# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f05a135a-4ac3-449e-b300-c9e95ecef6da
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1978 geborene
X._
ist ausgebildeter Elektromonteur und
meldete sich unter Hinweis auf
ein
Rücken- und K
nieleiden am 2
4.
Mai 2007 (Urk.
12/1) erst
mals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und lehnte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit Verfü
gung vom
2
3
.
Mai 2007 (Urk. 12/31) den Anspruch auf berufliche
M
assnahmen und eine Rente ab.
Am 2
7.
August 2009 (
Urk.
12/34) meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf einen Morbus Scheuermann
erneut
zum Leistungsbezug
an.
Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen, führte eine berufliche Ab
klärung in der Institution
Y._
durch (
Urk.
12/64)
und
erteil
te dem Versi
cherten mit Mitteilung vom 1
6.
März 2011 Kostengutsprache
für eine
Umschu
lung
zum Elektroplaner
, welche im Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen wurde
.
Am 30. August 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er sei rentenaus
schliessend eingliederungs- und erwerbsfähig
(
Urk.
12/96).
1.2
Am
1.
März 2016 (
Urk.
12/102) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf dege
nerierte Bandscheiben im Lenden- und Schulterbereich, chronische Schmer
zen im Rücken- und Nackenbereich mit Ausstrahlungen sowie Depressionen ver
ursacht durch die Schmerze
n erneut zum Leistungsbezug an,
worauf
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
September 2016 nicht
eintrat
(Urk. 12/112).
Unter Beilage eines Arztberichts (
Urk.
12/115) meldete sich der Versicherte am 30. Juni 2017 unter Hinweis auf eine starke Rückenproblematik und ADHS erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/117).
Die IV-Stelle holte wiederum Unterlagen zur erwerblichen und medizinischen Situation ein, führte eine Potenzialabklärung
bei der Stiftung
Z._
durch (
Urk.
12/133
, 12/139, 12/141
)
und verneinte
beim aktuellen Gesundheitszustand einen Anspruch auf
berufliche Eingliederungs
massnahmen (Urk. 12/140
).
Die IV-Stelle tätigte
sodann
weitere medizinische Ab
klärungen und liess den Ver
sicherten durch die
A._ GmbH
Gutachtenstelle (MEDAS) interdisziplinär
begutachten
(
Expertise
vom
23.
September
2019; Urk. 12/17
2
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/175)
wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
September 2020 (
Urk.
2)
das Rentenbe
gehren
schliesslich
ab
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
7.
Oktober 2020 (
Urk.
1) Be
schwerde und beantragte, die Verfügung vom
2.
September 2020 sei aufzuheben, ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen und eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen zurückzuweisen (S. 2). In verfahrens
rechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung sowie die Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistandes
(S. 2).
Mit Schreiben vom 2
7.
Oktober 2020 (
Urk.
7) teilte der Beschwerdeführer mit, über keine Recht
s
schutzversicherung zu verfügen.
Die IV-Stelle beantragte mit Be
schwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2021 (Urk. 11) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Januar 2021 zur Kenntnis
ge
bracht wurde. Der Beschwerdeführer reichte am 1
1.
Februar 2021 eine Stellung
nahme (
Urk.
14) zur Beschwerdeantwort ein, welche der Beschwerdegegnerin am 1
5.
Februar 2021 zugestellt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215
E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fac
h
ärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne wei
teres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von de
r
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1
.5
Ändert sich der
Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder
Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann
ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sach
ver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
ent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
ver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hin
weisen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der
Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.
7
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenabweisende Verfügung vom
2. September 2020 (
Urk.
2) damit, dass zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation ein Gutachten
eingeholt
worden sei. Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass ein unveränderter Gesundheitszustand vorliege und somit keine Verschlechterung ausgewiesen sei (S. 1).
Dem Beschwerdeführer sei die
Tätig
keit als Elektroplaner nach wie vor vollumfänglich zumutbar.
Ein Neuropsy
chologe attestiere keine Arbeitsunfähigkeit, da es eine ärztliche Aufgabe sei, die neuropsychologischen Testergebnisse in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein
fliessen zu lassen. Die Neurologin
Dr.
B._
habe dies ohne Berücksichtigung der psychiatrischen Situation getan. Es sei daher nicht verwunderlich, dass im psychiatrischen Kontext
die Arbeitsfähigkeit von den Gutachtern different beurteilt worden sei. Im Bericht der
Stiftung Z._
vom 1
3.
März 2018 werde aufgrund des subjektiven Schmerzerlebens
unzulässigerweise
auf eine Reduktion der Leis
tungsfähigkeit geschlossen. Die attestierte Überforderungssituation könne nicht plausibe
l
nachvollzogen werden. Das ADHS sei im Gutachten thematisiert und in der Diagnoseliste aufgeführt worden. Eine Schmerzstörung sei im Gutachten ebenfalls thematisiert und von der Gutachterstelle verworfen worden (S. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 2
5.
Januar 2021 (
Urk.
