# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 710aa13e-6342-48ec-8f7e-b2108df6959c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 4. April 2016 (FE150188-E)
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Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 3):
„Die in Ziff. 5 des Urteils des Einzelgerichtes des Bezirks Hinwil vom
26. Mai 2011 festgelegten Unterhaltsbeiträge des Klägers an den
Sohn C._ und an die Beklagte seien bereits für die Dauer des
Verfahrens ab sofort auf höchstens monatlich CHF 750.00 zuzüglich
Kinderzulage für C._ und auf höchstens monatlich CHF 300.00
für die Beklagte zu reduzieren.“
Verfügung des Einzelgerichts in Zivilsachen des Bezirksgerichts Hinwil vom 4. April 2016 (Urk. 2):
"1. Den Parteien wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt.
2. Dem Kläger wird Rechtsanwältin lic. iur. Y._ und der Beklagten wird
Rechtsanwältin lic. iur. X._ als unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
3. Das Editionsbegehren der Beklagten wird abgewiesen.
4. In Abänderung des Eheschutzurteils vom 26. Mai 2011 des Bezirksgerichts
Hinwil (Prozess Nr. EE110031) wird der Kläger verpflichtet, der Beklagten
mit Wirkung ab Oktober 2015 folgende, monatliche, im Voraus zahlbare Un-
terhaltsbeiträge zu bezahlen:
− für die Monate Oktober 2015 bis und mit Dezember 2015: insgesamt
Fr. 2'655.–, nämlich Fr. 1'705.– für die Beklagte persönlich und Fr. 950.–
für den Sohn C._, zuzüglich allfälliger Kinder-, Ausbildungs- und
Familienzulagen;
− ab Januar 2016: insgesamt Fr. 2'644.–, nämlich Fr. 1'694.– für die Be-
klagte persönlich und Fr. 950.– für den Sohn C._, zuzüglich allfälliger
Kinder-, Ausbildungs- und Familienzulagen.
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5. Das Hauptverfahren wird bis zum Vorliegen des rechtskräftigen IV-
Entscheids betreffend Zusprechung einer IV-Rente zugunsten der Beklagten
sistiert.
6. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Verfahrens wird im End-
entscheid befunden.
7. [Mitteilungssatz]
8. [Rechtsmittelbelehrung]"
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2):
"1. Dispositivziffer 3 der Verfügung vom 4. April 2016 des  Hinwil sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
Der Kläger sei zu verpflichten, folgende Unterlagen zu edieren:
- Spesenreglement der C._ GmbH - Spesenabrechnungen der letzten 6 Monate vor der Einigungs-
verhandlung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen - Arbeitsvertrag - Kreditkartenabrechnungen der letzten 6 Monate vor der Eini-
gungsverhandlung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen - Kontoauszüge der letzten 6 Monate vor der Einigungsverhand-
lung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen 2. Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 4. April 2016 des Bezirksge-
richts Hinwil sei aufzuheben und durch folgende Fassung zu :
Das Gesuch des Klägers um Erlass vorsorglicher Massnahmen (Abänderung der Unterhaltsbeiträge) wird vollumfänglich .
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % ) zulasten des Klägers und Berufungsbeklagten."
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des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 10 S. 2):
"1.
Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und die vorinstanzliche Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Hinwil vom 4. April 2016 zu bestätigen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 0,8 % MwSt) zu Lasten der Beklagten und Berufungsklägerin."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien haben am tt. Dezember 2002 geheiratet. Sie haben einen
gemeinsamen Sohn: C._, geboren am tt.mm.2003. Seit dem 28. Januar
2011 leben die Parteien getrennt. Mit Eingabe vom 19. April 2011 stellte die heu-
tige Beklagte und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) beim Bezirksgericht Hinwil
ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen (Urk. 6/5/1). Im Anschluss an
die Hauptverhandlung vom 26. Mai 2011 schlossen die Parteien eine Vereinba-
rung. Darin verpflichtete sich der heutige Kläger und Berufungsbeklagte (fortan
Kläger) unter anderem dazu, der Beklagten ab Juni 2011 monatliche Unterhalts-
beiträge von Fr. 3'354.– zu bezahlen, Fr. 2'404.– für die Beklagte persönlich und
Fr. 950.– (zuzüglich allfälliger Kinder-, Ausbildungs- und Familienzulagen) für
C._. Die Unterhaltsbeiträge wurden indexiert (Urk. 6/5/16 Ziffern 5 und 6). Mit
Urteil vom 26. Mai 2011 wurde das Verfahren gestützt auf die getroffene Verein-
barung erledigt (Urk. 6/5/18). Mit Eingabe vom 30. September 2015 machte der
Kläger bei der Vorinstanz eine Scheidungsklage anhängig. Gleichzeitig stellte er
ein Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen. Er beantragte die Reduktion
der in Dispositivziffer 5 des vorgenannten Urteils festgelegten Unterhaltsbeiträge
für die Dauer des Verfahrens auf höchstens Fr. 750.– monatlich zuzüglich Kinder-
zulage für C._ und auf Fr. 300.– für die Beklagte persönlich (Urk. 6/1 S. 3).
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Betreffend den Verlauf des vorinstanzlichen Massnahmeverfahrens ist auf die
Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 2 S. 3). Mit Verfü-
gung vom 4. April 2016 (zunächst in unbegründeter Form ergangen; Urk. 6/35)
wies die Vorinstanz das Editionsbegehren der Beklagten ab (Urk. 2 S. 18, Dispo-
sitivziffer 3). Sie verpflichtete den Kläger in Abänderung des Urteils vom 26. Mai
2011, der Beklagten mit Wirkung ab Oktober 2015 bis Dezember 2015 einen mo-
natlichen Unterhaltsbeitrag von insgesamt Fr. 2'655.– zu bezahlen, Fr. 1'705.– für
die Beklagte persönlich und Fr. 950.– (zuzüglich allfälliger Kinder-, Ausbildungs-
und Familienzulagen) für C._. Ab Januar 2016 verpflichtete sie den Kläger,
der Beklagten einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von insgesamt Fr. 2'644.– zu
bezahlen, Fr. 1'694.– für die Beklagte persönlich und Fr. 950.– (zuzüglich allfälli-
ger Kinder-, Ausbildungs- und Familienzulagen) für C._ (Urk. 2 S. 18, Dispo-
sitivziffer 4).
2. Gegen das Urteil vom 4. April 2016 hat die Beklagte fristgerecht Berufung
erhoben und die eingangs erwähnten Anträge gestellt (Urk. 1; Urk. 42). Die Beru-
fungsantwort datiert vom 11. Juli 2016 (Urk. 10). Die weiteren Eingaben der Par-
teien wurden jeweils der Gegenpartei zur Stellung- oder Kenntnisnahme zuge-
stellt (Urk. 7; Urk. 8; Urk. 13; Urk. 14; Urk. 19 bis 22; Urk. 24 bis 27; Urk. 29 bis
31).
3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrich-
tige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die
Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streit-
sache. Sie kann das erstinstanzliche Urteil sowohl auf rechtliche wie tatsächliche
Mängel hin überprüfen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Berufungsinstanz ge-
halten ist, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stel-
lenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die Parteien
diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Sie hat sich - abgesehen von offen-
sichtlichen Mängeln - grundsätzlich auf die Beurteilung der in der schriftlichen Be-
gründung (Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 ZPO) gegen das erstinstanzliche
Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken (BGE 142 III 413 E. 2.2.4
m.w.Hinw.).
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4. Mit der vorliegenden Berufung nicht angefochten wurde Dispositivziffer 5
des vorinstanzlichen Entscheids (Sistierung des Hauptverfahrens). Die Rechts-
kraft dieser Dispositivziffer ist vorzumerken. Sie trat ein, sobald die Berufungsfrist
für sämtliche zum Rechtsmittel legitimierten Parteien abgelaufen war, damit am
16. Juni 2016 (vgl. zum Zeitpunkt BK ZPO-Sterchi, Art. 315 N 4; Urk. 42).
5. Auf die Ausführungen der Parteien wird nachfolgend nur soweit notwendig
eingegangen.
