# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11046455-c45a-4c77-ae09-7a9cd70065cd
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Vorbringen auseinandergesetzt und den rechtserheblichen Sachverhalt
unzureichend abgeklärt. So habe die SAK nicht untersucht, ob der Vater
von B._ tatsächlich Unterhalt bezahlt habe. Dies wäre jedoch
erforderlich gewesen, da dieser seiner Unterhaltspflicht nur vom 1. Juni
2013 bis zum 31. Dezember 2013 nachgekommen sei. Ab dem 1. Juni
2014 hätte die Gemeinde die Kinderalimente sodann bevorschusst. Vom
1. Januar 2014 bis zum 31. Mai 2014 habe B._ jedoch überhaupt
keine Kinderalimente erhalten. Zumindest für diesen Zeitraum müsse das
Pflegekindverhältnis daher als unentgeltlich angesehen werden. Im
Übrigen sei zu beachten, dass B._ cerebralgelähmt und
infolgedessen schwer hilflos sei. Für ihn fielen deshalb im Vergleich zu
gesunden Gleichaltrigen weitaus höhere Unterhaltskosten an. Werde vom
tatsächlichen Unterhaltsbedarf von B._ ausgegangen, so würden die
väterlichen Kinderalimente nicht einen Viertel des Unterhaltsbedarfs von
B._ decken. Das Pflegeverhältnis sei daher als unentgeltlich
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anzusehen, womit B._ eine Waisenrente beanspruchen könne.
Schliesslich sei die geforderte Rückforderung verjährt. Der angefochtene
Einspracheentscheid sei folglich aufzuheben und festzustellen, dass die
Beschwerdeführerin die erhaltenen Waisenrenten nicht zurückzuzahlen
habe.
4. In der Vernehmlassung vom 6. April 2016 schloss die SAK (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Begründend
führte sie im Wesentlichen aus, die Zusprache einer Waisenrente für ein
Pflegekind setze unter anderem voraus, dass ein Kind vor Eintritt des
Versicherungsfalls unentgeltlich zur Pflege aufgenommen worden sei.
Wann ein Pflegeverhältnis als unentgeltlich gelte, sei in der Rz. 3310 der
Rentenwegleitung in für die Beschwerdegegnerin verbindlicher Weise
geregelt. Ausserdem bestünde keine gesetzliche Grundlage, welche die
Verwaltung zwingen würde, abzuklären, ob der Kindsvater seiner
Unterhaltsverpflichtung tatsächlich nachgekommen sei oder nicht. Wäre
dies der Fall, so müssten theoretisch jeden Monat Nachforschungen über
die Zahlungseingänge angestellt werden, was den zeitlichen Rahmen der
normalen Kontrollaufgaben bei Weitem überschreiten würde. Schliesslich
habe die Beschwerdegegnerin die verspätete Kenntnisnahme der
Alimentenzahlungen und damit den Wegfall der Unentgeltlichkeit des
Pflegeverhältnisses nicht zu vertreten. Die geforderte Rückzahlung im
Gesamtbetrag von Fr. 26'244.-- sei somit nicht verjährt und von der
Beschwerdeführerin als rechtsgrundlose Leistung zurückzuerstatten.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien und die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 14. März 2016. Gegen solche Entscheide
kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und
Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in welchem die
versicherte Person oder die Beschwerde führende Dritte zur Zeit der
Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt seit
Jahren in im Kanton Graubünden, womit das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
örtlich zuständig ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit
ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zu bejahen. Als formelle und materielle
Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die
Beschwerdeführerin davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges
Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Ihre
Beschwerdelegitimation ist demnach zu bejahen. Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 1 Abs. 1
AHVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf ihre Verfügung vom 16. Juli 2013 zurückgekommen, diese
aufgehoben und von der Beschwerdeführerin die ausgerichteten
Waisenrenten im Betrag von Fr. 26'244.-- zurückgefordert hat. Die
fragliche Anordnung erachtet die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht
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vorderhand insofern als mangelhaft, als die Beschwerdegegnerin die
verfügte Rückforderung im Einspracheentscheid vom 14. März 2016
unzureichend begründet und dadurch den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt habe. Das rechtliche
Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verlangt insbesondere, dass die
Behörde die Vorbringen des vom Entscheid Betroffenen tatsächlich hört,
prüft und in ihrer Entscheidfindung berücksichtigt (BGE 134 I 83 E.3.2;
124 I 49 E.3a, 124 I 241 E.2). Daraus folgt insbesondere die Verpflichtung
der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dieses verfassungsmässige
Recht wird für das sozialversicherungsrechtliche Einspracheverfahren in
Art. 52 Abs. 2 ATSG wiederholt.
b) Durch die von diesen Regelungen geforderte Begründung sollen die
Betroffenen zum einen erfahren, weshalb die Behörde ihre Anträge
abgelehnt hat. Zum anderen sollen sie in die Lage versetzt werden, die
Verfügung sachgerecht anzufechten. Dies setzt voraus, dass sich die
Betroffenen wie auch die Rechtsmittelinstanz ein Bild über die Tragweite
des Entscheides machen können. Hierzu hat die Behörde wenigstens
kurz die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich bei ihrer
Entscheidung hat leiten lassen und auf welche sie ihre Verfügung stützt
(vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2, 132 V 368 E.3.1, 124 V 181 E.1a). Dabei
darf sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken.
Dementsprechend muss sie sich nicht mit allen tatsächlichen
Behauptungen und jedem rechtlichen Einwand des Betroffenen
auseinandersetzen (BGE 136 I 229 E.5.2, 134 I 83 E.4.1). Sie hat in
ihrem Entscheid indessen die Gründe anzuführen, die ihrem Entscheid
zugrunde liegen. Die Begründungsdichte richtet sich dabei primär nach
der Komplexität des Sachverhalts und der Rechtsfragen, nach dem
Ausmass der Entscheidungs- und Ermessensspielräume, nach der
Intensität des durch die Verfügung bewirkten Eingriffs in die
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Rechtsstellung der Betroffenen sowie nach der Stellung der verfügenden
Behörde. Die Parteivorbringen müssen sich insoweit in der Begründung
niederschlagen, als sie für die in der Verfügung getroffenen Anordnungen
wesentlich sind (vgl. BGE 140 I 99 E.3.4, 137 II 266 E.3.2, 134 I 83 E.4.1,
129 I 232 E.3.2, 121 I 54 E.2c; vgl. zum Ganzen WIEDERKEHR, Die
Begründungspflicht nach Art. 29 As. 2 BV und die Heilung bei Verletzung,
in: ZBl 111 [2010] S. 481 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 629 ff.;
BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: WALDMANN/WEISSENBERGER
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 29 N. 103).
c) Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin
dargelegt, weshalb sie die Rückforderung der ausgerichteten
Waisenrenten im Gesamtbetrag von Fr. 26'244.-- als rechtmässig
erachtet. Dabei hat sie die wesentlichen Gründe genannt, aufgrund derer
sie zu dieser Überzeugung gelangt ist. Mit den von der
Beschwerdeführerin in der Einsprache vom 3. Februar 2016 erhobenen
Einwände hat sie sich in der Begründung überdies insofern
auseinandergesetzt, als sie erläutert hat, aus welchen Gründen sie das in
Frage stehende Pflegeverhältnis nicht als unentgeltlich und die
Rückforderung nicht als verjährt ansieht (vgl. Beilage der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 37 S. 1). Die fraglichen Ausführungen im
Einspracheentscheid vom 14. März 2016 sind zwar sehr knapp gehalten,
hinderte die Beschwerdeführerin jedoch nicht daran, Inhalt und Tragweite
des angefochtenen Einspracheentscheids zu erkennen und die
Rechtmässigkeit der fraglichen Anordnung sachgerecht anzufechten. Die
Beschwerdegegnerin ist ihrer Begründungspflicht im angefochtenen
Einspracheentscheid demnach hinreichend nachgekommen. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt vorliegend folglich nicht vor.
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3. a) Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der verlangten Rückerstattung. Nach
Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene
Sozialversicherungsleistungen zurückzuerstatten. Die Rückforderung zu
Unrecht ausgerichteter Sozialversicherungsleistungen ist allerdings nur
zulässig, wenn die Voraussetzungen der prozessualen Revision (Art. 53
Abs. 1 ATSG) oder der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt
sind (BGE 138 V 324 E.3.1, 130 V 380 E.2.3.1; UELI KIESER, ATSG
Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 25 N. 4; URS MÜLLER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Anhang 1, Art. 25 N. 5). Gemäss Art. 53 Abs. 1
ATSG können formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die versicherte
Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue
Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor
nicht möglich war. In Anwendung von Art. 53 Abs. 2 ATSG ist die
Verwaltung ferner berechtigt, auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig
sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
b) Ob eine dieser beiden Fallkonstellationen im vorliegenden Fall hinsichtlich
der zurückgeforderten Waisenrenten vorliegt, ist aufgrund von Art. 25
Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) zu beurteilen. Laut den
fraglichen Regelungen erhält ein Pflegekind beim Tode der Pflegeeltern
eine Waisenrente, wenn es vor Eintritt des Versicherungsfalls
unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommen wurde.
Als Pflegekind in diesem Sinne gilt ein Kind, das sich in der Pflegefamilie
tatsächlich der Lage eines eigenen Kindes erfreut und dessen
Pflegeeltern die Verantwortung für Unterhalt und Erziehung des
Pflegekindes wie gegenüber einem eigenen Kind wahrnehmen. Das
sozialversicherungsrechtlich wesentliche Element des
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Pflegekindverhältnisses liegt folglich in der tatsächlichen Übertragung der
Lasten und Aufgaben auf die Pflegeeltern, die gewöhnlich von den
leiblichen Eltern übernommen werden (Urteile des Bundesgerichts
8C_336/2014 vom 20. August 2014 E.1, 9C_340/2014 vom 14. November
2014 E.3.2.2; UELI KIESER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Alters- und
Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Ba-sel/Genf 2012, Art. 25
N. 2; Wegleitung über die Renten in der Eidgenössischen Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL], gültig ab 1. Januar
20013, Stand 1. Januar 2016, Rz. 3307 ff.). Um einen Anspruch auf eine
Waisenrente zu begründen, muss das Pflegekindverhältnis ausserdem
unentgeltlich gewesen sein. Unentgeltlich ist ein Pflegeverhältnis, wenn
die an die Pflegeeltern für das Kind von dritter Seite erbrachten
Leistungen (z.B. elterliche Unterhaltsbeiträge, Alimentenbevorschussung,
Kostgelder, Sozialversicherungsrenten, private Versicherungsleistungen)
weniger als einen Viertel der tatsächlichen Unterhaltskosten decken
(BGE 122 V 182 = Pra 86 Nr. 61; ZAK 1958 S. 335; ZAK 1973 S. 573;
RWL Rz. 3310; KIESER, a.a.O., Art. 25 N. 2). Gemäss Art. 49 Abs. 3
AHVV erlischt der Anspruch auf eine Waisenrente, wenn das Pflegekind
zu einem Elternteil zurückkehrt oder von diesem unterhalten wird.
c) Im vorliegenden Fall ist unbestritten und aufgrund der Akten im Übrigen
ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin und ihr verstorbener
Ehemann, E._, ihren Enkel B._ am 1. Oktober 2011 zur Pflege
aufgenommen und dadurch die Verantwortung für dessen Pflege sowie
Erziehung wie gegenüber einem eigenen Kind übernommen haben (vgl.
Bg-act. 2). Als E._ am 17. Mai 2013 starb, bestand folglich bereits
seit anderthalb Jahren ein Pflegeverhältnis für B._. Dies wird denn
auch von keiner Verfahrenspartei in Abrede gestellt. Fraglich ist dagegen,
ob dieses Pflegeverhältnis unentgeltlich im Sinne von Art. 25 Abs. 3
AHVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 AHVV gewesen ist. Diesbezüglich geht aus
den Fragebögen vom 20. Oktober 2013 (Bg-act. 16 S. 1), 20. Oktober
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2014 (Bg-act. 23 S. 1) und 28. September 2015 (Bg-act. 23 S. 1) hervor,
dass der Kindsvater für B._ Unterhaltsbeiträge schuldet, die seit
Oktober 2011 dessen Pflegeeltern bzw. seit dem Tod von E._ der
Beschwerdeführerin ausgerichtet wurden. Fest steht im Weiteren, dass
die Gemeinde von Juni bis Dezember 2014 monatliche Unterhaltsbeiträge
im Betrag von Fr. 655.-- (Fr. 4'585.-- : 7) und von Januar bis Dezember
2015 in der Höhe von Fr. 703.75 (Fr. 8'445.-- : 12) bevorschusste (Bg-
act. 36 S. 6). Daraus ist zu folgern, dass hinsichtlich der vom Kindsvater
geschuldeten Unterhaltsbeiträge die Voraussetzungen für die
Alimentenbevorschussung bis zu einem Betrag von Fr. 703.75 erfüllt sind.
Bei dieser Sachlage spielt es keine Rolle, ob die B._ zustehenden
Kindsunterhaltsbeiträge stets erbracht wurden. Freilich hat das
Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil vom 9. November 1978
entschieden, bei der Beurteilung der Unentgeltlichkeit eines
Pflegekindverhältnisses seien nur die effektiv geleisteten
Unterhaltsbeiträge zu berücksichtigen. Höheren Unterhaltsbeiträgen dürfe
nur Rechnung getragen werden, wenn die begründete Annahme bestehe,
dass diese in Zukunft tatsächlich bezahlt bzw. nachbezahlt würden, sich
diese mithin aus objektiver Sicht nicht als uneinbringlich erwiesen (ZAK
1979 S. 351). Diesen Entscheid hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht im Urteil vom 24. April 1984 bestätigt (ZAK 1985
S. 586). Die diesen Urteilen zugrundeliegende Ausgangslage hat aber mit
der Einführung der Alimentenbevorschussung eine grundlegende
Änderung erfahren. Dieses Institut stellt bei Säumigkeit des
Unterhaltschuldners die Erfüllung von Kindsunterhaltsbeiträgen sicher,
indem die Gemeinde, in welcher das unterhaltsberechtigte Kind seinen
zivilrechtlichen Wohnsitz hat, die Kindsunterhaltsbeiträge bis zu einem
gesetzlich vorgeschriebenen Betrag bevorschusst, sofern die
Einkommens- und Vermögensgrenzen gemäss Art. 4 der Verordnung
über die Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für
unterhaltsberechtigte Kinder (BR 215.050) eingehalten sind (vgl. dazu
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Art. 293 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 37 des Einführungsgesetzes zum
Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100] und die
vorgenannte Verordnung). Kommt ein Kind in den Genuss der
Alimentenbevorschussung, so sind die Kindsunterhaltsbeiträge deshalb
aus objektiver Sicht stets als einbringlich anzusehen. Daran ändert sich
selbst dann nichts, wenn sie gleichwohl ungedeckt geblieben sein sollten,
da bei rechtzeitiger Beantragung der Alimentenbevorschussung deren
durchgängige Erfüllung sichergestellt gewesen wäre, zumal die
Alimentenbevorschussung im Kanton Graubünden insofern rückwirkend
in Anspruch genommen werden kann, als Unterhaltsbeiträge, die nicht
länger als zwei Monate vor Einreichung des Gesuchs fällig geworden
sind, ebenfalls bevorschusst werden (Art. 2 Abs. 2 Verordnung über die
Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für unterhaltsberechtigte
Kinder). Werden diese Überlegungen auf den vorliegenden Fall
übertragen, so ergibt sich, dass die Unterhaltsbeiträge, die der Kindsvater
B._ aufgrund einer behördlichen Anordnung oder einer behördlich
genehmigten Unterhaltsvereinbarung schuldet, vorliegend als erbracht zu
gelten haben, und zwar selbst dann, wenn sie weder vom Kindsvater
bezahlt noch von der Gemeinde bevorschusst worden sein sollten (vgl.
zur diesbezüglichen Rechtsprechung im Bereich der
Ergänzungsleistungen: Urteil des Bundesgerichts 9C_329/2010 vom
23. Juni 2010 E.3; MÜLLER, a.a.O., Art. 11 N. 590 ff.). Die
Beschwerdegegnerin hat demnach vorliegend zu Recht darauf verzichtet,
den Umfang der effektiven Unterhaltszahlungen abzuklären und den
entsprechenden Beweisantrag der Beschwerdeführerin implizit in
antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen. Es bleibt zu prüfen, ob die
Kindsunterhaltsbeiträge des Vaters am 17. Mai 2013, als der Pflegevater
von B._ starb, mehr als einen Viertel der massgeblichen
Kindsunterhaltskosten gedeckt haben.
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d) Für die Bestimmung des Unterhaltsbedarfs eines Pflegekindes ist nach
ständiger bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus Gründen der
Praktikabilität und Einheitlichkeit von allgemein gültigen Ansätzen
auszugehen, die in der gesamten Schweiz gleichermassen anzuwenden
sind (BGE 103 V 55 = ZAK 1979 S. 311 ff.). Das Bundesgericht hat diese
schematische Betrachtungsweise mehrfach bestätigt und es dabei
ausdrücklich abgelehnt, die effektiven Unterhaltskosten eines
Pflegekindes zu berücksichtigen (BGE 122 V 125 E.3; Urteil des
Bundesgerichts I 12/00 vom 9. April 2001 E.5b). Die Beschwerdeführerin
bringt nichts vor, was das Gericht veranlassen würde, von dieser
jahrzehntelangen Praxis des Bundesgerichts abzuweichen. Freilich
erscheint es durchaus plausibel, dass B._ wegen seiner
Behinderung im Vergleich zu gesunden Altersgenossen auf zusätzliche
Hilfe und Unterstützung angewiesen ist. Die Beschwerdeführerin gab
allerdings erst im Fragebogen vom 20. Oktober 2014 an, B._ bezöge
eine Hilflosenentschädigung (vgl. Bg-act. 23 S. 1). Daraus kann
geschlossen werden, dass die behinderungsbedingten Einschränkungen
von B._ im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen erst im 2014 ein
Ausmass angenommen haben, um einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung zu begründen. Jedenfalls bis dahin erscheint es
vertretbar, von einem im Vergleich zu gleichaltrigen Gesunden nicht
nennenswert erhöhten Unterhaltsbedarf auszugehen, womit der
Unterhaltsbedarf von B._ im interessierenden Zeitpunkt – wie jener
von gesunden Gleichaltrigen – aufgrund der von H. WINZELER (Die
Bemessung der Unterhaltsbeiträge für Kinder, Diss. Zürich 1974) in
Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Kantons Zürich ermittelten
Kosten zu bestimmen (BGE 122 V 125 E.3 und 4; Urteil des
Bundesgerichts I 12/00 vom 9. April 2001 E.5b; KIESER, a.a.O., Art. 25
N. 2). Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat diese schematischen
Kostenansätze in der tabellarischen Aufstellung in Anhang III der RWL
wiedergegeben. Danach beträgt der Unterhaltsbedarf eines Kindes bis
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zum sechsten Altersjahr monatlich Fr. 375.--, ab dem siebten bis zum
16. Altersjahr Fr. 399.-- und von dahin bis zum Erlöschen des
Kindsunterhalts Fr. 457.--. Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass
der Unterhaltsbedarf des am 2. März 2009 geborenen B._ sowohl im
Zeitpunkt der Aufnahme des Pflegeverhältnisses im Oktober 2011 als
auch bei der Verwirklichung des versicherten Risikos mit dem Tod des
Pflegevaters (17. Mai 2013) Fr. 375.-- betrug. Zum damaligen Zeitpunkt
schuldete der Kindsvater nach den Angaben der Beschwerdeführerin im
Fragebogen vom 20. Oktober 2013 Kindsunterhaltsbeiträge von monatlich
Fr. 450.-- (vgl. Bg-act. 16 S. 1). Diese Unterhaltsbeiträge, die aus den
vorgenannten Gründen als erbracht zu gelten haben (vgl. vorstehende
Erwägung 3c), decken mehr als einen Viertel des massgeblichen
Unterhaltsbedarfs von B._. Folglich bestand bei Verwirklichung des
versicherten Risikos (17. Mai 2013) für B._ kein unentgeltliches
Pflegekindverhältnis im Sinne von Art. 25 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 49
Abs. 1 AHVV. B._ kann daher aufgrund des Todes seines
Pflegevaters keine Waisenrente beanspruchen.
e) Die Verfügung vom 16. Juli 2013, in welcher die Beschwerdegegnerin
B._ eine Waisenrente zusprach (Bg-act. 12), erweist sich
demzufolge von Anfang an als fehlerhaft. Diesen Mangel vermochte die
Beschwerdegegnerin erst zu erkennen, als sie nach Erlass der
Rentenverfügung durch die Angaben im Fragebogen vom 20. Oktober
2013 (Bg-act. 16 S. 1) von den geschuldeten Kindsunterhaltsbeiträgen
erfuhr. Aufgrund dieser neuen rechtserheblichen Tatsache im Sinne von
Art. 53 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerdegegnerin berechtigt, auf ihre
ursprüngliche Rentenverfügung zurückzukommen und diese rückwirkend
aufzuheben (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 53 N. 23 ff.). Für die von der
Beschwerdegegnerin von Juni 2013 bis September 2015 ausgerichteten
Waisenrenten im Gesamtbetrag von Fr. 26'244.-- existiert folglich keine
Rechtsgrundlage mehr, weshalb diese ungeachtet einer allfälligen
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Meldepflichtverletzung gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG zurückgefordert
werden können. Rückerstattungspflichtig sind gemäss Art. 2 Abs. 1 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV; SR 830.11) die Bezügerin oder Bezüger der unrechtmässig
gewährten Leistungen und ihre oder seine Erben (lit. a) sowie Dritte oder
Behörden, mit Ausnahme des Vormundes oder der Vormundin, denen
Geldleistungen zur Gewährleistung einer zweckmässigen Verwendung
nach Art. 20 ATSG ausbezahlt wurden (lit. b; MÜLLER, a.a.O., Anhang 1
Art. 25 N. 27 f.). Die Beschwerdegegnerin hat die B._ zustehenden
Waisenrenten mit Verfügung vom 16. Juli 2013 direkt der
Beschwerdeführerin zuerkannt und sie insofern als empfangsberechtigte
Drittperson im Sinne von Art. 20 ATSG bezeichnet. Sie ist folglich
verpflichtet, die ihr als Drittempfängerin ausgerichteten Waisenrenten von
Fr. 26'244.-- zurückzuerstatten.
4. a) Die fragliche Rückforderung erlischt indessen mit dem Ablauf eines
Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten
hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung
der einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG). Massgebend für die
Auslösung dieser einjährigen Verwirkungsfrist ist der Zeitpunkt, in dem die
Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte
erkennen können und müssen, dass die Voraussetzungen für eine
Rückforderung gegeben waren (BGE 139 V 6 E.4.1; 122 V 270 E.5a).
Dies ist der Fall, wenn ihr alle im konkreten Einzelfall erheblichen
Umstände zugänglich sind, aus denen sich der Rückforderungsanspruch
dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber der
rückerstattungspflichtigen Person ergibt (Urteil des Bundesgerichts
9C_534/2009 vom 4. Februar 2010 E.3.2.1; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 9C_454/2012 vom 18. März 2013 E.4 [nicht publiziert in
BGE 139 V 106]). Geht die unrechtmässige Leistungsausrichtung auf
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einen Fehler der Versicherungseinrichtung zurück, beginnt die einjährige
Frist nicht mit der Leistungsausrichtung zu laufen; massgebend ist
vielmehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem die
Versicherungseinrichtung anlässlich einer Kontrolle zumutbarerweise den
Fehler hätte entdecken können bzw. entdeckt hat. Massgebend bei
solchen Konstellationen ist demnach nicht der ursprüngliche Irrtum,
sondern der Zeitpunkt, in welchem der zuständige Versicherungsträger
diesen Irrtum bei gebotener Sorgfalt hätte erkannt können. Bei der
relativen einjährigen als auch der absoluten fünfjährigen First handelt es
sich um Verwirkungsfristen (BGE 139 V 6 E.2, 138 V 74 E.4.1).
b) Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend – wie in Rz. 11119 RWL
gefordert – jährlich überprüft, ob die Pflegebewilligung für B._ noch
bestand, die Beschwerdeführerin als überlebender Pflegeelternteil das
Pflegeverhältnis fortsetzte und B._ nicht ganz oder teilweise von den
leiblichen Eltern unterstützt wurde (vgl. Bg-act. 15, 21, 25). Auf die
entsprechenden Nachfragen hin teilte die Beschwerdeführerin der
Beschwerdegegnerin in den Fragebögen vom 20. Oktober 2013 (Bg-
act. 16), 20. Oktober 2014 (Bg-act. 23) und 28. September 2015 (Bg-
act. 27) unter anderem mit, Kindsunterhaltsbeiträge zu erhalten. Aufgrund
dieser Angaben hätte die Beschwerdegegnerin bereits nach dem Eingang
des Fragebogens vom 20. Oktober 2013 entdecken können, dass bei
Eintritt des Versicherungsfalls (17. Mai 2013) kein unentgeltliches
Pflegeverhältnis für B._ bestand. Weitere Angaben oder Unterlagen
waren nicht erforderlich, um die unentgeltliche Natur des interessierenden
Pflegekindverhältnisses zu verneinen. Bei hinreichender Sorgfalt hätte die
Beschwerdegegnerin somit bereits im 2013 ihren Irrtum bemerken und
ein Rückforderungsverfahren einleiten können und müssen.
c) Die einjährige Verwirkungsfrist von Art. 25 Abs. 2 ATSG begann damit
bereits Ende 2013 zu laufen und war folglich schon abgelaufen, als die
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Beschwerdegegnerin die ausgerichteten Waisenrenten mit Verfügung
vom 20. November 2015 zurückforderte. Dies trifft allerdings nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung für jene Leistungen nicht zu, welche
im Jahr vor der Rückerstattungsverfügung, mithin vom 20. November
2014 bis zum 19. November 2015 ausbezahlt wurden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C.927/2012 und 8C_933/2012 vom 5. Juli 2013 E.5.3,
9C_473/2012 vom 9. November 2012 E.5; MÜLLER, a.a.O., Anhang 1
Art. 25 N. 116). Die vorliegende Beschwerde ist daher in dem Sinne
gutzuheissen, als die Streitsache unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,
damit diese eine Rückerstattungsverfügung für jene Waisenrenten erlässt,
welche nach dem 20. November 2014 ausbezahlt wurden.
5. Für das vorliegende Verfahren werden gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG
keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin, die mit ihrem
Begehren auf Aufhebung der angefochtenen Rückforderung teilweise
durchgedrungen ist, steht eine reduzierte Parteientschädigung zu (Art. 61
lit. g ATSG). Diese ist vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert der
vorliegenden Streitsache nach deren Bedeutung und der Schwierigkeit
der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen zu bemessen. Nach der
Praxis des Verwaltungsgerichts kann dabei ein für eine
Rechtsschutzversicherung tätige juristische Mitarbeiterin einen
Stundenansatz von Fr. 160.-- beanspruchen (PVG 2010 Nr. 32). Im
vorliegenden Fall hat die Rechtsschutzversicherung der
Beschwerdeführerin darauf verzichtet, eine Kostennote einzureichen.
Deren Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren ist deshalb
aufgrund der Akten ermessensweise festzulegen. Mit Blick auf den
einfachen Schriftenwechsel und das teilweise Obsiegen der
Beschwerdeführerin erscheint dem Gericht vorliegend eine reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 500.--, inkl. Barauslagen, als angemessen.
Diese ist der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung aufzuerlegen. Die
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Beschwerdegegnerin kann als zuständige Versicherungsträgerschaft
keine Parteientschädigung beanspruchen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).