# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 58a4b69c-7b68-5f6c-bd7a-1eca21000a06
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 30. September 2008 genehmigte die Regierung das Ausführungsprojekt
"Kantonsstrasse Nr. 2, St. Gallen-Wil, Radweg Oberbüren-Sonnental-Brübach" mit
einem Kostenvoranschlag von Fr. 1'860'000. (Preisstand 2007). Das Bauvorhaben ist
im 14. Strassenbauprogramm (20042008) als Bauvorhaben der zweiten Priorität
enthalten.
B./ Das Projekt lag in der Zeit vom 15. Oktober bis 13. November 2008 öffentlich auf.
Am 8. Oktober 2008 wurden Personen, die für das Projekt private Rechte abzutreten
haben, mit persönlicher Anzeige von der Durchführung eines Planverfahrens und vom
Enteignungsverfahren in Kenntnis gesetzt.
Am 23. Oktober 2008 gelangte A. B., Oberbüren, Miteigentümer der Grundstücke
Nrn. 0000 und 0000, die vom Strassenprojekt betroffen sind, an den Gemeinderat
Oberbüren und reichte einen persönlichen Vorschlag für eine Projektänderung ein. Der
Gemeinderat leitete die Eingabe am 17. November 2008 dem kantonalen Tiefbauamt
weiter.
Am 11. November 2008 erhob A. B. Einsprache gegen das Projekt. Die Einsprache, mit
der sich verschiedene Personen solidarisierten, wurde am 25. November 2008
begründet. Sie richtete sich gegen den Seitenwechsel des Radstreifens bei der
Torggelhalde von der Nord auf die Südseite und in umgekehrter Richtung in Brübach
und gegen die Verbreiterung des bestehenden Trottoirs auf der Südseite zulasten der
Fahrbahnbreite.
Am 14. April 2009 fand unter Leitung des kantonalen Tiefbauamtes ein Augenschein
statt, an dem auch Vertreter der Kantonspolizei, Verkehrstechnik, teilnahmen. Ein
Vertreter der Kantonspolizei erklärte, die Signalisation im Bereich Torggelhalde werde
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angepasst. Die Tafel "50 km/h", die jetzt bei der Torggelhalde stehe, werde weiter nach
Osten, in Richtung Oberbüren, verschoben. Dem Einsprecher wurde zugesichert, dass
die Signalisation bei seiner Liegenschaft verändert werde, sobald das Projekt
ausgeführt sei.
Am 22. Dezember 2009 schrieb die Regierung die Einsprache von A. B. von der
Geschäftsliste ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden war (Ziff. 1). Sie
genehmigte eine Projektänderung: Anpassung der Breiten des Geh und Radwegs und
der Fahrbahn der Kantonsstrasse (Strecke ausserorts: Geh und Radweg 3,00 m,
Kantonsstrasse 6,50 m, Ziff. 2) und wies die Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat
(Ziff. 3). Der Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, es bestehe ein
erhebliches öffentliches Interesse an einer durchgehend gesicherten Geh und
Radwegverbindung zwischen Brübach und der Torggelhalde. Das Projekt sei
notwendig und zweckmässig, weshalb sich die Enteignung als zulässig erweise.
C./ Am 13. Januar 2010 teilte A. B. dem Verwaltungsgericht mit, es sei ihm nicht
möglich, sich in allen Punkten mit dem Entscheid der Regierung vom 22. Dezember
2009 einverstanden zu erklären. Er machte sinngemäss geltend, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und auf die Ausführung des Projekts sei zu
verzichten bzw. es sei ein Verkehrsregime mit "Kernfahrbahn" zu erarbeiten. Nachdem
die Beschwerde am 26. Januar 2010 begründet worden war, nahm die Regierung am
23. Februar Stellung und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. A. B. liess sich
am 9. März 2010 vernehmen. In der Folge, am 17. April 2010, reichte er unaufgefordert
eine weitere Eingabe ein.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, abgekürzt StrG, in Verbindung mit Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann ist A.
B. als Miteigentümer der vom Projekt betroffenen Grundstücke Nrn. 0000 und 0000
unter Vorbehalt von Ziff. 1.4. hiernach zur Beschwerde berechtigt (Art. 64 Abs. 1 in
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Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Im weiteren entsprechen seine Eingaben unter
Vorbehalt von Ziff. 1.2 und 1.3 hiernach zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP).
1.2. Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP muss die Beschwerde
eine Begründung enthalten. An die Qualität und Ausgestaltung werden keine hohen
Anforderungen gestellt, ein gewisses Mass an Sorgfalt wird dem Beschwerdeführer
aber auferlegt (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St.
Gallen 2003, Rz. 921).
Der Beschwerdeführer wirft dem Gemeinderat Oberbüren eine
Kompetenzüberschreitung vor und verweist auf das Mitteilungsblatt Nr. 21/08. Dieser
Verweis ist als Begründung der Rüge ungenügend. Auf die Beschwerde kann in dieser
Hinsicht deshalb nicht eingetreten werden.
1.3. Der Beschwerdeführer reichte am 17. April 2010, nach durchgeführtem
Schriftenwechsel, unaufgefordert eine weitere Eingabe "Anmerkungen zum Sachverhalt
sowie zur Situation" ein. Diese Eingabe wird aus dem Recht gewiesen (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 955 mit Hinweis).
1.4. Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz vor, sie habe das rechtliche Gehör
Dritter verletzt, weil sie zum Augenschein vom 24. Juni 2009 neben ihm nur höchstens
zehn Personen zur Teilnahme eingeladen habe. Er ist indessen nicht berechtigt,
Interessen Dritter wahrzunehmen, weshalb die Beschwerde auch in dieser Hinsicht
nicht an die Hand genommen werden kann. Hinzu kommt, dass am 24. Juni 2009 kein
Augenschein, sondern eine vom kantonalen Tiefbauamt organisierte
Informationsveranstaltung stattgefunden hat, die gemäss Einladung vom 4. Juni 2009
losgelöst von den damals hängigen Einspracheverfahren durchgeführt worden ist.
1.5. Auf die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen einzutreten.
2. Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 53 VRP erhalten die Vorinstanz und die
Betroffenen Gelegenheit zur Stellungnahme, wenn die Beschwerde nicht offensichtlich
unzulässig ist. Es handelt sich um ein Recht, nicht um eine Pflicht. Auf eine
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Stellungnahme kann verzichtet werden (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 947). Der
Beschwerdeführer nimmt deshalb zu Unrecht an, die Vorinstanz stimme allen
Ausführungen in der Eingabe vom 26. Januar 2010 zu, auf die sie in ihrer
Stellungnahme vom 23. Februar 2010 nicht eingegangen sei.
3. Der Beschwerdeführer bestreitet die Notwendigkeit des Projekts im Hinblick auf die
Verbesserung der Verkehrssicherheit und macht deshalb sinngemäss geltend, ein
Enteignungstatbestand sei nicht gegeben.
3.1. Der Erwerb von rund 21 m ab dem Grundstück Nr. 0000 und von rund 3 m ab
dem Grundstück Nr. 0000 stellt einen Eingriff in das Eigentumsrecht des
Beschwerdeführers dar. Solche Eingriffe sind nur zulässig, wenn sie auf einer
gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig
sind (vgl. BGE 115 Ia 29 mit Hinweisen und Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 2096 ff.). Art. 48 Abs. 2 StrG
verweist in diesem Zusammenhang auf das Enteignungsgesetz (sGS 735.1, abgekürzt
EntG), sofern das StrG nichts anderes bestimmt.
Nach Art. 5 lit. a EntG ist die Enteignung zulässig für den Bau eines öffentlichen oder
überwiegend im öffentlichen Interesse liegenden Werks. Des Weiteren wird
vorausgesetzt, dass der Zweck des Werks auf andere Weise nicht befriedigend oder
nur mit unverhältnismässigem Mehraufwand verwirklicht werden kann. Insbesondere
darf die Enteignung nicht zu einem Nachteil führen, der in einem Missverhältnis zum
verfolgten Zweck steht (Art. 6 EntG). Durch diese Bestimmung wird der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit eines Eingriffs in das Eigentumsrecht konkretisiert. Die Prüfung
der Verhältnismässigkeit von Eingriffen in das Eigentumsrecht setzt eine umfassende
Interessenabwägung aller öffentlichen und privaten Interessen voraus.