II.
1. Die Vorinstanz hat zutreffend angeführt, unter welchen rechtlichen
Voraussetzungen in einem Eheschutzverfahren festgesetzte Unterhaltsbeiträge
im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren abgeändert
werden können. Es kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden
(Urk. 2 S. 4 ff. E. II. und IV./1.). Die Vorinstanz erwog, der Kläger habe sein Ab-
änderungsbegehren damit begründet, dass die im Eheschutzverfahren festge-
setzten Unterhaltsbeiträge sein Existenzminimum beschneiden würden. Er ver-
diene heute zwar etwas mehr als im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides, sein
Existenzminimum sei aber wesentlich höher. Die Änderungen (insbesondere der
Stellen- und Wohnungswechsel) seien unvorhersehbar und dauerhaft gewesen.
Die Vorinstanz prüfte den Eintritt sowie die Wesentlichkeit der behaupteten Ver-
änderungen. Sie kam die Einkünfte des Klägers betreffend zum Schluss, diesem
sei aus seiner derzeitigen Tätigkeit bei der DE._ GmbH (fortan D._
GmbH) in F._ ein gegenüber dem Eheschutzentscheid leicht erhöhtes Ein-
kommen von monatlich Fr. 6'809.– netto (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich Famili-
enzulagen) anzurechnen (Urk. 2 S. 7 ff.). Aufgrund erheblicher gesundheitlicher
Probleme rechnete die Vorinstanz der Beklagten, wie bereits im Eheschutzverfah-
ren (vgl. Urk. 6/5/17), kein Einkommen an (Urk. 2 S. 9). Den Bedarf des Klägers
setzte die Vorinstanz für die Monate Oktober 2015 bis und mit Dezember 2015
auf Fr. 4'154.– und ab Januar 2016 auf Fr. 4'165.– fest. Im Eheschutzverfahren
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war der Bedarf des Klägers mit Fr. 3'119.– bemessen worden (Urk. 2 S. 9 ff.). Da
das Einkommen des Klägers offensichtlich nicht ausreiche, um den Lebensunter-
halt der gesamten Familie zu finanzieren, ermittelte die Vorinstanz den Bedarf der
Beklagten (inkl. C._) nicht (Urk. 2 S. 15). Die Vorinstanz errechnete beim
Kläger einen Überschuss von Fr. 2'655.– (= Fr. 6'809.– – Fr. 4'154.–) für die Mo-
nate Oktober 2015 bis Dezember 2015 und von Fr. 2'644.– (= Fr. 6'809.– –
Fr. 4'165.–) ab Januar 2016. Sie erwog im Weiteren, hinsichtlich der Bedarfsposi-
tionen des Klägers seien wesentliche und dauerhafte Veränderungen eingetreten.
Die Veränderungen seien im Zeitpunkt des Eheschutzentscheids nicht vorherge-
sehen worden und auch nicht vorhersehbar gewesen. Der Jobwechsel des Klä-
gers sei aufgrund nachvollziehbarer Gründe erfolgt. Der Wechsel sei nicht
rechtsmissbräuchlich, weshalb die damit verbundenen beruflichen Mehrauslagen
im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen seien. Entsprechend seien die mit Urteil
vom 26. Mai 2011 vorgemerkten und genehmigten Unterhaltsbeiträge abzuän-
dern. Die Vorinstanz setzte den Unterhalt für C._ rückwirkend ab dem 1. Ok-
tober 2015 auf (wie bis anhin) Fr. 950.–, zuzüglich Familienzulagen, fest. Weiter
verpflichte sie den Kläger, der Beklagten persönlich einen monatlichen Unter-
haltsbeitrag von Fr. 1'705.– für die Monate Oktober 2015 bis und mit Dezember
2015 bzw. Fr. 1'694.– ab Januar 2016 zu bezahlen (Urk. 2 S. 16 f.).
2.1. Der Kläger arbeitet heute als Mechaniker bei der D._ GmbH. Im
Zeitpunkt des Eheschutzverfahrens war er bei der Gemeinde G._ als Klär-
werkfachmann angestellt. Dazumal erzielte er ein monatliches Nettoeinkommen
von Fr. 6'335.– zuzüglich Familienzulagen. Zusätzlich arbeitete der Kläger als
Hilfsarbeiter in einem Pferdestall, woraus er ein überobligatorisches Nebenein-
kommen von monatlich netto Fr. 400.– erwirtschaftete. Unangefochten blieb in der
Berufung, dass der Kläger seine Stelle nicht in rechtsmissbräuchlicher Absicht
wechselte. Relevant für die Beurteilung der Frage, ob die Unterhaltsbeiträge ab-
zuändern sind, ist somit das vom Kläger in seiner derzeitigen Anstellung erzielte
Einkommen. Die Vorinstanz ging beim Kläger von einem bei der D._ GmbH
erzielten monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'809.– (inkl. 13. Monatslohn) zu-
züglich Familienzulagen von Fr. 250.– aus (Urk. 2 S. 8). Die Beklagte hat mit Be-
zug auf das Einkommen des Klägers vor Vorinstanz geltend gemacht, der Kläger
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behaupte ein aktuelles Einkommen von Fr. 6'809.–. Dieses weise er mit den ent-
sprechenden Lohnbelegen aus. Es sei jedoch unklar, ob von der Arbeitgeberin
"Benzinkosten und übrige Autokosten" in Form von Spesen entrichtet würden.
Sie, die Beklagte, wisse, dass der Kläger jeweils mit der Bank- oder Kreditkarte
(...) der Arbeitgeberin Benzin beziehe. Komme hinzu, dass der Kläger auch für
seine Privatfahrten immer mit dem Geschäftsauto unterwegs sei. Es würden somit
auch die privat anfallenden Benzinkosten von der D._ GmbH bezahlt. Diese
Spesen würden einen Lohnbestandteil darstellen. Der Kläger habe sich hierüber
auszuweisen. Er sei deshalb aufzufordern, das Spesenreglement der D._
GmbH sowie die Spesenabrechnungen der letzten sechs Monate, den Arbeitsver-
trag und den Lohnausweis 2015 zu edieren. Sie, die Beklagte, beantrage dies ge-
stützt auf Art. 170 ZGB (Urk. 6/25 S. 5 f.).
2.2. Die Vorinstanz hat das Editionsbegehren der Beklagten abgewiesen
(Urk. 2 S. 18, Dispositivziffer 3). Sie hielt dafür, es handle sich beim gestellten
Auskunftsbegehren - trotz der Berufung auf Art. 170 ZGB - inhaltlich um einen
prozessualen Beweisantrag (Urk. 2 S. 5 mit Hinweis auf BGer 5A_421/2013 vom
19. August 2013, E. 1.2.3).
2.3. Die Beklagte hält in der Berufung, mit Ausnahme des Lohnausweises
2015, welcher bereits ins Recht gelegt wurde (Urk. 6/23/5), an ihrem Auskunfts-
begehren gestützt auf Art. 170 ZGB fest (Urk. 1 S. 2, Antrag 1). Sie hält dafür, die
Vorinstanz habe ihren Anspruch auf Auskunft nicht geprüft, sondern stelle sich auf
den Standpunkt, im Rahmen eines Eheschutz- oder Scheidungsverfahrens könn-
ten keine Editionsbegehren gemäss Art. 170 ZGB gestellt werden. Dieser Auffas-
sung könne nicht gefolgt werden. Art. 170 ZGB stelle ein eigenständiges Institut
dar, welches sowohl im Rahmen eines Scheidungs- oder Eheschutzverfahrens
als auch selbständig geltend gemacht werden könne (Urk. 2 S. 8).
