# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8be8eb78-ec93-4c5f-98df-f2465fada3c8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Am 10. August 2018 meldete sich
X._
, welcher vom
1.
Oktober 1999 bis zum 3
1.
Oktober 2017 für die
Z._
(
Urk.
7/287-288) und vom
1.
November
2017 (
Urk.
7/247-248) bis zum 3
0.
Septem
ber 2018 (
Urk.
7/232) für die
A._
tätig war, beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
B._
zur Stellenvermittlung an und erhob Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Oktober 2018 (Urk. 7/292-293,
Urk.
7/283-286). Mit Verfügung vom 8. Februar 2019 wurde der Versicherte von der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich ab dem 1. Oktober 2018
in Folge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
für die Dauer von 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt (Urk. 7/122-124). Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 5. April 2019 (Urk. 7/104
106) wies die Arbeitslosen
kasse des Kantons Zürich mit Entscheid vom 17. Oktober 2019 ab (Urk. 2).
1.2
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 6. November 2019 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, in Aufhebung
der
Ver
fügung vom
8.
Februar 2019
seien ihm die vollen Leistungen aus der Arbeits
losenversicherung auszurichten, eventualiter sei die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu reduzieren (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2019 (Urk. 6) beantragte die Beschwerde
gegnerin, das Verfahren sei bis zur rechtskräftigen Festsetzung des versicherten Verdienstes
zu sistieren, e
ventualiter sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen (Urk. 6). Mit Verfü
gung vom 27. November 2019 ordnete das Gericht einen zweiten Schriften
wechsel an (Urk. 9), in dessen Rahmen sich beide Parteien äusserten (Replik des Be
schwerdeführers vom 24. Dezember 2019 [Urk. 10] und Duplik der Beschwer
de
gegnerin vom 14. Januar 2020 [Urk. 13]).
1.3
Mit Verfügung vom 2
9.
Januar 2020 ordnete das Gericht
die
Sistierung
des Verfahrens
an, bis die Beschwerdegegnerin im Verfahren betreffend versicherter Verdienst, in dem der Beschwerdeführer Einsprache erhoben hatte (Einsprache vom 1
1.
bzw. 1
6.
Dezember 2019 [
Urk.
11/2, 18/7/51-53]), einen
Einspracheent
scheid
erlassen habe und dieser unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei oder bis eine allfällige Beschwerde gegen den zu erlassenden
Einspracheentscheid
am hiesigen Gericht erhoben worden sei, längstens jedoch bis am 3
0.
Juni 2020 (
Urk.
14).
2.
2.1
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
4.
März 2020 wies die Beschwerdegegnerin die gegen die Verfügung vom
2
1.
November 2019, mit welcher sie den versicherten Verdienst auf
Fr.
9'572.-- festgesetzt hatte (
Urk.
7/4/7), am
1
1.
beziehungsweise 1
6.
Dezember 2019 erhobene Einsprache betreffend versicherter Verdienst ab (
Urk.
18/2).
2.2
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 1
6.
April 2020 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht (
Urk.
18/1) und beantragte, die Verfügung vom 2
1.
November 2019 sei aufzuheben und der versicherte Verdienst sei neu zu berechnen. Ferner sei eine Verfahrensvereinigung mit dem bereits hängigen Verfahren AL.2019.00274 vorzunehmen. Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
April 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
18/6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
7.
August 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
18/9).
Mit separater Verfügung
ordnete
das Gericht gleichentags im Verfahren betref
fen
d die verfügten Einstelltage
eine Fortführung desselben an
(
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Nachdem den Beschwerden vom
6.
November 2019 (
Urk.
1, Verfahren betreffend verfügte Einstelltage
[
AL.2019.00274
]
) und vom 1
6.
April 2020 (
Urk.
18/1, Ver
fah
ren betreffend versicherter Verdienst
[
AL.2020.00113
]
) derselbe Lebenssach
verhalt zugrunde liegt und die Voraussetzungen der objektiven Klagehäufung erfüllt sind (vgl.
Art.
125
lit
. c und
Art.
