# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65ad0e32-f3db-4059-bc23-c0f9c50bd40e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
D
er 1941 geborene
Y._
,
Ehemann
von
X._
,
arbeitete seit dem 1.
Mai 1970 beim
Z._
und war dadurch bei den Winterthur-Versicherun
gen (heute AXA Versicherungen AG
, nachfolgend: AXA
) gegen die
Folgen von Unfällen versichert
als er sich am 2
6.
Oktober 1987
in suizidaler Absicht
mit einem Langgewehr in den Kopf schoss
und sich
ein schweres
Schädel
hirntrauma
mit spastischem
Hemisyndrom
links
zuzog
(Unfallmeldung vom 1
2.
Februar 1988,
Urk.
8/A1
,
Zwischenbericht der Höhenklinik
A._
vom 1
6.
August 1988,
Urk.
8/M2,
vgl. auch Psychiatrisches Gutachten
vom 1
1.
Juli 1988,
Urk.
8/M1
).
Die AXA
trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
8/A31,
Urk.
8/A27
,
Urk.
8/A24,
Urk.
8/A34
)
.
1989
wurde
erstmals
über
Grand Mal Anfälle
n
berichtet
(
Bericht des
B._
vom 2
0.
Juni 1989,
Urk.
8/M6).
In den folgenden Jahren manifestierten sich ausserdem ein organisches Psychosyndrom mit
Desorien
tiertheit
, Antriebs- und
Wesensstörungen (Berichte des Kantonalen
Kranken
heims
C._
vom 2
4.
August 1992,
1.
Juni 1993,
7.
Juni 1994 und 2
7.
Januar 1995, Urk. 8/M8-M11).
1999
erlitt
Y._
einen
zerebra
len Insult mit
residueller
Hemiparese des linken Arms (
vgl.
Bericht Spital
D._
vom
4.
März 2010,
Urk.
8/M14).
Sodann kam es i
m Februar 2010
zu einem
tonisch-klonischen Anfall
,
woraufhin ein subakut-chronisches
Sub
duralhämatom
temporo-parieltal
links
mit einer akuten Nachblutung im März 2010
diagnostiziert wurde
,
das
im
B._
anhand zweier Bohrlöcher
eva
kuiert
wurde
(
Bericht des
B._
vom 2
5.
März 2010,
Urk.
8/M17
+M20
)
.
Da eine relevante Besserung ausblieb und zudem Schluckstörungen auftraten
,
wurde
Y._
Ende März 2010
eine
PEG-Sonde eingelegt
(
Urk.
8/M16
,
Urk.
8/M22
).
In den Jahren 2011 bis 2014
unterzog er sich
eine
r
Langzeitphysiotherapie
zum Zwecke des
Gleichgewichts-, Geh- sowie Mus
kelaufbautrainings
(
Urk.
8/M29-31
,
Urk.
8/M33-34,
Urk.
8/M38,
Urk.
8/M41,
Urk.
8/M44,
Urk.
8/M49,
Urk.
8/M51-53
).
Bis zu seinem Tod am
6.
Juli 2015
(
Urk.
8/M56) hielt sich
Y._
in
den
Pflegeeinrichtungen
des
Kan
tonalen Krankenheim
s
C._
, der Stiftung
E._
sowie des
Pflegezent
rums
F._
auf (
Urk.
8/M5,
Urk.
8/A62,
Urk.
8/A112).
Zur Prüfung der Leistungsvoraussetzungen einer Witwenrente
gab
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und beratender Arzt der
AXA,
am
7.
Oktober 2015
eine Aktenbeurteilung ab (
Urk.
8/M58). Anfangs
2016 zog die AXA eine we
itere interne Stellungnahme bei
(Bericht
von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Neurologie und beratender Arzt der
AXA
,
vom 1
2.
Februar 2016,
Urk.
8/M60
)
.
Mit Verfügung vom
1
2.
Oktober
2015 verneinte die AXA einen Anspruch
der
Witwe
auf eine
Hinterlassenenrente
aus der obligatorischen Unfallversicherung
(Urk.
8/
A
152
). Die
von
X._
dagegen erhobene Einsprache vom 2.
November
2016 (Urk. 8/
A
155
)
wies die AXA
mit
Einspracheentscheid
vom
15.
April
2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
7
.
Mai
2016 Beschwerde und bean
tragte, es s
ei der Einspracheentscheid vom 15
.
April 2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine
Hinterlassenenrente
aus der obligatorischen Unfallversicherung im Sinne von
Art.
28 ff des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
1
.
Juli
2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was der
Beschwerdeführer
in
am 25.
Juli
2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9). Mit
unaufgefordert
eingereichter
Stellungnahme vom
3.
