# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0d601996-cc67-42fd-bc01-a2829584ab52
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wuchs bis zu seinem 3. Altersjahr in A. auf. Anschliessend zog seine Mutter mit ihm in die Schweiz. In B. besuchte er den Kindergarten. Die folgenden Jahre verbrachte er im Kinderheim C. in D.. Von dort aus besuchte er während sechs Jahren die Primar- und während drei Jahren die Werkschule. Nach der Schulentlassung absolvierte X. im Hotel E. in F. und im Kurhotel Bad G. in G. eine dreijährige Lehre als Koch, welche er mit Erfolg abschloss. Anschliessend war er an verschiedenen Orten in B. sowie in den Hotels H. und I. in F. auf dem erlernten Beruf tätig, wobei er zum Küchenchef avancierte. Eigenen Angaben zufolge kam X. dann mit der Hausbesetzer-Szene in Kontakt und verlor anschliessend die Arbeitsstelle. Von Februar 2001 bis 2. Oktober 2003 hielt er sich in A. auf. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz lebte er als Untermieter bei J. in K., bis es mit diesem am 24. Oktober 2004 zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam. Anschliessend lebte er in einer Waldhütte in R.. Den Lebensunterhalt finanzierte er mit dem Verkauf von Marihuana.
B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit folgenden vier Vorstrafen verzeichnet:
- 27. Oktober 1993, Bezirksanwaltschaft B.: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 30 Tage Gefängnis. - 4. Februar 1997, Divisionsgericht 12 Bern: Nichtbefolgung von Dienstvorschriften, 5 Tage Gefängnis, Anrechnung von 2 Tagen Untersuchungshaft. - 11. März 1998, Bezirksanwaltschaft B.: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 21 Tage Gefängnis, bedingt, Probezeit 2 Jahre, Anrechnung von 13 Tagen Untersuchungshaft. - 14. Juli 1999: Untersuchungsrichteramt Schaffhausen: Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hausfriedensbruch, 2 Monate Gefängnis, bedingt, Probezeit 2 Jahre, Zusatzstrafe zum Urteil vom 11. März 1998.
C. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Juni 2005 im Wesentlichen folgender Sachverhalt zugrunde:
X. wird angeklagt
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1. des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, des mehrfachen unvollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB
In den Jahren 1998 und 2000 – 2004 verübte X. vorwiegend in D. und F. sowie in L., N., M. und O. insgesamt 10 Einbruchdiebstähle (Dossiers 5, 8, 10, 12, 14 – 16, 23, 24, 28) und 16 Diebstahlsversuche (Dossiers 6, 7, 9, 11, 13, 17 - 22, 25 - 27, 29, 30). Gemäss Angaben der Geschädigten beläuft sich der Gesamtdeliktsbetrag auf Fr. 136'317.10 und der angerichtete Sachschaden auf Fr. 65'010.--. Der Angeklagte gibt die ihm vorgeworfenen Taten vollumfänglich zu, beziffert jedoch den Deliktsbetrag auf Fr. 108'237.10, während er den angegebenen Sachschaden anerkennt. In 24 Fällen haben die Geschädigten Strafantrag wegen Sachbeschädigung (Dossiers 5 -28) und in 22 Fällen wegen Hausfriedensbruchs (Dossiers 5 - 18, 20 - 23, 25 - 28) gestellt. X. beging diese Straftaten teilweise zusammen mit Q., gegen den eine separate Strafuntersuchung geführt wurde. Als Grund für sein deliktisches Verhalten gibt der arbeitslose Angeklagte die Finanzierung seines Lebensunterhaltes an (act. 4.3 S. 2).
Im Einzelnen (es folgen insgesamt 26 Delikte: 1.1. – 1.26.) ...
2. der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
Am 24. Oktober 2004 kam es zwischen dem Angeklagten und J. zwischen 17.00 Uhr und 17.30 Uhr im Einfamilienhaus an der Buchenstr. 12 in K., wo damals beide wohnten, zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Weil J. vorgängig seine Lebenspartnerin P. angegriffen hatte, wurde X. derartig zornig, dass er mit seinen Fäusten „unkontrolliert“ auf J. einschlug und diesen am Oberkörper und am Kopf traf. J. flüchtete anschliessend ins Bad, wo ihm der Angeklagte noch einen Fusstritt versetzte.
Gemäss Arztbericht des Kantonsspitals R. vom 30. November 2004 erlitt J. eine kleine Rissquetschwunde am Hinterkopf, eine Nasenbeinfraktur sowie eine Kontusion an der Halswirbelsäule. Der Geschädigte stellte am 26. Oktober 2004 Strafantrag wegen Körperverletzung.
3. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 19a Ziff. 1 BetmG
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Im Oktober/November 2004 verkaufte X. an der Seepromenade in B. insgesamt 930 g Marihuana in Portionen zu Fr. 20.-- - Fr. 50.-- und erzielte dabei einen Erlös von Fr. 1'000.--. Das Marihuana stammte aus einer eigenen Anpflanzung in K.. Am 30. November 2004 wurden beim Angeklagten 80 g Marihuana sichergestellt.
Von Ende Januar 2005 bis 25. April 2005 verkaufte der Angeklagte in K. an unbekannte Abnehmer insgesamt 338 g Marihuana zu Portionen à Fr. 10.--, Fr. 20.-- und Fr. 50.--. Diese Drogen will X. bei einem Dealer in B. gekauft haben, dessen Namen er nicht bekannt gab. Die Staatsanwaltschaft R./Unterland beschlagnahmte am 26. April 2005 beim Angeklagten einen Betrag von Fr. 2'280.--, welcher zugegebenermassen aus dem Drogenhandel stammt. Ausserdem wurden 1,2 g Marihuana, eine Waage, Marke Kenwood, sowie diverse Minigrip sichergestellt.
Der Angeklagte konsumiert täglich ca. 10 g Marihuana bzw. 4 – 5 Joints.
D. Gemäss Anklageverfügung vom 9. Juni 2005 wurde der Fall gestützt auf Art. 340, 350 StGB und Art. 47 StPO dem Bezirksgericht Prättigau/Davos zur Beurteilung überwiesen.
E. X. war längere Zeit unbekannten Aufenthalts. Am 29. August 2005 konnte er im Raume R. verhaftet werden. Am 31. August 2005 wurde er dem Kanton Graubünden zugeführt und in der Strafanstalt Sennhof, Chur, untergebracht.
F. Mit Urteil vom 5. September 2005, mitgeteilt am 14. September 2005, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:
1. X. ist schuldig:
- des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB;
- des mehrfachen unvollendeten Versuchs hiezu gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB;
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs.1 StGB;
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB;
- der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;
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- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Dafür wird X. im Sinne einer teilweisen Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Untersuchungsrichteramtes Schaffhausen vom 14. Juli 1999 mit 16 Monaten Gefängnis unbedingt bestraft. Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 26 Tagen, die 2 Tage Haft in R. (29./30. August 2005) sowie die 6 Tage Sicherheitshaft nach Anklage (31. August 2005 bis 5. September 2005) sind, genauso wie die Sicherheitshaft nach Urteil (ab dem 6. September 2005 also), an den Strafvollzug anzurechnen.
3. Die vom Untersuchungsrichteramt Schaffhausen am 14. Juli 1999 bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von 2 Monaten wird widerrufen.
4. Der bei X. beschlagnahmte Erlös aus Drogenverkäufen im Betrage von Fr. 2'280.-- sowie die sichergestellten Drogen- und –utensilien (106.2 g Marihuana [81.2 g + 25 g], Waage, diverse Minigrip sowie die bereits entsorgten Hanfstauden) werden gerichtlich eingezogen.
5. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass X. die Adhäsionsklage des Golf Clubs F. über Fr. 12'256.--, zuzüglich 5 % Zins seit dem 7. April 2005, sowie der Feldschützengesellschaft O. über Fr. 8'000.--, zuzüglich 5 % Zins seit dem 19. April 2005, anerkannt hat. X. wird verpflichtet, den Gläubigern die von ihm anerkannte Schuld zu bezahlen. X. wird verpflichtet, den Golf Club F. sowie die Feldschützengesellschaft O. ausseramtlich mit je pauschal Fr. 250.-- zu entschädigen.
6. Die Kosten, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 5'685.00 - den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 4'896.00 - den Kosten gemäss Art. 354 StGB von Fr. 168.90 - einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00 total somit von Fr. 13'249.90
gehen zulasten des X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils der Gerichtskasse (PC 70-3922-1) zu überweisen.
Die Kosten der Untersuchungshaft (Verpflegung und Unterkunft) in Höhe von Fr. 2'584.00, die Kosten der Haft (29./30. August 2005), der Sicherheitshaft nach Anklage und nach Urteil sowie die Strafvollzugskosten trägt der Kanton Graubünden.

## Considerations