# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1e79056a-cf42-47ad-b231-dbf9a196a00b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

– dass der Beschwerdegegner nicht nur das Vorliegen eines Diskurses offen gelegt habe, sondern auch – durch Sachverhalte, welche vollkommen aus dem Kontext gerissen worden seien – versucht habe, Verbündete zu finden, welche helfen sollten, die kritisierte Predigt zu verteidigen und die ratsuchende Seele öffentlich als verlorene Seele darzustellen,
– dass es sich dabei um einen Vertrauensbruch handle, welcher durch die Strafnorm des Berufsgeheimnisses verhindert werden solle,
– dass der Beschwerdeführer dem Beschwerdegegner in der E-Mail vom 6. März 2013 auch seine Ansichten und Visionen über den Glauben kund getan habe,
– dass dies mit anderen in kritischer Weise zu besprechen und mit dem Finger auf das Gemeindemitglied zu zeigen ein offensichtlicher Geheimnisbruch sei,
– dass der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts sowohl den Beschwerdegegner als auch die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 6. August 2014 zur Stellungnahme aufforderte,
– dass die Staatsanwaltschaft am 8. August 2014 eine Stellungnahme einreichte und unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung und die Akten die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragte,
– dass der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners mit Eingabe vom 13. August 2014 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und die Nichteröffnung eines Strafverfahrens unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragte,
– dass begründend insbesondere ausgeführt wurde, die Korps der A._ seien vergleichbar mit Kirchgemeinden und würden das Evangelisationswerk der Stiftung A._ Schweiz bilden,
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– dass für ein Korps in der Regel ein Offiziersehepaar der A._ verantwortlich sei und den Korpsoffizieren ein Korpsrat und ein Leitungsrat zur Seite stünden,
– dass der Beschwerdegegner und seine Ehefrau C._ das verantwortliche Offiziersehepaar des Korps O.1_ und gleichzeitig auch den Korpsrat bilden würden, da das Korps in O.1_ vergleichsweise klein sei,
– dass sich der Leitungsrat des Korps O.1_ aus Prof. Dr. B._, D._ sowie dem Beschwerdegegner und seiner Ehefrau C._ zusammensetze,
– dass die A._ die Auffassung vertrete, ihre A._offiziere seien dann als Geistliche im Sinne von Art. 321 StGB zu qualifizieren, wenn sie eine seelsorgerische Funktion wahrnehmen würden,
– dass der Beschwerdegegner mit Blick auf seine bisherige und künftige Tätigkeit nicht bestreite, grundsätzlich im Bereich der Seelsorge unter Art. 321 StGB zu fallen und diesbezüglich die Sonderdeliktseigenschaft aufzuweisen,
– dass sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Frage der Sonderdeliktseigenschaft des Beschwerdegegners erübrige und dahingestellt bleiben könne, da keinesfalls eine Seelsorgegeheimnisverletzung vorliege,
– dass der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner für dessen Tätigkeit als Leiter des Korps im Zusammenhang mit dem Projekt "E._" kritisiert habe,
– dass dieser bereits als das besagte Projekt zur Diskussion gestanden habe, dagegen opponiert und seine Kritik anlässlich eines Korps-Forums des Korps O.1_ am 4. November 2012, an welchem auch Prof. Dr. B._ anwesend war, quasi öffentlich geäussert habe,
– dass der Beschwerdeführer mit der E-Mail vom 6. März 2013 keine eigenen seelsorgerisch relevanten Informationen – welche schutzbedürftig gewesen wären – mitgeteilt habe, sondern massive Kritik am Beschwerdegegner und dem Projekt "E._" geübt habe,
– dass es sicherlich richtig sei, wenn der Beschwerdeführer in seiner Funktion als Korpsleiter, welcher für die Qualität seiner Arbeit und des Korpsrats verantwortlich sei, hierauf Rücksprache mit einem Mitglied des Leitungsrates – vorliegend mit Prof. Dr. B._ – nehme,
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– dass dieser überdies bereits aufgrund des oben erwähnten Korps-Forums vom 4. November 2012 Kenntnis von der kritischen Haltung des Beschwerdeführers gehabt habe,
– dass nach Art. 321 Abs. 1 StGB nur das Offenbaren eines fremden Geheimnisses geschützt sei,
– dass, wer die allgemeine Arbeit – welche eine Vielzahl von Personen betreffe (die Gottesdienste im Rahmen des Projekts "E._" seien öffentlich zugänglich gewesen) – eines anderen bzw. eines Korpsrats kritisiere, kein eigenes Geheimnis mitteile,
– dass offensichtlich damit gerechnet werden müsse, dass solche Beschwerden zur Qualitätssicherung besprochen würden, zumal der Kritisierende ja gerade erwarte, dass seine Kritik ernst genommen werde und somit auch in den zuständigen Gremien Eingang finde,
– dass gemäss Art. 321 Abs. 1 Satz 1 StGB Geistliche, Rechtsanwälte, Verteidiger, Notare, Patentanwälte, nach Obligationenrecht zur Verschwiegenheit verpflichtete Revisoren, Ärzte, Zahnärzte, Chiropraktoren, Apotheker, Hebammen, Psychologen sowie ihre Hilfspersonen, die ein Geheimnis offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufes anvertraut worden ist oder das sie in dessen Ausübung wahrgenommen haben, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden,
– dass diese Bestimmung die dem Berufsgeheimnis unterstehenden Personen abschliessend aufzählt und somit nur Täter sein kann, wer eine der aufgezählten Eigenschaften aufweist (vgl. BGE 83 IV 197, BGE 95 I 448),
– dass gemäss herrschender Lehre weder Laienseelsorger noch Angehörige der A._ als Geistliche im Sinne von Art. 321 Abs. 1 StGB zu qualifizieren sind (vgl. Niklaus Oberholzer in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 5 zu Art. 321 StGB; Stefan Trechsel/Hans Vest, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich 2013, N 4 zu Art. 321 StGB; Andreas Donatsch, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, N 7 zu Art. 171 StPO),
– dass es vorliegend somit an der Tätereigenschaft eines Geistlichen fehlt,
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– dass nur das Offenbaren eines fremden Geheimnisses strafrechtlich geschützt ist und als Geheimnis jede Tatsache gilt, die nur einem beschränkten Personenkreis bekannt ist und an deren Geheimhaltung für den Geheimnisherrn ein berechtigtes Interesse besteht, das er gewahrt wissen will (vgl. Oberholzer, a.a.O., N 14 zu Art. 321 StGB),
– dass zusätzlich erforderlich ist, dass das Geheimnis dem Geheimnisträger infolge seines Berufs anvertraut worden ist oder er es in dessen Ausübung wahrgenommen hat (vgl. Oberholzer, a.a.O., N 15 zu Art. 321 StGB),
– dass das Geheimnis dem Geheimnisträger in seiner Eigenschaft als Berufsangehöriger zur Kenntnis gelangt sein muss und das, was ein zur Verschwiegenheit verpflichteter Berufsangehöriger privat erfahren hat oder auch privat hätte in Erfahrung bringen können, nicht der Geheimhaltungspflicht unterliegt (vgl. Oberholzer, a.a.O., N 15 zu Art. 321 StGB),
– dass der Beschwerdeführer in seiner E-Mail vom 6. März 2013 an den Beschwerdeführer hauptsächlich dessen ""E._" Einsatz in der F._" kritisierte und dabei unter anderem ausführte, er habe den Anlass als relativ lustlos und trist empfunden und der Vortrag des Beschwerdegegners habe ihn und G._ schlichtweg gelangweilt,
– dass er in der E-Mail ausserdem ausführte, er habe sich am 17. Februar sehr darüber gefreut, wieder einmal den gewohnten Gottesdienst mit einer wertvollen Botschaft feiern zu dürfen,
– dass sich der Beschwerdeführer vorliegend nicht an den Beschwerdegegner gewandt hat, um eine seelsorgerische Dienstleistung zu beanspruchen oder ihm eine Tatsache anzuvertrauen, sondern um dessen Arbeit bzw. Predigt zu kritisieren,
– dass dies im vorliegenden Fall nicht als Geheimnis im Sinne des Art. 321 StGB zu qualifizieren ist,
– dass es vorliegend somit auch am Schutzobjekt eines Geheimnisses fehlt,
– dass demnach die Ausführung der Vorinstanz sowohl bezüglich der Verneinung der Tätereigenschaft eines Geistlichen (entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners) als auch
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der Verneinung des Schutzobjekts eines Geheimnisses (entgegen der Ausführung des Beschwerdeführers) zutreffen,
– dass sich die Beschwerde aufgrund des Festgehaltenen als offensichtlich unbegründet erweist und daher abzuweisen ist,
– dass infolge offensichtlicher Unbegründetheit in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.000) eine einzelrichterliche Entscheidung ergeht,
– dass der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig wird (Art. 428 Abs. 1 StPO),
– dass die Kosten des Beschwerdeverfahrens gestützt auf Art. 8 der kantonalen Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) auf CHF 1'500.-- festgesetzt werden,
– dass der Beschwerdeführer den anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner bei diesem Verfahrensausgang unter analoger Anwendung von Art. 432 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 436 Abs. 1 StPO ausseramtlich zu entschädigen hat,
– dass der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners keine Honorarnote einreichte, weshalb das Gericht den erforderlichen Aufwand nach eigenem Ermessen bestimmt,
– dass vorliegend eine aussergerichtliche Entschädigung in der Höhe von CHF 800.-- als angemessen erscheint,
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erkannt:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. a) Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.-- gehen zu Lasten des Beschwerdeführers.
b) Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich mit CHF 800.-- zu entschädigen.
3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.
4. Mitteilung an:

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