# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 699f6d61-4e5d-42c5-9d15-56dc5e3114dd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. X.1_ schloss am 10./14. November 1995 mit Y.1_/Y.2_ einen Mietvertrag über die Liegenschaft A._ mit Doppelgarage in O.1_ ab. Vereinbart wurde ein jährlicher Mietzins von CHF 85'000.00 für die Jahre 1995-1996, CHF 90'000.00 für 1996-1997 und CHF 95'000.00 für 1997-1998, welcher jeweils halbjährlich im Voraus zu zahlen sei. Danach sollte der monatliche Mietzins gemäss Index für Konsumentenpreise alle zwei Jahre angepasst werden (RG act. II.2). X.1_ bewohnt diese Liegenschaft zusammen mit seiner Ehefrau X.2_.
B. Am 15. März 2018 pfändete das Betreibungs- und Konkursamt der Region Maloja die Liegenschaft A._.
C. Mit Schreiben vom 13. Juni 2018 wies das Betreibungs- und Konkursamt der Region Maloja X.1_ gestützt auf Art. 5 VZG an, zukünftige Mietzinszahlungen ausschliesslich an dieses zu leisten. Ebenso könnten Kündigungen und Reklamationen nur noch beim Betreibungs- und Konkursamt gültig angebracht werden (RG act. II.3).
D. Zwischen den Parteien bestehen Streitigkeiten über ausstehende Mietzinszahlungen, welche in Betreibung gesetzt wurden (Zahlungsbefehle Nr. _ und Nr. _ vom 22. November 2018 betreffend Mietzinse von Juli bis November 2018 in Höhe von CHF 32'500.00; Zahlungsbefehl Nr. _ betreffend ausstehende Mietzinse in Höhe von CHF 1'800'000.00) und Gegenstand weiterer separater Verfahren vor der Schlichtungsbehörde und dem Regionalgericht Maloja (Proz. Nr. _ und _) sind.
E. Mit Schreiben vom 6. und 13. Dezember 2018 forderte das Betreibungs- und Konkursamt der Region Maloja X.1_ zur Bezahlung der ausstehenden Mietzinse für Juli bis November 2018 in Höhe von CHF 32'500.00 auf und drohte im Unterlassungsfalle die ausserordentliche Kündigung des Mietverhältnisses an (RG act. II.4).
F. Nachdem innert Frist keine Zahlungen eingegangen waren, kündigte das Betreibungs- und Konkursamt der Region Maloja den Mietvertrag mit Schreiben vom 14. Januar 2019, jeweils separat an X.1_/X.2_, auf den 28. Februar 2019 (RG act. II.5).
G. Nach Erhalt der Kündigung gelangte X.1_ am 5. Februar 2019 an die Schlichtungsbehörde der Region Maloja und beantragte mündlich, dass die
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Kündigung erst per 31. März 2019 wirksam werde. Die Parteien einigten sich in der Folge darauf, dass das Mietverhältnis per 31. März 2019 beendet werden soll, weshalb die Schlichtungsbehörde der Region Maloja das Verfahren am 21. März 2019 infolge Anerkennung abschrieb (RG act. II.6-9).
H. Nachdem X.1_/X.2_ dem Betreibungs- und Konkursamt der Region Maloja am 1. April 2019 mitgeteilt hatten, dass sie die Liegenschaft mangels eines neuen Mietobjektes nicht übergeben würden (RG act. II.10 und 11), ersuchten Y.1_/Y.2_ (nachfolgend Gesuchsteller) das Regionalgericht Maloja am 10. April 2019 um Mieterausweisung nach Art. 257 ZPO (Rechtsschutz in klaren Fällen) und beantragten was folgt (RG act. I.1):
1. Es seien der Beklagte 1 und die Beklagte 2 unverzüglich aus der Liegenschaft an der Via _, O.1_, A._ mit Doppelgarage, auszuweisen.
2. Es sei die direkte Vollstreckung anzuordnen, nämlich sei die Kantonspolizei Graubünden anzuweisen, die Ausweisung der Beklagten aus dem Mietobjekt A._ samt Doppelgarage, Via _, O.1_ umgehend mittels polizeilicher Gewalt zu vollziehen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.
I. Am 2. Mai 2019 ersuchten X.1_/X.2_ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden verzichtete am 10. Mai 2019 auf eine Stellungnahme.
J. Mit Gesuchsantwort vom 3. Mai 2019 stellten X.1_/X.2_ (nachfolgend Gesuchsgegner) die folgenden Rechtsbegehren (act. I.2):
1. Auf das Gesuch vom 10. April 2019 sei nicht einzutreten.
2. Ev. sei das Gesuch vom 10. April 2019 abzuweisen.
3. Subeventualiter sei den Gesuchsgegnern 1 und 2 eine angemessene Frist von 2 Monaten ab Rechtskrafteintritt einer allfälligen Gutheissung des Gesuches einzuräumen, bevor eine direkte, polizeiliche Vollstreckung der Ausweisung erfolgen darf.
4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich einer Mehrwertsteuer von 7.7 % unter Solidarhaftung zulasten der Gesuchsteller.
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K. Mit Replik vom 30. Mai 2019 hielten Y.1_/Y.2_ an ihren Rechtsbegehren gemäss Gesuch vom 10. April 2019 fest und bezifferten den Streitwert auf maximal CHF 9'750.00 (RG act. I.3 S. 2 f.).
L. Mit Entscheid vom 8. Juli 2019, mitgeteilt am 9. Juli 2019, betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen/Mieterausweisung erkannte der Einzelrichter am Regionalgericht Maloja was folgt:
1. Das Gesuch wird gutgeheissen und die Gesuchsgegner werden verpflichtet, den Gesuchstellern auf erstes Verlangen hin die Liegenschaft an der Via _, A._ mit Doppelgarage, O.1_, innert 20 Tagen zurückzugeben.
2. Für die Wohnungsräumung kann Polizeigewalt in Anspruch genommen werden. Die Kantonspolizei Graubünden wird angewiesen, den Gesuchstellern auf ihr Ersuchen hin und unter Vorlage dieses Entscheides bei der Räumung behilflich zu sein.
3. Das Gesuch der Gesuchsgegner um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
4. Die Gerichtskosten von CHF 1'000.- werden den Gesuchsgegnern auferlegt. Sie werden mit dem seitens der Gesuchsteller geleisteten Kostenvorschuss verrechnet unter Erteilung des Regressrechts auf Letztere.
5. Die Gesuchsgegner werden verpflichtet, die Gesuchsteller mit pauschal CHF 1'000.-, inkl. MwSt., ausseramtlich zu entschädigen.
6. Gegen diesen Entscheid kann zivilrechtliche Beschwerde geführt werden (vgl. Art. 319 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von Graubünden in 7002 Chur innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (Art. 321 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).

## Considerations