# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e64ae0d3-490f-4412-8afe-073ad84f8b59
**Court:** CH_WBK
**Chamber:** CH_WBK_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Competition and Antitrust

## Facts

A Sachverhalt
A.1 Gegenstand der Vorabklärung
1. Ausgangspunkt der vorliegenden Vorabklärung gemäss Art. 26 KG1 waren Hinweise aus dem Markt, die das Sekretariat der Wettbewerbskommission (nachfolgend: Sekretariat) Ende 2018 erhielt, wonach die hostettler ag sursee (nachfolgend: HAG), Schweizer  von Yamaha-Produkten, ihren Vertriebspartnern Wiederverkaufspreise vorgebe, die sie versuche durchzusetzen, indem sie den Vertriebspartnern mit Vertragskündigungen drohe.
2. Nach Durchsicht der Verträge zwischen der HAG und ihren Yamaha-Vertriebs- und , die auf allenfalls unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen hindeuteten,  das Sekretariat am 18. September 2019 eine Vorabklärung, die verschiedene Aspekte des Vertriebssystems umfasste. Im Fokus stehen Hinweise für möglicherweise unzulässige und sanktionsbedrohte vertikale Preis- und Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG (Rz 200 ff.) und horizontale Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG (Rz 218 ff.).2 Daneben bestanden Hinweise für möglicherweise unzulässige, nicht-sanktionsbedrohte  nach Art. 5 Abs. 1 KG (Rz 265 ff.).3
3. Im Laufe der Vorabklärung legte die HAG dem Sekretariat revidierte Verträge mit ihren Yamaha-Vertriebs- und Servicepartnern vor, die einen Teil der wettbewerbsrechtswidrigen Klauseln der oben genannten Verträge aufheben (Rz 8, 14).
4. Die folgenden Abschnitte enthalten eine Zusammenfassung des Verfahrens (A.2) und der wesentlichen Erkenntnisse der Vorabklärung (A.3), sowie eine Zusammenfassung (A.4).
A.2 Verfahren
Anzeige und erstes Auskunftsbegehren
5. Am 22. Dezember 2018 erhielt das Sekretariat Hinweise aus dem Markt,4 wonach die HAG, Schweizer Generalimporteurin von Yamaha-Produkten, versuche, die  ihrer Vertriebspartner zu kontrollieren.5 Die HAG versuche, bestimmte  durchzusetzen, indem sie Druck auf die Vertriebspartner ausübe und androhe, die  bei Nichteinhaltung der vorgegebenen Wiederverkaufspreise zu kündigen.6
6. Am 6. Februar 2019 forderte das Sekretariat die HAG u. a. auf, zu den anonymisierten Hinweisen Stellung zu nehmen und die aktuellen Vertriebsverträge einzureichen.7 Mit  vom 6. März 2019 reichte die HAG insbesondere Verträge mit ihren Yamaha-- und Servicepartnern, den Yamaha-Vertretungen und Yamaha-Service-Stellen ( nachfolgend: Yamaha-Partner) der Jahre 2017/2018 (nachfolgend: Verträge 2017/2018), sowie Preislisten der Jahre 2018 und 2019 und eine Händlerliste des Jahres 2019 ein.8
1 Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (, KG; SR 251).
2 Act. 7. 3 Act. 7. 4 Act. 1. 5 Act. 1. 6 Act. 1. 7 Act. 5. 8 Act. 6.
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Eröffnung einer Vorabklärung und weiteres Auskunftsbegehren
7. Am 18. September 2019 eröffnete das Sekretariat eine Vorabklärung gemäss Art. 26 KG und forderte die HAG zur Stellungnahme auf.9 Am 20. November 2019 reichte die HAG ihre Stellungnahme ein.10
8. Am 18. Februar 2020 liess das Sekretariat der HAG weitere Ergänzungsfragen .11 Mit Eingabe vom 6. Mai 2020 beantwortete die HAG die Ergänzungsfragen und liess dem Sekretariat insbesondere eine korrigierte Umsatztabelle des Jahres 2018 und revidierte Verträge und Preislisten des Jahres 2020 zukommen.12 Zu den vorgenannten revidierten  gab die HAG an, dass sie diese noch nicht den Yamaha-Partnern zugestellt habe, sie aber rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten und die vorherigen Verträge ersetzen würden.13
Erste Yamaha-Partner-Befragung und weitere Auskunftsbegehren
9. Am 11. Juni 2020 führte das Sekretariat eine Befragung von 20 der insgesamt 88 -Partner14 durch (nachfolgend: Yamaha-Partner-Befragung).15 Das Sekretariat wählte [...] zehn Yamaha-Vertretungen und [...] zehn Yamaha-Service-Stellen, [...], für die Befragung aus.16
10. Mit Schreiben vom 15. Juni 2020 forderte das Sekretariat die HAG auf, zusätzliche  einzureichen.17
11. Am 23. Juni 2020 erhielt das Sekretariat den Hinweis, dass die HAG [mit den  bezüglich der Yamaha-Partner-Befragung in Kontakt getreten sei. Darüber  das Sekretariat die HAG mit einem Schreiben vom 24. Juni 2020].18
12. Mit Eingabe vom 26. Juni 2020 kam die HAG der Aufforderung des Sekretariats vom 15. Juni 2020, zusätzliche Unterlagen einzureichen (Rz 10) nach.19 Die HAG nahm  auch zum Schreiben des Sekretariats vom 24. Juni 2020 Stellung [...].20
13. Am 9. September 2020 traf der letzte der 20 beantworteten Fragebögen beim Sekretariat ein.21 Die Auswertung der Befragung bezieht sich auf die 20 retournierten Fragebögen, wobei zu beachten ist, dass nicht jeder der 20 Yamaha-Partner jede Frage beantwortet hat.  Fragen und widersprüchliche Antworten bleiben bei der Auswertung . Das bedeutet, dass pro Frage als 100 % der Befragten nur diejenigen Befragten gelten, die die entsprechende Frage beantwortet haben.
9 Act. 7. 10 Act. 10. 11 Act. 11. 12 Act. 17, siehe insb. Beilage 11 (Umsatztabelle), S. 460 ff., Beilagen 1-4, Beilage 6, S. 113 ff. 13 Act. 17, Antwort zu Frage 1, S. 1 f. Im Einzelnen führte die HAG dazu aus: «[...] Angesichts der
gegenwärtigen [...] Gesundheitskrise und des daraus resultierenden Ausnahmezustands haben wir beschlossen, den Versand dieser neuen Verträge sowie dessen Anhänge zu verschieben. Die  werden daher erst in den nächsten Wochen an die Yamaha-Vertretungen sowie an die -Service-Stelle versendet. Der genaue Zeitpunkt wird festgelegt, sobald die Bedingungen für die Wiedereröffnung unserer Yamaha Partner klar definiert sind».
14 88 inkl. der HMAG und der HESS HAG, Gesellschaften der hostettler group, act. 10, Beilage 11. 15 Act. 18-24. 16 Act. 10, Beilage 11; act. 18-24. 17 Act. 25. 18 Act. 30. 19 Act. 31. 20 Act. 32. 21 Act. 80.
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14. Am 1. April 2021 liess das Sekretariat der HAG Ergänzungsfragen zukommen und  sie insbesondere auf, ihre aktuellen Verträge mit den Yamaha-Partnern einzureichen, sofern diese von den revidierten Verträgen des Jahres 2020 (Rz 8) abweichen.22 Am 23. April 2021 beantwortete die HAG das Auskunftsbegehren und legte ihrer Antwort u. a. Preislisten des Jahres 2021 und revidierte Verträge mit den Yamaha-Partnern bei, die seit dem 1. Januar 2021 in Kraft seien (nachfolgend: revidierte Verträge 2021) und die sie ihren Yamaha-Partnern anstelle der revidierten Verträge des Jahres 2020 zugestellt habe.23
Zweite Yamaha-Partner-Befragung und Austausch mit der HAG
15. Am 9. September 2021 führte das Sekretariat eine zweite Befragung der oben  20 Yamaha-Partner (Rz 9) zur Preispolitik (nachfolgend: Yamaha-Partner-Befragung zur Preispolitik) durch.24
16. Mit Schreiben vom 12. November 2021 lud das Sekretariat die HAG zu einer  ein, um der HAG das vorläufige Abklärungsergebnis zu präsentieren, Anregungen für Anpassungen ihrer Verträge bzw. ihres Vertriebssystems sowie Empfehlungen zu unterbreiten und der HAG die Möglichkeit zu geben, sich zur Angelegenheit zu äussern.25
17. Am 13. Dezember 2021 fand die entsprechende Besprechung zwischen dem Sekretariat und der HAG statt.26 Mit Schreiben vom 15. Dezember 2021 liess das Sekretariat der HAG die Präsentation inkl. Anregungen (Rz 273) und Empfehlungen (Rz 272, dritter und letzter ) zukommen und forderte die HAG auf, dem Sekretariat bis zum 31. Januar 2022 , ob und wie die HAG die Anregungen des Sekretariats umsetzen wird.27
18. Am 19. Januar 2022 ging der letzte der 19 beantworteten Fragebögen der -Befragung zur Preispolitik (Rz 15) beim Sekretariat ein.28
19. Mit Schreiben vom 26. Januar 2022 setzte die HAG das Sekretariat über ihre Vertreter in Kenntnis und ersuchte es um Fristerstreckung.29 Mit Schreiben vom 27. Januar 2022  das Sekretariat die Frist bis zum 2. März 2022.30 Mit Schreiben vom 2. März 2022 antwortete die HAG auf das Schreiben des Sekretariats vom 15. Dezember 2021 (Rz 17) und teilte diesem mit, die Empfehlungen des Sekretariats zur Kenntnis zu nehmen sowie alle  bis auf eine umzusetzen, dies mit der Begründung, ihr Verhalten im betreffenden Punkt stelle keine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung dar (Rz 261).31
A.3 Wesentliche Erkenntnisse der Vorabklärung
20. Der festgestellte Sachverhalt beruht massgeblich auf der Beantwortung der HAG der fünf oben genannten Auskunftsbegehren (Rz 6, 7, 8, 10, 14) sowie der Auswertung der -Partner-Befragungen (Rz 9, 13, 15, 18). Die folgenden Abschnitte informieren über die HAG und ihre relevanten Vertragsbeziehungen (A.3.1), den Vertrieb der Yamaha-Produkte (A.3.2) und legen dann die daraus resultierenden Erkenntnisse zu Parallel- und Direktimporten (A.3.3), der Belieferung spezifischer Kundengruppen (A.3.4) und der Preisgestaltung  Motorräder und Roller (A.3.5) dar.
22 Act. 82. 23 Act. 83. 24 Act. 84; act. 85. 25 Act. 107. 26 Act. 114. 27 Act. 115. 28 Act. 120. 29 Act. 121. 30 Act. 122. 31 Act. 123, Rz 11.
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A.3.1 Die HAG und ihre relevanten Vertragsbeziehungen
21. Die folgenden Abschnitte informieren über das angezeigte Unternehmen (HAG) (A.3.1.1) sowie über ihre Verträge mit der Herstellerin (Yamaha bzw. YMC und YME) (A.3.1.2) und mit ihren Vertriebs- und Servicepartnern (Yamaha-Partner) (A.3.1.3).
A.3.1.1 Informationen zum angezeigten Unternehmen (HAG)
22. Die HAG gehört zur hostettler group (siehe auch nachstehendes Organigramm), die in organisatorischer Hinsicht einen Konzern darstellen dürfte.32
Abbildung 1: Organigramm der hostettler group
23. Die HAG bezweckt die Entwicklung, die Herstellung, den Import, das Marketing, den Vertrieb und den Export von Fahrzeugen, Fahrzeugausstattung aller Art inklusive Ersatzteilen und Fahrerausstattung aller Art inklusive Bekleidung sowie den Betrieb von Werkstätten.33 Gemäss eigenen Angaben ist sie Generalimporteurin der Yamaha-Produkte für die Schweiz.34
24. Die HAG verkaufe abgesehen von technisch modifizierten Fahrzeugen (Motorräder und Roller) keine Produkte direkt an Endkundinnen und Endkunden. Zwei weitere Gesellschaften
32 Die Geschäftsleitung der HAG und hostettler moto ag (HMAG) erfolgt durch unterschiedliche  (act. 10, Beilage 11, S. 107-108). Beide Gesellschaften haben denselben  (vgl. Handelsregisterauszüge der beiden Gesellschaften). Die Geschäftsleiter der HAG und der HMAG sind gemäss Organigramm auch Mitglieder der Geschäftsleitung der hostettler group.
33 Vgl. <https://lu.chregister.ch/cr-portal/auszug/auszug.xhtml?uid=CHE-107.273.864>. 34 Act. 6, S. 1.
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der hostettler group seien bis Anfang 2020 als Yamaha-Vertriebspartnerinnen tätig gewesen.35 Anfang 2020 erfolgte ein Zusammenschluss dieser zwei Gesellschaften, sodass seitdem nur noch eine weitere Gesellschaft der hoststtler group als Yamaha Vertriebspartnerin fungiere.36
25. Im Einzelnen gehören zu den Vertriebspartnerinnen einerseits die hess hostettler ag (nachfolgend: HESS HAG), welche absatzseitig auf der Endkundenstufe tätig gewesen sei37 und andererseits die hostettler retail ag (nachfolgend: HRAG), umfirmiert anfangs Mai 2020 in die hostettler moto ag38 (nachfolgend: HMAG). In Bezug auf die Vertriebskette scheint die HMAG absatzseitig nur auf der Endkundenstufe tätig zu sein. Sowohl die HESS HAG als auch die HRAG bzw. HMAG seien Unternehmen innerhalb der hostettler group, keine  der HAG und hätten die gleichen Vertriebsverträge wie alle anderen  gehabt.39
26. Zwischen der HAG und der HESS HAG sowie der HAG und der HMAG (und deren fünf Niederlassungen) bestehen jeweils Kommissionsverträge.40 Gemäss den Angaben der HAG zur Anzahl verkaufter Fahrzeuge wurden in den Jahren 2016–2018 keine Fahrzeuge als  verkauft41 (vgl. nachfolgende Tabelle, die auch die durch die HAG direkt an Behörden oder Handelsbetriebe verkauften technisch modifizierten Fahrzeuge angibt).
Tabelle 1: Anzahl verkaufter Yamaha-Fahrzeuge in der Schweiz in den Jahren 2016– 2018 [...]
27. Der Gesamtumsatz der HESS HAG, den sie mit dem Vertrieb von Yamaha-Produkten auf Endkundenstufe in der Schweiz erzielte, betrug im Jahr 2018 CHF [...].42 Der  der HRAG bzw. HMAG, den sie mit dem Vertrieb von Yamaha-Produkten an  und Endkunden in der Schweiz erzielte, betrug im Jahr 2018 CHF [...].43
28. Der Gesamtumsatz der HAG mit Yamaha-Produkten in der Schweiz betrug im Jahr 2018 (in CHF, abzüglich Erlösminderungen wie Skonti und Rabatte, Mehrwertsteuern und  unmittelbar auf den Umsatz bezogene Steuern) rund CHF [...] (inkl. Umsätze der HRAG bzw. HMAG und der HESS HAG).44 Der Umsatz, den die HAG auf Endkundenstufe mit dem Vertrieb von technisch modifizierten Fahrzeugen an Behörden/Handelsbetriebe in der Schweiz im Jahr 2018 erzielte, betrug rund CHF [...].45
A.3.1.2 Verträge der HAG mit der Herstellerin (Yamaha bzw. YMC und YME)
29. Im Januar 2017 habe die HAG mit Yamaha Motor Europe N.V., Holland (nachfolgend: YME) und Yamaha Motor Co. Ltd, Japan (nachfolgend: YMC) Vertriebsverträge , welche folgende Klauseln zum Vertragsgegenstand enthalten:
35 Act. 10, Antwort zu Frage 3; act. 17, Antwort zu Frage 5, S. 2-3. 36 Act. 10, Antwort zu Frage 2, Beilage 11. Anfang Januar 2020 ging die hess hostettler ag infolge
Fusion auf die hostettler retail ag (bzw. hostettler moto ag) über (siehe SHAB, hess hostettler ag [17.6.2020]).
37 Act. 10, Antwort zu Frage 38, Beilage 11. 38 Siehe SHAB, hostettler moto ag (17.6.2020). 39 Act. 17, Antwort zu Frage 5, S. 2-3; act. 10, Antwort zu Frage 2 und 3. 40 Act. 17, Beilagen 9 und 10. 41 Act. 10, Antwort zu Frage 3, S. 5. 42 Act. 10, Antwort zu Frage 2, Beilage 11. 43 Act. 10, Antwort zu Frage 2, Beilage 11. 44 Act. 83, Beilage 9, S. 248. 45 Act. 10, Antwort zu Frage 2, Beilage 11.
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Tabelle 2: Verträge der HAG mit der Herstellerin (YMC und YME) [...]46 [...]47 [...]48 [...]49
30. Das Vertriebssystem von Yamaha-Produkten in Europa und in der Schweiz ist gemäss der HAG grundsätzlich vergleichbar.50 Der Generalimport in anderen europäischen Ländern erfolge meistens durch YME, welche im Gegensatz zur HAG, von YMC abhängig sei.51
A.3.1.3 Verträge der HAG mit ihren Vertriebs- und Servicepartnern (Yamaha-Partner)
31. Die HAG verkaufe grundsätzlich keine Produkte direkt an Endkundinnen und Endkunden und verfüge daher auch nicht über eigene Verkaufsstellen.52 Der Verkauf an Endkundinnen und Endkunden erfolge grundsätzlich durch die Yamaha-Partner.53 Die Yamaha-Partner  sich in Yamaha-Vertretungen und Yamaha-Service-Stellen. Die Yamaha-Vertretungen sind «ausgewählte Motorradhändler», die den Verkauf der von HAG in die Schweiz  Yamaha-Produkte an die Endkundinnen und Endkunden sowie die damit  Reparatur-, Wartungs- und Garantiedienstleistungen übernehmen.54 Die -Stellen sind «ausgewählte Werkstätten», die Reparatur-, Wartungs- und  erbringen.55 Nachfolgende Ausführungen berücksichtigen die Verträge 2017/2018 und die revidierten Verträge 2021.
32. Nach Angaben der HAG umfassen die Verträge zwischen der HAG und den  einen Rahmenvertrag, eine Liefervereinbarung sowie allenfalls einen .56 Die HAG habe den gleichen Rahmenvertrag und die gleiche Liefervereinbarung mit allen Yamaha-Vertretungen abgeschlossen.57 Die HAG habe nicht mit allen Yamaha- Kommissionsverträge abgeschlossen, sondern mit der HESS HAG sowie der HMAG (und deren fünf Niederlassungen).58 Zwischen dem Jahr 2017 und dem 1. Januar 2021, seien dementsprechend nachstehende Verträge zwischen der HAG und den Yamaha-Vertretungen in Kraft gewesen:
Tabelle 3: Verträge der HAG mit ihren Yamaha-Vertretungen
Dokument Gegenstand und Zweck
Rahmenvertrag [2017]59
«Verkauf [durch die Yamaha-Vertretung der von HAG importierten] YAMAHA-Produkte an die Endkunden sowie die damit zusammenhängenden Reparatur-, Wartungs- und  sollen durch ausgewählte Motorradhändler, genannt , erfolgen.»60 (Hervorhebung hinzugefügt)
46 [...]. 47 [...]. 48 [...]. 49 [...]. 50 Act. 10, Antwort zu Frage 12, S. 7. 51 Act. 10, Antwort zu Frage 12, S. 7. 52 Act. 10, Antwort zu Frage 2, S. 3. 53 Act. 10, Antworten zu Fragen 2 und 12. 54 Act. 6, S. 1. 55 Act. 6, S. 1. 56 Act. 6, S. 1. 57 Act. 10, Antwort zu Frage 2, S. 3. 58 Act. 17, Beilagen 9 und 10, S. 137-188, resp. S. 189-459. 59 Zeitliche Angaben: «Der vorliegende Vertrag tritt mit beidseitiger Unterzeichnung durch die Parteien
in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Mit Inkrafttreten dieses Vertrages werden alle früheren Vereinbarungen der Parteien über die in diesem Vertrag geregelten Geschäftsbeziehungen aufgehoben» (Ziff. 7.1), act. 6, S. 11. Der Vertrag ist vom 27.9.2017 datiert (S. 13).
60 Act. 6, Beilage 1, Vorwort, S. 7.
10
Dokument Gegenstand und Zweck
«Die Lieferantin [HAG] ernennt die im Ingress bezeichnete Firma zur YAMAHA-Vertretung für die in Ziffer 2 hiernach genannten Vertragsgegenstände» (Ziff. 1, Satz 1).61
Vertragsgegenstände sind einerseits Vertragsprodukte (YAMAHA-Fahrzeuge: Roller, , Wettbewerbsfahrzeuge, Elektrofahrzeuge, YAMAHA-Originalersatzteile, , YAMAHA-Bekleidung) und andererseits Dienstleistungen (Marktbearbeitung,  und Verkauf der Vertragsprodukte, Reparatur-, Wartungs- und Garantieleistungen) (Ziff. 2).62
 201863
Die individuelle Liefervereinbarung regelt den Verkauf, die Lieferung, sowie die Garantie und den Service im Zusammenhang mit den im Rahmenvertrag definierten .64
 [2019]65
«Die Lieferantin liefert der YAMAHA-Vertretung Motorräder und Roller der Marke YAMAHA in Kommission» (Art. 1); «Die YAMAHA-Vertretung wird ermächtigt, die  zu verkaufen» (Art. 7, Satz 1).66
33. Nach Angaben der HAG, schloss sie mit den Yamaha-Service-Stellen einen  und eine Liefervereinbarung.67 Die HAG habe den gleichen Rahmenvertrag und die gleiche Liefervereinbarung mit allen Yamaha-Service-Stellen abgeschlossen.68 Zwischen dem Jahr 2018 und dem 1. Januar 2021 seien dementsprechend nachstehende Verträge zwischen der HAG und den Yamaha-Service-Stellen in Kraft gewesen:
Tabelle 4: Verträge der HAG mit ihren Yamaha-Service-Stellen
Dokument Gegenstand und Zweck
Rahmenvertrag [2018], -Vertrag69
«Im Interesse des guten Rufes dieser Produkte, deren Verkehrs- und Betriebssicherheit  aufgrund berechtigter Kundenerwartungen werden Reparatur-, Wartungs- und  durch ausgewählte Werkstätten, genannt YAMAHA Service-Stellen, .»70 (Hervorhebung hinzugefügt)
«Die Lieferantin [HAG] ernennt die im Ingress bezeichnete Firma zur YAMAHA Service-Stelle für die in Ziffer 2 hiernach genannten Vertragsgegenstände» (Ziff. 1, Satz 1).71
Vertragsgegenstände sind einerseits Vertragsprodukte (YAMAHA-Fahrzeuge: Roller, , Wettbewerbsfahrzeuge, Elektrofahrzeuge, YAMAHA-Originalersatzteile, , YAMAHA-Bekleidung) und andererseits Dienstleistungen (Beratung und Verkauf der Vertragsprodukte, Reparatur-, Wartungs- und Garantiearbeiten) (Ziff. 2).72
61 Act. 6, Beilage 1, S. 8. 62 Act. 6, Beilage 1, S. 8. 63 Zeitliche Angaben: «Diese Liefervereinbarung tritt mit beidseitiger Unterzeichnung des Alleinver-
triebsvertrags durch die Parteien in Kraft und gilt bis zum Abschluss einer neuen Liefervereinbarung» (Ziff. 1.1), act. 6, S. 17. Der Vertrag scheint vom 17.2.2019 datiert (S. 31).
64 Act. 6, S. 15-16. 65 Zeitliche Angaben: «Dieser Kommissionsvertrag ist Gültig ab Vertragsunterschrift und läuft per
31. Dezember 2019 aus» (Art. 14), act. 6, S. 34. Der Vertrag scheint vom 15.2.2019 datiert (S. 34). 66 Act. 6, S. 32, resp. 33. Art. 6 des Kommissionsvertrags legt ausserdem die Berechnungsgrundlage
für die Verkaufsprovision der Yamaha-Vertretung fest (S. 33). 67 Act. 6, S. 1. 68 Act. 6, S. 1. 69 Zeitliche Angaben: «Der vorliegende Vertrag tritt mit beidseitiger Unterzeichnung durch die Parteien
in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Mit Inkrafttreten dieses Vertrages werden alle früheren Vereinbarungen der Parteien über die in diesem Vertrag geregelten Geschäftsbeziehungen aufgehoben» (Ziff. 6.1), act. 6, S. 40. Der Vertrag scheint vom 16.8.2018 datiert (S. 36 ff.).
70 Act. 6, Beilage 2, Vorwort, S. 36. 71 Act. 6, Beilage 2, S. 37. 72 Act. 6, Beilage 2, S. 37.
11
Dokument Gegenstand und Zweck
 201873
Die individuelle Liefervereinbarung regelt den Verkauf, die Lieferung, sowie die Garantie und den Service im Zusammenhang mit den im Rahmenvertrag definierten .74
34. Die HAG legte revidierte Verträge mit ihren Yamaha-Partnern vor, die seit dem 1. Januar 2021 in Kraft seien. Es handelt sich dabei um dieselben Vertragstypen mit identischem .
A.3.2 Vertrieb der Yamaha-Produkte
35. Mit dem Distributor Agreement der HAG mit YME ernannte YME die HAG zu ihrer  Selektivvertreiberin für das Gebiet Schweiz und Liechtenstein (Rz 29).
36. Gemäss dem Vorwort aller Rahmenverträge der HAG mit ihren Yamaha-Partnern sollen der Verkauf der Yamaha-Produkte an die Endkunden und die damit zusammenhängenden Reparatur-, Wartungs- und Garantiedienstleistungen durch ausgewählte Motorradhändler bzw. ausgewählte Werkstätten erfolgen.75 Die HAG ist gemäss allen Rahmenverträgen , die Vertragsprodukte nur an die Yamaha-Partner zu verkaufen.76 Wie weiter unten noch dargelegt wird, sehen die Vertriebsverträge vor, dass die Yamaha-Partner  an Endkundinnen und Endkunden verkaufen und dass bestimmte Yamaha-Vertretungen Produkte an bestimmte ihnen zugewiesene Yamaha-Service-Stellen verkaufen (Rz 41, 44).
37. Basierend auf den vorgenannten Verträgen, lässt sich der Vertrieb der Yamaha- schematisch folgendermassen darstellen:
73 Zeitliche Angaben: «Diese Liefervereinbarung tritt mit beidseitiger Unterzeichnung des  durch die Parteien in Kraft und gilt bis zum Abschluss einer neuen Liefervereinbarung» (Ziff. 1.1), act. 6, S. 43 ff. Der Vertrag ist nicht datiert. Aus Ziff. 2.3 geht lediglich hervor, dass die Yamaha-Service-Stellen ab dem 1.1.2018 berechtigt sind, bestimmte Fahrzeugkategorien direkt über die HAG zu beziehen (S. 47).
74 Act. 6, S. 44-45. 75 Act. 17, Beilage 1 und 3, Vorwort; act. 6, S. 1. 76 Act. 6, Beilagen 1 und 2, 1, Ziff. 3.1, S. 8 resp. 37; act. 83, Beilagen 1 und 3, Ziff. 3.1.
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Abbildung 2: Vertrieb der Yamaha-Fahrzeuge
V: Yamaha-Vertretung
S: Yamaha-Service-Stelle
Quelle: Darstellung des Sekretariats.
38. Die nachfolgenden Ausführungen berücksichtigen die möglicherweise  problematischen Elemente der Verträge 2017/2018 und der revidierten Verträge 2021.
A.3.3 Parallel- und Direktimporte
39. Von Parallelimport wird gesprochen, wenn Händler Produkte im Ausland erwerben und ausserhalb der vom Hersteller vorgesehenen Vertriebskanäle in die Schweiz einführen.77 Von Direktimport wird gesprochen, wenn Endkundinnen und Endkunden Produkte im Ausland  und ausserhalb der vom Hersteller vorgesehenen Vertriebskanäle in die Schweiz .78
40. Die folgenden Abschnitte legen die Bestimmungen der Verträge 2017/2018 und der  Verträge 2021 dar, die Parallel- und Direktimportmöglichkeiten beschränken könnten, namentlich Alleinbezugsverpflichtungen der Yamaha-Partner (A.3.3.1) und  der HAG (A.3.3.2) und fassen die diesbezüglichen Erkenntnisse zusammen (A.3.3.3).
A.3.3.1 Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner
41. Sowohl die Verträge 2017/2018 als auch die revidierten Verträge 2021 enthalten  der Yamaha-Partner, die im Folgenden gegenübergestellt werden. Die nachfolgende Tabelle stellt die ursprünglichen und revidierten Alleinbezugsklauseln der Rahmenverträge zwischen der HAG und den Yamaha-Vertretungen gegenüber:
77 Vgl. Fn 23 Erläuterungen zur VertBek. 78 Vgl. Fn 23 Erläuterungen zur VertBek.
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Tabelle 5: Alleinbezugsklauseln der Rahmenverträge der HAG mit den Yamaha-
2017 Rahmenvertrag Yamaha-Vertretung 2021 Rahmenvertrag Yamaha-Vertretung
«4.1 Alleinbezugsverpflichtung
Die YAMAHA-Vertretung verpflichtet sich,  zwecks Weiterverkaufs an  nur von der Lieferantin zu beziehen. Sie übernimmt den Vertrieb und Verkauf der  in eigenem Namen und auf eigene Rechnung. Es gelten die Bestimmungen der  Liefervereinbarung (Anhang 1).»79 (Hervorhebung hinzugefügt)
«5. YAMAHA Service-Stellen [...]
Die YAMAHA Service-Stellen haben sich  der Lieferantin zu verpflichten, diese  ausschliesslich von der im Ingress  YAMAHA-Vertretung zu beziehen.»80
«4.1. Verkauf der Vertragsprodukte
Die Yamaha Vertretung bezieht die Vertragsprodukte zwecks Weiterverkaufs an Endkunden von der Lieferantin. Die Yamaha-Vertretung übernimmt den Vertrieb und  der Vertragsprodukte in eigenem Namen und auf  Rechnung. Es gelten die Bestimmungen der  Liefervereinbarung (Anhang 1).»81 (Hervorhebung hinzugefügt)
«5. Yamaha Service-Stellen [...]
Die Verknüpfung der Yamaha Service-Stelle mit einer  Vertretung erfolgt in Absprache mit der jeweiligen  Service-Stelle, der jeweiligen Yamaha Vertretung und der Lieferantin. Eine Änderung der Verknüpfung ist durch die Lieferantin jederzeit möglich.»82
42. Nach Ziff. 4.1 des Rahmenvertrages 2017 waren die Yamaha-Vertretungen verpflichtet, Vertragsprodukte (Fahrzeuge, Ersatzteile, Zubehör und Bekleidung der Marke Yamaha) zwecks Weiterverkaufs an Endkunden nur von der Lieferantin (der HAG) zu beziehen. Ziff. 4.1, Satz 1 des revidierten Rahmenvertrages 2021 sieht vor, dass die Yamaha-Vertretung die  zwecks Weiterverkaufs an Endkunden von der Lieferantin (der HAG) bezieht.
43. Ziff. 5 des Rahmenvertrages 2017 Yamaha-Vertretung enthält eine Bestimmung,  sich die Yamaha-Service-Stellen gegenüber der Lieferantin (d. h. der HAG) zu  haben, die Vertragsprodukte ausschliesslich bei der ihnen zugewiesenen Yamaha- zu beziehen. Ziff. 5 des revidierten Rahmenvertrages 2021 Yamaha-Vertretung enthält keine solche Bestimmung mehr. Es ist zudem festgehalten, dass die HAG die Verknüpfung der Yamaha-Service-Stelle mit der Yamaha-Vertretung jederzeit ändern kann.
44. Die nachfolgende Tabelle stellt die ursprünglichen und revidierten Alleinbezugsklauseln in den Rahmenverträgen der Yamaha-Service-Stellen gegenüber:
79 Act. 6, Beilage 1 (Rahmenvertrag 2017 Yamaha-Vertretung), Ziff. 4.1, S. 9. 80 Act. 6, Beilage 1 (Rahmenvertrag 2017 Yamaha-Vertretung), Ziff. 5, zweiter Absatz, S. 11. 81 Act. 83, Beilage 1 (Revidierter Rahmenvertag 2021 Yamaha-Vertretung), Ziff. 4.1, S. 9. 82 Act. 83, Beilage 1 (Revidierter Rahmenvertag 2021 Yamaha-Vertretung), Ziff. 5, S. 11.
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Tabelle 6: Alleinbezugsklauseln der Rahmenverträge der HAG mit den Yamaha-
2018 Rahmenvertrag Yamaha-Service-Stelle 2021 Rahmenvertrag Yamaha-Service-Stelle
«4.1 Alleinbezugsverpflichtung
Die YAMAHA Service-Stelle verpflichtet sich,  nur von der Lieferantin und insbesondere YAMAHA-Fahrzeuge nur von [geschwärzt] zu beziehen. Sie übernimmt den Vertrieb und Verkauf der  in eigenem Namen und auf eigene Rechnung. Es gelten die Bestimmungen der individuellen  (Anhang 1).»83 (Hervorhebung hinzugefügt)
«4.4 Verkauf von YAMAHA-Fahrzeugen
Die YAMAHA Service-Stelle ist berechtigt, laut den  der individuellen Liefervereinbarung (Anhang 1) und gemäss vorstehender Ziffer 2, , welche sie bei [geschwärzt] zu beziehen hat, direkt an ihre Kunden zu verkaufen.»84 (Hervorhebung )
«4.1 Alleinbezugsverpflichtung
[...] Die Yamaha Service-Stelle verpflichtet sich, Vertragsprodukte zwecks Weiterverkaufs an  nur von «Vertretung» in «PLZ_YV» «Ort_YV» zu beziehen. Sie übernimmt den Vertrieb und Verkauf der Vertragsprodukte in eigenem  und auf eigene Rechnung. Es gelten die  der individuellen Liefervereinbarung (Anhang 1).
Die Verknüpfung der Yamaha Service-Stelle mit  Yamaha Vertretung erfolgt in Absprache mit der jeweiligen Yamaha Service-Stelle, der jeweiligen Yamaha Vertretung und der Lieferantin. Eine  der Verknüpfung ist in Absprache mit der  jederzeit möglich.»85 (Hervorhebung )
45. Die Yamaha-Service-Stellen waren nach dem Rahmenvertrag 2018 verpflichtet,  nur von der Lieferantin (der HAG) und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen Yamaha-Vertretungen zu beziehen. Ziff. 4.1 des revidierten  2021 sieht ebenfalls vor, dass die Yamaha-Service-Stelle die Vertragsprodukte zwecks Weiterverkaufs an Endkunden nur von einer bestimmten Yamaha-Vertretung bezieht.
46. Die Bestimmungen zu Fahrzeugbestellungen der Liefervereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Service-Stellen enthalten nachfolgende Alleinbezugsklauseln:
Tabelle 7: Alleinbezugsklauseln der Liefervereinbarungen der HAG mit den -Stellen
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Service-Stelle 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Service-Stelle
«2.9 Fahrzeugbestellungen
Die YAMAHA Service-Stelle ist berechtigt,  direkt an ihre Kunden zu verkaufen.  müssen diese über die, von der Lieferantin  YAMAHA-Vertretung bezogen werden (Ausnahme § Art. 2.3). [...]»86 (Hervorhebung )
«2.9 Bestellungen
Die Yamaha Service-Stelle ist berechtigt, Yamaha  und Geräte direkt an ihre Kunden zu verkaufen. Der Bezug dieser Produkte erfolgt dabei über die der Yamaha Service-Stelle zugewiesenen Yamaha  (vgl. Ziff. 4.1 des Rahmenvertrages).  hiervon ist der direkte Bezug der in Ziff. 2.3  Vereinbarung genannten Produkte bei der Lieferantin. [...]»87 (Hervorhebung hinzugefügt)
47. Demgegenüber sprechen Bestimmungen sowohl der ursprünglichen als auch der  Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner dafür, dass Parallelimporte vorgesehen sind. Diese führen die Preise von Dienstleistungen der HAG auf, wobei unter anderem die
83 Act. 6, Beilage 2 (Rahmenvertrag 2018 Yamaha Service-Stelle), Ziff. 4.1, S. 38. 84 Act. 6, Beilage 2 (Rahmenvertrag 2018 Yamaha Service-Stelle), Ziff. 4.4, S. 39. 85 Act. 83, Beilage 2 (Revidierter Rahmenvertag 2021 Yamaha Service-Stelle), Ziff. 4.1, S. 53. 86 Act. 6, Beilage 2 (Liefervereinbarung 2018 Yamaha Service Stelle), Ziff. 2.9, S. 48. 87 Act. 83, Beilage 2, Ziff. 2.9, S. 63.
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«EG-Übereinstimmungsbescheinigung – COC (Parallelimport)» und die «Bestätigung für -Fahrzeuge 25/35 kW/full power (Parallelimport)» aufgeführt sind.88
48. Zudem sprechen Ziff. 2.7 resp. Ziff. 2.6 sowohl der ursprünglichen als auch der  Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner dafür, dass Querlieferungen vorgesehen sind, indem sie festhalten: «Der Weiterverkauf von bereits fakturierten Fahrzeugen an einen anderen Yamaha Vertreter wird nicht mehr durch die Lieferantin abgewickelt, sondern direkt zwischen den betroffenen Händlern. [...]».89
49. Ziff. 2.13, sowohl der ursprünglichen als auch der revidierten Liefervereinbarung -Vertretung enthält eine Pflicht der Yamaha-Vertretungen, eine Mindestmenge von zehn Fahrzeugen im Rahmen einer sog. Winterbestellung bei der HAG zu bestellen:
«Die Winterbestellung ist strikt verbindlich und wird vom YAMAHA Verkaufsleiter sowie der Buchhaltung genehmigt und bestätigt. Wir behalten uns das Recht vor, bei überfälligen Debitorensalden die Winterbestellung abzulehnen. [...]
Mindestbestellung: 10 Fahrzeuge.»90
A.3.3.1.1 Stellungnahme der HAG zur Alleinbezugsverpflichtung ihrer Yamaha-Partner
50. Die HAG führt aus, dass mit der Alleinbezugsverpflichtung sowie der Verpflichtung der HAG, die Yamaha-Produkte nur an die Yamaha-Partner zu liefern (vgl. Rz 99) das Ziel verfolgt werden solle, die Yamaha-Produkte mit Sorgfalt, Leidenschaft und Qualität an die Kundinnen und Kunden zu verkaufen.91 Es sollen die damit zusammenhängenden Reparatur- , Wartungs- und Garantieleistungen sichergestellt werden.92 Die Vertragspartner dürften -Produkte parallel importieren.93
51. Zur Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, Vertragsprodukte nur von der Lieferantin (d. h. von der HAG) und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen Yamaha-Vertretungen zu beziehen, hält die HAG fest, dass die Verknüpfung der -Stelle mit einer Yamaha-Vertretung in Absprache mit der jeweiligen Service-Stelle, der jeweiligen Vertretung und der HAG erfolge.94 Die Yamaha-Service-Stelle habe freie .95 Diese könne auch jederzeit in Absprache mit der HAG geändert werden.96 Mit dieser Verknüpfung soll die Qualität gesichert und der Know-how-Transfer gewährleistet werden und somit sollen keine Doppelspurigkeiten und Missverständnisse entstehen.97
88 Act. 6, Beilagen 1–2, Ziff. 4.21, S. 30 bzw. 58; act. 83, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.19, S. 30 bzw. 73. 89 Act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 2.7 bzw. 2.6, S. 18 bzw. 47; act. 83, Beilagen 2 und 4, Ziff. 2.7 bzw.
2.6, S. 18 bzw. 62. 90 Act. 6, S. 19; act. 83, S. 19. Die Klauseln sind bis auf den Satz «Die Winterbestellung dient grund-
sätzlich zur Erweiterung Ihrer Ausstellungs-Modelle», der nur in der Version von 2018 enthalten ist, identisch.
91 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 16, S. 8 resp. 10. 92 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 16, S. 8 resp. 10. 93 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 16, S. 9 resp. 10. 94 Act. 10, Antwort zu Frage 17, S. 11. 95 Act. 10, Antworten zu Fragen 17 und 18, S. 11. 96 Act. 10, Antworten zu Fragen 17 und 18, S. 11. 97 Act. 10, Antworten zu Fragen 17 und 18, S. 11.
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52. Die HAG führt aus, dass es zu keiner Zeit ihr Ziel gewesen sei, mit ihren  einen unzulässigen Gebietsschutz zu installieren.98 Es sei nicht ihre Absicht,  durch ausländische Händler zu unterbinden oder Parallel- oder Direktimporte in  Weise einzuschränken und die Verträge hätten dies auch nicht getan.100 Für Anmerkungen der WEKO sei die HAG offen und sie würde problematische Klauseln in den Verträgen anpassen.101 Die HAG würde Querlieferungen unter den zugelassenen Händlern durch ihr EDV-System sogar fördern, weil damit die Fahrzeuge unkompliziert untereinander ausgetauscht werden könnten (sog. Marketplace).102
53. Parallel- und Direktimporte von Fahrzeugen aus der Europäischen Gemeinschaft in die Schweiz seien wegen der Konformitätsbescheinigung möglich.103 Es gebe keine  für Fahrzeugimporte.104 Die Anzahl parallel- und direktimportierter Fahrzeuge 2018  gemäss der HAG total 112 Fahrzeuge, d. h. ca. 0,6 % aller Fahrzeuge.105 Diese niedrige Anzahl lasse sich mit den attraktiven Preisen, dem flächendeckenden Händlernetz und der sehr hohen Servicequalität erklären.106 Zu den Zahlen der anderen Produkte (Accessoires, Bekleidung, Ersatzteile, etc.) könne die HAG keine Angaben machen.107
54. Auf die Frage, ob parallelimportierte und innerhalb der Schweiz zwischen Yamaha- querbezogene Yamaha-Produkte bei der Beurteilung der Umsatzziele der Yamaha- gemäss Ziff. 2.14 der Liefervereinbarung 2018108 berücksichtigt werden, antwortete die HAG, dass parallelimportierte Fahrzeuge bei der Beurteilung der Erreichung der  nicht berücksichtigt würden. Relevant seien ausschliesslich Bezüge bei der HAG.109 Querbezogene Produkte zwischen Yamaha-Partnern würden bei demjenigen Yamaha-Partner berücksichtigt, der diese Produkte bei der HAG bezogen hätte.110
55. Da eine Mindestbestellmenge sich wie eine Alleinbezugsverpflichtung auswirken kann, hat das Sekretariat die HAG zur Stellungnahme zu Ziff. 2.13 Liefervereinbarung 2018  (Rz 49) aufgefordert. Die HAG hält dazu fest, dass sie für die Winterbestellung besondere Zahlungsbedingungen gewähre.111 Da es sich um ein Sonderangebot handle, habe die HAG die Anzahl der zu bestellenden Fahrzeuge auf mindestens zehn Fahrzeuge .112 Diese Winterbestellung sei allerdings nicht obligatorisch.113
98 Act. 10, Antwort zu Frage 11, S. 8. 99 Ziff. 3 VertBek definiert Passivverkäufe wie folgt: «Die Erledigung unaufgeforderter Bestellungen ein-
zelner Kunden, d.h. das Liefern von Waren an bzw. das Erbringen von Dienstleistungen für solche Kunden [...]» (Fussnoten weggelassen).
100 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 16, S. 8 bzw. 10. 101 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 41, S. 9 resp. 20. 102 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 16, S. 8, resp. 10. 103 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 13. 104 Act. 10, Antworten zu Fragen 11 und 13. 105 Daten gemäss Einlöse-Statistik des ASTRA; act. 10, Antwort zu Frage 14, S. 10. 106 Act. 10, Antwort zu Frage 14, S. 10. 107 Act. 10, Antwort zu Frage 15, S. 10. 108 Act. 6, Beilage 2, Ziff. 2.14. 109 Act. 10, Antwort zu Frage 20, S. 11. 110 Act. 10, Antwort zu Frage 20, S. 11. 111 Act. 10, Antwort zu Frage 19, S. 11. 112 Act. 10, Antwort zu Frage 19, S. 11. 113 Act. 10, Antwort zu Frage 19, S. 11.
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A.3.3.1.2 Ergebnis der Yamaha-Partner-Befragung zu ihrer Alleinbezugsverpflichtung
56. Anlässlich der durchgeführten Händlerbefragung wurden die Yamaha-Partner gefragt, ob sie die Vertragsprodukte zwecks Weiterverkaufs an Endkundinnen und Endkunden  von der Lieferantin (d. h. von der HAG) auch bei frei wählbaren Yamaha-Partnern in der Schweiz beziehen können. 16 von 18 Yamaha-Partnern (89 %) antworteten mit «Ja».
57. Auf die Frage, ob die Yamaha-Service-Stellen die Vertragsprodukte zwecks  an Endkundinnen und Endkunden unabhängig von der Lieferantin (d. h. von der HAG) auch bei frei wählbaren Yamaha-Partnern in der Schweiz beziehen können, sagen vier von neun Yamaha-Vertretungen (44 %) «Ja». Eine Yamaha-Vertretung (11 %) verneint die Frage und vier (44 %) geben an es nicht zu wissen.114
58. Hinsichtlich der Möglichkeit von Parallelimporten sagen zwei von 17 Yamaha- (12 %), dass der Parallelimport von Yamaha-Produkten nicht möglich sei.115 Die  Yamaha-Partner sagen «ja» (64,7 %) oder geben an, es nicht zu wissen (23,5 %).  ein Yamaha-Partner (5 %) gibt an, Parallelimporte von Yamaha-Produkten zu tätigen.
59. Der Direktimport von Yamaha-Produkten ist gemäss 14 von 15 Yamaha-Partnern (93 %) möglich und gemäss 15 von 18 Yamaha-Partnern (83 %) würden Endkundinnen und Endkunden Yamaha-Produkte in die Schweiz importieren.
60. Die Frage nach der Höhe der Preisunterschiede für Yamaha-Produkte zu den  der Schweiz wurde nicht eindeutig beantwortet. Gemäss fünf von 17 Yamaha-Partnern (29 %) beträgt gegenüber Endkundinnen und Endkunden der Preisunterschied für  in den Nachbarländern der Schweiz im Vergleich zur Schweiz etwa 5–20 %.  sagen 35 % bzw. 46 % der befragten Yamaha-Partner, dass es gegenüber  bzw. Endkundinnen und Endkunden keinen Preisunterschied gebe.
61. Acht von zehn Yamaha-Vertretungen (80 %) sagen, dass sie in ihrer Wahl hinsichtlich Bezugsquelle für die Winterbestellung (für die eine Mindestbestellmenge vorgesehen ist) von Fahrzeugen nicht beschränkt seien. Lediglich eine Yamaha-Vertretung gibt an, in ihrer Wahl eingeschränkt zu sein.116 Aus der Befragung geht allerdings nicht hervor (i) ob sich die -Vertretungen vertraglich verpflichtet sehen, eine Winterbestellung zu tätigen und (ii) wie viele der Yamaha-Vertretungen solche Winterbestellungen tätigen.117
A.3.3.1.3 Zwischenfazit zur Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner
62. Mit der Alleinbezugsverpflichtung der Verträge 2017/2018 waren die Schweizer -Vertretungen verpflichtet, die Yamaha-Produkte ausschliesslich bei der Schweizer  (der HAG), zu beziehen (Rz 41 ff.). Sie haben sich damit indirekt verpflichtet, Parallelimporte sowie den Bezug von Yamaha-Produkten im Ausland zu unterlassen. Dies könnte zum indirekten Ausschluss von passiven Verkäufen durch ausländische Händler an Schweizer Händler geführt haben. Gleiches gilt für die Verpflichtung der Yamaha-Service-, Vertragsprodukte nur von der HAG und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen Yamaha-Vertretungen zu beziehen (Rz 44 ff.). Gegen eine strikte  und für die Möglichkeit von Parallelimporten sprechen demgegenüber Ziff. 4.21 resp. 4.19 der Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner, die Parallelimporte  (Rz 47). Die Mehrheit der befragten Yamaha-Partner gibt an, sich nicht darin beschränkt zu sehen, Yamaha-Produkte aus dem Ausland zu beziehen (Rz 58). Lediglich ein Yamaha-
114 Act. 68. 115 Act. 49; act. 68. 116 Act. 68. 117 Act. 19, Frage 18, S. 6.
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Partner gibt jedoch an, tatsächlich Fahrzeuge parallel zu importieren (Rz 58). Die geringe  parallel- und direktimportierter Yamaha-Fahrzeuge im Jahr 2018 (0,6 % aller Fahrzeuge) (Rz 53) zeigt, dass beinahe keine Importe getätigt wurden. Die HAG hat den Wortlaut der Alleinbezugsklauseln in ihren revidierten Verträgen 2021 nur geringfügig geändert. Der neue Wortlaut, für sich allein, suggeriert weiterhin eine Alleinbezugsverpflichtung. Die HAG hat dem Sekretariat allerdings zugesichert, die diesbezügliche Anregung umzusetzen (Rz 19). Mit der Umsetzung der Anregung wird der Widerspruch zwischen den Vertragsklauseln wegfallen.
63. Mit den vorgenannten Alleinbezugsverpflichtungen haben sich die Yamaha-Partner ebenfalls indirekt verpflichtet, den Bezug von Yamaha- Produkten bei anderen Schweizer -Partnern zu unterlassen. Gegen eine strikte Alleinbezugsverpflichtung und für die  von Querlieferungen unter Schweizer Yamaha-Partnern sprechen Ziff. 2.6 resp. 2.7 der Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner, die Querlieferungen vorsehen (Rz 48). Die HAG gibt an, Querlieferungen durch ihr EDV-System (sog. Marketplace) zu fördern (Rz 52). Anlässlich der durchgeführten Händlerbefragung wurden die Yamaha-Partner gefragt, ob sie die Vertragsprodukte zwecks Weiterverkaufs an Endkundinnen und Endkunden unabhängig von der HAG auch bei frei wählbaren Yamaha-Partnern in der Schweiz beziehen können. 16 von 18 Yamaha-Partnern (89 %) antworten mit «Ja» (Rz 56). Vor diesem Hintergrund ist nicht von einer Beschränkung von Querlieferungen zwischen den Yamaha-Partnern innerhalb der Schweiz auszugehen. Dies unter Berücksichtigung, dass das Sekretariat der HAG die Anregung unterbreitet hat, die Klauseln in ihren Verträgen hinsichtlich  der Yamaha-Partner zu streichen oder dahingehend zu präzisieren, dass diese  Parallelimporte und Querlieferungen zulassen (Rz 273 Ziff. 2) und die HAG dem Sekretariat zugesichert hat die Anregung umzusetzen (Rz 19).
64. Nach Ziff. 2.13 der ehemaligen und revidierten Liefervereinbarungen haben die -Vertretungen eine Pflicht zum Bezug einer Mindestbestellmenge von zehn  bei einer sog. Winterbestellung (Rz 49). Während die HAG angibt, dass es für die -Vertretungen nicht obligatorisch sei, überhaupt eine Winterbestellung zu tätigen, geht aus der Befragung insbesondere nicht hervor, ob sich die Yamaha-Vertretungen vertraglich verpflichtet sehen, eine Winterbestellung zu tätigen. Aus Verhältnismässigkeitsgründen wird zurzeit davon abgesehen zu prüfen, ob sich die vertragliche Mindestbestellmenge wie eine Alleinbezugsverpflichtung ausgewirkt hat. Es wird der HAG jedoch empfohlen, Ziff. 2.13 der revidierten Liefervereinbarung 2021 Yamaha-Vertretung dahingehend zu präzisieren, dass die Winterbestellung, die die Mindestbestellmenge vorsieht, ein Sonderangebot darstellt und es optional für die Yamaha-Vertretungen ist, diese Bestellung zu tätigen.
A.3.3.2 Garantieleistungen der HAG
65. Art. 5 des Warranty Agreements vom 1. Januar 2017 zwischen YMC, YME und der HAG (Rz 29) hält unter dem Titel «Service for Other Distributor’s Customers» fest:
[...]118
66. Nach vorgenannter Klausel ist die HAG berechtigt, von YMC entschädigt zu werden, wenn die HAG Serviceleistungen an Fahrzeugen erbringt, die in der EU von einem  vertrieben wurden. YMC behält sich dabei das Recht vor, in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die HAG zur genannten Entschädigung berechtigt ist.
67. Art. 3 Ziff. 1 lit. c des Warranty Agreements zwischen YMC, YME und der HAG lautet:
[...]119
118 Act. 31, S. 3. 119 Act. 31, S. 3.
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68. Nach vorgenannter Klausel wird die HAG nicht für Schäden kompensiert, die aus dem Einbau von Teilen, Komponenten und/oder Accessoires resultieren, deren Qualität nicht  von Yamaha-Originalteilen entspricht.
69. Art. 2 Ziff. 16 des Distributor Agreements zwischen YME und der HAG (Rz 29) lautet:
[...]120
70. Die HAG darf nach vorgenannter Klausel [...].
71. Sowohl die Liefervereinbarungen 2018 zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern als auch die revidierten Liefervereinbarungen 2021 sehen Folgendes in Bezug auf die  der HAG bei Yamaha-Fahrzeugen, welche durch die HAG importiert wurden, vor:
«4.2 Garantieleistungen für Motorräder und Roller von Yamaha
Die Yamaha-Vertretung oder die Yamaha Service-Stelle verpflichtet sich, für  und Roller, welche durch die Lieferantin importiert wurden, während der Garantiedauer alle Originalteile, die aufgrund von Material- oder  defekt sind oder dadurch beschädigt wurden, auf Kosten des Yamaha- zu ersetzen.»121 (Hervorhebung hinzugefügt)
72. Bezüglich Ersatzteile-Garantie hält Ziff. 4.11 der Liefervereinbarungen mit den  Folgendes fest:
Tabelle 8: Ersatzteile-Garantieklauseln der Liefervereinbarungen der HAG mit den -Partnern
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Partner 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Partner
«4.11 Ersatzteile und Batterien
Ersatzteile und Batterien, welche nicht bei der hostettler ag in Sursee oder einer ihrer Filialen bezogen wurden, können nicht in Garantie oder Kulanz zurückvergütet .
Zubehörteile, (z B. Bremsanlagen oder  Komponenten von anderen Herstellern als die der Originalbremsanlage), welche an Stelle von Originalteilen montiert wurden, können ebenfalls nicht in Garantie oder  zurückvergütet werden.»122 ( hinzugefügt)
«4.11 Ersatzteile
Die Kundenrechnung der Originalteile muss zwingend dem  beigefügt werden, damit der Antrag von hostettler ag bearbeitet werden kann.
Schäden oder Mängel aufgrund von unangebrachter Lagerung oder Transportschäden sind ausgeschlossen. In solchen Fällen sind die anwendbaren Prozeduren zu befolgen.
Wird im Rahmen der Garantiedauer an einem Fahrzeug ein  ersetzt, erhält das neu eingebaute Teil eine Garantie die bis zum Ende der Garantiedauer des Fahrzeugs Gültigkeit hat.
Wird ein Ersatzteil jedoch bei einem Partner von hostettler ag gekauft, so gilt eine 2-jährige Teilegarantie, unabhängig vom  des Fahrzeuges.»123
73. Ziff. 4.5 der Liefervereinbarungen mit den Yamaha-Partnern hält zur Garantiedauer fest:
120 Act. 17, Beilage 5, Art. 2 Ziff. 16, S. 99. 121 Act. 83, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.2, S. 26 resp. 69; siehe auch act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.2. 122 Act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.11. 123 Act. 83, Beilagen 2 und 5, Ziff. 4.11, S. 28 resp. 71.
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Tabelle 9: Garantiedauerbestimmungen der Liefervereinbarungen der HAG mit den -Partnern
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Partner 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Partner
«2 Jahre: für Motorräder und Roller von YAMAHA bis 100 ccm, ohne Kilometerbeschränkung (1 Jahr Werksgarantie + 1 Jahr SWISS GARANTIE, sofern das Motorrad oder der Roller während diesen 2 Jahren in der Schweiz immatrikuliert bleibt) [...]
3. Jahr Garantie: Zusätzlich zu der zweijährigen Herstellergarantie bietet die Lieferantin ein  drittes Jahr Vollgarantie für YAMAHA  und Roller ab 101ccm ohne . (2 Jahre Werksgarantie + 1 Jahr SWISS GARANTIE, sofern das Motorrad oder der Roller während diesen 3 Jahren in der Schweiz  bleibt).»124
«2 Jahre: für Motorräder und Roller von YAMAHA bis 100 ccm, ohne Kilometerbeschränkung (1 Jahr Werksgarantie + 1 Jahr SWISS GARANTIE, sofern das Motorrad oder der Roller während diesen 2 Jahren in der Schweiz  bleibt) [...]
2 Jahre: für Yamaha-Originalersatzteile (nur Material ohne Arbeit), für Yamaha-Originalzubehör (nur Material ohne Arbeit)
3. Jahr Garantie (Swiss Garantie): für Motorräder und  von YAMAHA ab 101 cm3, ohne . (2 Jahre Werksgarantie + 1 Jahr SWISS GARANTIE, sofern das Motorrad oder der Roller während diesen 3 Jahren in der Schweiz immatrikuliert bleibt)»125
74. Nach Ziff. 4.5 der Liefervereinbarungen hängt die Garantiedauer vom Fahrzeugtyp ab. Für Fahrzeuge bis 100 ccm besteht eine einjährige Herstellergarantie (Werksgarantie ) sowie eine einjährige Swiss Garantie, die die HAG gewährt. Bei Fahrzeugen ab 101 ccm besteht eine zweijährige Herstellergarantie und eine einjährige Swiss Garantie, die die HAG gewährt. Die Liefervereinbarungen 2021 enthalten darüber hinaus eine zweijährige  für Yamaha-Originalersatzteile und -Originalzubehör.
75. Ziff. 4.4 der Liefervereinbarungen mit den Yamaha-Partnern sieht u. a. folgenden  vor:
Tabelle 10: Garantieausschlussklauseln der Liefervereinbarungen der HAG mit den -Partnern
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Partner 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Partner
«4.4 Garantieausschlussgründe [...]
Das Motorrad oder der Roller wurde abgeändert, oder es wurden Teile fremder Herkunft (welche nicht durch hostettler ag autorisiert wurden) .»126 (Hervorhebung hinzugefügt)
«4.4 Garantieausschlussgründe [...]
Das Fahrzeug wurde modifiziert oder mit Teilen , die nicht vom Hersteller homologiert wurden (die von hostettler ag nicht anerkannt werden).»127 (Hervorhebung hinzugefügt)
76. Während die Liefervereinbarungen 2018 das Einbauen von Teilen fremder Herkunft  als Garantieausschlussgrund vorsehen, nennen die Liefervereinbarungen 2021 nicht anerkannte Teile.
77. Schliesslich sehen die Rahmenverträge mit den Yamaha-Partnern Folgendes in Bezug auf die Verwendung und den Verkauf von Ersatzteilen vor:
Tabelle 11: Ersatzteilklauseln der Rahmenverträge der HAG mit den Yamaha-Partnern
2017/18 Rahmenvertrag Yamaha-Partner 2021 Rahmenvertrag Yamaha-Partner
«4.5 Ersatzteillager und Ersatzteile «Ersatzteillager und Ersatzteile
124 Act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.5. 125 Act. 83, Beilagen 2 und 5, Ziff. 4.5, S. 27 resp. 70. 126 Act. 6, Beilagen 1 und 3, Ziff. 4.4. 127 Act. 83, Beilage 5, Ziff. 4.4, S. 69.
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2017/18 Rahmenvertrag Yamaha-Partner 2021 Rahmenvertrag Yamaha-Partner
Die YAMAHA-Vertretung [bzw. Yamaha--Stelle] ist verpflichtet, ein eigenes  mit originalen YAMAHA Service- und Verschleissteilen zu unterhalten. Ferner verpflichtet sich die YAMAHA-Vertretung [bzw. Yamaha-Service-Stelle] nur YAMAHA- Originalersatzteile zu verwenden und zu verkaufen.»128 (Hervorhebung hinzugefügt)
Die Yamaha Vertretung [bzw. Yamaha-Service-Stelle] ist , ein eigenes Ersatzteillager mit originalen Yamaha - und Verschleissteilen zu unterhalten. Ferner verpflichtet sich die Yamaha Vertretung [bzw. Yamaha-Service-Stelle]  der Garantiezeit des Fahrzeugs und wie vom Hersteller vorgeschrieben für Yamaha Produkte nur Yamaha  oder gleichwertige Produkte zu verwenden und zu verkaufen.»129 (Hervorhebung hinzugefügt)
78. Die Bestimmungen der revidierten Rahmenverträge 2021 lassen die Verwendung und den Verkauf von Yamaha-Originalteilen gleichwertigen Produkten nunmehr ausdrücklich zu.
A.3.3.3.1 Stellungnahme der HAG zu ihren Garantieleistungen
79. Hinsichtlich Garantieleistungen hält die HAG fest, dass die HAG bei Garantiearbeiten oder Originalersatzteilen gegenüber YMC bzw. YME nur abrechnen könne, was die HAG  bei YMC oder YME bezogen habe.130 Seien die Produkte nicht von der HAG vertrieben worden, könne gegenüber YMC resp. YME auch keine Garantie seitens der HAG beansprucht werden.131 Folglich gewähre die HAG auf direkt- und parallelimportierten Fahrzeugen keine Garantieleistungen.132 Die Endkundin oder der Endkunde bzw. der Yamaha-Partner könne den Garantieantrag an einen Vertragshändler im Bezugsland des Fahrzeuges stellen und so die Garantieleistungen einfordern.133 Einzig sicherheitsrelevante Rückrufe würden von YMC stets vergütet.134 Die HAG sei in diesem Fall für die Abwicklung der Vergütungen gegenüber YME verantwortlich.135
80. Dies gelte auch für importierte Yamaha-Originalersatzteile.136 Bei Garantiearbeiten erfolge die Vergütung durch die Herstellerin nur für Originalersatzeile, die bei der HAG oder einer ihrer Filialen in der Schweiz bezogen worden seien.137 Davon erfasst seien auch  Originalersatzteile, die bei einem in der Schweiz zugelassenen Yamaha-Partner erworben worden seien, welcher die Teile ursprünglich von der HAG oder einer ihrer Filialen bezogen habe.138
81. Die Ausführungen der HAG widersprechen der Aktenlage. Dass die HAG hinsichtlich parallel und direkt importierter Yamaha-Produkte gegenüber der Herstellerin, YMC bzw. YME, angeblich keine Garantie-Rückvergütungsansprüche geltend machen kann, widerspricht Art. 5 des Warranty Agreements zwischen YMC bzw. YME und der HAG, der nicht vorsieht, dass die HAG Garantie-Rückvergütungsansprüche nur für selbst importierte Fahrzeuge gegenüber YMC bzw. YME geltend machen kann (Rz 65).
82. Hinsichtlich der Garantiedauer erklärt die HAG, sie räume die Swiss Garantie (Rz 73 f.) kumulativ zu der von der Herstellerin gewährten Garantie ein und könne die  im dritten Jahr nicht bei der Herstellerin zurückverlangen; diese würden ausschliesslich
128 Act. 6, Beilagen 1 und 3, Ziff. 4.5. 129 Act. 83, Beilagen 1 und 3, Ziff. 4.5 resp. 4.4, S. 10 resp. 54. 130 Act. 10, Antwort zu Frage 22, S.12. 131 Act. 10, Antwort zu Frage 22. 132 Act. 10, Antworten zu Fragen 21 und 27. 133 Act. 10, Antworten zu Fragen 21 und 27. 134 Act. 10, Antworten zu Fragen 21 und 27. 135 Act. 10, Antworten zu Fragen 21 und 27. 136 Act. 10, Antworten zu Fragen 22 bis 24; act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.11. 137 Act. 10, Antworten zu Fragen 22 bis 24; act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.11. 138 Act. 10, Antworten zu Fragen 22 bis 24; act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 4.11.
22
auf Kosten der HAG gehen.139 Deshalb könne HAG die Swiss Garantie nur auf Fahrzeuge erbringen, die sie selbst in die Schweiz importiert habe.140
83. Aus den vorgenannten Ausführungen der HAG ergibt sich, dass die HAG weder die  noch die Swiss Garantie auf Fahrzeuge gewährt, die von zugelassenen  im Ausland gekauft und in die Schweiz importiert worden sind (vgl. oben, Rz 79 und 82).
84. Die HAG erklärt im Zusammenhang mit dem Garantieausschluss in den Verträgen 2017/2018, dass die Herstellerin (YMC) während der Garantiezeit die Verwendung von  verlange, ansonsten verfalle jeglicher Anspruch auf Garantieleistungen.141  Yamaha-Originalteile eingebaut würden, bleibe die Herstellergarantie gültig.142 Beim Verwenden von Fremdteilen (nicht Yamaha-Originalteile) verfalle die Herstellergarantie.143
85. Die Verträge zwischen der HAG und der Herstellerin, die dem Sekretariat vorliegen (Rz 29) enthalten [...] (Rz 67).
86. Schliesslich gibt die HAG an, die Yamaha-Partner dürften daneben Teile fremder  anbieten und verkaufen.144 Die HAG könne und wolle dies nicht kontrollieren und übe auch keinen Druck auf ihre Vertragspartner aus, damit diese ausschliesslich Yamaha- verkaufen würden.145 Gemäss [...] (Rz 69).
A.3.3.3.2 Ergebnis der Yamaha-Partner-Befragung zu den Garantieleistungen der HAG
87. Neun von 17 Yamaha-Partnern (53 %) geben an, dass Arbeiten, die im Rahmen der Herstellergarantie erbracht werden, auch vergütet würden, wenn die Yamaha-Fahrzeuge durch Endkundinnen und Endkunden in die Schweiz importiert wurden.146 Acht von 17 -Partnern (47 %) geben an, dass Arbeiten, die im Rahmen der Herstellergarantie  werden, auch vergütet würden, wenn die Yamaha-Fahrzeuge durch Yamaha-Partner in die Schweiz importiert wurden.147 Gemäss drei von 17 Yamaha-Partnern (18 %) werden Garantiearbeiten bei solchen Fahrzeugen nicht vergütet.148
88. Zudem sagen vier von 12 Yamaha-Partnern (33 %), dass Yamaha-Originalersatzteile, die sie im Rahmen von Garantieleistungen verwenden, von der HAG nicht vergütet würden, wenn sie durch einen Yamaha-Partner parallelimportiert worden seien.149 Gemäss einem Yamaha-Partner (8 %) werden auch parallelimportierte Yamaha-Originalersatzteile vergütet werden. Elf von 14 Yamaha-Partnern (79 %) wissen nicht, ob in der Schweiz querbezogene Yamaha-Originalersatzteile von der HAG vergütet würden, ein Yamaha-Partner (7 %) verneint diese Frage.150
89. Die Frage, ob die Garantie verfalle, wenn im Rahmen von Service- und  Ersatzteile verwendet werden, die von Drittanbietern stammen und von der HAG nicht autorisiert sind, bejahen neun von 16 Yamaha-Partnern (56 %). Alle anderen Yamaha-Partner, ausser einer, wissen es nicht.
139 Act. 10, Antworten zu Frage 27, S. 14. 140 Act. 10, Antworten zu Frage 27, S. 14. 141 Act. 10, Antwort zu Frage 25, S. 13. 142 Act. 10, Antwort zu Frage 26, S. 13. 143 Act. 10, Antwort zu Frage 26, S. 13. 144 Act. 10, Antworten zu Fragen 35 und 36, S. 17. 145 Act. 10, Antworten zu Fragen 35 und 36, S. 17. 146 Act. 68; act. 49; act. 66. 147 Act. 68; act. 49; act. 66. 148 Act. 68; act. 49; act. 66. 149 Act. 68; act. 49; act. 33; act. 59. 150 Act. 68.
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90. Zehn von 16 Yamaha-Partnern (63 %) beziehen Ersatzteile, die mit Yamaha-Produkten im Wettbewerb stehen. Neun von 14 Yamaha-Partnern (64 %) verkaufen zudem  Ersatzteile. Die Befragung der Yamaha-Partner hinsichtlich der Frage, ob während der Garantiedauer für Arbeiten, die ausserhalb von Garantieleistungen (z. B. Service- und ) erbracht werden, konkurrierende Ersatzteile verwendet werden dürfen, ergab zudem kein eindeutiges Ergebnis. Jeweils fünf von elf Yamaha-Partnern (45 %) sagen «Ja» bzw. «Nein». Einer konnte die Frage mangels Kenntnis nicht beantworten.
A.3.3.3.3 Zwischenfazit zu den Garantieleistungen der HAG
91. [...]. Dies könnte Parallel- und/oder Direktimporte indirekt behindern. [...].
92. Zur Vertragsbestimmung, die einen Garantieausschluss vorsieht, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden Herstellern) eingebaut wurden (Rz 75), ist festzuhalten, dass die HAG im Zusammenhang mit den Verträgen 2017/2018 erklärt, dass die Herstellerin (YMC) während der Garantiezeit die Verwendung von Originalprodukten verlange, ansonsten verfalle jeglicher Anspruch auf Garantieleistungen (Rz 84). Die Mehrheit der Yamaha-Partner [...].
93. Durch die vertragliche Verpflichtung der Yamaha-Partner in den Jahren vor 2021, nur Yamaha-Originalersatzteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 77), könnten sie darin  gewesen sein, Ersatzteile von konkurrierenden Herstellern zu verwenden bzw. zu verkaufen. Der HAG zufolge dürfen die Yamaha-Partner Teile fremder Herkunft anbieten und verkaufen.151 Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, Ersatzteile von konkurrierenden  zu beziehen und zu verkaufen (Rz 90). Die revidierten Rahmenverträge 2021 , dass die Yamaha-Partner verpflichtet sind, während der Garantiezeit des Fahrzeugs für Yamaha-Produkte nur Yamaha-Originalersatzteile oder gleichwertige Produkte zu  und zu verkaufen. Sie lassen die Verwendung und den Verkauf von Yamaha- gleichwertigen Produkten nun ausdrücklich zu.
A.3.3.3 Zwischenfazit zu Parallel- und Direktimporten
94. In Bezug auf Parallel- und Direktimporte ist erstens festzuhalten, dass mit der  der Verträge 2017/2018 die Schweizer Yamaha-Vertretungen  waren, die Yamaha-Produkte ausschliesslich bei der Schweizer Generalimporteurin (der HAG), zu beziehen (Rz 41 ff.). Sie haben sich damit indirekt verpflichtet, Parallelimporte  den Bezug von Yamaha-Produkten im Ausland zu unterlassen. Dies könnte zum indirekten Ausschluss von passiven Verkäufen durch ausländische Händler an Schweizer Händler  haben. Gleiches gilt für die Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, Vertragsprodukte nur von der HAG und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen Yamaha-Vertretungen zu beziehen (Rz 44 ff.). Gegen eine strikte Alleinbezugsverpflichtung und für die Möglichkeit von Parallelimporten sprechen demgegenüber Ziff. 4.21 resp. 4.19 der Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner, die Parallelimporte vorsehen (Rz 47). Die  der befragten Yamaha-Partner gibt an, sich nicht darin beschränkt zu sehen,  aus dem Ausland zu beziehen (Rz 58). Lediglich ein Yamaha-Partner gibt jedoch an, tatsächlich Fahrzeuge parallel zu importieren (Rz 58). Die geringe Anzahl parallel- und  Yamaha-Fahrzeuge im Jahr 2018 (0,6 % aller Fahrzeuge) (Rz 53) zeigt, dass  keine Importe getätigt wurden. Die HAG hat den Wortlaut der Alleinbezugsklauseln in ihren revidierten Verträgen 2021 nur geringfügig geändert. Der neue Wortlaut, für sich allein, suggeriert weiterhin eine Alleinbezugsverpflichtung. Die HAG hat dem Sekretariat allerdings zugesichert, die diesbezügliche Anregung umzusetzen (Rz 19). Mit der Umsetzung der  wird der Widerspruch zwischen den Vertragsklauseln wegfallen.
151 Act. 10, Antworten zu Fragen 35 und 36, S. 17.
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95. Zweitens liegen Garantiebeschränkungen vor, die Parallel- und/oder Direktimporte  behindert haben könnten. [...]. Den vertraglichen Garantieausschluss beim Einbauen von Ersatzteilen fremder Herkunft (Rz 75) sowie die vertragliche Verpflichtung der , nur Yamaha-Originalersatzteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 77), [...].
A.3.4 Belieferung spezifischer Kundengruppen
96. Gemäss der Internetseite von YME bietet die HAG fachgerecht mit Blaulicht, Martinshorn und Koffersystem vom Zivil- zum Behördenfahrzeug umgebaute Yamaha-Modelle an.152 Es handelt sich dabei jährlich um sehr wenige Fahrzeugverkäufe (siehe Tabelle 1, Rz 26).
97. Die Yamaha-Vertretungen waren gemäss Ziff. 4.1 Abs. 2 des Rahmenvertrages 2017 nicht berechtigt, Behörden oder Handelsbetriebe mit Vertragsprodukten zu beliefern:
«Die YAMAHA-Vertretung ist nicht berechtigt, Vertragsprodukte an Behörden oder andere Handelsbetriebe zu verkaufen.»153 (Hervorhebung hinzugefügt)
98. Die Yamaha-Service-Stellen waren gemäss Ziff. 4.1 Abs. 2 des Rahmenvertrages 2018 nicht berechtigt, Vertragsprodukte an Behörden oder andere Handelsbetriebe zu verkaufen, wenn die Produkte spezielle technische Änderungen bedingen:
«Die YAMAHA Service-Stelle ist nicht berechtigt, Vertragsprodukte (Art. 2) an Behörden oder andere Handelsbetriebe zu verkaufen, wenn die Produkte  technische Änderungen (z.B. Polizeifahrzeug mit spezifischer Ausrüstung) bedingen.»154 (Hervorhebung hinzugefügt)
99. Diese Beschränkungen gegenüber den Yamaha-Partnern wurden in den revidierten Rahmenverträgen 2021 ersatzlos gestrichen.155 Damit ist im Vertrag nicht mehr explizit , dass die Yamaha-Partner an Behörden oder Handelsbetreibe keine  liefern dürfen. Jedoch lautet Ziff. 3.1 des revidierten Rahmenvertrages 2021  neu wie folgt:
«Die Lieferantin verpflichtet sich, Vertragsprodukte nur an die Yamaha Vertretung zu verkaufen. Davon ausgenommen ist die Belieferung einer allfälligen Yamaha -Stelle mit Yamaha Originalersatzteilen und Yamaha Zubehör sowie der Vertrieb und Verkauf von Vertragsprodukten mit technischen Modifikationen an Behörden, Handelsbetriebe oder Flottenbetreiber. Solche technisch modifizierte  bedürfen einer vorgängigen Prüfung und Genehmigung durch Yamaha Motor Europe und werden daher direkt durch die Lieferantin  und verkauft.»156 (Hervorhebung hinzugefügt)
100. Eine entsprechende Klausel findet sich auch im revidierten Rahmenvertrag 2021 der Yamaha-Service-Stellen.157 Die revidierten Verträge 2021 begrenzen die  ausdrücklich auf technisch modifizierte Fahrzeuge.
A.3.4.1 Stellungnahme der HAG zur Belieferung spezifischer Kundengruppen
101. Zur Belieferung spezifischer Kundengruppen brachte die HAG zunächst vor, dass es den Yamaha-Partnern nicht untersagt sei, Standardfahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe
152 Siehe <https://www.yamaha-motor.eu/ch/de/footer/pro-users/authorities/> (25.9.2020). 153 Act. 6, Beilage 1 (Rahmenvertrag 2017 Yamaha-Vertretung), Ziff. 4.1, zweiter Absatz, S. 9. 154 Act. 6, Beilage 2 (Rahmenvertrag 2018 Yamaha-Service-Stelle), Ziff. 4.1 Abs. 2, S. 38. 155 Act. 17, Beilagen 1 und 3. 156 Act. 83, Beilage 1, Ziff. 3.1, S. 8. 157 Act. 83, Beilage 4, Ziff. 3.1, S. 52.
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oder Flottenbetreiber zu liefern.158 Die HAG räumte ein, die entsprechenden Klauseln der  2017/2018 seien «missverständlich».159 Die Beschränkung betreffe einzig die  technisch modifizierter Fahrzeuge.160
102. Bezüglich technisch modifizierter Fahrzeuge, die an Behörden und Handelsbetriebe  werden (Feld, in dem HAG selbst auf Endkundenstufe tätig ist) erklärte die HAG, dass es sich z. B. um Polizeifahrzeuge handle.161 Die HAG müsse bei diesem Typ von Fahrzeugen selbst noch technische Änderungen vornehmen wie z. B. das Anbringen von Sirenen und .162 Die HAG übernehme einen kleinen Teil der Herstellung, weshalb diese Pflichten vertraglich zwischen der Herstellerin und der HAG geregelt seien.163 Normale  würden gar nicht über die Ausrüstung verfügen, um solche «» zu übernehmen.164
103. Zudem müssten die betroffenen Fahrzeuge zwingend von YMC abgenommen werden, wofür Yamaha strenge Richtlinien vorgebe.165 Auch aus diesem Grund sei es einem einzelnen Händler nicht möglich, diese Leistung zu erbringen.166 Angesichts der Komplexität der  seien die Yamaha-Partner an einer Teilnahme an solchen Ausschreibungen gar nicht interessiert.167 Die Yamaha-Partner würden von diesen Geschäften jedoch profitieren, weil die Wartungen, Reparaturen und die gesamte Ersatzteilversorgung über die Yamaha-Partner .168
A.3.4.2 Ergebnis der Yamaha-Partner-Befragung zur Belieferung spezifischer Kundengruppen
104. Die Befragung der Händler ergab, dass neun von 17 Yamaha-Partner (53 %) sagen, dass sie im Jahr 2018 und/oder 2019 technisch unveränderte Yamaha-Produkte an , Flottenbetriebe und/oder Behörden verkauft hätten.
105. Demgegenüber verkaufte nur ein Yamaha-Partner (6 %) im Jahr 2018 und/oder 2019 technisch modifizierte Yamaha-Fahrzeuge an Handelsbetriebe und Flottenbetreiber.169 Zudem verkauften drei von 18 Yamaha-Partner (18 %) im Jahr 2018 und/oder 2019 technisch  Yamaha-Fahrzeuge an Behörden.170 Von den 15 Yamaha-Partnern, die angeben, keine technisch modifizierten Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder Flottenbetreiber zu verkaufen, geben sechs an, dass sie Interesse daran hätten dies zu tun, wobei einer erklärt, dass technische Änderungen aufwändig seien und er als kleiner Betrieb nicht die Kapazitäten dafür habe.171 Sieben dieser 15 Yamaha-Partner geben an, dass sie kein Interesse am Verkauf technisch modifizierter Fahrzeuge hätten. Drei davon begründen dies im Wesentlichen mit fehlenden Kapazitäten.172 Zwei antworteten nicht auf diese Frage.
158 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15; act. 123, Rz 9 f. 159 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15. 160 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15; act. 123, Rz 9 f. 161 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15; act. 123, Rz 9 f. 162 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15; act. 123, Rz 9 f. 163 Act. 123, Rz 9 f. 164 Act. 123, Rz 9 f. 165 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15. 166 Act. 10, Antwort zu Frage 28, S. 15. 167 Act. 10, Antwort zu Frage 29, S. 15. 168 Act. 10, Antworten zu Fragen 2, 3, 28-30 und 34. 169 Act. 70. 170 Act. 70; act. 73; act. 50. 171 Act. 64. 172 [...].
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106. Des Weiteren ergab die Befragung, dass neun von 20 Yamaha-Partnern (45 %) die HAG auf dem Schweizer Markt als ihre Konkurrentin betrachten. Keiner dieser neun Yamaha- gab an, die HAG speziell in Bezug auf technisch modifizierte Fahrzeuge oder in Bezug auf bestimmte Kundengruppen als Konkurrentin anzusehen.
A.3.4.3 Zwischenfazit zur Belieferung spezifischer Kundengruppen
107. Während die Verträge 2017 dem Wortlaut nach den Yamaha-Vertretungen untersagten, Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen, behalten die  2021 Verträge der HAG die Belieferung von Behörden, Handelsbetrieben und  mit technisch modifizierten Fahrzeugen vor. Die HAG erklärt, dass es den  nicht untersagt sei, Standardfahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder  zu liefern und die Klausel dazu missverständlich formuliert sei. Die Mehrheit der -Partner gibt an, technisch unveränderte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen.
108. Zum weiterhin bestehenden vertraglichen Vorbehalt der HAG, als einzige technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu , gibt die HAG an, dass die betroffenen Fahrzeuge zwingend von YMC abgenommen  müssten, wofür Yamaha strenge Richtlinien vorgebe und den Yamaha-Partnern die  fehlen würde. Drei Yamaha-Partner geben an, technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder Flottenbetreiber verkauft zu haben. 15 Yamaha-Partner  an, dies nicht zu tun und die Mehrheit davon gibt auch an, kein Interesse daran zu haben (Rz 105). Vier Yamaha-Partner geben schliesslich an, aufgrund fehlender Kapazitäten keine technisch modifizierten Fahrzeuge zu verkaufen.
A.3.5 Preisgestaltung betreffend Motorräder und Roller
109. Aufgrund der gemeldeten Hinweise bestand der Verdacht, dass die HAG auf die  der Yamaha-Partner Einfluss nimmt. Den Hinweisen zufolge erkundige sich die HAG bei den Yamaha-Partnern nach ihren Verkaufspreisen, drohe ihnen und übe Druck auf sie aus, damit sie einen bestimmten Verkaufspreis einhalten.
110. Die folgenden Abschnitte fassen die Feststellungen zur Preissetzung der Yamaha- betreffend Motorräder und Roller (A.3.5.1), zu den Margen und Rabatten (A.3.5.2) sowie die sich daraus ergebenden Erkenntnisse bezüglich der Preisgestaltung (A.3.5.3) zusammen.
A.3.5.1 Preissetzung der Yamaha-Partner betreffend Motorräder und Roller
111. Die HAG händigt den Yamaha-Partnern jährlich Preislisten mit empfohlenen  für Motorräder und Roller aus.173 Diese waren bzw. sind im Internet einsehbar und somit allgemein zugänglich. Die nachstehende Tabelle führt die Preislisten, ihren Gegenstand, ihre Angabe bzgl. Verbindlichkeit und die Bezugnahme darauf in den Verträgen auf:
Tabelle 12: Preislisten der HAG und Bezugnahme in den Yamaha-Partner Verträgen
Dokument Verbindlichkeit Bezugnahme in Verträgen mit Yamaha-Partnern
Preisliste 2018 Motorräder
«*Empfohlene »174
Liefervereinbarung 2018 Yamaha-Vertretung, Ziff. 2.1:
173 Act. 6, Beilage 3 (2018 Motorrad, S. 61-65), (2018 Roller, S. 65-67) und (2019, S. 67-70); act. 10, Beilage 7, S. 79-83, Beilage 8 S. 86-93, Beilage 9, S. 95-102; act. 17, Beilage 6.
174 Act. 6, Beilage 3 (Preisliste 2018 Motorrad), S. 63.
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Dokument Verbindlichkeit Bezugnahme in Verträgen mit Yamaha-Partnern
Preisliste 2018 Roller
«*Empfohlene »176
«2.1 Empfohlener Verkaufspreis
Bei allen empfohlenen Verkaufspreisen sind die Transportkosten (u.a. LSVA) inbegriffen, jedoch nicht die Kosten für die Inbetriebnahme. [...]
Die YAMAHA-Vertretung verpflichtet sich, die Fahrzeuge gemäss den YAMAHA VI Vorschriften zu präsentieren und mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften.
Die Lieferantin behält sich das Recht vor, die empfohlenen Verkaufspreise jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern.»175 (Hervorhebung )
Liefervereinbarung 2018 Yamaha-Service-Stelle, Ziff. 2.1, lautet gleich.
Preisliste 2019 Motorräder und Roller
«*Empfohlene »177
Preisliste 2020 Yamaha-
«*Empfohlene »178
Preisliste 2021 Yamaha-
Zunächst «*Empfohlene »179, dann «Unverbindliche »180
Liefervereinbarung 2021 Yamaha-Vertretung, Ziff. 2.1:
«2.1 Verkaufspreise (unverbindliche Preisempfehlung)
Alle Verkaufspreise verstehen sich als unverbindliche . [...]
Die Lieferantin empfiehlt der Yamaha Vertretung, die Fahrzeuge gemäss den Yamaha VI Vorschriften zu präsentieren und mit den aktuellen und unverbindlichen Verkaufspreisen zu beschriften. Diese Massnahme soll dem Kunden eine transparente Kommunikation gewährleisten.
Die Lieferantin behält sich das Recht vor, die unverbindlichen  (Verkaufspreise) jederzeit und ohne Vorankündigung zu .»181 (Hervorhebung hinzugefügt)
Liefervereinbarung 2021 Yamaha-Service-Stelle, Ziff. 2.1, lautet gleich.
112. Die Preisliste 2019 für Motorräder und Roller enthielt am Seitenende jeweils den Hinweis «empfohlene Verkaufspreise» und keine ausdrückliche Bezeichnung als unverbindlich. Auf den Internetseiten der Herstellerin für die Schweiz <www.yamaha-motor.ch> und <www.-motor.eu/ch/de> waren die Fahrzeugpreise ebenfalls nicht ausdrücklich als  gekennzeichnet. Die in der Preisliste 2020 enthaltenen Preise sind mit einer *-Markierung als «empfohlene» und nicht als unverbindliche Verkaufspreise deklariert.182 Gemäss Ziff. 2.1 der Liefervereinbarungen 2018 Yamaha-Partner, die sich auf die vorgenannten Preislisten der Jahr 2018 bis 2020 beziehen, verpflichteten sich die Yamaha-Partner, die Yamaha-Fahrzeuge mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (nachfolgend: ).
113. Zu der Preisliste 2021 ist festzuhalten, dass die Fahrzeugpreise zunächst als «» und später als «unverbindliche» Verkaufspreise gekennzeichnet waren (Rz 116). Ziff. 2.1 der revidierten Liefervereinbarungen 2021 mit den Yamaha-Partnern, die sich auf die
176 Act. 6, Beilage 3 (Preisliste 2018 Roller), S. 65. 175 Act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 2.1, S. 17 resp. 46. 177 In der Preisliste 2019 werden die empfohlenen Verkaufspreise in einer Spalte mit dem Titel «Preise
ab*» aufgeführt. Die Definition der Sternmarkierung lautet: «Empfohlene Verkaufspreise inkl. 7.7 % MwSt. und CHF 180.- Nebenkosten (Transport, LSVA sowie Fahrzeugprüfungsbericht 13.20A). Beim Handel können zusätzliche Kosten für die Fahrzeugaufbereitung sowie die  entstehen. Preis- und Farbänderungen vorbehalten», act. 6, Beilagen 6–8; act. 17, Beilage 6; act. 10, S. 95-102.
178 Act. 83, Antwort zu Frage 2, S. 2. 179 Act. 83, Beilage 7 (Preisliste 2021), S. 101-110. 180 Act. 83, Beilage 7 (Preisliste 2021), S. 111-123. 181 Act. 83, Beilagen 2 und 5, Ziff. 2.1, S. 17 resp. 61. 182 Abrufbar unter: <www.yamaha-motor.eu/ch/de> Aktuelles > Aktuelle Preisliste (Motorräder und Rol-
ler) (22.1.2020).
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vorgenannten Preislisten 2021 bezieht, drückt aus, dass sich alle Verkaufspreise als  Preisempfehlungen verstehen und empfiehlt den Yamaha-Partnern, die Fahrzeuge mit den aktuellen und unverbindlichen Verkaufspreisen zu beschriften.
A.3.5.1.1 Stellungnahme der HAG zur Preissetzung ihrer Yamaha-Partner
114. Die HAG bestreitet eine Einflussnahme auf die Wiederverkaufspreise der Yamaha- für Yamaha-Produkte.183 Sie würde die Einhaltung der Preisempfehlungen nicht  und verfüge auch nicht über die Möglichkeiten dazu, wie z. B. über ein zentrales .184 Sie veröffentliche lediglich Preislisten, welche unverbindlich seien und kündigte an, die Preislisten des Jahres 2020 folgendermassen zu revidieren:
«Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen, wird ab der Preisliste 2020 ( ab 01.01.2020) sodann stets noch zusätzlich die Angabe "unverbindliche " auf der Preisliste vermerkt.»185
115. Demgegenüber ist die Preisliste 2020 am Seitenende links mit «*Empfohlene  [...]» und nicht als unverbindlich deklariert (Rz 112).186
116. Die HAG habe die offizielle Preisliste mit den empfohlenen Verkaufspreisen für das Jahr 2020 Mitte Januar 2020 an ihre Vertriebspartner versendet, dabei sei «aus Versehen die in Aussicht gestellte Präzisierung noch nicht umgesetzt» worden.187 Die HAG führte dazu aus:
«Nachdem wir dieses Versehen bemerkten, haben wir umgehend eine  der Preislisten vorgenommen. Die online verfügbaren Preislisten 2021 [...]  bereits entsprechend der in Aussicht gestellten Präzisierung geändert. Bei der gedruckten Fassung erfolgt ein Nachdruck der Preislisten 2021 bis spätestens im Juni 2021. [...]»188
117. In Bezug auf die Preisangabe in den Geschäften führt die HAG aus, dass sie aus Gründen eines einheitlichen Auftritts den Yamaha-Partnern sogenannte  für den Showroom zur Verfügung stelle.189 Diese Fahrzeugbeschriftungen seien –  wie die Preislisten – mit der Angabe von unverbindlichen Preisempfehlungen .190 Die Kommunikation mit den Konsumenten sei offen und transparent.191 Die HAG reichte mehrere Beispiele für die Preisanschrift in den Geschäften ein (vgl. nachfolgendes ).
183 Act. 10, Antwort zu Frage 4, S. 6. 184 Act. 6, S. 3. 185 Act. 10, Antwort zu Frage 4, S. 6. 186 Act. 17, Beilage 6, S. 117-124. 187 Act. 83, Antwort zu Frage 2, S. 2. 188 Act. 83, Antwort zu Frage 2, S. 2. 189 Act. 10, Antwort zu Frage 6a, S. 6. 190 Act. 10, Antwort zu Frage 6a, S. 6. 191 Act. 10, Antwort zu Frage 6a, S. 6.
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Abbildung 3: Beispiel einer Preisanschrift im Geschäft
118. Hinsichtlich der Preisangabe im Internet seien die Händler in der Gestaltung und im Inhalt ihrer Webseite grundsätzlich frei.192 Sie müssten lediglich die visuellen Richtlinien von YME respektieren (z.B. Logos, Farben etc.).193 Einige Händler würden auf eigenen Wunsch und nach Rücksprache mit der HAG den direkten Link auf <www.yamaha-motor.ch> nutzen.194 Die Preise auf dieser Internetseite seien als unverbindlich deklariert.195
119. Eine Überprüfung (Ende 2019) der von der HAG angegebenen Webseite <www.-motor.ch> bzw. <www.yamaha-motor.eu/ch/de> ergab, dass keine Kennzeichnung  ist, wonach es sich bei den Fahrzeugpreisen um unverbindliche Preisempfehlungen
192 Act. 10, Antwort zu Frage 6b, S. 7. 193 Act. 10, Antwort zu Frage 6b, S. 7. 194 Act. 10, Antwort zu Frage 6b, S. 7. 195 Act. 10, Antwort zu Frage 6.
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handeln würde.196 Die diesbezüglichen Angaben der HAG lassen sich somit nicht bestätigen. 49 der 88 bekannten Yamaha-Partner (rund 56 %) haben auf ihrer Webseite einen direkten Link zur oben genannten Webseite. Lediglich zwei dieser Händler geben die Fahrzeugpreise auch auf ihrer eigenen Webseite an. 28 Yamaha-Partner (rund 32 %) präsentieren die -Fahrzeuge auf ihrer eigenen Webseite mit Preisangaben.
120. Die HAG gibt ausserdem an, die Vertriebspartner dürften gegenüber Endkundinnen und Endkunden Rabatte auf Yamaha-Produkte gewähren.197 Unter den Vertriebspartnern würde dadurch ein Preiswettbewerb stattfinden.198
A.3.5.1.2 Ergebnis der Yamaha-Partner-Befragungen zu ihrer Preissetzung
Einflussnahme der HAG auf die Preissetzung der Yamaha-Partner
121. In der durchgeführten Befragung sagen 16 von 20 Yamaha-Partnern (80 %), dass sie in der Preissetzung frei seien, wobei sechs dieser Yamaha-Partner die empfohlenen  der HAG bzw. von Yamaha Suisse199 als Grundlage für die Preisfestsetzung verwenden würden. Die übrigen Yamaha-Partner (20 %) verneinen diese Frage.200
122. Gemäss 16 von 20 Yamaha-Partnern (80 %) nimmt die HAG keinen Einfluss auf die Höhe der Verkaufspreise der Yamaha-Partner. Vier Yamaha-Partner (20 %) geben an, dass die HAG auf die Verkaufspreise Einfluss nehme.201 Eine Yamaha-Vertretung hält hierzu fest: [dass es sowohl für die Fahrzeuge als auch für die Originalteile verbindliche Preislisten gebe].202
123. Gemäss 13 von 15 Yamaha-Partnern (87 %) sind die Preisempfehlungen der HAG . Ein Yamaha-Partner sagt hinsichtlich der Verbindlichkeit der empfohlenen  «teils/teils»203 und ein anderer gab keine eindeutige Antwort.204
124. 13 von 15 Yamaha-Partnern (87 %) sagen zudem, dass die Einhaltung der  nicht kontrolliert würde. Zwei Yamaha-Partner hingegen sagen, dass die  kontrolliert werde und bei Nichteinhaltung Konsequenzen drohen würden. Einer dieser Yamaha-Partner gibt zudem an, dass zwecks Einhaltung der empfohlenen Verkaufspreise  gewährt und Druck ausgeübt würden.205 Die übrigen Yamaha-Partner verneinen die
196 Siehe als Beispiel: <https://www.yamaha-motor.eu/ch/de/products/motorcycles/urban-/ys125/> (16.12.2019).
197 Act. 6, S. 3. 198 Act. 6, S. 3; act. 10, S. 4. 199 Auf der Internetseite von YME wird die HAG als Yamaha Motor Schweiz bezeichnet. Der entspre-
chende Link auf der Internetseite <www.yamaha-motor.eu> leitet den Webseitenbesucher auf die Webseite der HAG weiter. Yamaha Suisse ist folglich die HAG.
200 [...]. 201 Act. 49; act. 68; act. 59; act. 70. 202 Act. 68. 203 Act. 71. 204 Act. 68. 205 Eine Yamaha-Vertretung sagt zu allfälligen Kontrollen der Einhaltung: [dass man ermahnt würde,
wenn man zu einem höheren oder tieferen Preis verkaufe, als demjenigen der Preisliste der HAG]. Auf die Fragen, wie die Kontrollen erfolgen und welche Konsequenzen ein Abweichen von den  Verkaufspreisen habe, gibt die gleiche Yamaha-Vertretung an: [dass Kontrollen durch  der HAG erfolgen würden und dass Ermahnungen und Vertragskündigungen erfolgen würden]. Hinsichtlich Anreizen sagt diese Yamaha-Vertretung zudem: [...] und hinsichtlich Druckausübung: [dass die HAG die Preise festlege [...] und dass man wegen der geringen Margen gezwungen sei, die Preise der HAG anzuwenden]. Eine Yamaha-Service-Stelle gab an, dass die Kontrollen durch den «Zone Manager» der HAG erfolge und hinsichtlich allfälliger Konsequenzen hielt sie fest: [...].
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Frage, ob die HAG Anreize gewähre und/oder Druck ausübe, damit die empfohlenen  eingehalten werden.
Angaben der Yamaha-Partner zur Beschriftung der Fahrzeuge
125. Danach gefragt, wie die Yamaha-Partner die Preisanschriftsklausel (Rz 111), wonach sich die Yamaha-Partner verpflichten, die Fahrzeuge gemäss den Yamaha VI Vorschriften zu präsentieren und mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften,  und anwenden, geben 17 von 19 Yamaha-Partnern (90 %) an, die Formulierung «mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften», so zu verstehen, dass sich diese auf die Preise der Preislisten bezieht. Weiter geben 12 von 19 Yamaha-Partner (63 %) an, die Bestimmung so zu verstehen, dass die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen  werden müssen, aber zu selbst festgelegten Verkaufspreisen verkauft werden.  von 19 Yamaha-Partnern (37 %) gaben hingegen an, die Bestimmung so zu verstehen, dass die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen beschriftet werden müssen und auch zu den empfohlenen Verkaufspreisen verkauft werden. Ein Yamaha-Partner führt aus: [...].206
126. Von 19 Yamaha-Partnern geben elf (57 %) an, die Motorräder und Roller im Geschäft immer mit dem empfohlenen Verkaufspreis zu beschriften, sechs (31 %) geben an, dies  zu tun, einer (6 %) gibt an, dies selten zu tun und einer (6 %) gibt an, dies nie zu tun.
127. Von 18 Yamaha-Partnern geben neun an (50 %), die Motorräder und Roller auf ihrer Website immer mit dem empfohlenen Verkaufspreis zu beschriften, sieben (39 %), dies  zu tun und zwei (11 %), dies nie zu tun.
Tatsächliche Beschriftung der verkauften Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis
128. Im Rahmen der zweiten Befragung zur Preispolitik (vgl. Rz 15) wurden die  aufgefordert, Angaben zur Preisgestaltung betreffend die zehn am häufigsten  Yamaha-Fahrzeuge für das Jahr 2018 einzureichen. Insbesondere wurden die -Partner aufgefordert, für jedes der zehn am häufigsten verkauften Modelle pro  Fahrzeug anzugeben, welches die Preisempfehlung für das Grundmodell war und mit welchem Verkaufspreis für das Grundmodell sie das Fahrzeug angeschrieben haben. In  auf die angeschriebenen Verkaufspreise zeigt die nachstehende Tabelle 13, dass im Durchschnitt in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug mit dem empfohlenen  der HAG beschriftet wurde.
Tabelle 13: Beschriftung der Motorräder und Roller mit den Preisempfehlungen für die meistverkauften Modelle – Jahr 2018
Yamaha-Modelle Anteil, bei dem die Preisempfehlungen und
der angeschriebene Verkaufspreis identisch sind [%]
[Modell 1] [...]
[Modell 2] [...]
[Modell 3] [...]
[Modell 4] [...]
[Modell 5] [...]
[Modell 6] [...]
206 Act. 53.
32
Yamaha-Modelle Anteil, bei dem die Preisempfehlungen und
der angeschriebene Verkaufspreis identisch sind [%]
[Modell 7] [...]
[Modell 8] [...]
[Modell 9] [...]
[Modell 10] [...]
Mittelwert: 93,2
Quelle: Angaben Yamaha-Partner (Befragung zur Preispolitik) – Berechnungen des Sekretariats.
129. Der obigen Tabelle 13 ist zudem zu entnehmen, dass für die einzelnen Yamaha-Modelle die Spanne für eine Beschriftung der Preisschilder mit der Preisempfehlung der HAG je nach Modell von rund [...] bis zu [...] reicht. Anders ausgedrückt haben die Yamaha-Partner (im Durchschnitt über alle Modelle) in 7 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug nicht mit dem von der HAG empfohlenen Verkaufspreis beschriftet.
Befolgungsgrad der Preisempfehlungen der HAG
130. Zur Frage, ob bzw. wie oft die Yamaha-Partner die Preisempfehlungen beim Verkauf von Motorrädern und Rollern einhalten, geben im qualitativen Teil des Fragebogens von 19 Yamaha-Partnern neun an, diese immer einzuhalten, neun, diese meistens einzuhalten, und einer, diese nie einzuhalten. 13 von 19 Yamaha-Partnern (68 %) geben an, auf Motorräder und Roller Rabatte zu geben und sechs (32 %), dies nicht zu tun.
131. Im Rahmen der zweiten Befragung zur Preispolitik (Rz 15) wurden die Yamaha- aufgefordert, Angaben zur Preisgestaltung betreffend die zehn am häufigsten verkauften Yamaha-Fahrzeuge für das Jahr 2018 einzureichen. Dabei wurde die Tatsache berücksichtigt, dass beim Kauf eines Motorrades oder Rollers möglicherweise auch Sonderausstattungen mitgekauft werden und dies einen Einfluss auf die Bereitschaft der Yamaha-Partner haben könnte, Rabatte zu gewähren. Vor diesem Hintergrund wurden die Yamaha-Partner , für jedes der zehn am häufigsten verkauften Modelle pro verkauftes Fahrzeug anzugeben (i) was die Preisempfehlung für das Grundmodell (ohne Sonderausstattungen) war, (ii) mit welchem Verkaufspreis für das Grundmodell sie das Fahrzeug angeschrieben haben, (iii)  Preis die Endkundin bzw. der Endkunde tatsächlich für das Fahrzeug bezahlt hat, (iv) mit welchem Verkaufspreis sie die beim Fahrzeugkauf mitgekauften Sonderausstattungen  haben, (v) welchen Preis die Endkundin bzw. der Endkunde tatsächlich für die beim Fahrzeugkauf mitgekauften Sonderausstattungen bezahlt hat und, (vi) ob beim Fahrzeugkauf noch weitere Rabatte gewährt wurden. Die nachfolgende Abbildung 4 sowie die Tabellen 14 und 15 werten die eingereichten Informationen entsprechend aus.
132. Wird der Befolgungsgrad auf Basis der Verkaufsstellen berechnet, welche sich in mehr als der Hälfte der verkauften Produkte an den empfohlenen Verkaufspreis des Fahrzeuges gehalten haben, so sieht man, dass dies bei (knapp) acht von 19 Händlern der Fall gewesen ist (vgl. Abbildung 4). Dementsprechend liegt der Befolgungsgrad in Bezug auf den Anteil der vorgenannten Verkaufsstellen vorliegend bei ca. 42 %.207
207 Diese Berechnung erfolgte in Anlehnung an BGE 147 II 72, Pfizer (vgl. Rz 171).
33
Abbildung 4: Anteil verkaufter Fahrzeuge mit und ohne Rabatt nach Verkaufsstelle
Quelle: Angaben Yamaha-Partner (Befragung zur Preispolitik) – Berechnungen des Sekretariats.
133. Zusätzlich zeigt die nachfolgende Tabelle 14 den Anteil verkaufter Fahrzeuge mit Rabatt (nach Modell) im Jahr 2018. Der Tabelle 14 ist zu entnehmen, dass im Durchschnitt bei rund 60 % der verkauften Fahrzeuge auf das Grundmodell ein Rabatt gewährt wurde. Für die  Modelle reicht die Spanne des Anteils der mit Rabatt verkauften Fahrzeuge von knapp [...] für das Modell [...] bis zu einem Anteil mit Rabatt von über [...] aller verkauften Fahrzeuge beim Modell [...]. Betrachtet man zusätzlich die Fahrzeuge, bei welchen auch  mitgekauft wurden, so wurde bei einem Anteil von rund 69 % der verkauften Fahrzeuge im Durchschnitt ein Rabatt gewährt. Für die einzelnen Modelle reicht die Spanne des Anteils der mit Rabatt verkauften Fahrzeuge von etwa [...] beim Modell [...] bis zu einem Anteil mit Rabatt von über [...] aller verkauften Fahrzeuge beim Modell [...]. Anders ausgedrückt wurden im Durchschnitt knapp 40 % der verkauften Fahrzeuge zum empfohlenen Verkaufspreis der HAG verkauft und dementsprechend liegt der Befolgungsgrad für die Preisempfehlung (in Bezug auf den Anteil der verkauften Fahrzeuge) bei unter 50 %.
Tabelle 14: Anteil verkaufter Fahrzeuge mit Rabatt nach Modell – Jahr 2018
Yamaha-Modell Anteil verkaufte Fahrzeuge mit Rabatt [%]
Grundmodell
(ohne Sonderausstattungen)
Grundmodell
(inkl. Sonderausstattung)
[Modell 1] [...] [...]
[Modell 2] [...] [...]
[Modell 3] [...] [...]
[Modell 4] [...] [...]
[Modell 5] [...] [...]
[Modell 6] [...] [...]
[Modell 7] [...] [...]
34
Yamaha-Modell Anteil verkaufte Fahrzeuge mit Rabatt [%]
Grundmodell
(ohne Sonderausstattungen)
Grundmodell
(inkl. Sonderausstattung)
[Modell 8] [...] [...]
[Modell 9] [...] [...]
[Modell 10] [...] [...]
Durchschnitt: 60,4 69,0
Quelle: Angaben Yamaha-Partner (Befragung zur Preispolitik) – Berechnungen des Sekretariats.
134. Um den Umfang der gewährten Rabatte abzuschätzen, wurden die Yamaha-Partner zusätzlich aufgefordert, Angaben zur konkreten Höhe der gewährten Rabatte in CHF . Dies für jedes verkaufte Fahrzeug aufgeschlüsselt in den Rabatt für das Grundmodell ohne Sonderausstattungen sowie zusätzlich für das Grundmodell inkl. Sonderausstattungen. Die nachfolgende Tabelle 15 gibt diese Rabatte in Prozent ausgehend vom empfohlenen  der HAG an. In Bezug auf den empfohlenen Verkaufspreis für das Grundmodell ohne Sonderausstattungen wurde für alle verkauften Modelle im Durchschnitt ein Rabatt von [...] gewährt, dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu  [...]. Im Durchschnitt wurde für die einzelnen Modelle ein minimaler Rabatt von [...], dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu durchschnittlich [...], gegeben und der durchschnittliche maximale Rabatt wurde mit [...] angegeben, dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu durchschnittlich [...]. Zusammenfassend wurde im Durchschnitt auf alle verkauften Fahrzeuge auf das Grundmodell ein Rabatt von  [...] gewährt.
Tabelle 15: Tatsächlich gewährte Rabatte auf die Preisempfehlung nach Modell – Jahr 2018
Yamaha-Modell Rabatte in [%]
Minimum Maximum Durchschnitt
Rabatt auf das Grundmodell (ohne Sonderausstattungen)
[Modell 1] [...] [...] [...]
[Modell 2] [...] [...] [...]
[Modell 3] [...] [...] [...]
[Modell 4] [...] [...] [...]
[Modell 5] [...] [...] [...]
[Modell 6] [...] [...] [...]
[Modell 7] [...] [...] [...]
[Modell 8] [...] [...] [...]
[Modell 9] [...] [...] [...]
[Modell 10] [...] [...] [...]
Durchschnittlicher Rabatt [...] [...] [...]
35
Yamaha-Modell Rabatte in [%]
Minimum Maximum Durchschnitt
Rabatt auf das Grundmodell (inklusive Sonderausstattungen)
[Modell 1] [...] [...] [...]
[Modell 2] [...] [...] [...]
[Modell 3] [...] [...] [...]
[Modell 4] [...] [...] [...]
[Modell 5] [...] [...] [...]
[Modell 6] [...] [...] [...]
[Modell 7] [...] [...] [...]
[Modell 8] [...] [...] [...]
[Modell 9] [...] [...] [...]
[Modell 10] [...] [...] [...]
Durchschnittlicher Rabatt [...] [...] [...]
Quelle: Angaben Yamaha-Partner (Befragung zur Preispolitik) – Berechnungen des Sekretariats.
135. Der obigen Tabelle 15 sind zudem die gewährten Rabatte für verkaufte Fahrzeuge mit Sonderausstattungen in Prozent zum empfohlenen Verkaufspreis (für das Grundmodell inkl. Sonderausstattungen) zu entnehmen. In Bezug auf das Grundmodell mit  wurde für alle verkauften Modelle im Durchschnitt ein Rabatt von [...] gewährt, dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu durchschnittlich [...]. Im  wurde für die einzelnen Modelle ein minimaler Rabatt von [...], dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu durchschnittlich [...], gegeben und der  maximale Rabatt wurde mit [...] angegeben, dies in einer Spanne je nach Modell von durchschnittlich [...] bis zu durchschnittlich [...]. Zusammenfassend wurde im Durchschnitt auf alle verkauften Fahrzeuge auf das Grundmodell inkl. Sonderausstattung ein Rabatt von durchschnittlich [...] gewährt. Darüber hinaus gaben die Yamaha-Partner an, dass bei durchschnittlich 28 % der Verkäufe «weitere Rabatte» je nach Modell gewährt worden seien.
136. Davon ausgehend, dass die Yamaha-Partner die Fahrzeuge (im Grundmodell) zum empfohlenen Verkaufspreis verkaufen, würden sie eine Bruttomarge von [...]% erzielen.208 Ein gewährter Rabatt von [...] repräsentiert somit einen Anteil von ca. [...]% an der Bruttomarge. Bezogen auf die Fahrzeugverkäufe mit gewährtem Rabatt (vorliegend ca. 60 %; vgl. Rz 133) beträgt der durchschnittliche Rabatt [...]. Dies repräsentiert somit einen Anteil von ca. [...]% an der Bruttomarge der Yamaha-Partner. Dies bedeutet, dass z. B. beim Verkauf eines Fahrzeuges, welches CHF 10'000 kostet, dem Yamaha-Partner bei einer Bruttomarge von ca. [...], CHF [...] zukommen. Gewährt der Yamaha-Partner der Endkundin oder dem Endkunden einen Rabatt von [...], also von CHF [...], so beträgt seine Bruttomarge noch CHF [...]. Der gewährte Rabatt stellt also einen Anteil von [...]% an der Bruttomarge des Yamaha-Partners dar.
208 Act. 70.
36
A.3.5.1.3 Zwischenfazit zur Preissetzung der Yamaha-Partner betreffend Motorräder und Roller
137. Zusammenfassend ist bezüglich der Preissetzung betreffend Motorräder und Roller festzuhalten, dass die HAG den Yamaha-Partnern jährlich Preislisten für die Yamaha- kommunizierte, die Preislisten im Internet einsehbar und damit allgemein zugänglich waren und sind, die in den Preislisten enthaltenen Preise nicht mit «unverbindlich», sondern lediglich mit «empfohlene Verkaufspreise» bezeichnet waren (Rz 111) und die HAG den -Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte (Rz 117). Die Verträge 2017/2018  zudem Preisanschriftsklauseln, wonach die Yamaha-Partner verpflichtet waren, die Fahrzeuge «mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften» (Rz 111).
138. Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, in der Preissetzung frei zu sein (Rz 121 ff.) und die Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis zu beschriften (Rz 125 ff.). Der  Teil der Yamaha-Partner-Befragungen hat ergeben, dass rund 93 % der verkauften Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurden (vgl. Rz 128), ca. 42 % der Verkaufsstellen mindestens die Hälfte der Fahrzeuge zum empfohlenen  verkauften (vgl. Rz 132 bzw. Abbildung 4) und knapp 40 % (Grundmodell) bzw. 31 % (Grundmodell mit Sonderausstattung) der verkauften Fahrzeuge zum empfohlenen  der HAG verkauft wurden (vgl. Rz 133). Der Umfang der gewährten Rabatte stellt  einen Anteil von ca. [...]% der Bruttomarge der Yamaha-Partner dar.
A.3.5.2 Margen und Sonderrabatte
139. Die Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner halten zu Margen und Rabatten fest:
Tabelle 16: Rabattstrukturklausel der Liefervereinbarungen der HAG mit den 
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Partner 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Partner
Die *-Markierung in Ziff. 2.2 lautet:[...]209 Die *-Markierung in Ziff. 2.2 lautet: [...].210
140. Die *-Markierung zur Ziff. 2.2 der Liefervereinbarung 2018 Yamaha-Partner sieht vor, dass eine Margenreduktion von [...] % der Yamaha-Service-Stelle nicht weitergegeben  darf. Die entsprechende Bestimmung der Liefervereinbarung 2021 enthält diese Pflicht nicht mehr und es handelt es sich im Übrigen um eine vertragliche «Kann»-Vorschrift.
141. Die Liefervereinbarungen der Yamaha-Vertretungen sehen einen Fahrlehrerrabatt vor:
Tabelle 17: Fahrlehrerrabattklausel der Liefervereinbarungen der HAG mit den 
2018 Liefervereinbarung Yamaha-Vertretung 2021 Liefervereinbarung Yamaha-Vertretung
[...]211 [...]212
142. Nach Ziff. 2.17 der Liefervereinbarung 2018 Yamaha-Vertretung, beträgt der Nachlass auf Fahrlehrerfahrzeuge [...] % vom Endkundenpreis exkl. MwSt. und die Beteiligung der HAG und der Yamaha-Vertretung beträgt je [...] % vom Endkundenpreis exkl. MwSt. Die  2021 beziehen sich nicht mehr auf [...] % vom Endkundenpreis.
209 Act. 6, Beilagen 2 und 4, Ziff. 2.2. 210 Act. 83, Beilagen 2 und 5, Ziff. 2.2, S. 17 resp. 61. 211 Act. 6, Beilage 2, Ziff. 2.17. 212 Act. 83, Beilagen 2 und 5, Ziff. 2.16 resp. 2.13, S. 21 resp. 64.
37
A.3.5.2.1 Stellungnahme der HAG zu Margen und Sonderrabatten
143. Hinsichtlich der *-Markierung in Ziff. 2.2 der Liefervereinbarung 2018 Yamaha-Partner, gibt die HAG an, dass diese Klausel nur das Vertragsverhältnis zwischen der HAG, der -Vertretung und der Yamaha-Service-Stelle regle.213 Die Anmerkung, wonach die  von [...] % nicht der Yamaha Service-Stelle weitergegeben werden darf, , dass die Yamaha Vertretung gegenüber der Yamaha Service-Stelle für ihre Umtriebe lediglich einen Pauschalbetrag von CHF [...] in Rechnung stellen darf und nicht eine  von [...] %.214 Zweck sei es, der Yamaha-Vertretung eine Mindestmarge von CHF [...] zu garantieren, wenn eine Yamaha-Service-Stelle bei dieser einen Yamaha-Roller beziehe.215 Zur Vertragsanpassung führt die HAG aus: «Wir sind nun aber übereingekommen, dass der Wortlaut "darf nicht weitergegeben werden" unglücklich gewählt ist».216
144. Zur Fahrlehrerrabattklausel gibt die HAG an, sie gewähre den Yamaha-Partnern bei Fahrlehrerfahrzeugen einen zusätzlichen Rabatt von [...] %; diese [...] % würden  der Beteiligung der HAG entsprechen.217 Es stehe den Yamaha-Partnern darüber hinaus völlig frei, einen Rabatt von mehr oder weniger als [...] % zu gewähren.218 Dieses System sei in der Praxis auch so angewandt worden.219 Zur Vertragsanpassung führt die HAG aus:
[...]220
145. Letztendlich stehe es dem Endverbraucher somit weiterhin frei, den Händler zu wählen, von dem er den besten Preis oder Service bekommt.221
A.3.5.2.2 Ergebnis der Yamaha-Partner-Befragung zu Margen und Sonderrabatten
146. Fünf von neun der befragten Yamaha-Vertretungen geben an, dass ihnen mindestens eine Yamaha-Service-Stelle zugewiesen sei. Drei dieser fünf Yamaha-Vertretungen verneinen die Frage, ob sie den Verkaufspreis für Yamaha-Fahrzeuge gegenüber der bzw. den -Stelle(n) selber festlegen dürfen.222 Zur Frage, wie die Vertragsbestimmung gelebt würde, geben zwei Yamaha-Vertretungen an, dass CHF [...] für den Aufwand der  beim Fahrzeugverkauf an eine Yamaha-Service-Stelle berechnet würden.223
147. Sieben von neun Yamaha-Vertretungen (78 %) gaben an, sich in der Festlegung der Rabatthöhe für Fahrlehrerfahrzeuge als frei zu erachten. Zwei von neun Yamaha- (22 %) sagen «Nein» und führen aus: [...]224 bzw. [...].225
A.3.5.2.3 Zwischenfazit zu Margen und Sonderrabatten
148. Zusammenfassend ist bezüglich der Margen festzuhalten, dass beim Verbot der  der Margenreduktion von [...] % gestützt auf den Vertragswortlaut und die Angaben der befragten Marktteilnehmer unklar ist, ob es sich um einen Höchstpreis oder um einen kar-
213 Act. 10, Antwort zu Frage 9, S. 8. 214 Act. 6, S. 2. 215 Act. 10, Antwort zu Frage 9, S. 8. 216 Act. 10, Antwort zu Frage 9, S. 8. 217 Act. 10, Antwort zu Frage 10, S. 8. 218 Act. 10, Antwort zu Frage 10, S. 8. 219 Act. 10, Antwort zu Frage 10, S. 8. 220 Act. 10, Antwort zu Frage 10, S. 8. 221 Act. 10, Antwort zu Frage 10, S. 8. 222 Act. 66; act. 55; act. 59. 223 Act. 55; act. 66. 224 Act. 66. 225 Act. 68.
38
tellrechtlich problematischen Mindestpreis in Form eines Verbots der Weitergabe von  handelt. Da die Klausel mittlerweile geändert worden ist, wird die Klausel nicht weiter .
149. Die Fahrlehrerrabattklausel wurde dahingehend präzisiert, dass die Yamaha-, zusätzlich zum Rabatt, den die HAG auf Fahrlehrerfahrzeuge gewährt, in der Gewährung weiterer Rabatte frei sind. Die Mehrheit der Yamaha-Vertretungen erachten sich in der  der Rabatthöhe für Fahrlehrerfahrzeuge als frei. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass die HAG die Fahrlehrerrabattklausel angepasst hat, wird die Klausel nicht weiter analysiert.
A.3.5.3 Zwischenfazit zur Preisgestaltung betreffend Motorräder und Roller
150. In Bezug auf die Preisgestaltung ist erstens zur Preissetzung betreffend Motorräder und Roller festzuhalten, dass die HAG den Yamaha-Partnern jährlich Preislisten für die -Fahrzeuge kommunizierte, die Preislisten im Internet einsehbar und damit allgemein zugänglich waren und sind, die in den Preislisten enthaltenen Preise nicht mit «unverbindlich», sondern lediglich mit «empfohlene Verkaufspreise» bezeichnet waren (Rz 111) und die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte (Rz 117). Die Verträge 2017/2018 enthielten zudem Preisanschriftsklauseln, wonach die Yamaha-Partner verpflichtet waren, die Fahrzeuge «mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften» (Rz 111). Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, in der Preissetzung frei zu sein (Rz 121 ff.) und die Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis zu beschriften (Rz 125 ff.). Der quantitative Teil der Yamaha-Partner-Befragungen hat ergeben, dass rund 93 % der  Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurden (vgl. Rz 128), ca. 42 % der Verkaufsstellen mindestens die Hälfte der Fahrzeuge zum empfohlenen  verkauften (vgl. Rz 132 bzw. Abbildung 4) und knapp 40 % (Fahrzeug im ) bzw. 31 % (Fahrzeug inkl. Sonderausstattungen) der verkauften Fahrzeuge zum  Verkaufspreis der HAG verkauft wurden (vgl. Rz 133). Der Befolgungsgrad der Preisempfehlungen der HAG liegt somit unter 50 %. Der Umfang der gewährten Rabatte stellt durchschnittlich einen Anteil von ca. [...]% an der Bruttomarge der Yamaha-Partner dar. Die HAG hat dem Sekretariat zugesichert, die Anregungen bezüglich der Preisgestaltung  (Rz 19).
151. Zweitens ist bezüglich Margen und Sonderrabatten festzuhalten, dass beim Verbot der Weitergabe der Margenreduktion von [...] % gestützt auf den Vertragswortlaut und die  der befragten Marktteilnehmer unklar ist, ob es sich um einen Höchstpreis oder um einen kartellrechtlich problematischen Mindestpreis in Form eines Verbots der Weitergabe von  handelt. Da die Klausel mittlerweile geändert worden ist, wird die Klausel nicht weiter analysiert. Die Fahrlehrerrabattklausel wurde dahingehend präzisiert, dass die Yamaha- zusätzlich zum Rabatt, den die HAG auf Fahrlehrerfahrzeuge gewährt in der  weiterer Rabatte frei sind. Die Mehrheit der Yamaha-Vertretungen erachten sich in der Festlegung der Rabatthöhe für Fahrlehrerfahrzeuge als frei. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass die HAG die Fahrlehrerrabattklausel angepasst hat, wird die Klausel nicht weiter analysiert.
A.4 Zusammenfassung
152. In Bezug auf Parallel- und Direktimporte ist erstens festzuhalten, dass mit der  der Verträge 2017/2018 die Schweizer Yamaha-Vertretungen  waren, die Yamaha-Produkte ausschliesslich bei der Schweizer Generalimporteurin (der HAG), zu beziehen (Rz 41 ff.). Sie haben sich damit indirekt verpflichtet, Parallelimporte  den Bezug von Yamaha-Produkten im Ausland zu unterlassen. Dies könnte zum indirekten Ausschluss von passiven Verkäufen durch ausländische Händler an Schweizer Händler  haben. Gleiches gilt für die Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, Vertragsprodukte nur von der HAG und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen
39
Yamaha-Vertretungen zu beziehen (Rz 44 ff.). Gegen eine strikte Alleinbezugsverpflichtung und für die Möglichkeit von Parallelimporten sprechen demgegenüber Ziff. 4.21 resp. 4.19 der Liefervereinbarungen der Yamaha-Partner, die Parallelimporte vorsehen (Rz 47). Die  der befragten Yamaha-Partner gibt an, sich nicht darin beschränkt zu sehen,  aus dem Ausland zu beziehen (Rz 58). Lediglich ein Yamaha-Partner gibt jedoch an, tatsächlich Fahrzeuge parallel zu importieren (Rz 58). Die geringe Anzahl parallel- und  Yamaha-Fahrzeuge im Jahr 2018 (0,6 % aller Fahrzeuge) (Rz 53) zeigt, dass  keine Importe getätigt wurden. Die HAG hat den Wortlaut der Alleinbezugsklauseln in ihren revidierten Verträgen 2021 nur geringfügig geändert. Der neue Wortlaut für sich allein suggeriert weiterhin eine Alleinbezugsverpflichtung. Die HAG hat dem Sekretariat allerdings zugesichert, die diesbezügliche Anregung umzusetzen (Rz 19). Mit der Umsetzung der  wird der Widerspruch zwischen den Vertragsklauseln wegfallen.
153. Zweitens liegen Garantiebeschränkungen vor, die Parallel- und/oder Direktimporte  behindert haben könnten. [...]. Den vertraglichen Garantieausschluss beim Einbauen von Ersatzteilen fremder Herkunft (Rz 75) sowie die vertragliche Verpflichtung der , nur Yamaha-Originalersatzteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 77), [...].
154. In Bezug auf die Belieferung spezifischer Kundengruppen ist erstens festzuhalten, dass die Verträge 2017 dem Wortlaut nach den Yamaha-Vertretungen untersagten,  an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen. Die revidierten Verträge 2021 behalten der HAG die Belieferung von Behörden, Handelsbetrieben und Flottenbetreibern mit technisch modifizierten Fahrzeugen vor (Rz 107). Die HAG erklärt, dass es den Yamaha- nicht untersagt sei, Standardfahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder  zu liefern und die Klausel dazu missverständlich formuliert sei. Die Mehrheit der -Partner gibt an, technisch unveränderte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen.
155. Zweitens besteht weiterhin ein vertraglicher Vorbehalt der HAG, als einzige Anbieterin technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen. Die HAG erklärt dazu, dass die betroffenen Fahrzeuge zwingend von YMC  werden müssten, wofür Yamaha strenge Richtlinien vorgebe und den  die Ausrüstung fehlen würde. Drei Yamaha-Partner geben an, technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder Flottenbetreiber verkauft zu haben. 15 -Partner geben an, dies nicht zu tun und die Mehrheit davon gibt an, auch kein Interesse daran zu haben (Rz 105). Vier Yamaha-Partner geben schliesslich an, aufgrund fehlender  keine technisch modifizierten Fahrzeuge zu verkaufen (Rz 105).
156. In Bezug auf die Preisgestaltung ist zur Preissetzung betreffend Motorräder und Roller festzuhalten, dass die HAG den Yamaha-Partnern jährlich (allgemein zugängliche) Preislisten für die Yamaha-Fahrzeuge kommunizierte, die in den Preislisten enthaltenen  Verkaufspreise nicht ausdrücklich als unverbindlich gekennzeichnet waren (Rz 111), die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte (Rz 117) und die  2017/2018 Preisanschriftsklauseln enthielten, wonach die Yamaha-Partner verpflichtet waren, die Fahrzeuge «mit den aktuellen und empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften» (Rz 111). Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, in der Preissetzung frei zu sein (Rz 121 ff.) und die Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis zu beschriften (Rz 125 ff.). Die -Partner-Befragung zur Preispolitik hat ergeben, dass rund 93 % der verkauften  mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurden (Rz 128), ca. 42 % der Verkaufsstellen mindestens die Hälfte der Fahrzeuge zum empfohlenen Verkaufspreis  (Rz 132 bzw. Abbildung 4) und knapp 40 % resp. 31 % der verkauften Fahrzeuge im Grundmodell resp. mit Sonderausstattungen zum empfohlenen Verkaufspreis der HAG  wurden (Rz 133). Der Umfang der gewährten Rabatte stellt durchschnittlich einen Anteil von ca. [...]% an der Bruttomarge der Yamaha-Partner dar. Die HAG hat dem Sekretariat , die Anregungen bezüglich der Preisgestaltung umzusetzen (Rz 19).
40
157. Im nächsten Teil wird geprüft, ob Anhaltspunkte für nachfolgende Abreden bestehen:
- vertikale Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG zwischen der HAG und den  bezüglich Motorrädern und Rollern aufgrund der von der HAG  Preislisten und der Verpflichtung der Yamaha-Partner, bis im Jahr 2021 die  und Roller mit den Preisen der HAG zu beschriften sowie der weiteren  Elemente (Rz 201 ff.);
- vertikale Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG aufgrund (i) der , die eine Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner für die  vorsehen, und (ii) der Vertragsbestimmungen, die die  der HAG gegenüber den Yamaha-Partnern auf von der HAG importierte Fahrzeuge und Originalersatzteile beschränken (Rz 208 ff.);
- horizontale Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG aufgrund (i) der , die es den Yamaha-Vertretungen untersagen, Vertragsprodukte an  und Handelsbetriebe zu verkaufen und (ii) der Vertragsbestimmungen, die eine alleinige Verkaufsberechtigung technisch modifizierter Fahrzeuge zugunsten der HAG vorsehen (Rz 218 ff.);
- Wettbewerbsverbote nach Art. 5 Abs. 1 KG i. V. m. Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek  (i) der Garantieausschlussklauseln im Fall des Einbaus von Ersatzteilen  Herkunft sowie (ii) der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, nur -Originalersatzteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 265 ff.).

## Considerations

B Erwägungen
B.1 Geltungsbereich
158. Das Kartellgesetz (KG) gilt für Unternehmen des privaten und öffentlichen Rechts, die Kartell- oder andere Wettbewerbsabreden treffen, Marktmacht ausüben oder sich an  beteiligen (Art. 2 Abs. 1 KG). Als Unternehmen gelten  Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleistungen im Wirtschaftsprozess,  von ihrer Rechts- oder Organisationsform (Art. 2 Abs. 1bis KG).
159. Die HAG und ihre Vertriebspartner sind als Unternehmen i. S. v. Art. 2 Abs. 1bis KG zu qualifizieren. Die hostettler group dürfte zudem einen Konzern darstellen und als Ganzes als Unternehmen i. S. v. Art. 2 Abs. 1bis KG qualifiziert werden.
B.2 Vorbehaltene Vorschriften
160. Dem KG sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche Markt- oder Preisordnung begründen, und solche, die einzelne Unternehmen zur Erfüllung  Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG). Ebenfalls nicht unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzgebung über das geistige Eigentum ergeben (Art. 3 Abs. 2 KG).
161. In den hier zu beurteilenden Märkten gibt es keine Vorschriften, die Wettbewerb nicht zulassen. Der Vorbehalt von Art. 3 Abs. 1 und 2 KG wird auch nicht geltend gemacht.
B.3 Wettbewerbsabreden
162. Laut Art. 5 Abs. 1 KG sind Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der  Effizienz rechtfertigen lassen, sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen  führen, unzulässig.
41
163. Als Wettbewerbsabreden gelten rechtlich erzwingbare oder nicht erzwingbare  sowie aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen von Unternehmen gleicher oder verschiedener Marktstufen, die eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken oder bewirken (Art. 4 Abs. 1 KG). Eine Wettbewerbsabrede i. S. v. Art. 4 Abs. 1 KG definiert sich daher durch folgende Tatbestandselemente: a) ein bewusstes und gewolltes Zusammenwirken der an der Abrede beteiligten Unternehmen (Verhaltenskoordination) und b) die Abrede bezweckt oder bewirkt eine Wettbewerbsbeschränkung.226
164. Im Folgenden wird geprüft, ob eine Wettbewerbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG vorliegt, d. h. eine Verhaltenskoordination (B.3.1), die eine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt oder bewirkt (B.3.2) durch Unternehmen gleicher oder verschiedener Marktstufen (B.3.3).
B.3.1 Verhaltenskoordination
165. Die Verhaltenskoordination umfasst, als Oberbegriff, die Vereinbarung und die  abgestimmten Verhaltensweisen.227
166. Eine Vereinbarung definiert sich durch folgende Tatbestandselemente:
- Bewusstes und gewolltes Zusammenwirken zwischen zwei oder mehreren  voneinander unabhängigen Unternehmen, die kooperieren und so bewusst und gewollt auf die individuelle Festlegung der eigenen Wettbewerbsposition verzichten.228
- Die rechtliche oder tatsächliche Form des Zusammenwirkens und die  sind unerheblich.229 Eine formelle vertragliche Grundlage des bewussten und gewollten Zusammenwirkens ist nicht notwendig.230
167. Die Verträge zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern enthalten Klauseln zum  und zu Garantieleistungen, sahen bis im Jahr 2021 ein Verbot der Yamaha- vor, Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen, und sehen eine alleinige Verkaufsberechtigung der HAG für technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber vor. Mit den Verträgen liegen Vereinbarungen vor. Die bis im Jahr 2021 geltende vertragliche Verpflichtung der Yamaha-Partner, die Motorräder und Roller mit den empfohlenen Preisen zu beschriften und die ab dem Jahr 2021 vertragliche Empfehlung, die Motorräder und Roller mit den empfohlenen Preisen zu beschriften, sind ebenfalls Vereinbarungen.
168. Das Bundesgericht definiert im Pfizer-Urteil aufeinander abgestimmte  durch folgende Tatbestandselemente, wobei es die Notwendigkeit einer wertenden  hervorhebt231:
- Erstens, eine Abstimmung unter den Marktteilnehmern bezüglich ihres zukünftigen Verhaltens, die auf der Verwertung von Informationen beruht, die unter normalen
226 BGE 147 II 72, 76 E. 3.1, Pfizer. Siehe auch BVGer B-8430/2010 vom 23.9.2014, E. 6.3, Paul Koch AG/WEKO.
227 BGE 147 II 72, 76 E. 3.1, Pfizer. 228 BVGer B-8430/2010 vom 23.9.2014, E. 6.3.1.13, Paul Koch AG/WEKO; BVGer B-8399/2010 vom
23.9.2014, E. 5.3.1.1.20, Siegenia-Aubi AG/WEKO; BVGer B-506/2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.2, Gaba/WEKO; BVGer B-463/2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.4, Gebro/WEKO. BGE 147 II 72, 77 f. E. 3.2 f., Pfizer. Siehe auch BGE 147 II 72, 78 E. 3.3, Pfizer: «Der Bindungswille grenzt die  von den abgestimmten Verhaltensweisen und von Verhaltensweisen ab, welche keine  bilden».
229 BVGer B-506/2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.2, Gaba/WEKO; BVGer B-463/2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.4, Gebro/WEKO.
230 Siehe dazu etwa RPW 2009/3, 204 Rz 49, Elektroinstallationsbetriebe Bern; ferner THOMAS NYDEGGER/WERNER NADIG, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, Art. 4 Abs. 1 KG N 78 und 81.
231 BGE 147 II 72, 88 f. E. 4.5.1, Pfizer.
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Marktbedingungen nicht ohne weiteres zugänglich, sondern nur aufgrund eines  Informationsaustausches unter den Marktteilnehmern verfügbar sind. Es geht dabei um Informationen, welche die zukünftige Marktstrategie der Wettbewerber  bzw. Rückschlüsse auf Preise, Umsätze, Produktentwicklung etc. zulassen232; oder ein einseitiges Informationsverhalten eines Unternehmens, wenn davon  werden kann, dass Wettbewerber ihr Marktverhalten entsprechend .233
- Zweitens, ein Abstimmungserfolg, d. h. im Allgemeinen die Umsetzung der , namentlich, dass sich die Unternehmen auf dem Markt entsprechend dieser  verhalten.234 Wenn aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen vorliegen, ist separat zu prüfen, ob dieses Verhalten eine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt oder bewirkt.235 Im Zusammenhang mit Preisempfehlungen hielt das Bundesgericht im Pfizer-Urteil in Bezug auf den Einzelfall fest, dass sich der Abstimmungserfolg auf  Befolgung bezieht, wobei der Befolgungsgrad entscheidend ist.236 Bei der Frage, ob und gegebenenfalls zwischen welchen Unternehmen eine abgestimmte  nach Art. 4 Abs. 1 KG stattgefunden hat, wurde die Anzahl Verkaufsstellen,  die Preisempfehlung anwenden ermittelt (erster Befolgungsgrad).237 Im  mit Preisabreden und Preisempfehlungen ist die von der jeweiligen Verkaufsstelle verfolgte Preispolitik entscheidend und somit die Tatsache, ob der Preis von der Verkaufsstelle im Rahmen ihrer Strategie von der Empfehlung abweichend festgesetzt wird oder nicht.238 Eine Verkaufsstelle, die Rabatte nur punktuell und nicht generell gewährte, galt dabei als die Preisempfehlung befolgend.239 Im Pfizer-Fall hielt das Bundesgericht fest, dass die Befolgungsrate weit über dem vielfach explizit und implizit geforderten Befolgungsgrad von 50 % lag und insofern ein der Abstimmung entsprechendes Marktverhalten gegeben war.240
- Drittens, ein Kausalzusammenhang zwischen der Abstimmung und dem .241 Das Bundesgericht erkennt in diesem Zusammenhang zwei  an.242 Nach der ersten Beweiserleichterung gilt bei nachgewiesener  die widerlegbare Vermutung, dass die beteiligten Unternehmen die ausgetauschten Informationen bei der Festlegung ihres Marktverhaltens auch  haben.243 Die zweite Beweiserleichterung besagt, dass Gleichverhalten  den Verkaufsstellen als Indiz für ein abgestimmtes Verhalten dient.244  wird dann zu einem Beweis, wenn es zu Wettbewerbsbedingungen führt, die im Hinblick auf die Art der Waren, die Bedeutung und Anzahl der beteiligten Unternehmen sowie den Umfang des in Betracht kommenden Marktes nicht den normalen  entsprechen.245
232 BGE 147 II 72, 79 f. E. 3.4.2.1, 3.4.2.2, Pfizer. 233 BGE 147 II 72, 81 E. 3.4.2.3, Pfizer. 234 BGE 147 II 72, 81 E. 3.4.3 Pfizer. 235 BGE 147 II 72, 81 E. 3.4.3 Pfizer. 236 BGE 147 II 72, 93 E. 5.3.1, Pfizer. 237 BGE 147 II 72, 93 f. E. 5.3.3 f., Pfizer, vgl. zum zweiten Befolgungsgrad, Rz 202. 238 BGE 147 II 72, 93 f. E. 5.3.4, Pfizer. 239 BGE 147 II 72, 94 f. E. 5.3.5, Pfizer. 240 BGE 147 II 72, 96 E. 5.3.7, Pfizer. 241 BGE 147 II 72, 82 E. 3.4.4, Pfizer. 242 BGE 147 II 72, 82 ff. E. 3.4.4 und 5.4.2 ff., Pfizer. 243 BGE 147 II 72, 97 E. 5.4.2.1, Pfizer. 244 BGE 147 II 72, 97 ff. E. 5.4.2.2, Pfizer m. w. H. 245 BGE 147 II 72, 97 ff. E. 5.4.2.2, Pfizer.
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169. Im vorliegenden Fall gibt die HAG jährlich Preislisten für die Yamaha-Fahrzeuge ab. Die Preislisten waren/sind im Internet einsehbar und damit allgemein zugänglich. Die in den  enthaltenen Preise waren bis im Jahr 2021 nicht ausdrücklich als unverbindlich, sondern lediglich als «empfohlene Verkaufspreise» gekennzeichnet (Rz 111). Alle Yamaha-Partner waren zudem bis im Jahr 2021 vertraglich verpflichtet, die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (Preisanschriftsklauseln, Rz 111) und die HAG stellte den -Partnern Preisanschriften zur Verfügung (Rz 117). Schliesslich liegen dem Sekretariat Hinweise aus dem Markt auf eine Einflussnahme der HAG auf die Preispolitik der  vor. Die Verhaltensweise der HAG geht vorliegend über Preisempfehlungen, welche in Katalogen festgeschrieben werden, hinaus. Gestützt auf diese Umstände ist von einer  auszugehen.
170. In Bezug auf die angeschriebenen Verkaufspreise hat die Befragung der Yamaha- ergeben, dass im Durchschnitt in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug mit dem empfohlenen Preis der HAG (gemäss der Preisanschriftsklauseln) beschriftet wurde. Den  und Endkunden gegenüber wurde also in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe  das Fahrzeug zum empfohlenen Preis angeboten. Dies zeigt, dass eine einheitliche Preisanschrift vorliegt. Betrachtet man den durchschnittlichen Anteil der Verkaufsstellen,  mindestens die Hälfte der Fahrzeuge zum empfohlenen Verkaufspreis verkauften, so liegt dieser bei ca. 42 % (Rz 132). Gestützt auf eine Gesamtbetrachtung der genannten Umstände ergeben sich Anhaltspunkte für einen Abstimmungserfolg.
171. In Anbetracht der oben genannten Beweiserleichterungen und der Umstände des  Falles, dürfte ein Kausalzusammenhang zwischen dem Informationsverhalten der HAG, d. h. der Publikation der Preisempfehlungen in Verbindung mit den weiteren Elementen, und dem vorgenannten Abstimmungserfolg gegeben sein.
172. Mit (i) der Abgabe der (allgemein zugänglichen) Preisempfehlungen der HAG, die nicht ausdrücklich als unverbindlich, sondern als «empfohlene Verkaufspreise» bezeichnet waren, (ii) der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, bis im Jahr 2021, die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (Preisanschriftsklauseln, Rz 111), (iii) der Tatsache, dass die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte, (iv) dem Umstand, dass im Durchschnitt bei rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug ( der Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde und (v) den Hinweisen auf Druck und Anreize, liegen Anhaltspunkte für eine  abgestimmte Verhaltensweise vor.
B.3.2 Bezwecken oder Bewirken einer Wettbewerbsbeschränkung
173. Nach Art. 4 Abs. 1 KG muss die Abrede «eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken oder bewirken». Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird eine Abrede dann zu einer Wettbewerbsabrede, wenn sie eine Wettbewerbsbeschränkung zum Gegenstand hat.246 Eine solche liegt dann vor, wenn durch eine Abrede die Handlungsfreiheit der  hinsichtlich einzelner Wettbewerbsparameter (im Wesentlichen: Preis, Menge und , Service, Beratung, Werbung, Geschäftskonditionen, Marketing, Forschung und ) so eingeschränkt wird, dass dadurch die zentralen Funktionen des Wettbewerbs in all seinen verschiedenen Facetten vermindert bzw. eingeschränkt werden.247
174. Eine Abrede bezweckt eine Wettbewerbsbeschränkung, wenn die Abredebeteiligten «die Ausschaltung oder Beeinträchtigung eines oder mehrerer Wettbewerbsparameter zum Programm erhoben haben».248 Dabei genügt es, wenn der Abredeinhalt objektiv geeignet ist,
246 BGE 147 II 72, 83 f. E. 3.5, Pfizer. 247 BGE 147 II 72, 83 f. E. 3.5, Pfizer m. w. H. 248 RPW 2017/2, 287 Rz 42, Husqvarna m. w. H.
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eine Wettbewerbsbeschränkung durch Ausschaltung eines Wettbewerbsparameters zu .249 Die subjektive Absicht der an der Abrede Beteiligten ist unerheblich.250 Tatsächliche Auswirkungen der Abrede sind nicht notwendig.251
175. Wie bereits der Gesetzestext mit dem Wort «oder» zum Ausdruck bringt, sind «» resp. «bewirken» Alternativen.252 Fehlt ein Bezwecken, so kann ein Verhalten allenfalls eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken.253 Das «Bewirken» einer  ist anhand der tatsächlichen und erwarteten künftigen Auswirkungen zu beurteilen, die das Zusammenwirken im konkreten Fall zeitigt.254 Zwischen dem Zusammenwirken und der Wettbewerbsbeschränkung muss dabei ein Kausalzusammenhang bestehen.255
176. Die aufeinander abgestimmte Verhaltensweise, für die mit (i) der Abgabe der ( zugänglichen) Preisempfehlungen der HAG, die nicht ausdrücklich als unverbindlich  waren, (ii) der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, bis im Jahr 2021, die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (Preisanschriftsklauseln, Rz 111), (iii) der Tatsache, dass die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur  stellte, (iv) dem Umstand, dass im Durchschnitt bei rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss der Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde und (v) den Hinweisen auf Druck und Anreize Anhaltspunkte vorliegen (Rz 172), hat den Wettbewerbsparameter Preis zum Gegenstand. Es bestehen , dass diese aufeinander abgestimmte Verhaltensweise eine  bezweckt, da sie objektiv geeignet ist, die Wiederverkaufspreise der Yamaha-Fahrzeuge festzulegen.
177. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern bzgl. Alleinbezug (Rz 41 ff.) haben den Wettbewerbsparameter Gebiet zum Gegenstand und  eine Wettbewerbsbeschränkung, da sie objektiv geeignet sind, Parallelimporte auf indirekte Weise zu unterbinden.
178. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern, die die Herstellergarantie für Fahrzeuge und Originalersatzteile auf diejenigen beschränken, die durch die HAG importiert wurden (Garantiebeschränkungen) (Rz 71 ff.), haben den  Gebiet zum Gegenstand und bezwecken eine Wettbewerbsbeschränkung, da sie objektiv geeignet sind, Parallel- und/oder Direktimporte auf indirekte Weise zu .
179. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Vertretungen, die den Yamaha-Vertretungen untersagten, Vertragsprodukte an Behörden und  zu verkaufen (Rz 97), haben den Wettbewerbsparameter Kunden zum Gegenstand und können eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken, da sie objektiv geeignet sind, den Wettbewerb zwischen Konkurrenten zu beschränken. Gleiches dürfte für den vertraglichen
249 RPW 2017/2, 287 Rz 42, Husqvarna m. w. H. 250 RPW 2017/2, 287 Rz 42, Husqvarna m. w. H; BGE 147 II 72, 84 f. E. 3.6, Pfizer; BGE 144 II 246,
253 E. 6.4.2, Altimum SA; BVGer B-506/2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.3, Gaba/WEKO; BVGer /2010 vom 19.12.2013, E. 3.2.6, Gebro/WEKO.
251 BGE 147 II 72, 84 f. E. 3.6, Pfizer; siehe auch z. B. Urteil des EuGH C-228/18 vom 2.4.2020  Versenyhivatal/Budapest Bank Nyrt. et al., Rz 37 m. w. H.
252 Statt aller RPW 2019/3a, 954 Rz 2276, Badezimmer. 253 BGE 147 II 72, 84 f. E. 3.6, Pfizer. 254 BGE 147 II 72, 84 f. E. 3.6, Pfizer; RPW 2019/3a, 954 Rz 2277 m. w. H., Badezimmer; SIMON
BANGERTER/BEAT ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere , Zäch et al. (Hrsg.), 2018, Art. 4 Abs. 1 KG N 142 f.
255 BGE 147 II 72, 84 f. E. 3.6, Pfizer; BVGer B-8430/2010 vom 23.9.2014, E. 6.3.2.10, Paul Koch AG/WEKO.
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Vorbehalt der HAG, als einzige technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden,  und Flottenbetreiber zu verkaufen (Rz 98 ff.), gelten.
180. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern, die einen Garantieausschluss vorsahen, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden Herstellern) eingebaut wurden (Rz 75), können eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken.
181. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern, die eine Verpflichtung der Yamaha-Partner vorsahen, nur Yamaha-Originalteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 77), können eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken.
B.3.3 Unternehmen gleicher oder verschiedener Marktstufen
182. Vertikale Abreden zeichnen sich dadurch aus, dass zwei oder mehrere wirtschaftlich selbständige Unternehmen verschiedener Marktstufen den Wettbewerb durch ein  Verhalten beschränken. Dieses betrifft die Geschäftsbedingungen, zu denen die  bestimmte Waren oder Dienstleistungen beziehen, verkaufen oder weiterverkaufen  (Ziff. 1 VertBek). Auf verschiedenen Marktstufen befinden sich Unternehmen, wenn sie tatsächlich oder der Möglichkeit nach auf unterschiedlichen Wirtschaftsstufen agieren d. h. auf unterschiedlichen Produktions- oder Vertriebsstufen tätig sind. Für die kartellrechtliche  vertikaler Wettbewerbsabreden gelangt die Vertikalbekanntmachung zur Anwendung. Die Vertikalbekanntmachung findet auch Anwendung, wenn Wettbewerber eine nicht  vertikale Vereinbarung treffen und der Anbieter zugleich Hersteller und Händler von Waren ist, der Abnehmer dagegen Händler, jedoch kein Wettbewerber auf der Herstellerebene (sog. dualer Vertrieb; Ziff. 8 Abs. 2 lit. a VertBek).
183. Die HAG bezieht die Yamaha-Produkte als Generalimporteurin für die Schweiz und Liechtenstein bei der Herstellerin und vertreibt diese, abgesehen von technisch modifizierten Fahrzeugen, nach ihren Angaben, ausschliesslich an die Yamaha-Partner. Die Yamaha- übernehmen dann den Weiterverkauf der Yamaha-Produkte und erbringen . Demnach stehen die HAG und die Yamaha-Partner in Bezug auf den Vertrieb der -Produkte auf unterschiedlichen Marktstufen. Abreden im Zusammenhang mit  sind somit grundsätzlich vertikal.
184. Horizontale Abreden zeichnen sich dadurch aus, dass zwei oder mehrere wirtschaftlich selbständige Unternehmen gleicher Marktstufe den Wettbewerb durch ein koordiniertes  beschränken. Vorliegend stellt sich die Frage, ob die HAG aufgrund (i) eines allfälligen direkten Vertriebes der Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe und (ii) des  Vertriebes der HAG technisch modifizierter Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber, als Wettbewerberin der Yamaha-Partner auftritt.
185. In der AdBlue-Verfügung hat die WEKO im Zusammenhang mit einer Kundenaufteilung geprüft, ob sich die Vertragsparteien als (aktuelle oder potenzielle) Wettbewerberinnen .256 Zu diesem Zweck hat sie zunächst festgestellt, welche die aufgeteilten  sind und anschliessend geprüft, ob diese Kundenkategorien ohnehin nur von  der Vertragsparteien hätten beliefert werden können.257 Letzteres hätte gegen ein diesbezügliches Wettbewerbsverhältnis gesprochen.258 Die WEKO berücksichtigte dabei, dass (i) sich die Kunden nicht eindeutig in Grosskundinnen und -kunden, die ohnehin nur durch das eine Unternehmen hätten beliefert werden können, und Kleinkundinnen und -kunden, die nur durch das andere Unternehmen hätten beliefert können einteilen liessen und (ii) dass beide Unternehmen dieselben Produkte im Angebot hatten und es somit eine Schnittmenge
256 RPW 2020/2, 631 Rz 52, AdBlue. 257 RPW 2020/2, 631 Rz 53, AdBlue. 258 RPW 2020/2, 631 Rz 53, AdBlue, a contrario.
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von Kundinnen und Kunden gegeben haben dürfte, welche beide Unternehmen ohne  Investitionen hätten bedienen können.259 Die WEKO hielt weiter fest, dass die mit  und Kunden des jeweiligen anderen Unternehmens erzielten Umsatz- und  zeigen, dass die vertraglich vorgenommene Kundenzuteilung sich nicht ohnehin aus der unterschiedlichen Kundenausrichtung ergeben hätte.260 Schliesslich hielt die WEKO fest, dass das eine Unternehmen auch ohne Zusammenarbeit mit dem anderen ins Geschäft mit dem Produkt eingestiegen wäre und es somit zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung eine potenzielle Wettbewerberin war.261
186. Vorliegend ist das den Yamaha-Vertretungen bis im Jahr 2021 auferlegte vertragliche Verbot, Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen (Rz 97) vom  Vorbehalt der HAG, als einzige Anbieterin technisch modifizierte Fahrzeuge an , Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen (Rz 98 ff.), zu unterscheiden.
187. Zu dem den Yamaha-Vertretungen bis im Jahr 2021 auferlegten vertraglichen Verbot, Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen (Rz 97) ist Folgendes festzuhalten: Bei den Kundengruppen, deren Belieferung mit Vertragsprodukten den  vertraglich untersagt war, handelt es sich einerseits um Behörden und  um gewerbliche Endverbraucher oder Wiederverkäufer (Handelsgesellschaften). Die Frage, ob diese Kundengruppen, ohnehin nur durch die HAG hätten beliefert werden können, ist vorliegend zu verneinen, was von der HAG auch nicht in Frage gestellt wird. Zudem geben drei von sieben Yamaha-Vertretungen an, Standardfahrzeuge an Behörden und  zu verkaufen (Rz 104). Im vorliegenden Fall verfügt das Sekretariat über keine  Angaben in Bezug auf die Mengen- und Umsatzanteile der HAG und der -Vertretungen mit dem Verkauf der Vertragsprodukte an Behörden und Handelsbetriebe. Zwei Gesellschaften der hostettler group, die HESS HAG und die HRAG bzw. HMAG, erzielten mit dem Vertrieb von Yamaha-Produkten auf Endkundenstufe in der Schweiz Umsätze (Rz 27 f.). Es ist hingegen nicht bekannt, wie viele davon an Behörden und Handelsbetriebe verkauft wurden und welchen Anteil am Umsatz diese ausmachen. In Bezug auf die  fehlen solche Angaben. Schliesslich ist zwar zweifelhaft, dass die Yamaha- auch ohne die Zusammenarbeit mit der HAG ins Geschäft mit den Yamaha- eingestiegen wären. Aufgrund der übrigen Elemente ist davon auszugehen, dass ein absatzseitiges Wettbewerbsverhältnis zwischen den Yamaha-Vertretungen und der HAG in Bezug auf den Verkauf von Vertragsprodukten an Behörden und Handelsbetriebe .
188. Zum vertraglichen Vorbehalt der HAG, als einzige Anbieterin technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen (Rz 98 ff.) ist Folgendes festzuhalten: Bei den Kundengruppen, deren Belieferung mit technisch  Fahrzeugen sich die HAG vorbehalten hat, handelt es sich einerseits um Behörden und andererseits um gewerbliche Endverbraucher oder Wiederverkäufer (Handelsgesellschaften und Flottenbetreiber). Die Frage, ob diese Kundengruppen ohnehin nur durch die HAG hätten beliefert werden können, bejaht die HAG mit der Begründung, dass die betroffenen Fahrzeuge zwingend von YMC vorgängig abgenommen werden müssten, Yamaha dafür strenge  vorgebe und die Yamaha-Partner nicht die nötige Ausrüstung dafür hätten (Rz 101 f.). Vier Yamaha-Partner geben tatsächlich an, keine technisch modifizierten Fahrzeuge aufgrund fehlender Kapazitäten zu verkaufen (Rz 105). Dies deutet darauf hin, dass die Yamaha- Investitionen tätigen müssten, um Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber mit technisch modifizierten Fahrzeugen zu beliefern. Demgegenüber geben drei Yamaha-Partner an, technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber ver-
259 RPW 2020/2, 631 Rz 53, AdBlue. 260 RPW 2020/2, 631 Rz 38 und 53, AdBlue. 261 RPW 2020/2, 631 Rz 54, AdBlue.
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kauft zu haben (Rz 105). Im vorliegenden Fall verfügt das Sekretariat über keine  Angaben in Bezug auf die Mengen- und Umsatzanteile der HAG und der  mit Yamaha-Standardfahrzeugen resp. mit technisch modifizierten Yamaha-. Das Sekretariat verfügt einerseits über Angaben von drei Yamaha-Partnern, überhaupt technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu . Andererseits sind dem Sekretariat die Anzahl technisch modifizierter Fahrzeuge, die die HAG an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber verkauft, sowie die Umsätze der HAG mit diesen Produkten bekannt. Die Anzahl ist sehr gering und belief sich im Jahr 2018 auf [...] Motorräder und [...] Roller (Rz 26). Der Umsatz, den die HAG auf Endkundenstufe mit dem Vertrieb von technisch modifizierten Fahrzeugen an Behörden/Handelsbetriebe in der Schweiz im Jahr 2018 erzielte, betrug rund CHF [...] (Rz 28). Schliesslich ist im vorliegenden Fall zweifelhaft, dass diejenigen Yamaha-Partner, die angeben, technisch modifizierte  an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen, auch ohne die  mit der HAG ins Geschäft mit den technisch modifizierten Yamaha-Fahrzeugen eingestiegen wären. Dies deutet darauf hin, dass die Yamaha-Partner zum Zeitpunkt der  keine potenziellen Wettbewerber der HAG in Bezug auf technisch modifizierte  waren. Letztlich ist gestützt auf die verfügbaren Informationen nicht auszuschliessen, dass zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern ein absatzseitiges Wettbewerbsverhältnis in Bezug auf den Verkauf von technisch modifizierten Fahrzeugen an Behörden,  und Flottenbetreiber besteht.
189. In der AdBlue-Verfügung bejahte die WEKO ein absatzseitiges Wettbewerbsverhältnis und stellte dann die Frage, ob das absatzseitige Wettbewerbsverhältnis gemäss den  Vorschriften des Kartellgesetzes (Ziff. 8 Abs. 3 VertBek) oder als dualer Vertrieb gemäss den Regeln der Vertikalbekanntmachung zu würdigen ist.262 Die WEKO hielt fest, dass eine Konstellation, in der eine Importeurin, die selbst Distributorin und nicht Herstellerin ist und als Wettbewerberin eines Händlers auftritt, keinen dualen Vertrieb i. S. der  darstellt.263
190. Zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern liegen nicht gegenseitige vertikale  i. S. v. Ziff. 8 Abs. 2 lit. a VertBek (Rz 182 i. f.) vor. Die HAG ist nicht Herstellerin, sondern Importeurin und Distributorin der Yamaha-Produkte. Somit ist das absatzseitige  zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern bezüglich des Verkaufs von Vertragsprodukten an Behörden und Handelsbetriebe unabhängig von der  gemäss den einschlägigen Vorschriften des Kartellgesetzes zu würdigen. Abreden im Zusammenhang mit dem Verkauf von Vertragsprodukten an Behörden und  werden somit unter horizontalen Gesichtspunkten geprüft.
191. Die HAG macht im Zusammenhang mit ihrem Vorbehalt, als einzige Anbieterin technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen, geltend, sie müsse bei technisch modifizierten Fahrzeugen selbst noch technische Änderungen vornehmen, wie z. B. das Anbringen von Sirenen und Polizeileuchtzeichen, und würde so einen kleinen Teil der Herstellung übernehmen (Rz 103). Nach Ansicht des Sekretariats ist es zweifelhaft, dass das Anbringen von Sirenen und Leuchtzeichen die HAG
262 RPW 2020/2, 631 Rz 55, AdBlue. 263 RPW 2020/2, 632 Rz 55, AdBlue. Gemäss der wohl herrschenden Lehre findet die Ausnahmevor-
schrift des EU-Rechts hinsichtlich dualen Vertriebes auf reine Handelsunternehmen, die etwa im Verhältnis Grosshändler – Einzelhändler zueinanderstehen, keine Anwendung. Siehe: JÖRG-MARTIN SCHULTZE/STEPHANIE PAUTKE/DOMINIQUE S. WAGENER, Gruppenfreistellungsverordnung für vertikale Vereinbarungen – Praxiskommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 Abs. 4, N 473 und 480; ROBERT KLOTZ, in: Europäisches Wettbewerbsrecht, Helmut Schröter et al. (Hrsg.), 2. Aufl., 2014, Art. 101 N 739; MICHAEL BARON, in: Kartellrecht, Europäisches und Deutsches Recht, Loewenheim/Meessen//Kersting/Meyer-Lindemann (Hrsg.), 3. Aufl., 2016, Art. 2 GVO-Vertikal N 134 f; FRANK WIJCKMANS/FILIP TUYTSCHAEVER, Vertical Agreements in EU Competition Law, 3. Aufl., N 4.42-4.48.
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als Herstellerin von technisch modifizierten Fahrzeugen qualifiziert. Nach Ansicht des  ist die HAG auch in Bezug auf technisch modifizierte Fahrzeuge nicht Herstellerin,  Importeurin und Distributorin. Folglich dürfte auch die Abrede betreffend den Verkauf von technisch modifizierten Fahrzeugen an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber  von der Vertikalbekanntmachung gemäss den einschlägigen Vorschriften des  zu würdigen sein. Abreden in diesem Zusammenhang werden unter horizontalen Gesichtspunkten geprüft.
B.3.4 Zwischenfazit
192. Zusammenfassend liegen Anhaltspunkte für Abreden nach Art. 4 Abs. 1 KG in den nachfolgenden Punkten vor:
193. Mit (i) der Abgabe der (allgemein zugänglichen) Preisempfehlungen der HAG, die nicht ausdrücklich als unverbindlich gekennzeichnet waren, (ii) der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, bis im Jahr 2021 die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (Preisanschriftsklauseln, Rz 111), (iii) der Tatsache, dass die HAG den  Preisanschriften zur Verfügung stellte, (iv) dem Umstand, dass im Durchschnitt in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss der Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde und (v) den Hinweisen auf Druck und Anreize (Rz 172), liegen Anhaltspunkte für eine abgestimmte Verhaltensweise vor, die den Wettbewerbsparameter Preis zum Gegenstand hat. Es bestehen Anhaltspunkte, dass diese aufeinander abgestimmte Verhaltensweise eine Wettbewerbsbeschränkung bezweckt, da sie objektiv geeignet ist, die Wiederverkaufspreise der Yamaha-Fahrzeuge festzulegen.
194. Mit den vertraglichen Alleinbezugsverpflichtungen (Rz 41 ff.) und  (Rz 71 ff.) zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern liegen Vereinbarungen  Unternehmen verschiedener Marktstufen vor, die den Wettbewerbsparameter Gebiet zum Gegenstand haben und Wettbewerbsbeschränkungen bezwecken (Rz 177 resp.178).
195. Mit den Vertragsbestimmungen, die den Yamaha-Vertretungen untersagten,  an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen (Rz 97), liegen Vereinbarungen zwischen Unternehmen gleicher Marktstufe vor, die den Wettbewerbsparameter Kunden zum Gegenstand haben und eine Wettbewerbsbeschränkung bezwecken. Es ist nicht , dass dies auch für den vertraglichen Vorbehalt der HAG, als einzige Anbieterin technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu  (Rz 98 ff.), gilt.
196. Mit dem vertraglichen Garantieausschluss, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von  Herstellern) eingebaut wurden (Rz 75), liegen Vereinbarungen zwischen  verschiedener Marktstufen vor, die eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken .
197. Schliesslich liegen mit der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, nur -Originalteile zu verwenden und zu verkaufen (Rz 77), Vereinbarungen zwischen  verschiedener Marktstufen vor, die eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken könnten.
B.4 Unzulässige Wettbewerbsabreden nach Art. 5 Abs. 3 und 4 KG
198. Laut Art. 5 Abs. 1 KG sind Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der  Effizienz rechtfertigen lassen, sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen  führen, unzulässig. Für Abreden, die von Art. 5 Abs. 3 und Abs. 4 KG erfasst werden, gilt ausserdem die gesetzliche Vermutung, dass diese den wirksamen Wettbewerb beseitigen. Kann diese Vermutung widerlegt werden, gelten Abreden nach Art. 5 Abs. 4 KG bzw.
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Art. 5 Abs. 3 KG gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als grundsätzlich  Wettbewerbsabreden i. S. v. Art. 5 Abs. 1 KG.264 Solche Abreden sind unzulässig, falls sie nicht aus Gründen der wirtschaftlichen Effizienz nach Art. 5 Abs. 2 KG gerechtfertigt werden können (Art. 5 Abs. 1 KG).265
199. Dementsprechend wird im Folgenden geprüft, ob bzw. für welche Wettbewerbsabreden nach Art. 5 Abs. 3 und Abs. 4 KG Anhaltspunkte bestehen (B.4.1), ob diese zur Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs führen (B.4.2), ob ggf. eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs vorliegt (B.4.3) und es ggf. eine Rechtfertigung für die Abrede gibt (B.4.4).
B.4.1 Wettbewerbsabreden
200. Im Folgenden wird das Vorliegen von vertikalen Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG (B.4.1.1), vertikalen indirekten Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG (B.4.1.2) sowie horizontalen Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG (B.4.1.3) geprüft.
B.4.1.1 Vertikale Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG
201. Vertikale Preisabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG sind Abreden zwischen Unternehmen  Marktstufen über Mindest- oder Festpreise. Preise können auch auf indirekte Weise festgesetzt werden (Ziff. 10 Abs. 2 VertBek), z. B. durch Drohungen, Einschüchterung, Warnungen, Strafen, Verzögerung oder Aussetzung von Lieferungen und Vertragskündigung bei Nichteinhaltung eines bestimmten Preisniveaus durch die Händler (vgl. Rz 5 VertBek-). Auch in Empfehlungsform gekleidete Abreden, die auf einer Vereinbarung oder einer aufeinander abgestimmten Verhaltensweise beruhen und eine Festsetzung von Mindest- oder Festpreisen bezwecken oder bewirken, werden von Art. 5 Abs. 4 KG erfasst (Ziff. 10 Abs. 3 VertBek).
202. Das Bundesgericht hielt im Pfizer-Urteil Folgendes zur Qualifikation von  als vertikale Preisabreden fest:
- Kartellrechtlich ist die Benennung als Empfehlung bzw. Preisempfehlung nicht , sondern die Frage, ob der Begriff der Wettbewerbsabrede nach Art. 4 Abs. 1 KG durch die als Empfehlung bezeichnete Verhaltensweise erfüllt wird;266
- Nachdem bei der Prüfung, ob eine Verhaltenskoordination in Form einer  Verhaltensweise nach Art. 4 Abs. 1 KG vorliegt, ein erster Befolgungsgrad geprüft wurde, ist im Rahmen von Art. 5 KG ein zweiter Befolgungsgrad von Bedeutung.267 Der zweite Befolgungsgrad betrifft die Anzahl Einheiten, die von den Verkaufsstellen zum empfohlenen Preis verkauft werden, und ist für die Beantwortung der Frage relevant, ob der «empfohlene» Preis einen Fest- oder Mindestpreis nach Art. 5 Abs. 4 KG darstellt.268
203. Zu prüfen ist, ob aufgrund der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, die  mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (Preisanschriftsklauseln, Rz 111), der Tatsache, dass die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte, des Umstandes, dass im Durchschnitt in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss der Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde, der Hinweise auf Druck und Anreize (Rz 172), sowie der Abgabe (allgemein zugänglicher) Preisempfehlungen der HAG, die nicht ausdrücklich als unverbindlich gekennzeichnet waren,
264 BGE 147 II 72, 101 ff. E. 6.1 und 6.5, Pfizer m. w. H.; BGE 143 II 297, 318 ff. E. 5.2.5, E. 5.6 und E. 9.4.6, Gaba; BGE 144 II 246, 262 ff. E. 10, Altimum SA.
265 BGE 147 II 72, 105 E. 6.5, Pfizer. 266 BGE 147 II 72, 86 E. 4.3, Pfizer. 267 BGE 147 II 72, 93 f. E. 5.3.4, Pfizer. 268 BGE 147 II 72, 93 f. E. 5.3.3 und 5.3.4, Pfizer.
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Anhaltspunkte für eine vertikale Preisabrede nach Art. 5 Abs. 4 KG zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern bezüglich Motorräder und Roller vorliegen.
204. Im Durchschnitt wurde in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss der Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet. Art. 3 Abs. 1 der Preisbekanntgabeverordnung (PBV)269 hält fest, dass für Waren, die der  oder dem Konsumenten zum Kauf angeboten werden, der tatsächlich zu bezahlende Preis in Schweizerfranken (Detailpreis) bekanntzugeben ist. In rund 93 % der  wurde den Endkundinnen und Endkunden das Fahrzeug zunächst zum empfohlenen Verkaufspreis der HAG angeboten und damit der Eindruck erweckt, es handle sich dabei um den vom Händler bzw. der Händlerin selber festgelegten Verkaufspreis.270 Die Endkundinnen und Endkunden hatten dann die Möglichkeit, mit dem Yamaha-Partner über den Preis, den sie letztendlich für das Fahrzeug bezahlen, zu verhandeln. In nur 7 % der Fahrzeugverkäufe  die Yamaha-Partner die Endkundinnen und Endkunden von sich aus über  Rabatte. Damit bestand ein Anreiz für die Yamaha-Partner, keine tieferen Preise  als dem empfohlenen Verkaufspreis.
205. Im vorliegenden Fall gibt eine Minderheit der Yamaha-Partner an, die HAG versuche Einfluss auf die Wiederverkaufspreise zu nehmen. Zwei Yamaha-Partner geben an, dass die Einhaltung kontrolliert werde und bei Nichteinhaltung Konsequenzen drohen würden. Einer dieser Yamaha-Partner gibt zudem an, dass zwecks Einhaltung der Preisempfehlung Anreize gewährt und Druck ausgeübt würde.
206. Laut dem Pfizer-Urteil ist bei der Subsumption einer abgestimmten Verhaltensweise  Preisempfehlungen unter Art. 5 Abs. 4 KG zu prüfen, wie viele Fahrzeuge zum  Verkaufspreis abgesetzt werden (zweiter Befolgungsgrad). Die Yamaha-Partner- zur Preispolitik hat ergeben, dass knapp 40 % der verkauften Fahrzeuge zum empfohlenen Preis der HAG verkauft werden. Dies beruht auf einer konservativen Berechnung des Befolgungsgrades, die für die Ermittlung des Befolgungsgrades auf die Fahrzeuge im Grundmodell, also exklusive Sonderausstattung, abstellt. Der Befolgungsgrad würde tiefer ausfallen (31 %, Rz 133), wenn die Sonderausstattung in die Berechnung mit einbezogen würde. Beim Kauf eines Fahrzeuges verhandeln die Endkundinnen und Endkunden den  oftmals mit dem Händler. Dies hat wahrscheinlich im vorliegenden Fall zur  zwischen dem angeschriebenen Verkaufspreis und dem Preis, den die Endkundinnen und Endkunden tatsächlich für das Fahrzeug bezahlt haben, geführt. Schliesslich ist bezüglich des Umfanges der Rabatte anzumerken, dass die gewährten Rabatte durchschnittlich  Anteil von [...]% an der Bruttomarge der Yamaha-Partner darstellen (Rz 136).
207. In Anbetracht aller genannten Umstände bestehen Anhaltspunkte, dass die  in den Verträgen zu einer indirekten Preisabrede führte. Hierzu tragen auch die Hinweise für die Ausübung von Druck zur Einhaltung der Preisempfehlungen bei. Obwohl die befragten Verkaufsstellen im analysierten Zeitraum die Preisanschriftspflicht weitgehend , verkauften sie die Mehrheit der Motorräder und Roller letztlich mit Rabatt. Dies legt nahe, dass den Konsumentinnen und Konsumenten ein Preisverhandlungsspielraum zukam und sie diesen auch nutzten.
B.4.1.2 Vertikale indirekte Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG
208. Nach Art. 5 Abs. 4 KG sind vertikale Gebietsschutzabreden Abreden zwischen  verschiedener Marktstufen in Vertriebsverträgen über die Zuweisung von Gebieten,
269 Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen vom 11.12.1978 (Preisbekanntgabeverordnung, PBV; SR 942.211), siehe auch Broschüre des SECO, Preisbekanntgabeverordnung PBV  für Motorfahrzeuge.
270 Es bleibt darauf hinzuweisen, dass es nicht mit Art. 3 Abs. 1 PBV kompatibel wäre, falls der Händler lediglich den empfohlenen und nicht den tatsächlichen Verkaufspreis ausweist.
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soweit Verkäufe in diese durch gebietsfremde Vertriebspartner ausgeschlossen werden. Eine Gebietsschutzabrede nach Art. 5 Abs. 4 KG erfordert nebst einer vertikalen  i. S. v. Art. 4 Abs. 1 KG, nach dem Wortlaut des Gesetzes (i) einen Vertriebsvertrag, (ii) eine Gebietszuweisung und (iii) einen gebietsübergreifenden Verkaufsausschluss (Ziff. 10 Abs. 1 lit. b VertBek und Rz 6 VertBek-Erläuterungen).271 Ein absoluter  liegt dann vor, wenn passive Verkäufe seitens gebietsfremder Vertriebspartner in  Gebiete direkt oder indirekt durch Abrede untersagt sind.272 Zu prüfen ist, ob  (i) der vertraglichen Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner (Rz 41 ff.) und/oder (ii) der vertraglichen Garantiebeschränkungen (Rz 71 ff.) Anhaltspunkte für  absolute Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG vorliegen.
Indirekter absoluter Gebietsschutz durch Bezugsbeschränkungen
209. Zum indirekten Ausschluss von passiven Verkäufen an Abnehmer in der Schweiz führen unter anderem vertragliche Bezugsbeschränkungen, wonach sich die Vertriebspartner in der Schweiz verpflichten, die Vertragsware nur in ihrem Vertragsgebiet zu beziehen (Rz 8 -Erläuterungen).273 Zu prüfen ist, ob aufgrund der vertraglichen  der Yamaha-Partner der Vertragsprodukte Anhaltspunkte für vertikale absolute  nach Art. 5 Abs. 4 KG vorliegen.
210. Mit den schriftlichen Rahmenverträgen 2017/2018 zwischen der HAG und den  wurden die Yamaha-Partner vertraglich dazu verpflichtet, die Yamaha-Produkte nur bei der HAG, d. h. in der Schweiz, zu beziehen (Rz 41 ff.). Damit wurde den Yamaha-Partnern indirekt das Gebiet Schweiz zugewiesen. Zudem war es den Yamaha-Partnern damit  indirekt untersagt, Kaufanfragen für Yamaha-Produkte bei anderen Bezugsquellen im  zu tätigen, welche passive Verkäufe in die Schweiz hätten auslösen können. Dies gilt auch für die Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, die Vertragsprodukte nur bei der HAG bzw. einer ihr zugewiesenen Yamaha-Vertretung zu beziehen (Rz 45). Hinsichtlich der  von Parallelimporten gibt die Mehrheit der Yamaha-Partner an, dass der Parallelimport von Yamaha-Produkten möglich sei (Rz 58). Lediglich ein Yamaha-Partner (5 %) gibt an,  von Yamaha-Produkten zu tätigen (Rz 58). Bezüglich der Anzahl parallel- und direktimportierter Fahrzeuge 2018 gab die HAG an, dass diese ca. 0,6 % aller Fahrzeuge  würden. Die HAG hat den Wortlaut der Alleinbezugsklauseln ihrer revidierten Verträge 2021 geringfügig geändert. Der neue Wortlaut suggeriert weiterhin eine .
211. Ungeachtet vorgenannter Bestimmungen, deuten Bestimmungen sowohl der  als auch der revidierten Liefervereinbarungen 2021 der Yamaha-Partner, in denen für die Preise von Dienstleistungen der HAG unter anderem die « – COC (Parallelimport)» und die «Bestätigung für  25/35 kW/full power (Parallelimport)» aufgeführt werden (Rz 47), darauf hin, dass Parallelimporte von Yamaha-Produkten möglich sind.
212. Die Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner, inklusive der Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, die Vertragsprodukte nur bei der HAG bzw. einer ihr zugewiesenen Yamaha-Vertretung zu beziehen, ergeben Anhaltspunkte für unzulässige indirekte absolute
271 SIMON BANGERTER/BEAT ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere , Zäch et al. (Hrsg.), 2018, Art. 5 N 495; BVGer B-581/2012 vom 16.9.2016, E. 7.3.1 f., Nikon AG/WEKO; BGE 143 II 297, 328 E. 6.3, Gaba.
272 SIMON BANGERTER/BEAT ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere , Zäch et al. (Hrsg.), 2018, Art. 5 N 510; BGE 143 II 297, 330 E. 6.3.5, Gaba.
273 RPW 2019/4, 1165 Rz 65 ff., Bucher Landtechnik/Ersatzteilhandel Traktoren; BGE 143 II 297, 328 E. 6.3, Gaba; BVGer B-581/2012 vom 16.9.2016, E. 7.3.1, Nikon AG/WEKO m. w. H.
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Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern hinsichtlich aller Yamaha-Produkte.
213. Wie oben erwähnt, wird zurzeit davon abgesehen, zu prüfen, ob die vertragliche  (Ziff. 2.13 revidierte Liefervereinbarung 2021 Yamaha-Vertretung)  für die Yamaha-Vertretungen nach sich zieht (Rz 64). Es wird jedoch empfohlen, die Klausel hinsichtlich Mindestbestellmenge dahingehend zu präzisieren, dass die Winterbestellung, die die Mindestbestellmenge vorsieht, ein Sonderangebot darstellt und es optional für die Yamaha-Vertretungen ist, diese Bestellung zu tätigen.
Indirekter absoluter Gebietsschutz durch Garantiebeschränkungen
214. Ein indirekter absoluter Gebietsschutz kann auch vorliegen, wenn der Anbieter  nicht vergütet, die von Händlern auf direkt- oder parallelimportierten Produkten erbracht werden (vgl. Rz 8 VertBek-Erläuterungen).274 Ein indirekter Gebietsschutz liegt indes nicht vor, wenn die Produkte in einem Selektivvertrieb i. S. v. Ziff. 4 VertBek vertrieben werden und die Herstellergarantie zum Schutz des Selektivvertriebs auf Produkte beschränkt wird, die im offiziellen Vertriebsnetz, d. h. bei einem zugelassenen Händler bezogen wurden.275 Zu  ist, ob aufgrund der Vertragsbestimmungen, die die Garantieleistungen der HAG  den Yamaha-Partnern auf von der HAG importierte Fahrzeuge und  beschränken, Anhaltspunkte für vertikale absolute Gebietsschutzabreden nach Art. 5 Abs. 4 KG vorliegen.
215. Die Abklärungen hinsichtlich Garantieleistungen haben ergeben, dass die HAG  den Yamaha-Partnern Garantiearbeiten an Yamaha-Fahrzeugen jedenfalls in den Jahren bis 2021 nur vergütete, wenn das Yamaha-Fahrzeug durch die HAG in die Schweiz importiert worden ist. Ebenso wurden von den Yamaha-Partnern erbrachte Garantieleistungen an -Fahrzeugen von der HAG nur vergütet, wenn die Yamaha-Partner für diese Reparaturen Yamaha-Originalersatzteile verwendet hatten, die sie bei der HAG bezogen hatten. Im  bedeutet dies, dass die HAG auf direkt- und parallelimportierten Yamaha- keine Herstellergarantie gewährt bzw. eine solche verweigert, wenn importierte -Originalersatzteile verwendet wurden. Dadurch kann der Direkt- und Parallelimport von Yamaha-Fahrzeugen und Yamaha-Originalersatzteilen indirekt beschränkt worden sein.
216. Gemäss WEKO Praxis ist es hingegen kartellrechtlich zulässig, wenn ein Anbieter eine eigens finanzierte erweiterte Garantie an die Bedingung knüpft, dass das Produkt über sie bezogen und nicht parallelimportiert wurde.276 Die HAG beschränkt das durch sie finanzierte zusätzliche Garantiejahr der Swiss Garantie auf Fahrzeuge, die sie selbst in die Schweiz  hat. Dies ist kartellrechtlich zulässig.
217. Zusammenfassend stellen die Weigerung der HAG, die während der Dauer der  durch Yamaha-Partner an parallel- oder direktimportierten Fahrzeugen erbrachten Garantieleistungen zu vergüten bzw. die vertragliche Beschränkung der Herstellergarantie auf von der HAG importierte Yamaha-Fahrzeuge und -Originalersatzteile Anhaltspunkte für unzulässige indirekte absolute Gebietsschutzabreden gemäss Art. 5 Abs. 4 KG hinsichtlich Yamaha-Fahrzeugen und -Originalersatzteilen dar.
B.4.1.3 Horizontale Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG
218. Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG bestehen in einer Aufteilung von Märkten nach Geschäftspartnern.277 Zu prüfen ist, ob aufgrund (i) des den Yamaha-Vertretungen bis
274 BVGer B-581/2012 vom 16.9.2016, E. 7.3.2, Nikon AG/WEKO; Rz 50 EU-Vertikalleitlinien. 275 RPW 2014/2, 411 Rz 40 ff., Jura m. w. H. 276 RPW 2016/2, 478 f. Rz 309 ff., 100 Rz 442, 104 Rz 457, Nikon AG. 277 SIMON BANGERTER/BEAT ZIRLICK, in: DIKE-Kommentar, Bundesgesetz über Kartelle und andere Wett-
bewerbsbeschränkungen, Zäch et al. (Hrsg.), 2018, Art. 5 N 446 ff.
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im Jahr 2021 auferlegten vertraglichen Verbotes, Vertragsprodukte an Behörden und  zu verkaufen (Rz 97) und (ii) des Vorbehaltes der HAG, als einzige Anbieterin  modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu  (Rz 98 ff.), Anhaltspunkte für eine horizontale Kundenabrede nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG vorliegen.
219. Die HAG erklärt, dass es den Yamaha-Partnern nicht untersagt sei, Standardfahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe oder Flottenbetreiber zu liefern und die Klausel dazu  formuliert sei. Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, Standardfahrzeuge an , Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen. Unabhängig von den  Auswirkungen der vertraglichen Bestimmung, ist diese geeignet den Wettbewerb zwischen Konkurrenten zu beschränken, so dass Anhaltspunkte für eine horizontale  nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG zwischen der HAG und den Yamaha-Vertretungen in Bezug auf den Verkauf von Vertragsprodukten an Behörden und Handelsbetriebe vorliegen dürften. Dies dürfte auch für den Vorbehalt der HAG, als einzige Anbieterin technisch modifizierte  an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen, gelten.
B.4.2 Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs
220. Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz  lassen, sowie Abreden, die zur Beseitigung wirksamen Wettbewerbs führen, sind  (Art. 5 Abs. 1 KG).
221. Bei Abreden nach Art. 5 Abs. 4 bzw. Art. 5 Abs. 3 KG wird die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs von Gesetzes wegen vermutet. Die Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs kann durch den Nachweis widerlegt werden, dass trotz der Wettbewerbsabrede noch wirksamer Wettbewerb bestehen bleibt.
222. Um festzustellen, ob die Abrede den wirksamen Wettbewerb beseitigt, ist vorab der  Markt abzugrenzen. Dementsprechend legen die folgenden Abschnitte zunächst die relevanten Märkte und Wettbewerbsverhältnisse (B.4.2.1) dar und prüfen dann, ob bei den oben genannten Wettbewerbsabreden die Widerlegung der Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs gelingen dürfte (B.4.2.2).
B.4.2.1 Relevante Märkte und Wettbewerbsverhältnisse
B.4.2.1.1. Relevante Märkte
223. Bei der Abgrenzung der relevanten Märkte ist zu bestimmen, welche Waren oder  für die Marktgegenseite in sachlicher, örtlicher und zeitlicher Hinsicht austauschbar sind.278
Sachlich relevante Märkte
224. Der sachliche Markt umfasst alle Waren oder Leistungen, die von der Marktgegenseite hinsichtlich ihrer Eigenschaften und ihres vorgesehenen Verwendungszwecks als  angesehen werden (Art. 11 Abs. 3 lit. a VKU,279 der hier analog anzuwenden ist).280 Die Definition des sachlich relevanten Marktes erfolgt demnach aus Sicht der Marktgegenseite und fokussiert somit auf den strittigen Einzelfall. Der Begriff der «Marktgegenseite» bezeichnet
278 BGE 139 I 72, 92 E. 9.1 m. w. H., Publigroupe SA et al./WEKO. 279 Verordnung vom 17.6.1996 über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen (VKU;
SR 251.4). 280 BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO.
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die Gegenseite derjenigen Unternehmen, welchen die unzulässige Abrede bzw. das  Verhalten vorgeworfen wird.281 Massgebend ist, ob aus deren Optik Waren oder  miteinander im Wettbewerb stehen.282 Auszugehen ist vom Gegenstand der  Untersuchung283 bzw. Vorabklärung.
225. Ausgangspunkt sind Abreden zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern über (i) Mindest- oder Festpreise nach Art. 5 Abs. 4 KG für den Wiederverkauf von Yamaha- und Rollern, (ii) einen indirekten Gebietsschutz nach Art. 5 Abs. 4 KG in Bezug auf die Vertragsprodukte (Fahrzeuge, Ersatzteile, Zubehör und Bekleidung der Marke Yamaha) und (iii) die Aufteilung von Kundengruppen nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG in Bezug auf die Belieferung der Kundengruppen Behörden und Handelsbetriebe mit den Vertragsprodukten sowie in  auf die Belieferung der Kundengruppen Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber mit technisch modifizierten Fahrzeugen. Marktgegenseite der Generalimporteurin HAG sind ihre offiziellen Vertriebs- und Servicepartner, die Yamaha-Partner in der Schweiz. Da deren Nachfrage nach Yamaha Produkten wiederum vom Nachfrageverhalten der  und Endverbraucher geleitet wird (abgeleitete Nachfrage), ist das Verhalten der  und Endverbraucher Ausgangspunkt der nachfolgenden Analyse. Diese sind die Nachfragerinnen und Nachfrager von Motorrädern, Rollern, Zubehör und Ersatzteilen sowie Accessoires und Bekleidung.
226. Aus den Verträgen, den Angaben der HAG und der Yamaha-Partner-Befragung geht hervor, dass die Yamaha-Partner die Yamaha-Produkte überwiegend an Endkundinnen und Endkunden in der Schweiz verkaufen. Die HAG gibt an, technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen. Laut der Yamaha-Partner- kommt es zudem auch vor, dass die Yamaha-Partner technisch modifizierte  an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber verkaufen. Dem Sekretariat liegen keine Informationen dazu vor, ob es sich bei den Nachfragern von technisch modifizierten Fahrzeugen ausschliesslich um Endkundinnen und Endkunden handelt. Bei den Behörden ist dies wahrscheinlich der Fall. Bei den Handelsbetrieben und Flottenbetreibern scheint es .
227. Es stellt sich die Frage, ob Fahrzeuge, Zubehör und Ersatzteile anderer Marken für die Marktgegenseite Substitute zu den Yamaha-Fahrzeugen, dem Yamaha-Zubehör und den -Ersatzteilen darstellen. Das unter einer Marke eines Herstellers verkaufte Motorrad  bestimmten Kategorie ist gemäss der Vorabklärung i. S. Harley-Davidson mit einem  der gleichen Kategorie einer anderen Marke funktionell austauschbar (funktionelle Austauschbarkeit).284 Vor diesem Hintergrund wird für die Zwecke der vorliegenden  davon ausgegangen, dass Yamaha-Fahrzeuge, Zubehör und Ersatzteile von den  und Endkunden als durch Fahrzeuge, Zubehör und Ersatzteile (soweit technisch möglich) anderer Hersteller als substituierbar angesehen werden und damit mit diesen im Wettbewerb stehen.
228. In der Harley Davidson-Vorabklärung unterteilte das Sekretariat den sachlich relevanten Markt für Motorräder weiter nach dem Verwendungszweck der Motorräder (Motocross, Sport, Touring, Cruising, Chopper).285 Der sachlich relevante Markt für Motorräder könnte allenfalls auch nach dem Hubraum der Fahrzeuge segmentiert werden.286 Wie die sachlichen Märkte
281 RPW 2010/4, 670 Rz 165, Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 282 BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO; BGer 2C.75/2014 vom 28.1.2015, E. 3.2,
Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 283 BGE 139 I 72, 93 E. 9.2.3.1, Publigroupe SA et al./WEKO. 284 RPW 2013/3, 295 Rz 110, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 285 RPW 2013/3, 294 f. Rz 104 ff. und 299 Rz 125 f., Harley-Davidson Switzerland GmbH. 286 RPW 2013/3, 294 f. Rz 104 ff. und 299 Rz 125 f., Harley-Davidson Switzerland GmbH; Conseil de la
concurrence, décision n 03-D-42 relative à des pratiques mises en œuvre par Suzuki et autres sur le marché de la distribution des motocycles, vom 18.8.2003, Rz 12 ff.; Conseil de la concurrence,
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konkret abzugrenzen sind, bedürfte weiterer Abklärungen, von denen hier abgesehen wird, da sie keinen Einfluss auf die gegenwärtigen Erwägungen hätten.
229. Das Sekretariat geht im vorliegenden Fall von provisorischen Märkten für Fahrzeuge (Motorräder und Roller) aus, zu denen die von den Behörden, Handelsbetrieben und  nachgefragten technisch modifizierten Fahrzeuge jeweils auch gehören und lässt offen, ob der Markt für Fahrzeuge in Motorräder und Roller zu segmentieren ist.
230. Der Begriff „Zubehör und Ersatzteile“ ist ein Sammelbegriff für alle möglichen  und nicht-technischen (An-)Bauelemente von einem Motorrad.287 Darunter fallen nach gängiger Marktauffassung Teile wie Auspuffanlagen, Blinker, Bremsen, Fussrasten, Kupplung, Kühlung, Luftfilter etc.288 Es wird davon ausgegangen, dass die Marktgegenseite, d. h. die Endkundinnen und Endkunden, bei Bedarf von Zubehör und Ersatzteilen von Motorrädern  auf die Gesamtheit der dahinterstehenden Produkte zurückgreift.289 Zudem wird das gesamte Portfolio von Zubehör und Ersatzteilen von den Herstellern angeboten.290 Eine  Segmentierung von Zubehör und Ersatzteilen in die jeweiligen einzelnen Unterkategorien ist für die vorliegende Vorabklärung nicht zweckdienlich und wird deshalb offengelassen. Im Folgenden wird deshalb der sachlich relevante Markt für Zubehör und Ersatzteile als  aller technischen und nicht-technischen (An-)Bauelemente eines Motorrads betrachtet. Die Original Yamaha-Zubehör und Ersatzteile stellen aufgrund ihrer Austauschbarkeit mit gleichwertigen Produkten anderer Hersteller keinen eigenen Markt dar. Sie unterscheiden sich nicht hinsichtlich Funktionalität, Qualität oder Preis. Aus diesem Grund werden Original -Zubehör und Ersatzteile dem Markt für Zubehör und Ersatzteilen in seiner Gesamtheit zugeordnet.
231. Zu Accessoires und Motorradbekleidung ist Folgendes festzuhalten: Gemäss den verschiedenen Angeboten der Hersteller von Accessoires versteht man unter diesem Begriff eine Ansammlung von nicht-technischen Gegenständen, welche ein Motorrad in modischer Hinsicht ergänzen, bzw. einen nebensächlichen Gegenstand, welchen man aufgrund von  Vorlieben und Wünschen gerne besitzen möchte.291 Unter „Accessoires“ findet man Gegenstände wie Abdeckplanen, Messer, Gepäckträger, Satteltaschen, Kugelschreiber, , Taschenlampen, Pins, Zierembleme, etc.292 Auch hier kann im Sinne einer  eine weitergehende Segmentierung in engere sachliche Märkte unterlassen werden, da es keinen Einfluss auf das Ergebnis der vorliegenden Abklärungen hat. Der  relevante Markt für Original Yamaha-Accessoires wird deshalb im oben genanntem Sinne abgegrenzt. Die Original Yamaha-Accessoires stellen aufgrund ihrer Austauschbarkeit mit gleichwertigen Produkten anderer Hersteller keinen eigenen Markt dar. Sie unterscheiden sich nicht hinsichtlich Funktionalität, Qualität oder Preis. Aus diesem Grund werden Original -Accessoires dem Markt für Accessoires in seiner Gesamtheit zugerechnet.
décision n 07-D-25 relative aux saisines du Conseil national des professions de l'automobile (CNPA) à l'encontre de certains constructeurs de motocycles concernant les conditions de distribution de leurs produits, vom 25.7.2007, Rz 12; Conseil de la concurrence, décision n 06-D-26 relative à la saisine des sociétés Lamy Moto et Moto Ouest à l’encontre des sociétés Yamaha Motor France et MBK, vom 15.9.2006, Rz 25 f.
287 RPW 2013/3, 299 Rz 127, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 288 RPW 2013/3, 299 Rz 127, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 289 RPW 2013/3, 300 Rz 127, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 290 RPW 2013/3, 300 Rz 127, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 291 RPW 2013/3, 300 Rz 129, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 292 RPW 2013/3, 300 Rz 129, Harley-Davidson Switzerland GmbH.
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232. Unter Motorradbekleidung fallen nach marktüblicher Auffassung alle Kleidungsstücke, welche man üblicherweise zum Motorradfahren braucht. Demnach sind Stiefel, Helme, , Jacken und Hosen darunter zu finden.293 Für die Zwecke der vorliegenden  wird auf eine weitere Segmentierung verzichtet, da es unwahrscheinlich scheint, dass eine engere Abgrenzung einen Einfluss auf das Ergebnis hat. Als sachlich relevanter Markt für Motorradbekleidung wird deshalb von einem Gesamtmarkt aller Kleidungsstücke im oben  Sinne ausgegangen. Die Original Yamaha-Motorradbekleidung stellt aufgrund ihrer Austauschbarkeit mit gleichwertigen Produkten anderer Hersteller keinen eigenen Markt dar. Sie unterscheidet sich nicht hinsichtlich Funktionalität, Qualität oder Preis. Aus diesem Grund wird Original Yamaha-Motorradbekleidung dem Markt für Motorradbekleidung in seiner  zugerechnet.
233. Gestützt auf die erfolgten Erwägungen wird für die Zwecke der vorliegenden  von je separaten sachlich relevanten Märkten für den Verkauf (i) von Fahrzeugen (ein Markt für Motorräder und einer für Roller mit oder ohne technische Modifikationen), (ii) von Zubehör und Ersatzteilen sowie (iii) von Accessoires und Motorradbekleidung ausgegangen.
Räumlich relevante Märkte
234. Der räumliche relevante Markt umfasst das Gebiet, in welchem die Marktgegenseite die den sachlichen Markt umfassenden Waren oder Leistungen nachfragt oder anbietet (Art. 11 Abs. 3 lit. b VKU, der hier analog anzuwenden ist).294 Für die räumliche  ist relevant, wo die von einer Wettbewerbsabrede betroffene Marktgegenseite die  Produkte nachfragt.
235. Yamaha-Produkte werden in der Schweiz nach Angaben der HAG durch über 90  Yamaha-Händler vertrieben.295 Es ist anzunehmen, dass die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten vornehmlich bei ihrem nächstgelegenen Yamaha-Händler ihr Motorrad . Dass ein gewisser Import aus dem angrenzenden Ausland und weiteren EU-Ländern , weist auf eine weitere räumliche Abgrenzung als einer lediglich nationalen hin.  und Endkunden in der Schweiz dürften das Zubehör und die Ersatzteile und die Accessoires und Motorradbekleidung ebenfalls primär in der Schweiz, jedoch zumindest auch punktuell im Ausland nachfragen.
236. Für die Zwecke dieser Vorabklärung wird in Anlehnung an andere Verfahren296 von  mindestens nationalen Markt ausgegangen. In Bezug auf die Bestimmung der  ist dabei ausschliesslich die Nachfrage in der Schweiz relevant, da diese von einer allfälligen Wettbewerbsbeschränkung betroffen ist.
B.4.2.1.2. Wettbewerbsverhältnisse
Inter- und Intrabrandwettbewerb
237. Mit Bezug auf Abreden nach Art. 5 Abs. 4 KG ist für die Widerlegung der Vermutung eine Gesamtbetrachtung des Marktes unter Berücksichtigung des Intrabrand- und des  massgebend. Ausschlaggebend ist, ob genügend Intrabrand- oder  auf dem relevanten Markt besteht oder die Kombination der beiden zu genügend wirksamem Wettbewerb führt (Ziff. 11 VertBek).
293 RPW 2013/3, 300 Rz 130, Harley-Davidson Switzerland GmbH. 294 BGE 139 I 72, 92 E. 9.2.1 m. H., Publigroupe SA et al./WEKO. 295 Act. 6, S. 1. 296 RPW 2013/3, 300 Rz 131 ff., Harley-Davidson Switzerland GmbH; Conseil de la concurrence, déci-
sion n 03-D-42 relative à des pratiques mises en œuvre par Suzuki et autres sur le marché de la distribution des motocycles, vom 18.8.2003, Rz 12.
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238. Vorliegend bezieht sich der Interbrand-Wettbewerb auf den Wettbewerb zwischen  Herstellern von Fahrzeugen, Zubehör und Ersatzteilen sowie Accessoires und Motorradbekleidung.
239. Betreffend Interbrand-Wettbewerb ist festzuhalten, dass gemäss der HAG der  der HAG (Yamaha) in der Schweiz im Marktsegment für Motorräder im Jahr 2018 bei [ %] lag. Gemäss der HAG hätten Konkurrenten der HAG auf dem Markt für Motorräder im Jahr 2018 folgende Marktanteile gehabt: BMW [10-20 %], Honda [10-20 %] und Harley- [10-20 %].297 Der Marktanteil der HAG (Yamaha) in der Schweiz im Marktsegment für Roller lag gemäss der HAG im Jahr 2018 bei [5-55 %]. Gemäss der HAG hätten Konkurrenten der HAG auf dem Markt für Roller im Jahr 2018 folgende Marktanteile gehabt: Vespa [ %], Honda [10-20 %] und SYM [0-10 %]. 298 Die HAG konnte keine Angaben zu den  betreffend Ersatzteile und Zubehör für Motorräder und Roller sowie für  und Bekleidung machen.299 Hinsichtlich der konkreten Marktverhältnisse wären weitere Abklärungen erforderlich.
240. Der Intrabrand-Wettbewerb bezieht sich vorliegend insbesondere auf die Fragen, ob zwischen den Yamaha-Partnern Preiswettbewerb besteht und ob die Yamaha-Partner in der Schweiz Parallelimporte von Yamaha Motorrädern, Zubehör und Ersatzteile sowie  und Motorradbekleidung in genügendem Umfang tätigen bzw. tätigen können.
241. Betreffend Preiswettbewerb zwischen den Yamaha-Partnern ergeben die Abklärungen des Sekretariats, dass in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss der ) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde und der Befolgungsgrad der Preisempfehlungen der HAG in Bezug auf die Anzahl Verkaufsstellen, die mindestens die Hälfte der Fahrzeuge zum empfohlenen Verkaufspreis verkauften (Rz 132 bzw. Abbildung 4) bei ca. 42 % und in Bezug auf die Anzahl Einheiten, die zum empfohlenen Verkaufspreis verkauft wurden bei ca. 40 % (Fahrzeug im Grundmodell) bzw. 31 % (Fahrzeug inkl. Sonderausstattungen) liegt. Schliesslich ist bezüglich des Umfanges der Rabatte , dass die gewährten Rabatte durchschnittlich einen Anteil von [...]% an der  der Yamaha-Partner darstellen (Rz 136). Die Yamaha-Partner gewähren Rabatte, so dass zwischen den Yamaha-Partnern ein gewisser Preiswettbewerb stattfindet. Zudem dürfte zwischen den Yamaha-Partnern ein gewisser Beratungswettbewerb bestehen.
242. Zu Parallelimporten von Fahrzeugen aus der Europäischen Gemeinschaft in die Schweiz gibt die HAG an, diese seien wegen der Konformitätsbescheinigung möglich und für andere Produktkategorien würden keine Hindernisse bei einem Parallelimport bestehen (Rz 53). Hinsichtlich der Möglichkeit von Parallelimporten gibt die Mehrheit der Yamaha- an, dass der Parallelimport von Yamaha-Produkten möglich sei (Rz 58). Lediglich ein -Partner (5 %) gibt an, Parallelimporte von Yamaha-Produkten zu tätigen (Rz 58).  der Anzahl parallel- und direktimportierter Fahrzeuge 2018 gab die HAG an, dass diese ca. 0,6 % aller Fahrzeuge betreffen würden. Diese niedrige Anzahl lasse sich u. a. mit den attraktiven Preisen erklären (Rz 53).
243. Zusammenfassend ist gestützt auf die (nicht abschliessenden) Ermittlungen des  und die Angaben der HAG, davon auszugehen, dass auf den Märkten für Motorräder und Roller ein gewisses Mass an Inter- und Intrabrand-Wettbewerb bestand bzw. besteht.
297 Act. 10, Antwort zu Frage 37, Quelle ASTRA. 298 Act. 10, Antwort zu Frage 37, Quelle ASTRA. 299 Act. 10, Antwort zu Frage 37.
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Aussen- und Innenwettbewerb
244. Mit Bezug auf Abreden nach Art. 5 Abs. 3 KG, kann die Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs durch den Nachweis widerlegt werden, dass trotz der  zumindest wirksamer Restwettbewerb besteht. Um zu entscheiden, ob die gesetzliche Vermutung widerlegt ist, untersuchen die Wettbewerbsbehörden praxisgemäss zwei Arten von disziplinierenden Kräften.300 Erstens wird der Wettbewerbsdruck von nicht an der Abrede  Unternehmen geprüft (Aussenwettbewerb).301 Zweitens betrachten die  den allenfalls verbleibenden Wettbewerb unter den Teilnehmern der Abreden (Innenwettbewerb).302
245. Bei der Analyse des Aussenwettbewerbs überprüfen die Wettbewerbsbehörden die disziplinierende Wirkung sowohl aktueller als auch potentieller Konkurrenten.303 Aktueller Wettbewerb geht von Unternehmen aus, welche vergleichbare Produkte und Leistungen auf demselben Markt anbieten.304 Potentielle Wettbewerber sind Unternehmen, die mittelfristig mit einem vergleichbaren Angebot in den Markt eintreten können.305 Hinreichender  liegt dann vor, wenn Drittunternehmen, die sich nicht an der Abrede beteiligen, die Wettbewerbskräfte auf dem relevanten Markt soweit zu beeinflussen vermögen, dass der  Wettbewerb nicht beseitigt ist.306 Hierzu ist die Intensität des tatsächlichen  anhand der konkreten Marktstrukturen zu beurteilen.307 Entscheidend ist dabei das Gewicht von Drittunternehmen auf dem relevanten Markt im Verhältnis zu den .308
246. Mit Bezug auf den Aussenwettbewerb ist im vorliegenden Fall den Marktanteilen der Konkurrenten der HAG Rechnung zu tragen. Dem Sekretariat liegen nur die Marktanteile  Motorräder und Roller vor. Aus diesen geht hervor, dass Drittunternehmen im  zur HAG auf diesen Märkten ein ausreichendes Gewicht haben dürften, um eine  Wirkung zu entfalten.
247. Innenwettbewerb kann in zweierlei Hinsicht bestehen: Entweder weil sich die  nicht an die Abrede halten (quantitative Komponente des Innenwettbewerbs) oder weil trotz Abrede weiterhin ausreichend Wettbewerb zwischen ihnen hinsichtlich nicht , im konkreten Markt aber mitentscheidender Wettbewerbsparameter besteht ( Komponente des Innenwettbewerbs, Rest- oder Teilwettbewerb).309
248. Mit Bezug auf den Innenwettbewerb gibt die Mehrheit der Yamaha-Partner in der  an, sich nicht an die horizontale Kundenabrede zu halten. Ein ausreichender  in Bezug auf die Belieferung von Behörden und Handelsbetrieben mit  dürfte somit bestehen.
249. Zusammenfassend ist gestützt auf die (nicht abschliessenden) Ermittlungen des  und die Angaben der HAG, davon auszugehen, dass auf den Märkten für Motorräder und Roller ein ausreichendes Mass an Aussen- und Innenwettbewerb bestand bzw. besteht.
300 RPW 2019/3b, 964 Rz 2323, Badezimmer. 301 RPW 2019/3b, 964 Rz 2323, Badezimmer. 302 RPW 2019/3b, 964 Rz 2323, Badezimmer. 303 RPW 2019/3b, 964 Rz 2324, Badezimmer. 304 RPW 2019/3b, 964 Rz 2324, Badezimmer. 305 RPW 2019/3b, 964 Rz 2324, Badezimmer. 306 RPW 2020/4a, 1820 Rz 458, Bauleistungen Graubünden. 307 RPW 2020/4a, 1820 Rz 458, Bauleistungen Graubünden. 308 RPW 2020/4a, 1820 Rz 458, Bauleistungen Graubünden. 309 RPW 2020/4a, 1822 Rz 467, Bauleistungen Graubünden mit Verweis auf BGE 129 II 18, E. 8.3.4,
Buchpreisbindung; RPW 2019/3b, 964 Rz 2325, Badezimmer.
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B.4.2.2 Widerlegung der Vermutung der Beseitigung des wirksamen Wettbewerbs
250. Es braucht im Rahmen einer Vorabklärung nicht eingehend geprüft zu werden, ob die gesetzliche Vermutung der Wettbewerbsbeseitigung umgestossen werden kann.310 Im  der Vorabklärung ist einzig zu eruieren, ob ein Anfangsverdacht für eine erhebliche  besteht, welcher das Anregen von Massnahmen zur Beseitigung oder Verhinderung von Wettbewerbsbeschränkungen gemäss Art. 26 Abs. 2 KG oder die Eröffnung einer Untersuchung gemäss Art. 27 KG rechtfertigt.311
Vertikale Preis- und Gebietsschutzabreden
251. Sowohl für die vertikalen Preisabreden als auch für die vertikalen indirekten  dürfte vor dem Hintergrund der dargelegten Marktverhältnisse, namentlich, dass auf den Märkten für Motorräder und Roller ein ausreichendes Mass an Inter- und Intrabrand- bestanden haben bzw. bestehen, um die Vermutung der Beseitigung wirksamen  nach Art. 5 Abs. 4 KG zu widerlegen.
Horizontale Kundenabreden
252. Vor dem Hintergrund der dargelegten Marktverhältnisse, namentlich, dass auf den  für Motorräder und Roller ein ausreichendes Mass an Aussenwettbewerb bestand bzw. besteht, d. h. Drittunternehmen im Verhältnis zur HAG auf diesen Märkten ein ausreichendes Gewicht haben, um eine disziplinierende Wirkung zu entfalten, dürfte die Widerlegung der Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG gelingen.
B.4.3 Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs
253. Kann die Vermutung der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs widerlegt werden, gelten Abreden nach Art. 5 Abs. 4 bzw. Art. 5 Abs. 3 KG gemäss der Rechtsprechung des  als grundsätzlich erhebliche Wettbewerbsabreden i. S. v. Art. 5 Abs. 1 KG.312 Dies gilt unabhängig von quantitativen Kriterien wie dem Marktanteil der beteiligten Unternehmen  tatsächlicher Auswirkungen und der erfolgten Umsetzung der Abrede.
254. Hinsichtlich der oben genannten Abreden zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern sind zurzeit keine Elemente ersichtlich, welche auf eine Ausnahme von der grundsätzlichen Erheblichkeit hinweisen würden.
B.4.4 Rechtfertigung
255. Erweist sich die durch eine Abrede bewirkte Beeinträchtigung als erheblich, ist zu prüfen, ob die Abrede durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz i. S. v. Art. 5 Abs. 2 KG zu  ist. Wettbewerbsabreden sind gemäss Art. 5 Abs. 2 KG durch Gründe der  Effizienz gerechtfertigt, wenn sie (a) notwendig sind, um die Herstellungs- oder  zu senken, Produkte oder Produktionsverfahren zu verbessern, die Forschung oder die Verbreitung von technischem oder beruflichem Wissen zu fördern oder um Ressourcen  zu nutzen; und (b) den beteiligten Unternehmen in keinem Fall Möglichkeiten eröffnen, wirksamen Wettbewerb zu beseitigen.
Vertikale Preisabreden
256. Im Zusammenhang mit den Preisanschriftsklauseln, erklärte die HAG, dass die  der Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen dem Kunden eine  Kommunikation gewährleisten solle. Die HAG brachte zudem vor, aus «Gründen des
310 RPW 2020/4a, 1570 Rz 222, SwissZinc AG. 311 RPW 2020/4a, 1570 Rz 222, SwissZinc AG. 312 BGE 147 II 72, 101 ff. E. 6.1 und 6.5, Pfizer m. w. H.; BGE 143 II 297, 318 ff. E. 5.2.5, E. 5.6 und
E. 9.4.6, Gaba; BGE 144 II 246, 262 ff. E. 10, Altimum SA.
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einheitlichen Auftritts» den Yamaha-Partnern Fahrzeugbeschriftungen für den Showroom zur Verfügung zu stellen, die mit der Angabe von unverbindlichen Preisempfehlungen versehen seien.
257. Dazu ist anzumerken, dass die Beschriftung des Fahrzeuges mit dem empfohlenen  für einen einheitlichen Auftritt nicht erforderlich ist und sonstige visuelle  genügen, so dass die Begründung der HAG insbesondere hinsichtlich der Notwendigkeit nicht überzeugt. Weitere Rechtfertigungsgründe für vertikale Preisabreden sind im  Fall nicht ersichtlich.
Vertikale Gebietsschutzabreden
258. Die HAG führt aus, dass die Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner der  und Sicherstellung von Reparatur-, Wartungs- und Garantieleistungen dienen solle. Mit der Verpflichtung der Yamaha-Service-Stellen, Vertragsprodukte nur von der HAG und insbesondere Yamaha-Fahrzeuge nur von den ihnen zugewiesenen Yamaha- zu beziehen, solle die Qualität gesichert und der Know-how-Transfer gewährleistet  und somit sollen keine Doppelspurigkeiten und Missverständnisse entstehen. Dazu ist anzumerken, dass Qualitätssicherung auch ohne Bezugspflichten verfolgt werden kann, so dass die geltend gemachten Rechtfertigungsgründe insbesondere hinsichtlich der  nicht überzeugen. Eine abschliessende Analyse kann gestützt auf die verfügbaren  nicht vorgenommen werden.
259. Die HAG begründet die vertragliche Garantiebeschränkung auf von der HAG  Fahrzeuge und bis 2021 Ersatzteile damit, dass YMC der HAG andere  grundsätzlich nicht rückvergüten würde, was jedoch dem Wortlaut des Warranty  zwischen der HAG und YMC widerspricht. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, würde eine solche Vereinbarung keinen Rechtfertigungsgrund darstellen.
Horizontale Kundenabreden
260. Zu den Vertragsbestimmungen, die den Yamaha-Vertretungen untersagten,  an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen (Rz 97), macht die HAG keine Rechtfertigungsgründe geltend. Rechtfertigungsgründe sind auch nicht ersichtlich und es  Anhaltspunkte für unzulässige Abreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG vor. Die HAG erklärt, dass es den Yamaha-Partnern nicht untersagt sei, Standardfahrzeuge an Behörden,  oder Flottenbetreiber zu liefern und die Klausel dazu missverständlich formuliert sei. Die Mehrheit der Yamaha-Partner gibt an, Standardfahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu liefern. Dies deutet auf einen rein formellen Charakter des  in den Verträgen 2017 der Yamaha-Vertretungen von Behörden und  hin und darauf, dass dieses nicht gelebt und die Abrede nicht umgesetzt wurde. Unter Berücksichtigung der erfolgten Vertragsanpassung, namentlich der ersatzlosen  der entsprechenden Bestimmung, verzichtet das Sekretariat auf weitere Abklärungen zu Rechtfertigungsgründen und auf eine diesbezügliche Anregung.
261. Den vertraglichen Vorbehalt der HAG, als einzige technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen (Rz 98 ff.), begründete die HAG damit, dass die betroffenen Fahrzeuge zwingend von YMC vorgängig abgenommen werden müssten und Yamaha dafür strenge Richtlinien vorgebe und der Vertrieb dieser  deshalb für die Yamaha-Partner gar nicht möglich wäre. Vier Yamaha-Partner geben tatsächlich an, keine technisch modifizierten Fahrzeuge aufgrund fehlender Kapazitäten zu verkaufen (Rz 105). Demgegenüber geben drei Yamaha-Partner an, technisch modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber verkauft zu haben (Rz 105).
61
Die HAG gibt zudem an, die KFZ-Bek313 und die VertBek würden nicht regeln, dass das  mit technisch modifizierten Fahrzeugen nicht dem Importeur vorbehalten bleiben darf. Eine entsprechende Regelung sei auch nicht aus der Rechtsprechung oder der Literatur ersichtlich. Der Exklusivvertrieb sei nach Ziff. 12 Abs. 2 lit. b(i) VertBek keine qualitativ  Beeinträchtigung des Wettbewerbs, sofern Passivverkäufe möglich sind. Da die HAG alle Yamaha-Partner gleich behandele, fehle es auch an einer allfälligen Diskriminierung nach Art. 7 KG.314 Schliesslich kündigte die HAG dem Sekretariat an, aus diesen Gründen die Anregung des Sekretariats, die Verträge dahingehend anzupassen, dass die Yamaha-Partner frei sind, Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber mit technisch modifizierten  zu beliefern, nicht umzusetzen.
262. Aus Sicht des Sekretariats bestehen Hinweise, dass den Yamaha-Partnern tatsächlich die Kapazitäten und das Know-how für technische Modifikationen fehlen. Damit könnte die Abrede zu einer Verbesserung der Qualität des Produktes führen, namentlich zu notwendigen Spezialisierungen, welche den Bedürfnissen der Endkundinnen und Endkunden besser . Die Feststellung von Rechtfertigungsgründen bedürfte allerdings weiterer . Aufgrund der geringen Anzahl betroffener Produkte, der vergleichsweise tiefen Umsätze, die sie generieren, dürften die Auswirkungen dieser Abrede auf den Wettbewerb gering sein. Unter Berücksichtigung vorgenannter Umstände sowie der Tatsache, dass die HAG das Hauptproblem im Zusammenhang mit einer Kundenaufteilung behoben hat, indem die HAG die oben genannte Klausel aus ihren Verträgen gestrichen hat, verzichtet das Sekretariat , der HAG Anregungen in Bezug auf den Verkauf technisch modifizierter Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu unterbreiten sowie auf weitere  in dieser Hinsicht.
B.5 Unzulässige Wettbewerbsabreden nach Art. 5 Abs. 1 KG
263. Laut Art. 5 Abs. 1 KG sind Abreden, die den Wettbewerb auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen erheblich beeinträchtigen und sich nicht durch Gründe der  Effizienz rechtfertigen lassen, unzulässig.
264. Dementsprechend wird im Folgenden geprüft, ob Anhaltspunkte für ein  i. S. v. Art. 5 Abs. 1 KG betreffend Ersatzteile von konkurrierenden Herstellern bestehen (B.5.1), ob eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs vorliegt (B.5.2) und, sofern dies der Fall ist, ob es eine Rechtfertigung für die Abrede gibt (B.5.3).
B.5.1 Wettbewerbsverbote betreffend Ersatzteile von konkurrierenden Herstellern
265. Nach Ziff. 6 VertBek umfassen Wettbewerbsverbote insbesondere alle unmittelbaren oder mittelbaren Verpflichtungen, die den Abnehmer veranlassen, keine Waren oder  herzustellen, zu beziehen, zu verkaufen oder weiterzuverkaufen, die mit den  oder -dienstleistungen im Wettbewerb stehen. Nach Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek werden Abreden als qualitativ schwerwiegend betrachtet, wenn sie Wettbewerbsverbote,  für eine unbestimmte Dauer oder für eine Dauer von mehr als fünf Jahren vereinbart  zum Gegenstand haben. Zu prüfen ist, ob (i) aufgrund der Vertragsklauseln, die einen Garantieausschluss vorsahen, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden ) eingebaut wurden (Rz 75) und (ii) aufgrund der vertraglichen Verpflichtung der -Partner nur Yamaha-Originalteile zu verkaufen und zu verwenden (Rz 77),  für Wettbewerbsverbote nach Art. 5 Abs. 1 KG (i. V. m. Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek) vorliegen.
313 Bekanntmachung der Wettbewerbskommission vom 29.6.2015 über die wettbewerbsrechtliche  von vertikalen Abreden im Kraftfahrzeugsektor (KFZ-Bekanntmachung, KFZ-Bek).
314 Act. 123, Rz 9 f.
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266. Mit den Vertragsklauseln, die einen Garantieausschluss vorsahen, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden Herstellern) eingebaut wurden (Rz 75), waren die -Partner während der Dauer der Herstellergarantie in den Jahren vor 2021 verpflichtet, bei Wartungs-, Service- und Garantieleistungen ausschliesslich Yamaha-Originalersatzteile zu verwenden. Die Mehrheit der befragten Yamaha-Partner gibt an, die Garantie verfalle, wenn im Rahmen von Service- und Wartungsarbeiten Ersatzteile verwendet werden, die von  stammen und von der HAG nicht autorisiert sind (Rz 89). Damit dürfte ein  vorliegen. Jedes Wettbewerbsverbot gilt für die Dauer der Herstellergarantie, d. h. ein bzw. zwei Jahre je Fahrzeug und wurde also nicht für eine unbestimmte Dauer oder eine Dauer von mehr als fünf Jahren vereinbart. Es ist somit nicht qualitativ schwerwiegend.
267. Die vertraglichen Verpflichtungen der Yamaha-Partner, nur Yamaha-Originalteile zu verkaufen und zu verwenden (Rz 77), können eine Wettbewerbsbeschränkung bewirken, wenn sie einen Mehrmarkenvertrieb in Bezug auf Ersatzteile zu unterbinden. Anzumerken ist, dass die Mehrheit der Yamaha-Partner angibt, Ersatzteile, die mit Yamaha-Produkten im  stehen, zu beziehen und konkurrierende Ersatzteile zu verkaufen (Rz 90). Damit weicht die gelebte Vertragswirklichkeit wohl vom Wortlaut des Vertrages ab. Der Zeitraum, für den Wettbewerbsverbote betreffend den Verkauf von Ersatzteilen konkurrierender Hersteller vereinbart wurden, ist unbegrenzt, da die Rahmenverträge 2017/2018 mit den Yamaha- jeweils für eine unbestimmte Dauer abgeschlossen wurden. Mit den Ersatzteilklauseln dürften in casu qualitativ schwerwiegende Abreden nach Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern für den Zeitraum vor 2021 über ein Wettbewerbsverbot betreffend den Verkauf von Ersatzteilen konkurrierender Hersteller vorliegen.
B.5.2 Erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs
268. Bei allen Wettbewerbsabreden, die nicht unter Art. 5 Abs. 3 oder Abs. 4 KG fallen, sind bei der Prüfung der Erheblichkeit sowohl qualitative wie auch quantitative Kriterien zu . Die Abwägung dieser beiden Kriterien erfolgt einzelfallweise in einer . Dabei kann eine qualitativ schwerwiegende Beeinträchtigung trotz quantitativ  Auswirkungen erheblich sein. Umgekehrt kann eine Beeinträchtigung mit quantitativ beträchtlichen Auswirkungen den Wettbewerb erheblich beeinträchtigen, auch wenn sie  nicht schwerwiegend ist (Ziff. 12 Abs. 1 lit. b VertBek).315
269. Mit den Vertragsklauseln, die einen Garantieausschluss vorsahen, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden Herstellern) eingebaut wurden (Rz 75), waren die -Partner in den Jahren vor 2021 verpflichtet, bei Wartungs-, Service- und  ausschliesslich Yamaha-Originalersatzteile zu verwenden. Die Dauer dieser  lag unter fünf Jahren. Für die Dauer der Herstellergarantie ergeben sich aus dieser Verpflichtung keine Hinweise auf eine erhebliche Wettbewerbsbeschränkung. Die HAG hat zudem die Klausel inzwischen angepasst, so dass sich das Wettbewerbsverbot nur auf den Zeitraum vor 2021 bezieht.
270. Die Verpflichtung der Yamaha-Partner, nur Yamaha-Originalteile zu verkaufen und zu verwenden (Rz 77), war unbegrenzt und dürfte eine qualitativ schwerwiegende vertikale  über ein Wettbewerbsverbot bzgl. Ersatzteile nach Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek darstellen. Nach Ziff. 13 Abs. 1 VertBek führen vertikale Wettbewerbsabreden, welche nicht unter Ziff. 10 oder 12 Abs. 2 lit. b bis e VertBek fallen, in der Regel nicht zu einer erheblichen  des Wettbewerbs, wenn kein an der Abrede beteiligtes Unternehmen auf einem von der Abrede betroffenen relevanten Markt einen Marktanteil von 15 % überschreitet. Wird diese Markanteilsschwelle überschritten, ist die Erheblichkeit des Wettbewerbsverbots im Einzelfall zu prüfen. Vorliegend sind die Marktverhältnisse auf dem Ersatzteilemarkt unbekannt, sodass
315 BGE 143 II 297, 316 E. 5.2.2, Gaba.
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ohne weitere Abklärungen keine Aussagen über die Erheblichkeit des vereinbarten  bezüglich Ersatzteilen getroffen werden können. Anzumerken ist, dass die  der Yamaha-Partner angibt Ersatzteile, die mit Yamaha-Produkten im Wettbewerb stehen zu beziehen und konkurrierende Ersatzteile zu verkaufen (Rz 90) und die gelebte  vom Wortlaut des Vertrages abweichen dürfte. Die HAG hat zudem die Klausel inzwischen angepasst, so dass sich das Wettbewerbsverbot nur auf den Zeitraum vor 2021 bezieht. Die Feststellung der Erheblichkeit der Abrede zwischen der HAG und den  bedürfte weiterer Abklärungen.
B.5.3 Rechtfertigung
271. Wettbewerbsabreden sind gemäss Art. 5 Abs. 2 KG unter oben genannten  (Rz 255 f.) durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gerechtfertigt. Sollten die oben genannten Wettbewerbsverbote eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs , wären allfällige Rechtfertigungsgründe zu prüfen. Diese Prüfung bedürfte weiterer . Darauf wird angesichts der bereits erfolgten Vertragsanpassungen verzichtet.
B.6 Ergebnis
272. Die Ergebnisse der Vorabklärung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Aufgrund der bis im Jahr 2021 bestehenden vertraglichen Verpflichtung der , die Fahrzeuge mit den empfohlenen Verkaufspreisen zu beschriften (; Ziff. 2.1 Liefervereinbarungen 2018 Yamaha-Vertretung bzw. -Service-Stelle, Rz 111), der Tatsache, dass die HAG den Yamaha-Partnern Preisanschriften zur Verfügung stellte, des Umstandes, dass im Durchschnitt in rund 93 % der Fahrzeugverkäufe das Fahrzeug (gemäss Preisanschriftsklauseln) mit dem empfohlenen Verkaufspreis der HAG beschriftet wurde, der Hinweise auf Druck und Anreize (Rz 172) sowie der Abgabe der (allgemein zugänglichen) Preisempfehlungen der HAG, die nicht ausdrücklich als unverbindlich gekennzeichnet waren, liegen  für unzulässige vertikale Preisabreden gemäss Art. 5 Abs. 4 KG zwischen der HAG und den Yamaha-Partnern hinsichtlich des Verkaufs von Motorrädern und Rollern vor. Das Sekretariat hat der HAG Anregungen hinsichtlich Preisgestaltung  (Rz 273, Ziff. 1). Die HAG hat dem Sekretariat zugesichert, diese umzusetzen (Rz 19). Sofern die HAG die Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt, wird  darauf verzichtet, im Einverständnis mit einem Mitglied des Präsidiums eine  zu eröffnen. Das Sekretariat weist darauf hin, dass sich dieses Vorgehen  auf die sehr gute Kooperation der HAG sowie den Befolgungsgrad der Preisempfehlungen der HAG durch die Yamaha-Partner abstützt.
- Die Vertragsbestimmungen, die eine Alleinbezugsverpflichtung der Yamaha-Partner für die Vertragsprodukte vorsehen (Ziff. 4.1 Rahmenvertrag 2017 Yamaha-Vertretung Rz 41, Ziff. 4.1, Satz 1 revidierter Rahmenvertrag 2021 Yamaha-Vertretung Rz 44, Ziff. 4.1 Rahmenvertrag 2018 Yamaha-Service-Stelle Rz 46, Ziff. 4.1 revidierter  2021 Yamaha-Service-Stelle), ergeben Anhaltspunkte für unzulässige  absolute Gebietsschutzabreden gemäss Art. 5 Abs. 4 KG hinsichtlich . Das Sekretariat hat der HAG Anregungen hinsichtlich der  unterbreitet (Rz 273, Ziff. 2). Die HAG hat dem Sekretariat zugesichert, diese umzusetzen (Rz 19). Sofern die HAG die Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt, wird vorläufig darauf verzichtet, im Einverständnis mit einem Mitglied des Präsidiums eine Untersuchung zu eröffnen.
- Um zu vermeiden, dass sich die Winterbestellung, die eine vertragliche  vorsieht (Ziff. 2.13 revidierte Liefervereinbarung 2021 Yamaha-Vertretung), wie
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eine Alleinbezugsverpflichtung auswirkt, empfiehlt das Sekretariat der HAG, die  dahingehend zu präzisieren, dass die Winterbestellung ein Sonderangebot darstellt und es optional für die Yamaha-Vertretungen ist, diese Bestellung zu tätigen.
- Die Weigerung der HAG, die während der Dauer der Herstellergarantie durch  an parallel- oder direktimportierten Fahrzeugen erbrachten Garantieleistungen zu vergüten bzw. die vertragliche Beschränkung der Herstellergarantie auf von HAG importierte Yamaha-Fahrzeuge und -Originalersatzteile (Ziff. 4.2 Liefervereinbarungen 2018 Yamaha-Vertretung bzw. Yamaha-Service-Stelle, Ziff. 4.11 Liefervereinbarungen 2018 Yamaha-Vertretung bzw. Yamaha-Service-Stelle, Rz 71 ff.) ergeben  für unzulässige indirekte absolute Gebietsschutzabreden gemäss Art. 5 Abs. 4 KG hinsichtlich Yamaha-Fahrzeugen und -Originalersatzteilen. Das  hat der HAG Anregungen hinsichtlich Garantieleistungen für Fahrzeuge und Originalersatzteile der HAG unterbreitet (Rz 273, Ziff. 3). Die HAG hat dem Sekretariat zugesichert, diese umzusetzen (Rz 19). Sofern die HAG die Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt, wird vorläufig darauf verzichtet, im Einverständnis mit  Mitglied des Präsidiums eine Untersuchung zu eröffnen.
- Mit den Vertragsbestimmungen, die den Yamaha-Vertretungen untersagen,  an Behörden und Handelsbetriebe zu verkaufen (Ziff. 4.1 Abs. 2  2017 Yamaha-Vertretung, Rz 96 f.), liegen Anhaltspunkte für unzulässige  Kundenabreden nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG vor, da keine Rechtfertigungsgründe ersichtlich sind. Unter Berücksichtigung der erfolgten Vertragsanpassung, namentlich der ersatzlosen Streichung der entsprechenden Bestimmung, verzichtet das  auf diesbezügliche Anregungen.
- Mit den Vertragsbestimmungen, die der HAG vorbehalten, als einzige Anbieterin  modifizierte Fahrzeuge an Behörden, Handelsbetriebe und Flottenbetreiber zu verkaufen (Ziff. 4.1 Abs. 2 Rahmenvertrag 2018 Yamaha-Service-Stelle, Ziff. 3.1  Rahmenverträge 2021 Yamaha-Vertretung bzw. Yamaha-Service-Stelle, Rz 98 ff.), liegen Anhaltspunkte für grundsätzlich erhebliche horizontale  nach Art. 5 Abs. 3 lit. c KG. Aufgrund der geringen Anzahl betroffener Produkte, der vergleichsweise tiefen Umsätze, die sie generieren und der Hinweise auf allfällige Rechtfertigungsgründe, verzichtet das Sekretariat auf weitere Abklärungen zu  und auf eine diesbezügliche Anregung.
- Mit den Vertragsklauseln, die einen Garantieausschluss vorsahen, wenn Teile fremder Herkunft (d. h. von konkurrierenden Herstellern) eingebaut werden (Ziff. 4.4  2018 Yamaha-Vertretung bzw. Yamaha-Service-Stelle, Rz 75), dürften bis im Jahr 2021 (aufgrund der Dauer wohl nicht erhebliche) vertikale Abreden über ein Wettbewerbsverbot bzgl. Ersatzteile vorgelegen haben. Die Dauer dieser  lag unter fünf Jahren. Für die Dauer der Herstellergarantie ergeben sich aus dieser Verpflichtung keine Hinweise auf eine erhebliche .
- Mit der vertraglichen Verpflichtung der Yamaha-Partner, nur Yamaha-Originalteile zu verkaufen und zu verwenden (Ziff. 4.5 Rahmenverträge 2017 bzw. 2018 Yamaha- bzw. Yamaha-Service-Stelle, Rz 77), dürften bis im Jahr 2021 qualitativ schwerwiegende vertikale Wettbewerbsverbote i. S. v. Ziff. 12 Abs. 2 lit. f VertBek  der HAG und den Yamaha-Partnern in Bezug auf Ersatzteile von  Herstellern vorgelegen haben. Deren Erheblichkeit kann gestützt auf die  Informationen nicht beurteilt werden. [...].
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C Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG
273. Nach Art. 26 Abs. 2 KG kann das Sekretariat Massnahmen zur Beseitigung oder  von Wettbewerbsbeschränkungen anregen. Das Sekretariat regt die folgenden  an, um die erwähnten Wettbewerbsbeschränkungen zu beseitigen bzw. zu :
1. Hinsichtlich Preisgestaltung (i) präzisiert die HAG die Klausel hinsichtlich  (Ziff. 2.1 der Liefervereinbarung Yamaha-Partner) dahingehend, dass die Yamaha-Partner in der Preisanschrift frei sind resp. streicht den Teil, der sie zur  der Fahrzeuge mit dem empfohlenen Verkaufspreis verpflichtet oder ihnen diese empfiehlt, (ii) deklariert die HAG die in den Preislisten angegebenen Preise  als «unverbindliche Preisempfehlungen», (iii) informiert die HAG die  mittels Rundschreiben darüber, dass sie in der Festlegung der Verkaufspreise gegenüber den Endkundinnen und Endkunden und den Yamaha-Service-Stellen frei sind, und (iv) unterlässt die HAG jegliche Ausübung von Druck (insbesondere ) oder Anreizen, die unverbindlichen Preisempfehlungen einzuhalten.
2. Die HAG streicht die Klauseln in ihren Verträgen hinsichtlich  der Yamaha-Partner (Ziff. 4.1 der revidierten Rahmenverträge 2021 mit den -Vertretungen, Ziff. 4.1 der revidierten Rahmenverträge 2021 mit den -Stellen) oder präzisiert diese dahingehend, dass diese unmissverständlich  und Querlieferungen zulassen.
3. Hinsichtlich Garantieleistungen der HAG für Fahrzeuge und Originalersatzteile passt die HAG ihre Verträge mit den Yamaha-Partnern und ggf. mit der Herstellerin dahingehend an, dass klargestellt wird, dass die Herstellergarantie für Fahrzeuge und Originalersatzteile unabhängig davon, ob das Fahrzeug durch die HAG importiert worden ist, gewährt wird. Sollten die Produkte in einem Selektivvertrieb i. S. v. Ziff. 4 VertBek vertrieben werden, hat dies zu gelten, wenn das Produkt im offiziellen Vertriebsnetz bezogen wurde.
D Kosten
274. Nach Art. 2 Abs. 1 GebV-KG316 ist gebührenpflichtig, wer ein Verwaltungsverfahren  hat. Gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. b GebV-KG haben Beteiligte, die eine Vorabklärung verursacht haben, keine Gebühren zu bezahlen, sofern diese keine Anhaltspunkte für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung ergibt.
275. Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für eine Gebührenfreiheit gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. b GebV-KG nicht erfüllt. Es liegen Anhaltspunkte für unzulässige  vor. Auf die Eröffnung einer Untersuchung wird insbesondere unter der Voraussetzung verzichtet, dass die HAG sich den angeregten Massnahmen unterzieht und die Anregungen nach Art. 26 Abs. 2 KG umsetzt. Damit hat die HAG die Verfahrenskosten zu tragen.
276. Nach Art. 4 Abs. 2 GebV-KG gilt ein Stundenansatz von CHF 100 bis 400.--. Dieser richtet sich namentlich nach der Dringlichkeit des Geschäfts und der Funktionsstufe des  Personals. Auslagen für Porti sowie Telefon- und Kopierkosten sind in den  eingeschlossen (Art. 4 Abs. 4 GebV-KG).
316 Verordnung vom 25.2.1998 über die Gebühren zum Kartellgesetz (Gebührenverordnung KG, ; SR 251.2).
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277. Der Zeitaufwand der Vorabklärung beläuft sich auf [...] Stunden und wird gestützt auf die Funktionsstufe der mit dem Fall betrauten Mitarbeiter nach den folgenden  verrechnet:
- [...] Stunden zu CHF 290, ergebend CHF [...];
- [...] Stunden zu CHF 200, ergebend CHF [...];
- [...] Stunden zu CHF 130, ergebend CHF [...].
Daraus resultieren Verfahrenskosten von insgesamt CHF [...].
278. Vorliegend ergab die Vorabklärung Anhaltspunkte für mehrere unzulässige  nach Art. 4 Abs. 1 KG i. V. m. Art. 5 Abs. 1, 3 und 4 KG (vgl. B.6 Ergebnis Rz 272), sodass die durch die HAG zu bezahlende Gebühr CHF [...] beträgt.
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