# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6072e5b1-bb2e-423a-9d88-b105fb38035a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956
und
verheiratet
,
ist ausgebildete medizinische Praxis
assi
stentin (MPA
,
Urk. 7/
6/2
). Sie war zuletzt seit dem 22. September 2010 als Senioren- und Behindertenbetreuerin in einem
unregelmässigen
Pensum
für die
Z._
Seniorenbetreuung auf Stundenlohnbasis tätig (vgl. Urk. 7/3/1, Urk. 7/9/7). Vom 23. April bis 26. Juni 2013 wurde ihr infolge Rücke
nschmerzen
eine
70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem 26. Juni 2
013 war sie zwischen 50 und 100
% arbeitsunfähig geschrieben. Am 12
.
Juli 2014 meldete
sie sich
bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung an (Urk. 7/3). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte am 21. Juli 2014 ein Früher
fas
sungsgespräch durch (Urk. 7/5). Unter Hinweis auf die eingangs erwähnte gesundheitliche Beeinträchtigung meldete
sich die Versi
cherte
am 9. August 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche (Urk. 7/10, Urk. 7/13) und medizinische Abklä
rungen (Urk. 7/12, Urk. 7/14, Urk. 7/16, Urk. 7/18
)
. Am 7. Januar 2015 verneinte sie aufgrund des somatischen Gesundheitszustands der Versicherten einen
An
spruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7/20). Die IV-Stelle zo
g daraufhin weitere Arztberichte bei (Urk. 7/23, Urk. 7/32, Urk. 7/34, Urk. 7/38, Urk. 7/45)
und holte
Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (Urk. 7/53/3-4, Urk. 7/53/5)
. Am 12. Mai 2016 liess die IV-Stelle einen Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt erstel
len (Urk. 7/51).
1.2
Gestützt auf ihre Abklärungen, insbesondere die Stellungnahmen des RAD
(Urk. 7/53/3-4, Urk. 7/53/5)
und den Abklärungsbericht (
Urk. 7/51)
,
nahm die IV-Stelle hinsichtlich des Erwerbsbereichs vom 2
6.
Juni 2013 bis 8. Juni 2015 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit und ab 9. Juni 2015 eine 50%
ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit an (Urk. 7/53/6). Bezüglich des Haushaltsbereichs ging sie vom
26.
Juni 2013 bis 8. Juni 2015
von einer 48%igen Einschränkung und ab
dem 9.
Juni 2015 von einer 9%igen Beeinträchtigung aus (Urk. 7/51/11, Urk. 7/53/6). Ausserdem qualifizierte sie die Versicherte als zu 70 % erwerbstätig und zu 30 % im Haushalt tätig (Urk. 7/51/4, Urk. 7/53/5).
Vor diesem Hintergrund stellte sie der Versicherte
n
mit Vorbescheid vom 9. Juni 2016 (Urk. 7/55) vom 1. Februar bis 30. Juni 2015 die Zusprechung einer befris
teten ganzen Rente in Aussicht.
Dagegen liess die Versicherte
am
13. Juli 2016 Einwand erheben (Urk. 7/67).
Daraufhin liess die IV-Stelle die Versicherte bei der
Begutachtungsstelle A._
bidiszi
plinär
psychiatrisch (Dr.
B._
) und orthopädisch (Dr.
C._
) begut
ach
ten
. Die Gutachten wurden am 28. Oktober 2016 erstattet (Urk. 7/74). Zudem ging
noch ein weiterer Arztbericht des behandelnden Orthopäden vom 7. Dezember 2016
ein (Urk. 7/75). In der Folge reichte die Versicherte einen Bericht der ärzt
lichen Schmerztherapeutin vom 25. Januar 2017 (Urk. 7/78) und des behandeln
den Psychotherapeuten vom 2. Februar 2017 (Urk. 7/80) ein. Sodann erging ein psychiatrischer Bericht des Zentrums D._ vom 24. März 2017 (Urk. 7/85) und ein weiterer am 24. April 2017 (Urk. 7/90). Die Gut
achter der IV-Stelle äusserten sich in einer Ergänzung vom 9. Juni 2017 zum Bericht des D._ (Urk. 7/92), was das D._ zur Stellungnahme vom 24. Juli 2017 veranlasste (Urk. 7/94).
Mit Verfügung vom 12. September 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie im Vorbescheid angezeigt vom 1. Februar 2015 bis 30. Juni 2015 eine befristete ganze Rente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte am 3. Oktober 2017 Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren, die Verfügung vom 1
2.
September 2017 sei aufzuheben und ihr seien weiterhin (ab dem 30. Juni 2015) die gesetzlich geschuldeten Leistungen
zuzusprechen.
Eventutaliter
seien zur Sache ergänzende medizinische Abklä
rungen
anzuordnen (Urk. 1). Zusammen mit der Beschwerde liess sie
einen Bericht einer
Fachpsy
chologin der Rehaklinik E._
vom 25. Januar 2017 (Urk. 3/10
)
einreichen.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2017 (Urk. 6) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 10. November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Be
rechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 12. September 2017 und somit vor dem In
kra
fttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nach
fol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene
Recht
spre
chung Bezug genommen.
1
.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8
Abs.
1 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Inva
lidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be
hand
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbereich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG
fest
gelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente analog anzuwenden (vgl. statt vieler:
Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.2)
. Das Bundesgericht wendet in solchen Fällen in der Regel den zweiten Satz dieser Bestimmung an und gewährt oder bestätigt eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheits
zustandes hinaus
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 10. Februar 2012
E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. statt vieler auch Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017
vom 9. Mai 2018 E. 4).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Verfügung zusammengefasst auf folgende Standpunkte: Die Beschwerdeführerin sei
als zu 70 % erwerbstätig und zu 30 % im Haushalt tätig zu qualifizieren. Ihr sei die bisherige Tätigkeit als Seniorenbetreuerin
und auch jegliche sonstige angepasste Tätigkeit
aus somati
schen Gründen vom 26. Juni 2013 bis zum 8. Juni 2015 nicht
(
mehr
)
zumutbar gewesen. Im Haushaltsbereich sei
sie
in dieser Zeit zu 48 % eingeschränkt ge
wesen.
Bei Gewichtung der Bereiche ergibt dies
im Erwerb eine Einschränkung von 70 % (70 % x 100 %) und im Haushalt eine solche von 14
%
(30 % x 48 %)
.
Aufgrund einer verspäteten Anmeldung am 19. August 2014 sei erst ab 1. Februar
2015
bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 84 % eine ganze Rente auszube
zahlen.
