# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 35daa0cd-e2b8-4661-adf9-9098d47b09b5
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung / Rückweisung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (4. Abteilung) des Bezirksge-
richtes Zürich vom 3. Dezember 2012; Proz. FE110140
Beschlüsse und Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 23. September 2013; Proz. LC130006
Urteil Bundesgericht vom 16. Juni 2014; Proz. 5A_821/2013
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Rechtsbegehren des Klägers: (act. 1 S. 2 sinngemäss)
"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB zu .
2. Es sei die elterliche Sorge der aus der Ehe hervorgegangenen Kinder C._, geb. tt.mm.2005, und D._, geb. tt.mm.2008, dem Kläger zuzusprechen.
3. Es sei der Beklagten ein praxisübliches Besuchsrecht der Kinder zuzusprechen.
4. Es sei die Beklagte zu verpflichten, Unterhaltsbeiträge für die Kinder in praxisüblicher Höhe zu bezahlen.
5. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen. 6. Es seien die weiteren Nebenfolgen zu regeln.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (plus 8% MwSt) zu Lasten der Beklagten."
Rechtsbegehren der Beklagten: (act. 75)
"1. Die Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Die elterliche Sorge über die beiden Kinder C._, geb. tt.mm.2005 und D._, geb. tt.mm.2008, sei der Beklagten .
3. Das Besuchsrecht des Klägers betreffend die beiden Kinder sei wie folgt zu regeln:
Die Parteien vereinbaren unter Mitwirkung des  untereinander die Besuchszeiten des Klägers. Sollte es  den Parteien zu keiner Einigung kommen, ist dem Kläger ein Besuchsrecht an insgesamt vier Tagen pro Monat zu , wobei der Kläger die Besuchszeiten spätestens vier Wochen im Voraus der Beklagten bekannt geben muss. Bereits  aber verpasste Besuchszeiten gehen zu Lasten des Klägers. Bei der Vereinbarung der Besuchszeiten nehmen die Parteien Rücksicht auf die schulischen Verpflichtungen von D._ und C._. Der Kläger ist um die Abholung der Kinder selber  und hat das Besuchsrecht selber auszuüben.
4. Der mit Verfügung vom 16. September 2009 vom Tribunal de Martigny et St-Maurice eingesetzte Besuchsbeistand, derzeit E._, sei beizubehalten und es seien ihm folgende Aufgaben zuzuweisen:
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- Unterstützung der Parteien bei der konfliktfreien Abwicklung des Besuchsrechts.
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigkeit bezüglich der Besuchsmodalitäten erzielt werden können, so entscheidet der Beistand verbindlich, entsprechend der Regelung durch das Gericht, über Zeit und Datum des Beginns und des  der jeweiligen Besuche.
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigkeit erzielt werden können, entscheidet der Beistand verbindlich über die Art und Weise der Übergabe der Kinder an den Kläger und die Rückgabe der Kinder an die Beklagte, Transportkosten sind dem Kläger aufzuerlegen.
- Regelmässige Berichterstattung über den Verlauf des  bei der zuständigen Vormundschaftsbehörde.
5. Dem Kläger sei, entsprechend der Eheschutzverfügung vom 16. September 2009, zu untersagen, die gemeinsame Tochter C._ in seiner Abwesenheit alleine in der Anwesenheit /  des Grossvaters zu belassen.
6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für sie selber bis zum 10. Altersjahr von D._, d.h. bis und mit Februar 2018, einen im Voraus zahlbaren und indexierten monatlichen  von CHF 2'000.– zu bezahlen. Ab März 2018 bis und mit Februar 2024, d.h. bis zum 16. Altersjahr von D._, sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für sie selber einen im  zahlbaren und indexierten monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'500.– zu bezahlen. Ab März 2024 bis zum Abschluss einer Erstausbildung von C._ und D._, sei der Kläger zu , der Beklagten für sie selber einen im Voraus zahlbaren und indexierten monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000.– zu bezahlen.
7. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für die  Kinder C._ und D._ jeweils einen im Voraus  und indexierten monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'700.– zuzüglich Kinderzulagen, d.h. total CHF 3'800.– (inkl. Kinderzulagen) für beide Kinder zu bezahlen.
8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen und der Kläger sei anzuweisen, der Beklagten den Vorschlag von Fr. 7'241.– zu überweisen.
9. Es sei die während der Ehedauer geäufnete berufliche Vorsorge gemäss Art. 122 ZGB zu teilen.
10. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers."
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Urteil des Einzelgerichtes (4. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich vom 3. Dezember 2012 (act. 83 = act. 91 = act. 92):
1. Die Ehe der Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.
2. Die Kinder C._, geboren am tt.mm.2005, und D._, geboren am
tt.mm.2008, werden unter die elterliche Sorge der Beklagten gestellt.
3. Die Regelung des persönlichen Verkehrs wird zwischen den Parteien nach Abspra-
che und in Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder C._ und D._ un-
ter Mitwirkung des Besuchsbeistandes vorgenommen.
Im Falle einer Nichteinigung ist der Kläger berechtigt, die Kinder C._ und
D._ jedes zweite Wochenende von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag
(späteste Ankunft der Kinder an ihrem Wohnort um 18.00 Uhr) auf eigene Kosten
zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Weiter ist der Kläger berechtigt, die Kinder C._ und D._ am zweiten Tag
der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr sowie in geraden Jahren von Kar-
freitag (ab 10.00 Uhr) bis und mit Ostermontag (späteste Ankunft der Kinder an ih-
rem Wohnort um 18.00 Uhr) und in ungeraden Jahren von Pfingstsamstag (ab
10.00 Uhr) bis und mit Pfingstmontag (späteste Ankunft der Kinder an ihrem Woh-
nort um 18.00 Uhr) auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
Der Kläger wird verpflichtet, die jeweiligen Transporte der Kinder zu ihm zu besor-
gen. Die Beklagte wird verpflichten, die jeweiligen Rücktransporte der Kinder nach
Ausübung des Besuchsrechts zu ihr zu besorgen.
Die Transportkosten werden dem Kläger auferlegt [vgl. Dispositiv-Ziffer 8].
Zudem ist der Kläger berechtigt, die Kinder C._ und D._ während den
Schul-/Kindergartenferien für die Dauer von fünf Wochen pro Jahr auf eigene Kos-
ten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
Der Kläger wird verpflichtet, die Ausübung des Ferienbesuchsrechts drei Monate im
Voraus mit der Beklagten abzusprechen, wobei bei Uneinigkeit die Modalitäten des
Ferienbesuchsrechts durch den Besuchsbeistand festgelegt werden.
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Der Kläger wird angehalten, sein Besuchs- und Ferienbesuchsrecht selber auszu-
üben.
4. Die Teilvereinbarung der Parteien vom 3. September 2012 über die Scheidungsfol-
gen wird im Übrigen genehmigt. Sie lautet wie folgt:
" 1. Scheidung
Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam die Scheidung ihrer Ehe im Sinne von Art. 114 ZGB.
2. Beistandschaft (Art. 308 ZGB) Die Parteien beantragen dem Gericht, es sei die mit Verfügung vom 16.  2009 von Tribunal de Martigny et St-Maurice errichtete Beistandschaft für die Kinder C._, geboren am tt.mm.2005 und D._, geboren am tt.mm.2008, im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB beizubehalten. Dem Beistand seien die folgenden Aufgaben zu übertragen:
- Unterstützung der Parteien bei der konfliktfreien Abwicklung des ;
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigkeit bezüglich der  erzielt werden können, so entscheidet der Beistand verbindlich, entsprechend der Reglung durch das Gericht, über Zeit und Datum des Beginns und des Endes der jeweiligen Besuche;
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigkeit erzielt werden können,  der Beistand verbindlich über die Art und Weise der Übergabe der Kinder an den Kläger/die Beklagte und die Rückgabe der Kinder an die Beklagte/den Kläger. Die Transportkosten sind dem  aufzuerlegen;
- Regelmässige Berichterstattung über den Verlauf des Besuchsrechts bei der zuständigen Vormundschaftsbehörde.
Es wird festgehalten, dass E._ der derzeitige Beistand der Kinder ist.
3. Güterrecht In güterrechtlicher Hinsicht treffen die Parteien folgende Regelung:
Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten aus Güterrecht Fr. 7'241.– zu .
Im Übrigen erklären sich die Parteien als güterrechtlich vollständig . Jede Partei behält demzufolge, was sie zurzeit besitzt respektive was auf ihren Namen lautet.
4. Vorsorgeausgleich Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten die Hälfte von seinem während der Ehe geäufneten Vorsorgeguthaben auf das Sammelkonto Nr. ..., lautend auf die Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, Postfach, 8010 Zürich, zu Gunsten eines der Beklagten (Vers.-Nr. ...) neu zu eröffnenden  zu übertragen."
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5. Die für die Kinder C._ und D._ mit Verfügung des Tribunal de Martiny et
St-Maurice vom 16. September 2009 errichtete Besuchsbeistandschaft im Sinne
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird beibehalten bzw. mit Art. 308 Abs. 2 ZGB ergänzt.
Dem Beistand, derzeit E._, werden die folgenden Aufgaben übertragen:
- Unterstützung der Parteien bei der konfliktfreien Abwicklung des ;
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigkeit bezüglich der  und Ferienbesuchsmodalitäten erzielt werden können, so entscheidet der Beistand verbindlich, entsprechend der Regelung durch das Gericht, über Zeit und Datum des Beginns und des Ende der jeweiligen Besuche und Ferienbesuche;
- Sollte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden können,  der Beistand verbindlich über die Art und Weise der Übergabe der Kinder an den Kläger und die Rückgabe der Kinder an die Beklagte. Die Transportkosten sind dem Kläger aufzuerlegen;
- Regelmässige Berichterstattung über den Verlauf des Besuchsrechts bei der zuständigen Vormundschaftsbehörde.
6. Der Kläger wird verpflichtet, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an die Kosten
des Unterhalts und die Erziehung der Kinder C._ und D._ monatlich je
Fr. 1'700.– (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen) zu
bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zu bezahlen, und zwar mo-
natlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodali-
täten gelten über die Mündigkeit hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer an-
gemessenen Erstausbildung, solange die Kinder im Haushalt der Beklagten leben
und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Kläger stellen bzw. keinen andern
Zahlungsempfänger bezeichnen.
7. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten persönlich monatliche Unterhaltsbeiträ-
ge im Sinne von Art. 125 ZGB wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 2'000.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis Februar 2018,
- Fr. 1'000.– und ab März 2018 bis Februar 2024,
zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
8. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten die Transportkosten für ihre Begleitung
der Kinder für die Ausübung des Besuchsrechts (inkl. Billet der Kinder) im monatli-
chen Betrag von derzeit Fr. 141.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils
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auf den Ersten eines jeden Monats. Dieser monatliche Betrag wird bei einer Tarif-
erhöhung der öffentlichen Verkehrsmittel automatisch entsprechend angepasst.
9. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 und 7 basieren auf dem Landesindex der
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Oktober 2012 von
99.4 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Ja-
nuar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2014, dem Stand des Indexes per
Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender
Formel
neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index
ursprünglicher Index
10. Die Pensionskasse des ... wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsurteils
vom Vorsorgekonto des Klägers (AHV-Nr. ...) Fr. 41'949.05 auf das Sammelkonto
Nr. ..., lautend auf die Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank, Postfach,
8010 Zürich, zugunsten eines für die Beklagte (AHV-Nr. ...) neu zu eröffnenden
Freizügigkeitskontos zu übertragen.
12. (recte: 11.) Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf 6'000.–. Die
Übersetzungskosten betragen Fr. 581.25. Weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
13. (recte: 12.) Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu zwei Dritteln und der Beklag-
ten zu einem Drittel auferlegt.
14. (recte: 13.) Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
(Mitteilungssatz / Rechtsmittelbelehrung)"
Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (act. 90):
1. Es sei die Berufung gutzuheissen.
2. Es seien die Ziffern 2, 3, 6, 7, 8, 13, 14 des Urteils aufzuheben.
3. Demgemäss:
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1. Die Kinder C._, geboren tt.mm.2005, und D._, geboren am tt.mm.2008, seien unter die elterliche Sorge des Berufungsklägers zu stellen,
2. Es sei der Berufungsbeklagten ein praxisübliches Besuchsrecht der
Kinder zuzusprechen.
3. Es sei Vermerk zu nehmen, dass die Berufungsbeklagte keine Unter-
haltsbeiträge zugunsten der Kinder zu bezahlen hat.
4. Eventualiter: Es sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung der  Ziffern im Sinne der Anträge des Berufungsklägers .
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (plus 8% MWST).
der Berufungsbeklagten:
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die damals 26-jährigen bzw. 27-jährigen Parteien heirateten am tt. März
2000 in F._ VS (act. 3). Sie sind Eltern der beiden Kinder C._, geboren
tt.mm.2005, und D._, geboren tt.mm.2008. Seit Februar 2009 leben die Par-
teien getrennt. Im Zuge der Trennung verliess die Berufungsbeklagte (nachfol-
gend auch die Beklagte oder Kindsmutter) zusammen mit den beiden Kindern die
gemeinsame Wohnung in G._ ZH und zog in ihren Heimat- und früheren
Wohnort F._ VS zurück. Dem Ehescheidungsverfahren ging ein Eheschutz-
verfahren (im Kanton Wallis) voraus, welches mit Urteil vom 25. August 2011 des
Kantonsgerichtes Wallis seinen Abschluss fand (act. 31); die strittige Obhut über
die beiden Kinder C._ und D._ wurde der Beklagten zugeteilt.
Seit Februar 2011 stehen die Parteien in einem Scheidungsprozess. Mit Urteil
des Bezirksgerichts Zürich vom 3. Dezember 2012 wurde die Ehe der Parteien
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geschieden und die Nebenfolgen wurden geregelt (act. 83 = act. 91 = act. 92;
nachfolgend nur noch act. 92). Der Berufungskläger (nachfolgend auch der Klä-
ger oder Kindsvater) reichte Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts ein
(act. 90 i.V.m. act. 84) und beantragte die alleinige Zuteilung der elterlichen Sorge
über die beiden Kinder C._ und D._ und die Einräumung eines praxis-
üblichen Besuchsrechts für die Berufungsbeklagte (act. 90 S. 2). Am 23. Septem-
ber 2013 fällte die Kammer ihr Urteil und wies die Berufung des Klägers ab unter
ausdrücklichem und begründetem Verzicht auf die Anhörung der Kinder (act.
129).
Der Kläger erhob gegen das Urteil vom 23. September 2013 Beschwerde beim
Bundesgericht. Mit Urteil vom 16. Juni 2014 hiess das Bundesgericht die Be-
schwerde gut, hob das Urteil vom 23. September 2013 auf und wies die Sache
zur Anhörung der Kinder und neuen Entscheidung an das Obergericht zurück
(act. 130).
2. Mit der Aufhebung des Urteils vom 23. September 2013 und der Rückwei-
sung des Verfahrens zur Behandlung im Sinne der bundesgerichtlichen Erwägun-
gen ist das Verfahren wieder in den Stand versetzt, in dem es sich vor der Urteils-
fällung durch die Kammer befand. Soweit sie nicht durch das bundesgerichtliche
Urteil ersetzt sind und unter Vorbehalt des Nachstehenden, kann vorab auf die
Erwägungen im aufgehobenen Entscheid verwiesen werden (act. 129), das gilt
insbesondere für die Ausführungen zu den nachehelichen Unterhaltszahlungen
(Erw. I.,1.3.), zur Frage der Erziehungsfähigkeit der Eltern und zur Eigenbetreu-
ungssituation der Mutter (Erw.II., 1.1.-2.4.), und zu den Fragen der Begutachtung
und der Kindesvertretung (Erw. II., 3.1.-3.2.). Im Berufungsverfahren sind strittig
die Zuteilung des Sorgerechts und die Regelung des persönlichen Verkehrs (Dis-
positivziffern 2 und 3 des vorinstanzlichen Urteils und damit verbunden Dispositiv-
ziffern 6 und 8 [Kinderunterhaltsbeiträge, Kosten für die Ausübung des Besuchs-
rechts]).
3. Im ersten obergerichtlichen Verfahren unangefochten blieben die Dispositiv-
ziffern 1.,4.1-4.4.,5., 9.und 10. des Bezirksgerichtsentscheides vom 3. Dezember
2012. Diese wurden rechtskräftig und vollstreckbar (Art. 450c ZGB, Art. 450f ZGB,
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Art. 315 Abs. 1 ZPO), was mit Beschluss der Kammer vom 23. September 2013
vorgemerkt wurde (act. 120 S. 23).
II.
1. Die Vorgabe des Bundesgerichtes, die Kinder der Parteien anzuhören, ist für
die Kammer verbindlich. Die gemeinsame Anhörung von C._ und D._
wurde im Folgenden durch eine Delegation des Gerichts (Referentin und Ge-
richtsschreiber) am 17. September 2014 durchgeführt (act. 134; Prot. S. 3 ff.).
Den Parteien wurde sodann angezeigt, dass das Gericht die Akten der Kindes-
schutzbehörden F._ beizieht (act. 134 S. 3, act. 137, act. 139/1-523).
Die Parteien wurden im Anschluss an die Anhörung der beiden Kinder in Anwen-
dung von Art. 298 Abs. 2 ZPO über das Ergebnis der Anhörung informiert, und es
wurde ihnen Frist zur freigestellten Anhörung zum Protokoll der Kinderanhörung
vom 17. September 2014 angesetzt (act. 142). Die Berufungsbeklagte nahm mit
Eingabe vom 13. Oktober 2014 Stellung (act. 144), der Berufungskläger innert er-
streckter Frist mit Eingabe vom 27. Oktober 2014 (act. 147). Er stellte u.a. den
Antrag, die Anhörung der Kinder sei nochmals, und zwar getrennt durchzuführen
(act. 147 S. 2) und erneuerte seine Anträge auf psychiatrische/psychologische
Abklärung der Kindsmutter, auf Einholung von aktuellen Sozialberichten, auf Be-
richte von Schulen und Kindergarten, und er stellt erneut den Antrag auf Bestel-
lung eines Kindesvertreters (act. 147 S. 3). Die Eingaben wurden der respektiven
Gegenseite zur Wahrung des rechtlichen Gehörs zugestellt (act. 148/1-2). Mit
Eingabe vom 2. Dezember 2014 machte der Berufungskläger Noven geltend
(act. 150, act. 151/1-18) und wies auf seine veränderte persönliche Situation hin,
dass er sich am tt. Februar 2015 mit einer neuen Partnerin wieder verheiratet ha-
be sowie auf die nach seiner Auffassung systematische Verhinderung der
Ausübung des Besuchsrechts durch die Berufungsbeklagte. Neu stellte er in der
Eingabe vom 2. Dezember 2014 neben dem Antrag auf Erteilung des Sorgerechts
an ihn auch den Antrag auf Erteilung bzw. Beibehaltung des gemeinsamen Sor-
gerechts ("aufgrund des revidierten Scheidungsrechts"; act. 150 S. 6). Diese
Eingabe samt Beilagen wurden wiederum der Berufungsbeklagten zugestellt
(act. 152, act. 153), welche im Folgenden dazu Stellung nahm (act. 156) und die
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ihrerseits wiederum u.a. ein von ihr als Kurzbericht betiteltes Schreiben der Kin-
derpsychologin Dr. phil. H._ vom 21. November 2014 einreichte (act. 154,
act. 155/1-2). Der Berufungskläger liess sich mit Eingabe vom 12. Januar 2015
zum Kurzbericht der Kinderpsychologin vernehmen und stellte wiederum neue
Behauptungen auf (act. 159=act. 163, act. 160/1-9=act. 165/1-9), wonach die Kinderpsychologin H._ eigenen Angaben zufolge eine Schülerin und Anhän-
gerin von Friedrich Liebling sei, und die Kinderpsychologin mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit dem VPM angehöre, welcher von Liebling-Schüler gegründet
worden und der dem Sektenvorwurf ausgesetzt sei. Die Entwicklung der Kinder
sei äusserst gefährdet und der Berufungsbeklagten sei die Erziehungsfähigkeit
auch aus diesem Grund abzusprechen (act. 163 S. 4 oben). Mit Kurzbrief vom
18. Februar 2015 wurden die soeben erwähnten Dokumente der Berufungsbe-
klagten zugestellt (act. 168). Auf die Vorbringen der Parteien ist, soweit erforder-
lich, im Nachfolgenden einzugehen. Die Sache ist spruchreif, wie zu zeigen sein
wird.
2.1. Seit dem 1. Juli 2014 gilt die gemeinsame Sorge auch bei einer Scheidung
als Regelfall (Art. 296 Abs. 2 ZGB). Das neue Recht gelangt sofort mit seinem In-
kraftreten auch in bereits hängigen Verfahren − wie dem vorliegenden − zur An-
wendung (Art. 1 Abs. 3 SchlT ZGB). Das Gericht überträgt die elterliche Sorge in
einem Scheidungs- oder Eheschutzverfahren einem Elternteil nur dann allein,
wenn dies zur Wahrung des Kindswohls notwendig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB und
298b Abs. 2 ZGB). Diesen neuen Bestimmungen über die gemeinsame elterliche
Sorge muss auch vorliegend Rechnung getragen werden. Allerdings ist zu er-
wähnen, dass der Berufungskläger in erster Linie das alleinige Sorgerecht bean-
sprucht und auch nur diesen Antrag begründet. Der Antrag des Berufungsklägers
auf Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge wird sozusagen beiläufig
gestellt und mit keinem Wort begründet, was angesichts der Dauer und Intensität
des elterlichen Konflikts und angesichts der gegen die Beklagte erhobenen Vor-
würfe erstaunt (act. 150 S. 6). Die Beklagte beantragt die Sorgerechtszuteilung an
sie. Zur gemeinsamen Sorge äussert sie sich nicht.
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Kern der neuen Bestimmungen ist die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall
und die alleinige elterliche Sorge eines Elternteils als Ausnahme dazu. Die ge-
meinsame elterliche Sorge ist immer anzuordnen, es sei denn zur Wahrung des
Kindeswohls sei es nötig, einem Elternteil die alleinige elterliche Sorge einzuräu-
men (Art. 298 Abs. 1 und 298b Abs. 2 ZGB). Die Kammer hat in einem Entscheid
vom 15. Oktober 2014 festgehalten, dass weitere Gründe als die in Art. 311 ZGB
genannten zur Alleinzuteilung der elterlichen Sorge berechtigen (OGer ZH
PQ140022). Auf diese Ausführungen ist zu verweisen (Erw. 3.2.).
Unter Bezugnahme auf Äusserungen in der parlamentarischen Beratung wird in
der Lehre die Auffassung vertreten, dass auch weitere Gründe die Alleinzuteilung
der elterlichen Sorge zur Folge haben können, so etwa ein Dauerkonflikt zwi-
schen den Eltern oder mangelnde(r) Kooperationsfähigkeit und Kooperationswille
(Büchler/Maranta, Das neue Recht der elterlichen Sorge, in Jusletter 11. August
2014, S. 14 ff.; Gloor/Schweighauser, Die Reform des Rechts der elterlichen Sor-
ge − eine Würdigung aus praktischer Sicht, in Fam-Pra.ch 2014 S. 6 f.). Diese
Auffassung überzeugt, zumal das Gesetz in Art. 298 Abs. 1 und Art. 298b Abs. 2
ZGB die Anordnung der Alleinsorge eines Elternteils nicht auf die Entzugsgründe
nach Art. 311 ZGB beschränkt, sondern diesbezüglich offen formuliert ist ("...,
wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist."). Dauerkonflikte zwischen El-
tern um das Kind können dessen Entwicklung beeinträchtigen. Sie können unter
anderem zu Loyalitätskonflikten des Kindes führen bzw. diese verschärfen, ferner
beim Kind Gefühle der Unsicherheit und der Ohnmacht hervorrufen, und mitunter
gar für die Vernachlässigung des Kindes verantwortlich sein, weil die Eltern stark
mit sich selbst beschäftigt sind (Büchler/Maranta, a.a.O., S. 16). Trotzdem kann
auch ein Dauerkonflikt nur in Ausnahmefällen die Zuteilung der Alleinsorge recht-
fertigen. Dies dann, wenn die Regelung der Betreuung des Kindes (Betreuungs-
anteile der Eltern bzw. Obhut und persönlicher Verkehr) nicht ausreicht, um dem
Konflikt zu begegnen, und die Alleinsorge tatsächlich den Dauerkonflikt aufzuhe-
ben oder zu mildern vermag. Können sich Eltern im Fall gemeinsamer elterlicher
Sorge bei gemeinsam zu fällenden Entscheiden nicht einigen, vermögen allenfalls
Kindesschutzmassnahmen nach Art. 307 ff. ZGB rasch eine Lösung herbeiführen.
Uneinigkeit der Eltern allein ist kein Grund zur Aufhebung der gemeinsamen elter-
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lichen Sorge. Liegt aber etwa keine Kooperationsfähigkeit und kein Kooperati-
onswille vor und ist erstellt, dass sich die Eltern über den grössten Teil der in ihrer
beider Verantwortung liegender Fragen nicht werden einigen können, ist dies ein
Grund für den Entzug der gemeinsamen elterlichen Sorge (Büchler/Maranta,
a.a.O., S. 17). Die gemeinsame elterliche Sorge setzt in diesem Sinne auch nach
neuem Recht ein Minimum an elterlicher Gemeinsamkeit voraus, damit eine Um-
setzung überhaupt realisierbar ist (Entscheid OGer ZH PQ140022 vom 15. Okto-
ber 2014).
2.2.1. Das Bundesgericht beanstandete die Ausführungen im ersten oberge-
richtlichen Verfahren nicht, welche im Zusammenhang mit dem Antrag des Beru-
fungsklägers auf Bestellung eines Kindesvertreters nach Art. 299 ZPO gemacht
wurden (act. 130 S. 4, S. 9). Das Obergericht führte damals aus, in aus heutiger
Sicht betrachtet zu positiver Betrachtung der Situation, dass das Besuchsrecht
funktioniere, keine besondere Schutzbedürftigkeit der Kinder auszumachen sei
und die Streitigkeit nicht von einer Intensität sei, die eine Kindesvertretung recht-
fertigte (act. 130 S. 4). Das Obergericht wies im September 2013 des Weiteren
noch darauf hin, dass die vom Bezirksgericht festgelegte Regelung des persönli-
chen Kontaktes eingehalten werde, obwohl sie noch nicht rechtskräftig sei (und
die eingeschränktere Regelung des persönlichen Verkehrs gemäss Entscheid des
Gerichts Martigny et St-Maurice vom 16. September 2009 noch gelten würde
([act. 129 S. 19 unten]). In den letzten eineinhalb Jahren hat sich der Kontakt zwi-
schen den im Wallis lebenden Kindern und ihrem Vater in Zürich allerdings ver-
schlechtert. Seit dem Jahre 2014 fanden nur noch selten Besuche des Vaters am
Wohnort der Kinder statt, welche von kurzer Dauer waren.
Diese Entwicklung ist schwierig zu erklären. Der Berufungskläger brachte im ers-
ten obergerichtlichen Verfahren nicht vor, die Berufungsbeklagte hätte die Bezie-
hung der Kinder zu ihm während der vergangenen vier Jahren nicht respektiert
bzw. ein Verhalten an den Tag gelegt, welches der Aufrechterhaltung dieser Be-
ziehung abträglich wäre (Prot. VI S. 24). Heute wirft der Kläger der Beklagten vor,
sie instrumentalisiere und manipuliere die Kinder; die Kinder würden unter der
egoistischen Abschirmungshaltung der Mutter leiden (act. 150 S. 6). Die Beklagte
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wiederum stellt sich auf den Standpunkt, sie sei in einer schwierigen Situation, sie
beantworte alle Anfragen des Klägers höflich und vernünftig. Sie sage ihm stets
zu, die Kinder dazu anzuhalten, ihren Vater zu sehen (act. 156 S. 2). Sie könne
aber die Kinder nicht gegen deren Willen zwingen, Zeit mit dem Vater zu verbrin-
gen. Die Ereignisse im Jahre 2013 hätten die Kinder wohl nachhaltiger als bisher
angenommen verunsichert (act. 139/514). Die Osterferien 2013 seien zwei Tage
früher als geplant beendet worden, der Kläger habe seine Arbeit beim I._ Or-
chester verloren und er habe die Beklagte während Wochen über seine neuen
Wohnort im Unklaren gelassen (vgl. auch act. 129 S. 14).
2.2.2. Die damals knapp 35-jährige Beklagte kehrte nach der Trennung im Feb-
ruar 2009 in ihre Heimat in das Wallis zurück (act. 8/3). C._ war damals noch
nicht vier Jahre alt, und D._ war erst ein Jahr alt. Das Umfeld im Wallis ist
der inzwischen 10 Jahre alten C._ und dem 7-jährigen D._ vertraut ge-
worden. Die Kinder sind erfolgreiche Schüler, gut integriert und geben zumindest
schulisch zu keinen Sorgen Anlass (act. 151/17). Davon geht auch der Beru-
fungskläger aus (act. 151/17). Der aus ... stammende Berufungskläger ist mit dem
französisch sprachigen Teil der Schweiz vertraut, seine Schwester wohnt in ...
(act. 151/5). Die Arbeit als Berufsmusiker gibt ihm die Möglichkeit, seine frei ver-
fügbare Zeit flexibel einzuteilen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind geordnet.
Aus heutiger Sicht ist klar, dass die seit der Trennung im Winter 2009 bestehen-
den grossen Spannungen zwischen den Eltern, die sich in den vergangenen
sechs Jahren vor diversen Gerichten gegenüber gestanden sind, nicht haben bei-
gelegt werden können. Die Schuldfrage zu entscheiden ist müssig. Mit der immer
wieder neu vom Kläger angeführten Darstellung, die Beklagte sei psychisch nicht
gesund, bzw. die Beklagte sei im Dunstkreis von Sekten o.ä. zu sehen (act. 163
S. 3), dreht er an der Eskalationsschraube. Die Kinder haben offenbar innerhalb
der letzten beiden vergangenen Jahren durchschnittlich jeden zweiten Monat Ge-
sprächs- oder tiergestützte Therapiestunden bei der Psychologin H._ be-
sucht, welche eigener Darstellung im Internet zufolge eine Anhängerin von Fried-
rich Liebling ist (act. 165/1-2). Es trifft zu, dass Schüler von Liebling in den 80-er
Jahren den umstrittenen VPM gründeten. Andere Schüler traten diesem Verein al-
lerdings nicht bei, hielten sich von ihm fern oder lehnten ihn gar ab. Es lässt sich
- 15 -
daher nicht sagen, dass die beiden Kinder zu einer Therapeutin gehen, die mit ei-
ner gewissen Wahrscheinlichkeit dieser Vereinigung nahesteht (die der Kläger in
act. 163 S. 3 unten als Sektengruppe bezeichnet). Eine Kindswohlgefährdung
durch diese sporadisch stattfindenden Besuche bei H._ kann jedenfalls nicht
ausgemacht werden. Wichtig ist, dass C._ und D._ mit ihresgleichen
Freizeit verbringen und sie auch an ausserschulischen Aktivitäten Freude haben.
Interessant ist, dass die Therapeutin, soweit ersichtlich, in ihrem Therapieansatz
den freien Willen in Frage stellt (act. 165/2 "Der lange schwere Weg zur Gefühls-
veränderung"), im konkreten Fall aber dem Willen der Kinder einen grossen Wert
beizumessen scheint (vgl. ihren Kurzbericht vom 21. November 2014, act. 155/1).
Darauf wird zurückzukommen sein (siehe hinten unter Ziff. 3.4.1.). Einer Entspan-
nung der Situation abträglich ist hingegen, wenn der Kläger seinen Antrag auf Zu-
teilung des alleinigen Sorgerechts mit Ausführungen seiner neuen Ehefrau unter-
mauern will (act. 151/1), die zu den Kindern sachgemäss gar nicht in enger Be-
ziehung steht, oder die Kinder im November 2014 in der Schule mit einem Besuch
überrascht, welchen er explizit als im Interesse der Kinder liegend sah (act. 163
S. 4). Dieses Aufsuchen der Kinder in der Schule hatte sogar ein Nachspiel mit
der Schulleitung (act. 151/17-18). Der Kläger konfrontierte die Schulleitung mit
dem Elternkonflikt und will ihr offenbar sogar das Erziehungsfähigkeitsgutachten
über die Mutter vom 18. Juni 2010 (act. 45/4) zukommen lassen (act. 151/18:
"... Toute fois, je tiens à Vous faire parvenir par poste les copies des expertises
effectuées sur demande des tribunaux valaisans, afin que Vous ayez une idée
plus précise de la situation...").
Dieses Verhalten des Vaters steht im Zusammenhang mit dem nicht mehr funkti-
onierenden Besuchsrecht. Die seit Ende des Jahres 2013 wiederholt (beim Ge-
richt, beim Beistand, bei der Psychologin) zum Ausdruck gebrachte ablehnende
Haltung der Kinder kontrastiert mit dem Ergebnis der Abklärungen aus dem Jahre
2010. Aus den damaligen Gesprächen zwischen C._ und der Psychologin
J._ vom Institut ... ging hervor, dass sie (C._) ihren Vater gern hat und
Zeit mit ihrem Vater verbringen möchte (act. 45/4 S. 12 oben). Auch das Verhal-
ten des damals 2 1⁄4 Jahre alten D._ zu seinem Vater wurde beobachtet:
D._ fühlt sich beim Vater wohl (act. 45/4 S. 12 unten f.). Der Schluss wurde
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gezogen, dass die Kinder Kontakt mit dem Vater wollen (act. 129 S. 22). Dass die
mittlerweile eingetretene Ablehnung tatsächlich dem inneren Willen der Kinder
entspricht, muss aufgrund der Heftigkeit, mit welchem der Wille geäussert wird, in
Frage gestellt werden. Es kann vorliegend nicht ausgeschlossen werden, dass die
unter dem unmittelbaren Einfluss der Beklagten stehenden Kinder den geäusser-
ten Wunsch aus Solidarität und Loyalität dieser gegenüber entwickelt haben (vgl.
nachstehend unter Ziffer 3.4.1). Die Eltern kommunizieren nämlich mittlerweile
nur noch auf sehr kurz angebundene Art mittels elektronischen Nachrichten mitei-
nander, vornehmlich ohne Anrede und Grussformel. Als die Beklagte dem Kläger
am 20. Oktober 2014 kurz vor Mitternacht mitteilte,
D._ habe einen Velounfall erlitten, bei welchem er seinen Kopf und Bauch
schwer gegen die Lenkstange geschlagen habe, und in den Notfall habe gehen
müssen, kam vor allem und sofort der Vorwurf des Klägers, dass sei alles ihr,
der Beklagten, Fehler, D._ hätte einen Helm tragen müssen (act. 151/16).
Die Bemühungen des Klägers, die Kinder anlässlich der letztjährigen Weihnachts-
tage zu sehen, wurden letztlich mit der Antwort der Beklagten "Il n y a pas
d'espoir" (act. 165/6) erfolglos gemacht. Die Beklagte wollte damit sagen, dass sie
den Kindern immer wieder klar mache, dass sie Kontakt mit ihrem Vater zu halten
hätten, aber die Kinder sich gegen einen Kontakt mit dem Vater sträubten. Selbst
ein Treffen der Kinder mit dem Vater am Tag der Anhörung am 17. September
2014 war mit einem Hin- und Her der Eltern verbunden (act. 151/15).
2.2.3. Einem Schreiben des zuständigen Beistandes E._ vom 20. Februar
2014 an die Eltern lässt sich entnehmen, "...Le conflit est bien ancré et il se judi-
ciarise par I'intervention régulière des avocats respectif"; "l'augmentation du con-
flit entre les parents n'est plus à démontrer et des tensions importantes son ré-
percutées sur les enfants"; l'attitude des parents influe directement sur le bien-
être des enfants. Le devoir de loyauté est ainsi mis à mal car les parents se mon-
trent peu à même de préserver leurs enfants du conflit." (beigezogene Akten der
KESB F._, act. 139/489). Der Beistand appelliert einmal mehr an die Ve-
rantwortung der Eltern und schlägt vor ein "droit de visite à la demande actuelle-
ment utilisé par le père dans le but de maintenir des contactes avec ses enfants"
(ebenda).
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Nachdem die KESB F._ die Kinder am 14. Mai 2014 (act. 133/3) und die El-
tern am 28. Mai 2014 (act. 139/516) ein weiteres Mal anhörte, hob sie mit Ent-
scheid vom 28. Mai 2014 die Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB per 4. Juni 2014 auf, weil mit dem Beistand keine Lösung in der Besuchsproblematik
habe gefunden werden können (act. 133/1; für die Errichtung der Beistandschaft
durch den Eheschutzrichter des Bezirksgerichts Martigny et St-Maurice vom 16.
September 2009: act. 45/6). Im Entscheid wird der Beistand E._ mit den
Worten wiedergegeben, "que la situation n'a pas évolué depuis quatre ans. Il ap-
partient aux parents de faire des efforts. L'OPE (offices de protection de l'enfant)
a essayé tout ce qui était possible. Les parents sont d'accord sur le fait qu'une
nouvelle médiation ne servira à rien."Und weiter hielt die KESB F._ fest, "...
ce sont les parents qui doivent prendre leurs responsabilités, ... la mesure de cu-
ratelle est levée." (act. 133/1 S. 2 unten).
2.3. Vorliegend konnte die Beistandschaft die Konfliktpunkte, wie gezeigt, nicht
reduzieren und die Voraussetzungen einer Kooperationsmöglichkeit zwischen den
Eltern nicht positiv beeinflussen. Bei dieser Sachlage − schwerer und anhaltender
Elternkonflikt, insbesondere fehlende Kommunikations- und Kooperationsbereit-
schaft trotz bestehender Beistandschaft, mit nachteiligen Auswirkungen auf die
noch kleinen Kinder (Loyalitätskonflikt) − ist die Basis für eine gemeinsame elterli-
che Sorge auch nach Massgabe der neuen Sorgerechtsbestimmungen nicht
(mehr) gegeben.
Die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge erweist sich allerdings nur
dann als gerechtfertigt, wenn damit der Elternkonflikt zumindest gemildert werden
kann. Dies kann selbstredend nicht mit Sicherheit prognostiziert werden. Auch
wenn aber die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge weitere Streitigkei-
ten in den Belangen von C._ und D._ kaum gänzlich zu verhindern ver-
mag, darf davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Streitpunkte abnehmen,
jedenfalls aber nicht noch zunehmen wird, was bei Belassung der gemeinsamen
elterlichen Sorge droht. Eine klare Zuweisung von Entscheidkompetenzen an eine
der Konfliktparteien kann entlastend wirken. Die Angemessenheit und Verhält-
nismässigkeit der Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge ist somit zu be-
- 18 -
jahen, auch wenn nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, ob diese Mas-
snahme tatsächlich zu einer Entspannung des Elternkonflikts führt und dadurch
eine Beruhigung der Situation bewirkt, wie sie für die gedeihliche (Weiter-) Ent-
wicklung von C._ und D._ erforderlich ist. Diese Unsicherheit liegt in der
Natur der Sache und ist im Interesse der Kinder hinzunehmen.
Es liegt folglich im Kindswohl die gemeinsame elterliche Sorge für C._ und
D._ aufzuheben und klare Verhältnisse herzustellen. Es ist zu prüfen, wel-
chem Elternteil die Sorge für die beiden Kinder zuzuteilen ist.
3.1. Das Bundesgericht legte wörtlich dar, das Obergericht habe sich zur Erzie-
hungsfähigkeit der Eltern sowie zum bisherigen Verlauf des Besuchsrechts und
der Obhut ausführlich geäussert. Verzichte das Obergericht angesichts dieser
Feststellungen auf weitere Untersuchungsmassnahmen im Zusammenhang mit
der Erziehungsfähigkeit der Mutter, so stelle dies eine antizipierte Beweiswürdi-
gung dar, welche einzig mit gehörig begründeten Willkürrügen angefochten wer-
den könne, welche vorliegend nicht erhoben würden. Vor diesem Hintergrund sei
mit dem bloss abstrakten Vorbringen, es müsse eine Begutachtung des aktuellen
Gesundheitszustandes der Mutter erfolgen, keine Verletzung der genannten Ma-
ximen (Untersuchungs- und Offizialmaximen) dargetan worden. Insoweit sei die
Beschwerde unbegründet. Nur der Vollständigkeit halber sei festgehalten − so
das Bundesgericht weiter −, dass angesichts der Anwendbarkeit der genannten
Maximen weitere Untersuchungsmassnahmen nicht ausgeschlossen wären, wenn
sich solche aufgrund der Ergebnisse der Anhörung der Kinder aufdrängen würden
(act. 130 S. 8 f.). Weitere Untersuchungsmassnahmen drängen sich weder auf-
grund des Ergebnisses der Anhörung der Kinder auf (act. 130 S. 8 f.), noch auf-
grund des vom Kläger im zweiten obergerichtlichen Verfahren Ausgeführten.
3.2.1. Anlässlich der Anhörung vom 17. September 2014 (Prot. S. 3 ff.) erklärte
C._, es gehe ihr gut, sie hätten es zu Hause gut, sie seien zufrieden mit der
Situation, sie würden in einem grossen Haus mit einem grossen Garten wohnen.
Ein Teil ihrer Verwandtschaft (der Mutter) lebe auch in F._. Sie spiele oft mit
ihrem Bruder im Garten, sie verstehe sich gut mit ihrem kleinen Bruder. Sie gehe
in die 4. Primarklasse. C._ gibt Auskunft über ihre ausserschulischen Aktivi-
- 19 -
täten, sie mache klassischen Tanz und lerne nun Klarinette. C._ sagt, sie
wolle nichts mit ihrem Vater unternehmen. Ihr Vater spiele Kontrabass. Sie hätten
auch schon zusammen mit dem Vater musiziert. Die Frage, ob das schön gewe-
sen sei, beantwortet C._ mit "ja, ein bisschen". C._ erklärt, sie denke
nicht an ihren Vater. Sie wolle nichts mit ihm, seinen Eltern oder sonst jemandem
aus seiner Familie machen. C._ bestätigt, im Januar 2014 Geschenke vom
Vater erhalten zu haben, ein Tablet, ein iPhone und ein ferngesteuertes Spiel-
zeug. Sie möge elektronische Sachen aber nicht so. Es habe es sich um Vaters
altes iPhone gehandelt, das Display sei kaputt gewesen, und das Tablet sei auch
alt gewesen. Auf die Frage, was der Vater in der Vergangenheit gut gemacht ha-
be, erklärt C._, er habe gearbeitet, bis sie 3 Jahre alt gewesen sei. Als
D._ auf die Welt gekommen sei, habe er irgendetwas gemacht. Auf die Fra-
ge, was ihr Freude gemacht habe mit dem Vater, in der Zeit, als sie noch zusam-
men gelebt hätten, sagt C._, er sei immer erst um 11 Uhr abends nach Hau-
se gekommen, da sei sie schon im Bett gewesen. C._ gibt an, an Ostern
2013 seien D._ und sie in Paris im Disneyland gewesen. Sie hätten aber
auch Sachen machen müssen, die nicht ihrem Alter entsprochen hätten, zum Bei-
spiel ein "Piratending", das ab 10 gewesen sei, aber sie sei da erst 8 gewesen. In
den Sommerferien 2012 seien sie mit dem Vater nach Barcelona gegangen. Sie
habe nicht im Meer gebadet, weil sie noch nicht habe schwimmen können, aber
sie seien mit den Füssen etwas im Wasser gewesen. D._ habe Fieber ge-
habt. C._ gibt weiter an, sie hätten keine Lust, mit dem Vater zu telefonieren.
Die Mutter verpflichtete sie manchmal dazu. Der Vater schimpfe sonst. C._
fügt hinzu, der Vater wolle, dass sie mit ihm Ferien verbringen würden. Doch sie
habe keine Lust. Sie möchten Ruhe. Sie würden auch dann keine Ferien mit dem
Vater machen wollen, wenn die Mutter mitkommen würde.
D._ erklärt, er gehe in die 1. Primarklasse und er spiele Blockflöte. D._
bejaht, mit dem Vater musiziert zu haben, und gibt an, das sei schön gewesen.
D._ fügt hinzu, er wolle aber nicht mit dem Vater an ein Konzert oder in ...
Pizza essen gehen. D._ erwähnt, er klettere in einer Kletterhalle. Heute habe
er aber das Klettern wegen der Reise nach Zürich verpasst. Er bestätigt, seinen
Vater im Januar in ... gesehen zu haben, der Vater habe auch Weihnachtsge-
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schenke gebracht. Er habe Kleider und ein Ding zum Fliegen bekommen. Das
kleine Ding sei dann aber sofort kaputt gegangen, weshalb er keine Freude daran
gehabt habe. D._ erinnert sich an den Besuch im Disneyland in Paris. Es sei
aber zu laut gewesen. Das Jahr zuvor in Barcelona sei ein kleines bisschen schön
gewesen.
Auf die Frage der Referentin, was der Vater machen müsste, damit sie ihn treffen
und etwas mit ihm unternehmen wollen würden, erwiderte C._, "gar nichts",
es sei halt Pech für ihn, er hätte sich vorher ändern müssen. D._ erklärte auf
diese, an ihn gerichtete Frage, "das was C._ sagte". Bei der Mutter müsse
sich dagegen, so C._, nichts ändern. D._ fügt hinzu, er möchte, dass sie
den Vater nicht sehen müssten.
3.2.2. Die Beklagte erklärte zum Ergebnis der Kinderanhörung, der Wille der
beiden Kinder sei deutlich zum Ausdruck gebracht worden, auch wenn D._
aufgrund seines Alters und der Anwesenheit der älteren Schwester etwas zurück-
haltender gewesen sei. Es sei auffallend, dass beide Kinder eine Intensität in ih-
ren Angaben hätten, die auf eine wohl überlegte und nicht auf eine spontane
Äusserung schliessen lasse (act. 144 S. 2). Es würden hier klare und starke Wil-
lens-äusserung der Kinder vorliegen, die aufgrund des Detailgehaltes und der
Stabilität von keinerlei Beeinflussung oder Unbedachtheit zeugen würden. Die
Kinder scheinen den Kontakt mit ihrem Vater als Belastung zu empfinden. Auch
scheinen sie ihren Vater bereits zur Zeit des Zusammenlebens als nicht präsent
bzw. als nicht ihnen zugewandt erlebt zu haben. Die Anhörung habe auch ge-
zeigt, dass die Mutter besorgt sei, einen Kontakt zwischen den Kindern und deren
Vater zu ermöglichen. Den Willen der Kinder, den Vater nicht zu sehen, hätte die
Mutter auch in einem gewissen Masse ernst zu nehmen, andernfalls würde sie
den Respekt und das Vertrauen der Kinder verlieren (act. 144 S. 2 unten). Den
Angaben der Kinder lasse sich entnehmen, dass die Kinder in einem liebevollen
und kindgerechten Umfeld aufwachsen würden. Der Entscheid des Bezirksgerich-
tes, die elterliche Sorge der Mutter zuzuteilen, erweise sich somit als zutreffend.
Der Kläger hält demgegenüber fest, es sei eine Verfestigung zugunsten der Be-
klagten eingetroffen. Es gehe aus den Aussagen der Kinder klar hervor, dass die
- 21 -
Kinder durch die Beklagte fallbezogen manipuliert worden seien. Bei der Mutter
sei alles positiv, beim Vater sei fast alles negativ. Kinder würden auf die Frage,
was der Vater tun müsse, damit sie ihn treffen würden, nicht wie C._ festhal-
ten, "gar nichts"; es sei halt Pech für ihn. Er hätte sich vorher ändern müssen
bzw. wie D._ erklären, "das was C._ sagte" (act. 147). Angesichts der
manifesten Manipulierung der Kinder durch die Mutter sei eine Abklärung der Er-
ziehungsfähigkeit der Mutter zwingend erforderlich (act. 147 S. 3).
3.3. Sind mehrere Kinder anzuhören, so liegt es im Ermessen des Gerichts, die-
se gemeinsam oder in Einzelgesprächen anzuhören. Das Gericht kam vorliegend
unmittelbar vor der Anhörung zum Schluss, dass sich ein Eindruck zu beiden Kin-
der, ihren Lebensumständen und ihrer Beziehungen zu den Eltern eher verschaf-
fen lässt, wenn die Kinder gemeinsam angehört werden. Der im Zeitpunkt der An-
hörung 6 1⁄2 jährige D._ hatte sich allein schon für den Gang durch die Gänge
des Gebäudes des Obergerichts an seiner drei Jahr älteren Schwester orientiert.
Seine Schwester gab ihm Halt. Es ist während der Anhörung nicht der Eindruck
entstanden, dass D._ in einem Einzelgespräch mehr oder anderes zu Proto-
koll gegeben hätte. Im Gegenteil lag die Vermutung nahe, dass der damals 6 1⁄2
jährige D._ in einem Einzelgespräch, drei erwachsenen Personen gegenüber
(Richterin, Gerichtsschreiber, Übersetzerin) übermässig belastet worden und so
kein Gespräch zustande gekommen wäre. Dass sich vor allem kleine Kinder wie
D._ angesichts des jahrelangen, vor Gericht und anderen Behörden ausge-
breiteten Konflikts ihrer Eltern an älteren Geschwistern ausrichten, ist nachvoll-
ziehbar. Die damit einhergehende Beeinflussung lässt sich auch nicht mit Einzel-
gesprächen anlässlich einer Anhörung aus der Welt schaffen. Ein Eindruck von
D._ konnte in der gemeinsamen Anhörung mit C._ gewonnen werden.
Der Antrag des Klägers, die Kinder noch einmal und in Einzelgesprächen anzuhö-
ren (act. 147 S. 2), ist deshalb abzuweisen.
3.4.1. Jüngere Kinder können die Folgen einer Trennung bzw. einer Scheidung
ihrer Eltern nicht überblicken. Vorliegend waren C._ und D._ im Zeit-
punkt der Trennung ihrer Eltern noch sehr klein. Es gab keine Auswirkungen auf
Kindergarten, Schule, Freundeskreis oder Hobbys. C._ und D._ haben
- 22 -
sozusagen ihr eigenes Leben (erst) in F._ gestartet. Anerkennend wurde im
ersten obergerichtlichen Verfahren ausgeführt, dass die noch kleinen Kinder vier-
zehntäglich jeweils am Freitag abends die rund drei Stunden dauernde Zugfahrt
von ... via Lausanne nach Zürich antreten, um mit ihrem Vater zu sein. Am Sonn-
tagabend würden sie wieder ins Unterwallis zurückkehren und so rund
350 km zurücklegen (act. 129 S. 15 oben). Möglicherweise haben diese Reisen
in eine nicht bekannte Welt zu fest die Kräfte der noch kleinen Kinder bean-
sprucht.
Die Anhörung hat aber auch gezeigt, dass die Kinder Haltungen und Werte des-
jenigen Elternteils (der Beklagten) übernommen haben, bei dem sie leben. Nega-
tive Haltung dem anderen Elternteil gegenüber und bewusste Beeinflussung der
Kinder in ihrer Abwehrhaltung ist ein Zeichen für eingeschränkte Erziehungsfähig-
keit. Im Rahmen von familienrechtlichen Auseinandersetzungen kommt es vor,
dass die Kinder Haltungen und Werte desjenigen Teils übernehmen, bei dem sie
leben, und allenfalls auch für diesen Elternteil Partei nehmen. Vorliegend hört
C._ zumindest Gespräche unter Erwachsenen mit, anders lassen sich Sätze
wie er [der Vater] habe gearbeitet, bis sie 3 Jahre alt gewesen sei [d.h. der Vater
hat keine Zeit für die Familie gehabt], nicht erklären.
Es kann der Beklagten nicht unterstellt werden, dass sie die Kinder dem Kläger
bewusst, im Sinne von böswillig, entfremdet. In der vorliegenden Konstellation
sind die Ursachen für die noch nicht solide Beziehung der Kinder zum Vater auf
verschiedenen Ebenen zu suchen. Die Eltern haben sich im Unfrieden getrennt.
C._ und D._ können sich aufgrund ihres Alters im Zeitpunkt der räumli-
chen Trennung von ihrem Vater nicht mehr an ein Zusammenleben mit ihm erin-
nern. Sie hatten nicht die Möglichkeit, vor Aufhebung des gemeinsamen Haushal-
tes eine tragfähige Beziehung zu ihm herzustellen. Die Eltern sind zwar rechts-
kräftig geschieden, und der Vater ist wieder verheiratet. Bezüglich der Regelung
der Nebenfolgen der Scheidung ist der Vater mit der Mutter aber immer noch in
einem strittigen Scheidungsprozess. Die Eltern streiten seit mehr als der Hälfte
des Lebens von C._ und D._ auch um die Kinder. In einer solchen Situ-
ation vermag die Mutter, wenn sie aufgrund ihrer Haltung zum Vater auch nur un-
- 23 -
bewusst signalisiert, das Zusammensein der Kinder mit deren Vater bereite ihr
Unbehagen, eine ablehnende Haltung der Kinder zwangsläufig zu provozieren.
Kinder im Alter von C._ und D._ müssen sich noch keinen Willen zu
Fragen des Besuchsrechts oder der Obhut bilden können. Die fehlende Urteilsfä-
higkeit jüngerer Kinder spricht dagegen, sie direkt nach ihren Wünschen zu fragen
und ihren (angeblichen) Willen zum Nennwert zu nehmen. C._ ist offensicht-
lich nicht in der Lage, ein gutes Haar beim Vater zu lassen. Erfahrungen aus an-
deren Anhörungen zeigen, dass in solchen Situationen Kinder das Leiden (ob des
Verlustes der Beziehung) desjenigen Elternteils übernehmen, bei welchem sie
sich aufhalten. Es kann vorliegend nicht ausgeschlossen werden, dass die unter
dem unmittelbaren Einfluss der Beklagten stehenden Kinder den geäusserten
Wunsch aus Solidarität und Loyalität der Beklagten gegenüber geäussert haben.
Wenn eigene innere Konflikte der Eltern abgewehrt und auf die Kinder projiziert
werden, reagieren die Kinder mit Abkapselung und einer Abwehrhaltung gegen-
über dem räumlich von ihnen getrennt lebenden Elternteil. Die Kinder wollen nicht
auch noch den Elternteil verärgern bzw. "verlieren", bei welchem sie sich aufhal-
ten und bei dem es ihnen gut geht.
Vor allem aber zeigt die Anhörung, und darin sind C._ und D._ ernst zu
nehmen, dass sie Ruhe vor dem Elternkonflikt haben wollen. Die Ausführungen
der Kinder sind in diesem Lichte zu betrachten. Die Eltern wurden denn auch im
Rahmen der Fristansetzung zur Stellungnahme zum Ergebnis der Anhörung aus-
drücklich darauf hingewiesen, ihre Kinder nicht mit den im Protokoll der Anhörung
wiedergegebenen Aussagen zu konfrontieren (act. 142 S. 2).
3.4.2. Der Kontakt von Kindern zu ihrem Vater ist für ihre persönliche Entwick-
lung wichtig. So auch hier. Die Kinder wollen ihren Vater grundsätzlich schon se-
hen und mit ihm vorerst kleine Sachen unternehmen. D._ erinnert sich gerne
an die Ferien in Spanien. Auch die Psychologin H._ weist darauf hin, dass
die Kontakte der Kinder zu ihrem Vater wichtig sind (act. 155/1 S. 2). Die Eltern
werden mit Nachdruck daran erinnert, dass sie die Kinder nicht in ihren Paarkon-
flikt einbeziehen und sich insoweit mindestens neutral zu verhalten und sich min-
destens neutral über den anderen Elternteil zu äussern haben. Es ist sodann die
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Aufgabe der Beklagten als Obhutsinhaberin, den Kontakt von Vater und Kindern
zu fördern, die Kinder positiv darauf einzustellen und den Vater in seinen Bemü-
hungen im persönlichen Kontakt zu den Kindern zu unterstützen. Der Vater hat
von Mitteln wie unangemeldetem Auftauchen in der Schule oder dem Einbezug
seiner Ehefrau in die vorliegende Auseinandersetzung Abstand zu nehmen. Es
liegt in der alleinigen Verantwortung der Eltern, insbesondere der Beklagten,
C._ und D._, den Zugang zum anderen Elternteil zu geben und zu wah-
ren.
3.4.3. Eine Umplatzierung der Kinder zum Vater (mit einhergehender vorgängi-
ger Fremdplatzierung), weg vom eng verbundenen Elternteil, ist vorliegend keine
Option. C._ und D._ geht es bei ihrer Mutter in ihrem vertrauten Umfeld
gut. Eine Umplatzierung wäre für sie sehr schmerzlich. Die dadurch entstehenden
Verletzungen würden durch den mit (dank) der Umplatzierung hergestellten Kon-
takt zum Vater bei Weitem nicht aufgewogen werden (im Sinne von gutmachen).
Es bleibt bei den Erwägungen im ersten obergerichtlichen Verfahren, wonach die
Eigenbetreuungssituation der Mutter unbestritten ist und dem Kontinuitätsgedan-
ken ein hoher Stellenwert zukommt (act. 129 S. 16 unten f.). Hat die Beklagte
Mühe damit, die Bindung der Kinder zum Kläger zu respektieren und ihre Auf-
rechterhaltung und Weiterentwicklung wenigstens zu tolerieren, so muss sie (und
nicht die Kinder) zum Wohle von C._ und D._ professionelle Hilfe in An-
spruch nehmen. Eine (erneute) psychiatrische oder psychologische Abklärung der
Beklagten braucht es nicht, weil für die Beurteilung der umstrittenen Frage der
Obhut und Sorge hinreichend Klarheit besteht (act. 147 S. 3). Aus diesem Grund
kann auch von der Einholung eines aktuellen Sozialberichtes und von Berichten
der Schule abgesehen werden (act. 147 S. 3). Ebenso wenig ist ersichtlich, was
ein Prozessbeistand, dessen Bestellung gemäss Art. 298 ZPO auf einer Interes-
senabwägung beruht, heute für die Kinder noch bewerkstelligen könnte (act. 147
S. 3). Wie bereits erwähnt, liegt es nun in erster Linie an der Beklagten die Kinder
zu motivieren und am Kläger, den altersgerechten Umgang mit den Kindern zu
finden. Ziel muss ein geordneter und verlässlicher Kontakt zwischen dem Vater
und den Kindern sein.
- 25 -
4. Zusammenfassend ist die vom Bezirksgericht Zürich vorgenommene Sorge-
rechtszuteilung (act. 92 S. 40, Dispositivziffer 2) an die Beklagte in Berücksichti-
gung der im ersten und zweiten obergerichtlichen Verfahren erhobenen Einwände
nicht zu beanstanden.
5. Das vom Bezirksgericht angeordnete recht ausgedehnte Besuchsrecht des
Klägers kann in Berücksichtigung der im zweiten obergerichtlichen Verfahren zu-
tage getretenen Schwierigkeiten nicht bestätigt werden. Ein behutsamer Aufbau
erscheint aufgrund der konkreten Ausgangslage angebracht und sachgerecht. Er
verbessert auch die Chancen, dass ein solches Besuchsrecht tatsächlich umge-
setzt wird. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Regelung nicht den Eltern zu über-
lassen ist. Die Besuche sind präzise festzusetzen, trotz des Risikos, dass diese
an Tagen mit ausserschulischen Aktivitäten der Kinder oder an Arbeitstagen des
Vaters festgesetzt werden. Schule und von der Schule für den Klassenverband
angeordnete Aktivitäten gehen den Besuchen vor. Die Besuche gehen ausser-
schulischen Aktivitäten der Kinder vor. Die Besuche sind für die nächsten zwei
Jahre in der näheren Umgebung des Wohnortes der Kinder auszuüben. Nicht
vollzogene Besuchsrechte verfallen. Die Besuche werden demgemäss ab Mai
2015 auf den 1. Mittwoch eines jeden Monats von 16 Uhr 30 bis 18 Uhr 30, auf
den 2. Samstag eines jeden Monats von 14 Uhr bis 18 Uhr und auf den 4. Sonn-
tag eines jeden Monats von 14 Uhr bis 18 Uhr festgesetzt. Ab den Sommerschul-
ferien 2017 ist ein regelmässiger Besuchsrhythmus am 1. Wochenende eines je-
den Monats von Freitag Abend, 20 Uhr 30, bis Sonntag Abend 20 Uhr vorzuse-
hen. Der Kläger ist berechtigt zu erklären, die Kinder an diesem Wochenende zu
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die festgelegten Anfangszeiten verste-
hen sich daher als Eintreffenszeiten beim Kläger (in Zürich), die Endzeiten als
Eintreffenszeiten bei der Beklagten. Es gilt, dass die Mutter die Kinder auf eigene
Kosten zum Vater bringt, und der Vater die Kinder auf eigene Kosten zur Mutter
zurückbringt. Dispositivziffer 8 des Entscheides des Bezirksgerichtes Zürich
(act. 92 S. 43) wird ersatzlos aufgehoben. Der Kläger ist sodann ab den Sommer-
schulferien 2017 berechtigt zu erklären, jeweils am 3. Sonntag eines jeden Mo-
nats die Kinder in der näheren Umgebung ihres Wohnortes von 14 Uhr bis 18 Uhr
zu besuchen.
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Es sind zwei Ferienwochen im Jahr vorzusehen. Die zwei Wochen Ferien dürfen
nicht zusammenhängend ausgeübt werden. Eine Ferienwoche dauert von Sams-
tag, 10 Uhr, bis zum darauffolgenden Sonntag, 18 Uhr. Die Ferien sind mindes-
tens drei Monate im Voraus mit der Beklagten abzusprechen. Fällt eine Ferienwo-
che auf das 1. Wochenende des betreffenden Monats, wird das Wochenendbe-
suchsrecht am 3. Wochenende des betreffenden Monats nachgeholt. Damit ist
das Sonntagsbesuchsrecht (jeweils jeden 3. Sonntag im Monat) abgegolten. Für
das Ferienbesuchsrecht gilt, dass der Vater die Kinder auf eigene Kosten holt und
auch wieder auf eigene Kosten zur Mutter zurückbringt.
Zusätzlich steht dem Kläger ein Besuchsrecht an den armenischen Weihnachten
zu, nämlich am dem 6. Januar folgenden Sonntag. In Berücksichtigung dessen,
dass der Kläger nahe Verwandtschaft in Genf hat und ihm ermöglicht werden soll,
zusammen mit seiner (Herkunfts-)Familie und den Kindern Weihnachten zu fei-
ern, ist er berechtigt zu erklären, die Kinder an diesem Sonntag von 10 Uhr bis
19 Uhr (Eintreffenszeit bei der Beklagten) mit sich auf Besuch zu nehmen. An
diesem Feiertagsbesuchsrecht holt der Kläger die Kinder auf eigene Kosten bei
der Beklagten ab und bringt sie wieder auf eigene Kosten zurück.
6. Die Anordnung des Bezirksgerichtes Zürich, wonach die mit Verfügung
vom 16. September 2009 vom Tribunal de Martigny et St-Maurice im Sinne von
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtete Beistandschaft für C._ und D._
weitergeführt wird (act. 91 S. 41, Dispositivziffer 4./2.), erwuchs am 21. Mai 2013
in Rechtskraft (vgl. act. 129 S. 10 unten). Sie ist daher nicht mehr Gegenstand ei-
nes gerichtlichen Verfahrens. Damit stand der KESB F._ die Kompetenz zu,
über die Aufhebung der Beistandschaft zu entscheiden (Art. 315 i.V.m. Art. 315a
i.V.m. Art. 315b Abs. 2 ZGB; act. 139/521). Die Kammer kann allerdings aufgrund
von Art. 315a ZGB die heutige Regelung der Elternrechte und -pflichten erneut
mit Kindesschutzmassnahmen verbinden. Von einer erneuten Errichtung einer
Beistandschaft, etwa einer Beistandschaft zur Informationsübermittlung, ist indes
abzusehen. Den intelligenten Eltern ist unter Hinweis auf die dokumentierte Ent-
wicklung ihre Eigenverantwortung zurückzugeben. Die Parteien werden auf Art.
275a Abs. 1 ZGB hingewiesen, wonach die Beklagte die Pflicht trifft, den
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Kläger über besondere Ereignisse im Leben der Kinder zu informieren und vor
Entscheidungen, die für die Entwicklung der Kinder wichtig sind, anzuhören.
Art. 275a Abs. 2 ZGB gesteht den Eltern ohne elterliche Sorge ein Auskunftsrecht
zu. Der Kläger kann bei Drittpersonen wie namentlich bei Lehrern, Ärzten, in glei-
cher Weise wie die Beklagte Auskünfte über den Zustand und die Entwicklung
von C._ und D._ einholen. Die Schulleitung ist nicht an der Betreuung
von Kindern beteiligt, weshalb der Kläger gegenüber ihr kein Auskunftsrecht hat.
7. Der Kläger verlangt in Ziffer 2 seiner Berufungsanträge (auch) die Aufhe-
bung der Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils, mit welchen er zu Unterhaltszah-
lungen für die Kinder verpflichtet wurde (act. 92 S. 43). Er stellt aber keine
(Eventual-)Anträge in der Sache. Der Berufungskläger setzt sich in der Begrün-
dung der Berufungsschrift mit keinem Wort mit den Erwägungen des Bezirksge-
richtes zur Unterhaltsberechnung auseinander (act. 92 S. 28 ff.). Ohnehin würden
Ausführungen lediglich in der Begründung den Anforderungen an eine Berufung
nicht genügen: Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz schriftlich und be-
gründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Sie hat die Berufungsanträge zu ent-
halten. Bei diesen darf sich ein Berufungskläger nicht damit begnügen, einzig die
Aufhebung des angefochtenen erstinstanzlichen Entscheides zu beantragen. Er
hat auch einen Antrag in der Sache selbst zu stellen, also im Rechtsbegehren an-
zugeben, wie im Fall der Gutheissung der Berufung zu entscheiden wäre. Das
folgt zwangsläufig aus der reformatorischen und nicht bloss kassatorischen Natur
der Berufung (vgl. etwa OGer ZH, LE110051 vom 10. November 2011; BGer Ur-
teil 4D_61/2011 vom 26. Oktober 2011 [Bezifferung geldwerter Ansprüche; kein
überspitzter Formalismus, an dieser Voraussetzung festzuhalten]). Fehlt es im
Rechtsbegehren an einem Antrag auch zur Sache, so ist die Berufung nicht ab-
zuweisen, sondern es ist auf sie nicht einzutreten.
8. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung als unbegründet. Der ange-
fochtene Entscheid ist, mit Ausnahme der Regelung des persönlichen Verkehrs in
Dispositivziffern 3 und 8 des Entscheides des Bezirksgerichts Zürich vom 3. De-
zember 2012, zu bestätigen.
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9. Dem Entscheid über die Neuzuteilung der elterlichen Sorge kommt rechts-
gestaltende Wirkung zu. Gemäss Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG kommt einer Be-
schwerde gegen ein Gestaltungsurteil aufschiebende Wirkung zu.
III.
1. Bei diesem Ausgang bleibt es bei der Kostenregelung des vorinstanzlichen
Verfahrens. Die Aufhebung von Dispositivziffern 8 rechtfertigt angesichts des hier
sehr geringfügig entstandenen Aufwandes keine abweichende Regelung. Dabei
ist zu berücksichtigen, dass die vorinstanzliche Festsetzung der Gerichtskosten
(vgl. act. 92 S. 44, Dispositiv-Ziffer 12; recte: 11) unangefochten blieb, sich als
angemessen erweist und daher zu bestätigen ist. Analog verhält es sich mit dem
Wettschlagen der erstinstanzlichen Parteientschädigung (act. 92 S. 44, Dispositiv-
Ziffer 14 recte: 13).
2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 12 Abs. 1
und 2 GebV OG und § 5 GebV OG auf Fr. 3'000.-- festzusetzen (zuzüglich Kosten
für die Dolmetscherentschädigung). Die Gerichtskosten des Berufungsverfahren
sind gestützt auf Art. 111 Abs. 1 ZPO mit dem vom Berufungskläger unter Verfah-
rensnummer LC130006 geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Der Beru-
fungskläger ist gestützt auf § 11 Abs. 2 i.V.m. § 5 AnwGebV lediglich für die zu-
sätzlichen Eingaben (Stellungnahme zum Ergebnis der Kinderanhörung, zur No-
veneingabe usw.) zu einer Entschädigung von Fr. 1'600.-- netto an die Beklagte
zu verpflichten. Den Berufungskläger trifft keine Pflicht zur Entschädigung der
Aufwendungen für die Eingabe vom 29. Mai 2013 (act. 104), weil die hier vorge-
brachten Vorfälle bereits in der Berufungsantwort hätten dargelegt werden können
(vgl. act. 102).