# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e58392ef-243d-45f3-aea7-f94697da5416
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1987,
reiste Ende 2014 in die Schweiz ein, wo er
vom 1
6.
März 2016 bis 3
1.
August 2017 bei der
Y._
GmbH als Hilfsmitarbeiter in einem 100%-Pensum angestellt war (
Urk.
8/25,
Urk.
8/36)
.
Bei einem
Sturz aus mehreren Metern Höhe
am
4.
November 2016 zog sich der Ver
sicherte
ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma
und mehrere
Brüche an Unterk
iefer und Zähnen, Hüftgelenk links sowie
mehrfragmentär an beiden
Füssen zu
(Urk. 8/8/
96
).
2.
Unter Beilage
d
es A
ustritts
berichts des Universitätsspitals
Z._
vom 2
9.
November 2016
(
Urk.
8/1) mel
de
te sich der Versicherte am
4.
Mai 2017 (Eingangsdatum) unter Hin
weis auf ein Schädel-Hirn-Trauma
und die
unfallbe
dingte
n
Beschwerden
bei der Sozial
versi
che
rungs
anstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invali
den
ver
siche
rung an (Urk. 8/2). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medi
zini
schen Ver
hältnisse ab und zog wie
derholt die Akten der zustän
di
gen Unfall
ver
sicherung
, der Suva, bei
(Urk. 8/8,
Urk.
8/13,
Urk.
8/94,
Urk.
8/110
). Weiter
holte
sie
Be
richte der behandelnden Ärzte (Urk
. 8/10, Urk. 8/39, Urk. 8/98, Urk. 8/100) sowie einen Aus
zug aus dem In
divi
duellen Konto des Versicherten (IK
Auszug, Urk. 8/15) ein und ersuchte die Arbeitgeberin um Aus
künfte (vgl. Arbeitgeber
frage
bogen vom 1
6.
Januar 2018, Urk. 8/25). Zur Klärung beruflicher Ein
gliede
rungs
mass
nahmen fand am
2
0.
Dezember 2017
bei der IV-Stelle ein per
sön
liches Gespräch statt (Urk.
8/78
S.
3
). Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten im Rah
men der Früh
in
tervention Kostengutsprache für
eine Potenzialerhebung
vom 15. Ja
nuar bis
9.
Februar 2018, durchgeführt beim
Zentrum
A._
(vgl. Mitteilung
vom
8.
Januar 2018,
Urk.
8/22).
Alsdann gewährte die IV-Stelle dem Versicherten f
ür die Zeit vom 1
2.
Februar bis 12.
Au
gust 2018
Kostengutsprache für
ein Aufbau
training beim
A._
und
ein
en
Inten
siv
deutsch
kurs (vgl. Mit
tei
lun
gen vom 9. Februar 2018,
Urk.
8/29-30)
sowie
anschliessend für die Zeit vom 13. August bis 1
1.
November 2018 ein Arbeits
training beim
A._
(vgl. Mitteilung vom 2
3.
Juli 2018,
Urk.
8/59
).
Seit dem 1. Ja
nuar 2019 war der Versicherte als Küchenhilfe in einem 50%-Pensum
bei der
B._
GmbH angestellt. Die IV-Stelle übernahm während der Anlern- bzw. Einarbei
tungs
zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2019 die Kosten eines Ein
arbei
tungs
zuschusses (vgl. Mitteilung vom 3
0.
Januar 2019,
Urk.
8/89).
Mit Schreiben vom
1.
April 2019
beendete die IV-Stelle die
Eingliederungs
massnahme und leitete die Rentenprüfung ein (
Urk.
8
/95
).
Im Rahmen der Rentenprüfung
be
auf
tragte die IV-Stelle das
C._
mit der Durch
führung einer polydisziplinären
(internistisch, orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch)
Begutachtung, über wel
che am 26. No
ve
mber 2019 berichtet wurde
(Urk.
8/116). In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine aktenbasierte Einschätz
ung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). Dr. med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH, sowie
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
nahmen am 2
0.
De
zem
ber 2019 resp. 1
0.
Januar 2020 Stellung (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
8/118 S. 7ff.). Ausgehend von einem In
va
li
ditätsgrad von 0 % stellte die IV
-Stelle mit Vorbescheid vom 13.
Ja
nuar 2020 die Abweisung des Leistungsbegeh
rens in Aussicht (
Urk.
8/120). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 1
3.
Fe
bruar 2020 Einwand
und ersuchte um Bestellung seines Rechtsvertreters zum unentgeltlichen
Rechtsbeistand im Verwaltungsverfahren
(
Urk.
8/122). Mit Verfügung vom
2.
März 2020 verneinte die IV-Stelle wie vorbe
schie
den einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/126 =
Urk.
2
/2
).
Mit Verfügung vom 1
4.
April 2020 wies die IV-Stelle auch das Gesuch um unentgeltlichen Rechtsbei
stand ab (
Urk
8/135 =
Urk.
2/1).
3.
Die SUVA ihrerseits
verneinte mit Verfügung vom
2.
April 2020 eine
n Anspruch auf eine
Rente
der Unfallversicherung, sprach dem
Versicherten
jedoch eine Integritäts
entschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 8/130/3ff.).
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Juni 2020 erhöhte sie diese gestützt auf eine Integritätseinbusse von 25
%
(
Urk.
13/1-2).
4
.
Gegen die
Verfügungen
der IV-Stelle
vom
2.
März und 1
4.
April 2020
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 4. Mai 2020 Beschwerde
(Urk. 1
) und be
antragte, die angefochtene Ver
fügung
vom
2. März 2020
sei auf
zu
heben und die Beschwer
degeg
nerin
sei zu ver
pflichten, ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht be
antragte er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege sowie die unentgeltliche
Rechtsverbei
stän
dung
zu gewähren,
was er mit Eingaben vom
1
5.
Juni 2020
(
Urk. 9
)
sowie ergänzend am 2
4.
Juni 2020 (
Urk.
12)
substanziierte
(
Urk.
10
, Urk.
11
/
2-4,
Urk. 13/1-3)
.
Ferner sei ihm in Aufhebung der angefochte
nen Verfügung vom 1
4.
April 2020 auch für das vorinstanzliche Verfahren ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zur Seite zu stellen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2020 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer mit Ver
fü
gung vom
8.
Juli 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
5
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach Art. 29 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2.
März 2020 (Urk. 2/2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass dem Beschwer
de
führer die angestammte Tätigkeit als Hilfsmitarbeiter bis Juli 2018 nicht zu
mutbar gewesen sei. Seit August 2018 sei ihm eine körperlich leichte, wechsel
be
lastende Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils voll zumutbar.
Ab November 2018 sei er auch aus psychiatrischer Sicht wieder voll arbeitsfähig und es sei ihm zuzumuten ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen, weshalb er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
Vo
m
1
2.
Feb
ruar bis 1
1.
November 2018 habe er ein IV-Taggeld bezogen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
4.
Mai 2020 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, aufgrund der
chronifizierten
körper
li
chen Schmerzen sei ihm auch eine angepasste Tätigkeit höchstens zu 50 % zumutbar.
Realistischerweise
könne von ihm höchstens ein Invalideneinkommen von Fr. 1'520.-- erwartet werden, was dem tatsächlich erzielten Invaliden
ein
kom
men im vergangenen Jahr entspreche, und nicht ein hypothetisches Einkommen basierend auf Tabellenwerten. Sicherlich sei er aufgrund der chronischen Schmer
zen, seiner Biografie und seines Migrationshintergrundes nicht in der Lage, ein Einkommen zu erzielen, welches höher liege, als sein Einkommen ohne die un
fallbedingten gesundheitlichen Einschränkungen.
3.
3.1
Am
4.
November 2016 stürzte der Beschwerdeführer
beim Reinigen
der Dach
traufe der Montagehalle
aus knapp 10
m Höhe durch das Dach
auf den Boden
(vgl.
Urk.
8/8/42f.)
und zog sich dabei
ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, eine
Avulsionsfraktur
des Trochanter
major
links, eine gering dislozierte
F
raktur des
Calcaneus
Typ Joint Depression/Sanders 2C mit mehrfragmentärer Fraktur des
Tuber
calcaneii
rechts sowie eine nicht dis
lozierte, intraartikuläre
Avulsions
frak
tur
Os
metatarsale
V Basis links zu
(vgl. Urk.
8/8/5)
. In der Folge war er
bis am 2
9.
November
2016 im
Z._
hospitalisiert
.
Die behandelnden Ärzte hielten
in ihrem Aus
trittsbericht vom 2
9.
No
vem
ber 2016 (Urk. 8/8/14ff.)
fest,
es sei eine konservative Behandlung der
Extrem
i
tätenfraktur
mit Ruhigstellung des linken Fusses
durchgeführt worden. De
r Be
schwer
de
führer
sei
mit Hilfe der Physio
the
rapie mobilisiert worden und habe bei Austritt mit
dem Eulenburg
selbständig laufen können. Ansonsten sei er
mit dem
Roll
stuhl
mobil. Die radiologischen Verlaufs
kon
trol
len hätten keine sekundäre Dis
loka
tion der Frakturen gezeigt und die neuro
logische Überwachung in Folge einer Commotio cerebri sei komplika
ti
ons
los
verlaufen
.
Die Kieferfraktur sowie die Zahn
frakturen seien behandelt wor
den und eine
maxillo
-mandibuläre Fixation habe am 25. No
vember 2016 entfernt werden kön
nen.
Zur stationären Weiter
be
hand
lung und
muskulo
skelettalen
Rehabili
ta
tion wurde der
Beschwerdeführer
ins
Rehazentrum
F._
über
wiesen
, wo er bis Ende Januar 2017 in Be
hand
lung war
.
Die Ärzte berichteten am 2
1.
Februar 2017, b
ei Austritt sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, an zwei Unter
armgehstützen im 4-Punkte-Gang unter Supervision eine Gehstre
cke von ca.
100
m zurückzulegen
sowie 20 Treppen
stufen zu bewältigen
.
Limitieren
der Faktor seien die immer wieder
kehren
den be
lastungs
abhängigen Schmerzen im Trochanter
major
-Bereich. Ansonsten sei er
im
Rollstuhl mobil.
Die im Verlauf des Aufenthalts durchgeführte neuropsycho
logische Untersuchung habe keine
Auf
fällig
keiten gezeigt, ausser dass zu Beginn deutliche visuelle Ermüdungs
er
schei
nun
gen hätten beobachtet werden können und er angegeben habe, Doppel
bilder sowie verschwommen zu sehen.
Insgesamt habe der Beschwerdeführer in einem besseren Allgemein
zustand entlassen werden können und d
ie Schmerz
medi
ka
tion habe vollständig abgebaut werden können.
Gemäss Beschwerdeführer seien d
ie unter Belastung immer wiederkehrenden Schmerzen aushaltbar. Die Ärzte empfahlen die Fortführung einer ambulanten Physiotherapie für den Kraft
aufbau der unteren Extremitäten mit gezieltem Stockabbau und Verbesserung der moto
risch
en Kontrolle des Schultergürtel-Nacken-Bereichs (vg
l. Aus
trittsbericht vom 21.
Februar 2017,
Urk.
8/8/89f.).
3.2
Vom
8.
August 2017 bis
3.
Oktober 2017
befand sich der Beschwerdeführer in der Reha
klinik
G._
im Bereich der Arbeitsorientierten Rehabilitation.
Die be
han
deln
den Ärzte
konstatierten in ihrem Austrittsb
ericht vom
5.
Oktober 2017 (Urk. 8/13/67ff.),
10 Monate nach dem Sturz aus ca. 10 m Höhe mit Polytrauma, das konservativ versorgt worden sei, würden nach wie vor belastungsabhängige Schulterschmerzen rechts, Schmerzen im Oberschenkel lateral links, minime Schmerzen im Bereich des rechten Kiefergelenks, insbesondere beim Reden oder Essen, und Schmerzen im unteren Sprunggelenk (USG) auf der rechten Seite be
stehen.
Mittlerweile könne der Beschwerdeführer ganztags stockfrei gehen.
Die Kraft im rechten Bein habe deutlich gesteigert werden können und auch die Beweglichkeit des Kiefers habe sich eindeutig verbessert. Der Beschwerdeführer
sehe seine enormen Fortschritte
jedoch
nicht, sondern betone vielmehr seine Beschwer
den. Dies sei mit seiner psychiatrischen Diagnose einer mittelgradigen Depression zu erklären. Während der Rehabilitation
sei eine psychosomatische Abklärung erfolgt. Anlässlich dieser Exploration habe sich ein etwas überan
ge
passter und bedrückt-besorgt wirkender Beschwerdeführer präsentiert, der neben den subjektiv seit dem Unfall stark limitierenden Schmerzen und Einschrän
kun
gen (Fuss, Hüfte und Kiefer) über Schlafprobleme
ge
klag
t
und im Gespräch einen deutlich depressiven
Eindruck erweckt
habe
(psychomotorische Anspannung bei gleich
zeitiger Verminderung des Antriebs, Scham- und Insuffizienzgefühle, ver
mindertes Interesse). Es gebe Hinweise auf latenten sozialen Rückzug und man
geln
de sinnvolle Tagesstruktur, was sich neben den Unfallfolgen zusätzlich nega
tiv auf das Gemüt des Beschwerdeführers auswirken würde. Hinzu
kämen
anam
nes
tisch passive Todeswünsche ohne Handlungsimpulse und starke
Rumi
na
tion
über die empfundene Ungerechtigkeit hinsichtlich des Unfall
her
gangs (sein Vor
gesetzter habe die Sturzhöhe auf ungefähr sechs Meter mani
pu
liert). Die unter
su
chende
Psychotherapeutin
konstatierte, insgesamt handle es sich am ehesten um eine depressive Entwicklung. Aufgrund der Unfallschwere mit Poly
fraktur und
mö
glich
er früherer traumatisierter Belastung (
der
Beschwerdeführer sei als Asyl
bewerber
in die Schweiz eingereist) sowie
Akrophobie
, Schlafprobleme und pha
sen
weise auf
tretende
r
vegetativer Übererregtheit mit
Vigilanzsteigerung
als
psy
cho
trauma
to
logische
Symptome, könne die Entwicklung einer posttrauma
tischen Belas
tungs
störung nicht ausges
chlossen werden (vgl. auch Urk.
8/13/
82ff.)
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führten die behandelnden Ärzte aus, die festge
stellte psychische Störung begründe aktuell eine leichte bis mittel
schwere arbeits
rele
van
te Leis
tungsminderung (zusätzlich zu den
muskulo
skelettal
beding
ten Ein
schränkun
gen). Aufgrund des Unfallhergangs und um Intrusion zu vermeiden sei eine Rück
kehr an den bisherigen Arbeitsplatz nicht zumutbar. Bei der Wieder
auf
nahme einer Arbeitstätigkeit seien die Konzen
tra
tions
schwierigkeiten sowie die reduzier
te psychophysische Belastbarkeit zu be
rücksichtigen.
Vorerst
sei auf
grund der
Akrophobie
und um eine situative
Triggerung
des Unfall
erlebens zu verhindern das Besteigen von Leitern zu vermeiden. Generell sei davon auszu
ge
hen, dass eine berufliche Wiederein
gliederung durch die damit verbundene Tages
struk
tur, durch Sozialkontakte und eine Zunahme des Selbst
wertgefühls zu einer verbesserten psychischen Situation beitragen würde. Zu empfehlen seien geeig
ne
te Eingliederungsmassnahmen für eine angepasste Tätig
keit, z.B. ein vor
gän
gi
ges Arbeitstraining. Die zuletzt aus
geübte Tätigkeit als Mit
arbeiter auf dem Schrottplatz sei nicht mehr zumutbar. Eine leichte bis mittel
schwere Arbeit, die wechselbelastend sei und kein wieder
holtes Gehen auf un
ebenem Gelände erfor
de
re, sei hingegen ganztags zumutbar (
Urk.
8/13/70).
Die behandelnden Ärzte empfahlen die Weiter
führung der
ambu
lan
ten Physiotherapie inklusive Medizi
nische Trainingstherapie (MTT) sowie die Fortsetzung des instruierten Heim
pro
gramms. Ausserdem sei eine weiterführen
de Psychotherapie in dessen Mutter
sprache zu empfehlen. Die Ärzte verwiesen diesbezüglich auf
Dr.
med.
H._
, Facharzt Psychiatrie und Psycho
therapie (
Urk.
8/13/69).
3.3
Dr.
H._
hielt in seinem Arztbericht vom 1
9.
Februar 2018 (
Urk.
8/39) fest,
der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und allseitig orientiert. Das Den
ken sei völlig auf die Schwierigkeiten der jetzigen Situation (Unfall, Schmerzen) sowie die unsichere Zukunft eingeengt.
Er wirke insgesamt depressiv
-nieder
ge
schlagen un
d zeige wenig eigene Motivation
. Denkstörungen seien keine er
sicht
lich, wenngleich die Besorgnis um die körperliche und psychische Gesund
heit sein Denken einenge. Der Beschwerdeführer habe Wahr
nehmungs
störungen sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen angegeben, die auch objektiv hätten beobachtet werden können. Die Konzentrationsfähigkeit sei leicht
bis
mit
tel
gradig eingeschränkt, was wohl auf die Unfallfolgen sowie sein dau
er
haftes Grübeln bezüglich seiner Probleme zurückzuführen sei. Beein
flus
send wirke aber
auch seine derzeitig nachweisbare unterschwellige depressive Sympto
ma
tik und die posttraumatische Symptomatik. Amnesien sowie dissozia
tive Sym
pto
me seien nicht vorhanden
. Affektiv wirke der Beschwerdeführer bedrückt, verzweifelt und hilflos sowie insgesamt depressiv und besorgt. Er schildere seine Symptomatik sowie die Angst über das Schicksal seiner Familie. Bei der gezielten Befragung nach Flashbacks habe der Beschwerdeführer vegetative Erregung und emotionale Anspannung gezeigt. Das formale Denken sei, soweit überprüfbar, un
auffällig, inhaltlich auf die momentane Situation und seine Schmerzen ein
ge
engt, sowie auf
traumaspezifische
Themen begrenzt. Er zeige jedoch Motiva
tion, wenn es um sein jetziges Arbeitstraining in der
A._
gehe.
Dr.
H._
diagnostizierte eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und führte in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aus, schwere und mittelschwere Arbeiten sowie Arbeitsplätze, die den Beschwerde
füh
rer an den Unfall erinnern könnten, seien nicht zu
mut
bar. Er empfe
hl
e
weiter
hin eine psychiatrische Behandlung sowie Psychotherapie zur Stabilisierung, zum Aufbauen einer Tagesstruktur sowie
zur
Erar
bei
tung von Zukunftsplänen und aktuellen Konfliktbewältigung.
3.4
Nach lediglich leichter Besserung der Schmerzen unter diversen thera
peutischen Massnahmen seit 2016 (vgl.
Urk.
8/94/71,
Urk.
8/94/83, Urk. 8/94/86, Urk. 8/94/91,
Urk.
8/94/116,
Urk.
8/94/140
) wurde der Beschwer
de
führer bei chronischem posttraumatischen
Schmerzsyndrom im rechten Fuss i
n die Klinik für Neurologie des
Z._
überwiesen. Die untersuchenden
Ärzte
hielten
in ihrem Arztbericht vom 3. September 2018 (
Urk.
8/94/60)
fest, in der klinischen Unter
suchung habe der Beschwerdeführer eine Hypästhesie im rechten Unter
schenkel lateralseitig inklusive Zehen 4-5 sowie medial im Bereich der Ferse angegeben, welche nicht einem
Dermatom
bzw. einem peripheren Ner
ven zu
orden
bar seien. Neurografisch würden sich alle untersuchten Bein
nerven rechts un
auffällig dar
stellen. Die geschilderten Beschwerden hätten zwar einen «neuro
pathischen» Cha
rak
ter, eine umschriebene Nervenschädigung lasse sich aber weder klinisch noch elektrophysiologisch definieren.
3.5
G
egen Ende des Arbeitstrainings i
m
A._
(1
3.
August bis 1
1.
November 2018) zeigte der Beschwerdeführer eine Präsenzzeit von 70
%
bei guter Leistung
, eine Steigerung auf ein 100%-Pensum wurde jedoch nicht erreicht (vgl.
Urk.
8/72-74).
Seit Dezember 2018 wurde dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl.
Urk.
8/94/38)
. In der Folge war der Beschwerdeführer als Küchen
hilfe und Pizzakurier
bei
der
B._
GmbH in einem 50%-Pensum angestellt (vgl. Arbeitsvertrag vom
7.
Dezember 2018,
Urk.
8/94/36f.
;
Urk.
8/94/26
). Eine weitere Steige
rung des Pensums in diesem Bereich könne - so der Hausarzt des
Beschwerde
führers - wegen sofort zunehmender Fussschmerzen rechts sowie Hüft
schmerzen links nicht erfolgen (vgl. Arztbericht vom
4.
März 2019, Urk.
8/110/45). Ideal sei eine rückenschonende und wechselbelastende Tätigkeit ohne Treppensteigen und ohne Heben von Lasten über 8 kg (vgl. Arzt
bericht vom 12. Juni 2019, Urk.
8/110/37).
3.6
I
m Oktober 2019 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerde
gegne
rin im
C._
polydisziplinär
(internistisch, ort
hopädisch, psychiatrisch, neu
ro
logisch)
begutachtet (vgl. Gutachten vom 2
6.
November 2019,
Urk.
8/116).
3.
6
.1
Im Rahmen der internistischen Untersuchung wurde
n keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten.
Es werde jedoch zu einer Ge
wichts
reduktion und zur Sistierung des Nikotinkonsums geraten. Der erhöhte TSH-Wert müsse kontrolliert und gegebenenfalls weiter abgeklärt werden (
Urk.
8/116 S. 25f.).
3.6
.2
Der psychiatrische Gutachter führte aus,
es gebe keine Hinweise auf klinisch re
le
vante Einschränkungen der kognitiven Funktionen. Die Stimmungslage sei aus
geglichen, der Antrieb normal bei guter affektier Modulationsfähigkeit. Es gebe auch keine Hinweise für psychotisches Erleben, insbesondere keine Hallu
zi
na
tio
nen und kein wahnhaftes Erleben. Das Ich-Erleben sei unbeeinträchtigt. Formal
gedankliche Auffälligkeiten gebe es keine. Ebenso wenig Symptome aus dem Spek
trum der Angststörungen.
Der Beschwerdeführer habe angegeben, keine
Bil
der und Albträume vom Unfallereignis mehr zu haben. Er treffe sich auch wieder regelmässig mit Kollegen, besuche einen Deutschkurs, habe eine Arbeits
stelle in einem 50%-Pensum angenommen und letzten Monat geheiratet. Rück
zugs
ten
den
zen seien nicht mehr vorhanden. Für eine depressive Symptomatik gebe es - so der psychiatrische Gutachter - bei unauffälligem psychopatho
logi
schem Be
fund keinen Anhalt.
Der Beschwerdeführer habe
über Schmerzen im Kiefer
be
reich,
in
den Hüften und
in
den Füssen berichtet. Insgesamt habe sich die Schmerz
symptomatik im vergangenen Jahr jedoch gebessert. Die Schmerzen seien stärker ausgeprägt, wenn er alleine daheim sei. Gehe er arbeiten oder treffe er sich mit Kollegen, seien die Schmerzen weniger stark ausgeprägt.
Der psychi
a
trische Gut
achter konstatierte,
Hinweise auf ausgeprägte psychosoziale Belas
tungs
faktoren, welche
als
ursächlich für eine Schmerz
störung angesehen werden könnten, gebe es keine.
Es sei jedoch möglich, dass bei inzwischen vollremittierter Depression, welche im letzten Jahr noch nach
voll
ziehbar bestanden habe, noch eine erhöhte Vulnerabilität bezüglich eines erhöhten Schmerzempfindens bestehe. Es sei daher von einer Schmerzstörung auszugehen, welche sich in Situationen, in denen sich der Beschwerdeführer ge
danklich weniger mit den Schmerz
symp
to
men beschäf
ti
ge, bessere. Aus ps
ychiatrischer Sicht
werde die Ar
beits
fähigkeit
aufgrund der
Diagnose
einer anhal
ten
den somatoformen Schmerzstörung mittel
gradiger Aus
prägung (ICD-10: F45.4)
jedoch nicht
beeinträchtigt
, was auch dadurch bestätigt werde, dass der Be
schwerdeführer trotz der angegebenen Schmerzen einer 50%
igen Arbeits
tätig
keit nachgehen könne und zusätzlich an mehreren Tagen in der Woche zu jeweils mehreren Stunden einen Deutschkurs absolvieren könne. Auch plane er eine Erhöhung des Arbeitspensums n
ach Abschluss des Sprachkurses (
Urk.
8/116 S.
31
f.
)
.
Der psychiatrische Gutachter attestierte dem Beschwerde
führer eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
. Es sei davon aus
zugehen - so der Gutachter - dass im Februar 2018 noch eine volle Ar
beits
un
fähig
keit bestanden habe und sich diese bis Ende 2018 auf 40
%
ver
bessert habe. Seit Sommer 2019 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/116 S. 34).
Bezüg
lich der noch vorhandenen Schmerzsymptomatik, wel
che offen
bar nicht hin
rei
chend durch die erhobenen somatischen Befunde erklärt werden könne, sei eine schmerz
dis
tan
zierende antidepressive Medikation zu emp
fehlen (
Urk.
8/
116 S.
35).
3.6
.3
Der orthopädische Gutachter konstatierte,
sämtliche im
Zuge des Unfalls am 4.
No
vember 2016 erlittenen Frakturen seien konservativ behandelt worden und korrekt ausgeheilt.
Im Rahmen der Exploration habe d
er Beschwerdeführer
jedoch
über anhaltende, mehrheitlich bewegungs- und belastungsabhängig auftretende Be
schwerden vor allem an der rechten Ferse berichtet
und intermittierend auf
tre
ten
de Schmerzen an der linken Hüfte bekundet. Diese würden allerdings im Ver
gleich zu den recht
s
seitigen Fuss
schmerzen klar im Hintergrund stehen. Be
züg
lich des linken Fusses habe der Beschwerdeführer keine Schmerzen mehr an
gegeben.
Der orthopädische Gutachter hielt fest, während der Befunderhebung habe sich eine ordentlich gut erhaltene Belastungsfähigkeit der unteren Körper
hälfte ge
zeigt. Auch die Detailuntersuchung des Rumpfes habe keine Auffällig
keiten er
geben und eine sehr gute Beweglichkeit gezeigt.
Der Kopf sei in alle Richtungen frei beweglich und die Nackenmuskulatur zeige keine Auffälligkeiten. Hinsicht
lich der berichteten Schmerzsymptomatik an der Ferse hielt der orthopädische Gut
achter fest, diese sei in Anbetracht der Ausgangssituation mit der erlittenen intraartikulären
Kalkaneusfraktur
plausibel. Darüber hinaus würden sich an bei
den Beinen keine wesentlichen Auffälligkeiten ergeben. Der angegebene inter
mittierende Bewegungsschmerz und die
Druckdolenz
über dem grossen
Trochan
ter
massiv
links seien funktionell kaum von
höhergradiger
Bedeutung. An den Armen zeige sich eine freie Beweglichkeit aller Gelenke bei sehr guter Kraft
ent
faltung bis in die Peripherie ohne erkennbare Schmerzäusserungen. Die vom Beschwerdeführer mitgebrachten Bilddokumente würden einen korrekten Zu
stand nach der erlittenen intraartikulären
Kalkaneusfraktur
zeigen, wo nur noch
marginale Residuen abgrenzbar seien. Insbesondere sei auch die Gelenklinie im unteren Sprunggelenk (USG) noch gut abgrenzbar und zeige keine
höher
gradige
Arthrose, was das Vorliegen von vorwiegend belastungsabhängigen Be
schwerden
jedoch nicht ausschliesse. An der linken Hüfte wie auch am linken Fuss seien hingegen keine relevanten Residuen der erlittenen
undislozierten
Frak
tu
ren mehr abgrenzbar
(
Urk.
8/116 S. 42f.)
.
Zusammenfassend würden sich anlässlich der orthopädischen Untersuchung ob
jektivierbare pathologische Befunde vor allem am rechten
Rückfuss
nach kon
ser
vativ behandelter intraartikulärer
Kalkaneusfraktur
ergeben.
Deren Aus
mass sei allerdings schwierig einzustufen. So gehe der Beschwerdeführer in einem Halb
tagespensum einer rein stehend und gehend auszuübenden Tätigkeit nach, was eine erhebliche Belastungsfähigkeit voraussetz
e
. Weiter sei er mit Schuhen ohne wesentliche Fussbettung oder dämpfende
n
Sohlen zur Untersuchung er
schienen, was das Vorliegen
höhergradiger
Fersenschmerzen ebenfalls eher aus
schliesse. Insgesamt sei aber eine verminderte Belastungsfähigkeit des rechten Beines plau
sibel und die
Steh- und Gehfähigkeit des Beschwerdeführers wahr
scheinlich leicht einge
schränkt
.
An der linken Hüfte würden anamnestisch noch Beschwerden angegeben werden, in Anbetracht des klinisch und bildgebend weitestgehend
blanden
Befundes würden sich diese aber kaum in relevanter Weise auf die Leis
tungsfähigkeit auswirken. Gleiches könne für die Situation am linken Fuss gesagt werden, wo eine
undislozierte
Basisfraktur am Os
metatarsale
V korrekt abgeheilt sei
(
Urk.
8/116 S. 43)
.
Der orthopädische Gutachter attestierte dem Beschwerde
führer in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Mitarbeiter in der Küche eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 70 %
. Dies sei
an einem konkreten Arbeitsplatz aber nur schwierig um
zusetzen
. Eine ganztägige Präsenz sei zwar möglich, der Beschwerdeführer müss
t
e aber regel
mässig die Möglichkeit haben, sitzende Aktivitäten auszuführen, welche sich in der Küche kaum finden lassen würden.
In einer angepassten Tätigkeit, die insgesamt etwa zur Hälfte im Sitzen ausgeübt werden könne mit jeweils kürzeren zwischen
zeitlichen Abschnitten im Stehen und Gehen am Stück, sei der Beschwerdeführer in einem 100%-Pensum arbeitsfähig
. Dies wohl seit Abschluss der Behandlung am rechten
Rückfuss
im S
ommer 2018 (
Urk.
8/116 S. 45).
3.
6
.4
Im Rahmen der neurologischen Untersuchung habe sich kein relevanter Befund ergeben. Eine geringe Deformierung des
Kalkaneus
sei orthopädisch zu beur
tei
len, ansonsten sei der Lokalbefund unauffällig. Die
Trophik
und Reflexe seien seitengleich. Eine Minderempfindung über der Ferse könne mit einer leichten Schädigung der Rami
calcanei
erklärt werden, dies bleibe aber hypothetisch. Auch wenn ein Dauerschmerz angegeben werde und dies eher für eine neuropathische
Komponente spreche, wirke der Fersenschmerz primär doch
nozizeptiv
, mögli
ch
er
weise begleitet von einer gewissen Verdeutlichungstendenz.
Gegen die An
nahme einer wesentlichen neuropathischen Komponente spreche auch die feh
len
de Einnahme hierfür typischerweise eingesetzter Medikamente. Eine relevante anderweitige
nervale
Läsion sei in der Neurologischen Klinik im Sep
tem
ber 2018 ausgeschlossen worden. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Behandlungsversuche des Schmerzambulatoriums
I._
zu verweisen, welche keine Wirkung gezeigt hätten. Die Schmerzen könnten als subjektives Symptom nicht bestritten werden, andererseits würde
n
die gegenwärtige Medikation, die seitengleiche
Trophik
und Belastung der Beine gegen eine wesentliche funk
tio
nel
le Auswirkung sprechen. Des Weiteren werde noch eine Hypästhesie im Be
reich der rechten
Mandibula
angegeben. Dies sei wahrscheinlich
Folge der Läsion von Teilästen des
Ramus
mandibularis
,
welche
jedoch funktionell nicht ins Ge
wicht falle
(
Urk.
8/116 S. 50f.)
.
Der neurologische Gutachter konstatierte, die Minderbelastbarkeit der rechten Ferse sei orthopädisch zu beurteilen. Aus neurologischer Sicht könnten körperlich leichte, punktuell auch mittelschwere Arbeiten verrichtet werden. Die moto
risch
en, sensorischen und kognitiven Fähigkeiten seien erhalten.
Bezüglich der Ar
beits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit werde aus neurologischer Sicht auf die orthopädische Beurteilung verwiesen. Für überwiegend sitzende Arbeiten, gele
gentlich im Stehen und Gehen, bestehe aus neurologischer Sicht eine volle
Ar
beits
- und Leistungsfähigkeit
(
Urk.
8/116 S. 51f.)
.
3
.7
Im Rahmen einer aktenbasierten Beurteilung
empfahlen die RAD-Ärzte auf das Gutachten abzustellen (vgl.
Urk.
8/118 S. 7-9).
Übereinstimmend mit dem
im Gut
achten fest
gehaltene
n
Belastungsprofil
erachtete Dr.
D._
körperliche leichte wechselbelastende Tätigkeiten, die hälftig sitzend ausgeübt werden kön
nen
,
als zumutbar.
Darüber hinausgehend
präzisierte er jedoch, dass
Zwangs
stel
lungen des rechten Fusses, regelmässiges Fusspedaltreten rechts, häufiges Laufen über unebenes Gelände sowie Leiter- oder Gerüststeigen
zu vermeiden seien
.
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
März 2020 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom 2
6.
November 2019, wonach der Beschwerdeführer
in einer der Be
hin
de
rung optimal angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig sei (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.2
Das polydisziplinäre Gutachten des
C._
wurde in Kenntnis der und Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(vgl.
Urk.
8/116
S.
14-19
) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben (vgl.
Urk.
8/116
S.
23
, S. 30f., S. 39ff., S. 49f.
), die geklagten Beschwerden berücksichtigt (vgl.
Urk.
8/116
S.
21f., S. 27
ff., S. 37f., S. 47f.
) und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers aus
ein
an
dergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und insbesondere auch die medizinischen
Vorakten
kri
tisch gewürdigt (vgl.
Urk.
8/116
S.
24, S. 33f., S. 42ff., S. 50f.
) und sich einlässlich mit der vorwiegend relevanten Frage der Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt (
Urk.
8/116
S.
10f.
). Das Gutachten erfüllt demnach die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche
Entscheidungsgrundlage (vgl. E.
1.5
).
4.3
Die von den Gutachtern attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer der Leiden angepassten Tätigkeit (vgl. E.
3.6
hiervor) wird durch die Einschätzung
des Haus
arztes
Dr.
med.
J._
,
Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH,
wo
nach
dem Beschwerdeführer lediglich ein 50%-Pensum zumutbar sei und eine wesentliche Steigerung dieses Pensums nicht realistisch sei
(vgl. E.
3.5
hiervor), in Frage gestellt.
Dr.
J._
erachtete den Beschwerdeführer in erster Linie auf
grund der Fussschmerzen rechts sowie der Hüftschmerzen links nur teilweise arbeits
fähig
, wobei er sich
bei
seiner Beurteilung auf die Tätigkeit im Bereich der Gastronomie beschränkte (vgl.
Urk.
8/110/45)
.
Soweit
er
die Schmerzen im Fuss als neuropathische Schmerzen beurteilte (vgl.
Urk.
8/110/37), wurde dies seitens des neurologischen Gutachters nicht bestätigt
.
Dagegen
würden die fehlende Ein
nahme hierfür typischerweise eingesetzter Medikamente, die seitengleiche
Tro
phik
und Belastung der Beine ge
gen eine wesentliche funktionelle Auswirkung der Schmerzen sprechen (vgl. vor
stehend E. 3.6.4).
Auch im Rahmen der neuro
logischen Untersuchung im
Z._
konnte keine Nervenschädigung festgestellt wer
den (vgl. E. 3.4 hiervor).
Dass die Schmerzen im rechten Fuss neuropathisch bedingt sind
oder zusätzlich funktionell beeinträchtigen
, ist entsprechend nicht ausgewiesen.
Soweit der Beschwerdeführer geltend
machte, ihm sei aufgrund der
chronifi
zier
ten
körperlichen Schmerzen höchstens ein 50%-Pensum zumutbar (
Urk.
1 S. 5), ist darauf hinzuweisen,
dass Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Be
wegungseinschränkungen,
Muskulaturverhärtungen
und Verspannungen jeden
falls aus juristischer Sicht für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen vermögen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des da
ma
ligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
3.
August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007
E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3) und sich hieraus auch noch keine Arbeitsunfähigkeit ableiten lässt.
Vorliegend erachtete der orthopädische Gutachter die
berichtete Schmerzsymptomatik an der rechten Ferse angesichts der erlittenen intraartikulären
Kalkaneusfraktur
als plausibel, verwies jedoch auch auf Inkonsistenzen. So sei der Beschwerdeführer mit Schuhen ohne wesent
liche Fussbettung oder dämpfende Sohle zur Untersuchung erschienen, was das Vorliegen
höhergradiger
Fersenschmerzen ausschliesse
. Ausserdem gehe er als Küchenhilfe einer rein stehenden und gehenden Tätig
keit nach, was eine er
heb
liche Belastung für den rechten Fuss darstelle
(E. 3.6.3).
Insgesamt er
ach
tete der orthopädische Gutachter eine verminderte Belastungsfähigkeit des rechten Beines jedoch als wahrscheinlich. Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerden in der rechten Ferse - gemäss Aussage des Beschwerdeführers - jedoch mehrheitlich bewegungs- und be
lastungsabhängig auf
treten (E. 3.6.3), ist die Tätigkeit als Mit
arbeiter in der
Gastronomie
keine optimal an die Leiden angepasste Tätigkeit.
Die Gutachter des
C._
attestierten eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungs
fä
higkeit in jeder
angepassten
Erwerbstätigkeit
, die mindestens zur Hälfte in sitz
en
der Position ausgeübt werden kann
mit jeweils kürzeren zwischenzeitlichen Abschnit
ten im Stehen und Gehen
(vgl.
Urk.
8/116 S. 10, E. 3.6.3 in
fine
)
.
Dieser Ein
schätzung steht auch die Beurteilung von
Dr.
J._
nicht entgegen, be
schränkte dieser sich doch auf die Feststellung der Arbeits
fähig
keit in der Gast
ro
nomie und am aktuellen Arbeitsort (vgl. Urk. 8/110/45).
Im Übrigen hat der Be
schwerde
führer
gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
angegeben,
bei wenig Ab
len
kung ein erhöhtes Schmerzempfinden
zu
habe
n
. Beschäftige er sich gedank
lich hingegen w
eniger mit den Schmerzsymptomen, se
i die Situation bes
ser (vgl. E.
3.6.2).
Aus orthopädischer Sicht war dem Beschwerdeführer seit Sommer 2018 eine leichte, den Leiden angepassten Tätigkeit vollzeitlich zumutbar (vgl. E. 3.6.3 in
fine
). Aus psychiatrischer Sicht wurde dem Beschwerdeführer seitens der
C._
-Gutachter jedoch erst ab Sommer 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. E. 3.6.2)
, obwohl die psychiatrische Therapie laut Angaben des Beschwerdeführers im Oktober 2018 beendet wurde (vgl.
Urk.
8/116 S. 30)
.
Mit der Beschwerde
geg
nerin ist a
ngesichts dessen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon aus
zu
gehen, dass
spätestens Ende Oktober 2018 keine anhaltende Arbeitsun
fähigkeit in einer leichten, den Leiden an
gepassten Tätigkeit mehr bestanden hat.
Da von weiteren medizinischen Ab
klä
run
gen keine neuen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten wären, kann da
von in antizipierter B
eweiswürdigung (BGE 124 V 90 E.
4b) abgesehen werden.
4.4
4.4.1
Rentenleistungen
sind
erst dann auszurichten, wenn keine zumutbaren Ein
glie
derungs
massnahmen mehr in Betracht fallen. Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Ein
glie
de
rung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingliederungs
mass
nahme bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so
Art.
28
Abs.
1
lit
. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der Eingliederungs
massnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist eine Invali
den
rente, gegeben
en
falls auch
rückwirkend, nur zuzusprechen, wenn die ver
si
cherte Person nicht oder noch nich
t eingliederungsfähig ist (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_689/2019 vom 20.
De
zem
ber 2019 E. 3.1 mit Hinweisen
; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
Recht
sprechung des Bundesge
richts zum IVG, 3. Aufl.
2014,
N
7 zu
Art. 28
).
4.4.2
Unbestritten und nach Lage der Akten ausgewiesen ist, dass der Beschwerde
führer nach seinem Unfall im November 2016 vorübergehend vollständig arbeitsunfähig war (vgl.
Urk.
8/8/103
).
Ab Januar bis November 2018 nahm der Beschwerde
füh
rer ver
schiedene Eingliederungsmassnahmen
im Sinne von
Art.
14aff.
IVG
in Anspruch, wofür ihm Taggelder ausgerichtet wurden.
Nach retro
spektiver Ein
schätzung der
C._
-Gut
achter bestand
nach Ablauf des Warte
jahres (vgl. Art.
28
Abs.
1
lit
. b und c IVG)
wie auch nach der sechsmonatigen Karenzzeit seit Gel
tend
machung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG
;
An
meldung vom
4.
Mai 2017
,
Urk.
8/
2
)
im
November
201
7
zunächst
noch keine Arbeitsfähigkeit.
Im Austrittsbericht der Rehaklinik
G._
vom
5.
Oktober 2017 wurden jedoch geeignete Eingliederungs
massnahmen für eine angepasste Tätig
keit empfohlen (vgl. E. 3.2) und seitens der Unfallversicherung entsprechend die Prüfung eines Arbeitstrainings durch die Beschwerdegegnerin beantragt
(vgl. Schreiben vom 24.
Ok
tober 2017,
Urk.
8/12).
Damit war der Beschwerde
führer
am
1.
November 2017
aus medizinischer Sicht eingliederungsfähig
. Zu prüfen ist, ob nach Ende des Taggeldanspruches ein Rentenanspruch besteht
(vgl. Art.
29
Abs.
2 IVG).
5.
5.1
Strittig
ist, ob der Beschwerdeführer
angesichts der mangelnden Deutschkennt
nisse, Ausbildung und Berufserfahrung in der Schweiz
seine
Restarbeitsfähigkeit durch eine ih
m
zumutbare Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch wirtschaftlich verwerten kann
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
.
5.2
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hin
sichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbs
fähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht über
mäs
sige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Per
son unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, son
dern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeits
kräf
ten entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts
I
273/04 vom 2
9.
März 2005, I 591/02 vom
5.
Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeit
gebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5.3
Das seitens der
C._
-Gutachter (
Urk.
8/116
) formulierte A
nforderungsprofil für eine
angepasste Tätigkeit lautet folgendermassen:
eine Tätigkeit, die mindestens zur Hälfte in sitzende
r Position ausgeübt werden könn
e mit dazwischen jeweils kürzeren Abschnitten im Stehen und Gehen (
Urk.
8/116 S. 10)
.
RAD-Arzt Dr.
D._
präzisierte das Belastungsprofil folgendermassen: körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten hälftig sitzend ausgeübt, keine Zwangs
stel
lun
gen
des rechten
Fuss
es
, kein regelmässiges Fusspedaltreten rechts, kein häufi
ges Lau
fen über unebenes Gelände, kein
Leiter-
und
Gerüststeigen (E. 3.7).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
darf vorliegend angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten existieren, welche diesem Anforderungsprofil entsprechen. Männliche
Hilfsarbeiter werden in der Regel für Handlanger- und andere körperliche Tätig
keiten eingestellt. Der diesen Versicherten offenstehende Arbeitsmarkt ist aller
dings nicht ausschliesslich auf solche Tätigkeiten beschränkt. In Industrie und Gewerbe werden Arbeiten, welche physische Kraft erfordern, in zu
nehmen
dem Masse durch Maschinen verrichtet, während den körperlich weniger be
lasten
den Bedienungs- und Überwachungsfunktionen eine stetig wachsende Be
deutung zukommt; auch in diesen Bereichen stehen somit männlichen Hilfs
arbeitern Stel
len offen, ebenso im Dienstleistungssektor (Meyer/
Reichmuth
, a.a.O.,
N 142 zu
Art.
28a mit Hinweisen).
Inwiefern solche Überwachungs- und Kontrollarbeiten nicht zumutbar sind, is
t nicht ersichtlich und wird vom
Be
schwerdeführer nicht begründet. Es ist diesbezüglich nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es kann kei
neswegs gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom
9.
Oktober 2009 E. 5.5 mit Hinweisen; ZAK 1989 S. 322 E. 4a).
D
ie
mangelnde Ausbildung sowie die
fehlenden Deutsch
kenntnisse stehen der Verwertbarkeit der Rest
arbeits
fähig
keit in einer einfachen Hilfsarbeit ebenfalls nicht entgegen
, erfordern doch
Tätig
keiten im Kompetenz
niveau 1 definitions
gemäss keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache (Urteil des Bundesgerichts 9C_426/2014 vom 1
8.
August 2014 E. 4.2).
Der Beschwerde
führer erlangte im Deutschkurs das Niveau A2, was für den ersten Arbeitsmarkt genügt (
Urk.
8/78/2).
Im Übrigen gewährte die Beschwerdegegnerin einen lei
densbedingten Ab
zug von 10
%
, da nur noch leichte Tätigkeiten au
sgeübt werden können (vgl. Urk. 8/117
)
, was im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung mangels Relevanz nicht anzutasten ist
. Insofern wurde die somatisch bedingte Minderung der Leistungs
fähig
keit bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit respektive bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
jedenfalls
genügend berücksichtigt.
6.
Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6
.2
6
.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teue
rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE
134
V
322 E. 4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen; Urteil 8C_450/2016 vom
6.
Oktober 2016 E. 3.2.1).
6
.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592
E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
a.a.O.
, N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen
der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6
.3
6
.3.1
Vorliegend ist der Rentenanspruch nach Abschluss der Eingliederungs
mass
nah
men am 1
1.
November 2018, mithin per
1.
November 2018 zu prüfen (vgl. vor
stehend E. 4.4.2).
Spätestens seit
Oktober 2018 ist
eine voll
stän
dige Arbeits
fähig
keit für jede leichte
und den Leiden angepasste Tätigkeit gege
ben (vgl. E. 4.3
in
fine
).
6
.3.2
Nach Angaben der Arbeitgeberin im Arbeitgeberfragebogen vom
1
6.
Januar 2018 (
Urk.
8/25
) betrug
der Monatslohn seit März 2016
Fr.
4'400.-- bzw.
das Jahres
einkommen de
s
Beschwerdeführer
s
(Stand 201
6
) Fr.
52'800.-- (vgl. auch
Urk.
8/8/3)
.
Dieser Wert ist als
Valideneinkommen
im Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns, das heisst im Jahre
2018
heranzuzi
ehen. U
nter Berücksichtigung der Nominal
lohn
ent
wicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne
2010-2019
,
Männer
; Stand 201
6
:
2239
, Stand
2018
:
2260
)
ist das
Valideneinkommen
mit
Fr.
53'295.20
(Fr.
52’800
.
-- :
2239
x
22
60
)
zu beziffern.
6
.3.3
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit mit der bis am
6.
Januar 2020 (vgl.
Urk.
1 S. 4) ausgeübten Stelle als Küchenhilfe in der
B._
GmbH
(50 %) nicht voll ausgeschöpft hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf den Tabellenwert der LSE zu bestimmen
(vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3)
. Es ist
das standardisierte Einkommen von Fr. 5'340.-- für männliche Hilfskräfte
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
aus
gegebenen
Lohnstruk
tur
erhebungen (LSE 2016
, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Män
ner) heran
zuziehen
,
da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind
(vgl. E. 5.3 hiervor)
.
Das standardisiert
e monatliche Einkommen von
Fr.
5
’3
4
0.-- ist unter Berücksichtigung der durch
schnitt
lichen Arbeitszeit im Jahr 201
8
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bun
desamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszei
t nach Wirtschaftsabteilungen, S
8) sowie der Nominal
lohnentwicklung (Stand
2016
:
2239
, Stand
2018
: 2
2
60
) auf ein Jahreseinkommen von
Fr.
67'
429
.
9
5, Stand 201
8
,
hochzurechnen (Fr.
5
’3
4
0.-- x
12 :
40 x 41,7 :
2239
x
22
60
).
B
ei der Berechnung des Invaliden
einkommens gewährte die Beschwerdegegnerin einen 10%igen leidens
bedingten Abzug aufgrund des ein
ge
sch
ränkten Belastungsprofils (Urk.
8/117
).
Es resultiert
hieraus
ein Invalideneinkommen (Stand 201
8
) von Fr. 60'
686
.
95
(Fr.
67'429.95
x 0.9).
6.3.4
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt sich
k
eine Erwerbseinbusse
und somit ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
Selbst wenn den körperlichen Einschränkungen beim
Inv
alideneinkommen mit einem maximalen Abzug von 25
%
(vgl. BGE 126 V 75 E. 5b/cc) Rechnung getragen
werden
würde,
was vorliegend nicht angezeigt ist,
er
rechnete sich kein rentenbegründender In
va
lidi
täts
grad
(Fr.
53'295.20
gegenüber
Fr.
50'
572
.
45
[
Fr.
67'429.95
x 0.75] ergibt eine Erwerbseinbuss
e von Fr.
2'722.75
oder ein Invaliditätsgrad von gerundet
5
%)
.
6.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin einen invaliden
rechtlich relevanten Invaliditätsgrad (vgl. vorstehend E. 1.2) zu Recht verneint hat. Damit erweist sich die Beschwerde
diesbezüglich
(Verfügung vom
2.
März 2020,
Urk.
2/2)
als unbegründet und ist ab
zuweisen.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt schliesslich, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf einen un
ent
geltlichen Rechtsbeistand im Verwaltungsverfahren hat.
7.2
I
n der angefochtenen Verfügung
vom 1
4.
April 2020 (
Urk.
2/1)
erwog die Be
schwer
de
gegnerin, die Voraussetz
ungen für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand seien nicht erfüllt, da
sich
k
eine medizinisch oder rechtlich komplexe
n
Frage
n stellen würden
. Ausserdem werde nicht begründet, warum die Vertretung durch Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen oder unentgeltlicher Rechtsbe
ratung nicht möglich gewesen wäre.
7.3
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die man
geln
den Deutschkenntnisse sowie die fehlenden Rechtskenntnisse würden eine rechtliche Vertretung notwendig machen, zumal sich vorliegend komplexe recht
liche und tatsächliche Fragen stellen würden (
Urk.
1 S. 6).
7.4
D
ie Konkretisierung der Anspruchsvoraussetzungen der unentgeltlichen Rechts
vertretung im Verwaltungsverfahren erfolgt in Analogie zu den entsprechenden Kriterien im Gerichtsverfahren, wobei hinsichtlich der Erforderlichkeit höhere Anforderungen gelten, während bei den beiden anderen Voraussetzungen (Be
dürftigkeit, Nichtaussichtslosigkeit) keine strengere Prüfung angebracht ist als im Gerichtsverfahren (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich 20
20
, N
38 f.
zu
Art.
37 ATSG).
7.5
Im
Vorbescheidverfahren
war hauptsächlich strittig, wie sich der Gesundheits
schaden auf die Erwerbsfähigkeit auswirkt (vgl.
Urk.
8/120
;
Urk.
8/122
). Diese Fragestellung erfordert zwar gewisse Kenntnisse
im Umgang mit der medizini
schen Aktenlage
und juris
tischen Sachverstand, um Schwach
stellen einer fach
ärztlichen Expertise und deren rechtliche Relevanz zu erkennen. Es kann nach konstanter Recht
sprechung insoweit aber nicht von einer kom
plexen Fragestel
lung gesprochen werden, die eine anwaltliche Vertretung geböte. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der Anspruch auf un
ent
geltliche
Rechtsver
beiständung
in praktisch allen
Vorbescheidverfahren
bejaht werden müsste, in denen medi
zi
nische Unter
lagen zur Diskussion stehen, was der Konzeption von
Art.
37
Abs.
4 ATSG als einer Ausnahmeregelung widerspräche (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
7.
Juli 2016 8C_676/2015 E. 7.2 mit Hinweisen).
Zur Gebotenheit einer anwaltlichen Vertretung bedarf es mithin weiterer Um
stände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_908/2012 vom 22.
Februar 2013 E. 5.2). Dies ist rechtsprechungsgemäss beispielsweise bei kom
plexen Fragen betreffend die Bemessung des Invaliditätsgrades (Urteil des Bun
desgerichts 9C_316/2014 vom 1
7.
Juni 2014 E. 3.2) oder
bei
einer langen Ver
fahrensdauer, insbesondere nach (mehrfachen) gerichtlichen Rückweis
ung
en (vgl. die Hinweise bei Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth
,
a.a.O.
,
N
10 zu
Art.
57a) der Fall. Eine unentgeltliche Vertretung im Verwaltungsverfahren ist sodann gebo
ten, wenn das in Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposition der betrof
fe
nen Person eingreift, wie etwa bei namhaften Rückforderungen gegenüber in bescheidenen Verhältnissen lebenden Versicherten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_720/2013 vom
9.
April 2014 E. 5.1-5.2).
Solche Umstände sind in
casu
nicht ersichtlich. Vielmehr beschränkte sich die Fragestellung im
Vorbe
scheidverfahren
einzig auf die Würdig
ung der medizinischen Aktenlage
,
die aus
serdem keine Divergenzen zwischen behandelnden Ärzten und Gutachter enthielt, faktisch auch nicht hinsichtlich der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit
.
Die Fragestellung erwies sich entsprechend auch nicht als besonders unübersichtlich. Bei dieser Sachlage ist die anwaltliche Rechtsvertretung bereits im Verwaltungs
verfahren nicht ge
boten
.
Sodann vermögen f
ehlende
Deutsch- und
Rechtskennt
nisse die Not
wen
digkeit der anwaltli
chen
Verbeiständung
bzw. einen «Ausnah
mefall»
im Sinne der Rechtsprechung nicht zu begründen (Urteil
e
des Bundesge
richts
8C_559/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.4.2
sowie 8C_323/2013 E. 5.2.2
).
Schliesslich haben sich die auf Unter
stützung angewiesenen Rechts
suchenden in einem – wie hier –
sach
verhaltlich
und rechtlich relativ einfach gelagerten Ver
waltungsverfahren mit dem
Beizug
von Fach- und Vertrauens
leuten sozialer
Institutionen
bzw.
unent
geltlicher Rechtsberatungen zu behel
fen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_323/2013 E.
5.2.2 sowie 8C_996/2012 vom 2
8.
März 2013 E. 4.3.2).
Dass
dies vorliegend
objektiv nicht möglich
war
, wird in der Beschwerde zu Recht nicht behauptet
.
7.6
Die angefochtene Verfügung
vom 1
4.
April 2020 (
Urk.
2/1)
erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist
diesbezüglich
abzuweisen.
8.
8.1
Zu befinden bleibt über das Gesuch um
Gewährung
der unentgeltlichen Prozess
führung
sowie um Bestellung von Rechts
anwalt Roman Schuler als unent
geltli
chen Rechtsvertreter (
Urk.
1 S. 2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als bedürftig gilt eine Person, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Familie nötigen Lebensunterhalts nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu bestreiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_617/2009 vom 1
5. Januar 2010 E. 6.2.1 mit Hin
weisen).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbe
gehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträcht
lich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen kön
nen, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
8.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden
und bezüglich des Verfahrens vor Gericht kann
die anwaltliche Vertre
tung des Beschwerdeführers
insbesondere
infolge des schriftlichen Verfahrens als
gerechtfertigt
betrachtet werden. Indes ist angesichts der Auszahlung einer Integ
ritätsentschädigung von
Fr.
37'050.-- von keine
r Bedürftigkeit me
hr auszugehen (
Urk.
13/2-3), da
die vermögensrechtliche Freigrenze für Einze
lpersonen praxis
gemäss bei
Fr.
1
0'000.-- liegt. Integritätsentschädigungen unterliegen als Geld
leistungen gemäss
Art.
15 ATSG (vgl. hierzu
Kieser
, a.a.O.,
Rz
. 10 zu
Art.
15) zwar hinsichtlich Pfändbarkeit und Abtretungen den Einschränkungen von
Art.
22 ATSG. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
12) besteht indes kein Grund, das Kapital bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht zu berücksichtigen
. Da der Beschwerdeführer ausserdem getrennt von seiner in Frankreich lebenden Ehefrau lebt, über deren Einkommens- und Vermögensv
er
hältnisse keine Belege eingereicht wurden, kann ihr Bedarf bei der Prüfung der
finanziellen Verhältnisse
nicht miteinbezogen werden. Wohl
unterschreiten
die
seit Juni 2020 eingehenden Taggelder von durchschnittlich rund
Fr.
1'404.-- netto
den Grundbedarf des Beschwerdeführers selber um rund
Fr.
900.--, weshalb das Vermögen laufend
aufzubrauchen sein
wird. Unter Berücksichtigung des Teil
betrags im Umfang von
Fr.
27'000.-- wird jedoch noch während rund zwei Jahren der Grundbedarf des Beschwerdeführers zuzüglich eines Freibetrages
gedeckt sein und sind die Vermögensverhältnisse im Zeitpunkt der Gesuchstellung massge
bend.
Aus diesen Gründen ist die Bedürftigkeit nicht
ausgewiesen.
.
8.3
Da es im vorliegenden Verfahren
(Verfügung vom
2.
März 2020)
um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
vor
liegend
auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer auf
zuerlegen
.