# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c5efb790-0bd4-4f3b-a98b-e1b36a8dbd93
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1962, meldete sich am 13. September 2010 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf einen am 6. März 2010 erlittenen dreifa
chen Gesichtsbruch bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/16; vgl. Früherfassung vom 31. August 2010, Urk. 7/9). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte insbesondere das Gutachten vom 21. November 2011 von med. pract. Y._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie das neurologische Konsilium von Dr. med. Z._, Neurologie FMH, vom 30. September 2011 ein (Urk. 7/41; Urk. 7/41/18 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 6. März 2014, Urk. 7/67; Einwand vom 27. März 2014, Urk. 7/70; ergänzende Einwandbegründungen vom 22. Mai und 30. Juni 2014, Urk. 7/74 und Urk. 7/77) wies die IV-Stelle das Leistungsbegeh
ren mit Verfügung vom 16. Juli 2015 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 14. September 2015 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein polydisziplinäres Gutachten einhole und hernach erneut über den Rentenanspruch entscheide (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2015 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-85), was der Beschwerdeführerin am 22. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin ihrer Tätigkeit als Ser
viceangestellte in einem Pensum von 50 % nachgehen würde. Die restlichen 50 % entfielen in den Aufgabenbereich. Aufgrund der medizinischen Beurtei
lung sei ihr die bisherige Tätigkeit weiterhin zu 50 % zumutbar. Im Haushalt sei sie zu 44 % eingeschränkt. Entsprechend resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 22 %. Weitere Abklärungen seien nicht notwendig. Die Beschwerdeführerin führe aus, dass die Einschränkungen im Haushalt vor allem durch die Sehstörung begründet seien, welche in der augenärztlichen Untersu
chung nicht bestätigt worden seien. Somit bestehe kein ausgewiesenes Augen
leiden, das die Einschränkungen erklären würde, und die gegenüber dem Aus
sendienst gemachten Angaben seien sicher zu hinterfragen, insbesondere da sie diesbezüglich nicht in Behandlung sei und auch gestützt auf die medizinischen Berichte eine Alkohol-Problematik anzunehmen sei. Da die ermittelten Ein
schränkungen keine Rentenleistungen begründen würden, könne auf weitere Abklärungen verzichtet werden (Urk. 2).
Die Beschwerdeführerin erklärte demgegenüber, dass die Qualifikation und die Einschränkung im Haushalt unbestritten seien. Der medizinische Sachverhalt sei allerdings nicht hinreichend geklärt (Urk. 1 S. 4 f.). Das psychiatrische und neurologische Gutachten von med. pract. Y._ und Dr. Z._ sei nicht mehr aktuell, insbesondere da sich in der Zwischenzeit drei weitere Unfälle ereignet hätten. Die von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) eingeholten ophtalmologischen Berichte äusserten sich nicht zur Arbeitsfähig
keit, sondern lediglich zur Unfallkausalität. Eine neuro-ophtalmologische Untersuchung sei - trotz Empfehlung von Dr. Z._ - nicht durchgeführt wor
den. Auch hinsichtlich des verschiedentlich erwähnten übermässigen Alkohol
konsums sei der Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Allenfalls wäre eine zusätzliche neuropsychologische Abklärung induziert. Dass die Arbeitsfähigkeit mehr eingeschränkt sei als von der Beschwerdegegnerin angenommen, zeige sich auch in der grossen Einschränkung im Haushaltsbereich. Auch Dr. med. A._ des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) habe in ihrer Stellung
nahme vom 1. März 2014 festgehalten, dass eine umfassende Abklärung not
wendig sei. Zusammenfassend sei ein polydisziplinäres Gutachten mit den Fachrichtungen Ophtalmologie, Psychiatrie, Neurologie, Neuropsychologie und Rheumatologie einzuholen (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsscha
den, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invalidi
tätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in fine). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e contrario). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das Vali
deneinkommen ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/bb mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131
V
51 E. 5.1.2).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Die behandelnden Ärzte des B._ notierten in ihrem Bericht vom 8. März 2010, dass die Beschwerdeführerin am 6. März 2010 auf einer Treppe gestürzt sei und laut Angaben einer Bekannten etwa eine Minute bewusstlos gewesen sei. Die Ärzte diagnostizierten eine Tripodfraktur links und vereinbarten einen Operationstermin am 12. März 2010 (Urk. 7/22/18).
Im Austrittsbericht vom 19. März 2010 über die Hospitalisation vom 12. bis zum 13. März 2010 hielten die Ärzte des B._ fest, dass sie die dislozierte Tri
podfraktur operativ versorgt hätten, und attestierten eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit vom 12. bis zum 19. März 2010 (Urk. 7/22/14).
