# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e011c049-a861-42d4-b6f6-7dfaf1504d6d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1958 geborene
X._, verheiratet und
Mutter von zwei mittlerweile erwachsenen Kindern
(
Jahrgang 1979
und 1986),
war
zuletzt bei der
Y._
Genossenschaft Zürich mit einem Teilzeitpensum (50 %) als R
einigungs
ange
stellte angestellt und ist seit Dezember 2010 Hausfrau.
Am 1
5.
August 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf Kniearthrose und Depression bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Beruf
liche Integration/Rente) an (
Urk.
7/1-2). Die IV-Stelle führte am 22
.
August 2012 telefonisch ein Standortgespräch durch (
Urk.
7/5). Mit Schrei
b
en
vom sel
bigen Datum
(
Urk.
7/6) teilte sie der Versicherten mit, dass zur Zeit keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Weiter zog sie einen Auszug aus dem individuellen Konto
(IK)
bei (
Urk.
7/7), gab eine medizinische Untersu
chung (Psychiatrie)
bei Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
in Auftrag (
Urk.
7/16) und führte einen Einkommensvergleich durch (
Urk.
7/18). Das Gutachten wurde am
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/17) erstattet.
Mit Vorbescheid vom 2
0.
November 2013
(Urk. 7/20) beziehungsweise 20.
Januar 2014 (
Urk.
7/23 [nochmalige Zustellung; vgl.
Urk.
7/22]) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
und auferlegte der Versicherten eine stationäre psychosomatische Behandlung im Sinne der Schadenminderungspflicht
. Dagegen erhob die Versicherte am 1
3.
März 2014 unter Beilage des Austrittsberichts der
A._
vom 1
1.
Dezember 2013 Einwand (
Urk.
7/28-29). In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte ein (
Urk.
7/30,
Urk.
7/36-37 [
Urk.
7/37/1-2
=
Urk.
7/33/6-7). Hierzu nahm die Ver
sicherte Stellung mit dem Hinweis, dass ein stationärer Aufenthalt in der
B._
geplant sei (
Urk.
7/40-41, vgl. auch
Urk.
7/38). Der
entsprechende
Austrittsbericht wurde am 2
5.
November 2014 (
Urk.
7/47) erstellt. Mit Schreiben vom 2
1.
Januar 2015 (
Urk.
7/55) ergänzte
die Versicherte
ihren Einwand unter Beilage einer Kopie eines Überweisungsschrei
bens von
ihrem Hausarzt pract. med. C._, Allgemeine Medizin FMH,
an die
D._
-Klinik vom 2
0.
Januar 2015, wonach sie sich einer Magenby
passoperation unterziehen müsse. Am 1
7.
Februar 2015
verfügte
die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.
Hiegegen erhob die Versicherte am 1
8.
März 2015 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen, die Verfügung vom 1
7.
Februar 2015 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die angefochtene Ver
fügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung durchzuführen, worauf neu zu entscheiden sei (S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin
mit Schreiben
vom selbigen Datum
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
.
1.3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesener
massen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und sta
tionären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Gesundheitsschaden gegeben. Ist ande
rerseits eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeig
neter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten (eventuell in einem geschützten Rahmen) und einem Erwerb nachzugehen
(BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2
und 8C_746/2015 vom 3. Februar 2016 E. 5.3
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte
in der Begründun
g der angefochtenen Verfü
gung
zusammengefasst aus
, der Beschwerdeführerin sei ihre angestammte Erwerbstätigkeit wegen Kniebeschwerden nicht mehr zumutbar. In einer körper
lich angepassten Tätigkeit bestehe hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (Einschränkung um 30 % aus psychiatrischen Gründen). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu ungefähr 40 bis 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch. Auch wenn sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren wäre, könnte sie mit einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen generieren.
2.2
Demgegenüber liess die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
vortragen (Urk. 1),
die bisherigen Abklärungen der Beschwerdegegnerin verletzten den Untersu
chungsgrundsatz im Sinne des ATSG.
Es bestehe nicht allein die psychische Problematik, diese werde durch die massiven somatischen Beschwerden ver
stärkt und mitunterhalten. Es werde daher eine polydisziplinäre Abklärung gefordert (S. 2). Die Beschwerdegegnerin habe die somatischen Beschwerden überhaupt nicht untersucht; sie seien somit ungenügend abgeklärt worden. Aufgrund der ausgewiesenen schweren psychischen Störung sei sie zu 100 % arbeitsunfähig (S. 4 f). Im Übrigen sei sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren, da sie ohne die medizinischen Beschwerden einer vollen Erwerbstätigkeit nach
gehen würde (S. 6). Abschliessend hielt sie fest, dass sie sowohl aufgrund ihrer somatischen wie auch psychischen Beschwerden voll arbeitsunfähig sei, wes
halb sie Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (S. 7).
3.
3.1
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med. E._, Facharzt Allgemeinmedizin, nannte in seiner Stellungnahme vom 13. März 2013 (Urk. 7/19 S. 2) gestützt auf das telefonische Gespräch mit dem Hausarzt pract. med. C._ als Diagnosen Kniegelenksarthrosen und eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung. Er hielt fest, bei einer vorwiegenden Qualifi
kation als Hausfrau wäre eine AD-Abklärung angezeigt. Bei einer relevanten Qualifikation als Erwerbstätige wäre eine psychiatrische Begutachtung notwen
dig im Hinblick auf die Ableitung der Restarbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit mit folgendem Belastungsprofil: ruhig und geordnet, ohne Kundenkontakt, körperlich leicht und vorwiegend sitzend. Die angestammte Tätigkeit bleibe wohl unzumutbar.
3.2
Dr. Z._
nannte in seinem
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
psychiatrischen Gutachten vom
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/17) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21). Er hielt weiter fest, bei der Beschwerdeführerin vor
herrschend sei im klinischen Bild ihre Klagsamkeit
,
die rasch und stark wech
selnden, stark ausgedrückten Affekte, die feste Selbstüberzeugung „total krank" und dadurch völlig arbeitsunfähig zu sein verbunden mit einer weitreic
henden Unfähigkeit
, konkrete strukturierte Angaben zum Befinden, Lebensverl
auf
und
-s
ituation sowie Krankheitsverlauf zu machen.
Es lägen kaum belastbare fremd
anamnestische Daten vor. Der Sohn schildere eine Veränderung seiner Mutter „seit einigen Jahren
". S
ie sei „durcheinander", ziehe sich sozial zurück, sei belastet durch seine Erkrankung. Der Hausarzt beschreibe eine insgesamt relativ geringe Belastungsfähigkeit und Abhängigkeit vom Ehemann (was er sprachlich gut mit dem Begriff „niedrige Grundvitalität" fasse), welche sich durch die Sorge um den Sohn und die Erfahrungen in Zusammenhang mit seiner
(psy
chischen)
Erkrankung
zum
aktuelle
n
Bild entwickelt habe. Andere Beurteilun
gen und Beobachtungen lägen nicht vor, es gebe keine fachpsychiatrischen Einschätzungen oder Behandlungen in der Vergangenheit. So bleibe das Bild bezüglich Krankheitsentwicklung, Zeitverlauf und Syndrom vage und
die vor
liegende
Beurteilung notgedrungen eine vergleichsweise grobe Einschätzung, eine Näherung an die Situation mangels Daten. Syndromal entstehe der Ein
druck einer theatralischen, zum
H
istrionischen neigenden Person. Die Affekte wechselten rasch, seien jedoch von aussen lenkbar, es entstehe der Eindruck, dass sie nicht tief gründeten. Spürbar, sich wiederholend und gut nachvollzieh
bar bleibe jedoch die Sorge und Verzweiflung sowie die Hilflosigkeit, was die Erkrankung des Sohnes anbelange. Die gemachten Erfahrungen, insbesondere die offenbar mehrfachen Zwangseinweisungen, teils mit Gewalt verbunden und grossem Polizeiaufgebot, hätten die Beschwerdeführerin überfordert und in gewissem Sinne traumatisiert. Die affektive Antwort wirke am ehesten noch wie eine akute Schockreaktion, obwohl der Zeitverlauf bezüglich der Erkrankung des Sohnes bereits einige Jahre andauere. Da die Affekte sehr lebendig ausge
drückt würden und die Beschwerdeführerin durchaus zu fröhlichen Affekten fähig sei, sei die depressive Komponente darunter häufig eher zu ahnen als sicher zu erfassen (S.
6). Spürbar werde dies in ihrer Schilderung der Lustlosig
keit und Interesselosigkeit, in ihrer hilflosen und weitreichenden Unter
stützungs
erwartung und in ihrer anzunehmenden Schlafstörung (wobei auch diese aus ihrer Beschreibung kaum konkret zu erfassen sei). Weiter gebe es Hinweise in den fremdanamnestischen Angaben, in denen Konzentrations
stö
rung und sozialer Rückzug beschrieben würden. Nicht zuletzt deute auch das auffällige Denken auf eine depressive Komponente
hin
, wobei sie inhaltlich immer wieder an den belastenden Erfahrungen hafte sowie am Selbstbild der „total" Kranken und Hilflosen. Auch ängstliche Anteile würden spürbar – bei
spielsweise bei der Schilderung von Einkaufssituationen
(S. 6 f.)
.
Gesamthaft
– so Dr. Z._ weiter – e
rscheine die Einordnung als Anpassungs
stö
rung mit längerer depressiver Reaktion der Situation am nächsten zu kommen. Es gebe ein nachvollziehbares, auch fremdanamnestisch belegtes, belastendes Ereignis (beziehungsweise eine Kette von Ereignissen und Erfahrungen), die schwere psychische Erkrankung des Sohnes. Die Beschwer
deführerin nehme immer wieder darauf Bezug, reagiere hier emotional auch am stärksten und sei dabei synthym. In der ICD-10-Qualifikation werde ein Verlauf von nicht über zwei Jahren gefordert. Hier scheine der Verlauf länger zu sein, wobei die Angaben hinsichtlich der Dauer sehr vage seien. Da die Belastung jedoch nicht durch ein einmaliges Ereignis verursacht sei,
da es sich um einen fortdauernden
Prozess
handle
, verlängere sich auch die Dauer der gewisser
massen immer wieder „aufgefrischten" Anpassungsstörung, sodass das Zeitkri
terium erfüllt bleibe.
Zudem sei die Beschwerdeführerin einer fortdauernden Unsicherheit ausgesetzt, da der weitere Verlauf der Erkrankung des Sohnes offen sei. Aktuell bestehe eine relative Ruhe und Stabilität, was sich aber jeder
zeit ändern könne. Unbeeinflussbare und kalkulierbare belastende Faktoren seien häufig ein „Motor" für depressive Reaktionen. Alternativ zur Anpassungs
störung käme die Einordnung als „rezidivierende depressive Störung in Frage", was jedoch den Zusammenhang derzeit weniger passend beschreiben würde. Neben den erwähnten histrionischen und abhängigen Anteilen seien noch weitere Beobachtungen zu erwähnen, welche das Gesamtbild beeinflussten und auch im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit relevant seien. Zum einen mache sie den Eindruck einer sehr einfach strukturierten Frau. Sie habe eine geringe (Schul-)Bildung. Ihre Intelligenz sei vermutlich eher im Durchschnitt oder leicht darunter anzusiedeln. Dies sei eine Komponente, welche den Befund, insbeson
dere mit Blick auf das Denken, vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Ausdruck der Emotionen, mitbeeinflusse. Die Beschwerdeführerin habe wenig Ressourcen und alternative Kompensationsmöglichkeiten psychisch und sozial zur Verfügung, sodass es zu diesem theatra
lischen Bild bei Belastung komme
. Gleichzeitig führ
t
en ihre relativ geringen intellektuellen Fähigkeiten zu man
gelnder sozialer Anpassung mit geringen sprachlichen Möglichkeiten, was ebenfalls ihre Kompensationsmöglichkeiten (von der
Inanspruchnahme
ange
messener psychotherapeutischer Hilfe bis hin zu Sozialkontakt und Arbeitsauf
nahme) einschränk
e
. Daneben
bestünden weitere relevante Bel
astungsfaktoren auf somatischer Ebene. So
seien
die Schmerzen, verursacht durch arthrotische Veränderungen aus ihrem Bewegungsab
lauf und vom klinischen Aspekt
unmittelbar nachvollziehbar
. Insgesamt komme es auf den
genannten Phäno
mene
n zum
geschilderten Bild der Hilflo
sigkeit und dem Selbstbild der „
total" Kranken mit der weitreichenden, auch nicht realistischen Hilfserwartung (nicht
zuletzt
gegenüber der
Invalidenversicherung
) und einer Selbstlimitierung mangels kognitiver Alternativen. Hinweise auf andere Störungen, wie organi
sche Störungen, eindeutig schizophrene Symptome, affektive Störunge
n oder eine Suchterkrankung ergä
ben sich nicht.
A
ufgrund der depressiven Anpassungsstörung
attestierte Dr. Z._ f
ür die ange
stammte Tätigkeit (ungelernte Arbeiterin) eine Arbeitsunfähigkeit von aktuell 30 % (S. 7).
Die Beschwerdeführerin könne sich
in vielem steuern und Arbeiten ausführen. Durch äussere Strukturierung sei sie gut anzuleiten und die geschil
derten Limitierungen seien häufig kognitiver Art, was veränderbar erscheine. Einschränkend bezüglich der Arbeitsfähigkeit seien nachvollziehbar die Kon
zentrationsstörungen, die aktuell starken emotionalen Schwankungen, die Schlaf
störungen und die tiefe Verunsicherung mit sozialem Rückzug und Ängstlichkeit. Weitere Limitationen bestünden, diese seien jedoch nicht erkran
kungsbedingt (mangelnde sprachliche und intellektuelle Fähigkei
ten, fehlende Ausbildung, etc.).
Bezüglich der psychiatrischen Erkrankung sei eine Anpassung im Sinne einer Strukturierung und Führung am Arbeitsplatz notwendig. Anzu
nehmen sei die Notwendigkeit einer Anpassung aus somatischen Gründen (Arthrose, Schmerze
n, internistische Erkrankungen;
S. 8).
Abschliessend hielt er nochmals fest, in leichter sitzender Erwerbstätigkeit bestehe
aufgrund
der psychischen Erkrankung aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Im Haushalt sei die Beschwerdeführerin
aufgrund
der psychischen Erkrankung geringfügig eingeschränkt (10 bis 20 %). Hier scheine die Selbstli
mitation eine wesentliche Rolle zu spielen, letztlich könne sie die meisten Arbeiten ausführen (S. 9).
3.3
RAD-Arzt Dr. E._ gab in seiner Stellungnahme vom 16. Mai 2013 beziehungs
weise ergänzenden Stellungnahme vom 1. Oktober 2013 (Urk. 7/19 S. 3 f.) gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. Z._ an, in der angestamm
ten teilzeitlichen Tätigkeit als Putzfrau sei aus psychiatrischen Gründen zwar nur eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit gutachterlich ausgewiesen. Wegen der vom Hausarzt beschriebenen Kniegelenksarthrose könne die angestammte Erwerbs
tätigkeit aber aus somatischen Gründen nicht mehr als zumutbar angesehen werden.
3.4
Die Ärzte der A._ Baden, wo die Beschwerdeführerin
auf Zuweisung hin vom 1
6.
bis 2
9.
November 2013 in stationärer Rehabilitation
war, nannten in ihrem – von der Beschwerdeführerin anlässlich ihres Einwandes eingereichten – Austrittsbericht vom 11. Dezember 2013 (Urk. 7/28) folgende Diagnosen (S. 1):
Status nach Knietotalendoprothese rechts am 8. November 2013 bei ausge
prägter Gonarthrose vor allem rechts
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ 2
Hypothyreose substiuiert
Adipositas per magna BMI 42.5
Die Ärzte gaben an, die Beschwerdeführerin habe im Verlauf der Rehabilitation recht gute Fortschritte bei der Mobilisation gemacht und am 29. November 2013 in gutem Allgemeinzustand, auf eigenen Wunsch, nach Hause entlassen werden können (S. 2).