Verfassungsrechtliche Gesichtspunkte und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101) gebieten, dass das Verwaltungsgericht bei der
Überprüfung der Verhältnismässigkeit einer formellen Enteignung umfassende
Kognition ausübt und sich nicht nur auf die Rechtskontrolle beschränkt (VerwGE vom
6. Juli 2006 i.S. Z. AG mit Hinweisen).
2 2
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3.2. Nach Art. 32 StrG werden Strassen gebaut, wenn eine der folgenden
Voraussetzungen es erfordert: Zweckbestimmung (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b);
Verkehrsaufkommen (lit.c); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere
von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten (lit. d); Interessen des öffentlichen
Verkehrs (lit. e); Umweltschutz (lit. f). Die Aufzählung ist abschliessend aber alternativ
zu verstehen, d.h. Strassen dürfen gebaut werden, wenn mindestens eine der
genannten Voraussetzungen erfüllt ist (Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.],
Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Rz. 2 zu Art. 32
StrG). Ein elementares Kriterium bildet das in Art. 32 lit. c StrG erwähnte
Verkehrsaufkommen, denn primärer Zweck jeder Strasse bleibt es, den Verkehr
aufzunehmen (Schönenberger, in: a.a.O., Rz. 5 zu Art. 32 StrG).
Sodann ist nach Art. 33 StrG beim Strassenbau folgendes zu beachten: Schutz des
Menschen und seiner Umwelt (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Schutz der schwächeren
Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten
(lit. c); Ortsbild und Heimatschutz (lit. d); Natur und Landschaftsschutz (lit. e); die
anerkannten Grundsätze eines umwelt und siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f);
sparsamer Verbrauch des Bodens (lit. g). Unter Verkehrssicherheit sind all jene
baulichen Massnahmen zu verstehen, die geeignet erscheinen, die Verkehrssicherheit
zu erhöhen bzw. zu gewährleisten. Dazu gehört die Trennung einzelner Verkehrsarten
mittels separater Radwege, Fussgängerunterführungen und dergleichen. Die
Grundsätze des StrG sind bei der Planung, Projektierung und Ausführung einer Strasse
zwingend zu beachten. Im Sinn einer Interessenabwägung und unter Berücksichtigung
des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit haben Dimensionierung und
Ausbaustandard einer strassenmässigen Erschliessung dem Zweck gerecht zu werden,
den sie zu erfüllen hat. Es kann nicht im öffentlichen Interesse liegen, ein Projekt zu
verwirklichen, das auf eine weitergehende Zweckbestimmung ausgerichtet ist (GVP
2002 Nr. 14 mit Hinweisen).
Im weiteren beurteilt sich die Zweckbestimmung im Sinn von Art.32 lit. a StrG nach den
Zielen und Grundsätzen von Art. 1 und Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (SR 700, abgekürzt RPG; vgl. Schönenberger, in: a.a.O., Rz. 1 zu Art. 33
StrG; vgl. auch VerwGE vom 13. März 2008 i.S. B. AG betreffend Kantonsstrasse Nr.
17, Uznach, in: www.gerichte.sg.ch). Gemäss Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 RPG
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haben die Behörden dafür zu sorgen, dass der Boden haushälterisch genutzt und die
Landschaft geschont werden. Mit den raumplanerischen Massnahmen sind
insbesondere wohnliche Siedlungen zu schaffen und zu erhalten (Art. 1 Abs. 2 lit. b
RPG).