Erfreulicherweise habe sich der Gesundheitszustand ab dem 9. Juni 2015 verbessert. Seit dann sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit vermehrten Pausen zu 50 % zumutbar, so dass sie jährlich Fr. 23'220.-- verdienen könne. Das habe zur Folge, dass bei gleichbleibender Qualifikation im Erwerb noch eine Einschränkung von 40 % bestehe. Im Haus
haltsbereich liege noch eine solche von 9 % vor. Daraus resultiere im Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 28 % (70 % x 40 %) und im Haushalt ein solcher von 3 % (30 % x 9 %). Mit einem Gesamtinvaliditätsgrad von 31 % bestehe per Juli 2015 kein Anspruch mehr auf eine Rente (vgl. Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber in ihrer Beschwerde vom 3. Oktober 2017 (Urk. 1)
weiterhin die Ausrichtung einer Rente beantragen. Sie lässt dazu geltend machen, dass gemäss dem behandelnden Orthopäden, Dr. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, spezialisiert auf Wirbelsäulenchirurgie,
auf
grund der physischen Beschwerden eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf Dauer
bestehe. Die
Stellungnahme des RAD-Arztes, Dr. G._, Facharzt für Chirurgie und Traumatologie, vom 25. Januar 2016, in welcher aufgrund eines
Aktenstudiums in hypothetischer Weise eine 50%ige Arbeitsfähigkeit der Be
schwe
r
deführerin in angepasster Tätigkeit angenommen werde, sei hingegen nicht nachvollziehbar. Darauf könne nicht abgestellt werden. Ausserdem sei es
in psychischer Hinsicht gestützt auf diverse Arztberichte (Urk. 3/10-12) zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen, so dass daher auch
aus psychischen Gründen
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei. Selbst wenn eine teilweise Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ange
nommen würde, wäre aus verschiedenen Gründen ein maximaler
Leidensabzug von 25 % vom Tabellenlohn
vorzunehmen. Insgesamt sei es seit dem 30. Juni 2015 weder in körperlicher noch psychischer Hinsicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen.
3.
3.1
Bei der Beschwerdeführerin nahm der Orthopäde Dr. F._ im Juni 2013 eine Dekompression L5/S1 rechts aufgrund einer
mediolateralen
Diskushernie vor. Da im Verlauf lumbale Schmerzen nicht gänzlich verschwanden und die Versicherte immer auf Schmerzmittel angewiesen blieb, entschloss sie sich zu einer vom gleichen Orthopäden am 10. Dezember 2014 vorgenommenen
Spondylodese
(Urk. 7/32). Trotz dieser Interventionen verblieben Beschwerden.
Es ist unbestritten und aufgrund der Aktenlage erstellt, dass der Beschwerde
führerin ihre angestammte Tätigkeit als Seniorenbetreuerin bei Z._ alleine wegen dieses Rückenleidens seit April 2013 nicht mehr zumutbar ist. Diese Arbeit beinhaltete immer wieder auch körperlich schwere Tätigkeiten durch die physische Unterstützung der betagten Personen zu Hause, was die Beschwerde
führerin nicht mehr erbringen kann. Davon geht der behandelnde Orthopäde Dr. F._ wie auch der orthopädische Gutachter Dr. C._ aus (Urk. 7/74/4) und auch die Beschwerdegegnerin behauptet nichts anderes (Urk. 2).
Nicht bestritten wurde von der Beschwerdeführerin die Qualifikation als teilzeit
liche Erwerbstätige im Verhältnis 70 % Erwerbstätigkeit zu 30 % Haushalt und die Anwendung der gemischten Methode zur Ermittlung des
Invalidiätsgrades
.
Zu prüfen ist einzig, ob der Beschwerdeführerin ab Mitte 2015 eine angepasste Tätigkeit zumutbar war und die anfänglich zu Recht ausgerichtete ganze Inva
lidenrente demzufolge aufzuheben war, wie dies in der angefochtenen Verfügung vom 12. September 2017 gemacht wurde.
3.2
3.2.1
Am 10. Dezember 2014 führte der behandelnde Orthopäde und Wirbelsäulen
chi
rurg Dr. F._ eine Knochen-Entnahme des Beckenkamms rechts und ventrale
Spondylodesen
L4/5 und L5/S1 durch. Es seien therapieresistente lumbale Schmer
zen rechtsbetont festgestellt worden bei Segmentdegeneration L4/5. Es habe ein grosser Leidensdruck bestanden, so dass nach dem Scheitern sämtlicher konservativer Massnahmen die Indikation zur ventralen
Spondylodese
gestellt worden sei (Urk. 7/32/15).
Im Bericht vom 26. Januar 2015 (Urk. 7/32/5) berichtete Dr. F._ davon, dass die Beschwerdeführerin nach der Spitalentlassung massive, krampfartige Schmer
zen in beiden unteren Extremitäten gehabt habe, welche gut eine Woche ange
halten hätten. Durch Einnahme von
Lyrica
hätten sich die Schmerzen schlagartig gebessert. Im Grossen und Ganzen gehe es der Beschwerdeführerin im Vergleich zu vor der Operation besser. In sechs Wochen sei eine Verlaufskontrolle ange
dacht und bis dann sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Am 6. März 2015 (Urk. 7/32/4) erklärte Dr. F._, die Beschwerdeführerin habe tagsüber über weniger Schmerzen berichtet. Gegen Abend würden diese zuneh
men, so dass sie rasch erschöpft sei. Ansonsten gehe es ihr im Vergleich zu vor der Operation besser. Es sei von einem günstigen, wenn auch noch protrahierten Verlauf nach dem
Spondylodese
-Eingriff vom 10. Dezember 2014 auszugehen.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage in der angestammten Tätigkeit 100 % Urk. 7/32/4
).
3.2.2
Im Bericht
vom 9. Juni 2015
(Urk. 7/34) hielt Dr. F._ fest, die Beschwer
de
führerin habe erklärt, sie brauche noch immer die Schmerzmittel
Targin
und
Lyrika
. Aber sie könne nun mehr Aktivitäten ausführen. Sie sei problemlos vom
Uetliberg
auf die
Felsenegg
gewandert. Zudem sei sie in Österreich im Urlaub gewesen. Sie habe gut zwei Stunden im Auto mitfahren können. Vor dem Eingriff vom 10. Oktober 2014 sei dies alles nicht denkbar gewesen. Dr. F._ stellte in seiner Beurteilung eine deutlich bessere Aktivität fest und dass die Versicherte weniger Schmerzen angebe, obwohl sie noch einen erheblichen Schmerzmittel
konsum habe. Dr. F._ befand, dass die von der Versicherten selber ausge
lösten schmerztherapeutischen Interventionen nicht zielführend seien. Die Be
schwerdeführerin werde in sechs Monaten wieder kontrolliert. Bis dann attestiere er ihr im jetzigen Beruf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.2.3
Am 4. Dezember 2015 meinte Dr. F._, es bestehe ein stabiler Verlauf. Die Beschwerdeführerin habe einerseits bestätigt, dass sie ihre Aktivitäten deutlich habe
steigern können, indem sie etwa bis zu zwei Stunden dauernde Wande
rungen durchführen könne. Andererseits habe sie aber über immer wieder tief
lum
bale Rückenschmerzen hauptsächlich beim Sitzen berichtet, so dass sie nach wie vor auf opiathaltige Medikamente angewiesen sei. Sie gehe regelmässig zur Therapie.
