# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6febcb0-67be-4bc1-9761-3692613886ee
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die KESB Prättigau/Davos (nachfolgend KESB) ordnete mit Entscheid vom 15. Juni 2017 Kindesschutzmassnahmen für Y._, geboren am _ 2014, an. Dagegen liessen dessen Eltern, X.1_/X.2_, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Stephan Mullis, Beschwerde ans Kantonsgericht führen. Mit Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 17 90 vom 17. Januar 2018 wurde der gesamte Entscheid der KESB aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und Neuentscheidung im Sinne der Erwägungen an die KESB zurückgewiesen. In den Erwägungen wurde die KESB unter anderem zur Einholung eines Fachgutachtens angewiesen.
B. Mit Schreiben vom 27. April 2018 teilte die KESB den Parteien mit, dass sie das Abklärungsverfahren in Sachen Prüfung von Kindesschutzmassnahme weiterführen werde. Gleichzeitig gewährte sie X.1_/X.2_ sowie Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher, der für das Verfahren eingesetzte Kindsvertreter, das rechtliche Gehör.
C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. September 2018 [recte: 27. November 2018], mitgeteilt am 28. November 2018, gab die KESB bei Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (spez. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie FMH), ein Gutachten in Auftrag, mit welchem unter anderem geklärt werden sollte, ob die bei X.1_ diagnostizierte Pädophilie bestätigt werden könne und ob sich diese auch auf Jungen beziehe. X.1_/X.2_ liessen gegen diese Verfügung Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben, die mit Entscheid vom 11. März 2019 vollumfänglich abgewiesen wurde (ZK1 18 173).
D. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2018, mitgeteilt am 12. Dezember 2018, ordnete die KESB was folgt an:
1. Für Y._ wird vorsorglich eine Weisung an die Eltern X.1_/X.2_ erlassen (Art. 445 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 307 Abs. 3 ZGB): a. Sie haben im Sinne der Erwägungen aktiv an einem
Paarcoaching in regelmässigen Abständen von maximal acht Wochen mitzuwirken.
b. Als Paarcoach ist eine bisher nicht mit der Familie betraute Fachperson (Psychologe/in oder Psychiater/in) zu bezeichnen.
2. Für Y._ wird vorsorglich eine Weisung an die Mutter X.1_ erlassen (Art. 445 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 307 Abs. 3 ZGB):
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a. zu Zeiten, in denen sie selber abwesend ist und Y._ nicht selber betreuen kann, eine erwachsene Drittperson mit der Betreuung von Y._ zu betrauen und den Vater Y._ nicht alleine betreuen zu lassen;
b. falls die Betreuung zu Hause in Anwesenheit des Vaters stattfinden soll, ist die pädophile Neigung des Vaters gegenüber der erwachsenen Betreuungsperson offenzulegen.
3. Für Y._ wird vorsorglich eine Weisung an die Eltern X.1_/X.2_ erlassen (Art. 445 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 307 Abs. 3 ZGB): Sie haben sich zweimonatlich gemeinsam mit Y._ zum Kinderarzt oder zu einem ausgewiesenen Kinderpsychologen zu begeben zwecks Beobachtung der Interaktion des Kindes mit seinen Eltern. Falls es zu Interaktionsstörungen/ kommt, ist die Erziehungsaufsicht vom Kinderarzt oder Kinderpsychologen umgehend darüber in Kenntnis zu setzen.
4. Für Y._ wird vorsorglich eine Erziehungsaufsicht bestimmt (Art. 445 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 307 Abs. 3 ZGB), der die Eltern sowie mit der Beratung der Familie beauftragte Fachstellen Auskunft zu erteilen und Einblick in folgende Bereiche zu gewähren haben:
a. Durchführung des Paarcoachings, erreichte Coachingziele, Einschätzung über Veränderungen im Coaching durch die therapeutische Fachperson, Einholen von Coachingberichten beim/bei der gewählte/n Therapeuten/in;
b. Angaben wer die externe Betreuungsperson für Y._ ist, wenn X.1_ ihn nicht selber betreuen kann und mit der Betreuungsperson Kontakt aufzunehmen, um abzuklären, ob sie über die bestehende Pädophilie von X.1_ informiert wurde. Auch hat sie bei der Betreuungsperson Auskunft zu erhalten, wie oft und in welchen Konstellationen Y._ von ihr betreut wird (Ort, Zeit, Häufigkeit, Anwesende);
c. Austausch mit dem Kinderarzt oder dem ausgewiesenen Kinderpsychologen, der Y._ und die Eltern alle zwei Monate anlässlich von Interaktionsterminen sieht. Einholen von Berichten, Austausch über Veränderungen im Verhalten von Y._ und X.1_/X.2_ sowie über die kindliche Entwicklung.
5. Die Kosten im Verfahren zur Prüfung der Anordnung von Kinderschutzmassnahmen werden vorläufig beim Verfahren belassen.
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## Considerations