# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94db7e70-3ab8-59ea-ae31-bb06a2bd6732
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
, geboren 1967, meldete sich am 14. August 2004 bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/1). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr nach getätigten Abklä
rungen mit Verfügung vom
9
.
März
2005 (
Urk.
12/
19
-20
) bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 50 %
ab
1.
Juni 2004
eine halbe Rente zu.
Am 10. April 2007 teil
t
e die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 12/33).
Nach einem im März 2010 erlittenen Unfall (vgl.
Urk.
12/39/5-7;
Urk.
12/41) sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügungen vom 1
9.
Juli 2011 mit
Wirkung
ab
1
. Juni 2010 bis 30. November 2010 eine ganze Rente und ab 1. Dezember 2010
weiterhin
eine halbe Rente zu
(
Urk.
12/52)
.
1.2
Am 23. Juni 2015 beantragte
die Versicherte eine
Reevaluation
der Rente (Urk. 12/68). Daraufhin klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA; Urk. 12/73) und der Krankentaggeldversicherung (Urk. 12/75) bei. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 12/84
-88) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. November 2015 (Urk. 12/90 = Urk. 2) das Erhöhungsgesuch ab.
2.
Die Versicherte erhob am
1.
beziehungsweise 11. Dezember 2015 (Urk. 1/1-2) Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. November 2015 (Urk. 2). Mit Beschwerdeergänzung vom 13. Januar 2016 (Urk. 8)
beantragte sie sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 19. November 2015 (Urk. 2) und die Erhö
hung ihrer bisherigen halben Rente. Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerde
antwort
vom 8. Februar 2016 (Urk. 11) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 22. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung
vom 1
9.
November 2015
(Urk. 2) davon aus, dass
der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit
als Reinigerin
seit
dem
13. April 2015 nicht mehr zumutbar sei. In einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit bestehe weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Bei einem
errechneten
Invaliditätsgrad von 59 % bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente.
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt
(Urk. 8)
, dass sie wegen starker Schmerzen und der Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes
zu
100 % arbeitsunfähig sei. Zudem sei ihr Arbeitsverhältnis mit der Begründung, dass sie seit
dem
1. April 2015 zu 100 % arbeitsunfähig sei, per 31. Oktober 2015 gekündigt worden. Von ihrer halben Rente könne sie nicht leben und würde ohne Erhöhung der Rente gezwungen sein, sich beim Sozial
amt anzumelden
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdeführerin seit Erlass der
letzten rechtskräftigen Verfügung vom
19
.
Juli
2011 (Urk. 12/5
2
) eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, welche eine Erhöhung der Rente begründet.
3.
3.1
Der
ursprünglichen
Leistungszusprache
vom
9
.
März
2005 (Urk. 12/
19-20
) lagen die folgenden
medizinischen
Berichte zugrunde
:
3.2
Die Ärzte der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin,
Y._
, nannten mit Bericht vom 1
9
. August 2003
(Urk. 12/9/15-
20)
betref
fend die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 2
9.
Juli bis 1
6.
August 2003
die folgenden
, hier gekürzt angeführten
Diagnosen
(S. 1 Mitte)
:
-
lumbo
vertebrales
Schmerzs
yndrom mit intermitt
ierendem
lumboradiku
lä
rem
Reizs
yndrom L5 und S1 rechts
-
chronisches
Cervicovertebralsyndrom
-
Adipositas, BMI 43 k
g
/m2
Bei Austritt bestehe noch keine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft bei der
H._
. Die Beschwerdeführerin sei bis zum 31. August 2003
zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (S. 2 oben).
3.
3
Die Ärzte der
Z._
nannten mit Bericht
vom 2. Juli 2004
über das Ergonomie-Trainingsprogramm (Urk. 12/8) die folgenden Diagnosen
(S. 1 unten)
:
-
lumboradikuläres
Reizsyndrom L5 rechts
-
MRI vom 30. Juli 2003: Diskushernie L5/S1 paramedian rechts,
Osteo
chondrose
L5/S1, diskrete
Diskusprotrusion
L4/5
-
Sturz auf den Rücken 1
4.
Oktober 2001
-
cervicovertebrales
Syndrom
-
Fersensporn links
-
Adipositas
-
grenzwertige Hypertonie
Die bisherige, rückenbelastende Tätigkeit
als Flugzeugreinigerin sei
wegen erhöhtem Risiko für weitere
Beschwerdeexazerbationen
als ungünstig
zu
be
trachten.
Sie
sei der Beschwerdeführerin
zu 50
%
zumutbar. Eine leichte
behin
de
rungsangepasste
Tätigkeit sei ihr ganztags zumutbar (S. 4).
3.
4
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte mit Bericht vom
20./
23. August 2004 (Urk. 12/9/1-4) aus, er behandle die Beschwer
deführerin seit Juni 2003
(S. 2)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom L5 rechts
-
Cervicovertebralsyndrom
-
Fersensporn links
-
Adipositas
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine arterielle Hypertonie (S. 1).
Die Beschwerdeführerin arbeite mit Mühe
zu
50 %. Während der Arbeit würden die Rückenschmerzen regelmässig
exazerbieren
(S. 2 Mitte).
In der bisherigen Tätigkeit sei sie vom
2.
Juni bis 2
6.
Oktober 2003 zu 100
%
, vom 2
7.
Oktober bis 2
9.
Oktober 2003 zu 50
%
, vom 3
1.
Oktober bis 1
1.
November 2003 erneut zu 100
%
und ab 1
2.
November 2003 wiederum zu 50
%
arbeitsunfähig (S. 1
lit
.
B).
Zu einer behinderungsangepassten Tätigkeit machte er keine Angaben (S. 4 unten).
3.5
Die
Ärzte der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin,
Y._
, nannten mit Bericht vom 13. Januar 2005 (Urk. 12/16/1-
3) die folgenden, hier gekürzt
an
geführten, Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom
-
leichte
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS) rechts Typ
Supraspinatus
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte belastungsabhängige Fersenschmerzen plantar links und Adipositas (S. 1
lit
. A
). Seit März 2003 bis heute bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit als Reinigungsangestellte in der Flugzeugreinigung am
B._
.
Auch in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit sei keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten
(S.
3
lit
. D Ziff. 7
).
3.6
Dr.
med.
C._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der
Beschwer
degeg
nerin
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2005 eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit ab 1
2.
No
vember 2003 fest (
Urk.
12/17/2). Gestützt darauf erging die ursprüngliche
Ren
tenzusprache
(vgl.
Urk.
12/19).
4.
4.1
Der Rentenbestätigung vom 10. April 2007 (Urk. 12/33) lag der folgende
Ver
laufs
b
ericht
zugrunde:
4.2
Dr.
A._
führte mit Bericht vom
22
. Januar 2007 (Urk. 12/27) aus, der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (
S. 1
Ziff. 1). Trotz ausgebauter analgetischer Therapie bestünden persistierende chronische
thorako
-lumbale Rückenschmerzen (
S. 1
Ziff. 3).
5.
5.1
Der
Zusprache
einer
befristeten
ganzen
Rente vo
m
1
. Juni bis 30. November 2010 und einer
unbefristeten
halben Rente ab 1. Dezember 2010 (Verfügung
en
vom
19
. Ju
l
i 2011, Urk.
12/52
) lagen folgende
medizinischen
Berichte zu
grunde:
5.2
Dr.
A._
führte mit Bericht vom 26. März 2010 (Urk. 12/42/9) aus, die Beschwerdeführerin sei
am
6.
März 2010
auf Eis ausgerutscht und auf die linke Körperhälfte gefallen (Ziff. 2). Als Diagnose nannte er einen Sturz mit Distor
sion Schulter links sowie Kontusion Oberarm und Unterarm links (keine Hin
weise für
ossäre
Läsion im Röntgen; Ziff. 5). Vom
8.
bis 31. März 2010 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 8).
5.3
Dr.
A._
nannte mit Bericht vom 14. Mai 2010 (Urk. 12/39/
5
-7) die folgen
den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
chronische Rückenschmerzen mit
chronifizierte
m
lumboradikulärem
Schmerz
syndrom
L5 rechts
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
Status nach Schulterkontusion links 8.
März 2010
sowie
Ellenbogen
kontu
sion
links 8. M
ärz
2010
nach Sturz
-
Entwicklung einer
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
links sowie eine
Epicondylitis
medialis
links
-
Gonarthrose beidseitig
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte er
:
-
Adipositas
-
rezidivierende
orthostatische
Synkopen
-
Gonarthrose beidseitig
-
arterielle Hypertonie
Seit dem erneuten Unfall im März 2010 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (S. 2 Ziff.
1.6
). Zurzeit sei die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht nicht zumutbar (S. 2 Ziff. 1.7).
Allenfalls
seien
als Eingliederungsmassnahmen weniger körperlich belastende Arbeiten
möglich
(S. 2 Ziff. 1.8).
5.
4
Am
20. Mai 2010
führte er
(Urk. 12/42/5-6) aus, in der letzten Kontrolle vom 14. Mai 2010 habe sich eine langsame Verbesserung der
Beschwerdesympto
matik
sowohl in der Schulter als auch im Ellenbogen links abgezeichnet. Die Beschwerdeführerin habe ab dem 17. Mai 2010 zu 50 % arbeitsfähig geschrieben werden können. Dies entspreche einer Arbeitsbelastung von ca. 10 Stunden pro Woche (S. 1 Ziff. 2 a).
5.5
Dr.
A._
führte mit Bericht vom 5. August 2010 (Urk. 12/43/3) aus, es sei geplant, dass die Beschwerdeführerin ab dem 23. August 2010 ihre bisherige Arbeitstätigkeit von 50 % wieder aufnehmen könne.
Der Gesundheitszustand bezüglich Schulter- und Ellenbogenschmerzen nach
dem
Stolpersturz am 6. März 2010 habe sich leicht verbessert. Bezüglich der chronischen Rücken
schmerzen mit
chronifiziertem
lumbo-radikulären
Schmerzsyndrom L5 rechts fände sich ein stationärer Befund.
6.
6.1
Der angefochtenen Verfügung vom 19. November 2015 (Urk. 2) liegen folgende Berichte zugrunde
:
6.2
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
E._
, nannte
im Sprechstundenbericht
vom 5. Juni 2012 (Urk. 7/79/7-
8) die folgenden, hier gekürzt an
geführten, Diagno
sen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
-
belastungsabhängige Knieschmerzen beidseits, D
ifferentialdiagnose
Gon
arthrose
-
chronisches
cervikovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Adipositas
-
chronische
Periarthropathia
humeroscapularis
Tendinopathica
nach
Sturz
-
Hypochrome
mikrozytäre
Anämie (
H
b
88 g/
l
)
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Epicondylitis
lateralis
links
-
Gewichtsverlust (18kg unter Diät 12/10)
-
Inzidentalom
Schilddrüse links
-
Status nach
synkopalen
Ereignissen unklarer Ursache, Differentialdiag
nose
orthostatisch
-
Klinisch Verdacht auf Bursitis
trochanterica
rechts
mehr als
links
-
Knick-/Senk-/Spreizfussstellung links
mehr als
rechts
Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte sie keine.
6.3
Am
2
1
. Januar 2015
erfolgte eine
kreisärztliche Untersuchung
durch Dr. med.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(Urk. 12/73/87-92). Er führte aus, es habe sich ein ausge
prägtes Schmerzdemonstrations- und auch Schonverhalten gezeigt. Anhand der MRI-Untersuchung vom 28. November 2014 könne im Vergleich mit den
Vor
aufnahmen
vom 20. März 2012 eine fehlende strukturelle Schädigung durch das Ereignis vom 24. Juni 2014
(Sturz mit einem
Scooter
in Kroatien)
belegt wer
den. Rein bezogen auf die Lendenwirbelsäule hätte er heute zur Terminierung der Schadenleistungen geraten
(S. 5 unten, S. 6 oben)
.
Bezüglich der angegebe
nen Verstärkung der vorbestehenden Schulterbeschwerden müsse noch ein MRI angefertigt werden (S. 6 oben).
6.4
Dr. med.
G._
, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilita
tion
, führte
in
Ergänzung zur kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Januar 2015
am
1. April 2015
(Urk. 12/73/74-75) aus,
möglicherweise habe es eine Prellung des erheblichen degenerativen Vorzustandes gegeben, wobei aber alle gesamten Faktoren darauf hinweisen würden, dass es sich im Wesentlichen um einen Vorzustand handle, der nicht richtungsgebend traumatisiert worden sei (S. 2 oben).
6.5
Dr.
A._
führte mit Schreiben
vom
20. April 2015
zu
Handen
der
Krankentag
geldversicherung
(
Urk. 12/75/5-6
) aus, eine nicht belastende Tätig
keit könne sicherlich prozentual durchgeführt werden (S. 2 Mitte).
6.
6
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie,
Y._
, nannten mit Bericht vom 11. Mai 2015
(Urk. 12/63/3-
5
)
die folgenden
, hier gekür
z
t
an
ge
führten
Diagnosen
(S.
1
)
:
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (EM 2001, ver
stärkt seit Juni 2014)
-
Vitamin D-Mangel
-
persistierende linksseitige Schulterschmerzen (anamnestisch EM 2007)
Peri
arthropathia
coxae
rechts
-
Adipositas per magna
-
Status nach Hysterektomie Juli 2013
-
grössenprogrediente Struma
nodosa
links
mehr als
rechts
Der weitere Verlauf könne sicher mittels Fortsetzung der ambulanten Physiothera
pie positiv beeinflusst werden. Im psychiatrischen Konsilium vom 2
9.
April habe kein Anhalt für eine psychische Erkrankung festgestellt werden können (S. 2 oben).
Während der
Hospitalisation
vom
2
4.
April bis 1
0.
Mai 2015 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 3 oben).
6.
7
In seinem Schreiben vom
23. Juni 2015
führte
Dr.
A._
(Urk. 12/62) aus, die Schmerzproblematik habe sich nach einem
Scooterunfall
am 24. Juni 2014 verschlechtert. Diesbezüglich sei bereits eine Abklärung vom kreisärztlichen Dienst der SUVA erfolgt. Die persistierende Schmerzsituation sei im Verlauf als nicht unfallbedingt
,
sondern als krankheitsbedingt beurteilt worden. Im Vorder
grund stehe ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseitig sowie
chroni
fizierte
Schulterschmerzen links. Der angestammte Beruf als
Reinigungs
fachfrau
bei der
H._
(Flugzeugreinigung) könne so nicht mehr weitergeführt werden.
6.
8
Dr.
A._
nannte
mit Bericht vom 4. August 2015 (Urk. 12/70)
die folgenden, hier gekürzt a
n
geführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.2):
-
chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseitig
-
persistierende linksseitige Schulterschmerzen nach
Scooter
-Unfall am 24. Juni 2014
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
:
-
Status nach Hysterektomie 2
2.
Juli 2013
-
grössenprogrediente Struma
nodosa
links mehr als rechts
-
Status nach Kniegelenkserguss links April 2009 unklarer Ursache
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
-
Status nach
synkopalen
Ereignissen unklarer Ursache, Differential
diagnose:
orthostatisch
Aus seiner hausärztlichen Sicht sei eine leichte Arbeit bis 10 kg wahrscheinlich möglich. Die Arbeitshaltung sollte
optimaler
w
eise
variabel sein, sicherlich sei
eine sitzende Tätigkeit zu bevorzugen, da insbesondere die Rückenschmerzen belastungsabhängig seien. Die Arbeitsorganisation scheine ih
m nicht relevant (alles möglich; S. 2 Ziff. 2.2)
.
Es bestehe sicherlich eine reaktive depressive Problematik, sodass die
Durch
halte
fähigkeit
sowie
Selbstbehauptungsfähigkeiten und
Spontanaktivitä
ten
mittel
mässig vermindert sei
en. Bezüglich Auffassungsgabe, K
onzentrations- und Merkfähigkeit bestünden seiner Meinung nach keine Einschränkungen. Die Belastbarkeit sei allgemein sicherlich vermindert (S. 2 Ziff. 2.3).
Eine Wiedereingliederung sei durch Anpassung der Tätigkeit möglich (S. 2 Ziff. 4.2).
6
.9
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte mit Stellungnahme vom 27. August 2015 (Urk. 12/82/4-5) aus,
gemäss Aktenlage
seien ein beidseitiges chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom sowie persistierende links
seitige Schulterschmerzen ausgewiesen, einschliesslich einer sich daraus ablei
tenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit.
Im Prinzip seien die Angaben des Hausarztes Dr.
A._
bezüglich Arbeits
fähig
keit/Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit plausibel, allerdings sollte vor einer abschliessenden
versicherungsmedizini
schen
Stellung
nahme noch der von ihm erwähnte Bericht der Abteilung Rheu
matologie der
Uniklink
E._
vorliegen (S. 5 oben).
6.
1
0
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie,
Y._
, nannten mit Bericht vom 14. September 2015 (Urk. 12/80) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 Ziff. 1.1)
:
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (EM 2001, ver
stärkt seit Juni 2014)
-
persistierende linksseitige Schulterschmerzen (anamnestisch EM 2007)
-
Adipositas
WHO Grad III
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
sie
die folgen
den:
-
sekundärer
Hyperparathyreoidismus
bei Vitamin D-Mangel
-
erosive
Gastritis
-
Verdacht auf obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
euthyreote
Struma
nodosum
-
arterielle Hypertonie
Es bestehe eine rein körperliche Einschränkung durch
eine eingeschränkte
körper
liche Belastbarkeit und leicht eingeschränkte Mobilität im Rahmen der Grunderkrankung. Durch körperlich anstrengende Arbeit werde sich die Symp
tomatik verstärken. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht
mehr zumutbar. Es bestehe eine Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit, auch der Mobilität durch Schonhinken mit konsekutiv verlangsamtem Gangbild,
eine
Unmöglichkeit zum Erledigen von Arbeit in Zwangshaltungen und lang
fristig gebückter Haltung. Lasten tragen über 5 kg
sei nicht möglich
. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ab sofort
zumutbar
, bei abgestufter Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit, nach Massgabe der Beschwerden (S. 2 f. Ziff. 1.7).
Rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten seien 4 Stunden pro Tag
b
eziehungsweise zu 50 % zumutbar.
Diese Angaben würden seit
dem
Behand
lungsbeginn
am
13. April 2015 gelten
(S. 4).
Eine Gewichtsreduktion könnte die Beschwerden wesentlich beeinflussen (S. 2 Ziff. 1.5).
6.
1
1
Dr.
I._
, RAD
,
führte mit Stellun
gnahme vom 5. Oktober 2015 (Urk. 12/82/6) aus, der aktuellste Bericht der Ärzte der Klinik für Rheumatologie,
Y._
(vorstehend E. 6.
1
0
)
,
habe weder in Bezug auf die aktuellen Di
agnosen noch die Arbeitsunfähigkeitsbewertung geändert respektive würde die Angaben des Hausarztes Dr.
A._
bestätigen, wonach die bisherige Tätigkeit nach gescheiterten Arbeitsversuchen seit
5.
März 2015 nicht mehr möglich sei, aber eine angepasste Tätigkeit zu 50 % seit mindestens 13. April 2015 wieder zumutbar sei.
6.1
2
Dr.
A._
führte mit
Schreiben
vom 19. Oktober 2015
(Urk. 3/1
=
Urk.
12/85
)
aus, aus seiner hausärztlichen Sicht würde es in dieser Situation sicherlich sinn
voll sein, die Beschwerdeführerin nicht nur aufgrund der Aktenlage, sondern auch
durch die Vertrauensärzte
der IV-Stelle hinsichtlich der vorbeschriebenen Problematik beurteilen zu lassen. Insbesondere die chronischen Schmerzen im Rahmen des
lumbospondylogenen
bis
lumboradikulären
Schmerzsyndroms sowie die persistierenden linksseitigen Schulterschmerzen
und
auch die sich entwickelnde reaktive Anpassungsstörung
müssten
nochmals evaluiert werden. Diesbezüglich
seien
Beurteilungen
durch
Fachärzte (Orthopädie, Rheuma
tologie, Psychiatrie) notwendig
.
7.
7.
1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin im relevanten Zeitraum (vgl. vorstehend E.
2.3) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verschlechtert hat.
Dies ist
durch einen Vergleich des
Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der Verfügung
vom
19
. Ju
l
i 2011 (Urk. 12/5
2
)
mit dem Gesundheitszustand im Zeitpunkt der a
ngefochtenen Ver
fügung (
Urk.
2)
zu beurteilen
.
7.2
Der Beschwerdeführerin wurde erstmals im Jahr 2005 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Rente zugesprochen. Damals litt sie an einem
lu
m
boradi
kulärem
Reizsyndrom L5 rechts, einem
cervicovertebralen
Syndrom, einem Fersensporn links, einer Adipositas, und an einer grenzwertigen Hypertonie (vorstehend E. 3.2 ff.) und war in der bisherigen
und in einer angepassten
Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig.
Im Jahr 2010 hat die Beschwerdeführerin infolge eines Sturzes eine Schulter- und Ellenbogenkontusion erlitten
und
war für einige Monate zu 100 % arbeitsunfähig.
Später konnte sie ihre bisherige Tätig
keit wieder zu 50 % ausüben.
Daraufhin wurde ihr für die Monate Juni bis November 2010 eine ganze Rente
zugesprochen. Aufgrund der
chronischen Rückenschmerzen mit
chronifiziertem
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom L5 rechts und dem chronischen
zervikozephalen
Schmerzsyndrom
sowie der ver
besserten Schulterproblematik
wurde ihr
ab 1. Dezember 2010
wiederum
eine halbe Rente
ausgerichtet
(vorstehend E. 5.1 f.).
7.3
Ein Vergleich des Gesundheitszustandes im Jahr 201
1
und 2015 zeigt, dass
s
ich insofern
eine
befundmässige Verschlechterung
ergeben hat
, als dass
die behan
delnden Ärzte
übereinstimmend
verstärkte
persistierende linksseitige
Schulter
schmerzen
seit einem
Scooter
-Unfall im Juni 2014
diagnostizierten
.
Abwei
chende medizinische Beurteilungen liegen nicht in den Akten. Der Hausarzt
Dr.
A._
erachtete weitere Abklärungen
bei orthopädischen und rheumatolo
gischen Fachärzten
als notwendig (vorstehend E. 6.1
2
). Er bringt jedoch keine neuen Befunde vor, welche weitere Abklärungen erfordern würden.
7.4
Der Hausarzt
Dr.
A._
erwähnte eine
reaktive
depressive Problematik (vorste
hend E. 6.
8
)
.
Er
erachtete
eine Beurteilung
durch
eine
n
psychiatrischen Facharzt als notwendig, da eine sich entwickelnde reaktive Anpassungsstörung nochmals evaluiert werden müsse (
vorstehend E. 6.1
2
).
Vorliegend äusserte einzig der behandelnde
Hausa
rzt den Verdacht einer reakti
ven Anpassungsstörung.
Er erwähnte
, dass die
Durchhalte- und
Selbstbehaup
tungsfähigkeiten
sowie
Spontanaktivitäten
mittelmässig vermindert seien (vor
stehend E. 6.
8
)
.
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie,
Y._
,
verneinten hingegen mit Verweis auf ein psychiatrisches Konsilium aus
drücklich das Vorliegen einer psychischen Erkrankung
(vorstehend E. 6.
6
)
.
Damit hat einzig Dr.
A._
als fachfremder behandelnder Arzt, dessen Berichte grundsätzlich
aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zu
r
Patient
in
mit Vorbehal
t zu würdigen sind, eine psychische Erkrankung vermutet.
Doch hat auch er
offenbar eine Überweisung in eine fachärztliche Behandlung nicht für notwendig
gehalten. Vor diesem Hintergrund und unter Hinweis auf die
bundesgerichtliche Rech
t
sprechung
,
wonach eine Anpassungsstörung als vorübergehendes und damit grundsätzlich nicht invalidisierendes Leiden gilt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2014 vom 3
0.
April 2014 E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil 9C_
153
/2012 vom 1
5.
Oktober 2012 E. 4.3),
erübrigten sich weitere Abklärungen
durch die Beschwerdegegnerin
.
7.5
Nach
dem Gesagten ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom
1
9
. Ju
l
i 2011 (Urk. 12/
52
) insofern verschlechtert hat, als die Beschwerdeführerin nun nebst andauernden
Rücken
beschwerden
an
verstärkten
persistierenden linksseitigen Schulterschmerzen leidet.
Zu prüfen ist, wie sich diese gesundheitliche Verschlechterung auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
7
.6
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
nunmehr
in der angestammten Tätigkeit als
Flugzeugreinigerin
vollständig arbeitsunfähig ist. Dies erscheint mit Blick auf die medizinische Aktenlage auch ohne weiteres nachvollziehbar.
Während die Beschwerdegegnerin
aber
eine 50%ige angepasste T
ätigkeit als zumutbar erachtet
, macht die Beschwerdeführerin
geltend, zu
100
%
a
rbeitsunfähig
zu sein
.
Aufgrund der Akten ist ausgewiesen, dass der Beschwerdeführerin eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist. Es wurde durch die Ärzte des
Y._
nachvollziehbar begründet, dass die körperliche Belastbarkeit
und
die Mobilität
der Beschwerdeführerin eingeschränkt sei,
wes
halb die angestammte Tätigkeit nicht mehr möglich sei,
ihr aber rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeiten zu 4 Stunden pro Tag
zumutbar seien
(vor
stehend E. 6.1
0
)
.
Dem widerspricht auch der Hausarzt Dr.
A._
nicht. Er hielt eine angepasste Tätigkeit mindestens in einem teilzeitlichen Umfang
ebenfalls
für möglich
(vorstehend E. 6.
5
, E. 6.8
)
.
Die Beschwerdeführerin legte nicht dar, weshalb sie in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sein soll
t
e.
7.7
Somit ist der
abschliessenden
Beurteilung
durch
Dr.
I._
, RAD
(vorstehend E. 6.9, E. 6.
11
)
, zu folgen, wonach
der
Beschwerdeführerin
eine angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist.
8.
8.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
8.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
8.
3
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf die Angaben der Arbeitgeberin (vgl. Urk. 12/40 S. 2 Ziff. 2.10)
ab
,
wonach die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit
bei
einem
Pensum von
50 % im Jahr 2009 ein Einkommen Fr. 27‘230.-- erzielte
(Urk. 12/81)
.
Dies blieb von der Beschwerdeführerin unbestritten und gibt zu keinen Beanstan
dungen Anlass.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
ergibt
dies für das Jahr 2015
bei einem Pensum von 100 %
ein
leicht von der Berech
nung der Beschwerdegegnerin abweichendes
Valideneinkommen
in der Höhe von rund Fr. 57‘
410
.--
(Fr. 54‘460
.
-- x 1.011 x 1.01 x 1.01 x 1.007 x 1.01 x 1.005
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, Lohnentwicklung 2015
).
8.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
8.5
Seit
Beendigung des
bisherigen
Arbeitsverhältnisses
mit
der
J._
ging die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, so dass es sich
rechtfertigt, für die
Berechnung des Invalideneinkommens auf die statistischen Werte der LSE und dabei auf
den
standardisierten Durchschnittslohn
für einfa
che Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art
in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2012, Tabelle TA1,
Kompetenzni
veau
1, Rubrik „
Frauen
“).
Das im Jahr 2012 von Frauen
im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr. 4‘112.--
, mithin Fr. 49‘344.-- im Jahr (Fr. 4‘112.-- x 12).
Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden
in den Jahren
2013
bis 2015
(BFS - Statistik de
r betriebsüblichen Arbeitszeit [
BUA
]
, Total) sowie der
allgemeinen Lohnentwicklung in den Jahren 201
3
bis 201
5
angepasst, ergibt dies den Betrag von
Fr.
52‘58
0
.
80
(Fr. 49‘344.-- : 40 x 41.7 x 1.007 x 1.01 x 1.005)
.
Unter Berücksichtigung des der
Beschwerdeführer
in zumutbaren Arbeitspe
nsum
s
von 50
%
resultiert ein hypothetisches
Invaliden
einkommen
von
Fr. 26‘290
.4
0.
8.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
8.7
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen leidensbedingten Abzug von 10 % (Urk.
2 S. 2
und
Urk.
12/81 S. 2
), was angesichts der verbliebenen Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin als angemessen erscheint. Gründe, welche einen höheren Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht geltend gemacht. Damit resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen in der Höhe von rund Fr. 23‘661.-- (Fr. 26‘290.40 x 0.9).
8.8
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 57‘410.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr. 23‘661.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 33‘749.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 59 %.
Bei diesem Ergebnis steht der Beschwerdeführerin somit weiterhin eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu
. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzu
erlegen.