# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fc9e095f-a82c-415d-b347-f899afcd64ed
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Dem
1982
geborene
n
X._
wurden erstmals mit Verfügung vom
6.
Oktober 2005 (
Urk.
8/
2
/1
) ab
August 2004
Zusatzleistungen zu seiner
ganzen
Invalidenrente
zugesprochen
(
Urk.
8/1/6-7).
Seit dem
7.
Juni 2019
lebte
der Versicherte in einem Zimmer in der Institution
Z._
in
A._
(
Urk.
8/2/54 S. 7 f.)
.
Unter Berücksichtigung jährlicher Kosten für diesen Heimaufenthalt von
Fr.
44'400.-- sprach die Gemeinde
Y._
, Durchfüh
rungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle), dem Versicherten mit Verfügung vom 2
7.
Januar 2021 ab Januar 2021 monat
liche Ergänzungsleistungen von
Fr.
2
'696
.-- nebst Prämienverbilligungen von
Fr.
466.-- zu (
Urk.
8/2/53; vgl. auch
Urk.
8/2/50-52).
Per Ende März 2021
wechselte
der Versicherte
die Unterkunft und hielt sich fortan in der Jugendherberge
B._
auf (
Urk.
8/2/54 S. 5 ff.
,
Urk.
8/4.10 S. 1 ff.
)
.
Deshalb setzte die
Gemeinde
Y._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle),
den Zusatzleistungsanspruch
ab April 2021
mit Verfügung vom
1
9.
April 2021
unter Berücksichtigung von Mietzinsausgaben von
Fr.
15'900.-- pro Jahr (
Urk.
8/2/54 S.
4)
respektive
Fr.
1'325
.-- pro Monat
(
Urk.
8/2/54 S. 13
; vgl. auch
Urk.
8/2/64 S. 16 f.
)
neu auf
Fr.
1'613.-- fest (monatliche Ergän
zungsleistungen von
Fr.
1'411.--
und Beihilfen von
Fr.
202
.--
),
nebst Prämienverbilligungen von
Fr.
466.-- (
Urk.
8/2/
54
).
Mit separater, gleichentags erlassener Verfügung forderte sie vom Versicherten die Rückzahlung zu viel ausgerichteter Zusatzleistungen
für die Zeit vom
1.
bis 3
0.
April 2021
im Betrag von
Fr.
1'083.-- (
Urk.
8/2/55).
Am 2
3.
April 2021 über
wies der Versicherte der Durchführungsstelle den zurückgeforderten Betrag (
Urk.
8/2/55 S. 3).
1.2
Wegen einer Reduktion der Tagestaxe der Jugendherberge
B._
zufolge Langzeitaufenthalt (
Urk.
8/2/64 S. 2 und
S.
18-21
; vgl. auch
Urk.
8/2/67 S. 5
) berücksichtigte die Durchführungsstelle ab Mai 2021 neu Mietzinsausgaben von
Fr.
9'168.-- im Jahr beziehungsweise
Fr.
764.-- pro Monat (
Urk.
8/2/64 S. 4 f.).
M
it Verfügung vom 2
8.
Juni 2021
sprach
sie
dem Versicherten
deswegen
ab
Mai
202
1
nebst den
monatliche
n
Prämienverbilligungen von
Fr.
466
.
--
Ergänzungs
leistungen
von
nunmehr
Fr.
850.-- und Beihilfe
n
von
Fr.
202.
--
zu
;
ab Juni 2021 wurden
die Beihilfen
auf Antrag des Versicherten (
Urk.
8/2/56; vgl. auch
Urk.
8/2/57-61)
nicht mehr ausgerichtet
(
Urk.
8/2/64
).
Mit einer zweiten Verfü
gung desselben Datums forderte
si
e
Fr.
1’
122.--
an zu viel ausgerichteten
Zusatz
leistungen
in der Zeit vom
1.
Mai bis 3
0.
Juni 2021
zurück (
Urk.
8/
2/65
)
.
Die vom Versicherten
am
6.
u
nd am
8.
Juli 2021
gegen beide Verfügungen
erhobene
n
Einsprache
n
mit dem Antrag auf Neuberechnung des Zusatzleistungsanspruchs und Verzicht auf die Rückforderung
(
Urk.
8/
2/66-67
)
wies die
Durchführungs
stelle
mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021 ab
. Dabei prüfte und verneinte sie auch die Möglichkeit eines Erlasses der Rückforderung
(
Urk.
2).
2.
2.1
Da
gegen
erhob der
Versicher
te
mit Eingabe
vom 2
3.
Juli 2021
Beschwerde und
wiederholte sinngemäss seinen Antrag auf Neuberechnung des Zusatzleistungs
anspruchs und Verzicht auf die Rückforderung. Daneben
beantragte
er
die Einleitung strafrechtlicher Schritte gegen die Dur
ch
führungsstelle wegen wieder
holter unpräziser Angaben sowie
Falschaussage (
Urk.
1
).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
August 2021 beantragte die Durchführungsstelle das Nichteintreten auf die Beschwerde, eventualiter deren Abweisung (
Urk.
