# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f15579e-9bb4-469a-9a72-dfbbd3ed4250
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war
seit Oktober 2006 Inhaber und Geschäftsfüh
rer der
Z._
(
Urk.
8/14
)
.
Unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden
meldete sich
der Versicherte
am
7.
Juli 2014
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
8/7
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentag
geldversicherung
bei (
Urk.
8/18,
Urk.
8/32
) und
veranlasste eine orthopädi
sche/chirurgische Untersuchung beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), über welche am
4.
September 2017 berichtet wurde (
Urk.
8/71).
Nach
durchgeführtem
Vorbes
cheidverfahren
(
Urk.
8/83-85)
verneinte
di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
März 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
8/86
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 2
5.
April 2018
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
2.
März 2018
(
Urk.
2) und beantrag
te, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1
) und es sei
ihm
eine Umschulung zuzusprechen (S. 2
Ziff.
2
), eventuell sei
die Angelegenheit zur Prüfung von Eingliederungsmassnahmen an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen
(S. 2
Ziff.
3
)
, subeventuell sei ihm mindestens eine
Viertelsrente
zuzusprechen (S. 2
Ziff.
4).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Mai 2018
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
1
8.
Juni 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
10) wurde der Schriften
wechsel geschlossen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinden Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben ge
mäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.4
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
der Beschwerdeführer seit Februar 2014 in seiner Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt sei. Die aussendienstliche Abklärung habe jedoch ergeben, dass
trotz diesen Einschränkungen nie eine Erwerbseinbusse vorgelegen habe (S. 1). Da keine Erwerbseinbusse und somit ein Invaliditätsgrad von 0
%
resultiere, bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), dass
das von der Beschwerdegegnerin angenommene Invalideneinkommen falsch bestimmt worden sei.
Es sei sodann auch nicht nachvollziehbar, den gesamten angeblichen Gewinn ihm zuzuweisen, obwohl er nicht mehr Betriebseigentümer sei beziehungsweise ohne einen Abzug für den
Gewinna
nteil
der
ebenfalls im Betrieb tätigen Betriebseigentümer
innen zu tätigen
.
Die angestammte Tätigkeit als Maler/Gipser sei ihm nicht mehr möglich. Er habe deshalb aus gesundheitli
chen Gründen seine selbständige Erwerbstätigkeit aufgeben und die Firma auf seine Ehefrau und die Tochter
übertragen müssen, die auch effektiv dieses
Unter
nehmen nun führen würden.
Er sei nun im Familienbetrieb zu einem festen Lohn von jährlich
Fr.
96'000.-- angestellt, was der effektiven Leistung der auf die Ein
schränkung angepassten Tätigkeit entspreche
(S. 3)
.
Bei der damit ausgewiesenen Lohneinbusse resultiere ein Invaliditätsgrad von 43
%
. Die Beschwerdegegnerin hätte den Anspruch auf Umschulung/Eingliederungsmassnahmen prüfen müssen, weshalb der Entscheid über die Invalidenrente verfrüht erfolgt sei (S. 4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, berichtete am
4.
Sep
tember 2017 über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
8/71). Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 7
Ziff.
8):
-
anhaltende Schmerzsymptomatik der Lendenwirbelsäule (LWS)
mit/bei
-
schmerzhafter Bewegungseinschränkung der LWS
-
Belastungsschmerz der LWS
-
Fussheberschwäche
/Parese rechts
-
anhaltende Wurzelreizung L5 rechts
-
Sensibilitätsstörung rechter Fuss mit Kribbelparästhesien, Überemp
findlichkeit
-
Status nach Entfernung einer Diskushernie L4/5 rechts 2010
-
Status nach
Rezidivdiskushernienoperation
L4/5 rechts Februar 2015
-
Segmentdegeneration L4/5 nach
Rezidivhernienoperation
rechts Feb
ruar 2015
Er führte aus,
dass beim Beschwerdeführer anhand der vorliegenden medizini
schen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung ein somatischer Ge
sundheitsschaden ausgewiesen sei, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
In sei
ner bisherigen Tätigkeit als Gipser/Maler bestehe
seit dem 2
3.
Februar 2015
keine Arb
eitsfähigkeit mehr. Im Rahmen der Selbständigkeit seien aber Aufsichtstätig
keiten, Nivellierungen, Berechnungen, Zeichnungen ohne Heben und Tragen möglich.
