# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f7c7e8b2-af05-462a-9da1-e765c98f7c77
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975
,
meldete sich unter
Hinweis auf
eine seit vielen Jahren bestehende psychische Störung und körperliche Beschwerden
am
1
4.
August 2014
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/24
Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Sit
uation ab, zog Akten des Unfallversicherers
(
Urk.
7/47)
und der
Kranken
taggeldversicherung
(
Urk.
7/50
)
bei
und holte bei
Dr.
med.
Y._
,
Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein
bi
disziplinäres
Gutachten ein, das am
1.
respektive am
4.
Juni 2015
erstattet wurde (
Urk.
7/62-63
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/71;
Urk.
7/72,
Urk.
7/74
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
8.
Dezember 2015 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/
76
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
5.
Januar 2015
Beschwerde g
egen die Verfügung vom 2
8.
Dezember 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei
ihr eine angemessene Rente
zuzusprechen, eventuell sei
die IV-Stelle anzuweisen, die notwendigen Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
Februar 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 1
6.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Mit Gerichtsverfügung vom
2
3.
Mai 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung
und Rechtsvertretung bewilligt
(
Urk.
9
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, es sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher einen Anspruch auf Leistun
gen der Invalidenversicheru
ng begründe
. Bei der diagnostizierten
An
pas
sungs
störung
mit längerer depressiver Reaktion handle es sich um ein vor
übergehendes Leiden.
Die therapeutischen Massnahmen seien nicht aus
geschöpft.
Aus rheumatologischer Sicht sei keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen. Zudem liege eine psychosoziale Belas
tungssituation vor, welche bei der Beurteilung von Leistungen der Invaliden
versicherung nic
ht berücksichtigt werden könne
(S.
1 ff.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) gel
tend,
sie sei seit Jahren in ärztlicher Behandlung und habe darauf vertrauen können, dass ihr
eine ihren Beschwerden entsprechende
korrekte Behandlung zugekommen sei (S. 4
Ziff.
12). Es habe eine langjährige Arbeitsunfähigkeit
bestanden und diese sei gemäss Gutachten auch
ausgewiesen (S. 4
Ziff.
13-
15).
E
s sei ihr
daher eine
Rente
entsprechend der von
Dr.
Z._
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
auszurichten. Es sei nicht ausgewiesen, dass die von
Dr.
Z._
empfohlenen Behandlungsmethoden auch einen Erfolg nach sich zögen, weshalb dies nach angemessener Zeit neu zu überprüfe
n sei (S. 4
Ziff.
11 und
Ziff.
1
6-17).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Inva
li
denrente hat.
3.
3.1
A._
,
Psychologe,
stellte in seinem Bericht vom
3.
März 2015 (
Urk.
7/55) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Depressionen
Sch
lafstörungen
generalisierte Ängste
verminderte Intelligenz (die Patientin mache seit sieben Jahren die glei
chen Fehler und es gebe keine Verbesserung)
Der Psychologe
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 3
0.
Oktober 2008 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 2
6.
Februar 2015 stattgefunden (
Ziff.
1.2). Sie könne keine Arbeiten mit langem Sitzen oder Stehen ausüben und sei maximal zwischen 40 und 50
%
arbeitsfähig. Sie könne Gewichte von maximal 10 bis 12 kg he
ben und müsse in hellen Räumen a
rbeiten und wegen der Allergie an keinen staubi
gen Plätzen (
Ziff.
1.7). Ab Sommer 2015 könne mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 40 bis 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Der Psychologe
A._
führte aus, in seiner Gesprächspsychotherapie werde die Familienkonstruktion berücksichtigt. Dadurch könnten biographi
sche Muster und transgenerationale Problemstellungen entdeckt und bear
beitet
beziehungsweise eigene
Persönlichkeitsanteile sichtbar gemacht und integriert werden. Die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen dienten der Patientin dazu, neue Erkenntnisse aus den Sitzungen in ihrer eigenen Lebenspraxis auszuprobieren und so genannte Hausaufgaben erledigen zu können. Eine Besonderheit dieser Methode liege in der Rückmeldung des von der Patientin ausgedrückten emotionalen Inhaltes ihrer
Aussage ohne jede Verfälschung
mit anderen Worten (aktives Zuhören, Empathie). Dadurch werde die Patientin immer weiter in ihre eigene
Wahrnehmung geführt, oft bis an
die Antworten, welche sie im Alltag nicht auszusprechen wage oder derer sie sich nicht gewahr werden könne. Durch das Schaffen einer vertrau
ensvollen Atmosphäre solle die Patientin angstfrei und kreativ an der Lösung ihrer eigenen Schwierigkeiten arbeiten können (
Ziff.
1.5).
3.2
Dr.
Z._
und
Dr.
Y._
nannten in ihrem Gutachten vom
4.
Juni 2015 (
Urk.
7/63) zusammenfassend als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, ICD-10 F43.21 (S. 10
Ziff.
9.1.1.).
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen schädli
chen Nikotingebrauch (ICD-10 F17.1), ausgedehnte chronische Schmer
zen mit unauffälliger
Dolorimetrie
, eine subklinische Hypothyreose, einen Status nach akuter Hepatitis B im Juli 2013, eine
Varicosis
cruri
beid
seits und eine seit der Kindheit
bestehende
Ptosis
links
(S. 10
Ziff.
9.1.2.).
Dr.
Z._
und
Dr.
Y._
führten zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen angestammten Tätigkeit aus,
aus psychiatrischer Sicht könne der Exploran
din eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
. Aus rheumato
logischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(S.
10
Ziff.
9.2.1.)
.
Auch in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Für die verbleibende 50%ige Arbeitsfähigkeit sowie
für die prognostizierte 100%ige Arbeitsfähigkeit nach den durchgeführten fachgerechten therapeu
tischen Massnahmen,
könne die Explorandin aus psychiatrischer Sicht sämt
liche Tätigkeiten ihrem Bildungsniveau entsprechend ohne Einschränkungen ausüben.
Aus rheumatologischer Sicht könne sie sämtliche Tätigkeiten ihrem Bil
dungs
niveau entsprechend ohne Einschränkun
gen ausüben (S. 10
Ziff.
9.2.3.-9.2.4.
). Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit führten die Gutachter aus, es könne von einer Verschlechterung des psychischen Zustandes der Explo
randin und Ausbruch einer Anpassungsstörung mit längerer depressi
ver Reaktion seit Februar 2014 ausgegang
en werden (S. 10
Ziff.
9.2.2.).
Unter fachgerechter psychiatrischer Behandlung sei von einer raschen Wiederher
stellung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 11
Ziff.
9.5
.
).
Dr.
Z._
führte in seiner psychiatrischen Beurteilung aus, aufgrund der anamnestischen Angaben könnten bei der Beschwerdeführerin sowohl eine genetische Vulnerabilität als auch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwick
lung psychischer Erkrankungen ausgeschlossen werden. Sie sei im Heimat
land regelrecht eingeschult worden und habe dort während fünf Jahren die Schule besucht, ohne Klassen repetieren zu müssen. Damit könnten sowohl eine Intelligenzminderung als auch Verhaltensstörungen oder sonstige Prob
leme mit Krankheitswert in der Kindheit und Pubertät klar ausgeschlossen werden. Die Beschwerdeführerin habe 18-jährig geheiratet und eine eigene Familie gegründet. Trotz mehrfacher psychophysischer Belastungen sei sie den sozialen Anforderungen jahrelang gewachsen gewesen. Bei fehlenden Hinweisen auf ein anhaltend auffälliges Verhaltensmuster bezüglich Kogni
tionen, Wahrnehmungen und sozialer Interaktionen sowie fehlenden Hin
weisen auf anhaltende Störungen der Impuls- und Affektkontrolle könnten
bei der Explorandin prämorbide psychische Probleme mit Krankheitswert inklusive einer Persönlichkeitsstörung auch im
Erwachsenenalter klar aus
geschlossen werden.
Dr.
Z._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe am 3
0.
Oktober 2008 eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen, dies gemäss ihren Angaben allerdings nicht aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung, sondern zwecks Erarbeitung von
Prob
lemlösungsstrategien
bei mehrfachen psychischen Belastungen. Die erhaltene Arbeitsfähigkeit seit der Therapieaufnahme im Oktober 2008 bis zum Unfall im März 2013 spreche zusätzlich gegen vorliegende psychische Probleme mit Krankheitswert.
Nach dem Unfall im März 2013 sei es aufgrund der glaubhaft g
eschilderten anamnestischen Angaben im Rahmen der veränderten Lebenssituation und dem Verlust der Tagesstruktur zum Ausbruch einer depressiven Reaktion gekommen. Trotz regelmässiger therapeutischer Massnahmen, vorwiegend Gesprächspsychotherapie, habe sich
der psychische Zustand der Beschwer
deführerin subjektiv nicht gebessert
.
Dr.
Z._
führte aus, anlässlich der Exploration vom
4.
Mai 2015 habe die Beschwerdeführerin in psychopathologischer Hinsicht mittelschwere depressive Symptome aufgewiesen, die ergänzend mit dem anamnestisch erho
benen Aktivitätsniveau der Explorandin einer mittelschweren depressi
ven Reaktion, nach ICD-10 einer Anpassungsstörung zugeordnet werden könn
t
e
n
. Gleichzeitig sei zu betonen, dass die Therapieoptionen bei der Beschwerdeführerin weitgehend nicht ausgeschöpft seien. Die gegenwärtige Psychopharmakotherapie, insbesondere die Behandlung
,
entspreche nicht den Richtlinien
nach ICD-10
für eine Behandlung de
pressiver Störungen oder depressiver Reaktionen. Die Beschwerdeführerin benötige ergänzend zu der etablierten Gesprächspsychotherapie in ihrer Muttersprache dringen
d
eine antidepressive Behandlung mit einem antriebssteigernden und/oder ergän
zend ein schlafförderndes Antidepressi
vum. Unter fachgerechten
therapeuti
schen Massnahmen sei innerhalb von zwei bis drei Monaten mit einer voll
ständigen Rückbildung der depressiven Anpassungsstörung zu rechnen (S.
7 f.
Ziff.
6).
4.
4.1
Di
e
B
e
schw
e
rd
e
g
e
gn
e
rin stützt
e
sich in ihr
e
r leistungs
anspruchs
ve
rn
e
in
e
nd
e
n
Ve
rfügung (Urk. 2) auf das
bidisziplinäre
Gutachten
v
on Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
v
om
Juni 2015
(
v
gl.
v
orst
e
h
e
nd
E
. 3.2
),
mass
aber der
von
psychiatrisch
e
r S
e
it
e
h
e
r diagnostizi
e
rt
e
n
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) keine Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
zu
(vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Y._
und von
Dr.
Z._
v
om
Juni 2015
b
e
rücksichtigt di
e
v
on der
B
e
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Das Gutachten
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e
iskräftig
e
E
xp
e
rtis
e
(
v
gl.
v
orst
e
h
e
nd
E
. 1.4
).
Hinsichtlich der Einschätzung
durch
Dr.
Z._
ist jedoch zu beachten, dass
e
ine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes nur dann vor
liegt
, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die ver
bleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzumuten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das
Mass
des
For
derbaren
weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfä
higkeit sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (vgl.
vorstehend E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es
gemäss
Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber
abschlies
send
und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt.
Vielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2-3
.3).
4.3
Nachfolgend zu prüfen bleibt, ob die v
on
Dr.
Z._
diagnostizierte
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21
) eine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit nach sich zieht.
Definitionsgemäss stellt eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) ein lediglich vorübergehendes Leiden dar beziehungsweise bildet keine hinreichend aus
geprägte Psychopathologie. Vielmehr liegt sie im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl. Urteil 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.2.2).
Anpassungsstörungen nach ICD-10 F43.2 sind zeitlich eng limitiert und beginnen im Allgemeinen innerhalb eines Monats nach einem belastenden Ereignis oder einer entscheidenden Lebensveränderung, und die Symptome halten meist nicht länger als sechs Monate an, ausser bei der längeren depressiven Reaktion nach ICD-10 F43.21, die aber in der Regel auch nicht länger als 2 Jahre dauert (vgl.
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 10. Auflage, S. 209-211).
Zudem kann nicht von einem
erheblichen psychischen Leiden der Beschwer
de
führerin ausgegangen werden angesichts der Tatsache,
dass
Dr.
Z._
die bisherigen
Therapiemassnahmen
als
für
ungenügend befand und bei ent
sprechender fachgerechter therapeutischer
Massnahmen
bereits in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten mit einem vollständigen Rück
gang der depressiven Anpassungsstörung rechnete.
Abschliessend
ist darauf hinzuweisen, dass auf die Einschätzung der Arbeits
fä
higkeit durch den behandelnden Psychologen
A._
vom März 2015 (vorstehend E. 3.1) ebenfalls nicht abgestellt werden kann. So erfolgte seine Diagnosestellung nicht nach den
Vorgaben eines anerkannten
Klassifi
kationssystems
und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist nicht nach
vollziehbar.
Insbesondere lässt sich auch seiner Beschreibung der Gesprächs
therapie nicht entnehmen, dass diese auf die Behandlung eines depr
essiven Leidens respektive eines psychischen Gesundheitsschadens gerichtet war, viel
mehr schien es sich um eine Hilfestellung bei der Bewälti
gung des Alltags und dem Umgang mit familiären Problemen zu handeln.
4.4
Zusammenfassend ersche
int damit die
von
Dr.
Z._
aufgrund der diagnos
ti
zierten Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)
attestierte
5
0%ige Arbeitsunfähigkeit
für
nicht nachvollziehbar, und es ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehe
n, dass damit kein Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, der einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründen würde.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegen
den Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
Mit
Honorarnote
vom 1
5.
Februar 2017
(
Urk.
13
) machte die
unentgeltliche
Rechts
vertrete
r
in
der Beschwerdeführerin
einen Aufwand von insgesamt
7.30
Stun
den und
eine Auslagenpauschale von 3
%
geltend, was als ange
messen erscheint (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozi
alversiche
rungs
gericht
,
GSVGer
), weshalb sie
mit
Fr.
1'786.55
(inkl.
Auslagenpauschale
und Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen
ist
.