3.2
Dr. med. C._, FMH Innere Medizin, notierte in seinem Verlaufsbericht zuhanden des zuständigen Unfallversicherers vom 26. Juli 2010, dass die Beschwerdeführerin vier Monate nach der operativ versorgten Tripodfraktur noch weiter unter einer Hyposensibilität der linken Wange, Augenschwellungen und feinmotorischen Störungen von Konzentrationsschwierigkeiten leide. Es sei eine gesichtschirurgische Beurteilung erfolgt. Zusätzlich befinde sie sich in psy
chiatrischer Behandlung, nach Angaben der Beschwerdeführerin aufgrund einer unfallbedingten Depression (Urk. 7/22/8).
3.3
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht der Ärzte der Klinik und Poliklinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des D._ vom 22. September 2010 hielten diese im Rahmen der Diagnose fest, dass die Beschwerdeführerin am 6. März 2010 auf der Treppe gestürzt sei und eine dislo
zierte Tripod-Fraktur links erlitten habe, welche im B._ am 12. März 2010 versorgt worden sei. Postoperativ, respektive posttraumatisch leide sie unter Sensibilitätsstörungen (Hypästhesie) im Bereich Hirnnerv V2 links, sowie einer Druckdolenz über dem Foramen infraorbitale links. Weiterhin bestünden auch erhebliche Druckdolenzen im Bereich der Halswirbelsäule und sie klage über Kopfschmerzen, Schwindelgefühl sowie Kribbeln im Bereich der oberen Extremität. Als Serviceangestellte sei sie seit dem Unfalltag bis auf wei
teres vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 7/25/6 ff.).
3.4
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 23. Oktober 2010 konstatierte Dr. C._, dass die Beschwerdeführerin aufgrund einer Hypo
sensiblität der linken Wange, Augenschwellungen, feinmotorischen Störungen von Konzentrationsschwierigkeiten und Schmerzen bei der Flektion der Hals
wirbelsäule und beim Bücken, bei der Arbeit eingeschränkt sei. Die bisherige Tätigkeit sei seit dem 6. Oktober 2010 allerdings wieder zumutbar und es könne mit der vollumfänglichen Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit ab dem 6. Oktober 2010 gerechnet werden (Urk. 7/27/5 ff.).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
F._
, Psychologin/Psychotherapeutin, hielten in ihrem
von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Bericht vom
15. November 2010
eine Anpassungsstörung ICD-10 F43.22; Angst und depressive Reaktion gemischt (als Folge des Unfallereignisses vom
6.
März 2010) als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest.
Als Serviceangestellte sei die Beschwerdeführerin vom 6. März bis zum 4. Oktober 2010 vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen, seit dem 5. Oktober 2010 bestehe eine 50%ige Arbeits
fähigkeit. Seit dem Unfallereignis vom 6. März 2010 bestünden persistierende Schmerzen und Sensiblitätsstörungen in der linken Gesichtshälfte sowie Stö
rungen der Feinmotorik; auch die seit der OP veränderte Morphologie des Gesichtes belaste die Beschwerdeführerin psychisch sehr. Nebst den somatischen und neurologischen Symptomen seien auch die oben genannten psychopatho
logischen Symptome, vor allem Affektlabilität, kognitive Defizite, einge
schränkte Belastbarkeit und soziale Ängste als Folge des Unfallereignisses zu betrachten, was die Beschwerdeführerin bei der Arbeit als Serviceangestellte stark beeinträchtige (Urk. 7/30/7 ff.).
3.6
Dr. med. G._ von der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des D._ hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 26. Januar 2011 (Eingangsdatum) fest, dass aus kieferchirurgischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit vorliege (Urk. 7/33).
3.7
3.7.1
Dr. Y._ notierte im Gutachten vom 21. November 2011 als Diagnose eine erschwerte Beschwerde-Verarbeitung (ICD-10 F54) bei Status nach dislozierter Tripod-Fraktur links am 6. März 2010 und laborchemisch Hinweisen für fort
gesetzten übermässigen Alkoholkonsum (ICD-10 F10.1) (Urk. 7/41/13).
Aus gutachterlich psychiatrischer Sicht k
ö
nn
e
aufgrund der im vorliegenden Gutachten gestellten psychiatrischen Diagnose keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
im Rahmen eines psychiatrischen Störungsbildes abgeleitet werden. Eine in der Vorgeschichte durch den ambu
lant behandelnden Psychiater vorübergehend abgeleitete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der vorübergehenden psychischen
Anpassungsstö
rung kö
nn
e gutachterl
ich psychiatrisch grundsätzlich nachvollzogen werden. Diesbezüglich
seien die Angaben zur Arbeitsunfähigkeit
in den verschiedenen vorliegenden Berichten der Praxis
Dr. E._
(ver
gleiche Zusammenfassung unter 2.) widersprüchl
ich. Aufgrund der dokumentierten Befundlage
sei
die im Bericht an die Schweizerische Mobiliar Versicherungs-Gesell
schaft/Vertrauens-arzt vom 2. August 2010 attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Serv
ice-Angestellte seit dem Unfallereignis vo
m 6. März 2010 bis zum Berichtszei
tpunkt
unter versicherungsmedizinischen Kriterien gutachterlich psy
chiatrisch nach
-
vollziehbar. Aufgrund der Angaben der
Beschwerdeführerin
zur Beschwerde
-
entwicklung, der Therapiesituation und der zuletzt erhobenen Be
funde (vergleiche 3. und 4.) sei
aus gutachterlich psych
iatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Krankheitsgründen bis 10/2010 nach
-
vollziehbar dokumentiert.
Eine fortgesetzt andauernde Arbeitsunfähigkeit
im Rahmen eines fortgesetzten psy
chischen Krankheitsgeschehens kö
nn
e
zusam
-
menfassend gutachterlich psychiatrisch bei
der Beschwerdeführerin
nicht abgeleitet werden. Bezüglich der neurologischen Bewertung unter versiche
rungsmedizinischen Kriterien, die nicht Sache des psychiatrisc
hen Gutachters sei, verweise er
auf das
im Gutachten zusammengefasste und
beigelegte neuro
logische Konsilium von Dr. Z._ vom 30. September 2011 (Urk. 7/41/15).
3.7.2
Dr. Z._ konstatierte in seinem Teilgutachten vom 30. September 2011, dass aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin
und der zur Verfügung stehen
den Akten bzw
.
der k
l
inischen und e
l
e
ktrodiagnostischen Untersuchung
nach dem Sturz mit
Tripod-
Fraktur li
nks am 6. August (richtig: März) 2010 Sensibi
litäts-
Störungen im Gesicht li
nks sowie eine augenstellungs
abhängige Sehstö
rung (subjektiv z
.
T
.
mit Doppelbilder)
bestünden
.
Daneben gebe
die
Beschwer
deführerin ein chronifiziertes Schmerz-
Syndrom des Kopf
es,
vorwiegend vom Spannungstyp, z
.
T
. mit migräne
artiger Verstärkung und iB im Gesicht li
nks
an. Nach
ihren
Angaben
seien
diese Beschwerden insges
amt
erst seit dem o
bge
nannten
Unfall vorhanden bzw
.
seither
weitgehend therapie
resistent. Ebenfalls erst seit
dem
Unfall bedürfe sie einer psychiatrischen Behandlung (Gespräch und medikamentös). Frühere, für die aktuellen Beschwerden ver
antwortliche Ereignisse, verneine
sie. Di
e klinisch-neurologischen und el
ektrophysi
ologischen Untersuchungen liessen
diese Beschwerden nicht ob
jektivieren. Die Sensibili
täts-Störung beschränke
sich auf das Ausbreitungsgebiet des N trigeminusV
2
li.
Es bestehe ein mä
ssiges cervicales muskuläres Überla
stungssyndrom; das Kopf
schmerz-
Syndrom
sei
in einem Kopfschmerzkalender über mehrere Wochen konstant (gleichbleibend) dokumentiert.
Er sei nicht legitimiert, z
um Zusam
menhang Unfall - posttraumatische Beschwerden und psychiatrische Situation Stellung zu nehmen. Ein Zusammenhang
des Kopf- und Gesichtsschmerzes sowie der weiteren neuropsychol
ogischen und vegetativen Beschwerden mit d
em eingangs erwähnten Unfall sei
nicht auszus
chliessen. Ebenfalls denkbar sei
aufgrund einer Gesichtsschädel-
Fraktu
r das Persistieren von (klini
sch nicht fassbaren) Doppelbildern. Die
Beschwerdeführerin erfülle
dur
ch die regelmässige Analgetica-
Einnahme die
Kriterien für einen Medikamenten-Überdosierungs-
Kopfschmerz. Andere Ko
pfschmerz-Ursachen wü
rden verneint. Eine familiäre Belastung s
ei nicht vorhanden. Offen bleibe bezüglich Kopfschmerz der Einfluss einer cerv
icalen Komponente bei nachgewiesener li
nks
betonter Diskushernie C6/7 (
Status nach PRT in diesem Segment links 30.
6.2006). Dies insbes
ondere
, da die
Beschwerdeführerin diesbezügliche
Beschwerden wieder verstärkt wah
r
nehme. Genauere Akten dazu seien aber nicht erhältlich. Ebenso offen seien
Ursache und Beschwerderelev
anz der doch auffälligen Labor-
Konstellation. Trotz Negierung durch die
Beschwerdeführerin
sei
dabei von einem persis
tie
renden übermässigen Alkohol-
Konsum
auszugeben. Dieser wiederum kö
nn
e
für das Ausmass und
die Verarbeitung eines Schmerz-
Syndromes bzw
.
die Wirk
samkeit der Analgetica wesentlich sein; ebenso für den Umgang mit Analgetica
(Urk. 7/41/21 f.).
Die Arbeitsfähigkei
t aus neurologischer Sicht hänge
hauptsächlich vom Effek
t der empfohlenen Schmerzbasis-
Therapie mit B
egleitmassnahmen ab. Aktuell sei aufgrund des Schmerz-Syndromes aus neurol
ogischer Sicht eine
Arbeitsfähig
keit im angestammten Beruf (Serviceanges
t
ellte) von max
.
50
%
anz
unehmen. Eine Schmerztherapie kö
nn
e
im Zeitraum von mehreren Monaten zu einer
Nor
malisierung der Arbeitsfä
higkeit aus neurologischer Sicht führen. Einschrän
kend bleiben könn
t
en auffällig nicht besser behandelbare Sehstörun
gen. Bei anhaltend eingeschränkter Leistungsfähigkeit trotz Schmerzreduktion wäre eine zusätzliche neuropsychologische Beurteilung induziert (Urk. 7/41/23 f.).
3.8
Am 3. Januar 2012 lief die Beschwerdeführerin die Treppe hinunter, um Holz zu holen, rutschte dabei aus und fiel rückwärts auf die Treppenstufen (Unfallmel
dung vom 12. Januar 2012, Urk. 7/55/179). Im Auftrag der SUVA wurde am 4. April 2012 ein ambulantes Assessment an der Rehaklinik H._ durchge
führt. Die untersuchenden Ärzte hielten dabei folgende Diagnosen fest (Urk. 7/55/137):
-
Unfall vom 03.01.2012: Treppensturz
HWS-Kontusi
on
23.01.2012 MRI der HWS: Mä
ssige Osteochondrose C4 bis C7, lei
cht aktiviert. Kleine bis höchstens mittelgrosse Diskusherni
e, begleitend Unkove
rtebral- und Spondylarthrose. Mä
ssig- bis höhergradige osteo
diskale Foraminalstenose C5/6 (eine Reizung der Nervenwurzel C6 rechts wäre erklärt).
- Unfall vom 06.
03.2010: Treppensturz
Status nach Tripod-Fraktur
Status nach offener Repos
i
tion und Osteosynthese
-
Unfall vom 12/2011: Sturz beim Duschen
Ri
ppenfraktur rechts
k
onservative Behandlung
Die Ärzte notierten folgende aktuellen Probleme:
Nackenschmerzen ausstrahlend bis Auge links
Schwarze Flecken Augen be
i
dse
its mit unkontrollierten
Augenbewegun
gen
Schwindel
Linksseiti
ge Kopfschmerzen
Kein Geschmack (seit dem ersten Unfall)
Gefüh
llosigkei
t und Einschlafen des linken Armes
Konzentrationsstörungen
Reduziertes Gleichgewicht und Raum Orientierung
Die Ärzte konstatierten, dass h
insichtlich der geklagten Beschwerden ein MRI des Kopfes mit Hämosiderinsequenz zu empfehlen
sei
, da dies
,
laut
den
anam
nestische
n
Angaben, weder vor noch nach den Unfällen durchgeführt worden sei.
Hinsichtlich der
berichteten schwarzen Flecken i
n beiden Augen und des u.g. Untersuchungsbefundes
seien dringend eine ophthalmologische und eine neurologische Konsi
liaruntersuchung zu empfehlen. Aufgrund der bestehenden Konzentrationsstörungen, Gedächtniss
törungen, Ratlosigkeit, Verzweiflung und Parathymie sei eine psychosomatische Konsiliaruntersuchung indiziert. Bis zum Abschluss der Abklärungen sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszu
gehen (Urk. 7/55/139)
.
3.9
Am 11. Mai 2012 führte PD Dr. med. I._, leitende Ärztin Neuroradi
ologie des B._, ein MRI des Schädels durch. Sie notierte, dass kein Hinweis auf posttraumatische Veränderungen vorlägen. In der tiefen weissen Substanz des Centrums semiovale bestünden kleine unspezifische hyperintense Foci linksseitig; diesbezüglich sollten kleine embolische vaskuläre Läsionen (kardiale und vasogene Quelle aus den grossen Halsarterien) ausgeschlossen werden. Es bestehe kein Hinweis auf eine entzündliche Pathologie und keine Sinusvenenthrombose (Urk. 7/55/124).
3.10
Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie FMH, erstattete am 13. August 2012 seinen neurologischen Konsiliarbericht im Auftrag der SUVA (Urk. 7/55/99 ff.). Er hielt fest, dass r
ein aufgrund der Aktenlage eine Schädel- und Wirbelsäulenprellung, ohne begleitende strukturelle Verletzungen des zentralen oder peripheren Nervensystems
,
nicht
nachvollzogen werden
könne
. Der Eindruck aus den Akten
habe
bei der aktuellen Untersuchung bestätigt wer
den
können
. Die
Beschwerdeführerin sei
fokal-neurologisch, abgesehen von einer vorbestehenden Sensibilitätsstörung im Bereich des
2.
und
3.
Trigeminusastes links nach einer Gesichtsschädelfraktur, unauffällig. Die H
alswirbelsäule (HWS)
sei
bei der aktuellen Untersuchung schmerz
fr
ei normal beweglich
gewesen
. In der ergänzenden Neurosonographie
hätten
auch keine Hinweise für ein
e stattgehabte traumatische Gef
ässdissektion
vorgelegen.
Die ergänzenden elektrophysiologischen Untersuchungen
hätten
weder Hinweise für eine peripher neurogene Schädigung noch für eine ra
dikuläre oder medulläre Läsion ergeben. Aus den Akten der Suva ergebe
sich, dass die
Beschwerdefüh
rerin
nach einem Treppenst
urz mit Tripod-Fraktur am 6. März
201
0 bereits unter gemischten diff
us-somatischen und psychischen Symptomen
ge
litt
en habe
. In Bezug auf
den neuerlichen Sturz vom 3. Januar
2012
sei
kein unfall
kausaler neurologischer Gesundheitsschaden nachweisbar. D
ie angegebenen Sehstörungen erinnerten
am ehesten an so genannte harmlose „mouches vo
lantes". Diesbezüglich empfehle
sich noch eine augenärztliche Ausschlussdi
agnostik. Die in der zerebralen MRI
beschriebenen Marklagerveränderungen
seien
nicht als posttraum
atisch zu beurteilen und entsprä
chen am ehesten unspezifischen unfallfremden mikrovaskulären Veränderungen, beispielsweise im Rahmen eines bislang unerkannten Hypertonus. Bei der aktuellen
neurolo
gischen Untersuchung sei
der Blutdruck mit 160:90 mmHg leicht erhöht
gewe
sen
. Diesbezüglich sollte nochmals hausärztlich kontrolliert und ggfs. eine anti
hypertensive
Behandlung eingeleitet werden (Urk. 7/55/104 f.).
3.11
Die Ärzte der Augenklinik des B._ hielten in ihrem von der SUVA eingeholten konsiliarischen ophtalmologischen Untersuchungsbericht vom 31. Oktober 2012 folgende Diagnosen fest (Urk. 7/55/10 f.):
Zirkuläre Gesichtsfeldeinschränkung beidseits
Nahexophorie
Hyperopie und Astigmatismus beidseits
Presbyopie
Siccasymptomatik beidseits
Status nach
fok
aler Chorioretinitis rechts, differentialdiagnostisch
Toxo
plasmose
Status nach Treppensturz 6. März 2010 mit Status nach
Tripodfraktur und
Status nach offener Reposition und Osteosynthes
e
Status nach
Sturz beim Duschen 12/2011 mit C1 Rippenfraktur rechts und anschliessender konservativer Behandlung
Status nach
erneutem Treppensturz
vom 3. Januar
2012 mit HWS-Kontu
sion
Die
Beschwerdeführerin berichte über Ada
ptionsschwierigkei
t
en insbesondere beim Übergang vom Dunkeln in
die Helligkeit, ausserdem klage sie ü
ber Schwindel und
„
unkontrollierte
Augenbewegungen", zeitweise sehe
sie ebenfalls schwarze Punkte. Bei der Untersuchung de
r Augen an der Spaltlampe finde
sich eine leichte Sicca mit einer etwas reduzierten Tränenaufreisszeit
. Zusätzlich zeige
sich eine leichte chronische Lidrandentzündun
g. Aufg
rund dessen h
ätten sie
eine Befeuchtungstherapie mit Lacrycon UD Augentropfen eingeleitet und sie hi
nsichtlich
einer korrekten Lidrandhygiene instruiert. Die von der
Beschwerdeführerin
erwähnten schwarzen Punkte könn
t
en mit Glaskörpertrü
bungen erklärt werden, die die
Beschwerdeführerin gelegentlich sehe. Dies sei
eine
gutartige Veränderung des Glaskörpers und bedü
rf
e
keiner weiteren Thera
pi
e. Im orthoptischen Status zeige
sich ei
ne leichte Nahexophorie, dies kö
nn
e
kompensiert werden und mach
e keine Beschwerden. Die
S
ehschärfe in die Ferne betrage
mit der entsprechen
den Korrektur 1.0. In die Nähe sei sie nicht voll korr
i
gierbar. Es bestehe volle Binokularfunktion. Sehr auff
ällig
seien
die Gesichtsfelduntersuchungen. Diese zeig
t
en beidseits massive konzentrische Einschränkungen, einem Röhrenblick gleichend. Se
l
tsam
sei
jedoch, dass die konzentrische Einschränkung des Gesichtsfeldes be
i der initialen Untersuchung zugenommen habe
, wenn sich die
Beschwerdeführerin auf 1 m entfernt habe
. In der Regel sollte es gerade umgekehrt der Fall sein, da mit steig
ender Entfernung die Ausdehnung
des Gesicht
s
feldes zun
ehme.
Die Gesichtsfelduntersuchung vom 2
4. Oktober 20
12
habe
dieses Phänomen nicht mehr
gezeigt
. Ein morpho
logisches Korre
l
at für die beschriebenen Gesichtsfeldanomalien
hätten sie
nicht nachweisen
können
. Zusammenfassend
seien
die Angaben der
Beschwerdefüh
rerin
und die erhobenen Befunde inkohä
rent und nicht eindeutig einem Krank
heitsbil
d zuzuordnen. Zur weiteren Abklä
rung könnten
elektrophysiologische Tests (z.
B. mERG)
von Nutzen sein (Urk. 7/55/11).
3.12
Dr. med. K._, , hielt in seinem von der Beschwerde
führerin eingeholten Arztbericht vom 23. Dezember 2013 fest, dass die Beschwerdeführerin keine Medikamente nehme. Um die Arbeitsfähigkeit einschätzen zu können, sei eine psychiatrische Beratung und Einschätzung notwendig (Urk. 7/64/5).
4.
Zu prüfen ist vorab die Qualifikation der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang, ob sie im Gesundheitsfalle über einen invalidenversicherungs
rechtlich relevanten Aufgabenbereich verfügen würde oder die nicht zum aus
serhäuslichen Erwerb genutzte restliche Zeit als Freizeit und damit als invali
denversicherungsrechtlich nicht versichert zu werten ist:
4.1
Für
den Rentenanspruch
finden
einzig die Einschränkungen in der Erwerbs
-
fähig
keit und im sogenannten Aufgabenbereich Berücksich
tigung
, nicht jedoch Freizeitaktivitäten oder alltägliche Lebensverrichtungen. Als Aufgaben
bereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27 IVV). Darunter fallen praxisgemäss auch die unentgeltliche Betreuung und Pflege von Familienangehörigen oder ehrenamtli
che Engage
-
ments (vgl. BGE 130 V 360 E. 3.3), nicht jedoch sportliche Aktivitä
ten oder Hobbys. Besteht kein Aufgabenbereich, spielt ein erhöhter Zeitbedarf für Alltagsverrichtungen keine Rolle. Solche Einschränkungen wären allenfalls im Rahmen der Hilflosenentschädigung zu prüfen. Andererseits ist im Erwerbs
bereich nicht massgebend, was die
v
ersicherte Person, wäre sie gesund geblie
ben, im besten Fall zu erzielen im Stande wäre. Ist aufgrund der gesamten Umstände des Einzelfalls anzunehmen, dass sie sich als Gesunde voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstätigkeit aus freien Stücken begnügen würde, so ist darauf abzustellen (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bun
desgerichts zum IVG, Zürich
/Basel/Genf
2014,
3. Aufl., Art.
28a N 71 mit Hin
weisen).
4.2
Massgebend ist entsprechend, ob sich die Beschwerdeführerin zusätzlich zur teilzeitlichen Erwerbstätigkeit vor Eintritt des Gesundheitsschadens in einem Aufgabenbereich betätigt hat. Im Protokoll über die Eingliederungsberatung vom 3. April 2012 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin klar und mehrmals betont habe, dass sie bei voller Gesundheit nur 50 % arbeiten würde. Sie habe in den letzten Jahren trotz finanziellen Schwierigkeiten auch nur 50 % gearbeitet und würde dies auch jetzt tun. Sie habe genug zu tun im Haus und Garten ihres Partners (Urk. 7/47/4). Auch anlässlich der Haushaltsabklärung führte sie aus, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin 50 % gearbeitet hätte (Urk. 7/58/2). Aktuell lebt die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem bereits pensionierten Lebenspartner in einer 2.5-Zimmerwohnung. Hinweise darauf
, dass die Beschwerdeführerin einen Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 IVV ausüben würde, wäre sie gesund
, liegen keine vor (vgl. Urk. 7/58)
. Unter diesen Umständen kann nicht vom Vorliegen eines Aufgaben
bereichs ausgegangen werden,
da
die Führung eines
Zweipersonenhaushalts
nach allgemeiner Lebenserfahrung auch
bei
einem vollzeitig Erwerbstätigen an
fällt und vom bereits pensionierten Partner auch im Gesundheitsfalle eine Entlastung erwartet werden dürfte.
4.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin ohne Gesundheitsschaden auch
im Gesundheitsfall
einem 50 %-Pensum nachgehen würde
, was auch seitens der Parteien unbestritten blieb (vgl. Urk. 1 S. 5 und Urk. 2)
. Aufgrund der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teilzeiterwerbstätige ohne Betätigung im Aufgabenbereich kommt vorliegend die gemischte Methode nicht zur Anwendung. Dementsprechend ist für die Invaliditätsbemessung einzig ein
Einkommens
vergleich vorzunehmen.
5
.
Um einen Einkommensvergleich vornehmen zu können, ist v
orab zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage die Beurteilung des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit der Beschw
erdeführerin zulässt und falls ja, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin im zeitlichen Ablauf allenfalls eingeschränkt gewesen war.
5
.1
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 1
3.
September 2010 zum Leistungsbe
zug an, womit ihr frühestens ab dem
1.
März 2011 ein
Rentenanspruch zustehen würde (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
Das
psychiatrische und das neurologische
Gutachten vom
30. September bzw. 21. November 2011 erfüllen
sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.5).
Sie beruhen
auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter und wurde
n
in Kenntnis der relevanten Vorakten
(Urk. 7/41/4 f.; Urk. 7/41/18)
abgegeben.
Sie würdigen
die vorhandenen Arztberichte sorgfältig
(
vgl. Urk. 7/41/4; Urk. 7/41/13; Urk. 7/41/15). Sie berücksichtigen
die
von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzen
sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusamm
enhänge ist einleuchtend und die Gut
achten sind
schlüssig.
Gestützt auf das psychiatrische und das neurologische Gutachten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwer
deführerin ihre angestammte Tätigkeit als Serviceangestellte seit März 2011 in einem Pensum von 50 % (wieder) hätte ausüben können (vgl. E. 3.7).
Auch die behandelnden Ärzte kamen zu keinem anderen Schluss: Dr. C._ attestierte eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit ab dem 6. Oktober 2010 (E. 3.4). Dr. E._ und Dr. phil. F._ hielten dafür, dass seit dem 5. Oktober 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (E. 3.5). Dr. G._ hielt am 26. Januar 2011 fest, dass aus kieferorthopädischer Sicht keine Arbeitsunfä
higkeit vorliege (E. 3.6).
Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdefüh
rerin ihre angestammte Tätigkeit spätestens ab März 2011 wieder in ihrem ursprünglichen Pensum von 50 % hätte ausüben können. Entspre
chend war sie im Rahmen ihres angestammten Pensums nicht mehr arbeitsun
fähig und erlitt sie keine Erwerbseinbusse. Da die Beschwerdeführerin über kei
nen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Aufgabenbereich verfügt und sie ab März 2011 keine Erwerbseinbusse erlitt, betrug der Invaliditätsgrad spä
testens ab dem 1. März 2011 0 %.
5.2
Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand ab März 2011 bis zum Verfü
gungserlass verschlechterte. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29
ter
IVV neu zu laufen beginnt (vgl.
Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich/Basel/Genf 2014,
3.
Aufl.,
Art. 28 N 35
mit Hinweisen).
Im Protokoll über die Eingliederungsberatung vom 3. April 2012 wurde festgehal
ten, dass die Beschwerdeführerin angab, seit Ende November 2011 drei weitere Unfälle gehabt zu haben. Am 27. November 2011 sei sie in der Dusche ausgerutscht, im Dezember sei sie die Treppe hinunter unter gestürzt (nur der Hausarzt sei informiert) und am 3. Januar 2012 sei sie wiederum die Treppe hinunter gestürzt (Urk. 7/47/3).
