# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7fedf175-adb1-4e93-8af0-6dac76fc39fa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, ist gelernter Bauingenieur (Urk. 9/2 Ziff. 6.2, Urk. 9/20 S. 3 Ziff. 3) und war zuletzt von Januar bis November 2015 bei der
Y._
AG in einem Pensum von 80 % angestellt (Urk. 9/23 Ziff. 2.9). Unter Hinweis auf eine Herzerkrankung sowie psychische Beschwerden meldete er sich am 18. Dezember 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/10 Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische (Urk. 9/21-22, Urk. 9/28, Urk. 9/31, Urk. 9/34) und erwerbliche (Urk. 9/18, Urk. 9/38, Urk. 9/23) Situation ab und führte am 11. Januar 2016 ein Standortgespräch mit dem Versicherten (Urk. 9/20). Am 13. April 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Durchführung beruf
licher Eingliederungsmassnahmen sei derzeit nicht möglich (Urk. 9/40).
1.2
Nachdem sich der Versicherte am 1
3.
Juli 2016 erneut für berufliche Eingliede
rungsmassnahmen bei der IV-Stelle gemeldet hatte (Urk. 9/53)
, erteilte die IV
Stelle m
it Schreiben vom 5. Oktober 2016 Kostengutsprache für eine Potential
abklärung vom 2
4.
Oktober bis 24. November 2016 (Urk. 9/61), welche am 11. November 2016 aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen wurde (Urk. 9/67 S. 1 Ziff. 2). Am 22. Dezember 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Urk. 9/71) und erteilte am 27. Februar 2017 Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 1. März bis 25. August 2017 (Urk. 9/84). Nachdem das Arbeitstraining per 15. Mai 2017 abgebrochen
worden war
(Urk. 9/102)
,
teilte die IV-Stelle am 27. Juni 2017 mit, die Eingliederungsberatung werde abgeschlossen (Urk. 9/107).
Nach weiteren medizinischen Abklärungen (Urk. 9/48, Urk. 9/50, Urk. 9/112, Urk. 9/115) und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/117, Urk. 9/121) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Oktober 2017 einen Rentenan
spruch des Versicherten (Urk. 9/126 =Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 26. Oktober 2017 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 27.
November 2017 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Rückweisung an die IV-Stelle zur weiteren Sach
verhaltsabklärung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2-3). Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 12. April 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Erwerbsunfähigkeit
ist
der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatri
sche Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktio
nellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V
281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämt
liche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen ein
zu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funk
tionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE
141 V 547 E. 2).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders
,
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26
Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
ex
pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entschei
denden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwal
tung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2017 (Urk. 2) führte die Beschwerdegegnerin aus, gemäss den bei den Akten liegenden Unterlagen wür
den die vorgebrachten Beschwerden keine erhebliche und langdauernde gesund
heitliche Beeinträchtigung begründen. Die in den Verlaufsprotokollen dokumen
tierten Aussagen und Gespräche würden überwiegend wahrscheinlich das Vor
liegen einer schweren depressiven Störung ausschliessen. Die Kündigung sei auf
grund zwischenmenschlicher Schwierigkeiten erfolgt.
Bei den Festan
stellungen in den vergangenen Jahren sei es wiederholt bereits nach einigen Monaten zu einer Arbeitsunfähigkeit gekommen. Dokumentiert seien Schwierig
keiten am Arbeitsplatz aufgrund mangelnder Sprach- oder Fachkenntnisse. Der Beschwer
deführer übe die Haushaltführung aus und betreue die Kinder. Dies schliess
e
eine seit August 2015 diagnostizierte schwere depressive Episode aus. Im Januar 2017 habe die Arbeitsfähigkeit trotz diagnostizierter Episode von 0 % auf 80 % gestei
gert werden können. Das Scheitern des Berufsalltags mit beteiligten Personen sei auf psychosoziale Begebenheiten zurückzuführen. Es sei eine vorübergehende Anpassungsstörung in Betracht zu ziehen, eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit liege jedoch nicht vor. Aus medizinischer Sicht sei die vom Behandler gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode nicht begründet und auch nicht nachvollziehbar (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort (Urk. 8) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, der Verlauf der Eingliederungsmassnahmen zeige, dass der Beschwerdeführer stark auf psychosoziale Belastungsfaktoren, wie Kritik am Arbeitsplatz, reagiere (S. 2 oben). Für die im mit der Beschwerde eingereichten Bericht des behandelnden Psychiaters vom 24. November 2017 genannte Ver
dachtsdiagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung seien keine objekti
ven Befunde erhoben worden (S. 2 Ziff. 4). Selbst wenn jedoch psychische Leiden vorlägen, würde das strukturierte Beweisverfahren aus rechtlicher Sicht kein invalidisierendes Leiden begründen. Die berufsbegleitend absolvierte Ausbildung und die grosse Motivation seien Ressourcen, welche die Arbeitsfähigkeit positiv beeinflussten. Die lediglich zweiwöchentlich geführten psychiatrischen Gesprä
che sowie die Tatsache, dass er noch nie stationär in einer psychiatrischen Klinik gewesen sei,
liessen
am Leidensdruck und am Schweregrad des psychischen Leidens zweifeln (S. 2 Ziff. 5).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, alle Arztberichte würden ausnahmslos die Diagnose einer schweren Depression enthalten, in keinem ein
zigen Bericht werde eine mittlere oder gar nur
leichte Depression diagnostiziert. Bereits die Berichte vom 9. Oktober
2
015 und 4. Januar 2016 würden eine
schwere depressive Episode nennen (S. 4
Rz
10). Dass er nach seinem Schlagan
fall wieder in einem Pensum von 50 % versucht
habe
zu arbeiten, sei einzig und allein seinem Willen und seiner Motivation zuzuschreiben (S. 5
Rz
12). Er habe sich nicht eingestehen wollen, dass er an einer schweren Depression leide und habe alles versucht, wieder einem geregelten Erwerb nachzugehen (S. 5
Rz
13). Die Angst, nie mehr arbeiten zu können, sei der Grund gewesen, weshalb er sich für einen Wiedereingliederungsversuch eingesetzt habe, obwohl die Beraterin dies noch nicht für angezeigt gehalten und der behandelnde Therapeut an seiner Sta
bilität gezweifelt habe (S. 6
Rz
16). Angesichts der aktenkundigen schweren depressiven Erkrankung sei es nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerde
gegne
rin behaupten könne, er leide nicht an einer erheblichen und langandauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung (S. 7
Rz
18). Sein Gesund
heitszustand habe sich seit dem Abbruch des Wiedereingliederungs
versuches nicht gebessert. Er schaffe es zei
tweise nicht einmal zu duschen. Sowohl der Therapeut als auch der Arzt würden im aktuellsten Verlaufsbericht von einer
chronifizierten
und thera
pieresistenten Depression ausgehen (S. 7 f.
Rz
20). Es sei völlig fehl am Platz
,
aus der (versuchten) Kinderbetreuung und Haushaltsführung den Schluss zu ziehen, er könne angesichts dessen nicht schwer depressiv sein. Es sei nich
t
mehr als natürlich und entspreche dem gesellschaftlichen System, dass sich Eltern um ihre Kinder kümmern und diese Aufgabe auch dann noch als Pflicht sehen und ernst nehmen würden, wenn sie krank seien (S. 9
Rz
27).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Nach einem Schlaganfall am 26. August 2015 war der Beschwerdeführer bis 2. September 2015 im
Z._
, Departement Medizin, hospitalisiert. In ihrem Austrittsbericht vom 7. September 2015 (
Urk. 9/21) nann
ten die Ärzte
im Wesentlichen
folgende Diagnosen (S. 1):
-
a
kuter ischämischer
zerebrovaskulärer
Insult am 26. August 2015
-
mittelschwere depressive Episode
-
unter medikamentöser und Psychotherapie
-
selten Panikattacken
Die erhobenen neuropsychologischen Befunde mit leichter Reaktionsver
langsa
mung und Verlangsamung der Informationsverarbeitung zusammen mit der Ver
haltensbeobachtung und der
Hypophonie
würden gut für Leistungsein
bussen im Rahmen einer affektiven Verstimmung sprechen. Zeichen schlaganfall
bedingter neuropsychologischer Auffälligkeiten hätten sich nicht gefunden. Der Beschwer
deführer sei durch eine leicht
dysphorische
Stimmungslage aufgefallen, welche
sich auch in Angst geäussert habe. Aus den Gesprächen sei hervorgegangen, dass er mit höchster Wahrscheinlichkeit seit jeher sensible und emotional labile Per
sönlichkeitszüge gezeigt habe. Der Beschwerdeführer sei aufgrund dieser und seit bereits längerer Zeit bestehende
r
psychosoziale
r
Belastungen bereits in psycho
logischer und antidepressiver Behandlung (S. 2 unten). Vom 27. Juli bis 9. Sep
tember 2015 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
3.2
Der behandelnde Psychologe
lic
. phil.
A._
, Psychologe FSP, sowie
Dr.
med.
B._
, Oberarzt,
C._
, Zentrum für Soziale Psychiatrie, Ambulatorium
D._
, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 9. Oktober 2015
(Urk. 9/28/4-7)
eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2
; Ziff. 4
).
Der Beschwerdeführer zeige die klassischen Symptome einer aktuell schweren depressiven Erkrankung mit Niedergeschlagen
heit, Gedankenkreisen (Grübeln), Unkonzentriertheit, Verzweiflung. Er leide unter Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit. Zusätzlich bestehe eine generalisierte Angst. Der Leidensdruck werde verstärkt, indem der Patient gegenüber seinem psychi
schen Zustand mit Unverständnis reagiere. Im Antrieb sei er stark eingeschränkt, empfinde alles als anstrengend, leide unter Energielosigkeit. Er habe öfters Gedanken der Sinnlosigkeit, wolle einfach nur fliehen. Einzig seine Verpflichtun
g
en
als Vater und Ehemann würden ihn davon abhalten, suizidal zu handeln (Ziff. 3). Vom 10. September bis 11. Oktober 2015 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer weiter nicht arbeitsfähig sein werde. Er versuche, ab 12. Oktober 2015 wieder in einem Pensum von 50 % zu arbeiten (Ziff. 5).
3.3
Die Ärzte des
Z._
, Departement Medizin, Neurologie, führten in ihrem Bericht vom 14. Dezember 2015 (Urk. 9/22/17-18) aus, bei Zustand nach am ehesten
kardioembolischem
Mediainfarkt rechts sei der Beschwerdeführer aktuell beschwerdefrei. Für Januar 2016 sei ein PFO-Verschluss vorgesehen. Hinsichtlich der depressiven Episode werde eine weitere ambulante psychiatrische Behandlung empfohlen (S. 2).
3.4
Am 4. Januar 2016 hielten
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
fest, der Beschwer
de
führer befinde sich nach wie vor in einem schweren depressiven Zustand mit Nieder
geschlagenheit, Antriebslosigkeit, ständigem Gedanken
kreisen, Schlaf
problemen und Appetitlosigkeit. Die verordneten Medikamente würden nicht die erwünschte Wirkung zeigen. Um mögliche Komplikationen zu ver
meiden, könne eine Medikationsänderung jedoch erst nach der bevor
stehenden Herzoperation durchgeführt werden (Urk. 9/28/1-3 Ziff. 1). Seit dem letzten Bericht vom 9. Oktober 2015
bis 31. Dezember 2015
bestehe
eine vollständige Arbeitsun
fä
higkeit.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer weiter arbeitsun
fähig sein werde (Ziff. 2 und 5).
3.5
In ihrem Bericht vom 13. Januar 2016 (Urk. 9/22/1-7) führten
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
bei unveränderter Diagnose (Ziff. 1.1) aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
6.
August 2015 zu 100 % arbeitsunfähig. Schon früher habe phasenweise eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Laut dem letzten Arbeitgeber habe auch bei 100%iger Arbeitsfähigkeit nur eine Leistung von 50 % bestanden, dies aufgrund von Einschränkungen in der Schnelligkeit und in schriftlichen Deutschkenntnissen (S. 1
lit
. a). Der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und in allen Modalitäten orientiert. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis im Gespräch seien unauffällig. Er berichte jedoch, dass er öfters Mühe habe, sich zu konzentrieren. Er mache sich ständig Gedanken, sei am Grübeln. Formale und inhaltliche Denkstörungen oder Wahn seien nicht
eruierbar
. Es sei eine generali
sierte Angst vorhanden. Es gebe keine Zwänge, keine Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Affektiv sei der Beschwerdeführer niedergeschlagen, verzweifelt und wirke orientierungslos. Der Antrieb im Gespräch sei unauffällig. Der Beschwerdeführer berichte jedoch, dass er unter Antriebslosigkeit leide, alles als anstrengend empfinde und unter Energielosigkeit leide. Er leide unter Schlaflo
sigkeit und Appetitverlust. Es gebe keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung. Er habe aber öfters Gedanken der Sinnlosigkeit, verspüre den Wunsch, einfach nur zu fliehen. Seine Verpflichtungen als Ehemann und Vater würden ihn davon abhalten, suizidal zu handeln (S.