7).
Mit Replik
vom
3.
Sep
tember
2021 ergänzte der Beschwerdeführer seine
Rechtsbegehren
dahingehend, die Durchführungsstelle beziehungsweise die zuständige Mitarbeiterin
sei auch
wegen
massiver Vermögensbenachteiligung
, Drohung, Erpressung
und
Nötigung
strafrechtlich zu belangen
. Zudem
ersuchte
er
das Gericht um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung
und Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung
(
Urk.
19
; vgl. auch
Urk.
10
,
Urk.
17
).
Mit Verfügung vom
8.
September
2021
wies
ihn
das Sozialversicherungsgericht darauf hin, dass
es ihm obliege,
einen Rechtsanwalt zu bestimmen und dem Gericht dessen Namen und A
nschrift bekannt zu geben
;
Anhaltspunkte dafür, dass ihm die selbständige Suche nach einem Rechtsvertreter nicht zumutbar sei, fehlten. Bis zum Eingang einer gültigen Vollmacht einer
Rechtsvertretung
gehe das Gericht davon aus, dass er den Prozess selbst führe (
Urk.
20; vgl. auch
Urk.
13).
Hie
r
zu liess sich der Beschwerdeführer in der Folge nicht mehr vernehmen.
Mit Eingabe vom 2
3.
September 2021 verzich
tete die Durchführungsstelle auf eine Duplik (
Urk.
22), was dem Beschwerdeführer mit
Verfügung vom 2
7.
September 2021 bekanntgegeben wurde (
Urk.
23).
2
.2
In der Zeit vom 1
4.
Juli bis
3.
August 2021 reichte der
Beschwerdeführer der Durchfüh
rungsstelle
weitere Belege zu seinen Wohnkosten ein
.
Mit einer weiteren Beschwerde vom 1
4.
September 2021
- vom Gericht angelegt unter der Prozess
nummer ZL.2021.00073 -
beantragte er beim Sozial
versicherungsgericht, die Durchführungsstelle sei zu verpflichten, seinen Ergänzungsleistungsanspruch für die Monate Juli und August 2021 neu zu berechnen und ihm die gesch
uldeten Leistungen
nachzuzahlen
(
Urk.
1 im Verfahren ZL.2021.00073
=
Urk.
25/1
)
.
Aufgrund der neuen Belege sprach die Durchführungsstelle dem Beschwerdefüh
rer mit Verfügung vom 1
6.
September 2021 für den Monat Juli 2021
Ergänzungs
leistungen von
Fr.
1'213
.-- und für den Monat August 2021 solche von
Fr.
1'386.-- zu, jeweils nebst der Prämienverbilligung in Höhe von
Fr.
466.
--
(
Urk.
27)
.
Mit Verfügung vom
1
2.
Oktober 2021
im Verfahren ZL.2021.00073
trat die zuständige Einzelrichterin des Sozialversicherungsgerichts auf
die
Beschwerde
vom 1
4.
September 2021
nicht ein. In der entsprechenden
Nichteintretensverfü
gung
hielt sie fest, bei Einreichung der Beschwerde
habe
kein gerichtlich an
fecht
barer Entscheid vorgelegen
. Werde die Beschwerde als sinngemässe
Rechtsver
weigerungs
- beziehungsweise –
verzögerungsbeschwerde
behandelt, so sei diese durch den Erlass der Verfügung der Durchführungsstelle vom 1
6.
September 2021 gegenstandslos geworden (
Urk.
10
im Ver
fahren
ZL.2021.00073
=
Urk.
25/2
).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat
eine
Kopie
von
Urk.
1 und
Urk.
10
des
Ve
rfahrens ZL.2021.000
73
von Amtes wegen als
Urk.
25
/1-2
zu den Akten genommen.
Zudem hat es bei der Durchführungsstelle die Verfügung vom 1
6.
September 2021
und die bei deren Erlass berücksichtigten Akten
beigezogen
und als
Urk.
27
einakturiert
(
vgl. auch
Urk.
26
)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nachdem der Beschwerdeführer
dem Gericht bis heute keinen Rechtsvertreter bekannt gegeben hat
, ist
-
wie in der Verfügung
vom
8.
September 2021
ange
kündigt (
Urk.
20 S.
2
)
-
davon auszugehen, dass er den Prozess
selber
führt.
1.2
Es
kann darauf verzichtet werden, dem Beschwerdeführer die nach Abschluss des Schriftenwechsels beigezogenen
Urk.
25/1-2 (
Urk.
1 und
Urk.
10 des
V
erfahrens ZL.2021.00073
) und
Urk.
27 (
Verfügung
der Durchführungsstelle
vom 1
6.
Sep
tember 2021
) zur Kenntnisnahme
zuzustellen;
diese
Unterlagen
wurden ihm
vom Sozialversicherungsgericht beziehungsweise von der Durchführungsstelle
bereits übermittelt, bevor sie im
vorliegende
n
Verfahren
zu den Akten genommen wurden
.
2.
2.1
Die
Einspracheinstanz
hat allfällige Entwicklungen des Sachverhalts bis zum Erlass des
Einspracheentscheids
zu berücksichtigen (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, Zürich 2020,
Art.
