# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd0e579f-2d04-57bd-833b-d9cada458070
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, bezog ab
August 2000 eine ganze und hernach ab April 2001 eine halbe Rente
der Invalidenversicherung (vgl.
Verfügungen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
2.
August 2002;
Urk.
6/128-130). Mit Verfügung vom 1
5.
Oktober 2002 erhöhte die IV-Stelle die halbe Rente mit Wirkung ab
1.
Februar 2002 wiederum auf eine ganze Rente (Urk. 8/135).
Den Anspruch auf eine ganze Rente bestä
tig
te die IV-Stelle
nach einem im Oktober 2007 eingeleiteten Revisionsverfahren (vgl.
Urk.
8/152 ff.) mit Mitteilung vom 1
9.
August 2008 (Urk.
8/169).
1.2
2010 führte die IV-Stelle erneut eine revisionsweise Über
prüfung des Rentenan
spruchs durch (vgl.
Urk.
8/171). Sie holte ärztliche Berichte (Urk. 8/172,
Urk.
8/174,
Urk.
8/178,
Urk.
8/188) und das interdisziplinäre (
allgemeinmedizi
nische
, psychiatrische und gynäkologische) Gutachten des
Y._
vom 1
2.
Januar 2012 ein (Urk. 8/187). Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin zum
Y._
-
Gut
achten Ste
llung genommen hatte (vgl. Urk.
8/199
/6 f.) und nach durchgeführ
tem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/201 f., Urk. 8/205,
Urk.
8/210-211) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
7.
April 2013
die ganze Rente
auf den Beginn des zweiten der Zustellung folgenden Monats auf eine halbe herab (
Urk.
2 =
Urk.
8/2
14).
2.
Gegen die Verfügung vom
1
7.
April 20
13 erhob die V
ersicherte am 2
3.
Mai 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei ihr in Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung weiterhin eine ganze Rente auszurichten, eventualiter eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte in der
Beschwerdeant
wort
vom
1.
Juli 2013 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2013
wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht und ihr entsprechend ihrem Gesuch die unentgeltliche
Pro
zessführung
bewilligt und ihre Rechtsvertreterin als unentgeltliche
Rechtsbei
ständin
bestellt (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die für die Bestimmung des Rentenanspruchs und die bei der Erhöhung respek
tive Herabsetzung einer Rente massgebenden Gesetzesbestimmungen hat die
Be
schwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung zutreffend dargelegt (Urk. 2, Verfügungsteil 2 S. 1). Darauf wird verwiesen.
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, die durch
geführten Abklärungen
, namentlich die Begutachtung durch die Ärzte des
Y._
,
und die Beurteilung durch den Arzt des RAD
hätten
gezeigt
, dass
aufgrund des zunehmenden Alters und der medikamentösen Behandlung
eine Verbesserung
des gynäkologischen Leidens und damit
des Gesundheitszustandes eingetreten und die Beschwerdeführerin wieder in der Lage sei, eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % auszuüben.
Durch die bevorstehende Magen-Bypass-Opera
tion müsse nicht mit einer dauerhaften zusätzlichen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit gerechnet werden.
Der Vergleich des Validen- mit dem
Invalidenein
kommen
erge
be einen Invaliditätsgrad von 57
%, weswegen die Beschwerde
führerin
anstelle der ganzen
nunmehr Ansp
ruch auf eine halbe Rente habe (Urk. 2, Verfügungsteil 2 S. 3 f.).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin,
im
Y._
-
Gutachten sei auf Inkonsistenzen in der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin hin
sichtlich Verwertung der vorhandenen Ressourcen in einer Erwerbstätigkeit hingewiesen worden. Ferner korreliere d
as von den Ärzten des
Y._
aufgestellte Anforderungsprofil
für eine angepasste Tätigkeit mit
ihrem tatsächlichen
Akti
vitätsniveau
im Alltag. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, ihren Haushalt mit drei Katzen selbständig zu führen, den Garten zu pflegen, die Einkäufe zu machen, Spaziergänge zu unternehmen und sich mit Bekannten zu treffen. Hinzu komme, dass sie sich in ihrem Wohnblock während der
Ferienabwesen
heit
der Nachbarn um deren
Wohnungen und Haustiere kümmern könne
(Urk. 7 S. 1-2).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, Voraussetzung für die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente sei eine Verbesserung der gesundheitlichen Situa
tion.