3
unten).
Seit dem 10. Oktober 2012 werde der Beschwerdeführer behandelt (S. 2 Ziff. 1.2), aktuell finde eine ambulante sozial
psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung inklusive Psychopharmakothe
rapie mit im Durchschnitt zweiwöchentlichen Terminen statt (S. 4 Ziff. 1.5).
Seit dem 26. Oktober 2015 und bis auf weiteres sei der Beschwerdeführer voll
ständig arbeitsunfähig (S. 4 Ziff. 1.6). Zusätzlich zur depressiven Erkrankung würden gewisse Charaktereigenschaften wie übertriebene erhöhte eigene Leistungsansprüche die Arbeitsfähigkeit erschweren. Zusätzlich bestünden Ein
schränkungen in den schriftlichen Deutschkenntnissen (S. 4 Ziff. 1.7). Die Prog
nose sei unklar, sie hofften auf eine positive Wirkung der neuverordneten Anti
depressiva. Der Beschwerdeführer werde aber wohl länger arbeitsunfähig sein. Er sei motiviert, wieder zu arbeiten, benötige aber Unterstützung in der beruflichen Eingliederung, damit er wieder in seinem erlernten Beruf tätig sein könne (S. 4 oben und S. 5 oben). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht angezeigt (S. 5 Mitte).
Eine berufliche Eingliederung wäre wahrscheinlich mit einem Teil
zeitpensum zu beginnen und die Stellenprozente wären langsam zu steigern (S. 5 Ziff. 1.8).
3.6
Am 15. April 2016 hielten
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
fest, insgesamt gebe es keine Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes. Am 14. Januar 2016 sei eine Herzoperation durchgeführt und daraufhin die Medikation umge
stellt
worden. Trotz stetiger Erhöhung der Dosis habe auch dieses Medikament keine positive Wirkung gezeigt, so dass im Sinne einer Augmentation ein zusätz
liches Medikament eingeführt worden sei (Urk. 9/50 Ziff. 1). Insgesamt gebe es keine Veränderung zum Bericht vom 9. Oktober 201
5.
Nach wie vor wäre der Beschwerdeführer sehr motiviert zu arbeiten. Es fall
e
ihm schwer, zu
ak
F
._
_
ieren
, dass dies aktuell nicht realisierbar sei (Ziff. 2). Bis auf Weiteres bestehe eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 3).
Die Behandlung bestehe aus einer ambulan
ten sozialpsychiatrischen/psycho
therapeutischen Behandlung inklusive Psycho
pharmakotherapie mit zwei
wöchentlichen Gesprächen (Ziff. 6). Sollte sich der psychische Gesundheits
zustand auch mit Hilfe einer Augmentation nicht ver
bessern, werde ein Versuch mit Elektrokonvulsionstherapie
(EKT)
gestartet (Ziff. 8).
3.7
Am 29. Juni 2016 bestätigten
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
einen stationären Gesundheitszustand (Urk. 9/48 Ziff. 1.1) mit unveränderter Diagnose (Ziff. 1.2). Der Beschwerdeführer zeige alle Symptome einer schweren depressiven Erkrankung und wirke sehr verzweifelt. Es falle ihm sehr schwer, dass er nicht funktio
nieren könne und habe Angst, dass sich sein psychischer Zustand nie ver
ändern werde und er nie mehr arbeitsfähig werde. Er sei bereit, alles für eine Verbesserung zu unternehmen (Ziff. 1.3). Seit dem 26. Oktober 2015 sei der
Beschwerdeführer
in der bisherigen wie auch in angepassten Tätigkeiten voll
ständig arbeitsunfähig (Ziff. 2.1). Es fänden zweiwöchige Termine statt und es sei beabsichtigt, den Beschwerdeführer für eine
EKT
anzumelden (Ziff. 3.1).
3.8
Der behandelnde Psychologe
l
ic
. phil.
A._
und med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
F._
erstatteten am 22. Februar 2017 ihren Bericht (Urk.
9/115). Sie diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (Ziff. 4)
und führten aus, der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei längere Zeit auf demselben niedrigen Niveau geblieben und verbessere sich nur all
m
ählich, so dass er im Oktober 2016 ein Arbeitstraining habe beginnen können.
Der Beschwerdeführer habe dieses aber bald beendet, vor allem
,
weil er sich von einer Vorgesetzten kritisiert gefühlt habe. Er wünsche sich nun einen direkten Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Trotz Vorbehalten der begleitenden Personen sei er von seinem Entschluss nicht abzubringen. Es sei zu befürchten, dass er sich übernehme und ein Scheitern einen erneuten Rückschlag auslösen würde. Es sei vereinbart wor
den, dass er ab Januar 2017 in der Arbeitssuche als Ingenieur unterstützt werden solle. Deswegen sei der Beschwerdeführer ab Januar 2017 zu 80 % arbeitsfähig geschrieben (Ziff. 1). Seit zirka Oktober 2016 habe sich der psychische Gesund
heitszustand im geringen Mass allmählich verbessert. Der Beschwerdeführer berichte, dass er nicht permanent niedergeschlagen sei, es manchmal
besser
gehe
, er auch wenig mehr
Energie habe. Im Verlauf habe er es auch wieder vermehrt und ohne allzu grosse Anstrengung geschafft, alltägliche Verrichtungen wie bei
spielsweise Duschen regelmässig durchzuführen. Auch schaffe er es vermehrt, seine Aufgaben als Vater wahrzunehmen (Ziff. 3). Es finde nach wie vor eine ambulante sozialpsychiatrische Behandlung inklusive Psychopharmakotherapie mit zweiwöchentlichen Terminen statt (Ziff. 8).
3.9
In ihrem Bericht vom 9. Juli 2017 nannten
lic
. phil.
A._
und med.
pract
.
E._
als Diagnosen unverändert eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (Urk. 9/112 Ziff. 1.2). Es gebe keine Veränderungen zum Bericht vom 15. April 201
6.
Der Beschwerdeführer leide nach wie vor an einer schweren depressiven Störung mit Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Gedankenkreisen (Ziff. 1.3). Es bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsun
fä
higkeit, auch eine angepasste Tätigkeit sei nicht möglich (Ziff. 2.1). Die Behand
lung bestehe in einer ambulanten sozialpsychiatrischen/psycho
thera
peutischen Behandlung inklusive Psychopharmakotherapie mit zwei
wöchentli
chen Ge
sprä
chen (Ziff. 3.1). Die Installation einer wirksamen
Medikamentation
habe sich bei diesem Patienten als sehr schwierig erwiesen. Sollte auch die erneute Medika
mentenumstellung keine positive Wirkung zeigen, sei noch einmal die Möglich
keit einer
EKT
zu prüfen. Dies sei des Öfteren mit dem Beschwerde
führer bespro
chen worden. Er stehe dieser einerseits skeptisch gegenüber, wolle andererseits aber alles unternehmen, damit es ihm bessergehe (Ziff. 4.1).
3.10
In ihrem Verlaufsbericht vom 24. November 2017 (Urk. 3/5)
nannten
lic
. phil.
A._
und Dr.
E._
folgende Diagnosen (S. 2):
-
rezidivierende depressive Störung, schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
chronifizierte
, therapieresistente Depression
-
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
-
Asthma bronchiale
-
Essentielle Hypertonie
-
Akuter ischämischer
zerebrovaskulärer
Insult am 26. August 2015
D
er Beschwerdeführer habe vom 13. Juli bis 31. August 2017 Vorbereitungs
ge
spräche im Sanatorium
G._
geführt, vom 1
4.
b
is 31. August 2017 sei eine
EKT
mit vier Sitzungen durchgeführt worden. Der Behandlungsverlauf sei erschwert gewesen, da es dem Beschwerdeführ
er schwer
gefallen sei, sich auf das für die
EKT notwendige therapeutische Setting einzulassen. Eine vom Beschwer
de
führer gewünschte ambulante EKT ohne Begleitung nach Hause habe das Sanatorium
G._
nicht anbieten können, sodass im gegenseitigen Einver
nehmen ein vorzeitiges Ende der EKT erfolgt sei. Der Zustand habe sich seit Therapiebeginn
nicht massgeblich verbessert, eine Aussage über die Wirksamkeit der EKT lasse sich aufgrund der erst vier durchgeführten Behandlungssitzungen jedoch nicht machen. Während den Sitzungen wirke der Beschwerdeführer massiv niedergeschlagen. Er weine oft und wirke verzweifelt. Suizidalität ver
neine er, mache sich aber immer wieder Gedanken. Eine dringend empfohlene
Hospitalisation
in einer psychiatrischen Klinik lehne er vehement ab, dies würde für ihn das absolute Eingeständnis seiner Krankheit bedeuten und sein psychi
scher Zustand würde sich verschlechtern, wenn er mit anderen Patienten zusammen wäre, denen es auch schlecht gehen würde (S. 1 f.). Am 6. September 2017 sei ein erneuter Versuch mit einem anderen Antidepressivum gestartet wor
den, bisher zeige die neue Medikation keine positive Wirkung. Ein Gespräch mit der Ehefrau des Beschwerdeführers am 22. November 2017 habe die neue Erkenntnis ergeben, die den vorbestehenden Verdacht auf eine narzisstische Per
sönlichkeitsstörung erhärtet hätten (S. 2).
4.
4.1
Unbestritten ist, dass sich der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht vom Schlaganfall vom 26. August 2015 sowie der nachfolgenden Herzoperation voll
ständig erholt
hat
. In den Akten liegen keine Hinweise dafür vor, dass die Arbeitsfähigkeit diesbezüglich andauernd eingeschränkt wäre
(E. 3.1, E. 3.3)
, etwas
A
nderes wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht geltend gemacht
(vgl. E. 2.2)
.
Was sodann den psychischen Gesundheitszustand betrifft, liegen ausschliesslich Berichte der behandelnden Fachärzte beziehungsweise des Psychologen
lic
. phil.
A._
vor, welche seit Oktober 2015
,
mit Ausnahme eines Berichtes im Februar 2017
,
durchgehend eine schwere depressive Episode diagnostizierten und dem
entsprechend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierten (E. 3.2, E. 3.4-3.7, E. 3.9-3.10). Zur Begründung führten die Ärzte aus, der Beschwerdeführer zeige alle klassischen Symptome einer schweren depressiven Erkrankung mit Nieder
geschlagenheit, Gedankenkreisen, Unkonzentriertheit und Verzweiflung (E. 3.2, E. 3.7).
Bei genauer Betrachtung
der vorliegenden Berichte
erweist sich
der medizinische Sachverhalt
trotz der Diagnose einer schweren depressiven Episode allerdings als
unklar.
4.2
Gemäss den Angaben
der
behandelnden
Fachpersonen
zeigt
der Beschwerde
führer alle klassischen Symptome einer schweren depressiven Erkrankung mit Niedergeschlagenheit, Gedankenkreisen, Unkonzentriertheit und Verzweiflung (E. 3.2, E. 3.7). In ihrem Bericht vom 13. Januar 2016 hielten
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
hingegen fest, Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien
im Gespräch unauffällig
, a
uch der Antrieb fiel nicht als eingeschränkt auf.
D
er Beschwerdeführer selber
gebe jedoch
an, er habe öfters Mühe, sich zu konzentrieren und sei ständig am Grübeln. Er leide auch unter Antriebslosigkeit und Energielosigkeit und empfinde alles als anstrengend (E. 3.5). Dass die klassi
schen Symptome einer schweren depressiven Erkrankung erfüllt sind, ergibt sich somit mindestens teilweise
lediglich
aus den Angaben des Beschwerdeführers sel
ber, nicht jedoch aus Beobachtungen der Fachärzte.
4.3
Bezüglich der Behandlung der diagnostizierten schweren depressiven Episode
ergibt sich aus den Akten
, dass diese - mindestens seit Januar 2016 - in
zweiwö
chentlichen
sozialpsychiatrisch
e
n
/psychotherapeutischen Sitzungen inklusive Psychopharmakotherapie besteht (E. 3.5-3.9). Die medikamentöse Behandlung
wurde
zwar sowohl bezüglich der Wahl des Präparates als auch hinsichtlich der Dosierung immer wieder angepasst und verändert, bislang konnte jedoch bei kei
nem der verschriebenen Medikamente eine positive Wirkung festgestellt werden
(E. 3.4-3.6, E. 3.9-3.10). Eine stationäre Behandlung, welche sich bei einer derart lang andauernden und als schwer diagnostizierten depressiven Erkrankung auf
drängen würde und vom behandelnden Psychologen auch schon dringend empfohlen wurde, konnte bislang aufgrund des Widerstandes des Beschwerde
führers nicht durchgeführt werden (E. 3.10).
Ebenso wurde
eine
EKT im Sanato
rium
G._
abgebrochen, nachdem es dem Beschwerdeführer nicht gelungen war, sich auf das notwendige therapeutische Setting einzulassen und seinen For
derungen nach einer ambulanten EKT ohne Begleitung nach Hause nicht entspro
chen werden konnte
(E. 3.10)
.
Schwer nachvollziehbar ist, weshalb die Therapie
sitzungen bei einer diagnostizierten schweren depressiven Erkrankung während Jahren lediglich alle zwei Wochen stattfinden und aufgrund des ausbleibenden Erfolges nicht auch noch andere Therapieansätze verfolgt wurden.
4.4
I
m Verlauf
fällt sodann
die Tatsache
auf
, dass de
m
Beschwerdeführer zwar einer
seits seit Oktober 2015
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde
und
lic
. phil.
A._
im Januar 2016 festhielt, eine allfällige berufliche Eingliede
rung wäre wahrscheinlich mit einem Teilzeitpensum zu beginnen und die Stellen
prozente wären langsam zu steigern (E. 3.5). Andererseits
wurde im Bericht vom 22. Februar 2017 auf ausdrückliches Drängen des Beschwerde
führers, wel
cher die Durchführung beruflicher Eingliederungs
massnahmen trotz bestehender Vorbe
halte des behandelnden Psychologen wie auch des Psychiaters wünschte, ab Januar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert (E. 3.8). In der Folge war der Beschwerdeführer in der Lage, im Rahmen der Eingliederungs
massnahmen während mehr als zwei Wochen an der Potentialabklärung teilzunehmen
(vgl.
Abschlussbericht vom 22. November 2016, Urk. 9/67)
und während zwei
ein
halb Monaten
in einem Pensum von 80-90 %
ein Arbeitstraining auf dem
ersten Arbeitsmarkt zu absolvieren
(vgl.
Verlaufsprotokoll vom 2. Juni 2017, Urk. 9/99; Abschlussbericht vom 28. Juni 2017, Urk. 9/111).
Dabei
ver
mochte er eine Leistung zu erbringen, aufgrund welcher sich
der Vorgesetzte sogar vor
stellen
konnte
, de
m
Beschwerdeführer
eine Festanstellung anzubieten
(vgl. Urk. 9/111 S. 6 Mitte).
Nach Abbruch der Massnahmen
wurde ab Juli 2017 wieder eine
Arbeitsunfähigkeit
von
100 %
attestiert
(E. 3.9).
Es erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer, bei welchem seit Jahren eine schwere depressive Erkrankung diagnostiziert wurde, im Jahre 2017 in der Lage war, nach längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ein Pensum von 80-90 % zu bewältigen.
Auf diese Frage findet sich in den medizinischen Berichten der behandelnden Fachpersonen keine plausible und überzeugende Antwort.
4.5
Insgesamt
lässt sich
das Gesamtbild
der gesundheitlichen Situation
des Beschwer
deführers - welcher im Übrigen auch in der Lage war, sich selbständig bei der Beschwerdegegnerin für die Durchführung von beruflichen Massnahmen zu mel
den
(
vgl. Urk. 9/53) und
diese
trotz Vorbehalten seitens der Behandler wie auch der Beschwerdegegnerin
auch
anzutreten - nur schwer mit der gestellten Diagnose einer schweren depressiven Erkrankung in Einklang zu bringen. Die Beur
teilungen in den Berichten von
lic
. phil.
A._
und Dr.
B._
beziehungs
weise Dr.
E._
erscheinen damit wenig überzeugend und plausibel. Hinzu kommt, dass die bei den Akten liegenden medizinischen Berichte
- entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 2.1) -
nicht genügen, um das vom Bun
des
gericht für alle
psychischen Erkrankungen vorgesehene strukturierte, ergebnisoffene Beweisverfahren anhand von Standardindikatoren durchzuführen
(vgl. E. 1.2)
.
Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt damit als nicht genügend abgeklärt und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen, damit diese eine psychiatrische Begutachtung veranlasst, aufgrund welcher die Auswirkungen der festgestellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung anhand der verschiedenen Standardindikatoren einzelfallgerecht und ergebnisoffen beurteilt werden können. Nach Vorliegen der notwendigen Angaben wird über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinden sein.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen
.
5.
5
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind.
5
.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 2’
6
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.