# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b13eafb2-9b1e-555b-adfb-3b3b91a347d4
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit Entscheid vom 12. Juni 2017 bewilligte das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland den Neubau von zwei Doppeleinfamilienhäusern mit gemeinsamem
Autounterstand auf Parzelle Fraubrunnen Grundbuchblatt Nr. C._ (heute Nrn.
C._, D._, E._ und F._). Am 1. September 2017 stimmte
die Gemeinde Fraubrunnen einer Projektänderung zu, die eine Verbreiterung des
Autounterstands als Abstellraum für Velos vorsah und mit Entscheid vom 4. März 2019
bewilligte sie eine Projektänderung im Bereich der Umgebungsgestaltung. Die vier
Wohnungen weisen je ein Keller-, ein Erd-, ein Ober- sowie ein Dachgeschoss auf. Die
einzelnen Geschosse sind mit internen Treppen miteinander verbunden. Anlässlich der
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Bauabnahme stellte die Baupolizeibehörde unter anderem fest, dass bei den
verschiedenen Treppenaufgängen die Sicherheitsvorschriften gemäss der SIA-Norm 358
nicht eingehalten sind. Für die detaillierte Beurteilung der Situation beauftragte die
Gemeinde einen externen Architekten. Dieser kam in seinem Gutachten vom 1. April 2019
zu folgendem Schluss: Bei den Treppen von den Untergeschossen in die Erdgeschosse
stelle die Absturzhöhe von 198 Zentimeter eine Gefährdung dar. Es seien
Absturzsicherungen vorzusehen und die Treppen seien je mit einem Handlauf
auszustatten. Die Treppen von den Erdgeschossen in die Obergeschosse seien ebenfalls
mit Handläufen auszustatten und die Besteigbarkeit der Podeste in den Obergeschossen
sei zu verhindern. Schliesslich seien bei den Geländern der Treppen zwischen den
Obergeschossen und den Dachgeschossen die Abstände zwischen den Trittkanten und
den Geländerunterkanten zu verringern. Die Geländer seien zudem bekletterbar, weshalb
je ein Kletterschutz anzubringen sei. Mit Verfügung vom 12. April 2019 ordnete die
Gemeinde Fraubrunnen an, die im Gutachten vom 1. April 2019 festgehaltenen Mängel
seien innert drei Monaten, das heisst bis am 12. Juli 2019, zu beheben. Gleichzeitig drohte
sie die Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an. Diese Verfügung eröffnete
sie sämtlichen Grundeigentümern sowie den Beschwerdeführenden.
2. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 6. Mai 2019
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
stellen sinngemäss den Antrag, die Verfügung sei insofern aufzuheben, als sie das
Anbringen eines Kletterschutzes bei den Geländern der Treppen zwischen den
Obergeschossen und den Dachgeschossen verlangt. Sie machen geltend, diese
Treppengeländer widersprächen keinen baurechtlichen Vorschriften. Hingegen erklären sie
sich bereit, bei diesen Geländern eine zusätzliche Traverse anzubringen, um den Abstand
zwischen der Geländerunterkante und der Trittkante zu verringern. Auch mit den
vorgeschlagenen Massnahmen bei den übrigen Treppenaufgängen sind sie einverstanden.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 holte bei der Vor-
instanz die Vorakten sowie eine Stellungnahme ein.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).
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4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis
48 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Die Beschwerdeführenden sind als Adressaten durch die angefochtene Verfügung
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitgegenstand
a) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht
sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses
hinausgehen. Innerhalb dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand.
Sowohl für das Einleiten eines Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und
eine allfällige vorzeitige Beendigung gelten somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime
sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den Streitgegenstand im Verlauf des
Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.3
b) Die Beschwerde richtet sich einzig gegen den angeordneten Kletterschutz im Bereich
der Treppengeländer zwischen den Obergeschossen und den Dachgeschossen. Im
Übrigen erklären sich die Beschwerdeführenden mit den angeordneten Massnahmen
einverstanden und sind bereit, diese umzusetzen. Dementsprechend beschränkt sich der
Streitgegenstand auf die Frage der Rechtmässigkeit dieser Massnahme. Im Übrigen ist die
Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde in Rechtskraft erwachsen.
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 3 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8.
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3. Sicherheit der Treppengeländer
a) Bauten und Anlagen müssen so erstellt, betrieben und unterhalten werden, dass sie
weder Personen noch Sachen gefährden (Art. 21 BauG). Treppen, Galerien, Balkone,
Brüstungen und andere begehbare Flächen sind, soweit eine Absturzgefahr für Personen
besteht, mit ausreichenden Geländern oder anderen genügenden Schutzvorrichtungen zu
versehen (Art. 58 BauV4). Bei der Erstellung von Bauten und Anlagen sind die anerkannten
Regeln der Baukunde einzuhalten. Personen und Sachen dürfen weder durch den Bestand
oder Betrieb von Bauten und Anlagen gefährdet werden (Art. 57 Abs. 1 BauV). Die
Baugesetzgebung konkretisiert die anerkannten Regeln der Baukunde und
Sicherheitsanforderungen nicht näher, sondern verweist in Art. 57 Abs. 2 BauV auf die
Vorschriften und Richtlinien der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA. Die
Normen und Empfehlungen der Fachverbände sind ergänzend zu beachten. Die SIA-
Normen gehören auch dazu und geben den anerkannten Stand der Technik im
betreffenden Zeitpunkt wieder.5
Für die Anforderungen an die Sicherheit von Geländern bei Hochbauten verweist die SUVA
explizit auf die SIA-Norm 358,6 ebenso die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu.7 Die
SIA-Norm 358 "Geländer und Brüstungen"8 verlangt je nach dem konkreten
Gefährdungsbild des Einzelfalls unterschiedliche Anforderungen an die Sicherheit von
Geländern. Bei Wohnbauten ist das Gefährdungsbild 1 "Fehlverhalten von
unbeaufsichtigten Kindern" anwendbar (Ziff. 1.3.3). Dieses schreibt ein mindestens ein
Meter hohes Schutzelement vor, wenn die Absturzhöhe mehr als einen Meter beträgt
(Ziff. 2.1.2 und 3.1.3). Zudem dürfen die Öffnungen in Schutzelementen bis zu einer Höhe
von 75 Zentimeter nicht so gross sein, dass eine Kugel mit zwölf Zentimeter Durchmesser
durchgestossen werden kann und bei Treppen darf der Abstand zwischen Trittkante und
4 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1). 5 BDE 120/2016/14, vom 3. August 2016, E. 3d; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 21 N. 7; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 10 N. 25. 6 www.suva.ch/de-CH/material/Factsheets/gelaender-auf-die-hoehe-kommt-es-an ->Bei Hochbauten allgemein. 7 Vgl. "Geländer und Brüstungen", Fachbroschüre, abrufbar unter: www.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_2.003.01_Gel%C3%A4nder%20und%20Br%C3%BCstungen.pdf. 8 SIA 358:2010, "Geländer und Brüstungen", gültig ab 1. März 2010.
http://www.suva.ch/de-CH/material/Factsheets/gelaender-auf-die-hoehe-kommt-es-an
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Geländer nicht mehr als fünf Zentimeter betragen. Schliesslich ist das Beklettern durch
geeignete Massnahmen zu verhindern bzw. zu erschweren (Ziff. 3.2.2).
Damit Geländer für Kinder schwer bekletterbar sind, sollten sie keine
Aufstiegsmöglichkeiten für Kinderfüsse bieten. Gemäss verschiedenen Richtlinien sind
beispielsweise Einstiegsöffnungen von mehr als zwei Zentimeter Höhe oder runde
Ausschnitte von mehr als fünf Zentimeter Durchmesser zu vermeiden. Horizontalgeländer
können daher problematisch sein, insbesondere da sie oft mit dem sogenannten
Leitereffekt verbunden sind: Sie können von Kindern wie eine Leiter ohne weiteres
beklettert werden. In diesen Fällen können die Geländer das Schutzziel für Kinder nicht
erreichen. Daher ist bei solchen Geländern ein spezieller Kletterschutz erforderlich. Dies
kann beispielsweise durch Verkleidung des Geländers erfolgen, wobei optimaler Weise ein
Geländer den Kindern trotzdem eine freie Sicht ermöglicht, um weniger zum Beklettern und
Darüberschauen zu verleiten.9
b) Die betroffenen Treppengeländer in den erstellten Doppeleinfamilienhäusern weisen
einzelne aus Metall gefertigte vertikale Geländerstäbe sowie einen Handlauf auf. Zusätzlich
sind die Geländerstäbe mit fünf parallel zum Handlauf angeordneten, schräg verlaufenden
Traversen verbunden. Diese weisen einen vertikalen Abstand von jeweils dreizehn
Zentimeter zueinander auf. Der Abstand zwischen Trittkante und Geländerunterkante, das
heisst zur untersten Traverse, beträgt zum Teil mehr als fünf Zentimeter. Dieser Abstand
kann aber durch das Anbringen einer weiteren Traverse, wie es die Beschwerdeführenden
vorsehen, verringert werden.
