# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ff67c2b1-2470-4025-b99c-ad1f65353526
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956
,
arbeitete vom 1987 bis 2011
in der Verbundsteinpro
duktion
der
Y._
. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfäl
len und Berufskrankheiten versichert (vgl. Urk. 8/1 S.
1, Urk. 8/2 S.
1). Am 19. Mai 2015 teilte
er
der
Suva mit, dass
ihm vor
Jahren
in der Halle der
Y._
ein Metall
splitter ins
linke
Auge gespickt
sei
, weswegen er n
un Beschwerden mit einem Nerv im Ge
sicht
habe
(Urk.
8/1 S.
2).
Mit Schreiben vom 1
2.
Juni 2015 machte er zudem geltend, dass er seit diesem Berufsunfall
im Z._
Botulinum
toxin
(Botox)-Injektionen benötige
(Urk.
8/2 S. 2).
Die Suva
tätigte Abklärungen
zum geltend gemachten Unfall (vgl. Urk. 8/9-10,
Urk.
8/14).
Hernach legte sie das Dossier
Kreisarzt Dr. med. A._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
zur Beur
teilung vor (
Urk.
8/24 S.
1). Gestützt auf dessen Beurteilung
vom 2
5.
November 2015 le
hnte
die Suva
einen Anspruch von
X._
auf Versicherungsleistungen ab, da aufgrund der medizinischen Unterlagen kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall
ereignis und der aktuellen Botox-Therapie bestehe
(
Urk.
8/25). Der Versicherte erklärte am
2.
Dezember 2015, dass
er
damit nicht einverstanden sei (
Urk.
8/26).
Daraufhin gab
Kreisarzt Dr.
A._
am 9. De
zember 2015 noch ein
mal eine ä
rztliche Beurteilung
ab
(
Urk.
8/28). Danach hielt die Suva
an
ihre
r
Leistungsablehnung mit Verfügung vom 1
4.
Dezember 2015 fest
(
Urk.
8/29).
Die dagegen vom Versicherten am 2
9.
Januar 2016
erhobene Ein
sprache
(
Urk.
8/32
, mit
Einsprachebegründung
vom 2
9.
März 2016 [
Urk.
8/50]
)
wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
5.
Mai 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob X._
am
8.
Juni 2017 Beschwerde und beantragte
, in Auf
hebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
5.
Mai 2017 seien ihm
die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hin
sicht beantragte er, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
, Frauenfeld,
eine unent
gelt
liche Recht
s
vertreterin zu bestellen sei (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
11
.
Ju
li
201
7
beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
, unter Beilage der Suva-Akten [
Urk.
8
/1-
60
]), was dem Beschwerdeführer am 1
7.
August 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
3.
Zu ergänzen ist, dass
die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
14. Oktober 2016
ihre Leistungspflicht aufgrund einer vom Beschwerdeführer geltend ge
machten Berufskrankheit ebenfalls verneinte. Mit
Einspracheentscheid
vom 13. Apri
l 2018
hielt sie daran fest. Die vom Beschwerdeführer dagegen
am 17. Mai 2018
beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich erhobene Be
schwerde ist Gegenstand des Verfahrens Nr. UV.2018.00114 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 5. Mai 2017 stellt sich die Beschwer
degegnerin auf den Standpunkt, dass nicht mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit angenommen werden könne, dass der Beschwerdeführer das geltend gemachte Trauma des linken Auges erlitten habe (Urk. 2 S. 7).
Der Beschwerdeführer macht
demgegenüber geltend,
d
er
Berufs
unfall
habe
sich
im Jahr 2002 er
eignet
(
Urk.
1 S. 3). Auf den vorliegenden Fall finden deshalb
die bis
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und
werden
in dieser Fassung zitiert.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht
berufs
unfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.
3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.4
1.4
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem einge
tretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusam
menhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
1.5.1
Die Verwaltung als verfügende Instanz und
-
im Beschwerdefall
-
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.
5
.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvoll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines
unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leis
tungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beur
tei
len, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Unter
suchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht we
nig
stens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
5.
Mai 2017 führte die Beschwerde
gegnerin aus, dass zum Unfallhergang verschiedene Sachverhaltsversionen ange
ge
ben würden. Im Bericht vom 1
8.
August 2015 habe ihr Aussendienstmitar
beiter
sodann
festgehalten, dass der Beschwerdeführer das Schadendatum nicht nennen könne (
Urk.
2 S. 6). Der Unfall habe sich vor der Verletzung am rechten Arm und vor dem Unfall mit dem linken Fuss ereignet
(
Urk.
2 S. 6-7)
. Seine Rechtsver
tre
terin habe im
Einspracheverfahren
vorgebracht, dass dies ihren handschriftlichen Notizen anlässlich der Befragung vom 1
7.
August 2015 widersprechen würde. Der Unfall sei im Jahre 2002 geschehen. Festzuhalten sei, dass der Aussendienst
mit
arbeiter bereits im Rapport vom 2
1.
Januar 2015
ge
schrieben habe, dass der Beschwerdeführer nicht mehr wisse, wann der Unfall geschehen sei. Damit
hätte
d
er
Aussendienstmitarbeiter
gleich zwei Mal, am 2
1.
Januar und 1
7.
August 2015 nicht korrekt protokolliert, was als unwahrscheinlich anzusehen sei.
Des Weiteren
seien die Berichte des
Z._
vom
7.
April 20
0
3 und vom 3
1.
Dezember 20
04
zu beachten, die zeitnah zum vom Beschwerdeführer geltend gemachten Unfall erstellt worden
seien
.
Diesen
Bericht
en könne nicht entnommen werden, dass der Beschwerdeführer damals ein Augentrauma erwähnt habe
.
Im Weiteren sei im Bericht von
Dr.
med. B._
vermerkt, die Ätiologie der (Augen)Be
schwerden sei unklar. Zusammenfassend
sei
damit
nicht mit dem Beweisgrad der überwie
genden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer ein Trauma des linken Auges erlitten habe.
Schliesslich sei noch fest
zu
halten, dass ihre Leistungs
pflicht gemäss
der ärztlichen Beurteilung von D
r.
A._
vom
9.
Dezember 2015 auch mangels Kausalität zu verneinen wäre (
Urk.
2 S. 7).
2
.2
Der Beschwerdeführer
bringt demgegenüber
im Wesentlichen
vor, entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin bestünden keine unterschiedlichen Sachver
haltsversionen zu seinem Berufsunfall. Mit seinen Vorbringen habe
er
nur seine früheren Schilde
rungen des Unfallhergangs korrigiert beziehungsweise präzisiert
. Die Beschwer
degegnerin versuche nun, anhand des Aufzeigens von kleinen, irre
levanten und angeblich
en
Fehlern seiner Rechtsvertreterin eine Unfallkausa
lität zu bestreiten (
Urk.
1 S. 4).
Bei alldem sei seine Aussage
vom 19. Mai 2015
, wo
nach sich der Unfall vor ca. 13 Jahren ereignet habe
,
unberücksichtigt geblie
ben
. Dies
e Aussage
könne
aber
in den
Handnotizen seiner Rechtsvertreterin zur Be
sprechung vom 1
9.
Mai 2015
nachgelesen werden (Urk. 1 S. 5)
.
Zum Zeitpunkt
des Unfalls
habe er in einer Halle seiner ehemaligen Arbeitgeberin etwas an einer
Schleifmaschine
geschliffen und bei
dieser Arbeit eine
Schutzbrille getragen. In der Folge habe er eine Pause machen wollen und die Schutzbrille abgelegt. Da auf beiden Seiten der Halle die Türen offen gewesen seien, habe ihm der Wind einen Splitter vom Boden ins linke Auge geweht
. Er habe sich anschliessend in die Notfallabteilung des
C._
begeben müssen, wo ihm der Splitter ent
fernt worden sei.
Wegen dieses Berufsunfalls
sei er rund
drei Wochen
arbeits
un
fähig gewesen
.
Nach der Notf
allbehandlung sei er
an das
Z._
über
wiesen worden, wo regelmässige Kontrollen durchgeführt und ihm Spritzen und Tropfen verab
reicht worden seien
. Später seien die Unfallfolgen mit Botox-Injektionen behan
delt worden
(Urk. 1 S.
3).
Die Botox-Injektionen würden
daher
lediglich das durch den Berufsunfall im Jahr 2002 betroffene linke Auge
be
treffen
, womit ein klarer Kausalzusammenhang zwischen d
ieser
Be
handlung und dem erwähnten Berufsunfall bestehe. Da sein linkes Auge bereits wenige Monate nach dem Arbeitsunfall mit Botox-Injektionen behandelt worden sei, sei ein Kau
salzusam
menhang zwischen der Behandlung und dem Berufsunfall im Jahr 2002 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen (
Urk.
1 S.
8).
3.
3.1
3.1.1
Dem Bericht
der
D._
des
Z._
ist zur ersten Unter
suchung
des Beschwerdeführers
vom
7.
April 2003 und den folgenden
Unter
suchungen (insbes
ondere
der MRI-Untersuchung des Schädels vom 1
6.
April
2003) zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer über ein unwillkürliches
Zu
klemmen
des linken Auges unter Miteinbezug der ganzen linken Gesichtshälfte geklagt habe. Dies träte vor allem beim Essen und
bei Nervosität und Müdigkeit
auf
(
Urk.
8/22 S. 2).
Die Ärzte des
Z._
hielten in ihrer Beurteilung sodann fest, dass aufgrund der Anamnese und der neurologischen Untersuchung von einem
phasischen
Hemispasmus
facialis
links auszugehen sei. Um eine Pathologie im Verlauf des
Nervus
facialis
links auszuschliessen
, sei ein MRT des Schädels ver
anlasst worden.
Um einen Morbus Wilson auszuschliessen werde eine Kupfer
be
stimmung im 24h Urin vorgenom
men. Bei grossem Leidensdruck des Beschwer
deführers werde therapeutisch eine
Botulinum
-Toxin-Injektion vor
genommen (
Urk.
8/22 S. 2).
3.1.2
Dr.
med. B._
,
D._
,
Z._
,
führte im Bericht zuhanden der Krankenversicherung des Beschwerde
führers
vom 3
1.
Dezember 2004
folgende Diagnose an: “
Hemispasmus
facialis
li,
Aetiologie
ungeklärt“. Zu den bisherigen Behandlungen hielt
Dr.
B._
fest,
das
s
erstmals am
8.
Juni 2004 und zum zweiten Mal am 1
7.
August 2004 Botox-Injektionen
periorbital
links durchgeführt worden seien. Die Therapie
mit
Botox
sei
aufgrund
des
Hemi
spasmus
facialis
indiziert. D
essen Symptome
würden
den Beschwerdeführer im Alltag sehr stören (Urk. 8/19).
3.1.3
Den
Bericht
en
des
Z._, D._
, vom 2
1.
Mai
und 2
3.
Juli
2015 zur elektrodiagno
s
tischen Untersuchung vom selben Tag ist die Diagnose
Spasmus
hemifacialis
links, Erstmanifestation ca. 2003
mit/bei aktenanamnestisch unauf
fällige
m
Schädel-MRI sowie Botox seit 2003
zu entnehmen
(
Urk.
8/2 S. 4
, Urk.
8/20-21
).
3.2
3.2.1
Suva-Kreisarzt Dr. med. A._
, Facharzt für Chirurgie FMH, hielt am 25. November 2015 fest, dass keine Unfallfolgen vorliegen würden. Im
Z._
sei ein
Hemispasmus
facialis
links ohne erkennbare Ätiologie diagnostiziert worden. Das heisse, dass die Beschwerden nicht auf den Unfall zurückzuführen seien. Der Beschwerdeführer benötige wegen dem
Hemispasmus
facialis
links Botox. Die Botox-
Therapie sei deshalb nicht von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen (
Urk.
8/24).
3.2
.2
In seiner ärztlichen Beurteilung vom
9.
Dezember 2015 führte
Dr.
A._
sodann aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass ihm vor 1998 ein Fremdkörper ins linke Auge geweht worden sei. Dieser sei anschliessend entfernt worden. Ge
mäss den vorliegenden Unterlagen sei erstmalig im April 2003 eine Botox-Injek
tion verbreicht worden, mindestens 5 Jahre nach dem angegebenen Ereignis.
Es sei medizinisch nicht vorstellbar, dass dies als Folge der Fremdkörperverletzung erst nach dieser langen Zeit als unfallkausal aufgetreten sein soll. Ausserdem werde vom
Z._
dokumentiert, dass ein
Hemispasmus
facialis
links vorliege und die Ätiologie ungeklärt
sei, mithin nicht auf den Unfall zurückzuführen sei. Zu
sammenfassend bestehe keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin, da nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein Zu
sammenhang
zwischen der Fremdköperverletzung
und dem
Hemispasmus
facialis
links gesehen werden könne. Die Ätiologie des Spasmus
sei nicht geklärt (Urk. 8/28).
4.
4.1
Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für den geltend gemachten Berufs
unfall beziehungsweise die
Botox-Behandlungen
könnte nur dann bejaht werden, wenn mit
dem hierfür erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erstellt wäre, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers
, welche die Botox-Behandlungen erfordern,
in einem Kausalzusammenhang zu
einem
Unfall
ereignis
stehen.
Diesbezüglich fällt
einerseits
ins Gewicht, dass der Be
schwerde
führer bei den ersten Abklärungen
im
Z._
im Jahre 2003, wo er sich
wegen
eines
un
willkürlichen
Zuklemmens
des linken Auges
unter Miteinbezug der ganzen linken Gesichtshälfte untersuchen liess (
Urk.
8/22 S. 2),
die nunmehr geltend ge
machte Sp
litterverletzung nicht erwähnt hatte
,
obwohl
-
seinen Angaben zu
folge -
das linke Auge betroffen war und der Beschwerdeführer zu seiner Kranken
geschichte befragt wurde (vgl. Urk.
8/22 S.
2)
.
Dass
der Beschwerdeführer
im Rahmen der Abklärungen zwar
eine Schulterverletzung rechts aus dem Jahr 2001 und eine Fussfraktur links 1995
angab (
Urk.
8/22 S. 2), eine
n Metallsplitter im linken Auge
aber mit keinem Wort erwähnte, lässt nur den Schluss zu, dass er diesem Ereignis offenbar keine Bedeutung zumass
.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführer
s
ist
dem Bericht des
Z._
vom
7.
April 2003 (
Urk.
8/22) gerade nicht
zu entnehmen
, dass er dort wegen dem behaupteten Ereignis im Jahr 2002
untersucht
wurde. Anderseits führte
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 31.
Dezember 2004 aus, dass die Ursache des
Hemispasmus
facialis
ungeklärt sei (
Urk.
8/19 S.
1).
Zudem ergibt sich aus diesem Bericht, dass das
-
zur
K
lärung einer allfälligen Pathologie des
Nervus
facialis
, wozu auch eine unfallkausale Schädigung zu zählen wäre
-
veranlasste MRI des Schädels unauffällig war (Urk.
8/2 S.
4). Endlich ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer, welcher sich die Botox-Behandlungen über Jahre durch die Krankenkasse vergüten liess (Urk.
8/4) nun mehr plötzlich zur Überzeugung gelangen sollte, die fraglichen Behandlungen stünden mit einem Unfallereignis im Zusammenhang.
Zusammenfassend ist gestützt auf die Aktenlage nicht davon auszugehen, dass die geltend gemachte
Gesundheitsstörung auf einen Augenunfall zurück
zuführen wäre
.
4.2
Damit muss an sich nicht mehr geprüft werden, ob der Beschwerdeführer - wie von ihm behauptet - die geltend gemachte Splitterverletzung im Jahr 2002 er
lit
ten hat.
Aufgrund von anderen Angaben des Beschwerdeführers zu diesem Er
eignis wäre jedoch
so oder anders
davon auszugehen, dass sich
dieser Unfall - wenn überhaupt -
mehrere Jahre
vor
2002
zugetragen hat.
Bei der Untersuchung im
E._
vom 12.
April 2011 erwähnte der Beschwerde
führer, dass die Probleme mit dem linken Auge vor über zehn Jahren nach einer Augen
ver
letzung mit einem Metall
fremd
körper aufgetreten seien (vgl. die von der Beschwerdegeg
nerin im Verfahren UV.2018.00114 aufgelegten Akten, dortige
Urk.
9/1 S. 21
=
Urk.
16/1
im vorliegenden Verfahren
). Bei
den Untersuchungen im
F._
vom 1
5.
bis 1
7.
Oktober 2013 gab er sodann an, dass er ca. 1993 einen Unfall bei Schleifarbeit mit Splitterverletzung
der linken Orbita
erlitten habe. Seitdem habe er Probleme mit den Gesichtsnerven links (vgl. die von der Beschwerdegegnerin im Verfahren UV.2018.00114 auf
gelegten Akten, dortige
Urk.
9/1 S. 49 und S. 62
=
Urk.
16/2-3
im vorliegenden Verfahren
).
Der Beschwerdeführer bringt
sodann
vor, dass er sich nach dem Un
fall im Jahr 2002 in den Notfall des
C._
begeben
habe
, wo ihm der Splitter entfernt worden sei
(Urk. 1 S. 3).
Die Beschwerdegegnerin konnte beim
C._
und bei der Hausarztpraxis des Beschwerdeführers dazu keine Berichte erhältlich machen (
Urk. 8/14
, Urk. 8/39). In den einzigen Berichten des
Z._
vom 7. April 2003 (Urk.
8/22) und 31. Dezember 2004 (Urk. 8/19) zum Beginn der Botox-Behandlung werden weder eine Überweisung
durch das
C._
noch regelmässige
Kontrollen
und die Be
handlungen mit
Spritzen und Tropfen
im
Z._
erwähnt. Die diesbezüglichen Vor
bringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 3) finden in diesen Berichten somit ebenfalls keine Stütze. Es
wäre
demnach auch nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass
der Beschwerde
führer sich im Jahr 2002
zu
Behandlungen
einer Augenver
letzung ins
C._
und
Z._
begeben hat
.
4.
3
Zusammenfassend
ist daher festzuhalten, dass ein Zusammenhang zwischen dem gelten
d
gemachten Augenunfall im Jahr 2002 und den Botox-Behandlungen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt ist. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht daher zu Recht ver
neint.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer
beantragte
am
8.
Juni 2017
, dass ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler, Frauenfeld, eine unent
gelt
liche Rechtsvertreterin zu bestellen sei (Urk. 1 S. 2).
6
.2
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
vor
kehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundes
gerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als
aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb an
strengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6
.3
Der Beschwerdeführer
macht im vorliegenden Verfahren ein
e
n
Kausalzusammen
hang zwischen
einem
Augenunfall im Jahr 2002 und den Botox-Injektionen
gel
tend,
weil sein linkes Auge «offenbar bereits wenige Monate
nach dem Arbeits
unfall mit Botox-Injektionen behandelt wurde» (
Urk.
1 S. 8).
Schon vor der Be
schwerdeerhebung waren
d
em Beschwerde
führer aber die Berichte des
Z._
vom
7. April 2003 (Urk. 8/22) und 31. Dezember 2004 (Urk. 8/19) bekannt und er wusste
, dass die Ärzte des
Z._
darin
keinen Augenunfall als Ursache für das
Hemispasmus
facialis
angaben, sondern
gegenteils
von einer ungeklärten Ätio
logie ausgingen.
Zudem
lagen ihm
keine Berichte
vor
,
mit welchen
die vom
ihm
geltend gemachten Be
handlungen im
C._
und
Z._
nach der Splitterverletzung im Jahr 2002
hätten belegt werden können
.
Es muss daher davon ausgegangen werden, dass
eine
Person
, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt,
diese Beschwerde nicht erhoben hä
tte, weil
bei dieser
Aktenlage keine realistischen Gewinnaussichten bestanden.
Soweit es sich nicht gegenstandslos
erweist
- Beschwerdeverfahren im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung
sind
grundsätzlich kostenlos (Art. 61
lit
. a
ATSG) - ist das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unent
gelt
lichen Rechtspflege daher wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen.