# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e41d44b2-8535-56b5-9d89-92f35b851642
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1980, ohne Berufsausbildung, Mutter
zweiter
Kinder (Jahrgang 1998 und 2002), arbeitete zuletzt seit Juli 2012 vollzeitlich als Reini
gungsmitarbeiterin bei der Y._. Ab 28. Oktober 2013 wurde sie
krank geschrieben
(Urk. 7/16) und meldete sich am 24. Januar 2014 (Urk. 7/2) unter Hinweis auf Rücken- und
Muskulaturbeschwerden
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und ver
anlasste insbesondere die Begutachtung der Versicherten im A._, Begut
achtungszentrum (Expertise vom 17. August 2015, Urk. 7/41/1-46). Nach Mitteilung der Versicherten, sich nicht in der Lage zu sehen, an Eingliede
rungsmassnahmen teilzunehmen (Urk. 7/46-47), und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/53 und Urk. 7/56) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. Juli 2016 (Urk. 2) den Anspruch der Versicherten auf eine Rente der In
validenversicherung.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 4. August 2016 Beschwerde mit dem An
trag um
Zusprache
einer Invalidenrente, eventuell sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder es seien selber ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle ersuchte am 25. August 2016 (Urk. 6) um Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerde
führerin am 29. August 2016 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde. Am 28. Juni 2017 (Urk. 9) reichte die Beschwerdeführerin einen neuen Arztbericht (Urk. 10) ein, wovon der Beschwerdegegnerin am 12. September 2017 (Urk. 11) Kenntnis gegeben wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch mit der Begründung, die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, in einer leichten Tätigkeit sei sie indes zu 70 % arbeitsfähig. Unter Gewährung ei
nes Abzuges vom Tabellenlohn von 10 % errechnete sie einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 31 % (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bemängelte das eingeholte Gutachten (Urk. 1 S. 7) und hielt dagegen, die psychischen Beeinträchtigungen seien vollkommen unbe
rücksichtigt geblieben (S. 8). Sie sei deutlich mehr als nur zu 30 % in ihrer Rest
arbeitsfähigkeit eingeschränkt (S. 9). Weiter postulierte sei ein höheres Validen- und ein niedrigeres Invalideneinkommen, namentlich schloss sie auf einen Ta
bellenlohnabzug von 20 % (S. 10 ff.).
3.
3.1
Hausarzt Dr. med. Z._ berichtete am 23. April 2014 (Urk. 7/14/12-14) über zunehmende Schmerzen der Beschwerdeführerin im Bereich des gesamten Bewegungsapparates, insbesondere lumbal und
zervikobrachial
seit fünf Jahren, mit Operation im Lumbalbereich 2010 sowie Facettengelenksinfiltrationen 2012 und 2013. Eine multimodale rheumatologische Komplextherapie habe keine an
haltende Besserung gebracht. Dr. Z._ verwies auf invalidisierende Schmerzen am Bewegungsapparat vor allem lumbal und zervikal. Die Be
schwerdeführerin könne keine Verrichtungen längere Zeit absolvieren, sitzen sei praktisch nur eine halbe Stunde möglich, ebenfalls das Stehen nur kurze Zeit. Er attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit und erachtete bei einer Besserung eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 % als denkbar.
3.2
3.2.1
Die für das Gutachten der Gutachtensstelle A._ verantwortlich zeichnenden Ärzte Dr. med. B._, FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. C._, FMH für Neurologie, Dr. med. D._, FMH für Rheumatologie, und Dr. med. E._, FMH für Dermatologie, stellten in ihrem Gutachten vom 17. August 2015 (Urk. 7/41/2-46) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 40 f.):
1.
Chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit/bei
-
Ü
bergangsanomalie (
Hemisakralisation
LWK5 links), degenerative Verände
rungen (
Chondrosen
der beiden untersten lumbalen Segmente, Spondylarthrosen nach caudal zunehmend), Hyperlordose lumbal, abge
flachte Kyphose
thorakal
-
Antelisthesis
von LWK3 auf LWK4 Grad l nach Meyerding radiologisch mit Hinweisen für Instabilität,
Retrolisthesis
von LWK4 auf LWK5 Grad
1
nach Meyerding ohne Hinweise für Instabilität, St
atus nach interlaminärer
Fenest
rierung
L4/5 links mit Unterschneidung nach rechts sowie Dis
kektomie 19.08.2010
-
Status nach
epiduraler
Infiltration L3/4 0
6.06.2011 mit gemäss Akten 20%-
iger
Schmerzreduktion für
einige Wochen sowie
Fazettengel
enksin
filtration
beidseits L3/4 30.03.2012
-
K
ein
lumboradikuläres
Reiz- und Ausfall
syndrom
2.
