# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 67b3f553-8d6d-4ba4-ab49-9673414a78c0
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
B (geb. 1974) wird seit April 2017 von der Sozialbehörde der Gemeinde A, wo er seit dem Jahr 2004 wohnt, mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt. Mit Entscheid vom 1. November 2016 wurde er durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde D unter Beistandschaft gestellt.
B.
Am 25. Januar 2019 beschloss die Sozialbehörde der Gemeinde A die weitere Unterstützung von B, kürzte jedoch dessen Grundbedarf für den Lebensunterhalt (GBL) für die Dauer von drei Monaten (Januar bis und mit März 2019) um 20 %. Die Ausrichtung der wirtschaftlichen Hilfe knüpfte die Sozialbehörde zudem an verschiedene Auflagen und Weisungen. So habe B die Anweisungen des RAV wahrzunehmen und die monatlichen Arbeitsbemühungen korrekt und fristgerecht dem RAV, die Kontoauszüge dagegen seiner Beiständin vorzulegen. Zudem wies die Sozialbehörde B darauf hin, dass die Leistungen bei Missachtung der erteilten Weisungen gekürzt und insbesondere dann eingestellt würden, wenn die Suche nach einer zumutbaren Arbeitsstelle, eine zumutbare Arbeit, ein zumutbares Arbeitsintegrationsprogramm oder die Geltendmachung eines Ersatzeinkommens verweigert würden. Die Sozialbehörde begründete dies damit, dass sich die Zusammenarbeit mit B schwierig gestalte, weil dieser Bemühungen um eine Arbeitsstelle nicht vorlege und Termine, auch beim RAV und bei der Arbeitsvermittlung, teilweise nicht wahrnehme.
C.
Mit Beschluss vom 21. April 2020, ordnete die Sozialbehörde A die Unterstützung Bs mit wirtschaftlicher Hilfe ab April 2020 an. Miete und Krankenkasse würden wie bis anhin direkt überwiesen. Im Umfang von Fr. 350.- erhalte B die Leistungen in Form monatlicher Einkäufe im Volg A, während die Restzahlung (Fr. 647.-) des nunmehr wieder ungekürzten GBL dem Beistand ausbezahlt werde (Dispositivziffer 1). Das Restguthaben aus den Bedarfsabrechnungen der letzten Monate von Fr. 3'141.25 werde im Totalbetrag direkt dem Konto Bs bei den Berufsbeistandschaften überwiesen (Dispositivziffer 3). Ferner band die Sozialbehörde die Ausrichtung der wirtschaftlichen Hilfe an die Erfüllung verschiedener Auflagen und Weisungen: So habe B ab Ende April 2020 monatlich zehn Bemühungen um eine Arbeitsstelle vorzulegen, bei Krankheit ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis, ferner die Kontoauszüge monatlich dem Beistand, und er habe über sämtliche Veränderungen in seinen Verhältnissen unverzüglich Bericht zu erstatten (Dispositivziffer 4). Ausserdem legte die Sozialbehörde die Voraussetzungen einer Leistungskürzung fest (Dispositivziffer 6). Auf Intervention des Beistands Bs vom 28. April 2020 hin legte die Sozialbehörde den Betrag für Einkäufe im Volg A schliesslich auf Fr. 400.- fest. Gegen den Beschluss vom 21. April 2020 erhob B am 21. Mai 2020 Rekurs beim Bezirksrat D (dazu hinten II.A.).
D.
Mit Beschluss vom 15. Juni 2020 "modifizierte" die Sozialbehörde ihren Beschluss vom 21. April 2020. B werde dem Arbeitsprogramm E in D zugewiesen, ein Taglohnprogramm, wo ihm nach getaner Arbeit ein Lohn ausbezahlt werde. Für den Fall, dass B nicht zur Arbeit erscheine, werde angenommen, dass er anderweitig zu Einkommen gelangt sei, und es werde nichts nachbezahlt (Dispositivziffer 1). Weiter werde der GBL von B ab 1. Juli 2020 nicht mehr in Einkaufsgutschriften beim Volg A, sondern in wöchentlichen Tranchen von Fr. 249.25 dem Beistand überwiesen, sofern B jeweils am Dienstag und Donnerstag um 09.00 Uhr dem Sozialamt A je eine "saubere und nachvollziehbare" Bewerbung inklusive Inserat vorgelegt habe. Auf Aufforderung hin habe er ferner zu belegen, dass er seine Arzttermine regelmässig wahrnehme, und die Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden (Dispositivziffer 2). Weiter habe B sämtliche Anordnungen, Weisungen und Beschlüsse der Sozialbehörde vom 21. April 2020 und vom 25. Januar 2019 strikt zu befolgen. Die Auflage der intensiven Stellensuche modifizierte die Sozialbehörde dahingehend, dass B jeden Montag den Schreibdienst des Arbeitsprogramms E zu besuchen habe und dem Sozialamt am Dienstag und Donnerstag je eine "saubere und nachvollziehbare" Bewerbung vorlegen müsse (Dispositivziffer 3). Falls sich B nicht arbeitsfähig fühle, werde er einer vertrauensärztlichen Untersuchung zugeführt (Dispositivziffer 4). Weiter drohte die Sozialbehörde B die Einstellung der Sozialhilfe für den Fall an, dass er keine Motivation für eine ernsthafte Integration an den Tag legen sollte (Dispositivziffer 5). Dagegen erhob B am 17. Juli 2020 Rekurs (dazu hinten II.C.).
II.
A.
Wie bereits erwähnt (vorn I.C.) erhob B, vertreten durch MLaw C, mit Eingabe vom 21. Mai 2020 Rekurs gegen die Verfügung der Sozialbehörde vom 21. April 2020, woraufhin der Bezirksrat D ein Verfahren mit der Geschäftsnummer 01 eröffnete. B beantragte, Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung sei dahingehend anzupassen, dass der gesamte GBL dem Beistand ausbezahlt werde. Ausserdem sei Dispositivziffer 3 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und zur neuen Beurteilung an die Sozialbehörde zurückzuweisen. Insbesondere sei diese anzuweisen, eine nachvollziehbare Abrechnung zu erstellen. Schliesslich ersuchte B um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung für das Rekursverfahren, gegebenenfalls um Zusprechung einer Parteientschädigung.
B.
Vom Bezirksrat am 25. Mai 2020 zur Vernehmlassung zum Rekurs aufgefordert, reichte die Sozialbehörde am 16. Juni 2020 den "Beschluss [vom 15. Juni 2020; dazu vorn I.D.] betr. Anpassung der Verfügung vom 21. April 2020" ein. Mit Schreiben vom 18. Juni 2020 wandte sich der Bezirksrat an B, da er Antrag 1 des Rekurses als hinfällig erachtete, nachdem der gesamte GBL – wenn auch unter Bedingungen [und nur in wöchentlichen Raten] – gemäss dem Beschluss vom 15. Juni 2020 neu dem Beistand überwiesen werden sollte. Nachdem B gemäss dem Beschluss vom 15. Juni 2020 ferner eine Abrechnung in Form eines Kontoauszugs zugestellt worden sei, sollte er auch diesbezüglich mitteilen, ob das Verfahren weiterzuführen sei. Am 25. Juni 2020 reichte die Sozialbehörde ihre Rekursantwort ein und beantragte, der Rekurs sei als gegenstandslos geworden abzuschreiben. B liess mit Eingabe vom 3. Juli 2020 geltend machen, zwar verzichte die Sozialbehörde nunmehr auf die Auszahlung des GBL in Form von Einkäufen im Volg, knüpfe aber die Auszahlung an neue Bedingungen, was einer unzulässigen Ausweitung des Streitgegenstands gleichkomme. Der ihm zugestellte Kontoauszug ermögliche es zudem nicht, die Höhe der noch geschuldeten Sozialhilfeleistungen zu überprüfen. Das Verfahren sei entsprechend weiterzuführen. Die Sozialbehörde äusserte sich dazu nicht mehr.
C.
Gegen den Beschluss der Sozialbehörde vom 15. Juni 2020 erhob B am 17. Juli 2020 ebenfalls Rekurs beim Bezirksrat D und beantragte, der angefochtene Beschluss sei von Amtes wegen aufzuheben. Eventualiter seien die Dispositivziffern 1, 2, 3 und 5 des Beschlusses aufzuheben, und seien "die Auflagen selbständig anfechtbar". Sodann sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren, und auf die Auflage allfälliger Verfahrenskosten sei aufgrund seiner ausgewiesenen Bedürftigkeit zu verzichten. Der Bezirksrat eröffnete daraufhin ein Verfahren mit der Geschäftsnummer 02.
D.
In der Folge hiess der Bezirksrat mit Beschluss vom 9. September 2020 den Rekurs betreffend die Verfügung der Sozialbehörde vom 21. April 2020 (Verfahren 01) teilweise gut, hob Dispositivziffer 3 derselben auf und wies die Sozialbehörde an, B für die Zeit von Juli 2019 bis April 2020 ein [neu errechnetes] Restguthaben von Fr. 4'922.65 nachzuzahlen. Im Übrigen schrieb der Bezirksrat den Rekurs als gegenstandslos geworden ab, soweit er darauf eintrat (Dispositivziffer I). Aufsichtsrechtlich wies er die Sozialbehörde an, die B geschuldeten Nachzahlungen für die Zeit von Februar 2016 bis Juni 2019 korrekt zu berechnen und dazu einen nachvollziehbar begründeten, anfechtbaren Beschluss zu erlassen (Dispositivziffer II). Verfahrenskosten erhob der Bezirksrat keine, jedoch sprach er B eine Parteientschädigung von Fr. 900.- zu (Dispositivziffern III und IV). Sodann bestellte er ihm in der Person seiner Vertreterin eine unentgeltliche Rechtsbeiständin, deren Aufwand separat entschädigt würde, sollte er die zugesprochene Parteientschädigung übersteigen (Dispositivziffern V und VI). Ausser gegen Dispositivziffer II eröffnete der Bezirksrat die Möglichkeit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht.
E.
Ebenfalls mit Beschluss vom 9. September 2020 hiess der Bezirksrat den Rekurs von B gegen den Beschluss der Sozialbehörde vom 15. Juni 2020 (Verfahren 02) teilweise gut und formulierte dabei die in den Dispositivziffern 1–3 enthaltenen Auflagen und Weisungen um; der gesamte GBL sei monatlich vollständig dem Beistand zu überweisen. Statt der Leistungseinstellung drohte der Bezirksrat eine Kürzung der Sozialhilfeleistungen um bis zu 30 % des GBL an. Im Übrigen trat er auf den Rekurs nicht ein, erhob keine Verfahrenskosten und verpflichtete die Sozialbehörde, B eine Parteientschädigung von Fr. 1'000.- zu bezahlen, unter Anrechnung an eine darüber hinausgehende Entschädigung seiner Rechtsvertreterin.
III.
A.
Gegen beide Beschlüsse des Bezirksrats D vom 9. September 2020 erhob die Gemeinde A je mit Eingabe vom 24. September 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Aufgrund eines kanzleitechnischen Versehens eröffnete das Verwaltungsgericht indes nur ein Verfahren mit der Geschäftsnummer VB.2020.00682 betreffend den Rekursentscheid 02 (welchem der Beschluss der Sozialbehörde vom 15. Juni 2020 zugrunde lag), liess aber B und dem Bezirksrat die Beschwerde gegen den Rekursentscheid 01 (welchem der Beschluss der Sozialbehörde vom 21. April 2020 zugrunde lag) zur Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung zukommen. Nach Eingang der Stellungnahmen bzw. Abschluss des Schriftenwechsels bemerkte das Verwaltungsgericht diesen Irrtum, woraufhin es ein weiteres bzw. das vorliegende Beschwerdeverfahren mit der Geschäftsnummer VB.2021.00472 betreffend den Rekursentscheid 01 eröffnete.
B.
Mit Präsidialverfügung vom 7. Juli 2021 im Verfahren VB.2020.00682 erwog das Verwaltungsgericht, faktisch sei zwar der Schriftenwechsel betreffend den Rekursentscheid 01 korrekt durchgeführt worden, jedoch im Rahmen des Beschwerdeverfahrens VB.2020.00682, welches die Beschwerde gegen den Rekursentscheid 02 zum Gegenstand habe. Bezüglich der Beschwerde gegen den Rekursentscheid 01 sei deshalb inzwischen das Beschwerdeverfahren VB.2021.00472 angelegt und die im Verfahren VB.2020.00682 eingegangenen Vernehmlassungen wie auch die entsprechenden Rekursakten zu den dortigen Akten genommen worden. Für die Beurteilung des Rekursentscheids 02 seien im Verfahren VB.2020.00682 beim Bezirksrat inzwischen die entsprechenden Rekursakten eingeholt worden. Während der Schriftenwechsel im Verfahren VB.2021.00472 bereits durchgeführt worden sei, sei derjenige im Verfahren VB.2020.00682 noch ausstehend. Dementsprechend forderte das Verwaltungsgericht B und den Bezirksrat zur Einreichung der Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung im Verfahren VB.2020.00682 auf.
C.

## Considerations