# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3cf439d8-0764-4ccc-ac53-77fc28d466bc
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend qualifizierte einfache Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung - Einzelgericht, vom 13. Juli 2017 (GG170065)
Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 17. März
2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 11/9).
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Urteil der Vorinstanz: (Urk. 33 S. 16 f.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte B._ wird vom Vorwurf der qualifizierten einfachen Körperver-
letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB freigesprochen.
2. Die Zivilklage des Privatklägers A._ wird abgewiesen.
3. Dem Privatkläger wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und RA lic. iur.
X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
4. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Ge-
richtskasse genommen.
5. Vom Verzicht des Beschuldigten auf Entschädigung und Genugtuung wird Vormerk
genommen.
6. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Privatklägers RA lic. iur. X._ wird für
seine Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 1'215.30 (inkl. 8 % MWSt.) aus der
Gerichtskasse entschädigt; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Privat-
kläger gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(Prot. II S. 9, sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 62 S. 1)
1. Die Berufung des Berufungsklägers A._ gegen B._ sei abzuwei-
sen.
2. Das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen.
c) Der Privatklägerschaft A._:
(Urk. 60 S. 1)
1. Es sei der Beschuldigte B._ anklagemässig schuldig zu sprechen.
2. Es sei der Beschuldigte B._ zu verpflichten, dem Privatkläger A._
eine Genugtuung von Fr. 1'000.00 zuzüglich Zins seit 28. Mai 2016 zu be-
zahlen.
3. Es sei der Beschuldigte B._ zu verpflichten, dem Privatkläger A._
für das erst-sowie das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Par-
teientschädigung zu bezahlen.
4. Kostenfolgen des erst- sowie zweitinstanzlichen Verfahrens ausgangs-
gemäss.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann in Anwendung
von Art. 82 Abs. 4 StPO zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf
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die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ver-
wiesen werden (Urk. 33 S. 3 f.).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung – Einzelgericht, vom
13. Juli 2017 wurde der Beschuldigte B._ vom Vorwurf der qualifizierten ein-
fachen Körperverletzung freigesprochen (Urk. 21). Gegen dieses Urteil, welches
dem Vertreter des Privatklägers am 17. Juli 2017 schriftlich im Dispositiv eröffnet
wurde (Urk. 23/2), meldete der Privatkläger A._ innert Frist mit Schreiben
vom 27. Juli 2017 Berufung an (Urk. 24 und 25/1-7, Urk. 28 und 29). Das begrün-
dete Urteil (Urk. 30) wurde dem Vertreter des Privatklägers in der Folge am
4. September 2017 zugestellt (Urk. 32/3), woraufhin dieser mit Eingabe vom
22. September 2017 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht
einreichte, wobei er gleichzeitig den Antrag stellte, das vorliegende Berufungsver-
fahren mit dem Berufungsverfahren gegen den Privatkläger zu vereinigen und
gemeinsam zu verhandeln (Urk. 35).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 28. September 2017 wurde dem Beschuldigten
sowie der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben
oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen sowie um zum
Antrag des Privatklägers auf Verfahrensvereinigung Stellung zu nehmen
(Urk. 37). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit Eingabe vom 17. Oktober 2017
mit, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschlussberufung und beantrage die
Abweisung des Antrages auf Verfahrensvereinigung des Privatklägers (Urk. 42).
Der Beschuldigte liess sich hingegen innert Frist nicht verlauten. In der Folge
wurde dem Privatkläger und dem Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom
2. November 2017 Frist zur freigestellten Vernehmlassung zur Stellungnahme der
Staatsanwaltschaft angesetzt (Urk. 47), woraufhin sich der Privatkläger mit Ein-
gabe vom 6. November 2017 vernehmen liess (Urk. 49). Mit Präsidialverfügung
vom 14. Dezember 2017 wurde schliesslich der Antrag auf Vereinigung der Beru-
fungsverfahren abgewiesen, wobei aber gleichzeitig angezeigt wurde, dass das
vorliegende Verfahren gemeinsam mit dem Verfahren SB170426 zu verhandeln
sei, um der Gefahr sich widersprechender Urteile zu begegnen (Urk. 53).
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1.4. Am 23. Mai 2018 fanden die Berufungsverhandlungen im vorliegenden
Verfahren statt, zu welcher der Beschuldigte sowie der unentgeltlichen Vertreters
RA lic. iur. X._ namens des Privatklägers A._ und Staatsanwalt lic. iur.
P. Gossner erschienen sind (Prot. II. S. 7). Anschliessend fand die Berufungs-
verhandlung im Verfahren SB170426 statt. Schliesslich verzichtete der Beschul-
digte auf die mündliche Urteilseröffnung (Prot. II S. 14), woraufhin die mündliche
Urteilseröffnung im vorliegenden Verfahren in Abwesenheit des Beschuldigten
sowie gleichzeitig mit der Urteilseröffnung im Verfahren SB170426 durchgeführt
wurde (Prot. II S. 15 ff.).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der Privatkläger erklärte in seiner Berufungserklärung vom 22. September
2017, die Berufung werde beschränkt auf die Dispositiv Ziffern 1, 2 und 4 (Urk. 35
S. 1; vgl. Prot. II S. 9).
2.2. Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil in den Dispositiv Ziffern 3
(Bestellung von RA lic. iur. X._ als unentgeltlichen Rechtsbeistand für den
Privatkläger), 5 (Verzicht des Beschuldigten auf Entschädigung und Genugtuung)
und 6 (Entschädigung RA lic. iur. X._) nicht angefochten und damit in
Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404
Abs. 1 StPO).
2.3. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung
zur Disposition.
3. Unentgeltliche Rechtspflege
3.1. Der Privatkläger beantragt auch für das Berufungsverfahren die Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie die Bestellung von RA lic. iur.
X._ als unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 35 S. 2).
3.2. Die Bestellung der unentgeltlichen Rechtspflege für die Privatkläger gilt als
andauernd, solange die Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Dementsprechend ist
im Rechtsmittelverfahren kein neues Gesuch und keine neue Bestellung erforder-
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lich (Schmid/Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar,
3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, Art. 137 N 3). Mithin ist eine erneute Bestellung
von RA lic. iur. X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Privatklägers im
Berufungsverfahren nicht erforderlich.
II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 17. März 2017 vorgeworfen,
dem Privatkläger A._ im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung mit ei-
nem Trinkglas bewusst und gewollt, eventualiter in Kauf nehmend, eine Schnitt-
verletzung am kleinen Finger der linken Hand zugefügt zu haben (Urk. 11/9 S. 2).
2. Ausgangslage
2.1. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass es zwischen ihm und dem Privat-
kläger zu einer verbalen und tätlichen Auseinandersetzung gekommen ist, wäh-
rend welcher er dem Privatkläger einen "Box" gegeben habe (Urk. 3/2 S. 5).
Demgegenüber bestreitet er, dabei ein Trinkglas in der Hand gehabt und damit
dem Privatkläger die Schnittverletzung am Finger zugefügt zu haben (Prot. I
S. 12 f.; Urk. 59 S. 8 ff.).
2.2. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, der Sachverhalt lasse sich gestützt
auf die vorhandenen Beweismittel nicht erstellen, weshalb sie den Beschuldigten
freisprach (Urk. 33 S. 14).
2.3. Der Rechtsvertreter des Privatklägers (und Verteidiger des im Parallel-
verfahren beschuldigten) A._ erachtet den Anklagesachverhalt demgegen-
über gestützt auf die durchaus glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie die
Aussagen der Zeugin C._, welche den Beschuldigten unmittelbar vor der
Auseinandersetzung mit einem Trinkglas in der Hand gesehen habe, als erstellt.
Überdies lege auch das auf dem D._-platz sichergestellte Videomaterial na-
he, dass der Beschuldigte ein Glas in der Hand gehabt habe (Urk. 19 S. 2). An-
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lässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung sodann im Wesentli-
chen aus, der Privatkläger habe die Verletzung in einer wechselseitigen Ausei-
nandersetzung erlitten, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass der
Beschuldigte dafür verantwortlich sei. Die Vorinstanz übe massive Kritik am Aus-
sageverhalten des Privatklägers. Dabei verkenne sie, dass es für eine in Notwehr
handelnde Person regelmässig schwierig sei, die Tat in den Details wiederzuge-
ben. Überdies falle das dem Privatkläger auch wegen sprachlicher und intellektu-
eller Defizite schwer. Glaube man der Zeugin C._ grundsätzlich, so müsse
man ihr auch glauben, dass sie den Beschuldigten mit einem Glas in der Hand
habe auf den Privatkläger zugehen sehen, worauf dieser eine Bierflasche behän-
digt habe. Ferner seien auf der Videoaufnahme vom D._-platz Flaschen,
Büchsen und Gläser erkennbar, jedoch keine Becher. Es sei eine blosse Schutz-
behauptung, dass das Pub nicht mit Gläsern in der Hand habe verlassen werden
dürfen. Schliesslich sei auch auffällig, dass der Beschuldigte sich heute angeblich
an nichts mehr erinnere, jedoch mit Bestimmtheit sagen könne, dass er dem Pri-
vatkläger die Schnittverletzung nicht zugefügt habe. Aufgrund dieser Umstände
sei der Sachverhalt erstellt (Urk. 60 i.V.m. Prot. II S. 10 ff.).
2.4. Die Staatsanwaltschaft wendet demgegenüber ein, der Freispruch der Vor-
instanz sei zu Recht erfolgt. Die Aussagen des Privatklägers würden nicht über-
zeugen, da dieser sich in den wesentlichen Punkten in zahlreiche Widersprüche
verstricke. Entgegen der Verteidigung könne eine Person, welche sich in einer
Notwehrsituation befinde, diese Situation sehr genau wiedergeben, da eine sol-
che Gefahrensituation sehr einprägsam sei. Obwohl Zeugen die Auseinander-
setzung beobachtet hätten, schildere einzig der Privatkläger den Angriff mit dem
Glas, welcher bemüht sei, seine eigene Gewalttat durch eine Notwehrsituation zu
rechtfertigen (Urk. 62 i.V.m. Prot. II S. 13).
3. Beweiswürdigung
3.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wieder-
gegeben, worauf zu verweisen ist (vgl. Urk. 33 S. 5 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Da
vorliegend insbesondere Aussagen zu würdigen sind, ist ergänzend festzuhalten,
dass bei der Würdigung von Aussagen nicht einfach auf die Persönlichkeit oder
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die allgemeine Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden darf. Weit-
aus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist
die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, welche durch eine methodische Ana-
lyse ihres Inhaltes darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein bestimmtes Gesche-
hen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Befragten entspringen.
Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere
auf das Vorhandensein von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von
Phantasiesignalen zu überprüfen. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass
die Aussage gerade nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese An-
nahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr
halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage wirklich Erlebtem entspricht und
wahr ist (BGE 133 I 33, E. 4.3; BGE 128 I 81, E. 2). Die wichtigsten Realitäts-
kriterien sind dabei die "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der Dar-
stellung des Geschehensablaufes", "konkrete und anschauliche Wiedergabe des
Erlebnisses" sowie die "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise,
wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat",
die "Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter
Mittätern", die "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rol-
le", "Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten", die "Konstanz der
Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierun-
gen als auch Angaben über Nebenumstände verändern können". Als Phantasie-
oder Lügensignale gelten gemeinhin "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche
in den eigenen Aussagen", "Zurücknahme" oder "erhebliche Abschwächungen in
den ursprünglichen Anschuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigun-
gen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder
ausweichende Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende
Aussagen". Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügensignale, so gilt dies
als Indiz für eine Falschaussage (vgl. zum Ganzen: Bender/Nack/Treuer, Tatsa-
chenfeststellungen vor Gericht, 4. Aufl., 2014, Rz. 313 ff.; Bender, Die häufigsten
Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 1985, S. 53 ff.; Dittmann,
Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, Plädoyer 2/97, S. 28 ff.; Hauser, Der
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Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berücksichtigung des Zivilprozesses,
1974, S. 316).
3.2. In Bezug auf die vorliegenden Beweismittel sowie deren Verwertbarkeit
kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 33 S. 6 f.).
3.3. Die Vorinstanz hat die bisherigen Aussagen des Beschuldigten sowie des
Privatklägers und der weiteren Zeugen – soweit sie für das vorliegende Verfahren
relevant sind – detailliert und korrekt wiedergegeben sowie objektiv und überzeu-
gend gewürdigt (Urk. 33 S. 7 ff.). Darauf wird vorab verwiesen. Die nachfolgenden
Erwägungen sind namentlich Ergänzungen bzw. Verdeutlichungen.
