# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 425b292d-8f6a-56d6-878c-d5d4fed5302e
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ R. S. , italienischer Staatsangehöriger, geboren am 0000, verheiratet, war in der Zeit
vom 1. Juni 1997 bis 15. September 2006 in der Politischen Gemeinde F. polizeilich
angemeldet. Er lebt seit Dezember 2005 von seiner Ehefrau getrennt, welche
zusammen mit den beiden Söhnen in F. wohnt. Am 15. September 2006 meldete sich
R. S., der an einer Suchterkrankung leidet, in F. ab und am 18. September 2006
meldete er sich in der Politischen Gemeinde C. an. Gleichentags zog er in die
Wohngemeinschaft A. R. S. verfügte bereits vor dem 1. Juni 1997 über die
Niederlassungsbewilligung C, welche ihm am 21. September 2006 für den Kanton St.
Gallen erteilt wurde.
R. S. hielt sich bis Ende Juni 2007 in der Wohngemeinschaft A., auf. Im Juli 2007
verbrachte er zusammen mit seinen Söhnen vier Wochen Ferien in Italien. Dort erlitt er
einen Rückfall. Am 1. August 2007 begab sich R. S. zur stationären Behandlung in die
Kantonale Psychiatrische Klinik in Wil. Von dort aus wandte er sich am 7. September
2007 an die Vormundschaftsbehörde C. und stellte den Antrag, er sei zu
verbeiständen. Am 23. Oktober 2007 stellte der Gemeinderat C. fest, dass R. S.
offensichtlich Hilfe brauche und ordnete für ihn eine Beistandschaft auf eigenes
Begehren an.
B./ Am 21. Oktober 2007 gelangte R. S. an die Sozialen Dienste C. und teilte mit, er
habe sich entschlossen, eine Langzeittherapie zu machen und stelle das Gesuch um
Kostengutsprache für eine stationäre Therapie in der Therapiegemeinschaft L. Am
30. Oktober 2007 unterstützte der Stellenleiter des Vereins Suchtberatungsstelle
Region Uzwil/Flawil das Anliegen von R. S.. Am 3. Dezember 2007 trat der Präsident
der Vormundschaftsbehörde C. auf das Gesuch um Kostengutsprache mangels
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örtlicher Zuständigkeit nicht ein. Am 11. Dezember 2007 erhob R. S. gegen diesen
Entscheid Rekurs beim Departement des Innern. Das Departement des Innern teilte
dem Gemeinderat C. am 17. Dezember 2007 mit, er habe subsidiäre Kostengutsprache
zu leisten und danach die seiner Meinung nach zuständige Gemeinde im Kanton Bern
um Übernahme der Kosten zu ersuchen. Am 8. Januar 2008 stellte der Gemeinderat C.
fest, dass er gemäss Weisung des Departements des Innern vorerst Kostengutsprache
zu leisten habe und beschloss für den Aufenthalt von R. S. in der
Therapiegemeinschaft L., mit Wirkung ab 7. Januar 2008 ohne Anerkennung einer
Rechtspflicht eine subsidiäre Kostengutsprache im Umfang der Tagestaxe von
gegenwärtig Fr. 230.-- sowie für Nebenkosten von Fr. 250.-- pro Monat zu leisten. Mit
"Unterstützungsanzeige für Notfall" gemäss Art. 30 des Bundesgesetzes über die
Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (SR 851.1, abgekürzt ZUG) vom
4. Januar 2008 wurde dem Kanton Bern als ersatzpflichtigem Wohnsitzkanton von R.
S. die Notfallunterstützung gemäss Art. 13 ZUG angezeigt, und es wurde gestützt auf
Art. 14 Abs. 1 und Art. 23 Abs. 1 ZUG ein Kostenersatzanspruch von 100 Prozent
geltend gemacht.
