# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aa77f36b-ec77-4b74-9c63-982f79dfbaed
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1972 geborene
X._
arbeitete zuletzt als Hilfsarbeiter im Strassenbau (Arbeitgeberfragebogen vom
4.
April 2006,
Urk.
7/18). A
m 2
4.
November 2005
(Eingangsdatum)
meldete er sich
unter Hinweis auf eine bei einem Unfall am 1
1.
Juli 2004 erlittene
Humerusfraktur
rechts und zwei Operationen im Spital
Y._
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3).
Am 3
0.
November 2007 erlitt der Versicherte erneut einen Unfall und zog sich dabei eine distale Radiusfraktur links zu (Arztbericht von PD
Dr.
med.
Z._
, FMH Orthopädische Chirurgie
,
vom
4.
Dezember 2007,
Urk.
7/39 S. 7).
1.2
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) sprach dem Versicherte
n
für die bleibenden Folgen beider Unfälle ab
dem
1.
Dezember 2010 eine Inva
lidenrente von 18
%
sowie eine Integritätsentschädigung von
Fr.
18‘156.-- auf
grund einer Integritätseinbusse von 17
%
zu (Verfügung vom 1
5.
Dezember 2010,
Urk.
7/57
), woran sie mit Einspracheentscheid vom 1
2.
Mai 2011 festhielt (
Urk.
7/69
). Hiergegen erhob der Versicherte am 1
5.
Juni 2011 Beschwerde.
1.3
Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen stellte die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
4.
Juni 2011 eine
befristete
ganze Rente
für die Periode
1.
Juli 2005 bis 31.
Oktober 2010 in Aussicht (
Urk.
7/74). Nach erhobenem Einwand vom 26.
August 2011 (
Urk.
7/83)
setzte
die IV-Stelle
ihren Entscheid
aufgrund des am hiesigen Gericht hängigen Verfahrens zwischen der SUVA und dem Versi
cherten
aus
(
Urk.
7/90).
1.4
Die
gegen den Einspracheentscheid der SUVA
erhobene Beschwerde wurde mit Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
UV.2011.00188 vom 2
6.
November 2012 vollumfänglich abgewiesen (
Urk.
7/93 S. 2 ff.
).
Mi
t Schreiben vom 2
6.
Februar
und vom 2
6.
März 2014
gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Frühinterventionsmassnahmen in Form eines
Sprachkurses (
Urk.
7/119;
Urk.
7/128).
Die Massnahme wurde
am
2
8.
Mai 2014 abgeschlos
sen, da sich der Versicherte nicht mehr in der Lage fühlte, die berufliche Integration weiterzuführen (
Urk.
7/132). Mit Verfügung vom
2
7.
Juni 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
für die Dauer
vom
1.
Juli 2005 bis zum 3
1.
Oktober 2010
eine ganze Rente zu (
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
1.
September 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab dem 1.
No
vember 2010 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Mit Beschwerde
antwort vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten, Urk.
7/1-139) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am
3.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Juni 2014 (
Urk.
2) fest, der Beschwerdeführer sei seit Juli 2004 in seiner Arbeitsfä
higkeit erheblich eingeschränkt.
Nach
Ablauf der Wartezeit im Juli 2005 sei ihm
keine
Erwerbstätigkeit
mehr zumutbar, was einem Invaliditätsgrad von 100
%
entspreche. Der Gesundheitszu
s
t
and habe sich
seither soweit
verbessert, dass ab
dem 1
6.
Juli
2010
von einer Restarbeitsfähigkeit in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit auszugehen
sei
. Gestützt auf den SUVA-Einkommensvergleich resultiere damit ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 16
%
.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass er nicht nur aufgrund reiner Unfallfolgen eingeschränkt sei, sondern auch an krankheitsbedingten Beschwerden leide, welche seine Arbeitsfähigkeit
zusätzlich einschränken wür
den (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen
Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
Die medizinische Aktenlage
präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.1
Der Beschwerdeführer stürzte am 1
1.
Juli 2004 und zog sich dabei eine distale
intrakondyläre
Humerusfraktur
mit Abriss des
Capitulum
humeri
zu, welche im Spital
Y._
mittels Osteosynthese operativ versorgt wurde. Die behandelnden Ärzte
des Spitals
Y._
attestierten im Austrittsbericht vom 2
1.
Juli 2004 (Urk.
7/12 S. 21 f.) eine Arbeitsunfähigkeit für mindestens vier Wochen.
3.2
Am
4.
Januar 2005
wurde der Beschwerdeführer
vom Kreisarzt der SUVA
,
Dr.
med
.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie
,
untersucht. Dieser stellte fest, dass 6 Monate nach der
percondylären
Humerusfraktur
rechts noch eine erheb
liche Belastungs- und Bewegungseinschränkung bestehe. Zur Intensi
vierung der Physiotherapie
ordnete er einen
stationäre
n
Aufenthalt in der Rehabilitations
klinik
B._
an
und attestierte weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit
von
1
00
%
(Kreisärztliche Unter
suchung vom
4.
Januar 2005,
Urk.
7/16 S. 6 f.).
3.3
Nach dem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik
B._
vom 2
6.
Januar bis zum 2
7.
Januar sowie vom 2
8.
Februar bis zum 3
0.
März 2005 attestierten die behandelnden Ärzte eine
in regelmässigen Abständen zu überprüfende
vollum
fängliche Arbeitsunfähigkeit für die angestammte und andere Tätigkeiten (
Aus
trittsbericht
vom 1
9.
April 2005,
Urk.
7/12 S. 11 ff.). Es seien nach intensiver stationärer Ergo- und Physiotherapie nur minime Erfolge erzielt worden. Prob
lematisch sei die immer wieder beobachtete Schonhaltung der rechten Extremi
tät in 90° Ellbogen Flex., am Körper gehalten.
E
rst nach einem ausgiebigen Gespräch mit einem Kulturvermittler am 1
1.
März 2005 und ganz gezielt defi
nierten Therapiezielen
habe
eine Steigerung der rechtsseitigen
Ellbogenexten
sion
um etwa 20° und der Flexion um etwa 10° erzielt werden können, die
Beweglichkeit sei aber immer noch massiv eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei immer noch
massiv auf den Schmerz fixiert und
,
f
alls die Schonhaltung nicht konsequent durchbrochen werden könne, habe dies die langfristige
Ein
steifung
im betroffenen Gelenk zur Folge.
3.4
Der Beschwerdeführer trat am 1
9.
Oktober 2005 erneut in die Rehaklinik
B._
ein.
Die Ärzte hielten im Austrittsbericht vom
5.
Dezember 2005 (Urk.
7/11)
dafür
, dass die Resultate der Therapien für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit infolge Symptomausweitung und Selbstlimitierung nur bedingt verwertbar seien. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
mehr leisten könnte, als was er in den Therapien gezeigt habe. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären (
Urk.
7/11).
Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter sei ihm nicht mehr zumutbar, da dafür die volle Belastbarkeit beider Arme und Hände not
wendig sei. Für leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Tätigkeiten, die die volle Streckung des rechten Ellbogens erfordern würden
,
sowie ohne Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten sei der Beschwerdeführer ganztags arbeitsfähig
(
Urk.
7/11 S. 2)
.
3.5
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
C._
, Allgemeinmedizin FMH,
attestierte dem Beschwerdeführer
am 2
8.
November 2006
eine seit dem 1
1.
Juli 2004 durchgehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (
Unfallschein vom 2
8.
November 2006,
Urk.
7/30 S. 10; vgl. auch
Urk.
7/22 S. 1;
Urk.
7/30 S. 31
)
.
3.6
Dr.
A._
beurteilte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem Bericht über die ärztliche Abschlussuntersuchung vom 1
5.
Januar 2007 (
Urk.
7/30 S. 3 ff.) dahingehend, dass der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit ohne grob manu
elles Hantieren mit Werkzeugen in der rechten Hand, ohne Arbeiten mit Schaufel, Spitzhacke, Presslufthammer, stark vibrierenden oder Vibrationen erzeugenden Maschinen,
ohne
Abstützfunktion des rechten Armes und ohne Arbeite
n
auf Leitern und Gerüsten, auf denen
er
sich festhalten müsse, sowie mit nur seltenem Heben und Tragen von Lasten bis zu 20 kg beidhändig über der Taillenhöhe, vollschichtig arbeitsfähig sei. Die Tätigkeit im Strassenbau sei ni
cht mehr zumutbar (
Urk.
7/30 S. 6 f.
).
3.7
PD
Dr.
med.
Z._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
diagnostizierte in seinem Arztbericht vom 1
5.
März 2007 (
Urk.
7/33 S. 73) eine posttraumatische Ellbogenarthrose rechts, vor allem r
adio-
humeral
und zum Teil radio-
ulnar
,
was
die Beschwerden in Streckstellung vollumfänglich
erkläre
.
Nach einer
CT
Unter
suchung zur Dokumentation dieser Veränderungen
befürwortete Dr.
Z._
einen
erneuten operativen Eingriff am rechten Ellbogen.
Er erachtete
den
Beschwerdeführer
als
nicht arbeitsfähig
in der angestammten Tätigkeit
(
Urk.
7/33 S.
74
und S. 70 f.
).
Die posttraumatische Arthrose des rechten Ellbogens wurde im Spital
J._
am
5.
Juli 2007 operativ versorgt. Die behandelnden Ärzte hielten in ihrem Austrittsbericht vom
7.
Juli 2007 fest, der Beschwerdeführer sei zu 100
%
arbeitsunfähig bis am 2
6.
Juli 2007 (
Urk.
7/33 S. 44 f.).
3.8
Am 3
0.
November 2007 stürzte der Beschwerdeführer erneut und zog sich eine distale Radiusfraktur links zu, welche in der Klinik
D._
geschlossen re
poniert wurde.
Dr.
med. E._
, FMH Hand- und Orthopädische Chirurgie, attestierte dem Beschwerdeführer in seinem Bericht zuhanden der SUVA
vom 1
4.
Dezember 2007
ab dem Unfalltag eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
7/39 S. 5).
3.9
Am
2
3.
April 2008
trat der Beschwerdeführer erneut in die Reha
bilitationsklinik
B._
, Fachabteilung Orthopädische und Handchirurgische Rehabilitation, ein. Ziel dieses Aufenthaltes war in erster Linie die Verbesserung der allgemei
nen Handfunktion. Als Fazit des sechswöchigen Aufenthalts hielten die behan
delnden Ärzte fest, das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkun
gen lasse sich mit den objektivierbaren Befunden, der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung
sowie den Diagnosen aus somati
scher Sicht nicht erklären. Auch der Konsiliar
ar
zt Handchirurgie an der
Klinik
F._
habe keine somatische Erkl
ärung für die Beschwerden gefun
den
.
Der Beschwerde
führer sei vorläufig zu 100
%
arbeitsunfähig ab dem
4.
Juni 2008
(Beri
cht vom
2.
Juni 2008,
Urk.
7/43 S. 99
).
Das im Rahmen des Klinikaufent
haltes durchgeführte psychosomatische Konsi
lium ergab
den
beurteilenden Ärzten zufolge
aktuell ein Mischbild aus depressi
ven Elementen
soma
toformer
Ausprägung und möglich
erweise
Konversionsele
menten
, welches am ehesten als Anpassungsstörung, vor allem als Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F 43.25), einzuordnen sei. Die Störung spreche nicht gegen eine berufliche Eingliederung im Rahmen der orthopädisch festzulegenden
Limiten
(Beri
cht vom
9.
Mai 2008,
Urk.
7/43 S.
65
). Zusätzliche neurologische Abklärungen ergaben, dass die vom Beschwerdeführer angegebe
nen Sensibilitätsstörungen am linken Vorderarm bzw. der linken Hand ni
cht eindeutig einer
Ulnaris
-Neu
ropathie oder C8
Radikulopathie zuzuordnen
waren (vgl. Bericht der Neurolo
gischen Klinik des
Spitals G._
vo
m 2
9.
Dezember 2008,
Urk.
7/48 S. 35
).
3.10
Im Rahmen des vierten und letzten Aufenthaltes in der Rehabilitationsklinik
B._
, Fachabteilung Arbeitsorientierte Rehabilitation, wurde nochmals ein Versuch unternommen, mittels eines individuell angepassten
trainingsorien
tierten
Programms eine Verbesserung der Belastungstoleranz zu erreichen. Die behandelnden Ärzte konstatierten in ihrem Bericht vom 2
7.
April 2010 (
Urk.
7/80) in Bezug auf die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers dieselbe Problematik wie zuvor schon ihre Kollegen nach den vorangegangenen stationären Aufenthalte
n
(vgl. E. 3.3, E. 3.4 und E. 3.9). Das negative Verhalten bezüglich der Rehabilitation (u.a. mangelnde Motivation, unzuverlässige
Thera
pieteilnahmen
, schlechte Konsistenz bei den Tests und Trainings, inadäquates Schmerzverhalten) führte dazu, dass der stationäre Aufenthalt auf zwei Wochen verkürzt wurde
(
Urk.
7/80 S. 3)
.
Zur beruflichen Eingliederungsperspektive führten die Ärzte
der Rehabilitations
klinik
B._
aus, die Anforderungen der bisherigen Tätigkeit als
Bauhilfsar
beiter
seien in körper
licher Hinsicht zu hoch. Allerdings lasse sich eine weitge
hende Einschränkung der Belastbarkeit medizinisch-theoretisch nicht begrün
den. Zudem liege auch keine psychische Störung vor, welche eine
arbeitsrele
vante
Leistungsminderung begründen könnte (vgl. dazu den
Bericht über das psychosomatische Konsilium vom
2
0.
April
2010 [
Urk.
7/54 S
. 11 ff.
], wonach
sich das psychopathologische Bild seit 2008 nicht geändert habe, aufgrund der langen Zeit
nunmehr
aber
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren sei). Unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den
Leis
tungstests
und im Behandlungsprogramm sei dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere Arbeit ganztags zumutbar. Zu beachten seien spezielle Ein
schränkungen für den Einsatz des rechten Armes (ohne Krafteinsatz, keine Schläge und Vibrationen) und aus Sicherheitsgründen seien Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten ausgeschlossen
(
Urk.
7/80 S. 2)
.
3
.11
Kreisarzt
PD
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische
Chriurgie
,
unter
suchte den Beschwe
rdeführer am 1
6.
Juli 2010 noch
mals einlässlich und nahm eine differenzierte Zumutbarkeitsbeurteilung für den rechten Arm und den linken Vorderarm
infolge der Verletzungen
vor. Danach kann der Beschwerde
führer grundsätzlich keine schweren manuellen Tätigkeiten, insbesondere Arbeiten mit Schaufel und Hacke sowie mit Vibrationen erzeugenden Maschi
nen ausführen. Zusätzlich gilt, dass der rechte Arm nicht in einer
Abstützfunk
tion
eingesetzt werden kann. Nicht möglich sind zudem Arbeiten, bei welchen Handrotationen der linken Hand erforderlich sind. Auch für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten ist der Beschwerdeführer nicht einsetzbar. Im
Übrigen aber gelangte der Kreis
arzt wie die Experten der Rehabilitationsklinik
B._
zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit gan
ztags zumut
bar wäre (
Urk.
7/79
).
3.12
Mit Schreiben
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 1
7.
Oktober 2013 legten die behandelnden Ärzte der
Psychiatrie I._
dar, dass sich das Zustandsbild des Beschwerdeführers in den letzten sechs Wochen deut
lich verbessert habe. Er zeige mehr Krankheits- und Behandlungseinsicht und sehe die Notwendigkeit des Aufbaus einer klaren Tagesstruktur ein. Er äussere den Wunsch, wieder in den Arbeitsmarkt einzusteigen
,
und könne sich eine Tätigkeit als Logistiker oder Transporter vorstellen, was aus ärztlich psychiatri
scher Sicht zumutbar sei (
Urk.
7/104).
3.13
Dr.
med.
C._
, Allgemeinmedizin FMH,
führte in seinem Schreiben zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 3
1.
März 2014 aus, dass der Beschwer
deführer i
h
n gebeten habe, einen Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin zu verfassen. Der Beschwerdeführer befinde sich seit März 2014 in einer
Arbeits
reintegrationsmassnahme
und gehe während vier Stunden pro Tag in die Schule. Er habe dabei Mühe mit Schreiben und vermehrt Schmerzen und Schwellungen im Bereich des rechten Armes, der Schulter und des
Nackenberei
ches
. Auch der Schlaf habe sich verschlechtert. Die klinische Situation sei unver
ändert mit multiplen
Druckdolenze
n
im gesamten Schulter-, Nacken und Armbereich, auch weit nach links reichend
,
sowie Schwellungen im Bereich des Ellenbogens und des proximalen Unterarms rechts.
Dr.
C._
hielt es für gut vorstellbar, dass durch das Schreiben zusätzliche Verkrampfungen und Schmer
zen auftreten würden. Er habe eine E
r
gotherapie verordnet (
Urk.
7/131).
4.
4.1
In der angefochtenen Verfügung g
ing
die Beschwerdegegnerin von einer vollum
fänglichen Erwerbsunfähigkeit ab Juli 2005 (Ende Wartezeit) bis zum 1
6.
Juli 2010 (kreisärztliche Un
tersuchung durch
Dr.
H._
, vgl. E. 3.11) aus und stützte
sich
dabei
auf
die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
vom
7.
März 2011
(
Urk.
7/72 S. 8, bestätigt durch RAD-Stellungnahme vom
7.
März 2013,
Urk.
7/107 S. 2
,
sowie die Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 1
6.
Oktober 2013,
Urk.
7/110). Dies
blieb auch seitens der Parteie
n unbe
stritten (
Urk.
1;
Urk.
2).
Des Weiteren bezahlte d
ie S
UVA ab dem 1
4.
Juli 2004 bis Ende November 2010 Taggelder (Taggeld-Abrechnungen,
Urk.
7/71; Schrei
ben vom 1
2.
November 2010,
Urk.
7/63 S. 2 ff.)
.
Ob dem Beschwerdeführer
zu Recht
eine ganze Rente über den Zeitraum von Juli 2005 bis November 2010 zugesprochen wurde
,
kann vorliegend offen bleiben, da
von der Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
nur
zurückhaltend Gebrauch zu machen
und
diese auf Fälle zu beschränken
ist
, wo der angefochtene Entscheid offensichtlich unrich
tig und die Korrektur von erheblicher Bedeutung ist
(Urteil
des damaligen
Eidg
. Versicherungsgerichts H 161/06 vom 6. August 2007 E.
5.6).
4.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass ab der kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr.
H._
am 1
6.
Juli 2010
(E. 3.11)
wieder von einer Restarbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätig
keit ausgegangen werden kann.
Der Untersuchungsbericht von
Dr.
H._
vom 1
6.
Juli 2010
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheid
ungsgrundlagen (vgl. E. 2.4
). Er
beruht au
f fachärztlichen Untersuchungen
(
Urk.
7/79 S. 6
.) und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten (
Urk.
7/79 S. 1 ff.)
abgegeben.
Er
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
(
Urk.
7/79 S.
5)
und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ist einleuchtend und d
er
gutachterliche Bericht
ist schlüssig. Bereits im Urteil UV.2011.00188 vom 2
6.
November 2012 stellte das hiesige Gericht für die Einschätzung der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit auf diesen Bericht ab (
Urk.
7/93 E. 2.4)
.
Der Beschwerdeführer hält dieser Beurteilung entgegen, dass
auch
krankheitsbe
dingte
Beschwerden vorlägen, welche
die
Arbeitsfähigkeit zusätzlich einschrän
ken würd
en
.
Aus den im Recht lieg
enden medizinischen Akten
gehen
allerdings
nebst den unfallbedingten keine krankheitsbedingten Einschränkungen hervor, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ze
itigen (vgl. E. 3.1-3.13
). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Fall
die Verwaltung zugunsten des Beschwerdeführers eine befristete Rente zugesprochen hat und offen gelassen wird, ob dies
zu Recht erfolgte. Demnach
muss eine nur auf den
Untersu
chungszeitpunkt
abgestützte ärztliche Beurteilung keine Verbesserung nach
weisen
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_17/2010
vom 27. Oktober 2009 E.
3.1.2).
Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer ab dem 1
6.
Juli 2010 in einer gemäss
den Ausführungen von
Dr.
H._
angepassten Tätigkeit ganztags
(vgl. E. 3.11)
arbeitsfähig ist
.
4.3
Zu beurteilen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der nunmehr für den Zeit
raum ab dem 1
6.
Juli 2010 festgestellten Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit.
Die Beschwerdegegnerin
zog
den von der SUVA vorgenommenen
Ein
kommensvergleich
für das Jahr 2010 (
Urk.
2, vgl.
Einspracheentscheid der SUVA vom 1
2.
Mai 2011,
Urk.
7/69 S. 9 f.)
heran und hielt einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 16
%
fest.
Das hiesige Gericht
konstatierte
im Urteil UV.2011.00188, dass der
von der SUVA vorgenommene
Einkommens
vergleich
nicht zu beanstanden sei (
Urk.
7/93 E. 3). Des Weiteren blieb der
Ein
kommensvergleich
(ausser der
zugrundegel
e
gten
Arbeitsfähigkeit)
auch durch den Beschwerdeführer unbestritten.
Für eine nähere Prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass
(BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhe
bung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich länger andauern wird (
Art.
88a
Abs.
1 IVV). Die Beschwerdegegnerin hat die ganze Rente somit zu Recht
auf den
3
1.
Oktober 2010 (3 Monate nach der kreisärztlichen Untersuchung am 1
6.
Juli 2010) befristet
.
Danach hat
der Beschwerdeführer gestützt auf einen Invaliditätsgrad von rund 16
%
keinen Anspru
ch auf eine Invalidenrente mehr
.
4.4
Die angefochtene Verfügung vom
2
7.
Juni 2014
, mit welcher dem B
eschwerde
führer eine vom 1.
Juli 2005 bis zum 3
1.
Oktober 2010
befristete ganze Rente zugesprochen wurde,
ist damit, jedenfalls zugunsten des Beschwerdeführers, nicht zu beanstanden,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.