# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51818f07-0523-4eb1-a648-d4d154a70f92
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, von O.1_, Sohn des A._ und der B._, ledig, ist am _1975 in O.2_ geboren. Er arbeitet als Qualitäts- und Projektzuständiger bei der C._. Sein monatliches Einkommen beträgt rund CHF 7'000.00. Im Strafregister ist X._ aufgrund einer Verurteilung der Staatsanwaltschaft D._ vom 24. Februar 2012 wegen Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 aSVG (Motorfahrzeug, andere Gründe) und wegen Übertretung nach Art. 19a des Betäubungsmittelgesetzes (mehrfache Begehung) mit einer Geldstrafe zu 40 Tagessätzen à CHF 130.00, davon bedingt vollziehbar 20 Tage, bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von CHF 800.00, verzeichnet.
B. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 16. Oktober 2015 eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB, Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB sowie Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB, begangen im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der E._ mit Sitz in O.3_ (Nr. VV._). Aufgrund des hängigen Strafverfahrens ersuchte die Staatsanwaltschaft March die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 10. August 2016 um Übernahme des von ihr gegen X._ eröffneten Verfahrens wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. Mit Verfügungen vom 11. August 2016 ordnete die Staatsanwaltschaft Graubünden die Übernahme des Verfahrens der Staatsanwaltschaft March sowie die Ausdehnung des Verfahrens VV._ auf den Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG an. Weil zum damaligen Zeitpunkt das Ende des Verfahrens VV._ nicht absehbar war, wurde der Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG) getrennt unter der Verfahrensnummer VV.2016.3316 weitergeführt.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. Januar 2017, mitgeteilt am 5. Januar 2017, wurde in der Strafsache (VV.2016.3316) von X._ was folgt erkannt:
1. X._ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 180.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren.
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3. Die beschuldigte Person wird zudem bestraft mit einer Busse von CHF 1'000.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt.
5. Demgemäss hat die beschuldigte Person zu bezahlen:
- Busse CHF 1'000.00 - Gebühren CHF 675.00
Rechnungsbetrag CHF 1'675.00
6. (Zustellung)
D. Dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2017 (StA act. 1/10) lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Am 4. April 2016, um 16:07 Uhr, fuhr der Beschuldigte mit dem Fahrzeug F._, Kontrollschild _, über die Autobahn A3 von O.4_ in Richtung O.5_. Dabei fuhr er auf Gemeindegebiet von O.6_, unter Missachtung der dort geltenden Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h während 11 Sekunden mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der Toleranz von 10% mit 159 km/h und somit 39 km/h schneller als erlaubt. Dies tat er, weil er aus krasser Unaufmerksamkeit die Geschwindigkeit nicht im Auge behielt, wobei der Beschuldigte die geltende Höchstgeschwindigkeit kannte oder zumindest hätte kennen müssen.
E. Mit Schreiben vom 13. Januar 2017 erhob X._ bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Einsprache gegen den Strafbefehl (StA act. 1/11). Mit Schreiben vom 20. März 2017 machte er geltend, dass er die zulässige Höchstgeschwindigkeit nur für kurze Zeit stark überschritten habe, dass schönes Wetter und damit beste Sichtverhältnisse geherrscht haben, dass er ortskundig sei und die Strecke bereits unzählige Male befahren habe, die Autobahn auf jenem Streckenabschnitt sehr breit, gerade und übersichtlich sei und sich auf diesem Abschnitt keine Autobahneinfahrt befinde und kein grosses Verkehrsaufkommen geherrscht habe. Gesamthaft betrachtet habe er kein bedenkenloses Verhalten gegenüber anderen Rechtsgütern an den Tag gelegt (vgl. StA act. 1/15).
F. Mit Verfügung vom 27. April 2017, mitgeteilt am 1. Mai 2017, überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG an das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair.
G. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair fand am 29. Juni 2017 in Anwesenheit von X._ und seinem
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Rechtsvertreter statt. Die Anklage wurde von der Staatsanwaltschaft nicht persönlich vertreten. X._ stellte den folgenden Schlussvortrag:
1. X._ sei der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
2. X._ sei dafür mit einer Busse nach richterlichem Ermessen zu bestrafen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.
H. Mit Entscheid vom 29. Juni 2017, gleichen Tages mündlich eröffnet, unbegründet mitgeteilt am 30. Juni 2017, erkannte das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair was folgt:
1. X._ ist schuldig der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 1'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen bestraft.
3. Die Busse von CHF 1'000.00, die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1'175.00 sowie die Kosten des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair von CHF 3'000.00 gehen zu Lasten der beschuldigten Person. X._ schuldet dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair folglich:
Busse CHF 1'000.00 Untersuchungskosten Staatsanwaltschaft CHF 1'175.00 Gerichtskosten CHF 3'000.00
Total CHF 5'175.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids zu bezahlen.

## Considerations