Multifaktorieller Kopfschmerz
-
E
pisodischer Spannungskopfschmerz
-
Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (M
Ü
KS)
3.
Schmerzen und Parästhesien der Hände
-
V.a. muskuläre Dysbalance
-
Kein Carpaltunnelsyndrom
-
Keine
Ulnaris
-Neuropathie
-
Kein
cervicoradiculäres
Reiz- und Ausfallssyndrom
-
Klinisch Hinweise für eine Tendovaginitis
stenosans
der Beugesehnen
Dig
II
- V beidseits
4.
Intermittierende zervikale Schmerzen mit/bei
-
Klinisch Irritationszonen C4-7 rechts, zervika
l
er Streckhaltung
-
K
einen wesentlichen degenerativen Veränderungen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Sta
tus nach
einmaliger Episode eines
irr
i
tativen
Kontaktekzems der Hände im März/Apri
l 2014
sowie - g
emäss Angaben der
Beschwerdeführerin -
bis 2014
einen
substi
t
uierte
n
Vitamin D-Mangel
.
3.2.2
Aus neurologischer Sicht
erachtete der entsprechende Facharzt
Arbeiten mit körperlich schwerer und mittelschwerer Belastung sowie Arbeiten mit häufigem Bücken
/
Aufrichten
i
nfolge des Rückenleidens mit Diagnosen eines Zustands nach operierter Diskushernie,
regredienter
Rezidivhernie
L4/5 und
Spondylo
listhesis
L3/4
als
nicht zumutbar. Diese Einschränkung g
e
lt
e
seit dem Zeitpunkt der a
ktenmässig dokumentierten Opera
tion im August 201
0.
Körperlich leichte Arbeiten, wechselbelastend
und ohne repetitives Bücken/
Wiederaufrichten, s
e
i
e
n aus neurologischer Sicht jedoch zu 80
%
zumutbar, zuzüglich einer zu berücksichtigenden Leistungseinschränkung von 10
%
. Gesamthaft resultier
e
eine verbleibende Arbeits-/Leistungsfähigkeit von 70
%
in einer angepassten Tätigkeit entsprechend den oben genannten Kriterien. Arbiträr
sei
für die ersten sechs Monate nach der Rückenoperation im August 2010 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für jegli
c
he Tätigkeit einzuräumen. Danach, ab 2
0. November 2010
, g
e
lt
e
die genannte Arbeits-/Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. In dieser Einschätzung s
e
i
e
n auch die muskulären Beschwerden des Schultergürtels be
rücksichtigt
beziehungsweise
die möglicherweise daraus resultierenden Hand
beschwerden. Eine zusätzliche qualitative Einschränkung für manuelle Arbeiten
könne
mangels Diagnose einer neurologischen Funktionsstörung der Hände nicht begründet werden. In der angestammten Tätigkeit im Reinigungsdienst könn
t
en je nach Arbeitsstelle sehr unterschiedliche Belastungen anfallen, wes
hal
b diesbezüglich auf das oben be
schriebene grundsätzliche positive und ne
gative Belastungsprofil verwiesen w
e
rd
e (S. 42 f.)
.
In
dermatologische
r
Hinsicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin
ha
b
e im März-April 2014 eine einmalige Episode einer
irritativen
Kontaktdermatitis im Bereich der Hände
gehabt
. Nach einer kurzen dermatologischen Behandlung
sei
die Dermatose aber vollständig ab
geheilt
und rezidivie
r
e nicht mehr. Diese
ein
malige Episode
habe
nie Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gehabt
. Auch in den Akten finde man diesbezüglich keine Vermerke,
i
n der erweiterten derma
tologischen Anamnese erschi
e
nen keine weiteren Hautkrankheiten.
Die Be
schwerdeführerin sei
aus dermatologischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig
(S. 43).
