# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 945503a9-ca21-4560-9138-6a962887f020
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
mehrfacher Betrug
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom
25. September 2014 (DG140007)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 13. Februar 2014
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22).
Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 52)
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
- des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB,
- des versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten bestraft, wovon bis und mit
heute 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-
gesetzt.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. Februar 2013 beschlagnahmten acht
Bilder sowie die Cartier-Uhr ... Nr. ... werden verwertet. Mit der Verwertung wird B._,
Vermögenskoordinator Staatsanwaltschaft I, beauftragt. Der Nettoerlös (Erlös abzüglich
Verwertungskosten) wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. Ein allfälliger
Mehrbetrag wird dem Beschuldigten ausgezahlt. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO gemäss Dispositiv-Ziffer 10 bleibt vorbehalten.
Die übrigen mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. Februar 2013 beschlagnahmten
Gegenstände werden an den Beschuldigten herausgegeben.
5. Es wird keine Ersatzforderung gemäss Art. 71 StGB festgesetzt.
6. Die Privatklägerin 1 wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von CHF 35'703.–
zzgl. Zins zu 5 % seit dem Ereignisdatum am 23. November 2004 zu bezahlen. Im Mehr-
betrag wird das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 auf den Zivilweg verwiesen.
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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 40.00 Auslagen Untersuchung
CHF 8'000.00 Kosten Vorverfahren
CHF 12'540.00 Total
9. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. X._, wird für seine Bemühungen und
Barauslagen mit total CHF 11'000.– (inkl. MwSt., inkl. Hauptverhandlung, Urteilsstudium
und -besprechung) entschädigt. Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen,
diesen Betrag an Rechtsanwalt Dr. iur. X._ auszubezahlen.
10. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
11. (Mitteilungen)
12. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 70):
1. Ziff. 1 bis 4, 6 und 7 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom
25. September 2014 seien aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen.
3. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. Februar 2013 beschlag-
nahmten acht Bilder sowie die Cartier-Uhr ... Nr. ... seien dem Beschuldigten
heraus zu geben. Im Weiteren sei die durch die Vorinstanz verfügte Heraus-
gabe der weiteren beschlagnahmten Gegenstände zu bestätigen.
4. Die Straf- und Zivilklage sei abzuweisen.
5. Es sei dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
6. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen.
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b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 73):
1. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils mit Ausnahme von dessen
Dispositiv Ziff. 2.
2. Bestrafung mit 18 Monaten Gefängnis.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Verfahrensgang
1.1. Mit Urteil vom 25. September 2014 sprach das Bezirksgericht Meilen den
Beschuldigten des Betrugs und des Versuchs dazu im Sinne von Art. 146 Abs. 1
teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit
einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten (abzüglich 1 Tag Haft), wobei es
die Probezeit auf zwei Jahre festsetzte (Dispositiv-Ziffern 1 - 3). Weiter ordnete
die Vorinstanz die Verwertung diverser Gegenstände zur Kostendeckung bzw.
deren Herausgabe an den Beschuldigten an (Dispositiv-Ziffer 4), sah von
der Festsetzung einer Ersatzforderung nach Art. 71 StGB ab (Dispositiv-Ziffer 6),
entschied über die Zivilforderungen (Dispositiv-Ziffern 5 - 7) und regelte die
Kostenfolgen (Dispositiv-Ziffern 8 - 10).
1.2. Mit Eingabe vom 6. Oktober 2014 meldete der Beschuldigte die Berufung an
(Urk. 48). In der Berufungserklärung vom 28. November 2014 verlangte der Be-
schuldigte einen vollumfänglichen Freispruch unter ausgangsgemässer Regelung
der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 53). Mit Eingabe vom 23. Januar
2015 beschränkte der Beschuldigte den Umfang der Berufung, indem er mitteilte,
die Ziff. 8 und 9 (Kostenfestsetzung und Festsetzung des Honorars der amtlichen
Verteidigung) seien nicht angefochten (Urk. 63).
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1.3. Mit Eingabe vom 10. Oktober 2014 meldete auch die Staatsanwaltschaft
See / Oberland Berufung an (vgl. Urk. 49). In ihrer Berufungserklärung beschränk-
te die Anklagebehörde die Berufung auf die Bemessung der Strafe (vgl. Urk. 56).
Sie beantragte dabei die Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe
von 18 Monaten (vgl. Urk. 56 S. 2). Auf eine Anschlussberufung zur Berufung
des Beschuldigten verzichtete sie ausdrücklich (Urk. 61). Die Privatklägerinnen
stellten im Berufungsverfahren keine Anträge.
1.4. Beweisanträge wurden von keiner Seite gestellt. Die Berufungsverhandlung
fand am 20. April 2015 statt.
2. Umfang der Berufung
2.1. Aufgrund der oben aufgeführten Berufungserklärungen sind die Dispositiv-
Ziffern 8 und 9 des Urteils vom 25. September 2014 nicht angefochten und damit
in Rechtskraft erwachsen, was vorweg festzustellen ist. Nachdem der Beschuldig-
te durch die Nichtfestsetzung einer Ersatzforderung nicht beschwert ist, sein Ver-
teidiger überdies zu dieser Ziffer keinen Abänderungsantrag gestellt hat (vgl.
Urk. 70) und die Staatsanwaltschaft ihre Berufung auf die Strafzumessung be-
schränkte, hat auch die Ziffer 5 des vorinstanzlichen Urteils als nicht angefochten
zu gelten und ist daher ebenfalls in Rechtskraft erwachsen.
2.2. Demgegenüber sind die übrigen Dispositivziffern angefochten und daher im
Rahmen der Berufung zu überprüfen (Art. 404 StPO).
II. Ausgangslage und Anklagevorwurf
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz fasste in ihrem Entscheid die Umstände, die zum vorliegen-
dem Verfahren führten, ausführlich zusammen, worauf an dieser Stelle verwiesen
werden kann (vgl. Urk. 52 S. 5 ff.).
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2. Anklagevorwurf
2.1. Dem Beschuldigten wird stark zusammengefasst vorgeworfen, der C._
Versicherung nach dem Einbruchdiebstahl im Jahre 2004 in der Absicht, eine
Vergütung zu erwirken, bewusst mehrere in der Anklageschrift einzeln aufgeführte
Gegenstände als gestohlen gemeldet zu haben, welche tatsächlich weiterhin in
seinem Besitz waren. Die C._ Versicherung habe durch die erfolgte, dem
Beschuldigten nicht zustehende Verfügung dieser Gegenstände einen Vermö-
genssachaden von Fr. 36‘873.-- erlitten und der Beschuldigte sei, wie von ihm
beabsichtigt, um diesen Betrag bereichert worden, ohne dass er darauf Anspruch
gehabt habe (vgl. Urk. 22 S. 3 f.)
2.2. Weiter wirft die Anklage dem Beschuldigten vor, er habe die im Jahre 2011
der D._ als abhanden gekommen gemeldeten Uhren nicht besessen. Zur
Vortäuschung deren Besitzes habe er einerseits eine Kaufquittung über eine am
16. Februar 1984 erworbene, ihm bereits anlässlich des Einbruchdiebstahls im
Jahr 2004 gestohlene Armbanduhr von Cartier, Modell „E._“ durch
Änderung der Modellnummer manipuliert und andererseits im Juli 2011 bei der
Bijouterie Cartier telefonisch um die Ausstellung einer Wertbestätigung für eine
Cartier Armbanduhr, Modell „E1._“ ersucht, welche am 26. Juli 2011 ohne
Vorlage einer entsprechenden Uhr erstellt und ihm zugeschickt worden sei. Der
Beschuldigte habe in der Absicht gehandelt, so die Vergütung des Versiche-
rungswertes von maximal Fr. 30‘000.-- zu erreichen, welche indessen nicht erfolgt
sei (vgl. Urk. 22 S. 5 ff.).
III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Standpunkte des Beschuldigten
1.1. Der Beschuldigte bestritt während der Untersuchung und vor Vorinstanz den
ihm in der Anklage vorgeworfenen Sachverhalt (Urk. 5/2, Urk. 5/3 und Prot. I
S. 12 und 22). Dies tat er auch anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 69
S. 3 ff.).
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1.2. Mit Bezug auf die im ersten Anklagepunkt aufgeführten acht Bilder (Neben-
dossier 1, Urk. 22 S. 3 Ziffer 1.4. letzte 5 Positionen) bestreitet der Beschuldigte
nicht, dass es sich bei den sichergestellten Bildern tatsächlich um die nach
dem Einbruch im Jahr 2004 als gestohlen gemeldeten Bilder handelt. Er macht
indessen geltend, diese seien erst im Jahre 2008 oder 2009 im Rahmen eines
Umzuges wieder zum Vorschein gekommen. Im Zeitpunkt der Schadensanzeige
und Auszahlung der Versicherungsleistung habe er nicht gewusst, dass diese
noch vorhanden gewesen seien (vgl. Urk. HD 5/2 S. 3, HD 5/3 S. 3, Prot. I S. 12
und S. 15, Urk. 45 S. 26, Urk. 69 S. 15 f.). Bezüglich der übrigen im ersten Ankla-
gepunkt aufgeführten Gegenstände (vgl. Nebendossier 1, Urk. 22 S. 3 Ziff. 1.4.
die ersten sieben Positionen) machte der Beschuldigte im Wesentlichen geltend,
es handle sich um solche, die er nach dem Einbruch im Jahr 2004 wieder erwor-
ben habe (vgl. Prot. I S. 12, vgl. Urk. 45 S. 15 und S. 28, Urk. 69 S. 3 ff.).
1.3. Bezüglich der zwei Uhren gemäss zweitem Anklagepunkt (Hauptdossier,
vgl. Urk. 22 S. 5 ff.) machte der Beschuldigte zusammengefasst geltend, diese
Cartier-Uhren tatsächlich besessen zu haben und stellte in Abrede, einerseits ei-
ne Quittung für die Herrenarmbanduhr Cartier E._ manipuliert und anderer-
seits eine Wertbestätigung ohne Vorweisen der Damenarmbanduhr E1._
eingeholt zu haben (vgl. Prot. I S. 22 ff., Urk. 69 S. 16 ff.).
2. Beweismittel und Grundsätze der Beweiswürdigung
2.1. Angesichts der Bestreitungen des Beschuldigten ist – wie die Vorinstanz
zutreffend festgehalten hat – zu prüfen, ob dem Beschuldigten der Anklagesach-
verhalt mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann, weshalb
dieser aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente nach
den Beweisregeln zu erstellen ist (vgl. Urk. 59 S. 9).
2.2. Als Beweismittel stehen vorliegend nebst diversen Urkunden, die Aussagen
des Beschuldigten (vgl. Urk. HD 5/1-4, Prot. I S. 7 ff., Urk. 69, Prot. II S. 7 ff.), jene
seiner Ehefrau, die u.a. als Zeugin befragt wurde (vgl. Urk. HD 6/1 und 6/2), sowie
die Aussagen der Zeugin F._ (vgl. Urk. HD 6/3) und des Zeugen G._
(vgl. ND 1/5) zur Verfügung.
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2.3. Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung, insbesondere auch zu jenen
der Würdigung von Aussagen, hat die Vorinstanz das Nötige festgehalten
(vgl. Urk. 52 S. 9 ff.), worauf zu verweisen ist. Auch die zutreffenden Erwägungen
der Vorinstanz hinsichtlich der prozessualen Stellung des Beschuldigten und
der Interessenslage seiner als Zeugin einvernommenen Ehefrau sind hier nicht
zu wiederholen (vgl. Urk. 52 S. 11), zumal es bei der Würdigung von Aussagen
primär auf deren inneren Gehalt (Glaubhaftigkeit) ankommt, worauf die Vorinstanz
ebenfalls korrekt hinwies (vgl. Urk. 52 S. 10 f.).
3. Rechtliches zum Betrug
Die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zu den einzelnen
Elementen des Betrugstatbestandes wurden im Entscheid sowohl in objektiver
als auch in subjektiver Hinsicht korrekt wiedergegeben, worauf zu verweisen ist
(vgl. Urk. 52 S. 11 f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Auf Wiederholungen kann daher auch
diesbezüglich verzichtet werden.
4. Zum Anklagepunkt gemäss Nebendossier 1 (vollendeter Betrug)
4.1. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid eine Liste der beim Beschuldigten
anlässlich der Hausdurchsuchung vom 14. September 2012 u.a. sichergestellten
Gegenstände aufgeführt und dieser eine Liste der gemäss Polizeirapport nach
dem Einbruchdiebstahl im Jahr 2004 u.a. als gestohlen gemeldeten Gegenstände
gegenübergestellt. Im Folgenden werden diese Listen der besseren Übersicht-
lichkeit wegen in diesem Entscheid übernommen.
4.1.1. Liste der anlässlich der Hausdurchsuchung vom 14. September 2012 (unter
anderem) sichergestellten Gegenstände (Urk. HD 16/4):
1 Receiver, Bang & Olufsen, Typ ... 1 Kassetten-Deck, Bang & Olufsen, Typ ... 1 CD-Gerät, Bang & Olufsen, Typ ... 2 Lautsprecher-Boxen, Bang & Olufsen, Typ ... 1 Fernsehgerät, Bang & Olufsen, Typ ... 1 Nähmaschine, Bernina 1991 ..., 1291-1991, 2. limitierte Auflage
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1 Hartschalenkoffer, Samsonite, schwarz 1 Fell-Lederjacke, LEONARD, beige 1 Bild, Marco Antonio von Torino, ... 1 Bild, Marco Antonio von Torino, ... 1 Bild, I. Stanffiel, ... 1 Bild, I. Stanffiel, ... 1 Bild, I. Stanffiel, ... 1 Bild, Mark Tiloga, 6/99 T... 1 Bild, T. Longaretti, ... 1 Bild, Zoologischer Garten Zürich, ... 1 Armbanduhr, Cartier ... Nr. ..., rechteckiges Gehäuse, römische Zahlen, Minuten-/Stundenzeiger, blaue Krone, schwarzes Lederarmband, in roter Uhrenbox, zusätzlich enthaltend 1 Bestätigung zu Damenarmbanduhr Cartier ...
4.1.2. Liste der gemäss Polizeirapport nach dem Einbruchdiebstahl im Jahr 2004
vom Beschuldigten u.a. gestohlen gemeldeten Gegenständen (Urk. HD 9/1 =
Urk. ND 1/6/1):
1 Hi-Fi-Stereoanlage, Bang & Olufsen, ... (Position 18) 1 Heimvideorecorder, Bang & Olufsen, ... (Position 20) 2 Lautsprecherboxen, Bang & Olufsen, ... (Position 19) 1 Farbfernsehgerät, Bang & Olufsen, ..., silberfarben (Position 17) 1 Nähmaschine, Bernina, Jubiläumsmodell ... (Position 23) 1 Schalenkoffer, Samsonite, schwarz, Grösse 68 (Position 56) 1 Herrenlederjacke, Leonardo, Lammfelljacke, dunkelbraun, glattes Leder (Position 68) 2 Collage (Klebebild) gemäss Bildbeilage (act. ND 1/6/3 S. 3) (Position 110) 3 Gemälde, Jvo Stanffiel, ..., ..., ... (Position 106) 1 Lithografie gemäss Bildbeilage (act. ND 1/6/3 S. 2) (Position 108) 1 Oelgemälde, Longaretto Trento, ... (Position 107) 1 Lithografie, Otto Baumberger, Zoologischer Garten, Jahrgang 1929, ... (Position 94)
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1 Herrenarmbanduhr, Cartier ..., Gelbgold, mechanisch, ganz flach, helles Zifferblatt, dunkles Lederarmband, blauer Stein beim Zeiteinstellrädchen (Position 39)
4.2. Die Vorinstanz setzte sich in ihrem Entscheid vorerst mit der allgemeinen
Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussagen des Beschuldigten in
den Einvernahmen auseinander.
4.2.1. Sie legte dabei dar, es falle vorerst auf, dass die Erklärung des Beschuldig-
ten an der Einvernahme vom 24. Oktober 2013 (in seiner ersten Einvernahme
vom 14. September 2012 kam der Einbruchdiebstahl im Jahr 2004 nur am Rande
zur Sprache [vgl. Urk. HD 5/1]), Gegenstände nach dem Diebstahl wieder gekauft
zu haben, erst auf entsprechende Frage erfolgt sei (vgl. Urk. 52 S. 16 unter
Hinweis auf Urk. HD 5/2 S. 5). In der Tat erstaunt die späte Erklärung des Be-
schuldigten betreffend die neue Anschaffung von Gegenständen nach dem Dieb-
stahl im Jahre 2004. Denn in derselben Einvernahme hatte er zuvor auf konkrete
Vorhalte etwa zur Nähmaschine oder aber zum Fernseher gesagt, dazu könne er
nichts sagen (vgl. Urk. HD 5/2 S. 3). Selbst auf Vorhalt der Sicherstellungsliste
vom 13. Februar 2013 (vgl. Urk. HD 16/4) und der Fotodokumentation dazu (vgl.
Urk. HD 16/5) verneinte er, sich an andere Sachen (als an die Bilder) erinnern zu
können, die zu Unrecht der Versicherung angegeben worden seien, wie Nähma-
schine und Hartschalenkoffer (vgl. Urk. HD 5/2 S. 5). Zur Bang & Olufsen-Anlage,
die auf der Sicherstellungsliste und auf der Fotodokumentation am Anfang figu-
riert, äusserte er sich erst nach Vorhalt des Polizeirapportes vom 18. Juli 2004
S. 8 (vgl. Urk. ND1/6/1). Er verneinte in diesem Zusammenhang, dass es sich bei
dieser Anlage um dieselbe handeln soll, die im Jahre 2004 als gestohlen gemel-
det wurde, wobei er erst auf entsprechende Frage erstmals angab, auf jeden Fall
B&O wieder (d.h. nach dem Einbruchdiebstahl im Jahre 2004) gekauft zu haben.
Dazu präzisierte er, das habe er sicher als Occasion übers Internet gekauft (vgl.
Urk. HD 5/2 S. 5). Der Beschuldigte wurde in der Folge erst an der Hauptverhand-
lung vor Vorinstanz dazu gefragt, wann und wo er diese B&O Gegenstände kaufte
(vgl. Prot. I S. 17). Dabei äusserte er, diese Sachen fast aus nostalgischen Grün-
den wieder besorgt zu haben, was – wie auch die Verteidigung zum Teil ausführte
(vgl. Urk. 48 S. 28) – auch für den Fernseher und die Nähmaschine gelten soll
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(vgl. Prot. I S. 17 ff.). Die Vorinstanz erwog gestützt auf den angegebenen Wie-
derbeschaffungsgrund, Ereignisse, die mit bestimmten Gefühlen verknüpft seien,
blieben erfahrungsgemäss besser im Gedächtnis als andere und schloss daraus
zu Recht, es verwundere, dass der Beschuldigte die – sich eigentlich schon zu
Beginn der Einvernahme, jedenfalls aber im Zusammenhang mit den konkreten
Gegenständen aufdrängende – Erklärung der Wiederbeschaffung erst gegen En-
de der Einvernahme (gemeint Urk. HD 5/2) vorgebracht habe (vgl. Urk. 52 S. 16).
Es ist der Vorinstanz zu folgen, dass bereits diese Umstände Zweifel an der Dar-
stellung des Beschuldigten wecken (vgl. Urk. 52 S. 16), zumal er auch anlässlich
der Berufungsverhandlung, für die erst spät erfolgte Erwähnung der Wieder-
beschaffung, keine Erklärung fand (Urk. 69 S. 4 f.).
4.2.2. Zutreffend ist sodann, dass sich diese Zweifel bei der Würdigung der übri-
gen Aussagen des Beschuldigten weiter verdichten (vgl. Urk. 52 S. 17). Die Vor-
instanz ortete in den Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhand-
lung eine klare Ausweichtendenz mit Bezug auf seine Erklärungen, wie er nach
dem Einbruch im Jahre 2004 die Liste der gestohlenen Gegenstände zusammen-
stellte (vgl. Urk. 52 S. 17), was sie auch im Detail unter Wiedergabe seiner Ant-
worten auf die entsprechenden Fragen darlegte (vgl. Urk. 52 S. 17 f.). Wenn die
Vorinstanz dabei zum Schluss gelangte, unter dem Strich habe die einzige inhalt-
liche Antwort des Beschuldigten auf die Frage nach dem Vorgehen im Anschluss
an den Einbruchdiebstahl 2004 gelautet, dass er sich nicht erinnern könne, im
Übrigen sei der Beschuldigte mit seinen Antworten ausweichend, vage und nicht
detailliert geblieben, so ist dem zuzustimmen. Auch die vom Beschuldigten
anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Angaben entsprechen dem von
der Vorinstanz gezeichneten Bild. Zur Motivation der Wiederbeschaffung gab er
wie vor Vorinstanz nostalgische Gründe an (Urk. 69 S. 6). Selbst unter Berück-
sichtigung der Tatsache, dass das Ereignis bereits im Zeitpunkt der Hauptver-
handlung rund 10 Jahre zurücklag, wäre eine konkretere Darstellung zu erwarten
gewesen, zumal es sich beim damaligen Einbruchdiebstahl um ein einschneiden-
des und emotionales Erlebnis handelte (so auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 18),
das für den Beschuldigten auch eine nicht unerhebliche wirtschaftliche Tragweite
hatte (vgl. Urk. ND1/6/1, wo 110 Schadenspositionen aufgelistet sind). Dabei ist in
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Erinnerung zu rufen, dass der Beschuldigte selbst Emotionen erwähnte, die in
Zusammenhang mit der Wegnahme u.a. von gewissen Haushaltsgegenständen
(Fernseher, Musikanlage und Nähmaschine) und deren behaupteten Wiederbe-
schaffung standen (vgl. Prot. I S. 17, Urk. 48 S. 28, Urk. 69 S. 6). Nach alledem
wäre tatsächlich zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte darüber, wie
er nach dem Einbruchdiebstahl feststellte, welche Gegenstände fehlten, doch
etwelche Details hätte schildern können und müssen. Im Übrigen blieben auch
seine Schilderungen, wann, wie, wo und zu welchem Preis er gewisse Gegen-
stände wieder beschaffte, völlig oberflächlich und gleichsam unverbindlich, was
allein aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei um nicht mehr produzierte Ge-
genstände handelte, seltsam anmutet. So konnte der Beschuldigte nicht einmal
ansatzweise konkret über die Örtlichkeiten und Umstände der Wiederbeschaffung
der Gegenstände Auskunft geben, sondern blieb bei äusserst vagen Angaben
(Urk. 69 S. 7 f.). Erstaunlich ist sodann, dass er alle diese Geräte wieder fand und
dass er zu seinen Bemühungen bei der behaupteten Suche und zu seinem Erfolg
beim entsprechenden Finden dieser Geräte, insbesondere auch zum entrichteten
Entgelt, keine einzige konkrete Darstellung liefern konnte.
4.2.3. Nicht nachvollziehbar ist aber auch, inwiefern nostalgische Gründe, welche
der Beschuldigte erstmals an der Hauptverhandlung geltend machte (Prot. I
S. 17), zur Wiederbeschaffung von verschiedenen gestohlenen Gegenständen
wie die B&O Geräte führten. Bei der Musikanlage und dem Fernseher, alle Marke
B&O, handelte es sich bereits im Zeitpunkt des Einbruchdiebstahls im Jahre 2004
um alte Ware. Eine plausible Erklärung dafür, weshalb er den Ersatz von solch
alten und dem technischen Stand nicht mehr entsprechenden Geräten, was ins-
besondere für den Farbfernseher gilt, wieder beschaffen wollte, blieb er schuldig
und sie ist auch sonst nicht auszumachen. Seine Begründung, nostalgische
Gründe seien für die Wiederbeschaffung solcher Geräte von Bedeutung gewesen,
erscheint vielmehr als abstrus, jedenfalls als lebensfremd. Auch die anlässlich der
Berufungsverhandlung in diesem Zusammenhang abgegebene Darstellung des
Beschuldigten, man habe die Geräte für eine Ferienwohnung angeschafft,
die man damals habe kaufen oder mieten wollen, erscheint einmal mehr als kon-
struierte Ausflucht. So konnte er auch hier den Kauf der Geräte zeitlich nicht ein-
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ordnen, was doch erstaunt, wenn die Anschaffung der Geräte im Zusammenhang
mit dem Erwerb einer Ferienwohnung standen, was ja doch kein alltägliches Ge-
schäft darstellt. Soweit die Ferienwohnung für den Beschuldigten erst als Wunsch
bestand, so ist indessen kaum glaubhaft, dass er dafür bereits elektronische
Geräte anschaffte.
4.2.4. Im Folgenden sind – entsprechend der Vorgehensweise der Vorinstanz –
die Aussagen des Beschuldigten im Zusammenhang mit den einzelnen Gegen-
ständen unter Berücksichtigung der übrigen Beweismittel zu würdigen.
4.3. Geräte Bang & Olufsen
4.3.1. Die Vorinstanz hat im Einzelnen unter Zuhilfenahme der im Polizeirapport
im Jahre 2004 aufgeführten und der an den Geräten selber angebrachten
Bezeichnungen aufgezeigt, dass die angeblich im Jahr 2004 gestohlenen und
die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 14. September 2012 sichergestellten
Gegenstände (Fernseher: Position 19 gemäss Urk. HD9/1 S. 7; CD-Spieler,
Kassettenrecorder und Receiver: Positionen 18 und 20 gemäss Urk. HD 9/1 S. 8)
zur selben Baureihe gehören. Weiter wies die Vorinstanz darauf hin, dass sowohl
dem Receiver als auch dem Kassettenrecorder das Verkaufsdatum 30. Mai 1987
entnommen werden kann (vgl. Urk. 52 S. 19, vgl. auch Urk. HD16/4 S. 2). Mit
Bezug auf die sichergestellten zwei Lautsprecher stellte die Vorinstanz demge-
genüber fest, dass die an den Geräten angebrachte Modellbezeichnung "RL 60.2"
keinen Hinweis auf die im Polizeirapport vom 18. Juli 2004 aufgeführte Nummer
"3300" liefert (vgl. Vorinstanz Urk. 52 S. 18 f.). Anlässlich seiner Befragung an
der Hauptverhandlung erläuterte der Beschuldigte auf entsprechende Frage
indessen, er denke, dass er (vor dem Diebstahl 2004) sicherlich bei der Stereo-
anlage die Boxen mit dem Rest der Anlage zusammen gekauft habe, denn Boxen
alleine würden ja nichts bringen (vgl. Prot. I S. 31). Auch bei der (behaupteten)
Wiederbeschaffung nach dem Einbruch denke er, von der Logik her, dass er "es"
zusammen gekauft haben müsse (Prot. I S. 32). Mit diesen Erklärungen ist dem
Schluss der Vorinstanz zuzustimmen, dass auch die sichergestellten, angeblich
neu besorgten Lautsprecher zur selben Baureihe wie die angeblich gestohlenen
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gehören (vgl. Urk. 52 S. 19), was der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung
letztlich auch bestätigte (Urk. 69 S. 6).
4.3.2. Der Beschuldigte erklärte sowohl vor Vorinstanz als auch im Berufungsver-
fahren, er habe diese Sachen aus nostalgischen Gründen wieder besorgt (Prot. I
S. 17, Urk. 69 S. 6 f.), was mit der Darstellung seiner Ehefrau, man habe
"natürlich wieder die selben Sachen gekauft" (vgl. Urk. HD 6/2 S. 3) und den
Ausführungen der Verteidigung, AH._s hätten nach dem Einbruch 2004 ein
anderes Exemplar der geliebten und vertrauten Musikanlage besorgt (vgl. Urk. 45
S. 28) übereinstimmt.
4.3.3. In diesem Zusammenhang drängt sich mit der Vorinstanz die Frage auf, wie
der Beschuldigte nach dem Einbruchdiebstahl 2004 diese Geräte konkret wieder
besorgte. Denn unbestritten ist, dass es sich dabei nicht etwa um Massenware,
sondern um hochwertige Geräte eines eher exklusiven Herstellers handelte, die
im Zeitpunkt des Einbruchs beim Beschuldigten bereits ein respektables Alter
aufwiesen, wie dies einerseits aus dem Verkaufsvermerk auf den verschiedenen
sichergestellten Geräten (30.5.87) und aus der Tatsache ersichtlich ist, dass die
fraglichen Baureihen – wie die Vorinstanz unter Hinweis auf Internetangaben
(www.....com) darlegte – in der zweiten Hälfte der 80-er Jahre hergestellt wurden
(vgl. Vorinstanz in Urk. 52 S. 19 f.). Selbst der Beschuldigte gab im
Übrigen an, dass man diese Gegenstände zu jenem Zeitpunkt nicht mehr neu
hätte kaufen können (vgl. Prot. I S. 19). Der Beschuldigte wurde an der Hauptver-
handlung detailliert zur Vorgehensweise und zu den Umständen der Wiederbe-
schaffung befragt (vgl. Prot. I. S. 16 ff.). Die Vorinstanz setzte sich in ihrem Ent-
scheid äusserst ausführlich mit den diesbezüglichen Aussagen des Beschuldig-
ten, die sie auch entsprechend zitierte, auseinander, worauf an dieser Stelle ver-
wiesen werden kann (vgl. Urk. 52 S. 20 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten zei-
gen, dass er zu keinem Zeitpunkt in der Lage war, auch nur im Ansatz konkrete
Angaben zu liefern oder aber die näheren Umstände der Wiederbeschaffung der
Bang & Olufsen Geräte konkret zu beschreiben. So konnte er weder ungefähre
Angaben zum Zeitpunkt der Wiederbeschaffungskäufe machen, noch zum Ort, wo
diese erfolgten bzw. darüber, ob er die Gegenstände abholte oder ihm diese
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geliefert wurden, noch auf welchen Kanälen er die Gegenstände suchte, noch ob
er gezielt vorging, noch welchen Preis und wie er dafür bezahlte. Auch an der Be-
rufungsverhandlung konnte der Beschuldigte nicht mehr als allgemeine Angaben
zu den Umständen der Wiederbeschaffung machen. So gab er an, er wisse nicht
mehr, wo er die Sachen gekauft habe. Er habe ein grosses berufliches Netzwerk,
zudem gebe es die Möglichkeiten des Internets. Auf weitere Nachfrage gab er an,
in Genf sei etwas gewesen, etwas in Italien und der Züri Oberländer Märt wäre
auch möglich gewesen. Zu den Abholungs- und Zahlungsmodalitäten, welche ei-
nem bei emotional wichtigen Gegenständen, die man nicht alle Tage neu kauft
durchaus erinnerlich sein sollten, gab der Beschuldigte oberflächlich an, "die Ge-
räte holt man ab" bzw. angesprochen darauf, ob er bar bezahlt habe, "ja, das geht
nur bar" (Urk. 69 S. 8). Wenn die Vorinstanz das Aussageverhalten des Beschul-
digten als ausweichend, vage und praktisch frei von Details bezeichnete, so ist
dem auch nach Berücksichtigung der Aussagen anlässlich der Berufungsverhand-
lung zuzustimmen. Freilich trifft es zu, dass der Einbruch beim Beklagten im Jahre
2004, mithin vor geraumer Zeit, stattfand, was auch für die Wiederbeschaffung
dieser Gegenstände der Fall sein kann. Indessen lässt sich die Detailarmut seiner
Angaben nicht mit dem Zeitablauf erklären. Denn es ist nicht anzunehmen – was
der Beschuldigte auch nicht geltend machte –, dass sich die Suche nach diesen
exklusiven Geräten einfach gestaltete. Angesichts der Tatsache, dass er diesen
Geräten nostalgischen Wert beimass, muss auch angenommen werden, dass
sein Aufwand bei der Suche und insbesondere seine Erfolge bei der Wiederbe-
schaffung mit Emotionen verbunden waren, die normalerweise konkret und länger
im Gedächtnis haften bleiben. Insofern ist die Detailarmut seiner Schilderungen
– mit der Vorinstanz – schwer nachvollziehbar (vgl. Urk. 52 S. 22).
4.3.4. Auch die Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten, der Zeugin H._,
tragen diesbezüglich nicht zur Klärung bei. Zwar sagte auch sie
in Übereinstimmung mit der Darstellung des Beschuldigten, man habe nach
dem Einbruch gewisse Sachen wieder gekauft, wobei sie präzisierte, sie hätten
"natürlich" wieder die selben Sachen gekauft (vgl. Urk. HD 6/2 S. 3). Sie sprach
u.a. davon, der TV-Apparat sei via Internet beschafft worden, sie glaube, das
habe ihr Mann auch wieder zusammengesucht (a.a.O. S. 4). Der Grund für die
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Wiederbeschaffung eines völlig veralteten Röhrenbildschirms seien Erinnerungen
gewesen (a.a.O. S. 4). Mehr ist ihren Aussagen nicht zu entnehmen, insbesonde-
re nichts zu den konkreten Umständen der Wiederbeschaffung.
4.3.5. Die Vorinstanz zitierte im Zusammenhang mit den Lautsprechern die Aus-
führungen der Verteidigung, wonach der Beschuldigte via Internet genau jene
Musikanlage wieder gefunden habe, die gestohlen worden sein soll, allerdings
hätten sich zunächst bloss zwei Lautsprecherboxen auftreiben lassen, worauf
man sich an den reduzierten Sound gewöhnt und nicht weiter gesucht habe (vgl.
Urk. 45 S. 15). Diese Darstellung wirft Fragen auf. Gemäss dem Inventarblatt,
welches der Beschuldigte im Jahre 2002 zur Police Nr. ... erstellte, befanden sich
damals 4 Boxen B&O zum Betrag von Fr. 4'000.-- in seinem Wohnzimmer (vgl.
Urk. HD 16/12 S. 1). Gemäss Polizeirapport wurden beim Einbruchdiebstahl im
Jahre 2004 aber zwei Lautsprecherboxen gestohlen (vgl. Urk. HD 9/1 S. 8 Positi-
on 19, ca. Fr. 3'600.--). Wurden lediglich zwei Boxen gestohlen, dann müsste der
Beschuldigte durch die behauptete Wiederbeschaffung von zwei Boxen wieder im
Besitze von vier Boxen gewesen sein, was, wie die Vorinstanz bemerkte, zu Un-
gereimtheiten mit der Erklärung der Verteidigung betreffend reduziertem Sound
führte. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger lediglich aus,
der Beschuldigte habe im Internet genau jene Musikanlage wieder gefunden, die
abhanden gekommen sei. Der Beschuldigte seinerseits vermochte aus seiner Er-
innerung nicht mehr anzugeben, wie viele Boxen er vor dem Diebstahl im Jahr
2004 besass, ob zwei oder vier, und wie viele im gestohlen wurden. Zur Wieder-
beschaffung gab er an, er glaube, er habe zwei wieder gekauft (Urk. 69 S. 9 f.).
Im Rahmen der Hausdurchsuchung wurden jedenfalls im Keller zwei Boxen zu-
sammen mit der Stereoanlage und dem Fernsehgerät gefunden (vgl. Sicherstel-
lungsliste Urk. HD 16/4 S. 2 zu Position 19, Fotobogen Urk. HD 16/5).
4.3.6. Die Vorinstanz wies im Zusammenhang mit dem Fernseher und dem CD-
Spieler auf die an diesen Geräten angebrachten identischen Aufkleber eines Ge-
schäftes in I._ (... AG, TV-VIDEO-HIFI, ... I._, Tel. ...) hin (vgl. Urk. 52
S. 23), bzw. bezüglich des Receivers und des Kassettenrecorders auf Aufkleber
eines Geschäftes in J._ / ... (...-tv, J._ ..., ..., verk. 30.5.87; vgl. Urk. 52
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S. 24). Dabei erwog die Vorinstanz, die Aufkleber stellten bei den erwähnten Ge-
räten nicht nur einen Bezug zur Region Zürich her, sondern darüber hinaus konk-
ret zu Ortschaften, mit denen der Beschuldigte näher verbunden gewesen sei,
zumal er seit 1994 oder 1995 in der Gemeinde I._ gewohnt habe und vorher
im benachbarten K._ (vgl. Urk. 52 S. 24 unter Hinweis auf Prot. I. S. 14).
Weiter wies die Vorinstanz auf die Aussage des Beschuldigten hin, wonach er
selber den Kauf der Stereoanlage in einem Geschäft in seinem damaligen Woh-
nort J._ erwähnt hatte (vgl. Prot. I. S. 31), was mit den Aufklebern auf dem
Receiver und dem Kassettenrecorder übereinstimmt (vgl. Urk. 52 S. 24). Es ist
nun der Vorinstanz zuzustimmen, dass diese Aufkleber als gewichtiges Indiz für
den eingeklagten Sachverhalt zu werten sind. Denn die Aufkleber verraten einer-
seits den ursprünglichen Ort des Erwerbs der Geräte, der fraglos eine Nähe zum
damaligen Wohnort des Beschuldigten aufweist, und lassen andererseits die
Wahrscheinlichkeit, dass diese später über das Internet oder aber auf einem
Markt in Genf, im Kanton Aargau oder in Italien erworben werden konnten, als
sehr minimal erscheinen. Daran vermag der vom Beschuldigten im Berufungsver-
fahren eingeführte Aspekt, dass es sich bei den B&O Geräten nicht um Massen-
ware handelt und verglichen mit anderen Marken eine geringere Händlerdichte
besteht, nichts zu ändern (Urk. 69 S. 9, Urk. 70 S. 4).
4.3.7. Insgesamt lassen verschiedene Indizien (identische Baureihe der sicherge-
stellten und gestohlenen Geräte, Auffinden der gestohlenen Geräte im Keller,
Hinweise aufgrund der Aufkleber an verschiedenen Geräten, damalige Wohnorte
der Beschuldigten) keinen anderen Schluss zu, als dass es sich bei den sicherge-
stellten Geräten um dieselben handelt, die bereits vor dem Einbruchdiebstahl im
Jahre 2004 im Besitz des Beschuldigten standen, mithin nicht gestohlen wurden.
Diese Schlussfolgerung wird durch die – wie oben dargetan – in vielfacher Hin-
sicht nicht als glaubhaft einzustufenden Aussagen des Beschuldigten bestärkt.
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4.4. Nähmaschine
4.4.1. Bei der beim Beschuldigten sichergestellten Nähmaschine handelt es sich
um ein in limitierter Auflage produziertes Sondermodell der Marke Bernina zum
700-jährigen Bestehen der Schweiz mit der Bezeichnung "CONFEDERATIO
HELVETICA 1291-1991" (vgl. Urk. HD 16/4 S. 2). Im Polizeirapport vom 18. Juli
2004 ist die Nähmaschine derselben Marke als "Jubiläumsmodell 1991" angege-
ben (vgl. Urk. HD 9/1 S. 9 Position 23). Mit der Vorinstanz gehören somit sowohl
die gestohlene als auch die sichergestellte Nähmaschine zur selben, markanten
Modellreihe (vgl. Urk. 52 S. 25).
4.4.2. Der Beschuldigte machte auch diesbezüglich geltend, die Nähmaschine
nach dem Einbruch wieder beschafft zu haben. In Übereinstimmung mit den Aus-
sagen seiner Ehefrau (vgl. Urk. HD 6/2 S. 4) erklärte er, seine Frau habe nach
dem Einbruchdiebstahl 2004 "wieder eine solche" Nähmaschine gewollt (Prot. I.
S. 19), was sich auch mit der Darstellung der Verteidigung – wie die Vorinstanz
zutreffend ausführte (vgl. Urk. 52 S. 25) – deckt.
4.4.3. Auch in diesem Zusammenhang stellt sich daher die Frage, wie der Be-
schuldigte diese Nähmaschine nach dem Einbruchdiebstahl 2004 konkret wieder
beschaffte, zumal es sich dabei nicht um eine Massenware, sondern um ein limi-
tiertes Sondermodell handelte. Der Beschuldigte machte zur Wiederbeschaffung
dieses Gegenstandes in der Untersuchung keine Angaben (vgl. Vorinstanz in
Urk. 52 S. 25). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde der Beschuldigte dazu
eingehend befragt, wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid im Einzelnen dartat, wo-
rauf verwiesen werden kann (vgl. Urk. 52 S. 26). Die Aussagen des Beschuldigten
liefern keine präzisen Angaben zur Ortschaft des Kaufes ("..nach der Grenze ....
wenn Sie bei Luino weiterfahren ..., vgl. Prot. I S. 19). Zum Geschäft, bei wel-
chem der Kauf stattgefunden haben soll, erweisen sich seine Angaben zudem als
widersprüchlich (..."auf dem Markt"... bzw. "in einem kleinen Laden", vgl. Prot. I.
S. 19). An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte erneut an, die Näh-
maschine auf einem Markt gekauft zu haben. Insgesamt ist festzustellen, dass
seine Aussagen an der Berufungsverhandlung, dem vorangehenden Verfahren
gleich, weite Lücken offen liessen, so zum Beispiel zum Zeitpunkt, zum Ort ("Ich
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denke in Italien. Wir waren oft im Tessin. Wahrscheinlich in Luino") und zum Preis
des erfolgten Kaufes ("Ich denke, es war wohl ein guter Betrag."). Die Vorinstanz
hat dazu zutreffend erwogen, dass die weitgehend unverbindlichen Angaben des
Beschuldigten vor dem Hintergrund, dass mit dieser Nähmaschine ganz persönli-
che Erinnerungen verbunden sein sollen (Hochzeitsgeschenk für seine Ehefrau),
wie dies sowohl der Beschuldigte (vgl. Prot. I S. 19) als auch seine Ehefrau (vgl.
Urk. HD 6/2 S. 4) angaben, und trotz des Zeitablaufs eine wesentlich detailliertere
Schilderung zu den näheren Umständen, die zur zufälligen Entdeckung der
gesuchten Nähmaschine führten, zu erwarten gewesen wäre (vgl. Urk. 52 S. 26).
Dies insbesondere auch deshalb, weil der Kauf dieser Nähmaschine einmalig
war und die Erinnerung deshalb nicht infolge diverser erlebter, gleichartiger
Handlungen untergegangen sein kann. Dies alles lässt die Darstellung des
Beschuldigten als unglaubhaft und als Schutzbehauptung erscheinen.
4.4.4. Aber nicht nur das. Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid darlegte (vgl.
Urk. 52 S. 27), stehen die Aussagen des Beschuldigten auch in Widerspruch zur
Darstellung seiner Ehefrau, die zwar zu den Umständen der Wiederbeschaffung
nicht konkret befragt wurde, indessen von sich aus das Internet als benütztes
Instrument und letztlich als erfolgreicher Suchkanal (beispielsweise) für die
Nähmaschine bezeichnete (vgl. Urk. HD 6/2 S. 4), wobei sie ihre Erklärungen in
Wir-Form formulierte, was auf die Mitwirkung des Beschuldigten bei der entspre-
chenden Suche hinweist (vgl. Urk. HD 6/2 S. 4: "Die Skis haben wir über das Internet, über Gratis-Inserate gekauft. Auch weitere Sachen, wie beispielsweise die Nähmaschine. Das
haben wir wieder zusammengesucht."). An der Berufungsverhandlung führte der
Beschuldigte, angesprochen auf die Angaben seiner Frau aus, es sei schon
möglich, dass sie die Nähmaschine übers Internet gekauft hätten. Dies nachdem
er vorher klar ausgeführt hatte, die Nähmaschine hätten sie auf einem Markt ge-
kauft (Urk. 69 S. 10 f.). Diese Anpassung der Darstellung zeigt einmal mehr, wie
vage der Beschuldigte über diese Wiederbeschaffung berichtet und lässt keinen
anderen Schluss zu, als dass eine Wiederbeschaffung dieser Nähmaschine gar
nie stattgefunden hat.
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4.4.5. Die Vorinstanz legte zudem weiter dar, die Aufschrift auf dem Aufkleber auf
der Rückseite der sichergestellten Nähmaschine (zum genauen Text vgl. Urk. 52
S. 27) zeige ihren Ursprung in der Region Zürich, was der Verteidiger anlässlich
der Berufungsverhandlung ausdrücklich anerkannte (Prot. II S. 12). Sodann
erwog die Vorinstanz zutreffend, dass die Wahrscheinlichkeit als sehr gering
einzustufen ist, dass die vom Beschuldigten in Norditalien (oder im Internet)
gefundene Nähmaschine ursprünglich ausgerechnet aus der Region Zürich
stammt. In Kombination mit der Tatsache, dass auch die oben bereits diskutierten
B&O Geräte, die der Beschuldigte an den verschiedensten Orten wiederbeschafft
haben will, nachweislich aus der Region Zürich stammen, teilweise sogar aus der
unmittelbaren Nähe zum damaligen Wohnort des Beschuldigten, kann eine solche
Wahrscheinlichkeit nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden.
Diesen zutreffenden Erwägungen ist nichts mehr beizufügen. Mit der Vorinstanz
ist festzustellen, dass die Indizien klar den in der Anklageschrift genannten
Sachverhalt stützen und dass gestützt darauf keine erheblichen Zweifel daran
bestehen, dass auch die beim Beschuldigten sichergestellte Nähmaschine, mit
der im Jahre 2004 als gestohlen gemeldeten, identisch ist.
4.5. Lederjacke
4.5.1. Die Vorinstanz hat zur Lederjacke erwogen, aufgrund der unterschiedlichen
Farbbezeichnung verblieben unüberwindliche Zweifel daran, dass es sich bei der
sichergestellten Jacke um jene handelt, die der Beschuldigte 2004 als gestohlen
gemeldet hatte. Somit könne der Nachweis für den in der Anklage genannten
Sachverhalt, nämlich dass die als gestohlen gemeldete Lederjacke tatsächlich
nicht gestohlen war, sondern sich weiterhin im Besitz des Beschuldigten befand,
nicht erbracht werden (vgl. Urk. 52 S. 28).
4.5.2. Diese Erwägungen der Vorinstanz kommen einem Freispruch in diesem
Punkt gleich. Daran muss es – nachdem die Berufung der Staatsanwaltschaft den
Schuldpunkt nicht betrifft – in Anwendung des Verschlechterungsverbotes sein
bewenden haben.
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4.6. Samsonite-Koffer
4.6.1. Der beim Beschuldigten sichergestellte Koffer wird in der Sicherstellungs-
liste wie folgt beschrieben: "Hartschalenkoffer, Samsonite, schwarz, mit Zahlen-
kombination" (Urk. HD 16/4 S. 2). Die Beschreibung des im Polizeirapport 2004
als gestohlen gemeldeten Koffers lautet: "Schalenkoffer, Marke: Samsonite,
schwarz, Grösse 68" (Urk. HD 9/1 S. 16 Position 56). Immerhin kann festgestellt
werden, dass damit Koffertyp, Hersteller und Farbe dieser beiden Koffer identisch
sind. Freilich kann mit der Vorinstanz alleine daraus nicht auf die Identität dieser
Koffer geschlossen werden (vgl. Vorinstanz dazu in Urk. 52 S. 29).
4.6.2. Am Griff des Sichergestellten Koffers ist nun ein Adressanhänger befestigt
(vgl. Fotobogen Urk. HD 16/5 S. 2 unten) mit dem folgenden Text: A._; ...
J._; SWITZERLAND. Die Vorinstanz legte aufgrund der Angaben des Be-
schuldigten dar, dass er vor seinem Umzug nach M._, der 1994 oder 1995
erfolgte, während 3 bis 4 Jahre in K._ und er zuvor in
J._ wohnte (vgl. Prot. I S. 14 und 35 f.). Gestützt darauf schloss die
Vorinstanz zu Recht, dass der hier zur Diskussion stehende Koffer, der nach
Darstellung des Beschuldigten frühestens nach dem Einbruch von 2004 in seinen
Besitz kam, mit einer Adresse versehen wurde, die seit mehr als 10 Jahre nicht
mehr aktuell war (vgl. Urk. 52 S. 29).
4.6.3. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass keine vernünftige Erklärung vorstell-
bar ist, weshalb der Beschuldigte an einem (als Ersatz für einen gestohlenen) ge-
kauften Koffer eine Adressetikette anbringen sollte, welche die vorletzte, seit mehr
als 10 Jahren nicht mehr aktuelle Wohnadresse betrifft. Die von der Verteidigung
vorgebrachte Vorgehensweise (nämlich das automatische Anbringen der alten
Etiketten an neu gekaufte Koffer, vgl. Urk. 45 S. 15 und Prot. I S. 39) verfängt
im konkreten Fall nicht. Denn sie setzt voraus, dass der alte Koffer samt dessen
Etikette noch vorhanden ist, was hier nach der Darstellung des Beschuldigten, der
den Diebstahl des Koffers im Jahre 2004 geltend machte, nicht zutrifft. Neu brach-
te der Verteidiger dazu an der Berufungsverhandlung vor, der bei der Hausdurch-
suchung sichergestellte Koffer sei ein alter Koffer, weshalb es durchaus möglich
sei, dass eine alte Adresse angehängt gewesen sei. So habe der Einbruch
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während der Ferien der Familie des Beschuldigten stattgefunden, weshalb sich
lediglich ein Koffer (der gestohlen wurde) im Haus befunden habe. Die übrigen
Koffer hätte die Familie mit in die Ferien genommen (Urk. 70 S. 6). Diese Erklä-
rung erscheint nicht nur deshalb unglaubhaft weil sie nachgeschoben wurde, son-
dern weil sie überdies im Widerspruch zur Inventar- und Deliktsliste, welche beide
drei Koffer aufführen (Urk. HD 16/12 "Keller" und Urk. HD 9/1 Position 55 u. 56),
steht und im Weiteren nicht mit den Aussagen des Beschuldigten übereinstimmt.
Dieser sagte an der Berufungsverhandlung aus, die Adresse sei wohl im Keller
abgelegt gewesen und man habe sie dann an den neuen Koffer angebracht. Dass
der Beschuldigte jedoch nach zwei zwischenzeitlichen Umzügen ohne weiteres
in der Lage gewesen sein soll, eine solche Adressetikette in seinem Haushalt zu
finden, erscheint, dies der Argumentation der Vorinstanz folgend, als geradezu
abwegig. Dies um so mehr, als er vor Vorinstanz angesprochen darauf, ob er
keine Quittungen für die neu beschafften Gegenstände aufbewahrt habe, angab:
"Wissen Sie, ein Umzug ist eine Gelegenheit zum Ausmisten. Da haben wir
sehr viel weggeworfen. Unter anderem haben wir einen Ordner von 2004
weggeworfen." (vgl. Prot. I S. 20). Dass der Beschuldigte ausgerechnet uralte
Adressetiketten aufbewahrt haben will und diese, notabene sei über 10 Jahren
nicht mehr gültige Adresse, auch noch am neu gekauften Koffer befestigt haben
will (vgl. Urk. 52 S. 30), ist komplett unglaubhaft.
4.6.4. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass die heute noch
vorhandene Adressetikette nur dann einen Sinn macht, wenn sich der sicherge-
stellte Koffer bereits vor dem Einbruchdiebstahl 2004 im Besitz des Beschuldigten
befand. Damit bestehen keine erhebliche Zweifel daran, dass der beim Beschul-
digten sichergestellte mit dem 2004 als gestohlen gemeldeten Koffer identisch ist
(so Vorinstanz in Urk. 52 S. 30).
4.7. Cartier-Uhr ...
4.7.1. Beim Beschuldigten wurde sodann die folgendermassen beschriebene Uhr
sichergestellt: "Armbanduhr, Cartier ..., Nr. ..., rechteckiges Gehäuse, römische
Zahlen, Minuten-/Stundenzeiger, blaue Krone, schwarzes Lederarmband, in roter
Uhrenbox, zusätzlich enthaltend 1 Bestätigung zu Damenarmbanduhr Cartier
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E._ carrée, Ref. ..." (Urk. HD. 16/4 S. 3). Die Beschreibung der im Polizei-
rapport 2004 als gestohlen gemeldeten Uhr lautet: "Herrenarmbanduhr, Marke:
Cartier, Modell/Typ: Tank, Gelbgold, Feingehalt in Karat 18.000, mechanisch,
ganz flach, helles Zifferblatt, dunkles Lederarmband, blauer Stein beim Zeitein-
stellrädchen" (Urk. HD 9/1 S. 12 Position 39).
4.7.2. Mit Bezug auf die sichergestellte Uhr stellte die Vorinstanz zutreffend fest,
dass sie flach und ein helles Zifferblatt aufweist, also zwei auf dem Polizeirapport
genannte Merkmale. Identisch ist auch das Modell (Tank), das dunkle Leder-
armband und der blaue Stein beim Zeiteinstellrädchen (vgl. auch Foto in Urk. HD
16/5 S. 8). Dass zwischen den beiden Uhren eine weitgehende Übereinstimmung
besteht, ist mit der Vorinstanz, damit offenkundig (vgl. Urk. 52 S. 31).
4.7.3. Die Vorinstanz fasste in ihrem Entscheid die Angaben des Beschuldigten
darüber zusammen, wann und wo er die Uhr nach dem Einbruchdiebstahl erwor-
ben habe (vgl. Urk. 52 S. 31). Darauf kann verwiesen werden. Die Aussagen
des Beschuldigten wertete die Vorinstanz korrekt als nur mässig detailliert (kein
Wissen darüber, wann er die Uhr wieder kaufte und warum er dies wieder tat, vgl.
Prot. I S. 21). Sie erwog weiter zutreffend dazu, zwar nenne er den Namen der
Person, bei welcher er die fragliche Uhr gekauft haben wolle ("L._"), im Übri-
gen blieben die Angaben jedoch vage ("ein Bekannter eines Freundes"). Sodann
bemerkte die Vorinstanz, der Beschuldigte habe den Namen L._ erstmals im
Rahmen der Hauptverhandlung vom 26. August 2014, mithin knapp zwei Jahre
nach seiner ersten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft erwähnt, was schwer
nachzuvollziehen sei. Die Tatsache, dass er ein offensichtlich entlastendes Ele-
ment nie zuvor erwähnte, lässt sich in der Tat schwer mit dem von der Verteidi-
gung gezeichneten Bild des Beschuldigten, wonach dieser verbittert ständig daran
herumstudiere, wie er seine Unschuld beweisen könnte (vgl. Urk. 45 S. 18) in
Übereinstimmung bringen (vgl. Urk. 52 S. 32). Selbst unter Berücksichtigung des
Umstandes, dass es Aufgabe des Staates ist, dem Beschuldigten alle objektiven
und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen und nicht dieser seine Un-
schuld zu beweisen hat, ist das Zuwarten des Beschuldigten mit der Nennung
dieser Person nicht erklärbar. Weiter ist anzumerken, dass der Beschuldigte vor
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Vorinstanz lediglich den Namen ohne weitere Angaben nannte und geflissentlich
auch den Namen seines Freundes (L._ soll wie gesehen ein Bekannter sei-
nes Freundes sein) keineswegs preisgab, obwohl dies das Auffinden dieses Ent-
lastungszeugen ermöglicht hätte. Erst auf Nachfrage anlässlich der Berufungs-
verhandlung nannte der Beschuldigte den Namen seines Freundes, der ein Kolle-
ge von Herrn L._ sein soll (Urk. 69 S. 14). Zudem reichte der Beschuldigte
dem Berufungsgericht eine Quittung zum Kauf der Cartier-Uhr Tank Plaqué ein,
welche vom 13. Dezember 2004 datiert. Auch das späte Auffinden dieser Quit-
tung unter der weiteren Berücksichtigung der ausgesprochenen Detailarmut der
Aussagen des Beschuldigten wirft Fragen nach der Korrektheit der Quittung auf.
Nachdem jedoch die Qualität der anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestell-
ten und später beschlagnahmten Cartier-Uhr Tank nie überprüft worden ist, kann
zugunsten des Beschuldigten nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um eine
Plaqué-Ausführung handelt.
4.7.4. Nach dem Gesagten lassen sich nicht alle Zweifel daran ausräumen, dass
die beim Beschuldigten sichergestellte mit der im Jahre 2004 als gestohlen ge-
meldeten Cartier-Uhr ... identisch ist, weshalb der Sachverhalt in diesem Punkt
nicht erstellt werden kann. Der Beschuldigte ist deshalb in Bezug auf die Uhr Car-
tier ... Nr. ... vom Vorwurf des Betrugs freizusprechen.
4.8. Bilder
4.8.1. Aufgrund der Darstellung des Beschuldigten steht fest, dass es sich bei den
8 sichergestellten Bildern um die beim Einbruchdiebstahl im Jahre 2004 als
gestohlen gemeldeten handelt (vgl. Urk. 69 S. 15 f.). Weiter steht in objektiver
Hinsicht fest, dass diese Bilder immer im Besitze des Beschuldigten standen.
Diesbezüglich bestritt der Beschuldigte allerdings, im Zeitpunkt der Diebstahls-
meldung gewusst zu haben, dass diese Bilder noch vorhanden waren, welche
Frage den subjektiven Tatbestand beschlägt.
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4.9. Zusammenfassung objektiver Sachverhalt mit rechtlicher Würdigung
4.9.1. Aufgrund des oben Aufgeführten ist erstellt, dass der Beschuldigte nach
dem Einbruchdiebstahl im Jahre 2004 die folgenden Gegenstände als gestohlen
meldete, obwohl sie sich tatsächlich weiterhin in seinem Besitz befanden:
Receiver, Kassettendeck und CD-Gerät Bang & Olufsen, 2 Lautsprecherboxen
Bang & Olufsen, Fernseher Bang & Olufsen, Nähmaschine Bernina und Koffer
Samsonite.
4.9.2. Weiter meldete der Beschuldigte 8 Bilder als gestohlen an, die in seinem
Besitz standen.
4.9.3. Nicht erstellt ist demgegenüber, die Unkorrektheit der Diebstahlsmeldung
bezüglich der Lederjacke und der Uhr Cartier ... Nr. ..., weshalb diesbezüglich ein
Freispruch zu erfolgen hat.
4.9.4. Unbestritten ist, dass die nicht überprüfbaren Angaben des Beschuldigten
den Sachbearbeiter der C._ Versicherung zu einer Zahlung veranlasste, die
in Kenntnis des tatsächlichen Sachverhaltes viel geringer ausgefallen wäre. Die
Vorinstanz bezifferte den entstandenen Vermögensschaden mit Fr. 35‘703.--,
welcher nach dem zusätzlichen Freispruch betreffend die Uhr Cartier ... um Fr.
2'160.-- (Fr. 2'400.-- abzüglich 10% Selbstbehalt) auf Fr. 33'543.-- zu
reduzieren ist. Dieser Betrag entspricht der von der C._ Versicherung an den
Beschuldigten veranlassten Zahlung von Fr. 175‘593.95 (vgl. einzelne Positionen
in der Anklageschrift S. 4) abzüglich des Betrags von Fr. 142'050.95 (Gesamt-
betrag abzüglich der zu Unrecht als gestohlen gemeldeten Gegenstände und
unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes von 10% und der Freisprüche zu
den Positionen "Lederjacke" und Uhr "Cartier ..."). Im Übrigen kann
zur rechtlichen Würdigung des objektiven Tatbestandes auf die Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 52 S. 32 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).
4.10. Subjektiver Tatbestand
4.10.1. Mit Bezug auf die oben abgehandelten Gegenstände steht (mit Ausnahme
der Bilder, auf die nachfolgend noch einzugehen ist und der Lederjacke sowie der
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Uhr Cartier ..., vgl. oben) fest, dass der Beschuldigte sie mit Bedacht als gestoh-
len meldete, obwohl er wusste, dass sie noch in seinem Besitz waren.
4.10.2. Bilder
4.10.2.1. Es wurde schon vielfach ausgeführt, dass der Beschuldigte bezüglich
der insgesamt acht Bilder nicht bestreitet, dass er sie gestohlen meldete, obwohl
diese sich tatsächlich weiterhin in seinem Besitz befanden. Er macht in subjekti-
ver Hinsicht geltend, die Bilder seien erst im Jahr 2008 oder 2009 im Rahmen
eines Umzuges wieder zum Vorschein gekommen und er habe im Zeitpunkt der
Schadensanzeige und der Auszahlung der Versicherungsleistung nicht gewusst,
dass diese noch vorhanden gewesen seien (vgl. Vorinstanz in Urk. 52 S. 33 unter
Hinweis auf Urk. HD 5/2 S. 3, Urk. 5/3 S. 3, Prot. I S. 12 und S. 15 sowie Urk. 45
S. 26).
4.10.2.2. Aufgrund dieser Ausgangslage prüfte die Vorinstanz, ob der Nachweis
des vorsätzlichen Handelns im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB in Bezug auf
die acht Bilder trotz der Bestreitung des Beschuldigten erbracht ist. In diesem
Zusammenhang gab die Vorinstanz in ihrem Entscheid die diesbezüglichen
Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung (Urk. HD 5/2 und 5/3) und an
der Hauptverhandlung wieder (Prot. I S. 35) sowie diejenigen seiner Ehefrau als
Zeugin (Urk. HD 6/2); worauf hier verwiesen werden kann (vgl. Urk. 52 S. 34 ff.,
Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Aussagen des
Beschuldigten und der Zeugin in diverser Hinsicht übereinstimmen, so mit Bezug
auf den Umstand, dass es im Haus in M._ im Gegensatz zur vorherigen
Wohnung in K._ – nicht gut gegangen sei, die Bilder aufzuhängen (vgl. Urk.
HD 6/2 und Prot. I S. 14), bzw. dass die Bilder schliesslich beim Umzug im Keller
hinter Schränken wieder gefunden worden seien (vgl. Urk. HD 5/2 S. 2 und
Urk. HD 6/2 S. 5). Immerhin steht aufgrund der Darstellung des Beschuldigten
fest, dass die Bilder nicht sofort beim Einzug in jenes Haus in den Keller geräumt
wurden, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt (so auch Vorinstanz unter
Hinweis auf die Darstellung der Verteidigung, vgl. Urk. 52 S. 36), was dokumen-
tiert, dass diese – auch für den Beschuldigten – durchaus bewusst, in den Keller
verstaut wurden. Ausschlaggebend ist aber in diesem Zusammenhang, dass der
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Beschuldigte selber im Juni 2002 ein Inventarblatt zur Police Nr. ..., nämlich zur
Hausratsversicherung bei der C._ Versicherung, erstellte, welches eine mit
Angabe des Standortes und des Wertes detaillierte Zusammenstellung von Haus-
rat und Mobiliar enthält (vgl. Urk. HD 16/12). Das Inventarblatt listet auf dessen
Seite 5 die im Keller aufbewahrten Gegenstände auf und insbesondere die hier
zur Diskussion stehenden acht „Diverse Bilder“ unter Angabe eines Gesamtwer-
tes von Fr. 30‘000.-- (vgl. Urk. HD 16/12 S. 5). Der Beschuldigte anerkannte, die-
ses Inventarblatt erstellt zu haben (vgl. Prot. I S. 14, Urk. 69 S. 15) und bestätigte,
diese Liste gebe den Standort der Bilder im Jahr 2002 wieder (vgl. Prot. I S. 15).
Das bedeutet zwangsläufig, dass der Beschuldigte Mitte 2002, nämlich zum Zeit-
punkt der Erstellung der Liste und rund sieben bis acht Jahre nach dem Umzug
nach M._, sowohl über die Existenz der Bilder, als auch über deren Standort
im Keller Bescheid wusste (so auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 37). Dass er nur zwei
Jahre später, im Zeitpunkt des Einbruchdiebstahls 2004 nicht mehr an diese nicht
ganz kleinen Bilder gedacht haben soll, wie er dies an der Berufungsverhandlung
ausführte (Urk. 69 S. 15), ist nicht glaubhaft und muss als Schutzbehauptung
erscheinen. Vorerst spricht die zeitliche Komponente dagegen. Die Tatsache
aber, dass er diese Bilder im Rahmen des Einbruchs auch als gestohlen meldete,
zeigt, dass er sich mit diesen Gegenständen, die auch nicht gerade wertlos
waren, auseinanderzusetzen hatte. Dies wirft wiederum die Frage nach der
Vorgehensweise des Beschuldigten bei der Feststellung der nach dem Einbruch
abhanden gekommenen Gegenstände, die er wie bereits oben dargetan,
ebenfalls nicht plausibel beantworten konnte.
4.10.2.3. Angesichts des beruflichen Hintergrundes des Beschuldigten, ist mit der
Vorinstanz aber auch seine Darstellung nicht nachvollziehbar, wonach ihm nach
dem (angeblichen) Wiederauffinden der Bilder die erforderliche Meldung an die
Versicherung im Trubel des Umzuges vollständig untergegangen sein soll. Denn
die gewichtige Bedeutung des Bilderfundes musste ihm als Versicherungsfach-
mann sofort bewusst sein, zumal die Bilder – wie die Vorinstanz gestützt auf den
Polizeirapport errechnete (vgl. Urk. 52 S. 38 unter Hinweis auf Urk. 9/1) – den
nicht ganz unerheblichen Wert von ca. Fr. 26‘000.-- aufwiesen. Auch diese Argu-
mentation des Beschuldigten entpuppt sich damit als reine Schutzbehauptung
- 28 -
und wurde von ihm anlässlich der Berufungsverhandlung insoweit nicht mehr
wiederholt, als er lediglich ausführte, er wisse nicht, weshalb er der Versicherung
das Entdecken der Bilder nicht gemeldet habe (Urk. 69 S. 16).
4.10.2.4. Mit der Vorinstanz lassen alle aufgeführten Indizien insgesamt die Dar-
stellung des Beschuldigten als unglaubhaft erscheinen. Erhebliche Zweifel daran,
dass der Beschuldigte auch bezüglich der Bilder wusste, dass diese tatsächlich
nicht gestohlen waren, als er diese als gestohlen meldete, verbleiben vernünf-
tigerweise und nach der Erfahrung des Lebens keine (so Vorinstanz Urk. 52
S. 38).
4.10.3. Zusammenfassung subjektiver Sachverhalt samt rechtlicher Würdigung
4.10.3.1. Dazu kann mit der Vorinstanz festgehalten werden, dass der Beschul-
digte vorsätzlich und in der Absicht handelte, sich unrechtmässig zu bereichern.
Er wusste mit Ausnahme der Lederjacke und der Cartier-Uhr ... (vgl. Ziff. 4.5. und
4.7.4.), dass sich die als gestohlen gemeldeten Gegenstände weiterhin in seinem
Besitz befanden, dass die Überprüfung seiner falschen Angaben dem zuständi-
gen Sachbearbeiter der C._ Versicherung unmöglich sein würde und dass
die C._ Versicherung dadurch eine zu hohe Versicherungsleistung an ihn
bezahlen würde, was er auch wollte.
4.11. Damit ist der Beschuldigte mit Bezug auf den Anklagepunkt Nebendossier 1
des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
5. Zum Anklagepunkt gemäss Hauptdossier (Betrugsversuch)
5.1. Anklagevorwurf
5.1.1. Dem Beschuldigten wird – wie die Vorinstanz richtig zusammenfasste (vgl.
Urk. 52 S. 39) – vorgeworfen, er habe 2011 gegenüber der D._ zwei Uhren
als abhanden gekommen gemeldet, die er in jenem Zeitpunkt gar nicht
besessen, sondern deren Besitz er nur vorgetäuscht habe. Dies habe er mit der
Absicht getan, dass die Versicherung ihm den Wert der beiden Uhren bzw. den
versicherten Maximalbetrag von CHF 30'000.– ersetzen werde (zu den Einzelhei-
- 29 -
ten des Anklagevorwurfs vgl. E. II.2.2.). Zur Auszahlung der Versicherungssumme
sei es jedoch nicht gekommen, weil ein Mitarbeiter der D._ Verdacht ge-
schöpft habe. Damit wird dem Beschuldigten Betrugsversuch vorgeworfen.
5.1.2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob dem Beschuldigten im Zusammenhang mit
diesen beiden Uhren der eingeklagte Sachverhalt rechtsgenügend nachgewiesen
werden kann, insbesondere, ob der Beschuldigte die in der Schadenmeldung
aufgeführten Cartier Uhren besass.
5.2. Abschluss der "Hausrat - All Risk" - Versicherung
5.2.1. Unbestritten und aufgrund der Akten ist belegt, dass der Beschuldigte
am 14. Juni 2011, also rund eineinhalb Monate vor dem angeblichen Abhanden-
kommen der Uhren, eine Kombi-Haushaltversicherung abschloss, welche
auch die Position 'Hausrat – All Risk' über eine Versicherungssumme von
CHF 200'000.– beinhaltete. Ebenfalls unbestritten ist, dass diese 'Hausrat – All
Risk' auch den Verlust von Schmucksachen auswärts bis zum Maximalbetrag von
CHF 30'000.– versicherte, und zwar unabhängig davon, ob die Schmucksachen
verloren gingen oder gestohlen wurden oder sonst wie abhanden kamen (vgl.
Urk. 45 S. 22).
5.2.2. Die Vorinstanz legte sodann gestützt auf die Angaben des Beschuldigten
(vgl. Urk. HD 5/3 S. 7) und der in den Akten vorhandenen Versicherungsverträgen
(vgl. Urk. HD 11/4 und HD 11/5) dar, dass der Beschuldigte schon lange (bei der
D._ seit 2009) eine Kombi-Haushaltsversicherung hatte, welche in der Folge
per 14. Juni 2011 auf aktuelle Produkte angepasst und auch die "All-Risk"-
Versicherung umfasste, welche eine bessere Versicherungsdeckung bzw. die
Ausdehnung des Versicherungsschutzes bot (vgl. Vorinstanz Urk. 52 S. 40). Kor-
rekt hielt die Vorinstanz fest, dass die zeitliche Distanz zwischen dem Abschluss
der "Hausrat – All Risk" und dem angeblichen Schadenereignis auffällig kurz ist,
dass indessen aus der zeitlichen Nähe zwischen Abschluss bzw. Anpassung der
Versicherung und des Schadenseintritts – dies entgegen der Auffassung der An-
klagebehörde (vgl. Urk. 44 S. 12) – weder etwas zugunsten des Beschuldigten,
noch zu seinen Lasten abgeleitet werden kann, zumal seine Ausführungen im
- 30 -
Zusammenhang mit dem Abschluss der Versicherung (Anpassung an ein neues
Produkt ) belegt sowie schlüssig und nachvollziehbar sind (vgl. Urk. 52 S. 40 f.).
5.3. Besitz der in der Schadenmeldung aufgeführten Cartier Uhren
5.3.1. Der Beschuldigte legte der Schadenmeldung (vgl. Urk. HD 11/6) eine Kopie
der Kaufquittung der Firma N._ AG für die Cartier Herrenarmbanduhr
E._, welche vom 16. Februar 1984 datiert, (vgl. Urk. HD 11/6 letzte Seite)
und für die "E1._" die Kopie einer Wertbestätigung der Firma Cartier vom 26.
Juli 2011 bei (vgl. Urk. HD 11/6 vorletzte Seite). Gemäss den Angaben des Be-
schuldigten anlässlich der Verlustanzeige bei der Polizei, wurde die E1._ ca.
1992 bei Cartier gekauft (vgl. Urk. HD 11/9 S. 5).
5.3.2. Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten zur Frage, wann die
im Jahre 2011 abhanden gekommenen Uhren gekauft wurden in ihrem Entscheid
ausführlich zusammen (vgl. Urk. 52 S. 41 ff.). Ebenso sind im vorinstanzlichen
Entscheid die Depositionen seiner Ehefrau dazu zu finden (vgl. Urk. 52 S. 42).
Darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden. Die
Vorinstanz stellte gestützt darauf zutreffend fest, dass die Aussagen des
Beschuldigten dazu nicht konstant sind, was mehr als offenkundig ist. Zutreffend
erwog sie weiter, die Version des Beschuldigten, die 2011 angeblich abhanden
gekommenen Uhren seien nach dem Einbruch von 2004 wiederbeschafft worden,
stimme zwar mit der Darstellung seiner Ehefrau, indessen weder mit der Kauf-
quittung vom 16. Februar 1984, noch mit seinen Angaben bei der Schadenmel-
dung betreffend die E1._ (Kaufdatum ca. 1992) überein. Weiter wertete die
Vorinstanz auch die Aussagen der Ehefrau dazu deshalb als zumindest ungenau,
weil sie angab, bei den 2011 abhanden gekommenen Uhren habe es sich um die
gleichen Modelle gehandelt, wie die 2004 gestohlenen. Denn nach dem damali-
gen Polizeirapport wurden eine Herrenarmbanduhr Cartier E._ und eine Da-
menarmbanduhr Cartier E._ (also keine E1._) gestohlen (vgl. Urk. HD
11/11 zur Wertsachen-Versicherung). Gestützt darauf (Datumsangaben betref-
fend den Zeitpunkt des Kaufes, zum Teil ein anderes Modell der Damenuhr im
Verhältnis zu der im 2004 gestohlenen gemäss Wertsachen-Versicherungsvertrag
vom 24. Januar 1997 [Urk. HD 11/11]) müssten im Zeitpunkt des Einbruchdieb-
- 31 -
stahles 2004 beim Beschuldigten – wie die Vorinstanz annahm (vgl. Urk. 52 S.
44) – mindestens vier Cartier-Uhren vorhanden gewesen sein.
5.3.3. Ausgehend von diesem Sachverhalt ging die Vorinstanz der Frage nach,
weshalb von den 2004 beim Beschuldigten (angeblich) vorhandenen vier Cartier-
Uhren nur zwei versichert waren. Aktenkundig ist, dass der Beschuldigte damals
eine Wertsachen-Versicherung besass, bei welcher – wie die Vorinstanz im
Einzelnen darlegte (vgl. Urk. 52 S. 44) – lediglich die Uhren versichert waren,
die beim Einbruch im Jahre 2004 auch gestohlen wurden (vgl. auch HD 11/11).
Aktenkundig ist sodann, dass die beiden hier zur Diskussion stehenden Uhren
(Herrenarmbanduhr E._ und Damenarmbanduhr E1._), obwohl sie da-
mals schon vorhanden waren, in der Wertsachenversicherung nicht enthalten wa-
ren und auch nicht auf dem vom Beschuldigten im Jahre 2002 redigierten Inven-
tarblatt (vgl. Urk. HD 16/12) erfasst wurden. Mit der Vorinstanz indizieren diese
Umstände, dass der Beschuldigte im Juni 2002, abgesehen von den in der Wert-
sachenversicherung genannten, keine Uhren besass, die einzeln einen Wert von
über Fr. 10'000.-- aufwiesen.
5.3.4. Der Beschuldigte konnte auf ausdrückliche Befragung zu diesem Thema
in der Hauptverhandlung – wie die Vorinstanz im Einzelnen darlegte (vgl. Urk. 52
S. 46) – nicht plausibel erklären, weshalb diese Uhren weder in der Wertsachen-
versicherung, noch im Inventarblatt zur Hausratversicherung (Urk. HD 16/12)
aufgeführt wurden. Denn weder die Antwort, er habe wahrscheinlich gedacht, die
Uhren verkaufen zu wollen (bei der E1._ Uhr handelte es sich um ein Hoch-
zeitsgeschenk an seine Frau), noch die Erklärung, man hätte eine neue Versiche-
rung machen müssen, zumal alle Uhren im Zeitpunkt des Abschlusses der Wert-
sachenversicherung anfangs 1997 (vgl. Urk. HD 11/11 S. 5 = HD 8/14) schon
vorhanden waren, sind nachvollziehbar bzw. zutreffend. Der Vorinstanz ist ge-
stützt darauf zuzustimmen, dass die Police, die Wertsachenversicherung, das In-
ventarblatt und das Aussageverhalten des Beschuldigten darauf hinweisen, dass
der Beschuldigte damals nicht im Besitz der zwei Cartier-Uhren war, die 2011 ab-
handen gekommen sein sollen (vgl. dazu Vorinstanz Urk. 52 S. 46 f.). Auch das
Aussageverhalten des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung lässt
- 32 -
keinen anderen, als den von der Vorinstanz getroffenen Schluss zu, zumal der
Beschuldigte angesprochen auf seinen Uhrenbesitz im Jahre 2004 noch aus-
drücklich erwähnte, er habe nicht zwei gleiche Modelle gehabt. Er könne sich
nicht vorstellen, zwei gleiche Modelle gekauft zu haben (Urk. 69 S. 17). Im Weite-
ren war vom Beschuldigten erneut nicht zu erfahren, weshalb er lediglich zwei der
teuren Uhren versichern liess (Urk. 69 S. 19). Nun spricht es aber gänzlich gegen
die Glaubhaftigkeit der Angaben des Beschuldigten, wenn er nicht einmal weiss,
ob er die Uhren im Jahr 2004 bereits besass oder ob es sich
um Neuanschaffungen infolge des Diebstahls im Jahr 2004 handelte. Denn
bei diesen Uhren handelte es sich um sehr wertvolle Gegenstände, deren Kauf
im Bereich der finanziellen Möglichkeiten des Beschuldigten mit Sicherheit nichts
Alltägliches war. Der Beschuldigte ist nämlich durchaus preissensitiv. So gab
er zum Kauf der Cartier-Uhr ... sinngemäss an, er habe die Plaqué-Version für Fr.
190.-- gekauft, weil die echte Version mit Fr. 8'000.-- bis Fr. 10'000.-- zu teuer
gewesen wäre (Urk. 69 S. 21).
5.3.5. Der Beschuldigte hatte als Nachweis für den Besitz der Cartier E1._
der D._ mit der Schadenmeldung eine von der Bijouterie Cartier
am 26. Juli 2011 erstellte Wertbestätigung eingereicht (vgl. Urk. HD 7/2). Er be-
streitet, diese Wertbestätigung – wovon die Anklage ausgeht (vgl. Anklage S. 6
Ziff. 2.5) – telefonisch, mithin ohne persönliches Vorsprechen und Vorweisen der
entsprechenden Uhr, angefordert zu haben. Die dazu einvernommene F._,
Geschäftsführerin von Cartier Zürich (vgl. Urk. HD 6/3) konnte ein persönliches
Erscheinen des Beschuldigten mit der Uhr grundsätzlich nicht ganz
ausschliessen, obwohl sowohl sie am Anfang ihrer Aussage, als auch das zuvor
eingeholte Schreiben der Firma O._, von einer telefonischen Bestellung
sprachen (vgl. HD 6/3 S. 3, HD 10/11, vgl. auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 50).
Immerhin konnte diese Zeugin klären, dass es sich bei der auf der Wertbestäti-
gung angegebenen Referenznummer um die Nummer des Modells und nicht der
individuellen Uhr handelt (vgl. Urk. HD 6/3).
5.3.6. Indes lassen die Aussagen des Beschuldigten im Zusammenhang mit der
Einholung der Wertbestätigung für die Cartier E1._ dennoch aufhorchen.
- 33 -
Denn – wie die Vorinstanz unter detaillierter Angabe seiner Erklärungen aufzeigte
(vgl. Urk. 52 S. 48 f.) – lieferte der Beschuldigte verschiedene Erklärungen
darüber, weshalb und mit welchen Uhren er die Bijouterie Cartier vor Antritt seiner
Ferien aufsuchte (Mitnahme einer Cartier Pasha zur Reparatur und gleichzeitiges
Vorweisen der Cartier E1._ für die Wertbestätigung versus sowohl Reparatur
als auch Anforderung der Wertbestätigung über dieselbe Cartier E1._; vgl.
Urk. HD 5/1 S. 6 versus Urk. HD 5/3 S. 4 und S. 7 sowie Prot. I S. 26),
welchen Widerspruch er auf Vorhalt nicht erklären konnte (Prot. I S. 27). Das en-
gagierte Bestreiten des Beschuldigten, dass allgemein die telefonische Einholung
einer Wertbestätigung überhaupt nicht möglich ist, wird durch die Aussagen der
Zeugin F._ widerlegt (vgl. Urk. HD 6/3 S. 3). Dass der Beschuldigte bei Car-
tier vorbei ging und zwecks Erhalt einer Wertbestätigung eine E1._ vorlegte
ist jedoch auch deshalb auszuschliessen, weil der Beschuldigte ausführte, er ha-
be die auf dem Foto (Urk. 42/1) abgebildete Uhr vorgezeigt. Bei jener
Uhr handelt es sich gemäss Auskunft von Cartier jedoch nicht um das Modell
"E1._", sondern um das Modell "E._", welche Feststellung seitens
der Verteidigung auch akzeptiert wurde (Urk. 69, Prot. II S. 7). Es ist nun aber
äusserst unwahrscheinlich, dass Cartier eine Bestätigung für ein falsches Modell
ausstellte, zumal sich die beiden Uhrenmodelle durch ein auffälliges Merkmal
(geschraubte bzw. nicht geschraubte Lünette) unterscheiden. Somit ist davon
auszugehen, dass der Beschuldigte im Jahr 2011 die Wertbestätigung telefonisch
anforderte, weshalb die Wertbestätigung kein Indiz dafür ist, dass der Beschuldig-
te im Juli 2011 tatsächlich eine Cartier-Uhr "E1._" besass.
5.3.7. Nachdem der Beschuldigte im bisherigen Verfahren vorwiegend ausführte,
die im Jahr 2011 als Versicherungsfall deklarierte Uhr Cartier E1._ habe er
im Jahr 1992 gekauft (Polizeirapport Urk. HD 7/1 S. 5, Prot. I S. 23) und auch eine
Erklärung dazu abgab, weshalb die Uhr im Jahr 2004 nicht gestohlen wurde,
nämlich weil sie die Uhr "E1._" (sowie auch die Uhr "E._") in den Ferien
bei sich gehabt hätten oder von der Täterschaft beim Einbruch übersehen worden
sei (Urk. HD 5/3 S. 7, Urk. 69 S. 18, 20), folgte er dieser Darstellung anfänglich
auch anlässlich seiner Einvernahme im Berufungsverfahren, brachte dazu später
jedoch vor, bei der im Jahr 2011 abhanden gekommenen Uhr handle es sich nicht
- 34 -
um die 1992 gekaufte Uhr, sondern um eine, die er nach dem Einbruch im Jahr
2004 neu erworben habe. Auf dem Foto (Urk. 42/1) sei diese Uhr abgebildet und
mit dieser Uhr sei er zu Cartier gegangen, um eine Wertbestätigung einzuholen.
Das Foto habe er im Sommer 2011 gemacht (Prot. II S. 9 f.). Bereits oben wurde
erläutert, dass nicht davon auszugehen ist, dass Cartier die Wertbestätigung
für die Uhr "E1._" auf Vorlage der Uhr "E._" auf dem Foto (Urk. 42/1)
erstellte. Zum anderen erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten auch in
diesem Punkt als nicht glaubhaft. Es ist in keiner Weise nachvollziehbar, weshalb
der Beschuldigte noch an der Berufungsverhandlung zu Beginn seiner Befragung
zum Betrugsversuch auf die Frage, welche Cartier-Uhren er im Jahr 2004 be-
sessen habe, angab: "E1._, sicher" (Urk. 69 S. 17). Angesprochen darauf,
dass er die "E1._" im Jahr 2011 als gestohlen deklarierte dann
unsicher wurde und schliesslich dazu überging zu sagen, er habe die Uhr erst
nach dem Einbruch im Jahr 2004 gekauft (Urk. 69 S. 16 ff., Prot. II S. 9 f.).
Bezeichnenderweise konnte er zu diesem Kauf keinerlei Angaben machen, was
erstaunt, zumal es sich um eine teure Uhr handelte und für den Beschuldigten
deshalb kein alltägliches Kaufgeschäft darstellte. Überdies zeigt sich – folgt man
dieser letzten Version des Beschuldigten – dass es sich bei dieser Uhr um den
Ersatz für die seiner Frau zur Hochzeit geschenkten Uhr hätte handeln müssen,
welche Uhr im Jahr 2004 gestohlen worden wäre (vgl. Prot. II S. 10 u. Aussagen
Ehefrau Urk. HD 6/2 S. 5 f.). Das konfuse Aussageverhalten des Beschuldigten
zu einem Sachverhalt, der im Prinzip – weiterhin nach der zuletzt berichteten
Version des Beschuldigten – sehr einfach wäre, nämlich: Der Beschuldigte kaufte
im Jahr 1992 seiner Frau eine Cartier Uhr als Hochzeitsgeschenk, welche beim
Einbruch im Jahr 2004 gestohlen wurde. Daraufhin kaufte er als Ersatz eine neue
teure Cartier-Uhr und diese kam im Jahr 2011 auf der Rückfahrt aus Südfrank-
reich abhanden; lässt einzig den Schluss zu, dass der Beschuldigte nicht wahr-
heitsgetreu berichtete, sondern bemüht war, eine zu seiner Verlustmeldung an die
Versicherung stimmige Sachlage zu kreieren. Damit bestehen keine Zweifel mehr,
dass der Beschuldigte im Jahr 2011 keine Cartier-Uhr "E1._" besass.
5.3.8. An der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger weiter aus, dass der
Beschuldigte der Versicherung den Verlust einer "E1._" gemeldet habe, sei
- 35 -
wohl darauf zurückzuführen, dass der Beschuldigte den Unterschied zwischen
den Modellen "E._" und "E1._" nicht kenne, weshalb es zu einer
falschen Bezeichnung gekommen sei (Prot. II S. 12). Dieser Einwand ist nicht von
Bedeutung, da wie oben gezeigt davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte die
Wertbestätigung telefonisch bestellte und somit diese bewusst für das Modell
"E1._" ausstellen liess. Im Übrigen war der Beschuldigte im Sommer 2011
auch nicht im Besitz einer Uhr "E._" da diese ihm beim Einbruchdiebstahl im
Jahr 2004 gestohlen wurde. Die Aussagen des Beschuldigten zur angeblichen
Wiederbeschaffung der Uhr erweisen sich als nachgeschoben und sind äusserst
unpräzis. Diese Zurückhaltung lässt einzig den Schluss zu, dass eine Wieder-
beschaffung der Uhr nach dem Diebstahl im Jahr 2004 nie stattgefunden hat.
5.3.9. Zum Nachweis des Besitzes der Cartier E._ reichte der Beschuldigte
der D._ mit der Schadenmeldung eine Kopie der Kaufquittung ein, welche
die Individualnummer ... aufführt (vgl. Urk. HD 2/5). Diese Nummer konnte von
Cartier selbst nach Nachforschungen keiner bestimmten Uhr zugeordnet werden,
wie dies die Zeugin F._ bestätigte. Nach den von der Vorinstanz zitierten
weiteren glaubhaften Aussagen dieser Zeugin, heisse dies indessen nicht, dass
man zu 100% ausschliessen könne, dass es diese Nummer nie gegeben habe, so
dass es positiv ausgedrückt durchaus möglich sei, dass es diese Nummer einmal
gegeben habe, was sie ebenso nicht ausschliessen könne (vgl. Urk. HD 6/3 S.4).
Die Vorinstanz schloss daraus mit Fug, damit sei zwar nicht restlos ausgeschlos-
sen, aber doch sehr unwahrscheinlich, dass es eine Cartier Uhr mit der Individu-
alnummer ... einmal gab oder immer noch gibt.
5.3.10. Im Zusammenhang mit der erwähnten Individualnummer ... fällt auf – wo-
rauf auch die Vorinstanz hinwies (vgl. Urk. 52 S. 52) – , dass sie eine grosse Ähn-
lichkeit bzw. in den Ziffern eine weitgehende Übereinstimmung mit der Individual-
nummer ... der Herrenarmbanduhr Cartier E._ aufweist, die der Beschuldigte
nach dem Einbruch von 2004 seiner damaligen Versicherung als gestohlen mel-
dete (vgl. Wertsachenversicherung: Urk. HD 8/14 sowie Garantiekarte: HD 16/9,
vgl. aber Nr. ... im Polizeirapport Urk. HD 9/1 S. 5 Position 1). Bei der hier zur
Diskussion stehenden Kaufquittung über die Cartier E._ handelt es sich um
- 36 -
eine Kopie. Im Rahmen der Untersuchung war es nicht möglich, das Original der
Quittung aufzutreiben, so dass sie auch nicht direkt auf Fälschungsspuren unter-
sucht werden konnte. Der Beklagte erklärte, er habe das Original der C._
Versicherung eingereicht, weil er ja eine Schmuckversicherung gehabt habe. Die-
se Erklärung konnte einerseits insofern nicht überprüft werden, als das Dossier
der C._ Versicherung aus ungeklärten Gründen nicht mehr vollständig war
(vgl. Urk. ND 1/7/4 und ND 1/7/11) und sie wirft andererseits aber auch die Frage
auf, weshalb er dies überhaupt hätte tun sollen. Denn eine Versicherung für diese
Uhr hatte er – wie oben gesehen – nicht abgeschlossen. Wie die Vorinstanz zu-
treffend bemerkte, hätte der Beschuldigte deshalb nur dann Grund zu Einreichung
des Originals an die Versicherung gehabt, wenn darauf die Individualnummer ...
zu lesen gewesen wäre (Vorinstanz Urk. 52 S. 53).
5.3.11. Die Vorinstanz (vgl. Urk. 52 S. 54) widersprach zu Recht dem Vorbringen
der Verteidigung, O._ bestätige eine an der fraglichen Uhr durchgeführte
Reparatur (vgl. Urk. 45 S. 25), denn sie betrifft die Uhr E._ mit der Individual-
nummer ... (vgl. Urk. HD 10/11-15). Über die Existenz der im Jahr 2011 abhanden
gekommenen Uhr E._ mit der Individualnummer ... sind neben der Kopie der
Kaufquittung keine weiteren Belege vorhanden (keine Reparaturen etc. siehe Vo-
rinstanz S. 54). Vielmehr spricht auch bei dieser Uhr die Tatsache, dass sie weder
versichert war noch auf der Inventarliste des Beschuldigten aus dem Jahr 2002
erscheint, dafür, dass der Beschuldigte nie eine Cartier-Uhr E._ Nr. ... be-
sass.
5.3.12. Der Beschuldigte bestritt konstant, die Quittung abgeändert zu haben, wie
ihm dies durch die Anklagebehörde vorgeworfen wird (vgl. Urk. HD 5/3 S. 4 und
Prot. I. S. 26). Die Vorinstanz erwog dazu korrekt, einerseits sei die Kaufquittung
im Original nicht vorhanden, so dass sie nicht direkt auf Fälschungsspuren unter-
sucht werden könne. Andererseits seien Fälschungsmerkmale auf der Kopie nicht
augenfällig, zumal die fragliche Nummer sich in das Schriftbild einfüge. Dennoch
sprächen wie aufgezeigt, verschiedene Indizien – frappante Ähnlichkeit mit der
Individualnummer der früher gestohlenen Cartier E._, neue Individualnum-
mer bei Cartier unbekannt, Uhr mit neuer Individualnummer nicht in damaliger
- 37 -
Wertsachen- bzw. Schmuckversicherung des Beschuldigten bei der C._ Ver-
sicherung, Originalquittung angeblich bei Schmuckversicherung eingereicht (ob-
wohl die auf der Quittung genannte Uhr nicht in der Schmuckversicherung enthal-
ten war), C._ Versicherung vermisst Dokumente, Original der Quittung beim
Beschuldigten nicht auffindbar, während 27 Jahren keine sonstigen Anhaltspunkte
(wie Reparaturen) für den Besitz der Uhr – klar dafür, dass es eine Cartier
E._ mit der Individualnummer ... nicht gibt bzw. der Beschuldigte eine
solche Uhr nicht besessen hat. Die (zudem leicht mögliche) Abänderung
der Kaufquittung lasse sich dagegen mit all diesen Indizien zwanglos und ohne
Widersprüche in Übereinstimmung bringen.
5.3.13. Die Vorinstanz ging aber auch auf weitere Umstände des gemeldeten
Schadens ein, auf die verwiesen werden kann (vgl. Urk. 52 S. 57, Art. 82 Abs. 4
StPO). Sie wertete vorerst die Darstellung des Beschuldigten und seiner Frau
darüber, bei welcher Gelegenheit sie die Uhren trugen als wenig überzeugend
(vgl. Vorinstanz S. 58), weiter wies sie erneut darauf hin, dass der Beschuldigte
oftmals vorgab, sich nicht mehr zu erinnern oder sich ins Abstrakte flüchtete bzw.
seine Aussagen korrigierte (vgl. Urk. 52 S. 58), was der Glaubhaftigkeit seiner
Aussagen abträglich ist. Und schliesslich zeigte die Vorinstanz auf, dass sein
Verhalten nicht so war, wie man es von einem Versicherungsfachmann erwarten
darf. Diesen Erwägungen kann ohne nochmalige Wiederholung allensamt zuge-
stimmt werden. Dabei ist hervorzuheben, dass auch die anlässlich der Berufungs-
verhandlung deponierten Aussagen des Beschuldigten zum Besitz der Uhr
E._ Nr. ... davon geprägt sind, ein zu den bisher erlangten Erkenntnissen
stimmiges Bild zu schaffen, was dem Beschuldigten nicht gelang, sondern viel-
mehr dazu führte, dass er widersprüchlich und unlogisch aussagte. So gab er sich
zuerst überzeugt, dass er die E._ Nr. ... im Jahr 2004 sicher nicht besessen
habe (Urk. 69 S. 17). Erst nach dem Hinweis, er habe aber für diese Uhr der Ver-
sicherung einen Beleg eingereicht, der aus dem Jahr 1984 datiere, gab er an, in
dem Fall habe er die Uhr 1984 gekauft (Urk. 69 S. 18). Bei dieser Ausgangslage
vermochte er dann aber nicht mehr anzugeben, wann er die Uhr "E._" ge-
kauft hatte, die ihm im Jahr 2004 gestohlen wurde. Schliesslich gab er an, er wis-
se nicht mehr, ob er im Jahr 2004 zwei E._ Uhren gehabt habe (Urk. 69 S.
- 38 -
18). Aus diesen changierenden Aussagen kann letztlich auch für die Cartier-Uhr
"E._" nur der Schluss gezogen werden, dass der Beschuldigte diese Uhr im
Zeitpunkt des angeblichen Verlusts im Jahr 2011 nicht besass. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass die Cartier-Uhr "E._", die der Beschuldigte nach seiner
Rückkehr aus Südfrankreich bei der D._ als abhanden gekommen deklarier-
te, identisch ist mit der Cartier-Uhr "E._", die dem Beschuldigten im Jahr
2004 gestohlen wurde.
5.3.14. Schliesslich reichte der Beschuldigte als Beleg für den Besitz der zwei als
abhanden gekommen gemeldeten Uhren Fotos ins Recht (vgl. Prot. I S. 25,
Urk. 45 S. 26). Diesbezüglich hob die Vorinstanz zu Recht hervor, dass der
Beschuldigte diese Fotos bemerkenswerterweise erst kurz vor Abschluss der
Untersuchung, weit mehr als ein Jahr nach seiner ersten Einvernahme wiederge-
funden haben will (gespeichert unter „...“). Nach der Darstellung des
Beschuldigten wurden die Fotos im Hinblick auf das (angeblich nur zwei Wochen
später tatsächlich eingetretene) Schadenereignis aufgenommen, weswegen mit
der Vorinstanz schlicht nicht nachvollziehbar ist, dass er als Belege für die
abhanden gekommenen Uhren der Versicherung die Kopie der Kaufquittung und
die Wertbestätigung zukommen liess, nicht aber die extra für den nun (angeblich)
eingetretenen Schadenfall erstellten Fotografien. Denn angesichts dieser Aus-
gangslage ist es sehr unwahrscheinlich, dass solche Fotos, selbst wenn sie unter
dem falschen Dateinamen gespeichert worden sein sollen, so lange unauffindbar
blieben. Im Übrigen ist der Vorinstanz auch zuzustimmen, dass die im Recht
liegenden Fotos zweier Cartier Uhren weder geeignet noch genügend sind, den
Beschuldigten vom Vorwurf des versuchten Betrugs zu entlasten. Auf die ent-
sprechenden Ausführungen ist zu verweisen (vgl. Urk. 52 S. 55 f., Art. 82 Abs. 4
StPO). Ergänzend ist festzuhalten, dass auch im Zusammenhang mit diesen
Fotos augenfällig ist, dass der Beschuldigte bemüht war, alles stimmig erscheinen
zu lassen und entsprechend seine Aussagen stets der Befragungssituation an-
passte. Dies zeigt beispielsweise die Aussage, er mache vor Reisen in der Regel
immer solche Fotos (Prot. I S. 25, Urk. 69 S. 22). Wenn das so wäre, so hätte es
dem Beschuldigten problemlos möglich sein müssen, anhand solcher Fotos seine
- 39 -
Uhrenbestände über all die Jahre nachvollziehen zu können, was, wie sich im
Laufe des Verfahrens zeigte, nicht einmal ansatzweise der Fall war.
5.3.15. Zu guter Letzt verwarf die Vorinstanz unter dem Titel Motivlage diverse
Argumente der Verteidigung (vgl. Urk. 52 S. 59 ff.). Nichts zu seinen Gunsten
kann der Beschuldigte daraus ableiten, dass er sich nicht in einer finanziellen
Zwangslage befand, zumal die Verteidigung selber geltend macht, der Beschul-
digte habe exakt rechnen müssen, um über die Runden zu kommen und um
eine schwarze Null zu schreiben. Weiter nicht stichhaltig ist das Vorbringen, die
Kosten-Nutzen-Analyse hätte ihn von diesem unterfangen abhalten müssen, denn
das Risiko, entdeckt zu werden, konnte er – wie sich aufgrund des Vorfalls aus
dem Jahre 2004 ergibt – als verschwindend klein einstufen. Dieselbe Überle-
gungen gelten mit Bezug auf das Vorbringen, als Versicherungsfachmann wäre er
raffinierter vorgegangen und hätte insbesondere eine lückenlose Doku präsen-
tiert. Denn vorliegend geht es nicht um die Bewertung einer geschickteren
Raffinesse in der Vorgehensweise, sondern um die Würdigung des vorhandenen
Beweismaterials (so auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 61).
5.4. Ergebnis
5.4.1. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gesamtwürdigung der Be-
weismittel keinen anderen Schluss als den von der Anklagebehörde vertretenen
zulässt. In Vordergrund steht dabei – in Wiederholung der zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz – die Kopie der Kaufquittung vom 16. Februar 1984 ohne
Original mit einer der Uhrenfirma unbekannten, wahrscheinlich nicht existenten
und auffallend ähnlichen Individualnummer, wie jene der früher bei der C._
Versicherung versicherten und 2004 gestohlenen Uhr, zu welcher diese Versiche-
rung Belege vermisst. Ferner die Angaben des Beschuldigten gegenüber seinen
Vorgesetzten, er habe das Original bei der Schmucksachenversicherung einge-
reicht und der D._ eventuell eine falsche Kaufquittung eingereicht. Dies und
die weiteren Indizien – insbesondere unklare und teilweise widersprüchliche An-
gaben des Beschuldigten zum Kaufdatum der Uhren, Nicht-Aufnahme der Uhren
in frühere Wertsachenversicherung und Hausratsinventar, Auftrag für Wertbestä-
tigung unmittelbar vor dem Schadenereignis, Fotos der Uhren erst kurz vor
- 40 -
Abschluss der Strafuntersuchung wiedergefunden, der Vorbereitung der Reise
nicht adäquates Verhalten des Beschuldigten bei der Rückreise und schliesslich
die Motivlage – fügen sich harmonisch und ohne Widersprüche zum angeklagten
Sachverhalt zusammen (so Vorinstanz Urk. 52 S. 62). Es verbleiben deshalb
keine erheblichen Zweifel daran, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt des angebli-
chen Verlustes im Jahr 2011 diese Uhren gar nicht besessen, sondern deren
vorgängigen Besitz gegenüber der D._ nur vorgetäuscht hat. Damit können
diese Uhren dem Beschuldigten am 30. bzw. 31. Juli 2011 nicht abhanden
gekommen sein. Der eingeklagte Sachverhalt muss daher sowohl in subjektiver
als auch in objektiver Hinsicht als erstellt gelten.
5.4.2. Zur rechtlichen Würdigung kann wiederum auf die Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen werden (vgl. Urk. 52 S. 62 f., Art. 82 Abs. 4 StPO), die in jeder
Hinsicht zutreffend sind. Zu Recht bezeichnete sie die täuschenden Handlungen
des Beschuldigten als arglistig, zumal er sich besonderer Machenschaften be-
diente (Einreichung von unzutreffenden Belegen, nämlich Vorlage der Kopie der
Kaufquittung und der Wertbestätigung für den Besitz der Uhren), welche geeignet
waren, den zuständigen Sachbearbeiter der D._ irrezuführen. Weiter ist auch
ohne weiteres erstellt, dass der Beschuldigte aufgrund seiner Vertrauensstellung
als geschätzter Angestellter der Versicherung darauf vertrauen durfte, dass eine
nähere Prüfung seiner Angaben unterlassen würde. Damit ist der objektive Tatbe-
stand – mit Ausnahme der Vermögensdisposition, welche unterblieb – erstellt. In
subjektiver Hinsicht steht sodann fest, dass er vorsätzlich handelte und in der Ab-
sicht, sich unrechtmässig zu bereichern. Denn er musste wissen, dass sein täu-
schendes Verhalten zu einem Irrtum und so zu der ihm nicht zustehenden Aus-
zahlung der Versicherungssumme von Fr. 30'000.-- führen würde, was freilich
nicht geschah, weil die Versicherung Verdacht schöpfte.
5.4.3. Damit ist der Beschuldigte mit Bezug auf den Anklagepunkt im Haupt-
dossier des versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
- 41 -
IV. Sanktion
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von
15 Monaten, abzüglich 1 Tag erstandener Haft.
1.2. Die Staatsanwaltschaft erachtete in ihrer Berufung die ausgefällte Frei-
heitsstrafe als zu tief und beantragte die Ausfällung einer solchen von 18 Monaten
(vgl. Urk. 49), bei welchem Antrag der Staatsanwalt auch anlässlich der
Berufungsverhandlung blieb (Prot. II S. 4, Urk. 73).
2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln
Die Vorinstanz hat korrekt erwähnt, dass vorliegend bei der Strafzumessung nach
Art. 49 Abs. 1 StGB, welche Bestimmung sich auch auf gleichartige Delikte
bezieht, vorzugehen ist. Sie hat den Strafrahmen für den Betrug nach Art. 146
Abs. 1 StGB korrekt umrissen und im Übrigen auf die bundesgerichtliche Praxis
hinsichtlich Unter- bzw. Überschreitung des ordentlichen Strafrahmens zutreffend
hingewiesen (vgl. auch BGE 136 IV 55 E. 5.8) und festgehalten, dass keine
Gründe für eine Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens vorliegen. Zutreffend
ist sodann, dass vorliegend die mehrfache Tatbegehung innerhalb des ordentli-
chen Strafrahmens straferhöhend und der Versuch strafmindernd zu berücksichti-
gen ist (vgl. urk. 52 S. 64). Schliesslich hat die Vorinstanz die anzuwendenden
Strafzumessungsregeln in ihrem Entscheid aufgeführt und ebenso zutreffend
festgehalten, dass zwischen Tat- und Täterkomponente zu unterscheiden ist (vgl.
Urk. 52 S. 64 f.).
3. Tat- und Täterkomponente
3.1. Zur Tatkomponente mit Bezug auf den Betrug aus dem Jahre 2004 erwog
die Vorinstanz zur objektiven Tatschwere, beim Deliktsbetrag von über
Fr. 30'000.-- handle es sich um einen nicht unerheblichen Betrag, wobei sie
darauf hinwies, dass bei Betrugstaten weit höhere Deliktssummen denkbar sind.
Weiter erwog die Vorinstanz korrekt, dass der Beschuldigte bei der Begehung des
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Betrugs die sich aus dem erfolgten Einbruchdiebstahl in sein Haus gegebene Ge-
legenheit nutzte, um zusätzliche Gegenstände als gestohlen zu melden, was eine
geringere kriminelle Energie, als ein von Grund auf geplantes und durchgeführtes
Delikt offenbart. Zu berücksichtigen ist indessen, dass der Beschuldigte mit sei-
nem Vorgehen seinen Status als Opfer eines Deliktes schamlos missbrauchte
und das Vertrauen seiner Arbeitgeberin aufs gröbste enttäuschte. Wenn die
Vorinstanz die objektive Tatschwere als noch leicht einstufte, so ist dies mit
Rücksicht auf den für dieses Delikt weiten Strafrahmen zu übernehmen. Bei der
subjektiven Tatschwere berücksichtigte die Vorinstanz zutreffend, dass der
Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte und seinem Tun ein rein finanzielles,
mithin egoistisches Motiv zugrunde lag. Nachdem mit der Vorinstanz sodann eine
Drucksituation, die das Verhalten des Beschuldigten objektiv bis zu einem ge-
wissen Grad nachvollziehbar machen würde, fraglos nicht bestand, kann nicht
gesagt werden, dass die objektive Tatschwere durch die subjektive relativiert wird.
3.2. Zur objektiven Tatschwerde ist beim versuchten Betrug, begangen im Jahr
2011 festzuhalten, dass sich der Deliktsbetrag – ausgehend vom vollendeten De-
likt – auf Fr. 30'000.-- entsprechend dem Versicherungsschutz der Wertsachen-
versicherung beläuft, dass mithin wiederum von einer nicht unerheblichen Summe
auszugehen ist, wie dies die Vorinstanz auch tat (vgl. Urk. 52 S. 66). Zutreffend ist
sodann, dass der Beschuldigte hier das Delikt ohne ihn verleitende äussere
Umstände plante und ausführte und sich dabei unzutreffende bzw. irreführende
Belege zur Stützung seiner Angaben beschaffte und auch verwendete, weshalb
er damit klar eine höhere kriminelle Energie als bei der von ihm im Jahr 2004
begangenen Straftat offenbarte (so auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 66). Dabei nutz-
te er ohne jede Scheu das Vertrauen seiner neuen Arbeitgeberin aus. Dass die
Vorinstanz sein Tatverschulden in objektiver Hinsicht als nicht mehr leicht bewer-
tete ist daher nicht zu beanstanden. Zum subjektiven Tatverschulden ist wiede-
rum die direkt vorsätzliche Vorgehensweise mit finanziellem bzw. egoistischem
Motiv zu erwähnen, weshalb auch hier die objektive Tatschwere durch die subjek-
tive nicht relativiert wird. Die versuchte Tatbegehung ist mit der Vorinstanz nur
geringfügig strafmindernd zu werten, zumal es nicht aufgrund des Verhaltens des
Beschuldigten, sondern lediglich deshalb nicht zur Auszahlung bzw. zu einer
- 43 -
Vermögensdisposition der D._ kam, weil der zuständige Sachbearbeiter
misstrauisch wurde und keine Auszahlung vornahm.
3.3. Mit der Vorinstanz erweist sich der versuchte Betrug daher als das ver-
schuldensmässig schwerere Delikt, weshalb von diesem bei der Festsetzung der
Einsatzstrafe auszugehen ist. Die von der Vorinstanz dabei für das vollendete De-
likt auf 12 Monate festgesetzte Einsatzstrafe erscheint angesichts der oben dar-
gelegte Tatschwere und der vorgenommenen Verschuldensbewertung als zu mild
und ist auf 15 Monate zu erhöhen. Unter Berücksichtigung des Versuchs, welcher
eine lediglich geringfügige Strafminderung rechtfertigt, ist die Einsatzstrafe für
die im Jahr 2011 begangene Tat auf 14 Monate festzusetzen. Diese Einsatzstrafe
ist aufgrund der im Jahre 2004 begangenen strafbaren Handlung, trotz des in
diesem Verfahren erfolgten Freispruchs betreffend die Uhr Cartier ..., empfindlich
zu erhöhen.
3.4. Zur Täterkomponente und dort zu den persönlichen Verhältnissen des
Beschuldigten kann auf seine Ausführungen in der Untersuchung, insbesondere
auf die Befragung anlässlich der Hauptverhandlung verwiesen werden (vgl. Prot. I
S. 7 ff.). An der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, aktuell sei er
arbeitslos. Er habe vor Jahren zusammen mit einem Kollegen eine Firma gegrün-
det. Er bewege sich nun in dieser Firma und betreue noch langjährige Kunden.
Sein monatliches Nettoeinkommen belaufe sich auf rund Fr. 8'000.--. Dies setze
sich aus Arbeitslosengeld, Vermittlungen und Einkommen seiner Frau zusammen.
Ausser den Hypothekarschulden habe er keine weiteren Schulden. Mit der Vor-
instanz lassen sich aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des
Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten, was auch für
das Fehlen von Vorstrafen gilt (vgl. Vorinstanz Urk. 52 S. 67). Der Beschuldigte ist
nicht geständig, weshalb auch sein Nachtatverhalten zu keiner Strafreduktion
führt. Angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte im Jahre 2011 erneut straf-
fällig wurde, kann er sich mit Bezug auf die relativ weit zurück liegende Tatbege-
hung im Jahre 2004 auch nicht auf Art. 48 lit. e StGB berufen (so auch Vorinstanz
in Urk. 52 S. 68). Die Täterkomponente vermag somit die aufgrund der Tat-
komponente gerechtfertigte Sanktion nicht zu beeinflussen.
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3.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte gesamthaft mit einer Freiheitsstra-
fe von 18 Monaten zu bestrafen. Der Anrechnung eines Tages Untersuchungshaft
steht nichts im Wege (vgl. Vorinstanz Urk. 52 S. 68).
V. Vollzug
Der Beschuldigte ist unbestrittenermassen Ersttäter, weshalb ihm der bedingte
Strafvollzug unter Ansetzung der Minimalprobezeit von 2 Jahren zu gewähren ist
(so auch Vorinstanz in Urk. 52 S. 68 f.).
VI. Einziehung
Die Vorinstanz hat mit korrekter Begründung über die von der Anklagebehörde
beschlagnahmten, im Einzelnen aufgezählten Gegenstände entschieden
(vgl. Urk. 52 S. 69 ff.). Der Beschuldigte hat dagegen – für den eingetretenen Fall
des Schuldspruches – keine Einwendungen erhoben. Damit ist der Entscheid der
Vorinstanz zu bestätigen.
VII. Ersatzforderung
Die Vorinstanz hat diesbezüglich erwogen, es bestünde keine Veranlassung für
die zusätzliche Festsetzung einer Ersatzforderung des Staates und verzichtete
daher auf die Festsetzung einer Ersatzforderung (vgl. Urk. 52 S. 71 f.). Diese An-
ordnung ist bereits rechtskräftig (vgl. vorne Ziff. I. 2.).
VIII. Zivilansprüche
1. D._ Versicherungs-Gesellschaft AG
Die Vorinstanz hat die Forderung der Privatklägerin 1 als nicht hinreichend
begründet auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Urk. 52 S. 73). Dagegen
hat die Privatklägerin nicht opponiert. Es hat daher – auch mit Rücksicht auf das
Verschlechterungsverbot – dabei zu bleiben.
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2. C._ Versicherung AG
2.1. Die Vorinstanz hat der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der Höhe von
Fr. 35'703 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 23. November 2004 (Ereignisdatum)
zugesprochen und im Mehrbetrag das Begehren auf den Weg des Zivilprozesses
verwiesen (vgl. Urk. 52 S. 74). Sie begründete die Zusprechung dieses Betrages
mit dem vom Beschuldigten erzielten unrechtmässigen Vermögensvorteil, welcher
dem bei der Privatklägerin entstandenen Schaden entspreche.
2.2. Auch die Privatklägerin 2 hat gegen diesen Entscheid nicht remonstriert.
2.3. Zu berücksichtigen ist, dass die Privatklägerin 2 überhaupt keine Begrün-
dung für den verlangten Betrag von Fr. 179'693.85 zuzüglich Zins, der der ganzen
im Jahr 2004 ausbezahlten Versicherungsleistung entspricht, ablieferte. Aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ist aber auch nicht klar, wie sich der von der
Vorinstanz zugesprochene Betrag zusammensetzt. Nachdem die Akten der
Privatklägerin 2 im Zusammenhang mit der Schadenmeldung des Beschuldigten
nicht mehr auffindbar sind, ist auch insbesondere unklar, welcher Betrag für
die Einzelnen zu Unrecht als gestohlen gemeldeten Gegenständen ausgerichtet
wurde. Dem Polizeirapport vom 18. Juli 2004 (vgl. Urk. HD 9/1) sind diesbezüglich
bei sämtlichen Positionen nur ca.-Beträge zu entnehmen. Ob die angegebenen
Beträge auch zur Auszahlung gelangten, steht somit nicht fest, wobei es klar die
Aufgabe der der Privatklägerin 2 gewesen wäre, dies im Einzelnen darzulegen,
was sie indessen zu tun unterliess. Damit ist – entgegen der Vorinstanz –
die ganze Schadenersatzforderung der Privatklägerin 2 auf den Weg des Zivil-
prozesses zu verweisen.
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IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren
Die Kostenfestsetzung und die Entschädigung für die amtliche Verteidigung
wurden nicht angefochten und sind somit rechtskräftig. Die Kostenauflage der
Vorinstanz ist – auch im Hinblick darauf, dass zwei Positionen wegfallen (Lederja-
cke und Uhr Cartier ...), dies indessen keine zusätzliche Kosten ver-
ursachte – zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).
2. Berufungsverfahren
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-
setzen.
2.2. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte
unterliegt mit seiner Berufung, mit Ausnahme des Freispruchs betreffend die Uhr
Cartier ..., was indessen nicht ins Gewicht fällt, vollumfänglich. Demgegenüber
obsiegt die Anklagebehörde mit dem Antrag auf Erhöhung der Strafe. Damit sind
dem Beschuldigten alle Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die Kos-
ten für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten sind – unter Vorbehalt der
Rückzahlung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO – einstweilen auf die Gerichtskasse
zu nehmen.
2.3. Der amtliche Verteidiger reichte mit Eingabe vom 17. April 2015 die Hono-
rarnote für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren ein (Urk. 72). Die geltend
gemachten Aufwendungen sind ausgewiesen. Der amtliche Verteidiger ist damit,
unter Hinzurechnung des Aufwands für die Teilnahme an der Berufungsverhand-
lung, mit Fr. 4'463.75 (inkl. MwSt.) zu entschädigen.
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