3.3. Schliesslich sind die einschlägigen Normen der Vereinigung Schweizerischer
Strassenfachleute (VSS-Normen) von Bedeutung. Es handelt sich nicht um
Rechtssätze, sondern um Richtlinien, die allerdings ein anerkanntes Hilfsmittel bei der
Abklärung der Frage bilden, ob eine Anlage den Anforderungen der Verkehrssicherheit
genügt (GVP 1990 Nr. 99). Ihre Anwendung im Einzelfall muss dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit standhalten, weshalb sie einem Entscheid nicht ungeachtet der
konkreten Verhältnisse zugrunde gelegt werden dürfen (ZBl 1979 S. 223 f. und BGE 94
I 141 mit Hinweisen; vgl. auch VerwGE vom 13. März 2008 i.S. B. AG betreffend
Kantonsstrasse Nr. 17, Uznach, in: www.gerichte.sg.ch).
3.4. Der zuständigen Verwaltungsbehörde kommt bei der Interessenabwägung im
Zusammenhang mit den raumplanungs- und strassenrechtlichen Grundsätzen, die
untereinander kein widerspruchsfreies Zielsystem bilden, ein erheblicher
Ermessensspielraum zu. Diesen Ermessensspielraum hat das Verwaltungsgericht, das
nach Art. 61 Abs. 1 VRP zur Rechtskontrolle befugt ist, zu respektieren. Eine
Ermessenskontrolle gegenüber der Regierung steht ihm nicht zu. Das
Verwaltungsgericht darf daher einen Entscheid der Vorinstanz nur ändern, wenn damit
Rechtsnormen und -grundsätze verletzt werden. Soweit es um die Ausübung
pflichtgemässen Ermessens geht, ist ihm dagegen eine Korrektur verwehrt. Im Streitfall
bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht einen sachlich haltbaren und
zweckmässigen Strassenplanungsentscheid der Vorinstanz selbst dann nicht ändert,
wenn es eine andere Lösung als ebenso zweckmässig erachtet oder sogar bevorzugen
würde (VerwGE vom 13. März 2008 i.S. B. AG betreffend Kantonsstrasse Nr. 17,
Uznach, mit Hinweisen, in: www.gerichte.sg.ch).
4. Die Kantonsstrasse Nr. 2 führt von St. Gallen nach Wil und dient dem Orts und
Regionalverkehr. Die Ausbaustrecke misst rund 1'800 m. Das Projekt sah vor, den
südseitig zwischen Brübach und der Torggelhalde (Sonnental) bestehenden Gehweg
von 2 m auf 3,25 m zu verbreitern und einen Geh und Radweg mit Gegenverkehr zu
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erstellen. Sodann sollte die Kantonsstrasse von 7,50 m auf 6,25 m verschmälert
werden. Im Sinn eines Kompromisses aufgrund der Einsprachen hat die Vorinstanz die
Breiten des Geh und Radwegs und der Kantonsstrasse auf der Strecke ausserorts neu
festgelegt: Geh und Radweg 3 m, Kantonsstrasse 6,50 m. Die Projektänderung wird
damit begründet, ausserorts, in Richtung Brübach, werde den Lastwagen, die dort mit
höherer Geschwindigkeit fahren würden, etwas mehr Platz zur Verfügung gestellt. Wie
auch der Einsprecher festhalte, sei der Fussgänger und Fahrradverkehr ausserorts
zudem geringer als innerorts. Auf dem kombinierten Geh und Radweg verkehren die
Radfahrer im Gegenverkehr. Das bedingt bei der Torggelhalde einen Seitenwechsel für
die Fahrbeziehung OberbürenSonnental. Der Seitenwechsel erfolgt gesichert mit einer
Trenninsel. In Brübach erfolgt die Anbindung nach Zuzwil über den Müliweg.
