# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 208f4346-94d3-4b56-a854-faa057ab9ff2
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1986, Staatsbürger von Kosovo, reiste am 10. März 2012 zwecks
Ehevorbereitung in die Schweiz ein, wo er am 4. April 2012 die Schweizerbürgerin K.Y.,
geboren 1992, heiratete. Im Rahmen des Familiennachzugs erhielt er eine
Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis 3. April 2015 verlängert wurde. Das Ehepaar
blieb kinderlos.
Nach einem Streit verliess die Ehefrau die eheliche Wohnung am 26. September 2014
und zog zu ihren Eltern nach A. (vgl. act. 9/16/4). Am 30. September 2014 kündigten
die Ehegatten gemeinsam die eheliche Wohnung. X.Y. verblieb bis zum Ablauf der
Kündigungsfrist in der ehelichen Wohnung. Am 19. Dezember 2014 fand die
Verhandlung betreffend Eheschutznassnahmen vor dem Kreisgericht W. statt
(act. 9/16/4). Ein Dolmetscher war dabei anwesend (vgl. Dolmetscherkosten). Die
Ehefrau erachtete eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft damals als
ausgeschlossen. Sie verlangte gar ein Annäherungsverbot betreffend X.Y. Mit
Entscheid des Kreisgerichts W. vom 23. Dezember 2014 betreffend
Eheschutzmassnahmen wurde vom Getrenntleben der Ehegatten seit 26. September
2014 Kenntnis genommen. Das Gesuch um Erlass des Annäherungsverbots wurde
abgewiesen. Die Ehefrau hatte damals ausgeführt, dass X.Y. schon an ihrem
Arbeitsplatz aufgetaucht sei und sie dies nicht wolle und Angst habe. X.Y. hatte dies
bestritten. Er fahre jeweils bei seinem Weg zur Arbeit an der Bäckerei vorbei, in welcher
seine Frau arbeite, und kaufe bisweilen dort ein.
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Mit undatiertem Schreiben (eingegangen beim Migrationsamt St. Gallen am 7. Januar
2015) orientierte die Ehefrau das Migrationsamt über die Ende September 2014
erfolgte Trennung (vgl. Vorakten). Als Grund für die Trennung nannte sie, dass sie
während der Dauer der Ehe mehrmals (mind. 20 Mal) von ihrem Mann geschlagen
worden sei. Sie habe jedes Mal blaue Flecken und Blutergüsse an ihrem Körper
gehabt. Er habe ihr auch mehrmals gedroht, dass er sie umbringe. Auch nach ihrem
Auszug habe er sie einmal geschlagen. Sie habe ihn deshalb wegen häuslicher Gewalt
angezeigt. Sie hoffe, dass seine Aufenthaltsbewilligung nicht verlängert werde, da sie
Angst um ihre Familie und sich selbst habe. Wenn er wütend sei, sei er ein anderer
Mensch. Sie denke, dass er die Scheidungspapiere nicht unterschrieben habe, weil er
hoffe, in der Schweiz bleiben zu dürfen.
B. X.Y. hat seit Februar 2015 eine eigene Wohnung in B. Am 20. Februar 2015 kreuzte
er auf seiner Verfallsanzeige (Ausweis B VZAE) bzw. dem damit verbundenen
Verlängerungsgesuch an, mit seiner Ehefrau in einem gemeinsamen Haushalt
zusammenzuwohnen. Darauf tätigte das Migrationsamt Abklärungen. Laut der dabei
eingeholten Auskunft des Einwohneramtes C. vom 9. März 2015 war die Ehefrau an der
Adresse ihrer Eltern in A. gemeldet und die seit 26. September 2014 bestehende
Trennung bekannt. Mit Verfügung vom 4. September 2015 verweigerte das
Migrationsamt X.Y. die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und setzte ihm eine
Ausreisefrist bis 15. November 2015. Mit Eingabe vom 21. September 2015 erhob X.Y.
gegen die Verfügung des Migrationsamtes Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement und beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung
sowie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den Rekurs am 22. Juni 2016 ab.
C. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 25. Juni 2016 zugestellten Entscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 10. Juli 2016 (Postaufgabe: 11.07.2016) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, der vorinstanzliche Entscheid sei
aufzuheben und X.Y. der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten. Eventualiter
sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Die Vorinstanz
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beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 9. August 2016 die Abweisung der
Beschwerde.