Insgesamt hätten
sich zwar die vor der Operation angegebenen
lumbo
sakralen
rechtsbetonten Schmerzen deutlich gebessert, sie sei jedoch von den diffu
sen Schmerzen lumbal enttäuscht. Zuhause könne sie einen Grossteil des Haushalts durchführen. Eingeschränkt sei sie bei Arbeiten wie Staubsaugen, Arbeiten im Bücken oder Stehen an Ort wie z.B. beim längeren Kochen. Sie habe eine Haushaltshilfe, die Reinigungsarbeiten erledige (Urk. 7/45/1). Zum sicheren Ausschluss einer Pseudarthrose veranlasste Dr. F._ neue Röntgenbilder, die keine Lockerungszeichen ergaben. Dr. F._ führte zur Arbeitsfähigkeit aus, die Arbeit als Betreuerin könne die Versicherte im jetzigen Stellenprofil nicht aus
führen, da sie darauf angewiesen sei, Patienten im Rollstuhl anzuheben oder in gekrümmter Körperposition zu arbeiten. Diesbezüglich betrage die Arbeitsun
fähigkeit 100 % (Urk. 7/45/2).
3.3
Der RAD-Arzt Dr. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, erklärte am 4. November 2015, dass als Diagnose mit dauerhafter Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen persistierende bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen der LWS mit Ausstrahlung bei einem Status nach ventraler
Spondylodese
L4/5 und L5/S1 vorliege. Die bisherige Tätigkeit als Seniorenbetreuerin sei zu schwer, weshalb seit dem 26. Juni 2013 auf Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine leichte wechselbelastende Tätigkeit, die überwiegend im Sitzen ausgeübt werde, könne aufgrund eines erheblich vermehr
ten Pausenbedarfs zu 50 % ausgeübt werden (Urk. 7/53/3-4).
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin am 14. Dezember 2015, ab welchem Zeitpunkt von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen werden könne, antwortete der RAD-Arzt Dr.
G._
am 25. Januar 2016, dass gestützt auf den Arztbericht von Dr.
F._
vom 9. Juni 2015 (vgl. Urk. 7/34) per 9. Juni 2015 davon ausgegangen werden könne (Urk. 7/53/5).
3.4
Nach Erlass des Vorbescheids erklärte Dr. F._ am 5. Juli 2016, dass sich die Gesundheitssituation der Beschwerdeführerin im Vergleich zur letzten Konsul
tation nicht wesentlich verändert habe. Die Versicherte
klage
über belastungsab
hängige Druckschmerzen am
lumbosakralen
Übergang. Gehen sei beschwerde
arm, Stehen an Ort und Sitzen würden die Schmerzen verstärken. Der Alltag sei durch die Schmerzen erheblich gestört. Die Versicherte könne nur auf Tischhöhe arbeiten und wenn sie nicht länger stehen müsse. Dr. F._ wertete die Aus
sagen der Versicherten indem er
festhielt, die Funktion des täglichen Lebens sei eher eingeschränkter geworden. Die Versicherte nehme noch ihre Medikamente ein und mache regelmässig ihre erlernten Übungen. Aus seiner Sicht sei die Versicherte nicht arbeitsfähig (Urk. 7/60, Urk. 7/65).
In einem undatierten Arztbericht von H._, Fachpsychologe für Psy
chotherapie, nannte dieser die Diagnose von mittelgradigen bis
schwergra
digen
depressiven Episoden (ICD-10 F32.1/32.2). Die Beschwerdeführerin könne sich im Moment sicher nicht in einem alltäglich belastenden Arbeitsprozess eingliedern. Dazu seien die bestehenden Belastungen sowohl in körperlicher wie auch in psychischer Hinsicht viel zu gross (Urk. 7/66).
3.5
Am 28. Oktober 2016 erging das psychiatrische und das orthopädische A._-Gut
achten (Urk. 7/74), erstellt durch den Psychiater Dr. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie (Fachgutachten vom 6. Oktober 2016 [Urk. 7/6-62]), und den Orthopäden Dr. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Fach
gutachten vom 3. Oktober 2016 [Urk. 7/74/63-126]).
Als
bidisziplinäre
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom bei knöchern
durchbauter
Spon
dy
lodese
L4-L5 und L5-S1 ohne höhergradige sensorisch sensible
Radikulopathie
(ICD-10 M54.97) mit
rechtsrecessalem
Ganglion im Segment L5/S1 mit möglicher Irritation der Nervenwurzel S1 rechts, mit betonter Spondylarthrose L4/L5 sowie L5/S1 und mit Hämangiom des Lendenwirbelkörpers (LWK) 3 genannt. Zum ande
ren wurde eine Blockade der
Iliosakralgelenke
beidseits aufgelistet (ICD-10 M54.9). Dr. C._ führte als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine kongenitale Hammerzehenbildung D2-D4 beidseits (ICD-10 Q66.8), einen Status nach Innenmeniskusteilresektion links gegenwärtig ohne Beschwer
de
vortrag und ohne Funktionseinschränkung (ICD-10 M23.2), einen Status nach konservativ versorgter subkapitaler
Humerusfraktur
links gegenwärtig ohne Be
schwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung (ICD-10 S42.4) auf. In psychischer Hinsicht stellte Dr. B._ eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und einen chronischen Schmerz (ICD-10 R52) als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/74/2).
Dr. C._ erklärte, aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der biomechanischen Funktion ihrer Lendenwirbelsäule limitiert. In qualitativer Hin
sicht könne sie folgende Aufgaben nicht mehr übernehmen: Schwerst- und Schwerarbeiten;
Heben und Tragen von Lasten körperfern bzw. –nah über 5 kg ohne technische Hilfsmittel; repetitive stereotype Bewegungsabläufe; Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken; das mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangshaltungen; mehr als gelegentliche Tätigkeiten über Schulterniveau (
Hyperlordosierung
der LWS). Für das Heben und Tragen von Lasten über 5 kg seien technische Hilfsmittel erforderlich. Mit Verweis auf die soeben genannten qualitativen Schonkriterien sei die Beschwerdeführerin in einer leidensadap
tierten, leichten, wechselnd belastenden, optimal angepassten Tätigkeit bei einem vollen Pensum rein quantitativ zu 50 % arbeitsfähig. Die Einschränkung von 50 % ergebe sich in der Folge reduzierter Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, vermehrter Pausen sowie reduzierter Arbeitsschnelligkeit. Gemäss vorliegendem Aktendossier habe die Beschwerdeführerin zuletzt in der Seniorenbetreuung 2 bis 10 Stunden pro Woche gearbeitet. Unter Verweis auf das oben aufgeführte posi
tive und negative Leistungsbild könne die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit der Betreuung und Mobilisierung von Senioren als nicht mehr leidensadaptiert ange
sehen werden. Dahingehend gehe der orthopädische Gutachter mit der Einschät
zung des behandelnden Orthopäden Dr. F._ und des RAD uneingeschränkt einig. Eine adaptierte Tätigkeit sei in Übereinstimmung mit der
versicherungs
medizinischen Einschätzung des RAD gestützt auf den ambulanten Untersu
chungs
befund von Dr. F._ ab dem 9. Juni 2015 zumindest zu 50 % zumutbar (Urk. 7/74/4).
In psychischer Hinsicht erhob der Gutachter Dr. B._ eine leicht gedrückte Stimmungslage, eine minim eingeschränkte Schwingungsfähigkeit, Freudfähig
keit und eine behinderungsbedingt leicht eingeschränkte Interessenfähigkeit. Die Versicherte zeige sich psychomotorisch unruhig, ansonsten sei sie jedoch psychi
sch unauffällig (Urk. 7/51/52). Der Gutachter legte dar, die Versicherte zeige nur leichte Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten, mache jedoch subjektiv eine erheblich empfundene Einschränkung in beruflichen Aktivitäten geltend. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den subjektiven Klagen und den objektiven Befunden, weshalb sich die Frage nach einer Schmerzverarbeitungsstörung stelle. Der Gutachter diagnostizierte in der Folge eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und einen chronischen Schmerz (ICD-10 R52).
Dr. B._ kam zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht zu keinem Zeit
punkt psychische Störungsbilder mit nachfolgenden
handicapierenden
Fähigkeits
störungen bestanden hätten, welche die mittel- und langfristige Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in zuletzt ausgeübter und adaptierter Tätigkeit um mehr als 20 % eingeschränkt hätten (Urk. 7/74/3).
3.6
Dr. F._ berichtete am 7. Dezember 2016, die Versicherte erlebe nach wie vor einen wechselhaften Verlauf. Es gebe Tage mit wenig Schmerzen und solche, bei denen sie noch ein zusätzliches Medikament gegen die Schmerzen nehmen müsse. Sie sei nun in der Behandlung bei der Schmerztherapeutin Dr. I._ (Urk. 7/75).
3.7
Im Bericht vom 24. März 2017 (Urk. 7/85) listete das Zentrum J._ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, auf (ICD-1
0 F33.1). Die Beschwerdeführerin könne kaum lange Sitzen und zeige kein Durch
haltevermögen. Es seien keine gerichteten Tätigkeiten mehr möglich (Urk. 7/85/8).
Am 24. April 2017 ergänzten die Ärzte des J._ im Wesentlichen, eine angepasste Tätigkeit sei wegen kognitiven Einschränkungen nicht möglich. Die Beschwerde
führerin müsse alle zwei Stunden liegen können. Sie müsste sich konzentrieren können und belastbar sein, was nicht der Fall sei (Urk. 7/90).
3.8
Am 9. Juni 2017 antwortete der psychiatrische Gutachter Dr. B._ auf die Rückfragen der Beschwerdegegnerin, die ihm aufgrund der Ausführungen der Ärzte des J._ gestellt wurden. Er meinte, im Bericht des J._ werde eine rezidi
vierende depressive Störung erwähnt. Diese setze gemäss den
klassifikatorischen
Kriterien aber voraus, dass zuvor zumindest eine depressive Episode von zwei Wochen Dauer bestanden habe. Eine weitere Episode soll davon mit mehreren Monaten, in welchen keine eindeutigen affektiven Symptome auftreten würden, getrennt sein. In der Untersuchung habe eine solche zu trennende Episode nicht festgestellt werden können. Aus dem Bericht des J._ gehe eine solche zu trennende Episode ebenso nicht hervor. Die Diagnose der J._ sei nicht nach
vollziehbar, weshalb er an seinen gutachterlichen Aussagen festhalte (Urk. 7/92).
Am 24. Juli 2017 bekräftigte das J._, die von Dr. B._ aufgeführte Anpas
sungsstörung sei mit Sicherheit unzutreffend, weil hierfür ein Zeitkriterium von maximal 2 Jahren existierte, die Beschwerdeführerin die Symptome aber bereits seit 2013 beklage. Die Auflistung der Befunde zeige genau, weshalb es sich um eine Depression handle (Urk. 7/94).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
A._-Gutachten vom 28. Oktober 2016 (Urk. 7/74, Urk. 7/74/1-5) basiert auf fachärztlichen Untersuchungen vom 3. Oktober 2016 (Urk. 7/74/6, Urk. 7/74/63). Diese gründeten auf den Ergebnissen von Laboruntersuchungen (Urk. 7/74/53-55), einer Magnetresonanztomographie der
Ilio
-Sakralgelenke und der Lendenwirbelsäule (Urk. 7/74/107, Urk. 7/74/127-128) sowie einer vom Spital
O._
am 9. Dezember 2015 durchgeführten Computertomographie (CT) der Lendenwirbelsäule (Urk. 7/74/108). Die zur Verfügung gestellten
Vorakten
wurden berücksichtigt (Urk. 7/74/10-41, Urk. 7/74/72). Die Anamnese und die Be
funde wurden sorgfältig erhoben (Urk. 7/74/42-53,
Urk. 7/74/73-108). Die Zu
satz
fragen wurden von den Gutachtern beantwortet (Urk. 7/74/62, Urk. 7/74/125)
. Sie setzten sich soweit möglich mit (zum Teil) anderslautenden Beurteilungen auseinander (Urk. 7/74/57-58, Urk. 7/74/114-115).
Die Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerde in keiner Weise, inwiefern darauf nicht abgestellt werden könnte. Vielmehr ist ihre Beschwerde praktisch identisch mit ihrer Eingabe gegen den Vorbescheid, in welchem Zeitpunkt das Gutachten noch gar nicht erstellt worden war. Weshalb der Darstellung der Sachlage und der Einschätzung der Folgen durch den orthopädischen Gutachter nicht gefolgt werden könnte, geht nicht hervor. Der Gutachter befand eine Teilarbeitsfähigkeit in einer angepassten, detailliert geschilderten Tätigkeit im Umfang von 50 % als zumutbar. Unter Bezugnahme auf den Arztbericht des Wirbelsäulenchirurgen Dr. F._ vom 5. Juli 2015 stellte Dr. C._ nachvollziehbar dar, dass er aufgrund der Übereinstimmung der erhobenen Untersuchungsbefunde zwar mit den diagnostischen Einschätzungen von Dr. F._ einig gehe, er die Auffassung einer anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit indes nicht teile. Er konnte keine Instabilität im Bereich der LWS oder
Myogelosen
feststellen, die aktuellen MRI der LWS sowie des
Sakrums
zeigten knöchern stabil durchbaute Segmente L4/L5 sowie L5/S1 mit
reizfrei
einliegendem
Osteosynthesematerial
. Ausserdem konnte nach einer orthopädisch-neurologisch durchgeführten Unter
suchung keine höhergradige sensorisch sensible Ausfallsymptomatik objektiviert werden. Es wurden bei der weiteren Prüfung auch keine Anhaltspunkte für eine
klinisch objektivierbare radikuläre Ausfallsymptomatik gefunden (vgl. Urk. 7/74/114
-115). Vor diesem Hintergrund und gestützt auf den Untersu
chungs
befund von Dr. F._ vom 9. Juni 2015 (Urk. 7/34), dem drei Monate nach der
Spondylodese
der Segmente L4/L5 und L5/S1 eine Verbesserung des Gesundheitszustands zu entnehmen war, ist es nachvollziehbar und überzeugend, wenn Dr. C._ die Einschätzung des RAD von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit ab dem 9. Juni 2015 teilt. Er berichtete selber, dass die Versicherte während der Untersuchung durchaus im Stande war, längere Zeit ruhig zu sitzen, sich zwischendurch etwas zu bewegen, um sich danach wieder zu setzen. Ein ruhiges Gespräch mit gewissen Positionswechseln war somit mög
lich. Auch Dr. F._ hielt im Bericht vom 4. Dezember 2015 (Urk. 7/45) eine Verbesserung des Funktionsniveaus fest, indem er darin von einer deutlichen Steigerung der Aktivitäten berichtete. Einen Grossteil des Haushalts könne die Versicherte selbst durchführen, wobei aufgrund von diffusen Schmerzen lumbal noch Einschränkungen bestünden (vgl. Urk. 7/45/1). Diese Schilderungen stehen mit einer attestierten Restarbeitsfähigkeit von 50 % im Einklang. Bei dem atte
stierten Pensum ist es der Versicherten möglich, Pausen einzuschalten und die Positionen zu wechseln, wie dies auch die behandelnde Schmerztherapeutin Dr. I._ im Bericht vom 25. Januar 2017 darlegte. Die Ärztin sprach auf alle Fälle nicht davon, dass die Versicherte keine Arbeit mehr verrichten könnte, sie wollte die Arbeitsfähigkeit allerdings auch nicht selber festlegen (Urk. 7/78). Zu erwähnen ist auch, dass gemäss den Darstellungen von Dr. F._ die Aktivitäts-
und Schmerzsituation gegenüber der Situation vor der Versteifungsoperation besser
ist, und bereits vor der Operation war von der Rehaklinik E._ im Austrittsbericht Ende April 2014 eine leichte Tätigkeit in einem Pensum von 50 % für zumutbar erklärt worden (Urk. 7/12/9). So kann auch nicht gesagt werden, dass sämtliche behandelnden Ärzte keine Arbeit mehr für möglich erachten. Bei Dr. F._ fällt auf, dass er sich vor Erhalt des Vorbescheids explizit nur auf das spezifische Profil der rückenmässig schweren Tätigkeit als Pflegerin geäussert und diese für unzumutbar gehalten hatte, was unbestritten ist. Erst danach äusserte er sich im Schreiben vom 5. Juli 2016 dahingehend, dass er die Versicherte für nicht arbeitsfähig halte, ohne dies jedoch näher auszuführen. In jenem Schreiben gab er auf alle Fälle einzig die Angaben der Versicherten wieder, selber hielt er die Situation im Vergleich zur letzten Konsultation für unverändert, wo er von einer verbesserten Situation gesprochen hatte (Urk. 7/60). Damit vermag die Einschät
zung von Dr. F._ das Fachgutachten des Orthopäden nicht in Frage zu stellen, zumal gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei den behandelnden Ärzten auf die Erfahrungstatsache hingewiesen werden darf, dass diese a
ufgrund
der auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten
der Versicherten aussagen
(BGE 135 V 465 E. 4.5. S. 470).
Im Rahmen des Belas
tungsprofils des orthopädischen Gutachters ist folglich seit dem 9. Juni 2015 be
zogen auf ein volles Pensum von einer 50 %
igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit auszugehen.
4.2
4.2.1
In psychischer Hinsicht ist festzustellen, dass bis März 2016 überhaupt von keinen psychiatrischen Diagnosen die Rede ist. Auch aus dem Bericht der Reha
klinik E._ von Ende Februar 2014, wo eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit attestiert worden war und wo die Versicherte im Rahmen des stationären Aufenthaltes mit der klinischen Psychologin K._ in Kontakt gestanden hatte, geht keine psychiatrische Diagnose hervor (Urk. 7/14). Wenn die gleiche Psychologin nun im Rahmen des für das Gerichtsverfahren eingeholten Schreibens vom 25. Januar 2017 als Diagnosen «chronische Schmerzen mit soma
tischen und psychischen Anteilen» und eine
Opioidabhängigkeit
festhält und eine Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert (Urk. 3/10), ohne jedoch dies zu begründen und ohne sich auf einen Zeitraum zu beziehen, ist das nicht überzeugend und vorliegend unbeachtlich. Ansonsten begab sich die Versicherte vor allem zu Dr. F._ in Behandlung, in dessen Arztberichten nie von einer psychischen Auffälligkeit der Versicherten berichtet wurde.
4.2.2
Dr. B._ konstatierte die Belastungssituation für die Versicherte seit der Versteifungsoperation aufgrund der chronischen, im Ausmass aber auch wech
seln
den körperlichen Beschwerden und erhob auch psychische Befunde, die mit den Aussagen der Versicherten, die Schmerzsituation zermürbe sie und es habe sich ob ihrer Situation eine traurige Stimmung eingestellt, sie fühle sich häufig leer, übereinstimmten (Urk. 7/74/48). Wenn die Versicherte, die einen trotz ge
klagter Schmerzen recht unauffälligen Tagesablauf im Zweipersonenhaushalt schilderte, daneben Therapien absolvierte und über einen ungestörten Schlaf berichtete, gleichzeitig sich jedoch nicht vorstellen konnte, arbeitsfähig zu sein, weil sie sich keine Tätigkeit von mehr als einer halben Stunde vorstellen konnte (Urk. 7/74/50), ist die Diagnose des Facharztes einer Anpassungsstörung mit einer längeren (leichten) depressiven Reaktion im Sinne von ICD-10 F43.21 über
zeu
gend. Die vom D._ an dieser Diagnose geäusserte Kritik verfängt sodann nicht. Die Ärzte äusserten sich dahingehend, dass gemäss ICD-10 dafür ein Zeitkriterium von maximal 2 Jahren existiere, die Versicherte habe Symptome bereits seit 2013 (Urk. 7/94). Das ist so nicht richtig. Wie gezeigt entstanden nennenswerte psychi
sche Probleme nach der Versteifungsoperation und der danach verspürten Belas
tungssituation, dass entgegen der Erwartung nicht sämtliche
Beschwerden ver
schwanden und sie noch immer auf medikamentöse und therapeutische Massnah
men zurückgreifen musste.
4.2.3
Dr. B._ äusserte sich auch zu den anderen abweichenden Arztberichten. Er sprach sich gegen die Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.1/F32.2) aus, welche von H._ gestellt worden war, indem er festhielt, dass weder eine psychiatrische Betreuung mit antidepressiver Behandlung noch eine bei schwerer Depression übliche, stationäre psychiatrische Behandlung eingeleitet worden war und ausserdem auch eine fachärztlich psy
chiatrische Vorstellung und medikamentöse Therapieeinstellung für nicht not
wen
dig befunden worden war (vgl. Urk. 7/74/58). Eine schwere Depression ist in Anbetracht der klinisch diagnostischen Leitlinien zu depressiven Episoden (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 10. Auflage 2015, F32 S. 169-176), wonach es insbesondere bei schweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.2) sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Patient während einer schweren depressiven Episode in der Lage ist, soziale, häusliche und berufliche Aktivitäten fortzuführen (a.a.O., S. 174), und vor dem Hintergrund der medizinischen Akten (vgl. Urk. 7/45/1) in der Tat nicht plausibel. So war die Beschwerdeführerin bei
spielsweise gestützt auf den Bericht von Dr. F._ vom 4. Dezember 2015 in der Lage, einen Grossteil des Haushalts durchzuführen (vgl. Urk. 7/45/1), was gegen eine schwere Ausprägung des depressiven Leidens spricht. Unter diesen Umständen und im Lichte der erhobenen Befunde zur Affektivität (Stimmungs
situation minim gedrückt, gute affektive
Umstimmbarkeit
, keine Angabe sozialen Rückzugs, etc. [Urk. 7/74/52) ist es nachvollziehbar, dass Dr. B._ die vom Psychologen H._ festgehaltenen Befunde einer Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) und nicht einer Depression (ICD-1
0 F32) zuordnete (vgl. Urk. 7/74/58).
Auch leuchtet ein, weshalb entgegen der vom Psychotherapeuten L._ im Be
richt vom 27. Juli 2017 geäusserten Ansicht keine chronische Schmerzstörung mit
psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41) vorliegt. Dr. B._ legte dar, es liege kein Dauerschmerz vor, der unabdingbare Voraussetzung zur Diagnose dieser Störung wäre. Denn die Beschwerdeführerin hatte schmerzfreie Episoden (vgl. Urk. 7/74/59). Weiter hatten gemäss Dr. B._ therapeutische Massnahmen keinen Einfluss auf die Schmerzstärke und der subjektiv empfun
dene Schmerz stehe in keinem Zusammenhang mit psychosozialen und emotio
nalen Faktoren (vgl. Urk. 7/74/60). Diese Punkte würden gegen die Diagnose F45.41 sprechen. Dies erscheint vor dem Hintergrund der klinisch-diagnostischen Leitlinien zu anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen (vgl. Horst
Dilling
/ Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psy
chi
scher Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 10. Auflage 2015, F45.4 S. 233), die
mangels Abgrenzbarkeit der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörungen
(ICD-10
F45.4) von den chronischen Schmerzstörungen mit somatischen und psy
chischen Formen (ICD-10 F45.41) auch für Letztere gilt, plausibel.
4.2.4
Im Bericht des D._ vom 24. März 2017 mit der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F33.1) und mit einer seit Juni 2013 bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit deswegen (Urk. 7/85/7), wurde ein durchwegs anderes Bild der Versicherten gezeichnet. Denn wie aufgezeigt wurde, bestand aufgrund der echtzeitlichen Aktenlage keine relevante psychiatrische Auf
fälligkeit vor Anfang 2016. Sodann berichtete Dr. F._ klar von einer besseren Situation nach der Versteifungsoperation im Vergleich zur Situation vor der Operation; von einer unveränderten gleichen Schmerzsituation seit Beginn, wie dies das D._ darstellt (Urk. 7/85/7), kann somit nicht die Rede sein. Auch berichtete die Versicherte gegenüber Dr. B._ von guten sozialen Kontak
ten, sie fühle sich sozial nicht isoliert, ein sozialer Rückzug kam im geschilderten Alltag auch nicht vor. Es wurden auch keine Konzentrationsstörungen, Gedächt
nis
störungen oder andere kognitive Einschränkungen erwähnt (Urk. 7/74/52). Die übrigen Kriterien, die Dr. B._ zur Zusatzdiagnose eines leichten depres
siven Zustands führten (ICD-10 F43.21), erwähnten die Ärzte des D._ im Zu
sammenhang mit zusätzlichen Befunden und der von ihnen ermittelten mittel
gradigen Depression (ICD-10 F33.1), der sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit beimassen. Diese Einschätzung der gesundheitlichen Situation, die die Ärzte des D._ undifferenziert für die Zeit ab 2013 machten, kann wie gezeigt nicht auf die echtzeitlichen Akten gestützt werden und überzeugt daher nicht. Die Berichte des D._ vermögen damit das Gutachten der IV-Stelle nicht in Frage zu stellen. Es bleibt somit einzig noch zu prüfen, ob dem von den Gutachtern diagnostizierten psychischen Leiden zu Recht keine Arbeitsunfähigkeit beigemessen wurde.
4.3
Mit
BGE 143 V 418
ent
schied das Bundesgericht
, dass sämtliche psychisc
he Leiden
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Die Prüfung der Standardindikatoren bleibt indessen entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nach
voll
ziehbarer Weise verneint wird, und allfällig gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a
S. 352). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wah
r
scheinlich von einer bloss leichtgradigen
depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiz
i
ert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, ist in aller Regel kein strukturiertes Beweisverfahren erforderlich (Urteil 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweis auf das zitierte Urteil 8C_841/2016 E. 4.5.3).
Vorliegend besteht kein Grund, um bei der diagnostizierten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) von der Prüfung mittels Stand
ardindikatoren abzuweichen, liegen bei der Versicherten doch mit einer gewissen Chronifizierung des Leidens
diagnostischerseits
und aufgrund der somatischen Komorbidität keine Ausschlussgründe vor.
4.4
4.4.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
4.4.2
Das psychiatrische Gutachten wurde am 28. Oktober 2016 (Urk. 7/74) erstattet
und damit vor der geänderten bundesgerichtlichen Praxis (
BGE 143 V 418 und 143
V 409
) zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenver
siche
rung bei psychischen Leiden.
Der psychiatrische Gutachter Dr. B._ äus
serte sich zwar trotz seiner Darlegung, die aktuelle Bewertung der beruflichen Leistungsfähigkeit erfolge unter
Beachtung der bundesgerichtlichen Vorgaben (Standardindikatoren), nicht explizit zu allen nunmehr relevanten Indikatoren (vgl. Urk. 7/74/56-61). Trotzdem verliert die Expertise nicht per se ihren Beweis
wert, da sie eine schlüssige Beurteilung im Lichte der genannten Indikatoren ermöglicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
4.4.3
Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad” des Leidens gibt es hin
sichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde zu erwähnen, dass die Stimmungssituation während der psychiatrischen Untersuchungssituation minim gedrückt gewesen war. Dr. B._ führte aus, die Versicherte sei aber gut affektiv
umstimmbar
, die Schwingungsfähigkeit sei allfällig minim eingeschränkt gewesen. Die Freudfähigkeit und die Interessen seien leicht behinderungsbedingt eingeschränkt. Es bestehe kein sozialer Rückzug. Der Antrieb sei ungestört. Jedoch sei die Versicherte psychomotorisch unruhig. Die Libido sei reduziert
(Urk. 7/74/52). Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Intelli
genz
und in weiten Teilen auch das Denken seien unauffällig. Der formale Gedanken
gang sei leicht gelockert. Nur geringe dysfunktionale, aversive Kognitionen im Zusammenhang mit den Schmerzen würden bestehen. Hier sei Selbstlimitierung festzustellen (Urk. 7/74/51-52). Vor diesem Hintergrund ist nicht von einem Leiden von erheblicher Ausprägung auszugehen, wird doch teils sogar nur von minimen Einschränkungen gesprochen.
Weiter ist keine Behandlungsresistenz ausgewiesen, weil im Begutachtungs
zeit
punkt in psychischer Hinsicht weder eine ambulante psychiatrische Behandlung noch eine stationäre Therapie stattgefunden hatte (vgl. Urk. 7/74/58). Auch wenn die Versicherte nach der Begutachtung durch Dr. B._ mit einer (zusätzli
chen) Therapie im D._ begonnen hätte, ändert das nichts daran, dass nicht von einer Behandlungsresistenz des psychischen Leidens auszugehen ist, nachdem es erst angegangen wurde.
Mit der somatischen Diagnose besteht klar eine Komorbidität mit ressourcen
hemmender Wirkung. Es ist unbestritten, dass die beiden Operationen am Rücken nicht zur gänzlichen Schmerzfreiheit geführt haben, diesbezüglich eine Chronifi
zierung vorhanden ist, die Versicherte nach wie vor auf opiathaltige Medikamente und Therapien angewiesen ist und die Versicherte durch ihr Rückenleiden nur teilweise arbeitsfähig ist.
Der soziale Kontext jedoch ist unauffällig. Die Beschwerdeführerin hat eine stabile Ehe (Urk. 7/74/44). Sie hat ein gutes soziales Netzwerk mit Kolleginnen und Freundinnen. Zudem pflegt sie regelmässige Kontakte zu den Familienan
gehörigen. Sie fühle sich sozial nicht isoliert (Urk. 7/74/45).
Bezüglich des beweisrechtlichen entscheidenden Indikators der „Konsistenz” (BGE
141 V 281 E. 4.4) ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ein beachtliches Aktivitätsniveau
hat. Gemäss Gutachten räumt sie vormittags die Wohnung auf, macht die Wäsche und erledigt Aufgaben im Haushalt. Sie gehe eigenständig zur Physio- oder Wassertherapie zwei bis dreimal die Woche. Zwischen 10 und 12 Uhr gehe es ihr mit den Medikamenten am besten. Dann erledige sie das Ein
kaufen. Hernach lese sie. Dann mache sie sich Reste vom Abend oder eine Suppe warm. Am Nachmittag gehe sie spazieren. Manchmal treffe sie sich mit jeman
dem. Manchmal gehe sie Schwimmen oder besuche die Eltern. Sie mache kran
ken
gymnastische Übungen oder benütze den Hometrainer. Am Abend lese sie ein Buch und/oder rätsle eine Stunde lang. Der Schlaf sei ungestört (Urk. 7/74/49-50). Bereits aus dem Arztbericht des behandelnden Orthopäden Dr. F._ vom 9. Juni 2015 (vgl. Urk. 7/34) ging ein gutes Aktivitätsniveau mit Freizeitbeschäf
tigung und Ferien hervor, indem die Versicherte vom
Uetliberg
auf die Felsenegge gewandert war und auch nach Österreich in den Urlaub fahren konnte. Dabei konnte sie gut zwei Stunden im Auto mitfahren (Urk. 7/34). Der psychiatrische Gut
achter äusserte sich selbst auch dahingehend, dass eine gewisse Selbst
limi
tierung nicht von der Hand zu weisen sei, wenn die nur leichten Einschränkungen in den Alltagsaktivitäten mit der vorgetragenen subjektiv als erheblich empfun
denen Einschränkung in den beruflichen Aktivitäten verglichen würden (Urk. 7/74/58).
Es bestand in psychiatrischer Hinsicht im Begutachtungszeitpunkt ein geringer Leidensdruck, da keine regelrechte ambulante psychiatrische oder stationäre Therapie erfolgt war (vgl. Urk. 7/74/50). Die Beschwerdeführerin war zwar bis im April 2014 in der Rehaklinik E._ in einer interdisziplinären Behandlung und hatte eine psychologische Betreuung. Danach war sie aber erst ab März 2016 in einer Behandlung beim Psychologen H._, wobei durchschnittlich nur einmal pro Monat eine Sitzung stattfand (Urk. 7/74/50). Vor diesem Hintergrund kann nicht von einem grossen psychischen Leidensdruck ausgegangen werden. Die
Indikatorenprüfung
führt zum Ergebnis, dass die Versicherte über hinrei
chende Ressourcen verfügen sollte, um die aus somatischen Gründen attestierte Teilarbeitsfähigkeit umsetzen zu können. Es leuchtet ein, dass die Anpassungs
störung, wie sie von Dr. B._ diagnostiziert wurde, keine zusätzliche Ein
schränkung in der Arbeitsfähigkeit zur Folge hat.
5.
5.1
Da die Beschwerdeführerin eine Teilerwerbstätige ist und nur noch in einer
leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
einen Einkommensvergleich nach der gemischten Methode durchgeführt.
5.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
the
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
den
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 22
2 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174). Die Beschwerdeführerin meldete sich am 9. August 2014 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7). Da sie ab Juni 2013 arbeits
unfähig geschrieben war (Urk. 7/74/38) und in Beachtung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG hat die Beschwerdegegnerin den Beginn eines allfälligen Ren
tenanspruchs aufgrund der verspäteten Anmeldung zu Recht auf den 1. Febru
ar 2015 (August 2014 + 6 Monate) angesetzt.
5.3
Die Beschwerdegegnerin ging basierend vom Tabellenlohn der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 für eine im Gesundheits- und Sozialwesen tätige Frau im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) aufgerechnet auf das Jahr 2015 von einem
Validen
einkommen
von Fr. 38’556.-- in einem 70%-Pensum aus (Urk. 7/52/1). Diese Be
rechnung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdeführerin nicht in Frage. Anzumerken ist allerdings, dass diese Annahme dieses
Valideneinkommens
unter vielen Aspekten sehr zu Gunsten der Beschwerdeführerin ausgefallen ist.
Denn im Gesundheitsfall wäre wohl eher davon auszugehen, dass die Versicherte, die ihre Stelle bei Z._ erst 2011 mit 55 Jahren und mit dem erklärten
Willen einer beruflichen Umorientierung (Urk. 7/51/3) angetreten hatte, bei dies
em Arbeitgeber auch im Jahr 2015 und während der Zeit danach geblieben wäre. Nach eigenen Angaben sei diese Firma im Aufbau gewesen und habe einen Stun
denlohn von Fr. 24.-- angeboten. In Anbetracht der Tatsache, dass die Ver
sicherte 2011 bis 2013 wöchentlich nur zwischen 8 bis 10 Stunden und damit etwa 23 % gearbeitet hatte (Urk. 7/10/3), ist es sehr fraglich, ob sie 2015 über
haupt 70 % gearbeitet hätte. Und selbst wenn, dann hätte sie bei diesem Arbeit
geber mit diesen Anstellungsbedingungen den von der IV-Stelle ermittelten
Va
lidenlohn
nicht erreicht sondern hätte eher einen Lohn im Bereich bis Fr. 35'000.-- verdient.
5.4
Was das Invalideneinkommen betrifft, so ist die Beschwerdegegnerin gestützt auf die vorgängigen Ausführungen zum einen in der Zeit vom Juni 2013 bis Ende Mai 2015 von keiner Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus
ge
gangen (vgl. Urk. 7/52/1). Zum anderen ist sie basierend auf einem internen Einkommensvergleich vom 9. Juni 2016 (Urk. 7/52) ab Juni 2015 ebenfalls zu Recht von einer noch zu 50 % zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit (leichte wechselbelastende Tätigkeit) ausgegangen (vgl. Urk. 7/52/1), da dies im Wesentlichen mit dem Belastungsprofil aus dem beweiskräftigen orthopädischen A._-Gutachten vom 28. Oktober 2018 (vgl. Urk. 7/74/3-4) im Einklang steht. Zur Berechnung des Invalidenlohns hat die Be
schwerdegegnerin sodann den Tabellenlohn der Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014 für eine im Hilfstätigkeitsbereich tätige Frau im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) gewählt und diesen der Nominallohnentwicklung angepasst (Urk. 7/52/1), was seitens der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht beanstandet wurde. Die Be
schwerdegegnerin errechnete für die Zeit ab Juni 2015 zunächst gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik im Jahr 2014 einen 100%-Lohn für allgemeine Hilfstätigkeiten von Fr. 51’600.--. Unter Berück
sich
tigung der Nominallohnentwicklung fürs Jahr 2015 und bezogen auf ein 50%-Pen
sum ab Juni 2015 ergab sich ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 25'800.-- (vgl. Urk. 7/52).
5.5
Die Beschwerdeführerin lässt einen Leidensabzug von 25 % vom Tabellenlohn geltend machen und monieren, es sei kein leidensangepasster Abzug vorge
nommen worden (Urk. 1 S. 8). Sie übersieht dabei, dass die Beschwerdegegnerin ihr einen leidensbedingten Abzug von 10 % gewährt hatte mit der Begründung, sie könne mit dem Gesundheitsschaden nur noch leichte Tätigkeiten ausüben, die überwiegend im Sitzen ausgeführt würden, was als lohnmindernder Faktor zu berücksichtigen sei. Daher reduziere sich das Invalideneinkommen um 10 % und betrage noch Fr. 23'220.-- (vgl. Urk. 7/52/1). Dieser Betrag wurde in der ange
fochtenen Verfügung – allerdings ohne in der Begründung erwähnt zu werde
n
übernommen (vgl. Urk. 7/98/2). Dennoch gilt es zu prüfen, ob antragsgemäss der Maximalabzug von 25 % zu gewähren ist.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs, der eine Schätzung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 126 V 75 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_845/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2.1); es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 152 E. 2, 126 V 75 E. 6).
Der Faktor, dass die Beschwerdeführerin selbst bei leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, wird von der Beschwerdegegnerin mit einem 10%igen Leidensabzug berücksichtigt. Das Erreichen des Alters von 61 Jahren gilt bei Hilfsarbeiten grundsätzlich nicht als Abzugsgrund, weil Hilfs
arbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden und sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohn
sen
kend auswirken muss
(Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Selbst wenn ein maxi
maler Abzug für das behinderungsbedingte Entgegenkommen des Arbeit
ge
bers für eine Hilfsfunktionsstelle, die die Versicherte ganztägig bei halber Leis
tung auszuführen hat, von 25 % vom Invalideneinkommen von Fr. 25'800.-- ge
macht würde (Fr. 19'350.--), würde das am Resultat nichts ändern wie das Folgende zeigt.
5.6
Im Erwerbsbereich ergibt sich damit
von
Juni 2013 bis am 8. Juni 2015 eine Ein
schränkung von 100 %. In Bezug auf die zu 70 % qualifizierte Erwerbstätige ergibt sich damit im Erwerbsbereich vom Juni 2013 bis am 8. Juni 2015 ein Teil
invaliditätsgrad von 70 %. Zusammen mit dem gänzlich unbestritten gebliebenen Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 14.46 (30 % x 48.2 %) ergibt sich ein Gesamtinvaliditätsgrad von 84.46 bzw. gerundet 84 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2).
Für die Zeit ab 9. Juni 2015 steht im Erwerbsbereich eine Einschränkung von 49.81 % (Fr. 38'556.-- - Fr. 19'350.--] / Fr. 38'556.-- x 100) fest. Wird diese ent
sprechend dem Anteil Erwerbstätigkeit von 70 % gewichtet, ergibt sich ein Teilin
validitätsgrad von 34.87 %
ab 9. Juni 2015. Zusammen mit der Einschränkung im Haushalt von 9.1 %, welche zu 30 % zu gewichten ist und einen Teilin
va
liditätsgrad von 2.73 % ergibt, resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 37.6 bzw. gerundet 38 %. Bei einem Invaliditätsgrad von unter 40 % besteht kein Rentenanspruch mehr (vgl. Art. 28 Abs. 2
IVG). Die Anpassung der Leistung, das heisst die Aufhebung der Rente, hat unter Berücksichtigung der 3-monatigen Frist von Art. 88a Abs. 1 IVV ab 9. Juni 2015 (vgl. Urk. 7/74/4) per Ende September 2015 zu erfolgen (vgl. zur Berechnung Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4).
Nach dem Gesagten ergibt sich vor Juni 2013 bis Ende September 2015 ein Ge
samt
invaliditätsgrad von 84 % und ab Oktober 2015 ein maximaler von 38 %. Folglich ist vom 1. Februar bis Ende September 2015 eine ganze Rente zu gewäh
ren. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
5.7
Da ab Oktober 2015 mit der Anwendung der bisherigen gemischten Methode ein re
ntenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad berechnet wurde, ist die Beschwer
deführerin darauf hinzuweisen, dass sie sich neu bei der Invalidenversicherung anmelden kann, falls sie eine Überprüfung des Invaliditätsgrades nach der neuen, ab 1. Januar 2018 gültigen Berechnungsmethode wünscht.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Die Beschwerdeführerin obsiegt im Vergleich zur im angefochtenen Entscheid
verfügten Zusprechung einer befristeten ganzen Rente vom 1. Februar bis 30. Juni
2015 (vgl.
Urk.
2)
in dem Sinne
,
dass sie zusätzlich noch bis Ende September
2015 eine
ganze Rente
ausbezahlt erhält. Darum, und weil sie mit ihren
Vorbringen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit aus somatischen und psychischen Gründen sowie bezüglich des Leidensabzugs nicht durchdrang, und mithin mit ihrem
Antr
a
g auf
weitere Leistungen ab dem Monat Oktober 2015
(vgl.
Urk.
1)
unterliegt
, rechtfertigt es sich, die Geric
htskosten zu drei Vierteln (Fr.
600.--) der Beschwerdefüh
rerin und zu einem Viertel (Fr.
200.--) der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Bei teilweisen Obsiegen hat die vertretene Partei gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG i. V. m § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese ist unter Berücksichtigung
des reduzierten Stundenansatzes für Rechtsschutzversicherungen (Fr. 185.-- exklusive Mehrwertsteuer),
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und des Masses des Obsiegens festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze
erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 400.-- (inkl. Barauslage und Mehrwertsteuer) als angemessen.