# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b8bbdaa9-3fa9-44f0-bb37-15f21e200a37
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Kantonspolizei Aargau am 27. Dezember 2018 eine Strafanzeige gegen
A. entgegennahm; in der Folge die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ein
Strafverfahren gegen A. wegen Drohung und übler Nachrede führte (Verfah-
rensakten Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, Register 3);
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, am
14. Januar 2019 eine Strafanzeige gegen A. entgegennahm (Verfahrensak-
ten Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, Register 6, 8);
- die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten mit Übernahmeverfügung vom
25. März 2019 das von der Staatsanwaltschaft Wallis, Amt der Region Ober-
wallis, geführte Strafverfahren gegen A. wegen Drohung und Beschimpfung
übernahm; sie zur Begründung unter Verweisung auf Art. 34 Abs. 1 StPO
ausführte, erste Ermittlungshandlungen seien im Kanton Aargau erfolgt
(act. 1.1);
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, am
22. März 2019 eine Strafanzeige gegen A. entgegennahm (Verfahrensakten
Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, Register 6, 8);
- die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten mit Übernahmeverfügung vom
28. März 2019 das von der Staatsanwaltschaft Wallis, Amt der Region Ober-
wallis, geführte Strafverfahren gegen A. wegen übler Nachrede, evtl. Ver-
leumdung übernahm; sie zur Begründung unter Verweisung auf Art. 34
Abs. 1 StPO ausführte, erste Ermittlungshandlungen seien im Kanton Aar-
gau erfolgt (act. 1.2);
- A. mit Beschwerde vom 4. April 2019 (Poststempel; die Beschwerde ist mit
3. März 2019 datiert) (sinngemäss) sowohl gegen die Übernahmeverfügung
vom 25. März 2019 als auch gegen die Übernahmeverfügung vom 28. März
2019 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte mit dem
Antrag, diese seien für nichtig zu erklären (act. 1);
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Zentrales Amt, am 15. April 2019
und die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten am 16. April 2019 ihre Verfah-
rensakten einreichten (act. 3, 4).
- 3 -

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, die die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten Be-
hörde anfechten will, dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an die
zuständige Strafbehörde zu beantragen hat (Art. 41 Abs. 1 StPO); die mit
dem Antrag befasste Behörde – so dies nicht bereits geschehen ist – einen
Meinungsaustausch im Sinne von Art. 39 Abs. 2 StPO einzuleiten oder direkt
durch Verfügung ihre eigene Zuständigkeit zu bestätigen hat; wenn eine
Staatsanwaltschaft verfügt, dass sie zuständig sei, diejenige Partei sich in-
nert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts be-
schweren kann (Art. 41 Abs. 2 Satz 1 StPO i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StPO und
Art. 37 Abs. 1 StBOG), die vorbringt, ihr ordentlicher Gerichtsstand (Art. 31–
37 StPO i.V.m. Art. 38 Abs. 1 und Art. 41 Abs. 1 StPO) werde missachtet
(Art. 41 Abs. 2 Satz 2 StPO; vgl. zuletzt u.a. Beschluss des Bundesstrafge-
richts BG.2019.7 vom 19. Februar 2019 E. 1.1 m.w.H.);
- vorliegend die Frage, ob ein Überweisungsverfahren durchzuführen gewe-
sen wäre, offenbleiben kann, wenn sich die Beschwerde ohnehin als unbe-
gründet erweist;
- der Beschwerdeführer seine Beschwerde im Wesentlichen damit begründet,
ein Tatort im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
sei weder bewiesen noch bekannt;
- der Beschwerdeführer verkennt, dass bei der Beurteilung der Gerichts-
standsfrage von der aktuellen Verdachtslage ausgegangen werden muss
und nicht massgeblich ist, was schliesslich nachgewiesen werden kann (vgl.
zuletzt u.a. Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2018.18 vom 13. Sep-
tember 2018 E. 2 m.w.H.);
- sich die angefochtenen Übernahmeverfügungen ausserdem nicht auf den
Gerichtsstand des Tatorts stützen, sondern auf den Gerichtsstand bei meh-
reren an verschiedenen Orten verübten Straftaten;
- gemäss Art. 34 Abs. 1 StPO für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher
Taten die Behörden des Ortes zuständig sind, an dem die mit der schwersten
Strafe bedrohte Tat begangen worden ist, wenn eine beschuldigte Person
mehrere Straftaten an verschiedenen Orten verübt hat; bei gleicher Strafdro-
hung die Behörden des Ortes zuständig sind, an dem zuerst Verfolgungs-
handlungen vorgenommen worden sind;
- 4 -
- von den zurzeit in Frage kommenden Straftaten des Beschwerdeführers die
Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) und die Verleumdung (Art. 174 Ziff. 1 StGB)
die mit der schwersten Strafe bedrohten Taten sind; für beide die gleiche
Strafe droht;
- sich die Strafverfolgungsbehörden vorliegend zulässigerweise und wie von
Art. 34 Abs. 1 StPO vorgesehen auf den Ort einigten, an dem am 27. De-
zember 2018 und damit zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen wor-
den sind, und dieser dem gesetzlichen Gerichtsstand entspricht;
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als offensichtlich unbegründet er-
weist; diese demnach ohne Schriftenwechsel (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO im
Umkehrschluss) abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO); die Ge-
richtsgebühr auf Fr. 200.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5
und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren [BStKR; SR 173.713.162]);
- 5 -