11) hielt die Beschwer
degegnerin zudem fest,
dass der Beschwerdeführer gemäss Gutachten Ressourcen besitze, zwei Berufsabschl
üsse absolvieren und Berufserfahrung habe sammeln können (S. 1). Er besitze Kontakte in seinem Umfeld, beschäftige sich mit seinen Hobbies, habe einen Hund, fotografiere gerne und beschäftige sich mit Edel
stei
nen. Er lese zudem gerne, trainiere mit seinem Rudergerät und den Hantelstangen, erledige seine Wäsche, besitze einen Fahrausweis und fahre gelegentlich Auto. Bereits die Tatsache, dass er all
eine Auto fahre, spreche gegen
eine schwere Konzentrationsstörung. Aufgrund der
geringgradigen
Befunde und Diagnosen wie auch aufgrund der täglichen Aktivitäten, würden deutliche Hinweise auf eine relevante Arbeitsfähigkeit bestehen. Gemäss
ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst
(
RAD
)
könne auf das Gutachten abgestellt werden und der Gesundheitszustand habe
sich seit 2009 weder psychi
sch noch somatisch verändert. Die angepasste Tätigkeit als Elektroplaner sowie jegliche andere angepasste Tätigkeit gemäss Belastungsprofil sei dem Beschwerdeführer zu 100
%
möglich und er sei darin weiterhin nicht rentenrelevant eingeschränkt (S. 2)
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
5
ff.),
dass das strukturierte Beweisverfahren zu Unrecht nicht zur Anwendung gebracht worden sei. Das Gutachten erweise sich zudem als unvollständig und die Belastungsfaktoren seien als mittelbar invaliditätsbegründend in die Gesamt
beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit einzubeziehen. Gestützt auf die vorhandenen
Berichte der behandelnden Ärzte, welche eine Gesamtbeurteilung vorgenommen hätten
, sei von einer relevanten gesundheitlichen Beeinträchti
gung auszugehen. Falls nicht auf die Berichte der behandelnden Ärzte abgestellt werde, seien zusätzliche Abklärungen angezeigt.
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2021 (
Urk.
14) brachte der Beschwer
deführer zudem vor,
dass die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen Ex
per
ten für die berufliche Eingliederung bei ihm eindeutige Einschränkungen der funktionellen Leistu
ngsfähigkeit ausgemacht hätten (S. 1). Die Angaben der Be
schwerdegegnerin zu den Alltagsaktivitäten würden einseitig ausfallen und es seien Hobbies aufgeführt, welchen er seit über zehn Jahren nicht mehr nachgehe. Er erledige den Haushalt in Etappen oder müsse bestimmte Tätigkeiten verschie
ben. Auch der schmerzbedingt gestörte Schlaf beeinträchtige seine Leistungs
fähigkeit, führe zu Tagesmüdigkeit und mache Ruhepausen tagsüber notwendig. Er könne zwar Auto fahren, sei jedoch zuletzt im November 2018 hinter dem Steuer gesessen. Es sei Fakt, dass auch mit noch vorhandener Alltagsaktivität und Potential nachweislich gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen, welche die funktionelle Leistungsfähigkeit massgeben
d
einschränken würden (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob eine rentenrelevante Veränderung des Ge
sundheitszustandes vorliegt und ob auf das eingeholte MEDAS-Gutachten vom 23. September 2019 abgestellt werden kann.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Frage einer relevanten Veränderung ist die Mit
teilung vom 30. August 2013, wo nach Abschluss der Umschulung von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Versicherten als Elektroplaner ausgegangen worden war (vgl. Urk. 12/96, Urk. 12/99 S. 3).
3.
3.1
Gemäss dem im Neuanmeldungsverfahren eingereichten Bericht von
Dr.
phil.
C._
, Psychologin FSP und Neuropsychologin und
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie FMH, vom
8.
Juni 2017 (Urk. 12/115)
sei der Beschwerdeführer
,
bei der
verhaltensn
eurologisch-neuropsychologischen
Untersuchung
allseits prä
zise orientiert, nervös, belastend wirkend, motorisch unruhig und im Gespräch leicht weitschweifend und verbal impulsiv gewesen, habe einen etwas flachen Affekt bei intakter affektiver Schwingungsfähigkeit gehabt und eine deutliche, im Verlauf aber stabile Schmerzsymptomatik. Im Vordergrund stehe eine Sprach
verarbeitungsstörung mit
Lese-, aber vor allem deutlicher Recht
schreibschwäche,
ein
ei
nfacher
Sprachausdruck mit Tendenz zum Stottern, differentialdiagnostisch nervositätsbedingt sowie eine assoziierte und schwere verbale Lernstörung. Hinzu kämen leichte bis mittelgradige Einbussen in
attentionalen
Funktionen (tonische und
phasische
Aktivierbarkeit, fokussierte geteilte Aufmerksamkeit) mit auf Ver
haltensebene beobachtbarer leicht erhöhter Ablenkbarkeit durch innere und äus
sere
Prozesse, leicht verminderten exekutiven Teilfunktionen (phonematische Ideen
produktion, Konzepterfassung, kognitive Flexibilität) sowie leicht vermin
der
ten konstruktiv-planerischen Fähigkeiten. Weder auf Verhaltensebene noch auf neuropsychologischer Ebene hätten sich auf eine negative Antwortverzerrung hinweisende Inkonsistenzen gezeigt (S. 3).
Die kognitiven Befunde sowie die Be
funde auf Verhaltensebene würden auf links betont
bifronto
-limbische sowie klin
k präfrontale Funktionseinschränkungen hinweisen und insgesamt einer leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen Störung entsprechen. Unter Berücksich
tigung der anamnestischen Angaben seien diese am ehesten im Rahmen einer frühkindlichen zerebralen Entwicklungsstörung mit Sprachverarbeitungsstörung, assoziierter schwerer verbaler Lernstörung und ADHS zu werten, mit Akzentu
ie
rung aufgrund der - ebenfalls durch die zerebrale Entwicklungsstörung begüns
tig
ten - affektpathologischen Symptomatik sowie durch die deutliche Schmerz
symp
tomatik. Aufgrund der beschriebenen Befunde sei aus rein neuropsycholo
gischer Sicht von einer verminderten Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf als Elektro
planer von ca. 30-50
%
auszugehen. Inwiefern sich zudem die Schmerzsymp
tomatik und die affektpathologische Symptomatik zusätzlich limitierend auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
t
en, müsse aus fachpsychiatrischer und orthopädischer Sicht
beantwortet
werden. Aus rein neuropsychologischer Sicht und unter Be
rücksichtigung der Sprachverarbeitungsstörung, der schweren Lernschwäche so
wie der Aufmerksamkeitseinbussen sei insgesamt jedoch von einer administra
tiven Tätigkeit mit hohen Anforderungen an die kognitiven Fähigkeiten eher abzuraten. Vielmehr sei eine leichte und vor allem repetitive leichte kognitive oder leichte körperliche Tätigkeit zu empfehlen, wobei die Rückenproblematik zu berücksichtigen sei (S. 3).
3.2
Dr.
med.
D._
und
dipl.
psych.
E._
von der
Klinik F._
gaben in ihrem Bericht vom
24. November /
1.
Dezember 2017 (
Urk.
12/126/1-9)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (S. 2):
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
ICD-10:
F90.0, seit der Kindheit, diagnostiziert im Jahr 2011
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
ICD-10:
F33.0, anamnestisch bestehend seit ca. 2005, Erstdiagnose im Oktober 2016
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
ICD-10:
F45.41, seit der Kindheit
-
Leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
seit den Jugendjahren gegebene
psychische und Verhaltensstörung durch
Cannabinoide
, gegenwärtig abstinent (S. 2). Zudem hielten sie fest, der Beschwerdeführer habe während der Lehre begonnen, regelmässig Cannabis zu konsumieren, was sich sehr positiv auf seine Konzentration, die Impulsivität und die Schmerzprob
le
matik ausgewirkt habe.
Bis im Sommer 2017 habe er täglich konsumiert und nach der Trennung von seiner Partnerin entschieden aufzuhören und habe bis
heute nicht mehr konsumiert (S.
3 f.).
Sämtliche Diagnosen hätten im Laufe des Lebens des Beschwerdeführers stark miteinander interagiert. So sei davon auszugehen, dass sowohl die hyperkinetische als auch die Schmerzstörung die Entwicklung von konstruktiven Bewältigungsstrategien zum Umgang mit psychosozialen Her
aus
forderungen erschwert und sich negativ auf die Festigung des Selbstwertes ausgewirkt habe.
Bei hoher psychosozialer Belastung durch die familiäre und die berufliche Situation habe dies zur Entstehung und Aufrechterhaltung der depres
siven Symptomatik geführt. Die depressive Störung habe einhergehend mit einer reduzierten Selbstwirksamkeitserwartung einen ungünstigen Einfluss auf die Schmerzsymptomatik (S. 4).
Der Beschwerdeführer sei erstmalig im Oktober 2016 vorstellig geworden und habe von einer depressiven Symptomatik mit Nieder
geschlagenheit, Lustlosigkeit,
Lebensüberdrussgedanken
, Grübeln und Hadern mi
t dem Leben, Zukunftsängsten sowie Einschlafstörungen
be
richtet
. Hinzu ge
kom
men seien Konzentrationsstörungen und motorische Unruhe aufgrund des ADHS, wobei Auslöser die Kündigung des letzten Arbeitsplatzes gewesen sei.
Hinsichtlich
der Prognose gaben sie an, dass bei einer Weiterbehandlung und Stabilisierung der Lebensumstände (finanzielle Situation, Integration in die Ge
sellschaft, d.h. Aufbau einer Tagesstruktur, Verbesserung der Wohnbedingungen, Arbeitsintegration) die depressive Symptomatik weiter gebessert werden könne. Bei der hyperkinetischen Störung sei bekannt, dass keine «Heilung» im eigent
lichen S
inne möglich sei. Gleiches sei für die im Juni 2017 diagnostizierte mittel
gradige neuropsychologische Störung zu erwarten. Es sei somit davon auszu
ge
hen, dass der Beschwerdeführer weiterhin unter kognitiven Beeinträchtigungen, einer reduzierten Frustrationstoleranz und einer erhöhten Impulsivität leiden werde. Um diese im Alltag, vor allem im Berufsalltag zu kompensieren, müsse er ständig deutlich mehr Ressourcen mobilisieren als eine Person ohne diese Ein
schränkungen, was zu einer auf Dauer reduzierten
Belastbarkeit führe. Hinzu kämen die Einschränkungen durch die Schmerzproblematik. Es sei nicht davon auszugehen, dass eine deutliche Abnahme der Schmerzen herbeigeführt werden könne. Ziel der Behandlung sei es, eine akzeptierende Haltung in Bezug auf die Schmerzen zu entwickeln und im Alltag eine für die somatischen Beschwerden angemessene Balance zwischen
Be
- und Entlastung zu etablieren (S. 5).
Zur Arbeits
un
fähigkeit führten sie aus, diese betrage für den Beruf Elektroplaner seit dem 2
8.
November 2016 100
%
. Der Beschwerdeführer sei in seiner kogni
tiven Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die langfristige Fokussierung auf einen bestimmten Tätigkeitsbereich sei für den Beschwerdeführer nur schwer möglich.
K
omplexer Aufträge, die eine hohe Präzision
voraussetzen
, wie
dies
bei der Tätig
keit als Elektroplaner der Fall
gewesen sei, könne er nur mit grossen An
stren
gungen erfüllen, was die Belastung bei solchen Tätigkeiten deutlich verstärke und die Schmerz-
und Depressionssymptomatik begünstige. Zur Auswirkung auf die Arbeit gaben sie an, dass die reduzierte Belastbarkeit bei Aufgaben mit hohem kog
nitivem Anforderungsniveau und eine reduzierte Impulskontrolle zu einer erhöhten Ermüdbarkeit führen würden. Eine Zunahme von Schmerzen, Insuffi
zienzgefühlen, Antriebsarmut und Gereiztheit seien die Folge. Dies wiederum führe dazu, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsaufträge nicht mehr zufrie
denstellend erfüllen könne und es zu Konflikten mit Kollegen bzw. Vorgesetzten komme und somit die Belastung beim Beschwerdeführer weiter erhöht werde (S.
