# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc5305f8-adb6-5ad3-b402-ad64a3af2b79
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_003
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1975 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführer) meldete sich am
1. Oktober 2012 aufgrund einer Herzinsuffizienz bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden
(nachfolgend: Vorinstanz) zum Leistungsbezug an. Der Beschwerdeführer hatte sich am
24. Juli 2012 notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG) begeben und
blieb dort bis am 10. August 2012 hospitalisiert. Es wurden eine dilatative Kardiomyopathie
ungeklärter Ätiologie, eine schwere Funktionseinschränkung vom linken und rechten
Ventrikel sowie linksventrikuläre Thromben diagnostiziert (IV-act. 18, S. 7) und der
Beschwerdeführer war in der Folge bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Dr. C_ von
der Kardiologie KSSG ging davon aus, dass der Beschwerdeführer ab November
halbtageweise wieder in angepasster Tätigkeit arbeitstätig sein können sollte (IV-act. 18, S.
8, Ziff. 1.9).
B. Gemäss Arztberichten von Dr. C_ vom 10. Mai 2013 (IV-act. 29) hatte sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers inzwischen kardiologischerseits verbessert,
jedoch sei es zu rezidivierenden Gichtschüben und einem protrahierten Infekt der oberen
Luftwege gekommen, was die geplante Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit durchkreuzt
habe. Kardiologischerseits habe sich die ergonomische Leistungsfähigkeit auf ein nur noch
leicht eingeschränktes Niveau verbessert, verbleibend sei jedoch eine raschere
Ermüdbarkeit mit Dyspnoe und Muskelschwäche. Aus kardiologischer Sicht könne der
Beschwerdeführer die Arbeitstätigkeit in einem reduzierten Ausmass von 50% wieder
aufnehmen, wobei die Arbeit eine physisch leichte, körperlich nicht belastende sein sollte.
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C. In der Folge bot die Vorinstanz dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen an (IV-act.
35). Nachdem der Beschwerdeführer den Gesprächsterminen über die
Eingliederungsmöglichkeiten wiederholt unentschuldigt ferngeblieben war, schloss die
Vorinstanz die beruflichen Massnahmen schliesslich erfolglos ab (IV-act. 41 und 42).
D. Am 15. Januar 2014 meldete der Beschwerdeführer sich wegen seiner Herzinsuffizienz
erneut bei der Vorinstanz zum Leistungsbezug an (IV-act. 44). Die Vorinstanz machte ihn
hierauf ausdrücklich auf seine Mitwirkungspflicht aufmerksam und ersuchte um
Unterzeichnung einer Mitwirkungserklärung, ansonsten auf sein erneutes Gesuch nicht
eingetreten werde (IV-act. 47). Nach einer weiteren Mahnung reichte der Beschwerdeführer
die unterzeichnete Mitwirkungserklärung ein (IV-act. 49).
E. In der Folge holte die Vorinstanz einen Arztbericht bei der neuen Hausärztin, Dr. D_, ein,
welche im Bericht vom 24. März 2014 (IV-act. 51) als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (unverändert) auf die dilatative Kardiomyopathie mit unklarer Ätiologie
verwies. Dr. D_ stellte insgesamt eine schlechte Prognose; der Beschwerdeführer sei
stark körperlich eingeschränkt. Die Vorinstanz legte hierauf das IV-Dossier dem RAD zur
Beurteilung vor. Dr. E_ ging in seinem Bericht vom 28. März 2014 (IV-act. 52) davon aus,
dass dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Maler nur noch sehr
eingeschränkt möglich sei; bezüglich der zumutbaren leidensadaptierten Tätigkeit verwies
er auf seine letzte Einschätzung (IV-act. 32), wonach er dem Beschwerdeführer eine
schrittweise anzustrebende 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatte.
F. Am 13. Mai 2014 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit, dass sie ihm (erneut)
Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch die
Berufsberatung gewähre (IV-act. 57). In der Folge lud sie ihn mehrmals zu einem Gespräch
ein (IV-act. 58, 59, 60, 61 und 62). Den ersten zwei Terminen blieb der Beschwerdeführer
unentschuldigt fern, für die restlichen Termine meldete er sich kurzfristig telefonisch ab,
weshalb die beruflichen Massnahmen am 25. November 2014 erneut erfolglos
abgeschlossen werden mussten (IV-act. 63 und 64).
G. Die Vorinstanz holte hierauf einen weiteren Verlaufsbericht bei Dr. D_ ein (IV-act. 71),
welche den Gesundheitszustand als stationär bezeichnete und vorschlug, „eine 50%
Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, sitzende Tätigkeiten, ohne schweres Heben und
Tragen“ zu versuchen. Dr. E_ vom RAD erstellte am 20. April 2015 einen
abschliessenden Bericht (IV-act. 72) und ging darin von einer vollen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit aus.
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H. Mit Vorbescheid vom 30. April 2015 (IV-act. 73) bzw. Verfügung vom 18. Juni 2015 (IV-act.
79) teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit, gestützt auf die ärztlichen Angaben sei
ihm eine leidensangepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar, weshalb er keinen
Rentenanspruch habe.
I. Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beschwerdeführer am 11. August 2015
erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 8. September
2015 (act. 4) verlangte die Vorinstanz deren Abweisung. Mit Verfügung vom 15. September
2015 (act. 7) gewährte der Einzelrichter im Verfahren ERV 15 48 dem Beschwerdeführer
die unentgeltliche Rechtspflege und beauftragte RA B_ mit der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung. Am 20. November 2015 reichte der Beschwerdeführer eine Replik
(act. 10) ein und hielt an seinen Anträgen fest. Die Vorinstanz verzichtete auf die
Einreichung einer Duplik. Am 17. Mai 2016 wurde die Sache in der dritten Abteilung des
Obergerichts in Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und darüber entschieden.
J. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den IV-Akten sowie die Vorbringen der
Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.
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## Considerations

Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Da der
Beschwerdeführer Wohnsitz in F_ hat, ist die örtliche Zuständigkeit gegeben (Art. 58
Abs. 1 ATSG).
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit.
b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRPG, bGS 143.1]).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Materielles
2.1
a. Der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt voraus, dass die
versicherte Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Als Invalidität gilt
gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit.
Gemäss Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe
Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu
40% invalid sind. Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei Versicherten, die ohne
Gesundheitsbeschränkung vollzeitig erwerbstätig waren - was auf die Situation des
Beschwerdeführers zutrifft -, gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei
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ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre (sog. Valideneinkommen).
b. Zwischen den Parteien umstritten ist der Rentenanspruch und damit der Invaliditätsgrad
des Beschwerdeführers. Während die Vorinstanz davon ausgeht, der Beschwerdeführer sei
nicht invalid, geht der Beschwerdeführer selbst davon aus, Anspruch auf mindestens eine
Dreiviertel Invalidenrente zu haben. Der Beschwerdeführer hält einen konkreten
Einkommensvergleich allerdings noch für verfrüht, da der medizinische Sachverhalt noch
gar nicht genügend abgeklärt worden sei.
c. Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, der Beschwerdeführer
sei in einer leidensadaptierten, d.h. körperlich leichten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Das
Validen- und Invalideneinkommen bezifferte die Vorinstanz mit je Fr. 58‘784. Das von der
Vorinstanz angenommene Valideneinkommen lässt sich grundsätzlich schlüssig auf das
Einkommen zurückführen, das der Beschwerdeführer im Jahr vor Beendigung seines
Arbeitsverhältnisses erzielte (vgl. IV-act. 16, S. 2); gemäss Protokolleintrag der Vorinstanz
zu den vorinstanzlichen Akten wurde, „da das Einkommen gemäss LSE wesentlich höher
ausfällt“, das Invalideneinkommen in derselben Höhe wie das Valideneinkommen
angenommen, was bei einem Vergleich der beiden Einkommen - rechnerisch korrekt - zu
einem Invaliditätsgrad von 0% führt.
d. Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, er sei keineswegs zu 100% arbeitsfähig. Die
behandelnde Hausärztin sei am 30. März 2015 lediglich „versuchsweise“ von einer 50%-
igen Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, sitzende Tätigkeiten, ohne schweres Heben und
Tragen, mit regelmässigen Pausen ausgegangen. Insgesamt werde die medizinische
Problematik in den Akten ungenügend wiedergegeben, zumal er auch immer wieder unter
epileptischen Anfällen leide, welche ihm eine längere Arbeit am PC verunmöglichten. Bevor
über den Rentenanspruch entschieden werden könne, sei der medizinische Sachverhalt
durch die Vorinstanz näher abzuklären.
2.2
Die Vorinstanz stützt ihre Annahme in der angefochtenen Verfügung, der
Beschwerdeführer sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, insbesondere auf
die Berichte von Dr. E_ vom RAD. Dessen Einschätzungen wiederum ergeben sich aus
den ihm vorliegenden IV-Akten:
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Seite 8
a. Hausarztberichte
Der aktuellste Arztbericht im IV-Dossier stammt von der Hausärztin, Dr. D_, und datiert
vom 30. März 2015 (IV-act. 71). Dr. D_ äusserte sich darin allerdings nur sehr vage zur
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und hielt fest: „Aus allgemein-internistischer
Sicht kann versuchsweise eine 50% Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, sitzende
Tätigkeiten, ohne schweres Heben und Tragen versucht werden. Da eine starke
Tagesmüdigkeit/Konzentrationsmangel besteht sollten regelmässige Pausen gewährleistet
sein.“ In der angestammten Tätigkeit als Maler hielt sie den Beschwerdeführer für 100%
arbeitsunfähig. Im früheren Bericht vom 24. März 2014 (IV-act. 51) ging Dr. D_ ebenfalls
von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Maler aus und liess die
Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit offen.
Der frühere Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. G_, ging bereits am 8. November
2012 davon aus, der Beschwerdeführer könne seine Tätigkeit als Maler nicht mehr
aufnehmen und erachtete damals aufgrund des Gesundheitszustands eine Umschulung in
eine adaptierte Tätigkeit für noch verfrüht. Er liess die Frage offen, in welchem Umfang eine
adaptierte Tätigkeit künftig möglich wäre (IV-act. 20, S. 4).
b. Berichte der Kardiologie KSSG
Die im IV-Dossier vorhandenen Arztberichte aus der Kardiologie des KSSG datieren rund
zwei Jahre oder länger vor Verfügungserlass:
- Im aktuellsten Bericht vom 10. Mai 2013 (IV-act. 29, S. 1 f.) hiess es, der
Beschwerdeführer sei letztmals am 29. April 2013 in der kardiologischen Sprechstunde
gewesen (siehe S. 2, Ziff. 5; auf S. 1 wurde angegeben, die letzte Kontrolle habe am
31. Oktober 2012 stattgefunden); es wurde auf eine rasche Ermüdbarkeit mit Dyspnoe
und Muskelschwäche verwiesen und angeführt: „Aus kardiologischer Sicht sollte die
Arbeitsaufnahme in einer körperlich leichten Tätigkeit deshalb initial nur zu 50%
erfolgen.“
- Im Bericht gleichen Datums (IV-act. 29, S. 3 ff.) an den damaligen Hausarzt, Dr. G_,
hiess es: „Aus kardiologischer Sicht dürfte der Patient, nach Abheilung des
Gichtschubes, seine Arbeitstätigkeit in einem reduzierten Ausmasse (zu 50%) wieder
aufnehmen, wobei die Arbeit eine physisch leichte/körperlich nicht belastende sein
sollte“ (siehe S. 5).
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- Im älteren ausführlichen Bericht vom 5. November 2012 (IV-act. 18) führte Dr. C_ an:
„Bisheriger Verlauf günstig, von einer deutlichen kardialen Funktionseinschränkung ist
aber auch bei optimalem weiterem Verlauf auszugehen“ (S. 8, Ziff. 1.4 in fine). Dr. C_
hielt schon in diesem Bericht dafür, der Beschwerdeführer könne „ab Ende November
halbtageweise in angepasster Tätigkeit“ (S. 8, Ziff. 1.9) wieder arbeitstätig sein. Auf
Seite 6 des Berichts wies sie darauf hin, die Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten
Tätigkeit (im Sitzen oder Stehen, mit kurzen Gehstrecken, aber ohne Lastentragen)
könne „nach klinischem Verlauf gesteigert werden“, ohne zu erwähnen, mit welcher
Steigerung konkret zu rechnen ist.
c. RAD-Einschätzungen
Die Vorinstanz legte das IV-Dossier mehrmals dem Regionalärztlichen Dienst RAD zur
Beurteilung vor:
- Im ersten Bericht vom 28. November 2012 (IV-act. 23) ging Dr. H_ sinngemäss davon
aus, der Beschwerdeführer sei in einer adaptierten Tätigkeit derzeit zu weniger als 50%
arbeitsfähig („M.E. ist die vP einzig für sehr leichte Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum
selbst vor- und nachgeben einsetzbar. Für eine UMS taugt dieses Profil aktuell nicht.
M.E. müsste für eien UMS (oder AV) mind. eine 50% AF für sehr leichte Tätigkeiten
bestehen“). Eine Restarbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Maler erwähnte Dr.
H_ nicht.
- Als das Dossier dem RAD rund ein halbes Jahr später erneut zur Beurteilung vorgelegt
wurde, ging Dr. E_ im Bericht vom 20. Juni 2013 (IV-act. 32) davon aus, der
Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Maler dauerhaft
handicapiert, aber immerhin noch zu 50% arbeitsfähig. In einer leidensangepassten
Tätigkeit hielt er eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit als gegeben; aufgrund der einjährigen
Dekonditionierung empfahl er einen stufenweisen Leistungsaufbau „mit zur Zeit 50% AF,
zu steigern inner 3 m auf 100%“.
- Bei der dritten RAD-Anfrage vom März 2014 (IV-act. 52) antwortete Dr. E_, es würden
keine neuen medizinischen Tatsachen geltend gemacht, welche nicht bereits in seinem
vorherigen Bericht kommentiert worden seien und führte aus: „Unstrittig ist in
Übereinstimmung auch mit der neuen Hausärztin, dass die angest. Tätigkeit als Maler
mit dem Herzen nur noch sehr eingeschränkt möglich ist“. Bezüglich der zumutbaren
leidensadaptierten Tätigkeit verwies Dr. E_ auf seine frühere Einschätzung.
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- Im abschliessenden Bericht vom 20. April 2015 (IV-act. 72) schrieb Dr. E_: „Es
besteht nach wie vor eine angest. 100% AUF u. eine adapt. 100% AF. Eine 50% AUF
war versicherungsmedizinisch nie ausgewiesen; die Krankschreibung stellt auf die
subjektiven Beschwerden des V. ab, welche nach wie vor aethylisch bedingt sein
können.“
2.3
Zu den erwähnten Arztberichten der behandelnden Arztpersonen und den Einschätzungen
des RAD ist Folgendes festzuhalten:
a. Die Vertrauensärzte des RAD (Dr. H_ / Dr. E_) haben den Beschwerdeführer nie
persönlich untersucht. Ihre Einschätzungen stützen sich ausschliesslich auf die Unterlagen
im IV-Dossier, d.h. namentlich auf die unter E. 2.2 a und b angeführten medizinischen
Berichte der behandelnden Arztpersonen.
b. Die erste Einschätzung von Dr. E_ vom Juni 2013 (IV-act. 32) zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit als Maler lässt sich weder auf Berichte
der behandelnden Hausärztin noch auf Berichte aus der Kardiologie des KSSG stützen. Die
behandelnden Ärzte gingen im Gegensatz zu Dr. E_, der den Beschwerdeführer in der
angestammten Tätigkeit als Maler zu 50% arbeitsfähig bezeichnete, schon damals einhellig
davon aus, die bisherige Tätigkeit als Maler sei dem Beschwerdeführer nicht mehr
zumutbar (vgl. IV-act. 18, S. 8 und IV-act. 20, S. 3, je Ziff. 1.7) und auch Dr. H_ vom RAD
erachtete im ersten RAD-Bericht eine Umschulung auf „sehr leichte Tätigkeiten mit der
Möglichkeit zum selbst vor und nachgeben“ als notwendig (IV-act. 23). In seinen späteren
Berichten ging dann auch Dr. E_ nicht mehr von einer Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit aus, ohne zu begründen, weshalb er
von seiner früheren Einschätzung abgekommen ist. Dass der Beschwerdeführer nicht mehr
als Maler tätig sein kann, entspricht auch (weiterhin) der vorhandenen aktuellsten
Einschätzung der neuen Hausärztin Dr. D_ (IV-act. 71, S. 2, Ziff. 3).
c. Entgegen dem Bericht von Dr. E_ wird dem Beschwerdeführer von Seiten der
behandelnden Ärzte keine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit attestiert. Dr.
D_ riet in ihren Berichten lediglich zu einer „versuchsweisen“ 50%-igen Arbeitstätigkeit
adaptiert (vgl. IV-act. 71, S. 2). Sie äusserte sich nicht dazu, ob bzw. falls ja, inwieweit sie
eine künftige Steigerung dieser Arbeitsfähigkeit für realistisch hält. Auch in keinem der
fachärztlichen Berichte der Kardiologie KSSG wurde dem Beschwerdeführer eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert. Ausgehend von einer dem
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Beschwerdeführer grundsätzlich zugestandenen 50%-igen Arbeitsfähigkeit adaptiert wurde
zwar eine Steigerung grundsätzlich für möglich gehalten (vgl. IV-act. 18, S. 6), allerdings
enthalten die Berichte keine Aussage dazu, inwieweit eine solche Steigerung möglich sein
sollte. Wäre aus Sicht der Fachärzte der Kardiologie eine Steigerung auf eine volle
Arbeitsfähigkeit realistisch gewesen, so ist anzunehmen, dass dies explizit so festgehalten
worden wäre. Die Vorinstanz hat darauf verzichtet, durch entsprechende Rückfragen
genauer abzuklären, welche konkrete Steigerung der Arbeitsfähigkeit unter welchen
Bedingungen beim Beschwerdeführer aus fachärztlicher Sicht möglich wäre.
d. Der letzte im IV-Dossier vorhandene Bericht aus der Kardiologie KSSG datiert vom
10. Mai 2013 (IV-act. 29). Aktuellere fachärztliche Berichte wurden, obwohl offenbar weitere
Verlaufskontrollen geplant waren (vgl. IV-act. 29, S. 5 in fine), beim KSSG nicht eingeholt.
Lediglich bei der Hausärztin Dr. D_ wurde vor Verfügungserlass erneut ein Arztbericht
eingeholt, welcher vom 30. März 2015 datiert (IV-act. 71); Dr. D_ ging in diesem
aktuellsten, kurz gehaltenen Bericht lediglich davon aus, man könne versuchen, den
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeiten zu lassen. Insgesamt
bleiben ihre Aussagen eher vage, von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ging die
Hausärztin aber ganz klar nicht aus.
e. Bei einer Gesamtbetrachtung der vorliegenden Arztberichte und Unterlagen im IV-
Dossier kann der Schluss von Dr. E_, der Beschwerdeführer sei in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, nicht ohne weiteres übernommen werden. Aus den
vorhandenen Arztberichten lässt sich dieser Schluss jedenfalls nicht ziehen, zumal keine
der behandelnden Arztpersonen dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsfähigkeit
adaptiert attestierte. Vielmehr wiesen letztere einhellig auf bleibende gesundheitliche
Defizite des Beschwerdeführers hin. In ihren Berichten wurde lediglich ein Pensum von
50% in einer adaptierten Tätigkeit als grundsätzlich zumutbar bezeichnet. In welchem
Ausmass eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich wäre, wurde in den
Arztberichten offengelassen. Hinzu kommt, dass insbesondere die fachärztlichen Berichte
der Kardiologie des KSSG gar nicht aktuell genug sind, um aus medizinischer Sicht ohne
weiteres davon ausgehen zu können, dass diese auch tatsächlich den aktuellen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vor Verfügungserlass darstellen.
Zusammengefasst bestehen damit gleich in mehrfacher Hinsicht Unklarheiten und
Unsicherheiten bezüglich der Schlussfolgerung von Dr. E_, der Beschwerdeführer sei in
einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Trotzdem hat die Vorinstanz ihre
Annahme in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführer sei in einer adaptierten
Seite 12
Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig, auf die entsprechende Schlussfolgerung von Dr. E_
abgestützt.
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2.4
Dr. E_ ist Mitglied des RAD und damit Vertrauensarzt der Vorinstanz. Berichten und
Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzten kommt nach der Rechtsprechung
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE
125 V 351, E. 3b/ee; Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2015 vom 17. Dezember 2015, E.
2).
a. Auch wenn Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen grundsätzlich
Beweiswert zuerkannt wird, so ist doch zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht
dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG
vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zuzubilligen ist. Soll ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465, E. 4.4;
Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2015 vom 24. März 2016, E. 3.4, m.w.H.). Anspruch auf
ein unabhängiges Gutachten besteht damit rechtsprechungsgemäss, wenn die
Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht
ausreichend beweiswertig sind (vgl. BGE 137 V 210, E. 4.4.1.5).
b. Die Vorinstanz kann ihre Annahme in der angefochtenen Verfügung, der
Beschwerdeführer sei zu 100% arbeitsfähig in einer adaptierten Tätigkeit, letztlich einzig mit
der entsprechenden Einschätzung ihres eigenen RAD-Arztes, Dr. E_, begründen. Da
diese Einschätzung - wie in E. 2.3 bereits dargelegt wurde - bei einer Gesamtbetrachtung
der Unterlagen im IV-Dossier nicht ohne weiteres nachvollziehbar erscheint und Dr. E_
zudem gar nicht über allseits aktuelle Unterlagen für seine Beurteilung verfügte, durfte die
Vorinstanz nicht einfach davon absehen, weitere Sachverhaltsabklärungen zu treffen.
Diese Abklärungen haben grundsätzlich vor Erlass der verfahrensabschliessenden
Endverfügung zu erfolgen (vgl. BGE 132 V 368, E. 6.1 f.; KIESER, ATSG-Kommentar,
3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 13 ff. zu Art. 43, m.w.H.).
c. Dem Beschwerdeführer ist somit beizupflichten, dass es bei der gegebenen Sachlage
tatsächlich verfrüht war, abschliessend zu beurteilen, ob auf die Meinung von Dr. E_
abgestellt werden kann oder nicht. Die Vorinstanz hat zunächst weitere Abklärungen in
medizinischer Hinsicht vorzunehmen, um den Sachverhalt unter Beachtung des
Untersuchungsgrundsatzes vollständig zu klären. Die Sache wird aus diesem Grund an die
Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese in Nachachtung ihrer Untersuchungspflicht
Seite 14
ergänzende, aktuelle Arztberichte bei den behandelnden Ärzten, und, sollte sich gestützt
auf diese Unterlagen ergeben, dass entsprechende weitere Abklärungen notwendig sind,
allenfalls zusätzlich ein medizinisches Gutachten einholt.
2.5
Insoweit die Vorinstanz auf das Verweigerungsverhalten des Beschwerdeführers hinweist
und anführt, schon aus diesem Grund sei eine wesentliche Voraussetzung für
Rentenleistungen der Invalidenversicherung ohnehin gar nicht erfüllt, so ist in der Tat
aufgrund des bisher vom Beschwerdeführer gezeigten Verhaltens auf eine fehlende
Eingliederungsbereitschaft zu schliessen. Dies allein kann aber nicht dazu führen, dem
Beschwerdeführer ohne weiteres jeglichen Rentenanspruch abzusprechen.
a. Gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare
unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und
den Eintritt einer Invalidität zu verhindern. Die versicherte Person muss an allen
zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer
Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teilnehmen (Art. 7 Abs. 2 IVG), wozu
insbesondere auch die Massnahmen beruflicher Art zählen. Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor,
dass dann, wenn sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder
Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, widersetzt oder wenn sie nicht aus eigenem
Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt, ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd
gekürzt oder verweigert werden können. Vorausgesetzt ist in formeller Hinsicht
grundsätzlich ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren. Im vorliegenden Fall wurde der
Beschwerdeführer von der Vorinstanz mit Schreiben vom 17. Januar 2014 auf seine
Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht hingewiesen; ob damit die Anforderungen an
das von Art. 21 Abs. 4 ATSG geforderte Mahn- und Bedenkzeitverfahren erfüllt sind, kann
letztlich offengelassen werden. Bei fehlendem Eingliederungswillen - wovon aufgrund des
vom Beschwerdeführer an den Tag gelegten Verhaltens ohne weiteres ausgegangen
werden durfte - können nämlich die beruflichen Massnahmen ohne Einhaltung des Mahn-
und Bedenkverfahrens eingestellt werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_569/2015 vom 17. Februar 2016, E. 5.1, m.w.H.). Eine Verweigerung von
Rentenleistungen mit der blossen Begründung, der Beschwerdeführer habe seine
Mitwirkungspflichten bei der beruflichen Eingliederung verletzt, kommt hingegen nicht in
Frage:
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b. Wenn der Versicherungsträger gestützt auf Art. 7b Abs. 1 IVG Leistungen kürzt oder
verweigert, so geschieht dies nämlich nicht als Straffunktion. Es handelt sich vielmehr um
eine versicherungsrechtliche Sanktion zur Wiederherstellung des durch das Verhalten des
Versicherten gestörten Gleichgewichts in der Risikoverteilung (MEIER/REICHMUTH,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 11
zu Art. 7-7b). Die fehlende Eingliederungsbereitschaft wirkt sich zwar unter Umständen
entscheidend bei der Festlegung des zumutbaren Invalideneinkommens im Rahmen der
Prüfung des Rentenanspruchs aus (vgl. dazu MEIER/REICHMUTH, a.a.O., N 28 zu Art. 7-7b),
indem dort zur Ermittlung des Invalideneinkommens unabhängig davon, ob der
Beschwerdeführer die Hilfe der beruflichen Eingliederung in Anspruch nimmt oder nicht, auf
das medizinisch zumutbare Arbeitspensum abgestellt wird, auch wenn dieses mangels
Eingliederungswillen tatsächlich gar nicht erreicht wird. So weist die Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung zu Recht darauf hin: „Für die Bemessung des Invaliditätsgrads
ist es unerheblich, ob eine zumutbare Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird“ (IV-act. 79). Eine
Kürzung bzw. Verweigerung der Leistung mangels Eingliederungsbereitschaft kann sich
aber schon aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips immer nur auf diejenigen
Leistungen beziehen, die bei Wahrnehmung der zu fordernden Schadenminderung durch
die Sozialversicherung nicht zu erbringen gewesen wären. Keiner Kürzung unterliegen
können mit anderen Worten jene Leistungen, welche auch bei Wahrnehmung der
Schadenminderungspflicht zu erbringen gewesen wären (vgl. auch KIESER, a.a.O., N 141
zu Art. 21, m.w.H.).
c. Damit bleibt selbst dann, wenn die - zumindest bisher - offensichtlich fehlende
Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers in der Tat kein gutes Licht auf diesen
wirft, der Rentenanspruch im Einzelnen zu prüfen. Die fehlende Mitwirkung bei der
Eingliederung fällt dabei selbstverständlich insoweit zulasten des Beschwerdeführers, als
bei der Prüfung des Rentenanspruchs davon ausgegangen werden darf, der
Beschwerdeführer übe eine ihm zumutbare Leistung, welche mittels der ihm angebotenen
Eingliederung erreicht werden könnte, aus. Darüber hinaus einem Leistungsansprecher
eine volle Arbeitsfähigkeit zu attestieren, welche auch bei Erfüllung sämtlicher
Mitwirkungspflichten aus medizinischer Sicht gar nicht erreicht werden könnte, ist nicht
zulässig. Somit bleibt es ungeachtet des bisherigen Verweigerungsverhaltens des
Beschwerdeführers unentbehrlich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt in medizinischer
Hinsicht genauer abklärt, damit sie danach über die notwendigen Grundlagen verfügt, um
über einen allfälligen Rentenanspruch des Beschwerdeführers konkret zu befinden.
d. Der Beschwerdeführer wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es
letztlich in seinem eigenen Interesse liegt, die ihm von der Vorinstanz mehrfach
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angebotenen beruflichen Massnahmen anzunehmen. Sollte sich der Beschwerdeführer zur
Mitwirkung an den beruflichen Massnahmen entschliessen und sich auch tatsächlich
entsprechend verhalten, so wird die Vorinstanz zu prüfen haben, ob auf die im November
2014 zu Recht abgeschlossenen beruflichen Massnahmen (vgl. IV-act. 64) erneut
zurückzukommen sein wird.
3. Kosten und Entschädigung
3.1.
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Weil die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen
rechtsprechungsgemäss als Obsiegen gilt (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts
9C_874/2014 vom 2. September 2015, E. 5; BGE 137 V 57, E. 2.1), sind dem
Verfahrensausgang entsprechend beim Beschwerdeführer keine Kosten zu erheben (vgl.
auch Art. 19 Abs. 3 e contrario i.V.m. Art. 53 Abs. 1 VRPG). Der Invalidenversicherung
werden unabhängig vom Verfahrensausgang keine Verfahrenskosten auferlegt (vgl. Art. 22
Abs. 1 VRPG).
3.2.
Die IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden hat dem Beschwerdeführer dem Verfahrensausgang
entsprechend eine Parteientschädigung auszurichten. Die Entschädigung ist ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Im vorliegenden Fall
erscheint die in gleichartigen Fällen übliche Entschädigung von pauschal Fr. 2‘500.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
3.3.
Infolge der Zusprache einer Parteientschädigung hat der Beschwerdeführer keine weiteren
Ansprüche aus der ihm gewährten unentgeltlichen Verbeiständung.
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