# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 508ea3ef-9b92-4e9d-8383-afb5431ed06b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1954, arbeitete
ab dem
8.
November 1999 bei der
Y._
als Montagemitarbeiterin in einem 100%igen Pensum (
Urk.
11/17 S. 1-2
Ziff.
2.1-9).
Am 1
6.
März 2010 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung
wegen Schmerzen im Hinterkopf und Rücken
zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die persönlichen (
Urk.
11/3-4), erwerblichen (
Urk.
11/7), medizinischen (
Urk.
11/13-14 und
Urk.
11/18) und beruflichen (
Urk.
11/17) Verhältnisse der Versicherten ab.
Vom 2
2.
Juli bis 2
8.
Oktober 2010 wurde eine
Frühinte
grationsmassnahme
zwecks Arbeitspl
atzerhaltung durchgeführt (Urk.
11/25 und
Urk.
11/
27)
.
A
m 1
0.
November 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass der Arbeitsplatzerhalt erfolgreich abgeschlossen sei, da sie ihre Tätigkeit als Montagemitarbeiterin bei der
Y._
jederzeit ohne jegliche Einkommenseinbusse wieder aufnehmen k
önne (Urk. 11/26)
. Mit Vorbescheid vom 1
0.
November 2010 stellte sie in Aussicht,
dass
die Versicherte
keinen Anspruch auf
eine Invalidenrente habe, da
in der angestammten Tätigkeit
wie
der eine 100
%
ige A
rbeitsfähig
keit
vorliege (Urk.
11/31).
Nachdem die Versicherte
gegen den Vorbescheid Einwand erhoben hatte (Urk. 11/38
,
Urk.
11/45), liess sie die IV-Stelle vom
Z._
internistisch und rheumatologisch abklären und eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungs
fähigkeit (EFL) durchführen (
Gutachten vom 29.
Juni 2011,
Urk.
11/57
; in der Folge „
Z._
-
Gutachten“
). Mit Verfügung vom 2
0.
März 2012 (
Urk.
2) sprach die IV-Stelle der Versicherten von April bis September 2011 eine halbe Invaliden
rente zu.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
0.
März 2012 (
Urk.
2) liess die Beschwerdeführerin am
4.
Mai 2012 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr sowohl für die Zeit vor 1. April 2011 als auch für die Zeit ab
1.
Oktober 2011 eine Invali
den
rente auszurichten. Eventual
iter beantragte sie, es sei die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese nach umfassenden medizinischen Ab
klärungen rheumatologischer und psychiatrischer Art über
ihren
Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente neu entscheide. In verfahrensrechtlicher Hin
sicht liess die Versicherte die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Mai 2012 (
Urk.
10) schloss die IV-Stelle auf Beschwerdeabweisung
.
Das Gericht gewährte
der Versicherten
mit Verfügung vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
12) die unentgeltliche Prozessf
ührung
.
Mit Replik vom
4.
September 2013 liess die Beschwerdeführerin in Abänderung der in der Beschwerde gestellten Anträge (
Urk.
1 S. 2) beantragen, es sei ihr bereits ab
1.
Juni 2010 eine unbefristete Invalidenrente auszurichten (
Urk.
15
S. 2)
, und sie reichte weitere medizinische Berichte ein (
Urk.
16/1
2).
Am
2
7.
September 2012 verzichtete
die Beschwerdegegnerin
auf die Einreichung einer Duplik (
Urk.
18).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die weiteren Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemein
en Teil des Sozialversicherungs
rechts
;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Proz
ent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an aus
bezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
IVV
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Ver
minderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.
6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die IV-Stelle ging aufgrund des
Z._
-
Gutachtens (Urk. 11/57)
davon aus, dass
die
Versi
cherte
ab dem
21
.
April 2010
in ihrer angestammten Tätigkeit erheb
lich eingeschränkt gewesen sei
.
Nach Ablauf des Wartejahres sei
ihr die bishe
rige Tätigkeit zu 50
%
zumutbar gewesen, womit ein 50%iger Invaliditätsgrad und ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestanden habe
.
In der Folge habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten ab dem Zeitpunkt des
Z._
-
Gutachtens
, ab 2
9.
