# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2df0ed74-ca31-445d-ab6c-f59008dbda66
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache falsche Anschuldigung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2018 (DG170256)
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Anklage:
Die korrigierte Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 15. Ja-
nuar 2019 (Urk. 72) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB sowie
− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 90 Ta-
ge durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4
Jahre festgesetzt.
4. Der externe Datenträger, SK-Nr. 32468, sowie die Hard Disk Festplatte
"Datensicherung", SK-Nr. 32854, werden vernichtet.
5. Die folgenden sichergestellten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf
Verlangen innert 3 Monaten seit Eintritt der Rechtskraft herausgegeben, an-
sonsten sie vernichtet werden:
− 2 Drucker (HP Officejet Pro 8500A e-All-in One; HP ENVY 4504) − 2 USB-Sticks − 2 Pakistanische ID-Karten, lautend auf B._ und C._ − 1 Stempel "University of Karachi"
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._ Fr. 1'000.– als
Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren
abgewiesen.
7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._ Fr. 500.– als
Genugtuung zu bezahlen.
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8. Dem Beschuldigten werden die Kosten der Strafuntersuchung
C-1/2016/10016474 in Sachen F._ von Fr. 2'602.80 (Fr. 800.– Gebühr
Vorverfahren; Fr. 1'402.80 Entschädigung; Fr. 400.– Genugtuung) auferlegt.
9. Über die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur.
Y._, wird separat entschieden.
10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 2'100.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 2'730.– Kosten Kantonspolizei
Fr. 130.– Auslagen Untersuchung
Fr. 16'035.50 amtliche Verteidigung (gemäss Nachtragsurteil vom 29. Mai 2018)
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-
kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 85/1 S. 1)
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai
2018 (Geschäfts-Nr. DG170165) aufzuheben;
2. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen;
3. Es sei dem Beschuldigten für die zu Unrecht erstandene Untersu-
chungshaft gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine angemessene
Genugtuung zuzusprechen;
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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:
(Urk. 67, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung
unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Urk. 59 S. 3 f.).
2. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 8. Mai 2018 wurde der Beschuldigte
A._ der mehrfachen falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1
StGB und der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB schuldig ge-
sprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung von 90
Tagen Haft, bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die
Probezeit auf vier Jahre festgesetzt. Zudem wurde über diverse Gegenstände
entschieden. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, zwei Privatklägern Genugtuun-
gen zu bezahlen. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens
mit Ausnahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, wurden dem Beschuldig-
ten auferlegt. Zusätzlich wurden dem Beschuldigten die Kosten des gegen
F._ geführten Strafverfahrens auferlegt (Urk. 59).
3. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtes Zürich meldete der Beschuldigte mit
Eingabe vom 14. Mai 2018 die Berufung an (Urk. 50). Am 27. August 2018 liess
der Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigerin die Berufungserklärung ein-
reichen (Urk. 60). Auf gerichtliche Aufforderung vom 31. August 2018 (Urk. 62),
verdeutlichte der Beschuldigte seine Berufungserklärung mit Eingabe vom
20. September 2018 und stellte oberwähnte Anträge (Urk. 64). Beweisanträge für
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das Berufungsverfahren stellte er keine. In der Folge wurde der Staatsanwalt-
schaft und den Privatklägern mit Verfügung vom 24. September 2018 Frist ange-
setzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben oder ein Nichteintreten
auf die Berufung beantragen (Urk. 65). Innert Frist teilte die Staatsanwaltschaft
mit, sie verzichte auf eine Anschlussberufung und beantrage die Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils (Urk. 67). Die Privatkläger reichten keine Erklärung ein.
4. Mit seinen Berufungsanträgen ficht der Beschuldigte Dispositiv Ziffern 1 bis 4
sowie 6 bis 8 und 11 des vorinstanzlichen Urteils an und beantragt einen vollum-
fänglichen Freispruch. Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen
sind der Entscheid über diverse Gegenstände (Dispositiv Ziffer 5) und die Kosten-
festsetzung (Dispositiv Ziffer 10) des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom
8. Mai 2018. Davon ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 402 StPO).
5. Nachdem festgestellt wurde, dass der Anklagevorwurf gemäss Dossier 1 nicht
der Aktenlage entsprach, wurde die zuständige Staatsanwältin mit Schreiben vom
11. Januar 2019 auf diesen Umstand hingewiesen und eingeladen, diese Proble-
matik zu prüfen und gegebenenfalls die Anklageschrift hinsichtlich des Sachver-
halts gemäss Dossier 1 so zu ändern, dass sie der Aktenlage entspricht (Urk. 70).
Mit Eingabe vom 15. Januar 2019 reichte die Staatsanwältin eine korrigierte An-
klageschrift ein (Urk. 72).
6. Mit Eingabe vom 23. Januar 2019 stellte der Beschuldigte das Gesuch um
Wechsel der amtlichen Verteidigung (Urk. 74). Diesem Gesuch wurde mit Verfü-
gung vom 5. Februar 2019 entsprochen, die bisherige amtliche Verteidigerin ent-
lassen und mit Fr. 1'106.60 aus der Gerichtskasse entschädigt sowie Rechtsan-
walt lic. iur. X._ neu als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt
(Urk. 78).
II. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, diverse Personen wi-
der besseres Wissen durch das Versenden von Kontaktformularen, E-Mails und
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Briefen bei Behörden eines Verbrechens oder Vergehens beschuldigt und dabei
jeweils zumindest in Kauf genommen zu haben, dass gegen die Geschädigten ei-
ne Strafuntersuchung in die Wege geleitet werden könne. Sodann habe er durch
sein oben erwähntes Verhalten bewirkt, dass der Geschädigte F._ mehr als
sieben Stunden in Polizeiverhaft habe verbringen müssen.
2. Der Beschuldigte bestreitet sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er macht
geltend, er habe keinerlei E-Mails oder Briefe entsprechenden Inhalts versendet.
Es ist daher zu prüfen, ob sich die in der Anklage umschriebenen Sachverhalte
erstellen lassen.
3. Grundsätze der Würdigung der Beweismittel
3.1 Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachverhalt
aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente
nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 8
und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in
dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten,
dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Urteile
des Bundesgerichtes 1P_587/2003 vom 29. Januar 2004 E. 7.2., und
1P_437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 4.2.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f.
Nr. 180; BGE 127 I 40, 120 Ia 31 E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die
Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschul-
digten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver
Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile
des Bundesgerichtes 6B_795/2008 vom 27. November 2008 E. 2.4., und
6B_438/2007 vom 26. Februar 2008 E. 2.1.). Die Überzeugung des Richters
muss auf einem verstandesgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den
unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann,
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Wenn er-
hebliche oder nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt
so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, ist der Beschuldigte nach dem Grundsatz
"in dubio pro reo" freizusprechen (Bernard Corboz, "in dubio pro reo", in ZBJV
1993, N 419 f.). Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der
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Tat mit Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien, deren
"Mosaik", zu würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 256, Ziff. 1.4.; Pra
2002 Nr. 180 S. 962 f., Ziff. 3.4.).
3.2 Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in ob-
jektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem
bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen
Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 2 StPO; ZR 72 Nr. 80; Max Gul-
dener, Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 256 Ziff. 1.4.;
BGE 124 IV 88, 120 1A 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass mit
menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung
erreicht werden kann; daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über
jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. Kassationsgerichtsentscheid vom
26. Juni 2003, Nr. 2002/387S E. 2.2.1. mit Hinweisen). Bloss abstrakte oder theo-
retische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich
sind (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 12, Urteile des Bundesgerichtes
6B_297/2007 vom 4. September 2007 E. 3.4., und 1 P_587/2003 vom 29. Januar
2004 E. 7.2.). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausge-
schlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahr-
scheinlichkeit beruhen.
