# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c23c0479-ae6e-41a3-b64f-e31e12620884
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 8. November 2016 meldete A._ der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden, ihre Schwester B._, welche eine grosse Suchtproblematik mit Drogen und Alkohol aufweise, habe sich nach dem Auszug aus dem Haus in Malans bei ihrer Mutter, X._, «eingenistet». Seither klage die Mutter über das unberechenbare Verhalten ihrer Tochter, wenn sie Drogen konsumiert habe, und über Geldentwendungen. Sie (A._) und ihre Geschwister würden sich sehr um das Wohl ihrer 89-jährigen Mutter sorgen.
B. Mit verfahrensleitender Verfügung der KESB Nordbünden vom 22. November 2016 wurden bei der B.1_ die Informationen zu den Konten von X._ eingeholt. Die Belege der Barbezüge zeigten auf, dass B._ seit Monaten mit Vollmachten ihrer Mutter höhere Bargeldbezüge tätigte.
C. Mit Verfügung der KESB Nordbünden vom 30. November 2016 wurde X._ sowie bevollmächtigten Dritten der Zugriff auf ihre bei der B.1_ geführten Konten im Sinne einer vorsorglichen Massnahme entzogen.
D. Anlässlich einer Besprechung vom 9. Dezember 2016 informierten C._ und D._ (Mitglieder KESB Nordbünden) X._ über den Inhalt und die Auswirkungen einer Beistandschaft nach Erwachsenenschutzrecht und liessen sie hierzu Stellung nehmen.
E. Mit Entscheid vom 14. Dezember 2016, mitgeteilt am 19. Dezember 2016, erkannte die KESB Nordbünden was folgt:
"1. Für X._ wird eine Beistandschaft nach Erwachsenenschutzrecht (Art. 390 ZGB) errichtet.
2. Die Beistandsperson erhält die Aufgaben und Kompetenzen, X._ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in den nachfolgend aufgelisteten Bereichen zu beraten, zu unterstützen und soweit nötig bei allen damit verbundenen Handlungen (Administration, Rechtsverkehr) zu vertreten:
a. Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB): Verwaltung des gesamten Einkommens und Vermögens (insbesondere Bestreitung der Lebenskosten, Geltendmachung von Forderungen und Leistungsansprüchen, sorgfältige Verwaltung sämtlicher Mobilien und Immobilien, Verkehr mit Banken, Post und ähnlichen Finanzinstituten);
b. Wohnen: stets für eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft für X._ besorgt zu sein (insbesondere Mietverhältnis, evtl. Wohnbegleitung organisieren);
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c. Medizin und Gesundheit: unter Berücksichtigung einer allfälligen Patientenverfügung für das gesundheitliche Wohl von X._ sowie für hinreichende medizinische Betreuung besorgt zu sein (insbesondere Verkehr mit Ärzten und anderem medizinischen Betreuungspersonal, Prävention), wobei das Vertretungsrecht für medizinische Massnahmen bei Urteilsunfähigkeit (Art. 378 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB) ausdrücklich ausgeschlossen ist;
d. öffentliche Verwaltung: insbesondere Verkehr mit Steuerbehörden, Gemeinden, Betreibungsamt;
e. Versicherungen: stets für eine ausreichende und geeignete Versicherungsdeckung und Leistungssituation besorgt zu sein (insbesondere Sozialversicherungen, private Versicherungen, Krankenkassen);
f. soweit erforderlich die Post von X._ zu öffnen;
g. soweit erforderlich die Wohnräume von X._ (_strasse, O.1_) zu betreten.
3. Zum Zugriffsrecht auf Vermögenswerte wird verfügt:
a. X._ wird der Zugriff auf das bei der Berufsbeistandschaft Plessur zu errichtende «Betriebskonto» entzogen (Art. 395 Abs. 3 ZGB).
b. Der Zugriff von X._ sowie von bevollmächtigten Dritten auf ihre bei der B.1_ geführten Konten wird folgendermassen geregelt:
1. Der Zugriff auf das Sparkonto _ sowie die Sparpyramide _ wird entzogen (Art. 395 Abs. 3 ZGB).
2. Bezüge vom Privatkonto Nr. _ erfordern die Zustimmung der KESB. Der Weiterführung des bestehenden Dauerauftrags zu Gunsten der «Verwaltung der Hauseigentümer Gemeinschaft L3» in der Höhe von Fr. 1'719.50 wird generell die Zustimmung erteilt.
4. Folgende Handlungen von X._ können im Rahmen einer Mitwirkungsbeistandschaft (Art. 396 ZGB) nur mit der Zustimmung der eingesetzten Beistandsperson rechtsgültig vorgenommen werden:
a. Gewährung von Darlehen und Erbvorbezügen;
b. Abschluss von Verträgen zugunsten Dritter;
c. Versprechen und Ausrichten von Schenkungen, die über übliche Gelegenheitsgeschenke hinausgehen.
5. E._ (Berufsbeistandschaft Plessur) wird zur Beiständin von X._ ernannt.
6. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde:
a. sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit X._ persönlich Kontakt aufzunehmen;
b. ein Betriebskonto zu eröffnen, über das grundsätzlich sämtliche Einnahmen und Ausgaben abgewickelt werden, und die KESB
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zusammen mit der Einreichung des Inventars über die Eröffnung zu informieren;
c. ein persönliches Konto zu eröffnen bzw. ein bestehendes Konto zu bezeichnen, auf das X._ regelmässig Beträge zur freien Verfügung überwiesen werden, und die KESB zusammen mit der Einreichung des Inventars über die Eröffnung bzw. Bezeichnung zu informieren;
d. in Zusammenarbeit mit der KESB im Sinne der Erwägungen per Datum dieses Entscheids ein Inventar über sämtliche zu verwaltenden Vermögenswerte aufzunehmen und dieses zusammen mit einem Budget, das über die mutmasslichen Einnahmen und Ausgaben Auskunft gibt, spätestens zwei Monate nach Erhalt der Ernennungsurkunde zur Genehmigung einzureichen;
e. bei Banken und Versicherungen bestehende Vollmachten, Daueraufträge, Lastschriftverfahren, Kontokarten, E- etc. zu prüfen und nötigenfalls zu widerrufen; die KESB ist zusammen mit dem Eingangsinventar darüber zu informieren.
f. Bargeld, Wertgegenstände und wichtige Dokumente sicher aufzubewahren.
7. Die Beistandsperson ist gehalten:
a. Der KESB alle zwei Jahre (erstmals per 31. Januar 2019) die Rechnung samt Belegen sowie einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Rechnungsführung und Vermögensentwicklung, die Lage von X._ und die Ausübung der Beistandschaft) und ein aktuelles Budget einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von X._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpassung oder die Aufhebung der Massnahme vorzuschlagen.
8. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit dieses Entscheides die mit Ziff. 1 des Entscheids vom 30. November 2016 verfügte vorsorgliche Anordnung (Zugriffsregelung für Konten von X._ bei der B.1_) von Gesetzes wegen dahinfällt.
9. Die Kosten im Verfahren Abklärung Erwachsenenschutzmassnahmen werden auf Fr. 500.-- festgesetzt und beim Verfahren belassen.

## Considerations