# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 525ee350-e936-46ba-bd9c-a68236e32544
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Mit Entscheid vom 24. Februar 2022 der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (KESB) wurde A._ fürsorgerisch untergebracht. Gegen den Entscheid erhob A._ beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. Diese wurde am 18. März 2022 abgewiesen.
B. A._ wurde am 18. Mai 2022 durch die Polizei in die B._ der D._ zurückgeführt, nachdem seit dem 20. April 2022 nach ihr gefahndet worden war. Die B._ erstellte am 19. Mai 2022 einen Behandlungsplan für die bei A._ diagnostizierte hebephrene Schizophrenie.
C. Am 13. Juni 2022 ordnete die B._ eine Behandlung ohne Zustimmung an.
D. Gegen die vorgenannte Anordnung erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 14. Juni 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden.
E. Der angeforderte Bericht der B._ mit den wesentlichen Klinikakten ging am 16. Juni 2022 beim Kantonsgericht ein.
F. Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Juni 2022 beauftragte der Vorsitzende der I. Zivilkammer Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit der Erstellung eines Gutachtens zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und zur Notwendigkeit der angeordneten Behandlung ohne Zustimmung. Das Gutachten erfolgte innert Frist am 19. Juni 2022.
G. Mit Schreiben vom 22. Juni 2022 orientierte die B._ das Kantonsgericht darüber, dass das Entlassungsbegehren der Beschwerdeführerin vom 21. Juni 2022 von der B._ abgelehnt worden war.
H. Die Hauptverhandlung, zu der mit Verfügung vom 21. Juni 2022 vorgeladen worden war, fand am 23. Juni 2022 statt. Es wird auf das separat ausgefertigte Protokoll verwiesen. Nach Durchführung der Urteilsberatung wurde gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.
Erwägungen
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Beschwerde gegen die Anordnung zur Behandlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung vom
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13. Juni 2022 (act. 01.1). Das Kantonsgericht ist die einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 4 ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB [BR 210.100]) und dementsprechend zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Die Beschwerde wurde von der Beschwerdeführerin innerhalb der in Art. 439 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen  Frist eingereicht (act. 01). Eine Begründung der Beschwerde war nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Demzufolge ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. Nicht Beschwerdethema bildet die am 24. Februar 2022 angeordnete fürsorgerische Unterbringung. Die dagegen erhobene Beschwerde hat das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 18. März 2022 abgewiesen (ZK1 22 41).
2. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich unter Vorbehalt der einschlägigen Bestimmungen des ZGB (Art. 450 ff. ZGB) nach kantonalem Recht (vgl. insb. Art. 60 EGzZGB). Für Beschwerdeverfahren betreffend fürsorgerische Unterbringungen sieht Art. 450e ZGB besondere Bestimmungen vor. So muss das Gericht bei psychischen Störungen gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person entscheiden (Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Kurzgutachten vom 19. Juni 2022 von Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, liegt dem Gericht vor (act. 05). Zudem muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören (Art. 450e Abs. 4 ZGB). Die Anhörung der Beschwerdeführerin fand anlässlich der Hauptverhandlung vom 23. Juni 2022 statt (act. 09). Das Kantonsgericht verfügt im vorliegenden Beschwerdeverfahren über volle Kognition (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 39 zu Art. 439 ZGB).

## Considerations