# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfa5902a-66bd-518f-9085-830af640e911
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1992, war seit September 2018 als Audit
Assistant
bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und über diese gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am
9.
Februar 2019 verletzte sie sich bei einem Sturz beim Snowboardfahren (
Urk.
8/1
S. 1
Ziff.
1-6 und 9). Die
Swica
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Swica
)
erbrachte für die Folgen des Ereignisses die gesetzlichen Leistungen.
Die Versicherte meldete sich am 2
9.
August 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/54). Die IV-Stelle des Kantons Solothurn sprach
ihr
am
2
2.
Oktober 2020 Frühinterventionsmassnahmen in Form von Beratung
und
eines persönlichen Coachings
zu (
Urk.
8/151).
Am
6.
Januar 2021 (
Urk.
8/178) sprach sie ihr ein Belastbarkeitstraining
und am 1
5.
April 2021 (
Urk.
8/191) ein Auf
bautraining
zu
, welches in der Folge verlängert wurde (
Urk.
8/195)
.
Mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2021 (
Urk.
8/179) stellte die
Swica
ihre Versi
cherungsleistungen rückwirkend per 3
0.
Juni 2020 ein. Die von der Versicherten
am
1
6.
Februar 2021 (
Urk.
8/1
8
7) dagegen erhobene Einsprache wies die
Swica
mit
Entscheid vom 1
3.
August 2021 (
Urk.
8/205 =
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
September 2021 Beschwerde gegen den
Einspra
che
entscheid
vom 1
3.
August 2021 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es
seien
ihr ab dem
1.
Juli 2020 die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 Mitte).
Die
Swica
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Oktober 2021 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
9.
Oktober 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, so
fern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversiche
rers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Ge
sund
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leis
tungs
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nun
mehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die ent
sprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) zur Einstel
lung der Versicherungsleistungen
fest
, g
emäss dem
medizinischen
Gutachten
vom
1
0.
August 2020
seien die orthopädischen Beschwerden abgeheilt und es bestün
den keine orthopädischen Diagnosen
oder
eine
entsprechende
Arbeitsunfähigkeit.
Ein natürlicher Kausalzusammenhang liege diesbezüglich nicht mehr vor.
Aus psychiatrischer
Sicht
bestehe weder eine
Diagnose noch eine A
rbeitsunfähigkeit.
Bezüglich der nicht objektivierbaren Beschwerden sei daher die Adäquanz zu prüfen.
Aus neurologischer Sicht sei ein
postcommotionelles
Syndrom diagnos
tiziert worden, welches naturgemäss nicht objektiviert werden könne.
Es
könne
daher
die
Adäquanzprüfung erfolgen
.
Die von neuropsychologischer Seite dia
gnostizierte leichte Funktionsstörung bewirke eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit.
Diese
erweise sich
ätiologisch
aber als
unspezifisch und
sei
unter Berücksichtigung aller Faktoren nicht objektivierbar
.
Bezüglich dieser Be
schwerden
sei
ebenfalls die Adäquanz zu prüfen
(S. 6 E. 3.7).
Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
könne erst gesprochen wer
den, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklä
run
gen bestätigt worden und die Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt seien (S. 6 E. 3.9).
Allein gestützt auf die nach dem Unfallereignis erhobenen Befunde im kranialen MRI vom 2
1.
März 2019 könne
nicht auf eine bleibende Schädigung des Gehirns im Sinne einer strukturellen unfallbedingten V
erände
rung geschlossen werden.
Etwas
anderes
ergebe sich auch nicht aus den Berichten der behandelnden Neurologen
und aus dem neurologischen Teilgutachten
der
Medas
A._
.
Weiter sei davon auszugehen, dass die drei kortikalen Mikrohämorrhagien abgeheilt seien.
Es bestünden keine hinreichenden Anhalts
punkte für persistierende, objektiv nachweisbare
organische
Unfallfolgen, welche die Beschwerden erklären könnten
. Weitere bildgebende Abklärungen seien nicht angeregt worden
(S. 7 E
. 3.12
).
Eine neuropsychologische Testuntersuchung sei sodann nicht ausreichend, um die Kausalitätsfrage eines Beschwerdebildes selb
ständig und abschliessend zu beantworten (S. 8 E. 3.13 oben).
Die Beschwerdegegnerin prüfte die Adäquanz nach
BGE 115 V 133 und kam
zur
Einschätzung
,
dass kein
e
s
der
Zusatzkriterien erfüllt sei
und
der
adäquate Kau
sa
l
zusammenhang
der noch bestehenden Beschwerden nicht mehr gegeben
sei
(
S. 9
f.
E.
3.17 und
3.18).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
nach dem Sturz vom 1
1.
Februar 2019 sei
zunächst
trotz mehrminütiger Bewusstlosigkeit
kein MRI
des Kopfes
erstellt wor
den
, da die
Schulterverletzung im Zentrum der
Aufmerksamkeit
gestanden
sei
.
A
ufgrund von Schwindel, starken Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Ermüdbarkeit
sei
im März 2019
ein
MRI
veranl
asst worden, gemäss welchem
sie
mehrf
ache Hirnblutungen erlitten
habe
, welche die Schwere des Traumas auf
zeigten (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
1
).
Gemäss den Akten habe
nach dem Unfall
klar und durchgehend
mit Ausnahme der zu frühen Wiederaufnahme der Arbeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen (S. 9
Mitte
).
Im eingeholten Gutachten werde klar festgehalten, dass die Heilbehandlung noch nicht a
bgeschlossen und nicht von einem Endzustand gesprochen werden dürfe
(S. 11 f.).
Gemäss dem Gutachten sei die Kausalität gegeben. Weshalb die Beschwerdegegnerin zu einer anderen Ansicht gekommen sei, leuchte nicht ein (S. 12 Mitte). Der
neurologische Gutachter
habe zahlreiche Therapievorschläge abgegeben. Dies indiziere
ebenfalls
klar, dass die Heilbehandlung noch nicht abgeschlossen sei (S
.
13 unten).
Die Beschwerdegegnerin habe
weiter
ausser Acht gelassen, dass die
Visusstörungen
objektiviert werden könnten (S. 14 oben).
Aus
den dargelegten Gründen
komme die Adäquanzrechtsprechung nicht zur An
wendung
(S. 17
Ziff.
3 oben).
Anders als in den von der Beschwerdegegnerin angeführten Entscheiden habe die Beschwerdeführerin vor dem Unfall nicht an Beschwerden
an
der Ha
lswirbelsäule (HSW), an Nacken-,
Rückenbeschwerden oder an Kopfschmerzen gelitten (S. 19 Mitte). Die von der Beschwerdegegnerin ange
wandte Psycho-Praxis gehe fehl
(S. 20 Mitte).
Bei Massgeblichkeit der Schleudertrauma
-P
raxis könne der Fall erst abgeschlossen werden, wenn ins
gesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei (S. 21 unten).
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in der Vernehmlassung vom 1
4.
Oktober 2021 ergänzend aus, nach den Berichten der Ärzte des
Zentrums B._
vom
1.
Juli und 1
1.
August 2021
bestehe eine zentral-vestibuläre Verarbeitungs
stö
rung.
Aus
der apparativen Testung
hätten sich jedoch
keine Hinweise für eine peripher-
verstibuläre
Pathologie ergeben. Es bestünden somit keine hinreichend
erstellten A
nhaltspukte für persistierende
, organisch objektiv nachweisbare Unfall
folgen, welche die Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erklären würden. Von weiteren Erhebungen seien keine
entscheidrelevanten
neuen Auf
schlüsse zu erwarten (
Urk.
7 S. 4
Ziff.
3.2).
2.4
Streitig und zu prüfen
ist, ob die B
eschwerdegegnerin
den Fall zu Recht ab
geschlossen und
die Versicherungsleistungen
per
3
0.
Juni 2020 eingestellt hat.
3.
3.1
Gemäss Unfallmeldung vom 1
1.
Februar 2019 stürzte die Beschwerdeführerin am
9.
Februar 2019 beim Snowboardfahren. Zum Sachverhalt wurde angegeben, die Beschwerdeführerin sei
zirka
zwei Minuten bewusstlos gewesen und habe keine Erinnerung an den genauen Vorfall (
Urk.
8/1 S. 1
Ziff.
2, 4, 6 und 9).
3.2
Die Ärzte des Spitals
C._
stellten im Austrittsbericht vom 1
2.
Februar 2019 (
Urk.
8/5 S. 2 f.) nach der
Hospitalisation
vom
9.
bis 1
2.
Februar 2019 folgende Diagnosen (S.
2
):
-
zweifragmentäre
Claviculascha
ft
-F
raktur links vom
9.
Februar 2019
-
Commotio cerebri Grad I und HWS-Distorsion vom
9.
Februar 2019
Die
Fraktur
sei
am 1
0.
Februar 2019 operiert
worden
(S.
2
Mitte).
Zur Anamnese wurde ausgeführt,
die Patientin
sei beim Skifahren (richtig: Snowboardfahren) gestürzt.
Es sei
zum Anprall des Kopfes gekommen mit nachfolgender Bewusst
losigkeit von zirka zwei Minuten und einer re
trograden Amnesie. Des Weiteren
bestünden immobilisierende Schmerzen in der linken Schulter und leicht ziehen
d
e Schmerzen über der HWS. Die Patientin habe berichtet, dass sie vor einigen Jahren ein HWS-Schleudertrauma erlitten habe. Bei der HWS hätten eine mini
male
Druckdolenz
über HWK 3-5 und ein muskulärer Hartspann paravertebral
bestanden.
Bezüglich der linken Schulter bestehe eine deutliche Schwellung über der distalen Clavicula. Die Beweglichkeit des Schultergelenkes sei schm
erzbedingt stark eingeschränkt (S. 1 unten).
Die Ärzte des Spitals
C._
attestierten für die Zeit vom
9.
bis 2
3.
Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S.
2
unten).
3.3
Am 2
1.
März 2019 wurde ein kraniales MRI nativ
und
mit Kontrastmittel
erstellt. Im Bericht vom 2
1.
März 2019 (
Urk.
8/18) wurde zur Untersuchung ausgeführt,
es seien drei korti
k
ale Mikrohämorrhagien festgestellt worden, links frontal, zen
tral und parietal, traumatisch
axonalen
Läsionen entsprechend. Eine kortikale Kontusion sei nicht nachgewiesen worden. Ansonsten bestehe eine regelrechte Darstellung des Hirnparenchyms.
Ein entzü
ndliches oder vaskuläres Muster,
eine
Raumforderung oder eine
Liquorzirkulationsstörung
lägen nicht vor
. Weiter
lägen
eine
normale Darstellung des Schläfenbeins
und
eine regelrechte Darstellung des
membranösen Labyrinths
vor
sowie
ein normaler Fluss der intrakraniellen Arte
rien. Eine Stenose, ein Aneurysma, oder eine venöse Thrombose
bestünden nicht
. Die Patientin habe allergisch auf das Kontrastmittel reagiert mit einer Rötung und
Quaddeln im Gesicht und am Oberkörper
, was eine medikamentöse Behandlung nötig gemacht habe
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte im Be
richt vom 2
9.
März 2019 (
Urk.
8/19) aus, aktuell bestünden noch intermittierende Kopfschmerzen, die sich als starker Druck äusserten.
Nach den Angaben der Be
schwerdeführerin bestehe
seltener ein
un
gerichteter
Schwindel. Die mittels MRI festgestellten drei kortikalen Mikrohämorrhagien bestätigten die Schwere des Traumas
(S. 1 f.
Ziff.
4)
. Vom 1
4.
bis 3
1.
März 2019 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab dem
1.
April 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Man werde sehen, wie die Arbeitsfähigkeit weiter gesteigert werden könne
(S. 2
Ziff.
6
und 6.1
).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, stellte im Bericht vom 1
0.
April 2019 (
Urk.
8/21) folgende Diagnosen (S. 1):
-
postcommotionelles
Syndrom bei einem Status nach Schädel
-Hirn-T
rauma
Grad I vom
9.
Februar 2019
-
Snowboardsturz, initial mit zweiminütiger Bewusstlosigkeit und retro
grader Amnesie
-
persistierende Symptome: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und
Verschwommen
-S
ehen
-
MRI Schädel vom 2
1.
März 2019: drei kortikale Mikrohämorrhagien links frontal, zentral und parietal, ansonsten Normalbefund
,
allergische Reaktion unter Kon
trastmittel-Gabe
-
begleitend
Status nach zweifragmentärer
Claviculaschaft
-Fraktur links und HWS-Distorsion
Dr.
E._
führte zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin sei ihm wegen diver
ser Beschwerden bei einem Status nach Commotio cerebri und HWS-Dis
torsion vom
9.
Februar 2019 zugewiesen worden.
Sie
habe erst im Verlauf verschiedene Beschwerden bemerkt. Es handle sich um
holozephale
Kopfschmerzen, gelegent
lich auch punktuell oder pochend, meistens drückend, Übelkeit und Konzen
trationsstörungen mit wechselnder Ausprägung. Ausserdem bestünden
Sehstö
run
gen mit einem Verschwommen-
S
ehen und Schwierigkeiten beim Lesen am PC oder auf Papier. Zusätzlich habe offenbar ein Lagerungsschwindel bestanden, der zwischenzeitlich auf der Notfallstation des Universitätsspitals
F._
behandelt worden sei (S. 1 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe nach einer initialen Arbeits
pause mit einem Arbeitspensum von 100
%
begonnen, das sie im Verlauf auf 50
%
reduziert habe. Nach Verstärkung der genannten Symptome sei sie wieder zu 100
%
arbeitsunfähig. Sie habe Arbeitsversuche m
it einem Pensum von einer
bis drei Stunden durchgeführt, wobei wieder vermehrt Symptome aufgetreten seien. Zu Hause könne sie nicht lesen oder
f
ernsehen. Es seien keine Kopfschmer
zen
vor
bekannt (S. 1 unten).
Es liege ein typisches
postcommotionelles
Syndrom vor
bei einem Status nach Schädel
-Hirn-T
rauma Grad I. Es persistierten Kopfschmerzen und Konzentra
tions
störungen. Initial hätten zudem eine Übelkeit und ein traumatisch bedingter Lagerungsschwindel bestanden. Der klinisch
-neurologische Befund sei aktuell komplett unauffällig. Ein MRI des Schädels zeige drei kortikale Mikroblutungen, die im Rahmen von traumatischen
Shearing
Injury’s
bewertet werden müssten. Aufgrund des Schädel
-Hirn-T
raumas mit Mikroblutungen
und einer zweiminüti
gen Bewusstseinsstörung
sei ein zweimonatiger Verlauf der
postcommotionellen
Symptome nicht ungewöhnlich. Es stehe eine reizschonende Therapie mit audio
visueller Schonung im Vordergrund. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde wahrscheinlich noch einige Wochen beeinträchtigt sein. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
. Falls in den nächsten zwei bis drei Wochen keine wesentliche Verbesserung der Symptome eintrete, sollte eine neuropsychologische Abklärung erfolgen (S. 2).
3.6
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, und
lic
. phil.
H._
, Neuropsychologin/Psychologin FSP, führten im Bericht vom
5.
Juli 2019 (
Urk.
8/44
/3-6
) aus, aktenanamnestisch sei die Patient
in
seit dem Unfall nicht in der Lage zu arbeiten. Sobald sie auf einen Computerbildschirm schaue,
verschwimme
die Schrift und es erschienen farbige Punkte. Zudem leide sie wei
terhin praktisch konstan
t unter
Kopfschmerzen im Sinne eines Drucks. In den letzten Tagen hätten täglich Kopfschmerzen bestanden.
Die
Sehstörung sei zwi
schenzeitlich etwas
regredient
. Wenn sie ihre Augen bewege, sehe sie
jedoch weiterhin
kleine schwarze Punkte.
Lesen sei zwischenzeitlich wieder möglich.
Bei Arbeiten am Computer sehe sie
aber
weiterhin häufig verschwommen
. Wenn sie sich mehrere Stunden konzentriere, habe sie danach sehr starke Kopfschmerzen
(S.
1
unten).
Im Verlauf der Untersuchung seien aufgrund der
Visuseinschränkungen
sowie der K
opfschmerzsymptomatik zunehmend
Ermüdungserscheinungen aufgetreten
. Bezüglich der Kopfschmerzsymptomatik sei zu Beginn eine Intensität von 2 auf der VAS-Skala und am Ende der Untersuchung von 7 angegeben worden
(S.
3
oben). Es seien leichte bis mittelgradige
attentionale
Einsch
ränkungen sowie eine
mittelgradig unterdurchschnittliche Ideenproduktion festgestellt worden. Die übri
gen geprüften kognitiven Bereiche seien normgerecht (S.
3
unten). Die Be
funde würden einer insgesamt leichten bis mittelgradigen Funktionsstörung
vor
wiegend der
fronto
-limbischen Hi
r
nareale
entsprechen. Diese sei gut
mit den
Folgen des
Schädel-Hirn-Traumas
und der festgestellten kortikalen Mikro
hämor
rhagien zu erklären. Aufgrund der Befunde sei die Arbeitsfähigkeit aus neuro
psychologischer S
icht aktuell zwischen 30-50
% eingeschränkt (S. 4 oben).
3.7
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie, antwortete in einer Aktenbeur
teilung vom 2
6.
September 2019 (
Urk.
8/64/3-6) auf die Fragen der Beschwerde
gegnerin.
Er führte aus
, die
subjektiv
geklagten Beschwerden seien durch die neurologische Untersuchung, das MRI sowie die neuropsychologische Untersu
chung
hinreichend
objektiviert (S. 3
Ziff.
2). Die Beschwerdegegnerin stellte
dem Vertrauensarzt
die Frage, ob mit einer namhaften Verbesserung der unfallbe
dingten gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden könne.
Dr.
I._
bejahte dies und gab an, die Konzentrationsstörungen könnten mit einem geziel
ten Training beeinflusst werden. Die Kopfschmerzen würden mit hoher Wahr
scheinlichkeit mit der Zeit abnehmen.
Damit könne die Arbeitsleistung gesteigert werden (S. 3
Ziff.
3). Da zurzeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
bestehe,
sei ein Ferienaufenthalt zu befürworten. Die Beschwerdeführerin sei ferienfähig (S. 3
Ziff.
4).
