# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b02b11b2-796e-49e8-9b25-051c462841e5
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2014 vom 25. August 2016 wur-
de die Pflichtige zu einem steuerbaren Ertrag von Fr. 375‘238.-- veranlagt.
2. Mit Schreiben vom 19. September 2016 erhob der Vertreter der Pflichtigen Einsprache
und begehrte, die Abgrenzung von Fr. 90‘000.-- sowie die doppelte Besteuerung der Vermitt-
lungsprovision von Fr. 50‘000.-- sei zu unterlassen. Zur Begründung führte er aus, zum Zeit-
punkt des Abschlusses seien die finanziellen Verhältnisse des Gläubigers derart schlecht ge-
wesen, dass die Aktivierung der Fr. 90‘000.-- unverantwortlich gewesen wäre. Im Falle einer
Aktivierung hätte gemäss der Revisionsstelle eine Einzelwertberichtigung in voller Höhe vorge-
nommen werden müssen, weshalb keine Abgrenzung erfolgen dürfe. Hinsichtlich der Vermitt-
lungsprovision von Fr. 50‘000.-- führte er aus, es könne nicht sein, dass das gleiche Einkom-
men einmal in B._ und im Kanton Basellandschaft versteuert werden müsse.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 9. November 2016 wies die Steuerverwaltung die Ein-
sprache ab. Zur Begründung führte sie aus, es seien Rechnungen in Höhe von Fr. 16‘200.--
sowie Fr. 81‘000.-- nicht verbucht worden. Die Rechnungen seien allesamt im Jahre 2015 voll-
ständig beglichen worden. Im Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses habe es bekannt
sein müssen, dass die Rechnungen bezahlt worden seien. Eine vollständige Einzelwertberichti-
gung sei erst nach einem angemessenen Zeitraum und entsprechend erfolglosen Bemühungen
des Gläubigers vorzunehmen. Für die Ertragssteuer sei der Betrag ohne Mehrwertsteuer in Hö-
he von Fr. 90‘000.-- relevant. Die Einsprache diesbezüglich sei aufgrund der unvollständigen
Bilanzierung bzw. geschäftsmässig nicht begründeten Einzelwertberichtigung abzuweisen. Was
die Vermittlungsprovision an die C._ betreffe, sei anlässlich der Buchprüfung festgestellt
und im Revisionsbericht festgehalten worden, dass es sich um eine objektiv nicht erbringbare
oder fiktive Leistung handle, da die in der Rechnung vom 31. Dezember 2014 aufgeführten
Mandate bereits im Jahre 2013 bestanden und Frau D._ erst seit Dezember 2014 für die
C._ AG tätig gewesen sei. An der A._ AG sei Frau E._ (vormals D._) per 31. De-
zember 2014 zu 66% kapitalmässig beteiligt. An der C._ AG sei Frau E._ ab dem 1. De-
zember 2014 als einzige zeichnungsberechtigte Verwaltungsrätin eingetragen und per 31. De-
zember 2014 zu 100% beteiligt. Es handle sich somit bei der A._ AG und der C._ AG
um Schwestergesellschaften. Werde ein fiktiver Aufwand gegenüber einer Schwestergesell-
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schaft verbucht, handle es sich gemäss der Dreieckstheorie um eine geldwerte Leistung ge-
genüber der gemeinsamen Aktionärin (hier Frau E._).
4. Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhob der Vertreter der Pflichtigen mit Schreiben
vom 7. Dezember 2016 Beschwerde mit dem sinngemässen Begehren, auf die Aufrechnung
der Beträge in Höhe von Fr. 90‘000.-- betreffend Guthaben sowie die Vermittlungsprovision von
Fr. 50‘000.-- sei zu verzichten. Zur Begründung führte er aus, der Mitarbeiter Herr D._ (CEO
bei F._) sei über die katastrophalen finanziellen Verhältnisse bei F._ bestens informiert
gewesen. Es spiele keine Rolle, ob doch noch bezahlt worden sei, da es um die zeitliche Be-
trachtung (per 31.12.2014) gehe. Hinsichtlich der Vermittlungsprovision werde unterstellt, dass
diese fiktiv gewesen sei. Richtig sei, dass Frau E._ die C._ AG Ende 2014 gekauft habe
und in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der G._ AG von der A._ AG einen Auftrag
gehabt habe, neue Mandate zu suchen. Gefunden worden sei F._ und, da die A._ AG
nur eine Provision nach einer Mindestlaufzeit von einem Jahr zahle, sei diese Ende 2014 fällig
geworden. Ob es widerrechtlich sei das Frau E._ die Provision auf die C._ AG anstatt
auf die G._ AG habe einzahlen lassen, könne nicht beurteilt werden. Da die Steuerverwal-
tung des Kantons B._ mitgeteilt habe, dass die Veranlagung der C._ nicht beanstandet
werde und somit von ihnen keine Rückzahlung zu erwarten sei, sei man nicht bereit dieses
Geld nochmals zu versteuern.
5. Mit Vernehmlassung vom 22. Februar 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, in der Buchhaltung 2014 der A._
AG seien die der F._ AG von Januar bis Juni 2014 in Rechnung gestellten Mandatshonora-
re über total Fr. 86'650.-- normal verbucht worden. Die für das 2. Semester 2014 in Rechnung
gestellten Mandatshonorare seien hingegen im Abschluss 2014 nicht erfasst und somit nicht
periodengerecht abgegrenzt worden. Ein Nachweis für finanzielle Schwierigkeiten der F._
AG sei nicht erbracht worden. Ebenso erscheine die Erfüllung der Forderung nicht als unsicher,
da die Rechnungen vollständig beglichen worden seien. Im Zeitpunkt der Erstellung der Bilanz
und Erfolgsrechnung (25. September 2015) bzw. Abgabe der Steuererklärung (30. September
2015) sei bereits bekannt gewesen, dass die Forderungen beglichen worden seien. Am 1. De-
zember 2014 habe Frau E._ die C._ AG übernommen. Bei der A._ AG handle es
sich um eine Schwestergesellschaft der C._, da Frau E._ auch Miteigentümerin der
A._ AG sei. Die Rechnungen der A._ AG würden sich auf einen Mandatsvertrag vom 26.
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März 2014 beziehen. Zu diesem Zeitpunkt sei die C._ AG noch gar nicht unter der Führung
von Frau E._ gestanden. Ebenso fehle der Nachweis, dass die in Rechnung gestellten Leis-
tungen überhaupt von der C._ AG erbracht worden seien. Vielmehr erscheine es als wahr-
scheinlich, dass das Mandat (fiktiv) über die C._ abgewickelt werde. Daher sei der Aufwand
als geschäftsmässig nicht begründet aufzurechnen.
6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- über-
steigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt
sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob die Steuerverwaltung der Pflichtigen zu Recht
nicht verbuchte Debitorenforderungen in Höhe von Fr. 90‘000.-- sowie eine Vermittlungsprovisi-
on in Höhe von Fr. 50‘000.-- zum steuerbaren Gewinn aufgerechnet hat.
a) Die Buchführung bildet nach Art. 957a des Bundesgesetzes betreffend die Er-
gänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) vom 30. März
1911 (OR) die Grundlage der Rechnungslegung. Sie erfasst diejenigen Geschäftsvorfälle und
Sachverhalte, die für die Darstellung der Vermögens-, Finanzierungs- und Ertragslage des Un-
ternehmens (wirtschaftliche Lage) notwendig sind.
Sie folgt den Grundsätzen ordnungsmässiger Buchführung. Namentlich sind zu
beachten: 1. die vollständige, wahrheitsgetreue und systematische Erfassung der Geschäftsvor-
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fälle und Sachverhalte; 2. der Belegnachweis für die einzelnen Buchungsvorgänge; 3. die Klar-
heit; 4. die Zweckmässigkeit mit Blick auf die Art und Grösse des Unternehmens; 5. die Nach-
prüfbarkeit (Abs. 2).
b) Für die Rechnungslegung sind nach Art. 958c Abs. 1 OR insbesondere die fol-
genden Grundsätze massgebend: 1. Sie muss klar und verständlich sein. 2. Sie muss voll-
ständig sein. 3. Sie muss verlässlich sein. 4. Sie muss das Wesentliche enthalten. 5. Sie muss
vorsichtig sein. 6. Es sind bei der Darstellung und der Bewertung stets die gleichen Massstäbe
zu verwenden. 7. Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Ertrag dürfen nicht miteinander
verrechnet werden.
c) Aufwände und Erträge müssen nach Art. 958b Abs. 1 OR voneinander in zeitli-
cher und sachlicher Hinsicht abgegrenzt werden.
Mit der zeitlichen Abgrenzung soll sichergestellt werden, dass ungeachtet der
Geldflüsse die Aufwendungen und Erträge periodengerecht zugeordnet werden. Aufwände und
Erträge, die zeitraumbezogen anfallen (z.B. Erträge und Aufwendungen aus Mieten, Zinsen,
Lizenzen, Serviceverträgen, Provisionen usw.), sind in der Leistungsperiode zu erfassen (HWP,
Buchführung und Rechnungslegung, 43; Boemle/Lutz, 129; Böckli, Aktienrecht, § 8 Rz 181). Als
Beispiel dient eine monatliche, nachschüssig zu bezahlende Miete für eine Geschäftsliegen-
schaft. Der Mieter erfasst den Mietaufwand im Dezember des vergangenen Kalenderjahres und
bezahlt den geschuldeten Betrag im Januar des Folgejahres.
Die sachliche Abgrenzung verlangt, dass der für die Erzielung des Ertrages an-
fallende Aufwand in derselben Periode erfasst wird. Dieses Prinzip wird auch als „Matching of
Cost and Revenue“ bezeichnet (HWP, Buchführung und Rechnungslegung, 43; Boemle/Lutz,
130; Böckli, Aktienrecht, § 8 Rz 182). Als Beispiel dient der Verkauf von Gütern aus dem Vor-
ratsvermögen. Der Verkäufer erfasst den Nettoerlös aus Lieferung und Leistung auf der Basis
der gelieferten und vom Käufer erhaltenen Güter. Gleichzeitig erfasst der Verkäufer den Wa-
renaufwand, der durch den Abgang der gelagerten Güter aus dem Warenlager entsteht. Die
zeitliche und sachliche Abgrenzung wird ggf. durch das in engem Zusammenhang mit dem Vor-
sichtsprinzip stehende Imparitätsprinzip (vgl. Art. 958c Abs. 1 Ziff. 5) durchbrochen. Danach
erfolgt eine Ungleichbehandlung von erwarteten Gewinnen und Verlusten. Erträge und insb.
Gewinne dürfen erst dann erfasst werden, wenn sie als realisiert betrachtet werden können.
Hingegen sind erwartete Verluste bzw. Aufwände sofort zu erfassen, wenn sie erkennbar wer-
den (BSK OR II - Neuhaus/Suter, Art. 958b N 4).
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3. a) Für die steuerrechtliche Gewinnermittlung juristischer Personen wird gemäss Art.
58 Abs. 1 lit. a DBG explizit und gemäss Art. 24 Abs. 1 StHG implizit auf die handelsrechtliche
Bilanz und Erfolgsrechnung abgestellt, woraus der Grundsatz der Massgeblichkeit der Han-
delsbilanz zunächst für den Bereich der Besteuerung der juristischen Personen abgeleitet wer-
den kann. Das Steuerrecht kennt keine eigenen Rechnungslegungsvorschriften, weshalb es auf
die handelsrechtlichen Vorschriften, insbesondere auf die allgemeinen Rechnungslegungsbe-
stimmungen des Obligationenrechts abstellt. Um den unterschiedlichen Zielen der steuerrechtli-
chen Gewinnermittlung gegenüber der handelsrechtlichen Gewinnermittlung Rechnung zu tra-
gen, wird sodann der handelsrechtlich korrekt ausgewiesene Saldo der Erfolgsrechnung durch
steuerliche Korrekturen (Art. 58 Abs. 1 DBG und Art. 24 Abs. 1 StHG) punktuell verändert. (vgl.
von Ah, Die Besteuerung Selbständigerwerbender, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 70).
b) Die Gewinnermittlung erfolgt nach Massgabe steuerrechtlicher Bewertungsprin-
zipien. Der handelsrechtliche Erfolg wird allenfalls berichtigt um steuerlich nicht zulässige Auf-
wendungen z.B. um geschäftsmässig nicht begründete Aufwendungen oder um übermässige
Wertberichtigungen. Aus steuerlicher Sicht überhöhte Wertberichtigungen sind recht häufig; sie
entstehen aus den unterschiedlich angesetzten Bewertungsgrenzen von Handelsrecht und
Steuerrecht (Treuhand Kammer [Hrsg.], Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Bd. 1,
Zürich 2009, Ziff. 10.2.3).
Die Anknüpfung der schweizerischen Steuerpraxis an die handelsrechtliche Bi-
lanz, welche auch steuerrechtlich verbindlich ist (Massgeblichkeitsprinzip der Handelsbilanz),
sofern bei deren Errichtung nicht gegen zwingende Bestimmungen des Handelsrechts verstos-
sen wurde und sofern nicht spezielle steuerrechtliche Vorschriften für die Gewinnermittlung zu
beachten sind, wirkt sich für den Steuerpflichtigen auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht aus:
Der Steuerpflichtige muss sich nach diesen Vorschriften grundsätzlich bei der von ihm in seinen
ordnungsgemäss geführten Büchern erscheinenden Darstellung der Vermögenslage und des
Jahresergebnisses behaften lassen (vgl. BGE Nr. 2C_515/2010 vom 13. September 2010, E.
2.2).
c) Im Zusammenhang mit der zeitlichen Zuordnung von Aufwand und Ertrag stützt
sich das Bundesgericht jeweils auf das Periodizitätsprinzip im Sinne einer steuerrechtlichen
Korrekturvorschrift. Nach dem Periodizitätsprinzip sind Aufwand und Ertrag „periodengerecht“
zuzuweisen, insbesondere sind Aufwendungen in zeitlicher Hinsicht den entsprechenden Erträ-
gen zuzuordnen. Ausgaben, die Erträge späterer Perioden generieren, müssen aktiviert und
Ausgaben späterer Perioden, die Erträgen der Berichtsperiode zuzurechnen sind, passiviert
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werden. Um diesen Forderungen Nachachtung zu verschaffen, bedarf es allerdings keiner Kor-
rekturvorschrift, denn sie ergeben sich bereits aus den Grundsätzen ordnungsmässiger Buch-
führung (Reich, Steuerrecht, 2. A. § 15 N84; vgl. auch Entscheid des Steuergerichts [StGE] 510
2014 33 vom 3. Oktober 2014, E. 3c, www.bl.ch/steuergericht).
So führt das Bundesgericht in seinem Urteil vom 9. August 2011 denn aus, es
dürfen also nicht nach freiem Belieben die Ergebnisse der Geschäftsperioden untereinander
ausgeglichen werden, indem diejenigen einer Periode zugunsten oder zulasten einer andern
vermindert oder erhöht werden. Dasselbe ergibt sich aus den handelsrechtlichen Buchhal-
tungsvorschriften, in deren Rahmen das Prinzip unter der Bezeichnung "umfassender Periodi-
sierungsgrundsatz" und im Einklang mit dem Realisierungsgrundsatz in dem Sinne gilt, dass
sämtliche Ertrags- und Kostenelemente, die in eine bestimmte Buchhaltungsperiode fallen, die-
ser Periode auch tatsächlich zuzuschreiben sind.
Weiter hält es fest, der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit darf also nicht in dem Sinne verstanden werden, dass es dem Pflichtigen
freigestellt wäre, den steuerbaren Ertrag nach seinem individuellen und subjektiven Gutdünken
zu bestimmen. Genauso wenig kann das sog. Totalgewinnprinzip systematisch über den Perio-
dizitätsgrundsatz gestellt werden; der Gesetzgeber hat dieses Prinzip nur insoweit berücksich-
tigt, als er die Verrechnung von Verlustvorträgen unter den Voraussetzungen von Art. 67 DBG
zugelassen hat (vgl. BGE Nr. 2C_429/2010 vom 9. August 2011, E. 2.1).
d) In Bezug auf die Beweislast ist schliesslich festzuhalten, dass der Nachweis für
steuer-begründende Tatsachen der Steuerbehörde, der Beweis für steueraufhebende oder
steuermindernde Tatsachen grundsätzlich aber dem Steuerpflichtigen obliegt; dieser hat steu-
ermindernde Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts [BGE] 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen
Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 519; vgl. auch Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steu-
erverfahrensrecht, § 19 Rz. 8ff.).
4. Gemäss dem Revisionsbericht Nr. 2016-180 vom 21. Juli 2016 hat die A._ AG am
28. Juli 2014 und am 4. Dezember 2014 für erbrachte Leistungen betreffend das Jahr 2014 ge-
genüber der Firma F._ AG insgesamt Fr. 90‘000.-- fakturiert. Diese Debitorenforderungen
sind nicht verbucht worden. Die Steuerpflichtige beruft sich nun in Bezug auf das Steuerjahr
2014 einerseits auf das Massgeblichkeitsprinzip und andererseits darauf, dass diese Forderun-
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gen am Bilanzstichtag nicht werthaltig gewesen seien und die Revisionsstelle deshalb auf eine
vollständige Wertberichtigung gedrängt habe.
a) Wertberichtigungen sind Korrekturposten zu Aktiven für bereits eingetretene
Entwertung oder zu erwartende Vermögenseinbussen zwecks Einhaltung der Bewertungs-
vorschriften. Wertberichtigungen können - allerdings eher selten - auch Korrekturbeträge zu
Passivposten darstellen. Wertberichtigungen kommen, da sich die Bewertungsvorgänge auf die
gesamte Bilanz beziehen, nahezu für alle Aktiven vor. Ausnahmen dazu bilden Kassabestände
in Schweizer Franken und Berichtigungsposten zur Passivseite einschliesslich eines als Akti-
vum ausgewiesenen Bilanzverlusts.
Das Delkredere weist eine Besonderheit auf: In der Praxis ist das Delkredere
vielfach Wertkorrektur zu verschiedenen Forderungs- und forderungsähnlichen Posten. So hat
es etwa Ausfälle in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu decken, dann aber
auch Risiken in anderen Guthaben, ferner Regressrisiken aus zedierten Forderungen oder aus
weitergegebenen Wechseln und allenfalls auch Risiken aus noch nicht eingelösten Checks.
Neben einzelnen konkretisierten Bewertungsrisiken hat das Delkredere auch das allgemeine
Kreditrisiko zu decken (vgl. Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung, Bd. 1, Treuhand
Kammer [Hrsg.], Zürich 2009, Ziff. 6.19).
b) Grundsätzlich sind Debitoren-Fakturen zunächst in der Buchhaltung vollständig
zu erfassen. Notwendige Wertbeeinträchtigungen wären erst anschliessend bei der Fest-
setzung des Delkredere zu berücksichtigen. Die Nichterfassung dieser Fakturen hat zur Folge,
dass die Grundsätze „Vollständigkeit“ und „Periodenabgrenzung“ nicht eingehalten sind und die
Steuerverwaltung berechtigt ist, derartige Abweichungen fallweise zu prüfen und allenfalls in
Abweichung zur Jahresrechnung richtig zu stellen. Die Revision der Steuerverwaltung hat zu-
dem ergeben, dass die in der Buchhaltung nicht erfasste Rechnung vom 28. Juli 2014 über Fr.
16'200.-- (netto Fr. 15'000.--) bereits am 11. Februar 2015 beglichen worden ist. Die Faktura
vom 4. Dezember 2014 über Fr. 81'000.-- (netto Fr. 75'000.--) ist mittels Teilzahlungen vom 2.
April 2015, 19. Mai 2015 sowie 4. September 2015 ebenfalls beglichen worden. Die Behaup-
tung, es sei aus handelsrechtlichen Gründen notwendig gewesen, dass diese Forderungen
vollumfänglich im Wert zu berichtigen seien, ist angesichts der recht zeitnahen Zahlungen vom
11. Februar 2015 und vom 2. April 2015 nicht haltbar. Zudem datieren die Steuererklärung und
der Jahresabschluss vom 25. September 2015 (Abgabe am 30. September 2015), womit davon
auszugehen ist, dass diese auch erst zu diesem Zeitpunkt erstellt worden ist. Damit hatte die
Pflichtige volle Kenntnis darüber, dass alle Zahlungen geleistet worden sind und es diesbezüg-
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lich weder einer Wertberichtigung noch eines Delkrederes bedurfte. In Anbetracht dieser Sach-
lage ist die steuerliche Aufrechnung zwecks Umsetzung des auch im Steuerrecht massgeben-
den Periodizitätsprinzips gerechtfertigt. Aus den bisherigen Erwägungen folgt, dass die Be-
schwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.
5. Im Weiteren ist zu untersuchen, ob die Aufrechnung der Vermittlungsprovision in Höhe
von Fr. 50‘000.-- zum steuerbaren Gewinn der A._ AG zu Recht erfolgt ist.
a) Gegenstand der Gewinnsteuer ist nach Art. 58 Abs. 1 DBG der Reingewinn. Die-
ser setzt sich zusammen aus (a) dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des
Saldovortrages des Vorjahres; (b) allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung aus-
geschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung geschäftsmässig be-
gründeter Aufwendungen verwendet werden, wie insbesondere Kosten für die Anschaffung,
Herstellung oder Wertvermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens, geschäftsmässig
nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen, Einlagen in die Reserven, Einzahlungen
auf das Eigenkapital aus Mitteln der juristischen Person soweit sie nicht aus als Gewinn ver-
steuerten Reserven erfolgen, offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und geschäftsmäs-
sig nicht begründete Zuwendungen an Dritte, (c) den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebe-
nen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne, vorbehältlich
Art. 64. Inhaltlich übereinstimmende Vorschriften enthalten auch Art. 24 Abs. 1 lit. a StHG sowie
§ 53 Abs. 1 StG.
b) Zum steuerbaren Reingewinn gehören namentlich Zuwendungen der Gesell-
schaft an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, die einem Aussenstehenden nicht
oder zumindest nicht im gleichen Mass gewährt würden. Der Grundtatbestand solcher geldwer-
ter Leistungen ist nach der Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesell-
schaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär direkt oder indirekt
(z.B. über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem
Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern
ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar
war (BGE 131 II 593 E. 5.1 S. 607; Urteile 2C_272/2011 vom 5. Dezember 2011 E. 3.1 und
3.2.1; 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E. 2.1, in: StR 64/2009 S. 915; 2A.204/2006 vom
22. Juni 2007 E. 6, in: RtiD 2008 I pag. 946; je mit Hinweisen; 2C_414/2012 vom 19.11.2012, E.
3).
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Als geldwerte Vorteile aus Beteiligungen gelten dementsprechend alle durch
Zahlung, Überweisung, Gutschrift, Verrechnung oder auf andere Weise bewirkten in Geld
messbaren Leistungen, die der Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte unter irgendeinem
Titel aufgrund dieser Beteiligung von der Gesellschaft erhält und welche keine Rückzahlung der
bestehenden Kapitalanteile darstellen. Dazu gehören insbesondere sog. verdeckte Gewinnaus-
schüttungen, d.h. Zuwendungen der Gesellschaft, denen keine oder keine genügenden Gegen-
leistungen des Anteilsinhabers entsprechen und die einem an der Gesellschaft nicht beteiligten
Dritten nicht oder nur in wesentlich geringerem Umfang erbracht worden wären. Das ist mit ei-
nem Drittvergleich zu ergründen (sog. Prinzip des "dealing at arm's length"), bei dem alle kon-
kreten Umstände des abgeschlossenen Geschäfts zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 138 II 57,
E. 2.2). Als Indizien, die dafür sprechen, dass ein Dritter einen Kredit nicht gewährt hätte und
damit ein simuliertes Darlehensverhältnis vorliegt, fallen diverse Kriterien in Betracht (vgl. BGE
138 II 57 E. 3.2 S. 60 f. mit umfassenden Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur; BGE
A.124/1982 vom 25. November 1983 E. 3 ff., in: ASA 53 S. 54 ff., 58 ff.; vgl. BGE
2C_1023/2013 vom 8. Juli 2014 E. 3.4).
c) Die verdeckten Gewinnausschüttungen bzw. geldwerten Leistungen unterliegen
der Gewinnsteuer der Kapitalgesellschaft, der Einkommenssteuer beim Anteilsinhaber sowie
der Verrechnungssteuer, die von Inländern zurückgefordert werden kann. Die Terminologie ist
in dem Sinne uneinheitlich, als dass das Bundesgericht ersteren Anfang der 90-er Jahre zwar
weitgehend aufgegeben hat, diesen aber verschiedentlich noch verwendet und auch das Recht
der direkten Bundessteuer den Begriff der verdeckten Gewinnausschüttung kennt (vgl. Reto
Heuberger, Die verdeckte Gewinnausschüttung aus Sicht des Aktienrechts und des Gewinn-
steuerrechts, Diss. Bern 2001, S. 2). Eine verdeckte Gewinnausschüttung findet in erster Linie
statt, wenn die Unternehmung Privataufwand (Lebenshaltungskosten) des Anteilsinhabers usw.
aus eigenen Mitteln deckt und diesen als geschäftlichen Aufwand verbucht oder wenn sie Ge-
schäftsvermögen für Privatzwecke zur Verfügung stellt. Dazu gehört auch die Belastung von
Aufwand dessen Empfänger und Leistungsgrund nicht bekannt sind. Die häufigste Form der
verdeckten Gewinnausschüttung besteht darin, dass die Kapitalunternehmung aufgrund eines
Rechtsgeschäfts (z.B. Arbeits-, Darlehens-, Mietvertrag usw.) an Anteilsinhaber oder naheste-
hende Personen zulasten eines Aufwandkontos Leistungen erbringt (z.B. Lohn, Zins), welche
im Verhältnis zu der von ihnen erbrachten Gegenleistung offensichtlich übersetzt sind. Das ist
dann der Fall, wenn die Leistung der Kapitalunternehmung höher ist als jene, die sie einem un-
beteiligten Dritten in jedem Fall höchstens zugestanden hätte (maximales marktkonformes Ent-
Seite 11
gelt) (vgl. Höhn/Waldburger, Steuerrecht Band 1, 9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 18 N
106).
d) Auch im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die Steuer-
behörde die Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuer-
pflichtige Gesellschaft dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert. Der
Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung erbracht
hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht. Hat die Behörde
ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung dargetan, so ist es Sache der
steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das
nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit. Das gilt insbesondere dann, wenn sie Zahlungen
leistet, die weder buchhalterisch erfasst noch belegt sind (zum Ganzen vgl. BGE 2C_414/2012
vom 19. November 2012; vgl. auch Reich, Steuerrecht, 2. A. § 13 N 113ff.).
6. a) Sowohl der Vertreter Herr D._, welcher Mitarbeiter der A._ AG ist, als
auch die Tochter E._ sind Aktionäre der A._ AG. Einzige Verwaltungsrätin der C._
AG, welche der A._ AG eine Vermittlungsprovision in Höhe von Fr. 50‘000.-- in Rechnung
gestellt hat, ist die Tochter E._. Der Vertreter führte in seiner Beschwerde aus, dass Frau
E._ in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der G._ AG einen Auftrag gehabt habe, neue
Mandate zu suchen. Was nicht beurteilt werden könne ist, ob es widerrechtlich gewesen sei,
dass Frau E._ die Provision auf die C._ AG anstatt auf die G._ AG habe einzahlen
lassen.
b) Den Kontoblättern der Buchhaltung des Jahres 2014 der A._ AG ist zu ent-
nehmen, dass sowohl die F._ AG als auch die H._ AG bereits seit Januar 2014 in einer
geschäftlichen Beziehung (Mandatsverhältnis) zur A._ AG gestanden haben. Dies ergibt
sich auch aus der Rechnung Nr. 20-14 der A._ AG an die F._ AG vom 28. Februar
2014, aus welcher explizit hervorgeht, dass die A._ AG ihre damaligen Leistungen aufgrund
eines Mandatsvertrages vom 20. Dezember 2013 verrechnet hat. In den Akten befindet sich
zudem auch ein neuer Mandatsvertrag zwischen der F._ AG und der A._ AG vom 26.
März 2014 für die Zeit ab dem 1. April 2014.
Die C._ AG hat der A._ AG mit Datum vom 15. Dezember 2014 eine Pro-
vision von pauschal Fr. 50‘000.-- für die Vermittlung der F._ AG und der H._ AG als
Kunden in Rechnung gestellt, ohne irgendeinen Vermittlungsvertrag vorzulegen. Aufgrund der
Seite 12
Beweislastverteilung wäre es an der A._ AG gewesen eine derartige Vereinbarung vorzule-
gen, was bis heute nicht erfolgt ist.
Dagegen findet sich in der Rechnung der „I._“ vom 6. Dezember 2014 über
Fr. 35‘000.-- ein Nachweis, dass die F._ AG durch die „I._“ vermittelt worden ist und
nicht durch die C._ AG. Gemäss der Belastungsanzeige der Bank J._ ist diese Rech-
nung bereits am 11. September 2014 beglichen worden. Der Vertreter der Pflichtigen führte an
der heutigen Verhandlung aus, dass sowohl die I._ als auch die C._ AG vermittelt hätten
und dafür Provisionen bezahlt worden seien. Aufgrund der Zusammenarbeit mit Frau E._
habe auch sie die Firma F._ AG gekannt. Auch die I._ habe die F._ gekannt. Ein
schriftlicher Vermittlungsvertrag liege aber nicht vor. Die A._ AG sei eine kleine Firma, wo-
bei man häufig mündliche Abmachungen treffe.
Es ist weder nachvollziehbar, dass die Tochter und einzige Verwaltungsrätin der
C._ AG den Auftrag hatte, ein Mandat zu suchen und zu vermitteln, noch dass Frau E._
dies in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der G._ AG getan haben soll. Schriftliche Ver-
einbarungen oder Verträge wurden keine eingereicht, weshalb davon auszugehen ist, dass
auch keine derartigen Vereinbarungen aus der betreffenden Zeit vorliegen. Das Vorbringen, es
habe mündliche Vereinbarungen gegeben, wird den Beweisanforderungen nicht gerecht. Es
erscheint zudem wenig glaubhaft, dass zwei verschiedene Firmen die gleiche Kundenbezie-
hung vermitteln können. Genau diesen Sachverhalt hätte die A._ AG hingegen darlegen
und erklären müssen. Ohne weitere, stichhaltige Nachweise dafür, dass diese Rechnung der
C._ AG über Fr. 50‘000.-- an die A._ AG tatsächlich geschäftsmässig begründet gewe-
sen ist, ist die Schlussfolgerung der Steuerverwaltung, es handle sich um eine geldwerte Leis-
tung, nicht abwegig. Dies vor allem deshalb nicht, da die C._ AG seit dem 1. Dezember
2014 von der Tochter des Vertreters übernommen wurde. Damit ist festzustellen, dass Organe
und Aktionäre in beiden Gesellschaften identisch sind und als nahestehend qualifiziert werden
müssen, weshalb die Steuerverwaltung zu Recht eine steuerbare geldwerte Leistung ange-
nommen und aufgerechnet hat. Damit erweist sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als
unbegründet und ist abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin Verfahrens-
kosten in Höhe von Fr. 1'500.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
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