August 2016 teilte die
Beschwerdeführer
in dem Gericht mit, vollumfänglich an den Ausführungen gemäss Beschwerde vom 1
7.
Mai 2016 festzuhalten
(
Urk.
10).
Ausserdem legte sie die Honorarnote ihres Rechtvertreters auf (
Urk.
11).
Das Doppel der Eingabe der Beschwerde
führerin vom
3.
August 2016 wurde der Beschwerdegegnerin am
4.
August
2016 zur Stellungnahme innert angesetzter Frist
zugestellt
(
Urk.
12). Mit Ein
gabe vom
5.
September 2016 hielt die Beschwerdegegnerin
unter Beilage von
Urk.
15
(Vorlage/Fragekatalog an den beratenden Arzt
Dr.
H._
vom 1
9.
Januar 2016)
an ihren Anträgen gemäss Beschwerdeantwort v
om 2
1.
Juli 2016 fest (
Urk.
14)
. Die
Doppel
dieser
Eingabe
n
wurde
n der Beschwerdefüh
rerin am 6.
September 2016 zur Stellungnahme innert angesetzter Frist zugestellt (
Urk.
16).
Mit Eingabe vom
8.
September 2016 hielt die Beschwer
deführerin an ihren bisherigen Anträgen vollumfänglich fest (
Urk.
17), was der Beschwerdegegnerin am 9. September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die Entscheid
findung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 2
6.
Oktober 1987
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Gemäss
Art.
28
UVG
haben der überlebende Ehegatte und die Kinder Anspruch auf
Hinterlassenrente
, wenn der Versicherte an den Folgen des Unfalls (dem
gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufskrankheiten gleichgestellt sind) stirbt.
Dies stellt einen - vom Tod der versicherten Person abgeleiteten - selbständigen Anspruch dar (BGE 135 V 153 Erw. 4.4 S. 1
58 f. und Erw. 4.11 S. 161 f.).
1.2.2
Für das Bestehen des Anspruchs auf
Hinterlassenenleistungen
ist vorausge
setzt, dass der Versicherte „an den Folgen eines versicherten Ereignisses stirbt“ (Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht,
2.
Auflage Bern 1989, S. 426).
Damit ist das Erfordernis des
rechtsgenüglichen
Kausalzusammenhangs zwi
schen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Tod) angesprochen, wonach die
Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG voraus
setzt
, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als ein
getr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur glei
chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein
Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesund
heitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versi
cherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Stö
rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.3
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119
V
335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Es ist somit zu prüfen, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zwischen
dem Tod des Versicherten und dem anerkannten Unfall
ein natürlicher Kau
salzusammenhang anzunehmen ist.
D
ies ist eine Tatfrage, für deren Beant
wortung in erster Linie auf die medizinischen Beurteilungen abzustellen ist. Ist der natürliche Kausalzusammenhang nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, ist eine zwingende Anspruchsvoraussetzung nicht erfüllt und es besteht keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegeg
nerin stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
die behandelnden und beratenden Ärzte seien übereinstimmend zum Schluss gekommen, zwischen dem
Unfall
ereignis
und dem
Tod von
Y._
sei ein Kausalz
usammenhang nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Vielmehr handle es sich um einen natürlichen Todesfall aufgrund einer beidseitigen Lungenentzün
dung. Selbst wenn
gewisse
gesundheitliche Vorkommnisse noch in einem
- allenfalls teilweisen – Kausalz
usammenhang zum Unfallereignis stünden, so könne nicht von einer generellen Verschlechterung der gesundheitlichen Situation ausgegangen werden, welche schliesslich zum Tod
geführt habe. Damit bestehe kein Anspruch auf die Ausrichtung
einer
Hinterlassenenrente
(Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor,
Y._
habe seit dem anerkannten Unfallereignis vom 2
6.
Oktober 1987 permanent an verschiedenen Unfallfolgen gelitten. Insbesondere habe er immer wieder an Krampfanfällen, Schluckstörungen, Problemen mit der Nahrungsaufnahme sowie mit der Lunge (Aspirationspneumonie und Lun
gen-Tbc) gelitten. Gemäss Informationen aus dem Internet handle es sich dabei um völlig typische Folgen eines Schädelhirntraumas (
Urk.
