# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ef4daaf7-6b82-5331-9ed1-1c2f706216bf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X._
reiste 1
980
in die Schweiz ein
(Urk. 7/2/1)
und
war
ab 1990
als S
chlosser
/Produktionsmitarbeiter Fassaden
bei
der
Y._
tätig
(Urk. 7/1/2 und Urk. 7/18/8
)
. Am
22. April 2008
meldete er sich
erstmals
unter Hinweis auf
Schwindelbeschwerden, Kopf
schmerzen, zunehmende Spannungen, Schlafstörungen und einen depri
mierten Gemütszu
stand, bestehend seit Januar 2007,
bei der
So
zialversi
cherungs
anstalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistun
gen der Inv
alidenversicherung an (Urk. 7/2/7
).
Die IV-Stell
e klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhält
nisse ab
und zog die Akten des
Krankentag
geldversicherers
bei
(Urk. 7/15/1-47)
.
N
ach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbe
scheid vom
11. Juli 2008; Urk. 7/24
)
verneinte
sie
mit Verfügung vom
22. September 2008 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk. 7/26
).
1.2
Am 24. Juni 2009
meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle unter Hin
weis auf die bereits genannten Beschwerden erneut zum Bezug von Leistun
ge
n der Invalidenversicherung an
(Urk. 7/38).
Die IV-Stelle wies den Versicherten mit Schreiben vom 26. Juni 2009 darauf hin, dass bei einer Neuanmeldung eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht werden müsse, und setzte ihm Frist an, entsprechende aktuelle Beweismittel einzureichen (Urk. 7/40).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 11. Dezember 2009; Urk. 7/5
3
)
trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2. September 2010 nicht ein (Urk. 7/70).
1.3
Am 14. September 2011 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle
abermals zum Leistungsbezug
an (Urk. 7/80). Diese klärte die erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse ab und veranlasste
eine psychiatrische
Begutachtung des Versicher
ten. Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete ihr Gutachten am 8. November 2012 (Urk. 7/95).
Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2013 (
Urk. 7/98)
kündigte die IV-Stelle an, das Leistungsbegehren abzuweisen. Auf Einwand des Versicherten
vom
7.
Februar 2013
(Urk. 7/101)
liess die IV-Stelle das Guta
chten ergänzen (Urk. 7/103). Med.
pract
.
Z._
erstattete die
Ergänzung am 1. Juli 2013 (Urk. 7/108).
Die IV-Stelle verneinte schliesslich m
it Verfügung vom 4. Dezember 2013 einen Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung (Urk.
2 [= Urk.
7/111
]
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 17. Januar 2014 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen,
eventuell seien die Akten zur erneuten Begutachtung oder Ergänzung des Gut
achtens von med.
pract
.
Z._
an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der
un
entgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2). Mit
Beschwer
de
antwort
vom 18. Februar 2014 (Urk. 6) schloss die IV-Stel
le auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 20. Februar 2014 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
1.2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein
(
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.3
Eine fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungs
er
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigen
anstrengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.2.4
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (siehe Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeu
tung in der Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], Schmerz und Arbeitsun
fähigkeit, St. Gallen 2003, S. 92 f.). Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizi
nische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (siehe Kopp/Willi/Klippstein, Im Graubereich zwischen Körper, Psyche und sozialen Schwierigkeiten, in: Schweizerische Medizinische Wochenschrift 1997, S.1434, mit Hinweis auf eine grundlegende Untersuchung von Winckler und Foerster; BGE 131 V 51).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, gemäss ihren Abklärungen lägen keine Befunde vor, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Der Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung vom 10. Mai 2008 zu
h
anden der
Krankentag
geldversicherung
nicht verändert. Die aktuellen Befunde bedeuteten eine andere Darstellung des gleichen Sachverhaltes. Es liege kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die Gutachterin habe sich bei der Diagnosestellung und Beurteilung seines Gesundheitszustands gängiger versicherungsmedizinischer Konzepte bedient, welche die Präsenz des Unbe
wussten eines Patienten vollständig ignorierten.
Die Diagnosestellung nach dem ICD-Konzept sei statisch und lasse psychodynamisches Wissen unberücksichtigt. In der vorliegenden Form sei das Gutachten einseitig und unausgewogen. Es negiere sein inneres Leiden und stelle ihn tendenziell als Simulant
en
und
Aggraveur
dar. Die Gutachterin habe ihn nur in kursorischer Art und Weise nach den Ängsten befragt.
Wenn aufgrund eines Verneinens von Ängsten gefolgert werde, es bestehe keine Angstproblematik, werde die Tatsache igno
riert, dass er sich allmählich an seine Ängste gewöhn
e
und diese nicht mehr als fremd empfinde (Wechsel von Dystonie zu
Syntonie
).
Die Erkenntnisse über die Kanalisation unbewusster Angst mit Wirkung auf den
menschlichen Organis
mus seien im Gutachten
nicht berücksichtigt worden.
Es scheine,
dass
niemand
die geklagten Symptome einer
verminderten psychischen Fähigkeit, Angst und intensive Gefühle auszuhalten, zu unterscheiden, wahr
zu
nehmen und steuern zu können („Fragilität“),
habe
zuordnen
können
. Diese Form von Fragilität existiere in der Realität der Patienten, werde oder könne in den gängigen ICD
Diagnoselisten jedoch nicht oder nur unzureichend abgebildet werden.
Deshalb habe der neu behandelnde Psychiater
Dr.
A._
die Diagnose einer Panikstörung mit Agoraphobie verwendet, um den Bezug zur situativ auftretenden Fragilität herzustellen (Urk. 1 S. 2 ff.).
Weiter brachte der Beschwerdeführer vor, der
Auffassung der
Guta
chterin
, wonach den Vorberichten kein Verdacht auf eine Angstsymptomat
ik zu ent
nehmen gewesen sei
, sei zu widersprechen
. Vielmehr habe sie sich auf das Gut
achten von Dr.
B._
abgestützt.
Sie
habe ihm
(dem Beschwerdeführer)
auch unterstellt, in seiner Heimat möglicherweise an seinem Haus gearbeitet zu haben. Es stelle sich die Frage nach ihrer Unvoreingenommenheit. Trotz begründeter Hinweise in den Akten gehe die Gutachterin insbesondere nicht auf
die Möglichkeit ein, dass die körperlichen Symptome die Folgen einer
Angster
krankung
sein könnten
(Urk. 1 S. 5 ff.)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 1
4.
September 2011 (Urk. 7/80) eingetreten. Demnach ist zu prüfen, ob sie eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Gesundheitszustandes im massge
benden Vergleichszeitraum zwischen der rentenabweisenden Verfügung vom 22. September 2008 (
Urk.
7/26) und derjenigen vom
4.
Dezember 2013 (
Urk.
2) zu Recht verneint hat.
3.
2
Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts bis zur in Rechtskraft erwachsenen Verfügung
der
Beschwerdegegnerin
vom
22. September 2008 (Urk. 7/26)
kann
auf das
Gutachten
von
Dr.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
vom 10. Mai 2008 (Urk. 7/15/3 ff.)
verwiesen
werden; dieses lag dem damaligen
rentenabweisenden E
ntscheid zugrunde (vgl. Urk. 7/23/3 f.). Dr.
B._
diagnostizierte eine
somatoforme
Störung (ICD-10: F45.8)
. Diese
gehe
mit den Hauptbeschwerden Kopfschmerzen und Schwindel einher (Urk. 7/15/17) und
weise
eine deutliche Selbstlimitierung sowie eine erhebliche Aggravation auf, wobei für eine psychiatrische Komorbidität keine Anhaltspunkte bestünden
. Es bestehe zurzeit keine ängstlich-depressive
oder eine andere affektive
Störung. Ohne eine ps
ychiatrische Komorbidität und bei
deutlich vorhandener
Aggrava
tionstendenz
mit Symptomausweitung könne eine andauernde psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht begründet werden
(Urk. 7/15/18).
3.
3
Der
aktuell
behandelnde Arzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychoth
erapie, hielt in seinem Bericht
vom 15. November 2011 die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
fest
(Urk. 7/82/1)
:
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) seit Oktober 2010, anam
nestisch seit Januar 2007
rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.1) seit 2008, zunehmend
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (psychogener Kopfschmerz) (ICD-10: F45.4) seit Oktober 2010, anamnestisch seit 2007
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
Arterielle Hypertonie
Adipositas
Diabetes mellitus II
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht fest, der Beschwerdeführer sei im Januar 2007 zunächst an Schwindel erkrankt und habe später an Panikattacken mit Synko
pen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und einer depressiven Verstimmung gelitten. Möglicherweise sei der initial geklagte Schwindel ein damals nicht erkanntes Angstsymptom gewesen. Der Beschwerdeführer sei niedergeschlagen und resigniert angesichts des bisherigen therapeutischen Misserfolgs und ängst
lich sowie depressiv auf seine Krankheit fixiert. Als ambulante psychiatrische Betreuung finde eine Sitzung alle vier bis sechs Wochen statt.
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit sei aufgrund der Agoraphobie und der Panikattacken nicht möglich (Urk. 7/82/2 f.).
3.
4
Med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, verneinte im Gutachten vom 8. November 2012 das Vorliegen einer psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie die folgenden auf
(Urk. 7/95/21)
:
Sonstige
somatoforme
Störung (ICD-10
:
F45.8) mit den
Hauptbeschwer
den
Schwindel und Kopfschmerzen
Psychosoziale Faktoren:
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56)
Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen (Z59)
Med.
pract
.
Z._
führte im Gutachten
unter anderem
aus,
der Beschwerde
führer habe ihr gegenüber ausdrücklich berichtet, nicht an Ängsten zu leiden („er habe keine Ängste“). Im Vordergrund seien erneut Klagen über Schwindel, Kopfschmerzen und Schlafstörungen gestanden. Der Beschwerdeführer fühle sich nicht in der Lage zu arbeiten oder seine Frau im Haushalt zu unterstützen. Sein Alltag und Tagesablauf seien im Wesentlichen von Passivität (Herum
liegen) geprägt, woraus auch die angegebenen Schlafstörungen (er sei gänzlich unausgelastet) resultierten. Eine erhebliche Selbstlimitierung bei
Symptomaus
weitung
und ein sekundärer Krankheitsgewinn unterhielten diesen Prozess (Urk. 7/95/24). Beim erhobenen psychopathologischen Befund hätten sich erneut keine Anhaltspunkte für eine depressive Störung ergeben, es hätten lediglich situationsbedingte Reaktionen (mit Weinen) stattgefunden.
Ein
Leidens
druck
sei nicht spürbar
gewesen
. Dem
gegenüber sei
es
dem
Beschwer
deführer weiterhin möglich, jährlich eine
drei-vier
wöchige Flugreise in seine Heimat zu unternehmen (Urk. 7/95/27).
Die „
somatoforme
Schmerzstörung“ habe als
syndromale
Diagnose ohne Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge.
Es seien
auch
keine
Umstände vorhanden, welche die Symptombewältigung intensiv und konstant behinderten und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar mach
ten. Die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung seien
somit
zu bejahen
(Urk. 7/95/27 f.)
.
Med.
pract
.
Z._
verwies
ausserdem
auf
vorhandene psychosoziale Faktoren
finanzieller Art,
bedingt durch eine
ausstehende Kreditrestschuld von Fr. 40‘000.-- für die Renovation des abgebran
nten Eltern
hauses in der Heimat,
den fehlenden Lehrabschluss
des jüngsten Sohnes
und
die Arbeitslosigkeit
der Ehefrau
.
Seit dem
Einstelle
n der Taggelder im Jahr 2008
sei er fürsorgeabhängig
(Urk. 7/95/28)
.
Di
e Gutachterin
kam
zum Schluss,
aus rein psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk.
7/95/25)
. Es liege keine Änderung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch Dr.
B._
vor. Die neu auf
geführten Diagnosen des behandelnden Psychiaters Dr.
A._
entsprächen einer anderen Beschreibung des gleichen Sachverhalts, könnten zudem nicht nach
vollzogen werden und entbehrten jeglicher Begründung (Urk. 7/95/28).
4.
4.1
Das Gutachten
von med.
pract
.
Z._
vom
8. November 2012
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu erfüllen (E. 1.5
).
So tätigte sie sorgfältige, umfassende Abklärungen (Urk. 7/95/16 ff.), berücksichtig
te die ge
klagten Beschwer
den und begründete ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise (Urk. 7/95/21 ff.) sowie in Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 7/95/25 ff.). Sie legte die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar und begrün
dete ihre
F
olgerungen nachvollziehbar.
Weder
die Beurteilung
des behandeln
den
Psychiaters
Dr.
A._
, der in seinem Bericht vom 15. November 2011 primär auf die persönlichen Angaben des Beschwerdeführers abstellt
e
(Urk. 7/82),
noch die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen das Gutachten zu entkräften, worauf im Nachfolgenden einzugehen ist.
Vorab ist
aber
darauf hinzuweisen, dass die
gutachterliche
Beurteilung des Beschwerdeführers
nach
den
ICD
Klassi
fikationskriterien
nicht zu beanstanden ist.
Das Bundesgericht hat i
n
BGE
130 V 396
(Regeste) ausdrücklich festgehalten, d
e
r Diagnose von
Psychalgien
wohne
nach vorherrschender Auffassung der medizinischen Doktrin zwar nur eine beschrä
nkte Aussagekraft inne; auch sei
der Umstand, dass die massgeben
den Klassifikationssysteme (vor allem ICD-10, DSM-IV) als Instrumente der Stan
dardisierung nach definitorischer Präzision streb
t
en, nicht notwendiger
weise deckungsgleich mit
dem Anliegen nach umfassender
Bestandesaufnahme
krankheitswertiger Zustände. Dennoch setz
e
die Annahme eines
Gesundheits
schadens
im Sinne von IVG und ATSG grundsätzlich voraus, dass im psychiat
rischen Gutachten ei
ne Diagnose gestellt werden könne. Die Diagnose müsse
zudem lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassif
ikationssystems abgestützt sein.
4.2
Eine
somatoforme
Störung wurde sowohl von den Gutachtern als auch vom behandelnden Psychiater
Dr.
A._
diagnostiziert
und steht daher nicht in Frage
.
4.3
Med.
pract
.
Z._
gelangte
sodann
in Übereinstimmung mit
Dr.
B._
zum Schluss, es liege
aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit vor.
Zum einen ergäben sich
erneut
keine Anhaltspunkte f
ür eine depressive Störung. Zum anderen
seien die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu bejahen
(Urk. 7/95/27 f.).
4.3
.1
Das Fehlen von
Anhaltspunkte
n
für eine depressive Störung erscheint
nachvoll
ziehbar
angesichts des
psycho
pathologischen Befund
es
im Gutachten
: D
er Beschwerdeführer sei wach, örtlich, zeitlich, zur Person und situativ voll orien
tiert. Er könne die biographischen Daten und die Krankheitsdaten exakt wieder
geben, er berichte mit lebendigem Sprachfluss, ohne Störung von Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis. Auch die begleitende Gestik und Mimik nebst ordentlichem Blickkontakt sei
en
aktiv und mit dem gesprochenen Inhalt kongruent.
Ein guter affektiver Rapport sei herstellbar, es bestehe
eine gute Schwingungsfähigkeit. Eine anhaltende depressive Affektivität liege nicht vor.
Es bestehe keine ängstliche Symptomatik, insbesondere seien keine spezi
fischen Ängste, Phobien oder Zwänge von Krankheitswert vorhanden. Situati
onsbedingte Zukunftsängste finanzieller Art seien gegeben. Das Verhalten sei sozial und situativ adäquat, während der Exploration hätten keine Beeinträchti
gungen von Antrieb und Psychomotorik bestanden. Die Mimik sei nicht schmerzverzerrt
,
und es würden gestisch keine Schmerzen demonstriert. Der formale Gedankengang sei geordnet. Es fielen keine inhaltlichen Denkstörungen oder Störungen des Ich
Erlebens oder der Wahrnehmung auf. Vegetative Störungen seien beschrieben worden in Form von Schlafstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und
Libidoverlust
seit Krankheitsbeginn. Es bestünden keine Hinweise auf eine Fremdgefährdung. Aufgrund der schwierigen, psychosozialen Situation seien passive Suizidgedanken vorhanden. Hinweise auf ein süchtiges Verhalten b
estünden nicht (Urk. 7/95/20).
4.3
.2
M
ed.
pract
.
Z._
setzte sich sodann eingehend mit den Akten, insbesondere auch mit den Berichten von
Dr.
C._
, dem ehemaligen Psychiater des
Beschwerdeführers, sowie dem Bericht von
Dr.
A._
, dem aktuellen Psychiater des Beschwerdeführers, auseinander.
Zwar wurden die in den Akten vorhandenen Berichte von
Dr.
C._
bereits in den
Feststellungsblättern (Urk. 7/23/3 und Urk. 7/69/2), welche den
rechtskräftigen Verfügungen vom 22. September 2008 (Urk. 7/26) und vom 2. September 2010 (Urk.
7/70)
zugrunde la
gen,
zutreffend
gewürdigt
(
Urk. 7/69/2).
Die Ausführungen von med.
pract
.
Z._
zu
einzelnen Berichten
von
Dr.
C._
erweisen sich aber dennoch als aufschlussreich
(Urk. 7/95/26)
:
Die Gutachterin hielt fest,
dem erstbehandelnden Psychiater Dr.
C._
sei es zunächst nicht möglich gewesen, eine Diagnose zu stel
len
. Erst recht sei es ihm nicht möglich gewesen, eine psychische Genese für den vorbestehenden Schwindel zu identifizieren. Seine Einschätzungen hätten auf verschiedenen Hypothesen, unter anderem auf einer internistischen Diag
nose (
orthostatische
Hypotonie), der Wiedergabe subjektiver Symptome des Beschwerdeführers und der Angabe einer nicht ICD-10 kodierten „
angstbeton
ten
Depression“ basiert (vgl.
die Berichte von Dr.
C._
vom 19. April 2008
[
Urk. 7/15/20 f.
] und vom 15. Oktober 2007 [Urk. 7/15/33 ff.]
)
.
Nachdem die Taggeldversicherung die Zahlungen eingestellt gehabt habe, habe
Dr.
C._
plötzlich eine „Anpassungsstörung (Angst und depressive Reaktion gemischt)
(ICD-10: F43.22)
“ übergehend zu einer „anderen andauern
den Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F62.8)
“
diagnostiziert (vgl. den Bericht von Dr.
C._
vom 27. Juni 2008 [Urk. 7/21/1 ff. = Urk. 7/31]
)
.
Generell trete eine
Anpassungs
störung
während des Anpassungsprozesses nach einer ent
scheiden
den Lebensveränderung oder einem belastenden Lebensereignis auf. Ein solches habe beim Beschwerdeführer jedoch nicht identifiziert werden können und sei auch von
Dr.
C._
nicht genannt worden. Insofern sei unklar, auf welche Belastung eine Anpassung notwendig gewesen sei. Die Diagnose könne nicht nachvollzogen werden, erste recht nicht vor dem Hintergrund der von Dr.
C._
zuvor gemachten Aussagen, dass im Vorfeld keine ein
deutige Diagnose habe gestellt werden können. Ebenso wenig könne die Diag
nose einer plötzlich aufgeführten „Persönlichkeitsstörung“ nachvollzogen wer
den. Es finde sich hierfür auch keine hinreichende Begründung und Beschrei
bung im Bericht. Alleine die Aussage, dass es sich um eine „Fixierung der reak
tiven Pathologie“ handle, entspreche nicht den Diagnosekriterien von ICD-10: F62.8
(Urk. 7/95/26)
.
Sodann hielt
med.
pract
.
Z._
zur von
Dr.
A._
diagnostizierten Panikstörung fest, für eine solche ergäben sich weder in den Vorberichten von Dr.
C._
noch im Gutachten von
Dr.
B._
und erst recht nicht im Rahmen der aktuellen Begutachtung Anhaltspunkte. Bei einer Panikstörung wären wieder
kehrende
schwere Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifi
sche Situation beschränkten, das wesentliche Kennzeichen. Bei einer Agorapho
bie wären definierte Phobien vorhanden, mit Befürchtungen, d
as Haus zu ver
lassen, Geschäfte
zu betreten, in Menschenmengen und auf
öffentlichen Plätzen zu sei
n, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen. Die Vermeidung von Arbeit aufgrund der Schwindelsymptome entspreche nicht einer phobischen Störung, sondern einer erheblichen Selbstlimitierung. Das Vorhandensein von Angst (und auch Phobien) habe der Beschwerdeführer ausdrücklich und erneut verneint, so wie schon dem Gutachter
Dr.
B._
gegenüber (Urk. 7/93/26).
In der Ergänzung zum Gutachten hielt
med.
pract
.
Z._
zudem fest, eine Klaustrophobie im Rahmen einer MRI-Untersuchung trete sehr häufig auf, habe jedoch als isolierte Phobie keinesfalls Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Anhaltspunkte für täglich mehrmals auftretende Panikattacken und Synkopen, wie von
Dr.
A._
beschrieben, hätten
keine bestanden. Solche hätten während der beiden Begutachtungen durch
Dr.
B._
und
durch
sie selbst ohne weiteres beobachtet werden können beziehungsweise werden müssen. Davon abgesehen seien Phobien statistisch gesehen gut behandelbar (Urk. 7/108/2).
In Anbetracht
der vorstehenden, aufgrund der Aktenlage nachvollziehbaren
Feststellungen
sowie unter Berücksichtigung des Umstands,
dass
auf die Ansichten des bisherigen Psychiaters Dr.
C._
auf Grund einer starken Involvierung in den Fall
ohnehin
nicht mehr abgestellt
werden konnte
(
vgl. Urk. 7/47 und
Urk. 7/69/2)
,
ist nicht zu beanstanden, dass
im Gutachten
nach der ausdrücklichen Negierung von Ängsten durch den Beschwerdeführer (Urk. 7/95/18) eine
phobische Störung (ICD-10 F40) oder eine (andere)
Angst
störung
(ICD-10 F41)
verneint wurde
n
.
Entgegen der
Ansicht des Beschwerde
führers
bestand sodann
auch
kein Anlass für eine weitergehende Abklärung
oder eine besondere Exploration
.
4.
3
.3
M
ed.
pract
.
Z._
legte demnach
(
wie
bereits
Dr.
B._
)
in schlüssiger Weise
dar, dass keine
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
gegeben ist.
Unter diesen Umständen müssten die vorstehend genannten zusätzlichen Kriterien (vgl. E. 1.2.3) besonders ausgeprägt erfüllt sein, damit die
somatoforme
Störung ausnahmsweise als unüber
windbar zu betrachten wäre (Urteil des Bundesgerichtes 8C_810/2013 vom 9. April 2014 E. 5.3 mit Hinweis). Dies ist nicht der Fall.
Gemäss
den von med.
pract
.
Z._
zu diesen Kriterien gemachten Angaben zeigt sich aufgrund
von Aggravation eine Symptomver
stärkung
.
A
ufgrund einer erheblichen Selbstlimitierung seien alle bisherigen Therapiebemühungen (medikamentös, Versuche der Aktivierung,
Psychoeduka
tion
) sowohl des neuro-
otologischen
Zentrums als auch des Psychiaters
Dr.
C._
bislang erfolglos verlaufen. Der regressive Rückzug im Haus
halt (die meiste Zeit des Tages herumliegend) und
in
allen sozialen Bereichen des Lebens mit der Angabe, die ständige Begleitung der Angehörigen zu benöti
gen, beinhalte einen sekundären Krankheitsgewinn und die Aufgabe von
Eigen
verantwortung
. Eine stationäre Behandlung habe bislang noch nicht stattgefun
den, den jetzigen Psychiater
Dr.
A._
suche der Beschwerdeführer gemäss dessen Bericht nur alle vier bis sechs Wochen einmal auf. Beim Beschwerdeführer seien zusätzlich psychosoziale Faktoren vorhanden (Urk. 7/95/28).
Aufgrund dieser gutachterlichen Feststellungen ist zwar von einem sozialen Rückzug des Beschwerdeführers auszugehen. Ein „Rückzug aus allen Belangen des Lebens“ erscheint jedoch aufgrund der Angaben, welche der Beschwerdeführer selbst anlässlich der Begutachtung zu seiner Tagesgestaltung gemacht hat (
Urk.
7/95/18), nicht ausgewiesen. Die übrigen Kriterien sind nicht erfüllt.
Ins
besondere sind die therapeutischen Möglichkeiten auf der
psychoedukativen
Ebene längst nicht voll ausgeschöpft. Dazu ist der Beschwerdeführer jedoch Kraft Schadenminderungslast gehalten (Urteil des Bundesgerichtes 9C_412/2011 vom 1
4.
Juli 2011, E. 4.2, unter Hinweis auf Urteil 9C_709/2009 vom 1
4.
Dezember 2009 E. 4.2, unter Hinweis auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG; BGE 113 V 22 E. 4a S. 28). Die vorzunehmende
Gesamtwürdigung der Kriterien führt des
halb zum Schluss,
dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht für die Annahme einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kein Raum bleibt. Dies gilt umso mehr, als die Symptombewältigung offenkundig auch massgeblich durch invaliditätsfremde Faktoren (Aggravation und psychosoziale Faktoren [Urk. 7/95/28]) behindert wird, wofür die Invalidenversicherung nicht einzu
stehen hat (vgl. E. 1.2.4; vgl. BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
4.4
Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass
-
entgegen der vom Beschwer
deführer offenbar vertretenen Auffassung (
Urk.
1 Seite 5) - kein Grund zur Annahme einer Voreingenommenheit der Gutachterin besteht.
Der
Beschwer
deführer hatte ihr gegenüber geschildert,
für die Renovation des Hauses der Mu
tter, welches im Krieg abgebrann
t
gewesen
sei
, einen Kredit von Fr. 50‘000.
aufgenommen zu haben
(Urk. 7/95/17) und jährlich für drei bis vier Wochen in die Heimat zu fliegen, wo er jeweils bei der Mutter und beim Bruder im Haus wohne (Urk. 7/95/18). Die Gutachterin hielt in Berücksichtigung dieser Umstände fest, es könne nicht beurteilt werden, inwieweit sich der Beschwer
deführer eventuell noch am Bau des Hauses beteilige (Urk. 7/95/27).
Eine Ver
mutung stellte sie jedoch nicht an.
Im Übrigen gehört es zur Aufgabe einer psy
chiatrischen Gutachterin, einen Psychostatus zu erheben und dessen
Auswir
kungen in der Untersuchungssituation sowie im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören auch Feststellungen zum Verhalten und zu den Freizeitbeschäfti
gungen der versicherten Person.
Aus
ihrer
Feststellung kann
daher nicht
abge
leitet werden,
sie
sei voreingekommen
.
4.
5
Nach dem Gesagten liegt mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit
- nach wie vor -
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor.
D
ie Beschwerde
erweist sich damit
als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
D
iese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
(
Urk.
3
). Antrags
gemäss (
Urk.
1) ist dem Beschwerdeführer
deshalb die unentgeltlich
e Prozessführung zu bewilli
gen und Rechtsanwalt Stephan
Breidenstein
als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
5.2
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen
Versiche
rungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen.
Ausgangsgemäss
ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
5.3
Rechtsanwalt Stephan
Breidenstein
machte mit seiner Honorarnote vom 4. Juni 2015 einen Aufwand von 12.75 Stunden und Barauslagen von Fr. 85.-- geltend (Urk. 9). Darin enthalten sind jedoch auch die Aufwendungen für das vorinstanzliche Verfahren, welche vorliegend nicht zu entschädigen sind. Auf das vorliegende Verfahren entfallen ein
-
angemessen erscheinender - Aufwand von 5,95 Stunden und Barauslagen von
Fr.
24.--. Rechtsanwalt
Breidenstein
ist deshalb mit
Fr.
1‘311.10 (= Honorar von
Fr.
1‘190.-- plus Barauslagen von Fr. 24.--, je zuzüglich Mehrwertsteuer [
Fr.
97.10]) aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen.
5.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Entschädigung an Rechtsanwalt
Breidenstein
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.