# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 20890f90-48d4-4fad-a8f0-b8d172e07cbd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 2. Mai 1958 in A. geboren. Er ist ausgebildeter Kaufmann und Geschäftsführer der B.-AG in C.. Gemäss Angaben der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden versteuerte X. im Jahre 2008 ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 119‘936.-- und ein Reinvermögen von Fr. 806‘869.--. Er ist ledig und wohnt mit seiner Partnerin und den beiden gemeinsamen Kindern in C..
X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im ADMAS-Register verzeichnet.
B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 18. November 2009 ein Strafverfahren gegen X. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt C. beauftragt. Dieses holte im Rahmen der Untersuchung beim Bundesamt für Metrologie METAS ein Gutachten zur Geschwindigkeitsmessung vom 9. September 2009 ein.
C. Mit Verfügung vom 8. Juli 2011 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden Anklage gegen X. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden folgender Sachverhalt zugrunde:
„Am Abend des 9. September 2009, um 20.17 Uhr, überschritt der Angeklagte mit dem Personenwagen Porsche D 911 Carrera, GR ..., auf der Hauptstrasse in D., innerorts, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um mindestens 33 km/h (registrierte Fahrgeschwindigkeit 88 km/h abzüglich Sicherheitsmarge von 5 km/h gemäss VSKV-ASTRA). Die Messung erfolgte durch die Kantonspolizei Graubünden, Verkehrsstützpunkt VSP A., mittels Radargerät Robot MultaRadar C, METAS Nr. 20202.
Bei der Messestelle in D. verläuft die Hauptstrasse gerade und übersichtlich in Richtung E.. Die beiden Fahrspuren werden durch eine Leitlinie getrennt. Im Zeitpunkt der Kontrolle herrschte schwacher Verkehr bei guten Strassenverhältnissen. Es war bereits dunkel, die Sicht jedoch gut. Durch das Verhalten des Angeklagten wurden keine Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet.
Eine Nachmessung durch das Bundesamt für Metrologie METAS in Bern ergab, dass die Geschwindigkeitsmessung vom 9. September 2009 korrekt erfolgte. Gemäss dem Gutachten vom 21. Januar 2010 liegen keine Hinweise vor, dass das Messmittel zum Messzeitpunkt fehlerhaft funktioniert hätte oder die Geschwindigkeitsmessung fehlerhaft durchgeführt wurde. Die zum Messzeitpunkt gefahrene Mindestgeschwindigkeit des vom Angeklagten gelenkten Fahrzeugs GR ...
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habe 85 km/h betragen. Die maximale Messunsicherheit sei dabei bereits berücksichtigt. Die Sicherheitsmargen gemäss Art. 8 lit. b der Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung (VSKV-ASTRA) vom 22. März 2008 seien somit nicht mehr anzuwenden.“
D. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur am 29. September 2011 waren X. und sein Wahlverteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cahenzli anwesend. Die Staatsanwaltschaft fügte ihrer Anklage einen Schlussbericht bei (Art. 326 Abs. 2 StPO) und stellte die folgenden Anträge:
„1. Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.
2. Dafür sei er zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 190.00 bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von CHF 1‘000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten seien dem Angeklagten zu überbinden.“
Der Wahlverteidiger von X. stellte im Rahmen seines Plädoyers die folgenden Schlussanträge:
„1. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Sollte diesem Antrag nicht stattgegeben werden können, sei der Angeklagte wegen einfacher Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen. Dafür sei er zu einer Busse von maximal CHF 1'000.00 zu verurteilen.
3. Die Kosten des Gutachtens des Bundesamtes für Metrologie vom 21. Januar 2010 seien in jedem Fall dem Kanton Graubünden zu überbinden. Im Übrigen sei die Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz zu regeln.“
E. Mit Urteil vom 29. September 2011, mündlich eröffnet am 29. September 2011, im Dispositiv mitgeteilt am 30. September 2011, schriftlich mitgeteilt am 4. Januar 2012, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. X. ist der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig.
2. Dafür wird X. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 190.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von CHF 1‘000.00 bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 5 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 7‘224.35 (Untersuchungsgebühren und Auslagen [inkl. Gutachten] der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 3‘624.35, Gerichtsgebühren CHF 3‘600.00) gehen zu Lasten von X..
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b) X. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:
Busse CHF 1‘000.00 Verfahrenskosten CHF 7‘224.35 Total CHF 8‘224.35
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations