# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57617366-35cf-4406-ada6-6703bdb84c86
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
S.T. (1978) stammt aus Serbien, reiste im Jahr 1991 in die Schweiz ein und besitzt hier
die Niederlassungsbewilligung. Am 19. Juli 1998 heiratete sie in ihrer Heimat den
Landsmann O.T. (1976); dieser erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung zum
Verbleib bei seiner Ehefrau. Der Ehe entsprangen die gemeinsamen Kinder A. (1999)
und B. (2003). Mit Urteil der Familienrichterin des Kreisgerichts St. Gallen vom 2. Mai
2008 wurde die Ehe von S.T. und O.T. geschieden das Sorgerecht über die beiden
gemeinsamen Kinder der Mutter zugesprochen (Dossier S.T., Nr. 46).
N.P. (1977) lebte derweil in Serbien mit M.M. (1979) in einer Paarbeziehung. Aus dieser
stammen drei gemeinsame Kinder, nämlich C. (2002), D. (2004) und E. (2007). Mit Urteil
vom 23. Juli 2008 wurden die Kinder in die elterliche Sorge ihrer Mutter gegeben und
der Vater zu Unterhaltszahlungen verpflichtet (Dossier S.T., Nr. 23).
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Am 16. Juni 2008 – eineinhalb Monate nach ihrer Scheidung von O.T. – heiratete S.T. in
Serbien N.P. (Dossier S.T., Nr. 24). Dieser reiste am 23. Oktober 2008 zu seiner Ehefrau
in die Schweiz und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung, welche in der Folge jährlich
verlängert wurde, zuletzt bis 22. Oktober 2013 (Dossier N.P., Nrn. 6, 8, 11, 14, 16 und
20).
M.M., seine ehemalige Lebenspartnerin, hatte unterdessen am 13. März 2009 in
Serbien den Ex-Ehemann von S.T., O.T., geheiratet (Dossier O.T., Nr. 50). Sie reiste am
30. Juli 2009 in die Schweiz ein, wo sie im Rahmen des Familiennachzuges eine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hatte (Dossier M.M., Nr. 10). Ein knappes Jahr später
zog das Ehepaar O.T. und M.M. auch die drei Kinder aus der früheren Beziehung der
Ehefrau mit N.P. in die Schweiz nach. Das Ehepaar hat seinen Wohnsitz derzeit in der
Stadt Zürich.
B.
Ende September 2013 ging bei der Kantonspolizei St. Gallen ein anonymes
Hinweisschreiben ein, wonach sich S.T. und O.T. bewusst hätten scheiden lassen, um
gegen ein Entgelt von Fr. 40‘000.-- neue (Schein-)Ehen mit N.P. bzw. M.M. zu
schliessen und diesen zu Aufenthaltsbewilligungen zu verhelfen (Dossier N.P, Nr. 21).
Das Migrationsamt veranlasste in der Folge polizeiliche Abklärungen und (gleichzeitige)
Befragungen der mutmasslich involvierten vier Personen (Dossier N.P., Nrn. 22 ff.). Am
30. Januar 2014 eröffnete es N.P. die Absicht, seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr
zu verlängern und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme (Dossier N.P., Nr. 44). Es
hielt fest, bereits die familiäre Vorgeschichte deute auf eine Scheinehe hin. Die vier
Erwachsenen hätten sich seit längerer Zeit gekannt, nachdem er und O.T. zusammen
Militärdienst geleistet hätten. Die beiden zum Schein eingegangenen Ehen hätten den
Aufenthalt von N.P., seiner (wirklichen) Partnerin M.M. und den gemeinsamen Kindern
in der Schweiz bezweckt. Er arbeite in Zürich und wohne dort mit M.M. zusammen. Mit
S.T. verbringe er weder die Freizeit noch Ferien. Die Einrichtung der angeblichen
Familienwohnung in St. Gallen sei ihm nicht detailliert bekannt. O.T. sei seinerseits in
der Liegenschaft, die er angeblich mit M.M. bewohne, unbekannt. Der Mann, der dort
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ein- und ausgehe, trage die orange Arbeitskleidung der Firma Q. AG (Arbeitgeberin von
N.P.). Für seinen Arbeitsweg benütze N.P. das Auto von M.M. Diese Sachlage lasse nur
den Schluss zu, dass er sich mit S.T. nur zum Schein verheiratet habe und mit dieser
keine Lebensgemeinschaft bilde. Die wechselseitigen Heiraten hätten einzig dazu
gedient, alle Familienmitglieder in die Schweiz zu bringen und den Kindern hier eine
Ausbildung und berufliche Zukunft zu ermöglichen. Mit derselben Begründung
verweigerte das Migrationsamt in seiner Verfügung vom 10. März 2014 die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von N.P. definitiv (Dossier N.P., Nr. 52).
C.
Den von N.P. mit Eingabe vom 25. März 2014 gegen diese Verfügung erhobenen
Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 5. März 2015
ab (act. 2). Sein Rechtsvertreter hatte erfolglos geltend gemacht, die Indizienlage lasse
den Schluss auf eine Scheinehe nicht zu und die mit der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verbundene Rückkehr nach Serbien sei angesichts seines
Familienlebens in der Schweiz nicht zumutbar (vgl. vi-act. 1).
D.
Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartments erhob N.P.
(Beschwerdeführer) mit Eingabe 23. März 2015 und Ergänzung vom 13. Mai 2015
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1 und 8). Er beantragte, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben, und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern oder die
Niederlassungsbewilligung zu erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das
Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) beantragte mit Vernehmlassung vom

## Considerations

1. Juni 2015 Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids (act. 10).
Auf die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid, des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...)
2.
Die Ehefrau des Beschwerdeführers ist Serbin, in der Schweiz niedergelassen und mit
diesem seit dem 16. Juni 2008 verheiratet. Sie hat damit grundsätzlich einen gesetzlich
(Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, SR
142.20, AuG) wie verfassungs- (Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV) und konventionsmässig (Art. 8 Ziff. 1 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR
0.101, EMRK) begründeten Anspruch darauf, ihren Ehemann in die Schweiz
nahzuziehen und mit diesem hier zusammenzuwohnen. Der Beschwerdeführer hat aus
diesen Gründen umgekehrt einen Anspruch darauf, zu seiner hier niedergelassenen
Ehefrau in die Schweiz zu ziehen, d.h. auf Erteilung und Verlängerung einer
Aufenthaltsbewilligung bzw. – nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen
Aufenthalt von fünf Jahren (vgl. Art. 43 Abs. 2 AuG) – auf Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung.
3.
3.1.
Gemäss Art. 51 Abs. 2 Ingress und lit. a AuG erlöschen die Ansprüche nach Art. 43
AuG, wenn sie rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um
Vorschriften des Ausländergesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die
Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen. Erfasst wird davon die sog. «Schein- oder
Ausländerrechtsehe». Ihr Vorliegen darf nicht leichthin angenommen werden und ist
nicht bereits dann gegeben, wenn ausländerrechtliche Motive für den Eheschluss
mitentscheidend waren. Der Bewilligungsanspruch entfällt vielmehr erst dann, wenn die
Ehe einzig geschlossen wurde, um die ausländerrechtlichen Bestimmungen zu
umgehen, indem zumindest einer der Ehegatten nie eine dauerhafte
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Lebensgemeinschaft begründen wollte (BGer 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.1
mit Hinweisen unter anderem auf BGE 128 II 145 E. 2.2, 127 II 49 E. 4a sowie BGer
2C_177/2013 vom 6. Juni 2013 E. 3.2). Verlangt das Gesetz für den Familiennachzug
auch keine Liebesheirat, ist nach dem Willen des Gesetzgebers doch eine
«Realbeziehung» vorausgesetzt, der eine auf Dauer konzipierte, wirtschaftliche,
körperliche und spirituelle Vereinigung zugrunde liegt, was minimale wechselseitige
Kenntnisse der Partner und ein gewisses solidarisches, nicht auf Gleichgültigkeit
beruhendes Verhalten voraussetzt (BGer 2C_808/2013 vom 18. Februar 2014 E. 3.2).
3.2.
Für die Annahme einer Scheinehe bedarf es konkreter Hinweise darauf, dass die
Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft führen wollen, sondern die Ehe
nur aus ausländerrechtlichen Überlegungen geschlossen haben. Zu diesen Indizien
zählen namentlich folgende Umstände: die Tatsache, dass die nachzuziehende Person
von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung
erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den
Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze
Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den
anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat; die Tatsache, dass die
Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (BGer 2C_75/2013 vom
29. August 2013 E. 3.2 und 3.3 mit Hinweisen unter anderem auf BGE 128 II 145 E. 3.1,
122 II 289 E. 2b sowie BGer 2C_177/2013 vom 6. Juni 2013 E. 3.3).
3.3.
Liegen konkrete Hinweise dieser Art vor, ist es an der ausländischen Person, die
bestehende Vermutung durch den Gegenbeweis oder das Erwecken erheblicher
Zweifel an deren Richtigkeit umzustürzen (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen;
BGer 2C_60/2008 vom 9. Juni 2008 E. 2.2.2). Diese Rechtsprechung gründet auf der
Überlegung, dass sich die Existenz einer Scheinehe in der Regel einem direkten
Beweis entzieht, weil dabei innere Vorgänge zu beurteilen sind, die der Behörde nicht
bekannt oder schwierig zu beweisen sind (BGer 2C_3/2012 vom 15. August 2012
E. 4.1; BGE 127 II 49 E. 5a). Sie kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten
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Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Bei
einer solchen tatsächlichen Vermutung handelt es sich um
Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die auf Grund der Lebenserfahrung gezogen werden.
Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermutung weder die
Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherrschende Untersuchungsmaxime.
Letztere gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden, das heisst die
Vermutung erschütternden Elementen sucht. Diese dürften der Verwaltung jedoch oft
nicht bekannt sein, weil nur der Betroffene darüber Bescheid weiss. Es ist daher Sache
des Betroffenen, der nicht nur zur Mitwirkung verpflichtet ist (Art. 90 AuG), sondern
angesichts der gegen ihn sprechenden tatsächlichen Vermutung selber ein eminentes
Interesse daran hat, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel
umzustürzen, indem er Gründe aufzeigt, die es als überzeugend erscheinen lassen,
dass die in Frage stehende Ehe tatsächlich gelebt wird (BGE 130 II 482 E. 3.2 mit
Hinweisen; vgl. auch VGer ZH, VB.2013.00703 vom 16. Januar 2014 E. 3.2,
www.vgrzh.ch).
3.4.
Lässt die Indizienlage bei erstmaliger Erteilung der Anwesenheitsberechtigung keinen
klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt.
In diesem Fall ist dem ausländischen Ehegatten trotz allenfalls bestehender Zweifel die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Aus dem Umstand, dass die Migrationsbehörde
zunächst – allenfalls trotz gewisser Zweifel – die Bewilligung verlängert oder erteilt hat,
lässt sich nicht ableiten, damit sei das Vorliegen einer Scheinehe bis zum Ablauf der
Bewilligung rechtskräftig verneint worden. Eine nachträgliche Prüfung bleibt weiterhin
möglich. Geht es um den Widerruf einer bereits bestehenden (Niederlassungs-)
Bewilligung, ist dazu erforderlich, dass neue Tatsachen vorliegen, die der Behörde im
Zeitpunkt der Erteilung noch nicht bekannt waren (BGer 2C_999/2011 vom 11. Juli
2012 E. 3.2 und 2C_911/2011 vom 3. Mai 2012 E. 4.2). Handelt es sich hingegen – wie
vorliegend – um die Verlängerung einer abgelaufenen Bewilligung, so gelangen nicht
die Regeln über den Widerruf rechtskräftiger Bewilligungen zur Anwendung, sondern
die Behörde kann aufgrund einer Gesamtwürdigung – unter Einbezug bereits früher
bekannter und zusätzlicher neuer Erkenntnisse – das Vorliegen einer Scheinehe
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bejahen (BGer 2C_740 und 752/2015 vom 10. Februar 2016 E. 3.3; 2C_310/2014 vom
25. November 2014 E. 2.4.2 sowie 2C_500/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 2.5;
VerwGE B 2013/168 vom 16. April 2014 E. 2.2, www.gerichte.sg.ch).
4.
4.1.
Die Vorinstanz hat aus folgenden Indizien auf das Vorliegen einer Scheinehe
geschlossen: Von den vier involvierten Personen werde unterschiedlich und
widersprüchlich geschildert, wie es zu den Heiraten des Beschwerdeführers mit S.T.
und seiner ehemaligen Partnerin und Mutter der gemeinsamen Kinder M.M. mit O.T.
gekommen sei. Die heutigen Angaben stimmten zudem nicht mit jenen der
Nachzugsverfahren überein. Übereinstimmung herrsche nur darin, dass sich der
Beschwerdeführer und O.T. im Militärdienst in Serbien kennengelernt hätten. Die kurze
Zeit zwischen der Scheidung von O.T. und dem Eheschluss mit dem Beschwerdeführer
spreche bereits dafür, dass S.T. mit diesem eine Scheinbeziehung eingegangen sei.
Die Trauung habe ohne Verwandte stattgefunden, Hochzeitsfotos seien keine gemacht
worden und eine Hochzeitsreise sei ebenfalls nicht unternommen worden. Bei der
Frage, ob Trauringe vorhanden seien oder nicht, hätten sich die beiden
(Schein-)Ehepartner widersprochen. Verlauf und Ausgestaltung der Trauung würden
auch für eine Scheinehe sprechen. Weder S.T. noch der Beschwerdeführer hätten
Kontakt mit den Verwandten des anderen Ehepartners, hätten niemals gemeinsame
Ferien verbracht und würden auch in der Schweiz kaum Zeit miteinander verbringen.
Der Beschwerdeführer halte sich viel an seinem Arbeitsort Zürich auf, wo
(bezeichnenderweise) seine frühere Freundin mit den gemeinsamen Kindern lebe. M.M.
habe angegeben, der Beschwerdeführer habe in Serbien nicht viel Kontakt zu seinen
Kindern gepflegt. Heute aber kümmere er sich intensiv; es könne sein dass er von
Montag bis Freitag ab 17:30 Uhr und auch am Wochenende in der Wohnung des
Ehepaares O.T. und M.M. die gemeinsamen Kinder betreue. An diese Adresse lasse er
sich auch Post zustellen. Die Gesamtheit der Indizien spreche eindeutig für das
Vorliegen einer Scheinehe.
4.2.
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Der Beschwerdeführer macht geltend, die von der Rechtsprechung anerkannten
Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe seien in seinem Fall nicht erfüllt. Er sei weder
von einer Wegweisung bedroht – habe er doch gestützt auf konventions- und
verfassungsrechtliche Garantien ein Verbleiberecht bei seinen unmündigen Kindern in
der Schweiz – noch liege zwischen den Ehegatten ein erheblicher Altersunterschied.
Genauso wenig sei für die Heirat Geld bezahlt worden, auch hätten die Ehegatten
durchaus Kenntnisse über den anderen. Das zeige sich an den übereinstimmenden
Antworten auf verschiedenste Fragen.
4.2.1.
Der Beschwerdeführer verkennt zunächst, dass es sich bei den von der
Rechtsprechung hervorgehobenen Indizien nicht um einen abschliessenden Katalog
handelt. O.T. und S.T. haben sich bald nach der Scheidung mit dem Beschwerdeführer
und dessen Lebenspartnerin M.M. – ein ihnen bekanntes serbisches Paar –
wiederverheiratet. Diese Handlungsweise (Wiederverheiratung «über das Kreuz») ist
sehr auffällig und muss den Verdacht erwecken, die beiden Ehen seien nur
eingegangen worden, um den hier nicht anwesenheitsberechtigten Ehepartnern und
deren gemeinsamen Kindern ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen. Ohne
die wechselseitige Verheiratung mit dem vormaligen, in der Schweiz niedergelassenen
Ehepaar S.T. und O.T. wäre dies nicht zu erreichen gewesen. Daraus und aus weiteren
Indizien (vgl. E. 4.2.2 nachfolgend) ergibt sich die tatsächliche Vermutung, dass der
Beschwerdeführer mit der Heirat im Juni 2008 nicht beabsichtigte, mit S.T. eine
Lebensgemeinschaft einzugehen. Am 25. November 2011 wurden der
Beschwerdeführer, S.T. und O.T. sowie M.M. polizeilich einvernommen und zu ihren
wechselseitigen Beziehungen befragt (Protokolle in Dossier N.P., Nrn. 39-42). Zudem
erstatteten die Kantonspolizeien St. Gallen und Zürich Ermittlungsberichte über ihre
Erhebungen an den Wohnadressen der beiden Ehepaare zu Handen der
Migrationsbehörden (Dossier N.P., Nrn. 30 und 42).
4.2.2.
Mit Blick auf die Wohnsituation zeigte sich, dass der Beschwerdeführer den Vermieter
der ehelichen Wohnung – das Türschild ist nach wie vor mit «O. T.» angeschrieben –
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nicht kannte. Zum Mietzins machten er und S.T. widersprüchliche Angaben, ebenso zur
Farbe des Sofas und des Bettbezuges. Der Beschwerdeführer kannte, obwohl
angeblich seit mehreren Jahren dort wohnhaft, die anderen Mieter der Liegenschaft
nicht. Eine Hausbewohnerin gab gegenüber der Polizei an, sie habe bei S.T. noch nie
einen anderen Mann als den Ex-Mann, der ab und zu vorbeikomme, um die Kinder
abzuholen, gesehen. Auch der Vermieter kannte lediglich den Ex-Mann von S.T., nicht
aber den Beschwerdeführer.
Weiter ermittelte die Kantonspolizei Zürich, dass O.T. an seiner Wohnadresse in Zürich
(X.-strasse 000) bei den Hausbewohnern nicht bekannt sei, obwohl die Wohnung nach
polizeilichen Feststellungen von M.M., deren drei Kindern und einem Mann bewohnt
werde. Gemäss Aussagen von Hausbewohnern trage dieser unter der Woche orange-
farbige Arbeitskleidung der Firma «Q. AG», verlasse das Haus zwischen 05:30 und
06:00 Uhr und komme um ca. 17:00 bis 17:30 Uhr wieder nach Hause.
4.2.3.
Was das Kennenlernen und Heiraten anbelangt, schilderten der Beschwerdeführer und
S.T. übereinstimmend, jedoch weitgehend detaillos, dass sie von ihren ehemaligen
(Ehe-)Partnern betrogen worden seien. Der Beschwerdeführer will dies im Januar 2008
erfahren haben. Im gleichen Monat will S.T. jedoch bereits mit ihm
zusammengekommen sein. Die anschliessende Hochzeit im Juni 2008 bezeichnete der
Beschwerdeführer als «Trotzreaktion». Die Trauung hat nach übereinstimmenden
Angaben ohne Verwandte stattgefunden. Anwesend seien nur die beiden Trauzeugen –
Freunde des Ehemannes, die der Ehefrau zwar namentlich, aber sonst nicht weiter
bekannt sind – gewesen. Anschliessend sei man gemeinsam essen gegangen. Weder
gebe es Fotos von der Hochzeit, noch sei man auf eine Hochzeitsreise gegangen. Zu
den getragenen Kleidern machten die beiden unspezifische und teils abweichende
Angaben. Die Frage nach Trauringen verneinte der Beschwerdeführer sinngemäss; S.T.
sagte demgegenüber aus, dieser habe solche in Serbien beschafft, wo sie mutmasslich
auch verblieben seien.
Demgegenüber sagte M.M. aus, sie habe während ihrer Beziehung mit dem
Beschwerdeführer von O.T. – den sie ihm Jahr 2006 kennengelernt und dann erst nach
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einiger Zeit wiedergesehen habe – erfahren, dass ihr damaliger Lebenspartner mit
dessen Ehefrau S.T. ein Verhältnis habe. Sie sei vom Beschwerdeführer im Stich
gelassen worden, dieser habe sich in Serbien auch nie um die gemeinsamen Kinder
gekümmert und nicht mit ihr zusammengewohnt. O.T. hingegen gab zu Protokoll, er
habe M.M. im Juli 2000 über den Beschwerdeführer, mit dem er zuvor Militärdienst
geleistet habe, kennengelernt. Sie habe zusammen mit dem Beschwerdeführer bei
ihren Eltern gewohnt. Als er sie wieder einmal besucht habe, habe sie sich über den
Beschwerdeführer beklagt. Danach sei zwischen ihnen Liebe entstanden. Nach den
übereinstimmenden Aussagen von O.T. und M.M. ist die Heirat im Jahr 2009 – wie jene
des Ehepaares N.P. und S.T. – nicht gefeiert worden. Nach Aussage des Ehemannes
seien keine Ringe getauscht worden; M.M. trage demnach keinen Ehering. M.M. will
aber anlässlich der der Trauung von O.T. einen Ring erhalten haben, den sie immer
trage.
Bis auf die bescheidenen Hochzeitsfeierlichkeiten stimmen die Aussagen der vier
beteiligten Personen nicht überein. Zwar mag sein, dass sich O.T. und der
Beschwerdeführer im gemeinsamen Militärdienst kennengelernt haben (vgl.
Ermittlungsbericht in Dossier N.P., Nr. 42). Aufgrund der Angaben ist jedoch nicht
plausibel, dass es zwischen dem Beschwerdeführer und S.T. bzw. zwischen O.T. und
M.M. zu (Real-)Beziehungen gekommen ist. Bezeichnenderweise werden die
Umstände des Kennenlernens von allen Beteiligten widersprüchlich geschildert. Das
vom Ehepaar N.P. und S.T. geschilderte intime Verhältnis zwischen O.T. und M.M.
blieb anlässlich der Befragung von diesen unerwähnt und wurde (teilweise) der
«Gegenseite» unterstellt. Eine Eheschliessung als Trotzreaktion, wie vom
Beschwerdeführer geschildert, ist genauso wenig nachvollziehbar wie der Umstand
glaubwürdig ist, dass M.M. von diesem auf Dauer im Stich gelassen worden sein soll,
gleichzeitig aber mit ihm drei in den Jahren 2002 bis 2007 geborene Kinder gezeugt
hat. Unauflösliche Widersprüche ergeben sich sodann hinsichtlich der Trauringe.
Verlauf und Ausgestaltung der Trauung sind, wie die Vorinstanz zu Recht geschlossen
hat, weitere Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe. Es ist kein Grund ersichtlich,
weshalb die zweite Heirat so rasch nach der Scheidung der Ehefrau und ohne
Verwandte und Freunde durchgeführt und nicht einmal fotografisch festgehalten
worden ist.
4.2.4.
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In Bezug auf das Familienleben geht aus den Befragungen hervor, dass der
Beschwerdeführer praktisch seine ganze Freizeit zusammen mit seinen leiblichen
Kindern in Zürich verbringt. Er gab an, deswegen unter der Woche von 04:30 Uhr bis
22:00 Uhr ausser Haus bzw. nicht in St. Gallen zu sein. Laut S.T. habe er aus diesem
Grund auch oft in Zürich bei einem Kollegen namens Z. übernachtet. M.M. gab
zunächst zu Protokoll, der Beschwerdeführer gehe am Mittwoch- und Freitagabend
und am Samstag und Sonntag jeweils den ganzen Tag mit den gemeinsamen Kindern
an Fussballspiele bzw. ins Training (Frage 33). Später räumte sie ein, es sei auch
möglich, dass der Beschwerdeführer abends die ganze Woche in ihrer Wohnung in
Zürich sei und in ihrer Abwesenheit die Kinder betreue. Er und ihr Ehemann O.T.
würden sich deshalb jeweils auch in der Wohnung begegnen (Fragen 61 bis 63). Der
Beschwerdeführer hingegen sagte einerseits aus, er wolle mit O.T. nichts mehr zu tun
haben (Fragen 59 und 60). Dennoch geht er nach eigenen Angaben andererseits sehr
oft, aber nicht täglich an der Adresse von M.M. ein und aus. Dabei trage er auch seine
orangene Arbeitskleidung. Auf die Frage, ob er dabei auch manchmal O.T. begegne,
antwortete er nicht konkret. Er hole lediglich die Kinder ab (Fragen 114-118).
O.T. sagte aus, nicht so viel zu Hause an der X.-strasse 000 in Zürich zu sein. Bei der
Befragung am 25. November 2013 trug er an seinem grösseren Schlüsselbund (neben
einem Haus-, nicht aber Wohnungsschlüssel für diese Adresse) einen
Wohnungsschlüssel für die Wohnung von B.K., Y.-strasse 01, St. Gallen, auf sich.
Ebenso war daran der Schlüssel eines Fahrzeuges befestigt, das auf B.K. eingelöst ist.
An einem separaten Schlüsselbund trug O.T. Haus- und Wohnungsschlüssel für die
Wohnung an der X.-strasse 000 auf sich (vgl. Ermittlungsbericht in Dossier N.P.,
Nr. 42).
Weiter sagten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau übereinstimmend aus, noch nie
gemeinsame Ferien verbracht zu haben. Auch O.T. und M.M. haben noch nie
gemeinsame Ferien verbracht. Keiner der Ehepartner pflegt Kontakte zur
Verwandtschaft des anderen.
4.2.5.
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Der Beschwerdeführer arbeitet bei der Q. AG in Zürich. Für seinen Arbeitsweg von
St. Gallen nach Zürich benützte er im Zeitpunkt der polizeilichen Befragung nach
eigenen Angaben das Auto von M.M. (Frage 83). Früher habe er jeweils das Auto eines
Freundes ausgeliehen und das Benzin bezahlt. Seiner Ehefrau S.T. war die
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers nicht namentlich bekannt, und auch in Bezug auf
den Lohn divergieren die Aussagen um ca. Fr. 450.--.
4.2.6.
Sämtliche Indizien drängen den Schluss auf, dass es sich bei der Ehe des
Beschwerdeführers mit S.T. um eine Scheinbeziehung handelt. Zwar ist nicht von der
Hand zu weisen, dass rudimentäre Kenntnisse über den anderen Ehepartner
vorhanden sind. Beispielsweise konnten sie gegenseitig Aufschluss geben über
körperliche Merkmale (Tätowierungen etc.), die besten Freunde und das Lieblingsessen
(vgl. act. 8, S. 5). Vor dem Hintergrund, dass sie sich nach eigenen Angaben schon
länger kennen bzw. die Paare zumindest vor den Partnerwechseln miteinander
befreundet waren, erstaunt dies jedoch nicht. Ihre Ausführungen darüber, wie sich das
eigentliche Zusammenleben gestaltet, sind demgegenüber äusserst vage. Sie
hinterlassen jedenfalls nicht den Eindruck, dass ihnen daran gelegen wäre, möglichst
oft ihr Leben miteinander zu teilen. Das Familienleben des Beschwerdeführers
konzentriert sich nach seinen Angaben auf seine Kinder und nicht auf seine Ehefrau.
Die Indizienlage lässt sodann den Schluss zu, dass auch M.M. darin einbezogen ist.
Dafür gibt es verschiedene Anhaltspunkte: Deren Ehemann O.T. scheint zum einen in
Tat und Wahrheit mit B.K. liiert zu sein, deren Wohnungsschlüssel er mit sich führt und
deren Fahrzeug er benützt. Umgekehrt geht der Beschwerdeführer nach eigenen
Angaben in der Wohnung von M.M. fast täglich ein und aus, betreut dort die Kinder
und benützt ihr Auto für die Fahrt zur Arbeit. Die Ermittlungen der Kantonspolizei Zürich
an der Wohnadresse von M.M. ergaben, dass die Wohnung (auch) von einem Mann
bewohnt wird und dass dieser bei der Q. AG arbeitet. Dass es sich dabei um den
Beschwerdeführer handelt, ist geradezu offensichtlich und wurde vom direkten
Nachbarn bestätigt (Dossier N. P., Nr. 38). Diese Indizien schliessen eine gleichzeitige
(Real-)Beziehung zu S.T. aus.
4.3.
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Vor der Vorinstanz beantragte der Beschwerdeführer, diverse Arbeitskollegen seien als
Auskunftspersonen zu befragen zur Frage, wo er übernachte und welche Fahrzeuge er
nutze. Die Vorinstanz hat diese offerierten Beweise nicht abgenommen mit der
Begründung, es müsse einerseits damit gerechnet werden, dass die zu befragenden
Personen – darunter auch M.M. – instruiert worden seien und es lägen andererseits so
eindeutige Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe vor, welche auch mit den
beantragten Befragungen nicht mehr beseitigt werden könnten (E. 4 des
angefochtenen Entscheids). Der Beschwerdeführer erblickt darin eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes.
Wird das Ergebnis zusätzlicher Beweiserhebungen vorweggenommen, indem
festgestellt wird, dass aufgrund des bereits vorliegenden Beweisergebnisses
auszuschliessen sei, dass weitere Erhebungen daran etwas ändern könnten, wird eine
sog. «antizipierte Beweiswürdigung» vorgenommen. Dies ist zulässig, wenn der
rechtlich erhebliche Sachverhalt genügend geklärt ist und ohne Willkür vorweg die
Annahme getroffen werden kann, die rechtliche Überzeugung würde durch weitere
Beweiserhebungen nicht geändert (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 622 mit Hinweisen). Im konkreten Fall war dieses
Vorgehen zulässig: Dass der Beschwerdeführer in der Wohnung seiner Ex-Freundin
übernachtet und deren Fahrzeug benützt, hat dieser im vorinstanzlichen Verfahren
nämlich selbst eingeräumt (vgl. vi-act. 1, Ziff. 18 und 19). Die Befragung von ihm
nahestehenden Personen war nicht geeignet, an dem auch durch andere Indizien –
etwa durch die erfolgte Befragung der beiden Ehepaare – erstellten Sachverhalt bzw.
dessen Würdigung etwas zu ändern. Die Rüge des Beschwerdeführers ist deshalb
unbegründet.
4.4.
Zusammenfassend sprechen der zeitliche Ablauf, das planmässige gegenseitige
Vorgehen, die Vorgeschichte des Beschwerdeführers sowie die Umstände, wie die
Eheleute ihren Alltag leben, insgesamt dafür, dass der Beschwerdeführer seine Ehe mit
S.T. nur eingegangen ist, um in der Schweiz ein Anwesenheitsrecht zu erhalten. Die
sich aufgrund der belastenden Indizienlage ergebende tatsächliche Vermutung für das
Vorliegen einer Scheinbeziehung konnte der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen
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in der Beschwerdeschrift weder entkräften noch umstossen. Die Vorinstanz hat damit
den Anspruch des Beschwerdeführers auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu
Recht verneint.
5.
Der Beschwerdeführer macht geltend, Art. 8 Ziff. 1 EMRK vermittle ihm einen Anspruch
auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Entgegen der vorinstanzlichen
Darstellung sei nämlich nicht damit zu rechnen, dass auch M.M. und die gemeinsamen
Kinder die Schweiz verlassen müssten. Selbst wenn es sich bei der Beziehung
zwischen M.M. und O.T. (auch) um eine Scheinehe handle, sei die Nichtverlängerung
der entsprechenden Aufenthaltsbewilligungen insbesondere wegen den hier fest
verwurzelten Kindern nicht verhältnismässig.
5.1.
Art. 8 EMRK schützt im Zusammenhang mit der Bewilligung resp. Beendigung des
Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Eltern mit ihren
minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2; 129 II 11 E. 2). Geht es um Personen
ausserhalb der Kernfamilie, muss die gesuchstellende Person zu der hier
anwesenheitsberechtigten in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis stehen, damit
die Garantien von Art. 8 EMRK zum Tragen kommen (BGE 137 I 154 E. 3.4.2; a.M.
Bertschi/Gächter, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und
Familienlebens, Bemerkungen zur Schutzwirkung von Art. 8 EMRK in verschiedenen
ausländerrechtlichen Konstellationen, in: ZBl 104/2003, S. 225 ff., S. 259 f.). Der sich im
Land aufhaltende Angehörige muss zudem über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht
verfügen, damit die andere Person das Recht auf Schutz des Familienlebens überhaupt
anrufen kann. Dies ist der Fall, wenn er das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung besitzt, mindestens aber über eine Aufenthaltsbewilligung
verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Denn Art. 8 EMRK
und der inhaltlich identische Art. 13 Abs. 1 BV gelten nicht absolut. Weder ergibt sich
daraus ein Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch auf
Wahl des für das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts. Folglich genügt
es nicht, dass ein ausländerrechtlicher Entscheid lediglich geeignet ist, die Gestaltung
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des Familienlebens irgendwie zu beeinflussen. Erforderlich ist ein in der
Bewilligungsverweigerung liegender behördlicher Eingriff in dieses, was das Bestehen
eines gesicherten Anwesenheitsrechts zumindest eines der Familienmitglieder
voraussetzt. Nur dann ist der Bezug zur Schweiz regelmässig derart eng, dass die
Verweigerung des Aufenthalts oder des Verbleibs der Angehörigen das Familienleben
berühren und eine Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK gebieten könnte. Wer
selber keinen Anspruch auf längere Anwesenheit in der Schweiz hat, kann einen
solchen grundsätzlich auch nicht einem Dritten verschaffen (BGE 130 II 281 E. 3.1 mit
Hinweisen; 139 I 330 E. 2.1; Zünd/Hugi Yar, a.a.O., Ziff. 35; VerwGE B 2014/184 vom
19. Februar 2015 E. 3.2). Hierin unterscheidet sich der vorliegende Fall grundlegend
vom Entscheid des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Fall Udeh gegen
Schweiz (Entscheid vom 16. April 2013, No. 12020/09); dort ging es um das
Verbleiberecht eines nigerianischen Staatsangehörigen bei seinen Kindern mit
Schweizer Bürgerrecht, die in der elterlichen Sorge ihrer ebenfalls schweizerischen
Mutter lebten.
5.2.
In der konkreten Konstellation verfügten sowohl der Beschwerdeführer als auch M.M.
und die gemeinsamen Kinder lediglich über aus (Schein-)Ehen abgeleitete
Aufenthaltsbewilligungen, deren Nichtverlängerung das Migrationsamt des Kantons
Zürich am 18. Februar 2014 ebenfalls in Aussicht gestellt hat (vgl. Dossier M.M., Nr.
13). Damit fehlt es an der Voraussetzung des gesicherten Anwesenheitsrechts, auf das
sich der Beschwerdeführer als Angehöriger berufen könnte. Daran würde selbst die
(Wieder-)Erteilung einer – von der Ehe mit O.T. losgelösten – Ermessensbewilligung an
M.M. und die Kinder nichts ändern, beruht eine solche doch ebenfalls nicht auf einem
gefestigten Rechtsanspruch. Die Beziehung des Beschwerdeführers und seiner Kinder
zur Schweiz ist damit nicht eng genug, damit die Verweigerung des weiteren
Aufenthaltsrechts einen Eingriff in das Familienleben bedeuten würde.
5.3.
Sollte die Aufenthaltsbewilligung von M.M. und den mit dem Beschwerdeführer
gemeinsamen Kindern gestützt auf Art. 43 Abs. 1 AuG verlängert werden, indem das
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Vorliegen einer Scheinehe von den Migrationsbehörden des Kantons Zürich verneint
würde – was zugleich eine Lebensgemeinschaft von M.M. mit dem Beschwerdeführer
ausschliessen würde – wäre folgendes zu beachten: Der Beschwerdeführer kann die
familiäre Beziehung mit seinen Kindern als nicht sorge- bzw. obhutsberechtigter
Elternteil von vornherein nur in beschränktem Rahmen pflegen, und zwar durch
Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses wahrnehmen zu können
ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Elternteil dauerhaft im
selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem
konventions- und verfassungsrechtlichen Gesichtspunkt des Anspruchs auf
Familienleben ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen
von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allenfalls dessen
Modalitäten entsprechend auszugestalten sind.
Ein weitergehender Anspruch kann nur dann in Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher
und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung zum Kind bestand, diese
Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des Ausländers praktisch nicht aufrecht
erhalten werden könnte und das bisherige Verhalten des Ausländers in der Schweiz zu
keinerlei Klagen Anlass gegeben hat (sog. «tadelloses Verhalten»; vgl. BGE 120 Ib 1 E.
3c; 120 Ib 22 E. 4; BGer 2C_586/2013 vom 3. Dezember 2013 E. 3.2.6; 2C_329/2013
vom 27. November 2013 E. 3.2; 2C_757/2013 vom 23. Februar 2014 E. 4.2). Das
Erfordernis der besonderen Intensität der affektiven Beziehung mass das
Bundesgericht stets daran, ob dem nicht sorge- bzw. obhutsberechtigten Elternteil ein
«grosszügig ausgestaltetes» Besuchsrecht eingeräumt worden war und davon
kontinuierlich, spontan und reibungslos Gebrauch gemacht wurde (vgl. z.B. BGer
2C_145/2012 vom 16. Juli 2012 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Davon ist es in BGE 139 I 315
zwar abgerückt (E. 2.5), ohne aber die übrigen Kriterien (besonders intensive
wirtschaftliche Beziehung und tadelloses Verhalten des lediglich besuchsberechtigten
Elternteils) aufzugeben.
Zwar erscheint das Verhältnis des Beschwerdeführers zu seinen Kindern zumindest in
affektiver Hinsicht als eng. Indessen beschlägt der sog. «umgekehrten
Familiennachzug» regelmässig nur die Frage, ob einem Ehepartner nach Auflösung der
Familiengemeinschaft wegen den gemeinsamen Kindern weiterhin ein
Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu gewähren ist. Ob dem nicht sorgeberechtigten
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ausländischen Elternteil ebenfalls ein Anwesenheitsrecht zu gewähren ist, nachdem der
andere Elternteil und die gemeinsamen Kinder im Rahmen des Familiennachzugs zu
einer anderen Person in die Schweiz eingereist ist, erscheint äusserst fraglich (vgl.
E. 5.1 hiervor), kann jedoch offenbleiben. Ein allfälliger Bewilligungsanspruch scheitert
nämlich offensichtlich bereits am fehlenden klaglosen Verhalten des
Beschwerdeführers, weil dieser eine Scheinehe eingegangen ist und damit gegen eine
zentrale ausländerrechtliche Norm verstossen hat (vgl. Art. 118 Abs. 2 AuG).
5.4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auch aus der konventions-
und verfassungsrechtlichen Garantie des Familienlebens nichts zu seinen Gunsten
ableiten kann.
6.
6.1.
Besteht kein Bewilligungsanspruch, so ist ein behördlicher Ermessensentscheid
vonnöten, mit welchem die Frage der Wegweisung bzw. der erneuten
Bewilligungserteilung geklärt werden muss (Bolzli, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/
Hruschka, Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 33 AuG). Die
zuständigen Behörden berücksichtigen bei der Ermessensausübung die öffentlichen
Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration der
Ausländerinnen und Ausländer (Art. 96 Abs. 1 AuG). In die Ermessensausübung der
Vorinstanzen wird vom Verwaltungsgericht nicht eingegriffen, solange diese nicht mit
Rechtsfehlern behaftet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP).
6.2.
Die Vorinstanz hat erwogen, das Eingehen einer Scheinehe verstosse gegen eine
zentrale ausländerrechtliche Norm und sei ein deliktisches Verhalten, das die
Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung praxisgemäss rechtfertige. Der
Beschwerdeführer sei im Jahr 2008 als 31-Jähriger in die Schweiz eingereist und habe
mithin den überwiegenden Teil seines Lebens im Heimatland verbracht, wo auch
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Familienangehörige leben würden. Er sei auf dem Bau tätig und übe keine besonders
qualifizierte Tätigkeit aus, was aus wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Sicht der
Beendigung des Aufenthalts nicht entgegenstehe. Der Umstand allein, dass er bislang
straffrei geblieben sei und für seinen Lebensunterhalt selbst aufkomme, sei keine
besondere Leistung. Dem Vater von drei Kindern – auch wenn er diese regelmässig
besuche – sei es zuzumuten, den familiären Kontakt nur noch durch gegenseitige
Besuche und die modernen Kommunikationsmittel aufrechtzuerhalten. Müsse die
Mutter die Schweiz auch verlassen, würden ihr die Kinder ohnehin nach Serbien folgen.
Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
überwiege das private Interesse des Beschwerdeführers und seiner
Familienangehörigen an der Verlängerung.
6.3.
Diese Ausführungen lassen nicht auf fehlerhafte Ausübung des behördlichen
Ermessens schliessen. Anzufügen ist, dass der Beschwerdeführer und seine Familie
die Anwesenheit in der Schweiz durch eigentliche Machenschaften erwirkt haben. Der
von Anfang an unrechtmässige Aufenthalt darf ihnen im Nachhinein nicht zum Vorteil
gereichen; die mit der Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung verbundenen
familiären und wirtschaftlichen Schwierigkeiten hat sich der Beschwerdeführer selbst
zuzuschreiben. Daran ändert nichts, dass er (faktisch) mit seiner Familie
zusammenlebt.
7. (...).