# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9c269dfd-57ab-4680-abd2-98ee7fdf2024
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, ist Mutter von
vier
Kindern und
hat die
obli
gatorischen Schule
n
absolviert
(
Urk.
7/2/5
und 7/228/10
)
.
Zuletzt arbeitete sie
i
m Rahmen eines Sozialhilfe-
Arbeitsi
ntegrationsprogramms
mit einem Pensum von 80
%
im Verkaufsbereich
eines
Brockenhaus
es
;
das Arbeitsverhältnis wurde
ihr
per Ende Januar 2008
gekündigt
(
Urk.
7/7/1
-2).
Am 1
5.
März 2010
meldete sich
X._
unter Hinweis auf
zwei Dis
kushernien, eine Magenb
ypass-Operation, Bauchschmerzen, Übelkeit und Anä
mie
erstmals für den Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an
(
Urk.
7/2/7)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen
.
Sie
sprach
der Ver
si
cherten mit
Verfügung vom
5.
Juli
2013
b
ei
einer Qualifikation von 80
%
Erwerbstätigkeit und 20
%
Haushaltsbereich und
einem Invaliditätsgrad von 80
%
ab
1.
Oktober 2010
eine ganze Rente
zu
(
Urk.
7/
73
).
Ebenfalls
gewährte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
8.
Dezember
2014
der
Versicherte
n
aufgrund
einer
leichte
n
Hilflosigkeit von März 2013 bis Juli 2013 eine
Hilflosene
ntschädigung
(
Urk.
7/1
11
)
.
1.
2
Im Frühjahr 2014
hatte
die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein
geleitet
(
Urk.
7/89)
. Sie
holte dabei
Arztberichte ein
(
Urk.
7/115
, 7/125)
und führte im Dezember 2015 eine
Haushaltsa
bklärung durch (
Urk.
7/202). Zudem gab die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten
in den Disziplinen Allgemeine/Innere Medizin, Chirurgie, Rheumatologie und Psychiatrie
in Auftrag (
Urk.
7/184), welches am 1
5.
September 2016 durch die
MEDAS Y._
erstattet wurde (
Urk.
7/201).
In der Folge stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 3
1.
August 2018 die Auf
hebung der Rente
auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgende
n Monats in Aussicht (
Urk.
7/226, 7/229 und 7/231
), wogegen
X._
telefo
nisch
Einwand erhob (
Urk.
7/
232
). Am
2
6.
November 2018
verfügte die IV-Stelle im
angekündigten Sinne
(
Urk.
7/233 und 7/234 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte
liess
am 1
4.
Januar 2019
Beschwerde gegen die rentenaufhebende Verfügung
erheben
und beantrag
en
, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 6).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Februar
2019 um Abwei
sung der Beschwerde
(U
rk. 6),
was der Beschwerdeführerin
m
it Verfügung vom
1
2.
März
2019
zur Kenntnis gebracht wurde; gleichzeitig
wurde
ihr antragsgemäss (Urk. 1 S. 6
) die unentgeltliche
Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt Franz
Hollinger
, Brugg, AG, zum unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellt
(Urk. 12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts
bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin
sicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung
am 3
0.
November 2017
noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2
6.
November
2018 erwog die Beschwer
de
gegnerin
zusammengefasst
, der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der Rentenzuspr
e
ch
ung
verbessert.
Die Therapieoptionen seien weder in psychischer noch rheumatologischer Hinsicht ausgeschöpft; entspre
chend liege kein psychisches Leiden vor, das zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führe. Aufgrund der körperlichen Leiden sei der Beschwer
deführerin eine leidensangepasste
körperlich leichte, wechselbelastende und vorwiegend sitzende,
ungelernte Tätigkeit ganztags möglich, wobei die Leistungs
fä
higkeit zu 15
%
eingeschränkt sei.
D
ie Beschwerdeführerin wäre ohne gesund
heitliche Einschränkungen in einem Arbeitspensum von 70
%
erwerbs
tätig
und zu 30
%
im Haushalt tätig
. In einer Abklärung zu Hause habe eine Einschränkung im Haushalt von 17
%
festgestellt werden können.
Gesamthaft
ergebe sich neu ein Invaliditätsgrad von
1
5.6
%
, was zur Aufhebung der Invalidenrente führe (
Urk.
2
2.2).
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
1
4.
Januar 2019 vor, dass bei ihr gemäss dem MEDAS-Gutachten keine Belast
barkeit gegeben und ihr eine Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt aus psychi
atrischer Sicht aktuell nicht zumutbar sei. Langfristig erscheine – nach erfolgter Stabilisierung und Behandlung - eine langsame berufliche Wiedereingliederung in einem geschützten Rahmen denkbar (
Urk.
1 S. 3 f.). Weiter führte die Beschwerdeführerin aus,
der RAD
habe
sich
d
ieser
Einschätzung
der Gutachter
angeschlossen
; in der Folge habe sich aber nichts ereignet und
sie
sei
von der Beschwerdegegnerin
nicht zur Durchführung einer Stabilisierung und Behand
lung aufgefordert worden
, damit nachher eine berufliche Wiedereingliederung
hätte
gestartet werden könne
n
. Eine Neubeurteilung sei somit aktuell nicht mög
lich und eine Einstellung der Rente nicht zulässig (
Urk.
1 S. 4).
3.
3.1
Durch
die Akten dokumentiert ist die Krankheitsgeschichte der Beschwerdefüh
rerin,
die
2006
aufgrund
einer
Adipositas
per
magna
e
ine Magenbypass-Operation
vornehmen liess
, welche in der
Folge
aufgrund von Komplikationen
Re-Operationen in den Jahren 2008, 2009 und 2013 nötig machte (
Urk.
7/11/1, 7/11/8,
7/201/18)
. Es entwickelte sich
ab
2007 aufgrund eines chronischen Schmerzsyndroms
ein hoher Konsum v
on Schmerzmitteln und
Muskelrela
xan
zien
und unter Begleitung einer
(
von den behandelnden Ärzten
zumindest ver
muteten)
Borderline
-Persönlichkeitsstörung ein Missbrauch von Sedativa (vgl. Bericht
e
der
Z._
vom 2
6.
August 2011
,
Urk.
7/29
und 2
2.
September 2011 in
Urk.
7/31
, wo
sich
die Beschwerdeführerin eine
m
stationären
Medikamentene
ntzug
unterzog
).
Im Frühjahr 2012 war die Beschwerdeführerin in stationärer Behandlung im
A._
(Bericht vom 1
6.
Mai 2012
,
Urk.
7/47), wo sie aufgrund des
persistierenden
Abhängig
keitssyndroms einen Opiat- und
Benzodiazepinentzug
durchführte
,
der jedoch nicht
nachhaltig
gelang (
Urk.
7/51).
Am
5.
November 2012
diagnostizierte
der Hausarzt
,
med.
pract
.
B._
,
eine
Borderline
-Persönlichkeit
, Folgen nach
lapa
roskopischer
Magenbypass Operation wegen Adipositas per
magna mit Mangel
er
nährung und nicht behandelbarer
Hypoalbuminämie
und eine
medizinisch assistierte Opiatabhängigkeit bei chronischen Schmerzen
(
Urk.
7/61).
Der rentenzusprechenden Verfügung vom
5.
Juli
2013 lag in medizinischer Hin
sicht
die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, vom 2
8.
November 2012 zugrunde
.
Dr.
C._
nannte in Zusammenfassung
der damaligen
Aktenlage
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit:
-
psychische Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhän
gigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch (aktive Abhängigkeit) gemäss ICD-10 F13.2
-
psychische Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch (aktive Abhängigkeit) gemäss ICD-10 F11.2
-
Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion bei Verdacht auf
Border
line-Persönlichkeitsstruktur
-
Folgen nach
laparoskopischer
Magenbypass-Operation (Seit-zu-End-
Gastroenterostomie
und Seit-zu-Seit-
Enteroenterostomie
2006 wegen Adipositas per
magna, multiple abdominelle Re-Operationen) mit Mangelernährung
-
Anämie
-
makrozytäre
,
hyperchrome
Anämie bei rezidivierendem
Ethylismus
und chronischem Proteinmangel
-
chronische offene Wundbehandlung bei
Zustand
nach chirurgischer Behandlung von Abszessen
gluteal
links und linker Oberschenkel 12/2010-02/2011
-
arterielle Hypertonie
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Zustand nach epileptischem Anfall unklarer Genese 01/2010
.
Die Beschwerdeführerin
wurde von ihrem
Hausarzt für jegliche Tätigkeiten ab
dem
2
8.
Juni 2009 als vollständig arbeitsunfähi
g eingestuft, was von
Dr.
C._
als plausibel e
rachtet
wurde (
Urk.
7/61/1 und
Urk.
7/63/9).
Aufgrund dieser Ein
schränkung bei der mutmasslichen 80%igen Erwerbstätigkeit und
wegen
einer verspäteten Anmeldung wurde der Versicherten ab
1.
Oktober 2010 eine ganze Rente zugesprochen (
Urk.
7/73).
3
.
2
Für die Beantwortung der Frage nach einer anspruchsrelevanten Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen ist der gesamte Zeitraum zwischen dem
5.
Juli 2013 (Verfügung betreffend Rentenzusprechung) und dem 2
6.
November 2018 (Verfü
gung betreffend Rentenaufhebung) massgebend.
3.2.1
Die Beschwerdeführerin erlitt im Dezember 2012 einen septischen Schock bei
bilateraler Pneumonie mit Multiorganversagen (Lunge, Niere, Kreislauf
und
disseminierte
r
intravasale
r
Koagulopathie
DIC). Sie wurde während mehrerer Wochen künstlich beatmet und ihr distaler Magenby
p
ass wurde revidiert. Gesamthaft war die Beschwerdeführerin rund vier Monate in Spital- und Reha
bilitationspflege.
Die Beschwerdegegnerin erlangte hiervon erst nach Erlass der Rentenverfügung
im Zusammenhang mit der Anmeldung für die
Hilflosenent
schädigung
Kenntnis (vgl
.
Urk.
7/80
).
3.2.2
Im
Rentenrevisions
verfahren
holte die Beschwerdegegnerin
beim Hausarzt
med.
pract
.
B._
Verlaufsbericht
e
ein
(
Bericht vom 2
3.
Dezember 2014
mit weiteren
, teils älteren
Berichten
zum erlittenen Mul
t
iorganversagen
als Beilage
[
Urk.
7/
116] sowie Bericht vom
5.
