# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fb638394-5249-4bde-a832-8302d94f1cd3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, absolvierte eine Lehre als
Werkzeugmaschi
nist (
Urk.
6/1/11). Von 1992 bis 1995 arbeitete er als Au
tomobilverkäufer (
Urk.
6/1/12). Danach machte er sich selbständig
und b
etrieb einen Autohandel
. Dabei verwendete e
r die Hälfte seiner Arbeitszeit für Reparaturen und Instandst
el
lungsarbeiten, die andere Hälfte widmete er dem Verkauf
bzw. Büroarbeiten
(
vgl.
Urk.
6/1/4
,
6/4/3
und 6/6
/
2
). Nach einem
Motorrad-
Unfall
am 3
1.
März 1999
(
Urk.
6/6/2)
meldete er sich im April 2000 wegen multipler Leiden zum Renten
bezug bei der
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfol
gend: IV-Stelle) an (
Urk.
6/1).
1.2
Diese
gab
insbesondere
einen Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende
und ein polydisziplinäres Gutachten
in Auftrag
. Der Abklärungsbericht datiert
vom 1
8.
August 2004
(Urk.
6/25)
. D
as internistische, neurologische, orthopädische und psychiatrische Gutachten des
Y._
wurde am
2
9.
August 2006
erstattet
(
Urk.
6/45)
.
Mit Verfügung vom
9.
Januar 2007
verneinte die IV-Stelle
alsdann
einen Rentenanspruch des Ver
sicherten (
Urk.
6/49).
1.3
Mit Schreiben vom 5.
Juni 2012 ersuchte
dieser
die IV-Stelle um
Durchführung einer
prozessuale
n
Revision, eventualiter Prüfung einer Wiederanmeldung (
Urk.
6/55). Seinem Schreiben legte er einen
Bericht
des Z._
vom 2
2.
September 2011 bei, worin ein
e
mole
kulargenetisch bestätigte
mitochondriale Zytopathie diagnostiziert wurde (
Urk.
6/54)
. Die IV-Stelle holte
Auszüge
aus dem individuellen Konto (
IK;
Urk.
6/59
und 6/91-93
)
und einen Bericht
beim
Z._
(
Urk.
6/61) ein
,
zog
d
ie Akten des Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
6/12) und forderte
beim Versicherten
Buchhaltungsunterlagen ein (
Urk.
6/66 und 6/71).
Nach Vorliegen des
Abklä
rungsbericht
s
für Selbständigerwerbende
vom 2
0.
März 2013 (
Urk.
6/73) kündigte
sie ihm
am
8.
Mai 2013 die Zusprechung einer halben Invalidenrente
ab 1.
Dezember 2012 an (
Urk.
6/75). Dagegen erhob
er Einwand
(
Urk.
6/84
).
Die
IV-Stelle
nahm
weitere Berichte des
Z._
zu den Akten
(
Urk.
6/96
, 6/102 und 6/110
)
und gab
ein internistisches, neurologisches und opht
h
almologisches Gutachten bei der
A._
in Auftrag, das vom
2
6.
August 2016 datiert (
Urk.
6/134).
Dieses legte
sie
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (
Urk.
6/152/5).
Inzwischen
dokumen
tierte
der Versicherte
Verkaufsbemühungen für sein
Geschäft
(
Urk.
6/13
6-137
)
und reichte weitere Buchhaltungsunterlagen ein (
Urk.
6/143).
Die IV-Stelle ver
anlasste
den
Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende
vom
25.
Januar
2017
(
Urk.
6/15
1).
Gestützt auf die
Stellungnahme
ihres internen
Rechtsdienstes vom
2
5.
Juli 2017
(
Urk.
6/150) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit
neue
n
Vor
bescheiden vom 2
4.
August 2017
i
n Aussicht,
nicht auf sein prozessuales Revisi
onsgesuch einzutreten (
Urk.
6/154) und
das Leistungsbegehren
auch als Neuan
meldung a
bzuw
eisen (
Urk.
6/153).
Aufgrund des vom Versicherten erhobenen Einwands
(
Urk.
6/157)
konsultierte sie
erneut
ihren Rechtsdienst
(
Urk.
6/158/2). Mit Verfügungen vom
8.
Novemb
er 2017 verfügte die IV-Stelle sowohl
in Bezug auf das prozessuale Revisionsgesuch (
Urk.
6/159)
wie auch
die Neuanmeldung (
Urk.
6/160
=
Urk.
2
) wie angekündigt.
2.
Gegen
den
Entscheid
betreffend die
Neuanmeldung (
Urk.
2)
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
7.
Dezember 2017 Beschwerde
mit dem Antrag, ih
m
die gesetz
lichen Leistungen, insbesondere
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle (
Urk.
1 S. 1).
Diese schloss i
n der Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Die IV-Stelle verzichtete
alsdann
auf eine Stellungnahme (
Urk.
11) zu den vom Versicherten mit Schreiben vom 1
2.
Juli 2018 (Urk. 8) nach
träglich eingereichten Arztberichten (
Urk.
9/1-2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Erwerbsunfähigkeit ist gemäss
Art.
7
des
Bundesgeset
zes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Abs.
1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Re
nte haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
Verordnung
über die Invalidenversicherung,
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehl
entwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer machte geltend,
d
er neu festgestellte Gendefekt
erkläre
die Schmerzen, unter welchen er schon im Jahr 2006 gelitten habe (
Urk.
1
Ziff.
12)
. Es könne daher nicht mehr von einer willentlichen Überwindbarkeit
und vollen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden,
so dass ein anderer Sachverhalt vorliege, als er
damals dem
Y._
-Gutachten zugrunde gelegen habe
(
Urk.
1
Ziff.
21).
Im
A._
-Gutachten
werde ihm eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in leichten Tätigkeiten
respektive
als Automechaniker/-verkäufer
attestiert
(
Urk.
1
Ziff.
18 f.
und 23-26)
. Da er trotz der p
rogrediente
n
Erkrankung im Jahr 2012 noch ein Einkommen von
Fr.
215'600.— erzielt
habe
, sei das Valideneinkommen auf min
destens
Fr.
250'
000.– festzusetzen. Als
angestellter
Autoverkäufer
in einem 50%-Pensum
könne er maximal noch
Fr.
50'000.– erzielen,
vorausgesetzt er über
nehme auch d
ie Stellvertretung der Geschäftsführung (
Urk.
1
Ziff.
29
und 31). Es resultiere ein Invaliditätsgrad von mindestens 80
%
(
Urk.
1
Ziff.
32).
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid,
i
m
A._
-Gutachten werde die neue Diagnose zwar bestätigt, aber von einem seit der Neuanmeldung unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen.
Mit Blick auf den massgeb
lichen Vergleichszeitpunkt vom 7. Januar 2007 sei zu ergänzen, dass sich die
Beschwerden infolge der m
itochondriale
n
Zytopathie bereits i
m Jahr 2005 bemerkbar gemacht hätten
, was auch von
Dr.
