# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c9cd2cb2-e55a-5bcb-8051-2390772ecc5b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, arbeitete vom 1. März 2001 bis zum 30. Juni 2004 zu einem Pensum von 60 % als Reinigerin bei der Firma
Y._ AG
. Diese Stelle wurde ihr von der Arbeitgeberin gekün
digt, da sie ihr Pensum nicht auf 100 % erhöhen wollte (Urk. 6/8). Vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Mai 2005 bezog die Versicherte bei einer von ihr angegebenen und von der Arbeitslosenkasse anerkannten Ver
mittlungsfähigkeit von 100 % Taggeldleistungen der Arbeitslosenversicherung (Urk. 6/11). Ab 1. Mai 2005 ging sie mit der
Z._
AG einen Arbeitsvertrag als nebenamtliche Haus
wartin zu einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 1'150.-- ein (Urk. 6/13). Wegen Rückenschmerzen
meldete sich
X._
am 22. Sep
tember 2005 bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 6/5).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arbeit
geberberichte der
Y._
AG vom 3. Oktober 2005 (Urk. 6/8) und der
Z._
AG vom 20. Oktober 2005 (Urk. 6/13) sowie den Arztbericht von Dr.
A._
, Rheumatologie FMH, vom 6. Dezember 2005 (Urk. 6/14/1-4; unter Beilage diverser weiterer Arztberichte, Urk. 6/14/5-23) ein. Ausserdem erkundigte sie sich bei der
Unia
Arbeitslosen
kasse nach den von
dieser erbrachten Leistungen
(Fragebogen vom 17. Oktober 2005, Urk. 6/11). Sodann liess die IV-Stelle das Gutachten der Rheumaklinik des Uni
ver
sitätsspitals
B._
vom 25. April 2006 erstellen (Urk. 6/18). Mit Vorbe
scheid vom 8. August 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, ihr Leis
tungs
be
geh
ren werde abgewiesen (Urk. 6/20). Aufgrund eines entsprechenden Einwandes der Versicherten vom 12. September 2006 (Urk. 6/25) holte die IV
Stelle den Arzt
bericht des p
sychiatrischen Zentrums
C._
vom 29. Januar 2007 ein
(Urk. 6/29). Nach Durchführung eines weiteren
V
orbe
scheidverfahrens
(Urk. 6/32
f.
)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Ver
fügung vom 16. August 2007 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 56 % mit Wirkung ab Januar 2005 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 6/40, Urk. 6/64/17-18).
1.2
Im Rahmen der im Jahre 2008 eingeleiteten Rentenrevision holte die IV-Stelle den Arbeitgeberbericht der
Z._
AG vom 28. April 2008 ein, aus welchem sich ergab, dass die Versicherte ab 1. Juli 2007 von ihrem Ehemann ein zusätzliches Pensum als Hauswartin übernommen hatte und somit einen Brutto
lohn von insgesamt Fr. 2‘283.-- pro Monat (entsprechend einem Jahresein
kom
men von Fr. 29‘679.--) erzielte (Urk. 6/44/12+15). Ausserdem holte die IV-Stelle den Arztbericht von Dr.
A._
vom 3. Juli 2008 ein (Urk. 6/46). Mit Vorbe
scheid vom 18. Juli 2008 teilte die IV-Stelle der Versi
cherten mit, infolge einer Verbesserung des Gesundheitszustands werde die Ausrichtung der Rente rückwir
kend per
30. September 2007 aufgehoben. Da für die Zeit vom 1. September 2007 bis zum 31. März 2008 eine Verletzung der Meldepflicht vorliege, seien
ausser
dem
die für diesen Zeitraum zu Unrecht bezogenen Leistungen
zurückzuerstatten (Urk. 6/51
). Nachdem die Versicherte dagegen am 23. August 2008 (Urk. 6/52) Ein
wand erhoben hatte, holte die IV
Stelle den Arztbericht des
C._
vom 13. Okto
ber 2008 (Urk. 6/56) ein. Mit Ver
fügung vom 10. November 2008 hob sie die Rente rückwirkend per 30. September 2007 auf und stellte fest, dass die Ver
sicherte für die Zeit vom 1. September 2007 bis zum 31. März 2008 die Melde
pflicht verletzt und die zu Unrecht bezogenen Leistungen damit z
urückzuerstatten habe (Urk. 6/59
). Die gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt Jürg Maron
am 10. Dezember 2008 (Urk. 6/62
) erhobene Beschwerde hiess das
Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil vom 16. Februar 2010 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese, nach erfolgter Abklä
rung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge (Urk.
6
/71).
1.3
Die IV-Stelle holte die Arztberichte von Dr.
D._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. Mai 2010 (Urk.
6
/82
), der Rheuma
kli
nik des Universitätsspitals
B._
vom 21. Mai 2010 (Urk.
6
/81
/6) sowie von Dr.
A._
vom 23. Juli 2010 (Urk.
6
/84) ein und zog die Akten der
Unia
Arbeitslosenkasse bei (Urk.
6
/85). In der Folge liess sie das polydisziplinäre Gut
achten des Begutachtungsinstituts
E._
vom 15. August 2011
erstellen (Urk.
6
/94/1-25). Mit Vorbescheid vom 2. November 2011 teilte die IV
Stelle
der Versicherten erneut mit, die Invalidenrente werde rückwirkend per 30. September 2007 aufgehoben und infolge einer Meldepflichtverletzung die zu Unrecht bezogenen Leistungen für die Zeit vom 1. September 2007 bis zum 31. März 2008 zurückgefordert (Urk.
6
/99). Dagegen erhob
X._
durch
Rechtsanwalt Maron am 5. Dezember 2011 (Urk.
6
/103) bzw. 30. Januar 2012 (Urk.
6
/106)
Einwand
. Am 26. März 2012 nahm das
E._
ergänzend zum Gutach
ten vom 15. August 2011 Stellung (Urk.
6
/114). Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 hob die IV-Stelle d
ie Rente von
X._
rückwirkend per 30. September 2007 auf und stellte im Weiteren fest, dass für die Zeit vom 1. September 2007 bis zum 31. März 2008 eine Verletzung der Meldepflicht vorliege, weshalb die während dieser Zeit zu Unrech
t bezogenen Leistungen (
Erlass einer separaten Verfügung) zurückzuerstatten seien (Urk.
6/118)
.
Die gegen diese Verfügung am 7. Juni 2012 (Urk. 6/120/3-33) durch Rechtsanwalt Maron erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom
15. Novem
ber 2013 ab (Urk. 6/135).
1.4
Am 20. März 2014 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/13
9). Die IV-Stelle forderte
die Versicherte mit Schreiben vom 21. März 2014 auf, Beweismittel für eine Ver
änderung der tatsächlichen Verhältnisse seit dem 7. Mai 2012 einzureichen (Urk.
6/142). Die Versicherte reichte
die Arztberichte von Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. April 2014 (Urk. 6/144), von
G._
, Facharzt FMH für Kardiologie und Innere Medizin, vom 8. Juli 2013 (Urk. 6/146/1-3), der
Klinik
H._
vom 1. Oktober 2012 (Urk. 6/146/6-8) und des Spitals
I._
vom 4. März 2014 (Urk. 6/146/9-10), vom 26. Mai 2013 (Urk. 6/146/11-12) und vom 16. April 2014 (Urk. 6/146/13-14) ein. In der Folge holte die IV-Stelle das psychiatrische Gutachten
von Dr.
J._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 1. S
eptember 2014 (Urk. 6/156) sowie die B
erichte
der
Klinik
H._
vom 27. Januar 2015 (Urk. 6/164/1-6) und vom 18. März 2015 (Urk. 6/165) ein. Am 31. März 2016 erfolgte ein
weiterer
Arztbericht des Spitals
I._
(Urk. 6/
175) und am 30.
Juni 2016 erstellte die
Klinik
H._
einen Verlaufsbericht (Urk. 6/179). Die IV-Stelle holte sodann den Bericht von Dr.
A._
vom 1. September 2016 ein
(Urk. 6/182/1-4).
Nach Rücksprachen mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD
) und ihrem Rechtsdienst (Urk. 6/198/7-8)
liess sie
das polydisziplinäre Gutach
ten der
Begutachtungsstelle K._
vom
9. Oktober 2017 erstellen (Urk.
6/196/1-
46
).
Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/199). Dagegen erhob
X._
am 5. Januar 2018 durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
Ein
wand (Urk. 6/204). Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk. 6/208 =
Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Chopard
am
5. März 2018 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
«1.
Es sei die Verfügung vom 31. Januar 2018 vollumfänglich aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, die gesetzlichen Ver
siche
rungsleistungen auszurichten.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin.»
Mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2018 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der
Beschwerdeführerin
am 23. April 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
be
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.
6
1.6.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Än
derung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6.2
Wurde eine Rente
,
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setz
ungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Ver
waltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun
mehr eine ansp
ruchsbegründende Invaliditä
t
zu bejahen, und hernach zu be
schliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung damit, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung als Hauswartin im Vollzeitpensum tätig wäre und damit ein jährliches Einkommen von Fr. 53'911.50 erzielen könnte. Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit bis Anfang Oktober 2017 zu 70 % zumutbar gewesen
sei
. Damit hätte die Beschwerdeführerin ein Einkommen von Fr. 37'285.60 erzielen können, womit sich die Einkommenseinbusse bzw. der Inva
liditätsgrad auf 31 % belaufe. Ab Oktober 2017 betrage die Restarbeits
fähigkeit 90 %, womit sich der Invaliditätsgrad auf 11 % reduziere. Der Invali
ditätsgrad sei damit durchgehend unter 40 % gelegen, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin
geltend machen, die
Beweis
würdigung
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich im Urteil vom 15.
November 2013
sei für die Beschwerdegegnerin aber auch für spätere Gut
achter verbindlich. Soweit die Gutachter des
K._
hinsichtlich der Arbeits
fähig
keit vom
E._
-Gutachten abwichen, hätten sie eine Neubeurteilung eines erklär
termassen «nicht wesentlich» veränderten Gesundheitszustandes vorgenommen. Diese erklärte gutachterliche Neueinschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zulässig. Die Arbeitsfähigkeit sei mit Urteil vom 15. November 2013 rechtskräftig festgestellt worden. Zu berücksichtigen sei jedoch zusätzlich die eingeschränkte Belastbarkeit der Hände. Es sei somit nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer leichten angepassten Tätigkeit zu 90 % arbeitsfähig sei. Im Weiteren hätten die Gutachter des
K._
die allgemein üblichen Kriterien für die Arbeits
schwere verkannt. Ihre Behauptung, wonach für eine mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe, sei unsinnig. Diesen bereits mit Stellung
nahme zum Vorbescheid erhobenen Einwand habe die Beschwerdegegnerin nicht zur Kenntnis genommen und sich nicht dazu geäussert, womit sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe.
Die psychiatrische Begutachtung basiere so
dann nicht auf aktuellen Berichten der behandelnden Psychiater.
Schliesslich sei auch der Lohnvergleich zu beanstanden. Im Gesundheitsfall würde die Beschwer
deführerin heute über grosse Berufserfahrung verfügen, die
Entlöhnung
würde mindestens im Kompetenzniveau 2 erfolgen, was
mindestens Fr. 60'000.--
ergebe. Beim Invalideneinkommen sei ein Leidensabzug von 20 % zu berücksichtigen. Es bestehe somit eine rentenrelevante Erwerbseinbusse und die Beschwerdeführerin habe ab dem 1. September 2014 Anspruch auf eine Invalidenrente.
Zudem bestehe ein Anspruch auf berufliche Massnahmen, was mit Stellungnahme zum
Vorbescheid beantragt, aber von der Beschwerdegegnerin nicht zur Kenntnis genommen worden sei (Urk. 1).
3.
Vorwegzunehmen ist, dass d
ie
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fü
gung auf den Einwand der Beschwerdeführerin vom 5.
Januar
2018 (Urk. 6/204) Bezug genommen und begründet hat, weshalb sie bei ihrer Beurteilung auf das Gutachten des
K._
abstellt und einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin weiterhin verneint (Urk. 2).
Ohnehin ist nicht erforderlich, dass sich die
Be
schwerdegegnerin
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_439/2019 vom 7. August 2019 E. 3.2.1
).
Entgegen der Auffassung der Be
schwer
deführerin hat die Beschwerdegegnerin daher ihren Anspruch auf recht
liches Gehör nicht verletzt.
4
.
4
.1
4
.1.1
Die Ärzte des
E._
stellten im polydisziplinären Gutachten vom 15. August 2011 (Urk.
6
/94/22) folgende Diagnose:
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronische Fibromyalgie (ICD-10 M79.0)
-
DD anamnestisch bei Depression
-
allgemeine Haltungsinsuffizienz mit Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen und reaktiven
Myogelosen
im Nacken-Schultergürtel
-
klinisch-neurologisch unauffällige Befunde
-
frühere bildgebende Abklärung von LWS, BWS und HWS sowie Szintigra
phie ohne Hinweise für entzündliche Systemerkrankungen
2.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0
)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
2.
Verdacht auf intermittierende Migräne mit und ohne Aura (ICD-10 G43.0, G43.1)
-
DD im Rahmen von Diagnose 1
3.
Übergewicht mit BMI von 26 kg/m
2
(ICD-10 E66.9)
4.
Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
5.
Helicobacter
pylori
Gastritis 04/2011 (ICD-10 K29.1)
-
Antrumgastritis
6.
Axiale
Hiatushernie
(ICD-10 K21.9)
Bei der rheumatologischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin einen schmerzgeplagten Eindruck gemacht. Die Untersuchungen hätten teilweise wegen massiver Beschwerden und ausgeprägter aktiver Gegeninnervation nicht durch
geführt werden können. Es hätten auch Inkonsistenzen festgestellt werden können
. Die Untersuchungszeichen nach
Wad
dell
seien klar positiv gewesen.
Gemäss
den aktuellen Richtlinien
habe
aus rheumatologischer Sicht eine Fibromyalgie diag
nostiziert werden können. Für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit als Haus
wartin sowie für jegliche weitere leichte bis inter
mittierend mittelschwere, wechsel
belastende berufliche Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht eine mindestens 70%ige Arbeits- und Leistungs
fähig
keit. Dabei sollte das Heben und
Tragen von Lasten über 10 kg vermieden wer
den. Arbeiten wie anhaltendes Sta
ub
saugen, repetitive Überkopfarbeiten und bei
spielsweise Schneeschaufeln sowie
andere körperlich regelmässig mittel
schwer bis schwer belastende beruf
liche Tätig
keiten könnten aufgrund der mus
kulären
Dekonditionierung
der Be
schwerde
führerin nicht zugemutet werden.
D
ie
Beschwerdeführerin
sollte die Mög
lichkeit haben, über den ganzen Tag verteilt vermehrte Pausen zu machen. Bei der psy
chiatrischen Untersuchung hätten nicht in erster Linie psy
chische Symptome, sondern deutlich am Körpererleben orientierte Symptome mit Schmer
zen bestan
den. Diese somatoformen Schmerzen stünden im Vorder
grund und es könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung gestellt werden. Ausserdem sei eine leichtgradige depressive Störung zu diagnostizieren. Aus psy
chiatrischer Sicht bestehe insgesamt eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. Aus allgemein-internistischer Sicht könn
ten keine Diagnosen mit Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Insgesamt könne aus polydiszi
plinärer Sicht der Schluss gezogen werden, dass bei der Beschwerdeführerin für körperlich leichte bis intermittierend mittel
schwere, angepasste berufliche Tätig
keiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von allermindestens 70 % bestehe (ganztägiges Pensum mit reduzierter Leis
tungs
fähigkeit bei erhöhtem Pausen
be
darf). Die Arbeitsunfähigkeiten aus psy
chiatrischer und aus rheumatologischer Sicht addierten sich nicht, sondern ergänzten sich. Es könnten die gleichen Zeit
abschnitte zum Einlegen vermehrter Pausen verwendet werden. Für körper
lich regelmässig mittelschwer und schwer belastende berufliche Tätigkeiten bestehe aktuell keine zumutbare Arbeitsfähig
keit. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht könne seit März 2004 ange
nommen werden, die Einschränkung aus psychiatrischer Sicht dürfte seit 2006 bestehen. Es bestünden keine Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt
höhergradig
eingeschränkt gewe
sen sei, als dies aktuell festgestellt werde. Mittels
Durchführung adäquater Massnahmen (effektive Medikamenteneinnahme, kör
per
liche
Rekonditionierung
) könnte eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in adap
tier
ten Fäh
igkeiten erreicht werden (Urk. 6
/94/22-25).
4
.1.2
Am 26. März 2012 (Urk.
6
/114) nahmen die Ärzte des
E._
auf Nachfrage der Beschwerdegegne
rin vom 23. Februar 2012 (Urk. 6
/113) ergänzend zum Gut
ach
ten Stellung. Sie hielten fest, es könne bestätigt werden, dass seit März 2004 eine unveränderte Situation bestanden habe, jedoch nur aus somatischer Sicht. Aus psychiatrischer Sicht sei zu ergänzen, dass im Jahr 2006 noch eine mittel
gradige Depression durch das
C._
beschrieben worden sei. Die Beschwerde
führerin sei dort von August 2006 bis Mai 2007 behandelt worden. Im Mai 2007 sei die Be
handlung abgeschlossen worden. Es habe damals nur noch eine leichte depressive Episode bestanden. Offenbar sei die Therapie erfolgreich und eine weitere Be
hand
lung nicht mehr notwendig gewesen. Die psychiatrische Einschätzung der lediglich 20%igen Einschränkung sei folglich nicht ab 2006, sondern ab Mai 2007 zu bestätigen.
4
.2
Gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
J._
vom 1. September 2014 (Urk. 6/156)
bestehen bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende de
pres
sive Störung, gegenwärtig mittel- bis
schwergradige
Episode (ICD-10 F33.12)
,
sowie eine somatoforme Schmerzstörung
(Urk. 6/156/16)
. Aufgrund der Be
schwe
r
den von Seiten der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradige bis schwere Episode sowie der somatoformen Schmerzstörung, ins
be
sondere der subjektiv geklagten Verzweiflung, Sinnlosigkeitsgefühle, Lust
losig
keit, Freud
losigkeit, Interesseverlust, Antriebsarmut sowie der Körper
schmer
zen lasse sich unter Berücksichtigung der aktuellen Untersuchungsbefunde aus psy
chiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % begründen.
Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit von mindestens 80 % könne nicht genau angegeben werden, er sei entweder schon bald nach der
Hospitalisation
in der Klinik
H._
(August bis September 2012)
oder später erfolgt. Zuverlässige Angaben hätten von der Beschwerdeführerin nicht erhältlich gemacht werden können.
Die Beschwerde
führerin sei völlig resigniert, strebe nicht nach Normali
sierung ihres Alltags und
danach
ihre Symptome unter Kontrolle zu bekommen. Sie habe ein stark negatives Selbstkonzept, sei nicht bereit und fähig, Selbst
pflegekompetenzen zu erlernen und ihre Rolle zu verändern. Sie falle immer mehr in die Rolle der unheilbar schwer
Kranken
. Die Beschwerdeführerin verfüge über praktisch keine Ressour
cen. Sie habe sich in ihr Zimmer zurückgezogen. An die Aufnahme einer ausserhäuslichen Tätigkeit sei bei ihrem jetzigen Zustand nicht zu denken. Die Beschwerdeführerin könne keinem Arbeitgeber zugemutet werden
(Urk. 6/156/17-18)
.
4
.3
4
.3.1
Laut dem
Arztbericht der
Klinik
H._
vom 27. Januar 2015 (Urk. 6/164) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
cho
tische Symptome, langjährig (ICD-10 F33.2),
eine Somatisierungsstörung, seit ca. 2007, verstärkt seit 2011 (ICD-10 F45.0), chronische
Zephalgien
, Erstdiagnose langjährig (ICD-10 G44.2) sowie intermittierende Oberbauch
schmerzen
,
Erst
diag
nose Mai 2013 (ICD-10 R10.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestün
den ausserdem Eisenmangel (ICD-10 E61.1) bei Status nach Gastritis bei
Helico
bacter
pylori
-Infektion mit
Eradikation
2013 unter PPI-Dauertherapie, eine benigne essentielle Hypertonie; ohne Angabe einer
hypertensiven
Krise (ICD-10
I10.00) sowie eine
Tachyardie
, nicht näher bezeichnet (ICD-10 R00.0). Die Be
schwer
deführerin sei zum dritten Mal freiwillig stationär in die Klinik eingetreten.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hauswartin sei
sie
vom 1. Oktober bis zum 2.
November
2014 zu 100 % arbeitsunfähig.
Es bestehe eine psychische Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit durch die genannte Sympto
matik sowie durch die somatoforme Störung mit Schmerzen und körperlicher Erschöpfung.
Die Arbeitsfähigkeit sei vor allem durch starke Antriebsminderung, Konzentrations
störungen bei Niederge
schlagenheit, Schlafstörungen und Müdigkeit beeinträch
tigt. Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilbar.
4
.3.2
Im Bericht vom 18. März 2015 (Urk. 6/165) führten die Ärzte des Psychiatrie
zentrums
I._
der
Klinik
H._
aus, die Tätigkeit als Hauswartin sei der Beschwerdeführerin bis auf weiteres nicht mehr zumutbar. Im weiteren Verlauf sei die Arbeitsfähigkeit in einem Belastbarkeitstraining zu überprüfen. Die Leistungsfähigkeit sei mittelschwer bis schwer eingeschränkt.
4
.3.3
Im Be
richt vom 30. Juni 2016 (Urk. 6
/179) gaben die Ärzte des Psychiatrie
zentrums
I._
an, eine Belastbarkeit von mindestens zwei Stunden pro Tag sei derzeit nicht gegeben.
Angesichts des
chronifizierten
Krankheitsbildes sei die Prog
nose ungünstig. Allerdings sollte weiterhin eine berufliche Reintegration angestrebt werden.
Bei Besserung der depressiven Symptomatik wäre jedoch eine Wiederholung der neuropsychologischen Untersuchung sowie eine Belastungs
erprobung zu empfehlen.
4
.4
Laut dem Bericht von Dr.
A._
vom 1. September 2016 (Urk. 6/182/1-4) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes
Panvertebralsyndrom
bei generalisierter
Tendomyopathie
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine arterielle Hypertonie sowie eine
Refluxkrankheit
.
Aufgrund
der ausgeprägten therapieresistenten multiplen weichteilrheumatischen Schmer
zen sei keine Tätigkeit mehr möglich.
4
.5
4.5.1
Gemäss dem
polydisziplinären
Gutachten des
K._
vom 9.
Oktober
2017 (Urk.
6/196/1-46) bestehen bei der Beschwerdeführer
in folgende Diagnosen (Urk.
6
/196/12-13):
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Myofasziales
Syndrom
•
Segmentale Dysfunktion C1/2
•
Hypertonus des
Musculus
Levator
sc
a
pulae
links mit konsekutiver Seitneigung der Halswirbelsäule nach links
•
a
ktive
Triggerpunkte
mit zum Teil Ausstrahlung in die Kopfregion und Armregion bis zum Handrücken beidseits
•
Hypertonus der
Scalenusmuskulatur
, aktuell auch hier vor allem linke Hals
seite mit dort druckempfindlichen
Triggerpunkten
lokal ohne Aus
strahlung
•
druckdolente
tiefe Rückenmuskulatur der Brustwirbelsäule mit multiplen lokalen
Triggerpunkten
•
Tractus
iliotibialis
-Syndro
m rechtsbetont mit
druckdolentem
Tensor
fasciae
latae
proximal in Höhe der
Trochanterregion
und
druckdolentem
Tractus
iliotibialis
, zunehmend nach distal am Ansatz des
Tuberculum
Gerdy
(Schmerzmaximum), Schmerzzunahme bei Dehnung des
Tractus
•
in abgeschwächter Form liegen diese Symptome auch auf der linken Seite vor
•
Hypertonus des
Musculus
sternocleidomastoideus
rechte Halsseite mit aktiven
Triggerpunkten
und Provokation von Kopfschmerzen
2.
Verdacht auf
seronegative
erosive
Po
lyarthr
itis
•
Arthralgien der Hände beidseits
•
Rheumalabor: RF negativ, Anti-CPP negativ, aktuell keine erhöhten Ent
zündungswerte
•
Nachtschmerz, Morgensteifigkeit
•
verstrichene Achillessehnen, DD Erguss unteres Sprunggelenk
•
kein sicherer entzündlicher Schmerzcharakter bis auf Nachtschmerz
•
fragliche aber mögliche Erosionen in den aktuellen Rö
n
tgenaufnahmen der Hände beidseits (überzeugend nur MCP I Köpfchen links)
3.
Zephalgien
, DD Spannungskopfschmerz/Migräne/
Analgetikamissbrauch
-
indu
zierte Symptomverstärkung
•
keine Verstärkung nach Autounfall oder auch der
Tripodfraktur
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Chronisches
Zervikozephalsyndrom
•
ohne Anhaltspunkte für
radikuläre
, sensorische oder motorische Ausfall
syndrome
2.
Status nach Auffahrunfall am 20.11.2010 mit HWS- und BWS-Kontusion
3.
Rezidivierende
synkopale
Episoden am ehesten
vasovagal
/
orthostatisch
am
2.12.2015 und 31.3.2016
•
Status nach Mittelgesichtsfraktur (
Tripodfraktur
links)
•
ohne Anhaltspunkte für Neuralgie oder Neuropathie in diesem Bereich
4.
Status nach
helicobacter
-positiver Gastritis
5.
Bekannte axiale
Hiatushernie
6.
Anamnestisch chronische Obstipation
7.
Arterielle Hypertonie
8.
Status nach Hashimoto-
Thyreodititis
(aktuell
euthyreote
Stoffwechsellage,
TSH im Normbereich)
9.
Aktenanamnestisch Status nach Ovarialzyste
Psychiatrische Diagnosen:
1.
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, Schweregrad der Episode
nicht einschätzbar (ICD-10: F33)
2.
Verdacht auf
Somatisierungsstörungen (ICD-10:
F45.0)
4.5.2
Im Rahmen der medizinischen Beurteilung aus interdisziplinärer Sicht hielten die Gutachter im Wesentlichen fest, dass die Beschwerdeführerin Beschwerden am Bewegungsapparat und psychische Beschwerden beklagt habe. Hinsichtlich der Beschwerden am Bewegungsapparat hätten sich muskuläre Beschwerden ohne Hin
weise für
radikuläre
Ausfallserscheinungen objektivieren lassen. Es habe in erster Linie ein
myofasziales
Syndrom imponiert. Im Bereich der Lenden
wirbel
säule habe eine
Fazettengelenksarthrose
bestanden, die diesbezüglich geklagten
Beschwerden seien jedoch nicht im Vordergrund gestanden. Darüber hinaus könne
das Vorliegen einer derzeit asymptomatischen Gonarthrose beidseits bestätigt werden. Diesbezüglich seien keine
höhergradigen
Einschränkungen zu verzeich
nen. Im Rahmen der aktuellen rheumatologischen Untersuchung sei neu, an
lässlich der Vorbegutachtung nicht vorbeschrieben, eine mögliche
seronegative
Polyarthritis beschrieben. Es bestünden diesbezüglich Arthralgien der Hände beid
seits, serologisch hätten sich keine Auffälligkeiten objektivieren lassen, klinisch und anhand der Bildgebung sei jedoch eine
seronegative
Arthritis nicht gänzlich auszuschliessen. Wesentliche funktionelle Einschränkungen der beiden Hände bestünden jedoch nicht. Wie bereits vorbeschrieben, habe auch aktuell wieder ein Hinweis dafür bestanden, dass Anteile der geklagten Beschwerden im
Rahmen der psychiatrischen Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung inter
pretiert werden müssten, was im Einklang mit der Aktenlage stehe. Hinweise für neurologische Funktionsstörungen in Bezug auf die geklagten Beschwerden am Bewegungsapparat hätten nicht bestanden. Anteile der geklagten Kopfschmerzen
könnten differentialdiagnostisch als Spannungskopfschmerz/Migräne einge
ord
ne
t
werden, wobei eine
Analgetikamissbrauchs
-induzierte Symptomverstärkung mög
lich erscheine. Diesbezüglich sei eine
geringgradige
Leistungsminderung nach
voll
ziehbar. Bei der psychiatrischen Untersuchung seien formal die Symptom
kri
terien für die Diagnosestellung einer Somatisierungsstörung und einer rezidivie
renden depressiven Störung, wie bereits in der Aktenlage vordokumentiert, erfüllt. Die Beschwerdeführerin habe sich jedoch bei der Untersuchung mit diffusen, vagen, teilweise ausgestaltet und nicht authentisch wirkenden Angaben präsentiert. Es hätten deutliche Inkonsistenzen und Widersprüche insbesondere in Bezug auf die
Schilderung von psychischen Symptomen bestanden. Aus den genannten Grün
de
n sei eine exakte Diagnosestellung aus psychiatrischer Sicht nicht möglich gewe
sen, so dass lediglich der Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung habe gestellt werden können, deren Schweregrad nicht einschätzbar gewesen sei. Ebenso habe der Verdacht auf eine mögliche Somatisierungsstörung bestanden.
Eine genaue Einschätzung des Krankheitsbildes, insbesondere bezüglich des Schwe
regrades und der etwaigen Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin, sei nicht möglich gewesen. Es müsse von einem
Verdeut
lichungs
- bzw. Aggravationsverhalten ausgegangen werden. Im
E._
-Gutachten vom 15. August 2011 seien Inkonsistenzen erwähnt worden, wobei sie sich auf den rheumatologischen Befund bezogen hätten. Im psychiatrischen Gutachten sei auf eine mögliche
Malcompliance
bezüglich der Medikamenteneinnahme hinge
wiesen worden. Von wesentlichen Konzentrationsstörungen sei anlässlich der Vor
begutachtung nicht berichtet worden. Insgesamt hätten sich sowohl im Be
reich des
E._
-Vorgutachtens, in der weiteren psychiatrischen Aktenlage als auch im psychiatrischen Vorgutachten von 2014 wiederholte Hinweise für Inkonsi
stenzen gefunden. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen kognitiven Beschwerden wie Gedächtnisstörungen seien vor dem Hintergrund ihres verdeut
lichenden/
aggravatorischen
Verhaltens nicht nachvollziehbar erschienen. Inso
fern könne die Einschätzung im Rahmen des psychiatrischen Gutachtens vom 1. September 2014, in dem die Gedächtnisstörungen der Beschwerdeführerin der depressiven Symptomatik zugeordnet worden seien, heute nicht geteilt werden (Urk. 6/196/14-15).
4.5.3
Zu den funktionellen Auswirkungen der objektivierten Befunde / Diagnosen hielten die Gutachter fest, aus
rheumatologischer Sicht bestehe aufgrund der objektivierbaren Befunde mit leichten degenerativen Veränderungen im Bereich
des Achsenskeletts und der Kniegelenke sowie der möglichen
seronegativen
Polyarthrose der Hände eine Minder
belastbarkeit, die sich in erster Linie bei körperlicher Schwerarbeit aus
wirke. Weiterhin bestünden aufgrund der
myo
fas
zialen
Befunde gewisse quali
tative Einschränkungen. Die Beschwerdeführerin könne
nicht mehr anhaltend in Zwangspositionen arbeiten, müsse Positions
wechsel durchführen können, könne keine schweren und überwiegend mittel
schweren Lasten mehr heben, tragen oder bewegen. Tätigkeiten mit erhöhtem An
spruch an die Feinmotorik der Hände seien nicht mehr durchführbar. Im Wes
entlichen seien diese Einschränkungen im Rahmen des
E._
-Gutachtens von 2011 ähnlich beurteilt worden
(Urk. 6/196/14)
.
Neu hinzuge
kommen sei
aufgrund der möglichen
seronegativen
Polyarthritis
eine zusätz
liche Minderbelastbarkeit der Hände, auch wenn derzeit keine funktio
nelle Einschränkung
der Handbeweg
lichkeit
bestehe. Auf psychiatrischem Fachgebiet
habe
ein
leistungs
einschrän
kendes Krankheitsbild
nicht
objektiviert werden können.
Die sichere Diag
nose einer Persönlichkeitsstörung habe nicht gestellt werden können. Es habe in erster Linie eine passive Haltung der Beschwerdeführerin bezüglich ihres Krankheits
bildes imponiert. Sie scheine nur wenig motiviert, aktiv ihren Gesund
heitszustand zu verbessern. Es würden ihr auch viele Arbeiten von den Kindern
und der
Schwiegertochter abgenommen, so dass ein möglicher sekundärer Krankheits
gewinn bestehe.
Insbesondere bei der psychiatrischen
Untersuchung seien zahl
reiche Hinweise für Inkonsistenzen vorgelegen. Es müsse ein
Verdeut
lichungs
- resp. Aggravationsverhalten angenommen werden, das eine psychiat
rische Diag
nose
stellung und die Einschätzung des Schweregrades von möglichen Funktions
einschränkungen verunmögliche
(Urk. 6/196/15)
.
Im Vergleich zur Vorbeurtei
lung durch das
E._
habe sich aus heutiger Sicht der somatisch objektivierbare Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in Bezug auf das Achsenskelett und die unteren Extremitäten nicht wesentlich verändert. Heute sei zwar neu die Diagnose einer
seronegativen
Polyarthritis beider Hände nicht ganz auszu
schliessen, es bestünden aber diesbezüglich keine objektivierbaren
höhergradigen
Funktionseinschränkungen. Eine Minderbelastbarkeit der Hände könne zwar angenommen werden, diese wirke sich aber lediglich bei schweren und feinmo
torisch anspruchsvollen Tätigkeiten auf die Arbeitsfähigkeit aus. Hinsicht
lich möglicher psychiatrischer Funktionseinschränkungen könne aufgrund der zahl
rei
chen Inkonsistenzen keine sichere Aussage gemacht werden. Insofern sei kein Vergleich mit der Situation im Jahr 2011 möglich
(Urk. 6/196/16)
.
Für körperliche Schwerarbeit sei die Beschwerdeführerin
in qualitativer Hinsicht
aufgrund der rheuma
tologischen Befunde nicht arbeitsfähig. Für körperlich leichte
bis punk
tuell mittelschwere Tätigkeiten bestünden folgende qualitativen Ein
schrän
kungen: Die Beschwerdeführerin könne keine Tätigkeiten mehr durchfüh
ren, bei denen sie schwere Lasten von über 5 kg heben, tragen oder bewegen müsse und bei denen es auf ausgeprägte Feinmotorik der Hände ankomme oder spezielle Greifkraft der Hände vonnöten sei. Die Tätigkeit sollte möglichst wechselbe
lastend durchführ
bar sein, Positionswechsel sollten möglich und an
dau
ernde Zwangshaltungen ausgeschlossen sein, insbesondere sollte die Beschwe
r
de
führerin nicht andauernd gebückt arbeiten
müssen. Das genannte Belastungs
profil berücksichtige die objektivierbaren Einschränkungen aus rheumatologi
scher/neurologischer Sicht. In quantitativer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund der rheumatologischen Befunde nicht arbeitsfähig für körperliche Schwerarbeit. Es bestehe aktuell für
körperlich mittelschwere Tätigkeiten eine zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 %, so dass eine Arbeitsfähig
keit von 60 % resultiere. Bei
einer erfolgreichen Behandlung der Hände könne eine Arbeitsfähigkeit von 80 % erreicht werden. Für körperlich leichte Tätigkeiten bestehe lediglich eine 10%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, die mit dem neurologischen Krankheitsbild der rezidivieren
den Kopfschmerzen zu begründen sei.
Nicht berücksichtigt seien etwaige Funktionseinschränkungen auf psychiatri
schem Fachgebiet, da eine sichere Beurteilung des psychiatrischen Befundes nicht möglich gewesen sei.
Hinsichtlich der aufgehobenen Arbeitsfähigkeit für körper
lich belastende Tätigkeiten sei anlässlich der Vorbegutachtung davon ausge
gangen worden, dass diese seit dem Jahr 2004 bestanden habe. Diese Ein
schätzung könne heute nachvollzogen werden. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit werde heute das Belastungsprofil aufgrund der neuen Ver
dachtsdiagnose einer Polyarthritis etwas abweichend formuliert, der genaue Zeit
punkt des Auftretens dieser Erkrankung könne nicht datiert werden. Bezüglich der quantitativen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit weiche die heutige Einschät
zung von der Voreinschätzung ab, so dass der Beginn der Arbeitsfähigkeit in
an
gepassten Tätigkeiten nur auf den aktuellen Gutachtenszeitpunkt datiert werden
könne (Urk. 6/196/17).
5
.
5
.1
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin im Zeitraum zwischen der
– gerichtlich bestätigten
–
renten
aufhe
b
enden
Verfügung vom 7. Mai 2012 (Urk. 6/118) und der vorliegend ange
fochtenen Verfügung vom 31. Januar 2018 (Urk. 2) in anspruchs
relevanter Weise verschlechtert hat.
5
.2
Das polydisziplinäre
K._
-Gutachten vom
9. Oktober 2017
(
Urk. 6/196
) basiert
auf einer umfassenden
psychiatrischen, rheumatolo
gi
schen und neurologischen,
Untersuchung und wurde in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die begut
achtenden Ärzte haben detaillierte
Befunde erhoben
und nachvollziehbare Diag
nosen
gestellt
und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den
und ihrem Verhalten
ausein
an
dergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizi
nische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerun
gen nachvoll
ziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutach
ten kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.
4
).
5
.3
5.3.1
Die Beschwerdeführerin
macht geltend, soweit die
K._
-Gutachter hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit vom
E._
-Gutachten abweichen würden, hätten sie eine Neubeurteilung eines erklärtermassen «nicht wesentlich» veränderten Zustands vorgenommen. Diese erklärte gutachterliche Neueinschätzung der Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin sei nicht zulässig, die Arbeitsfähigkeit sei mit dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 15. November 2013 rechtskräftig festgestellt worden
(Urk. 1 S. 4 f.)
.
Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden
. Die Gutachter sind berechtigt bzw. gar gehalten, eine eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzugeben und sind nicht an die Einschätzungen früherer Gutachter gebunden. Es trifft zwar zu, dass eine andere Einschätzung des gleichen Gesundheitszustandes in rechtlicher Hinsicht kein
en
Revisionsgrund darstellt, ein Gutachten, welches eine abweichende Ein
schätzung vornimmt, erscheint deswegen aber nicht als mangelhaft.
5.3.2
Bezüglich des Einwandes der Beschwerdeführerin, die Behauptung der
K._
-Gut
achter, dass für eine mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe, sei unsinnig, ist festzuhalten, dass
gemäss dem rheumatologischen Fach
gutachten
des
K._
(Urk. 6/196/79-99)
aus rheumatologischer Sicht die Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit, «das heisst körperlich leicht bis inter
mittierend mittelschwer, wechselbelastend, Heben und Tragen von Lasten bis maximal 10 kg» bei 60 % liegt. Dies schliesse regelmässig mittelschwere und schwere Tätigkeiten aus. Hierbei sei berücksichtigt worden, dass die Beschwer
deführerin noch einen eigenen Haushalt führen müsse und hierfür Familien
mitglieder nicht immer helfend zur Verfügung stünden. Unter Behandlung der Arthralgien und sofern ein Ansprechen berichtet werden könne, sollte die Arbeitsfähigkeit in einer wie oben beschriebenen leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden Tätigk
eit bis auf 80
%
steigerbar
sein. In einer angepassten Tätigkeit, bei der es nicht auf die Schnelligkeit ankomme, auf schwe
res Heben von über 5 Kilogramm verzichtet werden könne und bei der keine
erhöhten Anforderungen an die Greifkraft der Hände bestünden, sei die Be
schwerdeführerin jedoch zu 100 % arbeitsfähig (Urk.
6/196/97). Im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung bemerkten die Gutachter des
K._
jedoch, dass zufolge ungenauer Angaben der Beschwerdeführerin nicht exakt festgelegt wer
den könne, welches Belastungsprofil bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vorge
legen habe. Es werde deshalb ein theoretisches Belastungsprofil definiert. Unter dem Titel «quali
tative Einschränkungen» hielten
die Gutachter anschlies
send unter anderem
fest
, dass die Beschwerdeführerin keine Tätigkeiten mehr durch
führen könne, bei denen sie schwere Lasten von über 5 Kilogramm heben, tragen oder bewegen müsse und bei denen es auf die ausgeprägte Feinmotorik der Hände ankomme oder speziell Greifkraft der Hände vonnöten sei. Unter dem Titel «quantitative Einschränkungen» führten die Gutachter zwar aus, dass aktuell «für körperlich mittelschwere Tätigkeiten» eine zeitliche Einschränkung von 40 % bestehe. Aus dem Kontext geht jedoch hervor, dass die Gutachter diese Ein
schätzung
– wie die rheumatologische Gutachterin -
nicht auf eine regelmässig mittelschwere
Tätigkeit
bezogen (vgl. Urk.
6/196/97).
5.3.3
Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, das
K._
-Gutachten sei in psychiat
rischer Hinsicht nicht schlüssig, wobei sie dies einzig damit begründet, dass die Gutachter keinen aktuellen Bericht der behandelnden Psychiater eingeholt hätten (Urk. 1 S. 7). Hierzu ist festzu
halten, dass
sich das Gutachten
eingehend
mit den
medizinischen
Vorakten
auseinandersetzt, was grundsätzlich als genügend er
schein
t
(vgl. E. 1.4)
. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin und deren Arbeitsfähigkeit hat primär aufgrund der eigenen Unter
su
chungen
und Erkenntnisse
der Gutachter zu erfolgen und es liegt in deren Ermessen, ob sie bei sich allenfalls ergebenden Unklarheiten Rücksprache mit den behandelnden
Ärzten
nehmen
wollen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_318/2019 vom 14. Oktober 2019 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Wenn die Gut
achter von einer solchen absehen, ist deshalb darin nicht schon ein Mangel am Gutachten zu sehen.
Die psychiatrische Gutachterin des
K._
führte eine eingehende klinische Unter
suchung und Verhaltensbeobachtung durch. Im Rahmen ihrer Beurteilung legte sie mit einlässlicher Begründung einleuchtend dar, dass sich aufgrund des Ant
wortverhaltens, der Symptomdarstellung und der Präsentation der Beschwerden Anhaltspunkte für Verdeutlichungs- bzw. Aggravationstendenzen und in den zur Verfügung stehenden Vorberichten (vgl. Urk. 6/196/48-62) und im chrono
lo
gi
schen Verlauf der Vorbefunde diverse Inkonsistenzen und Widersprüche ergeben hätten (Urk. 6/196/73-76). Diese Beurteilung wurde im Rahmen der interdis
zi
plinären Beurteilung übernommen (Urk. 6/196/14, vgl. E. 4.5.2).
Unter diesen Umständen war eine Rückfrage bei der aktuell behandelnden Psy
chiaterin weder erforderlich noch wäre sie angesichts der von der psychiatrischen Gutachterin aufgezeigten Inkonsistenzen zielführend (gewesen), worauf diese denn auch ausdrücklich hinwies (Urk. 6/196/76 und Urk. 6/196/77).
Im Übrigen lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der thera
peutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper
sonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen ge
lan
gen
(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_407/2019 vom 13. August 2019 E. 4.3 mit Hinweisen).
5.3.4
Die besagten Vorbringen
der Beschwerdeführerin vermögen demnach keine Zwei
fel am – lege
artis
erstellten - Gutachten des
K._
zu begründen.
5.4
5.4.1
Wie eingangs dargelegt (E. 1.6), finden bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung die Grundsätze zur Rentenrevision analog Anwendung (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV), weshalb zunächst eine anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts erforderlich ist. Erst in einem zweiten Schritt ist der (Renten-) Anspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 141 V 9; vgl. statt vieler: Urteil des Bun
des
gerichts 9C_27/2019 vom 27. Juni 2019 mit weiteren Hinweisen). Eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
halts ist
, wie erwähnt,
im revisionsrechtlichen Kontext nicht massgeblich.
5.4.2
In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand lässt sich aus den von den Gutachtern dargelegten Gründen –
trotz dem Untersuchungsgrundsatz genügen
der Sachverhaltsabklärung
– eine relevante Verschlechterung seit der Verfügung vom 7. Mai 2012 nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststellen. Ausser
dem liegen keine gesicherten psychiatrischen Diagnosen mehr vor resp.
e
rschei
nen zumindest ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (Oktober 2017) deren funk
tionelle Auswirkungen angesichts der festgestellten Inkonsistenzen nicht schlüs
sig und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen.
Diese Beweislosigkeit wirkt sich zu Lasten de
r Beschwerdeführerin aus, welche die
(materielle) Beweislast trägt
(vgl. E. 1.5).
Der somatisch-objektivierbare Gesundheitszustand hat sich gemäss den Feststel
lungen der Gutachter in Bezug auf die funktionellen Einschränkungen am Bewe
gungsapparat (Achsenskelett und untere Extremitäten) nicht wesentlich verän
dert. Sie stellten aber neu eine – allerdings mit der blossen Verdachtsdiagnose einer
seronegativen
Polyarthritis begründete – Minderbelastbarkeit der Hände fest. Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich. Wie die nachfolgenden Aus
füh
rungen zeigen, resultiert nämlich auch dann kein Anspruch auf eine Invali
den
rente, wenn die von den
K._
-Gutachtern neu festgestellte Minderbelast
barkeit der Hände als potentiell rentenrelevante Veränderung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin betrachtet wird.
5.4.3
Wie dargelegt, besteht bei Bejahung einer relevanten Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes keine Bindung an frühere ärztliche Einschätzungen. Gemäss ausdrücklicher Feststellung der
K._
-Gutachter ist der Beginn der von ihnen attestierten, von der Einschätzung der
E._
-Gutachter abweichenden Arbeits
fähig
keit indessen erst auf den Zeitpunkt der Begutachtung zu datieren (Urk.
6/196/119). Somit ist erst per Oktober 2017 eine neue Invaliditätsbemessung vorzunehmen, wobei von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit gemäss dem von den
K._
-Gutachtern formu
lierten Belastungsprofil (Urk.6/196/16-17, vgl. E. 5.3.2) auszugehen ist.
6.
6
.1
6
.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6
.1.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
verfügt über keine abgeschlossene berufliche Aus
bil
dung
. Sie arbeitete zu einem Teilzeitpensum im Hauswarts- und Reinigungs
dienst.
Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Be
schwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 100 % dieser Erwerbs
tätigkeit nachgehen würde
,
und es ist ihr auch darin zu folgen, dass das
Validen
ein
kom
men
mangels verlässlicher Angaben über d
as
an den bisherigen Arbeits
stellen
geleistete Arbeitspensum und die
erzielten Löhne anhand der statistischen Durch
schnittslöhne zu ermitteln ist.
Nicht zu beanstanden ist sodann auch der
Beizug
der Tabelle T17 Ziffer 91 (Reinigungspersonal und Hilfskräfte, vgl. Urk. 6/197/1) der LSE. Es ist jedoch
nicht der Totalwert für alle Arbeitnehmerinnen, sondern jener für über 50jährige Arbeitnehmerinnen
heranzuziehen. Gemäss LSE 2016 betrug dieser Fr. 4'396.--
bei 40 Arbeitsstunden pro Woche. Unter Berück
sich
tigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit
von 41,7 Stunden pro Woche (Bun
des
amt für Statistik, Betriebsüblic
he Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun
gen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) ergibt sich ein Einkommen von monatlich Fr. 4'
582.80 bzw. Fr. 54'993.60
pro Ja
hr. Angepasst an die Nominallohn
entwicklung für Frauen (vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnind
ex, Tabelle 1.2.10: 2016 = 105, 2017 = 105.4
) beträgt das
tabellarische Einkommen im Jahr 2017 Fr. 55'203.10
.
Es besteht kein Anlass zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens heute wegen ihrer grossen Berufserfahrung nicht mehr als Hilfskraft zu qualifizieren wäre u
nd somit ein Jahreseinkommen von
min
destens Fr. 60'000.-- erzielen würde (Urk. 1 S. 7 f.)
. Die Beschwerdegegnerin
verrichtete hauptsächlich Reinigungs- und daneben einfachere Garten- und Kon
trollarbeiten (vgl. Pflichtenheft Urk. 7/13/7). Anders als ein Hauswart bzw. eine Hauswartin mit entsprechender Ausbildung in Betriebsunterhalt war sie nicht für komplexere Reparatur- und Unterhaltsarbeiten zuständig, sie musste keinerlei Arbeiten verrichten, welche besonderes handwerk
liches Geschick oder techni
sches
W
issen erfordern. Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass
sie ohne Eintritt des Gesundheitsschadens solcherlei Qualifikationen e
rworben hätte
.
6
.2
6.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178
E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
6.2.2
Der Zentralwert für die mit einfachen
Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1)
beschäf
tigten
Frauen
betrug im Jahre 201
6
im privaten Sektor
Fr. 4’363
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 20
16
, Tabelle
T
A
1_tirage_skill_level)
, was unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
7
Stunden pro Woche (Bun
desamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
tei
lungen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) ein hypothetisches Einkommen von mo
nat
lich
Fr. 4'548.40
bzw.
Fr. 54'580.80
pro Jahr ergibt.
Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung für Frauen (vgl. Bundesamt für Statistik,
Nominallohnindex,
Tabelle
1.2.10
: 20
16
=
105, 2017 = 105.4
) beträgt das
tabellarische
Einkommen im Jahr
2017 Fr. 54'788.70
.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 90 % beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 49'309.80 (= Fr. 54'788.70 x 0,9).
Ob der Beschwerdeführerin ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 135
V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc) zu gewähren ist, kann offenbleiben. Würde der maximal zulässige – vorliegend allerdings fraglos nicht gerechtfertigt er
scheinende - Abzug von 25 % vorgenommen, würde ein Invalideneinkommen von Fr. 36'982.35 (=
Fr. 49'309.80
.-- x 0,75) und damit eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'220.75 resp. ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 33 % resul
tieren.
6.3
Die Beschwerdegegnerin hat demnach einen Rentenanspruch der Beschwerde
führerin im Ergebnis zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.
7.
Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise berufliche Massnahmen bean
tragt
(Urk. 1 S. 8)
, ist festzuhalten, dass ein solcher Anspruch nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung (vgl. Urk. 2 S. 1 [«Kein Anspruch auf eine Inva
lidenrente»]; vgl. bereits den Vorbescheid vom 25. Oktober 2017
, Urk. 6/199 S.
1) bildet. In diesem Punkt ist daher – mangels Anfechtungsgegenstandes – auf die Beschwerde nicht einzutreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2019 vom 5. November 2019 E. 2.2 mit Hinweis).
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen
.