# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3851e22b-b088-463a-a2e1-2ff3d2b71511
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit Beschluss vom 17. April 2018 genehmigte die Regierung des Kantons St. Gallen
das Projekt "Kantonsstrasse Nr. 0000_, Y._, Betriebs- und Gestaltungskonzept
Kantonsstrasse, Abschnitt LSA X._ bis Gemeindehaus" mit einem Kostenvoranschlag
von CHF 2'746'000. Die Kantonsstrasse Nr. 0000_ führt ab der Kantonsstrasse Nr.
0001_ (J._-strasse) beim Knoten X._ bis zum Gemeindehaus ins Zentrum von Y._
und weiter nach K._. Der durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) betrug im Oktober
2012 4000 Fahrzeuge. Die Kantonsstrasse ist in schlechtem baulichen Zustand und
weist Schwachstellen beim Langsamverkehr auf. Im Jahr 2015 wurde ein Betriebs- und
Gestaltungskonzept ausgearbeitet. Das Kantonsstrassenprojekt sieht einen 2 m breiten
eingefärbten Mehrzweckstreifen im Bereich der L._-strasse bis zur M._-strasse sowie
eine Aufweitung der Fahrbahn in diesem Bereich vor. Südlich dieses
Strassenabschnitts soll die Fahrbahn bis zur J._-strasse mit breiten Bändern versehen
werden, wobei die daraus resultierende optische Einengung der Verkehrsberuhigung
A.a.
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dient. Im Weiteren soll die Postautohaltestelle "X._" in Richtung Norden verschoben
und die Postautohaltestelle "P._" als Fahrbahnhaltestelle ausgeführt werden. Die
Haltestellen werden behindertengerecht erstellt. Sodann sieht das Projekt entlang der
Kantonsstrasse beidseits der Fahrbahn 2 m breite Gehwege vor. Diese werden zur
Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer im Bereich von einmündenden
Quartierstrassen als Trottoirüberfahrten ausgebildet. Die behindertengerechte
Erstellung der Bushaltekanten und die erforderlichen Sichtweiten bei den
Einmündungen in die Kantonsstrasse haben zum Teil grössere Anpassungen der
angrenzenden Grundstücke zur Folge. Der Fussgängerstreifen beim Schulhaus erhält
aus Sicherheitsgründen eine Mittelinsel. Der Fussgängerstreifen auf Höhe der M._-
strasse wird aufgrund seiner Lage im Strasseneinmündungsbereich aufgehoben.
Ebenfalls aufgehoben bzw. aufgrund der ungenügenden Sichtweiten demarkiert wird
der Fussgängerstreifen zwischen O._-strasse und L._-strasse. Schliesslich wird im
gesamten Strassenperimeter die Beleuchtung ersetzt (vgl. Technischer Bericht vom
16. Februar 2018, act. G 9/4 Beilage).
Das Projekt lag in der Gemeinde Y._ vom 15. August bis 13. September 2018
öffentlich auf. Am 30. August 2018 erhob die Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft A._,
bestehend aus B._, C._, D._, E._, F._ und G._ sowie H._ und I._, Einsprache
gegen das Projekt mit den Anträgen, es sei auf das Projekt auf Grundstück Nr. 0002_
zu verzichten und ein alternativer Standort zu suchen. Ausserdem seien die 16
Parkplätze vor dem reformiert-evangelischen Kirchgemeindehaus Q._ zu erhalten. Es
sei der Landerwerbs- und Enteignungsplan zu überarbeiten und die geplante
Bushaltestelle sei auf das Grundstück Nr. 0003_ bei Gebäude Nr. 0004_ zu verlegen
(act. G 9/5). Anlässlich eines Augenscheins vom 19. Dezember 2018 vereinbarten die
Beteiligten, unter Verzicht auf ein Augenscheinprotokoll eine allfällige einvernehmliche
Lösung abzuwarten. Am 13. März 2019 leitete das Tiefbauamt den Beteiligten die
Visualisierung eines Warteunterstands (Bushaltestelle) weiter (act. G 9/8). An einem
weiteren mit den Verfahrensbeteiligten durchgeführten Augenschein vom 15. April 2019
legten die Einsprechenden einen Vergleichsvorschlag vor (act. G 9/10). Mit Schreiben
vom 6. Mai 2019 stimmte das Tiefbauamt dem Vorschlag der Einsprechenden zu, dass
hinter der Haltestelle eine Mauer errichtet und das dahinterliegende Terrain angehoben/
geebnet werde. Es forderte die Einsprechenden auf, die Einsprache zurückzuziehen
(act. G 9/11). Auf telefonische Rückfrage des Tiefbauamtes teilten hierauf die
Einsprechenden mit, dass sie trotz Zustimmung zum Vergleich an der Einsprache
festhalten würden (act. G 2 S. 4). Anlässlich einer Aussprache mit den
Verfahrensbeteiligten vom 12. August 2019 wurde die Ausarbeitung eines neuen
A.b.
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B.
Vergleichsvorschlags durch die Einsprechenden vereinbart. Das Tiefbauamt stimmte
dem in der Folge mit Schreiben vom 30. August 2019 zugestellten Vergleichsvorschlag
(act. G 9/12) unter bestimmten Bedingungen zu und erachtete auch den
Vergleichsvorschlag vom 6. Mai 2019 weiterhin als akzeptabel (act. G 9/13). Mit E-Mail
vom 9. Oktober 2019 teilte der Vertreter der Einsprechenden mit, letztere hätten sich
nicht auf eines der Angebote einigen können (act. G 9/16). Am 28. Januar 2021 stellte
das Tiefbauamt den Einsprechenden die Augenschein-Protokolle vom 19. Dezember
2018 und 15. April 2019 zu (act. G 17). Mit Entscheid vom 21. April 2021 wies das
Baudepartement die Einsprachen ab, soweit es darauf eintrat. Auf die Erhebung
amtlicher Kosten wurde verzichtet (act. G 2).
Gegen diesen Entscheid erhob F._ für B._, C._, D._, E._, H._ und I._ sowie für
sich und G._ (Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 5. Mai 2021 Beschwerde (act. G 1).
In der Beschwerdeergänzung vom 7. Juni 2021 stellte er den Antrag, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G
5).
B.a.
Das Bau- und Umweltdepartement (Vorinstanz) beantragte in der Vernehmlassung vom
28. Juni 2021 Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den
angefochtenen Entscheid und äusserte sich ergänzend zur Beschwerde (act. G 8). Die
politische Gemeinde Y._ (Beschwerdebeteiligte) stellte in der Vernehmlassung vom
9. Juli 2021 den Antrag auf Abweisung der Beschwerde (act. G 12).
B.b.
In der Eingabe vom 24. August 2021 bestätigten die Beschwerdeführer ihren
Standpunkt (act. G 14). Hierzu äusserte sich die Beschwerdebeteiligte am
9. September 2021 (act. G 16). Am 15. Oktober 2021 gaben die Beschwerdeführer den
Verzicht auf eine weitere Stellungnahme bekannt und verwiesen hinsichtlich
Mitwirkungsverfahren auf einen Internetlink "Mitwirkung Kantonsstrassenprojekte/
sg.ch" (act. G 19).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 5. Mai 2021 (act. G 1) in Verbindung mit der
Beschwerdeergänzung vom 7. Juni 2021 (act. G 5) zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP).
Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens im Fall eines Strassenbau-Planverfahrens für
eine Kantonsstrasse sind das Projekt als solches und die Zulässigkeit der Enteignung
(vgl. Art. 45 Abs. 1 Ingress und lit. a und b StrG). Der Rechtsschutz richtet sich im
Übrigen nach den Vorschriften des VRP (Art. 46 StrG). Nach Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis voraus, dass eine besondere,
beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand besteht. Dabei liegt das
schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein erfolgreich geführtes
Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder tatsächlichen Situation
einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder sonstiger Nachteile, die ein
Bestand der angefochtenen Verfügung oder des angefochtenen Entscheids mit sich
bringen würde (BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu
bejahen, nachdem die Beschwerdeführer als Miteigentümer des Grundstücks Nr.
0002_ mit der Prozessführung eigene Interessen im erwähnten Sinn verfolgen. Auf die
Beschwerde ist damit einzutreten.
2.
bis
Nach Art. 32 StrG werden Strassen gebaut, wenn eine der folgenden Voraussetzungen
es erfordert: Zweckbestimmung (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Verkehrsaufkommen
(lit. c); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern,
Radfahrern und Behinderten (lit. d); Interessen des öffentlichen Verkehrs (lit. e);
Umweltschutz (lit. f). Die Aufzählung ist abschliessend und alternativ zu verstehen, d.h.
Strassen dürfen gebaut werden, wenn mindestens eine der genannten
Voraussetzungen erfüllt ist (P. Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar
zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, N 2 zu Art. 32 StrG). Sodann
sind nach Art. 33 StrG beim Strassenbau folgende Grundsätze zu beachten: Schutz
2.1.
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des Menschen und seiner Umwelt (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Schutz der
schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und
Behinderten (lit. c); Ortsbild- und Heimatschutz (lit. d); Natur- und Landschaftsschutz
(lit. e); die anerkannten Grundsätze eines umwelt- und siedlungsgerechten
Strassenbaus (lit. f); sparsamer Verbrauch des Bodens (lit. g). Die Grundsätze des StrG
sind bei der Planung, Projektierung und Ausführung einer Strasse zwingend zu
beachten (Schönenberger, a.a.O., N 1 zu Art. 33). Vom Grundsatz der
Verkehrssicherheit (Art. 32 lit. b StrG) sind alle jene baulichen Massnahmen erfasst, die
geeignet erscheinen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen bzw. zu gewährleisten. Dazu
gehören die Übersichtlichkeit von Einmündungen ebenso wie die Trennung einzelner
Verkehrsarten mittels separierter Radwege, Fussgängerunterführungen und
dergleichen (vgl. Schönenberger, a.a.O., N 4 zu Art. 32 StrG und N 3 zu Art. 33 StrG).
Dem Schutz des schwächeren Verkehrsteilnehmers kommt in Anbetracht der
anhaltenden Zunahme des motorisierten Verkehrs ständig grössere Bedeutung zu. Zu
denken ist vornehmlich an die Schaffung und Sicherung jener Verkehrsflächen, die
diesen Verkehrsteilnehmern vorbehalten sind, wie Gehwege entlang der Strassen
(Trottoirs) oder Radwege, aber auch an die notwendigen baulichen Massnahmen, die
den Behinderten die Teilnahme am Verkehrsablauf überhaupt erst ermöglichen, wie
Rampen bei Unter- und Überführungen, Trottoirabfahrten etc.
Im Weiteren beurteilt sich die Zweckbestimmung im Sinn von Art. 32 Ingress und lit. a
StrG nach den Zielen und Grundsätzen von Art. 1 und Art. 3 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700, RPG; VerwGE B 2013/1 vom 2. uli
2013 E. 3.3). Gemäss Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 RPG haben die Behörden dafür zu
sorgen, dass der Boden haushälterisch genutzt und die Landschaft geschont wird. Mit
den raumplanerischen Massnahmen sind insbesondere wohnliche Siedlungen zu
schaffen und zu erhalten (Art. 1 Abs. 2 lit. b RPG) sowie Wohngebiete vor schädlichen
und lästigen Einwirkungen möglichst zu schonen (Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG). Bezüglich
Lärmimmissionen stellt Art. 8 Abs. 3 der Lärmschutzverordnung (SR 814.41, LSV)
darauf ab, ob die Änderung oder Erweiterung einer ortsfesten Anlage (Strasse) ohne
Lärmsanierung zu einer wahrnehmbaren Zunahme der Lärmimmissionen führen würde.
Ist dies der Fall, so löst der Umbau eine (Lärm-)Sanierungspflicht aus (BGE 141 II 483
E. 4.5).
Enteignungen von privatem Eigentum sind nur zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen
Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sind (vgl. Art.
36 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; BGE
2.2.
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115 Ia 29 mit Hinweisen). Art. 48 Abs. 2 StrG verweist auf das Enteignungsgesetz (sGS
735.1, EntG), sofern das StrG nichts anderes bestimmt. Nach Art. 5 lit. a EntG ist die
Enteignung zulässig für den Bau eines öffentlichen oder überwiegend im öffentlichen
Interesse liegenden Werks. Des Weiteren wird vorausgesetzt, dass der Zweck des
Werks auf andere Weise nicht befriedigend oder nur mit unverhältnismässigem
Mehraufwand verwirklicht werden kann. Insbesondere darf die Enteignung nicht zu
einem Nachteil führen, der in einem Missverhältnis zum verfolgten Zweck steht (Art. 6
EntG; Grundsatz der Verhältnismässigkeit). Die Prüfung der Verhältnismässigkeit von
Eingriffen in das Eigentumsrecht setzt eine umfassende Abwägung aller öffentlichen
und privaten Interessen voraus. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können
Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Der Beschwerdeführer kann sich auch
darauf berufen, die angefochtene Verfügung beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Soweit die
Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist, garantiert Art. 6
Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) in ihrem Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit voller
Kognition. Das Verwaltungsgericht verfügt daher vorliegend - als erste gerichtliche
Instanz - über eine volle Kognition in dem Sinn, dass es über alle erheblichen
Tatsachen- und Rechtsfragen entscheiden und Ermessensentscheidungen auf
Rechtsfehler überprüfen kann (VerwGE B 2020/183 vom 25. Februar 2021 E. 1 zweiter
Absatz m.H. auf VerwGE B 2019/41 vom 16. Dezember 2019 E. 1 m.H. auf Meyer-
Ladewig/Harrendorf/König, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK
Handkommentar, 4. Aufl. 2017, Rz. 16 und 35 zu Art. 6 EMRK).
2.3.
Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid unter anderem dar, das
Wartehäuschen an der Bushaltestelle ("X._") sei nicht Bestandteil des
Kantonsstrassenprojekts, weshalb dagegen auch keine Einsprache erhoben werden
könne. Es fehle daher am Anfechtungsobjekt. In diesem Punkt sei auf die Einsprache
nicht einzutreten (act. G 2 S. 5 f.). Die vorerwähnte Eintretenseinschränkung erweist
sich insofern als zutreffend, als der Warteunterstand als solcher nicht Gegenstand des
Strassenprojekts bildet (vgl. auch Eintrag zu Grundstück Nr. 0002_ im Landerwerbs-
und Enteignungsplan Teil 1 [08-2], act. G 9/4 Beilage), sondern in einem separaten
Baubewilligungsverfahren aufzulegen sein wird. Indes stellt der im Strassenprojekt
vorgesehene Platz für die Haltestelle bzw. die entsprechende Ausbuchtung, für welche
das Projekt ab dem Grundstück Nr. 0002_ der Beschwerdeführer einen Landbedarf
2.3.1.
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von 7 m veranschlagt (vgl. Landerwerbs- und Enteignungsplan a.a.O., act. G 9/4
Beilage), einen Projektbestandteil dar, welcher sowohl Gegenstand des
vorinstanzlichen Verfahrens als auch des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet.
2
In materieller Hinsicht wurde im angefochtenen Entscheid ausgeführt, die Verschiebung
der Bushaltestelle "X._" trage zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. Die Haltestelle
befinde sich neu überwiegend vor der Einfahrt der Grundstücke Nrn. 0005_ und
0006_ und rage nur wenig vor das Grundstück Nr. 0002_ der Beschwerdeführer. Wie
am Augenschein vom 19. Dezember 2018 erläutert, sei es nicht möglich, von den
Grundstücken Nrn. 0005_ und 0006_ in die Kantonsstrasse zu fahren, während das
Postauto (an der Bushaltestelle) anhalte. Von den Grundstücken Nrn. 0005_ und
0006_ ausfahrende Fahrzeuge würden durch bauliche Massnahmen gezwungen, auf
dem eigenen Vorplatz anstatt auf dem Gehweg zu warten. Dies schütze die Fussgänger
und trage zur Verkehrssicherheit bei. Die durch die Verschiebung der Bushaltestelle
hauptsächlich belasteten Eigentümer der Grundstücke Nrn. 0005_ und 0006_ hätten
diese akzeptiert. Die Fahrbahnhaltestelle habe den weiteren Vorteil, dass die Autos
während der Haltephase hinter dem Bus warten müssten, wodurch gefährliche
Überholmanöver verhindert würden. Mit der Verschiebung der Bushaltestelle werde (als
positiver Nebeneffekt) auch mehr Warteraum auf der Kantonsstrasse geschaffen, was
den Verkehrsfluss beim vielbefahrenen Knoten X._ erhöhe und die Kantonsstrasse
(bzw. die Rückstausituation) etwas entlaste. Der Standort der Bushaltestelle werde vor
allem auch aufgrund der Sichtzonen der Grundstücke Nrn. 0007_, 0006_, 0005_
und 0008_ (Parkplatz der Beschwerdeführer) beeinflusst. Bei Verschiebung der
Bushaltestelle in Richtung Knoten (J._-strasse) oder in Richtung Dorfzentrum könnten
die Sichtbeziehungen nicht mehr eingehalten und zudem die Haltestelle nicht mehr
behindertengerecht erstellt werden. Aus technischer Sicht sei somit der projektierte
Standort der einzige, der möglich und geeignet sei. Sodann sei die Haltestelle "X._"
bereits heute nur wenige Meter vom Grundstück der Beschwerdeführer entfernt. Eine
Auflösung der Haltestelle komme aufgrund der Fahrgastfrequenzen aus dem Quartier
entlang der U._-strasse, aus dem Industriequartier und dem Ärztezentrum nicht in
Frage. Durch eine (von den Beschwerdeführern vorgeschlagene) Verschiebung der
Haltestelle zum Grundstück Nr. 0003_ (T._) um rund 115 m in Richtung Dorfzentrum
wäre diese zu nahe an der nächsten Haltestelle und für das erwähnte Einzugsgebiet zu
weit entfernt. Dies würde zu einer wesentlichen Verschlechterung für die Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel beitragen. Zudem müssten bei Verschiebung der Haltestelle
"A._" zu Grundstück Nr. 0003_ beide Haltestellen in beide Richtungen verschoben
2.3.2.
