# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** edd7e5c9-7c50-4e21-9426-c60c0ea0d7cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1974 geborene
X._
war von
1991
bis
2007
bei der
Garage
Y._
tätig (Urk. 6/9)
.
Am
1.
November 2007
meldete er sich unter Hinweis auf
eine Knieverletzung links und Kniebeschwerden rechts
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2)
. Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerb
liche Abklärungen und liess den Versicherten insbesondere polydisziplinär begut
achten (Expertise vom
1
1.
März 2011
; Urk.
6/62
/
3-40
).
Mit Verfügung vom 1
1.
August 2011 (Urk. 6/78) sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad v
on 100 % eine ganze Rente ab 1.
Januar 2008 zu.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
9.
August 2012 (Urk. 6/84) erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining bei der
Z._
(Urk. 6/104).
Am 2
1.
Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 6/113).
Die IV-Stelle leistete a
m 14.
Oktober 2014 erneut Kostengut
sprache für ein Arbeitstraining bei der
Z._
(Urk. 6/125) und sprach ihm am 2
7.
Februar 2015 (Urk. 6/132) eine Beratung und Begleitung in Form von Arbeitsvermittlung direkt zu. Des Weiteren wurde ihm am 2
0.
Mai 2015 ein Arbeitsversuch bei der
A._
AG, zugesprochen (Urk. 6/136), welcher per
3
0.
Juni 2015 vorzeitig beendet wurde (Urk. 6/140). Am
5.
November 2015 wurde die Arbeitsvermittlung erfolgr
eich abgeschlossen (Urk. 6/143), da d
er Versicherte
zu 30
% bei der
B._
GmbH angestellt
wurde
(
Urk.
6/160)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/163-164, Urk. 6/171
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
9.
März 2017 (Urk. 6/174
= Urk. 2
) die Rente auf.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
0.
April 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, die Verfügung vom
9.
März 2017
sei aufzuheben und es sei
die IV
Stelle anzuweisen, weiterhin eine ganze Rente zu gewähren. Eventuell sei die Sache unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die IV-Stelle zurück
zuweisen, verbunden mit der Anweisung, bei einer unabhängigen Gutachter
stelle ein aktuelles interdiszi
plinäres Gutachten einzuholen. Zudem sei d
ie von der IV-Stelle entzogene aufschiebende Wirkung ohne Verzug wiederherzustellen (S. 2).
Am
2
2.
Mai 2017
(Urk.
5
) beantragte die IV-Stelle die
teilweise Gutheis
sung
der Beschwerde
im Sinne einer Rückweisung
zur weiteren medizinischen Abklärung.
Mit Replik vom 1
9.
Juni 2017 (Urk. 9) hielt der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
8.
August 2017 auf eine Duplik (Urk. 11),
was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Oktober 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
9.
März 2017
(
Urk.
2) damit, dass
aufgrund der psychiatrischen Berichte von einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werde
(S. 1)
. Aus psychiatri
scher Sicht bestehe keine invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung mehr. In somatischer Hinsicht sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätig
keit zu 100 % zumutbar. Ein Einkommensvergleich
ergebe
einen Invaliditäts
grad von 15 %
(S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Mai 2017 (Urk. 5) führte die Beschwerdegegne
rin aus, die effektive Leistungsfähigkeit sei noch genauer medizinisch abzuklä
ren, weshalb in diesem Sinne die teilweise Gutheissung der Beschwerde bean
tragt werde (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die angefochtene Verfügung habe keine tragfähige sachliche und auch nur halbwegs medizinisch nachgewiesene Grundlage. Die blosse interne Ein
schätzung der Beschwerdegegnerin, ihm sei aufgrund der medizinischen Beur
teilung eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar, sei unhalt
bar (S. 12).
2.3
Strittig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten ganzen Rente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit der Rentenzusprache vom 11.
August 2011 (Urk.
6/78)
derart verbessert hat, dass nunmehr in einer
angepassten
Tätigkeit eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit besteht.
3.
3.1
Der ursprünglichen
Rentenzusprache vom 11. August 2011 (Urk.
6/78)
lag
im Wesentlichen
das
polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom 11. März 2011
(Urk. 6/62
/3-40
) zugrunde.
3.2
Die Gutachter des
C._
nannten die folgenden, hier gekürzt
an
geführten
Diagno
sen mit Auswirkung auf A
rbeitsfähigkeit (S. 34 Ziff. 5.3.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Epi
sode
-
akzentuierte, introvertierte, ängstlich-selbstunsichere Persönlichkeits
züge
-
Gonalgie
links
Zum Zeitpunkt der Untersuchung
f
i
nde sich
eine schwere depressive Sympto
ma
tik. Der Versicherte zeig
e
einen deutlich verminderten Antrieb,
sei
affektlabi
l
und ausgesprochen
anhedon
. Er zeig
e
Rückzugstendenzen bei deut
lich introver
tierten ängst
l
ich-selbstunsicheren Persön
l
ichkeitszügen, er ha
be
seine Sozial
kompetenz aufgegeben. Es besteh
e
des Weiteren eine deutliche Auffassungs
störung sowie eine Konzentrationsstörung,
und
eine erschwerte Fähigkeit, innere Zielsetzungen überhaupt zu spüren, geschweige denn umzu
setzen.
Aktuell
sei
deshalb der Versicherte aus psychischen Gründen in jeder Tätigkeit vollschichtig arbeitsunfähig. Zuerst
müsse
die depressive Sy
m
ptoma
t
ik deutlich bessern. Der Versicherte
sei
seit November 2010 zur Aufrechterhaltung einer geordneten Tagesstruktur, die zu Hause nicht mehr gewährleistet
geschienen habe
, in tagesklinischer Behandlung. Es
sei
abzuwarten, ob die depressive Fehl
entwick
l
ung aufgehellt werden
könne
. Aktuell
seien
keine beruflichen Mass
nahmen möglich
(S. 34 oben)
.
Von or
t
hopädischer Seite her aufgrund der organischen Einschränkung
würde
dem Versicherten eine mehrheitlich sitzende, teils stehende Tätigkeit im Wech
sel zumutbar
sein
. Es sollte sich dabei um eine leichtere Tätigkeit handeln. Der Versicherte sollte bei dieser Tätigkeit nicht knien oder in der tiefen Hocke arbeiten müssen, keine Treppen steigen und auch nicht auf Leitern arbeiten müssen. In einer derartigen Tätigkeit
würde
der Versicherte nach einer Einge
wöhnungszeit mit langsamer Steigerung der Arbei
t
s
l
eistung nach spätestens sechs Monaten g
a
nztags vollschichtig einsetzbar
sein
. Dies beschränk
e
sich aber auf die organischen Einschränkungen
(S. 35 Ziff. 5.3.3)
.
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom
2
3.
März 2011 (Urk. 6/64/6) aus, auf das
C._
-Gutachten könne abgestellt werden. Es sei von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit für die bisherige und angepasste Tätigkeiten (zunächst orthopädisch im Rahmen der
medizinischen Massnahmen nach Unfallgeschehen, ab 2008 psychiatrisch unfallfremd) auszugehen.
4.
4.1
Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
9.
März 2017
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgende Berichte vor:
4.2
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte mit Bericht vom 1
3.
Dezember 2012 (
Urk.
6/90
) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit 2009
(Ziff. 1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörung
mit länger dauernd
er depressiver Reaktion
,
die nach 6 Monaten in eine Depression übergangen
sei,
zurzeit mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.11).
-
Unfall vom 2
7.
Januar 2007, Sturz bei Eisglätte und daraus resultierende chronisch persistierende
Gonalgie
links mit
Quadrizepsatrophie
,
Fractura
patellae
Genus
sinistri
sin male
sanata
(ICD-10 F54)
-
Osteotomia
et
resectio
patellae
genus
sin.
Reosteosynthesis
cum
Zuggur
tung
am 1
9.
Mai 2012
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Autospengler
bestehe seit 2007 und auf weiteres eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit.
Eine angepasste Tätigkeit im Sinne einer leichten Arbeit ohne Stress sei i
m Frühling 2013, beginnend mit
vier
Stunden pro Tag möglich, weil die Kälte sich sehr negativ auf die Befindlichkeit des Patienten auswirke (Ziff. 1.7)
.
Die
Prognose
sei
eher günstig
(Ziff. 1.8)
.
4.3
Dr.
E._
nannte mit Bericht
vom 12.
August 2014 (
Urk.
6/122
) diesel
be
n
Diagnose
n
wie mit
Bericht
vom 13.
Dezember 2012 (vorstehend E. 4.2) und
erwähnte zusätzlich eine Drahtentfernung am 21. Juni 2014 (laut dem Patienten; Ziff. 1.1). Sie
führte aus, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit dem 1
1.
August 2014 zu 90 % arbeitsunfähig. In einer
angepasst
en
Tätigkeit
sei
ab sofort
eine
„echte Arbeit ohne Stress, begin
nend mit vier Stunden pro Tag“ möglich
(Ziff. 1.7)
.
Die Prognose sei eher güns
tig (Ziff. 1.8).
4.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, berichtete am 20. Februar 2015 (
Urk.
6/154/5-6
) über eine Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
8.
Februar 2015 und nannte fol
gende, hier gekürzt a
n
geführten Diag
nosen
(S. 1):
-
Knieschmerzen
links
-
p
anvertebrales Syndrom
Beim
Beschwerdeführer bestehe einerseits ein chronischer Knieschmerz links bei Status nach
Patellasehnenruptur
zirka 2007 mit mehreren Folgeoperationen und schwerer Muskelatrophie am Ober- und Unterschenkel mit entsprechender Instabilität und leichtem Hinken. Als zweites bestehe ein panvertebrales Syn
drom mit vorwiegenden Schmerzen thorakal, das aufgrund der Anamnese und der Klinik am ehesten im Rahmen ei
nes myofaszialen Schmerzsyndroms
gese
hen werden müsse. Radiologisch bestehe eine leichte Skoliose, ein Beckentief
stand rechts, eine Tendenz zur Hyperlordose sowie ein Status nach Morbus Scheuermann.
Der Beschwerdeführer
wolle ab dem
5.
April 2015 auf dem freien Markt wieder einen Job mit einem Pensum von zirka 50
% finden. Bis dahin wolle er die Schmerzen etwas reduzieren
(S. 2 unten)
.
4.5
Dr.
E._
nannte mit Bericht vom 2
2.
April 2016 (
Urk.
6/150
)
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.2):
-
chronifizierte Depression
-
mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F33.11)
-
Soziophobie
-
Status nach Autounfall (2001) mit Schleudertrauma
-
Sturz bei Eisglätte mit Knieverletzung, 2
7.
Januar 2007,
Gonalgie
links mit
Quadrizepsatrophie
(ICD-10 F54), persistierend
Die bisherige Tätigkeit könne der Patient nicht mehr ausüben. In einer Auto
werk
statt/beschützendem Rahmen sei er zu 30 % arbeitsfähig. Er verbringe zirka vier bis fünf Stunden pro Tag an seinem Arbeitsplatz (Ziff. 2.1). Seine Leistungs
fähigkeit sei zu
zirka
50 % vermindert (Ziff. 2.2). Die Prognose sei ungünstig, die Problematik sei schon chronifiziert (Ziff. 3.3).
4.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, nannte mit Bericht vom
2.
Mai 2016 (
Urk.
6/154/1-4
) die folgenden
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2)
:
-
Knieschmerzen links
-
c
hronisches Panvertebralsyndrom
-
chronische depressive Episode
In einer Autogarage mit leichten Arbeiten sei der Beschwerdeführer zu
30
% arbeitsfähig
.
Die Leistungsfähigkeit sei zu 50-70 % vermindert (Ziff. 2.1). Die Prognose sei offen, eher ungünstig (Ziff. 3.3).
4.7
Dr.
D._
, RAD, führte mit Stellungnahme vom 1
8.
Juni 2016
(Urk.
6/1
62/5) aus, gemäss Bericht von
Dr.
F._
vom 2
0.
Februar 2015
bestehe
eine 100
% A
rbeitsfähigkeit
in angepasste
n
und eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit für nicht angepasste Tätigkeiten.
4.8
Dr.
E._
nahm auf Wunsch der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk. 6/155) mit Schreiben vom 1
2.
August 2016 (
Urk.
6/157) zur aktuellen Situ
ation des Beschwerdeführers Stellung.