Gemäss Technischem Bericht vom 22. Februar 2008 handelt es sich, mit Ausnahme
der Verbreiterung der Kantonsstrasse in der Torggelhalde und in Brübach (im Bereich
der Trenninseln), lediglich um eine Verschiebung der Randsteine des bestehenden
Gehwegs um 1,25 m bzw. neu 1 m zulasten der Fahrbahn der Kantonsstrasse. Wo die
Sichtweite gering ist, wird eine Bodenpflästerung von 70 cm Breite verlegt, um den
Radfahrer gegen die Fahrbahn zu lenken. Zwischen der Torggelhalde und dem
Schulhaus Sonnental muss sodann der Bundstein hinterkant Geh- und Radweg
höhenmässig angepasst werden, was bei den angrenzenden Parzellen Anpassungen
verursacht. Im weiteren müssen die Einlaufschächte entlang des Geh und Radwegs
angepasst werden. Auch wird auf dem Geh und Radweg eine neue Deckschicht
eingebaut.
5. Der Beschwerdeführer hält dafür, wenn die Fahrbahn der Kantonsstrasse wie
geplant verschmälert werde, seien Unfälle sowohl auf der Fahrbahn als auch auf dem
Rad und Gehweg vorprogrammiert. Seiner Meinung nach brächte demgegenüber eine
"Kernfahrbahn" aus risikotechnischer und aus finanzieller Sicht nur Vorteile. Er
begründet seinen Standpunkt im Wesentlichen damit, die Kreuzung zweier LKW-
Anhängerzüge werde bei einer Strassenbreite von lediglich 6,25 m zur Zirkelfahrt,
zumal der Bundesrat die maximale Fahrzeugbreite für Kühlfahrzeuge auf 2,60 m
festgelegt habe (vgl. Art. 64 Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11) und Bestrebungen
im Gang seien, die Normbreiten auf 2,80 m zu erhöhen. Weil sich das
Gefahrenpotential auf der Fahrbahn markant erhöhe, sei zudem nicht ausgeschlossen,
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dass Fussgänger und Radfahrer in Unfälle zwischen Motorfahrzeugen verwickelt
würden. Angesichts des grosszügig breiten Geh und Radwegs wähne sich der
Fussgänger und Radfahrer zu Unrecht auf der sicheren Seite, nicht zuletzt auch wegen
der vielen Ein und Ausfahrten und des Gegenverkehrs auf dem Geh und Radweg. Im
weiteren sei zu bezweifeln, ob Inseln für die Querung der Strasse risikomindernd seien.
5.1. Fest steht, dass der Schulweg für die Primar und Oberstufenschüler vom Weiler
Brübach zum Weiler Sonnental (Primarschulhaus Sonnental, Abt Bedastrasse 71) und
weiter bis ins Dorf Oberbüren (Oberstufenzentrum Thurzelg) führt und dass die
Schülerinnen und Schüler die zur Diskussion stehende Strecke mehrheitlich mit dem
Fahrrad zurücklegen. Die Vorinstanz führt nicht nur im angefochtenen Entscheid,
sondern auch im Entscheid betreffend Projektgenehmigung vom 30. September 2008
aus, der heutige Zustand sei gefährlich und habe zu Unfällen geführt. Fest steht somit,
dass es im öffentlichen Interesse liegt, zum Schutz der schwächeren
Verkehrsteilnehmer eine sichere Verkehrsverbindung zu schaffen, auch wenn der
Beschwerdeführer festhält, ein Unfall mit Todesfolgen habe sich ausserhalb der zur
Diskussion stehenden Strecke, auf der Höhe "Werkhof" in Oberbüren, ereignet.
5.2. Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer zu Unrecht davon ausgeht, der Geh
und Radweg solle auf der ganzen Strecke eine Breite von 3,50 m aufweisen und die
Fahrbahn der Kantonsstrasse eine solche von 6,00 m. Wie ausgeführt (vgl. Ziff. B.
hievor) hat die Vorinstanz insofern eine Änderung des Projekts genehmigt, als die
Breite des Geh und Radwegs ausserorts auf 3,00 m und diejenige der Kantonsstrasse
ausserorts auf 6,50 m festgelegt worden ist.
