# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4b5bcbc4-3f58-48f1-ab11-07ffd48faa75
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971
, ist
gelernter Sanitärinstallateur
und war als
sol
cher in der Firma seines Vaters tätig
(
Urk.
5
/24/7 f.
;
Urk.
5/174/173
). Von August
bis November
1999
erwarb
er kaufmännische Grundkenntnisse
(
Urk.
5/24/4/6) und arb
eitete
hernach
als Sachbearbeiter im Innendienst (
Urk.
5
/24/2).
Im Septem
ber 2001
nahm er
eine
Stelle
als Gefängnisaufseher
a
n
(
Urk.
5/174/46
)
und
erlangte im Jahr
2004
den eidgenössischen Fachausweis
als Fachmann für Justizvollzug (
Urk.
5/24/3)
sowie einen Ausweis als Staplerfahrer (
Urk.
5/66/6)
.
Ab
März 200
5
war
er
im
Bezirksgefängnis
Y._
als Aufseher und
Be
treuer tätig
(
Urk.
5/24/1,
5/174/37 f.
).
1.2
Nach zwei
Fussoperationen
i
m Jahr 2009
(
Urk.
5/4/11
und
5/4/
30
)
meldete
sich der Versicherte
mit Formular vom Februar
2010 zum Leistungsbezug bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, an
(
Urk.
5/2).
Da
er
bald wieder zu 100
%
im Gefängnis arbeitete
(
Urk.
5/30/2), teilte ihm die IV-Stelle
im
August 2010 mit, die Arbeitsplatzerhaltung
sei
abgeschlossen
(
Urk.
5/29)
. Mit Verfügung v
om 18. Februar 2011
verneinte sie
einen
Rentenanspruch
(
Urk.
5/36).
1.3
Im Jahr 2013 wurde
beim Versicherten
ein
e
obstru
ktive Schlafapnoe
(OSAS)
diagnostiziert
und
im
Frühjahr
2015
erlitt er
Lungenembolien
beidseits
sowie
eine
tiefe Beinvenenthrombose links
(
Urk.
5/39/4)
.
Hierauf meldete er sich im Mai 2015 erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
5/40).
D
er
Vertrauensarzt
seiner
Pensionskasse
kam
derweilen
in seinem
Bericht vom 28.
August
2015 zum Schluss, dass der Versicherte aufgrund seines massiven Übergewichts und der irreversiblen Schädigung der Lunge berufsunfähig sei (
Urk.
5/58
/
12).
Am 1
2.
Mai 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die beruflichen Massnahmen
vorerst einzustellen, d
a er Aussicht auf eine neue Stelle habe
(
Urk.
5/67).
Im
September 2016
unterzog sich dieser einer Operation am linken Knie
(
Urk.
9/
94
)
und i
m Januar 2017
eine
r
mikrochirurgische
n
Dekom
pressionslaminotomie
L4/5 link
s
,
Seque
s
trektomie
(
Urk.
5
/
104/6).
Im Juni 2017
diagnostizierte man
bei ihm
eine Präsynkope, am ehesten im Sinne
eine
r
vaso
vagale
n
Synkope im Rahmen körperliche
r
Dekonditionierung (
Urk.
5/117/
8-11
)
.
Es
folgten
im Herbst 2017 e
ine Magenbypass-Operation
mit
Revision der Anas
tomose
und
Wundinfektion
sowie eine
Cholezystektomie
(
Urk.
5/135/4 f.)
.
Im Übrigen
hatte der Versicherte
inzwischen
eine ambulante psychiatrische Behand
lung in der
Klinik Z._
aufgenommen (
Urk.
5/11; ferner 5/76/6).
Gestützt auf eine
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
5/130/8-11)
kündigte die IV-Stell
e
dem Versicherten
mit Vorbescheid vom
23.
August 2017 an, den Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditäts
grad von 36
%
zu verneinen (
Urk.
5/120).
Dagegen liess
er
unter Beilage
diverser Arztberichte (
Urk.
5/126, 5/133
, 5/135/4 f.
)
E
inwand
erheben (
Urk.
5/127,
Ergän
zung
Urk.
5/134
)
.
Die IV-Stelle holte neue
Berichte bei den behandelnden Ärzten
ein (
Urk.
5/137 und 5/141/4 f.)
. Sodann
ordnete
sie
ein internistisches, ortho
pädisches und
pneumologisches
Gutachten bei der MEDAS
A._
an
(
Urk.
5/159), die zusätzlich eine psychiatrisch
e
und neurologische Begutachtung als notwen
dig erachtete (
Urk.
5/
162). Das Gutachten wurde am 5.
Novem
b
er 2018 erstattet (
Urk.
5/174).
Mit neuem Vorbescheid vom 26.
November 2018 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten wiederum die Verneinung eines
Leistungsanspruchs ge
genüber
der Invalidenversicherung an (
Urk.
5/181), wogegen er erneut
Einwand
erhob (
Urk.
5/190; Begründung
Urk.
5/206) und Stellungnahmen seiner Ärzte einreichte (
Urk.
5/203 ff.).
Dazu äusserten sich die Gutachte
r
auf Rückfrage der
IV-Stelle (
Urk.
5/2008) am 28.
August 2019 (
Urk.
5/212). Die Stellungnahme des Versicherten
hierzu
, der
auch
eine ärztliche Stellungnahme beilag (
Urk.
5/216), datiert vom 2
7.
September 2018 (
Urk.
5/215).
Nach erneuter Konsultation des RAD
(
Urk.
5/217)
v
erfügte
die IV-Stelle
am
4.
Oktober 2019 wie angekündigt (
Urk.
2).
2.
Gegen
diese Verfügung
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Strehler, mit Eingabe vom
4.
November 2019 Beschwerde
(
Urk.
1)
.
Darin bean
tragte er, es sei ihm eine ganze, mindestens aber eine halbe Invalidenrente zu
zusprechen und es seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 2); unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle (
Urk.
1 S. 3). Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Dezember 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfü
gung vom 1
6.
Dezember 2
019 zur Kenntnis gebracht (Urk.
6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert
und tritt die Verwaltung später auf eine Neuanmeldung ein, sind bei der materiellen An
spruchsprüfung
die Revisionsregeln analog anwendbar (
statt vieler: Urteil des Bundesgerichts
9C_496/2018
vom 2
1.
November 2018 E
.
4.1)
. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wes
entliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zu
standes revidierbar. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich.
Liegt in diesem Sinn ein Revisionsgrund vor, ist der Renten
anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (
BGE 141 V 9 E. 2.3
mit Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, gemäss Gutachten der MEDAS
A._
sei der Be
schwerdeführer in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
im Office in der Zentrale, in der er nahezu gleich viel wie als Gefängniswärter verdiene, zu 80
%
arbeitsfähig. Eine radikuläre Reiz- bzw. Ausfallsymptomatik sei
bildgebend
nicht nachge
wie
sen
,
ebenso wenig eine Unzumutbarkeit der Tätigkeit im Office aus psychia
tri
scher Sicht begründet. Massgebend sei der ausgeglichene Arbeitsmarkt (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen
gestützt auf
Stellungnahmen der Behandler
dafür, er sei in einer adaptierten Tätigkeit
aufgrund
einer Diskushernie mit Ver
lagerung der Nervenwurzel L5, einer eingeschränkten Lungenfunktion mit ver
minderter Konzentrationsfähigkeit
und
eine
r gegenüber psychosozialen Faktoren verselbständigten psychischen Störung
höchstens zu 50
% arbeitsfähig
und
monierte verschiedene Gutachtensmängel
.
Er ergänzte, dass sich die
gesundheit
lichen
E
inschränkungen nicht zeitgleich bemerkbar
machen würden
und auch in rein sitzenden Tätigkeiten Stehen
und
Gehen für das Herbeischaffen
/
Stapeln von Verarbeitungsmaterial nötig sei
en
(
Urk.
1 S. 4-6).
Eine
Rückkehr in die Gefängnisverwaltung
sei
nicht möglich
und
für eine ver
gleichbare Stelle in der Verwaltung
fehle ihm
die Ausbildung.
Für das Inva
lideneinkommen sei daher
auf den Tabellenlohn für Hilfs
arbeiten
abzustellen und für seine Beschwerden und
das Teilzeitpensum
ein leidensbedingter Abzug von 10
%
zu gewähren
(
Urk.
1 S. 6 f.).
Angesichts eines
Invaliditätsgrades von min
destens 55
%
selbst unter Berücksichtigung des Gutachtens
bestehe
nicht nur An
spruch auf mindestens eine halbe Rente, sondern auch
auf berufliche Massnah
men. Nach vierjähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt müsse zunächst
in einem
Arbeitstraining die Belastbarkeit evaluiert und gesteigert werden, alsdann sei eine Umschulung, et
wa
zum Sozialarbeiter einer Gemeinde, zu prüfen. Er
st
dann sei
die Arbeitsfähigkeit verwertbar
(
Urk.
1 S. 7 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin hat
d
ie Neuanmeldung des Beschwerdeführers
materiell geprüft. Keinen Anlass zu Diskussionen gab hierbei die
in analo
ger Anwendung der für die Rentenrevision
geltenden Regeln
vorausgesetzte
wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen. Dem ist zu folgen.
Zwischen
der l
etzte
n
, auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruhende
n
, rechtskräftige
n
Verfügung
vom 1
8.
Februar 2011 (
Urk.
5/36) und dem Erlass der angefochtenen
Verfügung am 4. Oktober 2019 (
Urk.
2)
sind
nach einhelliger Auffassung der Ärzte
eine kombinierte obstruktive und restriktive Ventilationsstörung sowie Rücken
beschwerden zu den ursprünglich
beurteilten Fussbeschwerden hinzugetreten
, welche
die körperliche Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
massgeblich
einschränken
.
Neu
besteht deshalb
eine volle Arbeitsunfähigkeit in der
zuvor
ausgeübten Tätigkeit als Aufseher/Betreuer im Gefängnis (
vor allem
Urk.
5/58/12, 5/203-20
4, 5/174/101 und 5/174/133)
.
Damit ist der Rentenanspruch allseitig, ohne Bindung an frühere Einschätzungen neu zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin stellte hierfür vollumfänglich auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom 5. November 2018 ab, während der Beschwerdeführer dessen Beweiswert
anhand von Stellungnahmen der be
handelnden Fachärzte
in Frage stellte.
3.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
dabei
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.3
Ergänzend
gilt es
i
n Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen
a
uf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungs
-
und Begutachtungsauftrag (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Admini
strativ
gut
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelan
gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein sub
jektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutach
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen,
unter anderem
auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.
4.1
Dem
Gutachten der MEDAS
A._
vom
5.
November 2018
sind folgende Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen
(Urk. 5/174/7 f.)
:
(1)
Restbeschwerden linker Fuss bei/mit:
-
Status nach
Debridement
Peroneus
-
brevis
-Sehne, Transfer
Peroneus
-longus
auf Basis
Metatarsale
5 und
Extensions-Osteotomie
Metatarsale
1 vom 2
7.
Mai 2009 bei Ruptur der
Peroneus
-
brevis
-Sehne bei Hohl
fusskonfiguration
-
Status nach
valgisierender
und
lateralisierender
Calcaneus
-Osteotomie und Extensions-Osteotomie
Metatarsale
1 vom 2
7.
November 2009 bei
Rückfussvarus
bei Hohlfusskonfiguration
-
Status nach Metallentfernung vom 2
5.
März 2010 bei störendem
Oste
o
synthe
s
ematerial
Fer
s
e und
Metatarsale
1
-
Status nach komplexem regionalem Schmerzsyndrom (CRPS)
-
Haglundexostose
und
Silverskjöld
Exostose
(2)
Lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei/mit:
-
Status nach mikrochirurgischer
Dekompressionslaminotomie
L4/5 links
,
Sequesterekt
omie
vom 1
8.
Januar 2017 mit/bei
schmerzhaft sensomo
torischer Radikulopathie L5 links
und
Monoparese linkes Bein
mit/bei
Diskushernie L4/5 mit
rezessaler
Einengung der L5-Wurzel links, be
ginnender Osteochondrose und Facettengelenkdegeneration L5/S1
, kleiner Diskushernie L5/S1 mit
rezessaler
Stenose beidseits sowie
fora
minaler
Stenose rechts
(3)
Kombinierte obstruktive und restriktive Ventilationsstörung:
-
bei Z
us
tand nach beidseitiger segmentaler und subsegmentaler Lungen
embolie
-
bei
Phrenikusparese
mit Zwerchfellhochstand rechts unklarer Genese
-
mit obstruktiver Ventilationsstörung, z.B. allergis
c
hes Asthma bron
chiale
4.2
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter z
u den funk
tionellen Auswirkungen
im Wesentlichen fest, orthopädisch habe nach der Ope
ration an der Lendenwirbelsäule im Januar 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von maximal sechs Monaten bestanden. Es bestünden eine verminderte Rücken
be
lastbarkeit wie auch eine verminderte Belastbarkeit des linken Fusses. Das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 5 kg beidseits sei daher nicht mehr zumutbar, wie auch Arbeiten in
Zw
angsposition des Rumpfes.
Rein
gehende
und stehende Arbeiten verbunden mit Gehen auf
unebenem Gelände und in gebückter Stellung
oder
mit Besteigen von
Leitern, Gerüsten und Treppen
seien nicht mehr zumutbar
.
Die Adipositas habe in ihrer aktuell geringen Ausprägung keine Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit, könne
jedoch
die Affektionen des Bewe
gungsapparats, vor allem diejenigen im Bereich der Beine, verstärken. Denkbar sei, dass aufgrund des Schlafapnoesyndroms vor der Gewichtsreduktion bis längstens zur Begutachtung eine leichte Beeinträchtigung tagsüber bestanden habe, die jedoch bei gemäss Aktenlage lediglich kognitiv leichten Defiziten im Bereich von 20
%
anzusiedeln wär
e, z.B. für kurze Schlafpausen.
Aus neurologischer Sicht bestehe zumindest in leidensangepasster Tätigkeit eine
volle Arbeitsfähigkeit, ausgenommen eine Arbeitsunfähigkeit
während d
rei Mona
ten nach der R
ückenoperation vom Januar 201
7.
Aus psychiatrischer Sicht be
stün
den keine Einschränkungen; die Durchhaltefähigkeit erscheine durch soma
tische Krankheitsfaktoren begrenzt (
Urk.
5/174/9).
Daraus schlussfolgerten
die Gutachter
,
seitens des Beschwerdeführers
bestehe
in der Tätigkeit als Gefängniswärter keine verwertbare Arbeit
sfähigkeit mehr. In der zuletzt von ihm
ausgeführten Tätigkeit in der Gefängnisverwaltung
könne
er rein orthopädisch vollschichtig anwesend sein.
Vor allem initial bestehe aber e
in er
höhter Pausenbedarf von 20
%
, der
mit Massnahmen zur
Rekonditionierung
ver
mutlich
abgebaut werden
könne
. In
einer
Verweistätigkeit
entsprechend dem Zu
mutbarkeitsprofil
bestehe
initial ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in
folge
eines erhöhten Pausenbedarfs, der möglicherweise nach stabiler Reinte
gration abgebaut werden
könne
(
Urk.
5/174/11).
4.
3
Ergänzend ergibt sich aus dem orthopädischen Teilgutachten, dass der Be
schwer
deführer gegenüber
der
begutachtenden Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
an
gab
, die letzten eineinhalb Jahre bis März 2015 im Office in der Zentrale gearbeitet zu haben. Dies
e Arbeit
könne
er wegen Konzentrationsstörungen und Stressreaktionen momentan nicht machen
. Rein or
tho
p
ä
disch kön
ne
er sich das wieder vorstellen, allenfal
ls in Teilzeit (
Urk.
5/174/94).
Nach eingehendem Studium der Vorakten (
Urk.
5/174/86-91 und 5/174/98
f.), detaillierter Erhebung der geklagten Beschwerden und Einschränkungen (
Urk.
5/174/92
f.)
sowie
gestützt auf
Verhaltensbeobachtungen
Urk.
5/174/95)
,
eine
n
klinische
n
Untersuch (
Urk.
5/174/96
f.)
und
aktuelle Bilddokumente (
Urk.
5/174/97
f.) kam die
Gutachterin
zum Schluss, dass sich
zwar
zu allen Beschwerden objektivierbare radiologische Befunde fänden. Das Ausmass der Be
schwerden gehe jedoch über das zu erwartende Ausmass hinaus
. Die Schmer
zen des linken Fusses müssten
somit
neurologisch beurteilt werden, der verbliebene
Bohrer habe nichts mit der Problematik zu tun. Dringlich angesagt sei eine Reha
bilitation
für das Erlernen
von Coping-Strategien
, wobei auch die offensichtliche
Dekonditionierung behoben werden könnte
(
vgl.
Urk.
5/174/101)
.
Entsprechend attestierte sie dem Beschwerdeführer in einer optimal angepassten Tätigkeit bei vollzeitlicher Präsenz momentan noch ein um 20
%
vermindertes Rendement wegen vermehrten Pausenbedarfs (vgl.
Urk.
5/174/102).
4.4
Dem begutachtenden Facharzt
für
Pneumologie schilderte der Beschwerdeführer
eine erhebliche Belastungsdyspnoe und ein wiederholtes thorakales Stechen. Trotz
erheblichem Gewichtsverlust sei es nicht zu einer Verbesserung der respirato
ri
schen Situation gekommen.
Ferner
berichtete er über erhebliche Kreislauf
dys
regulationen mit Schweissausbrüchen
bei körperlicher oder seelischer Belastung
,
Nachtschweiss,
Einschlafschwierigkeiten und
Kreislaufzwischenfälle bis
hin
zum Kreislaufstillstand
, weshalb er mehrfach Rettungsdienste hinzugezogen habe
(vgl.
Urk.
5/174/128).
Der Gutachter hielt fest, d
ie Diagnostik
sei
erheblich erschwert.
Eine
Body
ple
thys
mographie
bzw.
Kohlenmonoxid-Transferfaktor
-Untersuchung
sei trotz meh
rerer Versuche nicht
durchführbar
gewesen und die Möglichkeit einer
Belastungs
un
ter
suchung (
E
rgospirometrie
)
, die eine objektive Beurteilung der Leistungs
fähig
keit
und des Anteils der
pneumologischen
Erkrankung hieran
erlaubt hätte, habe der Beschwerdeführer von vornherein verneint (vgl. Urk. 5/174/131 f.).
Dies sei schwer nachvollziehbar, sei dies vor einem halben Jahr doch noch möglich ge
wesen,
ohne dass über kurzfristig zugenommene Beschwerden gekla
gt werde (vgl.
Urk.
5/174/134).
Bildgebend hätten sich beidseits hochstehende Zwerchfelle gezeigt (
Urk.
5/174/131).
Ausweislich der gewonnen Befunde,
vorab der Ruheblutgas
analyse, liege
eine befriedigende Sauerstoffsituation vor. Relevante
Entsätti
gungen
hätten auch in der aktuellen
Polysomnografie
nicht festgestellt werden können (
Urk.
5/174/132). Im Februar 2013 sei der Apnoe-
Hypopnoe
-Index (AHI) mit 55/Stunde gemessen worden, auf der
Epworth
Sleepiness
Scale
(
ESS
)
seien
jedoch nur 9
von
24
Punkten
erzielt worden,
was
keinen
Hinweis auf eine
höher
gradige
Tagesmüdigkeit
gebe
. Ebenso habe eine neuropsychologische Untersu
chung im Jahr 2015 nur gerade leichte Einschränkungen belegt. Zwischenzeitlich habe der Beschwerdeführer 30 kg Gewicht abgenommen. In der nächtlichen Poly
grafie (vom September 2018,
vgl.
Urk.
5/174/139) sei noch ein leichtes OSAS feststellbar gewesen mit einem AHI von 9.5/Stunde und einem
Sauerstoff-Ent
sättigungsindex
(
ODI
) von 2.9/Stunde, was nicht als leistungsrelevant zu werten sei (vgl.
Urk.
5/174/133-135).
Zu
den Berichten von
Dr.
med.
B._
, Fach
arzt für Pneumologie, Schlafmedi
zin und Allgemeine Innere Medizin,
hielt der Gutachter fest,
die
Spiroergometrie vom 2
6.
April 2017 sei nach einer Belastungszeit von 14 Minuten wegen körperliche
r
Erschöpfung abgebrochen worden. Die maximale Leistungsfähigkeit habe bei 86 Watt gelegen. Es habe in dieser Belastungsstufe keine kardiale oder pulmonale Limitation bestanden
und sei nicht zu einem Sauerstoffabfall gekommen
. Die Leistungseinschränkung sei am ehesten auf muskuloskelettale Beschwerden zurückgeführt worden.
Eine Indikation zur Sauerstofftherapie unter Belastung sei ausdrücklich verneint, jedoch vermerkt worden, dass der Beschwerdeführer den Sauerstoff als deutliche Besserung empfinde und dieser ihm grössere Sicherheit gebe. Gemäss
Bericht vom 2
8.
Dezember 2017
sei
die totale Lungenkapazität mit 65
%
leicht eingeschränkt gewesen
. Die dynamischen Lungenvolumina mit einer
Einsekunden
-
(FEV1) bzw.
forcierte
n
Vitalkapazität
(FVC) von 25
%
bzw. 28
%
des Solls seien schwerst eingeschränkt
gewesen
. Die Ateminvalidität habe
Dr.
B._
medizinisch-theoretisch mit 60 bis 75
%
bewertet und für mittelschwere bis schwere körperliche Arbeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Gemäss Telefonnotiz vom 2
2.
Mai 2018
erachte
er den Beschwerdeführer in einer leichten Arbeit als 100
%
arbeitsfähig (vgl.
Urk.
5/174/133).
Aus
pneumologischer
Sicht lägen
somit
durchaus
hochgradige Einschränkungen vor. Für die bisherige Tätigkeit im Strafvollzug sei der Beschw
erdeführer voll arbeitsunfähig.
Führend seien die Ausfälle in Form der körperlichen Leistungs
einschränkung. Das Schlafapnoesyndrom sei deutlich gebessert und erkläre keine Einschränkung der Konzentration mehr. In einer leichten Tätigkeit, optimaler
weise vorrangig im Sitzen, ergäben sich keine Einschränkungen bezüglich Präsenz- und Leistungsfähigkeit (vgl.
Urk.
5/174/133 f.). Die leichte Tätigkeit sollte ohne
inhalative
Belastungen und ohne Wechsel zwischen kalter und warmer Atmosphäre sein. Schichtarbeit sei nicht möglich (
Urk.
5/174/135).
4.
5
Der begutachtende Neurologe hielt zum linken Fuss fest, es liessen sich keine konkret umschriebenen, segmentbezogenen sensiblen oder motorischen Defizite darstellen. Beschrieben werde ein neurologisch nicht erklär
bares, diffuses Stö
rungs
bild, das teilweise auch nicht authentisch begründbar sei. So werde
etwa
im direkten klinischen Untersuch eine hochgradige Parese für Fusshebung/-senkung
sowie Aussen-
/
Innenrotation im Widerspruch zur unbemerkt beobachteten ordent
lichen Funktion dargeboten. Hinweise für eine relevante Schmerzsymptomatik seien im Ausdrucksverhalten nicht erkennbar,
aber
statisch belastungsabhängige Schmerzen denkbar, die orthopädisch zu beurteilen seien. Isolierte peripher neu
rogene Schädigungen,
vorab
persistierende Folgen eines aktenkundigen, vom Be
schwerdeführer aber nicht mit passenden Symptomen erinnerten CRPS, seien nicht feststellbar (vgl.
Urk.
5/174/178 f.).
Im aktuellen MRI der Lendenwirbelsäule
, so der Gutachter weiter,
zeige sich der ehemalige Sequester in der operierten Etage L4/5 nicht mehr. Es bestehe eine leichte Degeneration der Facettengelenke beidseits, konsekutiv eine Dorsalde
via
tion der
L5-
Wurzel
links parazentral bei insgesamt
hypodensem
Diskus und
Anulus
fibrosus
-Riss
posterior
. In Etage S1 bestehe eine breitbasige
Diskus
pro
trusion
mit leichter Kompression der S1-Wurzel rechts parazentral mit Status nach dorsaler Dekompression. Eine entsprechende radikuläre Reiz- bzw. Defizit
sympt
o
m
a
tik lasse sich
daraus
klinisch neurologisch nicht ableiten. Insbesondere lasse sich die Angabe der Sensibilitätsstörung am Unterschenkel und Fuss res
pektive die globale Lähmung am linken Fuss nicht begründen. Zudem sei im klinischen Befund die
Laségue
-Probe beidseits unauffällig ohne Reizsympto
matik
,
der Reflexstatus
symmetrisch,
schwach bis mittellebhaft ohne Asymmetrie (vgl.
Urk.
5/174/178).
Ferner wies der Gutachter darauf hin, dass sich die
Kopfschmerzen
bisher nicht hätten objektivieren lassen und
versicherungsmedizinisch
nicht relevant seien
(vgl.
dazu
Urk.
5/174/180/185).
Die
neuropsychologische Untersuchung
im Jahr 2018
habe zudem
lediglich leichte kognitive Einschränkungen im Bereich des
episodischen Gedächtnisses un
d der Exekutivfunktionen gezeigt.
Beobachtet worden
sei ein verlangsamtes Arbeitstempo
und gemäss
Selbsteinschätzung habe eine leichte Depressionsneigung bestanden. Insgesamt seien
damals
also nur unspezifische Befunde feststellbar gewesen.
Auch a
ktuell
würde sich
keine signi
fikante Beeinträchtigung
zeigen
, vielmehr bestünden
bei pathologischem Rey-Memory-Test mit Darstellung einer nichtauthentischen kognitiven Minderleis
tung
Hinweise auf eine Befundinkonsistenz
(vgl.
Urk.
5/174/180).
Im Übrigen teilte der
Neurologe
die Überlegungen des
Pneumologen
.
Zusätzlich
erläuterte er, a
ktenkundig gleichbleibend ohne Veränderung
werde
eine
Phre
nikusparese
mit entsprechendem Zwerchfellhochstand rechts beschrieben und als ohne klare Ursache bewertet. Der Befund der MR Neurographie sei unauffällig im Sinne eines fehlenden Hinweises für eine tumorbedingte Nervenkompression ge
wesen. Eine Progredienz sei nicht ableitbar (vgl.
Urk.
5/174/179).
Mit
9 Punkten auf der E
SS
habe
ein Wert etwas über Normal (0-7) und knapp vor
der
Tendenz zu erhöhter Tagesschläfrigkeit (oberhalb von 10) vorgelegen. Über das
Restless
-
Legs
-Syndrom habe der Beschwerdeführer nicht mehr berichtet, obgleich sich
Rivotril
im Laborbefund nicht habe nachweisen lassen. Eine Durchschlafstörung
oder ein Früherwachen seien in der Polygrafie nicht dokumentiert
(
Urk.
5/174
/179).
Die geklagten
plötzlichen Zustände mit
Pu
ls
verlust/-abfall und kompletter Sauerstoff
-
E
ntsättigung
seien zumindest neurologisch nicht nachvoll
ziehbar. Insbesondere habe sich während der gesamten
Somnografie
im Nach
t
schlaf nur eine leichte Pulsvariabilität gezeigt; eine relevante Störung der Herz
pulsrate sei nicht aufgezeichnet worden (vgl.
Urk.
5/174/181).
Die
pneumologi
schen
Folgen der intermedizinischen Diagnosen
führten
selbst
aus Sicht
von
Dr.
B._
nicht zu einer eingeschränkten A
rbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
. D
ies decke sich mit der aktuellen Einschätzung und dem klinischen Eindruck ohne Zeichen von Müdigkeit, ohne Ruhedyspnoe für eine zumindest sitzende Position wie in der Begutachtung, die über drei Stunden bis ca. 18 Uhr durchgefüh
rt worden sei (
Urk.
5/174/181).
Längstens bis Ende 2017 habe aufgrund der teil
weise nicht optimal behandelten OSAS allenfalls eine mit ca. 10
%
zu bewertende Leistungsverminderung bestanden (
Urk.
5/174/182 f.).
4.
6
Im psyc
hiatrischen Teilgutachten
wurde erläutert
,
ehemals sei die
Verdachts
diag
nose einer somatoformen Schmerzstörung
erwogen worden, die
auch rück
blickend aufgrund der
deutlichen Hinweise für eine zumindest teilweise
nicht authentische Symptompräsentation
in der aktuellen Begu
tachtung sehr fraglich
erscheine
. Die teilweise erheblichen Inkonsistenzen ohne erklärende primär psy
chische Störungssymptomatik seien in ihrer Art und Ausprägung als überwiegend wahrscheinlich bewusstseinsnah zu werten
. Am ehestens sei eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen nach ICD-10: F68.0 zu kodie
ren. Dabei würden definitionsgemäss ursprünglich belegbare körperliche Beein
träch
ti
gungen wegen des psychischen Zustandes
aggraviert
bzw. länger anhalten.
Auffallend
sei
auch, dass damals
erst im zeitlich engeren Zusammenhang mit der angedrohten Kündigung
die
volle Arbeitsfähigkeit erlangt worden
sei
(vgl.
Urk.
5/174/161).
E
rst
im Januar 2016,
insbesondere
nach Erhalt des Kündigungsschreibens
, s
ei
von der
Klinik Z._
eine zusätzliche Re
ak
tion
zuerst
als Anpassungsstörung bewertet
worden
und im Bericht vom 10. Juli 2017
eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode als Reaktion auf die Polymorbidität
diagnostiziert
worden.
Daraus
sei aber explizit
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wor
den
.
Aus
der Biografie
könnten
keine Hinweise für eine krankheitswertige Störung der Persönlichkeitsentwicklung abgeleitet werden. So
erfordere
auch
die Einstellung im
Sicherheitsdienst psychische Stabilität und der Beschwerdeführer selbst habe im Jahr 2015 eine psychotherapeutische
/
-
pharmakologisch
e Behand
lung als nicht
erforderlich
erachtet. Eine
Venlafaxin
-Therapie sei aus
schmerz
the
rapeutischer Sicht begonnen worden
(
vgl.
Urk.
5/174/160)
, wobei die
Dosie
rung unangemessen hoch
erscheine
, aber gemäss Medikamentenspiegel
auch
nicht in
dieser Höhe oder nicht gänzlich regelmäss
ig eingenommen
werde
(
Urk.
5/174
/161;
vgl. zur Behandlungsintensität
auch
Urk.
5/174/170).
Umso mehr dürfe eine sehr gute persönliche Ressourcenlage
angenommen werde
, so dass der Beschwerdeführer trotz der multiplen somatischen Befunde und den sich daraus ergebenden psychosozialen Belastungen ausreichend gut mit diesen umgehen und sich daran anpassen könne. Besorgnis und zeitweilige negative Affekte in diesem Zusammenhang seien zwar erklärbar, denkbar initial nach der Kündigung auch als Anpassungsstörung zu werten. Im Weiteren sei aber von einer geringen Ausprägung
im normalpsychologischen Umfang als Reaktion a
uf die sozialen und b
eruflichen Veränderungen und Schwierigkeiten auszugehen.
Eine eigenständige arbeitsrelevante versicherungspsychiatrische Diagnose sei nicht
abzuleiten. Mit der
Klinik Z._
könnten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestätigt werden, selbst wenn vormals von einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen worden sei, für die sich gegen
wärtig keine Hinweise fänden
. Zu diagnostizieren seien nach ICD-10: Z73
vor
rangig Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, kon
sekutiv im Rahmen der somatischen Diagnosen
(vgl.
Urk.
5/174/160
f.
).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
erfüllt somit die vom Bundes
gericht postulierten beweis
rechtlic
hen Anforderungen.
Die Vorakten, zu
den
en keine relevanten Diskrepanzen bestanden, wurden eingehend gewürdigt
. D
ie um
fassende
n
klinische
n
Untersuchung
en
wurden
durch Zusatzabklärungen
ergänzt
, soweit
diese
erforderlich
waren
und vom Beschwerdeführer
toleriert
wurden
(Röntgenbilder, Bestimmung des Medikamentenspiegels und neuropsycholo
gischer
Test)
,
wobei letzteres
auf die
aussagekräftigen
Standardverfahren der
pneumo
lo
gischen
Diagnostik (
Bodyplethysmographie
bzw. Kohlenmonoxid-Transfer
fak
tor-
Untersuchung,
Ergospirometrie
)
nicht zutraf.
Die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden wurden dabei stets s
orgfältig
erhoben und nach einer
Plausi
bilitätsprüfung
in allen Teilgutachten
einleuchtend
als nur teilweise erklärbar beur
teilt
. Nachdem sich die subjektive Beschwerdeklage als unzuverlässig erwies, begründeten die Gutachter ihre
Überlegungen
und
Schlussfolgerungen detailliert
und
nachvollziehbar
medizinisch-theoretisch auf der Grundlage der
vorhandenen
objektiven Befunde. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers, gestützt auf die
zum Gutachten v
erfassten Stellungnah
men der behandelnden Ärzte
,
daran nichts zu ändern.
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer berief sich zunächst auf den Bericht von
Dr.
med.
C._
(
Urk.
1 S.
4 f.)
, der unter anderem über einen Facharz
t
titel für Rheumatologie
verfügt, vom 28.
März 201
9.
Diesem erschien aufgrund der «doch
Dermatom
be
zogenen Schmerzausstrahlung» sowie der bildgebend medio-linkslateralen Dis
kus
hernie mit auch Verlagerung der Nervenwurzel L5 links eine
lumboradikuläre
Reizsymptomatik durchaus «wahrscheinlicher».
Er räumte allerdings ein, dass bei erschwerter neurologischer Untersuchung nicht mit eindeutiger Sicherheit eine
sensomotrische
Ausfallsymptomatik festgehalten werden könne und schlug
eine weitere Untersuchung vor (vgl.
Urk.
5/203).
5.2.2
Der
erwähnte
Bildbefund wurde bei der aktuellen Begutachtung berücksichtigt.
Die abweichende Beurteilung stützt sich somit allein auf einen
nach eigenen Angaben
unter erschwerten
Bedingungen
erhobenen
klinischen Befund,
dem an
gesichts des gesamten Verhaltens des Beschwerdeführers, insbesondere der in der neurologischen Begutachtung aufgezeigten Inkonsistenzen, und der Tatsache, dass sich in der gutachterlichen Untersuchung explizit keine segmentbezogenen Defizite eruieren liessen, keine Bedeutung beizumessen ist.
5.2.3
Sodann
konstatierte
Dr.
C._
zu
m
gutachtlichen
Zumutbarkeitsprofil,
man könne «höchstens» aufführen, dass keine zeitlichen Angaben zu den entspre
chen
den funktionellen Einschränkungen aufgeführt würden. So gehe er davon aus, gehende und stehende Arbeiten seien verteilt über den ganzen Arbeitstag maxi
mal während zwei bis drei
,
sitzende Tätigkeiten während vier Stun
den zumutbar (vgl.
Urk.
8/203).
Daraus
resultiert
bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
eine Arbeits
un
fähigkeit
in leichten wechselbe
last
enden
, mehrheitlich sitzenden
Tätigkeit
en
von 16 bis 28
%
. Dies deckt sich mit der
von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten
aktuellen Einschätzung der Gutachter, wonach aufgrund der Dekonditionierung vorerst
auch in einer leichten, optimalerweise vorrangig sitzenden Tätigkeit
ein erhöhter Pausenbedarf im Rahmen von 20
%
besteht.
Dazu
äussert sich
Dr.
C._
nicht
, wie er auch die gesamte Aufteilung nicht konkret begründete oder explizit in einen Kontext mit dem Wirbelsäulenleiden stellte.
5.2.4
I
n der ergänzenden
gutachterlichen
Stellungnahme
vom 28.
August 2019
wurde eine dauerhafte Einschränkung
unter Hinweis auf die
in der
orthopädischen und neurologischen
Begutachtung erhobenen
Befunde
zusammen mit der radikulären Reizsymptomatik
somit zu Recht
verworfen (
Urk.
5/
212).
5.3
5.3.1
Weiter
monierte der Beschwerdeführer, dass
sich die
hinsichtlich der Tätigkeit als Gefängniswärter anerkannte Einschränkung der Konzentration
gemäss Gutachten
in
einer vorwiegend sitzenden
Tätigkeit nich
t auswirken soll. Darüber hinaus machte er geltend,
Dr.
B._
bewerte die Ateminvalidität in seinem Bericht vom
1.
April 2019 mit 75
%
und erachte ihn auch in einer rein sitzenden Tätigkeit in reduziertem Mass zu 30 bis 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 5).
5.3.2
Wie der begutachtende
Pneumologe
erläuterte, sind die Ausfälle in Form der
körperlichen Leistungseinschränkung bezüglich der Arbeitsunfähigkeit als Gefäng
niswärter führend.
Der begutachtende Neurologe betonte, dass im klinischen Eindruck trotz dreistündiger Untersuchung bis 18 Uhr keine erkennbare Tages
müdigkeit habe festgestellt werden können
und in der
Somnografie
keine
Schlaf
störung dokumentiert sei
. Beide
Gutachter
beschrieben
sodann
das
Schlafapnoe
syndrom
nach der Gewichtsreduktion als
deutlich gebessert
und verwiesen ergän
zend auf den
im Jahr 2013
auf der ESS erzielten Wert von nur 9 Punkten, die in der neuropsychologischen Untersuchung im Jahr 2015 festgestellten lediglich leichten kognitiven Einschränkungen sowie die Zweifel am Ausprägungsgrad der geklagten Beschwerden aufgrund
der nachweisbaren Inkonsistenzen (vgl.
Urk.
5/174/134 und 5/174/179-181)
.
Ihre Schlussfolgerung
, dass
im
Rahmen der thematisierten
Tagesmüdigkeit bzw.
eingeschränkten Kognition
in einer körper
lich leichten, überwiegend sitzenden
(vgl.
Urk.
5/74/183
und 5/174/135
)
Tätig
keit, die
also
keine Dyspnoe auslös
t,
selbst
vor der Gewichtsreduktion nur
«
allen
falls
»
eine
Leistungsverminderung
bestand, die zudem höchstens 10 bis 20
%
be
trug (z.B. für
Power-
Naps
)
,
leuchtet
somit
durchaus
ein
(vgl.
Urk.
5/174/135 und 7/174/182
f.
)
,
5.3.3
Zur Begründung
der vom Beschwerdeführer zutreffend wiedergegebenen Arbeits
fähigkeitseinschätzung
von
Dr.
B._
vom
1.
April 2019 verwies
jener
a
uf
seine
Berichte vom 2
8.
Dezember 2017 und 3
0.
Mai 2018 (
Urk.
5/204)
. Der erste Bericht war den Gutachtern bekannt.
Da darin d
ie Ateminvalidität bereits mit
«
bis zu 75
%
»
bewertet
wurde
(
Urk.
5/133/3),
lässt
der
aktuelle Bericht
n
icht auf eine seither eingetretene wesentliche Verschlechterung
der Lungenfunktion schliessen
.
Die
Diagnosen sind
in der Hauptsache
ebenfalls unverändert; nicht mehr erwähnt werden im jüngeren Bericht die Adipositas sowie die
periodic
limb
movement
disorder
of
sleep
.
Insofern erscheint
es nicht von Belang
zu sein
, dass der zweite von
Dr.
B._
erwähnte Bericht, soweit
dieser
tatsächlich existiert
und
er
nicht ein
en älteren
Bericht
meinte
, nicht aktenkundig ist.
Die
Aktennotiz vom 2
2.
Mai 2018
stellt keine
beweiskräftig
e
ärztliche Beurteilung dar
. Indessen
vermag es nicht zu überzeugen
,
dass
Dr.
B._
bei vergleichbarer Ateminvalidität im Jahr
2017
nur für schwere und mittelschwere
Arbeiten
eine Arbeitsunfähigkeit attestierte
, während er im Jahr 2019 zusätzlich eine massive Arbeitsunfähigkeit
sogar
in
rein sitzenden
Tätigkeit
en
feststellt
e
. Unter diesen Umständen wäre im älteren Bericht zumindest der Hinweis auf eine bloss teilweise Arbeitsfähigkeit in leichten Tätigkeit zu erwarten gewesen.
Es kommt hinzu, dass
Dr.
B._
die
in der gutachterlichen Beurteilung
im Vordergrund stehenden
objek
tiven
Befunde (aktuelle
Ruheblutgaswerte
und
Polygrafie
) nicht würdigte, soweit er h
iervon überhaupt Kenntnis hatte. So
nahm er explizit zur im
Vorbescheid
postulierten Arbeitsfähigkeit von 80 % Stellung
; das Gutachten erwähnt
e
er
dem
gegenüber
nicht
.
5.3.4
Es ist deshalb der gutachterlichen Ergänzung vom 2
8.
August 2019 zu folgen, wonach es
dem Bericht von
Dr.
B._
an einer neuen konkreten Argumentation
und gebührenden Auseinandersetzung mit dem Gutachten fehlt und sich keine Hin
weise für eine anderslautende versicherungsmedizinische Begründung erge
ben (vgl.
Urk.
5/212/2).
Soweit die Diskrepanz nicht dem Umstand geschuldet
ist
, dass
zwischen ärztlicher Diagnose und attestierter Arbeitsunfähigkeit auch
bei somatisch dominierten Leiden keine Kor
relation
besteht
, weshalb die medizini
sche Folgenabschätzung unausweichlich Ermessenzüge tr
ägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1),
bestätigt sie
die Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Arztpersonen in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. E. 3.3)
.
Schon
im Bericht vom 2
8.
Dezember 2017
erachtete
Dr.
B._
eine
Wiederaufnahme der Arbeit
a
ls nicht möglich,
obgleich er
aus
pneumologischer
Sicht nur eine Arbeits
unfähigkeit für mittelschwere un
d schwere Arbeiten attestier
te
.
Dies ist
als Aus
fluss des Vertrauensverhältnisses mit
starker Gewichtung
der subjektiven Anga
ben
zu sehen.
5.4
5.4.1
In der vom
Beschwerdeführer
eingereichten
Stellungnahme
der
Klinik Z._
vom 1
5.
Februar 2019 wurden eine chronische Schmerzstörung mit soma
ti
schen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41)
, eine mittelgradige depressive Episode in teilremittiertem Zustand
(ICD-10: F32.1)
sowie
narzisstische und äng
st
lich-vermeidende Persönlichkeitszüge
(ICD10: Z73)
diagnost
iziert; bei
lang
fristiger Einnahme von
MST-Continus
sei
ferner
von einer Opiatsucht
(ICD-10: F11.2)
auszugehen.
Bei teilremittiertem Zustan
d sei die Arbeitsfähigkeit noch
bis 40
%
gegeben. Man erwarte
aber
, dass eine Steigerung auf 100
%
mit belastbar
keitsaufbauenden Massnahmen in einem konfliktarmen und wohlwollenden
Arbeitsrahmen möglich sei. Man empfehle ein mehrmonatiges Belastbar
keits
training bei gleichzeitiger Unterstützung bei der Stellensuche.
D
ie depressive Symptomatik sei zwar reaktiv infolge äusserer Ereig
nisse
aufge
treten; im Verlauf
habe sich aber gezeigt
, dass der Beschwerdeführer sehr wohl
chronifizierte, bereits vorbestehende depressive P
ersönlichkeitsmerkmal
e
aufweise
.
D
ie realen Existenzängste und
die
irreale Angst vor Erstickung seien
im Gut
achten
nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Der Beschwerdeführer
sei schambesetzt, verschweige bzw. überspiele seine Schwächegefühle und stelle seine Fähigkeiten positiver dar, als sie in Wah
rheit seien. Die Entgleisung wi
der
lege die positive Ressour
ceneinschätzung des Gutachters.
Die Reaktion auf
die psychosozialen Belastungen
mit sozialem Rückzug, erhöhter Erschöpfbarkeit
und
verstärktem Erschöpfungsgefühl, Antriebslosigkeit, Interess
enverlust
sowie nega
tiver Selbst- und Fremdeinschätzung sei nicht
Ausdruck von Aggravation
, son
dern dy
sfunktionale
r
Bewältigungsstrategien bei verminderten Ressourcen und
verminderter
Anpassungsfähigkeit. In der
vom Gutachter leider
nicht erhobenen
Fremdanamnese mit der Lebenspartnerin
sei
klar geworden
, wie stark
der Be
schwerdeführer
eingeschränkt sei. Erst in den letzten Monaten habe er mit ihrer Hilfe sein Aktivitätsniveau wieder steigern können, wobei er momentan auch wieder sportliche Aktivitäten ausprobiere.
Da
s Ausmass der Selbstablehnung und des regressiven Verhaltens, die Gefühle von Schuld und Versagen seien zu schwerwiegend für die gutachterlich gestellte schwache Z-Diagnose.
Die als nicht authentisch beschriebene Symptomdarstellung sei als Versuch zu verstehen, den inneren Leidensdruck zu verdeutlichen
(
Urk.
5/205)
.
5.4.2
Die
se
Einwände
beurteilte
der
begutachtende Psychiater
in
d
er Stellungnahme vom 2
8.
August 2019 als nicht hinreichend begründete Erklärungsversuche
und Andersbewertung. Es erfolge keine
Auseinandersetzung mit den gutachterlichen Argumenten und
es würden keine Diagnosekriterien aufgezeigt. Die Arbeitsfähig
keitseinschätzung wahre d
ie
Grundlagen der Versicherungsmedizin
nicht,
allen
falls
bloss
in groben Zügen
(
vgl.
Urk.
5/212/2).
Die
Klinik Z._
wiederum beurteilte die Ablehnung ihrer Stellungnahme im Schreiben vom 1
7.
September 2019 als pauschal ohne Würdigung ihrer Argu
mente.
Sie betonte, dass b
eim Beschwerdeführer
bereits
vor dem
nun
4,5 Jahre dauernden Verfahren
eine Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden
sei
. Angesichts der
auch im Gutachten
festgestellten Einschränkungen seien
Wiedereinglie
de
rungs
massnahmen un
abdingbar (vgl.
Urk.
5/2
16).
5.4.
3
Aktenkundig wurde der
Beschwerdeführer e
rstmals am 28.
Januar 2016
in der
Klinik Z._
psychiatrisch
untersucht.
Die
Oberärztin
Dr.
med.
D._
diagnostizierte
einzig eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2)
;
nur
fremd
anamnestisch hielt
sie
eine somatoforme Schmerzstörung fest. Der Beschwer
deführer berichtet
e
ihr
, dass sein Arbeitsverhältnis
wohl demnächst
ende, die Invalidenversicherung keine Umschulung bezahle und sein Hund gestorben sei. Die
Ungewissheit, auch finanziell, belaste ihn sehr.
Im psychopathologischen Befund
fanden sich
nur
leicht ausgeprägte Befund
e
neben einem auf die unklare Situation mit dem Arbeitgeber eingeengte
n
formale
n
Denken sowie Existenz- und Todesängste
(
Urk.
5/76/6 f.).
Ab Februar 2017 fanden
S
itzungen
alle zwei bis drei Wochen
statt
.
Im Bericht vom 1
0.
Juli 2017, unterzeichnet von
Dr.
D._
und einer Psychologin,
wurde be
i
im Wesentlichen unverändertem
Befund festgehalten, dass aufgrund de
r
psychiatrischen Symptomatik allein keine nennenswerte Einschränkung der Arbeit
sfähigkeit bestehe, diese
aber
in der Summe mit den körperlichen Ein
schrän
kungen deutlich sei.
E
ingeschränkt seien Konzentrationsfähigkeit
und Be
last
barkeit
(
ferner
Belastungsprofil,
Urk.
5/111/9
)
. Es bestehe eine enorme Belas
tungssituation aufgrund der vielfältigen somatischen Beschwerden, worauf der Beschwerdeführer mit leichten bis mittelgradig depressiven Symptomen reagiere (
Urk.
5/111/5 ff.).
Die
fragliche
Stellungnahme vom 1
5.
Februar 2019 wurde von der Oberärztin
Dr.
E._
sowie dem Assistenzarzt
F._
verfasst.
Relevante neue Aspekte
gegenüber den Vorberichten wurden
darin nicht aufgezeigt. Dies gilt insbe
son
dere für
die
seit der ersten Untersuchung
geäusserten Existenz- und
Todesängste, aber auch die neu gestellten
Diagnosen. Die Opiatsucht wurde aufgrund
einer
(
nicht verifizierten
)
längeren Einnahme von Morphium
bloss
vermutet
. Die
chro
nische Schmerzstörung wie auch die akzentuierten Persönlichkeitszüge wurde
n
nicht
begründet
, während
die depressive Symptomatik als
teilremittiert, d.h.
ge
bessert beurteilt
wurde
.
Dabei
fehlt der diagnostizierten chronischen Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10: F45.41), bei der nur ein über sechs Monate bestehender Schmerz in mehreren anatomischen Regionen
beschrieben wird, i
m Unterschied zu einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10:
F45.40), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vor
dergrund steht,
auch ein Bezug zum Schweregrad
(BGE 140 V 106 E. 4.2).
Es
fällt
deshalb vor
ab a
uf, dass
den
Gutachter
n
in der Untersuchungssituation
weder
Ausgleichbewegungen im Sitzen
noch ein
Abfall der Aufmerksamkeit auffielen (vgl.
Urk.
5/174/155
)
.
Eine
Fremdanamnese
ist
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
zwar häufig
wünschenswert, aber
nicht zwingend erforderlich
,
insbesondere
wenn die Befunde klar und einhellig sind
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_395/20
16
vom 2
5.
August 2016 E. 4.1).
Demnach lässt sich die postulierte hohe Arbeits
un
fähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
nicht unbesehen des unveränderten psycho
pathologischen Befundes auf
die Angaben der
nahestehenden
Lebenspartnerin
stützen
, zu denen
auch
nichts Näheres
mitgeteilt wurde
.
Ausserdem
geht das vom Beschwerdeführer gezeigte Verhalten über eine
blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung hinaus
. Es waren nicht nur
deutliche
Inkonsistenzen
im
klinischen Untersuch
zu beobachten
(etwa
Urk.
5/174/175 f.)
,
sondern
wichtige,
vor wenigen Monaten noch durchführbare
Tests
waren
ohne ersichtlichen Grund nicht
wiederholbar
(vgl.
Urk.
5/174/134
)
.
Seine Sachver
haltsdarstellung wurde zu Recht
als
katastrophisierend
beschr
ie
ben,
wobei auch ein
sekundäre
r
Krankheitsgewinn
ersichtlich wird
(
etwa
Urk.
5/174/169
unten;
zu
Kreislaufbeschwerden:
Urk.
5/174/128 und
Urk.
5/174/171
)
. D
ie Selbsteinschät
zung
kann selbst
im Vergleich zu den Beurteilungen der behandelnden Ärzte
nicht
mehr als
ernsthaft
bezeichnet werden
(vgl.
Urk.
5/174/115
oben und 5/174/153 oben
)
.
Besonders
fällt
auch
auf
,
dass der Beschwerdeführer
das Beatmungsgerät nachts nur ungenügend nutzte, tagsüber hingegen – ohne dass dies
medizinisch indiziert
wäre
–
demonstrativ
mit Rollkoffer und
Sauerstoffgerät unterwegs
war
(vgl.
Urk.
5/174/133 und 5/174/174)
. Zudem stellt der Medikamentenspiegel seine Compliance wie auch die Notwendigkeit der ve
rordneten Medikamente in Frage
(vgl.
Urk.
5/174/156)
. Die Argumentation
der aktuellen Behandler
, dass der Beschwerdeführer seine Ressourcenlage zu positiv darstelle
, während er mit
der nicht authentische
n
Symptomdarstellung
bloss seinen in
neren Leidensdruck ver
deutlichen
wolle
bzw.
es sich hierbei
um eine dysfunktionale Bewältigungs
stra
tegie
infolge
schlechte
r
Ressourcen und Anpassungsfähigkeit
handle, erscheint in sich widersprüchlich. Sie ist angesichts des äusserst auffälligen
Verhalten
s
auch
nicht nachvollziehbar
,
zumal
sich der Beschwerdeführer bis März 2015 in Bezug
auf seine Erwerbstätigkeit und gesundheitlichen Einschränkungen
jahrelang
durc
haus anpassungsfähig zeigte, die
Art und Ausprägung der
von ihnen
ge
stellten
psychiatrischen
Diagnosen
hierfür keine
rlei
Erklärung bieten und
die
Behandler selber
keinen
stationären Aufenthalt zur Erlernung der richtigen Strategien
forcierten
(vgl.
Urk.
5/174/170),
5.4.4
Damit sind einerseits keine o
bjektive
n
Gründe für die in Abweichung zu den früheren Berichten und zum Gutachten
aktuell
auf mindestens 60
%
geschätzte Arbeitsunfähigkeit ersichtlich.
Andererseits hat das Bundesgericht
m
it BGE 143 V 418 entschied
en
, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere
Depressionen).
Eine Arbeitsunfähigkeit
dieses Ausmasses
könnte
anhand der Standardindikatoren - bei
geringe
r
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
(
soweit überhaupt genannt
)
,
Teilremission
trotz geringer Behandlungsintensität
,
grosser Unterstützung durch die
Lebenspartnerin sowie
der
nicht authentischen Symptompräsentation
–
aus juristischer Sicht
nicht bestätigt werden.
A
nliegen der behandelnden Ärzte ist denn auch ein
Aufbau der Belastbarkeit, nicht eine weitere Besserung der Symptomatik
.
5.5
Zusammenfassend
bestehen somit keine Zweifel an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten der MEDAS
A._
. In einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit, ohne
Heben und Tragen von schweren Las
ten von mehr als 5 kg beid
seits, ohne
Arbeiten in Zwangsposition des Rumpfes
, ohne
Gehen auf une
benem Gelände
, ohne Arbeiten
in gebückter Stellung oder mit Besteigen von Leitern, Gerüsten und Treppen
,
ohne
inhalative
Belastungen, ohne Wechsel zwi
schen kalter und warmer Atmosphäre und ohne Schichtarbeit bestand seit März 2015
eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens
80
%
.
Die
Gutachter
hielten allerdings
selbst
fest,
dass eine Einschränkung von höchs
tens 10
bzw. 20
% wegen erhöhter Tagesmüdigkeit bzw. leichte
r
kognitiver Beein
trächtigung
in der Vergangenheit bis längstens zur Begutachtung nur
allenfalls bestanden habe bzw. denkbar sei. Eine solche ist folglich nicht mit dem erfor
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
Eine Dekon
ditionierung stellt
zudem
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG dar (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_385/2017 vom
1
9.
September 2017 E. 4.2 mit Hinweis auf 9C_848/2016 vom
1
2.
Mai 2017 E. 4.2).
Die Argumentation des Beschwerdeführers, die verschiedenen Einschränkungen würden nicht ineinander aufgehen, geh
t
somit von vornherein ins Leere.
In Frage kommen
vorab
vollzeitliche
administrative Tätigkeiten
, wie
s
i
e
von ihm
zuletzt
ausgeübt
wurden
und
von ihm irgendwann in
der
Zukunft
in einem kleinen Teilpensum auch
in Betracht gezogen werden.
6
.
6.1
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch vom Ver
sicherten nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar
sind. Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (vgl. er
wähntes Bundesgerichtsurteil
8C_385/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 5.2 mit diversen Hinweisen, insbesondere auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2).
6.2
Die tatsächliche Umsetzbarkeit des nach medizinisch-theoretischer Einschätzung beim Beschwerdeführer an sich bestehenden funktionellen Leistungsvermögens von 100
%
bedingt eine
Rekonditionierung
,
wofür
er
und die
Klinik Z._
ein Belastbarkeitstraining
verlangen
. In einem derartigen Fall ist danach zu fragen, ob die notwendigen Schritte der versicherten Person allein überantwortet werden können. Wenn die versicherte Person das prinzipiell vorhandene erwerb
liche Potential jedoch aus Gründen, die mit dem Gesundheitsschaden zusam
menhängen, auch bei zumutbarer Willensanstrengung nicht in eigener Verant
wortung realisieren kann, muss geprüft werden, ob es zur Aktivierung der grund
sätzlich gegebenen Arbeitsfähigkeit noch der Durchführung von - der Invaliden
versicherung obliegenden - Eingliederungsmassnahmen bedarf. Dabei sollen, etwa im Rahmen eines Arbeitstrainings, den Folgen des Gesundheitsschadens zugehörige, nicht aus eigenem Antrieb überwindbare Defizite in erwerbs
rele
vanten Fertigkeiten ausgeglichen oder etwa das krankheitsbedingt verlorene Ver
trauen in die physische Belastbarkeit (im Umfang der objektiven Leistungs
fähig
keit) wieder aufgebaut werden (vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil
8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.1 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts Urteil 9C_432/2015 vom 2
3.
September 2015 E. 5.2 mit Hinweisen).
6.3
Wie aus dem rheumat
ologischen Teilgutachten hervor
geht, könnte die geforderte Rekonditionierung im Rahmen einer stationären Rehabilitation (zur Erlernung besserer Schmerzbewältigungsstrategien) erfolgen
; psychische Einschränkungen sind keine ausgewiesen
. Erforderlich ist gemäss Gutachten somit
nicht
eine
spezifisch und unmittelbar auf die Eingliederung in das Erwerbsleben gerichtet
e
Massnahme, sondern eine Behandlung
der
Dekonditionierung als Folge der Leiden
im Sinne einer
allgemeinen Kräftigung und Stärkung der Muskulatur
.
Auf medi
zinische Massnahmen seitens der Invalidenversicherung hat der Beschwerde
führer aufgrund seines Alters keinen Anspruch (vgl.
Art.
12
Abs.
1 IVG). Vielmehr hat er die
entsprechende
medizinisch-therapeutischen Massnahmen im Rahmen der Pflicht zur Selbsteingliederung zulasten der sozialen Krankenpflege
versiche
rung in Anspruch zu nehmen
(vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil
8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.2 mit Hinweisen)
, soweit ihm
nicht ausnahms
weise sogar
zuzumuten ist, aufgrund seines relativ jungen Alters und
des noch
vor wenigen Jahren
wohl regelmässig betriebenen Fitnesstrainings alleine Abhilfe zu schaffen.
Daran vermag insbesondere auch die inzwischen mehrjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nichts zu ändern,
sind doch
auch bei ehemaligen
Bezügern einer ganzen Rente
im Regelfall erst ab einem Alter von 55 Jahren
oder
nach min
destens 15-jährigem Rentenbezug
vor Anrechnung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit Massnahmen zu
r
Eingliederung durchzuführen
(
etwa
BGE
145 V 209
E 5.1
mit Hinweisen
).
6.4
Da Massnahmen
der in Frage kommenden
Art invalidenversicherungsrechtlich irrelevant sind, obgleich die Behandlung des Leidens an sich gewöhnlich auch einen günstigen Effekt auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat
, muss die Be
schwerdegegnerin weder das Resultat dieser
Massnahmen abwarten noch den Be
schwerdeführer zur Absolvierung derselben im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG auf
fordern (
vgl. erwähntes Bundesgerichtsurteil
8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.2 etwa mit Hinweis auf das
Urteil 8C_657/20
10 vom 1
9.
November 2010 E. 4).
Es darf von der Fiktion einer sofort zumutbaren Verwertung einer
vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen werden
.
7.
7.1
Die Beschwerdege
g
nerin kam
letztlich
zum Schluss, der Beschwerdeführer könne die zuletzt
a
usgeübte Tätigkeit
in
der Zentrale weiterhin zu 80
%
verrichten, w
o
bei er
dort in e
twa gleich viel verdient habe wie als Gefängniswärter
(vgl. E. 2.1)
.
Es kann ergänzend auf die im Feststellungblatt zum Vorbescheid vom 26. Novem
ber 2018 zitierten Aktenstellen verwiesen werden (
Urk.
5/180/9).
7.2
Der Beschwerdeführer wies bereits im Erstgespräch vom 2
8.
Juli 2016 auf verschiedene Gespräche mit dem Gefängnisleiter hin. Er könne nicht nur in der Zentrale bleiben. Jeder Wärter habe Anspruch gemäss Turnus. Er sei nur als Aushilfe auf der Zentrale gewesen. Er müsse wieder zu 100
%
auch als Wärter tätig sein können, sonst könne man ihn nicht weiterbeschäftigen (
Urk.
5/65/3).
Ein
Einsatz im Justizvollzug wurde
denn
auch von der Personalabteilung des Justizdepartements als eher unrealistisch beurteilt (
Urk.
5/65/5).
7.3
Demnach handelte es sich
von Anfang an
nur um eine
Übergangslösung als Springer/Aushilfe
/Ferienablösung
, während er noch als Aufseher/Betreuer ange
stellt war. Mit anderen Worten gab es keine konkrete Arbeitsstelle
, die
der Be
schwerdeführer
bei entsprechendem Engagement oder gesundheitlicher Besse
ru
n
g hätte behalten können.
Entsprechende administrative Aufgaben
bilden
da
bei
,
soweit ersichtlich
,
Teil der
normalen
Tätigkeit als Fachm
ann für Justizvoll
zug
, für
di
e er insgesamt als arbeitsunfähig gilt
(vgl. auch Urk. 5/66/12)
.
Es
kann
daher
nicht ohne weiteres
von
eine
r
realistische
n
Arbeitsmöglichkeit mi
t entsprechen
dem Gehalt
ausgegangen werden.
Dagegen spricht auch die Einschätzung der Personalabteilung des Kantons
.
Im Übrigen
übte der Beschwerdeführer bis im Jahr
2015 einen Nebenerwerb
bei der
G._
AG
aus,
die
er im Rahmen des
ursprünglich von der Be
schwer
degegnerin anhand des Auszugs aus dem individuellen Konto (
Urk.
5/46) errech
neten
Valideneinkommens
von Fr.
104'440.05
(vgl.
Urk.
5/119)
auch geltend machte
(
Urk.
1 S. 6)
und von der Beschwerdegegnerin weder weiter abgeklärt, noch im Rahmen der
aktuellen
Inval
i
ditätsbemessung berücksichtigt wurde. So betrug der Jahreslohn als Aufseher/Betreuer im Gefängnis für das Jahr 2015 brutto
Fr.
91'385.--
zuzüglich Zulagen (
Urk.
5/57/2 f.).
7.
4
Es
kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit seiner kauf
männischen Grundausbildung
(vgl.
Urk.
5/66/
9 f.
)
sowie der als Sachbearbeiter im Innendienst
(vgl.
Urk.
5/66/11)
und in der Administration des Justizvollzugs
(vgl.
Urk.
5/174/37 ff.)
gesammelten Berufserfahrung
eine Bürotätigkeit wird ausüben können,
di
e über eine
Hilfs
arbeit
im Kompetenzniveau 1
hinausgeht.
Gemäss LSE 201
6
, Tabelle T17, Berufsgruppe 4: Bürokräfte und verwandte Berufe,
Männer
von 30 bis 49 Jahren,
resultiert
bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
ein Invalideneinkommen
von
Fr.
72’395
.
40
(=
Fr.
5'787.
-- :
40 x 41.7 x 12).
Stellt man
dieses
dem
soweit
unstrittigen
Valideneinkommen von
Fr.
104'440.05 gegenüber
(
Urk.
1 S. 6; 5/119/1)
, resultiert für das Jahr 2016 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
3
1
%
.
Die
Aufrechnung der Nomi
nal
lohnentwicklung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
bei beiden
Ver
gleichseinkommen
ändert
augenscheinlich nichts daran, dass
kein Renten
an
spruch
besteht.
7.5
Ein leidensbedingter Abzug, wie vom Beschwerdeführer gefordert (
Urk.
1 S. 7), lässt sich nicht rechtfertigen, da er Vollzeit arbeiten kann und sämtlichen «leidensbedingten» Einschränkungen bereits mit dem Zumutbarkeitsprofil bzw. einer Bürotätigkeit hinreichend Rechnung getragen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_439/2018 vom 3
1.
Januar 2019 E. 4.3.1).
7.6
Unter diesen Umständen kann auf Abklärungen zum Nebenerwerb (Arbeits
pen
sum, Stellenprofil, Arbeitszeiten) verzichtet werden.
8.
Mit dem angefochtenen Entscheid hat di
e Beschwerdegegnerin allgemein
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung aufgrund eines zu geringen Invaliditätsgrades in der angestammten Tätigkeit verneint (
Urk.
2).
Der Anspruch auf Umschulung setzt
voraus, dass die versicherte Person
wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbs
ein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen)
.
Nach dem vorstehend Ausgeführten können diese Voraussetzungen beim Be
schwer
deführer nicht mehr ohne weiteres verneint werden. Bis anhin wurden bezüglich einer möglichen Umschulung
keinerlei Abklärungen getätigt und die Vorstellungen des Beschwerdeführers sind
eher vage (
z.B. Sozialarbeiter einer Gemeinde)
, wobei s
eine
subjektive Eingliederungsfähigkeit
bisweilen fraglich ersch
ien
(etwa
Urk.
5/190/1). Nachdem
nun
die
Frage
der
Arbeitsfähigkeit und Berentung
allerdings
geklärt sind
und der Beschwerdeführer bereits im Vorbe
scheidverfahren
einen entsprechenden Antrag
gestellt hat
(
Urk.
5/206/6), ist
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die beruflichen Möglichkeiten, die Verdienstmöglichkeiten und den Eingliederungswillen des Be
schwerdeführers prüft und neu über den Anspruch auf Umschulung befindet.
9.
Zusammenfassend kann auf der Grundlage des Gutachtens der MEDAS
A._
vom
5.
November 2018 von einer medizinisch-theoretischen
vollen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden, die es dem Beschwerdeführer objektiv betrachtet als zumutbar erscheinen lässt, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Anspruch auf ein vorgängiges Belastbarkeitstraining besteht weder aufgrund der Dekonditionierung, noch der längeren Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt. Indessen ist
die Sache
gestützt auf
§
26
Abs.
1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit diese den Anspruch auf eine Umschulung näher prüfe.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
10.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr. 1‘000.--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
.
Sie sind
im vorliegenden Fall
auf Fr. 800.-- festzusetzen und vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung zwar als Obsiegen
, das auch Anspruch auf eine Prozessentschädigung gibt
(BGE 137 V 57 E. 2.2). Der Be
schwerdeführer obsiegt aber nur in Bezug auf den Anspruch auf Umschulung
. Der hierfür angefallene Aufwand ist
unter Berücksichtigung der
bereits bei Erhebung der Beschwerde
unbestrittenen vollen Arbeitsunfähigkeit als Gefäng
niswärter, des im Rahmen einer administrativen Tätigkeit anerkannten Mindest
invaliditätsgrades von 20
%
sowie der gänzlich fehlenden Abklärungen
auf Seiten
der Beschwerdegegnerin
bzw.
Vorstellungen
auf Seiten
des
Beschwerde
führers
vernachlässigbar gering. Es ist deshalb auf eine Aufteilung der Gerichts
kosten wie auch auf die Zusprechung einer reduzierten Prozessentschädigung zu verzichten.