# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 25ef2bf5-a73b-5f18-a6d1-3be9c960891f
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1978) stammt aus Tunesien und reiste am 6. September 2003 in die
Schweiz ein. Am 24. September 2003 heiratete sie einen Schweizer und erhielt eine
Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug. Die kinderlose Ehe wurde am 5. Juni 2007
geschieden. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes und der Situation in
ihrem Heimatland erhielt X.Y. am 20. September 2007 eine Härtefallbewilligung. Am 10.
August 2009 wurde ihre Aufenthaltsbewilligung trotz offener Betreibungen von CHF
3'789.40 und offener Forderungen des Sozialamts Rapperswil-Jona von CHF
22'490.80 unter Vorbehalt verlängert. Am 5. November 2009 wurde X.Y. wegen
Betrugs – sie hatte das Sozialamt Rapperswil-Jona nicht über ihre geänderten
Einkommens- und Vermögensverhältnisse informiert und einen Vermögensschaden
von knapp CHF 5'600 verursacht - zu einer bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt
aufgeschobenen Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 70 und zu einer Busse von
CHF 500 verurteilt.
B./ X.Y. heiratete am 19. Oktober 2011 in Rapperswil-Jona den kosovarischen
Staatsbürger A.B. (geb. 1963). Ihr Gesuch, ihrem Ehemann den Aufenthalt in der
Schweiz im Familiennachzug zu gewähren, wies das Migrationsamt am 7. September
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2012 ab mit der Begründung, die finanziellen Mittel des Ehepaares erschienen
aufgrund des nicht gesicherten Einkommens der Ehefrau und einer Lohnpfändung
äusserst knapp. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den dagegen von X.Y.
und A.B. erhobenen Rekurs am 10. Juni 2013 wegen Gefahr künftiger
Fürsorgeabhängigkeit ab.
C./ X.Y. und A.B. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhoben gegen den
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend Vorinstanz)
vom 10. Juni 2013 durch ihre Rechtsvertreterin am 21. Juni 2013 beim
Verwaltungsgericht Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid
sei unter Entschädigungs- und Kostenfolge aufzuheben und dem Beschwerdeführer
die Einreise- und Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehegattin zu erteilen,
eventualiter sei ihm die Aufenthaltsbewilligung auf ein Jahr begrenzt zu gewähren und
an die Bedingung zu knüpfen, dass beide Eheleute weiterhin nicht auf Sozialhilfe
angewiesen sind.
Die Vorinstanz beantragte am 12. Juli 2013 unter Hinweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid, die Beschwerde sei abzuweisen. Gemäss einem
nachträglich eingereichten Auszug aus dem Betreibungsregister Rapperswil-Jona vom
2. September 2013 ist die Beschwerdeführerin mit einem offenen Verlustschein von
CHF 2'415.05 verzeichnet (act. 9/1). Am 10. Februar 2014 reichte die
Beschwerdeführerin dem Gericht den von ihr mit dem Pflegezentrum Q. in S. per 1.
Januar 2014 abgeschlossenen Arbeitsvertrag und die Lohnabrechnung für Januar
2014, der ein Nettoeinkommen von CHF 3'154.65 auswies, ein (act. 11/1). Auf
gerichtliche Aufforderung hin reichten die Beschwerdeführer eine Bestätigung der
Arbeitgeberin vom 24. Juni 2014 über die ungekündigte Stellung der
Beschwerdeführerin und die Lohnausweise von März, April und Mai 2014 mit
monatlichen Nettoeinkünften zwischen rund CHF 3'200 und 3'400 sowie einen am 19.
Juni 2014 von E.K. und T.K. unterzeichneten Arbeitsvertrag ein, nach welchem der
Beschwerdeführer von der K. Getränkehandlung AG ab 1. August 2014 oder nach
Vorliegen der definitiven Arbeitsbewilligung als Chauffeur mit einem monatlichen
Bruttogehalt von CHF 4'500 angestellt wird (act. 15/1-3).

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
Gegenstand des angefochtenen Entscheides und der ihm zugrunde liegenden
Verfügung ist die Erteilung beziehungsweise Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung
für den Beschwerdeführer. Die Zulässigkeit der Einreise in die Schweiz richtet sich
demgegenüber nach Art. 5 ff. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) und setzt insbesondere grundsätzlich die – in
der Regel nicht in die Zuständigkeit der kantonalen Ausländerbehörden fallende (vgl.
Art. 13b der Verordnung über die Einreise und die Visumerteilung, SR 142.204) -
Ausstellung eines Visums voraus. Auf den Antrag, es sei dem Beschwerdeführer eine
Einreisebewilligung zu erteilen, kann dementsprechend nicht eingetreten werden. Im
Übrigen sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt: Sowohl der Beschwerdeführer als
auch seine Ehefrau, die ebenfalls Adressatin des angefochtenen Entscheides ist und
einen eigenen Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für ihren
Ehemann im Rahmen des Familiennachzugs geltend machen kann (vgl. BGer
2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 1.3), sind zur Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64
VRP in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 21. Juni 2013
(Poststempel: 24.06.2013) ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist unter dem erwähnten Vorbehalt
einzutreten.
2. Die von den Beschwerdeführern im Beschwerdeverfahren mit Schreiben vom 4.
September 2013 und vom 10. Februar 2014 sowie auf gerichtliche Aufforderung vom
12. Juni 2014 hin eingereichten Beweismittel zur Ergänzung des Sachverhalts
hinsichtlich der aktuellen finanziellen Lage und der Bemühungen um deren
Verbesserung sind zulässig, da das Verwaltungsgericht im Bereich des
Ausländerrechts entgegen Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue Begehren im
Beschwerdeverfahren unzulässig sind, auch nach dem Erlass des angefochtenen
Entscheides eingetretene Tatsachen (sogenannte "echte" Noven) zu berücksichtigen
hat (vgl. BGE 128 II 149; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 642 und 645).
ist, ob dem Beschwerdeführer zu Recht die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei
seiner aufenthaltsberechtigten Ehefrau in der Schweiz verweigert wurde.
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3.1. Gestützt auf Art. 44 AuG kann ausländischen Ehegatten von Personen mit
Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b) und sie
nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c). Bei dieser Norm handelt es sich um eine
"Kann-"Bestimmung, die auf Ermessen der Vorinstanz hinweist; ein Rechtsanspruch
auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung besteht nicht (vgl. BGE 137 II 393 E. 3.3;
137 I 284 E. 1.2 und 2.6).
3.2. Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist einzig umstritten, ob die Beschwerdeführer
im Sinn von Art. 44 Ingress und lit. c AuG auf Sozialhilfe angewiesen sein werden. Zu
ermitteln sind einerseits der Bedarf (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.1) und anderseits die
zu berücksichtigenden Einkünfte der Beschwerdeführer (vgl. dazu nachfolgend E.
3.2.2).
3.2.1. Zur Ermittlung des künftigen Bedarfs stellte die Vorinstanz auf die
Berechnungsgrundlage der Vereinigung der Migrationsämter Ostschweiz und
Fürstentum Liechtenstein (Version November 2011, nachfolgend VOF-Richtlinien,
abrufbar unter www.vof.ch) ab. Sie geht von einem Bedarf der Beschwerdeführer von
monatlich CHF 4'295.15, nämlich CHF 2'002 für Grund- und Ergänzungsbedarf (CHF
1'550 und 452), CHF 1'710 Wohn- und Erwerbsunkosten (CHF 1'210 und 500) und
CHF 583.15 Krankenversicherung (CHF 499.80 Prämien, CHF 83.35 Anteil Franchise)
aus. Die Beschwerdeführer gehen von einem monatlichen Bedarf von effektiv CHF
3'242.50 aus, nämlich Grundbedarf (vgl. Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe,
Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe, 4. überarbeitete
Ausgabe vom April 2005 mit Ergänzungen, nachfolgend SKOS-Richtlinien, abrufbar
unter http://skos.ch) von CHF 1'495, Krankenkasse Beschwerdeführerin CHF 308.30
und Beschwerdeführer CHF 229.20 sowie Miete inklusive Heizkosten CHF 1'210.
Die Verfahrensbeteiligten stimmen überein, dass sich der Grundbedarf nicht nach dem
betreibungsrechtlichen, sondern nach dem sozialen Existenzminimum richtet, das allen
Bedürftigen zusteht, welche die Voraussetzungen und Bedingungen der kantonalen
Gesetzgebung über die Sozialhilfe erfüllen, und welche neben der materiellen
Grundsicherung auch die notwendigen situationsbedingten Leistungen umfasst (SKOS-
Richtlinien A3-1). Dieser Grundbetrag beläuft sich bei zwei Personen ab 1. Januar 2013
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auf monatlich CHF 1'509 (SKOS-Richtlinien B2-2). Demgegenüber wird bei der
Berechnung des betreibungsrechtlichen Minimums von einem Grundbetrag für
Ehepaare von CHF 1'780 ausgegangen (vgl. Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung
und Konkurs, Kreisschreiben über die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Minimums [Notbedarf] vom Dezember 2008, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch,
Dienstleistungen/Weisungen, Ziff. 3.1.2). Zum Grundbetrag von CHF 1'509 kommen die
unbestrittenen Wohn- und Nebenkosten von CHF 1'210 hinzu. Bei den Kosten für die
Krankenkasse gehen die Beschwerdeführer von den monatlichen Prämien von CHF
308.30 und CHF 229.20 ohne einen Anteil an der Franchise (act. 7/4 Akten des
Migrationsamtes 231 und 232) aus. Die Vorinstanz geht von etwas tieferen Prämien
aus, nämlich zusammen CHF 499.80, schlägt jedoch monatlich einen Zwölftel der
Franchisen von zusammen CHF 1'000, das heisst CHF 83.35 hinzu. Da die
Beschwerdeführerin in der Vergangenheit ärztliche Leistungen beanspruchen musste,
erscheint es angemessen, zumindest bei ihr die Jahresfranchise zu berücksichtigen.
Dementsprechend ist es gerechtfertigt, für die Gesundheitskosten von einem Bedarf
von CHF 537.50 auszugehen. Dementsprechend ist von einem Gesamtbedarf der
Beschwerdeführer von monatlich CHF 3'256.50 auszugehen.
Ob und inwieweit der umstrittene Ergänzungsbedarf von monatlich CHF 452 und die
Erwerbsunkosten von CHF 500 zu berücksichtigen sind, kann offen bleiben, wenn die
mutmasslichen Einkünfte der Beschwerdeführer auch diesen Zusatzbedarf zu decken
vermögen. Angemerkt sei immerhin, dass das Verwaltungsgericht in seiner bisherigen
Rechtsprechung die Berücksichtigung des Ergänzungsbedarfs gemäss VOF-Richtlinien
zur Beurteilung der – voraussichtlichen - finanziellen Situation nicht beanstandet hat
(vgl. unter anderem VerwGE B 2012/94 vom 13. November 2012 E. 2, B 2011/196 vom
12. April 2012 E. 2.1.1, B 2010/282 vom 3. Mai 2011 E. 4.4, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Das Bundesgericht erachtet es allerdings als sachfremd, zur
Beurteilung der Sozialhilfeabhängigkeit andere Kriterien als für die effektive Zusprache
von Sozialleistungen anzuwenden (vgl. BGer 2C_685/2010 E. 2.3.3).
3.2.2. Für die Beurteilung der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen
Verhältnissen auszugehen; die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung ist aber auf
längere Sicht abzuwägen. Weiter darf nicht einfach auf das Einkommen des hier
anwesenden Familienangehörigen abgestellt werden, sondern es sind die finanziellen
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Möglichkeiten aller Familienmitglieder über eine längere Sicht abzuwägen. Das
Einkommen des Angehörigen, der an die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen
soll, ist daran zu messen, ob und in welchem Umfang es tatsächlich realisierbar ist. In
diesem Sinne müssen die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene
Einkommen konkret belegt und mit gewisser Wahrscheinlichkeit sowie, soweit möglich,
auf mehr als nur kurze Frist erhärtet sein, um Berücksichtigung zu finden (BGer
2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 2.3.1 mit Hinweisen auf BGE 122 II 1 E. 3 und BGer
2C_452/2008 vom 13. Februar 2009 E. 2).
Die Beschwerdeführerin ist seit 1. Januar 2014 vollzeitlich als Raumpflegerin und
Wäscherei-Angestellte im Pflegezentrum Q. in S. angestellt. Sie hat die dreimonatige
Probezeit bestanden und befindet sich in ungekündigter Stellung. In den Monaten
März, April und Mai 2014 erzielte sie Nettolöhne zwischen rund CHF 3'200 und 3'400
(nach Quellensteuern und ohne Anteil 13. Monatslohn). Die Vorinstanz hat sich zu
diesen neuen Tatsachen nicht geäussert.
Die Beschwerdeführer legen einen am 19. Juni 2014 erstellten Arbeitsvertrag zwischen
dem Beschwerdeführer und der K. Getränkehandlung AG vor, nach welchem der
Beschwerdeführer ab 1. August 2014 oder nach Vorliegen der Arbeitsbewilligung als
Chauffeur für einen Monatslohn von monatlich brutto CHF 4'500 angestellt wird. Für
die Arbeitgeberin haben T.K., Präsidentin, und E.K., Mitglied des Verwaltungsrates, die
gemäss Handelsregister beide kollektiv zu zweien für die Gesellschaft unterzeichnen,
den Vertrag unterschrieben (act. 15/3). Die Arbeitsstelle ist dem Beschwerdeführer
damit in einer rechtlich verbindlichen Form zugesichert (vgl. dazu Botschaft zum
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, in: BBl 2002
S. 3793). Unter diesen Umständen sind bei der Beurteilung der wahrscheinlichen
finanziellen Verhältnisse die in der Beschwerde geltend gemachten Bruttoeinkünfte des
Beschwerdeführers von CHF 4'500, das heisst netto rund CHF 3'400
mitzuberücksichtigen.
3.2.3. Bei der Beurteilung, ob der zukünftige Bedarf der Beschwerdeführer (vgl. dazu
oben E. 3.2.1) mit ihren wahrscheinlichen finanziellen Mitteln (vgl. dazu oben E. 3.2.2)
gedeckt wird und sie nicht von finanzieller Sozialhilfe abhängig werden, ist davon
auszugehen, dass die mutmasslichen Erwerbseinkünfte der Beschwerdeführer von
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monatlich netto rund CHF 6'700 selbst den von der Vorinstanz angenommenen Bedarf
von knapp CHF 4'300 ohne Weiteres zu decken vermögen. Es bleibt ein monatlicher
Überschuss von rund CHF 2'400.
Die Vorinstanz geht allerdings davon aus, das gemeinsame Erwerbseinkommen –
Bruttoeinkünfte des Beschwerdeführers von CHF 4'500, Nettoeinkünfte der
Beschwerdeführerin nach Quellensteuern zwischen CHF 1'695.15 und 4'376.20 -
würde gemäss Auskunft des Betreibungsamtes vom 4. Juli 2012 bis auf das deutlich
darunter liegende Existenzminimum von monatlich CHF 3'970 gepfändet. Die
Beschwerdeführerin habe ihren Lebensunterhalt in der Vergangenheit mit ihrem
Erwerbseinkommen nicht bestreiten können. Sie sei verschuldet (CHF 10'919 gemäss
Auszug aus dem Betreibungsregister, CHF 17'910.25 offene Sozialhilfeleistungen). Die
Beschwerdeführer würden auf lange Sicht lediglich über das betreibungsrechtliche
Existenzminimum verfügen. Die Beschwerdeführer beanstanden die Annahme, das
gemeinsame Erwerbseinkommen der Beschwerdeführer würde bei Gewährung des
Familiennachzuges bis auf das Existenzminimum gepfändet.
Die Beschwerdeführerin hat ihre Verschuldung massgeblich reduzieren können. Sie
bezog vom 1. April bis 30. September 2009 finanzielle Sozialhilfe. Der Ausstand belief
sich am 31. März 2013 auf CHF 24'614.65, davon rund CHF 7'100
Krankenkassenprämien und Kostenbeteiligungen zulasten der
Sozialversicherungsanstalt (act. 2/6 S. 5). Am 19. Oktober 2011 meldete das Sozialamt
noch einen Ausstand von CHF 26'344.85 (act. 7/4 Akten des Migrationsamtes 518).
Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamtes Rapperswil-Jona
vom 2. September 2013 lag gegen die Beschwerdeführerin noch ein offener
Verlustschein über CHF 2'415.05 vor (act. 9/1). Am 26. Oktober 2011 hatten sich die
offenen Verlustscheine noch auf CHF 4'346.45 (act. 7/4 Akten des Migrationsamtes
519), am 2. Juli 2012 auf CHF 3'167.40 (act. 7/4 Akten des Migrationsamtes 744)
belaufen. Der Auszug aus dem Betreibungsregister vom 2. September 2013 enthält
einzig noch einen offenen Verlustschein über CHF 2'415.05, dem im Wesentlichen eine
Forderung ihres früheren Ehemannes über CHF 2'000 zugrunde liegt.
Vor dem Hintergrund der Höhe des monatlichen Überschusses von CHF 2'400 sowie
der erfolgreichen Bestrebungen der Beschwerdeführerin, ihren Lebensunterhalt trotz
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zeitweiliger gesundheitlicher Schwierigkeiten aus eigenen Einkünften zu decken und
gleichzeitig Schulden – welche im Übrigen im Zusammenhang mit ihrer früheren Ehe
und einer psychischen Erkrankung, welche eine Hospitalisation erforderlich machte,
stehen – zu tilgen einerseits und der verbindlichen Zusicherung der K. Getränkehandel
AG, den Beschwerdeführer als Chauffeur anzustellen, anderseits besteht eine geringe
Gefahr künftiger Sozialhilfeabhängigkeit im Sinn von Art. 44 Ingress lit. c AuG. Damit
sind keine sachlichen Gründe ersichtlich, aus denen dem Beschwerdeführer der
Familiennachzug in die Schweiz ermessensweise verweigert werden durfte.
4. Zusammenfassend ist die Beschwerde, soweit auf sie eingetreten werden kann,
gutzuheissen und der angefochtene Rekursentscheid vom 19. Juni 2013 ist mit
Ausnahme des Kostenspruches (vgl. dazu unten Erwägung 5) aufzuheben. Die
Angelegenheit ist zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer
an das Migrationsamt zurückzuweisen. Sollte sich herausstellen, dass der
Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, die erforderlichen Einkünfte zu erzielen, und
sollten die Eheleute auf Sozialhilfe angewiesen sein, obliegt es dem Migrationsamt,
rechtzeitig - spätestens beim Entscheid über eine allfällige Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung (vgl. Art. 62 Ingress lit. e und allenfalls lit. d AuG) - die
erforderlichen ausländerrechtlichen Massnahmen in die Wege zu leiten.
5. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu drei Vierteln dem Staat und zu einem Viertel den
Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Indessen hat jeder Beteiligte die
Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen
oder Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige Geltendmachung ihm möglich und
zumutbar gewesen wäre (Art. 95 Abs. 2 VRP). Die für die Gutheissung des Gesuchs um
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer entscheidenden
Tatsachen wurden erst im Beschwerdeverfahren geschaffen – feste Vollzeitanstellung
der Beschwerdeführerin im Pflegezentrum Q. ab Januar 2014 – oder belegt – der
Arbeitsvertrag der W.K., Getränkehandlung, vom 26. Juni 2012 (act. 2/8) und dessen
Bestätigung durch die K. Getränkehandel AG vom 11. April 2013 (act. 2/9) stellten für
die Arbeitgeberin mit Blick auf die Zeichnungsberechtigungen gemäss Handelsregister
keine rechtsverbindlichen Zusicherungen dar. Dem Beschwerdeführer wäre das
Beibringen einer rechtsverbindlichen Zusicherung seiner Anstellung bereits im
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vorinstanzlichen Verfahren möglich und zumutbar gewesen. Deshalb rechtfertigt es
sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens insgesamt zur Hälfte den
Beschwerdeführern aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von CHF 2'000 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung des Kostenanteils des Staates ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der
Kostenanteil der Beschwerdeführer ist mit ihrem Kostenvorschuss von CHF 2'000 zu
verrechnen. CHF 1'000 sind ihnen zurückzuerstatten. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens besteht kein Anspruch auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten im
Beschwerdeverfahren (Art. 98, 98bis und 98ter VRP).
Da die entscheidwesentlichen Tatsachen erst im Beschwerdeverfahren geschaffen
oder belegt wurden, besteht kein Anlass, auf den Kostenspruch des
Rekursentscheides zurückzukommen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht