# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 561dd77a-358e-43d1-97d6-299a1d1989bc
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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A. Am 1. Dezember 2003 reichte B. beim Kreispräsidenten Maienfeld Klage betreffend unlauteren Wettbewerbs gegen die C. AG und die D. GmbH ein. Die Klage wird im Wesentlichen damit begründet, dass die Beschwerdeführerinnen ohne Berechtigung für eine Computersoftware zur Berechnung eines speziellen Holz-Beton-Verbund-systems wirbt, an der B. Urheberrechte geltend macht. Die Sühneverhandlung vom 22. Januar 2004 blieb erfolglos.
B. Mit Verfügung vom 10. Mai 2004 erklärte der Kreispräsident Maienfeld die Untersuchung für geschlossen und gab den Parteien die Gelegenheit, Anträge auf Ergänzung der Untersuchung zu stellen. Mit Eingabe vom 1. Juni 2004 stellte der Beschwerdegegner das Begehren, die Untersuchung durch eine Expertise über die wesentlichen Streitpunkte der Informatik sowie der Mathematik/Ingenieurkunst/Bautechnik einzuholen. Diesem Begehren wurde mit Verfügung vom 23. Juni 2004 entsprochen und die Parteien wurden aufgefordert, innert Frist Expertenvorschläge einzureichen sowie ihre Fragen an den Experten zu formulieren.
C. Mit Schreiben vom 16. Juli 2004 stellten die Beschwerdeführerinnen den Antrag, auf eine Expertise sei zu verzichten, eventualiter sei die strafrechtliche Untersuchung gegen den Beschwerdegegner bis zur Klärung der Urheberrechte auf dem Zivilweg zu sistieren. Nachdem der zunächst genannte Experte das Mandat ablehnte, schlug der Beschwerdegegner mit Schreiben vom 8. Oktober 2004 A. als neuen Experten vor. Mit Verfügung des Kreispräsidenten von Maienfeld vom 25. Oktober 2004 wurde den Parteien die Möglichkeit zur Geltendmachung allfälliger Ausstandseinreden gegen den vorgeschlagenen Experten gegeben. Daraufhin beantragten die Beschwerdeführerinnen abermals, auf die Einholung einer Expertise sei zu verzichten und machten zudem geltend, dass der vorgeschlagene Experte langjähriger IT- und Software Supporter der C. AG gewesen sei und somit ein Ausstandsgrund vorliege.
D. Am 15. November 2004 wies der Kreispräsident Maienfeld die von den Beschwerdeführerinnen geltend gemachte Ausstandseinrede ab und beauftragte den vom Beschwerdegegner vorgeschlagenen Experten A. mit der Erstellung einer Expertise betreffend das Gebiet der Informatik. Die Benennung eines Experten für das Gebiet der Mathematik/Ingenieurskunst/Bautechnik wurde vorbehalten.
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E. Dagegen liessen die beiden Beschwerdeführerinnen, die C. AG und die D. GmbH, mit Eingabe vom 3. Dezember 2004 bei der Beschwerdekammer des Kantons Graubünden Beschwerde erheben mit folgendem Rechtsbegehren:
„1. Die angefochtene Verfügung vom 15. November 2004 sei insoweit aufzuheben, als dass A., mit der Erstellung der Expertise betreffend das Gebiet der Informatik nicht zu beauftragen sei.
2. Der Vorbehalt für die Benennung eines Experten betreffend die Fragen auf dem Gebiet der Mathematik/Ingenieurskunst/Bautechnik sei aufzuheben.
3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegner.“
Mit Eingabe vom 28. Dezember 2004 beantragte der Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei, unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerinnen.
F. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2004 hiess das Kantonsgerichtspräsidium von Graubünden ein Gesuch der Beschwerdeführerinnen um aufschiebende Wirkung gut.
G. Mit Schreiben vom 27. Dezember 2004 verzichtete der Kreispräsident Maienfeld unter Hinweis auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf die Einreichung einer Vernehmlassung.
Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :
1.a) Im Verfahren betreffend unlauteren Wettbewerbs kann gegen Untersuchungshandlungen, Ablehnungs- und Einstellungsverfügungen sowie gegen Kostendekrete des Kreispräsidenten bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (Art. 168 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 138 und Art. 139 StPO). Der angefochtene Entscheid behandelt ein Ausstandsbegehren gegen den vom Beschwerdegegner vorgeschlagenen und von der Vorinstanz eingesetzten Experten. Im Unterschied zum Gerichtsverfahren, in welchem
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erstinstanzliche Zwischenentscheide über bestrittene Ausstandsfragen mittels Aufsichtsbeschwerde an die Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts weitergezogen werden können (vgl. PKG 1984 Nr. 17), ist gemäss Praxis des Kantonsgerichts gegen bestrittene Ausstandsfragen im Stadium der Untersuchung das Rechtsmittel der Beschwerde gegeben (vgl. PKG 1994 Nr. 45). Im vorliegenden Fall wurde das Untersuchungsverfahren durch den Beizug des nun zur Diskussion stehenden Experten ergänzt, weshalb das Rechtsmittel der Beschwerde gestützt auf Art. 168 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 138 und Art. 139 StPO zulässig ist.
b) Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend macht (Art. 139 Abs. 1 StPO). Die Beschwerde ist innert zwanzig Tagen, nachdem der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, schriftlich einzureichen (Art. 139 Abs. 2 StPO). Die Beschwerde vom 3. Dezember 2004 richtet sich gegen die Verfügung des Kreispräsidenten Maienfeld vom 15. November 2004. Darin wurde die Ausstandseinrede der Beschwerdeführerinnen abgewiesen. Die C. AG und die D. GmbH sind somit durch den Entscheid unmittelbar betroffen und haben ein rechtlich geschütztes Interesse an dessen Aufhebung. Sie sind daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Aufhebung des Vorbehalts für die Benennung eines Experten betreffend Fragen auf dem Gebiet der Mathematik, der Ingenieurskunst und der Bautechnik. Als Begründung wird angegeben, dass es nicht Aufgabe der Strafbehörden oder des Strafgerichts sei, zivilrechtliche Fragen nach den Urheberrechten der strittigen Berechnungssoftware zu klären. Dies müsse vielmehr in einem Zivilprozess geklärt werden. Soweit die Urheberrechtsfrage nicht geklärt sei, könne auch nicht über ein mögliches strafbares Verhalten entschieden werden. Der Zuzug eines Sachverständigen sei damit in diesem Stadium des Verfahrens unnötig und insbesondere kein taugliches Mittel, um die gewünschten Grundlagen für das Strafverfahren zu schaffen.
Mit Eingabe vom 1. Juni 2004 stellte B. das Begehren, die Untersuchung sei durch die Einholung einer Expertise über die wesentlichen Streitpunkte der Informatik sowie der Mathematik, der Ingenieurskunst und der Bautechnik zu
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