Seit zwei Jahren habe der Beschwerdeführer die Selbständigkeit aufge
geben und sei in seiner alten Firma als Gipser und Maler angestellt. Aus versi
cherungsmedizinischer Sicht bestehe nach der Operation der LWS eine vermin
derte Belastbarkeit für
regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbel
säule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körper
position sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen.
Leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungüns
tiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangs
haltungen, seien medizinisch theoretisch zumutbar. So bestehe seit Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (S. 8).
3.2
Im Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 16. Oktober 2017 (Urk. 8/82) wurde a
usgeführt, dass der Beschwerdeführer erstaunt sei, da er wie
der 100
%
arbeite und keine IV-Rente möchte. Er habe vermehrt die Bauleitungen übernommen und das Geschäft so umstrukturiert, dass er keine Erwerbseinbusse aufgrund der Erkrankung habe. Die wirtschaftliche Situation sei derzeit schlecht, das eine habe aber mit dem anderen nichts zu tun
(S. 2)
.
Der Rücken sei nach wie vor schlecht und er hätte eigentlich noch eine Operation über sich ergehen lassen müssen. Diese habe er jedoch abgesagt, weil er nicht davon ausgehe, dass es besser werde. Die Therapie habe er vor zirka drei Monaten beendet (S. 3 oben).
Der Beschwerdeführer habe sich im Oktober 2006 mit der
GmbH
selbständig ge
macht und sei seither der Geschäftsführer gewesen. Am 2
5.
September 2014 sei er als Geschäftsführer gelöscht und seither nur noch als Angestellter geführt wor
den. Neu seien die Ehefrau und die Tochter in der Geschäftsführung.
Der Be
schwerdeführer habe die Geschäftsübergabe durchgeführt, weil er damals krank gewesen sei und nicht gewusst habe, ob er wieder zurückkommen werde. Nach wie vor sei er aber die führende Person im Geschäft. Er stelle das Personal ein, hole die Aufträge, rechne die Offerten etc. Er sei auf dem Papier nicht mehr der Geschäftsführer, aber ansonsten schon. Er sei auch nach wie vor gewinnbeteiligt, inwiefern habe man nicht genau abgemacht, weil die letzten Jahre nicht so gut gewesen seien und angeblich kein Gewinn ausgeschüttet worden sei.
Dies würde er bei Bedarf mit dem Treuhänder besprechen, welcher für die Abschlüsse zustän
dig sei.
Phasenweise habe er bis zu 21 Mitarbeiter gehabt. Derzeit habe er 8 festangestellte und 2 Aushilfen, welche alle zu 100
%
arbeiten würden. Zudem sei
en
noch die To
chter und die Ehefrau auf der Lohnliste
(S. 3 unten).
Das Geschäft habe sich dahingehend verändert, dass er weniger auf dem Bau helfe als früher. Er mache nun vermehrt Kontrollgänge auf dem Bau, führe Ge
spräche mit den Kunden, mache Offerten und Vermessungen, wenn dies notwen
dig sei. Er fahre von Baustelle zu Baustelle, bestelle Material etc. Eigentlich habe er dies früher auch gemacht, aber nicht so akribisch. Er habe vermehrt auf dem Bau mitgeholfen, heute helfe er nur noch teilweise beim Abdecken und Beschnei
den, dies aber meistens nur, wenn man unter Zeitdruck stehe. Ansonsten erledige er keine körperliche Arbeit mehr (S. 4 unten).
Er habe aber niemanden einstellen müssen, weil der Markt ohnehin schlechter geworden sei.
Die Tochter arbeite schon seit 2010/2011 bei ihm und habe viele Arbeiten am PC übernommen. Wäh
rend dem Studium habe sie alle 2 Tage ab zirka 16.00 Uhr zu Hause für ihn gearbeitet und dies, bis sie fertig gewesen seien. Seit sie vor kurzem das Studium abgeschlossen habe, arbeite sie mehr für das Geschäft, in welchem Pensum wisse er nicht genau. Er könne auch nicht sagen, was sie verdiene. Sie habe sich aber auch schon
auf
eine
andere
Stelle beworben, weil sie nicht wirklich ausgelastet sei bei ihm.
Er selber arbeite auch am PC, möchte aber, dass alle Briefe und Of
ferten korrekt geschrieben seien und hier sei die Tochter stilsicherer als er. Sie übernehme alles, was er ihr sage und schreibe es ins Reine. Sie mache auch die Debitoren und Kreditoren etc., schliesslich habe sie Betriebswirtschaft studiert.
Die Tochter arbeite aber nicht in einem höheren Pensum bei ihm, weil er krank sei,
sondern nur, weil sie das Studium abgeschlossen habe und nun etwas Anderes suche. Sie werde aber immer im Geschäft des Vaters helfen (S. 5 oben).
Die Ehefrau sei nur unregelmässig im Betrieb. Sie habe vorher auch keinen Lohn gehabt, was man nun aber angepasst habe. Sie habe nun auch einen kleinen Lohn verlangt. Sie helfe manchmal beim Aufräumen im Lager mit, aber nur sehr wenig. Sie nehme keinen Einfluss auf die Geschäftsabläufe etc. (S. 5 Mitte).
Der Beschwerdeführer habe vorher zirka 30
%
im Büro und 70
%
auf dem Bau gearbeitet, dort gehörten aber auch die Gespräche mit Kunden, Vermessungen etc. dazu (S. 5 unten). Er habe die Betriebsleitung ausgebaut und so den Anteil als Gipser und Maler verkleinert. Somit habe er eine gute Umstrukturierung im Betrieb erzielen können, welche für ihn keine erwerbliche Einbusse nach sich ziehe.
Es sei auch aus wirtschaftlichen Gründen wichtig, dass er mehr Aufträge akquiriere.
Finanziell habe dies zu keiner Einbusse geführt
;
dass er weniger ver
diene, habe nur mit den Aufträgen und der derzeitigen schlechten Auftragslage zu tun (S. 6).
Der Beschwerdeführer habe sich selber immer
Fr.
12'000.-- pro Monat als Lohn ausbezahlt. Aus wirtschaftlichen Gründen erhalte er derzeit nur
Fr.
8'000.--. Dies habe aber mit seiner gesundheitlichen Situation angeblich nichts zu tun. Der Markt sei schwierig und die Auftragslage verändere sich eher negativ. Er hoffe, zwei grosse Aufträge zu erhalten, wo man allenfalls auch mehr Gewinn erzielen könnte.
Der Rückgang des Gewinns habe gemäss Angaben des Beschwerdeführers ausschliesslich wirtschaftliche Gründe. Er habe keine Lohneinbusse aufgrund der Erkrankung, sondern nur aus wirtschaftlichen Gründen. Der Beschwerdeführer möchte derzeit seinen Betrieb aufrechterhalten, wäre aber immer für eine Einglie
derung oder Umschulung zu haben.
Der Gewinn sei dennoch dem Beschwerdeführer anzurechnen, weil er nur auf dem Papier nicht als Geschäftsführer fungiere, ansonsten aber für den Betrieb verantwortlich sei, wie dies früher auch gewesen sei. Es handle sich um einen Familienbetrieb, wobei die Umschreibung auf die Tochter und die Ehefrau nicht ganz nachvollzogen werden könne. Er treffe derzeit noch immer alle Entschei
dungen und nehme aktiv Einfluss auf den Geschäftsverlauf. Aufgrund dessen werde auch der Gewinn zum Einkommen gemäss IK dazu gezählt (S. 8).
Der Beschwerdeführer habe keine personellen Veränderungen aufgrund der Er
krankung vornehmen müssen. Seine Person auf dem Bau sei nicht ersetzt worden, da die Auftragslage ohnehin schlechter geworden sei in den letzten Jahren (S. 9).
4.
4.1
Gestützt auf den RAD-Untersuchungsbericht ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit seit dem 2
3.
Februar 2015 nicht mehr zumutbar ist, er jedoch eine angepasste Tätigkeit
gemäss
be
schriebenem Belastungsprofil seit
1.
Januar 2016 in einem Pensum von 100
%
ausüben kann (vgl.
Urk.
8/84 S. 7). Dies wurde seitens des Beschwerdeführers nicht beanstandet und erscheint angesichts der Aktenlage als zutreffend.
Es blei
ben also die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
4.2
In Bezug auf das
Valideneinkommen
führte die Beschwerdegegnerin im Abklä
rungsbericht für
Selbständigerwerbende
(
Urk.
8/82) aus, gemäss Angaben vor Ort sei die wirtschaftliche Situation in der Baubranche schon seit einigen Jahren schwierig. Es seien bereits in den Jahren 2012 und 2013 rückläufige Zahlen er
sichtlich und es könne davon ausgegangen werden, dass diese auch derzeit so bestehen würden. Aufgrund dessen sei für die Berechnung des
Valideneinkom
mens
auf die IV-relevanten Reingewinne der Jahre 2012 und 2013 abzustützen. Sie errechnete sodann ein
Valideneinkommen
von
Fr.
167'186.-- (S. 8
Ziff.
10).
Dieses von der Beschwerdegegnerin errechnete
Valideneinkommen
wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet
(vgl.
Urk.
1 S. 3)
und gibt
auch
aufgrund der Akten zu keinen
Beanstandungen
Anlass, es kann darauf abgestellt werden.
4.3
Zum Invalideneinkommen gab die
Beschwerdegegnerin
an,
der Beschwerdeführer arbeite gemäss eigenen Angaben seit dem
1.
Januar 2016 wieder zu 100
%
und habe auch keine Lohneinbusse aus gesundheitlichen Gründen erlitten. Dies zeig
ten auch die buchhalterischen Zahlen von 2016, wonach der Beschwerdeführer ein IV-relevantes Einkommen von
Fr.
935'379.68 erzielt habe. Diesbezüglich soll jedoch noch eine Korrektur stattfinden.
Dennoch sei der Gewinn entgegen den Angaben des Beschwerdeführers exorbitant hoch. Die Gewinnbeteiligung werde dem Beschwerdeführer angerechnet, weil er nur auf dem Papier nicht mehr als Geschäftsführer fungiere, ansonsten aber für den Betrieb verantwortlich sei, wie
er es auch früher gewesen sei (
Urk.
8/82 S. 8
Ziff.
10).
Der Beschwerdeführer machte dagegen geltend,
die Firma sei auf seine Tochter und seine Ehefrau übertragen worden. Er beziehe nun einen fixen Lohn von Fr. 96'000.-- pro Jahr
, welcher anstelle des Gewinns der GmbH als Invalidenlohn anzurechnen sei (
Urk.
1 S. 3 f.).
4.4
Die Frage, ob jemand im Einzelfall als selbstständig oder unselbstständig erwer
bend zu gelten hat, beurteilt sich nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertrags
verhältnisses zwischen den Parteien (BGE 122 V 169 E. 3a S. 171 mit Hinweis). Dieser, im Verfahren zur Bestimmung der
ahv
-rechtlichen Beitragsqualifikation entwickelte Grundsatz findet auch auf invalidenversicherungsrechtliche Verhält
nisse Anwendung (vgl. dazu Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV, wonach als Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 16 ATSG mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen gelten, von denen Beiträge gemäss Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVG, erhoben würden).
Angestellte Geschäftsführer oder Betriebsleiter sind,
selbst
wenn ihnen faktisch die Stellung von Allein- oder Teilinhabern einer Aktiengesellschaft zukommt und sie massgebenden Einfluss auf den Geschäftsgang haben, formell Arbeitnehmer der Gesellschaft. Für die Beurteilung des sozialversiche
rungs
rechtlichen Status einer Person ist indessen nicht die zivilrechtliche, sondern die wirtschaftliche Stellung ausschlaggebend. Ob ein Versicherter einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspolitik und -entwicklung nehmen kann und damit invalidenversi
cherungsrechtlich als
Selbständigerwerbender
mit einem eigenen Betrieb zu gel
ten hat, ist aufgrund der finanziellen Beteiligung, der Zusammen
setzung der Lei
tung der Gesellschaft und vergleichbarer Gesichtspunkte zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_453/2014 vom 17. Februar 2015 E. 4.1).
4.5
E
ntgegen den Vorbringen in der Beschwerde kann für die Bestimmung des Inva
lideneinkommens aufgrund der dargelegten wirtschaftlichen Ver
hält
nisse
des Be
schwerdeführers
(vgl. vorstehend E. 3.2)
nicht ohne weiteres auf den geltend ge
machten fixen
L
ohn von
Fr.
96'000.-- abgestellt werden, insbesondere da
der Be
schwerdeführer anlässlich der Abklärung vor Ort am 1
3.
Oktober 2017 (vgl.
Urk.
8/82) selber anfügte,
keine Lohneinbusse aus gesundheitlichen Gründen zu haben (S. 8).
Obwohl der Beschwerdeführer seine GmbH im September 2014 tat
sächlich auf seine Ehefrau und seine Tochter überschrieben hat (vgl.
Urk.
8/72)
und seither lediglich noc
h als Angestellter geführt wird
, geht aus seinen Aussagen im
Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
(vgl. vorstehend E. 3.2;
Urk.
8/82)
hervor, dass ihm
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
faktisch
nach wie vor
die Stellung des alleinigen Geschäftsführers zukommt und er allein
ig
massgebenden Einfluss auf den Geschäftsgang,
die Geschäfts
politik sowie –
ent
wicklung
hat.
So
gab der Beschwerdeführer an,
das Geschäft so umstrukturiert
zu haben
, dass er keine Erwerbseinbuss
e aufgrund der Erkrankung habe
(S. 2)
, er sei n
ach wie vor die führende Person im Geschäft. Er stelle das Personal ein, hole die Aufträge, rechne die Offerten etc. Er sei auf dem Papier nicht mehr der Geschäfts
führer, aber ansonsten schon. Er sei auch nach wie vor gewinnbeteiligt
(S. 3).
Des Weiteren hat der Beschwerdeführer
trotz seiner Erkrankung
keine zusätzlichen Mitarbeiter einstellen müssen und auch die Erhöhung des Pensums der
Tochter
erfolgte nicht aufgrund seiner Krankheit, sondern
weil sie
das Studium abge
schlossen hat
(S. 5 oben).
4.6
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Nach dem Gesagten erscheint die Übertragung der Firma
auf die Ehefrau und die Tochter
nicht nachvollziehbar. So fungiert der Beschwerdeführer lediglich auf dem Papier nicht mehr als Geschäftsführer, er ist jedoch nach wie vor für den Geschäftsbetrieb verantwortlich, wie er es auch vor der Erkrankung gewesen ist. Der Beschwerdeführer trifft nach eigenen Angaben
sämtliche Entscheidungen,
nimmt aktiv Einfluss auf den Geschäftsverlauf
und ist gewinnbeteiligt
.
Er hat denn auch keine personellen Veränderungen aufgrund seiner Erkrankung vor
nehmen müssen. Seine Person ist auf dem Bau nicht ersetzt worden und die Ehe
frau sowie die Tochter sind nicht operativ
im Betrieb
tätig.
Die Beschwerdegeg
ne
rin hat
demnach zu Recht
den Gewinn zum Einkommen gemäss IK-Auszug dazugerechnet.
Was die Höhe des anrechenbaren Gewinns anbelangt, ist
jedoch – entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin -
auf die korrigierte Er
folgsrechnung (
Urk.
3), welche einen Gewinn von Fr. 96'871.56 aufweist, abzu
stellen.
Dem Beschwerdeführer
ist somit
ein
Invalidene
inkommen von
Fr.
192'871.56 (
Fr.
96'000.-- +
Fr.
96'871.
56) anzurechnen, womit keine Erwerbs
einbusse besteht
(vgl. vorstehend E. 4.2)
.
4.7
Die IV-Stelle hat gemäss dem Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ beziehungs
weise „Eingliederung statt Rente“ (
vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz übe
r die Invalidenversicherung, 3.
Aufla
ge, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
. 3 zu Art. 28
IVG
) von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig zur Gewährung einer Invalidenrente Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind (
Meyer/
Reichmuth
, a.a.O.,
Rz
. 7 zu Art. 28 IVG). Nach dem besagten Grundsatz, welcher
aus der allgemeinen Schadenminderungspflicht des Versi
cherten fliess
t,
hat der Invalide
bevor er Leis
tungen verlangt, alles ihm Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen seiner Invalidität bestmög
lich zu mildern. Deshalb besteht kein Rentenanspruch, wenn der Versicherte selbst ohne Eingliederungsmassnahmen
zumutbarerweise
in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Kann der Versicherte seine erwerbliche Beeinträchtigung in zumutbarer Weise selber behe
ben, so be
steht gar keine Invalidität, womit es an der unabdingbaren Anspruchs
vorausset
zung für jegliche Leis
tung der Invalidenversicherung –
auc
h für Ein
gliede
rungsmassnahmen –
fehlt. Die Pflicht zur Selbsteingliederung greift je nach den Umständen in die verschiedensten Lebensbereiche ein, wobei jedoch vom Versi
cherten nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten
des Einzelfalles zumut
bar sind.
D
er Ansp
ruch auf Umschulung gemäss Art.
17 IVG
setzt voraus,
dass der Ge
sundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben. Nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zu
sätz
liche berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine blei
bende oder längere Zeit dauer
nde Erwerbseinbusse von etwa 20
% erleidet.
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer vorliege
nd keine Erwerbsein
busse erlitt
,
sind weder die Vor
aussetzungen für einen Anspruch auf eine Invali
denrente noch diejenig
en für Eingliederungsmassnahmen
erfüllt.
5
.
Nach dem Gesagten e
rweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).