52
Rz
74 und 79). Deshalb deckt der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021
über
den Zusatzleistungs
anspruch des Beschwerdeführers ab Mai 2021 sämtliche Sachverhaltsentwicklun
gen bis zum 2
1.
Juli 2021 ab. Mit der
Verfügung vom 1
6.
September 2021
griff die
Durchführungsstelle in diesen Zeitraum ein, indem sie den Zusatzleistungs
anspruch aufgrund der vom Beschwerdeführer neu eingereichten Unterlagen (
Urk.
27 S. 13 ff.
) bereits ab
1.
Juli 2021 neu beurteilte und für den Monat Juli 2021
nunmehr
auf
Fr.
1'213.--
(statt auf
Fr.
850.--
)
festsetzte (
Urk.
27 S. 4
). Zu prüfen ist zunächst, welche Auswirkungen der Erlass der Verfügung vom 1
6.
Sep
tember
2021 auf das vorliegende Verfahren hat.
2.2
Soweit die Verfügung
vom 1
6.
September 2021
über
den Zusatzleistungs
anspruch ab
1.
Juli 2021 in den durch den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021 geregelten Zeitraum eingreift, stellt sie eine Wiedererwägung des
Einspracheent
scheids
dar. Fraglich ist, ob die Wiedererwägung
im Zeitpunkt des
Erlass
es
der Verfügung
vom 1
6.
September 2021
noch zulässig war, da damals das vorliegende (am 2
3.
Juli 2021 eingeleitete) Beschwerdeverfahren gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021 bereits hängig war.
Gemäss
Art.
1
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
in Verbindung mit
Art.
53
Abs.
3
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungs
rechts (ATSG)
kann die Durchführungsstelle eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid
, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiederer
wägen, bis sie gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt.
Eine nach der Vernehmlassung erlassene Verfügung wird von der Rechtsprechung als
nichtig
erachtet, weil die Verwaltung in diesem Verfahrensstadium keine Verfügungs
gewalt mehr hat (d
as heisst
funktionell nicht mehr zuständig ist
[Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2013 vom 1
5.
Oktober 2013 E. 4 sowie
P
66/01 vom 1
7.
Januar 2003 E. 3.1 und 3.2 mit weiteren Hinweisen
; vgl. auch
Kieser
, a.a.O.,
Art.
53
Rz
92]
).
Als die Verfügung vom 1
6.
September 2021 erlassen wurde, hatte die Durchfüh
rungsstelle ihre Beschwerdeantwort vom
6.
August 2021 (
Urk.
7) bereits eingereicht. Deshalb war
das Zurückkommen auf den
angefochtenen
Einsprache
entscheid
nicht mehr zulässig.
D
ie nach der Beschwerdeantwort erlassene Verfügung vom 1
6.
September 2021
ist
, soweit sie in den vom
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021 geregelten Zeitraum eingreift,
nach dem Gesagten
nichtig
. Sie kann
im vorliegenden Verfahren als Antrag an das Gericht
betrachtet
werden
, den
Ergänzungs
leistungsanspruch vom
1.
bis zum
2
1.
Juli 2021
von
Fr.
850.--
auf
Fr.
1'213
.-- (nebst der Prämienverbilligung in Höhe von
Fr.
466.--)
zu erhöhen
(
Urk.
27 S. 1 und 3
)
.
3.
3
.1
Strittig ist zunächst
die Berechnung des
mit dem angefochtenen
Einspracheent
scheid
beurteilte
n
Ergänzungsleistungsa
nspruch
s
ab dem
1.
Mai 2021.
Die Durch
führungsstelle berücksichtigte ab diesem Zeitpunkt monatliche Wohnkosten von
Fr.
764.--
, was zu einer Reduktion des bisherigen monatlichen Ergänzungs
leistungsanspruchs von
Fr.
1'
411.--
(
Urk.
8/2/54 S. 4)
auf
Fr.
850.-- führte (
Urk.
8/2/64 S. 4).
Dies begründete sie damit
, die Leistungen
seien
bei einer voraussichtlich länger dauernden wesentlichen Verminderung oder Erhöhung der anerkannten Ausgaben auf den Beginn des Monats, in dem die veränderten Verhältnisse eingetreten und bekannt
seien
, anzupassen (
Urk.
2 S. 1).
Ende Mai 2021 habe
auf
grund
der
Angaben
des Beschwerdeführers
und
der
bis
dann
vorgelegten Quittungen
festgestanden
,
dass er von der Jugendherberge inzwischen als Langzeitaufenthalter eingestuft werde und deshalb ab
1.
Mai 2021 für seinen Aufenthalt einen reduzierten Tagestarif von
Fr.
28.60 zu entrichten habe.
Zudem sei damals davon auszugehen gewesen,
dass
er beabsichtige
, seinen bisherigen Aufenthalt in der Jugendherb
erge
B._
weiterzuführen.
Vom herabgesetzten Tagestarif
seien
für das Frühstück anstelle der von der Jugend
herberge angegebenen Pauschale von
Fr.
10.--
nur
Fr.
3.50 ab
zuziehen
, welcher
Betrag
sich aus
Rz
3415.02 der
Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversiche
rungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL)
ergebe
;
die Differenz
sei
zu Gunsten des Beschwerdeführers als Wohnkosten
zu berücksichtigen
.
Auf das Jahr hochgerechnet und geteilt durch zwölf resultierten
auf diese Weise
monatlich
e
Wohnkosten von
(aufgerundet)
Fr.
764.-- (=
Fr.
25.10 x
365 :
12
), welche dem Beschwerdeführer ab
1.
Mai 2021
anzurechnen seien (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
7 S. 2 f.,
Urk.
22)
.
Der Beschwerdeführer
stellt sich
demgegenüber
auf den Standpunkt,
seine
Wohnkosten
sei
en
von der Durchführungsstelle falsch berechn
et worden
.
Sie
habe der Verfügung vom 2
8.
Juni 2021 eine provisorische Rechnung zugrunde gelegt
. Laut der Gesamtrechnung der Jugendherberge
B._
habe er für den Mai 2021 inklusive Frühstück mindestens
Fr.
914.25 oder
Fr.
29.30 pro Tag bezahlt. Nach seinen Berechnungen habe er für die 31 Tage im Mai sogar im Durchschnitt
Fr.
32.25 pro Tag bezahlt
(
Urk.
1 S. 1 f.
,
Urk.
3/3 S. 2 f.,
Urk.
3/6
S. 2 f.
,
Urk.
19 S. 1 f.)
.
3
.2
3.2.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
1
ELG
entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den
die anerkannten Ausgaben (
Art.
10 ELG) di
e anrechenbaren Einnahmen (
Art.
11 ELG) übersteigen. Als anerk
annte Ausgaben gelten nach
Art.
10
Abs.
1 ELG bei alleinstehenden Personen
, die nicht dauernd oder länger
als drei Monate
in einem Heim oder Spital leben (zu Hause
lebende
Personen), unter anderem der
Mietzins
einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten bis zu einem jä
hrlichen Höchstbetrag von 16
‘
440
Franken in der Region 1
,
15‘900 Franken in der Region 2 und 14‘520 Franken in der Region 3,
wobei eine allfällige Schlussabrechnung für die Nebenkosten weder durch eine Nach- noch durch eine Rückzahlung zu berücksichtigen i
st (
Art.
10
Abs.
1
lit
. b ELG).
3.2.2
Die in
Art.
17
Abs.
2
ATSG
gesetzlich geregelte
Revision
einer rechtskräftig zugesprochenen Dauerleistung bei nachträglicher erheblicher Änderung des ihr
zugrunde liegenden
Sachverhalts wird im Bereich der
Ergänzungsleistungen durch
Art.
25
der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
konkretisiert
(vgl.
Carigiet
/Koch,
Ergänzungslei
stungen zur AHV/IV,
3.
Auflage, Zürich 2021
, S.
128 f.
)
. Die jährliche Ergänzungsleistung ist unter anderem bei Eintrit
t
einer voraussichtlich längere
Zeit
dauernden Verminderung
oder Erhöhung
der anerkannten
Ausgaben
herabzusetzen
oder zu erhöhen
(
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV).
Eine voraussichtlich längere Zeit dauernde Verminderung oder Erhöhung liegt vor, wenn die eingetretene Änderung voraussichtlich von ihrem Eintritt an bis zum Ende des laufen
den Kalenderjahres bestehen bleibt (vgl. Müller, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum ELG,
3.
Auflage, Zürich 2015
,
Art.
12
Rz
799 mit Hinweis; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_901/2014 vom 1
6.
März 2015
E. 3.4.2).
Bei Erhöhung des Ausgabenüberschusses ist die jährliche Ergänzungsleistung
auf den Beginn des Monats, in dem die
Änderung gemeldet wurde, frühes
tens aber des Monats, in dem diese eingetreten ist
, neu zu verfügen (
Art.
25
Abs.
2
lit
. b ELV).
Bei Verminderung des Ausgabenüberschusses
ist d
ie jährliche Ergänzungs
leistung
spätestens
auf den
Beginn des Monats, der auf die neue Verfügung
folgt, neu zu verfügen;
vorbehalten bleibt die Rückforderung bei Verletzung der Meldepflicht
(
Art.
25
Abs.
2
lit
. c ELV).
Gemäss
der Verwaltungs
praxis
(
Rz
3743.01 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL], Stand
1.
Januar 2021), welche von der Rechtsprechung als verordnungskonform bezeichnet wurde, erfolgt die
auf
Art.
25
Abs.
2
lit
. c ELV gestützte Aufhebung oder Herabsetzung der jährlichen Ergänzungsleistung, falls keine Meldepflichtverletzung vorliegt, vom Beginn des Monats an, der dem Erlass der
entsprechenden
Verfügung unmittelbar folgt (Urteil des Bundesgerichts
9C_747/2018 vom 1
2.
März 2019
E.
1.1
mit Hinweis
en
).
3.3
Bei der Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs ab
1.
