# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 595d1816-232c-40d2-8103-746fbcb688db
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
75
, arbeitete seit dem 1.
März 2003
als Pflege
helferin
beim
Y._
und war dadurch bei der
AXA Versiche
rungen AG (AXA)
obligatorisch unfallversichert (Urk.
10
/
A1
). Am
3
0.
Oktober 2015
erlitt sie als Beifahrerin einen Auffahrunfall (Urk.
10
/
A1,
Urk.
10/
A2
), wobei die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
ein Be
schleunigungstrauma
der Halswirbelsäule (HWS)
diagnostizierten (Urk.
10
/M2 S.
2
Ziff.
5
). Die
AXA
erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Mit Verfügung vom
2
2.
Juni 2017
teilte die
AXA
mit, die Leistungen für Heilbe
handlungen und Taggelder würden per
3
0.
Juni 2017 eingestellt (Urk. 10
/
A80
). Die dagegen am
1
4.
Juli 2017
erhobene Einsprache (Urk.
10
/
A84
) wies die
AXA
mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Juli 2018
ab (Urk.
10
/
A104
= Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
3.
Juli 2018
(Urk. 2) erhob die Ver
sicherte am
1
9.
August 2018
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, dieser sei auf
zuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Versicherungsleistungen zu erbringen und über die Rente und Integritätsentschädigung einen Entscheid zu treffen (S. 1
Ziff.
1).
Eventuell sei
der angefochtene Einspracheentscheid aufzuhe
ben und
der
Fall an die Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Abklärung zurück
zuweisen (S. 1
Ziff.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
7.
November 2018
schloss die
AXA
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 9
), dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
9.
November 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11). Innert angesetzter Frist ging keine Replik ein (vgl.
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3
0.
Oktober 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6
Abs. 1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfälle
n und Be
rufskrankheiten gewährt
.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule
(HWS)
auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Er
werbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusam
menhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier
(BGE 134 V 109 E. 10.3)
:
•
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falles;
•
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
•
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
•
erhebliche Beschwerden;
•
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
•
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
•
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) aus,
der beratende Arzt
Dr.
med.
A._
habe überzeugend und ausführlich be
gründet festgestellt, dass die geklagten Beschwerden durch die objektive Befund
lage nicht erklärt werden könnten. Die unfallkausalen Beschwerden würden im Laufe von Monaten beziehungsweise spätestens einem Jahr ausheilen, weshalb der status quo ante spätestens 12 Monate nach dem Ereignis als erreicht zu gelten habe (S. 6 unten).
Der Verlauf zeige auf, dass trotz Behandlungen ab Unfallzeitpunkt inklusive den folgenden Reha
bilitations
aufenthalten vom März 2016 und Juni 2016 durch
geh
end eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik mit Müdigkeit und Konzentrations
störungen bis hin zu Filmrissen vorhanden gewesen seien. Die etlichen Behand
lungen hätten dabei offensichtlich zu keiner namhaften Besserung des Zustandes
beigetragen und die Arbeitsfähigkeit habe nicht
wieder hergestellt
werden können
. Es sei nicht ersichtlich, warum über den 3
1.
Juli 2017 hinaus von weiteren Be
handlungen noch eine namhafte Besserung erwartet werden sollte, wenn diese namhafte Besserung bisher ausgeblieben sei (S. 9 f.).
Eine Auffahrkollision wie vorliegend werde rechtsprechungsgemäss als ein mitt
el
schweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten
qualifiziert. Es sei keines der relevanten Kriterien erfüllt, so dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 3
0.
Oktober 2015 und den geklagten Beschwerden spätestens ab dem 3
0.
Juni 2017 zu verneinen sei (S. 11 f.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in der Beschwerde (Urk. 1) gel
tend, es sei von zahlreichen Fachärzten und Spitälern bestätigt worden, dass die heutigen Beschwerden in direktem und natürlichem Zusammenhang zum Unfall stünden und die natürliche Kausalität bejaht werden sollte. Zudem wäre auch die adäquate Kausalität zu bejahen, sei der erlittene Unfall mittelschwerer Natur, die fachärztlich intensiven Behandlungen würden seit fast drei Jahren dauern und hätten keine Erfolge erzielt und die Beschwerden seien persistierend. Das alles führe zu erheblichen Beschwerden und Einschränkungen im Alltag (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leis
tungseinstellung per 30. Juni 2017 hinausgehende Leistungspflicht der Beschwer
degegnerin besteht, mithin der rechtsgenügliche Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfall vom 3
0.
Oktober 201
5.
3.
3.1
Die Erstbehandlung erfolgte ein Tag nach dem Unfallereignis im
Z._
, wobei die Ärzte in ihrem Bericht vom
7.
Dezember 2015 (Urk. 10/M2) ein Be
schleunigungstrauma der HWS diagnostizierten und eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit vom
1.
bis
3.
November 2015 attestierten.
Die
Computertomographie (CT)
der HWS sowie des Schädels vom 3
1.
Oktober 2015 habe keine frischen Frak
turen und keine Blutung gezeigt.
3.2
Die Ärzte der
B._
, Rheumatologie, berichteten am 1
6.
Febru
ar 2016 (
Urk.
10/M11), nannten als Diagnose ein anhaltendes
zerviko
cephales
Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsion im Oktober 2015 und führten aus,
die Beschwerdeführerin sei zur Initiierung einer regelmässigen professio
nellen Therapie und Begleitung zugewiesen worden. Die Beschwerdeführerin sei seit dem Unfall zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1).
Es würden im Heilungsverlauf keine unfallfremden Faktoren mitspielen. Über dreieinhalb Monate nach dem zervikalen Beschleunigungstrauma leide die Beschwerdeführerin noch an
Zervi
kocephalgien
sowie typischen Begleitbeschwerden einer HWS-Distorsion. Klinisc
h liessen sich keine sensomotorischen Defizite nachweisen, die HWS-Beweglichkeit sei nur minim eingeschränkt und der muskuläre Hartspann lokalisiere sich vor allem auf den Schultergürtel, weniger auf den Zervikalbereich.
Mit der Be
schwer
deführerin werde eine Intensivierung der bisherigen therapeutischen Massnah
men im ambulanten Rahmen besprochen und sie werde für einen stationären Auf
enthalt auf der Akut-Rheumatologie angemeldet
, wo eine multimodale Schmerztherapie erfolgen könne
(S. 2)
.
Es werde eine Arbeitsunfähigkeit zu 100
%
vom 1
0.
Februar bis
1.
März 2016 attestiert (S. 3).
3.3
Die Ärzte der
B._
, Rheumatologie, berichteten am 1
4.
März 2016 (
Urk.
10/M15) über die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom
2.
bis 1
5.
März 2016 und
führten aus,
es
bestünden massive Schulter- und Nacken
schmerzen sowie eine Begleitsymptomatik mit Schwindel, Müdigkeit, Erschöpf
barkeit, Tinnitus und Konzentrationsstörungen. Klinisch habe sich bei Eintritt eine schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit der HWS insbesondere der Rota
tion und der Inklination sowie eine nicht dermatombezogene Hyposensibilität am rechten Arm gezeigt. Bisherige Strukturabklärungen mittels CT des Schädels und der HWS hätten keine posttraumatischen strukturellen Läsionen gezeigt.
Im
Hos
pitalisationsverlauf
habe sich eine erfreuliche Verbesserung der HWS-Beweg
lichkeit, insbesondere der Rotation gezeigt.
Die teilweise ausgeprägte Begleit
symptomatik und die Beschwerden in der Brustwirbelsäule (BWS) hätten nicht substanziell gebessert werden können. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin sehr zufrieden mit dem stationären Aufenthalt. Sie habe am 2
2.
März 2016 in einem guten Allgemeinzustand entlassen werden können. Der Beschwerdeführerin sei bis zum Verlaufstermin am 1
9.
April 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit atte
stiert worden (S. 3).
3.4
Die Ärzte der
B._
berichteten am 2
5.
Juni
2016 (
Urk
.
10/M30) über die Hospitalisation der Beschwerdeführerin zur
muskulos
ke
lettalen
Rehabilitation vom
6.
bis 2
5.
Juni 2016 und
führten aus,
die HWS-Beweglichkeit sei bereits beim Eintritt und seit der letzten stationären Behandlung
frei gewesen. Allerdings hätten muskuläre Verspannungen reduziert werden können
. Auf Ebene der analgetischen, schmerzdistanzierenden Medikation
sei die Behandlung mit Surmontil bei 10 Tropfen täglich begonnen worden. Aufgrund signifikanter Zunahme der Tagesmüdigkeit sei die Dosis halbiert worden, wo
runter sich der Zustand stabilisiert habe (S. 3).
3.5
Die Ärzte der
B._
berichteten am 1
2.
Juli
2016 (
Urk.
10/M31) über die ambulante Sprechstunde und führten aus, die HWS sei in alle Bewegungsrichtungen uneingeschränkt, bei links- und rechtsseitiger Lateral
flexion
bestehe
endständig
eine
Schmerzauslösung
. Die Schultern seien beidseits uneingeschränkt und schmerzfrei beweglich. Die Reflexe der oberen Extremitäten seien symmetrisch, die grobkursorische Krafttestung der oberen Extremität un
ein
geschränkt und es bestehe keine Hypästhesie. Die MRI Abklärung vom
4.
Juli 2016 der HWS und
Angio
habe eine hypoplastische Arteria vertebralis rechts, eine normale Arteria vertebralis links und eine unauffällige
Arteria
carotis
interna
beidseits sowie ein normales Schädel-MRI gezeigt
(S. 2)
.
Durch den stationären Aufenthalt auf der Akut-Rheumatologie sowie auch aktuell auf der Rehabilitation habe eine Stabilisierung bis leichte Verbesserung der Situation erreicht werden können, wobei aktuell wieder ein deutlicher Leidensdruck bestehe, vor allem auf Grund der Cephalgien und des Tinnitus. Vor Initiierung weiterer Massnamen sei zunächst der Bericht der Kollegen der Neuropsychologie abzuwarten (S. 3).
3.6
Die Ärzte des
Y._
, Klinik für Neurologie, berichteten am
6.
Juli 2016 (
Urk.
10/M36) über die neuropsychologische Untersuchung der Beschwerdeführerin zur Standortbestimmung mit der Frage nach der Objektivier
barkeit der Gedächtnissch
wier
igkeiten.
Sie führten aus, dass formal neuropsy
cho
logisch geprüft bei der vollständig orientierten Beschwerdeführerin von leicht bis schwer reichende Defizite in
attentionalen
Teilfunktionen im Vordergrund der Befunde stünden. Zudem zeige sich eine leicht reduzierte psychomotorische Ver
arbeitungsgeschwindigkeit. Es seien leicht unterdurchschnittliche Leistungen im mnestischen Bereich
konstatierbar
. Bei den Exekutivfunktionen sei
en
die verbale Ideenproduktion und die Inter
ferenzkontrolle leicht vermindert. Basale visuelle, sprachliche, sprachassoziierte und praktische Leistungen seien unbeeinträchtigt. In den zusätzlich durchgeführten Fragebogenverfahren fänden sich Hinweise auf eine schwere Fatigue- und leichte Depressionssymptomatik. Dies decke sich mit den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin.
Die geschilderten kogni
tiven Auffälligkeiten seien gut im Rahmen der Schmerz- und Erschöpfungs
symp
tomatik sowie der damit verbundenen reduzierten Belastbarkeit interpretierbar. Für das weitere Prozedere erscheine die Behandlung der Schmerzsymptomatik deshalb prioritär (S. 3).
3.7
Die Ärzte der
B._
berichteten am 2
4.
August
2016 (
Urk.
10/M37) über die Verlaufskontrolle und führten aus, am 1
8.
August 2016
sei die Arbeitstätigkeit als Pflegeassistentin für zwei Stunden am Vormittag
wieder
aufgenommen
worden. Die Beschwerdeführerin berichte allerdings, dass der Arbeitsversuch gescheitert sei. Sie habe sich vorgängig überschätzt und sei nicht in der Lage gewesen, während der Arbeitszeit den Anforderungen annähernd zu
genügen. Vor allem würden Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite stören
.
Die Beschwerdeführerin sei zudem ausgeprägt bedrückter Stimmungslage, da ihr am Arbeitsplatz nochmals verbal aufgezeigt worden
sei
, wie verlangsamt sie im Gegensatz zu früher sei. Durch den gescheiterten Arbeitsversuch seien nun die Ängste gestiegen, in wie weit sie das Leben weiterhin meistern könne (S. 2).
3.8
Dr.
med. C._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, erstattete sein Gutachten am 2
1.
September 2016
(
Urk.
10/M62)
zuhanden der Pensionskasse und
führte aus, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehilfe im Notfall-OP im
Y._
mit 24 Stunden Schichtbetrieb und repe
titiver Exposition gegenüber stressigen und volle körperliche wie geistige Leis
tungsbereitschaft erfordernden Einsätzen sei die Beschwerdeführerin aufgrund der aktuellen körperlichen wie geistigen Defizite derzeit und voraussichtlich auch weiterhin nicht im geforderten Ausmass arbeitsfähig
.
Eine Reintegration könnte mit Vorteil eher im Umfeld eines geplanten, weniger mit Stress und Notfällen
verbundenen Operationsbetriebs erfolgen, vorzugsweise mit initial stunden
weisen
Teilpensen, eventuell als zusätzliche Kraft während fortlaufender Kranke
schrei
bung (S. 19).
Eine Fortführung des bestehenden Settings sowie zur Verbesserung der Coping-Fähigkeiten erscheine eine schmerzpsychotherapeutische Interven
tion zweckmässig, um der Beschwerdeführerin die Anpassung der hohen persön
lichen Leistungsansprüche an das im Rahmen der chronischen Beschwerden noch bestehende Leistungsvermögen zu ermöglichen. Diesbezüglich könnte eine noch
mals stationäre Massnahme erwogen werden (S. 20).
Zumutbar seien der Be
schwerdeführerin körperlich leicht belastende Tätigkeiten eher in stressarmem Arbeitsumfeld ohne Wirbelsäulen- oder HWS-Belastung mit geplanten Routine
abläufen (S. 21).
3.
9
Die Ärzte der
B._
berichteten am 1
9.
Dezember
2016 (
Urk.
10/M47) über die Verlaufskontrolle und führten aus,
die Beschwerdefüh
rerin sei nun seit zwei bis drei Monaten in der Physiotherapie in Behandlung und bemerke zwar eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit, jedoch eher zuneh
mende Beschwerden, nicht nur zervikal, sondern nun auch neu tieflumbal mit Ausstrahlung in beide Beine.
Nach den Behandlungen finde jeweils eine
Schmerz
exazerbation
statt. Klinisch zeige sich eine uneingeschränkte und schmerzfreie HWS-Beweglichkeit, jedoch eine deutliche Druckdolenz im Bereich der verhär
teten subokzipitalen Muskulatur sowie Triggerpunkte im Bereich des Schulter
gürtels. Die Schultern seien schmerzfrei und uneingeschränkt beweglich. Es werde erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende März 2017 attestiert. Im Falle eines sehr positiven Verlaufs könne natürlich ein kontrollierter Arbeitsversuch gestartet werden (S. 2).
3.10
Die Ärzte der
B._
berichteten am 1
0.
Februar
2017 (
Urk.
10/M50) u
nd führten aus, zur Vermeidung einer weiteren Chronifizierung und Aggravierung der Symptome durch eine Negativspirale werde erneut ein statio
närer Rehabilitationsaufenthalt zur
muskuloskelettalen
, aber auch psycho
somatischen und neurologischen Behandlung empfohlen, zum Beispiel in der
D._
(S. 2).
3.11
Dr.
med. E._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 1
1.
Juli 2017 (
Urk.
10/M61) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin und führte aus,
dass in der Physiotherapie die anfänglich weitgehend blockierte Beweglichkeit der HWS deutlich habe verbessert werden können, aktuell bestehe eine noch
end
gradige
Bewegungseinschränkung mit
palpatorisch
verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur
. Es bestünden noch immer ständige Nacken
schmerzen und in diesem Zusammenhang auch Kopfschmerzen (S. 2). Ein weiteres Problem seien die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die auf eine wahrscheinlich erlittene leichte Hirnschädigung hinweisen würden. Eine neuropsychologische Abklärung sei zu befürworten (S. 3).
3.12
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, berichtete am
3.
Mai 2018 (
Urk.
10/M72
) und führte aus,
die geklagten Beschwerdebilder seien genügend abgeklärt. Soma
tisch seien entsprechende Abklärungen im
Z._
, bei der Hausärztin, mehrfach in der orthopädischen
B._
sowohl ambulant als auch stationär, bei
Dr.
F._
, in der Klinik für Neurologie des
Y._
, beim Neu
rologen
Dr.
E._
, gutachterlich durch den Rheumatologen
Dr.
C._
, beim Chirurgen
Dr.
G._
und interdisziplinär im
H._
erfolgt. Die Bildgebung sei mittels Computertomografie der HWS und des Schädels sowie mittels Kernspintomografie des Schädels inklusive Angio
graphie sowie konventionell-radiologisch erfolgt. Psychiatrische Beurteilungen sowie eine neuropsychologische Standortbestimmung seien ebenfalls erfolgt. Alle Untersuchungen hätten auf der objektiven Ebene eine identische und konsistente Befundlage ohne Abweichungen gezeigt (S. 5
Ziff.
1).
Als organische Befunde sei eine hypoplastische
Arteria
vertebralis rechts fest
stell
bar. Strukturelle Veränderungen seien durch den Unfall vom 3
0.
Oktober 2015 keine entstanden (S. 5
Ziff.
2 und 3).
Sämtliche Beschwerden seien durch die objektive Befundlage nicht zu erklären.
Weder ereignisnah noch im Verlauf hätten Strukturveränderungen festgestellt werden können, die in einem Zusammenhang mit dem Ereignis vom 3
0.
Oktober 2015 stehen könnten. Aus somatischer Sicht entbehre deshalb das aktuelle Beschwerdebild einer objektivierbaren Begründung. Bezüglich der geklagten Be
schwerden bestehe deshalb aus somatischer Sicht mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit keine natürliche Kausalität zum Ereignis vom 3
0.
Oktober 201
5.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei es durch das Ereignis vom 3
0.
Oktober 2015 zu einem Distorsionstrauma der HWS Grad II gekommen. Den Empfeh
lungen der entsprechenden Guidelines folgend würden bei dieser Art der Ver
letzung die unfallkausalen Beschwerden im Laufe von Monaten beziehungsweise spätestens nach einem Jahr ausheilen. Der Status quo ante sei demnach spätestens 12 Monate nach dem Ereignis erreicht worden
(S. 5
f.
Ziff.
4).
Aus somatischer Sicht lägen keine gesundheitlichen Folgen des Ereignisses vom 3
0.
Oktober 2015 vor. Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei demnach unfall
kau
sal nicht mehr begründbar (S. 6
Ziff.
6).
4.
4.1
Vorliegend ist unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten auch ausge
wiesen, dass die geklagten Beschwerden kein organisches Korrelat aufweisen. Denn von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gespro
chen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklä
rungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 2 mit Hinweis). Die anlässlich der Erstuntersuchung im
Z._
ein Tag nach dem Unfall
durchgeführten computertomographischen Untersuchungen ergaben einen normalen Befund ohne frische Frakturen oder Blutungen
(vgl. vorstehend E. 3.1)
und auch
eine am
4.
Juli 2016 durchgeführte MRI Abklärung ergab lediglich eine hypoplastische Arteria vertebralis rechts, ansonsten keine Auffälligkeiten (vgl. vorstehend E. 3.5).
Bei allfälligen natürlich unfallkausalen verbliebenen Schädigungen, wozu auch die seit dem Unfall am
30
.
Oktober
201
5
geklagten Kopf- und Nackenschmer
zen
sowie
Gedächtnisstörungen
gehören (E.
3
.
1-3.12
), ist daher die Adäquanz geson
dert zu prüfen (vgl. vorstehend E.
1
.4). Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_70/2009 vom 31. Juli 2009 E. 3 mit Hinweisen).
4.2
Ein Fallabschluss ist dann vorzunehmen, wenn von einer Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann. In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstellung der vorübergehenden Leis
tungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integri
täts
entschädigung abzuschliessen. Die verunfallte Person hat Anspruch auf Heilbe
handlung, solange von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteile des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3 und 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1). Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, um
schreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der nam
haften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, a
us
z
ulegen. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes «namhaft» durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3). Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzen sodann lediglich voraus, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behand
lung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom 4. April 2013, E. 5.2, und 8C_727/2012 vom 21. Dezember 2012, E. 3.2.2).
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per
30
.
Juni
2017, mithin
rund 20 Monate
nach dem Unfall, ein. Sie stützte sich dabei insbesondere auf die Berichte der Ärzte der
B._
, welche die Beschwerdeführerin sowohl stationär wie auch ambulant behandelten (vorstehend E. 3.2-3.5, E. 3.7, E. 3.9, E. 3.10).
Während der Hospitalisation vom März 2016 (vorstehend E. 3.3) wurde eine erfreuliche Verbesserung der HWS-Beweglichkeit, insbesondere der Rotation festgestellt, wobei die teilweise ausgeprägte Begleitsymptomatik und die Beschwerden in der Brustwirbelsäule (BWS) nicht substanziell hätten gebessert werden können.
Die a
nlässlich der erneuten Rehabilitation im Juni 2016 (vor
stehend E. 3.4)
festgestellte Befundlage untersch
ie
d sich nicht wesentlich von den früheren Feststellungen. So sei
die HWS-Beweglichkeit bereits beim Eintritt und seit der letzten stationären Behandlung frei gewesen.
Eine Besserung der Schmer
zen konnte nicht erreicht werden, a
llerdings hätten muskuläre Verspannungen reduziert werden können.
Der aufgezeigte Verlauf macht deutlich, dass trotz der zahlreichen ambulanten Behandlungen sowie der stationären Rehabilitationen durchgehend über eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik mit Konzentrations
problemen berichtet wurde. Die Therapien und Behandlungen hatten zu keiner namhaften Besserung
des Zustandes
, abgesehen von einer verbesserten Beweg
lichkeit der HWS,
beigetragen und die Arbeitsfähigkeit wurde nicht wieder her
gestellt.
Das in der
B._
festgestellte Behandlungsresultat spricht angesichts der durchgeführten umfangreichen Massnahmen gegen eine noch erzielbare namhafte Besserung des somatischen und psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin. Daran vermögen auch die verordneten Therapien nichts zu ändern. Es lag bereits zu diesem Zeitpunkt keine medizinische Einschätzung vor, der sich eine zu erwartende gesundheitliche
Verbesserung entnehmen liess
.
Wes
halb über den
1.
Juli 2017 hinaus von weiteren Behandlungen noch eine namhafte Verbesserung erwartet werden sollte, wenn diese bisher ausgeblieben ist, ist weder aufgrund der Akten ersichtlich, noch wird dies von der Beschwer
deführerin substantiiert geltend gemacht.
Zusammenfassend ist gestützt auf die medizinischen Berichte, insbesondere der
B._
, davon aus
zu
gehen, dass nach dem Unfall vom 30. Oktober 2015 der Endzustand spätestens Ende Juni 2017 erreicht war. Entsprechend ist die von der Beschwerdegegnerin per 30. Juni 2017
im Zuge des Fallabschlusses
vor
genommene Adäquanzprüfung gemäss der Schleudertrauma-Praxis nicht zu be
anstanden.
5.
5.1
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren, welche sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften be
stimmt (vgl. vorstehend E. 1
.4).
Den Akten lassen sich nicht viele Angaben zur Unfallschwere entnehmen. Die Beschwerdeführerin war gemäss eigenen Aussagen direkt nach dem Ereignis in der Lage, beschwerdefrei auszusteigen und mit einem Taxi weiter an den Flug
hafen zu gelangen, um den Rückflug in die Schweiz anzutreten (
Urk.
10/A2 S. 2). Das unfallanalytische Kurzgutachten ging sodann von einer kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsänderung Delta-v von 9 bis maximal 14 km/h aus (
Urk.
10/A35).
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass es sich hierbei rechtspre
chungs
gemäss
um ein mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
handle. Diese Einteilung wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden
(
vgl. Urteil 8C_310/2010 vom 2
9.
Juli 2010, Urteil 8C_327/2010 vom 2
2.
Juli 2010).
Damit wäre die Adäquanz eines Kausalzu
sammenhanges nur dann zu bejahen, wenn vier der massgeblichen Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017 E. 6.1 mit Hinweisen; vgl. auch vorstehend E.
1
.4).
5.2
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens der versicherten Person. Zu beachten ist dabei, dass jedem mindes
tens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet.
Der Unfall ereignete sich
während eines Staus
auf der Autobahn,
wobei die Beschwerdeführerin als Beifahrerin im Auto, das sich
mit
ungefähr 20-30 km/h fortbewegte, war (
Urk.
10/A2). E
s handelt sich demnach um einen Auffahrunfall ohne besondere dramatische Begleitumstände. Eine besondere Eindrücklichkeit kann darin nicht gesehen werden.
Die Beschwerdeführerin
nahm sich nach dem Unfall ein Taxi zum Flughafen, um zurück in die Schweiz zu reisen. Am Folgetag wurde sie ambulant im
Z._
behandelt und zunächst lediglich für drei Tage arbeitsunfähig ge
schrieben (
Urk.
10/M2).
Aus objektiver Sicht kann demnach nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Was das Kriterium der «fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung» betrifft, wurde die Beschwerdeführerin
insbesondere
medikamentös behan
delt, absolvierte Physiotherapie sowie
zwei stationäre Rehabilitationsaufenthalte. Die weiteren Therapien bestanden aus Wassertherapie, Craniosacraltherapie und Osteopathie (
Urk.
10/M11,
Urk.
10/
M15-16).
Dies
kann
vorliegend n
och nicht als fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung qualifiziert werden.
Rechtsprechungsgemäss reichen auch wiederholt mehrere Wochen dauernde Auf
enthalte in Kliniken nicht ohne Weiteres zur Bejahung dieses Kriteriums (vgl. Urteil 8C_453/2012 vom 1
4.
Dezember 2012). Auch die Besuche bei der Haus
ärztin sowie den verschiedenen Spezialisten weisen noch nicht den Charakter fort
gesetzter und spezifischer ärztlicher Behandlungen auf, sondern sind offen
sichtlich als diagnostische Massnahmen oder Verlaufskontrollen zu werten.
Zu
sammenfassend
ist das Kriterium der fortgesetzten spezifischen und belastenden ärztlichen Behand
lung vorliegend trotz einer gewissen Menge an Therapien und Behandlungen nicht als erfüllt zu betrachten.
Zum Kriterium der «erheblichen Beschwerden» ist festzuhalten, dass nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden adäquanzrelevant sein kö
nnen (BGE 124 V 109 E. 10.2.4). Die Beschwerdeführerin klagte zwar bis zum Fallabschluss über Schmerzen und kehrte denn auch nicht an ihren ange
stammten Arbeitsplatz zurück, obwohl ihr ein kleines, stundenweises Pensum zumutbar wäre (vgl.
Urk.
10/M62). Die Beschwerden der Beschwerdeführerin konnten zudem
keinem unfallbedingten objektiven Korrelat zugeordnet werden
und die Beschwerdeführerin wies auch kein für ein Schleudertrauma typi
sches buntes Beschwerdebild auf.
Die Diagnose einer HWS
Distorsion genügt für sich allein nicht zur Bejahung einer beson
deren Schwere (BGE 134 V 109 E. 10.2.2)
, weshalb
insgesamt nicht von erheblichen Beschwerden in besonders ausgeprägter Weise ausgegangen werden
kann
.
Keine Hinweise ergeben sich sodann auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, und auch ein schwieriger Hei
lungs
verlauf oder erhebliche Komplikationen sind ohne Weiteres zu verneinen.
D
as
Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit
ist
mangels ausgewiesener
grösserer
Anstrengungen, sich wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern,
höchs
t
ens in einfacher Weise gegeben.
5.3
Zusammenfassend steht fest, dass von den praxisgemässen Kriterien
höchstens diejenigen
der
«erheblichen Beschwerden»
und der «erheblichen Arbeitsunfähig
keit» erfüllt sind, dies jedoch
bestenfalls in einfacher
– nicht in ausgeprägter –
Weise
.
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs müssten vor
liegend jedoch aufgrund der Unfallschwere vier Kriterien erfüllt sein (E. 5.1).
Entsprechend ist
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nach wie vor beste
henden Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis vom
30
.
Oktober 2015
zu verneinen und weitere Ausführungen zum natürlichen Kausalzusammenhang erüb
rigen sich (vgl. vorstehend E. 4
.1). Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per
30
.
Juni
2017 eingestellt hat.
Der angefochtene Einspracheentsch
eid der Beschwerdegegnerin vom 3
.
Juli 2018
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.