90 der
Zivilprozessordnung [ZPO]), rechtfertigt es sich, den Prozess Nr. AL.2020.00113 in Sachen
X._
gegen die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich mit dem vorliegenden Prozess Nr. AL.2019.00274 zu
vereinigen und unter dieser Prozess
nummer weiter
zuführen (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungs
gericht [
GSVGer
] in Ver
bindung mit Art. 125
lit
. c ZPO).
Der Prozess Nr.
AL.2020.00113
ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk. 18/0-9 geführt.
2.
2.1
2.1.1
Nach
Art.
23
Abs.
1
des Bundesgesetzes
über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraums aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen nor
malerweise erzielt wurde.
Art.
37 der Verordnung über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) regelt den Bemes
sungs
zeitraum. Nach
Abs.
1 bemisst sich der versicherte Verdienst nach dem Durch
schnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate (nach
Art.
11 AVIV) vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug. Nach
Abs.
2 bemisst er sich dann nach dem Durchschnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmen
frist für den Leistungsbezug, wenn dieser Durchschnittslohn höher ist als derje
nige nach Absatz 1.
Der Bemessungszeitraum beginnt nach
Abs.
3, unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung zum Taggeldbezug, am Tag vor dem Eintritt eines anrechenbaren Ver
dienstausfalls. Voraussetzung ist, dass vor diesem Tag mindestens zwölf Bei
trags
monate innerhalb der Rahmenfrist für die Beitragszeit liegen.
2.1.2
Nach der Rechtsprechung gehört der Lohn, der mit Überzeit oder Überstunden erzielt wird, nicht zum normalerweise erzielten Lohn im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 AVIG. Darüber hinaus ist jegliches Entgelt für Arbeit, die über die arbeitsver
tragliche Arbeitszeit oder über die im Betrieb geltende Normalarbeitszeit hinaus geleistet wird, vom versicherten Verdienst im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 AVIG ausgenommen. Dies hat zur Folge, dass bei Verlust eines von zwei Hauptver
diensten lediglich die Differenz zu dem mit einer normalen üblichen Arbeitszeit erzielbaren Lohn den versicherten Verdienst bildet (BGE 129 V 105 E. 3).
Zum
massgebenden
Lohn gehören unter anderem insbesondere der Grundlohn (Monats-, Stunden- oder Akkordlohn), der 13. Monatslohn und die Gratifikation, sofern sie ausgerichtet worden sind oder die versicherte Person ihre glaubhaft gemachte Forderung gerichtlich durchzusetzen versucht, sowie Provisionen und Bonuszahlungen. Der erzielte Verdienst wird in jenen Beitragsmonaten angerech
net, in welchen die Arbeitsleistung erbracht worden ist (Entstehungsprinzip). Unerheblich ist somit, zu welchem Zeitpunkt die Zahlungen ausgerichtet werden (beispielsweise 13. Monatslohn, Provisionen, Bonuszahlungen, Dienstaltersge
schenke, Treueprämien; AVIG-Praxis ALE,
Rz
. C2).
2.2
2.2.1
Nach
Art.
30
Abs.
1
lit
.
a AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs
berechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbst verschuldet, wenn die versi
cherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gege
ben hat (
Art.
44
Abs.
1
lit
.
a AVIV).
Unter diesen Einstellungstatbestand fällt auch die zu einer Kündigung führende Ablehnung einer zumutbaren Vertragsänderung (Nussbaumer, Arbeitslosenversi
cherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 3. Auflage 2015, S.
2515
Rz
837; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts C 348/00 vom 21. Februar 2001 E. 2c und 8C_872/2011 vom 6. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.2.2
Analog zur freiwilligen Stellenaufgabe
gemäss
Art. 44 Abs. 1
lit
. b AVIV kann die Arbeitslosigkeit nur dann im Sinne von Art. 44 Abs. 1
lit
. a AVIV als selbst
verschuldet gelten, wenn das Beibehalten der Stelle unter den geänderten vertraglichen Bedingungen für die versicherte Person zumutbar war. Zur Beur
teilung der Frage der Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle ist Art. 16 AVIG heranzuziehen, wonach grundsätzlich jede Arbeit zumutbar ist (Abs. 1), es sei denn, einer der in Art. 16 Abs. 2
lit
. a bis i AVIG
abschliessend
aufgezählten Ausnahmetatbestände ist gegeben (Urteil des Bundesgerichts C 348/00 vom 21. Februar 2001 E. 1a und E. 2d; AVIG-Praxis ALE,
Rz
. D19). Die Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle wird strenger beurteilt als die Zumutbarkeit des Antritts einer neuen Stelle (Urteil des Bundes
gerichts C 348/00 vom 21. Februar 2001 E. 2d; Nussbaumer, a.a.O., S. 2428
Rz
832), weil der versicherten Person aufgrund der ihr obliegenden Schadenminde
rungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) im Regelfall zugemutet werden darf, für eine begrenzte Zeit im unbefriedigenden Arbeitsverhältnis zu verbleiben und sich aus diesem heraus um eine neue Stelle zu bemühen.
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid betreffend versicherter Verdienst fest, dass die ausbezahlten Schichtzulagen in tatsächlicher Hinsicht Überstundenauszahlungen für Mehrarbeit seien. Dies gehe aus den Lohnabrech
nungen der vormaligen Arbeitgeberin
Z._
hervor. So seien diese jeweils als «Extraentschädigung 25
%
» und «Extraentschädigung 50
%
» bezeichnet worden.
Andere als Überstunden bezeichnete Beträge seien in den Lohnabrechnungen der
Z._
nicht ausgewiesen. Sodann ergebe sich aus den Unterlagen der späteren Arbeitgeberin
A._
, dass der Beschwerdeführer jeden Monat umfangreiche Überstunden geleistet und die vereinbarte Arbeitszeit massiv überschritten habe. Ein Teil dieser Überstunden sei jeweils monatlich ausbezahlt und entsprechend auf den Lohnabrechnungen als Überstunden ausgewiesen worden. Die auf der Monatsleistungsübersicht aufgelisteten, monatlich ausbezahlten Überstunden korrelierten exakt mit den auf den Lohnabrechnungen ausgewiesenen Über
stunden «50 %» und «25 %». Was eine tatsächliche Schichtzulage betreffe, sei eine solche nur im Oktober 2018 in der Endabrechnung im Umfang von
Fr.
3'473.95 deklariert worden. Dies habe zur Folge, dass ab dem
1.
Oktober 2018 von einem versicherten Verdienst von Fr. 9'572.-- auszugehen sei (
Urk.
18/2).
3.1.2
Der Beschwerdeführer macht geltend, die als Überstunden deklarierten Ein
nahmen seien als Schichtzulagen für Nacht- und Wochenendarbeit zu qualifi
zieren. Dass es sich um «echte» Schichtzulagen handle, ergebe sich aus den Bestätigungen seiner Arbeitgeberin vor und nach dem Betriebsübergang. Unzu
treffend sei deshalb die Annahme der Beschwe
rdegegnerin, die im Oktober 2018
erfolgte Zahlung von Fr. 3'473.95 stelle die einzig erhaltene Schichtzulage dar. Vielmehr sei diese Zahlung im Rahmen einer zusätzlich ausgerichteten Schicht
zulage für Ferien- und Krankheitstage als sogenannte «
Inkonvenienzzulage
» erfolgt (
Urk.
18/1).
3.2
3.2.1
Was die verfügten Einstelltage anbelangt, hielt die Beschwerdegegnerin im ange
fochtenen Entscheid fest, dass dem Beschwerdeführer am 14. Juni 2018 ein neuer Arbeits
vertrag, gültig ab dem 1. Oktober 2018, vorgelegt worden sei. Diesen Vertrags
änderungen habe der Beschwerdeführer nicht zugestimmt, weshalb ihm die Arbeitsstelle per 30. Sep
tember 2018 gekündigt worden sei. Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers sei der neu angebotene Lohn nicht geringer als 70
%
respektive 80 % des früheren Gehalts gewesen, seien
doch
die im Rahmen des früheren Arbeitsverhältnisses erfolgten Überstundenzahlungen als solche und nicht als Schichtzulagen zu qualifizieren. Davon ausgenommen sei einzig die im Oktober 2018 erfolgte Zahlung von
Fr.
3'473.9
5.
Nachdem mit der vorgesehenen Erhöhung der Arbeitszeit um 6
%
der Rahmen der Zumutbarkeitsgrenze von 20 % nicht überschritten worden sei, hätte der Beschwerdeführer die Vertrags
änderung bis zum Finden einer neuen Stelle als Beitrag zur Schaden
minderung akzeptieren müssen. Indem er dies nicht getan habe, habe er die Arbeitslosigkeit selbst ver
schuldet, weshalb eine Einstellung in der Anspruchs
berechtigung zu erfolgen
habe. Da von einem mittelschweren bis schweren Verschulden auszugehen sei, betrage die Einstellungsdauer 36 Tage (
Urk.
2).
3.2.2
Der Beschwerdeführer bringt vor, die mit der Änderungskündigung verbundene Lohneinbusse hätte mehr als 30
%
betragen. So habe die Beschwerdegegnerin bei Ermittlung des versicherten Verdienstes die an ihn entrichteten Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit ausser Acht gelassen respektive habe sie diese als Überstunden qualifiziert. Sodann sei die im Oktober 2018 an ihn entrichtete Zahlung von
Fr.
3'473.95 zu berücksichtigen, stelle diese eine bei Ermittlung des versicherten Verdienstes zu berücksichtigende
Inkonvenienzzulage
dar (
Urk.
1).
3.2.3
In der Beschwerdeantwort
führte
die Beschwerdegegnerin
aus
, der Beschwer
de
führer wäre selbst dann zur Annahme der neuen Konditionen verpflichtet ge
wesen, wenn der neue Lohn weniger als 70
%
respektive 80
%
des versicherten Verdienstes betragen hätte. So wäre das Einkommen aus der Anstellung als Zwischenverdienst anzurechnen gewesen und hätte der Beschwerdeführer An
spruch auf Kompensationszahlungen gehabt (
Urk.
6).
3.2.4
Replicando
führte der Beschwerdeführer dazu aus, dass ihm gerade keine Kom
pensationszahlung zugestanden hätte. So hätte die Änderungskündigung eine effektive Lohnkürzung bei Erhöhung der Arbeitszeit
zur Folge gehabt
(
Urk.
10).
3.2.5
Duplicando
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme und verwies auf ihre Beschwerdeantwort (
Urk.
13).
4.
4.1
Gemäss Arbeitgeberbescheinigung der
Z._
, für welche der Beschwerdeführer vom
1.
Oktober 1999 bis zum 3
1.
Oktober 2017 tätig war, betrug die Normal
arbeitszeit im Betrieb und die vertragliche Normalarbeitszeit im erwähnten Zeit
raum jeweils 40 Stunden pro Woche (
Urk.
7/287-288). Die
Z._
hielt fest, dass die Arbeitszeiten in der den Beschwerdeführer betreffenden Abteilung fix vorgegeben seien. Sie hätten im Wochenturnus gewechselt und sich wie folgt zusammen
ge
setzt: Frühschicht von 06:00 bis 14:30 Uhr, Spätschicht von 14:00 bis 22:30 Uhr, Nach
t
schicht von 22:00 bis 06:30 Uhr, Wochenend-W1 von Samstag 06:00 bis Sonntag 18:00 Uhr und Wochenende-W2 von Samstag 18:00 bis Montag 06:00 Uhr. Diese Arbeitszeiten seien für den Beschwerdeführer die «ganze Zeit» ver
pflichtend gewesen (Schreiben vom 1
5.
Januar 2017,
Urk.
18/3/6).
Auf Nachfrage, ob die ausbezahlten Schichtzulagen von
Fr.
12'859.-- und
Fr.
4'483.-- den Zeitraum vom
1.
Januar 2013 bis 3
1.
Oktober 2017 beträfen,
teilte die
Z._
mit, dass die «Auszahlung Schichtzulage 2013-2017» eine spezielle Nachzahlung von Schichtzulagen gewesen sei. Zur Frage, was der Unterschied zwischen Extraentschädigungen und einer Schichtzulage sei, hielt sie fest, dass mit «Extraentschädigungen» sämtliche Auszahlungen für ausserhalb der norma
len Arbeitszeit geleistete Arbeit (z.B. Überzeit, Mehrarbeit, Pikett etc.) bezeichnet worden seien (E-Mail vom 2
7.
November 2018,
Urk.
7/160-161).
4.2
Anlässlich
des
Betriebsüber
gangs von
der
vormaligen Arbeitgeberin
Z._
des Beschwerdeführers
zur
A._
legte ihm letztere einen neuen Arbeitsvertrag vor (
Urk.
7/247-248).
Diesem
stimmte
der Beschwerdeführer
gemäss Angaben der
A._
jedoch
nicht zu
(
Urk.
7/93).
Ge
mäss vorgelegtem Arbeitsvertrag
wäre
ein Jahresgehalt von brutto
Fr.
104'644.-- vereinbart (
Ziff.
2), d
ie wöchentliche Arbeitszeit auf 42.5 Stunden veranschlagt (
Ziff.
6) und der Arbeitsbeginn auf den
1.
November 2017 gelegt
worden
(
Ziff.
1). Sodann
hätte
sich der Beschwerdeführer
verpflichtet
, bei betrieb
licher Notwendigkeit auf Anordnung hin Überstunden zu leisten (
Ziff.
6
).
Bei
dringendem Bedarf des Kunden
hätte der Beschwerdeführer
zu Piketteinsätzen,
Nachtarbeit sowie zu Samstags- und Sonntagsarbeit herangezogen werden kö
nne
n
(
Ziff.
4). Ferner
hätte
sich der Beschwerdeführer
verpflichtet
, bei entsprechend betrieblichem Bedarf Nacht-, Schicht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Arbeits- und Ru
fbereitschaft zu leisten (Ziff.
7).
4.3
Am 2
2.
Juni 2018 sprach die
A._
gegenüber dem Beschwerdeführer eine Ände
rungskündigung aus (
Urk.
7/164, 7/232).
Der dabei unterbreitete Arbeitsvertrag (
Urk.
7/135-136) sah ein Jahresfixgehalt von Fr. 104'652.-- (
Ziff.
2) und eine wöchentliche Arbeitszeit von 42.5 Stunden vor (
Ziff.
6). Sodann hätte der Be
schwerdeführer bei entsprechend betrieblichem Bedarf in gesetzlich zulässige
m
Umfang Nacht-,
Schicht-, Samstags-, Sonntags-
und Feiertagsarbeit sowie Arbeits- und Rufbereitschaft zu leisten gehabt. Bei dauernder oder regelmässig wiederkehrender Nachtarbeit wäre ihm ein Zeitzuschlag von 10 % der Arbeitszeit für die geleistete Nachtarbeit angerechnet worden. Die Kompensation hätte dabei innerhalb eines Jahres durch Freizeit zu erfolgen gehabt (
Ziff.
9).
5.
Es hat als ausgewiesen zu gelten, dass die
A._
den Beschwerdeführer grund
sätzlich weiter beschäftigen wollte und der Grund für die Auflösung des Arbeits
verhältnisses - und damit der Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers - war, dass der Beschwerdeführer sich mit den neuen Ver
tragsbedingungen (
Urk.
7/135-136)
gemäss
Änderungskündigung vom
2
2.
Juni 2018
nicht einverstanden erklärte
(
Urk.
7/164, 7/232)
. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer durch sein Ver
halten - nämlich das Nichtakzeptieren der Änderungskündigung und das Zurück
weisen des revidierten Arbeitsvertrages - die Auflö
sung des Arbeitsverhältnisses verursacht hat. Für den Beschwerdeführer war es ohne Wei
teres ersichtlich und wird von ihm auch nicht in Abrede gestellt, dass die Ablehnung der Vertrags
änderung die Kündigung und damit die Auflösung des bisherigen Arbeits
ver
hältnisses per 3
0.
September 2018 (
Urk.
7/232) bedeutete, was er in Kauf nahm. Damit hat der Beschwerdeführer zumindest eventualvorsätzlich gehandelt.
6.
Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer aufgrund der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht die Annahme der Änderungskündigung vom
2
2.
Juni 2018 (
Urk.
7/164, 7/232),
mithin die Aufrechterhaltung des Arbeits
verhältnisses mit der
A._
,
ab Oktober 2018 (
Urk.
7/135-136) zumutbar gewe
sen wäre.
Die Beschwerdegegnerin hat von den Unzumutbarkeitsgründen im Sinne von Art. 16 Abs. 2
lit
. a bis i AVIG zu Recht
lit
. i in Betracht gezogen. Für weitere Gründe, welche die Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG begrün
den könnten, liefern die Akten keine Anhaltspunkte.
Gemäss
Art. 16 Abs. 2
lit
. i AVIG ist eine Arbeit unzumutbar, wenn sie dem Versicherten einen Verdienst einbringt, der geringer ist als 70
%
des versicherten Verdienstes, es sei denn, der Versicherte erhalte Kompensationsleistungen nach Art. 24 AVIG (Zwischenver
dienst).
6.1
Umstritten ist die
Gesamthöhe
des versicherten Verdienstes,
zu deren Ermittlung insbesondere die Lohnabrechnungen des letzten Arbeitsverhältnisses heranzuzie
hen sind (
Urk.
7/58-68, 7/218-229).
6.1.1
Kein Anlass zur Diskussion und soweit unumstritten ist
, dass
die als «Ausbil
dungszulagen» und «Allgemeine Spesen fix» bezeichneten Positionen nicht zu berücksichtigen sind, hingegen
der monatliche Bruttolohn von
Fr.
8'720.35 (vgl.
Urk.
7/218-229)
zum versicherten Verdienst
zu zählen ist
.
Was den
monatlichen Bruttolohn
von
Fr.
8'720.35
anbelangt,
ist zu berück
sich
tigen, dass die wöchentliche Arbeitszeit des Beschwerdeführers
40 Stunden be
trug, während bei der
A._
eine wöchentliche Arbeitszeit von
42.5 Stunden (
Urk.
7/
167
)
galt
.
Ausgehend
von einem
Stundenlohn von
Fr.
49.34 (
Urk.
7/220) und 21.7 durchschnittlichen Arbeitstage
n
pro Monat
(
Art.
40a AVIV)
ergibt dies ein Total von
Fr.
535.30 (21.7 / 5 x 2.5 x 49.34).
In diesem Umfang hat die Be
schwerdegegnerin zugunsten des Beschwerdeführers von ihm geleistete «Gleit
zeit/
Überstunden» dem versicherten Verdienst angerechnet, was nicht weiter zu beanstanden ist.
6.1.2
Strittig und zu prüfen ist
demgegenüber insbesondere
, ob die
in den Lohn
ab
rech
nungen
als «Überstunden 25
%
» und «Überstunden 50
%
» bezeichneten Posi
tio
nen (
Urk.
7/218-229) als solche oder als Schichtzulagen zu qualifizieren und entsprechend (nicht) zu berücksichtigen sind (vgl. dazu auch E. 2.1.2,
AVIG-Praxis ALE,
Rz
. C2
).
Aus den Akten ergibt sich,
dass der Beschwerdeführer
jeweils
in einem erheb
lichen Umfang
Überstunden geleistet hat
, welche ihm
zu einem
wesentlichen
Teil
im Folgemonat
vergütet wurden
.
Letzteres
ist
daran zu erkennen, dass
der Wert
der geleisteten Überstunden (vgl.
Urk.
7/58-68)
mit der
S
umme der jeweils ent
schädigten
«Überstunden 50 %»
und
«Überstunden 25
%
»
grundsätzlich
korreliert (
vgl.
Urk.
7/218-229
).
Ferner hielt die
A._
fest, dass es sich bei «Überstunden 50
%
»
und «Überstunden 25
%
» um tatsächlich geleistete Überstunden handle (Schreiben vom 2
7.
Juni 2019,
Urk.
7/70).
Alsdann
vermerkte
sie, die vielen Überstunden in der «kurzen» Zeitspanne seien darauf zurückzuführen, dass der Be
schwerdeführer zu den Konditionen des früheren Arbeitgebers
Z._
angestellt ge
we
sen sei
. M
ithin
habe
für ihn keine 42.5
-
,
sondern eine 40-Stundenwoche gegol
ten (
Urk.
7/167).
Sodann ist zu berücksichtigen, dass die frühere Arbeit
ge
berin
Z._
zu den in ihren Lohnabrechnungen als «Extraentschädigungen» bezeichneten Positionen
(vgl.
Urk.
7/252-278)
festhielt, damit seien alle Auszah
lungen für Arbeitszeit bezeichnet worden, die ausserhalb der normalen Arbeits
zeit geleistet worden seien.
A
ls Beispiel
führte sie
Überzeit, Mehrarbeit und
Pikett
an
(E. 4.1).
Angesichts dieser Gegebenheiten hat die Beschwerdegegnerin die streitigen Zahlungen zu Recht als Überstunden qualifiziert. Hieran vermag die «Bestäti
gung» der A._
vom 9. Dezember 2019, wonach es sich bei den Positionen «Überstunden 50 %» sowie «Überstunden 25 %» um Schichtzulagen handle, welche nach der Betrieb
steilübernahme durch die A._
weiterhin ausbezahlt worden seien (Urk. 8/3/5), nichts zu ändern. Die im Beschwerdeverfahren ge
machte Angabe widerspricht sämtlichen übrigen hierzu ergangenen Darlegungen. Insbesondere lässt sie sich nicht mit der eigenen Stellungnahme der
A._
vom 27. Juni 2019, welche auf die detaillierte Fragestellung der Beschwerdegegnerin vom 27. Mai 2019 erging (Urk. 7/91), vereinbaren. Von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich darum ersucht, den Unterschied zwischen den Auszahlungen «Über
stunden 50 %» und «Überstunden 25 %» sowie «Schichtzulagen» zu erklären, hatte
die frühere Arbeitgeberin ausgeführt, beim Beschwerdeführer seien die tatsäch
lichen Stunden abgerechnet worden und bei den Überstunden 50 % sowie 25 % handle es sich um die tatsächlich geleisteten Überstunden (Urk. 7/70). Wie vor
stehend dargelegt, findet diese Aussage ihr Korrelat in den aufliegenden Akten, während demgegenüber die unbegründete «Bestätigung» im Lichte der getätigten Abklärungen wenig glaubwürdig
erscheint. Nachdem die A._
zu den Fragen der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/91) hinreichend Stellung genommen und die Arbeitsrapporte aufgelegt hatte (Urk. 7/58-69), sind entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers von weiteren Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist.
6.1.3
Was die in der Lohnabrechnung von Oktober 2018 als «Gleitzeit/Überstunden» bezeichnete Position anbelangt (
Urk.
7/220), ist diese bei Ermittlung des versi
cherten Verdienstes ausser Acht zu lassen
(vgl.
aber
E. 6.1.1
,
2. Abschnitt
)
. So wurden damit die bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorhandenen Über
stunden entschädigt (E. 2.1.1). Dies geht auch aus dem Schreiben des Beschwerde
führers vom
5.
Januar 2019 hervor, worin dieser festhielt, in den letzten zehn Monaten über 200 Überstunden geleistet zu haben (
Urk.
7/137). Dieser Wert ent
spricht im Wesentlichen den in der Lohnabrechnung von Oktober 2018 ange
führten 244.88 Stunden (
Urk.
7/220).
Was die in der Lohnabrechnung Oktober 2018
angeführte
«Ferienauszahlung» anbelangt (
Urk.
7/220),
kann
eine solche gemäss bundesgerichtlicher Recht
sp
re
chung nicht berücksichtigt werden
(BGE 123 V 70).
Demgegenüber
hat die Beschwerdegegnerin
die im Oktober 2018 ausbezahlte
«Schichtzulage»
von
Fr.
3'473.95
anteilsmässig
an
ge
rechne
t
(
Fr.
3'473.95 / 11 Monate [November 2017 bis September 2018, vgl.
Urk.
7/218-229
]
=
Fr.
315.80)
, was keiner Korrektur bedarf
.
6.1.4
Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung, dass der Durchschnittslohn der letzten sechs Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug höher ist als der der letzten zwölf (E. 2.1.1), ergibt sich somit ein versicherter
Verdienst von
gerundet
Fr.
9'572.--
(
Fr.
8'720.35 [Bruttolohn] +
Fr.
535.30 [Mehr
stunden] +
Fr.
315.80 [Schichtzulage]
)
.
6.2
70
%
des versicherten Verdienstes von
Fr.
9’572
.-- entsprechen
gerundet
Fr.
6’700
.--. Diesem Betrag ist der Lohn, welcher dem Beschwerdeführer an
lässlich der Änderungskündigung unterbreitet wurde (
Urk.
7/135-136), gegen
über
zustellen.
Gemäss dem im Rahmen der Änderungskündigung unterbreiteten Arbeitsvertrag hätte der Beschwerdeführer ein Jahresfixgehalt von Fr. 104'652.-- erzielt (
Ziff.
2
,
E. 4.3
). Der Beschwerdeführer hätte sodann bei entsprechendem betrieblichem Bedarf in gesetzlich zulässigen Umfang Nacht-, Schicht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Arbeits- und Rufbereitschaft zu leisten gehabt. Eine gesonderte Entschädigung wäre dafür nicht
erfolgt. Einzig bei dauernder oder regelmässig wiederkehrender Nachtarbeit wäre ihm ein Zeitzuschlag von 10 % der Arbeitszeit für die geleistete
Nachtarbeit angerechnet worden
(
Ziff.
9). Somit ist von einem Monatslohn von
Fr.
8'721.-- (
Fr.
104'652.-- / 12 Monate) auszu
gehen.
Nach dem Gesagten hätte die vorgesehene Lohnreduktion von
Fr.
9'572.--
als versicherter Verdienst auf
Fr.
8’721.-- nicht dazu geführt, dass die Arbeit lohn
mässig unzumutbar geworden wäre (
Art.
16
Abs.
2
lit
. i AVIG,
Art.
41a
Abs.
2 AVIV). So hätte der dem Beschwerdeführer angebotene Lohn von
Fr.
8'721.-- mehr betragen als 70
%
des versicherten Verdienstes (
Fr.
6'700.--
)
, womit auch unter Berücksichtigung der
um 6
%
erhöhte
n
, finanziell nicht abgegoltene
n
Arbeitszeit
von 40 au
f 42.5 Wochenstunden (E.
4.3,
E.
6.1.1)
die
U
nzu
mut
bar
keitsgrenze
nicht erreicht war
.
Der Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeits
losigkeit
gemäss
Art. 30 Abs. 1
lit
. a AVIG hat deshalb als erfüllt zu gelten (vgl. auch Art. 16 Abs. 2
lit
. i AVIG).
7.
7.1
Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür mass
gebenden Verschuldens.
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
7.2
Im Rahmen der Überprüfung der Angemessenheit der verfügten Einstelldauer gilt es den Grundsatz zu beachten, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjen
igen der Verwaltung setzen darf
und dass sich das Gericht auf Gegebenheiten abstützen können muss, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 362 E. 5d mit Hinweis).
Es steht fest
, dass der Beschwerdeführer durch seine Weigerung, die Ände
rungskündigung anzunehmen, eine ihm zumutbare Arbeit abgelehnt hat, womit gestützt auf
Art.
45
Abs.
4
lit
. b AVIV grundsätzlich von einem schw
eren Ver
schulden auszugehen ist. Die Annahme eines schweren Verschuldens erscheint mangels gegenteiliger Hinweise in den Akten
als gerechtfertigt. Indem die Beschwerdegegnerin die Sanktion im unteren Bereich des schweren Verschuldens
festgesetzt hat
(vgl. Art. 45 Abs. 3
lit
. c AVIV)
, hat sie den konkreten Umständen - namentlich
, dass
die
Leistungen
des Beschwerdeführers
offenbar keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben
haben (
Urk.
7/94)
- angemessen Rechnung getragen.
8.
Zusammenfassend
sind
die
angefochtene
n
Einspracheentscheid
e
vom 1
7.
Oktober 2019 (Urk. 2)
betreffend
Einstellung
in der Anspruchsberech
tigung ab dem
1.
Oktober 2018 für 36 Tage
und vom 2
4.
März 2020 betreffend
versicherter Ver
dienst (
Urk.
18/2)
zu bestätigen und die dagegen erhobene
n
Beschwerde
n
abzu
weisen
.