# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f0a416eb-adb1-44a8-a66e-3a0f297c20d7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965,
war zuletzt
als Reinigungskraft
tätig
(
Urk.
7/57
S. 2
Ziff.
2 oben). Die Versicherte meldete sich
am 2
6.
April 2007
bei der Invaliden
versicherung an und ersuchte um die Bewilligung von Hilfsmitteln
(
Urk.
7/4
Ziff.
7.8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erteilte am
7.
April 2008 Kostengutsprache für orthop
ädische Massschuhe (
Urk.
7/12).
1.2
Die Versicherte meldete sich am
3
0.
November 2017 unter Hinweis auf eine depressive Störung, eine Intelligenzminderung, Migräne und Fuss
-
und Knie
schmerzen
erneut
bei
der Invalidenversicherung
an (
Urk.
7/48
Ziff.
6.1).
Die
IV-Stelle tätigte medizinische (
Urk.
7/61,
Urk.
7/69,
Urk.
7/80
) und erwerbliche (
Urk.
7/81) Abklärungen. Am 3
1.
Mai 2018 (
Urk.
7/87) erliess sie den Vorbe
scheid. Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
7/89,
Urk.
7/99) vor. Die IV-Stelle kam
in der Folge auf den Vorbescheid
zurück und holte ein polydis
ziplinäres Gutachten (
Urk.
7/137/2-113)
ein
, veranlasste eine Haushaltabklärung (
Urk.
7/171) und
zog Akten des Unfallversicherers (
Urk.
7/147
,
Urk.
7/207
) zum Verfahren bei.
Am 1
6.
Juli 2021 (
Urk.
7/210) erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid. Die Versicherte erhob dagegen
wiederum
Einwände (
Urk.
7/212
,
Urk.
7/214 =
Urk.
7/217
).
Mit Verfügung vom 1
3.
Oktober 2021 (
Urk.
7/220 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
1
5.
November 2021
Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
Oktober 2021 (
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei durch das Gericht eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben. Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme einer neuen polydisziplinären Abklärung unter Einschluss sämtlicher Beschwerden neu entscheide (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Januar 2022 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 1
7.
Januar 2022 zugestellt (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
nach den vorliegenden Akten bestehe aus
somatischer Sicht
ein Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit längerfristig einschränke. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es handle sich um Einflüsse aus dem sozialen Umfeld, welche sich auf die Psyche der
Beschwerde
führerin
auswirkten. Die gesundheitliche Situation könne durch eine regelmässige psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung verbessert werden (S. 2 oben).
Im Zeitraum ab Januar 2017 bis Dezember 2020 habe auch für eine ange
passte Tätigkeit
weiderholt
ein
e Arbeitsunfähigkeit bestanden, jedoch
jeweils nur
für einen kurzen Zeitraum. Eine
langdauernde
Arbeitsunfähigkeit habe
nicht vorgelegen
(S. 2 Mitte).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
sodann
nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für den Erwerbsbereich eine Einschränkung von 16
%
und ein
en
Teilinvaliditätsgrad von 8.8
%
. Für den
Haushalt
wurde eine Einschränkung von 12
%
und ein Teilinvaliditätsgrad von 5.4
%
ermittelt, womit
ein
Invalidi
tätsgrad von total
rund
14 %
resultierte
(S. 2 f.).
2.2
Die B
eschwerdeführerin gab zum Gutachten vom 1
9.
Februar 2019 an, die Gutachter hätten die Herzfehler-Operation in
ihrer
Kindheit, die immer noch Folgen verursache,
nicht einmal erwähnt
.
Das Gutachten erweise
sich eindeutig als ungenügend, unschlüssig und bruchstückhaft. Weiter seien bei Weitem nicht die gesamte Leidensgeschichte und die ganzen
Vorakten
berücksichtigt worden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3).
Die Problematik am linken Fuss, weswegen
die Beschwerde
führerin
jahrelang in Behandlung gestanden habe, sei nicht thematisiert beziehungsweise bagatellisiert worden (S. 3
Ziff.
4). Die Beschwerdeführerin habe 2020 während Monaten an einem Karpaltunnelsyndrom gelitten. Für das Jahr 2020 könne eine Rente
daher
nicht abgelehnt werden (S. 3
Ziff.
7).
Weiter
habe
sie
bei der Haushaltabklärung
im Büro ihres Rechtsvertreters
erklärt, dass sie heute
zu 100
%
auswärts
arbeiten würde (S. 4
Ziff.
10).
2.3
Strittig
ist
, ob ein Rentenanspruch besteht.
Zunächst
ist zu prüfen, ob auf die vorliegenden medizinischen Akten abgestellt werden kann oder ob ergänzende medizinische Abklärungen erforderlich sind.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
im Bericht vom 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
7/69
/2-5
)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
chronische
Fussschmerzen links, seit 200
6.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine seit 2007 bestehende arteriel
le Hypertonie und eine Migräne
, seit 2009
(
Ziff.
2.5 und 2.6).
Dr.
Y._
gab an, eine angepasste Tätigkeit
sei
für acht Stunden pro Tag zumutbar sei (
Ziff.
4.2).
3.2
Die Ärzte des
Zentrums Z._
erstatteten am 2
5.
April 2018 (
Urk.
7/80
/1-3
) einen Bericht. Sie gaben zur Vorgeschichte an, die Patientin
sei
seit
dem 2
5.
Januar 2017 im
Zentrum Z._
in
Behandlung
. Sie sei ihnen seit dem
1
7.
September 2014 bekannt
.
Die Patientin habe
zu Beginn
über
verstärkte Schmerzen in beiden Beinen
sowie
über
Müdigkeit, Konzentra
tionsstörungen, Nervosität,
Dünn
häutigkeit
, innere Unruhe, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Gedankenkreisen, dauernde Kopfschmerzen oder Migräne, Sch
w
indel und deutliche körperliche Einschränkungen
geklagt.
Nach den Angaben ihrer Familienan
gehörigen seien ihre kognitiven Leistungen schwer eingeschränkt. Die psycho
logischen Testergebnisse hätten eine unterdurchschnittliche Intelligenz betätigt. Die Beschwerdeführerin sei bis Dezember 2016 mit einem Pensum von 10-50
%
in der Reinigung
tätig gewesen.
Derzeit sei sie
mit der Tätigkeit überfordert. Im
Zentrum Z._
sei eine
neurologische und eine psychiatrisch-psychotherapeutische Beha
ndlung mit einer zwei-
bis vierwöchentlichen Frequenz
erfolgt
(S. 1
Ziff.
2.1).
Affektiv imponier
t
e
n
eine Ängstlichkeit, eine depressive Stimmung und Ohnmachts- und Schuldgefühle. Beinahe tägliche Kopfschmerzen und Migräne
attacken schränkten die Patientin im Alltag ein, so dass sie sich regelmässig in einem abgedunkelten Raum hinlege
respektive Erholungspausen benötige
. Im familiären Umfeld häuften sich ausserdem Verlusterlebnisse (Todesfälle, S. 2
Ziff.
2.2 oben).
Die Ärzte des
Zentrums Z._
nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 2
Ziff.
2.5):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
mittelgradige Intelligenzverminderung (ICD-10 F71)
-
Migräne
-
Fussschmerzen links bei Status nach Unfall vom 1
9.
Juni 2006
-
Adipositas
Die Ärzte des
Zentrums Z._
nannten
sodann
als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach einer Herzoperation im Mai 1972 (Status
nach operativer Therapie eines kongenitalen Herzvitiums) und einen Vitamin D-Mangel, substituiert (S. 2
Ziff.
2.6). Seit Februar 2018 bestehe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
. Die Patientin fühle sich
aktuell nicht in der Lage, die beruflichen Anforderungen zu erfüllen. Die körperliche und psychische Belastbarkeit sei deutlich reduziert (S. 3
Ziff.
3.2 und 3.4). Die bisherige Tätigkeit sei derzeit nicht zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit sei ein Pensum von ein bis zwei Stunden pro Tag möglich (S. 3
Ziff.
4.1 und 4.2). Die Prognose für eine Einglie
derung sei
derzeit
eher schlecht (S. 3
Ziff.
4.3).
3
.3
Die Ärzte des Stadtspitals
A._
stellten im
Austrittsbericht
vom
9.
August 2018 (
Urk.
3/8 =
Urk.
7/106) nach der
Hospitalisation
vom
7.
bis
9.
August 2018 folgende Diagnosen
(S. 1):
-
Heat
-Stroke
, Erstdiagnose
7.
August 2018, distributiver Scho
ck, akute Nierenfunktionseinschränkung, möglicherweise
aggraviert
durch Medika
mentenakkumulation
-
schwere
Hypokaliämie
-
Myokardinfarkt Typ II, Erstdiagnose
7.
August 2018
-
Verdacht auf
Cystitis
am
7.
August 2018
-
normochrome
,
normocytäre
Anämie, Erstdiagnose August 2018
-
arterielle Hypertonie
-
Migräne
-
Adipositas per magna
Die Ärzte des Stadtspitals
A._
führten weiter aus, die Ätiologie des
Hea
t
-Stroke
habe nicht absch
liessend geklärt werden können
(S. 1 unten).
3.4
3.4.1
Die Gutachter des
Zentrums B._
erstatteten am 1
9.
Februar 2019 (
Urk.
7/137/2-
24) im Auftrag der Beschwerde
gegnerin ein polydisziplinäres Gutachten
und eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
. Das Gutachten ist von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, unterzeichnet (S. 43).
Dr.
C._
führte
im Hauptgutachten
aus, die
Probandin habe über seit Jahren bestehende Nackenschmerzen und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
(LWS)
geklagt, die bisher nicht behandelt worden seien. Ebenso bestünden Beschwerden in beiden Handgelenken und Schmerzen im rechten Kniegelenk und im linken oberen Sprunggelenk (
OSG,
S. 5
Ziff.
3.1). Seit 10 Jahren bestünden zunehmende stechende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die
LWS
, wodurch der Schlaf gestört sei. Sitzen sei
für
zwei Stunden und Laufen
für
eine Stunde
möglich
.
Das
Bücken, Heben und Tragen von Lasten sei
dolent
. Die Beschwerdeführerin
verwende
täglich Analgetika.
Sie habe ein
Einschlafgefühl sämtlicher Finger beschrieben. Seit vier Monaten manifestierten sich
ausserdem
zunehmende ziehende lumbale Schmerzen mit Fortsetzung ventral in beide Füsse
. Die körper
liche Leistungsfähigkeit sei subjektiv verminde
rt und der Schlaf be
einträchtig. Seit zwei Monaten würden
Schmerzen in beiden Handgelenken mit Ausstrahlung in die rechte und linke Schulter
beklagt
, speziell bei Kraftanwendung der Hände
(S. 5
Ziff.
3.2). Weiter
lägen
seit einem Jahr stechende Schmerzen im rechten Kniegelenk mit Ausstrahlung vent
ral in den Oberschenkel vor.
Diese seien konstant geblieben und verunmöglichten das Knien rechts. Seit einem Treppen
sturz vom 1
9.
Juni 2006 würden
zudem
unverändert stechende Schmerzen im linken
OSG
auftreten. Blockaden
oder ein Gefühl der Instabilität des
linken
OSG seien nicht angegeben worden (S. 6
Ziff.
3.2 oben).
Im Jahr 1972 sei eine Operation
(
D
uctus
B
otalli
)
erfolgt (S. 7 oben).
Die Beschwer
deführerin habe vo
n 2006 bis 2017 in verschiedenen Reinigungsunternehmen
als Putzfrau
gearbeitet.
D
as Heben und Tragen von Lasten
führe
zu Schmerzen an beiden Handgelenk
en. Laufen führe zu Schmerzen im
linken OSG (S. 7 unten).
Dr.
C._
gab zur durchgeführten EFL an
, infolge einer erheblichen Symp
tomausweitung
und
einer Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung als die gezeigte erbracht werden könne. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests (S. 16 Mitte).
Für die Tätigkeit
als Reinigungsmitarbeiterin seien zusätzliche Pausen bei längerem Stehen und Gehen zu empfehlen. Heben und Tragen sei mit Lasten von 10 kg möglich. Arbe
iten über Kopfhöhe seien selten,
Treppensteigen
sei
manchmal möglich (S. 16 unten). Eine mindestens leichte bis mittelschwere Arbeit und eine wechselbelastende Tätigkeit sei
en
der Beschwerdeführerin ganztags möglich (S. 17 oben).
Die Schmerzen
an
der Halswirbelsäule (HWS) und die
abnormen Untersuchungs
befunde
derselben
könnten grösstenteils auf d
ie im MRI sichtbare Diskushernie
und
Osteochondrose
C4/5 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel C5 beid
seits zurückgeführt werden.
Die Schmerzen
an
der LWS und die pathologischen objektiven Befunde derselben seien im Wesentlichen mit der im MRI nachge
wiesenen
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
vereinbar
,
mit
einer
Diskushernie
L5/S1 mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits, der
Spondylarth
rose
L4/5 mit Diskushernie und möglichem Kontakt
zur Nervenwurzel L5 links sowie der
Spondylarthrose
und Diskushernie L3/
4 (S. 26 f.). Die Schmerzen im rechten Kniegelenk und die pathologischen objektiven Befunde derselben seien die Folge der im MRI dargestellten Arthrose
femoropatellär
sowie des medialen Kompartiments mit medialer und lateraler Meniskusläsion mit Ganglion lateral. Die Ursache der Schmerzen im linken
OSG
sei hingegen nicht restlos klar. Ein Teil der Beschwerden könne auf den Knick-/Senk-/Spreizfuss bei Ruptur der
Tibialis
posterior
-Sehne
sowie eine
Tendinose
der
Peroneus
brevis
-Sehne zurück
geführt werden, wobei eine korrekte
Orthesenversorgung
vorliege (S. 27 oben). Die Schmerzen im rechten Handgelenk und die pathologischen Untersuchungs
befunde desselben seien durch die im MRI dokumentierte
Pisotriquetralarthrose
und
die Arthrose des Os
scaphoideum
, des Os
trapezium
und des Os
trapezoideum
(STT)
mit
radiop
almarem
Gelenksganglion bedingt. Links liege wahrscheinlich ein ähnlicher Befund vor
(S. 27 Mitte).
Dr.
C._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 27 unten):
-
Cervicovertebralsyndrom
bei
Osteochondrose
und Diskushernie C4/5 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel C5 beidseits
-
Lumboischialgie
beidseits bei
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1 mit Diskushernie und möglichem Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits,
Spondylarthrose
und Diskushernie L4/5 mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links sowie
Spondylarthrose
und Diskushernie L3/4
-
Arthrose
femoropatellär
sowie des medialen Kompartiments mit Läsion des medialen und lateralen Meniskus sowie
Ganglionbildung
lateral und
Kniekehlenzyste
rechts
-
Pisotriquetralartrhose
sowie STT-Arthrose und
radiopalmares
Gelenks
ganglion rechts
-
Verdacht auf STT-Arthrose und
Pisotriquetralarthrose
links
Für die Tätigkeit als Putzfrau bestehe
aus orthopädischer Sicht
seit der Begutach
tung
bei voller Stundenpräsenz
eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
(Arbeitsunfähig
keit von 60
%
). In einer körperlich leichten Tätigkeit bestehe bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von
90
%
(Arbeitsunfähigkeit von 10
%
(S. 31 unten).
3.4.2
Dr.
F._
führte im internistischen Teilgutachten (
Urk.
7/137/45-54) aus,
es lägen keine Angaben der Beschwerdeführerin vor, die auf ein internistisches oder auf ein Herzleiden hinweisen würden (S. 4
Ziff.
3.1).
1972 sei im Ausland ein persis
tierender Ductus
arteriosus
botalli
operativ verschlossen worden. 2003 sei erst
mals ein erhöhter Blutdruck festgestellt worden (S. 5
Ziff.
3.2 oben).
Die Diagnose einer
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie stütze sich auf den Bericht
der Ärzte
des Stadtspitals
A._
vom August 201
8.
Darin sei neben einem
Heat-Stroke
ein Myokardinfarkt Typ II erwähnt worden. Die Diagnose treffe aber nicht zu
, denn das Koronar-CT vom
9.
August 2018 zeige normale und vollständig durchgängige Koronararterien. Die Echokardiographie zeige keine
Dyskinesien
wie bei einem Myokardinfarkt üblich. Die
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie oder Stress-Kardiomyopathie äussere sich klinisch, labormässig und elektrokardio
graphisch wie ein Myokardinfarkt. Bei ergä
nzenden Untersuchungen wie einer
Koronar-CT oder einem Koronar-Angiogramm seien jedoch immer frei durchgän
gige Herzkranzgefässe festzustellen. Dies sei bei der Beschwerdeführerin der Fall (S. 7
Ziff.
6).
Dr.
F._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
einer
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie (Stress-Kardiomyopathie) 201
8.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte der Gutachter eine arterielle Hypertonie, eine Stress-Urininkontinenz Grad II, ein
Lipödem
an beiden Unterschenkeln,
Zehennägelmykosen
und eine Adipositas
(S. 8
Ziff.
6). Die Beschwerdeführerin habe sich von einer
Taku
-
Tsubo
-Kardiomyo
pathie im Rahmen einer Hypert
h
ermie im August 2018 gut erholt. Es gebe keine Hinweise für das Vorliegen einer links- oder rechtsventrikulären Herzinsuffizienz. Eine damals deutliche Einschränkung der Nierenfunktion
sei
weitgehend
regre
dient
. Das Kreatinin im Serum habe sich normalisiert und es bestehe noch eine minimale Reduktion der
glomerulären
Filtrationsrate (S. 8
Ziff.
7.2). Für die bisherige Tätigkeit
als Putzfrau habe vom
7.
bis 3
1.
August 2018 eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
bestanden. Diese sei
begründet durch den
notfallmässigen Spitaleintritt am
7.
August 2018 und der bekannten Tatsache, dass eine
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie spontan innert drei bis vier Wochen ausheile. Vorgängig habe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestanden. Eine solche bestehe erneut ab dem
1.
September 201
8.
Für eine angepasste Tätigkeit habe vom
7.
bis 3
1.
August 2018 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 9
Ziff.
8).
3.4.3
Im neurologischen Teilgutachten (
Urk.
7/137/69-89) wurde ausgeführt, soweit erinnerl
ich seien vor vier Jahren (2014)
akute
,
anfänglich nur sporadische
K
opf
schmerzen aufgetreten.
Als möglicher Auslösefaktor würden Schicksalsschläge innert kurzer Zeit vermutet.
Seit
etwa
2015 bestünden tägliche Kopfschmerzen.
Von ärztlicher Seite
sei
auf die Gefahr eines möglichen medikamentösen Über
konsums hingewiesen
worden
(S. 7 oben).
Seit etwa 2017 bestünden z
udem
Beschwerden im Bereich der
HWS
. Es handle sich um eine Schwäche in beiden Armen, symmetrisch ausgeprägt
,
und einen Kraftverlust in beiden Händen bei Alltagshandlungen
. Seit einem Arbeitsunfall im Juni 2006 hätten sich sodann
langsam lumbale Rückenbeschwerden
entwickelt
(S. 7 unten).
Bisher
seien
keine bildgebenden Abklärungen
(MRI) der HWS und LSW angefertigt worden und es sei auch keine Schmerztherapie angeordnet worden (S. 7 f.).
Dr.
E._
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 14):
-
Migräne mit visueller Aura, akute Erstmanifestation 2014
-
rasche Progredienz mit initial
monatlich dreimaligen
Attacken, stetige Zunahme über 12 Monate mit täglichen
Kopfschmerzexazerbationen
ab 2015
bis dato
-
aktuell unzureichendes Ansprechen auf die
Prophylaxetherapie
-
zwischenzeitlich Analgetika-Überkonsum
-
chronisches
ce
rvico-cephales
sowie insbesondere
lumbales Schmer
z
syn
drom
-
cervical
mit
dysästhetischen
Ausstrahlungsschmerzen in beide Arme ohne
radikuläres
Muster
-
radiologisch
HWS vom 1
1.
Februar 2019: mi
nimale
Retrolisthesis
von
HWK4 über 5 mit
Retrospondylophyten
und
Discushernie
mit minimaler Impression des
Myelons
und mit möglicher Kompression, insbesondere linksseitig der C5-Wurzel beidseits
-
lumbal mit offiziersstreifenartigen S1-radikulären Ausstrahlungs
phänomenen in beide B
eine
-
radiologisch
LWS vom 1
1.
Februar 2019: LWK5/SWK1
Osteochond
rose
, mediane
Discushernie
mit möglichem
recessalem
Kontakt zur S1-Wurzel beidseits und links
foraminal
möglicher Kompression der L5-Wurzel bei
neuroforaminaler
Enge, LWK3-4 und 4-5 mehrseg
mentale Degeneration und
Discushernien
ohne eindeutige Neuro
kompression
Dr.
E._
nannte sodann als Diagnose ohne Auswirkung auf die A
rbeitsfähig
keit ein
en
fragliche
n
interferierende
n
s
chmerzmittelinduzierte
n
Dauerkopf
schmerz (S. 14 unten).
Die Beschwerdeführerin
klage
über seit 2014 ausgeweitete
Migränekopfschmer
zen, die seit 2015
subjektiv
unverändert und
ohne nennenswerte
Zirkadi
anik
täglich auftreten würden in
Form von
Hinterkopfschmerzen
links,
hemicran
nach vorne bis in den Gesichts-/Augenbereich einstrahlend mit Dauerpulsations
schmerzen in hoher bis höchster Schmerzintensität (S. 15
Ziff.
7.1 oben).
Ausser
dem bestünden seit
einem Arbeitsunfall 2006 schleichend progrediente lokale Beschwerden an der LWS, die sich erst 2014 mit täglich vorhandenen Ausstrah
lungsphänomenen
in beide Beine
ausgeweitet hätten
. Seit 2017 bestünden zudem Beschwerden an der HWS mit Ausstrahlung über die Schulterkuppen in beide Unterarme und Hände
(S. 15
Ziff.
7.1 unten).
Nach lege
artis
durchgeführten Abklärungen sei die Diagnose
einer Migräne
gestellt worden
.
Dabei seien bei einem neu im Erwachsenenalter aufgetretenem K
opfschmerzsyndrom eine
cerebrale
Bildgebung zum Ausschluss eines
infarziell
/hämorrhagisch entzünd
lichen und neoplastischen Geschehens und ein EEG durchgeführt worden (S. 16
Ziff.
7.2 oben).
Die Beschwerdeführerin sei mit Akut-Kopfschmerzmedikamenten versorgt worden (S. 16
Ziff.
7.2 Mitte).
In der bisherigen Tätigkeit bestehe
aus neurologischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei voller Stundenpräsenz von 8.5 Stunden pro Tag. Die Arbeitsun
fähigkeit von 20
%
beruhe auf den bestehenden krankheitsspezifischen Einschränkungen mit einer hochfrequente
n, partiell therapierefraktären
Migräne-Erkrankung sowie dem Belastbarkeitsniveau
der oberen und unteren Wirbelsäu
lenabschnitte
. In einer angepassten Tätigkeit, zum Beispiel in Form einfacher Hilfsarbeiten
im Verkauf oder Büro
, bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 18
Ziff.
8).
3.4
.
4
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
7/137/90-113) wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie sich psychisch nicht wohl fühle. Sie habe wenig Lust, Freude und Unternehmungslust
. Weiter sei sie öfters weinerlich, innerlich unruhig und habe wenig Antrieb
. Die Konzentration sei schlecht und sie fühle sich vergesslich
(S. 7
Ziff.
3.2.1 oben).
Die Beschwerdefüh
rerin
wirke in der Stimmung ausgeglichen bis leicht bedrückt und zwischendurch kurz affektlabil
und weinerlich. Die Auffassung, die Aufmerksamkeit und
die
Konzentrationsfähigkeit e
rschienen
entgegen den subjektiven Angaben intakt und es fänden sich keine Hinweise für Gedächtnisstörungen (S. 13
Ziff.
4.3 unten).
Im
Denken
wirke sie
etwas auf die familiären Todesfälle und ihre soziale Situation eingeengt und es würden Zukunfts- und Existenzängste geäusser
t. Suizidgedanken verneine sie.
Die Motivation und Interessen erschienen vermin
dert.
Weiter seien
Schlafstörungen mit Durchschlafstörungen angegeben worden
mit subjektiv vermehrter Müdigkeit tagsüber
(S. 14 oben).
Dr.
D._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1), gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0, S. 14
Ziff.
6.1).
Eine D
iagnose ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte der Gutachter nicht.
Die rezidivierende
depressive Störung habe sich in
Zusammenhang mit den anhaltenden körperlichen Beschwerden und psychosozialen Faktoren mit mehreren familiären Todesfällen in den letzten Jahren entwickelt
. Seit
dem letzten To
desfall vor etwa sechs Monaten sei e
ine leichte Besserung des psychi
schen Zustandsbildes zu erheben (S. 15
Ziff.
6.2).
Die Beschwerdeführerin habe über Jahre einer beruflic
hen Tätigkeit nachgehen können, a
nfangs als Hilfsköchin in
G._
und danach in der Schweiz als Reinigungskraft bi
s Februar 201
7.
Das psychische Zustandsbild habe sich seit Januar 2017 verschlechtert. Seither
könne eine re
zidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode seit etwa Juni 2018, erhoben werden (S. 16 Mitte). Die Beschwerdeführerin fühle sich subjektiv besser und könne ab und zu wieder Freude, Lust und Unternehmungslust empfinden.
Zum Untersuchungszeitpunkt liessen sich lediglich Symptome einer leichten depressiven Episode erheben.
Entgegen den subjektiven Angaben
bestünden keine
kognitiven Störungen
und es fänden sich im Rahmen der psychiatrischen Exploration auch keine Hinweise für verminderte intellektuelle Fähigkeiten.
Die Beschwerdeführerin
antworte spontan, adäquat und es fänden sich keine Hinweise für eine verminderte Kritik- und Urteilfähigkeit (S. 16 unten).
Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung
bestünden nicht
. Die Beschwerdeführe
rin habe
über Jahre in
G._
und in der Schweiz verschiedene berufliche Tätigkeiten ausgeübt. Daneben bestehe seit Jahren eine intakte Partnerbeziehung ohne familiäre Probleme. Es liessen sich keine tief verwurzelten oder anhaltende Verhaltensmuster erheben, die mit einer gestörten sozialen Funktions- und Leistungsfähigkeit einhergehen würden (S. 17 oben). Als psychosoziale Faktoren
liessen sich die Arbeitslosigkeit
der Beschwerdeführerin
mit finanziellen Proble
men sowie zurückliegende Todesfälle in der Familie in den letzten sieben Jahren
erheben, die
negative funktionelle Folgen zeigten und sich
ungünstig auf die rezidivierende depressive Störung auswirkten. Die psychosozialen Faktoren kämen jedoch nicht als alleinige Ursache der depressiven Störung in Betracht. Daneben bestünden vorhandene und mobilisierbare Ressourcen mit einer intak
ten Partnerbeziehung. Weiter
lägen
gute soziale Kontakte mit Bekannten, Kolleginnen und Freundinnen
vor
. Die Explorandin verrichte offensicht
lich den Haushalt und wirke gut kommunikations-
sowie kontaktfähig. Auch zeige sie eine gewisse Motivation und Interessen (S. 18
Ziff.
7.1 oben).
Die Beschwerdeführerin
habe
seit Januar 2017
im
Zentrum Z._
eine psychologische Behandlung erhalten, die zuletzt vor etwa zwei Monaten stattgefunden habe.
Es sei eine regelmässige psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung kombiniert mit einer zumindest gering dosierten antidepressiven Medikation zu empfehlen. Dabei sei in Abhängigkeit von psychosozialen Faktoren eine rasche Besserung des psychi
schen Zustandsbildes zu erwarten (S. 18
Ziff.
7.2).
Die Beschwerdeführerin gehe keiner beruflichen Tätigkeit nach und fühle sich auch nicht arbeitsfähig. Im Tagesablauf zeige sie jedoch verschiedene Aktivitäten. Sie verrichte den Haushalt, kaufe ein, koche das Mittagessen und erledige Dinge in der Stadt oder besuche eine Kollegin (S. 19
Ziff.
7.3). Der
von den Ärzten des
Zentrums Z._
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit Februar 2018 könne nicht zugestimmt werden, da auch bei einer mittelgradigen depressiven Episode Ressourcen mit einer Restarbeitsfähigkeit anzunehmen seien. Aufgrund der gegenwärtig leichten depressiven Episode, die zumindest teilweise in einem Zusammenhang mit IV-fremden psychosozialen Faktoren
stehe
, bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 21
Ziff.
7.3 oben). Für die Tätigkeit als Reinigungskraft könne
aus psychiatrischer Sicht
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
seit etwa Juni 2018 angenommen werden. Für den Zeitraum von Januar 2017 bis Mai 2018 könne aufgrund der anzunehmenden rezidivierenden depressiven Störung
unter Berücksichtigung der IV-fremden psychosozialen Faktoren eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
angenommen werden (S. 22
Ziff.
8.
1
). Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe seit Juni 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 8 beziehungsweise 8.5 Stunden pro Tag
(S. 22
Ziff.
8.2).
3.4.5
Die Gutachter stellten gesamthaft folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 40 f.):
-
Cervicovertebralsyndrom
bei
Osteochondrose
und Diskushernie C4/5 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel C5 beidseits
-
Lumboischialgie
beidseits bei
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L5/S1 mit Diskushernie und möglichem Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits,
Spondylarthrose
und Diskushernie L4/5 mit möglichem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links sowie
Spondylarthrose
und Diskushernie L3/4
-
Arthrose
femoropatellär
sowie des
medianen Kompartiments mit Läsion des medialen und lateralen Meniskus sowie
Ganglionbildung
lateral und
Kniekehlenzsyste
rechts
-
Pisotriquetralarthrose
sowie STT-Arthrose und
radiopalmares
Gelenks
ganglion rechts
-
Verdacht auf STT-Arthrose und
Pisotriquetralarthrose
links
-
Status nach
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie (
Stresskardiomyopathie
) 2018
-
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode, gegenwär
tig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Migräne mit visueller Aura, akute Erstmanifestation 2014
-
chronisches
cervico-cephales
sowie insbesondere lumbales Schmerz
syndrom
Für die bisherige Tätigkeit in der Reinigung habe v
on
Januar 2017 bis Mai 2018
aufgrund
einer
rezidivierenden depressiven Störung
e
ine Arbeitsunfähigkeit von 30 % bestanden. Vom
7.
bis 3
1.
August 2018
habe aufgrund
eine
r
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie mit Spitaleintritt
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen
. Seit dem
1.
September 2018
bestehe wieder
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 41
Ziff.
IV c oben). Aus orthopädischer Sicht bestehe seit der Begut
achtung eine
Arbeitsfähigkeit von 40
%
und eine
Arbeitsunfähigkeit von 60
%
(S. 41
Ziff.
IV c unten). Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stress
belastung
, ohne erforderliche geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung
seien
für die Zeit von Januar 2017 bis Mai 2018 gesamthaft zu 80
%
(Arbeitsunfähigkeit von 20
%
)
zumutbar gewesen
. Vom
7.
bis 3
1.
August 2018 habe im Rahmen der Rehabilitation nach
einer
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyo
pathie auch in adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsunfähi
gkeit von 100
%
bestanden (S. 41
f.). Aus orthopädischer Sicht habe in einer angepassten Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
und eine Arbeitsunfähi
gkeit von 10
%
vorgelegen (S. 42
oben).
3.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie, nahm am 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
7/150) Stellung zum Gutachten
des
Zentrums B._
vom 1
9.
Februar
201
9. Dr.
H._
führte aus, die
Gutachter
hätten
eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
und eine Arbeitsunfähigkeit von 10
%
attestiert
. Die Patientin befinde sich in einem fortlaufenden Abklärungs
prozess. Eine Operation stehe kurz bevor
. Er könne zur Frage der Arbeitsfähigkeit
provisorisch
Stellung nehmen. Die Patientin sei aufgrund der klinischen Situation zurzeit und bis auf Weiteres für jede Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig.
Es bestehe ein fortgeschrittenes schweres Carpaltunnelsyndrom, das demnächst operiert werden müsse.
Die Hände seien somit
beidseits nicht einsatzfähig. Dies sei schon ein Grund, eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
zu attestieren. Weiter leide die Beschwerdeführerin
unter einer chronischen Migräne mit täglichen Attacken, wobei die Patientin nur für ein bis zwei Stunden völlig funktionsfähig sei und sie sich mit Medikamenten ins Bett legen müsse. Weiter bestehe eine starke Gehbehinderung durch ein regionales Schmerzsyndrom am linken Fuss, welches noch abgeklärt werden müsse
. Die Patientin leide ausserdem
an invalidisierenden Rückenschmerzen
, für die
sie
eine intensive physiotherapeu
tische Behandlung benötige. Zudem bestünden eine Gonarthrose rechts und eine beginnende Gonarthrose links
(S. 1 f.).
Zusammengefasst bestehe für jede Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2 oben).
3.6
Dr.
H._
,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med. J._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neu
ro
logie, med.
pract
.
L._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
M._
, Klinischer Psychologe, erstatteten am 1
7.
Januar 2020 (
Urk.
3/9 =
Urk.
7/
154) einen Bericht über die interdisziplinäre Schmerzbehand
lung der Beschwerdeführerin.
Die Ärzte des
Zentrums Z._
ste
llten folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
mittelgradige Intelligenzminderung (ICD-10 F71)
-
Status nach
Heat-Stroke
-
schwere
Hypokaliämie
-
Myokardinfarkt Typ II
-
Status nach Herz-Operation 1972 bei persistierendem Ductus
arteriosus
bo
t
alli
in der Kindheit
-
Fussschmerzen links
mit/bei
-
Status nach Unfall Juni 2006 (
Kontusio
)
-
Supinationstrauma
des linken OSG
-
beginnende
n
Osteophyten
talonavikular
und im OSG-Bereich, Haupt
befund Knochenmark-Signalalteration im Os
cuboideum
und Os
cuneiforme
laterale
-
schwere
r
Tendovaginitis der
Tibialis
posterior
-
u
nd der Flexor
digi
torium
longus
-
Sehnenscheiden, geringe
r
Parti
alruptur der
Tibialis
posterior
-
Sehne
-
Senk-, Knick- und Spreizfüsse beidseits
-
Hallux
valgus
rechts
-
Handschmerzen rechts (Operations-Indikation)
-
Cluster
Headache
-
Migräne
-
leichte Arthrose im rechten Knie
-
normochrome
,
normo
c
ytäre
Anämie, Erstdiagnose August 2018
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas per magna
Die Ärzte
gaben zu den aktuellen Beschwerden an, die Patientin leide seit Jahren an einem zervikal- und lumbalbetonten
Panvertebralsyndrom
. Im Weiteren bestehe seit 2015 eine chronische Migräne mit praktisch täglichen Migräne
attacken.
Die Abklärungen hätten
zudem
die Befunde
einer
fortgeschritte
ne
P
angonarthrose
rechts sowie eine
r beginnenden
Gonarthrose links
ergeben
und es bestehe
ein Status nach Restbeschwerden in Folge eines
Supinations
-Traumas des linken OSG bei chronischen Fussbeschwerden beidseits mit Senk-, Knick- und Spreizfüssen und
Hallux
valgus
rechts. Nach einer Versorgung mit orthopä
dischen Massschuhen hätten sich die Fussbeschwerden weitgehend gebessert
(S. 2 oben).
Aus neurologischer Sicht bestünden seit einem Unfall 2006 zunehmende Rücken- und Nackenschmerzen, Schmerzen an den Sprung
gelenken, den Füssen, den Händen und Knien und
eine
Migräne (S. 2 Mitte).
Aus psychosomatischer Sicht sei es am 1
9.
Juli 2019
(richtig: 2018, vgl.
Urk.
7/207/166)
durch einen Überfall der Polizei mit Gewaltanwendung gegen
über der Patientin zu einer deutlichen Traumatisierung gekommen. Bis heute bestünden
flashbacks
, ein deutliches Vermeidungsverhalten und
hyperarousal
(
w
einen, Herzrasen, zittern). Die Patientin fühle sich körperlich nicht gesund
(S. 2 unten).
Eine Physiotherapie finde aktuell nicht statt. Eine solche sei letztmals vor zwei bis drei Jahren
erfolgt
. Weiter
erfolge eine regelmässige psychiatrisch-psychologische Behandlung
im
Zentrum Z._
, zirka zweimal pro Monat
. Eine medikamen
töse antidepressive Behandlung finde nicht
statt
(S. 8 oben).
Im Verlauf der chronischen Schmerzen habe sich eine depressive Störung mit Antriebslosigkeit, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen entwickelt
(S. 8 unten).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe
auch
für angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht
seien der Beschwerdeführerin a
ufgrund der Gelenksbefunde längeres Stehen und Gehen nicht zumutbar. Das Ausmass der sitzenden Arbeit
richte
sich nach den Wirbel
säulenbefunden. Aus wirbelsäulen-chirurgischer Sicht
könne der Patientin zurzeit bis auf Weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden. Dies aufgrund der komplexen Problematik bei vor allem belastungsabhängigen Beschwerden einerseits sowie
der
chronischen Migräne andererseits (S. 9 oben). Nach der Konsensbeurteilung bestehe gesamthaft aufgrund der chronischen Schmerzen und der depressiven Störung auch in einer leichten angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 9 Mitte). Hinweise auf Aggravation oder Simulation bestünden nicht (S. 9 unten).
3.7
Die Beschwerdeführerin wurde am
3.
März 2020 in der Klinik
N._
wegen einer chronischen
Tenosynovialitis
der Beugesehne im Carpaltunnel mit Komp
r
ession der
Nervus
medianus
links operiert (vgl. den Bericht vom
5.
März 2020,
Urk.
3/6 =
Urk.
7/181).
3.8
Dr.
med.
O._
, Fachärztin für Chirurgie,
Sportklinik,
stellte im Bericht vom 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
7/1
72
=
Urk.
7/174
) die Diagnose
dekompensierte
Pes
planovalgus
links und
Pes
planovalgus
rechts.
Dr.
O._
führte zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin habe sich zur Beurteilung der Fussproblematik sowie für eine Therapieempfehlung
vorgestellt
. Seit längerer Zeit
bestünden
Beschwer
den a
n den Füssen
und
am OSG beidseits, links derzeit stärker als rechts (S. 1 unten). Grundsätzlich bestehe eine schwierige Konstellation mit einem ausge
prägten Leidensdruck und einem reduzierten Allgemeinzustand
, Übergewicht, einer geringen Mobilität und einem hochgradigen Verdacht auf einen Pilzbefall
an den Füssen
und den Nägeln beidseits
. Eine operative Therapie könne lokal eine gewisse Optimierung
der Befunde
erbringen. Die aufwendige postoperative Reha
bilitationsphase sei bei multiplen Beschwerden (Handgelenke, Knie beidseits, Rückenschmerzen) sehr schwierig zu gestalten (S. 2 Mitte). Zunächst müsse eine adäquate Schmerztherapie erfolgen, um die bereits reduzierte Mobilität und die Lebensqualität zu verbessern. Des Weiteren sei eine Gewichtsreduktion unum
gänglich.
Weiter müsse vor einer Operation
d
ie Haut- und Nagelerkrankung der Füsse saniert werden (S. 2 unten).
3.9
Dr.
med.
P._
,
Fachärztin für Orthopädische
Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Universitätsklinik
Q._
, berichtete am 1
5.
Juli 2020 (
Urk.
7/176/7-10) über die ambulante Behandlung vom 1
0.
März bis
9.
Juni 2020 (S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
P._
stellte f
olgende Diagnosen (S. 1):
-
dekompensierter
Pes
planovalgus
links
-
Pes
planovalgus
rechts
-
multiple Gelenksbeschwerden, Handgelenke beidseits, Wirbelsäule, Knie
gelenke
-
Adipositas Grad III
-
Allergie auf
Relpax
Zur Vorgeschichte wurde ausgeführt, die
Beschwerdeführerin habe über seit mehr als zehn Jahre bestehende Fussschmerzen links berichtet. Dies
e
seien lokalisiert lateral am Sprunggelenk sowie im Bereich der Ferse plantar sowie an der
Fascia
plantaris
. Seit 2018 verwende sie Serienschuhe
. Aktuell trage sie die Schuhe nicht, da sie damit mehr Schmerzen bekomme
(S. 2
Ziff.
2.1). Die orthopädischen Mass
schuhe seien regelrecht auf die Bedürfnisse der Patientin angepasst. Es bestünden verwahrloste Verhältnisse im Bereich der Füsse mit überlangen, verdickten und teilweise zurückwachsenden Zehennägeln (S. 2
Ziff.
2.4).
Dr.
P._
machte keine
Angaben zur Arbeitsfähigkeit
(S. 3
Ziff.
2.7).
3.10
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erstattete am 1
6.
Oktober 2020 (
Urk.
7/207/7-16) eine Aktenbeurteilung über das Unfallereignis vom 1
9.
Juni 2006 (
vgl.
Urk.
7/20
7
/382
Ziff.
5-6).
Dr.
R._
führte aus, der Status quo sine sei am 1
2.
November 2009 erreicht worden. Zu diesem Zeitpunkt sei eine later
ale Stabilität und eine sagi
t
tal
e Stabilität im Bereich des rechten
(richtig wohl: linken)
Sprunggelenks objektiviert worden (S.
8
Ziff.
2 unten). Die aktuell geklagten Beschwerden
an
der
dekompen
sierten
Pes
planovalgus
links seien nicht überwie
gend wahrscheinlich auf
das Ereignis von 2006 zurückzuführen. 2020 sei
bildgebend
eine Vernarbung des Ligamentum
talofibulare
anterius
dargestellt worden. Die komplette Ruptur der
Tibialis
posterior
-Sehne
retromalleolär
sei überwiegend wahrscheinlich auf eine chronische Sehnenscheidenentzündung der
Tibialis
posterior
-Sehne zurückzuführen, die
bereits 2009 bildgebend dargestellt worden
sei.
Durch eine über zehn Jahren bestehende Sehnenscheidenentzündung komme es zu einer Lockerung
der Struktur der Sehne, welche im Verlauf durch die dokumentierte Fehlstellung im Kniegelenk und im Sprunggelenk mit
einer
Zunahme
des
Einwärtsknickens
, der
Valgusfehlstellung
und der dadurch ent
stehenden Mehrbelastung der
Tibialis
posterior
-Sehne im Kombination mit der krankhaften Adipositas zu einer
Überbeanspruchung
und im natürlichen Verlauf zu einer
Kontinuität
sdurchtrennung
der Sehne führe (S.
9
Ziff.
3
oben).
Im Bereich des Innenknöchels fänden sich
z
u keinem Zeitpunkt
überwiegend wahr
scheinlich
posttraumatische Veränderungen.
Im
Bereich des
Sprunggelenks seien zu keinem Zeitpunkt
Frakturen
objektiviert worden (S.
9
Mitte). Das Ereignis vom 2006 sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geeignet, eine
Zunahme
der
Einwärtsknickung
im Bereich des S
prunggelenks herbeizuführen. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die aktuell geklagten Beschwerden im Bereich des linken Fusses auf das Ereignis vom 2006 zurückzuführen seien. Die Beschwer
den seien
mehrfachfaktoriell
auf Ernährungsfehler und angeborene und erworbene Fehlstellungen im Bereich der Hüfte, der Kniegelenke und der Sprung
gelenke zurückzuführen (S. 11 unten).
3.11
3.11
.1
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Reg
ionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
der B
eschwerdegegnerin, nahm am
5.
November 2020 (
Urk.
7/209 S. 7 ff.) Stellung zu den medizinischen
Akten
.
Er
führte aus,
gemäss der
im
Zentrum B._
durch
geführten EFL
sei der Beschwerdeführerin eine mindestens leichte bis mittel
schwer
e, wechselbelastende Tätigkeit
ohne Arbeiten über der Schulterhöhe ganztags möglich. Bei ausschliesslich sitzenden, gehenden oder stehenden Tätig
keiten bestehe
zudem
ein erhöhter Pausenbedarf.
Die erbrachten Leistungen seien infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz nur teilweise verwertbar.
Im orthopädischen Teilgutachten seien Beschwerden an der HWS mit einem Kraftverlust und Gefühlsstörungen in den Händen bei Segmentdegenerationen
der HWS
festgestellt worden. Lumbale Beschwerden seien durch
Discushernien
und
Spondylarthrosen
der
Segmente L3-S1 zu erklären
. Zudem bestünden eine Gonarthrose links, eine Knick-Senk-Spreizfuss-Stellung mit Affektion der
Tibialis
posterior
-Sehne des linken Fusses und Schmerzen der Handgelenke bei einer Handwurzelarthrose mit Handgelenksganglion rechts. In der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin bestehe
aus orthopädischer Sicht
eine Minderung der Leistungsfähigkeit von 60
%
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
(S. 7 f.).
Von psychi
atrischer Seite werde eine rezidivierende depressive Störung beschrieben. Die Symptomatik sei
jedoch
nur noch leicht
gradig
ausgeprägt. Seit dem
1.
September 2018 liege aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
mehr
vor.
Aus internistischer Sicht sei die Diagnose einer
Tako
-
Tsubo
-Kardio
myopathie gerechtfertigt. Die Diagnose eines Myokardinfarktes könne nicht erhoben werden.
Im neurologischen Teilgutachten seien Kopfschmerzen ohne Ansprechen auf die bisherige Prophylaxe bei Analgetika-Überkonsum beschrie
ben worden (S. 8 oben).
Dr.
S._
nannte als Diagnosen
mit dauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 8 f.):
-
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode
-
chronisches
cervicobrachiales
Schmerzsyndrom
-
lumboisch
algieformes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Gonarthrose rechts
-
Rhizarthrose
und STT-Arthrose beidseits
-
Migräne mit visueller Aura 2014
-
Knick-Senkfuss beidseits, links
dekompensiert
Dr.
S._
nannte
als Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
unter anderem
einen Status nach einer
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie (
Stresska
r
diomyopathie
) 2018 und einen Status nach einer Herzoperation 1972
, eine beginnende Gonarthrose links und einen Verdacht auf eine Polyneuropathie
(S. 9 oben).
3.11
.2
Z
u vermeiden seien Tätigkeiten mit Manipulation mittelschwerer und schwerer Lasten, Überkopfarbeiten und inklinierte
r
,
reklinierte
r
und rotierte
r Körperhal
tung
.
Nicht möglich seien
zudem
Arbeiten
mit
Kraftanwendung der Hände, kniende Positionen, Gehen, insbesondere auf Treppen, Leitern, und unebenem Boden oder Arbeiten mit blendender Lichtquelle. Weiter seien Tätigkeiten ungeeignet mit erhöhter emotionaler Belastung, Stressbelastung, erforderlicher geistiger Flexibilität oder überdurchschnittlicher Dauerbelastung.
Als Belastungs
profil
seien leichte, überwiegend sitzende Tät
igkeiten in temperierten Räumen
zumutbar.
Der Verschluss eines Ductus
Arteriosus
Botalli
oder
Foramen
ovale im Kindesalter stelle einen Routineeingriff dar, der sehr häufig durchgeführt werde.
Mit Einschränkungen sei i
n der Folge nicht zu rechnen. Komplikationen oder eine andauernde kardiologische Behandlung
seien nicht beschrieben worden
. Die Operation habe auf die aktuelle Beurteilung keinen Einfluss (S. 9 unten).
Beim Unfall vom 1
9.
Juni 2006 handle es sich um einen
Umknick
-Verletzung des Sprunggelenks ohne Nachweis einer Knochen-, Sehnen- oder Bandverletzung. Eine aktuelle D
iagnose lasse sich daraus
nicht ableiten.
Die Schmerzsyndrome im Nacken und der LWS seien im Gutachten des
Zentrums B._
korrekt erfasst und darge
stellt worden.
Ob der Nerv tatsächlich
durch eine Kompression
gereizt
sei oder in seiner Funktion beeinträchtigt werde,
lasse sich dem MRI nicht entnehmen.
Die
gutachterlichen
neurologischen und orthopädischen Untersuchungen hätten keine Hinweise
für eine
radikuläre
S
ymptomatik ergeben. Im Bericht der Ärzte des
Zentrum
s
Z._
vom
1
7.
Januar 2020
seien
von
wirbelsäulen-chirurgischer und neuro
logischer
Seite
ebenfalls keine
Anz
eichen einer
Radikulopathie
beschrieben
worden
(S. 10 oben).
Ein polizeilicher Eingriff vom
Juli 2018
sei im psychiat
rischen Teilgutachten von der Explorandin als offensichtlich nicht relevant geschildert worde
n, da sie
keine Angaben dazu gemacht
habe
.
Die Operation eines angeborenen Herzfehlers stelle
sodann
keinen Widerspruch zu einer unauffäl
ligen psychischen Kindheitsentwicklung
dar
(S. 10 Mitte).
In den Berichten
von
Dr.
H._
und den Ärzten des
Zentrum
s
Z._
fänden sich im Vergleich zum Gutachten vom 1
9.
Februar 2019 keine wesentlich anderen medizinischen Befunde.
Eine
Schmerztherapie
mit
500mg
Novalgin
einmal täglich
sei sehr überschaubar. Eine medikamentöse antidepressive Behandlung finde nicht statt. Eine Physiotherapie sei letztmals vor zwei Jahren durchgeführt worden.
Die Beschwerden an den Handgelenken und Sensibilitätsstörungen der Hände seien im Gutachten erfasst worden.
Eine Operation des Karpaltunnels im März 2020 sei komplikationslos verlaufen. Eine weitere handchirurgische Behandlung habe
danach
nicht
stattgefunden.
Eine Arbeitsunfähigkeit habe vom Zeitpunkt der Indikation im Januar bis etwa Ende April 2020 bestanden.
Nach den neueren Arztberichten hätten die Beschwerden an den Füssen zugenommen. Aufgrund der Einschränkung der Mobilität erscheine die Tätigkeit im Reini
gungs
dienst nicht mehr geeignet
(S. 10 unten).
Ein geringer Therapiebedarf und fehlende neue Befunde bezüglich der Rücken
beschwerden und der depressiven Störung sprächen gegen eine wesentliche
Veränderung
des Zustandes seit dem Gutachten. Eine sitzende Tätigkeit sei medizinisch-theoretisch zumutbar
. Gemäss der Einschätzung durch die Gutachter bestehe jedoch ein erhöhter Pausenbedarf
(S. 11 oben).
3.12
Dr.
med.
T._
, Facharzt für Neurologie,
nannte im Bericht vom 1
1.
Dezember 2020 (
Urk.
7/198/
2
-5) als Diagnosen mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit ein chronisches
therapieresistentes Schmerzsyndrom, eine chronische therapieresistente Migräne und Polyarthrosen (
Ziff.
2.5).
Dr.
T._
attestierte für Hilfsarbeiten mindestens seit Januar 2018 und weiterhin eine Arbeitsunf
ähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.3). Er führte weiter aus, es
sei
keine
Erwerbstätigkeit mehr möglich (
Ziff.
2.7)
. Im Haushalt bestehe
eine Einschrän
kung von 60-70
%
(
Ziff.
4.5).
3.13
Dr.
Y._
nannte im
Bericht vom 2
2.
Dezember 2020 (
7/199/2-5) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine morbide Adipositas WHO Grad III und chronische sekundäre
muskuloskelettale
Schmerzen (
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine arterielle Hypertonie und eine Migräne (
Ziff.
2.6).
Dr.
Y._
gab zur Arbeitsfähigkeit an, d
ie Reinigungsarbeit sei körperlich zu streng (
Ziff.
3.3). Als funktionelle Einschränkungen bestünden eine reduzierte Mobilität bei einer Adipositas und belastungsabhängige Schmerze
n im rechten Fuss (
Ziff.
3.4). Eine leichte, sitzende Arbeit sei für maximal zwei Stunden pro Tag zumutbar (
Ziff.
4.2). Die Prognose für eine Eingliederung sei aktuell schlecht (
Ziff.
4.3).
3.14
Med.
pract
.
U._
, Assistenzarzt Orthopädie, Universitätsklinik
Q._
, gab
im Bericht vom 1
8.
Januar 2021 (
Urk.
7/201) an, die Patientin habe die orthopädischen Massschuhe bei einer derzeitigen Verschlechterung der Fuss
beschwerden beidseits nicht mehr tragen können. Es sei die Neuauflage eines Massschuhs geplant.
Eine sitzende Tätigkeit könne der Patientin ohne grössere Belastung zugemutet werden (S. 1 unten).
3.15
RAD-Arzt
Dr.
S._
gab
in einer weiteren Stellungnahme vom 2
3.
März 2021 (
Urk.
7/209 S. 13 ff.) an, in der bisherigen Tätigkeit als Reinigung
skraft
habe
von Januar 2017 bis Juni 2018
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
bestanden.
Im August 2018 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Von September 2018 bis Dezember 2019 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und 60
%
vorgelegen.
Seit Januar 2020 bestehe
für
die angestammte Tätigkeit
eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
.
In einer angepassten Tätigkeit habe
von
Januar 2017
bis Juni 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
bestanden.
Im August 2018 habe ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen.
Von Januar bis Dezem
ber 2020 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit Dezember 2020 bestehe eine Arbeitsu
nfähigkeit von 75
%
(S. 14 f.).
Im Vordergrund stünden eine morbide Adipositas mit einem
B
odymass-
I
ndex von 45, ein Ganzkörper-Schmerzsyndrom und ein
dekompensierter
Knick-Senkfuss links.
Es falle auf, dass in den aktuellen Berichten weder psychiatrische Diagno
sen gestellt noch gravierende Herzerkrankungen oder die Folgen von Hand
operationen erwähnt worden seien. Eine Psychopharmakotherapie erfolge gar nicht
. Spezifische kardiologische Kontrollen oder Behandlungen seien nicht durchgeführt worden
(S. 15 unten). Aus versicherungsmedizinischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand seit dem Gutachten vom 1
9.
Februar 2019 nur durch das Schmerzsyndrom des linken Fusses gravierend verändert. Der fehlende psychiatrische und rheumatologische Therapiebedarf sowie die niederschwellige medikamentöse Behandlung spreche gegen eine wesentliche Veränderung der übrigen Beschwerdefelder. Die Fussbeschwerden reduzierten das Belastungsprofil auf eine überwiegend sitzende Tätigkeit und erforderten gegebenenfalls einen erhöhten Pausenbedarf für Positionswechsel und Regeneration von maximal 20-40
%
(S. 16 oben).
4.
4.1
Die
Haushaltabklärung
fand
am 1
4.
Mai 2020 in der Kanzlei des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
statt
,
nachdem
zuvor geplante
Termine für eine Abklärung aufgrund der Corona
-Krise
verschoben worden waren
(S. 1). Die Abklärungsperson führte im Bericht vom 1
8.
Mai 2020 (
Urk.
7/171) aus, die Beschwerdeführerin habe
in Anwesenheit ihres Rechtsvertreters, der auch als Übersetzer fungiert habe (vgl. S. 1 unten)
angegeben, dass
sie
vor allem an erheblichen Beeinträchtigungen
am
linken Fuss leide, die seit 14 Jahren bestün
den.
Die Beschwerdeführerin habe damals
einen A
rbeitsunfall erlitten
.
Sie habe orthopädische Spezialschuhe getragen
(S. 2
Ziff.
1
oben). Der Unfall habe sich am 1
9.
Juni 2006 ereignet
. Nach den Angaben des Rechtsvertreters habe es der Arbeitgeber unterlassen, den Unfall dem Unfallversicherer zu melden. Aus den damals erlittenen Verletzungen dürfte sich eine posttraumatische Arthrose gebil
det haben
(S. 2
Ziff.
1 Mitte). Die Beschwerdeführerin leide an schweren gesund
heitlichen Problemen und sei deshalb nicht mehr in der Lage, einer Erwerbstätig
keit nachzugehen. Die letzten
Anstellungsverhältnisse
als Reinigungsmitarbeite
rin seien 2017 aufgelöst worden (S. 3
Ziff.
2.3 oben).
Die Beschwerdeführerin wohne zusammen mit ihrem Ehemann in einer 3.5 Zimmer-Mietwohnung. Der Ehemann erhalte eine
Invalidenrente
von
Fr.
795.-- und eine Rente der Pensions
kasse von
Fr.
657.-- pro Monat. Zudem erhielten sie Sozialhilfe
in Höhe
von
Fr.
1'040.-- pro Monat. Dies seien die ganzen Einkünfte. Die Miete betrage
Fr.
1'314.-- pro Monat
. Nach Abzug der Fixkosten blieben ihnen zum Kauf von Lebensmittel noch rund
Fr.
600.-- pro Monat übrig
(S. 3
Ziff.
2.3.1).
Die Beschwerdeführerin wünsche sich, wieder gesund zu sein und arbe
iten zu können. Gesund zu sein und
am
besten
zu
100
% arbeiten zu können, wäre sicher besser als die jetzt bestehende Situation (S. 4
Ziff.
2.5).
4.2
Die Abklärungsperson legte die Qualifikation dahingehend fest, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 55
%
erwerbstätig und zu 45
%
im Haushalt tätig wäre (S. 4
Ziff.
2.6).
Sie gab dazu an, die
geschilderte finanzielle Situation bestehe eigentlich schon
seit
dem Arbeitsausfall und dem Bezug einer
Invalidenrente des
Ehemann
es
der Beschwerdeführerin. Die im IK-Auszug ab 2005/2006 verbuchten Einkommen liessen
nicht auf den Versuch schliessen, das Arbeitspensum wesentlich steigern zu wollen. Die Einkommen bewegten sich über die Jahre etwa im gleichen Rahmen (S. 4
Ziff.
2.6.1).
4.3
Die Abklärungsperson ermittelte für die Bereiche Ernährung eine Einschränkung von 15
%
und gewichtet von 6
%
und für den Bereich Wohnungs- und Haus
pflege und Haustierhaltung eine Einschränkung von 20
%
und gewichtet von 6
%
(S. 6 f.
Ziff.
6.1 und 6.2). Total
resultierte
eine Einschränkung von 12
%
und gewichtet ein Teilinvaliditätsgrad
im Haushalt
von 5.4
%
(S. 8
Ziff.
7).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundes
gerich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
5.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invalidi
tätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicher
ten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
(vgl. Art. 27 IVV)
sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil
dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11. Mai 2021 E. 3.2 mit Hinweisen
).
5.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Die Gutachter des
Zentrums B._
nannte
n
im Gutachten vom 1
9.
Februar 2019
als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
Cervicovertebralsyndrom
bei
Osteochondrose
und Diskushernie C4/5 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel C5 beidseits, eine
Lumboischialgie
beidseits bei
O
steochondrose
,
Spondylarthrosen
und Diskushernien mit mögliche
m
Kontakt zur Nervenwurzel S1 beidseits und L5 links,
eine
Arthrose
femoropatellär
sowie de
s medianen Komparti
ments,
eine
Pisotriquetralarthrose
so
wie
eine
STT-Arthrose und
ein
radiopalma
res
Gelenksganglion rechts,
einen
Verdacht auf
eine
STT-Arthrose und
eine
P
isotriequetralarthrose
links,
einen
Status nach
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyo
pathie 2018,
eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode,
eine
Migräne mit visueller Aura,
ein
chronisches
cervico-cephales
sowie insbe
sondere lumbales Schmerzsyndrom (
vorstehend
E. 3.4.5).
Nach Einschätzung durch die Gutachter bestand für die
angestammte Tätigkeit in der Reinigung
von Januar 2017 bis Mai 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
.
Vom
7.
bis 3
1.
August 2018 bestand eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Die Gutachter attestierten a
us orthopädischer Sicht
für die angestammte Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
eine Arbeitsunfähigkeit von 60
%
und
eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
.
Für eine angepasste Tätigkeit attestierten
sie
für die Zeit vom Januar 2017 bis Mai 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
und vom
7.
bis 3
1.
August 2018 von 100
%
. Aus orthopädischer Sicht attestierten
sie
für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
und eine Arbeitsun
fähigkeit von 10
%
(E. 3.4.5).
Die Ärzte des
Zentrum
s
Z._
stellten im Bericht vom 1
7.
Januar 2020
a
bweichend zum Gutachten des
Zentrums B._
unter anderem die Diagnosen
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
posttraumatische Belastungs
störung, mit
telgradige Intelligenzminderung,
Myokardinfarkt Typ II
, Fussschmer
zen links
(
vorstehend
E. 3.6).
Dr.
H._
und die Ärzte des
Zentrum
s
Z._
attestierten für jede Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (E. 3.5 und 3.6).
RAD-Arzt
Dr.
S._
würdigte in der Stellungnahme vom
5.
November 2020 die nach dem Gutachten vom 1
9.
Februar 2019 eingeholten Arztberichte.
Er kam zur Einschätzung, dass
sich der Gesundheitszustand seit dem Gutachten des
Zentrums B._
nicht wesentlich verändert
hat
. Er hielt jedoch fest, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit aufgrund
der zunehmenden Beschwerden an den F
üssen
seit Januar 2020 nicht mehr zugemutet werden kann
. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit erachtete er medizinisch-t
heoretisch als zumutbar (E. 3.11
.2).
Am
2
3.
März 2021 stellte er darauf ab, dass für eine vorwiegend sitzende Tätigkeit von einem erhöhten Pausenbedarf
von maximal 20-40
%
auszugehen sei (
E. 3.15
hiervor).
6.2
Das Gutachten des
Zentrums B._
vom 1
9.
Februar 2019 beruht auf den erforderlichen
fachärztlichen
Untersuchungen
der Beschwerdeführerin
und erweist sich für die streitigen Belange als umfassend. Die Gutachter trugen
der
Krankengeschichte und
den geklagten Beschwerden
ausreichend
Rechnung.
Gutachter
Dr.
F._
war bekannt, dass 1972 ein persistierender Ductus
arteriosus
botalli
operativ verschlossen worden war (
vorstehend
E. 3.4.2).
Es trifft daher nicht zu,
dass die Herzoperation von 1972 von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden wäre, wie die Beschwerdeführerin
vorbrachte
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3).
RAD-Arzt
Dr.
S._
äusserte sich ebenfalls zur
Operation
von 197
2.
Nach seiner Einschätzung sind nach
einem solchen Eingriff
grundsätzlich keine
gesundheitlichen
Einschränkun
gen
zu erwarten
(E. 3.11
.2).
Die
Beschwerdeführerin
k
lagte
bei der Begutachtung
zudem
nicht
über kardiologische
Beschwerden
(E. 3.4.2).
RAD-Arzt
Dr.
S._
berücksichtige
in den Stellungnahmen vom
5.
November 2020 und vom 2
3.
März 2021 die nach dem Gutachten vom 1
9.
Februar 2019 veranlassten medizinischen Abklärungen
und er
ging auf den
im Juni 2006 erlittenen Umfall
mit einer
Umknick
-V
erletzung
des linken OSG ein
(E. 3.11
.2
und 3.15
hiervor
).
Da
eine ausführliche Stellungnahme zu den
nach dem Gutach
ten eingeholten Arztberichte
n
vorliegt, schadet es nicht
, dass das Gutachten vom Februar 2019 datiert
.
Das Gutachten wurde
sodann
in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
erstellt.
Zusammen mit den
Stellungnahmen von
RAD-Arzt
Dr.
S._
erweist sich das Gutachten des
Zentrums B._
auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und den Schlussfolgerungen der Gutachter als schlüssig
und nachvollziehbar
.
Das Gutachten und die Stellungnahmen von
Dr.
S._
erfüllen daher die Anforderungen an den Beweiswert
eines medizinischen Gutachtens.
6.3
Der Bericht vom 1
8.
Mai 2020 über die Haushaltabklärung vom 1
4.
Mai 2020 wurde, soweit ersichtlich, von einer qualifizierten Abklärungsperson erstellt.
E
ine Haushaltabklärung
sollte
jedoch
am Wohnort
der versicherten Person und
nicht in den Räumlichkeiten
ihres
Rechtsvertreters
durchgeführt werden
. Die Abklä
rungsperson trug
den persönlichen Verhältnissen und den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt
jedoch ausreichend
Rechnung.
Des Weiteren
legte sie unter
Hinweis auf die finanziellen Verhältnisse der Familie der Beschwerdeführerin
nachvollziehbar
dar, weshalb sie in der Statusfrage nicht
von einer vollen
Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ausging
, was insbesondere durch die Eintragungen im Individu
ellen Konto der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/81) gestützt wird. Daraus ist ersicht
lich, dass sie in ihrem Erwerbsleben vor Eintritt des Gesundheitsschadens jeweils nur in
Teilzeitpensen
tätig war
.
Der Bericht vom 1
8.
Mai 2020 erfüllt
somit
die Anforderungen an den Bewe
iswert eines Abklärungsberichts (vgl. E. 5.2 hiervor).
Die Beschwerdeführerin bestritt den Beweiswert
des Berichtes
ausserdem
nicht
.
Nachfolgend ist
daher
von einem Anteil im Erwerbsbereich von 55 % und einem Anteil i
m Haushalt von 45
%
auszugehen und es kann auf die ermittelte Einschränkung im Haushalt abgestellt werden.
6.4
Die von
Dr.
H._
erwähnte Operation eines Karpaltunnelsyndroms fand am
3.
März 2020 statt (E. 3.7).
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
sie habe während Monaten an der Problematik eines Karpaltunnelsyndroms gelitten (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
7). Die Gutachter des
Zentrums B._
trugen den
Beschwerden an den Handgelenken
Rechnung
.
RAD-Arzt
Dr.
S._
wies
zudem
d
arauf hin, dass nach der Operation
vom
3.
März 2020
offenbar keine
handchirurgische Behandlung
mehr stattfand
(E. 3.11
.2 hiervor). Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
durch die Beschwerden an den Handgelenken
nicht
über längere Zeit
eingeschränkt war.
A
ufgrund der nur kurzfristigen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
besteht für die Beschwerden an den Handgelenken kein Rentenanspruch.
Die von den Ärzten des
Zentrum
s
Z._
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung findet sich im Gutachten des
Zentrums B._
nicht
, da die Beschwer
deführerin das Ereignis vom Juli 2018 nicht erwähnte
.
Die Gutachter legten weiter dar, dass die Voraussetzungen
für die
Diagnose eines Myokardinfarktes Typ II
nicht
erfüllt sind
(
vorstehend
E. 3.4.2)
.
Auf die von
Dr.
H._
geschilderte bekannte Migräne (E. 3.5) ging
Dr.
E._
im neurologischen Teilgutachten des
Zentrums B._
ausführlich ein (E. 3.4.3).
RAD-Arzt
Dr.
S._
berücksichtigte sodann die Beschwerden an den Füssen (E. 3.11.2).
Schliesslich
ist nicht einzusehen, weshalb gemäss den Ärzten des
Zentrum
s
Z._
auch in einer behinderungsanpassten Tätigkeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehen sollte. In diesem Zusammenhang ist sodann auf
die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
wonach
Hausärzte - beziehungs
weise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) - mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Auf die von den Ärzten des
Zentrum
s
Z._
und von
Dr.
T._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auch für eine angepasste Tätigkeit kann daher nicht abgestellt wer
den. Es ist
der
Beurteilung durch die Gutachter des
Zentrums B._
zu folgen.
6.
5
Gutachter
Dr.
D._
konnte
die von den Ärzten des
Zentrum
s
Z._
gestellte
n psychiat
rischen
Diagnose
n
eine
r
mittelgradige
n depressiven
Episode
und einer
mittelgra
digen
Intelligenzminderung
(E. 3.6 hiervor)
nicht bestätigen.
Der Gutachter stellte demgegenüber
aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung
eine
noch
leichte depressive Episode fest
(E. 3.4.4).
Die
von
Dr.
D._
erhobenen
diagnoserele
vanten
Befunde
sind
nicht schwerwiegend ausgeprägt.
Gemäss
dem Gutachter
fand zum Zeitpunkt der Begutachtung letztmals vor zwei Monaten eine psycho
logische Behandlung im
Zentrum Z._
statt
(E. 3.4.4)
,
E
ine medikamentöse antidepressive Behan
dlung erfolgte nicht (vgl.
E. 3.11
.2
)
.
Damit besteht ein erhebliches Therapiepotential.
Eine psychiatrische Komorbidität liegt nicht
vor
, weshalb eine schwere psychische Beeinträchtigung zu verneinen ist
. Der Komplex «Gesund
heitsschädigung»
erweist sich daher als nicht
schwerwiegend ausgeprägt.
Gutachter
Dr.
D._
erwähnte sodann gute
R
essourcen wie die langjährige Beziehung
zum
Ehemann
und weitere soziale Kontakte, auf die
die Beschwerde
führerin
bei der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit
zurückgreifen kann.
Der Gutachter
wies
sodann
darauf hin, dass
die Beschwerdeführerin
durchaus
Ak
tivi
täten im Tagesablauf zeige, was ihrer
Einschätzung
entgegensteht, dass sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen
könne
(E. 3.4.4 hiervor)
.
Nach Prüfung der Standardindikatoren ist
auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
durch die Gutachter des
Zentrums B._
und
Dr.
S._
abzustellen.
6.6
Der medizinische Sachverhalt
ist somit als dahingehend erstellt zu erachten
, dass in der bisherigen Tätigkeit in der Reinigung
von Januar 2017 bis Juni 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
, im August 2018 eine solche von 100
%
und
von September 2018 bis Dezember 2019 von 30
%
beziehungsweise 60
%
bestand
.
S
eit Januar 2020
ist die angestammte Tätigkeit aufgrund der Fussbelastung nicht mehr zumutbar
.
Für eine angepasste Tätigkeit
bestand
zum Zeitpunkt
der
Begut
achtung
im Februar 2019
eine
Arbeitsfähigkeit von 90 %.
Gemäss RAD-Arzt
Dr.
S._
liegt
für
eine solche Tätigkeit
unter Berücksichtigung
der
weiteren
medizinischen Abklärungen
und aufgrund eines
erhöhten Pausenbedarfs
noch
eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von
75
%
vor
.
Die
von
Dr.
S._
für eine angepasste Tätigkeit
ausserdem
genannte
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit Januar 2020 und von 75 % seit Dezember 2020
(
Urk.
7/209 S. 15 oben)
wider
spricht
seiner
Einschätzung, wonach der Beschwerdeführerin eine überwiegend sitzende Tätigkeit gemäss Belastungsprofil
mit einem erhöhten Pausenbedarf
uneingeschränkt
zugemutet werden kann
.
Auf die
in der Stellungnahme vom 2
3.
März 2021 angegebene
höhere Arbeitsunfähigkeit kann daher nicht abgestellt werden
(vgl. auch
Urk.
7/209/18 unten;
Urk.
7/208/1)
.
Auf weitere Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden.
7.
7.1
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
tigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
7.2
Die Beschwerdegegnerin stellte
ausgehend vom massgeblichen Jahr 2020
für den Erwerbsbereich auf ein
Valideneinkommen
von
Fr.
49'988.10 und ein Invaliden
einkommen von
Fr.
41'793.80 ab und ermittelte
für den Erwerbsbereich eine Einschränkung von 16
% (
Urk.
7/208;
Urk.
2 S. 2 unten).
Dies ist nicht zu beanstanden und wird im Übrigen von der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
Da
im
Erwerbsbereich ein Anteil von 55
%
besteht,
ergibt sich
gewichtet nach der gemischten Methode
ein Teilinvali
ditätsgrad von
8.80
% (
16
%
x 0.55). Im Bericht zur Haushaltabklärung vom 1
8.
Mai 2020
wurde für den Haushalt eine Einschränkung von 12
%
und gewichtet ein Teilinvaliditätsgrad von 5.4
0
%
ausgewiesen
(E. 4.3 hiervor)
.
Damit ergibt
sich ein
Invaliditätsgrad von
total
rund 1
4
%
(
8.80
%
+ 5.4
0
%
).
7
.3
Zusammenfassend besteht bei einem Invaliditätsgrad von rund
14
%
kein Rentenanspruch. Die angefochtene Verfügung vom 1
3.
Oktober 2021 erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.