# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 614b8443-5d6f-4879-a523-e4834b7e7906
**Court:** CH_EDÖB
**Chamber:** CH_EDÖB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
1. Die Zugangsgesuchstellerin (Verein) reichte mit E-Mail vom 28. April 2011 beim Bundesamt für
Zivilluftfahrt BAZL eine Anzeige ein wegen zwei vermutlich illegaler Helikopterlandungen der X
oberhalb Zermatt. Sie stützte sich dabei auf den in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 23.
April 2011 erschienenen Artikel „Höhenflug im Tiefschnee“ und erklärte, dass sich an Bord des
zweimal gelandeten Helikopters zwei NZZ Journalisten, zwei Bergführer und sechs Heliski-
Touristen befunden hätten und zumindest der Flug dreier privater Personen zu touristischen
Zwecken erfolgt sei (Anzeige beim BAZL).
2. Das BAZL übt gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Luftfahrt
(Luftfahrtgesetz, LFG; SR 748.0) die Aufsicht über die Luftfahrt im gesamten Gebiet der
Schweizerischen Eidgenossenschaft aus. So prüft es auch die Einhaltung luftrechtlicher
Bestimmungen, mithin die Einhaltung von Art. 8 Abs. 3 LFG. Demnach dürfen
Aussenlandungen im Gebirge zu Ausbildungs- und Übungszwecken sowie zur
Personenbeförderung zu touristischen Zwecken nur auf Landeplätzen erfolgen, die vom Eidg.
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK im Einverständnis mit
dem Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS und den
zuständigen kantonalen Behörden bezeichnet werden.
3. Das BAZL teilte mit E-Mail vom 21. Juni 2011 der Zugangsgesuchstellerin mit, dass es den von
ihr beschriebenen Sachverhalt abgeklärt habe und zum Ergebnis gekommen sei, dass die
Landungen im Trift im Einklang mit den luftrechtlichen Vorschriften durchgeführt worden seien.
Daher sehe das BAZL von einem Straf- und Administrativverfahren ab.
2/12
4. Mit E-Mail vom 17. November 2011 stellte die Zugangsgesuchstellerin ein Gesuch nach dem
Bundesgesetz über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsgesetz, BGÖ;
SR 152.3), um Einsicht in die Akten des BAZL zu nehmen. Mit E-Mail vom 07. Dezember 2011
stellte das BAZL das Gewünschte zu (Zugangsgesuch 1).
5. Mit Schreiben vom 22. Februar 2011 (recte 2012) bat die Zugangsgesuchstellerin das BAZL
erneut um die Abklärung des Sachverhaltes (Ergänzung der Anzeige vom 28. April 2011). Das
BAZL informierte mit Schreiben vom 14. Mai 2012 die Zugangsgesuchstellerin und die
Antragstellerin, dass die von ihm durchgeführten Abklärungen ergeben hätten, dass die
fraglichen Landungen im Rahmen von Arbeitsflügen und damit in Übereinstimmung mit den
luftrechtlichen Grundlagen ausgeführt worden seien. Es bestehe somit kein Anlass ein Straf-
oder Administrativverfahren durchzuführen. Auf diese Antwort hin stellte die
Zugangsgesuchstellerin mit E-Mail vom 22. Mai 2012 ein Akteneinsichtsgesuch, welches das
BAZL gleichentags beantwortete und erklärte: “Da Sie als Anzeigerin nicht Partei sind, kann
Ihnen das BAZL in der laufenden Aufsicht leider keine Akteneinsicht gewähren.“
(Akteneinsichtsgesuch).
6. Mit E-Mail vom 24. Mai 2012 stellte die Zugangsgesuchstellerin beim BAZL ein neues Gesuch
nach Öffentlichkeitsgesetz und erklärte, dass das Recht auf Einsicht in amtliche Dokumente
nach diesem Gesetz nicht an die Parteistellung geknüpft sei. Weiter führte sie aus, dass es für
sie weiterhin nicht schlüssig erklärbar sei, dass die besagten Landungen als Arbeitsflüge
klassiert werden, obwohl mehrere Touristen mit dabei gewesen seien (Zugangsgesuch 2). Das
BAZL antwortete mit E-Mail vom 01. Juni 2012 wie folgt: „Das BGÖ ist sowohl für die Einsicht in
amtliche Dokumente eines Strafverfahrens (Art. 3 Abs. 1 Ziff. 2) wie die Einsicht in die Akten
eines erstinstanzlichen Verwaltungsverfahrens (Art. 3 Abs. 2 für die Parteien und Art. 4 als
Vorbehalt der Regeln des VwVG für alle übrigen Interessierten) vorliegend nicht anwendbar.
Gemäss Botschaft zum BGÖ sind hierbei sowohl die hängigen als auch die abgeschlossenen
Verfahren erfasst. Weder das VwVG noch StPO oder VStrR als Spezialgesetz würden
vorliegend die Einsicht Ihrer Organisation in die betreffenden amtlichen Dokumente erlauben.“

## Considerations