# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc779bdd-eca0-5b85-9a31-04088501f06f
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 1. April 2016 bei der Gemeinde Sumiswald ein
nachträgliches Baugesuch für die Umnutzung eines Magazins/Einstellraumes als Auto-
Reparaturwerkstatt auf der Parzelle Sumiswald Grundbuchblatt Nr. B._ ein. Die
Parzelle liegt in der Dorfzone 2 (D2). Die Gemeinde überwies das Baugesuch dem
Regierungsstatthalteramt, welches zweimal eine Überarbeitung forderte.1 Nach der
Publikation erliess das Regierungsstatthalteramt ein Verfahrensprogramm und holte die
vorgesehenen Amts- und Fachberichte ein.2 Mit Schreiben vom 1. Dezember 2016 teilte
das Regierungsstatthalteramt dem Beschwerdeführer mit, dass die Auflagen und
1 Vorakten, pag. 19 ff. 2 Vgl. Vorakten, pag. 29 ff.
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Bedingungen der eingeholten Amts- und Fachberichte eine Überarbeitung des Projekts
nötig mache. Sie setzte dem Beschwerdeführer Frist zur Einreichung einer
Projektänderung. Per E-Mail verlangte das Regierungsstatthalteramt in der Folge die
Einreichung eines Naturgefahrengutachtens wegen Hochwasser- und Hangrutschgefahr.3
Mit E-Mail vom 2. Juli 2018 zog der Beschwerdeführer das Baugesuch zurück. Er
begründete dies damit, dass er für seine Auto-Reparaturwerkstatt ab 1. August 2018 einen
neuen Standort gefunden habe.4 Darauf hin schrieb das Regierungsstatthalteramt das
Baugesuch mit Verfügung vom 11. Juli 2018 vom Protokoll ab und auferlegte dem
Beschwerdeführer dafür Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'623.75.
2. Gegen die Höhe dieser Gebühr reichte der Beschwerdeführer am 10. August 2018
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt sinngemäss, die Kosten des Baubewilligungsverfahrens seien auf Fr. 500.-- zu
reduzieren. Er begründet dies insbesondere damit, dass die Kosten in keinem Verhältnis
zur Sache stünden und er vorgängig nicht über die anfallenden Kosten informiert worden
sei.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet5, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Es stellte den Parteien zudem
diejenigen Erlasse zu, welche seit dem Zeitpunkt der Festlegung der Gebühren geändert
hatten.6 Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
3 Vorakten pag. 72 ff. 4 Vorakten pag. 71 5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191) 6 Gebührenverordnung 2013 der Gemeinde Sumiswald vom 5. August 2013, Anhang zum Gebührenreglement der Gemeinde Sumiswald vom 11. Juni 2013 und Gebührentarif Brandschutz der Gebäudeversicherung des Kantons Bern vom 1. Dezember 2011
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
Angefochten sind die Kosten einer Abschreibungsverfügung. Eine
Abschreibungsverfügung kann ganz oder auch nur die Kosten betreffend mit dem
Rechtsmittel angefochten werden, das in der Sache selbst zur Verfügung steht.7 Da es sich
um eine Abschreibungsverfügung in einem Verfahren um Erlass eines Gesamtentscheids
nach Art. 9 KoG8 handelt, das Baubewilligungsverfahren das Leitverfahren ist (Art. 5 Abs. 1
KoG) und Bauentscheide innert 30 Tagen nach seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der
BVE angefochten werden können (Art. 40 Abs. 1 BauG9), ist die BVE zur Beurteilung
dieser Beschwerde zuständig (Art. 11 Abs. 1 KoG). Zur Beschwerde befugt sind die
Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und
die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer ist als Baugesuchsteller grundsätzlich zur Beschwerdeführung befugt.
Er ist durch die Auferlegung der Kosten beschwert und ist daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Die Beschwerde wurde form- und fristgerecht bei der BVE eingereicht. Auf die
Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Vertrauensschutz
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, die Baubehörde habe nach über 7 Jahren im
Dezember 2015 das Fehlen einer Baubewilligung festgestellt und ihn aufgefordert, ein
Baugesuch einzureichen. Für ihn unverständlich, da er von derselben Behörde zum Erhalt
eines Garagen-Nummernschildes eine Bestätigung eingeholt habe. Mit Schreiben vom
18. November 2009 sei bestätigt worden, dass alles rechtens sei. So habe er gedacht, die
Baubewilligung sei eine Formsache. Nach einem in der Sache unverhältnismässigen
Aufwand und aufgrund kaum lösbarer Forderungen in Sachen Naturgefahren habe er das
Baugesuch zurückgezogen.
7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 17 f. 8 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 9 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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b) Im vom Beschwerdeführer erwähnten Schreiben vom 18. November 2009 führte die
Baukommission der Gemeinde Sumiswald im Rahmen eines baupolizeilichen Nachweises
für ein Händlerschild für den Betrieb des Beschwerdeführers aus:
"Der vorgeschriebene umbaute Raum sowie die dort erforderlichen Abstellplätze im Freien
entsprechen den kantonalen- und Gemeindebaupolizei-Vorschriften zur Führung eines Betriebes
des Motorfahrzeuggewerbes.
Das Gewerbe ist zonenkonform (Dorfzone 2-geschossig) und darf im Gebäude Nr. 8, Huttwilstrasse,
Wasen, betrieben werden."10
c) Mit diesem Schreiben bestätigte die Gemeinde die Rechtmässigkeit des Betriebs des
Beschwerdeführers aus baupolizeilicher Sicht, damit der Beschwerdeführer ein
Händlerschild beantragen konnte. Es ist verständlich, dass sich der Beschwerdeführer
danach eine rasche Erteilung der Baubewilligung erhoffte. Wie die in der Praxis
gebräuchliche Voranfrage ist auch die vorliegende Rechtsauskunft für das nachfolgende
Baubewilligungsverfahren jedoch nicht verbindlich und schafft keine Vertrauensposition.11
Der Beschwerdeführer kann daher aus dem zitierten Schreiben nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Ob die Gebühren überhöht sind, wird in den nachfolgenden Erwägungen geprüft.
3. Kosten des Baubewilligungsverfahrens
a) Die Verfahrenskosten für das vom Beschwerdeführer zurückgezogene Baugesuch
belaufen sich gemäss der Abschreibungsverfügung des Regierungsstatthalteramts
Emmental auf Fr. 2'623.75. Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vor, es sei
für ihn unverständlich, dass er für das abgeschriebene Baugesuch die Verfahrenskosten
bezahlen müsse, die nach seiner Meinung in keinem Verhältnis zur Sache stehen. Er
erachtet eine Gebühr von Fr. 500.-- als angemessen.
b) Laut Abschreibungsverfügung des Regierungsstatthalteramts Emmental vom 11. Juli
2018 setzen sich die Verfahrenskosten von Fr. 2'623.75 wie folgt zusammen:
Bearbeitungsgebühr Regierungsstatthalteramt Emmental Fr. 200.--
Bearbeitung Ausnahmen Fr. 200.--
10 Vorakten pag. 18 11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 32-44 N. 5 mit Hinweisen.
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Amtsbericht AWA12 Fr. 370.--
Fachbericht beco13 Immissionsschutz Fr. 240.--
Fachbericht beco Sicherheit und Gesundheit Fr. 240.--
Amtsbericht Strassenbaupolizei Emmental Fr. 220.--
Amtsbericht KAWA14 Waldabteilung Voralpen Fr. 150.--
Gebäudeversicherung Bern (GVB) Fr. 350.--
Oberingenieurkreis IV (OIK IV), Amtsbericht Wasserbaupolizei Fr. 220.--
OIK IV, Fachbericht Naturgefahren Fr. 120.--
Gebühren der Gemeinde gemäss separater Aufstellung Fr. 313.75
c) Bei der Gebühr für das Baubewilligungsverfahren handelt es sich um eine
Verwaltungsgebühr. Verwaltungsgebühren unterstehen insbesondere dem
Äquivalenzprinzip. Demnach darf die erhobene Abgabe im Einzelfall zum objektiven Wert
der Leistung nicht in ein offensichtliches Missverhältnis treten und muss sich in
vernünftigen Grenzen bewegen. Das Äquivalenzprinzip stellt die gebührenrechtliche
Ausgestaltung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes dar.15
d) Die Grundlage der Bemessung der Gebühren für die Berichte der kantonalen Ämter
und Fachstellen befindet sich in der GebV16 bzw. in den dazugehörigen Anhängen. Die
Gebühren werden grundsätzlich nach Taxpunkten festgesetzt. Der Wert des Taxpunktes
beträgt einen Franken. Der Betrag der Gebühr in Franken ergibt sich durch Multiplikation
der Anzahl Taxpunkte mit dem Wert des Taxpunktes.17 Es werden drei Tarife
unterschieden: fixer Tarif, Rahmentarif und Tarif nach Aufwand (Art. 6 Abs. 1 Bst. a-c
GebV). Die Gebühren bei Rahmentarifen bemessen sich nach dem Aufwand, an der
Bedeutung des Geschäfts sowie an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des
Gebührenpflichtigen (Art. 7 Abs. 1 GebV). Laut Art. 8 Abs. 1 GebV bemisst sich der Tarif
nach Aufwand durch die Taxpunktansätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Kantonsverwaltung in verschiedenen Lohnklassen. Wird ein Verwaltungsverfahren durch
12 Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern 13 beco Berner Wirtschaft 14 Amt für Wald des Kantons Bern 15 Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 58 Rz. 19; BGE 126 I 180 E. 3a/bb 16 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21) 17 Art. 4 Abs. 1-3 GebV
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Rückzug des Gesuchs erledigt, so kann die Gebühr angemessen reduziert oder es kann
ganz auf sie verzichtet werden (Art. 15 Abs. 1 GebV). Im vorliegenden Fall muss
berücksichtigt werden, dass der Rückzug des Baugesuchs erst nach Einholung der
verschiedenen Amts- und Fachberichte erfolgte. Der für die Erstellung dieser Berichte
angefallene Aufwand reduzierte sich durch den Rückzug nicht und darf daher grundsätzlich
in Rechnung gestellt werden.
e) Das AWA verlangt für die Erteilung der Gewässerschutzbewilligung eine Gebühr von
Fr. 370.--.18 Anhang 8 zur GebV, Ziff. 3.7 Bst. a, sieht dafür eine Gebühr von Fr. 120.-- bis
Fr. 4'590.-- vor. Die verlangte Gebühr erscheint vorliegend angemessen, zumal dem
Amtsbericht entnommen werden kann, dass das AWA mit dem Beschwerdeführer eine
Begehung vor Ort vornahm.
Das beco macht für seine zwei Fachberichte einen Aufwand von je zwei Stunden à
Fr. 120.-- geltend.19 Die Gebühren für die Fachberichte des beco bezüglich
Immissionsschutz und Sicherheit und Gesundheit bemessen sich nach Zeitaufwand
(Anhang 2E zur GebV, Ziff. 1.2 bzw. 6.2). Für den Fachbericht Immissionsschutz nahm das
beco eine Besichtigung vor Ort vor.20 Sowohl der Zeitaufwand als auch der berechnete
Ansatz von Fr. 120.-- pro Stunde nach Art. 8 Abs. 1 Bst. c GebV erscheinen vorliegend für
die Beurteilung der Umnutzung eines Magazins/Einstellraumes in eine Auto-
Reparaturwerkstatt als angemessen.
Die Gebühren für den Amtsbericht Wasserbaupolizei und den Fachbericht Naturgefahren
des OIK IV sowie für den Amtsbericht Strassenbaupolizei Emmental betragen zweimal
Fr. 220.-- bzw. Fr. 120.--.21 Sie liegen damit im untersten Bereich des Vorgesehenen. Die
Parzelle befindet sich direkt neben dem C._bach und wegen Überflutungsgefahr
durch die D._ in der roten Gefährdungszone der Gefahrenkarte Sumiswald. Die
Fachbehörden verlangten daher Objektschutzmassnahmen für die Nutzung des Gebäudes
als Auto-Reparaturwerkstatt und äusserten sich insbesondere auch zu Parkfeldern im
Gewässerraum bzw. auf der Brücke über dem C._bach, welche die Verbindung
18 Vorakten, pag. 61 ff. 19 Vorakten, pag. 52 ff. 20 Vorakten, pag. 57 21 Vorakten pag. 34 ff.
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zur Kantonsstrasse herstellt. Angesichts dieser Themenbereiche erscheinen die Gebühren
als angemessen (vgl. Anhang 8 zur GebV, Ziff. 5 Bst. a bzw. b).
Die Waldabteilung Voralpen erstellte einen Amtsbericht und beantragte darin die Erteilung
einer Ausnahmebewilligung für das Bauen im Waldabstand.22 Die dafür verrechneten
Fr. 150.-- liegen im unteren Bereich des Tarifrahmens und erscheinen als angemessen
(vgl. Anhang 2C zur GebV, Ziff. 1.2).
f) Die GVB erstellte am 11. Oktober 2016 einen Fachbericht Brandschutz und verlangte
dafür eine Gebühr von Fr. 350.--.23 Gemäss dem damals geltenden Gebührentarif
Brandschutz betrug die Minimalgebühr für die Erstellung eines Fachberichts für
Baugesuche mit kleinem Aufwand wie Mobilfunkantennen oder Tankbewilligungen
Fr. 100.--. Für die übrigen Baugesuche galten Gebühren ab Fr. 500.--, je nach Bausumme
und Nutzung des Gebäudes.24 Angesichts der beabsichtigten Nutzung (Auto-
Reparaturwerkstatt, Handhabung von z.T. leicht entzündlichen Stoffen) erscheint die
geforderte Gebühr als angemessen.
g) Gemäss der von der Gemeinde am 15. August 2018 eingereichten Rechnung vom
3. November 2016 betragen die von ihr verlangten Gebühren total Fr. 313.75. Die
Gemeinde bezieht sich in der Rechnung auf die damals geltende Gebührenverordnung
2013 und stellt gemäss Gebührenrapport folgende Einzelpositionen in Rechnung:
Vorläufige, formelle Prüfung (Pos. 5.1) 0.75 h Fr. 48.75
Vorläufige formelle und materielle Prüfung (Pos. 5.2) 0.5 h Fr. 32.50
Antrag an Bewilligungsbehörde (Pos. 5.6) 0.5 h Fr. 32.50
Amts-, Fachberichte (Pos. 5.6) 2.75 h Fr. 178.75
Kontrolle auf dem Bauplatz (wie Profilkontrolle, Pos. 5.11) 0.25 h Fr.
16.25
Porto Fr. 5.--
Die Gemeinde hat die in Art. 17 BewD25 vorgesehene vorläufige Prüfung vorgenommen,
die Profile kontrolliert und das Verfahren mit Hinweis auf nicht behobene Mängel an das
22 Vorakten, pag. 32 f. 23 Vorakten, pag. 46 ff., insb. pag. 49 24 Art. 2 Abs. 1 und 2 Gebührentarif Brandschutz vom 1. Dezember 2011 25 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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Regierungsstatthalteramt weitergeleitet.26 Zudem hat sie den vom
Regierungsstatthalteramt verlangten Amtsbericht eingereicht.27 Dafür hat sie total 4.75
Stunden benötigt, was angemessen erscheint. Diesen beim Rückzug des Baugesuchs
bereits angefallenen Aufwand darf sie in Rechnung stellen. Sie hat den Zeitaufwand von
4.75 Stunden entsprechend den Positionen der damals geltenden Gebührenverordnung
2013 mit einer Aufwandgebühr von Fr. 65.-- pro Stunde verrechnet. Sie hat damit die für
die Verwaltung tiefst möglichste Aufwandgebühr gewählt.28 Zudem hat sie ein Porto von
Fr. 5.-- in Rechnung gestellt. Der verlangte Betrag von insgesamt Fr. 313.75 erscheint als
gerechtfertigt.
h) Die Gebühren des Regierungsstatthalteramts Emmental betragen Fr. 400.--, wovon
Fr. 200.-- auf die Bearbeitung des Gesuchs und Fr. 200.-- auf die Bearbeitung der
Ausnahmebewilligungen entfallen. Grundlage beider Gebühren ist der Anhang 9 zur GebV.
Für ordentliche Baugesuche betragen die Gebühren 1 Promille der Baukosten bzw.
zwischen 100 und 20'000 Taxpunkten (Ziff. 5.1 des Anhangs 9 zur GebV). Die verlangte
Gebühr von Fr. 200.-- liegt damit im unteren Bereich des Rahmentarifs. Nach Ziff. 5.3 des
Anhangs 9 wird die Gebühr für Behandlung von Ausnahmegesuchen nach Zeitaufwand,
mindestens aber mit Fr. 100.-- bemessen. Gemäss Publikation hätte das Bauvorhaben
eine Ausnahme für das Bauen in Waldnähe sowie das Bauen im Gewässerbereich
erfordert.29 Bis zum Rückzug des Baugesuchs ist im Zusammenhang mit den Ausnahmen
beim Regierungsstatthalteramt bereits Aufwand entstanden: Es musste als Leitbehörde die
Fachberichte einholen und sichten sowie das rechtliche Gehör gewähren. Die Gebühr von
Fr. 200.-- erscheint dafür ebenfalls als angemessen. Zudem rechtfertigen sich die
Gesamtkosten von Fr. 400.-- angesichts des total entstandenen Aufwandes ohne weiteres.
i) Sämtliche in der Abschreibungsverfügung verlangten Gebühren bewegen sich im
untersten bzw. unteren Bereich des jeweils gesetzlich vorgesehenen und erscheinen
insbesondere auch mit Blick auf das Äquivalenzprinzip als angemessen. Wie das
Baubewilligungsdekret ausdrücklich festhält, tragen die Baugesuchstellenden die amtlichen
Kosten des Baubewilligungsverfahrens (Art. 52 Abs. 1 BewD). Damit wird dem
26 Vorakten, pag. 7 ff. 27 Vorakten, pag. 59 f. 28 Gebührenverordnung 2013 vom 5. August 2013, Ziff. 5, sowie Anhang zum Gebührenreglement vom 11. Juni 2013, Ziff. 1.1 29 Vorakten, pag. 28
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Verursacherprinzip Rechnung getragen, wonach derjenige, der Aufwand verursacht,
diesen auch bezahlen soll.30 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers musste
er nicht vorgängig über die Kosten informiert werden. Zudem konnte der Beschwerdeführer
dem vom Regierungsstatthalteramt verfügten Verfahrensprogramm vom 27. September
2016 entnehmen, dass für sein Baugesuch verschiedene Amts- und Fachberichte
eingeholt werden mussten. Damit musste er mit den entsprechenden Kosten rechnen. Der
Beschwerdeführer dringt folglich mit seinen Rügen nicht durch. Die Beschwerde wird
abgewiesen und die in der Abschreibungsverfügung festgesetzten Gebühren werden
bestätigt.
4. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG31). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV).
b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1, 3 und 4 VRPG). 3