# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6f9a0cc9-2894-488f-9400-fd627f094b0e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der
1960
geborene
X._
war vo
n Mai 1988 bis Juni 2010 als Be
triebsmitarbeiter bei der
Y._
tätig
und anschliessend
bis Ende 2012
arbeitslos
beziehungsweise
in kurzen temporären
Einsätzen als Hilfsarbeiter
angestellt
(Urk.
8/23/4-8
und
Urk.
8/55).
Am 1
3.
Dezember 2013
mel
dete er sich unter Hinweis auf eine psychische Beeinträchtigung
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/17
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und wies das Leistungsbegehren m
it Verfügung vom
6.
November 2014 (
Urk.
8/40) ab
.
Am 1
8.
Juli 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf diverse Be
schwerden (Schlaf, Müdigkeit, Schwindel, Rücken, Magen, fehlende Konzentra
tion, Atempausen) erneut bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk.
8/45).
Die IV-Stelle tätigte
wiederum
medizinische und erwerbliche Abklärungen und trat auf das Leistungsbegehren nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8/57,
Urk.
8/61,
Urk.
8/64 und
Urk.
8/66
) mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2017 nicht ein (Urk. 2).
2.
Da
gegen erhob der Versicherte am 2
1.
Februar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte, die Verfügung vom
2
5.
Januar 2017 sei aufzuheben und es sei auf sein neues Leistungsbegehren einzutreten. Ihm sei eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen.
Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Am
2
4.
März 2017
(Urk.
7
) beantragte die IV-Stel
le die Abweisung der Beschwerde
, was dem Besc
hwerdeführer mit Verfügung vom 2
7.
März 2017
zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht da
hingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachen
spektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.5
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grund
sätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
handlung der
Eintre
tensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintre
tensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.6
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsa
chen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) er
stellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsän
derung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
Vorliegend ist lediglich die
Eintretensfrage
richterlich zu beurteilen. Auf den An
trag auf Ausrichtung einer ganzen Rente
ist
mangels Anfechtungs
gegenstandes nicht ein
zu
treten (vgl. E. 1.3
hievor
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
in der
angefochtene
n
Verfügung vom 2
5.
Januar 2017
(Urk. 2)
ihr Nichteintreten
damit, dass
das erstmalige Leistungs
gesuch mit Verfügung vom
6.
November 2014 abgewiesen worden sei, da psy
chosoziale Faktoren die Arbeitsunfähigkeit ausgelöst hätten und ein invalidisie
render Gesundheitsschaden nicht ausgewiesen gewesen sei. Die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich seither nicht in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert. Das neu ausgewiesene Schlafapnoe-Syndrom sowie die Ventilations
störung hätten bereits deutlich verbessert werden können, Veränderungen der Wirbelsäule seien des Weiteren ein natürlicher Prozess. Ein invalidenversiche
rungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden sei nach wie vor nicht vorhanden (S. 1).
Damit sei eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht glaubhaft dargetan.
Auf das neue Leistungsgesuch werde deshalb nicht ein
getreten (S. 2).
3
.2
D
er Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
sein Gesundheitszustand habe sich seit 2014 stark verschlechtert. Heute ständen andere gesundheitliche Beeinträchtigungen im Vordergrund als damals.
Bei der damaligen Abklärung hätten vor allem psychische Aspekte aufgrund von Stel
lenverlust, Scheidung und hohen Schulden
überwogen
. Heute seien diese Probleme gelöst
,
und es ständen die 2016 neu diagnostizierten somatischen Be
schwerden (unter anderem Rückenbeschwerden, persistierende Schwindelbe
schwerden, Kopfschmerzen,
orthostatische
Dysregulation des Kreislaufes, psycho
motorische Verlangsamung, schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
[
OSAS
]
, Konzentrationsstörungen, starke Müdigkeit, mittelgradige kognitive Störung) im Vordergrund (S. 1 f.). Eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei mit diesen Einschränkungen nicht als realistisch anzusehen
. Ein dauernder Gesund
heitsschaden liege vor.
Mit einer Depression habe dies nichts mehr zu tun. Eine
solche liege höchstens noch in leichter Ausprägung vor und habe keinen Einfluss mehr auf die Arbeitsfähigkeit.
Auf die Neuanmeldung sei einzutreten (S. 2 f.).
4
.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Neu
anmeldung vom
1
3.
Juli 2016
eingetreten ist, weil es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine
rentenrelevante
Veränderung glaubhaft
zu machen
.
Vergleichs
zeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesund
heitszustands bildet die Verfügung vom
6.
November 2014 (
Urk.
8/40)
, mit wel
cher die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren abgewiesen hat.
5
.
5
.1
De
m der
am
6.
November 2014
verfügten Rentenverweigerung (Urk.
8/40
)
zu
grundeliegenden Bericht von med.
pract
.
Z._
, Leitender Arzt, und med.
pract
.
A._
, Ärztin, von der
B._
vom 2
2.
April 2014 (Urk.
8/30)
sind folgende Diagnosen zu entnehmen (S. 1):
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom
anakastischen
und impulsiven Typ
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
-
Trennung und Scheidung 2012/2013
Dazu führten sie aus,
der Beschwerdeführer sei seit dem
1.
Dezember 2013 zu 100 % arbeitsunfähig.
Körperlich
beständen
eine starke Ermüdbarkeit und Kopf
schmerzen, geistig beständen Störungen der Aufmerksamkeit, K
onzentration und Merkfähigkeit und p
sychisch beständen ein verminderter Antrieb, eine stark de
primierte Stimmung, Insuffizienzgefühle, eine starke Gereiztheit und verminderte Impulskontrolle sowie Zukunfts- und Versagensängste. Die deutlich verminderte Leistungsfähigkeit
und
eingeschränkte Belastbarkeit
sowie die
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite würden zur raschen Überforderung und Ermüdbar
keit am Arbeitsplatz führen und die Arbeitsqualität beeinträchtigen.
Psychiatri
scherseits
würden die akzentuierten Persönlichkeitsmerkmale, die
anhaltende
Un
fähigkeit
,
mit Stressoren adäquat umgehen zu können, die verminderte Frustra
tionstoleranz und Introspektionsfähigkeit, die mangelnde Impulskontrolle und Emotionsregulation,
das
verminderte Selbstwertgefühl sowie eine schwierige psy
chosoziale Belastungssituation als krankheitserhaltende Faktoren gesehen
(S. 3 f.).
5.
2
Lic
. phil.
C._
, Neuropsychologin, hielt im te
stpsychologischen Untersu
chungsbericht der
B._
vom 27.
Juni 2014 (
Urk.
8/33/6-12)
fol
gende Diagnosen fest
(S. 1)
:
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und Störung des So
zialverhaltens
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge vom
anakastischen
Typ
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit
Dazu führte sie aus, es
hätten sich bei einem wahrscheinlich unterdurchschnittli
chen allgemeinen intellektuellen Leistungsniveau Beeinträchtigungen in den Be
reichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen gezeigt
.
Bei einer unterdurchschnittlichen Leistung in einem Test zur Erfassung der fluiden Intelli
genz sowie den berichteten Schwierigkeiten in der Schule könne zumindest ein Teil der objektivierten Auffälligkeiten als vorbestehend interpretiert werden. Bei fremder Muttersprache und kulturellem Hintergrund mit ungenügender Unter
stützung von zu
H
ause seien die Ergebnisse zwar mit Vorsicht zu betrachten und könnten die objektivierten Beeinträchtigungen zusätzlich akzentuieren, dennoch könne dies die Defizite in ihrem Ausmass nur zu einem geringen Grade erklären. Insgesamt sei von einer deutlich reduzierten Belastbarkeit auszugehen. Der Be
schwerdeführer
berichte
über einen zeitlichen Zusammenhang des Auftretens der kognitiven Defizite mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und den damit assoziierten psychischen und physischen Problemen. Insofern sei eine Verursachung im Rah
men der Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion naheliegend. Als dazu pas
send erweise sich das neuropsychologische Ausfallsprofil mit Beeinträchtigungen in den Bereichen Verarbeitungsgeschwindigkeit, geteilte und längerfristige Auf
merksamkeit, Ideenproduktion und kognitive Flexibilität
. Eine Wiederaufnahme der Berufstätigkeit scheine zum aktuellen Zeitpunkt wenig erfolgsversprechend zu sein. Die Weiterführung der psychotherapeutischen Behandlung werde drin
gend empfohlen
(S. 6).
5.3
Nach
der Neuanmeldung vom 1
3.
Juli 2016 (Urk. 8/45)
führte der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, in sei
nem Bericht vom
2
3.
August 2016 (
Urk.
8/54/1
-2
)
aus, an somatischen Proble
men beständen
chronifizierte
Rückenschmerzen in Folge degenerativer
spon
dylarthrotischer
Veränderungen mit Anlaufschmerzen, die lediglich im Liegen
und bei
längerem Gehen verschw
ä
nden. Unter anderem Belastungsänderungen, Stellungsänderungen, Haushaltsarbeiten und längeres Sitzen würden die Schmer
zen verstärken. Es beständen Schmerzen im ganzen Rücken und Nacken. Eine Gastritis sei unter Behandlung mit PPI weitgehend a
bgeheilt. Die Kopfschmerzen sei
en vermutlich ebenfalls
cervikovertebragener
Natur, also den Rückenschmer
zen zuzuordnen. Zudem beständen auffallende Konzentrationsstörungen, andere mnestische Probleme und dabei eine starke Fluktuation mit Müdigkeit und Aus
dauer. Die deswegen veranlasste Abklärung habe ein schweres
OSAS
ergeben.
Dessen Behandlung habe bereits zu einer deutlichen Besserung der Kopfschmer
zen und der morgendlichen Müdigkeit geführt, nicht aber der übrigen Beschwer
den. Aktuell stehe eine psychiatrische Komponente nicht im Vordergrund der Problematik, sondern es lägen organische Ursachen für die verminderte Arbeits
fähigkeit vor. Es sei mehr als fraglich, ob und wie der Beschwerdeführer jemals wieder eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50
%
für andere als leichte Tätigkeiten erlangen werde.
5.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom 10. November 2016 (
Urk.
8/63/3-5) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
chronische multifaktorielle Durchschlafstörungen verbunden mit beeinträch
tigter Tagesbefindlichkeit und allgemeinem Erschö
p
fungsgefühl vermehrt seit Juni 2016 mit/bei
-
schwergradigem
OSAS
mit spürbarer aber nur teilweiser Besserung des Schlafs und aktueller ESS 11/24 Punkte
-
chronischen paravertebralen Beschwerden lumbalbetont bei Korpulenz und
De
konditionierung
und wahrscheinl
i
c
h
auch beginnenden degenerativen Veränderungen
-
wahrscheinlich auch psychophysiologischer Komponente bei psychosozia
len Stressoren mit melancholischen Tendenzen
Dazu hielt er fest,
die CPAP-Behandlung habe zur Besserung des
OSAS
geführt, aber nur zu einem Teilerfolg. Daneben beständen chronisc
he panvertebrale Be
schwerden lu
mbal betont. Darüber hinaus wahrscheinlich auch eine psychophy
siologische Komponente bei erheblichen psychosozialen Stressoren. In diesem Kontext seien auch die kognitiven Beeinträchtigun
gen vor allem der Konzentra
tion, der
Aufmerksamkeit und de
s
Gedächtnis
ses
zu interpretieren
(S.
1)
.
Die Hals
wirbelsäulenbeweglichkeit sei unauffällig, diejenige der Lendenwirbelsäule leicht eingeschränkt ohne
Dolenzen
. Es
beständen
keine
Wirbelsäulenklopfdolenz
und keine
Druckdolenzen
der
Glutealpunkte
und nur ein leichter Wirbelkörperrücke-/
-
verschiebeschmerz lumbal ohne einen paravertebralen Hartspann
. Auch schil
dere der Beschwerdeführer keine Sensibilitätsstörungen oder Lähmungen
(S. 3).
5.5
Im Bericht vom
7.
Dezember 2016
(
Urk.
8/63/1
-2
)
stellte
Dr.
D._
folgende Di
agnosen (S. 2):
-
schweres OSAS/
Hypopnoe
-Syndrom
-
nasale Atemobstruktion bei
Septumdeviation
nach rechts
-
arterielle Hypertonie
-
chronische multifaktorielle Durchschlafstörungen
-
chronische paravertebrale Beschwerden
Dazu führte er aus,
nach der Diagnose eines OSAS und Beginn der entsprechen
den Therapie habe sich der Zustand des Beschwerdeführers ab Juni 2016 schon
deutlich gebessert. Insbesondere sei die Schmerzproblematik besser geworden, die Schlafprobleme hätten vermindert werden können,
ebenso
die Beinkrämpfe und anderen somatischen Beschwerden. Es würden Schwindelbeschwerden, Kopf
schmerzen, eine
ort
h
ostatische
Dysregulation des Kreislaufes vor allem beim Auf
stehen und eine auffallende psychomotorische Verlangsamung persistieren.
Eine depressive Komponente könne derzeit trotz belastender Faktoren wie anhaltende
r
Arbeitslosigkeit, anhaltende
r
Müdigkeit und Weitere
m
nicht festgestellt werden. Alle aufgezählten Aspekte seien somatisch und erst 2016 neu diagnostiziert wor
den.
Ziel sei
eine Reintegration
bereits kurzfristig in einen Arbeitsplatz mit leich
ter wechselbelastende
r
Tätigkeit zu einem 50
%
-Pensum halbtags. Die kognitive Leistungsfähigkeit sche
i
ne aktuell noch deutlich eingeschränkt zu sein
(S. 1 f.)
.
5.
6
Im
neuropsychologische
n
Untersuchungs
bericht
der
B._
vom
9.
Dezember 2016 (
Urk.
8/65)
stellten
Dr.
med.
F._
, Oberärztin, und
lic
. phil.
C._
folgende Diagnose
(S. 6)
:
-
mittelgradige kognitive Störung, ätiologisch-
pathogenetisch
am ehesten mul
tifaktoriell verursacht, im Rahmen des Schlafapnoe-Syndroms, der Schmerz
problematik, e
iner möglich
en Restsymptomatik der aktuell remittierten De
pression sowie
von
unerwünschten Medikamentennebenwirkungen
Dazu führten sie aus,
zur Zeit der neuropsychologischen Abklärung habe der Be
schwerdeführer gemäss ärztlicher Verordnung 4 Medikamente eingenommen, von denen 2 dafür bekannt seien, dass sie die kognitiven Fähigkeiten vor allem während der Einstellungsphase im Rahmen von unerwünschten Nebenwirkungen negativ beeinflussen könnten. Er habe subjektiv
eine
erhöhte Müdigkeit vor allem morgens als Nebenwirkung des
Mirtazapins
bemerkt. Beim zweiten Termin habe er das Medikament abends zuvor nicht eingenommen, worauf er sich subjektiv viel besser gefühlt habe (S. 3). I
m Vergleich zur Voruntersuchung
im Jahre
2014
zeige sich
ein grundsätzlich ähnliches kognitives Ausfallsprofil mit leichten Ver
schlechterungen in den Bereichen Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen so
wie leichten Verbesserungen bei der
Visuokonstruktion
. Die Gedächtnisleistungen hätten sich im Verlauf schwankend mit teils leichten Verbesserungen
und teils
leichten Verschlechterungen gezeigt
. Es könnten nur noch einfache Arbeiten aus
geführt werden, als orientierender Richtwert sei bei einer vergleichbaren Störung ein Grad der Arbeitsunfähigkeit von 50-60
%
anzusehen
. Eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei bei vorliegendem Profil nicht realistisch
(S. 6)
.
5.7
Die
Fachärztin orthopädische Chirurgie und Traumatologie
G._
vom Re
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in ihrer Stellungnahme vom
5.
Januar 2017
(
Urk.
8/
6
7/3) fest,
die Wirbelsäule scheine in einem altersentsprechenden
Zustand zu sein, weitere neue Sachverhalte mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien
aus
den eingeholt
en Berichten nicht ersichtlich.
Am 2
0.
Januar 2017
(
Urk.
8/67/4)
ergänzte sie in Bezug auf die neuropsycholo
gischen Einschränkungen, 2014 sei vermutet worden, dass diese im Rahmen einer Anpassungsstörung als Symptome der depressiven Verstimmung aufgetreten seien.
Die aktuelle Untersuchung lege nahe, dass bei gebesserter Stimmungslage eine andere Ursache vorliegen müsse. Es werde diskutiert, ob es sich um Neben
wi
r
kungen der Medikation handeln könnte. Vergleichswerte aus der Zeit vor der Arbeitslosigkeit und Ehescheidung lägen nicht vor. Aus medizinischer Sicht sei es durchaus möglich, dass die neuropsychologischen Einschränkungen schon seit langem
beständen
und die frühere Tätigkeit dem Belastungsprofil entsprochen habe. Die attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollzieh
bar. Eine wesentliche Veränderung seit 2014 sei nicht ausgewiesen.
6.
6.1
Im Vergleichszeitpunkt litt der Beschwerdeführer
unter anderem
an
einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode, an
starke
r Ermüdbarkeit,
Kopfschmerzen, Störungen der Aufmerksamkeit, Konzentration und Merkfähigkeit
sowie
an
einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
bei psychosozialer Belas
tung
(E. 5.1 f.
hievor
).
6.2
6.2.1
Im Zeitpunkt der Neuanmeldung zeigte die neuropsychologische Abklärung ein grundsätzlich ähnliches kognitives Ausfallsprofil mit leichten Verschlechterun
gen in den Bereichen Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen sowie leichten Verbesserungen bei der
Visuokonstruktion
(E. 5.6
hievor
).
Der diesbezügliche Ge
sundheitszustand erweist sich damit als weitgehend unverändert und vermag kein Eintreten auf die Neuanmeldung zu rechtfertigen.
Die Ansicht der behandelnden Ärztin und der Neuropsychologin, wonach als orien
tierender Richtwert bei einer vergleichbaren Störung ein Grad der Arbeits
unfähigkeit von 50-60
%
und im ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, ändert daran angesichts dieses im wesentlichen unveränderten Abklä
rungsprofils nichts. Im Übrigen ging die Neuropsychologin bereits in ihrer im Rahmen der Erstanmeldung erfolgten Abklärung davon aus, dass die Wiederauf
nahme der Berufstätigkeit aktuell wenig erfolgsversprechend sei, ohne allerdings den Grad der Arbeitsfähigkeit zu bestimmen (E. 5.2
hievor
). Auch in dieser Hin
sicht erweist sich der Sachverhalt somit als unverändert.
Unerheblich bleibt auch, auf welche Ursache die Beschwerden zurückzuführen sind. So wurde
im Rahmen der Erstanmeldung
noch
davon ausgegangen, die diesbezüglichen Beschwerden beständen aufgrund der psychosozialen Belas
tungssituation
, wohingegen gemäss RAD-Ärztin
G._
die aktuelle Untersu
chung nahelege, dass
eine andere Ursache vorliege.
Denn ei
nerseits ist fraglich, ob die diesbezüglich
e
Problematik tatsächlich behoben ist, wie dies der Beschwer
deführer vorbringt (vgl.
Urk.
1 S. 1),
vermutet doch
Dr.
E._
, dass
erhebliche psychosoziale Stressoren
vorlägen
(E. 5.4
hievor
)
. Andererseits
vermag
eine
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 3)
keine
erhebliche Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse
glaubhaft zu machen
.
6.2.2
Die Kopfschmerzen und Müdigkeit bestanden auch im Zeitpunkt der Neuanmel
dung weiterhin, besserten sich aber im Verlauf nach der Diagnose eines schweren OSAS und einer entsprechenden Behandlung deutlich
(E. 5.3 und E. 5.5
hievor
)
.
Auch diese Beschwerden rechtfertigen kein Eintreten auf die Neuanmeldung.
Zur bei der Erstanmeldung diagnostizierten leichten bis mittelgradigen depressiven Episode (E. 5.1
hievor
) ist zu bemerken, dass eine depressive Komponente im Rahmen der Neuanmeldung ausdrücklich verneint wurde (E. 5.5
hievor
) und sich insofern eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ergibt.
6.2.3
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist einzig
aus
somatischer Sicht
in Bezug auf die Rückenbeschwerden
auszumachen, wie dies au
ch der behan
delnde Hausarzt Dr.
D._
berichtete. So leidet der Beschwerdeführer
insbeson
dere
an
Rückenschmerzen in Folge degenerativer
spondylarthrotischer
Verände
rungen.
Gemäss fachärztlicher Beurteilung von
Dr.
E._
sind d
ie
diesbezügli
chen
Befunde jedoch weitgehend unauffällig. So ist die Halswirbelsäulenbeweg
lichkeit
nicht
und diejenige der Lendenwirbelsäule nur leicht eingeschränkt,
es bestehen keine Klopf- oder Druckschmerzen und ebenso wenig
Hinweise auf neu
rologische Ausfälle (vgl. E. 5.4
hievor
)
.
Dennoch erachtete d
er behandelnde Haus
arzt
den Beschwerdeführer aufgrund der Rückenschmerzen in einer mittelschwe
ren bis schweren Tätigkeit als zu 50
%
eingeschränkt
(
vgl. E.
5.3
hievor
)
bezie
hungsweise hielt
i
n seinem nachfolgenden Bericht
(E. 5.5
hievor
) fest, Ziel sei eine Reintegration bereits kurzfristig in einen Arbeitsplatz mit leichter wechsel
belastender Tätigkeit zu einem 50
%
-Pensum
.
Dr.
D._
begründete seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit jedoch weder nä
her noch untermauerte er diese mittels besonderer Befunde. Andere Arbeitsfähig
keitseinschätzungen aufgrund der somatischen Beeinträchtigungen sind den Be
richten nicht zu entnehmen. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwie
fern diese oder die weiteren von
Dr.
D._
geschilderten Beschwerden (vgl. E. 5.5
hievor
) zu einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit führen könnten, weshalb seine Einschätzung nicht plausibel erscheint.
Zusammenfassend wurden mit den Rückenbeschwerden in somatischer Hinsicht zwar neue gesundheitliche Einschränkungen dargetan. Angesichts der diesbezüg
lich weitgehend unauffälligen Befunde fehlt es indessen an einer erheblichen ge
sundheitlichen Einschränkung, weshalb der Beschwerdeführer damit keine an
spruchsrelevante Änderung des Invaliditätsgrads glaubhaft zu machen ver
mochte.
6.3
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin man
gels glaubhaft gemachter erheblicher Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist.
6.4
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
7
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind
sie
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Da die Voraussetzungen für die unent
geltliche Prozessführung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind, sind sie jedoch
einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Der Besch
werdeführer ist auf die Nachzah
lungspflicht
ge
mäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen.