946.– als Betreuungsunterhalt);
CHF 5'333.– ab 1. März 2018 bis 30. April 2018
(davon CHF 1'946.– als Betreuungsunterhalt);
CHF 5'283.– ab 1. Mai 2018 bis 31. Mai 2019
(davon CHF 1'946.– als Betreuungsunterhalt);
CHF 5'902.– ab 1. Juni 2019 bis 31. August 2020
(davon CHF 2'918.– als Betreuungsunterhalt);
CHF 5'681.– ab 1. September 2020 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens
(davon CHF 2'095.– als Betreuungsunterhalt).
Die Unterhaltsbeiträge und Kinderzulagen sind – soweit nicht rückwirkend
geschuldet – monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats
zahlbar.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönlich
monatlich wie folgt Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
CHF 6'172.– ab 1. Juli 2017 bis 28. Februar 2018;
CHF 5'716.– ab 1. März 2018 bis 30. April 2018;
CHF 5'616.– ab 1. Mai 2018 bis 31. Mai 2019;
CHF 4'748.– ab 1. Juni 2019 bis 31. August 2020;
CHF 2'874.– ab 1. September 2020 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens.
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Die Unterhaltsbeiträge sind – soweit nicht rückwirkend geschuldet –
monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats zahlbar.
9. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht
gemäss Dispositiv Ziffern 7 und 8 im Betrag von CHF 341'031.40 bereits
nachgekommen ist. Es resultiert eine offene Unterhaltspflicht für die Zeit bis
und mit Dezember 2019 von CHF 139'361.60.
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, unter Beilage der entsprechenden
Lohnabrechnungen vom Bonus für das Jahr 2017 und vom Bonus für das
Jahr 2018 je fünf Achtel der entsprechenden Nettobeträge für die
Gesuchstellerin persönlich und für die gemeinsamen Kinder an die
Gesuchstellerin zu überweisen.
11. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Auszahlung
eines allfälligen Bonus (erstmals im Jahr 2020 für das Jahr 2019) sowie
unter Beilage der entsprechenden Lohnabrechnungen jeweils fünf Achtel
des entsprechenden Nettobetrages für die Gesuchstellerin persönlich und
für die gemeinsamen Kinder an die Gesuchstellerin zu überweisen.
12. Die übrigen oder darüber hinausgehenden Begehren bzw. Anträge der
Parteien werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 10'000.–.
14. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Der auf die
Gesuchstellerin entfallende Anteil wird – soweit ausreichend – aus dem von
ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 4'000.– bezogen.
15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
16. (Mitteilung)
17. (Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
A. Gesuchsgegner und Berufungskläger (Urk. 141 S. 2 f.):
"1. Die Ziffern 4, 7, 8, 9, 10 und 11 des Rechtsspruchs des Urteils des
Bezirksgerichts Meilen (Geschäfts-Nr. EE170056-G/U/ha) vom 17. Dezember 2019 seien aufzuheben.
2. Die Parteien seien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der Ferien
soweit nötig mit Unterstützung durch die Beiständin bis spätestens 31. Dezember des Vorjahres abzusprechen. Bei fehlender Einigung der Parteien fällt das Entscheidungsrecht dem Berufungskläger zu.
3. Der Berufungskläger sei zu berechtigen und zu verpflichten, jede
Woche am Dienstag und am Donnerstag zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr mit seinen Kindern kurz zu telefonieren. Wenn die Kinder über das Wochenende bei der Berufungsbeklagten sind, ist der Berufungskläger zu berechtigen, sich entweder am Samstag oder Sonntag zur selben Zeit bei seinen Kindern telefonisch zu melden.
4. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, zur Deckung des Barbedarfs
der Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen) für jedes der Kinder wie folgt zu bezahlen:
Bis 31.08.2020:
– C._ : CHF 1'594.75 – D._ : CHF 1'511.05 – E._ : CHF 1'404.25
Die Unterhaltsbeiträge seien zusammen mit den Kinderzulagen von
CHF 200.00 je Kind an die Berufungsbeklagte zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals und rückwirkend per 1. Juli 2017.
Der Berufungskläger sei weiter zu verpflichten, für das jüngste Kind,
E._ , zusätzlich einen Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 7'100.00 zu bezahlen. Der Betreuungsunterhalt sei an die Berufungsbeklagte zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats, erstmals und rückwirkend auf den 1. Juli 2017.
Ab 01.09.2020
– C._ : CHF 2'309.85 – D._ : CHF 2'161.15 – E._ : CHF 2'940.25
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Die Unterhaltsbeiträge seien zusammen mit den Kinderzulagen von
CHF 200.00 je Kind an die Berufungsbeklagte zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
Der Berufungskläger sei weiter zu verpflichten, für das jüngste Kind,
E._ , zusätzlich einen Betreuungsunterhalt von monatlich CHF 4'450.00 zu bezahlen. Der Betreuungsunterhalt sei an die Berufungsbeklagte zahlbar und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats.
5. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten
persönlich rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 einen monatlichen, vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'300.00 zu bezahlen.
6. Die durch den Berufungskläger bereits geleisteten Unterhaltbeiträge
seit Juli 2017 seien mit den errechneten Unterhaltbeiträgen zu verrechnen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Berufungsbeklagten."
B. Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (Urk. 152 S. 2):
" Die Berufung des Gesuchsgegners und Berufungsklägers sei abzuweisen
und das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 17. Dezember 2019 sei zu bestätigen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des
Gesuchsgegners und Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
A. Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben am tt. März 2007 geheiratet und sind Eltern der
gemeinsamen Kinder C._, geboren am tt. mm. 2010, D._, geboren am
tt. mm. 2012, und E._, geboren am tt. mm. 2015 (Urk. 142 S. 12). Seit dem
25. Juni 2017 leben die Ehegatten getrennt (Urk. 101 S. 1 und Urk. 142 S. 79).
Mit Eingabe vom 7. September 2017 machte die Gesuchstellerin und
Berufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchstellerin) das vorliegende
Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der weitere
Prozessverlauf kann den Erwägungen des eingangs wiedergegebenen und am
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17. Dezember 2019 ergangenen erstinstanzlichen Entscheid entnommen werden
(Urk. 142 S. 5 ff.)
2. Mit Eingabe vom 20. Januar 2020 erhob der Gesuchsgegner und
Berufungskläger (nachfolgend: Gesuchsgegner) fristgerecht Berufung mit den
vorstehend aufgeführten Anträgen (Urk. 140/1 und Urk. 141). Der mit Verfügung
vom 4. Februar 2020 eingeforderte Kostenvorschuss wurde per Valuta 14.
Februar 2020 geleistet (Urk. 146 und Urk. 147). Die Berufungsantwort vom
6. März 2020 (Urk. 152) erfolgte innert der mit Verfügung vom 21. Februar 2020
angesetzten Frist (Urk. 148) und wurde dem Gesuchsgegner mit Verfügung vom
9. März 2020 zugestellt (Urk. 153).
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-140). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif.
B. Prozessuales
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die
Dispositivziffern 4 und 7-11 des angefochtenen Entscheids. Die Dispositivziffern
1-3 und 5-6 sowie 12-13 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft
erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Gestützt auf Art.
318 Abs. 3 ZPO gilt dies nicht für die erstinstanzliche Kostenauflage.
2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die
Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und
Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung
(Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1),
welcher insbesondere bei Entscheiden betreffend Unterhalt erhebliche Bedeutung
zukommt (vgl. statt vieler BGer 5A_20/2017 vom 29. November 2017, E. 4.2).
3. In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend
genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den
angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der
genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu
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prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Gesuchsgegner die
vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit
diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweise auf die Akten
aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und
Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend
gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere
Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374
E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014
vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen
Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht
von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich –
abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der
Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung
formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE
142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen). Insofern erfährt der Grundsatz "iura
novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO-
Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).
Ungeachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der Rechtsanwendung weder an
die in der Parteieingabe geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen
der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom 25.11.2013, E. 2.2.2;
Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die
Berufung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507). Die dargelegten Anforderungen an die
Begründung einer Berufung gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort
(BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, nicht publiziert in BGE 142
III 271).
4. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht
ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien
gebunden (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 280 N 5; vgl. auch BGE 128 III 411
E. 3.2.1). Die Untersuchungsmaxime wirkt dabei umfassend, d.h. zugunsten
sämtlicher Parteien (BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren
Hinweisen). Trotz Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das
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Tatsächliche vorzutragen und bei der Sammlung des massgebenden
Prozessstoffs mitzuwirken. Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das
Tatsachenmaterial mit vollständigen und bestimmten Behauptungen zu
unterbreiten und die Beweismittel zu bezeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer
5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2). Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher
Vertretung beider Parteien (OGer ZH LY120054 vom 27. Mai 2013, E. 1.5; vgl.
auch BGE 141 III 569 E. 2.3.1 und E. 2.3.2).
5. Bezüglich der Unterhaltsbeiträge der Ehegatten gilt einerseits der
Dispositionsgrundsatz (Art. 58 Abs. 1 ZPO), andererseits aber auch die
beschränkte Untersuchungsmaxime gemäss Art. 272 ZPO (BGer 5A_478/2017
vom 7. Juni 2018, E. 5; OGer ZH LY150052 vom 21.01.2016, E. B.2, OGer ZH
LY110022 vom 29.11.2011, E. II.2). Sind – wie vorliegend – sowohl Kinder- als
auch Ehegattenunterhaltsbeiträge festzulegen, ist eine gemeinsame Berechnung
durchzuführen (Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A., Bern 2014,
S. 104 N 2.61). Somit schlägt die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime auch
hinsichtlich der Ermittlung der (möglichen) Ehegattenunterhaltsbeiträge durch
(OGer ZH LE190019 vom 3. Oktober 2019, E. II.3.1).
6. Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im
Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144
III 349 E. 4.2.1). Die von den Parteien erstmals im Berufungsverfahren
eingereichten Urkunden sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen der Parteien
sind somit im Berufungsverfahren zu berücksichtigen.
7. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das nach Angaben des
Gesuchsgegners am Bezirksgericht Kriens hängige Scheidungsverfahren
(vgl. Urk. 126 S. 4) an der Zuständigkeit des Eheschutzgerichts nichts ändert und
die Eheschutzmassnahmen grundsätzlich über die Rechtshängigkeit des
Scheidungsverfahrens hinaus ihre Wirkung zeitigen (BGer 5A_316/2018 vom
5. März 2019, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
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C. Zeitpunkt und Entscheidungsrecht betreffend die Aufteilung der Ferien
1. Der Gesuchsgegner macht geltend, aufgrund seiner geschäftlichen Termine
müsse die Ferienplanung spätestens am 31. Dezember des Vorjahres geregelt
sein. Die Gesuchstellerin könne andernfalls unter Berücksichtigung der bekannten
Geschäftstermine das Ferienrecht des Gesuchsgegners verunmöglichen.
Weshalb die vorinstanzlich getroffene Regelung praktikabler sein solle, sei nicht
ersichtlich. Einzig mögliche Ferienaktivitäten der Kinder würden zumindest nicht
gegen einen fixen Stichtag sprechen. Bei Uneinigkeit über die Ferienplanung solle
das Entscheidungsrecht ihm zukommen, da er im Gegensatz zur Gesuchstellerin
arbeitstätig sei (Urk. 141 S. 5 f.).
2. Die Gesuchstellerin weist hinsichtlich des Zeitpunkts der Aufteilung der
Ferien darauf hin, dass der berufungsweise geltend gemachte Stichtag vom
Gesuchsgegner letztmals in seiner Eingabe vom 10. Februar 2019 wiederholt
worden sei. Eine Begründung für den entsprechenden Antrag sei im gesamten
erstinstanzlichen Verfahren nicht erfolgt, was der Gesuchsgegner im
Berufungsverfahren nicht mehr korrigieren könne. Der Antrag, das
Entscheidungsrecht habe im Streitfall stets beim Gesuchsgegner zu liegen, sei
gänzlich neu und deshalb nicht zu hören. Im Übrigen würden dadurch einzig die
geschäftlichen Interessen des Gesuchsgegners berücksichtigt, was zu einer
unzulässigen Ungleichbehandlung führe. Zudem würde vernachlässigt, dass der
Gesuchstellerin ab September 2020 ebenfalls eine Erwerbstätigkeit angerechnet
werde (Urk. 152 S. 4 f.)
3. Wie bereits abgehandelt, sind Noven im Geltungsbereich der
Untersuchungsmaxime auch im Berufungsverfahren unbeschränkt zulässig,
weshalb die diesbezüglichen Ausführungen der Gesuchstellerin nicht verfangen.
Auch der von der Vorinstanz aufgenommene Einwand der Gesuchstellerin,
wonach die vom Gesuchsgegner beantragte Regelung den Interessen der Kinder
widersprechen würde, da durch die weit vorgeschobene Ferienplanung ihre
Freizeitaktivitäten tangiert würden (Urk. 107 S. 4 und Urk. 142 S. 16), überzeugt
nicht. Die zahlreichen Freizeitaktivitäten mögen die Kinder in diversen Belangen
fördern, es liegt jedoch auf der Hand, dass sie vorwiegend ausserhalb der Ferien
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ausgeübt werden. Die Ferienzeit des Gesuchsgegners steht im Übrigen allfälligen
Ferienaktivitäten im Rahmen der jeweiligen Hobbys nicht grundsätzlich entgegen
(vgl. Urk. 141 S. 6). Darüber hinaus ist die Ferienzeit mit dem Vater im Zweifelsfall
höher zu gewichten als die zusätzliche Ausübung der Hobbys auch während der
Ferien.
4. Im Sinne des Kindeswohls erfordern die vorliegenden Umstände –
zumindest im Rahmen eines vorläufigen Massnahmeentscheids – eine möglichst
weitgehende Reduktion von unnötigen Diskussionen zwischen den Parteien. So
äussert die Gesuchstellerin selbst mehrfach den Wunsch nach Kontinuität und
möglichst fixen Vereinbarungen, damit ständige Diskussionen vermieden werden
könnten (Urk. 50 S. 12 und S. 15; Urk. 53 S. 6 f.). Die von der Gesuchstellerin
vorgeschlagene und von der Vorinstanz angeordnete Regelung erfordert
allerdings stetige Absprachen zwischen den Parteien, die sich augenscheinlich
als schwierig erweisen (vgl. exemplarisch für unzählige, teils hochemotionale
Beispiele: Urk. 51/13-18). Wenngleich ein fixer Stichtag betreffend die Aufteilung
der Ferien eher als unüblich bezeichnet werden kann, erscheint eine derartige
Regelung unter den vorliegenden Umständen als angezeigt. Dadurch kann
laufend neu aufflammenden Diskussionen vorgebeugt werden, was direkt dem
Wohl der Kinder zugute kommt. Die mit einem fixen Stichtag unweigerlich
einhergehende ungleich lange Planungsdauer der jeweiligen Ferien ist vorliegend
aus den erwähnten Gründen hinzunehmen.
5. Das vorinstanzlich festgelegte alternierende Entscheidungsrecht im
Konfliktfall ist zu belassen. Bereits aus Gründen der Gleichbehandlung erscheint
ein ausschliesslich beim Gesuchsgegner liegendes Entscheidungsrecht
unhaltbar. Zudem bestünde dabei naturgemäss die Gefahr einer negativen
Auswirkung auf die Einigungsbereitschaft des Gesuchsgegners.
6. Da der festzulegende Stichtag betreffend das laufende Jahr bereits
verstrichen ist, ist die vorinstanzlich angeordnete Regelung für das Jahr 2020
beizubehalten. Die Parteien sind demnach zu verpflichten, sich über die
Aufteilung der Ferien im Jahr 2020, soweit nötig mit Unterstützung durch die
Beiständin, mindestens fünf Monate im Voraus abzusprechen, wobei bei
- 16 -
fehlender Einigung der Gesuchstellerin das Entscheidungsrecht zukommt.
Betreffend die Aufteilung der Ferien ab dem Jahr 2021 sind die Parteien zu
verpflichten, sich bis spätestens am 31. Dezember des Vorjahres, soweit nötig mit
Unterstützung durch die Beiständin, abzusprechen. Bei fehlender Einigung kommt
das Entscheidungsrecht für Ferien in Jahren mit gerader Jahreszahl der
Gesuchstellerin und für Ferien in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem
Gesuchsgegner zu.
D. Telefonkontakt
1. Der Gesuchsgegner führt aus, der mit der Beiständin vereinbarte zweimalige
Telefonkontakt zwischen den Besuchswochenenden werde von der
Gesuchstellerin vereitelt. Die Vorinstanz sei zu Unrecht nicht auf diese
Problematik eingegangen, obgleich sie nicht von der Teilvereinbarung umfasst
sei. Dies stelle eine Gehörsverletzung dar (Urk. 141 S. 6 f.)
2. Die Gesuchstellerin hält fest, die Kinderbelange seien mit der
Teilvereinbarung abschliessend geregelt worden. Einzig die
Bestimmungsmodalitäten in Zusammenhang mit der Ferienaufteilung seien der
gerichtlichen Beurteilung überlassen worden. Ein regelmässiger telefonischer
Kontakt sei im Rahmen der Vergleichsgespräche diskutiert und in der Folge
bewusst fallen gelassen worden. Die Vorinstanz habe sich demnach zu Recht
nicht zu besagtem Themenkomplex geäussert und der Beiständin stehe dies
ebenso nicht zu (Urk. 152 S. 6).
3. Es trifft zu, dass der angefochtene Entscheid keine Erwägungen zu
allfälligen Telefonkontakten enthält. Diesem kann einzig ein Hinweis auf die in der
Eingabe des Gesuchsgegners vom 11. Juni 2019 erwähnten Probleme in
Zusammenhang mit dem Besuchsrecht entnommen werden (Urk. 142 S. 18). In
besagter Eingabe führt der Gesuchsgegner unter Hinweis auf diverse Emails aus,
die Gesuchstellerin vereitle die Telefonkontakte weiterhin (Urk. 116 S. 10). Die
Gesuchstellerin ihrerseits stellt mit Eingabe vom 28. Juni 2019 klar, dass
Telefonkontakte anlässlich der Hauptverhandlung vom 25. Oktober 2018
diskutiert, im folgenden Entwurf der Teilvereinbarung vom 26. Oktober 2018
- 17 -
genauso wie in der gerichtlich verfügten vorsorglichen Betreuungsregelung jedoch
explizit keinen Niederschlag gefunden hätten. Gleiches gelte schliesslich für die
Teilvereinbarung vom 16. April 2019, welche bewusst keine Telefonkontakte
enthalte (Urk. 122 S. 11). Schliesslich kann den auch im Berufungsverfahren
vorgelegten Emails bzw. der Email der Gesuchstellerin an die Beiständin vom 27.
Mai 2019 entnommen werden, dass ihrer Ansicht nach vor erster Instanz
vereinbart worden sei, dass die Kinder ihre Eltern jederzeit anrufen dürften, die
Eltern jedoch den telefonischen Kontakt unterlassen sollten (Urk. 117/111).
4. Aufgrund der Akten lässt sich nicht abschliessend feststellen, ob die
Telefonkontakte anlässlich der Unterzeichnung der Teilvereinbarung vom 16. April
2019 thematisiert wurden und gegebenenfalls mit welchen Konsequenzen dies
geschah. Eine Auslegung der Teilvereinbarung legt nahe, dass bewusst keine
Regelung zu fixen Telefonkontakten getroffen wurde und auch eine
entsprechende Anordnung durch das Gericht nicht vorgesehen war. Hierfür
spricht, dass die Regelung betreffend Ferienplanung explizit der gerichtlichen
Beurteilung vorbehalten wurde und eine Regelung betreffend Telefonkontakte
nicht (Urk. 101). Letztlich kann offenbleiben, ob bzw. wie sich die Parteien
hinsichtlich der Telefonkontakte vor Vorinstanz geeinigt haben. Aufgrund der in
Kinderbelangen geltenden Maximen steht nämlich einer Beurteilung dieser
aufgeworfenen Frage so oder anders vorliegend nichts entgegen.
5. Das Recht auf persönlichen Verkehr dient dem Aufbau und der Pflege der
inneren Verbundenheit zwischen den Eltern und den minderjährigen Kindern,
wobei darunter nicht nur das Besuchsrecht, sondern jegliche Arten des Kontakts,
d.h. insbesondere auch mittels (Video-)Telefonie, zu subsumieren sind (BGE 143
I 21 E. 5.3; FamKomm Scheidung/Büchler, Art. 273 N 6). Das Bundesgericht hat
den Wert der Beziehung der Kinder zu beiden Elternteilen sowie deren Rolle bei
der Identitätsfindung mehrfach hervorgehoben (BGE 130 III 585 E. 2.2.2 mit
weiteren Hinweisen). Ebenso ist unbestritten, dass als oberste Richtschnur für die
Ausgestaltung des Besuchsrechts das Kindeswohl zu beachten ist (statt vieler:
BGE 131 III 209 E. 5). Oftmals mit einer Trennung einhergehenden
- 18 -
Loyalitätskonflikten sollte das Kind nicht unbeschränkt ausgesetzt werden
(BGer 5C.176/2001 vom 15. November 2001, E. 2c).
6. Die Beiständin hält in ihrem Bericht vom 19. März 2019 fest, eine direkte
Kommunikation unter den Parteien sei kaum möglich (Urk. 87). Eindrücklich wird
dieser Umstand in der Kinderanhörung bestätigt, als D._ sich erstaunt
darüber zeigt, dass beide Eltern gleichzeitig vor Gericht gewesen seien, und sie
sich erkundigt, ob sie denn auch zusammen gesprochen hätten (Urk. 98). Eine
direkte Kommunikation wird indes bei regelmässigen Telefonkontakten kaum
verhindert werden können. Es ist daher jeweils mit Konflikten der Eltern zu
rechnen. Gerade in Situationen, in welchen sich das Besuchsrecht als strittig
erweist, ist eine klare Abgrenzung der Sphären von entscheidender Bedeutung.
Damit soll eine Vermischung der Paar- mit der Elternebene vermieden bzw.
reduziert und einer zusätzlichen Problemeskalation entgegengewirkt werden (vgl.
Zobrist/Wider/Zürcher Sibold, Zerstrittene Eltern im Kontext des Kindesschutzes:
«Die Kinder sind gefährdet und die Eltern in der Pflicht», in: ZKE 2019 S. 481,
485; Gloor/Umbricht Lukas, FHB Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2016,
S. 555 N 14.19). Eine nicht zwingend notwendige Telefonkommunikation während
des Aufenthalts beim anderen Elternteil erweist sich insofern als ungünstig.
Darüber hinaus ist insbesondere zu berücksichtigen, dass ein Telefonkontakt
gegen den Willen eines Elternteils faktisch nicht möglich ist, zumindest solange
die Kinder nicht über eigene Kommunikationsgeräte verfügen. Selbst wenn den
Kinder unter solchen Umständen das Telefonieren ermöglicht wird, ist für eine
entspannte Gesprächsatmosphäre der gute Wille des anderen Elternteils
unabdingbar. Findet das Gespräch dagegen unter angespannten Umständen
statt, wirkt sich dies für alle Beteiligten kontraproduktiv aus. Gleiches kann
betreffend verbindlich festgelegte konkrete Modalitäten gesagt werden, denn ein
Kind, das gegen den Willen des anderen Elternteils telefoniert, wird unweigerlich
einem tiefen und toxischen Loyalitätskonflikt ausgesetzt (vgl. hierzu auch die
Ausführungen des Gesuchsgegners in Urk. 76 S. 13). Es erscheint demnach
vorliegend nicht im Sinne des Kindeswohls, fixe Telefonkontakte anzuordnen.
Nichtsdestotrotz wäre es für die Entwicklung der Kinder sicherlich
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wünschenswert, dass unter entspannten Umständen regelmässig telefoniert
werden kann.
E. Unterhalt
1. Nebst der angewandten Berechnungsmethode, der angeblich glaubhaft
gemachten Sparquote und der Aufteilung des Bonus moniert der Gesuchsgegner
die Bedarfsaufstellung der Vorinstanz einzig hinsichtlich seiner Steuerlast, der
Fremdbetreuungskosten sowie der bei der Gesuchstellerin berücksichtigten
Mobilitätskosten. Die (hypothetischen) Einkommen der Parteien sowie die
weiteren Bedarfspositionen sind demnach unverändert beizubehalten. In diesem
Sinne kann vorab festgehalten werden, dass auf die Berufung insoweit nicht
einzutreten ist, als dass der Gesuchsgegner in seiner Unterhaltsberechnung
unbegründet von jener der vorinstanzlichen abweicht (vgl. Urk. 141 S. 21 ff.).
Offensichtlich ist er dadurch der einleitend erörterten Begründungsobliegenheit
nicht nachgekommen.
2. Berechnungsmethode
2.1 Der Gesuchsgegner bemängelt die von der Vorinstanz angewandte
zweistufige Berechnungsmethode mit der Begründung, eine dadurch bewirkte
antizipierte güterrechtliche Auseinandersetzung sei nicht geprüft worden. Dies
stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Sparquote während des
Expat-Status indiziere, dass auch in der Schweiz gespart worden wäre.
Richtigerweise sei bei den vorliegenden Verhältnissen deshalb die einstufige
Berechnungsmethode angezeigt, dies ganz unabhängig vom Umstand ob eine
Sparquote glaubhaft gemacht worden sei. Die Vorinstanz habe zudem eine
Sparquote von Fr. 1'420.– anerkannt, aber nicht berücksichtig. Tatsächlich hätten
die Parteien in den letzten fünf Ehejahren durchschnittlich Fr. 5'711.90 monatlich
gespart. Im Übrigen habe die Vorinstanz die Berechnungsmethoden vermischt,
was unzulässig sei (Urk. 141 S. 8 ff.).
2.2 Die Gesuchstellerin hält in Anlehnung an die vorinstanzliche Begründung
fest, dass die Methodenwahl im Ermessen des Gerichtes liege und es hierfür
- 20 -
keine Vorschriften gäbe. Die Vorinstanz habe sich entgegen den Behauptungen
des Gesuchsgegners mit der Problematik der antizipierten güterrechtlichen
Auseinandersetzung befasst und eine solche zu Recht verneint. Dies weil keine
Sparquote habe nachgewiesen werden können. Darüber hinaus habe der
Gesuchsgegner eine antizipierte güterrechtliche Auseinandersetzung zu keinem
Zeitpunkt genügend substantiiert. Die einstufige Berechnungsmethode bedinge
eine Sparquote, welche vom Unterhaltspflichtigen zu beweisen sei, so die
Gesuchstellerin. Da dies nicht gelungen sei, sei zu Recht die zweistufige Methode
zur Anwendung gelangt. Bestritten wird weiter, dass die Vorinstanz eine
unzulässige Vermischung der Methoden vorgenommen habe. Zutreffend sei die
Vorinstanz davon ausgegangen, die errechnete Sparquote könne aufgrund der
trennungsbedingten Mehrkosten nicht berücksichtigt werden. Der Gesuchsgegner
sei schliesslich in diesem Zusammenhang sowie betreffend eine Sparquote im
Allgemeinen seiner Berufungsbegründungsobliegenheit nur ungenügend
nachkomme (Urk. 152 S. 6 ff.).
2.3 Mit der Vorinstanz (Urk. 142 S. 22) hält die Gesuchstellerin zutreffend fest,
dass die Anwendung der einstufigen Methode nach den vom Bundesgericht
geschaffenen Kriterien massgeblich vom Vorliegen einer Sparquote abhängt (vgl.
BSK ZGB I-Gloor/Spycher Art. 125 N 36d; FamKomm Scheidung/Aeschli-
mann/Bähler, Anhang UB S. 512 N 90). Anderslautende Behauptungen des
Gesuchsgegner widersprechen dieser gefestigten Rechtsprechung und finden
auch in den von ihm angeführten Entscheiden keine Stütze (In BGer
5A_776/2015 vom 4. Februar 2016 war eine Sparquote vorhanden; in BGer
5A_288/2008 vom 27. August 2008 war genauso wie in BGer 5A_593/2014 vom
23. Dezember 2014 die Wahl der Berechnungsmethode nicht strittig, ebenso in
OGer ZH LE110045 vom 15. März 2013 und in OGer ZH LC110036 vom
7. November 2011; in OGer ZH LE150038 vom 24. November 2015 war eine
Sparquote in Form von Beiträgen an Drittpersonen ausgewiesen; vgl. Urk. 141
S. 10 f.). Weiter weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin (Urk. 142 S. 22), dass
die einstufige Methode auch bei Vorliegen einer Sparquote ausser Betracht fällt,
sofern diese durch die trennungsbedingten Mehrkosten aufgebraucht werde, oder
der zuletzt gelebte Lebensstandard sich nicht zuverlässig ermitteln lasse (vgl.
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BGer 5A_24/2016 vom 23. August 2016, E. 3.4.2 mit weiteren Hinweisen). Die im
angefochtenen Entscheid wiedergegebene Gegenüberstellung der geltend
gemachten Sparquote von Fr. 6'019.05 und der trennungs- bzw.
umzugsbedingten Mehrkosten macht deutlich, dass die Sparquote bereits
aufgrund der nunmehr nicht mehr vom Arbeitgeber bezahlten Aufwendungen von
insgesamt Fr. 6'632.10 (Fr. 5'025.– [Wohnungskosten Gesuchstellerin und Kinder]
+ Fr. 443.60 + Fr. 145.20 [Krankenkasse Gesuchstellerin] + Fr. 249.90 + Fr. 86.10
[Krankenkasse Gesuchsgegner] + Fr. 161.10 + Fr. 161.10 + Fr. 160.10
[Krankenkasse Kinder] + Fr. 200.– [Fahrzeugkosten Gesuchsgegner]) restlos
aufgebraucht wird (Urk. 142 S. 30; zur Anrechnung der trennungsbedingten
Mehrkosten an die Sparquote vgl. BGer 5A_390/2018 vom 29. Mai 2019, E. 3.3.2;
OGer ZH LE180021 vom 12. Oktober 2018, E. III.7.2). Zu dieser Feststellung
äussert sich der Gesuchsgegner nicht. Seine Ausführungen zur Einstellung der
Parteien und die Hypothesen, wie sie ihr Leben in der Schweiz gestaltet hätten
(Urk. 141 S. 9 f.), tun dabei nichts zur Sache. Wie eben ausgeführt und entgegen
dem Gesuchsgegner geht die Vorinstanz nicht davon aus, eine allenfalls in
Südafrika erwirtschaftete Sparquote sei unbeachtlich, da nicht auf entsprechende
Verhältnisse abgestellt werden könne (vgl. Urk. 141 S. 9), sondern sie hält
schlichtweg fest, dass aufgrund des Wegfalls des Expat-Status Mehrkosten
angefallen seien, welche die Sparquote übersteigen würden. Bereits diese
zutreffenden Erwägungen rechtfertigen die Methodenwahl der Vorinstanz. Diese
ist demnach richtig.
2.4 Darüber hinaus fällt auf, dass der gebührende Lebensstandard der Parteien
in der Schweiz unbestrittenermassen faktisch nicht festgestellt werden kann, da
die Ehe nach der Rückkehr nicht mehr gelebt wurde. Die Vorinstanz hält in
diesem Zusammenhang fest, es sei gerichtsnotorisch, dass Expats nach ihrer
Rückkehr Einbussen im Lebensstandard hinzunehmen hätten. Der Grund hierfür
sei der höhere Lohn und zahlreiche Zusatzleistungen, die mit einem Expat-Status
einhergehen würden. Der den Expats dennoch zustehende Anspruch auf
Fortführung des bisherigen Lebensstandards sei daher den im Heimatland
veränderten Verhältnissen anzupassen (Urk. 142 S. 28). Dieser Umstand wird
von keiner Partei in Frage gestellt (Urk. 141 S. 8 und Urk. 152 S. 8). Mit anderen
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Worten gehen die Parteien mit der Vorinstanz einig, dass eine konkrete
Bedarfsermittlung nach einstufiger Methode vorliegend zumindest grundsätzlich
nicht möglich ist. Diesem Umstand trägt die Vorinstanz Rechnung, indem sie die
zweistufige Methode zur Anwendung bringt mit der Begründung, durch die
Überschussverteilung erfolge eine Anpassung des hohen Lebensstandards auf
Schweizer Verhältnisse. Zudem sei eine zuverlässige Ermittlung des
Lebensstandards vorliegend schlicht nicht möglich (Urk. 142 S. 29). Dies
überzeugt, denn weder finden sich die nötigen Ausführungen und Belege zum
gelebten Lebensstandard noch erhellt sich, wie eine Anpassung an Schweizer
Verhältnisse erfolgen sollte. Sämtliche denkbaren Ansätze würden sich
naturgemäss vom der einstufigen Methode zugrunde liegenden konkreten Ansatz
entfernen und unweigerlich zu spekulativen Annahmen führen. Die zweistufige
Methode ist in der vorliegenden Angelegenheit demnach nicht nur ein
vertretbarer, sondern der einzig denkbare Ansatz. So hält auch das
Bundesgericht fest, dass zweistufig zu rechnen sei, wenn sich der gelebte
Lebensstandard nicht zuverlässig ermitteln lasse (5A_267/2014 vom
15. September 2014 E. 5.1, in: FamPra.ch 2015 S. 212; BGer 5A_24/2016 vom
23. August 2016, E. 3.5.4; BGer 5A_390/2018 vom 29. Mai 2019, E. 3.3, in:
FamPra.ch 2019 S. 1205, 1209).
2.5 Im Weitern ist betreffend die geltend gemachte Gehörsverletzung (Urk. 141
S. 9) festzuhalten, dass sich die Frage einer antizipierten güterrechtlichen
Auseinandersetzung erst bei Vorliegen einer Sparquote stellt (BGer 5P.138/2001
vom 10. Juli 2001, E. 2/a/bb m.w.H.) und vorinstanzlich demzufolge zu Recht
nicht abgehandelt wurde. Ebenso erscheint die nicht weiter substantiierte Kritik
betreffend fehlerhafte Anwendung der zweistufigen Methode (Stichwort:
Mischform; Urk. 141 S. 12) unberechtigt. Nur bei sehr knappen finanziellen
Verhältnissen ist vom betreibungsrechtlichen Notbedarf auszugehen, ansonsten
dieser je nach den konkreten Umständen um gewisse Bedarfspositionen zu
erweitern ist (BGE 140 III 337 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen; BGE 114 II 393 E.
3; BGer 5A_24/2016 vom 23. August 2016, E. 4.6.2; Hausheer/Spycher,
Handbuch des Unterhaltsrechts, 2010, N 03.139).
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2.6 Da dargelegt wurde, dass die vor erster Instanz geltend gemachte
Sparquote von Fr. 6'019.05 durch die trennungs- bzw. umzugsbedingten
Mehrkosten restlos aufgebraucht wird, hat dies umso mehr für die berufungsweise
geltend gemachte tiefere Sparquote von Fr. 5'711.90 zu gelten. Eine
Auseinandersetzung mit den Ausführungen des Gesuchsgegners zur
Zusammensetzung der Sparquote (Urk. 141 S. 13 ff.) erübrigt sich in diesem
Sinne. Einzig erwähnt sei, dass der Gesuchsgegner seiner
Begründungsobliegenheit im Berufungsverfahren im Zusammenhang mit den
Konten bei der H._ [Bank] und der I._ [Bank] nicht rechtsgenügend
nachkommt. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass aus einer
blossen Mittelzunahme auf einem Konto nicht ohne weiteres auf eine generelle
Vermögenszunahme bzw. Sparquote geschlossen werden könne. Dies
namentlich aufgrund des Umstands, dass Vermögen auch zwischen
verschiedenen Konten verschoben werden könne (Urk. 142 S. 31). Anstatt sich
mit diesen Erwägungen konkret auseinanderzusetzen, wiederholt der
Gesuchsgegner lediglich die geltend gemachten Beträge und vernachlässigt
Ausführungen zur möglichen Vermögensverschiebung bzw. zur Herkunft der
Gelder gänzlich (Urk. 141 S. 14 ff.). Eine rechtsgenügende Auseinandersetzung
mit dem angefochtenen Entscheid ist demnach nicht erfolgt. Ob die Kosten im
Zusammenhang mit dem Renault Laguna der Sparquote zuzurechnen wären,
kann nach dem Gesagten offenbleiben. Zu bedenken wäre in diesem
Zusammenhang indes, dass der zuletzt erreichte Lebensstandard massgebend ist
(BGE 134 III 577 E. 8) und insofern nicht mehrere Jahre zurückliegende
Investitionen zu berücksichtigen sind, ebenso nicht solche, die nach der Trennung
erfolgten. Der Kaufvertrag vom 9. Dezember 2012 (Urk. 77/70) sowie die
Prämienrechnung für das Jahr 2018 (Urk. 77/71) wären daher bereits aus diesen
Gründen nicht weiterführend.
3. Bonus des Gesuchsgegners
3.1 Aufgrund der Höhe des Bonus und des erwarteten weiteren Anstiegs
erachtet der Gesuchsgegner dessen Aufteilung nach grossen und kleinen Köpfen
als antizipierte güterrechtliche Auseinandersetzung. Diese Problematik sei von
- 24 -
der Vorinstanz unkommentiert geblieben. Eine Aufteilung des Bonus bedinge,
dass der eheliche Lebensstandard, welcher durch den Bonausanteil gedeckt
werden solle, definiert werde. Dies sei im angefochtenen Entscheid jedoch nicht
geschehen (Urk. 141 S. 17).
3.2 Aus dem vorinstanzlich festgestellten Umstand, dass keine Sparquote
gebildet worden sei, folgert die Gesuchstellerin, dass auch der Bonus stets
verbraucht wurde. Zu einer unzulässigen Vermögensbildung könne es folglich
nicht kommen und eine Aufteilung sei daher angezeigt und zu Recht erfolgt. Der
Gesuchsgegner versäume es im Weiteren, die konkrete Höhe anzugeben, auf
welche der Bonus zu begrenzen sei (Urk. 152 S. 12).
3.3 Soweit der Gesuchsgegner in Zusammenhang mit der Frage der
Bonusaufteilung mit der einstufigen Methode argumentiert (Urk. 141 S. 17), ist er
mit Verweis auf vorstehende Erwägungen damit nicht zu hören. Die Kritik, wonach
die Vorinstanz gehalten gewesen wäre, den Lebensstandard der Gesuchstellerin
zu definieren, und ihr nur den hierfür benötigten Bonusanteil hätte zusprechen
dürfen (Urk. 141 S. 17), verkennt, dass die zweistufige Methode grundsätzlich
unter der Prämisse angewandt wird, dass sämtliches Einkommen zur Bestreitung
des Lebensstandards benötigt wird. Mangels Sparquote entspricht der bisherige
Lebensstandard insofern zumindest dem gesamten Haushaltseinkommen.
Folgerichtig ist unter diesen Umständen nicht von einer Sparquote auszugehen.
Eine solche vermochte der Gesuchsgegner zudem nicht glaubhaft zu machen,
ansonsten grundsätzlich einstufig zu rechnen gewesen wäre (vgl. vorstehende
Erwägung E.2.3 f.). Der Umstand, dass keine relevante Vermögensbildung
erfolgte, schliesst – wie bereits gesagt – eine antizipierte güterrechtliche
Auseinandersetzung a priori aus, weshalb die Argumentation des
Gesuchsgegners ins Leere läuft.
3.4 Ob ab einer gewissen Höhe des Bonus auf eine antizipierte güterrechtliche
Auseinandersetzung geschlossen werden müsste, obgleich während gelebter
ehelicher Gemeinschaft keine Sparquote gebildet wurde (vgl. Urk. 141 S. 17),
muss mangels substantiierten Vorbringen (u.a. keine Bezifferung der konkreten
Höhe) nicht geprüft werden.
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4. Fremdbetreuungskosten bis August 2020
4.1 Da die Vorinstanz festgehalten habe, die Expat-Verhältnisse seien nicht auf
die Situation in der Schweiz übertragbar, erachtet es der Gesuchsgegner als
unverständlich, dass Fremdbetreuungskosten vor Kindergarteneintritt von
E._ mit der Begründung berücksichtigt worden seien, dies sei in Südafrika
auch so gewesen. Betreuungskosten seien nur anzurechnen, wenn die
Gesuchstellerin einer Arbeitstätigkeit nachgehe. Infolgedessen seien die vor dem
1. September 2020 von der Vorinstanz angerechneten Fremdbetreuungskosten
unberücksichtigt zu lassen (Urk. 141 S. 18 f.).
4.2 Der Gesuchsgegner stellt sich nicht gegen die vorinstanzliche Feststellung,
wonach die Kinder durchwegs zu einem grossen Teil fremdbetreut wurden und
dies dem von den Parteien gewählten (Betreuungs-)Modell entsprochen habe
(Urk. 142 S. 59 f.). Offensichtlich prägte die Fremdbetreuung nicht nur das Dasein
der Gesuchstellerin, sondern auch jenes der Kinder. Es ist in diesem Sinne
nachvollziehbar, dass die Vorinstanz im Sinne des Kontinuitätsprinzips das
Vertrauen auf diese bisherige Lebensweise schützte, zumal die Finanzlage der
Parteien dies auch ohne weiteres erlaubt. Abgesehen von den finanziellen
Aspekten vermag der Gesuchsteller keine Argumente vorzubringen, welche
gegen die Anwendung des Kontinuitätsprinzips sprechen. Da es nun aber aus
finanzieller Sicht nicht notwendig erscheint, vom bisherigen Betreuungskonzept
abzuweichen, ist das Kontinuitätsprinzip vorliegend stärker zu gewichtiger.
5. Mobilitätskosten der Gesuchstellerin
5.1 Der Gesuchsgegner rügt, Mobilitätskosten seien nur zu berücksichtigen,
wenn diese infolge einer Arbeitstätigkeit anfallen würden. Die Mobilitätskosten der
Gesuchstellerin seien zudem nicht bewiesen. Weiter sei die Berechnung der Vor–
instanz unhaltbar und seien die Kosten insgesamt unsubstantiiert. Schliesslich
habe es die Vorinstanz versäumt, den Kostenunterscheid zwischen einem VW
Touareg und einem Toyota Fortuner zu berücksichtigen. Mangels Belegen seien
der Gesuchstellerin deshalb einzig die anerkannten Mobilitätskosten von Fr. 200.–
anzurechnen (Urk. 141 S. 20 f.).
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5.2 Die Gesuchstellerin lässt ausführen, dass unbestrittenermassen die
Benützung jeweils eines Fahrzeugs dem ehelichen Lebensstandard entspreche.
Die guten finanziellen Verhältnisse würden vorliegend auch bei der zweistufigen
Berechnungsmethode die Berücksichtigung weiterer Bedarfspositionen erlauben.
Die Vorinstanz habe entgegen dem Vorbringen des Gesuchsgegners nicht die
höheren Kosten berücksichtigt, sondern die Parteien entsprechend der bisherigen
Lebenshaltung gleich behandelt. Im Übrigen könne aufgrund eines tieferen
Kaufpreises nicht ohne weiteres von geringeren Betriebskosten ausgegangen
werden (Urk. 152 S. 13).
5.4 Wenngleich der Gesuchsgegner festhält, der Gesuchstellerin seien
grundsätzlich keine Mobilitätskosten anzurechnen, zieht er letztlich einzig deren
Höhe in Zweifel. Inwieweit die vorinstanzlich berücksichtigen Autokosten von Fr.
743.– glaubhaft gemacht sein sollen, vermag die Gesuchstellerin einzig durch
Erwähnung des Gleichbehandlungsprinzips nicht zu begründen. Dem
Gesuchsgegner ist zuzustimmen, dass bis auf Fr. 222.25 (Urk. 22/24, Urk. 22/26
und Urk. 51/36) entsprechende Kosten nicht ausgewiesen sind. Die
Berechnungsweise der Vorinstanz überzeugt des weiteren nicht, insoweit sie die
dem Gesuchsgegner im Bruttolohn unter der Position 'Aufrechnung Anteil
Geschäftswagen' eingerechneten Fr. 521.– auch bei der Gesuchstellerin
zusätzlich zu den ausgewiesenen Kosten berücksichtigt (Urk. 142 S. 54). Beim
besagten Betrag handelt es sich einzig um eine rechnerische Grösse, welche
grundsätzlich nicht in Zusammenhang mit beim Gesuchsgegner anfallenden,
geschweige denn von ihm zu bezahlenden Betriebskosten steht und noch viel
weniger mit Kosten, die bei der Gesuchstellerin zu berücksichtigen wären.
Tatsächlich substantiiert die Gesuchstellerin die geltend gemachten
Mobilitätskosten von Fr. 1'200.– bis auf die erwähnten Fr. 222.25 nicht. So fehlen
namentlich etwelche Kilometerangaben oder Angaben zu regelmässig
zurückgelegte Strecken (vgl. Urk. 21 S. 21 f. und Urk. 50 S. 32). Bei der
Gesuchstellerin sind somit reduzierte Mobilitätskosten von Fr. 222.25 zu
berücksichtigen. Eine weitergehende Reduktion auf Fr. 200.– ist dagegen
aufgrund der vorgelegten Belege (Urk. 22/24, Urk. 22/26 und Urk. 51/36) nicht
angezeigt.