Mit Entscheid des Kreisgerichts W. vom 15. Dezember 2016 wurde der
Beschwerdeführer von seiner Ehefrau geschieden (act. 12). Am 26. Januar 2017 trat
der Beschwerdeführer bei der Q. AG einen Arbeitseinsatz als Temporärmitarbeiter an
(act. 15).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

## Considerations

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, AuG) haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit
diesem zusammenwohnen. Vorbehalten sind der Rechtsmissbrauch und das Vorliegen
von Widerrufsgründen gemäss Art. 63 AuG (Art. 51 Abs. 1 AuG). Ausnahmsweise
besteht das Erfordernis des Zusammenwohnens nicht, wenn für getrennte Wohnorte
wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht
(Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für die Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens sind etwa berufliche Verpflichtungen oder die vorübergehende,
kurzzeitige Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme (vgl. Art. 76 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit; SR 142.201, VZAE). Mit
Blick darauf ist aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem
Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu betrachten ist (vgl. BGer
2C_821/2011 vom 22. Juni 2012 E. 2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Art. 49 AuG
Ausnahmecharakter zukommt und sich dessen Anwendbarkeit auf besondere
Konstellationen beschränkt.
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Der Bewilligungsanspruch besteht trotz Auflösung bzw. definitiven Scheiterns der
Ehegemeinschaft fort, wenn diese mindestens drei Jahre gedauert und die betroffene
ausländische Person sich in der Schweiz erfolgreich integriert hat (Art. 50 Abs. 1 lit. a
AuG; vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.3) oder, unabhängig von der bisherigen Dauer der
Ehegemeinschaft oder einer erfolgreichen Integration, wenn wichtige persönliche
Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit.
b AuG). Die beiden Kriterien nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG (Fristablauf und Integration)
sind für den Anspruch kumulativ erforderlich (VerwGE B 2012/181 vom 30. April 2013
E. 2). Die Dreijahresfrist gilt absolut, d.h. es spielt keine Rolle, ob allenfalls nur wenige
Wochen fehlen (BGer 2C_635/2009 vom 26. März 2010 E. 5.2). Wichtige persönliche
Gründe liegen namentlich vor, wenn der Ehegatte Opfer häuslicher Gewalt wurde oder
die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50
Abs. 2 AuG).
Besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, ist darüber
nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden. Dabei haben die zuständigen
Behörden die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad
der Integration zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AuG). Bei Ausländerinnen und
Ausländern, bei welchen nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz die Bedingungen für
die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, besteht ein öffentliches Interesse,
dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2012/105 vom 13. November 2012
E. 7).
2.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er des Deutschen nur gering mächtig
sei (act. 1 S. 2 ff.). Dies habe sich insbesondere daran gezeigt, dass er anlässlich der
Einigungsverhandlung im Eheschutzverfahren auf einen Dolmetscher angewiesen
gewesen sei. Er habe deshalb die Verfallsanzeige (Ausweis B VZAE) bzw. das damit
verbundene Verlängerungsgesuch nicht korrekt ausfüllen können. Dies ergebe sich
auch aus der Gesamtbetrachtung des Formulars, habe er doch nicht angekreuzt, dass
der Ehegatte Schweizer sei. Auch sei bei der Unterschrift kein Datum mehr angegeben.
Der Entscheid der Vorinstanz basiere auf einem unvollständig erhobenen Sachverhalt.
Die psychologische Verfassung und Genesungsdauer der Ehefrau werde dabei nicht
berücksichtigt. Für den Beschwerdeführer sei es unerklärlich gewesen, weshalb seine
Ehefrau plötzlich und ohne Vorwarnung die eheliche Wohnung verlassen und ein
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Scheidungsgesuch gestellt habe, obschon sie wisse, dass eine Scheidung entweder
nur gemeinsam oder nach Ablauf der zweijährigen Wartefrist in Betracht komme. Dabei
habe sie die Unterschrift des Beschwerdeführers gefälscht. Das Kreisgericht W. habe
festgestellt, dass es für die Ehefrau des Beschwerdeführers keine Gründe gebe, sich
vor dem Beschwerdeführer zu fürchten. Die Angstzustände der Ehefrau seien also
irrational und hätten andere Gründe. Die lange Trennungszeit hänge mit den
Angstzuständen der Ehefrau zusammen und eine entsprechende Behandlung nehme
erhebliche Zeit in Anspruch. Diese Angstzustände seien der Grund, warum der
Beschwerdeführer nicht ohne weiteres mit der Ehefrau zusammenziehen könne. Würde
dies voreilig gemacht, wäre eine Verschlechterung des Zustands der Ehefrau zu
befürchten. Dem Beschwerdeführer bleibe derzeit gar nichts anderes übrig, als
entsprechend Abstand zu halten und Gespräche mit seiner Ehefrau nur in einem
sicheren Setting (Unterstützung/Anwesenheit von Familienmitgliedern der Ehefrau) zu
führen. Die Vorinstanz habe es unterlassen, die entsprechenden Beweismittel
abzunehmen. Sie scheine also ebenfalls von einem labilen Zustand der Ehefrau
auszugehen. Mittlerweile hätten weitere Treffen stattgefunden und der Ehefrau gehe es
jedes Mal besser. Aber eine Rückkehr zur Normalität sei noch nicht möglich. Die
Bemühungen zwischen den Ehegatten würden aufzeigen, dass die Ehe noch nicht
gescheitert sei. Die Zeitdauer spiele bei der „vorübergehenden Trennung“ keine Rolle.
Es sei einzelfallbezogen zu beurteilen, ob eine Möglichkeit für das Wiederaufnehmen
des Zusammenwohnens bestehe. Dies sei im vorliegenden Fall klar zu bejahen. Die
Ehefrau spreche denn auch seit längerer Zeit nicht mehr von einer Scheidung. Wie
lange die Ehefrau noch brauche, um die Angstzustände zu überwinden, sei unklar.
2.2. Vorliegend bringt die Vorinstanz vor, dass das Ehepaar seit dem 26. September
2014 getrennt lebe (act. 2 S. 5 ff.). Damals habe die Ehefrau des Beschwerdeführers
die eheliche Wohnung verlassen und sei zu ihren Eltern zurückgekehrt. Seither sei die
Ehegemeinschaft nicht wieder aufgenommen worden und es seien trotz gegenteiliger
Behauptungen des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte für eine
Wiederannäherung der Eheleute ersichtlich. Nach einer derart langen Trennungszeit sei
objektiv nicht mehr mit der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft zu rechnen.
Von einer bloss vorübergehenden Trennung aufgrund einer Ehekrise könne nicht
ausgegangen werden. Die eheliche Beziehung müsse als definitiv gescheitert
betrachtet werden. Die gelebte Ehegemeinschaft habe knapp zweieinhalb Jahre
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gedauert. Die Ausführungen, wonach sich die Eheleute im Sommer 2015 wieder
angenähert hätten, seien insofern unerheblich, als auch seither bis heute weder das
Zusammenleben aufgenommen worden sei noch andere konkrete Anhaltspunkte für
eine Weiterführung der ehelichen Gemeinschaft ersichtlich seien. Bei dieser Sachlage
spiele es daher keine Rolle, dass die Ehe formell weiterbestehe und noch kein
Scheidungsverfahren eingeleitet worden sei. Es sei denn auch die zweijährige
Trennungszeit für eine Scheidung gegen den Willen eines Ehepartners noch nicht
verstrichen. Angesichts des langdauernden Getrenntlebens, das aktuell andauere, sei
auch der Gemütszustand der Ehefrau, deren innere Einstellung zur Ehe oder deren
angeblich fehlender Scheidungswille nicht relevant. Auf die beantragte Befragung von
verschiedenen Familienangehörigen beider Eheleute sowie des Beschwerdeführers
könne deshalb verzichtet werden. Der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Beschwerdeführer sei am 10. März 2012
zwecks Vorbereitung seiner Heirat im Alter von 25 Jahren in die Schweiz eingereist. Bei
einem Aufenthalt dieser kurzen Dauer sei weder in sozialer noch beruflicher Hinsicht
von einer fortgeschrittenen Integration auszugehen. Dass der Beschwerdeführer weder
in strafrechtlicher noch finanzieller Hinsicht negativ aufgefallen sei, stelle keine
besondere Integrationsleistung dar, sondern werde von jeder Person erwartet. Der
Beschwerdeführer sei bei einem Temporärbüro angestellt und übe demnach keine
besonders qualifizierte Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder
arbeitsmarkttechnischer Sicht einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz gebieten
würde. Vielmehr habe er den prägenden Teil seines Lebens im Heimatland verbracht
und sei mit den dortigen Verhältnissen und Lebensumständen nach wie vor vertraut.
Eine Rückkehr in sein Heimatland sei ihm deshalb ohne weiteres zumutbar.
2.3. Aus den Akten geht deutlich hervor, dass die eheliche Gemeinschaft vorliegend am
26. September 2014 beendet wurde. Denn nach dem Auszug der Ehefrau aus der
ehelichen Wohnung wurde die Gemeinschaft nicht mehr gelebt und der Mietvertrag
betreffend die eheliche Wohnung gekündigt. Der Beschwerdeführer schloss einen
neuen Mietvertrag ab. Dies kann nicht der Irrationalität (vgl. Vorakten, S. 108) oder den
Angstzuständen der Ehefrau des Beschwerdeführers zugeschrieben werden. Denn die
Kündigung der ehelichen Wohnung bedurfte des Einverständnisses beider Ehegatten.
Die Ehegatten dokumentierten damit beide, dass sie nicht mit einer Wiederaufnahme
der ehelichen Gemeinschaft rechneten. Dies bestätigt sowohl die Tatsache, dass die
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Ehefrau zunächst ein Scheidungsbegehren eingereicht hatte, als auch die
entsprechende Aussage der Ehefrau anlässlich der Eheschutzverhandlung vor dem
Kreisgericht W. am 19. Dezember 2014 sowie ihr Schreiben Anfang 2015 (also gut drei
Monate nach ihrem Auszug), mit welchem sie das Migrationsamt über die erfolgte
Trennung informierte. Auch die Existenz dieses Schreibens sowie die Ausführungen der
Ehefrau in diesem sowie anlässlich der Eheschutzverhandlung bestätigen den
Trennungsentschluss in aller Vehemenz. Ihr Trennungsentscheid kann daher nicht als
unüberlegt oder überstürzt gelten. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hatte zwischen
der räumlichen Trennung und dem Schreiben an das Migrationsamt gut drei Monate
Zeit gehabt, um die Trennung zu reflektieren. Dies ist jedoch letztlich genauso irrelevant
wie die Frage, ob die Angst der Ehefrau vor dem Beschwerdeführer gerechtfertigt war
oder nicht. Denn augenscheinlich wurde die eheliche Beziehung nach dem
26. September 2014 nicht mehr gelebt; selbst ein allfälliger gegenseitiger Ehewille
alleine würde nicht genügen, um die Ehegemeinschaft weiterhin zu bejahen. Vielmehr
ist erforderlich, dass die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und (kumulativ) ein
gegenseitiger Ehewille besteht (VerwGE B 2012/181 vom 30. April 2013 E. 2.1. m.w.H.).
Dabei ist im Wesentlichen auf die Dauer der nach aussen wahrnehmbaren ehelichen
Wohngemeinschaft abzustellen (BGE 137 II 345 E. 3.1.2). Andere objektive
Anhaltspunkte (z.B. Ehetherapie) für den Fortbestand der Ehegemeinschaft liegen nicht
vor und wurden auch nicht behauptet. Die allgemeine Behauptung einer
Wiederannäherung und weiterer Treffen unter Beizug von Familienmitgliedern der
Ehefrau ist ohne weitere Details (z.B. betreffend die Häufigkeit solcher Treffen und das
dabei Besprochene/Stattgefundene) angesichts der Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers bei der Abklärung des Sachverhalts (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3)
unzureichend; für die Annahme einer Ehegemeinschaft getrennt lebender Eheleute
genügen freundschaftliche Kontakte zwei- bis dreimal pro Woche nicht (BGer
2C_575/2009 vom 1. Juni 2010 E. 3.6, m.w.H.). Für die vom Beschwerdeführer
behauptete Wiederannährung der Ehegatten bestehen keine Anhaltspunkte (z.B. neues
Schreiben der Ehefrau an das Migrationsamt; ein solches hätte sie bei einem
Meinungswechsel oder nur schon bei entsprechender Unsicherheit gewiss verfasst).
Die Feststellung der Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau sich am
26. September 2014 trennten und damit die gelebte Ehegemeinschaft lediglich knapp
zweieinhalb Jahre dauerte, ist damit nicht zu beanstanden.
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Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass es nicht überzeugt, dass der
Beschwerdeführer das Formular (Verfallsanzeige Ausweis B VZAE) bzw. das damit
verbundene Verlängerungsgesuch) nicht verstanden haben bzw. beim Ausfüllen keine
sprachkundige Hilfe gehabt haben soll. Denn er hat das schwierige Wort
„Gültigkeitsdauer“ im Zusammenhang mit seinem Pass offenbar richtig verstanden und
dementsprechend das richtige Datum festgehalten (vgl. Vorakten, S. 63). Auch seine
Nationalität sowie seinen Zivilstand (verheiratet) hat er (grundsätzlich) richtig
festgehalten. Er hat es allerdings konsistent unterlassen, Angaben festzuhalten, die im
Zusammenhang mit seiner Aufenthaltsbewilligung problematisch sein könnten, denn
eigentlich war er damals „gerichtlich getrennt“ und führte einen „getrennten Haushalt“.
Dass er die Passnummer nicht aufführte, heisst nicht, dass er das Formular nicht
verstanden hatte. Denn er konnte die Gültigkeitsdauer des Passes nur richtig
festhalten, weil ihm die Bedeutung des Wortes Passes klar war (Albanisch: pasaportë)
und er es z.B. nicht mit der Identitätskarte verwechselte. Dass er nicht zusätzlich
festgehalten hat, dass seine Ehefrau Schweizerin ist, ist ebenfalls kein Hinweis auf
Verständnisschwierigkeiten. Es erhellt sich einem tatsächlich nicht ohne weiteres, dass
bei dieser Antwortsektion allenfalls mehr als ein Kreuz erforderlich ist. Das Formular ist
diesbezüglich logisch nicht ideal aufgebaut. Der Beizug eines Dolmetschers anlässlich
der Gerichtsverhandlung belegt das seitens des Beschwerdeführers geltend gemachte
Missverständnis im Zusammenhang mit dem Formular nicht, ist damit doch nichts
darüber gesagt, ob der Beschwerdeführer beim Ausfüllen des Formulars über
sprachkundige Unterstützung verfügte. Die Vorinstanz durfte angesichts dieser Sach-/
Aktenlage im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung davon ausgehen, dass die
seitens des Beschwerdeführers offerierten Beweise am Ergebnis nichts ändern würden
und die eheliche Gemeinschaft des Beschwerdeführers mit seiner Schweizer Ehefrau
am 26. September 2014 endete, also rund zweieinhalb Jahre nach deren Aufnahme. Es
fehlt damit an der Voraussetzung der Dreijahresfrist gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG,
und die Prüfung der Integration erübrigt sich.
Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt im
Land, wie dies vorliegend der Fall ist, von kurzer Dauer, besteht praxisgemäss kein
Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz, auch wenn die betroffene
ausländische Person hier nicht straffällig geworden ist, gearbeitet hat und inzwischen
allenfalls etwas Deutsch spricht (VerwGE B 2013/234 vom 11. November 2014 E. 2.6
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m.w.H.). Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer also beruflich integriert ist und
eine vollzeitliche Tätigkeit ausübt, lässt sich kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib
in der Schweiz ableiten. Es sind auch keine anderen wichtigen persönlichen Gründe
gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ersichtlich, welche einen weiteren Aufenthalt in der
Schweiz erfordern würden.
Bei Ausländerinnen und Ausländern, bei welchen nach so kurzem Aufenthalt in der
Schweiz die Bedingungen für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen,
besteht ein öffentliches Interesse, dass sie die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B
2012/105 vom 13. November 2012 E. 7). Dieses Interesse überwiegt vorliegend das
persönliche Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz, lebte
dieser doch vor seiner Einreise in die Schweiz während mehr als 25 Jahren in seinem
Heimatland und ist damit mit der dortigen Sprache und Kultur bestens vertraut. So
richtig integriert hat er sich in der Schweiz ohnehin nie, macht er doch selbst geltend,
dass er des Deutschen nur gering mächtig sei.
3. Da auf eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Anspruch mehr besteht,
nachdem das eheliche Zusammenleben in der Schweiz nicht länger als drei Jahre
dauerte, für das Getrenntleben keine wichtigen Gründe vorlagen und der
Bewilligungsanspruch nicht aufgrund eines Härtefalls weiterbesteht, ist die
Beschwerde abzuweisen.
4. (...).