# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 66cc58e6-15c0-59d2-b350-417dc526f075
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Verfügung vom 5. Oktober 2021 teilte die Abteilung Hochbau der Ge-
meinde Y der X AG mit, seitens der Baudirektion Kanton Zürich sei sie dar-
über in Kenntnis gesetzt worden, dass bei der Mobilfunk-Antennenanlage auf
dem Gebäude an der M.-Strasse 6b in Z (Y) (Grundstück Kat.-Nr. 1) ohne
Einholung der erforderlichen Baubewilligung das Standortdatenblatt mit Kor-
rekturfaktoren <1 aktiviert worden sei, und forderte die X AG auf, umgehend
den bewilligungskonformen Zustand herzustellen. Zugleich wies die Vo-
rinstanz darauf hin, die Aktivierung von Standortdatenblättern mit Korrek-
turfaktoren <1 dürfe erst umgesetzt werden, wenn eine rechtskräftige Bau-
bewilligung vorliege. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wir-
kung entzogen.
B.
Mit Eingabe vom 11. Oktober 2021 erhob die X AG fristgerecht Rekurs an
das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung sowie in prozessualer Hinsicht die superproviso-
rische und alsdann vorsorgliche Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-
kung, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MWST, zulasten
der Rekursgegnerin.
C.
Mit Präsidialverfügung vom 13. Oktober 2021 wurde vom Rekurseingang
Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. Zugleich
wurde der Antrag der Rekurrentin auf superprovisorische Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung abgewiesen und der Vorinstanz Frist ange-
setzt, um zur Frage der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung Stel-
lung zu nehmen.
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D.
Mit Eingabe vom 19. Oktober 2021 teilte die Vorinstanz mit, am Entzug der
aufschiebenden Wirkung werde aus kommunaler Sicht nicht weiter festge-
halten. Zugleich beantragte sie die einstweilige Sistierung des Rekursverfah-
rens. Mit Präsidialverfügung vom 26. Oktober 2021 wurde die aufschiebende
Wirkung des Rekurses wiederhergestellt und die Rekurrentin eingeladen,
zum Sistierungsbegehren Stellung zu nehmen. Nachdem innert Frist keine
Stellungnahme eingereicht worden war, wurde der Antrag auf Sistierung des
Rekursverfahrens mit Präsidialverfügung vom 10. November 2021 abgewie-
sen.
E.
Mit Vernehmlassung vom 12. November 2021 beantragte die Vorinstanz, der
Rekurs sei abzuweisen, sofern darauf einzutreten sei, unter Kostenfolge zu-
lasten der Rekurrentin.
F.
Mit Replik vom 6. Dezember 2021 und Duplik vom 10. Januar 2022 hielten
die Parteien an ihren Anträgen fest. Die Rekurrentin hat mit Eingabe vom
18. Januar 2022 tripliziert.
G.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Die Rekurrentin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung ohne Wei-
teres im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) sowie
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§ 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) zur Rekurserhe-
bung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind,
ist auf den Rekurs einzutreten. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn die
angefochtene Verfügung mit der Rekurrentin als Zwischenentscheid qualifi-
ziert würde (vgl. zur Auslegung des Anfechtungsobjekts näher E. 4.2), da
insoweit – aufgrund der zumindest für die Dauer eines allfälligen Bewilli-
gungsverfahrens zu unterlassenden Anwendung des Korrekturfaktors – je-
denfalls von einem zur Anfechtung berechtigenden nicht wieder gutzuma-
chenden Nachteil im Sinne von § 19a Abs. 2 VRG in Verbindung mit Art. 93
Abs. 1 lit. a des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) auszugehen wäre.
2.
Das Grundstück, auf dem sich die streitbetroffene Mobilfunk-Antennenanla-
ge befindet, liegt in der Gewerbezone G gemäss BZO der Gemeinde Y. Mit
Beschluss vom 7. Februar 2019 erteilte der Gemeinderat Y die entspre-
chende Baubewilligung (act. 5.1; Standortdatenblatt vom 6. November 2018
[Revision 1.13; act. 5.2]), wobei später eine Anpassung der Antennenpattern
erfolgte (Standortdatenblatt vom 11. April 2019 [Revision 1.15; act. 5.3]). Mit
Schreiben vom 23. August 2021 (act. 5.6) teilte die Rekurrentin dem Amt für
Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) unter Einreichung des entspre-
chend angepassten Standortdatenblattes vom 1. Juni 2021 (Revision 1.17;
act. 14.7) sinngemäss mit, dass sie – unter anderem – für die fragliche An-
tennenanlage einen Korrekturfaktor zur Anwendung bringen werde, was ge-
mäss Angaben der Rekurrentin ab dem 25. August 2021 erfolgte (act. 2 Rz.
22).
3.1.
Vorauszuschicken ist, dass der Schutz der Umwelt vor nichtionisierender
elektromagnetischer Strahlung im Umweltschutzgesetz (USG) sowie in der
Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) gere-
gelt wird. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) konkretisierte die NISV mit
Vollzugsempfehlungen (Mobilfunk- und WLL-Basisstationen, Vollzugsemp-
fehlung zur NISV, BUWAL/BAFU, Bern 2002 [Vollzugsempfehlung zur
NISV]) und diversen diesbezüglichen Nachträgen (zuletzt mit dem Nachtrag
vom 23. Februar 2021 betreffend adaptive Antennen [Bundesamt für Umwelt
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BAFU, Adaptive Antennen, Nachtrag vom 23. Februar 2021 zur Vollzugs-
empfehlung NISV, im Folgenden: Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur
NISV]).
Die Rekurrentin beruft sich darauf, gemäss der Übergangsregelung im Nach-
trag zur Vollzugsempfehlung zur NISV gelte bei bereits vor Inkrafttreten des
Nachtrags mittels "worst-case"-Betrachtung bewilligten adaptiven Antennen
die Inbetriebnahme des Korrekturfaktors nicht als Änderung im Sinne von
Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 NISV, wenn sich die bewilligte Sendeleistung unter
Berücksichtigung des Korrekturfaktors nicht ändere, weshalb der Behörde
lediglich ein aktualisiertes Standortdatenblatt einzureichen sei. Wenn die Vo-
rinstanz entgegen dieser Übergangsregelung sowie der Regelung in
Art. 11 NISV für die Anwendung des Korrekturfaktors die Einreichung eines
ordentlichen Baugesuchs verlange und die Wiederherstellung des bewilli-
gungskonformen Betriebs gemäss Standortdatenblatt Revision 1.15 vom
11. April 2019 anordne, sei dies nicht rechtmässig, rein politisch motiviert,
willkürlich und verstosse gegen die derogatorische Kraft des Bundesrechts
gemäss Art. 49 der Bundesverfassung (BV). Mit der Inbetriebnahme des
Korrekturfaktors änderten sich weder der bisher massgebliche Betriebszu-
stand noch die bisher bewilligte Sendeleistung. Die Änderung der Anlage
führe nicht zu einer Erhöhung der elektromagnetischen Strahlung, weshalb
den Nachbarn kein Anspruch auf rechtliches Gehör zukomme. Zudem könne
sich die Rekurrentin auf den Schutz ihres berechtigten Vertrauens berufen,
da über eine bereits bewilligte adaptive Antenne nicht erneut ein Bewilli-
gungsverfahren geführt werden könne. Das BAFU sei zum Erlass der fragli-
chen Vollzugsempfehlung zuständig und der Bund gestützt auf Art. 49
Abs. 2 BV kompetent, den Kantonen Weisungen zu erteilen. Da die ange-
fochtene Verfügung aufgrund ihres Zusammenhangs mit einem Baubewilli-
gungsverfahren als vorsorgliche Massnahme zu qualifizieren sei und der Er-
lass vorsorglicher Massnahmen auf einer prima vista-Beurteilung der Sach-
und Rechtsfragen beruhe, habe die Vorinstanz die Rechtslage noch gar nicht
im Sinn der Vollzugsempfehlung des BAFU prüfen können, so dass aufgrund
des Widerspruchs zum übergeordneten Bundesrecht auch ein Verstoss ge-
gen Art. 49 Abs. 1 BV vorliege. Daran ändere auch die kantonale Autonomie
in Verfahrensfragen nichts. Das Bundesrecht regle den Immissionsschutz
abschliessend in der NISV. Mit Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 NISV habe der Bund
konkretisiert, in welchen Fällen eine Änderung der Anlage die Voraussetzun-
gen von Art. 22 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes (RPG) erfülle. Darauf
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abgestimmt habe auch die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konfe-
renz (BPUK) in ihren Empfehlungen zur Bewilligung von Mobilfunkanlagen
vom 19. September 2019 (im Folgenden: BPUK-Empfehlungen) vorgese-
hen, dass kein Baubewilligungsverfahren zu durchlaufen sei, wenn keine Än-
derung im Sinn der NISV vorliege. Weiter überschreite die Vorinstanz auch
klar ihr Ermessen, da von Verwaltungsverordnungen nicht ohne Not abgewi-
chen werden dürfe, wobei eine Prüfung des Vorliegens triftiger Gründe für
eine Abweichung im Rahmen vorsorglicher Massnahmen ebenfalls unzuläs-
sig sei. Zudem liege ein Verstoss gegen Art. 1 des Fernmeldegesetzes
(FMG) vor. Schliesslich seien auch die übrigen Voraussetzungen zum Erlass
vorsorglicher Massnahmen nicht eingehalten, da keine triftigen bzw. wesent-
lichen Gründe für die angefochtene Anordnung ersichtlich seien, namentlich
auch nicht im Hinblick auf den Immissionsschutz. Die angefochtene Verfü-
gung sei weder geeignet noch erforderlich, um betroffene Nachbarn in ihrer
Gesundheit besonders zu schützen, da diese von vornherein nicht gefährdet
seien. Demgegenüber müsste die Rekurrentin erhebliche Nachteile in Kauf
nehmen, wenn die adaptiven Antennen (wiederum) auf unbestimmte Zeit
ohne Korrekturfaktoren zu betreiben wären, da auf eine kurzfristig bei Bedarf
abrufbare Mehrleistung von ca. 9 dB und die damit bewirkte Verbesserung
der Abdeckung von 5G-Dienstleistungen sowie die korrespondierende Ent-
lastung des 4G-Netzes zu verzichten wäre und überdies Verunsicherung bei
den Kunden und Wettbewerbsnachteile resultieren würden. Im Übrigen zeige
sich die Unverhältnismässigkeit der angefochtenen Verfügung auch daran,
dass die Vorinstanz selbst davon ausgehe, dass der Betrieb mit dem ange-
gebenen Korrekturfaktor mit Durchführung eines ordentlichen Baubewilli-
gungsverfahrens "legalisiert" werden könne.
3.2.
Die Vorinstanz weist vernehmlassungsweise darauf hin, die Mobilfunkbetrei-
berinnen seien von der kantonalen Baudirektion bereits am 2. März 2021 und
am 8. Juli 2021 schriftlich darauf hingewiesen worden, dass die Aktivierung
von Korrekturfaktoren <1 auch bei bereits bewilligten adaptiven Antennen im
Kanton Zürich derzeit allein gestützt auf eine ordentliche Baubewilligung zu-
lässig sei. Dies entspreche auch der Rechtsprechung des Baurekursgerichts
des Kantons Zürich sowie des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern. Be-
züglich der geltend gemachten Verletzung von Bundesrecht wird sodann
ausgeführt, beim Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV handle es sich
um eine Vollzugshilfe, womit es den Vollzugsbehörden frei stehe, andere
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Vollzugslösungen zu wählen, sofern diese rechtskonform seien. Aus Art. 74
Abs. 3 und Art. 75 Abs. 1 BV sowie Art. 25 Abs. 1 RPG lasse sich ableiten,
dass die Vollzugshoheit und damit der Entscheid, in welchem Verfahren die
Aktivierung von Korrekturfaktoren <1 für adaptive Antennen zu erfolgen
habe, bei den Kantonen liege. Inwiefern ein Verstoss gegen Art. 1 FMG vor-
liegen solle, vermöge die Rekurrentin nicht darzutun.
3.3.
Im Rahmen der Replik legt die Rekurrentin – unter Bezugnahme auf den
Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV sowie ein von ihr und weiteren
Mobilfunkbetreiberinnen eingeholtes Gutachten von Prof. Dr. Isabelle Häner
vom 24. Juni 2021 sowie den entsprechenden Nachtrag vom 4. August 2021
– erneut dar, weshalb ihres Erachtens die – unter anderem in der bisherigen
Rechtsprechung des Baurekursgerichts vertretene – Ansicht, wonach die Ak-
tivierung eines Korrekturfaktors bei bereits bewilligten adaptiven Antennen
als Änderung im Sinne der NISV zu gelten habe und einer Baubewilligungs-
pflicht unterliege, unzutreffend sei.
Die Vorinstanz verweist in der Duplik auf das im Auftrag der BPUK erstellte
Rechtsgutachten des Instituts für Schweizerisches und Internationales Bau-
recht vom 7. Juni 2021 (Prof. Dr. Jean-Baptiste Zufferey et al., Die anwend-
baren kantonalen Verfahren zur Implementierung der 5G-Mobilfunkanten-
nentechnologie, im Folgenden: Gutachten Zufferey), welches darlege, dass
aus Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 NISV nicht geschlossen werden könne, dass
Anpassungen einer Mobilfunkanlage, die nicht als Änderung im Sinne der
NISV qualifiziert würden, nicht baubewilligungspflichtig seien. Es sei davon
auszugehen, dass die Aktivierung von Korrekturfaktoren und die Notwendig-
keit einer zeitlichen Mittelung zur Einhaltung des Anlagegrenzwerts eine we-
sentliche betriebliche Änderung darstellten und ein Interesse der Öffentlich-
keit und insbesondere der einspracheberechtigten Nachbarn an einer vor-
gängigen Kontrolle bestehe.
In der Triplik weist die Rekurrentin auf die per 1. Januar 2022 in Kraft getre-
tene Änderung der NISV (vgl. hierzu E. 5.1) hin.
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4.
Nach dem bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft stehenden Recht wäre der
Rekurs aus den nachstehend genannten Gründen abzuweisen gewesen:
4.1.
Die seitens der Rekurrentin in Abrede gestellte Bewilligungspflicht für die Ak-
tivierung eines Korrekturfaktors bei bereits bewilligten adaptiven Mobilfunk-
Antennenanlagen wurde vom Baurekursgericht erstmals in BRGE III
Nr. 0091/2021 vom 14. Juli 2021, E. 6.5 (publiziert auf der Website des Bau-
rekursgerichts, www.baurekursgericht-zh.ch), und sodann in konstanter
Rechtsprechung bejaht. Dies mit folgender Begründung:
Die in der Übergangsbestimmung des Nachtrags zur Vollzugshilfe zur NISV
genannte "Anpassung des Betriebs" von adaptiven Antennen, die vor dem
Inkrafttreten des Nachtrags nach dem "worst-case"-Szenario – wonach
adaptive Antennen wie konventionelle Antennen behandelt werden, indem
auf einen Zustand abgestellt wird, bei welchem gleichzeitig in alle Richtun-
gen die maximal mögliche Sendeleistung abgestrahlt wird (vgl. Nachtrag zur
Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 8) – bewilligt worden sind, bedeutet im We-
sentlichen was folgt: Bei einer adaptiven Antenne n wird nunmehr ein Kor-
rekturfaktor KAA auf die maximal mögliche Sendeleistung ERPmax,n angewen-
det, wobei dieser Korrekturfaktor KAA von der Antennengrösse, ausgedrückt
in der Anzahl Sub-Arrays, abhängig ist und einem Wert von ≥ 0,1 entspricht.
Die massgebende Sendeleistung ERPn der adaptiven Antenne n beträgt
ERPn = KAA x ERPmax,n. Diese massgebende Sendeleistung ERPn wird in das
Standortdatenblatt eingetragen und in Kombination mit den umhüllenden An-
tennendiagrammen zur Berechnung der elektrischen Feldstärke verwendet,
um zu prüfen, ob der Anlagegrenzwert an den Orten mit empfindlichen Nut-
zung eingehalten ist (vgl. Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 8 ff;
vgl. auch Erläuterungen zu adaptiven Antennen und deren Beurteilung ge-
mäss der NISV vom 23. Februar 2021 [im Folgenden: Erläuterungen zum
Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV], S. 21). Eine Anpassung von
bereits nach dem "worst-case"-Szenario bewilligten adaptiven Antennen hat
mithin zur Folge, dass die maximale Sendeleistung ERPmax,n (Eingangsleis-
tung multipliziert mit dem maximalen Antennengewinn) erhöht werden kann,
ohne dass sich dies rechnerisch auf die für die Berechnung der elektrischen
Feldstärke massgebende Sendeleistung (ERPn) auswirkt. Entgegen dem
Nachtrag zur Vollzugsempfehlung bedeutet die Erhöhung der maximalen
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Sendeleistung ERPmax,n eine Änderung der bestehenden Anlage im Sinne
von Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 lit. d NISV (wo die Erhöhung der ERP über den
bewilligten Höchstwert hinaus als Änderung einer Anlage qualifiziert wird).
Dies gilt auch dann, wenn die um den Korrekturfaktor KAA rechnerisch redu-
zierte Sendeleistung ERPn nicht über den bislang bewilligten Höchstwert hin-
ausgeht. Massgebend ist die Erhöhung der tatsächlichen maximalen Sende-
leistung. Die Einhaltung der Grenzwerte der geänderten Anlage ist anhand
des aktualisierten Standortdatenblattes in einem Baubewilligungsverfahren
zu prüfen und es ist darüber in einem baurechtlichen Entscheid zu befinden.
Zu prüfen ist namentlich die Anwendung des Korrekturfaktors auf die zu er-
höhende Sendeleistung ERPmax,n, mithin die Ermittlung des massgebenden
Betriebszustandes gemäss Anhang 1 Ziff. 63 NISV (wonach als massgeben-
der Betriebszustand der maximale Gesprächs- und Datenverkehr bei maxi-
maler Sendeleistung gilt), der sich gegenüber der "worst-case"-Betrachtung
ändert. Es geht darum nicht an, in Bezug auf die Frage, ob eine Änderung
der Anlage vorliegt oder nicht, erst bei der reduzierten Sendeleistung ERPn
anzusetzen. Dies zumal es im realen Betrieb vorkommen kann, dass die
Sendeleistung ERPn kurzzeitig überschritten wird (im Maximum bis zur ma-
ximal möglichen Sendeleistung ERPmax,n; vgl. Erläuterungen zum Nachtrag
zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 22) und die Voraussetzungen dafür
(namentlich eine automatische Leistungsbegrenzung) zu prüfen sind.
Seitens der Rekurrentin werden keine Gründe namhaft gemacht, welche hin-
sichtlich der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage eine Ände-
rung dieser Rechtsprechung nahelegen würden. Unbehelflich ist zunächst
der Hinweis, wonach trotz Aktivierung des Korrekturfaktors der massgebliche
Betriebszustand unverändert bleibe, ist doch die Rechtsprechung des Bau-
rekursgerichts wie aufgezeigt in dieser Frage aus den genannten Gründen
zu einer abweichenden Einschätzung gelangt. Ebenso wenig vermögen die
rekurrentischen Ausführungen, wonach keine weiteren immissionsrechtlich
relevanten Auswirkungen auf die Umwelt entstünden, zu verfangen. Nach-
dem sich die Bewilligungspflicht gemäss der referierten Rechtsprechung auf
die Subsumtion der nachträglichen Aktivierung eines Korrekturfaktors unter
die in Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 lit. d NISV umschriebene Änderung einer An-
lage durch Erhöhung der ERP stützte, wäre die Frage der konkreten immis-
sionsrechtlichen Auswirkungen erst Gegenstand des entsprechenden nach-
gelagerten Bewilligungsverfahrens gewesen. Fehl geht weiter die Berufung
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auf die Zuständigkeit des BAFU zum Erlass des Nachtrags zur Vollzugsemp-
fehlung zur NISV, ist doch nicht etwa diese Zuständigkeit, sondern vielmehr
die materielle Übereinstimmung der im Nachtrag enthaltenen Übergangsre-
gelung mit den Vorgaben der NISV in Zweifel gezogen worden. Entspre-
chend stösst denn auch das Vorbringen einer Verletzung der derogatori-
schen Kraft des Bundesrechts ins Leere: Nicht nur kommt einer Vollzugs-
empfehlung selbst keine rechtssetzende Funktion zu; vor allem wird mit der
Rechtsprechung, wonach die nachträgliche Aktivierung eines Korrekturfak-
tors einem spezifischen Anwendungsfall der in der NISV umschriebenen Än-
derungen einer Anlage entspreche, gerade zum Ausdruck gebracht, dass
damit der – damals geltenden – NISV, mithin dem Bundesrecht selbst, gegen
eine als unzutreffend erkannte Auslegung im Rahmen der Vollzugsempfeh-
lung zum Durchbruch verholfen werden soll. Gleiches gilt sodann hinsichtlich
des spezifischen Vorbringens, wonach der Vorinstanz im Rahmen einer als
vorsorgliche Massnahme zu qualifizierenden Verfügung (vgl. zur Qualifika-
tion nachstehend E. 4.2) schon aufgrund der bloss summarischen Beurtei-
lung sich stellender Rechtsfragen eine Überprüfung der Rechtmässigkeit der
Vollzugsempfehlung verwehrt gewesen sei. Auch dies trifft schon aufgrund
des fehlenden Rechtscharakters der Vollzugsempfehlung nicht zu; vor allem
aber war die Vorinstanz – auch unter Zugrundelegung des rekurrentischen
Arguments einer blossen prima facie-Beurteilung – nicht nur berechtigt, son-
dern sogar verpflichtet, die Frage der Bewilligungspflicht zu prüfen, wobei sie
zur Bejahung einer solchen Pflicht umso mehr Anlass hatte, als sich ihre Ein-
schätzung damit, wie aufgezeigt, mit der einschlägigen und publizierten
Rechtsprechung des Baurekursgerichts deckte. Ins Leere zielt in diesem
Kontext auch das Argument, wonach mit Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 NISV die
Vorgaben von Art. 22 Abs. 1 RPG konkretisiert worden seien (vgl. zu dieser
Frage bezüglich des neuen Rechts E. 5.3.2), da sich die baurekursgerichtli-
che Rechtsprechung zum bisher geltenden Recht wie dargelegt gerade auf
das Vorliegen eines Anwendungsfalls von Anhang 1 Ziff. 62 Abs. 5 NISV
beruft. Von vornherein unbehelflich ist schliesslich die sinngemässe Beru-
fung auf den Vertrauensschutz, da das Bestehen einer Bewilligung selbstre-
dend weitere Bewilligungsverfahren nicht ausschliessen kann, sofern sich
diese aufgrund der Art der in Aussicht genommenen Veränderungen als er-