# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bdce491-9925-4370-8cf6-31a96e81e6b3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983, leidet an einer Muskeldystrophie
(
Erstma
nifestation
im zwölften Lebensjahr, progredienter Verlauf, Urk. 12/146/3,
Urk. 12/171/3).
Aufgrund dieses Leidens wurden ihr verschie
dene Hilfsmittel zugesprochen und sie bezieht eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades (seit Januar 2010) respektive e
ine
Hilflosenentschädigung
mitt
leren Grades (seit April 2010; Urk. 12/82, Urk. 12/84).
Die Versicherte
war bis Ende April 2014 als Treuhänderin bei der
Y._
AG angestellt (Urk. 12/107/12)
, wobei sie ab dem 7. November 2013 zu 40 % arbeitsunfähig geschrieben war (Urk. 12/107/13, Urk. 12/136/11)
.
Seit
Mai 2014 ist sie
als Treuhänderin
in einem 60%-Pensum
bei der
Z._
GmbH
angestellt (Urk. 12/156, Urk. 12/149/1)
, bei welcher sie Gesellschafterin und Vorsitzende der Geschäftsführung ist (I
nternet-Handelsregister-Auszug).
1.2
Am 14. März 2014 meldete
sich die Versicherte
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des
Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf die bestehende
Muskel
dystrophie
zum Leistungsbezug (Berufliche Massnahmen/Rente) an (Urk. 12/110). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, wobei sie insbesondere Berichte bei den behandelnden Ärzte
n
einholte (Urk. 12/146, Urk. 12/171
).
Mit Vorbescheid vom 11. Februar 201
5
(Urk. 12/179) stellte die IV-Stelle der Versicherten
gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad
von 40 % die Ausrichtung einer
Viertelsrente
mit Wirkung ab dem 1. November 2014 in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 11. März 2015 Einwände (Urk.
12
/188
), worauf die IV-Stelle
m
it neuem Vorbe
scheid vom 11. Mai 2015
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % die Ausrichtung einer halben Rente
mit Wirkung ab 1. November 2014
in Aussicht
stellte
(Urk.
12
/195).
Die Versicherte erhob dagegen am 10. Juni 201
5 erneut Ein
wände (Urk. 12/204). Mit Verfügungen vom 1. Oktober 2015 (für die Zeit ab 1. Oktober 2015) und 29. Oktober 2015 (für den Zeitraum vom 1. November 2014 bis 30. September 2015) sprach die IV-Stelle der Versicherten wie ange
kündigt eine halbe Rente zu (Urk. 2, Urk. 7/2).
2.
2.1
Mit Eingaben vom 30. Oktober 2015 respektive
26. November 2015 erhob
X._
gegen beide Verfügungen
Beschwerde und beantragte, es sei ihr
sowohl für den Zeitraum vom 1. November 2014 bis 30. September 2015 als auch für die Zeit ab 1. Oktober 2015
eine höhere als die halbe Rente zuzu
sprechen (Urk. 1 S. 2,
Urk. 7/1 S. 2). Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 wurden die zwei Beschwerdeverfahren vereinigt (Urk. 8
).
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom
30. Dezember 201
5
(Urk. 11 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 12/1-232)
erklärte die Beschwerdegegnerin, es bestehe lediglich Anspruch auf eine
Viertelsrente
, und beantragte eine Abänderung der ange
fochtenen Verfügungen zuungunsten der Beschwerdeführerin (
reformatio
in
peius
).
2.3
Am 24. Februar 2016 fand eine Instruktionsverhandlung statt, wobei der Beschwerdeführerin
im Anschluss an diese Verhandlung
bis 7. März 2016 Frist angesetzt wurde, um schriftlich mitzuteilen, ob an der Beschwerde festgehalten werde (Urk. 15). Innert
zweimalig
erstreckter Frist (Urk. 17, Urk. 18) teilte die Beschwerdeführerin am 13. April 2016 mit, an der Beschwerde fes
tzuhalten
(Urk. 19)
, wobei sie einen zusätzlichen Arztbericht z
u den Akten reichte (Urk. 20/1)
. Die Beschwerdeführerin
ersuchte
darum
, die Kosten für diesen Bericht der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
. Ausserdem seien
allfällige wei
tere
Fragen
direkt
an ihren behandelnden
Speziala
rz
t zu stellen. Eventualiter sei
bei einer Rückweisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin
die bisherige Rente weiterhin auszurichten (Urk. 19 S. 3 f.).
2.4
Mit Besch
luss vom 25.
April 2016
(Urk. 22)
zeigte das Gericht der Beschwerde
führerin an, gestützt auf eine vorläufige Prüfung der Akten bestehe die Mög
lichkeit, dass die angefochtene Verfügung
in dem Sinne
zu ihren Ungunsten abgeändert werde
, als lediglich Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestehe
, wes
halb ihr Frist zur Stellungnahme oder zum Rückzug der Beschwerde angesetzt werde.
Mit Eingabe vom 17. Mai 2016
(Urk. 24)
teilte
die Beschwerdeführerin
mit,
an
der
Beschwerde fest
zuhalten
und stellte
zusätzlich
den Eventualantrag,
die angefochtenen Verfügungen seien zu ändern und die
Sache se
i, soweit ein Anspruch auf
einen
eine
Viertelsrente
übersteigenden Rentenanspruch abge
wiesen werde, aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung der medi
zinischen Entwicklung der chronischen Erkrankung und der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zur gutachterlichen und beruflich-erwerblichen Abklärung zurückzuweisen.
Subeventualiter
sei
en die angefochtenen Verfügun
gen aufzuheben und die Sache
sei zur ergänzenden Abklärung der medizini
schen Entwicklung der chronischen Erkrankung und der Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zur gutachterlichen und beruflich-erwerblichen Abklärung
zurückzuweisen (Urk. 24 S. 1 f.).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in den angefochtenen Verfügungen
(Urk. 2, Urk. 7/2)
, gestützt auf die medizinischen Abklärungen sei
die
Beschwerdeführe
rin seit November 2013 in ihrer
Leistungsfähigkeit
erheblich eingeschränkt
.
In der angestammten Tätigkeit als Treuhänderin bestehe noch ein
e 60
%
ige Arbeitsfähigkeit
. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung bei der
Y._
AG im Jahr 2014 ein Einkommen von Fr. 109‘649.75 erzielt hätte.
G
estützt auf die
vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
sei von einem
Invalideneinkommen von
Fr. 54‘322.80
auszugehen
.
Die
Beschwer
degegnerin
ermittelte
somit
ein
en
Invalid
i
tätsgrad von 50 % und sprach der Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres eine halbe Rente zu
.
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
dagegen
in den
Beschwerde
schrift
en
vom 30. Oktober
und 26. November 2015
(Urk. 1
, Urk. 7/1
) im Wesentlichen
vor
, sie habe bei der
Y._
AG mehr verdient als von der
Beschwerdegeg
nerin
angenommen, weshalb ihr
Valideneinkommen
entsprechend zu erhöhen sei. Beim Invalideneinkommen sei sodann zu beachten, dass auch bei einer ver
bleibenden Arbeitsfähigkeit von 60 % lohnmindernde Faktoren zu berücksichti
gen
und
die Tabel
lenlöhne
dementsprechend
herabzusetzen seien. Dass
sie
nur noch im Rahmen einer Teilzeittätigkeit und zudem ohne Ressourcen für Über
stunden einsetzbar sei, wirke sich lohnmindernd aus. Zudem benötige sie mehr Zeit für Kundenbesuche und könne nur noch Kunden besuchen, die über
roll
stuhlgerechte
Räume verfügen würden. Sie sei sodann aufgrund ihrer
Mobili
tätseinschränkung
auch während der Anwesenheit im Büro langsamer, was die Leistung während der Präsenzzeit von 60 % senke. Zusätzlich sei sie auf die Unterstützung
durch Mitarbeiter
ang
ewiesen
. Es sei daher ein
behinderungsbe
dingter
Abzug vom Tabellenlohn
im Umfang
von 25 % zu gewähren. Da eine Diskriminierung durch Statistik vorliege, sei allenfalls
sogar ein höherer A
bzug vorzunehmen
. Ausserdem seien vom so ermittelten Invalide
neinkommen
invali
ditätsbedingte
K
osten für
den Arbeitsweg
ab
z
uziehen.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2015
(Urk. 11)
hielt die
Beschwerde
gegnerin
fest,
sie habe
das
Valideneinkommen
in den angefochtenen Verfügun
gen
zu Unrecht
gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen bei der
Y._
AG ermittelt. Da
mit
Blick auf das Kündigungsschreiben vom 20. Februar 2014
davon auszugehen sei, dass dieses Arbeitsverhältnis
aus wirt
schaftlichen Gründen aufgelöst worden sei, hätte
für
das
Valideneinkommen
ebenfalls
auf
statistische Werte
abgestellt
werden müssen. Da die Beschwerde
führerin in der angestammten Tätigkeit als Treuhänderin weiterhin zu 60 % arbeitsfähig sei – was durch die Beschwerdeführerin nicht bestritten werde – seien somit beide Vergleichseinkommen anhand derselben Grundlagen zu ermitteln. Demzufolge könne ein Prozentvergleich vorgenommen werden, womit ein Invaliditätsgrad von 40 % resultiere und somit lediglich Anspruch auf eine
Viertelsrente
bestehe
. Gründe für einen
behinderungs
bedingten Abzug seien keine ersichtlich, da sämtliche Einschränkungen bereits bei der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden seien. Selbst wenn jedoch ein Abzug von 15 % gewährt würde,
ergäbe sich
kein höherer Rentenanspruch
.
2.4
I
m Anschluss an die Instruktionsverhandlung
vom
24. Februar 2016
reichte die Beschwerdeführerin einen durch ihren
behandelnden
Arzt ausgefüllten Frage
bogen vom 8. April 2016 ein
(Urk.
19
, Urk.
20
/1)
und machte
unter Verweis auf diesen
Arztb
ericht
im Wesentlichen
geltend,
die Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht von einer 60%ig
en Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Ihre
Arbeitsfähigkeit
betrage lediglich
30 %
.
I
m Übrigen
sei bei der Ermittlung des
Invalideneinkom
mens
zu berücksichtigen, dass
sie
alle ein
bis zwei Jahre auf eine stationäre
Rehabilitation
von
jeweils
zwei bis drei
Wochen angewiesen se
i
.
2.5
Stellungnehmend zum gerichtlichen Beschluss vom 25. April 2016 (Urk. 22) hielt die Beschwerdeführerin am
17. Mai 2016
(Urk. 24) sodann dafür
, die medi
zinische Beurteilung, wonach im Zeitpunkt der Verfügung eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe,
beruhe
auf einer unvol
lständigen
Sachver
haltsabklärung
.
Die von der Beschwerdegegnerin eingeholten medizinischen Berichte würden zur Klärung der Streitfrage nicht genügen. Es handle sich bei den eingeholten Arztberichten um eher kurze Formulararztberichte. Die Beschwerdegegnerin hätte zusätzlich beruflich-erwerbliche Abklärungen vor
nehmen müssen. Be
i einer Abklärung vor Ort hätte
sich die Beschwerdegegnerin ein Bild über die zusätzlich lohnwirksamen Auswirkungen bei der attestierten
Teilarbeitsfähigkeit machen müssen. Sofern die Beschwerde nicht gutgeheissen werden könne, sei die Sache
daher an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen
zurückzuweisen.
Des Weiteren
brachte
die Beschwerdeführerin
vor
, die Arbeitsstelle bei der
Y._
AG sei ihr aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden. Ein Prozentvergleich sei daher unzulässig.
Ein solcher
sei im Übrigen auch nicht zulässig, da sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, die in der früheren Tätigkeit als Mandatsleiterin erforderlichen Überstunden zu leisten und Kun
denbesuche zu machen (Urk. 24).
3.
3.1
3.1
.1
Prof. Dr. med.
A._
,
Klinik für Neurologie des
B._
, attestierte nach
einer am 7. November 2013 durch
geführten
Kontrolle ab diesem Datum eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (
Bericht vom 7. November 2013,
Urk. 12/128/1).
Die Beschwerdeführerin
gab an
, zu
100
%
in einem
Treuhand
büro
angestellt
zu sein
,
wobei sie sich in diesem Pensum überfordert fühle und auf 60 % reduzieren möchte
(Urk. 12/128/2).
3.1
.2
Zuhanden des Krankentaggeldversicherers hielt Prof. Dr.
A._
am 26. März 2014 dafür,
in der klinisch-neurologischen Untersuchung habe sich eine
deutli
che Muskelschwäche gezeigt, was mit der fortgeschrittenen
lipomatösen
Atro
phie der Muskulatur übereinstimme.
Anamnestisch habe sich nach der klini
schen Erstmanifestation mit einer Schwäche in den Oberschenkeln und Beinen ein langsam progredienter Verlauf mit zunehmender Ausweitung der Symptome auf
Schulter
, Arme und
Rumpf
gezeigt. Klinisch
zeigten
sich Gesicht und Schlund sowie die kognitive Funktion nicht betroffen. Die Gehstrecke mit Hal
ten betrage ungefähr fünf Meter.
Die Beschwerdeführerin
klage
über vermin
derte Mobilität durch die progrediente Muskelerkrankung, über
Fussdeformitä
ten
sowie Rückenbeschwerden bei langem Sitzen.
Sie
sei in der bisherigen Tätigkeit als Treuhänderin bezogen auf ein 100%-Pensum aufgrund massiv verminderter Mobilität und Muskelkraft, vermehrter Erschöpfbarkeit sowie Schmerzen bei längerem Sitzen
aktuell zu 60 % arbeitsfähig
. In Zukunft sei mit einem weiteren Rückgang der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 12/136/5).
3
.1
.3
Gegenüber der Beschwerdegegnerin hielt Prof.
Dr.
A._
stellungnehmend zur Arbeitsfähigkeit
mit Bericht vom
14.
Juli 2014 (Urk. 12/146)
dafür, die Beschwerdeführerin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Treuhänderin seit mindestens November 2013 bis auf weiteres zu 40 % arbeitsunfähig
. Dies
auf
grund einer massiv verminderten Mobilität und Muskelkraft, einer vermehrten Erschöpfbarkeit sowie aufgrund von Schmerzen bei längerem Sitzen. Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit noch zu 60 % arbeitsfähig
in
einem zeitlich flexibel
gestalteten
Rahmen
(Urk. 12/146/5)
.
3.1
.4
PD Dr. med. univ.
C._
, Facharzt für Neurologie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
erachtete
in Beurteilung der
Aktenlage am 22. August 2014
(Urk. 12/177/3 f.)
die Einschätzung der behandelnden Ärzte, wonach die Beschwerdeführerin in der
bisherigen Tätigkeit als Treuhänderin noch
zu 60 % arbeitsfähig sei, als nachvollziehbar
.
3.1
.5
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin, Dr. med.
D._
, FMH für Allge
meinmedizin,
berichtete am
27. November 2014 zuhanden der
Beschwerdegeg
nerin
(Urk. 12/171), gemäss der Beschwerdeführerin habe anlässlich der letzten Kontrolle im Februar 2014 eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Die Arbeits
unfähigkeit werde vom
B._
attestiert
. Die Beschwerdeführerin sei als Treuhän
derin tätig und diese Arbeit
sei
,
soweit ihr bekannt
,
als solche noch zumutbar
(Urk. 12/171/4).
3.2
Wenn die Beschwerdegegnerin gestützt
auf diese Arztberichte
davon ausging, dass
die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfä
hig sei (E. 2.1), ist dies nicht zu beanstanden.
So hielten
die
Ärzte übereinstim
mend fest, dass noch eine 60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit bestehe. Auch die Krankentaggeldversicherung ging von einer
60
%igen Arbeitsfähigkeit
respektive einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit
in der ange
stammten Tätigkeit aus und erbrachte entsprechende Taggeldleistungen (Urk. 12/231/66
;
siehe Abrechnung
en bis Ende September
2015, Urk. 12/231/65
, Urk. 12/224/4
).
Dies wurde denn von der Beschwerdeführerin – soweit ersicht
lich – auch nie bemängelt. Die Beschwerdeführerin gab selber wiederholt an, zu 60 % arbeitsfähig zu sein, so beispielsweise
anlässlich der Anmeldung im März 2014 (
Urk.
12/183),
im Rahmen eines Gesuches um bauliche Massnahmen für den neuen Arbeitsplatz
im März 2014
(Urk. 12/117)
, im Rahmen des
Standort
gespräches
im April 2014
(Urk. 12/127/3
f.
), sowie im Rahmen der Abklärungen für Hilfsmittel im Zusammenhang mit dem Fahrzeug
im Juli 2014
(Urk. 12/156).
Auch
im
Vorbescheidverfahren
reichte sie
schliesslich
keine abweichenden medizinischen Beurteilungen zu den Akten
,
sondern
legte ihren Ausführungen ausdrücklich eine
medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit von 60 %
zugrunde
(Urk. 12/188/3
, Urk. 12/204/3 f.
).
Dass die Beschwerdegegnerin trotz medizinischen übereinstimmenden Beurteilun
gen der Arbeitsfähigkeit weitere Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit, namentlich eine Abklärung
vor Ort, hätte vornehmen müssen
– wie die
Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren in der Stellungnahme vom 17. Mai 2016 nunmehr einwendet (Urk. 24 S. 4) - ist nicht einsichtig.
3.3
Soweit
die
Beschwerdeführerin
nun
nach durchgeführter
Instruktionsver
handlung
vom 24. Februar 2016 einen von
Prof.
Dr.
A._
am
8. April 2016
ausgefüllten Fragebogen einreicht
(Urk. 20/1)
,
mit welchem
ihr eine
Arbeits
un
fähigkeit
von
70 %
attestiert wird
,
vermag dies zu keiner anderen Beurteilung zu führen.
Prof. Dr.
A._
hält
darin
, bezugnehmend auf die von ihm mit
einem
Bericht vom 21.
Januar 2015 attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 20/1 S. 2 unten) und
davon abweichend
,
dafür
, die Arbeitsfähigkeit
betrage
30 % bei einer zumutbaren
Präsenzzeit
von
60 %
und einer
während dieser Präsenzzeit
um 50 %
verminderte
n Leistungsfähigkeit
.
Eine Begründung dafür, weshalb Prof.
Dr.
A._
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nunmehr weit geringer einschätzen sollte, als bisher von ihm attestiert und von der Beschwer
deführerin wiederholt bestätigt (vgl. oben), lässt sich dem Schreiben nicht ent
nehmen, weshalb diese Einschätzung - sollte damit eine rückwirkende Ände
rung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt werden - angesichts der oben angeführten übereinstimmenden Berichte und der übrigen Aktenlage nicht nachvollziehbar wäre. Es drängt sich denn vielmehr die Vermutung auf, dass der Fragenkatalog die aktuelle Beurteilung des behandelnden Arztes wiedergibt. Die gegenwärtige gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin bildet jedoch nicht Gegen
stand des vorliegenden Verfahrens, sondern wäre allenfalls im Rahmen einer Revision zu überprüfen.
Es
besteht
damit
kein Anlass, von der Beurteilung, wonach die Arbeitsfähigkeit
– zumindest im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügungen - 60 % betrug
, abzuweichen
, zumal die von
Prof.
Dr.
A._
genannten
Einschränkungen (lang
samer aufgrund Mobilitätseinschränkung, verminderte Muskelkraft) bereits Grund für die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % war (vgl. E. 3.1.1 ff
.
)
.
Wenn
die Beschwerdeführerin
sodann
anführt
, die Referentin habe anlässlich der Instruktionsverhandlung
erwähnt, dass sich der medizinische
Sachverhalt als allenfalls ungenügend abgeklärt
erweisen könnte
(Urk.
24 S. 4), i
st darauf hinzuweisen,
dass
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen soll, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
und oftmals nicht alleine gestützt auf die Einschätzung der behandelnden Ärzte Leistungen zugesprochen werden können
(
BGE 125 V 351 E. 3b/cc,
BGE 135 V 465 E. 4.5
)
.
Vorliegend lassen jedoch die übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen eine abschliessende Beurteilung
bis zum Verfügungszeitpunkt
zu (E. 3.2), weshalb sich
diesbezügliche
gutachterliche Abklärungen erübrigen.
3.4
Es ist somit gestützt auf die vorliegende Aktenlage
mit dem Beweis
-
grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwerde
-
führerin
– zumindest noch im Oktober 2015 -
in der angestammten Tätigkeit zu
60 % arbeitsfähig
war
.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt anhand des Einkommensvergleichs (E.
1.3
), wie sich die einge
schränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
4.2
Vorliegend kann
offen bleiben, ob
der Beschwerdeführerin
aus
wirtschaftlichen
oder gesundheitlichen Gründen gekündigt wurde
.
Da die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zumindest zu 60 % arbeitsfähig ist
(E. 3.4)
, läuft der Einkommensvergleich auf einen Prozentvergleich hinaus
(Urteil des Bundesge
richts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015, E. 4.2.6)
und es resultiert eine Erwerbseinbusse von 40 %.
4.3
Lohnmindernde Faktoren liegen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin keine vor.
Einerseits wirkt sich bei Frauen Teilzeit
arbeit
proportional eher lohnerhöhend aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2011 vom 26. August 2011, E. 4.2.2.2).
Dass die Beschwerdeführerin im Übrigen früher regelmässig Überstunden geleistet hätte und nun aufgrund des Teilzeitpensums diesbezüglich eine
zusätzliche
Lohneinbusse erleide
n würde
(Urk. 1 S. 6
, Urk. 24 S. 5
),
ergibt sich nicht aus den Akten.
Was die als lohnmindernd geltend gemachten Einschränkungen in der Mobilität
(Urk. 1 S. 6)
betreffen, so sind diese bereits in der attestierten Verminderung der Arbeitsfähigkeit auf 60 % enthalten, weshalb sich eine erneute Berücksichti
gung als lohnmindernder Faktor verbietet (
vgl. E. 3.1.1 ff.
).
Soweit
sodann
gewisse Tätigkeiten
,
wie schwere Bücher aus dem Gestell
zu
holen,
Kunden mit Kaffee zu bedienen oder
schwere
Pakete
auf die Post
zu bringen (Urk. 1 S. 7
)
,
nicht mehr möglich sein sollte
n
,
i
st darauf hinzuweisen, dass
es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, diese Tätigkeiten zu delegieren resp. den Arbeits
platz entsprechend einzurichten. Dass dies zu einer relevanten
zusätzlichen
Einbusse führen würde, erscheint nicht nachvollziehbar, zumal davon au
s
gegangen werden darf, dass bei der Tätigkeit als qualifizierte Treu
händerin
– unabhängig vom Gesundheitszustand -
ein Sekretariat zur Verfü
gung
steht
.
D
ie
Beschwerdeführerin macht weiter
invali
ditätsbedingte
Kosten im Zusam
menhang mit dem privaten Fahrzeug
geltend
(Urk. 1 S. 10 ff.
, Urk. 19 S. 2
, Urk. 24 S. 6
)
. Angesichts dessen,
dass
d
ie Tramverbindung zwischen Wohn- und Arbeitsort
durchgehend
rollstuhlgängig
ist
(vgl.
www.vbz.ch/handicap
)
-
was denn
von der Beschwerdeführerin
auch nicht bestritten w
ird
-
erscheint
es
nicht
einsichtig
, weshalb ihr die Benützu
ng dieser öffentlichen Verkehrs
mittel nicht zumutbar wäre.
Wenn Prof. Dr.
A._
auf Ersuchen der Beschwerdeführerin am 8. April 2016 nunmehr dafürhält,
auf
grund der körperlichen Einschränkungen und de
utlich verminderten körperli
chen
Belastbarkeit sei die regelmässige Benutzung von öffentlichen Verkehrs
mitteln für den Arbeitsweg nicht zumutbar, unter anderem auch, weil dadurch die für die Erwerbstätigkeit zu verwendenden körperlichen Ressourcen einge
schränkt würden (Urk. 24 S. 3),
ist darauf hinzuweisen, dass Grund für die Attestierung der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bereits die verminderte Mobi
lität, Muskelkraft und vermehrte Erschöpfbarkeit war
(E. 3.1.1 ff.) und entspre
chende Einschränkungen somit bereits in der attestierten Arbeitsunfähigkeit mitberücksichtigt sind.
Sodann ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde
führerin bereits invaliditätsbedingte Umbaukosten am privaten Fahrzeug ver
gütet wurden (Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2015.00499 vom 2
2.
September 2015), jährliche Amortisationsbeiträge ausgerichtet werden (
Urk.
12/74,
Urk.
12/230/3 f.) und ohnehin nur invaliditätsbedingte Mehrkosten (unter Abzug allgemein üblicher Kosten) zu berücksichtigen wären.
Des Weiteren
bringt die Beschwerdeführerin – unter Verweis auf den Bericht Prof.
Dr.
A._
(Urk. 21 S. 3) - vor, sie sei alle ein bis zwei Jahre auf eine statio
näre Rehabilitation von
jeweils
zwei bis drei Wochen angewiesen. Diese regel
mässigen Abwesenheiten würden sich noch einmal zusätzlich lohnmindernd auswirken (Urk. 19 S. 2). Aus den Akten ergibt sich nicht, dass ein solcher Rehabilitationsaufenthalt bisher stattgefunden hätte (vgl. bspw. Urk. 12/171/3), was die Beschwerdeführerin denn auch selber nicht geltend macht.
Bislang
sind somit auch
keine Lohneinbussen entstanden. Dementsprechend können
selbst
redend
auch
keine berücksichtigt werden.
Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich eine Diskriminierung durch Statistik und damit weitere lohnmindernde Faktoren geltend macht (Urk. 1 S. 8 ff.), ist sie auf das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts 9C_632/2015 vom 4. April 2016 zu verweisen.
5.
Zusam
menfassend ergibt sich, dass der Invaliditätsgrad 40 % beträgt. Die
ange
fochtene
n
Verfügung
en vom
1.
und 29. Oktober 2015 sind deshalb
aufzuheben, un
d es ist festzustellen, dass die
Beschwerdeführer
in nach Ablauf des
Warte
jahres
anfangs November 2014 lediglich Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.