# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 074eb1af-61e6-44d2-afbd-99b252d5e787
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Jugendanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Jugendanwaltschaft) führt seit dem 16. Juni 2015 gegen X._ eine Strafuntersuchung wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz etc. In diesem Zusammenhang befand sich X._ vom 25. bis am 30. Juni 2015 in Untersuchungshaft. Mit Verfügung vom 13. Juli 2015 wurde X._ gestützt auf Art. 9 JStG sowie Art. 26 Abs. 1 lit. d und Art. 29 JStPO während laufendem Strafverfahren zur Beobachtung und Abklärung (Begutachtung) in die Jugendinstitution A._ eingewiesen. Der Eintritt erfolgte am Dienstag, 14. Juli 2015.
B. Während seines Aufenthalts in der A._-Jugendstätte zeigte X._ ein grundsätzlich angepasstes Verhalten. Hingegen konsumierte er weiterhin regelmässig Betäubungsmittel. Trotz intensiver Betreuung sowie zahlreicher Interventionen durch die betreuenden Mitarbeiter der Jugendstätte gab X._ mehrheitlich positive Urinproben (insbesondere auf Cannabis) ab. Zudem bestand der Verdacht, dass X._ Cannabis in der Jugendstätte an andere Heimbewohner abgegeben hatte. X._ gab den Konsum von Marihuana zu, bestritt aber, mit Cannabis oder anderen Substanzen gehandelt zu haben. Nachdem X._ auch nach zwei Time-outs während laufender Unterbringung weiterhin Betäubungsmittel, insbesondere Marihuana, konsumierte, empfahl die Jugendstätte am 19. November 2015 eine langfristig angelegte Entwöhnung des THC-Konsums. Daraufhin wurde die mit der Beobachtung/Abklärung von X._ in der Jugendstätte angeordnete Unterbringung abgebrochen. X._ wurde per 20. November 2015 aufgrund des ausgeprägten Suchtverhaltens und zu seinem eigenen Schutz bei einer Pflegefamilie der Organisation "B._" zwischenplatziert und am 2. Dezember 2015 in die Therapiegemeinschaft C._ versetzt.
C. Der Aufenthalt von X._ in der Therapiegemeinschaft C._ war geprägt von anfänglich sehr hohem und auch nach längerem Aufenthalt noch anhaltendem Suchtdruck. X._ entwendete oder kaufte trotz entsprechender Auflagen mehrfach Alkohol. Er liess sich über einen Kollegen bearbeitete Kaugummis und Zigaretten mit unbekannten Substanzen zukommen. Zudem versuchte er sich durch die Einnahme von Muskatnuss zu berauschen. X._ zeigte sich oft unruhig, unkonzentriert, unmotiviert und war häufig nicht in der Lage oder nicht willens, eine ihm aufgetragene Arbeit über längere Zeit auszuführen. Im Bericht vom 12. Mai 2016 kommt die Jugendinstitution C._ zum Schluss,
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dass X._ das vereinbarte Ziel einer längerfristigen Suchtmittelabstinenz nur teilweise erreichte. Seine Suchtproblematik sei im letzten Monat seines Time-outs besonders stark zum Vorschein gekommen. Zum Zeitpunkt des Timeout-Endes lasse sich für X._ keine günstige Prognose stellen. X._ benötige eine intensive (stationäre) pädagogische und therapeutische Betreuung mit besonderem Augenmerk auf die Bewältigung seiner Sucht- und Frustrationsproblematik.
D. Im Gutachten des psychiatrisch-psychologischen Dienstes der A. A._ vom 20./22. Januar 2016 wurden bei X._ diverse Störungen, unter anderem auch eine Störung durch Cannabinoide, d.h. ein Abhängigkeitssyndrom, festgestellt. Die Gutachterin empfahl die Anordnung einer Massnahme, bestehend aus einer Kombination von psychotherapeutischer Behandlung, Nacherziehung in institutionellem Rahmen und beruflicher Integration. Weiter empfahl die Gutachterin eine stationäre, mehrmonatige therapeutische Behandlung in einer suchtspezifischen Institution (Klinik) sowie eine therapeutische Auseinandersetzung mit seinen Aggressionen und seiner Impulsivität, die Entwicklung von Emotionsregulationsstrategien und den Ausbau von sozialen Kompetenzen. In einem zweiten Schritt hält die Gutachterin eine Unterbringung mit klaren, konstanten Strukturen, welche eine engmaschige Aufsicht, Kontrolle und Tagesstrukturierung gewährleisten kann, für richtig. Es wird eine Unterbringung in einer offenen, sozialpädagogisch geführten Institution mit der Möglichkeit einer flankierenden, ambulanten psychotherapeutischen Behandlung empfohlen.
E. X._ befand sich im Zeitpunkt des Eingangs des psychiatrischen Gutachtens bereits in der Jugendinstitution C._, einer Institution, welche die Förderung der Cannabisabstinenz von X._ zum Ziel hatte, aber keine weiterführenden therapeutischen und berufsintegrativen Möglichkeiten vorsah. X._ gab trotz grossen Suchtdrucks während seines Aufenthalts im C._ negative Urinproben ab. Die Jugendanwaltschaft verzichtete deshalb als Anschlusslösung auf die Anordnung einer mehrmonatigen therapeutischen Behandlung in einer suchtspezifischen Institution (Klinik) und suchte nach einer Anschlusssituation, welche den Empfehlungen des Gutachtens entspricht.
F. Zwecks Vollzugs der Empfehlungen gemäss Gutachten ordnete die Jugendanwaltschaft mit Verfügung vom 22. April 2016, gleichentags mitgeteilt, was folgt, an:
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"1. X._ wird am 3. Mai 2016 in das Massnahmezentrum D._ versetzt. Der Eintritt erfolgt um 15.00 Uhr.
2. X._ wird durch einen Mitarbeiter der Institution C._ in das Massnahmezentrum D._ überführt.

## Considerations