# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9c0f0d6-433b-4b74-8efe-483eb399218f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
E._
, geboren 1922, war verheiratet mit
X._
, geboren 192
7.
Im Dezember 1975 und im August 1977 übertrug er sei
nem Sohn
Y._
und seiner Tochter
Z._
als Erbvorbezug je ein Grundstück Wiesland in der Gemeinde
B._
, im September 1988 erhielt
Y._
zudem ein
Waldg
rundstück
. Gleichentags, nämlich am
19.
September 1988
,
schlossen
die Eltern
X._ und E._
mit ihren drei Nachkom
men
Y._
,
Z._
und
A._
einen Erbver
trag (Urk.
14
/18). Darin vereinbarten die Parteien, dass
im Erbfall
sämtliches, noch nicht an die beiden anderen Nachkommen als Erbvorbezüge übertragene Grundeigentum an
A._
zu Alleineigentum gehe,
dass
A._
die
bestehenden G
rundpfand- und
Faustpfandschulden in der
dannzumaligen
Höhe
zu übernehmen habe und dass
Z._
das Bienenhaus
auf
einem
der Grundstücke
erhalten solle. Für den Fall, dass
E._
vor sei
ner Ehefrau sterbe, vereinbarten die Parteien ausserdem, dass die Ehe
frau mit Aus
nahme des Grundeigentums
das gesamte übrige noch vorhandene Vermö
gen erhalte und dass ihr aus
serdem das lebenslange
Wohnrecht in der bisher von ihr zusammen mit ihrem Ehemann benützten Wohnung
im Wohnh
aus der Liegen
schaft Kat. Nr.
F._
in
B._
eingeräumt werde, welches als Dienstbarkeit zulas
ten
dieser Liegenschaft einzutragen sei. Schliesslich wurde für
X._
die Erklärung festgehalten, mit den besagten Zuwendungen für ihre güter- und erbrechtlichen Ansprüche abgefunden zu sein, und die Nachkommen erklärten, die Erbvorbezüge und die Zuweisung des restlichen Grundeigentums als gleich
wertig zu betrachten.
1.2
Am 22. Oktober 1988 verstarb
E._
. Die Erben schlossen da
rauf
hin am 24. Januar 1989 einen partiellen Erbteilungsvertrag (Urk. 14/43.3)
, mit dem
sie die
Grundstücke
und das Bienenhaus
entsprechend der
erbvertragli
chen
Vereinbarung
zuwiesen und der Witwe das Wohnrecht in der bisher be
nüt
zten
Wohnung
übertrugen. Des Weiteren
hielten die Erben fest, dass sie die Erbtei
lung
bezüglich des übrigen Erbschaftsvermögens untereinander und ohne Mitwir
kung
des
Grundbuchamtes vornehmen würden.
Am
8.
Februar 2000
wurde die
Dienstbarkeit des Wohnrecht
s wieder gelöscht (Urk.
14
/17).
1.3
Im Jahr 2009 zog
X._
in das Alterszentrum
G._
und meldete sich im
November 2009
in der Gemeinde
B._
für den Bezug von Zusatzleistungen – Ergänzungsleistungen zur AHV/IV sowie kantonale Bei
hilfe – an (Urk.
14/34). M
it Verfügung vom 7. September 2010
wies die Ge
mein
de das Gesuch
für die geltend gemachte Zeit ab dem 1. Januar 2010 ab, da die anrechenbaren Einnahmen unter
Berücksichtigung des anrechenbaren
Ver
zicht
s
vermögens
die anrechenba
ren Aus
gaben überstiegen (Urk.
14
/39 mit den
Be
rechnungsunterlagen
in Urk.
14
/38).
Z._
erhob mit
den
Schrei
ben vom 23. September
und vom 2
2.
Oktober
2010 namens ihrer Mutter Ein
sprache (Urk.
14/40 und
Urk.
14
/43
sowie
Urk.
14
/43.1-6). Mit Entscheid vom 27. Januar 2011 wies die Gemeinde die Einspra
che ab (
Urk.
14
/44).