5.3. In Betracht fällt, dass Verkehrsmessungen der Kantonspolizei vom 9. bis
22. Februar 2009 ergeben haben, dass der durchschnittliche tägliche Verkehr auf der
zur Diskussion stehenden Strecke bei 5'100 Fahrzeugen liegt und dass nicht von
intensivem Schwerverkehr gesprochen werden kann. Der Schwerverkehrsanteil auf der
Höhe des Grundstücks Nr. 1097 bei der Torggelhalde, Sonnental, hat lediglich 4,05 %
betragen, was der Beschwerdeführer bestreitet. Er beruft sich darauf, gemäss Auskunft
eines Mitarbeiters des kantonalen Tiefbauamtes betrage der Schwerverkehrsanteil
6 %. Die Vorinstanz führt in ihrer Stellungnahme vom 23. Februar 2010 in diesem
Zusammenhang aus, auf der Basis der VSS-Normen SN 640 200a, 640 201 und 640
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202 sei im Fall einer untergeordneten Kantonsstrasse mit geringem
Schwerverkehrsanteil für den Begegnungsfall Lastwagen/Lastwagen bei einer
Geschwindigkeit von maximal 50 km/h eine Fahrbahnbreite von 6,70 m erforderlich
bzw. gemäss Dienstanweisung des Baudepartements "Baulicher Zustand von
Kantonsstrassen" eine solche von 6,50 bzw. 6,00 m. Sie erachtet die innerorts
projektierte Fahrbahnbreite von 6,25 m deshalb selbst für den Begegnungsfall von
klimatisierten Fahrzeugen als knapp ausreichend (verbleibender Raum von Randstein
zu Randstein gemäss Berechnung der Vorinstanz 0,55 m), zumal die Fahrbahn in
Kurven oder Biegungen aus Sicherheitsgründen verbreitert wird. Diese Einschätzung
wird damit begründet, der Begegnungsfall Lastwagen/Lastwagen und umso mehr
derjenige zwischen zwei klimatisierten Lastwagen sei selten, weshalb es sich
rechtfertige, vom Hauptbegegnungsfall Lastwagen/Personenwagen auszugehen. Bei
einer Geschwindigkeit von maximal 50 km/h genüge dafür eine Fahrbahnbreite von
5,90 m. Aus diesem Grund sei die projektierte Fahrbahnbreite von 6,25 m innerorts und
6,50 m ausserorts aus Sicht des Tiefbauamtes und der Kantonspolizei im Sinn eines
Kompromisses ausreichend. Zu berücksichtigen ist weiter, dass geplant ist, die
Signalisation im Bereich der Torggelhalde anzupassen bzw. die Signalisation "50 km/h"
nach Osten, in Richtung Oberbüren, zu verschieben, um das Geschwindigkeitsniveau
im Bereich der künftigen Trenninsel zu senken und dass die Sichtweite nach Abbruch
des Hangs 80 bis 90 m beträgt, mehr als die VSS-Norm SN 640 090a verlangt. Zieht
man weiter in Betracht, dass die Vorinstanz in der Stellungnahme vom 23. Februar
2010 glaubhaft ausführt, das Kreuzen von Lastwagen sei auf einer Fahrbahn von rund
6,00 m gefahrlos möglich und führe zu keinen Sicherheitsdefiziten (Kantonsstrasse
Oberbüren-Niederwil: 5 Begegnungsunfälle in den letzten zehn Jahren auf dem
Ausserorts-Strassenabschnitt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ohne
Beteiligung von Lastwagen; weitere gleichartige Kantonsstrassen: Bischofszellerstrasse
in Arnegg und St. Margrethenstrasse von Andwil nach Gossau), kann ihr nicht
vorgeworfen werden, mit der Verschmälerung der Fahrbahn auf 6,25 m innerorts und
6,50 m ausserorts werde das Gefahrenpotential für die Verkehrsteilnehmer,
insbesondere für die Insassen von Motorfahrzeugen, markant erhöht. Vielmehr
erscheint diese Massnahme, in Verbindung mit der Signalisation "50 km/h" im Bereich
Torggelhalde, geeignet, eine verkehrsberuhigende Wirkung zu erzielen.