Die SUVA übernahm für den Sturz vom 3. Januar 2012 die Kosten für die Heilbe
handlung und erbrachte Taggeldleistungen (Urk. 7/55/178) bis zum 1. Dezember 2012 (Schreiben vom 13. November 2012, Urk. 7/55/7). Die Ärzte der Rehaklinik H._ hielten in ihrem Bericht vom 4. April 2012 fest, dass bis zum Abschluss von weiteren Untersuchungen eine vollumfängliche Arbeitsun
fähigkeit zu attestieren sei (E. 3.8). Gestützt auf das MRI vom 11. Mai 2012 (E. 3.9), die neurologische Beurteilung von Dr. J._ (E. 3.10) sowie die augenärzt
lichen Untersuchungen vom 11. September und 24. Oktober 2012 (E. 3.11) sind keine gesundheitlichen Verschlechterungen im Vergleich zum Gesundheitszu
stand vor dem Sturz vom 3. Januar 2012 bzw. zum Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. Y._ und Dr. Z._ auszumachen:
Aus neurologischer Sicht hielt Dr. J._ fest, dass die Beschwerdeführerin fokal-neurologisch, bis auf die vorbestehende Sensibilitätsstörung im Bereich des 2. und 3. Trigeminusastes links nach der Gesichtsschädelfraktur, unauffällig sei. Die im MRI beschriebenen zentralen Marklagerveränderungen seien nicht als posttraumatisch zu beurteilen und entsprächen am ehesten unspezifischen unfallfremden mikrosvaskulären Veränderungen (E. 3.10). Damit ist mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht spätestens am 13. August 2012 (Bericht von Dr. J._) wieder dem Gesundheitszustand vor dem Unfall vom 3. Januar 2012 entsprach, womit der Beschwerdeführerin aus neurologi
scher Sicht seither mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 50%ige Arbeits
fähigkeit als Servicemitarbeiterin wieder zumutbar war (E. 3.10).
Nach den augenärztlichen Untersuchungen hielten die Ärzte des B._ fest, dass kein morphologisches Korrelat für die beschriebenen Gesichtsfeldanomalien habe nachgewiesen werden können. Zusammenfassend seien die Angaben der Beschwerdeführerin und die erhobenen Befunde inkohärent und nicht eindeutig einem Krankheitsbild zuzuordnen. Weitere andauernde erhebliche Einschrän
kungen notierten die Ärzte keine (E. 3.11).
Entsprechend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass allfällige Unfallfolgen des Sturzes vom 3. Januar 2012 - wie von der SUVA festgehalten - spätestens am 1. Dezember 2012 wieder vollumfänglich abgeheilt gewesen waren und der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin danach, wie sowohl von den behandelnden als auch begutachtenden Ärzte früher fest
gehalten (vgl. E. 5.1), wieder eine Tätigkeit als Serviceangestellte in einem 50%-Pensum zuliess. Entsprechend ist spätestens ab dem 1. Dezember 2012 wiede
rum von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 0 % auszugehen.
Ein Anspruch auf eine befristete Rente ist ebenfalls zu verneinen, da die Beschwerdeführerin maximal während 11 Monaten höhergradig eingeschränkt gewesen war und das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG entspre
chend nicht abgelaufen war.
5.3
Vollständigkeitshalber ist festzuhalten, dass der somatische Gesundheitszustand sich anhand der im Recht liegenden Akten abschliessend beurteilen lässt und sich weitere Abklärungen entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin erübrigen: Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, dass entsprechend den Empfehlungen der untersuchenden Augenärzte des B._ eine elektrophysiolo
gische Untersuchung angezeigt gewesen wäre, ist darauf hinzuweisen, dass sowohl Dr. Z._ als auch Dr. J._ eine solche vorgenommen hatten. Dr. Z._ konstatierte diesbezüglich, dass die elektrophysiologischen Untersuchungen die Beschwerden nicht objektivieren liessen (vgl. E. 3.7.2), und Dr. J._ führte aus, dass die elektrophysiologischen Untersuchungen weder Hinweise für eine peri
pher neurogene Schädigung noch für eine radikuläre oder medulläre Läsion ergeben hätten (vgl. E. 3.11).
Aus psychiatrischer Sicht ist festzuhalten, dass
Alkoholismus für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes
begründet
. Vielmehr wird er invaliden
versicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
ziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Sucht
mittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist (Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002 E. 2b).
Dr. Y._ berücksichtigte einen allfälligen übermässigen Alkoholkonsum, verneinte allerdings einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.7.1). Dass diesbezüglich eine invalidenversicherungs
rechtlich relevante Verschlechterung vorliegt, ist - gerade unter Berücksichti
gung, dass in den neueren Berichten keine Hinweise auf eine allfällige Alkohol
problematik bestehen (E. 3.8-3.12) und sie sich gemäss eigenen Angaben nicht in psychiatrischer Behandlung befindet (vgl. Schreiben vom 18. Oktober 2013, Urk. 7/62) - nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
5.4
Damit erweist sich die Verfügung im Resultat als richtig und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr. 1'000.--) auf Fr. 800.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.