# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 89de2ea8-8f55-4f65-9ecf-1c6d756082df
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A war seit dem 1. Januar 2009 als Leiter des Jugendtreffs D tätig, zunächst im Auftrag des (damaligen) gleichnamigen Vereins und ab dem 1. Januar 2011 im Rahmen eines "Dienstleistungsvertrags" im Auftrag der Gemeinde D. Per 1. Januar 2016 wurde das Dienstleistungsverhältnis in ein öffentlich-rechtliches Anstellungsverhältnis umgewandelt. Mit Beschluss vom 19. Mai 2020 löste der Gemeinderat D dieses Anstellungsverhältnis per 31. September 2020 auf, weil der Bereich "Jugend" der Gemeinde umfassend restrukturiert und auf eine Wiedereröffnung des seit Mitte März 2020 coronabedingt geschlossenen Jugendtreffs verzichtet werde.
Am 2. Juli 2020 wandte sich A, vertreten durch seinen Rechtsanwalt, an den Gemeinderat D und machte geltend, dass es sich bei dem ihm am 4. Juni 2020 persönlich übergebenen Auszug aus dem Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 19. Mai 2020 nicht um eine beschwerdefähige Verfügung handle. "[F]ür den Fall, dass die Kündigung [...] rechtsgültig sein sollte", verlangte er zudem die Zustellung einer schriftlichen Begründung der Kündigung sowie die Ausrichtung einer Abfindung und einer Entschädigung für nicht bezogene Ferien bzw. geleistete Überstunden. Hierauf antwortete ihm die Gemeinde D am 19. August 2020, vertreten durch ihre Rechtsanwältin, dass "kein Zweifel bestehen" könne, dass es sich bei dem Protokollauszug vom 19. Mai 2020 um eine beschwerdefähige Verfügung handle, weshalb nicht verständlich sei, dass A dagegen nicht innert Frist rekurriert habe; ein Abfindungs- und Entschädigungsanspruch wurde verneint.
Hierauf Bezug nehmend, liess A die Gemeinde D am 7. September 2020 um Erlass einer anfechtbaren, begründeten Verfügung ersuchen bezüglich der Punkte "1. Vorliegen/Gültigkeit der Kündigung, 2. Begründung der Kündigung gemäss § 18 Abs. 1 PG ZH [Personalgesetz vom 27. September 1998 {PG, LS 177.10}], 3. [...] Anspruch auf Leistungen gemäss § 16b–17 VVO [Vollzugsverordnung zum Personalgesetz vom 19. Mai 1999 {VVO, LS 177.111}], 4. [...] Anspruch auf Abfindung gemäss § 26 PG ZH" und "5. Anspruch auf Ausbezahlung des Ferien- bzw. Mehrarbeitsguthabens". Am 25. September 2020 liess die Angeschriebene A mitteilen, keine Veranlassung zu sehen, auf ihr Schreiben vom 19. August 2020 zurückzukommen.
II.
A liess am 27. Oktober 2020 "Rekurs infolge Rechtsverweigerung" beim Bezirksrat Affoltern erheben und beantragen, unter Entschädigungsfolge sei die Gemeinde D anzuhalten, ihm eine beschwerdefähige Verfügung zu den mit Schreiben vom 7. September 2020 genannten Punkten zu erlassen.
Mit Beschluss vom 2. November 2021 wies der Bezirksrat Affoltern den Rechtsverweigerungsrekurs von A ab (Dispositiv-Ziff. I), verzichtete auf die Erhebung von Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziff. II) und sprach keine Parteientschädigungen zu (Dispositiv-Ziff. III).
III.
Dagegen liess A am 6. Dezember 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und Folgendes beantragen:
1.
Der Beschluss vom 2. November 2021 des Bezirksrats Affoltern sei aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass die Übergabe des Protokollauszugs vom 19. Mai 2019 keine gültige Kündigung darstellte (Nichtigkeit).
3.
Eventualiter zu Ziffer 2 sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, dem
Beschwerdeführer eine beschwerdefähige Verfügung bezüglich nachfolgender Punkte zu erlassen:
a) Rechtsgenügliche Begründung der Kündigung gemäss § 18 PG ZH
b) Anspruch auf Leistungen gemäss § 16b–17 VVO (Leistungen bei Reorganisation)
c) Anspruch auf Abfindung gemäss § 26 PG ZH
d) Anspruch auf Ausbezahlung des Ferien- bzw. Überstunden- guthabens
4.
Subeventualiter zu Ziffer 3 sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, das Schreiben des Linksunterzeichneten vom 2. Juli 2020 als Rekurs zu behandeln und an die Vorinstanz zu überweisen.
5.
Unter  Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Der Bezirksrat Affoltern verzichtete am 13. Dezember 2021 unter Hinweis auf die Begründung des Rekursentscheids auf Vernehmlassung. Die Gemeinde D schloss mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2022 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Entschädigungsfolge. Mit weiteren Stellungnahmen vom 21. Februar bzw. 7. März 2022 hielten A und die Gemeinde D an ihren jeweiligen Anträgen fest.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen Rekursentscheide eines Bezirksrats über Anordnungen einer politischen Gemeinde in personalrechtlichen Angelegenheiten nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zuständig.
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.2
Aufgrund der Anträge des Beschwerdeführers ist von einem Fr. 20'000.- übersteigenden Streitwert auszugehen. Die Beschwerde ist durch die Kammer zu behandeln (§ 38 Abs. 1 VRG in Verbindung mit § 38b Abs. 1 lit. c e contrario VRG).
2.
Der Beschwerdeführer bietet wiederholt seine Befragung als Partei sowie die Einvernahme eines Jugendlichen als Zeugen an. Die diesbezüglichen Anträge betreffen jedoch allesamt Tatsachen, welche – wie sich sogleich zeigt – für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht von Relevanz oder aber unbestritten sind (Vorliegen eines sachlichen [nicht bloss vorgeschobenen] Kündigungsgrunds, Ausbleiben einer Anhörung des Beschwerdeführers vor der Kündigung). Auf die Abnahme der beantragten Beweismittel kann deshalb verzichtet werden (vgl. René Wiederkehr/Kaspar Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020, N. 652 f.).
3.
3.1