# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51923773-9711-47e1-ba63-1024646adcdc
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 21. April 2021 (DG200049)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ist diesem Urteil
beigeheftet (Urk. 27).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 48 S. 24 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 117 Tage durch Haft
erstanden sind) und einer Busse von Fr. 1'000.–.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 12 Monaten aufgeschoben und die
Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate abzüglich die bereits erstandene
Haft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-
heitsstrafe von 10 Tagen.
5. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 19. März 2019 für eine Geldstrafe
von 150 Tagessätzen zu je Fr. 120.– und unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren
gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.
6. Auf eine Landesverweisung wird nach Art. 66a Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 66a
Abs. 2 StGB verzichtet.
7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 8. Septem-
ber 2020 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei Zü-
rich zur Vernichtung überlassen:
− gelblich weisses, zum Teil gepresstes Pulver, in 31 Minigrips, zusammen in 1  Minigrip (A013'971'034 / B01892-2020)
− gelblich weisses, zum Teil gepresstes Pulver, in 1 Minigrip (A013'971'045 / )
− 1 Minigrip, mit diversen leeren Minigrips (A013'971'078)
− Apple iPhone, Ref.-Nr. 0622.20.01 (A013'971'090)
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− getrocknetes Pflanzenmaterial in 1 Vakuumbeutel (A013'972'968 / B01892-2020)
− Feinwaage mit Minigrip (A013'972'980 / B01892-2020)
− Kartonschachtel mit diversen Betäubungsmitteln (A013'973'007 / B01892-2020)
− weisse Pulverrückstände in 1 Minigrip (A013'973'018 / B01892-2020)
− weisses, zum Teil gepresstes Pulver in 1 verknoteten Knittersack (A013'973'029 / B01892-2020)
− 3 hellblaue Tabletten und 1 blaue Pille in 1 Minigrip (A013'973'030 / B01892-2020)
− weisses, zum Teil gepresstes Pulver in 1 verknoteten Knittersack (A013'973'052 / B01892-2020)
− Betäubungsmittel aus schwarzer Kartonschachtel (A013'973'063 / B01892-2020)
− 2 Mühlen (A013'973'096 / B01892-2020)
− 2 Stück gepresstes Pflanzenharz sowie mehrere neue Minigrips in 1 Minigrip (A013'973'121 / B01892-2020).
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 4. Dezember 2020
beschlagnahmte Barschaft von Fr. 100.– wird zur Deckung der Busse verwendet.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 2'100.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 1'808.50 Auslagen Gutachten
Fr. 500.– Kosten für das Entsiegelungsverfahren
Fr. 14'300.– amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt.)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche
einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse
übernommen werden.
11. (Mitteilungen.)
12. (Rechtsmittel.)"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
a) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 51 S. 2 und S. 7; Urk. 73 S. 1)
Dispositiv-Ziff. 6 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und es sei eine
Landesverweisung von 7 Jahren anzuordnen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 59; Urk. 74 S. 1)
1. Es sei der Antrag der Staatsanwaltschaft abzuweisen und Dispositiv-Ziff. 6
des Urteils der Vorinstanz zu bestätigen.
2. Die Kosten des Verfahrens und der amtlichen Verteidigung seien auf die
Staatskasse zu nehmen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 48 S. 3 f.).
1.2. Mit Urteil vom 21. April 2021 sprach die Vorinstanz den Beschuldigten
anklagegemäss des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig,
sah jedoch von der Anordnung einer obligatorischen Landesverweisung ab. Das
vorinstanzliche Urteil wurde gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 26 ff.;
Urk. 40; Urk. 48). Innert Frist meldete sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der
Beschuldigte Berufung gegen dieses Urteil an (Urk. 42; Urk. 44).
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1.3. Nach Zustellung des begründeten Entscheids reichte die Staatsanwalt-
schaft mit Eingabe vom 27. Juli 2021 fristgerecht die Berufungserklärung ein
(Urk. 51). Auf die Berufung des Beschuldigten wurde hingegen mit Beschluss vom
20. August 2021 nicht eingetreten, nachdem dieser keine Berufungserklärung
eingereicht hatte (Urk. 53). Mit Verfügung vom 6. September 2021 wurde dem
Beschuldigten Frist angesetzt, um bezüglich der Berufung der Staatsanwaltschaft
Anschlussberufung zu erklären, oder begründet ein Nichteintreten auf die Beru-
fung zu beantragen (Urk. 55). In der Folge verzichtete der Beschuldigte auf Erhe-
bung einer Anschlussberufung und liess die Bestätigung des vorinstanzlichen
Entscheids beantragen (Urk. 59).
