# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10fc9fb9-3e44-46bd-87cb-2461263b4d0d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ und B._ sind die nicht miteinander verheirateten Eltern von C._ (nachfolgend: C._), geboren am _ 2019. Die Eltern leben getrennt. A._ oblag bei der Trennung die alleinige elterliche Sorge.
B. Auf Antrag von A._ vom 17. Dezember 2019 eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos (nachfolgend: KESB) am 6. Januar 2020 ein Verfahren zur Regelung des von B._ zu zahlenden Unterhalts. Am 3. Februar 2020 ersuchte B._ die KESB um Regelung seines Besuchsrechts für C._.
C. Am 26. März 2020 reichte die D._ eine Gefährdungsmeldung wegen C._ ein. A._ leide an einer depressiven Störung, die eine selbständige Betreuung von C._ nicht zulasse. C._ befinde sich daher bei E._, einer Pflegemutter. Gleichentags eröffnete die KESB ein Abklärungsverfahren. Am 31. März 2020 ersuchte B._ die KESB um Zuteilung der Obhut und der gemeinsamen elterlichen Sorge.
D. Mit Entscheid der Kollegialbehörde errichtete die KESB am 7. April 2020 eine Beistandschaft für C._ und ernannte F._ von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos zum Beistand. Am 6. Mai 2020 bzw. 9. Mai 2020 erklärten die Eltern von C._ die Übernahme der gemeinsamen elterlichen Sorge.
E. Am 1. Juli 2020 erteilte das kantonale Sozialamt Graubünden der Pflegemutter E._ die bis zum 31. März 2022 befristete Bewilligung zur Aufnahme des Pflegekindes C._.
F. Die Einigungsversuche der Eltern betreffend die Obhutszuteilung und das Besuchsrecht scheiterten. Sie konnten jedoch eine Unterhaltsregelung vereinbaren. Mit Einzelentscheid vom 27. Oktober 2020 genehmigte das instruierende Mitglied der KESB den Unterhaltsvertrag vom 2. bzw. 9. Oktober 2020.
G. Am 1. Dezember 2020 entschied die Kollegialbehörde der KESB über die vorsorgliche Regelung des persönlichen Verkehrs. Gleichentags ordnete das instruierende Mitglied der KESB mittels verfahrensleitender Verfügung für C._ eine Verfahrensbeistandschaft betreffend persönlichen Verkehr/Zuteilung Obhut an. Dr. iur. Eva Naegeli wurde als Verfahreinsbeiständin bzw. Kindesvertreterin eingesetzt. Mittels einer weiteren verfahrensleitenden Verfügung der KESB
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ordnete diese für A._ eine ambulante Begutachtung durch Dr. med. G._ der H._ (nachfolgend: H._) an. Ausserdem ordnete die KESB bei der L._ (nachfolgend: L._) eine Erziehungsfähigkeitsbegutachtung für A._ und B._ an.
H. Das Gutachten der H._ über A._ ging am 28. Januar 2021 bei der KESB ein. Am 1. Juni 2021 erhielt die KESB das Gutachten der L._ betreffend die Erziehungsfähigkeit mit der Fragestellung der Obhutszuteilung und des persönlichen Verkehrs.
I. Mit Entscheid der Kollegialbehörde der KESB vom 27. Juli 2021 genehmigte diese die periodische Rechenschaftsablage des Beistands von C._, F._, für die Zeit vom 14. April 2020 bis 31. März 2021. Am 5. August 2021 reichte Dr. iur. Eva Naegeli (nachfolgend: Kindesvertreterin) eine Stellungnahme zur Regelung des Aufenthaltsbestimmungsrechts (Obhut) sowie zur Regelung des persönlichen Verkehrs bei der KESB ein. Schliesslich fand am 26. August 2021 eine Anhörung bei der KESB statt, an welcher die Eltern inkl. ihre Rechtsbeistände und die KESB teilnahmen. Es ging insbesondere um die Regelung des Aufenthaltsbestimmungsrechts und des persönlichen Verkehrs, um eine Weisung und um die Anpassung der Aufgaben des Beistands. Alle anwesenden Parteien konnten sich zur Sache äussern.
J. Mit Entscheid vom 28. September 2021, mitgeteilt am 29. September 2021, verfügte die Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos was folgt:
1. Die Zuteilung der Obhut und die Regelung des persönlichen Verkehrs von C._ zwischen A._ (Mutter) und B._ (Vater) wird wie folgt festgesetzt (Art. 298b Abs. 3bis und 3ter ZGB):
a. C._ wird per 01.12.2021 unter die alternierende Obhut seiner Eltern gestellt mit einem jeweiligen Betreuungsverhältnis von 50% zu 50%.
b. Die alternierende Obhut wird wie folgt festgesetzt:
gerade Wochen:
Mo Di Mi Do Fr Sa So M M K* (M): M
bringt, V holt am Mittag
V V M M
M M V V K* (V): V bringt; M holt am Abend
M M
ungerade Wochen:
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c. Feiertage und den Geburtstag verbringt C._ jeweils bei demjenigen Elternteil, bei dem er sich an diesem Tag in Obhut befindet.
d. Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._ befindet sich am Wohnsitz der Mutter.
e. 1.