3.3 Wie bereits angesprochen, können auch indirekte, mittelbare Beweise, soge-
nannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen
Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere,
unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird somit vermu-
tet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfol-
gerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung auf-
drängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Hauser/Schweri/
Hartmann, a.a.O., § 59 N 14). Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrach-
tet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel (Hans
Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; Derselbe,
Die Beweisführung in Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich
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1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen
Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrschein-
lichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern
Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter
zu schliessen (Entscheide des Bundesgerichtes 6B_365/2009 vom 12. November
2009 E. 1.4., 6B_332/2009 vom 4. August 2009 E. 2.3. mit Hinweisen, und
6B_297/2007 vom 4. September 2007 E. 3.4.; Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O.,
§ 59 N 15).
3.4 Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der
verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbe-
standselemente nachzuweisen (vgl. dazu Niklaus Schmid, Schweizerische Straf-
prozessordnung, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 10 N 2 ff.) und nicht der
Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 40 und Urteile des Bundesgerichtes
1P_437/2004 vom 1. Dezember 2004 E. 4.3., sowie 6S_154/2004 vom 30. No-
vember 2005 E. 4.).
3.5 Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwendung,
wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne dass er
diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich insoweit ei-
ne Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehaup-
tung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis widerlegt wer-
den muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn gewisse Anhalts-
punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit
der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen las-
sen, oder wenn der Beschuldigte sie sonst wie glaubhaft macht (vgl. Kassations-
gerichtsentscheid vom 2. November 2004, Nr. AC040082, E. 3.5, Stefan Trechsel,
SJZ 1981 S. 320).
4. Vorwurf gemäss Dossier 1
4.1 Dem Beschuldigten wird im Dossier 1 zusammengefasst vorgeworfen, am
15. Mai 2016 ca. 22:00 Uhr aus dem Internetcafé G._ GmbH in Zürich von
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der Webseite von Interpol ein Kontaktformular an Interpol gesendet zu haben, un-
ter Angabe der E-Mail-Adresse H._@gmail.com. Darin habe er den Geschä-
digten F._ wider besseres Wissen als gefährlichen Terroristen bezeichnet,
der beim I._ am Zürcher Hauptbahnhof eine Bombe zur Detonation bringen
wolle. Der Beschuldigte habe damit bezwecken wollen, dass gegen den Geschä-
digten eine Strafverfolgung durchgeführt werde. Durch das Verschicken des Kon-
taktformulars habe der Beschuldigte zudem bewirkt, dass beim Geschädigten ei-
ne Wohnungsdurchsuchung durchgeführt worden und dieser verhaftet worden sei
und dass dieser unschuldig mehr als sieben Stunden in Polizeihaft habe verbrin-
gen müssen. Dies habe der Beschuldigte ebenfalls zumindest in Kauf genommen
(Urk. 72 S. 6 ff.).
4.2 Beweismittel
4.2.1 Am 15. Mai 2016, 22.49 Uhr, ging bei Interpol via Kontaktformular eine
Nachricht ein mit dem Hinweis auf einen "most dangerous terrorist tunesian
F._ or F'._". Der Meldung war eine Fotoaufnahme eines Mannes ange-
fügt. Die Nachricht war auf Englisch verfasst und der unbekannte Meldeerstatter
gab an, dass es sich beim Täter um F._ oder F'._ aus Tunesien handeln
würde. Es wurde Bezug auf die Attentate in Brüssel genommen. Zudem führte der
Melder aus, dass sich der Täter dahingehend geäussert habe, dass er eine ge-
fährliche Bombe in der Schweiz, beim I._ am Hauptbahnhof Zürich, zur De-
tonation bringen würde. Der unbekannte Meldeerstatter gab seine E-Mail mit
"H'._@gmail.com" an. Als Sendezeit wird 5.22 Uhr PM angegeben. Aufgrund
verschiedener Zeitzonen und dem Zeitpunkt des Eingangs muss das Kontaktfor-
mular um 22.22 Uhr versandt worden sein (D1 13/1/3). Gemäss Interpol wurde
das Kontaktformular von der IP-Adresse 1 versandt (D1 1 S. 5).
4.2.2. Zur gleichen Zeit gingen bei der Kantonspolizei Zürich ausgefüllte Kontakt-
formulare mit ähnlichem Inhalt ein (D1 13/1/1). Die dazugehörigen Log-Einträge
gaben als IP-Adresse ebenfalls 1 an (D1 1 S. 4).
4.2.3. Eine Auskunft beim CCIS ergab, dass im fraglichen Zeitpunkt die IP-Adres-
se bei der G._ GmbH an der ... [Adresse] verwendet wurde (D1 13/2/5).
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4.2.4. Anhand der erhobenen Videoüberwachungsaufnahmen der G._ GmbH
wurde festgestellt, dass sich am fraglichen Tag im fraglichen Zeitraum eine unbe-
kannte Person rund anderthalb Stunden im Internetshop am Computerarbeitsplatz
Nr. 5 aufhielt und dabei einen mobilen Datenträger am Computer einsteckte und
wieder entfernte (D1 11/2; D1 11/3; D1 11/13; D1 13/3/1). In den folgenden Ein-
vernahmen sowie auch heute bestätigte der Beschuldigte, dass es sich bei der
unbekannten Person um ihn gehandelt habe (D1 11/1 S. 8; D1 11/5 S. 7; Prot. II
S. 19). Ebenfalls aufgrund der Videoüberwachungsaufnahmen ergibt sich, dass
am Bildschirm auf der Homepage der Kantonspolizei Zürich die Seiten "Über
uns", "Kriminalpolizei" und "Kontaktanfragen Kriminalpolizei" abgerufen wurden
(D1 11/13).
4.2.5. Anlässlich der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten wurden diverse Ge-
genstände sichergestellt, u.a. diverse USB-Sticks (D1 15/3; D1 15/7), deren Da-
ten gesichert wurden (D1 13/3/3/2). Ebenfalls sichergestellt wurde der Computer
der G._ GmbH vom Arbeitsplatz Nr. 5 und dessen Daten ebenfalls gesichert
(D1 13/3/3/1). Ein Vergleich zwischen dem Computer der G._ GmbH und
den beim Beschuldigten sichergestellten USB-Sticks ergab, dass am Abend des
15. Mai 2016 der USB Stick AWK Group, blau/silber/schwarz, mit der Asserva-
tennummer A009'388'469 am Computer angeschlossen worden war (D1
13/3/3/5). Auf dem sichergestellten USB-Stick SanDisk, schwarz, Asservaten-
nummer A009'388'458 wurde unter dem Namen "bookmark" ein Link mit der Be-
zeichnung "report a crime - Forms - Internet - Home - INTERPOL" gefunden, wel-
cher zur entsprechenden Meldeseite von Interpol führt (D1 13/3/3/3; D1 3 S. 4).
4.2.6. Die Auswertung des Notebook Lenovo ThinkPad des Beschuldigten, wel-
ches anlässlich der Hausdurchsuchung sichergestellt wurde, ergab, dass darauf
mehrere Fotoaufnahmen des Geschädigten F._ abgespeichert waren; unter
anderem auch jenes Bild, welches als Anhang an Interpol versendet worden war
(D1 13/3/2; D1 13/1/3).
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4.3 Würdigung
Oberwähnte Beweismittel sprechen stark für eine Täterschaft des Beschuldigten.
Die ausgefüllten und versandten Kontaktformulare an Interpol und die Kantonspo-
lizei Zürich führen via IP-Adresse zur G._ GmbH, wo sich aufgrund der Vi-
deoüberwachung ergibt, dass der Beschuldigte zum fraglichen Zeitpunkt am
Computerarbeitsplatz Nr. 5 aufgehalten und die Homepage der Kantonspolizei
Zürich aufgerufen hat und zwar auf der Seite, die zum Kontaktformular führte. Auf
der Videoüberwachung ist ebenfalls ersichtlich, dass der Beschuldigte am Com-
puter des Arbeitsplatzes Nr. 5 einen mobilen Datenträger einsteckte und wieder
entfernte. Dies wird durch Untersuchungen bestätigt, indem diese ergaben, dass
ein beim Beschuldigten sichergestellter USB-Stick zum fraglichen Zeitpunkt am
Computer des Arbeitsplatzes Nr. 5 im erwähnten Internetcafé angeschlossen
worden war. Zudem wurde auf dem Notebook des Beschuldigten das Foto des
Geschädigten gefunden, welches mit dem Kontaktformular an Interpol versandt
wurde. Auf einem beim Beschuldigten sichergestellten USB-Stick befand sich zu-
dem ein Link, der zur Meldeseite von Interpol führt.
4.3.1 Kommt hinzu, dass zwischen dem Beschuldigten, J._ und F._ eine
persönliche Verbindung besteht. J._ ist der ehemalige Chef und F._ der
ehemalige Arbeitskollege des Beschuldigten aus seiner Tätigkeit beim I._
Zürich Hauptbahnhof bzw. dem ... Shop ...-Strasse ... (D1 11/1 S. 4 ff.; Prot. I
S. 26). Der Ort, wo der Anschlag hätte verübt werden sollen, ist dem Beschuldig-
ten bekannt, handelt es sich doch um seinen ehemaligen Arbeitsort.
4.3.2 Der Beschuldigte bestreitet, besagtes Kontaktformular an Interpol verschickt
zu haben (D1 11/1 S. 8 und 15; D1 11/5 S. 9; D1 11/14 S. 9; D1 11/44 S. 2; D1
11/46 S. 15 f.; Prot. I S. 26 f.), kann aber weder sinnvoll erklären, was er sonst zur
fraglichen Zeit im Internetshop gemacht haben will und wer sonst dieses Kontakt-
formular versendet haben soll, noch, weshalb auf seinen Geräten bzw. Datenträ-
gern Fotografien des Geschädigten F._ sowie der Link der Kontaktseite von
Interpol abgespeichert waren.
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Wie bereits die Vorinstanz festhielt, sind die vorgebrachten Erklärungen des Be-
schuldigten zu seiner Anwesenheit im Internetcafé im fraglichen Zeitpunkt diffus
und widersprüchlich. Auffällig ist sodann das sprunghaft angepasste Aussagever-
halten des Beschuldigten: So führte er zu Beginn der Untersuchung in der ersten
polizeilichen Einvernahme zunächst aus, er könne sich nicht daran erinnern, zu
welchem Zweck er damals im Internetcafé gewesen sei, möglicherweise habe er
seine Lyca-Karten aufladen wollen oder sein Microsoft Word zuhause habe nicht
richtig funktioniert (D1 11/1 S. 8), bzw. er sei bis Ende Mai 2016 derart unter
Stress gestanden, dass er sich an nichts mehr erinnern könne (D1 11/1 S. 8). In
derselben Einvernahme gab er alsdann an, er habe nach seiner Kündigung bei
I._ von verschiedener Seite Droh-E-Mails erhalten, die einerseits Morddro-
hungen gegen ihn selber aber auch Drohungen gegenüber ehemaligen Mitarbei-
tern enthalten hätten, und es könne sein, dass er sich diese "gefährlichen
E- Mails" dort habe anschauen wollen (D1 11/1 S. 8 f.). Zusammen mit den Droh-
E-Mails habe er auch viele Fotos erhalten, die er aber nie genau angeschaut ha-
be und auch nicht weitergeleitet habe (D1 11/1 S. 10). In der Hafteinvernahme be-
richtet der Beschuldigte zunächst abermals, er sei nach seiner Kündigung in das
Internetcafé, um Zeitung zu lesen und zu relaxen und er wisse nicht mehr, was er
dort gemacht habe (D1 11/4 S. 8), um nur wenig später zu erklären, er habe sich
dort Droh-E-Mails angeschaut (D1 11/4 S. 8). In der darauffolgenden delegierten
Einvernahme führte der Beschuldigte aus, es könne sein, dass er sich komische
E-Mails und Drohungen angeschaut habe, es sei aber auch möglich, dass er auf
Stellensuche gewesen sei (D1 11/5 S. 7). Anzufügen ist, dass das Kündigungs-
schreiben des Beschuldigte wohl vom 11. Mai 2016 datiert, jedoch erst am
16. Mai 2016 und mithin nach dem eingeklagten Vorfall der Post übergeben wur-
de (D1 11/6; D1 11/7). Wenn der Beschuldigte von Droh-E-Mails spricht, welche
er nach der Kündigung erhalten haben will, so hat er diese Droh-E-Mail erst nach
dem eingeklagten Vorfall erhalten.
Insbesondere die Behauptung des Beschuldigten, man habe ihm selber E-Mails
geschickt, welche an seine ehemaligen Arbeitskollegen gerichtete Drohungen
zum Inhalt gehabt hätten, erscheint unglaubhaft, um nicht zu sagen, völlig abwe-
gig, ergibt ein solches Vorgehen weder Sinn, noch bestehen hierfür irgendwelche
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Anhaltspunkte. Auch erschliesst sich der Zusammenhang zwischen dem Inhalt
des Kontaktformulars an Interpol und den vom Beschuldigten behaupteten Dro-
hungen gegen ehemalige Arbeitskollegen nicht.
Ebenso unglaubhaft erscheint es, wenn der Beschuldigte auf Vorhalt des auf sei-
nem USB-Stick gefundenen Dokuments "Bookmark" bzw. dem darin gespeicher-
ten Link zur Internetmeldeseite von Interpol erklärt, keine Angaben machen zu
können und darauf verweist, er habe diese Sachen auf dem Flohmarkt gekauft
(D1 11/5 S. 8)
Sodann entlastet es ihn auch nicht, dass die damals benutzte IP-Adresse offenbar
im Zeitpunkt der Abfrage durch die Verteidigung im Vorfeld der Berufungsver-
handlung in Bellinzona verortet werden konnte (Urk. 85/2). Die Domain gehört der
Swisscom, welche die IP-Adressen zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschied-
lichen Benutzern zuordnen kann. Im Zeitpunkt der dem Beschuldigten vorgewor-
fenen Handlung war die IP-Adresse klar der G._ GmbH in Zürich, wo sich
der Beschuldigte aufgehalten hat, zugeordnet, wie dem vermerkten Stichtag ent-
nommen werden kann. Zudem ist festgehalten, dass es sich um eine dynamische
Adresse handelt, weshalb es nicht verwundert, dass diese zu einem anderen
Zeitpunkt am Standort Bellinzona verwendet wurde (D1 13/2/5).
Auch der durch die Verteidigung vorgebrachte Einwand, dass die zeitlichen Ge-
gebenheiten nicht stimmen würden, verfängt nicht (Urk. 85/1 S. 5). So ist dem Po-
lizeirapport zu entnehmen, dass die Aufnahmezeit der Videoanlage neun Minuten
von der Echtzeit abweiche und der Echtzeit hinterher gehe. Das aufgezeichnete
Verlassen des Internetcafés durch den Beschuldigten um 22:16 Uhr aufgezeich-
nete Zeit entspricht somit in Echtzeit der Uhrzeit vom 22:25 Uhr (D1 1 S. 6). Ein
Versand des Kontaktformulars zum Tatzeitpunkt ist deshalb durchaus möglich.
Dies gilt auch für die Entfernung des USB-Sticks (Urk. 85/1 S. 5).
In Bezug auf eine mögliche andere Täterschaft verwies der Beschuldigte in der
Untersuchung vage auf die Möglichkeit einer Cyberattacke sowie darauf, dass der
E-Mail-Account von Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ebenfalls ge-
hackt worden sei (D1 11/14 S. 9). Auch anlässlich der Hauptverhandlung vor Vor-
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instanz verwies er pauschal auf die Unsicherheit des Datenverkehrs (Prot. I S. 29
f.). Diese Aussagen sind als blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren. Heute gab
er auf Nachfrage nach einer anderen möglichen Täterschaft an, dass er die Sa-
che selber untersuche. Er könne ohne Beweise niemandem Vorwürfe machen, es
wären reine Vermutungen (Prot. II S. 24).
4.4 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich aus den Ausführungen des Be-
schuldigten und der Verteidigung ein mögliches Tatmotiv abzeichnet: Der Be-
schuldigte beschreibt das Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef wie auch zum
Geschädigten F._ zwar grundsätzlich als gut, räumt aber ein, dass es im
Rahmen der Zusammenarbeit zu Konflikten gekommen ist, wobei er sich unge-
recht behandelt fühlte (D1 11/1 S. 6; D1 11/4 S. 7; D1 11/46 S. 17 f.; Prot. I S. 20,
25 f. und 29). Er gab einmal an, vergeblich auf eine Beförderung gewartet zu ha-
ben (D1 11/1 S. 6). Ein anderes Mal erklärte er, er habe eine angebotene Beför-
derung sowie das Angebot seines Vorgesetzten, in dessen Familie einzuheiraten,
abgelehnt, worauf sich das Verhältnis zu seinem Vorgesetzten verschlechtert ha-
be (D1 11/39 S. 11). Der Beschuldigte betonte immer wieder seine gute Ausbil-
dung und seine Fähigkeiten und erwähnte verschiedentlich, seine Arbeitskollegen
seien eifersüchtig auf ihn gewesen (D1 11/4 S. 7; D1 11/39 S. 11 f.; D1 11/46
S. 17; Prot. I S. 20 und 28; Prot. II S. 15). Der Beschuldigte erklärte auch, mit sei-
ner Arbeitssituation unzufrieden gewesen zu sein. Er habe seine Arbeitsstelle
schlussendlich aufgrund von Stress verlassen (D1 11/1 S. 4 und 6; D1 11/4 S. 7;
D1 11/39 S. 4). Wie die vormalige Verteidigung anerkennt, divergiert die Wahr-
nehmung des Beschuldigten über seine Fähigkeiten und sein Verhalten am Ar-
beitsplatz jedoch beträchtlich von jener seiner Mitarbeiter und Vorgesetzten
(Urk. 46 S. 3 ff.). Sie bestätigt auch, dass der Kündigung des Beschuldigten eine
– zumindest gegenseitige – Initiative zur einvernehmlichen Auflösung des Ar-
beitsverhältnisses voranging (Urk. 46 S. 6). Letztlich muss davon ausgegangen
werden, dass der Beschuldigte aus Unzufriedenheit oder verletztem Stolz über
die gescheiterte Zusammenarbeit heraus versuchte, durch die falsche Anschuldi-
gung Rache zu üben.
- 15 -
4.5 Festzuhalten ist, dass ein Kontaktformular von der Internet-Seite von Interpol
versendet wurde und dabei als Absender-E-Mail die Adresse
H'._@gmail.com angegeben wurde. Dem Argument der Verteidigung, wo-
nach keinerlei Beweise dafür vorliegen würden, dass der Beschuldigte Zugang
zum E-Mail-Account von J._ gehabt habe, ist damit das Fundament entzo-
gen. Abgesehen davon war der Beschuldigte aufgrund seiner Fähigkeiten in der
Lage eine E-Mail-Adresse einzurichten. Er verfügt über einen Masterabschluss in
Informatik, arbeitete für die K._ AG im Informatikbereich (D1 20/5 S. 3; D1
11/15) und hat eine eigene Firma im Bereich IT (D1 11/46 S. 21).
4.6 Insgesamt verbleiben aufgrund all dieser Indizien, die für die Verwirklichung
der in der Anklageschrift beschriebenen Straftat sprechen, keine erheblichen
Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt vollumfänglich so zugetragen hat, wie er
eingeklagt wurde. Die vom Beschuldigten in seinen Aussagen vorgebrachten
Schilderungen stellen reine Schutzbehauptungen dar. Es ist von vorsätzlicher
Tatbegehung auszugehen.
4.7 Wie die Vorinstanz richtig ausführte, hatte das Versenden des Kontaktformu-
lars an Interpol in der Folge zur Verhaftung des Geschädigten F._ geführt
(vgl. D1 14/1-3). Der Beschuldigte musste aufgrund der gravierenden Anschuldi-
gung mit der Verhaftung des Geschädigten F._ rechnen bzw. hat er diese mit
seinem Handeln geradezu provoziert; der gegenteiligen Ansicht der Verteidigung
(Urk. 46 S. 8 f.) kann nicht gefolgt werden. Angesichts der geschilderten akuten
Bedrohungslage für eine Vielzahl von Menschen blieb den Behörden gar keine
andere Wahl, als den Geschädigten für genauere Abklärungen unverzüglich in
Polizeigewahrsam zu nehmen. Dass dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der
erhobenen Vorwürfe bewusst war, ergibt sich auch aus seiner Äusserung, wo-
nach er sich in Anbetracht seines pakistanischen Hintergrunds bewusst sei, dass
die Behörden solches nicht als Spass ansehen würden. Zudem wusste er, dass
ein Bombenanschlag eine Straftat ist (D1 11/1 S. 9 f.). Somit ist der Sachverhalt in
diesem Anklagepunkt ebenfalls erstellt, wobei von eventualvorsätzlicher Tatbege-
hung auszugehen ist.
- 16 -
5. Vorwurf gemäss Dossier 4
5.1 Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 13. April 2016 einen Brief
an die Chefin der Kriminalpolizei und an das Migrationsamt des Kantons Zürich
versandt, worin er D._, L._ und E._ wahrheitswidrig des schweren
Heroin- und Kokainhandels in der Nähe des ... Shops ... an der ...-Strasse ... in
... Zürich beschuldigt habe. Zudem habe er D._ wahrheitswidrig beschuldigt,
seine kleine Tochter sexuell missbraucht und heroinabhängig gemacht zu haben
(Urk. 72 S. 4 f.).
5.2 Beweismittel
5.2.1 Anlässlich der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten wurde eine ange-
brauchte Packung Kanzleibriefumschläge sichergestellt (D1 15/9; D1 15/10 As-
servat Nr. A009'504'603). Untersuchungen des Forensischen Instituts Zürich
ergaben, dass die Couverts, welche für den Versand der fraglichen Schreiben an
die Kriminalpolizei Zürich sowie das Migrationsamt Zürich verwendet wurden,
identisch mit jenen beim Beschuldigten sichergestellten sind (weisse Fenstercou-
verts, Fenster links, selbstklebende Verschlusskappe, DIN-Format C5, 100g/m2
mit hellblauem, gerastertem Innendruck und Produktionsnummern "1191" [Ma-
schinenführer-Nummer] und "1036692" [Auftragsnummer]; D4 6/5).
5.2.2 Des Weiteren wurden in der Wohnung des Beschuldigten ein Notebook
"Lenovo ThinkPad" sowie ein Drucker "HP ENVY 4504" sichergestellt (D1 15/7
S. 1; D1 15/10 S. 1). Im Rahmen des Abgleichs der fraglichen Briefe und Adres-
setiketten mit anhand der sichergestellten Geräte erstelltem Vergleichsmaterial
durch das Forensische Institut Zürich konnten in Bezug auf das Druckbild bzw. die
Ablagerungscharakteristiken Individualmerkmale eruiert werden, welche stark da-
für sprechen, dass das an die Kriminalpolizei versandte Schreiben (D4 3/2) mit
den sichergestellten Gerätschaften hergestellt wurden (D4 6/5 S. 8). Ebenso
ergab die chemisch-analytische Untersuchung der Druckertinte des beim Be-
schuldigten sichergestellten Druckers "HP ENVY 4504", dass sich deren chemi-
sche Zusammensetzung nicht von jener des an die Kriminalpolizei gesandten
Schreibens und der Adressetikette unterscheidet (D4 6/5 S. 8).
- 17 -
5.2.3 Auf dem beim Beschuldigten sichergestellten USB-Stick "AWK Group" (As-
servat Nr. A009'388'516) fanden sich sodann Fotodateien des Geschädigten
D._ sowie ein Dokument mit der Bezeichnung "Kriminalpolizei 1", welches
die Anschrift der Kriminalpolizei Zürich, Dr. iur. M._, enthielt (D1 3 S. 4; D1
15/6; D4 4/1).
5.2.4 In der Wohnung des Beschuldigten wurde sein Notebook "Lenovo Think-
Pad" sichergestellt (D1 15/7 S. 1). Auf diesem Notebook wurden diverse Fotos
von Ausländerausweisen des Geschädigten D._ gefunden. Die Fotos wurden
am 26. Februar 2016 mit einem Kameramodell BlackBerry Q10 erstellt (D4 5/1-2).
Der Beschuldigte besitzt ein entsprechendes Mobiltelefon (D1 15/7; D1 13/3/3/4).
5.2.5 Aufgrund der Angaben der Frankatur-Etiketten auf den beiden Couverts der
Schreiben an die Chefin der Kriminalpolizei bzw. an das Migrationsamt des Kan-
tons Zürich ergibt sich, dass die Couverts am 13. April 2016 um 13:54 Uhr bzw.
13:55 Uhr beim Schalter C der Sihlpost aufgegeben wurden (D4 3/1-2). Bei der
Sihlpost handelt es gemäss eigenen Aussagen des Beschuldigten um seine an-
gestammte Postfiliale (D1 11/14 S. 10 f.).
5.2.6 Auch in zeitlicher Hinsicht war es dem Beschuldigten möglich, die beiden
Briefe aufzugeben und hernach, wie an diesem Tage vorgesehen, um 14:00 Uhr
seinen Dienst anzutreten, beträgt doch die Wegstrecke von der Sihlpost Zürich
zum ehemaligen Arbeitsort des Beschuldigten an der ...-Strasse ... in Zürich ge-
mäss geografischen Informationssystem (GIS) lediglich rund ... [Anzahl] Meter
(vgl. D1 11/14 S. 11).
5.3 Würdigung
Die oberwähnten Beweismittel sprechen für eine Täterschaft des Beschuldigten.
Die pauschalen Bestreitungen des Beschuldigten, er habe mit dem Versand be-
sagter Briefe nichts zu tun und wisse nichts davon, erscheinen angesichts der
vorhandenen Beweise als unglaubhaft. Auch für seine Erklärung für die bei ihm
gefundenen Fotos der Ausländerausweise von D._ und des Dokuments mit
der Anschrift der Kriminalpolizei Zürich, wonach ihm derartige Dateien von dritter
- 18 -
Seite zugeschickt worden seien, um ihn hereinzulegen, gibt es keinerlei Anhalts-
punkte.
Bei den Geschädigten D._, L._ und E._ handelt es sich wie beim
Sachverhalt gemäss Dossier 1 um ehemalige Arbeitskollegen des Beschuldigten
aus der Zeit seiner Tätigkeit beim ... Shop ... bzw. beim I._ Hauptbahnhof
(Prot. Vorinstanz S. 21). Die Zusammenarbeit gestaltete sich - wie bereits ausge-
führt - schwierig und das Arbeitsverhältnis des Beschuldigten wurde beendet.
Was das Verhältnis zum Geschädigten D._ betrifft, führte der Beschuldigte
aus, er habe mit ihm dann Konflikte gehabt, wenn dieser seine Aufgaben nicht er-
ledigt habe (D1 11/5 S. 12). Hier ist denn auch das Motiv für die Tat zu suchen.
Im Übrigen kann auf das unter Ziffer 4.4 Ausgeführte verwiesen werden.
Aufgrund der Ernsthaftigkeit der erhobenen Vorwürfe musste der Beschuldigte
davon ausgehen, dass gegen die Geschädigten ein Strafverfahren eingeleitet
würde. Der Sachverhalt gemäss Dossier 4 ist damit erstellt.
6. Vorwurf gemäss Dossier 5
6.1 Dem Beschuldigten wird weiter vorgeworfen, am 2. Mai 2016, 22:53 Uhr, mit-
tels E-Mail von der Adresse N._@gmail.com aus an diverse Behörden und
Medienportale F._, O._, D._, E._ und L._ wahrheitswidrig
des schweren Heroin- und Kokainhandels in der Nähe des ... Shops ... an der ...-
Strasse ... in Zürich bezeichnet und damit zumindest in Kauf genommen zu ha-
ben, dass gegen besagte Personen ein Strafverfahren eingeleitet werden könnte
(Urk. 72 S. 5 f.).
6.2 Beweismittel
6.2.1 Polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass der beim Beschuldigten sicherge-
stellte USB Stick "AWK Group" am 2. Mai 2016 um 21:39:57 Uhr am Arbeitsplatz
Nr. 5 des Internetshops G._ GmbH in Zürich eingesetzt worden und um
22:59:32 Uhr wieder entfernt worden war (D1 13/3/3/5). Das fragliche E-Mail mit
der falschen Anschuldigung wurde im selben Zeitraum verschickt.
6.2.2 Auf dem erwähnten Datenträger konnte sodann ein gelöschtes Word-
Dokument mit der Bezeichnung "f1317072" wiederhergestellt werden, wobei es
- 19 -
sich um das Dokument "HEROIN UND COCAIN HÄNDLER I._ HAUPT-
BAHNHOF ZÜRICH & ... SHOP" handelte, welches mit fraglichen E-Mails ver-
sendet wurde (D5 1 S. 6 und act. D5 2/2).
6.2.3 Auf dem beim Beschuldigten sichergestellten Notebook Lenovo wurden ne-
ben den bereits früher erwähnten Fotodateien der Geschädigten D._ (Zif-
fer 5.2.4) und F._ (Ziffer 4.2.6) auch Bilder der Geschädigten L._,
E._ und O._ aufgefunden, wie sie im Mail verwendet wurden (D4 5/4-5;
D1 11/30-31; D5 3). Zudem fanden sich auch diverse dieser Fotos auf dem Mobil-
telefon des Beschuldigten (D1 13/2/3).
6.2.4 Bei der Auswertung des ebenfalls sichergestellten Mobiltelefons "BlackBer-
ry" des Beschuldigten wurde festgestellt, dass der Beschuldigte mit einer Person
namens "P._", verzeichnet unter der Nummer 07..., einen Whatsapp-Chat
geführt hatte (D1 15/5). Der Name "P._" wurde in den fraglichen E-Mails als
Absendername angegeben (D5 2/2).
6.2.5 Auf dem Notebook des Beschuldigten befanden sich Fotoaufnahmen der
Telefonliste der "Q._ GmbH", welche am 14. Februar 2016 mit einem Mobil-
telefon BlackBerry Q10 aufgenommen wurden (D4 5/3). Die auf der Telefonliste
aufgeführten Telefonnummern der Geschädigten wurde im E-Mail verwendet.
- 20 -
6.3 Würdigung
Aufgrund der Beweislage muss auch hier von der Täterschaft des Beschuldigten
ausgegangen werden. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf und macht gel-
tend, er habe von anonymer Seite dieselben oder ähnliche E-Mails erhalten
(Prot. I S. 24), wofür einerseits keinerlei Hinweise vorliegen und andererseits der
Zusammenhang zu dem dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalt nicht er-
sichtlich ist.
Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist der Wortlaut der Anschuldigung
nicht zu wenig klar und aussagekräftig (Urk. 85/1 S. 12). Der Titel der Nachricht
"HEROIN UND COCAIN HÄNDLER I._ HAUPTBAHNHOF ZÜRICH & ...
SHOP" genügt bereits, um den Verdacht auf die im Dokument genannten Perso-
nen zu lenken. Eine konkrete Rollenverteilung ist nicht erforderlich (vgl. Prot. II
S. 26).
Bei sämtlichen Geschädigten handelt es sich wie beim Sachverhalt gemäss Dos-
sier 1 und 4 um ehemalige Arbeitskollegen des Beschuldigten aus der Zeit seiner
Tätigkeit beim ... Shop ... bzw. beim I._ Hauptbahnhof (Prot. I S. 21). Es
kann daher für das Motiv auf die Ausführungen gemäss Ziffern 4.4 und 5.3 ver-
wiesen werden.