Die Beschwerdegegnerin gehe zu Unrecht davon aus.
Weder dem
Y._
-
Gut
achten noch den Ausführungen des RAD lasse sich entnehmen, worin die Ver
besserung konkret bestehe. Der Vergleich mit der Situation von 2008 zeige unter anderem, dass die von
Dr.
med.
Z._
,
Chefärztin der Frauenklinik,
A._
,
im
Gutachten
vom 1
1.
Juni 2008 als Voraus
setzung für eine gesundheitliche Verbesserung und teilweise Wiederaufnahme
erforderliche
Operation (Hysterektomie und
Adnexektomie
; vgl.
Urk.
8/
66/4 Ziff. 4) aufgrund von
Komplikationen
bisher
nicht habe durchgeführt werden können
. Nach wie vor bestünden dieselben Beschwerden (Bauch- und Unter
leibsschmerzen und schwere Stuhlentleerungsprobleme). Hinzu komme, das
s
im Zeitpunkt der Begutachtung durch das
Y._
noch nicht bekannt gewesen sei, dass auch eine totale
Thyreoidektomie
notwendig sei.
Erst nach
Verfügungser
lass
habe eine
Operation
durchgeführt werden können (
Adhäsiolyse
mit Hyste
rektomie
sowie Magen-Byp
ass-Operation;
vgl.
Urk.
3/4
).
Die im Rahmen der Schadenminderungspflicht geforderte medikamentöse Behandlung sei konse
quent durchgeführt
worden.
Gleichwohl sei
bis zum Verfügungserlass
keine Besserung eingetreten. Aus den von der Beschwerdegegnerin erwähnten
Tages
aktivitäten
lasse sich nicht folgern, dass eine Erwerbstätigkeit wieder zumutbar sei.
Der
Haushalt
lasse sich
nur mit
einem viel höheren Zeitaufwand und mit etlichen Pausen bewältigen
(Urk. 1 S.
8 ff.
Ziff.
4).
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands
) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
spre
chung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausge
richtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentli
chen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
3.2
Anlässlich der im Herbst 2007 eingeleiteten
Revision holte die
Beschwerdegeg
nerin
verschiedene Arztberichte (
Urk.
8/154-156) und insbesondere das Gut
achten von
Dr.
Z._
vom 1
1.
Juni 2008 (
Urk.
8/166) ein. Am 1
9.
August 2008, teilte sie der Beschwerdeführerin mit, sie habe unverändert Anspruch auf eine ganze Rente und wies sie darauf hin, sie könne eine beschwerdefähige Verfügung verlangen (Urk. 8/169).
Darauf verzichtete die Beschwerdeführerin in der Folge.
Da anlässlich der 200
7 und 200
8 durchgeführten
Revision
keine
leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde, die bis
herige Invalidenrente
somit
weiter ausgerichtet und auf die entsprechende Mit
teilu
ng hin keine Verfügung verlangt wurde,
ist die Mitteilung vom 1
9.
August 2008 in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen.
Die Mitteilung vom 1
9.
August 2008 ist im vorliegend zu beur
teilenden Revisionsverfahren der zeitliche Referenzpunkt.
4.
4.1
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Dr.
Z._
nannte
im Gutachten vom 1
1.
Juni 2008 als Diagnose eine
Endo
metriosis
genitalis
externa
Grad IV mit Stuhlentleerungsproblematik
und
Schmerzproblematik. Zum Leiden und zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit fasste sie zusammen, bereits im Alter von 12 Jahren habe die Beschwer
deführerin bei der Menstruation unter starken Schmerzen gelitten. In diesen Phasen sei
en
weder ein Schulbesuch noch
das
Arbeiten möglich gewesen. Früh sei sie mit Ovulationshemmern behandelt worden, indessen ohne Erfolg. Seither nehme die Beschwerdeführerin Schmerzmedikamente ein. 1995 sei sie erstmals und in der Folge wiederholt operiert worden. Auf eine Hysterektomie und
Adnexektomie
sei aufgrund des bestehenden Kinderwunsches verzichtet wor
den. Durch
die Behandlung mit
Depo
Provera
habe die Beschwerdeführerin dau
ernd an Gewicht zugenommen, allein in den letzten Jahren um 40 kg.