Juni 2015
, worin festgehalten wurde, dass keine Opiat
abhängigkeit mehr bestehe
[
Urk.
7/125]
).
Im Bericht vom 2
8.
Januar 2014 des
D._
über die bariatrische Kontrolle
nach der
Bypassrevisionsopera
tion
wurde zwar
eine
verbesserte Er
nährungssituation der Versicherten
nach der schweren Mangelernährung
aufgrund des vormaligen Magenbypasses
festgehal
ten, gleichzeitig sei es
aber
zur erwarteten Gewichtszunahme bei einem BMI von
neu
38.1 gekommen (
Urk.
7/116).
3.
3
In der Folge veranlasste die Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre
Begutach
tung
in den Bereichen Allgemeine/Innere Medizin, Chirurgie, Rheumatologie und Psychiatrie (
Urk.
7/184).
3.
3
.1
D
as Gutachten der MEDAS
Y._
wurde
nach der Untersuchung der Beschwerdeführerin an drei Terminen im Juni 2016
am
1
5.
September 2016
erstattet
(
Urk.
7/201). Die Gutachter nannten
in ihrer
Gesamtbetrachtung
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/
201/27
):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig zumindest mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom,
chronifiziert
(ICD-10 F33.11)
-
Verdacht auf sonstige andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8)
-
Adipositas (ICD-10 E66) bei Status nach sechs bariatrischen Operationen seit 2006
-
Folsäure-Mangel und Vitamin D-Mangel bei Resorptionsstörung nach 6-maliger bariatrischer Operation seit 2006 mit persistierender Dysphagie und Oberbauchschmerzen
-
Chronisch intermittierendes Körpersyndrom mit belastungsabhängigen muskulären Rückenschmerzen bei Abschwächung der rumpf- und
beckenstabilisierenden Muskulatur und muskulären
Dysbalancen
(ICD-10 R52.09)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (
Urk.
7/201/27
):
-
Konventionell-radiologisch leichte Hüftdysplasien beidseits (ICD-10 Q65.08) mit klinisch diesbezüglich keinen Auffälligkeiten
-
Nikotinabusus
Die Gutachter kamen in ihrer Gesamtb
eurteilung zum Fazit, dass
bei der Beschwerdeführerin eine Belastbarkeit nicht gegeben sei und eine Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt aus psychiatrischer Sicht mit den massiven Funktionsein
schränkungen aktuell nicht zumutbar sei. Auch sei die Beschwerdeführerin in ihrem derzeitigen Zustand und den bestehenden Beeinträchtigungen einem Arbeitgeber nicht zumutbar.
E
ine langsame berufliche Wiedereingliederung in einem geschützten Rahmen mit einem stundenweisen Einsatz von 2 Stunden täg
lich an 3 Tagen pro Woche (Arbeitsfähigkeit von 15
%
)
erscheine möglich
. Eine schrittweise
Steigerung des Pensums
ersch
ei
n
e
langfristig nach erfolgter Stabili
sierung und Behandlung denkbar
(
Urk.
7/201/31).
Die Gutachter führten in ihrer
Gesamte
inschätzung weiter aus, dass es bei der Beschwerdeführerin seit der Überwindung des Abhängigkeitssyndroms während der
Hospitalisation
im Dezember 2012/Januar 2013 zu einer wahrnehmbaren Zustandsverbesserung gekommen sei. Die aktuelle Beurteilung gelte deswegen seit Abschluss der Rehabilitationsmassnahmen im Jahre 2013 (
Urk.
7/201/31).
D
ie Abhängigkeitssymptomatik
sei
Ende 2012 überwunden w
orden
und nun
stehe
die depressive Störung mit den entsprechenden Funktionseinschränkungen im Vor
dergrund (
Urk.
7/201/32).
3.
3
.
2
Im
viszeralchirurgischen
Teilgutachten
vom 1
2.
Juli 2016 hielt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, fest,
die Beschwerdeführerin
klage
nach wie vor
über eine Dysphagie
(Schluckstörung)
, weshalb das Essen und das subjektive Wohlbefinden stark eingeschränkt seien. Die Nahrungsaufnahme bereite Bauchschmerzen. Fer
ner sei
die
Beschwerdeführerin
geplagt durch nächtliche Beinkrämpfe sowie durch Antriebslosigkeit. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin sei auf den September eine
chirurgische
Neubeurteilung der Magen
b
ypass-Situation im
D._
angesetzt (
Urk.
7/201/37
und 7/201/38
).
Der Gutachter
erwähnte
als Veränderung seit Oktober 2012 die
Hospitalisation
der Beschwerde
führerin
wegen einer
Lungenentzündung mit Multiorganversagen, was einer künstlichen Beatmung mit
Luftröhrenschnitt bedurft habe. Noch heute verspüre sie deswegen eine Anstren
g
ungsdyspnoe.
Dr.
E._
führte aus, dass diese natürlich auch auf die erneute Gewichtszunahme von 70 auf 100 kg zurückzu
führen sein könnte (
Urk.
7/201/38).
Im Vordergrund stehe
bei der Beschwerdeführerin
die Antriebslosigkeit, welche eine Integration
im Arbeitsmarkt erschweren dürfte
.
Die Beschwerdeführerin sei durch die vielen Operationen und Komplikationen krank und geschwächt. Inwie
fern eine erneute
gastroenterologische
Untersuchung oder Re-Operation die Dys
phagie günstig beeinflussen könne, sei aktuell schwer abschätzbar. Hinsichtlich der Zumutbarkeit von Integrationsmassnahmen gelte es sicher
,
die medizinische Neubeurteilung von September 2016 abzuwarten
(
Urk.
7/201/38).
Dr.
E._
notierte bezüglich der Integrationsmassnahmen, dass ein P
ensum von vier Stun
den pro Tag zumutbar sei
(
Urk.
7/201/39).
3.
3
.
3
Am 1
8.
August 2016 erstatte
te
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie, sein
Teilgutachten
und
führte darin aus, bei der Beschwerdeführerin
bestehe
ein kom
muniziertes und demonstriertes Stör
ungs
bild, das aus rheumatologischer Sicht keiner strukturellen Problematik des Bewegungsapparates und keinem differen
zier
ten systemisch rheumatologischen
Grundleiden zugeordnet werden könne. Auch nach mehrmaligem Nachfragen habe die Beschwerdeführerin keine expli
ziten differenzierten Beschwerden im Sinne von Schmerzen oder Funktionsstö
rungen nennen können; die Angaben seien eher in den psychiatrischen Bereich einzuordnen (
Urk.
7/201/46).
Bei der Untersuchung der Wirbelsäule
etwa
habe die Beschwerdeführerin über dem Kreuz eine Weichteilempfindlichkeit sehr eindrücklich demonstriert und erlebt, wobei es jeweils nach dem Weglassen der Untersuchungsmanöver sofort prompt zum Verschwinden der provozierten/erlebten Empfindlichkeiten
gekom
men sei. Hierbei sei es zu keiner spezifischen Ausstrahlung gekommen, was jedoch nicht definitiv sicher reproduzierbar sei. In Gegenüberstellung des Verhal
tens der Beschwerdeführerin während der Expertise
hätten
keine analogen Zeichen von Empfindlichkeiten, Schmerzen und Sensationen erk
annt werden
können
(
Urk.
7/201/
42-
43).
Dr.
F._
führte weiter aus, e
ine rein radiologisch beschriebene leichte Hüftd
ysplasie beidseits habe keine weitere klinische Bedeu
tung erlangt. Für eine angepasste Tätigkeit – etwa mit der Möglichkeit für Wech
selpositionen und einer Beschränkung von Lasten bis 30 kg – bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/201/47).
3.
3
.
4
Das psychiatrische
Teilgutachten
wurde am
7.
Juli 2016 von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
und Stellvertretender Chefarzt,
und von
Dr.
med.
H._
, Stellvertretende Oberärztin, erstattet (
Urk.
7/201/49).
Die Beschwerdeführerin klagte ihnen gegenüber
zunächst
über somatische Schmer
zen im ganzen Körper, vor allem über Rücken- und Bauchschmerzen und in psy
chischer Hinsicht über Erschöpfungsgefühle. Sie sei den ganzen Tag müde und erschöpft, könne sich über nichts freuen, sei sehr oft traurig und es falle ihr schwer, am Morgen aufzustehen (
Urk.
7/201/58).
Weiter klagte sie über Konzent
rationsstörungen, sie fühle sich schwach und antriebslos und sie könne sich eine Arbeit in diesem Zustand nicht vorstellen. Sie könne nicht einmal den eigenen Haushalt führen (
Urk.
7/201/59)
.
Die Gutachter
führten aus, während der Untersuchung
en
sei
ein Konzentrations
abfall bei der
Beschwerdeführerin
bemerkbar gewesen. Sie habe
kein demonstra
tives Verhalten
und
sich
authentisch gezeigt
,
ihre Beschwerdeschilderung
habe
insgesamt valide
ge
schien
en
. Die Beschwerdeführerin sei in allen Qualitäten orientiert und bewusstseinsklar und wach
gewesen
, jedoch sei eine Müdigkeit erkennbar gewesen und auch mehrfach geäussert worden. Die Auffassung habe sich leicht vermindert im Sinne einer Verlangsamung gezeigt (
Urk.
7/201/60).
In der Untersuchung hätten sich leichte Beeinträchtigungen von Gedächtnis und Merkfähigkeit gezeigt.
Weiter
würden
eine leichte
Grübelneigung
und leichtes Misstrauen in die Untersuchungssituation sowie ein erhöhtes Angstniveau beim Verlassen der eigenen Wohnung
bestehen
; jedoch keine Panikattacken oder Phobien, aber deutliche Hinweise auf sozialphobische Tendenzen. Die Beschwer
deführerin habe affektiv niedergeschlagen gewirkt und Zukunftssorgen geäussert. Teilweise bestünden Ratlosigkeit und
ein
Gefühl von Gefühlslosigkeit, aber keine Affektarmut, jedoch
erscheine sie
insgesamt wenig schwingungsfähig
. Weiter lägen eine Unsicherheit und Überforderung hinsichtlich der Lebenssituation und der Zukunft vor. In der Untersuchung habe eine leichte psychomotorische Unruhe bestanden, zudem sei das Antriebsniveau anamnestisch deutlich vermindert. Ein sozialer Rückzug sei vorhanden, aber teilweise gewollt. Die Beschwerdeführerin habe von leichten Schlafstörungen
berichtet
(
Urk.
7/201/61).
