# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 23cd123c-3215-4779-b9f4-9147ed5a174c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1967,
verheiratet,
absolvierte in Serbien das Gym
nasium und
verfügt über keine berufliche Ausbildung (
Urk. 7/11 S. 1, S. 3 und S. 6
).
1993 erfolgte
die Einreise in die Schweiz (Urk. 7/11 S. 3).
Am
15
.
Juni
20
10
meldete er sich
unter
Hinweis
auf Herzprobleme
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
11
). Nach medizinischen und erwerblichen Ab
klärungen sprach
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
dem
Versicherten
mit Verfügung vom
21
.
September
20
10
(Urk.
7/43)
gestützt au
f einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente mit Wirkung ab 1.
Dezem
ber 2010 zu.
Mit Mitteilung der IV-Stelle vom
15
.
Oktober
2012 (Urk. 7
/
54
)
wurde die
Rente
–
ge
stützt auf medizinische und erwerbliche Abklärungen –
revisionsweise
bestä
-
tigt
.
Im Rahmen eines im
Oktober
201
4
von
Amtes wegen initiierten Revisions
ver
fahrens
(vgl. Urk. 7/8
5
S. 1)
tätigte die IV-Stelle medizinische
sowie erwerbliche
Abklärungen
und veranlasste ein
kardiologisches
Gutachten
bei
Dr. med.
Y._
,
Spezialarzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin,
welches am
15
.
Juni
2015 (Urk. 7
/
83
/1-22
) erstattet wurde.
Dem Versicherten wurde mit Vorbescheid vom
8
.
Juli
2015 die Aufhebung der Re
nte in Aussicht gestellt (Urk. 7
/
86
)
.
Nach Ein
wand
tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen und holte unter anderem
ein
o
to-
rhino-laryngologisches
Gutachten
bei
Dr. med.
Z._
, Spezial
arzt für Ohren-Nasen-Halskrankheiten,
vom 21. April 2016 (Urk. 7/109) sowie ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med.
A._
, Psychiatrie und Psycho
therapie,
vo
m 20. Mai 2016 (Urk. 7/110) ein. Am
13.
Juli 2016 (Urk. 7/114)
nahm
der Beschwerdeführer
Stellung
zu den Gutachten
.
Mit Verfügung vom
19
. Juli
2016
(Urk. 2)
hielt die IV-Stelle an der angekündigten Renteneinstellung fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
4
. September 2016 Beschwerde (Urk. 1) mit
dem
Antrag
(S. 2), es sei die
angefochtene
Verfügung
in Bestätigung
der
bis
herigen ganzen Invalidenrente
aufzuheben
.
Die IV-Stelle beantragte
a
m 2
4
. Oktober 2016 (Urk.
6
) die Abweisung der Be
schwerde
,
was dem
Versicherten
a
m 26. Oktober 2016 (Urk. 8) zur Kenntnis ge
bracht wurde.
Mit
Eingaben
vom
2
4.
und 2
8.
Februar
2017 (Urk.
9 und Urk. 11
)
reichte
der
Ver
sicherte
weitere medizinische Berichte nach (Urk. 10 und Urk. 11)
.
Am 15. März
2017 (Urk. 14) verzichtete
die IV-Stelle
auf eine Stellungnahme, was dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 20. März 2017 (Urk. 15) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglich
e
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit
Zuspre
-
chung
der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
-
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den
Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V
131
E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
lichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothe
tischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Be
gut
ach
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundes
gerichts
8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenaufhebende Verfügung vom
19
. Juli
2016 (Urk. 2)
damit, dass
sich der Gesundheitszustand des
Beschwerde
führer
s soweit verbessert habe, dass von einer 100
%
igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Januar 2014
ausgegangen werden könne.
Da der Invaliditätsgrad mit 14
% unter 40
% liege, bestehe kein Rentenanspruch mehr
(S. 2)
.
Das
psychische Leiden sei behandelbar und könne unter einer adäquaten psychiatrischen Behandlung verbessert werden. Es könne deshalb nicht berück
sichtigt werden. Der kardiale Gesundheitszustand habe sich eindeutig verbessert
(S. 3)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte
in seiner Beschwerde vom
14
. September 2016 (Urk. 1)
vor
, dass
bezüglich der kardiologischen Leiden nicht von einer anhalten
den wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden könne (S. 5). Die festgestellte Verbesserung
sei nur vorübergehender Natur. Nach
gängige Berichte des
B._
belegten, dass sich die Situation in kardiologischer Hinsicht inzwischen wieder verschlechtert habe. Die
link
sven
trikuläre Ejektionsfraktion entspreche wieder derjenigen nach der operativen Versorgung mit einem Herzschrittmacher vor Zusprechung der ganzen Invaliden
rente. In kardiologischer Hinsicht seien die Voraussetzungen für eine Renten
revision somit nicht gegeben. Zusätzlich zu den invalidisierenden Herzproblemen sei eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50 % hinzugekommen. Nicht plausibel sei das Gutachten
von Dr.
A._
insoweit, als sich die psychische Erkrankung unter fachgerechter Therapie innert ku
rzer Zeit soweit therapieren la
sse, dass unter diesem Gesichtspunkt keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege
(S. 5)
.
2.3
Umstritten ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise
verbessert
hat
und falls ja, ob er immer noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
3.1
Für die Frage der Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung sind die aktuellen ge
sund
heitlichen Verhältnisse zu vergleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeit
punkt des Erlasses der rentenbestätigenden Mitteilung vom 15. Oktober 2012 (Urk. 7/54) gezeigt haben. Diese beruhte auf aktuellen Berichten der behandeln
den Ärzte und einer detaillierten Beurteilung des RAD (Urk. 7/53), womit eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung vorlag.
3
.
2
PD
Dr.
med.
P._
, leitender Arzt,
und Dr.
med.
Q._
, Assistenzarzt, Abtei
lung für Kardiologie am
B._
,
stellte
n
in
ihrem
regulären Verlaufs
kontrollbericht
vom
10
.
April
20
12
(Urk.
7/51
/
11-13
)
folgende Diagnose
n
:
-
Dilatative
Kardiomyopathie, Erstdiagnose April 2010
-
differentialdiagnostisch idiopathisch, Status nach Myokarditis
-
keine relevante Koronarsklerose (
Koro
vom 22. April 2010)
-
Status nach Implantation eines ICD/CRT-Devices am 20. Juli 2010
-
normal dimensionierter linker Ventrikel mit schwer eingeschränkter systolischer Funktion (Ejektionsfraktion visuell ca. 25-30
%) ohne region
ale Motilitätsstörungen (
transthorakale Echokardiographie
vom
21. März 20
12)
-
Nikotinabusus, kumulativ 25
py
Sie berichteten unter anderem, dass gegenüber der Voruntersuchung vom 9. Mai 2011 der Zustand
plusminus
unverändert sei. D
as Belastungselektrodiagramm vom 10. April 2012 habe
bei einer
Belastung während
4 Minuten auf maximal 60 Watt
39,5
% des Solls von 152
Watt nach
C._
ergeben. Bei einer s
uboptimale
n Compli
ance
sei
keine objektivierbare Aussage über VO2
(maximale Sauerstoffaufnahme)
möglich gewesen. Die körper
liche Leistungsfähigkeit sei dennoch deutlich eingeschränkt.
PD
Dr.
P._
und Dr.
Q._
sahen
den
Beschwerdeführer im Rahmen d
er geplanten Gross
kontrolle bei bekannter
dilatativer
Kardiopathie mit schwer eingeschränkter systolischer Funktion.
Anhaltspunkte einer pulmonalen Drucksteigerung
hätten
nicht vor
gelegen
. Visuell
habe
keine relevante
Dyssynchronie
bestanden
. Im Vordergrund stehe für den Beschwerdeführer weiterhin ein starker
orthostatischer
Schwindel.
Zur Arbeitsfähigkeit
äusserten sie sich nicht.
3
.3
Dr. med.
U._
,
Fachärztin
für
innere Medizin
,
Vertrauensärztin SGV, zertifizierte Gutachterin SIM,
regional
er
ärztlicher Dienst (RAD),
stützte sich in ihrer
Stellungnahme vom
8
.
Oktober
201
2 (Urk. 7
/
53/2-3)
auf
die Einschätzung der Kardiologie des
B._
. Anhand
dieser
könne
von einem unver
än
derten Gesundheitszustand bei einer
bekannten
dilatativen
Kardiomyopathie ausgegangen werden. Echokardiographisch zeige sich die linksventrikuläre Funk
tion mit einer aktuellen Ejektionsfraktion von 25
% zwar allenfalls leicht ver
bessert, jedoch sei der Beschwerdeführer nur eingeschränkt untersuchbar
gewe
-
sen
. Da die Belastbarkeit im Belastungstest mit 35
% unverändert
sei
, sei medi
zinisch somit von einem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen. Damit sei er weiterhin zu 100
% arbeitsunfähig für jegliche Erwerbstätigkeiten. Weitere Abklärungen seien n
icht notwendig. Sie empfa
hl
eine medizinische Neubeur
tei
lung
nach
2 Jahren.
4
.
4
.1
Die rentenaufhebende Verfügung vom
19
. Juli 2016 (Urk. 2) beruhte
im Wesent
lichen
auf nachstehenden medizinischen Berichten.
4
.2
Dr.
Y._
nannte in
seinem
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
kardiologischen Gutachten vom 15. Juni 2015 (Urk. 7/83) folgende
kardiolo
gi
-
schen
Diagnose
n (S.
15
)
:
-
dilatative
Kardiomyopathie am
ehesten idiopathischer Genese/
Er
stdiag
nose April 2010 (bei ausgeprägt verminderter li
nksventrikulärer Funktion; Ejek
tionsfraktion 20 %, Norm
≥
55 %)
-
Status nach Koronarangiographie am 22. April 2010: keine relevante Koronarsklerose
-
Status nach Implantation eines ICD/CRT-Devices am 20. Juli 2010
-
aktuell: leicht- bis
mässiggradig
eingeschränkte linksventrikuläre Funk
tion (Ejektionsfraktion 40
%, Norm
≥
55
%), keine Anhaltspunkte für e
ine pulmonal-arterielle Hypertoni
e
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren: chronischer Nikotinkonsum
,
Adipositas
Dr.
Y._
berichtete, d
ie kardiale Situation sei absolut stabil. Die diversen vor
getragenen Beschwerden dürften nur zu einem geringen Teil kardiovaskulär bedingt sein. So führe die Herzsituation sicher zu einer bestimmten Anstren
gungs
dyspnoe. Auch k
önn
e er bestimmte
orthostatische
Beschwerden nicht
aus
-
schliesse
n
. Doch das Gros der vorgetragenen Beschwerden sei nicht kardialer Genese. Ein Hauptsymptom bildeten Schwindelzustände. Der Beschwerdeführer habe diese auf verschiedene Art und Weise geschildert. Es sei nicht klar, ob allenfalls auch ein peripher-vestibulärer Schwindel vorliege. Auch
sei
nicht klar
,
ob
der
Beschwerdeführer wirklich solche gastrointestinalen Symptome
habe,
wie er
angebe
.
Wie stark er
selber der Überzeugung
sei,
dass er auch jetzt noch
schwer herzkrank sei
,
vermöge er
nicht zu beurteilen. Falls dies der Fall
sei
, so wäre
ihm von ärz
tl
icher Seite her zu vermitteln, dass er wohl eine bedeutende Herzkrank
heit
habe
, dass diese aber
zurzeit
absolut stabil
sei
, dass er
zurzeit
auch keine Zeichen einer
Herzinsuffizienz
habe,
und dass er einen guten Schutz durch das ICD/CRT-Gerät
habe
.
Auch wäre ihm beizubringen, dass andere Leute, welche eine solche
Herzinsuffizienz hätten
, problemlos arbeiten könn
t
en
(S. 16).
Im Weiteren
stellte
Dr.
Y._
fest
, dass es im Verlauf der Jahre sukzessive zu einer Verbesserung der linksventrikulären Funktion gekommen sei. Während initial (Frühling und Sommer 2010) noch von einer Ejektionsfraktion (EF) von 20 % oder sogar 10-15 % (Norm
>
55 %)
geschrieben worden sei,
so fi
nde man im März 2012 gemäss Bericht vom 21. März 2012 des
B._
bereits eine EF von ca. 25-30 % und im Bericht vom 11. März 2015 vom
B._
eine EF von 35-40 % beziehungsweise von 40 % (in der Beurteilung). Bei der von ihm vorgenommenen Echokardiographie finde sich ebenfalls eine EF von 40
%, was nur einer leicht- bis
mässiggradig
eingeschränkten linksventrikulären Funk
tion entspreche. Auch sei beispielsweise der linke Ventrikel nicht dilatiert, wie dies bei einer deutlichen Form von
dilatativer
Kardiomyopathie im Allgemeinen der Fall sei. Ferner fänden
sich auch keine Zeichen einer pulmonal-arteriellen Hypertonie. Im Übrigen seien auch die Klappenfunktionen normal. Das heisse, die kardiale Situation sei im Vergleich zum Frühling und Sommer 2010 komplett anders, das heisse signifikant besser, dies dank des ICD/CRT-Systems und dank der konsequenten Einnahme der Herzinsuffizienztherapie. Auch sei zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer nie relevante
Rhythmusstörungen aufgewiesen habe. Er habe den Beschwerdeführer bezüglich Symptomen befragt, welche für eine Herzinsuffizienz sprechen würden, sie seien negativ beantwortet worden. Das heisse, der Beschwerdeführer schlafe flach. Er
weise
also keine
Orthopnoe
auf, habe anamnestisch keine geschwollenen Beine und bei der klinischen
Unter
-
suchung
fänden sich ebenfalls überhaupt keine Zeichen von Herzinsuffizienz (S. 17).
Aus kardiologischer und internistischer Sicht bestehe für körperlich schwer be
lastende und körperlich mittelschwer belastende Arbeiten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit. Für körperlich nicht oder für körperlich nur leicht belastende Arbei
ten bestehe andererseits eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Für die frühere berufl
iche Tätigkeit als Maler bestehe
eine ca. 30%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dürfte auch für die nahe und mittlere Zukunft gelten. Wie die Arbeitsfähigkeit rückwirkend einzustufen sei, sei nicht einfach auszusagen. Die Beurteilung dürfe r
ückwirkend vielleicht seit dem
1. Januar 2014 gelten. Eine Beurteilun
g der Arbeitsfähigkeit vor dem
1. Januar 2014 vermöge er nicht vorzu
nehmen (S. 16).
Alle anderen nicht
kardialen von Dr.
Y._
erwähnten Beschwer
debilder verursachten seiner Meinung nach keine weitere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (S. 18).
Dr.
Y._
stellte fest, dass es sich
um eine eindeutige Verbesseru
ng
des Gesund
heitszustandes
beziehungsweise
um eine eindeutige Verbesserung des kardialen
respektive
kardiovaskulären Zustandes
handle
. Und die bisher ausgesprochene Arbeitsunfähigkeit
habe
sich ja immer auf die kardiale
beziehungsw
ei
se
kardio
vaskuläre
Situation bezogen. Die aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei also nicht einfach eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts (S. 19 f.).
4
.3
Dr. med.
F._
, Assistenzärztin, und Dr. med.
G._
,
Fachärztin für Kardio
logie und innere Medizin FMH,
Oberärztin
mit erhöhter Verantwortung,
B._
,
nannte
n
in ihrem Bericht zur ICD-Nachkontrolle vom 25. Januar
2016 (Urk. 7/105/6-8
) folgende Diagnose
n (S.
2
)
:
1.
dilatative
Kardiomyopathie
Erstdiagnose April
2010
-
differentialdiagnostisch idiopathisch, Status nach Myokarditis
-
keine relevante Koronarsklerose
(
Koronarangiographie 2
2.
April 2010
)
-
primärprophylaktische
ICD/CRT-
Implantation
20. Juli 2010
-
normal dimensionierter linker Ventrikel mit mittelschwer
einge
-
schr
änk
ter
linksventrikulärer Ejek
tionsfraktion (35-40 %)
, Echokardio
-
graphie Januar 2016
-
rezidivierende Präsynkopen, differentialdiagnostisch
vasovagal
,
ortho
statisch
,
rhythmogen
, im R
ahmen
Diagnose 3
2.
Paroxysmale nächtliche Dyspnoe
-
differentialdiagnostisch im Regelfall Diagnose 1; differential
diagnos
tisch
Obstruktives Schlafapnoe Syndrom
, funktionell
im R
ahmen
Diag
nose 3
3.
Depression
Sie stellten fest, dass die Doppler-Echokardiographie ein
en
normal dimensio
nierten linken Ventrikel mit mittelschwer eingeschränkter Auswurffraktion (Ejektionsfraktion visuell 35-40 %), eine diffuse
Hypokinesie
, eine diastolische Dysfunktion Grad I sowie normale Dimensionen der Vorhöfe ergeben habe. Der rechte Ventrikel habe mit erhaltener longitudinaler Funktion und normalen Dimen
sionen festgestellt werden können. Es zeigten sich keine relevanten
Klappen
vitien
, keine Hinweise auf eine relevante pulmonale Drucksteigerung, kein
Perikarderguss
. Die
Vena
cava
inferior sei nicht dilatiert. Bei der CRT-D-Kontrolle hätten sich normale
Funktionen
des CRT-D-Systems mit normalen und stabilen Messwerten für
Sensing
, Reizschwelle und Impedanz (
atrial
sowie
biventrikulär
) gezeigt
(S. 2).
Im Weiteren berichteten Dr.
F._
und Dr.
G._
, dass d
er
Beschwerdeführer
zur kardiologischen Verlaufskontrolle bei persistierendem
Schwindel und Dyspnoe
gekommen sei, sich
k
linisch in gutem Allgemeinzustand
präsentiert habe und
normoton
und kardiopulmonal kompensiert gewesen sei.
Das Ruhe-EKG
habe
ein
biventrikulär
gepacetes
EKG auf
gezeigt
.
Eine höher
gradi
g
e
Herz
rhythmusstörung hätten sie nicht finden können. In Zusammenschau der Befunde blieben die Beschwerden des
Beschwerdeführers
weiter unklar. Eine
orthosta
tische
Komponente sei trotz normalem
Schellong
-Test möglich. Vordergründig schien
en
ihnen jedoch die depressive Komponente sowie
die
Dekonditionierung
(S. 2 f.).
4
.4
Dr.
Z._
stellte
i
n
seinem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
o
to-
r
hino-
laryngologischen
Gutachten vom 2
1.
April 2015 (
Urk.
7/109) keine Diagnosen
stellen
und berichtete, dass der Beschwerdeführer aus
oto-rhino-laryngologischer
Sicht nie arbeitsunfähig gewesen und zu 100 % arbeitsfähig sei.
4
.5
Dr.
A._
nannte in seinem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten vom 20. Mai 2016 (Urk. 7/110) folgende
psychiatri
-
sche
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8):
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
Er berichtete, dass
der
Beschwerdeführer
während
der psychiatrischen Explo
ration
am 9. Februar 2016 in psychopathologischer Hins
icht einen verlangsamten
Gedankengang mit Gedan
keneinengung auf seine k
örperlichen
Beschwerden, eine allgemeine Ängstlichkeit und
Deprimiertheit
, eine eingeschränkte affektive
Schwingungsfähigkeit und Elan
vitae
, leichte Antriebsstörungen und eine ver
langsamte
Psychomotorik
aufgewiesen habe
.
Er habe
über Ein- und Durch
schlafstörungen, häufige
Nervosität, Rückzugstendenzen und sexuelle Störungen
berichtet
. Gestützt auf die ICD-10-Richtlinien
könne
bei
ihm
gegenwärtig von einer leichten depressiven Symptomatik ausgegangen
werden. Die von ihm geschilderte und objektiv festgestellte allgemeine Ängstlichkeit, ausgeprägte
angstbedingte Vermeidungshaltung, Schwindelgefühle, Gereiztheit und Nervosität
könn
t
en nach ICD-10 einer generalisierten Angststörung zugeordnet werden. Aktenmässig
seien beim Beschwerdeführer
erstmals am 11.
März
2015 psychi
sche Probleme mit Krankheitswert
dokumentiert, wobei sein dysfunktionales Verhaltensmuster und wiederholte Schwindelgefühle
seit der Entwicklung einer
dilatativen
Kardiomyopathie im April 2010 bei Ausschluss einer
kardialen und ORL-Schwindelursache auf die Entwicklung einer generalisierten Angststörung
seit 2010 hindeute
te
n. Das Rentenversicherungsverfahren und der Vorbescheid über die Aberkennung
der IV-Rente am
8.
Juli
2015
seien
als
ursächlich für die Akzentuierung der generalisierten
Angststörung und Entwicklung einer Anpas
sungsstörung mit depressiver Reaktion anzunehmen.
Eine eigenständige und selbst
unterhaltende depressive Störung
könne
beim Beschwerdeführer
bei feh
lender genetischer
Vulnerabilität
und Persönlichkeitsfaktoren für die
Entwicklung
psychiatrischer Erkrankung sowie bei jahrelangem unau
ffälligem Leistungs
niveau im Erwachsenenalter ausgeschlossen werden. Bei Verlust der
Tages
struk
-
tur
seit April 2010 könne bei ihm auch von einem Unterforderungssyndrom mit dafür typischen Gereiztheit, Schwindelgefühlen und Stimmungseinbrüchen ausgegangen werden, so dass die Symptomatik als ein Zusammenspiel der kör
per
lichen
Dekonditionierung
, generalisierte
n
Ängstlichkeit und angstbe
ding
ten
Vermeidungshaltung sowie Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion ange
nommen werden könne. Gegenwärtig könne bei ihm allerdings von mittel
schwe
rer Beeinträchtigung der geistigen Flexibilität aufgrund der formalen Denkstö
rungen, eingeschränkter Konzentrationsausdauer, eingeschränkter allgemeiner psychischer Belastbarkeit und Störungen der sozialen Interaktionen ausgegangen werden, weshalb ihm für sämtliche Tätigkeiten auf freiem Wirtschaftsmarkt eine höchstens 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne.
Die
Therapieoptionen
seien aus psychiatrischer Sicht weitgehend nicht ausgeschöpft und unter fach
gerechter psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sowie
Rekonditio
nierung
mittels Sicherstellung der Tagesstruktur sei
innerhalb von maximal 3
Monaten
von der Verbesserung seines psychischen Zustandes und Wiederher
stellung der vollen Arbeitsfähigkeit für die adaptierten Tätigkeiten auszugehen (S. 8 f.).
Es sei von einer günstigen Prognose bezüglich Wiederherstellung und Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 10). Die attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf ein psychisches Leiden mit Krankheits
wert zurückzuführen (S. 11).
4
.6
Dr.
U._
vom
RAD stützte sich in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2016 (Urk. 7/117 S. 3) auf die
Gutachten von Dr.
Y._
(
E. 5.2
)
, Dr.
Z._
(E. 5.4)
und Dr.
A._
(E. 5.5)
und stellte fest, dass
der Beschwerdeführer
seit
März 2015 zu 50
% in der bisherigen Tätigkeit arbeitsunfähig sei. Gesamthaft habe sich der
kardiale Gesundheitszustand analog dem kardiologischen Gutachten von Dr.
Y._
_
,
eindeutig gebessert. Für schwere und mittelschwere körperliche Tätig
keiten, wie zum Beispiel in der bisherigen Tätigkeit als Maler, sei er weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit in ruhiger Umgebung sei er dann aufgrund des gebesserten kardialen Gesund
heits
zustandes ab Januar 2014 zu 100 % arbeitsfähig und wegen des psychischen Gesundheitszustandes ab März 2015 zu 50
% arbeitsunfähig. Wegen des Status nach Implantation eines ICD/CRT-Systems seien Tätigkeiten mit starken elektro
magnetischen Feldern zu vermeiden. Auch Arbeiten mit Sturzgefahr, wie zum Beispiel auf Leitern und Gerüsten, seien deswegen nicht mehr möglich. Da der psychische Gesundheitszustand unter einer adäquaten psychiatrischen Behand
lung, analog dem Gutachten von Dr.
A._
, eindeutig besserungsfähig sei, sollte diese aus medizinischer Sicht als Schadenminderungspflicht auferlegt werden. Medizinisch theoretisch sei die Arbeitsfähigkeit innerhalb von drei Monaten auf 100 %
steigerbar
.
5
.
5
.1
Das
kardiologische
Gutachten
von Dr.
Y._
vom 15. Juni 2015 (E.
4
.2) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und
in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwer
de
führers auseinander. Der Gutachter hat die medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolge
rungen nachvoll
zieh
bar begründet. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein
beweiskräftiges Gutachten (vorstehend E. 1.6).
Der Beschwerdeführer hat denn
auch
gegen das Gutachten nichts Grundsätzliches einzuwenden (vgl. Urk. 1 S. 5).
Dr.
Y._
legte
in seinem Gutachten nachvollziehbar dar
, dass
sich
eine
ein
deutige Verbesserung des Gesundheitszustan
des
des
Beschwerdeführers
bezüg
lich seiner
d
ilatativen
Kardiomyopathie, welche als Gesundheitsschaden der renten
be
stätigenden Verfügung vom
15. Oktober 2012 (Urk. 7/54)
zugrunde lag,
ein
stellte
.
5.2
Diese Verbesserung wurde vom Beschwerdeführer
denn
auch anerkannt.
Er
stellte sich jedoch auf den Standpunkt, dass sich die Situation in kardiologischer Sicht
bis zur rentenabweisenden Verfügung
wieder verschlimmert habe und
dass die Verbesserung nur vorübergehender Natur gewesen sei
. Er stützte sich dabei auf Berichte des
B._
von
Oktober 2015 und führte dazu aus, dass
die
linksventrikuläre Ejektionsfraktion
wieder derjenigen nach der operativen Ver
sorgung mit dem Herzschrittmacher vor Zusprechung der ganzen Invalidenrente entspreche und der
NYHA-Wert sogar mit Schweregrad III schlechter eingestuft werde, als zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
, als ein NYHA-Wert von II-III attestiert worden sei
(Urk. 1 S. 5).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die angeführten Berichte des
B._
von
Oktober 2015 (
vgl.
Bericht von Dr.
med.
C._
, Assistenzärztin,
B._
,
vom 22.
Oktober 2015 [Urk. 7/95/1-4] und
den Bericht über die
ICD-N
achkontrolle von Dr.
C._
und
Dr.
med.
D._
, Oberär
z
t
in,
B._
,
vom 2.
Oktober
2015
[
Urk. 7/95/6-7
]
)
noch auf
einer
älteren
Doppler-Echokardiographie
aus dem März 2013
beruhten
, wo eine
linksventriku
läre Ejektionsfraktion
von 25-30 % ausgewiesen
worden war. Dies obwohl
mit Bericht vom 11. März 2015 (Urk. 7/83/39-40) über die Doppler-Echokardio
gra
phie Dr.
C._
und PD. Dr. med.
E._
, leitender Arzt Klinik für Kardio
logie
am
B._
, eine linksventrikuläre Ejektionsfraktion
von 35-40 %
fest
stellt
en
und die Fachärzte von einer im Vergleich zu März 2013 verbesserten
linksventrikuläre Ejektionsfraktion
berichteten.
Dieser Befund wurde durch den Bericht
von
Dr.
F._
und Dr.
G._
vom 25.
Januar 2016 (
vgl. E.
4
.3
)
bestätigt
und deckt sich mit dem Befund, welcher Dr.
Y._
in
seinem Gutachten erhoben hat
.
Nach
dem Gesagten kann auf das Gutachten von D
r.
Y._
vom 15. Juni 2015 (E. 4
.2) abgestellt werden und es ist bezüglich des Herzleidens des Beschwerde
führers
(
dilatative
Kardiomyopathie)
von einer substantiellen Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen
(vgl. E.
4
.2)
, womit in der Folge eine
erheb
liche
Änderung des Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund vorliegt.
Daher ist im Folgenden der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin
sicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühe
re Beur
tei
lungen besteht (E. 1.5
).
6
.
6
.
1
Das
psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 15. Juni 2015 (E.
4
.5
) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und
i
n Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerde
führers auseinander. Der Gutachter hat die medizinischen Zustände und
Zu
-
sammenhänge
einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolge
rungen nachvoll
ziehbar begründet. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten (
vgl.
E. 1.6).
6
.2
Die behandelnden Fachpersonen des
K._
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie Dr. phil.
klin
. psych.
I._
und MA Psycho
logie
J._
,
diagnostizierte
n
in
ihrem Bericht
vom
19
.
Oktober
2015 (
Urk. 7/94/6-7
)
neben
einer somatoformen autonomen Funktionsstörungen
aus psychiatrischer Sicht – in Abweichung
zum Gutachten
von Dr.
A._
(E.
4
.
5
) –
eine Angst
-
und depressive Störung (ICD-10, F45.31).
Die Fachpersonen des
K._
schilderten in ihrem Bericht folgende Symptome: Kopfschmerzen, Schlafstö
rungen, Müdigkeit, Rückzug, Antriebslosigkeit, Lust- und Interessenlosigkeit, Traurigkeit, Gedankenkreisen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Sinn
losig
keits
gedanken, Angst, alleine zu gehen (vgl. Urk. 7/94/6-7). Damit nannten sie keine Symptome, welche bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieb
en sind. So berücksichtigte Dr.
A._
in seinem psychiatrischen Gut
ach
ten die Diagnosen der Fachpersonen
des
K._
, setzte sich mit diesen
auseinander (Urk. 7/110
S. 11) und erhob seinerseits einschlägige Befunde (
Urk.
7/110 S. 6 f.;
im Affekt vordergründig
ängstlich und verunsichert, innerlich angespannt, leicht deprimiert, affektive Schwingungsfähigkeit, Elan
vitae
reduziert, affektiv modu
lierbar, Antrieb vermindert,
motorisch wenig lebhaft), welche ihn auf eine
generalisierte Angststörung und eine Anpassungsstörung mit Angst und depres
siver Reaktion gemischt
schliessen liessen
(vgl. E. 4
.5).
Diese Schlussfolgerung überzeugt angesichts der geschilderten Befunde.
Damit drängt sich keine
von Dr.
A._
Gutachten
abweichende Beurteilung auf (E. 1.7).
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingaben vom 2
4.
und 2
8.
Februar 2017 (Urk. 9 und Urk. 11) zwei Berichte des
K._
ein. Dabei handelt es sich um einen Bericht von med.
pract
.
L._
, Assistenzärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr. phil.
I._
und Psychologin FSP
Vousta
vom 7. Februar 2017 (Urk. 10) über
die tagesklinische
Rehabilitationsbehandlung des Beschwerdeführers vom 17. Oktober 2016 bis
6.
Dezember 2016 im
K._
sowie einen Beric
ht vom 21. Februar 2016 (Urk. 12
)
von med.
pract
.
L._
und
Dr. phil.
I._
zu Händen
der Vertreterin des Beschwerdeführers. Bezüglich der beiden Berichte ist darauf hinzuweisen, dass nach ständiger Rechtsprechung das Sozialversiche
rungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwal
tungs
verfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b). Die rentenaufhebende Verfügung der Beschwerdegegnerin datiert vom
19
.
Juli 2016 (
Urk.
2). Damit betreffen die nach
gereichten Berichte einen Sachverhalt, welcher zeitlich nach dem Verfügungs
zeitpunkt liegt, und sind dementsprechend grundsätzlich unbeachtlich. Sofern sie jedoch den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Verfügungszeitpunkt betreffen, bleibt anzufügen, dass sie keine Aspekte vorbrachten, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind und sich folglich eine vom Gutachten von
Dr.
A._
abweichende Beurte
ilung aufdrängen würde (vgl. E.
1
.7).
Ferner
ist bezüglich ihres Beweiswertes zu bemerken, dass
sie
den bundes
gerichtlichen Voraussetzungen an einen
ärztlichen Beri
cht nicht entsprechen (vgl. E.
1
.6
). Die
Fachpersonen des
K._
setz
t
e
n
sich nicht
mit den
Vorakten
ausein
ander, insbesondere nicht mit dem Gutachten von
D
r.
A._
.
Zudem
verfügte
keine der berichteten Fachpersonen des
K._
gemäss des eidgenössischen
Medizi
nalberufe
register
s
über
eine
n
Facharzttitel
in Psychiatrie und Psychotherapie.
Damit
geht
die
Argumentation des
Beschwerdeführer
s bei seinem Einwand gegen das Gutachten von Dr.
Y._
, dass seine psychischen Leiden nicht innert kurzer Zeit therapierbar wären beziehungsweise auf
dessen
vage Prognose nicht abge
stellt werden könne (vgl.
Urk.
1 S. 5)
,
fehl
.
Nach dem Gesagten ist bezüglich des psychischen Leidens des Beschwerdeführers auf das Gutachten von Dr.
A._
abzustellen.
7
.
7
.
1
7.1.1
In Bezug auf die psychische Problematik ist
jedoch
festzuhalten, dass es nach der Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen ist, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, G
ericht) verbindlich zu entschei
den, ob das medizinisch festgestellte Leiden
zu einer (andauernden oder vor
übergeh
enden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt v
erteilt: Sache des (begutachten
den) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärzt
licher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige sein
e genuine Aufgabe, wofür Verwal
tung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kann damit aus rechtlicher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3).
7.1.2
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in ei
nem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den
funk
tio
-
n
el
len
Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281
). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfah
ren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser An
passungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklä
rungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtser
heb
lichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (
zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran
, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
7.1.3
In der Folge ist daher eine Prüfung der
funktionellen Auswirkungen der
psychi
-
schen
Leiden des Beschwerdeführers anhand des strukturierten Beweisverfahrens vorzunehmen.
7
.
2
7.2.1
Zunächst sind im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad" die Indika
toren zum Komplex „Gesundheitsschädigung" näher auszuleuchten.
Entscheid
wes
ent
lich
sind demnach die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome, deren Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp.
-resistenz sowie allfällige Komorbiditäten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4.1).
Zur
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome
stelle Dr.
Y._
fest, dass
der Beschwerdeführer ordentlich gepflegt
ge
wirkt
hab
e, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen sei. Er
habe
während der ganzen Exploration auf die gestellten Fragen
klare un
d präzise Ant
worten gegeben
, seine Lebensgeschichte und Krankheitsentwicklung fliessend und
genau
geschildert
,
was auf unauffällige mnestische Funktionen
hingedeutet habe
. Im formalen Denken
sei
er leicht verlangsamt, stark eingeengt auf seine körper
lichen Beschwerden
gewesen. I
nhaltlich
hätten
sich keine Hinweise auf
Wahn
-
ideen
, Hal
luzinationen oder Ich-Störungen ergeben
.
Im
Affekt
sei
er
vorder
gründig ängstlich und verunsichert, innerlich angespannt, leicht deprimiert,
affektive Schwingungsfähigkeit und
Elan
vitae
reduziert, affektiv modulierbar,
Antrieb vermindert, motorisch wenig lebhaft
gewesen. Ein affektiver Rapport habe
gut hergestellt werden können. Hinweise auf eine Selbst- oder Fremdgefährdung hätten sich keine ergeben
(Urk. 7/110 S. 6 f.).
Daneben sind das Beschwerdebild ebenfalls mitprägende psychosoziale und so
ziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar die Symptomatik beein
flussen, als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszu
scheiden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.3).
Gemäss
Dr.
Y._
sin
d
d
as Rentenversicherungsverfahren und der Vorbescheid über die Aberkennung der
Invalidenrente
am 8.
Juli 2015 als ursächlich für die Akzentuierung der generalisierten Angststörung und Entwicklung einer Anpas
sungsstörung mit depressiver Reaktion anzunehmen. Eine eigenständige und selbstunterhaltende depressive Störung könne beim Beschwerdeführer bei fehlen
der genetischer Vulnerabilität und Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankung sowie bei jahrelangem unauffälligem Leistungs
niveau im Erwachsenenalter ausgeschlossen werden
(vgl. E. 4
.5)
.
Davon ist auszugehen.
Es
ist festzustellen, dass sich die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome
in Form der Akzentuierung der generalisierten Angst
störung und Entwicklung einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
auf psychosoziale Belastungsfaktoren und damit nicht sozialversicherungsrelevante Umstände zurückgeht.
Bezüglich Behandlungs- und Eingliederungserfolg resp. –
res
istenz
ist zu bemer
ken, dass sich d
e
r Beschwerdeführer
– abgesehen von einer
tagesklinischen
Reha
bilitationsbehandlung im
K._
nach Erlass der rentenaufhebenden Verfügung (17. Oktober bis
6.
Dezember 2016) - gemäss Aussage gegenüber Dr.
Y._
einmal
wöchentlich zur Therapie
beg
a
b
(Urk.
7
/
110
S.
6)
, die
Therapieoptionen aus psychiatrischer Sicht
gemäss
Dr.
A._
jedoch
weitgehend nicht ausschöpft (
vgl.
Urk. 7/110 S. 9).
7
.2.2
Zur Kategorie
„
funktioneller Schweregrad" ist ferner der Komplex
„
Persönlich
keit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische Funk
tionen) zu zählen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März
2016 E. 4.2).
Hierzu ergibt sich aus den Akten, dass
sich
der Beschwerdeführer in der Untersuchung von Dr.
Y._
bezüglich dem formalen Denken leicht ver
langsamt, in den mnestischen Funktionen aber unauffällig zeigte
und keine Hin
weise auf Ich-Störungen bestehen
(
vgl.
Urk. 7/110 S. 6
)
. Damit ist
kein
struktu
relles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik erkennbar, welches im Rahmen einer umfassenden Ressourcenprüfung
mehr als leicht
nega
-
tiv
ins Gewicht
fallen würde
.
7
.2.3
Innerhalb der Kategorie
„
funktioneller Schweregrad" bestimmt ferner auch der Komplex
„
Sozialer Kontext" mit darüber, wie sich die (kausal allein massgebli
chen) Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4.3).
Im Lebens
kontext zu berücksichtigen sind (mobilisierbare) Ressourcen
des
Be
schwerde
füh
rers
respektive das Fehlen solcher Ressourcen, so sie Unterstüt
zung aus ihrem sozialen Netzwerk erfährt oder eben nicht.
Der Beschwerdeführer
verfügt über einen intakten
Familien- und Freundeskreis
(vgl. Urk. 7
/
110
S.
6
).
Damit
enthält der Lebenskontext
des Beschwerdeführers
sich potentiell positiv auf ihre Resso
urcen auswirkende Faktoren.
7
.2.4
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen der Kategorie
„
Konsistenz" (Gesichtspunk
te des Verhaltens) zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (beispielsweise Freizeitgestaltung) ander
seits gleichermassen ausgeprägt ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4.4).
D
er Tagesablauf
des Beschwerdeführers
zeigt sich
im Wesentlichen unauffällig.
Er steht zwischen 9:00 und 10:00 Uhr auf und geht zwischen 23.00 und 23.30 Uhr ins Bett, begleitet seine Ehefrau für Einkäufe, geht einmal wöchentlich nach
K
l
o
ten in die psychiatrische Therapie
, verbringt einmal jährlich Ferien in seinem Heimatland, empfängt und geht auf Besuch zu Familienangerhörigen, unternimmt Spaziergänge mit seiner Frau und Kollegen (vgl. Urk. 7/110 S. 6).
All diese Umstände sprechen gegen eine massgebliche Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit in sämtlichen Lebensbereichen.
7
.2.5
Der in die gleiche Kategorie (
„
Konsistenz") fallende Aspekt des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks betrifft die Frage nach der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen. Das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergän
zend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz) im Regelfall auf den tatsächlichen Leidensdruck hin
(Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 21. März 2016 E. 4.5).
Dr.
Y._
kam zum Schluss, dass das
Ausmass
der geschilderten Beschwerden nicht mit der Inanspruchnahme der the
ra
peutischen
Massnahmen
übereinstimmt (Urk. 7/110 S. 11).
So
habe
der
Be
-
schwerdeführer
beispielsweise eigenmächtig das von seinem Psychiater
verord
-
nete
Medikament
Excitalopram
abgesetzt (Urk. 7/110 S. 6).
Der
Schlussfolgerung von Dr.
Y._
ist zu folgen.
7
.3
Damit
ergibt die Prüfung der verschiedenen Indikatoren, dass diese
im sozialver
sicherungsrechtlich relevanten Sinne
nicht als ausgeprägt anzusehen sind. Insge
samt ist damit eine relevante Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgrund der psychischen Leiden des Beschwerdeführers nicht
mit dem nötigen Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen.
8.
Zusammenfassend
ist
ab dem
5
.
Mai
201
5
(Gutachtenserstellung durch Dr.
Y._
)
unter Berücksichtigung
des
somatischen Leiden
s
(
Herzleiden in Form einer
dila
tativen
Kardiomyopathie
) und der psychischen Leiden (generalisierte
Angststö
-
rung
und
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
) von einer
10
0%igen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit
in ruhiger Umgebung unter Vermeidung von Tätig
keiten mit starken elektromagnetischen Feldern
sowie unter Vermeidung von Arbeiten mit Sturzgefahr
auszugehen
.
9
.
9
.1
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit erfahrungsgemäss fort
ge
setzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Lohn auszugehen, der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde. Dieses Gehalt ist, wenn nötig,
der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen (BGE 135 V 5
8 E. 3.1).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Bemessung des
Valideneinkommens
aufgrund der Arbeitslosigkeit
des Beschwerdeführers
vor der
Rentenzusprache
auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk
turer
he
bungen (LSE) ab (LSE 2012, Ausgabe 2015
, Tabelle TA
1
, Ziffer
41-43 Bauge
werbe;
Lohn für Hilfsarbeiten [Zentralwert]), berücksichtigte die Nominallohnent
wicklung
bis 2015
sowie die betriebsübliche Arbeitszeit und ermittelte ein
Valideneinkommen
von Fr.
69'428.60
(
Fr.
5’430
.-- / 40 x 41,7 x 12 Monate
unter Berücksichtigung
der
Nominallohnentwicklung
;
vgl. Urk. 2 und Urk. 8/8
4
).
Dieses Vorgehen gibt grundsätzlich zu keinen Bemerkungen Anlass
und wurde
vom Beschwerdeführer
denn auch nicht gerügt (vgl. Urk. 1). Allerdings ist die
Nominallohnentwicklung auf den Verfügun
gszeitpunkt (2016) aufzurechnen und
auf
die
damals aktuellste
verfügbare LSE (2014
; Tabelle TA1, Ziffer 41-43 Bau
gewerbe; Lohn für Hilfsarbeiten [Zentralwert]; Kompetenzniveau 1, Männer)
und für die
betriebsübliche Arbeitszeit
auf die betriebsübliche Arbeitszeit des Bau
gewerbes (41,4 Stunden gemäss
Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen
Sektor II
)
abzustellen
, so dass ein mass
gebendes
Valideneinkommen
von Fr.
68’
464
.-- resultiert (Fr.
5’507
.-- / 40 x 41,
4
Stunden x 12 Monate /
102
,
8
[Index 2014] x
102
,
9
[Index 2016]
gemäss Tabelle T 1.1.10 Ziffern 41-43 Baugewerbe des Bundesamt für Statistik, Nominal
lohn
index Männer, 2011-2016).
9.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
ver
-
sicherte
Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwer
bseinkommen gegeben,
namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) herangezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
D
e
r
Beschwerdeführer
geht
seit
2009
keiner Arbeit mehr nach, weshalb auf die Tabellenlöhne gemäss LSE abzustellen ist. Rechtsprechungsgemäss sind daher die Löhne für
Männer
(LSE 2014 TA1, Kompetenzniveau 1
, Total Männer
) in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art heranzuziehen, so dass - angepasst an die Nominallohn
entwicklung von Indexstand
103,3
(2014)
auf Indexstan
d
10
4,4
(2016; vgl. Tabelle T1.1
.10 Nominallohnindex,
Männer
2011-2016
, Ziffern 5-96 Total
) sowie an die betr
iebsübliche Arbeitszeit von 41.
7
Stunden im Jahr 2016 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
; Ziffern 1-96 Total
) und unter Berücksichtigung einer
100
%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
sowie
eines
(unbestritten gebliebenen)
leidensbedingten Abzuges auf den Tabellenlohn von 10 %
- ein Invalideneinkommen von Fr.
60'445.--
resultiert (
Fr.
5’312
.--
x 12 /
1
03
,
3
x
10
4,4 / 40 x 41,7
x 0,9
).
9
.3
Nach dem Gesagten steht dem
Valideneinkommen
von
Fr. 68’
464
.--
(E.
10
.1) ein Invalideneinkommen von
Fr.
60'445.--
(E. 10
.2) ge
genüber.
Damit resultiert
vor
-
liegend
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 12 %. Dementsprechend steht dem Beschwerdeführer keine Invalidenrente zu und seine Beschwerde ist abzuweisen.
1
0
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen
geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens sind sie vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen.