# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c4e62951-de04-5ec8-a52e-9c9907304806
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die B. AG ist Eigentümerin des Wohn- und Geschäftshauses (Vers.-Nr. 16.2240), in
M. Am 19. Juni 2002 wurde das Flachdach des Gebäudes anlässlich eines
Hagelgewitters beschädigt.
Am 10. Juli 2002 nahm der Schadenexperte einen Augenschein vor, und am 1. Oktober
2002 lehnte es die Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (abgekürzt
GVA) gestützt auf Art. 31 Ziff. 3 des Gesetzes über die Gebäudeversicherung (sGS
873.1, abgekürzt GVG) und Art. 47 Abs. 2 der Verordnung zum Gesetz über die
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Gebäudeversicherung (sGS 873.11, abgekürzt GVV) ab, Versicherungsleistungen zu
erbringen. Die Verfügung wird damit begründet, es sei zu Hagelschäden gekommen,
weil die Kunststofffolie bei den Aufbordungen im Dachrandbereich und bei den
Oblichtanschlüssen abgespannt gewesen sei. Sodann sei die Folie rund 17 Jahre alt
(Baujahr 1985), und es sei davon auszugehen, dass der Schaden nicht entstanden
wäre, wenn sie richtig gewartet worden wäre.
B./ Die B. AG erhob am 15. Oktober 2002 gegen die Ablehnung der
Schadenübernahme vom 1. Oktober 2002 Rekurs bei der Verwaltungskommission der
GVA und stellte das Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
dem Gesuch um Versicherungsdeckung des Hagelschadens sei zu entsprechen bzw.
es sei der gesamte Gebäudeschaden im Umfang von Fr. 39'000.-- zu ersetzen. Die
Rekurrentin machte geltend, der Vorwurf, sie habe elementare Vorsichtspflichten
missachtet, sei unbegründet. Das Dach sei nachweislich regelmässig und fachgerecht
überprüft und gewartet worden. Am 10. Juni 2004 wies die Verwaltungskommission
der GVA den Rekurs ab. Sie gelangte zum Ergebnis, der Hagelschlag sei nicht die
Hauptursache des Schadens.
C./ Am 30. Juni 2004 erhob die B. AG gegen den Entscheid der
Verwaltungskommission vom 10. Juni 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
stellte das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die GVA
sei zu verpflichten, den geltend gemachten Schaden im Betrag von Fr. 38'460.65
zuzüglich fünf Prozent Zins seit dem 9. Juli 2002 zu bezahlen. Die Eingabe wird vorab
damit begründet, die Vorinstanz vermöge den Nachweis nicht zu erbringen, dass in
erster Linie die Funktionsuntüchtigkeit der Kunststofffolie für den Schaden
verantwortlich sei.
Am 25. Oktober 2004 stellte die Verwaltungskommission der GVA den Antrag, die
Beschwerde sei abzuweisen. In der Folge wurde ein zweiter Schriftenwechsel eröffnet.
Die Replik der Beschwerdeführerin, mit der sie an ihrem Rechtsbegehren festhält,
datiert vom 9. Dezember 2004. Mit ihrer Duplik vom 20. Januar 2005 bestätigte die
Verwaltungskommission der GVA ihren Antrag vom 25. Oktober 2004.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1./ Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid sachlich zuständig (Art. 56 GVG in
Verbindung mit Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 30. Juni 2004 und deren
Ergänzungen erfüllen zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art.
64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Sodann ist
die B. AG als Eigentümerin der Liegenschaft Vers.-Nr. 16.2240 zur Beschwerde gegen
einen Entscheid legitimiert, mit dem die GVA ihre Leistungspflicht bezüglich eines
Schadens ablehnt (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
2./ Die Beschwerdeführerin erklärt die Rekurseingabe vom 4. November 2002 samt
Beilagen und die Replik im Rekursverfahren vom 27. März 2003 zum integrierenden
Bestandteil der Beschwerde. In ständiger Rechtsprechung hat es das
Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal auf Eingaben an Vorinstanzen verwiesen
wird. Ein solcher Verweis ist ungenügend, da aus ihm nicht hervorgeht, in welchen
Punkten und weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird. Es ist nicht
Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in Eingaben an die Vorinstanz nach Gründen zu
suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit
Hinweisen).
3./ Die Beschwerdeführerin beantragt, K. B., Bauspenglerei, M., sei als Zeuge zum
Unterhalt des Flachdachs sowie zum Schaden und dessen Beseitigung zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b). Die rechtserheblichen
Tatsachen ergeben sich im vorliegenden Fall aus den Akten, weshalb auf die
beantragte Befragung von K. B. als Zeuge verzichtet werden kann.
4./ Nach Art. 31 Ziff. 3 GVG erbringt die GVA Versicherungsleistungen, wenn
Gebäudeschäden u.a. durch Hagel entstanden sind. Ausgenommen sind Schäden, die
im wesentlichen auf andere Ursachen zurückgehen. Geht der Gebäudeschaden
überwiegend auf das versicherte Ereignis zurück, wird er ihm nach Art. 47 Abs. 1 GVV
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voll zugerechnet. Geht der Gebäudeschaden ganz oder überwiegend auf andere
Ereignisse zurück, wird er nicht entschädigt. Nicht vergütet werden insbesondere
Schäden, die auf fortgesetztes Einwirken zurückgehen oder die nicht auf eine
plötzliche, aussergewöhnlich heftige Einwirkung zurückzuführen sind, wie Schäden
zufolge schlechten Baugrundes, ungenügender Fundamente, fehlerhafter Konstruktion,
verwahrlosten Zustandes, eingedrungenen Schnee- und Regenwassers sowie Schäden
durch Grundwasser oder Kanalisationsrückstau und Schäden aus periodischen
Hochwasserständen (Art. 47 Abs. 2 GVV). Geht der Gebäudeschaden weder
überwiegend auf das versicherte Ereignis noch überwiegend auf andere Ereignisse
zurück, wird er dem versicherten Ereignis anteilmässig zugerechnet (Art. 47 Abs. 3
GVV). Anspruch auf Versicherungsleistungen besteht, wenn ein versichertes Ereignis
vorliegt, ein Gebäudeschaden entstanden ist, der unmittelbar auf das versicherte
Ereignis zurückgeführt werden kann und die Ereigniseinwirkung nicht
bestimmungsgemäss war (Art. 45 GVV). Eine Ereigniseinwirkung ist
bestimmungsgemäss, wenn sie zufolge ordentlicher Abnützung oder ordentlicher
Erfüllung des Zweckes des Gebäudes oder Gebäudeteils eintritt (Art. 48 GVV). So sind
Einwirkungen von Feuer, Rauch, Hitze oder elektrischem Strom bestimmungsgemäss,
wenn sie an der versicherten Sache bei ordnungsgemässer Benützung entstehen und
es sich um die natürlichen Folgen dieses Vorganges handelt oder der Schaden in
Erfüllung ihrer normalen Bestimmung entstanden ist, wie z.B. das Defektwerden von
elektrischen Sicherungen infolge Ueberspannung. In solchen Fällen ist die Anstalt nicht
ersatzpflichtig (vgl. ABl 1959/1030).
Ein Ereignis ist dann adäquate Ursache eines Erfolgs, wenn es nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, einen Erfolg
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs somit durch
das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf
VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. W.K. GmbH; GVP 2001 Nr. 33 mit Hinweis auf BGE
121 V 49 und auf H. Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. Aufl., Zürich 1998, N
525).
Nach der Rechtsprechung ist das Vorliegen einer die Leistungspflicht
ausschliessenden "anderen Ursache" im Sinn von Art. 31 Ziff. 3 GVG insbesondere
dann anzunehmen, wenn der Schaden nicht unmittelbare Folge eines
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Elementarereignisses ist. Unter den Begriff der "anderen Ursache" fallen namentlich
Ereignisse, welche zwar die Voraussetzungen eines Elementarereignisses in qualitativer
oder quantitativer Hinsicht nicht erfüllen, jedoch den Schadeneintritt begünstigen bzw.
diesen über einen längeren Zeitraum bewirken. So sind beispielsweise
Gebäudeschäden denkbar, die durch dauerhafte Winde entstehen, welche jedoch nicht
die Stärke von Sturmwind im Sinn von Art. 31 Ziff. 3 GVG aufweisen und in diesem
Sinn ein "fortgesetztes Einwirken" im Sinn von Art. 47 Abs. 1 GVV darstellen (vgl. GVP
2003 Nr. 42). Mit der Vorinstanz ist sodann davon auszugehen, dass eine allfällige
Funktionsuntüchtigkeit einer Kunststofffolie auf einem Flachdach als "andere Ursache"
im Sinn von Art. 31 Ziff. 3 GVG zu gelten hat.
5./ Die Vorinstanz bestreitet nicht, dass am 19. Juni 2002 über M. ein Hagelgewitter im
Sinn von Art. 31 Ziff. 3 GVG niedergegangen ist. Sie stellt sich indessen auf den
Standpunkt, nicht das versicherte Ereignis, sondern die Funktionsuntüchtigkeit der
Kunststofffolie sei die Hauptursache des Schadens. Der Hagelzug hat ihrer Meinung
nach bei funktionstüchtigen Foliendächern höchstens zu einem Teilschaden -
Reparatur einzelner Löcher oder Risse in der Folie - geführt. Er könne nicht Ursache
eines Totalschadens sein, wie ihn die Beschwerdeführerin geltend mache. Die
Beschwerdeführerin hält demgegenüber dafür, die Vorinstanz sei hinsichtlich dieser
Behauptung beweispflichtig. Weil sie den Beweis schuldig bleibe, habe sie es zu
Unrecht abgelehnt, Versicherungsleistungen zu erbringen.
a) Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR
210, abgekürzt ZGB) hat derjenige, der ein Recht behauptet, die Sachumstände zu
beweisen, die nach dem massgebenden Rechtssatz diese Rechtsfolge erzeugen. Auch
im Privatversicherungsrecht gilt der Grundsatz, wonach Personen, die gegenüber
einem Versicherer einen Versicherungsanspruch erheben, im Sinn von Art. 8 ZGB
bezüglich der Frage, ob ein Versicherungsfall eingetreten ist, grundsätzlich
behauptungs- und beweispflichtig sind. Behauptet der Versicherer indessen eine die
Leistungspflicht ausschliessende oder herabsetzende Tatsache, ist es an ihm, diese zu
beweisen (vgl. GVP 2003 Nr. 42 mit Hinweis auf A. Maurer, Schweizerisches
Privatversicherungsrecht, 3. Aufl., Bern 1995, S. 381 und RB/ZH 1983, S. 171 mit
Hinweisen). Diese Beweislastverteilung gilt auch im öffentlichen
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Gebäudeversicherungsrecht, namentlich bei der Anwendung von Art. 31 Ziff. 3 GVG
(vgl. GVP 2003 Nr. 42).
Nach Art. 8 ZGB ist sodann zu Ungunsten desjenigen zu entscheiden, der aus der
unbewiesen gebliebenen (behaupteten) Tatsache hätte Rechte ableiten können. Bei
belastenden Verfügungen ist es grundsätzlich die verfügende Behörde, welche die
Folgen der Beweislosigkeit trägt (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl.,
Bern 1983, S. 208 mit Hinweisen; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 629 mit Hinweisen; Kölz/
Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2.
Aufl., Zürich 1999, § 7 N. 5).
Entgegen der Annahme der Vorinstanz trägt die GVA somit in Fällen wie dem
vorliegenden, wo Schäden nach einem Elementarereignis sichtbar geworden sind,
sowohl die Beweisführungslast als auch die Folgen der Beweislosigkeit für die
Behauptung, sie sei nicht leistungspflichtig, weil die Schäden im wesentlichen auf
andere Ursachen zurückgingen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin
beantragt, es seien ihr die gesamten durch das Vorkommnis verursachten Kosten zu
ersetzen. Die Frage, ob der geltend gemachte Umfang der Schädigung einer
versicherten Sache zutrifft bzw. ob die beantragte Entschädigung gerechtfertigt ist,
stellt sich erst, wenn feststeht, dass der Versicherer überhaupt leistungspflichtig ist
(vgl. A. Kleiner, Das Recht der öffentlichen Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus:
"Mitteilungen" Jahrgänge 1978/1979 des Interkantonalen Rückversicherungsverbandes
Bern und der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen, S. 102).
b) Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin vor, sie habe die Kunststofffolie unter
Missachtung des Veränderungsverbots ersetzt und damit den direkten Beweis
bezüglich ihrer Funktionsfähigkeit vereitelt. Es habe keine Expertise mehr angeordnet
werden können. Das Folienstück, das die Beschwerdeführerin nach Abschluss des
Schriftenwechsels eingereicht habe, gestatte es nicht, den Zustand des Daches als
Ganzes zum Zeitpunkt des Hagelgewitters zu beurteilen. Die Beschwerdeführerin
bestreitet nicht, das schadhafte Dach erneuert zu haben. Sie hält indessen dafür, dies
komme keiner Verletzung des Veränderungsverbots gleich, und vertritt den
Standpunkt, daraus dürfe ihr kein Nachteil erwachsen. Der Schadenexperte habe
anlässlich der Schadenbesichtigung am 10. Juli 2002 darauf verzichtet, Ausführungen
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zum Veränderungsverbot zu machen. Er habe sie lediglich aufgefordert, ein Stück der
Folie aufzubewahren. Aufgrund der gesamten Umstände habe sie in guten Treuen
davon ausgehen dürfen, dieses Beweismittel reiche aus, um allfällige Differenzen mit
der GVA auszuräumen bzw. der Erneuerung des Dachs stehe nichts entgegen.
aa) Nach Art. 43 GVG hat der Versicherte nach Eintritt des Schadenereignisses alle
zumutbaren Massnahmen zur Minderung des Schadens zu ergreifen und Weisungen
der Verwaltung zu befolgen. Art. 44 GVG schreibt vor, dass an beschädigten
Liegenschaften keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen, durch welche die
Abklärung der Schadenursache oder die Schätzung des Schadens verunmöglicht oder
erschwert wird. Vorbehalten bleiben besondere Anordnungen sowie Abbruch- und
Aufräumarbeiten, die zur Feststellung des Schadens notwendig sind.
Der Versicherte ist mit dem Eintritt des Schadenereignisses als erstes verpflichtet,
Massnahmen zur Schadenminderung zu ergreifen. Dadurch soll vermieden werden,
dass ein Schaden, den jemand von einem Versicherer tragen lassen kann, unnötig
vergrössert wird. Dabei hat der Versicherungsnehmer die Weisungen des Versicherers
zu beachten. Er hat sie auch dann zu befolgen, wenn er sie für unzweckmässig hält
(vgl. dazu Kleiner, a.a.O., S. 96 und Hauswirth/Suter, Sachversicherung, 2. Aufl., Bern
1990, S. 127 f.). Unter Vorbehalt der Pflicht zur Schadenminderung ist der
Versicherungsnehmer sodann gehalten, Lage und Beschaffenheit der vom Ereignis
betroffenen Sachen in dem Zustand zu belassen, in den sie durch den Schadenfall
gesetzt worden sind, damit der Versicherer einen Augenschein nehmen kann. Das
Veränderungsverbot soll verhindern, dass der Versicherungsnehmer durch eine
Verfälschung des angerichteten Zustandes die Ermittlungen über den Sachverhalt
erschweren oder verunmöglichen oder sogar unberechtigte Ansprüche geltend machen
kann (vgl. Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 128 f.).
Wer Mitwirkungspflichten verletzt, behindert die Feststellung des Sachverhalts oder
vereitelt sie sogar. Dadurch wird der Untersuchungsgrundsatz eingeschränkt. Wer
beispielsweise nach den einschlägigen Vorschriften der Behörde nicht volle Auskunft
erteilt, kann sich grundsätzlich nicht über eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes oder einen unrichtig oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt beschweren. Die Verletzung von Mitwirkungspflichten hat indessen keine
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Auswirkungen auf die objektive Beweislast bzw. auf die Frage, wen die Folgen der
Beweislosigkeit treffen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 627 und Kölz/Bosshart/Röhl,
a.a.O., § 7 N. 5). Dementsprechend sieht Art. 46 Abs. 2 GVG vor, dass im Rahmen des
Schätzungsverfahrens derjenige Schaden berücksichtigt wird, der sich noch
zuverlässig feststellen lässt, wenn der Versicherte nicht unverzüglich Anzeige erstattet
oder wenn er das Veränderungsverbot übertreten hat.
bb) Der in Art. 9 der Bundesverfassung (SR 101) verankerte Grundsatz von Treu und
Glauben verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigen Vertrauens in
behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Er-wartungen begründendes
Verhalten der Behörden (vgl. BGE 126 II 387 mit Hinweisen; vgl. auch Häfelin/Müller,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 627). Eine
Vertrauensgrundlage kann grundsätzlich nur durch das zuständige staatliche Organ
bzw. von den zuständigen Behörden geschaffen werden (vgl. B. Weber-Dürler,
Vertrauensschutz im öffentlichen Recht, Basel/Frankfurt 1983, S. 107 mit Hinweisen).
Aeusserungen im Verkehr zwischen Behörden und Privaten sind so zu interpretieren,
wie die jeweils andere Seite sie nach Treu und Glauben verstehen durfte (vgl. BGE 126
II 104 f. mit Hinweisen). Ist die Vertrauensbasis mit einem rechtlichen Mangel behaftet,
kann sich sodann nur der Gutgläubige auf berechtigtes Vertrauen berufen. Wer um die
Fehlerhaftigkeit der Auskunft oder Zusage weiss oder gar aktiv darauf hingewirkt hat,
muss mit der Nichteinhaltung rechnen und ist nicht schutzwürdig, wenn er gleichwohl
Dispositionen getroffen hat (vgl. Weber-Dürler, a.a.O., S. 211). Ein berechtigtes
Vertrauen ist auch demjenigen abzusprechen, der die Mangelhaftigkeit der
Vertrauensgrundlage bei gehöriger Sorgfalt hätte erkennen müssen. Dabei ist auf die
individuellen Fähigkeiten und Kenntnisse der sich auf Vertrauensschutz berufenden
Person abzustellen (vgl. Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 657).
cc) Unbestritten ist, dass der Schadenexperte für die GVA handelt. Die Frage, ob einem
Versicherten vorgeworfen werden kann, er habe das Veränderungsverbot missachtet,
hängt somit in erster Linie davon ab, wie sich der Experte anlässlich der
Schadenbesichtigung verhält bzw. wie er sich hinsichtlich des weiteren Vorgehens
äussert. Fest steht, dass der Vertreter der GVA den Dachdecker aufgefordert hat, ein
Stück Kunststofffolie als Beweismittel aufzubewahren. Was die Behebung des
Schadens anbetrifft, stellt die Vorinstanz einerseits im angefochtenen Entscheid fest,
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der Schadenexperte hätte die Beschwerdeführerin darauf hinweisen müssen, dass sie
am Dach nichts verändern dürfe. Anderseits vertritt sie in der Beschwerdeantwort vom
25. Oktober 2004 den Standpunkt, es wäre dem Schadenexperten gar nicht möglich
gewesen, den Ersatz der Folie zu verhindern. Anlässlich der Besichtigung seien alle
Vorkehren dazu bereits getroffen gewesen. Er habe in dieser Situation einzig den Rat
erteilen können, wenigstens ein Stück der Folie aufzubewahren. Letzteres trifft
offensichtlich nicht zu. Der Schadenexperte führt in seiner Stellungnahme vom 10.
Dezember 2002 in diesem Zusammenhang aus, zum Zeitpunkt der
Schadenbesichtigung sei "neben dem Lift und der Verladerampe das neue Material
(Dachpappe + Isolation) für die Dachsanierung bereits deponiert" gewesen. In dieser
Situation wäre er nach Treu und Glauben gehalten gewesen, aktiv zu werden und den
Vertreter der Beschwerdeführerin darüber ins Bild zu setzen, dass der Ersatz der
Dachhaut dem Veränderungsverbot zuwiderlaufe bzw. dass der Zustand aus
Beweisgründen nicht verändert werden dürfe. Weil der Schadenexperte bezüglich der
Erneuerung des Dachs keine Vorbehalte gemacht hat, durfte der Vertreter der
Beschwerdeführerin in guten Treuen davon ausgehen, der Instandstellung stehe von
Seiten der GVA nichts entgegen und das Stück der Folie reiche zwecks Feststellung
der Schadenursache als Beweismittel aus. Dies gilt umso mehr, als der
Schadenexperte das Dach fotografiert hat und nicht behauptet, er habe dem Vertreter
der Beschwerdeführerin weitere Abklärungen vor Ort in Aussicht gestellt. Auch dass
der Schadenexperte kein Fachmann für Flachdächer ist, wie die Vorinstanz festhält,
kann sich nicht zulasten der Beschwerdeführerin auswirken. Diese Unkenntnis hätte ihn
vielmehr veranlassen müssen, den Vertreter der Beschwerdeführerin auf das
Veränderungsverbot hinzuweisen und den Beizug einer weiteren Fachperson in
Aussicht zu stellen. An dieser Beurteilung vermag nichts zu ändern, dass der
Schadenexperte den Vertreter der Beschwerdeführerin auf die Problematik von X.-
Folien aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen hat, die GVA werde den Schaden
möglicherweise nicht übernehmen.
dd) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Vorwurf der Vorinstanz, die
Beschwerdeführerin habe das Veränderungsverbot missachtet und dadurch den
direkten Beweis bezüglich der Funktionsunfähigkeit des Foliendaches vereitelt,
unbegründet ist. Ebenso wenig kann der Beschwerdeführerin unterstellt werden, sie
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habe mit der Erneuerung des Flachdachs die Feststellungen des Schadenexperten
anerkannt.
c) Kann eine Tatsache nicht direkt bewiesen werden, kann der Beweis indirekt erbracht
werden, d.h. durch den Beweis von Sachumständen, die den Schluss auf andere
rechtserhebliche Tatsachen zulassen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 621; Merkli/
Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im
Kanton Bern, Bern 1997, Rz. 5 zu Art. 19 mit Hinweisen).
aa) Was die Ermittlung der Schadenursache anbetrifft, sieht das GVG eine amtliche
Untersuchung vor. Nach Art. 45 Abs. 1 GVG führt der Staatsanwalt eine Untersuchung
zur Ermittlung der Schadenursache und einer allfälligen Mitschuld des Versicherten
durch. In der Praxis wird bei Elementarereignissen indessen überwiegend auf die
Schadenanzeige oder eigene Abklärungen der GVA, zum Beispiel durch Schätzer als
Schadeninspektoren, abgestellt (vgl. Kleiner, a.a.O., S. 101). Sodann kann der
Schadeninspektor einen Fachmann mit beratender Funktion beiziehen oder es kann ein
Sachverständigengutachten erstellt werden (vgl. dazu Hauswirth/Suter, a.a.O., S. 130).
bb) Unbestritten ist, dass die Kunststofffolie auf dem Dach der Liegenschaft der
Beschwerdeführerin im Juni 2002 17 Jahre alt war und dass das Dach nach dem
Hagelgewitter neu isoliert und mit einer neuen Schutzabdeckung versehen werden
musste. Die Kiesabdeckung konnte nach Angaben der Beschwerdeführerin im
Anschluss an die Erneuerung wieder auf das Dach gebracht werden. Die Vorinstanz
stellt sodann nicht in Frage, dass der angefochtene Entscheid (auch) auf den
Abklärungen des Schadenexperten beruht.
aaa) Die Vorinstanz begründet ihren Standpunkt, der Schaden sei im wesentlichen auf
andere Ursachen als Hagel zurückzuführen, vorab damit, es sei allgemein bekannt,
dass Foliendächer der früheren Generation, insbesondere infolge
Weichmacherverlusts, mit zunehmendem Alter spröde würden und an
Funktionstüchtigkeit verlören, was dazu führe, dass sie durch mechanische Einflüsse
immer leichter beschädigt werden könnten. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht,
dass Weichmacherverlust die Anfälligkeit eines Flachdachs für Beschädigungen
steigern kann. Sie hält indessen dafür, weil dieser im konkreten Fall nicht feststehe,
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fehle der Nachweis, dass der Alterungsprozess des Materials derart fortgeschritten
gewesen sei, dass er als wesentliche Schadenursache zu gelten habe. Tatsache ist,
dass die Vorinstanz darauf verzichtet hat, das Stück der X.-Folie, das auf Weisung des
Schadenexperten zurückbehalten worden ist, bezüglich des Weichmacherverlusts
fachmännisch begutachten zu lassen, obschon dies gemäss telefonischer Auskunft
eines Experten der EMPA vom 22. April 2003 zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen
wäre. Sie beruft sich indessen auf einen ihrer Entscheide vom 17. Dezember 2003
(8.1./06-2003), der ebenfalls ein mit Kies bedecktes Flachdach mit einer X.-Folie zum
Gegenstand hat. Den Erwägungen zu diesem Entscheid (S. 6 f.) kann entnommen
werden, dass ein Experte der EMPA das damals beschädigte Dach besichtigt und die
Abdichtung untersucht hat. Die Untersuchung der entnommenen Proben der
Abdichtung hat damals gezeigt, dass ungefähr 60 Prozent des ursprünglich
eingesetzten Weichmachersystems nicht mehr vorhanden waren und die Materialdicke
gegenüber dem Neuzustand um 25 Prozent abgenommen hatte. Aus diesen
Ergebnissen und den Feststellungen vor Ort hatte der Experte abgeleitet, dass die
Dachfolie zum Zeitpunkt des Schadenereignisses ihre Lebensdauer bereits erheblich
überschritten hatte und ihre Funktion als solche nicht mehr genügend zu erfüllen
vermochte. Diese fachtechnische Untersuchung und Beurteilung eines rund 29 Jahre
alten Foliendachs lässt indessen die Folgerung nicht zu, der Weichmacherverlust der
rund 17-jährigen Folie auf dem Dach der Liegenschaft der Beschwerdeführerin sei
ebenfalls derart fortgeschritten gewesen, dass er für den Schaden im wesentlichen
verantwortlich sei. Dies gilt umso mehr, als die Vorinstanz in der Beschwerdeantwort
vom 25. Oktober 2004 auf ein Verfahren hinweist, das eine 14 Jahre alte Abdichtung
zum Gegenstand hatte, die zum Schadenzeitpunkt noch nicht soweit gealtert gewesen
sei, dass sie hätte ausgewechselt werden müssen. An dieser Beurteilung vermag nichts
zu ändern, dass der Gutachter im Fall 8.1/06-2003 zum Ausdruck brachte, die von ihm
untersuchte fast 30-jährige Folie hätte bereits vor 15 Jahren ersetzt werden müssen.
bbb) Die Vorinstanz bringt weiter vor, bezüglich der Grösse der Hagelkörner seien die
Verhältnisse, die am 19. Juni 2002 in M. geherrscht hätten, mit denjenigen
vergleichbar, die in anderen Verfahren anhand einer Expertise beurteilt worden seien.
Die Beschwerdeführerin berufe sich auf einen Bericht im "St. Galler Tagblatt" vom 21.
Juni 2002, wonach "taubeneiergrosse Körner" vom Himmel gefallen seien und grossen
Schaden angerichtet hätten. Das Gutachten, das dem erwähnten Entscheid vom 17.
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Dezember 2003 zu Grunde liege, habe sich mit "Körnern in Baumnussgrösse" befasst.
Taubeneier seien nicht grösser als Baumnüsse. Nach dem Gutachten würden
Hagelgewitter mit "Körnern in Baumnussgrösse" bei funktionstüchtigen Folien
höchstens zu einigen Löchern und/oder Rissen führen, die repariert werden könnten,
nicht aber zu einem Totalschaden, wie ihn die Beschwerdeführerin geltend mache. Die
Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass das Schadenbild Rückschlüsse auf den
Zustand einer Kunststofffolie zulässt. Sie vertritt indessen den Standpunkt, die GVA
habe es unterlassen, Art und Ort der Beschädigungen festzustellen. Die Vorinstanz
gehe deshalb zu Unrecht davon aus, das Schadenbild lasse den Schluss zu, die Folie
sei funktionsuntüchtig gewesen.
Unbestritten ist, dass ein Hagelgewitter, wie es hier zur Diskussion steht, eine intakte
Kunststofffolie beschädigen kann. Dies ist aber noch nicht allein ausschlaggebend,
dass ein versichertes Ereignis im Sinn von Art. 31 Ziff. 3 GVG vorliegt. Dem
Schadenermittlungsprotokoll vom 22. Juli 2002 kann nämlich entnommen werden:
"Zargenanschlüsse und Anschlüsse Oblichter kritisch ! X.-Folie im Dachrandbereich in
einem sehr schlechten Zustand ! Ich würde den Schadenfall ablehnen, da für solche
alte X.-Dächer seit 10 Jahren die Schadenursache bekannt ist (Folie)". Sodann hat der
Schadenexperte der GVA am 5. Juli 2002 per Fax einige Fotos mit dem Hinweis
"Zustand X. alt. Bekannte Ursache Isolation nass" übermittelt. Weiter hat er am 10.
Dezember 2002 zum Zustand der Folie festgehalten: "Durch die Verflüchtigung des
Weichmachers im X. war die Folie im Bereich der Dachzarge und der Oblichter
besonders schadenanfällig (sehr starke Verspannung) !"
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass auf den Fotos des Schadenexperten
Verspannungen an Oblichtern zu erkennen sind. Des weiteren ergibt sich aufgrund der
Fotos, dass die Folie im Bereich eines der Oblichter gerissen und an verschiedenen
Stellen geflickt worden ist. Aus den Bemerkungen und den Fotos des
Schadenexperten durfte die Vorinstanz somit folgern, die Kunststoffolie sei durch
Verlust des Weichmachers als Ganzes in einem Ausmass funktionsuntüchtig gewesen,
dass der Hagelschlag nicht als Hauptursache des Schadens bezeichnet werden könne.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin zwar den Standpunkt vertritt, die X.-Folie
sei funktionstauglich und somit nicht schadenanfällig gewesen, dass sie sich aber nicht
dementsprechend verhalten hat. Vielmehr hat sie das Dach nach dem Hagelgewitter
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vollständig neu isoliert und mit einer neuen Schutzabdeckung versehen. Am 24. Juni
2002 hat sie der GVA gemeldet: "Hagelschaden ! Flachdachhaut (X.) diverse Löcher.
Wasser in der Dachisolation". Am 9. August 2002 gelangte die Beschwerdeführerin
erneut an die GVA und teilte mit: "Ich kann ihnen an Hand von Ausschnitten der
Dachhaut beweisen, dass durch Vertikalschlag flach aufliegende Folie durchschlagen
wurde". Dieses Verhalten der Beschwerdeführerin, nicht nur die schadhaften Stellen zu
ersetzen, sondern das Flachdach vollständig zu erneuern, lässt, neben den
Feststellungen des Schadenexperten, ebenfalls darauf schliessen, dass sich die
Kunststofffolie als Ganzes in einem derart schlechten Zustand befunden hat, dass eine
Reparatur nicht mehr möglich gewesen wäre oder dass sie sich - zufolge des
fortgeschrittenen Alterungsprozesses der Dachhaut - nicht mehr gelohnt hätte. Das
Vorgehen der Beschwerdeführerin spricht somit ebenfalls dafür, dass der
Hagelschaden im wesentlichen auf die fehlende Funktionstüchtigkeit bzw. die Alterung
der X.-Folie zurückzuführen ist. Offen bleiben kann bei dieser Sachlage, ob das
Flachdach, entsprechend den Angaben der Beschwerdeführerin, regelmässig gewartet
worden ist bzw. ob die Kiesabdeckung hinreichend gewesen ist.
6./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).