# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bbeeb5d2-2dd1-429d-b294-90e9396c10c6
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2015 vom 20. Oktober 2016
wurde die Beschwerdeführerin zum Tarif für Einzelpersonen veranlagt, der Unterstützungsab-
zug sowie die hinsichtlich des Lebenspartners geltend gemachten Abzüge gestrichen und der
Abzug für die Mehrkosten auswärtiger Verpflegung infolge Teilzeiterwerb gekürzt.
2. Mit Eingabe vom 7. November 2016 erhob die Beschwerdeführerin mit dem Begehren,
es sei der Unterstützungsabzug und der Ehegattentarif sowie die hinsichtlich des Lebenspart-
ners geltend gemachten Abzüge zu gewähren und die Kürzung hinsichtlich der Merkosten für
die auswärtige Verpflegung zu streichen, Einsprache. Zur Begründung machte sie geltend, der
Tarif und die Abzüge seien nicht gewährt worden, obwohl dies im Einspracheentscheid vom
3. August 2012 betreffend die direkte Bundessteuer 2010 für zukünftige Steuerperioden, sofern
entsprechende Nachweise, d.h. Absageschreiben auf Stellenbewerbungen erbracht würden,
zugesprochen worden sei. Mit ergänzender Eingabe vom 24. September 2017 wies die Be-
schwerdeführerin darauf hin, ihr Lebenspartner bemühe sich, obwohl er krank sei, um eine Ar-
beitsstelle.
3. Mit Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017 wurde die Einsprache teilweise gutge-
heissen, betreffend des hier strittigen Ehegattentarifs, des Unterstützungsabzuges und der hin-
sichtlich des Lebenspartners geltend gemachten Abzüge indes abgewiesen. Zur Begründung
führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei nachvollziehbar, dass sich die Arbeitssuche des
Lebenspartners schwierig gestalte und die Beschwerdeführerin ihm unter die Arme greife. Ar-
beitsbemühungen allein qualifizierten jedoch noch nicht als besondere Umstände, die eine Kor-
rektur des Steuertarifs und die Gewährung des Unterstützungsabzugs erlaubten. Die ins Recht
gelegten Arztzeugnisse würden vom November 2016 datieren. Man sei bei jeder Veranlagung
verpflichtet, für eine richtige und gleichmässige Anwendung des Gesetzes zu sorgen.
4. Mit Eingabe vom 20. November 2017 erhob die Beschwerdeführerin mit dem Antrag, es
sei der Unterstützungsabzug und der Ehegattentarif sowie die hinsichtlich des Lebenspartners
geltend gemachten Abzüge zu gewähren, Beschwerde.
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5. Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2018 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung der Beschwerde.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Begehren
fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129
Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Feb-
ruar 1974 (StG) Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall
Fr. 2’000.-- nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt wer-
den. Aufgrund dessen, dass im Parallelfall betreffend die Staatssteuer 2015 der umstrittene
Steuerbetrag die Grenze von Fr. 2‘000.-- übersteigt, was zur Folge hat, dass der Fall gemäss
§ 129 Abs. 2 StG durch den Präsidenten und zwei Richterinnen und Richtern des Steuerge-
richts zu beurteilen ist, ist der vorliegende Fall aus prozessökonomischen Gründen demselben
Spruchkörper, d.h. dem Ausschuss zur Beurteilung zu unterbreiten. Da die in formeller Hinsicht
an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutre-
ten.
2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob der Ehegattentarif und der Unterstützungsab-
zug zu gewähren sind.
a) Gemäss Art. 36 Abs. 2bis DBG gilt für die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter
Ehe lebenden Ehepaare und die verwitweten, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebenden,
geschiedenen und ledigen steuerpflichtigen Personen, die mit Kindern oder unterstützungsbe-
dürftigen Personen im gleichen Haushalt zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache
bestreiten, Abs. 2, d.h. der Ehegattentarif sinngemäss. Gemäss Art. 35 Abs. 1 lit. b DBG wer-
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den vom Einkommen Fr. 6‘500.-- für jede erwerbsunfähige oder beschränkt erwerbsfähige Per-
son, zu deren Unterhalt die steuerpflichtige Person mindestens in der Höhe des Abzugs bei-
trägt, abgezogen.
b) Der Begriff der Unterstützungsbedürftigkeit ist eng auszulegen. Ein Konkubinats-
partner, der den gemeinsamen Haushalt besorgt, während die steuerpflichtige Person für sei-
nen Lebensunterhalt aufkommt, gilt nicht als unterstützungsbedürftig. Der Verheiratetentarif
kann ihm deshalb nicht gewährt werden (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 20. September 2011, B 2011/50, www.gerichte.sg.ch).
c) Als Unterstützung gilt die unentgeltliche Leistung an eine bedürftige Person zur
Bestreitung ihres (minimalen) Lebensunterhalts. Zum Abzug ist demnach nicht berechtigt, wer
seine Angehörigen am höheren Lebensstandard teilhaben lassen will, ohne dass diese bedürf-
tig sind. Massgebend sind die Verhältnisse am Ende der Steuerperiode. Die abzugsberechtigte
Unterstützung kann auf einer gesetzlichen Vorschrift oder einer vertraglichen Abmachung beru-
hen oder freiwillig erfolgen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
3. A. Zürich 2016, Art. 35 N 56). Eine Unterstützungsbedürftigkeit ist immer gegeben, wenn die
unterstützte Person aus objektiven Gründen, d.h. unabhängig von ihrem Willen, längerfristig
nicht in der Lage ist, ganz oder teilweise für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und deshalb
auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen ist. Dabei wird die objektive Unterstützungsbedürftigkeit
in erster Linie durch körperliche oder geistige Gebrechen verursacht sein. Es können darüber
hinaus auch weitere Gründe (wirtschaftliche Gründe wie insbesondere altersbedingte Arbeitslo-
sigkeit, ungenügende Ausbildung, ungünstiges konjunkturelles Umfeld) dazu führen, dass die
unterstützte Person nicht erwerbsfähig ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N 70).
Der tatsächlich geleistete Unterstützungsbeitrag muss pro Person mindestens Fr. 6'500.-- be-
tragen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N 52) (vgl. zum Ganzen: Entscheid des
Steuergerichts [StGE] vom 20. Oktober 2017, 530 17 39, E. 5b, www.bl.ch/steuergericht).
d) Der Nachweis für steuerbegründende Tatsachen obliegt der Steuerbehörde,
während der Beweis für steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich der
steuerpflichtigen Person obliegt. Diese hat die steuermindernde Tatsache nicht nur zu behaup-
ten, sondern auch zu belegen (BGE 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des
schweizerischen Steuerrechts, 7. A. Zürich 2016, S. 519; Zweifel/Casanova/Beusch/Hunziker,
Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, § 19 N 8 ff.; StGE vom 20. Oktober 2017, a.a.O.,
E. 4d). Für einen rechtsgenügenden Nachweis gehört die Vorlage quittierter Rechnungen oder
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anderer Zahlungsbelege, nicht nur die Vorlage der Rechnung allein (Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zürich 2013, § 132 N 65, m.w.H.).
e) Gemäss Art. 40 Abs. 2 DBG werden die Steuern für jede Steuerperiode neu fest-
gesetzt und erhoben. Die steuerpflichtige Person hat demnach sämtliche steuermindernden
Tatsachen für jedes Steuerjahr neu zu beweisen. Der Verweis auf einen Abzug in einem Vor-
jahr genügt nicht, um den gleichen Abzug im zu beurteilenden Steuerjahr zu begründen (vgl.
StGE vom 10. Februar 2017, 530 16 42, E. 5b, m.w.H.).
f) Vorliegend ist unbestritten, dass die ledige Beschwerdeführerin mit ihrem Leben-
spartner in häuslicher Gemeinschaft lebt. Dem Grundsatz nach werden Konkubinatspartner
zum Alleinstehendentarif besteuert. Nur ausnahmsweise kommt der Ehegattentarif zur Anwen-
dung. Die Beschwerdeführerin verweist auf den Einspracheentscheid vom 3. August 2012, wo
ihr betreffend die direkte Bundessteuer 2010 der Ehegattentarif und der Unterstützungsabzug
gewährt worden ist. Entgegen der Beschwerdeführerin kann daraus gestützt auf die vorstehend
zitierte Praxis nicht der Schluss gezogen werden, dass der anbegehrte Tarif bzw. Abzug für
zukünftige Steuerperioden stets gewährt wird, sofern Absageschreiben auf Stellenbewerbungen
eingereicht werden. Hinsichtlich des hier strittigen Steuerjahres 2015 hat die Beschwerdeführe-
rin zwar einige Absageschreiben auf Stellenbewerbungen ihres Lebenspartners ins Recht ge-
legt. Diese wenig ernsthaften Suchbemühungen allein genügen indes nicht, um den Schluss zu
ziehen, dass er aus objektiven Gründen nicht in der Lage gewesen ist, ganz oder teilweise für
seinen Lebensunterhalt aufzukommen und deshalb auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen
war. Überdies wurden zwei Arztzeugnisse, beide datierend vom 1. November 2016 eingereicht.
Die Behandlungsbestätigung für eine ambulante Psychotherapie bezieht sich auf einen Zeit-
raum im Jahr 2016 und ist, da periodenfremd, im hier strittigen Steuerjahr 2015 unbeachtlich.
Weiter bestätigt der Hausarzt, dass es dem Lebenspartner aufgrund diverser Beschwerden
nicht möglich gewesen sei, im Steuerjahr 2015 einer geregelten Arbeit nachzugehen. Auch auf-
grund dieser vagen Bestätigung kann nicht der Schluss gezogen werden, dass der Lebens-
partner aus objektiven Gründen nicht in der Lage gewesen ist, ganz oder teilweise für seinen
Lebensunterhalt aufzukommen und deshalb auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen war, umso
mehr als im Nachhinein und damit rückwirkend ausgestellte Arztzeugnisse nicht zu beachten
sind (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Juli 2009, publ. in: Der Steuerentscheid
[StE], 2009, B 27.5 Nr. 15, E. 3.1). Entsprechend kann der Unterstützungsabzug nicht gewährt
werden.
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g) Auch wenn der Gesetzestext die Gewährung des Ehegattentarifs nicht explizit an
das Vorhandensein eines Sozialabzugs knüpft, geht die Praxis davon aus, dass eine solche
Verbindung besteht. Eine steuerpflichtige Person, welche Anspruch auf einen Unterstützungs-
abzug hat und mit der unterstützten Person im gleichen Haushalt zusammenlebt, hat Anspruch
auf den Ehegattentarif. Besteht kein Anspruch auf einen Unterstützungsabzug, ist auch der
Ehegattentarif zu verweigern (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
a.a.O., Art. 36 N 46, m.w.H.). Damit kann der Beschwerdeführerin auch der Ehegattentarif nicht
gewährt werden.
h) Dasselbe gilt für die weiteren geltend gemachten Abzüge. Vom Lebenspartner
geleistete AHV-Beiträge oder von ihm selbst getragene Krankheitskosten sind bei der Be-
schwerdeführerin nicht abzugsfähig und müssten vielmehr vom Lebenspartner in seiner eige-
nen Deklaration geltend gemacht werden.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
3. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 144 Abs. 1 DBG Verfah-
renskosten von Fr. 500.-- zu bezahlen.
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