# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5efd6ddb-2129-4559-9b29-d7c24080c11d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
war zuletzt von Anfang Juli 2011 bis Ende
Juni 2014 als Kistenmacher bei der Y._
tätig. Am
30. April 2014
meldete
er
sich unter Hinweis
unter anderem
auf
Brust-Schmerzen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/20, Urk. 8/23/173 und
Urk. 8/33/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
liess
den
Versicherte
n
insbe
sondere polydisziplinär (allgemeininternistisch, psychiatrisch und rheumato
lo
gisch) begutachten (Expertise vom 3
1.
August
2015;
Urk.
8/52). Nach durchge
führtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/57) wies sie das
Leistungsbegehren
mit Ver
fügung vom
11. Dezember 2015
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte am
29. Januar 2016
Beschwerde (Urk. 1) und be
an
tragte, die Verfügung vom
11. Dezember 2015 sei aufzuheben und es sei ihm ab 1. Oktober 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt, allen
falls unter Durchführung einer EFL (Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit), rechtskonform abkläre und hernach neu verfüge. Subeven
tua
liter sei die Sache zur Prüfung von beruflichen Massnahmen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Am 29. Februar 2016 (Urk. 7)
beantragte die IV-Stelle
die
Abweisung der Beschwerde
, was dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
1. März 2016
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
3.
Die Suva verneinte mit Verfügung vom
29. September 2014 (Urk. 8/32)
und Ein
spracheentscheid vom
1
7.
Dezember 2015
(Urk. 8/75)
den Anspruch auf
weitere Versicherungsleistungen mit der Begründung, bei einem IV-Grad von
gerundet 2 %
sei keine Rente der Unfallversicherung auszurichten.
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum abge
wiesen (Prozess Nr. UV.2016.00034).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 1
1.
Dezember 2015 (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Es bestehe ein rentenaus
schliessender Invaliditätsgrad von 11
%
. Der Beschwerdeführer sehe sich selbst als nicht arbeitsfähig, was die Durchführung beruflicher Eingliede
rungsmass
nahmen verhindere. Sofern eine subjektive Arbeitsfähigkeit bestehe, könne sich der Beschwerdeführer mit einem Gesuch
um
Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung an die Beschwerdegegnerin wenden.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), gemäss dem eingeholten Gutachten sei er aus psychischen Gründen zu 50
%
arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, nachvollziehbar zu begründen, weshalb von der Einschätzung der Gutachter abgewichen werden soll. Unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzugs bestehe ein IV-Grad von 55
%
und damit Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ab
1.
Oktober
2014 (S.
5-8). Im Falle einer Rückweisung zu weiteren Abklä
rungen sei allenfalls eine EFL bezüglich der konkreten Auswirkungen der soma
tischen Beschwerden durchzuführen. Eine solche werde vom Vertrauensarzt des Taggeldversicherers empfohlen. Aus dem Gutachten könne nicht geschlossen werden, er sei an einer beruflichen Eingliederung nicht interessiert. Soweit mit
der angefochtenen Verfügung der Anspruch auf berufliche Massnahmen vernein
t worden sei, sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
die diesbezüglich nötigen Abklärungen treffe und hernach über diesen Anspruch
neu befinde (S. 9).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
welcher den Beschwerdeführer seit 15. April 2014 betreut,
hielt in seinem Be
richt vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
8/28) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Posttraumatische Belastungsstörung infolge Verkehrsunfall am 3. August 20
13
-
Persistierende Brustschmerzen bei Pseudarthrose bei Status nach Stern
um
fraktur nach Auffahrunfall mit Velo gegen ein Auto am
3.
August 2013, Status nach offener Pseudarthrosenresektion, Reposition und Platten
os
teo
syn
these mit 2x2.7 mm LCP, fe
cit
Dr.
med.
A._
/
B._
am
4.
Februar 2014
Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 1
5.
April 2014 bei ihm in psychiatrischer Behandlung mit aktuell zweiwöchentlichem Setting. Es falle ihm schwer, über seinen schweren Velounfall zu berichten. Er leide seit mehreren Monaten unter ausgeprägten Schlafstörungen mit wiederkehrenden Alb
träumen, fühle sich tagsüber erschöpft und nicht belastbar. Der Beschwer
de
führer beschreibe den Unfall als schweren Schicksalsschlag, der ihn aus der Bahn
geworfen habe. Weiter schildere er psychosoziale Probleme wie den Verlust der Arbeitsstelle, finanzielle Engpässe und fehlende Zukunftsperspektiven (S.
2). Auf
grund der Antriebsstörung, kognitiven Einschränkung, raschen Ermüdbar
keit sowie der verminderten Stresstoleranz bestehe eine verminderte Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Die Fähigkeit, sich in Bezug auf wechselnde Anforde
rungen der Umwelt angemessen zu verhalten, sei aktuell deutlich eingeschränkt. Der Beschwerdeführer habe grössere Schwierigkeiten, den Tagesablauf ange
messen zeitlich und inhaltlich zu strukturieren (S. 3).
3.2
Dr.
med.
C._
vom
B._
stellte in seinem Bericht vom 24. September 2014 (
Urk.
8/31) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Aktuell sekundäre Symptomausweitung auf Nacken, rechte Schulter sowie rechten Arm bei Status nach Pseudarthrose einer Sternumfraktur im mittle
ren Drittel des Corpus sterni nach Kollision mit einem Auto am 3. August 2014
-
DD im Rahmen posttraumatischer Belastungsstörung, depressiver Episode
-
Offene Pseudarthrosenresektion, Reposition und Plattenosteosynthese mit 2x2.7 mm LCP am
4.
Februar 2014 (fecit
Dr.
med.
A._
)
-
Posttraumatische Belastungsstörung infolge Verkehrsunfall vom
3.
August 2013
-
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
Zudem führte er folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Hypertensive Herzerkrankung
-
Konzentrisch linksventrikuläre Hypertrophie, diastolische Funktions
stö
ru
ng des linken Ventrikels
-
cvRF: arterielle Hypertonie, Nikotinabusus ca
.
35 py, Adipositas, positive Fam
i
lienanamnese
-
Diabetes mellitus Typ 2
Ergänzend hielt er fest, dass der Beschwerdeführer auf sozialer Ebene die Kündigung seiner Arbeitsstelle bekommen habe. Er habe keinen gelernten Beruf und bisher immer als Hilfsarbeiter gearbeitet. Zusätzlich sei in den Ferien der Schwie
gervater verstorben (S. 2). Aus rheumatologisch somatischer Sicht sei bei nun verschraubter Fraktur und radiologisch dokumentierter Konsol
id
ation keine weitere Massnahme im Hinblick auf die Ursprungsverletzung indiziert. In seiner angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Inten
sive mit Vibration vergesellschaftete Arbeiten seien zu vermeiden, da dies zu einer gewissen Schmerzkomponente im Hinblick auf das Osteosyn
these
material im Bereich des Sternums führen könne. Eine behinderungsangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei ab sofort möglich und zumutbar (S. 3 f.).
3.3
Oberärztin med. pract.
D._
und Assistenzärztin med. pract.
E._
von der
F._
führten in ihrem Bericht vom 1
3.
April 2015 (
Urk.
8/52/53-55) folgende Diagnosen auf:
-
Mittelgradige depressive Episode
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Verdacht auf Prostatahyperplasie
Dazu hielten sie fest, dass der Beschwerdeführer vom
7.
Januar bis am 26. Februar 2015 in ihrer Klinik in stationärer Behandlung gewesen sei. Es hätten sich sprachlich bedingt leichte Auffassungsstörungen ergeben, jedoch keiner
lei Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen
(S. 1)
. Hinweise auf eine
posttraumatische Belastungsstörung wie flash backs oder Intrusionen hätten sich
nicht ergeben
(S. 2)
. Nach Austritt bestehe
(bei tagesklinischer Betreuung)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 1)
.
3.4
Dr.
med.
G._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
H._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
I._
, FMH für Rheumato
logie, vom
J._
stellten in ihrem Gutachten vom 3
1.
August 2015 (
Urk.
8/52/1-41) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37):
-
Mittelgradig depressive Episode
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
Posttraumatische Belastungsstörung
-
Persistierendes lokales Schmerzsyndrom mit sekundärer Symptomauswei
tung im Bereich des Schultergürtels, rechts mehr als links mit cervico-cepha
ler Schmerzausstrahlung bei Status nach Sternumfraktur am
3.
August 2013 mit Status nach offener Pseudarthrosenresektion, Reposition und Platten
osteosynthese am
4.
Februar 2014
-
Muskuläre Dysbalance am Schultergürtel, rechts mehr als links (Trapezius, Levator scapulae, Rhomboidei)
-
deutliche klinische Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung im Rahmen der Symptomausweitung mit unter anderem 16/18 positiven Fibromyalgie- Druckpunkten und 3/3 positiven Kontrollpunkten sowie wechselnden Bewe
gungsausmassen im Bereich der Halswirbelsäule
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit fest:
-
Hypästhesie Finger IV und V der linken Hand und Grosszehe links unklarer Ursache
-
Spreizfüsse
Ergänzend führten sie aus, dass aufgrund der depressiven Symptomatik (Freud
losigkeit, Schlafstörungen, Leere, verminderter Selbstwert, Schuldgefühle), der Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung (Hypervigilanz, Gereiztheit, Ängstlichkeit) und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung von einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden könne. Diese be
stehe seit dem Ende des Aufenthaltes in der Tagesklinik. Zuvor müsse für den Aufenthalt in der Tagesklinik
(während drei Monaten [vgl. S. 21])
und den sta
tio
nären Aufenthalt eine volle Arbeitsunfähigkeit angenommen werden (S. 38).
Aus rheumatologischer Sicht sei seit dem Unfall am
3.
August 2013 und dies vorerst andauernd die ursprüngliche, körperlich schwere Tätigkeit und auch hal
tungsmässig die ehemalige Frakturregion belastende Arbeit nicht mehr zumut
bar. In jeder körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne länger
dauernde oder repetitive Vibrationsbelastungen der Sternalregion und ohne wiederholt oder längerdauernd vornüber geneigte Haltung bestehe seit dem
7.
August 2014 wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 39).
Aus psychiatrischer Sicht sei die aktuelle ambulante psychiatrische Therapie weiterzuführen oder gar zu intensivieren. Zudem könne zur weiteren Symptom
verbesserung eine Modifikation der antidepressiven Medikation in Betracht ge
zogen beziehungsweise die Medikation mit Trazodon erhöht werden, da die dies
b
ezüglichen Blutspiegel nicht im therapeutischen Bereich lägen. Auch könne der Beschwerdeführer eventuell von einem erneuten stationären Aufenthalt profitieren. Berufliche Massnahmen seien aktuell nicht durchführbar. Dies ins
be
sondere auch deshalb, da sich der Beschwerdeführer selbst als zu 0
%
arbeits
fähig betrachte (S. 40).
4.
Der Beschwerdeführer bemängelte das rheumatologische Teilgutachten
von Dr. I._
, da
dieser
von einer Symptomausweitung ausgehe, ohne sich mit dem anderslautenden Bericht von
Dr. C._
vom 1
9.
Dezember 2013 auseinan
der
zusetzen
(Urk. 1 S. 4 f.)
. Hiezu ist festzuhalten, dass
Dr. I._
in seinem Gut
achten auf die Berichte von
Dr. C._
vom
8.
August 2014 (
Urk.
8/40/13-15)
und 24. September 2014 (E. 3.2 hievor) Bezug nahm (Urk. 8/52/35-36). In diesen
zwei Berichten ging
Dr. C._
- anders als in seinem mehrere Monate zuvor erstellten Bericht - ebenfalls von einer Symptomausweitung aus. Dass sich
Dr. I._
nicht mit dem
diesbezüglich
überholten Bericht von
Dr. C._
vom 1
9.
Dezember 2013 auseinandersetzte, ist damit nicht zu beanstanden. Ebenso wie
Dr. I._
in seinem Gutachten war Dr. C._ zudem am 24.
September 2014 der Ansicht, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ab sofort möglich und zumutbar sei (E. 3.2 hievor). Es bestehen damit keine Anhaltspunkte, welche die Beweiskraft des rheu
matologischen Teilgutachtens (vgl. dazu E.
1.4 hievor) in Frage stellen würden, weshalb auf dieses abzustellen ist.
5.
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte Gutachter
Dr. H._
vom
J._
eine durch den Fahrradunfall vom
3.
August 2013 ausgelöste posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).
Zum Unfall ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer dabei einem Motor
fahr
zeug den Rechtsvortritt nicht gewährte und mit diesem zusammenstiess. Die Lenkerin des Motorfahrzeuges war im Schritttempo, der Beschwerdeführer mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 10 km/h unterwegs, bevor sie einander
bemerkten
und jeweils eine Vollbremsung
einleite
ten. Der Beschwerdeführer kollidierte in der Folge mit dem Motorfahrzeug, prallte gegen seinen Fahr
rad
lenker und fiel zu Boden. Dabei zog er sich abgesehen von einer Sternumfraktur keine weiteren Verletzungen zu. Die Motorfahrzeuglenkerin blieb unverletzt. Es entstand ein Sachschaden am Vorderrad des Fahrrades, hingegen keiner am Personenwagen (
Urk.
8/75/11
).
Wie der begutachtende
Psychiater bei einem solchen Hergang von einem schwe
ren Unfall ausgehen kann, ist nicht nachvollziehbar. Ebenso wenig nach
vollziehbar ist,
inwiefern
ein solcher Unfall
geeignet sein könnte,
eine PTBS aus
zulösen
, wird eine solche doch
nur anerkannt, wenn sie als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses entsteht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein (
Dilling/Mambour/Schmidt, Internationale Klassi
fikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V
[
F
]
: Klinisch diagnos
ti
sche Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.)
. Um ein solch
traumatisches Ereignis
von aussergewöhnlicher Schwere handelt es sich vorliegend offensichtlich nicht
.
Das Bundesgericht hat in diesem Zusammenhang festgehalten, dass eine ent
sprechende nach dem K
lassifikationssystem DSM-IV-TR
gestellte
Diagnose auch bei
weniger einschränkende
n
Formulierungen des Belastungskriteriums
gestellt werden kann, wobei auch
Ereignisse
in Frage kommen
, die keine ausserge
wöhn
liche Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erleben eines Patienten eine Traumatisierung auslösen können. Ein solcher Ansatz mag therapeutisch sinnvoll sein, aber für die Frage des Anspruchs auf Leistungen der Invaliden
versicherung, welche zwangsläufig eine gewisse Objektivierung verlangt, kann ein derart ausschliesslich subjektives Empfinden nicht massgebend sein. Zudem setzt auch die Diagnose nach DSM-IV 309.81 bei einer posttraumatischen Be
lastungsstörung einen extremen Belastungsfaktor voraus. Ein solches Ereignis liegt hier nicht vor
(Urteil des Bundesgerichts 9C_554/2009 vom 18. August 2009 E. 6).
Gutachter Dr. H._ begründete seine Diagnose unter anderem damit, dass mit dem Verkehrsunfall eine ernsthafte Verletzung, welche dem Beschwerdeführer als tödliche Bedrohung erschienen sei, vorhanden sei. Solches reicht nach der Rechtsprechung - bei einer Bagatelle - gerade nicht aus, um aus der allenfalls therapeutisch stimmigen Diagnose eine versicherungsrechtliche Relevanz abzuleiten.
Gleichermassen verneinten denn auch die vom 7. Januar bis 26. Februar 2015 stationär behandelnden Ärzte der F._ explizit das Vorliegen einer posttrau
ma
tischen Belastungsstörung und begründeten dies einleuchtend, wobei - nebst der nicht thematisierten Bagatelle als auslösender Faktor - auf das Fehlen ent
sprechender klinischer Hinweise verwiesen wurde (E. 3.3). Eine Auseinander
setzung mit dieser Einschätzung unterliess Dr. H._ respektive liess es dabei bewenden, einfach seine abweichende Meinung darzutun, indes ohne jegliche Be
gründung (Urk. 8/52/26). Dies stellt einen Qualitätsmangel dar, weshalb in
diesem Punkt nicht auf die Ausführungen des Gutachters abgestellt werden kann
.
Wie es sich damit genau verhält, kann indes offenbleiben, denn rechtsprech
ungsgemäss ist die versicherungsrechtliche Relevanz von Einschränkungen basie
rend auf einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
anhand eines
struktu
rierte
n
normative
n
Rasters zu prüfen (BGE
142 V 342
und
BGE 141 V 281
), was gleichermassen für die im Raum stehende somatoforme Schmerzstörung gilt und hernach erfolgt (vgl. E. 7).
6.
6.1
Weiter diagnostizierte
Dr. H._
eine mittelgradige depressive Episode, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
6.2
Hiezu ist
festzuhalten, dass
laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven For
menkreis in der Regel therapier
bar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E.
3.1; 9C_667/2013 vom 29. April 2013 E. 4.3.2; 9C_917/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff.,
317 f. Ziff. 5.2). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundes
gerichts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist aller
dings nicht schlechthin auszuschliessen; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht bloss um die Be
gleit
erscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psy
chogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile
des Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2 und 9C_210/2012
vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente De
pressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Lei
den als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober
2013 E.
4.1). Dabei stellt das Bundesgericht so
wohl an die Langjährigkeit (verneint im vorge
nannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als andert
halb Jahren) als auch an die Inten
sität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
6.3
Der Beschwerdeführer befand sich im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung seit rund 1.5 Jahren in psychiatrischer Behandlung, dies mit zunächst zwei
wöchentlichen, im Zeitpunkt der Begutachtung wöchentlichen Sitzungen. Zudem
wurde er vom
7.
Januar bis 26. Februar 2015 stationär und anschliessend drei Monate in der Tagesklinik der
F._
behandelt. Seine antidepressiven Medika
mente scheint
er
jedoch ungenügend einzunehmen, war doch im Zeitpunkt der Begutachtung Zoloft lediglich im untersten Normbereich nachweisbar, Trittico gar unterhalb des unteren Normwertes (
Urk. 8/52/11
). Die Behandlungen weisen zwar auf einen gewissen Leidensdruck hin, von einer konsequenten Depressi
ons
therapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist, kann jedoch (noch
)
nicht gesprochen werden. So empfahlen auch die Gutachter, die psychiatrische Therapie zu intensivieren, die Medikation zu modifizieren sowie allenfalls erneut einen stationären Aufenthalt durchzuführen (
Urk.
8/52/41). Eine invali
di
sierende Wirkung der mittelschweren depressiven Störung ist damit nicht aus
gewiesen.
7.
7.1
Schliesslich diagnostizierten die Gutachter eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung sowie ein Schmerzsyndrom, welche Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit hätten.
7.2
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigungen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem
konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, sel
ber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Ge
richt) ver
bind
lich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu
einer (an
dauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Aus
prägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gege
benheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Arzt
person im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache
des (begut
achtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu be
ur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Be
rücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diag
nose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurtei
lungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). V
on einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähi
gkeit kann da
mit aus rechtlicher Sicht abge
wichen werden, ohne dass ein Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
7.3
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung
zur
Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche U
r
sache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die I
nvaliditäts
bemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sich
tigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines ge
setzmässigen Ver
sicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhalten. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein struktu
rier
tes Beweisverfahren ersetzt. An der Recht
sprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbar
keitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7
Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bisheri
gen Kri
terienkatalogs (bei anhaltender somatoformer
Schmerzstörung und vergleich
baren psychosomatischen Leiden) treten im Regel
fall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schwe
re
grad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychia
trischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der Standardindi
ka
toren wie auch bei
deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde
konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweis
the
men und Vor
gehens
weisen für die Invaliditätsbemessung bei psychoso
matischen Leiden die ge
setz
geberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn
die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch fes
tgestellten gesundheitlichen An
spruchs
grundlage im E
inzelfall anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und
widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewie
sen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosoma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundes
ge
richt wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Be
rücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen ein
zuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
7.4
7.4.1
Was den K
omplex „Gesundheitsschädigung" respektive den Indikator
der „Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde“ angeht, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in einer angepassten körperlich leich
ten bis mittelschweren Tätigkeit nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Der Schweregrad der diagnoserelevanten Befunde ist zudem unter Ausklam
merung psychosozialer Belastungsfaktoren festzustellen, vermögen diese doch rechtlich keine Invalidität zu begründen. Solche Faktoren sind beim Be
schwer
deführer ausgeprägt vorhanden (Verlust der Arbeitsstelle, finanzielle Engpässe,
fehlende Zukunftsperspektiven, geringer Ausbildungsstand, fehlende Sprach
kennt
nisse, Migration, belastender Tod des Schwiegervaters), was von den be
handelnden Ärzten mehrfach (vgl.
E. 3.1 und 3.2 hievor
), nicht aber von den Gutachtern thematisiert wurde. In Anbetracht dieser Tatsachen ist
nicht von einem ausgeprägten
Schweregrad der Gesundheitsschädigung auszugehen.
Bezüglich des Indikators
„Behand
lungs- und Eingliederungserfolg oder -re
si
stenz“ fehlt es sodann an einer adäquaten Ausschöpfung der Therapie
mög
lich
keiten (vgl. E.
6
.3 hievor).
Als „Komorbiditäten“ sind lediglich krankheitswertige Störungen zu berück
sich
tigen, welchen eine eigenständige invalidisierende Bedeutung zukommt.
Die mittel
gradige depressive Episode vermag wie bereits dargelegt keine solche zu begründen, die Diagnose einer PTBS ist nicht nachvollziehbar, weshalb auch diese keine Komorbidität darstellt.
7.4.2
In der
Kategorie „Konsistenz“
zielt
d
er Indikator „gleichmässige Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei
chen“ auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Er
werb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich aus
geprägt ist
, wobei das
Aktivitätsniveau der versicherten Person stets im Ver
hältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen
ist
(BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Dies
be
züglich sowie
zu
m Komplex „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“
ergibt sich Folgendes:
Gemäss seinen Angaben wohnt der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter in einer Mietwohnung. Er steht regelmässig zwischen 5:00 und 6:00 Uhr morgens auf, trinkt Kaffee, frühstückt und geht danach mit seiner Frau in den Wald für eine bis eineinhalb Stunden spazieren. An
schliessend gehen sie zusammen in eine Migros oder Coop Kaffee trinken. Den Rest des Vormittags verbringt er entweder zuhause am TV Nachrichten schau
end oder im nahegelegenen Schrebergarten. Dort nimmt er das von seiner Frau zubereitete Mittagessen mit ihr gemeinsam ein. Am Nachmittag hat er meistens
Termine (Hausarzt, Physiotherapie, Psychotherapie, Ergotherapie) wahrzuneh
men
. Das Abendessen nimmt er zuhause mit der Ehefrau ein. Den Rest des Abends verbringt er meistens rauchend auf dem Balkon. Zwischen 22:00 und 23:00 geht er dann zu Bett. Die sozialen Kontakte beschränken sich auf die Tochter und Ehefrau sowie einen benachbarten Schrebergartenbesitzer. Zudem führt er ab und an Telefonate mit Familienangehörigen in der Türkei und betreut einmal pro Woche einen Pensionär im Altersheim. Dieses Engagement will er ausbauen. Zuhause bastelt der Beschwerdeführer Dinge, welche er in der Ergotherapie lernt. Zudem arbeitet er im Schrebergarten, wobei sämtliche schweren Arbeiten von der Ehefrau übernommen werden müssen. Früher hat er den Schrebergarten alleine bewirtschaftet. Abgesehen von den Spaziergängen betreibt er keinen Sport mehr, früher hat er regelmässig Velotouren gemacht und ist schwimmen gegangen. Vor dem Unfall war er zudem regelmässig im kurdischen Verein aktiv (Urk. 8/52/19 f.).
Dass der Beschwerdeführer den kurdischen Verein nicht mehr besucht, liegt je
doch nicht an seinen Beschwerden, sondern daran, dass dieser geschlossen wurde und der
N
ächste zu weit entfernt ist (
Urk.
8/52/19). Durch seine Ein
bettung in die Familie erhält der Beschwerdeführer zudem eine Tagesstruktur. Trotz eines gewissen sozialen Rückzugs enthält der
soziale Lebenskontext be
stätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
Der Beschwerdeführer sieht sich nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nach
zugehen (
Urk.
8/52/21), beziehungsweise lediglich als zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 8).
Sein
Tagesaktivitätsniveau ist zwar in einem gewissen Umfang eingeschränkt, jedoch (längst) nicht entsprechend der von ihm geltend gemach
ten 50%igen Arbeitsunfähigkeit.
7.4.3
Im Rahmen des
Indikators „behandlungs- und eingliederungsanamnestisch aus
gewiesener Leidensdruck“
weist d
ie Inanspruchnahme von therapeutischen Optio
nen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliede
rungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex „Gesundheits
schä
digung") auf
den tatsächlichen Leidensdruck hin.
Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte
Einschränkung sei anders be
gründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281
E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2
).
Der Beschwerdeführer war wie dargelegt ab April 2014 in psychiatrischer Be
hand
lung, dies mit zunächst zweiwöchentlichen, im Zeitpunkt der Begutachtung im August 2015 wöchentlichen Sitzungen.
Da jedoch
die Gutachter vom
J._
eine Intensivierung der psychiatrischen Therapie empfahlen und der Beschwer
deführer seine antidepressive Medikation nur unzureichend einnimmt, kann nicht von einem ausgeprägten Leidensdruck ausgegangen werden.
7.4.4
Zusammenfassend ergibt die Prüfung der verschiedenen Indikatoren, dass diese nicht als ausgeprägt anzusehen sind
.
Insgesamt ist damit
eine Unüberwind
bar
keit der Auswirkungen
der
Schmerzproblematik zu verneinen.
8.
Von einer Rückweisung der Sache zur weiteren medizinischen Abklärung - wie
vom Beschwerdeführer eventualiter beantragt - sind keine zusätzlichen Erkenn
t
nisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
verzichtet wird.
Aus somatischer Sicht ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig
keit nicht mehr, in einer den Beschwerden angepassten körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne längerdauernde oder repetitive Vibrations
belas
tungen der Sternalregion und ohne wiederholt oder längerdauernd vornüber geneigte Haltung seit dem
7.
August 2014 voll arbeitsfähig.
9.
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 66‘650.-- per 2014 (
Urk. 1 S. 8
und Urk. 2 S. 4) mit dem Invalideneinkommen von Fr. 66‘137.-- (LSE 2012
monatlicher Bruttolohn Zentralwert für Männer Kompetenzniveau 1 Fr. 5‘210.-- /
40 x betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 h
[Betriebsübliche Arbeitszeit, Bun
des
amt für Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01] x 12 / 101.8 x 103.3 [Nomi
nal
lohn
entwicklung, Nominallohnindex 2011-2015, Bundesamt für Statistik, Ta
bell
e T1.10]
) ergibt selbst unter Berücksich
tigung des vom Beschwerdeführer geltend gemachten Leidensabzugs von 10
%
einen rentenausschliessenden Invaliditäts
grad
.
Die Beschwer
de ist damit in Bezug auf den Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente abzu
weisen.
10.
Anlässlich der Begutachtung gab der Beschwerdeführer an, in der jetzigen Situa
tion könne er gar nichts arbeiten (
Urk.
8/52/15). Er habe seine Arbeit geliebt und vermisse sie, aktuell sei er jedoch aufgrund der somatischen Prob
leme zu 0
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/52/21). Entsprechend befanden die Gutachter, dass berufliche Massnahmen aktuell nicht durchführbar seien, da sich der Beschwerdeführer selbst als voll arbeitsunfähig betrachte (Urk. 8/52/41). Aus welchem Grund sich der Beschwerdeführer arbeitsunfähig fühlt, ist entgegen seinen Ausführungen (
Urk.
1 S. 9) irrelevant. Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf berufliche Massnahmen
bei subjektiver Eingliederungsunfähigkeit
nicht eingehender geprüft hat. Die Be
schwerde ist
folglich
auch diesbezüglich abzuweisen. Sollte sich der Beschwer
deführer wieder für arbeitsfähig halten,
steht es ihm offen, bei der Beschwerde
gegnerin erneut um
die Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen zu ersuchen.
11.
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
900.-- fest
zu
setzen und entsprechend dessen Ausgang dem Beschwerdeführer aufzuer
legen.