April 2021, welche der
insofern
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom
1
9.
April 2021
zugrunde
liegt
(
Urk.
8/2/54 S. 1-4
; vgl. auch
Urk.
8/2/56-61
)
, berück
sichtigte die Durchführungsstelle
Ausgaben für die Wohnungsmiete von
Fr.
15‘900.--
pro Jahr
(
Urk.
8/2/54 S. 4)
respektive
Fr.
1
‘
325.-- pro Monat
(
Urk.
8/2/54 S. 13)
. Dem lagen die vom Beschwerdeführer angegebenen täglichen Aufenthaltskosten in der Jugendherberge
B._
von
Fr.
47.
--
inklusive Frühstück zugrunde
. Hiervon zog
die Durchführungsstelle
für das Frühstück
Fr.
3.50 ab (
in Anwen
dung des Naturallohnansatzes für das Morgenessen gemäss
Rz
3415.02
der WEL
)
,
woraus sich tägliche Wohnkosten von
Fr.
43.50 ergaben.
Hochgerechnet auf ein Jahr à 365 Tagen und geteilt durch 12 Monate resultierte der angerechnete monatliche Mietzins von
aufgerundet
Fr.
1’325.--
(
Urk.
8/2/54 S. 13; vgl. auch
Urk.
7 S. 2,
Urk.
8/2/64
S. 7-9 und
S. 16 f.)
.
Nach Erlass der Verfügung vom 1
9.
April 2021 reichte der Beschwerdeführer der Durchführungsstelle
am 2
0.
und 2
8.
April sowie am 2
7.
Mai 2021 Quittungen über die
zwischenzeitlich
beglichenen Rechnungen der Jugendherberge
B._
ein (
Urk.
8/2/64 S. 7-15).
Zur hier strittigen Herabsetzung der Miet
kosten ab
1.
Mai 2021 sah sich die Durchführungsstelle veranlasst, nachdem ihr der Beschwerdeführer
berichtet hatte, dass die Jugendherberge ihm wegen seines längerdauernden Aufenthaltes neu einen reduzierten Tarif verrechne (
Urk.
8/4.10 S. 3; vgl. auch
Urk.
7 S. 2).
Mit den
vom Beschwerdeführer
eingereichten Rechnungsquittungen für die Zeit
vom
2
7.
April
bis 2
5.
Mai
2021
(
Urk.
8/2/64
S.
12-15)
und
den
Angaben
der Jugendherberge
B._
(
Urk.
8/2/20,
Urk.
8/4.10 S. 4)
ermittelte
die Durchführungsstelle
eine Reduktion der Aufent
halts- und Frühstückskosten
ab Mai 2021 auf wöchentlich
Fr.
200.-- beziehungs
weise rund
Fr.
28.60 pro Tag (
Fr.
200.-- geteilt durch 7 Tage) (
Urk.
8/2/64 S.
18 und
21)
. Im Zuge ihrer Abklärungen
ersuchte
die Durchführungsstelle
den
Beschwerdeführer und
die
J
ugendherberge, ihr den Kostenanteil für das Frühstück mitzuteilen (
Urk.
8/2/64 S. 18 und 20,
Urk.
8/4.10 S. 4). Da
sie den
angegebene
n
Betrag pro Frühstück von
Fr.
10.--
(
Urk.
8/2/64 S. 20)
im Verhältnis zu den für die Miete verbleibenden
Fr.
18.60 (
Fr.
28.60 –
Fr.
10.--) als sehr hoch
erachtete
(
Urk.
8/4.10 S. 4
)
, subtrahierte s
ie vom Gesamtpreis von
Fr.
28.60 pro Tag
-
wie bisher gestützt auf
Rz
3415.02 der WEL
-
nur
Fr.
3.50 für das Frühstück
und berücksichtigte den verbleibenden Betrag von
Fr.
25.10 pro Tag als Mietkos
ten. Hochgerechnet auf ein Jahr à 365 Tagen und geteilt durch 12 Monate resultierte ein Mietzins von
aufgerundet
monatlich
Fr.
764.-- (
Urk.
8/4.10 S. 4,
Urk.
7 S. 2). Diesen – beziehungsweise den jährlichen Betrag von
Fr.
9'168.-- – berücksichtigte die Durchführungsstelle in der Ergänzungsleistungsberechnung ab
1.
Mai 2021, welche der Verfügung vom 2
8.
Juni 2021 (
Urk.
8/2/64 S. 4) und dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Juli 2021 (
Urk.
2 S. 2) zugrunde liegt.
3.4
3.4.1
Obgleich die
genaue
betragliche
Höhe der
anzurechnenden
Mietkosten für den Aufenthalt in der Jugendherberge
B._
ab
1.
Mai 2021 strittig ist (
Urk.
1 S. 2,
Urk.
3/3 S. 2 f.), sind sich die Parteien zu Recht
darin
einig, dass
dem
Beschwerdeführer ab
1.
Mai 2021
für dessen Aufenthalt
wie vorstehend aufge
zeigt
ein reduzierter Tarif
gewährt wurde
und insofern eine erhebliche
Ä
nderung
des Sachverhalts
seit
Erlass
der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 1
9.
April 2021 über den Ergänzungsleistungsanspruch ab
1.
April 2021 (
Urk.
8/2/54; vgl. auch
Urk.
8/2/56-61)
eingetreten
ist
.
A
ufgrund der Aktennotizen über die Kommunikation mit dem Beschwerdeführer
ist dagegen
fraglich, ob
die Durchführungsstelle bei Erlass der Verfügung vom 2
8.
Juni 2021 (
Urk.
8/2/64) davon ausgehen durfte,
der Beschwerdeführer
werde
voraussichtlich für längere Zeit, das
heisst
bis zum Ende des laufenden Kalender
jahres,
von den reduzierten Wohnkosten
profitieren können
(was
für die Anwen
dung von
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV
für eine Änderung der Ergänzungsleistungen vorausgesetzt wird;
vgl. dazu vorstehend E. 3.2.2). Denn der Beschwerdeführer suchte ab April 2021 mit Hilfe der Durchführungsstelle
eine
eigene
Wohnung
als definitive Wohnlösung und
äusserte
sich dahingehend,
den Aufenthalt in der Jugendherberge
bloss
als vorübergehend
zu betrachten
. Auch
die Durchführungs
stelle
hegte laut Aktennotiz vom 1
9.
April 2021 Zweifel, ob er
von der Jugend
herberge
während der Sommersaison
angesichts der zu erwartenden zahlreichen
Übernachtungen durch Touristen noch als Dauergast mit Preisreduktion akzeptiert werde (
Urk.
8/4.10 S. 2 f.).
Aufgrund der Aktennotiz vom 1
4.
Juli 2021
und der
vom Beschwerdeführer gleichentags eingereichten Rechnung
beziehungsweise Q
uittung
steht
sodann
zweifelsfrei fest, dass die
Durchführungsstelle
noch vor Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
am 1
4.
Juli 2021
darüber
ins
Bild
gesetzt wurde
, dass
er
seit dem
3.
Juli 2021 nicht mehr in der Jugendherberge
B._
wohnte, sondern in einem Hotel ohne Kochgelegenheit (
Urk.
8/4.10 S. 4).
Laut
Rechnung des Hotels
C._
in
B._
beliefen sich die Kosten für neun Übernachtungen vom
3.
bis 1
2.
Juli 2021 auf Total
Fr.
385.--, also rund
Fr.
42.75 pro Tag
(
Urk.
8/
4.5)
.
Bei diesem neuen Aufenthaltsort handelte
es sich offensichtlich ebenfalls nur um eine provisorische
Wohngelegenheit.
Diese neue Entwicklung war nach dem in der vorstehenden Erwägung 2.1 Gesagten bei Erlass des
Einspracheentscheids
vom 2
1.
Juli 2021 zu berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund
war
bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
nicht
absehbar
, dass der Beschwerdeführer voraussichtlich für längere Zeit, mindestens aber bis Ende 2021, von tieferen Mietkosten werde profitieren können als denjenigen, die beim Erlass der letzten in Rechtskraft erwachsenen Zusatzleis
tungsverfügung vom
1
9.
April 2021 (
Urk.
8/2/54)
berücksichtigt wurden.
Die in dieser Verfügung berücksichtigten Mietkosten von
Fr.
15‘900.--
pro Jahr auf Basis des ungekürzten Tarifs der Jugendherberge
B._
(
von
Fr.
47.-- pro Tag
abzüglich
Fr.
3.50 für das Frühstück
[
Urk.
8/2/54 S. 4 und 13]
)
entsprechen dem
Höchstbetrag des anerkannten Mietzinses für Gemeinden der Region 2
gemäss
Art.
10
Abs.
1
lit
. b
ELG
; i
m
Anhang 1 der am
1.
Juli
2021 in Kraft getretenen
und gestützt auf
Art.
10
Abs.
1
quater
ELG
sowie
Art.
26
und
26 a ELV erlassenen
Verordnung des EDI
über die Zuteilung der Gemeinden zu den drei Mietzinsregionen
nach dem
ELG
und dem Bundesgesetz über Überbrückungs
leistungen für ältere Arbeitslose
(LS
831.301.114
)
wird die Gemeinde
B._
der Region 2
zugeteilt.
Aufgrund der b
ei Erlass des angefochtenen
Einsprache
entscheids
vom
2
1.
Juli 2021
verfügbaren Informationen
musste davon aus
gegangen werden, dass
sich
der
Beschwerdeführer
bis auf Weiteres
in einer instabilen Wohnsituation
befinden werde
und sich die Mietkosten für den Aufenthalt in Hotels und ähnlichen Unterkünften
etwa im Rahmen der mit der Verfügung vom 1
9.
April 2021 anerkannten
, höchstmöglichen
Ausgaben bewegen würden.
Damit war damals
entgegen der Ansicht der Durchführungs
stelle
eine zu einer Leistungsanpassung
gestützt auf
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV
berechtigende
, voraussichtlich längere Zeit dauernde
Verminderung der aner
kannten
Ausgaben
nicht ausgewiesen.
3.4.2
Die
Belege, die der
Beschwerdeführer
der Durchführungsstelle
danach
i
n der Zeit vom 2
4.
Juli bis
3.
August 2021
ein
reichte,
können
im
vorliegend
en
Gerichtsver
fahren
ebenfalls berücksichtigt werden (
vgl.
Kobel, in: Christian Zünd/Brigitte Pfiffner [Hrsg.], Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich,
2.
Auflage, Zürich 2009,
§
18
Rz
18 mit Hinweisen
)
,
soweit sie sich auf den
massgeblichen
Beurteilungszeitraum bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
1.
Juli 2021 beziehen.
Gestützt auf diese Unterlagen setzte die Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen
für den Monat Juli 2021
mit Verfügung vom
1
6.
September 2021
neu auf monatlich
Fr.
1'213
.-- fest
unter Berücksichtigung von Wohnkosten in Höhe von
monatlich
Fr.
1‘126.75 (
Urk.
27 S. 4 und 20).
Nach dem in E. 2.2 Gesagten
kann dies als
Antrag an das Gericht
gewertet werden
, wie über den Ergänzungsleistungsanspruch ab
1.
Juli 2021 zu entscheiden sei
.
V
om 2
4.
Juli bis
3.
August 2021
wurden der Durchführungsstelle folgende
B
elege
eingereicht
:
die E-
Mail vom 2
4.
Juli und
das
Schreiben vom 2
6.
Juli 2021
, womit
der Beschwerdeführer die Durchführungsstelle über den im Juli notwendig gewordenen Wechsel seiner Unterkunft
informierte (
Urk.
8/4.
7.1 und
Urk.
8/4.8 S. 1);
das von der
Jugend
herberge
B._
gegen
ihn
ausgesprochene schriftliche Hausverbot vom 1
5.
Juli 2021
(
Urk.
27 S. 17);
e
ine
Rechnung der Jugendherberge
B._
mit gleichzeiti
gem Storno für die Zeit vom 1
3.
bis 1
7.
Juli 2021 (
Urk.
27 S. 15-16
)
;
zwei I
nforechnungen des Hotels
D._
in
Zürich für die Perioden vom 1
7.
Juli bis 1
6.
August (
Urk.
27 S. 14) sowie vom 1
6.
August
bis 1
6.
September 2021
(
Urk.
27 S. 13
).
Auch diese Unterlagen belegen, dass die instabile Wohnsituation mit wiederkehrenden Wechseln des Aufenthaltsorts in
Hotels und ähnlichen Unterkünften
jedenfalls bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
1.
Juli 2021 anhielt.
Demnach besteht auch unter Berücksichtigung
der
neuen Unterlagen kein Grund zur Annahme, es liege eine
voraussichtlich
bis zum Ende des laufenden Kalen
derjahres
dauernde Verminderung
der mit der Verfügung vom
1
9.
April 2021
anerkannten Mietzinsausgaben
ab April 2021
von
jährlich
Fr.
15'900.--
respek
tive
Fr.
1‘325.-- pro Monat
und
Fr.
43.50 am Tag (
Urk.
8/2/54 S. 4 und 13)
vor.
Im Übrigen ergibt sich aus der Verfügung vom 1
6.
September 2021, dass die
Durchführungsstelle angesichts
der Wohnkosten im Hotel
D._
in Zürich
von monatlich
Fr.
1'300.-- (ohne Frühstück)
die anerkannten Mietzinsausgaben
bereits ab August 2021 wieder auf
Fr.
15'600
.--
pro Jahr beziehungsweise
Fr.
1'300.-- pro M
onat
zu erhöhen gedachte
(
Urk.
15 S. 1,
Urk.
27 S. 5 und
13 f.)
; dies entspricht
bereits
wieder
annähernd
den
mit der Verfügung vom 1
9.
April 2021 anerkannten Mietzinsausgaben
.
3.5
Folglich
ist nicht ausgewiesen, dass
sich die Mietzinsausgaben bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
dauerhaft
, und zwar voraussichtlich bis Ende Jahr 2021
vermindert hatten
. Da
somit
die Voraussetzungen für eine
Herabsetzung der Ergänzungsleistungen
ab
1.
Mai 2021
gemäss
Art.
25
Abs.
1
lit
. c ELV
nicht erfüllt
sind
, ist der angefochtene
Einspracheentscheid
, mit dem die Durchführungsstelle ihre Herabsetzungsverfügung vom 2
8.
Juni 2021 schützte, aufzuheben. Dies führt dazu, dass
der
mit Verfügung vom 1
9.
April 2021 rechtskräftig beurteilte Ergänzungsleistungsanspruch ab
1.
April 2021 von
Fr.
1‘411.
--
pro Monat bis
Ende Juli 2021
gilt
.
Weil
der Ergänzungsleistungsanspruch
gemäss
Art.
25
Abs.
2
lit
. b und c
ELV
jeweils auf Beginn eines Monats angepasst wird (vgl. vorstehend E. 3.2.2), gilt für den
A
nspruch
ab
August 2021
die Verfügung vom
1
6.
September 2021,
die
ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in den Regelungsbereich des angefochtenen
Einspracheentscheids
eingreift und insofern nicht
nichtig ist (
vgl.
vorstehend
E. 2.2
; vgl. auch
das Urteil des Bundesgerichts
I 499/03 vom
3.
Dezember 2003 E. 6 und 7
)
.
Die
mit dieser Verfügung
auf monatlich
Fr.
1‘386.--
festgesetzten Ergänzungsleistungen
für die Zeit vom
1.
bis 3
1.
August 2021
(
Urk.
27 S. 5)
wurden vom Beschwerdeführer
nicht beanstandet (
Urk.
2
5/1
),
womit diese Verfügung rechtskräftig geworden ist.
D
ie Beschwerde
ist folglich
gutzuheissen
, soweit der Beschwerdeführer damit die Berechnung der Ergänzungsleistungen von Mai bis Juli 2021 beanstandet hat
, und es ist festzustellen, dass er in diesem Zeitraum Anspruch auf Ergänzungsleis
tungen von monatlich
Fr.
1‘411.-- hat
.
4
.
4.1
Umstritten ist ferner
(
Urk.
1 S
. 1 f.
,
Urk.
3/3 S. 3
)
, ob
die Durchführungsstelle mit der ebenfalls durch den angefochtenen
Einspracheentscheid
bestätigten zweiten Verfügung vom 2
8.
Juni 2021
Fr.
1’122.-- an zu viel ausgerichteten
Ergänzungs
leistungen in der Zeit vom
1.
Mai bis 3
0.
Juni 2021
gestützt auf
Art.
1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit
Art.
25 ATSG
zurückfordern durfte
(
Urk.
2 S. 1 f.,
Urk.
8/2/65)
.
Nachdem
sich in der vorstehenden Erwägung ergeben hat, dass
die der Rückforderung
der Ergänzungsleistungen
zugrunde liegende
Herabsetzung des Ergänzungsleistungsanspruchs in den Monaten Mai bis Juli
2021 nicht rechtens ist und deshalb rückgängig zu machen ist, ist der
Rückforderung
die Grundlage entzogen
.
Diese ist
deshalb
, in Gutheissung der Beschwerde, aufzuheben
.
4.2
Die Durchführungsstelle interpretierte die Einsprachen des Beschwerdeführers vom
6.
und vom
8.
Juli 2021 (
Urk.
3/3,
Urk.
3/5) auch als Gesuch um Erlass der Rückforderung. Im angefochtenen
Einspracheentscheid
hielt sie fest, der Beschwerdeführer habe die ihrer Ansicht nach zu viel bezogenen Ergänzungsleis
tungen nicht im guten Glauben bezogen, weshalb sein Erlassgesuch abzuweisen sei (
Urk.
2 S. 2 f.; vgl. auch
Urk.
7 S. 3). Dies wird vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift ebenfalls beanstandet (
Urk.
1 S. 2).
Wie es sich damit verhält, kann
offen bleiben
; nachdem die Rückforderung von Ergänzungsleistungen im Betrag von
Fr.
1'122.-- aufzuheben ist,
erweist sich der Entscheid betreffend
des
Erlasses
als gegenstandslos
.
5
.
5
.1
D
er Beschwerdeführer
beantragt auch
die
Einleitung strafrechtlicher Schritte gegen die Durchführungsstelle (
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
10 S. 3,
Urk.
17 S. 2,
Urk.
19
S. 3
)
.
5
.2
Das Sozialversicherungsgericht beurteilt
, abgesehen von hier nicht interessierenden Ausnahmen,
gemäss
§
2
und 3
des
Gesetz
es
über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
)
bundesrechtliche und kantonalrechtliche
Beschwer
den und Klagen aus dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts
,
insbesondere auch
Beschwerden nach
Art.
56
ATSG
in Verbindung mit dem
ELG
.
Es ist
aber
weder eine
Strafverfolgungsbehörde
noch ein Strafgericht. D
eshalb
ist es
zur Entgegen
nahme und Behandlung von Strafanzeigen beziehungsweise Strafanträgen
sachlich nicht zuständig
.
5
.3
Soweit die
Beschwerde vom 2
3.
Juli 2021
auf eine strafrechtliche Verurteilung der Durchführungsstelle beziehungsweise der zuständigen Mitarbeiterin abzielt,
ist
auf sie
mangels sachlicher Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts
nicht einzutreten.
E
ine Überweisung der Sache an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden kann
unterbleiben
, nachdem die Staatsanwaltschaft See/Oberland
d
en Strafantrag des Beschwerdeführers
vom
2
6.
Juli 2021
gegen die
zuständige Mitarbeiterin der
Durchführungsstelle
(
Urk.
8/2/70
) mit der
Nichtanhandnahmeverfügung
vom
3
0.
Juli 2021
erledigt hat (
Urk.
8/2/74
)
.
6
.
Da das ELG keine Kostenpflicht für das Verfahren vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht vorsieht (
Art.
1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG), erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung (
Urk.
19 S. 3) als gegenstandslos.