# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0585496a-3be1-5f5b-8bc1-a977763ed466
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. D._ war Verwaltungsrat der E._ AG, über welche am 27. September 2012 der Konkurs eröffnet wurde (Klagebeilage 5 zur Klage vom 27. Juni 2014). Sowohl die A._ GmbH als auch die C._ AG erbrachten vor der Konkurseröffnung Leistungen für die E._ AG und erlitten im Konkurs der genannten Gesellschaft Verluste (Klagebeilagen 6, 7, 9, 21 und 22). Mit Schreiben vom 12. Februar 2013 bescheinigte die Konkursverwaltung der E._ AG die von der A._ GmbH beantragte Abtretung von Rechtsansprüchen der Masse gemäss Art. 260 SchKG (Klagebeilage 8).
B._ schloss mit der E._ AG vor deren Konkurs einen Werkvertrag betreffend die Erstellung eines Wohnhauses in F._ ab. Dabei kam er den daraus entstandenen Zahlungsverpflichtungen vollständig nach (Klagebeilage 11, S. 7). Dennoch musste er nach dem Konkurs der E._ AG drei Bauhandwerkerpfandrechte auslösen, welche in Zusammenhang mit dem genannten Werkvertrag zulasten seines Grundstückes ins Grundbuch eingetragen wurden (Klagebeilagen 13 ff.).
B. Am 30. Dezember 2013 beantragten die A._ GmbH, die C._ AG sowie B._ die Durchführung einer Schlichtung. Die Schlichtungsverhandlung fand am 11. März 2014 statt und endete mit einer Klagebewilligung (vgl. dazu Akten 10 2013 760).
Am 27. Juni 2014 erhoben die drei oben genannten Parteien Klage aus Verantwortlichkeit gegen D._ und beantragten, er sei zu verurteilen, der A._ GmbH einen CHF 50‘851.55 übersteigenden Betrag, B._ einen Betrag von CHF 47‘584.65 sowie der C._ AG einen Betrag von CHF 35‘376.00 zu bezahlen, jeweils mit Zinsen zu 5% seit wann rechtens. Die Kläger behielten sich die Geltendmachung weiterer Forderungen vor (act. 1).
Am 27. August 2015 fand die Sitzung des Zivilgerichts des Sensebezirks (nachfolgend: das Zivilgericht) statt (act. 22). Anlässlich dieser ergänzte Rechtsanwalt Marfurt die Rechtsbegehren der Kläger und beantragte, D._ sei zu verurteilen, der A._ GmbH unter Berücksichtigung der geltend gemachten Verrechnung einen Betrag von CHF 11‘955.60, B._ einen Betrag von CHF 55‘161.20 sowie der C._ AG einen Betrag von CHF 27‘844.50 zu bezahlen, jeweils mit Zinsen zu 5% seit wann rechtens. Aus der genannten Sitzung ging ein Vergleichsvorschlag hervor, den es in der Folge von den Parteien zu bestätigen galt. Mit Eingabe vom 6. bzw. 8. Oktober 2015 teilten die Parteien allerdings mit, es sei kein Vergleich zu Stande gekommen (act. 27 und 28).
Am 22. April 2016 fand eine weitere Sitzung vor dem Zivilgericht statt (act. 45). Die anlässlich der Sitzung vorgenommenen Vergleichsverhandlungen scheiterten bzw. weitere  wurden von den Parteien als sinnlos erachtet.
Mit Entscheid vom 10. Juni 2016 wurde die Klage schliesslich vollumfänglich abgewiesen (act. 49).
C. Mit Eingabe vom 14. September 2016 erhoben die A._ GmbH, B._ sowie die C._ AG Berufung gegen den Entscheid vom 10. Juni 2016 und stellten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, folgende Rechtsbegehren:
1. Der angefochtene Entscheid des Zivilgerichts des Sensebezirks (Vorinstanz) vom 10. Juni 2016 sei aufzuheben und die Sache sei an die erste Instanz zurückzuweisen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 17
2. Eventualiter: Der angefochtene Entscheid des Zivilgerichts des Sensebezirks (Vorinstanz) vom 10. Juni 2016 sei aufzuheben und der Berufungsbeklagte sei zu verurteilen,
a. der Berufungsklägerin 1, unter Berücksichtigung der vom Berufungsbeklagten geltend gemachten Verrechnung in der Höhe von CHF 38‘895.95, einen Betrag von CHF 11‘955.60, nebst Zins zu 5% seit wann rechtens, zu bezahlen.
b. dem Berufungskläger 2 einen Betrag von CHF 55‘161.20, nebst Zins zu 5% seit wann rechtens, zu bezahlen.
c. der Berufungsklägerin 3 einen Betrag von CHF 27‘844.55, nebst Zins zu 5% seit wann rechtens, zu bezahlen.
Am 16. Dezember 2016 nahm D._ zur Berufung Stellung und beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, die Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide in vermögensrechtlichen Streitigkeiten sind mit Berufung anfechtbar, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.- beträgt (Art. 308 ZPO). Massgebend sind die bis zur Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheids vorgebrachten Erklärungen der Parteien und nicht der  Entscheid, die Rechtsmittelanträge oder die Parteierklärungen im Rechtsmittelverfahren (REETZ/THEILER in SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 308 N. 40).
Das Gericht tritt auf die Berufung ein, sofern die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 ZPO). Dazu müssen die Parteien u.a. ein schutzwürdiges Interesse haben (Bst. a) und partei- und prozessfähig sein (Bst. c).
Vorliegend verfügen die Parteien über ein aktuelles Rechtsschutzinteresse, da ihnen von der ersten Instanz nicht zugesprochen wurde, was sie verlangt haben und sie ein Interesse an der Abänderung des Entscheids haben (BGE 120 II 5 E. 2a). Soweit die Berufungsklägerin 1 über die Abtretungserklärung der Konkursmasse verfügt (Art. 260 SchKG, Klagebeilage 8), wurde ihr das Prozessführungsrecht der Masse abgetreten, weshalb sie unzweifelhaft auch partei- und prozessfähig ist (BGE 140 IV 155 E. 3.4.4; 139 III 391 E. 5.1). Insofern als die drei Berufungskläger unabhängig von der Geltendmachung des Schadens der Gesellschaft durch die Berufungsklägerin 1 auch ihren eigenen Schaden geltend machen wollen und sie dazu Individualklage erhoben haben, sind sie ebenfalls partei- und prozessfähig. Sie bilden eine Streitgenossenschaft, da die Rechte und Pflichten, die beurteilt werden, auf gleichartige Tatsachen oder Rechtsgründe beruhen (Art. 71 Abs. 1 ZPO).
Bei einfacher Streitgenossenschaft und Klagenhäufung werden die geltend gemachten Ansprüche zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig ausschliessen (Art. 93 Abs. 1 ZPO).
Somit ergibt sich im vorinstanzlichen Verfahren einen Streitwert in der Höhe von zusammengerechnet CHF 94‘961.30 (act. 53, Ziff. II./1., S. 3). Der Streitwert übersteigt CHF 10‘000.-, so dass die Voraussetzung von Art. 308 Abs. 2 ZPO erfüllt ist.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 17
Im vorliegenden Verfahren ist eine Forderung aus Verantwortlichkeit in Höhe von insgesamt CHF 94‘961.35 streitig. Damit ist die Streitwertgrenze von CHF 30‘000.- für die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht gegen vorliegendes Urteil erreicht (Art. 74 Abs. 1 Bst. b BGG).