# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfbc850c-774f-4787-93b6-bb12ccd058b0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, verfügt über keine Berufsaus
bildung und war zuletzt ab September 2002 in einem 80%-Arbeitspensum als Hilfsmonteurin tätig. Im März 2015 meldete sie sich wegen multipler Beschwer
den bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2
; Unterschrift
Urk.
7/13
). Diese
verneinte
mit Verfü
gung vom 2. November 201
6
(
Urk.
7/57) einen Rentenanspruch der Versicherten, wobei sie sich
insbesondere
auf eine allgemein-/arbeitsmedizinische Untersu
chung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk.
7
/35) sowie dessen Stellung
nahme (Urk.
7
/49/4
-6
;
ergänzend
Urk.
7
/55/2)
zu einem von der Kran
kentag
geldversicherung in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten
(Urk. 7/36/10-27)
stützte. Gleichentags
auferlegte sie
der
Versicherten
eine Scha
den
minde
rungspflicht im Sinne einer Anpassung der medikamentös-antidepres
siven Behandlung (Dosiserhöhung, allenfalls
Präparatewechsel
) sowie eine
r
tages
kli
nische
n
Behandlung (Urk.
7
/56).
Mit Urteil IV.2016.01358 vom 2
9.
März 2018
(
Urk.
7/82) hiess das Sozialversi
cherungsgericht des Kantons Zürich
die
Beschwerde der Versicherten in dem Sinne gut, als
es
die Verfügung vom
2.
November 2016 auf
hob und die
Sache
an
die IV-Stelle zurück
w
ies, damit diese nach Einholung eines orthopädisch-rheu
matologischen und psychiatrischen Gutachtens
und
gegebenenfalls weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen (dazu E. 6 des erwähnten Urteils
,
Urk.
7/82/18
) über den Rentenanspruch neu verfüge
(Urk. 7/82/19)
.
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle
aktuelle
Berichte bei den behandelnden Ärzten ein (
Urk.
7/90, 7/91
und 7/94) und gab ein internistisches, orthopädisches, neuro
logisches und ps
ychiatrisches Gutachten bei der Y._
in Auftrag. Dieses wurde am 2
0.
Mai 2019 erstattet (
Urk.
7/116).
Zudem
nahmen die
Y._
-
Gutachter mit Schreiben vom 11. Juli 2019 (
Urk.
7/119) zu den von der Versicherten mit Schreiben vom 22.
Mai
2019
(
Urk.
7/114)
geltend gemachten Mängel der gutachterlichen Untersuchungen
Stellung
.
Nach Prüfung des Gutachtens durch den RAD (
Urk.
7/123/5-7) kündigte die IV-Stelle der Versicherten die Verneinung eines Anspruchs gegenüber der Invali
denversicherung an (
Urk.
7/124). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
7/126) und reichte innert bis zum 1
2.
Juni 2020 erstreckte
r
Frist (
Urk.
7/143) eine ergänzende Begründung (
Urk.
7/145) unter Beilage einer Stel
lungnahme des behandelnden Psychiaters ein (
Urk.
7/144).
Gestützt auf eine weitere Stellungnahme des RAD (
Urk.
7/146) verfügte die IV-Stelle am 1
6.
Juli 2020 wie angekündigt (
Urk.
2
).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
4.
September 2020, vertreten durch Rechtsanwalt Locher (
Urk.
3), Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte sie, es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei ein Obergutachten zu veranlassen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der IV-Stelle (
Urk.
1 S. 2). Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
1.
Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeant
wort wurde der Versicherten mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Sache wurde zuletzt mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kanton
s Zürich IV.2016.0
1358 vom 29. März 2018, Dispositivziffer 1, an die Beschwerde
gegnerin zurückgewiesen, damit diese nach Einholung eines Gutachtens und gegebenenfalls weiterer Abklärungen über den Rentenanspruch der Beschwerde
führerin neu verfüge (Urk. 7/82/19). Dabei wurden den Parteien die
rechtlichen Voraussetzungen eines erstmaligen Rentenanspruchs,
einschliesslich
der Beson
derheiten im Rahmen psychischer Erkrankungen
(vgl. E. 1.1-1.3 des erwähnten Urteils, Urk. 7/82/3 f.)
,
erläutert. Ebenso finden sich im Rückweisungsentscheid Ausführungen zum Beweiswert von Arztberichten im Allgemeinen (vgl. E. 1.4 des erwähnten Urteils, Urk. 7/82/4 f.) und von Stellungnahmen des RAD im Beson
deren (vgl. E. 4.4.1 des erwähnten Urteils, Urk. 7/82/13).
Darauf wird verwiesen. Soweit erforderlich, finden sich in den nachstehenden Erwägungen jeweils spezifische Ergänzungen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid
,
ausserhalb der post
operativen Rekonvaleszenz habe
in Bezug auf die somatischen Befunde
keine
Arbeitsunfähigkeit
vor
ge
legen
.
Die leichte depressive Episode beeinflusse die Arbeitsfähigkeit nicht. Aus der Stellungnahme des behandelnden Psychiaters ergäben sich keine neuen Erkenntnisse. Eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL) sei bei der ausgesprochenen Schmerzstörung mit Selbst
limitierung nicht sinnvoll (
Urk.
2). Ergänzend verwies
sie
auf die RAD-Stel
lung
nahmen vom 1
9.
Juli 2019 und
6.
Juli 2020 (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt indessen dafür, sie stehe seit Dezember 2014 in rheumatologischer, neurologischer und psychiatrischer Behandlung und werde von sämtlichen Ärzten als arbeits
un
fähig beurteilt (
Urk.
1
Ziff.
7). Die
Unter
suchungen
im
Y._
seien unangemessen kurz ausgefallen –
insbesondere
die
psy
chiatrische Exploration
, für welche die Dolmetscherin (Zeugin)
auch
nur für
30 Minuten aufgeboten worden sei
. Sie sei immer wieder unterbrochen worden
, d
as Hauptaugenmerk habe statt auf
ihren
Beschwerden auf ihrer
finanziellen Situa
tion gelegen. Das psychiatrische Teilgutachten s
ei denn auch ausgesprochen kurz und enthalte weder eine
Herleitung der Diagnosen
noch eine Diskussion der
Beurteilungen
anderer Psychiater. Vorab die Angst- und Panikstörung seien völlig ausser Acht gelassen worden.
Die Ressourcenprüfung erschöpfe sich in
d
er Aufzählung anamnestischer Fakten, die sich vor der Erkrankung verwirklicht hätte
n
und deren Würdigung
(etwa
die Familiengründung
)
schleierhaft sei.
Es sei auf die Beurteilung
en
von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
abzustellen. Selbst die
Y._
-Gutachter hätten keine Aggravation oder Simulation festgestellt
(
Urk.
1
Ziff.
19-31)
.
Im
Y._
-Gutachten werde mehrfach
auf eine (ausgeprägte) Schmerzstörung hingewiesen, ohne
sich damit auseinanderzusetzen. Die von der
RAD-Beurteilung aus dem Jahr 2016
[richtig: 2015]
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht werde nicht begründet
. Mittels EFL könnte gerade festge
stellt werden, dass keine Selbstlimitierung bestehe
(
Urk.
1
Ziff.
32
-34
)
.
3.
3.1
In
der Konsensbeurteilung des
polydisziplinären
Y._
-Gutachtens vom 2
0.
Mai 2019
kamen die Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in der bishe
rigen Tätigkeit
(leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit manuellem Zusam
menstellen von
Bestandteilen des Motor
s
für Fensterstoren
, vgl.
Urk.
7/116/22
,
7/116/29 f.
,
7/116/47
und 7/22/6 f.
)
100
%
arbeits- und leistung
s
fähig.
Als optimal angepasst gelte
eine leichte
,
wechselbelastende Tätigkeit.
Ausser in der postoperativen Rekonvaleszenz nach der
Bimalleolarluxationsfraktur
zwischen
November 2016
und
Mai 2017 könne keine wesentliche, längerdauernde und höhergradige Arbeitsunfähigkeit
retrospektiv
zugeordnet werden
(
Urk.
7/116/11)
.
Medizinische Massnahmen seien vor allem bezüglich der Adipositas vorzuschla
gen, jedoch ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Schmerzmedizinische Mass
nahmen mit multiplen Infiltrationen würden nicht zielführend erscheinen – weder früher noch im Verlauf (
Urk.
7/116/11).
Eine EFL sei bei der ausgesprochenen Schmerzstörung mit Selbstlimitierung nicht sinnvoll durchführbar (
Urk.
7/116/12). Ebenso wenig könnten bei ausgeprägter subjektiver Krankheits- und Behinderungsüberzeug
ung
berufliche Massnahmen vorgeschlagen werden (
Urk.
7/116/11). Ein eigentliches
aggravatorisches
Verhal
ten
in der Untersuchung
(wie umständliches Auskleiden oder andauerndes Stöh
nen,
Urk.
7/116/23) hätte ni
cht festgestellt werden können
(Urk.
7/116/10).
3.2
Dazu führten die Gutachter
im Rahmen der Diagnoseliste (
Urk.
7/116/9 f.) sowie der interdisziplinären medizinischen Beurteilung (
Urk.
7/116/10) im Wesent
lichen
aus
, aus orthopädischer Sicht stehe das chronische
zervikovertebrale
Schmerz
syndrom
mit radiologisch mehrsegmentaler Degeneration, Diskopathie sowie Spinalkanalstenose, aber ohne funktionell höhergradiges Defizit
im Vor
dergrund. Zudem seien chronische Beschwerden an den unteren Extremitäten bei einem Status nach
Bimalleolarluxa
t
ionsfraktur
mit Volkmann-Beteiligung links im November 2016 anzumerken, wobei sich radiologisch ein regelrechtes post
operatives bzw. ein gutes funktionelles Resultat zeige. F
erner könne ein unspe
zifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom zur Kenntnis genommen werden. Auf
grund der Befunde resultiere eine Einschränkung hinsichtlich schwerer und anhaltend mittelschwerer Tätigkeiten, welche die Beschwerdeführerin gar nie ausgeübt habe. In leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne häufiges Überwinden von Trep
pen und Gehen auf unebenem Grund bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Aus neurologischer Sicht sei festzuhalten, dass keine radikuläre Symptomatik bezüglich Halswirbelsäulen
-
(HWS)-Syndrom zu verzeichnen sei. Die Kopf
schmer
zen könnten
einem multifaktoriellen
Kopfsch
m
erzsyndrom
mit Migräne-Spannungskopfschmerzkomponente
zugeordnet werden.
Anamnestisch bestehe der Verdacht auf eine vestibuläre Migräne. Zudem sei ein
Ocular
flutter
zu diag
nostizieren.
Aufgrund der Befunde könne neurologisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachgewiesen werden.
Aus allgemeininternistischer Sicht sei vor allem die Adipositas
per magna
(BMI 41 kg/m
2
)
zu erwähnen, welche per se die Arbeitsfähigkeit nicht einschränke.
Aus psychiatrischer Sicht könne eine leichte depressive
Episode
(ICD-10: F32.0)
konstatiert werden. Zudem seien eine Agoraphobie
mit
Panikstörung
(ICD-10: F40.01)
zu erwähnen. Die Somatisierung könne im Rahmen der depressiven Episode zugeordnet
werden
. Diese sei gemäss Untersuchungskriterien gering
gradig ausgeprägt und beeinflusse die Arbeitsfähigkeit nicht.
3.3
Der begutachtend
e
orthopädische Chirurg,
Dr.
med.
B._
, wies
in seinem Teil
gutachten alsdann
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin auffallend diffus über ihre Beschwerden berichte, doch habe die gesamt
e
ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen bei ausreichender Kooperation problemlos durchgeführt werden können.
Zu
Konsistenz und Plausibilität führte er aus
,
der ebene Gang erfolge unauffällig, während beim Treppenabgehen der linke Fuss vorangestellt werde. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule zeige sich die Beweg
lichkeit zervikal und lumbal praktisch frei, thorakal unter Gegenhalten aber klar vermindert. An den oberen und unteren Extremitäten bestehe eine weitgehend freie Beweglichkeit.
Es bestehe
eine völlig diffuse
Druckdolenz
der gesamten Körperoberfläche ohne klares
punc
tum
maximum. Immer wieder komme es zu deutliche
m
Gegenhalten etwa bei Prüfung der Hüftgelenke in Rückenlage, während selbst die forcierte Vornahme derselben Manöver in sitzender Position mit hängenden Beinen ohne ersichtlichen Leidensdruck toleriert werde. Zu erwähnen sei, dass die Beschwerdeführerin trotz ihres erheblichen Übergewichts im
Langsitz
den Oberkörper spontan mit den Armen hochgestemmt habe, um auf der
U
nterlage rückwärts zu rutschen. Vier von fünf
Waddell
-Zeichen seien posi
tiv.
Auf radiologischer Ebene
würden
sich an der Wirbelsäule zervikal mehr
segmental Degen
e
rationen
,
einschliesslich Diskopathie und Spinalkanalver
engung,
zeigen,
während lumbal, an Hüft- und Iliosakralgelenken sowie am linken
(richtig: rechten, vgl.
Urk.
7/116/32)
Knie keine höhergradigen Verände
rungen dokumentiert worden seien. Am linken Sprunggelenk bestünden regel
rechte Verhältnisse nach Osteosynthese und an der Ferse Spornbildungen.
Zusammenfassen
d
liessen sich die sehr diffus beklagten Beschwerden durch die
klinischen, radiologischen und infiltrativen Befunde keinesfalls vollständig begründen. Durchaus nachvollziehbar sei
zum einen
ein gewisser Leidendruck bei zervikaler Degeneration und Fehlhaltung im Sinne einer Protraktion von Kopf und Schultern sowie
im Sinne eines
Hohlrückens
und
zum anderen
Restbe
schwerden nach linksseitiger Sprunggelenksfraktur.
Die gesamte anamnestische und klinische Präsentation lasse aber deutlich an eine im Vor
der
grund stehende
,
nicht-organische Be
schwerdekomponente denken (Urk.
7/116/34).
Dr.
med.
C._
,
de
r
leitende Arzt Manuelle Medizin und interventionelle Rheumato
logie der
Klinik D._
, habe am
8.
Januar 2019 unklare, deutlich rechts
betonte Ganzkörperschmerzen angeführt. Die an sämtlichen Extremitäten beklag
ten Beschwerden seien «mit objektivierbaren Befunden» kaum in den Griff zu bekommen. Die klinischen Fakten sprächen eher gegen eine rheumatologische Grunderkrankung, wahrscheinlicher sei eine Weichteilproblematik bei psychiat
rischer Begleiterkrankung und
Chronifizierungstendenzen
.
Von der Fusschirurgie der Klinik
D._
sei gemäss deren
Schreiben vom 1
0.
Juli 2018
(
Urk.
7/90)
keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden.
Diesen Einschätzungen könne
somit
gefolgt werden (vgl.
Urk.
7/116/35).
3.
4
Dem
Teilgutachten von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
ist ergänzend
zum beobachteten Verhalten während des 55-minütigen Gesprächs
zu entnehmen
, die Beschwerdeführerin
klage
über Schmerzen und Ängste, zeige im Gespräch aber keinen grossen Leidensdruck
. Die affektive Modulation sei etwas eingeschränkt;
sie
sei durchwegs in ernster und gefasster Haltung, doch
zum depressiven Pol hingelenkt
(
Urk.
7/116/48 f.).
Zum Befund notierte
Dr.
E._
hauptsächlich
, der affektive Kontakt sei gut herstellbar gewesen. Die Stimmung sei leicht depressiv mit etwas verminderter Freud
e
bei durchaus erhaltenen Interessen. Die Beschwerdeführerin gebe Schlafstörungen in der Nacht und erhöhte Ermüdbarkeit am Tag an. Sie habe vor allem auch anfalls
artige Ängste,
die
relativ häufig mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst und unabhängig von der Situation
auftreten würden, gebe aber auch
Ängste in Menschenmengen an. Hinweise auf Zwänge bestünden nicht. Die Auf
merksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien
ungestört
. Das Denken sei formal geordnet und inhaltlich ohne Wahnideen, Halluzinationen und Ich-Störungen. Eine
Zirkadianität
sei nicht deutlich ausgeprägt (
Urk.
7/116/49).
Dr.
E._
schlussfolgerte
, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch depressive Verstimmung und vermin
derte Freude, aber auch durch erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und etwas negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situation. Es bestehe diagnostisch auch eine Panikstörung mit Agoraphobie, gekenn
zeichnet durch doch relativ häufiges Auftreten anfallsartiger Ängste mit vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst, auch unabhängig von der Situation und auch durch Ängste in Mensc
henmengen, so in Einkaufsläden
(
Urk.
7/116/49).
Eine
Angststörung und eine depressive Episode seien bereits in den Akten aufgeführt.
Zu diskutieren sei
eine in den Akten aufgeführte akzentu
ierte,
dependente
selbstunsichere, ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Die Achse II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne nicht gestellt werden, da die Beschwerdeführerin früher sonst voll leistungsfähig gewesen sei und dies während mehrerer Jahre. Die sonst normale Sozialisation mit voller Leistungs
fähigkeit spreche gegen diese Diagnose.
Durchaus v
orhanden seien akzen
tuierte,
dependente
selbstunsichere,
ängstlich-vermeidende
Persönlichkeitszüge
(
Urk.
7/116/50).
Zur Konsistenz und Plausibilität erläuterte
Dr.
E._
, die Beschwerdeführerin habe sich im Gespräch gut konzentrieren können, die Anamnese habe gut erho
ben
werden könne
n
und sie habe auch die Lebensdaten gut angeben können. Im
Alltag werde ihr viel abgenommen. Vor allem werde sie überallhin begleitet. So könne ein sekundärer Krankheitsgewinn entstehen (
Urk.
7/116/50).
Ferner
führte er aus, di
e Beschwerdeführerin habe durchaus Ressourcen für angelernte Arbei
ten. Sie habe zusammen mit ihrem Ehemann
e
ine Familie
gegründet und zwei Kinder gross
gezogen, die noch zuhause wohnen würden.
Früher habe sie
ausser
häuslich gearbeitet
bzw. zum Haushalt
mitverdient. Sie sei einer Doppel
belastung als Hausfrau, Mutter und Erwerbstätige ausgesetzt gewesen. Es bestehe ein Migrationshintergrund. Heute könne
sich die Beschwerdeführerin
nicht mehr vorstelle
n,
ausserhäuslich zu arbeiten. Sie begründe dies mit ihren Schmerzen und Ängsten, für die sie sonst keine Ursache wisse
(
Urk.
7/116/50 f.)
.
Abschliessend erörterte
Dr.
E._
, der Therapieverlauf sei prot
rahiert. Die psycho
pharmakologische Medikation sei aber ungenügend, das Antidepressivum, dass die Beschwerdeführerin verordnet erhalte und sich auch günstig bei Ängsten auswirken könne, sei im Serum nicht genügend vorhanden. Es bestehe
a
uch eine deutlich ausgeprägte Kr
an
kheits- und Behinderungsüberzeugung, die nicht nur krankheitsbedingt sei, so dass es schwier
ig
sei, eine Therapie mit Erfolg durch
zuführen (
Urk.
7/116/52).
4.
4.1
Wie bereits im Rückweisungsentscheid IV.201
6
.01358 vom 2
9.
März 2018 E.1.4 ausführlich erörtert,
hat das
Sozialversicherungsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei
zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
dabei
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a
; vgl.
Urk.
7/82/4
).
I
n Bezug auf Berichte von
b
ehandelnden Arztpersonen
gilt es allerdings
auf die
Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
; Urteil des Bun
desgerichts 8C_549/2019 vom 2
6.
November 2019 E. 4.5
).
Wohl kann die einen
längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkennt
nisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungs
auftrag einerseits und Begutachtungsauftrag anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslau
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
,
nicht rein subjektiver Interpretation entspringende Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.2
4.2.1
Bezüglich der somatischen Beurteilung monierte die Beschwerdeführerin
eine
fehlende Begründung der Arbeitsfähigkeitseinschätzung, insbesondere mit
Blick auf die RAD-Stellungnahme
im letzten Verwaltungsverfahren
(
Urk.
1
Ziff.
33)
. Es wurde indessen
schon
im Rückweisungsentscheid IV.2016.01358 vom 29. März 2018 eingehend erörtert, dass die Stellungahme des RAD-Arztes
pract
. med.
F._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom 26. November 2015
(vgl.
Urk.
7/35; erwähntes Urteil E. 3.2.1,
Urk.
7/82/8)
gerade in Bezug auf
seine
relativ vage Arbeitsfähigkeitseinschätzung, lautend auf eine Leistungsfähigkeit von 70 bis 80 % bei einer 100
%
Präsenz und einem erhöhten Pausenbeda
rf von zwei Stunden pro Tag angesichts des
von ihm definierten,
bereits
erheblich einge
schränkten Belastungsprofil
s
nicht restlos zu überzeugen
vermochte
. Es wurde darauf hingewiesen, dass gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin der letzte effektive Arbeitstag der Beschwerdeführerin der
8.
Dezember 2014
gewesen sei
, wobei diese gemäss den Absenzen- und Überstundenblättern bis dahin nur vereinzelt Krankheitstage
aufgewiesen
und auch erst ab Juni 2015 Leistungen der Kr
ankentaggeldversicherung bezogen habe. Zudem habe sich der behandelnde Leitende Arzt für manuelle Medizin und interventionelle Rheumatologie der Klinik
D._
ausser Stand gesehen, bei den von ihm aufgezählten funktio
nellen Einschränkungen nähere Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit zu machen und ausdrücklich eine EFL empfohlen (vgl. erwähntes Urteil E. 4.4.3,
Urk.
7/82/14).
4.2.2
Es kommt hinzu, dass
Dr.
C._
in seinem
gutachterlich
erwähnten
,
jüngsten B
ericht an
Dr.
med.
G._
v
om
8.
Januar 2019
im Hinblick auf ein rheumato
logisches
Konsil
festhielt
, er habe die Beschwerdeführerin immer wieder aufgrund ihrer
zer
vi
koenzephalen
Schmerzen rechtsbetont bei
objektivierbarem Muskel
hart
spann
jeweils ziemlich erfolgreich mit
Wet
und Dry
Needling
behandelt. Nicht in den Griff bekommen habe man die Beschwerden in beiden Armen und beiden Beinen rechtsbetont, mit kaum objektivierbaren Befunden, ausser einer Schwel
lung am Unterarm im Bereich radialseits ohne
direkte
Hinweise für eine Sehnen- oder Gelenksbeteiligung. Im Knie rechts seien leichte bis mässige degenerative Veränderungen auszumachen. Begleitend dazu bestehe eine subjektive Schwäche beider Oberarme, wiederum rechtsbetont, bei neurologisch normalem Befund bei bekannter Spinalkanaleinengung ohne objektivierbare Befunde einer Myelo
pathie.
Es stelle sich die Frage, ob allenfalls doch eine rheumatologische Grund
erkrankung in Frage komme, die klinischen Fakten sprächen jedoch eher dagegen. Wahrscheinlich
stehe
eher eine Weichteilproblematik, bei psychiat
rischer Begleit
erkrankung und
Chronifizierungstendenz
, im Vorde
rgrund (vgl.
Urk.
7/116/58 f.).
4.3
Es liegt somit eine andere Ausgangslage als im letzten Prozess vor. Ein Teil der
körperlichen
Beschwerden erwies sich als
mittels
Triggerpunkttherapie
(
Needling
)
gut behandelbar
bei bereits früher festgestelltem begleitende
m
myofasciale
m
Schmerzsyndrom bei Haltungsinsuffizienz (vgl.
Urk.
7/116/66)
.
Dabei stellt e
ine blosse
Dekonditionierung
auch
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 4.2 mit Hinweis auf 9C_848/2016 vom 12. Mai 2017 E. 4.2).
Für die
übrigen
, auch neuen
Beschwerden
konnten
weder die behandelnden Ärzte noch die
Y._
-Gutachter ein
hinreichendes
organisches Korrelat feststellen
bzw.
ein solches wurde
nicht
als
überwiegend wahrscheinlich
erachtet.
Der
klinisch objektiv
e
Befund
ist weitgehend bland. Damit hat
es im Wesentlichen mit den Bildbefunden von Wirbelsäule
(ohne Schädigung des Rückenmarks oder Neuro
kompression)
,
Knie und
Sprunggelenk sein Bewenden,
denen
mit dem Belas
tungsprofil aus orthopädischer Sicht (leichte körperliche Verrichtung ohne häufiges Überwinden von Treppen und unebenem Grund, vgl.
Urk.
7/116/36) nachvollziehbar Rechnung getragen wurde.
Daran ändert auch der Hinweis im Bericht der Fusschirurgie vom 1
0.
Juli 2018
(
Urk.
7/90)
nichts, dass für Angaben zur zumutbaren Anzahl Stunden in angepassten Tätigkeiten die Resultate der Physiotherapie und der Mas
s
einlagen abzuwarten seien (
Frage 4.2
). Weder hatten diese Ärzte je eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Frage 1.3
), noch vermochten sie
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Frage 2.5)
oder eine Funktionseinschränkung anhand der Befunde zu benennen (Frage 3.4).
Eine EFL erscheint somit
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1
Ziff.
34 f.)
–
entbehrlich
abgesehen davon
,
dass aufgrund der gutachter
lich
aufgezeigten Inkonsistenzen in der
Untersuchung
gewisse
Zweifel an deren Aussagekraft
bestünden. Daran ändert
noch
nichts, dass die klinische Untersuch
barkeit insgesamt nicht nennenswert eingeschränkt war und
die Beschwerde
führerin nicht durch ein besonders
demonstratives Verhalten auffiel.
4.4
4.
4
.1
Bezüglich der psychiatrischen Begutachtung
durch
Dr.
E._
rügte die Beschwer
deführerin vorab die
kurze Dauer
der Exploration
,
wobei
sie
diese mit
40 Minuten
(im Gegensatz zu den im Gutachten vermerkten
55 Minuten
)
angab
. Der Gutachter habe sich so kein hinreichendes Bild von
ihrem psychischen Gesund
heitszustand machen können, zumal es ihm auch vorab um ihre finan
zielle Situation gegangen sei (
Urk.
1
Ziff.
20).
Bei ihrer Argumentation stützte sie sich vollumfänglich auf
die
Stellungnahme
zum
Y._
-Gutachten
von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
und
Dr.
phil.
Z._
,
Psychotherapeutin
ASP,
vom
8.
Juni 202
0.
Diese konstatierten insbesondere, im Gutachten werde die eigentliche Problematik, die Panik- und Angststörung, umgangen und eher Nebensächliches hervorgehoben. Die Ausführungen von
Dr.
E._
seien nichtssagend. Sie würden die komplexe psychiatrische Situation
in keiner Weise erfassen. Die Ressource «intakte Familie» habe eventuell eine weitergehende Dekompensation verhindert; es sei jedoch nicht haltbar, aufgrund der Familienunterstützung eine Arbeitsunfähigkeit zu verneinen. Eine medizinisch nachvollziehbare Begründung für die attestierte Arbeitsfähigkeit finde sich nicht.
Im Übrigen sei die
Beschwerdeführerin bemüht, sich
nichts
anmerken zu lassen. Eine einmalige, knapp einstündige Untersuchung reiche nicht aus, um
den Leidensdruck
zuverlässig zu beurteilen
. Eine ausserhäus
liche Tätigkeit wäre nur denkbar, wenn die Beschwerdeführerin von einer ihr vertrauten Person begleitet werden könnte und auch dann nur in einem einge
schränkten Pensum. Durch die Fibromyalgie werde das psychische Leiden ver
stärkt
(
Urk.
7/144/2 f.).
4.
4
.2
Zutreffend ist
, dass sich unter Umständen auch anhand der aufgewendeten Zeit bestimmt, ob eine Expertise als inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig gelten kann. Wie viel Aufwand im Einzelfall zu betreiben ist, hängt indes von der Fragestellung und dem zu beurteilenden Beschwerdebild ab; in letzter Konse
quenz kann deshalb, je nach Natur der abzuklärenden Frage, selbst ein reines Aktengutachten den nötigen Beweis erbringen. Ein Zeitrahmen für die Untersu
chung lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. So wird auch in
Ziff.
3 der «Qualitätslinien für versicherungspsychiatrische Gutachten» der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom 16. Juni 2016 nur eine «angemessene» Dauer mit genügend Zeit für eine umfassende Anamnese und ein
vollständiges Bild der Befundlage verlangt. Über die Akten erschliessen sich dem Gutachter häufig so viele Anhaltspunkte für seine Beurteilung, dass der in
der Untersuchung gewonnene Eindruck vor allem bestätigend wirkt (Urteile des Bundesgerichts 9C_747/2011 vom 1
0.
Februar 2012 E. 2.2.2 und ferner 9C_170/2009 vom
6.
Mai 2009 mit zahlreichen Hinweisen).
4.
4
.
3
Der begutachtende
Dr.
E._
führte
aus,
die Beschwerdeführerin gebe an, sie
könne nicht mehr allein aus dem Haus aufgrund von Ängsten unter Leuten
. Mehrmals wöchentlich habe sie
Herzrasen verbunden mit der Angst, dass etwas Schlimmes passi
ere, und mit einem Kraftverlust. Sie fahre nicht mehr selbst Auto und erleide
als Beifahrerin oft Panikattacken b
ei der Fahrt durch einen Tunnel.
Angst- und Panikattacken
habe sie auch zuhause. Sie schlafe nachts mit Unter
brüchen. Tagsüber sei sie müde, müsse sich auch hinlegen. Wenn sie Panik
attacken habe, sei ihr Appetit schlecht, sie habe dennoch zugenommen
(
Urk.
7/116/46 f.).
Die geklagten Beschwerden
fand
en
Eingang in den
von
Dr.
E._
erhobenen
psychopathologischen
Befund und
schlugen sich
ebenso
in den vom
ihm
gestellten Diagnosen
nieder
(vgl. E. 3.4
).
Wie nachfolgend auf
zuzeigen ist, nannten
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
Z._
weder
massgebliche
Befunde noch
alltägliche Einschränkungen,
di
e
hierbei
vom Gutachter übersehen
worden wären
.
Es kann deshalb von einer angemessenen Dauer der psychiatrischen Exploration ausgegangen werden, die es dem Gutachter zusammen mit den Vor
akten erlaubt
e
, sich ein umfassendes Bild
über den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin zu verschaffen.
Eine Einvernahme der Dolmetscherin als Zeugin (vgl.
Urk.
1
Ziff.
21) erübrigt sich.
4.
4
.4
Zunächst lassen d
ie
von
den aktuellen Behandlern
angeführten
depressiven
Symptome (Energieverlust, erhöhte Ermüdbarkeit, Aktivitätseinschränkung, ver
minderter Antrieb, verminderte Konzentration, Schuldgefühle, Gefühl der Wert
losigkeit) nicht
schon
auf eine
Qualifikation
der depressiven Episode
als mittel
gradig
schliessen
. Daraus ist mit Blick
a
uf die gebräuchliche ICD-10-Klassifkation
(vgl. dazu
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
10
. Aufl. 201
5
, S.
169-173
)
nämlich
weder ein besonders bre
ites Spektrum noch ein besonder
s ausgeprägter Schweregrad
der Symptome
ersichtlich
. Darüber hinaus sind
,
wie
von
Dr.
E._
zutreffend bemerkt
,
durchaus noch In
teressen
vorhanden
und werden auch regelmässig ausserhäusliche
Aktivitäten
(
zumindest in Begleitung
) wahrgenommen.
Zu nennen sind Lesen und Handarbeit (vgl.
Urk.
7/116/40),
stundenlange
Spaziergänge am Weiher/Fluss,
zahlreiche Arzt-/Therapietermine
(vgl.
Urk.
7/116/29), gelegentliche Treffen mit Freunden
, ein alljährlicher Urlaub in Italien (vgl.
Urk.
7/116/30
und 7/91/5
)
sowie
Einkäufe (etwa
Urk.
7/116/23).
Im Übrigen konnte
Dr.
E._
keine kognitive Beeinträch
tigung bestätigen
und die
Behandler hatten die depressive Episode in ihrem B
ericht vom 2
8.
September 2018
selbst noch als leicht qualifiziert
(
Urk.
7/94/3 Frage 2.5).
4.
4
.5
Nach
Auffassung der
aktuellen
Behandler steht denn auch
primär
die Angstsymp
tomatik
einer Arbeitsfähigkeit entgegen, wobei sie im Umkehrschluss
letztlich
einräum
t
en, dass zumindest in Begleitung ein Teilzeitpensum möglich wäre
. Dabei wiesen sie anamnestisch darauf hin, dass
man
die Beschwerdeführerin ein Jahr lang vor der Entlassung immer habe zur Arbeit
bringen müssen
(vgl.
Urk.
7/144/1)
.
Die Kündigung
im November 2014 erfolgte
seitens der Arbeit
geberin
und
(
soweit ersichtlich
)
nicht aus
gesundheitlichen Gründen, sondern
infolge
einer Umstrukturierung (vgl.
Urk.
7/22/8
; aber
Urk.
7/15/3 Frage 1.7
).
In ähnlicher Weise
wurde
auch
im Bericht vom 1
2.
Mai 2016,
damals noch mit
un
terzeichnet
vom
Psychiater
Dr.
med.
I._
, kein
bestimmter
Grad der Arbeits
-
(
un
)
fähigkeit
genannt, sondern
vielmehr
festgehalten, die Beschwerde
führerin könne nur in Begleitung eines Familienmitgliedes aus dem Haus und arbeiten in einer Gruppe gehe derzeit nicht (vgl.
Urk.
7/67/1).
Dr.
E._
berücksichtigte
bei
der
von ihm
diagnostizierten
Panikstörung mit
Agoraphobie
neben der Angst in Menschenmengen
nicht s
ituationsspezifisch auftretende
Panikattacken
begleitet von einer vegetativen Symptomatik
(vgl. E.
3.4)
. Die Behandler
zählten
zusätzlich zu
den bekannten
Einschränkungen
im Alltag
beim
Verlassen des Hauses, beim
Autofahren und Einkaufen
nur
die Benützung des öffentlichen Verkehrs
auf
, was
lediglich ein weiteres Beispiel für
Angst unter Leuten
darstellt.
Neue Aspekte stell
en die
geltend gemachte
erschwerte Umstellung der Medikation nach einer Panikattacke
im Rahmen einer
Infiltration und die Unmöglichkeit gewisser medizinischer Untersuchungen wegen einer Klaustroph
ob
ie
dar. Diese vermögen jedoch nicht zu überzeugen.
Zum einen ben
ützt
die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben
gerne
den Lift
, was
eine
im Zusammenhang mit der
Arbeitsfähigkeit relevante
Klaustrophobie
wohl ausschliesst
(vgl.
Urk.
7/116/48 oben)
.
Zudem
nimmt sie auch das ihr seit Jahren verschriebene
Cipralex
, dem sie vertraut (
etwa
Urk.
7/
67
/2) und das
gemäss
Dr.
E._
(wie auch behandlungsanamnestisch, vgl.
Urk.
7/70)
die gesamte psychiatrische Symptomatik günstig zu beeinflussen
vermöchte
, wohl
nicht
zuverlässig ein
(vgl.
Urk.
7/116/50 Mitte)
.
Ebenfalls zu relativieren sind die weiter
en,
von
den Behandlern aufgelisteten Sy
mptome
soziale
r
Rückzug und
Ver
mei
dungsverhalten.
Die Beschwerdeführerin vermeidet
es
einzig, selbst
ein Auto zu lenken
(vgl.
dazu aber auch
Urk.
7/70
und 7/35/1
)
. Alle anderen
für sie
möglicherwiese
schwierigen
Situation
en
, wie
Einkäufe
,
Autofahr
t
en im Tunnel
, Aufenthalt am Flughafen und zweistündige
Flugreisen
, kann sie in Begleitung einer vertrauten Person
meistern und zwar
regelmässig
. Zudem
pflegt sie soziale Kontakte
nicht nur im engsten Familienkreis, sondern trifft auch Freunde u
nd verbringt
ihren
Urlaub
alljährlich
in
Kalabrien, wo Verwandte leben.
Offen
bleiben kann bei vergleichbaren anamnestischen Angaben und Befunden
die
mit Ermessen verbundene
spezifische diagnostische Zuordnung
(vgl. dazu BGE 143 V 418 E. 5)
im Rahmen der
Phobien und anderen
Angst
st
örungen
und damit
neben Abweichung im Gutachten auch
die Frage, weshalb
die
Behandler
die
n
och im Bericht vom 28.
September 2018
(
Urk.
7/94/3) erwähnte
soziale Phobie
(
Frage 2.5
)
in der aktuellen Stellungnahme n
icht mehr diagnostiziert
en
. Erwähnenswert ist indessen
, dass
in jenem Bericht
ausgeführt
wurde
, dass glaub
haft von schwierigen Erfahrungen bzw. Problemen berichtet werde (Frage 2.4). Hinweis
e
darauf, dass während
der mehrjährigen
Therapie eine der angegebenen häufigen
Panikattacken
durch die Behandler
beobachtet
werden konnte, finden sich keine.
Im Übrigen fällt auf, dass sich die Panikattacken erst im Herbst 2015 bei Ablauf der
Karenzfrist nach
Art.
29 IVG
, also fast ein Jahr nach dem Verlust des Arbeitsplatzes und zweieinhalb Jahre nach der beschriebenen ersten heftigen Panikattack
e
beim Autofahren im Mai 201
3
intensivierten, wobei die Angaben
der Beschwerdeführerin
nicht
gänzlich konsistent scheinen
(vgl.
Urk.
7/69, 7/5/9 unten, 7/5/23
,
7/35/2 zweiter Abschnitt
und
7/75/1)
und der Hausarzt zuvor
zumindest
von einer Teilarbeitsfähigkeit ausging (vgl.
Urk.
7/5/3 f.)
.
4.
4
.6
Eine Persönlichkeitsstörung wurde von
Dr.
E._
,
wie schon zuvor
durch den von der Krankentaggeldversicherung
mit einem Gutachten
beauftragten
Psychi
ater
Dr.
med.
A._
, nachvollziehbar
verneint. Beide
Experten
stellten
aber
depen
dente
, selbstunsichere und ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge fest
.
Dr.
A._
wies
dabei
auf einen Überlappungsbereich zwischen der Persönlich
keitsakzentuierung und der depressiv-ängstlichen Störung
hin
. Zudem
erörterte
er
, dass die
Chronifizierungstendenz
durch die ungünstige Wechselwirkung
von
depressive
r
Störung
,
Angststörung
und
interagierende
r
struktureller Defizite wesent
lich unterhalten werde
(vgl.
Urk.
7/36/22 f.)
.
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E.
4.2.4)
. Es ist aber zu berücksichtigen,
dass
ein solcher Faktor den Gesundheitszustand und das Leistungsvermögen ebenfalls beeinflussen
kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2017 vom 1. Feb
ruar 2018 E. 5.3 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 4.3.2).
In diesem Sinne ist der von
Dr.
A._
beschriebenen Wechselwirkung Rechnung zu tragen,
zumin
dest solange
nicht die
akzentuierte Persönlichkeit
im Vordergrund steht.
Im
Gegen
satz zur Persönlichkeitsstörung,
deren Diagnostizierung
ein tief
greifendes und starres
Verhaltensmuster bedingt
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 274-277)
, kann von einer versichert
en Person mit akzentuierten
Persönlichkeits
anteilen
(
besonders
mit the
rapeutischer Unterstützung
) nämlich
grundsätzlich
erwartet werden, dass sie ihr Verhalten zugunsten
einer Erwerbstätigkeit anpasst.
Gegen eine
vorrangige
Angststörung
spricht vorliegend insbesondere das Fehlen eines behandlungsanamnestisch ausgewiesenen
,
relevanten
Lei
d
ensdruck
s
mit einem
Medikamentenspiegel
des
vertrauten,
langjährig verordneten
Antidepres
sivums
im nicht-therapeutischen Bereich
und
niederfrequentigen
psychothera
peutischen Sitzungen
alle zwei Woche
n
. Es kommt hinzu, dass die Beschwerde
führerin in Begleitung
eines Familienmitglieds
letztlich
keine Einschränkungen im Alltag zu gegenwärtigen hat
.
Ebenso wenig entwickelte
sie
eine nennenswerte depressive Symptomatik, wie sie bei
häufigen und erheblichen Angstzuständen
(
selbst zuhause
)
zu erwarten wäre. In den Akten wurde
vielmehr
nur eine leichte,
teilweise bis höchstens mittelgradige
depressive Episode beschrieben.
Die ständig
bereit gestellte Begleitung und auch sonst der Beschwerdeführerin
zuteil
werdende
pfle
gerische Aufmer
ksamkeit (vgl.
Urk.
7/35/2) stellt für
sie
, vor allem in Anbetracht der diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge, einen erheb
lichen sekundären Krankheitsgewinn dar. All dies weckt erhebliche Zweifel am von den Behandlern gezeichneten Bild
von
im Vorder
gr
und stehende
n
inva
lidisierende
n
Einschränkungen infolge einer
behandlungsresistenten
Angststö
rung
.
4.3.7
Das vorstehend
Ausgeführte
gilt es auch im Rahmen des strukturier
t
en Beweis
verfahrens nach BGE 141 V 281, dem gemäss BGE 143 V 281 sämtliche psychi
atrischen Erkrankungen zu unterziehen sind, zu beachten (vgl.
Allgemeines zur Prüfung der Standardindikatoren, vgl.
Rückweisungsentscheid E. 1.2 und E.5.3,
Urk.
7/82/3 f. und 7/88/16 f.).
Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie
«
Konsistenz (
Gesichtspunkte des Verhaltens)»
(BGE 141 V 281 E. 4.1.3
) mit den Indikatoren «
gleichmässige Ein
schränkung des Aktivitätenniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen» und «
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdru
ck»
(BGE 141 V 281 E. 4.4-4.4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_371/2019 vom
7.
Oktober 2019 E. 5.1.1). W
ie dargetan beschäftigt sich die Beschwerdeführerin noch immer etwas mit Lesen und Handarbeit. Sie kann zudem
auch
regelmässigen
ausserhäuslichen Aktivitäten
(Einkaufen, Spazieren, Freunde treffen,
Urlaub in Kalabrien) nachgehen, wobei sie hierfür nach eigenen Angaben auf die Beglei
tung durch ein Familienmitglied angewiesen ist. Dies gilt soweit ersichtlich vorab für den
Weg (z.B. Begutachtung, frühere Arbeitsstelle), ausgenommen unter vielen
fremden
Leuten (z.B. Einkaufen). Des Weiteren
ist es nicht nur so, dass
Dr.
E._
in der Untersuchungssituation keinen
grossen
Leidensdruck fest
stellen konnte, ein solcher
ist
auch behandlungsanamnestisch
nicht ausgewiesen.
Bereits
Dr.
A._
zeigte auf, dass die therapeutischen Optionen längst nicht ausgeschöpft sind (vgl.
Urk.
7/36/25)
.
Dem steh
en die Vorbehalte der Behandler gegenüber einer stationären Behandlung nicht entgegen
(vgl.
Urk.
7/71
und 7/94/4
). So nimmt die Beschwerdeführerin offenbar bereits die Medikamente nicht ein,
die ihr vertraut sind
bzw.
auf die sie gut anspricht
(vgl.
Urk.
7/70 und 7/116/50 Mitte)
und so eine stationäre Behandlung ermöglichen könnten.
Ergänzend ist zur ersten Kategorie
«funktioneller Schweregrad»
(
BGE 141 V 281 E. 4.3)
festzuhalten, dass die objektivierbaren Befunde nicht besonders ausge
prägt sind; die wesentlichen Befunde beruhen auf anamnestischen Angaben.
Bei zuverlässiger Medikamenteneinnahme zeigte sich zudem
bereits
ein gewisser Behandlungserfolg (vgl.
Urk.
7/70). Negativ ins Gewicht fällt die von
Dr.
A._
aufgezeigte Wechselwirkung zwischen den verschiedenen, von
Dr.
E._
bestä
tigten Komorbiditäten, einschliesslich
einer akzentuierten Persönlichkeit
.
Da die Symptome teilweise überlappen
, bleibt
eine Abgrenzung der Anteile der ein
zel
nen Leiden schwierig und ein entscheidender
sekundäre
r
Krankheitsgewinn
ist nicht auszuschliessen
.
Der soziale Kontext ist wiederum positiv zu werten, da Kontakte auch zu Freunden erhalten geblieben sind und die Familienmitglieder die Beschwerdeführerin wo nötig begleiten
. Dies gilt insbesondere auch für
The
rapietermine
und früher die Fahrt zur Arbeit.
4.4
Zusammenfassend
vermochten
Dr.
Z._
und
Dr.
H._
keine Aspekte aufzuzeigen, welche vom begutachtenden
Dr.
E._
bei der Erhebung der anamnetischen Angaben sowie des psychopathologischen Befundes übersehen wurden.
Soweit es die Diagnosestellung betrifft, ist eine depressive und Angstsymptomatik
in den
medizinischen
Akten
unstrittig. Eine akzentuierte Persönlichkeit wurde
zudem
bereits von
Dr.
A._
festgestellt; dagegen brachten weder
die Behandler
noch
die Beschwerdeführerin
substantiierte Einwände vor
.
Entgegen
der Auffassung der Beschwerdeführerin
bestehen
ferner
keine Anhaltspunkte für eine somato
forme Schmerzstörung
(
aus psychiatrische Sicht
)
oder Fibromyalgie
(
aus rheuma
tologischer Sicht
)
.
Eine solche Diagnose wurde weder von den aktuellen
Behand
ler
n
noch den
Gutachtern auf ihrem eigenen Fachgebiet in Betracht gezogen
noch entsprechend behandelt (vgl.
S. 54 und 61 ff. der
AW
MF
-Leitlinie
Nr. 145/004
zum
Fibromaylgiesyndrom
, herausgegeben von der Deutschen Schmerzgesell
schaft, abrufbar unter
www.awmf.org
, besucht am 1
6.
Juni 2021
).
Dass sie eine mögliche Erklärung auf einem anderen Fachgebiet nicht ausschlossen, vermag daran nichts zu
ändern.
Ebenso wenig die
von
der Beschwerdeführerin monierte
unglückliche Formulierung in der Konsensbeurteilung (
Urk.
7/116/12),
die
sich
offensichtlich auf die subjektive Krankheitsüberzeug
ung
bezieht (vgl.
Urk.
7/116/11 unten).
Hervorzuheben ist
stattdessen, dass die Behandler in ihrer Stellungnahme zum
Y._
-Gutachten die bisher von ihnen attestierte volle Arbeitsunfähigkeit relati
vierten und sich insbesondere auch im Rahmen eines strukturierten Beweisver
fahrens
, welches auch auf eine somatoforme Schmerzstörung oder
eine
Fibromy
algie anzuwenden wäre,
keine höhergradige
A
rbeitsunfähigkeit bestätigen lässt.
Es ist den im gleichen Haushalt lebenden Familienmitglieder
n
zuzumuten, die Beschwerdeführerin nötigenfalls nicht nur zu privaten Terminen, sondern auch zur Arbeitsstelle zu beglei
ten, wie sie dies bereits zuvor
getan haben.
So wird denn auch eine gleichmässige Einschränkung im Alltag und Berufsleben erreicht.
Jedenfalls kann die Verwertung der Arbeitsfähigkeit nicht am Arbeitsweg schei
tern, für den ein
e
Begleitung organisiert werden kann.
Darüber hinaus sind die therapeutischen Optionen nicht ansatzwe
ise ausgeschöpft, wobei bereits von einer kontrollierten Medikamenteneinnahme
eine Besserung
erwartet werden kann
. Ein sekundärer Krankheitsgewinn in Form von
Aufmerks
am
keit
und Befrei
ung von Verpflichtungen, wie er der Beschwerdeführerin aufgrund der diagnos
tizierten Persönlichkeitszüge besonders entgegenkommt, muss
bei der Leistungs
prüfung
unbeachtlich bleiben.
4.5
Die übrigen Teilgutachten wurde
n
seitens der Beschwerdeführerin nicht substan
tiiert beanstandet.
Eine Arbeitsunfähigkeit aus neurologischen Gründen wurde
ihr
soweit ersichtlich von keinem Arzt attestiert
(
neu seit dem letzten Prozess:
Urk.
7/91/17)
.
G
emäss Rechtsprechung
ebenfalls
nicht als in
validisierend zu quali
fizieren ist die
Adipositas (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_385/2014 vom 2
4.
Oktober 2014 E. 4.3, 8C_372/2012 vom 1
3.
Juni 2013 E. 2.2 und 9C_496/2012 vom
9.
Septembe
r 2012 E. 2.2 je mit Hinweisen), auch wenn diese sich
tatsächlich
wohl ebenfalls negativ auf das Wohlbefinden der Beschwerdeführerin sowie die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit auswirkt.
Eine erhebliche Gewichtsab
nahme wird
dabei
nicht zuletzt auch aus orthopädischer Sicht empfohlen (vgl.
Urk.
7/116/37).
5.
5.1
Es kann somit vollumfänglich auf das
Y._
-Gutachten abgestellt werden.
Ausge
nommen für den Zeitraum der postoperativen Rekonvaleszenz nach der Fuss
operation (und Handoperation, vgl.
Urk.
7/91/2
0 f.
) lag keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit vor.
Selbst wenn
mit den Behandlern berücksichtigt wird, dass
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht auf dem Arbeitsweg begleitet werden
muss
, was sich bis anhin auch organisieren liess,
und nicht in
einer Gruppe
arbeite
n
kann
, wäre ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt dennoch verwertbar. Die Beschwerdeführerin könnte in Anbetracht des von
Dr.
B._
definierten Belastungsprofils (
leichte
, wechselbelastende
Tätig
keiten, ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne häufi
ges Überwinden von Treppen und Gehen
) weiterhin leichte Montagearbeiten
an
einem Arbeitsplatz mit der Möglichkeit zu Positionswechseln ausführen. In
diesem Bereich war die Beschwerdeführerin,
di
e
zu keiner Zeit
anspruchs
vollere oder körperlich
schwerere Tätigkeiten ausübte, auch
bis anhin tätig
(vgl. Urk.
7/36/12 unten)
.
5.2
Da die Beschwerdeführerin
auch als
Gesunde nicht mehr an der bish
erigen Arbeitsstelle tätig wäre
,
sind beide Vergleichseinkommen anhand des
standardi
sierten monatlichen Einkommens für weibliche Hilfskräfte
gemäss
der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), TOTAL in der Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1 festzulegen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_314/2019 vom 10. September 2019 E. 6.1 und 8C_551/2017 vom 2. August 2018 E. 5).
S
el
bst unter Berücksichtigung eines m
aximalen leidensbedingten Abzug
s
von 25
%
resultiert
somit kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad.
Weder das
Belastungsprofil
(vgl. etwa Urteil des Bundegerichts
8C_219/2019 vom 3
0.
September 2019 E. 5.2
)
noch
die
mangeln
de
n
Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7)
noch eine
psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2
017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2) begründen dabei einen eigenständigen Abzugsgrund und rechtfertigen
in der vorliegenden Konstellation
auch
in ihrer Gesamtheit keinen hohen Abzug.
5.3
Der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer letzten Arbeitsstelle mehrere Jahre Heimarbeit verrichtete (vgl.
Urk.
7/36/12 unten). Diese Möglichkeit, welche ihr den Einstieg erleichtern oder eine ausser
häusliche Tätigkeit ergänzen könnte, steht ihr aktuell ebenfalls offen, auch wenn im handwerklichen Bereich (vgl. indessen zur Telearbeit Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2020 vom 1
0.
Dezember 2020 E. 7.1) das Stellenangebot eingeschränkt und über die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten zu wenig bekannt ist, um diese Möglichkeit bei der Invaliditätsbemessung ohne weitere Abklärungen berück
sichtigen zu können.
5.4
Konkrete
Einschränkungen im Haushalt sind keine ersichtlich
,
ausgenommen
,
dass die Beschwerdeführerin aus ungeklärten Gründen nicht staubsaugen kann und ihr wohler ist,
wenn
auch bei der Hausarbeit
generell
jemand anwesend ist und mithilft
(vgl.
Urk.
7/116/40 oben
, 7
/
116/22
, 7/116/30 und 7/116/48
; ferner auch
Urk.
7/94/6
)
.
Sie lebt
sodann
mit drei erwachsenen Familienmitgliedern
z
usammen,
so dass
eine entsprechende
Mithilfe erwartet werden kann
.
6.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint. Von weiteren Abklärungen
– insbesondere einem Obergutachten (
Urk. 1.
S. 2) –
sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarte
n. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Diese sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen,
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde w
i
rd abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas Locher
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.