# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f7556a4-5eda-4deb-abd4-9e1596797d88
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ I.S., geb. 1978, ist Staatsangehöriger von Serbien (Kosovo). Er weilte von 1998 bis
2000 als Asylbewerber in der Schweiz. Am 16. Januar 2003 heiratete er in seiner
Heimat die in der Schweiz niedergelassene, in Rebstein wohnhafte Landsfrau F.C.,
geb. 1981. Er reiste am 14. April 2003 in die Schweiz und erhielt im Rahmen des
Familiennachzugs eine Jahresaufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis 13. April
2007 verlängert wurde.
Nachdem sich die Eheleute getrennt hatten, widerrief das Ausländeramt mit Verfügung
vom 5. Dezember 2006 die Aufenthaltsbewilligung des Ehemannes. Zur Begründung
führte es im wesentlichen an, die eheliche Gemeinschaft bestehe nicht mehr.
Ausserdem sei I.S. wiederholt strafrechtlich verurteilt worden.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob I.S. durch seinen Rechtsvertreter
Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 6. Juli 2007
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe vom 18. Juli 2007 erhob I.S. Beschwerde beim Verwaltungsgericht und
ersuchte darum, die Angelegenheit sei nochmals zu prüfen. Zur Begründung macht er
geltend, er habe sich in der Schweiz integriert; der Mittelpunkt seines sozialen und
beruflichen Umfelds sei in der Schweiz. Das Kriterium der hinreichend langen Dauer
des Verbleibs in der Schweiz habe er vollumfänglich erfüllt. Bei seinem Arbeitgeber
fühle er sich wohl; er werde gefördert und aufgrund seiner Fähigkeiten sogar als
Vorarbeiter eingesetzt.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. August 2007 unter Hinweis

## Considerations

auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 18. Juli 2007
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung.
2.1. Ein Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Rechtsanspruch auf
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht unter anderem dann,
wenn er mit einer Niedergelassenen verheiratet ist. Der Ehegatte eines
niedergelassenen Ausländers hat nach Art. 17 Abs. 2 ANAG Anspruch auf Erteilung
und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Eheleute zusammen
wohnen.
Da die Ehegatten seit August 2006 getrennt leben, hat der Beschwerdeführer keinen
auf Art. 17 Abs. 2 ANAG beruhenden Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung mehr. Ausländischen Ehegatten von Niedergelassenen steht ein
solcher Anspruch nur zu, wenn sie zusammen wohnen. Das tun der Beschwerdeführer
und seine Ehefrau unbestrittenermassen nicht. Der Entscheid über die Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung lag somit im Ermessen des Ausländeramts bzw. der
Vorinstanz.
2.2. Zu prüfen bleibt, ob die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
einem Missbrauch bzw. einer Ueberschreitung des Ermessens gleichkommt.
Nach Art. 4 ANAG entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften
und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Bewilligung von
Aufenthalt oder Niederlassung. Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine
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Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Somit kann nur geprüft werden, ob die
Verwaltung ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit rechtswidrig
handelte, als sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte (GVP 1996
Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Nach der Praxis wird die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen zwar auch nach der
Auflösung der Ehe bzw. der ehelichen Gemeinschaft verlängert. Als massgebend
werden dabei nach den Weisungen des Bundesamts für Migration (Ziff. 654) unter
anderem die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, insbesondere wenn Kinder
vorhanden sind, die berufliche Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie
das Verhalten und der Integrationsgrad betrachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die
Umstände, die zur Trennung geführt haben. Nach der Praxis des Ausländeramts wird
bei einer Dauer der ehelichen Gemeinschaft von fünf Jahren und mehr in der Regel eine
Jahresaufenthaltsbewilligung nicht mehr widerrufen (Amtsblatt 2001 S. 32).
Die Trennung der Eheleute erfolgte rund dreieinhalb Jahre nach der Heirat. Die eheliche
Gemeinschaft dauerte somit weniger als fünf Jahre. Die Ehe blieb kinderlos. Der
Beschwerdeführer hält sich seit 2003 und damit erst verhältnismässig kurze Zeit in der
Schweiz auf. Er ist als Beifahrer in einer Unternehmung der Baubranche tätig, weshalb
in wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Hinsicht keine Gründe bestehen, welche eine
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nahelegen, selbst wenn er sich bei seiner
Arbeitgeberin bewährt. Inwieweit nach einem Aufenthalt von knapp viereinhalb Jahren
bereits von einer nennenswerten Integration des Beschwerdeführers gesprochen
werden kann, erscheint fraglich. Die Vorinstanz durfte jedenfalls zu Recht davon
ausgehen, dass nach einer Aufenthaltsdauer von weniger als fünf Jahren die
Integration im allgemeinen nicht derart weit fortgeschritten ist, dass von einer
Unzumutbarkeit der Rückkehr in den Heimatstaat gesprochen werden kann, zumal
wenn es sich um eine Person handelt, die ihr gesamtes bisheriges Leben dort
verbracht hat. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer mehrmals straffällig geworden
ist. Wegen Verstössen gegen Strassenverkehrsvorschriften wurde er im Jahr 2005 mit
drei Bussen von Fr. 350.--, Fr. 400.-- und Fr. 460.-- bestraft. Im Jahr 2004 war er
wegen Entwendung eines Personenwagens zum Gebrauch und Fahrens ohne
Führerausweis mit drei Tagen Gefängnis und Fr. 300.-- Busse bestraft worden. Die
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wiederholten und zum Teil schwerwiegenden Verstösse gegen das SVG fallen bei der
Ermessensausübung zulasten des Beschwerdeführers ins Gewicht.
Die Vorinstanz ging davon aus, das Ausländeramt verlange lediglich eine Dauer der
ehelichen Gemeinschaft von mindestens drei Jahren, um von einer hinreichend langen
Dauer der Anwesenheit auszugehen, die eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
rechtfertigt. Zudem müsse der Gesuchsteller unbescholten sein. Der Beschwerdeführer
macht geltend, er erfülle das Kriterium der hinreichend langen Aufenthaltsdauer in der
Schweiz. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Die im Amtsblatt 2001, S. 32
publizierte Praxis wurde bisher jedenfalls nicht geändert. Ohnehin ist der
Beschwerdeführer nicht unbescholten, so dass er sich nicht auf die von der Vorinstanz
erwähnte grosszügigere Praxis stützen könnte.
2.3. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass in der
Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Ermessensmissbrauch
bzw. keine Ermessensüberschreitung erblickt werden kann, weshalb die Beschwerde
als unbegründet abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).