# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e077339-0b1c-42ee-ad4a-2f747ddb84fe
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1972 in O.1_ geboren und wuchs zusammen mit drei Brüdern bei seinen Eltern in O.2_ auf. Nach Beendigung der obligatorischen Schule absolvierte er eine dreijährige Lehre als Chemielaborant bei der A._ und anschliessend die Rekrutenschule. Im Jahre 1992 begann er in O.3_ die Ausbildung zum Physiotherapeuten und schloss diese vier Jahre später ab. Ab dem Jahre 2000 arbeitete er selbständig und bildete sich berufsbegleitend zum Osteopathen weiter. Von 2010 bis 2012 arbeitete er zu 70% als Osteopath in der Praxis B._ in O.4_. Im Januar 2013 eröffnete er dann seine eigene Praxis für Osteopathie in O.1_, wobei er nach wie vor einen Tag pro Woche in der Praxis in O.4_ arbeitet. Zudem ist er als Golfosteopath in O.5_ und O.6_ tätig. Gemäss eigenen Aussagen im Untersuchungsverfahren verdient er rund CHF 80'000.-- bis CHF 90'000.-- pro Jahr, während sein Vermögen gemäss Auskunft der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in der Steuerperiode 2009 CHF 536'448.-- betrug. Anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz führte er aus, dass er seit Dezember 2012 selbständig arbeite und sein steuerbares Einkommen seither rund CHF 70'000.-- betrage, was sich auch im Jahre 2013 nicht ändern werde.
X._ wohnt derzeit in O.1_, ist ledig und hat keine Kinder. Er ist weder im Strafregister noch im ADMAS-Register verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 31. Mai 2012 wurde X._ wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 300.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und mit einer Busse von CHF 600.-- bestraft. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 8. Juni 2012 Einsprache, woraufhin die Staatsanwaltschaft ein Untersuchungsverfahren eröffnete.
C. Wegen Nichteinhaltung eines genügenden Abstandes zum vorderen Fahrzeug am 2. Juli 2012 wurde die gegen X._ geführte Strafuntersuchung auch auf diesen Sachverhalt ausgedehnt.
D. Der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. März 2013 liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
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Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG
Am 9. April 2012, um 20.13 Uhr, lenkte der Beschuldigte in C._ seinen Personenwagen BMW D 330XI, Kontrollschild _ (CH), von O.7_ kommend auf der _strasse in Richtung O.8_. Dabei fuhr er auf der _strasse, Höhe Bushaltestelle, trotz der dort signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der Toleranz von 5 km/h mit 86 km/h und damit 26 km/h schneller als erlaubt. Dies tat er, weil er aus krasser Unaufmerksamkeit die Geschwindigkeit nicht im Auge behielt, wobei der Beschuldigte die geltende Höchstgeschwindigkeit kannte oder aufgrund der Signalisation hätte kennen müssen.
Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG
Am 2. Juli 2012, 11.10 Uhr, lenkte der Beschuldigte in O.5_ den Personenwagen BMW D 330XI, Kontrollschild _ (CH), auf der Autobahn A13, Südspur, von O.1_ kommend in Richtung O.5_. Kurz nach dem Autobahnanschluss O.1_ schloss der Beschuldigte auf den zivilen Personenwagen der Kantonspolizei Graubünden auf und folgte diesem auf einer Strecke von ca. 1,6 km. Zunächst hielt der Beschuldigte auf einer Distanz von 800 Meter bei einer Geschwindigkeit von ca. 104 km/h einen ungenügenden Abstand von weniger als 10 Meter ein. Auf den folgenden 500 Metern hielt der Beschuldigte bei einer Geschwindigkeit von ca. 130 km/h einen ungenügenden Abstand von ca. 10 Meter ein. Danach folgte der Beschuldigte dem Polizeifahrzeug auf einer Distanz von ca. 300 Meter mit einer Geschwindigkeit von ca. 130 km/h und hielt einen ungenügenden Abstand von weniger als 10 Meter ein. Der Beschuldigte zog zumindest aus grober Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass er durch sein Verhalten in vorhersehbarer Weise eine gefährliche Verkehrssituation schaffen würde.
E. Mit Schreiben des Bezirksgerichts Maloja vom 18. März 2013 wurde X._ eine Frist zur Stellung und Begründung von Beweisanträgen angesetzt, woraufhin dieser mit Eingabe vom 22. April 2013 fristgemäss zwei Beweisanträge einreichte. Namentlich beantragte er die Einholung von aktuellen Auskünften über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse bei der zuständigen Steuerbehörde, da sich diese seit der letzten Befragung noch weiter verschlechtert hätten, sowie eine fachmännische Berechnung des Abstandes seines Fahrzeuges zum Polizeiwagen. Mit Schreiben vom 17. Mai 2013 nahm die Staatsanwaltschaft hierzu Stellung und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beweisanträge. Mit Verfügung vom 10. Juni 2013 wies das Bezirksgericht Maloja beide Beweisanträge ab. Mit Bezug auf die Edition von Steuerunterlagen führte es aus, dass es X._ jederzeit und auch noch anlässlich der Hauptverhandlung offenstehe, Beweismittel einzureichen, welche seine aktuelle Einkommens- und Vermögenssituation zu belegen vermögen. Eine fachmännische Berechnung der Distanzen sei ebenfalls nicht nötig, da der relevante Abstand zwischen den beiden
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Fahrzeugen aufgrund der Videoaufnahmen hinreichend geschätzt werden könne und überdies durch die Aussagen der Polizisten belegt sei.
F. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 1. Oktober 2013 vor dem Bezirksgericht Maloja stellten die Parteien folgende Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden: "1. Der Beschuldigte sei der mehrfachen groben Verletzung von
Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je CHF 190.--, bedingt, bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 1'500.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 8 Tagen, zu verurteilen.
3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden."
Anträge Beschuldigter: "1. X._ sei der einfachen Verkehrsregelverletzung von Art. 27 Abs. 1
SVG, Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV für schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Busse von CHF 800.-- zu bestrafen.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
G. Mit Urteil vom 1. Oktober 2013 erkannte das Bezirksgericht Maloja was folgt:
"1. X._ ist schuldig der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 1'400.-- bestraft.
Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 10 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'875.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 258.00
- Gerichtsgebühr CHF 3'000.00
Total CHF 5'133.00
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werden X._ auferlegt. Zuzüglich der Busse von CHF 1'400.-- hat er dem Bezirksgericht Maloja den Betrag von CHF 6'533.00 zu überweisen.

## Considerations