# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11fabdcb-9af3-5827-a2ce-7dc889304758
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit Gesamtbauentscheid vom 14. März 2011 erteilte das Bauinspektorat der Stadt
Bern der Beschwerdeführerin eine Baubewilligung für die Gesamtsanierung der
RA Nr. 110/2016/23 2
Liegenschaft an der E._strasse 64 auf der Parzelle Bern 3 (F._)
Grundbuchblatt Nr. G._. Während der Ausführung des Bauvorhabens begann die
Beschwerdeführerin mit der Planung der Umgebungsgestaltung. Am 21. September 2012
stellte sie beim Stadtplanungsamt eine Voranfrage für die Errichtung eines Pflanzentrogs.
Mit E-Mail vom 25. September 2012 stellte das Stadtplanungsamt die Bewilligung des
Umgebungsgestaltungsplans in Aussicht. Am 3. Oktober 2013 stellte das Bauinspektorat
der Stadt Bern fest, dass die Beschwerdeführerin ohne Baubewilligung strassenseitig vier
neue Autoabstellplätze sowie einen neuen Pflanzentrog erstellt hatte. Es forderte sie daher
auf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.
Am 25. Oktober 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein nachträgliches Baugesuch ein.
Das Bauinspektorat machte die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 14. November
2013 darauf aufmerksam, dass beim Neubau der Liegenschaft in den Jahren 1971 und
1972 entlang der E._strasse keine Abstellplätze für Fahrzeuge bewilligt worden
seien. Der Pflanzentrog, der 1972 in der Baubewilligung für eine Laborantenschule
genehmigt worden sei, müsse als Abbruch in den Umgebungsplan eingetragen werden.
Das Bauinspektorat gab der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Verbesserung des
Baugesuchs und zur Einreichung eines Ausnahmegesuchs für das Bauen im Vorland. Am
6. Januar 2014 reichte die Beschwerdeführerin ein überarbeitetes Baugesuch ein. Das
Bauvorhaben wurde darin wie folgt umschrieben: "Vier Parkplätze zwischen Strasse und
Grünzone (Situation wie vor der Sanierung). Neuer Pflanzentrog". Am 10. Januar 2016
reichte sie ein Ausnahmegesuch für die Erstellung der Autoabstellplätze ein und machte
das Bauinspektorat darauf aufmerksam, dass zwischen der Stadt Bern und ihr ein
Mietvertragsverhältnis für einen der vier Autoabstellplätze bestehe. Infolgedessen überwies
das Bauinspektorat das Verfahren am 30. Juli 2015 dem Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland zur weiteren Bearbeitung.
Mit Gesamtbauentscheid vom 25. Januar 2016 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland dem Bauvorhaben den Bauabschlag und verfügte die Entfernung der bereits
erstellten Autoabstellplätze innert zwei Monaten seit Rechtskraft des Entscheides.
Bezüglich Pflanzentrogs verzichtete es auf die Wiederherstellung.
2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2016 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) ein. Sie beantragt die Aufhebung des
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Bauabschlags vom 25. Januar 2016 sowie die Genehmigung der Projektänderung in
Bezug auf die Autoabstellplätze vom 23. Februar 2016, die sie zeitgleich mit der
Beschwerde bei der BVE einreichte. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, der
Bauabschlag sei mangelhaft eröffnet worden, die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör
verletzt und die Wiederherstellungsverfügung sei aufgrund der Einreichung einer
bewilligungsfähigen Projektänderung hinfällig geworden.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, beteiligte die
Grundeigentümerinnen der Liegenschaft von Amtes wegen am Verfahren, edierte die
Akten und führte den Schriftenwechsel durch. In seiner Vernehmlassung vom 8. März 2016
nimmt das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland Stellung zur Beschwerde, stellt aber
keinen ausdrücklichen Antrag. Die von Amtes wegen am Verfahren Beteiligten 1 und 2
schliessen sich gemäss ihrem gemeinsamen Schreiben vom 15. März 2016 den
Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin an. Das Bauinspektorat der Stadt Bern beantragt
in seiner Beschwerdeantwort vom 1. April 2016, der Bauentscheid sei zu bestätigen.
Eventualiter sei die Wiederherstellungsverfügung bezüglich der Parkplätze aufzuheben und
die Längsparkierung gemäss Projektänderung vom 23. Februar 2016 zu verfügen.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist der Bauabschlag mit Wiederherstellungsverfügung des
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 25. Januar 2016. Bauentscheide und
baupolizeiliche Verfügungen können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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der BVE angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG2). Die BVE ist somit
für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Zur Baubeschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen
ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Zur
Beschwerde gegen die Wiederherstellung ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG3). Die
Beschwerdeführerin, deren nachträgliches Baugesuch abgewiesen wurde und die
Adressatin der Wiederherstellungsverfügung ist, ist durch den vorinstanzlichen Entscheid
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 und
Art. 49 Abs. 1 BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2
VRPG). Die BVE tritt daher auf die Beschwerde ein.
2. Adressatin der Wiederherstellungsverfügung
a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Bauabschlag mit
Wiederherstellungsverfügung hätte nicht nur ihr als Baugesuchstellerin, sondern auch den
Grundeigentümerinnen der Liegenschaft eröffnet werden müssen. Der Bauabschlag sei
daher nichtig und aufzuheben.
b) Nach Artikel 46 Abs. 2 BauG ist die Wiederherstellungsverfügung an die
Grundeigentümerin oder den Grundeigentümer beziehungsweise die Inhaberin oder den
Inhaber des Baurechts zu richten, die oder der zur Zeit des Erlasses der Verfügung im
Grundbuch eingetragen ist. "Diese gesetzliche Regel ist auf den Normalfall zugeschnitten,
in dem die widerrechtlich handelnde Bauherrschaft auch Eigentümerin oder
Baurechtsinhaberin des Baugrundstücks ist. Sind Bauherrschaft und
Grundeigentümer/Baurechtsinhaber nicht identisch und ist die Rechtwidrigkeit auf ein
Handeln der Bauherrschaft zurückzuführen, so empfiehlt es sich, (...) die
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Wiederherstellungsverfügung an beide zu richten. (...) Wird nur gegen einen von zwei oder
mehreren Störern die Wiederherstellung verfügt, so ist diese Verfügung nicht rechtswidrig
oder nichtig; allenfalls bedarf es aber einer weiteren Verfügung gegen die übrigen Störer,
damit die Wiederherstellungsverfügung durchgesetzt werden kann."4 Zudem steht der BVE
aus Gründen der Prozessökonomie die Möglichkeit offen, im Falle einer Beschwerde
gegen die Wiederherstellungsverfügung die Grundeigentümerschaft von Amtes wegen in
das Verfahren einzubeziehen.5
c) Die Beschwerdeführerin trat im nachträglichen Baubewilligungsverfahren als
Baugesuchstellerin und als Alleineigentümerin der Parzelle Nr. G._ auf: Sie füllte
im nachträglichen Baugesuch vom 6. Januar 2014 die Rubrik "Grundeigentümerin,
Grundeigentümer" nicht aus und unterzeichnete es nicht nur als Bauherrschaft, sondern
auch als Grundeigentümerin. Auch auf dem Eigentümerverzeichnis war sie als
Alleineigentümerin der Liegenschaft aufgeführt. Die Vorinstanz behandelte sie folglich zu
Recht als Partei und adressierte den Bauentscheid mit Wiederherstellungsverfügung an sie
als Baugesuchstellerin und Verhaltensstörerin. Da die Beschwerdeführerin die zuständigen
Behörden nicht über den Grundeigentümerwechsel informierte, beteiligte die Vorinstanz die
neuen Grundeigentümerinnen irrtümlicherweise nicht am Wiederherstellungsverfahren.
Diesen nicht schwerwiegenden Mangel hat die BVE behoben, indem sie die neuen
Grundeigentümerinnen von Amtes wegen am Beschwerdeverfahren beteiligt hat.
3. Rechtliches Gehör
a) Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Sie habe die
Durchführung eines Augenscheins zur Abklärung der Verkehrssicherheit in Bezug auf die
örtlichen Begebenheiten beantragt. Die Vorinstanz habe weder den von ihr beantragten
Augenschein durchgeführt noch den Antrag im Gesamtbauentscheid begründet
abgewiesen.
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 12, mit weiteren Hinweisen 5 BVR 2008 S. 261 E. 3.4.1
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Die Vorinstanz weist in ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2016 darauf hin, dass im vor-
instanzlichen Verfahren ein starkes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit gerichtet
worden sei. Gestützt auf diverse Fotos und Beschriebe in den Akten sowie eine detaillierte
Stellungnahme der Strassenaufsichtsbehörde der Stadt Bern sei der Sachverhalt
ausführlich festgestellt worden. Sie habe dies der Beschwerdeführerin signalisiert, indem
sie ihr vor Ausstellen des Entscheids Gelegenheit gegeben habe, abschliessende
Bemerkungen einzureichen. Die Beschwerdeführerin habe in ihren Schlussbemerkungen
vom 11. Dezember 2015 denn auch keine wesentlichen neuen Fakten zur Sachlage
geltend gemacht.
b) Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die
Beweisanträge der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet aber die Behörden, die von den Parteien angebotenen
Beweise abzunehmen, sofern diese für die Klärung des Sachverhalts nötig sind. Wenn die
Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, die
vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhalts
oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.6
Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine Begründung enthalten. Eine
Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht
anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde
muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit
den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.7
c) Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz den Beweisantrag der Beschwerdeführerin
zur Durchführung eines Augenscheins implizit abgelehnt. Aufgrund einer antizipierten
Beweiswürdigung kam sie zum Schluss, dass die Sachlage in diesem Punkt im Rahmen
des vorinstanzlichen Verfahrens hinreichend abgeklärt worden war. Es liegt diesbezüglich
keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor.
6 BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen 7 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5
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d) Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Vorinstanz habe sich im
Gesamtbauentscheid vom 25. Januar 2016 nicht mit ihrem Vorbringen bezüglich der
Festlegung der Baulinie auseinandergesetzt.
Aus dem Situationsplan vom 1. Oktober 2010 geht hervor, dass entlang der
E._strasse eine Baulinie verläuft. Diese wurde in der Überbauungsordnung
F._ planerisch und somit auch grundeigentümerverbindlich festgelegt.8 Die
Überbauungsordnung ist in Rechtskraft erwachsen (Genehmigung durch das Amt für
Gemeinden und Raumordnung am 20. Februar 1990). Die von der Beschwerdeführerin
vorgebrachte Rüge in Bezug auf die Festlegung der Baulinie hätte bereits im Verfahren
zum Erlass der Überbauungsordnung vorgebracht werden müssen. Im Baubewilligungs-
und im jetzigen Baubeschwerdeverfahren ist sie verspätet und bildet somit nicht
Gegenstand des Verfahrens. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland hat sich somit
zu Recht nicht mit dieser Rüge auseinandergesetzt.
e) Zusammenfassend steht fest, dass das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland den
Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat.
4. Pflanzentrog
a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, Gegenstand des nachträglichen
Baubewilligungsverfahrens seien lediglich die vier Autoabstellplätze, nicht jedoch die
Errichtung eines neuen Pflanzentrogs. Sie habe sich bereits ausserhalb des Verfahrens mit
dem Bauinspektorat der Stadt Bern über die Umgebungsgestaltung einigen können.
b) Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der Abbruch des bisherigen
und die Erstellung eines neuen Pflanzentrogs Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Dies geht sowohl aus der Umschreibung des Baugesuchs als auch aus den Projektplänen
hervor. Es ist zudem weder aktenkundig noch von der Beschwerdeführerin hinreichend
8 Überbauungsordnung F._, Nr. 97, bestehend aus dem Quartierplan und den Überbauungsvorschriften, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) genehmigt am 20.02.1990, mit diversen Änderungen
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dargetan oder belegt, dass zwischen dem Bauinspektorat und ihr eine Einigung in Bezug
auf die Umgebungsgestaltung vorliegt. Es liegt lediglich eine zustimmende E-Mail des
Stadtplanungsamts vor. Im Übrigen waren der Abbruch des bisherigen und die Errichtung
eines neuen Pflanzentrogs auch nicht Gegenstand des Baubewilligungsverfahrens zur
Gesamtsanierung der Liegenschaft im Jahr 2011. Sofern die Beschwerdeführerin davon
ausgeht, die vom Stadtplanungsamt in Aussicht gestellte Genehmigung des
Umgebungsgestaltungsplans stelle eine rechtskräftige Bewilligung dar, ist ihr
entgegenzuhalten, dass aus der Beantwortung von Voranfragen in Baupolizeisachen keine
rechtliche Bindungen erwachsen.9 Die Beschwerdeführerin kann somit aus der Auskunft
des Stadtplanungsamts nichts zu ihren Gunsten ableiten.
c) Gemäss Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG ist im nachträglichen Baubewilligungsverfahren
zu prüfen, ob das Bauvorhaben wenigstens teilweise bewilligt werden kann. Diese Prüfung
hat die Baubewilligungsbehörde von Amtes wegen vorzunehmen.10
Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz das nachträgliche Baugesuch vollumfänglich
abgewiesen. In ihren Erwägungen hat sie sich jedoch einzig mit den vier Autoabstellplätzen
auseinandergesetzt. Zum neuen Pflanzentrog hat sie lediglich festgehalten, dass auf die
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands verzichtet werden könne. Warum er nach
Auffassung der Vorinstanz nicht bewilligungsfähig ist, lässt sich dem Entscheid nicht
entnehmen. Aufgrund der Auskunft des Stadtplanungsamtes vom 25. September 2012
erscheint eine Bewilligung des neuen Pflanzentrogs nicht als ausgeschlossen. Auch aus
den Vorakten gehen keine Hinweise auf eine allfällige Baurechtswidrigkeit hervor. Aus
diesem Grund ist die angefochtene Verfügung aufzuheben, soweit sie den Pflanzentrog
betrifft.
d) Es ist nicht Sache der BVE als Beschwerdeinstanz, das Baubewilligungsverfahren
betreffend Abbruch des bisherigen und zur Erstellung des neuen Pflanzentrogs
durchzuführen, zumal bisher keine Bekanntmachung des Gesuchs erfolgt ist. Die
Baubewilligungsakten werden deshalb insoweit an die Vorinstanz zur Fortsetzung des
nachträglichen Baubewilligungsverfahrens zurückgewiesen (Art. 72 Abs. 1 VRPG).
9 BGE 117 Ia 290 10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 14 N. 14
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5. Autoabstellplätze
a) Unbestritten ist, dass die vier Autoabstellplätze im Vorlandbereich nicht bewilligt sind.
Ebenfalls unbestritten ist, dass diese seit mehr als fünf Jahren bestehen. Die Vorinstanz
hat in ihrem Entscheid vom 25. Januar 2016 aus Gründen der Verkehrssicherheit die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bezüglich der Parkplätze verfügt.
b) Laut Art. 43 BewD11 können die Baugesuchsteller während der Hängigkeit eines
Baubewilligungsverfahrens oder eines nachfolgenden Beschwerdeverfahrens vor der BVE
eine Projektänderung einreichen. Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Baubeschwerde vom
25. Februar 2016 eine Projektänderung eingereicht, um den Einwänden der Vorinstanz
betreffend Verkehrssicherheit Rechnung zu tragen. Das Bauvorhaben sieht neu anstelle
der vier Autoabstellplätze nur noch zwei Längsparkplätze vor, die vollständig auf dem
Grundstück Gbbl. Nr. G._ an der E._strasse 64 zu liegen kommen.
Nach Art. 43 Abs. 3 BewD ist die BVE befugt, die Sache nach Eingang der
Projektänderung zur Weiterbehandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Da das
Baubewilligungsverfahren ohnehin zur Fortsetzung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird,
erscheint es als unzweckmässig, wenn die BVE die Projektänderung und ihre
Auswirkungen auf eine allfällige neue Wiederherstellungsverfügung selber beurteilt. Eine
Rückweisung ohne materielle Beurteilung der Rügen der Beschwerdeführerin führt hier
nicht zu einem unnötigen Verwaltungsaufwand. Die Sache wird deshalb ebenfalls an das
Regierungsstatthalteramt zur Weiterbehandlung zurückgewiesen.
c) Das geänderte Projekt tritt an die Stelle des ursprünglichen Bauprojekts. Das heisst,
dass mit der Einreichung einer Projektänderung das ursprüngliche Gesuch im Umfang der
Änderung als zurückgezogen gilt. Der angefochtene Entscheid wird aus prozessualen
Gründen aufgehoben, weil ihm im Umfang der Projektänderung die Grundlage entzogen
11 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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worden ist. Insoweit ist die hängige Beschwerde gegenstandslos geworden.12 Die
Beschwerdeführerin hat also bezüglich der Autoabstellplätze auf ihr ursprüngliches
Bauvorhaben verzichtet. Dieses steht nicht mehr zur Diskussion. Gegenstand des
Verfahrens bildet nur noch das geänderte Projekt.
6. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Diese wird festgesetzt auf Fr. 600.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG,
Art. 19 Abs. 1 GebV13). Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt,
es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder
die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108
Abs. 1 VRPG). Wer ein Gesuch, eine Klage oder ein Rechtsmittel zurückzieht, den
Abstand erklärt oder auf andere Weise dafür sorgt, dass das Verfahren gegenstandslos
wird, gilt als unterliegende Partei (Art. 110 Abs. 1 VRPG).
Die Beschwerdeführerin hat ihr Projekt bezüglich der Autoabstellplätze geändert, um den
Einwänden der Vorinstanz betreffend Verkehrssicherheit Rechnung zu tragen. Sie gilt
insofern als unterliegend, als die Beschwerde in diesem Punkt durch die Projektänderung
gegenstandslos geworden ist. Bezüglich der Rüge zum Pflanzentrog gilt die
Beschwerdeführerin als obsiegend, da die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die
Vorinstanz zurückgewiesen wird. Unter diesen Umständen hat die Beschwerdeführerin
lediglich die Hälfte der Verfahrenskosten, ausmachend Fr. 300.00, zu tragen. Die von
Amtes wegen am Verfahren Beteiligten haben keine eigenen Anträge gestellt und werden
daher nicht kostenpflichtig.14 Da der Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden
können (Art. 108 Abs. 2 VRPG), wird die andere Hälfte nicht erhoben.
b) Bei diesem Verfahrensausgang erscheint es als gerechtfertigt, die Parteikosten
entsprechend den Verfahrenskosten zu verlegen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Das
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 32-32d N. 13c mit weiteren Hinweisen 13 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21). 14 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 3
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Regierungsstatthalteramt, das die Bewilligungsfähigkeit des Pflanzentrogs nicht geprüft
hat, hat der Beschwerdeführerin daher die Hälfte ihrer Parteikosten zu ersetzen. Die von
Amtes wegen am Verfahren Beteiligten haben keinen Anspruch auf Parteientschädigung,
da sie keine eigenen Anträge gestellt haben.15
Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden
Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV16 beträgt das Honorar in
verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.00 bis Fr. 11'800.00 pro Instanz.
Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG17). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als
unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein
Beweisverfahren durchgeführt wurde. Angesichts des Umfangs des nachträglichen
Baugesuchs und den umstrittenen Rechtsfragen sind auch die Bedeutung der Streitsache
und die Schwierigkeit des Prozesses insgesamt als unterdurchschnittlich einzustufen.
Daher erscheint ein Honorar von Fr. 3'000.00 als angemessen. Unter Berücksichtigung der
Auslagen von Fr. 136.00 und der Mehrwertsteuer von Fr. 250.90 werden die Parteikosten
deshalb auf Fr. 3'386.90 festgesetzt. Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin deshalb
einen Parteikostenersatz in der Höhe von Fr. 1'693.45 zu bezahlen.