Testdiagnostisch führten die Gutachter mehrere Untersuchungen durch
(
Urk.
7/201/61-64)
. Sie stellten die Diagnosen
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, zumindest mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom und
chro
nifiziert
(IC
D-10 F33.11)
,
und eines
Verdacht
s
auf eine sonstige andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8
;
Urk.
7/201/61-6
5
).
Hinsichtlich der
Persönlichkeitsstörung hielten die Gutachter fest, deren Diagnostik
sei
komplex und keine sogenannte Punktbeurteilung im Rahmen einer einmaligen Untersu
chung. Aus diesem Grund könne die Diagnose weder bestätigt noch sicher aus
geschlossen werden; die vorliegenden Angaben würden für eine abschliessende Diagnose nicht ausreichen (
Urk.
7/201/23).
Die Beschwerdeführerin erscheine aber aus funktioneller Sicht deutlich eingeschränkt. So sei sie in ihrer Durch
h
alte- und Anpassungsfähigkeit stark eingeschränkt, sie erscheine psychisch instabil, unflexibel und habe Probleme, sich an Veränderungen anzupassen. Durch die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie eine mangelnde Regene
rationsmöglichkeit sei von einer verminderten Stresstoleranz und einem erhöhten Risiko, Flüchtigkeitsfehler zu machen, auszugehen. Ferner seien Selbstvertrauen und Selbstwert vermindert, was vermehrt zu einem sozialen Rückzug führe (
Urk.
7/201/73).
3.
4
3.4.1
Dr.
C._
vom RAD nahm am 1
3.
Oktober 2016 zum MEDAS-Gutachten St
ellung und kam zum Schluss, dass darauf aus somatisch-orthopädischer Sicht prinzipiell abzustellen sei. Aber nachdem die Gutachter eine Besserung des Gesundheitszu
standes seit Anfang 2013 zu erkennen glaub
t
en und eine langsame berufliche Wiedereingliederung für möglich
hielten
, wenngleich in einem geschützten Rah
men, werde eine vorzeitige medizinische Neubeurteilung bereits nach zwei Jahren empfohlen (
Urk.
7/228/6).
Die Kundenberatung der IV-Stelle nahm unter der Annahme eines verbesserten Gesundheitszustandes nach Überwindung der Abhängigkeitssymptomatik Ende 2012 einen Revisionsgrund an und führte eine Ressourcenprüfung durch (
Urk.
7/228/7). Dabei kam sie zum Schluss, dass die massiven Funktionsein
schränkungen im Fachbereich Psychiatrie aufgrund der objektiven Befunde und der Diagnosestellung nicht
nachvollziehbar seien
.
Eine Therapieresistenz sei zu verneinen.
Es liege kein
invaliditäts
relevantes psychisches Leiden vor (
Urk.
7/228/9).
3.
4
.2
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin betreffend
die Re-Evaluation
der bariat
rischen Beschwerden
hin
(
Urk.
7/228/9) erstattete der Hausarzt
,
med.
pract
.
B._
,
am
6.
März 2018 einen Bericht. Darin hielt er fest,
dass nichts gelaufen sei
.
Essen sei der Beschwerdeführerin in kleinen Mengen möglich.
Die Eisen
resorption sei eingeschränkt
. Nach wie vor bestünden eine starke Müdigkeit, Erschöpfung sowie eine Depression.
Wegen de
r
Kinder
sei keine Arbeit möglich
und überdies
bestehe
eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit
bei Übermüdung
(
Urk.
7/
220
).
In der Folge nahm
Dr.
C._
am 1
6.
August 2018
abschliessend Stellung und führte aus, dass
sich zur Arbeitsunfähigkeit im MEDAS-Gutachten ausschliesslich psychiatrische Argumente finden würden. Im
viszeralchirurgischen
Teil-Gutach
ten f
änd
e sich keine Angabe zur Arbeitsunfähigkeit. Aus somatischer Sicht schätzte
Dr.
C._
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten Tätigkeit auf 80-90
%
ein, bedingt
durch die
anzunehmende
Notwendig
keit, häufiger die Arbeit für Toilettenbesuche oder die kurze Einnahme von Zwi
schenmahlzeiten zu unterbrechen (
Urk.
7/228/11). Gestützt auf diese Stellung
nahme stellte die Beschwerdegegnerin die Rente mit der angefochtenen Verfü
gung ein (
Urk.
7/228/12 und
Urk.
2).
3.
5
Ab
1.
Februar 2018 wurde
von der Kindes
-
und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks
I._
über die Beschwerdeführerin eine Beistandschaft im Sinne von
Art.
393
Abs.
1
(Begleitbeistandschaft)
und
Art.
394
Abs.
1
(Vertretungsbeistand
schaft)
des Zivilgesetzbuches (ZGB) errichtet (
Urk.
7/237).
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass durch die weggefallene Suchtprob
lematik bei der
Beschwerdeführerin eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes vorliegen würde
,
und überprüfte deswegen den Rentenanspruch neu (
Urk.
7/228/7). Bei der ursprünglichen Rentenzusprechung war das medizinisch assistierte Suchtgeschehen entscheidend mitverantwortlich für den Zustand der Beschwerdeführerin, die damals zudem durch die
Psychiatriespitex
begleitet wor
den war (
Urk.
7/60). Diese erhebliche gesundheitliche Schädigung ist weggefal
len, weshalb e
ine anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts im Sinne
einer
Eignung, zu einer abweichenden Beurteilung des Rentenanspruchs zu füh
ren,
vorliegt, auch wenn andere und teilweise neue Diagnosen hinzugekommen sind (BGE 141 V 9 E. 5.3).
4.1.2
Die MEDAS-Gutachter wie auch der RAD-Arzt in seiner ersten Stellungnahme zum Gutachten haben die Kernfrage nach einer Veränderung
beziehungsweise
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sehr vorsichtig und zurückhaltend
optimistisch
beantwortet.
So hielten die
Gutachter in ihrer Gesamtbetrachtung
lediglich
fest, dass sich der Gesundheitszustand seit
A
nfang 2013 verbessert zu haben scheine. Sie
kamen überdies zum Schluss
, dass es sich um eine Veränderung des Gesundheitszustandes handle, da die Abhängigkeits
symptomatik
Ende 2012 überwunden
worden sei
und nun die depressive Störung im Vordergrund stehe. Gleichzeitig stuften die Gutachter die Beschwerde
führerin
weiterhin
als vollständig arbeitsunfähig ein. Auch der RAD war
nur
vorsichtig optimistisch und ersuchte um eine Neuüberprüfung in zwei Jahren.
Insofern über
zeugt die
Aussage der Beschwerdegegnerin, wonach es der Beschwerdeführerin gestützt auf das MED
A
S-Gutachten
besser gehen
soll, nicht
ohne Weiteres
.
4.2
4.2.1
In psychiatrischer Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin
nach einer
Indikatoren
prüfung
von
einem
invaliditätsf
remden Leiden aus
und beachtete somit die psy
chiatrischen Befunde bei der Arbeitsfähigkeitsfestlegung nicht;
somatischerseits
wurde gestützt auf die Ansicht des RAD-Arztes
Dr.
C._
nur eine
geringe
quan
ti
t
ative Einschränkung
bei der Erwerbsarbeit
von 10 bis 20
%
bei einer leichten Tätigkeit vorgeseh
en, dies wegen eines vermehrt notwendigen Toilettenganges oder der Einnahme von Zwischenverpflegungen.
Entgegen dieser
Ansicht von
Dr.
C._
war aus
bariatrischer
Sicht
durch
Dr.
E._
jedoch mit der Attestierung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit (4 Stunden täglich)
eine erheblich grössere Einschränkung
festgelegt
worden
(
Urk.
7/201/
24, 7/201/
39)
, was
der RAD-Arzt
offenbar bei seiner Einschätzung übersehen hatte
,
hielt er doch fest, im Teilgutachten seien keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit/Arbeitsunfähigkeit gemacht worden
(
Urk.
7/228/11).
Dr.
E._
hatte
jedoch klar die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit
mit den vorhande
nen Bauchschmerzen mit Übelkeit und Blähungen und der Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit durch die unbefriedigende Nahrungsaufnahme mit konsekuti
ven Mangelerscheinungen
begründet
(
Urk.
7/201/38), was
von der Beschwerde
gegnerin
zu Unrecht
nicht beachtet
wurde
.
4.2.2
Entscheidend abgewichen vom Gutachten ist die Beschwerdegegnerin weiter bei der Beurteilung des psychiatrischen Beschwerdebildes für die Frage der Leistungs
fähigkeit der
Beschwerdeführerin
. Während
die
psychiatrische
n
Gutachter keine Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aus
psychischen
Gründen
sah
en
,
wurde dies
e Einschätzung
von der Beschwerdegegnerin
gänzlich
negiert.
Die psychiatrischen
Gutachter hatte
n
mit der Beschwerdeführerin neben der kli
nischen Untersuchung verschiedene Tests zur Ermittlung des Ausmasses einer affektiven Störung
durchgeführt (
Urk.
7/201/61, 7/201/62). Sie hielten dazu fest, es hätten sich Werte im oberen Bereich einer leichtgradigen bzw. mittelgradigen Depression und somatischem Syndrom gezeigt (
Urk.
7/201/67), weshalb sie eine
solche rezidivierend
e
im Sinne von ICD-10 F33.11
diagnostizierten
,
und sie beschrieben auch zahlreiche typische Einschränkungen der Beschwerdeführerin gestützt auf diese Diagnose.
Unklar blieb hingegen für die Gutachter die in den psychiatrischen
Vorakten
(
Z._
, Bericht vom 2
6.
August 2011;
Dr.
med.
J._
, Oberarzt, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
,
vom 2
2.
September 2011
;
Urk.
7/29
)
festgehaltene
, seit der Adoleszenz bestehende
Diagnose einer instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31), die den damaligen
Dr.
J._
ebenfalls zum Schluss
geführt hatte
, eine Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
auf dem ersten Arbeitsmarkt
sei nicht möglich, allerdings war die
Beschwerdeführerin
damals auch noch opiatab
hängig. Die MEDAS-Gutachter schlossen eine solche
Diagnose
nicht aus,
sie zogen eine solche gar in Betracht, zeige die
Beschwerdeführerin
doch bezüglich Anamnese aus psychodynamischer Sicht Risikofaktoren für die Entwicklung einer solchen Störung
(früher Verlust der Mutter, Übernahme der Aufgaben der Mutter in der Familie)
, die
Beschwerdeführerin
schildere jedoch ein in der Kindheit und Jugend unauffälliges Verhalten und keine schulischen Probleme (
Urk.
7/201/70). Übersehen haben die Gutachter dabei, dass die Ausführungen der
Beschwerde
führerin
zu ihrem schulischen/beruflichen Werdegang
im Verlauf
-
aktenmässig dokumentiert
-
unstet und
widersprüchlich
waren. Gesicherte Hinweise auf eine durchgemachte Ausbildung mit Abschluss, wie sie von der Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern der MEDAS dargelegt wurde, indem sie geltend machte, sie habe eine
Anlehre
als Rezeptionistin in einem Hotel gemacht und anschliessend dort einige Z
eit gearbeitet (
Urk.
7/201/1
, 7/201/36
)
,
finden sich weder im IK-Auszug (
Urk.
7/8), noch in Form von Dokumenten
,
noch in Form von Angaben in der Anmeldung (
Urk.
7/2/5). Es wurde in Arztberichten
vielmehr
festgehalten, die
Beschwerdeführerin
verfüge gemäss eigener Darstellung über keine Ausbildung (
Urk.
7/31), im Abklärungsbericht Haushalt wurde die Aussage der
Beschwerdeführerin
dargestellt
, sie habe eine Ausbildung zur Servicefachan
gestellten beendet (
Urk.
7/202/2).
Die Angaben der
Beschwerdeführerin
sind somit in diesem
für die Gutachter
wichtigen Anamnesepunkt wenig verlässlich, was auch der Hausarzt im Jahr 2011 gegenüber anderen Gutachtern
mit dem Hinweis, die
Beschwerdeführerin
sei widersprüchlich und
lüge sehr viel
,
erwähnt
e
(
Urk.
7/42/10).
Zur Erhebung der klinischen Befundung einer Persönlichkeitsauffälligkeit gaben die Gutachter der Beschwerdeführerin
am 1
6.
Juni 2016
einen Fragebogen PSSI (Persönlichkeitsstil
- und Störungsinventar) ab. Dieser Fragebogen erreichte die
Gutachter jedoch bis am
7.
Juli 2016 nicht, obwohl die
Beschwerdeführerin
am 2
8.
Juni 2016
den Gutachtern gegenüber
erklärt
hatte
, sie habe ihn abgeschickt (
Urk.
7/201/64). Alles in Allem befanden die Gutachter,
die Diagnostik
einer Per
sönlichkeitsstörung
sei
komplex und
könne
nicht aufgrund einer einmaligen Untersuchung getroffen we
rden
, weshal
b sie eine solche weder ausschliessen noch bejah
en
konnten
(
Urk.
7/201/70).
4.2.3
Die Frage, ob neben der affektiven Störung mittelgradigen Ausmasses eine eigenständige Persönlichkeitsstörung
vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31) vor
liegt
, wurde
von den Gutachtern offengelassen, ist für die Gesamtbetrachtung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Sinne einer umfassend zu beurteilenden Leis
tungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
für den allgemeinen Arbeitsmarkt jedoch relevant
.
Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin noch vor Erlass
der rentenaufhebenden Verfügung
verbeiständet wurde, was keinen Eingang in den vorliegenden Entscheid der Beschwerdegegnerin fand;
welches die Gründe für die
Verbeiständung
waren, ist im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht klar. Wenn die
Gut
achter
sodann der Ansicht waren, die Angaben hätten für eine Diagnosestellung nicht gereicht, hätte es ihnen
frei gestanden
, die
Beschwerdeführerin
an mehreren Tagen zu untersuchen und
vorab
nähere Auskünfte
beispielsweise
beim
langjäh
rigen
Hausarzt
einzuholen.
Die Aktenlage erweist sich somit im Hinblick auf die psychiatrischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als nicht hinreichend abgeklärt
, was nachzuholen ist. Dabei wird nach Vervollständigung der Akten ein psychi
atrisches Gutachten einzuholen sein, das unter Berücksichtigung der
neueren
Rechtsprechung des Bundesgerichts
(oben E. 1.5) zu erstellen ist.
4.3
4.3.1
Der
viszeral
chirurg
ische
MEDAS-Gutachter
Dr.
E._
ging in seinem Teil des Gutachtens auf verschiedene
U
rsachen für die somatischen Beschwerden ein
und l
iess
sich im Grunde nicht auf eine konkrete Festlegung ein
. Er erwähnte
erneute Knickungen, Adhäsionen,
eine
innere
Hernie oder
Stenosierung
der Anastomosen als mögliche Erklärungsansätze, nannte mögliche Behandlungsansätze und wies wiederholt auf die geplante Neubeurteilung im September 2016 im
D._
auch im Hinblick auf eine zumutbare Integration der
Beschwerdefüh
rerin
hin
(
Urk.
7/201/39)
. Von dieser Neubeurteilung machte er auch seine Ein
schätzung der Leistungsfähigkeit abhängig. Seine Aussage, wonach der Beschwerdeführerin ein tägliches Pensum von
vier Stunden zumutbar sei, w
urde
nicht konkretisiert.
So
geht aus dem Teilgutachten nicht hervor, ob sich diese Arbeitsfähigkeit auf den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt bezieht oder allenfalls nur auf Integrationsmassnahmen. Zudem
ist
unklar, ab welchem Zeitpunkt dieses Pensum von der Beschwerdeführerin geleistet werden k
ann
und wie das Leistungsprofil einer angepassten Tätigkeit aussehen müsste
. In der Gesamtbe
trach
tung finden sich im MEDAS-Gutachten keine weiteren Erläuterungen dies
bezüg
lich, da die Gesamteinschätzung, wonach die Beschwerdeführerin nicht arbeits
fähig sei, vor allem in den gemäss psychiatrischem Teilgutachten beste
henden massiven Funktionseinschränkungen gründe
t
.
4.3.2
Über die Neu-Beurteilung
der bariatrischen Situation
im September 2016 finden sich in den Akten keine Angaben, mithin wurde beim
D._
kein Bericht eingeholt
oder nachgefragt
.
Aktenkundig ist
einzig die Angabe des Haus
arztes
,
med.
pract
.
B._
, wonach
nichts gelaufen sei
, dies aber ohne
weitere Erläuterungen
(
Urk.
7/220)
, und d
ie
Darlegung
des RAD-Arztes
Dr.
C._
,
wonach
gemäss dem
viszeralchirurgischen
Teilgutachten keine Arbeitsunfähigkeit attes
tiert worden sei,
beruht, wie gezeigt, auf einem Versehen.
Die Einschätzung des RAD
-Arztes
, wonach aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80-90
%
bestehe, ist damit nicht nachvollziehbar und genügt nicht, um die Rente der Beschwerdeführerin aufzuheben
. Mithin ist es angezeigt, auch eine ergänzende Abklärung im Hinblick auf die bariatrische und internistische Situation zu ver
anlassen und in die Gesamtwürdigung der Leistungsfähigkeit einzubeziehen.
4.4
Abschliessend ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin näher anzusehen.
Die Beschwerdegegnerin hat die
Beschwerdeführerin
aufgrund
von deren Aussagen
im Abklärungsbericht auf 70
%
erwerbstätig und 30
%
im Haushalt tätig einge
stuft.
4.4.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision ist die Methode der Invaliditätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestim
men (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig
wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28
E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
4.4.2
Die Beschwerdeführerin
war im V
erfügungszeitpunkt
zum dritten Mal verheiratet und hat
vier Kinder
, geboren 2001, 2005, 2014 und 201
7.
Die beiden ältesten Kinder lebten jedoch nicht bei der
Beschwerdeführerin
, dies aus Krankheitsgrün
den, wie sie im
Abklärungsbericht vom
9.
Dezember 2015
dargelegt hatte (
Urk.
7/202/2). Weiter
wurde die Aussage der
Beschwerdeführerin
festgehalten, im Gesundheitsfall würde sie 60 bis 80
%
erwerbstätig sein, die Erwerbstätigkeit sei ihr immer sehr wichtig gewesen.
Wie
es sich damit verhält, ist allerdings
frag
lich
. Denn aus dem IK-Auszug ergeben sich nur sehr geringe Einkommen
aus einem nur sehr kurzen Arbeitszeitraum
(
Fr.
1'310
.--
aus einem Beschäf
tigungs
projekt im Jahr 1999,
Fr.
9
'
061
.--
im Jahr 2000 aus verschiedenen Anstellungen,
Fr.
1'821
.--
aus einer privaten Anstellung und gesamthaft
Fr.
16'224
.--
in den Jahren 2007/
2008 aus dem Integrationsprogramm
Brockenhaus;
Urk.
7/8), zudem ist gegenwärtig
gänzlich unklar,
welchen
Beruf die Beschwerdeführerin gelernt hat. Im Gesundheitsfall hätte sie
somit
vier Kinder bei sich wohnhaft, wovon
immerhin
zwei noch sehr klein sind. Ob und in welchem Ausmass die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre
,
ist unter diesen Umständen ebenfalls
näher zu prüfen, es kann auf alle Fälle nicht einfach auf
ihre
Aussagen
allein
abgestellt werden.
4.
5
Zusammenfassend bestehen bei der Beschwerdeführerin
seit der Zusprechung der Invalidenrente veränderte Umstände, die
eine Neubeurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente
rechtfertigen
. Jedoch
genügen die
von der Beschwerdegeg
nerin
getätigten medizinischen
und auch erwerblichen
Abklärungen nicht, um eine
klare
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
nach
zuweisen
und
ihre
ganze Rente aufzuheben.
Die Sache ist vielmehr an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen und auch statusbezogenen Abklärung zurückzuweisen, damit sie
anschliessend über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge
. D
ie angefochtene Verfügung vom 2
6.
Novem
ber 2018
ist zu diesem Zweck aufzuheben
.
5.
5
.1
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder
Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
), ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen und
der unterliegenden Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5
.2
Der zum
unentgeltlichen Rechts
vertreter
bestellte
Rechtsanw
alt Franz
Hollinger
, Brugg AG,
reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung ermessens
weise festzusetzen
ist
(vgl. Verfügung vom
1
2.
März 2019
,
Dispositiv Ziffer
3
;
Urk.
12
)
.
Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwer
degegnerin eine Parteientschädigung in der Höhe von
Fr.
1’7
00.-- (inkl. Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) zu
bezahlen, wobei diese direkt dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der obsiegenden Beschwerdeführerin
zuzusprechen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_170/2018 vom 2
0.
Juni 2018 E. 1.3 mit Hinweisen).