3.5
Die Ärzte der Uniklinik F._ hielten in ihrem Sprechstundenbericht vom 11. Februar 2014 (Urk. 7/30/8-9) aufgrund der Verlaufskontrolle drei Monate postoperativ fest, die Beschwerdeführerin sei mit ihrem rechten operierten Knie soweit sehr zufrieden. Die Beschwerden seien deutlich weniger als vor der Ope
ration. Sie berichte aber, durch die Mehrbelastung auf der linken Seite mehr Beschwerden links zu haben und wünsche sich möglichst schnell auch auf der linken Seite eine Knieprothese (S. 1). Sie gaben an, dass sich ein erfreuliches Resultat drei Monate nach der Implantation der Knieprothese auf der rechten Seite gezeigt habe. Aufgrund der Schmerzexazerbation auf der linken Seite sei nun die Knie-TP-Implantation am 17. März 2014 geplant (S. 2).
3.6
Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Facharzt für Chirurgie, von der H._ AG, wo die Beschwerdeführerin vom 24. März bis 6. April 2014 eine stationäre Rehabilitationsmassnahme absolvierte, nannte in seinem Bericht vom 6. April 2014 (Urk. 7/37/3-5) als Rehabilitationsdiagnose eine Gonarthrose links, Status nach Knie-TP rechts am 8. November 2013 und Knie-TP links am 17. März 2014 (S. 1). Er hielt fest, es sei ein nicht ganz problemloser stationärer Verlauf bei ausgeprägter Schwellneigung des operierten Kniegelenks gewesen. Im Rahmen der Abschlussuntersuchung habe sich die Beschwerdeführerin insge
samt mobiler und konditionell gestärkt gefühlt, die Schmerzen hätten in den letzten Tagen aber wieder zugenommen. Klinisch habe sich kurz vor Austritt im distalen Drittel der Narbe Austritt von seröser Flüssigkeit gezeigt, die Umgebung sei leicht
gerötet und überwärmt gewesen. Laborchemisch habe sich nach initial regredientem CRP nun ein Anstieg des CRPs auf 49 gezeigt und daneben eine regrediente Schwellung im Bereich der knieumspannenden Muskulatur. Es bestehe ein unsicheres Gangbild bei erlaubter Teilbelastung an zwei Gehstützen mit halbem Körpergewicht für vier Wochen an zwei UAG, das Treppensteigen sei problemlos möglich (S. 2).
3.7
Die Ärzte der Uniklinik
F._
nannten auf Zuweisung durch den Hausarzt pract. med.
C._
in ihrem Sprechstundenbericht vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
7/37/1-2) die Diagnosen „Status nach Knie-Totalendoprothese (TP)
Implan
ta
tion links am 1
7.
März 2013 und Status nach Knie-TP rechts am
8.
November 2013“ (S. 1). Sie führten aus, bei der Beschwerdeführerin
zeige sich ein korrekter postoperativer Verlauf. Es bestehe einzig noch ein Rehabilitations
defizit, besonders der Oberschenkelmuskulatur auf der linken Seite. Sie würden weiterhin physiotherapeutisch Massnahmen zur Kräftigung der Oberschenkel
muskulatur empfehlen (S. 2).
3.8
Hausarzt pract. med. C._ nahm am 21. Juli 2014 (Urk. 7/36) zu den von der Beschwerdegegnerin gestellten Fragen betreffend psychiatrischer Therapie (ambulant/stationär) wie folgt Stellung: Die Notwendigkeit einer spezialärztli
chen psychiatrischen Behandlung sei in den letzten Monaten noch deutlicher geworden. Wegen des komplikationsreichen Verlaufes der Knieprothesenopera
tion links (Anpassungsstörung) und den wiederkehrenden psychiatrischen Hospitalisationen des Sohnes der Beschwerdeführerin gehe es ihr psychisch nicht gut. Eine ambulante psychiatrische Behandlung werde nun organisiert, da sich die körperliche Situation seitens der Knie beruhigt habe. Eine stationäre psychiatrische Behandlung erachte er als nicht sinnvoll, weil ein solcher Auf
enthalt auf die Beschwerdeführerin belastend wirke.
3.9
Die Ärzte der B._, wo die Beschwerdeführerin auf Zuweisung durch den Haus
arzt pract. med. C._ auf freiwilliger Basis wegen ausgeprägter Depressivität vom 13. Oktober bis 7. November 2014 stationär behandelt wurde, hielten in ihrem Austrittsbericht vom 25. November 2014 (Urk. 7/47) als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F33.2), fest (S. 1). Zur Eruierung der sozialen Situa
tion hätten sie zusammen mit der Tochter der Beschwerdeführerin und dem Sozialdienst ein Standortgespräch geführt. Es habe sich dabei eine andauernde psychische Anspannung bei stark impulsiver Familiendynamik durch hausin
terne Konflikte mit dem an Schizophrenie psychisch erkrankten Sohn
im gemeinsamen Haushalt als wesentliche Belastung herausgestellt. Nach der Stabilisierung des psychischen Zustandes und Steigerung der allgemeinen kör
perlichen Vitalität sei die Austrittsplanung und nach mehrtägiger häuslicher Erprobung mit je zwei Übernachtungen die Entlassung in die weitere hausärztli
che und psychiatrische Weiterbehandlung erfolgt. Angesichts des Schwergrades der aktuellen depressiven Episode sei eine anschliessende tagesklinische Weiter
behandlung empfohlen, von der Beschwerdeführerin jedoch abgelehnt worden. Ein ambulantes Setting sei gesichert. Bei Austritt habe kein Anhalt für Suizida
lität oder
Fremdgefährdung bestanden, sie sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Es hätten mittelgradige Auffassungsstörungen, leichtgradige Konzentrationsstörungen und leichtgradige Merkfähigkeitsstörungen bestanden. Die Beschwerdeführerin sei mittelgradig umständlich und ideenflüchtig und leichtgradig vorbeiredend. Es bestehe eine
vermehrte Ängstlichkeit. Sie habe Kontrollzwänge, ob die Wohnungstür zugesperrt sei. Es bestehe kein Anhalt für Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich
Störungen; sie sei mittelgradig deprimiert, leichtgradig
klagsam jammerig und ambivalent, mittelgradig affektlabil, antriebsarm und logorrhoisch; es bestehe ein leichtgradig sozialer Rückzug. Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich nicht (S. 3).
4.
4.1
Den medizinischen Berichten sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass sich die somatischen Beschwerden verschlimmert hätten. Nach der ersten erfolgten Operation des rechten Knies (mit erfreulichem Resultat) war die Beschwerde
führerin sogar sehr zufrieden. Auch die Beschwerden hatten sich gemäss ihren Angaben reduziert. Weil die Beschwerdeführerin mit dem Resultat so zufrieden war, wünschte sie sich sodann schnellstmöglich die Operation des linken Knies. Nach dieser Operation verlief der stationäre Aufenthalt wegen der ausgeprägten Schwellneigung des operierten Kniegelenks zu Beginn zwar nicht ganz prob
lemlos; im Rahmen der Abschlussuntersuchung hat sich die Beschwerdeführerin jedoch insgesamt mobiler und konditionell gestärkt gefühlt (E. 3.6 hievor). Obschon die Schmerzen damals wieder etwas zunahmen und vor dem Austritt im distalen Drittel der Narbe seröse Flüssigkeit austrat, konnten die Ärzte der Klinik F._ zwei Monate später lediglich noch ein Rehabilitationsdefizit (Oberschenkelmuskulatur auf der linken Seite) feststellen. Ein solches Defizit ist jedoch behandelbar und zieht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich. Zudem lag auch gemäss ihren Angaben ein korrekter postoperativer Ver
lauf vor (E. 3.7 hievor). Ebenso gab Hausarzt pract. med. C._ an, dass sich die körperliche Situation der Beschwerdeführerin seitens des Knies beruhigt habe. Eine Verschlechterung nach den erfolgten Knieoperationen (Knie-Totalen
doprothese rechts und links) ist somit nicht auszumachen; vielmehr ist aus somatischer Sicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszuge
hen oder mindestens von einem gleich gebliebenen Zustand wie vor den Opera
tionen. Gestützt auf die Äusserungen des RAD-Arztes Dr. E._ ist daher aus somatischer Sicht nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Bereich und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (ruhig und geordnet, ohne Kundenkontakt, körper
lich leicht und vorwiegend sitzend) auszugehen.