Ferien dauern maximal zwei Wochen am Stück. Die Ferien sind jeweils bis zum 15.12. im Vorjahr der Ferien festzulegen und schriftlich mitzuteilen.
2.
Jeder Elternteil hat bis zum Kindergarteneintritt von C._ Anspruch auf sechs Wochen Ferien pro Kalenderjahr.
3.
In dem Jahr, in dem C._ im Sommer im Kindergarten eingeschult wird, hat jeder Elternteil bis Ende August den Anspruch auf vier Wochen Ferien. Die übrigen Schulferien im Einschulungsjahr sind je hälftig aufzuteilen. Die Weihnachts- /Neujahrsferien sind jeweils hälftig aufzuteilen und können nicht von einem einzelnen Elternteil vollumfänglich bezogen werden.
4.
Nach dem Jahreswechsel im ersten Kindergartenjahr werden die Schulferien zwischen den Eltern je hälftig aufgeteilt. In ungeraden Jahren steht zuerst der Mutter das Wahlrecht über die Ferien zu; in geraden Jahren steht das Wahlrecht dem Vater zu. Die Weihnachts-/Neujahrsferien sind jeweils hälftig aufzuteilen und können nicht von einem einzelnen Elternteil vollumfänglich bezogen werden.
5.
Die Beistandsperson hat zwischen den Eltern in Bezug auf die Ferientage zu vermitteln, die Einhaltung zu überwachen sowie die gegenseitigen Ferienangaben dem anderen Elternteil zu übermitteln.
6.
Die Ferientage dauern vom ersten Ferientag von 9.00 Uhr bis zum letzten Ferientag, 17.00 Uhr.
Mo Di Mi Do Fr Sa So M M K* (M): M
bringt, V holt am Mittag
V V V V
M M V V K* (V): V bringt und holt am Abend
V V: V bringt C._ um 17.00 Uhr zur Mutter
M = Betreuung Mutter K (M) = Krippenbesuch (von Mutter gebracht) V = Betreuung Vater K (V) = Krippenbesuch (von Vater gebracht) * Die Hol- und Bringzeiten der Krippe sind einzuhalten. Bei direkten Übergaben zwischen den Eltern, falls die Krippe geschlossen oder C._ krank ist, sind die Übergabezeiten am Mittwochmittag um 12.30 Uhr und am Freitagabend um 18.00 Uhr.
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2. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit dieses Entscheides die in Ziff. 1 des Entscheids vom 01.12.2020 verfügte vorsorgliche Anordnung (Regelung des persönlichen Verkehrs) von Gesetzes wegen dahinfällt.
3. Den Eltern von C._ wird folgende Weisung (Art. 307 Abs. 3 ZGB) erteilt:
a. C._ hat schnellstmöglich zur Krippenbetreuung in der Kinderkrippe I._ in J._ (K._) angemeldet zu werden. Die Betreuungszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten der Kinderkrippe am Mittwochvormittag und am Freitagnachmittag. Die Bring- und Holzeiten der Kinderkrippe sind einzuhalten.
b. Die Eltern haben betreffend Eingewöhnung, Betreuungsmodalitäten, Umsetzung der Krippenbetreuung, Organisationsfragen etc. mit F._, Berufsbeistandschaft Prättigau-Davos, zusammenzuarbeiten.
c. Die Nichtbefolgung dieser Weisung durch die Mutter, A._, kann zu einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) führen, was mit Busse bis zu Fr. 10‘000.— bestraft werden kann.
4. Der Mutter von C._ A._, wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
A._ hat den Kurs B1 (17.03., 24.03., 31.03., 07.04., 05.05., 12.05. und 19.05.2022) jeweils am Donnerstag von 15.00 bis 18.00 Uhr bei den H._ auf eigene Kosten zu besuchen. Sie hat der KESB Prättigau/Davos bis 05.11.2021 eine Bestätigung über die Anmeldung und nach Abschluss des Besuches über den Kursbesuch bis zum 31.05.2022 vorzulegen.
5. Die für C._ bestehende Massnahme gemäss Ziff. 2 des Entscheids vom 07.04.2020 wird vorbehältlich der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids wie folgt angepasst:
Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern und C._ im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung, angemessene Erziehungsmethoden, gesundheitliche Entwicklung;
b. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB):
1. die sorgeberechtigten Eltern von C._ in folgenden Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
a. Betreuung inkl. Unterstützung bei der Sicherstellung der Finanzierung, insbesondere der Fremdbetreuung (insbesondere Kindertagesstätte);
b. die Fremdbetreuung in der Kindertagesstätte mit den Eltern gemeinsam zu klären, mit der Tagesstätte zu regeln, die Besuche in der Tagesstätte zu überwachen und mit den Eltern zu koordinieren;
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2. die Eltern bei der Ausübung der alternierenden Obhut und Betreuungszeiten sowie der Fremdbetreuung zu beraten und aktiv zu unterstützen,
3. mit den Eltern auf eine gemeinsame, einvernehmliche Kommunikation und Kooperationsfähigkeit hinzuarbeiten und zu vermitteln;
4. den Eltern auf Verlangen gegenseitig Auskunft über die Entwicklung von C._ zu erteilen; insbesondere ist dafür besorgt zu sein, dass die Eltern sich diese Auskünfte selber gegenseitig erteilen;
5. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von C._ Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, mit diesen in Kontakt zu treten und sich mit ihnen (u.a. Ärzte, Therapeuten, Beratungsstellen, Betreuungsdienste) auszutauschen.
6. Zum Inhalt der gemäss Ziff. 3, 4 und 5 angepassten Massnahme wird festgestellt, was folgt:
Die für C._ bestehende Massnahme gemäss Ziff. 2 des Entscheids vom 07.04.2020 wird vorbehältlich der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids wie folgt angepasst:
Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern und C._ im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung, angemessene Erziehungsmethoden, gesundheitliche Entwicklung;
b. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB):
1. die sorgeberechtigten Eltern von C._ in folgenden Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
a. Betreuung inkl. Unterstützung bei der Sicherstellung der Finanzierung, insbesondere Fremdbetreuung (insbesondere Kindertagesstätte);
b. medizinische Behandlung/Betreuung;
c. die Fremdbetreuung in der Kindertagesstätte mit den Eltern gemeinsam zu klären, mit der Tagesstätte zu regeln, die Besuche in der Tagesstätte zu überwachen und mit den Eltern zu koordinieren;
2. die Eltern bei der Ausübung der alternierenden Obhut und Betreuungszeiten sowie der Fremdbetreuung zu beraten und aktiv zu unterstützen,
3. mit den Eltern auf eine gemeinsame, einvernehmliche Kommunikation und Kooperationsfähigkeit hinzuarbeiten und zu vermitteln;
4. den Eltern auf Verlangen gegenseitig Auskunft über die Entwicklung von C._ zu erteilen; vielmehr ist dafür
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besorgt zu sein, dass die Eltern sich diese Auskünfte selber gegenseitig erteilen;
5. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von C._ Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, mit diesen in Kontakt zu treten und sich mit ihnen (u.a. Ärzte, Therapeuten, Beratungsstellen, Betreuungsdienste) auszutauschen.
Den Eltern von C._ wird folgende Weisung (Art. 307 Abs. 3 ZGB) erteilt:
a. C._ hat schnellstmöglich zur Krippenbetreuung in der Kinderkrippe I._ in J._ (K._) angemeldet zu werden. Die Betreuungszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten der Kinderkrippe am Mittwochvormittag und am Freitagnachmittag. Die Bring- und Holzeiten der Kinderkrippe sind einzuhalten.
b. Die Eltern haben betreffend Eingewöhnung, Betreuungsmodalitäten, Umsetzung der Krippenbetreuung, Organisationsfragen etc. mit F._, Berufsbeistandschaft Prättigau-Davos, zusammenzuarbeiten.
c. Die Nichtbefolgung dieser Weisung durch die Mutter, A._, kann zu einer strafrechtlichen Verurteilung wegen Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) führen, was mit Busse bis zu Fr. 10‘000.— bestraft werden kann.
Der Mutter von C._ A._, wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
A._ hat den Kurs B1 (17.03., 24.03., 31.03., 07.04., 05.05., 12.05. und 19.05.2022) jeweils am Donnerstag von 15.00 bis 18.00 Uhr bei den H._ auf eigene Kosten zu besuchen. Sie hat der KESB Prättigau/Davos bis 05.11.2021 eine Bestätigung über die Anmeldung und nach Abschluss des Besuches über den Kursbesuch bis zum 31.05.2022 vorzulegen.
7. Für die Mandatsführung vom 10.12.2020 bis 26.08.2021 wird zugunsten von Dr. iur. Eva Naegeli eine Entschädigung inkl. Spesenersatz und MWST im Umfang von Fr. 7'358.35 festgesetzt.
8. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten im Verfahren "Regelung persönlicher Verkehr und Erteilung alternierende Obhut, Anordnung Erziehungsaufsicht" werden auf Fr. 24'248.35 (inkl. Drittkosten für Gutachten H._ (Rechnung vom 27.01.2021, Fr. 3'770.—), Gutachten L._ (Rechnung vom 19.07.2021, Fr. 10'620.—), Kosten für Kindesvertretung (Rechnung vom 26.08.2021, Fr. 7'358.35)) festgesetzt.
b. Diese Kosten sowie die Kosten gemäss Entscheid vom 01.12.2020 (Fr. 3'545.—) im Totalbetrag von Fr. 27'793.35 werden den Eltern von C._ je zur Hälfte auferlegt.

## Considerations