# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d74087e3-a565-4237-b30b-f5a5f63c922f
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsorgliche Massnahmen
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Der Gesuchsgegnerin sei unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Haft oder Busse nach Art. 292 StGB im Falle der  zu verbieten, ohne die Zustimmung des  ihre Beteiligungen ohne volle und unmittelbare Bezahlung des Kaufpreises an ihre direkten oder indirekten Aktionäre zu  und auch sonst jede Handlung zu unterlassen, die zum Ziel hat, ihre Aktiven für die Begleichung von Schulden anderer Konzerngesellschaften herzugeben.
2. Die vorgenannte vorsorgliche Massnahme sei superprovisorisch, ohne vorgängige Anhörung der Gesuchsgegnerin, zu erlassen und nach Anhörung der Gesuchgegnerin zu bestätigen (Art. 265 ZPO).
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Rechtsbegehren:
(act. 15 S. 2)
"Der Beklagten sei unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Haft oder Busse nach Art. 292 StGB im Falle der Zuwiderhandlung zu verbieten, ohne die Zustimmung des Klägers ihre Beteiligungen ohne volle und unmittelbare Bezahlung des Kaufpreises an ihre direkten oder indirekten Aktionäre zu verkaufen oder zu anderen Handlungen Hand zu bieten, die ihre Aktiven in ihrem Wert vermindern. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Sachverhaltsübersicht
Am 23. August 2011 schlossen der Kläger und C._ Inc. (heute D._ Inc.)
einen Kaufvertrag über 10'250 Aktien der Beklagten ab (act. 3/4). Eine Bedingung
des Vollzugs des Aktienkaufvertrages war, dass die Beklagte vor dem Closing
sämtliche Aktionärsdarlehen, Darlehen von Aktionären an Gruppengesellschaften
und Darlehen unter verbundenen und nahestehenden Unternehmen sowie ein
weiteres vom Verkäufer (Kläger) zu gewährendes Darlehen in einem Zahlungs-
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versprechen, der Promissory Note vom 8. November 2011 (act. 3/2), zusammen-
fasst und noviert. Gemäss Promissory Note Ziff. 1 (d) hat die Beklagte für jede
ausserordentliche Aktivität oder Transaktion, welche einen negativen Effekt auf
die Zahlungsfähigkeit der Beklagten hinsichtlich der Erfüllung der Verpflichtungen
unter der Promissory Note haben könnte, die Zustimmung des Klägers einzuho-
len. Die in der Promissory Note verbriefte Schuld der Beklagten gegenüber dem
Kläger beträgt rund EUR 9'850'000.– und wird am 10. November 2014 zur Zah-
lung fällig (act. 1 Rz 8 ff.).
Sein Massnahmegesuch vom 13. Juni 2014 (act. 1) begründete der Kläger mit
drohendem Verkauf der Beteiligung der Beklagten an D._ (E._) Inc. an
die D._ Inc. zu nicht dem Drittvergleich Stand haltenden Konditionen. In der
Stellungnahme vom 4. August 2014 (act. 15) änderte der Kläger sein Begehren
und begründete dies damit, dass die D._ Inc. nunmehr den Verkauf der Akti-
ven der D._ (E._) Inc. und anderer Tochtergesellschaften der Beklagten
beabsichtige und in Verhandlungen mit mehreren Interessenten stehe.
2. Prozessverlauf
Am 13. Juni 2014 überbrachte der Kläger ein Massnahmegesuch und ersuchte,
es sei das beantragte Verbot superprovisorisch – d.h. ohne Anhörung der Gegen-
partei – anzuordnen (act. 1). Mit Verfügung vom gleichen Tag wurde der Beklag-
ten unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Haft oder Busse nach Art.
292 StGB im Fall der Zuwiderhandlung verboten, ohne die Zustimmung des Klä-
gers ihre Beteiligungen ohne volle und unmittelbare Bezahlung des Kaufpreises
an ihre direkten oder indirekten Aktionäre zu verkaufen (act. 4). Mit Eingabe vom
7. Juli 2014 nahm die Beklagte zum klägerischen Massnahmebegehren Stellung,
beantragte dessen Abweisung und machte geltend, den Verkauf der Beteiligun-
gen nicht mehr zu verfolgen (act. 11). Mit Verfügung vom 11. Juli 2014 wurde die
Stellungnahme dem Kläger zugestellt, wobei ihm freigestellt wurde, dazu Stellung
zu nehmen (act. 13). Die Stellungnahme des Klägers erfolgte mit Eingabe vom
4. August 2014 (act. 15). Darin beantragte er die Ergänzung des vorsorglichen
Verbots, indem der Beklagten – neben dem Verkauf der Beteiligungen – verboten
werden soll, "zu anderen Handlungen Hand zu bieten, die ihre Aktiven in ihrem
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Wert vermindern". Er begründete die Ergänzung mit dem nunmehr drohenden
Verkauf der Aktiven der Tochtergesellschaften der Beklagten. Den superproviso-
rischen Erlass der Ergänzung des Verbots beantragte der Kläger nicht. Nachdem
diese Eingabe mit Gerichtsurkunde der Beklagten zugestellt worden war, ersuchte
sie am 7. August 2014 um Fristansetzung bis 8. September 2014, um zur klägeri-
schen Eingabe Stellung nehmen zu können (act. 17). Mit Verfügung vom 8. Au-
gust 2014 wurde dem beklagtischen Begehren um Fristansetzung bis 8. Septem-
ber 2014 entsprochen (act. 18). Am 12. August 2014 überbrachte der Kläger ein
Gesuch, wonach – infolge der der Beklagten angesetzten Frist bis 8. September
2014 – über die mit Eingabe vom 4. August 2014 beantragte Ergänzung des Ver-
bots nunmehr superprovisorisch zu entscheiden sei (act. 20). Zur weiteren Be-
gründung des Gesuchs verweist der Kläger auf die Ausführungen in der Eingabe
vom 4. August 2014. Am 15. August 2014 wies der Einzelrichter das Gesuch um
superprovisorische Anordnung der Massnahme ab (act. 21). Mit Eingabe vom 5.
September 2014 nahm die Beklagte Stellung zur klägerischen Eingabe vom 4.
August 2014. Darin beantragte sie die Abweisung des klägerischen Gesuchs um
Erlass vorsorglicher Massnahmen vom 13. Juni 2014 (act. 23).
3. Voraussetzungen für den Erlass vorsorglicher Massnahmen
Das Gericht trifft die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die gesuch-
stellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt ist
oder eine Verletzung zu befürchten ist und dass ihr aus der Verletzung ein nicht
leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 261 Abs. 1 ZPO).
4. Massnahmegesuch vom 13. Juni 2014
4.1. Sein Massnahmegesuch vom 13. Juni 2014 (act. 1) begründete der Kläger
mit drohendem Verkauf der Beteiligung der Beklagten an D._ (E._) Inc.
an die D._ Inc. zu nicht dem Drittvergleich Stand haltenden Konditionen:
Mit E-Mail vom 13. Juni 2014 (act. 3/10) habe der Schweizer Verwaltungsrat der
Beklagten, F._, dem Kläger mitgeteilt, dass er von Vertretern der D._
Inc. – diese ist indirekte Aktionärin der Beklagten, vgl. act. 1 Rz 17 und act. 3/6 –
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aufgefordert worden sei, seinen Rücktritt zu erklären. Grund hierfür sei, dass er
sich geweigert habe, dem Verkauf der Beteiligung der Beklagten an D._
(E._) Inc. an die D._ Inc. zu nicht dem Drittvergleich Stand haltenden
Konditionen zuzustimmen, wonach die Bezahlung des Kaufpreises von USD
13'000'000.– im Betrag von rund USD 4'700'000.– durch Verrechnung mit Forde-
rungen der D._ Inc. und im Restbetrag von USD 8'300'000.– durch ein nach-
rangiges Zahlungsversprechen mit Fälligkeit nach fünf Jahren erfolgen solle (act.
1 Rz 17). Es liege auf der Hand, dass die Intention der Aktionäre der Beklagten
nur deren Aushöhlung sein könne (act. 1 Rz 18).
F._ habe in einer E-Mail vom 12. Mai 2014 an die amerikanischen Aktionäre,
vertreten durch deren CEO G._ und Legal Counsel H._ sowie den zu-
ständigen Mitarbeiter des Financial Departements I._, darauf hingewiesen,
dass die beabsichtigte Transaktion die Überschuldung der Beklagten zur Folge
hätte und Schweizer Recht verletzt würde. Er habe ferner die möglichen straf-
rechtlichen Konsequenzen erwähnt und daran erinnert, dass aufgrund der Pro-
missory Note das Einverständnis des Gesuchstellers zum Verkauf der Beteiligung
eingeholt werden müsse (act. 1 Rz 25, act. 3/19).
Dass die Transaktion kurz bevorstehen müsse, folge aus der Tatsache, dass die
von F._ verlangte Bestätigung nicht abgegeben worden sei und er stattdes-
sen aufgefordert worden sei, aus dem Verwaltungsrat zurückzutreten (act. 1 Rz
38).
4.2. Die Beklagte bestreitet, den Verkauf der Beteiligungen weiter zu verfolgen,
und macht Folgendes geltend:
Die Überlegungen, die Beteiligung an D._ (E._) lnc. an die D._ lnc.
zu übertragen, seien seit Herbst 2013 im Gange, da es für amerikanische Kon-
zernobergesellschaften wenig Sinn ergebe, eine amerikanische Konzerngesell-
schaft über die Schweiz zu halten. F._ sei in diese Überlegungen schon im
Oktober 2013 einbezogen worden (act. 11 Rz 16).
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Nach der E-Mail von F._ vom 12. Mai 2014, wonach die in Betracht gezoge-
ne Transaktion die Überschuldung der Beklagten zur Folge hätte und Schweizer
Recht verletzt würde, habe H._ F._ noch gleichentags per E-Mail zuge-
sichert, eine Übertragung der Beteiligung an D._ (E._) lnc. werde nur
weiterverfolgt, wenn Sicherheit bestehe, dass die Transaktion in Einklang mit der
schweizerischen Rechtsordnung sei. Damit seien die F._ vorliegenden Ent-
würfe von gesellschaftsrechtlichen Dokumenten bereits am 12. Mai 2014 Makula-
tur gewesen. Der Kläger habe somit Wochen später zur Stützung seines Mass-
nahmebegehrens Entwürfe von gesellschaftsrechtsrechtlichen Dokumenten be-
nutzt, die ihre Bedeutung längst verloren hätten (act. 11 Rz 18 f., act. 12/2).
F._ habe nach der E-Mail von H._ vom 12. Mai 2014 keine weiteren Zu-
sicherungen verlangt. Er habe sich nach zwei Wochen, am 26. Mai 2014, bloss
erkundigt, ob es Neuigkeiten gebe. Er habe am 27. Mai 2014 von H._ die
Antwort erhalten, man sei noch am Evaluieren, ob es Alternativen gebe (act. 11
Rz 20, act. 12/2). Nach dem 27. Mai 2014 sei es bis zum 18. Juni 2014 zu keinen
weiteren Kontakten zwischen F._ und den Verantwortlichen der D._-
Gruppe im Zusammenhang mit der Beteiligung an D._ (E._) lnc. ge-
kommen. F._ habe sich namentlich nicht dafür interessiert, ob der ursprüng-
liche Plan einer Beteiligungsübertragung endgültig aufgegeben worden sei.
H._ habe mit E-Mail vom 18. Juni 2014 F._ von sich aus über die end-
gültige Aufgabe des Projekts informiert (act. 11 Rz 22 f., act. 12/2).
Zwischen der Anfrage von Dr. J._ hinsichtlich des Rücktritts und der Haltung
von F._ zur Übertragung der Beteiligung an D._ (E._) lnc. bestehe
weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht ein Zusammenhang. Dr. J._
habe F._ am 12. Juni 2014 angerufen, um die längst überfälligen Jahresab-
schlüsse 2012 und die fälligen Jahresabschlüsse 2013 der Beklagten und ihrer
Muttergesellschaft anzumahnen. Bei dieser Gelegenheit habe er F._ ange-
fragt, ob dieser bereit wäre, ein Rücktrittsschreiben hinsichtlich seiner Funktionen
bei der Beklagten und ihrer Muttergesellschaft zu senden. Dr. J._ habe keine
Kenntnis von der E-Mail von F._ vom 12. Mai 2014 an die Konzernleitung der
D._-Gruppe gehabt (act. 11 Rz 32 f., act. 12/4).
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4.3. Das am 13. Juni 2014 superprovisorisch ausgesprochene Verbot wurde
auf den Verkauf der Beteiligungen beschränkt. Anderweitige Handlungen zur
Hergabe von Aktiven für die Begleichung von Schulden anderer Konzerngesell-
schaften wurden für als nicht dargetan und das Begehren zudem als zu unbe-
stimmt befunden (act. 4).
In ihrer Stellungnahme vom 7. Juli 2014 hat die Beklagte glaubhaft dargelegt,
dass der Verkauf der Beteiligungen – wie er vom Kläger behauptet wurde – nicht
weiterverfolgt wird.
Den Akten kann entnommen werden, dass – wie von der Beklagten geltend ge-
macht (act. 11 Rz 18) – nach der E-Mail von F._ vom 12. Mai 2014, wonach
die Transaktion die Überschuldung der Beklagten zur Folge hätte und Schweizer
Recht verletzt würde, H._ geantwortet hat, eine Übertragung der Beteiligung
an D._ (E._) lnc. werde nur weiterverfolgt, wenn Sicherheit bestehe,
dass die Transaktion in Einklang mit der schweizerischen Rechtsordnung sei. So
schrieb H._ am 12. Mai 2014 (act. 12/2): "F._, I will review this. lt may
take me more than a day to get through it and close the loop with our counsel and
tax people but in the interim you can assume we will not be moving torward until
we can be certain that this complies with Swiss law." So ist auch belegt – wie die
Beklagte behauptet (act. 11 Rz 20) –, dass H._ F._ am 27. Mai 2014
schrieb, man sei noch am Evaluieren, ob es Alternativen gebe (act. 12/2): "We are
still evaluating what we our options are." Und schliesslich informierte H._
F._ am 18. Juni 2014, dass das Vorhaben der Übertragung der Beteiligun-
gen aufgegeben worden sei (act. 11 Rz 23, act. 12/2): "ln addition, we are no Ion-
ger going to pursue any transfer of the D._ (E._) lnc. stock as there just
does not seem to be any way get it done without tax issues or fiduciary related
issues." Die betreffenden E-Mails waren F._ bekannt (act. 23 Rz 25 f., act.
16/38).
Mit der Beklagten (vgl. act. 11 Rz 33) kann daher davon ausgegangen werden,
dass nach der E-Mail von F._ vom 12. Mai 2014 noch geprüft wurde, ob un-
problematische Alternativen zur Beteiligungsübertragung existierten. Eine Alterna-
tive wurde nicht gefunden und das Projekt wurde ganz aufgegeben.
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Daraus, dass die E-Mail von H._ an F._ vom 12. Mai 2014 dem Kläger
nicht bekannt gewesen sein soll (act. 15 S. 9 Zu Ziff. 18 und 19), kann dieser
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Weiter mag zwar sein, dass – wie der Kläger
behauptet (act. 15 S. 9 Zu Ziff. 18 und 19) – aufgrund dieser E-Mail F._ nicht
habe davon ausgehen können, dass sich die Sache erledigt habe. So konnte
F._ angesichts der E-Mails von H._ vom 12. und 27. Mai 2014 aber
auch nicht davon ausgehen, dass die Beklagte bzw. ihre Aktionäre die Absicht
hatten, sich über die Vorschriften des Schweizer Rechts hinwegzusetzen und
durch den Verkauf der Beteiligungen eine Verschuldung der Beklagten herbeizu-
führen. Schliesslich kann die E-Mail vom 18. Juni 2014 nicht anders verstanden
werden, als dass das Vorhaben der Übertragung der Beteiligungen definitiv auf-
gegeben wurde. Dass F._ zum Rücktritt aufgefordert wurde, damit diese
Übertragung der Beteiligungen vollzogen werden konnte, ist aus diesem Grund
nicht glaubhaft dargelegt.
Auch geht der Kläger in seiner Stellungnahme vom 4. August 2014 (act. 15)
selbst nicht mehr von einem Verkauf der Beteiligungen aus, sondern konzentriert
sich vielmehr auf den nunmehr drohenden Verkauf der Aktiven der Beklagten. Der
Kläger behauptet in diesem Zusammenhang, der Verfügungsgrund sei nach wie
vor aktuell. Dies ergebe sich aus einem Interview des eingesetzten Sanierers der
D._ Inc., K._, sowie aus einer PowerPoint-Präsentation der D._
Inc. (act. 15 S. 12 Zu Ziff. 35). Beide Dokumente beziehen sich aber auf den Ver-
kauf der Aktiven der Beklagten und nicht ihrer Beteiligungen. Zum Verkauf der Ak-
tiven der Beklagten vgl. unten Ziffer 5.
4.4. Der Kläger hat somit nicht glaubhaft gemacht, dass ein Verkauf der Beteili-
gungen der Beklagten bevorsteht und in diesem Zusammenhang die Vereinba-
rung in der Promissory Note vom 8. November 2011 unterlaufen würde. Es fehlt
somit an einer günstigen Hauptsachenprognose, weshalb das Gesuch um Erlass
provisorischer Massnahmen vom 13. Juni 2014 bereits aus diesem Grund abzu-
weisen ist.
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5. Massnahmegesuch vom 15. August 2014
5.1. In der Stellungnahme vom 4. August 2014 änderte der Kläger sein Begeh-
ren und begründete dies damit, dass die D._ Inc. den Verkauf der Aktiven
der D._ (E._) Inc. und anderer Tochtergesellschaften der Beklagten be-
absichtige und in Verhandlungen mit mehreren Interessenten stehe (act. 15).
Der Kläger bringt vor, dass gemäss einem Interview des eingesetzten Sanierers
der konkursreifen D._ Inc., K._, abgedruckt in der Ausgabe der ... vom
Juli 2014 (act. 16/32), die Absicht bestehe, das L._- und M._-Geschäft
zu verkaufen. Das L._-Geschäft werde durch die D._ (E._) Inc., die
Tochtergesellschaft der Beklagten, betrieben. Dass die Verkaufsaktivitäten im
Gang seien, zeige die PowerPoint-Präsentation vom 24. Juli 2014 der D._
Inc. (act. 16/31), die zuhanden von N._, einem Multitechnologiekonzern, der
ebenfalls L._ herstelle, erstellt worden sei. Ihm, dem Kläger, sei bekannt,
dass zur Zeit auch mit anderen Interessenten (..., ...., ... und ...) verhandelt wer-
de. Neben den Aktiven der D._ (E._) Inc. stünden auch die Aktiven der
neu gegründeten D._ ... GmbH zum Verkauf. Ausserdem solle die italieni-
sche Tochtergesellschaft D._ Srl. zu einem Spottpreis (angeblich EUR 1)
verkauft werden (act. 15 Rz 7 ff.).
5.2. Wie in der Verfügung vom 15. August 2014 erwogen, hat der Kläger die
gemäss seinen Behauptungen drohende Verletzung seines Anspruchs mit diesen
Ausführungen und den in diesem Zusammenhang eingereichten Unterlagen (act.
16/31 und 16/32) nicht genügend glaubhaft gemacht (act. 21 Erw. 5.2). So hat er
keinerlei Angaben gemacht zu den Aktiven (Liegenschaften, Mobilien usw.), die
veräussert werden sollen. Auch ist dem Kläger nicht bekannt, ob nur ein Teil oder
alle Aktiven der Tochtergesellschaften der Beklagten veräussert werden sollen
(vgl. act. 15 Rz 13 "wohl aller Gesellschaftsaktiven"). Ungewissheit besteht auch
bei der Frage, welche Tochtergesellschaften betroffen sein sollen. Weiter räumt
der Kläger selber ein, dass ihm die Konditionen der geplanten Übertragung der
Aktiven nicht bekannt seien. Die klägerische Behauptung der mit dem Verkauf der
Aktiven beabsichtigten Aushöhlung der Beklagten basiert vielmehr darauf, dass
sich aus den Äusserungen des Sanierers gegenüber der Fachpresse ergebe,
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dass die D._ Inc. zahlungsunfähig und daher ausserstande sei, einen Kauf-
preis von ca. USD 13 Mio. zu bezahlen. Aus der Struktur des ursprünglich geplan-
ten Beteiligungsverkaufs folgert der Kläger, dass die D._ Inc. alles daranset-
ze, an die Aktiven zu kommen. Nur wenn sie die Aktiven ihrer Tochter-, Enkel-
und Urenkelgesellschaften unterpreisig erwerbe und dann verkaufe, bleibe ihr
überhaupt Substrat, um ihre eigenen Gläubiger zu befriedigen (act. 15 Rz 12).
Weiter wurde erwogen, dass die verlangte Ergänzung des Verbots, wonach der
Beklagten zusätzlich verboten werden soll, "zu anderen Handlungen Hand zu bie-
ten, die ihre Aktiven in ihrem Wert vermindern", zu unbestimmt sei und sich ohne
eine rechtliche Qualifikation des Verhaltens durch die Vollstreckungs- oder Straf-
behörden nicht vollstrecken liesse (act. 21 Erw. 7).
5.3. Da in dieser Hinsicht seit Erlass der Verfügung vom 15. August 2014 keine
Weiterungen erfolgt sind, ist an diesen Erwägungen festzuhalten und das Begeh-
ren um Erlass provisorischer Massnahmen vom 4. August 2014 abzuweisen.
5.4. Infolge der Abweisung des Begehrens vom 15. August 2014 muss hier
nicht entschieden werden, ob es sich dabei um eine zulässige Klageänderung
handelt. Es ist aber in allgemeiner Weise darauf hinzuweisen, dass das summari-
sche Verfahren kein volles Replik- und Duplikrecht kennt, weshalb es unzulässig
ist, mit neuen Vorbringen das Klagefundament als Reaktion auf eine Bestreitung
zu ergänzen bzw. zu ändern.
6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss wird der Kläger kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Grundlage für die Festsetzung der Gerichtsgebühr bildet der Streit-
wert bzw. das tatsächliche Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Wie bereits
mit Verfügung vom 13. Juni 2014 (act. 4) ausgeführt, beträgt der Streitwert
CHF 11'993'900.– (EUR 9'850'000.– zum Kurs von 1,21765 am 13. Juni 2014).
Unter Berücksichtigung von § 4 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 GebV OG ist die Gerichts-
gebühr auf die Hälfte der Grundgebühr festzusetzen. In Anwendung von § 4 Abs.
1 und 2, § 9 und § 11 Abs. 1 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8.
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September 2010 ist der Beklagten eine um einen Drittel reduzierte Grundgebühr
als Parteientschädigung zuzusprechen.
Der Einzelrichter erkennt:
1. Die Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen werden abgewiesen.
2. Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 65'000.–.
3. Die Kosten werden dem Kläger auferlegt und aus dem von ihm geleisteten
Gerichtskostenvorschuss gedeckt.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung im Be-
trag von CHF 77'000.– zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage des
Doppels von act. 25 und 26.
6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art.
113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert
beträgt CHF 11'993'900.–.
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## Considerations