C./ Am 18. Januar 2008 erhob die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons
Bern beim Amt für Soziales des Kantons St. Gallen Einsprache gegen die
"Unterstützungsanzeige für Notfall" vom 4. Januar 2008 und lehnte die
Kostenersatzpflicht ab. Mit der Einsprache wurde geltend gemacht, R. S. , der von
seiner Ehefrau getrennt lebe, habe sich am 15. September 2006 in F. abgemeldet und
im Kanton St. Gallen am 21. September 2006 die Niederlassungsbewilligung C
erhalten. Demzufolge habe er seinen Lebensmittelpunkt von F. nach B. verlegt. Sodann
sei R. S. in der Wohngemeinschaft A. kein Heimbewohner im eigentlichen Sinn
gewesen, weil er seinen Lebensunterhalt dort selber verdient habe. Für den Fall, dass
der Unterstützungswohnsitz in F. weiter bestehen würde, hätte die Politische
Gemeinde C. im übrigen nur unaufschiebbare Hilfe gewähren dürfen, nicht aber
Kostengutsprache für eine Drogentherapie im Tessin.
Am 15. August 2008 wies das Departement des Innern die Einsprache der
Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern gestützt auf Art. 34 Abs. 1 ZUG
ab. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, R. S. habe in C. keinen
Unterstützungswohnsitz begründet, weil er während der ganzen Dauer seines
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Aufenthalts in der Wohngemeinschaft A. gelebt habe und anschliessend in der
Kantonalen Psychiatrischen Klinik in Wil betreut worden sei. Auch aus der Anordnung
einer Beistandschaft lasse sich nicht ableiten, die Politische Gemeinde C. habe den
Unterstützungswohnsitz von R. S. anerkannt. Sodann sei das Gesuch um
Kostengutsprache in materieller Hinsicht geprüft worden.
D./ Am 15. September 2008 erhob der Kanton Bern, vertreten durch das Rechtsamt
der Gesundheits- und Fürsorgedirektion, gegen den Abweisungsbeschluss des
Departements des Innern vom 15. August 2008 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
und beantragte, der Beschluss sei aufzuheben. Zur Begründung wird im Wesentlichen
geltend gemacht, R. S. sei am 15. September 2006 aus seinem Wohnkanton Bern im
Sinn von Art. 9 Abs. 1 ZUG weggezogen. Sodann sei er nicht in die Wohngemeinschaft
A. eingetreten, weshalb sein Aufenthalt dort nicht als Heimaufenthalt im Sinn von Art. 5
ZUG zu qualifizieren sei. Im weiteren handle es sich bei der Langzeittherapie nicht um
sofortige Hilfe im Sinn von Art. 13 ZUG.
Das Departement des Innern nahm am 29. September 2008 Stellung und beantragte,
die Beschwerde sei abzuweisen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache befugt (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP, Art. 34 Abs. 2
ZUG). Sodann ist der Kanton Bern zur Beschwerde
legitimiert (Art. 34 Abs. 2 ZUG), und die Beschwerdeeingabe vom 15. September 2008
entspricht in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP und Art. 34 Abs. 2
ZUG).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer und die Vorinstanz sind sich einig, dass R. S. seinen
Unterstützungswohnsitz bis zum 15. September 2006 in F. im Kanton Bern hatte.
Strittig ist, ob dieser Unterstützungswohnsitz dort bestehen blieb bzw. ob der
Beschwerdeführer die sozialhilferechtliche Unterstützung, die der Gemeinderat C.
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gemäss Entscheid vom 8. Januar 2008 für seinen Aufenthalt in der
Therapiegemeinschaft L. als Notfallhilfe leistet, zurückzuerstatten hat.
2.1. Der Unterstützungswohnsitz beginnt mit der tatsächlichen Niederlassung, wobei
weder an die Absicht noch an die Dauer des Verbleibens zu strenge Anforderungen
gestellt werden; massgebend ist vielmehr, dass sich der
Lebensmittelpunkt wirklich am neuen Ort befindet, und zwar auch dann, wenn der
Aufenthalt nur von kurzer Dauer ist (W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über
die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994, Rz. 100 mit
Hinweisen). Unterhält eine bedürftige Person zu mehreren Orten gleichzeitig
persönliche Beziehungen, so ist der Ort der intensivsten Beziehungen zu ermitteln und
massgebend, d.h. der Mittel- und Schwerpunkt der Lebensbeziehungen (Thomet,
a.a.O., Rz. 98 mit Hinweis). Ein Indiz für die Wohnsitzbegründung von unsteten
Personen ist der länger andauernde Aufenthalt. In der Praxis wird oft eine Dauer von
sechs und mehr Monaten verlangt. Eine kürzere Dauer genügt jedoch, wenn andere
Elemente auf Stabilität hinweisen (Thomet, a.a.O., Rz. 108 mit Hinweis auf BGE 92 I
221).
Bei Ausländern gilt die Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung nach Art. 4 Abs. 2
ZUG als Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, dass der Aufenthalt
schon früher oder erst später begonnen hat oder nur vorübergehender Natur ist. Diese
Vorschrift besagt, dass bei der Ausstellung einer Anwesenheitsbewilligung für
Ausländer die Wohnsitzbegründung vermutet wird. Es muss indessen in jedem Fall
geprüft werden, ob die beiden Wohnsitzvoraussetzungen, der tatsächliche Aufenthalt
und die Absicht dauernden Verbleibens, gegeben sind. In diesem Sinn kann der Besitz
einer fremdenpolizeilichen Anwesenheitsbewilligung nur als Indiz für einen
bestehenden Wohnsitz betrachtet werden. Bei Ausländern, die im Besitz einer
Niederlassungsbewilligung sind, kann am ehesten von der Absicht dauernden
Verbleibens und damit von der Wohnsitzbegründung ausgegangen werden, wenn auch
der tatsächliche Aufenthalt gegeben ist (Thomet, a.a.O., Rz. 107).
Die gesetzliche Vermutung von Art. 4 Abs. 2 ZUG entfällt, wenn eine der besonderen
Bestimmungen des ZUG zur Anwendung kommt (BGE vom 7. Juni 2000, 2A.603/1999,
mit Hinweis auf Thomet, a.a.O., Rz. 106). Eine solche Bestimmung ist Art. 5 ZUG.
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Danach begründen der Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer anderen
Anstalt und die behördliche oder vormundschaftliche Versorgung einer mündigen oder
entmündigten Person in Familienpflege keinen Unterstützungswohnsitz. Art. 9 Abs. 3
ZUG legt fest, dass der Eintritt in ein Heim, ein Spital oder eine andere Anstalt sowie
die behördliche oder vormundschaftliche Versorgung einer mündigen oder
entmündigten Person in Familienpflege einen bestehenden Unterstützungswohnsitz
nicht beendigen.
Im Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz bleibt der einmal begründete
Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb eines neuen bestehen (BBl 1990 I 49 ff.).
Der Bedürftige verliert seinen bisherigen Unterstützungswohnsitz nach Art. 9 Abs. 1
ZUG, wenn er aus dem Wohnkanton wegzieht (vgl. auch BGE vom 23. September
2003, 2A.253/2003). "Wegziehen" bedeutet, dass er dort nicht mehr wohnhaft oder
niedergelassen sein will und den Ort nach Aufgabe der Unterkunft mit dem Gepäck
oder mit dem gesamten Hausrat verlässt (Thomet, a.a.O., Rz. 146). Sodann ist von
"wegziehen" auszugehen, wenn sich der Bedürftige an einem anderen Ort oder an
wechselnden Orten im bisherigen Wohnkanton aufhält, ohne sich mit der Absicht
dauernden Verbleibens niederzulassen (Thomet, a.a.O., Rz. 148 mit Hinweis auf
Rz. 103).
2.2. Unbestritten ist, dass sich R. S. am 15. September 2006 in F. abgemeldet und die
Wohnung, die er dort bewohnte, "gekündigt, ausgeräumt und übergeben" hat. Fest
steht weiter, dass er sich am 18. September 2006 in C. angemeldet hat und
gleichentags bei der Wohngemeinschaft A. eingezogen ist. Sodann wurde ihm am 21.
September 2006 die Niederlassungsbewilligung C für den Kanton St. Gallen erteilt.
Diese Umstände lassen vermuten, R. S. habe seinen Unterstützungswohnsitz in F. am
15. September 2006 aufgegeben und in C. Unterstützungswohnsitz begründet, es sei
denn, es komme bezüglich der Zuständigkeit für Sozialhilfe eine Sondernorm zur
Anwendung.
2.3. Die Vorinstanz geht davon aus, der Aufenthalt von R. S. in der Wohngemeinschaft
A. in B. sei als Heimaufenthalt im Sinn von Art. 5 ZUG zu qualifizieren, weshalb der
bestehende Unterstützungswohnsitz in F. gestützt auf Art. 9 Abs. 3 ZUG mit seinem
Eintritt in diese Institution nicht beendigt worden sei.
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2.3.1. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es treffe nicht zu, dass R.
S. in die Wohngemeinschaft A. eingetreten sei bzw. dass es sich um einen
Heimaufenthalt gehandelt habe. Er habe sich im September 2006 an X. Z., den Leiter
dieser Wohngemeinschaft, gewandt, der ein alter Bekannter und väterlicher Freund sei.
Somit habe R. S. die Unterstützung eines Freundes und nicht die Aufnahme in eine
Institution angestrebt, was auch im Kanton Bern möglich gewesen wäre.
Dementsprechend sei der Aufenthalt von R. S. in B. ohne konkrete Vereinbarung
erfolgt. Weder die Dauer des Aufenthalts noch dessen Finanzierung seien festgelegt
worden. X. Z. habe denn auch zu Protokoll gegeben, es habe sich einerseits um einen
Freundschaftsdienst gehandelt, andererseits habe er R. S. bei der Bewältigung seiner
Probleme unterstützen und ihm Halt geben wollen.
2.3.2. Nicht nur der unfreiwillige, sondern auch der freiwillige Aufenthalt in einem Heim,
mit dem Zweck, dort auf unbestimmte Zeit zu wohnen, schliesst nach Art. 5 ZUG die
Begründung eines neuen Unterstützungswohnsitzes aus. Das Gesetz nimmt es
bewusst in Kauf, dass jemand, der freiwillig in ein Heim eintritt und am Ort des Heimes
zivilrechtlichen Wohnsitz begründet, bei Bedürftigkeit seinen Unterstützungswohnsitz
dort hat, wo er vor dem Heimeintritt seinen Lebensmittelpunkt hatte (Thomet, a.a.O.,
Rz. 109).
Im ZUG wird der Heimbegriff nicht definiert. Ein Heim liegt in der Regel bei einem
organisierten, von Angestellten besorgten kollektiven Haushalt vor, welcher den
Bewohnern gegen Entgelt Unterkunft, Verpflegung und Dienstleistungen, namentlich
Betreuung bietet (BGE vom 7. Juni 2000, 1A.603/1999 mit Hinweis auf Thomet, a.a.O.,
Rz. 111). Als Beurteilungskriterien kommen die Art und das Mass der gebotenen
Dienstleistungen, der Grad der feststellbaren Fremdbestimmung sowie der
Abhängigkeitsgrad der betroffenen Person in Frage (BGE vom 7. Juni 2000, 1A.
603/1999 mit Hinweis auf BBl 1990 I 59 und Thomet, a.a.O., Rz. 110 f.). Das
Bundesgericht hat die Aussenstelle einer Grossfamilie als Heim im Sinn des ZUG
anerkannt. In dieser Aussenstelle bestanden ein Grundprogramm, ein Therapiekonzept
und eine Hausordnung (ZBl 1997 414 E. 2c). Es hat ferner den Heimcharakter der
Austrittswohnung einer Therapiegemeinschaft bejaht (unveröffentlichtes Urteil vom
17. Januar 2000 i.S. Politische Gemeinde A. gegen B., Therapiegemeinschaft C.,
Departement für Finanzen und Soziales sowie Verwaltungsgericht des Kantons
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Thurgau). In jenem Fall lag ein erheblicher Fremdbestimmungsgrad vor, bestanden
doch Vorschriften in Bezug auf obligatorische Gruppensitzungen sowie in Bezug auf
die Freizeitgestaltung und den Umgang mit Alkohol, Medikamenten und Drogen.
Sodann hat das Bundesgericht das "Begleitete Wohnen" als Heim im Sinn des ZUG
qualifiziert (BGE vom 7. Juni 2000, 2A.603/1999). Primär geht es darum, die
Wohnkompetenz von Mieterinnen und Mietern zu fördern. Das "Begleitete Wohnen"
vermietet möblierte Zimmer in verschiedenen Liegenschaften in der Stadt Zürich. Dabei
wird die Beziehung zwischen den Bewohnern und dem "Begleiteten Wohnen" in einem
Untermietvertrag mit Allgemeinen Bestimmungen und Hausordnung vertraglich
geregelt.
2.3.3. Fraglich ist, ob es sich bei der Wohngemeinschaft A., wo R. S. lebte, um ein
Heim im Sinn von Art. 5 ZUG handelt. Im angefochtenen Entscheid wird dazu lediglich
ausgeführt, die Wohngemeinschaft A. unterstütze Menschen in schwierigen
Lebenssituationen. Nähere Angaben über die Art der angebotenen Dienstleistungen,
den Grad der Fremdbestimmung und der Abhängigkeit der Mitglieder der
Wohngemeinschaft fehlen. Bei den Akten liegt sodann eine provisorische Bewilligung
des Amtes für Soziales vom 13. April 2004, aus der geschlossen werden muss, X. Z.
sei nur bis zum 30. September 2004 berechtigt gewesen, unmündige Personen zu
betreuen.
Der Internetseite A. kann zwar entnommen werden, dass im A. Jugendliche beiderlei
Geschlechts im Alter von 16 bis 22 Jahren in schwierigen Lebenssituationen betreut
werden und dass sie bei der sozialen, schulischen und beruflichen Wiedereingliederung
Unterstützung erhalten. Danach ist das A. geeignet für junge Menschen, die bestimmte
Voraussetzungen erfüllen und die weder drogensüchtig noch gewalttätig sind und die
sich nicht in einer akuten psychischen Krise befinden. Gemäss Leitbild wird den
Jugendlichen durch das Umfeld, das Geborgenheit und Vertrauen vermittelt,
ermöglicht, im Entwicklungsprozess einen konstruktiven, zukunftsorientierten Weg zu
gehen. Das Team richtet sein Augenmerk in erster Linie auf die Fähigkeiten und
Entwicklungsmöglichkeiten der Jugendlichen. Es bestehen drei Gemeinschaften:
Wohngemeinschaft A. mit zwei Plätzen, Wohngemeinschaft M. mit sechs Plätzen, und
Aussenwohngruppe N. mit drei Plätzen. Auch auf Grund dieser Angaben bleibt
insbesondere unbeantwortet, ob die Wohngemeinschaft A., wo sich R. S. aufhielt, auf
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Grund der dort angebotenen Dienstleistungen und der Strukturen als Heim im Sinn von
Art. 5 ZUG bezeichnet werden kann.
2.3.4. Entscheidend ist indessen, dass im vorliegenden Fall ohnehin nicht von einem
Heimeintritt gesprochen werden kann. R. S. war im Jahr 2006 00 Jahre alt und gehörte
offensichtlich nicht zur Zielgruppe der Institution. Sodann war die Suchtproblematik
akut und er befand sich in einer schweren psychischen Krise. R. S. hätte nach den
Aufnahmekriterien der Wohngemeinschaften, wie sie auf ihrer Homepage formuliert
werden, somit gar nicht aufgenommen werden dürfen. Hinzu kommt, dass der Leiter
der Wohngemeinschaft A. dem Gemeinderatsschreiber von C. am 8. Februar 2008 zu
Protokoll gegeben hat, er kenne R. S. seit über 20 Jahren, als dieser Mitglied der
Wohngemeinschaft A. gewesen sei. Über die Jahre habe er mit ihm einen losen
Kontakt aufrecht erhalten; er sei ihm ein väterlicher Freund gewesen. R. S. sei im Jahr
2006 nach einer abgebrochenen Drogentherapie in seine Wohnung nach F.
zurückgekehrt, und er habe sich bereit erklärt, den ehemaligen Schützling für eine
kurze Zeit bei sich aufzunehmen; sein Aufenthalt in B. habe sich dann aber in die Länge
gezogen. Es sei darum gegangen, R. S. ohne formelle Einweisung eine Schonfrist zu
gewähren, bevor er wieder arbeiten könne. Eine schriftliche Vereinbarung habe nicht
existiert. Es habe sich einerseits um einen Freundschaftsdienst gehandelt, andererseits
habe er R. S. bei der Bewältigung seiner Probleme unterstützen und ihm in einer
kritischen Zeit Halt geben wollen. R. S. habe die Krankenkassenprämien und die
Arztrechnungen selber bezahlt und in B. im Stall mitgeholfen, soweit ihm das möglich
gewesen sei. Zusammenfassend hat X. Z. ausgesagt, es sei nie darum gegangen,
"dass R. einfach so für immer bleiben könnte". Für derartige Aufenthalte müsste auch
die Finanzierung klar geregelt werden. Gemäss "Unterstützungsanzeige für Notfall"
vom 4. Januar 2008 wurde der Aufenthalt von R. S. in der Wohngemeinschaft A. durch
Arbeitsleistung abgegolten, Sozialhilfeleistungen wurden nicht ausgerichtet.
Diese Aussagen von X. Z. sprechen dagegen, dass von Seiten der Leitung der
Institution die Absicht bestand, R. S. als Mitglied in die Wohngemeinschaft A.
aufzunehmen und ihn dort aus erzieherischen und therapeutischen Gründen
längerfristig zu integrieren. Es ging dem Leiter der Wohngemeinschaft A. vielmehr
darum, einem ehemaligen Mitglied der Wohngemeinschaft, das zu ihm im Verlauf der
Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte, in einer schweren Lebenskrise
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beizustehen. Dementsprechend bestanden zwischen R. S. und X. Z. keine
vertraglichen Abmachungen und R. S. hat X. Z. für Kost, Logis und Betreuung während
seines Aufenthalts in B. finanziell nicht entschädigt. Von einem Eintritt in ein Heim im
Sinn von Art. 5 ZUG kann somit nicht gesprochen werden. X. Z. war gemäss eigener
Aussage die einzige Vertrauens- und Bezugsperson, die R. S. damals hatte, weshalb er
keine andere Möglichkeit sah, als nach B. überzusiedeln. An dieser Beurteilung ändert
nichts, dass R. S. während seines Aufenthalts in B. nicht im privaten Haushalt von X. Z.
gelebt hat, dass er in administrativer Hinsicht unterstützt worden ist und dass eine
Methadonabgabe unter ärztlicher Kontrolle stattgefunden hat. In diesem
Zusammenhang ohne Belang ist schliesslich, dass R. S. seine Suchtproblematik
während seines Aufenthalts in B. offenbar unter Kontrolle hatte bzw. dass er während
seiner Ferienaufenthalte in Italien rückfällig geworden ist, was schliesslich dazu führte,
dass er im August 2007 in die Kantonale Psychiatrische Klinik in Wil eingewiesen
werden musste.
2.3.5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass entgegen der Auffassung der
Vorinstanz nicht von einem Heimaufenthalt im Sinn von Art. 5 ZUG auszugehen ist bzw.
dass R. S. in B. nicht in ein Heim eingetreten ist. Aus diesem Grund besteht der
Unterstützungswohnsitz in F. nicht von Gesetzes wegen weiter. Zu erwähnen bleibt,
dass R. S. in C. zivilrechtlichen Wohnsitz begründet hat. Aktenkundig ist, dass er sich
dort polizeilich angemeldet hat und dass der Gemeinderat C. am 23. Oktober 2007 für
R. S. "wohnhaft in C., mit Aufenthalt in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil" eine
Beistandschaft auf eigenes Begehren angeordnet hat. Dafür ist nach Art. 396 Abs. 1
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) die Vormundschaftsbehörde am
Wohnsitz der der Beistandschaft bedürftigen Person zuständig.
2.4. Die Vorinstanz macht weiter geltend, ein Heimaufenthalt im Sinn von Art. 5 ZUG
führe nicht dazu, dass der Unterstützungswohnsitz bei Heimeintritt unverändert
bestehen bleibe und beruft sich auf ein Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2007,
2A.714/2006. Danach kann der Unterstützungswohnsitz trotz ununterbrochenem
Aufenthalt in einem Heim wechseln, wenn die unterstützungsbedürftige Person ihre
Beziehungen zum bisherigen Kanton abbricht und in subjektiver sowie objektiver
Hinsicht ein neues Verhältnis zu einem anderen Kanton begründet hat. Das
Bundesgericht hat erwogen, davon sei auszugehen, wenn die wichtigsten
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Bezugspersonen in einen neuen Kanton zügelten und die unterstützungspflichtige
Person ihnen durch eine Heimverlegung folge, sofern diese hauptsächlich nicht durch
medizinische, sondern insbesondere durch familiäre Gegebenheiten begründet sei. Die
Vorinstanz folgert daraus, diese Voraussetzung sei erfüllt, weil R. S. eine enge
Beziehung zu seinen in F. lebenden Söhnen pflege und weil er nie die Absicht gehabt
habe, sich für längere Zeit in C. niederzulassen.
Wie dargelegt, ist R. S. in C. nicht in ein Heim im Sinn des ZUG eingetreten, weshalb
die Sonderregelung von Art. 5 und Art. 9 Abs. 3 ZUG bezüglich Begründung und
Beendigung eines Unterstützungswohnsitzes nicht zur Anwendung kommt. Sodann
bestehen keine Anhaltspunkte, wonach er in der Zwischenzeit ein neues Verhältnis zum
Kanton Bern begründet haben könnte, auch wenn er gemäss Aussage von X. Z.
während seiner Zeit in B. ein bis zwei Mal je Monat zu seinen Söhnen nach F. gereist
ist. Der Gemeinderat C. hat am 8. Januar 2008 mit Wirkung ab 7. Januar 2008 für R. S.
Kostengutsprache für eine Langzeittherapie in der Therapiegemeinschaft L. geleistet.
Gemäss Therapiebericht der Institution vom 16. Mai 2008 wird R. S. seit dem 7. Januar
2008 stationär in L. behandelt und der vollständige Therapieprozess macht einen
Aufenthalt von 18 bis 24 Monaten erforderlich. Gemäss "Unterstützungsanzeige für
Notfall" vom 4. Januar 2008 möchte R. S. sodann nach eigenen Angaben nach der
Therapie weiterhin im Kanton Q. bleiben und dort ein normales Leben ohne Drogen
führen.
3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutgeheissen und der
Entscheid der Vorinstanz vom 15. August 2008 aufgehoben wird. Es wird festgestellt,
dass R. S. in B. nicht in ein Heim im Sinn von Art. 5 ZUG eingetreten ist und dass der
Unterstützungswohnsitz im Kanton Bern deshalb nicht weiter bestanden hat.
3.1. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
3.2. Zu prüfen ist weiter, ob dem Kanton Bern, der nicht anwaltlich vertreten ist, als
obsiegendem Beschwerdeführer eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen ist
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(Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 263 Abs. 2 des
Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). Diese Frage ist im Gesetz nicht geregelt. Nach der
Praxis des Verwaltungsgerichts wird der obsiegenden politischen Gemeinde in einem
Beschwerdeverfahren betreffend Zuständigkeit für Sozialhilfe keine
Umtriebsentschädigung zugesprochen, weil politische Gemeinden keinen Anspruch auf
Ersatz ausseramtlicher Kosten haben (VerwGE vom 22. Januar 2009 i.S. Pol. Gde. B.
gegen Pol. Gde. S. in: www.gerichte.sg.ch; VerwGE vom 11. Juni 2007 i.S. Pol. Gde.
Diepoldsau gegen Pol. Gde. St. Margrethen; VerwGE vom 24. März 2003 i.S. Pol. Gde.
St. Gallen gegen Pol. Gde. Berneck; vgl. dazu auch R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 175 f.).
Auch nach Art. 68 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110) wird Bund,
Kantonen und Gemeinden sowie mit öffentlichrechtlichen Aufgaben betrauten
Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in
ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Dem Beschwerdeführer wird demzufolge
keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht
Zu Recht erkannt:
1./ Die Beschwerde wird gutgeheissen, und der angefochtene Entscheid des
Departements des Innern vom 15. August 2008 wird aufgehoben. Es wird festgestellt,
dass in B. kein Heimeintritt im Sinn des ZUG erfolgt ist und dass der
Unterstützungswohnsitz von R. S. im Kanton Bern demzufolge nicht weiterbestanden
hat.
2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlt der Staat.
Auf die Erhebung der Kosten wird verzichtet.
3./ Ausseramtliche Entschädigungen werden nicht zugesprochen.
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V. R. W.
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:
Versand dieses Entscheides an:
- den Beschwerdeführer
- die Vorinstanz
am: