# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 621e6473-967b-40d4-9409-bd43453cec27
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in Strafsachen, vom 4. Dezember 2012 (GG120040)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 20. September
2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 94).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im
Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB
- der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1
StGB
- der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und
- des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.
2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, wovon
53 Tage durch Haft erstanden sind, bestraft.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei
Jahre festgesetzt.
4. Auf die Zivilforderungen der Privatklägerin 1 (B._ GmbH in Liquidation)
wird nicht eingetreten.
5. Auf die Zivilforderung der Privatklägerin 2 (Café C._ in Liquidation) wird
nicht eingetreten.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den folgenden Privatklägern
Schadenersatz in nachfolgend genannter Höhe zu bezahlen:
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- Fr. 56'000.– plus 5 % Zins seit dem 02.08.2010 solidarisch an die
Privatkläger 3 (D._) oder 4 (E._)
- Fr. 6'000.– plus 5 % Zins seit dem 02.08.2010 an die Privatklägerin 4
(E._)
- Fr. 3'000.– plus 5 % Zins seit dem 02.08.2010 an die Privatklägerin 5
(F._)
- Fr. 2'000.– plus 5 % Zins seit dem 02.08.2010 an den Privatkläger 6
(G._)
- Fr. 18'800.– an die Privatklägerin 7 (Hotel H._ GmbH); im Umfang
von Fr. 8'136.80 wird die Privatklägerin 7 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen
- Fr. 19'000.– plus 5 % Zins seit dem 02.08.2010 an die Privatklägerin 8
(I._ GmbH in Liquidation)
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 3 (D._), 4
(E._), 5 (F._), 6 (G._) und 7 (Hotel H._ GmbH) eine
Parteientschädigung von je Fr. 1'000.– zu bezahlen.
8. Die folgenden Gegenstände werden bei den Akten belassen:
- 3 Pin-Karten (Access-Karten)
- 1 Kartenlesegerät Nr. ... mit Pin-Karte.
9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 2'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'980.– Kosten Kapo
Fr. 7'270.– Auslagen Untersuchung
Fr. 8'000.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. Kosten amtliche Verteidigung
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10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse
genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 4. Dezember 2012 sei in
seinen Dispositiv-Ziffern 1, 2, 6, 7, 9 und 10 Abs. 1 aufzuheben und wie
folgt (gemäss untenstehenden Anträgen 2 bis 5) abzuändern.
2. Der Berufungskläger sei vom betrügerischen Missbrauch einer
Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB, von der
Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
von der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und
vom Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB freizusprechen.
3. Dem Berufungskläger sei eine Entschädigung in Höhe von Fr. 10'800.–
für den Lohnausfall während der Untersuchungshaft und jenen infolge
der danach ausgesprochenen Kündigung zuzusprechen.
4. Dem Berufungskläger sei eine Genugtuung in Höhe von Fr. 11'600.–
für den erlittenen Freiheitsentzug während der 58 Tage
Untersuchungshaft zuzusprechen.
5. Die Zivilforderungen der Berufungsbeklagten 2 bis 7 seien
vollumfänglich auf den Zivilweg zu verweisen, soweit diese nicht
ohnehin abgewiesen werden.
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6. Die Kosten dieses Verfahrens und jene des vorinstanzlichen
Verfahrens seien den Berufungsbeklagten zu überbinden, und diese
seien zu verpflichten, dem Berufungskläger eine angemessene
Parteientschädigung sowohl für das Verfahren vor Vorinstanz als auch
das Berufungsverfahren auszurichten.
b) Der Staatsanwaltschaft See/Oberland:
(schriftlich; HD Urk. 128)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1. Mit Urteil vom 4. Dezember 2012 sprach das Bezirksgericht Hinwil,
Einzelgericht in Zivil- und Strafsachen, den Beschuldigten des betrügerischen
Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB,
der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der
Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des
Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig und bestrafte ihn mit
einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, wovon 53 Tage durch Haft erstanden
waren. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf
drei Jahre festgesetzt. Auf die Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 (B._
GmbH in Liquidation) und 2 (Café C._ in Liquidation) trat das Gericht nicht
ein. Es verpflichtete den Beschuldigten zur Bezahlung von Schadenersatz von
insgesamt Fr. 104'800.– und von Parteientschädigungen von je Fr. 1'000.– an die
Privatkläger 3 bis 8. Zudem entschied es, diverse Gegenstände bei den Akten zu
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belassen (HD Urk. 103 S. 7 ff.; HD Urk. 118 S. 34 f.). Das Urteil wurde
gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 10 ff.).
Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte mit Schreiben vom 10. Dezember
2012 fristgerecht Berufung anmelden (HD Urk. 105). Die begründete Fassung des
Urteils wurde den Parteien am 5. bzw. 6. März 2013 zugestellt (HD Urk. 113). Mit
Eingabe vom 25. März 2013 liess der Beschuldigte innert der zwanzigtägigen
Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die schriftliche Berufungserklärung einreichen (HD
Urk. 120). Er beantragt die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 1, 2, 6, 7, 9 und 10
Abs. 1; mithin sei er von den Vorwürfen des betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage, der Irreführung der Rechtspflege, der
Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs freizusprechen und es sei ihm
eine Entschädigung für den Lohnausfall von Fr. 10'800.– sowie eine Genugtuung
von Fr. 11'600.– für den erlittenen Freiheitsentzug zuzusprechen. Ferner seien
die Zivilforderungen der Berufungsbeklagten 2 bis 7 vollumfänglich auf den
Zivilweg zu verweisen, soweit diese nicht ohnehin abgewiesen würden (HD
Urk. 120 S. 2; vgl. auch HD Urk. 131 S. 1 f.).
Mit Präsidialverfügung vom 10. April 2013 wurde der Anklagebehörde sowie
den Privatklägern eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um Anschlussberufung zu
erheben oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen
(HD Urk. 123). Der Leitende Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft See/Oberland
erklärte mit Schreiben vom 2. Mai 2013 auf Anschlussberufung zu verzichten und
die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu beantragen (HD Urk. 128). Die
Privatkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen.
Demnach ist das erstinstanzliche Urteil unangefochten geblieben hinsichtlich
Dispositiv-Ziffern 4 und 5 (Nichteintreten auf die Zivilforderungen der
Privatklägerinnen 1 und 2) sowie 8 (Belassen von Gegenständen bei den Akten).
Es ist folglich vorab festzustellen, dass diese Punkte bereits in Rechtskraft
erwachsen sind.
Die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 3 (Gewährung des bedingten
Strafvollzuges) liess der Beschuldigte nicht beantragen (vgl. HD Urk. 120 S. 2; HD
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Urk. 131 S. 1) und dies war auch nicht erforderlich. Eine Beschränkung der
Berufung nur auf die Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist in Art. 399
Abs. 4 StPO nämlich nicht vorgesehen; die Berufung kann lediglich auf die
Bemessung der Strafe beschränkt werden. Es fallen also beide Aspekte – die
Strafzumessung und die Frage des bedingten Vollzugs – unter lit. b von Art. 399
Abs. 4 StPO (vgl. HUG in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung,
Zürich 2010, N 20 zu Art. 399), weshalb auch Dispositiv-Ziffer 3 als vom
Beschuldigten angefochten zu gelten hat und noch nicht in Rechtskraft erwachsen
ist.
