# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2734fd1f-a90d-49ca-9f5c-42dbad7c6b4e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene und als Hilfsarbeiter erwerbstätig gewesene
X._
bezieht seit 1. November 2007 eine
Dreiviertelrente
der Invaliden
ver
siche
rung
(Verfügung vom 18. März 2010; Urk. 15/36)
.
Am
20. Februar 2013
stellte
X._
zusammen mit
Dr. med.
Y._
, Praktischer Arzt
sowie
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
,
Z._
,
unter Hinweis auf eine Arbeitsunfähigkeit von nunmehr 100 % ein
Rentenerhö
hungsgesuch
(Urk. 15/45)
. Gestützt auf die vom Versicherten vorgelegten medi
zinischen Unterlagen und nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 15/53 ff.) wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom 20. Januar 2014 (Urk. 2)
das Rentenerhöhungsgesuch ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am
27. Februar 2014
Beschwerde
(Urk. 1)
und ergänzte diese auf gerichtlicher Aufforderung hin (Urk. 3) mit Eingaben vom
12. März 2014 (Urk. 5
-6
) sowie 25. März 2014 (Urk. 8
-9
)
. Dabei
beantragte
er
die
Erhöhung der
ausgerichteten Invalidenr
ente auf eine ganze Rente
. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Mai 2014 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 14), worüber der Beschwerdeführer am
26. Mai 2014 orientiert wurde (Urk. 16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG
bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen
ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
R
evi
si
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2
.
Die Beschwerdegegnerin begründet die Abweisung des vom Beschwerdeführer gestellten Rentenerhöhungsgesuchs
mit Verfügung vom 20. Januar 2014
damit, dass aus den neuen Arztzeugnissen keine wesentlichen Veränderungen des Ge
sundheitszustandes hergeleitet werden könnten. Die von Dr.
Y._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit beruhe auf einer differenten Beurteilung des
unver
ändert gebliebenen
Sachverhaltes (Urk. 2 S. 2).
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, sein Ge
sundheitszustand habe sich verschlechtert. Ausserdem existiere in der freien Wirt
schaft keine Hilfsarbeit
, die seiner Behinderung angepasst wäre
(Urk. 1, Urk. 5, Urk. 8).
3
.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer allfälligen anspruchserheblichen
Änderung bildet die rentenzusprechende Verfügung vom 18. März 2010 (Urk. 15/36).
Damals stellte die IV-Stelle
auf das Gutachten
der MEDAS
A._
vom 19. Oktober 2009 (Urk. 15/20/2-19;
vgl. dazu das Feststellungsblatt vom 8. Januar 2010, Urk. 15/22 S. 6 f.) ab, worin
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit gestellt wurden:
1.
Polytoxikomanie
mit residualer affektiver Störung sowie andere anhaltende kog
nitive Beeinträchtigung (ICD-10 F19.72 und F19.74)
2.
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom (ICD-10 M54.4)
-
bei degenerativen Veränderungen L3/4 bis L5/S1
Kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde folgenden weiteren Diagnosen bei
gemessen:
1.
Schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1)
2.
Schädlicher Gebrauch von Hypnotika (ICD-10 F13.1)
3.
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (ICD-10 J44.9)
-
anamnestisch mittelschwer
-
bei chronischem Nikotinkonsum, zirka 40 bis 45
packyears
(ICD-10 F17.1)
Aus rheumatologischer Sicht erklärten die Gutachter die geklagten
Rückenbe
schwerden
mit degenerativen Veränderungen L3 bis S1 mit Schwerpunkt im Segment L5/S1. Gemäss einer am 21. Oktober 2008 aufgenommenen
Mag
net
reso
nanztomographie
(MRI) der Lendenwirbelsäule lagen folgende Verände
rung
en
vor: diskrete
Retrolisthese
von L4 auf L5, ansonsten regelrecht erhalte
nes dorsales Alignement; Bandscheibendegenerationen und Höhenminderung L3 bis
S1;
osteochondrotische
Veränderungen L5 bis S1 mit Verfettungstendenz (
Modic
II);
breitbasige
Diskusprotrusionen
L3 bis S1 ohne direkten Kontakt zu
Nerven
wurzeln
;
Intervertebralforamina
mit von regelrechten Fettsäumen umge
benen
Nervenwurzeln, Kontakt der Bandscheibe zur Nervenwurzel L4 rechts und
rezessa
ler
Kontakt zur Nervenwurzel L5 rechts im
Intervertebralforamen
L4/5 rechts;
Spondylarthrose
mit Ligamenta
flava
-Hypertrophie L5 bis S1. Weiter konnten
Hypästhesien
im Bereich der linken Hand und der Beine objektiviert werden, welche jedoch die Arbeitsfähigkeit zusätzlich zu den vor
handenen Rückenproblemen nicht relevant einschränkten. Gestützt darauf wurde dem Be
schwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
körperlich mittelschwer und schwer belastende Tätigkeiten
attestiert
(Urk.
15/20/2-19 S. 14 f
f.; vgl. auch
Urk. 15/20/71).
Aus psychiatrischer Sicht wurden erhebliche, eine Ganztagestätigkeit verun
möglichende kognitive und affektive Einschränkungen der A
rbeitsfähigkeit durch
die Folge
zustände des Drogenkonsums festgestellt. Dies führte
zusammen
fass
end
zur Ein
schätzung einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine leichte,
wechsel
be
lastende
, rückenadaptierte, intellektuell nicht anspruchsvolle Tätigkeit ohne repe
ti
ti
ves Bücken, Heben von Lasten über 5
kg
bis intermittierend 10 kg, ohne Arbeiten in Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule, ohne Arbeit im Akkord oder unter ausgeprägtem Zeitleistungsdruck
(Urk. 15/20/2-19 S. 10, S. 18 f., Urk. 15/22 S. 6 f.)
.
4.
4.1
Laut
dem
Bericht des
B._
vom
6. Februar 2013
(Urk. 15/44/1-2) ergaben die gleichentags
aufgenommene
n
Rönt
genbilder
sowie ein erneutes MRI
der Lendenwirbelsäule
eine rechtsbetonte
Dis
kushernie
L4/5 mit deutlichem Kontakt zur L5-Nervenwurzel rechts, eine rechts ausladende
Protrusion
L3/4 in Kontakt zur L4-Nervenwurzel rechts, eine leichte bis mittelschwere zentrale Spinalkanalstenose L3 bis L5, ein
h
ypoplasti
sc
hes
linkes Facettengelenk
L5/S1, eine isthmische
Spondylo
ly
se
L5 links sowie alte Deckplattenimpressionen BWK11 bis LWK1.
Weiter ergaben Röntgenbilder der rechten Schulter
(Urk. 15/44/3)
eine leichte Tendinitis
calcarea
mit wenig Kalk im Bereich des
Supraspinatussehnenansatzes
sowie
eine
A
cromioclavikular
-Gelenksarthrose mit inferioren
Osteophyten
.
4.2
Dr.
Y._
stellte im Rentenerhöhungsgesuch
vom 20. Februar 2013 (Urk. 15/45)
folgende Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F
3
3.0)
-
Chronische obstruktive Lungenkrankheit (ICD-10 J44.9)
-
Störungen durch
Opioide, Abhängigkeitssyndrom, g
egenwärtig abstinent, aber in beschützender Umgebung (ICD-10 F11.21)
-
Störungen durch A
lkohol,
Abhängigkeitssyndrom, mit gegenwärtigem
Sub
stanzgebrauch
(ICD-10 F10.24)
-
Schmerzen in den Extremitäten,
Beckenregion und Oberschenkel
(ICD-10 M79.65)
-
unklare Beinschmerzen Oberschenkel links
-
Differenzialdiagnose
:
muskuloskelettal
im Rahmen des
lumboradikulären
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms
-
Ausschluss TVT am 28.
Februar 2012
-
Abnorme Ergebnisse von kardiovaskulären Funktionsprüfungen (ICD-10 R94.3)
-
E
lektrokardiogramm
(EKG)
vom 13.
Juli 2012:
ncSR
(
normocardiac
sinus
rhythm
)
,
Hf
(Herzfrequenz)
96/min, Linkslage, inkompletter Rechtsschenkel
block, regelrechte R-Progression, keine ST-Strecke
H
ebung oder Senkung, verlängerte
QT
c
-Zeit (0.45
Sek.
)
-
EKG vom 30.
März
2012:
ncSR
,
Hf
94/min, Linkslage, inkompletter
Rechts
schenkelblock
,
Q
T
c
(
QT-
interval
corrected
)
Verlängerung (0.47
Sek.
)
-
Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit
Radikulopathie
(ICD-10 M51.1)
-
rechtsbetonte Diskushernie L4/5 (MRI vom 6.
Februar 20
13)
-
Tendinitis
calcarea
(ICD-10 M65.2)
-
Schulter rechts
(
Röntgen vom 6.
Februar 20
13
)
Laut Bericht
klagt
der Beschwerdeführer
über
massive Schmerzen im Bereich des unteren Rückens und am rechten Bein. Aufgrund des neuen
MRI`s
und des neuen
Röntgenbe
funds
sowie der Anamnese und der klinischen Befunde liege eine objektive Verschlechterung
im Sinne einer
Dekompensation des bekannten
schwerwiegenden
obektivierbaren
Wirbelsäulen
leidens
vor
.
Hinzu kämen
Schul
terbeschwerden
im Sin
ne eines
Impingement
Syndroms (P
HS) ausgeprägt auf
grund einer Tendinitis
Calcarea
rechts (neuer Röntgenbefund)
. Die rechte
Schul
ter
zeige einen positiven
Impingement
-Test sowie eine deutlich eingeschränkte aktive und pas
sive Beweglichkeit. In diesem Zustand könne dem Beschwerde
führer keine Ar
beit
sleistung mehr zugemutet werden, sei es mit oder ohne ope
rativen Eingriff. Insbesondere kämen noch die bekannten oben aufgeführten Diagnosen dazu.
4.3
Im
Bericht
vom 16. Mai 2013 (Urk. 15/50)
stellte
med.
pract
.
C._
,
Ober
ärztin
Wirbelsäulench
irurgie an der
D._
,
folgende
Diagnosen:
-
Rezidivierende rechtsbetonte
Lumboischialgie
beidseits mit fraglicher
Claudica
tiosymptomatik
-
Lythische
Spondylo
listhesis
L5/S1, degenerative
Olisthese
L4/5 und Bandschei
benvorfall L4/5 sowie Black Disc L3/4
-
Osteochondrose
L5/S1
-
Spondylarthrose
der gesamten unteren
Lendenwirbelsäule
-
Thorakolumbaler
Morbus Scheuermann
Weiter nannte sie folgende
Nebendiagnosen:
-
Chronische obstruktive Lungen
erkrankung
-
A
bhängigkeit und Methadonprogramm (gegenwärtig abstinent aber in be
schützender Umgebung), und auch Alkoholabhängigkeit
-
Inkompletter Rechtsschenkelblock
-
Nikotinabusus
-
Tendinitis
calcarea
der rechten
Supraspinatussehne
Mit Bezug auf die vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzausstrahlungen
und
Kraftlosigkeit
in
den
Beine
n
empfahl die berichtende Ärztin primär eine neu
ro
logische Abklärung und gegebenenfalls eine elektrophysiologische Un
tersuch
ung
zur Mitbeurteilung und Obj
ektivierbarkeit der Beschwerden sowie Infiltrationen je einmal der Nervenwurzel L4 und L5 abschliessend gegebenenfalls S1 rein diagnostisch.
4.4
Laut Bericht von Dr. med.
E._
, Leitender Oberarzt Neurologie an der
D._
, vom 25. Juni 2013 (Urk. 15/59) konnte mit einer elektrophysiologischen Untersuchung eine Polyneuropathie verifiziert werden. Dabei handle es sich um eine gemischt
demyelinisierende
und
axonale
Form mit klinisch beginnender rechtsbetonter
Fussheberparese
.
4.5
Im Bericht vom
23. September
2013 wiederholte der mit einer konsiliarischen rheumatolog
ischen Untersuchung beauftragte
Dr. med.
F._
,
Stellvertretender Oberar
z
t
Rheumatologie
an der
D._
(Urk. 15/60
/1-3
)
,
die von med.
pract
.
C._
gestellten Diagnosen.
Unter Hinweis auf die
klinischen und
laborchemischen Untersuchungsbefunde
erachtete er
eine Erkrankung aus dem
rheumatologisch-entzündlichen Formenkreis
als
eher unwahrscheinlich
und emp
fahl die Fortführung des bereits begonnenen multimodalen
schmerztherapeuti
schen
Konzepts.
4.6
Im
Bericht
vom 18. Oktober 2013 ergänzten
Assistenzarzt
Dr. med.
G._
und Dr. med.
H._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie
an der
D._
(Urk. 15/61
/1-2
)
die bisher gestellt
en Diagnosen mit folgenden zwei
weiteren Diagnosen
:
-
Teils
pseu
doradikuläre
[Schmerzsymptomatik]
bei positiven
Triggerpunkten
Tensor
fasci
a
lata
sowie
verkürzte Muskulatur
Quadriceps
rechts
-
St
atus
n
ach
verschiedenen Infiltrationen:
-
perirad
ikuläre
Nervenwurzel L4 am 26.
Juni 2013
, L5 am 25.
September
2013, ohne Besserung
-
diagnostische Facettengelenksinfiltration L3/4 am 24.
September 2013
, sowie L4/5 am 1.
Oktober
2013 ohne Besserung
-
diagnostisch-therapeutische Facettengelenksinfiltration L5/S1 ohne Besse
rung
Sodann führten sie aus, keine der bisher durchgeführten Infiltrationen habe zu einer Beschwerdelinderung geführt. Die Schmerzsymptomatik habe sich insge
samt nicht verändert. Es führten weiterhin die Rückenschmerzen, welche auch in Ruhe aufträten. Bei den Beinschmerzen sei das rechte Bein führend. Bei den multiplen degenerativen Veränderungen ohne gezieltes Ansprechen auf Infiltra
tionen könnte man operativ nur eine
langstreckige
Spondylodese
und Dekom
pression empfehlen. Da hierdurch aber nicht sicher eine Beschwerdelinderung garantiert werden könne, verneinten die berichtenden Ärzte eine Indikation zu
einem operativen Vorgehen und empfahlen die Ausschöpfung aller konservati
ven
Massnahmen und eine schmer
z
therapeutische Konsultation. Im Rahmen von Physiotherapie sollte die betroffene Muskulatur gezielt gedehnt werden.
4.7
Dr. med.
I._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
Z._
,
gab in der Stellungnahme
vom 12. März 2014 (Urk.
6
)
an, der Beschwer
deführer klage seit Jahren über Rückenschmerzen. Seine
Geh
strecke
nehme kontinuierlich ab. Die Schmerzen seien teilweise uner
träglich und
schränkten ihn ein. Die Lebensqualität nehme insgesamt
stetig
ab
.
5.
5.1
Es mag zwar zutreffen, dass sich das Beschwerdebild subjektiv verschlechtert
hat und sich der Beschwerdeführer in seinem Alltag noch mehr eingeschränkt fühlt,
als dies
bei Erlass der rentenzusprechenden Verfügung
im März 2010 der Fall war. Auch erhellt aus den Akten, dass er sich bis zum Erlass der angefoch
tenen Verfügung mehrmals in ambulante Spitalbehandlung begab. Infolge der
dabei durchgeführten
fachärztlichen
Untersuchungen ist die Liste der gestellten Diagnosen
zwar
detaillierter geworden. Eine neu dazugekommene Diagnose, mit
welcher eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert worden
wäre,
hat sich d
araus
aber
nicht ergeben.
5.2
So
führten die
Ärzte
der
D._
das neu aufgetretene Schulterleiden (Tendinitis
calcarea
der rechten
Supraspinatussehne
)
denn auch
lediglich als
Nebendiag
nose
auf
. Weder sie noch die Hausärzte des Beschwerdeführers veran
lassten eine
weitere
Abklärung oder Behandlung
dieses Leiden
s
, was
auf
eine
eher
ge
ringe Beeinträchtigung
durch die Schulterbeschwerden
im Alltag
hin
weist
.
Den Akten lassen sich
sodann
auch keinerlei Beschwerden oder Ein
schrän
kungen durch den
neu festgestellten
inkomplette
n
Rechtsschenkelblock
ent
neh
men
.
2009 stellte der rheumatologische MEDAS-Gutachter
Hypästhesien
fest, die un
ter
anderem im rechten Bein auftraten, die Arbeitsfähigkeit allerdings nicht weiter
einschränkten, und empfahl deren neurologische Weiterabklärung (Urk. 15/20/2-19
S. 14). Nach der Aktenlage erfolgte eine solche Abklärung erst 2013 in der
D._
. Diese führte zwar zur Diagnose
eine
r
sensomoto
rische
n
, gemischt
axonale
n
und
demyelinisierende
n
Polyneuropathie
mit kli
nisch
rechts
betonter
Fussheberparese
, was jedoch
weder
in der späteren Bericht
erstattung aus der
D._
(Urk. 15/60-61)
noch in der Behandlung
Niederschlag
fand
.
Unter diesen Umständen ist von einer aktuell objektiv nicht
zusätzlich
einschränkenden Erkrankung auszugehen.
Die
ebenfalls
neu gestellte
Diagnose eines
Morbus Scheuermann beschreibt le
dig
lich
einen Zustand, wie er bereits zur Zeit der Rentenzusprechung vorlag
,
und
stellt
daher
ebenfalls
keine
Verschlechterung
dar.
Auch
a
nsonsten
ergibt ein Ver
gleich der 2008 und 2013 aufgenommenen MRI-Bilder (Urk. 15/20/71,
Urk. 15/44/1-2)
keine
massgebliche
Verschlimmerung der
Verhältnisse
im Be
reich
der Lendenwirbelsäule
.
Schliesslich ist mit Bezug auf die von Dr.
Y._
diagnostizierte r
ezidivie
rende
depressive Störung, leichte Episode
,
auf die Rechtsprechung hinzuzuweisen, wo
nach
leichte bis mittelgradige de
pressive Episoden grundsätzlich keine von de
pressi
ven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens dar
stellen
, die es der
betroffenen Person verunmöglichten, eine angepasste Tätigkeit auszuüben. Leichte
bis höchstens mittelschwere psy
chische Störungen depressiver Natur gelten grundsätzlich als therapeutisch
an
gehbar
(Urteil des Bu
ndesgerichts
8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E.
3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Gel
tung
, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bun
desgerichts
8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E.
4.4 mit Hinwei
sen).
Angesichts dieser ein
deutigen Rechtslage kann aufgrund der depressiven Problematik nicht auf eine andauernde Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden.
5.3
Angesichts dieser ärztlichen Beurteilungen sowie der
Resultate der
fachärztli
chen
Untersuchungen
, die keine Hinweise auf
neue
schwerwiegende Befunde ergeben haben, besteht
auch
kein Anlass
für weitere medizinische Abklärungen
(vgl. Urk. 6)
.
5.4
Eine massgebliche Änderung des
erwerblichen
Sachverhaltes ist nicht er
sichtlich. Dem Einwand des Beschwerdeführers, dass keine seiner Behinderung angepasste Hilfstätigkeit
besteht, ist zu entgegnen, dass
d
er
in der Invaliden
ver
sicherung geltende
Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ein theoreti
scher und abstrakter Begriff
ist, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Inva
lidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er um
schliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen
Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög
lich
keit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
renten
aus
schliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind
praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat viel
mehr nur
so
weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des
Inva
lidi
täts
grades
gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht da
rauf ab
zu
stell
en, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktver
hält
niss
en
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verblie
bene Arbeits
kraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Ar
beits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenar
beitsplätze
, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit ei
nem sozialen
Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E.
4.3 und
9C_98/2014 vom 2
2.
April
2014 E. 3.1
, je mit Hinweisen).
Vorliegend kann dem
Beschwerdeführer zugemutet werden
,
eine leichte,
wech
selbelastende
, rückenadaptierte, intellektuell nicht anspruchsvolle Tätigkeit ohne
repe
titives Bücken, Heben von Lasten über 5 kg bis intermittierend 10 kg, ohne
Arbeiten in Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule, ohne Arbeit im Akkord oder
unter ausgeprägtem Zeitleistungsdruck halbtags auszuüben. Darunter fal
len beispielsweise einfach
e Montagearbeiten, weshalb
es
dem Beschwerdeführer
unter Annahme eines aus
geglichenen Arbeitsmarktes
nach wie vor möglich ist, die ihm
verbliebene Ar
beitskraft wirtschaftlich
zu nützen.
5.5
Aus revisionsrechtlicher Sicht sprechen som
it keine Gründe dafür, dass dem Be
schwerdeführer
neu
nicht mehr zugemutet werden könnte, trotz
seiner Schmer
zen eine
seinen gesundheitlichen Einschränkungen angepasste Tätigkeit
halbtags
auszuüben. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht eine Renten
erhöhung abge
lehnt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.-- fes
tzulegen und ausgangsgemäss vo
m Beschwerdeführer tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).