# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12799b13-7768-4f3d-8f95-95a15b2492df
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955,
absolvierte in seiner früheren Heimat eine
Dreher
lehre
(
Urk.
7/6/4)
. Zuletzt
arbeitete
er
als Maschinenführer und Abfüller und Packer von Klebstoffen bei der
Y._
AG (
Urk.
7/19, 7/38/295-298). Am 13. April 2012 rückte er bei der Arbeit ein circa 200 kg schweres, kippendes Fass gerade, wobei er einen starken Schmerz in der linken Schulter verspürte. Es wurde eine Ruptur der langen
Bicepssehne
festgestellt (
Urk.
7/38/292, 7/38/331). Am 9. November 2012 erfolgte ein operativer Ein
griff (
Urk.
7/38/264). Im Verlauf wurden am linken Schultergelenk sodann eine subtotale
Subscapularisläsion
und eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt (
Urk.
7/38/219).
Der zuständige Unfallversicherer, die Schweizerische
Unfallversicherungsanstalt (Suva
), kam für die Heilbehandlung auf und erbrachte das Taggeld (vgl.
Urk.
7/38/1-342).
Am 23. Januar
beziehungsweise 5. Februar 2013
meldete sich der Versicherte bei der Schweizerischen Invalidenversicherung für die berufliche Integration und
eine
Rente an (
Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten der Suva
bei und wartete den Heilverlauf ab (vgl.
Urk.
7/17 und 7/23). Ab Juni 2014 führte sie eine Eingliederungsberatung durch (Abschluss im September 2014,
Urk.
7/35). Nach Einholung des Berichts von
Dr.
med.
Z._
, Allgemeinmediziner, vom 9. Dezember 2014 (
Urk.
7/3
7), dem erneuten
Beizug
der Suva
-Akten (vgl.
Urk.
7/38/1-342) und nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
(vgl.
Urk.
7/42-50) sprach sie dem Versi
cherten mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 für die Zeit vom 1. August 2013 bis 31. Juli 2014 eine befristete ganze Invalidenrente zu.
2.
Gegen diese Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 richtet sich die Bes
chwerde des Versi
cherten mit dem
Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine
ganze
Rente über den 31. Juli 2014 hinaus zu gewähren. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den Sachver
halt neu abzuklären (
Urk.
1 S. 2
).
In prozessualer Hinsicht wurden die Einholung eines Gutachtens und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters beantragt (
Urk.
1 S. 3).
In der Beschwerdeantwort vom 4. August 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 11. Januar 2016 bewilligte das Gericht die beschwerdeweise beantragte unentgeltliche Prozessführung und bestellte Rechtsanwalt Philip
Stolkin
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter des Versicherten (
Urk.
13).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser
Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten
versiche
rungsinterner
Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlä
ssigkeit bestehen
. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklär
ungen vorzunehmen (BGE 135 V 470
E. 4.4 mit Hinweis
; Urteil des Bundesgerichts 8C_557/2015 vom 7. Oktober 2015, E. 5.2
).
Namentlich sind die von der
versicherten Person auf
gelegten Berichte
der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte w
ecken (BGE 135 V 470 f. E. 4.5 und E. 4.6).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
Mai 2015
davon aus, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maschinenführer sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Für eine angepasste Tätigkeit sei gestützt auf die Beurteilung
von Suva
-Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
spätestens
ab
16.
April 2014 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Der
Einkom
mensvergleich
ergebe einen Invaliditätsgrad von 100
%
(richtig: 17
%
). Dem
entsprechend sei die ab 1. August 2013 zuzusprechende ganze Invalidenrente
per 31. Juli 2014, drei Monate nach Eintritt der Verbesserun
g, zu befristen (
Urk.
2,
vgl. auch
Urk.
7/39, 7/40, 7/67).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde geltend machen, die IV-Stelle stelle ausschliesslich auf den kreisärztlichen Bericht von
Dr.
A._
ab. Damit verletze sie den Untersuchungsgrundsatz. Denn die Gutachten von Kreisärzten hätten hauptsächlich den Zweck, unfallkausale und unfallfremde Beeinträchti
gungen zu trennen. Beeinträchtigungen, die der Gutachter als unfallfremd ein
stufe, würden dagegen nicht eingehend untersucht. Das Gutachten von
Dr.