4.2
Das Gutachten von Dr. Z._ vom 8. Mai 2013 (E. 3.2 hievor), welches vom RAD-Arzt gestützt wird (vgl. E. 3.3 hievor),
äussert sich umfassend zu den psy
chischen Gesundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit. Es basiert auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung, berücksich
tigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
(
Urk. 7/17 S. 2 ff.)
und erging
in Kennt
nis der medizinischen (wenn auch spärlich vorhandenen) Vorakten; insbesondere nahm er auch mit dem Hausarzt pract. med. C._ telefonisch Rücksprache (vgl. Urk. 7/17 S. 2).
Der Gutachter legte anhand der von ihm erhobenen Befunde in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
eine gesundheitsbe
dingte Einschränkun
g der Arbeitsfähigkeit besteht.
Im – nach dem Gutachten von Dr. Z._ erstatteten – Bericht der behandelnden Ärzte von der B._
(E. 3.9 hievor) fällt
dagegen auf, dass sowohl der Befund anlässlich des Eintritts der Beschwerdeführerin als auch ihr Psychostatus bei Austritt identisch sind, obschon die Ärzte eine
Stabilisierung des psychischen Zustandes und
eine
Steigerung der allgemeinen körperlichen Vitalität festhiel
ten und darauf gestützt den Austritt planten. Überdies erscheint die Austrittsdi
agnose
einer depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, angesichts der Tatsache, dass bei der Beschwerdeführerin im Befund beziehungsweise Psycho
status bei Austritt lediglich „mittelgradig deprimiert“ stand und auch die ande
ren „Symptombeschreibungen“ entweder als mittelgradig oder leichtgradig ein
gestuft wurden - jedoch keineswegs als „schwer“ –, nicht plausibel, sondern vielmehr widersprüchlich.
Demgegenüber ist die
Exper
tise von
Dr. Z._
schlüssig und plausibel. S
ie
ent
spricht damit den
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidgrundlage (vgl. E. 1.6 hie
vor). Daher kann von weiteren, insbesondere auch von den verlangten psychiatrischen Abklärungen (vgl. Urk. 1 S. 5 f.) abgesehen werden (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.3
Es
gilt
jedoch
zu beachten, dass ein Gutachten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stel
lung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahende
n
falls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
Weil die Arbeits
fähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizini
schen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzu
weichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.
1-2
mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E.
5.1 mit Hin
weisen).
4.4
Eine Anpassungsstörung – wie von Dr. Z._ diagnostiziert – stellt
definitions
ge
mäss lediglich
ein
vorübergehendes Leiden
beziehungs
weise keine hin
rei
chend ausgeprägte Psychopathologie dar. Daran ändert auch die Angabe von
Dr. Z._
nichts, dass bei der Beschwerdeführerin der Verlauf länger sei und sich die Dauer durch den fortdauernde
n
Prozess der gewissermassen immer wieder „aufgefrischten“ Anpassungsstörung verlängere, zumal ihm dies ledig
lich als Begründung für eine Anpassungsstörung diente (Erfüllung des Zeitkri
teriums
)
. Vielmehr
liegt
eine Anpassungsstörung
im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil 9C_153/201
2 vom 15. Oktober 2012 E. 4.3). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert.
