# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10e39826-4245-47cd-82e7-4dd246de9c5d
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

Sachverhalt
A.
Am 13. August 2018 reichte die A._AG, Z._, der Energieagentur
St.Gallen GmbH, St.Gallen, gestützt auf das kantonale Förderungs-
programm Energie 2015 bis 2020 ein Gesuch zur Fördermassnahme
M21 „Wärmedämmung von Einzelbauteilen“ ein. Das Gesuch betraf
die Dämmung eines Abschnitts des Sheddachs der gewerblichen
Liegenschaft G._strasse 1 in Z._. Die A._AG hatte bereits
zuvor einzelne Dachabschnitte derselben Liegenschaft gedämmt und
dafür Förderbeiträge erhalten.
B.
a) Mit E-Mail vom 1. Oktober 2018 teilte die Energieagentur
St.Gallen GmbH der A._AG mit, dass sie für die Gesuchsprüfung
noch weitere Unterlagen, insbesondere eine U-Wert-Berechnung,
benötige. Im Schnittplan sei sodann die zu dämmende Fläche zu
markieren; die Flächen seien zu überprüfen und allenfalls eine aus-
führliche, angepasste Flächenberechnung zuzustellen. Mit E-Mail
vom 23. Oktober 2018 reichte die A._AG einen Planausschnitt mit
markierter Dämmung ein und hielt unter anderem fest, dass zusätz-
lich zur Flächendämmung auch der Shed-Seitenteil gedämmt werde.
(Planausschnitt, gedämmte Fläche gelb markiert)
b) Darauf bezugnehmend führte die Energieagentur St.Gallen
GmbH mit E-Mail vom 25. Oktober 2018 aus, dass die zu dämmende
Fläche keine direkte Aussenfläche sei, sondern eine Fläche gegen
einen Aussenraum. Förderberechtigt seien jedoch lediglich Flächen,
die direkt gegen aussen gedämmt würden. Die Bewilligung der frühe-
ren Fördergesuche habe sich auf das alte Gebäudeprogramm ge-
stützt, sei aber schon damals ein Grenzfall gewesen. Im Zusammen-
hang mit der Prüfung eines anderweitigen, dem vorliegenden aber
ähnlichen Fördergesuchs habe sich die Energieagentur St.Gallen
GmbH bereits vor einigen Monaten entschieden, bei Fördergesuchen
gestützt auf das seit dem 1. Januar 2017 geltende neue Gebäu-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 3/10
deprogramm die zu dämmenden Fachwerkteile als „gegen unbe-
heizt“ und damit als nicht förderberechtigt zu beurteilen. Dabei werde
die Grenze, ab welcher Höhe ein Luftraum nicht mehr als Bauteil,
sondern als unbeheizter Luftraum qualifiziert werde, auf 30 cm fest-
gelegt; die Abgrenzung orientiere sich an der SIA-Norm 279 „Bau-
stoffkennwerte“, welche Angaben für Luftströme nur bis zu einer Hö-
he von 30 cm enthalte. Entsprechend müsse das Fördergesuch ab-
gelehnt werden.
c) Mit Verfügung vom 13. November 2018 lehnte die Energie-
agentur St.Gallen GmbH in der Folge das Fördergesuch der
A._AG ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass die gedämmte Flä-
che als Bauteil gegen unbeheizt angesehen werde und nicht förder-
berechtigt sei.
C.
Gegen diese Verfügung erhob die A._AG mit Schreiben vom
23. November 2018 Rekurs beim Baudepartement. Es werden fol-
gende Anträge gestellt:
1. Das Fördergesuch ist erneut zu prüfen und zu ge-
nehmigen.
2. Die letzte Etappe ist ebenfalls wie alle Vorgänger- etappen zu betrachten.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass das Gesuch rechtzeitig
und mit dem notwendigen BFE-Bericht „Grobanalyse mit Vorgehens-
empfehlung“ eingereicht worden sei. In den vergangenen Jahren
seien bereits mehrere völlig identische Sanierungsetappen durchge-
führt worden. Eine weitere Etappe sei noch ausstehend. Zur weiteren
Begründung wird auf einen zusätzlich eingereichten Fachtechnischen
Bericht der B._GmbH, X._, vom 23. November 2018 verwiesen.
D.
Mit Vernehmlassung vom 22. Januar 2019 beantragt die Vor-
instanz, den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentli-
chen geltend gemacht, dass die vorangegangenen Etappen nach
dem alten Gebäudeprogramm und entsprechend anderen Richtlinien
zu beurteilen waren. Zudem habe bei zu dämmenden Dachsystemen
wie dem vorliegenden schon damals eine Unsicherheit darüber be-
standen, ab wann ein Bauteil gegen unbeheizt oder aber ein Bauteil
gegen Aussenklima vorliege. Diese Unsicherheit habe man nun im
Rahmen eines anderweitigen Gesuchs für die neue Fördermass-
nahme geklärt.
E.
Nach telefonischer Kontaktnahme der verfahrensleitenden Sachbe-
arbeiterin mit Vertretern der Rekurrentin und der Vorinstanz stellte
die instruierende Rechtsabteilung den Beteiligten am 19. August
2019 schriftlich eine vorläufige rechtliche Beurteilung des Rekurses
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 4/10
zu, gestützt auf welche der Rekurrentin wie zuvor telefonisch bespro-
chen Frist bis 16. September 2019 zum allfälligen Rückzug des Re-
kurses bzw. zu anderweitiger Rückmeldung gegeben wurde. Auf
Antrag der Rekurrentin wurde die Frist mit E-Mail vom 6. September
2019 bis 14. Oktober 2019 erstreckt. Mit E-Mail vom 25. November
2019 erkundigte sich die verfahrensleitende Sachbearbeiterin bei der
Rekurrentin, ob sie nun am Rekurs festhalten oder diesen zurückzie-
hen wolle. Ohne Rückmeldung bis 13. Dezember 2019 werde davon
ausgegangen, dass ein Entscheid gewünscht sei. Nachdem die Re-
kurrentin sich auch innert dieser Frist nicht vernehmen liess, wurde
mit Schreiben vom 14. Januar 2020 als nächster Schritt die Zustel-
lung eines anfechtbaren und kostenpflichtigen Rekursentscheids
angekündigt.
F.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 26b Abs. 2 des Energiegesetzes (sGS 741.1; abgekürzt EnG) in
Verbindung mit Art. 25 Bst. n des Geschäftsreglementes der Regie-
rung und der Staatskanzlei (sGS 141.3).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; abge-
kürzt VRP) sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Die Rekurrentin verweist darauf, dass bei der betroffenen Liegen-
schaft in den vergangenen Jahren bereits mehrere völlig identische
Sanierungsetappen durchgeführt worden seien. In den bisherigen
Förderbescheiden sei kein Hinweis auf einen Paradigmenwechsel
enthalten gewesen. Die Vorinstanz macht geltend, dass sich die
Grundlagen zur Beurteilung einer Förderung zwischenzeitlich geän-
dert hätten und auf das vorliegend umstrittene Gesuch der Rekurren-
tin folglich andere Kriterien anzuwenden seien als auf die früheren
Sanierungsetappen.
2.1 Mit dem auf den 1. Juli 2001 in Vollzug gesetzten Energiege-
setz bezweckt der Kanton St.Gallen die Umsetzung einer nachhalti-
gen Umweltpolitik durch die Förderung einer ausreichenden, wirt-
schaftlichen, umweltschonenden und sicheren Energieversorgung,
durch das Sparen von Energie und deren rationelle und umweltscho-
nende Verwendung, durch die Verminderung der Abhängigkeit von
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 5/10
einzelnen Energieträgern und durch die Regelung des Vollzugs der
eidgenössischen Energiegesetzgebung (Art. 1 EnG). Erneuerbare
Energie wie Wasserkraft, Sonnenenergie, Geothermie, Umgebungs-
wärme, Windenergie und Energie aus Biomasse und aus Abfällen
aus Biomasse soll nach Art. 1a Abs. 1 EnG besonders gefördert
werden.
2.1.1 In Art. 2a EnG wird die Regierung beauftragt, die angestrebte
Entwicklung von Energieversorgung und Energienutzung und die
notwendigen Massnahmen in einem Energiekonzept festzulegen. Auf
das in Nachachtung des Auftrags erarbeitete erste kantonale Ener-
giekonzept für die Jahre 2008 bis 2020 (vgl. Berichte der Regierung
40.07.07 und 40.13.01 vom 11. Dezember 2007 bzw. 17. April 2013;
einsehbar unter: https://www.ratsinfo.sg.ch) folgt nun das Energie-
konzept mit Zielen für die Jahre 2021 bis 2030 (vgl. Bericht der Re-
gierung 40.19.01 vom 30. April 2019), das der Kantonsrat am
13. Juni 2019 zustimmend zur Kenntnis genommen hat.
2.1.2 Gestützt auf Art. 16 Abs. 2 EnG kann der Kanton sodann im
Rahmen von Förderungsprogrammen sowie der verfügten Sonder-
kredite und Globalkredite des Bundes Beiträge leisten an Massnah-
men zu sparsamer und rationeller Energienutzung, dies insbesonde-
re zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer
Energie, zur Abwärmenutzung sowie zur Aus- und Weiterbildung,
Information, Beratung, Marketing und Vernetzung im Energiebereich.
Die (allgemeinen) Voraussetzungen für die Ausrichtung und Rückfor-
derung entsprechender Beiträge sind in der Energieförderungsver-
ordnung (sGS 741.12; abgekürzt EnFöV) geregelt (vgl. Art. 16 Abs. 3
EnG).
Gemäss Art. 1 f. EnFöV beschliesst die Regierung ein Förderungs-
programm für die Dauer des vom Kantonsrat gewährten Sonderkre-
dits. Dieses wird im kantonalen Amtsblatt veröffentlicht und regelt die
einzelnen Fördermassnahmen, die besonderen Voraussetzungen für
die Gewährung von Förderungsbeiträgen und die Bemessungsgrund-
lagen und Beitragssätze (Art. 2 EnFöV). Über die Beitragsberechti-
gung und die Höhe des Förderungsbeitrags (im konkreten Gesuchs-
verfahren) entscheidet alsdann die Vorinstanz als zuständige Stelle
aufgrund der EnFöV und des Förderungsprogramms (Art. 6 Abs. 1
und Art. 19 EnFöV).
2.1.3 Auf ein erstes Förderungsprogramm Energie 2013 bis 2017
(ABl 2012, 3727 ff.) folgte das Förderungsprogramm Energie 2015
bis 2020, dessen Vollzugsbeginn die Regierung auf den 1. Januar
2015 festsetzte (ABl 2014, 3555 ff.) und das zwischenzeitlich in bis-
her sechs Nachträgen angepasst wurde. Im Förderungsprogramm
Energie 2015 bis 2020 sind, im Rahmen von Art. 16 Abs. 2 EnG,
verschiedene Fördermassnahmen enthalten. Soweit diese die Ge-
bäudeenergie betreffen und den Vorgaben des Harmonisierten För-
dermodells der Kantone (HFM) entsprechen, werden sie aber mit
Globalbeiträgen des Bundes unterstützt, die aus der Teilzweckbin-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 6/10
dung der CO2-Abgabe finanziert werden (https://www.bfe.admin.ch
/bfe/de/home/politik/kantone-und-gemeinden.html). Das HFM, wel-
ches erstmals im Jahr 2003 erstellt und in den Jahren 2007 und 2009
sowie letztmals 2015 überarbeitet wurde, bildet somit die Grundlage
für die finanzielle Förderung von Investitionsmassnahmen im Gebäu-
debereich. Entsprechend wird im Förderungsprogramm selbst darauf
hingewiesen, dass die Auslegung nach dem jeweils aktuellen HFM
erfolge. Das HFM 2015 (Schlussbericht vom 21. August 2015, Fas-
sung vom September 2016, abrufbar unter: https://www.endk.ch/
de/dokumentation/harmonisiertes-foerdermodell-der-kantone-hfm) ist
seit dem 1. Januar 2017 anwendbar. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde
zudem die bisherige Zweiteilung der Zuständigkeit für das seit dem
Jahr 2010 von Bund und Kantonen durchgeführte Gebäudepro-
gramm in einen nationalen Teil und einen kantonalen Teil aufgeho-
ben und die Zuständigkeit neu für alle Fördermassnahmen – und
damit insbesondere auch für die bisher national geregelte Förderung
der Modernisierung der Gebäudehülle – vollumfänglich auf die Kan-
tone übertragen (vgl. https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumenta-
tion/medienmitteilungen.msg-id-65084.html).