1.4. Am 9. November 2021 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf
den 27. Januar 2022 vorgeladen (Urk. 61). Unter dem 24. Januar 2022 teilte die
amtliche Verteidigung dem hiesigen Gericht mit, krankheitshalber nicht an der
anberaumten Berufungsverhandlung teilnehmen zu können, und belegte dies mit
ärztlichen Attesten (Urk. 63; Urk. 65/1-2). In der Folge wurden die Ladungen für
die Berufungsverhandlung abgenommen. Am 11. März 2022 erging die Vorladung
zur heutigen Verhandlung, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seiner amt-
lichen Verteidigung sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft erschienen sind
(Prot. II S. 5). Es wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch Beweisanträge ge-
stellt. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
2. Umfang der Berufung und formeller Hinweis
2.1. Die appellierende Staatsanwaltschaft beantragt, der Beschuldigte sei für
7 Jahre des Landes zu verweisen. Ihre Berufung richtet sich mithin einzig gegen
die vorinstanzliche Dispositiv-Ziff. 6, in welcher auf die Anordnung einer Landes-
verweisung verzichtet wurde (Urk. 51 S. 2; Urk. 73). Die Verteidigung beantragt
die Bestätigung des angefochtenen Entscheids bzw. die Abweisung der Berufung
(Urk. 74 S. 1). Nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen sind daher
die Dispositiv-Ziff. 1-5 und 7-10, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist
(Prot. II S. 6).
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2.2. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz
nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen respektive jedes
einzelne Vorbringen widerlegen muss. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für
ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1
S. 253; Urteil 1B_242/2020 vom 2. September 2020 E. 2.2.).
II. Landesverweisung
1. Ausgangslage und rechtliche Grundlagen
1.1. Die Vorinstanz verzichtete entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft
auf die Anordnung einer Landesverweisung und erwog im Wesentlichen, der Be-
schuldigte halte sich seit seiner Geburt in der Schweiz auf und eine Wegweisung
würde ihn zweifellos hart treffen. Auch wenn seine Integration aufgrund seiner De-
linquenz nicht als vollends gelungen eingestuft werden müsse, sei insgesamt von
einem relativ hohen Grad der Integration auszugehen. Zwar sei eine berufliche
und soziale Integration im Ausland möglich, allerdings nur unter erschwerten Vo-
raussetzungen. Das öffentliche Interesse an einer Wegweisung des Beschuldig-
ten sei gleich hoch anzusetzen wie dessen privates Interesse an einem Verbleib
in der Schweiz, weshalb auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzich-
ten sei (Urk. 48 S. 20 ff.).
1.2. Während die Verteidigung die Bestätigung des vorinstanzlichen Verzichts
beantragt und die Kriterien für die Anwendung der Härtefallklausel als erfüllt be-
trachtet (Urk. 74 S. 1 ff.), wendet die Staatsanwaltschaft dagegen im Wesentli-
chen ein, es liege bereits kein schwerer persönlicher Härtefall vor. So habe der
Beschuldigte zwar die obligatorischen Schulen in der Schweiz besucht, eine Leh-
re abgeschlossen und sei heute berufstätig. Jedoch spiele sich sein gesellschaft-
liches Leben primär mit Angehörigen seiner Ursprungsfamilie ab. Auch die Delin-
quenz des Beschuldigten spreche gegen eine gelungene Integration, manifestiere
sich dadurch doch eine markante Verweigerungshaltung gegenüber der Respek-
tierung der öffentlichen Ordnung. Da der Beschuldigte keine Kernfamilie in der
Schweiz habe und ihm eine Rückkehr nach Portugal zuzumuten sei, sei ein per-
sönlicher Härtefall zu verneinen (Urk. 73 S. 3 ff.).
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1.3. Das Gericht verweist den Ausländer, der – wie der Beschuldigte – wegen
Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG
verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre aus der
Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB). Die obligatorische Landesverweisung we-
gen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich unab-
hängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1). Sie muss zu-
dem unabhängig davon angeordnet werden, ob die Strafe bedingt, unbedingt oder
teilbedingt ausgesprochen wird (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; Urteil 6B_560/2020
vom 17. August 2020 E. 1.1.1).
1.4. Gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB kann das Gericht ausnahmsweise von einer
Landesverweisung absehen, wenn diese für den Ausländer einen schweren
persönlichen Härtefall bewirken würde und die öffentlichen Interessen an der
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Ver-
bleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von
Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen
sind.
1.5. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen im Zusammenhang mit der
Prüfung der sogenannten Härtefallklausel ausführlich und zutreffend dargelegt.
Darauf kann verwiesen werden (Urk. 48 S. 20). Rekapitulierend und zusammen-
fassend ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die Härtefallklausel restriktiv anzu-
wenden ist. Zur kriteriengeleiteten Prüfung eines Härtefalls lässt sich der Kriteri-
enkatalog der Bestimmung über den "schwerwiegenden persönlichen Härtefall"
gemäss Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Es sind aber
auch strafrechtliche Elemente in die Interessenabwägung miteinzubeziehen. Das
Gericht hat dabei die öffentlichen und privaten Interessen gegeneinander
abzuwägen. Von einem schweren persönlichen Härtefall ist in der Regel bei ei-
nem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des Ausländers auf
das in Art. 13 BV und Art. 8 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens auszugehen. Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die
Interessenabwägung im Rahmen der Härtefallklausel hat sich daher an der Ver-
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hältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren (vgl. zum Gan-
zen: Urteil 6B_1258/2020 vom 12. November 2021 E. 4.2.).
2. Härtefallprüfung
2.1. Soziale Integration
2.1.1. Der heute knapp 34-jährige Beschuldigte ist in der Schweiz geboren und
aufgewachsen, hat hier die obligatorische Schulbildung durchlaufen und eine
Berufslehre abgeschlossen. Er verfügt über die Niederlassungsbewilligung C
(Urk. 2/6 F/A 118 ff.; Urk. 35; Urk. 72 S. 1 ff.). Damit liegen von Vornherein
Umstände vor, welche gemäss Wortlaut von Art. 66a Abs. 2 StGB besonders ins
Gewicht fallen und zu berücksichtigen sind. Auch das Bundesgericht hält fest,
dass der besonderen Situation von in der Schweiz geborenen und aufgewachse-
nen Ausländern dahingehend Rechnung getragen wird, dass die längere Aufent-
haltsdauer zusammen mit einer guten Integration – beispielsweise eines Schulbe-
suchs in der Schweiz – in aller Regel als starkes Indiz für das Vorliegen eines
Härtefalls zu werten ist (BGE 146 IV 105 E. 3.3.4; Urteil 6B_249/2020 vom
27. Mai 2021 E. 5.2.3). Trotzdem muss die im Rahmen der Landesverweisung
vorzunehmende Härtefallprüfung anhand der gängigen Integrationskriterien vor-
genommen werden, wobei der langen Anwesenheitsdauer des Beschuldigten
fraglos entsprechendes Gewicht einzuräumen ist (s.a. BGE 146 IV 105).
2.1.2. Der Beschuldigte ist ledig, hat momentan keine partnerschaftliche Bezie-
hung und wohnt mit seinem Bruder sowie seiner Mutter zusammen. Die Schwes-
ter des Beschuldigten lebt in unmittelbarer Nachbarschaft. Seine Eltern sind ge-
trennt. Zum Vater, welcher ebenfalls in der Schweiz wohnt, pflege er ebenfalls gu-
ten Kontakt (Urk. 72 S. 3). Der Beschuldigte spricht fliessend schweizerdeutsch.
Auch innerhalb der Familie werde deutsch gesprochen (Urk. 72 S. 1 und S. 5). Er
ist hier aufgewachsen und hat die obligatorische Schule besucht, womit der Be-
schuldigte zumindest insoweit ein (ausserfamiliäres) soziales Umfeld aufgebaut
hat. Damit ist grundsätzlich von einem hohen sozialen Integrationsgrad auszuge-
hen (s.a. Urteil 6B_1077/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.4).
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2.1.3. Demgegenüber beherrscht der Beschuldigte die portugiesische Sprache
gemäss eigenen Angaben nur schlecht bis mittelmässig (Urk. 2/6 F/A 123). Nebst
der heute rund 100-jährigen Grossmutter, welcher es gesundheitlich nicht gut ge-
he, habe er keine Bezugspersonen in seinem Heimatland. Letztmals sei der Be-
schuldigte vor rund zwei Jahren in Portugal gewesen, um seine Grossmutter zu
besuchen (Urk. 2/6 F/A 125; Urk. 72 S. 5). Auch wenn der Beschuldigte mit der
Sprache und den Gepflogenheiten in seinem Heimatland grundsätzlich noch in
gewisser Weise vertraut sein dürfte, scheint er nebst seiner aufgebauten Existenz
in der Schweiz keine nennenswerten Bindungen mehr zu seinem Heimatland zu
haben, welche vorliegend zu berücksichtigen wären (so sinngemäss auch die
Verteidigung: Urk. 74 S. 7 ff.).
2.2. Berufliche und wirtschaftliche Integration sowie Situation im Herkunftsland
2.2.1. Nicht zu folgen ist der Staatsanwaltschaft, wenn sie vorbringt, der berufliche
Werdegang des Beschuldigten sei nicht stabil (Urk. 73 S. 6). Der Beschuldigte
schloss im Jahr 2007 eine Lehre als Maurer ab und war hernach in verschiedenen
Unternehmungen im Umbau tätig. In den Jahren 2019 und 2020 war der Beschul-
digte zwar arbeitslos und hat Ersatzeinkommen von der Arbeitslosenversicherung
erhalten (Urk. 72 S. 2 f.). Ansonsten sind jedoch keine längeren Phasen der
Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfeabhängigkeit bekannt. Nach seiner Entlassung aus
der Haft im November 2020 fand der Beschuldigte umgehend eine Stelle in einer
grösseren Bauunternehmung in der Deutschschweiz. Seit dem 1. Mai 2021 arbei-
tet er dort in unbefristeter Anstellung als Baufacharbeiter mit sehr guten Qualifika-
tionen, was mittels Zwischenzeugnis der Arbeitgeberin ausgewiesen ist (Urk. 75/1
und Urk. 75/5). Im Lichte von Art. 58a Abs. 1 lit. d AIG, wonach als Integrations-
kriterium insbesondere die tatsächliche Teilnahme am Wirtschaftsleben bzw. der
Erwerb zu beachten ist (vgl. SPESCHA; in: OF-Komm. Migrationsrecht, 5. Aufl.
2019, Art. 58a AIG N 7), hat der Beschuldigte in dieser Hinsicht daher als voll-
ständig integriert zu gelten.
2.2.2. Die Staatsanwaltschaft weist grundsätzlich zu Recht auf die erheblichen
Schulden des Beschuldigten hin (Urk. 73 S. 6 f.), liegen gemäss Auszug aus dem
Betreibungsregister doch aktuell Verlustscheine im Gesamtbetrag von rund
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Fr. 27'000.– vor (Urk. 75/6). Der Beschuldigte leistet jedoch monatliche Abzah-
lungen, teilweise in erheblichem Umfang, was mit diversen Abrechnungen des
Betreibungsamtes belegt werden konnte (Urk. 72 S. 4; Urk. 75/7-9). Allein in den
Monaten November 2021 bis Januar 2022 lieferte der Beschuldigte für die Tilgung
von Verlustscheinen beispielsweise monatlich Fr. 1'375.– ab, ohne dass er hierfür
erneut betrieben worden wäre (Urk. 75/7). Dies untermauert einen beachtenswer-
ten Willen zur Schuldentilgung, weshalb die wirtschaftliche Integration des Be-
schuldigten aufgrund der genannten Verlustscheine letztlich nicht spürbar tangiert
wird.
2.2.3. Der Beschuldigte lässt vorbringen, er kenne weder die Arbeitswelt in sei-
nem Heimatland noch wisse er, wie das Land und die Behördengänge funktionie-
ren würden (Urk. 74 S. 8 f.). Die Staatsanwaltschaft macht geltend, der Beschul-
digte würde auch in Portugal eine Arbeit finden und sich dort eingliedern können
(Urk. 73 S. 7).
Der portugiesische Arbeitsmarkt ist an sich intakt. Die Arbeitslosenquote sinkt seit
Jahren kontinuierlich und beträgt aktuell rund 6,6 % bei weiterhin sinkenden
Prognosen (vgl.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/17325/umfrage/arbeitslosenquote-in-
portugal). Die Schweiz weist gegenüber Portugal seit längerer Zeit sogar einen
negativen Wanderungssaldo auf. Es sei in diesem Zusammenhang auf die Zahlen
Stand November 2021 für die vorangehenden 12 Monate verwiesen
(https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/publiservice/statistik/auslaenderstatistik/
archiv/2021/11.html). Jedoch erkennt auch die Staatsanwaltschaft, dass aufgrund
der dürftigen Sprachkenntnisse und den weiteren Voraussetzungen für den
Beschuldigten "gewisse Hürden" bei einer Rückkehr in die "formelle Heimat"
Portugal bestehen würden (Urk. 73 S. 7). Selbst wenn dem Beschuldigten eine
Rückkehr nach Portugal nicht unmöglich erscheint, weist er faktisch keinen reel-
len Bezug zu Portugal (mehr) auf. Seine Wiedereingliederungschancen wären
daher beträchtlich erschwert und eine Wegweisung würde den Beschuldigten
zweifellos hart treffen.
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2.3. Delinquenz und Resozialisierung
2.3.1. Beim Beschuldigten wurde am 9. Juli 2020 insgesamt 57.8 Gramm Kokain-
gemisch mit einem hohen Reinheitsgrad von rund 91% sichergestellt, welches
portioniert und teilweise für den Weiterverkauf respektive Eigenkonsum bestimmt
war (Urk. 27 S. 2 f.; Urk. 48 S. 8). Die vom Beschuldigten begangene Anlasstat ist
somit keineswegs zu bagatellisieren, zumal sich das Bundesgericht bei Straftaten
gegen das BetmG hinsichtlich der Ausweisung zwecks Verhinderung neuer Straf-
taten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit stets besonders streng ge-
zeigt hat (zum Ganzen: Urteil 6B_736/2019 vom 3. April 2020 E. 1.1.1). Anderer-
seits handelt es sich vorliegend insgesamt noch nicht um eine verschuldensmäs-
sig schwere Straftat, bewegt sich das konkrete Tatverschulden des Beschuldigten
gemäss Vorinstanz doch im untersten Bereich (Urk. 48 S. 11 ff.). Weiter ist in die-
sem Zusammenhang zu bemerken, dass der Beschuldigte bis zu seiner Verhaf-
tung im Juli 2020 rund ein halbes Jahr lang selber Drogen konsumierte (Urk. 48
S. 8 und S. 15). Der Beschuldigte führte hierzu aus, es sei ein "schwacher Teil"
seines Lebens gewesen, in welchem es ihm psychisch und gesundheitlich nicht
gut gegangen sei. Er könne sich heute nicht mehr erklären, wie es überhaupt zu
diesen Taten habe kommen können (Urk. 72 S. 7). Mit der Staatsanwaltschaft ge-
fährdete der Beschuldigte durch den Handel mit Kokain die Gesundheit vieler
Menschen, ohne dass hierfür nachvollziehbare Gründe bestünden (Urk. 73 S. 5).
Bereits darin besteht ein nicht zu unterschätzendes Fernhalteinteresse. Demge-
genüber ist der Beschuldigte seit seiner Haftentlassung nicht mehr strafrechtlich
in Erscheinung getreten. Vielmehr hat er seither einen eigentlichen Lebenswandel
vollzogen, welcher sich in der sozialen und beruflichen Festigung seiner Lebens-
verhältnisse sowie der Rückzahlung der Schulden manifestiert. Er machte denn
auch wiederholt geltend, die Haft habe ihm die Augen geöffnet, und er habe seit-
her keine Drogen mehr konsumiert (Urk. 72 S. 7; Prot. I S. 12 ff.; s.a. Urk. 74 S.
9). Zugunsten des Beschuldigten ist aus heutiger Sicht somit davon auszugehen,
dass die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz unter dem Einfluss
seiner damaligen Konsumproblematik erfolgte und es sich um eine einmalige Be-
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täubungsmitteldelinquenz handelte. Dadurch relativiert sich die seitens des Be-
schuldigten ausgehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der
gegebenen Konstellation doch merklich. Aufgrund der nunmehr gefestigten wirt-
schaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten ist denn auch das seitens der
Staatsanwaltschaft bereits als "eher gering" eingeschätzte Restrisiko für ein er-
neutes Tätigwerden im Drogenhandel stark zu relativieren (Urk. 73 S. 10 f.).
2.3.2. Der Beschuldigte weist sodann zwei Einträge im Strafregister auf. Im Jahr
2014 wurde er wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten
Geldstrafe verurteilt. Mit Strafbefehl vom 19. März 2019 erfolgte eine weitere
Verurteilung wegen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden
und Beamten sowie Beschimpfung (Urk. 62A). Diese Delikte sind nicht zu
verharmlosen, es handelt sich letztlich jedoch noch um Straftaten im Bagatellbe-
reich. Immerhin kann aber festgehalten werden, dass die im letztgenannten Straf-
befehl geahndeten Taten erfolgten, nachdem der Beschuldigte aufgrund von
"Problemen" in einem Club bis zum Eintreffen der Polizei vor dem Lokal von pri-
vaten Sicherheitsmitarbeitern am Boden fixiert und in Handfesseln gelegt worden
war, was er als übertrieben empfunden habe und weshalb er derart aufgebracht
gewesen sei (Urk. 19/6; Beizugsakten ST.2019.935, Einvernahme vom 13. Janu-
ar 2019). Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft kann auch unter Berück-
sichtigung des deliktischen Verhaltens des Beschuldigten in einer Gesamtbe-
trachtung nicht von einer unvollständigen Integration ausgegangen werden (Urk.
73 S. 4). Erachtete bereits die Vorinstanz im Lichte der damaligen Verhältnisse
den Grad der Integration des Beschuldigten trotz seiner strafrechtlichen Verfeh-
lungen als relativ hoch, ist dies spätestens im heutigen Zeitpunkt als zutreffend zu
qualifizieren (Urk. 48 S. 21 ff.).
2.3.3. Die Vorinstanz attestierte dem Beschuldigten – insbesondere aufgrund der
bestehenden Schulden – keine günstige Legalprognose und ordnete den teil-
bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe an. Im heutigen Zeitpunkt muss aus straf-
rechtlicher Sicht und unter Berücksichtigung des Eindrucks der verhängten
Sanktion von einer Resozialisierung des Beschuldigten ausgegangen werden, hat
er doch nicht nur beruflich Fuss gefasst, sondern auch seine bestehenden Schul-
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den in relativ kurzer Zeitdauer um mehr als die Hälfte bzw. rund Fr. 20'000.– ab-
gebaut (vgl. Prot. I S. 11; Urk. 75/6-9). Es sind daher keine konkreten Anzeichen
(mehr) auszumachen, dass der Beschuldigte erneut (einschlägig) straffällig wer-
den wird. Auch diese Gegebenheiten sind bei der Härtefallprüfung zu berücksich-
tigen.
2.4. Fazit
Macht die Staatsanwaltschaft geltend, der Beschuldigte habe in der Schweiz kei-
ne eigentliche "Kernfamilie" gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK, kann dies allein für die
Anwendung der Härtefallklausel nicht entscheidend sein (vgl. Urk. 73 S. 6). Auch
junge Erwachsene, welche – wie der Beschuldigte – noch keine eigene Familie
gegründet haben, können sich bei entsprechenden Voraussetzungen auf Art. 8
EMRK berufen (Urteil 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 6.3.2). Dies ist
beispielsweise der Fall, wenn neben einer langen Aufenthaltsdauer auch von ei-
ner gelungenen beruflichen Integration auszugehen ist (s.a. Urteil 6B_1424/2019
vom 15. September 2020 E. 3.4.4). Wie zuvor dargelegt, sind diese Vorausset-
zungen beim hier geborenen und aufgewachsenen sowie beruflich sehr gut inte-
grierten Beschuldigten fraglos als gegeben zu erachten. Die Integrationsleistun-
gen des Beschuldigten sowie der Eingriff in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK,
welcher mit einer Wegweisung verbunden wäre, gereichen daher gesamthaft trotz
der dargelegten Delinquenz, um ausnahmsweise einen schweren persönlichen
Härtefall beim Beschuldigten anzunehmen.
3. Interessenabwägung
3.1. Bei Bejahung eines schweren persönlichen Härtefalls entscheidet sich die
Sachfrage in einer Interessenabwägung nach Massgabe der "öffentlichen Interes-
sen an der Landesverweisung". Gemäss gesetzlicher Systematik ist die obligato-
rische Landesverweisung anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad
erreichen, bei welchem die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicher-
heit als notwendig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich strafrechtlich nur in der
Weise vornehmen, dass massgebend auf die verschuldensmässige Natur und
Schwere der Tatbegehung, die sich darin manifestierende Gefährlichkeit des Tä-
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ters für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalprognose abgestellt wird (Urteil
6B_1258/2020 vom 12. November 2021 E. 4.2.2 m.H.). Bei in der Schweiz gebo-
renen und aufgewachsenen Ausländern ist im Rahmen der Interessensabwägung
hingegen mit zunehmender Anwesenheitsdauer ein gewichtigeres privates Inte-
resse an einem Verbleib in der Schweiz zuzubilligen (BGE 146 IV 405 E. 3.5).