5
f.). Aus rein psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit mit niedrigem kogni
tivem Anforderungsniveau und im Rahmen der körperlichen Belastbarkeit mög
lich.
Aus dieser Sicht sei eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit in den Einschränkungen angepasste
n
Tätigkeit ab sofort denkbar, wobei eine schrittweise Anpassung de
s Pensums empfohlen werde (S. 6
f.).
3.3
Im Bericht vom 1
3.
März 2018
(
Urk.
12/141)
zur Potenzialerhebung bei der Stiftung
Z._
hielten die zuständigen Fachpersonen fest, dass
sich während der Potenzialerhebung rasch eine ausgeprägte Schmerzthematik im Rückenbereich gezeigt habe. Diese sei durch ein zeitweise schleppendes Gangbild und
eine
ge
bückte Körperhaltung sichtbar gewesen.
Im Verlauf der Erhebung habe sich seine Befindlichkeit so stark verschlechtert, dass sie zu Absenzen geführt habe. Auf
grund seines ausgeprägten Leistungswillens und hoher eigener Leistungserwar
tung
s
cheine
er wenig Zugang zu seinen effektiven Ressourcen zu haben und habe jeweils erst am Nachmittag gemerkt, wenn er seine Leistungsgrenzen über
schritten habe. In den Bezugspersonengesprächen seien zudem diverse Überlas
tungssituationen im psychosozialen Bereich (Wohnsituation, traumatische Kind
heitserlebnisse, Finanzen) sichtbar geworden, was punktuell zu hohen Anspan
nungen geführt habe (S. 2).
Trotz dieser Schwierigkeiten sei der Beschwerdeführer an den Anwesenheitstagen immer pünktlich zur Potenzialerhebung erschienen und habe keinerlei Vermeidungstendenzen gezeigt. Während der Arbeitsaus
fü
h
rung, speziell in Bewertungssituationen oder bei unbekannten Tätigkeiten
,
die er sich nicht zugetraut oder
wo er
eigene Ziele nicht erreicht habe, sch
ei
n
e
er deut
lich unter Druck zu geraten. Es habe sich eine hohe physische als auch psychische Anspannung gezeigt. Durch die deutlichen Reaktionen in Druck-/Stress
situa
tionen als auch die ausgeprägt
e
Schmerzsymptomatik sei der Beschwerdeführer mit drei Stunden an seine Belastbarkeitsgrenze geraten.
Aufgrund einer drohen
den Dekompensation sei auf eine Stundensteigerung verzichtet worden (S. 3).
Hinsichtlich seines Arbeitsverhaltens habe sich der Beschwerdeführer während der ganzen Potenzialerhebung engagiert und pflichtbewusst gezeigt. E
r
habe sich auf schnell wechselnde Tätigkeiten flexibel einlassen können, habe motiviert gewirkt und über eine gute Auffassungsgabe verfügt. Durch die Schmerzthematik hätten sich jedoch deutlich unterschiedliche Leistungen im Bereich Arbeits
qua
lität als auch Effizienz gezeigt. Zwischenzeitlich habe er sich körperlich über
for
dert, was massive Schmerzen zur Folge gehabt habe. Er sei auf eine aktive Be
grenzung von aussen angewiesen gewesen. Arbeitsaufträge mit offenen Rah
men
bedingungen seien ihm deutlich schwergefallen. Die Möglichkeiten zur Eigen
strukturierung schienen stark eingeschränkt zu sein und könnten im Zusam
menhang mit der festgestellten neuropsychologischen Funktionsstörung gesehen werden. Zudem er sich innerlich deutlich abzuwerten
geschienen
, wenn er eigene Zielvorgaben nicht habe erreichen können. Die
s
habe zu einem massiven inneren Spannungsaufbau und punktuell zu einem verbal impulsivem Verhalten geführt. Bei der Bearbeitung von Texten habe sich eine deutliche Rechtschreibschwäche gezeigt (S. 4).
Die vereinbarte Präsenzzeit von drei Stunden täglich habe der Beschwerdeführer nur unregelmässig einhalten können. Seine psychische als auch physische Ver
fassung habe sich im Verlauf der vierwöchigen Potenzialabklärung erheblich verschlechtert. Auf Grund der Beobachtungen und Eindrücke werde die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die aktuell instabile Gesamt
situation als stark beeinträchtigt eingestuft. In Anbetracht der fortbestehenden stark ausgeprägten physischen Instabilität, der stark verlangsamten Arbeitsaus
füh
rung sow
ie der mangelnden Belastbarkeit
sei eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt zurzeit nicht möglich. Die erforderliche Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben. In einem ersten Schritt solle eine umfassende medizinische Beurteilung der aktuellen Schmerzthematik abgeschlossen und eine allfällige schmerzredu
zierende Intervention sowie die Erlernung von Handlungsstrategien, vorzugs
weise im Rahmen einer Schmerzklinik, erfolgreich durchgeführt werden. Inwie
fern die ausgeprägte Schmerzsymptomatik die psychischen Symptome beein
flusse, müsse aus fachpsychiatrischer sowie aus orthopädischer Sicht beurteilt
werden. Ausserdem werde eine Abklärung der Gesamtlimitierungen (neurolo
gisch
, orthopädisch, fachpsychiatrisch) empfohlen (S. 5).
3.4
In einem weiteren Bericht vom 2
7.
April 2018 (
Urk.
12/144) hielten
Dr.
med.
D._
und
dipl.
psych.
E._
von
der
Klinik F._
zur Arbeitsfähigkeit fest, dass nach Abschluss der Potenzialerhebung eine stationäre Schmerztherapie empfohlen worden sei. Inwiefern die somatischen Ursachen der chronischen Schmerz
störung durch eine solche gelindert werden könnten, könne durch sie nicht beurteilt werden, sondern müsse durch die entsprechenden Fachpersonen eingeschätzt werden. Sie gingen jedoch davon aus, dass eine gezielte Ausein
andersetzung mit der Schmerzproblematik und eine Erholungszeit, in der der Beschwerdeführer sich nur auf sich konzentriere, auch zu einer Verbesserung der psychischen Belastung führen werde. Insbesondere Umgangs- und Akzeptanz
strategien könne
sich
der Beschwerdeführer noch vertiefter erarbeiten. Weitere zentrale Therapieziele, welche auch zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
führen und auch im ambulanten psychotherapeutischen Rahmen bearbeitet werden
würden, sei
en
die Steigerung der Selbstwirksamkeitserwartung, um Insuffizienz
gefühle zu reduzieren und die Stärkung der Frustrationstoleranz, um die An
spannungszustände des Beschwerdeführers zu reduzieren.
Nach einer erfolgten Schmerzbehandlung könne der Beschwerdeführer mit ausreichenden Pausen und Erholungszeiten zwei bis vier Stunden am Tag arbeiten (S. 4).
3.5
Im Bericht vom 2
7.
Dezember 2018 (
Urk.
12/159) zum ZISP-A (Ambulantes
Zurzacher
interdisziplinäres Schmerzprogramm) des
Rehazentrums
G._
,
an welchem der Beschwerdeführer vom
7.
Oktober bis 1
4.
Dezember 2018 teilnahm, hielt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Rheumatologie, Innere Medizin und Physikalische Medizin und Rehabilitation folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der Wirbelsäule mit inter
mittie
renden Exazerbationen
-
Tendenz zur Hypermobilität
-
Haltungsinsuffizienz
-
Streckhaltung der Brustwirbelsäule
-
Ohne Hinweise für eine
Spondylarthropathie
-
Anamnestisch Depression und ADHS
-
Tendenz zur Hypermobilität
(erfüllt nicht ganz alle Kriterien, wobei eine deutliche Überbeweglichkeit besteht im Bereich der Hüftgelenke und der Kniegelenke, weniger der Hände und der Ellenbogen)
In der z
usammenfassen
den Beurteilung
hielt
Dr.
H._
fest, der Be
schwerdeführer leide seit vielen Jahren an chronischen Schmerzen im Bereich des
Bewegungsapparates. Verstärkt und teilweise hervorgerufen würden diese Be
schw
erden durch die Haltungsinsuffizienz der Stammmuskulatur und der gleich
zeitigen Tendenz der
Hyperlaxizität
. Hinzu kämen psychosoziale Belastungsmo
mente. Im achtwöchigen ambulanten Schmerzprogramm habe man kleine Ver
besserungen in den körperlichen Funktionen/Wahrnehmungen und den sozialen Funktionen erreicht. In den anderen Dimensionen des SF 36 -
psychisches
Wohl
befinden, emotionale Rollenerfüllung, Schmerz und allgemeine Gesundheits
wahr
nehmung - habe sich keine Änderung feststellen lassen (S. 4).
3.6
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und
lic
. phil.
J._
von der
Klinik F._
hielten in ihrem Verlaufsbericht vom 26. Februar 2019 (
Urk.
12/161) fest, dem Beschwerdeführer sei die Tätigkeit als Elektroplaner nicht mehr möglich. Eine angepasste Tätigkeit könne weiterhin nur sehr eingeschränkt ausgeübt werden. Im Falle höchstmöglicher Flexibilität (zeit
liche Anpassung an Schmerzproblematik) sei eine Belastung von maximal zwei Stunden pro Tag möglich (S. 3). Die Verminderung der Leistungsfähigkeit beziehe
sich insbesondere auf mehrere Funktionsbereiche. Erschwert seien monotone Tätig
keiten, hohe Konzentration erfordernde Tätigkeiten, körperlich belastende Tätig
keiten sowie gewisse zwischenmenschliche Konstellationen mit Gefühl von Kon
trollverlust oder Zusammenarbeit auf engem Raum.
Der Beschwerdeführer befin
de
sich seit 2016 in kontinuierlicher ambulanter psychotherapeutischer
Be
hand
lung in 14-tägigen Sitzungen. Aufgrund des bisherigen Verlaufs und durch die
komor
biden
somatischen und anhaltenden
psychischen Beschwerden sei mit einer eher geringen Aussicht auf eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt, in keinem Fall mit einer Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Insbesondere da sich trotz intensiver therapeutischer Interventionen nichts an der einschränkenden Qualität der Schmerzproblematik geändert habe, die vormals nach erfolgter Potenzialabklärung zum Entscheid gegen ein Belast
barkeits
trai
ning geführt habe, müsse davon ausgegangen werden, dass die Be
last
barkeit nicht ausreiche.
Der Beschwerdeführer verfüge durchaus über wesent
liche Ressourcen (Kognition, Motivation, Veränderungsbereitschaft,
Zugewandt
heit
im zwischen
men
schlichen Kontakt, Sensibilität), die unter idealen Bedin
gungen eine Rein
tegration begünstigen könn
t
e
n
. Diese würden jedoch eine grosse Flexibilität erfordern sowie die Berücksichtigung nicht nur der körperlichen Beschwerden, sondern auch der Schwierigkeiten bei der Konzentration, Regulation von Anspan
nung, negativen Emotionen und interpersonellen Schwierigkeiten für einen posi
tiven weiteren Verlauf (S. 3 f.).
3.7
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie FMH,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie FMH,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH und
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielten in ihrem interdisziplinären
MEDAS
-
Gutachten vom 2
3.
September 2019 (
Urk.
12/172) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 8):
-
Chronisches
lumbo
- und
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5/M54.6)
-
Radiologisch moderate
Diskopathien
LWK3 bis SWK1 mit
foraminaler
Enge LWK3/4 links ohne klaren Hinweis für Neurokompression, leichtgradige
erosive
Osteochondrose
LWK4/5 und leichtgradige Dege
neration der
Iliosakralgelenke
(MRI
6.
Mai 2016)
-
Klinisch kein relevantes funktionelles Defizit
-
Keine
Radikulopathie
-
Chronische Schulterbeschwerden beidseits (ICD-10: M79.61/M75.
4/M19.01)
-
Klinische Zeichen des
subakromialen
Impingements
links sowie einer AC-
Arthropathie
rechts ohne
höhergradiges
funktionelles Defizit
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie Folgende (S. 8):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0)
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0)
-
Episodisches Spannungstyp-Kopfweh (ICD-10: G44.2)
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ca. 15 pack
years
, ICD-10: F17.1).
Die Gutachter gaben an, dass bei den Untersuchungen die vom Beschwerdeführer angegebenen Rückenschmerzen im Vordergrund gestanden seien. Aufgrund der Befunde bei der orthopädischen Untersuchung sei die Belastbarkeit des Bewe
gungs
apparates vermindert und körperlich schwere Tätigkeiten seien nicht mehr möglich. Bei der neurologischen Untersuchung seien keine
radikulären
Ausfälle festgestellt worden und die Schmerzen hätten keine neurologische Ursache. Aus diesem Grund entstehe aus neurologischer Sicht keine zusätzliche Arbeitsun
fähigkeit. Bei der allgemeininternistischen Untersuchung seien unauffällige Be
funde erhoben worden und es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Durch die psychischen Diagnosen könne der Beschwerdeführer Schwierigkeiten bei Arbeiten mit hoher Konzentration haben. Zudem sei durch das depressive Leiden eine etwas erhöhte Schmerzempfindung möglich. Insgesamt bestehe aus psychiatrischer Sicht jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 9).
In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Elektroplaner bestehe eine mögliche An
wesenheit von 8-8.5 Stunden
(100
%
)
, wobei in dieser Zeit keine Einschränkung der Leistung bestehe.
Eine optimal angepasste Tätigkeit sei eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten und ohne hohen Leistungsdruck. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer seit November 2007 nicht mehr zumutbar (S. 10).
Die Gutachter berichteten, d
er Beschwerdeführer habe Fähigkeiten und Resso
urcen für eine berufliche Tätigkeit. Er habe einen Berufsabschluss und auch eine Umschulung erfolgreich abgeschlossen. Er sei im Alltag aktiv und habe auch soziale Kontakte. Belastungsfaktoren würden im psychosozialen Bereich mit fin
anziellen Schwierigkeiten und der Abhängigkeit vom Sozialamt liegen.
Bei den Untersuchungen seien keine wesentlichen Inkonsistenzen festgestellt worden. Die subjektiv weitgehend vollständige Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund der medi
zi
nischen Befunde nicht bestätigt werden. Diese sei auch mit den vom Explo
randen angegebenen Alltagsaktivitäten nicht vollständig nachvollziehbar (S. 9).
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit 2009 weder psy
chiatrisch noch somatisch wesentlich verändert (S. 11).
Dr.
N._
hielt in seinem psychiatrischen Teilgutachten (S. 27-35) zudem fest,
der Beschwerdeführer wohne alleine mit seinem Hund in einer 4-Zimmer-Miet
woh
n
ung und werde vom Sozialamt unterstützt. Er stehe um 08.00 Uhr auf, trai
niere im speziell eingerichteten Zimmer mit dem Rudergerät und den Hant
el
stan
g
en und gehe mit dem Hund spazieren. Dann esse er etwas und erledige den Haushalt, wobei er die Arbeiten aufgrund der Schmerzen immer wieder ver
schie
ben müsse. Er mach
e
schliesslich einen Mittagsschlaf, widme sich wieder den Haushaltsarbeiten, gehe mit dem Hund spazieren, nehme das Abendessen ein, schaue Fernsehen und gehe zwischen 02.00 und 03.00 ins Bett (S. 29).
In seiner Freizeit fotografiere er gerne Landschaf
t
en oder auch Wetteraktivitäten wie Ge
witter und Stürme, er sammle rohe Edelsteine und bearbeite diese selber oder lese Fachbücher (S. 29).
Beim Beschwerdeführer bestehe diagnostisch eine leichte de
pressive Episode, gekennzeichnet durch
eine
depressive Verstimmung mit ver
min
derter Freude, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und leichte Konzentrationsstörungen. Er habe verschiedene depressive Phasen gehabt, die bis in seine frühe Jugend zurückreich
t
en. Diagnostisch handle es sich um eine rezidivierende depressive Störung. Es bestehe auch eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, gekennzeichnet im Querschnittsbefund durch psycho
mo
torische Unruhe und im Längsverlauf durch entsprechende Auffälligkeiten be
reits in der Kindheit mit Verträumtheit in der Schule aber auch Ungeschick
lichkeit mit Bagatellunfällen.
Es bestehe auch eine somatische Problematik mit Rücken
schmerzen, wegen derer sich der Beschwerdeführer in körperlich anspruchs
vollen Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig fühle. Im Rahmen der affektiven Sympto
matik sei aber eine psychische Überlagerung mit subjektiv verstärkten Schmerzen möglich. Eine diffuse, ausgeweitete somatische Beschwerdeproblematik bestehe
nicht. Die Diagnose einer somatoformen Störung könne nicht gestellt werden (S.