Z._
erhob gegen diesen Entscheid namens ihrer Mutter, die Ende
Mai 2010 in ein Pflegeheim in
H._
übersiedelt war, mit Ein
gabe vom 2
1.
Februar 2011 beim Sozialversich
erungsgericht Beschwerde
mit dem
Antrag auf Zusprechung von Zusatzleistungen aufgrund der beigelegten abwei
chen
den Berechnung (
Urk.
14/46
).
Mit Urteil vom 3
1.
Januar 2013
(Prozess Nr. ZL.2011.00007)
hiess das
Sozial
ver
sicherungsgericht
die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es den an
gefoch
te
nen
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Januar 2011 aufhob und die Sache an die Ge
meinde
B._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, zurückwies
,
damit
diese
im Sinne der Erwägungen ergänzende A
bklärungen tä
tige
, nament
lich eine konkrete Schätzung des Verkehrswertes der Liegenschaf
ten veranlasse,
die zum Nachlass gehörten, einschliesslich der Liegenschaften, welche den Nach
kommen von
E._
vor dessen Tod übereignet worden waren
(
Urk.
14/56/1-16).
Das Urteil
blieb unangefochten.
1.4
In der Folge holte die Gemein
de
bei
Z._
Angaben zur Wohnung ein,
welche die
Mutter nach dem Tod des Ehemannes bewohnt hatte (S
chreiben der Gemeinde
vom 1
4.
Mai 2013,
Urk.
14/59; Angaben von
Z._
vom
6.
Juni 2013,
Urk.
14/60) und beauftragte anschliessend die
I._
mit der
Schätzung (
Vertrag vom April 2013,
Urk.
14/64/1-6 mit den für die Schät
zung
gelieferten Unterlagen in
Urk.
14/64/8-69;
S
chreiben der Gemeinde
vom 1
4.
Mai
und vom 1
8.
Juni 2013,
Urk.
14/58 und
Urk.
14/62).
A
m 2.
September 2013
legte
die
I._
die Schätzungsdokumente vor (E-Mail in
Urk.
14/66/16
mit
den An
hängen in
Urk.
14/65/1-95
).
1.5
Gestützt auf diese Dokumente nahm die
Gemeinde
die Neuberechnung des
Zu
satzleistungsanspruchs
von
X._
vor (
Urk.
14/66) und verneinte daraufhin den Anspruch für die Zeit ab Januar 2010 mit Verfügung vom
3
0.
Januar 2014 erneut (
Urk.
14/67). Mit separatem Schrei
ben vom 4.
Februar 2014
teilte sie
Z._
mit, dass auch für das Jahr 2011 kein An
spruch auf Zusatzleistungen bestehe, dass hingegen ab Januar 2012 ein An
spruch gegeben sein könnte und für die Berechnung verschiedene Belege beizu
bringen seien (
Urk.
14/68)
.
Mit Eingabe vom 2
0.
Februar 2014 erhob
Z._
in Vertretung
ihrer
Mutter erneut Einsprache mit dem Antrag, ihrer Mutter seien ab der
Ge
such
stellung
Zusatzleistungen auszurichten (
Urk.
14/69). Mit Entscheid
vom
8.
Juli 2014 wies die Gemeinde die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
14/70).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
8.
Juli 2014 erhob
Z._
mit Eingabe vom 28. Juli 2014
für
ihre Mutter Beschwerde (Urk. 1/1), teilte jedoch mit gleich
zeitig verfasstem Schreiben mit, ihre Mutter sei am 25. Juli 2014 ver
storben (Urk. 1/2).
Mit Verfügung vom
4.
August 2014 sistierte das Gericht das Verfahren bis zum Entscheid über den Antr
i
tt der Erbschaft v
on
X._
(
Urk.
5).
Z._
reichte mit Eingabe vom 8. September 2014 (Urk. 7) den Erbschein vom 19. August 2014 ein, der sie und ihre beiden Brüder
Y._
und
A._
als einzige, gesetzliche Erben ausweist (Urk. 8)
. Gleichzeitig teilte sie mit, dass sie und ihre Brüder die Erbschaft anträ
ten, und reichte die Vollmach
ten d
er Brüder an sie ein (Urk. 9/1+2).
Mit Verfü
gung vom 1
5.
September 2014 hob das Gericht die Sistierung auf und forderte die Ge
mein
de zur Beantwortung der Beschwerde auf (
Urk.
10). Diese reichte mit Ein
gabe
vom 30. Oktober 2014 (Urk. 13) die Ak
ten ein (Urk. 14/1
74) und ver
zich
tete auf die Erstattung einer eigentlichen Stellungnahme.
Mit Verfügung vom 1
3.
November 2014 wies das Gericht das Gesuch der Erben um die Aufhe
bung des Entzugs der aufschiebenden Wirkung beziehungsweise das sinnge
mässe Ge
such um die vorläufige Leistungszusprechung (vgl.
Urk.
1/1 S.
4) ab
und gab den
Erben Gelegenheit, sich
zu den eingereichten Akten de
r
Gemeinde
zu äussern (
Urk.
15). Die Erben machten davon mit Eingabe vom 2
8.
November 2014 Ge
brauch (Urk.
17). Di
e Eingabe
wurde der Gemeinde mit Zuschrift vom
3.
Dezem
ber
2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 9 Abs. 1 der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung des Bundesgeset
zes
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi
che
rung
(ELG) entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Die aner
kan
n
ten
Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten sind ge
stützt auf Art. 9 Abs. 2 ELG zusammenzurechnen.
1.2
Die anerkannten Ausgaben sind in Art. 10 ELG, die anrechenbaren Einnahmen in Art. 11 ELG aufgelistet.
Als Einnahmen angerechnet werden nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter anderem zwei
Drittel der Erwerbseinkünfte, soweit sie e
inen Freibetrag von Fr. 1'000.--
(Allein
stehende)
beziehungsweise von Fr. 1'500.--
(Ehepaare und Personen mit Kindern)
übersteigen (
lit
. a), ein Prozentsatz des Vermögens (
lit
. c), die Renten (
lit
. d) so
wie auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
lit
. g). Die letztgenannte Vorschrift stellt eine Konkretisierung des allgemeinen, im ge
samten Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grundsatzes der
Scha
den
minde
rungspflicht
dar (vgl.
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auf
lage
,
Zürich
2009, S.
151 mit Hinweis auf das Urteil des Bundes
gerichts 8C_380/2008 vom 17. September 2008).
1.3
Nach der Rechtsprechung
liegt eine Verzichtshandlung dann vor,
wenn
die a
n
spruchsberechtigte
Person
ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Ge
genleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat
, wobei diese beiden
Voraussetzungen nicht kumulativ, sondern alternativ zu verstehen sind (BGE 131
V 329).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Vermögensverzicht vorliegt beziehungs
weise
ob eine adäquate Gegenleistung für das
hingegebene Vermögen erbracht
worden ist, ist rechtsprechungsgemäss auf das Verhältnis zwischen Leistung und
Gegenleistung zur Zeit der Entäusserung des entsprechenden
Vermögens
bestand
teils
abzustellen; massgebend sind somit die Werte zu jener Zeit. Die Ermittlung dieser Werte hat jedoch nach den Normen zu erfolgen, die zur Zeit der Bean
spruchung der Zusatzleistungen gelten; es handelt sich bei diesem Grundsatz um
eine sogenannte unechte Rückwirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009, E. 6.3.1 und E. 6.3.2).
Nach Art. 17 Abs. 1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) in der Fassung
ab dem 1. Jan
u
a
r
2008
ist das anrechenbare Vermögen nach den Grundsätzen der Ge
setzgeb
ung über die direkte kantonale Steuer für die Be
wertung des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten. Dienen Grundstücke
dem Bezüger oder einer Person, die in der EL-Berechnung eingeschlossen ist, nicht
zu eigenen
Wohnzwe
cken
, so sind diese nach Art. 17 Abs. 4 ELV zum Ver
kehrswert einzusetzen. Bei
der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäusse
rung eines Grundstückes ist nach
Art. 17 Abs. 5 Satz 1 ELV der Verkehrswert massgebend für die Prüfung, ob ein Vermögensverzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG vorliegt. Nach Art. 17 Abs. 5 Satz 2 ELV gelangt der Ver
kehrs
wert nicht zur Anwendung, wenn von Gesetzes wegen ein Rechtsanspruch auf den Erwerb zu einem tieferen Wert be
steht. Gemäss Art. 17 Abs. 6 ELV können die Kantone anstelle des Ver
kehrs
wertes
einheitlich den für die interkantonale Steuerausscheidung massge
benden
Repa
r
ti
tionswert
anwenden. Der Kanton Zürich macht indessen von dieser Befugnis keinen Gebrauch (vgl. die Weisungen und Informationen be
treffend Zusatzleis
tungen zu AHV/IV, „
Voll
zugsweisungen
betr. Zusatzleistun
gen mit Wirkung ab 1. Januar 1999“ vom 24. November 1998
, einsehbar unter
www.sozialamt.zh.ch
).
1.4
Für die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts ist grundsätzlich unerheb
lich,
wie weit die Verzichtshandlung zurückliegt (vgl.
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 176). Der
anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, wird jedoch gestützt auf Art. 17a ELV ab dem übernächsten Jahr, das auf den Verzicht folgt, jährlich um Fr.
10‘000.--
vermindert.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob de
r
verstorbenen
Mutte
r der
beschwerdeführenden
Erben aufgrund der gewährten Erbvorbezüge
und der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung anlässlich des Todes
de
s Ehemannes Verzicht
s
vermögen bei der Ermittlung ihres Zusatzleistungsanspruchs anzurechnen ist.
In der Ve
rfügung vom 3
0.
Januar 2014
(
Urk.
14/66 und
Urk.
14/67)
ist
der Zeit
raum der Anspruchsverneinung nicht
näher bezeichnet. Die Berechnung, die Bestandteil der Verfügung ist, enthält jedoch nur die Zahlen per
1.
Januar 2010
(
Urk.
14/67).
Da
der
Zusatzleistungsanspruch für jedes Kalenderjahr neu festge
legt wird (
Art.
9 Abs. 1 ELG,
Art.
2
3 ELV)
und
die Rechtsbeständigkeit einer
Zu
satzleitstungsverfügung
auf das jeweilige Kalenderjahr begrenzt ist
(
Cari
giet
/
Koch,
a.a.O., S.
66 f.;
Jöhl
,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV, in: Schwei
zeri
sches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 2. Auflage,
S. 1656 f.
Rz
26 f.),
muss
die
Verfügung vom 3
0.
Januar 2014 und der sie bestätigende
Einspracheent
scheid
vom
8.
Juli 2014 ausschliesslich das Kalenderjahr 2010 betreffen.
Dem
gegen
über
hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch für das Kalenderjahr 2011 erst mit
dem
einfache
n Schreiben vom
4.
Februar 2014 verneint
(
Urk.
14/68), für den An
spruc
h des Jahres 2012
hat sie
weitere Abklärungen für erforderlich gehalten
und zu den Ansprüchen der Jahre 2013 und 2014 hat sie sich über
haupt noch nicht
geäussert.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist damit ebenfalls nur der
Zusatzleis
tungsanspruch
des Jahres 2010, auch wenn sich die Höhe des anzurechnenden Verzichtsvermögens auch auf den Anspruch der Folgejahre auswirkt.
2.2
Im Urteil vom 3
1.
Januar 2013
(
Urk.
14/56)
erörterte das
Sozialversicherungsge
richt
zunächst das generelle Vorgehen zur Ermittlung des Verzichtsvermögens
.
Es
nannte
als zusatzleistungsrelevante Entäusserungshandlungen den Ab
schluss
des Erbvertrags vom 19.
September 1988 und die partielle Er
bte
ilung vom 2
4.
Janu
ar 1989 (
Urk.
14/56 E.
2.3.3 und E.
2.4.1).
Dabei gelangte es
zum
Er
geb
nis
, dass ein zusatzleistungsrelevanter Vermögensverzicht infolge des Erb
ve
r
tra
gs
vom 1
9.
September 1988 (Urk.
14/18)
nur - aber immerhin -
soweit in Betracht falle
, als dadurch und durch die gestützt darauf vollzogene Teilung der Pflicht
teil der verstorbenen Gesuchstellerin unter
schritten werde
.
Dementspre
chend be
zeichnete das Gericht als
massgebende Grössen
für die Frage nach dem
Ver
mögensverzicht
zum einen de
n
Anspruch aus Güterrecht und zum anderen de
n
e
rbrechtliche
n
Pflichtteilsanspruch
von einem Viertel
(Art. 462 Ziffer 1 und Art. 471
Ziffer 3 ZGB)
, den die
verstorbene Gesuchstellerin
aufgrund des Todes ihres Ehemannes nach vorgängiger güterrechtlicher Auseinandersetzung
hatte (
Urk.
14/56 E.
2.3.4
und E. 2.3.5
).
Für die
güte
rrechtliche Auseinandersetzung ermittelte das Gericht eine Errun
gen
schaft im Betrag von Fr. 153‘157.05, bestehend in der vorhande
nen Bar
schaft, und bestimmte
, dass die Hälfte dieses Betrages, also gerundet Fr.
76‘578.--
, der
ver
storbenen Gesuchstellerin unter dem Titel der
Vorschlags
be
teiligung
(Art. 215
ZGB) zustehe
und die andere Häl
fte dem Nachlass anzu
rechnen sei
(
Urk.
14/56 E. 2.4.2).
Sodann
führte das Gericht aus
, dass für die Bestimmung d
es gesamten Nachlasses zum Betrag von Fr.
76‘578.--
die Werte sämtlicher zum
Erbschafts
vermögen
gehörenden Liegenschaften hinzu
zuzählen seien und dass f
ür die Ermittlung der Erbteile
zusätzlich
die Werte der Liegen
schaften dazuzurechnen
seien
, welche den Nachkommen
Y._
und
Z._
zu
Lebzeiten d
es Vaters übereignet worden seien
(vgl. Art. 475, Art. 527 und Art.
626
ZGB). Als massgebend für den Wert
a
ll
er
dieser
Li
egenschaften be
zeich
nete das Gericht die
Verkehrswert
e
zur Zeit des Erbgan
ges
beziehungs
weise der Teilung
(
Art.
630
und
Art.
617
ZGB
;
Urk.
14/56 E.
2.4.1 und E.
2.4.3).
2.3
Für die Ermittlung dieser Verkehrswerte
erachtete
das Gericht
weder die Werte gemäss dem Bodenpreismodell des Statistischen Amtes des Kantons Zürich noch die konkreten Zahlen vereinzelter
Handänderungen in der Gemeinde
B._
als
genügend
zuverlässig, sondern hielt eine k
onkrete
, rückwirkende
Schätzung
der
Liegenschaften für erforderlich. Insbesondere
führte das Gericht aus,
gemäss ei
nem
Auszug aus
derjenigen S
tatistik-Internetseite, auf die sich die
Beschwerde
gegnerin
ber
ufen habe
,
hätten
in
B._
zur massgebenden Zeit nur
ganz wenige Handänd
erungen in Bezug auf Wohnbauland
stattgefunden, namentlich sei
für
das ganze Jahrzehnt 1985 bis 1995 nur ein einziger Durchschnittspreis
- aus drei
Verkäufen -
angege
ben
. Angesichts dieser bescheidenen Datenlage, die
durch die
beigebrachten wenigen
Handände
rungsanzeigen
nicht wesentlich ver
bessert
werde,
seien
die Zahlen im genannten Bodenpreismodell für den in Sta
tistik und Schätzung nicht bewanderten Laien nicht plausibel, und namentlich
sei
für den Laien nicht erklärbar, wie es zum hohen Preissprung
vom Jahr
1988
auf das
Jahr 1989
ge
komme
n sei
(
Urk.
14/56 E.
2.5.4).
Wegen dieser Schwierigkeiten ordnete das Gericht an, dass die Beschwerd
egegnerin die Verkehrswerte sämtli
cher
Liegenschaften
- der bebauten, unbebauten und
unbebaubaren
(Landwirt
schaft, Wald) -
durch
eine Fachperson bestimmen lasse
, die
für Schätzungen von Liegenschaften nach allgemein anerkannten Methoden
spezialisiert
sei
(
Urk.
14/56 E. 2.5.5)
.
Das Gericht wies zudem darauf hin, dass die Schätzung auch relevant sein werde für die Bestimmung der Höhe des kapitalisierten Wohnrechts, das die ver
storbene Gesuchstellerin als Gegenleistung für die Überlassung der Liegen
schafte
n an die Nachkommen erhalten habe
(
Urk.
14/56 E.
2.6.1)
. Schliesslich
hatte die Beschwerdegegnerin nach den gerichtlichen Ausführungen noch zu prüfen
, wieweit die zur Diskussion stehenden Grundstücke unter die Vorschrift in Art. 17 Abs. 5 Satz 2 ELV fallen, wonach
der Ver
kehrswert
dann
nicht mass
gebend ist
,
wenn
das B
undesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB
) an
wendbar ist
. Das Gericht
hielt fest, dass
bei Anwendbarkeit des BGBB die
mit der Schätzung beauftragte Fachperson zusätzlich die massgebenden
Grund
stücks
werte
nach dem BGBB
zu ermitteln
habe (
Urk.
14/56 E. 2.7).
3.
3.1
In Nachachtung des Urteils vom 3
1.
Januar 2013 betraute die
Beschwerde
geg
ne
rin
die
I._
mit der Verkehrswertschätzung.
Gemäss der Übersicht der
I._
(
Urk.
14/65/1-2)
gelangten insgesamt sieben Grundstücke zur Schätzung, nämlich die unbebauten Grundstücke Kat. Nr.
J._
und Kat. Nr.
K._
, die in den Jahren 1975 und 1977 den beiden älteren Nach
kommen des Ehepaars
X._ und E._
übereignet worden waren
,
und die
Waldpar
zelle
Kat. Nr.
L._
, die der ältere Sohn im September 1988 erhalten hatte, sowie
die
vier
Grundstücke, die
dem
jüngere
n
Sohn
im Januar 1989 überschrieben wurden
, so das
mit Wohnhaus
bebaute Grundstück Kat. Nr.
F._
, das Grund
stück
Kat. Nr.
M._
mit Bienenhaus, d
ie Landwirtschaftsparzelle Kat.
Nr.
N._
mit Speicher
und die Landwirtschaftsparzelle
Kat.
Nr.
O._
.
3.2
Die
I._
liess sich von der Beschwerdegegnerin im Vorfeld der Schätzung die Dokumente liefern, die sie im Vertrag vom Apri
l 2013 als notwendig be
zeichnet hatte
, bestehend aus den Grundbuchauszügen, Katasterplänen und
Ge
bäudeversicherungsausweisen
(
Urk.
14/64/5,
Urk.
14/64/
8-69). Die
Schätzungs
ergebnisse
übermittelte sie der Beschwerdegegnerin anschliessend in Form von E-Mail-Anhängen (vgl. das E-M
ail vom
2.
September 2013, Urk.
14/66/16),
und diese nahm sie
als Ausdrucke
ins Dossier auf (Urk. 14/65/1
95).
Für jedes Grundstück existiert ein separates Dokument mit dem Titel „
Markt
wertschätzung
per 22.10.1988“.
Das Dokument enthält zunächst einen
Stand
ortbeschrieb
mit der Makrolage der Gemeinde
B._
und der Mikrolage des
zu schätz
enden Grundstücks
(
Urk.
14/65/6,
Urk.
14/65/20,
Urk.
14/65/33,
Urk.
14/65/45
,
Urk.
14/65/59,
Urk.
14/65/73,
Urk.
14/65/86)
. Ferner gehört ein Situationsplan zum Dokument, aus dem die genaue Lage des Grundstücks mit Strassennamen und Umgebungsgrundstücken ersichtlich ist
(
Urk.
14/65/13, Urk.
14/65/27,
Urk.
14/65/
39,
Urk.
14/65/52,
Urk.
14/65/66,
Urk.
14/65/79, Urk.
14/65/92),
und im Anhang
findet sich eine Serie von aktuellen, von den Schätzern angefertigten
Fotografien
des Grundstücks
(
Urk.
14/65/14-15,
Urk.
14/65/28,
Urk.
14/65/40,
Urk.
14/6
5/67-68,
Urk.
14/65/80-81, Urk.
14/65/93-94).
Die eigentliche Bewertung wird mit der folgenden Bemerkung eingeleitet: „Mit
tels der
Lifecycle
-Betrachtung werden der Finanzfluss und der Wertverlauf er
mittelt. Dazu dient die DCF-Methode (Abzinsungskalkulation =
Zindeszinsrech
nung
). Approximative Betriebskosten werden - w
o nötig - quantifiziert.
Fi
nanz
fluss
und Wertverlauf werden als Grafiken dargestellt.“
Es
folgen
im Falle des
mit
einem
Wohnhaus bebauten Grundstücks Kat. Nr.
F._
ein Flächenspiegel (
Urk.
14/65/8), im Falle der Landwirtschaftsparzelle Kat. Nr.
N._
mit Speicher
und der Landwirtschaftsparzelle Kat. Nr.
O._
je
ein
Bewertungsschema „Wies- und Ackerland“ (
Urk.
14/65/22 und
Urk.
14/65/61) und im Falle der
Waldpar
zelle
Kat. Nr.
L._
eine waldspezifische Wertetabelle (
Urk.
14/65/47).
Jedes der
sieben Dokumente enthält sodann
eine
„Grafik zum nominalen Finanzfluss“ und
eine
„Grafik zu den nominalen Verläufen von Werten und Investitionen
“
(Urk
.
14/6
5/10-11,
Urk.
14/65/24-25, Urk.
14/65/36
37,
Urk.
14/65/49-50,
Urk.
14/65/63-64,
Urk.
14/65/76-77, Urk
.
14/65/
89-90). Kernstück jeder Schät
zung is
t schliesslich die Aufstellung „DCF
Bewertung nominal“ (
Urk.
14/65/
9,
Urk.
14/65/23,
Urk.
14/65/35, Urk.
14/65/48, Urk.14/65/62,
Urk.
14/65/75,
Urk.
14/65/88); deren Ergebnisse sind in die jeweilige Übersicht „
Liegenscha
fts
beschrieb
“ eingetragen (Urk.
14/65/7,
Urk.
14/65/21,
Urk.
14/65/34,
Urk.
14/65/46,
Urk.
14/65/60, Urk.
14/65/74,
Urk.
14/65/87
).
3.3
Bei einer
Liegenschaftenschätzung
, die im Rahmen einer
Auseinandersetzung um
den Anspruch auf Ergänzungsleistungen erfolgt, handelt es sich rechtlich um ein Gutachten im Sinne von
Art.
44 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG).
Als solches
muss es die allge
meinen,
von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen erfüllen, na
mentlich müssen
die Schlussfolgerungen
der
sachverständigen Person in einer
Weise be
gründet sein, dass die rechtsanwendende Behörde sie prüfend nach
vollziehen kann, und die sachverständige Person muss nicht auszuräumende Unsicher
hei
ten und Unklarheiten, welche ihr die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen,
deutlich machen (
Kieser
, ATSG
Kommentar,
2.
Auflage
,
Zürich
2009, N 32 zu
Art.
44
ATSG
; Urteil des Bundesgerichts U 401/04 vom 1
3.
Juni 2005, E.
3.2
mit Hinweisen
). Diese Rechtsprechung, deren
Hauptanwendungs
ge
biet
die medizinischen Gutachten sind,
gilt
auch für
Sach
verständigenaussagen
in
den
weiteren Materien
des Sozialversicherungsrechts
.
Die
Schätzung der
I._
genügt den dargestellten Anforderungen an ein aus
reichend begründetes Gutachten nicht.
Wohl sind d
ie
Schätzungsergebnisse in den
sieben Schätzungsdokumente
n
mit Zahlen und Daten untermauert.
Es fehlt jedoch
eine beschreibende und auch für den Laien verständliche Darstel
lung der verwendeten DCF-Methode.
Des Weiteren muss
die
verwendete
Me
thode
in den Kontext anderer Methoden gestellt werden
,
und es müssen - in Be
zug auf die vorliegend interessierende Fragestellung - deren Vor- und Nachteile im Ver
gleich zu anderen Methoden erörtert
werden (vgl. zur Methodenwahl, insbe
son
dere zur sogenannten Lageklassemethode in einem
Enteignungsver
fahren
, die Überlegungen des Bundesgerichts im Urteil 1E.3/2005 vom 1
0.
Mai 2005, E.
5).
Der rechtsanwendende Laie braucht sodann
Angaben zur Verläss
lichkeit
der ver
wendeten Schätzungsmethode für die konk
reten Objekte. Denn die beschei
de
ne Datenlage zu Grundstücken in der Gemeinde
B._
war
der Hauptgrund dafür, dass das Gericht im Urteil vom
31.
Januar 2013 eine kon
krete Schätzun
g für erforderlich gehalten hat. Nachdem die
P._
die Anfrage der Beschwerdegegnerin
um
Vornahme der Schätzung ab
schlägig beantwortet hat un
d dies wiederum damit begründet hat, ihre Daten zeigten grosse Lück
en und wenig Verlässlichkeit (E
Mail vom 1
5.
Februar 2013,
Urk.
14/57/1), ist die Frage nach der Konkretheit und der Zuverlässigkeit der Schätzungen der
I._
von besonderer Relevanz.
Den vorgelegten
Schät
zungsdokumenten
kann in
dessen
der
Konkretheitsgrad der Schätzungen nicht ohne
Weiteres
entnommen
werden, was denn auch den zentralen Punkt der Rü
gen der
beschwerde
führen
den
Erben im vorliegenden Verfahren bildet (
Urk.
1/1 S.
3).
Namentlich wird nicht
deutlich, ob und in welcher Weise die Ergebnisse des Augenscheins (mit Anfer
ti
gung von Fotografien) in die Bewertung einge
flossen sind, und das gleiche gilt für die Daten, die unter dem Titel „Kommen
tare/Bemerkungen/
Unterlagen
ver
zeich
nis
“ festgehalten sind (
Urk.
14/65/
12,
Urk.
14/65/26,
Urk.
14/65/38,
Urk.
14/65/5
1,
Urk.
14/65/65,
Urk.
14/65/78,
Urk.
14/65/91).
3.4
Die Beschwerdegegnerin wird deshalb bei der
I._
eine Ergänzung zur Schätzungsdokumentation einzuholen haben, welche den Anforderungen an ein Gutachten genügt und die dargelegten Fragen beantwortet.
Zudem wird die
Be
schwerdegegnerin
noch die notwendigen Sachverhaltsabklärungen zur An
wend
barkeit des BGBB zu treffen und die
I._
gegebenenfalls
mit der
dies
falls
massgebenden Bewertung zu beauftragen haben (vgl. E. 2.7 des Urteils vom 3
1.
Januar 2013,
Urk.
14/56).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
8.
Juli 2014 ist demnach aufzuhe
ben,
und die Sache ist nochmals an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie nach Vornahme der zusätzlichen Sachverhaltsabklärungen im Sinne der Er
wägungen
die Schätzung der
I._
ergänze
n lasse
und hernach über den
Zu
satzleistungsanspruch
der
verstorbenen
Gesuch
stellerin neu verfüge.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens braucht
auf die weiteren Punkte im ange
fochtenen
Einspracheentscheid
und
auf
die Vorbringen der Beschwerdeführen
den dazu noch nicht
näher eingegangen zu werden. In dieser Hinsicht bleiben
den Parteien im Rahmen eines allfälligen neuen Beschwerdeverfahrens alle Rechte gewahrt. Ferner bleibt es den Parteien unbenommen,
sich - ohne Einho
le
n der Ergänzung der
I._
oder nach deren Vorliegen - über die
Zusatz
leis
tungsansprüche
der
verstorbenen Gesuchstellerin zu einigen.