# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9ae9c4ab-5183-4b90-b5c2-d7d49239d858
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ ist Eigentümerin der mit einem Einfamilienhaus überbauten Liegenschaft Nr. _ in der Gemeinde O.1_. Am 27. April 2006 beauftragte sie die Kollektivgesellschaft X._ mit den Bauingenieurarbeiten für die Erstellung ihres Einfamilienhauses A._. Die Ingenieurarbeiten beinhalteten die statische Berechnung der Stahlbetonkonstruktion, das Erstellen der Schalungs- und Armierungspläne mit den dazu gehörenden Materiallisten sowie der Ausschreibungsunterlagen für die Stahlbetonarbeiten (vgl. Vorinstanz act. II./3 und 4). Als Architekt und Bauleiter fungierte B._, und mit der Bauausführung wurde die C._ betraut. Der Bau des Einfamilienhauses erfolgte im Jahre 2007/2008.
B.1. Da nach der Fertigstellung des Hauses vermehrt Risse an den Wänden im Dachgeschoss sowie im Treppenbereich vom Erd- zum Dachgeschoss auftraten und die Ursache für die Rissbildung unklar war, gab Y._ ein Gutachten bei D._, in Auftrag. Das Gutachten datiert vom 4. Januar 2012 und wurde Y._ und der B._ am 6. Januar 2012 per E-Mail übermittelt. Mit E-Mail des Architekten vom 16. Januar 2012 wurde die Expertise dem Ingenieurbüro X._ sowie der C._ zur Stellungnahme weitergeleitet (vgl. Vorinstanz act. II./14 und act. II./32).
2. D._ führt in seinem Gutachten aus, dass die vorhandene Rissbildung grösstenteils deutlich ausserhalb der Toleranz liegen und daher als mangelhaft gelten würde. Die Rissbildung im Dachgeschoss sei überwiegend auf Zwängungen und Querbelastungen im Mauerwerk infolge der Deckendeformation zurückzuführen. Der Gutachter beurteilte die vorhandene Rissbildung als Planungsfehler und wies die Verantwortlichkeit dem Ingenieurbüro X._ zu (vgl. Vorinstanz act. II./13).
C. Nachdem Y._ am 26. März 2012 beim Vermittleramt Maloja ein Schlichtungsgesuch gegen die Gesellschaft X._ einreichte und weder die Schlichtungsverhandlung vom 21. Juni 2012 noch aussergerichtliche Vergleichsgespräche zu einer Einigung führten, wurde nach einer Sistierung des Schlichtungsverfahrens am 3. September 2012 die Klagebewilligung mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt:
Rechtsbegehren der klagenden Partei
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„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine nach Abschluss der Sanierungsarbeiten für die Schäden am/im Haus A._, Versicherungsnummer _, Parzelle Nr. _, Grundbuch O.1_, noch zu beziffernde Forderung, mindestens jedoch CHF 60'000.-- nebst Zins zu 5% seit rechtens innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine nach Festlegung des Termins für die Sanierungsarbeiten und der darauf gestützt eingeholten Offerten für die Miete eines Ersatzobjekts während der Dauer der Sanierungsarbeiten, für die im Zuge der Sanierungsarbeiten notwendigen Weg- und Rückschaffung der Möbel und für die nach Abschluss der Sanierungsarbeiten notwendigen Verputz-, Maler- und Reinigungsarbeiten noch zu beziffernde Forderung, mindestens jedoch CHF 20'000.00, innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu bezahlen.
3. Das Urteil sei nach Eintritt der Rechtskraft als vollstreckbar zu erklären.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (nebst MwSt. zu 8%) zu Lasten der Beklagten.“
Rechtsbegehren der beklagten Partei
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der klagenden Partei.“
D. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2012 erhob Y._ Klage beim Bezirksgericht Maloja, wobei sie ihre Rechtsbegehren wie folgt anpasste:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 47'332.- nebst Zins zu 5% seit dem 25. April 2007, innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu bezahlen;
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 10'244.- nebst Zins zu 5% seit dem 25. April 2007, innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu bezahlen;
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Kosten des privaten Sachverständigen in Höhe von CHF 6'500.- innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft zu bezahlen;
4. Das Urteil sei nach Eintritt der Rechtskraft als vollstreckbar zu erklären;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt. zu 8%) zu Lasten der Beklagten.“
E. In ihrem Schreiben vom 3. Dezember 2012 ersuchte die Klägerin das Bezirksgericht insbesondere, Ziffer 3 ihres Rechtsbegehrens folgendermassen zu korrigieren:
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„3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die Kosten des privaten Sachverständigen in Höhe von CHF 6'556.20.- innert 10 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft zu bezahlen.“
F. Mit Klageantwort vom 18. Februar 2013 beantragte die Beklagte die kostenfällige Abweisung der Klage. In formeller Hinsicht stellte sie den Antrag, es sei der B._ sowie der C._ der Streit zu verkünden, was diesen durch das Bezirksgericht mit Schreiben vom 20. Februar 2013 mitgeteilt wurde.
G. Die Parteien hielten mit Replik vom 27. März 2013 bzw. Duplik vom 14. Mai 2013 an ihren Rechtbegehren fest. Die Klägerin stellte in ihrer Replik zudem den Antrag, das Verfahren sei vorerst auf die Frage der Rechtzeitigkeit der Mängelrüge zu beschränken und es sei diesbezüglich ein Zwischenentscheid zu fällen, wogegen die Beklagte in ihrer Duplik nichts einwendete.
H.1. Das Bezirksgericht Maloja befragte am 14. Oktober 2013 F._ sowie B._ als Zeugen. Dem Antrag der Beklagten folgend ordnete der Bezirksgerichtspräsident mit prozessleitender Verfügung vom 6. März 2014 zudem die Einholung einer Expertise an, welche sich über die Ursachen der Schäden am Haus der Klägerin auszusprechen habe. Das Gutachten wurde am 27. Oktober 2014 von dipl. Bauing. ETH/SIA E._, erstattet, woraufhin die Parteien Ergänzungs- und Erläuterungsfragen stellten, welche dem Experten mit Verfügung vom 6. Januar 2015 zur Beantwortung vorgelegt wurden. Die ergänzte Expertise datiert vom 6. Februar 2015.
2. Gemäss dem Gutachten vom 27. Oktober 2014 liege die Ursache für die Rissbildung in der unzureichenden Projektierung der Decke über dem Erdgeschoss sowie der Wände im Dachgeschoss. Der Experte gelangte zum Schluss, dass die Risse in den Mauerwerkswänden des Dachgeschosses auf einen Planungsfehler zurückzuführen seien. Aus bautechnischer Sicht hätte der Bauingenieur die Risiken von Rissbildungen im vorliegenden Ausmass erkennen und entsprechende Massnahmen ergreifen müssen. Bei den feineren Rissen im Bereich der Treppe lasse sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob ein Planungs- und/oder Ausführungsfehler vorliege. Was die Anschlussfuge im Bereich Wand - Dachkonstruktion angehe, so stelle dies einen Ausführungsfehler des Gipsunternehmens dar. Die wiederkehrenden Belastungen des Daches durch Wind und Schnee könnten eine weitere Ursache für die Rissbildung in den Dachgeschosswänden bilden und würden die Schadensgrösse anteilsmässig verstärken (vgl. Vorinstanz act. VI./4).
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3. Im Ergänzungsgutachten vom 6. Februar 2015 wird insbesondere festgehalten, dass es aufgrund des abgeschlossenen Ingenieursvertrags Sache des Bauingenieurs gewesen sei, die Mauerwerkswände im Obergeschoss zu projektieren. Der Bauingenieur habe Wind und Schnee als Lasten im Rahmen der Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit mitzuberücksichtigen und sei für die Lastabtragung sowie die Planung der Auflager auf den tragenden Wänden verantwortlich (vgl. Vorinstanz act. VI./8).
I. Am 23. Juni 2015 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja statt, anlässlich welcher die Klägerin ihr Rechtsbegehren dahingehend abänderte, dass die Beklagte zu verpflichten sei, ihr einen Betrag von CHF 67'722.85 (bestehend aus dem Schadenersatz für die Mängelbeseitigung von CHF 48'500.--, der Miete einer Ersatzwohnung während der Sanierungsdauer inkl. Umzugs- und Reinigungsarbeiten in Höhe von CHF 10'244.-- sowie des Ersatzes der für das Privatgutachten angefallenen Kosten von CHF 8'978.85) samt Zins zu 5% p.a. seit dem 25. April 2007 zu bezahlen. Mit Entscheid vom 23. Juni 2015, den Parteien am 17. August 2015 im Dispositiv und am 10. Dezember 2015 in begründeter Form mitgeteilt, erkannte das Bezirksgericht Maloja wie folgt:
„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 62'756.20, zuzüglich Zins zu 5% auf CHF 6'556.20 seit 16. Oktober 2012, zu bezahlen.
2. Die Gerichtskosten von CHF 8'000.-, die Gutachterkosten von CHF 22'035.70 sowie die Kosten des Schlichtungsverfahrens in Höhe von CHF 400.- werden der Beklagten auferlegt. Die Kosten werden mit dem klägerischerseits geleisteten Vorschuss soweit möglich verrechnet, unter Erteilung des Regressrechts auf die Beklagte im Umfang von CHF 8'000.-.
3. Die Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin mit CHF 17'567.40 ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations