# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b1a95861-8634-4f20-8007-3a52dadbe054
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war zuletzt bis
zur Kündigung per
Ende März 2011 als Bohrspezialist f
ür Tiefbohrungen bei der Y._
AG angestellt (
Urk. 9/12,
Urk.
9
/13/
1-
2
, Urk. 9/127/3-4
). Am 11. Oktober 2010
hatte
er einen Unfall
erlitten
, bei dem er von einem
Saugr
ohr am Thorax getroffen
wurde
und
sich
eine
Thoraxkontusion
zu
zog
. In der Folge litt er an
thorakolumbovertebralen
Beschwerden (Urk.
9
/24/18-19, Urk.
9
/24/22). Seine Unfallversicherung Suva stellte ihre daraufhin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom 2
8. März 2011 per 11. April 2011
ein (Urk.
9
/24/14-15).
Am 13. Juli 2011 wurde der Versicherte durch die Krankentaggeldversicherung wegen Rückenbesc
hwerden zur Früher
fassung bei der Eidgenössischen Invali
den
versicherung angemeldet (Urk.
9
/5), und am 3. August 2011 meldete er sich bei d
er Eidgenössischen Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/17). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die gesund
heitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und verneinte nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk.
9/37,
Urk.
9
/39, Urk.
9
/42) eine
n An
spru
ch auf
eine Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 5
%
(Ver
fügung vom 23. August 2012; Urk.
9
/4
8). Auf die dagegen erhobene Be
schwerde vom 20. September 2012 trat das Soz
ialversicherungsgericht des Kan
tons Zürich im Verfahren Nr. IV.2012.01010 mit Beschluss vom 31. Oktober 2012 wegen unge
nügender Beschwerde nicht ein (Urk.
9
/50).
1.2
Mit Schreiben vom 25. Juli 2013 meldete sich der Versicherte bei der Invaliden
versicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/56). Die IV-Stelle holte darauf
hin das polydiszi
plinäre Gutachten der MEDAS Z._
vom 25. April 2014 ein (Urk.
9
/71).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk.
9
/78
,
Urk.
9
/80
,
Urk.
9
/86)
wies die IV-Stelle
das Rentengesuch m
it Verfügung vom 11. Dezember 2014
bei einem Invaliditätsgrad von 24 %
ab (Urk.
9
/91). Mit Schreiben vom 16. Dezember 2014 auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten im Rahmen der Schadenminderungspflicht auss
erdem die Pflicht zur Nikotinabsti
nenz und zur Gewichtsreduktion (Urk.
9
/90).
1.3
Mit Schreiben vom 27. Juli 2015 bat der Versicherte die IV-Stelle mit Verwe
is auf den Bericht des Zentrums A._
vom 2. Februar 2015 (Urk.
9
/92) sinngemäss um er
neute Überprüfung seiner Ansprü
che (Urk.
9
/93/2). Am 8. September 2015 bestätigte das
A._
gegenüber der IV-Stelle die Neuanmeldung und betreffend die Schadenminde
rungspflicht eine Reduktion des Gewichts und des Nikotinkonsums durch den
Versicherten
(Urk.
9
/95). Mit Vorbescheid vom
22. Februar 2016 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leistungsgesuch nicht einzutreten (Urk.
9
/107). Der Versicherte erhob hiergegen unter Beila
ge der Berichte von Dr. med. B._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, vom 22. März 2016 (Urk.
9
/111) und der Klinik C._
vom 29. März 2016 (Urk.
9
/112) sowie des
A._
vom
4. April 2016 (Urk.
9
/113) Ein
wände (Schreiben vom 11. März und 19. April 2016, Urk.
9
/108, Urk.
9/
114). Die IV-Stelle trat mit Verfügung vom 27. Mai 2016 auf das erneute Rentenbegehren wie angekündigt nicht ein (Urk.
9/
116
)
. Die hiergegen erhobene Beschwerde des Versicherten vom 1
5.
Juni 2016 (
Urk.
9/
119/3-5
) wies das Sozi
al
versicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren Nr. IV.2016.00688 mit Urteil vom 2
9.
September 2017 ab (
Urk.
9/
124/11
).
Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 9C_846/2017 vom 1
4.
Dezember 2017 nicht ein (
Urk.
9/126/3).
1.4
A
m 3.
April 2020 (Eingang am 2
3.
September 2020) meldet
e
sich der Versicherte unter Beilage der Berichte des
A._
vom 1
3.
Dezember 2019 (
Urk.
9/134/9-19) und
vom 3
0.
März 2020 (
Urk.
9/134/1-4)
erneut bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/135).
Mit Vorbescheid vom 7. Oktober 2020 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leistungsbegehren mangels V
eränderung
der Verhältnisse nicht einzutreten (Urk. 9/139). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 15. Oktober 2020 (Urk. 9/140), ergänzt mit Schreiben vom
4.
Dezember 2020 (Urk. 9/143), Einwände. Mit Verfügung vom 25. Januar 2021 trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren wie angekündigt nicht ein (
Urk.
2).
2.
Hiergegen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom
2
1.
Februar
2021
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
2
5.
Januar
2021 sei aufzuhe
ben
und es sei die
Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit diese auf das Zusatz
gesuch eintrete und hernach erneut über die gesetzlichen Leistungen entscheide
(Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss i
n der Beschwerdeantwort vom
3
0.
April
2021
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
), was dem
Beschwerde
führer
am 7.
Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind au
sschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
1.3
1.3.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwal
tung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erle
digt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten
.
Tritt die Ver
waltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198
E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1).
1.3.2
Gemäss Art. 87 Abs. 2 IVV muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzu
treten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaub
haftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat
. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist
(BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Ta
tsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversi
cherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt,
dass für das Vorhandensein de
s geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen.
Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.
3
.4
Seiner beschwerdeweisen Überprüfung hat das Gericht den Sachverhalt zugrunde zu legen, wie er sich der Verwaltung bei Erlass des
Nichteintretensentscheides
bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2008 vom 5. Juni 2008).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bildet bei der Rentenrevision -
und ebenso
bei einer Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 IVV) - die letzte rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer ma
teriellen Prüfung des Rentenanspruch
s beruht. Demgemäss sind die Ve
r
hältnisse bei Erlass der strittigen Verwaltungsverfügung mit denjenigen im Zeitpunkt der letzten materiellen Abweisung zu vergleichen (BGE 130 V 64 E. 2, 130 V 71 E. 3, 133 V 108 E. 5.2 und E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des
angefochtenen Entscheid
es
aus
,
das Leistungsbegehren sei am 2
7.
Mai 2016 abgewiesen worden. E
ine wesent
liche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse sei mit dem neuen Gesuch und
der gegebenen Aktenlage
nicht glaubhaft
gemacht
worden (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
aus
den
aktuellen fachärztlichen
Berichten des
A._
folge
, dass sich sein Gesundheitszustand seit der
letzten
Nicht
eintretensverfügung
vom 27. Mai 2016
aufgrund neu hinzugetretener Diagnosen und Befunde
verschlechtert habe.
Es
sei
e
n
die Diagnosen
eines
thorakoverte
bralen
Syndrom
s
,
eines
z
ervikozephalen
Syndrom
s
,
einer
posttraumatische
n
Belas
tungsstörung
(PTBS)
,
einer
Adipositas Grad III bei mittelgradigem obstruk
tivem Schlafapnoesyndrom
, eines
Tinnitus und
eines
Diabetes mellitus T
yp
2
neu gestellt worden
.
Insbesondere im Zusammenhang mit der
PTBS und den somati
schen Erkrankungen
würden sich im Vergleich zum Jahr 2016 neue Befunde ergeben. Er erleide «bei der kleinsten Gelegenheit» einen Kontrollverlust und es bestünden vermehrt wiederkehrende Erinnerungen an ein Unfallereignis, weshalb er starke körperliche Reaktionen bei Sichtung von Baumaschinen, Schlafstö
rungen sowie ein Vermeidungsverhalten entwickelt habe.
Während in
der Befundlage des
Gutachtens aus dem Jahr 2014
allseitige
Schmerzeinschrän
kungen
in der Rotation/Inklination
der
Lendenwirbelsäule (LWS)
, Einschränkun
gen der Schulterbeweglichkeit und im Bereich der Hüfte
nicht hätten festgestellt w
e
rden können (
U
rk.
9/71/20
-21
),
bestünden
gemäss dem
A._
-Bericht aktuell
nun
mehr
solche Einschränkungen
(
U
rk.
9/134/12
)
.
Weiter hätten die aktuellen neurologischen Befunde eine erhebliche schmerzbedingte Einschränkung der Hals
wirbelsäule (HWS) und der oberen sowie unteren Extremität bestätigt (
Urk.
9/
134/1
5-16
) und es sei ein chronisches Wurzelreizsyndrom C6/7 rechts und
eine chronische
Radikulopathie
L4/5 und S
1 rechts beschrieben worden (
Urk.
9/
134/11
).
Ferner
habe der Psychiater das Vorhandensein einer rezidivie
renden depressiven Störung gegenwärtig mittelgradig und einer Panikstörung bestätigt, was unter anderem mit einer veränderten Befundlage begründet werde, da sich diese Störungen mittlerweile stark akzentuiert hätten; ausserdem sei von einer deutlichen kognitiven Einschränkung berichtet worden.
Die behandelnden Ärzte würden ihn
sodann
aus interdisziplinärer Sicht in der angestammten und in einer leidensa
ngepassten Tätigkeit als zu 100
% arbeitsunfähig erachten.
Damit vermöge er eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit dem letzten rechts
kräftigen
Nichteintretensentscheid
glaubhaft zu machen.
Dagegen sei
zur
Stel
lungnahme zu den
A._
-Berichten
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD
) vom 2
8.
August 2020 (
richtig: vom 2. Oktober 2020;
Urk.
9/
138/3
)
,
auf welche
sich
die
Beschwerdegegnerin
bei ihrem Entscheid stütze,
anzumerken, dass dieser als
Referenzpunkt bezüglich der (Prüfung einer) Verschlechterung des Gesundheits
zustandes das polydisziplinäre Gutachten aus dem Jahr 2014
heranziehe, auf welches jedoch nicht abgestellt werden könne, da es vor sechs Jahren erstellt worden sei und damit als überholt zu gelten habe sowie da dort kein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt worden sei, wie es heute vorzunehmen wäre. Soweit sich der RAD auf die Befunddokumentation des Jahres 2016 beziehe, habe im Zeitpunkt der letzten
Nichteintretens
verfügung
vom 27. Mai 2016 (
Urk.
9/
116
) kein ausführlicher Befundbericht mit neuen Diagnosen vorgelegen, sondern lediglich ein ärztlicher Bericht zu Gewichts- und Nikotinreduktion (
Urk.
9/103
).
Es
sei
ausserdem f
raglich, ob die RAD-Ärztin
Dr. med. D._
als praktische Ärztin
überhaupt die notwendige Fachkompetenz aufweise, um eine Verschlech
terung des Gesundheitszustandes grundsätzlich negieren zu können
(Urk. 1 S.
6
f
f
.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist im Folgenden einzig, ob der Beschwerdefüh
rer eine anspruchserhebliche Än
derung seit der letzten materiell-rechtlichen Leistungs
prüfung
(zur zeitlichen Ver
gleichsbasis: BGE 133 V 108 E. 5, 13
0 V 71) glaubhaft zu machen ver
mochte oder ob die Beschwerdegegnerin zu Re
cht auf die Neuan
meldung des Be
schwer
deführers vom
3.
April 2020 (Eingang:
23.
September 2020
;
Urk.
9
/135
) nicht eingetreten ist.
Entgegen der Darstellung der
Beschwerdegegnerin
handelte es sich beim Ent
scheid vom 2
7.
Mai 2016 nicht um eine Abweisung des Leistungsbegehrens, sondern
laut Dispositiv
um einen
Nichteintretensentscheid
(
Urk.
9/116)
; es wurde dabei mithin keine
materiell-rechtliche Leistungsprüfung vorgenommen
. Dieser Entscheid kann daher nicht die massgebliche
zeitliche Vergleichsbasis
bilden.
M
assgeblich ist hier
der Sachverhalt, welcher der
letzten leistungsabweisenden
Verfügung vom 11. Dezember 2014 (Urk. 9/
91
) zugrunde lag.
3.
3.1
Die
V
erfügung
vom 11. Dezember 2014 (Urk.
9
/91) hatte sich auf das polydiszip
linäre
MEDAS-Gutachten vom 25. April 2014 (Urk.
9
/71) gestützt. Die ME
DAS-Gutachter hatten die folgenden Diagno
sen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit als
Bohrmitarbeiter bei Tiefbauboh
rungen
ge
stellt: Chronisches
lum
bovertebrales
Syndrom und
lumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom nach rechts
bei/mit
lum
bos
akraler
Übergangs
variante mit
Teilsakralisation
von LWK5,
osteochond
roti
scher
Degeneration im nächsten freien Segment L4/5 und weniger ausgeprägt L3/4,
Ventralposition
von LWK4 gegenüber Grad I bei degenerativer
Pseudospon
dylolisthesis
,
ohne klinischen Hinweis für
radikuläre
Reiz- oder Defizitsympto
matik
; unspezifisches
Zerviko
-Thorakal-Syndrom
ohne
radikuläre
Reiz- oder Defi
zitsymptomatik
; COPD bei fortgesetztem Nikotinabusus, Adipositas per magna. Als ohne Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit beurteilten die Gutachter die folgenden Diagnosen: Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Fak
toren F45.41, leichtes Zervikal-Syndrom
ohne
radikuläre
Symptome
mit
alters
entsprechenden
degenerativen Veränderungen der
HWS
, leichter Keil
wirbel C7; Status nach M. Scheuermann der Brustwirbelsäule (BWS);
Hyperlipi
dämie
; Verdacht auf Fettleber; Verdacht auf subklinischen Diabetes mellitus; Zustand nach Leisten
hernien-Operation. Die MEDAS-Gutachter schlossen
daraus auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bohr
mit
arbeiter bei Tief
baubohrungen und auf eine 80%ige Arbeit
sfähigkeit in einer leidens
ange
passten Tätigkeit, wobei sie aus
pulmologischer
Sicht aufgrund der Dyspnoe und der Adipositas per magna eine Leistungseinschränkung von 20 % attestiert hatten (Urk.
9
/71/16).
Dies bildet die Vergleichsbasis zur Beurteilung, ob seither eine anspruchserheb
liche Änderung glaubhaft gemacht wurde.
3.2
3.2
.1
In
Bezug auf die psychischen Beschwerden
wurden in den
mit der Neuanmeldung vorgelegten
Berichten des
A._
vom 13. Dezember 2019 (
Urk.
9/134/9-19) und vom 3
0.
März 2020 (
Urk.
9/134/1-4)
aus psychiatrischer Sicht
- nebst der
neu gestellten
Diagnose einer PTBS (ICD-10 F43.1
; dazu E
.
3.3.2 hernach
) -
die Diag
nosen einer Panikstö
rung (ICD-10 F41.0) und einer rezidivierenden Stö
rung, gegenwärtig mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10 F33.1),
gestellt
und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Urk.
9/134/3
,
Urk.
9/134/9
)
.
Wie bereits im
Urteil IV.2016.00688 vom 29.September 2017 festgestellt
wurde
(E. 3.3; Urk. 9/124/9-10), waren diese beiden Diagnosen
von den
Ärzte
n
des
A._
schon
im Bericht vom 10. Juli 2013
(Urk. 9/55) genannt worden
.
Laut
diesem Bericht aus dem Jahr 2013
seien die Diagnosen einer Panik
störu
ng (ICD-10 F41.0) und einer mit
telgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.11
) bereits anlässlich der
psychi
atrischen Abklärung vom 12. Juni 2012 und nach einer Behandlung mit zirk
a 20 Sitzungen im Zentrum E._
gestellt worden (Urk.
9
/55/2). Der
A._
-Bericht vom 10. Juli 2013
war
den MEDAS-Gutachtern
bekannt
. Der psychiatrische MEDAS-Gutachter hat die Diagnosen einer Panik
störung und einer depressiven Episode jedoch verneint und ist zum Schluss gekommen, es liege lediglich eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) ohne Auswirkung auf
die Arbeits
fähigkeit vor (Urk. 9
/71/30).
Insofern
liegt somit eine unterschiedliche Beurtei
lung der behandelnden Psychiater im Vergleich mit jener des
psychiatrischen Gut
achters vor, was auch in Bezug auf die unveränderte Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (Urk. 9/55/4, Urk. 9/134/3) gilt.
Dies wird im Übrigen auch mit dem
A._
-Bericht vom 2. Februar 2015 deutlich, worin die Beurteilung des MEDAS-Gutachters als falsch kritisiert wird (Urk.
9/92/2).
Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ist damit nicht dargetan.
Auch aus den Befunden
respektive den B
eschwerd
e
angaben
zu diesen beiden affektiven Störungen ist keine
erhebliche
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes auszumachen.
So waren
Beschwerden wie
depressive reizbare Stimmung,
Stressempfinden und Nervosität
, Aggressionen wegen Klei
nig
keiten,
vermindertes Selbstvertrauen und teilweise Schuldgefühle, Konzentra
tionsschwierigkeiten, Schlafstörungen,
Hochschrecken in der Nacht, G
edanken
kreisen
, (aktuell verminderte) Gedanken an den Tod
, wöchentliche Angstanfälle,
Angst vor Sirenen und vor lauten Gesprächen mit
Zittern, Schweissausbrüch
en und
Herzrasen
, Angst zu sterben
(
Urk.
9/134/
16-
17, Urk. 9/134/2
)
im Wesent
lichen
bereits
vor 2014
festgehalten
worden. Und zwar
war
im
A._
-Bericht vom
2. Februar 2015 erklärt
worden
, die geklagten Symptome (2-3 Mal pro Woche nachts plötzlich Angstanfälle mit Zittern, Schweissausbrüche und Herzrasen, Aus
löser am Tag durch Polizei- oder Ambulanzsirenen, lautes Rufen anderer, Autohupen
, mit Herzrasen, Zittern, Nervo
sität und Hyperventilationstetanien) seien bereits im Bericht vom 12. Juni 2012 des
Zentrums E._
ausgeführt worden (Urk.
9
/92/2).
Auch im Bericht vom 1
0.
Juli 2013 waren solche
Beschwerden/
Symptome
genannt
worden, und zwar leide
der Beschwer
deführer seit zirka 2010 unter plötzlicher Angst, Angst alleine zu sein, Herzrasen, Schweissausbrüchen, Zittern,
Derealisation
, dies auch nachts,
wegen der Angst am Tag dann auch Aggressionen, Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Kon
zent
rationsstörungen, Vergesslichkeit, Sinnlosigkeit, Rückzug, Antriebslosig
keit, Schlafstörungen mit Ers
ch
recken und Sprechen im Schlaf sowie Appetit
zunahme
(
Urk.
9/55/2
-3
).
Insbesondere die
unter dem Titel
«
psychopathologische Befund
e
»
aufgeführten, eigentlichen Befunde blieben
im Wesentlichen unver
ändert
(vgl. Urk. 9/55/3 und Urk. 9/134/2).
3.2
.2
Als neue psychiatrische Diagnose wurde in den
A._
-Berichten vom 13. Dezem
ber 2019 und vom 3
0.
März 2020 allein j
ene
einer PTBS (ICD-10 F43.1) gestellt (
Urk.
9/134/9,
Urk.
9/134/9). Diese wurde damit begründet, dass
der
Beschwerde
führer
von wiederkehrenden Erinnerungen an den Unfall (vom 11. Oktober 2010, Urk. 9/24/22)
mit
starker körperlicher Reaktion bei Sichtung bestimmter Bauma
schinen
berichtet habe, ausserdem mit
Hochschrecken in der Nacht
und
Vermei
dung von Baustellen
, aktuell der Vermei
dung einer Baustelle in F._
unter Inkaufnahme eines langen Umweges. Diese Störung,
die
depres
sive Störung und die Panikstörung seien nun offensichtlich, denn der
Beschwer
deführer
verliere bei jeder kleinsten Gelegenheit die Kontrolle und habe massive Angst vor Bau
stellen, Baumaschinen und Sirenen, Lärm oder wenn jemand laut spreche (
Urk.
9/134/2).
D
ie
Befunde «
starke körperliche Reaktion
»
respektive Panik
bei
bestimmten Auslösern und das «
Hochschrecken in der Nacht
»
respektive Angstanfälle in der Nacht
wurden bereits vor 2014 im Rahmen der Panikstörung (vgl.
A._
-Bericht
vom 2. Februar 2015 mit Hinweis auf den
E._
-
Bericht vom
12. Juni 2012
, Urk. 9/92/2
) und somit unverändert, nunmehr lediglich in einer unterschiedlichen diagnostischen Einordnung aufgeführt, was daher keine erhebliche gesund
heitliche Verschlechterung dokumentiert. Daran ändert auch nichts, dass der
Beschwer
deführer
nunmehr angeblich neu Angst vor Baustellen und Bauma
schinen hat
, da davon keine (zusätzliche) anspruchserhebliche Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit zu erwarten ist
.
Mit Blick auf die Kriterien nach ICD-10 und die bundesgerichtliche Rechtspre
chung, ist die gestellt
e
Diagnose einer PTBS zudem nicht nachvollziehbar
und hier
insbesondere
nicht dazu geeignet, eine
anspruchs
erhebliche Verschlech
te
rung des Gesundheitszustandes seit Ende 2014 glaubhaft zu machen
.
Denn
eine PTBS entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophen
artigen Ausmasses (kurz oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde (vgl.
BGE 142 V 342 E
.
5.1
). I
n der bundes
ge
richt
lichen
Rechtsprechung
wurde eine
invalidisierende posttrauma
tische Belas
tungs
störung nur anerkannt, wenn sie nach einem traumatisierenden Ereignis von ausse
rgewöhnlicher Schwere auftritt
, wie zu
m Beispiel nach Vergewaltigung
oder mehrmonatiger Lagerhaft, nicht aber zum Beispiel nach Verkehrsunfall (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_554/2009 vom 18.
August 2009
E. 6 mit diversen Hinweisen
).
Hier war der
Beschwerdeführer
von einem nicht besonders schweren Unfall betroffen, bei dem er
nach seinen Angaben gegenüber den Gutachtern beim Durchführen einer Bohrung ausgerutscht und rückwärts gestürzt sei, wobei es den mit 25 bar unter Druck stehenden Bohrschlauch weggerissen und ihm gegen die rechte Bauchseite geschlagen habe (Urk. 9/71/9).
Ein
traumatisierende
s
Ereignis von ausse
rgewöhnlicher Schwere ist darin
jedenfalls
nicht zu sehen.
