# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 17237715-f276-57ba-bd4f-abc7fe1be987
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A., geb. 1984, ist Staatsangehöriger des Iran. Er reiste am 12. August 2005 illegal in
die Schweiz ein und stellte tags darauf ein Asylgesuch. Dieses wurde vom Bundesamt
für Migration mit Verfügung vom 8. Oktober 2007 abgewiesen. Das
Bundesverwaltungsgericht wies eine vom Gesuchsteller gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 29. Dezember 2009 ab. Das Bundesamt für
Migration setzte in der Folge eine Frist bis 27. Januar 2010 zum Verlassen der Schweiz
an. Mit Schreiben vom 18. Januar 2010 wies das Ausländeramt A. darauf hin, dass er
Rückkehrhilfe beantragen könne und zwecks Passbeschaffung am 27. Januar 2010
vorzusprechen habe. Am 14. Januar 2010 reichte A. beim Bundesverwaltungsgericht
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ein Revisionsgesuch gegen das Urteil vom 29. Dezember 2009 ein und ersuchte um
Erlass einer vorsorglichen Massnahme. Das Bundesverwaltungsgericht wies dieses
Gesuch mit Verfügung vom 21. Januar 2010 ab. Am 27. Januar 2010 äusserte A.
gegenüber dem Ausländeramt, er sei unter keinen Umständen bereit, die Schweiz zu
verlassen und Ausweispapiere zu beschaffen.
Mit Entscheid vom 10. März 2010 wies das Bundesverwaltungsgericht das
Revisionsgesuch von A. ab.
Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 5. Mai 2010 stellte A. beim Ausländeramt ein
Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des
Asylgesetzes (SR 142.31, abgekürzt AsylG). Das Ausländeramt trat auf dieses Gesuch
mit Verfügung vom 19. Mai 2010 nicht ein.
Nachdem A. die Wegweisung nicht befolgt hatte, ordnete das Ausländeramt die
Ausschaffung nach Teheran auf den 25. Juni 2010 an. Am 22. Juni 2010 verfügte das
Bundesamt für Migration ein Einreiseverbot vom 26. Juni 2010 bis 25. Juni 2013.
Gleichentags ordnete das Ausländeramt Ausschaffungshaft an. Die auf den 24. Juni
2010 angesetzte Wegweisung konnte nicht durchgeführt werden, da A. einer
medizinischen Behandlung unterzogen wurde. Gleichentags wurde A. aus der
Ausschaffungshaft entlassen.
Mit Schreiben vom 9. Juli 2010 teilte das Bundesamt für Migration A. mit, er habe die
Möglichkeit, beim Bundesamt für Migration ein formelles Wiedererwägungsgesuch
einzureichen, falls zum heutigen Zeitpunkt neue erhebliche Tatsachen oder
Beweismittel vorliegen würden, welche im ordentlichen Asylverfahren nicht hätten
vorgebracht bzw. geprüft werden können.
Am 20. September 2010 stellten X. und Y. für A. ein Gesuch um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung F. Das Begehren wurde als Ergänzung des am 5. Mai 2010
gestellten Gesuchs der Rechtsvertreterin von A. bezeichnet. Dem Gesuch wurde eine
Petition verschiedener Privatpersonen beigelegt. Ausserdem wurde beantragt, die
Wegweisung sei als unzumutbar zu erklären.
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Das Ausländeramt behandelte das Gesuch als Begehren um Anordnung der
vorläufigen Aufnahme. Es trat mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 auf das Gesuch
nicht ein und hielt fest, die vorläufige Aufnahme sei durch das Bundesamt für Migration
geprüft und verweigert worden. Gemäss Art. 83 Abs. 6 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) könnten die zuständigen
kantonalen Behörden eine vorläufige Aufnahme beantragen, wenn der Vollzug der
Wegweisung unmöglich sei. Verunmögliche die Person durch ihr eigenes Verhalten den
Vollzug der Wegweisung, so werde keine vorläufige Aufnahme verfügt (Art. 83 Abs. 7
lit. c AuG). Dem Gesuchsteller fehle die Parteistellung, weshalb bereits aus diesem
Grund auf das Gesuch nicht eingetreten werden könne. Im übrigen habe das
Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung als möglich und zumutbar
erachtet.
B./ Mit Eingabe vom 15. Oktober 2010 erhob Z. für A. Rekurs bzw. kündigte die
Einreichung eines Rekurses an. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2010 erhoben X. und Y.
für A. Rekurs und beantragten u.a. die unentgeltliche Prozessführung.
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2010 wies das Sicherheits- und Justizdepartement das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ab.
Mit Entscheid vom 17. Januar 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den
Rekurs von A. ab.
C./ Mit Eingabe vom 28. Januar 2011 erhoben X. und Y. für A. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sinngemäss halten sie an ihrem Antrag fest, dem
Beschwerdeführer sei die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Auf die einzelnen
Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2011 unter Hinweis auf
die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Akten die Abweisung der
Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 28. Januar 2011
wurde rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Das Ausländeramt ist auf das Gesuch des Beschwerdeführers um Anordnung der
vorläufigen Aufnahme (Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung F) nicht eingetreten. Den
Rekurs gegen diese Nichteintretensverfügung hat das Sicherheits- und
Justizdepartement abgewiesen. Streitgegenstand kann daher einzig die Frage sein, ob
die Vorinstanz den Rekurs gegen die Nichteintretensverfügung zu Recht abgewiesen
hat. In diesem Rahmen ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Art. 44 Abs. 2 AsylG bestimmt, dass das Bundesamt für Migration das
Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige
Aufnahme nach dem AuG regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig,
nicht zumutbar oder nicht möglich ist. Gemäss Art. 83 Abs. 1 AuG verfügt das
Bundesamt für Migration die vorläufige Aufnahme, wenn der Vollzug der Weg- oder
Ausweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist. Der Vollzug ist nicht
möglich, wenn der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in
einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). Der
Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer
Weiterreise des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Der Vollzug kann unzumutbar sein, wenn
Ausländer in Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer
Notlage im Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG).
Art. 83 Abs. 6 AuG bestimmt, dass die vorläufige Aufnahme von kantonalen Behörden
beantragt werden kann. Dies bedeutet, dass diese Massnahme vom Betroffenen selber
nicht beantragt werden kann (vgl. Zünd/Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/
Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.103).
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Die Rechtslage ist in diesem Punkt gleich wie beim Antrag um Erteilung einer
ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung nach einem Asylverfahren, wie ihn der
Beschwerdeführer am 5. Mai 2010 gestellt hat. Ab Einreichung des Asylgesuches bis
zur Ausreise nach einer rechtskräftig angeordneten Wegweisung, nach einem Rückzug
des Asylgesuches oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht
durchführbarem Vollzug kann eine asylsuchende Person kein Verfahren um Erteilung
einer ausländerrechtlichen Aufenthaltsbewilligung einleiten, ausser es bestehe ein
Anspruch auf deren Erteilung (Abs. 14 Abs. 1 AsylG). In diesen Verfahren hat die
betroffene Person nur beim Zustimmungsverfahren des Bundesamtes Parteistellung
(Abs. 4). Dem abgewiesenen Asylbewerber, der keinen Bewilligungsanspruch geltend
machen kann, steht, vom Gesetzgeber gewollt, kein Recht zu, einen
Bewilligungsantrag zu stellen bzw. ein entsprechendes kantonales Verfahren in Gang
zu setzen und zu durchlaufen (Urteil des Bundesgerichts BGE 2D_90/2008 vom 9.
September 2008 mit Hinweis auf die Urteile 2C_526/2008 vom 17. Juli 2008 E. 2,
2D_79/2008 vom 6. August 2008 E. 2 sowie 2D_81/2008 vom 5. August 2008 E. 2).
Einen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Sinn von Art. 14
Abs. 1 AsylG hat der Beschwerdeführer nicht. Art. 14 Abs. 2 AsylG stellt einen
Ausnahmetatbestand zu dem in Abs. 1 festgelegten Grundsatz der Ausschliesslichkeit
des Asylverfahrens dar. Die Frist von fünf Jahren seit Einreichung des Asylgesuchs
gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. a AsylG ist im vorliegenden Fall zwar erfüllt. Der
Ausnahmetatbestand nach Art. 14 Abs. 2 AsylG kommt aber - abgesehen vom Fall
eines Rechtsanspruchs auf eine Bewilligung - nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nur zum Tragen, wenn ein Kanton von seiner Möglichkeit Gebrauch
macht und dem Bundesamt ein Begehren zur Erteilung einer Bewilligung als Härtefall
unterbreitet. Der Ausländer kann, selbst wenn er die Voraussetzungen als Härtefall in
seiner Person als erfüllt erachtet, nicht von sich aus einen Bewilligungsantrag stellen
bzw. ein entsprechendes kantonales Verfahren in Gang setzen. Dies hat das
Bundesgericht im Urteil 2D_90/2008 vom 9. September 2008 unter Hinweis auf
verschiedene weitere Urteile ausdrücklich festgehalten.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Wegweisung des Beschwerdeführers
letztinstanzlich als zulässig, möglich und zumutbar qualifiziert. Das Bundesamt für
Migration hat dem Beschwerdeführer zudem ausdrücklich mitgeteilt, er habe die
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Möglichkeit, ein formelles Wiedererwägungsgesuch einzureichen, sollten zum heutigen
Zeitpunkt neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die im ordentlichen
Asylverfahren nicht vorgebracht bzw. geprüft werden konnten. Zutreffend hielt die
Vorinstanz daher fest, dass das Bundesamt für Migration und das
Bundesverwaltungsgericht die Voraussetzungen für eine vorläufige Aufnahme
abschliessend geprüft und als nicht gegeben erachtet haben. Die entsprechenden
Asyl- und Wegweisungsentscheide sind für die kantonalen Behörden verbindlich
(Art. 46 Abs. 1 AsylG). Die weggewiesene ausländische Person hat wie erwähnt kein
Antragsrecht und keinen Anspruch, ein entsprechendes Verfahren in Gang zu setzen
(vgl. Zünd/Arquint Hill, a.a.O., Rz. 8.103). Das Verfahren der vorläufigen Aufnahme
bezweckt nicht, nach rechtskräftiger Beurteilung eines Asylgesuchs ein weiteres
Verfahren zu eröffnen, in dem Asylgründe vorgetragen werden können. Der
Beschwerdeführer äusserte übrigens anlässlich der Eröffnung einer Einreisesperre, er
wolle die Schweiz nicht verlassen, da seine Freundin hier wohne. Soweit er auch
Gründe vortrug bzw. vorträgt, für deren Prüfung die Asylbehörden zuständig sind, ist
der Beschwerdeführer ausdrücklich auf die Möglichkeit eines
Wiedererwägungsgesuchs hingewiesen worden. Dass die Ausschaffung des
Beschwerdeführers wegen dessen gesundheitlicher Probleme nicht vollzogen werden
konnte, stellt keine Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs dar. Nach den
vorliegenden Akten bestehen keine Anhaltspunkte, dass der Wegweisungsvollzug
infolge der gesundheitlichen Probleme beim erfolglosen Ausschaffungsversuch
unmöglich oder unzumutbar ist. Der Beschwerdeführer kehrte offenbar nach der
Untersuchung im Spital Aarau selbständig in seine Aufenthaltsgemeinde W. zurück. In
der Beschwerde macht er keine weiteren konkreten Angaben zu allfälligen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Aufgrund der vorliegenden Umstände kann es
daher nicht als rechtswidrig oder gar willkürlich qualifiziert werden, dass das
Ausländeramt dem Bundesamt für Migration kein Gesuch um vorläufige Aufnahme
unterbreitete.
Daraus folgt, dass das Ausländeramt zu Recht auf das entsprechende Begehren des
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Der Einwand des Beschwerdeführers, er habe
neue Belege für die Berechtigung seiner Asylanträge, weshalb er mit diesen Unterlagen
die Sache beim Bundesamt für Migration neu aufrollen werde, zeigt, dass sich der
Beschwerdeführer bewusst ist, dass er die von ihm vorgebrachten Gründe bei den
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Asylbehörden vortragen muss. Nicht stichhaltig ist weiter der Einwand, es entspreche
nicht den Tatsachen, dass der Beschwerdeführer der Wegweisungsverfügung nicht
nachgekommen sei. Die Meldung beim Polizeiposten stellt keine Befolgung der
Wegweisung dar. Der Beschwerdeführer wäre verpflichtet gewesen, die Schweiz zu
verlassen. Dieser Pflicht ist er nicht freiwillig nachgekommen. Allein der Umstand, dass
sich eine Person klaglos verhält, würde übrigens keinen Anspruch auf Erteilung einer
Härtefallbewilligung oder der Gewährung der vorläufigen Aufnahme verschaffen. Das
Gesuch um vorläufige Aufnahme bzw. um Erteilung einer Härtefallbewilligung bezweckt
offensichtlich, den Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz zu verlängern.
Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher
Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht