# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c8032b5-eb4d-42c3-b46c-3a31bc16f09c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
Freiheitsberaubung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht,
vom 7. Juli 2017 (GB170005)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 13. März 2017
ist diesem Urteil angeheftet (Urk. 9).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 35 S. 13 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1
Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je Fr. 20.–, ent-
sprechend Fr. 2'000.– (wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind) sowie mit einer
Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'000.00 Gebühr Vorverfahren
Fr. 2'500.00 Total
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Entscheid-
gebühr auf zwei Drittel.
6. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt.
7. (Mitteilung)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge: (Prot. II S. 3)
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 36; sinngemäss)
Es sei in Aufhebung des Urteils vom 7. Juli 2017 der Beschuldigte von
Schuld und Strafe frei zu sprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gerichtskasse.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 43; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die Erwägungen der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 35 S. 3; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete Urteil des
Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht Strafsachen, vom 7. Juli 2017 (Prot. I
S. 14 ff.) meldete der Beschuldigte am 14. Juli 2017 fristgerecht Berufung an
(Urk. 29) und reichte nach Zustellung des begründeten Urteils am 25. August
2017 (Urk. 33) – ebenfalls fristgerecht – am 4. September 2017 (Datum Post-
stempel: 1. September 2017) dem Obergericht die Berufungserklärung ein
(Urk. 36). Mit Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2017 wurde die Berufungser-
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klärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft
zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichtein-
treten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 41). Die Staatsanwaltschaft teilte mit
Eingabe vom 20. Oktober 2017 mit, die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
zu beantragen (Urk. 43).
1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung ist der Beschuldigte erschienen
(Prot. II S. 3). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der
Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 47) – auch keine Beweise abzunehmen
(Prot. II S. 4). Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung
(Prot. II S. 5 f.).
2. Umfang der Berufung
Das Urteil der Vorinstanz wird durch den Beschuldigten vollumfänglich angefoch-
ten (Urk. 36). Damit kann festgehalten werden, dass das vorinstanzliche Urteil in
keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen ist. Mithin steht der angefochtene Ent-
scheid im Rahmen des Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechte-
rungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) gesamthaft zur Disposition.
3. Formelles
3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet.
3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249
E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Be-
rufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken.
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II. Sachverhalt
1. Ausgangslage
1.1. Die Staatanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am Sonntag, 12. März
2017, von ca. 19:45 Uhr bis 20:05 Uhr, seine Ehefrau B._ gegen ihren Willen
in der Waschküche des Mehrfamilienhauses am C._-Weg ... in ... Winterthur
während ca. 20 Minuten eingeschlossen zu haben, indem er die Türe der Wasch-
küche mit dem Schlüssel abgeschlossen habe, den Schlüssel – für B._ nicht
zugänglich – eingesteckt habe und zurück in die Wohnung gegangen sei, obwohl
B._ den für ihn klar erkennbaren Willen manifestiert habe, die Waschküche
zu verlassen, was dem Beschuldigten bewusst gewesen sei (Urk. 9).
1.2. Der Beschuldigte zeigte sich in der Untersuchung sowie anlässlich der
Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung hinsichtlich dem für die recht-
liche Würdigung wesentlichen Vorwurf geständig (Urk. 2/1 S. 4 f.; Urk. 2/2 S. 3
und 10 f.; Prot. I S. 10 ff.; Urk. 47 S. 11 ff.). Das Geständnis des Beschuldigten
deckt sich mit dem übrigen Untersuchungsergebnis, so insbesondere auch den
Aussagen von B._ (Urk. 3) sowie den Beobachtungen der Polizei (Urk. 1),
weshalb der rechtlich relevante Sachverhalt rechtsgenügend erstellt ist.
III. Rechtliche Würdigung
1. Tatbestandsmässigkeit
Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz erweist sich als zutreffend, worauf
vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 35 S. 4 f.). Der Beschuldigte erfüllte
durch sein Verhalten den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 183
Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
2. Rechtfertigungsgründe
2.1. Der Beschuldigte führte im Rahmen seiner Berufungserklärung aus, er ha-
be festgestellt, dass am 11. März 2017 zwei Wohnungsschlüssel entwendet wor-
den seien. Er habe daraufhin am Sonntag, 12. März 2017, den Dieb (damit meint
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der Beschuldigte offensichtlich die Geschädigte B._) eingeschlossen. Er ha-
be damit sein Eigentum und seine Wohnung schützen wollen. Dies sei der Grund
für sein Verhalten gewesen (Urk. 29 S. 1 f.).
Auch anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung brachte er vor, er sei nach
Hause gekommen und es sei "ein Diebstahl im Gange" gewesen oder eine
Gruppe von Dieben sei am Werk, welche daran seien, ihn auszurauben. Er wisse
nicht mehr, wieviele Schlüssel verschwunden seien. Er glaube, er habe gar kei-
nen Schlüssel mehr an der Stelle gesehen, wo sie normalerweise sein sollten
(Urk. 47 S. 9). Er sei 15 Jahre lang von der Geschädigten ausgeraubt worden
(Urk. 47 S. 14). Damit macht der Beschuldigte (sinngemäss) einen Rechtfer-
tigungsgrund geltend.
2.2. Gemäss den nicht ganz leicht verständlichen Vorbringen des Beschuldig-
ten habe die Geschädigte einen Wohnungsschlüssel an sich genommen und da-
mit gewisse Räume (Schlafzimmer der Geschädigten und Toilette mit Dusche)
abgeschlossen (Urk. 36 S. 3), wogegen er sich habe wehren wollen. Zudem
macht er geltend, "die Wohnung [sei] jetzt ausgeraubt oder fast leer" (Urk. 29
S. 2), diese Behauptung blieb allerdings auch heute wenig konkret. Der Beschul-
digte tat sich schwer, die Gegenstände effektiv zu bezeichnen, welche ihm weg-
genommen worden sein sollen (Urk. 47 S. 10). Dieses Vorbringen des Beschul-
digten ist deshalb nicht weiter beachtlich. Ebenso unbeachtlich ist das Vorbringen
des Beschuldigten, er sei von der Geschädigten die letzten 15 Jahre ausgeraubt
worden. So hat der Beschuldigte in der ganzen Zeit keine Hilfe von den Behörden
in Anspruch genommen, wie es eine Person getan hätte, die tatsächlich ausge-
raubt worden wäre. Auf die Frage, weshalb er dies nicht getan hat, gab er jeden-
falls nur ausweichende Antworten (Urk. 47 S. 13). Bei näherer Betrachtung macht
der Beschuldigte geltend, er sei die letzten 15 Jahre für die Geschädigte aufge-
kommen, ohne dass diese sich an den Unkosten beteiligt hätte, was er als "Raub"
qualifiziert, unter rechtlichen Gesichtspunkten jedoch keinesfalls so ist und eine
Handlung, wie sie der Beschuldigte mit dem Einsperren der Geschädigten in den
Keller gezeigt hat, nicht zu rechtfertigen vermag. Lediglich am Rande sei erwähnt,
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dass der Beschuldigte während des Zusammenlebens offenbar auch nicht explizit
eine Beteiligung an den Unterhaltskosten verlangt hat (Urk. 47 S. 19).
Was die konkrete Tatsituation angeht, so sagte der Beschuldigte hierzu aus, die
Geschädigte sei damit beschäftigt gewesen, die Schränke der Wohnung, vor
allem in ihrem eigenen Zimmer, auszuräumen. Das Auto der Geschädigten habe
auf dem Parkplatz gestanden, sie habe die Kisten aber nicht in dieses eingeladen.
Sie sei dann damit beschäftigt gewesen, den Waschraum auszuräumen. Nach-
dem er nicht gesehen habe, wohin sie die Zügelkisten gebracht habe, sei er so in
Rage gewesen, dass er die Geschädigte in die Waschküche eingeschlossen habe
(Urk. 2/1 S. 4 F/A 28 f.). Nach dem Grund gefragt, weshalb er die Geschädigte in
die Waschküche eingeschlossen habe, gab er zu Protokoll, sie habe nicht mit ihm
gesprochen und ihm nicht gesagt, warum sie Sachen aus der gemeinsamen
Wohnung ausräume, warum sie ihr Schlafzimmer und ihr Badezimmer verschlies-
se. Er habe sie eingeschlossen, weil er mit ihr habe sprechen wollen (Urk. 2/1
S. 4 F/A 32). Letztere Aussage wiederholte er auch anlässlich der Hafteinver-
nahme vom 13. März 2017 (Urk. 2/2 S. 4 F/A 15).
2.3. Auch diese unmittelbar im Tatzeitpunkt bestehenden Umstände stellen
keinen Rechtfertigungsgrund dar. Sowohl der Beschuldigte als auch die Geschä-
digte B._ waren seit Ende November 2010 Mieter der (ehelichen) Wohnung
am C._-Weg ... in Winterthur (Urk. 2/1 S. 2 F/A 12; Urk. 3 S. 3 F/A 20), wo-
bei sie sich beide an den Mietkosten beteiligten (Urk. 2/1 S. 2 und 4 F/A 13 und
26; Urk. 2/2 S. 11 F/A 89). Die Geschädigte war somit ebenfalls berechtigt, über
die Wohnungsschlüssel zu verfügen, was auch der Beschuldigte anerkannte
(Urk. 47 S. 9 f.). Jedenfalls war es nicht so, dass nur der Beschuldigte alleine be-
rechtigt gewesen wäre und die Geschädigte durch das Ansichnehmen widerrecht-
lich in ein Rechtsgut des Beschuldigten eingegriffen hätte. Worin genau der Nach-
teil des Abschliessens des Schlafzimmers sowie der Toilette mit Dusche für den
Beschuldigten liegt, erschliesst sich nicht. Er selber verfügte auch über mindes-
tens einen Schlüssel, mit welchem er die Räumlichkeiten einfach wieder hätte
aufschliessen können. Kommt hinzu, dass der respektive die Wohnungsschlüssel
(der Beschuldigte spricht einmal von einem, dann von zwei verschwundenen
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Schlüsseln und heute schliesslich sprach er davon, dass keiner mehr am ange-
stammten Platz gelegen habe) bereits am Vortag der Tat, dem 11. März 2017,
"verschwunden" sind, weshalb – selbst wenn man von einer unrechtmässigen
Wegnahme ausgehen würde – diese nicht mehr gegenwärtig war oder unmittelbar
bevorstand.
Im Zusammenhang mit der allfälligen Wegnahme von Sachen hat der Beschuldig-
te nicht konkret geltend gemacht, dass die Geschädigte ihm gehörende Sachen in
die Kisten verstaut und weggetragen hätte. Gemäss Angaben der Geschädigten
handelte es sich denn auch um gebrauchte Kleider (Urk. 3 S. 2 F/A 7). Zudem hat
sie ja die Kisten nicht einmal ins Auto geladen, sondern diese an einer anderen
Stelle verstaut, weshalb auch nicht davon ausgegangen werden muss, dass es zu
einer strafrechtlich relevanten Wegnahme gekommen wäre.
Letztlich, und das ist im vorliegenden Fall entscheidend, fällt auch auf, dass der
Beschuldigte während der Untersuchung grundsätzlich nie explizit geltend ge-
macht hat, er habe sich mit seiner Tat gegen das Verhalten der Geschädigten zur
Wehr gesetzt. Vielmehr führte er wiederholt aus, der Grund für seine Tat sei es
gewesen, die Geschädigte zu einer Kommunikation mit ihm zu veranlassen res-
pektive ihr eine Lektion zu erteilen (Urk. 47 S. 13 f. und 17 f.). Dass er nun einen
Rechtfertigungsgrund geltend macht, erscheint deshalb nachgeschoben.
2.4. Aufgrund des Gesagten erhellt, dass ein Rechtfertigungsgrund zu ver-
neinen ist. Nachdem auch keine Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, ist der
vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Freiheitsberaubung im Sinne von
Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu bestätigen.
IV. Strafzumessung
1. Strafrahmen und allgemeine Prinzipien der Strafzumessung
1.1. Die Vorinstanz hat den konkret anwendbaren Strafrahmen korrekt be-
messen und die theoretischen Grundsätze der Strafzumessung angeführt, worauf
zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 35 S. 5 f.). Mit der
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Vorinstanz sind auch keine Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe ersicht-
lich.
2. Konkrete Strafzumessung
2.1. Tatkomponente
2.1.1. Die Vorinstanz führte zur Tatschwere aus, der Beschuldigte habe im Rah-
men des ehelichen Konflikts mit der Geschädigten diese in der Waschküche ein-
geschlossen und sie damit ihrer Bewegungsfreiheit beraubt. In objektiver Hinsicht
sei dem Beschuldigten anzulasten, dass er damit einen erheblichen Eingriff in die
persönliche Freiheit der Geschädigten vorgenommen habe. Die Bewegungs-
freiheit sei ein wichtiges Recht, welches unter hohem Schutz stehe und das nie-
mandem ohne Grund entzogen werden dürfe. Zur Begründung wie es zur Tat ge-
kommen sei, führe der Beschuldigte aus, die Geschädigte habe, ohne mit ihm zu
sprechen und ohne ihn zu berücksichtigen, die Sachen aus der gemeinsamen
Wohnung geräumt, worauf er, nachdem er nicht gesehen habe, wohin sie die Zü-
gelkisten gebracht habe und weil er mit ihr habe reden wollen, sie kurzerhand in
der Waschküche eingeschlossen habe. Der Beschuldigte habe zudem sinnge-
mäss geltend gemacht, er sei von der Geschädigten in den 15 Jahren gemein-
samer Ehe in finanzieller Hinsicht ausgenutzt worden. Diese Einwände berück-
sichtigend, sei dem Beschuldigten zwar zu Gute zu halten, dass er im Rahmen
des ehelichen Konflikts aus einer emotionalen Situation heraus gehandelt habe.
Es sei aber auch klar und deutlich festzuhalten, dass seitens der Geschädigten
absolut nichts vorgelegen habe, was seine Tat in irgendeiner Weise gerechtfertigt
hätte. Weiter sei zu berücksichtigen, dass er die Geschädigte zwar nicht an einem
völlig unwirtlichen Ort eingesperrt habe – immerhin verfüge der Raum über Licht –
es aber doch kein Ort gewesen sei, der über Infrastruktur verfüge, welche einen
einigermassen angenehmen Aufenthalt erlaube. Wohl mache der Beschuldigte
geltend, er hätte die Geschädigte bald wieder herausgelassen, zu deren Be-
freiung und somit zu einer derart kurzen Freiheitsberaubung sei es aber nur ge-
kommen, weil es der Geschädigten gelungen sei, die Polizei zu alarmieren. Wenn
der Beschuldigte nun betone, dass die Freiheitsberaubung nur rund 20 Minuten
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gedauert habe, bagatellisiere er seine Tat doch erheblich, da es nicht seiner Ab-
sicht entsprochen habe, die Freiheitsberaubung nur so kurz dauern zu lassen.
In subjektiver Hinsicht, so die Vorinstanz weiter, sei zu berücksichtigen, dass der
Beschuldigte mit direktem Vorsatz gehandelt habe: Er habe die Geschädigte be-
wusst einschliessen wollen und sie damit ihrer Freiheit berauben wollen. Das ob-
jektive Verschulden werde somit in subjektiver Hinsicht nicht relativiert.
2.1.2. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist grundsätzlich zuzustimmen. Der Be-
schuldigte schloss die Geschädigte in die Waschküche ihrer (damals) gemein-
samen Wohnung ein. Es handelt sich dabei um einen kleineren, aber gut beleuch-
teten Raum, in welchem sich diverse Waschutensilien sowie auch zumindest eine
Sitzgelegenheit befunden haben (vgl. Urk. 4). Die Geschädigte erklärte bereits
knapp 1 1⁄2 Stunden nach dem Vorfall, dass es ihr bereits ein bisschen besser ge-
he (Urk. 3 S. 5 F/A 34). Der Leidensdruck, einmal abgesehen von der unmittel-
baren Freiheitsberaubung, erscheint somit nicht besonders gross gewesen zu
sein. Festzuhalten ist auch, dass die Freiheitsberaubung nur gerade 20 Minuten
andauerte, weshalb die Tat zwar das Kriterium der Erheblichkeit der Beeinträchti-
gung der Bewegungsfreiheit erfüllt hat, sich damit aber an der untersten Grenze
des strafrechtlichen Verhaltens bewegt. Gleichzeitig ist jedoch mit der Vorinstanz
festzuhalten, dass es nur bei dieser (kurzen) Zeitdauer geblieben ist, da die Poli-
zei schnell am Tatort eingetroffen ist und die Geschädigte aus der Waschküche
befreien konnte. Wäre es nach dem Beschuldigten gegangen, wäre dieser Zu-
stand zumindest noch für eine gewisse Zeit aufrecht erhalten geblieben (vgl.
Urk. 2/1 S. 5 F/A 37). Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz richtiger-
weise erwogen, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz gehandelt hat. Ob-
wohl er die Rufe der Geschädigten gehört und aufgrund deren auch ein Nachbar
erschienen ist, hat er von seiner Tat nicht abgelassen (Urk. 47 S. 11). Allerdings
ging die Tat aus einem spontanen Entschluss hervor, sie war nicht geplant
(Urk. 2/1 S. 5 F/A 40; Urk. 2/2 S. 4 F/A 19 f.). Das Verschulden wird noch leicht
dadurch gemindert, dass sein Verhalten zweifellos durch die angespannte Bezie-
hungssituation der Eheleute bedingt war, welche damals noch zusammenlebten
und kurz vor der Trennung standen. Offenbar verweigerte die Geschädigte die
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Kommunikation mit dem Beschuldigten, was diesen dann zum entsprechenden
Verhalten veranlasst hat (Urk. 2/1 S. 4 F/A 32). Der Beschuldigte war emotional
überfordert. Seine Tat erscheint dadurch aber dennoch unter keinen Umständen
entschuldbar. Letztlich sind im gesamt möglichen Spektrum aller Freiheits-
beraubungen im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB aber viel schwerere Fälle
denkbar. Die kriminelle Energie des Beschuldigten ist nach dem Gesagten nicht
besonders hoch. Das konkrete Tatverschulden erscheint als sehr leicht.
2.1.3. Wenn die Vorinstanz für die gesamte Tatschwere eine Einsatzstrafe von
4 Monaten Freiheitsstrafe respektive 120 Tagessätzen Geldstrafe festsetzt, er-
scheint dies als zu hoch. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist eine Einsatz-
strafe von 70 Tagessätzen angemessen.
2.2. Täterkomponente
2.2.1. Zu den persönlichen Verhältnissen ist aus dem bisherigen Verfahren und
der heutigen Berufungsverhandlung bekannt, dass der Beschuldigte im Jahr 1948
geboren und seit dem tt. März 2002 in zweiter Ehe mit der Geschädigten verheira-
tet ist, von welcher er seit Mai 2017 getrennt lebt und zu welcher er keinen Kon-
takt mehr hat. Diese Ehe ist kinderlos geblieben. Mit seiner ersten Ehefrau hat er
hingegen drei mittlerweile erwachsene Kinder, für die er in finanzieller Hinsicht
nicht mehr aufkommen muss. Der Beschuldigte ist pensioniert und erhält eine
AHV-Rente in der Höhe von Fr. 1'603.–. Seit Mitte September 2017 lebt der Be-
schuldigte in einer 1-Zimmerwohnung, für welche er Fr. 670.– bezahlt. Die Kran-
kenkasse beläuft sich auf ca. Fr. 200.–. Der Beschuldigte hat weder Vermögen
noch Schulden (Prot. I S. 6; Urk. 47 S. 1 ff.). Er ist nicht vorbestraft (Urk. 39). Die
Täterkomponenten sind mit der Vorinstanz nicht dergestalt, dass sie sich auf die
Strafzumessung auszuwirken vermögen.
2.2.2. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mit zu
berücksichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren
(wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit, Art. 47 N 22; BSK
StGB I-WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 109). Ein Geständnis, das kooperative
Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und
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Reue wirken strafmindernd (BSK StGB I-WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 130 f.).
Das Bundesgericht hielt in seinen Entscheiden BGE 118 IV 349 und 121 IV 202
dafür, ein positives Nachtatverhalten könne zu einer Strafreduktion im Bereich
von einem Fünftel bis zu einem Drittel führen (vgl. auch BSK StGB I-
WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 131).
Strafmindernd zu berücksichtigen ist das Geständnis des Beschuldigten. Zu be-
merken ist allerdings, dass sein Geständnis die Untersuchung zwar erleichtert
hat, die Beweislage aber auch sonst als komfortabel bezeichnet werden kann,
weshalb die Untersuchung nur bedingt erleichtert wurde. Zumindest bei der Poli-
zei zeigte der Beschuldigte Reue (Urk. 2/1 S. 6 F/A 47), eine tatsächliche Einsicht
ins Unrecht seiner Tat kann beim Beschuldigten aber nicht ausgemacht werden.
Vielmehr hat er sich anlässlich der Hauptverhandlung und auch heute wieder da-
hingehend geäussert, dass er sich als Opfer und nicht als Täter sieht, und sich zu
dem gezeigten Verhalten berechtigt fühlte (vgl. Prot. I S. 10 ff.; Urk. 47 S. 8 ff.).
Unter diesen Umständen kann dem Beschuldigten nur eine leichte Strafminde-
rung auf 60 Tagessätze zugestanden werden.
2.3. Höhe Tagessatz
2.3.1. Die Vorinstanz setzte unter Berücksichtigung der damaligen finanziellen
Verhältnisse des Beschuldigten den Tagessatz auf Fr. 20.–.
2.3.2. Wird eine Geldstrafe ausgefällt, bemisst sich die Höhe des Tagessatzes
nach den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des
Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen
Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34
Abs. 2 StGB).
2.3.3. Der Beschuldigte verfügt über eine monatliche AHV-Rente in der Höhe von
Fr. 1'603.–. Ergänzungsleistungen erhält er keine. Den Beschuldigten treffen kei-
ne Unterstützungspflichten. Seine drei Kinder sind bereits erwachsen und auch
für die von ihm getrennt lebende Ehefrau muss er nichts bezahlen. Die Miete be-
läuft sich auf Fr. 670.– und für die Krankenkasse muss er Fr. 200.– bezahlen.
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Vermögen oder Schulden hat der Beschuldigte keine (Prot. I S. 8 f.; Urk. 7
S. 1 ff.). Aufgrund der genannten finanziellen Verhältnisse und in Anbetracht
dessen, dass die Geldstrafe eine spürbare Sanktion darstellen soll, erweist sich
die von der Vorinstanz festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 20.– als angemessen
und ist zu bestätigen.
2.4. Bussenfestsetzung
2.4.1. Fällt das Gericht eine bedingte Strafe aus – was vorliegend, wie noch zu
zeigen sein wird, der Fall ist – so kann die bedingte Strafe gemäss Art. 42 Abs. 4
StGB mit einer unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB
verbunden werden. Mit der Verbindungsbusse soll einerseits die Schnittstellen-
problematik zwischen der unbedingten Busse für Übertretungen und der beding-
ten Geldstrafe für Vergehen entschärft werden; sie hat insoweit nach Auffassung
des Bundesgerichts auch eine generalpräventive Funktion. Die unbedingte Ver-
bindungsgeldstrafe bzw. Busse trägt ferner dazu bei, das unter spezial- und gene-
ralpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten Geld-
strafe zu erhöhen. Sie kommt daher insbesondere in Betracht, wenn dem Täter
zusätzlich zur bedingten Grundstrafe ein sofort spürbarer Denkzettel verpasst
werden soll; die Verbindungsstrafe hat damit auch eine spezialpräventive Be-
deutung. Die Strafkombination darf aber nicht zu einer Straferhöhung führen oder
eine zusätzliche Strafe ermöglichen (BGE 134 IV 60 E. 7.3.2).
2.4.2. Im vorliegenden Fall erscheint es nicht angezeigt, den Beschuldigten neben
der Geldstrafe mit einer Busse zu belegen. Angesichts des Umstandes, dass vor-
liegend keine Schnittstellenproblematik zwischen unbedingter Busse für Übertre-
tungen und bedingter Geldstrafe für Vergehen oder gar Verbrechen besteht – es
geht hier nicht um eine Schnittstellenproblematik bei Massendelikten, sondern es
steht die Verbindung einer bedingten Geldstrafe wegen eines Vergehens mit einer
"Denkzettel"-Busse zur Diskussion – und auch nicht erkennbar ist, dass der Be-
schuldigte aus spezialpräventiven Gründen im Sinne einer spürbaren Lektion mit
einer sofort spürbaren Strafe belegt werden müsste, ist von der Ausfällung einer
Verbindungsbusse abzusehen. Laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(BGE 134 IV 1 E. 4.5; BGE 134 IV 60 E. 7.3.1 und 7.3.2) müssten für die (zusätz-
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liche) Ausfällung einer Busse gewisse Zweifel an der Legalbewährung bestehen.
Solche sind aber beim Beschuldigten – er gilt als Ersttäter – nicht auszumachen.
Vielmehr ist anzunehmen, dass er sich durch die bedingte Strafe und die weiteren
Konsequenzen dieses Strafverfahrens, namentlich auch die Kostenfolgen, ge-
nügend beeindrucken lassen wird, um sich künftig wohl zu verhalten. Vom Aus-
sprechen einer Busse ist deshalb abzusehen.
2.5. Fazit
Der Beschuldigte ist nach Würdigung aller relevanten Umstände mit einer Geld-
strafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 20.– zu bestrafen.
V. Vollzug
Nur schon aus prozessualen Gründen (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist der bedingte
Aufschub der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu bestä-
tigen, wobei sich dies im konkreten Fall aber auch als angemessen erweist und
von der Staatsanwaltschaft nicht dagegen opponiert wird. Im Übrigen ist der Be-
schuldigte unbescholten und es nicht anzunehmen, dass er erneut straffällig wird.
Sodann steht einer Anrechnung der vom Beschuldigten bereits erstandenen zwei
Tage Haft an die (bedingte) Geldstrafe nichts entgegen (Art. 51 StGB).
VI. Kosten und Entschädigung
1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens
1.1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten die Kosten des Vorverfah-
rens sowie die Entscheidgebühr in der Höhe von insgesamt Fr. 2'500.– (Urk. 35
S. 13).
1.2. Ausgangsgemäss – es bleibt hinsichtlich der gesamten Anklage bei einer
Verurteilung des Beschuldigten – ist das vorinstanzliche Kostendispositiv zu be-
stätigen (Dispositivziffer 5 und 6; Art. 426 Abs. 1 StPO). Vollumfänglich verwiesen
werden kann im Übrigen auf die Erwägungen der Vorinstanz betreffend Zuspre-
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chung einer Genugtuung im Sinne Art. 431 StPO an den Beschuldigten, welche
weder der Ergänzung noch der Korrektur bedürfen (Urk. 39 S. 11 f.).
2. Kosten des Berufungsverfahrens
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen.
2.2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ih-
res Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im
Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in
welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten
Anträge gutgeheissen wurden (BSK StPO-DOMEISEN, Art. 428 N 6). Nach Art. 428
Abs. 2 lit. b StPO können einer Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen und einen für
sie günstigen Entscheid erwirkt hat dennoch die Kosten auferlegt werden, wenn
der angefochtene Entscheid nur unwesentlich geändert wird. Eine unwesentliche
Änderung liegt insbesondere dann vor, wenn die Vorinstanz ihr Ermessen anders
gewichtet hat, so beispielsweise bei der Bemessung der Strafe (BSK StPO-
DOMEISEN, Art. 428 N 21).
2.3. Der appelierende Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen vollum-
fänglichen Freispruch an (Urk. 36). Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestä-
tigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 43). Nachdem der Beschuldigte heute im
Berufungsverfahren – in Bestätigung des Schuldspruchs durch die Vorinstanz –
wegen Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig ge-
sprochen wird, unterliegt dieser mit seinem Hauptantrag auf Freispruch. Indessen
wird das Strafmass im Verhältnis zum vorinstanzlichen Urteil deutlich reduziert
und es kann nicht mehr von einer unwesentlichen Änderung im Sinne von
Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO gesprochen werden. Es erscheint deshalb ange-
messen, die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten zu drei Vierteln
aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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