3.2
.3
E
ine massgebliche Verschlech
terung de
s
psychischen
Gesundheitszustan
des seit der MEDAS-Begutachtung
wurde mit den vorgelegten Beweismitteln
somit nicht glaubhaft gemacht.
3.3.
3.3.1
I
n somatischer Hinsicht
wurde in den
Berichten des
A._
vom 13. Dezember 2019 (
Urk.
9/134/9-19) und vom 3
0.
März 2020 (
Urk.
9/134/1-4)
nebst den bereits in den früheren Berichten (vgl.
A._
-Berichte vom 1
0.
Jul
i 2013, Urk. 9/55/2, und vom 2.
Feb
ruar 2015, Urk.
9/92/2-3) genannten Diagnosen eines
lumbovertebra
len
Syndroms, einer
Periarthropathi
a
humeroscapularis
polytendinotica
rechts und einer chronisch obstruktiven
Pneumopathie
, wahrscheinlich einer Kombina
tion aus Asthma bronchiale und leichter COPD, sowie ei
ner Adipositas per magna (BMI =
43 [vormals]) mit/bei (vormals beginnendem) metabolischem Syndrom die folgenden neuen
,
respektive teilweise neu formulierten somatischen Diagnosen auf
geführt:
Thorakovertebrales
Syndrom mit/bei Residuen nach durchgemachtem M. Scheuermann der Brustwirbelsäule (BWS), angedeutete ventrale Spondylose der mittleren BWS (2
2.
Oktober 2010 Röntgen der BWS, [gemäss]
Dr.
med. G._
29. September 2011);
z
ervikozephales
Syndrom; metabolisches Syndrom mit/bei Adipositas per magna (BMI = 41.3 [neu]), mittelgradigem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom,
chronischer obstruktiver
Pneumopathie
, CPAP-Therapie seit dem 1
9.
Februar 2016; Tinn
itus (Klinik C._
6.
November 2017); Diabetes mellitus Typ 2 (
C._
6.
November 2017); arterielle Hypertonie (
C._
6.
November 2017); Hypercholesterinämie
(
C._
6.
November 2017;
Urk.
9/134/3, Urk. 9/134/9-10).
3
.3
.2
Die Diagnose des
t
horakovertebralen
Syndroms bezieht sich auf bildgebende Auf
nahmen aus dem Jahr 2010
(Urk. 9/134/10-11)
und Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers, wonach er (gemäss
den Angaben aus
neurologische
r
Sicht im
A._
-Bericht vom 13.
Dezember 2019) seit 2010 starke Rücken-, Bein-, Nacken- und Kopfschmerzen respektive (gemäss der orthopädisch-chirurgischen
Anam
nese
) von thorakal bis tieflumbal rechts mehr als links Schmerzen habe. Gemäss der
chirurgischen Anamnese bestehe seit dem Unfall im Oktober 2010 eine deut
liche Verstärkung des
z
ervikal und lumbal betonten
Panvertebral
syndroms
(Urk. 9/134/10). Eine aktuelle, nach Dezember 2014 eingetretene Ver
schlechte
rung der BWS-Beschwerden ist damit nicht aufgezeigt. Insbesondere eigentliche neue
thorakovertebrale
Befund
e
sind in den neu vorgelegten
A._
-Berichten nicht
auszumachen. Residuen nach durchgemachtem Morbus Scheuermann der BWS und eine angedeutete ventrale Spondylose der mittleren BWS waren zudem
bereits im MEDAS-Gutachten vom 25. April 2014 berücksich
tigt worden (
Urk.
9/71/23). Mit dieser Diagnose (
t
horakovertebrale
s
Syndrom
)
lässt sich somit keine erhebliche Verschlechterung seit Dezember 2014 begrün
den.
Auch bezüglich der Diagnosen des
metabolischen Syndroms
, des Diabetes melli
tus Typ 2, der
arterielle
n
Hypertonie
und der
Hypercholesterinämie
sowie des Tinnitus
sind keine neuen Befunde auszumachen, welche auf eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
seit Dezember 2014
hinweisen.
So bestehen die
Adipositas per magna
und die COPD
(
chronic
obstructive
pulmonary
disease
respektive
chronische obstruktive
Pneumopathie
)
seit Jahren und wurden auch im MEDAS-Gutachten vom 25. April 2014 als Diagnosen aufgeführt (Urk. 9/71/16). Auch wurde
n
bereits damals aus
pulmologischer
Sicht eine Dys
pnoe bei COPD und Adipositas per magna (Urk. 9/71/16) sowie aus internistischer Sicht eine
Hyperlipidämie
, erhöhte Cholesterinwerte und de
r
Verdacht auf einen subklinischen Diabetes mellitus (Urk. 9/71/39) festgehalten.
Eine relevante Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes lässt sich
daher auch aus der Diagnose des
metabolischen Syndroms
nicht ableiten
, zumal
im
A._
-Bericht vom
4.
April 2016
aufgrund der - bei
obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom erfolgter
- Anwen
dung des CPAP-Gerätes (
continuous
pos
itive
airway
pressure
) hinsicht
lich der Tag
es
müdigkeit und aufgrund der Ge
wichtsabnahme auf
einen
BMI
von 41 (anstatt des BMI von vorher 43) eine Verbesse
rung
aufgeführt worden war
(
Urk.
9
/113/2)
, bezüglich welcher in den neuen
A._
-Berichten von 2019 und
2020 (
Urk.
9/134) über keine Verschlechterung seither berichtet wurde. Ferner besteht gemäss
dem Bericht von Dr.
B._
vom 22. März 2016 eine Perforation des Trommelfells des rechten Ohres bereits seit vier Jahren (Urk. 6/111/1).
3.4
3.4.1
Anders verhält es sich
dagegen
mit den Befunden zur weiteren somatischen Diagnose eines
z
ervikozephalen
Syndroms. Diesbezüglich war gemäss dem
A._
-Bericht vom 13. Dezember 2019 am 27. August 2015, mithin nach der Verfügung vom 11. Dezember 2014
(Urk. 9/
91
), eine Magnetresonanztomographie (MRT) der HWS erstellt worden, welche bei C4/5 eine
mediolateral
linksbetonte
Discus
protrusion
mit leichter
neuroforaminaler
Enge links und Tangierung der Nerven
wurzel C5 links sowie
Chondrosen
aller zervikalen miterfassten proxi
malen thora
kalen Segmente gezeigt habe. Die neue neurologische Beurteilung durc
h Dr. med. H._
, Facharzt für Neurologie, mittels
Elektromyograf
ie
habe zudem ein chronisches Wurzelreizsyndrom C6/7 rechts und eine chronische
Radikulopathie
L4/5 und S1 rechts ergeben (
Urk.
9/134/11). Die Beweglichkeit des Kopfes respektive der HWS sei beidseits stark eingeschränkt gewesen (
Urk.
9/134/15). Der Neurologe schloss insgesamt auf eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (
Urk.
9/134/17); allerdings erfolgte dies ohne Begründung und es ist auch nicht ersichtlich
,
auf welche Tätigkeit er dies bezog.
Dr.
med. I._
, Facharzt für Chirurgie, erwähnte beim Belastbarkeitsprofil zur vo
n
ihm insgesamt attestierten 50%igen Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, wechselbe
lastenden und Wirbelsäule-(WS
-)adaptierten
Tätigkeit bezüglich der HWS das Vermeiden von repetitiven Rumpf- oder HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich (Urk. 9/134/17).
Dagegen war im MEDAS-Gutachten vom 25. April 2014 noch ausdrücklich fest
gehalten worden, dass das (bereits damals bestehende) Zervikal-Syndrom ledig
lich leicht und
ohne
radikuläre
Symptome
mit
altersentsprechenden
degenerati
ven Veränderungen der
HWS
sowie leichtem Keilwirbel C7 gegeben sei. Auch die Diagnose eines unspezifischen
Zerviko
-Thorakal-Syndroms wurde als solche
ohne
radikuläre
Reiz- oder Defizitsymptomatik
aufgeführt (Urk. 9/71/16). Die Beweg
lichkeit der HWS wurde in der gutachterlichen orthopädischen Untersu
chung zudem als schmerzfrei in allen Ebenen festgehalten (
Urk.
9/71/20). I
m
neu
rologischen MEDAS-Teilgutachten war sodann ausgeführt worden, die angege
ben
en
Beschwerden im Lumbal- und Beckenbereich rechtsbetont, ausgedehnt auf den gesamten Rücken bis hin zum Schultergürtel und Nackenbereich, seien unspezifisch, diffus und seien gleichwohl mit hoher Schmerzintensität beschrie
ben worden. Im objektiven neurologischen Befund hätten sich hingegen keine
objektivierbaren Paresen oder sensible Defizite mit segmentalem Bezug nach
weisen lassen. Hinsichtlich der zervikalen Beschwer
d
en im klinischen Untersu
chungsbefund hätten sich keine Hinweise für eine
zervikoradikuläre
Beschwer
desymptomatik feststellen lassen. Auch das MRT der HWS vom November 2013 habe keine Hinweise auf eine
neuroirritative
oder gar
neurokompressive
Patho
logie gezeigt (
Urk.
9/71/12). Der neurologische Gutachter schloss denn auch auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Verweistätigkeit (
Urk.
9/71/13) und die Diagnose eines leichten Zervikal-Syndrom
s
ohne
radikuläre
Symptome
mit
altersentsprechenden
degenerativen Veränderungen der
HWS
, leichtem Keil
wirbel C7, wurde als solche ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beurteilt (
Urk.
9/71/16). Die MEDAS-Gutachter massen den geklagten HWS-Beschwerden in Bezug auf die Leistungsfähigkeit somit mangels objektivierbarer Befunde keine erhebliche Bedeutung bei.
3.4.2
Damit liegen mit dem
A._
-Bericht vom 13. Dezember 2019 (Urk. 9/134) und der danach festgestellten
radikuläre
n
Reiz- oder Defizitsymptomatik
Hinweise auf neue objektivierbare Befunde zu den Beschwerden im Bereich der HWS vor, die im Vergleich zum Gesundheitszustand, welcher der Verfügung vom 11. Dezember 2014 (Urk. 9/91) zugrunde gelegen hatte, noch nicht vorlagen
.
Insofern ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
Es
ist
zudem
möglich
(
und daher näher abklärungsbedürftig
)
, dass diese Ver
schlechterung zusammen mit den übrigen somatischen und psychischen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen die Leistungsfähigkeit des
Beschwerde
führer
s negativ beeinflusst und den bisherigen Invaliditätsgrad von 24 % (U
rk.
9/91/4) anspruchsrelevant erhöht.
3.4.3
Auf die
Stellungnahme der RAD-Ärztin D
r.
D._
vom 2.
Oktober 2020
, auf welche sich die
Beschwerdegegnerin
bei ihrem
Nichteintretensentscheid
stützt
e (Urk. 9/138/3, Urk. 8 S. 2)
,
kann dagegen nicht abgestellt werden. Denn diese führte allein ihre Schlussfolgerung ohne Begründung aus
, indem sie festhielt, aus
versicherungsmedizinischer
Sicht würden sich im Vergleich der B
ef
unddokumen
tationen von 2016 und 2020 keine wesentlichen Unterschiede (nahezu wortwört
liche Übernahme) ergeben, die eine Veränderung des Gesundheitszustandes na
ch
vollziehbar begründen könnten.
Es ist somit nicht ersichtlich, ob und inwiefern sich die
RAD-Ä
rztin mit den
hiervor ausgeführten, bestehenden Befund
en
im Bereich der HWS
auseinander
ge
set
zt hat
.
Zudem verglich
die RAD-Ärztin
die Befunddokumentationen von 2016
mit den
jenigen von
2020, wogegen massgebliche Vergleichsbasis der Sachverhalt ist, welcher der Verfügung vom 11. Dezember 2014 (
Urk.
9/91) zugrunde gelegen
hatte
(l
etzte materiell-rechtliche Leistungsprüfung
;
vgl.
BGE 133 V 108
E. 5.3.1)
. Da Angaben zu den Befunden gemäss der MRT von de
r HWS vom 27. August 2015 (Urk.
9/134/11) damals noch nicht vorlagen - und im Übrigen auch bei der
ersten
Nichteintretensverfügung
vom 27. Mai 2016 (Urk. 9/116) respektive im Beschwerdeverfahren Nr
.
IV.2016.00688 (Urteil vom 29.
September 2017; Urk. 9/124)
noch nicht aktenkundig waren - sind diese hier nunmehr beachtlich.
3.
5
3.
5
.1
Da angesichts des komplexen somatischen und psychosomatischen Beschwerde
bildes des Beschwerdeführers gewisse Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass die neuen HWS-Befunde zusätzlich zu den bereits von den MEDAS-Gutachtern festgestellten Befunden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen insgesamt anspruchs
erhebliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben, ist glaubhaft gemacht, dass eine insgesamt anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesund
heitszustandes seit der Verfügung vom 11. Dezember 2014 (
Urk.
9/91) einge
treten
sein könnte
.
3.
5
.2
Im Ergebnis
ist die Beschwerdegegner
in zu Unrecht nicht auf die Neuan
meldung de
s Beschwerdeführers
vom
3. April 2020
(Urk.
9/135
) eingetreten. Die angefoch
tene Verfügung vom
2
5.
Januar 2021
(Urk. 2) ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin ist zu ver
pflichten, auf das
Leistungsgesuch
de
s Beschwerdeführers
vom
3. April 2020
(E
ingang am 23.
September 2020; Urk. 9/135)
einzu
treten.
4.
4.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
700.-- anzuset
zen.
Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der
Beschwerdegegnerin
aufzuerle
gen.
4.2
Dem
Beschwerdeführer
steht eine Entschädigung zu, welche nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der
Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen
auf Fr.
1'700.--
festzusetzen ist.