B._
bestätigt worden sei.
Diese seien damals
im
Y._
-Gutachten berücksichtigt und gewürdigt worden.
Eine neue Diagnose allein bewirke nicht per se eine Verschlechterung oder höhere Arbeits
unfähigkeit. Es sei
dementsprechend auch nicht willkürlich, dass die ursprüng
liche Verfügung nicht in Wiedererwägung gezogen
worden sei (
Urk.
2).
3.
Wiedererwägung, prozessuale Revision und Neuanmeldung
verfolgen
zwar
ein ähnliches Ziel, stellen aber unterschiedliche Rechtsinstitute dar und sind an verschiedene Voraussetzungen geknüpft, weshalb darüber gemäss bundesgericht
licher Rechtsprechung in separaten Entscheiden befunden werden darf (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_231/2007 vom
5.
November 2007 E. 5).
Über
das Gesuch
des Beschwerdeführers
u
m prozessuale Revision
im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 ATSG wurde
mit separater Verfügung entschieden (
Urk.
6/159)
. Diese wurde von ihm nicht angefochten
(vgl.
E. 2.1
und
eingereichte
Beilagen
)
und
ist deshalb
nicht weiter zu thematisieren.
Die
Beschwerdegegnerin
kann alsdann
formell rechtskräftige Verfügungen, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung waren, in Wiedererwägung ziehen
,
wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Dieses Zurückkommen liegt indessen in ihrem Ermessen. Es besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung
.
Nur wenn
sie
auf
das G
esuch eintritt, die Wiedererwägungsvoraussetzungen prüft und anschlies
send einen erneut ablehnenden Sachentscheid trifft, ist dieser beschwerdeweise anfechtbar
, wobei sich das
Prozessthema
auf d
ie
Voraussetzungen für eine Wiederwägung
beschränkt
(BGE 133 V 50
;
117 V 8
E. 2a)
.
Wie es sich damit
im angefochtenen Entscheid verhält, kann offenbleiben, zumal sich der Beschwerde
führer nicht zu diesem Rückkommenstitel äusserte
(vgl. E. 2.1).
Gegenstand des
vorliegenden
Verfahrens bildet
daher einzig
die
noch nicht recht
kräftig beurteilte
Frage, ob ein materieller R
evisionsgrund im Sinne von Art.
17 ATSG gegeben ist, d.h. das Leistungsbegehren nach der Neuanm
eldung des Beschwerdeführers
im Juni 2012 zu Recht abgewiesen wurd
e.
4.
4.1
4.1.1
Der Rentenanspruch wurde erstmals mit Verfügung vom
9.
Januar 2007
verneint
. Dieser lag
das
Y._
-Gutachten vom 2
9.
August 2006 zugrunde.
Darin wurde erläutert
, im somatischen Bereich finde sich ein Zustand nach Hamatum- und carpometacarpaler Luxationsfraktur in der rechten Hand mit einer persis
t
ierenden Pseudarthrose im Hamatum und degenerativen Veränderungen carpometacarpal. Diese Befunde
würden
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in der
rechten Hand
erklären
. Für die Beschwerden im Bereiche der Halswirbelsäule
(zerviko-zephales Schmerzsyndrom)
,
der lumbalen Wirbelsäule
(lumbales Schmerzsyndrom bei einem Status nach Rückenkontusion 1976)
sowie der Fersen und des rechten Knies
(beides bei einem Status nach Kontusion bei einem Verkehrsunfall 1999)
könnten keine objektiven Befunde erhoben werden, die diese erklären würden. Die geklagten Kopfschmerzen verstehe man als Span
nungstypkopfschmerzen. Weiter finde sich ein leichtes sensibles Su
lcus
-
ulnaris-Syndrom beidseits (
Urk.
6/45/20 f.).
4.
1.
2
Die
Y._
-Gutachter schlussfolgerten, l
etzteres habe auf die Arbeitsfähigkeit keinen Einfluss. Ebenso wenig die Beschwerden im Bereich von Kopf, Halswir
belsäule, lumbaler Wirbelsäule, Fersen und rechtem Knie. Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten einzig
di
e Befunde in der rechten Hand
. Eine Einschrän
kung bestehe für Tätigkeiten, die mit Kraftanwendung in der rechten Hand verbunden seien, mit dem Bedienen von Schlagwerkzeugen, vibrierenden Maschinen und ähnlichen Geräten. Als Automechaniker beurteile man den Beschwerdeführer daher als seit dem Unfall zu 40
%
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Für die Tätigkeit als Autohändler bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/45/21 f.). Wahrs
cheinlich spiele beim subjektiven
S
chmerz
empfinden eine gewisse psychische Überlagerung und Ausbreitungs
symptomatik eine Rolle. Dieser Symptomatik messe man aber keinen Krankheits
wert bei (
Urk.
6/45/23
)
. Die Abweichung zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
des behandelnden Handchirurgen
begründe sich darin, dass man der Meinung sei, dem Beschwerdeführer
könne
eine gewisse Willensanstrengung zur Überwindung seiner Beschwerden im Zusammenhang mit der Arbeit
al
s Auto
mechaniker
zugemutet werden
(
Urk.
6/45/23
).
4.1.3
Die interdisziplinäre Beurteilung steht damit bedingt im Einklang mit den einzel
nen Teilgutachten.
Einerseits wurde im orthopädischen Teilgutachten die Arbeits
fähigkeit
infolge
der Handbeschwerden noch auf ca. 50
statt 60
%
veranschlagt (
Urk.
6/45/14). Anderseits wurde
im
psychiatrischen Teilgutachten festgehalten, eine psychosomatische Überlagerung sei immer möglich, allerdings fehle ein klas
sischer psychosomatischer Symptomkomplex, der diese Diagnose festigen würde, auch liessen sich keine hintergründigen Konflikte eruieren (
Urk.
6/45/20).
4.2
4.2.1
Im Gutachten des
A._
vom 2
6.
August 2016 wurde
folgende
n
Diagnosen
Ein
fluss
auf die Arbeitsfähigkeit
beigemessen
: (1) chronisch progressive externe Ophthalmoplegie (ICD-10: H49.4) bei MT2447.01-Mutation mit einer 3-13
-
kbp
Deletion mit einem heteroplasmischen Anteil von 82
%
und mit chronische
n belastungsabhängigen
Myalgien im Schultergürtelbereich sowie in den Extremi
täten (ICD-10: M79.1), (2) chronisch lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5) bei einem Status nach einem Unfall im Kindsalter sowie eine (3) intermit
tierende Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine
Mypoia media,
ein
Astigmatismus und
eine
Presbyopie an beiden Augen sowie chronische belastungsabhängige Schmerzen beider Calcanei unkla
rer Ätiologie (ICD-10: M79.67) gestellt
(
Urk.
6/134/5).
4.2.2
Dazu erläuterten die
A._
-Gutachter, der Beschwerdeführer leide an einer genetisch nachgewiesenen (vgl. auch
Urk.
6/134/ 28 f.) mitochondrialen Erkran
kung. Diese habe sich ca. im Jahr 2005 einerseits durch eine progressive Opthal
moplegie und bilaterale Ptose bemerkbar gemacht, andererseits verspüre dieser belastungsabhängige Myalgien in den Beinen und Armen sowie quasi perma
nente Muskelschmerzen im Nackenbereich bzw. im Bereich der oberen Thora
xapertur, die sowohl von brennendem als auch von muskelkaterähnlichem Charakter gekennzeichnet seien. Daneben bestünden vorwiegend positionsabhän
gig brennende Schmerzen in den Fersen sowie – seit einem Unfall im Kindesalter – lumbale Rückenschmerzen (
Urk.
6/134/5 f.; zur detaillierten Beschwerdeklage
Urk.
6/134/41-43 und
Urk.
6/134/48-50).
Erkrankungen aus dem mitochondrialen Formenkreis würden typischerweise mit belastungsabhängigen Myalgien, wie den geschilderten, assoziiert. Der kausale Zusammenhang scheine deshalb – unter Hinweis auf die Broschüre der deutschen Gesellschaft für Muskelkranke – gesichert (
Urk.
6/134/6 f.). Die Tatsache, dass sich im klinischen neurologischen Untersuch, abgesehen von den Augenbefun
den, keine manifesten Paresen hätten objektivieren lassen, spreche in keiner Weise gegen belastungsabhängig invalidisierende Schmerzen, die sich zeitlich weit über die eigentliche auslösende Aktivität hinaus erstrecken könnten. Erwäh
nenswert sei ferner ein bilateral positiver Palmomentalreflex (
Urk.
6/134/9 und 6/134/6). Aus opht
h
almologischer Sicht äussere sich die mitochondriale Muskelerkrankung in einer Einschränkung der Bulbusmotilität mit in der Folge Diplopie bei Blick in alle Richtungen. Der Geradeausblick sei ohne Diplopie. Im Rahmen der Grunderkrankung bestehe eine leichtgradige Restptose nach Ptose
operation. Der Lidschluss sei unauffällig. Die übrigen opht
h
almologischen Befunde seien ebenfalls unauffällig bis auf eine für die Arbeitsfähigkeit nicht relevante leichte Myopie mit mittelgradigem Astigmatismus und eine altersent
sprechende Presbyopie (
Urk.
6/134/9).
Die
Schmerzen im Schultergürtel- und Nackenbereich
seien a
ngesichts des Schmerzcharakters, der objektiv unauffälligen Befunde und bei Ansprechen auf
die
entsprechende Therapiekombination im Rahmen d
er Mitochondriopathie zu werten
. Bei den Fersenschmerzen sei aufgrund ihres Charakters und der Auslö
sung durch blosses Stehen zu vermuten, dass es sich um eine primäre Insertions
tendinopathie oder einen primär ossär bedingten Schmerz handle. Ein Zusam
menhang mit der Mitochondriopathie wäre eher spekulativ. Die chronisch lum
balen Rückenschmerzen seien am ehesten im Rahmen einer leichten degenera
tiven Veränderung
der Wirbelsäule zu interpretieren. Eine
Überlappung mit metabolisch bedingten Schmerzen
sei
möglich.
Nebenbei leide der Beschwerde
führer an in letzter Zeit wenig anzutreffen
den
Migränekopfschmerzen ohne
Aura
.
Solche kämen bei Mitochondriopathie gehäuft vor, stünden vorliegend aber
ein
deutig im Hintergrund (
vgl. im Detail
Urk.
6/134/
7 f.
).
4.2.
3
Die
A._
-
Gutachter
kamen zum Schluss
, a
ufgrund der haltungs- und belastungs
abhängigen Schmerzen
(bei verminderter Belastbarkeit für alle statischen und dynamischen Beanspruchungen der Muskulatur, vgl.
Urk.
6/134/9)
sowie der visuellen Ermüdung
(durch die beeinträchtigte Augenmotilität, die sich in der vermehrten Ptose und den kompensatorischen Kopfbewegungen zur Vermeidung von Doppelbildern äussere, vgl.
Urk.
6/134/9)
sei die Arbeitsfähigkeit als Auto
mechaniker/
-
verkäufer auf maximal 50
%
zu schätzen
(vg
l. ferner Urk. 6/134/58 und 6/134/60 zur Arbeitsunfähigkeit aus rein opht
h
almologischer Sicht von 20
%
und rein neurologischer Sicht von 50
%
).
Für körperlich schwere Arbeiten bestehe
eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Eine optimale Tätigkeit sei körperlich leicht mit der Möglichkeit zu Positions
wechseln bei Bedarf, ohne Anforderung an Zwangshaltungen (z.B
.
längeres Stehen an Ort),
ohne allzu lange statische Position (z.B. Unterbrechung von PC-Arbeiten durch Pausen) und ohne lange Gehstrecken. Ideal sei ein visuell variab
les Anforderungsprofil, welches teilweise Computerarbeit, aber auch Arbeiten im Freien und Gespräche mit Kunden umfasse. Zu vermeiden seien Tätigkeiten an Maschinen mit Verletzungsgefahr, ebenso Fliessbandarbeiten, da hierbei durch entsprechende Blickrichtungsänderungen zum Teil unerwartete Doppelbilder mit konsekutiv potentiell gefährlichen Fehleinschätzungen
/-
manipulationen ent
stehen könnten. Ebenso seien Tätigkeiten mit hoher visueller Anforderung (Lese
arbeit, feinmotorische Tätigkeiten mit visueller Kontrolle, etc.) ungeeignet. In einer solchermassen angepassten Tätigkeit gehe man ebenfalls von einer 50%igen Arbeits-
bzw.
Leistungsfähigkeit aus (
Urk.
6/134/10).
4.3
4.3.1
Im
Gegensatz
zu den
Y._
-Gutachte
r
n r
ückten
die
A._
-Gutachter somit sowohl bei der Diagnosestellung als auch
der Definition des
Tätigkeitsprofil
s
und
der Leistungsfähigkeit
die objektivierte
mitochondriale Erkrankung
respektive die dadurch
bedingten Muskelschmerzen und visuellen Einschränkungen
in den Vordergrund.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sind die
seit der
Y._
-
Begutachtung
hinzugetretenen
Diagnosen
also
mit erheblichen
funkt
i
onel
len Auswirkungen
in jeglicher Tätigkeit
verbunden
.
Den ursprünglich ausschlag
gebenden Handbeschwerden (vgl. E. 4.1.2) massen die
A._
-Gutachter angesichts der von ihnen definierten Arbeitsfähigkeit sowie der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden nachvollziehbar keine eigenständige Bedeutung mehr zu (vgl.
Urk.
6/134/41, 6/134/50 und 6/134/45).
4.3.2
Dabei
wurde d
ie gutachterlich geschätzte
Arbei
tsunfähigkeit von mindestens 50
%
selbst
in angepassten Tätigkeiten
vom RAD
nicht
beanstandet (
Urk.
6/152/5) und fand
ebenso die
Zustimmung
der
behandelnden Ärzte.
Dr.
med.
C._
, Leitende
r Arzt
des
Z._
,
führte im
Bericht vom 1
3.
Juni 2018 aus,
b
ei persistierenden Doppelbildern im Rahmen der exter
nen Opht
h
almoplegie würden PC- und Schreibarbeiten mehr Zeit als bei e
iner gesunden Person benötigen.
Die mitochondriale Myopathie sei mit belastungs
abhängigen Myalgien vergesellschaftet, wa
s zu einer zusätzlichen Reduktion der körperlichen Leistungsfähigkeit führe. Die ebenfalls mit der Mitochondriopa
th
ie assoziierte Migräne reduziere zusätzlich die geistige Leistungsfähigkeit. Zudem bestünden
(bei zunehmend depressiver Verstimmung und Empfehlung
zur
psychiatrischen Vorstellung)
H
inweise
auf eine affektive Problematik mit zusätz
lich leistungsminderndem Einfluss.
Eine
Arbeitsfähigkeit als Automechaniker
sei nicht
gegeben. In einer Verweistätigkeit als Autoverkäufer sehe man aus rein neurologischer Sicht eine Präsenzzeit von maximal 50
%
, wobei zusätzlich Leistungsminderungen aus
vor
genannten Gründen hinzukommen könnten (
Urk.
9/1
/ 2 f.
).
Ähnliches berichtete am 1
0.
Juli 2018 der
Hausarzt des Beschwer
deführers
mit der wohlwollenden Ergänzung, dass jener an schlechten Tagen nur zu 30
%
als Autoverkäufer arbeiten könne
(
Urk.
9/2).
Die in den Jahren 2012 und 2013 vom
Z._
attestierten höhergradigen Arbeitsunfähigkeiten stehen dazu nicht im Widerspruch, zumal diese für die mitunter handwerkliche Tätigkeit als «Gara
gier» attestiert wurde (
Urk.
6/96/22 und 6/96/29
; vgl. auch nachstehende Erwä
gung
).
4.3.
3
Bezüglich des Krankheitsverlaufs ergibt sich aus dem
A._
-
Gutachten
nur, dass sich seit
der
Neuanmeldung am
5.
Juni 2012
nichts Wesentliches verändert
habe
. In den
Z._
-Berichten fänden sich keine fassbaren Hinweise auf klinische Befunde oder
eine
Verschlechterung zwischen
dem
1.
September 2012 und 1. Januar 2013, die auf eine höhere Arbeitsfähigkeit
(richtig: Arbeitsunfähigkeit)
hinweisen würden (
Urk.
6/134/10).
D
ie Beschwerdegegnerin
schloss ergänzend aus den Akten, dass auch
zwischen der
l
etzten rentenablehnenden Verfügung vom Januar 2007
und der Neuanmeldung vom Juni 2012 die Beschwerden unverändert seien und damit lediglich der medizinische Sachverhalt anders beurteilt werde (vgl.
E. 2.2).
4.3.4
Zutreffend ist, dass die
molekular
genetisch
nachgewiesene
Grunderkrankung bereits bei der
ersten
Renten
prüfung
bestand
en haben dürfte
und der Beschwer
deführer
nach eigenen Angaben
bereits
im Jahr 2005 hängende Augenlider bemerkte
(
Urk.
6/96/5 oben)
.
Befunde oder
B
eschwerden
bezüglich der Augen
, die
dannzumal bereits
Anlass zu weiteren Abklärungen
oder Bemerkungen der
Y._
-Gutachter
gegeben hätten,
bestanden jedoch nicht
(vgl.
Urk.
6/45/8 keine Brille,
Urk.
6/45/9 kein auffälliger Befund
; ferner
Z._
-Bericht vom
3.
Mai 2007 keine Einschränkung des Gesichtsfeldes, keine Doppelbilder
,
nur
abends Verschwommensehen
).
Inzwischen führt die explizit als progressiv beschriebene
externe
Ophthalmoplegie zu einer
Arbeitsunfähigkeit von 20
%
und
schränkt das Tätigkeitsprofil zusätzlich ein
(vgl.
Urk.
6/134/60).
4.3.5
Den
Beschwerden im Bereich von Kopf, Halswirbelsäule, lumbaler Wirbelsäule, Fersen und Knie
wurde im
Y._
-Gutachten
mangels objektiver Befunde und unter der Annahme einer gewissen psychischen Überlagerung ohne Krankheitswert keine Bedeutung beigemessen. Die
A._
-Gutachter erläuterten indes, dass die fehlenden objektiven Befunde bei mitochondrialen
Erkrankungen
nicht gegen belastungsabhängige invalidisierende Schmerzen sprechen würden
, wobei sie auch konkret aufzeigten, dass beispielsweise im Stehen oder beim Arbeiten am Computer eine permanente tonische Aktivität der Muskeln im Schultergürtel-/Nackenbereich bestehe, welche die praktisch immer vorhandenen Schmerzen erkläre (
Urk.
6/134/7). Die vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Autohändler geschilderten Beschwerden beurteilten sie als glaubhaft, wiesen indes – ähnlich wie der begutachtende Psychiater des
Y._
– ohne konkrete Anhaltspunkte darauf hin, dass man nicht ausschliessen könne, dass der Beschwerdeführer zusätzlich an einer Schmerzverarbeitungsstörung leide, die sein Schmerzempfinden verstärke (
Urk.
6/134/8).
Selbst wenn
die
orthopädischen und neurologischen
Befunde
sowie die
geklagten Beschwerden in den obgenannten Bereichen in beiden Gutachten vergleichbar
wären, wurde
im
Y._
-Gutachten ein überwindbares psychisches Leiden
postu
liert, während im
A._
-Gutachten aufgrund eine
r späteren molekulargenetischen Analyse (
Urk.
6/134/28-31) ein
(teilweise)
objektivierbares
somatisches Leiden
festgestellt wurde
. Dabei greift es zu kurz, für die Beantwortung der Frage,
ob ein
veränderter medizinischer Sachverhalt
zu beurteilen ist
, allein auf die subjektive Beschwerdeklage
a
bzustellen.
4.3.6
Es kommt hinzu, dass sich aus
den echtzeitlichen medizinischen Unterlagen
des
Z._
(
Urk.
6/96)
und
der
Entwicklung
des
Unternehmens
des Beschwerdeführers
, wie sie im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 2
0.
März
2013 geschildert w
u
rden (
Urk.
6/73),
Indizien
für eine
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes
nach Januar 2007
sowie eine inzwischen festgestellte
einge
schränkte Therapierbarkeit
und damit Überwindbarkeit
er
geben. Dabei zeigt sich übrigens auch, dass die von den
Y._
-Gutachter
n
konstatierte Arbeitsfähigkeit von 100 % in der angepassten Tätigkeit als Autohändler nach der letzten Ren
tenprüfung realisiert und über mehrere Jahre aufrechterhalten werden konnte.
Zunächst lassen die häufigen Verlaufskontrollen im
Z._
ein
en
zeitliche
n
Zusam
menhang zwischen
der
geklagten
progredienten Symptomatik
(von Muskelkater nach körperlicher Anstrengung bei unlimitiert möglicher Belastung über vermehrt
e
Schmerzen auch in Ruhe hin zu permanenten Beschwerden)
und
den
zunehmend intensivierten
Behandlungen
mit differenziertem Ansprechen
(von Magnesium, Riboflavin, CoDafalgan, Ponstan und Zomig
über Coenzym Q10, Kreatinin, Massagen und Ausdauertraining im aeroben Bereich hin zu verschie
denen schmerzdistanzierenden Antidepressiva und Steroiden
)
erkenn
en
(insbe
sondere
Urk.
6/96/5 f., 6/96/11, 6/96/24 und 6/96/26)
.
Damit im Einklang steht sodann,
dass der Beschwerdeführer
sein Unternehmen
laufend
an sein Leiden
anpasste
. Bereits w
ährend der letzten Rentenprüfung
weitete er
den Handel auf Boote, Wohnmobile, Anhänger etc. aus,
machte
Wer
bung und
stellte
nach einer Übergangszeit, in der Ehefrau und Bekannte unent
ge
ltlich mithalfen
, Personal
ein, das
gewisse
Arbeiten übernahm
(
Urk.
6/25 f. und 6/45/11).
Gemäss
dem
Abklärungsbericht vom 2
0.
März 2013
gab
er
an, seit
ca.
5 Jahren
einen Mechaniker
Vollzeit zu
beschäftigen
und
S
pengler
-
sowie
Maler
arbeiten
auswärts machen zu lassen
. Er selbst leite
die Verkaufs
verhandlungen
mit Kunden
und
sei
für den E
inkauf der Fahrzeuge zuständig. Er könne ein Objekt vor Ort
besichtigen, Leute brächten ein solches vorbei oder er suche/offeriere im Internet
. Die Büroarbeit bestehe v
orwiegend aus der Suche nach Fahrzeugen im Internet und aus dem Erste
llen von Kaufofferten. Infolge der
gesundheitlichen Probleme
habe er nur noch sehr leichte Reparaturarbeiten ausgeführt
bzw. sei nur noch
in bescheidendem Ausmass als Mechaniker tätig gewesen
. N
eben
seiner Ehefrau, die
in einem
30%-Pensum für die Administration zuständig
sei
,
beschäf
tigte er
seit
rund
zwei Jahren einen Autofachmann
zu 100
% in der Funktion als stellvertretender Geschäftsführe
r.
Dieser führe die gleichen Tätigkeiten wie er selbst aus.
Bis dahin
sei
teilweise sein Mechaniker bei Verkaufsverhandlungen eingesprungen
, bis dieser
den Mehraufwand nicht mehr habe bewältigen können
.
Er
selbst
habe früher
11 bis 12
Stunden pro Tag
und
bei Einstellung des
Stellver
treters
noch 5 bis 6
pro Tag gearbeitet.
Inzwischen
seien es noch
2 bis 4 Stunden pro Tag. Seit ca. eineinhalb Jahren
verbringe er das Wochenende ab
Freitagnach
mittag mit seiner Familie
im
Ferienhaus. Dadurch könne er richt
ig abschalten und sich erholen. Samstags müsse er deshalb schliessen
, sonst
fehle
der Stellvertreter am Montag.
Zudem sei er f
rüher
samstags und s
onntags für die
D._
tätig gewesen. Er habe bei der Verarbeitung der Wohnmobile, an Ausstellungen usw. mitgeholfen. Auch diese Tätigkeit habe er aus gesundheit
lichen Gründen reduzieren müssen.
Schon i
m
Jahr 2012
habe er
nichts mehr gemacht und
i
m Jahr 2013
das
Arbeitsverhältnis
aufgelöst
. Ursprünglic
h habe er monatlich Fr. 1'500.—, später
Fr.
1'000.— und
weniger
dazu verdient
(Urk. 6/73/3
f.
)
.
4.4
Zusammenfassend ist aufgrund
(1)
der neuen ophthalmologischen Beschwerden
und (2)
der
Zunahme der muskulären Beschwerden
und
(3)
des neuen Testbefunds mit in der Folge
(4)
neu diagnostizierte
n
invalidisierenden Leiden mit inzwischen (5) erwiesener, beschränkter Therapierbarkeit
von einem materiellen Revisions
gru
nd nach
Art.
17 ATSG auszugehen. Dabei kann ohne Weiterungen auf die von
allen involvierten
Ärzten geteilte und
von
den Parteien
nicht substantiiert
bestrittene
Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angepassten Tätigkeiten, wie sie von den
A._
-Gutachtern definiert wurde, abgestellt werden.
Berufliche
Tätigkeiten
oder Alltagsaktivität
en
,
die
an dieser Arbeitsfähigkeitseinschätzung zweifeln
liessen
, sind
aus den Akten keine ersichtlich
(z.B.
Urk.
6/134/41 f., 6/134/50 und 6/13/52; ferner
Urk.
6/134/9 unten).
Einer ergänzenden neuropsychologischen oder psychiatrischen Abklärung, wie sie von den
A._
-Gutachtern in Erwägung gezogen wurde (
Urk.
6/134/8), bedarf es für den Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung nicht. Der
Beschwerdeführer
machte
in diesem Kontext keine nennenswerten Beeinträch
tigungen bei der Arbeit
geltend
und verlangte auch in der Beschwerdeschrift keine weiteren Abklärungen. Unter diesen Umständen begründet eine bloss theoretisc
he Möglichkeit ohne spezifische
Anhaltspunkte, wie sie
von den
A._
-Gutachter
eingeräumt wurde
,
keine Untersuchungspflicht.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer betrieb zuerst ein Einzelunternehmen und gründete im April 2006 zusammen mit seiner Ehefrau die
E._
. Er ist damit zwar nicht alleiniger Gesellschafter, gemäss Eintrag im Handelsregister aber der einzige Geschäftsführer und Zeichnungsberechtigte. Zudem besitzt er 19/20 des Stammkapitals (vgl. auch
Urk.
9/73/2). Faktisch kann er damit sämtliche Entscheidungen alleine treffen, weshalb er invalidenversicherungsrechtlich einem Selbständigerwerbenden gleichzustellen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_453/2014 vom
1
7.
Februar 2015 E. 4.1).
5.2
Wenn immer möglich ist der Invaliditätsgrad nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln (
Art.
16 ATSG). Dieser hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Die Bemessung des Invalideneinkommens einer selbstständig erwerbenden Person nach Mass
gabe der erzielten Betriebsergebnisse kann daher nur zu einem rechtskonformen Einkommensvergleich führen, wenn hierfür invaliditätsfremde Faktoren konse
quent ausgesondert werden können (vgl. SVR 1999 IV Nr. 24 S. 73 E. 4b; AHI 1998 S. 254 E. 4a; BGE 104 V 135 E. 2). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemessungsmethode anzuwenden ist, gibt es nicht. Die Wahl der Methode hängt nach dem Gesagten insbesondere davon ab, ob sich die hypothetischen Erwerbs
einkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Methode) oder nicht (ausser
ordentliche Methode
). Indes fallen die Voraussetzungen für die
Ermittlung des erwerbsbezogenen Invaliditätsgrades im ausserordentlichen Verfahren mit der Geschäftsaufgabe dahin und der Invaliditätsgrad muss ab diesem Zeitpunkt nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs ermittelt werden (vgl.
zum Ganzen
Urteil des Bundesgerichts 9C_424/2012 vom 1
1.
November 2012
E. 5.2-3
).
5.
3
Das Valideneinkommen kann auch bei Selbständigerwerbenden grundsätzlich aufgrund der Einträge im individuellen Konto bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen. Die gemäss
Art.
25
Abs.
1 IVV vorgeschriebene Parallelisierung der invalidenversicherungs-rechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen schliesst grundsätzlich aus, bei der Ermittlung des Valideneinkommens insbesondere von Selbstständigerwerbenden anstelle von IK-Einträgen auf Steuerunterlagen abzustellen und weitere (AHV-beitragsrechtlich nicht abgerechnete) mutmassliche Einkommen zu berücksich
tigen. Auf mögliche Gründe, warum eine versicherte Person nicht ein höheres Einkommen verabgabt hat, ist dabei nicht näher einzugehen. Denn tiefe
IK-Einkommen von Selbstständigerwerbenden können verschiedenste Ursachen haben, sei es, dass das Geschäft tatsächlich keinen höheren Reinertrag abwarf, sei es, dass der Selbstständigerwerbende sämtliche legalen Möglichkeiten zur Steuer
optimierung ausschöpfte, sei es, dass der Betriebsinhaber tatsächlich nicht sämtliche Einkünfte und geldwerten Leistungen deklariert haben sollte.
Nach der Rechtsprechung ist nur ausnahmsweise nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abzustellen. Bei selbstständig Erwerbenden trifft dies namentlich zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzuneh
men ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall besser entlöhnte unselbständige Tätigkeit angenommen hätte, oder, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträch
tigung ausgeübte selbstständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genü
gende Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit üblicher
weise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvesti
tionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_196/2013 vom 2
1.
August 2013 E. 3.1, 3.3 und 3.4 sowie 8C_450/2016 vom
6.
Oktober 2016 E. 3.2 und 4.2 je mit Hinweisen insbesondere auf das Urteil I 297/02 vom 2
8.
April 2003 E. 3.2.4).
5.4
Im Übrigen kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berück
sichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. Sep
tember 2001 E. 2b).
5.
5
Derzeit führt der Beschwerdeführer den «reinen» Autohandel an der
F._
in
G._
weiter. Die Werkstatt ist «aus gesundheitlichen Gründen» geschlossen (vgl. Handelsregistereintrag «
E._»
). Entsprechendes hatte er
in
der Abklärung im Januar 2017 angekün
digt: Er verfolge seit dem Jahr 2014 den Plan, sein Geschäft und das Gelände zu verkaufen. Sein stellvertretender Geschäftsführer habe vor 21⁄2 Jahren die Stelle aufgegeben. Dieser habe mehr Lohn gefordert, weil er alles habe machen müssen, was er sich nicht habe leisten können. Die Stelle neu zu besetzen, habe sich vom Geschäftsgang her nicht gelohnt; die Geschäftszahlen seien massiv rückläufig. Zudem möge er aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung nicht mehr (
Urk.
9/151/2).
Den Import von Fahrzeugen habe er im Jahr 2014 aufgegeben. Aufgrund neuer Auflagen sei dieser für Kleinbetriebe nicht mehr interessant. Gegebenenfalls beschaffe er sich ein Auto beim Grossimporteur. Diese Umstellung sei aber nicht Grund für die Verluste. Er sei einfach nicht mehr leistungsfähig. Seit dem Jahr 2016 sei er nachmittags zwei Stunden im Geschäft, arbeite effektiv aber wenig. Vormittags könne er nicht mehr arbeiten und habe oft Therapien. Den ganzen Donnerstag verbringe er in
H._
, was ihm gut tue. Er habe nur noch wenige Autos anzubieten. Das
[dazu gemietete]
Tiefgaragen-Abteil habe er zurückgegeben. Die Firma habe er nicht verkaufen können, der Verkauf des Geländes und der Liegenschaft dürfte indes soweit sein. Er werde daher den Betrieb schliessen. Das Werkstattmaterial verkaufe man, der Mechaniker werde arbeitslos. Die Betriebsauflösung
dürfte
bis Mitte April 2017 abgeschlossen
sein
. Danach wolle und müsse er aus finanziellen Gründen noch in kleinem Ausmass weiterhin im Autohandel tätig sein. Dafür benötige er einen Abstellplatz für ca. sechs Autos. Ob er dies umsetzen könne und gesundheitlich schaffe, sei offen (
Urk.
9/151/3).
Damit sind die Voraussetzungen für einen nach den funktionellen Auswirkungen gewichteten Betätigungsvergleich dahingefallen, zumal ein solcher nicht aus
sagekräftig wäre. Der Beschwerdeführer hat
seinen bisherigen
Betrieb aufgege
ben; die wesentlichen Pfeiler (die Werkstatt, der Spezialitäten-Import, der bewor
bene Standort
und das Personal) sind nicht mehr.
Dabei
dürften angesichts des vorstehenden Abklärungsberichts neben den gesundheitlichen Beschwerden auch die geänderten Rahmenbedingungen (Ausscheiden des Stellvertreters, geänderte Importbestimmungen) und die eigene Lebensgestaltung eine Rolle gespielt haben. So
schöpft
der Beschwerdeführer die
gutachterlich
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
als Autohändler seit Jahren nicht mehr aus
(Urk. 9/96/19 «Soz» und 9/134/10 oben)
.
5.
6
Für
die Bestimmung des Valideneinkommens
kann
ferner
nicht
auf die im Auszug
aus dem individuellen Konto (IK)
vom 10. Januar 2014 ausgewiesenen, notorisch tiefen Einkommen der ersten Jahre nach der
G
ründung
des Einzelunternehmens
1995
abgestellt werden (
Urk.
6/92/8 f.).
Im Abklärungsbericht vom 1
8.
August 2004 gab der Beschwerdeführer
alsdann
an,
bereits
seit dem Unfall im März 1999 merklich in seiner Tätigkeit beeinträchtigt zu sein. Zwischen 2000 und 2001 habe sich sein Zustand verschlechtert. Diverse Bewegungen, die bei Arbeiten an Autos nötig seien, könne er nicht mehr durchführen. Auch körperlich beschwerliche Arbeiten würden ihm Mühe bereiten.
Er
erwähnte er Knie-, Rücken und Handbe
schwerden (
Urk.
9/25/2). Gestützt auf diesen Abklärungsbericht ist
letztlich
davon auszugehen, dass d
ie IK-Einträge der Jahre 2000 bis 2007 (
Urk.
6/92
/8 f.) durch
den erwähnten
Unfall, die gesundheitlich bedingte Verlagerung der Geschäftstätigkeit hin zu mehr Handel und die vorübergehende unentgeltliche Mitarbeit Dritter geprägt waren. Ebenso bedeutsam dürfte die vom Vermieter wegen Eigenbedarfs ausgesprochene Kündigung gewesen sein, so dass der Beschwerdeführer seinen Standort
im März 2001
von der Hauptstrasse auf einen Parkplatz ohne Werkstatt im Industriegebiet verlegen musste. Er versuchte dies
in der Folge
mit Werbung zu kompensieren (vgl.
Urk.
9/25/2 f.).
Die im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen für die Jahre 2008 bis 2010 sind mit Fr. 74’280.-- bis Fr. 76’315.-- (
Urk.
6/92/2 f.) zwar relativ konstant. Ein wesentlicher Teil stammte allerdings aus einem unselbständigen Nebenerwerb am Wochenende bei der
D._
(vgl.
Urk.
9/92/3 und 9/92/10;
Urk.
9/73/5 unten). Gleichzeitig vermochte der Beschwerdeführer den Einkom
mensanteil (vgl.
Urk.
99/92/9 und 9/92/1 f.) und Gewinn (
Urk.
9/66/18, 9/66/21 und 9/66/24) der eigenen GmbH in dieser Zeit weiter zu steigern.
Dabei war er aber
gesundheitsbedingt neu zu
90
%
im Handel und nur noch
zu
10
%
als Mechaniker für sehr leichte Autoreparaturen tätig (
Urk.
9/73/3), während er sein Geld
zuvor mit der Instandstellung reparaturbedürftiger Autos
je zu 50 % als Mechanike
r und Autohändler verdient hatte
(
Urk.
9/25/5).
In den Jahren
2011 und 2012 zahlte er
sich
weiterhin Fr. 54'000.
-- aus der eigenen GmbH
aus; ledig
lich der Nebenverdienst entfiel (
Urk.
6/92/1 f.). Dies obwohl er in diesen Jahren
auch angepasste
nur noch sehr reduziert arbeitete respektive arbeitsfähig war
(Urk. 9/96/19 und 9/134/10).
Die Erklärung hierfür findet sich im Abklärungsbericht vom 2
0.
März 201
3.
Der Beschwerdeführer hatte
nach Gründung der
GmbH er
neut den Standort gewech
selt
.
Er
betrieb weiterhin
einen
Autohandel, bot aber auch wieder Reparaturen für alle Marken an. Die Sparte Boote hatte er
wieder
aufgegeben, da dieser Markt ohne See schwierig war (
vgl.
Urk.
9/73/2).
Zudem hatte sich s
eine Garage
inzwischen
etwas
spezialisiert, nämlich
auf American Classic-Fahrzeuge und Old
timer. Er importiere diese, wie auch Motorräder, aus Amerika.
Vor allem
aber
hatte der Beschwerdeführer
Personal ein
gestellt
, das ein Arbeitspensum bewäl
tigte,
das ihm allein auch als gesunde Person
nicht möglich gewesen wäre
. Es handelte sich somit nicht bloss um Ersatzkräfte, die seine abnehmende Arbeits
leistung kompensierten.
Seit
2008
beschäf
tige er einen Mechaniker zu 100
%. Seine Ehefrau
sei
mit 30 % für die Buchhaltung, Lohnwesen etc. zuständig. Seit
2011
beschäftige er
zudem vollzeitig
einen Autofachmann als stellvertretenden Geschäftsführer (
vgl.
Urk.
9/73/3).
Da
mit diesem wiederum
mehr möglich sein sollte,
habe
er ein Abteil mit 16 Plätzen in der gegenüberliegenden Tiefgarage
gemietet
.
Er selbst ha
b
e «früher»
11 bis 12 Stunden pro Tag gearbeitet – bei Ein
stellung des Stellvertreters noch 5 bis 6
Stunden. Heute seien es noch
2 bis 4 Stunden. Er mache, was gehe. Sein Stellvertreter manage den Betrieb, wenn nötig berate er
diesen
. Der Mechaniker sei ebenfalls gut
.
Dieser
sei früher bei Verkaufs
verhandlungen eingesprungen, bis
der Mehraufwand zu gross geworden sei (
vgl.
Urk.
9/73/5).
5
.
7
Zusammenfassend
können anhand des IK-Auszugs
somit keine Aussagen
zu
den
hypothetischen Vergleichseinkommen
gemacht werden.
Es gibt keine genügend langen Phasen mit einer gewissen Kontinuität, die Rückschlüsse auf das
länger
fristig
erzielte Einkommen
als gesunde oder
auch
invalide Person erlauben wür
den
.
Es
erfolgten
laufend sowohl gesundheitlich wie auch wirtschaftlich beding
te Anpassungen
, die sich nicht trennen lassen und eine Abgrenzung der invalidi
tätsbedingten Erwerbseinbusse verunmöglichen.
Es
bleibt
anzufügen, dass nach der zitierten Rechtsprechung die – aus welchen Gründen auch immer – nicht verabgabten Gewinne, wie sie von
d
er Ehefrau in den Buchhaltungsunterlagen (vgl.
Urk.
9/66, 9/71 und 9/143) ausgewiesen wur
den, nicht angerechnet werden können. Das Bundesgericht hob
in seinem
jüngeren Urteil
9C_48/2018 vom 1
8.
Mai 2018 E 6.2
sinngemäss
hervor, dass die Rechtsprechung, wonach bei der Bezifferung des Invalideneinkommens gegebe
nenfalls nicht ausgeschüttete
r
Gewinn einer von der versicherten Person beherrschten AG
bei den IK-Einträgen
aufzurechnen sind, nicht unbesehen auf das Vali
deneinkommen zu übertragen
sei
.
Das Betriebsergebnis erlaubt nach dem vorstehend Gesagten
zudem k
eine hinreichende Bestimmung der Vergleichsein
kommen.
Der
stark schwankende
Gewinn
widerspiegelt die gemischten Auswir
kungen von wirtschaftlichen und gesundheitlichen Faktoren.
Ebenso wenig kann der Beschwerdeführer aus seine
r
nicht belegten Behauptung
etwas
ableiten,
dass im Autogewerbe tätige Kollegen mehr verdienen würden, wobei er deren Einkommen
ursprünglich noch mit gegen Fr.
200'000.– pro Jahr beziffert hatte (
vgl.
Urk.
9/151/4). Für den individuellen Erfolg eines Unterneh
mens sind verschiedene Faktoren bedeutsam, wie Standort und Grösse des Unter
nehmens, Nachfrage nach dem konkreten Angebot, Serviceleistungen, Verkauf
stalent
, persönlicher Einsatz
etc.
, so dass der angestrebte
globale
Vergleich von vornherein scheitert.
Schliesslich besteht keine Möglichkeit festzustellen, o
b
die vom
Beschwerdeführer
in
den Abklärungen
behaupteten Expansionspläne
(vgl.
Urk.
9/73/5 und 9/151/3 f.)
, soweit solche tatsächlich bestanden,
im Gesundheits
fall
e
rfolgreich
hätten
um
gesetzt werden können.
5.
8
Soweit es darum geht, e
inen Annäherungswert zu bestimm
en,
lässt sich anhand des Abklärungsberichts vom 2
0.
März 2013 feststelle
n,
was
der Beschwerdeführer in seinem
eigenen
Betrieb als Mechaniker und Händler
zu je
50
%
(vgl. dazu
Urk.
9/25/3) verdient hätte
.
So beschäftigte er
e
inen Mechaniker und einen stell
vertretenden Geschäftsführer
, beide in einem Vollzeitpensum,
die seine Aufgaben übernahmen
. Das Jahreseinkommen
seines
Mecha
nikers belief sich auf 12
x Fr.
5'900.-- = 70'800.–-, dasjenige seines S
tellvertreters auf
Fr.
12 x Fr.
4'5
00.-- + Provisionen = ca.
Fr.
100'000.
-- (
vgl.
Urk.
9/73/3 f.)
.
Bei hälftig aufgeteilter Arbeitszeit
als Mechaniker und Autohändler
hätte der Beschwerdeführer in seinem e
igenen Betrieb
im Jahr 2013
somit
ein E
inkommen von
Fr.
85'400.
--
e
rzielt.
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung
für die Jahre 2014 bis 2016
(
Bundesamt für Statistik [BFS]
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirt
sc
haftszweigen, Nominallohnindex Männer
[Tabelle T1.
1
.1
0
],
Abschnitt G,
Ziff.
45-47
,
Jahr
2014: 0.4,
Jahr
2015: 0.3,
Jahr
2016: 0.7
)
resultiert ein Jahres
einkommen von
Fr.
86'600.80 per Ende 2016.
Das so geschätzte Einkommen liegt damit
nur
leicht
über demjenigen,
das
s sich anhand der vom
BFS
herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung ergäbe
(LSE). Der Beschwerdeführer
verfügt über eine abgeschlossene Lehre als Werkzeugmaschinist und ist seit vielen Jahren
als Selbständigerwerbender
in der Autobranche tätig. Es kann davon ausgegangen werden, dass er sich dabei auch
gewisse
Spezialkenntnisse
insbesondere bezüglich
der reparierten und gehandel
ten Nischenprodukte aneignete (vgl.
Urk.
9/137/1).
Gemäss LSE 2014, Tabelle
T
A
1_skill-level
,
Ziff.
45-47 [Handel; Instandhaltung und Reparatur von Motor
fahrzeugen] beträgt der monatliche Bruttolohn im Kompetenzniveau 3 für Männer Fr. 6’763
.—
für ein Vollzeitäquivalent von 40 Arbeitsstunden pro Woche.
Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen (vom BFS erhobenen) wöchent
lichen
Arbeitszeit
von 41,
9
Stunden im Jahr 201
6
(Betriebsübliche
Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt
G
,
Ziff.
45-47
)
sowie
der
ob
en
erwähnten
Nominallohnentwicklung
in den Jahren 2015 und 2016 würde somit ein Jahreseinkommen von
Fr.
85'862.80 resultieren.
Für das Invalideneinkommen ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer verpflichtet ist, seine Arbeitsfähigkeit voll auszuschöpfen. Nachdem er seine
selb
ständige Tätigkeit nicht nur gesundhe
it
lich
bedingt
reduziert hat, ist ihm mindes
tens das Ein
kommen aus einer
unselbständigen Tätigkeit
anzurechnen
. Die stets ausgeübte Tätigkeit als Autohändler
gilt
nach wie vor
als angepasst
, ist ihm jedoch nur noch in einem 50%-Pensum zumutbar
. Da hierfür der gleiche Tabel
lenlohn heranzuziehen ist, wie für
die Festsetzung des
Valideneinkommen
s
, resultiert ein Invaliditätsgrad
von 50
%
(oder leicht höher
, soweit
d
as geschätzte Valideneinkommen
gegenübergestellt wird)
.
Es bleibt anzumerken, dass der
verwendete
Tabellenlohn gleichermassen den Handel wie die Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen berücksich
tigt. Insofern würde es sich auch im Falle eines gewichteten Betätigungsvergleichs nicht
rechtfertigen,
wie im Abklärungsbericht vom 1
8.
August 2004 (vgl.
Urk.
9/25/7)
für den Einkommensanteil als Mechaniker auf den tieferen Tabellen
lohn gemäss Tabelle T17,
Ziff.
72 [Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe]
abzustellen
und
so den schlechter entl
o
hnten Aufgabenbereich überpro
portional zu
berücksichtigen
.
Gleichzeitig
erscheint der verwendete
Tabellenlohn gemäss
Tabelle
T
A
1_skill-level
, Ziff. 45-47 vorliegend
besonders geeignet,
zumal
sich
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen lässt, i
n welchem Verhältnis der Beschwerdeführer die beiden
Aufgabenbereiche
heute als gesunde Person
wahrnehmen
würde.
6.
Zusammenfassend ist ein materie
ller Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG gegeben
. Gestützt
auf das
A._
-Gutachten
ist
von einer
verbliebenen
Arbeits
fähigkeit
von 50
%
in der angepassten Tätigkeit
als Autohändler
seit mindestens Juni 2012 auszugehen (vgl.
Urk.
9/134/10 oben)
.
Beim Einkommensvergleich
führen e
ine annäherungsweise Schätzung
bzw.
das Abstellen auf die LSE zu einem
Invaliditätsgrad von
50
%
oder leicht höher, so
dass n
ach Eingang der
Neuanmeldung im Januar 2016 mit Wirkung ab
1.
Juli 2016
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente besteht
.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungslei
stungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die
Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
. Diese sind
auf
Fr. 8
00.
--
festzusetzen
und
zufolge teilweisen Obsiegens de
s
Beschwerdeführer
s
ihm
zu
einem
Viertel
und der Beschwer
degegnerin zu
drei
Viertel
n
aufzuerlegen.
7.2
Nach
Art.
61 lit. g ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Obsiegens bemessen. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Grund
sätze ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
dem anwaltlich vertrete
nen
, teilweise obsiegenden
Beschwerdeführer
eine
reduzierte
Prozessentschädigung von Fr.
2’200
.
-- (inkl. Mehr
wert
steuer und Barauslagen) zu bezahlen.