# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 488c9009-65f1-443e-b9e7-5e01bc149ba1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984, verheiratet und Mutter eines Kindes (Jahrgang 2012),
war ab
September 2015 bei der
Y._
GmbH
als
Raumpflegerin
tätig (Urk. 5/1
und Urk. 5/7
).
Bis Juni 2016 war sie dort in einem Pensum von 7-9 Wochenstunden und ab Mitteilung ihres Gesundheits
schadens im Juli 2016 in einem Pensum von 4.5 Wochenstunden tätig (Urk. 5/7 S. 2)
. Am 27. Februar 2017 kündigte sie das Arbeitsverhältnis aus gesundheitli
chen Gründen (Urk. 5/30).
Unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden meldete
sie
sich am
10. September 2016
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 5/1)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5/27
und
Urk. 5/32
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
14. Juli 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob die
Versicherte am
11. August 2017 (Urk. 1)
Beschwerde und be
antragte
sinngemäss
die Aufhebung der Verfügung vom 14. Juli 2017 sowie die
Zusprache
von Leistungen der Invalidenversicherung
(
S. 1)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
20. September 2017
(Urk.
4
) Abweisung der Beschwerde
, was der
Beschwerdeführerin am
25.
September 2017
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
6
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind
,
wird für diesen Teil die In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe
reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE
141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Ge
samtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
Entscheidend ist
bei der Festlegung des Anteils der Erwerbstätigkeit
nicht, wel
ches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbs
tätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persön
lichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die berufli
chen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Be
gabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothe
tische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der
Frage
erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurtei
lung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesens
mässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungs
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Am
tes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Ge
richt bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachver
halt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des An
spruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnah
men noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (
Urteil des Bundesge
richts 9C_662/2016 vom 1
5.
März 2017 E. 2.2
mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer
leistungsabweisenden
Verfügung vom
14
.
Juli 2017
(Urk. 2) aus,
anhand der Unterlagen sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in Behandlung und es werde keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt. Es sei davon auszugehen, dass keine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung aus
gewiesen sei, d
ie
eine
solche in
der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin oder auch in der Haushaltsführung begründen würde.
Es bestehe somit kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(S. 1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. September 2017 (Urk. 4) führte die Be
schwerdegegnerin ergänzend aus,
die vom behandelnden Psychiater attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung
be
ziehe
auch die körperlichen Leiden ein. Damit tätige er fachfremde Auskünfte, welche für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht berücksichtigt werden dürften. Zudem sei die berichtete chronische Angst auf
nicht zu berücksichti
gende
psychosoziale Faktoren zurückzuführen. Ohnehin sei das psychische Lei
den behandelbar
, denn die Beschwerdeführerin sei noch nie in einer stationären Behandlung gewesen und besuche ihren Psychiater lediglich alle drei bis fünf Wochen
. Die nicht vorhandene konsequente Behandlung lasse auf keinen allzu grossen Leidensdruck und keine ausgewiesene Therapieresistenz schliessen. Ge
samtbetrachtend sei das psychische Leiden nicht invalidisierend (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde vom
11
.
August
2017 (Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt, dass
sie seit
Dezember 2013 in ärztlicher Behandlung und seit dann arbeitsunfähig geschrieben sei. Seit
1.
März 2017
sei sie
von
ihren Ärzten
erneut
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Es bestehe nach wie vor eine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung in ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin
wie
auch in der Haushaltsführung
(S.
1
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch
auf Leistungen der Invalidenversicherung
hat.
3.
3.1
Oberärztin Dr. med.
Z._
und Assistenzärztin Dr. med.
A._
von der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
B._
, wo die Beschwerde
füh
rerin vom 29. Juli 2014 bis zum 24. Oktober 2016 ambulant behandelt wurde,
nannten in ihrem Bericht vom 8. November 2016 (Urk. 5/15
; vgl. auch Bericht vom 18. September 2014 [Urk. 5/18]
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
-
Chronisches
thorakolumbovertebrales
Syndrom mit deutlicher
myogarzialer
Komponente bei Überbeweglichkeitssyndrom
-
Generalisierte
Hyperlaxität
(
Beighton
-Score 8/9), entzündlicher Schmerztyp ohne fassbare strukturelle Veränderungen und/oder Nachweis eines lokalisier
ten Entzündungsprozesses respektive einer
seronegativen
Spondarthropathie
-
Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Psychiatrisches Konsilium vom 2. September 2014
Sie
führte
n zudem aus
,
die Beschwerdeführerin leide seit ca. 2009 an chronischen, langsam progredienten Rückenschmerzen bei ausgeprägter axialer und peripherer
Hyperlaxität
mit nächtlichen und frühmorgendlichen Beschwerden sowie Schmerzverstärkungen unter Belastung. Zudem träten intermittierend
Arthral
gien
im Sinne von Fingergelenks- und Handgelenksschmerzen auf. Die seither unveränderte Schmerzsymptomatik habe im August 2014 zu einer stationären rheumatologischen Komplextherapie
(
Hospitalisation
: 27. August bis 16. Sep
tember 2014)
geführt. D
urch die Gelenk- und Rückenschmerzen sei die Beschwer
deführerin im aktuellen, körperlich mittelschweren Beruf als Raumpflegerin sehr gefordert
,
und es träten unter de
r Arbeit regelmä
ssig
Schmerzexazerbationen
auf, sodass sie aktuell insgesamt 18 Stunden pro Monat arbeiten könne. Das aktuelle Arbeitspensum könne aufgrund der Beschwerden nicht gesteigert werden. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe gemäss psychiatrischer Beurteilung
(S. 2).
Am
12. Juli 2017 (vgl. Urk. 5/35)
teilte
Dr.
A._
der
Beschwerdegegnerin
mit
, dass die Beschwerdeführerin zuvor zuletzt im Oktober 2016 bei ihnen in Behand
lung gewesen sei und
sie nun – nach
dem sie, Dr.
A._
, aus dem Mutterschafts
urlaub zurückgekehrt sei –
aufgesucht habe. Dr.
A._
informierte die Beschwer
degegnerin darüber, dass seit dem letzten Bericht vom 8. November 2016 keine Veränderungen stattgefunden hätten. Sie habe für die Beschwerdeführerin ledig
lich nochmals eine Physiotherapie in die Wege geleitet.
3.
2
Pract
. med.
C._
, Arzt für Psychiatrie und
Psychotherapie
, welcher die
Be
schwerdeführerin
vom
5. April bis zum 24. November 2016
ambulant
behandelte,
nannte in
seinem
Bericht vom
11
.
Februar 2017
(Urk. 5/
16
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Vitamin-D-Mangel
-
Allergien auf
Acetylsalicylsäure,
Brufen
(Anaphylaxie)
-
Chronisches
t
horakolumbovertebrales
Syndrom mit deutlicher
myofaszi
aler
Komponente bei Überbeweglichkeitssyndrom
Er führte
aus, die Beschwerdeführerin
sei in ihrer bisherigen Tätigkeit vom
5. April bis 24.
November 2016 zu 100 % arbeitsunfähig. Es bestünden Ein
schränkungen aufgrund der chronischen s
chweren Rückenschmerzen, Gelenk
schmerzen im Knie, der Hüfte, der Finger,
der
lumbalen Rückenschmerzen und der Nackenschmerzen
(S. 2).
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei wegen
der stark eingeschränkten Mobilität
offenbar
nicht möglich
(
S. 3
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich bei ihrem Entscheid einzig auf die von ihr eingeholten medizinischen Berichte. Sie
liess die Beschwerdeführerin weder
vom
regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
untersuchen, noch legte sie die von ihr ein
geholten medizinischen Berichte d
ies
em für eine
medizinische
Beurteilung
vor.
Von den eingeholten medizinischen Berichten (vgl. E. 3) ist
lediglich
derjenige
der Klinik für Rheumatologie des
B._
vom 8. November 2016 (E. 3.1) verwertbar. Bei den Berichten des Hausarztes Dr.
D._
handelt es sich um blosse Ver
laufsberichte ohne Befunderhebung
(
vgl. Urk. 5/8/6 und Urk.
5/25/4-5)
.
Dieser
wies
darin
denn auch ausdrücklich
darauf
hin
, dass er
k
eine Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit vornehmen könne und
verwies dafür
auf die behandelnden Fach
ärzte
.
Der
psychiatrisch
behandelnde
p
ract
. med
.
C._
statuierte am
11.
Februar 2017
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E. 3.2). Aus seinem Bericht geht jedoch nicht hervor, inwiefern diese auf somatische und/oder psychische Leiden zurückgeht. Ebenso wenig wird aus seinem Bericht klar, welche Rolle die von ihm erwähnten psychosozialen Faktoren (chronische Angst
,
die Schweiz v
er
lassen zu müssen) dabei spiel
en. Zudem erfolgte die von ihm gestellte Diagnose ohne Verknüpfung
mit
dem erhobenen Befund.
Folg
lich
ist der Bericht nicht
ver
wertbar
.
Allein aus der Unverwertbarkeit medizinischer Unterlagen respektive fehlender verwertbarer Aussagen hinsichtlich funktioneller Einschränkungen darauf zu schliessen, dass keine solche vorliegen,
greift zu kurz
; insbesondere, wenn den vorliegenden Unterlagen Hinweise auf Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen sind.
Es
trifft zwar zu
, dass sich die Beschwerdeführerin zwischen November 2016 und Februar 2017 nicht in psychiatrischer Behandlung befand
(vgl. E. 3.2)
und
sie
sich
nicht
-
wie vorgesehen
-
einer
geplante
n
logopädischen
Untersuchung
in der Klinik für Neurologie des
B._
sowie
eine
r
weitere
n
geplante
n
stationäre
n
Be
handlung
an der Klinik für Rheumatologie des
B._
unterzog
(vgl. Urk. 5/8/6, Urk. 5/15 S. 4, Urk. 5/22
und
Urk. 5/35)
,
was
auf einen mangelnden Leidendruck hinweisen könnte
.
E
s liegen jedoch auch
Anhaltspunkte für einen bestehenden
Leidensdruck vor
:
Ihre Arbeit als Raumpflegerin kündigte
die Beschwerdeführerin
aus gesundheitlichen Gründen, obwohl sie gerne weiterhin einer Arbeit
nachge
hen würde
(vgl. Urk. 5/30 und Urk. 5/25/4-5 S. 2 Ziff. 4.3), trotz anfänglich
er
ablehnender Haltung begab sie sich letztlich in eine regelmässige, alle 3 bis 5 Wochen stattfindende Psychotherapie (vgl. Urk. 5/18 S. 2 und Urk. 5/16 S. 2 Ziff.
1.5) und
sie
nimmt
verordnete
Psychopharmaka (
Remeron
und
Lyrica
)
sowie
bei Bedarf Schmerzmittel (
Dafalgan
)
ein (vgl. Urk. 5/15 S. 3 Zi
ff. 1.5 und Urk. 5/16 S. 2 Ziff.
1.5).
Daneben bestehen nicht zu vernachlässigende Hinweise auf bedeutende somati
sche Einschränkungen
aufgrund der generalisierten
Hyperlaxität
(
Beighton
-Score 8/9)
, welche sich auch auf den Aufgabenbereichen auswirken könnten. Immerhin gaben die somatischen Beschwerden Anlass zu einer mehrwöchigen stationären Komplextherapie im August
/September
2014 und eine diesbezügliche Therapie wird von den Fachärzten der Klinik für Rheumatologie des
B._
als weiterhin notwendig
befunden
. Eine Steigerung des minimen Arbeitspensums der Be
schwerdeführerin von circa
18 S
tunden
pro Monat
erachteten diese denn auch als nicht möglich (E. 3.1).
Weder der genaue Umfang der diesbezüglichen Ein
schränkungen im Erwerbsbereich noch im Aufgabenbereich wurden
jedoch
von der Beschwerdegegnerin
abgeklärt.