Die verantwortliche Rheumatologin hielt fest, a
ufgrund der Veränderungen am lumbalen Achsenskelett und
des
Status nach
Diskushernienoperation
k
ö
nn
e
die
Beschwerdeführerin
körperlich schwere und Schwerstarbeiten bleibend seit Operationsdatum, d.h. seit dem 1
9. August
2010
,
nicht mehr ausüben. Leichte bis maximal intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen des Oberkörpers könn
t
en der
Beschwerdeführerin
jedoch aus rheumatologischer Sicht vollschichtig zugemutet werden. Aufgrund der jahre
langen Schmerzsymptomatik und der neuen Hinweise auf eine Instabilität im Segment L3/4 ha
be
die
Beschwerdeführerin
einen erhöhten Pausenbedarf, was eine
Rendemen
t
reduktion
von 30
%
beding
e
(S. 43 f.)
.
3.2.3
Gesamtmedizinisch
hielten die Gutachter fest,
dass die
Beschwerdeführerin
mittel
schwere und schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr ausüben k
ö
nn
e
. Körperlich leichte Arbeiten, wechselbelastend und ohne repetitives Bü
cken/Wiederaufrichten,
seien
jedoch zu 80
%
zumutbar zuzüglich einer zu be
rücksichtigenden Leistungseinschränkung von 10
%. Ge
sam
th
aft resultier
e
eine verb
l
ei
bende A
r
b
eits-/Leistungsfähigkeit von 70
%
in einer angepass
t
en Tätig
keit
.
Arbiträr
sei
für die ersten sechs Monate nach der Rückenoperation im Au
gust 2010
eine
100%i
g
e Arbeitsunfähi
g
keit für
jegliche
Tät
i
gkei
ten
einzuräu
men. Danach, ab 2
0. November
2010, g
e
lt
e
die genannte Arbeits-/Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Die körperlichen Belastungen als Reinigungsfrau s
e
i
e
n je nach Einsatzort unterschiedlich. Gemäss Angaben des letzten Arbeitgebers
habe es
sich da
mals um eine leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Arbeit
gehandelt
, die somit der
Beschwerdeführerin
in oben genanntem Umfang zugemutet werden könne
(S. 44)
.
3.2.4
In therapeutischer Hinsicht empfahlen die Experten d
ie konsequente Durchfüh
rung einer muskulären Aufbautherapie zur weiteren Stabilisierung/funktionellen Verbesserung der Rückensituation. Eine Reduktion des hohen Schmerzmittelge
brauchs sollte angestrebt werden
.
Als adjuvante Massnahme empfehl
e
sich die Einleitung einer zentral schmerzmodulierenden Behandlung zum Beispiel mit einem
gemischten Wiederaufnahmehemmer (S. 45).
3.3
Dr. Z._ führte am 23. Dezember 2015 (Urk. 7/50/4-5) aus, die Schmer
zen im Bewegungsapparat seien therapieresistent. Immer wieder komme es zu Schmerzexazerbationen. Die Beschwerdeführerin sei zunehmend resigniert, da sie nicht mehr in den Arbeitsprozess eintreten könne. Früher habe sie mit ihrem Ehemann in einem Reinigungsinstitut gearbeitet, welches dem Ehemann gehört habe. Jetzt könne sie nicht einmal mehr ihren eigenen Haushalt zu 100 % selber erledigen. Schwere Arbeiten müsse sie ihrem Ehemann übergeben. Zurzeit könne die Beschwerdeführerin keine Arbeit erledigen im ersten Arbeitsmarkt.
3.4
Die Ärzte der F._ Klinik, welche die Beschwerdeführerin auf Zuweisung des Hausarztes behandelten, verwiesen im Bericht vom 30. März 2016 (Urk. 7/55) auf die letzte Behandlung vor vier Jahren und die nachfolgenden stationären Behandlungen, welche keinen durchschlagenden Erfolg gebracht hätten. Sie führten aus, die Beschwerdeführerin
berichte
über unverändert be
stehende linksdominante tief lumbale Schmerzen, die belastungsunabhängig vorhanden seien. Die Schmerzen seien stechend und träten nach „falschen“ Be
wegungen auf, dann seien sie den ganzen Tag vorhanden. Die Schmerzen könnten aber auch in Ruhe, zum Beispiel im Liegen, auftreten. Die Schmerzen im Rücken seien „vorwiegend“ (90 %). In den Beinen verspüre sie praktisch keine Ausstrahlungen. Eine Stelle habe sie
nicht gefunden, aufgrund der Schmerzen könne sie sich kaum belasten, in der Reinigungsfirma des selbstän
digen Ehemannes könne sie kaum beschäftigt werden.
Als klinischen Befund nannten die Ärzte ein flüssiges,
hinkfreies
Gangbild einer adipösen Patientin, in der Bauchlage bestehe eine diffuse Palpations- und
Druckdolenz
über den Dornfortsätzen der LWS und auch paravertebral, daneben Durchfederungsschmerzen in der mittleren LWS etwas ausgeprägter als die dif
fuse
Palpationsdolenz
.