2. Die Parteien liessen für das Berufungsverfahren keine Beweisanträge
stellen (HD Urk. 120 und 128; Prot. II S. 6).
3. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft
getreten. Da der angefochtene Entscheid nach diesem Zeitpunkt gefällt wurde, gilt
für das vorliegende Berufungsverfahren neues Recht (Art. 454 Abs. 1 StPO).
Verfahrenshandlungen, die vor dem Inkrafttreten der neuen Strafprozessordnung
angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten aber ihre Gültigkeit (Art. 448
Abs. 2 StPO).
II. Sachverhalt
1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am
1. August 2010, vor 20.00 Uhr, in J._ gewaltsam in die Räumlichkeiten der
Firma "B._ GmbH" eingedrungen zu sein. An seinem früheren Arbeitsort in
einem Nebenraum habe der Beschuldigte mehrere Versuche unternommen, Geld
auf sein eigenes Bankkonto zu transferieren. Diese Versuche seien gescheitert,
weil er die K._ AG ... [Bank] als Begünstigte angegeben habe. Als er sich
selber bzw. sein Bankkonto bei der K._ AG ... aufgeführt habe, habe er am
2. August 2010, in der Zeit von 01.30 Uhr bis 01.40 Uhr, Geldtransfers im
Gesamtbetrag von Fr. 111'200.– ausführen können. Am selben Tag frühmorgens
sei der Beschuldigte von J._ zum Flughafen Kloten gefahren. Beim
Bankomaten der K._-Filiale am Flughafen Kloten habe er kontrolliert, ob die
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Geldtransfers erfolgreich gewesen seien. Als er deren Erfolg festgestellt gehabt
habe, habe er sich in die Räumlichkeiten der Bank begeben und die Auszahlung
des Bargeldes im Betrag von Fr. 110'000.– verlangt. Nach der Kontrolle der
erforderlichen Unterlagen in einem speziell abgetrennten Raum (Diskretschalter)
habe die Bankangestellte dem Beschuldigten den gewünschten Geldbetrag
ausbezahlt, worauf der Beschuldigte das Bargeld an sich genommen und die
Bankfiliale verlassen habe (HD Urk. 94 S. 2 ff.).
Der Beschuldigte stellt den Sachverhalt gänzlich anders dar: Er habe sich
am Abend des 1. August 2010 in seinem von ihm gemieteten Hobbyraum,
welcher sich im gleichen Gebäude wie die Büroräumlichkeiten der Firma "B._
GmbH" befunden habe, aufgehalten und Schallplatten aufgelegt. Um 20.10 Uhr
sei an die Türe geklopft worden. Als er die Türe geöffnet habe, sei er am Kopf von
einem Faustschlag getroffen worden. Vier unbekannte Männer seien in den
Hobbyraum eingedrungen, drei Männer hätten indessen den Raum wieder
verlassen und ein Unbekannter habe ihn gefangen gehalten und bewacht. Nach
ungefähr zwei bis drei Stunden sei ihm ein Papiersack über den Kopf gestülpt
worden; zusammen mit den Männern habe er das Gebäude durch den
Haupteingang verlassen und in einem Auto Platz nehmen müssen. Sie seien
längere Zeit umhergefahren. Danach hätten die Männer das Auto verlassen, er
sei für ca. fünf Minuten allein gewesen. Einen Fluchtversuch habe er nicht
unternommen, da konkrete Drohungen bezüglich seiner Ehefrau und seines
Kindes ausgesprochen worden seien. Zwei Unbekannte seien wieder zum
Personenwagen zurückgekehrt, worauf die Fahrt für zwei bis drei Stunden
weitergeführt worden sei. Schliesslich seien auch die anderen beiden Männer
wieder zugestiegen; es sei gejubelt worden, dass es geklappt habe. Daraufhin sei
er angewiesen worden, zur Bank zu gehen und Fr. 110'000.– von seinem Konto
abzuheben. Sie hätten ihm dabei erneut gedroht, wenn er dies nicht tun würde,
würde er seine Ehefrau und sein Kind nie mehr sehen. In der Nähe des Bahnhofs
Glattbrugg sei er aus dem Auto ausgestiegen und mit dem Tram Nr. 10 an den
Flughafen gefahren. Er habe sich zur Filiale der K._ AG begeben und sich
den von den Tätern erwähnten Bargeldbetrag auszahlen lassen. Daraufhin sei er
mit einem Taxi nach Glattbrugg zurückgefahren, wo er das Geld den
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Unbekannten ausgehändigt habe. Er habe wiederum in den Personenwagen
einsteigen müssen, erneut sei ihm ein Papiersack über den Kopf gestülpt worden.
Anschliessend seien sie im Auto weitergefahren. In Flurlingen hätten die
Unbekannten ihn geheissen auszusteigen, worauf er zwei Passantinnen getroffen
und sie gebeten habe, die Polizei zu rufen (HD Urk. 6 S. 2 ff.). An diesen
Ausführungen hielt der Beschuldigte während des gesamten Untersuchungs-, im
erstinstanzlichen und im Berufungsverfahren fest (vgl. HD Urk. 7 S. 2; HD Urk. 14
S. 2 und S. 15 ff.; HD Urk. 27a S. 4 ff.; HD Urk. 31 S. 2; HD Urk. 49 S. 4 f.; HD
Urk. 98 S. 5 ff.; Prot. II S. 14 und S. 16).
2. Die Vorinstanz hat sich eingehend mit der Sachverhaltsdarstellung des
Beschuldigten und den Vorbringen seiner Verteidigung auseinandergesetzt und
ist mit überzeugenden Argumenten zum Schluss gekommen, dass die
Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten gänzlich unglaubhaft erscheine. Es
sei somit erstellt, dass der Beschuldigte gewaltsam in die Räumlichkeiten der
"B._ GmbH" eingedrungen sei und ohne dazu berechtigt zu sein, den
angeklagten Deliktsbetrag von den Konti der Privatkläger auf sein eigenes
transferierte und von dort abhob, ohne in diesem Zusammenhang irgendwie von
Dritten bedroht oder dazu gezwungen worden zu sein (HD Urk. 118 S. 22).
