# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f6933218-912d-4b53-87c6-815d9838a060
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._,
Staatsangehöriger
von Y._
, geboren 1968, trat am 2
2.
Juli 2014 über die
Z._
AG eine Vollzeitstelle als Plattenleger an (Angaben in der Schadenmeldung UVG vom
3.
November 2014,
Urk.
8/1), nach
dem er sich mit Einreisedatum des 2
8.
April 2014 in
A._
angemeldet hatte (Wohnsitzbestätigung vom
1.
April 2016,
Urk.
8/75 S. 6). Im Rahmen des Arbeits
verhältnisses mit der
Z._
AG war er bei der Suva für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch versichert.
Mit Schreiben vom 25. September 2014 über
wies die Hausärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, den Versicherten an Dr. med.
C._
, Spezialarzt für Orthopädie, und wies darauf hin, dass
ihr Patient
sie im November 2013 wegen Problemen im rechten Knie aufgesucht habe und die Beschwerden seit August 2014 zugenommen hät
ten, weshalb sie ihm ab dem 1
5.
August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit attestiert habe (
Urk.
8/53).
Am 2
6.
September 2014 erstattete
Dr.
C._
der Hausärztin Bericht (
Urk.
8/51), und am 3
1.
Oktober 2014 führte er eine Arthroskopie des rechten Kniegelenks durch, anlässlich der er neben d
er Entfernung des
Osteosynthese
materials
aus einer früheren Operation eine
Teilmeniskektomie
vornahm und freie Gelenks
körper entfernte (Operationsbericht in
Urk.
8/
46
;
Bericht von Dr.
C._
vom 2
5.
Oktober 2014,
Urk.
8/52 S. 1).
Kurz vor der Operation
hatte
Dr.
B._
den Orthopäden Dr.
C._
am 2
3.
Oktober 2014 darüber informiert, dass sie nachträglich von einem Sturz erfahren habe, den der Versicherte am 1
4.
August 2014 auf dem Bau erlitten habe und der zur
Schmerzexazerbation
im rechten Knie und zur Konsultation bei ihr am 1
5.
August 2014 geführt habe (
Urk.
8/49 S. 1). Am
3.
November 2014 erfolgte deshalb die Schadenmeldung an die Suva (
Urk.
8/1), und Dr.
B._
erstat
tete der Suva am 1
3.
und am 3
0.
November 2014 Bericht (
Urk.
8/12 und
Urk.
8/16).
1.2
Auch nach der Operation von Ende Oktober 2014 persistier
ten Beschwerden am rechten Knie
.
Bis
zum Frühjahr 2016
fanden deswegen weitere Konsultation
en
bei der Hausärztin
Dr.
B._
und beim Orthopäden
Dr.
C._
statt (Überweisungsschreiben von
Dr.
B._
an
Dr.
C._
vom 28.
Novem
ber 2014 und vom
2.
April 2015,
Urk.
8
/49
S. 2 und
Urk.
8/48; Berichte von
Dr.
C._
vom
2.
Dezember 2014,
vom 1
4.
Februar 2015
und vom 29.
April 2016
,
Urk.
8
/30,
Urk.
8
/28
und
Urk.
8/71
; Berichte von
Dr.
B._
an die Suva vom 2
0.
Februar und vom 1
2.
No
vember 2015,
Urk.
8/29 und Urk.
8/45), und d
er Versicherte war weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig geschrie
ben
(vgl. den Unfallschein in
Urk.
8
/35 S. 2
und das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von
Dr.
B._
vom 1
3.
April 2016,
Urk.
8/63
).
Die Suva
führte mit dem Versicherten verschiedene Gesp
räche
auf ihrer Agentur
(Berichte vom 1., vom 1
3.
und vom 2
5.
April 2016
,
Urk.
8/57,
Urk.
8/62 und Urk.
8/67) und holte bei ihrem
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für
Chirurgie
,
die Kurzbeurteilung vom 2
6.
April 2016 zur
Frage nach dem Kausal
zusammenhang zwischen den Beschwerden am rechten Knie und dem Ereignis vom 1
5.
August 2014 (erfasstes Unfalldatum)
ein (
Urk.
8
/68)
. Gestützt auf diese Beurteilung teilte sie dem Versicherten gleichentags
mit, dass
sie den Fall per 3
1.
Oktober 2014 abschliesse und den Anspruch auf weitere Versicherungs
leistungen
mangels Unfallkausalität der fortbestehenden Beschwerden ablehne
, sodass die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilungskosten) auf diesen Zeitpunkt
hin eingestellt
würden (
Urk.
8
/69).
Auf die Einwendungen des Versi
cherten, vertreten durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
, vom 2
2.
Juni 2017 hin (
Urk.
8/82 S. 3-8)
liess die Suva durch
Dr.
D._
die Aktenbeurteilung vom 14. Juli 2017 erstellen (
Urk.
8/87) und hielt
daraufhin mit Verfügung vom 1
0.
August 2017 an ihrer Leistun
gseinstellung fest (Urk.
8/88
). Die Einsprache von
X._
(Eingabe vo
m
4.
September 2017,
Urk.
8/89)
wies die Suva
mit Entscheid vom 8. Januar 2018 ab (
Urk.
8/95).
X._
liess gegen den Einspracheentscheid vom
8.
Januar 2018
durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
beim Sozialversicher
ungsgericht Beschwerde erheben und liess im Rahmen des Beschwerdeverfahrens unter anderem zwei Kausalitätsbeurteilung
en
von
Dr.
C._
vom 1
1.
Juni und vom 2
9.
Oktober 2018 einreichen (
Urk.
8/109 S. 4-5 und
Urk.
8/120). M
it Urteil vom
2.
September 2019
hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde
in dem Sinne gut, dass es den angefochtenen Entscheid aufhob und die Sache zur Einholung eines Gut
achtens zur strittigen Kausalitätsfrage bei einer versicherungsexternen, auf Knieprobleme spezialisierten Fachperson zurückwies
(
Urk.
8/126;
Prozess
Nr.
UV.2018.00045). Der Entscheid blieb unangefochten.
1.3
In der Folge nahm die Suva vom Versicherten (
Schreiben vom 1
7.
Oktober 2019
,
Urk.
8/127 S. 1) eine schriftliche Schilderung des ehemaligen Nachbarn
E._
zu den
erbrachten Hilfeleistungen nach dem Ereignis vom August 2014
entgegen
(
Urk.
8/12
7 S. 2
)
, holte bei
Dr.
B._
einen
Auszug aus der Kran
kengeschich
te betreffend dieses Ereignis
ein (
erstellt am 3
0.
Oktober 2019,
Urk.
8/136 S. 1-5 mit den beigelegten Berichte
n in
Urk.
8/136 S. 6-7 und Urk.
8/137-143) und
führte mit dem Versicherten am 2
1.
November 2019 ein Gespräch zur Klärung des U
n
fallhergangs (Protokoll in
Urk.
8/157).
Anschlies
send liess sie durch
Dr.
B._
zusätzlich einen Krankengeschichtenauszug zur Behand
lung des rechten Knies vor dem Ereignis vom August 2014 erstellen (Auszug vom 1
1.
Februar 2020,
Urk.
8/168) und zog
von der Universitätsklinik
F._
den Bericht
vom 2
4.
Juni 2019
über die Operation des rechten Knies mit Anbringen einer Totalendoprothese
und den Austrittsbericht vom
1.
Juli 2019 bei (
Urk.
8/172 und
Urk.
8/171).
Mit Schreiben vom
9.
März 2020
(
Urk.
8/182 S. 2)
setzte
die Suva den Versicher
ten, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwältin
Ama
Mülthaler
,
davon in Kenntnis, dass sie das Gutachten
im Sinne des Rückweisungsurteils vom
2.
September 2019
bei
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traum
atologie des Bewegungsapparates (vgl.
Urk.
8/228 S. 29)
, in Auftrag zu geben gedenke, und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme zur Person des Gutachters und zum Fragenkatalog (vgl.
Urk.
8/180)
. Nach
einiger Korrespondenz hierzu (vgl.
Urk.
8/189-193)
hielt die Suva mit Zwischenentscheid vom
8.
Juni 2020 an der Absicht fest
, ein monodisziplinäres Gutachten in der Disziplin der Orthopädischen Chirurgie
und nicht im Sinne des Antrags des Versicherten ein polydisziplinäres G
utachten anzuordnen
(
Urk.
8/194).
Nachdem dieser Entscheid unangefoc
hten geblieben war, erteilte die Suva
Dr.
G._
mit Schreiben vom 18.
Juni 2020 den Gutachtensauftrag und unterbreitete ihm neben ihren eigenen Fragen die Zusatzfragen des Versicherten (
Urk.
8/202 S. 2-7).
Dr.
G._
legte sein Gutachten am
7.
September 2020 vor (
Urk.
8
/228). Mit den Eingaben vom 30.
N
ovember
und vom 3
1.
Dezember 2020 liess der Versicherte von seiner Gelegenheit zur Stellungnahme zum Gutachten G
ebrauch machen und dieses als mangelhaft rügen (
Urk.
8/234 und
Urk.
8/238).
Mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2021 entschied die Suva erneut im Sinne des gerichtlich aufgehobenen Einspracheentscheids vom
8.
Januar 2018 und der ihm
zugrunde liegenden
Verfügung vom 1
0.
August 2017 und stellte ihre Versiche
rungsleistungen mangels Unfallkausalität der fortbestehenden Beschwerden per 3
1.
Oktober 2014 ein (
Urk.
8/
2
45).
Der Versicherte liess mit Eingabe vom 1
3.
Juni 2021 Einsprac
he erheben
und
geltend machen, die unfallbedingte Kausalität der Kniebeschwerden sei zu bejahen, allenfalls seien weitere Abklärungen zur K
ausalität zu treffen (
Urk.
8/249 S. 1-10).
Unter anderem berief er sich dabei auf eine Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2021 zum Gutachten, die
seine Rechtsvertreterin
eingeholt hatte (
Urk.
8/249 S.
16). Mit Entscheid vom 2
1.
Juli 2021 wies d
ie Suva die
Einsprache
wiederum
ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/255).
1.4
Im April 2019 hatte sich
X._
auch bei der Invalidenversicherung an
gemeldet, und die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, hatte mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020 den Anspruch auf eine Invaliden
rente verneint (
Urk.
8/236). Der Versicherte hatte gegen diese Verfügung durch Rechts
anwältin
Ama
Mülthaler
mit Eingabe vom
1.
Februar 2021 beim Sozial
versiche
rungsgericht Beschwe
rde erheben lassen (Prozess Nr.
IV.2021.
00072
)
.
Dieses hob die Verfügung
in der Folge mit Urteil vom 29.
September 2021
auf
und wies die Sache zur weiteren medizinischen Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit und zur erwerblichen Situation an die IV-Stelle zurück.
2.
Mit Eingabe vom 1
2.
September 2021
(
Urk.
1)
hatte
X._
durch Rechts
anwältin
Ama
Mülthaler
gegen den
Einsp
racheentscheid
der Suva vom 21.
Juli 2021 ebenfalls Beschwerde beim Sozialversicheru
ngsgericht erheben
lassen
und
beantragt
, der Entscheid sei aufzuheben und ihm seien ab dem Unfallzeitpunkt des 1
5.
August 201
4
die gesetzlichen Kostenvergütungen und Taggelder sowie eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zuzusprechen, eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Feststellung des vollständigen und konkreten medizinischen Sachverhalts in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2). In prozessualer Hinsicht liess er um die Bestellung seiner Rechtsvertreterin zur unentgeltlichen Rechtsanwältin ersuchen (
Urk.
1 S. 2).
Die Suva, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf, liess in der Beschwerdeantwort vom 1
8.
Oktober 2021 auf Abweisung der Beschwerde schliessen (
Urk.
7).
Nachdem das Gericht mit Verfügung vom 2
6.
Oktober 2021 dem Antrag auf die unentgeltli
che Rechtsvertretung stattgegeben
hatte (
Urk.
10), liess der Beschwer
deführer mit Eingabe vom 1
0.
November 2021 um Ansetzung einer Frist zur Stel
lungnahme zur Beschwerdeantwort ersuchen (
Urk.
12). Mit Verfügung vom 1
5.
November 2021 entsprach das Gericht diesem Ersuchen (
Urk.
13), worauf der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 1
3.
Dezember 2021 eine Replik erstatten
und seine Rechtsbegehren er
neuer
n
liess (
Urk.
16). Auf die Verfügung vom 1
7.
Dezember 2021 hin (
Urk.
17) liess die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom
5.
Januar 2022 darauf verzichten, zur Replik Stellung zu nehmen (
Urk.
19). Mit Verf
ügung vom 1
0.
Januar 2022 (Urk.
20) wurde diese Eingabe dem Beschwe
r
deführer zur Kenntnis gebracht.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in
Kraft gestanden sind
, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung
des UVG
vom 25.
September 2015 vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor die
sem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisheri
gem Recht gewährt werden (Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen).
Das vorliegend zur Diskussion stehende Ereignis vom August 2014 hat sich vor dem 1. Januar 2017 zugetragen. Deshalb gelangen die bis 31.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung; sie werden nachfolgend in der dama
ligen Fassung zitiert
.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat
.
Von der Kompetenz, Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG), hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV (bis Ende 2016 gültig gewesen) Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Bei diesen Schädigungen entfällt nach der Rechtsprechung zur Rechtslage bis Ende 2016 im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein, so namentlich der einwirkende äussere Faktor. Dieser ist definiert als ausserhalb des Körpers liegen
der, objektiv feststellbarer, sinnfälliger und mithin unfallähnlicher Einfluss auf den Körper; verlangt wird ein Geschehen, dem ein gewisses gesteigertes Gefähr
dungspotential innewohnt (BGE 129 V 466 E. 4.1 und E. 4.2.2).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheit
lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rah
men der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V
286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird ein bestimmter, als Einheit zu betrachtender Gesundheitsschaden durch einen Unfall und durch unfallfremde Faktoren gemeinsam verursacht, so richtet sich die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach den Vorschriften in
Art.
36 UVG. Nach
Art.
36
Abs.
1 UVG werden unter anderem die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen - zu denen die Heilbehandlung nach
Art.
10
Abs.
1 UVG gehört - nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
2.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Demnach hat der Unfallversicherer rechtsprechungsgemäss auch dort, wo durch den Unfall ein zuvor stumm gewesener degenerativer Vorzustand lediglich akti
viert, aber nicht verursacht worden ist, die Leistungen zu
erbringen
,
bis
der
Status quo sine
oder der Status quo
ante
erreicht ist, und zwar - in Anwendung der Regeln in Art. 36 UVG - auch dann, wenn die Gesundheitsschädigung
bei einer Gewichtung der
verschiedenen Teilursachen
zum stark überwiegenden Teil dem Vorzustand zuzuschreiben ist. Dies kann nach
der Rechtsprechung bedeuten, dass der Unfallversicherer für eine Operation aufzukommen hat, die mutmasslich auch ohne den Unfall irgendwann notwendig geworden wäre, sofern die latente Operationsindikation durch den Unfall zu
einer akuten Indikation geworden ist und der Unfall somit für den früheren Zeit
punkt der Notwendigkeit des Eingriffs verantwortlich ist. Anders v
erhält es sich
nur dann, wenn der Unfall lediglich eine
Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ei
n
Risiko
manifest werden lässt
, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_423/2012 vom
26.
Februar
2013 E. 5.3 und U 136/06 vom 2. Mai 2007 E.
3.2, je mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung ist insbesondere auch im Falle der Verletzungen relevant, die bis Ende 2016 in Art. 9 Abs. 2 UVV aufge
listet waren. Denn der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht gemäss dem Bundesgericht darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der versicherten Personen zu vermeiden. Das Bundesgericht bejaht daher unter der Herrschaft von Art. 9 Abs. 2 UVV eine unfallähnliche Körperschädigung schon dann, wenn eine schädigende äussere Ein
wirkung (oder gar ein eigentlicher Unfall) wenigstens im Sinne eines Auslösungs
faktors zu den vor- oder überwiegend krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutritt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2017 vom 3. November 2017 E.
6.4 mit Hinweisen).
2.5
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Der Versicherungsträger prüft nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG die Begehren, nimmt die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.
Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt jedoch erst dann zum Zug, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer
für die
Behandlung des Zustands am rechten Knie und für die finanziellen Folgen dieses Zustands ab dem 3
1.
Oktober 2014 weiterhin Leistungen zu erbringen hat.
4.
4.1
Bei der erstmaligen Zuweisung des Beschwerdeführers an
Dr.
C._
mit dem Schreiben vom 2
5.
September 2014 hatte die Hausärztin
Dr.
B._
noch keine Kenntnis von einem besonderen Ereignis, das
im August 2014 eine Zunahme der Kniebeschwerden ausgelöst hätte, sondern stellte aufgrund einer
Erkundigung
des Krankenversicherers vielmehr die F
rage, wieweit
die Zustands
verschlechterung auf einen lange zurückliegenden, nicht versicherten Unfall
mit Kreuzbandriss und
Tibiakopffraktur
zurückzuführen sei (
Urk.
8/53).
Dr.
C._
konstatierte
daraufhin in seinem Bericht vom 2
6.
September 2014 unter Bezugnahme auf ak
tuelle Röntgenaufnahmen (Urk. 8
/31)
einen Z
ustand nach schwerer Fraktur mit Osteosynthese am
Tibiakopf
, Seitenbandrekonstruk
tion und
Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
(Urk.
8
/51 S. 1). D
ement
sprechend brachte
Dr.
C._
den Befund einer Gonarthrose des rechten Kniegelenks und die davon herrührenden Beschwerden in einen
teilweisen
Zusammenhang mit dem damaligen Ereignis
und erachtete zudem auch das damals verwendete
Osteosynthesematerial
als teilweise verantwortlich für das
Beschwerdebild (
Urk.
8/51 S. 2);
der Beschwerdeführer berichtigte später anläss
lich der Befragung auf der Agentur der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
April 2016, diese Operation sei - in
Y._
- bereits im Jahr 1988 und nicht, wie von
Dr.
C._
angegeben, erst im Jahr 1998 durchgeführt worden (
Urk.
8/62 S.
1).
Anlässlich der Operation vom 3
1.
Oktober 2014 sodann stellte Dr.
C._
zusätzlich eine komplexe mediale Meniskusläsion fest und nahm deswegen eine
Teilmeniskektomie
vor (
Urk.
8/46).
Bei der Durchführung der Operation vom 3
1.
Oktober 2014 hatte
Dr.
C._
nunmehr
Kenntnis gehabt von der na
chträglichen Mitteilung von Dr.
B._
vom 2
3.
Oktober 2014, wonach ein Sturz von Mitte August 2014 zur Schmerzzunahme am rechten Knie geführt habe (
Urk.
8/49 S. 1).
Er wies daher
im Operationsbericht
im Abschnitt über die Indikation
darauf hin,
dass der Beschwerdeführer
bei einem Zustand nach einer
Ers
atzplastik
des vorderen Kreuzbandes
vor über 20 Jahren
Mitte August 2014 eine Kniedistorsion erlitten habe und seither als Bodenleger arbeitsunfähig sei (
Urk.
8/46 S. 1).
Damit stellte sich neu die Frage nach der Ursächlichkeit des Ereignisses von Mitte August 2014 für die rechtsseitigen Kniebeschwerden ab diesem Zeitpunkt.
4
.2
Wie das Gericht im Urteil vom
2.
September 2019 festgehalten hat
(
Urk.
8/126 E.
3.3.2)
,
führte der Kreisarzt
Dr.
D._
in der Aktenbeurteilung vom 1
4.
Juli 2017
zu dieser Ursächlichkeit
aus,
aufgrund des Unfallhergangs gemäs
s der Darstellung im Protokoll d
es Suva-Mitarbeiters (vom 1
3.
April 2016) sei das rechte Knie beim Sturz lediglich von einer Kontusion («angeschlagen», «angeprallt»), nicht aber von einer Distorsion betroffen gewesen, wie sie für die Verursachung einer traumati
schen Meniskusläsion erforderlich gewesen wäre. Zudem sei auch eine richtung
gebende Verschlimmerung nicht überwiegend wahrscheinlich, da die vorbestan
dene Kreuzbandplastik gemäss der Beschreibung von
Dr.
C._
insuffizient gewesen sei und seit Jahren eine Instabilität im rechten Kniegelenk bewirkt habe. Dies führe schon für sich allein genommen zu einer degenerativen Schädigung in Form von Arthrose und der Effekt werde durch die beim Beschwerdeführer vorhandene
Varusfehlstellung
noch verstärkt, was an der Läsion des medialen Meniskus erkennbar sei (
Urk.
8
/87 S. 5 f.). Des Weiteren lieferte nach dem Dafür
halten von
Dr.
D._
auch der Erstbefund nach dem Ereignis vom August 2014 keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung dieses Ereignisses an der Knie
problematik, da
Dr.
B._
keine
Hämatomverfärbung
im Bereich des Knies, sondern lediglich eine unspezifische Schwellung und
Druckdolenz
beschrieben habe, was auch bei einer Gonarthrose typisch sei (
Urk.
8
/87 S. 5).
Demgemäss gelangte
Dr.
D._
z
usammenfassend zum Schluss, dass der Beschwerdeführer beim Ereignis vom August 2014 allein eine Kontusion des rechten Kniegelenks ohne strukturelle Schädigung und ohne richtunggebende Verschlimmerung des ausgeprägten Vorzustandes erlitten habe. Unter dem Hin
weis darauf, dass Kontusionen nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten abheilten, hielt
Dr.
D._
deshalb fest, es sei bereits anlässlich der Konsultation bei
Dr.
C._
vom 2
6.
September 2014, spätes
tens aber im Zeitpunkt der Arthroskopie
vom 31.
Oktober 2014
, von einem Status quo sine auszugehen (
Urk.
8
/87 S. 6).
Dieser Beurteilung, a
uf
die sich
die Beschwerdegegnerin bei der
damaligen
Leis
tungseinstellung per 3
1.
Oktober 2014
stützte
(
vgl.
Urk.
8/88 und
Urk.
8/95 S. 10
sowie die Rechtsschriften der Be
schwerdegegnerin im Prozess Nr.
UV.2018.00045
)
, stand die abweichende K
ausalitätsbeurteilung durch Dr.
C._
gegenüber, auf die sich der Beschwerdeführer berief (vgl.
Urk.
8/89 sowie die Rechtsschriften des B
eschwerdeführers im Prozess Nr.
UV.2018.00045).
Wie im Urteil vom
2.
September 2019 ausge
führt (
Urk.
8/126 E. 3.3.3), le
gte
Dr.
C._
zu
seiner Annahme, dass der Beschwerdeführer
beim Ereignis vom August 2014 nicht nur eine Kontusion, sondern eine Distorsion des rechten Kniegelenks erlitten habe
(
Urk.
8/46 S. 1), in der
Stellungnahme vom 11. Juni 2018 näher dar, dass eine Kontusion des Kniegelenks immer auch eine Versetzung des Unterschenkels zum Oberschenkel erzeuge, wodurch die Menisken unweigerlich mehr oder weniger unter Scherbelastungen gerieten (
Urk.
8/109 S.
7
). Ferner stellte
Dr.
C._
die vorbestandenen degenerativen Verände
rungen nicht in Frage, sondern teilte diesbezüglich die Sichtweise von
Dr.
D._
zum Zusammenhang zwischen der insuffizienten Kreuzbandplastik und der Ent
stehung dieser Veränderungen. Abweichend von
Dr.
D._
erachtete er jedoch das Ereignis vom August 2014 als verantwortlich für eine Traumatisierung der arthrotischen Veränderungen und für die Entstehung der Meniskusläsion (
Urk.
8/109 S. 7
), und in der weiteren Stellungnahme vom 2
9.
Oktober
2018 blieb er dabei, dass da
s Ereignis in diesem Sinne eine richtungsweisende Gesundheits
schädigung bewirkt habe (
Urk.
8/120 S. 1
).
4.3
4.3.1
Bei
der Würdigung der beiden
divergierenden ärztlichen Beurteilungen
wies das Gericht im Urteil vom
2.
September 2019
zunächst
auf offene Fragen zum Her
gang des Ereignisses vom August 2014 hin.
Dr.
B._
schilderte dieses Ereignis
im Schreiben an
Dr.
C._
vom 2
3.
Oktober 2014 aufgrund des Sprechstundengesprächs
dieses Tages
dahin
gehend
,
dass
der Beschwerdeführer am 1
4.
August 2014 auf dem Bau von einer Leiter gestürzt
sei
, weil er sich in einem Kabel verheddert habe, und
dass er bei
m Sturz
auf das rechte Kniegelenk geprallt
sei
, was zur
Schmerzexazerbation
geführt habe (
Urk.
8/49 S. 1). Teilweise in Abweichung von dieser Darstellung
ist
im
Bericht
der Beschwerdegegnerin über das Gespräch mit dem Beschwerdeführer vom 1
3.
April 201
6 zu Protokoll gegeben, der Beschwerdeführer habe
bei der Arbeit auf der Baustelle eine Box, die mit Bodenplatten gefüllt gewesen sei, in ein u
nteres Stockwerk bringen wollen und sei b
eim Versuch, den Kabeln auszu
weichen, die vor der abwärts führenden Treppe gelegen hätten, ins Leere getreten,
worauf er
purzelbaumartig die ganze Treppe hinuntergestürzt und mit der Innen
seite des rechten Knies auf die Kante der letzten Stufe gelangt
sei
(
Urk.
8
/62 S.
1
).
Das Gericht nahm im Urteil vom
2.
September 2019 Kenntnis von diesen Unfall
darstellungen (
Urk.
8/126 E. 3.2)
und teilte dabei
die Zweifel der Beschwerde
gegnerin am gesch
ilderten Hergang mit purzelbaumartigem Sturz über eine
ganze Treppe
, dies
mit der Überlegung, dass
bei einem solchen Geschehen auch Schmer
zen und sichtbare Prellungen an anderen Körperstellen zu erwarten gewesen wären, von denen die Hausärztin bei zeitnaher Konsultation trotz sprachlicher Verständigungsschwie
rigkei
ten hätte erfahren müssen (Urk.
8/126 E. 3.4.1). Des Weiteren hielt das Gericht die Frage für ungeklärt, wieviel Zeit zwischen dem Ereignis und der Erhebung des Erstbefundes durch Dr.
B._
verstrichen war, da
Dr.
B._
als Datum der Erstkonsul
t
ation nach dem Sturz jeweils den 1
5.
August 2014, einen Freitag,
genannt
(vgl.
Urk.
8/12 und
Urk.
8/49 S. 1) und als Unfalldatum den
1
4.
August 2014, also den Vortag, bezeichnet hatte (
Urk.
8/49 S. 1), wogegen am 1
3.
April 2016 die Aussage des Beschwerdeführers protokolliert worden war, er
habe
unmittelbar nach dem Sturz
starke, messer
stichartige Schmerzen im rechten Knie verspürt und d
as Knie sei geschwollen gewesen, worauf er sich
über das Wochenende ausgeruht und
am Montag
Dr.
B._
aufgesucht
habe (Urk. 8/62 S. 1).
4.3.2
Bei diesen U
nklarheiten zum Ereignis, das als Ursache für die Beschwerde
zunahme am rechten Knie zur Diskussion stand, sah sich das Gericht nicht dazu in der Lage, einer der beiden unterschiedlichen Kausalitätsbeurteilungen von
Dr.
D._
und
Dr.
C._
zu folgen
. Es
wies
darauf hin, dass die verstrichene Zeit zwischen dem Ereignis und der Erhe
bung des Erstbefundes durch
Dr.
B._
für die Interpretation
d
es Be
fundes und damit auch für die strittige Kausalitätsfr
age von Belang sein könne (Urk.
8/126 E. 3.4.1)
, und
erach
tete die Beurteilung von
Dr.
D._
schon
deshalb als unzureichend, weil es sich dabei um eine reine Aktenbe
urte
ilung gehandelt hatte, der
keine eingehende Befragung des Beschwerdeführers zur Krankengeschichte, zum früheren und zum aktuellen Ereignis und zu den Beschwerden vor und nach dem aktuellen Ereignis vorangegangen war.
Aus dem gleichen Grund vermochte dem Gericht auch die K
ausalitätsbeurteilung von
Dr.
C._
nicht zu genügen, da sie ebenfalls nicht
auf einer eingehenden Befragung des Beschwerdeführers und auf einer um
fassenden
Analyse der Krankengeschichte basiert hatte (
Urk.
8/126 E. 3.4.2).
4
.4
Aufgrund dieser Feststellungen hielt es das Gericht im Urteil vom
2.
S
eptember 2019
für geboten, dass die Beschwerdegegnerin den offenen Fragen zum Ereignis vom August 2014 vorab im Rahmen des A
dministrativverfahrens nachging
. Dazu gehörte
n
gemäss dem Gericht
eine
ergänzende Befragung des Beschwerdeführers
unter Mitwirkung eines Dolmetschers oder einer Dolmetscherin
y._
Sprache und des Weiteren
allfällige
Erkundigung
en
bei P
ersonen, die im Zeit
punkt des Ereignisses an der Unfallstelle anwesend waren
(
Urk.
8/126 E.
3.5.1). Im Anschluss daran
war gemäss dem Urteil vom
2.
September 2019 die Begut
achtung durch eine versicherungsexterne, auf Knieprobleme spezial
isierte Fach
person angezeigt
, zu der das Gericht die Angelegenheit an die Beschwerdegegne
rin zurückwies (
Urk.
8/126 E. 3.5.2 und E. 3.6).
5.
5.1
5.1.1
Im Rahmen der
zusätzlichen
administrativen
Abklärungen, welche die Beschwer
degegnerin aufgrund des
Rückweisungsurteils vom
2.
September 2019 traf, konnte
das
E
reignis
vom August 2014 nicht zweifelsfrei rekonstruiert werden.
5.1.2
Der ehemalige Nachbar
E._
führte in der undatierten, im Oktober 2019 eingereichten schriftlichen Erklärung aus, der Beschwerdeführer sei an einem Freitag von einem Arbeitskollegen nach Hause gebracht worden, weil er einen Arbeits
unfall erlitten habe. Er habe Prellungen an diversen Stellen, wie am Rücken und an den Beinen, gehabt und habe kaum gehen können, weil er beim Treppensturz auf das Knie gefallen sei (
Urk.
8/127 S. 2).
Der Beschwerdeführer selbst datierte das Ereignis b
ei der Befragung auf der Agentur vom 2
1.
November 2019
, die unter
Beizug
einer Dolmetscherin
y._
Sprache durchgeführt wurde,
auf Donnerstag, den 1
4.
August 2014, und gab
im Unterschied zur
Dar
stellung vom April 2016 an, er sei nicht beim Ausweichen gegenüber Kabeln gestürzt, sondern sei vielmehr über
die Kabel
gestolpert, weil er das Hindernis wegen der schlechten Lichtverhältnisse nicht gesehen habe. Im Übrigen hielt er jedoch daran fest,
dass er purzelbaumartig die Treppe hinuntergestürzt sei und
mit d
er Innenseite des rechten Knies auf der Kante der letzten Stufe
aufgeschlagen habe, und
gab
im Vergleich zur früheren S
childerung zusätzlich zu Protokoll
, er sei
20-25 Minuten lang mit Schmerzen am ganzen Körper am Boden gelegen und habe sich danach die Treppe hochgeschleppt, worauf er von einem Gärtner, der draussen Gartenarbeiten verrichtet habe, nach H
ause gebracht
und von einem Nachbarn in sein Appartement hochgetragen worden sei. Er habe gleichentags seine Hausarztpraxis kontaktiert, habe jedoch wegen Abwesenheit der Hausärztin erst am Montag einen Termin erhalten.
Daraufhin habe er
am Freitag zusammen mit einem Freund beim Arbeitgeber vorgesprochen
, um den Unfall zu melden,
und habe anschliessend über das Wochenende sein angeschwollenes Knie gekühlt. Seine Mobilität sei komplett eingeschränkt gewesen, sodass er sogar Hilfe beim Toilettengang benötigt habe.
Er habe der Ärztin den Vorfall geschildert und ihr auch die
erlittenen
Prellmarken am Rücken und im Bereich des Thorax
gezeigt
; es
seien
jedoch
sprachliche
Verständigungsprobleme aufgetreten
(Urk
.
8/157 S. 1-2 und S. 3).
Entsprechend der Schilderung des Beschwerdeführers vermerkte der Schaden
inspektor im Bericht vom 2
1.
November 2019, die hausärztliche Erstkonsul
t
ation müsse am Montag, dem 1
8.
August 2014, erfolgt sein (Urk.
8/157 S. 2). Im neu beigezogenen Auszug aus der Krankengeschichte
trug
Dr.
B._
allerdings in Übereinstimmung mit den Angaben in ihrer Korrespondenz
den 1
5.
August 2014 als Datum der Konsultation wegen der zugenommenen Knieschmerzen
ein
, und die nächste Eintragung datiert erst vom 2
5.
September 2014, dem Tag, an dem
Dr.
B._
den Beschwerdeführer an
Dr.
C._
üb
er
wies (
Urk.
8/136 S. 1).
Dr.
B._
hielt am 1
5.
August 2014 vergleichbar mit dem Inhalt des
späteren
Zuweisungsschreibens an Dr.
C._
(
Urk.
8/53) fest, der Beschwerdeführer
klage
über belastungsabhängig zugenommene Knie
schmerzen rechts mit vermehrten Instabilitäten
,
und erhob als Befund eine dis
krete Schwellung des Kniegelenks mit
Druckdolenz
über den Gelen
k
spalten sowie über dem lateralen Seitenband und mit fraglichen Meniskuszeichen, die jedoch wegen der Schmerzen nicht ausreichend prüfbar gewesen seien (
Urk.
8/136 S. 1).
Einen Sturz erwähnte Dr.
B._
nicht
;
ebenso
wenig registrierte sie Prell
marken, die der Beschwerdeführer ihr gezeigt hätte
, sondern sie brachte lediglich den Kommentar an, dass der Beschwerdeführer nur gebrochen Deutsch spreche.
5.1.3
Dass sich
Dr.
B._
im Datum der Erstkonsultation vertan hätte, erscheint als eher unwahrscheinlich, da sie den Krankengeschichtenauszug zuhanden der Suva (
Urk.
8/136 S. 1-5) zwar erst am
3
0.
Oktober 2019 erstellt hat
,
die Aufzeich
nungen in einer Krankengeschichte jedoch unmittelbaren, zeitnahen Charakter haben
.
Aus dem Umstand allein,
dass der Beschwerdeführer
Dr.
B._
somit mutmasslich
bereits am Freitag, dem 1
5.
August 2014, und nicht erst am Montag, dem 1
8.
August 2014, wegen der zugenomme
nen Kniebeschwerden kon
sultiert hat
, kann allerdings noch nicht auf die Zeit geschlossen werden, die zwi
schen dem geschilderten Treppensturz und der hausärztlichen Erstkonsultation verstrichen ist. Denn gemäss den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin war
keine weitere Person zugegen
, die den Sturz gehört oder gesehen hätte
(
Urk.
8/157 S. 1), sodass grundsätzlich auch denkbar wäre, dass sich das Ereignis abweichend von seiner Sachverhaltsdarstellung nicht am 1
4.
August 2014, sondern an einem weiter zurückliegenden Tag zugetragen hat.
Mangels Augenzeugen konnten sodann auch keine
Dritta
ngaben zum Hergang des Ereignisses vom August 2014 erhältlich gemacht werden. Es bleibt aber dabei,
dass die äusserlich sichtbaren unmittelbaren
Folgen eines derart augenfälligen Ereignisses,
wie es der Beschwerdeführer
gegenüber der Beschwerdegegnerin
und
später auch gegenüber
Dr.
G._
(vgl.
Urk.
8/228 S. 15)
schilderte, der Hausärztin bei der Erstkonsultation trotz sprachlicher Probleme
kaum
verborgen geblieben wäre
n
, insbesondere dann nicht, wenn der Beschwerdeführer ihr die betroffenen Körperstellen gezeigt hätte.
Ebenso unwahrscheinlich ist
, dass
Dr.
B._
vergessen hat, den Befund vorgewiesener Prellmarken und den naheliegenden Schluss auf einen Sturz zu notieren, da die gesamte Krankengeschichte mit Sorg
falt und Genauigkeit geführt ist.
5.1.4
Allein aufgrund der administrativen Abklärungen ist somit nicht mit dem erfor
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, ob und zu welchem Zeitpunkt im August 2014 ein Ereignis stattgefunden hat, dass
die Kriterien eines Unfalles im Sinne von
Art.
4 ATSG erfüllt oder die Begriffs
merkmale eines Geschehens aufweist, das dazu geeignet ist, eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2
UVV herbeizuführen
.
Dies gilt umso mehr, als zu erwarten gewesen
wäre
, dass der Arbeitgeber die Unfall
meldung gestützt auf
Art.
45
Abs.
2 UVG und
Art.
53 Abs.
2 und 3 UVV früher als erst Anfang November 2014 (vgl.
Urk.
8/1) übermittelt hätte, wenn ihn der Beschwerdeführer entsprechend seiner Sachverhaltsdarstellung (vgl.
Urk.
8/157 S. 2) berei
ts am folgenden Tag
über ein entsprechendes Ereignis informiert hätte.
5.2
5.2.1
Unter Umständen kann aufgrund des medizinischen Befundes erstellt sein, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung und somit auf ein Unfallereignis zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines Unfalls lässt sich zwar nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese dienen jedoch mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalls (
Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2016 vom 2
8.
September 2016 E. 3.6; BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2
)
.
Weiter
ist daher
zu prüfen, ob sich ein solches Ere
ignis und dessen Auswirkungen mittelbar aus den mediz
inischen Befunden ableiten lassen
.
5.2.2
In der Zeit zwischen August 2014 und
der
Begutachtung durch
Dr.
G._
, der den Beschwerdeführer am 2
4.
August 2020 befragte und untersuchte (vgl.
Urk.
8/228 S. 1)
,
war das rechte Knie zweimal operiert worden; nach der
Knieo
peration vom 3
1.
Oktober 2014 hatte im Juni 2019 die Verso
rgung
mit einer Totalendoprothese stattgefunden (
Urk.
8/171 und
Urk.
8/172).
Dr.
G._
hatte somit bei der klinischen Untersuchung nic
ht mehr den Zustand des Knies vor sich, wie er sich
im
unmittelbaren
Anschluss an das berichtete Ereignis vom August 2014 dar
stellte,
und seine Aufgabe bestand demnach
vornehmlich darin,
die Unfall
kausalität
anhand der Angaben des Beschwerdeführers
, der Krankengeschichte
sowie der klinischen und radiologischen Befunde aus der damaligen Zeit zu beurteilen.
5.2.3
Was die Vorschädigung
aufgrund des Geschehens des Jahres 1988
anbelangt, so
teilte
Dr.
G._
die Beurteilung von
Dr.
C._
insoweit nicht, als dieser
von
einer Verletzung des Innenbandes und
von einer Fraktur des
Tibiaplateaus
aus
gegangen sei. Er begründete dies
mit den
fehlenden
radiologischen Hinweisen
auf entsprechende Narben
und
folgerte daraus,
dass das
O
steosynthesematerial
nicht der Frakturbehandlung, sondern
der Fixation der angefertigten
B
andersatz
plastiken gedient habe. Er
hielt jedoch fest, dass der Beschwerdeführer auch mit der alleinigen Verletzung des vorderen Kreuzbandes eine schwere Schädigung des Kniegelenkes mit einem erheblichen Risiko zur Entwicklung einer posttraumati
schen Arthrose erlitten habe, und schrieb da
her
die arthrotischen Veränderungen gemäss dem
Befund vom September 2014 (vgl.
Urk.
8/228
S
.
18
f.) unzweifelhaft der Verletzung des Jahres 1988 zu (
Urk.
8/228 S
. 22
). Dabei wies er plausibel darauf hin, dass derartige Veränderungen
so
wie auch die festge
stellte begleitende
Chondro
kalzinose
nicht innerhalb der kurzen Zeit zwischen Mitte August und Ende September 2014 entstanden sein könnten
(
Urk.
8/228 S
. 22
und S. 2
4
)
.
Hin
sichtlich der Arthrose ents
pricht dies einer grundlegenden, auch von
Dr.
C._
nicht in Frage gestellten
medizinischen Erfahrungstatsache, und so
weit der Beschwerdeführer die
Chondrokalzinose
mit einer akuten Arthritis nach einem Trauma in Verbindung brachte (vgl.
Urk.
1 S. 8 f.), so ist eine solche Diagnose nirgendwo dokumentiert.
5.2.4
W
as sodann den Einfluss
eines Unfalles oder eines unfallähnlichen
Geschehens
auf den Vorzustand betrifft, so
nahm
Dr.
G._
zum Hergang d
es Ereignisses
von Mitte August 2014
zum einen die
Aufzeichnungen der Beschwerdegegnerin zur Besprechung mit dem Beschwerdeführer
vom November 2019 zur Kenntnis (vgl.
Urk.
8/228 S
. 12
ff.) und liess sich zum andern das Ereignis auch nochmals vom Beschwerdeführer
persönlich
schildern (vgl.
Urk.
8/228 S. 1
5
).
Er konstatierte sodann eine Divergenz zwischen der Darstellung des Beschwerdeführers, der ihm gegenüber von einer
Hämatomverfärbung
während drei bis vier Wochen berichtet hatte, und der Eintragung von
Dr.
B._
in der Krankengeschichte vom 1
5.
August 2014, wo ei
n Hinweis auf ein Hämatom fehlt
. Dabei räumte er zwar ein, dass Verfärbungen aufgrund von Hämatomen erst mit einer g
ewissen Latenz sichtbar würden. Er
wies jedoch darauf hin, dass ausgetretenes Blut schon vorher durch eine Schwellung
volumenabhängigen Ausmasses erkennbar sei, und betrachtete den Umstand, dass
Dr.
B._
am 1
5.
August 2014
nur eine diskrete Schwellung festgestellt hatte, als Hinweis dafür, dass das zur Diskussion stehende Ereignis zu keiner schwerwiegenden Verletzung oder dauerhaften struk
turellen Schädigung geführt hatte, unabhängig davon, ob
Dr.
B._
ihren Befund nur einen Tag später oder aber vier
Tage danach erhoben habe (Urk.
8/228 S
. 21
).
D
ass der Beschwerdeführer nach seinen Angaben im Anschluss an die
O
peration von 1988 während vieler Jahre beschwerdefrei gewesen war, erachtete
Dr.
G._
sodann nicht als Argument, das für einen massgeblichen Einfluss des Ereignisses vom August 2014 sprach. Vielmehr tat er in diesem Zusammenhang mit einläss
lichen fachlichen Erörterungen dar, dass das
im Jahr 1988
gewählte Operations
verfahren
- eine Ersatzplastik mit
Fascia
-
lata
-Streifen -
heute nicht mehr ange
wendet werde und
die Operation zudem
angesichts der radiologischen Befunde technisch nicht
korrekt durchgeführt worden sei,
weshalb
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen sei, dass die Kreuzbandplastik nie suffi
zient gewesen sei und das Kniegelenk seit 1988
ungeachtet vorerst fehlender Symptome
nie mehr eine physiologische
Stabilität erreicht habe. Die
Instabilität bezeichnete
Dr.
G._
als begünstigenden Faktor bei der Entwicklung der Arthrose, und als zusätzliche begünstigende Faktoren nannte er die
extraartiku
läre
Stabilisation durch Anbringen einer Klammer im Schienbeinkopf und die als anlagebedingt zu qua
lifizierende O-Bein-Achse (Urk.
8/228 S
. 2
3
)
.
Des Weiteren hielt es
Dr.
G._
zwar für denkbar, dass die Ausübung von Druck auf die bei der Operation des Jahres 1988 verwendeten
Implantate zu Beschwer
den hätte
führen können, betonte jedoch, dass es hierfür einer direkten Kraftein
wirkung auf die Weichteile über den Implan
taten bedurft hätte (Urk.
8/228 S
. 24
) und eine solche Krafteinwirkung beim Ereignis des Jahres 2014 nur möglicher
weise erfolgt sei. Ebenfalls höchstens möglicherweise sei der freie G
elenk
körper, der bei der Operation von
Ende
Oktober 2014 entfernt worden sei, durch ein aktuelles Ereignis bewirkt worden, da er sich in
der
Röntgenaufnahme als abge
rundet präsentiert habe und
im Falle einer frischen S
chädigung
zudem
die
Ursprung
sstelle
dieses Gelenkkörpers
hätte
fests
tellbar sein müssen (Urk.
8/228 S
.
24
).
Gleichermassen
nur einen möglichen Zusammenhang zum Ereignis vom August 2014 postulierte
Dr.
G._
für die Schädigung des medialen Meniskus, die an
lässlich der Operation festgestellt worden war. In Analyse der Bilder zur Arthroskopie erläuterte er, dass ein zerquetschter, zerfaserter und
verplumpter
Meniskus abgebildet sei, wie er häufig die Arthrose des entsprechenden Kompar
timentes begleite und das typische Bild einer degenerationsbedin
gten Schädigung darstelle; ausserdem
deute auch der Begriff der Komplexruptur im Sinne der Beschreibung durch
Dr.
C._
auf die degenerative Natur der Schädigung hin (
Urk.
8/228
S. 25).
5.2.5
Die
Darstellung der medizinischen Zusammenhänge
durch
Dr.
G._
ist einläss
lich und fundiert, und es überzeugt somit, dass
Dr.
G._
unfallbedingte struktu
relle
Veränderungen am rechten K
nie höchstens für möglich, nicht aber für (über
wiegend) wahrscheinlich hielt (
Urk.
8/228 S. 21 ff.)
.
Dem Beschwerdeführer ist zwar darin zuzustimmen
(vgl.
Urk.
1 S. 12 f.
,
Urk.
16 S. 9 f.
)
, dass keine
Ultra
schallbilder und auch keine
magnetresonanztomographischen Aufnahmen in zeitlicher Nähe zum Ereignis vom August 2014 vorliegen, sondern in den A
kten erst
eine MRI-Untersuchung vom Januar 2019
dokumentiert ist (vgl.
Urk.
8/142 und
Urk.
8/228 S. 18 ff.).
Dr.
G._
verfügte aber
neben konventionellen Rönt
genaufnahmen auch über
Arthroskopiebilder
, die anlässlich der Operation vom 3
1.
Oktober 2014 angefertigt worden waren (vgl.
Urk.
8/228 S. 19) und einen unmittelbaren Einblick in das Innere des Gelenks ermöglichten.
Der Beurteilung von
Dr.
G._
ist sodann auch darin zu folgen, dass
aus den erhobenen und dokumentierten Befunden nicht auf
eine unfallbedingte richtung
gebende Zustandsverschlim
merung
geschlossen werden kann
(Urk.
8/228 S. 25 f. und S. 27)
.
Denn
zunächst
steht fest, dass der Beschwerdeführer
entgegen der Sachverhaltsdarstellung in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 10)
schon im Novem
ber 2013 wegen Beschwerden im rechten Knie bei
Dr.
B._
in Behand
lung gewesen war und damals über chronische Knieschmerzen geklagt hatte. Die beiden Eintragungen in der Krankengeschichte vom 1
2.
und vom 1
9.
November 2013 (
Urk.
8/168) sind eindeutig und unmissverständlich, und es ist sehr unwahr
scheinlich, dass
Dr.
B._
das Knie im November 2013
- anlässlich einer Konsultation wegen Rückenbeschwerden - lediglich
aufgrund
eines Missver
ständnisses untersucht und geröntgt haben soll, wie der Beschwerdeführer dies gegenüber
Dr.
G._
dars
tellte (vgl.
Urk.
8/228 S. 15). Und
soweit
Dr.
G._
die Zusatzfrage des Beschwerdeführers verneinte, dass das rechte Knie einer Distor
sion unterworfen gewesen sei (
Urk.
8/228 S. 27), und der Beschwerdeführer dies unter Hinweis auf
Dr.
C._
kritisieren liess (
Urk.
1 S. 10 f.
,
Urk.
16 S. 3
und S. 7 ff
.
), so ist darauf hinzuweisen, dass sich allein mit den zusätzlichen administrativen Abklärungen kein Geschehensablauf ermitteln liess, der mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegende
n Wahrscheinlichkeit feststünde. Wie vorstehend dargelegt, gilt es daher nunmehr,
ein allfälliges
Unfallgeschehen anhand von Indizien aus dem medizinischen Be
fund herzuleiten. Demgegenüber war
Dr.
C._
im Operationsbericht vom 3
1.
Oktober 2014 zwar von einer erlittenen Distorsion aus
gegangen
, dies jedoch unter der Annahme, dass sich tat
sächlich ein Distorsionsgeschehen zugetragen hatte. Auch er
hatte
jedoch nicht schon aus dem medizinischen Befund auf ein solches Geschehen
geschlossen
, sondern
hatte
erst von einer Distorsion
gesprochen
, nachdem ihn Dr.
B._
am 2
3.
Oktober 2014 über den Sturz informiert hatte (
Urk.
8/49 S. 1). Im Bericht über die Erstuntersuchung vom 2
6.
September 2014 hatte er demgegenüber den erhobenen Befund noch allein auf die vorbestandene Schädi
gung zurückgeführt (
Urk.
8/51); seine damaligen Überlegungen zur Unfall
kausalität hatten entsprechend der Fragestellung von
Dr.
B._
(Urk
.
8/53)
entgegen der Annahme des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 13 f.) kein aktuelles Ereignis, sondern
das Ereignis des Jahres 1988 betroffen. Aus dem gleichen Grund vermag sich der Beschwerdeführer auch nicht auf die Aussage von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2021 zu stützen, dass es
bei
unfallbedingten Verletzungen des Kapselapparates oder Traumatisierungen von vorbestehenden degenerativen Zuständen des Knies drei bis sechs oder
gar
sechs bis zwölf Monate
daure
bis zur Wiederherstellung (
Urk.
8/249 S. 16
; vgl.
Urk.
1 S. 12
und S. 15
sowie
Urk.
16 S.
11 f.
). Denn auch mit dieser Aussage setzte
Dr.
C._
wie schon in seinen Beurteilungen vom 1
1.
Juni
und vom 2
9.
Oktober 2018 (Urk.
8/109 S. 4-5 und
Urk.
8/120) voraus, dass ein Ereignis mit entsprechendem Schädigungspotential
tatsächlich stattgefunden hatte,
was indessen nach dem Gesagten ohne geeignete zus
ätzliche Indizien gerade nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad feststeht.
Damit
kann
im Sinne der
Einschätzung
von
Dr.
G._
höchstens
eine vorüber
gehende Verschlimmerung
des vorgeschädigten Zustands
in Form
eines H
ämatoms, das
sich innerhalb von vier Wochen zurückbildete (
Urk.
8/228 S. 25 f. und S. 27)
, als unfallkausal eingestuft werden. Selbst hier
bei
ist aber zu berück
sichtigen, dass der Befund eines Hämatoms am rechten Knie von keiner medizi
nischen Fachperson festgestellt worden ist, sondern
einzig
auf den Schilderungen des Beschwerdeführers und seines ehemaligen Nachbarn
E._
basiert.
5.2.6
Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich
im vorliegenden Verfahren
erneut
rügen liess, dass die Beschwerdegegnerin
kein
polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben hatte (
Urk.
1 S
. 5 und S. 15
, Urk.
16 S. 12 f.
), so ist dem Urteil vom 2.
September 2019 keine derartige Auflage zu entnehmen, sondern das Gericht hielt die
alleinige
Begutachtung durch eine Fachperson, die auf Knie
probleme spezialisiert ist, für erforderlich (
Urk.
8/126 E. 3.5.2).
Neue Gesichts
punkte, die eine Ausdehnung des Gutachtensauftrags auf mehrere Disziplinen notwendig gemacht hätten,
ergaben
sich
im Laufe der Abklärungen der Beschwerdegegnerin
nicht
; insbesondere war beim vorliegenden Ergebnis
keine weiterführende, auch unfallfremde Faktoren
einzubeziehende Arbeitsfähigkeits
beurteilung vorzunehmen.
Zu Recht liess der Beschwerdeführer ferner im vorliegenden Verfahren nicht mehr
an
seinen Vorbringen
in der Stellungnahme vom 3
1.
Dezember 2020 zur Vorein
genommenheit von
Dr.
G._
(
Urk.
8/238 S. 1 f.) festhalten. Denn allein aufgrund der Tatsache, dass
er
offenbar mit der Klinik, in der
Dr.
G._
operierte, im Hin
blick auf die Operation des Jahres 2019 in Kontakt gestanden
, die
dortige Anmeldung
aber
zurückgezogen hatte,
kann nicht auf eine Voreingenommenheit geschlossen werden.
Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer nicht geltend machen liess, er habe diesbezüglich bereits einen Termin bei
Dr.
G._
gehabt.
5.3
Kann somit der Zustand des rechten Knies in der Zeit ab dem 3
1.
Oktobe
r 2014 nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad
ganz oder teilweise
auf ein Ereignis von Mitte August 2014 zurückgeführt werden, so entfällt die Leistungspflicht der Beschwerd
e
gegnerin ab dann und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers
hat in der Eingabe vom 1
0.
November 2021 zeitliche Aufwendungen von 1
030 Minuten beziehungs
weise 17.1
7 Stunden geltend gemacht und
als
Auslagen
eine Pauschale von
Fr.
113.30, entsprechend 3
%
des Stundenhonorars, und einen weiteren Betrag von
Fr.
14.--
für den Postverkehr
eingesetzt
(
Urk.
12 S. 2)
. Des Weiteren hat sie in der Replik einen zusätzlichen Zeitaufwand von 4.75 Stunden und zusätzliche Baraus
lagen von
Fr.
12.-- veranschlagt
(
Urk.
16 S. 14).
6.2
Nach der Rechtsprechung sind nur jene Aufwendungen entschädigungspflichtig, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Prozess stehen und zudem notwendig und verhältnismässig sind, da es sich nur in diesem Umfang rechtfertigen lässt, die Kosten der Staatskasse oder gegebenenfalls dem Prozessgegner aufzuerlegen (Urteil des Bundesgerichts 9C_857/2012 vom 4. Dezember 2012 E. 3.1).
Für d
as Verfassen der Beschwerdeschrift
gemäss den Positionen «Entwurf Beschwerde», «Bearbeitung Beschwerde» und «Fertigstellung Beschwerde»
sind Aufwendungen von
insgesamt 590 Minuten beziehungsweise 9.85 Stunden
auf
geführt
(225+205+160 Minuten). Bei der Würdigung der Angemessenheit dieses Zeitaufwandes ist zu berücksichtigen, dass
die
Vorbringen in der B
eschwerde
schrift mancherorts Punkte betreffen, mit denen sich die Rechtsvertreterin bereits in den Stellungnahmen zum Gutachten im Administrativverfahren (
Urk.
8/234 und
Urk.
8/2
38) und in der Einsprache (Urk.
8/249 S. 1-10) auseinandergesetzt hat, und dass allein die A
ufwendungen im Administrativverfahren im Rahmen
der schon damals gewährten unentgeltlichen Vertretung
mit gut
Fr.
3'900.-- ent
schädigt worden sind (vgl. die Honorarnote in
Urk.
8/240 S. 3 und das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 1
9.
Februar 2021,
Urk.
8/
241); darin noch nicht eingeschlossen sind
die Aufwendungen im Einspracheverfahren, für das dem Beschwerdeführer ebenfalls die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt worden ist (vgl.
Urk.
2 S. 14). Unter diesen Umständen erscheint ein nochmaliger
zeit
licher Aufwand von rund 10
Stunden für die Erstellung der Beschwe
rdeschrift, in der wiederum
viele
schon bekannte Argumente vorgetragen
wu
rden, als unange
messen hoch.
Es
ist daher angezeigt,
den zu entschädigenden Aufwand für die Beschwerdeschrift auf rund die Hälfte und somit auf 5 S
tunden zu reduzieren.
Des Weiteren umfasst die R
eplik auf die rund sechs
seitige
Beschwerdeantwort
(
Urk.
7)
mehr als doppelt so viele Seiten
, auf denen den knappen Ausführungen der Beschwerdegegnerin mancherorts mit Wiederholungen dessen begegnet wird, was bereits in der Beschwerdeschrift dargetan worden ist
(
Urk.
16)
.
Eine
Replik soll jedoch der
beschwerdeführenden
Partei in erster Linie
dazu dienen, die Vor
bringen der gegnerischen Partei
direkt
zu kommentieren und insbesondere zu allfälligen neuen Aspekten in
diesen Vorbringen
S
tellung zu nehmen; hingegen besteht kein Recht, im Rahmen der Replik
Aspekte vorzutragen
oder näher zu beleuchten
, die bereits mit der Beschwerde
dargetan
wor
den sind oder hätten dargetan
werden können
(vgl.
das
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_451/2021 vom 6.
Oktober 2021 E. 3.2). Der Aufwand, den die Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers für die Replik getätigt hat, übersteigt somit bei Weitem den Umfang, der als erforderlich und gerechtfertigt erscheint. Zu entschädigen
ist daher nicht der geltend gemachte Zeitaufwand von insgesamt
6.75 Stu
nden (2
Stunden gemäss der ersten Einschätzung,
Urk.
12 S. 2, und zusätzlich 4.75
Stunden,
Urk.
16 S.
14), sondern vielmehr ein Zeitaufwand von 1 Stunde, zu dem
noch
der geltend gemachte Zeitaufwand für die Sichtung der Beschwerdeantwort und die Bespre
chung mit
dem Beschwerdeführer von 50 Minuten (35+15 Minuten)
hinzukommt. Hinzu
zu
zählen ist sodann
der
Aufwand
für die Sichtung des
vorliegenden Urteils,
der in der Aufstellung vom 10.
November 2021 noch nicht beziffert worden ist (vgl.
Urk.
12 S. 2) und ermessensweise auf 1 Stunde festzusetzen ist.
6.3
Zusammengefasst ist damit
der gelte
nd gemachte Zeitaufwand von 17.17
Stun
den gemäss der Aufstellung vom 1
0.
Nov
ember 2021 um 5 Stunden auf 12.1
7 Stunden zu reduzieren (Verminderung um 6 Stunden hinsichtlich Beschwerde
schrift und Replik, Erhöhung um 1 Stunde hinsichtlich Sichtung des Urteils), und der zusätzlich geltend gemachte Zeitaufwand für die Replik ist nicht zu berück
sichtigen.
Beim gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- resultiert daraus eine Ent
schädigung für den Z
e
itaufwand von
Fr.
2'677.40 (12,1
7
x
Fr.
220.--).
Hinzu kommt der Auslagenersatz, den die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers als Pauschale von 3
%
bemessen hat; er beläuft sich gemessen an der Entschädigung für den Zeitaufwand auf
Fr.
80.3
0.
Der Entschädigung der zusätzlichen Auslagen für den Postverkehr von
Fr.
14.-- (
Urk.
12 S. 2) und
Fr.
6.-- (
Urk.
16 S. 14) steht nichts entgegen, so dass sich die Entschädig
ung für die Auslagen auf
Fr.
100.3
0 beläuft.
Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer
von 7.7 % auf der Summe von Fr. 2'777.70 (
Fr.
2'677.40 +
Fr.
100.3
0) ergibt sich (auf den nächsten Franken aufgerundet) ein Betrag von
Fr.
2'992.--,
mit dem die unentgeltliche Rechtsver
treterin des Beschwerdeführers aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
6.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der
Kosten für die unentgeltliche Rechtsvertretung
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist
.