# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f6c4950d-e1db-5fea-81ac-f98cfca2f59a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
X.Y. wurde am 12. Juli 2016 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2015
ermessensweise mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 5‘200 und einem
steuerbaren Vermögen von CHF 32‘000 veranlagt. Auf der Schlussrechnung wurde
vermerkt, der Steuerbetrag von CHF 22.15 werde wegen Geringfügigkeit nicht
bezogen. Auf die dagegen erhobene Einsprache trat das kantonale Steueramt am 17.
August 2016 nicht ein. X.Y. wandte sich gegen diesen Einspracheentscheid mit
Eingabe vom 25. August 2016 an die Verwaltungsrekurskommission, die mit Entscheid
vom 27. September 2016 auf den Rekurs mangels schutzwürdigen Interesses nicht
eintrat.
X.Y. (Beschwerdeführer) erklärte gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) am 5. Oktober 2016 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht und fügte auf dem Entscheid an, der Abteilungspräsident der
Vorinstanz sei „blöd“ und das Steueramt „kriminell“. Er habe zu den Zahlen Beweise
verlangt und sie nicht bekommen. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 7. Oktober
2016 wurde X.Y. unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall aufgefordert, die
Beschwerde bis 31. Oktober 2016 hinsichtlich Anträgen, Darstellung des Sachverhalts
und Begründung zu ergänzen. Im Übrigen wurde er darauf hingewiesen, dass zu prüfen
wäre, ob seine Eingabe Sitte und Anstand verletze. Am 14. Oktober 2016 beantragte
er, das Steueramt (Beschwerdegegner) müsse „schreiben, wo die CHF 32‘000 sind“
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/5
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und „wer die CHF 100 gestohlen hat“. Die Begründung müsse das Steueramt
schreiben. Er habe nichts zu sagen. Auf die Einholung von Vernehmlassungen und
Vorakten wurde verzichtet.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde in der Sache zuständig.
Die Beschwerde gegen den am 30. September 2016 versandten Entscheid der
Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 5. Oktober 2016 rechtzeitig erhoben (Art. 196 Abs.
1 des Steuergesetzes; sGS 811.1, StG). Die Beschwerde erfüllt die gesetzlichen
Anforderungen in formeller, nicht jedoch in inhaltlicher Hinsicht. Gemäss Art. 64 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1, VRP) muss die Beschwerde einen Antrag sowie eine Darstellung des
Sachverhalts und eine Begründung enthalten.
Aus den Eingaben vom 5. und vom 14. Oktober 2016 wird zwar deutlich, dass der
Beschwerdeführer mit dem angefochtenen Entscheid nicht einverstanden ist und
sinngemäss dessen Aufhebung anstrebt. Aus den weiteren Ausführungen ist zu
schliessen, dass er vom Beschwerdegegner, den er in diesem Zusammenhang als
„kriminell“ bezeichnet, einen Beweis für die tatsächliche Existenz des veranlagten
steuerbaren Vermögens von CHF 32‘000 verlangt. Die Beschwerde enthält insoweit
eine rudimentäre Sachverhaltsdarstellung, als der Beschwerdeführer dem
Beschwerdegegner vorwirft, das steuerbare Vermögen ohne entsprechende
Beweismittel festgesetzt zu haben. Jedoch enthalten die Eingaben keine Begründung,
welche in inhaltlicher Hinsicht den Anforderungen an eine Beschwerde genügen
könnte.
Eine Begründung ist ausreichend, wenn Argumente vorgebracht werden, nach denen
ein Entscheid oder eine Verfügung auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder
Rechtsanwendung beruht. Wenn sich die Vorbringen aber nicht auf den angefochtenen
Entscheid beziehungsweise dessen Motive beziehen, genügt die Begründung den
Anforderungen nicht (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/5
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Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 922). Da auf Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid hin lediglich die verfahrensrechtliche Frage geprüft werden
kann, ob die Vorinstanz auf den Rekurs zu Recht nicht eingetreten ist (vgl. M. Bertschi,
in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 2. Aufl. 2014, N 14 zu § 19a VRG/ZH), fehlt es in
diesen Fällen an einer sachbezogenen Begründung, wenn sich die Partei in ihrer
Eingabe nur mit der materiellen Seite des Falls auseinandersetzt und nicht mit der
Frage befasst, warum die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf das Rechtsmittel eingetreten
ist (vgl. BGer 9C_39/2016 vom 20. Januar 2016, 2C_283/2008 vom 11. August 2008 E.
1, BGE 123 V 335 E. 1b).
Die Vorinstanz hat sich nicht mit der inhaltlichen Richtigkeit der Ermessensveranlagung
auseinandergesetzt, sondern ist auf den Rekurs mit der Begründung nicht eingetreten,
der Beschwerdeführer habe kein schutzwürdiges Interesse, weil das Steuerbetreffnis
infolge Geringfügigkeit nicht erhoben werde. Mit dieser Frage setzt sich der
Beschwerdeführer weder in der Eingabe vom 5. Oktober 2016 noch in der Ergänzung
vom 14. Oktober 2016 auseinander, sondern wirft einzig dem vorinstanzlichen
Abteilungspräsidenten vor, dieser sei „blöd“. Dieser Vorwurf verletzt – ebenso wie
jener, das Steueramt sei „kriminell“ – offensichtlich Sitte und Anstand im Sinn von Art.
36 Abs. 2 VRP. Da der Beschwerdeführer jedoch mangels förmlicher Zurückweisung
der Eingabe vom 4. Oktober 2016 nicht die Möglichkeit geboten wurde, diesen Mangel
allenfalls zu beheben, ist auf die Auflage einer Ordnungsstrafe gemäss Art. 36 Abs. 3
VRP zu verzichten. Auf die Beschwerde ist mangels ausreichender Begründung nicht
einzutreten.
2. Bei diesem Verfahrensausgang – das Nichteintreten mangels Begründung der
Beschwerde kommt einem Unterliegen gleich – sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1‘000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziffer 222 der
Gerichtskostenverordnung). Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98
Abs. 1 und Art. 98bis VRP).