# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f458fd04-b4bc-4132-8164-1e3c412f889d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, verfügt über keine Berufsausbildung
und
übte diverse
Hilfstätigkeiten aus (
Urk.
6/8
und 6/18/1-3
). Zuletzt war sie
ab Dezem
ber 2009 als Hilfskraft in
d
er
W
äscherei der
Y._
AG tätig.
Bei einem
Unfall
an der
Bügelm
aschine
am
2.
August 2010
zog sie sich
eine Distor
sion des oberen Sprunggelenks
(OSG)
rechts zu
und entwickelte in der Folge
ein komplexes regionales Schmerzsyndrom
(
CRPS
) Stadium I. Die Behandlung erfolgte im
Z._
(
Z._
;
Urk.
6/10/
2
93
, 6/10/279 f., 6/10/272 f.
,
6/10/261 f.
,
6/10/244 f.
,
6/10/241 f.
, 6/10
/228
,
6/
10/
225 f.
,
6/10/203-206
, 6/10/190 f., 6/10/187 f.
,
6/10/167 f.
, 6/10
/
155 f.
,
6/10/143
und 6/43/55 f.
).
Die im Oktober 2010 und Frühjahr 2011 durchgeführten
Arbeitsver
suche mit reduziertem Arbeitspensum an einem Schonarbeitsplatz
der Arbeitge
berin
scheiterten (
Urk.
6/10/255
,
6/10/219-223
und 6/10/190
), der Leistungs
prüfung am Arbeitsplatz blieb die Versicherte fern (
Urk.
6/10/214).
Die Arbeit
geberin beendete das Arbeitsverhält
nis
schliesslich
per
Juni 2011 (
Urk.
6/10/193).
1.2
Die Suva kam
zunächst
für die Kosten der Heilbehandlung auf und erbrachte Taggeldleistungen
(
Urk.
6/10/289), wobei sie sich
wiederholt
vom Kreisarzt be
raten liess
(
z.B.
Urk.
6/10/229-231
, 6/10/166,
6/10/153
,
6/10/71
,
6/10/17
und 6/33/16
).
Am
2
0.
Januar 2012
unterzog sich d
ie Versicherte
eine
r
Revision mit
Osteophytenabtragung
des
Calcaneus
rechts
im
Z._
(
Urk.
6/10/136-139
; Ver
laufskontrollen
Urk.
6/10/128
und 6/10/83-85
)
.
Die Suva
veranlasste
hierauf
eine stationäre Rehabilitation in der Reha
klinik
A._
(
Urk.
6/10/126)
vom 2
2.
März bis 1
9.
April 2012
(
Urk.
6/10/115 f. und 6/10/97-105).
Im Anschluss daran kündigte sie der Versicherten mit Schreiben vom 2
3.
April 2012 die Ein
stellung der Taggeldleistungen per 1
0.
Juni 2012 an (
Urk.
6/10/117 f.).
Auf
grund der
weiterhin
geklagten Fussbeschwerden folgten
diverse
neurologische Abklärungen
, e
ine
ambulante
Schmerztherapie (
Urk.
6/10/73 f.
,6/10/58-61
, 6/10/22 f., 6/10/18
,
6/10/12
und 6/33/36 f.
)
und
eine
erneute
orthopädische
Be
urteilung
(
Urk.
6/33/27 f., 6/33/24 f.)
.
Zudem
wur
de
die
Versicherte
im Som
mer 2014 wegen einer
Schultersteife
behandelt
(
Urk.
6/12/7).
1.3
Die Anmeldung zum Leistungsbezug bei
der Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle)
,
erfolgte am 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
6/6; Eintrag „
Dok
-
Eing
.-Datum im Aktenverzeichnis).
Die IV-Stelle
forder
te
einen Auszug aus dem individuellen Konto
an
(
Urk.
6/8) und zog die Akten der Suva bei (
Urk.
6/10
und 6/33
).
Des Weiteren holte sie
einige
Arztberichte ein (
Urk.
6/11, 6/12/6 f.
,
6/23
und 6/43/46 f.
) und gab schliesslich – zusammen mit der Suva (
Urk.
6/31) – ein internistisches, orthopädisches, neurologisches
und psychiatrisches Gutachten
bei der MEDAS
B._
GmbH
in Auftrag (
Urk.
6/
40
).
Dieses wurde am 1
5.
Januar 2016 erstattet (
Urk.
6/43) und vom Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) geprüft
(
Urk.
6/45/6).
Mit Vorbescheid vom
1.
Februar 2016 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/46). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
6/47 und 6/49).
Am
2
8.
Juni 2016
verfügte die
IV-Stelle
wie angekündigt
(
Urk.
2).
2.
Gegen
den Entscheid
erhob die Versicherte am 2
9.
August 2016 Beschwerde mit dem Antrag, ihr
eine Rente sowie berufliche Massnahmen
zuzusprechen
.
In
die
sem Zusammenhang beantragte sie
, bei der ehemaligen Arbeitgeberin
Auskünf
te zum Stellenprofil
einzuholen
(
Urk.
1)
.
In der Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
In der Replik vom
7.
November 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträ
gen fest (
Urk.
9), die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen
wieder
herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Im Übrigen entsteht d
er Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1
IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs.
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG)
bedroht
e Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG
sodann
Anspruch auf Einglieder
ungsmassnahmen, soweit (Abs. 1),
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fä
higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhal
ten oder zu verbessern
(
lit
. a)
und
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind
(
lit
. b)
.
Die Eingliederungsmassnahmen be
stehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Massnahmen (
lit
. a), Integrations
massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Mass
nahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Um
schulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfs
mitteln (
lit
. d).
Drohende Invalidität liegt gemäss Art. 1
novies
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfä
higkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbs
unfähigkeit ist unerheblich.
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarhei
ten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (
BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, gemäss Gut
achten sei die Beschwerdeführerin bei Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist nach Eingang der Anmeldung
am 2
0.
Juni 2015
in der bisherigen Tätigkeit
wie
der
voll arbeitsfähig gewesen. Die letzte Periode der Arbeitsunfähigkeit habe
bis maximal
Ende August 2014 gedauert (
Urk.
2
).
2.2
Dem
entgegnete
die
Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten die Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit gar nicht beurteilen können, da in den Akten Auskünfte de
r
ehemaligen Arbeitgeber
in
zum
Anforderungs
profil fehlten
(
Urk.
1
Ziff.
4)
.
Es sei aufgrund des Austrittsberichts der Rehaklinik
A._
vom 2
3.
April 2012 erstellt, dass diese ganztags stehend und gehend ausgeübt
e
Tä
tigkeit nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
1
Ziff.
5). Zudem werde selbst im Gut
achten zumindest aus neurologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
1
Ziff.
6).
2.3
In der Beschwerdeantwort verwies die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Zu
mutbarkeit von Tätigkeiten, die mit längerem Gehen und Stehen verbunden sind, auf die orthopädische Beurteilung. Eine
darüber
hinausgehende
Ein
schränkung aus neurologischer Sicht sei nicht festgestellt worden (
Urk.
5
Ziff.
2). Im Übrigen stehe im neurologischen Teilgutachten ein selbstlimitieren
des Verhalten im Vordergrund und es werde über einen erheblichen sekundären Krankheitsgewinn
berichtet (
Urk.
5
Ziff.
3).
2.4
In der Replik betonte die Beschwerdeführerin, auch die Suva gehe von einer bisher ganztags stehend ausgeübten Tätigkeit in der Wäscherei aus. Eine solche sei gemäss Angaben des begutachtenden Neurologen indes ausgeschlossen. Des
sen Verweis auf die orthopädische Beurteilung sei ohne Bedeutung (
Urk.
9).
3.
3.1
3.3.1
In der interdisziplinären
Beurteilung
des MEDAS-Gutachtens
vom 25.
Januar 2016
wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit gestellt. Dementsprechend wurde der Beschwerdeführerin sowohl für die bisherige Tätig
keit
in der
Wäscherei
(
ausdrücklich
auch
im ursprünglich
en
Jobprofil)
als auch in einer Verweistätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Ein negatives Zumutbarkeitsprofil wurde ausdrücklich verneint
(
Urk.
6/43/25 f.)
.
3.3.2
Als schwierig eingestuft wurde einzig die retrospektive Beurteilung. Dazu wurde erläutert, b
ei der Begutachtung habe die Beschwerdeführerin keine Probleme mehr in der Halswirbelsäule und in der linken Schulter gehabt. Die Lendenwir
belsäule sei während der Untersuchung einmal vollständig normal beweglich (unbeobachtet), dann wieder eingeschränkt gewesen.
Die Fussbeschwerden hät
ten
weder klinisch noch radiologisch ein Substrat
.
In den Akten sei eine
Arbeitsunfähigkeit vom
2.
Juli [recte: August] 2010 bis 3
1.
Mai 2012 von 100 %, vom
1.
bis
5.
Juni 2012 von 50
%
und danach von 0
%
attestiert wor
den.
Dem
könne
man folgen
. Für die Schulterproblematik könne
zudem
höchs
tens eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % von Juni bis maximal Ende August 2014 attestiert werden (
Urk.
6/43/2
5
).
3.2
3.2.1
Seitens der Beschwerdeführerin unbestritten
sind
die
gutachtlichen
Schlussfol
gerungen aus
psychiatrische
r
und internistische
r
Sicht
. Dabei ergeben sich aus den
Akten, wie im Gutachten
dargelegt
,
in der Tat
keine Hinweise auf eine rele
vante internistische Erkrankun
g
(
Urk.
6/43/21)
.
3.2.2
Der
psychiatrische Befund
war ebenfalls völlig unauffällig.