3.2. Die Staatsanwaltschaft schätzt das öffentliche Interesse an der Fernhal-
tung des Beschuldigten wesentlich höher ein als dessen privates Interesse an ei-
nem Verbleib in der Schweiz. So bestünden bereits aufgrund der aktenkundigen
Deliktshistorie begründete Bedenken, dass sich der Beschuldigte inskünftig be-
währen werde. Das vorhandene Restrisiko der Gefährdung der öffentlichen Si-
cherheit durch die Wiederaufnahme des Drogenhandels rufe selbst beim hier ge-
borenen und aufgewachsenen Beschuldigten nach einer sichernden Fernhalte-
massnahme, weshalb das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung nicht
durch sein privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz kompensiert wer-
den könne (Urk. 73 S. 10 f.). Demgegenüber erachtet die Verteidigung die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung bei einem Verbleib des Beschuldigten in der
Schweiz nicht als gefährdet, zumal dieser einer geregelten Arbeitstätigkeit nach-
gehe und keine Drogen mehr konsumiere. Im Sinne der vorinstanzlichen Erwä-
gungen – so die Verteidigung weiter – sei aufgrund des überwiegenden privaten
Interesses des Beschuldigten von einer Landesverweisung abzusehen (Urk. 74 S.
9 f.).
3.3. Das Bundesgericht hat in diesem Zusammenhang sodann festgehalten,
dass bei Betäubungsmitteldelikten regelmässig das öffentliche Interesse an der
Beendigung des Aufenthalts überwiegt, falls keine besonderen persönlichen oder
familiären Bindungen im Aufenthaltsstaat bestehen (Urteil 6B_1299/2019 vom
28. Januar 2020 E. 3.4.8).
3.4. Solche besonderen Bindungen sind vorliegend gegeben. Der Beschuldigte
befindet sich seit Geburt, mithin seit rund 34 Jahren, in der Schweiz. Auf die in
persönlicher und beruflicher Hinsicht erfolgte Integration wurde bereits genügend
eingegangen (vgl. vorstehend E. II.2.1. f.). Darauf kann verwiesen werden. Die
Verteidigung erachtet eine Wegweisung unter den genannten Umständen zu
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Recht als unverhältnismässig (Urk. 74). Bezüglich der vom Beschuldigten gehan-
delte Drogenmengen ist von einem Verschulden am unteren Rahmen der qualifi-
zierten Handlung auszugehen. Es liegt aus heutiger Sicht zudem weder eine nen-
nenswerte Rückfallgefahr noch eine konkrete Gefährdung der öffentlichen Sicher-
heit vor, und der Beschuldigte zeigte sich geständig sowie reuig (Prot. II S. 9). Im
Übrigen kann bezüglich der Frage des öffentlichen Interesses auf das zuvor unter
E. II.2.3. Gesagte verwiesen werden. Insgesamt besteht aufgrund der qualifizier-
ten Widerhandlung gegen das BetmG zwar nach wie vor ein gewichtiges öffentli-
ches Interesse an seiner Wegweisung, jedoch vermag dieses die privaten Inte-
ressen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz knapp nicht mehr zu
überwiegen. In Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB ist daher ausnahmsweise
von einer Landesverweisung abzusehen.
III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Kosten
Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Während die Staatsanwalt-
schaft mit ihrem Antrag auf Anordnung der Landesverweisung unterliegt, obsiegt
der Beschuldigte vollumfänglich. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr hat daher
ausgangsgemäss ausser Ansatz zu fallen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung
sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2. Entschädigung der amtlichen Verteidigung
Der seitens der amtlichen Verteidigung insgesamt geltend gemachte Aufwand für
das Berufungsverfahren von Fr. 2'075.50 ist ausgewiesen und erscheint ange-
messen (Urk. 76/1-2). Zusätzlich sind die Aufwendungen im Zusammenhang mit
der heutigen Berufungsverhandlung samt Wegentschädigung im Umfang von vier
Stunden zu entrichten. Es rechtfertigt sich daher, Rechtsanwältin lic. iur.
X2._ für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren pauschal und gesamt-
haft mit Fr. 3'000.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu entschädigen.
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