1 S. 6).
Die
Beschwerdegegnerin
habe
nicht berücksichtigt, dass
bei
Y._
eben gerade wegen dem Unfall im Jahre 1987 immer wieder Schluck- und
Lun
genprobleme
aufgetreten
sei
en
und es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur deswegen überhaupt
zur
Lungenentzündung, welche
schliesslich
zu sei
nem Tode geführt habe, gekommen sei. Insbesondere genüge es
rechtspre
chungsgemäss
, wenn der Unfall für den Tod
zumindest
eine Teilursache dar
stelle. Die Tatsachen, dass sämtliche Vorfahren von
Y._
durch
schnittlich 90 Jahre alt geworden seien und die durchschnittliche Lebenser
wartung von Männern in der Schweiz generell bei mehr als 80 Jahre liege, erhelle zusätzlich, dass der Tod von
Y._
unnatürlich früh einge
treten sei (
Urk.
1 S. 7). So habe denn auch der zuletzt behandelnde
Arzt
Dr.
I._
bestätigt,
Y._
sei
an den Folgen des Unfalls vom
2
6.
Oktober 1987 verstorben
.
Gemäss der Beweismaxime, wonach die soge
nannten spontanen Aussagen in der Regel unbefangener und zuverlässiger seien als spätere Darstellungen, verdiene diese klare Aussage besondere Beachtung.
Demgegenüber habe
der
beratende Art der Beschwerdegegnerin,
Dr.
G._
,
Y._
nie persönlich gesehen. Im Übrigen lasse seine Beurteilung wesentliche Diagnosen und Anfälle (insbesondere diverse Krampfanfälle und Hinweise auf Schluck- und Lungenprobleme
) ausser Acht (
Urk.
1 S. 8) und habe
Dr.
G._
seine Einschätzung in keiner Weise begründet.
Auch der
zweite beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
H._
, habe die Aktenlage nicht vollständig wiedergegeben
und insbe
sondere den Umstand ausser Acht gelassen, dass in den Akten mehrere Hin
weise auf Schluckbeschwerden vorhanden seien
.
Im Übrigen habe
Dr.
H._
klar die Meinung vertreten, dass sowohl die epileptischen Anfälle bis 1989 als auch diejenigen im Jahr 2010 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfalls 1987 eingestuft werden müssten. Damit sei
Dr.
H._
derselben Meinung wie
Dr.
I._
und anderer Ansicht als
Dr.
G._
(
Urk.
1 S. 10
). Hinweise auf einen natürlichen Tod gebe es in
casu
keine. Im Zweifelsfalle sei ein gerichtliches Gutachten aus dem Bereich der Neurologie, eventuell Pneumologie, einzuholen (
Urk.
1 S. 11).
Nachdem die
Beschwerde
gegnerin
den Unfall von 1987 anerkannt habe,
liege es
rechtsprechungsge
mäss
nunmehr an ihr
zu beweisen, dass der Tod von
Y._
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf Ursachen beruhe, wel
che nichts mit dem Unfall von 1987 zu tun hätten
(
Urk.
1 S. 12)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus,
allein der Umstand, dass
Schluckstörungen resp. der Verdacht auf solche
sowie Aspirationspneumonie
in den Akten verschiedentlich dokumentiert
worden
seien
,
v
ermöge einen Kausalzusammenhang
zum Unfall im Jahre 1987 nicht zu beweisen (
Urk.
7 S. 7).
Zwar
seien in den Jahren 1988/89 tat
sächlich Schluckschwierigkeiten festgehalten worden. Entscheidend sei dem
gegenüber einzig der Zustand, in welchem sich
Y._
vor seinem Tod befunden habe und nicht etwa derjenige in den Jahren 1988/89 oder in
den
Jahren
danach
.
Jedenfalls
seien in
den Jahren vor seinem Tod
weder Schluckstörungen noch Lungenprobleme
explizit
festgehalten worden
. Ins
besondere
sei
in den vorliegenden Akten lediglich der Verdacht auf eine Aspirationspneumonie festgehalten
worden. Dieser sei schliesslich
durch den Schädel-CT-Nachweis eines
Subduralhämatoms
temporo-patietal
links vom Tisch geräumt worden
(
Urk.
1 S. 9)
.
Im Übrigen sei die Familien
anamnese oder durchschnittliche
Lebenserwartung zur Beurteilung der Kausalität irre
levant. Sodann habe
Dr.
I._
auf entsprechende
Nachfragen eingeräumt,
nicht beurteilen
zu können
, ob die beidseitige Lungenentzündung eine
Kau
salfolge
des Unfalls
von
1987 sei. Die erste unbegründete Stellungnahme, wonach
Y._
an den Unfallfolgen von
1987 gestorben sei, könne damit nicht als Beleg für die Version der Beschwer
deführerin herangezogen werden (
Urk.
7 S. 11 f.).
Entgeg
en der Beschwerdeführerin habe
Dr.
H._
erklärt, die epileptischen Anfälle 2010 seien hauptsächlich als Folge des damals diagnostizierten
Subduralhämatoms
und eher als Unfallfolgen einzu
stufen. Eine sekundäre Epilepsie 2010 sei zu einem kleineren Teil auch
als
unfallkausal zu werten. Damit habe
Dr.
H._
keinesfalls klar die Meinung vertreten, die epileptischen Anfälle 1989 bis 2010 seien mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit als Unfallfolge zu taxieren
. Ausserdem habe
Dr.
G._
ausdrücklich festgehalten, die epileptischen Anfälle 2010 stünden nicht mit übe
rwiegender Wahrscheinlichkeit im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis von 1987 (
Urk.
7 S. 14 f.). Zusammenfassend habe k
ein behandelnder oder begutachtender Arzt - selbst der durch die Beschwerde
führerin angeführte behandelnde Arzt
Dr.
I._
-
einen
Kausalzusammen
hang zwischen dem
Unfall
vom 2
6.
Oktober 1987 und dem Tode
seintritt
am
6.
Juli 2015
bestätigt
. Die Berichte des behandelnden Arztes
Dr.
I._
und der begutachtenden Ä
rzte
Dr.
G._
und
Dr.
H._
würden
den Vor
gaben der Rechtsprechung
entsprechen
und
diese
hätten
insbesondere keine wesentlichen Aktenstücke
übersehen
(
Urk.
7 S. 15).
2.4
In der unaufgefordert zugestellten Stellungnahme vom
3.
August 2016
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen in der Beschwerde fest. Ergänzend
stellte
sie sich
im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe zu beweisen, dass der Tod von
Y._
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (auch nicht teilweise) auf das Unfallereignis im Jahr 1987 zurückzuführen sei (
Urk.
10 S. 2). Tatsache sei ferner, dass der Zustand von
Y._
kurz vor seinem Tod aufgrund seines Unfalls im Jahr 1987 sehr schlecht war. Andernfalls hätte die Beschwerdegegnerin denn auch nicht „aus Kulanz“ bis vor seinem Tod UVG-Leistungen erbracht
(
Urk.
10
S.
3). Sodann sei offensichtlich, dass die Diagnose eines
Subduralhämatoms
das Vorliegen einer Aspiratio
nspneumonie nicht ausschliesse. Entscheidend sei vielmehr, dass
Y._
, welcher unfallbedingt (mindestens) eine Lun
gen-Tbc sowie Aspirationspneumonie erlitten habe, letztendlich 13.5 Jahre vor dem landesweiten Durchschnitt an einer beidseitigen Lungenentzündung verstorben sei
(
Urk.
10 S.
4
).
2.5
Mit Stellungnahme vom
5.
September 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen in der Beschwerdeantwort fest. Ergänzend führte sie im Wesentlichen aus, im Zusammenhang mit der Frage nach der natürlichen Unfallkausalität des Todes von
Y._
treffe sie eine Abklärungs
pf
licht, nicht aber eine Pflicht
zu beweisen, dass der Tod nicht Folge des Unfalls sei (
Urk.
1
4
S. 2).
Dieser Abklärungspflicht sei sie nachgekommen (
Urk.
14 S. 6 f.).
Zwar
habe sie
(die Beschwerdegegnerin) bis zum
Tod
von
Y._
Leistungen nach UVG
erbracht. Daraus lasse sich indes nichts in Bezug auf allfällige
Hinterlass
enenleistungen
ableiten (
Urk.
14
S. 3). Wäre
Y._
an den Folgen der behaupteten Schluckstörunge
n
ver
stor
ben, so würde die Diagnose nicht auf respiratorische Globalinsuffizienz beidseits, sondern auf Aspirationspneumonie lauten.
Im Übrigen
würden keine
echt
zeitlichen
Berichte vorliegen, welche
kurz vor dem Tod
eseintritt
Probleme mit der Lunge ausweisen würden
(
Urk.
14 S. 3). Dasselbe gelte für die behaupteten Schluckstörungen (
Urk.
14 S. 4).
Die Diagnose eines
Subdural
hämatoms
schliesse eine Aspi
rationspneumonie zwar nicht aus
.
Allerdings sei der Verdacht auf eine Aspirationspneumonie bloss als mögliche Erklärung für die
Vigilanzminderung
in Erwägung gezogen worden, welche sich
in der Folge durch das diagnostizierte
Subduralhämatom
indes anders
habe
erklären
lassen (
Urk.
14 S. 4).
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin habe
Dr.
H._
festgehalten, der epileptische Anfall 2010 sei hauptsächlich als Folge des damals diagnostizierten
Subduralhämatoms
zu werten.
Mithin hätten nicht die epileptischen Anfälle zum
Subduralhämatom
geführt, son
dern sei letzteres die Ursache anschliessender epileptischer Anfälle gewesen. Entsprechend sei gemäss
Dr.