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3.
werden, was zu einer wesentlichen Mehrbelastung Dritter führe. Bei der projektierten
Variante müsse nur eine Haltestelle verschoben werden. Im Weiteren sei der DTV auf
der S._-strasse für die Erstellung einer Busbucht (anstelle einer Haltestelle) zu niedrig,
zumal eine Busbucht auch mehr Platz erfordere. Weil die Übersichtlichkeit aufgrund
des Verlaufs der Strasse (am gewählten Haltestellen-Standort) als gut einzustufen sei,
sei es auch möglich, auf eine Verbreiterung mit Mittelinsel zu verzichten. Die
projektierte Bushaltestelle stelle den kleinstmöglichen Eingriff in die Rechtsstellung der
Beschwerdeführer dar (act. G 2 S. 8-10).
Die heute bestehende Bushaltestelle befinde sich ca. 20-25 m vom projektierten
Standort der Haltestelle entfernt. Die Kantonsstrasse erzeuge bereits heute
Lärmimmissionen. Wie am 15. April 2019 durch den Sachverständigen erläutert,
komme es zwar durch die Verschiebung der Haltestelle zu einer Erhöhung der
Lärmimmissionen. Diese würden jedoch durch den vorgesehenen Einbau des
lärmarmen Belags um etwa 1-3 dB reduziert. Zudem verursache ein stillstehendes
Fahrzeug kaum wahrnehmbar höhere Immissionen als ein vorbeifahrendes Fahrzeug.
Die Hecke biete zwar Sichtschutz, habe jedoch keine messbare schallabsorbierende
oder -reflektierende Wirkung. Eine wesentliche Änderung der Anlage, welche eine
Lärmsanierungspflicht auslöse (Art. 8 Abs. 3 LSV), sei vorliegend nicht gegeben. Die
Immissionen würden an der Quelle durch den Einbau des lärmarmen Belags beseitigt.
Demnach bestehe kein Anspruch auf eine Lärmschutzwand. Die Beschwerdeführer
seien nicht übermässigen Immissionen ausgesetzt. Der durch Fahrgäste erzeugte Lärm
und Abfall werde nicht durch das Projekt verursacht. Die Beschwerdeführer hätten
anlässlich des Augenscheins selbst festgehalten, dass dieses Problem bereits heute
bestehe. Gegen Personenlärm könne nur polizeilich vorgegangen werden. Um dem
Littering entgegenzuwirken, habe die Beschwerdebeteiligte angeboten, Abfallbehälter
aufzustellen und diese zu kontrollieren. Die Abgaswerte würden sodann (durch die
Verschiebung der Haltestelle) nicht derart erhöht, dass von einer Überschreitung der
Grenzwerte auszugehen sei (act. G 2 S. 11 f.).
3.1.
In formeller Hinsicht machen die Beschwerdeführer geltend, im technischen Bericht
(act. G 9/4 Beilage) fänden sich keinerlei Hinweise auf die Durchführung eines
Mitwirkungsverfahrens. Bei zu Unrecht unterlassener Mitwirkung der Bevölkerung sei
3.1.1.
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der Plan zur Durchführung eines Mitwirkungsverfahrens an die zuständige Behörde
zurückzuweisen. Demzufolge sei der angefochtene Entscheid bereits aus formellen
Gründen aufzuheben (act. G 5 S. 3 f.). Nach Art. 33 StrG (in Kraft seit 1. Juli 2021)
müssen beim Bau von Strassen nach- und nebengeordnete Planungsträger rechtzeitig
angehört werden (Abs. 1). Die für den Planerlass zuständige Behörde hat für eine
geeignete Mitwirkung der Bevölkerung zu sorgen (Abs. 2). Die Mitwirkung ermöglicht
die notwendige Breite der Interessenabwägung und bildet damit eine wichtige
Grundlage für den sachgerechten Planungsentscheid. Auf das vorliegende Verfahren
kommt indes nicht Art. 33 StrG, sondern Art. 4 RPG zur Anwendung (vgl. Art. 127
StrG). Gegenstand der Information und Mitwirkung nach Art. 4 Abs. 1 und 2 RPG sind
unter anderem Nutzungspläne (vgl. BGer 1C_335/2015 vom 3. März 2016 E. 4.2 m.H.).
Zu den Nutzungsplänen im Sinne von Art. 14 RPG zählen auch die
Sondernutzungspläne (vgl. vgl. VerwGE B 2020/58 und 72 vom 22. Oktober 2020 E. 6
m.H. auf Jeannerat/Moor, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.],
Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, N 27 ff. zu Art. 14 RPG). Auch
im Verfahren auf Erlass eines Sondernutzungsplans gilt daher von Bundesrechts wegen
die behördliche Informations- und Mitwirkungspflicht. Art. 4 RPG verlangt in diesem
Zusammenhang, dass die Planungsbehörden, neben der Freigabe der Entwürfe zur
allgemeinen Ansichtsäusserung, Vorschläge/Einwände entgegennehmen und dazu
zusammenfassend Stellung nehmen (vgl. BGE 135 II 286 E. 4.1; VerwGE B 2020/58
und 72 a.a.O. E. 4). In VerwGE B 2020/58 und 72 liess das Verwaltungsgericht die
Frage offen, wie es sich mit dem Mitwirkungsverfahren hinsichtlich des dort
angefochtenen Teilstrassenplans verhält (vgl. B 2020/58 und 72 a.a.O. E. 8.2 ganz am
Schluss).
bis
bis bis
Die Beschwerdeführer berufen sich erstmals im Beschwerdeverfahren auf die
Verletzung der Vorschriften betreffend das Mitwirkungsverfahren. Weder das StrG in
der bis 30. Juni 2021 geltenden Fassung noch das frühere Baugesetz (Baugesetz; nGS
32-47, BauG, in der Fassung vom 1. Januar 2015) sahen für Sondernutzungspläne ein
spezielles Mitwirkungsverfahren für Anstösser vor. Gemäss der damaligen Praxis
konnten sich Anstösser im Einspracheverfahren erstmals äussern. Ein Anspruch, im
Rahmen der Detailplanung einbezogen zu werden, bestand nicht (vgl. VerwGE
B 2009/221 vom 24. August 2010, E. 5.3). Indes regelt nach Art. 35 Abs. 2 StrG für
Strassenbauprojekte die politische Gemeinde in der Gemeindeordnung, bei welchen
Projekten die zuständige Gemeindebehörde ihren Vernehmlassungsbeschluss der
Bürgerschaft unterbreitet. Eine konsultative Befragung der Bevölkerung ist damit für
3.1.2.
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Kantonsstrassenprojekte explizit vorgesehen (vgl. Botschaft und Entwurf der Regierung
vom 14. April 2020 betreffend Nachtrag zum Wasserbaugesetz S. 27). In Art. 31 der
Gemeindeordnung Y._, in Kraft seit 1. Januar 2013, ist in diesem Zusammenhang
vorgesehen, dass der Gemeinderat über Vernehmlassungen zur Projektierung von
Strassenbauten des Kantons mit einem Gemeindeanteil bis CHF 500'000
abschliessend beschliesst. Er unterstellt seinen Vernehmlassungsbeschluss dem
fakultativen Referendum, wenn der Gemeindeanteil CHF 500'000 übersteigt. Die
Beschwerdebeteiligte hatte in "Y._-aktuell" vom 5. September 2014 über das
Strassenprojekt und das in diesem Zusammenhang vorgesehene weitere Vorgehen
informiert (act. G 10/BO1). Am 23. November 2015 führte sie sodann eine öffentliche
Informationsveranstaltung über das Betriebs- und Gestaltungskonzept R._/S._-
strasse durch, bei welcher die verschiedenen Varianten vorgestellt wurden; hierzu
erfolgten Stellungnahmen aus der Bevölkerung (act. G 10/BO 2-5). Am 22. Dezember
2017 informierte "Y._-aktuell" sowie ein Artikel der V._ vom gleichen Tag über den
Stand des Strassenprojekts, die notwendigen Massnahmen, den Landerwerb/
Terminplan und die Kosten. In diesem Zusammenhang wurde auch erwähnt, dass die
Bushaltestelle beim Knoten X._ leicht Richtung Norden verschoben werde (act. G 10/
BO 6 f.). Angesichts dieser Gegebenheiten hat als erstellt zu gelten, dass in
Nachachtung der damals geltenden, ständigen Praxis zwar nicht die für den Planerlass
zuständige kantonale Behörde, aber die Beschwerdebeteiligte die Bevölkerung über
das Projekt frühzeitig und ausreichend informiert und ihr die Möglichkeit zur
Stellungnahme eingeräumt hatte; von letzterer wurde auch Gebrauch gemacht. Das
Projekt unterlag überdies dem fakultativen Referendum. Dieses wurde nicht ergriffen.
Bei diesem Sachverhalt hat das Mitwirkungsrecht im Sinn von Art. 4 RPG als gewahrt
zu gelten. Dies wird durch das Vorbringen der Beschwerdeführer, dass das
Mitwirkungsverfahren mittlerweile in veränderter Form (vgl. Mitwirkung
Kantonsstrassenprojekte | sg.ch) durchgeführt werde (act. G 19), nicht in Frage gestellt.
Im Übrigen genügt es auch nach der Praxis zu Art. 4 RPG, wenn in einem Bericht zu
entscheidenden Punkten Stellung genommen wird. Es besteht kein Anspruch auf
individuelle Beantwortung jeder Mitwirkungseingabe (vgl. Muggli, in: Aemisegger/Moor/
Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und
Verfahren, Zürich 2020, N 25 zu Art. 4 RPG m.H.). Von daher haben auch die
Anforderungen von Art. 4 RPG als gewahrt zu gelten.
3.2.
Materiell streitig ist, ob die Vorinstanz die Einsprache der Beschwerdeführer gegen das
3.2.1.
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Projekt Kantonsstrasse Nr. 0000_, Y._, Abschnitt LSA X._ bis Gemeindehaus, und
gegen die Zulässigkeit der daraus resultierenden Enteignung zu Recht abwies. Die
Beschwerdeführer beantragen für den Fall, dass die Angelegenheit nicht schon aus
formellen Gründen (fehlendes Mitwirkungsverfahren) an die Vorinstanz zurückgewiesen
werde, die Durchführung eines Augenscheins (act. G 5 S. 3 oben). Der Augenschein ist
die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die entscheidende
Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein Augenschein
durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Instanz.
Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein überprüft zu
werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen geboten ist (vgl.
B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 50 zu Art. 12-13 VRP). Die tatsächlichen
Verhältnisse ergeben sich vorliegend hinreichend aus den bei den Akten liegenden
Planunterlagen, den Protokollen der Augenscheine vom 19. Dezember 2018 und
15. April 2019 (act. G 9/17.1 und 17.2), dem Geoportal (www.geoportal.ch) und aus
den übrigen Verfahrensakten; sie sind im Wesentlichen auch nicht umstritten. Für die
Klärung der von den Beschwerdeführern angeführten Gegebenheiten bedarf es - wie
sich auch aus den nachstehenden Erwägungen ergeben wird - keines weiteren
Augenscheins, weshalb darauf zu verzichten ist.
Die Beschwerdeführer erachten den Standort der Bushaltestelle direkt im Bereich der
Verzweigung mit der U._-strasse als zu wenig verkehrssicher. Die Verschiebung vom
alten zum neuen Standort sei überdies zu wenig begründet. Der im Projekt
vorgesehene Standort verschlechtere ohne Mittelinsel die Verkehrssicherheit vor der
Liegenschaft der Beschwerdeführer. Ein Dorn im Auge sei den Beschwerdeführern die
Erstellung eines Buswartehäuschens. Es sei als notorisch zu bezeichnen, dass solche
Buswartehäuschen insbesondere in der Nacht von Personen aufgesucht würden,
welche keine Rücksicht auf die Nachtruhe der Anwohner nähmen. Dagegen helfe auch
der gemäss Projekt vorgesehene lärmarme Strassenbelag nichts. Die Verlegung der
Bushaltestelle mit Warteraum sei der Grund für den zusätzlichen und viel stärker
wahrnehmbaren Personenlärm. Es gehe vor allem darum, dass die Schlafzimmer durch
die Ausbuchtung bzw. den Warteunterstand näher an die Strasse rücken würden. Die
Emissionen hätten in den letzten Jahren durch den zunehmenden Verkehr ohnehin
stark zugenommen. Der zusätzliche Nutzen durch die Verlagerung der Bushaltestelle
sei äusserst gering, wenn überhaupt vorhanden. Die Ausbuchtung und die dafür
erforderliche Enteignung seien ausschliesslich dem Bau des Buswartehäuschens
3.2.2.
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geschuldet. An diesem gebe es überhaupt kein öffentliches Interesse. Es trage nichts
zur Sicherheit bei und verursache zusätzlichen Lärm und Abfall. Zudem sei der Bedarf
für das Buswartehäuschen nicht gegeben, weil die Bushaltestelle nur von wenigen
Fahrgästen benutzt werde. Wenn überhaupt seien dies am Abend ankommende
Fahrgäste aus Z._, die kein Buswartehäuschen benötigten. Bei einem Verzicht auf das
Buswartehäuschen entfalle auch die Ausbuchtung. Ohne das Projekt des
Warteunterstands könnten die Auswirkungen des Kantonsstrassenprojekts nicht
umfassend und zusammenhängend beurteilt werden. So würden die vom Projekt
ausgehenden Lärmimmissionen für das Grundstück Nr. 0002_ massgeblich davon
abhängen, ob und welche Art von Warteunterstand errichtet werden solle. Würde es
gelingen, sich im späteren Baubewilligungsverfahren erfolgreich gegen das
Buswartehäuschen zu wehren, würde die Ausbuchtung und die dafür erforderliche
Enteignung im Nachhinein unnütz. Von daher sei das Strassenplanverfahren mit dem
Baubewilligungsverfahren für das Wartehäuschen zu koordinieren. Das Projekt sehe
sodann im Bereich der Pizzeria "W._" einen Fussgängerstreifen mit Mittelinsel vor (act.
G 2 E. 4.2.1). Demgegenüber solle auf eine Mittelinsel bei der die Beschwerdeführer
belastenden Bushaltestelle verzichtet werden. Der für die Mittelinsel erforderliche Platz
sei beidseits der Strasse vorhanden. So verfüge das Grundstück Nr. 0009_ an der
fraglichen Stelle über eine nicht baulich genutzte Grünfläche. Auf der
gegenüberliegenden Strassenseite befinde sich eine asphaltierte Parkierungsfläche
(act. G 5).
3.3.
Die streitige Beanspruchung ab dem Grundstück Nr. 0002_ (dauernder Erwerb von
7 m und vorübergehende Beanspruchung von 16 m [Verfügung einer Sichtzone]; vgl.
Landerwerbs- und Enteignungsverzeichnis, act. G 9/4 Beilage) stellt einen Eingriff in
das Eigentumsrecht der Beschwerdeführer dar. Das Projekt stützt sich zum einen auf
Art. 32 StrG und bezieht zum anderen auch die beim Strassenbau anzuwendenden
Grundsätze nach Art. 33 StrG mit ein. Es geht um den Bau eines Werks im Sinn von
Art. 5 lit. a EntG. Eine gesetzliche Grundlage für den in Frage stehenden Eingriff in
privates Eigentum der Beschwerdeführer ist entsprechend gegeben. Bestritten ist zum
einen, dass die projektierte Verschiebung der Haltestelle im öffentlichen Interesse liegt
und zum anderen, dass im vorgesehenen Bereich der Haltestelle zu Recht auf die
Erstellung einer Mittelinsel verzichtet wurde. Zu klären ist sodann die
Verhältnismässigkeit der Enteignung für die Erstellung der Bushaltestelle.
3.3.1.
2 2
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Die Haltestelle "X._" vor den Grundstücken Nrn. 0005_ und 0002_ wurde als
Fahrbahnhaltestelle geplant (vgl. VSS-Norm [Schweizerischer Verband der Strassen-
und Verkehrsfachleute] 40880 [Bushaltestellen] vom März 2019, S. 3). Die Lage von
Haltestellen hat sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Benützer zu orientieren.
Haltestellen sind insbesondere bei wichtigen Fussgängerzielen oder -quellen und in
geeignetem Abstand zur nächsten Haltestelle anzuordnen. Die Haltestelle muss unter
anderem über sichere und direkte Zugangswege verfügen und genügend grosse
Warteflächen aufweisen. In jedem Fall sind die Knotensichtweiten zu überprüfen (vgl.
VSS-Norm 40880 a.a.O. S. 6 f.). Im angefochtenen Entscheid wurde einlässlich
dargelegt, inwiefern aus vorinstanzlicher Sicht mit der projektierten Verschiebung der
Haltestelle die Verkehrssicherheit erhöht und den Bedürfnissen der künftigen Benützer
Rechnung getragen wird. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass die Wahl des
Haltestellen-Standorts vor allem durch die Sichtzonen der Grundstücke Nrn. 0007_,
0006_, 0005_ und 0008_ bzw. die Einhaltung der Sichtweiten beeinflusst worden sei
(act. G 2 S. 8f. [E. 4.2.2 bis 4.2.4] und vorstehende E. 2.3.2). Es ist kein konkreter
Anlass ersichtlich, aufgrund dessen die im Wesentlichen mit
Verkehrssicherheitsüberlegungen begründete Verschiebung der Bushaltestelle zu
beanstanden wäre. Den Verzicht auf eine Mittelinsel und die damit verbundene
Strassenverbreiterung im Bereich der projektierten Haltestelle "X._" begründete die
Vorinstanz damit, dass die Übersichtlichkeit aufgrund des Verlaufs der Strasse am
Haltestellen-Standort als gut einzustufen sei. Die von den Beschwerdeführern in
diesem Zusammenhang geortete Möglichkeit, dass an der Haltestelle wartende Busse
durch nachfolgende Fahrzeuge (gefährlich) überholt würden (act. 5 Rz. 25), kann zwar
nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Überholen eines wartenden Busses lässt
sich jedoch, soweit erforderlich, durch die Markierung einer Sicherheitslinie wirksam
unterbinden (vgl. auch VSS-Norm 40 241 [Querungen für den Fussgänger- und leichten
Zweiradverkehr], März 2019, S. 14 Ziffer 28). Der Verzicht auf eine Mittelinsel erscheint
auch insofern gerechtfertigt und nachvollziehbar, als sich eine Verkehrsberuhigung mit
einer möglichst schmalen Fahrbahn bzw. einem beidseitig durchgehenden Gehweg
sowie durch die beidseitige Anbringung von 40 cm breiten Randstreifen auf der
Fahrbahn (vgl. Technischer Bericht S. 19 Ziffer 6.4, act. G 9/4 Beilage) und der daraus
resultierenden optischen Einengung ergeben dürfte. Mit Bezug auf das Vorbringen der
Beschwerdeführer, dass der erforderliche Platz für eine Mittelinsel vorhanden wäre (act.
G 5 Ziffer 24), weist die Beschwerdebeteiligte zu Recht darauf hin, dass im
betreffenden Bereich die U._-strasse ins Quartier abzweige und auf der anderen
Strassenseite sich die Besucherparkplätze für die Überbauung B._ befänden (act. G
3.3.2.
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12). Von daher erweist sich der Verzicht auf eine Mittelinsel auch mit Blick auf die
Platzverhältnisse als nachvollziehbar begründet, zumal durch den Verzicht überdies die
Notwendigkeit eines weiteren Landerwerbs (etwa ab dem Grundstück Nr. 0009_)
wegfällt. Im Übrigen wird die von den Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang
angeführte Umklassierung der U._-strasse in eine Gemeindestrasse 3. Klasse (act. G
14 S. 2 unten) von der Beschwerdebeteiligten in Abrede gestellt mit dem Hinweis, dass
lediglich die Zufahrt zu einer Liegenschaft von einer Umklassierung betroffen sei (act. G
16).
Angesichts der geschilderten Verhältnisse hat als dargetan zu gelten, dass die
Verschiebung der Bushaltestelle geeignet und erforderlich ist, bestehende
Verkehrssicherheitsmängel (im öffentlichen Interesse) zu beseitigen oder zu
vermindern. Die projektierte Lage der Bushaltestelle vermag die Anforderungen der
Verkehrssicherheit und des öffentlichen Verkehrs zu erfüllen. Was die von den
Beschwerdeführern befürchtete Lärmzunahme durch die Bushaltestelle betrifft, ist
festzuhalten, dass der durch Fahrgäste bewirkte (nächtliche) Lärm und allfälliges
Littering (act. G 5) ihre Ursache nicht im Projekt haben und nicht durch
strassenrechtliche, sondern gegebenenfalls durch polizeiliche Massnahmen anzugehen
wären.
Die Beschwerdeführer erachten sodann wie dargelegt auch das Haltestellen-Projekt als
solches und die daraus resultierende Enteignung zur Erreichung eines im öffentlichen
Interesse liegenden Zwecks als nicht erforderlich. Hierzu ist vorab anzumerken, dass
Haltestellen Nahtstellen zwischen Fussgängern und öffentlichem Verkehr sind. Komfort
und Dienstleistungen an der Haltestelle tragen zur Attraktivität des öffentlichen
Verkehrs bei. Zur minimalen Ausrüstung gehört eine Tafel mit Haltestellenbezeichnung
und Angabe der Linien sowie ein Fahrplan (vgl. VSS-Norm 40880 a.a.O. S. 17). Die
bisherige, rund 20 m entfernt vom projektierten Standort an der S._-strasse platzierte
Fahrbahn-Haltestelle mit Einstieg ab dem Trottoir in Richtung Y._ ist nicht überdacht;
lediglich die Haltestelle in Gegenrichtung weist einen entsprechenden Unterstand auf
(vgl. www.geoportal.ch, Orthofoto S._-strasse Y._; google maps). Die Notwendigkeit
der projektierten Ausbuchtung bzw. die Enteignung der Fläche von 7 m für die
Erstellung der an den neuen Standort verschobenen Haltestelle allein erscheint insofern
nicht dargetan, als grundsätzlich - je nach Personenaufkommen und daraus
resultierendem Platzbedarf - wie bis anhin auf dem 2 m breiten Trottoir auf den Bus
gewartet werden kann. Von Seiten der Vorinstanz und der Beschwerdebeteiligten blieb
3.3.3.
2
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4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 21. April 2021 teilweise gutzuheissen und die
Angelegenheit zur Klärung des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit der
Enteignung von 7 m Boden ab dem Grundstück Nr. 0002_ für die projektierte
Haltestellen-Ausbuchtung sowie gegebenenfalls zur koordinierten Durchführung des
strassen- und baurechtlichen Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
Rückweisung der Sache (mit noch offenem Ausgang) gilt für die Frage der Auferlegung
der Gerichtskosten wie auch einer Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen,
unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt-
das Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach die (projektierte) Bushaltestelle
(voraussichtlich) nur von wenigen Fahrgästen benutzt werde (act. G 5 Rz. 19), im
Wesentlichen unkommentiert bzw. unbestritten (vgl. Votum des Gemeindepräsidenten
am Augenschein vom 19. Dezember 2018, act. G 9/17.1 S. 3 Mitte). Unterlagen, welche
die Frequentierung bzw. das Einzugsgebiet der aktuell bestehenden und der
projektierten Haltestelle zahlenmässig zu dokumentieren vermöchten, sind nicht
aktenkundig. Gestützt auf diese Tatsachenlage lässt sich der zur Enteignung führende
Platzbedarf bzw. die Notwendigkeit der Erstellung einer Ausbuchtung zur Verwendung
als blosser Warteplatz nicht zureichend begründen.
Soweit ersichtlich, steht die projektierte Ausbuchtung und der entsprechende
Landbedarf ab dem Grundstück Nr. 0002_ der Beschwerdeführer denn auch im
Wesentlichen mit der vorgesehenen - wie dargelegt als solche nicht
Verfahrensgegenstand bildenden (vorstehende E. 2.3.1) - Erstellung eines Haltestellen-
Unterstandes in Zusammenhang. Das öffentliche Interesse an einem Haltestellen-
Unterstand und die Verhältnismässigkeit der mit der Erstellung desselben verbundenen
Enteignung sind jedoch in den dem Gericht vorliegenden Akten ebenfalls nicht
dokumentiert bzw. kommentiert. Mithin ist ein öffentliches Interesse an der Erstellung
einer Ausbuchtung an der Bushaltestelle, welches das Interesse der Beschwerdeführer
am Erhalt der für das Projekt nötigen Fläche von 7 m zu überwiegen vermöchte,
aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht zureichend dargetan. Ebenfalls nicht geklärt
ist die Frage der Verhältnismässigkeit (Geeignetheit und Erforderlichkeit) des Eingriffs
zur Erreichung eines im öffentlichen Interesse liegenden Ziels. Nachdem der
Warteunterstand wie dargelegt im Baubewilligungsverfahren zu bewilligen ist, erwiese
es sich zudem als notwendig, das strassenrechtliche und das baurechtliche Verfahren
im Sinn von Art. 25a Abs. 4 RPG zu koordinieren. Damit lässt sich die im Projekt
vorgesehene dauernde Enteignung von 7 m ab dem Grundstück Nr. 0002_ nicht
aufrechterhalten.
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oder im Eventualantrag gestellt wird (VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 5).
Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates (Vorinstanz; Art. 95 Abs. 1 VRP).
Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 3'500 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten beim Staat ist
zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der von den Beschwerdeführern geleistete
Kostenvorschuss von CHF 4'000 ist ihnen zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführer haben im verwaltungsgerichtlichen Verfahren obsiegt. Eine
Partei, die sich nicht vertreten lässt, hat - mangels eines besonderen Aufwandes -
grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 98 VRP in
Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Dass ihr gleichwohl Kosten für Umtriebe
erwachsen, bedarf einer besonderen Begründung. Konkret machen die
Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren keine Angaben über getätigte
(erhebliche) Aufwände. Auch sind die übrigen Voraussetzungen für die Ausrichtung
einer Umtriebsentschädigung nicht erfüllt (vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar
2014 E. 4.4). Trotz ihres Obsiegens kann den Beschwerdeführern daher keine
Entschädigung zugesprochen werden.