Sie führte insbesondere aus, wegen der chronischen körperlichen Begleiterkrankung (Knieproblematik rechts mit Knie- und Rückenschmerzen) und mehrjährigem Krankheitsverlauf mit unver
änderter Symptomatik ohne längerfristige Remission gehe es beim Patienten um einen ausgewiesenen sozialen Rückzug in fast allen Belangen des Lebens, so dass sich ein verfestigter
,
therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf zeige. Trotz konsequent durchgeführter ambulanter anti
depressiver medika
ment
öser Therapie
und Psychotherapie mit unter
schiedli
chem thera
peuti
schen Ans
atz von Gesprächstherapie über s
ystemische bis Ver
haltenstherapie bei nor
maler Motivation und Eigen
an
strengung des Patien
ten seien die Behand
lungs
ergebnisse unbefriedigend (S. 2).
5.
5.1
Dem Beschwerdeführer wurde
2011
rückwirkend per 200
8
eine ganze Rente zuge
sprochen. Die Rentenzusprache erfolgte in erster Linie gestützt auf ein polydisziplinäre
s
Gutachten des
C._
vom 1
1.
März 2011 (
vorstehend E. 3.2). Die Gutachter hatten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode, akzentuierte, introvertierte, ängstlich-selbst
unsi
chere Persönlichkeitszüge sowie eine
Gonalgie
links diagnostiziert und aus psychischen Gründen eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin vertrat in der angefochtenen Verfügung die Ansicht,
i
n somatischer Hinsicht
sei der Beschwerdeführer
in angepasster Tätigkeit
voll
ständig
a
rbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 2.1).
Sie stützte sich dabei auf den Bericht von
Dr.
F._
vom 2
0.
Februar 2015 (vorstehend E. 4.4, E. 4.7). Indes
kann
aus dem Bericht von
Dr.
F._
k
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
abgeleitet werden
.
Dr.
F._
führte zur Arbeitsfähigkeit einzig aus, dass der Beschwerdeführer ab dem
5.
April 2015 auf dem freien Markt wieder eine Anstellung mit einem Pensum von zirka 50 % finden wolle.
Weder handelt es sich dabei um eine objektive Einschätzung einer Arbeitsfähig
keit, noch attestiert
Dr.
F._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. In somatischer Hinsicht liegt einzig noch ein Bericht von
Dr.
G._
bei den Akten (vorste
hend E. 4.6)
.
Auch
gestützt darauf kann
k
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
ange
nommen werden
.
Dr.
G._
attestierte dem Beschwerde
führer seiner aktu
ellen Anstellung entsprechend eine 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer Autogarage mit leichten Arbeiten.
Dabei handelt es sich wiederum um keine objektive Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, und aus dem Bericht geht auch nicht
hervor, o
b es sich
bei der Tätigkeit in der Autogarage
um eine optimal angepasste Tätigkeit handel
t. Damit liegt in somatischer Hinsicht keine genügende fachärztliche Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers vor.
Im Übrigen erscheint die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auch mit Blick auf die durchgeführten beruflichen Eingliederungsmassnahmen nicht nach
vollziehbar. So
konnte im Rahmen eines
2013 bis
2014
bei der
Z._
in Dübendorf durchgeführten
Arbeitstraining
s
das Pensum von 50 % aufgrund der bestehen
den gesundheitlichen Instabilität nicht gesteigert werden (Urk. 6/115/14 unten). Das Arbeitstraining musste letztlich
abgebrochen werden (Urk. 6/113), da der Beschwerdeführer
eine Operation im Ausland geplant hatte (Urk. 6/115/14 unten).
Ein zweites Arbeitstraining konnte im Oktober 2014 mit einem Pensum von 50 % aufgenommen
,
aber nicht gesteigert
werden (Urk. 6/129/1
, Urk. 6/135/2-3
).
Im Rahmen einer Arbeitsvermittlung 2015 wurde
ebenfalls
ein Arbeitspensum von
nur
50-60 % als gesundheitlich zumutbar angedacht (Urk. 6/138/1).
Schliesslich trat der Beschwerdeführer eine Stelle
zu 30 %
bei der
B._
GmbH an, wo der Betreuungsauswand seine Produk
tivität überwog, sodass das Unternehmen sein Pensum im Mai 2016 nicht zu steigern gedachte (Urk. 6/152/2).
5.3
Gestützt auf die vorliegenden ärztlichen Unterlagen kann die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht nicht abschliessend beurteilt werden. Soweit die Beschwer
de
gegnerin - der reinen Aktenbeurteilung
des RAD-Arztes
folgend - da
von ausging, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll
schichtig arbeitsfähig sei (vgl. vorstehend E. 2.1), liegt dieser Einschätzung keine verlässliche medizinische Beurteilung zugrunde.
5.
4
Die Beschwerdegegnerin ging weiter davon aus, dass sich der psychische Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und nunmehr keine invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung mehr bestehe (vorstehend E. 2.1).
Aufgrund der Akten liegen tatsächlich Hinweise für eine Verbesserung des p
sychischen Gesundheitszustandes, und damit auch ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG
vor
(vgl. vorstehend E. 1.3)
. Während der Beschwer
deführer im Zeitpunkt der Rentenzusprache im Jahr
2011
an einer schweren Depression gelitten hatte, wurde vo
n der behandelnden Psychiaterin ab Dezem
ber 2012
eine mittelgradige Depression diagnostiziert
(E. 4.2 ff.)
.
5.5
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbsein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. No
vember 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
5.6
In psychischer Hinsicht liegt einzig
eine
von der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
vorgenommene
fachärztliche psychiatrische Beurteilung vor. Sie d
iagnostizierte im Dezember 2012
(vorstehend E. 4.2)
und
August 2014
(vorstehend E. 4.3)
eine Anpassungsstörung mit länger dauernder depressiver Reaktion, die nach 6 Monaten in eine Depression übergangen sei, zurzeit mit
telgradige depressive Episode
. Als
ICD-10
Klassifikation nannte sie jeweils F33.11, was einer rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syn
drom,
bei
gegenwärtig mittelgradige
r
Episode entspricht (
vgl. Weltgesundheits
organisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Ka
pitel V, Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
1
0.
Aufl., Bern 201
5
,
Ziff.
F
33.1
S.
179
).
Im April 2016 diagnostizierte Dr.
E._
eine
chronifizierte
Depression, mittelgradige depressive Episode
,
und eine Soziophobie (vorstehend E. 4.5). Als ICD-10 Klassifikation führte sie - soweit leserlich - einzig F33.11 auf. Obschon sie nunmehr andere Diagnosen nannte, führte sie nach wie vor die einer rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom,
bei
gegenwärtig mittelgradige
r
Episode
,
entsprechende Klassifikation auf, was nicht nachvollziehbar erscheint.
Ebenfalls unklar erscheint die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in psychia
tri
scher Hinsicht. Die Ausführungen der behandelnden Psychiaterin fielen dazu
äusserst
knapp aus. Während sie den Beschwerdeführer im Dezem
ber 2012 (vorstehend E. 4.2) und August 2014 (vorstehend E. 4.3) in einer „echten Arbeit ohne Stress, beginnend mit vier Stunden pro Tag“ arbeitsfähig hielt, ging sie im April 2016 von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit aus. Gleichzei
tig erwähnte sei eine um 50 % verminderte Leistungsfähigkeit.
5.7
Insgesamt
fehlt es
demnach
auch in psychiatrischer Hinsicht
an
einer
verlässli
chen medizinischen Grundlage zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und damit an der Grundlage für einen Entscheid.
5.
8
Die vorliegende medizinische Aktenlage lässt somit keine abschliessende Beur
tei
lung des strittigen Rentenanspruchs zu, weshalb sich eine
bi- beziehungs
weise
polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers a
uf
drängt. Hierfür ist die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ist es doch im Rahmen der ihr obliegenden Abklärungspflicht ihre Aufgabe, die medi
zinische Grundlage für die Entscheidfindung zu sch
affen (vorstehend E.
1.
6
).
Im Übrigen wird damit dem Antrag der Beschwerdegegnerin in der Beschwerde
antwort entsprochen; vgl. vorstehend 2.1).