A._
erscheine sodann in mehrerer Hinsicht als unsorgfältig. So habe sich denn auch die S
uva
gezwungen gesehen, ihm noch Ergänzungsfragen zu stellen (
Urk.
1
S. 6 f.). Die IV-Stelle habe
es
sodann unterlassen, einen leidensbedingten Abzug von 25
%
vorzunehmen.
Wenn er in seinem Alter überhaupt noch eine Anstel
lung finde, dann nur unter Inkaufnahme eines unterdurchschnittlichen Ein
kommens (
Urk.
1 S. 9).
Zu beanstanden sei zudem, dass auf die Angaben des Bundesamtes für Statistik abgestellt werde. Denn die Lohnstrukturerhebung erhebe die Löhne von Personen, die im Erwerb
sleben nicht beeinträchtigt seien
; massgebend seien aber die Löhne, die Personen mit Behinderung ausbezahlt würden (
Urk.
1 S. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die vorhandenen medizinischen Unterlagen ausreichen, um
die Arbeits
fähigkeit
ab April 2014 und damit den Rentenan
spruch
ab 1.
August 2014
, dem Zeitpunkt der Einstellung der Invalidenrente,
zu beurteilen. Zu überprüfen ist auch das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen.
Die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente für die Zeit vom 1. August 2013 bis 31. Juli 2014 ist unbestritten und nach der Aktenlage korrekt.
3.
3.1
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 29. August 2013
führte Suva-Kreisarzt med.
pract
.
B._
, Facharzt für Chirurgie FMH, aus, es werde weiter
hin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit bestätigt. Die medizinische Behandlung sei noch nicht abgeschlossen (
Urk.
7/38/197).
Gegenüber den Ärzten der Universitätsklinik
C._
, Orthopädie,
gab der Versi
cherte am 20.
Januar 2014 an, trotz
der operativen Versorgung am 9.
November 2012 habe er weiterhin täglich unter Schmerzen gelitten. Bis mittags seien diese etwas weniger ausgeprägt, dann nähmen sie zu. Auch bestünden nächtliche Schmerzen. Die Schmerzen seien immer ventral lokalisiert und verstärkten sich bei Rotationsbewegungen (
Urk.
7/38/167). Bei der Untersu
chung vom 28.
Januar 2014 gab er an, vor allem
Schmerzen
bei
Überkopfar
beiten
zu verspüren, sowie bei der Retroversion des linken Arms. Die Ärzte hielten fest, es bestehe ein diffuses Schmerzbild bei jedoch funktioneller Ein
schränkung der Innenrotationsfähigkeit und schmerzhafter Abduktionsfähigkeit, was mit der Bildgebung korreliere (
Urk.
7/38/
162-
163). Sie diagnostizierten eine
Rotatorenmanschettenruptur
(
subtotal
Subscapularis
, Partialruptur gelenkseitig des
Supraspinatus
) links mit/bei einem Status nach Sc
hulterarthroskopie,
Bursektomie
und
Acromioplastik
sowie offener Revision des
Biceps
mit
sub
pectoraler
Tenodese
links am 9. November 2012
sowie
bei einem Status nach Ruptur der langen
Bicepssehne
am 13. April 201
2.
Sodann diagnostizierten die Ärzte ein nach der Operation vom 9. November 2012 aufgetretenes postoperati
ves
Glottisödem
.
Die Ärzte empfahlen die
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Urk.
7/38/162). Der Versicherte erklärte in der Folge, auf einen weiteren opera
tiven Eingriff zu verzichten (
Urk.
7/38/153).
3.2
Kreisarzt
Dr.
A._
nahm
am 16. April 2014 die ärztliche Abschlussunter
-
suchung vor.
Dabei gab der Versicherte an, dass er Mühe bei gewissen Rotations
bewegungen habe und beim Liegen auf der linken Schulter. Den Nacken könne er mit der Hand nicht richtig erreichen und das Kreuz gar nicht. Manchmal habe er Schmerzen im Nacken, welche über den Arm bis in die Finger aus
strahlten (
Urk.
