# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac201496-2dbf-5247-a5e2-f0b1f266d9c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Beitragsverfügung vom 2
9.
November 2013 setzte die Ausgleichskasse Gross
handel + Transithandel
die persönlichen Beiträge von
X._
für das Jahr 2009 auf Fr. 61‘743.-- (inklusive Verwaltungskosten) fest (Urk. 8/2). Hierbei stützte sie sich auf die Steuermeldung des Steueramtes des Kantons Zürich vom 2
8.
November 2013, mit welcher dieses ein von
X._
im Jahr 2009 erzieltes Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit von Fr 583‘350.-- gemeldet hatte (Urk. 8/1).
D
agegen
erhob
X._
am
9.
Dezember 2013 Einsprache (Urk. 8/
3
)
.
Nach
dem die
Ausgleichskasse
Grosshandel + Transithandel
beim Steueramt eine Auskunft eingeholt hatte (vgl. Stellungnahme vom 1
0.
Januar 2014,
Urk.
8/5),
wies sie die Einsprache mit Entscheid vom 1
1.
März 2014 ab (
Urk.
8/9). Per E
Mail vom 2
4.
März 2014 ergänzte das Steueramt seine Auskunft (
Urk.
8/10) und korrigierte am 1
1.
April 2014 die Angaben betreffend selbständiges
Erwerbs
ein
kommen
für das Jahr 2009 um den Betrag von
Fr.
2‘691.-- auf
Fr.
586‘041.-- (
Urk.
8/11). Hierauf zog die Ausgleichskasse ihren
Einsprache
entscheid
vom 1
1.
März 2014 am
5.
Mai 2014 in Wiedererwägung und setzte die persönlichen Beiträge von
X._
für das Jahr 2009 gestützt auf ein bei
tragspflichtiges Einkommen von
Fr.
647‘500.
auf
Fr.
62‘030.40 (inkl. Verwal
tungskosten) fest (
Urk.
2 einschliesslich der „Beitragsverfügung“ vom 3
0.
April 2014; vgl. Urk. 8/13-14).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
2.
M
a
i 2014
durch Rechtsan
walt Thomas Scheurer
Beschwerde und beantragte, die Beiträge für das Jahr 2009 seien bei einem Einkommen von Fr. 391‘947.-- auf Fr. 41‘144.-- festzu
setzen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juni 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerde
führer am 3
0.
Juni 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich,
im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärt zur Begründung ihres Entscheides
im Wesentli
chen
,
die Beiträge seien aufgrund der Steuermeldung festgesetzt worden. Die Angaben der Steuerbehörden seien für die Ausgleichskassen verbindlich. D
ie
AHV-Rückzahlung von Fr. 152‘691
.
--
sei vom
Steueramt wieder aufgerechnet
worden
, da es sic
h um Rückzahlungen und nicht um Einzahlungen handle
. Gemäss der Wegleitung über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV
und EO
(WSN)
sei das reine Einkommen das gemäss
Art.
9
Abs.
1 und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenvorsorge
(AHVG) ermittelte und für die Festsetzung der Beiträge massge
bende Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
(
Urk.
2 und
Urk.
7
).
1.2
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde vorbringen, das
vom Steueramt gemeldete
Einkommen
sei kein Nettoeinkommen, sondern
bein
halte
den – positiven – Saldo
in Höhe von
Fr.
152‘691.-- aus den
für
das
Bei
tragsjahr
2009
bezahlten
(Fr. 28‘740.--
) und zurückgestellten
(Fr. 12‘663.--)
Beiträge
n
sowie die
(im Jahre 2009 erfolgte)
für die Beitragsjahre 2006 und 2007 zurückbezahlten Beiträge zuzüglich Zinsen (2006: Fr. 88‘48
1
.
--
zuzüglich Zin
sen;
2007: Fr. 30‘972.
--
zuzüglich Zinsen)
und die für das Jahr 2007 aufgelös
ten Rückstellungen
für Beiträge
(Fr. 64‘000.--)
. Indem die AHV-Beiträge 2009 auf einem Einkommen erhoben würden, das die zurückbezahlten Beiträge 2006 und 2
007 einschliesse, würden auf letzteren
doppelt
Beiträge
erhoben
. Dasselbe gelte
für die aufgelösten Rückstellung
en
für Beiträge des Jahres 2007 in Höhe von
Fr. 64‘
000.--
(
Urk.
1)
.
2.
2.1
Vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben (Art. 3 f. und 8 f. AHVG; Art. 2 und 3 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung [IVG]; Art. 26 und 27 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft [EOG]). Art. 9 Abs. 2 AHVG umschreibt die Abzüge, die vom rohen Einkommen für die Ermittlung des beitragspflichti
gen Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit vorgenommen werden.
2
.2
Das Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit und das im Betrieb einge
setzte eigene Kapital werden von den kantonalen
Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet (Art. 9 Abs. 3 AHVG).
Gemäss
der vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Fassung von Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
verlangten die Ausgleichskassen für die ihnen angeschlossenen
Selbst
ständig
erwerbenden
von den kantonalen Steuerbehörden die für die Berech
nung der Beiträge erforderlichen Angaben. In Abzug gebrachte Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie an die
Erwerbsersatz
ordnung
waren von den Steuerbehörden wieder aufzurechnen.
Aufgrund der Änderung vom 17. Juni 2011 des AHVG (Verbesserung der Durch
führung; AS 2011 4745;
BBl
2011 543) trat am 1. Januar 2012 Art. 9 Abs. 4 AHVG in Kraft, welcher nunmehr auf Gesetzesstufe regelt, dass die steu
errechtlich zulässigen Abzüge der Beiträge von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbehörden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen sind. Das gemel
dete Einkommen ist dabei nach
Massgabe
der geltenden Beitragssätze auf 100 % aufzurechnen. Mit dieser Änderung wurde auch der zweite Satz von Art. 27 Abs. 1 AHVV („In Abzug gebrachte Beiträge an die Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenversicherung sowie an die Erwerbsersatzordnung sind von den Steuerbehörden wieder aufzurechnen“) ersatzlos gestrichen.
Die zeitliche Anwendbarkeit des am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Art. 9 Abs. 4 AHVG wurde mit der Übergangsbestimmung "Aufrechnung steuerrecht
lich zulässiger Abzüge" geregelt.
Gemäss
dieser Bestimmung gilt der neue Art. 9 Abs. 4 AHVG für alle Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit, die nach dem Inkrafttreten dieser Änderung von den Steuerbehörden gemeldet werden.
3.
3.1
Die Steuermeldung betreffend den Beschwerdeführer für das Jahr 20
09
ging am
2
8.
November 2013
bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk.
8
/1). Die Meldung erfolgte somit nach Inkrafttreten von Art. 9 Abs. 4 AHVG in der heute gültigen Fassung
, weshalb diese Bestimmung zur Anwendung gelangt
.
3.
2
Das vom Steueramt der Beschwerdegegnerin gemeldete Einkommen aus selb
stän
diger Erwerbstätigkeit, welches sich grundsätzlich auf Fr. 586‘041.—belief (vgl.
Urk.
8/5,
Urk.
8/1 und Berechnungsmitteilung betreffend direkte Bundes
steuer
2009
,
Urk.
3/3)
,
setzt sich zusammen
aus
der ersten
Tranche
Goodwill
abfindung
in Höhe von Fr. 385‘200
.--, Zinsen für die Zeit vom 1.
Januar
bis 3
0.
Juni
2009 in Höhe von Fr. 48‘150.
--
und einem Saldo von AHV-Beiträgen in Höhe von Fr. 152‘691.-- (vgl.
Urk.
3/3.2). D
er
Saldo von AHV-Beiträgen seinerseits berechnete sich auf der einen Seite aus im Jahr 2009 erfolgten Rück
zahlungen für in den Jahren 2006 und 2007 zu viel bezahlte Beiträge in Höhe von Fr. 88‘480.80 zuzüglich
Fr.
9‘444.90
Vergütungsz
insen (2006,
Urk.
3/4 und
Urk.
3/5) bzw. Fr. 30‘972.-- zuzüglich Fr. 1‘195.85
Vergü
tungsz
insen
(2007,
Urk.
3/4
und
Urk.
3/6;
Urk.
3/3.3)
sowie im Jahr 2009 auf
gelöste Rück
stellungen für Beiträge des Jahres 2007 in Höhe von Fr. 64‘000.--, auf der anderen Seite die im Jahr 2009 bezahlten Beiträge in Höhe von Fr. 28‘740.-- sowie Rückstellungen für
auf das
Jahr 2009
entfallende
Beiträge in Höhe von Fr. 12‘663.-- (
Urk.
3/3.3).
3.
3
Auf den von der Beschwerdegegnerin im Jahr 2009 rückerstatte
te
n Beiträge
n
für die Jahre 2006 und 2007 entrichtete
der
Beschwerdeführer bereits
teilweise
persönliche
Beiträge, wurden die vom Beschwerdeführer zu viel geleisteten Bei
träge bei de
r
Beitragsfestsetzung
2006 und 2007 gemäss der damaligen Rechts
lage dem
Rein
einkommen
hinzu
gerechnet (vgl.
Urk.
3/5 und
Urk.
3/6).
Bei der Beitragsfestsetzung für das
Jahr 2006 wurden dem Beschwerdeführer Beiträge in Höhe von Fr. 92‘729.40
auf
gerechnet, tatsächlich zu bezahlen hatte er jedoch lediglich Fr. 21‘535.80
(inklusive Verwaltungskosten)
. Im Umfang von Fr.
71‘193.60 (Fr. 92‘729.40 – Fr. 21‘535.80) wurden dem Beschwerdeführer somit Beiträge rückerstattet, auf welchen er bereits
für die Periode 2006 persön
liche
Beiträge geleistet hatte (Urk.
3/5).
Ferner
wurden dem Beschwerdeführer im Jahr 2009
erfolgte
Rückerstattungen von
persönlichen
Beiträgen
2007
in Höhe von Fr. 29‘866.80 (Fr. 131‘271.-- - 101‘404.20) als Einkommen
der Peri
ode 2009
angerechnet, auf welchen er
in der Periode 2007
bereits Beiträge geleistet hatte (
Urk.
3/6)
.
Eine erneute Beitragserhebung auf diesen Rücker
stattungen ist nicht zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2014 vom
3.
September 2014 E.
3.2). Die dem Beschwerdeführer im Jahr 2009 zurücker
statte
te
n
, in den Jahren 2006 und 2007 bereits
verabgabten
Beitra
g
szahlungen
in Höhe von Fr. 71‘193.60 (2006) bzw. Fr. 29‘866.80 (2007)
sind daher von dem vom Steueramt gemeldeten Einkommen in Abzug zu bringen.
Die dem Beschwerdeführer im Jahr 2009 ebenfalls ausbezahlten
Vergütungsz
insen
sind hingegen nicht in Abzug zu bringen,
wurden
sie doch
noch nicht
verabgabt
.
3.
4
Betreffend die
vom Beschwerdeführer
gemäss seinen eigenen Angaben
im Jahr 2009 aufgelösten Rückstellungen in Höhe von Fr. 64‘000.-- (
Urk.
3/3.3), welche er im Jahr 2007 für noch nicht geleistete Beiträge gebildet
hatte
(Urk.
3/7),
liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass
darauf
durch Aufrechnung zum reinen Einkommen 2007
bereits Beiträge
abgeführt
wurden. So geht denn aus der Abrechnung der Beiträge für das Jahr 2007 hervor
(Urk.
3/6)
, dass die
auf
gerechneten
Beiträge den effektiv geleisteten Zahlungen
entsprachen
(
auf
ge
rechnete Beiträge in H
öhe von Fr. 131‘271.-- = 3 x Fr. 16‘822.20 + Fr. 80‘
804.40)
.
Vom steuerlich ausgewiesenen selbständigen Erwerbseinkommen 2007 zog der Beschwerdeführer effektiv AHV-Beiträge von
Fr.
139‘000.
--
ab (
Urk.
3/7 S. 2), was in etwa der AHV-rechtlichen Aufrechnung auf dem Netto
einkommen entspricht. Damit liegt keine, über den bereits in Erwägung Ziffer
3.3 berücksichtigten Rückvergütungsbetrag hinausgehende doppelte Beitrags
belastung vor. Es ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass auch unter der neuen Regelung von
Art.
9
Abs. Abs.
4 AHVG bewusst in Kauf genommen wird,
dass die auf Steuerseite abgezogenen Beiträge nicht zwingend mit den auf AHV-Seite aufgerechneten übereinstimmen, da der steuerliche Abzug der
Aus
gleichskasse
nicht gemeldet wird
(BGE 139 V
537
E. 5.4
S. 545
)
.
3.
5
Nach dem Gesagten sind vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit die im Jahr 2009 für die Beitragsjahre 2006 und 2007 rückerstatte
te
n
, bereits
verabgabten
Sozialversicherungsb
eiträge in Höhe von Fr. 71‘193.60 (2006) bzw. Fr. 29‘866.80 (2007) in Abzug zu bringen.
Das
reine Einkommen de
s Beschwer
deführers belief sich somit im Jahr 2009 auf Fr.
484‘980.60
(Fr. 586‘041.-- -
Fr. 71‘193.60 - Fr. 29‘866.80
)
,
woraus sich ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr.
535‘800.--
ergibt (Fr.
484‘980.60
: 0,905).
4.
Entsprechend dieser Erwägungen ist die
Beschwerde teilweise gutzuheissen und
in Aufhebung des
Einspracheentscheides
vom
5.
Mai 2014
das beitragspflichtige Einkommen des Beschwerdeführers für das Jahr 2009 auf Fr.
535‘800
.-- fest
zusetzen.
Darüber hinaus
ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
A
ufgrund des nur teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers
erscheint eine
r
eduzier
t
e Prozessentschädigung in Höhe von Fr.
7
00.-- als angemessen.