Auf den aktuell angefertigten Röntgenbildern ersahen sie im Vergleich zu den Voraufnahmen 2012 keine Progredienz betreffend der
Spondylolisthese
L3/4, weiterhin keine eindeutige Zeichen einer radiologischen Instabilität, in der Bauchlage keine Reposition der
Spondylolisthese
, hingegen eine leichte Zu
nahme der nun rechts dominanten lateral betonten
Osteochondrose
auf Höhe L3/4.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass das A._-Gutachten (E. 3.2) den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (E. 1.4) vollumfänglich ent
spricht. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Auskunft über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und die verbleibende Arbeitsfähigkeit. Die Expertise beruht auf den notwendigen Un
tersuchungen in allgemein-internistischer, neurologischer, rheumatologischer und dermatologischer Hinsicht. Die Gutachter berücksichtigen die geklagten Beschwerden detailliert und setzten sich mit diesen und den objektivierbaren Befunden auseinander. Den Experten waren die
Vorakten
bekannt und sie nah
men ausführlich Bezug darauf, insbesondere in der Darlegung der Anamnese und der mannigfaltigen operativen Eingriffe. Das Gutachten leuchtet sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet. In diesem Sinne ist
ohne weiteres nachvollziehbar, dass die Be
schwerdeführerin angesichts der Pathologie an der der Wirbelsäule (Status nach operierter Diskushernie,
regrediente
Rezidivhernie
L4/5,
Spondylolisthesis
L3/4) keine schwere Tätigkeit mehr ausüben kann und auch keine solche, welche re
petitives Bücken/Wiederaufrichten beinhaltet. Dass eine auf die Behinderung Rücksicht nehmende Tätigkeit im Ausmass von 70 % möglich ist, ist ebenfalls nachvollziehbar dargetan, weil sich die Problematik auf die Rückenpartie kon
zentriert und eine angepasste Tätigkeit darauf gerade Rücksicht nehmen muss.
4.2
Diese Einschätzung wird von den übrigen bei den Akten liegenden fachärztli
chen Beurteilungen nicht in Frage gestellt. Namentlich die Ärzte der F._ Klinik verwiesen zuletzt im März 2016 auf ein
hinkfreies
Gangbild mit lediglich diffusen Palpations- und
Druckdolenzen
in Bauchlage, indes Durchfederungs
schmerzen in der mittleren LWS (E. 3.4). Dies geht einher mit der von den A._-Gutachtern geschilderten Problematik. Die Spezialisten der F._ Klinik legten sodann diskrete bildgebende Befunde dar, wobei namentlich keine eindeutigen Zeichen einer radiologischen Instabilität bestätigt werden konnten. Zu sehen war die
Osteochondrose
auf Höhe L3/4, welche bereits von den Gut
achtern beschrieben worden war.
Auch die übrigen fachmedizinischen Akten lassen keinen abweichenden Schluss zu, nahmen doch die vorbehandelnden Spezialisten keine Stellung zur Arbeits
fähigkeit. So etwa die Rheumatologen des Universitätsspitals G._, wo die Beschwerdeführerin vom 24. Februar bis 12. März 2014 hospitalisiert war und welche eine Überweisung an die Klinik H._ veranlassten (Urk. 7/10/15-16). In gleicher Weise attestierte auch der zuständige Arzt der Klinik H._, wo die Beschwerdeführerin vom 12. bis 29. März 2014 zur
muskulo-skelettalen
Rehabilitation hospitalisiert gewesen war, keine Arbeitsunfähigkeit. Im Austrittsbericht wurde wohl auf eine deutlich einge
schränkte körperliche Leitungsfähigkeit (bei Arbeiten
mit Heben von Lasten oder Überkopf-Tätigkeiten) hingewiesen, indessen eine berufliche Wiederein
gliederung gar in den bisherigen Beruf proklamiert (Urk. 7/10/10).
Nichts
Anderes
ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin pendente
lite
eingereichten Bericht v
on Dr. med. I._, FMH Physikalische Medizin und Reha
bilitation, vom 23. Juni 2017 (Urk. 10). Ausschlaggebend ist, dass die neu ge
schilderte Knieproblematik samt massiver Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erst im Rahmen der Untersuchung vom Mai 2017 und damit lange nach dem ausschlaggebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses erhoben wurde. Auf die Verhältnisse im massgebenden Zeitpunkt kann mithin nicht geschlossen wer
den.
4.3
Die Einschätzung von Hausarzt Dr. Z._ vermag die gutachterlichen Feststellungen nicht in Zweifel zu ziehen. So legte er keine Befunde dar, auf
grund derer eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit zu begründen wäre. Viel
mehr beschränkte er sich auf die
Verurkundung
der subjektiv geschilderten Be
schwerden. Weiter ist nicht einleuchtend, weshalb die Beschwerdeführerin den Haushalt noch grösstenteils selbständig erledigen kann (Hilfe wird nur bei schweren Arbeiten benötigt, was der Einschätzung der Gutachter entspricht), aber ausser Haus keine Tätigkeit mehr ausüben können soll (E. 3.3). Dies ist wi
dersprüchlich und nicht nachvollziehbar. S
odann
ist der Praxis Rechnung zu tragen, wonach bei Berichten von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden darf und soll, dass diese mitunter
im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
im
Zweifelsfall
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit weiteren Hinweisen).
4.4
Die Kritik der Beschwerdeführerin am Gutachten ist nicht begründet. Soweit sie vorbrachte, selbst der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Be
schwerdegegnerin habe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 1 S. 7 und Urk. 7/18/5), so ist
festzuhalten, dass er sich dabei vorweg auf die nicht detailliert begründeten Angaben des Hausarztes stützte und diese Einschätzung vor der fachärztlichen Begutachtung im A._ abgegeben wurde. Die monierte Qualifikation der Arbeit in der Reinigungsfirma des Ehemannes als leicht bis mittelschwer (Urk. 1 S. 7) ist vorliegend nicht relevant, hat doch der Einkom
mensvergleich basierend auf den Tabellenlöhnen des Bundesamtes für Statistik zu erfolgen (unter Berücksichtigung des zumutbaren Stellenprofils) und nicht aufgrund eines Prozentvergleiches. Die Kritik an der fehlenden psychiatrischen Abklärung der Beschwerdeführerin geht ebenfalls fehl. Von Beginn weg standen Beschwerden aufgrund der aktenkundig pathologischen Wirbelsäule im Vorder
grund. Hinweise auf eine (ernsthafte) psychische Erkrankung sind den Akten nicht zu entnehmen. Dass aufgrund des Schmerzempfindens, welches sämtliche Ärzte als nachvollziehbar erachteten, indes gleichwohl eine Restarbeitsfähigkeit attestierten, auf eine somatoforme Schmerstörung geschlossen werden müsste (Urk. 1 S. 8), ist nicht nachvollziehbar. Keiner der zahlreichen behandelnden Ärzte hat je einen solchen Verdacht geäussert, auch nicht jene der Rheumatolo
gie des Universitätsspitals G._, welche bei entsprechenden Anhaltspunkten jederzeit Kollegen der Psychiatrie oder psychosomatische Spezialisten hätten beiziehen können. Dass Dr. Z._ im Jahr 2013 ein depressives Geschehen schilderte (Urk. 7/8/2), ändert hieran nichts. Denn diese (als letzte genannte) Diagnose liess er in seinen späteren Berichten wieder fallen.
4.5
Damit ist der Sachverhalt als in dem Sinne erstellt zu erachten, dass die Beschwer
deführerin in einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 70 % ar
beitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Bemessung des
Valideneinkom
mens
auf die statistischen Werte für eine Tätigkeit in der Reinigung ab, da der Gesundheitsschaden bereits vor Aufnahme der Tätigkeit im Betrieb des Ehe
mannes eingetreten ist und letztere demgemäss bereits mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit ausgeübt wurde.
Die Beschwerdeführerin selber machte dagegen geltend, sie würde bei intakter Gesundheit im Betrieb des Ehemannes arbeiten und dort einen Verdienst von Fr. 49‘400.-- erzielen (13 x Fr. 3‘800.--, vgl. auch Urk. 7/16). Gleichzeitig er
achtete sie diesen Lohn als unterdurchschnittlich und forderte eine Parallelisie
rung.
5.2.2
Angesichts des Umstandes, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin ein Reini
gungsunternehmen führt und sie - trotz Behinderung - dort gearbeitet hat, ist davon auszugehen, dass sie dies auch bei intakter Gesundheit tun würde. Dass sie in einem Drittbetrieb (in einem ähnlichen Lohnniveau) arbeiten würde und der Ehemann gleichzeitig eine fremde Person anstellen würde, ist in der Tat abwegig.
5.2.3
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der
Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise nicht den Tabellenlohn er
zielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzuneh
men ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirt
schaftlichen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüber
zustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöp
fung des wirtschaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden kön
nen, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58
E. 3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufs
ausbildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Va
lideneinkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem bran
chenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxis
gemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung pra
xisgemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
5.2.4
Vorliegend ist fraglich, ob überhaupt Raum für eine Parallelisierung besteht, würde doch die Beschwerdeführerin bei intakter Gesundheit nicht wegen
gerin
ge
r
Schulbildung, fehlende
r
berufliche
r
Ausbildung, mangelnde
n
Deutschkennt
nisse
n oder
beschränkte
n
Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
ei
nen etwas tieferen Lohn erzielen, sondern deshalb, weil sie im Betrieb des Ehe
mannes mitarbeitet und wohl der Umsatz kein höheres Entgelt zulässt.
Wenn man indes gleichwohl zur Parallelisierung schreiten wollte, so ergibt sich ein Tabellenlohn von Fr. 4‘117.-- (Lohnstrukturerhebung 2012, Tabelle T17, Ziff. 91 Reinigung und Hilfskräfte, Total Frauen), was angepasst an die durch
schnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statis
tik, Betriebsübliche
Arbeitszeit,
T03.02.03.01.04.01)
und nominallohnbereinigt (Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.10 Nominallohnindex 2011-2016; Index 101.8 [2012] auf Index 103.3 [2014 = Lohnbestätigung des Arbeitgebers]) einen Wert von Fr.
52
‘
26
3
.
-- ergibt.
Der von der Beschwerdeführerin zu erwartende Lohn ist mit Fr. 49‘400.-- knapp über 5 % unter diesem Wert, weshalb er entsprechend anzuheben ist auf Fr. 49‘649.-- (entsprechend 95 % des Tabellenlohnes von Fr. 52‘263.--). Per 2016 (Verfügungsdatum) ergibt sich unter Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung (von Index 103.3 auf Index 104.4) ein Wert von Fr. 50‘178.--.
5.3
5.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin ebenfalls auf die Tabellenlöhne ab und zog dabei den Durchschnitt sämtlicher Löhne bei. Dies blieb beschwerdeweise unbestritten (Urk. 1 S. 11) und ist nicht zu beanstanden.
Basierend auf der (identischen) LSE 2012 ergibt sich ein Lohn von Fr. 4‘112.-- (TA1 Total Frauen Kompetenzniveau 1), was angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (von 101.8 auf 104.4) ein Einkommen von Fr.
52
‘
75
5
.
-- ergibt. Angesichts der noch 70%igen Arbeitsfähigkeit reduziert sich das mögliche Einkommen auf Fr. 36‘928.--.
5.3.2
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % aufgrund des eingeschränkten Belastungsprofils. Die Beschwerdeführerin schloss dagegen auf einen Abzug von mindestens 15 % (Urk. 1 S. 12).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit
verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3
.
2 mit Hinweis auf SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
D
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen
Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau
1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Angesichts des (für Frauen) noch breiten Spektrums an möglichen Arbeitsstellen rechtfertigt sich unter diesem Titel kein weiterer Abzug (
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen
).
Der Umstand, dass die versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und die Möglichkeit zu gelegentlichen Positionswechseln bietet, ihre Einsatzmöglichkeiten daher be
grenzt sind, ist im Hinblick auf den allein massgeblichen ausgeglichenen Ar
beitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E. 4.2.1) nicht abzugsrelevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Umso we
niger fällt vorliegend ein entsprechender Abzug in Betracht, da die Beschwer
deführerin wechselbelastend einsetzbar ist.
Angesichts dieser Umstände erweist sich der von der Beschwerdegegnerin ge
währte Abzug als gerechtfertigt. Anzumerken ist, dass das Gericht
sein Ermes
sen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und ein Abweichen grundsätzlich nur bei
Unangemessenheit
mög
lich ist (BGE 137 V 71 E. 5.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
5.3.3
Damit reduziert sich das Invalideneinkommen um 10 % auf Fr. 33‘235.--.
5.4
Die Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von Fr. 50‘178.-- und des Invali
deneinkommens von Fr. 33‘235.-- ergibt eine Lohneinbusse von Fr. 16‘943.-- und damit einen Invaliditätsgrad von 33.8 %. Bei diesem Ergebnis besteht kein Anrecht auf eine Rente der Invalidenversicherung, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.