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6. Steuern des Gesuchsgegners
6.1 Der Gesuchsgegner hält fest, dass aufgrund der geltend gemachten
Reduktion der Unterhaltsbeiträge auch seine Steuerlast zu korrigieren sei. Die
konkrete Höhe würde sich aus den Berechnungen der J._ ergeben (Urk. 141
S. 21).
6.2 Nachdem die Bedarfsaufstellung der Vorinstanz einzig hinsichtlich der
Mobilitätskosten der Gesuchstellerin zu korrigieren ist und dies die gesamthaft
vom Gesuchsgegner zu leistenden monatlichen Unterhaltsbeiträge in der ersten
Phase um Fr.148.– und in den folgenden Phase um Fr. 196.– reduziert, erweist
sich die vorinstanzlich berücksichtigte Steuerlast beim Gesuchsgegner weiterhin
als angemessen. Zum selben Ergebnis führt auch eine Kontrollrechnung anhand
des kantonalen Steuerrechners unter Berücksichtigung der modifizierten Unter-
haltsbeiträge (Grundlagen: Alleinstehend/Gemeinde K._/konfessionslos;
https://steuern.L._.ch/steuererklaerung/kalkulatoren/kalkulatoren_natuerliche
_personen/staats_gemeindesteuern).
7. Unterhaltsberechnung
7.1 Die Unterhaltsberechnung des Gesuchsgegners (Urk. 141 S. 21 ff.) ist
schlechterdings nicht nachvollziehbar. Dies namentlich wegen diverser
Modifikationen gegenüber der vorinstanzlichen Bedarfsaufstellung, die zu
erklären, geschweige denn zu substantiieren unterlassen wurden. Zudem scheint
der Gesuchsgegner an der von ihm vorinstanzlich eingebrachten und in der Folge
berücksichtigten Reduktion des Betreuungsunterhalts zufolge Fremdbetreuung
(vgl. Urk. 142 S. 65) ohne weitere Ausführungen nicht festzuhalten. Insgesamt
kann der Berechnungsweise des Gesuchsgegners nicht gefolgt werden.
7.2 Auf die Bedarfsaufstellung sowie auf die Aufstellung des
Betreuungsunterhalts im angefochtenen Entscheid kann grundsätzlich verwiesen
werden (Urk. 142 S. 46 f., S. 66 f.). Diese sind mit der vorstehend abgehandelten
Modifikation betreffend die Mobilitätskosten der Gesuchstellerin zu übernehmen.
Erwähnt sei, dass die Vorinstanz im Rahmen des Betreuungsunterhalts, entgegen
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ihren eigenen Ausführungen, zwischen dem 1. Juli 2017 und dem 31. August
2020 einzig die ausgewiesenen Mobilitätskosten von Fr. 222.25 berücksichtigte,
weshalb in diesen Phasen keine Modifikation nötig ist (vgl. Urk. 142 S. 54 f. und
S. 66 f.).
7.3 Es ist nach dem Gesagten von einem Bedarf der Gesuchstellerin in der
Phase von 1. Juli 2017 bis 28. Februar 2018 von Fr. 6'350.05 (Fr. 6'870.80 -
Fr. 520.75 [Fr. 743.– - Fr. 222.25]), in der Phase von 1. März 2018 bis 31. Mai
2019 von Fr. 6'150.05 (Fr. 6'670.80 - Fr. 520.75 [Fr. 743.– - Fr. 222.25]), in der
Phase von 1. Juni 2019 bis 31. August 2020 von Fr. 6'100.05 (Fr. 6'620.80 -
Fr. 520.75 [Fr. 743.– - Fr. 222.25]) und in der Phase ab 1. September 2020 von
Fr. 6'460.05 (Fr. 6'980.80 - Fr. 520.75 [Fr. 743.– - Fr. 222.25]) auszugehen. Der
vorinstanzlich festgestellte Betreuungsunterhalt ist einzig in der Phase ab
1. September 2020 auf Fr. 1'573.95 (Fr. 2'094.70 - Fr. 520.75 [Fr. 743.– -
Fr. 222.25]) zu reduzieren.
7.4 Die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung selbst ist wie folgt zu korrigieren:
7.4.1 Phase 1 – Berechnung für die Zeit zwischen dem 1. Juli 2017 und
28. Februar 2018:
GSin Fr.
GG Fr.
C. Fr.
D. Fr.
E. Fr.
Total Fr.
Einkommen 24'583.40 200.– 200.– 200.– 25'183.40
Bedarf 6'350.05 6'366.60 2'279.– 2'212.50 3'092.50 20'300.65
Anteil Überschuss
1'395.05 1'395.05 697.55 697.55 697.55 4'882.75
Betreuungsu nterhalt
1'945.60
1'945.60
Unterhalt 5'799.50 2'776.55 2'710.05 5'535.65 16'821.75
Legende: GSin = Gesuchstellerin; GG = Gesuchsgegner; C. = C._ ; D. = D._ ; E. = E._ .
- 29 -
7.4.2 Phase 2 – Berechnung für die Zeit zwischen dem 1. März 2018 und
30. April 2018:
GSin Fr.
GG Fr.
C. Fr.
D. Fr.
E. Fr.
M. Fr.
Total Fr.
Einkommen 24'583.40 200.– 200.– 200.– 25'183.40
Bedarf 6'150.05 6'366.60 2'279.– 2'212.50 3'092.50 600.– 20'700.65
Anteil Überschuss
1'120.70 1'120.70 560.35 560.35 560.35 560.35 4'482.75
Betreuungsu nterhalt
1'945.60
1'945.60
Unterhalt 5'325.15 2'639.35 2'572.85 5'398.45 15'935.80
Legende: GSin = Gesuchstellerin; GG = Gesuchsgegner; C. = C._ ; D. = D._ ; E. = E._ ; M. = M._
7.4.3 Phase 3 – Berechnung für die Zeit zwischen dem 1. Mai 2018 und 31. Mai
2019:
GSin Fr.
GG Fr.
C. Fr.
D. Fr.
E. Fr.
M. Fr.
Total Fr.
Einkommen 24'583.40 200.– 200.– 200.– 25'183.40
Bedarf 6'150.05 6'366.60 2'279.– 2'212.50 3'092.50 1'000.– 21'100.65
Anteil Überschuss
1'020.70 1'020.70 510.35 510.35 510.35 510.35 4082.75
Betreuungsu nterhalt
1'945.60
1'945.60
Unterhalt 5'225.15 2'589.35 2'522.85 5'348.45 15'685.80
Legende: GSin = Gesuchstellerin; GG = Gesuchsgegner; C. = C._ ; D. = D._ ; E. = E._ ; M. = M._
- 30 -
7.4.4 Phase 4 – Berechnung für die Zeit zwischen dem 1. Juni 2019 und
31. August 2020:
GSin Fr.
GG Fr.
C. Fr.
D. Fr.
E. Fr.
M. Fr.
Total Fr.
Einkommen 24'583.40 200.– 200.– 200.– 25'183.40
Bedarf 6'100.05 6'466.60 1'934.40 1'900.40 2'660.50 1'420.– 20'481.95
Anteil Überschuss
1'175.35 1'175.35 587.70 587.70 587.70 587.70 4'701.45
Betreuungsu nterhalt
2'918.40
2'918.40
Unterhalt 4'357.– 2'322.10 2'288.10 5'966.60 14'933.80
Legende: GSin = Gesuchstellerin; GG = Gesuchsgegner; C. = C._ ; D. = D._ ; E. = E._ ; M. = M._
7.4.5 Phase 5 – Berechnung für die Zeit ab dem 1. September 2020:
GSin Fr.
GG Fr.
C. Fr.
D. Fr.
E. Fr.
M. Fr.
Total Fr.
Einkommen 3'400.– 24'583.40 200.– 200.– 200.– 28'583.40
Bedarf 6'460.05 6'866.60 2'279.– 2'212.50 3'092.50 1'600.– 22'510.65
Anteil Überschuss
1'518.20 1'518.20 759.10 759.10 759.10 759.10 6'072.75
Betreuungsu nterhalt
1'573.95
1'573.95
Unterhalt 3'004.30 2'838.10 2'771.60 5'225.55 13'839.55
Legende: GSin = Gesuchstellerin; GG = Gesuchsgegner; C. = C._ ; D. = D._ ; E. = E._ ; M. = M._
7.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Gesuchsgegner
gemäss vorstehender Darstellung zu verpflichten ist, folgende monatlich im
- 31 -
Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Kinder- und
Ehegattenunterhaltsbeiträge (zuzüglich allfällige Familien-, Kinder- oder
Ausbildungszulagen) zu bezahlen:
7.5.1 Für die Zeit zwischen dem 1. Juli 2017 und 28. Februar 2018 (gerundet):
Gesuchstellerin: Fr. 5'800.–
C._ : Fr. 2'777.–
D._ : Fr. 2'710.–
E._ : Fr. 5'536.–
(davon Fr. 1'946.– als Betreuungsunterhalt)
7.5.2 Für die Zeit zwischen dem 1. März 2018 und 30. April 2018 (gerundet):
Gesuchstellerin: Fr. 5'325.–
C._ : Fr. 2'639.–
D._ : Fr. 2'573.–
E._ : Fr. 5'398.–
(davon Fr. 1'946.– als Betreuungsunterhalt)
7.5.3 Für die Zeit zwischen dem 1. Mai 2018 und 31. Mai 2019 (gerundet):
Gesuchstellerin: Fr. 5'225.–
C._ : Fr. 2'589.–
D._ : Fr. 2'523.–
E._ : Fr. 5'348.–
(davon Fr. 1'946.– als Betreuungsunterhalt)
7.5.4 Für die Zeit zwischen dem 1. Juni 2019 und 31. August 2020 (gerundet):
- 32 -
Gesuchstellerin: Fr. 4'357.–
C._ : Fr. 2'322.–
D._ : Fr. 2'288.–
E._ : Fr. 5'967.–
(davon Fr. 2'918.– als Betreuungsunterhalt)
7.5.5 Für die Zeit ab dem 1. September 2020 (gerundet):
Gesuchstellerin: Fr. 3'004.–
C._ : Fr. 2'838.–
D._ : Fr. 2'772.–
E._ : Fr. 5'226.–
(davon Fr. 1'574.– als Betreuungsunterhalt)
7.6 Hinsichtlich den gegenüber dem vorinstanzlichen Entscheid erhöhten
Ehegattenunterhaltsbeiträgen in der letzten Phase gilt es anzumerken, dass ein
Verstoss gegen den Grundsatz der reformatio in peius erst vorliegt, wenn die
entsprechende Unterhaltsverpflichtung insgesamt erhöht wird (BGer 5A_165/2018
vom 25. September 2018, E. 3.4). Der ab September 2020 zu bezahlende
Mehrbetrag von monatlich Fr. 130.– (Fr. 3'004.– - Fr. 2'874.–) steht einer
Reduktion in den vorhergehenden Phasen von insgesamt Fr. 15'706.–
gegenüber. Es liegt deshalb auch bei einer sehr langen Geltungsdauer des
vorliegenden Massnahmeentscheids keine gesamthafte Verschlechterung vor.
F. Anrechnung bereits geleisteter Unterhaltszahlungen
1. Die Berufung richtet sich gemäss Rechtsbegehren Ziffer 1 der
Berufungsschrift (Urk. 141 S. 2) auch gegen die vorinstanzliche Vormerknahme
der durch den Gesuchsgegner bereits geleisteten Unterhaltszahlungen. Dabei
weist der Gesuchsgegner hinsichtlich des von der Vorinstanz bis Dezember 2019
berücksichtigten Betrags einzig darauf hin, sämtliche Belege eingereicht zu
haben. Die zusätzlich in Aussicht gestellte aktualisierte Aufstellung und die
- 33 -
entsprechenden E-Banking Unterlagen sind bis dato nicht eingegangen (vgl. Urk.
141 S. 26).
2. Unter Verweis auf die eingangs gemachten Erwägungen ist festzuhalten,
dass die blosse Wiederholung der vor erster Instanz vorgebrachten Argumente für
sich genommen keine rechtsgenügende Berufungsbegründung darstellt und ein
Nichteintreten zur Folge hat. Der vom Gesuchsgegner angebrachte
Pauschalverweis auf die von ihm vorinstanzlich eingereichten Beweismittel
vermag daran nichts zu ändern. Im Übrigen weichen die geltend gemachten
Zahlen gehäuft von jenen in den angerufenen Belegen ab (vgl. Urk. 141 S. 26
sowie Urk. 77/98-99 und Urk. 77/106). Die Gesuchstellerin ihrerseits anerkennt
nebst den in der Steuererklärung (Urk. 77/106) und den Bankbelegen (Urk. 77/99)
ausgewiesenen Beträgen zusätzlich nicht weiter belegte Zahlungen für die
Krankenkassen und die Hortkosten von E._ (Urk. 107 S. 10 ff.). Zu Recht ist
die Vorinstanz demnach vom anerkannten Betrag ausgegangen und erachtete die
weiter geltend gemachten Zahlungen als unsubstantiiert (Urk. 142 S. 75 ff.) Die
Berufung wäre in diesem Punkt folglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden könnte.
3. Ungeachtet des vorstehend Ausgeführten ist aufgrund der Reduktion der
Unterhaltsbeiträge die von der Vorinstanz in Dispositivziffer 9 festgehaltene offene
Unterhaltspflicht bis Dezember 2019 auf Fr. 133'865.60 (Fr. 474'897.– minus
Fr. 341'031.40) zu reduzieren.
G. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Schliesslich ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
Der vorinstanzliche Kostenentscheid wurde von den Parteien im
Berufungsverfahren nicht thematisiert und erscheint auch nach der geringfügigen
Reduktion der Unterhaltsbeiträge weiterhin als angemessen und den gesetzlichen
Bestimmungen entsprechend (Art. 106 und 107 ZPO). Das vorinstanzliche
- 34 -
Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Urk. 142 Dispositivziffern 14 und 15) ist
daher zu bestätigen.
3. Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens
3.1 Die Höhe der Entscheidgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1 sowie § 6 Abs. 2 lit. b der
Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG).
Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des
Gerichts und der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Entscheidgebühr von
Fr. 5'500.– als angemessen.
3.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens sind Kinderbelange und
Unterhaltsfragen. Erstere sind mit einem Drittel und letztere mit zwei Drittel der
Kosten zu gewichten. Nach ständiger Praxis der urteilenden Kammer werden die
Gerichtskosten in Bezug auf Kinderbelange beiden Parteien unabhängig vom
Prozessausgang je zur Hälfte auferlegt, wenn diese gute Gründe für ihre
Rechtsposition hatten (vgl. statt vieler OGer ZH LE180013 vom 23.05.2017, E.
F.3; ZR 84/1985 Nr. 41; vgl. auch Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Vorliegend besteht
kein Anlass, um von dieser gefestigten Praxis abzuweichen. Den Parteien sind
demnach je ein Sechstel der Gerichtskosten aufzuerlegen. Der Gesuchsgegner
unterliegt mit seiner Berufung im Hinblick auf die Kinder- und
Ehegattenunterhaltsbeiträge klar (Phase 1: 96 %, Phase 2: 94%, Phase 3: 93%,
Phase 4: 91%, Phase 5: 78%) und bezüglich der Frage der Bonusaufteilung
vollumfänglich. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, ihm die auf
Unterhaltsfragen entfallenden Gerichtskosten von zwei Dritteln vollumfänglich
aufzuerlegen. Die zweitinstanzlichen Kosten sind demnach zu einem Sechstel zu
Lasten der Gesuchstellerin und zu fünf Sechsteln zu Lasten des Gesuchsgegners
zu liquidieren und mit dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss zu
verrechnen. Die Gesuchstellerin ist zu verpflichten, dem Gesuchsgegner den
Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 917.– (Fr. 5'500 : 6) zu ersetzten. Weiter ist
der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens eine auf zwei Drittel reduzierte Parteientschädigung von
Fr. 3'500.– zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer, mithin Fr. 3'769.50, zu bezahlen.
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