Juni 2011,
insofern verbessert, als ihr eine leidensangepasste T
ätigkeit zu 100
%
zumutbar sei. Bei
Berücksichtigung eines 10%igen
leidens
bedingten
Abzugs beim
mittels der Lohnstatistik des Bundesamtes für Statistik ermittelten
Invalideneinkommen ergebe
der Einkommensvergleich
einen
Invali
ditätsgrad
von 23
%
,
so dass unter
Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ab dem
1.
Oktober
2011
kein Rentenanspruch mehr
bestehe
. Dementsprechend sprach die IV-Stelle der Ve
rsicherten vom
1.
April bis 30.
September 2011 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 2 S. 7).
2.2
Dagegen lässt die
Beschwerdeführer
in
einwenden,
es habe
entsprechend der vorgängig eingeholten Berichte (
Urk.
11/14,
Urk.
11/17 und
Urk.
11/19)
bereits ab Juni
bzw. spätestens ab August 2009
eine
i
nvalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden,
womit die Wartezeit bereits früher als von der IV-Stelle angenommen angefangen habe. Das Wartejahr
sei
bereits im Juni 2010 erfüllt gewesen
,
deshalb
sei ihr bereits ab
1.
Juni 2010 eine Invali
denrente auszurichten
(
Urk.
15 S. 4)
.
Es könne sodann
der
Be
urteilung
d
es
Z._
,
wonach die Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht einge
schränkt sei, angesichts der
radikulären
Reizsymptomatik und der psychischen Beeinträchtigungen nicht gefolgt werden. Es sei vielmehr entsprechend der Be
urteilung des behandelnden Rheumatologen,
Dr.
med.
A._
,
von einer höhe
ren und länger
al
s bis Ende September
andauernden
Invalidität
auszugehen. Falls nicht dir
ekt auf die Beurteilung von Dr.
A._
abgestellt werden könne, sei eine neue Abklärung der Versicherten vorzunehmen
(
Urk.
15 S. 5-7
Ziff.
3)
.
Es sei ausserdem zu berücksichtigen, dass sich der Gesundheitszustand der Versi
cherten seit der im März 2011 erfolgten Begutachtung durch das
Z._
insofern verschlechtert habe, als neue Schmerzgebiete hinzukommen seien, sich visuelle Störungen entwickelt hätten und am
8.
März 2012 eine
Kniegelenks
arthroskopie
rechts mit Naht des lateralen Meniskus-
Hinterhornes
erfolgt sei. Trotz
schmerzmodulierender Behandlung mit einem Antidepressivum habe keine Beeinflussung des Schmerzbildes erreicht werden können, weshalb auch eine Evaluation durch einen Psychiater vorgesehen sei
(
Urk.
15 S. 7-8 Ziff. 4)
.
3.
3.1
3.1.1
Der langjährige Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
B._
,
berich
tete am 2
3.
Mai 2010 von einer seit Jahren bestehenden lumbalen
Schmerz
problematik
. Im Herbst 2009 sei es zu einer
Schmerzexazerbation
der
Zerviko
brachialgie
gekommen mit der Folge einer Hospitalisierung im
C._
.
Seither sei die Versicherte nicht mehr über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
hinausgekommen, zeitweise sei sie auch wieder 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/13 S. 7). Die Ärzte des
C._
,
Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, wo die Versicherte vom 2
3.
November bis 1
1.
Dezember 2009 stationär behandelt worden war, diagnostizierten ein
zervikospondylo
genes
und ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom sowie einen Verdacht auf einen rezidivierenden Lagerungsschwindel. Das MRI vom 1
3.
Oktober 2009 habe einen Nachweis einer Diskushernie Th1/2, eine
Osteochondrose
C4/5 und weniger ausgeprägt C3/4 mit
Spondylophyten
und
Unkarthrose
C5-7 beidseits ergeben, weiter
Protrusionen
C3/4 mit leichter Einengung des Spinalkanals und
foraminalen
Stenosierungen
im unteren HWS-Bereich. Die Versicherte
klage
über chronische Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die linke obere Extre
mität begleitet mit Kraftverlust. In Ruhe habe sie weniger Schmerzen, diese verstärkten sich bei Bewegung und Belastung. Die Versicherte sei in psychischer Hinsicht unauffällig. Die Ärzte attestierten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bis
4.
Januar 2010, für die Zeit danach sahen sie eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
11/13 S. 23). Der Neurologe Prof.
Dr.
med.
D._
klärte die Versicherte im Hinblick auf die ebenfalls geklagte Schwindel- und Schmerzproblematik ab. Er kam im Bericht vom 1
9.
Januar 2010 zum Schluss, es handle sich um keine neurogenen sondern eher um funktionelle Beschwerden (
Urk.
11/13 S. 17). In einem weiteren Bericht an die IV-Stelle erachtete er sämt
liche Tätigkeiten für möglich, verwies hinsichtlich der Schmerzen auf die Ab
klärungen im
C._
(
Urk.
11/18).
Das
Z._
stellte im
seitens der IV-Stelle eingeholten
Gutachten vom 2
9.
Juni 2011 folgende Diagnosen (Urk. 11/57 S. 11-12
Ziff.
4):
1
.
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinopathica
acuta
links mit/bei:
-
Impingementsymptomatik
-
Einschränkung der Schulterbeweglichkeit; differenzialdiagnostisch: leich
te
r
retraktile
r
Kapsulitis
; differenzialdiagnostisch: zusätzlich
schmerz
bedingte
r
Einschränkung
-
dysfunktionellem
Schmerzverhalten mit konsekutiver
Dekonditionie
rung
-
erhebliche
r
Sym
p
tomausweitung
2.
Rezidivierendes
zervikozephales
und
zervikovertebrales
Syndrom mit
Zervi
ko
zephalgien
im Sinne von Spannungsschmerzen und
Zervikobrachi
algien
links
-
Kopf-, Hals- und Schultergürtelprotraktionsstellung
-
verminderte muskuläre Stabilisierungsfähigkeit der Wirbelsäule im Be
reich des
zervikothorakalen
Überganges
-
segmentale Funktionsstörungen des
zervikothorakalen
Überganges mit muskulären
Dysbalancen
bei Segmentdegenerationen (multisegmentale
Osteochondrose
C4-C7, Spondylose und
Unkovertebralarthrose
C5-C7 beidseits, leichte
Fazettengelenksarthrose
mit minimaler
Fazettenge
lenkshypertrophie
C3-C4 bei eng angelegtem Spinalkanal, MRI der HWS vom 2
4.
März 2011)
-
Status nach zweimaliger Wurzelinfiltration (C6/7) sowie
Fazettenge
lenksinfiltration
C6/7 links, zuletzt im August 2010
-
Fehlhaltung (HWS-Kyphose mit
Kopfprotraktion
)
-
Myofasziale
Betonung (M.
trapezius
, M.
levator
scapulae
, M.
subsca
pularis
beidseits)
3
.
Intermittierendes
lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei:
-
segmentaler
lumbosakraler
Dysfunktion
-
linksbetonte
r
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zur S1-Nervenwurzel links ohne Neurokompression (MRI der LWS vom 3
1.
Dezember 2009)
-
Anterolisthesis
LWK4 gegenüber LWK5 bei rechtsbetonter
Fazettenge
lenksarthrose
-
Wirbelsäulenfehlstatik (Steilstellung der LWS, linkskonvexe LWS-Sko
liose) mit muskulären
Dysbalancen
4
.
Intermittierender rezidivierender Drehschwindel
-
Verdacht auf rezidivierenden benignen paroxysmalen
Lagerungs
schwindel
isoliert des hinteren Bogenganges (differenzialdiagnostisch: Morbus
Menière
)
5.
Adipositas
-
BMI aktuell 34,3 kg/m
2
6.
Lipödem
/Lymphödem beider Arme und Beine.
Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer schmerzhaft verminder
ten Belastungsintoleranz des Nackens sowie des linken Armes inklusive der ge
samten linken Hand. Die Versicherte habe sich in den meisten Tests unter An
gabe von Schmerzen selbst limitiert, bevor funktionelle Beobachtungen oder gar funktionelle
Limiten
hätten objektiviert werden können. Auch in nicht betroffe
nen Bereichen
wie beispielsweise d
em
Gehen habe die Versicherte
die Test
s
ab
gebrochen. Die Leistungsbereitschaft der Versicherten sei als nicht zuverlässig zu beurteilen. Die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche Selbstlimitierung hin und auch die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen.
Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkon
sistenz seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht verwertbar und
es sei davon auszugehen, dass die Versicherte bei gutem
Effort
mehr leisten könnte, als was sie bei den Leistungstests gezeigt habe (
Urk.
11/57
S. 11 Ziff. 4.1.1).
Bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Montagemitarbeiterin bei der Firma
Y._
handle es sich um eine leichte Täti
gkeit, allerdings mit statisch-
monotonen Belastungen
und gewissem Krafteinsatz. Aufgrund rele
van
ter struktureller Befunde sei von einer anhaltenden Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit im Sinne vermehrter Pausen aufgrund des Erholungsbedarfes und
einer
Leistungsminderung durch mindestens zum Teil aufgrund objektiver Be
funde nachvollziehbarer Beschwerden aus
zugehen
. Die
angestammte
Tätigkeit sei der Versicherten ganztags mit vermehrten Pausen von zwei Stunden und zusätzlicher Leistungsminderung im Sinne einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
zumutbar
(
Urk.
11/57 S.
11-12 Ziff. 5.1)
.
Eine mindestens leichte, wechselpositionierte Tätigkeit
ohne
repetitiven Einsatz de
s linken Armes und langdauernden erhöhten
Krafteinsatz, ohne
Überkopf
arbeiten
und ohne das Ersteigen von Leitern und Gerüsten
sei der Versicherten aus rheumatologisch-orthopä
discher Sicht
ab
dem 2
1.
April 2010 zu 50
%
und ab
dem Zeitpunkt der Begutachtung
ganztags zumutbar
(Urk.
11/57 S. 12 Ziff. 5.2)
.
3.2
In seiner Stellungnahme vom 2
0.
November 2011 zum
Z._
-
Gutachten
(Urk. 11/75 S. 4-5)
hielt
Dr.
A._
fest, dass dieses im Grossen und Ganzen die vorhandene Problematik erfasse. Im Vordergrund st
eh
e die
Symptomaus
wei
tung
, was die Beurteilung
der sicherlich auch vorhandenen strukturell-pa
tho
lo
gischen Befunde und der Arbeitsunfähigkeit schwierig mache. Das
Z._
habe allerdings der Schulterproblematik einen zu hohen Stellenwert beigemes
sen, die
radikuläre
Reizproblematik hingegen zu wenig berücksichtigt. In Bezug auf das
dysfunktionale Schmerzverhalten sei zudem zumindest hinsichtlich der Beurteilung der Förster-Kriterien eine
psychiatrische Abklärung vorzunehmen, da die Gutachter des
Z._
diesbezüglich eine „allenfalls vorhandene
Anpas
sungsstörung
“ erwähnt hätten (
Urk.
11/75 S. 4). Ob eine nochmalige
neurolo
gische Untersuchung Sinn mache, sei schwierig zu beurteilen (
Urk.
11/75 S. 5).
In der späteren Stellungnahme vom 2
9.
Juli 2012 zum
Z._
-
Gutachten (Urk.
16/1
) hielt
Dr.
A._
fest,
dass die subjektive Schmerzintensität zuge
nommen habe und andere Schmerzgebiete hinzugekommen seien
. Unter ande
rem hätten sich auch visuelle Störungen entwickelt, in deren Zusamm
enhang
ophtalmologisch
und neurologisch jedoch keine erklärende
n
Befunde hätten entdeckt werden können. Aktuell erfolge eine schmerzmodulierende Behand
lung mit einem Antidepressivum, wobei gemäss dem behandelnden Hausarzt eine analoge medikamentöse Behandlung bereits Jahre zuvor erfolgt sei
, ohne Beeinflussung auf das Schmerzbild. Vorgesehen sei zudem die Evaluation durch einen Psychiater.
4.
4.1
Die begutachtenden Ärzte des
Z._
legten in ihrem Gutachten die vorangegan
gene Aktenlage gut dar. Sie beschrieben die von der Versicherten geltend gemachten Schmerzen und Beeinträchtigungen, beachteten und führten die bildgebenden Untersuchungen an und erklärten die gesundheitlichen Zusam
menhänge in einer überzeugenden Weise. Übereinstimmend mit den Ärzten des
C._
und von Prof.
Dr.
D._
führten sie durchaus einen Teil der geklagten Beschwerden auf segmentale Funktionsstörungen beim Haltungs- und Bewegungsapparat im Bereich der unteren HWS und LWS zurück und zwar auf die erhobenen degenerativen Veränderungen mit entsprechender muskulärer
Dysbalance
und Fehlstatik. Anlässlich ihrer Untersuchung kam noch eine Schulterbeweglichkeitsproblematik hinzu, die sich vor allem durch einen schmerzhaft eingeschränkten Bogen und in einer gezeigten Kraftlosigkeit im linken Arm zeigte. Dass die Ärzte diesen Schulterbefunden ein gewisses Gewicht beimassen, während sie von
Dr.
A._
als übertrieben taxiert wurden, ändert nichts an der gesamthaft überzeugenden Einschätzung. Im Besonderen disku
tierten die Gutachter sehr wohl, nachdem sie das bildgebende Material dazu studiert hatten, ob von objektivierbaren neurologischen Befunden auszugehen ist. Sie vermochten jedoch weder die
Dysästhesien
im linken Arm einem
radi
kulären
Ausfallsyndrom noch die geklagten erheblichen Rückenbeschwerden einer zervikalen oder lumbalen Neurokompression zuzuordnen, obwohl auch sie erkannt hatten, dass eine linksbetonte
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zur
S1-Nervenwurzel, jedoch ohne Neurokompression vorhanden war (
Urk.
11/57 S. 9 f.). Inwiefern somit die begutachtenden Ärzte eine relevante
radikuläre
Reizsymptomatik zu wenig gewichteten, wie dies
Dr.
A._
und die Be
schwer
deführerin kritisierten (
Urk.
11/75 S. 4), ist nicht nachvollziehbar. Schon der Neurologe Prof.
Dr.
D._
hatte in seinem Bericht vom 1
9.
Januar 2010 und nach Einsicht in die MRI der HWS und LWS in gleicher Weise wie die Gut
achter festgestellt, dass zwar erhebliche degenerative Befunde auszumachen waren, dass jedoch die Schmerzsymptomatik, die ebenfalls in Nacken- Kopf
schmerzen und Armschmerzen sowie lumbalen Schmerzen und Beinschmerzen bestand, keinen neurogenen Ursprung hatte (
Urk.
11/13 S. 17). Es ist bei dieser Sachlage deshalb nicht zu beanstanden, dass die Gutachter keine erneute neu
rologische Abklärung machten.
Ebenso wenig vermag das Fehlen einer psychiatrischen Begutachtung das Gut
achten in Frage zu stellen. Die Gutachter äusserten sich ausdrücklich dazu und befanden eine solche Abklärung für nicht notwendig. Sie stellten ein ausge
prägtes
dysfunktionelles
Krankheitsverhalten fest,
das
sie in den Zusammen
hang zu erlernten und zuwendungsgewinnenden Aspekten stellten (
Urk.
11/57 S. 10). Das Vorliegen einer relevanten psychiatrischen
Komorbidität
hatten die Ärzte des
C._
ausdrücklich verneint, und diese hatten die Ver
sicherte immerhin während eines stationären Aufenthalts beobachten können (
Urk.
11/13 S. 22). Auch der langjährige Hausarzt
Dr.
B._
erwähnte in seinen Berichten keine psychisch relevante Auffälligkeit.
Ebensowenig
diag
nostizierten die Ärzte der
E._
nach dem stationären Auf
enthalt der Versicherten vom 1
4.
Dezember 2010 bis
4.
Januar 2011 eine psychiatrische Krankheit, das Angebot, eine psychotherapeutische Begleitung aufzunehmen, wurde seitens der Versicherten abgelehnt (
Urk.
11/46 S. 3). Damit muss nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin an einer
ausgeprägteren
psychischen Störung mit Krankheitswert leidet.
