# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 81f5cba6-0226-41c7-8a11-c667ec31b19e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1970, von O.1_ , O.2_ und O.3_, und Y._, geboren am _ 1967, von O.3_, haben am _ 2005 vor dem Zivilstandsamt O.4_ geheiratet. Aus der Ehe sind die Kinder A._, geboren am _ 2005, und B._, geboren am _ 2009, hervorgegangen.
B. Mit Teil-Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Plessur (seit dem 1. Januar 2017 Regionalgericht Plessur) vom 19. September 2011 (Proz. Nr. _) wurden die Kinder A._ und B._ für die Dauer der Trennung unter die Obhut der Mutter gestellt. Bezüglich der Ausgestaltung und des Umfangs des Besuchs- und Ferienrechts des nicht obhutsberechtigten Vaters wurde bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend KJP) ein Gutachten in Auftrag gegeben.
C. Das Gutachten der KJP vom 2. Februar 2012 (vgl. vorinstanzliche Akten, Proz. Nr. _) hält fest, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt sowohl X._ als auch Y._ nicht in der Lage seien, eine gemeinsame Kommunikationsbasis zu finden. Aus diesem Grund werde dem Gericht die Einsetzung eines Beistandes zur Regelung des persönlichen Verkehrs der Kinder empfohlen. Im Weiteren wurde empfohlen, A._ einer kinderpsychiatrischen Behandlung zuzuführen mit dem Ziel, die emotionalen Auffälligkeiten bzw. Enkopresis von A._ zu behandeln. Ebenfalls wurde den Ehegatten der Besuch einer Mediation bei einem psychologisch geschulten Mediator auferlegt. Dabei sollten Fähigkeiten zur Kommunikation im Rahmen ihrer gemeinsamen Elternrolle vermittelt werden.
D. Mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 8. März 2012 (Proz. Nr. _) wurde eine Besuchsrechtsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Zu diesem Zweck wurde die Vormundschaftsbehörde des Kreises O.1_ beauftragt, eine geeignete Person als Beiständin oder als Beistand für A._ und B._ zu ernennen, welche die Durchführung des begleiteten Besuchsrechts organisieren soll. Weiter wurde Y._ gegenüber seinen Kindern A._ und B._ vorerst alle zwei Wochen ein begleitetes Besuchsrecht von vier Stunden eingeräumt. Ab dem achten begleiteten Besuchstag wurde der Ehemann berechtigt, alle zwei Wochen vier Stunden unbeaufsichtigt mit seinen Kindern zu verbringen. Je nach Einschätzung des Begleiters und des Beistandes bzw. der Beiständin hätte das begleitete Besuchsrecht um weitere acht Besuchstage verlängert werden sollen. Ab dem 15. Besuchstag wäre Y._
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dann berechtigt gewesen, seine Kinder ein Wochenende im Monat von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr unbegleitet zu sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen die Hälfte der Schulferien zu verbringen. Alle (begleiteten) Besuchstage hätten in Abwesenheit von X._ stattfinden müssen.
E. Mit Eingaben vom 24. Oktober 2012 bzw. 20. November 2012 haben die Ehegatten beim Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur ein gemeinsames Scheidungsbegehren anhängig gemacht (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._).
F. Am 31. Januar 2013 wurden die Ehegatten im Sinne von Art. 111 Abs. 1 ZGB getrennt und gemeinsam angehört. Anlässlich der Anhörung (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._) bekräftigten beide Parteien den Willen, sich scheiden zu lassen. Da in Bezug auf die Scheidungsfolgen keine Einigung zustande kam, wurde X._ sodann eine Frist für die Einreichung ihrer Anträge gesetzt.
G. Mit Eingabe vom 17. Juni 2013 (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._) stellte X._ die folgenden Anträge:
1. Es sei die zwischen den Parteien geschlossene Ehe zu scheiden.
2. Das Sorgerecht und die elterliche Obhut über die gemeinsamen Kinder A._, geb. am _ 2005, und B._, geb. am _ 2009 sei der Mutter zuzuteilen.
3.a) Zur Ausgestaltung des Besuchsrechts seien bei Frau C._, Frau D._ und Frau Dr. med. E._ fachliche Beurteilungen über den aktuellen Stand der Besuchsrechtsausübung gemäss Eheschutzverfahren sowie Empfehlungen für die zu treffenden Regelungen einzuholen.
b) Anschliessend sei den Parteien die Möglichkeit einzuräumen ihre diesbezüglichen Anträge zu stellen.
4. Y._ sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner beiden Kinder je CHF 1‘030.00 zzgl. CHF 220.00 Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar im voraus je auf den Ersten des Monats.
5. Y._ sei zu verpflichten, X._ bis 31. Dezember 2019 monatlich im Voraus einen nachehelichen Unterhalt im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB von CHF 1‘050.00 zu bezahlen. Ab 1. Januar 2020 bis 31. Juni 2025 einen solchen von monatlich CHF 850.00. Danach erlischt die Unterhaltspflicht.
6. Die Unterhaltszahlungen gemäss Ziff. 4 und 5 seien zu indexieren.
7. Die während der Ehe bei den Einrichtungen der beruflichen Vorsorge der Ehegatten erworbenen Austrittsleistungen sind gestützt auf Art. 122 ZGB je hälftig zu teilen.
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8. Aus gemischten Lebensversicherungen während der Ehe seitens des Ehemannes angehäufte Sparguthaben sind je hälftig zu teilen.
9. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Ehemannes.
Mit Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur vom 2. Juli 2013 wurde X._ für das Scheidungsverfahren (Proz. Nr._) mit Wirkung ab 25. Juni 2013 die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch lic. iur. Ernst Sax gewährt.
H. Mit Eingabe vom 16. August 2013 (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._) beantragte Y._ was folgt:
1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Die elterliche Sorge über die gemeinsamen Kinder A._, geb. _ 2005, und B._, geb. _ 2009, sei den Ehegatten gemeinsam zu übertragen. Die elterliche Obhut sei der Mutter zuzuteilen.
3. Die bereits errichtete Besuchsrechtsbeistandschaft sei weiterzuführen.
4. Dem Ehemann sei gegenüber seinen Kindern ein unbegleitetes Besuchsrecht von zwei Wochenenden pro Monat (Freitag 18.00 – Sonntag 20.00 Uhr) sowie ein Ferienrecht von vier Wochen pro Jahr einzuräumen.
5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau an den Unterhalt der gemeinsamen Kinder A._ und B._ einen monatlichen im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von je Fr. 800.-- zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen zu bezahlen, bis diese das Mündigkeitsalter erreicht haben bzw. bis zum Abschluss einer ordentlichen Berufsausbildung.
6. Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 680.-- bis zum 31.12.2019 und für die folgende Zeit bis zum 28.2.2025 einen solchen von Fr. 340.-- zu leisten.
7. Die Ehefrau sei zu verpflichten, dem Ehemann jeweils per Ende Januar unaufgefordert einen Lohnausweis und weitere allfällige Belege über ihr Einkommen des vorangegangenen Jahres zuzustellen.
8. Die weiteren Rechtsbegehren der Ehefrau gemäss Ziff. 3, 5 und 9 seien vollumfänglich abzuweisen.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer.
Mit Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur vom 16. Dezember 2013 wurde Y._ für das Scheidungsverfahren (Proz. Nr._) die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Dr. iur. Jean-Pierre Menge gewährt.
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I. Anlässlich der Anhörung vor dem Bezirksgericht Plessur am 4. November 2013 (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._) gab Y._ zu Protokoll, dass er sich auch gerne in die Erziehung seiner Kinder einmischen würde. Ansonsten wurden die Ehegatten nicht zu der Thematik der gemeinsamen elterlichen Sorge befragt.
J. Mit vorsorglichem Massnahmeentscheid vom 5. November 2013 (Proz. Nr. _) wurde Y._ bis zum 31. März 2014 gegenüber seinen Kindern ein allzweiwöchentliches begleitetes Besuchsrecht im Umfang von maximal vier Stunden eingeräumt. Weiter wurde er berechtigt, ab dem 1. April 2014, alle zwei Wochen zwei Stunden unbeaufsichtigt mit seinen Kindern zu verbringen. Zu Beginn sollte die Besuchszeit nicht mehr als zwei Stunden betragen, wobei das Besuchsrecht in Absprache mit der Besuchsrechtsbeiständin ausgebaut werden sollte.
K. Mit Teilehescheidungskonvention vom 7. September 2014 bzw. vom 19. November 2014 konnten sich die Parteien – mit Ausnahme der Sorgerechtszuteilung – über die Nebenfolgen der Scheidung einigen. Sie beantragten dem Bezirksgericht Plessur daher, über die Frage der elterlichen Sorge zu entscheiden (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr. _ Korrespondenz act. 4).
L. Im Gutachten vom 16. Februar 2015 (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr._) – mit welchem jenes vom 2. Februar 2012 (vgl. vorinstanzliche Akten Proz. Nr. _) aktualisiert und die KJP zwecks Abklärung der gemeinsamen elterlichen Sorge beauftragt wurde – empfahl die KJP, ein Besuchsrecht auszusprechen, welches vorerst im Rahmen einer Familientherapie ausgeübt werden solle. In einem nächsten Schritt solle eine konkrete Besuchsregelung mit der zuständigen Behörde ausgearbeitet werden. Aus Überlegungen zum Kindeswohl werde empfohlen, von der gemeinsamen elterlichen Sorge abzusehen.
M. Am 2. März 2015 nahm der Ehemann zum Gutachten Stellung. Differenzen beim Besuchsrecht würden für sich allein genommen keinen Grund für die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Mutter rechtfertigen.
N. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur (Proz. Nr. _) fand in Anwesenheit der beiden Parteien, deren Rechtsvertreter und den Gutachtern der KJP am 19. Mai 2015 statt. Mit Entscheid gleichen Tages erkannte das Bezirksgericht Plessur was folgt:
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1. Die am 9. September 2005 vor dem Zivilstandsamt O.4_ geschlossene Ehe von Y._ und X._ Vetter wird geschieden.
2. Die von den Ehegatten geschlossene Vereinbarung über die Scheidungsfolgen (Teilehescheidungskonvention vom 19. November 2014) wird als Ganzes gerichtlich genehmigt. Die Vereinbarung bildet integrierter Bestandteil dieses Entscheids und wird als Anhang beigefügt.
3. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder A._, geboren am _ 2005, und B._, geboren am _ 2009, werden unter gemeinsamer elterlicher Sorge von X._ und Y._ belassen. Die alleinige Obhut wird X._ zugeteilt.
4. Die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird angewiesen, die bereits errichtete Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB fortzuführen. Dies unter gleichzeitiger Anordnung einer Familientherapie im Sinne des Gutachtens der KJP. Je nach Verlauf der Therapie soll das Besuchsrecht ausgebaut werden.
5. (Kindesunterhalt)
6. Die Erziehungsgutschriften der AHV werden X._ gutgeschrieben.
7. (Freizügigkeitsguthaben)
8. (Nachehelicher Unterhalt)
9. (Güterrechtliche Auseinandersetzung)
10. (Kosten)
11. (Abschreibung Verfahren Proz. Nr. _)

## Considerations