# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8fc34b1-9a6f-4ce2-80a0-c1d96daa7b72
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1961, absolvierte in
Y._
eine Ausbildung zum
Hilfs
s
chweisser
.
Ab
April 1982 arbeitete er
im Rein
ig
ungsdienst der
Z._
. N
ach
zwei
Bagatell-
Arbeitsunfällen
1995 und 1996
verrichtete er
nur
noch
leichte Arbeiten
in einem reduzierten Pensum
(
vgl.
Urk.
7/7 S. 8
,
Urk.
7/13 S. 17
-19
).
Nebenbei
war
er
vo
n
1987
bis
1997
als Teilzeit-Parkwächter
tätig
(
Urk.
7/42
S. 2)
.
1.2
Im April 1997 meldete
sich der Versicherte
erstmals
wegen Rückenbeschwerden
zum Rentenbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle) an (
Urk.
7/4).
Diese holte
unter anderem
ein Gut
achten beim
A._
ein
(
Urk.
7/16).
Darin wurde dem Ver
sicherten
für leichte bis mittelschwere Arbeit
en
mit nicht repetitivem Heben von Lasten bis 15 kg eine 100%-Arbeitsfähigkeit
attestiert
(
Urk.
7/16 S. 5).
Die rentenablehnende Verfügung
der IV-Stelle
vom
23. Juni 1998 (
Urk.
7/23)
wurde vom
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil vom 3. Mai 2000
bestätigt
(
Urk.
7/29).
Nach
der Anmeldung zur beruflichen Integration im März 2001
(
Urk.
7/34
S. 7
)
verneinte die IV-Stelle mangels subjektiver Eingliederungs
-
fähigkeit auch diesen Anspruch mit Verfügung vom
2.
Oktober 2001
(
Urk.
7/45).
1.3
Mit der
Neuanmeldung
zum Rentenbezug
im
Oktober 2002
machte der Versi
cherte zusätzlich
Herzprobleme
(Cholesterin) geltend und die
Z._
informierte über die
bevorstehende
Teilpensionierung
per Dezember 2002
(
Urk.
7/48-49
,
Urk.
7/116 S. 23
).
Im zweiten von der IV-Stelle eingeholten
Gutachten
beschei
nigte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen,
dem Versicherten
wiederum
ein
e
volle Arbeitsfähigkeit in der aktuell
en
, körper
lich leichten Tätigkeit
und
bei körperliche
m
Training mittelfristig auch für ergonomisch weniger günstige, kö
r
perlich mittelschwere Tätigkeiten
(
Urk.
7/60
S. 10 f.
)
.
Dementsprechend
wies die IV-Stelle das
Rentenb
egehren
mit Verfü
gung vom 1.
April 2004
erneut
ab (
Urk.
7/62).
1.4
Im August 2008 meldete sich der Versicherte
nach
Ankündigung der
Auflösung
des Arbeitsverhältnisses per 2010
ein weiteres Mal zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug an
(
Urk.
7/69
,
Urk.
7/87
,
Urk.
7/116 S. 8 ff.
)
.
Die IV-Stelle holte ein drittes Gutachten bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatolo
gie und Innere Medizin,
ein
.
Dieser
kam zum Schluss,
der Versicherte könne
jede leichte, einigermassen wechselbelastende Tätigkeit, bei der nicht repetitiv Lasten von über 10 kg zu heben seien, ganztägig ausüben. B
ei erfolgreicher muskulärer Rehabilitation
sei die Arbeitsfähigkeit
für mittelschwere Arbeiten
steigerbar
(
Urk.
7/85
S. 8 f.
)
.
Am
31.
März 2009
teilte die
IV-Stelle
dem Versi
cherten
sodann
mit,
aufgrund des bestehenden Arbeitsverhältnisses
seien keine
beruflichen
Eingliederungs
m
assnahmen
nötig (
Urk.
7/95)
. Zudem verneinte sie m
it Verfügung vom 9. Juni 2010 abermals ei
nen Rentenanspruch (
Urk.
7/114). Die dagegen erhobene Beschwerde
wies das Sozialversicherungsgericht
mit Urteil vom 27. September 2011 ab (
Urk.
7/120).
1.5
Letztmals
meldete sich der Versicherte im April 2014
wegen
Rückenbeschwer
den
zum Leistungsbezug
bei der IV-Stelle
an
(
Urk.
7/121). Mit Schreiben vom
2.
Mai 2014 setzt ihm
diese
Frist
an
, um eine wesentliche Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse
seit Erlass der letzten Verfügung
glaubhaftzumachen und entsprechende Beweismittel nachzureichen
(
Urk.
7/124).
Mit Schreiben vom 9. Mai 2014 informierte
hierauf
der Hausarzt des Versicherten
,
Dr.
med.
D._
,
die IV-Stelle
über
dessen
aktuellen Gesundheit
s
zustand
u
nd e
rsuchte
um Wiedererwägung des Rentenentscheides
(
Urk.
7/126 S. 1).
D
em Schreiben legte
er Unterlagen der
Z._
bei
(
Urk.
7/126 S. 2-7).
Die IV-Stelle holte eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD
) ein (
Urk.
7/127 S. 2) und kündigte mit Vorbescheid vom 18.
Juni 2014
ein
Nicht
eintreten
auf das Begehren
an
(
Urk.
7/128). Den Vorbescheid stellte sie der
Ver
treterin
des Versicherten
im vorhergehenden Verfahren
zu
.
Der Versicherte
teilte hierauf mit, dass kein Vertretungsverhältnis mehr bestehe und er
einen Einwand
gegen den Vorbescheid
prüfe
(
Urk.
7/129).
Schliesslich trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. September 2014 nicht auf das Leistungsbegehren ein (
Urk.
2).
2.
Gegen
den Nichteintretensentscheid
erhob
der Versicherte am
3
0. September 2014
direkt bei der IV-Stelle
Beschwerde
.
Darin beantragte er, es sei auf sein Begehren einzutreten und ihm eine Teilinvalidenrente zuzusprechen
(
Urk.
1).
Mit seinem Einverständnis
(
Urk.
4/3)
leitete die IV-Ste
lle die Beschwerdeschrift am 6.
November 2014 ans Sozialversicherungsgericht weiter (
Urk.
3
).
In der
Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2014
schloss die IV-Stelle
auf Abwei
sung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wie der Rechtsmittelbelehrung richtig zu entnehmen ist
(
Urk.
2)
, war d
ie Verfü
gung vom 10. September 2014
innerhalb von 30 Ta
gen direkt beim
Sozialversi
cherungsgericht
anzufechten
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1
des Bun
desgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts [ATSG])
. Für die Berechnung und Wahrung der Frist g
e
lten Art. 38-41 ATSG
(vgl.
§
13
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
])
.
1.2
Nach Art. 39 Abs. 1 ATSG muss eine schriftliche Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist dem (zuständigen) Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post übergeben werden, damit die Frist als einge
hal
ten gilt.
Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung gilt eine Frist allerdings auch dann als gewahrt,
wenn die Partei rechtzeitig an einen unzuständigen Versiche
rungsträger ge
langt
. Die Weiterleitungspflicht ergibt sich dabei allgemein aus Art. 30 ATSG in Ver
bindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG. Danach hat der unzustän
dige Versiche
rungs
träger versehentlich an ihn gelangte Eingaben entgegenzu
nehmen, das Datum der
Einreichung festzuhalten und die Unterlagen an die zuständige Stelle weiter
zu
leiten. Für die Beschwerdeschrift im Speziellen gilt ausserdem Art. 58 Abs. 3 ATSG
,
wonach die Behörde, welche sich als unzustän
dig erachtet, die Be
schwer
de ohne Verzug dem zuständigen Versicherungs
-
gericht zu überweisen hat.
1.3
Gemäss dem Verzeichnis der vorinstanzlichen Akten ging die
Eingabe des Beschwerdeführers vom 30. September 2014 (
Urk.
1)
am 1. Oktober 2014 und somit weniger als 30 Tage nach Erlass der angefochtenen Verfügung bei der Beschwerdegegnerin ein (vgl.
„
Dok
-
Eing
.-Datum“ von
Urk.
7/134
). Alsdann bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der recht
sunkundige Beschwerdefüh
rer seine Eingabe
bewusst bei der unzuständigen
Stelle
einreichte. Nichts zu seinen Ungunsten kann insbesondere aus den zahlreichen bisherigen invaliden
versicherungsrechtlichen Verfahren abgeleitet werden, für die entweder noch das altrechtliche Einspracheverfahren galt oder die Sachentscheide betrafen (vgl. Sachverhalt
E. 1.2-1.4
). Darüber hinaus wies ihn die Beschwerdegegnerin erst nach mehr als einem Monat und damit nach Ablauf der Rechtsmittelfrist auf ihre Unzuständigkeit hin (
Urk.
4/3). Da Antrag und Begründung der
Eingabe
zudem
den Anforderungen nach
§
18
Abs.
2
GSVGer
und Art. 61 lit
.
b ATSG genügen, ist
sie als Beschwerde zu verstehen und darauf einzutreten.
2.
2.1
N
ach
§
15
GSVGer
in Verbindung mit
Art.
37
Abs.
1 und
Abs.
3 ATSG
kann sich eine Partei
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
grundsätzlich
vertreten und verbeiständen lassen, wobei der Versicherungsträger seine Mit
teilungen an die Vertretung macht, solange die Partei die Vollmacht nicht widerruf
en hat
.
2.2
Empfänger des
Vorbescheid
s
vom 18. Juni 2014
war
offenbar
der Schweizeri
sche Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband
(
Urk.
7/128)
,
welcher
den Beschwerdeführer
im
vorhergehenden
Verfahren
vertreten hatte
(Vollmacht
„in Sachen IV“
vom
21. Juli 2009
,
Urk.
7/106)
.
Die Beendigung des Mandats
wurde
der Beschwerdegegnerin
erst nach Erlass des Vorbescheids
angezeigt. Darüber hinaus
nahm d
er
Beschwerdeführer
diesen
nachweislich
innert
s
echs Tage
n
nach
dem
Erlass
zur
Kenntnis
und erklärte, einen Einwand zu prüfen
(
Urk.
7/129 und 7/130).
Er hatte somit ausreichend Gelegenheit
,
sich im
Vorbescheidverfahren
zu
äussern.
Eine
Verletzung
d
es
rechtlichen Gehörs
machte er daher zu Recht nicht geltend
(vgl. BGE 13
4 V 108 E. 2.9.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
G
esuch
von der versicherten Person
glaubhaft zu machen, dass sich
ihr
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat.
Dazu
hat das Bundesgericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass
der
versicherte
n Person damit
ausnahms
weise e
ine Beweisführungslast zukommt. Zweck der
Eintretens
voraussetzung
ist zu verhindern, dass
sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesu
chen befassen mus
s (BGE 109 V 108 E. 2a
).
Dabei ist zu beachten, dass sich die
versicherte
Person nicht nur die ursprüngliche Leistungsverweigerung, sondern auch
das Ergebnis einer
spätere
n
materielle
n
Rentenprüfung entgegenhalten lassen muss, wenn der Rentenanspruch
nach rechtskonformer
Sachverhaltsab
klärung
, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs
abermals rechtskräftig verneint
wurde
(
BGE 130 V 71 E. 3.2.3
). Vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur
Wiedererwägung
und
prozessualen Revision
(
vgl. BGE
127 V 466 E. 2c mit Hinweisen
)
.
Verneint die Verwaltung die Glaubhaftmachung
entsprechender
Tatsachenände
rungen
,
so
erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichtein
treten (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Tritt
sie
demgegenüber auf das erneute
Leistungsbegehren ein,
hat sie gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhe
blichen Sachverhaltes zu sorgen und das Gesuch letztlich gutzuheissen oder abzuweisen
(Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; BGE 117 V 198 E. 3a
,
109 V 108 E. 2b).
3.2
Da praxisgemäss selbst dann ein erneut ablehnender Sachenentscheid vorliegen kann, wenn die Verwaltung ein Gesuch formell durch Nichteintreten erledigt hat, ist vorab der rechtliche Gehalt der angefochtenen Verfügung und somit der Prozessgegenstand festzustellen (vgl. dazu BGE 109 V 263 E
.
2a, 117 V 8 E. 2b, 120 V 496 E. 1a).
Die Beschwerdegegnerin tätigte vor Erlass des angefochtenen
Nichteintretens
ent
scheids
keine eigenen
Sachverhaltsab
klärungen
, sondern holte einzig eine Stellungnahme des RAD zum Schreiben des Hausarztes
Dr.
D._
vom 9. Mai 2014 ein (
Urk.
7/127 S. 2). Sie liess sich also lediglich im Sinne von Art. 49 Abs. 3 IVV vom RAD beraten. Damit prüfte sie das Leistungsbegehren nur summarisch und beschränkte sich auf das für die Beurteilung der Eintretens
-
voraussetzung nach Art. 87 IVV Not
wendige. Dementsprechend zog sie in ihrem Entscheid
auch
nur in Erwägung, dass die neu eingereichten Unterlagen vom
9. Mai 2014 keine Veränderung des Gesundheitszustandes oder der Arbeitsfähig
keit begründen würden. Man halte daher an der bisherigen Einschätzung fest (Urk. 2).
Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich somit
klar
nicht um einen Sachentscheid.
3.
3
Der Rentenanspruch wurde
folglich
letztmals mit Verfügung vom 9. Juni 2010
materiell beurteilt und verneint
. Damals stützte
sich die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich auf das Gutachten von
Dr.
med.
C._
(vgl.
Sachverhalt E.
1.4)
und schlussfolgerte, es sei seit der letzten Begutachtung im Jahre 2003 keine wesentliche Befundänderung eingetreten
. Auch sei
das maximal mittelstarke Schmerzmittel eher unterdosiert.
Keine zusätzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit sei aus
psychiatrisc
her Sicht ausgewiesen
(
Urk.
7/114
)
.
Im Hinblick auf das Ansinnen von
Dr.
D._
betreffend „Widererwägung einer möglichen Invalidenrente“ (
Urk.
7/126 S. 1) ist zu ergänzen, dass der Ver
sicherungsträger nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG nur auf formell recht
s
kräftige Ver
fügungen zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind, ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist und sie
nicht
bereits
Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet ha
ben (vgl.
BGE 110 V 176 E. 2a, E. 1 mit Hinweisen).
Da das Sozialversicherungsgericht die Verfügung vom 9. Juni 2010 schon im Verfahren Nr. IV.2010.00682 materiell geprüft und durch Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde bestätigt hat (Urteil vom
27. September 2011,
Urk.
7/120), ist die Beschwerdegegnerin nicht mehr befugt, diese zu irgendeinem Zeitpunkt in Wiederwägung zu ziehen
.
3.4
Eine erneute allseitige Rentenprüfung
setzt
folglich
zwingend eine
anspruchser
hebliche
Tatsachenänderung
im Sinne von
Art.
87 IVV
seit Juni 2010
v
oraus
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_436/2011 vom 10. Mai 2012 E. 4).
Sodann ist b
eim Glaubhaftmachen
derselben als
Eintretensvoraussetzung
das
Beweis
mass
zwar herabgesetzt. Dennoch müssen für das
Vorhandensein
eines
geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2,
130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
3.5
Als Grund für seine Neuanmeldung vom 24. April 2014 gab der Beschwerdefüh
rer Rückenschmerzen an, die
durch die jahrelange Arbeit im Hausdienst der
Z._
verursach
t worden seien und
seit dem 6. Mai 1996
bestünden
(
Urk.
7/121 S. 5). Unter „ergänzende Bemerkungen“ führte er aus, die
Z._
habe ihm bis Februar 2010 eine Rente ausbezahlt und ihm aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert und mit diesem Kündigungs
grund finde er auch keine Arbeit. Er sei psychisch ang
eschlagen (
Urk.
7/121
S. 6).
In der Beschwerdeschrift machte er ebenfalls geltend „immer noch“ starke Rückenschmerzen mit Schmerzen im Bein zu haben
sowie psychisch angeschla
gen zu sein. Trotz der Schmerzmittel seien die Schmerzen nicht verschwunden. Seine Gesundheit sei durch die jahrelange Arbeit mit
ungefederten
Putzmaschi
nen
bei Kälte und Durchzug auf dem Hauptbahnhof Zürich stark beeinträchtigt (
Urk.
1).
Dem von
Dr.
D._
eingereichten Schreiben vom 9. Mai 2014 ist zu entneh
men, dass der Beschwerdeführer seit vielen Jahren an einem chronischen
lumbovertebralen
/
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom leide, welches einer ständigen physiotherapeutischen Therapie bedürfe, unterstützt durch ver
schiedenste, zum Teil sehr starke Medikamente. Seine Arbeitsfähigkeit sei folg
lich eingeschränkt. Körperliche Arbeiten mit Hebelasten von mehr als 10 bis 15 kg seien nicht möglich. Da eine Umschulung schwierig und die Vermittelbarkeit eingeschränkt sei
en
sowie aufgrund der medizinischen Befunde bitte er um Wiedererwägung einer möglichen Invalidenrente
(
Urk.
7/126 S. 1).
Als untauglich zum Glaubhaftmachen einer relevanten Tatsachenänderung müs
sen von vornherein die Unterlagen gelten, welche dem Schreiben vom 9. Mai 2014 beilagen (
Urk.
7/126 S. 2 ff.). Dabei handelt es sich um
Korrespon
denzschreiben
der
Z._
aus den Jahren 2002, 2008 und 2009, welche dem Gericht bereits mit der letzten Beschwerde gegen die Verfügung vom 9. Juni 2010 eingereicht wurden (
Urk.
7/116 S. 8-10, 17 und 24). Aus diesen Unterla
gen können sich keine Anhaltspunkte für Tatsachenänderungen seit Juni 2010 ergeben.
3.6
Der
Beschwerdeführer
und sein
Hausarzt
haben
somit
keine
konkrete
n
,
renten
-
rele
vante
n
Tatsachenänderungen b
ehauptet.
Sie haben weder neue Diag
nosen
noch neue Befunde
oder sonstige neue Erkenntnisse vorgebracht, welche für den Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers oder die damit verbundenen
erwerbliche
n
Auswirkungen von Bedeutung
sein könnten
.
I
nsbesondere
sass der Beschwerdeführer schon seit Jahren nicht mehr auf einer Putzmaschine
(
Urk.
7/85 S. 4)
und
auch
a
us den
angeblichen
Problemen bei der
nicht weiter belegten
Arbeitssuche
lässt sich
nicht
der Umkehrschluss ziehen, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei schlecht
er
. Dies muss allein schon deshalb gelten, weil
sämtliche Ärzte
(einschliesslich
des
Hausarzt
es
)
bei
ihm
eine verminderte Leistungsbereitschaft und Symptomausweitung feststell
ten
(
z.B.
Urk.
7/85 S. 6 und 8,
Urk.
7/60 S. 10 f.,
Urk.
7/16 S. 4,
Urk.
7/75 S. 9)
.
S
oweit die Leistungseinschränkung
aber
auf Aggravation oder ähnlichen Erscheinungen beruht,
worauf
beispielsweise
erhebliche Diskrepanzen zwischen
den demonstrativ vorgetragenen
Schmerzen und
den objektiven Befunden hin
weisen
, ist regel
m
ässig nicht von einer versicherten Gesundheitsschädigung auszugehen
(vg
l. Urteil des Bundesgerichts 9C_
492/2013 vom 3. Juni 2015
E. 2.2.1).
In allen bisherigen Gutachten wurde
dem Beschwerdeführer
denn auch
eine 100%-Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten attestiert, bei entsprechendem Training sogar in körperlich mittelschweren Tätigkeiten
(vgl. Sachverhalt E. 1.2-1.4)
. Dennoch arbeitete er nie mehr als 50
%
und ebenso wenig war ihm daran gelegen,
mit regelmässigem Sport seine gesundheitliche
n
Beschwerden zu verbessern
(
Urk.
7/85 S. 5)
.
Daran hat sich sowe
it ersichtlich bis heute nichts geändert, weshalb es nicht erstaunt, dass sich
sein
Zustand nicht gebessert hat.
Von der blossen Einnahme von Schmerz
-
mittel
n
ist keine
B
esserung zu erwarten.
Dass
die Arbeitslosigkeit und die finanziellen Einbussen
den Beschwerdeführer
psychisch belasten, ist zwar
– wie bereits im Urteil des Sozialversicherungs
-
gerichts vom 27. September 2011
festgehalten
(
Urk.
7/120 S. 10) –
nachvoll
-
zieh
bar
. Solche psychosozialen Belastungssituationen sind aber klar von
invalidi
sierenden
psychischen Störungen mit Krankheitswert zu unterschieden
(vgl
. BGE 127 V 294 E 5a, Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom
23. März 2009 E. 2).
Im Übrigen
finden sich
in den neuen Unterlagen denn
auch keine Anhaltspunkte dafür
, dass
nach der Krisenintervention im Jahr 2009 (sechs psychiatrische Konsultationen in der
E._
, vgl.
Urk.
7/94)
eine weitere Behandlung
von psychischen Beschwerden
statt
fand.
3.
7
Dem ist hinzuzufügen, dass die versicherte Person die massgeblichen
Tat
sachenän
derungen
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits mit der Neuanmeldung glaubhaft machen muss. Wird der versicherten Person daher
wie vorliegend
(vgl. Sachverhalt E. 1.5) - schon im Verwaltungsverfahren eine angemessene Frist zur Einreichung ergänzender Beweismittel angesetzt unter der Androhung, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei, legt das Gericht seiner beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zugrunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Die Frage nach der Ansetzung einer
Nachfrist zur Substantiierung
un
d Einreichung von Beweismitteln stellt sich daher vorliegend gar nicht.
4.
Zusammengefasst wurde somit eine
Veränderung
des Gesundheitszustandes seit der Verfügung vom 9. Juni 2010 nicht glaubhaft gemacht. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die erneute Neuanmeldung des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach d
em
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.– bis
Fr.
1‘000.– festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Sie sind vorliegend auf
Fr.
600.– anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.
–
werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.