# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18b3526d-59a4-4bfe-accf-06eb8fac6d89
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. Am 08. Februar 1995 schloss Z. mit der Stiftung Y. einen unbefristeten schriftlichen Arbeitsvertrag ab. Gestützt darauf wurde die Arbeitnehmerin ab dem 15. März 1995 in der durch die Stiftung betriebenen Klinik X. in W. als Hausangestellte beschäftigt (mit Schwerpunkt Reinigungsdienst). Der Arbeitsumfang belief sich dabei fast durchwegs auf hundert Prozent, lediglich während zweier Monate (Oktober/November 2000) war es aus wirtschaftlichen Gründen zu einer Reduktion um zehn Prozent gekommen.
Am Morgen des 07. April 2004 wurde Z. ins Büro ihrer Vorgesetzten V. gebeten, der hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin der Klinik in W., wo ihr eröffnet wurde, dass die Arbeitgeberin das mit ihr eingegangene Vertragsverhältnis unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist auf den 31. Juli 2004 auflösen wolle. V. ersuchte Z., das von ihr und der Personalverantwortlichen U. unterzeichnete Kündigungsschreiben entgegenzunehmen und den Empfang zu bestätigen. Die Arbeitnehmerin war damit indessen nicht einverstanden. Darauf wurde ihr ihrem Wunsch entsprechend vorerst eine Kopie der schriftlichen Kündigung ausgehändigt. Begründet wurde die Auflösung des Vertragsverhältnisses damit, dass die Leistungen von Z. als Mitglied der Reinigungsequipe den Anforderungen nicht mehr genügen würden und dass die Arbeitnehmerin Mühe habe, Weisungen ihrer Vorgesetzten anzunehmen und zu befolgen.
Schon bald nach der Aushändigung der Kündigungskopie an Z. bekamen V. und U. Zweifel, ob das von ihnen gewählte Vorgehen zweckmässig gewesen sei. Sie entschlossen sich deshalb, das Schreiben von der Empfängerin wieder zurückzuverlangen, und begaben sich zu diesem Zweck noch im Verlauf des Vormittags des 07. April 2004 in den Trakt West, wo Z. am Arbeiten war. Sie weigerte sich indessen, die Aufforderung ihrer Vorgesetzten auf Rückgabe der Kündigungskopie zu befolgen. In der Folge kam es zu einer lautstarken und handgreiflichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Z. V. in den Unterarm biss. Die Arbeitnehmerin beendete schliesslich den Streit, indem sie den Arbeitsplatz eigenmächtig verliess und sich für kurze Zeit in die Praxis von Dr. med. S. begab. Er bestätigte ihr anschliessend lediglich, dass sie an jenem Tag in seiner Sprechstunde gewesen sei.
Im Anschluss an die Auseinandersetzung vom 07. April 2004 verfassten und unterzeichneten V. und U. ein an Z. gerichtetes und an ihre damalige Wohnadresse in W. versandtes Schreiben, worin ihr mitgeteilt wurde, dass das mit
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ihr eingegangene Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung aufgelöst werde. Zur Rechtfertigung der fristlosen Kündigung wurde geltend gemacht, dass Z. an diesem Tag gegenüber ihren Vorgesetzten handgreiflich geworden sei und dass sie ihren Arbeitsplatz während der ordentlichen Arbeitszeit ohne Erlaubnis verlassen habe. – Am 14. April 2004 wurde der Entlassenen noch ein Arbeitszeugnis nachgereicht und am 22. April 2004 schliesslich erfolgte die Lohnschlusszahlung über einen Betrag von Fr. 3385.60.
In einem an die Klinik X. zuhanden von V. und U. gerichteten Schreiben vom 22. April 2004 liess Z. durch ihren Rechtsvertreter gegen die fristlose Entlassung Widerspruch erheben. Sie bestritt, dass die Voraussetzungen hierfür erfüllt gewesen seien, und forderte deshalb Schadenersatz in der Höhe des ihr (bei ordentlicher Kündigung) bis 31. Juli 2004 geschuldeten Lohnes. Für den Fall einer gütlichen Einigung hierüber verzichtete sie hingegen auf eine zusätzliche Entschädigung nach Art. 337c Abs. 3 OR.
B. Am 11. Juni 2004 machte Z. beim Kreispräsidenten W. als Vermittler eine gegen die Stiftung Y. gerichtete Forderungsklage anhängig. Laut dem Leitschein vom 13. Juli 2004 hatten die Parteien an der Sühneverhandlung vom gleichen Tag die folgenden Anträge gestellt:
Rechtsbegehren der Klägerin:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 22'193.00 zu zahlen, unter Abzug der Sozialversicherungsbeiträge (AHV, ALV, SUVA/UVG-Beiträge, PK-Beitrag) auf dem Betrage von CHF 13'666.80, zuzüglich 5 % Zins vom Nettobetrag seit dem 23. April 2004.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.“
Rechtsbegehren der Beklagten:
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.“
C. Mit Prozesseingabe vom 03. August 2004 unterbreitete Z. die Streitsache dem Bezirksgericht Prättigau/Davos, wobei sie an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein festhielt.
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In ihrer Prozessantwort vom 13. September 2004 bestätigte auch die Stiftung Y. ihre ursprünglichen Anträge.
Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.
In der Stellungnahme zur Prozessantwort (Art. 87 Abs. 2 ZPO) bekräftigte und konkretisierte die Klägerin den bereits in der Prozesseingabe enthaltenen Antrag, zur Beweisaussage zugelassen zu werden.
D. Mit Urteil vom 03. März 2005, mitgeteilt am 31. März 2005, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:
„1. Die Klage der Z. gegen die Stiftung Y. wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Kreisamtes W. in Höhe von Fr. 200.00 gehen zulasten der Kreiskasse W.. Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 3000.00, Schreibgebühren von Fr. 740.00 und Barauslagen von Fr. 60.00, total somit Fr. 3800.00, gehen zulasten der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos (Art. 343 Abs. 2 OR in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 OR).
3. Z. wird verpflichtet, die Stiftung Y. ausseramtlich mit Fr. 7478.20 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations