# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c9bc3e5-a5bd-44fc-b068-26a84ea13ebb
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 13. März 2014 (DG130364)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 31. Oktober
2013 (Urk. 36) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1a. Der Beschuldigte A._ ist der versuchten schweren Körperverletzung im
Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig.
1b. Der Beschuldigte B._ ist der mehrfachen versuchten schweren Körper-
verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB schuldig.
2a. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wo-
von 99 Tage durch Haft erstanden sind.
2b. Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wo-
von 238 Tage durch Haft erstanden sind.
3a. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von A._ wird im Umfang von 20 Mona-
ten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgelegt. Im Übrigen (12
Monate, abzüglich 99 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Frei-
heitsstrafe vollzogen.
3b. Die Freiheitsstrafe von B._ wird vollzogen.
4. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger
C._ aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. Februar 2012 dem
Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind.
Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
5. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-
vatkläger C._ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 2012
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als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-
ren abgewiesen.
6. Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._
Schadenersatz in der Höhe von Fr. 20'909.60 zuzüglich Zins zu 5 % ab 15.
August 2013 zu bezahlen.
Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte B._ gegenüber dem
Privatkläger D._ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach
für weiteren Schaden ab dem 1. Juli 2014 schadenersatzpflichtig ist.
7. Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._ Fr.
30'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 30. September 2012 als Genugtuung zu
bezahlen.
8. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten A._ mit Fr. 7'727.45 (inkl. Mehrwertsteu-
er) aus der Gerichtskasse entschädigt.
9. Rechtsanwalt lic. iur. Y._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten B._ mit Fr. 12'384.65 (inkl. Mehrwert-
steuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 12'370.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 14'736.– Auslagen Untersuchung
Fr. 24'268.65 amtliche Verteidigung Rechtsanwalt Y._ (inkl. Akonto-zahlung)
Fr. 22'074.75 amtliche Verteidigung Rechtsanwalt X._ (inkl. Akontozahlungen)
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten
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B._ zu zwei Dritteln und dem Beschuldigten A._ zu einem Drittel
auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-
kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO.
12. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-
vatkläger C._ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung
von Fr. 5'298.60 zu bezahlen.
13. Der Beschuldigte B._ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._ für
das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 23'788.20 zu
bezahlen.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(HD Urk. 91 S. 1 f.)
" 1. Der Beschuldigte B._ sei vom Vorwurf der versuchten schweren
Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers C._ freizuspre-
chen; eventualiter sei er bezüglich des Hauptdossiers der Tätlichkeiten
i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB, subeventualiter des Raufhandels i.S.v.
Art. 133 StGB, subsubeventualiter des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB
schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte B._ sei, unter Anrechnung der erstandenen Un-
tersuchungshaft, mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu
bestrafen. Eventualiter sei er mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr
als 24 Monaten zu bestrafen.
3. Die Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit
von zwei Jahren.
4. Dem Beschuldigten sei die Weisung einer kontrollierten Alkoholtotal-
abstinenz zu erteilen. Ferner sei ihm die Weisung zu erteilen, die locke-
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re ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. E._ im Sinne ei-
nes "Monitoring" weiterzuführen.
5. Die Zivilklage des Privatklägers C._ sei abzuweisen.
6. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen."
b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(vgl. HD Urk. 67 und 90; sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte/Prozessuales
1. Gegen vorstehend aufgeführtes Urteil hat der Beschuldigte B._ recht-
zeitig Berufung angemeldet und mit der Berufungserklärung folgende Beanstand-
ungen vorgebracht: Mit Ausnahme des Schuldspruchs im Nebendossier sowie der
Zivilansprüche und der Prozessentschädigung des Privatklägers D._ (Disp.-
Ziff. 6, 7 und 13) ficht der Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich
an, wobei er an seinen vor Vorinstanz gestellten Anträgen ausdrücklich festhält
(Urk. 81 S. 2). Mit Eingabe vom 1. September 2014 erhob die Staatsanwaltschaft
IV Anschlussberufung bezüglich des Beschuldigten B._ (Urk. 84).
2. Der Beschuldigte A._ erhob keine Berufung.
3. Die Staatsanwaltschaft zog ihre rechtzeitig angemeldete Berufung am
7. August 2014 (Urk. 80) zurück, ebenso mit Eingabe vom 5. Mai 2015 die gegen
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den Beschuldigten B._ erhobene Anschlussberufung (Urk. 91). Davon ist mit-
tels Beschluss Vormerk zu nehmen.
4. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in
Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO).
4.1. Damit ist vorab festzustellen, dass das Verfahren betreffend den Mitbe-
schuldigten A._ als durch Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft er-
ledigt abzuschreiben und das ihn betreffende Urteil des Bezirksgerichts Zürich,
4. Abteilung, vom 13. März 2014 in Rechtskraft erwachsen ist.
4.2. Betreffend den Beschuldigten B._ sind die Dispositivziffern 6 und 7 ( und Genugtuung für Privatkläger D._), 9 (Entschädigungszah-
lung an amtliche Verteidiger), 10 (Kostenfestsetzung) sowie 13 (Prozessentschä-
digung für Privatkläger D._) in Rechtskraft erwachsen.
5. Beweisanträge wurden keine gestellt.
II. Materielles
1. Dem Beschuldigten wird unter Anklagepunkt HD zusammengefasst vorge-
worfen, den Privatkläger C._ (nachfolgend Privatkläger) am 12. Februar
2012 zusammen mit dem rechtskräftig verurteilten Mitbeschuldigten A._ mit
Schlägen traktiert zu haben. Durch einen Knock-out-Schlag soll der Privatkläger
schliesslich bewusstlos und ohne sich abstützen zu können, zu Boden gefallen
sein, wobei er mit dem Kopf ungebremst auf den Boden aufgeschlagen sei. Da-
raufhin sei der hilflos am Boden liegende Privatkläger weiter mit Fusstritten trak-
tiert worden (Urk. 36 S. 1 f.).
2.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten im HD anklagegemäss schuldig.
2.1.1. Der amtliche Verteidiger begründet seine Berufung zunächst damit, dass
die Vorinstanz vom verbindlichen Anklagesachverhalt zum Nachteil des Beschul-
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digten abgewichen sei. So habe sie als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte
dem Privatkläger den Knock-out-Schlag verpasst haben soll (Urk. 81 S. 2; Urk. 91
S. 2).
2.1.2. Sodann verstosse die vorinstanzliche Beweiswürdigung gegen den Grund-
satz in dubio pro reo, zumal selbst die Staatsanwaltschaft festgehalten habe, dass
beide Beschuldigte (d.h. auch A._) für diesen Knock-out-Schlag in Frage
kommen würden. Gemäss dieser Argumentation müsste zufolge unüberwindbarer
Zweifel zugunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden, er sei für den
Knock-out-Schlag nicht verantwortlich (Urk. 81 S. 3). Gestützt auf die Aussagen
des Privatklägers und der Zeugen F._, G._ und H._ liessen sich
ohne erhebliche Zweifel A._ als Urheber der Faustschläge, mit welchen der
Privatkläger zu Fall gebracht worden sei, erstellen. Entgegen der Vorinstanz seien
die Aussagen von A._ als Schutzbehauptungen und aufgrund ihrer Wider-
sprüchlichkeit als unglaubhaft zu qualifizieren (Urk. 91 S. 3 ff.). Der angebliche
Tatbeitrag des Beschuldigten lasse sich daraus nicht herleiten. Vielmehr sei ge-
stützt auf die Aussagen des Privatklägers erstellt, dass lediglich A._ kräfti-
ge Schläge und Tritte ausgeteilt habe, da der Privatkläger konstant nur von einem
Täter gesprochen und die Ohrfeige des Beschuldigten nicht einmal wahrgenom-
men habe. Falsch sei auch die Behauptung der Vorinstanz, dass die Beo-
bachtungen des Zeugen F._ weitgehend den eingeklagten Sachverhalt
decken würden. In seiner tatnäheren Polizeiaussage erkläre er vielmehr, er könne
nicht sagen, ob der Beschuldigte auch zugeschlagen habe. Sodann würden die
Zeugenaussagen G._ und H._ den Beschuldigten deutlich entlasten.
Der Zeuge I._, der gemäss Vorinstanz seine Wahrnehmung unbewusst ver-
vollständigt habe, könne nicht zur Identifizierung des Beschuldigten herangezo-
gen werden (Urk. 91 S. 6 ff.). Sodann habe die Vorinstanz einseitig Aussagen des
Beschuldigten selbst zu dessen Nachteil verwendet. Verschiedene Zeugenaussa-
gen würden ferner der Ansicht der Vorinstanz widersprechen, wonach der Privat-
kläger nach vorne frontal auf das Gesicht gefallen sei. Ebenso wenig könne der
Vorinstanz gefolgt werden, soweit sie aus der Fallrichtung des Privatklägers auf
die Person des Schlagenden geschlossen habe (Urk. 81 S. 3 ff.; Urk. 91 S. 3).
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2.2. Die Vorinstanz hat im Rahmen der Sachverhaltserstellung zunächst anhand
der Zugaben des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten A._ den unbestrit-
tenen Sachverhalt festgehalten. Danach anerkennen der Beschuldigte, als Fah-
rer, und A._ als Beifahrer, dass es zwischen dem Mitbeschuldigten A._
und dem Privatkläger, als dieser den Zebrastreifen an der Bahnhofstrasse über-
querte, aus dem Fahrzeug heraus zu einer verbalen Auseinandersetzung ge-
kommen ist. Unbestritten ist sodann, dass der Mitbeschuldigte A._ ausge-
stiegen, sich zum Privatkläger begeben und diesem Schläge ausgeteilt hat und
dass sich schliesslich auch der Beschuldigte in das tätliche Geschehen einmisch-
te. Der Mitbeschuldigte A._ gab noch zu, den am Boden liegenden Geschä-
digten weiter traktiert zu haben. Unbestritten sind auch die vom Privatkläger erlit-
tenen Verletzungen (Urk. 79 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weiter hat die Vorinstanz,
gestützt auf die Zugaben des Mitbeschuldigten A._, als erstellt erachtet, dass
er dem Privatkläger fünf kräftige Faustschläge gegen das Gesicht verpasst habe.
Diese Zugaben werden auch vom Privatkläger selbst, was die Anzahl Schläge
angeht, sowie vom Zeugen F._ bestätigt. Diesbezüglich ist ebenfalls auf die
vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (Urk. 79 S. 6 f.; Art. 82 Abs. 4).
2.3. Aufgrund der Zugaben des Beschuldigten ist somit erstellt, dass er während
der verbalen und tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Mitbeschuldigten
A._ und dem Privatkläger ausgestiegen ist und sich in die tätliche Auseinan-
dersetzung eingemischt hat. Bestritten ist hingegen, dass er dem Privatkläger mit
der Faust einen Schlag an den Kopf versetzt hat, welcher zum ungebremsten
Sturz des Privatklägers mit Aufschlagen des Kopfes am Boden geführt haben soll.
Er habe ihm mit der flachen Hand auf die Wange geschlagen, nachdem er einen
Schlag vom Privatkläger auf den Hinterkopf erhalten habe. Er sei aus dem Auto
ausgestiegen, um zu schlichten (Urk. 6/4 S. 6; 6/7 S. 4; Urk. 91 S. 9; Prot. II
S. 12 - 14).
2.4. Die Anklage lässt offen, welcher der beiden Täter (Beschuldigter oder
A._) den Knock-out-Schlag gegen den Privatkläger ausgeführt hat. Es wird
ihnen eine gemeinschaftliche Tatbegehung zum Vorwurf gemacht. Insofern ist für
die Tatbestandsmässigkeit nicht relevant, wem der Schlag zuzurechnen ist.
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2.5.1. Die Vorinstanz hat den bestrittenen Sachverhalt anhand der Aussagen des
Beschuldigten, des Mitbeschuldigten A._, des Privatklägers sowie der Zeu-
gen, gestützt auf die ebenfalls angeführten Regeln der Beweiswürdigung (Urk. 79
S. 7 f.) erstellt. Darauf kann grundsätzlich mit nachfolgenden Ergänzungen ver-
wiesen werden (Urk. 79 S. 8 - 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Vorab ist festzuhalten,
dass entgegen der Verteidigung (Urk. 61 S. 15) auch die polizeilichen Aussagen
der Augenzeugen zulasten des Beschuldigten verwertbar sind, da es sich nicht
um von der Staatsanwaltschaft an die Polizei delegierte Einvernahmen im Sinne
von Art. 312 Abs. 2 StPO handelt (DORRIT SCHLEIMINGER METTLER-BSK StPO, Art.
147 N 7a). Ebenso sind die Aussagen des Mitbeschuldigten A._ anlässlich
der Einvernahme vom 22. Oktober 2012, vom 3. Oktober 2013 und in der Haftein-
vernahme entgegen der Verteidigung verwertbar (Urk. 91 S. 3). Entscheidend ist
gemäss herrschender Lehre, dass nachträglich eine Konfrontationseinvernahme
durchgeführt wurde (SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 147 N 5).
2.5.2.1. Stark belastet wird der Beschuldigte durch die Aussagen des Mitbeschul-
digten A._, der in der Konfrontationseinvernahme ausführte, der Privatkläger
sei durch den Schlag des Beschuldigten, der später dazu gestossen sei, zu Bo-
den gegangen (Urk. HD 6/4 S. 3).
2.5.2.2. Der Privatkläger hingegen konnte sich nur daran erinnern, dass der Mit-
fahrer ausgestiegen sei und ihn geschlagen habe; er könne sich nur an eine Per-
son erinnern. Er war sodann nicht in der Lage, anhand eines Fotobogens den Tä-
ter zu identifizieren (Urk. HD 5/1 S. 2 f.; HD Urk. 5/2 S. 4; HD Urk. 5/5 S. 6).
2.5.2.3. Die Zeugen F._, G._, J._, K._ und H._ beobach-
teten als Passanten das Geschehen von der gegenüberliegenden Strassenseite
aus. Der Zeuge F._ beobachtete, wie der Beifahrer (A._) ausgestiegen
und mit der Faust auf das Opfer einschlug ("... der Täter schlug richtig zu.";
Urk. HD 10/1 Nr. 12). Der Privatkläger sei erst zu Fall gekommen, als der Zweite
(hinten rechts oder links) ausgestiegen sei. Ob dieser auch zugeschlagen habe,
konnte er indessen nicht sagen. Der Fahrer habe die ganze Zeit im Wagen ge-
sessen (Urk. HD 10/1 Nr. 24; Urk. HD 10/2 S. 4 f.). Als Zeuge führte er sodann in
Abweichung zur polizeilichen Aussage noch aus, es sei sicherlich auch von
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Seiten des Zweiten zu Handgreiflichkeiten gekommen (Urk. HD 10/2 S. 6). Die
Zeugin G._ hat ebenfalls den Beifahrer aussteigen sehen, und einen, der
hinten gesessen sei (Urk. HD 10/3 Nr. 2; Urk. HD 10/4 S. 3). Sie vermutet, dass
der Erste (Beifahrer) geschlagen habe, der andere sei daneben gestanden
(Urk. HD 10/3 Nr. 13, 19, 28; Urk. HD 10/4 S. 3, 5). J._ wurde erst durch das
Rufen seiner Kollegen auf die Schlägerei aufmerksam. Beim Auto seien die Fah-
rer- und Beifahrertüre geöffnet gewesen (Urk. HD 10/5 Nr. 9). Er konnte nicht sa-
gen, ob das Opfer von Beiden geschlagen worden sei, oder ob einer es festgehal-
ten habe (Urk. HD 10/5 Nr. 11). Als Zeuge sagte er aus, dass jemand hinten si-
cher und jemand vom Beifahrersitz ausgestiegen sei (Urk. HD 10/6 S. 3). Auf den
Widerspruch zur polizeilichen Aussage angesprochen, verwies er dann auf Letz-
tere (Urk. HD 10/6 S. 3). Er könne nicht sagen, wie viele Personen auf den Privat-
kläger eingeschlagen hätten (Urk. HD 10/6 S. 5). Die Zeugin K._ beobachte-
te zwei Männer, die ziemlich nacheinander aus dem Auto gestiegen seien, aller-
dings könne sie nicht sagen, aus welchen Türen (Urk. HD 10/7 Nr. 8 f.). Beide
hätten geschlagen, es habe ausgesehen, wie wenn einer das Opfer gehalten und
der andere zugeschlagen hätte. Sie sei sich ganz sicher, dass beide geschlagen
hätten (Urk. HD 10/7 Nr. 17 f.). Ein Täter sei dann durch die rechte Vordertür ein-
gestiegen (Urk. HD 10/7 Nr. 20). Als Zeugin führte sie aus, der Fahrer könne es
nicht gewesen sein. Sie hätten zugeschlagen und zwar "fadegrad" (Urk. HD
10/8 S. 3). Die Zeugin H._ sah zwei junge Männer, wobei einer etwas hinter
dem Opfer gestanden, während der andere vor dem Opfer gestanden und es ge-
gen den Kopf und Bauch geschlagen habe. Das Opfer sei dann zu Boden gefal-
len. Derjenige, welcher geschlagen habe, habe das Opfer dann noch gegen den
Bauch getreten (Urk. HD 10/11 Nr. 6); sie habe nur einen Täter schlagen sehen
(Urk. HD 10/11 Nr. 19). Der andere habe höchstens im Umkreis eines Meters ge-
standen (Urk. HD 10/11 Nr. 20). Der Beifahrer sei auf der rechten Seite eingestie-
gen, der andere hinten rechts (Urk. HD 10/11 Nr. 22). Im Auto habe sich noch ein
Fahrer befunden, der nicht ausgestiegen sei (Urk. HD 10/11 Nr. 24). Vor der
Staatsanwältin bestätigte sie diese Aussagen (Urk. HD 10/12 S. 2 ff.).
2.5.2.4. Der Zeuge I._ fuhr zur Tatzeit mit seinem Taxi am Tatort vorbei, zu-
sammen mit der Zeugin L._. Er konnte den Vorfall nur etwa eine Sekunde
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lang beobachten, dabei habe er sehen können, dass ein Mann geschlagen wor-
den sei (Urk. HD 10/9 Nr. 10). Derjenige, der geschlagen habe, habe ein weisses
T-Shirt oder Hemd mit einer schwarzen Jacke angehabt, er sei auch der Fahrer
gewesen (HD Urk. 10/9 Nr. 12, 16). Er hatte sodann bemerkt, dass beide Türen
des Täterfahrzeuges vorne geöffnet gewesen seien (Urk. HD 10/9 Nr. 5). Es sei
sicher kein Lenker im Auto gewesen (Urk. HD 10/9 Nr. 7). Er konnte nur einen
Mann schlagen sehen, der andere sei ca. einen Meter daneben gestanden (Urk.
HD 10/9 Nr. 13). Er sei am Fahren gewesen und habe deshalb nicht alles mitbe-
kommen (Urk. HD 10/9 Nr. 10, 19). Als Zeuge bestätigte er, dass der Mann, der
(von hinten) zugeschlagen habe, auch der Fahrer gewesen sei (Urk. HD 10/10 S.
5). Die Zeugin L._ hat zwei Personen gesehen, die auf einen Dritten einge-
schlagen und getreten hätten (Urk. HD 10/13 Nr. 6). Der Fahrer sei sicher im Auto
gesessen, als sie vorbeigefahren seien (Urk. HD 10/13 Nr. 12; aber widersprüch-
lich dazu in Nr. 23: Sie habe keine Person wahrgenommen, sie gehe davon aus,
dass ein Lenker im Auto gesessen habe). Das Opfer sei zu Boden gestossen
worden, sie habe gesehen, wie beide auf das Opfer eingetreten hätten (Urk. HD
10/13 Nr. 14). Sie habe nicht gesehen, wie der Privatkläger auf den Boden gefal-
len sei (Urk. HD 10/13 Nr. 15; aber widersprüchlich dazu in Nr. 27: sie habe ge-
sehen, dass das Opfer zu Boden gefallen sei). Es seien beide Täter involviert
gewesen. Sie könne aber nicht genau sagen, ob beide geschlagen oder getreten
hätten. Beide seien direkt beim Opfer gestanden (Urk. HD 10/13 Nr. 16). Als Zeu-
gin rund ein Jahr später konnte sie sich nicht an Einzelheiten des Vorfalls erinnern
(Urk. HD 10/14 S. 3 ff.).
2.5.2.5. M._ wurde als Zeuge vom Mitbeschuldigten A._ als Beweismit-
tel angerufen, da er mit dem Beschuldigten im Gefängnis über den Vorfall ge-
sprochen haben soll. Der Beschuldigte soll ihm, nach Angaben vom Mitbeschul-
digten A._, gesagt haben, dass er (der Beschuldigte) dem Privatkläger einen
K.O.-Schlag und einen Fusstritt verpasst habe; dies bestritt indessen der Zeuge
(Urk. HD 10/15 S. 2 ff.; Urk. HD 10/16 S. 3).
2.5.3. Aus diesen Zeugenaussagen erhellt zunächst, dass kein Zeuge die Täter
identifizieren konnte. Sodann variieren die Angaben, ob der Fahrer sich an der
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Auseinandersetzung beteiligt hat oder nicht. Für eine Mehrzahl (F._,
G._, K._, H._ und L._) war der Fahrer nicht beteiligt. Die Aus-
sagen unterscheiden aber klar zwischen einem Hauptbeteiligten und einer zwei-
ten Person; für drei Zeugen stand diese daneben bzw. war unklar, ob sie sich an
Tätlichkeiten beteiligte (G._, J._, H._); F._ ordnet ihr Hand-
greiflichkeiten zu, während gemäss K._ beide geschlagen hätten bzw. der
Privatkläger von der zweiten Person gehalten worden sei. Gemäss I._ hat
der Fahrer von hinten zugeschlagen und gemäss L._ waren beide Täter in-
volviert. Bei der Gewichtung dieser Aussagen ist die Position der Zeugen zu be-
achten. I._ und L._ fuhren im Taxi vorbei, hatten nach eigenen Angaben
nur eine kurze Wahrnehmungszeit (I._: eine Sekunde; Urk. HD 10/9 Nr. 3).
Ihre Angaben erscheinen deshalb nicht sehr aussagekräftig. Wie die Verteidigung
zu Recht festhielt (Urk. 61 S. 21; Urk. 91 S. 6 ff.), lassen sich in den Aussagen
des Zeugen I._, der nachher an den Tatort zurückkehrte, als bereits die Poli-
zei und Ambulanz vor Ort waren, eigene Wahrnehmungen und Interpretationen
nicht mehr auseinanderhalten.
Die übrigen Zeugen standen bei Beginn der Auseinandersetzung auf der gegen-
überliegenden Strassenseite und wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf die
Auseinandersetzung aufmerksam. K._ hat von Anbeginn an die Auseinan-
dersetzung verfolgt und machte trotz der Dynamik der Situation detaillierte Anga-
ben zum Geschehen. Ihre Aussage, wonach beide eine sehr aggressive Haltung
an den Tag gelegt und – ganz sicher – beide geschlagen hätten, wirkt überzeu-
gend, zumal auch ihre geschilderte Reaktion ("völlig perplex", verbale Reaktion;
Urk. HD 10/7 S. 2) stimmig zum Beobachteten steht. F._s Aussagen be-
schränken die Rolle des Mitbeschuldigten auf Handgreiflichkeiten. Es ergibt sich
aber klar, dass der Privatkläger erst nach Beteiligung des Beschuldigten zu Fall
gekommen ist. Die Zeugin H._ wurde erst durch die Aufforderung der Zeugin
K._ an J._ ("Mach öppis") auf das Geschehen aufmerksam, beobachte-
te nicht von Anbeginn an das Geschehen, was bei der Würdigung ihrer Aussage
zu berücksichtigen ist ("Nur einen Täter schlagen gesehen"). Der Zeuge J._,
der hinter der Gruppe hergelaufen war, hat als letzter das Geschehen mitbekom-
men (Urk. HD 10/5 Nr. 5). Er hat nur den letzten Schlag gesehen, der zum Sturz
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des Privatklägers auf den Boden führte, wobei er auf das Gesicht aufgeschlagen
sei. Indem er nur den letzten Schlag gesehen hat, relativiert sich seine Aussage,
er wisse nicht, ob der Privatkläger von zwei Tätern geschlagen worden sei. Die
Zeugin G._ hat nur eine Person auf den Privatkläger einschlagen sehen, al-
lerdings erst, als der zweite Täter ausgestiegen war. Sie vermutete, dass dies der
erste Täter gewesen sei, weil der zweite Täter nachher etwas abseits gestanden
sei (Urk. HD 10/3 Nr. 19).
2.5.4. Die Zeugen waren sich teilweise nicht einig, ob nebst dem Beifahrer der
Fahrer oder sonst ein Mitfahrer aus dem Auto ausgestiegen sei. Der Beschuldigte
und A._ hatten zunächst behauptet, dass A._ der Fahrer und der Be-
schuldigte der Mitfahrer gewesen sei (Urk. HD 6/1 S. 2; Urk. HD 7/1 S. 1). Auf-
grund der späteren Zugaben des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten
A._ ist die Zuordnung indessen nunmehr klar: A._ war der Beifahrer, der
Beschuldigte war der Fahrer (Urk. HD 6/2 Nr. 13; Urk. HD 7/2 Nr. 14). Dieses
Aussageverhalten zeigt, dass ihre Angaben mit der nötigen Vorsicht zu würdigen
sind, schrecken sie doch offenbar nicht davor zurück, Absprachen betreffend die
Rollenverteilung zu machen.
2.5.5. Den Angaben des Beschuldigten zum weiteren Tatgeschehen, wonach er
schlichtend in die Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger und dem Mit-
beschuldigten A._ eingegriffen habe, stehen die Angaben der Zeugen entge-
gen. So hat kein Zeuge irgendwelche Handlungen des Beschuldigten beobachtet,
wonach er versucht hätte, den heftig auf den Privatkläger einschlagenden
A._ zu bändigen (Originalton des Beschuldigten: "Ich stieg aus und ging zu
A._ und versuchte ihn, ins Auto zu zerren"; Urk. HD 6/2 S. 3). Sodann ergibt
sich aus den Zeugenaussagen klar, dass der Privatkläger erst nach dem Auftre-
ten des Beschuldigten ungebremst auf das Gesicht zu Boden stürzte, was eben-
falls gegen die Schlichtungsthese spricht. Die Aussage des Beschuldigten, wo-
nach er erst ausgestiegen sei, als der Privatkläger bereits am Boden gelegen ha-
be (Urk. HD 6/4 S. 4), wird durch die Zeugenaussagen klar widerlegt und vom
Beschuldigten später auch nicht mehr aufrechterhalten. In der Konfronta-
tionseinvernahme will er sodann, im direkten Widerspruch zu seinen früheren An-
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gaben zwischen den Privatkläger und A._ gegangen sein, wobei er einen
Schlag vom Privatkläger auf den Hinterkopf erhalten habe. Nach diesem Schlag
habe er zurückgeschlagen und dann habe er einen "Klatsch" gehört und dann sei
der Privatkläger mit dem Rücken auf den Boden gefallen. Er habe dem Privatklä-
ger mit der offenen Hand ins Gesicht auf die Wange geschlagen (Urk. HD 6/4
S. 6). Danach sei der Privatkläger noch am Boden liegend von A._ mit
Fusstritten traktiert worden. Dann habe er A._ gesagt, er solle ins Auto
kommen, worauf dieser dann ins Auto gekommen sei (Urk. HD 6/4 S. 12). Auch
diese Angaben widerlegen die Schlichtungsthese. Aus den Zeugenaussagen
ergibt sich vielmehr, dass erst durch das Auftauchen der Zeugen die Täter vom
Privatkläger abgelassen haben. Die Aussagen des Beschuldigten sind taktischer
Natur, Zugaben erfolgten nach Massgabe der Einvernahmen der Zeugen.
2.5.6. Die Vorinstanz hielt sodann dafür, dass die Aussagen des inzwischen
rechtskräftig verurteilten A._ konsistent seien. Bereits in der zweiten Einver-
nahme habe er den im Wesentlichen nunmehr eingeklagten Sachverhalt zu Pro-
tokoll gegeben und sei in der Folge bei diesen Aussagen geblieben (Urk. 79 S. 9
f.). Für die Verteidigung ist diese Einschätzung absolut nicht nachvollziehbar (Urk.
81 S. 3; Urk. HD 91 S. 3 ff.). Darauf ist nachfolgend einzugehen.
Während A._ in der ersten polizeilichen Einvernahme – in Absprache mit
dem Beschuldigten – eine Lügengeschichte auftischte (Urk. HD 7/1), gestand er
anlässlich der zweiten Einvernahme, den Privatkläger geschlagen zu haben. Der
Beschuldigte sei dann auch ausgestiegen und habe dem Privatkläger eine ge-
schlagen. Danach seien sie weggefahren (Urk. HD 7/2 S. 3 f.). Die Vorinstanz hat
sodann zutreffend festgehalten, dass A._ im Verlauf der weiteren Einver-
nahmen mit weiteren Zugaben sich zunehmend selbst belastete. Während er zu-
nächst die Auseinandersetzung als Mann gegen Mann mit Fäusten beschrieb
(Urk. HD 7/2 Nr. 20 ff.), änderte er diese Darstellung später zu seinen Ungunsten,
indem er auf ein einseitiges Einschlagen ohne aktive Gegenwehr des Privatklä-
gers umschwenkte (Prot. I S. 14). Anfänglich gab er auch an, der Privatkläger sei
nach dem Schlag des Beschuldigten wieder aufgestanden (Urk. HD 7/2 S. 4) bzw.
habe versucht, aufzustehen (Urk. HD 7/4 S. 6); dies erwähnte er später nicht
- 15 -
mehr (Prot. I S. 16; "Er lag seitlich am Boden"). Auch gab er – auf entsprechende
Behauptung des Beschuldigten (Urk. HD 7/5 S. 11 f.) – zu, auf den am Boden lie-
genden Privatkläger eingetreten zu haben, bestritt allerdings die Fusstritte gegen
den Kopf (Urk. HD 7/5 S. 12; Prot. I S. 15). Insgesamt zeigt das Aussageverhalten
des verurteilten A._, dass er mit zunehmender Verfahrensdauer den ihm
vorgeworfenen Sachverhalt weitgehend anerkannt hat. Insoweit lösen sich auch
anfängliche Widersprüche auf. Das Eingreifen des Beschuldigten schildert er al-
lerdings in allen Einvernahmen gleichbleibend (Urk. HD 7/2 Nr. 34; Urk. HD 7/4
S. 7; Urk. HD 7/5 S. 2 f., 12 f.; Urk. HD 7/6 S. 5; Prot. I S. 14 f.). Für die Glaubhaf-
tigkeit seiner Aussagen spricht sodann, wie auch die Vorinstanz festgestellt hat
(Urk. 79 S. 12), die grosse Übereinstimmung mit den Zeugenaussagen. Die Ein-
wände der Verteidigung vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern
(Urk. 81 S. 3 f. mit Hinweis auf Urk. 61 S. 13 -15). Mit der zunehmenden Rück-
nahme seiner anfänglichen Schutzbehauptungen lösen sich die dadurch beding-
ten anfänglichen Widersprüche in den Aussagen von A._. Nicht nachvoll-
ziehbar ist die Argumentation des Verteidigers, wonach A._ seinen Beitrag
zu bagatellisieren und das Verhalten des Privatklägers und des Beschuldigten zu
dramatisieren versuche, gab A._ doch zu, den Privatkläger fünf Mal mit
Fäusten geschlagen und – nach dem Fall auf den Boden – getreten zu haben. Für
die Glaubhaftigkeit der Aussagen von A._ spricht sodann die Übereinstim-
mung mit den Zeugenaussagen v.a. betreffend den Zeitpunkt des Eingreifens des
Beschuldigten und des ungebremsten Sturzes des Privatklägers. Die Aussagen
von A._ sind im Gegensatz zu jenen des Beschuldigten nachvollziehbar. Es
ist denn auch nur der Beschuldigte, der den Sturz des Privatklägers nach hinten
bzw. seitlich auf den Rücken fallend beschrieben hat. Mit seiner Aussage, der Pri-
vatkläger sei nach seinem Schlag gegen die Wange "vor Angst" umgefallen (Urk.
HD 7/5 S. 7), signalisiert der Beschuldigte einen Argumentationsnotstand. Insge-
samt sind die Aussagen von A._, was die Beteiligung des Beschuldigten an-
geht, überzeugend.
2.6. Aus den vorliegenden Beweismitteln erhellt, dass der Beschuldigte sich an
der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte, dem Privatkläger einen Schlag an
den Kopf versetzte und in der Folge der Privatkläger ungebremst zu Boden gefal-
- 16 -
len ist. Die Anklage lässt offen, wer den "Knock-out"-Schlag zu verantworten hat.
Die Staatsanwältin hielt dies in ihrem vorinstanzlichen Plädoyer ausdrücklich fest
(Urk. 55 S. 5). Die Vorinstanz erachtete als erstellt, dass der Beschuldigte als letz-
ter den Privatkläger vor dessen Fall seitlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen
habe (Urk. 79 S. 16). Sie hält weiter fest, dass dieser Schlag zumindest mitur-
sächlich für den Knock-out des Privatklägers gewesen sein soll. Sie hält auch
fest, dass nicht auszuschliessen sei, dass der Privatkläger bereits durch die
Schläge des Mitbeschuldigten A._ kurz vor dem Knock-out gewesen sei und
es keines starken Schlages des Beschuldigten bedurft habe, dass der Privatklä-
ger bewusstlos zu Fall gekommen sei (Urk. 79 S. 17). Damit muss es indessen
sein Bewenden haben. Entscheidend ist, dass aufgrund der Zeugenaussagen
aber auch aufgrund der Aussagen von A._ feststeht, dass nach diesem
Schlag der Privatkläger bewusstlos zu Boden ging und dieser insofern mitursäch-
lich für den Sturz gewesen sein muss. Dies genügt für die tatbestandliche Zuord-
nung des Verhaltens des Beschuldigten.
2.7. Der Beschuldigte liess sodann noch einwenden (Urk. 61 S. 24), es sei nicht
nachgewiesen, dass er bewusst und gewollt mit A._ zusammengewirkt habe.
Dieser Einwand wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung betreffend der Mittä-
terschaft zu beurteilen sein.
2.8. Die Verletzungen des Privatklägers sind durch das Gutachten des Instituts
für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 27. Mai 2013 (Urk. HD 11/3) aus-
gewiesen und wurden vom Beschuldigten als Folge des eingeklagten Vorfalls an-
erkannt (Urk. HD 6/7 S. 4). Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass die
Zurechnung der einzelnen Verletzungen zu den jeweiligen Tatbeiträgen ange-
sichts der gemeinschaftlichen Tatausführung offen bleiben kann (Urk. 79 S. 19,
21; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.9.1. Insgesamt ist daher der äussere Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift
festgehalten wurde, als erstellt zu erachten. Zugunsten des Beschuldigten ist so-
dann davon auszugehen, dass er sich nur mit einem Schlag an der ganzen Aus-
einandersetzung beteiligte.
- 17 -
2.9.2. Der innere Sachverhalt ist mit der Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen
Würdigung zu prüfen.
3. Rechtliche Würdigung
3.1. In rechtlicher Hinsicht würdigte die Vorinstanz – entsprechend dem Antrag
der Staatsanwaltschaft – das im Hauptdossier angeklagte Verhalten des Beschul-
digten als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen in Mittäterschaft.
3.2. Die Vorinstanz hat zunächst die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Mit-
täterschaft aufgeführt, worauf vollumfänglich zu verweisen ist (Urk. 79 S. 20;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Sie hat sodann erwogen, dass sich der Beschuldigte, nach
Beginn der Auseinandersetzung zwischen A._ und dem Privatkläger, aus ei-
genem Antrieb eingemischt hat. Er hatte zuvor mitverfolgt, wie A._ den Pri-
vatkläger mit seinen Fäusten traktierte, ohne dass dieser aktive Gegenwehr ge-
leistet hätte, sondern vor allem mit seinen Händen und Armen versuchte, sich vor
den Schlägen zu schützen. Der Beschuldigte gesellte sich zu A._ und schlug
ebenfalls den Privatkläger an den Kopf. Wie bereits erwähnt, sind keine Anzei-
chen vorhanden, dass er schlichtend eingreifen wollte. Ebenso wenig sind in den
Aussagen der Augenzeugen Anzeichen für eine rechtfertigende Notwehr des Be-
schuldigten vorhanden (Urk. 61 S. 24). Vielmehr wollte wohl der Beschuldigte
dem Privatkläger ebenfalls seinen Unmut über dessen angeblich ungebührliches
Verhalten mit Nachdruck unter Beweis stellen. Wenn es ihm darum gegangen
wäre, A._ möglichst rasch ins Auto zu bringen, um nach Hause fahren zu
können, hätte er ihn einfach packen und ins Auto zerren können. Ein Schlag ge-
gen den Privatkläger wäre diesfalls nicht notwendig gewesen, da dieser in der
Auseinandersetzung mit A._ nur eine passive Abwehrhaltung eingenommen
hatte. Mit seinem Schlag zeigte er – wie die Vorinstanz zu Recht festhält (Urk. 79
S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO) – dass er das Verhalten von A._ nicht nur billigte,
sondern den Privatkläger zusätzlich schädigen wollte. Damit aber leistete er ei-
nen wesentlichen Tatbeitrag, zumal sein Einsatz zumindest Mitursache des
Knock-Outs des Privatklägers war. Daran ändert nichts, dass er nicht für den Be-
ginn der Auseinandersetzung verantwortlich war und sich insgesamt nur mit ei-
- 18 -
nem Schlag an der Auseinandersetzung beteiligte. Dass dieser Schlag indessen
dazu beigetragen hat, den Privatkläger vollständig ausser Gefecht zu setzen, er-
weist sich – entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 91 S. 10 f.) – als ge-
nügend intensive Mitwirkung, um den Beschuldigten als Mittäter zu qualifizieren,
wenn auch nicht unbedingt – wie die Vorinstanz – als Hauptbeteiligter.
3.3. Die Vorinstanz kam sodann nach einer sorgfältigen rechtlichen Würdigung
zum Schluss, dass zwar mangels Erfolg keine schwere Körperverletzung im Sin-
ne von Art. 122 StGB vorliegt, dass indessen der Versuch im Sinne von Art. 22
Abs. 1 StGB gegeben ist. Sie erwog zu Recht, dass es zum Allgemeinwissen
gehört und auch dem Beschuldigten bekannt war, welche gravierenden Folgen
Faustschläge und Tritte gegen den Kopf bzw. das Gesicht einer Person und damit
allfällig bewirkte Stürze nach sich ziehen können (Urk. 79 S. 23 f.; Art. 82 Abs. 4
StPO). Die Vorinstanz hat sodann auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts
hingewiesen, wonach der Richter vom Wissen des Täters auf den Willen schlies-
sen kann, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrschein-
lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftiger-
weise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Und soweit der
Täter nicht geständig ist, kann sich der Richter bei diesem Entscheid regelmässig
nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm
Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters
erlauben. Zu den relevanten äusseren Umständen gehören die Grösse des dem
Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorg-
faltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung.
Der Schluss, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen
darf jedenfalls nicht allein aus der Tatsache gezogen werden, dass sich dieser
des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst war und dennoch handelte
(BGE 130 IV 58 E. 8.4).
Vorliegend hat der Beschuldigte mit der Faust gegen den Kopf eines Opfers,
welches bereits zuvor von einem anderen Mittäter mit Fäusten ebenfalls im Kopf-
bereich traktiert wurde, geschlagen. Damit nahm er weitere, ernsthafte Verletzun-
- 19 -
gen des Geschädigten im Sinne von Art. 122 StGB in Kauf (Urk. 79 S. 25; Art. 82
Abs. 4 StPO). Damit handelte er zumindest eventualvorsätzlich.
3.4. Der Verteidiger hielt dafür, dass der Beschuldigte – wenn man einen auf
Verletzungsfolgen gerichteten Vorsatz bejahen sollte – mit seinem Verhalten den
Tatbestand des Raufhandels (subeventualiter) bzw. des Angriffs (subsubeven-
tualiter) erfüllt habe (Urk. 91 S. 11 f.). Dem kann entgegen gehalten werden, dass
es gemäss erstelltem Sachverhalt bezüglich Raufhandels an einer gegenseitigen
Auseinandersetzung fehlt. Der Privatkläger verhielt sich absolut passiv. Ferner
kommt auch die Verurteilung wegen Angriffs nicht in Frage, nachdem ein mittäter-
schaftliches Vorgehen und der auf eine Verletzungsfolge – und nicht "nur" auf
einen Angriff – gerichtete Vorsatz erstellt ist.
3.5. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Der
Beschuldigte ist somit hinsichtlich des Hauptdossiers der versuchten schweren
Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB schuldig zu sprechen.
4. Gegen den anklagegemässen Schuldspruch im Nebendossier erhob der
Verteidiger keine Berufung (Urk. 81 S. 2; Urk. 91 S. 1 f.). Diesbezüglich ist auf die
Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 79 S. 26 - 28; Art. 82 Abs. 4
StPO).
5. Zusammengefasst ist der Beschuldigte deshalb der mehrfachen versuchten
schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22
Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
III. Strafe
1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen zutreffend festgelegt (Urk. 79
Erw. III.1.1. und 1.3.) sowie die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend wie-
dergegeben (Urk. 79 Erw. III.2.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.
- 20 -
2.1. Was das objektive Tatverschulden betreffend den Vorfall vom 12. Februar
2012 angeht, so ist zunächst festzuhalten, dass die körperliche Schädigung des
Privatklägers C._ beträchtlich war. Er erlitt ein Schädelhirntrauma mit Einblu-
tungen sowie eine Weichteilschwellung im Gesichtsschädel und an der Stirn mit
Einblutungen in beiden Nasennebenhöhlen. Weiter erlitt der Privatkläger mehrfa-
che Brüche des Gehirn- und Gesichtsschädels, Rissquetschwunden im Gesicht,
am Nasenrücken und in der mittleren Region der Stirn zwischen den Augenbrau-
en. Als Folge der Verletzungen mussten die Weichteilschäden am Kopf und die
Knochenbrüche des Gehirn- und Gesichtsschädels chirurgisch versorgt werden.
Der Geschädigte befand sich deswegen acht Tage in Spitalpflege und war
schliesslich einige Wochen, das heisst bis zum 25. März 2012 arbeitsunfähig
(Urk. HD 11 S. 3, Urk. HD 50, Urk. HD 52/1). Diese Verletzung resultierte aus ei-
nem brutalen Vorgehen des Mitbeschuldigten A._ und des Beschuldigten
aus einem völlig nichtigen Anlass. Insbesondere die mit Fäusten gegen den Kopf
geführten Schläge weisen auf eine grosse Hemmungslosigkeit gegenüber der
körperlichen Integrität des Privatklägers hin. Der Beschuldigte hat mit seiner un-
überlegten Brutalität das Opfer auch psychisch beeinträchtigt, in dem es ihm das
Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum geraubt hat. Dass der Beschuldigte die
Auseinandersetzung nicht initiierte, vermag ihn verschuldensmässig nur wenig zu
entlasten, zumal er in Kenntnis der gesamten Umstände den Mitbeschuldigten
A._ nachher wesentlich unterstützte und zu den erheblichen Verletzungen
des Privatklägers, welche dieser durch den ungebremsten Sturz auf den Boden
auf sein Gesicht erlitt, beigetragen hat. Im Vergleich zum Tatanteil des Mitbe-
schuldigten A._, der mehrmals mit der Faust auf den Kopf des Privatklägers
eingeschlagen hat und dem am Boden liegenden Opfer noch Fusstritte verab-
reichte, ist das Verschulden des Beschuldigten in objektiver Hinsicht etwas tiefer,
aber grundsätzlich auch mit nicht mehr leicht zu gewichten.
In subjektiver Hinsicht ist zunächst das eventualvorsätzliche Handeln zugunsten
des Beschuldigten zu berücksichtigen. Ansonsten fallen keine verschuldensrelati-
vierenden Faktoren ins Gewicht. Das Motiv des Beschuldigten, sich der völlig
sinnlosen Tat des Mitbeschuldigten A._ anzuschliessen, bleibt angesichts
seiner Bestreitungen im Dunkeln. Mit der Vorinstanz kann vermutungsweise da-
- 21 -
von ausgegangen werden, dass er möglichst rasch nach Hause fahren wollte, und
somit rein egoistische Motive an den Tag legte.
Die Verteidigung trägt vor, dass es nicht angehen könne, für beide Täter die
gleiche Einsatzstrafe festzulegen (Urk. 81 S. 7; Urk. 91 S. 18). Die Vorinstanz hat-
te diese auf 36 Monate festgelegt. Unter Berücksichtigung des geringeren Tatbei-
trages des Beschuldigten erweist sich eine Einsatzstrafe von 30 Monaten als an-
gemessen.
2.2. Gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht die Strafe bei Versuch mil-
dern. Das Ausmass der Strafreduktion hängt dabei von der Nähe des tatbe-
standsmässigen Erfolgs und von der Schwere der tatsächlichen Folgen der Tat ab
(WIPRÄCHTIGER/KELLER-BSK Strafrecht I, Art. 48a N 24, mit weiteren Hinweisen).
Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung, worauf zu verweisen ist (Urk. 79
S. 34 i.V.m. Erw. III.3.2.), angesichts der Verletzungsschwere (eine gravierende
einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB, die nur durch Zufall nicht
in eine lebensgefährliche Körperverletzung umschlug) lediglich eine leichte Re-
duktion von 2 Monaten vorgenommen. Damit ist von einer tatbezogenen Einsatz-
strafe von 28 Monaten auszugehen.
2.3. Was die Täterkomponente angeht, so ist auf die Ausführungen der Vor-
instanz (Urk. 79 S. 34) und das psychiatrische Gutachten (Urk. HD 13/3) zu ver-
weisen. Der Beschuldigte B._ wurde 1989 als jüngstes von vier Geschwis-
tern im Kosovo geboren. Im Jahr 1990 zog die Familie in die Schweiz, wo der Va-
ter zwei Jahre später verstarb und die Kinder bei der Mutter aufwuchsen. Nach
Absolvierung der Primar- und Realschule begann der Beschuldigte eine Lehre als
Maurer, die er jedoch abbrach und in der Folge eine Stelle als Hilfsarbeiter in
einer Verzinkerei antrat. Seit 2011 arbeitet der Beschuldigte bis anhin bei
N._ als Operator bzw. stellvertretender Teamleiter (HD Urk. 30/4 und 30/5;
HD Urk. 13/3 S. 8-13; Prot. I S. 10; Prot. II S. 6 ff.). Gemäss seinen glaubhaften
Angaben anlässlich der Berufungsverhandlung und dem eingereichten Auszug
aus dem Handelsregister ist der Beschuldigte daneben in seiner eigenen Firma
("... Bauservice B._) tätig, welche er zusammen mit einem Kollegen am 21.
- 22 -
Januar 2015 gründete (Prot. II S. 10; Urk. 92/3). Nachgewiesenermassen bezahlt
der Beschuldigte dem Privatkläger D._ ferner seit über einem Jahr monatlich
Fr. 300.– (Prot. II S. 9, 11; Urk. 92/1). Weiter gab er an, dass er seit seiner Ent-
lassung überhaupt keinen Alkohol mehr trinke (Prot. II S. 9). In naher Zukunft ha-
be er vor, mit seiner Freundin zusammenzuziehen und eine Familie zu gründen
(Prot. II S. 11). Aus dem Schreiben von Dr. med E._, Facharzt für Psychiatrie
& Psychotherapie, geht hervor, dass der Beschuldigte seit dem 24. Juni 2013 bei
diesem in Behandlung ist (Urk. 92/2). Vorstrafen weist der Beschuldigte nicht auf
(HD Urk. 49).
Der Gutachter hat im Gutachten vom 27. Mai 2013 eine erhebliche Störung in der
Persönlichkeitsentwicklung des Beschuldigten verneint, auch wenn bei ihm von
einer narzisstischen Kränkbarkeit auszugehen sei (Urk. 13/3 S. 55).
Daraus sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren zu gewinnen. Ein eigent-
liches Geständnis liegt nicht vor. Entgegen der Verteidigung (Urk. 61 S. 10;
Urk. 91 S. 16) ist auch nicht sein jugendliches Alter (22-jährig im Tatzeitpunkt)
strafmindernd in Rechnung zu stellen, da er genügend reif war, unter den gege-
benen Umständen sozialadäquat, nämlich ohne brutale Gewalt, zu reagieren.
Die Einsatzstrafe ist bei 28 Monaten zu belassen.
3.1. Diese Einsatzstrafe ist nun mit der Strafe für den Vorfall vom 30. September
2012 zu asperieren. Der Beschuldigte begab sich um ca. 03.15 Uhr in Begleitung
von Kollegen vom Ausgang kommend zum Parkhaus ... in Zürich, wo er auf eine
Gruppe traf, in der sich u.a. der Privatkläger D._ befand. Für das objektive
Tatverschulden ist nun relevant, dass er diesen unvermittelt und ohne Anlass an-
gegriffen hat und ihn mit einem heftigen Schlag bewusstlos schlug, sodass der
Privatkläger D._ bewusstlos zu Boden ging und mit dem Kopf ungebremst
auf dem Boden aufschlug. Die Verletzungen waren gravierend. Er erlitt einen
mehrfachen Schädelbruch mit Austritt von Hirnflüssigkeit und Hirnblutungen, ei-
nen Knochenbruch im rechten Ohr mit Blutaustritt aus dem Ohr, weitere Fraktu-
ren, Rissquetschwunden und Kontusionen samt Kontusionsblutungen, eine leich-
te Hirnschwellung sowie im weiteren Verlauf ein Gerinnsel in einer Gehirnvene. In
- 23 -
der Folge musste er bis zum 8. Oktober 2012 hospitalisiert werden. Anschlies-
send befand er sich zwei Monate in der Rehabilitation (Urk. ND 7/7). Weitere Fol-
gen waren ein Tinnitus, anhaltend stechende Nackenschmerzen und ein gestör-
tes Geruchsempfinden (Urk. ND 7/6, 7/7). Wie bereits im vorangehenden Fall hat
der Beschuldigte sein Opfer mit brutaler Gewalt in seiner physischen und psychi-
schen Integrität massiv verletzt. Die Einsatzstrafe ist mit der Vorinstanz auf 36
Monate anzusetzen.
Was die subjektive Tatschwere angeht, so konnte der Beschuldigte keine Anga-
ben zum eigentlichen Vorfall machen, insbesondere auch zur Frage, weshalb er
den ihm unbekannten Privatkläger mit einem Schlag niederstreckte. Er habe mit
Freunden seinen Geburtstag gefeiert und sei derart betrunken gewesen, dass er
sich nicht an den Vorfall erinnern könne (Urk. ND 1 3/5 S. 3).
Der Gutachter O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete
am 27. Mai 2013 ein Gutachten (Urk. HD 13/3). Er hält fest, dass beim Beschul-
digten für eine alkoholtoxisch bedingte psychophysische Beeinträchtigung nicht
nur die (teilweise allerdings unklaren Mengen-)Angaben des Beschuldigten zu
seinem Alkoholkonsum sprechen würden, sondern auch die Fremdwahrnehmun-
gen (aggressive Wirkung vor der Tat, ihn bei Laufen stützen zu müssen). Dabei
sprächen allerdings gegen einen schweren Rauschzustand die Faktoren, sich
nach der Tat ohne fremde Hilfe vom Tatort entfernen zu können sowie noch gra-
vierender der Faktor, sich unmittelbar nach der Tat vom Tatort entfernt zu haben,
was zum Schluss führen müsse, dass der Beschuldigte noch an einem genügen-
den Mass an Realisierungsfähigkeit seiner Tat verfügt habe und sein sich vom
Tatort entfernen als Flucht vor einer allfälligen Ergreifung wegen dieser Tat anzu-
sehen sei. Von daher werde gutachterlicherseits von einem beim Beschuldigten
zum Tatzeitpunkt vorliegenden mittelschweren alkoholtoxisch bedingten Rausch-
zustand ausgegangen. Aus dem voran Gesagten leite sich anhand des Tatge-
schehens nach gutachterlichem Dafürhalten eine knapp leichte Verminderung der
Unrechtseinsichtsfähigkeit und eine gerade mittelgradige Verminderung der Fä-
higkeit zum einsichtsgemässen Handeln ab. Eine knapp leichte Verminderung der
Unrechtseinsichtsfähigkeit werde dabei gutachterlicherseits deshalb angenom-
- 24 -
men, als dass sich aus der obig hypothetisch dargelegten motivationalen Aus-
gangslage eine leicht verzerrte Realitätswahrnehmung herleitet (den Blick einer
anderen Person als vermeintliche Provokation zu werten, wo wahrscheinlich
überhaupt keine Provokation stattgefunden habe). Aus der Unmittelbarkeit der
Tathandlung als solcher, dem Privatkläger quasi ohne Vorwarnung einen (massi-
ven) Schlag zu versetzen, leite sich in der Folge her, einem aggressiven Impuls
denn ohne grossen inneren Widerstand zu folgen. Gesamthaft sei daher für diese
Tat eine mittelschwere Verminderung der Schuldfähigkeit anzunehmen (Urk. 13/3
S. 44 f.; S. 52). Diesen nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des
Gutachters ist zu folgen. Es liegen keine Gründe vor, davon abweichend von ei-
ner schwereren Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen, wie das die Ver-
teidigung geltend macht (Urk. 91 S. 14; vgl. BGE 101 IV 130; BGE 129 I 57 f.; Ur-
teil BGer vom 5. Oktober 2007 [6B_283/2007], E. 2). Demnach ist von einer mit-
telschweren Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen. Sodann ist zu beach-
ten, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte. Insgesamt erweist sich
eine Reduktion der objektiven Einsatzstrafe auf 18 Monate als angemessen.
3.2. Angesichts der gravierenden Folgen der Tat ist die versuchte Tatbegehung
unter Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz nur mit einer geringen Straf-
reduktion von 2 Monaten zu berücksichtigen (Urk. 79 S. 35 f.).
3.3.1. Was die Täterkomponente angeht, so kann zunächst auf die vorstehenden
Ausführungen betreffend Vorleben und den persönlichen Verhältnissen verwiesen
werden (Erw. III.2.3.).
3.3.2. Strafmindernd sind das Geständnis, seine Einsicht und teilweise seine
Wiedergutmachung sowie schriftliche Entschuldigung zu gewichten, wobei die
Strafe um rund einen Drittel zu reduzieren wäre. Entgegen der Vorinstanz ist hin-
gegen der Umstand, dass der Beschuldigte während laufender Strafuntersu-
chung, nach nur knapp 6 Monaten, erneut einschlägig delinquierte, deutlich – mit
rund einem Viertel – straferhöhend zu berücksichtigen. Insgesamt führt dies zu
einer Reduktion um 2 Monate.
3.4. Insgesamt ist von einer Strafe von 14 Monaten auszugehen.
- 25 -
4.1. Wie bereits erwähnt, ist die Einsatzstrafe (für den Vorfall vom 12. Februar
2012) unter Einbezug der zweiten Straftat in Anwendung des Asperationsprinzips
in einer Gesamtwürdigung angemessen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei
ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen ist (Urteil BGer vom
23. Juni 2010 [6B_323/2010], E. 3.2.; BGE 118 IV 119 E. 2b; 127 IV 101 E. 2c.;
ACKERMANN, BSK-Strafrecht I, Art. 49 N 49). Zu beachten ist dabei das Verhältnis
der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder gerin-
gere Selbständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten
Rechtsgüter und Begehungsweisen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen De-
likts wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich
oder situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil BGer vom 23. Juni
2010 [6B_323/2010]).
4.2. Auszugehen ist von der Einsatzstrafe für versuchte schwere Körperverlet-
zung von 28 Monaten. Das zweite Delikt ist zwar einschlägig, weist indessen kei-
nen näheren Zusammenhang auf. Der Gesamtschuldbeitrag erfährt deshalb keine
namhafte Reduktion. Insgesamt erweist sich in Anwendung des Aspera-
tionsprinzips eine Freiheitsstrafe von 38 Monaten als dem Verschulden des Be-
schuldigten angemessen.
5.1. Damit liegt die ins Auge gefasste Sanktion in einem die Grenze für den teil-
bedingten Vollzug mitumfassenden bzw. nicht erheblich überschreitenden Be-
reich. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das Gericht unter diesen
Umständen sich die Frage zu stellen, ob eine Strafe, die diese Grenze nicht über-
schreitet, noch vertretbar ist. Bejaht es diese Frage unter besonderer Berücksich-
tigung der Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten (Art. 47 Abs. 1
StGB), so ist die Strafe in dieser Höhe festzulegen. Im Einzelnen kann sich näm-
lich immer noch strafmindernd auswirken, dass der Verurteilte durch die Verbüs-
sung der Freiheitsstrafe aus seinem günstigen Umfeld herausgerissen wird (BGE
134 IV 17 E. 3.3-3.6; Urteil BGer vom 28. Januar 2010 [6B:584/2009], E. 2.3;
Urteil BGer vom 21. Januar 2008 [6B_560/2007], E. 2.1.2-2.1.5). Ob und wie weit
dieser Strafminderungsgrund zur Anwendung gelangt, hängt von den konkreten
Umständen ab und ist an sich unabhängig von der Höhe der Strafe. Losgelöst da-
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- 26 -
von hat das Gericht bei der Strafzumessung angesichts der einschneidenden
Konsequenzen des unbedingten Vollzugs zu berücksichtigen, dass die subjekti-
ven Voraussetzungen des Strafaufschubs im Sinne einer günstigen beziehungs-
weise nicht ungünstigen Prognose im konkreten Einzelfall an sich erfüllt sind.