2.2 Das vorliegend umstrittene Fördergesuch vom 13. August 2018
betrifft die Massnahme M21 “Wärmedämmung mit Einzelmassnah-
me“, welche mit dem III. Nachtrag zum Förderungsprogramm Ener-
gie 2015 bis 2020 neu aufgenommen worden ist (ABl 2016, 3449 ff.,
3450), mit Vollzugsbeginn ab dem 1. Januar 2017. Die Aufnahme
war Folge der vorerwähnten Neuregelung des Gebäudeprogramms;
der III. Nachtrag beinhaltet sodann weitere Anpassungen und Ände-
rungen des Förderungsprogramms im Rahmen der Umsetzung des
HFM 2015. Auf die früheren bewilligten Fördergesuche der Rekurren-
tin, welche nach unbestritten gebliebener Angabe der Vorinstanz
offenbar Etappen der Dachsanierung vor dem 1. Januar 2017 betra-
fen, waren folglich noch die Voraussetzungen des ursprünglichen
Gebäudeprogramms anwendbar; diese ergeben sich aus dem HFM
2009 (Schlussbericht vom 21. August 2009, revidierte Fassung vom
August 2012, abrufbar unter: https://www.endk.ch/de/dokumen-
tation/harmonisiertes-foerdermodell-der-kantone-hfm) sowie den ent-
sprechenden, im Gesuchsverfahren jeweils zur Verfügung gestellten
Wegleitungen.
2.3 Gemäss HFM 2009 (S. 36) förderte das frühere Gebäudepro-
gramm die „Sanierung von Einzelbauteilen der Gebäudehülle zur
Verbesserung der Wärmedämmung“. Explizit als „Einzelbauteil“ auf-
geführt wurden nebst Fenstern auch „Wand und Boden gegen aus-
sen, Dach“ sowie „Wand, Boden, Decke gegen unbeheizt“. Diese
Förderpraxis wurde mit dem HFM 2015 angepasst. Mit der Förder-
massnahme M21 "Wärmedämmung von Einzelbauteilen" soll neu
ausschliesslich die Wärmedämmung von Fassaden, Dächern sowie
Wänden und Böden gegen Erdreich gefördert werden. Der reine
Fensterersatz sowie die Wärmedämmung von Estrichboden und Kel-
lerdecke sind ausdrücklich nicht mehr Teil des HFM; Fensterersatz
und Wärmedämmung gegen unbeheizte Räume können als Einzel-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 7/10
massnahmen nicht (mehr) gefördert werden (vgl. HFM 2015, S. 9
und 115, sowie die auf das vorliegend umstrittene Fördergesuch an-
wendbare Wegleitung vom 9. Februar 2018, Ziff. 4 und Anhang).
(Auszug aus der Wegleitung zur Fördermassnahme "Wärmedämmung von ", gültig ab 09.02.2018, S. 5)
2.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auf die Beurteilung der
früher durchgeführten Sanierungsetappen und des vorliegend um-
strittenen Fördergesuchs unterschiedliche Grundlagen Anwendung
fanden bzw. finden. Die Rekurrentin kann folglich aus Förderzusagen
für frühere Sanierungsetappen, auch wenn diese in Bezug auf die
tatsächliche Umsetzung identisch waren, nichts ableiten. Daran ver-
mag auch das Fehlen eines expliziten Hinweises in früheren Zusa-
gen oder in der Wegleitung auf eine allfällige künftige Änderung der
materiellen oder rechtlichen Voraussetzungen nichts zu ändern. Zum
einen bleiben entsprechende Änderungen immer vorbehalten und
zum andern ist ohnehin im Zeitpunkt einer konkreten Gesuchseinga-
be jeweils (neu) zu überprüfen, ob die aktuell geltenden Vorausset-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 8/10
zungen für eine Förderung erfüllt sind. Diese ergaben sich vorliegend
klar auch aus der anwendbaren Wegleitung.
3.
Die Rekurrentin beanstandet die durch die Vorinstanz vorgenomme-
ne Auslegung der Fördervoraussetzungen und wendet sich implizit
gegen die von der Vorinstanz vertretene Definition des „unbeheizten
Raums“ bzw. des Begriffs „Dach“. Sie macht geltend, dass die Holz-
konstruktion hinter der ausgeführten Dämmung weder begeh- noch
benutzbar sei und keineswegs von einem Estrich bzw. unbeheizten
Raum ausgegangen werden könne. Der Hohlraum sei konstruktiv
bedingt und diene der Hinterlüftung.
3.1 Vorliegend handelt es sich um ein Fördergesuch für die Däm-
mung des Abschnitts eines Sheddachs, bei welchem mehrere kleine
pult- oder satteldachartige Dachaufbauten (Reiter) hintereinander
aufgereiht sind; die einzelnen Dachaufbauten bestehen aus einer
abgeschrägten Dachfläche und einer steileren oder senkrechten
Fensterfläche, die den Lichteinfall ermöglicht (Beschreibung ent-
nommen aus www.wikipedia.ch). Wie sich aus der dem Gesuch bei-
gefügten Darstellung ergibt (vgl. den Planausschnitt unter Sachver-
halt Bst. B.a), besteht vorliegend unterhalb der abgeschrägten Dach-
fläche eine weitere, noch etwas steiler verlaufende Konstruktions-
ebene, welche mit der Dachfläche durch ein Fachwerk verbunden ist
bzw. mit dieser ein solches bildet und zur Dachfläche im unteren Teil
einen Abstand von rund 1,2 m (bei schräger Messung) bzw. (bei
Messung im rechten Winkel) von rund 82,5 cm hat. Gedämmt wird
diese untere Ebene (und der Seitenteil), wodurch sich zwischen die-
ser und der oberen Dachfläche ein – sich zur Fensterfläche hin ver-
engender – Luftraum im Ausmass der Fachwerkkonstruktion ergibt.
Strittig ist nun, ob damit immer noch von einer (förderberechtigten)
Dämmung des „Dachs“ des Gebäudes gesprochen werden kann
oder ob es sich beim entstandenen Luftraum um einen "unbeheizten
Raum" handelt, womit eine Förderung ausgeschlossen wäre.
3.2 Die Rekurrentin macht geltend, dass der vorliegend vorhande-
ne Luftraum konstruktionsbedingt sei und nicht als unbeheizter Raum
gelten könne, zumal er auch nicht begehbar sei. Das Vorbringen der
Rekurrentin ist grundsätzlich nachvollziehbar. Es ist jedoch zu be-
rücksichtigen, dass es der Vorinstanz allein schon aufgrund der
grossen Menge an Fördergesuchen nicht möglich ist, bautechnisch
abzuklären und zu entscheiden, ob im jeweiligen konkreten Fall eine
vorhandene Dachkonstruktion und die entsprechend vorgesehene
Dämmweise zwingend sind und ob bzw. in welchem Umfang folglich
eine allfällig vorhandene Luftschicht konstruktionsbedingt ist. Auch
das Abstellen darauf, ob es sich um ein einziges oder um ein zu-
sammengesetztes Bauteil handelt, würde eine bautechnische Beur-
teilung im Einzelfall erfordern, welche im Rahmen der Prüfung von
Fördergesuchen nicht vorgenommen werden kann. Die Beurteilung
der vorliegend zur Diskussion stehenden Sanierung ebenso wie von
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 9/10
Fördergesuchen mit vergleichbarem Sachverhalt bzw. die Unter-
scheidung zwischen den beiden Vorgaben des HFM 2015 – förder-
berechtigte Dämmung des "Dachs", nicht förderberechtigte Däm-
mung gegen "unbeheizte Räume" – muss vielmehr auf klare allge-
meine Kriterien abgestellt werden; dies auch, um eine rechtsgleiche
Behandlung aller Gesuche zu gewährleisten.
3.3 Die Vorinstanz interpretiert zum einen den Begriff „Dach“ als
„Aussenhülle“ eines Gebäudes, wogegen nichts einzuwenden ist.
Zum andern stellt sie zur Unterscheidung zwischen "Dach" bzw.
Aussenhülle einer Baute und "unbeheiztem Raum" auf die Dicke der
allenfalls zwischen Dach und Dämmung liegenden Luftschicht und
damit auf ein objektiv überprüfbares Kriterium ab; die Funktion und
entsprechend auch die Begehbarkeit eines vorhandenen Luftraums
bleiben dabei unbeachtlich. Diesbezüglich kann auch auf die SIA-
Norm 380/1:2009 (Ziff. 1.3, Definitionen) verwiesen werden, gemäss
welcher als "beheizter Raum" ein "Raum", aber auch ein "abge-
schlossener Bereich" gilt, ohne dass eine Mindestgrösse oder –höhe
vorausgesetzt wird. Die konkrete Grenze zwischen einer vernachläs-
sigbaren und einer zu beachtenden Luftschicht zieht die Vorinstanz
sodann, unter Verweis auf die Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) von
Luftschichten, bei einer Dicke von 300 mm. Diese Grenzziehung er-
scheint nachvollziehbar, zumal die Wärmeleitfähigkeit ab dieser Di-
cke markant erhöht und die Dämmwirkung damit entsprechend her-
untergesetzt ist (vgl. den seitens der Vorinstanz eingereichten Aus-
zug aus dem Register „Baustoffkennwerte“ zur SIA-Norm 279:2018,
Datenstand 2. März 2018).
3.4 Die Rekurrentin bringt vor, dass gerade aufgrund des grossen
Wärmeverlusts – vorliegend sei von einem Reduktionsfaktor (Faktor,
um den der Wärmeverlust gegen das Aussenklima durch den unbe-
heizten Raum reduziert wird; vgl. SIA-Norm 380/1:2009 Ziff. 1.3, De-
finitionen) von 0,99 auszugehen, dies gegenüber einem Faktor von
1,0 bei einem nicht hinterlüfteten Bauteil gegen aussen – von einer
(förderberechtigten) Aussenfläche und nicht von einem Estrich bzw.
unbeheizten Raum auszugehen sei. Der vorliegend umstrittene Luft-
raum stellt zweifelsohne keinen Estrich im eigentlichen Sinn dar. Die
Argumentation der Rekurrentin könnte jedoch (im Grundsatz) auch
dann vorgebracht werden, wenn es tatsächlich um die Dämmung des
Bodens eines (belüfteten) Estrichs unterhalb eines nicht gedämmten
Dachs geht; eine solche Dämmung gilt jedoch wie erwähnt ohne
Weiteres als "gegen unbeheizt" und soll ausdrücklich nicht (mehr)
gefördert werden. In diesem wie auch im vorliegenden Fall kommt
dem Dach als Gebäudehülle eigentlich auch nur mehr die Funktion
eines Witterungsschutzes zu; die Förderung zielt aber auf die Däm-
mung der Aussenhülle selbst. Die Festsetzung einer klaren ziffern-
mässigen Grenze soll deshalb dazu dienen, zwischen dem eindeuti-
gen Fall des Estrichbodens und dem Fall, da eine vernachlässigbare
Luftschicht zwischen Dämmung und Aussenhülle liegt, unterscheiden
zu können. Förderberechtigt ist folglich nur diejenige Fläche, inner-
halb welcher zwischen Aussenhülle bzw. "Dach" und Dämmung eine
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 31/2020), Seite 10/10
Luftschicht von höchstens 300 mm liegt. Soweit die Luftschicht
300 mm übersteigt, wird die Dämmung als nicht mehr zum "Dach"
(bzw. zur Aussenhülle) gehörig verstanden bzw. die dazwischenlie-
gende Luftschicht als "unbeheizter Raum" qualifiziert und entspre-
chend – wie bei der Dämmung eines Estrichbodens – von einer
Dämmung gegen unbeheizt ausgegangen.
3.5 Zusammenfassend erscheint die von der Vorinstanz vertretene
Auslegung der Begriffe „Dach“ und „unbeheizter Raum“ und die ein-
geführte Praxis zur Umsetzung der mit dem HFM 2015 angepassten
Fördermassnahme M21 "Wärmedämmung von Einzelbauteilen"
nachvollziehbar und begründet.
4.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz
das rekurrentische Fördergesuch vom 13. August 2018 zu Recht
ablehnte. Der Rekurs erweist sich deshalb als unbegründet und ist
abzuweisen.
5.
5.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte
die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abge-
wiesen werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 2'000.–
(Nr. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeinde-
verwaltung, sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend
sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin zu überbinden.
5.2 Der von der Rekurrentin am 6. Dezember 2018 geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 500.– wird angerechnet.