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Von Bedeutung ist weiter, dass der Ausbau des Trottoirs in einen kombinierten Geh
und Radweg den Vorgaben der einschlägigen VSS-Normen bezüglich Breite und
Sichtweiten bei Ein und Ausfahrten entspricht. Wie die Vorinstanz in ihrer
Stellungnahme vom 23. Februar 2010 ausführt, wird das rund 2,00 m breite Trottoir,
obschon verboten, von Fahrradfahrern aus Sicherheitsgründen mitbenutzt. Es ist
deshalb notwendig, die heute von Fussgängern und Radfahrern benutzte Fläche zu
verbreitern und den bestehenden Bedürfnissen der schwächeren Verkehrsteilnehmer
anzupassen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer den Standpunkt vertritt,
Fussgänger und Fahrradfahrer hätten sich auf dem Trottoir längst "arrangiert" und dass
die bestehenden Ein und Ausfahrten unbestrittenermassen ein Risiko darstellen. Um
davon für Fussgänger und Fahrradfahrer ausgehende Gefahren zu vermindern, werden
denn auch sachgerechte Massnahmen getroffen. Einerseits wird vor jeder Auffahrt eine
Pflästerung angebracht, mit dem Ziel, Radfahrer davon abzuhalten, zu nahe an den
Ein- und Ausfahrten vorbeizufahren. Zudem wird bei den Ausfahrten über den Geh und
Radweg ein sogenannter "harter Anschlag" zwischen 3 und 6 cm Höhe erstellt, um zu
verhindern, dass Motorfahrzeugführer schnell über den Geh und Radweg auf die
Kantonsstrasse fahren können. Andererseits hat das Tiefbauamt den Gemeinderat
Oberbüren aufgefordert, dafür besorgt zu sein, dass die Eigentümer von
Liegenschaften mit Ein und Ausfahrten die Sicht auf den Geh und Radweg
gewährleisten, indem sie Pflanzen zurückschneiden.
5.4. Das Verwaltungsgericht hat keinen Grund zur Annahme, das zur Diskussion
stehende Projekt verfehle seinen Zweck. Es liegt vielmehr im öffentlichen Interesse,
weil es für die schwächeren Verkehrsteilnehmer eine sichere Verbindung zwischen
Brübach und Sonnental schafft. Berücksichtigt wird in diesem Zusammenhang, dass
es eine absolute Sicherheit auch im Strassenverkehr nicht gibt und dass die
Optimierung der Verkehrssicherheit zufolge der konkreten Verhältnisse vor Ort nur in
Form eines Kompromisses möglich ist. Von einer Verbesserung insbesondere auch für
die schwächeren Verkehrsteilnehmer ist auch bei winterlichen Verhältnissen
auszugehen, zumal diese dazu zwingen, mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren.
Hinzu kommt, dass der Winterdienst in der Regel gut ist und dass an die
Strassenränder gepflügter Schnee auf vielen Strassen anzutreffen ist. In Anbetracht
des Ausbaustandards, der für Kantonsstrassen gilt, ist es entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers sodann möglich und zumutbar, gegebenenfalls über
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Strassenschächte zu fahren. Die Vorinstanz war insbesondere auch nicht gehalten, die
Fahrbahnbreite der Kantonsstrasse, die parallel zur Autobahn A 1 verläuft, vorab dem
örtlichen und regionalen Verkehr dient und einen geringen Schwerverkehrsanteil
aufweist, zu Lasten der schwächeren Verkehrsteilnehmer auf nach EU-Recht zulässige
Höchstmasse oder andere zur Diskussion stehende Normbreiten auszurichten und die
Fahrbahnbreite für "ungeübte Touristen mit Wohnmobilen", Panzer der Schweizer
Armee und Ausnahmetransporte zu optimieren. Hinzu kommt, dass eine Verbreiterung
des Strassenquerschnitts andernfalls, d.h. wenn auch der Verkehrssicherheit der
schwächsten Verkehrsteilnehmer im Sinn eines Rad und Gehwegs Rechnung getragen
würde, hohe Landerwerbs und Anpassungskosten zur Folge hätte und die Ausführung
des Vorhabens viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Der angefochtene
Strassenplanungsentscheid verletzt deshalb insgesamt weder Rechtsnormen noch -
grundsätze.
5.5. Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, eine "Kernfahrbahn" wäre dem zur
Diskussion stehenden Projekt sowohl aus risikotechnischer als auch aus finanzieller
Sicht vorzuziehen und verweist auf eine "Vorher-Nachher-Untersuchung an der
Bischofszellerstrasse in Gossau" des Planungsbüros Frossard, Zürich. Die Vorinstanz
erläutert in ihrer Stellungnahme vom 23. Februar 2010, dass es sich bei
"Kernfahrbahnen" um ein Verkehrsregime handelt, das mit dem zur Diskussion
stehenden Projekt nicht vergleichbar ist. Danach ist eine "Kernfahrbahn" eine zwischen
Radstreifen verlaufende Verkehrsfläche, auf der Motorfahrzeuge nicht kreuzen können
bzw. auf der nicht alle FahrzeugKategorien kreuzen können (vgl. auch Richtlinien des
kantonalen Tiefbauamtes "Kernfahrbahnen auf übergeordneten Strassen innerorts, in:
www.sg.ch/home/bauen). Wie die Vorinstanz ausführt, sind Kernfahrbahnen auf
Strecken ausserorts aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen und die Strecke
innerorts (Sonnental) ist im konkreten Fall länger als empfohlen. Sodann erscheint es
sachgerecht, dass die Umsetzung einer "Kernfahrbahn" nicht geprüft worden ist, weil
damit kein durchgehendes Verkehrsregime Oberbüren-Sonnental-Brübach
sichergestellt werden kann.
Auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer vorgeschlagenen
"Kernfahrbahn" ergibt sich somit, dass das zur Diskussion stehende Projekt dem
öffentlichen Interesse an der Optimierung der Verkehrssicherheit besser dient und
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unter den gegebenen Umständen das Funktionieren der Verkehrsbeziehungen
bestmöglich gewährleistet.
6. Zu prüfen ist weiter, ob das öffentliche Interesse an der Verwirklichung des Projekts
das private Interesse des Beschwerdeführers am Erhalt seines Grundeigentums zu
überwiegen vermag.
Wie ausgeführt, ist der Beschwerdeführer Miteigentümer der Grundstücke Nrn. 0000
und 0000. Zur Verwirklichung des Projekts werden ab dem Grundstück Nr. 0000 rund
21 m dauernd und rund 52 m vorübergehend beansprucht, ab dem Grundstück
Nr. 0000 3 m dauernd und 32 m vorübergehend. Der Beschwerdeführer wendet sich
ausschliesslich gegen das Projekt als solches und verzichtet darauf, geltend zu
machen, man habe in diesem Zusammenhang seinen privaten Interessen nicht die
notwendige Beachtung geschenkt. Wie ausgeführt, besteht ein erhebliches öffentliches
Interesse an einer durchgehend gesicherten Geh und Radwegverbindung Oberbüren-
Sonnental-Brübach. Bei dieser Ausgangslage ist es sachgerecht, das Interesse an
einer wesentlichen Verbesserung der Verkehrssicherheit vor allem auch der
schwächeren Verkehrsteilnehmer höher einzustufen als das private Interesse des
Beschwerdeführers am ungeschmälerten Erhalt der Grundstückflächen, zumal der
Eingriff wenig einschneidend ist.
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf
eingetreten werden kann. Mit dem Projekt wird eine wesentliche Verbesserung der
Verkehrssicherheit vorab der schwächeren Verkehrsteilnehmer erzielt. Die
Verschmälerung der Fahrbahn und die geplante kombinierte Verkehrsverbindung für
Fussgänger und Radfahrer liegen im öffentlichen Interesse und sind für die Erreichung
des Zwecks sinnvoll. Sodann erweist sich die Beeinträchtigung der privaten Rechte
des Beschwerdeführers als zumutbar.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000. ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie wird mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht