# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f751ebd-d00d-5bcb-b99a-7631f80e9522
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
arbeitete seit dem 1
5.
Mai 1989 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter (
Urk.
2/4
-5
)
. Die
Firma wurde später von der
Z._
AG und diese wiederu
m
von der
A._
AG übernommen, so dass heute die Vorsorgestiftung der
A._
AG für die berufliche Vorsorge der Mitarbeiter zuständig ist (
Urk.
2/4).
Ab Januar 2007 konnte der Versicherte seine Arbeit nicht mehr ausüben und er erhielt während der Zeit vom 8. Januar 2007 bis zum
6.
Januar 2009 Leistungen von der Krankentag
geldversicherung
Innova
(
Urk.
2/6-10)
.
Am 2
0.
Juli
2007
(Datum des Posteingangs)
meldete
sich
X._
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk.
12/
5
a)
. Mit Verfügung vom 2
4.
März 2009 hielt die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, fest, die angestammte Tätigkeit als Bauar
beite
r
sei
X._
nicht mehr zumutbar.
Eine behinderungs
angepasste Tätigkeit könne er dagegen noch zu 100
%
ausüben,
womit
sich sein Invalidi
tätsgrad bei
einem Valideneinkommen von Fr.
71‘084.40 und einem Invaliden
einkommen von Fr. 48‘115.20 auf 32
%
belaufe
und er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe
(
Urk.
2/11)
.
1.2
Mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2008
hatte
die
Z._
AG das Arbeits
verhält
nis mit dem Versicherten per
6.
Januar 2009 auf
gelöst
(
Urk.
12/3).
Per 1.
Januar 2009
hatte
sich
X._
bei der Arbeitslosen
ver
sicherung zum Leis
tungsbezug an
gemeldet
. D
as Amt für
Wirtschaft und Arbeit (AWA) stellte mit
Verfügung vom 2
5.
Mai 2009
fest, dass die
Vermittlungsfähigkeit ab dem 1.
April 2009 50
%
betrage
, da der Versicherte wegen gesund
heitlichen Proble
men und Betreuungsaufgaben gegenüber seiner Tochter nur in diesem Umfang arbeiten könne
(
Urk.
2/12
,
Urk.
12/11
). Als Bezüger von Arbeitslosen
taggeldern war der Versicherte bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG vorsorge
versi
chert.
Am
3.
März 2010 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/6).
Mit Verfügungen
vom
4.
Dezember 2012 sprach di
e
IV-Stelle
X._
vom
1.
September 2010 bis zum 2
8.
Februar 2011 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze und ab
1.
März 2011 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 57
%
eine halbe Invalidenrente zu
. Dabei ging die IV-Stelle davon aus, dass der Versi
cherte nach Ablauf der einjährigen Wartezeit per
8.
Januar 2008 in seiner bis
herigen Tätigkeit als Bauarbeiter weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei, er aber eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
habe ausüben kön
nen. Ab dem
16. Mai 2010
habe sich der Gesundheitszustand wesentlich ver
schlechtert
, es habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die angestammte und eine angepasste Tätigkeit bestanden. Ab dem 2
4.
November 2010 sei der Versicherte sodann aus psychiatrischer Sicht wieder zu 60
%
arbeitsfähig gewesen
. Diese Verfügung wurde der Vorsorgestiftung der
A._
AG, nicht aber der Stiftung Auffangeinrichtung BVG eröffnet
(Urk.
2/1-2). Die Stiftung Auffang
einrichtung BVG gewährte dem Versicherten
basierend auf einem Inva
liditäts
grad von 100
%
eine
jährliche
Invaliden
rente
vom 1.
September 2010 bis zum 28.
Februar
2011 in der Höhe von Fr.
6‘952.39
sowie
eine
jährliche
Kin
derrente
von Fr.
1‘390.48 (
Urk.
2/16)
. Die Bezahlung von Invaliden
leistungen ab dem 1. März 2011 lehnte sie dagegen ab, da der Invaliditätsgrad aus berufs
vorsorge
rechtlicher Sicht ab diesem Zeitpunkt
nur
noch 26
%
betrage. Dies begründete sie damit, dass der Versicherte im Zeitpunkt des Eintritts der mass
geblichen Arbeitsunfähigkeit lediglich für ein
Teilpensum von 60
%
versichert
gewesen sei
(
Urk.
2/17-18)
.
2.
Am 2
0.
April 2016 erhob
X._
durch Rechtsanwalt Thomas Laube gegen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG Klage mit folgendem Rechtsbe
gehren (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Dem Kläger sei auch ab dem
1.
März 2011 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 57
%
, mindestens
Fr.
579.37 pro Monat auszubezahlen, zuzüglich Zins zu 5
%
ab Klageeinreichung.
2.
Dem Kläger sei ab dem
1.
März 2011 die IV-Kinderrente für seine Tochter
B._
, insgesamt mindestens
Fr.
115.87 monatlich, auszube
zahlen, dies bis zum Abschluss ihrer Erstausbildung oder bis Erreichen des 2
5.
Altersjahres, zuzüglich Zins zu 5
%
ab Klageeinreichung.
3.
Es sei uns Gelegenheit zur Replik zu geben.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Die Beklagte ersuchte durch Rechtsanwältin Gertrud Baud mit Klageantwort vom 2
5.
August 2016 um Abweisung der Klage (
Urk.
10). Mit Verfügung vom 2
9.
August 2016 (
Urk.
13) wurden die Akten der Invalidenversicherung beige
zogen (
Urk.
15/1-200). Mit Eingabe vom 2
0.
September 2016 verkündete der Kläger der Vorsorgestiftung der
A._
AG den Streit und ersuchte um deren Beiladung zum Prozess (
Urk.
17). Mit Replik vom
4.
Oktober 2016 liess er an seiner Klage festhalten und stellte eventualiter den Antrag, es sei
ihm
eine Invalidenrente analog der IV-Verfügungen zu Lasten der Vorsorgestiftung
der
A._
AG in der Höhe von mindestens
Fr.
20‘280.-- zusätzlich Zins von 5 % zuzusprechen, subeventuell diese Vorsorgestiftung zum Prozess beizuladen (
Urk.
21). Die Beklagte hielt mit Duplik vom 3
1.
Oktober 2016 an ihrem Antrag
auf Abweisung der Klage fest und schloss sich dem Antrag des Klägers auf Ein
bezug der Vorsorgestiftung der
A._
AG in den vorliegenden Prozess an (
Urk.
24).
Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2016 wurde die Vorsorgestiftung der
A._
AG zum Prozess beigeladen (
Urk.
26).
Diese nahm am
9.
Januar 2017 Stellung (
Urk.
27), was den Parteien am 1
7.
Januar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
29).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge werden von der
jenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, angeschlossen war (Art. 23
lit
. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG]). Die Leistungspflicht setzt einen engen sachlichen und zeitli
chen Zusammenhang zwischen der während der Dauer des Vorsorge
verhältnis
ses (einschliesslich der Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) bestande
nen Arbeitsunfähigkeit (Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bis
he
rigen Beruf von zumindest 20 Prozent; BGE 136 V 65 E. 3.1 S. 68; 134 V 20 E. 3.2.2 S. 23; SVR 2008 BVG Nr. 34 S. 143 E. 2.3 mit Hinweisen, 9C_127/2008) und der allenfalls erst später eingetretenen Invalidität voraus (BGE 130 V 270 E. 4.1 S. 275).
1.2
Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Arbeits
unfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen der gleiche ist wie derjenige, auf welchem die Erwerbsunfähigkeit beruht (BGE 134 V 20 E. 3.2 S. 22).
1.3
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die ver
sicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
ti
sche Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versi
cherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umstän
den zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit
hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der Ar
beitslo
sen
versicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeu
tung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Be
zug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmun
g ist eine anspruchsbeein
flus
s
ende Verbesserung der Erwer
bs
fähigkeit in jedem Fall zu be
rücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussicht
lich weiterhin an
dauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder
volle Arbeits
fähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauer
hafte Wiederer
langung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewich
tiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
men
hangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als drei
monatige Tätigkeit als Ein
gliederungsversuch zu werten ist oder massge
blich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wieder
eingliederung unwahr
schein
lich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 S. 22 mit Hinwei
sen).
Diese Grundsätze gelten sinngemäss auch, wenn eine Vorsorgeeinrichtung ihre
Leistungspflicht mit der Begründung verneinen will, eine berufsvorsorge
recht
lic
h bedeutsame Arbeitsunfähigkeit habe bereits vor Be
ginn des Vorsorgever
hält
niss
es bestanden und ohne wesentliche Unterbrechung bis zum Beginn der Ver
si
cherungsdeckung angedauert (Urteil 9C_273/2012 vom 20. November 2012 E.
4.1.2
mit Hinweis).
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich; sie ist relevant, wenn sie mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_18/2009 vom
7.
April 2009 E. 3.2.1 und 9C_772/2007 vom 2
6.
Februar 2008 E. 3.2). Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vorsorgeeinrichtung beurteilt sich hingegen nach der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Diese Beschäftigungen müssen jedoch bezogen auf die angestammte Arbeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20
E.
5.3; Urteil des Bun
desgerichts 9C_292/2008 vom 22.
August 2008 E. 2.2.2).
1.4
Es wird zwar in der Regel, aber nicht in jedem Fall
,
zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum
rechtsgenüglichen
Nachweis einer
be
rufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungs
vermö
gen
verlangt (vgl. Bundesgerichtsurteile 8C_195/2009 vom 2. September 2009 E. 5 und
9C_96/2008 vom 1
1.
Juni 2008 E.
3.2.2). Immerhin reichen nachträgli
che An
nahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rück
wirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähig
keit nicht aus (Bun
des
gerichtsurteil 9C_368/2008 vom 11.
September 2008 E. 2 mit Hinwei
sen). Die
gesundheitliche Beeinträchtigung muss sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse an funktionellem Leistungsver
mögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende
gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle (SVR 2008 BVG Nr. 34 S.
143 [9C_127/200
8 E.
2.3]; SVR 2008 IV Nr. 11 S.
32 [I 687/06 E.
5.1]; Bun
des
ge
richtsurteil 9C_362/2012 vom
6.
Juni 2012 E. 5.2.1 mit Hinweis).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG er
gibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 271 E. 2a, 120 V 108 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 311 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 4 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung recht
sprechungs
gemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sach
verhaltes durch die Vorsorgeein
richtung bzw. das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts vom 23. Februar 2010, 9C_49/2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(Art. 73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2010, 9C_81/2010, E. 3.1, mit Hin
weisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständi
ges Beschwerderecht im Verfahren nach dem Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung (IVG) zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeein
richtungen, ist die IV-rechtliche Festset
zung des Invaliditätsgrades (grundsätz
lich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsor
gerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 273 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungs
weise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.6
Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad ist für die
Vorsorgeeinrichtung
insofern nicht verbindlich, als im Bereich der beruflichen Vorsorge ein Anspruch auf Invalidenleistungen nur gegeben ist, sofern eine entsprechende Versicherungsdeckung vorhanden ist. Deren Umfang bemisst sich nach dem Beschäftigungsgrad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit. Versah die versicherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bis
herigen Umfang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich lediglich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versicherten Anteil einer Voll
zeitbeschäftigung (100%-Beschäftigungsgrad) verwirklicht (vgl. BGE 141 V 127 E. 5.3.2 mit Hinweisen). Invalidität im berufsvorsorgerechtlichen Sinne, das heisst nach dem Wortlaut von
Art.
23
lit
. a BVG "im Sinne der IV invalid", meint somit die gesundheitlich bedingte Erwerbsunfähigkeit im Rahmen des beziehungsweise bezogen auf das durch die versicherte Person geleistete Arbeitspensum bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität (im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne) geführt hat. Mit dieser (versicher
ten) Tätigkeit in keinem Zusammenhang stehende Umstände haben bei der Bemessung der Invalidität ausser Acht zu bleiben. Das gilt auch, wenn sich die Frage der Anpassung laufender Invalidenleistungen stellt, etwa - aber nicht notwendigerweise - im Zusammenhang mit einer Rentenrevision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG oder wenn das von der IV-Stelle erstmals festgesetzte (hypotheti
sche) erwerbliche Arbeitspensum im Gesundheitsfall nicht mit dem bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (
Art.
23
lit
. a BVG), tatsächlich ausgeübten übereinstimmt. In diesem Rahmen besteht bei gegebenen Voraussetzungen eine grundsätzliche Bindung der Vorsorgeeinrich
tungen an die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung. Dabei ist die Invalidität im zeitlichen Rahmen der im massgebenden Zeitpunkt nach
Art.
23
lit
. a BVG ausgeübten Erwerbstätigkeit zu bemessen. Bei Teilerwerbstätigkeit ist somit der Invaliditätsgrad nicht bezogen auf ein Vollzeitpensum zu ermitteln, was auf eine mit dem Versicherungsprinzip nicht vereinbare Deckung des Risi
kos Erwerbsunfähigkeit als solcher hinausliefe (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 9C_403/2015 vom 2
3.
September 2015 E. 5.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Der Kläger lässt zur Begründung seiner Klage geltend machen, im Januar 2007 habe seine Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenleiden begonnen. Diese Arbeitsun
fähigkeit habe zu einer Invalidität von 32
%
geführt. Der Kläger sei zu diesem Zeitpunkt bei der Beigeladenen bzw. deren Rechtsvorgängerin versichert gewe
sen. Im Zeitpunkt der Verschlechterung aus psychischen Gründen, im Mai 2009, welche zu einem Invaliditätsgrad von zuerst 100
%
und danach von 57
%
geführt habe, sei der Kläger bei der Beklagten versichert gewesen. Die Beklagte treffe auch die Vorleistungspflicht gemäss
Art.
26
Abs.
4 BVG. Mit Bezug auf die Beigeladene lasse sich ein zeitlicher und sachlicher Zusammenhang zwi
schen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität mit den hier vorliegenden Akten nicht beweisen. Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen gegenüber der früheren Vorsorgeeinrichtung beurteile sich nach der Arbeits
fähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumut
baren Tätigkeit. Vor dem 1
8.
Mai 2009 sei der Kläger gemäss den Festlegungen der IV in angepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Der Invaliditäts
grad habe lediglich 32
%
betragen, was einen Rentenanspruch gegenüber der Beigeladenen aus
schliesse. Ohne Eintritt des Gesundheits
schadens wäre der Kläger weiterhin als Bauarbeiter tätig geblieben. Die Beklagte stelle sich auf den Standpunkt, der Kläger habe sich im Mai 2009 aus familiären Gründen nur zu 50
%
der Arbeits
vermittlung zur Verfügung gestellt. Er sei in diesem Zeitpunkt jedoch im Psy
chiatriezentrum
F._
hospitalisiert gewesen. Es habe auch in angepasster Tätig
keit gar keine Arbeitsfähigkeit bestanden. Als der Kläger sich im Januar 2009 bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet habe, sei er zu seinem angestammten Lohn von
Fr.
71‘081.40 versichert gewesen, wovon auch bei der Festlegung des Invaliditätsgrades in der beruflichen Vorsorge auszu
gehen sei.
Im Mai 2009 sei sodann eine Arbeits
un
fähigkeit von 100
%
eingetreten, welche von der Beklag
ten zu berücksichtigen sei. Der Kläger habe sich gesund
heitsbedingt lediglich zu 50 % der Arbeitsvermittlung
zur Verfügung gestellt (
Urk.
1).
Replicando liess der Kläger ausführen, es gehe nicht aus den Akten hervor, aus welchen Gründen er damals nicht in der Lage gewesen sei, am Eingliederungs
programm
der Arbeitslosenversicherung
teilzunehmen und wie er sich dazu geäussert habe. Das AWA begründe auch nicht, weshalb die Vermittlungs
fähig
keit aufgrund der fami
liären Situation
nur
50
%
betragen haben soll und es ergebe sich innerhalb der Verfügung vom 2
5.
Mai 2009 ein Widerspruch, da dort ebenso festgehalten werde, dass es um eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit aus ärztlicher Sicht gegangen sei. Somit ergebe sich aus den Akten der Arbeitslosenversicherung nicht, dass der Kläger seine Vermittlungs
fähigkeit aus familiären und nicht aus gesundheitlichen Gründen reduziert habe. Die Akten der Arbeitslosen
versicherung bildeten keine geeignete Grundlage, um im berufsvorsorge
rechtliche
n Verfahren darauf abzustellen. Die IV habe am Status des Klägers als vollständig Erwerbstätigem nie gezweifelt. Aus den Akten der Arbeitslosen
versicherung gehe nicht hervor, dass der Kläger darüber befragt worden sei, ob er hypothetisch ohne Gesundheitsschaden nur noch Teilzeit erwerbstätig wäre. Der Kläger habe im Gegenteil ohne Gesundheitsschaden immer zu 100
%
gearbeitet und wäre hypothetisch auch weiterhin zu 100
%
erwerbstätig. Von dieser Annahme sei die IV immer ausgegangen und es bestehe kein Raum dafür, in der beruflichen Vorsorge davon abzuweichen.
Die Beklagte habe sodann die Frage gar nicht geprüft, in welchem Umfang der Klä
ger ab März 2011 hypothetisch ohne Gesundheitsschaden erwerbstätig gewesen wäre. Die IV sei stets von einer vollen Erwerbstätigkeit ausgegangen (
Urk.
21).
2.2
Demgegenüber führt die Beklagte aus, es ergebe sich aus den Feststellungen der IV-Stelle und der Arbeitslosenversicherung, dass der Kläger freiwillig, aus fami
liären Gründen, seine Vermittlungsfähigkeit auf 60
%
reduziert habe. Das Vali
deneinkommen sei deshalb aufgrund einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
und nicht von 100
%
zu berechnen. Ein Pensum von 60
%
sei bei einer Arbeitsun
fähigkeit von 40
%
nicht beeinträchtigt, weshalb diese Arbeitsfähig
keit berufs
vorsorge
rechtlich unberücksichtigt zu bleiben habe. Der Kläger erleide innerhalb des versicherten Arbeitsverhältnisses lediglich eine Einkom
mens
einbusse von 26
% und somit einen rentenausschliessenden Invaliditäts
grad. Es sei ausserdem zweifelhaft, ob die Beklagte überhaupt leistungspflichtig sei und nicht die Bei
geladene. Die Unterlagen würden eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
seit Januar 2007 belegen und es habe lediglich fehlge
schla
gene Versuche der Integration in den ersten Arbeitsmarkt gegeben.
Die Aus
führungen, wonach eine Verschlechterung des Gesundheits
zustands im Mai 2009 eingetreten sei, seien falsch. Die IV-Stelle habe diesen Zeitpunkt vielmehr auf den 1
6.
Mai 2010 festgelegt
(
Urk.
10)
.
2.3
Die Beigeladene führte in der Stellungnahme vom
9.
Januar 2017 (
Urk.
27) aus, der Kläger sei von der Invalidenversicherung in der Verfügung vom 2
4.
März 2009 in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
als arbeitsfähig erachtet worden. Gemäss den weiteren Festlegungen der Invalidenversicherung habe sich sein Gesundheitszustand ab dem 1
6.
Mai 2010 verschlechtert.
Es sei zu diesem Zeit
punkt ein neuer psychischer Gesundheitsschaden aufgetreten, welcher Ursache für die bis heute bestehende Arbeitsunfähigkeit sei. Diese sei somit nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses zwischen dem Kläger und der Beige
ladenen eingetreten, womit die Beigeladene nicht leistungspflichtig sei.
3.
3.1
Laut dem Arztbericht von
Dr.
med.
C._
, FMH für Allgemein
medi
zin, vom 2
7.
Juli 2007 (
Urk.
15/4) bestehen beim Kläger
1)
eine ausgeprägte
Lumboischialgie
bei multisegmentalen degenerativen Veränderun
gen der Wir
belsäule und ausgeprägter
Osteochondrose
L4/5, paramedial mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 rechts und degenerativer
Facettenarth
ro
pathie
,
2)
eine dege
nera
tive Bandscheibenerkrankung L5/S1 mit kleiner medialer Diskushernie ohne Kompression neuraler Strukturen, degenerative Bandscheibenerkrankung L1/2 ohne Kompression,
3)
eine
breitbasige
Diskus
protrusion
L3/4 mit geringfügiger
Foraminalstenose
nach links,
4)
ein Status nach diagnostischer Facettengelenks
infiltration L4/5 beidseits (
Schulthessklinik
Juni 2
007),
5)
eine Depression sowie
6)
ein
Status nach medialer
Orbitawandfraktur
links und Nasenbeinfraktur.
Der Kläger sei in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter sei
t
dem
8.
Januar 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig. Auch in leichteren Tätigkeiten bestehe
zur Zeit
keine Arbeitsfähigkeit. Es fänden weitere Abklärungen statt.
3.2
3.2.1
Gemäss dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
2.
August 2007 (
Urk.
15/7) bestehen beim Kläger eine depressive Reaktion bei intensivem monatelangem Schmerzzustand (
Lumboischialgie
, Dis
kushernie, Diskusprolaps) sowie familiärer Problematik (invalidisierendes Leiden der pflegebedürftigen Ehefrau). Der Kläger sei seit dem 1
6.
Januar 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Er benötige eine orthopädische und nicht eine psychiat
rische Betreuung.
3.2.2
Im Bericht vom 2
1.
Juli 2008 (
Urk.
15/26) hielt
Dr.
D._
fest, die durch
geführ
ten Behandlungen hätten lediglich eine Behebung der Schlafstörun
gen durch die Medikation erbracht und der Kläger sei wieder in der Lage, sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.
Da er seine 8-jährige Tochter wegen der Vollinvalidität seiner Ehefrau betreuen müsse, sei er während des stationären Rehabilitationsaufenthalts sehr belastet gewesen. Wenn ein weiterer stationärer Klinikaufenthalt durchgeführt werde, sei deshalb mit ihm eine pas
sende Versorgung des Kindes zu vereinbaren.
Der Kläger sei bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Laut dem Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH
für Ortho
pädische Chirurgie, vom 1
6.
April 2008 (
Urk.
15/19) bestehen beim Kläger ein therapieresistentes
lumbovertebrales
/
lumbospondylogenes
Syndrom (ICD-10: M42.1) bei polysegmentaler Degeneration der LWS sowie ein Verdacht auf ausgeprägte Schmerzverarbeitungsstörung mit/bei komplexem familiärem Hin
tergrund. Die vom Kläger demonstrierte Schmerzhaftigkeit der LWS und sein ganzes Benehmen liessen sich mit den radiologischen und den vorliegenden MRI-Befunden nicht erklären. Aus orthopädischer Sicht sei der Kläger für eine angepasste leichte, nicht rückenbelastende Tätigkeit ohne
vornübergeneigtes
Stehen oder Sitzen mit der Möglichkeit zwischendurch abzusitzen, herumzu
ge
hen und ohne repetitives Heben von Lasten von über 15 kg über Hüfthöhe zu 100
%
arbeitsfähig. Aufgrund der demonstrierten Schmerzhaftig
keit bzw. auf
grund der jetzt vorliegenden Klinik sei dies aber praktisch nicht umsetzbar.
3.4
Die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums
F._
hielten im Austrittsbericht vom 17. Juni 2009 (
Urk.
15/56/11-13) über den stationären Aufenthalt des Klägers vom 1
8.
Mai 2009 bis
2.
Juni 2009
fest, der Kläger habe angegeben, er sei seit letztem Jahr zunehmend nervös und zittrig, fühle sich überfordert mit der fami
liären Situation. Der Haushalt und d
ie Versorgung seiner behinderten
Ehefrau belaste
ten
ihn wegen seiner seit 2,5 Jahren bestehenden Rücken
schmerzen sehr. In der Klinik sei eine Krisenintervention durchgeführt worden. Nach Zustands
stabilisierung habe der Kläger bei fehlender Selbst- oder Fremd
ge
fährdung in
die alten Verhältnisse entlassen werden können. Es sei eine Anpassungsstör
ung (ICD-10: F.43.23) sowie ein
chronisches
Panvertebral
syndrom
diagnostiziert worden.
3.5
Gemäss dem Untersuchungsbericht von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle vom
2.
September 2010 (
Urk.
15/90/2-3) besteht beim Kläger neben der objektiv erheblichen, quälenden Schmerzsymptomatik ein deutlicher psychischer Gesundheitsschaden mit Einwirkung auf die Arbeitsfähigkeit in Form einer mittelschweren bis schweren agitierten Depression mit Impulskon
trollstörung und somatischem Syndrom in Form vor allem einer Ein- und Durchschlafstörung bei verschobenem Tag-Nacht-Rhythmus. Der Zeitpunkt des Beginns der beeinflussenden psychischen Störung lasse sich nicht zweifelsfrei festlegen, liege aber medizintheoretisch auf dem 1
8.
Mai 200
9.
Seither sei der Kläger aus somatischen und psychischen Gründen zu 100
%
als arbeitsunfähig für den ersten Arbeitsmarkt zu betrachten.
3.6
Laut dem rheumatologischen Gutachten von
Dr.
med.
H._
, Innere Medizin FMH speziell Rheumaerkrankungen, vom 1
4.
Januar 2012 (Urk. 15/136)
bestehen beim Kläger mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumbospondylogenes
Syndrom linksbetont beidseits bei kleiner rechtslateraler Diskushernie L4/L5 mit leichter Dorsalverlagerung der Nervenwurzel L5 rechts ohne Neurokompression und kleiner medianer Diskushernie L5/S1 ohne Wur
zelkontakt mit leichter
Regredienz
der Diskushernie L5/S1 (MRI Juni 2011 gegenüber August 2008 bzw. Februar 2007) und klinisch ohne
radikuläre
Zei
chen sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Nikotin-Abusus, aus
gedehnte chronische Schmerzen, Übergewicht (BMI 29.7 kg/m
3
) und Status nach medialer
Orbitafraktur
links und mehrfragmentärer Nasenbeinfraktur am 1
0.
April 2005 bei einer Schlägerei.
Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter könne der Kläger nicht mehr ausüben.
Eine angepasste, möglichst wechselbe
lastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, längerem Verharren in vornüber geneigter Haltung stehend und sitzend sowie uner
war
teten, asymmetrischen Lasteinwirkungen könne er hingegen zu 100
%
aus
üben. In einer solchen Tätigkeit sei er nie langfristig arbeitsunfähig gewesen. Die Einschränkung in der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem
8.
Januar 200
7.
3.7
3.7
.1
Gemäss
dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med.
I._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 2
4.
Januar 2012 (
Urk.
15/141) bestehen beim Kläger mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode, wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung, am ehesten atypische Art (ICD-10: F33.8) und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F54.4).
Sowohl in der angestammten als auch in einer behinderungsangepassten sei der Kläger zu 60
%
arbeitsfähig. Es sei von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2010 auszugehen. Für die verbleibende 60%ige Arbeitsfähigkeit seien dem Kläger Nachtarbeiten sowie Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration (wie z.B. Fliessbandarbeit) sowie Tätigkeiten unter vielen äusseren Reizen insbesondere Lärm und Kälte nicht zu empfehlen.
Unter konse
quenter Durchführung der therapeutischen Massnahmen sei aus psychiatrischer Sicht innerhalb von 6 Monaten von der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfä
higkeit auszugehen.
3.7
.2
Am 2
1.
Februar 2012 hielt
Dr.
I._
auf Nachfrage der IV-Stelle ergänzend fest,
er habe die vom RAD seit dem 1
8.
Mai 2009 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
fachübergreifend nicht plausibilisieren können. Der Kläger habe Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen, was mit regelmässigen Wei
sungskontrollen und Arbeitsbemühungen verbunden gewesen sei. Ausserdem habe er seine Ehefrau unterstützt und für sein Kind gesorgt, was gegen eine schwerwiegende und anhaltende depressive Symptomatik spreche. Die existen
ti
ellen Sorgen nach der Ausschöpfung der Leistungen der Arbeitslosen
ver
siche
rung hätten zur Verstärkung der depressiven Symptomatik geführt, weshalb dem Kläger ab Dezember 2010 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.
Dies schliesse aber nicht aus, dass der Kläger inter
mittierend auch vorher depressiv bedingt arbeitsunfähig gewesen sei.
3.8
In der interdisziplinären Zusammenfassung (
Urk.
15/141/12-14) ihrer Gutachten hielten
Dr.
H._
und
Dr.
I._
fest, der Kläger könne die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem
8.
Januar 2007 nicht mehr ausüben. Aus psy
chiatrischer Sicht könne ihm seit Dezember 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
attestiert werden.
3.9
Laut der Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
, Arzt für allge
meine Medizin FMH, vom 2
7.
Februar 2012 (
Urk.
15/150/4) ist aufgrund der Skelettbefunde seit dem
8.
Januar 2007 von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit angestammt und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit angepasst auszugehen. Diese Arbeitsfähigkeit sei durch die psychiatrischen Befunde moduliert worden.
Bis zum 1
5.
Mai 2010 müsse von einer vollen Arbeits
fähigkeit aus psychiatri
scher Sicht ausgegangen werden. Danach sei eine zunehmende Verschlechte
rung bis zum RAD-Untersuch vom
2.
September 2010 eingetreten mit Ausbilden einer mittelschweren bis schweren Depression. Diese habe sich aber bis zum 2
4.
November 2011
(Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
I._
)
wieder merklich zurückgebildet.
So könne vorübergehend vom 15.
Mai 2010 bis zum
2.
September 2010 von einer zunehmenden Verschlechterung mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab diesem Zeitpunkt ausgegangen werden. Danach sei wiederum von einer zunehmenden Verbesse
rung mit einer noch 40%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
4.
November 201
0
auszugehen. Ab
dann
sei der Kläger in einer angepassten Tätigkeit bleibend zu 60
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
Da die IV-Stelle weder die Vorbescheide vom
1.
Dezember 2011 (
Urk.
15/125), vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
15/151) und vom
4.
Oktober 2012 (
Urk.
15/168) noch die Verfügung vom
4.
Dezember 2012 (
Urk.
15/176) der Beklagten zugestellt hat
, besteht im vorliegenden Prozess
für die Beklagte
grundsätzlich
k
eine Bin
dung an die Fes
tstellungen der IV-Stelle. Zu beachten ist allerdings, dass dem Entscheid insoweit Bindungswirkung zukommt, als sich die Bek
lagte ausdrück
lich darauf beruft. Der
Entscheid
ist auch
der Beigeladenen zugestellt worden, womit gegenüber dieser grundsätzlich eine Bindungswirkung besteht.
D
ie IV-Stelle
ist ausserdem
von einer verspäteten Anmeldung ausgeg
angen
(
Urk.
15/166-168
), womit der Entscheid der IV bezüglich des Rentenbeginns frei überprüfbar ist (vgl. E. 1.5).
Zu
berücksichtigen ist im Weiteren
die Verfügung der IV-Stelle vom 2
4.
März 2009 (
Urk.
15/51), welche ebenfalls nur der Beigeladenen bzw. deren Rechtsvor
gängerin, nicht aber der Beklagten eröffnet worden ist.
4.2
In dieser Verfügung ging die IV-Stelle davon aus, dass dem Kläger die ange
stammte Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar sei, er aber eine be
hin
derungsangepasste Tätigkeit vollumfänglich ausüben könne.
Der Einkom
mens
vergleich
er
gab eine Einkommenseinbusse bzw. einen Invaliditätsgrad von 32
%
, weshalb die IV-Stelle den Rentenanspruch des Klägers zu jenem Zeit
punkt verneinte.
Die IV-Stelle hielt ausserdem fest, es lägen keine zusätz
lichen psychiatrischen Befunde vor, welche die 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepass
ter Tätigkeit relevant vermindern würden.
In Bestätigung dieses
Entscheids
ging die IV-Stelle
in der Verfügung vom
4.
Dezember 2012
von einer somatisch bedingten Einschränkung der Ar
beitsfä
higkeit
des Klägers
in seiner bisherigen Tä
tigkeit als Bauarbeiter von 100
% ab dem
8.
Januar 2007 aus. Für eine angepasste Tätigkeit (wechsel
belastende Tätigkeit bis 15 kg heben und tragen möglich, kein längeres Verharren in vorn
über geneigter Haltung, keine unerwarteten, asym
metrischen Lasteinwirkungen) nahm sie dagegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit an und verwies auf die Abweisung des Renten
anspruchs im Jahre 2009 aufgrund eines Invaliditätsgra
des von 32
%
.
Aus psychiatrischer Sicht ging die IV-Stelle von einer vollen Arbeitsfähigkeit bis zum 1
5.
Mai 20
10 aus. Für die Zeit ab dem 16.
Mai 2010 nahm die IV-Stelle eine erhebliche Verschlechterung des Gesund
heitszustandes an und anerkannte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % auch in einer körperlich angepassten Tätig
keit.
Danach habe sich der Gesundheits
zustand wieder zunehmend verbessert. Ab dem 2
4.
November 2010 bestehe aus psychiatrischer Sicht in einer ange
passten Tätigkeit wie beispielsweise industrielle Montage-, Verpackungs- oder Versandtätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
.
Das War
tejahr sei per 8. Januar 2008 abgelaufen. Der Renten
anspruch entstehe jedoch frühestens nach sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Weil der Kläger sich am
4.
März 2010 bei der Invaliden
versicherung angemeldet habe, würden die Leistungen somit
ab dem 1. September 2010
ausgerichtet.
4.3
Es ist unstrittig und durch die Akten ausgewiesen, dass die körperliche Ein
schrän
kung, welche eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers in der ange
stammten Tätigkeit als Bauarbeiter verursacht hat, seit dem
8.
Januar 2007 be
steht. Die heute bestehende, gemäss Entscheid der Invalidenversicherung leistungs
begrün
dende Arbeitsunfähigkeit basiert jedoch auf dem Umstand, dass der Kläger auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in seiner Arbeits
fähigkeit einge
schränkt ist, dies jedoch ausschliesslich aus psychischen Grün
den.
Nach dem Gesagten (E. 1.2)
muss ein psychisches Leiden mit Auswir
kungen auf das Leis
tungsvermögen bereits während des Versicherungs
verhält
nisses
mit der Beige
ladenen
erkenn
bar in Erscheinung getreten sein, damit eine Leistungspflicht
der Beigeladenen
besteht
.
4.4
Es ergibt sich aus den Akten, dass beim Kläger zwar schon während des Vorsorge
verhältnisses mit der Beigeladenen psychische Auffälligkeiten in Er
scheinung getreten sind, es lässt sich jedoch nicht feststellen, dass sie sich auf sein Leistungsvermögen ausgewirkt haben. Die IV-Stelle h
at
dies ausdrücklich verneint. Sowohl der Kläger als auch die Beklagte sind ursprünglich davon aus
gegangen, dass die Beigeladene für die wegen psychischen Einschrän
kungen invalidisierende Arbeitsunfähigkeit nicht leistungspflichtig ist.
Die IV-Stelle ist gestützt auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
J._
, von einer vollen Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht bis zum 1
5.
Mai 2010 ausgegangen.
Laut der Einschätzung von
Dr.
I._
(
Urk.
15/143) ha
ben
gar erst die Aus
schöpfung der
Leistungen der Arbeitslosenversicherung im Dezember 2010 und die damit verbundenen finanziellen Sorgen dazu geführt, dass sich die depres
sive Symptomatik in einem sich einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswir
kenden Ausmass verstärkt hat.
Es ist damit jedenfalls davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitsschaden frühestens im Mai 2010 auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hat. Die Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
G._
vom
2.
September 2010 (
Urk.
15/90/2-3), wonach der Kläger wegen Depression seit Mai 2009 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist,
wurde
sowohl von
Dr.
I._
als auch von
Dr.
J._
nicht bestätigt und die IV-Stelle hat zu Recht nicht darauf abgestellt. Etwas
anderes
ergibt sich auch nicht aus dem Bericht des Psychiatrie-Zentrums
F._
vom 17
. Juni 2009 (
Urk.
2/13), in wel
chem lediglich eine grundsätzlich nicht invalidisierende Anpassungsstörung diagnostiziert wird und zur Arbeitsfähig
keit keine Angaben gemacht werden.
Ausserdem geht aus dem Bericht hervor, dass der stationäre Klinikaufenthalt in erster Linie wegen der psychosozialen Belastungssituation im Zusammenhang mit der Invalidität der Ehefrau notwendig geworden ist.
Eine
Auswirkung des psychischen Leidens auf die Arbeitsfähigkeit
lässt sich damit frühestens ab Mai 2010 annehmen, zu welchem Zeitpunkt der Kläger bei der Beklagten versichert war.
4.5
In Übereinstimmung mit den obenstehenden Erwägungen hat die Beklagte
ihre Leistungspflicht grundsätzlich anerkannt und
für die Zeit von
1.
September 2010 bis zum 2
8.
Februar 2011 Invalidenleistungen für einen Invaliditätsgrad von 100
%
erbracht. Strittig und zu prüfen bleibt die Frage, ob die Beklagte dem Kläger auch ab dem
1.
März 2011 Invaliden
leistungen schuldet.
Wie bereits festgehalten (vgl. E. 1.6) bemisst sich die Versicherungsdeckung in der berufli
chen Vorsorge
nach dem Beschäftigungs
grad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur In
validität geführt hat. Kann die versicherte Person trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im
Umfang
des versicherten
Pensum
s
weiter
arbeiten, besteht kein Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge. Das Risiko Invalidität hat sich lediglich in dem nicht versicherten Anteil einer Voll
zeitbeschäftigung verwirklicht.
Entscheidend ist
die Frage, in welchem Umfang der Kläger bei der Beklagten bei Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit tatsächlich ver
sichert war. Selbst wenn er ohne Gesundheitsschaden hypothetisch einem höheren Arbeitspensum nachgegangen wäre, würde dies nichts daran ändern, dass er
bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
lediglich zu einem 60%-Pensum bei der Beklagten vorsorge
versi
chert war. Immerhin gilt es
in diesem Zusammenhang anzu
merken, dass den Akten zu entnehmen i
st, dass der invaliditätsfremde
Umstand, dass der Klä
ger wegen der Invalidität seiner Ehefrau in grossem Umfang Haushalts- und
Kinderbetreuungsaufgaben
zu erfüll
en hatte, zumindest einen wesentliche
n
Anteil daran hatten, dass eine 100%ige Vermittlungs
fähigkeit vom AWA ver
neint wu
rde. Es lässt sich
somit
nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit feststellen, das
s dem
Kläger
wegen seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
eine reduzierte Vermittlungsfähigkeit bescheinigt wurde und er
deshalb
nur für dieses Teilpensum bei der Beklagten vorsorgeversichert war.
4.6
Mit der Beklagten ist bei einem 60%-Pensum von einem versicherten Verdienst von
Fr.
41‘340.-- auszugehen (12 x
Fr.
3‘445.--, vgl.
Urk.
11/28). Die IV-Stelle hat das Invalideneinkommen auf
Fr.
30‘589.-- festgelegt, was nicht zu bean
standen ist. Es ergibt sich damit in Bezug auf das bei der Beklagten versicherte 60%-Pensum eine Einkommenseinbusse von
Fr.
10
‘751.-- bzw. 26
%.
Damit weist der Kläger keinen anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad mehr auf.
4.7
Im Übrigen ist festzuhalten, dass
bei
depressiven Störungen im mittelgradigen Bereich die invalidisierende Wirkung besonders sorgfältig zu prüfen
ist
. Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbs
unfähigkeit zu bewirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1 mit weiteren Hinweisen). Angesichts der materiellen Beweislast der die Invalidenrente beanspruchenden Person fällt die Anerken
nung einer rentenbegründenden Invalidität nur in Betracht, wenn die Aktenlage ein stimmiges Gesamtbild zeichnet
(vgl. dazu die jüngste Rechtsprechung des Bundesgerichts, 8C_841/2016 vom 30. November 2017, wonach ein struktu
riertes Beweisverfahren durchzuführen wäre). Damit stellte
sich mithin die Frage, ob beim Kläger überhaupt eine im Sinne der Rechtsprechung invalidisie
rende psychische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Kläger ab dem
1.
März 2011 gegen
über der Beklagten keinen Anspruch auf Invalidenleistungen hat, was zur Abweisung der Klage führt.
6
.
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit öffentlichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Bundesgericht der
Suva
und den privaten UVG-Versiche
rern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteient
schädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit öffentlichrechtli
chen Aufgaben zu qualifizie
ren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das
hat grundsätzlich auch für Trä
gerinnen oder Versicherer der beruflichen Vor
sorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis). De
r
Beklagten ist daher keine Par
tei
entschädi
gung zu Lasten des Klägers zuzusprechen.