31).
Der Medikamentenspiegel des Antidepressivums, welches der Beschwer
de
führer verordnet erhalte, sei kaum nachweisbar gewesen, was auf eine schlechte Compliance hinweise. Gelegentlich habe er auch Cannabis zur Muskelent
span
nung genommen, was auch die Urinuntersuchung bestätigt habe. Ob ein schäd
licher Gebrauch oder gar eine Abhängigkeit bestehe, lasse sich erst sicher unter einer Abstinenz beurteilt. Mit dem Beschwerdeführer solle zuerst die regelmässige Einnahme des verordneten Antidepressivums besprochen werden, bevor weitere Behandlungsversuche der einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung erfolg
t
en. Auch sei wegen der vorliegenden psychischen Störungen eine Canna
bis
abstinenz anzustreben
(S. 32). Da der Beschwerdeführer selbst Auto fahre,
spreche dies gegen das Vorliegen von schweren Konzentrationsstörungen. Die von
der
Klinik F._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nac
h
voll
ziehbar. Sowohl aufgrund der
geringgradigen
Befunde und Diagnosen wie auch
aufgrund der täglichen Aktivitäten, die dem Beschwerdeführer doch mög
lich seien, würden deutliche Hinweise auf eine relevante Arbeitsfähigkeit be
stehen (S.
33
).
3.8
Lic
. phil.
J._
und
Dr.
med.
O._
gaben in
Auseinandersetzung mit dem
Gutachten in
ihrem Bericht vom 30. März 2020
(
Urk.
12/197) an, die stark ein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit ergebe sich aus psychiatrischer Sicht zusammenge
fasst aus der lebensgeschichtlich gewachsenen strukturellen Störung der Affekt- und Impulsregulation, die durch die somatischen Beschwerden und Einschrän
kungen deutlich verstärkt werde, sowie durch die deutlich einschränkenden Effekte der Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (S. 2).
Es sei im Gutachten nicht nach
vollziehbar und kaum begründet, wieso die bestehende ADHS ohne Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigkeit sein soll.
Die belegte neuropsychologische Ein
schrän
kung werde ohne tatsächliche Begründung für nichtig erklärt. Ebenso wenig
werde die Störung der Affektivität gewichtet, was in keiner Weise nachvollziehbar sei. Die unregelmässige Einnahme der Medikation sei aufgrund des subjektiv ausblei
benden Effekts nicht auszuschliessen, wobei sich der Beschwerdeführer gegen
übe
r einer Prüfung anderer Präparate durchaus offen zeige. Angesichts der objek
tiven Tatsache der Kündigung seiner Stelle als Elektroplaner wegen zu vieler Flüch
tig
keitsfehler sowie der glaubhaften subjektiv hochgradigen Einschrän
kungen von Aufmerksamkeit und Konzentration bei der mehrstündigen Bearbei
tung von Elek
troplänen sei nicht einzusehen, wie eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit verneint werden könne.
Es sei zudem bekannt, dass Personen mit ADHS durchaus
in der Lage seien, sich auf einzelne, spezifische Tätigkeiten konzen
trieren zu können
. Zu erheben und gewichten seien jedoch auch der mit einer Konzen
tra
tionsleistung einhergehende Energieaufwand und die Ermüdung in der Folge (S.
3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente insbe
sondere gestützt auf
das MEDAS Gutachten vom 2
3.
September 2019 (E.
3.7), wonach keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit best
eht.
Diese Einschätzung steht im erheblichen
Widerspruch zu den übrigen Arztberichten
,
welche nament
lich die Tätigkeit als Elektroplaner
für den Beschwerdeführer
als nicht (mehr) zu
mutbar erachten.
Die behandelnden Fach
personen
der
Klinik F._
schilderten in ihren Be
richten, dass der Beschwerdeführer in seiner kognitiven Leistungsfähigkeit ein
geschränkt und die langfristige Fokussierung auf einen bestimmten Tätigkeits
bereich für ihn nur schwer möglich ist. Die Erfüllung komplexer Aufträge, die eine hohe Präzision erf
ord
e
r
n, wie es bei der Tätigke
it als Elektroplaner der Fall ist
, kann er nur mit grossen Anstrengungen erfüllen, was die Belastung bei solchen Tätigkeiten deutlich verstärkt und die Schmerz-
und Depressionssymp
to
matik begünstigt (E. 3.2).
Auch dem Berich
t zur Potenzialerklärung (E. 3.3
) ist zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer durch die Schmerzthematik deutlich unte
r
schiedliche Leistungen im Bereich Arbeitsqualität als auch Effizienz gezeigt hat,
er sich zwischenzeitlich körperlich überforderte, was massive Schmerzen zur Folg
e hatte und er auf eine aktive Begrenzung von aussen angewiesen
war
. Arbeits
aufträge mit offenen Rahmenbedingungen
waren
ihm deutlich schwerge
fallen und die Möglichkeiten zur Eigenstrukturierung waren stark eingeschränkt und
wurden im
möglichen
Zusammenhang mit der festgestellten neuropsy
cho
logi
s
chen Funktionsstörung gesehen. Demgegenüber steht die Einschätzung der gutachter
lichen Fachpersonen (E. 3.7), welche zwar eine rezidivierende depressive Störung sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung diagnosti
zierten, diesen Diagnosen jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei
massen.
So gab der psychiatrische Teilgutachter,
Dr.
N._
,
an, beim Beschwer
de
führer be
stehe eine depressive Verstimmung mit verminderter Freude, eine erhöhte Ermüd
barkeit, Schlafstörungen und leichte Konzentrationsstörungen. Es bestehe auch eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, gekenn
zeichnet im Quer
schnittsbefund durch psychomotorische Unruhe und im Längs
verlauf durch ent
sprechende Auffälligkeiten bereits in der Kindheit mit Ver
träumt
heit in der Schule aber auch Ungeschicklichkeit mit Bagatellunfällen.
Eine Auseinandersetzung
mit den beruflichen Anforderungen insbesondere bei der Tätigkeit als Elektroplaner einerseits (zum Tätigkeitsprofil, vgl. Elektro
pla
ner/-in EFZ – unter www.berufsberatung.ch) und den beschriebenen Befunden andererseits nahm Dr.
N._
in seinem Teilgutachten nicht vor. Namentlich legte er nicht schlüssig dar, weshalb sich das ADHS - namentlich in Bezug auf die Konzentrationsschwierigkeiten und die sozialen Interaktionen - auf die ent
sprechende Tätigkeit als Elektroplaner nicht auszuwirken vermag. Er anerkannte zwar, dass bei genauem Arbeiten mit hoher Konzentration Schwierigkeiten auf
treten können und durch das depressive Leiden eine erhöhte Schmerzempfindung möglich sei. Dennoch gelangte er zum Schluss, - ohne dies allerdings in nach
vollziehbarer Weise zu begründen
- dass insgesamt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit weder für die Tätigkeit als Elektroplaner noch für eine angepasste Tätigkeit besteht (Urk. 12/172 S. 9, 12/172 S. 33).
Zudem legte er nicht dar, inwiefern die jeweils gegenteiligen Einschätzungen der behandelnden Ärzte (E. 3.1-3, E. 3.6 hiervor) nicht normativ sind. Eine Aus
einandersetzung mit den Erfahrungen der Potenzialabklärung und die Würdigung derselben fehlt gänzlich. Die Frage, ob ein Suchtleiden besteht, liess er trotz lang
jährigem Cannabiskonsum offen (Urk. 12/172 S. 32; vgl. Urk. 12/27 S. 4 f.); auch Suchtleiden können sich jedoch, insbesondere im Zusammenhang mit anderen psychischen Leiden, auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
4.2
Auch gestützt auf die übrigen medizinischen Berichte können die im Hinblick auf die strittigen Rentenleistungen anspruchsrelevanten Fragen der Arbeitsfähigkeit, der Eingliederungsfähigkeit und der Erwerbsfähigkeit nicht rechtsgenügend be
urteilt werden. Namentlich unklar ist, ob und wie sich das diagnostizierte ADHS und die depressive Störung auf die Arbeitsfähigkeit und die Erwerbsfähigkeit des Versicherten auswirken. So gehen die behandelnden Fachpersonen der
Klinik F._
davon aus, dass die bisherige Tätigkeit als Elektroplaner dauerhaft
nicht mehr zumutbar wäre (vgl. E. 3.2, E. 3.4, E. 3.6), und eine angepasste Tätig
keit
nur im Rahmen von ca. zwei Stunden pro Tag.
Nicht
ohne Weiteres
nach
voll
ziehbar ist
dabei
, weshalb dem Beschwerdeführer auch angepasste Tätig
kei
ten, welche keine hohen Anforderung
en
an die Konzentration und Präzision stellen
,
nur in einem sehr niedrigen Grad zumutbar sein soll
en
.
Sodann können grund
sätzlich nur schwere psychische Einschränkungen invalidisierend sein (BGE 143 V 418 E. 5.2.2). Darüber hinaus wiesen die medizinischen Fachpersonen der
Klinik F._
in ihren Berichten (E. 3.2, E. 3.4, E. 3.6) auf erhebliche psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren hin (Wohnsituation, Beziehung, Abhängigkeit von Sozialamt). Jene vermögen jedoch rechtsprechungsgemäss für sich genom
men keinen relevanten psychischen Gesundheitsschaden zu bewirken (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E.
2). Eine Würdigung des Verlaufs, namentlich des zu einem früherem Zeitpunkt fest
ge
stellten kognitiven Potenzials (Urk. 12/64) fehlt auch hier.
Ergänzend ist sodann anzumerken, dass die Angaben in Bezug auf den Stellen
verlust bei der letzten Tätigkeit als Elektroplaner einzig vom Beschwerdeführer stammen und das Einholen eines Berichts der ehemaligen Arbeitsgeberin dienlich
wäre, um festzustellen, was zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses geführt hatt
e.
4
.3
Nach dem Gesagten stellen somit die vorliegenden
,
insbesondere psychiatrischen
Beurteilungen
, namentlich das psychiatrische
MEDAS
-Teilgutachten vom
2
3.
Septem
ber 2019
(vgl. E. 3.3 hiervor) und die
übrigen Berichte
(vgl. E. 3.
1-6, 3.8
hiervor) keine verlässliche Grundlage für die
Festleg
ung des Leistungs
an
spruchs dar, weshalb ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Ent
sprechend ist
die angefochtene Verfügung vom 2
.
September
2020 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache
für ergänzende
Abklärungen
des psychischen Gesundheitszustandes
und zum erneuten Entschei
d über den Leistungsanspruch des
Beschwerdeführer
s
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin wird
zu
dem – soweit noch möglich – einen Bericht der
P._
AG,
Q._
, beizuziehen haben (vgl. oben E. 4.2 am Schluss).
5.
5.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind er
messensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Ausgangsgemäss steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) eine
Prozessentschädigung zu. Die
Entschädigung wird vom Gericht nach Ermessen und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Ent
sprechend ist ihm
durch die Beschwerdegegnerin
eine Prozessentschädigung von Fr.
2’300
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.
5.3
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung unter Bestellung einer unent
gelt
lichen Rechtsvertretung erweist sich damit als gegenstandslos
.