2.4. Gemäss der gegenseitigen Auskunftspflicht der Ehegatten nach Art. 170
Abs. 1 ZGB kann ein Ehegatte vom andern Auskunft über dessen Einkommen,
Vermögen und Schulden verlangen. Das Auskunftsrecht ist eine Eheschutzmass-
nahme im Sinne von Art. 172 Abs. 3 ZGB und kann als solche Gegenstand eines
selbständigen Verfahrens sein. Ein Auskunftsbegehren kann jedoch auch als
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Teilantrag innerhalb eines anderen eherechtlichen Verfahrens - beispielsweise
vorsorglicher Massnahmen im Rahmen eines Scheidungsverfahrens - gestellt
werden. Der Prozess gestaltet sich diesfalls so, dass vorab über den Auskunfts-
anspruch ein Entscheid zu fällen ist. Danach hat der ansprechende Ehegatte ge-
stützt auf die erhaltene Auskunft und die eingereichten Urkunden die Begründung
und die Bezifferung seines Hauptstandpunktes nachzuholen. Von der materiellen
Auskunftspflicht zu Informationszwecken ist die prozessuale Auskunft zu Beweis-
zwecken zu unterscheiden. Hier hat der Ansprecher eine Urkunde als Beweismit-
tel angerufen. Er will sie dem Richter zugänglich machen, um diesen damit von
seiner – im Rahmen des Hauptverfahrens aufgestellten – substantiierten Behaup-
tung zu überzeugen (OGer ZH LE160021 vom 23. September 2016, E. 4.1, mit
Hinweisen auf die einschlägige Literatur). In der Praxis dürfte der letztgenannte
Fall weitaus am häufigsten anzutreffen sein. Der Auskunftspflicht nach Art. 170
ZGB kommt daher in den eherechtlichen Verfahren oftmals keine eigenständige
Bedeutung zu, da die Parteien schon aufgrund ihrer prozessualen Mitwirkungs-
pflichten zur Einreichung bestimmter Dokumente angehalten werden können
(Pfänder Baumann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 271 N 7; vgl. hierzu im Ergebnis auch
BGer 5A_421/2013 vom 19. August 2013, E. 1.2.3).
Das Gericht kann nach Art. 170 Abs. 2 ZGB auf Begehren eines Ehegatten den
anderen Ehegatten oder Dritte verpflichten, die erforderlichen Auskünfte zu ertei-
len und die notwendigen Urkunden vorzulegen. Die Beschränkung des Auskunfts-
rechts auf erforderliche Auskünfte und notwendige Urkunden bedeutet, dass der
auskunftsersuchte Ehegatte gerichtlich nur zur Erteilung von Auskünften verpflich-
tet werden kann, wenn sie zur Begründung eines materiellrechtlichen Anspruchs
benötigt werden, für welchen ein Rechtsschutzinteresse besteht. Vom Bestehen
eines Rechtsschutzinteresses ist die Frage zu unterscheiden, ob der Anspruch
materiell begründet ist oder nicht. Ob sich der materiellrechtliche Anspruch mit
den vom auskunftsersuchenden Ehegatten verlangten Auskünften tatsächlich be-
gründen lässt, hat das Gericht bei der Frage, ob die Stellung eines Auskunftsbe-
gehrens zulässig ist, nicht zu prüfen. Es hat lediglich zu prüfen, ob ein Rechts-
schutzinteresse für einen bestimmten materiellrechtlichen Anspruch besteht. Der
Inhalt und Umfang der Auskunftspflicht gemäss Art. 170 Abs. 1 und 2 ZGB be-
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stimmt sich nach dem materiellrechtlichen Anspruch, für welchen das Auskunfts-
begehren gestellt wird. Das Gericht kann den auskunftsersuchten Ehegatten nur
zur Erteilung der Auskünfte über Tatsachen und Umstände verpflichten, welche
als Tatsachen und Umstände für den Unterhaltsanspruch entscheidrelevant sind.
Es besteht kein umfassendes Auskunftsrecht (vgl. zum ganzen OGer ZH
LE160021 vom 23. September 2016, E. 4.1 und 5, je mit Hinweisen auf die ein-
schlägige Literatur und Judikatur).
2.5.1 Der Kläger will vorliegend die im Eheschutzverfahren festgesetzten
Unterhaltsbeiträge für C._ und die Beklagte für die Dauer des Scheidungs-
verfahrens mittels dem Erlass von vorsorglichen Massnahmen reduzieren. Dem
widersetzt sich die Beklagte, indem sie eigene, den Ausführungen des Klägers
entgegenstehende, Behauptungen aufstellt. Die Beklagte benötigt die verlangten
Auskünfte somit grundsätzlich zur Begründung eines materiellrechtlichen familien-
rechtlichen Anspruchs. Die Beklagte hat damit, entgegen der Ansicht des Klägers
(Urk. 10 S. 3), nach wie vor ein rechtlich geschütztes Interesse an den verlangten
Auskünften.
2.5.2 Der Kläger hat im Rahmen des Abänderungsverfahrens zu behaupten
(und allenfalls auch zu beweisen), dass wesentliche und dauerhafte Veränderun-
gen in seinen finanziellen Verhältnissen eingetreten sind. Entsprechend hat er un-
ter anderem vor Vorinstanz dargetan, derzeit ein Einkommen von Fr. 6'809.– (in-
klusive 13. Monatslohn) zuzüglich Kinderzulagen von Fr. 250.– zu erzielen (Urk.
6/1 S. 6). Die Beklagte bestritt das behauptete Einkommen. Sie stellte sich auf
den Standpunkt, der Kläger erziele zusätzliche Einkünfte in Form von vergüteten
Benzinkosten (Urk. 6/25 S. 5 f.). Für die Geltendmachung eines angeblich höhe-
ren Einkommens des Klägers ist die Beklagte behauptungs- und beweispflichtig.
Die von der Beklagten in diesem Zusammenhang vor Vorinstanz gemachten Aus-
führungen sind nach Treu und Glauben so zu verstehen, dass sie sich darauf be-
ruft, sie könne die entsprechenden Behauptungen nur aufstellen, wenn sie Ein-
sicht in die mittels Editionsbegehren verlangten Unterlagen erhalte. Entsprechend
bestreitet sie das geltend gemachte Einkommen von Fr. 6'809.– und geht von ei-
nem Einkommen des Klägers von mindestens Fr. 6'809.– aus (Urk. 6/25 S. 6). Sie
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beantragt gestützt auf Art. 170 ZGB die Edition von Unterlagen. Damit stellt die
Beklagte entgegen der Ansicht der Vorinstanz nicht einen Beweisantrag. Vielmehr
will sie Einsicht in die Unterlagen, um hernach substantiierte Behauptungen zum
Einkommen des Klägers aufzustellen zu können (Urk. 6/25 S. 6). Erst wenn sie
diese Behauptungen aufgestellt hat, wird die Beklagte (falls sie bestritten werden)
dafür beweispflichtig. Zu diesem Zweck hat die Beklagte, nebst der "persönlichen
Befragung der Parteien", denn dieselben Urkunden auch allesamt bereits als Be-
weis offeriert (Urk. 6/25 S. 6). Der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden, wenn sie
das Begehren und die Behauptungen der Beklagten nicht als Auskunftsbegehren
gestützt auf Art. 170 ZGB einstuft. Hingegen ficht die Beklagte im Rahmen ihrer
Berufung das von der Vorinstanz auf Fr. 6'809.– (inklusive 13. Monatslohn) zu-
züglich Fr. 250.– Familienzulagen festgesetzte Einkommen des Klägers nicht an
(Urk. 1 S. 4 ff., insbesondere S. 8 Rz 9). Sie legt nicht dar, inwieweit sie die ver-
langten Unterlagen noch zur Aufstellung von substantiierten Behauptungen zum
Einkommen des Klägers benötigt. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Be-
klagte das Auskunftsbegehren nur im Hinblick auf vorsorgliche Massnahmen ge-
stellt hat und nicht zur Erlangung von Informationen für das hängige Scheidungs-
verfahren (Prot. Vi S. 8; Urk. 6/25). Damit handelt es sich bei den verlangten Un-
terlagen nicht (mehr) um entscheidrelevante Tatsachen. Im Ergebnis ist daher die
Abweisung des Editionsbegehrens durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden.
Offen bleiben kann, ob die von der Beklagten im Berufungsverfahren vorgenom-
mene Erweiterung des Auskunftsbegehrens auf die Kreditkartenabrechnungen
und die Kontoauszüge der letzten 6 Monate vor der Einigungsverhand-
lung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen rechtens ist (Urk. 1 S. 2; Urk. 6/25
S. 6).
2.6.1 Weiter machte der Kläger vor Vorinstanz in seinem Bedarf Fr. 1'400.–
pro Monat für Verkehrskosten geltend (Urk. 6/1 S. 5 ff.). Die Beklagte bestritt die-
se Kosten. Sie berief sich darauf, der Kläger benutze für den Anfahrtsweg- und
Rückweg zur Arbeit sowie für private Fahrten das Geschäftsfahrzeug. Die Arbeit-
geberin des Klägers komme vollumfänglich für anfallende Benzin- und Fahrzeug-
kosten auf. Der Kläger beziehe immer mit der Tankkarte des Geschäfts sowohl für
sein Privatauto als auch für das Geschäftsauto Benzin. Somit könne der Kläger
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unter dem Titel Verkehrskosten nichts geltend machen (Prot. Vi S. 12; Urk. 6/25
S. 9). Als Beweismittel für die aufgestellten Behauptungen anerbot die Beklagte
die nunmehr zur Edition verlangten Unterlagen sowie die "persönliche Befragung"
der Parteien (Urk. 6/25 S. 10).
2.6.2 Für die in seinem Bedarf zu berücksichtigenden Positionen ist der Klä-
ger behauptungs- und beweispflichtig. Die Beklagte hat mit ihren vor Vorinstanz
aufgestellten Behauptungen den vom Kläger geltend gemachten Betrag von
Fr. 1'400.– für Verkehrskosten vollumfänglich bestritten. Sie fordert daher in die-
sem Zusammenhang die verlangten Unterlagen nicht zwecks weiterer Substanti-
ierung der angeblichen Verkehrskosten des Klägers ein, sondern vielmehr sollen
sie ihr als Gegenbeweismittel dienen, falls es dem Kläger gelingt, die behaupteten
Fr. 1'400.– glaubhaft zu machen. Bei diesen Editionsbegehren handelt es sich
somit, wie von der Vorinstanz zu Recht angeführt (Urk. 2 S. 2), um Beweisanträge
im Sinne von Art. 150 ff. ZPO. Die Vorinstanz hat denn auch eine antizipierte Be-
weiswürdigung vorgenommen. Sie sah die Edition weiterer Unterlagen aufgrund
der im Recht liegenden "schriftlichen Auskunft" der D._ GmbH als nicht mehr
notwendig an (Urk. 2 S. 8). Ob diese Einschätzung zutrifft, gilt es nachfolgend zu
prüfen (vgl. Erwägung 5.4.).
2.7. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Abweisung des Editionsbegeh-
rens durch die Vorinstanz (Urk. 2 S. 18, Dispositivziffer 3) nicht zu beanstanden
ist. Die Berufung der Beklagten ist in diesem Punkt abzuweisen.
3. Wie bereits erwähnt, blieb das dem Kläger von der Vorinstanz angerech-
nete Einkommen von netto Fr. 6'809.– (inkl. 13. Monatslohn) zuzüglich Fr. 250.–
Kinderzulagen unangefochten (Urk. 2 S. 7 ff.). Es ist davon auszugehen.
4.1. Der Beklagten wurde im Eheschutzverfahren kein Einkommen ange-
rechnet (Urk. 6/5/17), da es ihr aufgrund erheblicher gesundheitlicher Probleme
nicht möglich gewesen sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Vorinstanz
erwog, der Kläger habe nicht bestritten, dass die Beklagte auch aktuell über keine
Einkünfte verfüge, sie nach wie vor arbeitsunfähig sei und noch immer an den
Folgen des Unfalls im Jahre 2004 leide. Sodann sei unbestritten geblieben, dass
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es bei der Beklagten zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse gekommen
sei, weshalb sie im Dezember 2015 habe operiert werden müssen. Sie habe ei-
nen Antrag auf eine IV-Rente gestellt. Die entsprechenden Abklärungen seien
abgeschlossen. Es sei mit einem baldigen Entscheid zu rechnen. Die Vorinstanz
hielt weiter dafür, der ärztliche Bericht vom 19. April 2011 (Urk. 6/26/2) und das
ärztliche Attest vom 2. Februar 2016 (Urk. 6/26/3) würden die nach wie vor beste-
hende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit der Beklagten bestätigen. Es sei daher auf
Seiten der Beklagten von keinem Einkommen auszugehen (Urk. 2 S. 9).
4.2. Mit Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt Zürich, IV- Stelle, vom
3. Februar 2016 wurde der Beklagten rückwirkend ab dem 1. April 2015 eine Vier-
telsrente zugesprochen (Urk. 21/1). Die Beklagte bezieht derzeit eine persönliche
Rente von Fr. 348.– pro Monat sowie eine Kinderrente für C._ von Fr. 139.–
pro Monat (Urk. 1 S. 4; Urk. 21/3). Die Anrechnung eines höheren Einkommens
wird nicht geltend gemacht. Der Kläger beruft sich in der Eingabe vom 4. Oktober
2016 zwar darauf, aus dem Vorbescheid gehe hervor, dass die Beklagte zu 50 %
als arbeitsfähig eingestuft sei. Es werde ihr die Erzielung eines Einkommens von
jährlich Fr. 25'100.15 zugemutet. In der Folge leitet er hieraus für das vorliegende
Verfahren jedoch nichts ab, sondern behält sich die Einreichung eines "Revisions-
/Abänderungsbegehrens" vor der "zuständigen Vorinstanz" vor (Urk. 24 S. 2).
Entsprechend kann auf die Edition der IV-Akten der Beklagten verzichtet werden.
Das Begehren des Klägers (Urk. 10 S. 5 und 9; Urk. 13; Urk. 14) ist abzuweisen.
5.1. Die Vorinstanz hat den Bedarf des Klägers auf Fr. 4'154.– für die Mona-
te Oktober 2015 bis und mit Dezember 2015 und auf Fr. 4'165.– ab Januar 2016
festgesetzt (Urk. 2 S. 9 ff., insbesondere Zusammenstellung S. 10). Umstritten
sind die Positionen Kindergrundbeträge, Nebenkosten, Fahrkosten und Verpfle-
gung.
5.2.1 Die Vorinstanz hat im Bedarf des Klägers unter der Position  Fr. 95.– berücksichtigt. Sie hielt dafür, C._ esse jeweils am
Montag- und Dienstagmittag beim Kläger. Es erscheine angemessen, im Bedarf
des Klägers Fr. 11.– pro Mittagessen zu berücksichtigen. Dies entspreche
Fr. 95.– pro Monat (Fr. 11.– x 2 x 52 Wochen : 12 Monate; Urk. 2 S. 10 f.).
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5.2.2 Gemäss der Beklagten ist der Betrag nicht zu berücksichtigen.
C._ verbringe nicht jedes zweite Wochenende beim Kläger. Es würden ihr
daher während den Wochenenden Mehrkosten anfallen, welche eigentlich der
Kläger zu tragen hätte. Beim vorliegenden Mankofall sei es geradezu willkürlich,
beim Kläger einen Kindergrundbetrag von Fr. 95.– zu berücksichtigen. Durch die-
ses Vorgehen würden ihr einerseits Fr. 95.– fehlen und es fielen ihr andererseits
noch zusätzliche Mehrkosten für die Zeit an, in welcher C._ eigentlich beim
Kläger sein müsste (Urk. 1 S. 4 f.).
5.2.3 Es ist unbestritten, dass C._ am Montag und Dienstag das Essen
beim Kläger einnimmt. Die Vorinstanz ging gestützt auf das Urteil des Oberge-
richts des Kantons Zürich vom 13. November 2013 im Verfahren RB140033 von
Kosten von Fr. 11.– pro Mittagessen aus (vgl. Erwägung 2). Sie hat dabei über-
sehen, dass im genannten Urteil die Fr. 11.– für eine erwachsene Person, basie-
rend auf einem Grundbetrag gemäss Kreisschreiben des Obergerichtes des Kan-
tons Zürich für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
vom 16. September 2009 (fortan Kreisschreiben) von Fr. 1'200.– pro Monat, be-
rechnet wurden. Für C._ ist ein Grundbetrag von Fr. 600.– einzusetzen
(Kreisschreiben II./4.). Hiervon entfallen Fr. 300.– auf das Essen (Kreisschreiben
IV./1.). Ausgehend von 30 Tagen ergibt sich somit ein Betrag von Fr. 10.– pro
Tag. Es erscheint angemessen, hiervon Fr. 5.– für das Mittagessen einzusetzen.
Somit können für die beiden Mittagessen im Bedarf des Klägers maximal (gerun-
det) Fr. 45.– eingesetzt werden (Fr. 5.– x 2 x 52 : 12). Für diese Fr. 45.– pro Mo-
nat hat die Beklagte nicht aufzukommen. Sie müssen jedoch vom aufgrund der
vorliegenden Mankosituation auf das Existenzminimum gesetzten Kläger bezahlt
werden. Würde man diese Kosten im Bedarf des Klägers nicht berücksichtigen,
wäre sein Existenzminimum nicht mehr gedeckt. Daran ändert sich nichts, falls
C._, was umstritten ist (Urk. 1 S. 5; Urk. 10 S. 6 f.; Urk. 19 S. 5; Urk. 24 S. 3),
derzeit nicht jedes zweites Wochenende beim Kläger verbringt. Denn im Bedarf
des Klägers wurden keine Mehrkosten für die Ausübung des Besuchsrechts (z.B.
Essen für C._ etc.) eingesetzt. Es sind unter der Position Kindergrundbeträ-
ge Fr. 45.– zu berücksichtigen.
- 15 -
5.3.1 Die Vorinstanz setzte im Bedarf des Klägers Fr. 273.– pro Monat für
Nebenkosten ein. Sie hielt dafür, die monatlich anfallenden Heiz- und Nebenkos-
ten seien zusätzlich zum Mietzins zu bezahlen und mit Fr. 240.– ausgewiesen.
Ebenso sei mit den "entsprechenden Nachzahlungen" von durchschnittlich
Fr. 33.– pro Monat zu verfahren. Beide Positionen seien belegt worden (Urk. 2
S. 11).
5.3.2 Die Beklagte macht geltend, bei so engen finanziellen Verhältnissen
müssten die Kosten für die Nachzahlung von Nebenkosten (Fr. 33.–) und die
Heizkosten (Fr. 100.–) aus dem Grundbetrag entrichtet werden. Entsprechend
geht sie beim Kläger von Mietkosten inklusive Nebenkosten von Fr. 1'390.–
(Fr. 1'250.– plus Fr. 140.–) pro Monat aus (Urk. 1 S. 5).
5.3.3 Das Kreisschreiben hält explizit fest, dass bei der Berechnung des
Notbedarfs zusätzlich zum Grundbetrag (II./1.2) der effektive Mietzins inklusive
Nebenkosten zu berücksichtigen ist (III./1.1). Gleich ist mit den Heizkosten zu ver-
fahren (Kreisschrieben III./1.2). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nebenkosten
jeweils anteilsmässig im Voraus in Form eines Pauschalbetrages oder erst nach-
träglich, wenn sie definitiv feststehen, bezahlt werden. Der Kläger bezahlt pro
Monat einen Pauschalbetrag von Fr. 100.– akonto Heizkosten und von Fr. 140.–
akonto Nebenkosten (Urk. 6/3/15). Diese Kosten sind belegt und wurden nicht
bestritten. Sie sind zu berücksichtigen. Betreffend der geltend gemachten Nach-
zahlungen von Nebenkosten ist zu beachten, dass zwar Nachzahlungen von
durchschnittlich Fr. 33.– pro Monat für die Jahre 2011/2012 bis 2013/2014 belegt
wurden (Urk. 6/3/17). Nun hat der Kläger aber per 1. August 2015 eine neue
Wohnung an der H._-Strasse ... in I._ bezogen (Urk. 6/3/15, vormals
J._ in K._). Der Kläger legt nicht dar, gestützt auf welche Tatsachen da-
von auszugehen wäre, dass ihm auch in seinem neuen Domizil zusätzlich zu den
zu leistenden Akontozahlungen von Fr. 140.– noch monatlich Fr. 33.– an Neben-
kosten anfallen. Demnach ist nur ein Betrag von Fr. 240.– (Fr. 140.– Nebenkosten
und Fr. 100.– Heizkosten) einzusetzen.
5.4.1 Der Kläger hatte vor Vorinstanz Fahrkosten von Fr. 1'400.– pro Monat
für seien Arbeitsweg von I._ nach F._ geltend gemacht (Urk. 1 S. 5 ff.).
- 16 -
Die Vorinstanz sprach dem Fahrzeug des Klägers Kompetenzcharakter zu. Ge-
stützt auf die schriftliche Auskunft der D._ GmbH vom 9. Februar 2016 sah
sie es sodann als erwiesen an, dass der Kläger die Benzinkosten für seien Ar-
beitsweg grundsätzlich selber zu tragen habe. Hiervon ausgenommen seien ein-
zelne mit einem Geschäftsauto zurückgelegte Fahrten. Die Vorinstanz berück-
sichtigte im Bedarf des Klägers den gemäss Kreisschreiben zulässigen Maximal-
betrag von Fr. 600.– (ohne Amortisation; Kreisschreiben III./3.4 lit. e). Sie hielt da-
für, mit diesem Betrag würden nur rund 17 Fahrten (= Fr. 600.– : Fr. 0.70 [geltend
gemachte Kosten pro Kilometer] : 50 km [zurückzulegende Strecke]) bzw. 8,5 Ar-
beitstage pro Monat berücksichtigt. Rund 13 Arbeitstage pro Monat blieben unbe-
rücksichtigt, weshalb das Argument der Beklagten, die Arbeitgeberin des Klägers
habe sich in ihrer schriftlichen Auskunft nicht über die Häufigkeit der Nutzung des
Geschäftsfahrzeugs geäussert, unbeachtlich sei. Aufgrund der schriftlichen Aus-
kunft ergebe sich eindeutig, dass die "sogenannt privaten Fahrten" des Klägers
mit dem Geschäftsfahrzeug eher die Ausnahme darstellen würden. So auch die
glaubhaften Aussagen des Klägers selbst (Urk. 2 S. 12 ff.).
5.4.2 Gemäss Beklagter konnte der Kläger seine Behauptung, er lege sei-
nen Arbeitsweg (abgesehen von wenigen Ausnahmen) mit seinem Privatfahrzeug
zurück und bezahle die Kosten hierfür selbst, nicht hinreichend glaubhaft machen.
Es seien daher nicht Fr. 600.– Fahrkosten im Notbedarf des Klägers zu berück-
sichtigen. Vielmehr sei davon auszugehen, die Arbeitgeberin übernehme die ge-
samten Fahrkosten des Klägers, weshalb auch keine Kosten für den öffentlichen
Verkehr einzusetzen seien. Die Beklagte beruft sich sodann darauf, die
Vorinstanz hätte die von ihr verlangten Unterlagen (Spesenreglement der
D._ GmbH, Spesenabrechnungen der letzten sechs Monate vor der Eini-
gungsverhandlung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen, Arbeitsvertrag, Kre-
ditkartenabrechnungen der letzten sechs Monate vor der Einigungsverhand-
lung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen und Kontoauszüge der letzten
sechs Monate vor der Einigungsverhandlung/Verhandlung vorsorglicher Mass-
nahmen) einholen müssen (Urk. 1 S. 5 ff.).
- 17 -
5.4.3 In der Berufung blieb zu Recht unangefochten, dass dem Fahrzeug
des Klägers Kompetenzcharakter zukommt. Es kann auf die zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 2 S. 8 f.). Ergänzend sei angefügt,
dass die gesundheitlich angeschlagene Beklagte bei der Betreuung von C._
auf die Unterstützung des Klägers angewiesen ist. So stand auch schon zur Dis-
kussion, dass C._ beim Vater leben soll. C._ geht in I._, am Woh-
nort des Vaters, zur Schule. Er isst am Montag und Dienstag (wobei an diesem
Tag unbeaufsichtigt) beim Kläger. Er geht teilweise auch nach der Schule zum
Kläger (vgl. zum Ganzen: Prot. Vi S. 10; Urk. 6/1 S. 4; Urk. 6/3/4-5; Urk. 6/10/1-2;
Urk. 6/25). Es erscheint daher derzeit nicht angezeigt, den Kläger zu verpflichten,
eine näher bei seinem Arbeitsort liegende Wohnung zu suchen. Dass der Kläger
jederzeit eine gleichwertige Stelle in der Nähe seines Wohnortes antreten könnte,
wird nicht behauptet. Ein Arbeitsweg des Klägers beträgt rund 50 km (Urk. 6/3/9;
Urk. 6/3/11). Die geltend gemachten Kosten von Fr. 0.70 pro Kilometer blieben
unbestritten (Urk. 6/1 S. 7; Urk. 6/25 S. 8 ff.) und sind angemessen (vgl. BGer
7B.234/2000 vom 3. November 2000 = Praxis 2/2001 Nr. 33 S. 202 f. und Jann
Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage 2014, N 2.120). Ausge-
hend von rund 21,5 Arbeitstagen pro Monat fallen beim Kläger damit Kosten von
Fr. 1'505.– pro Monat an (100 x 21,5 x 0.70), was umgerechnet auf elf Monate
Arbeitstätigkeit Fr. 1'380.– pro Monat ergibt. Die Behauptungs- und Beweislast für
die angefallenen Fahrkosten obliegt dem Kläger. Da er die von der Vorinstanz
eingefügten Fr. 600.– in der Berufung nicht beanstandet (Urk. 10 S. 3 f. und 7 f.),
gilt es zu prüfen, ob glaubhaft erscheint, dass der Kläger monatlich Fr. 600.– an
Fahrkosten selber zu bezahlen hat.
5.4.4 Die Vorinstanz hat von der D._ GmbH zur Frage, ob bzw. in wel-
chem Umfang der Kläger die Geschäftsfahrzeuge der D._ GmbH für die Zu-
rücklegung seines Arbeitsweges einsetzen darf, eine schriftliche Auskunft nach
Art. 190 ZPO eingeholt (Urk. 6/28). Die D._ GmbH bzw. deren Geschäftsfüh-
rer L._ hat unter dem 9. Februar 2016 die Auskunft erteilt und die gestellten
Fragen beantwortet (Urk. 6/30). Die Beklagte beanstandet weder das formell kor-
rekte Zustandekommen und Erstatten der Auskunft noch, dass L._ keine
wahrheitsgetreuen Aussagen gemacht hätte. L._ hält in der Auskunft vorab,
- 18 -
ohne bereits konkret auf die von der Vorinstanz gestellten vier Fragen Bezug zu
nehmen, fest, dass der Kläger für den Arbeitsweg sein Privatfahrzeug benutze.
Die Kosten hierfür, wie z.B. Benzin, müsse er selber "übernehmen". Die Firma
D._ GmbH habe Kunden in der ganzen Schweiz und im europäischen Aus-
land. Wenn der Kläger geschäftlich zu einem Kunden fahre, sei er befugt, den
Service-Bus der Firma zu benützen und - falls es Sinn mache - von Zuhause aus
loszufahren. Die Kosten für das Firmenfahrzeug übernehme die D._ GmbH
(Urk. 30). Diese Angaben decken sich mit den vom Kläger anlässlich seiner Be-
fragung nach Art. 56 ZPO im Rahmen der Verhandlung betreffend vorsorgliche
Massnahmen vom 4. Februar 2016 gemachten Ausführungen. So verneinte der
Kläger die Frage, ob er ein Geschäftsauto besitze. Er gab jedoch an, zu den Kun-
den fahre er mit dem firmeneigenen Montagebus der Unternehmung. Dieser sei in
F._ stationiert. Manchmal nehme er den Bus bereits am Vorabend mit nach
Hause, damit er am nächsten Tag nicht zuerst nach F._ fahren müsse, um
zum geplanten Arbeitsort fahren zu können. Es komme auch vor, dass dies an
zwei aufeinanderfolgenden Tagen der Fall sei. Es gebe aber auch Monate, in
welchen er den Bus gar nie bei sich zu Hause habe. Dann benutze er immer sein
Privatauto, um zur Arbeit zu gelangen. Das Benzin für sein Privatfahrzeug bezah-
le er selbst. Weiter bestätigte der Kläger, eine Maestro Karte der Zürcher Kanto-
nalbank zu besitzen, welche der D._ GmbH gehöre. Mit dieser Karte könne
er Benzin bezahlen, wenn er eines der Geschäftsfahrzeuge tanke. Für die Ben-
zinkosten seines Privatfahrzeuges dürfe er die Karte jedoch nicht benutzen (Prot.
Vi S. 15 f.). Damit erscheint glaubhaft, dass der Kläger nicht befugt ist, für den Ar-
beitsweg I._ - F._ - I._ ein Geschäftsfahrzeug zu benutzen. Er be-
nutzt hierzu grundsätzlich sein Privatfahrzeug. Für die Kosten seines Privatfahr-
zeuges hat er selbst aufzukommen. Hingegen ist der Kläger befugt, den Weg
F._ - I._ mit dem Geschäftsbus zurückzulegen, wenn es sinnvoll er-
scheint, dass er direkt von sich aus zu einem Kunden fährt. Gleiches gilt wohl
auch am Abend, wenn es sinnvoll erscheint, dass er von einem Kunden direkt zu
sich nach Hause zurückkehrt, anstatt einen Umweg über F._ zu fahren, nur
um das Fahrzeug abzugeben. Für die Kosten des Geschäftsbusses kommt die
D._ GmbH auf, auch wenn der Kläger damit seinen Arbeitsweg zurücklegt.
Hat der Kläger den Geschäftsbus bei sich zu Hause, kann bzw. muss er damit am
- 19 -
Abend wohl auch, wie von der Beklagten behauptet (Prot. Vi S. 20), private Fahr-
ten ausführen, da sich sein Privatfahrzeug in F._ befindet. Die D._
GmbH hat sich in ihrer Auskunft einleitend nicht konkret dazu geäussert, wie oft
der Kläger mit einem Geschäftsfahrzeug von zu Hause aus zu einem Kunden
startet oder abends direkt zu sich nach Hause zurückkehrt. Eine genau bezifferte
Antwort hierzu lässt sich auch den Ausführungen von L._ zu den der
D._ GmbH gestellten vier Fragen nicht entnehmen. Dennoch untermauern
die Antworten die einleitend gemachte Aussage, dass der Kläger für den Arbeits-
weg grundsätzlich sein Privatfahrzeug verwendet (Urk. 28 und Urk. 30). So wie-
derholt L._ auf die Frage 3, welche dahin ging, falls die D._ GmbH für
die hierbei anfallenden Kosten (gemeint sind die Kosten, welche die D._
GmbH für ein Geschäftsfahrzeug aufzubringen hat, welches der Kläger zur Zu-
rücklegung des Arbeitsweges verwenden darf) aufkomme, ob der Kläger im Jah-
resdurchschnitt mehr als die Hälfte der Zeit seinen Arbeitsweg mit einem Ge-
schäftsfahrzeug der D._ GmbH zurücklege, dass die D._ GmbH die
Kosten für den Arbeitsweg I._ - F._ - I._ nicht übernehme. Frage 4,
welche darauf zielte, dass falls Frage 3 mit ja beantwortet würde, der Kläger also
mehr als die Hälfte des Jahres zur Zurücklegung des Arbeitsweges ein Ge-
schäftsfahrzeug der D._ GmbH benutze, für welche Kosten die Firma auf-
komme, wie oft im Jahresdurchschnitt er denn etwa seinen Arbeitsweg mit einem
Geschäftsfahrzeug zurücklege, verneinte L._. Die Ausführungen des Schrei-
bens stützen die Zusicherung des Klägers, dass es zwar vorkomme, dass er an
zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit dem Geschäftsfahrzeug nach Hause kom-
me. Es gebe aber auch Monate, in welchen er den Bus gar nie bei sich zu Hause
habe (Prot. Vi S. 15). Dies sei vor allem im Winter der Fall, wenn er nicht auf Mon-
tage sei (Prot. Vi. S. 17). Gesamthaft gesehen erscheint es daher als glaubhaft,
dass der Kläger im Jahresdurchschnitt von rund 21 Arbeitstagen pro Monat min-
destens 8,5 Tage und damit rund 40 % mit seinem Privatfahrzeug zurücklegt.
Denn glaubhaft gemacht ist eine Tatsache bereits dann, wenn für das Vorhan-
densein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Mög-
lichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben (BGE 130 III 321; BGE 132
III 715 E. 3.1; BGer 5A_126/2010 vom 10. Juni 2010, E. 6.2). Dabei darf auf die
Zusicherung des Beweisführers abgestellt werden, wenn er glaubwürdig erscheint
- 20 -
und seine Aussagen plausibel sind (Sutter-Somm/Hostettler, in: Sutter-Somm et
al., ZPO Komm. Art. 271 N 12). Gründe, um die Glaubwürdigkeit des Klägers an-
zuzweifeln, werden nicht behauptet und sind nicht ersichtlich. Die Ausführungen
des Klägers erscheinen plausibel und werden durch die Auskunft der D._
GmbH gestützt. Die Glaubhaftmachung der Tatsache, dass der Kläger im Jahres-
durchschnitt mindestens an 8,5 Arbeitstagen im Monat seinen Arbeitsweg mit
dem Privatfahrzeug zurücklegt, würde nach Ansicht des Gerichts mittels den von
der Beklagten in diesem Zusammenhang als Beweismittel zur Edition verlangten
Unterlagen nicht erschüttert (Spesenreglement der C._ GmbH, Spesenab-
rechnungen der letzten 6 Monate vor der Einigungsverhandlung/Verhandlung vor-
sorglicher Massnahmen, Arbeitsvertrag, Kreditkartenabrechnungen der letzten 6
Monate vor der Einigungsverhandlung/Verhandlung vorsorglicher Massnahmen;
Urk. 1 S. 1 und 5 ff.). So zweifelt die Beklagte die Auskunft des Arbeitgebers,
dass der Kläger den Arbeitsweg grundsätzlich mit seinem Privatfahrzeug zurück-
zulegen hat und hierfür keine Entschädigung erhält, nicht an. Im Spesenregle-
ment und im Arbeitsvertrag wird kaum etwas anderes zu finden sein bzw. höchs-
tens, was in der Berufung nicht mehr umstritten war, dass der Arbeitsweg mit ei-
nem Geschäftsfahrzeug zurückgelegt werden darf, sofern es sinnvoll erscheint,
am Morgen direkt zu einem Kunden zu gehen und, dass für diese Kosten die
D._ GmbH aufkommt. Die Einreichung der Spesenabrechnungen erscheint
nicht als notwendig, da die vergüteten Spesen aus den Lohnabrechnungen er-
sichtlich sind (Urk. 6/3/7; Urk. 6/23/3 und Urk. 6/23/5). Sodann würden die Kredit-
kartenabrechnungen und Kontoauszüge kein klares Bild darüber geben, wieviel
Geld der Kläger monatlich selbst für Benzin bezahlen muss, da die anfallenden
Kosten oft auch bar bezahlt werden. Der Kläger sei aber bereits an dieser Stelle
daran erinnert, dass er im Scheidungsverfahren die behaupteten Auslagen nicht
nur glaubhaft zu machen, sondern vielmehr zu beweisen hat. Diesfalls wird er
wohl kaum darum herum kommen, die verlangten Unterlagen einzureichen. Vor-
liegend sind die Fr. 600.– Fahrkosten jedoch im Bedarf des Klägers zu belassen.
6.1. Die Vorinstanz hat im Bedarf des Klägers Fr. 88.– für Verpflegung ein-
gesetzt. Sie hielt dafür, der Kläger mache einen Betrag von Fr. 240.– geltend, oh-
ne diesen genauer zu erläutern. Die Beklagte anerkenne Fr. 140.–. Basierend auf
- 21 -
der Tatsache, dass der Kläger angegeben habe, rund zweimal pro Woche im
Restaurant auf eigene Kosten Mittag zu essen, ein Menu rund Fr. 22.– koste und
nur die Mehrkosten zu berücksichtigen seien, errechnete die Vorinstanz einen
monatlichen Betrag von Fr. 88.– (= Fr. 11.– x 2 x [52 Wochen – 4 Wochen Ferien]
: 12 Monate). Gestützt auf Art. 296 Abs. 3 ZPO setzte die Vorinstanz nur die ef-
fektiv notwendigen Kosten ein (Urk. 2 S. 10 und S. 14).
6.2. Der Kläger beantragt es seien in seinem Bedarf ab Oktober 2015
Fr. 140.– und ab Mai 2016 Fr. 213.– für auswärtige Verpflegung zu berücksichti-
gen (Urk. 10 S. 8 f.; Urk. 24 S. 1). Die Beklagte anerkennt auch in der Berufung
einen Betrag von Fr. 140.– (Urk. 19 S. 4).
6.3. Der Kläger belegt die geltend gemachten Kosten für auswärtige Ver-
pflegung nicht. Es gibt viele Arbeitnehmer, die eine Stunde brauchen, um ihren
Arbeitsweg zurückzulegen, daher abends spät nach Hause kommen und sich al-
lenfalls noch eine Mahlzeit zubereiten müssen (Urk. 10 S. 8). Diese Tatsache
rechtfertigt es bei den vorliegenden engen Verhältnissen nicht, dem Kläger täglich
eine auswärtige Mahlzeit einzuberechnen. Weshalb der Kläger zufolge körperlich
strenger Arbeit auf den Ersatz der Kosten für auswärtige Verpflegung angewiesen
sein sollte, ist nicht ersichtlich. Der Kläger führt selbst an, dass er die Mittags-
mahlzeit ersetzt erhalte, wenn er auf Montage sei (Prot. Vi S. 17). Es wird nicht
dargelegt und ist nicht ersichtlich, worin die körperlich strenge Arbeit des Klägers
bestehen soll, wenn er nicht auf Montage, sondern im Büro in F._ arbeitet
(Urk. 10 S. 8). Der Kläger isst am Montag mit C._ zu Hause. Diesfalls fallen
ihm keine Mehrkosten zum im Grundbetrag für die Mittagsmahlzeit einberechne-
ten Betrag von Fr. 11.– an. Weiter hat der Kläger ausgeführt, zirka zweimal im
Monat mit Geschäftskunden Essen zu gehen. Diese Kosten erhält der Kläger ver-
gütet (Prot. Vi. S. 17). Gleichzeitig spart er in seinem Grundbetrag die Fr. 11.–,
welche auf das Mittagessen entfallen. Hinzu kommen die Essen, welche ihm ver-
gütet werden, weil er auf Montage ist. Wie bereits ausgeführt, ist glaubhaft, dass
der Kläger im Winter meistens im Büro ist, aber im Sommer auch mal einen Mo-
nat lang unterwegs (Prot. Vi S. 17). Es erscheint angemessen, über das Jahr ver-
teilt, von mindestens einer weiteren vergüteten Mahlzeit pro Woche auszugehen.
- 22 -
Damit verbleibt nebst den von der Vorinstanz einbezogenen und der Beklagten
anerkannten zwei Mahlzeiten pro Woche durchschnittlich noch eine Mittagsmahl-
zeit, die der Kläger nicht im Restaurant einnehmen kann, sondern mit Fr. 11.– be-
streiten muss. Bei den angespannten finanziellen Verhältnissen der Parteien hat
der Kläger an diesen Tagen etwas von zu Hause mitzunehmen oder sich mit
Fr. 11.– zu begnügen, zumal er am Dienstag für C._ vorkochen muss. Da mit
Bezug auf den Kinderunterhalt die Offizialmaxime gilt, spielt keine Rolle, dass die
Beklagte Fr. 140.– an auswärtiger Verpflegung anerkannt hat. Es hat mit den
Fr. 88.– sein bewenden.
7.1. Aufgrund der vorangehenden Ausführungen ist beim Kläger vom 1. Ok-
tober 2015 bis zum 31. Dezember 2015 von einem monatlichen Bedarf von
Fr. 4'071.– (Fr. 4'154.– abzüglich Fr. 50.– Kindergrundbeträge und Fr. 33.– Ne-
benkosten) und ab dem 1. Dezember 2016 von Fr. 4'082.– (Fr. 4'165.– abzüglich
Fr. 50.– Kindergrundbeträge und Fr. 33.– Nebenkosten) auszugehen. Dies stellt
eine wesentliche Veränderung gegenüber dem Eheschutzverfahren, in welchem
der Bedarf des Klägers auf Fr. 3'119.– festgesetzt wurde, dar. Die Veränderung
wurde im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides nicht vorhergesehen. Sie war nicht
vorhersehbar. Die Veränderung ist sodann dauerhaft, weshalb ein Abänderungs-
grund gegeben ist. Die mit Urteil vom 26. Mai 2011 vorgemerkten und genehmig-
ten Unterhaltsbeiträge sind abzuändern.
7.2. Der Überschuss des Klägers beläuft sich ab 1. Oktober 2015 bis zum
31. Dezember 2015 auf Fr. 2'738.– (Fr. 6'809.– – Fr. 4'071.–) zuzüglich Fr. 250.–
Familienzulage. Ab dem Januar 2016 beträgt der Überschuss Fr. 2'727.–
(Fr. 6'809.– – Fr. 4'082.–) zuzüglich Fr. 250.–. Bei der Beklagten ist von einem
Einkommen von Fr. 487.– (Fr. 348.– IV-Rente und Fr. 139.– Kinderrente) auszu-
gehen. Geht man von Unterhaltsbeiträgen für die Beklagte und C._ in der
Höhe der Überschüsse des Klägers aus, ergeben sich der Beklagten zur Verfü-
gung stehende Mittel vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. Dezember 2015 von
Fr. 3'475.– (Fr. 2'738.– + Fr. 250.– + Fr. 487.–) und ab dem 1. Januar 2016 von
Fr. 3'464.– (Fr. 2'727.– + Fr. 250.– + Fr. 487.–). Die Beklagte hat einen Bedarf
von Fr. 4'340.– behauptet (Urk. 25 S. 3). Der Kläger anerkennt die Grundbeträge
- 23 -
von total Fr. 1'950.– (Fr. 1'350.– plus Fr. 600.–), die Miete (inkl. Nebenkosten)
von Fr. 1'335.– (Urk. 6/26/5) sowie die Krankenkassenprämien KVG von total
Fr. 502.– (Urk. 6/26/6; Prot. Vi S. 9). Aus diesen Positionen resultiert ein Betrag
von total Fr. 3'787.–. Es liegt ein Mankofall vor. Die gesamten Überschüsse des
Klägers sind für Unterhaltszahlungen an die Beklagte persönlich und C._ zu
verwenden. Die monatlichen Auslagen für C._ belaufen sich basierend auf
dem von der Beklagten geltend gemachten Bedarf auf rund Fr. 1'300.– (Fr. 600.–
Grundbetrag, Fr. 450.– Mietanteil, Fr. 135.10 Krankenkasse [inkl. VVG], Fr. 64.–
Gesundheitskosten [Urk. 26/7] und Fr. 50.– Anteil Radio/TV/Telefon/Internet). Die
Beklagte erhält für C._ rückwirkend ab dem 1. April 2015 eine IV-Kinderrente
von Fr. 139.– pro Monat. Dieser Betrag sowie die Fr. 250.– Kinderzulage dienen
der Deckung des Bedarfs von C._. Es erscheint angemessen, die Kinderun-
terhaltsbeiträge bei den von der Vorinstanz festgesetzten Fr. 950.– pro Monat zu-
züglich Kinderzulage zu belassen (Fr. 1'300.– – Fr. 250.– – Fr. 139.– = Fr. 911.–).
Entsprechend ist der Beklagten persönlich für die Monate Oktober bis und mit
Dezember 2015 ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'788.– (Fr. 2'738.– – Fr. 950.–)
bzw. ab dem 1. Januar 2016 von Fr. 1'777.– (Fr. 2'727.– – Fr. 950.–) zuzuspre-
chen.
8.1. Sowohl der Kläger als auch die Beklagte stellen den Antrag, es sei je
die Gegenpartei zur Bezahlung eines Prozesskostenvorschusses bzw. Prozess-
kostenbeitrages für das Berufungsverfahren von (einstweilen) Fr. 5'000.– zu ver-
pflichten (Urk. 1 S. 3; Urk. 10 S. 2).
8.2. Die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrags setzt unter anderem
Leistungsfähigkeit der angesprochenen Partei voraus. Aus den vorangehenden
Ausführungen ergibt sich, dass der Kläger derzeit und bis auf Weiteres auf dem
Existenzminimum lebt. Er ist als vermögenslos anzusehen (Urk. 6/3/8; Urk. 12/4;
Urk. 12/5). Bei der Beklagten liegt ein Mankofall vor. Sie ist ebenfalls als vermö-
genslos anzusehen (Urk. 6/26/9; Urk. 6/26/11; Urk. 19 S. 6; Urk. 21/3; Urk. 21/4).
Derzeit ist die Leistungsfähigkeit beider Parteien zu verneinen. Die Gesuche der
Parteien sind abzuweisen.
- 24 -
III.
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die Vorinstanz hat die Rege-
lung der Kosten- und Entschädigungsfolgen dem erstinstanzlichen Entscheid in
der Hauptsache überlassen (Urk. 2 S. 17 f., Dispositivziffer 6). Dies blieb unange-
fochten und ist zu bestätigen.
2. Ausgehend davon, dass die Unterhaltsbeiträge ab dem 1. Oktober 2015
aufgrund des vorliegenden Entscheids noch für zweieinhalb Jahre zu bezahlen
sind, ist die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren in Anwendung
von § 4 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 und 2 der GebV OG auf Fr. 3'200.– festzuset-
zen. Im zweitinstanzlichen Verfahren sind die Kosten den Parteien nach Obsiegen
und Unterliegen aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Der Kläger unterliegt mit
seinem Editionsbegehren betreffend die IV-Akten. Die Beklagte unterliegt mit ihrer
Berufung gegen die Abweisung ihres Auskunftsbegehrens vollständig und mit Be-
zug auf die Unterhaltsbeiträge zu rund 90 %. Es erscheint daher angemessen, ihr
neun Zehntel und dem Kläger einen Zehntel der Kosten aufzuerlegen. Weiter hat
die Beklagte dem Kläger eine auf vier Fünftel reduzierte Parteientschädigung zu
bezahlen. In Anwendung von § 4 Abs. 1, § 11 Abs. 1 bis 3 sowie § 13 Abs. 1
und 2 AnwGebV erscheint eine volle Entschädigung von Fr. 2'800.– als ange-
messen. Die Beklagte ist zu verpflichten, dem Kläger Fr. 2'240.– zuzüglich
Fr. 179.20 (8 % Mehrwertsteuer), damit (gerundet) Fr. 2'450.– zu bezahlen.
3.1. Beide Parteien haben für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Bewil-
ligung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Bestellung einer unentgeltli-
chen Rechtsbeiständin gestellt (Urk. 1 S. 3; Urk. 10 S. 2, Gesuche).
3.2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wenn dies zur Wahrung ihrer
Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist,
besteht darüber hinaus ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung (Art. 118
Abs. 1 lit. c ZPO).
- 25 -
3.3. Wie vorangehend ausgeführt, ist der Kläger mittellos im Sinne des Ge-
setzes. Seine Begehren waren nicht aussichtslos. Es ist dem Kläger die unent-
geltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur.
Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
3.4. Die Beklagte ist ebenfalls als mittellos zu betrachten. Da ihre Beru-
fungsbegehren nicht aussichtslos waren, ist ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu
bewilligen und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ eine unentgeltli-
che Rechtsbeiständin zu bestellen.