# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b1422cca-359f-4762-9537-6b240ec0d5ab
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die A._ AG, ist Eigentümerin des 60‘131 m grossen Grundstücks Nr. 5, Grundbuch
Gemeinde D._ Auf dem Grundstück befinden sich zwei Skiliftanlagen und die Scheune
mit einer Grundfläche 252 m . Das Grundstück ist gemäss Zonenplan der Politischen
Gemeinde D._ vom 28. Oktober 2004 der Landwirtschaftszone zugeteilt und mit der
Zone Skiabfahrts- und Skiübungsgelände überlagert. Mit Baugesuch vom 14. August
2014 ersuchte die A._ AG um Bewilligung der Umnutzung der Scheune als Lagerraum
für Skiliftmaterial. Gegen das Baugesuch erhob C._ innerhalb der Auflagefrist
Einsprache. Nach Durchführung eines Augenscheins durch das Bauamt D._ am 10.
November 2014 sowie einer Ortsbegehung durch das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (AREG) am 4. Dezember 2014 erteilte das AREG am 19. Januar 2015
seine Zustimmung zur temporären Umnutzung des oberen Teils und rund eines Drittels
der Fläche im unteren Teil der Scheune (nichtlandwirtschaftlich benötigte Fläche).
Bezüglich der Umnutzung von rund zwei Dritteln der Fläche des unteren Teils der
Scheune (landwirtschaftlich benötigte Fläche) verweigerte es seine Zustimmung. Es
2
2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/6
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
hielt überdies fest, sofern keine baubewilligungspflichtigen Massnahmen erforderlich
seien, dürften aus raumplanungsrechtlicher Sicht auch Pistenfahrzeuge in der Scheune
abgestellt werden. Zur Sicherung der Zweckbestimmung ordnete es eine im
Grundbuch einzutragende öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung „befristete
Baubewilligung/Vorbehalt geänderte Verhältnisse“ an. Mit E-Mail vom 24. März 2015
gab das AREG dem Bauamt bekannt, dass sich seine Zustimmung lediglich auf eine
Umnutzung ohne bauliche Massnahmen beziehe. Einer Torverbreiterung habe es nicht
zugestimmt. Aufgrund eines gleichentags durchgeführten Augenscheins kam das
Bauamt zum Schluss, dass keine bewilligungspflichtigen Bauarbeiten durchgeführt
worden seien. Die Baukommission der Gemeinde D._ bewilligte mit Beschluss vom
30. März 2015 das Baugesuch und wies die Einsprache ab.
b. Gegen diesen Beschluss erhob C._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roger
Brändle, Altendorf, am 16. April 2015 Rekurs. Nach Durchführung eines Augenscheins
hiess das Baudepartement des Kantons St. Gallen den Rekurs mit Entscheid vom 23.
Mai 2016 gut und hob den Einspracheentscheid und die Baubewilligung vom 30. März
2015 sowie die raumplanungsrechtliche Teilverfügung des AREG vom 19. Januar 2015
auf.
B. Gegen diesen Entscheid erhob die A._ AG, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Markus Holenstein, Uster, mit Eingabe vom 7. Juni 2016 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die nachgesuchte Baubewilligung sei in
Bestätigung des Baukommissionsbeschlusses vom 30. März 2015 zu erteilen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen, auch für das vorangehende Rekursverfahren,
zulasten des Beschwerdegegners. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen
hiess die Beschwerde mit Entscheid B 2016/125 vom 18. Januar 2018 gut, soweit es
darauf eintrat.
C. Die hiergegen von C._ erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil
1C_131/2018 vom 27. August 2018 gut, hob den verwaltungsgerichtlichen Entscheid
auf und verweigerte die Baubewilligung für die Umnutzung der Scheune auf Parzelle
Nr. 5. Es wies die Sache zur Neuverlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des
kantonalen Verfahrens sowie zur Prüfung der Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands an das Verwaltungsgericht zurück (act. G 1).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/6
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Im Urteil vom 27. August 2018 führte das Bundesgericht aus, dass die Scheune für
die vorgenommene Zweckänderung durch die baulichen Arbeiten in ihrer Substanz
verändert worden sei und es sich bei den durchgeführten Arbeiten nicht nur um
bewilligungsfreien Unterhalt handle. Dies sei im Rahmen einer blossen Umnutzung
ohne bauliche Massnahmen im Sinn von Art. 24a des Raumplanungsgesetzes (RPG;
SR 700) nicht zulässig. Die vorgenommenen baulichen Massnahmen zur Umnutzung
der Scheune in ein Materiallager für den Skibetrieb seien nach Art. 22 Abs. 1 RPG
baubewilligungspflichtig und würden damit eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24a
RPG ausschliessen. Da die Voraussetzungen für eine Bewilligung im Sinne von Art. 24a
RPG kumulativ erfüllt sein müssten, könne vorliegend offenbleiben, wie es sich mit den
weiteren Anforderungen verhalte. Die Baubewilligung sei zu verweigern und die Sache
sei zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des kantonalen Verfahrens
sowie zur Prüfung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an das
Verwaltungsgericht zurückzuweisen.
2. Die Vorinstanz (Baudepartement) hatte in dem vom Bundesgericht inhaltlich
bestätigten Rekursentscheid vom 23. Mai 2016 festgehalten, sofern die
Beschwerdeführerin die Scheune keiner anderen (zonenkonformen) Nutzung mehr
zuführe, werde die Beschwerdebeteiligte als Nächstes die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands nach Art. 130 Abs. 2 des Baugesetzes (BauG; gültig gewesen
bis 30. September 2017) zu prüfen haben, wobei zu berücksichtigen sein werde, dass
die baulichen Massnahmen jeweils in Rücksprache mit dem Bauamt erfolgt seien.
Sollte sich ein Rückbau aus diesem Grund als unverhältnismässig erweisen, wäre ein
entsprechendes Nutzungsverbot zu prüfen (act. G 2 [B 2016/125]). Nachdem
erstinstanzlich die Beschwerdebeteiligte für den Entscheid über die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands sachlich zuständig ist (Art. 130 Abs. 2 BauG, neu Art. 158
und 159 des Planungs- und Baugesetzes, sGS 731.1), erscheint es mit Blick auf die
Wahrung des Instanzenzuges sachgerecht, die Angelegenheit zur Prüfung der
Wiederherstellungsfrage an sie zurückzuweisen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/6
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3. Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Dementsprechend sind die
amtlichen Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht (CHF 3‘500) der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der für dieses Verfahren geleistete Kostenvorschuss
von CHF 3‘500 ist zu verrechnen.
Für die amtlichen und ausseramtlichen Kosten des Rekursverfahrens vor dem
Baudepartement gelten die Ziffern 2 bis 5 des Rekursentscheides vom 23. Mai 2016.
4. Nach Art. 98 Abs. 1 VRP besteht im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
Anspruch auf Ersatz der ausseramtlichen Kosten, welche den am Verfahren Beteiligten
gemäss Art. 98bis VRP nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt werden. Die
Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) über die
Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98 VRP).
Der Beschwerdegegner hat im verwaltungsgerichtlichen Verfahren vollumfänglich
obsiegt. Das Verwaltungsgericht spricht bei Fehlen einer Kostennote praxisgemäss
Pauschalentschädigungen nach Ermessen gemäss Art. 6 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten – in der bis Ende 2018 gültigen
Fassung – zu (sGS 963.75, HonO). Mit Blick auf vergleichbare Verfahren und unter
Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse ist vorliegend eine Entschädigung des
Beschwerdegegners mit CHF 2‘500 zuzüglich 4% Barauslagen (= CHF 100)
angemessen. Die Mehrwertsteuer wird zu dem bis Ende 2017 gültigen Satz von 8%
dazu gerechnet (Art. 29 HonO).
5. Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.