3.4. Arztbericht
3.4.1. Aufgrund der Arztberichte der Permanence Hauptbahnhof vom 31. Mai
2016 bzw. 9. Juni 2016 ist erstellt, dass der Privatkläger eine ca. 2 cm lange
Schnittwunde am Handrücken der linken Hand, am Übergang zum Kleinfinger,
erlitten hat (Urk. 5/1 und Urk. 5/4). Des Weiteren kann gestützt auf die durch das
FOR dokumentierte Blutspur zum Zufluchtsort des Privatklägers an der ... [Adres-
se] als erstellt angesehen werden, dass der Privatkläger diese Verletzung im
Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten erlitten hat (vgl. Urk. 18
S. 15 ff.).
3.4.2. Allerdings erweckt bereits der Arztbericht gewisse Zweifel, ob der Beschul-
digte dem Privatkläger diese Schnittverletzung zugefügt hat. So schilderte der
Privatkläger gemäss dem Arztbericht vom 31. Mai 2016 dem behandelnden Arzt,
er habe eine Auseinandersetzung mit einer ihm bekannten Person gehabt. Im
Rahmen dieser Streitigkeit sei ein Glas des Gegners zerbrochen und der Privat-
kläger habe sich daran geschnitten (Urk. 5/1). Er schilderte folglich nicht, der Pri-
vatkläger habe ihn (absichtlich) mit dem Glas geschnitten, sondern er habe sich
selber am zerbrochenen Glas geschnitten. Der behandelnde Arzt beurteilt diese
Schilderung als nachvollziehbar, wobei auch eine Selbstbeibringung durchaus
möglich sei (Urk. 5/4 S. 1).
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3.5. Aussagen des Privatklägers
3.5.1. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Privatklägers hat die Vorinstanz zu-
treffend festgehalten, dass – mit Ausnahme der letzten Einvernahme vom 7. März
2017 (Urk. 2/10) – sämtliche Aussagen des Privatklägers im Rahmen des gegen
ihn geführten Strafverfahrens wegen versuchter Tötung erfolgten, weshalb er als
Beschuldigter befragt wurde und folglich nicht der Wahrheitspflicht unterstand.
Überdies hat der Privatkläger ein ganz erhebliches Interesse daran, seine dem
Beschuldigten zugefügten Verletzungen, aufgrund welcher gegen ihn ein Straf-
verfahren wegen versuchter Tötung geführt wird, durch eine Notwehrsituation zu
rechtfertigen (vgl. Urk. 33 S. 7).
3.5.2. Die Vorinstanz hat aufgezeigt, dass die Aussagen des Privatklägers zur
Zufügung dieser Schnittverletzung in den verschiedenen Einvernahmen in den
wesentlichen Punkten widersprüchlich sind (vgl. Urk. 33 S. 7 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO). Es fällt insbesondere auch auf, dass er seine Aussagen immer wieder an
die Fragen anpasste. So sagte er während der ersten Einvernahme durch die
Polizei aus, der Beschuldigte habe sich ihm mit einem Glas in der Hand be-
drohlich genährt. Er sei ihm sehr nahe gekommen mit dem Glas in der Hand. Das
sei für ihn eine bedrohliche Situation gewesen und er habe eine Glasflasche in die
Hand genommen. Es habe ein Handgemenge gegeben und er habe die Flasche
gebrochen. Der Beschuldigte habe ihn angegriffen und ihn in die Hand geschnit-
ten (Urk. 2/1 S. 3). Auf Nachfrage erklärte er sodann, es sei ein Eistee-Glas, ein
grosses Glas, gewesen. Er habe dieses glaublich aus der Bar, wo sie vorher alle
gewesen seien, gehabt (Urk. 2/1 S. 5). Auf die Frage, in welchem Zustand dieses
Glas gewesen sei, antwortete er, er wisse es nicht (Urk. 2/1 S. 8). Auffallend ist,
dass der Privatkläger erklärt, er selber habe die Flasche in seiner Hand zerbro-
chen, jedoch mit keinem Wort erwähnt, dass das Glas in der Hand des Beschul-
digten ebenfalls zerbrochen gewesen sei. Auch anlässlich der Hafteinvernahme
erklärte er, der Beschuldigte habe ihn mit einem Eistee-Glas geschnitten. Auf
Nachfrage, ob das Glas noch ganz gewesen sei, führte er nun aber plötzlich aus,
es sei zur Hälfte abgebrochen gewesen (Urk. 2/2 S. 4). Anlässlich der Tatrekon-
struktion erklärte er zum Zustand des Glases sodann, er habe ein Geräusch ge-
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hört, wie wenn ein Glas kaputt ging (Urk.2/7 S. 7). Auf Nachfrage, ob er nochmals
beschreiben könne, wie der Beschuldigte das Glas zerbrochen habe, führte der
Privatkläger aus, es gebe in ... [Ort] solche Eisen auf dem Platz, wo man Plakate
hinstelle. Sie seien in der Nähe eines solchen gewesen. Er habe das Glas, wel-
ches er in der rechten Hand gehabt habe, an diesem Eisenstück angeschlagen,
so dass es am Rand oben kaputt gegangen sei. Er habe das Glas auf der Höhe
von ca. einem Meter an dieses Eisenstück geschlagen, er habe auch das Ge-
räusch gehört. Auf Nachfrage erklärte er, er habe das nicht nur gehört, sondern
auch gesehen (Urk. 2/7 S. 10). Anlässlich der Einvernahme als Auskunftsperson
erklärte er schliesslich vage, der Beschuldigte habe ihn geschlagen, mit etwas,
das er in der Hand gehabt habe. Ein Glas oder etwas Metallenes. Er habe seine
Hand dazwischen getan, geblockt und sich dabei verletzt (Urk. 2/10 S. 3). Er habe
seine Hand auf Gesichtshöhe getan, sodass diese zwischen ihm und seinem Ge-
sicht gewesen sei. Seine Handkante habe in die Richtung des Beschuldigten ge-
schaut (Urk. 2/10 S. 5). Betrachtet man diese widersprüchlichen Aussagen, ist die
Vorinstanz überzeugend zum Schluss gelangt, die Attacke mit dem abgebroche-
nen Glas wirke konstruiert, um seinen eigenen Einsatz der angebrochenen Bier-
flasche zu rechtfertigen (Urk. 33 S. 9). Insbesondere ist nicht nachvollziehbar,
weshalb der Privatkläger bei der ersten Einvernahme – trotz Nachfrage – uner-
wähnt liess, dass das Glas angebrochen gewesen sei, während er schildert, dass
er selber die Flasche angebrochen habe, um sich zu verteidigen. Noch weniger
nachvollziehbar erscheint dies, wenn er tatsächlich beobachtet haben sollte, wie
der Beschuldigte das Glas an einem Eisenstück kaputt geschlagen hatte. Mit der
Vorinstanz wäre ein solches Detail, wäre es wahr, zu einprägsam, als dass man
es in seiner Schilderung einfach weglassen würde (Urk. 33 S. 9). Auffallend ist
diesbezüglich auch, dass er anlässlich der Einvernahme als Auskunftsperson
bloss noch von einem Glas oder etwas Metallenem in der Hand des Beschuldig-
ten spricht, wiederum jedoch ohne zu erwähnen, dass dieses zerbrochen gewe-
sen sei.
3.5.3. Ebenfalls zutreffend hat die Vorinstanz festgehalten, dass auch die Aus-
sagen des Privatklägers zum Ablauf der Auseinandersetzung und dem Einsatz
der angebrochenen Bierflasche nicht konstant seien (vgl. Urk. 33 S. 9 f.). So
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sagte der Privatkläger diesbezüglich aus, der Geschädigte habe ihn mit der Faust
ins Gesicht geschlagen, bei diesen Schlägen habe er ihn an der Hand verletzt
(Urk. 2/1 S. 9). Anlässlich der Hafteinvernahme sagte er demgegenüber aus, der
Beschuldigte habe ihn in die Hand geschnitten, als er ihn geschubst habe
(Urk. 2/2 S. 3). Auf Nachfrage, wo er seine Hand hatte, als diese verletzt worden
sei, erklärte er wiederum, der Beschuldigte habe ihm das Glas ins Gesicht ge-
schwungen und er habe seine Hand vor das Gesicht gehalten, wobei er den
Schnitt erhalten habe (Urk. 2/2 S. 4 f.). Anlässlich der Tatrekonstruktion erklärte
er, vom Beschuldigten zweimal geschlagen worden zu sein, dann habe er ihm
auch eine rein schlagen wollen. Dann sei der Beschuldigte nochmals auf ihn zu-
gekommen und habe ein Glas in der rechten Hand gehabt. Er habe das Glas von
einer Hand in die andere genommen. Dann habe er ihn noch zwei Mal mit der
rechten Hand geschlagen. Nach diesen Schlägen sei ihm schwindlig gewesen
und er habe sich nicht wohl gefühlt. Er habe ein Geräusch gehört, wie wenn ein
Glas kaputt ging. Er habe gemerkt, dass er nicht mehr könne und den Arm geho-
ben. Er habe die linke Hand empor gehoben und mit der rechten Hand dazwi-
schen gehalten, als der Beschuldigte ihn mit dem Glas habe schlagen wollen. Er
habe mit dem Glas gegen ihn geschlagen und ihn geschnitten (Urk.2/7 S. 4 ff.).
Diese widersprüchlichen Aussagen lassen sich entgegen der Verteidigung nicht
bloss mit sprachlichen oder intellektuellen Defiziten erklären. Es fällt vielmehr auf,
dass der Privatkläger die Auseinandersetzung und insbesondere die angeblichen
Übergriffe des Beschuldigten auf ihn von Einvernahme zu Einvernahme drasti-
scher darstellt. Erst anlässlich der letzten Einvernahme als Auskunftsperson hält
er sich mit den Belastungen ein wenig zurück und bleibt allgemein vage.
3.6. Aussagen der Zeugin C._
3.6.1. Zunächst ist daran zu erinnern, dass die Aussagen der Zeugin C._
mangels Konfrontation nicht zum Nachteil des Beschuldigten verwertet werden
dürfen (vgl. Urk. 33 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO). Jedoch lässt sich auch aus diesen
Aussagen nichts ableiten, was zu Lasten des Beschuldigten zur Erstellung des
Sachverhaltes beitragen würde, weshalb sich ein Nachholen der unterlassenen
Konfrontationseinvernahme erübrigt.
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3.6.2. Die Zeugin C._, welche mit dem Privatkläger befreundet und an jenem
Abend mit ihm in der Bar war, schilderte gegenüber der Polizei zur fraglichen
Auseinandersetzung im Wesentlichen, der Beschuldigte sei ihnen gefolgt, als sie
die Bar verlassen hätten. Er sei die ganze Zeit am Schreien und Schimpfen ge-
wesen. Sie habe auf ein Mal gesehen, dass der Beschuldigte ein Glas in der
Hand gehabt habe. Sie wisse nicht, was geschehen sei, wer zuerst zugeschlagen
habe. Als Nächstes habe sie gesehen, wie drei Personen hinter dem Privatkläger
hergerannt seien (Urk. 4/4 S. 3). Auf Nachfrage erklärte sie, sie könne das Glas
nicht beschreiben. "Ganz ehrlich" wisse sie nicht, ob der Beschuldigte das Glas
dabei gehabt habe, weil er davon getrunken habe, oder ob er damit jemanden
habe schlagen wollen. Sie habe nicht gesehen, ob das Glas ganz oder kaputt war
(Urk. 44 S. 4). Gegenüber der Staatsanwaltschaft sagte sie in Bezug auf das Glas
aus, es sei wie ein normales Bierglas gewesen. Sie könne nicht sagen, wie das
Glas ausgesehen habe. Sie wisse nicht, aus welchem Material das Glas gewesen
sei, ob es ein Bierglas gewesen sei oder ein anderes Glas. Er habe auf jeden Fall
ein Glas in der Hand gehabt und daraus getrunken. Auf Nachfrage, ob es sich
auch um ein Plastikglas gehandelt haben könnte, erklärte die Zeugin demgegen-
über, dass es ein Kristallglas gewesen sei (Urk. 4/11 S. 6). Mit der Vorinstanz er-
weckt diese Spezifizierung jedoch erhebliche Zweifel, nachdem die Zeugin vorher
konstant erklärt hatte, sie könne das Glas nicht näher beschreiben (vgl. Urk. 33
S. 11). Somit lässt sich aus den Aussagen der Zeugin C._ zu Lasten des
Beschuldigen höchstens entnehmen, dass dieser bei der fraglichen Auseinander-
setzung ein Glas dabei hatte, wobei jedoch unklar bleibt, ob dieses aus Glas oder
Plastik war. Dass der Beschuldigte den Privatkläger mit diesem Glas attackierte,
wie dies der Privatkläger geltend macht, kann die Zeugin C._ hingegen nicht
bestätigen.
3.7. Aussagen des Beschuldigten
3.7.1. Der Beschuldigte wurde während der Untersuchung zunächst dreimal als
Auskunftsperson sowie anschliessend zweimal als Beschuldigter einvernommen.
Anlässlich der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme antwortete er auf die
Frage, ob er ein Getränk in der Hand gehabt habe, einen Becher Bier, weil man ja
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keine Biergläser aus dem Pub nehmen dürfe (Urk. 3/2 S. 5). Diese Antwort erfolg-
te, bevor der Beschuldigte mit den Anschuldigungen des Privatklägers konfrontiert
wurde. Damit konfrontiert, dass der Privatkläger behaupte, er hätte den Beschul-
digten mit einem Glas in der Hand geschlagen, erwiderte der Beschuldigte, dass
er Messerstiche und Wunden habe. Der Privatkläger habe keine, das sei offen-
sichtlich. Er sei derjenige, der gestochen habe. Auf Vorhalt, dass auf den Auf-
zeichnungen vom Tatort der Eindruck entstehe, er habe etwas in der Hand, ant-
wortete der Beschuldigte: "Eben den Becher mit dem Bier. Sicherlich nichts um
auf einen Menschen loszugehen" (Urk. 3/2 S. 7). Anlässlich der Tatrekonstruktion
führte er aus, er habe während der tätlichen Auseinandersetzung mit dem Privat-
kläger nichts in der Hand gehabt. Den Becher habe er vorgängig, als er aus dem
Pub hinausging, gehabt. Der Chef vom Pub wisse, dass man kein Glas mithin-
ausnehmen dürfe (Urk. 3/4 S. 10). Auch anlässlich der folgenden Einvernahmen
erklärte der Privatkläger konstant, er habe einen Trinkbecher aus Plastik in der
Hand gehabt (Urk. 3/7 S. 1 f.; Prot. I S. 15 u. 16), wobei er vor Vorinstanz eben-
falls betonte, er würde niemals eine Flasche oder einen Trinkbecher nehmen, um
sich zu wehren (Prot. I S. 12 u. 13). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte
der Beschuldigte sodann aus, einen Plastikbecher in der Hand gehalten zu ha-
ben. Hassan, der Eigentümer des Pubs, habe das Getränk direkt in diesen Be-
cher gefüllt, weil er habe schliessen wollen. Er wisse nicht, wo der Privatkläger
sich diese Verletzung zugezogen habe, aber nicht an jenem Abend, sonst wäre er
wohl als Opfer ebenfalls ins Spital gegangen oder hätte einen Arzt aufgesucht
(Urk. 59 S. 9 ff.). Er habe sicher keinen Gegenstand in der Hand gehabt und
würde nie auf die Idee kommen, einen anderen Menschen mit einer Flasche oder
einem Stein in der Hand zu attackieren.
3.7.2. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Beschuldigte zwar nicht völlig
frei von Widersprüchen aussagte und eine gewisse Tendenz zeigt, sein Verhalten
zu verharmlosen. Dennoch wirken seine Aussagen überwiegend konstant und
sachlich. Bemerkenswert ist, dass der Beschuldigte erklärte, er habe einen Plas-
tikbecher in der Hand gehabt, bevor er mit den Anschuldigungen des Privatklä-
gers oder den Videoaufnahmen konfrontiert wurde, was diese Aussage beson-
ders glaubhaft erscheinen lässt. Mit der Vorinstanz erscheint auch die Empörung
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des Beschuldigten über die seitens des Privatklägers erhobenen Vorwürfe
authentisch (vgl. Urk. 33 S. 13; Art. 82 Abs. 4 StPO). Hierfür spricht auch, dass
der Beschuldigte erklärte, keinen Anwalt zu benötigen (Urk. 3/6 S. 2). Er habe die
Verteidigung abgebrochen, da er gefunden habe, er benötige keinen Anwalt,
wenn er unschuldig sei (Prot. I S. 20).
3.8. In Bezug auf die Aussagen der übrigen Zeugen – welche mangels Konfron-
tation wiederum ohnehin nicht zu Lasten des Beschuldigten gewürdigt werden
dürften – sowie die Videoaufnahmen der VBZ-Überwachungskameras kann voll-
umfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 33 S. 11 ff.). Entgegen der Verteidigung sind die Videoaufnahmen nicht von
einer solchen Qualität, dass daraus geschlossen werden kann, ob es sich beim
Gegenstand in der Hand des Beschuldigten bzw. bei den Trinkgefässen der übri-
gen erkennbaren Personen um einen Plastikbecher oder ein Glas handelt. Insbe-
sondere erscheint es aufgrund der übereinstimmenden Aussagen des Beschul-
digten sowie der Zeugenaussagen von E._, F._ und H._ wahr-
scheinlicher, dass der Beschuldigte einen Plastikbecher in der Hand hielt und
nicht ein Glas (Urk. 3/2 S. 5; Prot. I S. 16; Urk. 4/7 S. 5; Urk. 4/8 S. 6; Urk. 4/9
S. 6). Sodann schilderte mit Ausnahme des Privatklägers niemand, dass der Be-
schuldigte den Privatkläger mit einem Glas attackierte, obwohl Zeugen bestätig-
ten, dass der Beschuldigte vor der Auseinandersetzung aufgebracht und wütend
gewesen sei. Schliesslich verstrickt sich der Privatkläger bei der Schilderung der
Auseinandersetzung in zahlreiche wesentliche Widersprüche und auch gemäss
dem ärztlichen Attest ist eine Selbstbeibringung der Verletzung durchaus möglich.
Somit verbleiben erhebliche Zweifel, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat,
wie er in der Anklageschrift umschrieben ist.
3.9. Fazit
Zusammenfassend lässt sich der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt
nicht erstellen, wie dies bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (vgl.
Urk. 33 S. 14). Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der qualifizierten einfa-
chen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB
freizusprechen.
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III. Zivilforderung
1. Der Privatkläger beantragt die Zusprechung einer Genugtuung von
Fr. 1'000.– zuzüglich Zins seit 28. Mai 2016 (Urk. 35 S. 2).
2. Das Gericht hat über die anhängig gemachte Zivilforderung zu entscheiden,
wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht, oder wenn es die Beschuldigte
Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. a und b
StPO). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass es dem Privatkläger in zivilrecht-
licher Hinsicht nicht gelinge, die Kausalität des Handelns des Beschuldigten bzw.
dessen Verschulden an der Verletzung des Privatklägers zu beweisen (vgl.
Urk. 33 S. 15). Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Privatkläger
diesbezüglich nichts Neues vor, weshalb die Zivilklage bereits aus diesem Grund
vollumfänglich abzuweisen ist.
IV. Kosten und Entschädigung
1. Kosten
1.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Urk. 33 Dis-
positiv-Ziffer 4) zu bestätigen.
1.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind praxisgemäss auf Fr. 3'000.–
festzusetzen.
1.3. Der Privatkläger unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren,
weshalb die Kosten des Berufungsverfahrens dem Privatkläger aufzuerlegen sind
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem dem Privatkläger jedoch vor Vorinstanz die
unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden war (Urk. 33 S. 17), sind die Kosten
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderung
gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO.
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2. Entschädigung
2.1. Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur.
X._, reichte mit Eingabe vom 23. Mai 2018 seine Honorarnote ins Recht
(Urk. 61). Die geltend gemachten Aufwendungen und Auslagen erscheinen an-
gemessen. Unter Berücksichtigung der Dauer der Berufungsverhandlung sowie
eines Zuschlages für die Nachbesprechung erscheint es angemessen, Rechts-
anwalt lic. iur. X._ mit Fr. 1'500.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu ent-
schädigen, wiederum unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht des Privatklägers
gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO.
2.2. Der Beschuldigte verzichtete schliesslich auch im Berufungsverfahren auf
Geltendmachung einer Umtriebsentschädigung oder Genugtuung (Prot. II S. 14),
wovon Vormerk zu nehmen ist.