5.2. Der Beschuldigte lebt gemäss seinen eigenen glaubhaften Angaben und
den eingereichten Unterlagen zwischenzeitlich in stabilen und geregelten Verhält-
nissen. Er arbeitet seit fünf Jahren 100% in einer verantwortungsvollen Führungs-
position und geht daneben auch einer neu aufgebauten selbstständigen Erwerbs-
tätigkeit nach. Es ist somit von einer ausgesprochen guten beruflichen Integration
auszugehen. Auch in Bezug auf sein Privatkleben hat sich der Beschuldigte gut
entwickelt. So wird er mit seiner langjährigen Freundin zusammenziehen und hat
Pläne, mit dieser eine Familie zu gründen. Ferner leistet er erwiesenermassen
monatliche Beiträge zur Abzahlung des Genugtuungsanspruches von D._,
was für ein Bemühen spricht, mit seiner Vergangenheit abzuschliessen, Wieder-
gutmachung zu leisten und eine neue Zukunft aufzubauen. Glaubhaft gab er
schliesslich an, keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Es ist ihm die Weisung zu
erteilen, sich einer kontrollierten Alkoholabstinenz zu unterziehen. Berücksichtigt
man schliesslich, dass er sich auch ohne Widerstand einer ambulanten psychiat-
rischen Therapie unterzieht, scheint die Legalbewährung des Beschuldigten auf
sehr gutem Weg zu sein, zumal er auch keine Vorstrafen aufweist und eine güns-
tige Prognose somit vermutet wird. Unter diesen Umständen würde die gesamte
Verbüssung der ins Auge gefassten mehrjährigen Freiheitsstrafe den Beschuldig-
ten aus seinem günstigen Umfeld herausreissen und wäre unter Resozialisie-
rungsaspekten problematisch. Folglich erscheint es durchaus vertretbar und an-
gebracht, eine Strafe von 36 Monaten Freiheitstrafe, also eine solche, welche die
Grenze zum teilbedingten Vollzug nicht überschreitet, auszusprechen.
IV. Vollzug
1. Dass die Voraussetzungen für die Gewährung des teilbedingten Vollzugs im
Sinne von Art. 43 Abs. 1 StGB gegeben sind (36 Monate Freiheitsstrafe, günstige
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Prognose), wurde bereits oben dargelegt. Berücksichtigt man schliesslich die
Warnwirkung des unbedingt zu vollziehenden Strafteils sowie die anzuordnende
Weisung, kann dem Beschuldigten durchaus eine günstige Prognose gestellt
werden.
2. Beim teilbedingten Vollzug darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der
Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB), und sowohl der aufgeschobene
wie auch der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe müssen mindestens 6 Mona-
te betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens
(unbedingt vollziehbarer Teil hier also zwischen 6 und 18 Monaten) liegt die Fest-
setzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der Strafteile
ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des
Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Aus-
druck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der
Tat sind, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der
unbedingt vollziehbare Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten
(Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97 E. 6.3.4.3;
BGE 134 IV 1 E. 5.6).
3. Angesichts des nicht mehr leichten Tatverschuldens scheint es trotz der gu-
ten Prognose gerechtfertigt, die Freiheitsstrafe von 36 Monaten im Umfang von
15 Monaten zu vollziehen. Im Umfang von 21 Monaten ist die Freiheitsstrafe auf-
zuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.
4. Die bisherige Inhaftierung des Beschuldigten von 238 Tagen ist an diese
Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB).
V. Zivilansprüche
1. Die Vorinstanz hat festgestellt, dass A._ und der Beschuldigte B._
dem Privatkläger C._ gegenüber aus dem eingeklagten Ereignis vom 12.
Februar 2012 dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind, wo-
bei das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen wurde. Gegenüber
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A._ ist diese Entscheidung bereits rechtskräftig. Gegenüber dem Beschuldig-
ten ist diese Dispositivziffer zu bestätigen. Der Privatkläger hat keine Berufung
bzw. Anschlussberufung erklärt. Einer Abänderung des Entscheides zulasten des
Beschuldigten stünde die reformatio in peius entgegen.
2. Der Verteidiger bringt vor, die vom Privatkläger geltend gemachte Genugtu-
ung von Fr. 20'000.– sei viel zu hoch, insbesondere weil alle Verletzungen folgen-
los verheilt seien und infolge des Selbstverschuldens des Privatklägers eine Re-
duktion der Genugtuung vorzunehmen sei (Urk. 61 S. 26). Die Vorinstanz hat un-
ter Beachtung der Lehre und Rechtsprechung und unter zutreffender Würdigung
der physischen und psychischen Auswirkungen der Tat die Genugtuung auf
Fr. 20'000.– festgelegt und im Mehrbetrag abgewiesen (Urk. 79 S. 40 f.). Darauf
ist ohne Weiterungen zu verweisen. Eine Reduktion zufolge Selbstverschuldens
erscheint angesichts der gesamten Umstände – die Provokation ging klarerweise
vom Mittäter A._ aus ("fuck you") und die Antwort des Privatklägers ("fuck
you too"; Urk. HD 5/1 Nr. 11 f.) ist als sofortige Reaktion im Sinne einer Retorsion
zu würdigen – nicht angebracht, zumal die ursprüngliche Provokation vom Täter
ausging. Dass sich der Privatkläger als Fussgänger provokativ verhalten hätte, ist
nicht ersichtlich. Aufgrund der Zeugenaussagen ergibt sich vielmehr, dass der
Beschuldigte sehr zügig auf den Fussgängerstreifen zugefahren sei (z.B. Urk. HD
10/11 Nr. 5); was wiederum die Version des Privatklägers stützt, der ausführte, er
habe nochmals beim Überqueren der Strasse angehalten, da er sich nicht sicher
gewesen sei, ob das Fahrzeug wirklich bremsen würde (Urk. HD 5/1 Nr. 4). Der
Entscheid der Versicherung des Privatklägers, die Leistungen um 20 % wegen
Grobfahrlässigkeit zu kürzen (Urk. 52/2), ist gestützt auf vorliegende Akten nicht
nachvollziehbar.
Der Beschuldigte ist deshalb unter solidarischer Haftung mit A._ zu verpflich-
ten, dem Privatkläger C._ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar
2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren
abzuweisen.
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VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 11) zu bestäti-
gen.
2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
mit seinen Anträgen weitgehend, zumal es sich bei der Reduktion der Strafe um
einen Ermessensentscheid ohne Einfluss auf die Kostenauflage handelt. Aus-
gangsgemäss sind dem Beschuldigten somit die Kosten des Berufungsverfah-
rens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO auf die
Gerichtskasse zu nehmen; entsprechend ist der amtliche Verteidiger, Rechtsan-
walt lic. iur. Y._, mit Fr. 7'262.25 (inkl. 8% MwSt.) aus der Gerichtskasse zu
entschädigen.
3. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten solidarisch mit A._, dem
Privatkläger C._ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von
Fr. 5'298.60 zu bezahlen (Urk. 79 S. 44).
In der vom Geschädigtenvertreter Rechtsanwalt lic. iur. HSG P._ eingereich-
ten Honorarnote sind verschiedene Positionen aufgeführt, welche versicherungs-
und opferrechtliche Belange ausserhalb des vorliegenden Strafverfahrens betref-
fen: so diejenigen vom 11. Juni 2013, vom 18. und 21. Oktober 2013, vom 25.
November 2013, vom 19. Dezember 2013 und vom 8., 17. sowie 23. Januar 2013
(Urk. 52/2). Die von der Vorinstanz festgesetzte Prozessentschädigung von Fr.
5'298.60 ist um die genannten Positionen, d.h. 5.5 Stunden à Fr. 250.– zzgl.
MwSt., also gesamthaft um Fr. 1'485.–, zu kürzen.
Der Beschuldigte ist somit solidarisch mit A._ zu verpflichteten, dem Privat-
kläger C._ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von
Fr. 3'813.60 zu bezahlen.
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