# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 96d5914e-4830-5c88-b682-b1fda06ae56b
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_007
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können. Die Rüge der Unangemessenheit ist vorliegend ausgeschlossen (vgl. Art. 77 f. VRG);
dass nach Art. 85 VRG mit der Einreichung der Beschwerde die Zuständigkeit zur Behandlung der Sache, die Gegenstand der Beschwerde ist, auf die Beschwerdeinstanz übergeht (Abs. 1). Die Vorinstanz kann jedoch den angefochtenen Entscheid ändern oder aufheben, solange sie ihre Bemerkungen zur Beschwerdeschrift nicht abgeschickt hat. Den neuen Entscheid eröffnet sie ohne Verzug den Parteien und bringt ihn der Beschwerdeinstanz zur Kenntnis (Abs. 2). Die  setzt die Behandlung der Beschwerde fort, soweit diese durch den neuen Entscheid
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nicht gegenstandslos geworden ist. Ein neuer Schriftenwechsel findet statt, wenn der neue Entscheid auf einem erheblich veränderten Sachverhalt beruht oder eine erheblich veränderte Rechtslage schafft (Abs. 3);
dass vorliegend die Beschwerde – soweit sie sich gegen den am 15. September 2020  Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz richtete – durch die vorinstanzliche Wiedererwägung pendente lite vom 18. November 2020 gegenstandslos wurde;
dass indes die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit der wiedererwägungsweise getroffenen Verfügung vom 18. November 2020 den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sowie die  aus der Schweiz androhte und die Beschwerde hinsichtlich dieser ausländerrechtlichen Verwarnung nicht gegenstandslos wurde, zumal sich die Beschwerdeführerin im Anschluss an die Wiedererwägung vor dem Kantonsgericht nicht vernehmen liess und die Beschwerde namentlich nicht zurückzog;
dass das Kantonsgericht demnach zu beurteilen hat, ob der Beschwerdeführerin zu Recht der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz angedroht wurden;
dass gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer und über die Integration (AIG; SR 142.20) die zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilligung namentlich widerrufen bzw. die Verlängerung der Bewilligung verweigern kann, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Der Widerrufsgrund ist erfüllt, wenn konkret die Gefahr einer fortgesetzten Sozialhilfeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Für die Beurteilung der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit ist von den aktuellen Verhältnissen ; die zu erwartende finanzielle Entwicklung ist aber auf längere Sicht abzuwägen.  ist eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation in  der realisierbaren Einkommensaussichten sämtlicher Familienmitglieder (Urteile BGer 2C_851/2014 vom 24. April 2015 E. 4; 2C_31/2012 vom 15. März 2012 E. 2.2 in fine). Beim  nach Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG geht es in erster Linie darum, eine zusätzliche und somit künftige Belastung der öffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden. Der auf diese Bestimmung gestützte Widerruf der Bewilligung (bzw. deren Nichtverlängerung) fällt grundsätzlich in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird (Urteile BGer 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.1; 2C_949/2017 vom 23. März 2018 E. 4.1). Ob und inwieweit die betroffene Person ein Verschulden an der Sozialhilfebedürftigkeit trifft, beschlägt nicht die Frage des , sondern die Verhältnismässigkeitsprüfung (Urteile BGer 2C_775/2017 vom 28. März 2018 E. 3.2; 2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 3.2);
dass, wenn der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit vorliegt, zu prüfen ist, ob die damit verbundene aufenthaltsbeendende Massnahme verhältnismässig erscheint. Nach der  Praxis sind für die Beurteilung, ob dies der Fall ist, namentlich die Schwere des Verschuldens an der Sozialhilfeabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die Dauer der  Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen; zu beachten ist auch die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären  sowohl im Gast- wie im Heimatland (siehe Urteil BGer 2C_13/2018 vom 16. November 2018 E. 3.3);
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dass entsprechend auch Art. 96 AIG vorsieht, dass die zuständige Behörde bei der  die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie die Integration der Betroffenen berücksichtigt (Abs. 1). Ist eine Massnahme begründet, aber den Umständen nicht angemessen, so kann die betroffene Person unter Androhung dieser Massnahme verwarnt werden (Abs. 2);
dass in casu das Ehepaar laut dem Bericht des Sozialdienstes Sense-Unterland vom 14. Februar 2020 bis zu diesem Datum insgesamt eine Sozialhilfeschuld von CHF 91'196.55 aufwies. Am 22. September 2020 berichtete der Sozialdienst, dass das Ehepaar von Februar 2016 bis Mai 2016 und von Februar 2017 bis Juni 2020 finanziell unterstützt wurde. Gemäss dem neuesten Bericht des Sozialdienstes vom 5. November 2020 belief sich schliesslich die gesamte  an diesem Datum auf CHF 101'067.05;
dass damit offensichtlich ist, dass die Beschwerdeführerin hohe finanzielle  durch den Sozialdienst erhalten hat. Sie hat bis heute offenbar keine bzw. keine längere Arbeitstätigkeit gefunden bzw. aufgenommen. Anlässlich der persönlichen Befragung bei der Vorinstanz brachte sie namentlich vor, dass sie zuerst besser Deutsch lernen müsse und daher den Besuch des Deutschkurses priorisieren möchte. Auch ihr Ehemann war in den vergangenen Jahren lediglich während weniger Monate arbeitstätig und überdies zeitweise arbeitslos gemeldet. Zwar konnte er am 1. Juni 2020 eine Stelle als Pizzaiolo und Koch antreten und dem Ehepaar gelingt es seither, ohne Unterstützung des Sozialdienstes zu leben. Dennoch besteht jedenfalls ein hohes Risiko, dass die Beschwerdeführerin bzw. ihr Ehemann auch in Zukunft nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen können und unterstützt werden müssen, zumal er in C._ arbeitet und folglich auch einen verhältnismässig langen Arbeitsweg hat;
dass indes die Vorinstanz eine aufenthaltsbeendende Massnahme mit der wiedererwägungsweise getroffenen Verfügung vom 18. November 2020 als unverhältnismässig erachtete und der Beschwerdeführerin den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus der Schweiz lediglich androhte (ausländerrechtliche Verwarnung);
dass hinsichtlich der Verhältnismässigkeit insbesondere zu berücksichtigen ist, dass die Beschwerdeführerin zwar erst seit etwas über 5 Jahren in der Schweiz lebt und – auch aufgrund ihrer nach wie vor schlechten Deutschkenntnisse – eher schlecht integriert ist. Sie bemüht sich zwar offenbar namentlich, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, wie erwähnt ist es ihr aber bisher nicht gelungen, eine (längere) Arbeitstätigkeit zu finden. Die weitere Sozialhilfeabhängigkeit konnte indes durch die Aufnahme einer Arbeit durch ihren Mann abgewendet werden. Damit gelingt es dem Ehepaar derzeit, ohne Unterstützungsleistungen des Sozialdienstes . Auch hätte die Beschwerdeführerin bei einer Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung gerade auch mit Blick auf ihre Familiensituation schwerwiegende persönliche Nachteile zu tragen;
dass sich folglich die der Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom 18. November 2020 erteilte ausländerrechtliche Verwarnung – nämlich die Androhung des Widerrufs der  und der Wegweisung aus der Schweiz – als verhältnismässig erweist;
dass sich überdies auch aus Art. 8 EMRK zum Recht auf Anspruch des Privat- und Familienlebens keine weitergehenden Ansprüche ergeben, da die getroffene Massnahme wie erwähnt unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände gerechtfertigt erscheint (siehe BGE 144 I 266 E. 3.7; Urteil BGer 2C_679/2019 vom 23. Dezember 2019 E. 3.3);
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dass damit im Ergebnis die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Recht mit der Verfügung vom 18. November 2020 androhte, dass ihre Aufenthaltsbewilligung widerrufen wird und sie aus der Schweiz weggewiesen wird;
dass die Beschwerde (601 2020 186) folglich abzuweisen ist, soweit sie nicht durch die  getroffene Verfügung vom 18. November 2020 – mit der auf die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung verzichtet wurde und diese Massnahmen  lediglich angedroht wurden – gegenstandslos wurde;
dass in Anbetracht der Umstände ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird (Art. 129 VRG);
dass damit das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (601 2020 187) als gegenstandslos abzuschreiben ist;
dass mit dem sofortigen Entscheid in der Hauptsache auch das Gesuch um Gewährung  Massnahmen (601 2020 188) als gegenstandslos abzuschreiben ist;

## Considerations