# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 49199c4e-ff9b-4457-ab4f-c602be7212c0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1.1
Der 1955
geborene
X._
meldete sich am 9. Februar 1995 zum Bezug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeits
vermittlung, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 8/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen, zog die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 8/5) und liess den Versicherten vom 12. bis 14. Mai 1997 von den Ärzten der MEDAS polydisziplinär begutachten (vgl. Expertise vom 17. Juni 1997, Urk. 8/13). Daraufhin sprach sie ihm mit Verfügung vom 12. Januar 1998 (Urk. 8/16) mit Wirkung ab 1. Juli 1994 eine auf einem Invaliditätsgrad von 77 % beruhende ganze Rente zu. Diese bestätigte sie in der Folge anlässlich der im August 2000 (Urk. 8/21) beziehungsweise im November 2004 (Urk. 8/30) von Amtes wegen initiierten Revisionsverfahren mit Mitteilungen vom 18. Oktober 2000 (Urk. 8/25) respektive vom 29. November 2004 (Urk. 8/33).
1.1.2
Im Rahmen des im Januar 2010 von Amtes wegen veranlassten Revisionsverfah
rens (Urk. 8/38) holte die IV-Stelle einen Bericht der behan
deln
den Ärztin (Urk. 8/40) ein und stellte dem Versicherten – unter Hinweis darauf, dass das Gutachten der MEDAS vom 17. Juni 1997 (Urk. 8/13) damals falsch interpretiert worden sei und dass richtigerweise (unverändert) eine 70%ige Ar
beitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit und damit ein (rentenaus
schliessender) Invaliditätsgrad von 37 % bestehe - mit Vorbescheid vom 16. September 2010 (Urk. 8/46) die wiedererwägungsweise Einstellung der In
validenrente in Aussicht. Nachdem der Versicherte hiegegen Einwand erhoben hatte (Urk. 8/47, Urk. 8/51), verfügte die IV-Stelle am 30. Dezember 2010 die Renteneinstellung per 31. Januar 2011 (Urk. 8/54). Die
von
X._
hiege
gen am 1. Februar 2011 im Prozess Nr. IV.2011.00098 erhobene Beschwerde (Urk. 8/57 S. 3 ff.) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 28. September 2012 (Urk. 8/83) in dem Sinne gut, dass es die Verfügung vom 30. Dezember 2010 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese
fundiert abkläre, ob und gegebenenfalls wann sich der Gesundheitszustand des Versicherten nach der Rentenzusprache vom 12. Januar 1998 in rentenrelevanter Weise ver
schlechtert habe und hernach über dessen Leistungsanspruch pro futuro neu befinde.
1.1.3
In der Folge liess di
e IV-Ste
lle den Versicherten im Frühjahr
2013 von den Ärz
ten
des
Y._
polydisziplinär
untersuchen (vgl. Expertise vom 5. Juli 2013,
Urk. 8/100).
In Bestätigung ihres Vorbescheids vom 5. August 2013 (Urk. 8/109) sprach sie ihm daraufhin mit Verfügung vom 12. November 2013 (Urk. 2) mit Wirkung ab
1. Februar 2011 eine auf einem Invaliditätsgrad von 51 % basierende halbe Rente zu.
1.2
1.2.1
Die SUVA, die im Zusammenhang mit verschiedenen in der Zeit zwischen 1976 und 1993 erlittenen Unfällen Taggelder erbracht und die Heilbehandlungskosten übernommen hatte, stellte ihre Leistungen betreffend den Unfall vom 4. Juli 1993 - unter Hinweis darauf, dass unfallbedingt wieder eine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit bestehe und die weiterhin erforderliche ärztliche Behandlung wie auch eine allenfalls persistierende Arbeitsunfähigkeit in den Zuständig
keitsbereich des Krankenversicherers falle – mit Verfügung vom 18. Oktober 1995 beziehungsweise Einspracheentscheid vom 7. Dezember 1995 per 11. Oktober 1995 ein. Die vom Versicherten im Prozess Nr. UV.96.00045 hiege
gen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht - im Wesentlichen mit der Begründung, die chronischen Rückenbeschwerden seien weder auf den Sturz vom 4. Juli 1993 noch auf die im Jahr 1976 beziehungsweise 1987 erlittenen Unfälle zurückzuführen und eine allfällige psychische Symptomatik stehe je
denfalls in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 4. Juli 1993 – mit Urteil vom 8. April 1999 ab.
1.2.2
Nachdem
X._
am
16. September 2005 mit der Begründung, die anhalten
den Rückenbeschwerden seien als Spätfolgen des Unfalls vom 23. März 1977 oder allenfalls des am 4. Juli 1993 erlittenen Sturzes zu interpretieren, die Ausrichtung einer Rente der Unfallversicherung beantragt hatte, lehnte die SUVA - unter Hinweis darauf, dass es sich beim Rückenleiden des Versicherten um veranlagungs- und krankheitsbedingte Beschwerden handle – ihre diesbe
zügliche Leistungspflicht mit Verfügung vom 31. August 2006 respektive Ein
spracheentscheid vom 16. Februar 2007 ab. Die hiegegen im Prozess Nr. UV.2007.00156 erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mangels Unfall
kausalität der geltend gemachten Beschwerden mit Urteil vom 30. Juli 2009 ab. Dieser Entscheid wurde in der Folge mit Urteil 8C_796/2009 vom 20. April 2010 vom Bundesgericht bestätigt.
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom
12
. November 2013 (
Urk. 2) liess
X._
am
18. Dezember 2013
mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben
(Urk. 1 S. 2):
„
In teilweiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei bei Aufrechter
haltung des gutgeheissenen Anspruchs auf eine halbe Rente ab Februar 2011 die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen mit dem Auftrag, zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer nicht ein Anspruch auf eine ganze Rente zustehe.
U
nter
ausgangsgemässen
Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege (UP/URB)
zu gewähren.“
Nachdem der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege am 7. Februar 2014 wieder zurückgezogen hatte (Urk. 6), schloss d
ie IV-Stelle
mit Beschwerdeantwort vom
10. Februar 2014
(Urk.
7
) auf Abweisung der Be
schwerde
. Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge
implizit darauf, eine Duplik einzureichen (vgl.
Urk. 9
,
Urk. 13), was der
Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 21. Mai 2014 (Urk. 14) zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Betreffend die Bestimmungen und Grundsätze über
die
revisionsweise Erhö
hung, Herabsetzung oder Aufhebung von Invalidenrenten infolge erheblicher Änderung des Invaliditätsgrades und die - im Rentenrevisionsverfahren wie bei der erstmaligen Rentenprüfung zu beachtenden
-
Regeln für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird auf E.
1
des Urteils des hiesigen Gerichts vom
28. September 2012
im
Prozess Nr. IV.2011.00098
in Sachen der Parteien
(Urk. 8/83)
verwiesen.
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Zusprache der halben Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2011 im Wesentlichen – unter Hinweis auf das Gutachten
des
Y._
vom 5. Juli 2013 (Urk. 8/67) und die Stellungnahme von Dr.
med.
Z._
, Fach
ärztin
für Innere Medizin und Kardiologie, Vertrauensärztin SGV, Zertifizierte Gutachterin nach SIM, Ärztin des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) der IV, vom 15. Oktober 2013 (Urk. 8/120 S. 2 f.) – damit, dass der Beschwerdeführer, der entgegen seien eigenen Angaben
noch nach der Zusprache einer ganzen Rente ein Erwerbseinkommen erzielt habe, in der angestammten oder einer an
deren Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei.
Die nach der Begutachtung
durch die
Ärzte
des
Y._
diagnostizierte
und – mit sehr gutem Ergebnis - behandelte koronare Herzkrankheit bewirke
keine zusätzlich
e
Einschränkung des funktio
nellen Leistungsvermögens (Urk. 2 S. 2 f., Urk. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
es sei nicht nachvoll
ziehbar, dass in der Expertise des
Y._
vom 5. Juli 2013 (Urk. 8/100), obwohl
die drei für die entsprechenden Bereiche zuständigen
Fachärzte
ihm
aufgrund der erhobenen rheumatologischen, orthopädische
n und neurologischen Befunde
je eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt h
ä
tten, insgesamt
lediglich
von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in ebendiesem Aus
mass ausgegangen werde.
Im psychiatrischen Teilgutachten sei überdies nicht einleuchtend dargelegt worden, weshalb die diagnostizierte psychische Störung keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Da
zudem unklar sei, welche Auswirkung die
– erst nach der Untersuchung durch die Ärzte des
Y._
festgestellte - k
oronare Erkrankung auf das funktionelle Leistungsvermögen habe, seien weitere medizinische Abklärungen indiziert
(Urk. 1 S. 5 ff.). Schliesslich sei die IV-Stelle bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades von einem zu hohen Invalideneinkommen ausgegangen (Urk. 1 S. 7).
3.
3.1
Im Urteil vom 28. September 2012
im
Prozess Nr. IV.2011.00098
in Sachen der Parteien
(Urk. 8/83) gelangte das
hiesige Gericht zum Schluss, dass
die IV-Stelle - jedenfalls anlässlich der ursprünglichen Prüfung des Rentenanspruchs – zu Recht von der Beweistauglichkeit der Expertise der MEDAS vom 17. Juni 1997 (Urk. 8/13) ausgegangen sei, diese indes falsch interpretiert habe. Die
– auf der Annahme, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit mit der Aus
übung der angestammten Tätigkeit im Pensum von 40 % optimal verwerte, be
ruhende - Rentenverfügung der IV-Stelle vom 12. Januar 1998 (Urk.
8
/16)
sei
zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn. Da sich ein allfälliger Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab dem 1. Juli 1994 aufgrund der 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit höchstens auf eine Teilrente gerichtet hätte,
sei
die Berichtigung der Verfügung vom 12. Januar 1998 (Urk.
8
/
16) von erheblicher Bedeutung. Deren
Wiedererwägung sei
demnach grundsätzlich zu Recht erfolgt.
Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der Beschwerdeführer ab Juli 1994 einen
Teilrentenanspruch gehabt habe
, k
önne indes
insofern offen bleiben, als die IV-Stelle die bis 31. Januar 2011 ausgerichteten Rentenzahlungen (zu Recht) nicht zurück
gefordert habe
und die vorhandenen Akten jedenfalls keine hinreichende Grundlage b
öt
en, um
über einen allfälligen Leistungsanspruch ex nunc et pro futuro befinden zu können.
So gebe es in den medizinischen Berichten zwar Anhaltspunkte dafür,
d
ass sich der physische Gesundheitszustand seit der Rentenzuspr
ache insofern verschlechtert habe
, als der Beschwerdeführer neu – möglicherweise bereits seit einem Zeitpunkt vor Erlass der angefochtenen Verfügung – an mit objektivier
baren organischen Befunden erklärbare
n zervikalen Beschwerden leide
. Ob und bejahendenfalls inwiefern sich diese Beeinträchtigungen auf die Leistungsfähig
keit auswirk
t
en,
konnte das hiesige Gericht
gestützt auf die
damals
vorhande
nen medizinischen Akten
indes
ebenso wenig beantworten wie die Frage, ob seit der Rentenzusprache eine mit einer invalidenversicherungsrechtlich rele
vanten zusätzlichen Leistungseinbusse verbundene Verschlimmerung der psy
chischen Symptomatik eingetreten
sei
.
Es
wies die Sache daher
an die IV-Stelle
zurück, damit diese fundiert ab
kläre, ob und gegebenenfalls wann sich der Ge
sundheitszustand nach der Rentenzusprache vom 12. Januar 1998 (Urk.
8
/16) in rentenrelevanter Weise verschlechtert ha
be
, und hernach über den Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers pro futuro neu befinde
(vgl. Urk. 8/83 S.
13 ff.
E.
5).
3.2
3.2.1
Aus den seither ergangenen medizinischen Akten geht im Wesentlichen Folgen
des hervor:
Die Ärzte des
Y._
stellten in
ihrem Gutachten vom 5. Juli 2013 nachstehende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/100 S. 60):
Chronifiziertes lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Schmerzsyn
drom links mit/bei
Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule (schwere linkskonvexe Tor
sionsskoliose der Lendenwirbelsäule [LWS])
fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der LWS mit Osteo
chondrose L5/S1 mit Blockwirbelbildung sowie Spondylarthrosen L3 bis S1 beidseits
aktuell ohne Anhaltspunkte für eine lumboradikuläre Symptomatik
Chronisches Zervikalsyndrom mit/bei
f
ortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) von C3 bis C7
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
Verdacht auf hypertensive Kardiopathie mit/bei
normo- bis t
achykardem Vorhofflimmern mit absoluter Arrhythmie
kardiovaskulären Risikofaktoren: positive Familienanamnese, arteri
elle Hypertonie, massiver Nikotinabusus (kumulativ über 60 pack years), Dyslipidämie
Fühlstörung im linken Bein, am ehesten funktioneller Genese
Chronische Mittelohrentzündung mit rezidivierender Otorrhö, Hörminde
rung und hochfrequ
entem Tinnitus bei Status nach K
anal-Myringo-Ossi
kuloplastik am 7. März 2001
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, ICD-10 F68.0
Sonstige Probleme mit Bezug auf die Lebensbewältigung, ICD-10 Z73.8
Klinisch und radiologisch sei es seit der letzten Rentenrevision zu einer objekti
vierbaren Zunahme der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule ge
kommen. Auch subjektiv seien die Beschwerden im lumbalen Bereich progre
dient, und der Explorand klage neu über intermittierende zervikale Schmerzen. Überdies bestehe neu ein Vorhofflimmern im Rahmen einer wahrscheinlich hy
pertensiven Kardiopathie. Insofern habe sich der Gesundheitszustand seit 1996 verschlechtert (Urk. 8/100 S. 71). Die Belastbarkeit der Wirbel
säule sei erheblich vermindert; nach vierstündiger Arbeit in der
früheren
– ideal angepassten - Tä
tigkeit als Taxifahrer
wie auch in
einer Verweistätigkeit
träten erhebliche
Rü
ckenschmerzen
auf
. Es bestehe demnach
– seit mindestens September 2010 -
eine
50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit (Urk. 8/100 S.
67
f
f
.)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
; im Gegenteil wäre es gar sinnvoll, wenn der Explorand regelmässig einer Arbeit nachginge und dadurch eine Tagesstruktur erhielte (Urk. 8/100 S. 67).
3.2.2
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 9. bis 10. September 2013 stationär behandelt hatten, stellten d
ie Ärzte des
A._
, Klinik für Kardiologie, im Austrittsbericht vom 10
. September 2013 folgende Diagnosen (Urk. 8/113 S. 1):
Koronare 2-Gefässerkrankung
Koronarangiographie vom 9. September
2013
:
RCX mit mittlerer 70-90 % Stenose: PTCA/Stentimplantation (1xDES)
RCA mit 70 % Bifurkationsstenose RIVP/PLA und 70-90 % Stenose des RIVP: PTCA/Stentimplantation (2xDES)
echokardiographisch diagnostizierte Hypokinesie inferiorpostal, nor
male LVEF
stressechokardiographisch Verdacht auf stumme Ischämie inferoposte
rior
cvRF: Nikotinabusus (kumulativ zirka 40py), Hyperlipidämie
Persistierendes asymptomatisches Vorhofflimmern
i
ntermediäres thromembolisches Risiko (CHADS2 Score 1 Punkt)
Dilat
at
ive Aorta abdominalis
d
ilatierte Aorta abdominalis (26mm)
Der – bei Eintritt anamnestisch
beschwerdefreie – Beschwerdeführer sei in be
schwerdefreiem Zustand entlassen worden.
3.2.3
In ihrer gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 15. Oktober 2013 hielt die RAD-Ärztin
Dr.
Z._
fest, neu
sei eine koronare Herzkrankheit ausge
wiesen. Es hätten indes alle drei relevanten Stenose
n
erfolgreich aufgedehnt und gestentet werden können, und die postinterventionelle Katheteruntersu
chung habe ein sehr gutes Ergebnis mit gutem Fluss aller Koronararterien bis in die Peripherie hinein gezeigt. Die linksventrikuläre Pumpfunktion sei
nach dem Eingriff
normal
und das Vorhofflimmern asymptomatisch
gewesen
. Gesamthaft sei beim Beschwerdeführer, der nach einem unkomplizierten Verlauf beschwer
defrei aus dem
A._
habe entlassen werden können, kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der eine andauernde zusätzliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit begründe (Urk. 8/120 S. 2 f.).
4.
4.1
Die
Rentenverfügung der IV-Stelle vom 12. November 2013 (Urk. 2) beruht einer
seits auf dem
nach dem
Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichts vom 28. September 2012 (Urk. 8/83)
eingeholten Gutachten des
Y._
vom 5. Juli 2013 (Urk. 8/100) und andererseits auf der Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr.
Z._
vom 15. Oktober 2013 (Urk. 8/120 S. 2 f.). Die
Ärzte des
Y._
kamen
– gestützt auf die Vorakten (Urk. 8/
100 S. 2 ff.
) und auf die Ergebnisse
der am 27. März sowie am 2., 5.
und 24. April 2013 durchg
eführten internistischen (Urk. 8
/100 S.
30 f.
), rheumatologischen (Urk. 10/100 S.
33 ff.
)
, orthopädisch-chirurgischen
(Urk.
8
/100 S.
39 ff.
)
, neurologischen (Urk. 8/100 S. 48
ff.)
und psychiatrischen Untersuchung (Urk.
8
/100 S.
51 ff.
)
sowie
unter Berücksichti
gung der geklagten Beschwerden
(Urk.
8/100
S.
64
)
-
mit überzeugender Be
gründung zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aus
(
ausschliesslich
)
soma
tischen Gründen sowohl in der angestammten als auch in einer anderen behin
derungsangepassten Tätigkeit
seit mindestens September 2010
zu 50 % arbeits
unfähig sei (Urk. 8/100 S.
67 ff.
; zum Beweiswert eines medizinischen Gutach
tens
vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die
Kardiologin Dr.
Z._
be
fand mit ebenfalls nachvollziehbarer Begründung, dass die koronare Herz
krankheit
keine weitergehende
als
die von den Experten des
Y._
schon auf
grund der Rückenbeschwerden attestierte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeitige (Urk. 8/120 S. 2 f.).
4.2
Was d
er
Beschwerdeführer
hiegegen vorbringt (Urk. 1 S. 3
ff.), ist nicht s
tichhal
tig.
Eine
(teilweise) additive Auswirkung der
von den Ärzten des
Y._
in den die organischen Beschwerden betreffenden Teilgutachten bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(Urk. 1 S. 5) ist schon deshalb nicht anzunehmen, weil die aus rheumatologischer, orthopädisch
-chirurgischer
und neurologisch
er
Sicht
attestierte 50%ige Einschränkung auf dem
nämlichen Gesundheitssch
aden
beziehungsweise der daraus resultierenden verminderten Belastbarkeit des Rü
ckens
basiert. Zudem wurden die Schlussfolgerungen i
n der Expertise
mit allen beteiligten Gutachtern im Rahmen einer Konsensbesprechung gemeinsam erar
beitet
(vgl. Urk. 8/100 S. 72). Wären diese unter Berücksichtigung sämtlicher Befunde von einer weitergehenden als der in den einzelnen Fachgebieten fest
gestellten Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens ausgegangen, hätte dies in der Gesamtbeurteilung Niederschlag gefunden.
Was die kardiale
Symptomatik anbelangt, fand
die
polydisziplinäre
Begutachtung
durch das
Y._
zwar
knapp ein halbes Jahr vor
der Koronar
angi
ographie vom 9. September 2013 (Urk.
8/113) statt
, die begutachtenden Ärzte
waren indes bereits am 5. Juli 2013 differentialdiagnostisch von einer hypertensiven Kardio
pathie ausg
egangen und
massen dieser hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
inso
fern
Bedeutung zu
, als sie körperlich schwer belastende Tätigkeiten
(auch auf
grund dieses Gesundheitsschadens)
für nicht mehr zumutbar erachteten
(vgl. Urk. 8/100 S. 60
und S. 68
).
D
avon, d
ass sich die von den Är
zten des
A._
im September 2013 diagnostizierte und behandelte koronare Herzkrankheit
(zusätzlich) auf das funktionelle Leistungsvermögen auswirke,
ist
aufgrund des Berichts vom 10. September 2010
(Urk. 8/113)
der genannten Kli
nik, aus welcher der Beschwerdeführer nach zweitägiger stationärer Behandlung beschwerdefrei hatte entlassen werden können,
nicht a
uszugehen
.
Betreffend den weiteren Verlauf
nach dem Klinikaustritt
sahen die behandelnden
Kardiolo
gen
nämlich
lediglich das Fortführen der medikamentösen Behandlung mit As
pirin und Plavix sowie eine konsequente Kontrolle der kardiovaskulären Risi
kofaktoren nach sekundär-präventive
n Zielwerten vor; eine reduzierte Belast
barkeit erwähnten sie nicht.
Dass der Beschwerdeführer, dem schon aufgrund der Wirbelsäulenbeschwerden lediglich noch körperlich leichte Tätigkeit
en
(im Pensum von 50 %)
zumutbar sind (vgl. Urk. 8/100 S. 67 f.),
wegen
der Herz
krankheit noch
weiterg
ehend
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei,
ist
– wie die RAD-Ärztin Dr.
Z._
schlüssig
darlegte (Urk. 8/120 S. 2 f.) –
aufgrund der erhobenen Befunde und der erfolgreichen
Behandlung
(Einführung von drei Stents in Arterien, die zu 70 bis 90 % geschlossen waren)
nicht anzunehmen.
Der Beschwerdeführer legte denn auch gar nicht dar, inwiefern kardiale Be
schwerden seine Arbeitsfähigkeit
zusätzlich
beeinträchtigten (Urk. 1 S.
4
).
Ebenfalls
als
unbegründet
erweist sich
s
odann
der Vorwurf, die IV-Stelle sei zu Unrecht gestützt auf das
Gutachten des
Y._
vom 5. Juli 2013 (Urk. 8/100)
da
von ausgegangen, dass
sich
die psychischen Beschwerden nicht auf die
Ar
beitsfähigkeit aus
wirk
t
en
(Urk. 1 S.
5 f.
).
Di
e
Gutachter des
Y._
legten
über
zeugend dar, dass die psychische Symptomatik im Rahmen einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen beziehungsweise
sonstiger Probleme mit Bezug auf die Lebensbewältigung zu interpretieren sei
und keinen Einfluss auf das funktionelle Leistungsvermögen h
abe
(Urk. 8/100 S. 56).
Dass sie das Vorliegen einer depressiven Störung verneinten, ist angesichts der Tat
sache, dass der Beschwerdeführer auf der Hamilton-Depressionsskala lediglich acht Punkte und damit einen Wert erreichte, der klar unter der für die Diagnose einer leichten Depression erforderlichen Mindestpunktezahl von 14 liegt (Urk. 8/100 S. 56), ohne Weiteres nachvollziehbar.
Anlass zur Dur
chführung
-
rechtsprechungsgemäss
kein
Erfordernis für eine beweistaugliche
psychiatrische
Expertise
bildende -
t
estpsychologischer Untersuchungen
(Urk. 1 S. 5) bestand vorliegend angesichts der
Tatsache, dass
die Experten des
Y._
von
k
einer re
levanten psychischen Störung ausgingen,
jedenfalls nicht.
Gegen eine erhebli
che psychische Störung spricht im Übrigen auch der Umstand, dass der Be
schwerdeführer
, der s
ich nie stationär in einer psychiatrischen Klinik behandeln liess
, lediglich einmal pro Monat einer Gesprächstherapie bei einem P
sycholo
gen
unterzieht
(Urk. 8/100 S. 28).
Anzumerken ist, dass s
ein
e
psychischen Be
schwerden nach Lage der Akten
vor allem vor dem Hintergrund einer Verbitte
rung über das Verhalten der Soz
ialversich
erungen (SUVA und IV
; vgl. Urk. 8/100 S. 56
f.
) und ungünstiger
psychosozialer Faktoren (finanzielle Prob
leme, Invalidität der Ehefrau nach zweimaligem Hirnschlag) zu sehen
ist
(vgl. hiezu auch 1
2.
März 2012 Bericht
von
Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
12. März 2012 [Urk. 8/77]).
Weitere Ausführungen zu
r
Ursache der psychischen Beeinträchti
gung beziehungsweise zur
Bedeutung der psychosozialen Umstände für die
psy
chische Symptomatik erübrigen sich vorliegend indes, da
diese, wie dargelegt, keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
hat u
nd demnach jedenfalls nicht von invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz ist
(vgl. hiezu
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2)
.
Eine
psychisch bedingte Arbe
itsunfähigkeit ha
tte
zudem auch
Dr.
B._
(
vgl. Bericht
vom 1
2.
März 2012
;
Urk.
8/77)
nicht attestiert (Urk.
1 S.
6)
. Der ge
nannte Arzt,
der den Beschwerdeführer - neurologisch -
behandelte,
wies
ledig
lich auf eine zwischenzeitlich wieder erheblich gebesserte depressive Sympto
matik hin,
ohne eine eigentliche Diagnose nach ICD-10 zu stellen
und ohne sich zu einer allfälligen psychisch bedingten Leistungseinbusse zu äussern
.
4.3
Demnach ging die Beschwerdegegnerin bei er Ermittlung des Invalideneinkom
mens zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer
(
seit dem Eintritt der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes im September 2010
)
noch
in der Lage sei, zu 50 % einer leidensangepassten Tätigkeit
nachzugehen.
Da v
on zu
sätzlichen medizinischen Abklärungen kein
anderes Ergebnis zu erwarten ist, kann darauf verzichtet werden (
antizipierte Beweiswürdigung
; BGE 137 V 64 E.
5.2
, BGE 136 I 229 E.
5.3).
4.4
B
ei der Ermittlung des Invaliditätsgrades
stellte die
IV-Stelle
sowohl für die Be
rechnung des Invaliden- als auch de
s
Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne für Hilfsarbeitertätigkeiten ab (Urk. 2, Urk. 8/44). Dies ist angesichts der Tatsa
che,
dass der Beschwerdeführer, der vor Eintritt des Gesundheitsschadens un
terschiedliche Anstellungen in verschiedenen Branchen hatte und mit der zu
letzt ausgeübten Tätigkeit als Taxichauffeur einen geringen Jahresverdienst er
zielte,
nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 50 % sowie eines – angesichts der bestehenden Einschränkungen und der nur noch teilzeitlich zumutbaren Arbeitstätigkeit – als angemessen erscheinen
den leidensbedingten Abzugs
vom Invalideneinkommen in der Höhe
von 10 % resultiert
demnach
ein Invaliditätsgrad von 55 %. Die Zusprache einer halben Rente ab 1. Februar 2011
, mithin unmittelbar im Anschluss an die Aufhebung der ganzen Rente per 31. Januar 2011 (Urk. 8/54),
erweist sich
folglich
im Er
gebnis als rechtens.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG
) ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.