# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db634165-a538-4688-8dc2-a22c04582cbd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 1. April 2007 verstarb mit letztem Wohnsitz in Freiburg i. Br./D der am _ 1913 geborene G._. Er hinterliess seine am 11. Juni 1921 geborene Ehefrau H._ sowie seine fünf Kinder B._ (1951), C._ (1953), A._ (1956), D._ (1957) sowie E._ (1966). Gemäss Erbschein des Nachlassgerichts Freiburg i. Br./D vom _ 2008 wurde die Ehefrau als Alleinerbin eingesetzt. Am 10. Mai 2008 verstarb die Ehefrau, mit letztem Wohnsitz ebenfalls in Freiburg i. Br./D. Als Erben hinterliess sie ihre fünf Nachkommen, die gemäss dem gemeinschaftlichen Erbschein des Nachlassgerichts Freiburg i. Br./D vom _ 2008 zu je 1/5 erbberechtigt sind.
Im Grundbuch der Gemeinde O.1_ ist auf den Namen der Erbengemeinschaft Ingeborg Emma Agnes Franziska Filbinger-Breuer die Liegenschaft Nr. _ (Ferienhaus mit Gartenanlage/Umschwung im O.2_) eingetragen.
B. Am _ 2016 stellte A._ beim Amtsgericht Freiburg i. Br./D einen Antrag auf Teilungsversteigerung der Liegenschaft Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde O.1_. Das Amtsgericht teilte A._ am _ 2016 mit Verweis auf § 1 Abs. 1 dt. ZVG mit, dass ein deutsches Vollstreckungsgericht über ein im Ausland gelegenes Grundstück keine Zwangsversteigerung anordnen könne.
C/a. A._ instanzierte am 28. Oktober 2016 bei der Schlichtungsbehörde der Region Maloja gegen B._, C._, D._ und E._ eine Klage betreffend Erbteilung/Auflösung des Gesamteigentums im Hinblick auf die Liegenschaft Nr. _ im Grundbuch der Gemeinde O.1_. Die Schlichtungsverhandlung fand am 22. März 2017 statt, wobei die Parteien bei dieser Gelegenheit beantragten, das Verfahren sistiert zu halten. Nachdem der Kläger am 1. Juni 2017 um Ausstellung der Klagebewilligung ersucht hatte, stellte der Vermittler am 16. Juni 2017 das Nichtzustandekommen einer Einigung fest und erteilte die Klagebewilligung. Diese enthielt folgende Rechtsbegehren:
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1. Es sei gerichtlich die Erbquoten der Parteien an der Liegenschaft Grundstückparzelle Nr. _ im Grundbuch O.1_ festzustellen.
2. Es sei die Erbteilung über die Liegenschaft Grundstückparzelle Nr. _ im Grundbuch O.1_ gerichtlich durchzuführen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
C/b. Am 9. Juli 2017 reichte A._ beim Regionalgericht Maloja eine (unbegründete) Klage im vereinfachten Verfahren nach Art. 244 ZPO ein, im Wesentlichen mit den Rechtsbegehren gemäss Klagebewilligung. Das Regionalgericht teilte A._ am 31. Juli 2017 mit, dass Erbstreitigkeiten grundsätzlich am letzten Wohnsitz des Erblassers auszutragen seien, vorliegend somit in Deutschland. Eine schweizerische Zuständigkeit sei nur gegeben, wenn sich die ausländischen Behörden mit dem hier gelegenen Nachlass nicht befassen würden. Sodann seien Erbstreitigkeiten in der Schweiz durch ein Vermittlungsbegehren einzuleiten, wobei vorliegend eine entsprechende Klagebewilligung fehle. Schliesslich müsse die Klage aufgrund des CHF 30'000.00 übersteigenden Streitwerts im ordentlichen und nicht im vereinfachten Verfahren angehoben werden. In seiner Stellungnahme vom 4. September 2017 wies A._, nun vertreten durch Rechtsanwalt Mario A. Pfiffner, darauf hin, dass das angerufene Gericht zuständig sei, da die Behörde in Deutschland rechtlich untätig bleibe und damit die subsidiäre schweizerische Zuständigkeit eintrete. Ausserdem befinde sich das zu teilende Grundstück in der Region Maloja. Das Vermittlungsverfahren sei durchgeführt und die Klagebewilligung zusammen mit der Klage eingereicht worden. Die Klage sei sodann von Amtes wegen im ordentlichen Verfahren zu behandeln.
C/c. Am 12. Oktober 2017 liess der Kläger durch seinen neu bestellten Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Nuot P. Saratz, eine Klageergänzung einreichen, wobei er die Rechtsbegehren gemäss Klagebewilligung wie folgt präzisierte:
1. Es sei gerichtlich die Erbquoten der Parteien an der Liegenschaft Grundstückparzelle Nr. _ im Grundbuch O.1_ festzustellen.
2. Es sei die Erbteilung über die Liegenschaft Grundstückparzelle Nr. _ im Grundbuch O.1_ gerichtlich durch Versteigerung durchzuführen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Gleichzeitig begründete er gegenüber dem Regionalgericht Maloja, weshalb dieses zur Beurteilung der Klage zuständig sei. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2017 teilte das Regionalgericht mit, dass es die vorliegende Klage fortan im
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ordentlichen Verfahren behandle. Sodann forderte es den Kläger auf, innert 20 Tagen den Nachweis zu erbringen, dass sich die deutschen Gerichte nicht mit dem Nachlass befassen würden. Vorliegend gehe es um einen Antrag betreffend Erbteilung und nicht um einen solchen rein vollstreckungsrechtlicher Natur. In einem früheren Verfahren habe ein deutsches Gericht unter anderem darauf hingewiesen, dass sich die Gerichte am Wohnsitz des Erblassers in Deutschland im Rahmen der Teilung des Nachlasses auch mit einem Grundstück im Engadin befassen würden.
C/d. Auf Gesuch des Klägers vom 1. November 2017 hin wurde das Verfahren mit Verfügung vom 21. Dezember 2017 zwecks Führen von Vergleichsgesprächen bis am 1. Juni 2018 sistiert.
C/e. Am 7. März 2018 beantragte der Kläger aufgrund des Scheiterns der angestrebten Verhandlungen die Fortführung des Verfahrens. Gleichzeitig zog er den Antrag auf Feststellung der Erbquoten zurück und änderte die weiteren Rechtsbegehren wie folgt:
1. Es sei die öffentliche Versteigerung der Liegenschaft Nr. _ im Grundbuch O.1_ gerichtlich anzuordnen.
2. Alles unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge einschliesslich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.
Zur Begründung führte er aus, eine neuerliche Prüfung der Zuständigkeitsfrage habe ergeben, dass das angerufene Gericht für die Erbenfeststellung und für die Erbteilung nicht zuständig sei. Hingegen sei dessen Zuständigkeit für die Teilungsversteigerung gegeben. Am 9. März 2018 hob das Regionalgericht Maloja die Sistierung mit sofortiger Wirkung auf.
C/f. Mit Schreiben vom 9. März 2018 wandte sich das Regionalgericht Maloja an das Amtsgericht Freiburg i. Br./D und ersuchte um Mitteilung, ob sich deutsche Gerichte am letzten Wohnsitz der Erblasserin im Rahmen der Teilung dieses Nachlasses auch mit dem Grundstück in O.1_ befassen oder ob sie die Zuständigkeit verweigern würden. Zudem werde das Gericht um Darlegung gebeten, unter welchen Voraussetzungen es eine Nachlassteilung an die Hand nehmen würde. Am 27. April 2018 teilte das Amtsgericht Freiburg i. Br./D als Nachlassgericht mit, dass die deutschen Nachlassgerichte sich nicht mit der Auseinandersetzung des Nachlasses befassen würden. Dies sei Angelegenheit der Erben. Das Verfahren sei hier mit Erteilung des Erbscheins sowie des Testamentsvollstreckerzeugnisses abgeschlossen worden. Falls in der Sache eine Klage erhoben worden sein sollte, wäre hierfür das Prozessgericht zuständig,
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wobei sich ihrer Kenntnis entziehe, ob bei diesem ein solches Verfahren anhängig sei. Auf Nachfrage des Regionalgerichts Maloja vom 7. Mai 2018 hin, ob sich das Prozessgericht bei entsprechender Klageerhebung auch mit dem Grundstück in O.1_ befassen würde, konnte das Amtsgericht gemäss dessen Schreiben vom 29. Mai 2018 mangels Zuständigkeit keine Aussage treffen.
D/a. Am 11. September 2018 fand die auf die Frage der Zuständigkeit beschränkte Verhandlung vor dem Regionalgericht Maloja statt. An dieser nahmen der Kläger und sein Rechtsvertreter, die Beklagten D._ und E._ sowie F._ als Vertreter der Beklagten C._ teil. Der Kläger hielt an seinen mit Eingabe vom 7. März 2018 gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte ergänzend dazu, dass der Erlös aus der öffentlichen Versteigerung der Liegenschaft dem Regionalgericht Maloja zu überweisen und dort bis zur endgültigen gerichtlichen Beurteilung der erbrechtlichen Auseinandersetzung einzubehalten sei. Der Vertreter von C._ führte im Wesentlichen aus, dass gestützt auf die vorhandene Korrespondenz nicht klar sei, ob es sich beim Nachlassgericht und dem Prozessgericht um dieselbe Behörde handle, während D._ sich auf den Standpunkt stellte, vorliegend gehe es nicht um eine Erbteilung, sondern um die Auflösung von Gesamteigentum, da die Erbengemeinschaft auseinandergesetzt sei. Da sie anstrebe, dass in dieser Streitsache endlich Friede und Ruhe einkehre, stelle sie sich nicht gegen eine Teilungsversteigerung.
D/b. Mit Entscheid vom 11. September 2018, mitgeteilt am 7. Januar 2019, erkannte das Regionalgericht Maloja wie folgt:
1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtskosten von CHF 5'000.- werden dem Kläger auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet.

## Considerations