Er gehe davon aus, dass sie bis Ende 2019 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
erreichen könne. Dies setze eine bestimmte Compliance bezüglich Schutzmassnahmen und den Willen voraus, auftretende leichtere Beschwerden bei einem Arbeitstraining zu überwinden (S. 3
Ziff.
5).
3.8
Dr.
G._
und
lic
. phil.
H._
berichteten am 1
8.
Oktober 2019 (
Urk.
8/74/4-7) über
die
Verlaufsuntersuchung
vom gleichen Tag
.
Sie führten aus, die Patientin
habe angegeben
, dass sie bei Arbeiten am Computer bereits nach 30
Minuten Kopfschmerzen bekomme. Wenn sie an etwas
A
nderem arbeite, sei
sie belastbarer. Die in der letzten Untersuchung beschriebenen visuellen Ein
schrä
n
kungen seien seltener geworden (S. 1 unten). Es seien leichte bis mittel
gra
dige
Einschränkungen bei komplexeren
attentionalen
Aufgaben festgestellt worden (S.
3
oben). Die Befunde würden insgesamt einer leichten neur
o
kogniti
ven Funk
tionsstörung vorwiegend der
fronto
-limbischen Hirnareale entsprechen. Unter
Be
rücksichtigung der anamnestischen Angaben mit einer verminderten Belast
ba
r
keit bei Arbeiten am Computer sei die Arbeitsfähigkeit um zirka 50
%
ein
ge
schränkt. Es sei jedoch eine zusätzliche Stellungnahme aus schmerztherapeuti
scher Sicht notwendig (S. 3 unten).
3.9
Dr.
E._
führte im Bericht vom
7.
November 2019 (
Urk.
8/80) über
die
Ver
laufskontrolle vom
6.
November 2019 aus, die Beschwerdeführerin könne weiter
hin nicht regelmässig arbeiten. Aktuell arbeite sie alle zwei Tage für zwei Stunden im Büro ihres Freundes.
Zudem verrichte sie gelegentlich Arbeiten auf einem Bauernhof. Bei den Kopfsch
merzen handle es sich am ehesten um einen anhal
tenden Kopfschmerz im Rahmen des Schädel
-Hirn-T
raumas vom Februar 201
9.
Differentialdiagnostisch sei an einen Spannungskopfschmerz mit intermittie
ren
den Exazerbationen zu denken (S. 1 unten). Nach einem mehrmonatigen Verlauf bestehe ein
e
gewisse
Chronifizierung
der Kopfschmerzen. Eine schmerzmodu
lierende medikamentöse Therapie sei sinnvoll. Zusätzlich sei eine psychoso
ma
tische beziehungsweise eine psychologische Behandlung empfehlenswert. Eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf sei sinnvoll (S. 2).
3.10
3.10.1
Die Beschwerdegegnerin gab bei der
Medas
A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag.
Es
datiert vom 1
0.
August 2020 (
Urk.
8/136
/1-28
)
und ist von
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, unterzeichnet
(
S.
28
). Dem Gutachten sind da
s
orthopädische Teilgutachten von
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, vom
8.
Juli 2020 (
Urk.
8/136/31-40),
das neurologische Teilgut
achten von
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie, vom 1
0.
Juli 2020
(
Urk.
8/136/42-51)
und das neuropsychologische Teilgutachten
von
lic
. phil.
N._
, Fachpsycho
login für Neuropsychologie FSP, und
lic
. phil.
O._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom
7.
Juli 2020
(
Urk.
8/136/52-62)
beigelegt.
Dr.
J._
und
Dr.
K._
führten
im psychiatrischen Hauptgutachten
aus, die Beschwerdeführerin habe zwei Wochen nach dem Unfall wieder arbeiten wollen. Als sie mit einem Pensum von 50
%
angefangen habe, habe sie bei der Arbeit sofort Kopfschmerzen bekommen, was sie von früher nicht gekannt habe. Sie habe verschwommen gesehen und nicht mehr lesen können. Zwischenzeitlich sei es auch zu einem Schwindel gekommen, der sich gebessert habe (S. 11
Ziff.
3.1 oben). Die Beschwerdeführerin habe häufig Kopfschmerzen. Diese würden zuneh
men, sobald sie sich konzentrieren und am PC lesen müsse. Es gehe ihr desto schlechter, je länger sie am Bildschirm arbeite. Sie sehe dann unklar
und es verschwimme vor ihren Augen
(S. 14
Ziff.
3.2.4).
Sie leide vor allem unter einer verminderten Konzentrationsfähigkeit, einem verschwommenen Sehen, einer ver
minderten Auffassungsfähigkeit und zunehmenden Kopfschmerzen bei Tätig
keiten mit Konzentration oder Bildschirmarbeiten (S. 14
Ziff.
3.2.7). Bei der Untersuchung habe die Konzentration nach zirka 100 Minuten deutlich nach
gelassen (S. 16
Ziff.
4.1).
Dr.
J._
und
Dr.
K._
nannten als Diagnosen (S. 18
Ziff.
6):
-
Residualbeschwerden nach stumpfem Schädel-Hirn-Trauma vom
9.
Februar 2019
-
chronische Kopfschmerzen, formal Mischform von Migräne und Spannungstyp-Kopfweh
-
Visusprobleme
in Art einer Akkommodationsstörung
-
leichte neuropsychologische Funktionsstörung
-
Belastungsintoleranz
-
Verdacht auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
Medikamentös sei Anfang 2020 ein Versuch mit
Methylphenidat
gemacht wor
den.
Die Kopfschmerzen seien dadurch sehr positiv beeinflusst worden und die Konzentrationsfähigkeit habe sich verbessert.
Als Nebenwirkung seien aber depressive Symptome aufgetreten.
Das Medikament
sei
anschliessend
umgestellt worden. Aus psychiatrischer
Sicht
könnten keine weiteren Therapieoptionen vor
geschlagen werden, um eine Verbesserung der kognitiven Einschränkungen zu erzielen. Eine psychotherapeutische Begleitung sei längerfristig indiziert. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sei ein Aufmerksamkeitsdefizit zu diagnos
tizieren. Die Arbeitsfähigkeit sei
deswegen
in der Vergangenheit
jedoch nicht eingeschränkt gewesen (S. 20
Ziff.
7
unten).
Eine Einschränkung könne aus psy
chiatrischer Sicht zwar nachvollzogen werden. Diese könne jedoch nicht mit einer psychiatrischen Diagnose erklärt werden (S. 21
Ziff.
7).
Gemäss dem orthopädischen Teilgutachten
von
Dr.
L._
be
stünden von Seiten der Clavicula
keine Probleme mehr.
Aus orthopädischer Sicht seien keine funk
tionellen Einschränkungen festgestellt worden. Das
Osteosynthesematerial
sei stabil und indolent (S
.
21
Ziff.
7.1.2).
3.10.2
Dr.
M._
führte im neurologischen Teilgutachten vom 1
0.
Juli 2020
(
Urk.
8/136/42-51)
aus,
beim Unfall vom Februar 2019 sei es
zu einem Schädel-Hirn-T
raum
a
Grad I gekommen. MR-tomographisch seien drei kortikale
Mikro
blutungen als Hinweis auf
shear
injuries
festgestellt worden.
Es bestehe ein protrahierter
Verlauf mit bis heute anhaltenden Beschwerde
n
. Es handle sich um typische Symptome eines
postcommotionellen
Syndroms. Im Vordergrund stün
den Kopfschmerzen und eine Belastungsintoleranz, inklusive Konzentrations
stö
rungen und eine vermehrte Ermüdbarkeit. Die Kopfschmerzen würden formal am ehesten einer Mischform vom Spannungstyp-Kopfweh und Migräne entsprechen. Möglicherweise handle es sich
um ein posttraumatisch akzentuiertes, primäres Kopfwehleiden, zumal schon früher vereinzelt Kopfschmerzen bestanden hätten, zum Beispiel nach längerer Bildschirmarbeit. Aussergewöhnlich sei die lange Persistenz der
Visusprobleme
, welche formal einer Akkommodationsstörung ent
sprechen würden. Eine solche Störung klinge nach einem Schädel-Hirn-Trauma meist innert ein paar Monate
n
ab (S. 6
Ziff.
7.1).
Dr.
M._
sehe als möglichen Faktor für die
Chronifizierung
und die tendenzielle Verschlechterung der letzten Zeit die zunehmende Frustration und Unzufriedenheit der Beschwerdeführerin mit der momentanen Arbeitssituation. Die Patientin habe trotz der posttrau
ma
tischen Beschwerden ihre Weiterbildung als Finanzplanerin erfolgreich abschlies
sen
können. Sie befinde sich nun in einem Lehrgang für Investment, den sie im Selbststudium belege, wobei sie sich in eine Überforderung bringe (S. 7
Ziff.
7.1).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Audit
Assist
a
nt
sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben. Für einen leichten, abwechslungsreichen Bürojob, mit der Möglich
keit kurze Pausen einzuschalten, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Dies gelte auch für leichte manuelle Arbeiten.
Er
empfehle
ein
e
klassische Kopfweh
behandlung,
bestehend aus einer
Basismedikation und der Etablierung einer
Akut
behandlung
. Weiter seien Massnahmen zur Entspannung und regelmässiges Fitnesstraining zu empfehlen
(S. 7
f.
Ziff.
8
).
Kopfschmerzen und eine
Visusstö
rung
könnten naturgemäss nicht objektiviert werden (S. 8
Ziff.
9.5). Das Unfall
ereignis vom
9.
Februar 2019 sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die
Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung (S. 8
Ziff.
9.6.4
).
Dr.
M._
bejahte
sodann
die Frage der Beschwerdegegnerin,
ob
mit einer namhaften Ver
besserung der gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden könne (S. 9
Ziff.
9.
7).
3.10.3
Lic
. phil.
N._
und
lic
. phil
.
O._
nannten
im neuropsychologischen Teilgut
ach
ten
vom
7.
Juli 2020
Urk.
8/136/52-62) als Diagnose eine leichte neuro
psy
cholo
gische Funktionsstörung mit insgesamt leichten
attentionalen
und exekuti
ven Dysfunktionen in Teilbereichen bei anamnestisch zeitlich verminderter men
taler Belastbarkeit (S. 8
Ziff.
6). Aus neuropsychologischer Sicht sei die Fahr
eignung aktuell nicht gegeben (S. 9
Ziff.
7). Die anamnestisch geklagten Konzen
trations
störungen könnten objektiviert werden (S. 10
Ziff.
9.5).
3.10.4
Zur Gesamtbeurteilung wurde ausgeführt,
a
us neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr gegeben. Es sei keine Aus
sage möglich, wie lange die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dauern werde. Es sei
aber
mit einer Verbesserung zu rechnen. Aus neuropsychologischer Sicht ergebe sich für alle Tätigkeit
en
eine leichte Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvoll
ziehbar. Diese könne aber nicht im Rahmen einer psychiatrischen Diagnose erklärt werden. Aus neurologischer Sicht bestehe für einen leichte
n
, abwechs
lungsreichen Bürojob, welcher sich nicht
auf eine
Bildschirmarbeit beschränke, eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Dies gelte auch für leichte manuelle Arbeiten. In diesem Rahmen müsse zusätzlich eine leichte Einschränkung der qualitativen und quantitativen Leistungsfähigkeit berücksichtigt werden
, welche sich durch die leichten
attentionalen
und exekutiven Dysfunktionen und der verminderten mentalen Belastbarkeit ergeben würden
(S. 23
Ziff.
8.1 und 8.2).
Die Hausärztin habe seit dem Unfall eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert, die im April 2019 zwischenzeitlich auf 50
%
reduziert worden sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei anschliessend wieder auf 100
%
erhöht worden, da sich die Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten erheblich verschlechtert hätten. Zuvor sei von Januar bis März 2019 versucht worden, eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
im Unter
nehmen
des
Expartners
der Beschwerdeführerin
zu erreichen. Es sei jedoch keine verwertbare Arbeitsfähigkeit erzielt worden (S. 23
Ziff.
8.4).
Das Unfallereignis vom
9.
Februar 2019 sei die einzige Ursache der vorliegenden gesundheitlichen Störung (S. 25
Ziff.
6.2).
Aus neurologischer und psychia
tri
scher Sicht sei das Ereignis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ursache der Störung (S. 25
Ziff.
6.2 und 6.4).
Es könne mit einer namhaften Verbesserung der unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden (S. 25
Ziff.
7).
3.11
Dr.
med.
P._
, praktischer Arzt, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle des Kantons Solothurn, nahm am 2
4.
März 2021
(
Urk.
3)
Stellung zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin.
Dr.
P._
bezeichnete das Gutach
ten der
Medas
A._
vom 1
0.
August 2020 als nachvollziehbar und schlüssig
. Der RAD könne sich der Beurteilung durch die Gutachter anschliessen
(S. 1 oben). Die neurologische
n
und neuropsychologische
n
Untersuchung
en
in der
Medas
A._
lägen über 8.5 Monate zurück. Hinweise auf eine wesentliche gesundheitliche Verschlechterung oder
eine
Verbesserung im
Ver
gleich zu dem im Gutachten festgestellten Gesundheitszustand seien dem IV-Dossier nicht zu entnehmen. Es könne auf das im Gutachten beschriebene Zu
mutbarkeitsprofil abgestellt werden (S. 2).
3.12
Dr.
med.
Q._
, Facharz
t für Neurologie, und PD
Dr.
med
.
R._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete an
1.
Juli 2021 (
Urk.
8/197/4-11) über die
neurologische Untersuchung
der Beschwerdeführerin
im
Zentrum B._
vom 1
6.
Juni und
1.
Juli 2021
(S. 1).
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
nannten als Diagnose (S. 1
f.
):
anhaltendes posttraumatisches Beschwerdebild-Syndrom nach
leichter traumatischer Hirnverletzung
mit möglicher HWS-Distorsion im Rahmen eines Snowboardunfalles vom
9.
Februar 2019
-
aktenanamnestisch beschriebene zirka zweiminütige Bewusstlosigkeit mit
antero
- und retrograder Amnesie
-
klinisch: Schmerzsymptomatik mit Anteilen von Kopfschmerzen vom Spannungstyp, zusätzlich migräneartige Kopfschmerzen im Sinne einer posttraumatischen Migräne, zusätzliche mögliche Komponente eines Medikamentenüberkonsums
-
zervikogen
diskretes primär muskuläres
Zervikalsyndrom
-
vistibulär
multisensorische Verarbeitungsstörung mit eingeschränkter
posturaler
Kontrolle und visueller A
bhängigkeit
-
Okulomotorik
/
Optokinetik
Funktionsstörung der
Okulomotorik
Zur Anamnese wurde ausgeführt,
nach der MRI-Untersuchung im März 2019
hätten die Kopfschmerzen persistiert. Sie seien insbesondere beim Fokussieren aufgetreten, wobei die Schmerzstärke bis
8-9 von 10 auf der VAS-Skala
betragen habe
. Die Beschwerdeführerin habe im Juni 2019
trotz sehr starker Kopfschmer
zen
an Prüfungen teilgenommen
und habe diese
knapp bestanden.
Sie habe auch deutliche Denkschwierigkeiten festgestellt
.
Die
Visuschwierigkeiten
vor allem bei Computerarbeiten hätten persistiert.
Die Gesamtsymptomatik habe sich bis im Herbst 2020 um zirka 40-50
%
gebessert. Seither habe sie keine wesentlichen Fortschritte mehr festgestellt (S. 6 oben).
Aktuell bestünden weiterhin druckartige Kopfschmerzen, die sich bei Computerarbeiten mit Fokussierung verschlechterten
. Auch leide sie
am Computer
stark an
Visusstörungen
(S. 6 Mitte).
Die Beschwerdeführerin leide an einem posttraumatischen Zustandsbild mit im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen und
Visusstörungen
im Rahmen
einer stattgehabten
leichten traumatischen Hirnverletzung
mit möglicher HWS-Dis
torsion. Der Kopfschmerz sei ein Mehrkomponenten-Kopfschmerzen mit
Elemen
ten vom Spannungstyp
und migräneformen Elementen. Die Sehstörung werde erklärt durch eine Funktionsstörung der
Okulomotorik
(Konvergenzinsuffizienz,
Sakkadenverlangsamung
). Daneben zeige die Patientin eine
posturale
Instabilität mit visueller Abhängigkeit, welche durch eine zentral-vestibuläre multisenso
rische Verarbeitungsstörung bedingt sei (S. 9 f.). Therapeutisch werde bezüglich der Kopfschmerzen eine
Attackentherapie
empfohlen. Als nicht-pharmakologi
sche Massnahmen seien unter anderem Entspannungsmassnahmen
zu empfehlen
und es sei ein regelmässiges Training aufzunehmen. Für die
vestibulär-oku
lo
motorischen
Beschwerden werde eine
vestibulo-okulomotorische
Physiotherapie empfohlen (S. 10 unten).
3.13
Am 1
1.
August 2021 (
Urk.
8/200/4-9) erstatteten die Ärzte des
Zentrums B._
einen weiteren Bericht über die Verlaufsuntersuchung vom gleichen Tag.
4.
4.1
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
ch
en Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhof
fte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesund
heit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorlie
gen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
mes
sung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrun
de gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
4.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere heran
gezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bun
desgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Kom
ponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entschei
dend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
4.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin stürzte am
9.
Februar 2019 beim Snowboardfahren, wo
bei
gemäss den Akten
nach dem Unfall eine Bewusstlosigkeit von zwei Minuten
bestand
(E. 3.1)
.
Die Ärzte des Spitals
C._
nannten nach der Erstbehandlung als Diagnosen eine zweifragmentäre
Claviculaschaft
-Fraktur sowie
eine
Commo
tio cerebri Grad I und eine HWS-Distorsion (vorstehend E. 3.2)
. Bei einem
am 2
1.
M
ärz 2019 erstellten kranialen
MRI
wurden
drei kortikale Mikrohämorrhagien links frontal, zentral und parietal
festgestellt
(E. 3.3).
Dr.
E._
nannte
als Diagnose ein
postcommotionelles
Syndrom bei einem Status nach
Schädel-Hirn-Trauma
Grad I
(E. 3.5 hiervor).
Die Gutachter der
Medas
A._
nannten im Gutachten vom 1
0.
August 2020 als Diagnosen Residualbeschwerden nach stumpfem Schädel-Hirn-Trauma mit chronischen Kopfschmerzen,
Visusproblemen
, leichter neuropsychologischer Funktionsstörung und einer Belastungsintoleranz sowie einen Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (E. 3.10.1 hiervor)
.
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
nannten
im Bericht vom
1.
Juli 2021
zudem
als Diagnosen eine multisensorische Verarbeitungsstörung mit eingeschränkter Kontrolle und visu
eller Abhängigkeit so
wie eine Funktionsstörung der
Okulomotorik
(E. 3.12).
5.2
Das Gutachten vom 1
0.
August 2020
beruht auf den fachärztlichen polydis
zi
plinären Untersuchungen der Beschwerdeführerin und es erweist sich für die strei
tigen Belange als umfassend.
Den
geklagten Beschwerden
wurde sodann
aus
rei
chend Rechnung getragen
und
das Gutachten
wurde in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstellt
.
Des Weiteren vermag es
bezüglich der
Beurteilung der medizinischen Situation
und der Schlussfolgerungen der Gut
ach
te
r zu überzeugen.
Das Gutachten erfüllt somit die
Anforderungen der
Recht
spre
chung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (vgl. E. 4.
3
)
, wes
halb
grundsätzlich
darauf abgestellt werden kann.
5.3
Nach den
medizinischen Akten ist die beim Unfall erlittene
Claviculasch
aft
-Faktur folgenlos abgeheilt und es
liegen keine orthopädischen B
e
schwerden mehr vor (
vorstehend
E. 3.10.1).
Dies blieb unbestritten (vgl.
Urk.
1), weshalb in Bezug auf die
Claviculaschaft
-Fraktur keine Leistungspflicht mehr besteht.
5.4
Die
in der
Begutachtung in der
Medas
A._
von neurologischer und neuropsychologischer Seite
festgestellten
Residualbeschwerden
sind nach Ein
schätzung
durch die Gutachter
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall vom Februar 2019 zurückzuführen
(E. 3.10.2
und 3.10.4
)
.
Die Gutachter
kamen weiter
zur Einschätzung
, dass
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Audit
Assistant
derzeit
keine Arbeitsfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit
eine
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe
(E. 3.10.2 und 3.10.3 hiervor)
.
Es lieg
en damit
ausreichend
begründete Anhaltspunkte
dafür vor, dass
zum Zeit
punkt der Verfügung vom 1
9.
Januar 2021
beziehungsweise des
Einspracheent
scheids
vom 1
3.
August 2021
mit Leistungseinstellung per 3
0.
Juni 2020 zwi
schen den neurologischen und neuropsychologischen Beschwerden und dem Unfallereignis nach wie vor ein natürlicher Kausalzusammenhang sowie eine
unfallbedingt
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
bes
tand
, zumal keine anders lau
ten
den medizinischen Einschätzungen aktenkundig sind
.
D
ass
der erlittene Unfall seine (Teil-)Ursächlichkeit für die noch über den 3
0.
Juni 2020 geklagte Sympto
matik verloren hat, erscheint damit nicht als überwiegend wahrscheinlich.
(vgl. E. 1.4).
5.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nebst einem natürlichen Kausal
zusammenhang voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem ein
ge
tre
te
nen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht
, wobei zwischen objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen und Unfallfolgen ohne objektivierbares Substrat zu unterscheiden ist (
vgl. vorstehend E 1.4-1.5, E. 4.2
)
.
Hinsichtlich
dieser Frage machte d
ie Beschwerdegegnerin geltend, bei dem von den Gutachtern der
Medas
A._
diagnostizierten
postcommotionellen
Syndrom handle es sich nicht um organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen
. Die
Prüfung der
Adäquanz sei daher
zulässig
(
Urk.
2 S. 6 E. 3.7 und 3.9).
Dem steht entgegen,
dass nach
dem
Unfall vom
9.
Februar 2019 mittels MRI Mikroblutungen
festgestellt
worden sind
. Ob diese folgenlos abgeheilt sind, lässt sich entgegen der Beschwerdegegnerin nicht
sicher
sagen
, nachdem
– möglicher
weise aufgrund der Kontrastmittelallergie -
kein weiteres MRI erstellt worden ist
.
Ausserdem hielten die
Ärzte des
Zentrums B._
fest,
die Sehstörung werde durch eine Funktionsstörung der
Okulomotorik
(
Sakkadenverlangsamung
und Konvergenzinsuffizienz
) erklärt
(E. 3.12)
, wobei betreffend letztere
im Pschy
rembel
als mögliche Ätiologie eine
Läsion des Mittelhirns
angegeben
wird
(
vgl.
Pschy
rembel online).
Nach den vorliegenden Akten lässt sich
jedoch
nicht ab
schliessend beantworten, ob es sich bei der von
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
fest
gestellten Funktionsstörung der
Okulomotorik
und einer
posturalen
Instabilität mit visueller Abhängigkeit um organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen handelt. Die Beschwerdegegnerin hat es unterlassen, die Berichte der Ärzte des
Zentrums B._
vom
1.
Juli und vom 1
1.
August 2021 den Gutachtern der
Medas
A._
zustellen, damit diese sich dazu äussern können, ob mit den neu erhobenen Befunden ein organisches Substrat vorliegt und ob dieses auf den Unfall vom Februar 2019 zurückzuführen ist. Zudem ist medizinisch abzuklären, ob gegebenenfalls trotz der erwähnten Kontrastmittelallergie der Beschwerdeführerin erneut ein MRI des Gehirns zu veranlassen ist, damit Spät
folgen der
axionalen
Läsionen sicher ausgeschlossen werden können.
Es kann daher
zum jetzigen Zeitpunkt
nicht ausgeschlossen werden, dass o
rga
nisch objektiv ausgewiesene
Folgen des Unfalles vom
9.
Februar 2019
vorliegen
, was Konsequenzen für die Adäquanzprüfung hat
.
Damit sind weitere Abklä
rungen der Beschwerdegegnerin nötig, bevor die Adäquanz geprüft werden kann.
5.6
Selbst
wenn lediglich nicht
objektivierbare Unfallfolgen
vorlägen,
wäre eine über den Fallabschluss hinaus be
stehende Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
dann zu bejahen, wenn sich gestützt auf die Rechtsprechung nach BGE 134 V 109
(vgl. nachfolgend E.
5.7
)
ergäbe, dass zwischen den über den
3
0.
Juni 2020
hinaus geklagten Beschwerden und dem fraglichen Ereignis ein adäquater Kausalzu
sammenhang besteht. Die entsprechende Beurteilung hat allerdings erst dann zu erfolgen, wenn der Zeitpunkt des Fallabschlusses ge
kommen ist
(vgl. vorstehend E. 4.1)
.
Diesbezüglich ist zu beachten, dass der Beschwerdeführerin am 2
2.
Oktober 2020, am
6.
Januar 2021
und am 1
5.
April 2021
Eingliederungsmassnahmen der Inva
lidenversicherung zugesprochen wurden (
Urk.
8/151,
Urk.
8/178,
Urk.
8/191), die in der Folge verlängert wurden (
Urk.
8/192,
Urk.
8/195-196). Der derzeitige Stand der Massnahmen ist nicht bekannt
, zumal die Beschwerdegegnerin weitere diesbezügliche Abklärungen unterlassen hat
.
Weiter ist a
us den medizinischen Akten zu schliessen, dass im Zeitpunkt
der Leistungs
einstellung der Beschwerdegegnerin
(
3
0.
Juni 2020
) noch mit ei
nem weiteren therapeutischen Fortschritt zu rechnen war. So
schlug
Gutachter
Dr.
M._
zur Behandlung der Beschwerden
eine klassische Kopfwehbehand
lung mit Basismedikation und Etablierung einer Akutbehandlung
sowie Entspan
nungsmassnahmen und regelmässiges Fitnesstraining
vor
.
Er
prognostizierte
, dass mit einer namhaften Verbesserung der gesundheitlichen
Einschränkungen
gerechnet werden könne
(E. 3.10.2).
Dr.
E._
schlug
ebenfalls
eine schmerz
mo
dulierende
medikamentöse
Therapie
sowie
eine
psychologische Behandlung
vor (E. 3.9 hiervor).
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
empfahlen
schliesslich
für die
Be
hand
lung der Kopfschmerzen
eine
Attackentherapie
sowie eine
vistibuläre-oku
lomo
torische
Physiotherapie (E
. 3.12
).
Nähere Angaben
zum Erfolg
der vorgeschlagenen Therapien
liegen nicht vor
und es ist nicht bekannt, ob die
von den Ärzten des
Zentrums B._
vor
geschlagene
vistibuläre-okulomotorische
Physiotherapie erfolgreich war.
Mit den von
Gutachter
Dr.
M._
,
Dr.
E._
und
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
angege
benen
therapeutischen Massn
ahmen liegen
jedenfalls
Hinweise
dafür vor
, dass
zumindest zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 3
0.
Juni 2020
noch mit einer namhaften Verbesserung der
Beschwerden
und der Arbeitsfähigkeit gerech
net werden
konnte
.
Indes sind a
uch diesbezüglich weitere Abklärungen nötig.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Beschwerdeführerin sich im Verlauf immer wieder um Arbeitsversuche und Arbeitseinsätze bemüht hat, sich so gut es ging weitergebildet und zumindest soweit aktenkundig im Rahmen der IV-Eingliede
rungsmassnahmen ausreichend bemüht hat, sodass diese laufend verlängert wurden.
Da zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung somit
Aussichten auf eine
namhafte
Verbesserung
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin
bestanden
und
die
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche
rung, soweit ersichtlich, noch nicht abgeschlossen sind
beziehungsweise zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 3
0.
Juni 2020 noch nicht abgeschlossen waren
,
zudem
Hinweise für organisch objektiv ausg
ewiesene Unfallfolgen vorlie
gen
,
sind die Voraussetzungen von
Art.
19
Abs.
1 UVG nicht erfüllt. Die Be
schwerdegegnerin hätten den Fall somit noch nicht
abschliessen und zur Prüfung der Adäquanz übergehen dürfen
(vgl. vorstehend E. 4.1)
.
5.
7
Die Beschwerdegegnerin prüfte die Adäquanz nach BGE 115 V 133
(sog. Psych
o
-Praxis)
.
Dr.
Q._
und PD
Dr.
R._
gaben an, dass es beim Unfall vom
9.
Februar 2019 möglicherweise zu einem Schleudertrauma gekommen sei (E. 3.12)
, während die
erstbehandelnden Ärzte des Spitals
C._
eine HWS-Distorsion
diagnostiziert hatten
(E. 3.2 hiervor).
Weiter ist erstellt, dass es beim Unfall zu Mikroblutungen gekommen ist und es bestand eine Amnesie.
Angesichts de
s erlittenen Snowboardunfalls, de
r unmittelbar nach dem Unfall im Spital gestellten Diagnose einer HWS-Distorsion
, an deren Korrektheit zu zwei
feln kein Anlass besteht,
mit zusätzlich vorliegenden Mikroblutungen
, womit hinsichtlich der gestellten Commotio cerebri davon auszugehen ist, dass sie sich eher im Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri befindet,
besteht kein Grund,
zu gegebene
r
Zeit
die
Prüfung der Adäquanz
nicht
nach der Schleudertrauma-Praxis
(vgl. vorstehend E. 4.2)
durchzuführen
.
5.
8
Zusammenfassend
ergibt sich, dass das Dahinfallen des natürlichen Kausalzu
sammenhangs zwischen dem Unfall vom 9. Februar
201
9
und den über den
3
0.
Juni 2020
hinaus persistierenden Beschwerden nicht als überwiegend wahr
scheinlich erscheint
. D
er Fall
hätte
noch
nicht nach
Art.
19
Abs.
1 UVG abge
schlossen werden dürfen
, d
er Fallabschluss erfolgte
somit
verfrüht.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich sodann als ungenügend abgeklärt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zur
ergänzenden Abklärung des medizinischen Sachverhaltes
und des Verlauf
s
der
Eingliederungsmassnahmen und der
vorgeschlagenen Therapien
zurückzuweisen.
Anschliessend hat die Be
schwerdegegnerin über die Ansprüche der Beschwerdeführerin erneut zu verfü
gen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
SVGer
) hat die obsiegende Beschwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht
auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwer
de
führer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Beschwerdeführerin ist vorliegend bei einem praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise mit
Fr.
2'600.--
(inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.