# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5d58be1a-2034-4748-8f05-ea7d4a2d1a18
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, ist seit dem 1. Oktober 2005 bei der
Y._
angestellt und in dieser Funktion bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 11. April 2016 stürzte der Versicherte beim Biken und verletzte sich dabei an der rechten Schulter (Urk. 12/
1+
2).
Mit Verfügung vom 15. August 2016 stellte die Suva die erbrachten Leistungen per 10. Mai
2016 zufolge Erreichen des Zustandes, wie er sich auch ohne Unfall
eingestellt hätte, ein (Urk. 12/40). Die dagegen vom Versicherten am 21. August
2016 erhobene Einsprache (Urk. 12/43
S. 1
) wies die Suva mit Entscheid vom 20. Juli 2017 ab (Urk. 12/
62
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 14. September 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 20. Juli 2017 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die gesetzlichen Leistungen seien über den 10. Mai 2017 (richtig: 2016) hinaus zu erbringen. Eventuell sei die Sache zur erneuten Überprüfung unter Einholung eines ärztlichen Gutachtens zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.1 ff.).
Am 12. Oktober 2017 (vgl. Urk. 7) reichte der Versicherte einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 8).
Nach Einsicht in diesen (vgl. Urk. 9) beantragte die Suva mit Be
schwerdeantwort vom 19. Oktober 2017 (Urk. 11) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend
sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen
für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 11. April 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne
Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im
angefochtenen Entscheid
davon aus
,
gestützt auf die Beric
hte ihrer Versicherungsmedizin von
Dr.
med. Z._ und med.
pract
. A._
, beide Fachärzte für Chirurgie,
sei davon aus
zugehen, dass das Unfallereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine leichtgradige Distorsion der in diesem Zeitpunkt bereits erheblich vorgeschädig
ten rechten Schulter des Beschwerdeführers verursacht habe. Diese Distorsion habe nicht zu zusätzlichen strukturellen Schädigungen im Bereich der rechten Schulter geführt, die bildgebend objektiviert worden wären. Insgesamt sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die erheblichen Veränderungen an der
Rotato
renmanschette
und dem
Pulley
unfallkausal entstanden seien. Bei einer leichten Distorsion der Schulter ohne Nachweis struktureller Schäden sei nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung damit zu rechnen, dass die unfallkausalen Be
schwerden nach vier Wochen wieder abgeklungen seien. Demzufolge erscheine die Einstellung der Versicherungsleistungen per 10. Mai 2016 als sachgerecht (Urk. 2 S. 11 unten).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 19. Okto
ber
2017 fest (Urk. 11).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, die Ausführungen von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
seien geeignet, Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des Kreisarztes und des Versicherungsmediziners zu wecken, und gar die nach wie vor bestehende Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen. Daher sei der Beschwerdegegnerin der Nachweis des Wegfalls eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den nach dem 10. Mai 2016 bestehenden unfallbedingten Schulterbeschwer
den nicht gelungen (Urk. 1
lit
. C; vgl. auch Urk. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungsein
stellung per 10. Mai 2016 hinausgehende Leistungspflicht der Beschwerdegeg
nerin
besteht, mithin ob ein Kausalzusammenhang zwischen den zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom 11. April
2016 besteht.
3.
3.1
Am 12. April 2016, e
in Tag nach dem Unfallereignis, stellte sich der Beschwer
deführer bei
Dr.
B._
vor (Bericht vom 14. April 2016, Urk.
12/23
).
Dr.
B._
führte aus, er kenne den Beschwerdeführer bereits von der Behandlung seines linken Schultergelenkes. Gestern sei er beim Biken gestürzt und habe sich eine Distorsion des rechten Schultergelenkes zugezogen. Er habe sofort starke Schmer
zen verspürt, welche ihn an die Problematik auf der Gegenseite erinnert hätten. Aktuell bestehe eine erhebliche funktionelle Einschränkung.
Dr.
B._
erhob folgenden Befund: «Schulter rechts: unauffällige Kontur. Keine Kontusionsmarken, keine Hämatome. Keine relevanten Druckschmerzpunkte. In
dolentes AC-
Gelenk
.
»
Eine
funktionelle Untersuchung sei schmerzbedingt nicht möglich.
Eine
ossäre
Läsion sei radiologisch ausgeschlossen worden
(vgl. dazu auch Urk. 12/11)
. Eine ausgedehnte Sehnenläsion würde
Dr.
B._
klinisch ebenfalls ausschliessen. Sollte es zu keiner klaren
Regredienz
der Schmerzen kommen, würde in einer Woche eine
Arthro
MRI
-Untersuchung durchgeführt. Eine allfäl
lige
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion werde bereits auf den 4. Mai 2016 ge
plant.
3.2
Aufgrund der am 28. April 2016 durchgeführten D
L
Arthro
mit anschliessender
MR-
Arthrographie
der rechten Schulter wurde
Folgendes ausgeführt
(Urk. 12/10 S. 2):
«Beurteilung:
-
Komplettruptur der
Supraspinatussehne
auf ganzer Breite mit
retrahiertem
, kompakten Sehnenstumpf auf 12-Uhr-Achse des
Humeruskopfes
. Komplett
ruptur der kranialen 50 % der
Subscapularissehne
. Diskrete Partialruptur der kranialen
Infraspinatussehne
.
-
Normale
Trophik
der mä
ssig fettig degenerierten
Rotatorenmanschettenmus
kulatur
(
Goutallier
Grad 2).
-
Pulley
-Läsion mit Subluxation der
Bicepssehne
(
Habermeyer
Grad 4).
-
Chronischer Gelenkserguss mit
synovialer
Hypertrophie und intraartikulärem Detritus.
-
Labrum intakt.
Sublabraler
Recessus
anterior
auf 3 Uhr.
-
Älterer
ossärer
Ausriss am
anterolateralen
Acromion
.
-
AC-Gelenk
normal.
»
3.3
Am 11. Mai 2016 wurde beim Beschwerdeführer aufgrund einer
Rotatorenman
schetten-Massenruptur
rechts eine operative Rekonstruktion vorgenommen (
vgl. Austritts- sowie Operationsbericht, beide vom 12. Mai 2016, Urk. 12/7+9).
3.4
Kreisarzt
Dr.
Z._
nahm a
m 4. August 2016 Stellung zur Schulterproblematik des Beschwerdeführers (Urk.
12/32
; vgl. auch Kurzbeurteilung vom 20. Juli 2016, Urk. 12/24).
Er führte aus, um eine - wie beim Beschwerdeführer festgestellte - Retraktion bei kompletter
Supraspinatussehnenruptur
von 1 cm zu erreichen, be
nötige es eine Zeitdauer von mindestens einem halben Jahr. Die Verfettung der
Rotatorenmanschette
nach
Goutallier
Grad II benötige zirka eineinhalb bis zwei Jahre. Ausserdem sei der geschilderte Unfallhergang nicht geeignet gewesen, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen (S. 2 unten).
Nur Bewegungen im Schultergelenk mit Zugbelastung der
Rotatorenmanschette
könnten diese zerreissen, in erster Linie Rotationsbewegungen
,
aber auch
Ab
spreizbewegungen
. Liege
ein
Rotatorenmanschettendefekt
mit Ein- beziehungs
weise Abriss der
Rotatorenmanschette
in davon verschiedenen Anteilen vor, könne nicht eine bestimmte Bewegung - etwa im Sinne einer Aussendrehung - diesen Schaden verursacht haben. Die Rissmorphologie müsse zum Unfallmecha
nismus passen.
Als geeigneter Unfallmechanismus werde zum Beispiel das mas
sive plötzliche Rückwärtsreissen oder Heranführen des Armes (beispielsweise bei einem Absturz beim Fensterputzen mit noch Festhalten der Hand und/oder eine starke Zugbelastung bei gewaltsamer Rotation des Armes) angesehen (S. 3 oben).
Zusammenfassend sei weder der Unfallhergang geeignet gewesen, eine
Rotato
renmanschette
zu zerrei
ssen, noch habe das
MRI
eine ak
u
t
e
Rotatorenmanschet
tenruptur
gezeigt. Im Gegenteil: Das MRI zeige m
assiv
e degenerative Verände
rungen. Ausserdem seien bei der klinischen Untersuchung weder Hämatome noch Prellmarken gesehen worden.
Der Status quo sine sei am 28. April 2016 wieder erreicht worden. Die Schulter sei lediglich geprellt gewesen. Darüber hinaus an
haltende Beschwerden seien nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Unfall zu sehen. Sie seien wesentlich wahrscheinlicher Folge der degenerativen Veränderungen im Schul
tergelenk (S. 3 Mitte).
3.5
Am 19. Juli 2017 erstattete med.
pract
.
A._
,
Versicherungsmedizin der Be
schwerdegegnerin
,
seine chirurgische Beurteilung (Urk. 12/61).
Er wies unter an
derem betreffend Beurteilung der
MR-Arthrographie
vom 28. April 2016 darauf hin, dass bezüglich Fragestellung zu dieser Untersuchung die Frage nach dem Zustand der
Muskulatur («Atrophie/fettige Degeneration») auffalle. Diese Frage erscheine zumindest aussergewöhnlich, wenn eine frische traumatische Zerreis
sung der
Rotatorenmanschette
vermutet werde
(S. 5 oben).
Die Radiologen hätten eine «mässige fettige Atrophie» der Muskulatur der
Rota
torenmanschette
genannt. Die knöchernen Veränderungen am
Acriom
hätten diese als älteren
ossären
Ausriss mit
hypotrophen
, daran anhaftenden Fasern des M.
deltoideus
gewertet. Med.
pract
.
A._
bemerkt
e
, dass dieser Befund damit als Hinweis darauf gesehen werde, dass die rechte Schulter bereits zuvor einmal ver
letzt worden sei (S. 5 Mitte).
Veränderungen
, die auf eine kurze Zeit (17 Tage) zurückliegende Traumatisierung der rechten Schulter hinweisen würden, seien nicht genannt oder verneint («Kno
chenmark regelrecht») worden. Als solche Veränderungen seien neben einem Knochenmarködem beispielsweise ein
Ö
dem
in den Weichteilen oder auch ein blutiger Erguss zu nennen. Zwar sei ein Gelenkserguss beschrieben worden, dieser habe jedoch Detritus enthalten; zudem habe sich eine
synoviale
Hypertrophie (als Hinweis auf einen entzündlichen Reizzustand) gezeigt
.
Zusammenfassend seien mit dem fachradiologischen Befund der
MR
Arthro
graphie
vom 28. April
2016 kei
ne sicheren Zeichen einer kurze
Zeit zu
rück
liegenden traumatischen strukturellen Schädigung der rechten Schulter ge
nannt worden
(S. 5 unten).
Als Zeichen einer chronischen Schädigung seien genannt worden:
-
eine
mässiggradige
Atrophie und Verfettung der Muskulatur der
Rotatoren
manschette
-
eine erhebliche Retraktion des Sehnenstumpfes der
Supraspinatussehne
-
eine
Synovialitis
des Schultergelenks mit Ergussbildung und Detritus
Abweichend davon habe
Dr.
B._
die Veränderung mit seinem Operationsbericht vom 12. Mai 2016 als «frische Verletzung» bezeichnet. Allerdings beschreibe er den
subacromialen
Raum als sehr eng und die Läsionen der Supra- und
Infraspi
natussehne
als «
Cleavageläsion
». Die Operation sei viereinhalb Wochen nach dem Ereignis erfolgt. Eine erhebliche Einengung des
subacromialen
Raumes sei nach dieser kurzen Zeit nicht zu erwarten (S. 6 oben).
Med.
pract
.
A._
führt
e
weiter aus, bei eigener Einsichtnahme in die Bildgebung falle bereits auf der Röntgenaufnahme vom 12. April 2016 ein deutlicher Hoch
stand des
Humeruskopfes
auf. Dies gelte als Hinweis auf einen vorbestehenden Schaden der
Rotatorenmanschette
. Als weiterer Hinweis auf eine kritische Rekon
struktion könne der Hinweis von
Dr.
B._
bezüglich der Nachbehandlung gelten: Er schreibe ausdrücklich, für sechs Wochen solle keine Physiotherapie der Schul
ter erfolgen und die Schulter solle auf einer Abduktionsschiene ruhiggestellt wer
den. Diese Angaben seien für die Rekonstruktion einer frischen, traumatischen Zerreissung der
Rotatorenmanschette
zumindest ungewöhnlich (S. 6 Mitte).
Sodann stehe die Angabe von
Dr.
B._
, es handle sich mit Sicherheit um eine traumatische Verletzung, weil beide Muskelbäuche keine relevante Atrophie oder fettige Degeneration zeigen würden, im Gegensatz zum fachradiologischen Be
fund. Dort werde von einer «fettigen» Muskelatrophie gesprochen
und ein
Grad II nach
Goutallier
genannt. Die Atrophie der Muskulatur und die Einlagerung von Fett in die Muskelbäuche seien Prozesse, die über lange Zeiträume ablaufen müss
ten. Der Zeitraum von vier Wochen könne dafür definitiv als zu kurz bezeichnet werden. Der Argumentation von
Dr.
B._
könne daher nicht gefolgt werden (S. 6
f.).
Zum vom Beschwerdeführer in der Einsprache geschilderten Unfallhergang, er sei über ein drei Meter hohes Hindernis gestürzt und mit der rechten Schulter auf einen drei Meter hohen Baumstrunk gefallen, bemerkte med.
pract
.
A._
, es wäre
n
bei einem solchen Hergang schwere Körperschäden zu erwarten. Eine iso
lierte Verletzung nur der rechten Schulter wäre ungewöhnlich
,
wenn auch mög
lich. Da beim Beschwerdeführer am Tag nach dem Unfall jedoch jegliche äusseren Verletzungszeichen gefehlt hätten, spreche dies gegen ein schweres Trauma. Denn wenn eine Gewalt auf den Körper einwirke, müsse sie zuerst die oberflächlichen Gewebsschichten durchdringen (S. 7 oben).
Schliesslich wäre bei der dokumentierten Massenruptur der
Rotatorenmanschette
beim Beschwerdeführer das Auftreten einer Pseudoparalyse der rechten Schulter zu erwarten gewesen.
Dr.
B._
habe bei seinem Untersuchungsbefund eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter festgehalten, jedoch keine Zeichen einer Pseudoparalyse. Eine solche würde zu einer erheblichen Beein
trächtigung im Alltag und auch im Berufsleben führen. Mit keinem der vorlie
genden Berichte werde eine solche Beeinträchtigung genannt
.
Schliesslich weise auch der Umstand, dass keine relevanten Druckschmerzpunkte an der Schulter und auch keine Schwellung und Ergussbildung im Schultergelenk beschrieben worden seien, nicht auf eine erhebliche stattgehabte Schädigung hin
(S. 7 unten).
Zusammenfassend sei es überwiegend wahrscheinlich, dass das Ereignis vom 11. April 2016 zu einer leichtgradigen Distorsion der zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich vorgeschädigten rechten Schulter des Beschwerdeführers geführt habe. Diese Distorsion habe nicht zu zusätzlich
en
strukturellen Schäden im Bereich der rechten Schulter geführt, die bildgebend objektiviert worden wären. Möglicher
weise habe die Distorsion zu einem entzündlichen Reizzustand geführt. Als Hin
weis darauf könne gelten, dass bei der Untersuchung durch
Dr.
B._
keine Er
gussbildung vorhanden gewesen sei, jedoch mit der MRI-Untersuchung vom 28. April 2016 ein entzündlicher Reizzustand mit Ergussbildung im Gelenk dokumentiert worden sei.
Bei einer leichten Distorsion der Schulter ohne den Nachweis struktureller Schä
den sei nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung damit zu rechnen, dass die unfallkausalen Beschwerden nach vier Wochen wieder abgeklungen seien (S. 8 oben).
3.6
Dr.
B._
nahm mit Schreiben vom 6. Oktober 2017 Stellung zur Frage der Un
fallkausalität (Beilage von Urk.
8
). Er führte aus, beim Beschwerdeführer spreche der Zustand der Muskulatur (kaum relevante Atrophie und fettige Degeneration) dafür, dass die Sehnenmanschette bis zur Krafteinwirkung anlässlich des Sturze
s in Kontinuität gestanden sei
. Die von den Ärzten der Beschwerdegegnerin be
schriebene mässig fettige Degeneration der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
Goutall
ier
Grad II entspreche nicht den
Tatsache
n
. Auch das Argument des Ret
raktionsgrades der Sehnen als Kriterium für eine vorbestehende Verletzung sei diskussionswürdig. Dieser Retraktionsgrad sei eher abhängig vom Ausmass der Verletzung als von einem allfälligen Vorzustand.
Einen Fahrradsturz als nicht geeignetes Ereignis einzustufen, scheine äusserst ar
biträr und gewagt, da
bekannterweise
anlässlich eines solchen Sturzes, welche
r
sich in wenigen Zehntelsekunden ereigne, kaum je eine exakte Krafteinwirkung auf die Schulter beschrieben werden könne (S. 2 oben).
Dr.
B._
stellte sich auf den Standpunkt, ohne das Ereignis vom 11. April 2016 wäre in ab
sehbarer Zeit kaum der Zustand S
tatus quo sine erreicht worden und dies schon gar nicht vier Wochen nach dem Ereignis (S. 2 Ad 5).
4.
4.1
Versicherungsmed
iziner med.
pract
.
A._
hielt
, unter Berücksichtigung der er
forderlichen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.5), nachvollziehbar und ausführlich
begründet fest, weshalb vorliegend vier Wochen nach dem Unfallereignis vom 11. April 2016 von einem Status quo sine auszugehen ist. Er setzte sich mit der abweichenden Beurteilung
durch
Dr.
B._
auseinander und führte anhand der vorliegenden Akten, insbesondere gestützt auf das vorhandene bildgebende Material und die von den Radiologen abgegebene Beurteilung, aber auch in Ausei
nandersetzung mit Fachliteratur (vgl. Urk. 12/61/9) aus, weshalb der Ein
schät
zung durch
Dr.
B._
nicht gefolgt werden kann. Darauf ist zu verweisen (vorste
hend E. 3.5).
Dr.
B._
vermochte an der Beurteilung von med.
pract
.
A._
auch keine Zweifel zu wecken. Die Beschwerdegegnerin wies zu Recht darauf hin, dass der massive Vorzustand gestützt auf die bildgebenden Materialien und die Beurteilung
durch
med.
pract
.
A._
klar ausgewiesen sei.
Dr.
B._
habe sich weder mit der Tatsa
che auseinandergesetzt, dass trotz dem behaupteten schweren Sturz initial keine äusserlichen Verletzungszeichen vorgelegen hätte
n
und auch bildgebend kurze Zeit nach dem Unfall keine Veränderungen erkennbar gewesen seien, die auf eine Traumatisierung hingewiesen hätten. Auch nahm er keine Stellung dazu, dass keine für eine traumatische Zerreissung der
Rotatorenmanschette
typische Pseu
doparalyse vorgelegen habe (Urk. 11 S. 3 Mitte). Dieser
Einschätzung ist beizu
pflichten. Es liegen daher vorliegend keine Anhaltspunkte vor, welche gegen
die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen
sprechen würden
.
4.2
Was den Unfallhergang betrifft, bleibt Folgendes anzumerken:
Sowohl in den beiden Schadenmeldungen (Urk. 12/1+2) wie auch im ersten ärzt
lichen Bericht (vorstehend E. 3.1) wurde lediglich angegeben, der Beschwerde
führer sei beim Biken gestürzt und habe sich die rechte Schulter angeschlagen.
Nach Kenntnis der kreisärztlichen Beurteilung vom 4. August 2016 (vgl. dazu Email der Beschwerdegegnerin an den Beschwerdeführer vom 5. August 2016, Urk. 12/34/3)
- in welcher auch ausgeführt wurde, welche Art von
Krafteinwir
kung zu einem derartigen Schulterschaden, wie er beim Beschwerdeführer vor
gefunden wurde,
geführt hätte
-
wurde der Unfallhergang erstmals anders geschildert: «Die enorme Schwerkraft, welche so gewaltig von der «verkehrten» Seite (Arm wurde hochgerissen) auf die Schulter wirkte, kann kaum eine Schulter aus
halten» (Email des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin vom 5. August 2016, Urk. 12/34/1-2). Am 21. August
2016 schilderte der Beschwer
de
führer im Rahmen seiner Einsprache den Unfallhergang wie folgt: Sturz vom Bike über ein Hindernis (Hindernishöhe zirka
drei Meter) und Aufschlag mit der rechten Schul
ter auf einem Baumstrunk (Höhe drei Meter; Urk. 12/43).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die be
wusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
4.3
Mit Blick auf diese Ausgangslage sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung des beantragten Gutachtens
(vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. I.4)
abgesehen werden kann (anti
zipierte
Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E.
5.3, 134 I 140 E.
5.3; 124 V 90 E.
4b).
Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
rechtsgenüglichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis vom 11. April
2016 und den vom Beschwerdeführer über den 10. Mai 2016 hinaus weiterhin beklagten Beschwerden und damit eine Leistungspflicht hierfür zu Recht verneint hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.