Ausserdem stehen bei der Beschwerdeführerin
-
gestützt auf ihre Schilde
run
gen
klar psychosoziale Gründe (Belastung durch die Erkrankung ihres Sohnes und Sorge um diesen) im Vordergrund. Dies kommt nicht nur
im
Gutachten von
Dr. Z._
zum
Ausdruck
, sondern lässt sich auch dem Bericht der Ärzte der
B._
entnehmen (andauernde psychische Anspannung bei stark impulsiver Familien
dynamik durch hausinterne Konflikte mit dem an Schizophrenie erkrankten Sohn im gemeinsamen Haushalt als wesentliche Belastung
; Urk.
7/47 S. 2 f.). Psychosoziale Belastungsfaktoren (Familie) stellen keine hinreichend ausge
prägte psychische Störung mit invalidisierender Wirkung dar. Anhaltspunkte für ein von der soziokulturellen und psychosozialen Belastungssituation unter
scheidbares und in diesem Sinne verselbständigtes depressives Grundleiden mit Krankheitswert sind nicht ersichtlich und werden in der Beschwerde auch nicht aufgezeigt (vgl. zum Ganzen E. 1.4 hievor).
Zudem kann nicht von einem
(weiter bestehenden und nicht angehbaren)
erhebli
chen psychischen Leiden der Beschwerdeführerin ausgegangen werden
angesichts der Tatsache, dass
sie die ihr empfohlene, an die stationäre Behand
lung anschliessende tagesklinische Weiterbehandlung ablehnte (vgl.
Urk.
7/47 S. 3).
Nicht nachvollziehbar ist überdies, weshalb die geplante Magenbypassoperation einen - nicht nur vorübergehenden - Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben soll beziehungsweise inwiefern die Antidepressiva durch den Magenbypass nicht mehr dieselbe Wirkung entfalten können sollen (vgl. Urk. 1 S. 6). Ein Magenby
pass reduziert weder die Verdauungs- noch die (grundsätzliche) Leistungsfähig
keit des Magens, sondern vermindert lediglich den Appetit, indem er das Sätti
gungsgefühl begünstigt.
5.
Da bei Eintritt des Gesundheitsschadens kein Arbeitsverhältnis mehr bestand,
berechnete
d
ie Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad in der angefochtenen Verfügung vom
17.
Februar 2015 (Urk. 2) gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 (LSE
TA 1
Ziff.
1-96, Ausgabe 201
2
)
. Dabei ging sie von einem Validen
einkommen (Lohn für Hilfsarbeiten) in der Höhe von
Fr. 5
3
‘
787.85 (
Fr.
4'225.--
/ 40 x 41.6 x 12 x 1.01 x 1.01
)
beziehungsweise
Fr. 26‘893.90 bei einem 50 %
Pen
sum aus
(angepasst an die Nominallohnentwicklung
der
Frauen
löhne
bis ins Jahr 201
2).
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens
stützte sie sich ebenfalls
auf die LSE 2010 (LSE TA 1
Ziff.
1-96, Ausgabe 201
2; Lohn für Hilfsarbeiten), was einen identischen Lohn ergab. Darauf gestützt
errechnete sie einen Invaliditäts
grad
im Erwerbsbereich von 0
%
(
vgl. Urk.
7
/
18)
.
Daraus erhellt, dass sich das Resultat bei der vorliegenden 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit nicht ändert.
Würde vom Valideneinkommen vom zuletzt verdienten Verdienst im Jahre 2010 ausgegangen und dieses auf ein Vollpensum aufgerechnet –
wie die Beschwerdeführerin
verlangt
(vgl. Urk. 1 S.
6 f.
) –,
könnte sie jedoch daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten, da das entsprechende
Validen
ein
kommen
noch kleiner als jenes gestützt auf die LSE 2010 ausfiele, nämlich:
Fr. 5
3
‘
367.75
(
[
Fr.
20‘968.-- x 100 / 40 =] 52‘420.-- x 1.01
x
1.008; vgl. Urk. 7/7 S. 4 [IK
Auszug]). So oder so resultiert kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad.
6.
Nach
dem Gesagten besteht die am 17. Februar 2015 verfügte Abweisung des
Leistungsbegehrens (Rente) zu Recht.
Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.