# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9e33d66-b1af-4897-819c-412b9ee9ad84
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1952
,
absolvierte erfolgreich eine Lehre als Buchdrucker.
Danach war er während
vielen
Jahren in diesem Bereich
erwerbs
tätig. Zuletzt war
er ab dem
1.
März 2001 als Betriebsmitarbeiter bei der
Y._
AG an
ge
stellt
, wo er
Glas zuschnitt
(
Urk.
6/3
und 6/20
).
Die behandelnden Ärzte at
te
stierten ihm a
b dem
2.
April 2012 aus psychischen Gründen eine 100%ige Ar
beits
un
fähigkeit, worauf er Krankentaggel
d
er erhielt (
Urk.
6/12).
1.2
A
m
2
4.
Juli 2012
meldete sich der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/4)
.
Es wurde ihm ein
Arbeitsversuch
bei seiner
Arbeitgeberin
ermöglicht,
wo
rauf
diese
das
Ar
beitsverhältnis per Ende Dezember 2012
kündigte
(vgl.
Urk.
6/7 und 6/12/4).
Die IV-Stelle prüfte darauf die
Durchführung eines Belastbarkeitstrainings (
Urk.
6/8
,
6/14 und 6/16
)
und schloss
die berufliche Eingliederung
mit Mittei
lung vom 25. Oktober 2012
einstweilen ab (
Urk.
6/17).
Hernach
tätigte
sie
wei
tere
medizinische
(Urk.
6/18
, 6/24, 6/25
und 6/28
) und erwerbliche
(
Urk.
6/19
und
6/20)
Abklärungen. Am
7
.
Mai 2013
teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er sich besser fühle
,
und beantragte
berufliche Eingliederung
smassnahmen
(Urk.
6/27).
Die IV-Stelle
stellte
darauf
mit Vorbescheid vom
29. Mai 2013
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
6/31), wogegen der Versi
cherte Einwand erheben
liess (Urk. 6/36
)
. Am 2
2.
Juli 2013 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Po
tenzialabklärung durch die
Z._
,
A._
,
vom
16.
September bis zum 11. Oktober 2013 (
Urk.
6/47).
Mit Mitteilung vom 11.
Okto
ber 2013
schloss
die IV-Stelle
die berufliche Eingliederung
per sofort
ab
,
da
die
Z._
vorab mündlich über das Resultat der Potentialabklärung in
formiert
und erklärt ha
tt
e, dass der
Versicherte aus einglied
erungspraktischer Sicht aktuell
und innert nützlicher Frist nicht sinnvoll in den ersten Arbeits
markt
eingliederbar sei respektive dort nicht nachhaltig bestehen könne
(Urk.
6/59).
Die
Z._
erstattete am 2
2.
Oktober 2013 ihren Schlussbericht (
Urk.
6/61).
Nach dem Eingang eines
medizinischen
Verlaufsbericht
s vom 21.
November 2013
(
Urk.
6/63)
ordnete
die IV-Stelle zuerst
die Einholung
ein
es
rheumatologisch-psychiatrischen
Gutachten
s
an
(Urk.
6/66)
. Sie
gab
dann
je
doch au
f Antrag des
Versicherten (
vgl.
Urk.
6/81)
ein polydisziplinäres Gutach
ten
in Auftrag
(
Urk.
6/83)
, das auch dessen Zusatzfragen beantworten sollte (vgl. U
rk.
6/68, 6/70
, 6/85 und 6/92
). D
as Gutachten
wurde am
2
7.
Juni 2014
von der
B._
erstattet
(
Urk.
6/94)
.
Nachdem der Rechtsvertreter des Versi
cherten dazu Stellung
genommen hatte (
Urk.
6/97), verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
30.
Okto
ber 2014 einen Leistungsanspruch (
Urk.
2 = 6/
101
).
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
1.
Dezember 2014 (
Urk.
1) Be
schwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung
vom 30.
Okto
ber 2014 sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen
Invaliden
versiche
rungsleistungen
auszurichten. Alles unter Kosten- und
Entschädi
gungsfolgen
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S.
2).
Die
Beschwerdegegnerin schloss am 19. Januar 2015 auf Abwei
sung der Beschwerde
(
Urk.
5). Davon hat die Gegenpartei mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2015 Kennt
nis
erhalten (
Urk.
7).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich
, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Perso
n sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1.
4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)
ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
Ar
beits
-
und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zu
kunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grun
d treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen
sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beei
n
trächtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrüh
ren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
stän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden
kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde er
hebt,
welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
rei
chende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidi
sie
ren
der psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selb
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver
schlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
ni
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf all
sei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begrün
det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2
.
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung den Stand
punkt,
dass die getroffenen medizinischen Abklärungen ausreichend seien und keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden ergeben hätten
(
Urk.
2)
.
Demgegenüber lässt der B
eschwerdeführer
im Wesentlichen geltend machen, mit
dem Gutachten der
B._
vom 2
7.
Juni 2014
sei
sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht ein invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden aus
ge
wiesen. Die Beschwerde
gegnerin
hätte
daher
einen Einkommensvergleich vor
nehmen
müssen,
welcher zu einem
rentenbegründende
n
Invaliditätsgrad
geführt hätte. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters sei
es
ih
m
jedoch unzumutbar, die verbleibende Restarbeitsfähigkeit zu verwerten
, so dass er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe
(
Urk.
1)
.
3
.
3.1
In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten entnehmen, dass d
er Beschwer
deführer am
2.
April 2012 das
C._
der
D._
auf
suchte
. Dort wurde ihm
von den behandelnden Ärzten
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
bis zum
5.
April 2012 attestiert
(
Urk.
6/12/6).
3.2
Am
2
3.
April 2012
trat der Beschwerdeführer
in die
Alterspsychiatrie der
D._
zur stationären interdis
ziplinär-integrativen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung ein
, wel
che
bis zum 31.
August 2012 dauerte
(vgl.
Urk.
6/12/7 und 6/18/12)
.
Im
Aus
trittsbericht
vom
5.
September 2012
(vgl.
Urk.
6/18/8) und in einem Bericht zu
handen des Krankentaggeldversicherers vom 6. September 2012 (vgl. Urk. 6/12/7
)
wurden
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
mittelgra
dige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11)
,
und der Verdacht auf eine
leichte kognitive Störung, differentialdiagnostisch eine De
pression
, sowie diver
se
somatische Diagnosen
festgehalten
.
Überdies wurde vom
2. April 2012 bis
zum 15. September 2012
eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
.
Aktuell bestünden Hinweise auf Aufmerksamkeits- und
Belastbarkeitseinschrän
kungen
bei ausreichender Orientierung in allen Modalitäten. Weiterhin seien kein
e inhaltlichen Denkstörungen, jedoch ein persistierend situatives
Gedan
ken
kreisen
um die Arbeitssituation
auszumachen
. Des Weiteren ergäben sich Zu
kunfts
än
gste und
kein Hinweis auf Zwänge. Im Affekt, insbesondere zum Thema
Arbeit,
sei eine
fortbestehende
depressive Vulnerabilität mit phasenwei
sem Grü
beln, Verzweiflung und vereinzelt Schlafstörungen
vorhanden
. Es gebe keine psy
chomotorischen und
auch keine circ
adianen Besonderheiten, ebenso wenig Anhaltspunkte für eine Es
s
störung. Allgemein seien ein vermindertes Selbst
wert
gefühl und
eine
innere Unruhe in Belastungssituationen feststellbar. Suizi
dalität werde glaubhaft verneint
,
und Absprachefähigkeit sei
gegeben
.
Der
GDS Score
liege gegenwärtig bei 3/15
(
vgl.
Urk.
6/12/8)
, während er bei Klinikeintritt
noch
bei 12/15 gelegen habe
(Urk. 6/18/
9
)
.
Anamnestisch hätten sich Hinweise auf einige kritische Lebensereignisse (Suizid der Schwester, Todgeburt eines Kindes) im primären Lebensumfeld und reaktiv
deutliche Stimmungseinbrüche mit weiteren Symptomen (Interessenverlust,
An
he
donie
) ergeben, welche die Kriterien von mindestens
leichtgradigen
depressi
ven
Episoden erfüllten. Diese seien
bisher
jedoch –
da unbehandelt
–
offenbar nicht in
der
Krankengeschichte
erwähnt worden
. Befragt nach seiner Strategie,
sie
zu
bewältigen, habe der Versicherte erklärt, er habe einfach mehr be
ruflich gear
bei
tet. Überdies habe er
von „Verdrängung“ gesprochen. Dieser
Bewälti
gungs
me
cha
nismus
habe bei der aktuellen depressiven Episode nicht mehr ge
holfen, da ein Auslöser hierbei seine Arbeitssituation selbst gewesen sei (
Urk.
6/12/8).
Im Verlauf der Behandlung habe sich das psychopathologische Zustandsbild gebessert. Die anfangs imponierenden depressiven Symptome seien rückläufig. Ferner habe sich auch der somatische u
nd kognitive Zustand verbessert
(vgl.
Urk.
6/12/8 und
6/18/10
)
In der ersten Phase vom 2
3.
April bis zum
8.
Juli 2012 habe die Behandlung der
depressiven Symptome im Zentrum gestanden. Herausragend seien zu Begin
n
die
innere Unruhe und das kaum zu unterbrechende depressive Grübeln, inhalt
lich geprägt um die Erlebnisse am Arbeitsplatz im Vorfeld der Erkrankung (Stres
s
situation
, Konflikte mit Vorgesetzten, zunehmende körperliche und kog
nitive
Überforderung, Selbst
ab
wertung), ge
wese
n
.
Das letztgenannte
Symptom
habe durch
psychotherapeutische Gespräche und
durch
den Einsatz von
Sero
quel
im
Verlauf deutlich unterbrochen und gemindert werden können. Verbes
serter Schlaf
, auch unter dem Einsatz von
Remeron
, sowie die ausführliche re
flexive Bearbeitung der
aktuellen
Situation und des Geschehens am Arbeitsplatz als ein Auslöser der
Depression hätten zu einer sukzessiven Besserung der übri
gen Symptome geführt
.
Zu nennen seien eine Verbesserung der anfangs stark de
pressiv gefärbten Stimmung, eine Selbstwertsteigerung, ein verbessertes
Selbst
management
im Alltag, die Wiederaufnahme von einigen vor der Erkran
kung b
e
stehenden ausserberuflichen Interessen, weniger innere Unruhe und die Erar
bei
tung von Zukunftsperspektiven.
Durch gezielte ergotherapeutische Mass
nah
men habe der Versicherte auch in einzelnen kognitiven Bereichen Fort
schritte
gemacht
.
Die Leistungen des Kurzzeitgedächtnisses hätten
sich
verbes
sert (von MMS 25/30
bei Eintritt auf MMS
30/30
im August
2012
).
Auffällig im kogni
ti
ven Bereich seien nach wie vor Probleme im Umgang mit Zahlen,
welche
schon seit der Schulzeit bekannt
seien
,
und
Schwierigkeiten in der kognitiven
Umstell
fähigkeit
/Flexibilität bei unstrukturierten komplexeren Material
-
und
Parallel
verarbeitung
en
von Aufgaben. Einschränkungen bestünden auch noch deutlich im Bereich der allgemeinen kognitiven Belastbarkeit. Prognostisch gehe man unter
dessen nach klinischem Verlauf von einer länger währenden, gegebe
nen
falls dauerhaften Beeinträchtigung aus.
D
urch physiothera
peutische Massnah
men
sei es ferner
gelungen, schwere monoton-einseitig her
vorgerufene Schmerzen im
Schulter-Nackenbereich zu lindern und die körperli
che
Ausdauer zu
steigern. Im Bereich der allgemeinen Ausdauer/Belastbarkeit bestünden jedoch aktuell noch Einschränkungen, altersbedingt (Tempo) wie auch
bedingt
durch die Einschrän
kungen, die er seit seiner Melanom-Operation im August 2011 beschreibe
(Urk.
6/12/
8
f. und 6/18/10 f.
).
In der zweiten Phase vom
9.
Juli bis zum 1
5.
August 2012 habe der Versicherte bei seiner Arbeitgeberin einen sechswöchigen Arbeitsversuch (jeweils Mo, Mi, Fr von 13 bis 17 Uhr) absolvieren können, obwohl seine Arbeitsstelle bereits von einem neuen Mitarbeiter besetzt
gewesen
sei
(
Urk.
6/12/9 und 6/18/11)
.
Dabei
hätten sich psychische und kognitive Belastbarkeitseinschränkungen
gezeigt. Auf
grund der Beobachtungen in der Ergotherapie und im Stationsalltag sei auch auffällig, dass er
deutlich
Mühe
habe
bei Anforderungen, die
für ihn neu seien, die
er selbst strukturieren müsse oder die
von ihm
eine gewisse kog
nitive Flexi
bilität er
forderten
. Ferner seien immer wieder leichte
Stimmungsein
brüche
zu
regi
strieren, wenn er dann bei einer solchen Aufgabe Probleme habe
. Neben die
sen aktuellen kognitiven und psychischen Einschränkungen sei seit der Mela
nom-
Operation im August 2011
auch
die körperliche Belastbarkeit im Vergleich zu der Zeit vor der Erkrankung weiterhin reduziert
(
Urk.
6/12/10
).
Pract
. med.
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen
Ä
rzt
lichen Dienst gelangte darauf zum Schluss, mit dem Bericht vom 6. September 2012 sei eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 2. April 2012 aus
gewiesen (
Urk.
6/14/2).
3.3
Der
Beschwerdeführer
begab sich
am
7.
September 2012
in ambulante
psychiat
risch-psychotherapeutische
Behandlung
der
D._
(Urk.
6/18/2).
Gemäss deren
Be
richt vom
29.
Oktober 2012
wurden
Hinweise auf leichte bis
mittelgradige
Auf
merksamkei
ts
- und Konzentrationsstörungen
und
ein leicht herabgesetztes Kurz
zeitgedächtnis
erhoben
. Im formalen Denken sei der Patient
etwas ver
langsamt, eingeengt auf seine aktuelle Situation (Kündigung am Arbeit
splatz).
Ab
und zu
seien
Grübeln und Gedankenkreisen
vorhanden
.
B
eim Thema Arbeit bestünden
im Affekt
eine deutlich depressive Grundstimmung, Verzweiflung, Zu
kunfts
ängste, das Gefühl, sich nicht mehr gedanklich von der
Arbeitssitua
tion
lösen zu können. Überdies
habe man
eine Selbstwertproblematik, ein ver
mindertes Selbstwertgefühl, Freudlosigkeit, innere Unruhe und ein
en
mittelgra
dig vermin
derte
n
Antrieb
festgestellt
. Psychomotorisch sei der
Patient
leicht unruhig und angespannt. Es bestehe ein sozialer Rückzug (
Urk.
6/18/2).
Aufgrund der mittelgradigen depr
essiven Episode im Rahmen eine
r
rezidivie
renden depres
s
iven Störung sei es
dem Patienten
zur Zeit nicht möglich, eine Tä
tigkeit in der freien Marktwirtschaft auszuüben. Aktuell zeige sich u
nter der Ein
nahme von Antidepressiva eine teilweise
Regredienz
der depressiven Symp
tomatik. Ab wann und in welchem Pensum
er
wieder arbeitsfähig sei,
sei schwer einzuschätzen
. Es könne jedoch mit einer günstigen Prognose gerechnet wer
den. Nach einem halben Jahr sollte die Arbeitsfähigkeit erneut überprüft werden
(Urk.
6/18/2
f.
). Bis auf Weiteres
sei von einer 100%igen
A
rbeitsunfähigkeit
auszugehen
.
Eine Tätigkeit von zwei bis vier Stunden in einer geschützten Werkstatt sei
zumutbar
.
Die Einschränkungen
in der Arbeitsfähigkeit
bestünden aufgrund der depressiven Symptomatik; name
ntlich des verminderten Antrieb
s mit rascher Erschöpfung, der Tagesmündigkeit und der gedrückten
Stimmungs
lage
. Zudem seien leichte kognitive Defizite vorhanden. Es bestünden ein ver
mindertes Selbstwertgefühl und
eine
grosse Selbstunsicherheit, welche zu Ver
un
sicherung und
Blockiertsein
führe
. Der Patient benötige länger für Aufgaben, gerate rasch unter Zeitdruck, was ihn verunsichere und überfordere. Es komme
zu rascher Ermüdbarkeit und Tagesmündigkeit. Unter Belastung könnte er schnell
dekompensieren
(Urk. 6/18/3 f.)
.
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Anästhesiologie und zertifizierter medizi
nischer Gutachter, vom Regionalen Ärztlichen Dienst, vertrat hierzu die Auf
fassung, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 50
%
auf
grund
einer mittelgradigen depressiven Störung ohne eingehende weitere Be
grün
dung nicht nachvollziehbar sei (
Urk.
6/29/2).
3.
4
Zum physischen Gesundheitszustand
geht aus den Akten hervor
, dass
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin,
den Beschwerdeführer am
3
0.
Oktober 2012
untersuchte. Im gleichentags ver
fassten Bericht
hielt er
als
somatische Diagnosen
eine Fingerpolyarthrose bei/mi
t betonter, teils
erosiver
DIP-Arthrose, eine linksseitige
Periarthropathia
humeros
ca
pularis
bei/mit
Tendopathica
, Typ
Supraspinatus
, und
Impingement
-Symp
tomatik,
sowie
degenerative Veränderungen im Bereich der
Halswirbel
säul
e
fest (
Urk.
6/29/9).
Dr.
G._
führte aus, dass d
ie Fingerpolyarthrose
durch
eine Kom
bination von erblicher Disposition und der manuell belastenden Tä
tigkeit in der Glasfirma bedingt sein
dürfte
; es gebe dafür keine wirklich wirk
same The
rapie. Bei den DIP-Gelenken komme es häufig zu einer spontanen
Arthrodese
, Abschaben der
Osteophyten
sei meist eine kosmetische Indikation. Da auf Ende Jahr die Kündigung erfolgt sei, falle zumindest die belas
tende Tätigkeit vorerst weg.
Er habe dem Patienten
eine abwartende Haltung
empfohlen
. Bei einer aktivierten Arthrose könne symptomatisch eine NSAR, z.B. Olfen Duo Release 75 mg bis zweimal täglich
,
versucht werden (Urk.
6/25/10).
Dem Bericht von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für Dermatologie und Venerologie, vom 1
8.
März 2013
zufolge
war
am
7.
Juli und am 3.
August 2011 ein malignes Melanom
vom SSM-Typ
entfernt
worden
.
Der Beschwer
deführer leide überdies
an einer
Rhinokonjunktivitis
pollinosa
. Aufgrund der dermato
lo
gischen Diagnose ergebe sich
jedoch
keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit (
Urk.
6/24/6 und 6/24/7).
Nebst den
bereits
genannten
Diagnosen hielt die behandelnde Hausärztin,
Dr.
med.
I._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, in ihrem un
da
tierten Bericht
diejenige eines
degenerative
n
Halswirbelsäulensyndrom
s
fest (Urk.
6/25
/1
).
Die letzte Kontrolle habe am
4.
März 2013 stattgefunden.
Bis auf Weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit,
weil
der Beschwerdeführer wegen kognitiver Störungen, Affektlabilität und Stimmungseinbrüchen einge
schränkt sei (Urk. 6/25/2).
3.5
Die weitere Entwicklung der psychischen Situation wurde im Bericht der
D._
vom
2
2.
Mai 2013
und in dessen korrigierter Version vom
3.
Juni 2013
be
schrieben
(vgl.
Urk.
6/28
und 6/32
).
Darin
wurde
als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit lediglich
noch
eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwär
ti
g
leicht
e
bis mittelgradige Episode
,
aufgeführt
(
Urk.
6/
32
/2). Es be
stünden weder Kurzzeit- noch Langezeitgedächtnisstörungen, jedoch leichte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Im formalen Denken sei der Patient geordnet. Er gebe an, manchmal über seine aktuelle Situation und seine Zukunft zu Grübeln und unter Gedankenkreisen zu leiden. Es bestünden keine inhaltlichen Denkstörungen und kein Hinweis auf Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen oder Zwänge. Im Affekt sei er fluktuierend zwischen bedrückt und hoffnungs
los, pessimistisch, traurig. Er habe Angst vor der Zukunft und Tage mit Zuver
sicht, Hoffnung, doch alles bewältigen zu können, und
Freude, alltägliche Akti
vitäten zu unternehmen. Das Thema
„
Situation
a
m letzten Ar
beitsplatz
“
löse eine depressive Stimmung aus. Der Patient zeige eine deutliche
Selbstwert
pro
blematik
mit vermindertem Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigenen Fähig
keiten. Er sei psychomotorisch leicht unruhig und angespannt, im
Antrieb fluk
tu
ierend vermindert;
erhöhte Ermüdbarkeit
,
reduzierte Belastbarkeit
und
deut
lich
reduzierte Stresstoleranz. Der Schlaf sei unter Medikation gut
. Der Appetit
sei
normal. Es bestünden keine Hinweise auf eine akute Selbst- oder
Fremdge
fähr
dung
(Urk.
6/32/3)
.
Aufgrund des fluktuierenden Zustands mit reduzierter allgemeiner Belastbar
keit und deutlich verminderter Stresstoleranz mit rascher Überforderung bei un
vor
her
gesehenen Situationen im Rahmen der rezidivierenden depressiven Stö
rung sei es dem Patienten zur Zeit nicht möglich, eine Tätigkeit in der freien Markt
wirtschaft auszuüben. Unter der antidepressiven Therapie in Kombination mit
Psy
chotherapie zeige sich eine teilweise Reduktion der depressiven Symp
to
ma
tik. Der Patient sei in der Lage, ab
1.
Juni 2013 in einem geschützten Rah
men eine Tätigkeit mit einem Pensum von 20
%
auszuüben. Eine weitere langsame Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf sei bei seiner kooperativen und
leis
tungs
bereiten
Haltung möglich (Urk. 6/
32
/3).
Die Frage nach der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt
aus
geübte Tätigkeit wurde dahingehend beantwortet, dass sie vom 20. Novem
ber
2012 bis zum 3
1.
Mai 2013 100
%
betragen habe. Ab dem
1.
Juni 2013 bestehe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/
32
/4).
Der Patient sei in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, da unvorhergesehene
Aufgaben oder Situationen zu einem raschen depressiven Stimmungseinbruch
und
zu
Denkblockaden führten. Er zeige diskrete Minderleistungen beim Abru
fen
und Wiedererkennen verbaler Inhalte. Im
attentionalen
Bereich zeige er leichte Einbussen und ein verlangsamtes Arbeitstempo bei Aufgaben der selektiven Aufmerksamkeit. Es zeigten sich
diskrete Teilleistungsschwächen im
mnesti
schen
Bereich, die im Rahmen der depressiven Episode gut erklärbar seien. Der Patient sei sehr bemüht, wenige Fehler zu machen, was sich negativ auf
sein
Arbeitstempo auswirke. Er zeige ein gutes
Fehlermonitoring
(Urk. 6/
32
/4).
Es sei
eine klare engmaschige Strukturierung und Priorisierung der Aufgaben
seitens des Arbeitgebers
nötig
. Die Aufgaben müssten einzeln erteilt werden und
der Patient müsse die Möglichkeit bekommen, diese ohne Druck und in sei
nem Tempo zu erledigen. Wenn er die zugeteilte Tätigkeit abg
eschlossen habe, sollte er die n
ächste bekommen. Er zeige eine Belastbarkeitsei
nschränkung im Alltag auch bei A
ufgaben, die ihm bekannt seien. In Stresssituationen komme es zu einer raschen Verunsicherung mit Denkblockaden (
Urk.
6/32/4).
3.6
Im Schlussbericht der
Z._
zur Potentialerhebung vom 1
6.
September bis zum
1
1.
Oktober 2013 (
Urk.
6/61) wurde
bescheinigt
, dass der Beschwerdeführer schnel
l den Einstieg gefunden und eine grosse Bereitschaft gezeigt habe, sich mit seiner Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit auseinander zu setzen. Er habe authentisch und transparent gewirkt. Immer wieder habe er aus seiner berufli
chen Vergangenheit erzählt, insbesondere habe er dabei die Kündigung und die
Situation an seinem letzten Arbeitsplatz erwähnt. Dadurch sei deutlich gewor
den
, dass ihn die Situation nach wie vor sehr belaste und wenig verarbeitet sei. Der
Verlust des Arbeitsplatzes, seine körperlichen Beeinträchtigungen und das Gefühl
, nicht mehr gebraucht zu werden, belaste ihn enorm. Wiederholt habe er betont, dass es ihm schon immer schwer gefallen sei, Nein zu sagen und sich abzu
grenzen. Erst jetzt habe er realisiert, dass er oft ausgenutzt worden sei. Zu
dem sei der Eindruck entstanden, dass es ihm schwer falle, seine momentan ge
ringe Belastbarkeit zu akzeptieren (
Urk.
6/61/2).
Der Beschwerdeführer
habe selbständig und ausdauernd
mit wenig
Vermei
dungs
tendenzen
gearbeitet. Es
sei ihm wichtig erschienen, die ihm übertragenen Arbeiten möglichst korrekt auszuführen. Um neue Arbeitsabläufe zu verinnerli
chen, habe er Zeit benötigt. Die Arbeitsausführung sei deutlich verlangsamt ge
wesen. Anhand von Beobachtungen bei unterschiedlichsten Arbeitsaufträgen,
Test
ergebnissen
und persönlichen Äusserungen des Beschwerdeführers seien eine
eingeschränkte Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit deutlich ge
worden
. Seine körperliche Beeinträchtigung (Polyarthritis) sei
offensichtlich und wirke sich negativ auf seine Arbeitsgeschwindigkeit, Mobilität und Flexibilität aus.
Da
durch wirke er bei handlungsorientierten Arbeiten, insbesondere bei
feinmo
to
rischen
Tätigkeiten träge und verlangsamt. Somit sei er auf wechselnde Tätig
kei
ten und Belastungen angewiesen. Nach eigenen Angaben
verursache
das Heben von Gewichten von mehr als 5 kg Schmerzen. Seine fachlichen Res
sour
cen lägen klar in manuellen Tätigkeiten. Abstrakte, konzeptionelle und kre
ative Arbeiten gehörten nicht zu seinen Stärken
(
Urk.
6/61/3)
.
In der Zusammenarbeit mit den anderen Teilnehmenden habe sich der Be
schwer
deführer sehr kooperativ und lösungsorientiert gezeigt. Mit seiner zu
rückhal
ten
den und sorgfältigen Art und Weise habe er Ruhe und Gelassenheit in die Gruppe
gebracht und so massgeblich zu einer entspannten
Gruppenat
mosphäre
beige
tra
gen. Gemeinsame Aufgaben habe er pflichtbewusst erledigt und es sei ihm ge
lungen, mit angemessenen Vorschlägen und adäquater Kom
munikation die Gruppe und ihre Ziele zu unterstützen. Das Selbstvertrauen im Zusammenhang
mit seiner psychisch und physisch geringen Stabilität scheine stark einge
schränkt
. Er verfüge gemäss seiner Eigeneinschätzung aktuell über wenig posi
tive Selbstinstruktion und ein
hohe
s
Bedürfnis n
ach sozialer Un
terstützung. Er reagiere
sensibel auf Druck- und Stresssituationen und sei auf eine wohl
woll
ende Begleitung angewiesen. Seine Umgangsformen seien jeder
zeit freundlich und der Situation entsprechend gewesen. Grundsätzlich habe er sich in
Bezugs
personengesprächen
offen, ehrlich und selbstkritisch gezeigt (
Urk.
6/61/3).
Die aktuelle Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei durch die physische und psychi
sche Instabilität stark beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer sei auf klare Vorga
ben und Strukturen sowie auf eine enge, wohlwollende Begleitung und ein zeit
nahes Feedback angewiesen. Eine für den ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei
zum aktuellen
Zeitpunkt nicht gegeben.
Arbeits
rehabilitative
Massnahmen erschienen aufgrund der massiven Verlang
sa
mung, der körperlichen Beeinträchtigung und der psychischen Instabilität aktu
ell
als wenig sinnvoll. Aufgrund der momentan geringen Belastbarkei
t und Leis
tungs
fähigkeit und der
körperlichen Beeinträchtigungen, welche eine Tätig
keit im
angestammten Berufsfeld verunmöglichten, würden seine Chancen auf dem Ar
beitsmarkt als sehr gering eingeschätzt. Zur Erhaltung einer
Tagesstruk
tur
und
zu
r Stärkung des Selbstvertrauens erscheine eine geeignete Beschäfti
gung als empfehlenswert (
Urk.
6/61/4).
3.7
In einem weiteren
Bericht der
D._
vom 2
1.
November 2013 (
Urk.
6/63) wurde in psychischer Hinsicht erneut eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leicht bis mittelgradige Episode, diagnostiziert. Es wurde unter anderem ver
merkt,
dass der Patient angebe, manchmal über seine aktuelle Situation und seine Zukunft zu grübeln und unter Gedankenkreisen zu leiden. Aktuell könne er das Gedankenkreisen teilweise stoppen. Im Affekt sei er fluktuierend, zwi
schen be
drückt, hoffnungslos, pessimistisch, traurig, Angst vor der Zukunft und Tage
n
mit
Zuversicht, Hoffnung, doch alles bewältigen zu können, Freude
,
all
tägliche Akti
vitäten zu unternehmen. Das Thema „Situation am letzten Arbeits
platz“ löse immer noch eine depressive Stimmung aus. Der Patient zeige eine deutliche
Selbst
wertproblematik
mit vermindertem Selbstwertgefühl und Ver
trauen in die eigenen Fähigkeiten. Er stelle zu grosse Anforderungen an sich und habe Mühe, bei Schwierigkeiten Hilfe zu holen, aus Angst
,
zurückgewiesen zu werden. Psy
chomotorisch sei er ruhiger und entspannter
. Der Antrieb sei fluktuierend ver
mi
n
d
ert,
es bestünden eine
erhöhte Ermüdbarkeit
, eine redu
zierte Belastbarkeit und eine deutlich reduzierte Stresstoleranz.
Es
wurde eine vom 2
0.
November 201
3
bis auf Weiteres andauernde 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. In einer geschützten Umgebung betrage die Ar
beits
unfähigkeit ab dem
1.
Dezember 2013 50
%
. Die Einschränkungen und de
ren Auswirkungen bei der Arbeit wurden mit exakt demselben Wortlaut be
schrieben wie im Vorbericht vom
3.
Juni 2013
(
Urk.
6/63/4
; vgl.
Urk.
6/32/4
).
Auch hierzu bemerkte
Dr.
F._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst, dass die Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht ohne
W
eiteres
nachvollziehbar sei. Es fehle eine nähere Begründung. Auch bleibe un
klar, inwieweit fachfremde somatische Befunde in die Beurteilung eingeflossen seien (
Urk.
6/100/5).
3.
8
Das polydisziplinäre Gutachten der
B._
vom 2
7.
Juni 2014 enthält fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/94/
14):
1.
Leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1)
2.
Zervikovertebrales
Syndrom bei
Spondylarthrose
der Halswirbelsäule
3.
Ausgeprägte Fingerpolyarthrose.
Überdies wurden eine saisonale
Rhinokonjunktivitis
, ein Status nach zweimali
ger
Melanomentferntung
am Rücken und
eine
Adipositas diagnostiziert, welchen
kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzumessen sei (
Urk.
6/94/14).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Glaszuschneider sei aus rheumatologischer Sicht nicht mehr zumutbar. Aus psychischen Gründen bestehe eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten von 30
%
.
Die leicht- bis
mittelgradige depressive Episode habe sich sukzessive entwickelt und im Jahr 2010
(gemeint wohl: 2012)
mit einer mittelgradigen depressiven Symptomatik ihren Höhepunkt erreicht. Im Rahmen einer Potenzialerhebung durch die
Z._
im September/Oktober 2013 sei die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versi
cher
ten immer noch als stark beeinträchtigt beschrieben worden. Offensichtlich
habe sich der psychische Zustand bis zum aktuellen Untersuchungszeitpunkt ver
bessert.
Im
affektiven Bereich
könne
noch eine
mässiggradige
depressive
Stim
mungslage
verzeichnet werden
und es
zeigten sich neuropsychologisch leichte
Funktionsstörungen, insbesondere eine Verlangsamung und eine ver
minderte
kon
zentrative
Belastbarkeit.
Wie im psychiatrischen Fachgutachten dargestellt, seien die leichten kognitiven Einschränkungen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit Folge der affektiven Störung und zeigten nicht den Beginn einer orga
nischen Hirnerkrankung an.
Die aktuellen psychischen Auffälligkeiten beding
ten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 30
%
sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch einer Verweistätigkeit.
Aus internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Aus polydisziplinärer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr und in einer angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 70
%
(
Urk.
6/94/14 und 6/94/15)
.
Hinsichtlich des
Belastungsprofil
s
wurde festgehalten, dass dem Versicherten eine
körperlich leicht
e
bis zeitweise mittelschwere Tätigkeit ohne
ausgespro
chene Haltungsmonotonie ganztags zumutbar sei. Wege
n der
Fingerpolyarth
rose
und des
Zervikal-Syndrom
s
seien dabei kraftaufwendige Tätigkeiten und repetitives Heben von Lasten über 10 bis 15 kg nicht möglich. Insbesondere seien
Zwangs
haltungen
zu vermeiden. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeit mit dem Er
fordernis einer hohen Daueraufmerksamkeit und längerer
Konzent
rationsphasen
zu vermeiden. Sicherheitsrelevante Aufgaben oder Arbeiten, die einer schnellen Reaktionsfähigkeit bedürfen, seien ungünstig. Vorteilhaft seien eher repetitive Arbeiten mit erhöhtem Routineanteil und mit mässigen Anfor
derungen an die Daueraufmerksamkeit und
die
Konzentration (
Urk.
6/94/15).
In retrospektiver Hinsicht wurde
vermerkt
, dass
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
aus
rheumatologischer Sicht
vermutlich bereits ab 2010 nicht mehr zumutbar
ge
wesen wäre. Der Versicherte habe aber offensichtlich bis April 2012 gearbei
tet
.
S
eit April 2012
liege eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
vor
.
Der psychische Ge
sundheitszustand habe sich a
b Herbst 2013 bis zum Datum der aktuellen Un
tersuchung
ge
bessert. Der genaue Verlauf der Besserung könne nicht sicher be
schrieben werden. Man gehe deshalb davon aus, dass seit dem
Untersu
chungs
zeitpunkt
die genannte 70%ige Arbeitsfähigkeit (in angep
asster Tätig
keit) be
stehe
. Für die Zeit zwischen April
2012
und Herbst 2013 werde für den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf die behandelnden Psychiater verwiesen
(Urk.
6/94/16
und 6/94/17
).
Zur Frage, o
b psychosoziale Faktoren überwiegen oder eine allfällige Arbeitsun
fähigkeit vor allem auf ein psychisches Leiden mit Krankheitswert zurückzu
führen sei
,
wurde festgehalten, dass ein psychisches Leiden mit Krankheitswert
führend sei. Für die auffällige Diskrepanz
zur
aktuellen E
inschätzung der Ar
beits
fähigkeit seitens des Versicherten (er sehe sich nur zu maximal 50
%
an ei
nem geschützten Arbeitsplatz arbeitsfähig) seien an psychosozialen
Kon
textfaktoren
jedoch das fortgeschrittene Alter und die ursprünglich beabsich
tigte Pensio
nie
rung im 6
3.
Lebensjahr anzumerken (Urk. 6/94/17).
Die von Seiten des Beschwerdeführers gestellte Zusatzfrage,
ob angesichts sei
nes
fortgeschrittenen Alters und seiner Persönlichkeitsstruktur sowie der beste
hen
den psychischen und somati
schen Gesundheitsschäden und der
daraus re
sul
tierenden Einschränkungen die Verwertung einer allfälligen
Restarbeitsfähig
keit
aus medizinischer Sicht möglich sei (vgl. Urk.
6/68/2, 6/70 und 6/85), wurde
dahingehend beantwortet, dass eine umschriebene Restarbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit vorliege. Unter Einhaltung des beschriebenen Belastungsprofils sei eine Verwertung aus medizinischer Sicht möglich. Eine limitierende
Persön
lichkeitsstrukur
sei nicht gegeben. Das fortgeschrittene Alter sei nach derzeitiger versicherungsmedizinischer Diktion kein Grund, die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu werten (
Urk.
6
/94/18)
.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
B._
vom
2
7.
Juni 2014
beruht auf
körperlichen, psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungen des Be
schwerdeführers
, welche in der Zeit vom 1
9.
Mai bis zum
2.
Juni 2014 statt
fan
den
(vgl.
Urk.
6/94/1
). Es wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstellt
und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ange
messen
. Überdies setzt es sich detailliert mit anders
lautenden Beurteilungen, namentlich der
von den behandelnden Psychiatern
gestellten Diagnose einer re
zi
divierenden depressiven Störung
auseinander.
Seine
eigene Einschätzung
,
ge
mäss welcher
aus psychiatrischer Sicht lediglich eine depressive Episode zu di
agnostizieren ist,
deren Behandlung
seit April 2012 in den medizinischen Akten
beschrieben wird,
begründet es
einleuchtend und nachvollziehbar
(
Urk.
6/94/30)
.
Das Gutachten der
B._
er
füllt folglich
insoweit
die von der Recht
spre
chung statuierten Anforderungen an ein me
dizinisches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a).
4.2
Darüber hinaus haben die Gutachter der
B._
in ihren
Ausführungen
ein
gehend
und schlüssig dargelegt
,
dass der Beschwerdeführer wegen seiner phy
si
schen
Gesundheits
beeinträchtigungen
in
der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Glas
schneider zu 100
%
arbeitsunfähig ist
und nur
noch
behinderungsange
passte
Tätigkeiten
mit dem umschriebenen Belastungsprofil
verrichten
kann
.
Ebenso wurde nachvollziehbar
und einleuchtend
begründet, dass
überdies
ein
psychisches Leiden mit Krankheitswert besteht, aufgrund dessen
aktueller
symp
tomatischer Ausprägung
ab
dem Zeitpunkt der Begutachtung (d.h. Juni 2014)
eine
behinderungsangepasste
Tätigkeit
lediglich in einem beschränkten Umfang von
70
%
zumutbar
ist
.
Die
se
gutachterlichen Feststellungen sind be
weiskräftig.
Die
Beschwerdegegnerin
vertritt
den Standpunkt,
dass
eine leichte bis mittel
schwere depressive
Episode
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
kein
invalidisierende
r
psychischer
Gesundheitsschaden
sei
, da es an der gefor
derten Erheblichkeit in Bezug auf Schwere, Ausprägung und Dauer mangle (
Urk.
2 S. 3
mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2010 vom
4.
August 2010
E.
3.5 mit Hinweis
en und BGE 130 V 352 E.
2.2.3).
Die zitierten
Bundesgerichts
entscheide
äussern sich
jedoch
lediglich zur Frage, ob die
im
je
weils
konkreten Fall
d
iagnostizierte depressive Episode eine
psychische
Komor
bidität von erheb
licher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
darstellt
, welche –
allenfalls
zusammen mit weiteren Umständen –
eine Ausnahme von der damals
noch
massgeblichen
Vermutung
begründet
,
dass
die
gleichzeitig
diag
nostizierte
soma
to
forme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren
Willens
an
streng
ung
überwindbar sind
(
vgl.
BGE 139 V 547 E. 3
,
131 V 49 E. 1.2
und
130
V 352
E. 2.2.3
).
Eine
somatoforme
Schmerzstörung
stand hier nie zur Diskussi
on,
ebenso wenig sonst
ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Be
schwerdebild
ohne organische Grundlage
.
Die fraglichen Ent
scheid
e
sind somit weder relevant noch lassen sie die von der
Beschwerdegeg
nerin
gezogenen Schlüsse zu.
Vielmehr wird eine invalidisierende Wirkung ei
ner mittelgradigen
depressiven Störung, welche nicht bloss Begleiterscheinung einer
Schmerz
krank
heit
ist, auch vom Bundesgericht nicht von vornherein aus
geschlossen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_690/2013 vom 2
2.
Juli 2014 E. 4.2).
Entgegen der von der Beschwerdegegnerin
im Weiteren
vertretenen An
sicht kommt es auch nicht darauf an, ob und wie schnell
die
diagnostizierte
de
pressive Episode
therapierbar ist (vgl.
Urk.
2 S. 2). Die Behandelbarkeit eines psychischen Leidens
sagt, für sich allein betrachtet, nichts Abschliessendes über dessen invalidi
sie
ren
den Charakter aus
; vielmehr ist im konkreten Einzelfall zu prüfen, ob die
fach
ärztlich
diagnostizierte
psychische
Erkrankung
invaliditäts
relevant
ist
, nament
lich ob die gesetzlichen Voraussetzungen für eine
Renten
zusprache
erfüllt sind
(BGE 127 V 294 E.
4c).
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass
mit
dem Gutachten der
B._
vom 2
7.
Juni 2014
physische
und psychische
Gesu
ndheitsschäden ausge
wie
sen sind
, welche den Beschwerdeführer
in organischer Hinsicht
dauerhaft
und im Übrigen
zumindest während
einer
längere
n
Zeit (
Urk.
6/94/16; vgl.
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV) in seiner Arbeits
fähigkeit beeinträchtigen.
Zur retrospektiven
gutachterlichen
Beurteilung ist hier
bereits
zu bemerken
, dass insoweit nachvollziehbar und schlüssig
dar
gelegt wurde
,
weshalb
a
us
rheumatologischen
Gründen
von einer
100%igen
Ar
beits
un
fähigkeit
in angestammter Tätigkeit
seit
April 2012
auszugehen ist
(
Urk.
6/94/17). Die
einjährige Wartezeit
ist daher
o
hne
W
eiteres erfüllt (vgl. Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG).
U
nter diesen Umständen
wäre die
Beschwerdegegne
rin
vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Oktober 2014
dazu gehal
ten gewesen
zu überprüfen, ob der
Beschwerdeführer mit der ab Juni 2014 at
te
stierten 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
ein rente
nausschliessendes
Erwerbseinkommen erzielen kann oder ob ein
ren
ten
anspruchsbegründender
Invaliditätsgrad resultiert.
Dies wird nachzuholen sein.
4.3
Hinsichtlich der
retrospektive
n
gutachterlichen
Beurteilung der
B._
ist
vorab erneut
zu bemerken, dass sie in somatischer Hinsicht überzeugt. Für den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht wird für die Zeit zwischen A
pril 2012 und Herbst 2013 lediglich auf die behandelnden Psychiater verwie
sen
. Zwischen Herbst 2013 und Juni 2014 habe eine Besserung der Arbeitsfä
higkeit stattgefunden, wobei der genaue Verlauf in dieser Zeitspanne nicht se
riös be
schrieben werden könne (
Urk.
6/94/17).
Es erscheint fraglich, ob
und in
wieweit
in diesen Ausführungen überhaupt eine eigenständige Beurteilung der Arbeits
fähigkeit zu erblicken ist. Sie lassen jedenfalls
zumindest
ausser Acht, dass das polydisziplinäre Gutachten unter anderem zur Klärung der Diskrepanz
zwischen der
von den behandelnden Psychiatern attestierten hohen Arbeitsun
fähigkeit und der eher wenig ausgeprägten psychischen Störung
(beziehungs
weise Symp
to
matik) in Auftrag gegeben wurde (Urk.
6/94/3
,
6/94/20
und 6/94/28
; vgl.
Urk.
6/100/5
). Vor diesem Hintergrund
wäre
eine kritische Ausei
nandersetzung
mit den betreffenden Arztberichten und den darin vorgenomme
nen
Arbeits
fähig
keitsbeurteilungen
zu erwarten
.
Eine solche fand nicht statt
(vgl.
Urk.
6/94/12 und
6/94/20 ff.
)
.
Es wurde einzig und insoweit auch noch nachvollziehbar be
merkt, dass ab dem Beginn der stationären Behandlung vom 2
3.
April 2012 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten vor
gelegen habe (
Urk.
6/94/30)
. Die Entlassung
erfolgte
jedoch
bereits am 31. August 2012 (vgl.
Urk.
6/12/7 und 6/18/12
).
Mangels
einer
Diskussion der Berichte der nachbe
han
delnden Psychiater erweist sich das
Gutachten der
B._
ab diesem Zeitpunkt
als unvollständig und nicht schlüssig begründet.
Es wird in diesem Punkt zu ergänzen sein.
Daran vermag auch nicht
s
zu ändern, dass bei der
psychiatrischen Beurteilung
offenbar berücksichtigt wurde
, dass
– nach einer gewissen Besserung der Symp
tomatik –
im September/Oktober 2013 eine Potentialerhebung durch
die
Z._
stattgefunden hatte, worauf
die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Ver
sicher
ten
durch physische und psychische Instab
i
lität und eine deutliche Ver
lang
sa
mung
noch als stark beeinträchtigt beschrieben
wurde
.
Insbesondere ver
mag der
vom psychiatrischen Gutachter
daraus gezogene Schluss, o
ffen
sichtlich hätten
sich der psychische Zustand
und die Leistungsfähigkeit
seit
Herbst 2013
bis zum
aktuellen Untersuchungszeitpunkt verbessert (U
rk.
6/94/14
,
6/94/29
und
6
/94/30
)
,
nicht zu überzeugen
. Aus dem
Ergebnis der Potentialabklärung durch die
Z._
l
ässt
sich
nämlich
nicht ohne
W
eiteres
folgern, wie sich der
psychische Gesund
heitszustand und
die sich
daraus erge
bene
n
Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit
zum damaligen Zeitpunkt prä
sentierten
.
Dies muss umso mehr gelten, als im Schlussbericht der
Z._
nebst den psychischen
auch die somatischen Einschränkungen, namentlich diejenigen durch die Polyarthritis berücksichtigt wurden
(
Urk.
6/61
/3 und 6/61/4
)
.
Die An
nahme einer ab Herbst 2013
(mit der
Z._
-Abklärung als Referenzpunkt)
ein
getretenen Verbesserung erscheint dahe
r als fraglich,
zumindest aber
nicht als
schlüssig begründet
.
Der Verlauf zwischen Ende November
2013
und der Begutachtung ist nicht an
satzweise dokumentiert und wurde dementsprechend auch bei der gutachterli
chen
Einschätzung offen gelassen
(
Urk.
6/94/17)
.
Auch in diesem Punkt besteht
Klä
rungs
- und
Ergänzungsbedarf.
Aus dem Gesagten folgt, dass sich mit dem Gutachten der
B._
der
retro
spektive
Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepass
ten
Tätigkeit nicht beurteilen lässt
, da es in psychiatrischer Hinsicht
unvollstän
dig und nicht überzeugend
ist
.
Mit den übrigen vorhandenen medizinischen Unter
lagen lässt sich der hier zur Diskussion stehende Sachverhalt ebenfalls nicht beurteilen, ungeachtet der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
recht
liche
Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen
und Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc
)
,
ebenso
der
noch
zu thematisierenden Kontroversen
.
Das Gut
achten der
B._
ist daher –
nach dem
Beizug
weiterer Berichte der behan
delnden Psychiater be
züglich des
bis
anhin nicht dokumentierten Zeitraums von
Ende November
2013
bis
zur
Begutachung
(v
gl. auch Urk.
6/97/3)
– zu ergän
zen.
Dabei wird unter anderem auch zu klären sein, weshalb die sowohl vom Beschwerdeführer selbst
(
Urk.
6/17) als auch ärztlicherseits festgestellten Ver
besserungen nicht deut
li
cher
in der
attestierten Arbeitsfähigkeit zum Ausdruck kamen (vgl.
Urk.
6/28 und
6/32). Ebenso stellt sich die Frage, ob und inwieweit invaliditätsfremde Fakto
ren
,
wie zum Beispiel das Alter des Be
schwerdeführers und die damit verbundenen
Limitierungen
,
in die
jeweiligen
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
en der behandeln
den
Psychiater
Eingang fanden.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht zwischen Ende November 2013 und der Begutachtung (Juni 2014) gänzlich ungeklärt ist.
Überdies erweist sich das Gutachten der
B._
aus den dargelegten Gründen in wesentlichen Punkten als ergänzungsbedürftig. Unter diesen Umständen erscheint es gerechtfertigt,
die Beschwerdegegnerin mit den ergänzenden Sachverhaltsabklärungen
zu be
trauen
(BGE 137 V 210 E.
4.4.1.4).
Anschliessend wird
sie
eine
korrekte
Ermittlung
des Invaliditätsgrades vorzunehmen haben, welche der zum Teil noch zu eruierenden und der ab Juni 2014 bereits festgestellten
Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepass
ten Tä
tigkeit Rechnung trägt
.
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und
die Sache ist zur Vornahme der erforderlichen Weiterungen sowie zu neuer Entscheidung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
Dem Ausgang entsprechend
sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin als unter
liegender Partei aufzuerlegen
(BGE 137 V 210 E. 7.1)
.
5.2
Ebenso hat
der Beschwerdeführer
Anspruch auf Ersatz der
Par
teikosten
(§ 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Ent
schädigung wird ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Ob
siegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint
eine auf
Prozessents
chädi
gung
von Fr. 1‘6
00.-- (inklusive Barauslagen und Meh
r
wertsteuer) als ange
messen.