c) Die Beschwerdeführenden vertreten die Auffassung, nach dem Anbringen einer
weiteren Traverse entsprächen die Geländer den anerkannten Regeln der Baukunde. Auf
Grund der Steigung der Treppe und der entsprechenden Neigung der einzelnen Traversen
müsse nicht von einer Gefährdung ausgegangen werden, da eine Kugel von zwölf
Zentimeter Durchmesser zwischen den Traversen nicht hindurch passe. Auch gemäss der
Beratungsstelle für Unfallverhütung stelle der nicht nach unten abgebogene Handlauf ein
9 Vgl. "Geländer und Brüstungen", Fachbroschüre, abrufbar unter: www.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_2.003.01_Gel%C3%A4nder%20und%20Br%C3%BCstungen.pdf; Absturzsicherung im Hochbau, Richtlinie vom 1. Juni 2019 der Stadt Zürich, Ziff. 1.4, abrufbar unter: www.stadt-zuerich.ch -> Hochbaudepartement -> Bewilligung und Beratung -> Baubewilligung -> Formulare und Merkblätter -> Bauausführung -> Absturzsicherung.
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höheres Gefahrenpotential dar, als das Beklettern der schrägen Traversen. Schliesslich
seien bei selbstbewohntem Eigentum Ausnahmen von der SIA-Norm möglich.
d) Die umstrittenen Geländer befinden sich in Wohnbauten. Dementsprechend ist das
Gefährdungsbild 1 der SIA-Norm 358 anwendbar. Das heisst, Geländer sind so
auszugestalten, dass sie Kinder vor dem Hindurchfallen schützen und nicht bekletterbar
sind.
Die Traversen der Treppengeländer zwischen den Obergeschossen und den
Dachgeschossen weisen einen Abstand von dreizehn Zentimeter zueinander auf. Auf
Grund der starken Neigung der Traversen, ist es aber nicht möglich, eine Kugel mit einem
Durchmesser von zwölf Zentimeter durchzustossen. Es besteht dementsprechend keine
Gefahr, dass ein Kleinkind seinen Kopf zwischen den Traversen hindurch drücken könnte.
Die Neigung der Traversen schwächt auch den Leitereffekt ab; die Geländer können nicht
ohne Weiteres wie eine Leiter bestiegen werden, sondern die Neigung führt dazu, dass
Kinderfüsse beim Versuch des Bekletterns kaum Halt finden. Dies gilt allerdings nicht an
den Stellen, wo die vertikalen Geländerstäbe das Abrutschen der Kinderfüsse verhindern
und Gelegenheit zum Festhalten geben. Zwar ist auch an diesen Stellen das Beklettern der
Geländer nicht ganz einfach, aber es ist möglich. Etwas ältere Kinder, oder mit Hilfe von
(Haus-) Schuhen können Kinder die vorliegend zu beurteilenden Geländer an diesen
Stellen durchaus erklimmen. Der Umstand, dass verschiedene Richtlinien auch Geländer
oder Bauteile mit runden Ausschnitten von mehr als fünf Zentimeter Durchmesser als
problematisch betrachten, zeigt zudem wie hoch die Anforderungen an die Sicherheit von
Geländer sind. So wie die Geländer im vorliegenden Fall ausgestaltet sind, können sie
daher ihren Schutzzweck für Kinder (auch mit einer zusätzlichen Traverse) nicht erfüllen,
denn die Gefahr des Herunterfallens bleibt bestehen. Daher gelten die Treppengeländer,
die von den Obergeschossen in die Dachgeschosse führen, trotz der relativ starken
Neigung als bekletterbar. Die Geländer erfüllen die von der SIA-Norm 358 umschriebenen
Anforderungen an die Sicherheit von Geländern bei Wohnbauten nicht.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass allenfalls auch von einem nicht nach unten
gebogenen Handlauf ein gewisses Gefahrenpotential ausgehen kann. Es ist unerheblich,
ob das Geländer in Bezug auf die Unfallprävention auch an anderen Stellen nicht optimal
ausgestaltet ist. Im Gegenteil, dadurch wird das Geländer nicht sicherer und es kann nicht
auf die Umsetzung der anerkannten Regeln der Baukunde gemäss SIA-Norm 358
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verzichtet werden. Von den Anforderungen an die Sicherheit kann schliesslich auch bei
selbstbewohntem Eigentum keine Ausnahme gemacht werden. Die
Baubewilligungsbehörde muss die Sicherheitsvorschriften unabhängig davon, wer ein
Gebäude bewohnt, durchsetzen.10 Demensprechend sieht die heute geltende SIA-Norm
358 im Gegensatz zu derjenigen, die ab 1996 bis Februar 2010 in Kraft war, auch bei
selbstbewohntem Eigentum keine Ausnahmen mehr von diesen Vorschriften vor.
e) Die SIA-Norm 358 gilt als anerkannte Regel der Baukunde, resp. sie gibt den Stand
der Technik wieder. Da die vorliegend zu beurteilenden Geländer die in der SIA-Norm
umschriebenen Anforderungen an die Sicherheit von Geländern in Wohnungen nicht
erfüllen, verletzen sie die Bestimmungen gemäss Art. 57 und 58 BauV, resp. die
Anforderungen an die Sicherheit von Bauten gemäss Art. 21 BauG. Es sind daher
zusätzliche Massnahmen erforderlich, die die Bekletterbarkeit der Geländer verhindern,
resp. einschränken.
4. Wiederherstellung
a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens
Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art.
46 Abs. 1 und 2 BauG). Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse
liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine
Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das
angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen
Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen
Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.11
b) Die Treppengeländer zwischen den Obergeschossen und den Dachgeschossen
erfüllen die Anforderungen an die Sicherheit von Bauten nicht. Es besteht
dementsprechend ein öffentliches Interesse an der Umsetzung von Massnahmen, die die
10 Vgl. Jürg Gasche, die Geländernorm SIA 358 unter der Lupe eines Juristen in: Dokumentation D 0158, Geländer und Brüstungen, Aspekte zur Anwendung der Norm SIA 358, S. 44. 11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1.
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Sicherheit der Geländer erhöhen. Die Beschwerdeführenden haben dem Anbringen einer
zusätzlichen Traverse bereits zugestimmt. Wie die vorangehenden Erwägungen zeigen,
erweist sich aber auch das Anbringen eines Kletterschutzes als erforderlich. Es ist
gleichzeitig auch die mildeste Massnahme: Das Ersetzen der Geländer mit einem vertikal
ausgestalteten Geländer wäre ebenso geeignet, allerdings wäre dies (wohl) mit
Mehraufwand und Mehrkosten verbunden. Schliesslich erweist sich die Massnahme auch
als zumutbar. Das Anbringen eines Kletterschutzes ist nicht mit erheblichen Kosten
verbunden und die Sicherheit von Bauten stellt ein erhebliches öffentliches Interesse dar.
Damit erweist sich die von der Gemeinde angeordnete Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands als verhältnismässig. Die Beschwerde ist unbegründet und
abzuweisen.
c) Die von der Gemeinde angesetzte Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands ist zwischenzeitlich abgelaufen. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführenden
drei Monate Zeit eingeräumt, um die Mängel zu beheben. Daher wird ihnen erneut rund
drei Monate Zeit eingeräumt. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes hat neu
bis am 31. Dezember 2019 zu erfolgen.
5. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG12). Diese werden bestimmt
auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1
GebV13).
b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).