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides und zur Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung dauert - unter Vorbehalt einer allfällig missbräuchli
chen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver
waltung - der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhe
bung einer Rente oder Hilflosenentschädigung verbundene Entzug der aufschieben
den Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an (BGE 106 V 18); diese Rechtsprechung hat das dama
lige Eidgenössische Versicherungsgericht mit einlässlicher Begründung im Jahr 2003 (BGE 129 V 370) und das Bundesgericht
in den Jahren
2010 (SVR 2011 IV Nr. 33 S. 96 mit Hinweisen, 8C_451/2010)
und 2017 (
Urteil des Bun
des
gerichts 9C_38/
2017 vom 2
1.
März 2017 E. 2.2.1)
bestätigt. Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist demnach in Ausnahmefällen zulässig. Ob eine solche Ausnahme vorliegt, hat das erstinstanzliche Gericht zu prüfen und gestützt auf
Art.
29
Abs.
2 der Bun
des
verfassung (BV) und
Art.
61 lit. h ATSG wenigstens in den Grundzügen zu begründen (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188, 229 E. 5.2 S. 236).
6.2
Die Frage nach der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung entscheidet sich anhand einer Interessenabwägung, bei welcher zu beurteilen ist, ob die Gründe für eine vorläufige Weiterzahlung der Leistungen oder diejenigen, die für die Einstellung dieser Leistung sprechen, überwiegen (vgl. BGE 124 V 88 f. E. 6a, 117 V 191 E. 2b; SVR 2001 KV Nr. 12 S. 31, Urteil des Bundesgerichts U
190/06 vom 1
3.
Juni 2006 E. 2). Dabei gewichtet die Rechtsprechung das Inte
resse der Verwaltung an der Vermeidung möglicherweise nicht mehr ein
bringlicher Rückforderungen gegenüber demjenigen von versicherten Personen, nicht in eine vorübergehende finanzielle Notlage zu geraten, regelmässig als vorrangig (Urteil des Bundesgerichts I 4/05 vom 2
0.
Januar 2005, E. 4.2, mit den Hinweisen auf BGE 105 V 269 E. 3 und AHI 2000 S. 185 E. 5).
6.3
Der Beschwerdeführer begründet sein Gesuch um Wiederherstellung der auf
schieben
den Wirkung im Wesentlichen damit, dass
die Einstellung der in den vergangen Jahren gewährten
ganzen
Rente der Invalidenversicherung
für ihn eine sehr grosse Härte bedeuten und ihn in die Sozialhilfe zwingen würde
(Urk. 1 S. 3 Ziff. 4)
.
6.4
Vorliegend hätte die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zur Folge, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer weiterhin eine ganze Rente
au
srichten müsste. Sofern sich bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung
herausstellt, dass die Aufhebung der Rente zu Recht erfolgte, hätte der Beschwerdeführer die bis zum Verfahrensabschluss materiell zu Unrecht bezo
ge
nen Leistungen zurückzuerstatten (vgl.
Art.
25
Abs.
1 ATSG). Dabei könnte
mangels gutgläubigen Bezugs
-
nicht von einer Rückforderung abge
sehen wer
den. Die Beschwerdegegnerin hat wegen der damit verbundenen admini
stra
ti
ven Erschwernisse und der Gefahr der
Nichteinbringlichkeit
offen
sichtlich ein erhebliches Interesse, eine solche Rückerstattungsforderung nach Möglichkeit zu vermeiden.
Es besteht somit keine Veranlassung, von der ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen und hier das Interesse des Beschwerdeführers, nicht in eine finanzielle Notlage zu geraten, ausnahmsweise höher zu gewichten als jenes der Verwaltung, Rückforderungen zu vermeiden, die nicht mehr oder nur schwierig erhältlich sind. Praxisgemäss würde selbst die Notwendigkeit des Bezugs von Sozialhilfe kein überwiegendes Interesse der versicherten Person an der (Weiter-) Ausrichtung von Leistungen zu begründen vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
7.
Mai 2008 8C_110/2008, E. 2.3).
6
.5
Demnach ist das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abzuweisen
zumal für die Annahme, dass die IV-Stelle einen mög
lichst frühen Revisionszeitpunkt missbräuchlich provoziert hätte, jede Grund
lage fehlt
.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
7
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Die Prozessentsch
ädigung ist gemäss Art. 61 lit.
g ATSG in Verbindung mit § 34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die Prozessentschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘300
.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.