Blutun
gen habe die Beschwerdeführerin alle sieben Wochen. Die Schmerzen seien
dauernd vorhanden. Es handle sich um zwei verschiedene Schmerzsensationen: Zum einen ein dumpfer Schmerz im Unterbauch und zum anderen ein Schmerz von der Scheide her
wie ein Messer (Urk. 8/166/3 f. Ziff. 1).
Eine Arbeitsfähigkeit in einer der bisherigen Tätigkeiten (Service, Küche, Gärt
nerei, Wäscherei) bestehe nicht mehr. Aufgrund der Schmerzproblematik, der Stuhlentleerungsproblematik und aufgrund des mit der medikamentösen Be
handlung aufgetretenen Übergewichts sei die Beschwerdeführerin für jegliche Arbeit höchstens 1 bis 2 Stunden pro Tag einsetzbar. Leichte Haushaltarbeiten bewältige sie zwar, müsse sich aber na
ch knapp zwei Stunden ausruhen (Urk. 8/166/4
Ziff.
2-3).
Angezeigt sei eine Umstellung der medikamentösen Therapie mit gleichzeitiger Gewichtsreduktion. Danach sei eine weitere Operation mit Hysterektomie und
Adnexektomie
beidseits
angezeigt
. Beim jetzigen Gewicht sei die Operation nicht gefahrlos möglich.
Sollte sie durchgeführt werden können, so sei mit einem Rückgang der Schmerzproblematik zu rechnen und die teilweise Wieder
aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei möglich (Urk. 8/166/4
Ziff.
4).
Das Leiden der Beschwerdeführerin bestehe seit dem 1
2.
Lebensjahr. Bei den operativen Eingriffen habe sich gezeigt, dass eine schwere
Endometriose
Grad IV mit Beteiligung des
Rektosigmoides
bestehe
. Der Zustand habe sich seit
der letzten Beurteilung sogar verschle
chtert. Dies auch wegen der s
tark
en Gewichts
zunahme, die durch die medikamentöse Behandlung bedingt sei (Urk. 8/166/5
Ziff.
6).
4.2
.2
RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt am 1
6.
August 2008 fest,
Dr.
Z._
habe ein nachvollziehbares Gutachten erstattet. Aus soz
i
almedizinischer Sicht sei bei der Beschwerdeführerin von einer unveränderten Sachlage auszugehen. In Bezug auf die als angezeigt erachtete Umstellung der medikamentösen Behandlung mit gleichzeitiger Gewichtsreduktion sei der Beschwerdeführerin eine
Schadenmin
derungspflicht
aufzuerlegen (Urk. 8/167/4). Letzteres erfolgte am 1
9.
August 2008 zusammen mit der Mitteilung betreffend der unveränderten ganzen Rente (
Urk.
8/168).
4.2.3
Auch die übrigen befragten Ärzte (
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Allgemeinmedizin;
Prof.
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Gynäkolo
gie und Geburtshilfe,
hoben
in ihren Berichten die Beschwerden
aufgrund
der
Endometriose
und die fehlenden erwerblichen Ressourcen
hervor
, betonten der Zustand sei stationär respektive sich verschlechternd und wiesen darauf hin, es sei eine totale
laparaskopische
Hysterektomie mit Resektion der verbliebenen
Endometrioseherde
indiziert (vgl.
Urk.
8/154/
2-7,
Urk.
8/155/7 f.).
4.3
4.3.1
Dr.
med.
E._
,
Abteilung
Neuropelveologie
und operative Gynäkolo
gie, Klinik
F._
,
berichtete am 3
0.
September 2010, Ursache der Arbeitsunfähigkeit sei die
Endometriose
der Beschwerdeführerin (Urk. 8/172/1
Ziff.
1.1). Diese bestehe seit vielen Jahren. Ohne grundlegende operative Behandlung sei das Leiden nicht kurabel. Es bestehe eine vollständige Arbeits
unfähigkeit. Nach erfolgreicher Operation sollte eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben möglich sein (Urk. 8/172/2 f.
Ziff.
1.4 ff.).
4.3.2
Dr.
C._
erwähnte im Bericht vom 2
5.
Oktober 2010 als Ursache für die Arbeits
unfähigkeit
ebenfalls
die
Endometriose
Stadium IV mit Befall des Spatium
recto
vaginale
und
des
Rektosigmoid
s
(Urk. 8/174/2
Ziff.
1.1). Eine Verbesserung des Zustandes sei nicht eingetreten. Es träten unregelmässige Blutungen auf und die Beschwerdeführerin leide unter zunehmenden Bauchschmerzen. Diverse Untersuchungen betreffend ein weiteres operatives Vorgehen seien durchgeführt worden. Eine komplexe
Endometriose
habe kein Verbesserungspotential. Weder die angestammte Tätigkeit noch andere berufliche Tätigkeiten sei
en
zumutbar (Urk. 8/174/3
Ziff.
1.4 und
Ziff.
1.6).
4.3.3
Die allgemeinmedizinische und psychiatrische Untersuchung
im Rahmen der
Y._
-
Begutachtung durch
Dr.
med.
G._
,
Facharzt FM
H für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, und
Dr.
med.
I._
,
Facharzt FMH für
Gynäkologie
und G
eb
urtshilfe
(v
gl.
Urk.
8/187/23)
ergab keine Befunde respektive Diagnosen
, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
(vgl.
Urk.
8/187/9 ff.
Ziff.
3
,
Ziff.
4.1
und
Ziff.
5.2
).
Auf g
ynäkologisch
em Gebiet
stellten auch die
Y._
-
Gutachter
die Diagnose einer au
sgeprägten
Endometriose
Grad IV
, verbunden mit unabhängig von der
Perio
denblutung
vorhandenen
chronifizierten
Unterbauchschmerzen und enteralen Beschwerden mit imperativem Stuhldrang und Durchfall gefolgt von
Obstipa
tionsepisoden
(Urk. 8/187/17
Ziff.
4.2.3). Ausschliesslich diesen
Diagnosen massen die Gutachter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu (Urk.
8/187/18 f.
Ziff.
5.1 und
Ziff.
6.2).
Als einschränkend beschrieben die Gutachter die chronische
Schmerzproblema
tik
begleitet von der enteralen Problematik. Als Massnahme erachteten
sie
die Fortführung der bereits begonnenen Gewichtsreduktion
(von 120 kg auf 108 kg)
als angezeigt, des Weiteren zunächst eine
Adhäsiolyse
, anstelle der von anderer Seite vorgeschlagenen
Hysterektomie mit
Adnexektomie
(Urk. 8/187/18
Ziff.
4.2.6 und
Urk.
8/187/22
Ziff.
6.7).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Experten aus,
aufgrund der
Schmerzproblema
tik
, die
wegen
der schweren und fortgesetzten
Endometriose
nachvollziehbar und über lange Zeit auch dokumentiert sei, und aufgrund des damit einherge
henden Leidensdruck
s sei
bei der Beschwerdeführerin entgegen der üblichen Einschätzung bei
eine
r
Endometriose
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
gegeben. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht vollständig aufgehoben, wie dies bis anhin vermerkt worden sei. Anzumerken sei auch, dass eine
Endometrio
sesituation
beim Eintreten der Menopause in der Regel asymptomatisch werde. Teilweise könne dies medikamentös schon vorher erreicht werden.
Für körper
lich leichte Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Notwendigkeit, den Bauch bei der Arbeit pressen zu müssen und
mit jederzeit vorhandenem freiem
Zugang zu einer Toilette bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Diese Beurteilung sei auch mit Blick auf die derzeitigen Tagesaktivitäten der Beschwerdeführerin schlüssig, denn nebst verschiedenen andere
n
Aktivitä
ten sei sie in der Lage, den Haushalt selber zu führen (Urk. 8/187/20).
4.4
4.4.1
Der Vergleich der
Arztberichte
von 2008
(vgl.
vorstehende E. 4
) mit denen, die im
2010 eingeleiteten
Revisionsverfahren eingeholt wurden
(vgl. vorstehende E.
5) zeigt, dass weder in Bezug auf die zu stellende Diagnose noch hinsichtlich der erhobenen Befunde
oder der angegebenen und als nachvollziehbar beur
teilten Beschwerden
eine Änderung eingetreten ist.
Nach wie vor wird die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
in
durch die seit Jahren bestehende
schwergradige
Endometriose
und die damit verbundenen Schmerz- und
Stuhl
entleerungs
problematik
beeinträc
htigt. S
eit 2008 hat sich daran nichts geändert. Weitere operative Eingriffe
, die bereits 2008 diskutiert wurden, und eine damit erhoffte Verbesserung
, konnten bis zum Verfügungserlass
aus nicht von der Beschwerdeführerin zu vertretenden Gründen nicht durchgeführt werden. Eine Missachtung der im August 2008 auferlegten Schadenminderungspflicht (vgl.
Urk.
8/168) ist weder ersichtlich
,
noch wird eine solche behauptet.
Die Be
schwerdeführerin unterzog sich stets der ärztlich angeordneten Behandlung. Gegenteilige Anhaltspunkte liegen nicht vor. Ebenso konnte eine
Gewichtsre
duktion
eingeleitet werden.
Eine operative Behandlung erfolgte am 1
9.
April 2013 (vgl.
Urk.
3/4). Wie sich dies in Zukunft gegebenenfalls auf die erwerbli
chen Ressourcen auswirkt, wird erst noch zu prüfen sein.
4.4.2
Eine Verbesserung, von der einzig die
Y._
-
Gutachter
ausgehen
, begründeten diese
damit
, eine
Endometriose
vermöge in der Regel keine vollständige A
rbeitsunfähigkeit zu begründen.
Selbst wenn
es sich vorliegend tatsächlich so verhielte
,
wäre
damit eine Verbesserung der Situation nicht
ausgewiesen
. Der
Hinweis der
Y._
-
Gutachter
, mit der Menopause
werde das Leiden häufig asymptomatisch
,
weist zwar auf eine mögliche Verbesserung der Situation hin, tatsächlich litt die Beschwerdeführerin bei Verfügungserlass
aber
unverändert an den
ausgeprägten
leidenstypischen
Beschwerden.
Nicht schlüssig ist auch der Hinweis der
Y._
-
Gutachter, die Beschwerden
könnten medikamentös einge
dämmt werden
.
Bei der Beschwerdeführerin führte auch
die konsequente medi
kamentöse Behandlung zu keiner
Besserung
.
Mit dem weiteren Argument, die Beschwerdeführer
in
vermöge den Haushalt alleine zu führen und sei auch in der Lage den übrigen Alltag aktiv zu gestalten, nahmen die
Y._
-
Gutachter zwar Bezug auf die tatsächlichen Gegebenheiten, indessen handelt es sich hier nicht um eine neue Situation. Bereits 2008 lebte die Beschwerdeführerin alleine und besor
gte ihren Haushalt selbständig (vgl.
Urk.
8/166/4
Ziff.
2).
4.4.3
Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Y._
-
Gutachter die attestierte
Restarbeits
fähigkeit
von 50 % weder m
ittels einer
anderen
Diagnose
noch
mit
tels
einer Veränderung der Befunde zu begründen vermochten.
D
ie unterschiedliche Be
urteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit
rechtfertigt keine Revision (vgl. vorstehende E. 2.2).
Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Unrecht die ganze Rente auf eine halbe herabgesetzt.
Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben.
5
.
5
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
800
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5
.2
Nach Einsicht in die Honorarnote vom
1
7.
Dezember 2014
erweist sich der von der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
, Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
, Zürich,
geltende Entschädigung von
Fr.
2‘105.50
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die unterlie
gende und damit entschädigungspflichtige Beschwerdegegnerin (vgl. §
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
hat Rechtsanwältin Ursula
Reger-
Wyttenbach
in diesem Umfang zu entschädigen.