# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8d588a4d-c6c7-4b65-a926-cb08f7437b91
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985
, absolvierte ab 13. August 2001 eine Lehre als Zimmermann
bei der
Z._
, und
trat, nachdem er die
Lehr
abschlussprüfung
nicht bestanden hatte, per 1
2.
August 2004 aus der Firma aus (vgl.
Urk.
9/2). Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war er bei der Schweize
rische
n
Unfallversicherungsanstalt (S
uva
) obligatorisch unfallversichert (vgl.
Urk.
9/1). Ansch
l
iessend arbeitet
e er im
Gartenbauunternehmen
seines
Vaters
und absolvierte dort
ab
August 2005
eine dreijährige
Lehre als Landschaftsgärt
ner (
Urk.
9/11, 9/17
). Vom 1. April bi
s 10. Juli 2009
war er
bei
A._
als
Landschaftsgärtner angestellt und üb
er den Arbeitgeber bei der
Versicherung
Y._
obligatorisch
gegen Un
fälle und Berufskrankheiten
versichert (
Urk.
3/6/26/9-13).
Mit Formular vom 25. Juni 2010
meldete
die
Z._
der
Suva
eine Berufs
krankheit mit Schadensdatum 31. Dezember 2009 und teilte mit, dass während der Lehre als Zimmermann keine allergischen Reaktionen aufgefallen seien (
Urk.
9/1). Bereits am 30. November 2009 hatte sich der arbeit
s
lose Versi
cherte bei der Invalidenversicherung wegen allergischer Reaktionen auf Pflan
zen und Tiere, Asthmaanfällen und Atemnot
für berufliche Massnahmen ange
meldet (
Urk.
3/6/21).
Die Suva
holte in der Folge ärztliche Berichte zur Abklärung einer Berufskrank
heit und zur Prüfung des Erlasses einer rückwirkenden Nichteignungsverfügung ein (
Urk.
9/6, 9/19, 9/22-25, 9/28-30, 9/33-34). Am 1. Oktober 2010 teilte sie dem Versic
herten, der am
23. August 2010 eine Lehre als Informatiker begon
nen hatte (vgl.
Urk.
6/3/44), mit, dass im Zusammenhang mit einer allfälligen Berufskrankheit vor allem die Exposition als Landschaftsgärtner massgebend sei, die entsprechende
n Betriebe jedoch nicht
ihr
unterstellt seien (
Urk.
9/35).
Ab 4. April 2011 wurde der Versicherte wegen psychische
r
Probleme zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (vgl.
Urk.
3/5/72/1). Die Arbeitgeberin teilte ihm am 27. April 2011 die sofortige Auflösung des Lehrvertrages
als Informatiker
mit
(
Urk.
3/7, vgl. auch 3/5/73). Mit Schreiben vom 28. Juli 2011 gewährte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten die Übernahme der Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Au
sbildung zum Infor
matiker EFZ,
Fachrichtung Support
,
bei der
B._
ab 1. August 2011
bis 31. Juli 2012 (
Urk.
3/5/80).
Am
14. Oktober 2011 gelangte die Suva im Rahmen der Abklärun
g der Zuständig
keit an
die
Y._
und ersuchte diese als Versicherungsträger der Firma
A._
, bei welcher der Versicherte zuletzt Kontakt zu den ge
fährdenden
Stoffen gehabt habe, um Beurteilung des Vorliegens einer Berufs
krankheit und
um
entsprechende Orientierung, damit zur Frage der Nicht
-
eignungsverfügung
Stellung genommen werden könne (
Urk.
9/45).
1.2
Die
Y._
nahm
den Fall anhand und holte eine Aktenbeurteilung von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin und Allgemeinmedizin, vom 6. F
ebruar 2012 ein
(
Urk.
9/57). Sie
teilte dem Versicherten am 20. Februar 2012 mit, dass keine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9
Abs.
1 des
Bundes
gesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
vorliege und die festgestellte Krankheit auch nicht ausschliesslich oder überwiegend durch die berufliche Tä
tigkeit als Landschaftsgärtner
im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVG
verursacht wor
den sei (
Urk.
9/59).
Hieran hielt sie mit Verfügung vom 23. Februar 2012 fest (
Urk.
9/64). Der anwaltlich vertretene Versicherte liess dagegen am 26. März 2012 Einsprache erheben und beantragen, es
sei ihm bis zum Abschluss seiner vierjährigen Ausbildung als Informatiker eine Übergangsrente sowie eine
Integ
ritätsentschädigung
wegen Berufskrankheit zuzusprechen. Eventualiter sei eine Nichteignungsverfügung zu erlassen
;
subeventuell seien ergänzende Abklärun
gen zu veranlassen (
Urk.
9/73).
Am 24. Apri
l 2012 teilte die Suva der
Y._
mit, dass zum
jetzigen Zeitpunkt die Voraussetzungen zum Erlass einer Nichteignungsverfügung nicht gegeben seien (
Urk.
9/76). Mit Entscheid
vom 24. Mai 2012 wies
die
Y._
die
Einspra
che des Versicherten unter Verneinung des Vorliegens einer Berufskrankheit ab und wies
ihn
auf die Zuständigkeitsregelung zum Erlass einer
Nichteignungs
verfügung
gemäss Art. 78 der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV) hin (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen
Entscheid
liess
X._
am 28. Juni
2012 Beschwerde erheben und bean
tragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache
sei
zu ergänzenden Abklärungen, dem
Beizug
der Akten der Invaliden
versicherung und neuerlichem Entscheid bezüglich einer Berufsunfähigkeit be
ziehungsweise Nichteignung an die zuständige Versicherung zurückzuweisen. Eventualiter sei in Bezug auf die Erwerbstätigkeit als Landschaftsgärtner die Berufsunfähigkeit festzustellen beziehungsweise eine Nichteignungsverfügung zu erlassen. In formeller Hinsicht liess der Beschwerdeführer um Beiladung der Suva zum Verfahren und um Bestellung von Rechtsanwältin Pia Dennler
-Hager
zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin sowie um unentgeltliche Prozessführung ersuchen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 17. August 2012 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 24. Oktober 2012 wurde das Gesuch um Bestellung von Rechtsanwältin Pia Dennler-Hager
zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin
bewilligt und ein zweiter
Schriftenwechsel
angeordnet (
Urk.
15). Mit der Replik vom 3. Dezember 2012 liess der Beschwerdeführer seine Anträge wie folgt präzisieren (
Urk.
17 S. 2):
„1.
Es sei in Aufhebung von Dispo.
Ziff.
2 des angefochtenen Entscheids das Verfahren für
ergänzende Abklärungen und neuerlichen Entscheid bezüglich einer Berufsunfähigkeit
bzw. Nichteignung an die zuständige Versicherung zurückzuweisen.
2.
Eventuell: Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen
Gründen nicht fähig ist, den Beruf des Landschaftsgärtners/Gartenbauers künftig
auszuüben,
3.
Eventuell: Es sei das Verfahren zum Entscheid über allfällige finanzielle Ansprüche des
Beschwerdeführers wegen Berufsunfähigkeit im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Eventuell: Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva sei unter Zustellung des
Urteils im Beschwerdeverfahren einzuladen, über die Nichteignung des Beschwerde
-
führers
zur Ausübung des Berufes des Landschaftsgärtners/Gartenbauers zu
ent
-
scheiden, soweit die Suva nicht ins vorliegende Beschwerdeverfahren beigeladen
wird.“
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Replik vom 2
0.
Dezember 2012 am Antrag auf Beschwerdea
bweisung fest (
Urk.
21)
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten
Unterlagen
wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfah
ren
sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen bzw. zu beur
teilen, zu denen die zuständige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfügung bzw. ei
nes
Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung bzw. der
Einspracheentscheid
den
beschwerdewei
se
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sach
urteilsvoraussetzung
, wenn und insoweit keine Verfü
gung bzw. kein
Einspracheentscheid
er
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Gegenstand des angefochtenen Entsch
eides bildet die Frage nach dem Vorliegen einer Berufskrankheit und allfälliger Leistungsansprüche hieraus. Sinngemäss nicht eingetreten ist die Beschwerdegegnerin auf den in der Einsprache vom 2
6.
März 2012 eventualiter gestellten Antrag auf Erlass einer
Nichteignungs
verfügung
. Dabei verwies sie zu Recht auf die gesetzliche
Zuständigkeitsord
nung
(
Urk.
2 S. 5)
:
Gemäss
Art. 84
Abs.
2 UVG in Verbindung mit
Art. 78
VUV kann die S
uva
als einzig hierfür zuständiges Durchführungsorgan der Unf
allverhütung
durch Verfügung einen Arbeitnehmer, der den Vorschriften über die arbeitsmedizini
s
che Vorsorge untersteht, von der
gefährdenden Arbeit ausschliessen (
Nichteig
nung
) oder seine Beschäftigung bei dieser Arbeit unter bestimmten Bedingun
gen zulassen (bedingte Eignung). Der Arbeitgeber erhält eine Kopie der Verfü
gung. Ist der Arbeitnehmer imstande, die Arbeit ohne Bedingungen zu verrich
ten (Eignung), so teilt es die SUVA dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber mit.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich folglich zu Recht auf den Standpunkt, für den Erlass einer Nichteignungsverfügung nicht zuständi
g zu sein
,
und verwies den Beschwerdeführer
diesbezüglich
auf die Zuständigkeit
der Suva, an welche der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
gemäss Aktenlage
jedoch seit deren Verzicht auf Erlass einer Nichteignungsverfügung
(
vgl.
Urk.
9/76)
nicht gelangt ist.
Soweit der Beschwerdeführer
in diesem Verfahren
beantragen lässt, die
Be
schwerdegegnerin
habe eine Nichteignungsverfügung zu erlassen respektive die Unfähigkeit der Berufsausübung
festzustellen (
Urk.
17 S. 2),
ist dementspre
chend
auf di
e Beschwerde nicht einzutreten.
Zum Antrag auf Beiladung der Suva zu diesem Verfahren
ist
zunächst festzuhal
ten, dass das Gericht entscheidet, wer als Beteiligter in den
Schriften
wechsel
einbezogen wird
,
und kein Anspruch auf Beiladung besteht (vgl. BGE 125 V 80 E. 8a). Da die Suva mit Schreiben vom 2
4.
April 2012 (
Urk.
9/76) vom Erlass einer Nichteignungsverfügung absah
,
und der Entscheid über das Vorlie
gen einer Berufskrankheit für die Suva keine bindende Wirkung in Bezug auf die Beurteilung der Nichteignung nach sich zieht,
ist
auf eine Beiladung
zu
ver
zichte
n
.
1.3
Weiter ist
d
er
Beschwerdeführer
darauf hinzuweisen, dass
Sinn und Zweck einer Nichteignungsverfügung nicht darin beste
ht, der versicherten Person Ansp
ruch auf Übergangstaggeld und Übergangsentschädigung im Sinne von Art. 86
Abs.
1
lit
. a und b VUV zu verschaffen.
Auch vermittelt sie keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung oder lässt Rückschlüsse auf die Höhe des Invaliditätsgrades zu.
Durch eine solche Verfü
gung soll vielmehr
ein gefä
h
rdeter Arbeitnehmer möglichst rasch von der
risi
kobehafteten
Tätigkeit ausgeschlossen werden und so ein gesundheitlicher Schaden des Arbeitnehmers abgewendet werden; zudem
schützt sie den Arbeit
nehmer vor
einem Konflikt zwischen seiner Gesundheit und der vertraglichen Arbeitspflicht
.
Durch das Übergangstaggeld und die Übergangsentschädigung soll der wirtschaft
liche Schaden, den dieser Arbeitnehmer durch den mit der
Nichteig
nungsverfügung
– nicht durch eine allfällige Berufskrankheit
im Sinne von
Art. 9 UVG
– verbundenen Eingriff in die persönliche Freiheit erleidet,
ausge
-
glichen werden. Einen wirtschaftlichen Schaden durch die Nichteignungs
-
verfügung kann die versicherte Person somit erst erleiden, wenn eine
Nichteignungsverfü
gung
tatsächlich erlassen ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_154/2010 vom 1
6.
Aug
ust 2010 E. 7.1 mit diversen Hin
weisen).
Soweit
der Beschwerdeführer beantragen lässt, es sei der Anspruch auf eine
Über
gangsrente
(gemeint wohl: Übergangsentschädigung) zu prüfen (
Urk.
17
S. 8), kann damit mangels Anfechtungsgegenstand ebenfalls nicht auf die Be
schwerde eingetreten werden.
Auch stünde ein vorfrageweiser Entscheid über die Nichteignung, wie vom Beschwerdeführer
mit
der von ihm wiederholt ge
forderten Koordination
der
Verfahren
im Sinne eines „inhaltlichen
Mindest
konsens
“ (vgl. unter anderem:
Urk.
1 S.
4 f. und S.
7 ff., 17 S. 6 ff.) ausserhalb der gesetzlichen Zuständigkeitsordnung.
Diesbezüglich
ist
er
ohne Weiterungen
auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin
hierzu
in der Ver
nehmlassung vom 1
7.
August 2012 (
Urk.
8 S. unten) verwiesen.
Materiell zu prüfen ist vielmehr, ob der Beschwerdeführer an einer Berufskrank
heit im Sinne von Art. 9 UVG leidet
.
2.
2.1
Gemäss Art. 6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3)
.
2.2
2.2.1
Nach Art. 9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (Art. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bun
desrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14
der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV)
hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt.
Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Ver
ursachung von Krankhei
ten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. "Ausschliess
liche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BG
E 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
2.2.2
Als Berufskrankheiten gelten nach Art. 9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel be
zweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinwei
s; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407).
Die Anerkennung von Beschwerden im Rahmen dieser von der Gerichtspraxis als "Generalklausel" bezeichneten Anspruchsgrundlage ist - entsprechend
der in BGE 114 V 111 E. 3c auf
g
rund der Materialien einge
hend dargelegten legislatorischen Absicht, die Grenze zwischen
krankenversi
cherungsrechtlicher
Krankheit und unfallversicherungsrechtlicher Berufskrank
heit nicht zu verwässern - an relativ strenge Beweisanforderungen gebunden. Verlangt wird, dass die versicherte Person für eine gewisse Dauer einem typi
schen Berufsrisiko ausgesetzt ist (zum Ganzen: BGE 126 V 186 E. 2b mit Hin
weis).
Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind gemäss Art. 9
Abs.
3 UVG Berufs
krankheiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gel
ten als ausgebrochen, sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behand
lung bedarf oder arbeitsunfähig
ist
(Art. 6 ATSG).
2.2.3
In BGE 117 V 354 erkannte das
Bundesgericht
, dass die Verschlimmerung einer vorbestandenen Krankheit durch Listenstoffe/Listenarbeiten (Art. 9
Abs.
1 UVG) oder durch die berufliche Tätigkeit (Art. 9
Abs.
2 UVG; Generalklausel) der dadurch bewirkten Ver
ursachung gleichgestellt wird.
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.4
Gemäss Art. 102 UVV ist bei Berufskrankheiten, die in mehreren, bei verschiede
nen Versicherern versicherten Betrieben verursacht wurden, der Ver
sicherer des Betriebes leistungspflichtig, bei dem der Versicherte zur Zeit der letzten Gefährdung beschäftigt war.
3.
3.1
Im angefochtenen Entscheid
wurde
im Wesentlichen gestützt auf die Beurtei
lung von
Dr
.
C._
vom
6.
Februar 2012
(
Urk.
9/57)
erwogen, dass weder die verschiedenen nachgewiesenen
Inhalationsallergene noch die Arbeiten als Landschaftsgärtner in der Liste gemäss Anhang 1 UVV aufgeführt seien, wes
halb der Fall nicht unter Art. 9
Abs.
1 UVG falle.
Auch sei die festgestellte Krankheit weder ausschliesslich noch stark überwie
gend durch die berufliche Tätigkeit des
Beschwerdeführers als Landschaftsgärt
ner ausgelöst worden. Vielmehr bestehe eine schicksalshafte
atopische
Disposi
tion mit einem mit 13 Jahren aufgetretenen Heuschnupfen, hierfür typischen Allergien auf viele Pollen, Tiere und Hausstaubmilben und einer typischen Familienanamnese. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liege ebenfalls nicht vor, seien doch keine weiteren Arbeitsunfähigkeiten aufgetreten; zudem sei der Beschwerdeführer nach Beendigung der Exposition wieder beschwerde
frei gewesen (
Urk.
2 S. 5).
3.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen zusammengefasst und reduziert auf die Frage der Berufskrankheit geltend machen
, dass zwar unbestritten sei, dass die
Pollen, welche
die
Rhinokonjunktivitis
und das Asthma auslösen
,
nicht in der Scha
d
stoffliste gemäss Anhang 1 zur UVV aufgeführt seien, dies werde sich je
doch de lege ferenda möglicherweise ändern, seien die Schadstofflisten doch gemäss Mitteilung des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) in Überar
beitung und in Einklang mit dem übergeordneten gesamteuropäischen
Recht zu
bringen. Zudem könne als erhärtet gelten, dass erfahrungsgemäss der Beruf des Gartenbauers neben der natürlichen Belastung durch Pflanzen und Pollenflug auch mit einem Arsenal künstlich produzierter Belastungsfaktoren einhergehe, welche das allergiebedingte Berufsrisiko deutlich erhöhten. Eine Kontaktallergie sei bereits 2008 thematisiert worden. Durch die Tätigkeit als Gartenbauer habe die vorbestehende Empfindlichkeit eine massive Symptomverstärkung erfahren. Da diese Arbeit
auch den Umgang mit Schadstoffen beinhalte, welche in der Schadstoffliste enthalten seien, genüge eine vorwiegende Verursachung von 50
%
gemäss Art. 9
Abs.
1 UVG für die Bejahung der Berufskrankheit
, zumal der hier zu beurteilende Fall mit dem in der Gerichtspraxis anerkannten „Bäckerasthma“ vergleichbar sei.
Nicht haltbar sei die These der endogenen Genese
von
Dr.
C._
, auch sei eine familiäre Vorbelastung jedenfalls nicht gehäuft gegeben.
Des Weitern dürfe
einem blossen Aktenbericht kein
ausschlaggebendes Gewicht zukommen, zumal die Beurteilung von
Dr.
C._
nicht schlüssig sei und
aufgrund seiner „Unternehmensnähe“ lediglich als interner Bericht zu werten wäre (
Urk.
1 S. 18 ff
.
, 17 S. 11 ff
.
).
4.
4.1
Der Hausarzt des Beschwerdeführers
Dr.
med
.
D._
, Facharzt
FMH für Allge
meinmedizin, erstellte im Zusammenhang mit einer IV-Anmeldung auf
grund einer Rippenbuckelkorrektur vom 1
8.
Dezember 2003 (vgl.
Urk.
3/6/3) am
1.
Juni 2004 erstmals einen Bericht zu
Handen
der IV-Stelle. Seine Diagnose lautete auf einen Status nach Rippenbuckelkorrektur am 1
8.
Dezember 2003, eine
Rhinokonkjunktivits
/Asthma-äquivalent bei Staube
xposition seit früher Kindheit (
Urk.
3/6/6).
Dr
.
med.
E._
, Facharzt FMH
für Innere Medizin und Pneumologie, diagnosti
zierte gestützt auf seine Abklärungen vom 2
7.
Juni 2008 (
unspezifizische
Bronchoprovokation
mit
Methacholin
, Lungenfunktionsprüfung,
Pricktext
) eine
Rhinokonjunktivitis
pollinos
a
und ein Asthma bronchiale bei Sensibilisierung auf
Gräserpollen
, Getreide, Baumpollen,
Beifusspollen
, Katze und Hund. Anam
nestisch notierte er einen seit 2002 bestehenden H
e
uschnupfen, welcher vor al
lem i
m April sowie im Juli/August bei
m Mähen von Rasenflächen auftrete. Bei kurzärmeliger Arbeit im Sommer als Landschaftsgärtner bekomme
d
er
Be
schwerdeführer
Hautausschläge
und er leide an einer Dyspnoe beim Arbeiten mit der Kettensäge (
Urk.
3/6/20/3-7).
Dr.
med.
F._
, Fachärztin
für Arbeitsmedizin der Suva, stellte sich in ihrer Beurteilung vom 2
9.
Juli 2010 auf den Standpunkt, dass beim Beschwerdeführer eine schicksalhafte
atopische
Disposition mit polyvalenter Sensibilisierung vom
Typ-1 gegenüber saisonalen und
perennialen
Inhalationsallergenen bestehe. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers sei es zu einer Verschlimmerung der vorbestehenden Beschwerdesymptomatik durch die Tätigkeit als Landschafts
gärtner gekommen. Ob diese saisonal oder ganzjährig sei, sei aus den Unterla
gen nicht zu erkennen; ebenso
wenig sei ersichtlich, aus welchem Grund er die Tätigkeit als Landschaftsgärtner aufgegeben habe. Sicher sei unbestritten, dass Landschaftsgärtner regelmässig und in signifikant
höherem Masse Kontakt mit den
verschiedensten
Pflanzen und
Gewächsen hätten, was ein
aggravierender
Faktor bei der Auslösung beziehungsweise Verstärkung einer vorbestehenden Allergiesymptomatik
sein
könne. Vor einer abschliessenden
Beurteilung emp
fahl
Dr.
F._
die Einholung zusätzlicher
ärztlicher Unterlagen (
Urk.
9/19)
.
Darauf holte die Suva
unter
anderem
Unterla
gen von
Dr.
med.
G._
,
Facharzt FMH für Dermatologie und Venerologie sowie
Phlebologie
SGP, ein. Dieser hatte den Beschwerdeführer am 2
7.
August 2009 (vgl.
Urk.
9/5) auf Überwei
sung
von
Dr.
D._
untersucht und diagnostizierte in seinem Bericht vom
1.
September 2009 eine
Rhinokonjunktivitis
und ein Asthma
pollinosum
bei polyvalenter Soforttypsensibilisierung insbesondere auf Gräser-, Roggen- und
Beifusspollen
.
Trotz Fehlens eines präzisen Beschwerdekalenders sei doch klar, dass für diese ausgeprägte Soforttypallergie hauptsächlich die
Gräserpollen
verantwortlich seien. Er empfehle eine
Kurzzeitsensibilierung
. Natürlich sollte der Beschwer
deführer keine Haustiere halten; den Berufswechsel vom Gärtner zum
Agrar
techniker
erachtete
Dr.
G._
als sinnvoll (
Urk.
9/6). In einem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 1
7.
Februar 2010
erklärte
Dr.
G._
,
dass ihn der Be
schwerdeführer im Juli 2002 und
im
September 2004 dreimal wegen juckender Quaddeln beim Schwitzen aufgesucht habe. Die
Rhinokonjunktivitis
und die Atembeschwerden in den Sommermonaten bestünden seit Jahren, hätten jedoch gemäss seinen Angaben nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt. Er erachtete eine
weitere Beschäftigung als Gärtn
er mit intensiver symptomatischer Therapie und Immuntherapie nicht als ausgeschlossen; eine Umschulung sei jedoch si
cher sinnvoll (
Urk.
3/6/31)
.
Dr.
D._
b
estätigte in
seinem Bericht zuh
anden der IV-Stelle vom 2
3.
Januar 2010 die Diagnosen von
Dr.
G._
und notierte ana
m
n
estisch, dass der Beschwerdeführer als Gartenbauer
bei Anstrengung zunehmend unter ver
stärkter Atemnot, Augen
b
rennen und triefender Nase gelitten habe. Seit zirka Frühling 2008 sei er im angestammten Beruf nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
3/6/28/4-8). In einem Schreiben vom
3.
September 2010 erklärte er zur Frage der Suva, ob es in den Jahren 2004 bis 2008 zu Arbeitsunfähigkeiten als
Landschaftsgärtner gekommen sei (
Urk.
9/26), dass abgesehen von diversen Ar
beitsunfähigkeiten aus anderen Gründen (Rückenschmerzen, kleinere Unfälle, etc.) einzig zwischen dem 2
4.
Juni und dem
2.
Juli 2004 eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (
Urk.
9/30).
Dr.
med.
H._
, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin der Suva, notierte gestützt auf seine ärztliche Beurteilung vom 1
5.
September 2010 (
Urk.
9/33), dass in den Jahren 2004 bis 2009 eine richtungsgebende Ver
schlimmerung einer nicht-beruflichen Pollenallergie durch die Exposition bei der Arbeit als Landschaftsgärtner im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVG eingetreten sei (
Urk.
9/34).
4
.2
Am
1.
März 2011 erstellte
das
I._
im
Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten. Neben einer allgemeinmedizinischen, einer psychiatrischen und einer rheumatologischen Abklärung wurde der Be
schwerdeführer einer fachärztlichen
pneumologischen
Untersuchung unterzo
gen. Anamnestisch aufgeführt wird darin ein seit Kindheit bestehender Heu
schnupfen. Seit Jahren tr
e
te im Sommer bei Aufenthalt im Freien ein Husten auf. Auch bestehe eine anstrengungsinduzierte Komponente der Beschwerden, weshalb keine sportlichen Betätigungen durchgeführt würden. Ein Bruder des Beschwerdeführers leide ebenfalls an Asthma bronchiale. Gestützt auf diverse Testungen und die bisherigen medizinischen Akten lautete
n
die
pneumologi
schen
Diagnosen auf ein exogen allergisches Asthma bronchiale mit im Prick-Test beziehungsweise in der RAST-Untersuchung positivem Resultat auf Gräser und Roggen, frühblühende Bäume (Birke, Hasel, Erle), Beifuss, Hausstaub-Milben, sowie Katzen- und Hundehaare, hyperreagible Atemwege mittelschwe
ren Grades und eine
Rhinokonjunktivit
i
s
pollinosa
. Unter antiasthmatischer Be
handlung in der gefährdeten Jahreszeit sowie Inhalationen zur
Symptomen
kontrolle
während des ganzen Jahres bestehe aus
pneumologischer
Sicht keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit ausser im Beruf als Landschaftsgärtner. Diese Tätigkeit sollte nicht mehr
ausgeübt
werden und es erscheine in der Rückschau klar, dass der Beschwerdeführer die Lehre als Landschaftsgärtner nie hätte beginnen sollen (
Urk.
3/5/57/24-27).
In der zusammenfassenden Beurteilung wurde aufgeführt, dass
der Beschwerde
führer, da er
die Lehre zum Landschaftsgärtner im Betrieb s
eines Vaters absol
viert habe, bei Beschwerden entsprechend geschont respektive von gewissen Arbeiten habe dispensiert werden können. Jedoch sei die Lehre zum Land
schaftsgär
t
ner von Anfang unge
eignet gewesen, weshalb seit deren Beginn
eine theoretische Arbeitsunfähigkeit in dieser Tätigkeit
von 30
%
vorgelegen habe (
Urk.
3/5/57/30).
4
.3
Sodann erstellte
Dr.
C._
als
beratender Experte
der
Beschwerdegegne
rin
am
6.
Februar 2012
ein Aktengutachten
. Seine Schlussfolgerungen lauteten dahingehend, dass weder die verschiedenen Inhalationsallergene noch die Ar
beiten als Landschaftsgärtner in
den entsprechen
den Listen im
Anhang
1 zur UVV aufgeführt seien, weshalb der Fall nicht unter Art. 9
Abs.
1 UVG zu beur
teilen sei.
Wie bereits
Dr.
F._
festgehalten habe, bestehe beim
Beschwerdeführer eine schicksal
hafte
atopische
Disposition
. Dabei spiele die Vererbung eine Rolle, seien doch beide Eltern und ein Bruder ebenfalls davon betroffen. Je stärker die Veranlagung
,
desto früher manifestierten sich – bei entsprechender Disposition – die Allergien. So habe der Beschwerdeführer typischerweise mit 13 Jahren an Heuschnupfen zu leiden begonnen. Auch seien die nachgewiesenen Allergene auf viele verschiedene Pollen, aber auch auf Tiere und Hausstaubmilben typisch für eine Allergie. Die positive Familienanamnese, der Zeitpunkt des
Besch
wer
de
beginns
und vor allem die Polysensibilisierung würden auf eine starke endo
gene Veranlagung hinweisen, welche deutlich mehr als 25
%
ausmache, wes
h
alb er der Meinung sei, dass
die Krankheit weder ausschliesslich noch stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit als Landschaftsgärtner ausgelöst worden sei.
Auch das Vorliegen einer richtungsgebenden Verschlimmerung verneinte
Dr
.
C._
: Wohl
seien mutmasslich neue Sensibilisierungen bei der Ar
beit als Landschaftsgärtner hinzugetreten, zum Beispiel auf
Coniferen
. Dies sei jedoch bei der
atopischen
Veranlagung zu erwarten gewesen und habe insge
samt nicht zu einer Verschlechterung der Symptomatik geführt. So seien keine neuen Arbeitsunfähigkeiten hinzugetreten, das Asthma habe sich nicht ver
schlimmert und nach Beendigung der Exposition sei der Beschwerdeführer je
weils beschwerdefrei gewesen. Da
s
s sich der Heuschnupfen bei der Arbeit im Freien stärker auswirke und je nach Pollenmenge und Wetter variiere, sei klar (
Urk.
9/56).
Mit Schreiben vom 2
4.
April 2012 teilte
Dr.
med.
J._
Bereichsleiterin der Arbeitsmedizinischen Vorsorge der Suva, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Allgemeine Medizin, der Beschwerdegegnerin mit, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Voraussetzungen zum Erlass einer Nichteignungsverfügung nicht gegeben seien (
Urk.
9/76).
4
.4
Auf Bitte der Vertreterin des Beschwerdeführers nahm
Dr.
D._
am 2
2.
Juni 2012 ergän
zend Stellung und erklärte
, dass beim Beschwerdeführer eine familiäre Häufung von
Atopien
, mithin eine erhöhte Berei
tschaft für Aller
gien aller Art
in ausgeprägtem Masse vorliege. Die Arbeit als Landschaftsgärt
ner sei
sicherlich ungünstig, aber nicht unmöglich. Deshalb seien auch keine längeren Arbeitsunfähigkeiten eingetreten. Der Beschwerdeführer habe sich aber über Beschwerden beklagt, welche medikamentös behandelt worden seien. Zu
s
ätzlich habe er sich aber
im Ber
uf als Landschaftsgärtner, welcher ihm wohl aufgedrängt worden sei,
auch
unwohl gefühlt.
Der Berufswechsel habe nicht nur wegen der Allergien stattgefunden. Zeitweilig seien zusätzlich psychische Prob
leme
aufgetreten
, welche wohl dazu geführt hätten, dass die Ausbildung zum Informatiker
nun in geschütztem
Rahmen stattfinde.
Zusammenfassend
könne er die Ausführungen der Suva unterstützen (
Urk.
3/13).
5
.
5
.1
Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer nicht an den Folgen eines versi
cherten Unfalles (Art. 6
Abs.
UVG in Verbindung mit Art. 9
Abs.
1 UVV) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6
Abs.
2 UVG in Verbindung Art. 9
Abs.
2 UVV) leidet, zumal es am Erfordernis der Plötzlichkeit fehlt, nachdem der Beschwerdeführer den äusseren, allenfalls schädigenden Faktoren (Aller
gene) während längerer Zeit ausgesetzt war und diese nicht plötzlich auf ihn einwirkten.
5
.2
5
.2.1
Erkrankungen der Atmungsorgane stellen eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9
Abs.
1 UVG dar, wenn sie ausschliesslich oder vorwiegend durch Arbei
ten in Stäuben von Baumwolle, Hanf, Flachs, Getreide und Mehl von Weizen und Roggen, Enzymen oder Schimmelpilzen verursacht worden sind
(Ziffer 2
lit
. b des Anhangs 1 zur UVV). Zwar leidet der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Polysensibilisierung unter anderem an einer Sensibilisierung auf Roggen
-
pollen und Baumwolle; Anhaltspunkte da
für
, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit als Landschaftsgärtner eigentlichen Stäuben von allergieauslösenden Getreidesorten oder von Baumwolle ausgesetzt war
,
u
nd diese die Krankheit
verursacht hätten, fehlen
aber
.
Des Weitern ist keines des nachgewiesenen Inhalationsallergene – wie
Dr.
C._
zutreffend ausführte (
Urk.
9/57 S. 1) – in der Liste der schädi
genden Stoffe im Sinne von Art. 9
Abs.
1 UVG i
m
Anhang 1 zur UVV
aufge
führt. Dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Tätigkeit als Landschafts
gärtner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit
in der Liste
auf
geführten Stoffen in Kontakt kam, liegt auf der Ha
nd. Jedoch sind den Ak
ten keinerlei Anhaltspunkte
da
für
zu entnehmen, dass eine Kontaktallergie durch einen dieser Stoffe ausgelöst wurde. Bei den vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang ins Feld geführten Hautausschlägen (
Urk.
1 S. 22 mit Verweis auf den Bericht von
Dr
.
E._
vom 3
0.
Juni 2008,
Urk.
3/6/20/3-7)
,
handelt es
sich gemäss
Dr.
D._
um eine Kontaktallergie auf Koniferen und andere Pflanzen
(
Urk.
9/73/6)
.
Damit stellte sich die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an keiner Berufs
krankheit im Sinne von Art. 9
Abs.
1 UVG leidet. An dieser Schlussfolgerung ändern weder die Vorbringen des Beschwerdeführers zu allfälligen zukünftigen Änderungen der Schadstoffliste noch zur Harmonisierung mit gesamteuro
-
päischem
Recht etwas (
Urk.
1 S. 18 ff.).
5
.2.2
Zudem ist
gestützt auf die Arztberichte und die übrige Aktenlage auszuschlies
sen, dass das Asthma bronchiale
mit Polysensibilisierung und
die
Rhinokon
junktivitis
sowie die im
Gutachten des
I._
diagnostizierte
Hyperreagibilität der Atemwege ausschliesslich oder stark überwiegend, mithin zu m
indestens 75
%
(vgl. obige E. 2.2.2
)
,
durch die Tätigkeit als Landschaftsgärtner im Sinne von Art. 9
Abs.
2 UVG verursacht worden ist.
Die
Rhinokonjunktivitis
nahm gemäss Aktenlage
bereits
mit zirka 13 Jahren ihren Anfang; gemäss Angaben des Beschwerdeführers anlässlich einer Bespre
chung bei
der SUVA vom 1
5.
Juli 2010 litt
er
zudem
im Kontakt mit Katzen, Ratten und Hasen schon immer unter
Asthma
. Zu welchem Zeitpunkt die Sensi
bilisierungen auf
Gräserpollen
, Getreide, Baumwoll- und
Beifusspollen
genau aufgetreten
sind,
kann, da gemäss Aktenlage erstmals am 2
4.
März 2006 ein Pricktest von
Dr.
D._
durchgeführt wurde (Beilagen zu
Urk.
9/73/6), nicht
beurteilt
werden und ist auch durch ergänzende Abklärungen nicht mehr
er
stellbar
(vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung: BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
So wies
denn auch
Dr
.
G._
auf das Fehlen eines präzisen
Beschwerdekalen
ders
hin
, erklärte
aber, dass klar sei, dass für diese respiratorische Soforttyp
-
allergie hauptsächlich die
Gräserpollen
verantwortlich seien (vgl.
Urk.
9/6).
Im Rahmen der Anmeldung bei der Invalidenversicherung vom 3
0.
November 2009 notierte der Beschwerdeführer als gesundheitliche Beeinträchtigung allergische Reaktionen au
f Pflanzen und Tiere, Asthmaanfä
lle, Atemnot, bestehend
bereits
seit 2002
(
Urk.
3/6/21/8).
In der Patientenanamnese im
Gutachten des
I._
vom
1.
März 2011 werden der Heuschnupfen, das Asthma und Hautallergien als seit der Kindheit vorliegend aufgeführt (vgl.
Urk.
3/5/57/13).
Im Lichte dessen sowie der im Wesentlichen übereinstimmenden ärztlichen
Beur
teilungen erweist sich der Schluss
von
Dr.
C._
,
wonach die posi
tive Familienanamnese, der Beginn der Beschwerden und vor allem die
Poly
sensibilisierung
auf eine starke endogene Veranlagung hindeuten würden, wel
che seines Erachtens deutlich mehr als 25
%
des Ursachenspektrums ausmache
(
Urk.
9/57/2), als
nachvollziehbar und begründet.
Dass es sich beim Bericht von
Dr.
C._
um ein
Aktengutachten handelt, spricht
denn
auch nicht
grundsätzlich gegen
seinen
Beweiswert (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_358/2010 vom 3
0.
Juni 2010
E. 5,
U 260/04 vom 1
2.
Oktober 2005 E. 5b mit Hinweis auf Urteil
U
10/87 vom 2
9.
April 1988 E. 5b, nicht
publ
. in: BGE 114 V 109, aber in: RKUV 1988 Nr. U
56 S. 366
).
Zwar konnte
sich
Dr
.
C._
nicht auf eige
ne Untersuchungen stützen
, d
och standen ihm neben
den
Bericht
en
von
Dr.
G._
vom
1.
September 2009
und von
Dr.
D._
vom
3.
September 2010
auch die von der Suva eingeholten Unterlagen z
u
r Allergiediagnostik
und den Laborbefunden
(
Urk.
9/22-25, 9/28-29, 9/30) sowie die Beurteilungen der Suva-Mediziner
Dr.
F._
und
Dr.
H._
(
Urk.
9/19 und 9/33) zur Verfügung
.
Selbst wenn die Beurteilung von
Dr.
C._
aufgrund
der vom Beschwerdeführer geltend gemachten „
Un
ternehmensnähe
“
als versicherungsinterner ärztlicher Bericht
zu werten wäre, änderte dies nichts an dessen Beweiswert, unterliegt doch auch
ein
versiche
rungsinterner
Bericht
der freien richterlichen Beweiswürdigung
(
BGE 123 V 331
E. 1c mit Hinweisen)
.
Bestätigt wird die Beurteilung von
Dr.
C._
mit dem Schluss auf eine im Wesentlichen endogene Verursachung der Erkrankungen aufgrund einer schicksalshaften
atopischen
Disposition nicht nur durch die Ausführungen von
Dr.
F._
vom 2
9.
Juli 2010 (
Urk.
9/19), sondern
insbesondere
auch durch die unmissverständliche Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 2
2.
Juni 2012, in welcher er auf die familiäre Häufung von
Atopien
mit erhöhter
Bereitschaft für
Allergien hinwies (
Urk.
3/13)
,
und durch die Schlussfolgerung
im Gutachten des
I._
, wonach die mit 30
%
beurteilte Arbeitsunfähigkeit im Beruf des Land
schaftsgärtners
seit Beginn dieser Tätigkeit b
estanden habe (
Urk.
3/5/57/30), mithin nicht erst durch diese verursacht wurde.
5
.2.3
Zu prüfen bleibt, ob eine Verschlimmerung der
vorbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigungen
bei
atopischer
Disposition
eingetreten ist, welche
aus
schliesslich oder
stark
überwiegend (mit einem Kausalantei
l von 75 %) auf die Berufsausübung als Landschaftsgärtner zurückzuführen ist
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts U 392/04 vom 1
5.
Juni 2005 E. 6.2)
.
Wie
Dr.
F._
nachvollziehbar ausführte
(
Urk.
9/19)
,
haben
Landschaftsgärtner regelmässig und in signifikant höherem Masse Kontakt mit den ve
r
schiedens
ten Pflanzen und Gewächsen
, was ein
aggravierender
Faktor bei der Auslösung be
ziehungsweise Verstärkung einer vorbestehenden Allergiesymptomatik se
in kann
.
Jedoch liegt
ebenfalls
auf der Hand, dass
sich -
wie
Dr.
C._
dar
legte (
Urk.
9/56) -
eine
Rhinokonjunktivitis
bei
atopischer
Disposition der versi
cherten Person bei A
rbeit im Freien stärker auswirkt
und je nach
Pollenmenge
und Wetter variiert, was für sich
alleine aber
noch keine richtungsgebende
Verschlimmerung
der Krankheit darstellt
.
Der Beschwerdeführer selber erklärte anlässlich der Suva-Besprechun
g vom 1
5.
Juli 2010, dass der He
uschnupfen ab Beginn der Lehre schlimmer geworden sei, er habe unter Schleimbildung und Augenbrennen gelitten. Sobald er nach Hause gegangen sei und geduscht habe, hätten die Beschwerden
jedoch
aufge
hört. Seit er keinen Kontakt zu den Allergenen mehr habe, sei er grundsätzl
ich beschwerdefrei (
Urk.
9/16).
Wie oben erwogen (E. 4.2.2
), lässt sich nicht mit überwiegender
Wahr
-
scheinlich
keit
erstellen,
zu welchem Zeitpunkt welche Sensibilisierungen hinzugetreten sind. Tatsache ist, dass der Beschwerdeführer während der Tätig
keit als Landschaftsgärtner zu keinem Zeitpunkt
wegen
der
Atem
wegserkran
kungen
krankgeschrieben worden war.
Dr
.
D._
bestätigte lediglich eine Arbeitsunfähigkeit vom 2
4.
Juni bis
2.
Juli 2004 (vgl.
Urk.
9/30). Während die
ser Zeit arbeitete der Beschwerdeführer noch als Zimmermann bei der
Z._
(vgl.
Urk.
9/2). Im Gartenbaugeschäft seines Vaters begann er
gemäss IK-Auszug vom
6.
Mai 2009 (
Urk.
3/6/17/1) erst im November 2004 zu arbeiten.
Auch wenn es durchaus möglich ist, dass
d
er
Beschwerdeführer
während der Anstellung bei seinem
Vater von gewissen, beschwerde
auslösenden
respektive
-
verstärkenden
Tätigkeiten befreit worden war, so spricht der Umstand,
dass keine einzige ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit
bis Ende der Lehrzeit vor
liegt
doch ebenso gegen eine richtungsgebende Verschlimmerung wie die Be
stätigung des Beschwerdeführers selber, dass die Beschwerden jeweils nach Be
endigung der Arbeit aufgehört hätten.
Bezeichnenderweise bestätigte
denn
auch
die
A._
der IV-Stelle mit Schreiben vom 1
4.
Dezember 2009, dass der Beschwerdeführer während der befristeten Anstellung vom
1.
April bis 1
0.
Juli 2009 keine gesundheitlichen Einschränkungen hatte (
Urk.
3/6/26/14).
Angesichts dessen erweist sich die rückwirkende Bestätigung von
Dr.
D._
vom 2
3.
Januar 2010 (
Urk.
3/6/28/4-8), wonach der Beschwerdeführer seit zirka
Frühling 2008 in der Tätigkeit als Landschaftsgärtner nicht mehr arbeitsfähig
gewesen
sei, als nicht nachvollziehbar.
Dass beim Beschwerdeführer auch weiterhin
im Wesentliche
n
die vorbestehende
von
Dr
.
D._
bereits a
m
1.
Juni 2004
bestätigte
(
Urk.
3/6/3) und
gemäss Bericht von
Dr.
E._
vom 2
7.
Juni 2008 seit
2002
bestehende
(
Urk.
3/6/20/3) saisonale
(April bis September)
Rhinokonjunktivitis
und ebenfalls bereits
vor
bestehende
Atemwegbeschwerden mit
div
ersen S
ensibilisierungen v
orla
gen
, wird unter anderem im
Bericht von
Dr.
G._
vom 1
7.
Februar 2010 (
Urk.
3/6/31/2 ff.)
bestätigt
.
Auch wenn
angesichts der dürftigen
medizinischen
Aktenlage zur gesundheitlichen Situation vor 2004
nicht ausgeschlossen wer
den kann, dass
gewisse Sensibilisierungen während der Tätigkeit als Land
schaftsgärtner neu hinzugetreten sind,
rech
tfertigt sich
zusammenfassend
weder der Schluss auf eine richtungsgebende Verschlimmerung der
Atemwegserkran
kungen
noch
die Annahme,
dass die allfällige Verschlechterung mit einem Kausalanteil von mindestens 75
%
durch die Tätigkeit als Landschaftsgärtner
verursacht worden wäre.
Eine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9
Abs.
2
UVG liegt ebenfalls nicht vor.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Für eine Überweisung der Sache an die Suva zur neuerlichen Prüfung des Erlas
ses einer Nichteignungsverfügung im Sinne des Eventualantrags 4 in der Replik vom
3.
Dezember 2012 (
Urk.
17 S. 2) besteht bei diesem Verfahrensausgang kein Anlass.
V
erständnishalber hinzuweisen
ist
der Beschwerdeführer auf den Umstand, dass weder die Verneinung des Vorliegens einer Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 UVG noch die Verneinung der Notwendigkeit des Erlasses ei
ner Nichteignungsverfügung auf das Mass der Arbeitsfähigkeit
respektive der
Arbeitsunfähigkeit
als Landschaftsgärtner
im Sinne von Art. 6 ATSG schliessen lassen.
6
.
6.1
Nach Art. 61
lit
g ATSG und § 34
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende
Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Versicherungsträger und dem Gemein
wesen steht in aller Regel keine Prozessentschädigung zu
(vgl. auch § 34
Abs.
2
GSVGer
). Für eine ausnahmsweise Zusprechung wegen leichtsinnigen und mut
willigen Prozessverhaltens seitens des Beschwerdeführers in Analogie zu § 33
Abs.
2
GSVGer
besteht kein Anlass; auch wird ein solcher durch die
Beschwer
degegnerin
nicht begründet (vgl.
Urk.
7, 21).
6
.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weist in der e
inge
reich
ten Kostennote vom 2
5.
August 2013
(Urk.
24
) für das vorliegende Verfah
re
n einen Zeitaufwand von 13,16
St
unden und Barauslagen von Fr. 75.50
aus. Diese Aufwendungen erscheinen als gerechtfertigt. Beim gerichtsüblichen
Stun
den
ansatz
von Fr. 200.-- resultiert daraus eine Entschädigung von Fr.
2‘924.10
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).