# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 625771ae-14c3-4c18-854c-69f5be62ac8d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
war seit dem 1. November 2
007
bei
m
der
General
direktion
der ”Winterthur” Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft (heute AXA
Versicherungen AG) angegliederten Zentrum
Y._
als Leiterin
Kurs
wesen
tätig
und bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA) obliga
to
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert,
als sie
sich
am
27. März 2008 beim Wandern auf
Z._
eine Verletzung am linken Handgelenk zuzog
(Urk.
9/
A1
und Urk.
9/
M1).
Das Arbeitsverhältnis der Versicherten wurde
in der Folge
per 31. Mai 2008
aufge
löst
(Urk. 9/A2 und
Urk.
9/A4).
Am 11. September
2008 wurde die
Versicherte
von
Dr.
med.
A._
,
Chirurgie spez.
Hand
chirurgie
FMH
,
operiert (Diagnostische Handgelenksarthroskopie,
arthroskopi
sches
TFCC-Debri
dement
und
Synovektomie
, Urk. 9/M11).
Am 20. November 2009
erstattete
Dr.
med.
B._
,
FMH Handchirurgie und FMH or
tho
pädische Chi
rurgie
, das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene handchirurgisch-orthopädische Gutachten (Urk. 9/M31). Am 23. Dezember 2010
wurde die
Versicherte
von
Dr.
med.
C._
,
Chefarzt Orthopädie /
Hand
chirur
gie
,
in der
D._
Klinik
operiert (
Ulnaverkürzungsosteotomie
,
Urk. 9/M43).
Am 13. Dezember 2011 wurde die Metallentfernung durchgeführt
(Urk. 9/M71).
Der beratende Arzt der AXA,
Dr.
med.
E._
, FMH Physi
ka
lische Me
di
zin und Rehabilitation
spez.
Rheumaerkrankungen FMH,
atte
stierte
der
Versi
cher
ten ab
14. Februar 2012
wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
so
wohl in ihrer an
gestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit
(Urk.
9/M76
)
.
Die AXA
kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder
aus
.
Mit Verfügung vom 15. Februar 2012 stellte
sie
die
L
eistungen per 29. Febru
ar 2012 ein (Urk. 9/106). Die dagegen erhobene Einsprache der Ver
si
cherten vom
11. Juni 2012
(Urk. 9/
130
) wies sie mit Entscheid vom
11. Oktober 2012
ab (Urk. 9/
136
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 14. November 2012
Be
schwer
de
und beantragte
,
in Aufhebung des angefochtenen Entscheids sei fest
zustellen, dass eine Leistungspflicht gestützt auf das Ereignis vom 27. März
2008
be
stehe und dass die Beschwerden adäquat kausal seien; die Sache sei zur Durch
füh
rung eines korrekten Abklärungsverfahrens an die Verwaltung zurückzu
weisen; es seien der Versicherten über den 29. Februar 2012 hinaus die gesetzli
chen Leistungen zu erbringen, insbesondere Taggelder und Heilungskosten; es sei ein po
lydisziplinäres Gutachten zur Frage
der Arbeitsfähigkeit, der zumut
baren
lei
densangepassten
Tätigkeit und des Integritätsschadens anzuordnen
(Urk. 1).
Mit
Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2013 beantragte die
Beschwer
degegnerin
die
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
In
ihrer
Replik vom 4. März 2013 hielt die
Beschwerdeführerin an ihren Beschwerdeanträgen fest (Urk. 13). Mit
Eingabe
vom
28. März 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer Dupli
k (Urk. 16), was der Beschwerdeführerin am 8. April 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern
sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkun
g den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
ze
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Die
Leis
tungspflicht
eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
In
va
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335
E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Er
eig
nis
und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im
Beschwer
defall
das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs ge
nügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Die
Leistungs
pflicht
des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zu
sammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.6
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als
Ge
sunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungs
mässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal re
agieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt
(vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für
die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
–
aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenom
men
wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E.
6; vgl. auch BGE 134 V 109 E.
6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.7
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Un
fall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Ein
be
zug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ver
ursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.8
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall
und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samtwür
digung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428,
1999 Nr. U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). An
der
seits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen,
wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen
Heilungs
verlaufes
. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlag
gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herange
zo
gen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich bei
spielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu
den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rücksich
tigen
den
Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz
bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objek
ti
ven
Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die
Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicherweise die psy
chisc
h bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten (BGE 115 V
133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.,
Nr. U 449 S.
53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
ver
l
ässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte
Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vie
lmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit
der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die er
hebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings
ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E.
1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der geschilderte Vor
gang erfülle weder den Unfallbegriff
noch könne von einer unfallähnlichen Körperschädigung ausgegangen werden, da es an der Einwirkung eines äusseren Faktors fehle.
Es liege auch keine der in Art.
9 Abs.
2 UVV abschliessend aufge
zählten
unfallähnlichen
Körperschädigungen vor. Die Tatsache, dass bereits Leis
tungen erbracht worden seien, vermöge nicht per se eine Leistungspflicht zu be
gründen
.
Selbst wenn von einem leistungspflichtigen Ereignis auszugehen wäre,
sei d
er medizinische En
dzustand
spätestens per 13. Februar 2011 erreicht gewe
sen.
Die Adäquanz könne ohne weitere Prüfung verneint werden, da es sich b
eim
Handabstützen
um ein leichtes Unfallereignis handle. Ab dem 13.
Februar 2011 habe somit zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 27. März 2008 kein adäquater Kausalzusammenhang mehr bestanden. Die Prü
fung einer Rente oder einer Integritätsentschädigung erübrige sich aufgrund des mangelnden Leistungsanspruchs
(Urk. 2)
.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
machte da
gegen im Wesentlichen geltend, die genauere Betrachtung des Ablaufes zeige, dass sämtliche Elemente des Unfallbegriffes er
füllt seien. Durch die Tatsache, dass sie mit den Füssen an kleineren Steinen hängen geblieben sei, sei eine verstärkte Abstützung auf der linken Hand erfor
derlich
geworden, um einen Sturz zu vermeiden. Dieses Abstützen sei von der ge
planten Bewegung abgewichen und somit liege ein programmwidriger Bewe
gungsablauf vor.
Den Ärzten habe sie den Unfallhergang entsprechend geschil
dert und diese hätten
jeweils von einem Rotationstrauma berichtet
. Das dama
lig
e Geschehen erfülle somit den Unfallbegriff und
es sei deshalb
eine
Leis
tungs
pflicht
des Unfallversicherers gegeben.
Im angefochtenen Entscheid sei das Vor
liegen einer unfallähnlichen Körperschädigung verneint worden.
Die Ver
neinung
von Bandläsionen widerspreche den Arztberichten, in welchen die Verletzung mehrerer Bänder beschrieben werde. Bei der Arthroskopie seien diese
Bandlä
sionen
auch bildgebend dargestellt worden. Es liege somit zumin
dest eine
un
fall
ähnliche
Körperschädigung vor.
Die Psychopraxis finde im vor
liegenden Fall keine Anwendung, zumal das CRPS ein organischer
Gesund
heitsschaden
sei und
zu den Unfallfolgen gehöre.
Eine allfällige psychische Fehlentwicklung und deren
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
hätte
fachärzt
lich abgeklärt werden müssen.
Der angefochtene Entscheid stütze sich aus
schliesslich auf die Aktenbeurteilung de
s beratenden Arztes
Dr.
E._
, ohne sich mit den anderslautenden Beur
tei
lungen der behandelnden Mediziner ausei
nanderzusetzen.
Der Sachverhalt sei in medizinischer Hinsicht
unzureichend abgeklärt (Urk. 1
und Urk. 13
).
3.
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 4.
April
2008 diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Medizin FMH, eine Handgelenksdistorsion links (Urk. 9/M1).
Das MRI vom 25. April 2008 ergab einen unauffälligen Befund ohne Nachweis
einer erlittenen
Navicular
-Fraktur oder einer spongiösen Kontu
sion und ohne Hin
weis auf eine Ruptur der intercarpalen Ligamente oder des TFCC (Urk. 9/M2)
.
Aufgrund des protrahierten Verlaufs wurde die Beschwerde
führerin an den
Hand
chirurgen
Dr.
A._
überwiesen (Urk. 9/M4).
Die MR
Arthrographie
vom 27. Juni 2008 ergab – abgesehen von höchstens geringen intramurale
n
Verän
de
rungen im radialen Anteil des
Discus
triangularis
ohne Hinweis für einen Einriss – einen unauffälligen Befund (Urk. 9/M8).
3.2
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom 4. Juli 2008 fest, es liege eine
Handge
lenksverletzung
mit klinisch dringendem Verdacht auf eine TFCC-Läsion vor (Urk. 9/M7).
Am 9. September 2008
führte er
eine diagnostische
Handgelenks
arthroskopie
links, ein
ar
th
roskopisches
TFCC-
Debridement
und eine
Syn
o
vek
tomie
durch
(Urk. 9/M11).
In
seinem Bericht vom 8. Oktober 2008
stellte er
die Diagnose
n
eines massiven TFCC-Schadens und eine
r
Bandruptur des langen
Ra
dio
lunä
rligamentes
am linken Handgelenk
und erwähnte den
Verdacht einer
Algodystrophie
(CRPS
,
Urk.
9/
M13).
3.3
Dr. med.
G._
, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, bera
ten
der Arzt der Beschwerdegegnerin, untersuchte die Beschwerdeführerin am
19. Februar 2009 kursorisch. In seinem Bericht (Urk. 9/M18) führte er aus, er habe
sich das im Ausland vorgefallene sogenannte Ereignis nochmals schildern lassen
.
Danach habe sich die Beschwerdeführerin auf zwei grosse Steine in ei
nem Fluss
lauf abgestützt, beim Abdrehen mit der linken Hand und dem Auf
stützen des Körpergewichtes sei ein "Knall" im Handgelenk ausgelöst worden, worauf eine
mittelgrosse Schwellung aufgetreten sei. Zwei Tage später habe der Rückflug nach Hause stattgefunden. Nach diagnostischer
Handgelenksarthro
skopie
und so
fortiger funktioneller Nachbehandlung sei jedoch keine Besserung der
Schmerz
symptomatik
und der Schwellungstendenz im linken
Handge
lenksbereich
einge
treten. Die Beschwerdeführerin wünsche eine Zweitmeinung. Nach Ausführung
en zur erhobenen Sozialanamnese hielt Dr.
G._
fest, die
al
tersentsprechend
imponierende vollschlanke Frau hinterlasse keinen leidenden Eindruck. Ihr Auf
tritt erscheine natürlich, sie weise darauf hin, dass sie sich gerne locker gebe. Ihr
linkes Handgelenk sei wie rechts von einem deckenden handschuhartigen de
korativen schwarzen Schoner umhüllt. Die Rechtshänderin habe diese Schoner entfernt und ihre Handgelenke präsentiert. Das linke habe den Eindruck hinter
lassen, minimal dicker zu sein, habe aber seines Erachtens keine eigentliche
Schwellung gezeigt, welche anatomisch den Gelenksbereichen entsprochen hätte.
Viel eher sei das Gewebe bis Mitte Unterarm etwas aufge
dunsen gewesen. Der Dorsalbereich des linken Mittelhand- und
Handge
lenksbereich
s
sei mit mehre
ren farbigen Kreisen angemalt gewesen. Diese wür
den nicht Schmerzzonen be
treffen, sondern es würde sich um
hawaii
anische Behandlungsringe handeln. Der
protrahierte Verlauf - so Dr.
G._
weiter - sei seines Erachtens organisch-struk
turell nicht ausreichend zu erklären. Als Inter
nist und Rheumatologe
masse
er sich zwar nicht an, handchirurgische Verläufe
letztinstanzlich
beurteilen zu können, weise aber auf bio-psychosoziale Fakto
ren hin, welche hier mit grosser
Wahrscheinlichkeit einen namhaften Einfluss auf den protrahierten und auch nach Ansicht der Beschwerdeführerin viel zu langen Verlauf haben dürften. Ferner
weise er darauf hin, dass ein typisches und glaubhaftes Unfallereignis fehle. Es hätten sodann keine Knorpel- oder Knochenläsionen beziehungsweise
Nekrosen nachgewiesen werden können, sondern es seien lediglich
Bandläsio
nen
an drei Stellen festgestellt worden.
3.
4
In seinem Bericht vom 31. März 2009 nannte
Dr.
A._
die Diagnose einer
In
stabilität des distalen
Radioulnargelenkes
nach TFCC-Läsion Palmer I A und I
D,
zusätzlich
Bandruptur
radio
lu
när
.
Nach seiner Einschätzung vom 13. Febru
ar 2009 bestehe ab dem 16. Februar 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mit einem Belastungsaufbau auf 75 % nach zwei Wochen und nach wei
teren zwei Wochen ab Mitte März eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für
Compu
tertätig
kei
ten
. Ein Erlangen des
status
quo ante sei nicht zu erwarten. Dauerhafte
Rest
beschwerden
seien wahr
scheinlich; diese würden in einer eingeschränkten Sta
bi
lität des distalen
Radioulnargelenks
mit eventueller Schmerzhaftigkeit sowie
allenfalls der Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose bestehen
(Urk. 9/M20).
3.
5
Das MRI des linken Handgelenkes vom 6. Mai 2009 zeigte eine leichte
Struktur
auflockerung
des SL-Bandes ohne Bandruptur, einen schmalen Diskus
radial
seits
mit leichter partieller Läsion im
ulnaren
Ansatzbereich und intakte
ossäre
Strukturen (Urk. 9/M21).
3.6
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom 2. Juni 2009 folgende Diagnosen:
Multipel lokalisierte Handgelenksbeschwerden links bei Status nach
Ab
stütztrauma
des linken Handgelenkes und konsekutiver
Hangelenks
arthroskopie
mit der Diagnose einer
radio
lu
nären
Bandruptur und einer TFCC Läsion des
palmaren
Schenkels links
Verdacht auf mild
e Kompressionsneuropathie des
Nervus
ulnaris
am Ell
bogen links
Wahrscheinliche Narbenneuromsituation bei Status nach
Handgelenks
arthroskopie
im Bereich des
Ram
us
superficialis
des
Nervus
ulnaris
Er führte aus, es bestehe eine relativ schwierig zu fassende Situation mit mul
tiplen Schmerzpunkten um das Handgelenk herum mit einem Punktum
maxi
mum
einerseits im Bereich der distalen
Ulna
und andererseits auf der
radi
o
palmaren
Seite. Die Beweglichkeit sei schmerzbedingt eingeschränkt. Man habe
nicht den Eindruck, dass ein mechanisches Hindernis vorliege. Das von der Be
schwerdeführerin glaubhaft angegebene Instabilitätsgefühl könne nicht ob
jek
tiviert werden, wobei die Untersuchung durch die relativ ausgeprägte
Schmerz
situation
bei diesen Stresstests tatsächlich erschwert sei. Was sicherlich nach
gewiesen werden könne, sei eine gewisse H
y
pästhesie im
Versorgungsge
biet
des
oberflächlichen
Ulnarisastes
. Möglicherweise liege hier eine
Nar
benneu
rom
situa
tion
vor. Zudem entstehe der Eindruck einer gewissen intrinsi
schen Schwäche sowie einer Sensibilitätsstör
ung im Ausbreitungsgebiet des
Nervus
ulnaris
, was auf eine mögliche Kompressionsneuropathie dieses
Nerves
hinweisen würde
(Urk. 9/M22)
.
3.7
Die
3-Phasen-Skeletts
zintigrafie vom 16. Juni 2009 ergab
eine in allen drei Phasen etwas verminderte Aktivitätsbelegung der linken Hand, was
verdächtig für ein CRPS Stadium I
sei
. Weiter zeigte sie
einen
unspezifisch vermehrten
K
no
chen
umbau
radiocarpal
und
ulnocarpal
links, in erster Linie vereinbar mit einer de
generativen Veränderung
,
und Zeichen einer leichten Arthrose im MCP
Dig
. I rechts und
ulnocarpal
rechts (Urk. 9/M24).
3.8
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, speziell Rheumatologie, hielt in seinem Bericht vom 13. Oktober
2009
fest, das Röntgen vom 21.
September 2009 zeige
eine
leicht fleckige Osteo
porose
des distalen Radius und
Scaphoid
s
und
Trapezium
s
.
Das linke Handgelenk late
ral sei leicht geschwollen, es bestehe eine
Druckdolenz
im Bereich des distalen Vorderarms und Handgelenks, Pro- und
Supination
im Handgelenk seien nicht
möglich. Die übrigen Bewegungen seien um zwei Drittel eingeschränkt. Das
Haut
kolorit
sei normal, es bestehe weder eine
Allodynie
noch sei das
Nagel
wachstum
gestört.
Das Bild passe zu einem
Rest-Su
deck
mit vor allem
Schmerz
problemen
(Urk. 9/M29).
3.
9
In seinem Bericht vom 2. November 2009 hielt
Dr.
C._
fest, objektiv liege
einerseits eine TFCC
-
Läsion bei
Ulna
-Plus-Varianz vor. Andererseits finde sich ein Status nach Han
d
gelenksarthroskopie mit wahrscheinlichen
Neurombe
schwer
den
und einer
Ausweitung im Sinne eines CRPS
. Die mechanische Prob
lematik wäre allenfalls einer
Ulnaverkürzungs
-Osteotomie zugänglich. Auf
grund
der diffusen Beschwerden und des
wahrscheinlich vorhandenen CRPS
empfehle sich jedoch eine solche Therapie nicht (Urk. 9/M30)
3.
10
Im Gutachten vom 20. November 2009 nannte
Dr.
B._
folgende Diagno
sen
(Urk. 9/M31
S. 11
)
:
Chronisches Schmerzsyndrom Handgelenk links im Sinne eines milden CRPS I/II mit multiplen diffusen Schmerzlokalisationen und sekundärer Verspannung der Armmuskulatur / Schonhaltung bei
Status nach Distorsionsverletzung Handgelenk links (27.03.2008) mit
ra
dio
lu
närer
Bandläsion und TFCC-Ruptur
Narbenneurom des dorsalen
Ulnarisastes
bei Status nach
Handge
lenksarthroskopie
(09.09.2008)
Er hielt zunächst fest, am 27. März 2008 habe sich die Explorandin während
Aus
bildungsferien
auf
Z._
ein belastetes Abstütztrauma des linken Handge
lenks zugezogen, welches innert Wochenfrist zunehmend schmerzhaft geworden sei und auf konservative Therapiemassnahmen mit Ruhigstellung und Analgesie praktisch nicht angesprochen habe. Radiologisch wie auch MR-tomographisch hätten sich im April wie auch im Juni 2008 unauffällige Befunde finden lassen,
weswegen angesichts des protrahierten Verlaufs mit anhaltender Arbeitsunfä
hig
keit am 9. September 2008 eine Handgelenksarthroskopie durchgeführt wor
den sei, welche neben einer
radiolunären
Bandläsion auch Rupturen des TFCC an dessen radialem Ansatz und in dessen zentraler Portion habe nachweisen können
. Der Eingriff sei deshalb mit einem
Debrid
e
ment
und einer
Synovekto
mie
kom
biniert worden. Postoperativ habe sich eine auffallende
neuralgiforme
Schmerz
haftigkeit gezeigt, welche anfangs Oktober 2008 erstmals an das Vor
liegen eines CRPS habe denken lassen. Die
Beschwerdeführerin
habe die Einholung einer
Zweit
meinung
gewünscht und sich deshalb vom beratenden Arzt des
Unfallver
sicherers
an die
D._
-
klinik zuweisen lassen. Im Vorfeld der Untersuchung
sei nochmals eine MR-Tomographie durchgeführt worden, wobei die intraarti
ku
läre Instillation von Kontrastmittel wie bereits bei den beiden früheren Un
ter
suchungen ausserordentlich schmerzhaft gewesen sei und daher gar nicht habe durchgeführt werden können. Abgesehen von einer leichten Ausdünnung der radialen TFCC-Anteile nach
arthroskopischem
Discus-Shaving
hätten sich im neusten MRI keine mit den angegebenen Beschwerden korrelierenden Be
funde finden lassen. Im Zusammenhang mit der Untersuchung in der
D._
-
klinik habe sich eine relativ schwierig zu erfassende Situation mit multiplen
Schmerz
punkten
um das ganze Handgelenk herum und entsprechend schwieri
ger
Unter
suchungstechnik
gezeigt. Ein seitens der Explorandin angegebenes subjektives Instabilitätsgefühl habe nicht objektiviert werden können, wobei aber die Unter
suchung durch die heftige Schmerzauslösung bei den Stresstests sowie die relativ
ausgeprägte vegetativ be
d
ingte
Kollapsneigung
erschwert ge
wesen sei. Klinisch hätten sich aber Anhaltspunkte für ein Narbenneurom des dorsalen
Ulnarisastes
bei Zustand nach Handgelenksarthroskopie finden lassen. Die zusätzlich veran
lasste Skelettszintigraphie habe aufgrund einer verminder
ten Aktivitätsbelegung Anhaltspunkte für das Vorliegen eines CRPS ergeben. Die bisherigen diesbe
züg
lichen Behandlungsansätze hätten sich indes bis anhin als erfolglos oder als
höchstens kurzfristig wirksam erwiesen (Urk. 9/M31 S. 11
f.).
Der Gutachter
führte
weiter
aus,
aktuell stehe klar die chronische Schmerzsituation auf Niveau
des Handgelenks im Vordergrund, welche sich bereits in den ersten Monaten nach
der Handgelenksverletzung entwickelt habe, im Zusammenhang mit der
Hand
gelenksarthroskopie
vorübergehend
exazerbierte
und sich dann aber suk
zessive auf das aktuelle Niveau von ca. 5-6 nach der VAS-Skala beruhigt habe. Ver
blieben sei einerseits ein Dauerschmerz, der mitunter auch den Nachtschlaf
be
hindere, andererseits ein t
ro
tz zirkulärer Handgelenksmanschette immer wieder
teils unkontrolliert einschiessender Schmerz tagsüber
bei gleichzeitig subjekti
vem I
n
s
tabilitätsgefühl. Die klinischen Befunde seien insgesamt relativ konsis
tent und deckten sich im Wesentlichen mit den anlässlich früherer Untersu
chungen erhobenen Befunden. Die Handgelenksbeweglichkeit habe in den ver
gangenen Monaten aber – überwiegend schmerzbedingt – leicht abgenommen. Die diffuse Schmerzhaftigkeit des Handgelenks mit ihren multiplen
Schmerzlo
kalisationen
sei praktisch unverändert verblieben, finde aber trotz mehrfacher bildgebender Diagnostik kein erkennbares Korrelat.
Eindeutige Zeichen für ein manifestes CRPS lägen nicht vor
und eine Instabilität könne auch bei repetitiver Überprüfung in diversen Handgelenkspositionen nicht gefunden werden. Auf
fallend sei trotz der erheblichen Schmerzen eine noch relativ gute
Faustschluss
kraft
(ca.
50 % der gesunden Gegenseite),
welche auch beim schlecht kontrol
lier
baren raschen Griffwechsel konsistente Werte ergebe. Trotzdem sehe sich die Be
schwerdeführerin ausserstande, ihre (leichte) Tätigkeit am Computer wieder auf
zu
nehmen, da der rasch repetitive Einsatz der linken Hand bereits bei gerin
gem
Kraftfluss und Bewegungsausschlag vermehrt Schmerzen auslöse. Die ver
gleichs
weise erhobenen Umfangmasse auf verschiedenen Niveaus zeigten prak
tisch all
seits
physiologisch geringfügig höhere Werte auf der stärker bean
spruchten rechten Seite. Unter Berücksichtigung des gesamten Verlaufes wie auch der ak
tu
ellen klinischen Untersuchung müsse davon ausgegangen werden, dass sich bei
der Beschwerdeführerin bereits früh auf dem Boden ihrer hohen vegetativen
Re
ak
tionsbereitschaft
ein klinisch kaum fassbares komplexes regio
nales
Schmerz
syndrom
(CRPS I) entwickelt habe, welches einerseits durch die Kontrastmittel-Injektionen, andererseits durch die Irritation des dorsalen
Ulna
risastes
anlässlich der Handgelenksarthroskopie (CRPS II) zumindest
vorübergehend
akzentuiert worden sei. Obschon zum
jetzigen
Zeitpunkt keine eindeutigen Zeichen für ein
mani
festes CRPS ausgemacht werden könnten, müsse davon ausgegangen wer
den, dass die aktuelle Schmerzsituation in diesem Sinne mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit unfallkausal sei.
Da sich die psychische Situation mit an
hal
tender Stellenlosigkeit, fehlenden Zukunftsperspektiven und Mobbing hin
sicht
lich der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit alles ande
re als günstig auswir
ken dürfte
, sei
eine
rasche psychiatrische respektive psychologische Beur
teilung
und gegebenenfalls auch Begleitung in Betracht zu ziehen
(Urk. 9/M31 S.
12 ff.)
.
Die subjektiv empfundenen Beschwerden fänden zumindest in der Bildgebung kein erkenn
bares Korrelat, was allerdings beim hier
mit hoher Wahr
schein
lich
keit abgelau
fenen CRPS
nicht ungewöhnlich sei. Da sich die klinische Unter
su
chung auf
grund der multiplen Schmerzhaftigkeit wie auch der erhöhten Neigun
g zu ve
getativen Überrea
kt
ion
en
äusserst schwierig gestalte, könne zum jetzigen Zeit
punkt nicht definitiv zur Frage einer Instabilität im distalen
Radioulnar
gelenk
Stellung genommen werden. Hingegen sei eine Irritation des dorsalen
Ulna
ris
nervenastes
im Sinne eines Narbenneuroms klinisch fassbar
(Urk. 9/M31
S.
16)
. Die maximale zu
mutbare tägliche Arbeitszeit in einer den Unfallfolgen an
gepassten zumutbaren Tätigkeit bezogen auf ein V
ollpensum betrage 80 bis 100 %
(Urk. 9/M31
S.
21
)
.
Schliesslich führte der Gutachter aus, da die psychische Situation der Be
schwer
deführer
in
sowie deren Einfluss auf die gesamte Unfall- und Schmerzverarbeitung sei
nerseits nicht adäquat beurteilbar sei und darin möglicherweise ein oder so
gar der Schlüssel zur Beruhigung der Schmerzproblematik respektive zur Norma
li
sierung des Verlaufs stecken könnte, empfehle er eine psychiatrische oder psy
chologische Beurteilung innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate und eventuell auch eine entsprechende Begleitung (Urk. 9/M31 S. 25).
3.11
Am 23. Februar 2010 berichtete Dr.
C._
, in der Zwischenzeit habe die Pa
tien
tin auf Eigeninitiative eine homöopathisch-pflanzliche Therapie unternom
men
und habe massive Fortschritte erzielt. Die
Dystrophiesituation
habe sich voll
stän
dig zurückgebildet. Die
Hyperpathie
sei ebenfalls viel geringer gewor
den. Ver
blie
ben sei ein
ulnarer
Handgelenksschmerz, der bei bestimmten Bewe
gungen einschiesse und auch die Funktionalität der Hand noch etwas limitiere. Es zeige
sich eine sehr schöne, symmetrische Situation der
Trophik
. Die lokale Schwell
ung
sei verschwunden. Die
Hyperpathie
, die zuvor noch stark präsent gewesen sei, zei
ge
im Bereich der Einstichstelle keine Probleme mehr. Die
Handge
lenks
be
weg
lichkeit
sei soweit frei. Bei der
Ulnarduktion
und gleichzeiti
ger Extension wür
den noch Schmerzen über dem distalen
Radioulnargelenk
an
gegeben. Dr.
C._
attestierte eine 50%ig
e Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/M33), welche er in seinem Bericht vom 8. Juni 2010 bestätigte (Urk. 9/M35).
3.12
In seinem Bericht vom 21. September 2010 nannte
Dr.
C._
als Diagnose
chro
nische linksseitige Handgelenksbeschwerden mit durchgemachtem CRPS und
hielt fest, die Situation habe sich bezüglich CRPS deutlich beruhigt
. Der diffuse Schmerz sei eigentlich weg (Urk. 9/M36).
3.13
Das
Arthro
-MRI vom 5. Oktober 2010 ergab Zeichen eines
ulnokarpalen
Impin
gements
mit diffuser Ausdünnung des Diskus
radialseits
und eine leicht
e
Struk
turauflockerung des SL-Bandes (Urk. 9/M38).
3.14
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 1. November 2010 fest,
die erneute klinische Untersuchung zeige, dass
der Hauptfokus
auf
der
Ulnarseite
des Hand
gelenkes liege.
Die Beschwerdeführerin habe zwar als zweite Quelle noch einen
radialseitigen Handgelenksschmerz
genannt
, der allerdings wesentlich geringer sei. Er denke, dass eine
Ulnaverkürzungsosteotomie
ein Po
tential habe, die Situa
tion zumindest auf der
Ulnarseite
zu verbessern. Er glaube, dass die
radial
seitigen
Beschwerden kompensatorischer beziehungsweise sekundärer Natur seien
(Urk.
9/
M37).
3.15
Dr.
C._
führte
am 23.
Dezember 2010 eine
Ulnaverkürzungs
osteo
tomie
links
durch
(Urk. 9/M43). Im Austrittsbericht vom 6. Januar 2011 berichtete er von einem komplikationslosen intra- und postoperativen Verlauf
(Urk. 9/M45).
3.16
Am 2. Februar 2011 berichtete Dr.
C._
, klinisch zeige sich noch eine
Rest
schwellung
über dem ganzen Unterarm. Die Drehbewegung sei in die
Supina
tio
n
sehr stark eingeschränkt. Die Pronation gelinge zu etwa 40°. In der Fle
xion/
Extension bestehe ebenfalls eine Einschränkung, wobei der Eindruck ent
stehe, dass die Muskulatur im Sinne eines Schutzreflexes relativ stark dagegen spanne. Radiologisch zeige sich eine ruhig sitzende Platte mit einem noch sicht
baren
Osteotomiespalt
, der aber zunehmend flau werde. Es könne nun mit der forcier
te
ren Mobilisation begonnen werden, sowohl für die Pro-/
Supination
wie auch für die Flexion/Extension. Die Schiene könne sukzessive weggelassen wer
den, damit die Hand auch wieder integriert werden könne (Urk. 9/M49).
Im Bericht vom 16. März 2011 führte Dr.
C._
aus, die Beschwerdeführerin
mache ganz kleine Fortschritte. Es zeigten sich keine
Dystrophiezeichen
. Es lasse
sich noch eine leichte Schwellung am distalen Vorderarm finden. Die Pro-/
Supi
na
tion
gelinge zu 50-0-30° mit deutlich
endgradigen
Reserven. Die Fle
xion/
Ex
tension sei schmerzhaft eingeschränkt mit einem zentralen
Handge
lenks
schmerz
. Radiologisch zeige sich eine gute Konsolidation der Osteotomie bei ruhig sitzender Platte. Der Knochen sei stabil; er denke, es handle sich um eine ausgeprägte Weichteilreaktion, die therapeutisch weiter verfolgt werden müsse (Urk. 9/M53).
3.17
In seinem Bericht vom 16. Mai 2011 hielt
Dr.
C._
fest, es zeige sich eine
klare Schwellung am distalen Vorderarm, interessanterweise eher auf der
Radi
al
seite
. Radiologisch zeige sich eine gute Heilung der Osteotomie ohne Zeichen der Lockerung der Platte. Der
ulnacarpale
Abstand sei ebenfalls gut, die
Hand
gelenkskinematik
soweit beurteilbar unauffällig. Es handle sich um einen schwie
rigen Verlauf.
Wie im Jahr 2010 zeige sich eine leicht dystrophe Reaktion mit einem beginnenden CRPS
. Die Patientin habe deshalb entschieden,
wie
damals ins Ausland zu gehen, um dort auf eigene Kosten eine Therapie durchführen zu lassen
(Urk. 9/M55).
3.18
Der beratende Arzt der Beschwerde
gegnerin
, Dr.
E._
,
hielt in seiner Stell
ungnahme vom 28. Juli 2011 fest, die Frage nach einem Vorzustand sei bisher nicht diskutiert worden. Degenerative Schäden fänden sich besonders häufig im zentralen (in
tramuralen) Abschnitt des TFCC. Die Frage, welche Diagnose für den Zustand der Beschwerdeführerin verantwortlich sei, bleibe im Raum. Von Anfang an habe es eine gewisse Kontroverse gegeben
, ob der schmerzhafte Be
fund au
f
der radialen oder auf der
ulnaren
Seite vorliege. Eine Instabilität des Handgelenkes sei mehrfach gesucht, überprüft und nie belegt worden. Ein CRPS sei mehrfach diskutiert, gutachterlich in einem Grad I-I
I festgehalten, radio
logisch und
szin
tigraphisch
aber nie belegt worden. Aufgrund des
szintigra
phi
schen
Befundes sei höchstens der Verdacht eines
CRPS geäussert worden und es
seien degene
rative Veränderungen beschrieben worden. Einhellig sei ein schmerz
hafter,
be
wegungseinschränkender
und mit gelegentlichen Schwell
ungen
einhergehender Zustand des linken Handgelenkes beschrieben worden, ohne dass
die Kriterien eines CRPS in irgendeiner Darstellung objektiv festgehalten worden
wären.
Allfällige psychiatrische Aspekte inklusive die Möglichkeit einer
somato
formen
Schmerzstörung seien nicht geklärt
.
Betrachte man den teilweisen
Funktions
ausfall
des linken Handgelenkes isoliert, so müsse mit Bezug auf die Arbeitsfä
higkeit festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin in einer ange
passten Tätigkeit schon längstens arbeitsfähig
sei
(Urk. 9/M60).
3.
19
Am 8. August 2011 berichtete Dr.
C._
, die Patientin habe sich zwischenzeit
lich im Ausland aufgehalten, um die früher erwähnte Therapie durchführen zu lassen. Dies habe sehr viel gebracht; es seien deutliche Fortschritte eingetreten.
Klinisch sei das Handgelenk nicht geschwollen, die Beweglichkeit sei deutlich besser und gelinge für die Flexion/Extension zu 50-0-55° und die Pro-/Supina-
tion
zu 70-0-70°. Der Vorderarm sei noch geschwollen und es bestehe eine deut
liche Druckempfindlichkeit über der distalen
Ulna
auch im Bereich der Platte
palmar
. Er habe die Patientin auch noch funktionell radiologisch unter
sucht.
Die Osteotomie sei an sich gut verheilt und der Kno
chen in einer
Remodellier
ungsphase
. Die Restirritation, die glaubhaft sei, werde wahrscheinlich von der
Platte verursacht und dürfte mit der Plattenen
t
fernung bessern, allerdings würde
er die Platte frühestens 11-12 Monate nach dem
Erst
eingriff
durchführen, vor
her
sei die Gefah
r einer
Refraktur
massiv erhöht
.
Er gehe davon aus, dass die Be
schwerdeführerin bis nach der Metallen
t
fernung für die angestammte Tätigkeit als arbeitsunfähig anzusehen sei (Urk. 9/M61).
3.20
Dr.
E._
führte in seiner Stellungnahme vom 28. Juli 2011 aus, aufgrund der
nur
noch geringen Funktionseinschränkung und der radiologisch nachgewie
se
nen Belastbarkeit könne davon ausgegangen werden, dass die linke Hand als
Hilfs
hand
im Rahmen einer vorwiegend rechtshändig ausgeführten Tätigkeit ohne weiteres einsetzbar sei. Damit seien Tätigkeiten im Rahmen einer
Leiter
funktion
, Beraterfunktion, von Empfangs- oder Dispositionsarbeiten
sei es in der
Pädago
gik, in der Tourismus- oder Kulturbranche oder anderweitig zumutbar.
Nicht zumutbar seien handwerkliche oder anderweitige Tätigkeiten, die mit eine
r we
sentlichen mechanischen Belastung des linken Vorderarmes einhergingen. Dies seien zum Beispiel Tätigkeiten als medizinische Masseurin, als Schneiderin,
als Montagearbeiterin mit repetitiven und monotonen mechanischen Tätig
keiten
, Tätigkeiten mit einer gewichtsmässigen Belastung der linken Hand über 3 kg, aber auch anhaltende beziehungsweise ununterbrochene Schreibtischarbeiten am PC und anderen Geräten, sofern diese nicht mit regelmässiger und meistens selbstgewählter Wechselbelastung möglich seien. Sofern nicht ärztlich verord
nete Physiotherapien oder Ergotherapien eine zeitliche Einschränkung rechtfer
tigten, wären im Rahmen des beschriebenen Belastungsprofils keine zeitlichen und
auch keine leistungsmässigen Einschränkungen zu erwarten
. Im Rahmen des erwähnten Profils sei die volle Arbeitsfähigkeit gestützt auf die gesicherten objektiven Befunderhebungen spätestens seit dem 8. August 2011 gegeben
(Urk. 9/M64).
3.21
Dr.
C._
berichtete am 27. September 2011, es bestehe nach wie vor eine Schmerzhaftigkeit im Bereich des Vorderarmes links mit einer Restschwellung.
Klinisch gehe die Flexion/Extension zu rund 55-0-60° und die Pro-/
Supination
zu
rund 80-0-80°,
endgradig
noch etwas restschmerzhaft. Er denke, die
Me
tall
ent
fernung
sei nun konkret auf den Dezember zu planen. Er verspreche sich davon eine erhebliche Verbesserung der Restbeschwerden (Urk. 9/M66). Im Be
richt vom 4. Oktober 2011 führte Dr.
C._
sodann aus, die Patientin habe sich im Dezember 2010 einer Ellenverkürzungsoperation links unterziehen lassen. Die chronischen Handgelenksbeschwerden hätten auf die konservative Therapie nicht wirklich angesprochen, so dass sie sich letztlich für ein operatives Vorge
hen hätten entscheiden müssen. Der postoperative Verlauf sei durch eine relativ starke Bewegungseinschränkung
initial
ziemlich verzögert worden. Mittlerweile sei nun zumindest die Beweglichkeit wieder so weit, dass sie ordentlich funktio
niere. Verblieben seien Restbeschwerden, die seiner Ansicht nach zu einem re
lativ grossen Teil auf das liegende Metall zurückzuführen seien. Er mache sich deshalb berechtigt Hoffnung, dass mit einer Metallentfernung doch noch eine deutliche Verbesserung der Schmerzsituation und auch der Funktionalität er
reicht werden könne. Die
Metallentfer
nung
sei für den Dezember
2011
geplant. Aus arbeitstechnischer Sicht teile er die Einschätzung, dass die Beschwerde
füh
rerin zurzeit in handwerklichen und anderen Tätigkeiten, die eine wesentlich mechanische Belastung des linken Vorderarmes benötigten, nicht arbeitsfähig sei
. Für den Wiedereinstieg lohne es sich, die Metallentfernung und die darauf folgende R
e
habilitation noch abzu
warten. Er gehe davon aus, dass circa zwei Monate nach der Metallentfernung ein Wiedereins
tieg geplant werden solle (Urk.
9/M68).
3.22
In seinem Bericht vom 9. Dezember 2011 führte
Dr.
C._
aus, klinisch zeige sich eine Schwellung, aber nicht sehr ausgeprägten Ausmasses im Bereich des Vorderarmes. Die Osteotomie sei sehr schön durchgebaut. Es fänden sich keine Zeichen der sekundären Metalllockerung. Die Verkürzung sei gut
(Urk. 9/M70)
.
Am 13. Dezember 2011 wurde die Metallentfernung durchgeführt (Urk. 9/M71).
3.2
3
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom 9. Februar 2012 aus, die
Metallentfer
nung
sei komplikationslos verlaufen. Unabhängig von kleineren Einschränkun
gen und auch möglicherweise intermittierenden trophischen Reaktionen und
Reiz
zuständen
aufgrund der noch ungewohnten Belastungen
dürfe nun ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass in einer angepassten Tätigkeit die volle Arbeitsfähigkeit wieder gegeben
sei (Urk. 9/M76).
3.24
Im
Bericht
der Ergotherapeutin
I._
vom 10. Feb
ruar 2012 wurde aus
geführt
,
nach
dem operati
ven Eingriff vom 13.
Dezember 2011
(
Metallent
fernung
distale
Ulna
links) habe
die Beschwerdeführerin vor allem Schmerzen auf
Druck
reize
im
palmaren
Unterarm sowie im Bereich der
Carpal
knochen
geäussert
. Die
Wundheilung sei problemlos verlaufen. Das aktive
Bewegungs
ausmass
sei schmerz
haft eingeschränkt. Die Bewegungsansteuerung sei durch die langjäh
rige
chronische Schmerzproblematik reduziert. Der funktionelle Ein
satz der Hand sei
dadurch im Alltag vor allem in Bezug auf Belastungen und repetitive Tätig
kei
ten eingeschränkt. Die Sch
merzen seien als chronisch einzu
stufen (Urk. 9/M77).
3.2
5
In seinem Bericht vom 5. März 2012 führte
Dr.
C._
aus, die Beschwerde
führerin habe immer noch relevante Restbeschwerden. Die
ulnarseitigen
Hand
gelenksbeschwerden
seien durch die Verkürzungsosteotomie und die konseku
tive
Metallentfernung eher besser geworden. Es stünden nun die zentralen
Hand
gelenksbeschwerden
der radialseitigen Schmerzen wieder stärker im Vor
der
grund.
Die Patientin
habe chronisch rezidivierend brennende Sensationen im Handge
lenk sowie noch eine Resteinschränkung vor allem der Pro-/
Supination
, die sie auch funktionell deutlich behindere.
In der Therapie mache sie langsame Fort
schritte, die allerdings nicht spektakulär seien. Klinisch bestehe eine reizlose
Nar
ben
situation
. Die Pro-/
Supination
sei leicht eingeschränkt für 70-0-60°, passiv
mindestens 10° - 20°
aufdehnbar
. Das distale
Radiounlnargelenk
sei gut zen
triert.
Es lasse sich eine deutliche Kraftverminderung links mit einem
Faust
schluss
von 20
kp
gegenüber rechts von 34
kp
finden.
Es liege eine komplexe
,
leider
chro
nische Situation vor mit
residuellen
, an ein CRPS erinnernden Restbeschwerden
links. Formell sei die
Ulnaverkürzungsosteotomie
verheilt
und mit der
Metall
entfer
nung
zumindest die lokale Situation besser geworden. Die Hand und das Hand
gelenk hätten allerdings nicht komplett davon profitiert (Urk. 9/M78).
3.2
6
In seinem Bericht vom 8. Mai 2012
hielt
Dr.
C._
fest, in der
Zwischenanam
nese
gehe es der Beschwerdeführerin gar nicht gut. Die ganze
versicherungs
technische
Situation habe sich enorm verkompliziert. Die Beschwerdeführerin hab
e chronische Schmerzen aufgrund des CRPS
(Urk. 9/83).
4.
4.1
Zu
prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin das Ereignis vom
27. März 2008
zu Recht nicht
als Unfall beziehungsweise als u
nfallähnliche
Kör
perschä
digung
qualifiziert hat.
4.2
Gemäss Unfallmeldung vom 7. April 2008 hat sich die Beschwerdeführerin beim
Wandern durch eine Schlucht auf einem Stein abgestützt
, ohne zu stürzen.
Dann
ha
be
es im linken Handgelenk geknallt und es
sei
angeschwollen (Urk. 9/A1).
Der erstbehandelnde Arzt
Dr.
F._
hielt in Bezug auf den
Ereig
nis
hergang
in seinem Bericht vom 22. April 2008 fest, beim Abstützen auf die Hand habe es
im Handgelenk
geknallt (Urk. 9/M1). In weiteren Arztberichten war von einem belasteten Rotationstrauma
des linken Handgelenkes die Rede (Urk. 9/M8
, Urk. 9/M10
, Urk. 9/M11, Urk. 9/M20
).
Dr.
C._
erwähnte in sei
nem Bericht
vom 2.
Juni 2009
ein Abstütztrauma und führte aus, die Beschwer
de
führerin
habe sich auf zwei Steinen abgestützt und das volle Körpergewicht wie mit einer
Art Schwingen über ein
e
Klippe gehoben
(Urk. 9/M22)
.
Dr.
B._
hielt in seinem Gutachten vom 20. November 2009 fest, die Beschwerdeführerin
habe sich über
einen sich zwischen zwei findlingsgrossen Felsblöcken befindli
chen Stein
h
in
weg
schwingen
wollen
, indem sie sich mit ihren Händen auf den unebenen Flächen
der Felsblöcke abgestützt habe. Noch während des Schwun
ges habe sie einen Knall im linken Handgelenk wahrgenommen (Urk. 9/31
S.
3).
In
der Be
schwerdeschrift
vom 14. November 2012 brachte die Beschwerdefüh
rerin vor, sie
sei auf
Z._
auf dem Weg zu Wasserfällen durch eine Schlucht
gewesen und habe dabei
zum Teil über Felsen klettern müssen. An einer Pas
sage, wo sie über Fel
sen habe klettern müssen, habe sie sich zwischen zwei Felsen
durch
schwing
en
wollen und sei mit den Füssen an kleineren Steinen hängen geblieben, habe das Schienbein und die linke Schulter angeschlagen und habe sich dann mit der linken Hand verstärkt abstützen müssen. Dabei sei einerseits das linke Handge
lenk abgedr
eht worden und es habe geknallt, sie
sei aber nic
ht zu Boden ge
stürzt (Urk. 1 S.
4).
Die
Schilderungen des
Ereignisher
ganges
stimmen im Wesent
lichen überein. Lediglich die Darstellung, dass
die Beschwerdeführerin
an klei
ne
ren Steinen hängen geblieben sei und sich das Schienbein und die linke Schul
ter angeschlagen habe, wurde erstmals
be
schwerdeweise
geltend gemacht.
D
a in der Regel auf die „Aussagen
der ersten Stunde“ abzustellen ist, denen in
be
weismässiger
Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen,
die bewusst oder unbewusst von nach
träglichen Überlegungen
versicherungs
recht
licher
oder anderer Art beeinflusst sein können (vgl. BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis), ist vorlie
gend vom ursprünglich geschilde
rten
Er
eignishergang
auszugehen und kann auf die nachträglich erst im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens kon
s
truierte Darstellung nicht abgestellt werden.
B
eim ur
sprünglich geschilderten
Ereignis
hergang
ist e
ine plötzliche, nicht beabsich
tigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äus
seren Faktors i
m Sinne von Art.
4 ATSG
allerdings
nicht ersicht
lich.
4.3
Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte
Bandruptur (Urk. 9/M13, Urk. 9/M20
, Urk. 9/M22)
stellt
eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2
lit
. g UVV dar.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung müssen bei den unfallähnlichen Körperschädigungen
im Sinne von Art. 9 Abs.
2 UVV
mit Aus
nahme der
Ungewöhnlichkeit
auch
die übrigen Tatbestandsmerkmale d
es
Un
fallbegriff
s
erfüllt sein.
Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzu
ng
eines äusseren E
reignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, ob
jek
tiv fest
st
ellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles. Wo ein sol
ches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch
nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2
lit
.
a-h UVV aufgezählten
Gesund
heitsschadens
, liegt eine krankheits- oder degenerativ bedingte
Ge
sundheits
schä
digung
vor.
Nich
t
erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädi
genden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen
Lebens
ver
richtung
einhergeht, welche die versicherte Person zu be
schreiben in der Lage ist
. Für die Bejahung eine
s
äusseren auf den menschlichen Körper schädigend ein
wirkenden Faktors ist ste
t
s ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses
Gefähr
dungspotenzial
innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgem
e
in gesteigerten
Gefahren
lage
vorgenommen wird, wie dies etw
a
für viele sportliche Betätigungen zu
treffen kann. Der
äussere Faktor mit erheblichem
Schädigungs
potenzial
ist so
dann auch zu bejahen, wenn die in Frage stehende
Lebensver
richtung
einer mehr
als physiologisch normalen und psychologisch beherrsch
ten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deswegen fallen ein
schiessende Schmerzen als Symptome einer
Schädigung nach Art. 9 Abs.
2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer alltäglichen
Lebensver
richtung
auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment hin
einspielt
. Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach
un
fallmedizinischer
Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so zum Beispiel das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Ände
rung der Körperlage (BGE 129 V 466).
Gemäss den Schilderungen der
Beschwerdeführerin
musste sie
bei der Wande
rung über Felsblöcke klettern
und
hat
sich beim
in Frage stehenden
Ereignis
über einen Stein geschwungen und mit dem ganzen
Körpergewicht auf
die linke
Hand
gestützt
, wobei sie das Handgelenk verdreht hat
. Bei diesem
Ereignisher
gang
kann nicht mehr von einem normalen Bewegungsablauf gesprochen wer
den, sondern
e
s ist
von einer mehr als physiologisch normalen und psycholo
gisch
beherrschten Beanspruchung des Handgelenkes auszugehen.
Dem Abstüt
zen
mit dem gesamten Körpergewicht
auf die
linke
Hand
wohnt denn auch
ge
genüber dem normalen Gebrauch
ein gewisses Gefahrenpotenzial inne.
Die Ro
tation des
Handgelenkes deutet zudem auf eine unkontrollierte Bewegung hin.
Somit ist ein
sinnfälliges Ereignis und damit das Vorliegen einer
unfallähnli
chen
Kör
per
schä
digung
im Sinne von Art. 9 Abs.
2 UVV zu bejahen.
5.
5.1
Zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstellung pe
r
29. Februar
2012 den Fall zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin abgeschlossen hat.
5.2
Nach Art. 19 Abs. 1 UVG und der dazu ergangenen Rechtsprechung hat der
Un
fallversicherer
den Fall – unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld
sowie Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsent
schä
digung
– abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (
vgl.
BGE 134 V 109 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung
des Ge
sundheitszustandes in diesem Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich nament
lich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Ar
beits
fähigkeit
– soweit unfallbedingt beeinträchtigt –,
wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende
Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3).
5.3
Dr.
B._
gab bereits im Gutachten vom
20.
November 2009 an, die maxi
male zumutbare tägliche Arbeitszeit in einer den Unfallfolgen angepassten zu
mut
baren Tätigkeit bezogen auf ein Vollpensum betrage 80 bis 100 %. (Urk. 9/M31 S. 21).
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 4. Oktober 2011 aus
, dass circa zwei Monate nach der Metallentfernung ein Wiedereinstieg ge
plant werden solle (Urk. 9/M68). In seinem Bericht vom 5. März 2012 hielt er sodann
fest, dass die
Ulnaverkürzungsosteotomie
formell verheilt sei und mit der
Metall
entfernung
zumindest die lokale Situation besser geworden sei (Urk. 9/M78). In seinem Bericht vom 8. Mai 2012 führte er aus,
e
r sei nach wie vor der Meinung, dass die Beschwerdeführerin
reintegrierbar
sei (Urk. 9/M83).
Dr.
E._
hielt
in seinem Bericht vom 9. Februar 2012
fest
,
dass
die
Metallent
fernung
kompli
kationslos verlaufen sei und unabhängig von kleineren Ein
schränkungen und mög
licherweise intermittierenden trophischen Reaktionen und Reizzuständen aufgrund der noch ungewohnten Belastungen nun ohne weiteres davon aus
gegangen werden dürfe, dass die volle Arbeitsfähigkeit wie
der gegeben sei (Urk. 9/M76).
Insgesamt geht aus den
medizinischen Akten
so
mit
ein problem
loser Heilungsverlauf nach der Metallentfernung hervor und die Arbeitsfähig
keit ist spätestens zwei Monate
danach
wieder gegeben. Es bestehen
zwar
wei
ter
hin subjektive Be
schwerden
. In somatischer Hinsicht ist jedoch da
von aus
zug
ehen
, dass
durch
weitere Heilbehandlungen keine
namhafte
Besse
rung
mehr
zu erwarten
ist
.
Die Leistungseinstellung per 29. Februar 2012 ist somit gerecht
fertigt.
6
.
6
.1
Zu prüfen ist
schliesslich
, ob
über den
29
. Februar 2012 hinaus Leistungen zu er
bringen sind, mithin ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden
noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum
Unfaller
eignis
stehen.
6.2
Das CRPS ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Krankheitsbilder, welche d
ie Extremitäten betreffen, sich nach einem schädigenden Ereignis entwickeln und
durch anhaltenden Schmerz mit Störungen des vegetativen Nervensystems, der Sensibilität und der Motorik gekennzeichnet sind. Das CRPS I ist eine Er
krankung
einer
Extremität, die ohne definierte Nervenläsion nach relativ ge
ring
f
ügigem Trauma ohne Bezug zum Innervationsgebiet eines Nervs auftritt. Ein
geteilt wird es in drei Stadien: Entzündungsstadium (I), Dystrophie (II), Atro
phie (III, irreversibel). Das CRPS II bezeichnet brennende Schmerzen und Stö
rungen
des sympathischen Nervensystems als Folge einer defi
nierten peripheren
Nerven
läsion
.
Klinische Zeichen sind schwer lokalisierbare brennende Schmer
zen (z.B.
Allodynie
, Hyperalgesie) zusammen mit autonomen (Ödeme, Tempe
ratur- und Schweisssek
retionsstörung, eventuell
trophische Störung der Haut,
Nagelverän
de
rungen
, lokal vermehrtes Haarwachstum
), sensiblen und motori
schen Störung
en; im weiteren Verlauf Knochenabbau (Demineralisation), even
tuell Ankylose und Funktionsverlust (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 263. Auflage, Berlin 2012, S. 1875).
Das CRPS ist eine neurologisch-orthopä
disch-
traumatologische
Erkrankung und ein organischer beziehungsweise kör
perlicher
Gesundheits
scha
den
(Urteil des Bundesgerichts 8C_1021/2010 vom 19. Februar 2011 E. 7).
Anhand
der diagnostischen Handgelenksarthroskopie
vom 11. September 2008
stellte
Dr.
A._
die Diagnose einer
TFCC-Läsion und einer Bandruptur
radio
lu
när
und erwähnte in seinem Bericht vom 8. Oktober
2008 erstmals
den
Ver
dacht eines
CRPS
(Urk.
9/
M13
).
Die 3-Phasen-Skelettszintigrafie vom 16. Juni 200
9 ergab eine in allen drei Phasen etwas verminderte Aktivitätsbelegung der linken Hand
und ebenfalls einen Verdacht auf ein
CRPS Stadium I
(Urk. 9/M24). Auch
Dr.
J._
hielt in seinem Bericht vom 13. Oktober 2009 fest, das Röntgen
vom 21. September 2009 zeige
eine
leicht fleckige Osteoporose am distalen Radius,
Scaphoid
und
Trapezium
, was zu einem Rest-
Sudeck
passe (Urk. 9/M29).
Dr.
C._
erwähnte in seinem Bericht vom 2. November 2009 wahrscheinlich vor
handene Neurombeschwerden und eine
Ausweitung im Sinne eines CRPS
(Urk. 9/M30).
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 20. Novem
ber 2009 ein chronisches Schmerzsyndrom Handgelenk links im Sinn
e eines milden
CRPS I/II mit multiplen diffusen Schmerzl
okalisationen und sek
un
därer Ver
spannung der Armmuskulatur. Er führte aus, die diffuse Schmerz
haftig
keit des Handgelenks mit ihren multipl
en Schmerzlokalisationen sei pra
k
tisch unverän
dert geblieben
, finde aber trotz mehrfacher bildgebender Diagnos
tik kein er
kennbares Korrelat. Eindeutige Zeichen für ein manifestes CRPS läge
n nicht vor.
Bei der Beschwerdeführerin habe sich bereits früh auf dem Boden ihrer hohen
vegetativen Reaktionsbereitschaft ein klinisch kaum fassbares kom
plexes regio
nales Schmerzsyndrom (CRPS I) entwickelt, welches einerseits durch
die Kon
trastmittel-Injektionen, andererseits durch die Irritation des dorsalen
Ulna
ris
as
tes
anlässlich der Handgelenksarthroskopie (CRPS II) zumindest akzen
tuiert worden sei. Obschon zum jetzigen Zeitpunkt keine eindeutigen Zeichen für
ein manifestes CRPS ausgemacht werden könnten, müsse davon ausgegang
en wer
den, dass die aktuelle Schmerzsituation in diesem Sinne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal sei.
Die subjektiv empfundenen Beschwerden fänden zumindest in der Bildgebung kein erkennbares Korrelat, was allerdings beim hier mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelaufen
en CRPS nicht ungewöhnlich
sei
(Urk. 9/M31
S. 16
)
.
Dr.
C._
erwähnte in seinem Bericht vom 21. Septem
ber
2010 als Diagnose chronische linksseitige
Handgelenksbeschwer
den
mit durch
gemachtem CRPS
und hielt fest,
die Situation habe sich bezüglich
des
CRPS deut
lich beruhigt
(Urk. 9/M36
)
.
Auch wenn die Diagnose
eines CRPS
vorliegend
sehr vage bleibt, indem
lediglich von einem
„
milden
“
oder einem
„
klinisch kaum
fassbaren
“
CRPS
die Rede ist
und keine eindeutigen Zeichen für ein manifestes CRPS ausgemacht werden können
,
ist
aufgrund der
überein
stimmend gestellten Diagnose
zu schliessen
, dass dem klinischen
Beschwerde
bild
zumindest anfäng
lich
wahrscheinlich
eine
organische Genese zugrunde lag.
Fraglich ist indessen, wie es sich damit im Zeitpunkt der Leistungssteinstellung
per
29
. Februar 2012
verhielt.
Nachdem sich das CRPS gemäss Bericht von
Dr.
C._
vom 21. September 2010 (Urk.
9/M36
)
weitgehend
remittiert
hatte, er
wähnte dieser in seinem Bericht vom
16. Mai 2011
erneut eine leicht dystrophe
Reaktion mit einem beginnenden CRPS (Urk. 9/M55).
Nach der am 13. Dezem
ber
2011 durchgeführten Metallentfernung
führte
Dr.
C._
in sei
nem Bericht vom
5. März 2012
aus
, es liege eine chronische Situation mit
resi
duellen
, an ein CRPS
erinnernden Restbeschwerden
vor (Urk.
9/M78).
In seinem Bericht vom 8. Mai
2012 führte er aus, die Beschwerdeführerin habe chronische Schmerzen auf
grund
des CRPS (Urk. 9/M83). Damit verweist er
jedoch
lediglich
auf das
wahrschein
lich
durchgemachte und inzwischen
weitgehend
remittierte CRPS
,
zumal er
die
Diagn
o
s
e eines CRPS nicht mehr
stellt
und
auch keinerlei
Befunde
erwähnt
, die
auf ein CRPS hindeuten würden
.
Dr.
E._
hatte
bereits
in seiner Stellung
nah
m
e
vom 28. Juli 2011
darauf hingewiesen
,
dass
e
in CRPS
mehrfach diskutiert, gut
achterlich in einem Grad I-II festgehalten, ra
diologisch und
szintigraphisch
aber
nie belegt worden
sei
. Aufgrund des
szinti
graphischen
Befundes sei höchstens der
Verdacht eines CRPS geäussert worden und es seien degenerative Verände
rung
en
beschrieben worden.
Einhellig sei ein schmerzhafter,
bewegungseinschrän
ken
der
und mit gelegentlichen Schwellun
gen einhergehender Zustand des linken
Handgelenkes beschrieben worden, ohne dass die Kriterien eines CRPS in irgend
einer Darstellung objektiv festge
halten worden wären
.
Dr.
B._
wies
zu
dem
in seinem
Gutachten vom
20. November 2009
darauf hin,
dass
die psy
chische Situation
der Beschwerde
führerin
(anhaltende Stellenlosigkeit, fehlende
Zukunftsperspektiven,
Mobbing
)
möglicherweise die Unfall- und
Schmerzverar
beitung
beeinflusse
(Urk. 9/
M31 S. 25
).
G
estützt auf die medizinische
Aktenlage
ergibt sich
somit
, dass – wenn überhaupt – höchstens anfänglich ein CRPS
und
damit ein organisches Korrelat
vorgelegen hat
und die von der Beschwerde
füh
rerin geklagten Beschwerden
spätestens
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
nicht mehr darauf zurückzuführen waren
.
Bei dieser Sachlage erübri
gen sich weitere medizinische Abklärungen
, zumal auch im Bericht des Dr. med.
K._
vom 31. Mai 2012 ausser einer
Schmerzhaftigkeit keine Befunde erwähnt werden, welche auf ein manifestes
CRPS
hindeuten würden (Urk. 9/M88)
.
6.3
Da spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung kein organisches Korrelat für
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden mehr bestand
,
hat die
Adäquanzprüfung nach Massgabe der Rechtsprechung zur Adäquanz bei psy
chi
schen Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133 E.
6c/
aa
zu erfolgen.
Beim
Er
eignis vom
27. März 2008
handelt
es
sich
um einen leichten Unfall
, der erfah
rungs
ge
mäss nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ver
ursachen.
Die
Adäquanz eines allfälligen natürlichen Kausalzusammenhangs
ist somit
ohn
e weiteres
zu verneinen
(vgl. vorne E.
1.7
).
Selbst wenn von einem Unfall im mittleren Bereich
an der Grenze zu den leich
ten Unfällen
auszugehen wäre, wäre die
Adäquanz zu verneinen
, da
diesfalls
die
rechtsprechungsgemässen
Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein müssten
(
vgl. vorne E.
1.8
)
, was vorliegend nicht der Fall ist
.
Objektiv be
trachtet hat sich das Ereignis vom
27. März 2008
weder unter besonders dra
ma
tischen
Begleitumständen ereignet, noch ist
es
als besonders eindrücklich zu be
zeichnen
. Die erlittenen Verletzungen waren nicht besonders schwer und er
fah
rungsgemäss auch nicht geeignet, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. An
zeichen für eine die Unfallfolgen verschlechternde ärztliche Behandlung sind ebenso wenig vorhanden wie für einen bezüglich der organischen Verletzungen schwierigen Heilungsverlauf oder diesbezügliche erhebliche Komplikationen. Da
die Beschwerdeführerin
gestützt auf die medizinischen Akten
aus somatischer Sich
t
wohl bereits seit längerem wieder arbeitsfähig wäre,
sind auch die Krite
rien Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.
Da den geklagten Beschwerden ein organisches Korrelat fehlt, kann auch das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht anerkannt werden.
Da
keines der massgebenden Adäquanzkriterien erfüllt
ist
,
ist
die Adäquanz
eines etwaigen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 27. März 2008 und den über den 29. Februar 2012 hinaus geklagten Beschwer
den auch bei Annahme ein
e
s Unfalles im mittleren Bereich an der Grenze zu den
leichten Unfällen
zu v
erneinen
. Somit ist die Beschwerdegegnerin nicht
über
Ende Februar 2012 hinaus
leis
tungspflichtig
, was zur Abweisung der Beschwer
de
führt.