# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ccbc3d2e-fed0-4a81-9b0e-1d681f89993b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, war zuletzt
von
April 2001 bis
Ende März
2008 als Business Projekt Managerin bei der
A._
angestellt (
Urk.
7/8/2
Ziff.
2.1 und 2.7). Unter
Hinweis auf einen insulinpflichtigen Diabetes, eine Erschöpfungsdepression, Angst
-
und Panikattacken und
einen Tremor der linken Schulter und des linken Armes
meldete sie sich am 1
8.
Februar 2008
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
6.2).
Die
A._
teilte der Versicherten am 2
7.
März 2008 (
Urk.
7/8/9-10) mit, dass per
1.
April 2008 Anspruch auf eine Invalidenrente
nach
dem Bundesgesetz über die berufliche Alters--, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
in Höhe von 100
%
bestehe.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte ein psychiatri
sches Gutachten (
Urk.
7/13) ein. Mit Verfügung vom
6.
März 2009 (
Urk.
7/21
) sprach sie der Versicherten ab dem
1.
März 2008 eine ganze
Rente der Invalidenversicherung zu.
Eine im November 2009 eingeleitete Rentenrevision (vgl.
Urk.
7/23 S. 1 oben) ergab keine Änderung des Invaliditätsgrades,
was
die IV-Stelle der Versicherten am
2.
September 2010 mitteilte (
Urk.
7/29).
1.2
Im November 2013 wurde erneut eine Revisi
o
n eingeleitet (
vgl.
Urk.
7/32 S. 3). Die IV-Stelle holte ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
7/42) ein. In der Folge
gab sie ein weiteres psychiatrisches
Gutachten
in Auftrag
, das am
4.
November 2016 (
Urk.
7/75) erstattet wurde. Gleichentags reichte der Gutachter
des zweiten Gut
achtens
der IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme (
Urk.
7/79) ein.
Mit Vorbe
scheid vom 2
5.
November 2016 (
Urk.
7/82) stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Rente in Aussicht. Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
7/91) vor. Mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2017 (
Urk.
7/104 =
Urk.
2) hob die IV-Stelle die Rente für die Zukunft auf.
2.
Die Versicherte erhob am 1
4.
August 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
1.
Juni 2017
(
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiter
hin eine Rente auszurichten. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
September 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
7.
November 2017
wurde das
Gesuch um Gewährung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3) abgewiesen und der Beschwerdeführerin eine Kopie der Beschwerdeant
wort zugestellt (
Urk.
8 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
di
täts
grades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
halts
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisionsverfahren
zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.
3.1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin
machte
in formeller Hinsicht
geltend
, die Beschwerde
gegnerin
habe sich
in der angefochtenen Verfügung
nicht mit den von ihr am
7.
März 2017 erhobenen Einwänden bezüglich des Gutachten
s
von
Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
4.
November 2016
und
der
Befangenheit des Gutachters auseinandergesetzt. Die Verfügung leide daher an einem schwerwiegenden Begründungsmangel (
Urk.
1 S. 6
Ziff.
1.3).
Der Vorwurf der mangelhaften Begründung
des angefochtenen Entscheides
ist
vorab
zu prüfen.
2.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem r
echtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der ent
scheiden
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerde
führen
den
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des rechtlichen Gehörs sein, dass
Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrens
mängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobe
nen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungs
möglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemu
tet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
2.3
Die Beschwerdeführerin
brachte
im Einwand vom
3.
März 2017
vor
, die psychiatri
sche Begutachtung durch
Dr.
B._
sei
äuss
ert konfliktreich abgelaufen
. Sie habe bei der Begutachtung einen Zusammenbruch erlitten und habe diese völlig aufgelöst, schreiend und weinend verlassen. Zu Hause habe sie dann von einem Notfallpsychiater psychiatrisch betreut werden müssen. Es sei davon aus
zugehen, dass der Gutachter bei der Abfassung des Gutachtens unte
r
dem Ein
druck der sehr negativen Rückmeldung seitens der Beschwerdeführerin befangen gewesen sei (
Urk.
7/91 S. 2
Ziff.
2).
Die Beschwerdegegnerin hat
den Vorwurf der Befangenheit des Gutachters
zur Kenntnis genommen.
Dies lässt sich dem internen Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom 2
1.
Juni 2017 entnehmen
, wo die erhobenen Einwände zusammengefasst aufgeführt
sind
(
Urk.
7/103 S. 1 unten).
Wie erwähnt,
kann von der Verwaltung nicht erwartet werden
,
dass sie
sich mit jedem rechtlich
en Ein
wand auseinanderzusetzen
hat
. Aus der Verfügung
vom 2
1.
Juni 2017
ergibt sich
immerhin
, dass die Beschwerdegegnerin das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
für beweistauglich erachtete und sie
trotz der gegen ihn erhobenen Vor
würfe der Einschätzung des Gutachters
folgen wollte. Eine sachgerechte Anfech
tung
des Entscheides
war der Beschwerdeführerin bei dieser Ausgangslage sehr wohl möglich.
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich in der Verfügung sodann zu den von der Beschwerdeführerin
im Einwand
beantragten Ein
gliederungsmass
nahmen
(
Urk.
2 S. 2 Mitte). Die rund eine Seite umfassende Begründung des angefochtenen Entscheides erweist sich zumindest als aus
reichend. Soweit sich die Beschwerdegegnerin nicht zur Rüge der Befangen
heit des Gutachters äusserte, erweist sich ein allfälliger Mangel durch das vorliegende Beschwerdeverfahren
zudem als geheilt. Der Vorwurf der
mangel
haften Begründung des angefochtenen Entscheides erweist sich
daher
als unzu
treffend.
3
.
3
.1
Die B
eschwerdegegnerin stellte
in der angefochtenen Verfügung
zu den
medizi
ni
schen Abklärungen fest
,
n
ach der aktuellen gutachterlichen Unter
suchung bestünden zahlreiche Widersprüche, die nicht miteinander zu verein
baren seien. Aktuell
lägen
keine wesentlichen Einschränkungen für die Ausübung der ursprünglichen Tätigkeit als Bankangestellte
mehr vor
(
Urk.
2 S. 2 oben).
3.2
Die Beschwerdeführerin
brachte zum Gutachten von
Dr.
B._
weiter vor, von
einem Gutachten
müsse
grundsätzlich
verlangt werden, dass darin die wich
tigsten Akten zusammengefasst und nicht einfach eingescannt würden. Unter diesen Umständen sei nicht belegt, ob der Gutachter die Akten überhaupt gelesen habe. Er habe das Gewicht der Begutacht
ung sodann von Anfang an darauf
gelegt, bei der Beschwerdeführerin Aggravation und Simulation zu beweisen (
Urk.
1 S.
9
Ziff.
3.1 und 3.2).
3.3
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
6.
März 2009 (
Urk.
7/21 S. 1) ab dem
1.
März 2008 eine ganze Rente zugesprochen. Die aktuelle Rentenrevision wurde im November 2013 eingeleitet (vgl.
Urk.
7/32 S.
3).
Streitgegenstand bildet daher die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Rente aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung
der Beschwerdeführerin
vergli
chen mit dem Zeitpunkt der Verfügung vom
6.
März 2009 zu Recht für die Zukunft aufgehoben hat.
Zu prüfen ist zunächst
, ob auf
das
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
bene
Gutachten von
Dr.
C._
vom
9.
August 2014 oder auf
jenes
von
Dr.
B._
vom
4.
November 2016
abzustellen ist
.
Dabei ist auch über die Frage der Befan
genheit des Gutachters zu entscheiden.
4
.
4
.1
Die Beschwerdeführerin war vom 1
2.
April bis 2
2.
Juni 2007 in der Klinik
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, in stationärer psychiatri
scher Behandlung (
Urk.
7/1 S. 1 Mitte).
4
.2
Dr.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 1
7.
März 2008 (
Urk.
7/7/7-8) als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
eine mittelgradige depressive Episode, seit 2007, und einen Diabetes mellitus Typ
II, insulinabhängig, seit 199
8.
Als Diagnose ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei
skoliotischer
Fehlhaltung (S. 1
lit
. A).
Dr.
E._
attestierte
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
seit dem 1
9.
März 2007 bis auf Weiteres eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1
lit
. B).
4
.3
Die behandelnden Ärzte, Zentrum
F._
,
nannten im Bericht vom 2
1.
Mai 2008 (
Urk.
7/10/7-9) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode, eine Agoraphobie mit Panikattacken und einen Diabetes mellitus Typ II
. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie keine
(S. 2
Ziff.
1
.1
und 1.2
).
Die Ärzte des
F._
führten weiter aus
, die Patientin könne mit Mühe die Alltags- und Haushaltsarbeiten erledigen. Sie leide an einer Depression und unter Antriebs
losigkeit, die zu einer verminderten Aufmerksamkeits- und Konzen
tra
tions
leistung sowie zu damit verbunden
en
St
immungsschwankungen f
ührten
(S.
1
lit
. a). Sie attestierten auch auf längere Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1
lit
. b).
4.4
4.4.1
Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am
8.
September 2008 (
Urk.
7/13) ein psychiatrisches Gutachten.
Dr.
G._
führte zur Anamnese aus,
n
ach einer Ausbildung zur Hoteldirektion
s
assistentin sei
die Beschwerdeführerin
in einem Hotel als Direktionsassistentin tätig gewesen. Mit 26 Jahren habe sie
dort die
Hauswirtschafts- und
die
Betriebs
leitung übernommen (S.
6 f.).
Von einem Tag
auf den anderen sei sie
eine
schwere Diabetikerin geworden.
Nach einer Auszeit sei sie ab
dem Jahr 2001 bei der
A._
tätig gewesen
(S. 7 Mitte). Die Beschwerdeführerin leide
nach ihren Anga
ben
am meisten unter Angst. Damit verbunden seien Panikattacken, welche sie plötzlich
und
unvorbereitet überfallen würden.
Dabei verliere sie regel
mässig
die Orientierung (S. 8
Ziff.
2).
Insgesamt sei
sie sehr müde und verlang
samt
(S. 9 Mitte).
Bei der
Untersuchung
sei
zunächst
ein starker
grobschlägiger
Tremo
r des linken Armes aufgefallen. Dieser trete seit
September 2007
bei einer
Anspannung auf. In Ruhe und zu Hause habe
die Beschwerdeführerin
keinen Tremor. Die Untersu
chungssituation habe eine starke Belastung für
sie
dargestellt und der
Tremor habe sich durch die ganze über zweistündige Untersuchung
hin
durch
gezogen.
Ihre Stimme
sei leise und
monoton gewesen. Die Exploration sei
sodann
durch eine deutliche Verlangsamung der Explorandin erschwert gewesen (S. 11 oben).
Einschränkungen der Aufmerksamkeit und des Langzeitgedächtnisses hätten sich nicht gezeigt. Die Merkfähigkeit sei jedoch deutlich reduziert
und die
geprüfte Konzentrationsfähigkeit stark vermindert gewesen
. Die Angst sei konstant vor
handen, aber nicht immer gleichermassen intensiv. Anamnestisch erfasse sie drei
mal pro Woche eine Panikattacke
(S. 11 Mitte). Die Stimmungslage sei reduziert und die affektive Schwingungsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Die Beschwer
deführerin leide
sodann
unter einer starken Vergesslichkeit. Sie sei interessefähig, aber nur
im
engen Kreis. Auch die Freudfähigkeit sei vorhanden, bloss könne sie nicht zum Ausdruck gebracht werden
. Anamnestisch sei
en
immer wieder Suizidgedanken vorh
anden gewesen. Die Explorandin habe
sich aber klar von aktuellen Suizidgedanken distanzieren
können
(S. 11 unten).
4.4.2
Der Gutachter nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10
F32.10) und
eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Als Differentialdiagnose nannte er einen Ver
dacht auf eine Konversionsstörung im Sinne einer dissoziativen Bewegungs
stö
rung (ICD-10 F44.4). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte
Dr.
G._
keine (S. 12
Ziff.
4.1 und 4.2).
Die Beschwerdeführerin habe verschiedene Hotelfachausbildungen absolviert. In wenigen Jahren
sei es zu einer
erfolgreiche
n
Karriere im Bereich
Hotellerie und Hauswirtschaft gekommen
. Ein
en
Einbruch habe die
in ihrem
3
7.
Lebensjahr gestellte Diagnose eines Diabetes mellitus Typ-I dargestellt. Nach eigenen Anga
ben sei
die Beschwerdeführerin
dreimal in ein nächtliches Koma gefallen. Durch den insulinpflichtigen Diabetes sei sie
nicht mehr in der Lage gewesen, die hohen beruflichen Anforderungen zu bewältigen, und habe sich in ihrer Karriere gebremst gesehen (S. 13
Ziff.
5
Mitte). Im Frühling 2001 habe eine erste psychi
atrisch-psychotherapeutische Behandlung stattgefunden.
Zusammen mit der Diabeteserkrankung und familiären Problemen sei sie im Herbst 2006 in eine depressive Krise geraten, die sich in den folgenden Monaten zu einer schweren depressiven Episode ausgeweitet habe. Diese habe zwischen April und Juni 2007 auch eine Klinikeinweisung notwendig gemacht
. Die Behandlung durch die Ärzte des
F._
habe weder auf der Symptomebene noch hinsichtlich der Arbeitsfähig
keit zu substanziellen Verbesserungen geführt
. Die Explorandin habe zudem einen
grobschlägigen
Tremor der oberen Extremität
bei Belastung
entwickelt. Somatische
Ursachen hierfür seien mittels einer neurologischen Untersuchung und eines MRI ausgeschlossen worden
(S. 13
f.
).
Die Explorandin sei mindestens seit Sommer 2007 nicht mehr in der Lage, die
bisherigen Arbeitsverhältnisse
als Projektleiterin in einer Grossbank oder als Leiterin Hotellerie/Gastronomie
auszuführen. Dies aufgrund der erheblichen Komor
bidität der mittelgradigen depressiven Episode und der Panikstörung sowie der seit einem Jahr
auftretenden
motorischen Störung aus
dem
möglichen For
menkreis der Konversionsstörungen.
Es
sei daher von einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit auszugehen (S. 14
Ziff.
6). Eine angepasste Tätigkeit sei an zwei Stunden pro Tag zumutbar. Eine solche könne
die Beschwerdeführerin
ausführen, wenn weder ein Leistungs- noch ein Z
eitdruck auf
sie
einwirke
. Die von
ihr
beabsich
tigte Tätigkeit als Hausaufgabenhilfe und –
aufsicht
in einer Sekundarschule stelle ein mögliches Einsatzgebiet dar (S. 14
Ziff.
7).
4.5
H._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
, und
Dr.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahmen am 1
6.
Okto
ber 2008 (
Urk.
7/15 S. 3 f.) Stellung zu den medizinischen Akten. Sie führten aus, nach dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
G._
sei für die bisherige Tätig
keit als Projektleiterin
in einer Grossbank
ein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen.
Im
Gutachten
sei als Beginn der Ein
schränkung
Sommer 2007 angegeben
worden
. Als Beginn sei jedoch der 1
9.
März 2007 ausgewiesen (S. 3 unten).
Für eine angepasste Tätigkeit sei
gemäss
Dr.
G._
eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag ausgewiesen (S. 3 f.).
5
.
5
.1
Die Ärzte des
F._
bestätigten im Bericht vom
8.
Februar 2010
(
Urk.
7/25)
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Projektmitarbeiterin seit dem 1
9.
März 2007 bis heute eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Weiter gaben sie an, in einem späteren Zeitpunkt sei in einem angepassten, geschützten, druckfreien Rahmen eine suk
zessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Wiedereingliederung bei
einem positiven
Verlauf denkbar
(S. 3
Ziff.
1.6 und S. 4).
5
.2
Dr.
J._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
F._
,
gab in einem Schreiben
an die Beschwerdegegnerin
vom
8.
August 2010 (
Urk.
7/27) zudem an, therapeutisch sei eine sukzessive Leistungssteigerung mittels einer Ein
gliederungsmassnahme sinnvoll. Eine solche sei in einem angepassten, geschütz
ten und druckfreien Rahmen
bis zu 50
%
zumutbar.
Die
sei bei einem positiven Verlauf denkbar. Wegen der Panikzustände und der depressiven Symptome sei
der Verlauf
prognostisch aber schwer abschätzbar.
5
.3
Im Bericht vom 1
7.
Februar 2014 (
Urk.
7/35/5-7) bestätigte
n
die Ärzte des
F._
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 3
Ziff.
1.6).
5.4
5
.
4
.1
Dr.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am
9.
August 2014 (
Urk.
7/42) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychi
atrisches Gutachten.
Die psychiatrische Untersuchung erfolgte am 2
9.
Juli 2014 (S. 1 Mitte).
Dr.
C._
führte
zur Anamnese und den subjektiv geklagten Beschwerden
aus,
nachdem die Beschwerdeführerin schwere Diabetikerin geworden sei, habe sie beruflich reduzieren müssen beziehungsweise
habe sie
eine Auszeit genommen, um den Diabetes zu regulieren. A
b 2002 (richtig: 2001)
sei sie
bei d
er
A._
tätig gewesen, wo sie als Projektleiterin gearbeitet habe. Es habe sich um eine Tätigkeit mit viel Verantwortung und
Anforderungen an die
Flexibilität gehan
delt.
Es sei zu
Belastungsschüben gekommen
und die Beschwerdeführerin
habe viele Rückschläge verarbeiten müssen. Im Verlauf des Jahres 2006
sei
eine immer stärkere
Leistungsunfähigkeit
eingetreten
.
Sie habe unter Angststörungen,
einer
Agoraphobie und Panikattacken gelitten und habe nicht mehr schlafen können.
Sie
habe immer
mehr
gearbeitet,
aber ohne
ein Ergebnis zu erzielen (S.
3
lit
. B oben).
Aktuell müsse
sich die Beschwerdeführerin
tagsüber häufig aus
ruhen und hinlegen. Derzeit leide sie vor allem un
ter ihrer starken Verlang
samung und unter
Orientierungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Ver
gesslich
keit und Angstzu
ständen (S. 3
lit
. B Mitte).
Ihren früheren Hobbys könne sie nicht mehr nachgehen. Sie halte sich eigentlich nur noch zu Hause auf. Sie gehe höchstens mit ihrem Mann etwas spazieren und koche mit ihm gemeinsam. Weiter fahre sie nur noch sehr kurze Strecken mit dem Auto. Sie bevorzuge dann die Autobahn, wo kein Gegenverkehr herrsche. Wenn sie etwas lese, könne sie sich höchstens eine halbe Stunde konzentrieren. Wenn sie im Fernseh
en die Tagesschau anschaue
, seien ihr die Bilder viel zu schnell und sie könne nicht folgen.
Vor einigen Jahren habe sie versucht, für ein bis zwei Stunden
eine Hausaufgabenbetreuung an einer Schule zu übernehmen. Sie habe sich für eine Stunde Betreuung
aber
fast fünf Stunden vorbereiten müssen.
Seit vielen Jahren sei sie in einer ambulanten Therapie. Bezüglich der Agoraphobie
seien nur geringe
Fortschritte erzielt worden
. Weiter leide sie unter einem Tremor der linken Hand und des linken Armes. Manchmal schüttle auch der ganze Kopf mit (S. 3 unten).
Zu den erhobenen Befunden wurde ausgeführt, b
ei der Untersuchung
sei
als erstes
ein starker
grobschlägiger
Tremor des gesamten linken Armes aufgefallen. Im Verlauf des Gespräche
s habe auch der Kopf angefangen
zu wackeln. Die Beschwerdeführerin habe mit extrem leiser, fast unverständlicher Stimme und sehr langsam und stockend gesprochen. Die Exploration sei dadurch stark erschwert gewesen.
I
n der Mimik und Psychomotorik
habe sie
erstarrt gewirkt (S.
4
lit
. C oben). Die Konzentration und
die
Merkfähigkeit seien reduziert gewe
sen. Das formale Denken sei stark verlangsamt und eingeengt gewesen.
Anhalts
punkte für einen Wahn, für Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen bestünden nicht.
Affektiv habe die Beschwerdeführerin stark deprimiert, hoffnungslos und ängstlich gewirkt.
Es habe so gut wie keine affektive Schwingungs
fähigkeit bestanden. Weiter
hätten
eine starke
Beeinträchtigung der Vitalität
sowie
Inte
resse-
und Freudlosigkeit
vorgelegen
(S. 4
lit
. C Mitte).
5.
4
.2
Dr.
C._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, weiterhin mittelgradig bis schwer ohne psy
chotische Symptome
(ICD-10 F33.1/2)
, eine dissoziative Bewegungsstörung
(ICD
10 F44.4)
und eine anhaltende Agoraphobie mit Panikstörung (
ICD-10 F40.01;
S. 4
lit
. D).
Bei der Beschwerdeführerin bestehe seit zirka acht Jahren eine schwere psychi
sche Störung. Diese sei gekennzeichnet durch Merkmale einer Depression, einer Angsterkrankung sowie einer dissoziativen Bewegungsstörung.
Seit
Jahren
befinde sie sich
in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, auch stationär und teilstationär, ohne dass bisher ein wesentlicher Erfolg habe erzielt werden kö
nnen. A
l
s Auslöser für die psychische Dekompensation sei eine anhal
tende berufliche Überlastungssituation berichtet worden. Trotz Entlas
tung durch eine Invalidenrente und eine
psychotherapeutische
und
medikamentöse Behand
lung sei die Beschwerdeführerin heute kaum im Stande, ihren Alltag zu bewälti
gen. So benötige sie für
einfachste Aufgaben einen Plan. F
ür Aktivitäten ausser Haus sei sie auf die Begleitung ihres Ehemannes angewiesen (S. 4
lit
. E). Eine berufliche Leistungsfähigkeit in der früheren sehr anspruchsvollen, ver
antwor
tungs
vollen, aber auch sehr belastenden Tätigkeit
werde
voraus
sichtlich nicht mehr möglich
sein
. Die Beschwerdeführerin sei auf Unterstützung ange
wiesen, um sich an Regeln zu halten und Termine einhalten zu können (S. 4
lit
.
E unten).
Die
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien so gut wie nicht mehr gegeben ebenso wenig wie die
A
nwendung fachlicher Kompetenzen. Die Beschwer
de
führerin sei
sodann
in ihrer Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit schwer beein
trächtigt. Eine Durchhaltefähigkeit sei höchstens für eine halbe bis eine Stunde für einfache Tätigkeiten gegeben. Auch die Selbstbehauptungs-, die Kontakt- sowie die Gruppenfähigkeit seien stark beeinträchtigt. Spontan
akti
vitäten seien
so gut wie nicht mehr möglich.
Die Befunde sowie die Beurteilung der heutigen Untersuchung wichen im Wesentlichen nicht von den Vorbefunden ab. Die Beschwerdeführerin leide unter einer schweren psychischen Störung, die ihre Leistungsfähigkeit stark beein
träch
tige. Für die frühere Tätigkeit als Projektmanagerin sei sie seit 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig
. Für ruhige Tätigkeiten, die
sie
für sich alleine oder höchstens im Einzelkontakt ausführen könne, die gut planbar seien und wo sie sich die Arbeit selber einteilen könne, ohne Leistungs- oder Zeitdruck
,
bestehe eine Leistungsfä
higkeit von maximal einer bis zwei
Stunden pro Tag (S. 5 oben).
Eine
tiefenpsy
chologische, aufdeckende und konfliktorientierte Therapie sei dringend notwen
dig. Es sei dringend ein Therapeutenwechsel sowie eine Intensivierung der The
rapie zu empfehlen, um die
den Beschwerden
zugrunde
liegenden Konflikte und Belastungen
aufdecken und aufarbeiten zu können
(S. 5 Mitte).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei seit 2008 gleichgeblieben (S.
5
lit
. F.1). Die bisher durchgeführte verhaltensorientierte Therapie mit Expo
sitionstraining sei weder ausreichend noch adäquat. Es werde dringend eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie empfohlen (S. 5
lit
. F.4).
5.5
Dr.
K._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und für Allgemeine Innere Medizin,
RAD
,
führte in einer Stellungnahme vom 2
2.
August 2014 (
Urk.
7/81 S. 4) zum Gutachten von
Dr.
C._
aus,
dieses beantworte die gestell
ten Fragen umfassend und berücksichtige die geklagten Beschwerden. Weiter sei es in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden und
es
leuchte in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge weitgehend ein. Die Schlussfolgerung
der Gutachterin
basiere jedoch auf der subjektiven Dar
stellung der Beschwerdeführerin und
sei nicht ganz nachvoll
ziehbar, da das Aktivitätsniveau als relativ hoch beschrieben worden sei.
Das soziale Netzwerk sei intakt, obwohl die Beschwerdeführerin über einen sozialen Rückzug berichtet habe (S. 4 oben). Als medizinische Massnahme
n
sei
en
ihr eine fachpsychiatri
sche/psychologische und eine medikamentöse Therapie aufzu
erlegen, inklusive
einer
Kontrolle der Compliance. Di
ese
Massnahme
n
sei
en
der Beschwerdeführerin
gemäss dem Gutachten
von
Dr.
C._
zumutbar (S. 4 Mitte).
5.6
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD,
nahm
am
6.
November 2014 (
Urk.
7/81 S. 4 f.)
Stellung zur früheren Überwind
barkeitsrechtsprechung. Er führte aus,
im Gutachten von
Dr.
C._
finde sich ein psychiatrischer Befund, der zur Diagnose einer mittelgradigen bis schweren Depression passe. Es erstaune einzig, dass die Beschwerdeführerin nur noch sehr kurze Strecken mit dem Auto fahre, sie dann aber die Autobahn bevorzuge. Es sei kaum möglich, auf einer Autobahn kurze Strecken zu fahren (S. 4 unten). Die Gutachterin habe ohne weitere Begründung eine dissoziative Bewegungsstörung diagnostiziert. Im Vorgutachten sei nur der Verdacht auf eine derartige Störung geäussert worden. Ein neurotischer Konflikt sei nicht nachgewiesen worden. Die Diagnose einer dissoziativen Störung sei daher nicht belegt. Das reine Fehlen einer somatisch sichtbaren Ursache berechtige nicht zur Diagnose einer Disso
ziation (S. 5 oben).
5.7
Dr.
E._
bezeichnete den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin i
m Ver
laufsbericht vom 1
6.
Juni 2015 (
Urk.
7/46)
als stationär (
Ziff.
1.1).
Weiter gab sie
an, die Patientin leide weiterhin an intermittierenden Angst- und Panik
störungen
(
Ziff.
1.3).
Eine Besserung sei in naher Zukunft nicht zu erwarten (
Ziff.
3.3).
5.8
Dr.
J._
,
F._
, gab im Verlaufsbericht vom 1
4.
September 2015 (
Urk.
7/53/3-
7) an, in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von bis zu 2
Stunden pro Tag. Die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei um 50
%
vermindert (S.
1
Ziff.
2.1). Weiter gab er an, der gesundheitliche Zustand der Patientin habe sich seit 2014 nicht verändert. In stressigen Situationen entwickle sie immer noch eine krankhafte Symptomatik und fühle sich sehr überfordert und belastet
. Sie kämpfe mit Kraft- und Energielosigkeit, einem psychophysischen Erschöpfungszustand und massiven Schlafstörungen mit einer dominierten depressiven Verstimmung. Ihre Aufmerksamkeits- und starke Konzentrations
stö
rungen und eine Vergesslichkeit schränkten ihre Leistung und die Arbeits
fähig
keit weiterhin ein (S. 4
Ziff.
1.3).
5.9
5
.
9
.1
Das Gutachten von
Dr.
B._
wurde am
4.
November 2016 (
Urk.
7/75) erstattet.
Die Untersuchung erfolgte am
9.
September 2016 (S. 1).
Die
Vorakten
wurden
zu
Beginn des Gutachtens
eingescannt (S. 7-66).
Dr.
B._
führte
zur Anamnese
aus, die Explorandin habe angegeben, sie sei unkonzentriert und lärmempfindlich. Wenn sie beispielsweise im Fernsehen Bilder der Tages
schau sehe, könne sie diese nicht richtig erfassen, werde panisch und müsse weg
schauen. Weiter habe sie Angst und Panikattacken, vor allem im Dunkeln. Sie habe eine «depressive
Episode». Auf Nachfrage was dies genau bedeute, habe sie angegeben, dass sie morgens nicht aufstehen wolle und sie nicht
s
«schaffen» könne. Auch könne sie den Haushalt nicht erledigen. Es gehe nicht ohne Hilfe. Weiter habe
sie
Mühe, unter Leute zu gehen, und
Probleme, sich selbst zu orga
nisieren (S. 67
lit
. C oben). Die Ursache der Problematik sei, dass sie früher zu viel gewollt habe (S. 67
lit
. C Mitte).
B
ei der Untersuchung
seien Verfahren zur Beschwerdevalidierung eingesetzt wor
den (S. 77 oben). D
ie Leistung der Beschwerdeführerin
sei bei allen Messzeit
punk
ten stark auffällig gewesen und habe in einem Bereich gelegen, der auf ein sub
optimales Leistungsverhalten
hinweise
. Die Werte zwischen den sogenannten leichten Untertest-Messungen und den sogenannten schweren Untertest-Messun
g
en seien in der Differenz sehr tief gewesen, was selbst für Demenz
patienten untypisch sei (S. 77 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe sich bei der Testung durchwegs in einem auffälligen Bereich befunden
. Es gebe somit starke Hinweise auf ein suboptimales Leistungsverhalten
(S. 77 unten).
Beim zweiten Testverfahren handle es sich um eines der am breitesten unter
such
ten eigenständigen Verfahren zur Diagnostik einer
aggravierten
, ausge
weiteten und verzerrten Beschwerdeschilderung (S. 79 Mitte). Die
Beschwerde
führerin
habe in diesem Test
einen Gesamtwert von 29 von 75 Punkten erreicht, welche
r
signifikant über dem empirisch ermittelten
Cutoff
-Wert (Grenzwert) liege.
Sie
habe eine hohe Anzahl von Symptomen und deren Kombination geltend gemacht, welche bei Patienten mit psychiatrischen oder kognitiven Störu
ngen als extrem atypisch angesehen
werden könnten. Somit bestehe der Verdacht auf
Aggrava
tions
- oder Simulationstendenzen.
Auf der
Skalaebene
würden
insbe
sondere Symptome hinsichtlich einer
anamnestischen
Störung, einer niedrigen Intelli
genz, einer Psychose, einer affektiven Störung sowie einer neurologischen Beein
trächtigung geltend gemacht. In der Beschwerdeschilderung sei mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von sehr bedeutsamen negativen Antwort
verzerrungen aus
zugehen (S. 79 unten). Gemäss dem durchgeführten Depressions
test liege eine leichte Depression vor. Aspekte im Sinne von Aggravation und Simulation seien bei diesem Test nicht berücksichtigt worden (S. 80 unten).
Auf der Panik- und
Agoraphobieskala
habe die Explorandin einen Gesa
mtwert von 35 Punkten erreicht, so dass
von einer schweren Panikstörung mit Agoraphobie auszugehen
sei
(S. 81 unten).
Aufgrund der festgestellten Inkonsistenzen habe der Gutachter beabsichtigt, zur Verifizierung der Medikamenteneinnahme über einen längeren Zeitraum eine Haar
analyse durchzuführen.
Er
habe die Explorandin am Ende der Begutachtung über
dieses Vorhaben informiert.
Daraufhin habe sie zunächst nichts gesagt.
Im weiteren Verlauf sei sie verbal laut geworden
und habe gesagt, der Gutachter würde ohnehin machen, was er wolle
.
Sie habe sich dann einige
Haare aus
ge
rissen und
diese
zu Boden geworfen (S. 85 f.).
Dann habe sie
zielgerichtet ohne ersichtlichen Tremor ihre Tasche vom Boden aufgehoben und sei aus dem Begut
achtungszimmer in den Vorraum der Praxis, teils ataktisch, und zur Praxistüre gelaufen
(S. 86 oben).
Im
Treppenhaus
habe sie lautstark
geweint. In der Folge sei der Ehemann der Beschwerdeführerin
dazu
gekommen. Er sei verbal sehr laut gewesen und habe sich gegenüber dem Gutachter als bedrohlich gezeigt.
Dr.
B._
habe die Begutachtun
g dann für beendet erklärt und
sich zu seiner eigenen Sicherheit in seine
Praxisräume zurückgezogen. Die Beschwerdeführerin sei zu keiner Zeit am Boden gelegen. Ein medizinischer Notfall habe ärztlich nicht abgleitet werden können, wenngleich die Beschwerdeführerin geweint habe (S.
86 unten).
5
.
9
.2
Die gezeigte Bewegungsstörung, die von den
anderen
Gutachtern zuvor als dissoziative Bewegungsstörung klassifiziert worden sei, scheine aufgrund der vorliegenden Information hauptsächlich in einer Gutachtensituation oder in Prü
fungssituationen aufzutreten. In den Berichten der anderen behandelnden Ärzte sei die Störung
, abgesehen von
Dr.
J._
,
nicht gewürdigt und nicht erwähnt worden (S. 87
Ziff.
1.2 Mitte).
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin eine Ausbildung im Bereich Reiki absolviere und sie mit dem Auto einkaufen gehe, zeige keine wesentliche Einschränkung der sozialen Aktivität, die auf eine psychiatrische Gesundheitsschädigung zurückzuführen sei. Die angegebene Angst
störung scheine ebenfalls keinen wesentlichen Einfluss auf die soziale Situation der Beschwerdeführerin zu haben. Unter Berücksichtigung der festge
stellten Aggravation scheine die Gesundheitsschädigung
im alltäglichen Bereich
geringer zu sein als von der Beschwerdeführerin angegeben (S. 87 unten).
Als invaliditätsfremder Faktor
stehe allenfalls eine berufliche Unzufriedenheit im Rahmen der früheren Tätigkeit auf
der
Bank
im Raum
(S. 88 unten).
Der Gutachter gab zur Beschwerdevalidierung an, trotz der Angaben von subjektiv schweren Beeinträchtigungen sei das psychosoziale Funktionsnetz der Beschwerdeführerin bei der Alltagsbewältigung weitgehend intakt. Das Vorbringen der Klage habe sodann
appellativ
, demonstrativ oder theatralisch gewirkt. Weiter stimme das Ausmass der geschilderten Beschwerden
nicht
mit
der
entsprechenden Inan
spruch
nahme therapeutischer Hilfe überein (S. 90
Ziff.
1.4 oben).
5
.
9
.3
Eine Cluster-B-Persönlichkeitsstörung mit einem dramatischen, emotionalen oder launenhaften Verhalten sei vorliegend nicht nachweisbar.
Auch für das Vorliegen
einer Cluster-A-Persönlichkeitsstörung hätten sich keine Hinweise ergeben.
Die anamnestische Nachfrage bezüglich der bestehenden Symptomatik insgesamt und
d
eren
Vorliegen
seit
dem
Kindes- und Jugendalter
habe
keine überzeugenden Zusammenhänge ergeben (S. 92 Mitte). Bei der Expl
orandin
liege eine Reihe grundsätzlicher
persönlicher Ressourcen vor.
Sie habe sich
die Fertigkeiten und Fähigkeiten zur Leitung von Mitarbeitern angeeignet und habe
Erfahrung
im Gastgewerbe
, auch
im Umgang mit Kunden und Mitarbeitern.
Weiter
habe sie ehemals ein umgängliches Wesen in Bezug auf andere Personen sowie Zuver
läs
sigkeit, Einfühlungsvermögen und eine klare Arbeitsweise gezeigt (S. 93 unten). Eine selbständige Arbeitsweise sei bei ihr ausgewiesen
(S. 94 oben).
Es sei davon auszugehen, dass
Ressourcen
vorlägen und diese grundsätzlich auch eingebracht werden könnten (S. 94 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe eine Kollegin, die am gleichen Ort wie sie wohne.
Diese treffe sie
zwei bis dreimal in der Woche. Im Sommer würden sie im Rhein schwimmen gehen. Eine andere Kollegin treffe sie
alle
drei Wochen, eher in Solothurn als im Kanton Zürich. In Solothurn mache sie auch eine
Ausbildung im Bereich Reiki
(S. 99 oben). Mit
dem Auto
fahre sie relativ wenig, beispielsweise zum Einkaufen über die Grenze (S. 99 Mitte).
Das Interesse an der Ausbildung bezüglich Reiki bedeute eine intellektuelle Aktivierung von Ressourcen, was gut
achterlich zu begrüssen sei. Weiter finde eine Beziehungspflege statt und die Beschwerdeführerin erfahre Unterstützung von ihrem Ehemann, der nicht mehr berufstätig sei (S. 101
Ziff.
II.5).
5
.
9
.4
Der Gutachter stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidi
vierende depressive Störung, derzeit leichte depre
ssive Episode (ICD-10 F33.0; S.
102
Ziff.
III). Unter versicherungsmedizinischen psychiatrischen Kriterien sei es nicht sinnvoll möglich
,
die gezeigte Symptomatik einer Bewegungsstörung als Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu klassifizieren, zumal an einem theoretischen Arbei
tsplatz keine Gutachtens-
oder Prüfungssituation per
manenter Natur ableitbar sei
. Weiter sei zu bedenken, dass die Beschwerde
führe
rin alleine mit dem Auto die Grenze nach Deutschland passiere. Augen
scheinlich sei
en
bei diesen Gelegenheiten
nicht
ein deutlicher Tremor oder eine Bewegungs
störung aufgetreten
. Der gezeigte Tremor wäre auch schwerlich mit der Fahrtaug
lichkeit eines Personenwagens zu vereinbaren
(S. 105 oben).
Bezüglich der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung sei
diese
unter Berücksichtigung der Aggravation als leicht einzuordnen. Dies stehe auch
im Ein
klang
mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschwerdeführerin im Alltag (S.
106 unten).
Ein
Test habe eine schwere Panikstörung ergeben.
Lasse man die festgestellte Aggravation in die Bewertung einfliessen, liege der Schweregrad mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in
dieser ausgeprägten
Form
oder über
haupt nicht
vor (S. 107 oben).
Bei Vorliegen einer schwereren Agoraphobie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wäre der wöchentliche Besuch von Cafés oder eine Reise
alleine
nach Winterthur mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht durchführbar (S. 107 unten). Das Medi
kament
Bupropion
gegen Depression
en
sei von der Beschwerdeführerin gemäss Laborkontrolle nicht eingenommen worden.
Trittico
liege im unteren Bereich des Nachweisbereiches. Aufgrund dieser Fakten könne nicht von einer optimalen Kooperation bei den bisherigen Therapien ausgegangen werden (S.
108
Ziff.
IV.2 unten).
Nach den vorliegenden Informationen seien seit der Berentung keine Ein
gliede
rungs
bemühungen durchgeführt worden. Der behandelnde Psychiater
Dr.
J._
habe im Februar und August 2010 ei
ne Wiedereingliederungs
massnahme
im Umfang von 50
%
grundsätzlich als möglich bezeichnet.
Eine solche sei
in der Folge aber nicht durchgeführt
worden
(S. 110
Ziff.
IV.4).
Zur Konsistenz wurde ausgeführt, die Schilderung
der Beschwerdeführerin
bezüglich einer Depression sei
relativ vage gewesen.
Sie
selbst habe
sodann
kaum die Problematik des Tremors erwähnt. Sie habe einerseits angegeben, dass sie im Haushalt nichts alleine erledigen könne. Später sei dann deutlich geworden, dass sie im Haushalt
durchaus
Dinge alleine bewerkstelligen könne.
Der gezeigte
grob
schlägige
Tremor
würde jede häusliche Tätigkeit,
das Autofahren
usw
. schwierig oder unmöglich machen. Aufgrund der testpsychologischen Erkenntnisse müsse von Aggravation oder Simulationstendenzen ausgegangen werden. Die
se
stellten
auch die Schwere der im psychopathologischen Befund erhobenen Symptomatik und den
ermittelten
Schweregrad
der psychologischen Testergebnisse
stark in Frage (S. 112 oben).
Der Tremor der oberen Extremitäten sei beim Verlassen der Praxis, als
die Beschwerdeführerin
ihre Tasche vom Boden aufgehoben habe, nicht merklich gewesen. Nach der gutachterlichen Erfahrung würde ein dissozia
tiver Anfall, sei er motorischer oder anderer Art, in keiner Weise ein logisches oder abgestimmtes Vorgehen beim Verlassen der Praxis ermöglichen (S. 112 un
ten).
Im Gutachten
von
Dr.
C._
ergäben sich keine objektiven Befunde bezüglich einer Agoraphobie oder einer Panikstörung.
Dennoch seien eine anhaltende Agoraphobie und eine Panikstörung diagnostiziert worden (S. 114 Mitte).
Dr.
C._
habe
in ihrer
Beurteilung
einen Therapeutenwechsel und die Intensi
vierung der Therapie
empfohlen. Beides habe nicht stattgefunden. Es fänden wei
terhin Termine bei
Dr.
J._
alle drei Wochen statt (S. 114 unten).
5
.
9
.5
Medizinisch-theoretisch hätte die Arbeitsfähigkeit auch im Bankenbereich in einer nichtleitenden Position seit 2006 überwiegend wahrscheinlich erhöht wer
den können (S. 119 unten). Unter optimalen Bedingungen (Intensivierung der Behandlung, Therapeutenwechsel, gezielte medikamentöse Einstellung) und aus
ressourcenorientierter Sicht
hätte im August 2010 eine langsame stufenweise Erhöhung der beruflichen Belastungsfähigkeit
,
zum Beispiel in einem Zeitrahmen von zwölf Monaten
,
erfolgen können. Dies
,
mit dem Ziel je nach Verlauf in der bisherigen Tätigkeit ohne Leitungsfunktion oder in einer
angepassten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt wieder zu 80-100
%
tätig zu sein (S. 120
Ziff.
VI.1). Im Rahmen einer angepassten Tätigkeit seien Nachtschichten zu vermeiden. Weiter solle es sich um eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit ohne Kun
denkat
mit ausschliesslich Routinearbeiten
handeln. Aktuell könne insofern von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden. Die Arbeitsfähigkeit könne unter einer adäquaten Therapie innert zwölf Monaten auf 80-100
%
ausgebaut werden (S. 120
Ziff.
VI.2).
5
.10
Der Ehemann der Beschwerdeführerin
äusserte sich in einem
E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 1
0.
September 201
6
(
Urk.
7/68)
zu den Umständen der Begutachtung. Er führte aus
, er habe
kurz vor 12 Uhr vor dem Gebäude, in dem sich die Praxis des Gutachters befinde, auf seine Frau
gewartet. Um 12.30 Uhr
habe
im Haus plötzlich ein R
iesengeschrei und ein Gejammer
begonnen,
das
bis auf die Strasse zu hören gewesen
sei
. Er sei
das Treppenhaus
hochgerannt und habe seine Frau alleine auf dem Treppenabsatz unterhalb der Praxis vorgefunden. Si
e sei völlig hysterisch gewesen,
habe geschrien, geweint und wie verrückt gezittert. Der Gutachter sei aus der Praxis gekommen und habe gesag
t, dass er nichts gemacht habe.
Anschliessend sei er
zurück in seine Praxis gelaufen und habe sich dort eingeschlosse
n
(S. 1 unten).
Der Ehemann schilderte sodann den Ablauf der Begutachtung. Dabei habe der Gutachter die Beschwerdeführerin wiederholt aufgefordert, Testaufgaben schneller zu bearbeiten
(S. 1 f.).
Er
habe ihr sodann
gegen ihren Willen Blut abgenommen. Schliesslich habe er eine Schere genommen und habe ihr Haare abschneiden wollen. Sie habe sich dann selber Haare ausgerissen, habe diese hin
gewor
fen und sei weggerannt (S. 2).
5
.11
Dr.
B._
nahm seinerseits am
4.
November 2016 (
Urk.
7/79)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
zu den Umständen der Begutachtung Stellung. Er führte aus, zur Verifizierung der Medikamenteneinnahme über einen längeren Zeitraum habe er eine Haaranalyse durchführen wollen. Er habe die Explorandin am Ende der Begutachtung darüber informiert, worauf sie zunächst nichts ges
agt habe. Auf weitere Nachfrage
habe sie angegeben, dass bereits Blut abgenommen worden sei.
Schliesslich
habe
sie
verbal laut reagiert und angegeben, dass der
Gutachter ohnehin machen
würde
, was er wolle.
Sie habe sich dann
einige Haare ausge
rissen und diese zu Boden geworfen.
Weiter habe sie
ihre Tasche zielgerichtet, ohne ersichtlichen Tremor, vo
m Boden aufgehoben und sei zur Praxistüre gelau
fen (S. 2 oben).
Kurz darauf
sei der Ehemann das Treppenhaus hochgelaufen. Dieser habe sich verbal sehr laut und
nach
Einschätzun
g
des Gutachters
ihm gegenüber
bedrohlich geäussert. Der Gutachter
habe die Begutachtung
daraufhin
für beendet erklärt und habe sich zu seiner eigenen Sicherheit in die Praxisräume zurückgezogen
. Der Ehemann habe ihn nicht aufgefordert, einen Notarzt zu rufen. Aus ärztlicher Sicht habe auch keine Indikation bestanden, einen Notarzt zu holen
(S. 2 unten).
Bezüglich der Haaranalyse habe er zu keiner Zeit
eine Schere in der Hand gehabt und er habe
der Beschwerdeführerin auch nicht gegen ihren Willen Blut abgenommen (S. 3 oben).
Zwar habe er teilweise nachgefragt, bei welcher Fragenummer des Tests die Beschwerdeführerin sei. Die Deutung einer ständigen Nachfrage seinerseits im Sinne, dass sie schneller arbeiten solle, weise er aber klar zurück (S. 3 unten).
5
.12
Dr.
M._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, RAD, führte in einer Stellungnahme vom 2
2.
November 2016 (
Urk.
7/81 S. 8 f.) aus, gemäss dem Gutachten von
Dr.
B._
bestünden für die bisherige Tätigkeit als Bankangestellte ohne Leitungsfunktion keine wesentlichen Einschränkungen. Als Belastungsprofil seien wechselbe
lastende Tätigkeiten ohne Nachtschichten und ohne Schichtarbeit möglich. Wei
ter solle es sich um eine Tätigkeit ohne Kundenkontakt aus
schliesslich
mit
Routinearbeiten handeln. In der bisherigen und in einer ange
passten Tätigkeit als Bankangestellte bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % mit stufenweiser Stei
gerung der Arb
eitsfähigkeit auf 80-100
%
(S. 9
Mitte).
5.
13
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte der Beschwerdegegnerin
sodann
einen Bericht von
Dr.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
September 2017 (
Urk.
7/96) ein.
Dr.
N._
führte darin aus, er habe die Beschwerdeführerin am
9.
September 2016 um 14.30
Uhr in einer akuten Notfallsituation vorgefunden.
E
ine Bewusstseins
störung habe nicht bestanden
und die
Beschwerdeführerin sei zu allen Qualitäten orientiert gewesen
. Jedoch
hätten
eine vegetative Symptomatik mit Zittern der Arme und der Hände, Kopfwackeln und einer Gesichtsstörung
sowie eine Tachykardie mit Hyperventilation bestanden
(S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin habe zitternd auf dem Sofa gelegen. Es habe eine deutliche Antriebsstörung mit starker moto
rischer Unruhe
vorgelegen
. Sie sei
klagsam
bei starker depressiver Stimmungslage gewesen (S. 2).
5
.14
Dr.
O._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erstattete am 1
8.
Januar 2017 (
Urk.
7/99/1-3) einen Bericht zuhanden
der zuständigen Pen
sionskasse.
Dr.
O._
nannte im Bericht als Diagnosen eine mittelschwere bis schwere depressive Episode mit Angst- und Panikstörung, einen Diabetes mellitus, Typ 1, aktuell unter Insulinpumpentherapie, eine
Mikroangiopathie
, eine beginnende periphere Polyneuropathie und eine Mikroalbuminurie (S. 1 unten).
Dr.
O._
führte zu den
geklagten
Beschwerden
aus
, die Beschwerdeführerin könne sich auf gar nichts konzentrieren. Sie könne nicht einmal die Tagesschau ansehen. Es bestehe ein Tremor des linken Armes, der die Patientin stark einschränke.
Schon im Alltag sei sie
auf Hilfe angewiesen (S. 2 Mitte). Die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sei durch die psychiatrische Erkrankung begründet. Der Diabetes spiele bezüglich der Arbeitsfähigkeit keine wesentliche Rolle. Nach einer leichten Besserung in den letzten Jahren habe sich der Gesundheitszustand wieder dramatisch verschlechtert. Die Beschwerdeführerin sei für die Bewältigung des Alltages auf fremde Hilfe angewiesen (S. 3 Mitte). Sie sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig.
Eine
ganze Rente
sei
gerechtfertigt (S. 3 unten).
5.15
Die Beschwerdeführerin war vom 1
8.
Januar bis 2
4.
März 2017 in stationärer psychiatrischer Behandlung im Sanatorium
P._
(
Urk.
7/102
S. 1 oben). Die Ärzte des Sanatoriums
P._
nannten im Bericht vom 2
7.
März 2017 (
Urk.
7/102) als Diagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. Als Nebendiagnosen nannten sie
eine
Agoraphobie mit Panikstörung, eine dissoziative Bewegungsstörung (Tremor der linken Hand) und einen Diabetes mellitus, Typ 1 (S. 1).
Zur Anamnese wurde ausgeführt, die Patientin leide seit September 2016 ver
mehrt an agoraphobischen Ängsten bis hin zu Panikattacken mit Atemnot, Hyperventilation und Herzrasen. Aufgrund dieser Ängste sei sie nicht mehr in der Lage, ihre Wohnung unbegleitet zu verlassen. Sie meide öffentliche Plätze, Menschenansammlungen und benütze keine öffentlichen Verkehrsmittel.
Weiter habe sie
wenig Zugang zu ihren
Gefühlen und sei depressiv und antriebslos. Aus
löser für die beschriebene Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes sei eine psychiatrische Begutachtung im vergangenen September gewesen, die sie als Schikane erlebt habe (S. 1).
Während sich die depressive Symptomatik und der psychogene Tremor im Ver
lauf deutlich reduziert hätten, hätten sich die agoraphobischen Ängste nur teil
weise gebessert.
Bis
zum 2
6.
März 2017
sei
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert
worden
(S. 4).
5.16
Dr.
M._
führte in einer Stellungnahme vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
7/103 S. 2 f.)
zu den
neu
eingereichten Arztberichten aus, die Ärzte des Sanatoriums
P._
hätten berichtet, dass die agoraphobischen Ängste und Panikattacken seit September 2016 zugenommen hätten. Im Bericht werde eine mässig ausgeprägte Störung des Funktionsniveaus bei Eintritt und eine leichte Beeinträchtigung zum Zeitpunkt des Austrittes dokumentiert. Aus medizinischer Sicht sei damit in Frage zu stellen, ob die mitgeteilten Diagnosen eine Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit hätten. Die Diagnosen einer Panikstörung mit Agoraphobie, einer depressi
ven Episode und einer dissoziativen Bewegungsstörung seien im Gut
achten von
Dr.
B._
diskutiert und im Rahmen der Symptomvalidier
ung kritisch hinterfragt worden. Zusammenfassend könne an der Stellungnahme vom 2
2.
November 2016 festgehalten werden
(S. 3 Mitte).
6
.
6
.1
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Miss
trauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sach
verständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenom
menheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befan
genheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das sub
jektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE
132 V 93 E. 7.1, 120 V 357 E. 3).
6
.2
H
insichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
6.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
ten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
6.4
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Ein
schränkun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
vatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kon
stellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
7
.
7
.1
Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass
Dr.
B._
bei der Abfassung des psychiat
rischen Gutachtens befangen
gewesen sei
, da es gegen Ende der Begut
achtung zu einem Streit zwischen
ihm
und der Beschwerdeführeri
n und ihrem Ehemann gekommen
sei
(
Urk.
1 S. 7
Ziff.
2.1)
.
Vorliegend fehlt es jedoch
an
Anhaltspunkten
für
Befangenheit
.
Zunächst ist die
Stellungnahme des Gut
achters vom
4.
November 2016
(vorstehend E. 5.11
)
zu erwähnen
, die keine Voreinge
nommenheit des Gutachters erkennen lässt
. Weiter ist darauf hinzuweisen
, dass
er
mit
dem Vorfall soweit möglich
sachlich und
professionell
umgegangen
ist.
Entgegen der
Darstellung
der Beschwerdeführerin ergibt sich der
Eindruck,
dass der Gutachter der Beschwerdeführerin
unvoreingenommen begegnet ist.
Die Fest
stellung von
Aggravation
s-
oder
Simulationstendenzen
im Gutachten
ist wesent
lich
auf
die
auffällig
schlechten
Ergebnisse der Beschwerde
führerin
bei den durchgeführten Tests und auf
im Gutachten beschriebene
Inko
nsistenzen
zurück
zuführen
(vorstehend E. 5.9.1
und 5.9.4
)
. Die Feststellungen des Gutachters erweisen sich daher als begründet
.
Aus dem Ergebnis der Begut
achtung
und der Streitigkeit zum Ende der Begutachtung
allein kann
jedenfalls
nicht auf eine Befangenheit
des Gutachters
geschlossen werden.
Der Gutachter bestritt sodann, dass er die Beschwerdeführerin bei der Beantwortung der Test
fragen zu schnelle
rem Arbeiten gedrängt habe (vorstehend 5.11).
Der
Vorwurf
der Befangenheit
lässt sich daher nicht aufrechterhalten.
7.2
Beim
Gutachten von
Dr.
C._
vom
9.
August 2014
fällt auf
, dass
ihre Beur
tei
lung
massgeblich
auf den subjektiven Angaben
der Beschwerdeführerin
beruht
, worauf auch
RAD-Ärztin
Dr.
K._
in der Stellungnahme vom 2
2.
August 2014
hingewiesen hat (vorstehend E. 5.
5
).
Eine kritische Auseinandersetzung mit
den
Angaben
der Beschwerdeführerin
findet sich im Gutachten
kaum
.
So stellte die Gutachterin
unter anderem
darauf ab, dass die Beschwerdeführerin
gemäss
ihren
Angaben
kaum
im Stande sei, ihren Alltag zu bewältigen und sie auf Unterstützung angewiesen sei, um sich an Regeln zu halten und Termine einhal
ten zu können (vorstehend E. 5.
4
.2).
Ob
bei der Begutachtung psycholo
gische Tests durchgeführt worden sind
, lässt sich dem Gutachten nicht ent
nehmen.
L._
wies
zudem
darauf hin, dass die Diagnose einer dissoziativen Stö
rung
nicht belegt
worden sei
(vorstehend E. 5.
6
).
Das
Gutachten von
Dr.
C._
vermag aus diesen Gründen
nicht
zu überzeugen.
Folglich ist
nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin eine erneute Begutachtung der Beschwerde
führerin veranlasst hat.
Eine
unzulässige «
second
opinion
»
liegt nicht
vor, auch wenn zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin
der Beschwer
de
führerin
das Gutachten
von
Dr.
C._
nicht
zur Stellungnahme unterbreitet hat.
7.3
Das Gutachten von
Dr.
B._
vom
4.
November 2016 erfüllt demgegenüber die Voraussetzungen der Rechtsprechung an den Beweiswert
eines medizinischen Gutachtens (vorstehend E. 6.2).
Der Umstand, dass der Gutachter die
Vorakten
zu Beginn des Gutachtens eingescannt hat,
bedeutet
entgegen der Beschwerde
führerin (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
3.1)
nicht
, dass er
diese
nicht gelesen hat.
Im Gutachten wurde
umfassend auf die gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin eingegangen.
Es
wurde sodann in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt.
Insbesondere hat sich
der Gutachter mit der abweichenden Beurteilung
durch
Dr.
C._
auseinandergesetzt
(vorstehend E.
5.
9
.4)
.
Die Ein
schätzung des Gutachters
beruht insbesondere
auf den durchgeführten
Tests. Sie
erweist sich
daher als begründet. Die festgestellte
n
Aggravation
s-
und
die
Simu
lationstendenzen
der Beschwerdeführerin führte der Gutachter auf die
schlechten Testergebnisse
der Beschwerdeführerin
zurück
.
Beispielsweise
erzielte
die Beschwer
deführerin in einem Test eine Punktezahl
unter
dem für Demenz
patien
ten typischem Wert
(E. 5.
9
.1 hiervor).
Der Gutachter legte sodann nach
vollziehbar dar, dass für
die angestammte und für
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zunächst von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen ist. Ab August 2010 hätte eine stufenweise Erhöhung der Ar
beitsfähigkeit erfolgen können (vorste
hend E. 5.
9
.5).
Nach Ablauf eines Jahres kann daher für die bisherige Tätigkeit ohne Leitungsfunktion oder
eine angepasste
Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 80-100
%
ausgegangen werden.
Die Beschwerdeführerin war nach der Begutachtung zwar vom 1
8.
Januar bis 2
4.
März 2017 im Sanatorium
P._
in stationärer Behandlung. Gemäss dem Bericht der Ärzte des Sanatoriums
P._
vom 2
7.
März 2017 ist
es
im Rahmen der Behandlung bereits
wieder
zu einer Besserung der Beschwerden gekommen
(vorstehend E. 5.15
)
.
Somit kann
mit dem RAD der Beschwerdegegnerin
davon ausgegangen werden
, dass die Beschwerdeführerin nur vorübergehend in ihrer Arbeits- und Leistu
ngsfähigkeit eingeschränkt war,
was
keine Invalidität
zu begründen vermag
(
vgl.
Art.
8
Abs.
1 ATSG).
Der Bericht von
Dr.
N._
vom 1
0.
September 2017 über die Notfallbehandlung vom
9.
September 2016
(vorstehend E. 5.1
3
)
führt zu keinem anderen Ergebnis.
Auf das Gutachten von
Dr.
B._
kann daher abgestellt werden.
7.4
Die Beurteilung durch
Dr.
B._
ist gegenüber
der Einschätzung durch
Dr.
C._
vorzuziehen.
Wie
erwähnt
, kann auf das knappe Gutachten von
Dr.
C._
vom
9.
August 2014
nicht
unbesehen
abgestellt werden.
Der Bericht von
Dr.
O._
vom 1
8.
Januar 2017 führt zu keinem anderen Ergebnis. Die von ihm gestellten Diagnosen einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode mi
t einer Angst- und Panikstörung,
einer beginnenden peripheren Polyneuropathie, einer
Mikroangiopathie
und einer Mikroalbuminurie
wurden nicht weiter begründet
(vorstehend E. 5.1
4
).
Der Bericht von
Dr.
O._
vom 1
8.
Januar 2017
vermag die Einschätzung
des psychiatrischen Gutachters
daher
nicht zu widerlegen.
Soweit
Dr.
J._
im Bericht vom 1
4.
September 2015 eine Einschränkung der Arbei
tsfähigkeit von 50
%
attestierte
, kann ihm nicht gefolgt werden.
Dr.
J._
äusserte sich im Bericht
zudem
unklar, da er gegenüber 2014 dennoch
von einem unveränderten Gesundheitszustand ausging
(vorstehend E. 5.8)
und die Ärzte des
F._
seinerzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert hatten
(E. 5.3 hier
vor).
Auf den Bericht von
Dr.
J._
vom 1
4.
September 2014
kann daher nicht abgestellt
werden.
In diesem Zusammenhang ist zudem auf den Grundsatz hin
zuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftrags
recht
lichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE
125 V 253 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2005 E. 5.5).
7.5
Der medizinische Sachverhalt ist gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B._
als dahingehend erstellt zu erachten, dass lediglich
eine rezidivierende depressive
Störung, derzeit leichte Episode,
besteht
, während der Gutachter
die von
Dr.
C._
gestellten Diagnosen einer dissoziativen Bewegungsstörung und einer Agoraphobie mit Panikstörung
auch aufgrund der festgestellten Aggravation
nicht bestätigen konnte. Weiter ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder in einer ange
passten Tätigkeit ab August 2010 stufenweise hätte steigern könne. Für diese Tätigkeiten
bestand nach einem Jahr
wieder eine
Arbeitsfähigkeit von 80
100
%
.
Eine Veranlassung für weitere medizinische Abklärungen, wie von der Beschwer
deführerin beantragt (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2), besteht nicht.
In Anbetracht der von
Dr.
B._
festgestellten Aggravation
s-
und Simulations
tendenzen der Beschwerdeführerin kann vorliegend auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens verzichtet werden
(vgl. E. 6.4 hiervor)
. Es ist daher davon auszugehen, dass
sich der Gesundheitszustand
der Beschwerde
führerin
erheblich verbessert hat und ihr
die angestammte Tätigkeit auf einer Bank wieder uneingeschränkt möglich
ist
.
In Anbetracht der festgestellten Aggra
vation ist ein IV-relevanter Gesundheitszustand für die Zukunft zu vernei
nen.
Die Beschwerdegegnerin hat die bisher ausgerichtete ganze Rente im ange
fochtenen Entscheid
somit
zu Recht für die Zukunft aufgehoben.
Die angefochtene Verfügung vom 2
1.
Juni 2017 erweist sich demzufolge als rech
tens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
9
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.