# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a896d36f-c94c-53ce-8688-120e27e54463
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1967, war seit Mai 2011 als Bademeisterin im
Y._
angestellt und dadurch
bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
.
Im Winterhalb
jahr arbeitete sie seit 1997 jeweils als Sicherheitsbeamtin (vgl. Urk. 7/T006).
Am 2
9.
August 2011
bog sie
mit ihrem
Vespa
-Roller
von
der
Rämistrasse
in
den
Hirschengraben
ein
, als bei der Parkgarage
Z._
ein Auto auf
die Strasse heraus
fuhr
und dabei das Vortrittsrecht des vor der Versicherte
n fah
ren
den Wagen
s
missachtet
e. Dieser
habe abrupt abbrem
sen müssen, wodurch die Versicherte ebenfalls gezwungen gewesen sei, stark zu bremsen.
Hierbei
sei
die
Vespa
umgefallen und die Versicherte auf die Hände gestürzt (
Unfall
mel
dung
,
Urk.
7/G
00
1).
Dr.
med.
A._
,
welcher die Versicherte gleichentags unter
suchte, hielt in seinem Bericht vom
2.
November 2011 die Diagnose Verdacht auf Läsion des lateralen
Trapeziometacarpalband
es
links fest (
Urk.
7/M
00
9).
An
lässlich
einer Untersuchung vom 1
.
/2
.
September 2011
wurde
sodann
im
B._
,
Dr.
med.
C._
,
FMH Handchirurgie und Allgemeine Chirurgie, eine kleine Bennett Fraktur Metacarpale Basis I links mit Subluxation im CMC-I-Gelenk (quasi
ossäre
Bandläsion)
diagnostiziert
(Urk. 7/M00
2
)
.
Am
6.
September 2011
führte
Dr.
C._
ein
en operativen Eingriff durch
(ge
schlosse
ne Reposition Spickung Metacarpale I an Metacarpale II links). Die Un
fallversicherung der Stadt Zürich gewährte ab dem Unfalldatum die gesetzli
chen Leistungen.
Mit Bericht vom 1
7.
April 2012 hielt ihr
beratender Arzt,
Dr.
med.
D._
,
FMH für orthopädische Chirurgie
,
fest, der Status quo ante sei am 2
8.
Februar 2012 erreicht worden. Die von der Versicherten heute noch geklag
ten Beschwerden seien nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
das Unfallereignis vom 2
9.
August 2011 zurückzuführen (
Urk.
7/M
0
13). In der Folge
verfügte der Unfallversicherer am 2
4.
April 2012 die Einstellung sei
ner
Leistungen per 2
8.
Februar 2012 (
Urk.
7/G
0
16). Die dagegen gerichtete Ein
spra
che der Versicherten vom 2
3.
Mai 2012 wies er mit Entscheid vom 2
6.
Sep
tem
ber
2012 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
9.
Oktober 2012 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ihre Leistungen weiterhin auszurichten (
Urk.
1). Die
Beschwerdegeg
ne
rin
stellte in ihrer Vernehmlassung vom
7.
November 2012 Antrag auf Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
6), was de
r
Beschwerdeführer
in
am 1
2.
November 2012
angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Zeit nach dem 2
8.
Februar 2012 zu Recht eine Leistungspflicht verneint hat
.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Ver
si
che
rung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
In
validität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im Sin
ne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eing
etretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetret
en gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung i
st für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erfor
derlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen
mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integritä
t der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfal
l mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werd
en kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit
Hinwei
sen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlim
mert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
un
fallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt
hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hin
wei
sen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr. U 363 S.
45; BGE 119 V 7 E.
3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
auf
hebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammen
hang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfall
ver
sicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
2.
3
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol
gerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Her
kunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss
gleich
falls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
2.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich wie folgt dar:
3.1
Dr.
A._
hielt gestützt auf seine Untersuchung vom 2
9.
August 2011 mit
Arztbe
richt
vom
2.
November 2011 als Befund eine leichte spontane
Subluxa
tion
im Sattelgelenk
fest
, wobei sich dieses im Röntgen
ossär
intakt dargestellt habe. Als Diagnose wurde der Verdacht auf Läsion des lateralen
Trapeziome
tacarpal
bandes
links festgehalten (
Urk.
7/M
00
9).
3.2
Ein CT Hand links, speziell Daumensattelgelenk
,
vom
1.
September 2011
in der
Klinik E._
ergab folgenden Befund: Intraartikuläre Fraktur Metacarpale I
radialer Abschnitt mit 5 x 3 mm grossem Frakturfragment, welches max. um 3 mm nach radial disloziert sei; keine Dislokation nach distal. Die Basis
Metacar
pale
I sei nach
ulnar
subluxiert. An der Basis Metacarpale I habe eine 3 mm grosse
subkortiale
degenerative Zyste bestanden. Das Grundgelenk habe sich re
gelrecht präsentiert, die Handwurzelknochen, soweit dargestellt, ebenso, insbe
sondere sei keine
T
r
apezium
-Fraktur auszumachen gewesen.
Die Beurteilung er
gab eine Bennett-Fraktur (
Urk.
7/M
00
1).
3.3
Dr.
C._
stellte
in ihrem Bericht vom
2.
September 201
1
die Diagnose
einer k
leine
n
Bennett Fraktur Metacarpale Basis I links mit Subluxation im CMC-I-Gelenk (quasi
ossäre
Bandläsion). Unter
den Befunden
wurde festgehalten
, im mitgebrachten Röntgenbild scheine eine Konturunregelmässigkeit im CMC-I-Gelenk vorhanden zu sein. Eine ganz sichere Stufe oder Dislokation eines Frag
mentes sei nicht zu erkennen, wegen Überlagerungen der Metacarpale II Basis, so dass ein CT veranlasst worden sei, welches die
erwähnte Diagnose be
stätigt
habe. Einerseits bestehe eine Subluxation der Metacarpale I Basis nach
ulnar
und
dorsal. Diese zeige auch eine gross
e
subkortikale Zyste. Im Sinne ei
ner Bennett Fraktur liege ein kleines, fast nur schalenförmiges Fragment vor, welches dis
loziert sei von der Metacarpale I Basis. Die übrigen dargestellten
Carpalia
seien frakturfrei (
Urk.
7/M
00
2).
3.4
Am
6.
September 2011 wurde
durch
Dr.
C._
ein operativer Eingriff
durch
geführt (geschlossene Reposition Spickung Metacarpale I an Metacarpale II links).
Dem Operationsbericht ist zu entnehmen, in Narkose unter
Bindwandler
sei eine Reposition der subluxierten Metacarpale-I-Basis unter Extension und Abduktion derselben
vorgenommen worden
. Dabei habe sich eine spontane gute Reposition des schalenförmigen
Fragmentchens
an der
ulnaren
Basis
Metacar
pale
I gezeigt.
Es sei eine Fixation von Metacarpale I an Metacarpale II Basis erfolgt ohne Über
kreuzen des CMC-I-Gelenkes und Verankerung in der distalen
Kortikalis
mit einem 1.25 mm
Kirschnerdraht
. Dabei habe sich im BV
(Bildverstärker
)
in allen Projektionen eine gute zentralisierte Stellung von Metacarpale I im Sattelgelenk
präsentiert. Das Fragment habe sich gut gestellt.
Im Anschluss an die Operation
wurde
eine Ruhigstellung mit Gips
angeordnet
(
Urk.
7/M
00
4).
3.5
Am 2
0.
Oktober 2011 berichtete
Dr.
C._
über eine gleichentags durchge
führte Verlaufskontrolle. Dabei habe die Beschwerdeführerin subjektiv von ei
nem
sehr guten Verlauf gesprochen. In der Schiene sei sie beschwerdefrei
ge
wesen
.
Es habe sich am Daumen IP-Gelenk eine normale Beweglichkeit präsen
tiert. Das
Handgelenk sei nicht eingeschränkt gewesen. Im heute durchgeführten Röntgen
bild habe sich der Spickdraht in situ gezeigt, das CMC-I-Gelenk sei zentriert
gewesen, die Fraktur habe nicht dargestellt werden können, das Frag
ment sei ein
geheilt erschienen. Klinisch habe sich der Daumen reizlos und schlank mit
voller Beweglichkeit im IP-Gelenk dargestellt.
Der Spickdraht sei entfernt worden.
Direkt ohne Spickdraht habe die Patientin ein Einschlagen des Daumens bis zu
PIP V
palmar
zugelassen.
Die behandelnde Ärztin
empfahl
eine sorgfältige Mobilisation des Daumens
mit Steigerung der Belastung nach
Massgabe der Beschwerden
. Vorläufig müsse die Beschwerdeführerin in der Nacht die harte Schiene noch anbehalten, bis die Mobilisation besser sei.
Tagsüber könne für unbelastete Tätigkeiten auf
Rhizos
plint
übergegangen werden. In zwei Wochen dürfe auch die Tätigkeit
(
Sicher
heitskontrolle
)
wieder zu 50
%
aufgenommen werden, ab dem 2
1.
November 2011
sei dann eine 100
%
ige
Arbeitsfähigkeit gegeben (
Urk.
7/M
00
5).
3.6
Am 1
3.
Dezember 2011 berichtete
Dr.
C._
,
der Verlauf sei insgesamt weiter
hin sehr schön. Mehrheitlich könne die Patientin schmerzfrei arbeiten. Sie habe auch wieder eine seitengleiche Beweglichkeit erreicht. Allerdings sei die Kraft
noch deutlich unterentwickelt, sowohl im Faustschluss wie im
Pinchgriff
. Die Be
schwerdeführerin habe auch Restbeschwerden bei kraftvoller Tätigkeit im Sattel
gelenk. Klinisch sei der Finger schlank, es bestünden keine Haut- oder
Koloritveränderungen
. Nach wie vor sei eine Hypertrichose des Daumenstrahles zu erkennen. Ausserdem präsentiere sich eine leichte Dysästhesie bei Beklopfen des
radiodorsalen Nervenastes mit Ausstrahlung des
Tinelphänomens
in die Fingerkuppe. Diese Sensibilität sei aber deutlich am
bessern
. Die Beweglichkeit
im MP- und im IP-Gelenk im Vergleich zur rechten Hand sei identisch. Die Kraf
t sei noch etwas reduziert. Im MP-Gelenk sei keine Subluxation gegeben, ebenso keine
Druckdolenz
oder Schmerzen auslösbar bei passiven Bewegungen (
Urk.
7/M
0
10).
3.7
In ihrem Bericht vom 2
8.
Februar 2012 legte
Dr.
C._
dar, nachdem die Be
handlung am 1
3.
(recte: 12.)
Dezember 2011 habe abgeschlossen werden können
bei Schmerzfreiheit, habe
d
ie
Beschwerdeführerin
vor allem die sport
lichen Tä
tigkeiten wieder aufgenommen und verspüre jetzt unterschiedliche
belastungs
abhängige
Schmerzen, nicht allzu ausgeprägt, aber störend, verbun
den mit einem
Knacksen im CMC I Gelenk links. Im Rahmen der Untersuchung habe man das leichte Knacksen bei der
Verschieblichkeitsprobe
im CMC I Ge
lenk gehört. Die
ses wirke relativ lax. Der
Pinchgriff
zum Zeigefinger sei nicht schmerzhaft, es bestehe volle symmetrische Beweglichkeit bezüglich Einschla
gen
,
Extension und Flexion aller Fingergelenke. Auch das Handgelenk sei schmerzfrei aktiv voll
um
fänglich beweglich, einzig die Handgelenksextension belastet führe zu einem leichten Zug
palmar
. Sensible Ausfälle seien keine aus
zumachen. Radiologisch würden nun weitere Abklärungen erfolgen. Die Be
schwerdeführerin werde Sport nach Massgabe der Beschwerden treiben (
Urk.
7/M
0
14).
3.
8
Am
2.
März 2012 berichtete die
Klinik E._
über ein CT
Daumensattelge
lenk
links vom
1.
März 201
2.
Unter dem Befund wurde angegeben, verglichen
mit der präoperativen CT-Untersuchung sei das
ossäre
Fragment gut adaptiert und
durchbaut an der Basis des Os metacarpale
Dig
. I. Neu zeigten sich
arthro
tische
Veränderungen zwischen Os
trapezium
und der Basis des Os metacarpale
Dig
. I mit Zystenbildung an der Basis des
Os
metacarpale
Dig
I
(eine Zyste sei be
reits vorbestehend, nicht im gelenksbildenden Anteil; neu aufgetreten auch zystische Veränderungen im Os
trapezium
). Diese degenerativen Veränderun
gen führten zu einer Gelenksinkongruenz. Anhaltspunkte für frische traumati
sche Läsionen seien nicht gegeben (
Urk.
7/M
0
11).
3.
9
Dr.
C._
hielt in ihrem Arztbericht vom
1
4.
März 2012 fest, klinisch habe die Patientin deutliche belastungsabhängige Beschwerden bei ihrer Tätigkeit im Si
cherheitsdienst und jetzt ab dem
1.
Mai 2012 wieder in der B
adi (100
%
). Es sei der Versuch
unternommen worden, in der Ergotherapie die Situ
ation zu stabilisieren mit vollständigem
Rhizoprogramm
, unter Schienenabgabe hart und weich, hart für die Nacht zur Beruhigung der Situation
.
Danebst
ge
langten
analget
isch/antiphlogistische
Massnahmen und Greifmusteränderungen
zur Anwendung
(
Urk.
7/M
0
12).
3.
10
In einer Stellungnahme vom 1
7.
April 2012 führte der beratende Arzt der
Be
schwerdegegnerin
,
Dr.
D._
,
aus, gemäss CT-Bericht vom
1.
März 2012 zeig
ten sich neu deutliche
arthrotische
Veränderungen. Zum Teil bestünden schon
zystisch
e
Veränderungen im Sinne einer vorbestehenden asymptomatischen
Rhiz
arthrose
in der Metacarpale I Basis. Es seien keine neuen traumatischen Läsio
nen
ausgemacht worden. Es liege eine Gelenksinkongruenz vor. Die heuti
gen Be
schwerden seien mit Blick auf die erhobenen Befunde nicht mehr mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2
9.
August 2011 zurück
zuführen. Der Status quo ante sei per 2
8.
Februar 2012 erreicht. Die heu
tigen Be
schwerden seien degenerativer Art (
Urk.
7/M
0
13).
3.11
In einem weiteren Bericht vom 1
7.
Oktober 2012 hielt
Dr.
C._
folgende Be
funde fest: Normale schlanke Hände
;
aktive Beweglichkeit Flexion/Extension rech
te
r Daumen Grundgelenk 58/0/0°, IP-Gelenk 42/0/0°; links Grundgelenk
64/0/0°, IP-Gelenk 52/0/0°. Die erste Kommissur messe beidseits 14.5 cm. Die Ab-
und Adduktion des Daumens seien schmerzfrei, ebenso die Flexion und Exten
sion
. Passive
Verschieblichkeitsproben
im Sattelgelenk führten zu leichten Krep
itationen, die schmerzhaft seien. An der vergleichbar gesunden Hand spüre man
ebenfalls feine Krepitationen im Sinne einer möglicherweise beginnenden
Rhiz
arthrose
, diese Krepitationen seien aber nicht schmerzhaft. Im Röntgenbild vom 1
2.
Oktober 201
2
habe sich links das Bild einer beginnenden
Rhizarthrose
mit Zystenbildung einerseits in der Basis Metacarpale I, aber auch im
Trapezium
gezeigt. Auch habe sich eine leichte Irregularität des
Trapezium
/Metacarpale prä
sen
tiert. Das STT-Gelenk sei offen dargestellt und habe keine
arthrotischen
Ver
änderungen gezeigt. Die Vergleichsbilder auf der rechten Seite am Sattelge
lenk hätten auch hier eine angedeutete Subluxationsstellung und eine fragliche zys
tische Veränderung im Os
trapezi
u
m
gezeigt, ebenso
ei
nen
kleinste
n
Osteo
phy
ten
an der Basis Metacarpale I.
In ihrer Beurteilung hielt die behandelnde Ärztin fest, die jetzigen Beschwerden am linken Sattelgelenk seien aus ihrer Sicht klar eine Folge des Unfalls. Die Patientin sei vor dem Unfall am 2
9.
August 2011 an beiden Sattelgelenken beschwerdefrei gewesen. Präoperativ habe sich bereits eine zystische Veränderung an der Basis Metacarpale I gezeigt. Diese zystischen Ver
änderungen seien nach dem Unfall au
sgeprägter geworden und die neuen,
unter Belastung auftretenden Schmerzen seien als richtungs
weisende Verschlech
terung des Vorzustands zu verstehen und entsprächen so
mit der Definition eine
r
Unfallfolge. Ob die Beschwerdeführerin diese Sym
pt
o
matik und die
ossären
Ver
än
de
rungen im Röntgenbild auch ohne den Unfall vom 2
9.
August 2011 auf
weisen würde, lasse sich jetzt nicht sagen. An und für sich sei die Patientin im typischen Alter für die Entwicklung einer zunehmen
den Sym
p
tomatik bei be
ginnen
der
Rhizarthrose
. Auf der rechten Seite habe sie ebenfalls minimale
beginnende radiologische Zeichen einer
Rhizarthrose
ge
zeigt, sei dort aber gänz
lich beschwerdefrei geblieben. Im Moment benötige die Beschwerdeführerin keine
weitere Therapie. Sollten die Beschwerden auf der linken Seite aber weiter zu
nehmen, könnte eine
Eppingplastik
diskutiert werden (
Urk.
7/M
0
16).
4.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bezüglich der Einstellung ihrer Leistungen per 2
8.
Februar 2012 auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes
Dr.
D._
vom 1
7.
April 201
2.
Dem
nach
seien die heutigen Beschwerden nicht mehr auf das Unfallereignis vom 2
9.
August 2011, sondern gemäss dem Bericht von
Dr.
C._
vom 1
4.
März 2012 auf eine vorbestehende asymptomatische
Rhi
z
ar
throse
zurückzuführen
(
Urk.
7/M
0
13)
.
Dieser Beurteilung steht jene der
be
handelnde
n
Ärztin
Dr.
C._
gegenüber. Diese
wies nach der Kontrolle vom
1
1.
Oktober 2012 in ihrem Bericht vom 1
7.
Oktober 2012 darauf
hin, die jetzi
gen
Beschwerden am linken Sattelgelenk sei
en
für
sie klar eine Folge des Unfall
s. Die Patientin sei vor diesem Ereignis an beiden Sattelgelenken beschwerdefrei gewesen. Präoperativ habe sich bereits eine zystische Veränderung an der Basis Metacarpale I gezeigt. Diese zystischen Veränderungen seien nach dem Unfall ausgeprägter geworden und die neuen, unter Belastung auftretenden Schmerzen seien als richtungsweisende Verschlechterung des Vorzustands zu verstehen und entsprächen somit der Definition einer Unfallfolge
(
Urk.
7/M
0
16)
.
Es stellt sich im Folgenden die Frage,
auf welche dieser beiden Beurteilungen abzustellen ist
.
Zunächst
ist gemäss dem Bericht von
Dr.
C._
vom 1
3.
Dezember 2011
über die
Abschlusskontrolle vom 1
2.
Dezember 2011
festzustellen, dass bei der Be
schwerd
eführerin
ab dem
2
1.
November 2011 wieder
eine 100
%
ige Arbeits
fähig
keit bestand
(
Urk.
7/M
0
10)
bzw. hatte
die behandelnde Ärztin
bereits
im Beri
cht vom 2
0.
Oktober 2011
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab dem
7.
November 2011
attestiert
(
Urk.
7/M
00
6).
Eine vollständige Beschwerdefreiheit nach dem
Un
fallereignis
ist aktenmässig hingegen
nirgends
dokumentiert.
Zwar wurde von
Dr.
C._
am 2
8.
Februar 2012 festgehalten, dass die Behandlung ursprüng
lich
am 1
3.
(recte: 12.) Dezember 2011 bei Schmerzfreiheit habe abge
schlossen werden
können.
Im betreffenden
Bericht vom 1
3.
Dezember 2011
sel
ber
hatte
Dr.
C._
hingegen
darauf hingewiesen, dass die Patientin mehrheit
lich schmerzfrei arbeiten könne, und
e
s war von Restbeschwerden bei kraft
voller Tä
tig
keit im Sattelgelenk bzw. von deutlich unt
erentwickelter Kraft die Rede
.
Fer
ner
wurde
für den Fall, dass die Beschwerden in den folgenden zwei bis drei Mona
ten nicht abnehmen würden, eine Wiedervorstellung vereinbart
(
Urk.
7/M010)
.
Eine neuerliche Konsultation fand in der Folge am 2
8.
Februar 2012 statt, nach
dem die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben bei wie
der aufge
nom
me
nen
sportlichen Tätigkeiten unterschiedliche
belastungsabhän
gige
Schmerzen ver
spürt habe, nicht allzu ausgeprägt, aber störend, verbunden mit einem Knack
sen im CMCI-Gelenk links (
Urk.
7/M014).
Vorliegend lässt a
l
lein d
ie
Tatsache, dass bei der Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 2
9.
August 2011
anscheinend
nie eine vollständige Beschwerdefreiheit bestan
den hat, die An
nahme, die h
eute noch geklagten Beschwerden
seien keine na
türliche
Unfall
folge
,
als fraglich erscheinen.
Von entscheidender Bedeutung ist hier aber insbe
son
de
re
, dass
– wie oben (E. 2.3) ausgeführt -
die Beweislast für
das Dahinfallen eines Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einem
Gesundheits
schaden
der
Beschwerdegegnerin
obliegt.
Dafür vermag die Kurzbeurteilung von Dr.
D._
vom 17. April 2012 nicht zu genügen. Wohl ist aktenkundig
, dass
sich präoperativ
im Rahmen eines CT vom
1.
September 2011
bereits eine
zys
tische Veränderung an
der Basis Metacarpale I links gezeigt hat
(
Urk.
7/M001)
.
E
in
CT vom
2.
März 2012 habe sodann verglich
en mit der präoperativen Unter
suchung neu
arthrotische
Veränderungen zwischen dem Os
trapezium
und der Basis des
Os
metacarpale
Dig
. I, mit Zystenbildung an der Basis Os metacarpale
Dig
. I zu Tage gefördert, wobei diese degenerativen Ver
änderungen zu einer
Ge
lenksinkongruenz
geführt hätten (
Urk.
7/M011).
Es fehlt
vorliegend
jedoch eine medizi
nische
Auseinandersetzung mit der Frage, ob
der
u
nfallbe
dingte
Sturz auf die Hand die
Rhizarthrose
bzw
. die Zystenbildung begünstigte
oder
symptomatisch werden liess, wovon Dr.
C._
auszugehen scheint, ohne eine schlüssige Begründung
zu liefern.
Umgekehrt ist aber
aufgrund der Stellungnahme von
Dr.
D._
eben
so
wenig
rechtsgenüglich
dargetan
,
dass
die heu
tigen Beschwerden ausschliess
lich
auf vorbestehende, damals noch asymptoma
tische
arthrotische
Verände
rung
en zurückzuführen si
nd
.
In diesem Zusammen
hang ist auch zu beachten, dass laut
Dr.
C._
im Röntgen vom 1
2.
Oktober 2012 auf der rechten Seite ebenfalls minimale beginnende radiologische Zei
chen einer
Rhizarthrose
zur Darstellung gelangt
en, wobei die Beschwerde
führerin dort aber gänzlich be
schwerdefrei geblieben sei
n soll
. Gerade auch aufgrund dieses Umstands kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Unfall vom 2
9.
August 2011 für die heu
ti
gen Beschwerden zumindest eine Teilursache dar
stellt
, was gemäss obiger Definition (E. 2.2) für die Annahme einer
Unfallkau
salität
der Beschwerden ge
nügt.
Im Übrigen
kann den medizinischen Akten auch nicht eindeutig entnommen
werden, ob die (sofern unfallkausal) verbliebenen Restbeschwerden weiterer Heil
behandlung bedürfen bzw. von solchen eine namhafte Verbesserung zu erwar
ten
ist.
5.
Zusammenfassend lässt sich im vorliegenden Fall nicht abschliessend beurtei
len, inwieweit die nach dem 2
8.
Februar 2012 geklagten Beschwerden natürlich kausal auf den Unfall vom 2
9.
August 201
1
zurückzuführen sind. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen ergän
zenden Abklärungen vornehme und hernach über ihre Leistungspflicht neu be
finde.