# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6208016-6928-44ac-8ac6-82a43294e67e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil des Bezirksgerichts
Z._
vom 2. Dezember 2013 wurde die am 15. Juni 2001 geschlossene Ehe zwischen
X._
und
Y._
geschieden. Dabei wurde folgende Vereinbarung der Eheleute über das Tei
lungsverhältnis der während der Dauer der Ehe erworbenen Guthaben aus beruflicher Vorsorge genehmigt
(Urk. 1/2)
:
„Die Gesuchsteller beantragen dem Gericht, es sei die
Vorsorgeeinrichtung desjeni
gen Gesuchstellers, der während der Dauer der Ehe mehr Vorsorgekapital geäufnet hat, anzuweisen, von dessen Vorsorgeguthaben soviel auf das Vorsor
gekonto des anderen Gesuchstellers zu übertragen, dass eine hälftige Teilung des während der Ehe durch beide Gesuchsteller insgesamt erworbenen Vorsor
geguthabens resultiert.“
2.
2.1
Nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils überwies das Bezirksgericht
Z._
die Sache mit Verfügung vom 8. Januar 2014 zur Durchführung der Tei
lung der Austrittsleistungen an das Sozialversicherungsgericht (Urk. 1/1).
Im Scheidungsverfahren
hatten die
von den Eheleuten genannten
Vorsorgeein
richtungen
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
und
Swisscanto Sammelstiftung der Kantonalbanken
zwar die grundsätzliche Durchführbarkeit der Teilung bestätigt (vgl. Urk. 2/25 und Urk. 2/33), aber dem Scheidungsgericht nicht
alle für die Durchführung der Teilung erforderlichen Angaben geliefert. Insbesondere war für das Gericht nicht ersichtlich, welcher Teil des Vorsorgeguthabens von
X._
während der Ehe
erworben wurde und ob neben den bekannten nicht auch noch weitere, mithin nicht bekannte Guthaben vorhanden waren (Verfügung des Bezirksgerichts
Z._
vom 8. Januar 2014 E. 2.2).
2.2
2.2.1
Nach dem Eingang der Überweisungsverfügung und der Akten (Urk. 2/1-58) des Bezirksgerichts
Z._
wurde mit Verfügung vom 14. Januar 2014
(Urk. 3) den am Verfahren beteiligten Vorsorgeeinrichtungen unter Zustellung einer Kopie der Überweisungsverfügung und Hinweis auf ihre Pflicht zur Mitwirkung im Verfahren Frist
angesetzt, um
dem Gericht die vollständigen Dokumentationen der Austrittsleistungen der Geschiedenen im Sinne von
Art.
24 FZG einzu
reichen (inkl. Angaben über Beginn des Vorsorgeverhältnisses und Benennung allfälliger Vorversicherer, welche Vorsorgegelder überwiesen haben, aber ihrer gesetzlichen Pflicht zur Übermittlung der einschlägigen Informationen auch nach ergangener Aufforderung nicht nachgekommen sind, Dispositiv-Ziffer 1).
Den Geschiedenen
wurde mit der nämlichen Verfügung
Frist angesetzt, um dem Gericht eine vollständige Auflistung der eigenen Arbeits- und Vorsorgeverhält
nisse während der Dauer der Ehe (Namen von Arbeitgebern und Vorsorgeein
richtungen sowie Beginn und Ende der Arbeitsverhältnisse) mitzuteilen und durch Kopien von Lohnausweisen zu belegen
. Sie wurden aufgefordert,
schrift
lich zu bestätigen, dass sie keine weiteren Ansprüche gegenüber Vorsorge- oder Freizügigkeitseinrichtungen haben
, und
das Gericht über ihnen bekannte Arbeits- und Vorsorgeverhältnisse ihres vormaligen Ehegatten zu informieren
(Dispositiv-Ziffer 2)
.
2.2.2
In Nachachtung dieser Verfügung reichte die
Swisscanto Sammelstiftung der Kantonalbanken
am 22. Januar 2014
ihre Berechnung vom 6. September 2013 zuhanden des Bezirksgerichts
Z._
(Urk. 2/39) als Urk. 6 zu den Akten. Im Begleitschreiben bestätigte sie den Erhalt einer Freizügigkeitsleistung für
X._
a
m 1. September 2007 und erklärte sie, dass ihr keine weiteren Daten bekannt seien (Urk. 5).
2.2.3
Die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
reichte am 31. Januar 2014 die Austrittsabre
chung des Vorversicherers von
Y._
(
ab 1. Mai 2002 bis 31. Mai 2012,
Urk. 8/2
-3
), eine Scheidungsabrechnung per 10. Januar 2014 (Urk.
8/4
) sowie eine de
taillierte Aufstellung über Sparbeiträge, eingebrachte Einlagen und Verzinsung seit Eintritt (15. Mai 2012) bis 31. Dezember 2013 (bzw. prospektiv bis 31. Dezember 2014, Urk. 8/1) zu den Akten.
2.2.4
Am 14. Februar 2014 gab
X._
die angeforderten Auskünfte über seine Erwerbsbiographie während der Ehe (Urk. 9) und reichte diesbezügliche Belege ein (Urk. 10/1-16). Ferner bestätigte er, dass
Y._
bis zum Eintritt beim
Vorversicherer der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
nicht vorsor
geversichert war.
2.2.5
Y._
liess sich innert der ihr angesetzten Frist nicht vernehmen (vgl. Urk. 11).
2.3
Mit Verfügung vom 24. Februar 2014 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zu den Sachverhaltsangaben der anderen Prozessbeteiligten zu äussern (Urk. 11). Daraufhin reichte
X._
den Auszahlungsbeleg für die am 4. Mai 2001 erfolgte Überweisung eines Freizügigkeitsguthabens von Fr. 159‘341.60 von der Winterthur-Columna
Sammelstiftung an die Credit Suisse Freizügigkeitsstiftung zu den Akten (Urk. 14).
2.4
Deshalb wurde
die
Swisscanto Sammelstiftung
als Nachfolgeversicherer der Cre
dit Suisse Freizügigkeitsstiftung mit Verfügung vom 14. April 2014 noch einmal aufgefordert, die vollständige Dokumentation zu der von ihr verwalteten Aus
trittsleistung
im Sinne von
Art.
24 des
Bundesgesetz
es
über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG)
bzw. einen Nachweis ihrer Bemühungen zur Vervollständigung dieser Dokumentation
ein
zureichen (Urk. 15). Am 25. April 2014 wies die
Swisscanto Sammelstiftung
ihre diesbezügliche Kontaktaufnahme vom gleichen Tag mit der Credit Suisse nach (Urk. 18). Am 19. Mai 2014 reichte sie ihre Abrechnung über die zu teilende Austrittsleistung ein (Urk. 20).
Davon wurden die Verfahrensbeteiligten am 25. Juni 2014
informiert (Urk. 21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
Art.
122 bis 124
des Schweizerischen
Zivilgesetzbuch
s
(ZGB) regeln die berufsvorsorgerechtlichen Scheidungsfolgen
:
1.1.1
Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der berufli
chen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 1
7.
Dezember 1993 für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten (Art. 122 Abs. 1 ZGB).
Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (Art. 122 Abs. 2 ZGB).
1.1.2
Gemäss
Art.
123
Abs.
1 ZGB kann ein Ehegatte in der Vereinbarung auf seinen Anspruch ganz oder teilweise verzichten, wenn eine entsprechende Alters- und Invalidenvorsorge auf andere Weise gewährleistet ist.
Das Gericht kann die Teilung ganz oder teilweise verweigern, wenn sie auf
grund der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder der wirtschaftlichen Ver
hältnisse nach der Scheidung offensichtlich unbillig wäre
(
Art.
123
Abs.
2 ZGB)
.
1.1.3
Ist bei einem oder bei beiden Ehegatten ein Vorsorgefall bereits eingetreten oder können aus andern Gründen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge, die wäh
rend der Dauer der Ehe erworben worden sind, nicht geteilt werden, so ist eine angemessene Entschädigung geschuldet (
Art.
124
Abs.
1 ZGB).
Das Gericht kann den Schuldner verpflichten, die Entschädigung sicherzustel
len, wenn es die Umstände rechtfertigen (
Art.
123
Abs.
2 ZGB).
1.2
Bei Ehescheidung werden die für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistun
gen nach den Artikeln 122 und 123 des Zivilgesetzbuches (ZGB) sowie den Artikeln 280 und 281 der Zivilprozessordnung vom 19.
Dezember 2008
(ZPO) geteilt; die Artikel 3–5 sind auf den zu übertragenden Betrag sinngemäss anwendbar (
Art.
22
Abs.
1 FZG).
Die zu teilende Austrittsleistung eines Ehegatten entspricht der Differenz zwi
schen der Austrittsleistung zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeit
punkt der Ehescheidung und der Austrittsleistung zuzüglich allfälliger Freizü
gigkeitsguthaben im Zeitpunkt der Eheschliessung (vgl.
Art.
24). Für diese Berechnung sind die Austrittsleistung und das Freizügigkeitsguthaben im Zeit
punkt der Eheschliessung auf den Zeitpunkt der Ehescheidung aufzuzinsen. Barauszahlungen während der Ehedauer werden nicht berücksichtigt
(
Art.
22
Abs.
2
FZG)
.
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
280 ZPO
und
Art.
281
Abs.
1 ZPO
fällt die Teilung der Austrittsleis
tungen als Scheidungsfolgeregelung
(aus verfahrensökonomischen Gründen)
grundsätzlich in die Zuständigkeit des Scheidungsgerichts
. Um dem - nicht vorsorgerechtlich spezialisierten - Scheidungsgericht die Durchführung der Teilung zu erleichtern, wurden die Vorsorgeeinrichtungen
bereits
mit
Art.
24
Abs.
2 und 3 FZG (in der Fassung gemäss Bundesgesetz vom 26. Juni 1998, in Kraft seit 1. Januar 2000) verpflichtet eine Dokumentation über die Herkunft und die Entwicklung der von ihnen verwalteten Vorsorgekapitalien zu führen, welche
Auskunft über den Anspruch auf Austrittsleistungen im Zeit
punkt einer Heirat
gibt
(Art. 24 Abs. 2 FZG, ab 1. Januar 2007 auch im Falle des Registereintrags einer Partnerschaft) sowie bei Scheidung (Art. 24 Abs. 3 FZG, ab 1. Januar 2007 auch bei Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft).
1.3.2
Wenn die für die Teilung massgeblichen Austrittsleistungen durch das Schei
dungsgericht nicht ermittelt werden können oder wenn die Durchführbarkeit der Teilung fraglich erscheint, hat das Scheidungsgericht die Sache zur Beurteilung der vorsorgerechtlichen Aspekte und - gegebenenfalls - Durchführung der Tei
lung der Austrittsleistungen dem
gemäss Art. 25a Abs. 1
FZG zuständigen
Gericht
zu überweisen (Art. 281 Abs. 3 ZPO).
In dessen Verfahren haben die Ehegatten und die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge Parteistellung (Art. 25a Abs. 2 FZG).
2.
2.1
Mit seiner Eingabe vom 14. Februar 2014 (Urk. 9) hat
X._
die mit der Verfügung vom 14. Januar 2014
(Urk. 3)
verlangten
Auskünfte über
die
Arbeits- und Vorsorgeverhältnisse der Ehegatten erteilt und
(
mit Urk. 10/1-16) belegt. Die Angaben sind nachvollziehbar und wurden seitens von
Y._
nicht in Zweifel gezogen. Es ist daher davon auszugehen, dass zwischen den Ehegatten Einigkeit nicht nur über den Teilungsschlüssel, sondern auch über die zu teilenden Austrittsleistungen besteht. Anhaltspunkte für im Schei
dungsprozess nicht deklarierte Vorsorgeguthaben (vgl. Überweisungsverfügung E. 2.2 am Ende) haben sich nicht ergeben
.
2.2
Die
von der
BVG-Sammelstiftung
Swiss Life
(auf erste Aufforderung des Sozial
versi
cherungsgerichts hin
) am 31. Januar 2014 und von der
Swisscanto Sam
melstiftung
(auf zweite Aufforderung des Sozialversicherungsgerichts hin) am 19. Mai 2014
eingereichten
Dokumentationen
über die zu teilenden Austritts
leistungen
(Urk. 8/1-4 und Urk. 20)
enthalten alle für die Durchführung
der Teilung erforderlichen Angaben
.
2.2.1
In der Dokumentation der BVG-Sammelstiftung Swiss Life fehlt zwar eine Saldie
rung per Scheidungstag, doch lässt sich der Anspruch per 2. Dezember 2013 durch eine einfache Rechenoperation aus dem Saldo per 31. Dezember 2013
in der „Entwicklung der Altersguthaben und Beiträge“ (Urk. 8/1)
mit hin
reichender G
enauigkeit ermitteln (Abzug von Sparbeitrag und Verzinsung für den Monat Dezember
2013
).
Saldo per 31.12.2013
Fr.
72‘210
.--
Sparbeitrag
11 Monate (
30.01.2013 - 31.12.2013
)
Fr.
2‘581.--
Sparbeitrag 1 Monat
Fr.
235.--
Verzinsung 11 Monate (30.01.2013 - 31.12.2013)
Fr.
864.--
Verzinsung 1 Monat
Fr.
79.--
Abzug Sparbeitrag und Verzinsung
Fr.
314.--
Saldo per Scheidungsdatum
Fr.
71‘896.--
Da
Y._
ihr gesamtes Vorsorgekapital während der Dauer der Ehe angespart hat (vgl. Urk. 8/2-4 und Urk.
9), entspricht der
Saldo per Scheidungs
datum ihrer zu
teilenden Austrittsleistung im Sinne von
Art.
122 ZGB.
2.2.2
Aus der Abrechnung der Swisscanto Sammelstiftung vom 19. Mai 2014 über die zu teilende Austrittsleistung von
X._
(Urk. 20) ist ersichtlich, dass er den grössten Teil seines Vorsorgekapitals vor der Eheschliessung angespart hatte, weshalb dieser Teil, inklusive des darauf entfallenden Zinses, von der Austrittsleistung bei Ehescheidung abzuziehen ist (Art. 22 Abs. 2 FZG). Der dar
aus resultierende Saldo von Fr. 9‘
481.--
(vgl. Urk. 20) entspricht der zu teilen
den Austrittsle
i
stung
X._
.
2.2.3
Die Summe der gemäss der vom Scheidungsgericht genehmigten Teilungsverein
barung (
vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.1
) zu teilenden Austrittsleistun
gen beträgt Fr. 81‘377.-- (Fr. 71‘896.-- gemäss E. 2.2.1 und Fr. 9‘481.-- gemäss E. 2.2.2), die hälftigen Anteile Fr. 40‘
688.5
0.
Um eine „hälftige Teilung
des während der Dauer der Ehe durch beide Gesuchsteller insgesamt erworbenen Vorsorgeguthabens“ vorzunehmen, muss daher der Betrag von Fr. 31‘207.50 vom Vorsorgekonto
von
Y._
auf das Vorsorgekonto
von X._
übertragen werden.
Die vom Scheidungsgericht genehmigte - und durch die Stellungnahmen der Parteien im vorliegenden Verfahren nicht in Frage gestellte - Teilungsverein
barung der Ehegatten
ist demnach durch die Anweisung an die BVG-Sammel
stiftung Swiss Life umzusetzen, den Betrag von Fr. 31‘207.50 zulasten des Vorsorgekontos von
Y._
auf das Vorsorgekonto
von X._
bei der Swisscanto Sammelstiftung zu überweisen.
3.
3.1
Gemäss
§
33
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) ist das Verfahren kostenlos, soweit dies von anderen Gesetzen so vorgeschrie
ben ist. Das Verfahren in berufsvorsorgerechtlichen Streitigkeiten ist in der Regel kostenlos (
Art.
25 FZG in Verbindung mit
Art.
73
Abs.
2 des Bundesge
setzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge, BVG).
Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, kann in kostenlosen Verfahren jedoch eine Gerichtskostenpauschale auferlegt werden (
§
33 Abs. 2 GSVGer).
Mutwilliges oder leichtsinniges Verhalten ist einer Partei insbesondere dann vorzuwerfen, wenn
sie ihre prozessualen Mitwirkungspflichten in schwerwie
gender Weise verletzt und dadurch unnötige Weiterungen des Prozesses verur
sacht.
Schwerwiegend ist nicht nur die Verweigerung der Mitwirkung (
§
23 Abs. 2 GSVGer), auch die nicht rechtzeitige Vornahme einer erforderlichen Mitwirkungshandlung kann schwer wiegen. Insbesondere dann, wenn es
um die
Mitwirkung eines Sozialversicherungsträgers geht und die säumige Prozess
handlung
gleichzeitig
auch eine
Vernachlässigung einer
vor
prozessualen
gesetzlichen Pflicht
darstellt.
3.2
3.2.1
Unter Hinweis auf Erwägung 1.3
ist zunächst
festzuhalten
, dass der Gesetzgeber den Trägern der beruflichen Vorsorge mit der Regelung von
Art.
24 FZG
eine
Dokumentationspflicht
über die Herkunft und die Entwicklung der von ihnen verwalteten Vorsorgekapitalien auferlegt hat, welche es den
jeweils
aktuellen Verwaltern der Altersvorsorge
guthaben
von scheidungswilligen Paaren erlaubt, den Scheidungsgerichten
rasch und umfassend die zur Teilung der Austritts
leistungen im Scheidungsfall erforderlichen Angaben zu liefern. Die Dokumen
tation soll gewährleisten, dass die Scheidungsgerichte
- im Interesse der Schei
dungswilligen an einer beförderlichen Erledigung - die Teilung der Austritts
leistungen weitestgehend in eigener Kompetenz durchführen können und die Sache nur ausnahmsweise nach dem Scheidungsprozess noch an die speziali
sierten Sozialversicherungsgerichte weiterreichen müssen.
3.2.2
Im Lichte der gesetzlichen Dokumentationspflicht von
Art.
24 FZG ist es nicht angängig, dass Verwalter von Vorsorgegeldern ein um einschlägige Auskunft ersuchendes Scheidungsgericht unter Hinweis auf die Unvollständigkeit
der eigenen
Dokumentation an
einen
Vorversicherer verweisen (wie dies die Swisscanto Sammelstiftung tat, vgl. Urk.
2/39).
W
enn ein Vorversicherer (nach Inkrafttreten von Art. 24 in der seit dem 1. Januar 2000 geltenden Fassung) die von
Art.
24
Abs.
2
FZG vorgeschriebene Dokumentation zu e
iner Überweisung von Vorsorgegeldern nicht übermittelt, ist die
Vorsorgegelder entgegennehmende Vorsorgeeinrichtung
unter berufsvorsor
gerechtlichen Gesichtspunkten
gehalten,
diese Vordokumentation einzufordern. Denn nur so kann sie - gegebenenfalls - ihrer eigenen Pflicht zur Auskunftser
teilung nach Art. 24
Abs.
3 FZG nachkommen
.
Wenn sie ihre eigene Doku
mentation nicht bereits im Zeitpunkt der Entgegennahme der Vorsorgegelder aktualisiert hat (und gegebenenfalls erst aufgrund eines Auskunftsersuchens der versicherten Person oder des Gerichts aktenkundig wird, dass die versicherte
Person bei Begründung des Vorsorgeverhältnisses bereits verheiratet war
), liegt es an der Vorsorgeeinrichtung, welche aktuell die Guthaben verwaltet, die Nachforschungen bei allfälligen Vorversicherern durchzuführen.
3.2.3
Im Hinblick auf die vom Sozialversicherungsgericht zu entscheidende Frage, ob der Swisscanto Sammelstiftung im vorliegenden Verfahren gestützt auf
§
33 Abs. 2 GSVGer eine Gerichtskostenpauschale aufzuerlegen ist, ist weiter festzu
halten, dass die im vorangegangenen Scheidungsprozess nach Urk. 2/39 produ
zierten Akten und schliesslich
Erwägung 2.2 der
Begründung der Überwei
sungs
verfügung
des Bezirksgerichts
Z._
belegen
, dass die mangelhafte Doku
mentation der während des Scheidungsprozesses von der Swisscanto Sammel
stiftung verwalteten
Vorsorgegelder von
X._
bereits im Schei
dungsprozess zu unnötigen Weiterungen gef
ührt hat
und für die nachfolgende Überweisung der Sache an das Sozialversicherungsgericht ursächlich war.
3.2.4
Schliesslich ist unter Hinweis auf die Prozessgeschichte des vorliegenden Verfah
rens
(Sachverhalt
Ziff.
2) festzuhalten, dass die Swisscanto Sammelstif
tung nach erfolgter Aufforderung zur Einreichung einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Dokumentation
am 14. Januar 2014 (Urk. 3)
zunächst
auch das Sozialversicherungsgericht an den Vorversicherer verweisen wollte
(vgl. Urk. 6)
und sie ihrer Mitwirkungspflicht im Verfahren sowie ihrer gesetzlichen Dokumentationspflicht erst nach einer weiteren Aufforderung
vom 14. April 2014 (Urk. 15)
nachkam
,
indem sie
- offenbar erstmals - den Vorversi
cherer kontaktierte
(vgl.
Urk. 18). Die - im Übrigen unstrittige - Teilung der Austrittsleistungen wurde von der Swissca
nto Sammelstiftung
somit auch im vorliegenden Verfahren
mutwillig
verzögert.
Es rechtfertigt sich daher, ihr eine Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren aufzuerlegen.
3.2.5
Die Gerichtsgebühr ist im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 20‘000.-- nach dem Zeitaufwand des Gerichts, der Schwierigkeit des Falls und der Tragweite, die dem Entscheid im Einzelfall zukommt, zu bemessen (
§
2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsge
richt, GebV SVGer).
In Berücksichtigung der genannten Umstände
,
und da die Swisscanto Sammelstif
tung ihrer Mitwirkungspflicht schliesslich doch noch ohne explizite Androhung von Nachteilen nachgekommen ist, rechtfertigt es sich
,
die Gerichtsgebühr auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen.