# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab495198-8578-4ff5-809a-97e425ed57d1
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
B ist die Mutter des 2003 geborenen A, der eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung aufweist. Seit Februar 2012 besuchte er den Unterricht im Schulhaus F in D. Am 13. und 14. Januar 2014 liess ihn die Mutter zwei Schnuppertage an der Tagesschule H absolvieren und wenige Tage darauf diese Schule definitiv besuchen.
Am 26. Juni/18. August 2014 liess A um Übernahme der im Zusammenhang mit seiner Schulung an der Tagesschule H erwachsenden Kosten durch die Gemeinde D ersuchen. Die Schulpflege D wies das Gesuch mit Beschluss vom 8. Dezember 2014 ab.
II.
Am 13. Januar 2015
liess A
beim Bezirksrat I gegen den negativen
Kostenentscheid
der Schulpflege
rekurrieren
und die Übernahme der im
Zusammenhang
mit
seiner
Schulung an der erwähnten Tagesschule erwachsenden Kosten beantrage
n
.
Der Bezirksrat I wies den Rekurs mit Beschluss vom 3. Dezember 2015 ab.
III.
A
liess am 1. Februar 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht führen und beantragen, unter Entschädigungsfolge sei der Beschluss des Bezirksrats I aufzuheben und die
G
emeinde D zu verpflichten, die Kosten der Schulung in der Tagesschule H zu übernehmen.
Der Bezirksrat I verzichtete am 10./11. Februar 2016 unter Verweis auf die Begründung des Rekursentscheids auf Vernehmlassung. Die
G
emeinde D liess mit Beschwerdeantwort vom 15. März 2016 auf Abweisung der Beschwerde unter Entschädigungsfolge zu Lasten
von A
schliessen. Mit weiteren Stellungnahmen
von A
vom 29. Apri
l
und der
G
emeinde D vom 10. Mai 2016 wurde an den
jeweiligen
Anträgen festgehalten.
Der Einzelrichter

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide eines Bezirksrats über Anordnungen einer kommunalen Schulpflege etwa betreffend die Übernahme der Kosten einer externen Schulung nach § 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1, 19a
sowie
19b Abs. 2 lit. c des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) und § 75 Abs. 2 in Verbindung mit § 75 Abs. 1 Satz 1 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG, LS 412.100) sowie §§ 42–44 e contrario VRG zuständig.
1.2
Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.3
Der
Beschwerdeführer beantragt, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, Kosten
seiner
Schulung ab Januar 2014 bis zum Ende des Schuljahrs 2013/2014 sowie im
Schuljahr
2014/2015 zu übernehmen.
I
m Zusammenhang mit
seinem
Besuch der Tagesschule H
fielen
gemäss einer von ih
m
eingereichten Rechnung monatlich Fr. 520.-
an
, mithin Kosten von jährlich Fr. 6'240.-. Der Streitwert übersteigt damit Fr. 20'000.- nicht
, weshalb die Angelegenheit in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt
(§ 38b Abs. 1 lit. c VRG).
2.
2.1
Der
Beschwerdeführer macht im Wesentlichen sinngemäss geltend,
ihm
sei der weitere Besuch der bisherigen Klasse unzumutbar gewesen.
Er
führt aus, am 9. Januar 2014 sei die Situation (es ging um Differenzen bei der Sitzordnung in
seiner
Klasse) eskaliert.
Seine Mutter habe ihn
deswegen bzw. erst dann in der Tagesschule H definitiv angemeldet, weil bzw. als sowohl die Klassenlehrerin wie die damalige Schulleitung zum Ausdruck gebracht hätten, er könne nicht mehr in seiner angestammten Klasse geschult werden.
Die Mutter
habe ihn für den 13. und 14. Januar 2014 zum Schnuppern in der Tagesschule angemeldet
,
und als
seine Klassenlehrerin die
weitere Schulung abgelehnt habe, habe jene Schule angeboten, er
dürfe
bis 17.
Januar 2014 bei ihr den Unterricht besuchen, damit die Situation mit der angestammten Schule geklärt werden könne.
2.2
Art. 19 und Art. 62 Abs. 2 Sätze 1 und 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (SR 101) verpflichten die Kantone, für einen ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht
zu sorgen.
Von (Bundes-)Verfassung wegen besteht indessen kein Anspruch auf unentgeltlichen Besuch einer Schule nach freier Wahl. Das Gemeinwesen ist nicht verpflichtet, den unentgeltlichen Schulbesuch an einem anderen als dem
Wohn- bzw.
Aufenthaltsort
zu ermöglichen. Einzig wenn eine spezielle örtliche Situation vorliegt oder es sonstige
besondere
Verhältnisse gebieten, besteht Anspruch auf unentgeltlichen Schulbesuch in einer anderen Gemeinde bzw. einem anderen Schulhaus (BGE 125 I 347 E. 6; Bernhard
Ehrenzeller
, St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 2014, Art. 62 Rz. 34 mit weiteren Nachweisen).
2.3
Im Kanton Zürich haben Schülerinnen und Schüler (mit Ausnahme von
Wochenaufenthalterinnen
und -aufenthaltern) die Schule an ihrem Wohnort zu besuchen; nur dort haben sie Anspruch auf unentgeltlichen Unterricht (§
§
10 und 11 Abs. 1 Satz 1 VSG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 der Volksschulverordnung vom 28. Juni 2006 [VSV, LS 412.101]). Wird der Unterricht ausserhalb des Schulortes besucht, kann von den Eltern oder der abgebenden Gemeinde ein Schulgeld erhoben werden (
§
11 Abs. 1 Satz 2 VSG). In Nachachtung des verfassungsmässigen Anspruchs räumt § 26 Abs. 5 VSG der Schülerin oder dem Schüler dann einen Anspruch auf Umteilung in eine andere Klasse bzw. eine andere Gemeinde ein, wenn der weitere Besuch in der angestammten Klasse unzumutbar ist. § 10 Abs. 1 VSV präzisiert dies dahingehend, dass eine Schülerin oder ein Schüler einer Klasse in einer anderen gut erreichbaren Gemeinde zugeteilt wird, wenn es für sie oder ihn oder für die Lehrpersonen unzumutbar ist, dass die Schülerin oder der Schüler weiterhin die angestammte Klasse besucht (lit. a), die Zuteilung zu einer anderen Klasse am bisherigen Schulort nicht möglich oder ebenfalls unzumutbar ist (lit. b) und nicht ausgeschlossen erscheint, dass sich die Situation durch die Umteilung bessern wird (lit. c). Hat die Schülerin oder der Schüler die Unzumutbarkeit zu vertreten und haben die Eltern die Zuteilung in eine andere Gemeinde beantragt, geht das Schulgeld zu ihren Lasten (§ 10 Abs. 3 VSV). Nach der gesetzlichen Regelung verschafft die Unzumutbarkeit des Schulbesuchs in der bisherigen Klasse damit einen Anspruch auf Besuch einer anderen Klasse, gegebenenfalls an einem anderen Ort (zum Ganzen VGr, 8. Juli 2015, VB.2015.00169, E. 2.3 f., auch zum Folgenden).
Können sich die Beteiligten, das heisst Eltern und Schulpflege, nicht über den Schulort, die Kostenpflicht und die Höhe des Schulgelds einigen, entscheidet darüber nach § 12 in Verbindung mit § 77 VSG die Bildungsdirektion (vgl. dazu VGr, 20. März 2013, VB.2012.00629, E. 2.4 mit Hinweisen).
3.
3.1
Bei den angeführten kantonalen Bestimmungen bzw. den §§ 10–12 VSG und §§ 7–11 VSV geht es unter anderem um die – in vorliegendem Zusammenhang interessierende – Frage, unter welchen Voraussetzungen der Schulbesuch auch ausserhalb des Wohnorts unentgeltlich ist bzw. ein anfallendes
Schulgeld
im Fall einer externen Schulung (dennoch) nicht zulasten der Eltern geht. Um
andere
diesen allenfalls in diesem Zusammenhang anfallende Kosten geht es von vornherein nicht (dazu unten 3.3).
3.2
Gemäss de
r
zu jenem Zeitpunkt geltenden Reg
elung
der Tagesschule H
war
im Zusammenhang mit dem Besuch
des Beschwerdeführers
kein Schulgeld zu leisten, sondern fielen lediglich
Betreuungs
kosten an.
Nach dieser Regelung
bietet die
G
emeinde H zusätzlich zur öffentlichen Schule ein
e
ganztägige Betreuung an, wobei auswärtige Kinder
das Betreuungsangebot an
mindestens drei Tagen pro Woche
beanspruchen müssen
.
Für den
Beschwerdeführer wurden denn auch, wie aus der von ih
m eingereichten
Rechnung betreffend den Monat September 2014 zu schliessen ist, tatsächlich (lediglich) Betreuungskosten (in der Höhe von monatlich Fr. 520.- für eine Betreuung an drei Tagen pro Woche) in Rechnung gestellt. Auch
er
anerkennt, dass es sich dabei um Betreuungskosten und nicht um Schulgeld gehandelt habe.
3.3
Beim Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht geht es in erster Linie darum, dass keine (mehr oder weniger) kostendeckende (Benützungs-)Gebühr (bzw. kein Schulgeld) erhoben wird. Die Unentgeltlichkeit umfasst jene Angebote, die zu einem ordentlichen Unterricht gehören (Herbert Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. A., Bern etc. 2003, S. 182 ff.
;
derselbe, Schulort, Schulgeld, Schülertransport, in
:
Thomas
Gächter
/Tobias Jaag [Hrsg.], Das neue Zürcher Volksschulrecht, Zürich/St. Gallen 2007, S. 99 ff., 108 f.).
Entsprechend würden von den Eltern bzw. würde von der
Mutter des
Beschwerdeführer
s
gemäss § 11 Abs. 4 VSG (auch in Verbindung mit § 27 Abs. 2 VSG und § 26 Abs. 3 VSV) für (schulergänzende) Betreuungsangebote auch bei einem Schulbesuch am
Wohn
ort Beiträge erhoben. Kosten für eine Betreuung gehen nach dem Volksschulgesetz lediglich nach Massgabe von § 34 Abs. 6 in Verbindung mit § 36 Abs. 1 Satz 1 VSG, mithin ausschliesslich im Rahmen einer erforderlichen Sonderschulung, zu
L
asten des
Gemeinwesens
.
3.4
Ungeachtet der Ausführungen de
s
Beschwerdeführer
s
vor Verwaltungsgericht zu den §§ 37 f. VSG waren sowohl
seine Mutter
als auch
namentlich
die
Schulpsychologin
stets der Auffassung,
er
bedürfe keiner
sonderpädagogischen Massnahmen
(hierzu § 33 ff. VSG
; vgl. ein Schreiben der Mutter vom 8. April 2014 und das – auch von ihr eingesehene und korrigierte – Protokoll betreffend ein am 15. Mai 2014 geführtes Elterngespräch
). All
seits
wurde eine Schulung in einer kleinen (da mutmasslich ruhigeren) Klasse (der Regelschule) – und nicht etwa in einer Kleinklasse im technischen Sinn (vgl. § 34 Abs. 5 VSG und § 18 f.
der Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen vom 11. Juli 2007 [VSM, LS 412.103]
) – für sinnvoll bzw. notwendig befunden. Der
den Beschwerdeführer
behandelnde Psychologe habe, so die
Mutter des
Be
schwerdeführers
am Gespräch vom 15. Mai 2014, einzig als notwendig erachtet, dass
der Beschwerdeführer
neben einem ruhigen Kind sitzen könne. Wenn d
er
Beschwerdeführer nun vor Verwaltungsgericht geltend macht, es hätte im Januar 2014 "nicht nur ein dieser Situation angepasstes Schulungsangebot, sondern auch eine fundierte schulpsychologische Abklärung zumindest angeboten werden müssen", verkennt
er
, dass
seine Mutter
selbst, wie eben erwähnt, gegenüber de
n Schulorganen der
Beschwerdegegnerin das Bestehen besonderer pädagogischer Bedürfnisse bei
m Beschwerdeführer
bzw.
jedwede Notwendigkeit
sonderpädagogischer Massnahmen oder auch nur einer entsprechenden Abklärung stets ausgeschlossen hatte.
3.5
Da eine Sonderschulung
des Beschwerdeführers
somit nie zur Diskussion stand,
gib
t
es
nach dem Dargelegten bereits
deshalb
keine Grundlage für eine Erstattung der der
Mutter des
Beschwerdeführer
s
erwachsenen (Betreuungs-)Kosten.
4.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass ein Anspruch auf Kostenübernahme
–
sollte es noch um Schulgeld gehen – ohnehin nicht bestünde, weil, wie sich aus den Akten ohne Weiteres ergibt, die Voraussetzungen gemäss Volksschulgesetz un
d
-verordnung nicht erfüllt wären. In diesem Zusammenhang ist der Ablauf der Ereignisse darzustellen.
4.1
Stein des Anstosses bzw. Auslöser des Konflikts war die Sitzordnung in der Klasse nach den Weihnachtsferien 2013
/2014
.
Der Beschwerdeführer
war am 6. Januar 2014 von der Klassenlehrerin neben einen Jungen platziert worden, neben welchem er, wie er angegeben hatte, nicht sitzen wollte, namentlich weil jener eher unruhig bzw. laut war, was
der
Konzentrationsfähigkeit abträglich war. Daraufhin wandte sich die
Mutter des
Bes
chwerdeführers
an die Klassenlehrerin und forderte sie auf, für eine andere
Sitzordnung zu sorgen
. Das angebliche Vorgehen der Klassenlehrerin hierbei sowie auch diese neue
Sitzordnung
stiessen auf Ablehnung. Hierauf
soll
sich
der Beschwerdeführer
geweigert
haben
, zur Schule zu gehen, bzw. ging er nicht mehr zur
Schule
.
Gemäss eigenen Angaben
der Mutter des
Beschwerdeführer
s meldete diese ihn
am 8. oder 9. Januar 2014 für einen Schnupperbesuch am 13. und 14. Januar 2014 in der Tagesschule H an,
was
auch stattfand.
Am 10. Januar 2014 hatte der Beschwerdeführer aufgrund der aktuellen Situation eine Sitzung bei dem ihn bereits früher behandelnden Psychologen, welcher in späteren Berichten festhielt, dass sich damals diverse psychosomatische Beschwerden wie Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe und Kopfschmerzen gezeigt hätten respektive eine "massiv deutliche Belastungssituation" mit insbesondere diesen Symptomen.
Nach übereinstimmender Auffassung der Parteien fand am 16. Januar 2014 ein bereits früher vereinbartes Elterngespräch zwischen der
Mutter des
Beschwerdeführer
s
einerseits sowie der Klassenlehrerin und dem Schulleiter andererseits statt. Zwar besteht hinsichtlich dieses Gesprächs, wie
der
Beschwerdeführer auch vor Verwaltungsgericht mehrfach hervorhebt, offenkundig kein Protokoll. Doch lässt sich der wesentliche Inhalt bzw.
lassen sich
die wesentlichen Tatsachen aus anderen Aktenstücken
rekonstruieren, namentlich dem Protokoll des Gesprächs vom 15. Mai 2014
; jenes wurde offenkundig
auch von der
Mutter des
Beschwerdeführer
s
eingesehen
sowie
korrigiert
,
und
dar
auf beruft
sich der Beschwerdeführer
auch vor
Verwaltungsgericht
:
Gemäss
jenem Protokoll hielt der Schulleiter fest, die
Mutter des
Beschwerdeführers habe am 8. Januar 2014 auf seinem Anrufbeantworter die Nachricht hinterlassen, es sei der "Super-GAU" eingetreten;
der Beschwerdeführer
komme nicht mehr ins
Schulhaus
F, sie
schicke
ihn jetzt nach H. Er sei daraufhin vom Schulleiter
der Tagesschule H
kontaktiert worden, für den die Schulung
des Beschwerdeführers
in H schon wie abgemacht gewesen sei. Anlässlich des Gesprächs vom 16. Januar 2014 habe er die 5. Klasse i
m Schulhaus J
als mögliche Alternative zur angestammten Klasse
des Beschwerdeführers
erwähnt, doch sei eine Versetzung in eine andere Klasse oder
anderes Schulhaus
nicht diskutiert worden
(der letzte Punkt wird im Wesentlichen auch durch das Schreiben der Mutter des Beschwerdeführers vom 9. April 2014 bestätigt)
. Das Protokoll des Gesprächs vom 15. Mai 2014 wurde vo
m
Beschwerdeführer diesbezüglich nicht beanstandet.
Die
Mutter des
Beschwerdeführer
s
meldete
diesen
gemäss eigener, vom Schulleiter der
Tages
schule H bestätigter Darstellung am 17. Januar 2014 definitiv in der
Tagesschule
an.
4.2
4.2.1
Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zur Anordnung sonderpädagogischer Massnahmen wird eine (Schul-)Gemeinde für eine von den Eltern in eigener Kompetenz beschlossene Privatschulung dann kostenpflichtig, wenn sie es versäumt hat, notwendige Massnahmen anzuordnen, sodass die privaten Massnahmen unerlässlich waren (VGr, 22. August 2012, VB.2012.00340, E. 3.3.2, und 24. November 2010, VB.2010.00317, E. 2.2). Für Konstellationen wie die vorliegende weist das Volksschulgesetz die Kompetenz zum Entscheid über den Schulort bei Uneinigkeit zwischen Eltern und Schulbehörde wie bereits erwähnt ausdrücklich der Bildungsdirektion zu (vorstehend 2.3 Abs. 2; vgl. auch VGr, 8. Juli 2015, VB.2015.00169, E. 2.3 unten und 2.5 Abs. 2, auch zum Folgenden). Die Mutter des Beschwerdeführers wäre mithin gehalten gewesen, sich zunächst bzw. in erster Linie an die Schulorgane der Beschwerdegegnerin und anschliessend – gegebenenfalls bzw. hätte sich keine in ihren Augen zufriedenstellende Lösung finden lassen – an die Bildungsdirektion zu wenden und diese um einen entsprechenden Entscheid zu ersuchen.
Wie aus den vorstehenden Ausführungen erhellt, hatte die
Mutter des
Beschwerdeführer
s
jedoch die Schritte, die (spätestens) am 17. Januar 2014 zur definitiven Anmeldung
des Beschwerdeführers
in H führten, wie erwähnt ihren eigenen Angaben zufolge schon am 8. oder 9. Januar 2014 eingeleitet, ohne die
Schulorgane der Beschwerdegegnerin
in irgendeiner Form zu involvieren und mit diese
n
nach einer Lösung zu suchen. Die von
Seiten der
Beschwerdegegnerin am 16. Januar 2014
unterbreitete
Alternative für die weitere Schulung
des Beschwerdeführers
zog sie offensichtlich gar nicht mehr ernsthaft in Betracht. Dass der Schulwechsel tatsächlich bereits beschlossene Sache war und dies der Beschwerdegegnerin kommuniziert wurde, zeigt sich an einer vom Morgen des 17. Januars 2014 datierenden E-Mail des Schulleiters an di
e Mutter des Beschwerdeführers
, worin
jen
er erklärte, er habe
der
Schwester
des Beschwerdeführers
vorgeschlagen, die Klasse über dessen Schulwechsel zu informieren, damit sie nicht
permanent
entsprechenden Fragen ausgesetzt sei.
Die
Mutter des
Beschwerdeführer
s
entschied somit innert weniger Tage und ohne jegliches Involvieren der Beschwerdegegnerin, mithin in eigener Kompetenz, ihren Sohn fortan eine andere Schule besuchen zu lassen. Bei der Beschwerdegegnerin vorstellig wurde sie danach vornehmlich im Hinblick auf die von ihr gewünschte Kostenübernahme.
Anzumerken bleibt in diesem Zusammenhang, dass selbst für den Fall, dass sonderpädagogische Massnahmen in Frage gestanden hätten, die Mutter des Beschwerdeführers gehalten gewesen wäre, die Beschwerdegegnerin zu involvieren: Die Entscheidung über solche Massnahmen ist nämlich grundsätzlich von den Eltern, der Lehrperson und der Schulleitung gemeinsam zu treffen (§ 37 Abs. 1 VSG; vgl. auch § 24 VSM); fällt eine Sonderschulung in Betracht, sind von vornherein Mitwirkung und Zustimmung der Schulpflege erforderlich (§ 37 Abs. 2 VSG in Verbindung mit § 26 Abs. 4 VSM). Kann keine Einigung über eine solche Massnahme erzielt werden oder soll die Schülerin bzw. der Schüler einer Sonderschulung zugewiesen werden, ist zunächst eine schulpsychologische Abklärung durchzuführen (§ 38 Abs. 1 Satz 1 VSG in Verbindung mit § 25 Abs. 1 VSM) und bei danach (noch) bestehender Uneinigkeit unter den Beteiligten die Schulpflege für den Entscheid zuständig (§ 39 Abs. 1 Satz 1 VSG in Verbindung mit § 26 Abs. 2 Satz 1 VSG; zur fehlenden Unerlässlichkeit der privaten Massnahme schliesslich unten 4.2.3).
4.2.2
Aus den Akten ergeben sich keinerlei Hinweise für die Behauptung des Beschwerdeführers, seine damalige Lehrerin habe sich geweigert, ihn zu schulen. Dass eine Lehrerin der öffentlichen Schule sich in dieser Weise geäussert haben soll, erscheint bereits für sich kaum glaubhaft. Zudem ist notorisch und musste folglich auch der Mutter des Beschwerdeführers – als Mutter mehrerer Kinder – bekannt sein, dass einer an einer öffentlichen Schule tätigen Lehrperson keine Befugnis zukommt, die Schulung einer Schülerin oder eines Schülers als solche abzulehnen. Es erscheint somit unplausibel, dass sich die Lehrerin tatsächlich in dieser Weise geäussert haben soll.
Ohnehin würde selbst eine entsprechende Äusserung nichts daran ändern, dass die Beschwerdeführerin (bei bestehendem Wunsch nach Kostenübernahme) gehalten gewesen wäre, sich zunächst an die
Schulorgane der
Beschwerdegegnerin zu wenden und mit diese
n
ernsthaft eine Lösung zu suchen (vgl. auch § 10 Abs. 1 lit. b VSV).
4.2.3
Schliesslich bleibt in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass auch zu jenem Zeitpunkt nicht etwa ein Grund bestand, den Beschwerdeführer umgehend bzw. notfallmässig aus der Klasse zu entfernen, und dass auch dessen Mutter nicht von solchem ausgehen musste: Selbst der behandelnde Psychologe hatte damals – ihr gegenüber – nicht etwa von der Erforderlichkeit einer derartigen Massnahme gesprochen; seine einzige Empfehlung war vielmehr gewesen, dass der Beschwerdeführer neben einem ruhigen Kind sitzen könne. Solches wäre wohl zu erreichen gewesen.
5.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten de
m
Beschwerdeführer
aufzuerlegen
und steht ih
m
keine Parteientschädigung zu (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG).
Der Entschädigungsantrag der Beschwerdegegnerin ist sodann abzuweisen, da die
Prozessführung
keinen besonderen Aufwand verursachte und dem Gemeinwesen in der
vorliegenden
Konstellation in der Regel grundsätzlich ohnehin kein Anspruch auf eine
Parteientschädigung
zukommt (vgl. Kaspar Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014, § 17 N. 51 ff.).
7.
Die Beschwerde in öffentlichrechtlichen Angelegenheiten ist gegen Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsausweisen, namentlich auf dem Gebiet der Schule, ausgeschlossen (Art. 83 lit. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Nicht von Art. 83 lit. t BGG erfasst werden demgegenüber Streitigkeiten aus dem Bereich von Ausbildung und Schule, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit einer Fähigkeitsbewertung stehen (Thomas Häberli, Basler Kommentar, 2011, Art. 83 BGG N. 300).
Demgemäss
erkennt
der Einzelrichter
:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'000.--; die übrigen Kosten betragen:
Fr. 180.-- Zustellkosten,
Fr. 1'180.-- Total der Kosten.
3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
4. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.
5. Gegen
dieses Urteil
kann im Sinn von E. 7 Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert
Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.
6. Mitteilung an...