# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2770ba93-d74e-4ed6-ba39-4c09630c3b72
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufungen gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 21. November 2019 (EE170043-I)
Rückweisung Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2021 (vormaliges Verfahren LE190062-O)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 sinngemäss)
Es sei die Gesuchstellerin zum Getrenntleben berechtigt zu erklären, unter  der Nebenfolgen.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 21. November 2019:
(Urk. 134 S. 31 ff.)
"1. Es wird vorgemerkt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind.
2. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Str. 1, D._, wird für die Dau-
er des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung .
3. Es wird festgehalten, dass Mobiliar und Hausrat in der ehelichen Liegen-
schaft bleiben. Die Gesuchstellerin wird berechtigt erklärt, neben ihren  zum persönlichen Gebrauch auch die folgenden Möbel und  mitzunehmen und für die Dauer des Getrenntlebens zu :
- Betttisch und Bücherregal aus Kiefernholz, - Backformen; - Brotkorb und Salzlöffel; - die Hälfte der festlichen Dekoration für Ostern, Halloween, Weihnach-
ten; - ein Rucksack aus dem Keller; - eine Fahrradpumpe und ein Fahrradschloss.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ihre Sachen zum persönlichen Gebrauch sowie die vorgenannten Möbel und  auf erstes Verlangen nach Rechtskraft herauszugeben.
4. Im Übrigen wird der Antrag der Gesuchstellerin auf Herausgabe von Gegen-
ständen abgewiesen.
5. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Herausgabe des Elfenbein-Elefanten,
der Schlüsselkarte für die Schlösser zur ehelichen Liegenschaft sowie der Indianer-Figurinen, wird abgewiesen.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Zeitraum
vom 22. März 2017 bis 31. Dezember 2017 Ehegattenunterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 1'030.– zu bezahlen, und für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 22. März 2019 Ehegattenunterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 919.–, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils.
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Im Mehrbetrag wird der Antrag der Gesuchstellerin auf Unterhaltsbeiträge ab Trennungszeitpunkt abgewiesen.
7. Diesem Entscheid liegen die folgenden finanziellen Verhältnisse zugrunde:
Einkommen Gesuchstellerin 2017 Fr. 7'213.00 Einkommen Gesuchstellerin 2018 Fr. 7'325.00 Gebührender Bedarf Gesuchstellerin Fr. 8'244.00
8. Der Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ihr
rückwirkend, ab 29. Mai 2016 bis 22. März 2017 Unterhaltsbeiträge zu , wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
9. Der Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ihr
für den Umzug und die Einrichtung ihrer künftigen Wohnung einen  von Fr. 25'000.– zu bezahlen, wird abgewiesen.
10. Auf die Anträge des Gesuchsgegners, es sei die Gesuchstellerin zu ver-
pflichten, von ihm bezahlte Steuerforderungen zurückzuerstatten, wird nicht eingetreten.
11. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Prozesskos-
tenbeitrag in der Höhe von Fr. 16'924.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 712.50 Dolmetscherkosten
Fr. 8'712.50 Total
13. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
14. (Schriftliche Mitteilung)
15. (Berufung)"
Berufungsanträge:
Erstberufung:
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 133 S. 1 f.):
"1) Dispositiv-Ziff. 6 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben;
es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner zu keinen ehelichen Unter-
haltsbeiträgen verpflichtet ist, und es sei der Antrag der Gesuchstellerin auf ehelichen Unterhalt abzuweisen.
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2) Dispositiv Ziff. 7 sei aufzuheben und es sei zu erkennen, dass diesem Ent-
scheid die folgenden finanziellen Verhältnisse zugrundliegen:
a. [Einkommen ....; nicht angefochten]
b. Gebührender Bedarf Gesuchstellerin: CHF 6'707.
3) Dispositiv Ziff. 11 sei aufzuheben; der Antrag der Gesuchstellerin auf Bezah-
lung eines Prozesskostenbeitrages durch den Gesuchsgegner sei  abzuweisen.
4) Dispositiv Ziff. 13 sei aufzuheben;
es sei zu erkennen, dass die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens der
Gesuchstellerin/Berufungsbeklagten vollumfänglich aufzuerlegen seien; eventualiter sei die Gerichtsgebühren von CHF 8'712.50 im Umfang von CHF 7'667 der Gesuchstellerin und im Umfang von CHF 1'045.50 dem  / Berufungskläger aufzuerlegen.
die Gesuchstellerin / Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner / Berufungskläger eine Parteientschädigung von CHF 12'000  Mehrwertsteuer für das vorinstanzliche Verfahren zu bezahlen;  sei die von der Gesuchstellerin / Berufungsbeklagten geschuldete  auf CHF 9'120 festzusetzen.
5) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbe-
klagten, zgl. Mehrwertsteuer.
Prozessualer Antrag:
Dispositiv Ziff. 11 sei (Anordnung des Prozesskostenbeitrages) sei die Voll-
streckbarkeit zu entziehen und der Berufung in diesem Punkt die  Wirkung zu gewähren."
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (Urk. 141 S. 2):
"1. Es sei die Berufung des Berufungsklägers vom 2. Dezember 2019 vollum-
fänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer,
zulasten des Berufungsklägers.
und dem folgenden
prozessualen Antrag:
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Es sei das vorliegende Verfahren mit dem Verfahren unter der Geschäfts-Nr. LE190063 zu vereinigen."
Zweitberufung
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (Urk. 149/133 S. 2 f.):
"1. Es sei Dispositiv Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  für sie persönlich folgende monatliche, jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 5'079.00 rückwirkend ab dem 22. März 2017 bis und mit 31. De-
zember 2017;
- CHF 5'224.00 ab dem 1. Januar 2018 für die weitere Dauer des .
2. Es sei Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und festzuhalten, dass die Festsetzung der  gemäss Dispositivziffer 6 auf folgenden Grundlagen basiert:
Monatliches Einkommen Gesuchstellerin (netto) / steuerbares Vermögen
- im Jahr 2017: CHF 7'213.00
- im Jahr 2018: CHF 7'325.00
- Barvermögen: CHF 0.00
Monatliches Einkommen Gesuchsgegner (netto) / steuerbares Vermögen
(gemäss Steuererklärung 2016)
- Erwerbseinkommen, im Jahr 2016 CHF 24'218.00
- Wertschriftenertrag (StE 2016) CHF 45'016.00
- Barvermögen (StE 2016): CHF 2'213'294.00
3. Es sei Dispositiv Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  den Betrag von CHF 32'573.00 als Beitrag an die ehelichen Lasten für die Zeit vom 29. Mai 2016 bis am 22. März 2017 zu bezahlen.
4. Es sei Dispositiv Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  einen Sonderbeitrag von CHF 25'000.00 zu bezahlen.
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5. Eventualiter sei das Urteil zur Ergänzung des Sachverhalts und Neuent-
scheidung in diesen Punkten an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten
des Berufungsbeklagten.
Sowie folgenden prozessualen Anträgen:
1. Es sei darauf zu verzichten, für das Berufungsverfahren von der Gesuchstel-
lerin einen Kostenvorschuss einzuverlangen.
2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Beru-
fungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von CHF 15'000.00, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer, zu bezahlen."
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 149/142 S. 1):
"1) Die Berufung der Berufungsklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.
2) Die prozessualen Anträge (namentlich der Antrag auf Leistung eines Pro-
zesskostenbeitrages) der Berufungsklägerin seien vollumfänglich .
3) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Be-
rufungsklägerin."

## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Die Parteien sind seit 1996 verheiratet. Seit März 2017 leben sie getrennt. Aus der Ehe ging eine inzwischen volljährige Tochter, E._, geboren am
tt. Oktober 1998, hervor. Beide Parteien sind erwerbstätig (Urk. 1 S. 2, 6, 10;
Urk. 4/4 S. 1; Prot. I S. 30; Urk. 16 S. 2 ff.).
2. Mit Eingabe vom 29. Mai 2017 machte die Gesuchstellerin,  und Zweitberufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) beim Einzelgericht
am Bezirksgericht Uster ein begründetes Eheschutzgesuch rechtshängig (Urk. 1).
Die schriftliche Gesuchsantwort des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und
Zweitberufungsbeklagten (fortan Gesuchsgegner) datiert vom 8. August 2017
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(Urk. 16). Der weitere Prozessverlauf ergibt sich aus dem angefochtenen Ent-
scheid (Urk. 134 S. 2 f.; vgl. auch Urk. 154 S. 6 f.). Mit eingangs wiedergegebe-
nem Urteil vom 21. November 2019 regelte die Vorinstanz das Getrenntleben der
Parteien (Urk. 128 = Urk. 134).
3. Dagegen erhoben beide Parteien rechtzeitig (vgl. Urk. 129) mit Eingaben vom 2. bzw. 4. Dezember 2019 je Berufung mit den eingangs erwähnten Anträ-
gen (Urk. 133 und Urk. 149/133). Über den Gang der Berufungsverfahren gibt das
Urteil der Kammer vom 17. März 2021 Auskunft (Urk. 154 S. 7 ff.).
4. Die erkennende Kammer vereinigte und erledigte die Berufungsverfahren unter dem Datum des 17. März 2021 mit folgendem Beschluss und Urteil (Urk.
154 S. 55 ff.):