# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e21bcc01-2c1d-4586-b790-1ac10f35a3c2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
78
, arbeitete seit 1999 bei der
Y._ AG
, Bauunternehmung, als Bauarbeiter/Schaler.
Seit
einem Arbeitsunfall im März 2010
übt er keine
Erwerbstätigkeit mehr aus. Das Anstellungs
verhältnis mit der
Y._ AG
wurde per Mai 2012 aufgelöst (Arbeitgeberbericht vom
3
1.
Mai 2010, Urk. 21/9 und Urk. 21/65/7).
Am 1
0.
Mai 2010 meldete sich
X._
unter Hinweis auf
persis
tierende Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an
(
Urk.
21/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerbliche
(Urk. 21/9-10
)
und medizinische (Urk. 21/14 und Urk. 21/17) Situation ab.
Weiter
sah
sie
eine Abklärung
durch die
Begutachtungsstelle Z._
vor (vgl. Bericht der Berufs
beratung vom 2
7.
September 2010
, Urk. 21
/26), welche aber aus gesundheitlichen Grün
den nicht durchgeführt werden konnte (Urk. 21/28-30).
Im Weiteren persistier
ten die lumbalen Beschwerden; auch ein stationärer Aufenthalt in der Rehakli
nik
A._
brachte keine Besserung und musste vorzeitig abgebrochen werden (Urk. 21/35/3).
Am 1
5.
Juli 2011 wurde eine
Spondylolyse
L4 bis S1 durchge
führt, welcher am
9.
Dezember 2011 eine Revisionsoperation mit Dekompres
sion L5/S1 mit
Ca
ge
reposition
L5/S1 folgte (Berichte von
Dr.
med. B._
, Chirurgie FMH, vom
3.
Oktober 2011 [Urk. 21/39]
und 2
1.
Dezember 2011 [Urk. 21/41]). In einem weiteren Bericht vom 1
8.
April 2012 (Urk. 21/49) attes
tierte
Dr.
B._
aufgrund des protrahierten Verlaufs
und der noch nicht abgeschlossenen Rehabilitation nach der zweiten Rückenoperation eine Arbeits
unfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten bis Juni 2012
(vgl. auch Bericht vom
8.
August 2012, Urk. 21/56)
.
Am 2
8.
November 2012 untersuchte RAD-
Ärztin
med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, den Versicherten und gelangte zum Schluss, unter adäquater Schmerztherapie sei in einer ange
passten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (
Bericht vom 3.
Dezember 2012,
Urk.
21/63). Am 1
2.
Dezember 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mittels Vorbescheid mit, der Invaliditätsgrad betrage 39 %, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (Urk. 21/68). Nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
, in welchem der Versicherte unter Auflage von wei
teren medizinischen Unterlagen Einwand erheben liess (vgl. Urk. 21/74-77), wies die IV-Stelle
das Leistun
gsbegehren mit Verfügung vom 6.
März 2013 ab (Urk. 2; vgl. auch Feststellungsblatt vom
6.
März 2013, Urk. 21/84).
2.
Hiergegen liess
X._
mit Eingabe vom 2
1.
April 2013 (Urk. 1) Beschwerde erheben und beantragen, es
seien
weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen
vorzunehmen
und hernach über den
Leistungsan
spruch
neu zu entscheiden. Im Weiteren beantragte er die Bewilligung ein
er unentgeltlichen Rechtsvertr
etung.
Ein weiterer medizinischer Bericht
(Urk. 8)
und eine verkehrsmedizinische Begutachtung
, worin dem Beschwerdeführer die Eignung zum Führen eines Motorfahrzeuges abgesprochen
wurde
(Urk. 14; vgl. auch Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 2
3.
Juli
2013, Urk. 28/2), wur
den der Beschwerdegegnerin noch innert Frist zur Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 9 und Urk. 15).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
Mai 2013 ersuchte die IV-Stelle um Abweisung der Beschwerde (Urk. 20; dem Beschwerdeführer zugestellt am
7.
August 2013, Urk. 26).
Weitere medizinische Unterlagen (Urk. 27/2 und Urk. 30/1-2) wurden der Beschwerdegegnerin am 1
7.
September 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 31).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Allgemeinen Teils des
Sozi
alversicherungsrechts
[ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebre
chen
, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Laut den ersten Berichten des Hausarztes,
Dr.
med.
D._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, und von
Dr.
B._
vom Juni/Juli 2010
(vgl. Urk. 21/14 und Urk. 21/17)
leidet der Beschwerdeführer bereits seit 2002 an ei
nem chronischen rezidivierenden
belastungsabhängigen
lumbovertebralen
Syndrom
. Damals wurde eine laterale Diskushernie L5 links mit Kompression der Nervenwurzel L5 festgestellt
(Urk. 21/14/6)
. Die MRI-Untersuchung der LWS vom 2
9.
März 2010
zeigte einen paramedianen Prolaps im Segment L4/5 mit
möglicher
zentraler L5-Affektion und eine
Spondylolisthesis
vera
L5/S1 mit
Anter
o
listhesis
um
ca
0.8 cm und leichter Einengung der
Foramina
beidseits bei begleitender
Osteochondrose
(Urk. 21/14/12 und Urk. 21/17/6). Beide Ärzte erachteten den Beschwerdeführer aufgrund der verminderten Belastbarkeit für die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig.
In einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit war der Beschwerdeführer laut
Dr.
B._
indessen zu 50% arbeitsfähig (Urk. 21/17/7). Die volle Arbeitsunfähigkeit im bisherigen
Beruf (Art. 6 ATSG) hielt auch na
ch Ablauf des Wartejahres am 2.
März 2011 an. Während des Aufenthaltes in der Rehaklinik
A._
und bis am
1
1.
Mai 2011 bestand wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit (Urk. 21/35/3). Ebenso ist von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit
während der
Rekonvaleszenz-
und
Rehabilitationszeit nach der ersten Rückenoperation am 1
7.
Juli 2011 wie auch n
ach der zweiten Operation am 9.
Dezember 2011 auszugehen.
Dr.
B._
veranschlagte im Bericht vom 2
1.
Dezember 2011 (Urk. 21/41) die notwendige Rehabilitationszeit nach der zweiten Operation auf vier Monate.
Am 1
8.
April 2011 berichtete
Dr.
B._
, der Beschwerdeführer sei aufgrund des protrahierten und wechselhaften Ver
laufs noch nicht in der Lage, eine der Behinderung angepasste Tätigkeit aufzu
nehmen. Es sei damit zu rechnen, dass er noch mindestens für weitere zwei Monat
e
, d.h. bis ca. Ende Juni 2011 arbeitsunfähig bleibe (Urk. 21/49/5). Am 1
3.
Juli 2011
revidierte
Dr.
B._
diese Einschätzung
und führte aus,
weil die
Rehabilitation
nach der zweiten Operation mehr Zeit in Anspruch nehme als ursprünglich erwartet, könne mit der beruflichen Reintegration voraussichtlich erst anfangs Oktober 2011 begonnen werden (Urk. 21/55
). RAD-Ärztin med.
pract
.
C._
diagnostizierte in
ihrem Untersuchungsbericht vom
3.
Dezember 2012
(Urk. 21/63)
eine schmerzhafte Bewegungs- und
Belastungs
einschränkung
der LWS bei Status nach
Spondylolyse
L4 bis S1, ohne Hinweis auf persis
tierende Nervenkompression
.
Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden seien zum Teil auch durch Facettengelenksirritationen erklärbar.
Nach
der Beurteilung der Ärztin sollte der Beschwerdeführer unter
schmerzthe
rapeutischer
Behandlung (welche bisher nicht durchgeführt worden sei) für eine leidensangepasste Tätigkeit in den Arbeitsprozess integrierbar sein, wobei eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll sei (Urk. 21/63/8).
2.2
Die Beschwerdegegnerin anerkennt, dass dem Beschwerdeführer seit dem
3.
März 2010 die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter dauerhaft nicht mehr zumutbar ist. In einer angepassten Tätigkeit gemäss dem vom
med.
pract
.
C._
formulierten Anforderungsprofil sei er indessen arbeitsfähig
und zwar - wie aus der angefoch
tenen Verfügung bzw. dem entsprechenden
Feststel
lungsblatt
(Urk.
21/65/
9) zu schliessen ist -
seit Ablauf der Wartezeit am
2.
März 2011.
Diese Annahme lässt sich mit der Aktenlage nicht in Einklang bringen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass sich med.
pract
.
C._
in ihrem RAD-Bericht lediglich zur aktuellen Arbeitsfähigkeit
äusserte. Ihre Beurteilung kann nicht
- wie dies die Beschwerdegegnerin
implizit
getan hat (vgl. Urk. 2
)
- unbesehen auf die rückwärtige Zeitperiode sei
t
Ablauf des Wartejahres ausgedehnt werden. Wie sich aus vorstehenden Ausführungen (E. 2.1) ergibt, muss nach Ablauf der
Wartezeit
am
2.
März 2011 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tätigkeit gemäss
Dr.
B._
ausgegangen werden (vgl. Urk. 21/
17/7). Ab 1
4.
April 2011 weilte
der Beschwerdeführer
in der Rehaklinik
A._
, womit während der Dauer dieses Aufenthaltes und bis 1
1.
Mai 2011 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand (Urk. 21/35/3). Zwei Monate später erfolgte die erste und am
9.
Dezember 2011 die zweite Rückenoperation. Nach Ablauf der Wartezeit kann also höchstens während der eineinhalb Monate bis zum Eintritt in die Rehaklinik
A._
und danach von Mitte Mai bis Mitte Juli 2011 von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden.
Von einer dauerhaften vollen Arbeitsfähigkeit nach Ablauf der Wartezeit kann damit keine Rede sein. Die vier Monate zwischen der ersten und der zweiten
Rücken
operation
dienten der Rehabilitation, während welcher selbstredend ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand. Die Rehabilitation
und Rekonvaleszenz
nach der zweiten Operation nahm gemäss
Dr.
B._
längere Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet worden war
(Urk. 21/55).
Bis zur
Neubeur
teilung
durch RAD-Ärztin med.
pract
.
C._
im Bericht vom
3.
Dezember 2012 liegen somit keine medizinischen Unterlagen vor, welche eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestieren würden. Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer seit Ablauf des Wartejahres am
2.
März 201
1
bis am
3.
Dezember 2012 in jeder Tätigkeit
als
100
%
arbeitsunfähig gil
t
.
3.
3.1
Der Untersuchungsbericht von med.
pract
.
C._
(Urk. 21/63)
mit der Diag
nose einer schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LW
S bei Status nach
Spondylodese
L4 bis S1, ohne Hinweis auf persistierende
Ner
venkompression
beruht auf umfassenden eigenen Untersuchungen
und wurde in Kenntnis der bisherigen medizinischen Aktenlage verfasst.
Aufgrund der erho
benen Befunde formulierte die RAD-Ärztin das Zumutbarkeitsprofil, wonach in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und
Tra
gebelastungen
über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufi
ges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrations- oder Schlagbelastungen sowie unter Ausschluss von Nässe-/Kälteexpositionen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % gegeben sei.
Die Ärztin
führte weiter aus, die bereits von
Dr.
B._
erhobenen
Befunde
hätten anlässlich der Untersuchung im RAD nachvollzogen werden können. Insbesondere habe auch
Dr.
B._
keine Hinweise auf
radikuläre
Reizungen gefunden. Dementsprechend formulierte auch
Dr.
B._
im Bericht vom 1
3.
Juli 2012 (Urk. 21/55) ein
Anforderungs
profil
, das nur wenig (etwa
bei der tiefer angesetzten
Gewichtslimite
)
von dem
jenigen der RAD-Ärztin abweicht
. Dr.
B._
äusserte damals (Juli 2012) die Erwartung, dass der Beschwerdeführer in der beschriebenen angepassten Tätig
keit wieder voll arbeitsfähig sein werde und ab Oktober mit der beruflichen Integration begonnen werden könne (Urk. 21/55/5). Mit ihrer Beurteilung bestätigt med.
pract
.
C._
letztlich die (damals noch prognostischen) Ein
schätzungen von
Dr.
B._
.
3.2
Dem stehen auch die Berichte
der
Klinik E._
(Neurologie) und des
Spitals F._
(Urologie;
Urk. 21/74-75) nicht entgegen. Selbst wenn
, wie in den erwähnten Berichten vermutet wird, die festgestellte
Blasen
störung
mit einer unfallbedingten Nervenschädigung zu erklären wäre, würde dies nicht gegen eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sprechen, weil die Bein- und Fussfunkton nicht relevant eingeschränkt ist, wie med.
pract
.
C._
in ihrer Stellungnahme vom
4.
Februar 2013 (Urk. 21/84/2)
zutref
fend
bemerkte. Soweit der Beschwerdeführer eine weitere Verschlechterung
des Gesundheitszustanden geltend machen will
(vgl. Eingaben vom
1.
Oktober 2013, 1
0.
Dezember 2013 und 2
9.
August 2014 mit neuen medizinischen Unterlagen, Urk. 27-30)
, ist
er darauf hinzuweisen,
sich
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt
beurteilt
, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver
waltungsverfügung sein (BGE 131
V
242 E. 2.1 S. 243; 121
V
362 E. 1b S. 366)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat der Bemessung des Invaliditätsgrades ein
Validenein
kommen
von Fr. 81'915.10 und ein Invalideneinkommen von Fr. 49'915.10
zugrundegelegt
, wobei sie beim Invalideneinkommen wegen des stark eingeschränkten Tätigkeitsspektrum
eine
Reduktion des
statistischen
Tabellenlohnes von 20
%
berücksichtigte. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 39 % (
Urk.
2 und
Urk.
21/64).
Der Beschwerdeführer hat einzig gegen den Lohnabzug von 20
%
Einwendun
gen erhoben und verlangt den maximalen Abzug von 25 % mit der Begrün
dung, die leidensbedingten Einschränkungen seien massiv
; hinzu kämen unge
nügende Sprachkenntnisse und Erschwernisse bei der Stellensuche aufgrund der Nationalität und des Aufenthaltsstatus (Urk. 1 S. 6).
4.2
Mit dem "behinderungsbedingten Abzug" von maximal 25 % vom Tabellenlohn hat
die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung
getrage
n
, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
erfol
-
gen, wenn im Ein
zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfä
higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und ins
gesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
4.3
Die Beschwerdegegnerin hat den Abzug vom Tabellenlohn auf maximal 20
%
beziffert. Der Beschwerdeführer ist auf Grund der gesundheitlichen Beeinträch
tigungen auch im Rahmen einer geeigneten Tätigkeit gewissen
zusätzlichen
Einschränkungen unterworfen (keine Nässe- und Kälteexposition, Tätigkeiten in der Höhe sind zu vermeiden), was sich in einer entsprechenden
Verdienstein
busse
auswirken kann.
Invaliditätsfremde Gründe, wie mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse etc., werden für die Festlegung des hypothetischen
Vali
deneinkommens
nicht berücksichtigt.
Selbst wenn das
vom
Beschwerdeführer
ebenfalls
erwähnte Kriterium der
Nationalität/
Auf
enthaltskategorie
nicht expli
zit berücksichtigt wird (vgl. Urk. 2 S. 3), so erscheint i
n Würdigung der gesam
ten Umstände
der von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Abzug
ausrei
chend und gibt
im Rahmen der richterlichen Ermessenskontrolle keinen Anlass zu abweichender Ermessensausübung (BGE 123 V 152
Erw
. 2).
5.
Gestützt auf diese Erwägungen erweist sich die Beschwerde al
s teilweise begrün
det, indem der
Beschwerdeführer vom
1.
März 201
1
bis 2
8.
Februar 2013 (RAD-Untersuchung vom 2
8.
November 2012 plus
drei
Monate [
Art.
88a
Abs.
1 IVV])
Anspruch auf
eine befristete ganze Invalidenrente
hat
. Ab
1.
März 2013 besteht kein Rentenanspruch mehr.
6
.
6
.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an den vertretenen Beschwerdeführer zu
verpflich-ten
, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses
und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht
auf den Streitwert auf Fr.
1'6
00.--
festzusetzen ist (inkl. Barauslagen und
MWSt
;
§
34
Abs.
1 und 3
GSVGer
). Das Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen
Verbeiständung
wird damit gegenstandslos.
6
.2
Die Gerichtskosten (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
600.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.