Auch hier musste der Beschuldigte aufgrund der Ernsthaftigkeit der erhobenen
Vorwürfe davon ausgehen, dass gegen die Geschädigten ein Strafverfahren ein-
geleitet würde. Der Sachverhalt gemäss Dossier 5 ist damit erstellt, wobei der De-
liktsort wohl im Internetshop der G._ GmbH an der ... [Adresse] lag.
7. Vorwurf gemäss Dossier 3
7.1 Dem Beschuldigten wird schliesslich vorgeworfen, am 28. Dezember 2015 um
17:24 Uhr von der E-Mail-Adresse R._@gmail.com aus eine E-Mail an diver-
se Behörden im In- und Ausland versendet und darin wahrheitswidrig behauptet
zu haben, dass S._, T._ und U._, allesamt leitende Angestellte von
V._ (Pakistan) Limited, geplant hätten, in Basel einen Anschlag zu verüben.
Der Beschuldigte habe damit zumindest in Kauf genommen, dass gegen die be-
- 21 -
sagten Personen eine Strafuntersuchung in die Wege geleitet würde (Urk. 72 S. 2
ff.).
7.2 Beweismittel
7.2.1 Auf dem beim Beschuldigten sichergestellten USB Stick "AWK Group" (As-
servat Nr. A009'388'516) wurde unter anderem ein Word-Dokument mit der Be-
zeichnung "ComplainImmigrationsamtBaselV'._" gefunden, in dem in engli-
scher Sprache davor gewarnt wird, dass die drei Geschädigten versuchen wür-
den, in die Schweiz einzureisen, um in Basel einen Terroranschlag durchzufüh-
ren. Ein weiteres Word-Dokument mit der Bezeichnung "emails..." enthielt diverse
E-Mailadressen unter anderem von V'._, verschiedenen Migrationsämtern,
der Schweizer Botschaft in Pakistan, Interpol sowie des FBI (D3 1 S. 5 f., D1
13/3/3/3; D3 2/5).
7.2.2 Auf dem beim Beschuldigten beschlagnahmten Notebook "Lenovo Think-
Pad" fanden sich Fotodateien aller drei Geschädigten. Diese Fotos fanden teil-
weise im am 28. Dezember 2015 versandten E-Mail Verwendung (D3 3/1).
7.2.3 Schliesslich wurde auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten eine Fotoauf-
nahme vom 28. Dezember 2015 gefunden, worauf die Absender-E-Mail-Adresse
"R._@gmail.com" erkenntlich ist (D1 11/41; D3 1 S. 6). Ca. eine halbe Stun-
de nach der Fotoaufnahme wurde das inkriminierte Mail versandt.
7.2.4 Anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten befanden sich unter anderem
diverse Visitenkarten V'._ lautend auf Dr. W._ und diverse Notizzettel
auf ihm (D1 19/3; D1 11/35; D3 3/4). Auf einem Notizzettel finden sich die Anga-
ben von T._, welche sich auf dem Zutrittsbadge von V'._ finden (D3 3/1;
D3 3/4). Auf dem Notebook des Beschuldigten fand sich ein Foto des Zutrittsbad-
ges, die mit einem BlackBerry Q10 erstellt wurde (D3 3/1). Der Beschuldigte war
im Besitz eines solchen Mobiltelefons.
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7.3 Würdigung
Aufgrund der Beweislage muss auch hier von der Täterschaft des Beschuldigten
ausgegangen werden. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf und macht gel-
tend, man habe ihm derartige Drohungen geschickt, die er dann teilweise auf sei-
nen Geräten abgespeichert habe (D1 11/5 S. 11; D1 11/14 S. 13 f.; D1 11/43
S. 11; D1 11/46 S. 8 f.; Prot. I S. 17 ff.). Auch hier gibt es keinerlei Hinweise auf
Drohungen gegen den Beschuldigten. Ein Zusammenhang zu dem dem Beschul-
digten vorgeworfenen Sachverhalt nicht ersichtlich (vgl. dazu Urk. 85/1 S. 2).
Die Verteidigung macht zudem geltend, dass das Dokument mit der Bezeichnung
"ComplainImmigrationsamtBaselV'._" nicht als Word-Dokument aktenkundig
sei, weshalb es sich der Kenntnis der Verteidigung entziehe, ob der Wortlaut des
Word-Dokumentes identisch mit dem Wortlaut des gegenständlichen E-Mails vom
28. Dezember 2015 sei. Auch sei unklar, bei welchem Dokument es sich um das
mit "emails..." betitelte handle (Urk. 85/1 S. 13). Entgegen der Auffassung der
Verteidigung sind die den Beschuldigten belastenden Dokumente in genügender
Form in den Akten enthalten, so finden sich diese in D1 13/3/3/3 auf CD gebrannt.
Das Dokument "emails..." ist in Papierform als D3 2/5 akturiert. Sie enthalten die
in Ziffer 7.2.1 genannten Informationen, wobei bezüglich des Dokuments "Com-
plainImmigrationsamtBaselV'._" festzuhalten ist, dass darin zwar nur ein Teil
des Textes des versandten E-Mails enthalten ist, indessen genau der Teil (inklu-
sive identischer Formatierung/Farbe), worin davor gewarnt wird, dass die drei Ge-
schädigten versuchen würden, in die Schweiz einzureisen, um in Basel einen Ter-
roranschlag durchzuführen. Die Argumentation der Verteidigung verfängt somit
nicht.
Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, handelt es sich bei den Geschädig-
ten um leitende Angestellte von V._ (Pakistan) Limited. In diesem Unterneh-
men war der Beschuldigte für kurze Zeit tätig (Visitenkarte des Beschuldigten;
Prot. I S. 11). Der Beschuldigte kannte die Geschädigten vom Namen her (Prot. I
S. 18 f.). Auch führte der Beschuldigte aus, dass er, nachdem er seinen Vorge-
setzten auf die Gefahr hingewiesen habe, die von einem gefälschten Medizinalge-
rät namens AA._ ausging, seine Arbeitsstelle verloren habe (D1 11/46 S. 8
- 23 -
f.). Mithin ist auch hier das Motiv darin zu sehen, dass sich der Beschuldigte mit
den falschen Anschuldigungen rächen wollte.
Wiederum musste der Beschuldigte aufgrund der schwerwiegenden Vorwürfe ge-
gen die Geschädigten davon ausgehen, dass gegen diese ein Strafverfahren er-
hoben wird. Der Sachverhalt gemäss Dossier 3 ist somit als erstellt anzusehen.
III. Rechtliche Würdigung
1. Wer wider besseres Wissen einen Nichtschuldigen bei der Behörde eines Ver-
brechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfolgung
gegen ihn herbeizuführen, macht sich der falschen Anschuldigung im Sinne von
Art. 303 Ziff. 1 StGB schuldig. Der Beschuldigte hat mehrfach Personen beschul-
digt, ein Delikt (Verbrechen oder Vergehen) begangen zu haben bzw. ein solches
begehen zu wollen. Das Delikt ist mit der Beschuldigung vollendet. Die tatsächli-
che Einleitung eines Verfahrens gegen den Betroffenen ist nicht notwendig. Der
objektive Tatbestand der falschen Anschuldigung ist damit erfüllt.
Subjektiv ist Vorsatz erforderlich und in Bezug auf die Unwahrheit der Beschuldi-
gung Handeln wider besseres Wissen. Das Bewusstsein, die Behauptung könnte
möglicherweise falsch sein, genügt nicht. Der Täter muss vielmehr sicher darum
wissen, dass die Anschuldigung unwahr ist. Eventualvorsatz genügt somit nicht
(BGE 136 IV 170 E. 2.1). Der Beschuldigte handelte mit Vorsatz, wusste er doch,
dass die von ihm erhobenen Beschuldigungen nicht der Wahrheit entsprachen.
Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte den objektiven wie auch den subjekti-
ven Tatbestand der falschen Anschuldigung mehrfach erfüllt. Es sind keine
Schuldausschluss- oder Rechtfertigungsgründe ersichtlich, weshalb der Beschul-
digte der mehrfachen falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB
schuldig zu sprechen ist.
2. Eine Freiheitsberaubung begeht, wer jemanden unrechtmässig festnimmt oder
gefangen hält oder jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit ent-
zieht (Art. 183 Ziff. 1 StGB). Der Tatbestand kann auch in mittelbarer Täterschaft
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begangen werden, indem eine falsche Anschuldigung bei den Strafbehörden zu
einem Freiheitsentzug führt (Entscheid des Bundesgerichtes 6B_899/2013 vom
17. März 2014). Das geschützte Rechtsgut ist die körperliche Fortbewegungsfrei-
heit. Die Freiheitsberaubung muss eine gewisse Erheblichkeit aufweisen. Ein
kurzfristiges Festhalten genügt nicht. Indessen ist keine lange Dauer vorausge-
setzt, einige Minuten sind hinreichend (BGE 128 IV 73 E. 2a; Entscheid des Bun-
desgerichtes 6B_1064/2013 vom 10. März 2014 E. 1.3). Der Beschuldigte hat mit
seiner falschen Anschuldigung bewirkt, dass der Geschädigte F._ mehr als
sieben Stunden in Polizeiverhaft verbrachte. Da die Beschuldigung ein schweres
Delikt betraf, muss dem Beschuldigten bewusst gewesen sein, dass sein Vorwurf
zur Inhaftierung und Festhaltung von F._ führen würde.
Subjektiv ist Vorsatz bzw. Eventualvorsatz erforderlich. Dieser muss sich nicht nur
auf den Freiheitsentzug, sondern auch auf dessen Unrechtmässigkeit beziehen.
Der Beschuldigte nahm durch seine falsche Anschuldigung in Kauf, dass eine
Strafuntersuchung gegen F._ eröffnet wird. Ebenso musste er nach dem ge-
wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung damit rechnen,
dass F._ in Polizeiverhaft genommen wird.
Mit seinem Verhalten hat der Beschuldigte den objektiven wie auch den subjekti-
ven Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllt. Es sind keine Schuldausschluss-
oder Rechtfertigungsgründe ersichtlich, weshalb der Beschuldigte der Freiheitsbe-
raubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen ist.
IV. Sanktion
1. Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des
Strafgesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts) gemäss der Änderung vom
19. Juni 2015 in Kraft getreten (AS 2016 1249). Der Beschuldigte hat die zu beur-
teilenden Straftaten vor dem Inkrafttreten des geänderten Rechts verübt. Nach
Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach den geänderten Bestimmungen nur beurteilt, wer
nach dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen ein Verbrechen oder ein
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Vergehen verübt hat. Nach Art. 2 Abs. 2 StGB ist indes das geänderte Recht auch
auf Taten anwendbar, die vor dem Inkrafttreten verübt worden sind, wenn das ge-
änderte Recht für den Täter milder ist. Ob das geänderte Recht das mildere Recht
ist, hat das Gericht nach der konkreten Methode zu ermitteln (OFK/StGB-
Donatsch, 20. Aufl., Zürich 2018, Art. 2 N 10).
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer bedingten Freiheitsstrafe von
18 Monaten bestraft. Die Verteidigung beantragte in der Berufungserklärung und
auch heute einen Freispruch von Schuld und Strafe (Urk. 64; Urk. 85/1). Wie sich
aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, ist der Beschuldigte mit einer Frei-
heitsstrafe von mehr als einem Jahr zu verurteilen. In diesem Bereich (Freiheits-
strafen von mehr als einem Jahr) hat sich im neuen Recht nichts geändert bzw.
erweist sich dieses nicht als milder, weshalb vorliegend für die Strafzumessung
das alte Recht anwendbar bleibt.
2. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung korrekt
dargelegt und den anwendbaren Strafrahmen für das schwerste Delikt (falsche
Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 StGB) mit Geldstrafe bis Freiheitsstra-
fe von 20 Jahren bemessen (Urk. 59 S. 16 ff.), auf welche Erwägungen zwecks
Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).
Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen falschen Anschuldigung im Sinne von
Art. 303 Ziff. 1 StGB und der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1
StGB schuldig gemacht. Da mehrere falsche Anschuldigungen begangen wurden,
rechtfertigt es sich, die falsche Anschuldigung gemäss Dossier 1 als schwerwie-
genste Tat einzustufen und hierfür zunächst eine Einsatzstrafe festzulegen. Her-
nach ist die Strafe in Anwendung des Asperationsprinzips unter Berücksichtigung
der übrigen Delikte angemessen zu erhöhen.
3.1 Falsche Anschuldigung gemäss Dossier 1
Bezüglich der objektiven Tatkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte
dem Geschädigten wider besseres Wissen die geplante Detonation einer gefährli-
chen Bombe beim Hauptbahnhof in Zürich vorgeworfen hat. Die falsche Anschul-
digung betrifft damit ein schweres Verbrechen. Was das primär von Art. 303 StGB
- 26 -
geschützte Rechtsgut der Zuverlässigkeit der Rechtspflege anbelangt, liegt keine
geringe Beeinträchtigung dieses Rechtsguts mehr vor. Der Beschuldigte hat
durch sein Verhalten nicht nur die Organe der Rechtspflege getäuscht, sondern
auch den unschuldigen Geschädigten geschädigt, indem dieser eine Hausdurch-
suchung, eine polizeiliche Befragung sowie mehrere Stunden Polizeiverhaft er-
dulden musste. Die Verwirklichung der Tat erfolgte nicht spontan, sondern war
geplant. So wurde das Delikt von einem Internetcafé aus verwirklicht, um die Spur
zum Beschuldigten zu verwischen. Ebenso besorgte sich der Beschuldigte vor-
gängig ein Foto des Geschädigten und klärte ab, wie er zum Kontaktformular von
Interpol gelangen konnte.
In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigten, dass der Beschuldigte mit direktem
Vorsatz handelte. Der Beschuldigte handelte aus allgemeiner Unzufriedenheit und
aus egoistischen Beweggründen, auch wenn nicht klar wird, was der Beschuldigte
mit seinem Vorgehen erreichen wollte. Anhaltspunkte für eine verminderte
Schuldfähigkeit bestehen keine.
Nach der Beurteilung der Tatkomponente erwog die Vorinstanz, dass das Tatver-
schulden des Beschuldigten noch leicht bis leicht einzustufen sei und setzte die
hypothetische Einsatzstrafe auf acht Monate fest. Dies ist als eher mild zu beurtei-
len.
3.2 Falsche Anschuldigungen gemäss Dossier 3 bis 5
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dass die falschen Anschuldigungen
gemäss Dossier 3 bis 5 für die Betroffenen weniger schwerwiegende Auswirkun-
gen gehabt hätten. Aufgrund der falschen Anschuldigung des Betäubungsmittel-
handels gemäss Dossier 4 habe sich immerhin eine Hausdurchsuchung mit zeit-
weiser Schliessung des ... Shops ... ergeben. Zudem sei der Privatkläger
D._ mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Kleinkindes konfron-
tiert worden und aufgrund von Kundenreaktionen öfters an den Vorfall erinnert
sowie entsprechend belastet worden. Die Taten des Beschuldigten gemäss Dos-
sier 4 und 5 hätten polizeiliche Einvernahmen der Geschädigten und weiterer Be-
teiligter zur Folge gehabt. Die Taten zogen sich zudem über eine längere Zeit-
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spanne hin. In Bezug auf die Beweggründe des Beschuldigten könne auf das be-
reits Gesagte verwiesen werden (Urk. 59 S. 18 f.). Ergänzend kann auf das unter
Ziffer 3.1 Ausgeführte verwiesen werden.
Das Tatverschulden des Beschuldigten ist bei allen drei Taten angesichts des
sehr weiten Strafrahmens des Tatbestandes der falschen Anschuldigung als leicht
zu beurteilen. Gegen die von der Vorinstanz vorgenommen Straferhöhung von
drei Monaten für Dossier 4 und von je zwei Monaten für Dossier 3 und 5 ist nichts
einzuwenden.
3.3 Freiheitsberaubung gemäss Dossier 1
Aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten wurde F._ verhaftet und musste
mehr als sieben Stunden in Polizeiverhaft verbringen, was seine Fortbewegungs-
freiheit einschränkte. Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich. Betreffend
Motiv kann auf das oben Ausgeführte verwiesen werden.
Das Tatverschulden des Beschuldigten bei der Freiheitsberaubung ist im unteren
Bereich einzustufen. Die von der Vorinstanz vorgenommene Straferhöhung um
einen Monat erscheint milde.
4. Täterkomponente
Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse, die
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters sowie das Verhalten nach der Tat
und im Strafverfahren (vgl. Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB). Bei der Beurteilung des
Vorlebens fallen einerseits früheres Wohlverhalten, andererseits Zahl, Schwere
und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Gewicht. Unter dem Gesichtspunkt der persönli-
chen Verhältnisse ist etwa zu berücksichtigen, ob sich der Täter im Strafverfahren
kooperativ verhielt, ob er Reue und Einsicht zeigte sowie ob er mehr oder weniger
strafempfindlich ist.
4.1 Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann auf die Untersu-
chungsakten und die Befragung durch die Vorinstanz sowie die heutige Befra-
gung verwiesen werden (D1 20/5; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 10 ff.). Zusammenfas-
send ist Folgendes festzuhalten: Der am tt. Januar 1981 geborene Beschuldigte
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wuchs zusammen mit vier älteren Schwestern bei seinen Eltern in Pakistan auf.
Er besuchte in Pakistan die Schulen, studierte Pharmazie und schloss sein Studi-
um mit einem Doktortitel ab. Anschliessend arbeitete er in Pakistan bei AB._
Industries, V'._ und einer weiteren Firma. Hernach kam er nach Italien, be-
suchte weitere Kurse und arbeitete kurze Zeit bei AC._. Im Jahre 2006 kam
er in die Schweiz und heiratete. Die Ehe hat acht oder neun Jahre gedauert. In-
zwischen ist er geschieden, lebt allerdings wieder mit seiner Ex-Frau zusammen.
In der Schweiz hat er zuletzt bei I._ und im ... Shop ... gearbeitet und dabei
zwischen Fr. 3'000.– und Fr. 4'000.– pro Monat verdient. Zudem hat er eine eige-
ne Firma, mit welcher er offenbar kein Einkommen generiert. Seit der vor-
instanzlichen Verhandlung arbeitete er teilweise temporär als Koch und hat in der
Pharmabranche geschnuppert. Er hat weder Vermögen noch Schulden. Finanziell
wird er von seiner Ex-Frau unterstützt. Er hat keine Unterstützungspflichten, un-
terstützt jedoch seine Familie in Pakistan.
Aus dem Werdegang des Beschuldigten und seinen persönlichen Verhältnissen
ergeben sich - mit der Vorinstanz - keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.
4.2 Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf. Mit Entscheid des Tribunal de po-
lice du Littoral es du Val-de-Travers, Neuchâtel, vom 19. April 2011 wurde er we-
gen übler Nachrede zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu
Fr. 10.– und mit Entscheid des Stadtpräsidenten Basel-Stadt vom 12. März 2013
wegen Drohung zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.–
verurteilt (Urk. 61). Diese beiden Vorstrafen sind nicht einschlägig und liegen be-
reits einige Zeit zurück. Sie sind leicht straferhöhend zu berücksichtigen.
4.3 Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters zu beach-
ten. Der Beschuldigte ist weder geständig noch zeigt er Einsicht und Reue. Somit
ist das Nachtatverhalten strafzumessungsneutral zu werten.
5. Unter Berücksichtigung sämtlicher massgebender Strafzumessungsgründe er-
scheint die für die vorliegend vom Beschuldigten begangenen Delikte vorinstanz-
lich ausgesprochene Freiheitsstrafe von 18 Monaten als eher milde. Diese kann
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jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht erhöht werden. Der Anrech-
nung von 90 Tagen erstandener Untersuchungshaft steht nichts im Wege.
6. Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug, was
schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen ist. Die Probezeit
wurde wegen den beiden Vorstrafen auf vier Jahre angesetzt, was nicht zu bean-
standen ist.
V. Beschlagnahme
1. Gemäss Art. 69 StGB können Gegenstände, die zur Begehung einer Straftat
gedient haben oder bestimmt waren oder die durch eine Straftat hervorgebracht
worden sind, eingezogen werden, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von
Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden. Vorausgesetzt
wird unter anderem, dass Gegenstände aufgefunden werden, die zur strafbaren
Handlung einen Konnex aufweisen (BSK Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019,
Art. 69 N 5). Vorliegend verhält es sich jedoch so, dass der externe Datenträger
(Sachkaution Nr. 32468) sowie die Hard Disk Festplatte "Datensicherung" (Sach-
kaution Nr. 32854) entgegen dem vorinstanzlichen Urteil nicht anlässlich der
Hausdurchsuchungen beim Beschuldigten sichergestellt wurden. Auf den ent-
sprechenden Sicherstellungslisten der Hausdurchsuchungen beim Beschuldigten
sind die beiden Sachkautionen nicht aufgeführt (vgl. D1 15/7; D1 15/10). Demge-
genüber handelt es sich bei den beiden Sachkautionen um Datensicherungen der
Kantonspolizei Zürich. Mithin handelt es sich bei den beiden Sachkautionen nicht
um Eigentum des Beschuldigten, weshalb ihm diese nicht herausgegeben werden
können. Entsprechend sind die beiden Sachkautionen nach Eintritt der Rechts-
kraft des Entscheides der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung
zu überlassen.
2. Sodann wurde über diverse noch bei der Kantonspolizei Zürich lagernde USB-
Sticks und IT-Zubehör sowie Papierware (Blätter, Couverts) noch nicht entschie-
den. Der Beschuldigte erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung, dass er be-
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sagte Gegenstände nicht mehr haben möchte (Prot. II S. 25), weshalb diese nach
Eintritt der Rechtskraft der Lagerbehörde zur Vernichtung zu überlassen sind.
VI. Zivilansprüche
Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger D._ eine
Genugtuung von Fr. 1'000.– und der Privatklägerin E._ eine Genugtuung von
Fr. 500.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren des Pri-
vatklägers D._ abgewiesen (Urk. 59 S. 24). Die Privatkläger haben weder
Berufung noch Anschlussberufung erhoben.
Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Anmeldung von Zivilansprüchen so-
wie zur Zusprechung einer Genugtuung treffend dargelegt, darauf kann verwiesen
werden (Urk. 52 S. 68 f.). Ebenfalls hat die Vorinstanz mit zutreffender Begrün-
dung, auf welche vollumfänglich zu verweisen ist (Urk. 59 S. 21 ff.), die Genugtu-
ungen von Fr. 1'000.– bzw. Fr. 500.– zugesprochen. Diese vorinstanzlichen Er-
wägungen bedürfen keiner Ergänzung.
VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– anzusetzen
(Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. b GebV
OG). Nachdem das vorinstanzliche Urteil bestätigt wird, ist die Kostenauflage
ebenfalls zu bestätigen. Gleiches gilt für die Kosten der Strafuntersuchung gegen
F._ (Verfahrens-Nr. C-1/2016/10016474), welches aufgrund des strafbaren
Verhaltens des Beschuldigten ausgelöst wurde. Diese Kosten im Betrag von
Fr. 2'602.80 (Fr. 800.– Gebühr Vorverfahren; Fr. 1'402.80 Entschädigung;
Fr. 400.– Genugtuung) sind dem Beschuldigten aufzuerlegen.
2. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rechtsmittelverfahrens vollumfänglich
dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
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