Darüber hinaus bestehen ernsthafte Verdachtsmomente für das Bestehen einer somatoformen Schmerzstörung. Im psychiatrischen
Kon
s
il
anlässlich der statio
nären Komplextherapie in der Klinik für Rheumatologie des
B._
im Au
gust
/September
2014 wurde
die Verdachtsdiagnose einer
anhaltende
n
somatofor
me
n
Schmerzstörung
gestellt
(vgl. Urk. 5/18 S. 2 ad2) und am 8. November 2016 durch die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
B._
wiederholt
mit dem Hin
weis
,
es bestünde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gemäss psychiatrischer Beur
teilun
g (E. 3.1
).
Diesem Verdachtsmoment ist die Beschwerdegegnerin nicht nachgegangen.
Ferner erfolgte, trotz Hinweis auf das Vorliegen medizinisch bedingter Einschrän
kungen, eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit
nur
durch eine nicht medizi
nisch geschulte Person. Die eingeholten medizinischen Unterlagen wurden nicht dem
RAD zur Beurteilung vorgelegt.
Trotz Anhaltspunkte
n
auf ebenfalls vorhandene Einschränkungen im Aufgaben
bereich (Haushalt) wurde
auch
keine Haushaltsabklärung vorgenommen.
All diese Umstände erwecken
erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung
durch
die
Beschwerde
gegnerin.
Demzufolge
ist
die angefochtene Verfügung vom 14.
Juli 2017
aufzu
heben
und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
, da
mit diese
nach erfolgter
notwendiger
Abklärung über den Leistungsanspruch
der
Be
schwerdeführer
in
neu
verfüg
e
.
4.2
Bei der Abklärung
sind folgende Punkte zu beachten
:
Die Statusqualifikation der Beschwerdeführerin als Teilzeiterwerbstätige scheint
erwiesen
. Aus den vorhandenen Unterlagen geht jedoch nicht klar hervor, in wel
chem Verhältnis die Erwerbs- und Aufgabenbereichsanteil
e
stehen
und wie gross die Einschränkungen in den jeweiligen Bereichen
sind
.
Beispielsweise
gab die Beschwerdeführerin in ihrer Anmeldung ein wöchentliches Pensum von 15 Stun
den an
,
die einstige Arbeitgeberin
aber
, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum im Juni/Juli 2016 aus
gesundheitlichen Gründen von 7-9 auf 4,5 Wochenstunden reduziert
habe
(vgl.
Urk. 5/1 S. 6 und Urk. 5/7 S. 2 Ziff.
2.3).
Dies gilt es zu klären
, die Anteile festzulegen sowie die Einschränkungen in den einzelnen Bereichen zu bestimmen
.
Aus medizinischer
Perspektive
bleibt abzuklären, wie es sich mit der funktionel
len Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
aus
rheumatologischer
und
psy
chiatrischer
Sicht
verhält
(
bidisziplinäres
Gutachten)
.
H
insichtlich
der psychiatrischen Abklärung ist darauf hinzuweisen, dass gemäss BGE 143 V 418 grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren zu unterziehen sind. Diese
– neue -
Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bun
desgerichts 9C_580/2017 vom 16.
Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Das erforderliche Gutachten wie auch die Beschwerdegegnerin werden sich demnach auch mit den nunmehr massge
benden Standardindikato
ren auseinandersetzen zu haben.
Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und so
ziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts
9C_732/2017 vom 5. März 2018 E.
4.3.1 mit Hinweis).
Hinsichtlich der Einschränkungen im Aufgabenbereich (Haushaltsabklärung) wird insbesondere mit Blick auf die diesbezüglich
e
Schadenminderungspflicht ein Augenmerk auf allfällige Einschränkungen des Ehemanns
(angeblicher Invali
denrentenbezug seit 2008 aufgrund einer Depression [
vgl. Urk. 5/16 S. 2 Ziff.
1.4])
und seiner Möglichkeit des Mitwirkens zu legen sein
.
5.
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie von der unterliegenden Beschwer
degegnerin zu tragen.