# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8087592f-0822-40de-b74e-345c3f78e58f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._ (nachfolgend: Ehefrau oder Mutter), geboren am _ 1992, und A._ (nachfolgend: Ehemann oder Vater), geboren am _ 1987, haben am _ 2012 geheiratet. Aus dieser Ehe gingen die Kinder C._, geboren am _ 2013, und D._, geboren am _ 2015, hervor.
B. Am 6. September 2020 wurde der gemeinsame Haushalt aufgehoben. Die Ehefrau hielt sich vorübergehend im Frauenhaus Graubünden in E._ auf und bezog danach eine Wohnung in E._, während der Ehemann mit den Kindern C._ und D._ in der bisherigen ehelichen Wohnung in L._ verblieb.
C. Mit Eingabe vom 11. September 2020 reichte die Ehefrau ein Gesuch um Eheschutzmassnahmen beim Regionalgericht Landquart ein. Darin verlangte sie insbesondere die (superprovisorische) Zuteilung der alleinigen Obhut über C._ und D._ an sie unter Verpflichtung des Ehemannes, ihr die Kinder unverzüglich zu übergeben. Ein allfälliges Besuchsrecht sei dem Vater zwingend nur in Begleitung zu gewähren, während auf ein Ferienrecht zu verzichten sei. Schliesslich sei der Ehemann zu verpflichten, ab 1. September 2020 für C._ und D._ einen Barunterhalt von je CHF 1'000.00 und einen Betreuungsunterhalt von je CHF 500.00 zuzüglich gesetzlicher Kinderzulagen sowie einen Ehegattenunterhalt von CHF 500.00 zu bezahlen. Mit Verfügung vom 16. September 2020 wurde der Antrag der Ehefrau um superprovisorische Obhutszuteilung abgewiesen.
D. Die Stellungnahme des Ehemanns zum Eheschutzgesuch datiert vom 8. Oktober 2020. Darin verlangte er unter anderem die Zuteilung der Obhut über die zwei Töchter an ihn, die Einräumung eines begleiteten Besuchsrechts ohne Ferienrecht für die Ehefrau sowie die Verpflichtung der Ehefrau zu monatlichen Unterhaltsbeiträgen für C._ und D._ von CHF 815.00 respektive CHF 915.00 ab 1. September 2020.
E. Anlässlich der ersten Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Landquart am 23. Oktober 2020 schlossen die Parteien eine gerichtliche Trennungsvereinbarung. Darin beantragten sie dem Gericht insbesondere die vorläufige Zuteilung der Obhut über die Kinder für die Dauer der Trennung an den Vater sowie ein (unbegleitetes) Besuchsrecht der Mutter. Weiter einigten sich die Parteien darauf, dass der Ehemann während der Dauer des Verfahrens die gesamten Kosten der Kinder und von sich selbst übernehmen solle, während die Ehefrau für ihre eigenen Kosten aufzukommen habe. Nachdem insbesondere die Tochter C._ sich anlässlich einer am Nachmittag des 23. Oktobers 2020
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stattfindenden Kinderanhörung gegen die Kindsmutter ausgesprochen und vorgebracht hatte, von dieser geschlagen worden zu sein, erliess der Einzelrichter am Regionalgericht Landquart gleichentags eine Verfügung, in welcher er die Aussetzung des von den Parteien vereinbarten Besuchsrechts der Mutter verfügte. Stattdessen wurden begleitete Besuche der Mutter angeordnet.
F. Mit Entscheid vom 25. November 2020 stellte der Einzelrichter am Regionalgericht Landquart die Kinder C._ und D._ einstweilen unter die alleinige Obhut des Vaters, während für die Mutter ein begleitetes Besuchsrecht vorgesehen wurde. Sodann wurde der Vater einstweilen zur Übernahme der gesamten Kosten der Kinder verpflichtet. Weiter wurde die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (KJP) beauftragt, ein Gutachten über die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Eltern zu erstellen sowie Empfehlungen zur Zuteilung der Obhut und der Ausgestaltung und Umsetzung des Besuchsrechts abzugeben. Schliesslich wurde davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien mittels Trennungsvereinbarung vom 23. Oktober 2020 über die Punkte, welche der freien Parteidisposition unterliegen, geeinigt hatten.
G. Am 30. März 2021 ging das Gutachten der KJP ein, welches unter anderem die Empfehlung einer Obhutszuteilung an die Mutter enthielt. Der Ehemann äusserte sich mit Stellungnahme vom 10. Mai 2021 zum Gutachten.
H. Anlässlich der zweiten Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Landquart am 19. Mai 2021 erarbeiteten die Parteien unter Leitung des Einzelrichters wiederum eine Trennungsvereinbarung. In Abweichung vom Gutachten vom 30. März 2021 beliessen die Parteien es bei der vorläufigen Obhut des Vaters über die Kinder. Sie einigten sich jedoch unter anderem auf ein erweitertes, unbegleitetes Besuchsrecht der Mutter. Die Parteien beantragten ausserdem die Errichtung einer Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft sowie einer Sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) für die Kinder C._ und D._. Überdies erklärten sich die Parteien damit einverstanden, sich einer gerichtlichen Weisung betreffend Zuführung der Kinder zu einer kinderpsychotherapeutischen Behandlung zu unterwerfen.
I. Mit Schreiben vom 31. Mai 2021 orientierte das Regionalgericht Landquart die KJP über die am 19. Mai 2021 getroffene vorläufige Regelung – einstweilen beim Vater belassene Obhut und Besuchsrecht der Mutter – und ersuchte die KJP um Beantwortung von Ergänzungsfragen zu ihrem Gutachten vom 30. März 2021.
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J. Der Zwischenentscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Landquart vom 9. Juni 2021 entsprach im Wesentlichen der Einigung der Parteien vom 19. Mai 2021. Namentlich wurde das erweiterte, unbegleitete Besuchsrecht der Mutter genehmigt, eine Sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) der Parteien durch die Sozialpädagogische Fachstelle H._, F._, für die Dauer von sechs Monaten eingesetzt, eine Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft für C._ und D._ errichtet sowie die Weisung erteilt, die Kinder einer kinderpsychotherapeutischen Behandlung zuzuführen.
K. Bereits am 7. Januar 2021 hatte der Ehemann ein Gesuch um Abänderung von Eheschutzmassnahmen gemäss dem Entscheid vom 25. November 2020 gestellt und beantragt, die Ehefrau sei rückwirkend ab Beginn ihrer Erwerbstätigkeit zu verpflichten, an die Kosten des Unterhalts von C._ und D._ angemessene Unterhaltsbeiträge zu bezahlen. Der Einzelrichter am Regionalgericht Landquart wies das Gesuch mit Entscheid vom 15. Juni 2021 ab.
L. Die Ergänzung des Gutachtens der KJP sowie das Protokoll der Erstsitzung SPF, beide datierend vom 23. Juni 2021, gingen am 28. Juni 2021 beim Regionalgericht Landquart ein. Nach entsprechender Mitteilung und Fristansetzung zur Stellungnahme an die Parteien liess sich der Vater mit Eingabe vom 29. Juli 2021 zum ergänzten Gutachten vernehmen.
M. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 5. August 2021 wurde G._, Berufsbeistandschaft Landquart, in Umsetzung des Entscheids des Einzelrichters am Regionalgericht Landquart vom 9. Juni 2021 per 1. Oktober 2021 zur Beiständin von C._ und D._ ernannt und entsprechend beauftragt.
N. Die Ehefrau verlegte ihren Wohnsitz per 1. September 2021 nach L._.
O. Am 16. September 2021 ging der Verlaufsbericht SPF beim Regionalgericht Landquart ein, welches diesen den Parteien in der Folge zur Kenntnis zustellte.
P. Anlässlich der dritten Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Landquart am 24. September 2021 hielt die Ehefrau an ihren bisherigen Anträgen fest. Der Ehemann beantragte insbesondere, es sei ihm die Obhut über die Kinder C._ und D._ zuzuweisen und der Mutter ein praxisgemässes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen. Weiter sei die Mutter zu verpflichten, rückwirkend ab dem 19. Mai 2021 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag (Barunterhalt) von je CHF 410.00, eventualiter einen Beitrag nach richterlichem Ermessen, an die
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Kosten des Unterhalts der Kinder C._ und D._ zu bezahlen, wobei festzustellen sei, dass der gebührende Unterhalt der Kinder nicht gedeckt sei. Sodann seien die Sozialpädagogische Familienbegleitung sowie die angeordnete Beistandschaft weiterzuführen. Der Vater stellte überdies einen Antrag auf nochmalige richterliche Anhörung der Kinder.
Q. Mit Entscheid vom 24. September 2021, mitgeteilt am 15. Oktober 2021, erkannte der Einzelrichter am Regionalgericht Landquart was folgt:
1. [Berechtigung zum Getrenntleben]
2.a) [Zuweisung eheliche Wohnung an den Ehemann]
b) [Abholung persönliche Effekten]
c) Weiter wird die Ehefrau für berechtigt erklärt, die persönlichen Effekten der Kinder sowie das für die vollständige Einrichtung der Kinderzimmer notwendige Mobiliar sowie die Kleidung der Kinder und deren persönlichen Gegenstände wie Spielsachen, Sportausrüstung, etc., aus der ehelichen Wohnung mitzunehmen. Sie hat sich hierfür unter Miteinbezug von F._ und G._ mit dem Ehemann im Rahmen des Obhutswechsels [unter Miteinbezug von] abzusprechen, welche den Umzug der Kinder im Rahmen der Umsetzung des Obhutswechsels koordinieren und begleiten (vgl. nachstehende Ziffn. 3a, 6 und 8).
3.a) Die Obhut über die gemeinsamen Töchter C._, geboren am _ 2013, und D._, geboren _ 2015, wird für die weitere Dauer der Trennung der Kindsmutter zugewiesen. Der Obhutswechsel hat zeitnah unter Berücksichtigung des Kindeswohls zu erfolgen.
b) [gemeinsame elterliche Sorge]
4. Der Kindsvater ist berechtigt, die Kinder C._, geboren am _ 2013, und D._, geboren am _ 2015, während der Dauer der Trennung wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
Jedes zweite Wochenende von Samstagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie in den anderen Wochen samstags von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
5. [Pflicht zur Fremdbetreuung der Kinder]
6. Die im Zwischenentscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Landquart vom 9. Juni 2021 eingerichtete Sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF; vgl. dortige Dispositivziffer 2) wird bis Ende Februar 2022 verlängert. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden wird dementsprechend beauftragt, F._ von der Sozialpädagogischen Fachstelle H._, I._, J._, als Mandatsträger für die Sozialpädagogische Familienbegleitung einzusetzen mit dem Auftrag, zusammen mit der Beistandsperson den im vorliegenden Entscheid angeordneten Obhutswechsel zusammen mit der Beistandsperson umzusetzen und engmaschig zu begleiten, die Eltern mit Rat und Tat in Erziehungsfragen betreffend ihre beiden gemeinsamen Kinder zu unterstützen, die Erziehungsfähigkeit der Eltern im Alltag insbesondere in der Wahrnehmung der kindlichen
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Bedürfnisse zu steigern sowie die Umsetzung der persönlichen Kontakte zu unterstützen. Die Beauftragung zur Berichterstattung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ist Sache der KESB.
7. [Weisung betr. Zuführung kinderpsychotherapeutische Behandlung]
8. Die im Zwischenentscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Landquart vom 9. Juni 2021 angeordnete Beistandschaft (vgl. dortige Dispositivziffer 3 sowie den Entscheid der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden vom 5. August 2021 betreffend Ernennung Beistandsperson und Auftragserteilung) wird weitergeführt. Die KESB Nordbünden wird ersucht, die eingesetzte Beistandsperson unter Beibehaltung der bisherigen Auftragserteilung wie folgt zu beauftragen:
- Umsetzung und Begleitung des im vorliegenden Entscheid angeordneten Obhutswechsels gemäss vorstehender Ziff. 3a zusammen mit F._ (SPF), inklusive Unterstützung beim Wohnungswechsel der Kinder im Sinne der vorgenannten Ziff. 2c.
- [weitere Aufträge]
9. Der Unterhalt wird wie folgt geregelt:
a) [Unterhaltsregelung bis zum 31. Mai 2021]
b) Ab 1. Juni 2021 bis zur Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheides wird B._ gerichtlich verpflichtet, an A._ monatliche  von je CHF 208.50 pro Kind und Monat zu bezahlen.
Es wird festgehalten, dass für diese Zeitspanne bei den Kindern ein Manko im Sinne von Art. 286a Abs. 1 ZGB besteht, welches pro Kind und Monat CHF 554.50 beträgt.
c) A._ wird gerichtlich verpflichtet, ab Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheides an B._ monatliche  von je CHF 763.00 pro Kind und einen Betreuungsunterhalt von CHF 173.00 pro Monat zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind je im Voraus auf den ersten Tag des betreffenden Anspruchsmonats zu leisten.
Es wird festgehalten, dass für diese Zeitspanne bei den Kindern beim Betreuungsunterhalt ein Manko im Sinne von Art. 286a Abs. 1 ZGB besteht, welches pro Monat CHF 459.00 beträgt.
d) [kein Ehegattenunterhalt]
10. [Abweisung Antrag Gütertrennung]
11. [Abweisung Antrag Reiseverbot]
12. Kosten- und Entschädigungsfolge:
a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'000.00, die Kosten für das eingeholte Gutachten samt Ergänzung von CHF 10'260.00 sowie die Kosten für die Sozialpädagogische Familienbetreuung für den Zeitraum von Juni 2021 bis und mit September 2021 in Höhe von CHF 4'757.50, gesamthaft somit CHF 20'017.50, werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die beiden Kostenanteile von je CHF 10'008.75 gehen aufgrund der beiden Parteien erteilten Bewilligungen zur unentgeltlichen Prozessführung unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu
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Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen, was bedeutet, dass jede Partei ihren eigenen ausseramtlichen Aufwand selber zu tragen hat.
c) [Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel]
d) [Entschädigung Rechtsanwalt lic. iur. Marc G. Breitenmoser]

## Considerations