Die Erwägungen der Vorinstanz erweisen sich als nachvollziehbar und
überzeugend, so dass vorab – zur Vermeidung von Wiederholungen – darauf
verwiesen werden kann (HD Urk. 118 S. 7-22). Die folgenden Ausführungen, die
der Darstellung der Abläufe gemäss der Version des Beschuldigten folgen, sind
daher lediglich ergänzender, präzisierender und teilweise wiederholender Natur:
3.1 Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass nicht nachvollziehbar sei,
weshalb dem Beschuldigten völlig unbekannte Personen einerseits haben wissen
können, dass er an besagter Adresse einen Hobbyraum besitze, und dass sich
der Beschuldigte ausserdem ausgerechnet an jenem 1. August 2010 zu fraglicher
Uhrzeit in jenem Hobbyraum aufgehalten habe. Der Beschuldigte war denn auch
nicht in der Lage auf die Frage, wie die Täterschaft hätte wissen sollen, dass er
sich an diesem Sonntag, 1. August 2010, in seinem Hobbyraum aufgehalten
habe, eine schlüssige Antwort zu liefern. Er gab zu Protokoll, er könne es nicht
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erklären. Er mache dort Musik. Vielleicht sei er irgendjemandem im Weg
gestanden. Er wisse es nicht. Keine Ahnung. Er habe einen Fehler gemacht, als
er gesagt habe, es habe nur seine Familie gewusst. Alle die dort arbeiten würden,
wüssten auch, dass er dort Musik mache (HD Urk. 14 S. 16). Der Beschuldigte
konnte demnach nicht einmal Erklärungsansätze liefern. Ins Bild passt, dass die
Türe des Hobbyraums des Beschuldigten am 3. August 2010 verschlossen
vorgefunden wurde und mit dem sich bei den Effekten des Beschuldigten
befindlichen Schlüssel zuerst aufgeschlossen werden musste (HD Urk. 1 S. 8).
Die vier Unbekannten hätten somit vor dem Verlassen des Gebäudes die Türe
zum Hobbyraum mit einem Schlüssel abschliessen müssen. Dies ist lebensfremd
und lässt sich mit den Darstellungen des Beschuldigten, wonach er überfallen
worden sei, nicht in Einklang bringen, insbesondere wenn man sich das Ausmass
der Zerstörung in den Büroräumlichkeiten der "B._ GmbH" vor Augen führt
(HD Urk. 3 S. 8-14). Der Beschuldigte konnte denn auch keine plausible
Erklärung angeben. Er führte aus, er wisse nicht, wer seinen Hobbyraum
abgeschlossen habe. Er habe nicht gewusst, dass der Hobbyraum abgeschlossen
worden sei (HD Urk. 14 S. 22).
3.2 Der Beschuldigte gab an, um ca. 20.10 Uhr sei an die Türe geklopft
und, als er die Türe geöffnet gehabt habe, sei er am Kopf von einem Faustschlag
getroffen worden. Der Schlag sei so heftig gewesen, dass er ca. einen halben
Meter nach hinten geflogen und zu Boden gegangen sei (HD Urk. 6 S. 2 f.). Die
Vorinstanz hielt dazu fest, dass bei einem Schlag mit solcher Heftigkeit in der
Regel die Haut platze, Hämatome sichtbar seien oder jedenfalls eine deutlich
sichtbare Schwellung resultiere (HD Urk. 118 S. 16). Dem kann beigepflichtet
werden. Zwar führte der Beschuldigte aus, die linke Seite sei in der ersten Zeit
ziemlich angeschwollen gewesen (HD Urk. 14 S. 18). Allerdings gab die
Kassenchefin der K._-Filiale am Flughafen Kloten, Frau L._, die mit
dem Beschuldigten immerhin ein drei- bis fünfminütiges Gespräch geführt hatte
und ihm anschliessend den Betrag von Fr. 110'000.– ausgehändigt hatte, als
Zeugin zu Protokoll, sie habe keine Verletzungen gesehen (HD Urk. 19 S. 2 ff.).
Auch dieser Umstand spricht somit nicht für die Darstellung des Beschuldigten,
insbesondere da der Beschuldigte vom Aufpasser noch einen weiteren Schlag mit
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dem Schuh erhalten haben will (HD Urk. 6 S. 3). Die Version des Beschuldigten
(keine Verletzung trotz Schlag) kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden,
da es theoretisch denkbar – wenn auch unwahrscheinlich – wäre, dass die Zeugin
L._ die Verletzung des Beschuldigten einfach nicht wahrnahm oder dass er
tatsächlich keine Blessuren davon getragen hat. Weitere Zweifel an der
Darstellung des Beschuldigten ergeben sich aber, da er anlässlich seiner
Befragung an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung plötzlich von noch einem
weiteren Schlag auf den Hinterkopf sprach und im Gegensatz zu seinen
Ausführungen am 11. August 2010 (HD Urk. 14) nun wieder angab, er sei nicht
grob verletzt worden, er habe keine sichtbaren Verletzungen davon getragen (HD
Urk. 98 S. 6).
3.3 Seltsam mutet auch an, dass der Beschuldigte nicht fähig war,
genauere Angaben zu den vier angeblichen Tätern zu machen. Zunächst ist auf
eine Unstimmigkeit betreffend den Schweizerdeutsch sprechenden Täter
hinzuweisen: In der Einvernahme vom 2. August 2010 beschrieb der Beschuldigte
ihn als Nordländer (HD Urk. 6 S. 9); in der Einvernahme vom 11. August 2010,
also nur neun Tage später, sprach er von längeren dunkleren Haaren (HD Urk. 14
S. 24). Dies passt nicht zusammen. Wenn jemand eine andere, ihm unbekannte
Person als nordländisch beschreibt, ist davon auszugehen, dass sie eher hellere
– und nicht dunkle, wie vom Beschuldigten ausgeführt – Haare hat. Der
Vorinstanz ist im Weiteren zuzustimmen, dass kaum nachvollzogen werden kann,
weshalb der Beschuldigte nicht einmal die Marke der weissen Sportschuhe seines
Aufpassers erkennen konnte (vgl. HD Urk. 14 S. 18), zumal er mehrere Stunden
mit ihm in einem Raum verbrachte, nicht aufschauen und demzufolge höchstens
die Schuhe des Bewachers gesehen haben kann. Auffallend ist auch, dass der
Beschuldigte nur das Aussehen zweier der vier Täter etwas genauer beschreiben
konnte. Dies erstaunt, selbst wenn man in Betracht zieht, dass der Beschuldigte
während einer gewissen Zeit einen Papiersack über dem Kopf gehabt haben will,
verbrachte der Beschuldigte doch fast zwölf Stunden mit den Tätern und hat
während dieser Zeit gemäss seinen eigenen Angaben nicht geschlafen (HD
Urk. 14 S. 26). Hingegen erkannte er bei einem der Täter – einem derjenigen, den
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er im Übrigen kaum gesehen hat –, dass er einen synthetischen Trainingsanzug
trug (HD Urk. 6 S. 10). Das passt nicht ins Bild.
Auch an die Inhalte der von den angeblichen Tätern geführten Gespräche
auf Deutsch vermochte der Beschuldigte sich nicht zu erinnern; schwammig und
unbestimmt führte er in der ersten Einvernahme aus, sie hätten dieses und jenes
gesprochen (HD Urk. 6 S. 5). Später gab er an, er habe sich nicht alles merken
können, sie hätten eigentlich immer über das Gleiche geredet, dass sie hoffen
würden, dass es klappe. Keine Ahnung. Details wisse er nicht. Einer habe sicher
gewusst, wovon er rede. Das sei der Kopf der Bande gewesen, er habe einfach
Befehle gegeben. Die Durchführung (HD Urk. 14 S. 23).
3.4. Die Schilderungen des Beschuldigten, wonach die Täter ihm einen
Papiersack über den Kopf gestülpt hätten, erscheinen ebenfalls wenig glaubhaft.
Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass der Beschuldigte den Sack
teilweise unterschiedlich beschrieben hat, einerseits als Plastiksack und
andererseits als Papiersack (HD Urk. 14 S. 21 und S. 22). Vielmehr ins Gewicht
fällt jedoch die Tatsache, dass eine Person mit einem übergestülpten Sack in der
Öffentlichkeit überall auffallen dürfte. Welchem Zweck der Sack hätte dienen
sollen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Täter mit dem Beschuldigten
ohne genaues Ziel herumgefahren seien, kann nicht nachvollzogen werden. Auch
diesbezüglich ist dem Vorrichter vollumfänglich beizupflichten. Es versteht sich
von selbst, dass deshalb unerklärlich ist, wie der Beschuldigte mit einem Sack
über dem Kopf erkennen konnte, dass er zu einem Fahrzeug ca. auf dem dritten
oder vierten Parkfeld geführt wurde (HD Urk. 6 S. 4). Die Verteidigung bringt
hierzu vor, dies sei nicht verwunderlich, da sich der Beschuldigte seit dem
Februar 2010 praktisch jeden Tag in der Liegenschaft, in der sich die
Geschäftsräume der B._ GmbH sowie sein Hobbyraum befanden,
aufgehalten und den Weg vom Hauseingang über den Parkplatz unzählige Male
zurückgelegt habe. Es sei deshalb nicht als Phantasiemerkmal zu werten, wenn
jemand Rückschluss auf die ungefähre Parksituation des Wagens habe nehmen
können (HD Urk. 131 S. 8). Dem kann dem Grundsatz nach beigepflichtet
werden; man kann sich beispielsweise in der eigenen Wohnung auch im Dunkeln
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problemlos zurechtfinden. Gemäss Darstellung der Verteidigung befand sich der
Beschuldigte allerdings in einer absoluten Ausnahmesituation und konnte sich
deshalb nicht mehr auf Details – wie etwa den genauen Fahrzeugtyp – achten
(HD Urk. 131 S. 9). Dass er in einer solchen absoluten Ausnahmesituation den
Standort des parkierten Fahrzeugs trotz Sack über dem Kopf eruieren konnte, ist
deswegen nicht bzw. kaum vorstellbar. Dieser Argumentation der Verteidigung
kann daher nicht gefolgt werden.
3.5. Betreffend die angeblichen Drohungen ist festzuhalten, dass die
diesbezüglichen Aussagen des Beschuldigten auffallend blass und nichtssagend
bleiben. Details gab der Beschuldigte nie zu Protokoll. Dass die Drohungen im
Hobbyraum, als der Aufpasser das Foto der Familie des Beschuldigten entdeckt
hatte, noch nicht konkret waren (vgl. HD Urk. 6 S. 5), erscheint noch als möglich.
Die späteren Drohungen im Vorfeld des Geldbezuges konnte der Beschuldigte
aber auch nicht näher beschreiben (vgl. HD Urk. 6 S. 5 f.; HD Urk. 98 S. 7). Es
bleiben daher erhebliche Zweifel, ob tatsächlich Drohungen gegen die Familie des
Beschuldigten ausgestossen wurden.
3.6 Der Beschuldigte führte aus, dass irgendwann die anderen beiden
(Täter) wieder zu ihnen ins Auto gestiegen seien. Alle hätten gejubelt und gesagt,
yes, es habe geklappt (HD Urk. 6 S. 5). Dass die in der Anklageschrift
aufgeführten Geldtransfers auf das Konto des Beschuldigten stattfanden, wird von
keiner Seite in Frage gestellt und ist mittels Urkunden hinreichend belegt (HD
Urk. 17/2 = HD Urk. 50/10; HD Urk. 17/4 = HD Urk. 50/10; HD Urk. 17/3 = HD
Urk. 50/10; HD Urk. 17/5 = HD Urk. 50/10; HD Urk. 9/6 = HD Urk. 17/7 = HD
Urk. 50/4; HD Urk. 9/5 = HD Urk. 17/6 = HD Urk. 50/2; HD Urk. 9/7 = HD Urk. 17/8
= HD Urk. 50/3).
3.7 Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass das Vorgehen mit der
Tramfahrt von Glattbrugg zum Flughafen und der Taxifahrt zurück absolut nicht
nachvollziehbar und nicht einzusehen sei, weshalb die Täter eine derart unsichere
und komplizierte Variante mit Tram und Taxifahrt hätten wählen sollen (HD
Urk. 118 S. 17). Aus den Angaben des Beschuldigten geht denn auch nicht
deutlich hervor, wie seine Überwachung während dieser Zeit sichergestellt wurde.
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Er gab an, der Schweizerdeutsch sprechende Typ habe ihm gesagt, dass ein
zweiter Täter mit ihm mitkommen und ihn auf der Fahrt an den Flughafen in
einigem Abstand begleiten werde. Das sei dann auch so gewesen. Er sei
während dieser Zeit (Tramfahrt, Abheben des Geldes, Taxifahrt) von zwei Tätern
beobachtet worden (HD Urk. 6 S. 6 f.). Anlässlich der Einvernahme vom
11. August 2010 führte er aus, sie seien nicht mit ihm zum Flughafen gekommen.
Derjenige der hinten rechts gesessen sei, sei voraus gegangen. Der andere sei
zwar mitgekommen, er (der Beschuldigte) habe ihn aber nicht gesehen. Er sei
vielleicht zwei Minuten an der Tramhaltestelle beim Bahnhof Glattbrugg
gestanden. Es habe viele Leute gehabt (HD Urk. 14 S. 25). Offenbar fuhr also
zumindest keiner der Täter mit dem Beschuldigten im Taxi zurück vom Flughafen
nach Glattbrugg (vgl. dazu auch HD Urk. 14 S. 28 f.). In Anbetracht, dass der
Beschuldigte die gesamte von ihm abgehobene Summe auf sich trug, mithin
Fr. 110'000.–, ist unwahrscheinlich, dass dies so geschehen ist. Dem
Beschuldigten wäre es ein Leichtes gewesen, den Tätern mit der gesamten Beute
zu entkommen. Dieses Risiko dürften sie kaum eingegangen sein. Die
Darstellung des Beschuldigten ist daher auch aus diesem Grund als unglaubhaft
einzustufen.
3.8 Seltsam mutet auch an, dass der Kassenchefin der K._-Filiale am
Flughafen die angespannte Lage beim Geldbezug, in der sich der Beschuldigte
gemäss seiner Darstellung hätte befinden müssen, nicht auffiel. Sie gab als
Zeugin am 25. August 2010 – nur etwas mehr als drei Wochen nach dem
Geldbezug des Beschuldigten – zu Protokoll, der Beschuldigte sei sehr freundlich,
aufgestellt und nicht nervös gewesen. Er habe sich gar nicht auffällig verhalten. Er
sei weder verschwitzt gewesen, noch habe sie irgendwelche Verletzungen
wahrgenommen. Er habe ihr auch noch einen schönen Tag gewünscht (HD
Urk. 19 S. 3 ff.). Anzufügen ist, dass die Begegnung zwischen der Kassenchefin
und Zeugin L._ und dem Beschuldigten nicht nur kurze Zeit, sondern
immerhin drei bis fünf Minuten dauerte (HD Urk. 19 S. 3 f.); der Zeugin hätte ein
ungewöhnliches Verhalten daher noch viel eher auffallen müssen. Dem Vorrichter
kann beigepflichtet werden, dass deshalb wohl davon ausgegangen werden
muss, dass sich der Beschuldigte nicht in der von ihm geschilderten Zwangslage
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befand (HD Urk. 118 S. 18), sondern dass er glücklich darüber war, dass die
Auszahlung des ergaunerten Betrages zu glücken schien bzw. am Ende
funktionierte. Zusätzlich gestützt wird diese Annahme durch den Umstand, dass
der Beschuldigte das Gespräch mit der Filialleiterin im Gegensatz zu seinen
übrigen Schilderungen, die sehr allgemein gehalten sind und wenige Details
aufweisen, sehr flüssig, präzise und detailreich schildern konnte (HD Urk. 14
S. 27). Auch die Stückelung und den Grund dieser Stückelung (Abzählen mittels
Maschine bzw. vor dem Beschuldigten) des ihm ausbezahlten Bargeldbetrages
konnte er genau angeben (HD Urk. 14 S. 14). Dies kann damit erklärt werden,
dass das Abheben des Bargeldbetrages sich eben genau so ereignet hat, wie es
der Beschuldigte schilderte, deshalb kannte er die Einzelheiten und konnte sie, so
wie sie sich tatsächlich zugetragen haben, zu Protokoll geben, was bei der
Darstellung der übrigen Ereignisse gerade nicht der Fall war.
Hinzu kommt, dass unerklärbar ist, weshalb der Beschuldigte nicht den
gesamten sich auf seinem Konto befindlichen Betrag abheben und den Tätern
übergeben musste. Er konnte dafür denn auch keine einleuchtende Erklärung
abgeben, sondern führte auf entsprechende Frage des Vorrichters, ob er sich
erklären könne, weshalb man ihm noch Fr. 1'200.– geschenkt habe, aus, er wisse
nichts von einer Schenkung. Er könne sich das nicht erklären. Es sei auf keinen
Fall ein Geschenk gewesen. Er würde sein Leben dafür nicht aufs Spiel setzen
(HD Urk. 98 S. 7).
3.9 Die Vorinstanz hat richtig festgehalten, dass der Beschuldigte auch
bezüglich weiterer Umstände und Vorkommnisse nicht in der Lage war, diese in
allen Einzelheiten, detailliert und ausführlich zu beschreiben. Dies gilt unter
anderem für das Taxifahrzeug und dessen Chauffeur sowie das Fahrzeug der
Täter. Seltsam mutet auch an, dass sie mehrmals während längerer Zeit mit dem
Auto herum gefahren sein sollen. Es ist nicht ersichtlich, was dagegen
gesprochen hätte, den Personenwagen beispielsweise auf einem Parkplatz
abzustellen und zu warten, bis die K._-Filiale am Flughafen Kloten öffnet.
4. An diesen Beurteilungen vermögen auch die heutigen Einwendungen der
Verteidigung nichts zu ändern.
- 16 -
4.1 Der Verteidiger brachte an, im vorinstanzlichen Urteil werde nicht
dargelegt, welche Fakten dafür sprechen sollen, dass der Beschuldigte die ihm zu
Unrecht zur Last gelegten Taten begangen haben soll. Dadurch sei der Anspruch
auf Gewährung des rechtlichen Gehörs in massiver Weise verletzt worden (HD
Urk. 131 S. 4). Weder den Strafverfolgungsbehörden noch der Vorinstanz sei es
gelungen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb die Straftaten dem
Beschuldigten zugeschrieben werden könnten bzw. ohne Zweifel zugeschrieben
werden müssten (HD Urk. 131 S. 13). Der Grundsatz in dubio pro reo bedeute,
dass die Schuld der beschuldigten Person durch die Anklagebehörde und das
Gericht zu beweisen sei und nicht der Beschuldigte seine Unschuld zu beweisen
habe (HD Urk. 131 S. 14 und S. 15).
Dem ist insoweit beizupflichten, als dass es keine objektiven Sachbeweise
gibt, die die Täterschaft des Beschuldigten direkt belegen, und die Schuld des
Beschuldigten nicht mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Methoden
nachgewiesen werden kann. Eine solcher Beweis ist denn aber für eine
Verurteilung auch nicht erforderlich; es genügt, wenn keine unüberwindlichen
Zweifel bestehen (Art. 10 Abs. 3 StPO). Vom Beschuldigten anerkannt und
zweifelsfrei erstellt ist immerhin, dass die Geldüberweisungen von den Konti der
Privatkläger auf das Konto des Beschuldigten stattfanden und sich der
Beschuldigte am nächsten Tag bereits frühmorgens auf der Filiale der K._
AG am Flughafen Zürich-Kloten den (fast) gesamten am Vorabend bzw. in der
Nacht zuvor überwiesenen Betrag von Fr. 110'000.– auszahlen liess. Da der
Beschuldigte Begünstigter der Überweisungen war, ergab sich ohne Weiteres ein
dringender Tatverdacht gegen ihn. Um diesen zu entkräften, müssen seine
Aussagen wenigstens eine minimale Plausibilität aufweisen und zumindest
ansatzweise glaubhaft sein. Genau diese minimale Plausibilität fehlt den
Schilderungen des Beschuldigten jedoch. Dies wurde von der Vorinstanz und in
den vorstehenden Erwägungen dargelegt. Dem Beschuldigten gelingt es nicht,
Anhaltspunkte für die Richtigkeit seiner Darstellungen zu liefern und auch die
diesbezüglichen polizeilichen Ermittlungen führten zu keinen Ergebnissen, die die
Version des Beschuldigten untermauern könnten. Dem Beschuldigten ist
zuzugestehen, dass seine Erklärungen in einzelnen Punkten relativ detailliert
- 17 -
ausfielen, so gab er an, er sei aufgefordert worden "nicht zu kücken" (HD Urk. 6
S. 3). Denkt man die Version des Beschuldigten allerdings durch, gibt es zu viele
Punkte, die bei genauerer Betrachtung nicht aufgehen, so dass festgestellt
werden muss, dass der Beschuldigte nicht in der Lage war, seine Variante der
Vorkommnisse auch nur annähernd glaubhaft darzustellen. Die einzig plausible
Version ist daher diejenige, die in der Anklageschrift präsentiert wird. Es ist
deshalb keine Verletzung der Unschuldsvermutung oder des Grundsatzes in
dubio pro reo ersichtlich.
4.2 Der Verteidiger des Beschuldigten stellt des Weiteren die Frage in den
Raum, weshalb überhaupt nur der Beschuldigte als Täter in Frage kommen
könne. Die B._ GmbH habe nämlich verschiedene andere Angestellte, die
ebenfalls als potentielle Täter in Frage kommen könnten (HD Urk. 131 S. 6). Dass
die Mitglieder der Familie DEFG._ [Alles Familienangehörige] den Überfall
auf den Beschuldigten mit den anschliessenden Geldüberweisungen auf das
Konto des Beschuldigten inszeniert haben, kann ausgeschlossen werden.
Einerseits hätten sie die Täter entlöhnen müssen und sie hätten für das verloren
gegangene Geld keinen Ersatz (beispielsweise eine Versicherungsleistung)
erhalten. Andererseits ist ein Motiv für eine Falschbeschuldigung des
Beschuldigten nicht ersichtlich. Mit der Kündigung seines Arbeitsverhältnisses
wurden die Schwierigkeiten, die man mit ihm hatte, ausgeräumt. Auch für die
Lehrtochter der B._ GmbH, M._, und deren Vorarbeiter, N._, hätte
es sich wohl kaum gelohnt, gleich vier Täter zu verpflichten, die den geschilderten
Überfall auf den Beschuldigten durchgeführt hätten. Es wäre zudem eine
minutiöse Planung nötig gewesen. Hinzu kommt, dass keiner der beiden Kenntnis
hatte, dass sich der Beschuldigte gerade am 1. August 2010 abends in seinem
Hobbyraum aufhalten würde. Ein Motiv für eine Falschbeschuldigung des
Beschuldigten ist ebenfalls nicht zu erkennen.
5. Im Ergebnis gelangt man daher zum Schluss, dass den
Sachverhaltsdarstellungen des Beschuldigten aus den vorstehend aufgezeigten
Gründen nicht gefolgt werden kann. Seine Aussagen weisen über weite Strecken
einen Mangel an Detailliertheit und viele Ungereimtheiten auf, so dass sie als
- 18 -
unglaubhaft erscheinen. Dies gilt nicht nur für wenige, einzelne Aussagen,
sondern für beinahe sämtliche seiner Angaben. Vor diesem Hintergrund bestehen
keine unüberwindbaren Zweifel, dass sich die Ereignisse so abgespielt haben,
wie es in der Anklageschrift dargestellt wird. Der Sachverhalt gemäss
Anklageschrift ist daher dem Urteil zugrunde zu legen.
Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte – wie der Vorrichter zutreffend
ausgeführt hat – durchaus Motive gehabt hätte, sich zu einer solchen Tat verleiten
zu lassen. Einerseits ist der Beschuldigte von der Geschädigten B._ GmbH
kurz vor der Tat entlassen worden (HD Urk. 9/2), andererseits war er im
Tatzeitpunkt gemäss seinen Angaben mit ca. Fr. 20'000.– verschuldet (HD Urk. 7
S. 1; HD Urk. 14 S. 4). In Anbetracht der Tatsache, dass seine Ehefrau bei
Tatbegehung im August 2010 zum zweiten Mal schwanger war und die Familie
des Beschuldigten sehr oft von dessen Schwiegereltern finanziell unterstützt
werden musste (HD Urk. 7 S. 1; HD Urk. 14 S. 5), kann nicht ausgeschlossen
werden, dass der Beschuldigte seine finanzielle Lage etwas verbessern wollte.
Der Anklagesachverhalt kann somit rechtsgenügend erstellt werden.
III. Rechtliche Würdigung
Für die rechtliche Würdigung ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz zu verweisen (HD Urk. 118 S. 22-24). Zu wiederholen ist an dieser Stelle,
dass der Beschuldigte die Daten fremder Konti manipulierte, indem dort
Geldbezüge belastet wurden, die nicht deren Inhaber tätigte. Daraus resultierten
Saldoreduktionen und ein unrichtiges Ergebnis des
Datenverarbeitungsprozesses. Art. 147 StGB erfasst auch den Fall, dass zwar
"richtige" Daten verwendet und ein "richtiger" Datenverarbeitungsvorgang
eingeleitet werden, aber dem Täter die Befugnis zur Verwendung dieser Daten
fehlt. Das Bundesgericht erwähnt denn als Angriffsobjekte der unbefugten
Verwendung von Daten neben den Geldautomaten und den Systemen zur
bargeldlosen Bezahlung insbesondere das Home- und Telebanking (BGE 129 IV
315 Erw. 2.2.1). Der Beschuldigte war nicht berechtigt, mittels Verwendung der
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sich in den Räumlichkeiten der B._ GmbH befindlichen Bankkarten,
Kartenlesegeräte und PIN-Codes Geldüberweisungen auf sein Konto
vorzunehmen. Zudem befanden sich diese Unterlagen in einem verschlossenen
Raum, der der Beschuldigte zunächst gewaltsam öffnen musste; von
Opfermitverantwortung kann also keine Rede sein. Damit ist der rechtlichen
Würdigung der Vorinstanz für den Schuldspruch zu folgen und der Beschuldigte
A._ des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage im
Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB, der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von
Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB sowie des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig zu
sprechen.
IV. Strafe
1. Die Anklagebehörde beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils, mithin eine Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 12
Monaten (HD Urk. 128; HD Urk. 118 S. 34).
2. Strafzumessungsregeln
Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es
berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe ist
zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der
Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts
festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie
auf Grund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das
strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von
- 20 -
Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung durch
mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven
Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung
sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die
Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben,
insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der
Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein
abgelegtes Geständnis (DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Schweizerisches
Strafgesetzbuch, 18. Aufl., Zürich 2010, S. 117 m.w.H.).
Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Gesamtstrafe nach
Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu
bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses
Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der
anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu
erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die
Einsatzstrafe des schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen
straferhöhenden und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten
Schritt hat es die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren.
Auch dort muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (BGE
6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.2.2). Als schwerste Tat gilt jene, die
gemäss abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist
(BGE 6B_885/2010 vom 7. März 2011 E. 4.4.1).
Der Tatbestand des betrügerischen Missbrauchs einer
Datenverarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB sieht eine
Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe vor und ist damit
das schwerste Delikt. Für die Festsetzung der Einsatzstrafe ist von diesem
- 21 -
Strafrahmen auszugehen. Eine Erhöhung des Strafrahmens erscheint trotz der
Deliktsmehrheit nicht angezeigt, da der ordentliche Rahmen nur zu verlassen ist,
wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat
angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint
(SCHWARZENEGGER/HUG/JOSITSCH, Strafrecht II, 8. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2007,
S. 74).
3. Betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage
Betreffend die objektive Tatschwere ist hervorzuheben, dass der
Beschuldigte einen Schaden von insgesamt Fr. 111'200.– verursacht hat. Dieser
Betrag kam jedoch eher zufällig zustande. Aus den Kontoauszügen der Konti, von
welchen die überwiesenen Beträge stammten, geht nämlich hervor, dass der
Beschuldigte die Konti fast vollständig plünderte und meist lediglich einige
Hundert Franken oder gar weniger stehen liess (HD Urk. 50/17-23). Es ist daher
davon auszugehen, dass der Beschuldigte auf mehr aus war und auch grössere
Beträge transferiert hätte, hätten die Konti einen höheren Saldo aufgewiesen.
Dass er nichts anbrennen lassen wollte, zeigt sich auch daran, dass er
unmittelbar nach den (erfolgreichen) Überweisungen zum Flughafen Kloten fuhr,
wo die K._-Filiale bereits früh morgens öffnet, um den ergaunerten Betrag
abzuheben. Der Vorinstanz kann darin, dass die für die Tat notwendige kriminelle
Energie als noch nicht besonders gross bezeichnet werden kann, da der
Beschuldigte keiner besonderen Raffinesse bzw. Cleverness bedurfte, um an sein
Ziel zu gelangen (vgl. HD Urk. 118 S. 26), nicht ganz beigepflichtet werden. Zwar
nutzte der Beschuldigte einfach die Kenntnisse und das Wissen, die er als
ehemaliger Arbeitnehmer der Geschädigten erlangt hatte, aus. Den Tatablauf und
die anschliessende Verschleierung der Tat bzw. seine Variante der
Geschehnisse, die er beabsichtigte, bei der Polizei zu Protokoll zu geben, musste
er freilich trotzdem sorgfältig planen. Nicht ausser Acht gelassen werden darf
auch, dass er eine weitere Straftat begehen musste (Hausfriedensbruch), um in
die Räumlichkeiten zu gelangen, wo er die Chipkarte, den PIN und das Lesegerät
für die Konti der jeweiligen Geschädigten finden konnte. Die objektive Tatschwere
- 22 -
ist in einer Gesamtbetrachtung – insbesondere angesichts des hohen
Deliktsbetrages – als nicht mehr leicht einzustufen.
In subjektiver Hinsicht hat die Vorinstanz richtigerweise festgestellt, dass der
Beschuldigte in erster Linie aus finanziellen Gründen und aus Rache gehandelt
haben dürfte; seine Motive waren also egoistischer Natur und keineswegs
nachvollziehbar. Er handelte mit direktem Vorsatz und aus eigenem Antrieb. Die
subjektive Tatschwere vermag sich somit nicht entlastend auszuwirken und die
objektive Tatschwere nicht zu relativieren.
Das Verschulden des Beschuldigten betreffend den Tatbestand des
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage ist insgesamt als
nicht mehr leicht zu qualifizieren. Es steht deshalb eine Einsatzstrafe noch im
unteren Drittel des zur Verfügung stehenden Strafrahmens im Raum, weshalb
eine Einsatzstrafe von deutlich über den von der Vorinstanz festgelegten 240
Tagen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (vgl. HD Urk. 118 S. 26) als angemessen
erscheint.
4. Täterkomponente
Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann
auf die Akten sowie die Ausführungen im angefochtenen Entscheid (HD Urk. 118
S. 27) verwiesen werden. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich
ergänzend, dass der Beschuldigte in den nächsten drei Monaten von seinem
Arbeitgeber beurlaubt ist, da ihm zufolge zu schnellen Fahrens der Fahrausweis
entzogen wurde. Demzufolge wird er in jener Zeit kein Einkommen erzielen bzw.
allenfalls eine Arbeitslosenentschädigung vom RAV erhalten (Prot. II S. 10 und
S. 13).
Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von Relevanz
wären.
Im schweizerischen Strafregister ist der Beschuldigte nicht verzeichnet (HD
Urk. 122). Dieser Umstand wirkt sich allerdings nicht strafmindernd, sondern
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neutral aus, da es als Normalfall zu gelten hat, (kriminell) nicht vorbestraft zu sein
(BGE 136 IV 1 E. 2.6.4).
Die Vorinstanz berücksichtigte den Umstand, dass der Beschuldigte sich bis
heute über den Verbleib der Beute von über Fr. 110'000.– ausschweigt, spürbar
straferhöhend. Zutreffend hat sie vorab festgestellt, dass es selbstredend das
Recht eines Beschuldigten sei, das ihm vorgeworfene strafbare Verhalten von
Anfang an konsequent zu bestreiten (HD Urk. 118 S. 28). Gemäss wenig
konsistenter Praxis des Bundesgerichts kann allerdings hartnäckiges Bestreiten
und dreistes Lügen als Zeichen fehlender Reue und Einsicht gewertet und
straferhöhend berücksichtigt werden (BGE 113 IV 56 E. 4c; 6B_858/2008
E. 4.3.3; 6B_992/2008 E. 5.2; vgl. auch DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER,
a.a.O., N 16 zu Art. 47). Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte den
Anklagevorwurf zwar von Anfang an konsequent bestritten. Ausführungen, die
geradezu als absurd einzustufen wären, machte er jedoch nicht. Auch ist die
Beweislage nicht derart erdrückend, dass sein durchgehendes Bestreiten der
Vorwürfe als Zeichen fehlender Reue und Einsicht zu werten wäre. Dies gilt auch
für das Ausschweigen über den Verbleib der Beute. Entgegen der Vorinstanz
kann dieser Umstand daher nicht spürbar straferhöhend veranschlagt werden.
Dass ein Geständnis und allenfalls damit einhergehende Reue nicht (zu Gunsten
des Beschuldigten) berücksichtigt werden können, wurde im vorinstanzlichen
Entscheid zu Recht festgestellt.
Da keine weiteren Straferhöhungs- oder Strafminderungsgründe ersichtlich
sind, bleibt es – auch unter Berücksichtigung der Täterkomponente – bei der
bereits für die Tatkomponente festgesetzten Einsatzstrafe von deutlich über 240
Tagen/Tagessätzen Geldstrafe bzw. 8 Monaten Freiheitsstrafe.
5. Weitere Delikte
Sodann sind die weiteren Delikte in die Strafzumessung einzubeziehen. Für
alle gilt, dass sie gegenüber dem betrügerischen Missbrauch einer
Datenverarbeitungsanlage deutlich in den Hintergrund treten und ihnen, wie der
Vorrichter zutreffend bemerkte, nur untergeordnete Bedeutung zukommt.
- 24 -
5.1 Bezüglich der Irreführung der Rechtspflege ist hervorzuheben, dass
der Beschuldigte an seiner Darstellung der Ereignisse während der ganzen
Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren konsequent festhielt, selbst als
die Ermittlungen, die aufgrund seiner Aussagen eingeleitet wurden, zu keinen
Hinweisen führten, die seine Schilderungen zumindest teilweise hätten bestätigen
können. Auch diesen Tatbestand erfüllte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Das
Verschulden wiegt jedoch dennoch leicht; die falschen Angaben waren eine
notwendige Begleiterscheinung zur Verdeckung der von ihm ausgelösten
Geldtransfers und der Abhebung der Fr. 111'200.–.
5.2 Das Verschulden betreffend die vom Beschuldigten begangene
Sachbeschädigung wiegt leicht. Durch das Aufwuchten der Eingangstüre entstand
ein bloss geringer Sachschaden von ca. Fr. 500.–. Zudem entstand ein Schaden
in unbestimmter Höhe, der jedoch auch nicht allzu hoch ausgefallen sein dürfte,
indem der Beschuldigte zwei Computer ab deren Bürotisch stiess, eine
Metallabdeckung bei einem Bürotisch beschädigte, vier Chip-Karten verbog sowie
verschiedene Schubladen durchwühlte. Er richtete allerdings ein erhebliches
Chaos an (vgl. HD Urk. 3 S. 8-10).
5.3 Das Verschulden im Bezug auf den Hausfriedensbruch ist als sehr
leicht einzustufen. Zwar musste der Beschuldigte davon ausgehen, dass sein
Aufenthalt in den Büroräumlichkeiten der B._ GmbH dem Willen der Inhaber
widersprach, er hielt sich aber nicht für lange Zeit in diesen Räumen auf. Auch
betreffend dieses Delikt gilt, dass es mit dem betrügerischen Missbrauch einer
Datenverarbeitungsanlage einherging und eine notwendige Begleiterscheinung
war.
6. Fazit
Für diese drei weiteren Delikte (Irreführung der Rechtspflege,
Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch) ist jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu
drei Jahren oder Geldstrafe vorgesehen. Zusammenfassend und unter
Berücksichtigung des Asperationsprinzips rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe
von deutlich über 240 Tagen/Tagessätzen Geldstrafe bzw. 8 Monaten
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Freiheitsstrafe um weitere rund drei Monate zu erhöhen, weshalb eine bedeutend
höhere Strafe als die vom Vorrichter ausgefällte Strafe (360 Tagessätze bzw. 12
Monate Freiheitsstrafe) dem gesamten Tatverschulden und den persönlichen
Verhältnissen des Beschuldigten angemessen erscheinen würde. Aufgrund des
Verbots der reformatio in peius fällt eine höhere Strafe als die von der Vorinstanz
ausgesprochene Freiheitsstrafe von 12 Monaten aber ausser Betracht. Es hat
deshalb bei der Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu bleiben.
Es stellt sich noch die Frage, ob eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe
auszusprechen ist, da bei dieser Strafhöhe grundsätzlich auch eine Geldstrafe
möglich wäre (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB, wonach die Geldstrafe höchstens 360
Tagessätze beträgt). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass aufgrund des
Verhältnismässigkeitsprinzips die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe
weniger eingriffsintensive Sanktion im Vordergrund steht (vgl. DOLGE in: BSK
StGB I, 2. Aufl., Basel 2007, N 24 zu Art. 34). Wie soeben dargelegt wurde, wäre
im Prinzip eine höhere Strafe als die Freiheitsstrafe von 12 Monaten
schuldangemessen, was vorliegend aber aufgrund des Verschlechterungsverbots
nicht möglich ist. Bei richtiger Zumessung der Strafe würde demgemäss eine
Strafe von mehr als 12 Monaten bzw. 360 Tagessätzen resultieren. Die
Geldstrafe beträgt gemäss Gesetz aber höchstens 360 Tagessätze (Art. 34
Abs. 1 StGB). Die Ausfällung einer Geldstrafe wäre – bei richtiger,
schuldangemessener Strafzumessung – demnach nicht mehr möglich. Es ist
daher eine Freiheitsstrafe auszusprechen.
Der Beschuldigte A._ ist somit mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten
zu bestrafen. Daran sind in Anwendung von Art. 51 StGB 53 Tage Polizei- und
Untersuchungshaft anzurechnen.
7. Bedingter Strafvollzug
7.1 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass dem Beschuldigten der
bedingte Vollzug der Strafe gewährt werden kann. Auf die diesbezüglichen
Ausführungen des Vorrichters kann zur Vermeidung von Wiederholungen
vollumfänglich verwiesen werden (HD Urk. 118 S. 29 f.).
- 26 -
7.2 Wegen der Schwere des Verschuldens setzte die Vorinstanz die
Probezeit auf drei Jahre fest (HD Urk. 118 S. 30). Die konkrete Bemessung der
Probezeit innerhalb des gesetzlichen Rahmens von zwei bis fünf Jahren richtet
sich nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit
und dem Charakter des Verurteilten sowie der Gefahr seiner Rückfälligkeit. Keine
Rolle spielt nach herrschender Auffassung die Schwere der Tat
(SCHNEIDER/GARRÉ in: BSK StGB I, a.a.O., N 4 zu Art. 44 mit weiteren Hinweisen;
TRECHSEL/PIETH, Praxiskommentar StGB, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1 zu
Art. 44). Es geht daher nicht an, die Probezeit wegen der Schwere des
Verschuldens auf drei Jahre anzusetzen. Vielmehr erscheint angesichts der
stabilen und gefestigten Lebensumstände des Beschuldigten (Ehefrau, zwei
kleine Kinder, feste Anstellung mit einem Einkommen von Fr. 5'500.–; vgl. Prot. II
S. 10 ff.) eine minimale Probezeit von zwei Jahren als anzeigt, zumal der
Beschuldigte keine Vorstrafen aufweist (HD Urk. 122; Prot. II S. 11) und
Anhaltspunkte für eine Rückfälligkeit fehlen.
V. Zivilansprüche
Den Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Zivilansprüche ist nichts
beizufügen, es kann vollumfänglich auf sie verwiesen werden (HD Urk. 118 S. 30
ff.). Zu ergänzen bleibt lediglich, dass die Hotel I._ GmbH sich nach wie vor
in Liquidation befindet, aber noch nicht aus dem Handelsregister gelöscht wurde;
ihr kommt demnach weiterhin Rechtspersönlichkeit zu.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Nachdem der Schuldspruch der Vorinstanz bestätigt wird, ist an der
Kostenfestsetzung und deren Verteilung im angefochtenen Urteil nicht zu rütteln
(Dispositiv-Ziffern 9 und 10 Abs. 1).
Der Vorrichter sprach den Privatklägern 3, 4, 5, 6 und 7 mit überzeugender
Begründung je eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'000.– (inklusive
8 % Mehrwertsteuer) zu (HD Urk. 118 S. 33 f.). Auf seine diesbezüglichen
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Erwägungen kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, verwiesen
werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Was das Berufungsverfahren betrifft, so unterliegt der Beschuldigte mit
seinen Anträgen; die Staatsanwaltschaft dringt mit ihrem Antrag durch.
Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten daher die Kosten des
Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der
amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei der
Vorbehalt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO gilt. Den Privatklägern ist mangels
erheblicher Umtriebe im Berufungsverfahren keine Parteientschädigung
zuzusprechen.