H._
nicht das
Subduralhämatom
zumindest teilweise unfallkausal, sondern nur eine allfällige sekundäre Epilepsie (
Urk.
14 S. 5
f.
)
.
2.6
In einer weiteren Stellungnahme vom
8.
September 2016 führte die Beschwer
deführerin im Wesentlichen
erneut
aus, die Beschwerdegegnerin verkenne, dass blosse Teilkausalitäten rechtsprechungsgemäss ausreichten
(
Urk.
17 S. 2)
. Entgegen der Beschwerdegegnerin sei
unter Hinweis auf die medizinische Aktenlage
ein
e
Aspirationspneumo
nie mehrmals diagnostiziert worden. Sodann seien zwischen 2000 und 2015 auch mehrfach Schluckstö
rungen in den Akten dokumentiert. Es sei daher von bleibenden und erhebli
chen Schluckstörungen auszugehen. Die Frage nach der Kausalität des Unfalls für den Tod von
Y._
müsse
daher
bejaht werden (
Urk.
17 S. 3).
3.
3.1
Gemäss
Zwischenbericht der
J._
vom 1
6.
August 1988
wurde
bei
Y._
ein schweres Schädelhirntrauma nach Schussver
letzung mit spastischem
Hemisyndrom
links diagnostiziert.
Unter Physiothe
rapie hätten gewisse Fortschritte im Bereich der Grobmotorik erzielt werden können
.
Durch Mundtraining und Sprachstimulation
hätten
sich auch Fort
schritte im Bereich der Schluckschwierigkeiten
gezeigt
. Es sei jedoch mit einer bleibenden hi
r
n
organischen Schädigung grösseren Ausmasses zu rech
nen (
Urk.
8/M2).
3.2
Von Juli bis September 1988 hielt sich
Y._
zur intensiven Rehabili
tation
in der
K._
auf
, primär zum Gehtraining sowie zur Verbesserung der Ess- und Schluck
funktionen
. Gemäss Bericht vom 17.
November 1988 hätten während der Hospitalisation nur sehr langsame Fortschritte bei stark wechselnder Bewusstseinslage erreicht werden können
.
Daraufhin
wurde
Y._
in die Höhenklinik
A._
zurückverlegt
(
Urk.
8/M3).
3.3
Gemäss Bericht der
J._
A._
vom 2
3.
November 1988
waren
die Rehabilitationsmöglichkeiten
dannzumal
ausgeschöpft. Es bestehe ein anhaltender Hirnsubstanzverlust mit einem hirnlokalen
psychoorgani
schen
Syndrom (
Urk.
8/M4).
Im Dezember 1988
wurde
Y._
im Kanton
alen Krankenkheim
C._
hospitalisiert
(
Urk.
8/M5).
3.4
Dem Bericht des
B._
vom 2
0.
Juni 1989 ist in somatischer Hinsicht ein statio
närer Verlauf zu entnehmen. Demgegenüber habe sich die psychische Situation eher verschlechtert. Der letzte Grand Mal Anfall habe sich im April 1989 zugetragen (
Urk.
8/M6, wobei keine Angaben über frühere Anfälle bestehen, vgl. 8/M7).
3.5
In den folgenden Jahren wurde im Wesentlichen ein unveränderter Zustand
bei Status nach Schädelhirntrauma
frontoparietal
rechts am 2
6.
Oktober 1987
mit motorischem
Hemisyndrom
links, zentraler
Facialparese
links, organi
schem Psychosyndrom mit Desorientiertheit und Antriebsstörung
sowie posttraumatische (sekundäre) Epilepsie dokumentiert
(Zwischenbericht
e
des
L._
vom 2
4.
August 1992
,
1.
Juni 199
3
,
7.
Juni 1994, 2
7.
Januar 1995,
Urk.
8/M8-11
).
3.6
Im Februar 2010 erlitt
Y._
einen epileptischen Anfall
mit
Zungen
biss
und Urinabgang
, woraufhin er
notfallmässig im
Spital
M._
zur Überwachung stationär aufgenommen
wurde
. Nach Angaben seiner Angehörigen habe es sich dabei um den ersten epileptischen Anfall seit 20 Jahren gehandelt (vgl.
Urk.
8/M16). Noch selben tags sei es zu einem weite
ren tonisch-klonisch generalisierten Krampfanfall gekommen. Der weitere Verlauf habe sich problemlos gestaltet, so dass
Y._
bei gutem Allgemeinzustand und anfallsfrei habe entlassen
werden können. Dem
Aus
trittsbericht
vom
4.
März 2010
sind – nebst dem bekannte
n Schädelhirn
trauma - folgende Diagnosen zu entnehmen
(
Urk.
8/M14)
:
-
Status nach zerebralem Insult 1999 mit
-
residueller
Hemiparese des linken Arms
-
Status nach Lungen-Tbc
-
Status nach symptomatischen
Bradykardien
-
DD Nebenwirkung
Carbamazepin
-
Thrombopenie
, vorbestehen
-
DD Nebenwirkung
Carbamazepin
3.7
Im März 2010 wurde
Y._
aufgrund eine
r
unklaren
Vigilanzminde
rung
mit Verdacht auf Aspirationspneumonie dem Spital
D._
zugeführt. Ein Schädel-CT ergab den Nachweis eines zweiseitigen
Subdural
hämatoms
temporo
-parietal links sowie einer kleinen Blutung
temporal
rechts. Die beurteilenden Ärzte kamen zum Schluss, retrospektive sei der epileptische Anfall vom Februar 2010 und die nachfolgende
Vigilanzminde
rung
am ehesten im Rahmen des vorliegenden
Subduralhämatoms
zu erklä
ren
(Verlegungsbericht des Spitals
D._
vom 1
8.
März 2010,
Urk.
8/M16)
.
3.8
Am 1
8.
März 2010 wurde das chronische
Subduralhämatom
links mittels zweier Bohrlöcher
im
B._
evakuiert. Der Eingriff erfolgte komplikation
s
los (vgl. Bericht des
B._
vom 2
5.
März 2010,
Urk.
8/M20).
3.9
Zufolge Schluckschwierigkeiten wurde
Y._
Ende März 2010
eine PEG-Sonde eingelegt, mittels welcher er zunächst vollständig
ernährt
wurde
. Im Mai 2010 trat insoweit
eine
Besserung ein, dass er nunmehr kleinere Mahlzeiten ohne Aspirationsgefahr oral einnehmen konnte.
Gleichzeitig wurde e
in Teil der Flüssigkeit und Nahrung zur Sicherung einer ausreichen
den Kalorienzufuhr weiterhin per Sonde ergänzt (vgl.
Urk.
8/M16,
Urk.
8/M22).
3.10
Nach Lage der vorliegenden
Akten litt
Y._
in den nachfolgenden Jahre
n
insbesondere an Urinkontinenz unklarer Ätiologie sowie an rezidi
vierenden Harnwegsinfektionen (
Urk.
8/M28,
Urk.
8/M36
,
Urk.
8/M48).
Im
Bericht vom 2
5.
September 2015
hielt
der zuletzt behandelnde Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für
Allgemeine Innere Medizin
und Leitender Arzt, Pflegezentrum
F._
, folgende Diagnosen
fest
(
Urk.
8/M57):
-
Zerebraler
Insult 1999
(1)
-
Subakut chronisches
Su
bduralhämatom
links 20.02.
2010, DD im Rah
men
zerebraler
Krampfanfall
(2)
-
Epilepsie, ED 20.02.
2010
-
m
ehrfach Bohrlochtrepanation, akute Nachblutung 03/2010 (
B._
)
-
Anlage PEG 03/2010 bei progredienter Dysphagie
-
Niereninsuffizienz
Stadium
IV
(3)
-
Harn- und Stuhlinkontinenz
(4)
-
neurogen bedingt
-
Arterielle Hypertonie, zuletzt unbehandelt
(5)
-
Status nach Lungen-Tbc
(6)
-
Status nach oberer gastrointestinaler Blutung 03/2010
(7)
-
Status nach symptomatischer Bradykardie und
Thrombopenie
2010
(8)
-
DD unter Therapie mit
Carbamazepin
-
Chronische Obstipation
(9)
3.
1
1
Seit 2010 hielt sich
Y._
b
is zu seinem Tod am
6.
Juli 2015 im
Pflegezentrum
F._
auf.
Dr.
I._
bestätigte mit Schreibe
n zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 1
1.
September 2015,
Y._
sei an den Unfallfolgen vom 2
6.
Oktober 1987 verstorben (
Urk.
8/M55). Auf entspre
chende Rückfragen führte er mit Schreiben vom 1
3.
Januar 2016 aus,
die Diagnosen 1,
2,
8 und 9
(vgl. E. 3.10)
seien seines Erachtens als mögliche Folgeerkrankungen des Unfalls von 1987 zu sehen
. Bei den Diagnosen 3, 4, 5, 6 und
7
(vgl. E. 3.10)
handle es sich seines Erachtens eher als
Begleiter
krankungen
. K
linisch habe zuletzt eine beidseitige Lungenentzündung vor
gelegen. Diese sei als mutmasslich wahrscheinlichste Todesursache anzuse
hen (Respiratorische Globalinsuffizienz bei Pneumonie beidseits). Ob die
se
letztlich eine Kausalfolge des Unfalls von 1987 gewesen sei, könne er
indes
nicht beurteilen (
Urk.
8/M59).
3.1
2
In seiner Aktenbeurteilung vom
7.
Oktober 2015 kam
Dr.
G._
zum Schluss,
Y._
habe
ungeachtet der traumatischen
Schädelhirnver
letzung
bereits 1999 einen
zerebrovaskulären
Insult mit
residueller
Hemi
parese des linken Arms erlitten
. Zur
entscheidenden Verschlechterung sei es
im
Februar 2010
aufgrund der epileptischen Anfälle
sowie des
diagnostizier
ten
Subduralhämatom
s
temporo
-parietal links gekommen. Diese Befunde und Erkrankungen, welche schliesslich zum Tod geführt hätten, würden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Unfallereignis von 1987 im Zusammenhang stehen (
Urk.
8/M58).
3.1
3
In seiner
Stellungnahme
vom 1
2.
Februar 2016 hielt
Dr.
H._
fest
,
das
Hemisyndrom
links 1988 sei anfänglich
eine
Unfallfolge. So sei der rechte Hirnlappen frontal geschädigt worden
,
was
sich jedoch
erfreulich zurückge
bildet
habe
. Der
z
erebrovaskuläre
Insult 1999 mit
residuel
ler
Hemiparese am Arm links stehe
eher im
Zusammenhang mit der arteriellen
Hypertonie
. Ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Unfall 1987 könne nicht bejaht werden.
Die epileptischen Anfälle 1989 seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Der epileptische Anfall 2010 sei hauptsäch
lich als Folge des damals diagnostizierten
Subduralhämatoms
zu werten. Gleichzeitig dürfe eine erhöhte
Epileptogenese
vom rechten Frontallappen angenommen werden, sodass eine sekundäre Epilepsie 2010 zu einem klei
neren Teil auch unfallkausal zu gelten habe. Das im Februar 2010 diagnosti
zierte
Subduralhämatom
sei nicht durch die Immobilität oder
Ernährungs
sc
hwierig
k
e
iten
erklärbar. Es könne in diesem Alter völlig unabhängig von jedem Unfall auftreten. Häufig genüge ein banaler Kopfanprall.
Der
Tod
sei
w
ahrscheinlich
durch eine beidseitige
Lungenentzündung eingetreten, was bei Bettlägerigkeit nach
Hemisyndrom
1999 bei einem 73-jährigen Patienten nicht erstaune. Einen überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zum Unfall von 1987 sei nicht auszumachen. Wäre eine Schädigung vom Hirn
stamm eingetreten und wäre der Schluckakt gestört gewesen,
so wäre eine Unfallkausalität eher zu befürworten. Da allerdings keinerlei Hinweise auf Schluckschwierigkeiten bestünden, sei das Auftreten der Lungenentzündung schicksalhaft
. Mithin könne die Lungenentzündung
nicht als Folge der vor allem rechts frontalen Hirnverletzung mit Amaurose rechts betrachtet werden
(
Urk.
8/M60
)
.
4.
4.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an
den Folgen
einer respiratori
schen Globalinsuffizienz bei beidseitiger Pneumonie verstarb (vgl.
Urk.
8/M59,
Urk.
8/M60 S. 2).
4.2
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, es sei unfallbedingt immer wieder zu Schluck-und Lungenprobleme
n
gekommen und es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur deswegen zur tödlichen Lungenentzündung gekommen (
Urk.
1 S. 7), ist dem zunächst entgegenzu
halten, dass den vorliegenden Akten einzig zu entnehmen ist, dass
Y._
in den Jahren 1988 und 2010 an Schluckschwierigkeiten
elitten
hatte
(
Urk.
8/M2,
Urk.
8/22), er Ende März 2010 vollständig mittels PEG-Sonde ernährt werden musste und sich die Schluckbeschwerden jedenfalls ab Mai 2010 dergestalt verbesserten, dass die orale Aufnahme kleinerer Mahlzeiten ohne Aspirationsgefahr wieder möglich wurde. Dass
Y._
bis zu seinem Tod an anhaltenden Schluckbeschwerden litt, ist den Akten jedenfalls nicht zu entnehmen und vermochte denn auch die Beschwerdeführerin nicht stichhaltig darzutun
(vgl. in diesem Zusammenhang auch die
Gesprächszu
sammenfassung
vom 1
8.
Februar 2011 hinsichtlich des Pflege- und
Überwa
chungsaufwandes
,
Urk.
10/A126, Rubriken Morgen- Mittag- und Nachtessen: Das Essen wird - nach allfälliger Vorbereitung wie Brot streichen und in Stü
cke schneiden - vorgelegt bzw. hingestellt und er nimmt unter Aufsicht die Medikamente ein).
Selbst wenn davon auszugehen wäre, so könnten Schluckschwierigkeiten zwar als mögliche (Teil-)Ursache der Lungenentzün
dung in Betracht gezogen werden, was denn auch die Beschwerdegegnerin nicht in Abrede stellt. Demgegenüber vermag die blosse Möglichkeit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbstredend nicht Genüge zu tun.
In diesem Zusammen
hang bleibt
denn
auch darauf hinzuweisen, dass
es
hier
– entgegen der irri
gen Vorstellung der Beschwerdeführerin
–
keine anspruchsaufhebende Tat
frage zu beurteilen gilt, sondern der für Hinterbliebenenleistungen
leistungs
begründenden
natürlichen Kausalzusammenhang, weshalb die Beweislast nicht beim Unfallversicherer, sondern bei der versicherten Person bzw. bei der leistungsbeanspruchenden Person liegt (Urteil des Bundesgerichtes 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
4.
3
Was die behaupteten Lungenprobleme betrifft (vgl.
Urk.
1 S. 6), so ist ledig
lich ein Status nach Lungen-Tbc (unbekannten Datums
, angeblich im letzten Schuljahr, vgl. Gutachten vom 1
1.
Juli 1988,
Urk.
10/M1
) sowie der Ver
dacht auf eine Aspirationspneumonie (
Urk.
8/M2) aktenkundig. Ganz zu schweigen davon, dass eine blosse Verdachtsdiagnose dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht standzuhalten vermag, ist damit auch ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum
Todes
eintritt
Jahrzehnte später
nicht ausgewiesen.
4.
4
Aus dem Umstand, dass sämtliche Vorfahren von
Y._
durchschnitt
lich 90 Jahre geworden seien und die durchschnittliche Lebens
erwartung von Männern in der Schweiz generell bei mehr als 80 Jahren liege (
Urk.
1 S. 7), vermag die Beschwerdeführerin selbstredend nichts zu ihrem Vorteil abzuleiten.
4.5
Sodann
räumte
auch
der behandelnde
Dr.
I._
mit Schreiben vom 13. Januar 2016 ein, nicht beurteilen zu können, ob die Todesursache letzt
endlich Kausalfolge des Unfalls von 1987 sei. Der Hinweis der Beschwerde
führerin auf die Beweismaxime „der Aussage der ersten Stunde“ (
Urk.
1 S. 8), wonach auf das Schreiben von
Dr.
G._
vom 11. September 2015 abzustellen sei, gemäss welchem
Y._
an den Unfallfolgen gestor
ben sei, erweist sich in diesem Zusammenhang als unbehelflich und geht ins Le
e
re.
4.6
I
m angefochtenen
Einspracheentscheid
stützte sich
d
ie Beschwerdegegnerin
vom 15
.
April
2016 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht
schliesslich
auf die
fachärztlich-
neurologische Stellungnahme von Dr.
H._
vom 12. Februar 2016, welche diese
r
in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
medizini
schen Akten
abgab.
Es
sind keine konkreten
Indizien
ersichtlich
, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr.
H._
sprechen
. Soweit
die Beschwerdeführerin moniert,
in
der
Kurzzusammenfassung
der Aktenlage
von
Dr.
H._
würden
„Hinweise auf diverse Krampfanfälle zwischen 1989 und 2010,
die
immer wieder
festgehaltene Schluckstörungen sowie auf
die Aspirationspneumonie im Jahre 2010“ fehlen
(
Urk.
1 S. 9)
,
so hat er
damit lediglich
die
Aktenlage
korrekt erfasst (vgl.
vorstehend
E. 4.
2
, E. 4.
3
).
M
it der Stellungnahme von
Dr.
H._
vom 12. Februar 2016
liegt
eine ebenso
aufschlussreich
e wie beweiskräftige Entscheidungsgrundlage vor, womit
– entgegen
der
Beschwerdeführer
in
–
auch
kein weiterer
Abklärungs
bedarf
besteht
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
Mit ihren übrigen Einwänden ist die Beschwerdeführerin mangels Relevanz nicht zu hören.
4.
7
Zusammenfassend
besteht
zwischen dem Todeseintritt am
6.
Juli 2015 und
der beim
Unfallereignis vom 2
6.
Oktober 1987
erlittenen rechtsfrontalen Hirnverletzung
kein überwiegend wahrscheinlicher (
natürlicher) Kausalzu
sammenhang
, weshalb
die Beschwerdegegnerin
den Anspruch de
r Beschwer
deführerin auf eine
Hinterlassenenrente
zu Recht verneinte.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
Ausgangsgemäss ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen.