# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4578677e-3be7-51cb-9bc3-6dae3b01fed5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, bezog seit Juli 2004 eine Viertelsrente der Inva
li
denversicherung (Verfügungen vom 1
5.
August u
nd 1
8.
September 2007;
Urk.
7/57;
Urk.
7/60-61
). Nach durchgeführt
em Revisionsverfahren (
Urk.
7/91 ff.
)
sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem
Ver
sicherten
m
it Verfügungen vom 2
0.
März
und 1
7.
April 2012
eine ganze Rente ab Juli 2009 zu (
Urk.
7
/129
-133). Die dagegen am
4.
Mai 2012 von der
Berufs
vorsor
geeinrichtung
des Versicherten
erhobene Beschwe
rde (
Urk.
7
/136) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
7.
September 2013 gut und änderte die an
ge
fochtenen Verfügungen dahinge
hend ab, dass vom
1.
Juli bis 3
1.
Oktober 2009
Anspruch auf eine ganze Rente und anschliessend ein solcher auf eine Viertels
r
ente sowie ab dem ersten Tag des
zweiten auf die Zustellung dieses Urteils
folgenden Monats kein Rentenan
spruch mehr besteht (Proz
ess Nr. IV.2012.00472
;
Urk.
7/1
5
8
). Der Versicherte erhob gegen dieses Urteil am 2
7.
November 2013
Beschwerde (
Urk.
8/159/1-14), welche das Bundesgericht mit Urteil vom 2
4.
März
2014
in dem Sinne
teilweise guthiess
, als es
die Sache zur neuen
Ab
klärung und
Entscheidung an die IV-Stelle zurückwies (Pr
ozess Nr. 9C_868/2013;
Urk.
7/165
).
1.2
Mit Schreibe
n v
om 2
5.
April 2014 (
Urk.
7/170
) und Mitteilung vom 2
3.
Juli 2014 (
Urk.
7
/173
) informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass die Renten
zahlungen in Umsetzung des Bundesgerichtsurteils per sofort einzustellen seien. In der Folge entstand unter den Parteien ein St
reit über die Frage der Ein
stel
lung der Rentenzahlungen für die Dauer der weite
ren Abkl
ärungen
.
Am 2
5.
November 2014 erhob der Versicherte Rechtsv
erweigerungsbeschwerde (
Urk.
7/185/3
ff.
).
Mit Urteil vom
8.
April 2015 (Prozess Nr. IV.2014.01245;
Urk.
7/192) verpflichtete das hiesige Gericht
in Gutheissung der Beschwerde
die IV-Stelle, über die Frage der Weiterausrichtung der Rente während des
Abklä
rungsverfahrens
umgehend eine beschwer
defähige Verfügung zu erlassen. Dem kam die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
5.
Juli 2015 nach und wies das Gesuch des Versicherten um Weiterausrichtung der Rentenzahlungen währen
d
des
A
b
klärungsverfahrens
ab (
Urk.
7/199
=
Urk.
2).
2.
Am 2
4.
August 2015 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
5.
Juli 2015 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung sowie die Ver
pflichtung der Beschwerdegegnerin, ihm während des laufenden
Abklärungs
ver
fahrens
die bisher ausgerichtete Rente rückwirkend ab
1.
August 2014 weiter
hin auszurichten. Vorsorglich beantragte er, es sei ihm während des ge
richt
li
chen Beschwerdeverfahrens rückwirkend ab
1.
August 2014 eine Viertels
rente auszurichten (
Urk.
1 S
.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
September 2015 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwer
de. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
Oktober 2015 zur Kenntnis ge
bracht; gleichzeitig wurde ihm antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Rechts
pflege bewilligt und Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich, als unent
gelt
licher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin während des vom Bundesgericht mit Urteil vom
2
4.
März 2014
angeordneten
Abklärungs
verfahrens
dem Beschwerdeführer
ab
1.
August 2014
weiterhin die ursprünglich im Jahr 2007 zugesprochene Viertelsrente auszurichten
hat
.
1.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest,
dass für die Ausrichtung einer Rente derzeit kein Rechtstitel bestehe. Daran ändere nichts, dass das Bundesgericht eine weitere Abklärung angeordnet habe.
Rechtspre
chungs
gemäss
trete eine Revisionsverfügung an die Stelle der zu revidierenden Verfügung. Wenn nachträglich durch Wiedererwägung oder Revision auf diese Revisionsverfügung zurückgekommen werde, lebe die ursprüngliche Verfügung nicht wieder auf (
Urk.
2 S. 1). Weiter dauere der mit der revisionsweise verfüg
ten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente verbundene Entzug der aufschie
benden Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwal
tung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an (
Urk.
6 S. 1).
1.3
Der Beschwerdeführer ist der Auffassung (
Urk.
1), es sei zwar nachvollziehbar, dass ihm im jetzigen Zeitpunkt keine ganze Rente - wie sie ihm mit Verfügun
gen vom 2
0.
März und 1
7.
April 2012 zu
nächst zugesprochen worden sei
- aus
gezahlt werden könne, nicht jedoch, dass ihm seit August 2014 gar keine, auch nicht die ursprünglich zugesprochene Viertelsrente,
mehr
ausgezahlt
werde. Dies sei falsch, da die Revisionsv
erfügungen aus dem Jahr 2012 noch nicht rechts
kräftig seien
. Aus diesem Grund hätten die Verfügungen aus dem Jahr 2007 weiterhin Bestand. Die Aufhebung des Urteils des hiesigen Gerichts vom
2
7.
Septem
ber 2013
durch das Bundesgerichtsurteil bewirke, dass diese ur
sprünglichen Rentenverfügungen aus dem Jahr 2007 weiterhin gültig seien, bis sie durch eine neue rechtskräftige Verfügung ersetzt würden. Deshalb habe er
weiterhin Anspruch auf die bisherige Viertelsrente (S. 4 ff.). Weiter sei es zwar richtig, dass eine Revisionsverfügung an die Stelle der zu revidierenden Verfü
gung trete. Dies geschehe aber erst dann, wenn die Revisionsverfügung rechts
kräftig sei. Vorliegend seien aber die Revisionsverfügungen aus dem Jahr 2012 noch nicht rechtskräftig geworden und könnten deshalb weder an die Stelle der Verfügungen aus dem Jahr 2007 treten noch sonstige Rechtswirkung entfalten (S. 6 ff.).
2
.
2
.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen).
2.2
Gemäss Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Ver
bindung mit Art. 97 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterbliebe
nen
versicherung
(AHVG) kann die Vorinstanz in ihrer Verfügung einer allfälli
gen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung entziehen, auch wenn die Verfügung au
f eine Geldleistung gerichtet ist. Gemäss Art. 66 IVG in Verbindung mit Art. 97 AHVG und Art. 55 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) kann die Beschwerdeinstanz, ihr Vorsitzender oder der
Instruktions
richter
die von der Vorinstanz entzogene aufschiebende Wirkung wieder
her
stellen; über ein Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ist ohne Verzug zu entscheiden.
In diesem Zusammenhang
ist
zu prüfen, ob die Gründe, die für die sofortige Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, gewich
tiger sind als jene, die für die gegenteilige Lösung angeführt werden können. Dabei steht der Behörde ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Im Allgemeinen wird sie ihren Entscheid auf den Sachverhalt stüt
zen, der sich aus den vor
handenen Akten ergibt, ohne zeit
raubende weitere Erhe
bungen anzustellen. Bei der Abwägung der Gründe für und gegen die sofortige Vollstreckbarkeit können auch die Aussichten auf den Ausgang des Verfahrens in der Haupt
sache ins Gewicht fallen; sie müssen allerdings eindeutig sein. Im Übrigen darf die verfü
gende Behörde die aufschiebende Wirkung nur entziehen, wenn sie
hiefür
über
zeugende Gründe geltend machen kann (Urteil des Bundesgerichts I 426/05 vom 8. August 2005 E. 1.2).
2.3
Mit Verfügungen vom 2
0.
Mä
rz und 1
7.
April 2012 (
Urk.
7/129-133
) hat die Beschwerdegegnerin die bisherige Viertelsrente des Beschwerdeführers ab Juli 2009 auf eine ganze Rente heraufgesetzt. Entsprechend dem Verfügungsinhalt bestand für die Beschwerdegegnerin kein Anlass, einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Diese
Renten
erhöhung
hat das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
7.
September 2013 zu Un
gunsten des Beschwerdeführers dahingehend geändert, als es ihm
zwar
vom
1.
Juli bis 3
1.
Oktober 2009 einen Anspruch auf eine ganze, danach jedoch nur noch eine bis
z
um ersten Tag des zweiten auf die Zustellung des Urteils folgen
den Monats befristete Viertelsrente zuerkannte. Dieses Urteil wurde wiederum durch das Bundesgericht mit Urteil vom 2
4.
März 2014 aufgehoben, welches die Sache zur Neubeurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und zur Durchführung eines neuen Einkommensvergleiche
s
an die
Beschwerdegeg
nerin zurückwies.
Damit sind die Revisionsverfügungen aus dem Jahr 2012 weiterhin nicht rechts
kräftig und die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers ab Juli 2009 (vgl.
E. 5.2 des Bundesgerich
tsurteils) ist weiterhin unklar
und
es ist offen
, wie hoch ab diesem Zeitpunkt sein Rentenanspruch
sein
w
i
r
d
. Folgte man der Argumen
tation des Beschwerdeführers, so setzte man voraus, dass ihm unabhängig der weiteren Abklärungen und ohnehin bis zum Erlass einer neuen Verfügung min
destens eine Viertelsrente zustehe. Dies kann jedoch
gemäss Urteil des Bundes
gerichts
gerade nicht - beziehungsweise nur bis und mit Juni 2009 - festgestellt werden. Darüber hinaus würde dadurch eine vorsorgliche Weiterausrichtung be
wirkt, für die angesichts des unklaren Verfahrensausgangs kein Anlass be
steht.
2.4
Ob und in welchem Umfang der Beschwerdeführer ab Juli 2009 einen Rentenanspruch hat, ist nicht Gegenstand des vorliegenden - sondern des nach Rückweisung durch das Bundesgericht bei der Beschwerdegegnerin hängigen - Verfahrens. Mit Blick auf die Unbestimmtheit des Rentenanspruchs als solchem hat die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 23. Juli 2014 (Urk. 7/173) und Verfügung vom 15. Juli 2015 (Urk. 2) die Auszahlung der bisher ausgerichteten Viertelsrente einstweilen eingestellt.
Diese Anordnung der Beschwerdegegnerin ist auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen.
In Anwendung der massgebenden Rechtsprechung (vorstehend E.
2.2) sind da
bei
die Interessen der Verfahrensbeteiligten gegeneinander abzuwägen. Dem Inte
resse des Beschwerdeführers am Weiterbezug der Rentenleistung steht das Inte
resse der Beschwerdegegnerin gegenüber, nicht Leistungen erbringen zu müssen,
deren Rechtsgrund ungesichert ist und für deren allfällige Rückforderung ein erhebliches Inkassorisiko besteht.
Für den Fall, dass die Erfolgsaussichten der versicherten Person im Hauptverfahren nicht eindeutig positiv sind, wird das Interesse der Verwaltung beziehungsweise der Versicherung an der Vermeidung administrativer Umtriebe und Verhinderung von Rückforderungsausfällen regel
mässig höher gewichtet als dasjenige der versicherten Person, nicht in eine Not
lage zu geraten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_110/2008 vom 7. Mai 2008 E. 2.3 und I 426/05 vom 8. August 2005 E. 2.3).
Dies trifft hier zu, so dass die Einstellung der Rentenzahlung zu bestätigen ist.
Aus die
sem Grund kann auch der Antrag des Beschwerdeführers auf vorsorg
liche
Wei
terausrichtung
der bisherigen Viertelsrente für die Dauer des vorlie
gen
den
Be
schwerdeverfahrens
nicht bewilligt werden.
Der angefochtene Entscheid ist somit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde.
3
.
3.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Be
schwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte keine
Hono
rarnote
ein, weshalb seine Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist (vgl. Dispositiv Ziffer 3 von
Urk.
11). Demgemäss ist Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser,
Zürich, beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehr
wert
steuer) für seine Bemühungen mit
Fr.
1‘700.--
(inkl.
MWSt
und
Barausla
gen
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen
.
Der Beschwerdeführer
wird auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen
.