4.2
Die Gutachter des
Z._
,
die über vergleichbare Erfahrungswerte in anderen Fällen verfügen, mussten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wegen Inkonsistenzen und gezeigtem Schonverhalten mittels medizinisch-theoretischer Einschätzung beurteilen. Die Beschwerdeführerin beschrieb die angestammte Tätigkeit in dem Sinne, dass sie bei der Produktion für Lüftungsmotoren jeweils im Stehen und im Sitzen gearbeitet habe, sie habe auf dem Tisch kleine Montageteile montiert und dabei mit Gewichten von 2 bis 2,5 kg hantieren müssen. Die fertigen Getriebe seien auf Wagen deponiert worden und zur Prü
fung gestossen worden (
Urk.
11/57 S. 16). Wenn die Gutachter diese Tätigkeit zwar als leicht, jedoch für die Versicherte mit den objektiven degenerativen Befunden durch eine gewisse statische Monotonie und einen verschiedentlichen
Krafteinsatz als einigermassen belastend eingestuft haben, ist das nachvollzieh
bar und überzeugend. Sie erachteten deshalb vermehrte Pausen als notwendig und schätzten daher die Arbeitsfähigkeit für diese angestammte Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch sie im Juni 2011 auf 50
%
ein. Gleich
zeitig ist ebenso nachvollziehbar, dass bei Wegfall der belastenden Komponen
ten und somit bei Vorliegen einer wechselbelastenden leichten Tätigkeit ohne repetitiven Einsatz des linken Armes, ohne langdauernden erhöhten
Kraftein
satz
, ohne Überkopfarbeiten und ohne das Besteigen von Leitern eine vollzeitige Tätigkeit im begutachtenden Zeitpunkt zumutbar war.
4.3
Für die Zeit vor Juni 2011 kann der Arbeitsfähigkeitseinschätzung der Gutach
ter allerdings nicht ganz gefolgt werden. Den Zeitpunkt des Beginns der dauer
haften eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit legten sie auf den 2
1.
April 2010, den Zeitpunkt, in dem die Versicherte eine
Arbeits
erprobung
in einer leichteren Tätigkeit beim ehemaligen Arbeitgeber abgebro
chen hatte, was jedoch nicht ohne Weiteres einleuchtet. Und für die Zeit davor hielten die Gutachter fest, die damaligen festgehaltenen Krankschreibungen seien vorübergehender Natur gewesen und unter dem Aspekt der durchgeführ
ten Behandlungen erfolgt (
Urk.
11/57 S. 12). Deshalb jedoch in der Zeit vor April 2010 von keiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen, überzeugt nicht, bestand doch immer etwa das gleiche Beschwerdebild, so dass nicht von vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten ge
sprochen werden kann.
Dr.
B._
hatte ab 2
0.
Juni 2009 bis 2
8.
August 2009 eine 100%ige Ar
beits
unfähigkeit attestiert (
Urk.
11/14 S. 2). Diese Arbeitsunfähigkeit war in der Folge während mehr als 30 Tagen und damit in rechtlich relevanter Weise unterbrochen (
Art.
29ter IVV). Gemäss Angaben des Arbeitgebers bestand eine Arbeitsunfähigkeit in dieser Tätigkeit erst wieder – aber immerhin - ab 3
0.
September 2009, und sie bestand gemäss den behandelnden Ärzten in der Folge während eines Jahres fort (
Urk.
11/17 S. 5). Nachdem auch die Ärzte des
C._
,
welche die Versicherte während eines akut gewordenen Beschwerdeschubes Ende 2009 stationär betreuten, nur eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert hatten (
Urk.
11/13 S. 23), rechtfertigt es sich nicht, von einer dauerhaft höheren Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Zeit
raum vor der Begutachtung durch das
Z._
auszugehen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist somit erstellt, dass die seitens der Gutachter des
Z._
für die Zeit ab Juni 2011 attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit durchwegs ab 3
0.
September 2009 - und selbst noch im Zeitpunkt der Begutachtung im Juni 2011 - gegeben war. Nach Ablauf eines Jahres im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG, im September 2010, ist deshalb von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Die beschriebene leidensangepasste, wechselbelastende Tätigkeit erachteten die Gut
achter ab Juni 2011 in vollem Umfang als zumutbar (
Urk.
11/57 S. 12), dem ist zu folgen.
4.4
Eine – allerdings fraglich dauerhafte – objektive Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustandes ist aufgrund der eingereichten Arztberichte frühestens ab
8.
März 2012 dokumentiert, als sich die Versicherte einer Kniearthroskopie rechts unterzog (
Urk.
16/2). Die von
Dr.
A._
zudem geltend gemachten visuellen Störungen, für die nach seiner Darlegung allerdings keine Erklärung gefunden werden konnten, sind nicht weiter belegt (
Urk.
16/1). Bis zum
Verfü
gungszeitpunkt
, der die zeitliche Grenze für die Überprüfung des Sachverhaltes bildet, hat sich die Situation somit nicht in rentenrelevanter Weise verändert. Ein sich allenfalls durch die Knieproblematik künftig ergebender neuer Sach
verhalt ist im vorliegend Verfahren nicht zu berücksichtigen.
5.
5.1
Hinsichtlich der Ermittlung des Invaliditätsgrades hat die Beschwerdeführerin keine Einwände erhoben.
Im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejah
res im September 2010 (vgl. E
. 4.3), ab welchem erstmals eine Rente zugesprochen werden kann (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG), stand die Versicherte noch im Arbeitsverhältnis und die Arbeitgeberin bot ihr die langjährig ausgeübte, angestammte Tätigkeit noch immer fortwährend ohne Einkommenseinbusse an (
Urk.
11/27 S. 1). Es kann der
Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
2) deshalb darin gefolgt werden, dass zunächst von einer tatsächlichen hälftigen Erwerbseinbusse ausgegangen werden kann.
5.2
Nach der Begutachtung Im Sommer 2011 kündigte die Arbeitgeberin die Auflö
sung des Arbeitsverhältnisses an, da die Versicherte nicht mehr an den Arbeits
platz zurückkehren wollte (
Urk.
11/66 S. 5). Es ist mithin gerechtfertigt, für die Zeit ab der Begutachtung für die Festlegung des Invaliditätsgrades auf den All
gemeinen Arbeitsmarkt abzustellen.
Die Beschwerdegegnerin legte dabei das
Valideneinkommen
für das Jahr 2011 auf
Fr.
61‘923.15 fest (
Urk.
2). Für das Invalideneinkommen stellte sie auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010 ab und errech
nete mit diesem ein Invalideneinkommen für das Jahr 2011 von
Fr.
53‘308.
--
bei einem Pensum von 100
%
. Diese Zahlen blieben unbestritten und können bestätigt werden. Selbst wenn bei diesem Invalideneinkommen in der Folge noch ein maximaler leidensbedingter Abzug von 25
%
vorgenommen würde, ergäbe sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr. Die ab September
2010 zuzusprechende halbe Invalidenrente ist daher per Ende September 2011 zu befristen.
Im Ergebnis ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der Versicherten vom
1.
September 2010 bis 3
0.
September 2011 eine halbe Invalidenrente zu
zusprechen.
Im Ergebnis ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
der
Versicherten
von September 2010 bis Ende September 2011 eine
Dreiviertelsrente
zuzuspre
chen.
6
.
6
.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen.
In Bezug auf ihren Antrag, wonach ihr bereits früher eine Rente zuzusprechen sei, obsiegt die Beschwerdeführerin insofern teilweise, als ihr in Abänderung der angefochtenen Verfügung nicht erst ab April 2011, sondern bereits ab September 2010 eine halbe Rente ausgerichtet wird. Im Übrigen unterliegt sie.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten
der Beschwerdeführerin zu zwei Dritteln und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
aufzuerlegen, wobei der Anteil der Beschwerdeführerin zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
auf die Gerichtskasse zu nehmen ist.
6
.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Die Rechtsvertreterin vom Rechtsdienst Inte
gration Handicap reichte ihre Honorarnote ein und bezifferte ihren Aufwand für dieses Verfahren mit 8,5 Stunden und
Fr.
40.-- für Barauslagen, was nicht zu beanstanden ist. Bei einem gänzlichen Obsiegen ergäbe dies praxisgemäss eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘603.80 (inkl. Barausauslagen und Mehr
wertsteuer); entsprechend dem oben erwähnten Anteil des Obsiegens der Be
schwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
534.60 zu bezahlen.