7/38/145).
Dr.
A._
h
ielt fest, beim Geraderücken eines Fasses auf der Palette seien am 13. April 2012 Schmerzen in der linken Schulter auf
getreten. Er diagnostizierte eine dabei eingetretene Ruptur der langen
Bicepssehne
bei intakter
Rotatorenmanschette
und
einen Status nach Schulter-Arthroskopie und
Acromioplastik
sowie offener Revision des
Biceps
mit
sub
pectoraler
Tenodese
am 9. November 2012 sowie aktuell eine Partialruptur der
Supraspinatussehne
distal von der Unterfläche sich nach
intratendinös
ausdeh
nend, eine
Tendinopathie
der
Infraspinatussehne
und
eine
subtotale Ruptur der
Subscapularissehne
mit nur dünnen Restfasern mit Atrophie der
Subscapularis
muskulatur
, vor allem der
cranialen
Hälfte. Die Muskulatur sei regelrecht. Die aktuelle Untersuchung ergebe eine nicht allzu starke Einschränku
ng der Beweg
lichkeit. Abduktion und
Elevation seien im Bereich der Norm, aber der Versi
cherte erreiche mit der Hand den Nacken nur schlecht und das Kreuz gar nicht. Diese Behinderungen seien bedingt durch die Schädigung der
Rotatorenman
schette
. Rein der Unfallfolgen wegen, also dem Abriss
der langen
Bicepssehne
, wäre d
er Versicherte für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eigentlich wieder voll einsatzfähig. Gewichte heben und tragen bis 20/25 kg sollte bis
Lenden
höhe
problemlos möglich sein, über Schulterhöhe bis 10 kg. Eine zeitliche Ein
schränkung bestehe nicht (
Urk.
7/38/146-147).
Der in der Folge durchgeführte Arbeitsversuch
bei der bisherigen Arbeitgeberin
scheiterte. Dabei war der Versicherte
für das Etikettieren von Kübeln und
für das Verpacken von Kle
bstoffwürsten eingesetzt worden; bei letzterer Tätigkeit waren
volle Kisten mit einem Gewicht
von circa 16 kg zu heben
(
Urk.
7/38/132-133).
In der ergänzenden Stellungnahme vom 7. November 2014 hielt
Dr.
A._
fest, unter Berücksichtigung des gesamten Schulterschadens seien leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten, das heisse 10 kg bis 15 kg Heben und Tragen mit beiden Händen zumutbar. Nur eingeschränkt zumutbar seien
Tätigkeiten links über Kopfhöhe (
Urk.
7/38/25).
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom Regionalen Ärztlichen
Dienst der IV-Stelle, beurteilte diese Angaben als nachvollziehbar
(
Urk.
7/
40/5, 7/67/2).
Dr.
Z._
gab am
9. Dezember 2014 an, er habe den Versicherten nicht angemeldet und ihm auch keine Arbeitsfähigkeit (richtig: Arbeitsunfähigkeit) attestiert
(
Urk.
7/37/1).
3.3
Im Schreiben vom 29. Januar 2015
(
Urk.
7/47)
äusserte sich
Dr.
F._
zur Beur
teilung von
Dr.
A._
, und insbesondere dazu, ob bei den Schädigungen an der
Rotatorenmanschette
von Unfallfolgen auszugehen sei oder nicht. Sodann hielt er fest, bei der letzten klinischen Untersuchung am 7. Juli 2014
hätten
sich eine mässige Einschränkung des Schultergelenks und vor allem eine abge
schwächte Innenrotation gezeigt. Der Versicherte habe angegeben,
es träten massive Schmerzen auf,
sobald er Gewichte über 25 kg
heben müsse
. Deshalb sei auch ein Arbeitsversuch am 17. Juni 2014
(richtig: am 21. Mai 2014,
Urk.
7/38/132)
wieder abgebrochen worden
. In seiner
ursprünglichen
Tätigkeit
als Maschinenführer s
ei der Versicherte aufgrund d
es linksseitigen
Schulterlei
dens
immer noch 100
%
arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
7/47).
Am 16. März 2015 hielt
Dr.
D._
hierzu fest, unter zusammenfassender Berück
sichtigung aller bekannte
r
Arztberichte sei medizinisch-theoretisch mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Maschinenführer dauerhaft nicht mehr möglich
sei. F
ür eine ange
passte Tätigkeit bleibe es jedoch bei der bisherigen, auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht abstellenden Bewertung einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
, da keine medizinischen Tatsachen vorliegen würden, die eine andere Beurteilung nachvollziehbar rechtfertigten (
Urk.
7/67/2).
4.
Das Schulterleiden des Versicherten ist hinreichend abgeklärt. Auch der Beschwer
deführer lässt nicht geltend machen, der medizinische Befund sei nur unvollständig erhoben worden. Aufgrund der übereinstimmenden ärztlichen
Angaben besteht am linken Schultergelenk insbesondere eine objektivierbare Einschränkung der Abduktionsfähigkeit und der Innenrotationsfähigkeit
(
Urk.
7/38/162-163,
7/38/146-147
, 7/47
)
.
Unbestrittenermassen konnte
der Versicherte nac
h dem Unfall vom 13. April 2012
die
ursprüngliche
Tätigkeit
als
Abfüller/
Abpacker
von Klebstoffen gesundheitsbedingt nicht mehr ausüben
und
in der ursprünglichen Form und bei der Berücksichtigung des Gesamtschadens am linken Schultergelenk
auch nicht mehr aufnehmen
(vgl. die Tätigkeitsbeschreibung,
Urk.
7/38/
295-298
und zum Arbeitsversuch,
Urk.
7/38/133
).
Strittig und zu prüfen ist, von welcher Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
nach Abschluss der Heil
behandlung
im April 2014
auszugehen
ist
.
Aufgrund der
erhobenen Befunde und
Einschränkungen erachtete Dr.
A._
im Bericht vom 7. November 2014
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit beid
händigem Heben und Tragen von Gewichten von 10 kg bis 15 kg und
-
im Wesentlichen
-
ohne Tätigkeiten links über Kopfhöhe als zumutbar
(
Urk.
7/38/25)
.
Diese
Zumutbarkeitsbeurteilung
berücksichtigt
anders als seine
Einschätzung vom 16. April 2014 (vgl.
Urk.
7/
38/147)
den Gesamtschaden
am linken Schultergelenk
.
Darauf
kann abgestellt werden. Hinweise dafür, dass der
artige leidensangepasste Tätigkeiten lediglich zeitlich begrenzt ausgeübt werden können, bestehen keine
und
ergeben sich
insbesondere auch nicht aus dem Bericht von
Dr.
F._
vom 29. Januar 2015. Dieser hielt
nämlich
einzig fest,
der Versicherte habe angegeben, er habe im Rahmen eines Arbeitsversuchs beim bisherigen Arbeitgeber Gewichte über 25 kg heben müssen, was ihm nicht möglich gewesen und weswegen der Arbeitsversuch abgebrochen worden sei. I
n seinem ursprünglichen Beruf als Maschinenführer sei der Versicherte im Juli 2014 weiterhi
n 100
%
arbeitsunfähig gewesen
(
Urk.
7/47). Da keine Zweifel an der Richtigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bestehen, sind auch keine ergän
zenden Abklärungen erforderlich.
Mit
der Beschwerdegegnerin
ist somit
– ab April 2014 mit dem Abschluss der Heilbehandlung -
aufgrund der objektiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei der Ausübung
leidens
angepasster
Tätigkeiten auszugehen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
aufgrund
der Lohnangaben aus dem Individu
ellen Konto
(
Urk.
7/13/4), welches ein Einkommen von
Fr.
77‘906.-- für
das Jahr 2011
ausweist,
und unter Berücksichtigung der bis ins Jahr 2014 ein
getretenen Lohnentwicklung von 0,8 %, 0,8
%
und 0,8
%
ein
Validenein
kommen
von
Fr.
79‘790.70 (
Urk.
7/39;
bei definitiver Lohnentwicklung von 0,8
%
, 0,8
%
und 0,7
%
eigentlich
Fr.
79‘711.58; vgl. Bundesamt für Statistik
[BFS]
, Schweizerischer Lohnindex nach Branche, 2010 = 100 [im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T 1.1.10]).
5.2
5.2.1
F
ür die Bestimmung des Invalideneinkommens sind die Löhne aus der vom BFS herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 beizuzie
hen. Dabei ist vom Lohn auszugehen, den Männer bei der Ausübung von ein
fachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielten, nämlich
Fr.
5‘210.-- monatlich (LSE 2012 Tabelle TA1 S. 35). Ange
passt an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2014 (vgl. BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [im Internet abrufbar], Total: 2014 = 41,7 Stunden) und die seit dem Jahr 2012 eingetretene Nominallohnentwicklung (vgl. BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche, 2010 = 100 [im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T 1.1.10], Total: 2012 = 101.7, 2014 = 103.2) ergibt sich ein Einkommen von
Fr.
5‘
511.53
monatlich und im Jahr von
Fr.
66‘138.41.
5.2.2
Zu prüfen ist, ob von diesem
statistischen Durchschnittse
inkommen
etwa wegen des fortgeschrittenen Alters des Versicherten
ein Abzug vorzunehmen
,
bezie
hungsweise
ob angesichts
seines Alters
überhaupt von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen ist
(vgl.
Urk.
1 S. 9)
.
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungs
pflicht nicht mehr zumutbar ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheits
-
schadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Einarbeitungs
-
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Bega
bungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang
oder Anwendbar
keit von Berufserfahrun
g aus dem angestammten Bereich;
Urteil des Bundesge
richts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 2 mit Hinweisen
).
5.2.3
Der Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt der ärztlichen
Zumutbar
keitsbeurteilung
im April 2014
(vgl. BGE 138 V 461 E. 3.3)
annähernd 59 Jahre alt, womit eine Aktivitätsdauer von sechs Jahren verblieb. Gemäss den Akten absolvierte der Versicherte in seiner damaligen Heimat
G._
eine Berufslehre als Dreher
(
und Schweisser
; vgl.
Urk.
7/38/292)
. Nach der Einreise in die Schweiz arbeitete er jeweils mehrere Jahre als Hauswart in einem Hotel, als Aushilfsbäcker in einer Bäckerei und schliesslich als Maschinenführer und Abfüller/
Abpacker
von Klebstoffen
(
Urk.
7/38/292)
. Aufgrund dieser eher viel
fältigen Berufserfahrung ist anzunehmen, dass der Versicherte auch ohne Prob
leme in der Lage ist, sich in eine andere einfache
re
Tätigkeit einzuarbeiten. Zudem kann der Versicherte immerhin noch leichte bis mittelschwere Tätigkei
ten
zeitlich uneingeschränkt
ausüben, und ist dabei linksseitig lediglich bei der Ausübung von Überkopfarbeiten eingeschränkt. Damit bestehen zumindest keine Anhaltspunkte dafür, dass der Versicherte seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012
vom
10. Mai 2013
, E. 3.2.1
und 3.2.2
).
Wie hoch
ein
allfällig vorzunehmender
Abzug
vom statistischen Tabellenlohn
korrekterweise zu veransch
lagen wäre
, kann sodann offen bleiben. Selbst bei Vornahme des maximalen Abzugs von 25
%
(vgl.
BGE 126 V 75)
, der hier nicht gerechtfertigt ist,
resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Nach Abzug von 25
%
vom Durchschnittseinkommen gemäss LSE von
Fr.
66‘138.41 ergibt sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
49‘603.80. Im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
79‘790.70
resultiert
ein Invaliditätsgrad von 37,8
% respektive
gerundet
von
38
%
.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat somit die ab 1. August 2013 zugesprochene Rente zu Recht per 31. Juli 2014 befristet (vgl. Art. 88a
Abs.
1 IVV).
Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Strei
tigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Versicherungs
leistungen kostenpflichtig (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG
). Die Kosten sind auf
Fr.
500.--
festzusetzen und zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Ausgangsgemäss ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für seine Aufwendungen im Verfahren aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Entschädigung ist mangels Einreichens einer Kostennote
ermessensweise auf
Fr.
1‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
(vgl.
Urk.
13)
.