# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a26dbc59-5b97-4c97-992c-e3b6812fe26d
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geb. 1935, besitzt den Führerausweis seit 1964. Im Administrativmassnahmen-
Register ist er mit einer Verwarnung vom 30. Juni 2005 wegen Missachtens des
Vortritts sowie mit drei Entzügen des Führerausweises vom 12. August 2008 für die
Dauer von einem Monat wegen Missachtens des Vortrittsrechts, vom 9. April 2013 für
die Dauer von sechs Monaten wegen Fahrens in übermüdetem Zustand – begangen
am 16. August 2012 – und vom 5. Mai 2015 wegen Verursachens eines Auffahrunfalls
verzeichnet.
Nach dem Vorfall vom 16. August 2012 hatte das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt am 23. Oktober 2012 eine vertrauensärztliche Abklärung der
Fahreignung von A._ durch Dr. med. X._ (Vertrauensarzt für die Stufe 3; https://
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medtraffic.ch) angeordnet. Gestützt auf die Anamnese, den körperlichen Untersuch
sowie deutlich pathologische Ergebnisse beim Uhrentest und bei den Trail Making
Tests A und B sowie den leichte Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten
zeigenden Mini-Mental-Test verneinte dieser am 14. November 2012 wegen kognitiver
Leistungseinbussen die Fahreignung. Weil der Hausarzt von A._, Dr. med. Y._
(Vertrauensarzt für die Stufe 2; https://medtraffic.ch) am 11. November 2012 zu einer
abweichenden Beurteilung gekommen war, wurde am 21. Januar 2013 eine
verkehrsmedizinische Untersuchung durch Dr. med. Q._ am Institut für Rechtsmedizin
Zürich angeordnet. Gemäss dessen Beurteilung vom 14. Februar 2013 bestand in
psychischer Hinsicht zwar eine leichte, altersgemässe allgemeine Verlangsamung,
jedoch konnten keine Hinweise für verkehrsrelevante kognitive Defizite gefunden
werden. Der Mini-Mental-Status habe eine maximale Punktzahl gezeigt, der Uhrentest
sei völlig unauffällig und perfekt ausgeführt und die beiden Trail Making Tests in der
Normzeit und fehlerfrei absolviert worden. Zusammenfassend wurde festgestellt, die
Fahreignung von A._ sei weiterhin gegeben. Am 11. März 2015 und am 26. April 2017
bejahte Dr. med. Y._ die Fahreignung ohne Auflagen.
B. Am Montag, 22. Mai 2017, um die Mittagszeit, streifte A._ beim Manövrieren mit
einem Lieferwagen an seinem Wohnort auf dem Garagenvorplatz einen an der Grenze
zum Nachbargrundstück stehenden Betonsockel. Die von einer Drittperson
herbeigerufene Polizei hielt im Bericht zuhanden des Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamts vom 7. Juni 2017 fest, A._ habe während des Gesprächs einen
ziemlich verwirrten Eindruck gemacht und sei mit der Situation überfordert gewesen.
Zudem seien an seinen beiden Fahrzeugen – einem Liefer- und einem Personenwagen
– viele kleinere bis sehr grosse Kratzspuren und Dellen zu erkennen gewesen. Aufgrund
der gesamten Umstände dränge sich eine Fahrtauglichkeitsabklärung auf.
Gestützt auf den Polizeibericht ordnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt am
25. Juli 2017 zur Abklärung der Fahreignung eine ärztliche Untersuchung der Stufe 3
beim Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen an. Der Hausarzt von A._
bestätigte am 17. August 2017 dessen Fahreignung. Die Verwaltungsrekurskommission
hiess den gegen die Anordnung der verkehrsmedizinischen Fahreignungsabklärung
erhobenen Rekurs am 22. Februar 2018 teilweise gut. Dass das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt Bedenken an der Fahreignung von A._ gehabt und eine
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Fahreignungsuntersuchung angeordnet habe, sei angesichts der konkreten Umstände
nicht zu beanstanden. Indessen hätte er Gelegenheit erhalten müssen, sich zur Wahl
der Begutachtungsstelle zu äussern. Gegebenenfalls sei der Untersuchung durch Dr.
med. Q._ zuzustimmen.
C. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 23. Februar 2018 versandten und am
26. Februar 2018 zugestellten Entscheid der Verwaltungsrekurskommission
(Vorinstanz) durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 12. März 2018 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und von der
Anordnung einer vertrauensärztlichen Untersuchung abzusehen, eventualiter die Sache
zur Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen.

## Considerations

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 9. April 2018 auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner) hielt in seiner
Vernehmlassung vom 17. April 2018 fest, eine Untersuchung der Stufe 3 am Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen habe im Vergleich zu einer Untersuchung
durch einen – freiberuflichen – Vertrauensarzt – anders als im angefochtenen Entscheid
ausgeführt – keine nachteiligen finanziellen Auswirkungen für den Betroffenen. Einen
ausdrücklichen Antrag stellte der Beschwerdegegner nicht. Der Beschwerdeführer
nahm dazu am 28. Mai 2018 Stellung.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seines Rechtsbegehrens sowie die Akten wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Der Beschwerdegegner wendet sich in seiner Vernehmlassung vom 17. April 2018
gegen die Auffassung der Vorinstanz, die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
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Untersuchung der Stufe 3 durch das Institut für Rechtsmedizin führe für den
Beschwerdeführer im Vergleich zur Untersuchung durch einen freiberuflich tätigen
Verkehrsmediziner zu höheren Kosten. Die Vorinstanz hat mit dem angefochtenen
Entscheid die Angelegenheit an den Beschwerdegegner zurückgewiesen mit der
Anordnung, dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, zur Wahl des Gutachters
Stellung zu nehmen, und neu darüber zu entscheiden. Der Beschwerdegegner hat
gegen diese Rückweisung keine Beschwerde erhoben, obwohl er – nachdem mit der
Gutheissung ein Endentscheid in dieser Frage im Sinn der Anordnung des
Beschwerdegegners hätte herbeigeführt werden können (vgl. Art. 111 Abs. 1 und
Art. 93 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über das Bundesgericht;
Bundesgerichtsgesetz, SR 173.11, BGG) – dazu befugt gewesen wäre (vgl. Art. 111
Abs. 1 und Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG in Verbindung mit Art. 24 Abs. 2 lit. a des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG; Rütsche/Schneider, in: Niggli/Probst/
Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 33 zu
Art. 24 SVG). Mangels Zulässigkeit der Anschlussbeschwerde (vgl. Art. 63 VRP;
Cavelti/ Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 945)
hat der Beschwerdegegner im Übrigen zu Recht in seiner Vernehmlassung vom
17. April 2018 auch keinen entsprechenden Antrag gestellt. Auf die Rüge ist
dementsprechend nicht weiter einzugehen.
3. Umstritten und im Beschwerdeverfahren zu prüfen ist somit einzig, ob die Vorinstanz
den Rekurs hinsichtlich der Anordnung einer vertrauensärztlichen Untersuchung der
Stufe 3 zur Abklärung der Fahreignung des Beschwerdeführers zu Recht abgewiesen
hat.
3.1. In tatsächlicher Hinsicht bestreitet der Beschwerdeführer die Richtigkeit seiner von
der Polizei zusammengefassten „Aussagen“. Die Befragung sei trotz des „happigen“
Vorwurfs nicht protokolliert worden. Das – vorliegend eine äusserst bedeutende Rolle
spielende – vorverurteilende, arrogante und forsche Verhalten der Polizisten habe ihn
sehr verunsichert. Er habe sich in die Enge gedrängt gefühlt und – auch im Rahmen
einer Deeskalation – versucht, sehr besonnen und wohlüberlegt zu reagieren. Dieses
Verhalten werde zu seinem Nachteil als verwirrt, verlangsamt und gebrechlich
ausgelegt. Die Vorinstanz lasse offen, ob dieser Zustand Ursache oder Folge der
Kollision mit dem Betonpfeiler gewesen sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, er
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sei noch äusserst vital. Anders wäre es ihm nicht möglich, weiterhin zu 100 Prozent als
Gärtner zur vollsten Zufriedenheit seiner Kunden tätig zu sein. Auch der Amtsarzt habe
seine körperliche und geistige Fähigkeit zur Führung eines Fahrzeugs bestätigt.
Wie die beiden den Beschwerdeführer befragenden Polizisten aufgetreten sind und ob
ihr Auftreten Grund für das von ihnen beschriebene Verhalten des Beschwerdeführers
war, liesse sich auch mit der beantragten Zeugenbefragung nicht schlüssig klären. Der
entsprechende Beweisantrag des Beschwerdeführers ist dementsprechend in
antizipierter Beweiswürdigung – die Beweiserhebung erscheint nicht geeignet, zur
Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts beizutragen (vgl. BGer 2C_58/2012 vom
1. Oktober 2012 E. 1.4 mit Hinweis auf BGE 130 II 425 E. 2.1 und 124 I 208 E. 4a; BGE
134 I 140 E. 5.3) – abzuweisen. Unabhängig vom Ergebnis der Zeugenbefragung ist –
insbesondere auch mit Blick darauf, dass die Tendenz des Beschwerdeführers zur
Verunsicherung sich auf seine kognitive Leistungsfähigkeit ungünstig auswirkt (vgl. das
Ergebnis der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 13. November 2011,
act. 12/30 ff.) – nicht auszuschliessen, dass der als verwirrt, verlangsamt und
gebrechlich beschriebene Zustand des Beschwerdeführers zumindest teilweise auf die
Befragung durch die Polizisten zurückzuführen war. Ausschlaggebend ist in
tatsächlicher Hinsicht allerdings, dass sich der Beschwerdeführer – unabhängig der
Ursachen – anlässlich der Befragung durch die Polizei in einem Zustand befand, der
geeignet war, ihn als verwirrt, verlangsamt und gebrechlich erscheinen zu lassen. Dass
er in ihm bekannten Situationen – insbesondere bei dem ihm vertrauten Hausarzt –
einen anderen, insbesondere sichereren Eindruck hinterlässt, ist nicht ausgeschlossen.
Für die Fahreignung kann aber durchaus von Bedeutung sein, wie der
Beschwerdeführer auf Stresssituationen reagiert und ob er in der Lage ist, in seinem
Verhalten im Verkehr adäquat darauf zu reagieren.
Die Rüge, Vorinstanz und Gesuchsgegner seien von unvollständigen beziehungsweise
unrichtigen Tatsachen ausgegangen und hätten das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt, indem sie der beantragten Zeugeneinvernahme nicht
entsprochen hätten, erweisen sich damit als unbegründet.
3.2.
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3.2.1. In rechtlicher Hinsicht macht der Beschwerdeführer geltend, für die Anordnung
der vertrauensärztlichen Untersuchung zur Abklärung seiner Fahreignung fehle es an
der gesetzlichen Grundlage. Der Beschwerdegegner stütze sich auf keinen der in
Art. 15d Abs. 1 SVG aufgeführten Tatbestände. Auch wenn die Aufzählung nicht
abschliessend sei, gehe es um Fälle mit begründeten, ernsthaften Zweifeln an der
Fahreignung; abstrakte Zweifel genügten nicht. Weder das Touchieren des
Betonpfeilers am 22. Mai 2017 noch das Alter des Beschwerdeführers dürften als
Grund für die Abklärung der Fahreignung dienen. Die alle zwei Jahre durchgeführten
Kontrolluntersuchungen seien durchwegs, letztmals am 17. August 2017, positiv
ausgefallen. Obwohl sie der amtsärztlichen Beurteilung der Fahrfähigkeit grösseres
Gewicht beimesse als der Beurteilung durch medizinisch nicht geschulte Polizisten,
gehe die Vorinstanz von begründeten und ernsthaften Zweifeln an der Fahrfähigkeit
des Beschwerdeführers aus.
3.2.2. Motorfahrzeugführer müssen gemäss Art. 14 Abs. 1 SVG über Fahreignung und
Fahrkompetenz verfügen. Fahreignung setzt unter anderem die erforderliche
körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen voraus (Art. 14 Abs. 2 lit. b SVG). Über Fahrkompetenz verfügt, wer
die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher
führen kann (Art. 14 Abs. 3 SVG). Gemäss Art. 16 Abs. 1 SVG sind Ausweise zu
entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung
nicht oder nicht mehr bestehen. Der Lernfahr- und Führerausweis wird
dementsprechend entzogen, wenn die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nicht
oder nicht mehr ausreicht, ein Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a
SVG). Bestehen Zweifel an der Fahreignung wird der Betroffene gestützt auf Art. 15d
Abs. 1 SVG einer Fahreignungsuntersuchung unterzogen. Bestehen Zweifel an der
Fahrkompetenz, kann der Betroffene gestützt auf Art. 15d Abs. 5 SVG einer
Kontrollfahrt, einer Theorieprüfung, einer praktischen Führerprüfung oder einer andern
geeigneten Massnahme wie einer Aus- oder Weiterbildung oder einer Nachschulung
unterzogen werden.
3.2.3. Der mittlerweile über 82-jährige Beschwerdeführer unterliegt gemäss Art. 15d
Abs. 2 SVG der Verpflichtung, sich alle zwei Jahre auf Anordnung der kantonalen
Behörde vertrauensärztlich auf die Fahreignung hin untersuchen zu lassen
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(verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung im Sinn von Art. 27 Abs. 1 lit. b der
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr;
SR 741.51, VZV). Diese Regel schliesst nicht aus, dass von diesem Rhythmus
abweichend bei Zweifeln an der Fahrkompetenz gestützt auf Art. 15d Abs. 5 SVG
beispielsweise eine Kontrollfahrt und/oder bei Zweifeln an der Fahreignung gestützt auf
Art. 15d Abs. 1 SVG eine entsprechende Untersuchung angeordnet wird. Die in
Art. 15d Abs. 1 lit. a-e SVG genannten Gründe für die Anordnung einer solchen
Untersuchung sind nicht abschliessend. Vielmehr gilt die Generalklausel gemäss
Art. 15d Abs. 1 Ingress SVG, die mit Blick auf Art. 14 Abs. 2 SVG auszulegen und
anzuwenden ist.
Mit dem Begriff der Fahreignung umschreiben alle betroffenen wissenschaftlichen
Disziplinen (insbesondere Medizin, Psychologie und Jurisprudenz) die körperlichen und
geistigen Voraussetzungen des Individuums, ein Fahrzeug im Strassenverkehr sicher
lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (vgl. BGE
133 II 384 E. 3.1). Der Umstand, dass – wie der Beschwerdeführer geltend macht –
keiner der in Art. 15d Abs. 1 lit. a-e SVG namentlich aufgezählten Gründe erfüllt ist,
schliesst deshalb die Rechtmässigkeit der angeordneten verkehrsmedizinischen
Untersuchung nicht aus.
3.2.4. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid dargelegt, der
Beschwerdegegner habe die Anordnung der Untersuchung mit Zweifeln aufgrund der
Darstellungen im Polizeibericht vom 7. Juni 2017 und dem fortgeschrittenen Alter des
Beschwerdeführers begründet. Den Vorfall vom 22. Mai 2017 bestreite der
Beschwerdeführer nicht. Die Polizisten hätten eine Abklärung der Fahrtauglichkeit
veranlasst, weil sie anlässlich ihrer Befragung beim Beschwerdeführer eine gewisse
Verwirrtheit festgestellt hätten, er zudem sehr langsam reagiert und einen
gebrechlichen Eindruck gemacht habe. Dem stehe das Ergebnis der
Kontrolluntersuchung durch den Hausarzt vom 17. August 2017, welcher die
Fahreignung ohne Vorbehalte bestätigt und insbesondere weder kognitive Defizite
noch Anhaltspunkte für eine beginnende Demenz festgestellt habe, entgegen. Unklar
sei, ob der Hausarzt Kenntnis vom Polizeibericht und den darin geschilderten
Beobachtungen gehabt habe. Auch wenn der ärztlichen Beurteilung des
Gesundheitszustandes zweifellos grösseres Gewicht zukomme als derjenigen einer
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medizinisch nicht geschulten Person, stelle sich die Frage, weshalb sich der
Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 22. Mai 2017 verwirrt und in den Reaktionen
verlangsamt gezeigt habe. Insbesondere sei unklar, ob dieser Zustand Folge oder
Ursache der Kollision mit dem Betonpfeiler gewesen sei. Der Polizeibericht enthalte
keine Hinweise auf eine bewusst ungünstige Darstellung des Zustandes des
Beschwerdeführers, sondern führe auch zu seinen Gunsten sprechende Umstände, wie
die für ihn günstigen ärztlichen Berichte zu seiner Fahrtauglichkeit auf. An den beiden
Fahrzeugen des Beschwerdeführers seien aber auffallend viele Karosserieschäden
festgestellt worden. Ein Fahrzeughalter müsse Auskunft darüber geben können, welche
Schäden von ihm selbst verursacht worden seien und welche nicht, zumal es sich
insbesondere bei jenem am Lieferwagen nicht um leichte Parkschäden handle. Belege
dafür, dass der Beschwerdeführer wie behauptet, die Fahrzeuge bereits mit diversen
Beulen gekauft habe, lege er nicht vor, obwohl er nach eigenen Angaben dazu in der
Lage gewesen wäre. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Karosserieschäden vom
Beschwerdeführer verursacht worden seien. Nach dem neuesten Ereignis vom 22. Mai
2017 müsse geprüft werden, ob allenfalls eine altersbedingte unsichere Fahrweise
vorliege.
3.2.5. Psychologische beziehungsweise geistige (vgl. die abweichenden Wortlaute von
Art. 14 Abs. 2 lit. b und Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG) Aspekte der Fahreignung sind –
ausserhalb der Frage der charakterlichen Eignung im Sinn von Art. 16d Abs. 1 lit. c
SVG – nicht direkt näher geregelt. Allerdings setzt Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG das sichere
Führen des Motorfahrzeugs voraus. Für die hier zur Diskussion stehenden
psychologischen Aspekte wird der Begriff der psychophysischen Leistungsfähigkeit
verwendet. Mit anderen Worten geht es darum, ob bei einem Menschen aus
verkehrspsychologischer Sicht Hirnleistungsdefizite (kognitive Beeinträchtigungen in
den Bereichen optische Orientierung, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit,
Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit) in einem Ausmass bestehen, dass eine
Teilnahme als Lenker der entsprechenden Fahrzeugkategorie am Strassenverkehr mit
hoher Wahrscheinlichkeit eine Überforderung darstellen würde (vgl. BGE 133 II 384
E. 3.5).
Die vom Beschwerdegegner und der Vorinstanz angenommenen Zweifel an der
Fahreignung des Beschwerdeführers sind nachvollziehbar und hinreichend begründet.
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Die festgestellten Karosserieschäden und die Ausführungen des Beschwerdeführers
dazu – die Beschädigungen seien doch normal, im Strassenverkehr komme es halt ab
und an zu kleinen Streifern, er habe schon öfters mal irgendwo leicht gestreift, dies sei
auch ein grosses Fahrzeug – deuten darauf hin, dass der Beschwerdeführer selbst
nicht ausschliesst, die Schäden seien auf sein Verhalten im Strassenverkehr
zurückzuführen. Dass der Beschwerdeführer durch das Auftreten der Polizisten
eingeschüchtert war, kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Seine im Bericht
festgehaltenen Antworten – Streifer seien normal und er finde es unerhört und eine
Unterstellung, dass an seiner Fahrfähigkeit gezweifelt werde – weisen allerdings nicht
unmittelbar auf eine solche Einschüchterung hin. Hinzu kommt, dass – wie bereits
dargelegt – Reaktionen, wie sie der Beschwerdeführer – aus welchen Gründen auch
immer – anlässlich der polizeilichen Befragung zeigte, geeignet sind, Zweifel an der
Fähigkeit aufkommen zu lassen, ein Motorfahrzeug im Strassenverkehr auch in
Situationen sicher zu führen, welche geeignet sein könnten, den Beschwerdeführer zu
irritieren. Die Fähigkeit zum sicheren Führen eines Motorfahrzeuges setzt sodann auch
voraus, dass der Beschwerdeführer Gefahren nicht bagatellisiert, insbesondere nicht
einfach davon ausgeht, Streifkollisionen seien unvermeidlich oder sozusagen normal.
3.2.6. Der Beschwerdeführer begründet seine Auffassung, die angeordnete
vertrauensärztliche Untersuchung sei nicht zulässig, auch damit, dass bei begründeten
und ernsthaften Zweifeln an seiner Fahrfähigkeit ihm der Führerausweis vorsorglich
hätte entzogen werden müssen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
indessen die Anforderungen an die Anordnung einer Fahreignungsuntersuchung nicht
dieselben wie für den vorsorglichen Führerausweisentzug, obschon diese beiden
Massnahmen häufig zusammen ergehen: Während für Erstere hinreichende
Anhaltspunkte ausreichen, welche die Fahreignung in Frage stellen, setzt der
vorsorgliche Führerausweisentzug voraus, dass ernsthafte Zweifel an der Fahreignung
einer Person bestehen (vgl. BGer 1C_384/2017 vom 7. März 2018 E. 2.2 mit
Hinweisen).
4. (...).
5. (...).
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