# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18ac7715-4536-4810-b664-21d3e4ba3dba
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1985 geborene
X._
ist gelernte Pharma-Assistentin (Urk.
9/5/1)
,
absolvierte anschliessend
die Handelsschule (Urk. 9/5/3) und
arbeitete
zuletzt
als Arztsekretärin in einem Teilzeitpensum von 8
0 % im Universitätsspital Y._
, Klinik für Herz- und Gefässchirurgie (Urk. 9/7/6). Sie meldete sich am 18. September 2017 (Eingangsdatum) bei der Eidgenössischen Invalidenver
sicherung unter Hinweis auf
eine
j
uvenile Parkinson
erk
rankung
,
ein
Restless
Leg
s
-
Syndrom sowie Erschöpfung, Burnout und eine depressive Episode
zum Leistungsbezug an
(Urk. 9/7/6)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische (Urk. 9/10, 9/12-13
)
wie auch erwerbliche Abklärungen (Urk. 9/9)
und führte mit der Versicherten am 17. Januar 2018 ein
persönliches Gespräch
(Urk. 9/
59/4-6
). Mit Mitteilung vom 20. Februar 2018 gewährte die IV-Stelle eine berufsspezifische Beratung im Rahmen der Früh
interventionsmassnahmen (Urk. 9/27
)
und
leistete
am 23. April 2018 Kosten
gutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 7. Mai bis
6.
August 2018 (Urk. 9/37).
Mit Mitteilung vom
2.
August 2018
leistete
die IV-Stelle sodann Kostengut
sprache für ein Aufbautraining vom 7. August 2018 bis
6.
Februar 2019 (
Urk.
9/51). Die Integrationsmassnahmen mussten
in der Folge
aus gesund
heitli
chen Gründen abgebrochen werden, weshalb die IV-Stelle a
m 24. Oktober 2018
mitteilte,
d
ie Kostengutsprache vom 2. August 2018 werde per 30. Septem
ber 2018 aufgehoben (Urk. 9/58
; vgl. auch Abschlussbericht Integrations
massnah
men, Urk. 9/60
).
Schliesslich liess die IV-Stelle die Versicherte
bidis
ziplinär
begutachten (Neurologie und Psychiatrie/
Neuropsychologie) durch
Dr.
med.
Z._
,
Dr.
med.
A._
sowie Dipl. Psych.
B._
der
C._ AG
(
Urk. 9/89-92
;
Interdisziplinäres medizinisches Gut
achten
vom 12. Februar 2020,
Urk. 9/90/1-14
).
Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2020 stellte die IV-Stelle die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab dem
1.
Oktober 2018 in Aussicht (Urk. 9/106).
Nachdem
die Versicherte am 10. September 2020 Einwand erheben
liess
(Urk. 9/110; ergänzende Begründung vom 30. Oktober 2020, Urk. 9/117)
, verfügte die IV-Stelle am 13. November 2020 im angekündigten Sinne und sprach der Versicherten ab 1. Oktober 2018 eine unbefristete halbe Rente zu (Urk.
2 [= Urk.
9/122
]
).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 21. Dezember 2020 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung abzuändern und es sei ihr mit Wirkung ab Dezember 2018 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzu
sprechen, welche mit Wirkung von drei Monaten nach der Verbesserung im Früh
jahr 2020 allenfalls auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zu redu
zieren sei (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 8)
,
worüber die
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Februar 2021
in
Kenntnis
gesetzt
wurde
(
U
rk. 10)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in ihrer Verfügung,
d
ie Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit längerfristig beeinträchtigt sei. In einer angepassten Tätigkeit sei jedoch eine 50%ige Arbeits
fähigkeit ausgewiesen. Der Einkommensvergleich habe eine Erwerbseinbusse und einen Invaliditätsgrad von 54 % ergeben, weshalb
die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine halbe Rente habe. Da die Beschwerdeführerin bis am 30. Septem
ber 2018 Taggelder der Invalidenversicherung erhalten habe, bestehe der Renten
anspruch erst ab dem 1. Oktober 2018
(Urk. 2 S. 5-6)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
sie sei von Mai 2017
bis Dezember 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Das eingeholte Gutachten zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vor der gutachterlichen Unter
suchung im Januar 2020 sei widersprüchlich und daher nicht beweiskräftig. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für die Zeit vor der Begutachtung sei auf die übereinstimmenden Angaben der behandelnden Neuro
login
und
der
Klinik D._
abzustellen, welche ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten. Eine Verbesserung sei erst nach der stationä
ren Behandlung Ende des Jahres 2019 auf das Frühjahr 2020 festgestellt worden (Urk. 1 S. 3-4)
.
D
as hypothetische Invalideneinkommen
sei ebenfalls
streitig, da die zu beachtenden Einschränkungen sich erheblich
lohnmin
dernd auswirken würden. Aufgrund der
gutachterlichen Angaben
seien
behinderungsbedingt nur noch reine Hilfstätigkeit
en
zumutbar,
weshalb auch
für die Zeit ab April 2020
ein
Anspruch auf (mindestens) eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung
bestehe
(Urk. 1 S. 7
-8
)
,
3.
3.1
Im Bericht
des Center
fo
r
Genomics
and
Transcriptomics
E._
vom
3.
September 2015 wurde aufgeführt, dass eine molekulargenetische Unter
suchung zur Segregationsanalyse ange
fordert
worden sei
, da familiär Mutationen im PARK2-Gen vorliegen würden.
Die Mutationen im PARK2-Gen könnten einem autosomal rezessiven Erbgang folgend zur Ausprägung eines juvenilen Parkin
son-Syndroms führen.
Bei der Beschwerdeführerin hätten die PARK2-Mutationen nachgewiesen werden können, sie sei heterozygote Träger
i
n beider Genverän
derungen im PARK2-Gen. Anhand einer zweiten, unabhängigen Probe seien die Ergebnisse bestätigt worden (Urk. 9/3/1-2).
3.2
Dr.
med.
F._
, Fachärztin Neurologie, notierte am 6. Februar 2018 als Diagnose ein
i
diopathisches, familiäres Parkinsonsyndrom.
Dr.
F._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe vorerst noch keine Antiparkinson-Medikat
ion
erhalten
.
Zu Beginn
der Behandlung
habe die Beschwerdeführerin ein
en
Tremor beider Beine nach dem Sport gehabt, aktuell habe sie vor allem eine Unruhe im linken Bein und Arm sowie einen
grobschlägigen
Beintremor und eine
Akinese
auf
der linken Seite (Urk. 9/28).
A
m 25. Juli 2019
berichtete
Dr.
F._
, die Beschwerdeführerin sei aus neurologischer Sicht aufgrund der familiären, juvenilen Parkinsonerkrankung nicht mehr arbeitsfähig. Es sei nicht zu erwarten, dass die Beschwerdeführerin nochmals eine relevante Arbeitsfähigkeit erreichen werde (
Urk.
9/77). Am 2. September 2019 ergänzte
Dr.
F._
, die Beschwerde
führerin sei aufgrund ihrer Parkinsonerkrankung auch in einer behinderungs
angepassten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
9/78).
3.3
Im Bericht vom 1
9.
November 2019 der
Klinik D._
wurde als Hauptdiagnose eine Angst und depressive Störung, gemischt (F41.2) festgehalten. Als psychiatrische Nebendiagnose nannten die Behandler ein Burnout-Syndrom (Z73) sowie als somatische Nebendiagnose ein primäres Parkinson-Syndrom, idiopathisch familiär (G20.9)
, mit
muskuloskelettaler
Dysbalance
(M62.80) und periodischen Beinbewegungen im Schlaf (G25.80).
Die Behandler
attestierten der Beschwerdeführerin für den Zeitraum des stationären Aufenthaltes sowie für
weitere
zwei Wochen vom 25. September bis 19. November 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Sie führten sodann aus, nachdem i
m Frühling 2018
ein
Belastbarkeitstraining der Inval
idenversicherung durchgeführt worden war
sei die Beschwerdeführerin
wegen
Haltungsschmerzen
in eine Überforderung
geraten.
Zudem hätten
die Probleme der anderen Teilnehmer
die Beschwerdeführerin
belastet. Seit Herbst 2018 wohne die Beschwerdeführerin wieder bei ihren Eltern in
G._
.
Im November 2018 sei mit einer
erste
n
Antiparkinsonmedikation mit
Azilect
begonnen worden. Zu Silvester 2018 seien bei der Beschwerdeführerin Suizidgedanken aufgetreten, weshalb sie die Medikation abgesetzt habe. Drei Wochen
vor dem stationären Aufenthalt
habe sie jedoch begonnen, das Medikament wieder zu nehmen
(Urk. 9/88/2-3)
.
Die Beschwerdeführerin sei bei Austritt bewusstseinsklar und zu allen Ebenen orientiert gewesen. Die Angst (finanzielle Angst, Versagensangst) sei teilweise weiterhin bestehend. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin deutlich aufgehellter, jedoch verspüre sie teilweise noch innere Unruhe. Es best
ünden
weiterhin eine schnelle Reizüberflutung sowie ein Gefühl der Hilflosigkeit, Insuffizienzgefühle und Scham
(Urk. 9/88/6)
.
3.4
3.4.1
Am 1
4.
und 2
2.
Januar 2020 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch
Gutachter
der
C._ AG
psychiatrisch, neuro
logisch sowie neuropsychologisch
untersucht
(Urk. 9/90/1-42
, 9/91/1-16
)
. In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, bei der Beschwerdeführerin
sei
molekulargenetisch ein Morbus Parkinson (Typ PARK2) gesichert worden, weshalb mit einer Progredienz der motorischen Symptome zu rechnen sei.
Die Beschwerdeführerin leide an einem Rigor, bevorzugt im Bereich der linken Extremitäten (mit Ruhetremor) sowie im Bereich der axialen Musku
latur der HWS, oberen BWS und des Schultergürtels. Gehen über zehn Minuten sei zwar möglich, die Beschwerdeführerin
sei jedoch
verlangsamt. Bei medika
mentöser Behandlung mittels
dopaminerge
r
Therapie sei eine Besserung möglich
,
b
ei Erfolg der Therapie könne jedoch nur
eine
Teilbesserung
und
keine Remission der
Fatigue
eintreten.
Aus
psychiatrischer
Sicht
führten die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin habe eine Ausbildung zur Pharma
-A
ssistentin absolviert und sei entsprechend tätig gewesen. Aufgrund zunehmender Belastung im Rahmen der Tätigkeit in einem Spital seien Symptome der beschriebenen Parkinson-Erkrankung aufgetreten. Damit sei auch eine reaktive depressiv angstvolle Ent
wicklung in Bezug auf die Zukunft und die eigene Leistungsfähigkeit sowie mit Sorge um die Gefährdung der Autonomie und der eigenen Gesundheit verbunden gewesen. Das Arbeitstraining beziehungsweise Aufbautraining sei im vierten Monat bei zunehmender Selbstüberforderung gescheitert,
wobei
die Beschwerde
führerin zu schnell zu hohe Erwartungen an sich selbst gestellt habe. Mit der erstmalig erfolgten stationären psychiatrischen Behandlung (September bis November 2019) sei eine Besserung aufgetreten. In der gutachterlichen Unter
su
chung seien noch Symptome von Angst und depressiver Störung gemischt neben den bestehenden neurologischen Parkinson bedingten Problemen fest
gestellt worden. Neuropsychologisch sei eine mittelgradig schwere kognitive Störung
ermittelt
worden (Urk. 9/90/5). Die Gutachter
hielten fest
, aufgrund der neuro
logischen Einschränkungen sei die angestammte Tätigkeit einer Arzt
sekretärin in einem Universitätsspital (hohe Aufmerksamkeitsleistung, hohe kognitive Flexibi
lität, im Tagesverlauf ohne grössere Unterbrechungen, fast ganz
tä
g
ige PC-Tätigkeit, Überwachungsfunktion, höhere Verantwortung und eher enges Zeit
limit) nicht mehr zumut
bar; auch ein partieller Einsatz
sei wegen den vielen Einschränkungen
nicht mehr sinnvoll. In einer optimal angepassten Tätig
keit sei allerdings eine Restarbeitsfähigkeit gegeben. Aufgrund der
Fatigue
seien
schwere beziehungsweise laufend mittelschwere körperliche Tätigkeiten
ebenso
wie
Tätig
keiten mit engem Zeitlimit, besonderen Gefährdungen beziehungsweise Verant
wortung sowie Überwachungsfunktionen
nicht mehr zumutbar
. Die
Fatigue
habe sich
in Form einer Reduktion der Aufmerksamkeitsfunktionen und einer vermin
derten kognitiven Flexibilität ohne generelle kognitive Leistungs
minderung
auch in der aktuell durchgeführten neurok
ognitiven Untersuchung gezeigt
(Urk. 9/90/6).
Bei der Beschwerdeführerin bestehe im Rahmen des Morbus Parkinson und der dadurch bedingten
Fatigue
eine allgemein verminderte Belast
barkeit durch vorschnelle körperliche und geistige Erschöpfbarkeit mit vermehr
tem Pausenbedarf
und der Notwendigkeit zu
selbstbestimmbaren Zwischen
pausen.
Es bestehe daher auch eine
quantitative und qualitative Leistungs
ein
schränkung für Tätigkeiten mit mehr als mittelschwerer Belastung, mit Halten von Konzentration und Aufmerksamkeit sowie mit engem Zeitlimit. Bei ansons
ten unauffälligen kognitiven Funktionen und einer nur geringen Hypokinese könne die Beschwerdeführerin durchaus noch einfache, mehr serielle Tätigkeiten ohne besondere Gefährdung und Überwachung und ohne Zeitlimit bei Möglich
keit selbstbestimmte Pausen einzulegen, durchführen, wenn die Tätigkeiten nicht in Haltekonstanz über längere Zeit erbracht werden müss
ten
. Tätigkeiten im
S
chichtbetrieb sollten hingegen aufgrund der tageszeitlich abhängigen Befind
lichkeit und der Schlafstörungen nicht durchgeführt werden
(Urk. 9/90/7)
.
Die Gutachter kamen zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aus neurologischer und psychiatrischer Sicht in ihrer bisherigen Tätigkeit als Arztsekretärin nicht mehr arbeitsfähig. In einer optimal angepassten Tätigkeit, die möglichst einfach erlernbar
sei
oder an die beruflichen Vorkenntnisse d
er Beschwerdeführerin anknüpf
e
und mehr vorgegebene
n
Arbeitsabläufen f
olg
e
, sei die Beschwerde
führerin aus neurologischer Sicht zu 50 % arbeitsfähig. Dabei könne sie zwei Mal zweieinhalb Stunden täglich arbeiten mit einer grösseren Zwischenpause und einer zusätzlichen Leistungsminderung von 15 %. Nach den vorhandenen Unter
suchungsbefunden gelte diese Beurteilung bereits ab Kündigung der Arbeitsstelle im August 201
7.
In psychiatrischer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten
Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Die neurologische Erkrankung sei führend, entsprechend betrage die Gesamtarbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit 50%
(Urk. 9/90/8).
3.4.2
Zur Frage, wie sich die gesundheitlichen Einschränkungen aus medizinischer Sicht auf die Tätigkeit im Aufgabenbereich Haushalt auswirkten, hielten die Gut
achter fest, ohne stattgefundene Haushaltabklärung könne bloss ein Vorschlag unterbreitet werden. Aufgrund der mobilitätsbezogenen Einschränkungen und der Parkinson bedingten
Fatigue
-Symptomatik würden sie die Einschränkung für den Teilbereich Ernährung auf 50 % und für die Teilbereiche Wohnungs- und Hauspflege, Haustierhaltung, Einkauf, Wäsche- und Kleiderpflege sowie Pflege und Betreuung von Kindern und anderen Angehörigen auf 40 % schätzen (Urk. 9/90/9-10).
4.
4.1
Die Gutachter der
C._ AG
erstatteten ihr
Gutachten unter Berück
sich
tigung der
Vorakten
(Urk. 9/90/20, 9/90/
31, 9/90/37-42, 9/91/2-3
), der Anam
nese sowie den vo
n der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden (Urk. 9/90/14-18,
9/90
/26-28
, 9/91/3-5
). Sie nahmen zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung und begründeten abweichende Einschätzungen plausibel (Urk. 9/
9
0/20-22, 9/90/33-34, 9/91/10-12)
. Mithin erfüll
t das
Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizini
sche Entscheidungsgrundlage (E. 1.4), weshalb
grundsätzlich
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Parkin
son
erkrankung mit
Fatigue
und verminderter Belastbarkeit eine Tätigkeit als Arztsekretär
in
nicht mehr zumutbar ist (vgl. Urk. 9/90/8).
Strittig ist jedoch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit für den Zeitraum vor der Begutachtung im Januar 202
0.
Die Beschwerdeführer
in
machte diesbezüglich insbesondere geltend, das Gut
achten zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vor der gutachter
lichen Untersuchung sei widersprüchlich und daher nicht be
weiskräftig (
Urk.
1 S. 4).
Die Gutachter füh
rten nachvollziehbar aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der chronischen Grunderkrankung psychologische Behandlung in Anspru
ch genommen habe, dies jedoch
meist niederfrequentiert. Zudem sei
auf
grund der Grunderkrankung
auch weiterhin mit einer psychischen Belastung und Destabilisierung im Sinne einer
Chroni
fizierung
zu r
echnen.
Eine massgebliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Anmeldung bei der Invaliden
ver
sicherung wurde von den Gutachten jedoch verneint.
Dass
der Gesundheits
zustand der
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht langandauernd
schlechter gewesen sein sollte, lässt sich nicht erstellen.
Echtzeitliche medizini
sche Berichte der behandelnden Ärzte, welche auf eine längerdauernde Ver
schlechterung der gesundheitlichen Beschwerden hindeuten würden, sind nicht aktenkundig. Aus dem Bericht der Psychologin geht denn auch hervor, dass
die Beschwerdeführerin
im Jahr 2018 letztmals am 2
6.
November 2018 in psycholo
gischer Behandlung gewesen sei
(Urk. 9/74/1)
.
Daher ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin nach Beendigung der beruflichen Massnahmen im Herbst 2018 keine engmaschige psychiatrische Betreuung in Anspruch genommen hat.
Erst im Mai 2019 nahm sie die psychologische Behandlung wieder auf, wobei die behandelnde Psychologin ab Mai 2019 keine Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. Urk. 9/76/2).
Ebenso attestierten die behand
e
l
nden Ärzte der
Klinik D._
lediglich für den Zeitraum des stationären Aufenthaltes sowie für zwei
weitere
Wochen eine v
ollständige Arbeitsunfähigkeit
und damit nicht für einen längeren Zeitraum (
Urk.
9/88/3). Aufgrund der Aktenlage ist nicht zu beanstan
den, dass die Gutachter gestützt auf den Krankheitsverlauf
keine wesentliche Ver
änderung des Gesundheitszustandes
als ausgewiesen erachteten
. Auch aus neurologischer Sicht ist nicht ersichtlich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin massgeblich verändert haben könnte. So berichtete die behandeln
de Neurologin
Dr.
F._
am 12.
September 2018, der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin werde sich verschlechtern, es gehe ihr aber noch relativ gut. Medikamente nahm sie zu diesem Zeitpunkt noch keine ein, obschon damit hätte begonnen werden können.
Dr.
F._
erachtete denn auch eine wech
selbelastende einfache Tätigkeit ohne Zeitdruck mit der Option, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit möglichst selber einteilen könne, als zumutbar (Urk. 9/59/15-16)
. Der
damalige
Bericht von
Dr.
F._
steht
damit
im Einklang mit der
Einschätzung der Gutachter
; ihre spätere Attestierung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/77, 9/78) begründete sie nicht einmal ansatzweise
. Das Gutachten ist nachvollziehbar und berücksichtigte auch die Berichte der behan
delnden Fachpersonen, weshalb darauf abgestellt werden
kann.
Mithin
kann mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt werden
, dass die Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit zu 50
%
(2 x 2.5 Stunden pro Tag mit 15%iger Leistungsein
schränkung) arbeitsfähig ist
, dies bereits ab August 201
7.
Angesichts
der
Aktenlage sind in diesem Zusammenhang von weiteren Abklä
rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
davon
ohne Verletzung der Untersuchungspflicht abgesehen werden kann
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.1
Unter den Parteien
unbestritten
blieb die Ermittlung des
Valideneinkommens
. Bei der Festlegung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Per
son im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umständen nach dem Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei
auf die Angaben aus dem Arbeit
geberfragebogen (Urk. 9/9),
demnach habe
die Beschwerdeführerin ihr Pensum
aus gesundheitlichen Gründen
auf 80
%
reduziert (vgl. Urk. 9/7/6,
9/59/5).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich daher auf ein Einkommen bei einem 100 %-Pensum
und
legte
das
Valideneinkommen
auf Fr. 74'992.
--
fest (Urk. 9/103/1).
5.2
5.2.1
Streitig und zu prüfen ist
hingegen
die Festsetzung des Invalideneinkommens und damit der aus dem Einkommensvergleich resultierende Invaliditätsgrad.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2
.2
Nach der Rechtsprechung ist zwar grundsätzlich von der beruflich-erwerblichen
Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (vgl. BGE
129 V 472 E. 4.2.1).
Vorliegend
ist
jedoch
unbestritten, dass die
Tätigkeit als Ver
käuferin, der die Beschwerdeführerin
aktuell
nachgeht
,
nicht
optimal
an
ihre
gesundheitlichen Einschränkungen
angepasst
ist
(Urk. 1 S. 7)
. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf statistische Werte ab
stell
t
e
.
5.2.3
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens mit Hilfe von statistischen Werten wendet die Rechtsprechung in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total Privater Sektor", an. Nur ausnahmsweise hat das Bundesgericht bei Personen, die vor eingetretener Gesundheitsschädigung lange Zeit in einem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statistische Medianeinkommen einzelner Sektoren oder gar Branchen abgestellt, wenn dies sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rech
nung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3; in BGE 133 V 545 nicht publizierte E. 5.1 des Urteils 9C_237/2007 vom 24. August 2007; Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom 11. Oktober 2018 E. 6.2).
Als gelernte Pharma-Assistentin (Urk. 9/5/1) mit Bürofach- und Handelsdiplom (Urk. 9/5/2-3) arbeitete die Beschwerdeführerin bis Ende Juli 2017 als Arztsekre
tärin am Universitätsspital
Y._
(Urk. 9/32). Im Gutachten wurde explizit fest
gehalten, dass die angestammte Tätigkeit als Arztsekretärin der Beschwerdefüh
rerin aus neurologischer Sicht nicht mehr zumutbar ist; partiell könnte sie zwar noch einige Tätigkeiten durchführen, das Berufsbild jedoch nicht mehr repräsen
tieren (Urk. 9/90/8). Da der Beschwerdeführerin somit weder Sekretariatsarbeiten noch andere Tätigkeiten in einem Büro, welche fast ausschliesslich am PC zu verrichten sind, zumutbar sind, kann trotz des gutachterlichen Hinweises, dass eine adaptierte Tätigkeit vorgegebenen Arbeitsabläufen folgen und einfach erlernbar sein oder an berufliche Vorkenntnisse anknüpfen sollte (Urk. 9/90/8), nicht gesagt werden, dass ihr hauptsächlich Tätigkeiten im Bürobereich offen
stehen würden. Entsprechend bleibt auch für die ausnahmsweise Anwendung der Tabelle T17 bei der Bemessung des Invalideneinkommens kein Raum. Das von den Gutachtern formulierte Zumutbarkeitsprofil (vgl. vorne E. 3.4.1) ent
spricht
wie die Beschwerdeführerin zu Recht moniert
dem Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA
1.
Arbeitsplätze, an welchen solche Tätigkeiten zu verrichten sind, lassen sich auf dem
hypothetischen ,
als ausgeglichen unterstellten Arbeits
markt in allen Branchen finden. Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist daher der branchenunabhängige standardisierte monatliche Bruttomedianlohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für weibliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des Kompetenzniveaus 1 von Fr. 4'371.-- im Jahr 2018 (LSE 2018, Tabelle TA1, Total) heranzuziehen. Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche resultiert für das der Beschwerdeführerin noch zumutbare Pensum von 50 % ein Einkommen von Fr. 27'341.-- (Fr. 4'371.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.5).
5
.2.
4
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte keinen leidensbedingten Abzug mit der Begründung, die
gesundheitlichen
Einschränkung
en
sei
en
vollumfänglich durch das Belastungsprofil
ab
geglichen worden (Urk. 7/71/2),
was
nicht zu beanstanden
ist
.
Diesbezüglich ist festzuhalten
, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE
146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3
Bei einem solchermassen festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 27'341.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von Fr. 74'992.-- eine Erwerbs
einbusse von Fr. 47'651.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 64 % entspricht.
Ein Invaliditätsgrad von 64 % gibt Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Inva
lidenversicherung (Art. 28 Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewe
senen Fassung, vgl. vorne E. 1.1).
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Okto
ber 2018 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen ist. Im
übrigen
ist die Beschwerde abzuweisen.
5.4
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführerin selbst wenn sie als teilerwerbstätige Person mit Aufgabenbereich Haushalt quali
fiziert und die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorgenom
men würde, derselbe Rentenanspruch zustünde, da sie im Aufgabenbereich Haus
halt nach gutachterlicher Schätzung je nach Teilbereich zwischen 40 und 50 % eingeschränkt ist.
6.
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der un
terliegenden Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.
Die durch eine Rechtsanwältin vertretene Beschwerdeführerin hat sodann aus
gangsgemäss Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses antragsgemäss (Urk. 5) auf Fr. 1'667.70 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzu
setzen.