Insbesondere seien keine schwerwiegenden psychiatrischen Erkrankungen bzw. unbewusste emo
tionale Konflikte mit Projektion und Sprung ins Körper
liche feststellbar. Damit könne eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ausgeschlossen werden.
Das Verhalten der Beschwerdeführerin sei gut mit einem Krankenrollenverhal
ten zu beschreiben, wobei mindestens teilweise bewusste
aggravatorische
Antei
le bestünden,
was
die geringe
Veränderungsbereitschaft und Therapieresistenz erkläre. Dass die vielfältigen Therapieversuche keine wesentliche Besserung ge
bracht hätten, sei nicht ungewöhnlich, gründe aber nicht auf einer versiche
r
u
ng
s
psy
c
hi
at
r
is
ch relevanten
Diagnose, sondern sei überwiegend geprägt von persönlicher Krankheitsüberzeugung, Lebensentwürfen und Zielsetzungen,
die auch
durch psychosoziale und soziokulturelle Überlegungen, aber auch hin
sichtlich Zukunftsperspektiven im Hinblick auf Alter und
Verfügbarkeit
von
Arbeitsplätzen,
zumindest vorbewusst
bis bewusst geprägt
werden könnten, mit dem Resultat eines teilweise
appellativ
vorgebrachten Schon- und Vermei
dungsverhaltens
(
Urk.
6/43/19 f.)
.
Die Behandlungsaktivität sei als durchaus gering zu bezeichnen. Alle angebote
nen und durchgeführten Massnahmen hätten keine Besserung, sondern in den meisten Fällen sogar eine Verschlimmerung der Beschwerden gebracht, was auffällig erscheine und doch eher unwahrscheinlich sei. Auch weitere Behand
lungen wie Physiotherapie und manuelle Therapie würden nicht mehr in An
spruch genommen. Vor dem Hintergrund der erhobenen Laborparameter (vgl.
Urk.
6/43/31) scheine die Einnahme der Schmerzmedikation nicht täglich statt
zufinden und es dürfe davon ausgegangen werden, dass die Beschwerden und der damit verbundene Leidensdruck nicht gross seien. Auch habe die Beschwer
deführerin angegeben, sie habe gerne gearbeitet und würde gerne in den Arbeitsprozess zurückkehren, jedoch sei sie
bisher
vor dem Hintergrund der längeren Abwesenheit vom Arbeitsleben, ihres Alters und wohl nicht zuletzt der Sprachproblematik abgelehnt worden (
Urk.
6/43/20
; vgl. auch
Urk.
6/43/30
)
3.2.3
Ergänzend
dazu ist dem
psychiatrischen Teilgutachten
zu entnehmen
, dass sich aus den Akten keine schwerwiegenden psychiatrischen Diagnosen
oder
psy
chisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit
ergeben würden. Im Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 2
3.
April 2012
sei eine leichte
Anpassungsstörung mit längerer depressive
r Reaktion diagnostiziert und festgestellt worden, dass diese keine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe
(vgl. dazu im Detail
Urk.
6/10/98 f.)
. Indes sei
en
für diese Diagnose
kein auslösendes Moment
und
keine Belastungsfaktoren
explorierbar
. Zudem sei aktuell
keine Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis feststellbar, wobei depressive Störungen
auch
eine gute Prognose bzw. Behandelbarkeit hätten und eine Anpassungsstörung für gewöhnlich längstens nach sechs Monaten folgenlos ausheile
(vgl. dazu auch
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F], 1
0.
Aufl. 2015
, S.
209 f.).
Ferner
werde in einem Brief der
Klinik für
Rheumatologie des
Z._
vom 3
1.
Mai 2011 ausgeführt,
die
Nozigeneration
bleibe unklar. Sicher bestehe
ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren.
Bei der dabei erwähnten
Anpas
sungsstörung werde beschrieben, eventuell
sei
ein sekundärer Krankheitsgewinn anzunehmen
(vgl. dazu im Detail
Urk.
6/10/190)
. Die Situation sei mit der aktu
ellen vergleichbar,
die
durchaus auf einen sekundären Krankheitsgewinn hin
deute (
Urk.
6/49/32 f.)
.
3.
2
.4
Der begutachtende
Psychiater hat somit anhand
des von ihm erhobenen
Befun
des und in Übereinstimmung mit den Akten nachvollziehbar ein
mit Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit
relevantes psychisches
Leiden verneint und auf
gewichtige
invaliditätsfremde Faktoren hingewiesen.
Es fand bisher
zudem
kei
ne nennens
werte psychiatrische Behandlung statt. Die im Gutachten attestierte volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ist folglich zu Recht unbestrit
ten.
3.3
3.3.1
Zur neurologischen Untersuchung wur
de im Gutachten erläutert
, anlässlich des aktuell erhobenen klinischen Befundes bestünden keine Reflexdifferenzen oder Paresen. Es werde ein vermindertes Vibrationsempfinden am rechten medialen
Malleolus
und der rechten Grosszehe auf 6/8 angegeben und es bestehe eine strumpfförmige Hypästhesie des rechten Fusses bis vier Querfinger über dem
Malleoli
,
Hypalgesie
bis sieben Querfinger. Bei den Gangproben zeige die Beschwerdeführerin ein Schonhinken rechts,
den
Fersen- und Zehenspitzgang rechts habe sie als nicht möglich angegeben. Ebenso wenig möglich seien das
Einbeinhüpfen
und der
Einbeinstand
, wobei beim unbeo
b
achteten Anziehen der
Hose der
Einbeinstan
d
rechts ohne Probleme gelinge.
Die angegebene Sensibili
tätsstörung könne keinem
Dermatom
oder peripheren Nerv sicher zugeordnet werden. Auch die Ausprägung der Gehbehinderung am rechten Fuss lasse sich nur bedingt nachvollziehen, zumal die Beschwerdeführerin beim Erscheinen und Verlassen der Praxis auf der Strasse ein unauffälliges Gangbild gezeigt habe. Es sei doch von gewissen Befundinkonsistenzen und Verdeutlichungsten
denzen auszugehen, darüber hinaus bestünden aber keine Verhaltensauffällig
keiten (
Waddellzeichen
negativ).
Die Beschwerdeführerin gebe an, alle durchge
führten schmerztherapeutischen Behandlungen seien praktisch wirkungslos geblieben, jedoch habe
die
Analgetikamedikation
mit Ibuprofen und P
a
raceta
mol einen schmerzreduzierenden Effekt auf die Stärke 4 bis
5.
Bedingt durch das Zusammenleben in der Grossfamilie hätten die Schwiegertöchter die Kom
plettversorgung des Haushaltes übernommen, so dass die Beschwerdeführerin sich daraus völlig zurückziehen könne. Die von ihr geschilderten massiven Schweissausbrüche und die Schmerzzunahme, lediglich beim
V
ersuch Staub zu wischen, seien nicht nachvollziehbar. Diesbezüglich sei von einem erheblichen sekundären Krankheitsgewinn auszugehen.
Aus rein neurologischer Sicht bestünden weder im Hinblick auf eine Haushaltstätigkeit noch in Bezug auf berufliche Tätigkeiten, mit Ausnahme durchgängig sehr schwerer körperlicher Arbeit, permanentem Stehen oder Gehen relevante Einschränkungen der körper
lichen Funktionen und der Arbeitsfähigkeit. Im Vordergrund stehe ein selbst
limitierendes Verhalten
(
Urk.
6/43/21 f.)
.
3.3.2
Im entsprechenden
Teilgutachten wurde
n
zudem
die neurologischen Unter
suchungen durch
Dr.
B._
im Oktober 2012 und August 2013
diskutiert
. Ver
gleiche man die damals
erhobenen
mit den aktuellen Befunden, seien diese mit Bezug auf die Sensibilitätsstörung grundsätzlich anders
. D
ie
damals beschrie
be
ne
Hyperpathie
bzw. beschriebenen
Missempfindungen würden heute nicht mehr angegeben, ebenso wenig der diffuse Druckschmerz. Übereinstimmung bestehe lediglich im Hinblick auf die Einsch
r
änkungen beim Gehen, das
ver
minderte
Abrollen des Fusses und de
n
Fersen- und
Zehenspitzengang. Dies gelte allerdings weniger für unbeobachtete Momente, wobei zu diskutieren sei, ob eventuell ein besseres Gangbild durch
die stützende und schützende Funktion des Schuhs
zu verzeichnen sei. Die von
Dr.
B._
durchgeführten elektro
physiologischen Untersuchungen (motorische und sensible Neurographien) seien
im Oktober 2012 und August 2013
normal
gewesen, eine
Mortonneuralgie
habe
dieser
ausgeschlossen und der von
ihm
geä
usserte
n
Gefahr einer
Schmerz
exazerbation
bei
operative
m
Vorgehen werde
beigepflichtet
(vgl. dazu im Detail
Urk.
6/10/73 f.
und 6/10/22 f.)
.
Weiter stellte der Gutachter fest, dass a
lle durchgeführten Therapien, wie sie üblicher
weise
bei neuropathischem Schmerz
-
syndrom angeführt würden, wirkungslos geblie
ben
seien
.
Die
schmerz
therapeutischen
Kollegen hätten
bereits im April 2015
darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin
von der schmerztherapeutischen Behandlung
praktisch nicht habe profitieren können und ihr
schmerzedukative
Inhalte, auch aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten, kaum zu vermitteln seien. Bereits damals sei kri
tisch angemerkt worden, dass die vorhandenen guten Familienbeziehungen für die Beschwerdeführerin einerseits eine wichtige Ressource darstellten, sie aber auch an der Entwicklung von
Copingstrategien
in Bezug auf den vorhandenen Schmerz hinderten
.
Der neuropathische Schmerz habe bei ihr nach den aktuell vor
handenen internationalen Richtlinien
nicht beeinflusst werden können, wes
halb die Schmerztherapie abgeschlossen worden sei
(vgl. dazu im Detail
Urk.
6/43/51 f
.
).
Im Übrigen
, so der Gutachter weiter,
sei
bei den aktuellen Befunden ein neuropathisches Schmerzsyndrom eher auszuschliessen und
psy
chiatrisch eine
somatoforme Schmerzstörung
zu prüfen
(
Urk.
6/43/43)
.
A
us neu
rologischer Sicht
bestünden
allenfalls Einschränkung
en
für Tätigkeiten
, die permanent stehend oder gehend ausgeführt werden sollten oder solche in per
manenten Zwangshaltungen, insbesondere rumpfvorneigende oder Überkopfar
beiten. Diese würden jedoch nicht über die auf orthopädischem Fachgebiet zu treffenden Einschränkungen hinausgehen (
Urk.
6/43/44).
3.3.3
Auch der begutachtende Neurologe hat somit unter Einbezug und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
schlüssig dargetan, weshalb aus neurologischer Sicht
ein
invalidisierender Gesundheitsschaden
nicht überwiegend wahrschein
lich ist
.
So sind denn auch di
e Diagnosen in den Berichten des Neurologen
Dr.
med.
B._
(unklares
persistierende
s
[
am ehesten neuropathisches
]
Schmerzsyndrom
) sowie des Schmerzzentrums des
Z._
(chronisches Schmerzsyndrom mit überwiegend neuropathischer Komponente)
sehr vage
formuliert und stützen
sich in erster Linie auf
die
subjektiven
und
-
wie
der Gutachter durch Vergleich
der Befunde
darlegte
–
inkonsisten
ten
Beschwerd
e
angaben der Beschwerdeführerin
.
Objektive Anhaltspunkte für ein neurolo
gisches Le
i
den bestehen demnach nicht.
Im
Bericht des Schmerzzentrums des
Z._
vom
1.
Juli 2015
wurde
zusammen
fassend
vermutet
, die neuropathische Schmerzproblematik könnte einerseits durch die
Mortonneurome
und andererseits durch eine Neuropathie eher proxi
mal des
Nervus
peronaeus
superficialis
zu erklären sein
; di
e Einschätzung werde durch den Screening Fragebogen (
Pain
Detect
) bestätigt.
Zwar wurden auch
d
ie abweichende
, zweifache
Beurteilung durch
Dr.
B._
sowie
die
absolute Thera
pieresistenz
erwähnt, aber
nicht
gewürdigt
. Schliesslich wurde der Besc
hwerde
führerin
trotz weiterhin fehlender objektiver Befunde
eine
Arbeits
fähigkeit von nur
d
rei Stunden täglich in überwiegend sitzender Tätigkeit
attes
tiert
, offenbar
– wie bereits die Diagnosestellung – allein
gestützt
auf d
ie
sub
jektiven Angaben der Beschwerdeführerin
(
Urk.
6/23
).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
ergibt
sich aus dem neurolo
gischen Teilgutachten sodann
keine
im erforderlichen Beweismass der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nachgewiesene
Einschränkung des Belastungspro
fils. Die
erwähnte
Einschränkung für permanent stehend oder gehend ausge
führt
e
Tätigkeiten oder solche in permanenten Zwangshaltungen, insbesondere rumpfvorneigende oder Überkopfarbeiten, wurde
vielmehr
unmissverständlich
als
„allenfalls”
möglich bezeichnet.
Damit wies der Gutachter auf eine verblei
bende, minimale Unsicherheit hin, was
vorderhand
für die Zuverlässigkeit seiner Beurteilung spricht
. Dies
e
ist
im K
ontext mit seiner Feststellung zu sehen,
dass ein
neuropathischer Schmerz „eher”, aber
(trotz der unauffälligen Testbefunde)
eben
nicht mit Sicherheit
auszuschliessen ist
. Da
s
massgebliche
Belastungsprofil
ist seines Erachtens letztlich
jedoch
vom begutachtenden Orthopäden zu defi
nieren.
Im Übrigen ist hervorzuheben, dass sich
weder aus dem neurologischen Teilgutachten noch der Beurteilung von
Dr.
B._
s Anhaltspunkte für ein aus neurologischer Sicht nur zeitlich begrenztes Arbeitspensum ergeben.
3.4
3.4.1
Aus orthopädischer Sicht wurde im Gutachten festgehalten,
anamnestisch stün
den die Beschwerden von Seiten des rechten Fusses im Vordergrund. Das lum
bale und zervikale Schmerzsyndrom werde von der Beschwerdeführerin a
ls nicht gravierend geschildert, und sie gebe auch an, dass die Beschwerden im Bereich der linken Schulter ganz gut seien nach der Spritze. Klinisch finde sich
ausser
d
en überdeutlich demonstrierten Geh- und Berührungsproblemen ortho
pädisch nicht viel
, wobei während des Ausziehens die Inklination problemlos bis zu einem Finger-Boden-Abstand von 10 cm gelinge, in der Untersuchung dann nur noch auf Kniehöhe.
Radiologisch würden sich altersentsprechende Veränderungen im Bereich Hals- und Lendenwirbelsäule und ausser den ver
schiedenen
Ossikeln
im Bereich des rechten Fusses keine Auffälligkeiten finden – insbesondere keine Arthros
e im
calcaneocuboidalen
Gelenk wie immer wieder beschrieben
(vgl. dazu
Urk.
6/33/24 f. MRI-Befund vom Juni und September 2015: geringfügige Befunde betreffend Arthrose)
.
Die Beschwerden könnten
somit
orthopädisch in keiner Art und Weise nachvollzogen werden. Die kli
nischen Befunde seien eindeutig demonstriert
.
Ferner wurde, wie bereits im Zu
sammenhang mit der psychiatrischen Untersuchung,
auf die fehlende Inan
spruchnahme von Therapien, die Laborwerte
, welche nicht auf eine tägliche Einnahme der Schmerzmedikation schliessen liessen,
und
auf
invaliditätsfrem
den Faktoren hingewiesen
(
Urk.
6/43/22
f.)
.
3.4.2
Keinen Anlass zur Diskussion gibt die kurzzeitig
e
Arbeitsunfähigkeit infolge der Schulterbeschwerden,
die
ohne weiteres mit der subjektiven Beschwerdelage (vgl. auch die Anmeldung,
Urk.
6/5/6) und den diesbezüglichen Auskünften der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Z._
am 1
3.
März 2015 und
24
.
Juni
2014 (
Urk.
6/12/6 f.)
vereinbar ist
.
Ebenfalls keiner weiteren Ausfüh
rungen bedarf der Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Anschluss an
die
OSG-Distorsion ein
über mehrere Monate
klinisch nachweisbares komplexes regionales Schmerzsyndrom entwickelte, das
indes
auf die übliche Therapie
gut
anspr
ach und damit nur vorübergehend zu einer Arbeitsunfähigkeit führte (ins
besondere
Urk.
6/10/244 f. und 76/10/241 f.)
.
Angesichts der
in den gutachtlichen Untersuchungen de
monstrierten Inkonsis
tenzen sowie der zahlreichen zur Verfügung stehenden, auch aktuellsten Bild
be
funde,
erübrigte sich sodann
für den orthopädischen Gutachter offenbar eine ausführliche Diskussion der Vorberichte, so dass er sich mit einer blossen Zu
sammenfassung derselben begnügte (
Urk.
6/43/15). Da angesichts der späten Anmeldung frühestens im Juli 2015 ein Rentenanspruch entstanden sein
kann
, also kurz vor Durchführung der Begutachtung, und die
Vorakten
keine ernst
haften Zweifel an der gutachtlichen Einschätzung zu wecken vermögen,
lässt sich dies vorliegend rechtfertigen.
3.4.3
Nichts
zu Gunsten
der Beschwerdeführerin abgeleitet werden kann
etwa
aus dem Bericht
von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Physikalische Medizin
, vom
1
3.
Februar 201
5.
Sie attestierte dieser
zwar nur
eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
ab einem noch offenen Zeitpunkt in einer sitzenden oder wechselbelastenden
Tätigkeit,
allerdings
ohne nennenswerte Befund
e
zu erheben,
dafür
unter Be
rücksichtigung
der
gemäss den vorstehenden Erwägungen
nicht erhärteten
Diagnosen
Art
hrose
des
calcaneocuboidalen
Gelenks,
Mortonneurinom
und
chronisches
Cervicolumbovertebralsyndrom
infolge massive
n
Schonhinken
s
(
Urk.
6/11).
Trotz Mitberücksichtigung der
Arthrosebeschwerden
immer noch
gut
vereinbar ist
die gutachtliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
mit derjenigen im
Bericht
der Rehaklinik
A._
vom
19
.
April 201
2.
Darin wurde der Beschwerdeführe
rin ab Mitte Mai 2012
nämlich ebenfalls
eine volle Arbeitsfähigkeit
zumindest
in einer körperlich leicht
en
bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit attes
tiert und als Einschränkung
en
wegen
der arbeitsrelevanten Probleme (belas
tungsabhängiger Schmerzen im
OSG
rechts, Gehqualität
,
leicht einge
schränkte OSG-Beweglichkeit)
lediglich
angegeben: kein wiederholtes Gehen in unebenem Gelände, keine widerholte Einnahme von Zwangshaltungen des OSG/Fuss wie Knien, Hocken oder
K
auern.
Dabei wurde
betont
, dass man die aktuellen Be
schwerden und Funktionseinschränkungen gesamthaft betrachtet aufgrund der Diagnosen bzw.
k
linischen und radiologischen Befunde nur teil
weise erklären könne. Die mittels SPECT nachgewiesene hochaktive Arthrose könne
sicher
einen Teil
davon
erklären,
aber nicht das gesamte Ausmass
(
Urk.
6/10/98
f.
; vgl. auch den provisorischen Kurzbericht
Urk.
6/10/115 f.
)
.
Ebenso wurde
im letzten Bericht der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Z._
vom 2
1.
August 2015, verfasst von der Oberärz
t
in
Dr.
med.
D._
,
hervorgehoben, dass sich
MR
-tomographisch war zumindest
geringgradige
de
generative Veränderungen der
Peroneus
brevis
-Sehne
infra
malleolär
unmittel
bar an der Umlenkung nachweisen liessen
, die
zumindest zu einem Teil der Beschwerden passen
würden
. Da die Beschwerden aber wirklich
multilokulär
seien, mi
t
Druckdolenz
sowohl im Bereich
des
Sinus
tarsi
als auch weiter distal im Ansatz
bereich
des Extenso
digitorum
brevis
, sei es mehr als fraglich, ob dies wirklich die alleinige Beschwerdeursache sei und ein operatives Vorgehen ge
rechtfertigt wäre. Man sehe nur die Möglichkeit mit einer ent
sprechenden ge
zielten Infiltration allenfalls einen Teil der Beschwerden zu nehmen. Mit opera
tiven
Massnahmen wäre
man bei dem weiterhin nicht adä
quat erklärbaren Be
fund nach der
MRI
-Untersuchung sehr zurückhaltend
(
Urk.
6/43/46 f.)
.
Es bleibt anzumerken, dass bereits
Dr.
med.
E._
, Leiter der Fusschirurg
ie
im
Z._
, im Bericht vom 2
9.
April 2012
darauf hingewiesen hatte, dass sich die Chronizität der Beschwerden letztlich nicht mehr mit der kleinen knöchernen Läsion am
calcaneocuboidalen
Gelenk erklären lasse. Bei aktuell fehlendem
pat
h
oanatomischem
Korrelat könne er aus fussorthopädischer Sicht keine wei
terführende Behandlung anbieten. Alsdann verzichtete
er
unter Hinweis auf die von der Suva festgestellte volle Arbeitsfähigkeit in leid
ens
angepasster Tätigkeit auf eine eigene
, abweichende
Arbeitsfähigkeitseinschätzung (
Urk.
6/10/83 f.; vgl.
zur davor attestierten
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
unter Vorbe
halt des Berichts zur stationären Rehabilitation
Urk.
6/10/86).
3.5
Zusammenfassen
d
kann also festgestellt werden, dass trotz umfangreichster Abklärungen und
intensiver Therapie
die geklagten
somatischen
Beschwerden weder einem organischen Korrelat zugeordnet, noch
positiv beeinflusst werden
konnte
n
. Dafür wurden Inkonsistenzen sowohl im Verhalten als auch in der Beschwerdeschilderung
der Beschwerdeführerin festgestellt und es ergeben sich Hinweise auf einen massgeblichen sekundären Krankheitsgewinn
bei intaktem sozialem Umfeld und geregeltem Tagesablauf (vgl. dazu
Urk.
6/43/11, 6/43/15 oben, 6/43/2
8 oben
, 6/43/29 und 6/43/40). H
inzu kommt, dass die Beschwerde
führerin derzeit keine Therapien mehr besucht und
angesichts der Laborwerte
auch nicht
regelmässig Schmerzmittel benötigt. Das MEDAS-Gutachten wurde
sodann
unter Einbezug der
Vorakten
erstellt, äussert sich zu sämtlichen geklag
ten Beschwerden und erweist sich insgesamt als
nachvollziehbar und
schlüssig
. Es kann deshalb darauf abgestellt werden.
4.
4.1
Aufgrund der
Argumentation der Beschwerdeführerin drängen sich
mit Blick auf den Rentenanspruch
einige ergänzende Bemerkungen zur Berechnung des Invaliditätsgrades auf.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutba
re Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invali
deneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
; vgl. zur
sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472
E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b),
wenn eine Ermittlung aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gege
benheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Recht
sprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der Tabellenlohn allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkma
le, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug, wenn eine ver
sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
)
.
4.
4
Zum Zeitpunkt des Unfalls
im August 2010
arbeitete die Beschwerdeführerin erst seit sieben Monaten in der Wäscherei. Zuvor hatte sie diverse andere Hilfs
tätigkeiten ausgeübt, wobei sie den Arbeitgeber
ca.
alle drei Ja
hre
wechselte (vgl.
Urk.
6/43/10 oben und 6/8). Insofern ist es mehr als frag
lich
, ob
sie
ohne
zwischenzeitliche
gesundheitliche Beschwerden im Zeitpunkt des
frühstmög
lichen
Rentenbeginns Mitte 2015 noch immer in der Wäscherei
tätig gewesen wäre.
Folglich ist
sowohl für das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf den
durchschnittliche
n
Bruttolohn (Median) für Frauen im
Kompetenz
niveau 1, Tabelle TA1_tirage_skill_level gemäss LSE 2014
abzustellen.
Bei die
ser Ausgangslage
erübrigt sich die Prüfung einer
Einkommensp
a
rallelisierung
, die letztlich bei beiden
Vergleichseinkommen gle
ichermassen zu berücksichti
gen wäre
(vgl. dazu
BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen
)
. Ebenso wenig
würde sich bei einem
Tabellenlohn im privaten Sektor im unters
ten Kompetenzniveau
unter Berücksichtigung der im neurologischen Teilgut
achten erwähnten
geringfügigen
„allfälligen” Einschränkungen
bzw. des leicht eingeschränkten
Belastungsprofils gemäss Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
,
des Alters
der Beschwerdeführerin oder ihrer i
nzwischen mehrjährigen Absenz
vom Arbeitsmarkt ein leidensbedingter Abzug
rechtfertigen (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
9C_414/2017 vom 2
1.
September 2017 E. 4.3).
Dasselbe gilt für
ihre
sprachlichen Schwierigkeiten (Urteil
des Bundegerichts
9C_426/2014 vom 1
8.
August 2014 E. 4.2).
5.
5.1
Schliesslich
machte die Beschwerdeführerin
auch
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen geltend, ohne diesen zu konkretisieren.
Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leis
tungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustan
des aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fä
higkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung ange
passten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundes
gerichts I 431/99 vom 15. Februar 2000). Ausgeschlossen sind geringste Behin
derungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und des
halb die Inanspruchnahme der Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
5.2
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert
werden kann (Abs. 1). Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die ver
sicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung of
fen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blos
sen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
5.3
Arbeitsunfähige Versicherte, die eingliederungsfähig sind, haben
zudem
An
spruch
auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
Art.
18
Abs.
1
lit
. a IVG). Zur Begründung des Anspruchs genügt der Eintritt einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit, welche quantitativ, qualitativ und zeitlich
so beschaffen ist, dass sie die versicherte Person bei der Arbeitssuche erheblich behindert. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als der ver
sicherten Person leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begrün
dung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Ein
schränkung gesundheitlicher
Art.
Dies trifft z.B. zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der ver
sicherten Person erläutert werden müssen (z.B. welche Tätigkeiten trotz Sehbe
hinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_594/2016 vom 1
8.
November 2016 E. 3.2 und 8C_641/2015 vom 1
2.
Januar 2016 E. 2).
5.4
Diesbezüglich ist klarzustellen
, dass der Grad der Invalidität
in Bezug auf Ein
gliederungsmassnahmen und Rentenanspruch
zwar
nicht gleichermassen ent
scheidend
ist
. Der Begriff der Invalidität wird jedoch in
Art.
8 ATSG definiert und variiert nicht zwischen Eingliederungsmassnahme und Rentenanspruch (vgl.
Art.
8
Abs.
1 und
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVB mit dir
ektem Verweis auf
Art.
8 ATSG).
Der Beschwerdeführerin steht
dabei
weiterhin ein breites Spektrum an Hilfstätigkeiten offen, bei welchen sich angesichts des zumutbaren Belastungs
profils und Vollzeitpensums nicht mit einer E
rwerbseinbusse zu rechnen hat.
S
pezifische
bzw. massgebliche
Einschränkung
en
gesundheitlicher Art
, welche eine Berufsberatung, Umschulung oder Arbeitsvermittlung erfordern würden, bestehen nicht.
Vielmehr kann die Beschwerdeführerin eine ihrem Belastungs
profil entsprechende
Vollzeit
stelle auf dem massgebenden ausgeglichen
en
Arbeitsmarkt, der auch sogenannte Nischenplätze umfasst, ohne
weiteres
fin
den. Zu denken ist
unter anderem
an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kon
trollarbeiten, die Bedienung und Überwachung von automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten sowie Sortierarbeiten, die mit keinerlei körperlicher Anstrengung verbunden sind und auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch vorwiegend sitzend angeboten werden. Die Suche nach einer solchen Tätigkeit bedarf keiner besonderen Kenntnisse
oder vorgängigen Aneignung neuer Fä
higkeiten
.
Anhaltspunkte für eine
drohende, d.h.
überwiegend wahrschein
liche Invalidität in der Zukunft
sind nicht ersichtlich
.
Nicht berücksichtigt wer
den können invaliditätsfremde Probleme bei der Stellensuche wie z.B. Sprach
schwierigkeiten (Urteil des Bundesgerichts I 167/2002 v
om 1
3.
Dezember 2002 E. 3.4.2).
Besteht bereits mangels leistungsspezifischer Invalidität kein Anspruch auf
be
rufliche Massnahmen,
kann die Frage einstweilen
offen bleiben
, ob die
Beschwerdeführerin überhaupt subjektiv eingliederungsfähig ist, d.h. gewillt ist,
sich von einem durchschnittlichen Arbeitgeber anstellen zu lassen.
6
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin somit zu Recht einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.
--
bis
Fr.
1‘000.
--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.