# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c4b77339-16df-449a-8a61-614ec14ca87a
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. In ihrer Steuererklärung pro 2015 vom 13. November 2016 (pag. 93 der Akten der Steuerverwaltung [nachfolgend: Akten StV]) deklarierten B._ und A._
(Rekurrenten) für ihr Grundstück F._ Gbbl. Nr. _ (E._Rain)
Unterhaltskosten von CHF 213'552.-- (pag. 82 Akten StV). Dazu forderte die Steuerverwaltung
des Kantons Bern, Region _ (Steuerverwaltung), mit Schreiben vom 24. November
2016 (pag. 94 Akten StV) entsprechende Unterlagen ein. Solche wurden mit vier E-Mails vom
4. Dezember 2016 (pag. 102, 129, 141 und 145 Akten StV) eingereicht.
B. Mit definitiven Veranlagungen pro 2015 vom 7. Februar 2017 (pag. 151 Akten StV) wich die Steuerverwaltung in verschiedenen Punkten von der Deklaration der Rekurrenten ab.
Insbesondere liess sie von den vorne erwähnten Unterhaltskosten CHF 184'374.-- nicht zum
Abzug zu (pag. 150 und 147 Akten StV). In der Begründung führte sie dazu aus, dass
Teilrechnungen nur abziehbar seien, sofern in den Rechnungen die Arbeiten klar abgegrenzt
und dazu detaillierte Angaben gemacht würden.
C. Mit Schreiben vom 1. März 2017 erhoben die Rekurrenten gegen die definitiven Veranlagungen Einsprache (pag. 157 Akten StV). Insbesondere waren sie mit der
Nichtanerkennung der Unterhaltskosten im Umfang von CHF 182'520.-- nicht einverstanden.
Mit Vorbescheid vom 21. September 2017 (pag. 165 Akten StV) teilte die Steuerverwaltung den
Rekurrenten mit, dass die Einsprache teilweise gutgeheissen werde. Die Teilrechnungen von
insgesamt CHF 182'520.-- würden jedoch als Akontorechnungen gewertet und seien deshalb
nicht abziehbar. Mit E-Mails vom 17. Oktober 2017 (pag. 186 Akten StV) und 8. November 2017
(pag. 205 Akten StV) reichten die Rekurrenten weitere Unterlagen und insbesondere eine
Fotodokumentation ein.
D. Mit Entscheiden vom 10. Januar 2018 (pag. 215 Akten StV) hiess die Steuerverwaltung die Einsprache – wie angekündigt – teilweise gut. Bei den kantonalen Steuern wurde das
steuerbare Einkommen auf CHF 125'800.-- und bei der direkten Bundessteuer auf
CHF 146'800.-- festgesetzt. Das Vermögen wurde mit CHF 300'000.-- taxiert. Zur Begründung
führte sie aus, dass die Rechnungen der G._ AG und der H._ AG (über
insgesamt CHF 182'520.--) trotz der neu eingereichten Unterlagen weiterhin als
Akontorechnungen gewertet würden.
E. Am 5. Februar 2018 haben die Rekurrenten, vertreten durch C._, Notar und dipl. Steuerexperte (Vertreter), dagegen Rekurs und Beschwerde an die Steuerrekurskommission
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des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) erhoben (pag. 64 der Akten der Steuer-
rekurskommission [nachfolgend: Akten StRK]). Sie stellen folgenden Antrag:
Die in der Steuerperiode 2015 geltend gemachten fünf Teilrechnungen der G._ AG vom
18. Dezember 2015 über total CHF 167'400.-- für die Komplettsanierung des Daches am
E._Rain seien vollumfänglich zu berücksichtigen und vom steuerbaren Einkommen in
Abzug zu bringen.
Der Vertreter begründet den Antrag damit, dass die Rekurrenten das Mehrfamilienhaus am
E._Rain im Jahr 2014 übernommen hätten. Als Bauherren, vertreten durch die
I._ AG, hätten sie am 22. Juli 2015 einen Werkvertrag zur Sanierung des Steildaches
abgeschlossen. Das Ziel sei gewesen, die Dachdeckerarbeiten noch im selben Jahr
abzuschliessen, was auch erreicht worden sei. Die ursprünglich den Anforderungen an
Teilrechnungen nicht genügenden Rechnungen seien vom Werkersteller ergänzt und von den
Rekurrenten im Einspracheverfahren eingereicht worden. Die abschliessende Rechnung der
G._ AG sei am 3. Februar 2016 ausgestellt worden. Diese weise explizit darauf hin,
dass die Arbeiten zwischen dem 24. August 2015 und dem 18. Dezember 2015 ausgeführt
worden seien. Schliesslich hält der Vertreter fest, dass Kosten für Dachsanierungen zweifellos
abzugsfähige Unterhaltskosten darstellen würden.
F. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Mai 2018 (pag. 71 Akten StRK) beantragt die Steuerverwaltung, Rekurs und Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen. In der Begründung
führt sie aus, dass gemäss den gesetzlichen Grundlagen Unterhalts-, Betriebs- und
Verwaltungskosten abziehbar seien, für welche in der Bemessungsperiode Rechnung gestellt
worden sei. Vorliegend würden bei den Forderungen der G._ AG weder Skonto noch
Rabatte gewährt. Auch seien die Beträge gerundet. Erst mit der Schlussabrechnung vom
3. Februar 2016 seien die Teilzahlungen angerechnet und die Restforderung von
CHF 10'639.15 in Rechnung gestellt worden. Somit würde es sich bei den Teilrechnungen der
G._ AG um Akontorechnungen handeln.
G. Dazu hat der Vertreter mit Schreiben vom 4. April 2018 Stellung genommen. Er bemängelt sinngemäss, dass sich die Steuerverwaltung nur auf die ursprünglichen
Teilrechnungen der G._ AG abstütze und nicht auf die nachgereichten präzisierten
Teilrechnungen. Der Vertreter führt weiter aus, dass vorliegend zusammen mit der letzten
Teilrechnung sämtliche Arbeiten abgeschlossen worden seien. Gemäss Werkvertrag hätten
auch alle Arbeiten im Jahr 2015 erfolgen müssen. Schliesslich habe die Steuerverwaltung die
Kosten aus der Regierechnung vom 9. Oktober 2015 als abzugsfähige Unterhaltskosten
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akzeptiert. Dies obwohl auch diese – zusammen mit den Teilrechnungen – in der
Schlussrechnung vom 3. Februar 2016 abgezogen worden sei. Dies sei widersprüchlich.
H. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
I. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, sofern entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
2. Vorliegend ist umstritten (vgl. Bst. E), ob die folgenden Beträge im Steuerjahr 2015 als Liegenschaftsunterhalt abgezogen werden können:
Rechnungsdatum Betrag CHF pag. Akten StV 08.09.2015 16'200 118 09.10.2015 32'400 120 21.10.2015 27'000 122 10.11.2015 43'200 124 23.11.2015 48'600 126 Total 167'400
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3. Bei Grundstücken im Privatvermögen können unter anderem die Unterhaltskosten abgezogen werden (Art. 36 Abs. 1 StG bzw. Art. 32 Abs. 2 DBG). Nicht abziehbar sind
demgegenüber Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von
Vermögensgegenständen (Art. 39 Bst. d StG bzw. Art. 34 Bst. d DBG). Auf kantonaler Ebene
wird Art. 36 StG in der Verordnung vom 12. November 1980 über die Unterhalts-, Betriebs- und
Verwaltungskosten von Grundstücken (VUBV; BSG 661.312.51) konkretisiert. Auf
Bundesebene werden die abziehbaren Grundstückkosten in der Verordnung vom 24. August
1992 über den Abzug der Kosten von Liegenschaften des Privatvermögens bei der direkten
Bundessteuer (Liegenschaftskostenverordnung; LKV; SR 642.116), der Verordnung vom
24. August 1992 über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung
erneuerbarer Energien (VMRE; SR 642.116.1) und der Verordnung der Eidgenössischen
Steuerverwaltung vom 24. August 1992 über die abziehbaren Kosten von Liegenschaften des
Privatvermögens bei der direkten Bundessteuer (ESTV-Liegenschaftskostenverordnung; LKV-
ESTV; SR 642.116.2) näher umschrieben. Nebst diesen Verordnungen ist auch das von der
Steuerverwaltung des Kantons Bern herausgegebene Merkblatt 5 (MB 5) zu beachten
(einsehbar unter: <https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken Dokumente / Publikationen / Merkblätter
/ Einkommens- und Vermögenssteuern / Steuerjahr / Merkblatt 5"). Dieses Merkblatt enthält
namentlich einen Ausscheidungskatalog zur Abgrenzung der abzugsberechtigten
Unterhaltskosten von den beim Einkommen nicht abzugsfähigen Anlagekosten. Weil die im
MB 5 enthaltenen Richtlinien nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts und der
Steuerrekurskommission taugliche und sachliche Abgrenzungshilfen darstellen, werden sie
auch von den Gerichten angewandt (statt vieler: VGE 20858 vom 26.4.2000, in NStP 2000
S. 53 ff. E. 2a).
3.1 Bei den kantonalen Steuern werden die Kosten für Liegenschaftsunterhalt in der Bemessungsperiode zum Abzug zugelassen, in der sie in Rechnung gestellt worden sind (Art. 4
Abs. 1 VUBV). Bezüglich der direkten Bundessteuer existiert keine entsprechende Vorgabe,
weshalb ebenfalls auf das Datum der Rechnungsstellung abgestellt werden kann
(VGE 100 2013 240 vom 7.11.2014, E. 3.1; bestätigt in VGE 100 2015 30 vom 16.8.2016,
E. 4.3).
3.2 Als Rechnung im Sinn von Art. 4 Abs. 1 VUBV gelten neben Schlussabrechnungen auch Teilrechnungen, sofern sie sich auf abgeschlossene und klar abgrenzbare Arbeiten und
Materialien beziehen und diese detailliert umschreiben (vgl. Wegleitung 2015 zum Ausfüllen der
Steuererklärung, Formular 7, S. 47, einsehbar unter: <https://www.sv.fin.be.ch>, Rubrik
Dokumente / Publikationen / Wegleitungen"). Demgegenüber gelten Beträge, die mittels
sogenannten Akontorechnungen eingefordert werden, nicht als Rechnung im Sinn von Art. 4
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Abs. 1 VUBV. Entsprechende Zahlungen können erst mit der Schlussabrechnung abgezogen
werden (VGE 100 2013 240 vom 7.11.2014, E. 3.2 mit Verweis auf Leuch/Schlup Guignard in:
Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 6 zu Art. 36
StG).
3.3 Ob abzugsberechtigte Teilrechnungen vorliegen, beurteilen die bernischen Steuerbehörden in erster Linie gestützt auf Form und Inhalt der Rechnungen. Enthalten diese
detaillierte Umschreibungen der erbrachten Leistungen, stellt dies ein starkes Indiz für in sich
abgeschlossene Arbeitsetappen dar. Werden die erbrachten Leistungen hingegen nur pauschal
wiedergegeben, schliessen die Steuerbehörden auf das Vorliegen von nicht abziehbaren
Akontorechnungen. Letztere dienen vorab der Liquiditätssicherung der Unternehmen und
unterscheiden sich von Teilrechnungen zudem dadurch, dass sie auf runde Beträge lauten und
keine der üblichen Abzüge (Rabatte, Skonti) gewähren (VGE 100 2013 240 vom 7.11.2014,
E. 3.3; bestätigt in VGE 100 2015 30 vom 16.8.2016, E. 4.3).
3.4 Hauptgrund für das Abstellen auf Schluss- oder Teilrechnungen mit detaillierter Umschreibung der geleisteten Arbeiten ist die Notwendigkeit, die in Rechnung gestellten
Beträge im Zeitpunkt ihrer Geltendmachung in werterhaltende und wertvermehrende Arbeiten
unterteilen zu können. Zudem wird so eine rechtsgleiche und im Massenverfahren praktikable
Beurteilung des Sachverhalts ermöglicht und Missbräuche (durch doppelt geltend gemachte
Abzüge der gleichen Arbeiten mit der Akonto- und der Schlussrechnung) werden erschwert
(VGE 100 2013 240 vom 7.11.2014, E. 3.4).
4. Mit Werkvertrag vom 22. Juli 2015 (pag. 60 Akten StRK) haben die Rekurrenten als Bauherren der G._ AG als Unternehmer Spengler- und Bedachungsarbeiten
übertragen. Gemäss Art. 4 des Vertrags sind die Arbeiten ab 1. September 2015 bis maximal
30. November 2015 zu erfüllen (pag. 58 Akten StRK). Unter Art. 7 wurden Beträge von brutto
CHF 117'773.85 (Spenglerarbeiten: CHF 37'268.35, Dachdeckerarbeiten Hauptdach:
CHF 64'463.-- und Dachdeckerarbeiten Mansardendach: CHF 16'042.50), Rabatt von
CHF 4'710.95, Skonto von CHF 2'261.25 und MWST von CHF 8'864.10, total ausmachend:
CHF 119'665.75 vereinbart (pag. 57 Akten StRK). Im Nachtrag vom 23. November 2015 zum
Werkvertrag vom 14. Juli 2015 (pag. 56 Akten StRK) wurde "aufgrund unvorhergesehener
Arbeiten, Mehraufwand, Positionen welche nach Aufwand verrechnet werden und im
ursprünglichen Totalbetrag nicht enthalten waren", ein neues Auftragstotal von CHF 194'389.40
beschlossen. Als neuer Endtermin wurde der 11. Dezember 2015 abgemacht.
4.1 Im Veranlagungsverfahren reichten die Rekurrenten unter anderem fünf Rechnungen ein (pag. 118, 120, 122, 124, 126 Akten StV). Diese sind als Teilrechnung bezeichnet und von eins
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bis fünf nummeriert. Neben einer Rechnungs- sowie einer Faktura-Nummer, der Bezeichnung
des Objekts (MFH E._Rain, F._) und des Architekten, enthalten sie in grosser
Schrift "BKP 222/224 Spengler- /Bedachungsarbeiten". Danach wird, auf tausender Beträge
gerundet (z.B. CHF 15'000.--; pag. 118), der Bruttobetrag genannt und zu diesem 8 % MWST
gerechnet. Schliesslich werden als Zahlungskonditionen "30 Tage netto" und "im voraus"
genannt. Aus der zweiten Seite ergeben sich grundsätzlich die gleichen Informationen.
Zusätzlich werden dort jeweils noch die bereits in Rechnung gestellten Beträge abgezogen. So
ergibt sich aus der zweiten "Teilrechnung" ein Betrag von CHF 45'000.--. Davon werden
CHF 15'000.-- der ersten "Teilrechnung" abgezogen, was CHF 30'000.-- ergibt. Diese werden –
erhöht um die MWST – in Rechnung gestellt (pag. 119 Akten StV). Die fünf Rechnungen
enthalten alle auf der ersten Seite einen Eingangsstempel. Gemäss Auszug aus der
Buchhaltung, sind die fünf Beträge im Jahr 2015 bezahlt worden (pag. 98 und 97 Akten StV):
Rechnungsdatum netto Betrag CHF brutto Betrag CHF pag. Akten StV Zahlungsdatum 08.09.2015 16'200 15'000 118 19.10.2015 09.10.2015 32'400 30'000 120 06.11.2015 21.10.2015 27'000 25'000 122 20.11.2015 10.11.2015 43'200 40'000 124 18.12.2015 23.11.2015 48'600 45'000 126 29.12.2015 Total 167'400 155'000
4.2 Als Beilage zur Einsprache vom 1. März 2017 reichten die Rekurrenten eine "Zwischenabrechnung" der G._ AG vom 18. Dezember 2015 (pag. 155 Akten StV) ein.
Daraus ergibt sich ein Bruttobetrag von CHF 155'000.--, Rabatt von CHF 9'300.-- (6 %), Skonto
von CHF 2'914.-- (2 %) sowie MWST von CHF 11'422.90, total ausmachend: CHF 154'208.90.
Zu den ausgeführten Arbeiten von CHF 155'000.-- wird Folgendes aufgelistet:
• Kompletter Abbruch bis auf Sparren
• Estrichverkleidung erstellt
• Zwischensparrendämmung
• Unterdach inkl. Folie montiert
• Konterlattung und Lattung
• Neue Biberschwanzziegel-Eindeckung
• Spengler-Arbeiten bei Balkonen
4.3 Wegen des abweisenden Vorbescheids der Steuerverwaltung vom 21. September 2017 (pag. 165 Akten StV) reichten die Rekurrenten die fünf "Teilrechnungen" (vgl. E. 4.1) erneut ein.
Diesmal ergänzt mit den ausgeführten Arbeiten. Die Rechnung vom 8. September 2015 wurde
beispielsweise folgendermassen ergänzt (pag. 184 Akten StV):
• Installation der Baustelle
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• Abbrechen der Ziegeleindeckung
• Abbruch der Anschlussbleche an der Traufe, Ort und Lukarnenanschlüsse
• Entsorgung der Materialien mit Abtransport in Mulden
4.4 Weiter reichten die Rekurrenten im Einspracheverfahren die ersten zehn Seiten der "über 50 Seiten umfassenden Schlussrechnung" ein (vgl. pag. 186 und 174 bis 183 Akten StV).
Daraus ergeben sich detailliert die einzelnen Kostenpositionen. Auch schickten die Rekurrenten
der Steuerverwaltung Fotos vom Baufortschritt, sortiert nach den Daten der "Teilrechnungen"
(pag. 192 bis 201 Akten StV). Dann gaben die Rekurrenten ein Schreiben vom 7. November
2017 (pag. 187 Akten StV) zu den Akten, worin die G._ AG bestätigt, die Arbeiten
gemäss der Zwischenabrechnung vom 18. Dezember 2015 und der Fotodokumentation im Jahr
2015 ausgeführt zu haben.
4.5 Schliesslich reichten die Rekurrenten auch die Rechnung vom 3. Februar 2016 (pag. 188 Akten StV) ein. Daraus ergibt sich ein Bruttobetrag von CHF 187'047.20, Rabatt von
CHF 11'222.85 (6 %) und Skonto von CHF 3'516.50 (2 %). Dann werden die fünf
"Teilrechnungen" von insgesamt CHF 155'000.-- abgezogen, dazu die MWST von
CHF 1'384.65 gezählt und schliesslich noch der Betrag von CHF 8'053.35 für die Regie-
Rechnung vom 9. Oktober 2015 abgezogen, was CHF 10'639.15 ergibt.
4.6 Die Rechnung vom 9. Oktober 2015 (pag. 116 Akten StV) der G._ AG für die Regie-Arbeiten, reichten die Rekurrenten bereits im Veranlagungsverfahren ein. Die Rechnung
wurde für Arbeiten vom 2. September 2015 bis 2. Oktober 2015 gestellt. Es ergibt sich daraus
ein Bruttobetrag von CHF 7'926.05, Rabatt von CHF 317.05 (4 %), Skonto von CHF 152.20
(2 %) sowie MWST von CHF 596.55, total ausmachend: CHF 8'053.35. Auf der Rechnung
werden die ausgeführten Arbeiten (inkl. Material), mit Verweis auf elf Regierapporte, aufgeführt
(pag. 115 Akten StV). Diese elf Regie- und Servicerapporte (pag. 103 bis 113 Akten StV) legten
die Rekurrenten auch bei. Daraus ergeben sich die ausgeführten Arbeiten, mit der Anzahl
geleisteten Stunden inkl. Datum und den ausführenden Mitarbeitern sowie das benötigte
Material.
5. Vorliegend wurden die fraglichen Arbeiten im Jahr 2015 abgeschlossen (vgl. E. 4 und E. 4.4). Die fünf Rechnungen sind auch in diesem Jahr bezahlt worden (E. 4.1). Wie unter
E. 4.1 ausgeführt, sind mit den fünf Rechnungen runde Beträge gefordert worden. Keine der
üblichen Abzüge, wie Rabatte oder Skonti, sind gewährt worden. Aus den Rechnungen ergibt
sich kein Hinweis über die erbrachten Leistungen. In der Schlussrechnung vom 3. Februar 2016
werden die fünf Rechnungen abgezogen. Dazu werden Rabatte und Skonti gewährt und der
geschuldete Betrag ist nicht gerundet (vgl. E. 4.5). Auch werden in der – gemäss Schilderungen
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der Rekurrenten – über 50 Seiten umfassenden Schlussrechnung die einzelnen
Kostenpositionen detailliert aufgeführt (vgl. E. 4.5). Somit handelt es sich bei den fünf fraglichen
Rechnungen (pag. 118, 120, 122, 124, 126 Akten StV) um Akontorechnungen.
5.1 Die Rekurrenten sind der Meinung, dass für den Nachweis, dass es sich um Teilrechnungen handelt, weitere Beweismittel zu beachten sind. Sie verweisen vor allem auf die
Ergänzungen in den ursprünglichen Rechnungen (vgl. E. 4.3) und die Fotodokumentation. Im
bereits zitierten Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern (VGE 100 2015 30 vom
16.8.2016) war strittig, wie das in drei Tranchen an eine Generalunternehmung zu leistende
Honorar auf die verschiedenen Steuerperioden zu verteilen ist. Die Steuerverwaltung stellte
dazu auf die Schluss- und Teilrechnungen (im Sinn von Art. 4 Abs. 1 VUBV) ab, die von den
einzelnen Bauhandwerkern an die Generalunternehmung gerichtet worden waren. Das
Verwaltungsgericht schützte dieses Vorgehen nicht, weil zwischen der Bauherrschaft und den
Bauhandwerkern kein Vertragsverhältnis bestanden hatte (VGE 100 2015 30 vom 16.8.2016,
E. 4.4.2). Das Gericht führte aus, dass Rechnungen einer Generalunternehmung höchstens
zusammen mit den Rechnungen der einzelnen Bauhandwerker den Anforderungen an eine
Teilrechnung genügen könnten. Dies käme jedoch nur in Frage, wenn die
Generalunternehmung sich bei ihrer Rechnungsstellung eng am effektiven Baufortschritt
orientiere und jeweils jene Aufwendungen fakturiere, die sich auf abgeschlossene Arbeiten
beziehen (VGE 100 2015 30 vom 16.8.2016, E. 4.4.4). Zwar kann jene Konstellation mit der
vorliegenden, in der keine Generalunternehmung involviert ist, nicht direkt verglichen werden.
Dem Entscheid lässt sich aber entnehmen, dass in einer Situation, in der detaillierte
Rechnungen (an die Generalunternehmung) vorliegen, welche jedoch nicht direkt mit den an
die Bauherrschaft fakturierten Beträgen korrespondieren, Abzüge für an die
Generalunternehmung getätigte Zahlungen nicht möglich sind. Dementsprechend kann erst
recht nicht auf andere Beweismittel wie Arbeitsrapporte, Abnahmeprotokolle, Fotos und
dergleichen abgestellt werden, um zu bestimmen, was genau mit rudimentären Rechnungen
fakturiert wurde. Zudem wäre der Einbezug zusätzlicher Unterlagen in der Veranlagungspraxis
nicht praktikabel und würde die Gefahr doppelt gewährter Abzüge für die gleichen Arbeiten
erhöhen (vgl. RKE 100 2017 392 vom 12.6.2018, E. 4.4).
5.2 Zudem wäre vorliegend auch fraglich, ob die ergänzten Rechnungen (vgl. E. 4.3) die Anforderungen an Teilrechnungen erfüllen würden. So geben sie die erbrachten Leistungen nur
pauschal wieder. Gemäss Rechtsprechung müssen sich Teilrechnungen aber auf bereits
abgeschlossene und klar abgrenzbare Arbeiten beziehen. Diese sind genau zu umschreiben.
Wenig genaue und pauschale Angaben zu den erbrachten Leistungen sprechen für nicht
abziehbare Akontorechnungen (VGE 100 2015 30 vom 16.8.2016, E. 4.3).
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5.3 Schliesslich ist zum Argument des Vertreters, wonach es widersprüchlich sei, die Kosten der Regierechnung vom 9. Oktober 2015 – im Gegensatz zu den fünf "Teilrechnungen" – als
abzugsfähige Unterhaltskosten zu akzeptieren, festzuhalten, dass dies gerade nicht der Fall ist.
Auf der Rechnung vom 9. Oktober 2015 werden die ausgeführten Arbeiten (inkl. Material), mit
Verweis auf elf Regierapporte, aufgeführt (vgl. E. 4.6). Somit bezieht sich die Rechnung auf
bereits abgeschlossene und klar abgrenzbare Arbeiten. Der Bruttobetrag von CHF 7'926.05 ist
nicht gerundet und es wird ein Rabatt von 4 % und ein Skonto von 2 % gewährt. Deshalb
handelt es sich dabei um eine Rechnung im Sinn von Art. 4 Abs. 1 VUBV. Wie unter E. 5
ausgeführt, erfüllen die fünf Rechnungen (pag. 118, 120, 122, 124, 126 Akten StV) diese
Voraussetzungen nicht, weshalb Rekurs und Beschwerde abzuweisen sind.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig. Sie haben die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten
oder andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1,
2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
Da die Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen, werden keine Parteikosten gesprochen
(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).