# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c0c15429-a567-5d6b-9e80-9fce7234955f
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.
a. A._ und B._ sind Eigentümer des im Weiler Y._ gelegenen Grundstücks Nr. 00_,
Grundbuch X._. Das Grundstück liegt in der Bauzone WG2 und ist mit einem im Jahr
2005 als Doppelgarage und Holzlager bewilligten Gewerbegebäude, einer Scheune/
Werkstatt und einem Wohnhaus überbaut. Es grenzt im Osten und Norden an die F._-
strasse und im Süden an die C._-strasse. Der Weiler Y._ ist gemäss Zonenplan der
Gemeinde X._ vom 9. September 2016 (Genehmigungsdatum) mehrheitlich der
Bauzone (Wohnzone W1 und WG2) zugewiesen. Im ISOS-Inventar der
schützenswerten Ortsbilder fungiert der Weiler unter der Aufnahmekategorie AB mit
dem Erhaltungsziel A (www.sg.ch/home/kultur/denkmalpflege). Der kantonale
Richtplan (vom Bundesrat am 5. März 2013 genehmigt) nahm den Weiler Y._ ins
Kantonsinventar der schützenswerten Ortsbilder auf (Anhang zum Koordinationsblatt
"Schützenswerte Ortsbilder", IV 21).
Der Überbauungsplan Y._ vom 27. März 1984 (geändert am 22. Januar 1996; act. G
11/73), in dessen Gebiet sich das Grundstück Nr. 00_ befindet, schreibt in den
besonderen Vorschriften (besV) nebst Baulinien entlang der Strassen für Neu- und
Umbauten eine harmonische Eingliederung vor. Der nördliche Teil des Weilers Y._
befindet sich im Perimeter des Überbauungsplans Nr. 01_ vom 7. November 2005.
b. Am 15. Juli 2015 reichten A._ und B._ nach Vorabklärungen bei der Bauverwaltung
und der kantonalen Denkmalpflege ein Baugesuch für den Abbruch des Wohnhauses
und der Scheune sowie den Neubau von zwei Wohngebäuden (EFH und Doppel-EHF
mit Tiefgarage) und eines zweigeschossigen Gebäudes mit Gewerbefläche
(Erdgeschoss) und Wohnung (Obergeschoss) ein. Das bislang als Holzlager/
Doppelgarage dienende Gewerbegebäude soll neu als reine Gewerbefläche
(Erdgeschoss) mit Büro (Obergeschoss) genutzt werden. Sodann umfasst das
Baugesuch ein Gesuch um Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung der
Gebäudeabstände zwischen EFH und Doppel-EFH einerseits und des EFH zum
bestehenden Gewerbegebäude anderseits sowie für die Beanspruchung des
Baulinienbereichs für die Überdachung der Ein- und Ausfahrt in die Tiefgarage.
Nachdem gegen dieses Baugesuch Einsprachen erhoben worden waren, verlangte die
Baubehörde X._ von der Bauherrschaft die Einreichung eines Modells, womit diese
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
nicht einverstanden war. Am 21. Dezember 2015 ordnete die Baubehörde die
Erstellung eines Modells verfügungsweise an. Der Modellperimeter werde über das
ganze Dorf Y._ festgelegt und das Modell bei Modellbauer L. gemäss Offerte mit
Gesamtkosten von CHF 5'660 in Auftrag gegeben (Ziff. 1). Die Baugesuchsteller
wurden zu einer Kostenbeteiligung von CHF 600 verpflichtet (Ziff. 2). Gegen diese
Verfügung erhoben die Baugesuchsteller mit Eingabe vom 28. Dezember 2015 Rekurs
beim Baudepartement, welches die Eingabe dem Gemeinderat X._
zuständigkeitshalber überwies.
Nach Vorliegen des Modells und Einholung einer weiteren Stellungnahme bei der
kantonalen Denkmalpflege hiess die Baubehörde die gegen das Baugesuch erhobenen
öffentlichrechtlichen und die privatrechtlichen Einsprachen nach Art. 684 ZGB am
8. April 2016 im Sinn der Erwägungen gut; die weiteren privatrechtlichen Einsprachen
verwies sie auf den Zivilrechtsweg. Das Baugesuch wies sie ab und auferlegte den
Baugesuchstellern Kosten (Entscheidgebühr, Modellkostenbeitrag, Kosten für
Bauanzeigen/Porto) von CHF 7'460 (act. G 11/61-66 und 76). Gegen diesen
Einspracheentscheid erhoben A._ und B._ beim Gemeinderat X._ am 20. April 2016
Rekurs.
c. Der Gemeinderat X._ wies die beiden Rekurse mit Entscheid vom 27. September
2016 ab, soweit er darauf eintrat. Zur Begründung führte er unter anderem aus, die
Rechtmässigkeit eines Sondernutzungsplans (Überbauungsplans) könne grundsätzlich
nur im Planverfahren bestritten werden. Zudem handle es sich beim Plangebiet um ein
eng umgrenztes Gebiet im Sinn des Baugesetzes. Sodann werde mit dem
Einordnungsgebot im massgebenden Bereich die Regelbauweise ersetzt, weshalb der
Einwand des Fehlens von verbindlichen Vorgaben im Überbauungsplan nicht
stichhaltig sei. Es bestehe kein Anspruch auf Ausschöpfung der Regelbauweise. Der
Überbauungsplan Y._ gelte weiterhin. Daran ändere auch die revidierte
Raumplanungsgesetzgebung mit Vorschriften betreffend innere Verdichtung nichts. Die
Baubehörde habe im Weiteren zu Recht das kantonale Inventar berücksichtigt (act. G
11/174). Den gegen diesen Entscheid von A._ und B._ am 19. Oktober 2016
erhobenen Rekurs (act. G 12/1) wies das Baudepartement, nachdem es mit den
Beteiligten am 27. Februar 2017 einen Augenschein an Ort durchgeführt hatte, mit
Entscheid vom 23. August 2017 ab, soweit es darauf eintrat (act. G 2).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und B._ mit Eingabe vom 11. September
2017 Beschwerde (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 20. Oktober 2017
beantragten sie Aufhebung des Rekursentscheids und der besV des
Überbauungsplans Y._; der Überbauungsplan sei als Baulinienplan weiterzuführen.
Die Kosten für das Modell sei den Beschwerdeführern abzunehmen. Die Kosten für das
erstinstanzliche Verfahren und das Rekursverfahren seien den Vorinstanzen
aufzuerlegen; den Beschwerdeführern sei für die beiden Verfahren eine angemessene
Entschädigung zuzusprechen. Die Vorinstanzen seien zu rügen (anzuweisen),
verhältnismässige Entscheide zu treffen, diese fristgemäss zu erlassen und zuzustellen
sowie keine Fehlinformationen zu geben (act. G 6).
b. In der Vernehmlassung vom 6. November 2017 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Entscheid (act. G 9).
c. Die Beschwerdegegner 1 beantragten in der Eingabe vom 21. November 2017
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wiesen sie auf die in der Einsprache
angeführten Argumente hin und hielten fest, das Baugesuch stehe in der Dimension in
keinem Verhältnis zur Grösse und Lage der entsprechenden Bauparzelle (act. G17). Die
übrigen Beschwerdegegner und die Beschwerdebeteiligte verzichteten auf eine
Stellungnahme (act. G 15, 20). Die Beschwerdeführer teilten am 22. Dezember 2017
den Verzicht auf weitere Ausführungen mit (act. G 22).
d. Das Verwaltungsgericht zog die Planunterlagen zum Überbauungsplan Y._ sowie
das erstellte Modell bei (act. G 24-26). Gemäss Mitteilung der Bauverwaltung
(Beschwerdebeteiligte) vom 21. September 2018 hatten die Beschwerdeführer am
15. November 2017 ein überarbeitetes Baugesuch auf dem Grundstück Nr. 00_
eingereicht, welches am 17. April 2018 bewilligt wurde; dessen Ausführung begann am
8. Juni 2018 (act. G 27). Die Beschwerdeführer äusserten sich ergänzend mit Eingabe
vom 8. Oktober 2018 (act. G 29).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
e. Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer, welche als Rekurrenten bereits am vorangehenden Verfahren
teilnahmen, sind als Miteigentümer des in das Gebiet des Überbauungsplans Y._
fallenden Grundstücks Nr. 00_, Grundbuch X._, zur Anfechtung des
Rekursentscheids grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Zu beachten ist jedoch, dass gemäss Mitteilung der Bauverwaltung vom
21. September 2018 die Beschwerdeführer am 15. November 2017 ein überarbeitetes
Baugesuch auf dem Grundstück Nr. 00_ einreichten, welches am 17. April 2018
bewilligt wurde; dessen Ausführung begann am 8. Juni 2018 (act. G 27). Da die
Realisierung des streitigen Bauprojekts auf demselben Grundstück somit ausser
Betracht fällt bzw. die beiden Projekte sich gegenseitig ausschliessen und eine
materielle Beschwer der Beschwerdeführer weder geltend gemacht noch ersichtlich ist,
fehlt es ihnen an der Legitimation bzw. am aktuellen schutzwürdigen Interesse, das
erste Projekt vom Verwaltungsgericht beurteilen zu lassen. Diesbezüglich wurde die
Beschwerde während des laufenden Beschwerdeverfahrens gegenstandslos und ist
dementsprechend abzuschreiben (vgl. BGE 118 Ia 488 E. 1a, BGE 136 III 497 E. 2.1).
Hieran vermögen die Darlegungen der Beschwerdeführer in ihrer Eingabe vom
8. Oktober 2018 (act. G 29) nichts zu ändern, zumal sie selbst festhalten, dass es ihnen
beim hängigen Projekt nicht darum gehe, bauen zu können, sondern um eine (von der
Projektrealisierung unabhängige) Prüfung der richtigen Rechtsanwendung (act. G 29 S.
2 unten). Demgegenüber ist die Beschwerdelegitimation hinsichtlich der Frage der
Beteiligung an den Kosten des von der Beschwerdebeteiligten eingeholten Modells
gegeben. Die Beschwerdeerklärung und -begründung entspricht zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist diesbezüglich einzutreten.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Auf das unter der Rubrik "Anträge" aufgeführte Begehren "Rüge der Vorinstanzen
verhältnismässige Entscheide zu treffen, Entscheide fristgemäss zu treffen und
zuzustellen sowie keine Fehlinformationen zu geben" ist nicht einzutreten, weil es nicht
als eigentlicher Antrag zu verstehen ist, sondern lediglich die Beschwerdebegründung
inhaltlich zusammenfasst. Im Übrigen ist festzuhalten, dass das Verwaltungsgericht
keine aufsichtsrechtliche Funktion über die Vorinstanzen hat und daher auch keine
Rügen oder Verhaltensanweisungen an diese erteilen kann. Nicht einzutreten ist im
Weiteren auf das Begehren um Aufhebung der besV des Überbauungsplans Y._ und
dessen Weiterführung als Baulinienplan (act. G 6), da der vorinstanzliche Entscheid
nicht die Überprüfung des Überbauungsplans an sich, sondern ein
Baubewilligungsverfahren zum Gegenstand hat. Materiell streitig und zu klären bleibt
damit ausschliesslich, ob der den Beschwerdeführern auferlegte Kostenanteil von
CHF 600 für das im Bewilligungsverfahren eingeholte Modell sowie die
Verfahrenskostenauferlegung im vorinstanzlichen Entscheid sowie im Verfahren vor der
Beschwerdebeteiligten zu Recht bestätigt wurden.
2.
2.1. Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise. Mit welchen Beweismitteln der Sachverhalt festzustellen ist, liegt
grundsätzlich im Ermessen der Behörde. Dabei ist der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit zu beachten. Das Beweismittel muss somit geeignet, erforderlich
und zumutbar sein. Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes können Abklärungen
des Sachverhalts auch dann weitergeführt werden, wenn die von den Beteiligten
angebotenen Beweise nicht die gewünschte Klarheit bringen (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 594). Nicht Beweis
zu führen ist unter anderem über das, was offenkundig oder amts- bzw.
gerichtsnotorisch ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 597). Nach Art. 12 Abs. 2 VRP sind nur
die von den Verfahrensbeteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen Beweise
über erhebliche Tatsachen abzunehmen, wenn zur Wahrung der öffentlichen Interessen
keine besonderen Erhebungen nötig sind. Sind hingegen für die Wahrung öffentlicher
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Interessen bzw. von Interessen der Nachbarn weitere Beweiserhebungen erforderlich,
geht der Untersuchungsgrundsatz über die in Art. 12 Abs. 2 VRP erwähnten Beweise
hinaus. In einem solchen Fall ist die Behörde verpflichtet, auch nicht leicht zugängliche
Beweise aufzunehmen und den rechtserheblichen Sachverhalt von sich aus zu
ermitteln (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 606).
Gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jene Partei grundsätzlich die Kosten zu
tragen, deren Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. In Art. 94 Abs. 1 VRP
ist demgegenüber insofern eine Kostenverteilung nach Verursacherprinzip vorgesehen,
als Kosten derjenigen Partei auferlegt werden können, welche eine Amtshandlung
verursacht hat (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz 777).
2.2. Die Beschwerdeführer halten fest, eine Integration anhand des Modells zu prüfen,
sei problematisch und fragwürdig, da die Vordächer fehlen würden. Dadurch würden
alle Gebäude hoch wirken und hätten komische Proportionen. Die Bestellung eines
Modells mit der Begründung, dass das ISOS zu beachten und eine Prüfung der
Integration nur anhand des Modells möglich sei, sei nicht nachvollziehbar. Gegen das
Modell würden auch die zahlreichen Zusatzinformationen wie Querschnitte und
Höhenmessungen sprechen, welche die Beschwerdeführer der Baubehörde zur
Verfügung gestellt hätten. Sie seien eine kostengünstigere Alternative. Die Erstellung
eines Modells über ganz Y._ sei nicht verhältnismässig (act. G 6 S. 7 f.). Im Weiteren
habe die Baubehörde innerhalb der zwölfwöchigen Frist zur Behandlung eines
Baugesuchs nichts getan, ausser das Gesuch zu Kenntnis zu nehmen. Sie hätte
problemlos innert Frist reagieren können (act. G 6 S. 2). Die Behörden hätten sich
enorm viel Zeit gelassen, um einen Entscheid (Bauentscheid, Rekursentscheid) zu
fällen. Dies wäre bei korrektem Handeln der kommunalen Behörden vermeidbar
gewesen und habe sie (die Beschwerdeführer) viel Zeit und Geld gekostet (act. G 6 S.
7).
2.3. Im angefochtenen Entscheid hatte die Vorinstanz ausgeführt, zur Beurteilung des
Gesuchs sei es angebracht gewesen, ein Modell zu verlangen, weil mit den drei
geplanten Bauten mit Tiefgarage die Wirkung auf das Dorfbild nicht ohne Weiteres aus
den Unterlagen zu erkennen gewesen sei. Angesichts der Einordnungsvorschrift von
Art. 2 besV sei die Darstellung des gesamten Dorfbilds im Modell erforderlich, nehme
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
doch diese Bestimmung Bezug auf das Dorfbild. Ein Modell der umliegenden Gebäude
hätte für die Beurteilung nicht genügt. Nachdem die Beschwerdeführer im
Einspracheverfahren unterlegen seien und ihr Baugesuch abgelehnt worden sei, sei
gestützt auf Art. 95 VRP auch die Kostenauferlegung für die Erstellung des Modells zu
ihren Lasten begründet. Der Baubehörde könne kein Vorwurf gemacht werden, dass
sie das Modell erst nach Eingang und Prüfung der Baugesuchsunterlagen und nach
Ablauf der 12wöchigen Maximalfrist einverlangt habe. Abgesehen davon, dass Art. 57
aBauR bzw. Art. 48 BauR nicht vorschreiben würden, in welchem Zeitpunkt ein Modell
auf Verlangen einzureichen sei, hätten vorliegend erst die Sachverhaltsabklärung und
die Stellungnahme der Denkmalpflege gezeigt, dass ein Modell erforderlich sei. Ein
Verfahrensfehler, der eine Kostenauferlegung zu Lasten der Baubehörde verlangen
würde, liege deshalb nicht vor. Auch sei keine offensichtlich rechtsungleiche
Behandlung ersichtlich. Zwar sei unbestritten, dass weder für das Baugesuch auf
Grundstück Nr. 02_ noch für dasjenige auf Grundstück Nr. 03_ ein Modell verlangt
bzw. ein Kostenanteil verfügt worden sei, jedoch könnten die Bauvorhaben auf den
erwähnten Grundstücken nicht mit demjenigen der Beschwerdeführer verglichen
werden, welches den Abbruch von zwei Gebäuden und den Neubau von drei
Ersatzbauten beinhalte. Es handle sich um ein komplexes bzw. grösseres Vorhaben im
Sinn Art. 57 aBauR, auch wenn es auf einem einzigen Grundstück und gestaffelt hätte
errichtet werden sollen. Die Kostenauferlegung für das Einholen eines Modells sei im
Ergebnis rechtmässig (act. G 2 S. 32-34).
Im Weiteren sei auch die Kostenverlegung im Baubewilligungsverfahren nicht zu
beanstanden. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Einreichung eines Gesuchs um
Bewilligung von drei Gebäuden eine (kostensenkende) Vereinfachung zur Folge haben
müsse. Auch hier liege kein erheblicher Verfahrensfehler vor, wenn die Baubehörde das
Modell nicht gleich nach Eingang des Baugesuchs einverlangt habe. Das Verfahren vor
der Baubehörde habe eher lang gedauert, was aber angesichts der komplexen
Ausgangslage und der mehrfachen Schriftenwechsel erklärbar sei. Bis zum Zeitpunkt
des Entscheids der Beschwerdegegnerin vom 15. Dezember 2015 könne der
Baubehörde kein Vorwurf (Verfahrensverschleppung) gemacht werden. In der Folge
habe die Baubehörde - unter Wahrung des rechtlichen Gehörs der Beteiligten und
Beizug der Denkmalpflege - das erstellte Modell beurteilt und den Bauentscheid nach
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Kenntnis aller Stellungnahmen gefällt. Eine Kostenreduktion aus Billigkeitsgründen
dränge sich unter diesen Umständen nicht auf (act. G 2 S. 34 f.).
2.4.
2.4.1. Der vorinstanzliche Entscheid legt mit nachvollziehbarer Begründung dar, dass
die Erstellung eines Modells des Überbauungsplan-Gebiets für die sachgerechte
Beurteilung der Wirkungen der projektierten Bauten auf das Ortsbild erforderlich war.
Beim Entscheid der Baubehörde, ein Modell für das ganze Überbauungsplangebiet zu
erstellen, handelte es sich um einen sachlich vertretbaren Ermessensentscheid. Die
Auferlegung eines Kostenanteils von knapp 10% der Erstellungskosten erscheint
sodann unter Berücksichtigung der Tatsache verhältnismässig, dass die Liegenschaft
der Beschwerdeführer lediglich einen kleinen Teil des Überbauungsplangebiets
abdeckt. Für das Verwaltungsgericht, dessen Kognition sich grundsätzlich auf die
Überprüfung von Rechtsverletzungen beschränkt (Art. 61 Abs. 3 VRP), besteht
diesbezüglich kein Grund für eine Korrektur des vorinstanzlichen Entscheids.
2.4.2. Eine überlange Verfahrensdauer kann es unter Umständen rechtfertigen, aus
Billigkeitsgründen die Verfahrenskosten nicht vollumfänglich der unterliegenden Partei
aufzuerlegen (Art. 97 und 98 VRP in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 lit. f der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [SR 272, ZPO]; vgl. V. Rüegg, in: Basler
Kommentar zur ZPO, 3. Aufl. 2017, Rz. 2 und 9 zu Art. 107 ZPO). Was den Hinweis der
Beschwerdeführer auf die zwölfwöchige Frist gemäss Anhang 3 der Verordnung über
die Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen (sGS 731.21, VKoV, in Kraft
gewesen bis 30. September 2017) betrifft (act. G 6 S. 2), ist mit der Vorinstanz
festzuhalten, dass erst die Sachverhaltsabklärung und die Einwendungen der
Verfahrensbeteiligten die Notwendigkeit eines Modells gezeigt hätten und die eher
lange Verfahrensdauer durch den relativ komplexen Sachverhalt und den mehrfachen
Schriftenwechsel erklärbar ist. Eine unangemessen lange Verfahrensdauer liegt bei
diesen aktenkundigen und unbestritten gebliebenen Gegebenheiten nicht vor.
Die Entscheidgebühren von CHF 7'460 und CHF 3'750, die den Beschwerdeführern im
Entscheid vom 8. April 2016 (act. G 11/61-66 und 76) und im Beschluss vom
27. September 2016 (act. G 12/1 Beilage) auferlegt wurden, liegen im Bereich, den der
ter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gebührentarif für die Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5) dafür vorsieht
(Ziff. 10.01: CHF 150 bis 10'000). Ein Grund für eine Gebührenreduktion bzw. für einen
Eingriff ins Ermessen der Vorinstanzen ist weder dargetan noch ist ein solcher
anderweitig ersichtlich.
3.
3.1. (...).
3.2. (...).