# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f41379aa-98f8-44c4-98df-afe790756e48
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, war als Geschäftsführer der in seinem Eigentum ste
henden und inzwischen liquidierten
Y._
(
Urk.
12/26/5;
Einträge im Handelsregister, abrufbar unter
www.zefix.ch) bei der Suva gegen Unfälle obligatorisch versichert (
Urk.
12/1), als er am 1
7.
Februar 2014 in Kroatien
mit dem Auto
verunfallte (vgl.
Urk.
21/222). Es folgte eine einwöchige Hospitalisation
im
Z._
. Dabei wurden beim Versicherten traumatische subarachnoidale Blutungen und mehrere offene Wunden am Kopf festgestellt (vgl.
Urk.
12/49). Die am 2
7.
Februar (
Urk.
12/81) und
4.
März 2014 (
Urk.
12/15) im
A._
und im
B._
erstellten Computertomo
gramme (CTs)
seines
Schädels ergaben indessen keine bildgebenden Hinweise mehr auf subdurale oder intrazerebrale Blutungen, jedoch klagte er zunehmend über Kopf- und Nackenschmerzen, Kribbelparästhesien, Schwindelgefühle, eine Schwäche in der linken Hand, Doppelbilder, Einschränkungen in seiner kogniti
ven Leistungsfähigkeit, Müdigkeit sowie psychische Beschwerden (vgl. etwa
Urk.
12/63/1, 12/92/9, 12/219/2 und 12/295).
Vom
1
4.
Juli bis 2. September 2014
wurde daher
eine stationäre Rehabilitation in der
C._
durchgeführt (
Urk.
12/92).
1.2
Die Suva erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (Taggeld
er
und Heilkos
ten;
Urk.
12/41).
Nach einer Vorabklärung
im Dezember 2015
(Urk.
12/237)
liess sie den Versicherten Anfang 2016 (Urk.
12/238) von der
D._
obs
ervieren. Mit Schreiben vom 28.
November 2016 teilte sie ihm indessen mit, die Observa
tion
sei
aus dem Dossier entfernt worden (
Urk.
12/277; ferner
Urk.
12/241, 12/242 und 12/258).
In der Zwischenzeit hatte
sich der Versicherte auch b
ei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
12/146). Diese hatte
die
MEDAS
E._
mit einem
neurologisch-neuropsychologischen
, orthopädisch-chirurgische
n
, ophthalmologische
n, psychiatrischen und internistischen
Gutach
ten
beauftragt und den
Gutachtern
unter anderem
das Observationsmaterial der
D._
zur Verfügung gestellt (vgl.
Urk.
12/289/11 unten). Das interdiszipli
näre Gutachten
datiert vom 22.
November 2016 (
Urk.
12/285-292).
In der Folge stellte die Suva ihre Leistungen mit Verfügung vom 2
6.
Januar 2017 mangels Vorliegen adäquater Unfallfolgen per
1.
Februar 2017 ein
und verneinte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung
(
Urk.
12/30
6). Die vom Versicherten am 24.
Februar 2017
gegen diese Verfügung
erhobene (
Urk.
12/315) und am 2
9.
März 2017 von seiner
Rec
htsvertreterin ergänzte (
Urk.
12
/324/1-2) Einspra
che wies die Suva mit Entscheid vom 2
8.
Januar 2019 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde dagegen die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
Ebenso
kündigte
die Invalidenversicherung
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
4.
No
vember 2017 die Verneinung eines Rentenanspruchs an (
Urk.
12/336).
2.
Gegen den Einspracheentscheid der Suva erhob der Versicherte mit Eingabe vom 28. Februar 2019 Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, es sei ein Gerichts
gutachten einzuholen und ihm eine ganze Invalidenrente sowie eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Einholung eines Gutachtens und zur Neubeurteilung an die Suva zurückzuweisen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
sowie um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Recht
s
anwältin Jovovic (
Urk.
1 S. 2). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juni 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). Mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2019 ordnete das Sozialversicherungsgericht einen zweiten Schriften
wechsel an (
Urk.
13). Mit Eingabe vom 2
9.
Juli 2019 verwies der Versicherte auf
seine
Anträge und die Begründung in der Beschwerde (
Urk.
14), wovon der Suva mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2019 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
16). In der Folge reichte der Versicherte mit Eingaben vom
2.
Dezember 2019 (
Urk.
17) und 2
0.
April 2020 (
Urk.
19) neue
Arztb
erichte ein (
Urk.
18 und 20). Die neuen Unterlagen wurden der Suva mit Schreiben vom 1
3.
Mai 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am
1.
Januar 2017 sind die am 2
5.
September 2015 bzw. am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sieht Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 2
5.
September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sic
h
– wie vorliegend – vor dem 1.
Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Es kommen deshalb die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen zur Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG), so steht ihr ein Taggeld zu (
Art.
16
Abs.
1 UVG). Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Nach
Art.
24
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person überdies Anspruch auf eine angemessene Integ
ritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden jedoch nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versi
cherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_834/2018 vom 1
9.
März 2019 E. 3.1).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl.
Art.
19
Abs.
1,
Art.
24
Abs.
2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E.
4.1, ferner auch Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanz
frage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom
2.
Oktober 2013 E.
7.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2014 vom
2.
September 2014 E. 6.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
bezüglich der
noch geklagten Beschwerden wür
den sich keine unfallkausalen, objektivierbaren Schädigungen nachweisen lassen (
Urk.
2 E
.
3d;
Urk.
11
Ziff.
8). So sei es etwa noch
im Spital
zur vollständigen Resorption der
Hämorrhagie gekommen (
Urk.
2 E.
3c).
Die Adäquanz beurteile sich nach der Schleudertrauma-Praxis (
Urk.
2 E
.
5b).
Es
sei von einem mittleren
Unfall
im engeren
Sinn auszugehen (
Urk.
2 E
.
5d und 5e).
Von den Adäquanzkri
terien sei
keines
erfüllt
(
Urk.
2 E
.
5g;
Urk.
11
Ziff.
9).
Damit könne die Frage
nach
der natürlichen Kausalität offenbleiben (
Urk.
2 E. 6e).
Es sei aber festzuhalten, d
ass die
Observationsergebnisse verwertbar
seien, da nur ein leichter
Eingriff in die Grundrechte
des Beschwerdeführers vorliege
.
Ohnehin
hätten die Gutachter die wichtigste versicherungsmedizinische Schlussfolgerung der schwergradigen Aggravation und nicht authentischen Symptompräsentation gestützt auf die eigenen Beobachtungen
bei der
Anamneseerhebung gezogen (
Urk.
2 E
.
6c;
Urk.
11
Ziff.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt im Wesentlichen dafür, die Adäquanz sei zu bejahen. Einerseits sei die nach dem Unfall festgestellte Hirnblutung ein hinreichend objektivierbarer Nachweis für die noch geklagten Beschwerden (
Urk.
1
Ziff.
8). Andererseits sei der
U
nfall unter Berücksichtigung des Bewusstseinsverlusts, der erlittenen Verletzungen sowie des Totalschadens am Fahrzeug als schwer zu qua
lifizieren und die verbliebenen Beschwerden würden eine Arbeitsfähigkeit gänz
lich verunmöglichen (
Urk.
1
Ziff.
9).
Die
Observation
sei zudem
rechtswidrig, da er über mehrere Monate, teilweise den ganzen Tag
,
überwacht worden sei.
Ausserdem
sei auch seine Ehefrau observiert worden, die ihn aufgrund seiner Beschwerden ständig begleiten müsse. Der
D._
fehle ferner das Fachwissen zur Beurteilung von Gesundheitsfragen (
Urk.
1
Ziff.
12). Da die Gutachter offen
sichtlich auf den Observationsbericht abgestellt hätten, müsse eine neue Begut
achtung angeordnet werden (
Urk.
1
Ziff.
13 f.).
3.
3.1
Art.
43a ATSG, der eine gesetzliche Grundlage für Observationen in der Sozial
versicherung schuf, findet auf die vorliegenden Verhältnisse, die sich vor dessen Inkrafttreten am
1.
Oktober 2019 verwirklicht haben, keine Anwendung (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_770/2019 vom
3.
Februar 2020 E. 5.2 mit Hinweis auf
BGE 130 V 445 E. 1.2
)
.
3.2
3.2.1
Dem Beschwerdeführer ist alsdann insoweit beizupflichten, als
d
er Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in seinem Urteil vom 1
8.
Oktober 2016 in Sachen Vukota-Bojic gegen die Schweiz (61838/10) über die
Rechtmässigkeit
einer Observation
befand
, die im Auftrag eines (sozialen) Unfallversicherers durch einen Privatdetektiv erfolgt war. Er erkannte, dass eine ausreichende gesetzliche Grundlage
für eine Observation nicht bestehe, weshalb er auf eine Verletzung
des
Recht
s
auf Achtung des Privatlebens
nach
Art.
8
der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (
EMRK) schloss.
Allerdings
vernei
nte er eine Verletzung des
Gebot
s
eines fairen Verfahrens
nach Art.
6
Ziff.
1 EMRK durch die erfolgte Verwendung der Observationsergebnisse
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_235/2017 vom 23. November 2017 E. 4.2).
3.2.2
In Umsetzung
dieses Urteils
erkannte das Bundesgericht in BGE 143 I 377 E. 5.1.1 und 5.1.3 im Wesentlichen, die Verwertbarkeit der Observationsergebnisse (und damit auch der gestützt darauf ergangenen weiteren Beweise) sei grundsätzlich zulässig, es sei denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und priva
ten Interessen würden diese überwiegen. Mit Blick auf die gebotene Verfahrens
fairness präzisierte es, eine gegen Art. 8 EMRK verstossende Videoaufnahme sei verwertbar, solange aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung erfolgte Handlungen des Versicherten aufgezeichnet würden, und ihm keine Falle gestellt worden sei. Von einem absoluten Verwertungsverbot sei wohl immerhin insoweit auszugehen, als es um Beweismaterial gehe, das im nicht öffentlich frei einseh
baren Raum zusammengetragen worden sei (vgl.
bereits
erw
ähntes Urteil 8C_235/2017 E. 4.4
; zum öffentlich einsehbaren Raum: Urteil des Bundesgerichts 8C_837/2018 vom 19. Mai 2019 E. 5).
3.2.3
In jüngeren Entscheiden betonte das Bundesgericht ferner, dass Beweismaterial, welches im Rahmen der Rechtsprechung im Sinne von BGE 143 I 377 E. 5.1.1 verwertbar sei, unabhängig von der Frage, ob die Observation objektiv geboten gewesen sei («Anfangsverdacht») oder nicht, auch verwertbar bleibe (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2019 vom 22. April 2020 E. 4.3.3 mit Hinweisen insbesondere auf sein Urteil 9C_308/2019 vom 1
6.
Dezember 2019 E. 2).
3.3
Der Beschwerdeführer bestritt die Verwertbarkeit des Observationsmaterials, weil er über einen längeren Zeitraum, tageweise und zusammen mit seiner Ehefrau observiert w
orden sei (
vgl. E. 2.2
).
In der Sozialversicherung begründet eine
Über
wachung an mehreren Tagen über mehrere Stunden bei alltäglichen Verrichtun
gen wie Einkaufstouren, Restaurantbesuchen und dem Führen von Fahrzeugen, wie sie – soweit ersichtlich (vgl.
Urk.
12/289/8
und 12/291/8 unten
)
– beim Beschwerdeführer
erfolgte
in
der Regel keine schwere Verletzung der Persönlich
keit (etwa
bereits
erwähntes Urteil 8C_235/2017 E. 4.5, Urteile des Bundesgerichts 9C_569/2018 vom 3
0.
Januar 2019 E. 5.1 und 8C_304/2016 vom 1
5.
September 2017 E. 4.2). Zudem war seine Ehefrau nicht Zielperson der Observation, sondern nur deshalb auf den
Aufnahmen zu sehen, weil sie ihn (nach sein
en Angaben fast immer) begleite
. In diesem Sinne wurde sie rein zufällig und nicht um ihrer Per
son willen von der Observation erfasst, weshalb keine Persönlichkeitsverletzung vorliegt (vgl. zum Haftpflichtrecht: BGE 136 III 410 E. 5). Der Bes
chwerdeführer hat somit nichts v
orgebracht, was klar auf eine Unverwertbarkeit der Observati
onsergebnisse schliessen lassen würde.
3.
4
Nachdem das Observationsmaterial aus dem Jahr 2016 allerdings vollständig aus dem Dossier entfernt wurde, lässt sich das Ausmass der umstrittenen Überwa
chung nicht mehr zuverlässig überprüfen. Die Frage, ob der
Beschwerdeführer
tatsächlich einer systematischen oder ständigen Überwachung ausgesetzt war, so dass eine Verknüpfung der daraus gewonnenen Informationen den Eingriff in seine grundrechtliche Position als derart erheblich erscheinen lässt, dass er das gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung von unrechtmässigen Leis
tungsbezügen respektive an der Wahrheitsfindung zu überwiegen vermag, kann somit nicht ab
schliessend beantwortet werden.
Die Frage erweist sich indessen nur dann als relevant, wenn das Gutachten der MEDAS
E._
für den Prozessausgang bedeutsam ist und sich in den diesbezüglich relevanten Belangen «wesentlich» auf dieses Observationsmaterial abstützt (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 9C_21/2018 vom 1
3.
März 2018 E. 4.3.2 und 9C_218/2018 vom 2
2.
Juni 2018 E. 4.2.3).
Die
Beurteilung des adäquaten Kau
salzusammenhangs
stellt beispielsweise
eine Rechtsfrage dar, deren Beantwor
tung nicht in die Kompetenz eines medizinischen Gutachters fällt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_387/2011 vom 2
0.
September 2011 E. 3.1).
3.
5
Die aktenkundige Vorabklärung vom 3. bis 1
8.
Dezember 2015, während welcher der Beschwerdeführer an zwei Tagen kurz über Mittag im
F._
und am 1
8.
Dezember 2015 während zwei Stunden vor der Praxis seines Haus
arztes, an der Tankstelle und beim Lenken eines Fahrzeuges beobachtet wurde (vgl.
Urk.
12/237), erscheint unter den vorstehend genannten Gesichtspunkten übrigens ohne weiteres verwertbar. Dazu existiert zwar kein Bildmaterial (vgl. auch
Urk.
12/226/3), doch wurde der Inhalt des Berichts vom
8.
Januar 2016 vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten.
4.
4.1
Stehen wie hier keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
mehr
zur Diskussion
(vgl.
Urk.
12/170)
,
sind
die Heilbehandlung
und Taggeldleis
tungen
nur
solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1). Namhaft ist eine Besserung des Gesundheitszustan
des der versicherten Person, wenn sie eine ins Gewicht fallende Steigerung oder Wiederherstellung der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermag (BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung (Urteil
des Bundesgerichts
8C_651/2016 vom 15.
Dezember 2016 E. 4.1
; zum Ganzen ausführlich: Urteil des Bundesgerichts 8C_614/2019
vom 2
9.
Januar 2020
E
.
5.2
).
4.2
4.2.1
Der vorliegende Fall wurde Ende Januar 2017 abgeschlossen. In den
gutachterli
chen Untersuchungen der MEDAS
E._
im Herbst 2016 gab der Beschwerdeführer an, noch regelmässig
hausärztlich
kontrolliert zu werden, Medikamente einzu
nehmen, (ein- bis) zweimal wöchentlich eine Physiotherapie, eine Massage sowie eine Psychotherapie und zudem aus [unfallfremden] dermatologischen Gründen eine Lichttherapie wahrzunehmen.
Den Neurologen suche er eher weniger auf, zuletzt vor drei Monaten.
Weiter erklärte er, regelmässig – meistens täglich eine Stunde – «Bodybuilding» im Sportstudio zu machen (
Urk.
12/290/4, 12/289/5 f., 12/285/2 und 12/285/10).
4.2.2
Wie sich aus dem Bericht des Allgemeinmediziners med. pract.
G._
vom 5. Januar 2017 ergibt, «unterbrach» der Beschwerdeführer die Psychotherapie ab Februar 2016, nachdem die behandelnde Psychotherapeutin nicht mehr in
dessen
Praxis arbeitete.
Weiter erwähnte der Hausarzt physiotherapeutische Massnah
men, die keine anhaltende Besserung gebracht hätten, und eine Medikation mit Venlafaxin und Dafalgan, die der Beschwerdeführe
r
nach eigenen Angaben regelmässig einnehme (
Urk.
12/295/2).
4.2.3
Dass sich die unfallbedingten Beschwerden seit der stationären Rehabilitation im Jahr 2014 noch wesentlich gebessert hätten
oder
künftig
mit einer solche
n
Besserung zu rechnen
wäre
,
etwa aufgrund geplanter Massnahmen,
behaupteten weder der Beschwerdeführer (vgl.
Urk.
12/290/2 und 12/285/2 unten) noch sein Hausarzt (vgl.
Urk.
12/295/2).
Bereits
im Bericht zur am 29.
Februar 2016 in der
C._
durchgeführten neurologischen Nachuntersuchung wurd
en
keine wesentlichen Änderungen des Beschwerdebildes seit der stationären Reha
bilitation
festgestellt
(vgl.
Urk.
12/219/6).
4.3
Der Beschwerdeführer
hat
in der Beschwerde
somit zu Recht weder den Fa
llab
schluss per
1.
Februar 2017
noch
die daraus folgende Befugnis der Beschwerde
gegnerin zur Prüfung der Adäquanz beanstandet. Dies gilt ungeachtet dessen, ob
dem
adäquate
n
Kausalzusammenhang
neben dem natürlichen
eine eigenständige Bedeutung zu
kommt respektive ob dieser
nach der Psycho- oder der Schleu
der
trauma-Praxis zu prüfen ist,
zumal nach dem vorstehend Ausgeführten insgesamt keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten
war
(zur Berücksichtigung psychischer Unfallfolgen beim Fallabschluss: Urteil des Bundesgerichts 8C_892/2015 vom 2
9.
April 2016 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Insbesondere
waren
von neurologischer Seite keine weiteren Massnahmen, etwa bezüglich der Kopfschmerzen, geplant.
Zudem
k
lagte
der Beschwerdeführer in der Begutachtung der MEDAS
E._
selbst
auf Nachfragen nicht über ein psychisches Leiden
(vgl.
Urk.
12/286/8)
, wobei
auch
behandlungsanamnestisch nach einjäh
rigem «Unterbruch» der psychotherapeutischen Behandlung
k
ein Leidensdruck
mehr
ersichtlich war
.
4.4
4.4.1
D
ass der Beschwerdeführer
gemäss den
im
Prozess
nach
gereichten Unterlagen (
Urk.
18 und 20)
am 1
8.
Januar 2017
eine neue psychotherapeutische Behandlung
bei
lic.
phil.
H._
, Delegierte P
sychotherapie
FSP,
aufnahm
, ändert nichts an der Rechtmässigkeit des Fallabschlusses
. Diese erfolgte
augenscheinlich im Zusam
menhang mit dem zitierten hausärztlichen Bericht
.
Dem
von der Psychotherapeu
tin
gemeinsam mit
med. pract.
G._
verfassten Bericht vom 8.
November 2019
kommt
zudem
kein
Beweiswert zu.
Sie
sind
beide
keine Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie
und stellten
trotz der
klaren
Aggravationstendenzen
(vgl.
E
.
6.2.4 und
E. 7.7)
unk
ritisch auf die
subjektive Beschwerdeklage
n
ab
. Darüber hinaus sind die angegebene Behandlungsintensität und der Verzicht auf
die Über
weisung an einen Facharzt
vor
Juli
2019
(vgl. dazu E
.
4.4.2)
mit der beschriebe
nen Schwere des Leidens bis hin zur völligen Hilflosigkeit und gänzlichen Arbeitsunfähigkeit kaum zu vereinbaren
(
Urk.
18).
Soweit der Beschwerdeführer
darin
eine
gesundheitliche Verschlechterung
begründet
sah
,
kommt hinzu, dass
eine solche frühestens ab
Intensivierung der Therapie im
Sommer 2019 zu erwägen
wäre, der Einsprachenetscheid jedoch
die z
eitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefug
nis
bildet
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_776/2017 vom 30. Mai 2018 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 143 V 409 E. 2.1 und 129 V 167 E. 1).
Eine
entsprechende
Leistungspflicht
könnte
daher
nur
im Rahmen der Anmeldung eines Rückfalles
geprüft werden
.
4.4.2
Ohne Belang
erweist sich
aus diesem Grund
auch
der
Bericht des
I._
zur interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 17. März 2020, zumal der Beschwerdeführer diese erst
im Juli 2019, d.h.
rund ein halbes Jahr nach Erlass des Einspracheentscheids begann (vgl.
Urk.
20 S. 8). Zudem berichtete er den Ärzten – aktenwidrig (vgl. E. 6.2.2 und 6.3.1) – über ein schwe
res Schädel
h
irntrauma bzw. eine offene Schädelhirnverletzung mit viertägigem Koma und gab
neu
an, nach den Mahlzeiten zu erbrechen (vgl.
Urk.
20 S. 1). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützten sich die Ärzte wiederum vollum
fänglich auf seine subjektiven Angaben, ohne die exzessiv erhobenen Befunde zu erläutern bzw.
zu
würdigen. Dies gilt
vorab
für das MRT des Schädels und der HWS vom 30. August 2019, das eine einzelne Mikroblutung im mittleren Cingulum auf der rechten Seite sowie zwei im Thalamus links, aber keine posttrauma
tischen Parenchymdefekte zeigte (vgl.
Urk.
20 S. 3). Wie diese Befunde einzuord
nen sind, kann offenbleiben, da nicht ersichtlich ist, inwiefern daraus Rück
schlüsse auf
den
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
im Zeitpunkt des Fallabschlusses bzw. bei Erlass des Einspracheentscheids gezogen werden könn
ten,
die si
ch zu seinen Gunsten auswirk
t
en.
5.
5.1
Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kau
salität deckt (BGE 134 V 109 E.
2; 127 V 102 E. 5b/bb). Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die repro
duzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hiebei ange
wendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1; 134 V 109 E. 7 ff.; vgl. auch BGE 117 V 359 E. 5).
5.2
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist rechtsprechungs
gemäss (BGE 127 V 102 E. 5b/bb
mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma
der HWS
, eine dem Schleu
dertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel
h
irntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall,
gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigun
gen (vgl. dazu: BGE 119 V 335 E. 1) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a und 117 V 369 E. 4b festgelegten, mit BGE 134 V 109 E. 10.2 f. modifizierten Kriterien (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a mit Hinweisen). Gleiches gilt, wenn die im Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum typischen Beschwerdebild eines HWS- o
der Schädelhirntraumas gehören.
Erforderlichenfalls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständige (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung insbeson
dere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 80,
Urteil des Bundesgerichts
U 96/00
vom 1
2.
Oktober 2000 E. 2b
). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist nur dann im Sinne von BGE 123 V 98 E. 2a unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen, wenn die psychische Problematik bereits unmittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweist (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437,
Urteil des Bundesgerichts
U
164/01
vom 1
8.
Juni 2002
E. 3a). Wird die zitierte Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 98 in einem späteren Zeitpunkt angewendet, ist zu prüfen, ob im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die physi
schen Beschwerden gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den Hintergrund getreten sind. Nur wenn dies zutrifft, ist die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen (Urteil des Bundesgericht
s
U 60/06 vom 1
9.
September 2006 E. 4.1 in fine
;
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_417/2015 vom 1
7.
De
zember 2015 E. 3.2.1
).
5.3
Bedeutsam ist die Unterscheidung, weil bei nach einem Unfall auftretenden psychischen Fehlentwicklungen die Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychi
scher Aspekte geprüft
werden
(BGE 115 V 133 E. 6c/aa), während bei Schleuder
traumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalenten Verletzungen der HWS (SVR 1995 UV Nr.
23 S. 67, U 183/93 E. 2) sowie be
i Schädelhirntraumen (BGE 117 V
369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Kom
ponenten verzichtet wird. Dies, weil für die Beurteilung des adäquaten Kausalzu
sammenhanges als einer Rechtsfrage nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an eine solche Verletzung auftretenden Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden, zumal diese Differenzie
rung angesichts des komplexen, vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigk
eiten bereiten würde (BGE 134 V
109 E. 6.2.1 S. 116 f. in fine; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_156/2016 vom
1.
Sep
tember 2016 E. 2.2).
5.4
Es bleibt anzumerken, dass nach
bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ein Schä
del
h
irntrauma, das höchstens den Schweregrad einer Commotio cerebri - nicht im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri - erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis genügt. Eine Commotio cerebri ist ein Zustand vorübergehender, schnell reversibler neurologischer Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeh
t
. Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen Auffälligkeiten. Die Con
tusio cerebri ist eine fokale Gewaltanwendung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen parenchymatösen Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 1
8.
April 2016 E. 4.2).
Das Vorliegen einer HWS-Distorsion muss durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. Zwar wird nicht vorausgesetzt, dass sämtliche der zum sog
enannt
typischen Beschwerdebild dieser Verletzung gehörenden Symptome (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Affektlabili
tät, Depression, Wesensveränderungen
usw., vgl. BGE 117 V 359 E. 4b
) innert der massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Ereignis auf
ge
treten sein müssen. Erforderlich ist aber, dass sich innert dieser Latenzzeit zumindest HWS-
oder Nackenbeschwerden
- oder bei einem Schädelh
irntrauma auch Kopfschmerzen – manifestieren (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_574/2009 vom
9.
Dezember 2009 E. 5.3.1, 8C_1021/2009 vom
3.
November 2010 E. 5.2 und 8C_498/2011 vom
3.
Mai 2012 E. 6.1.1, je mit Hinweisen).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer brachte vor,
an
M
üdigkeit
,
Schmerzen, insbesond
e
re im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich mit Ausstrahlung in die Beine, wie auch
an
Sehstörungen, Vergesslichkeit, Schwindelanfällen und Depressionen
z
u leiden (vgl.
Urk.
1
Ziff.
1). Ausführlich beschrieben w
u
rden die
von ihm
geklagten
Beschwerden
samt
Begleitsymptomatik wie Blackoutgefühl, Gangunsicherheit und Schwäche im
linken Arm
auch
im neurologischen Teilgutachten der MEDAS
E._
(vgl.
Urk.
12/290 S. 1
-4
). Die angegebenen Beeinträchtigungen gehören zumindest teilweise zum
typischen Beschwerdebild eines HWS- o
der Schädel
hirntraumas (vgl. E.
5.4
)
und traten gemäss Beschwerdeführer
ohne Latenzzeit
auf (vgl.
Urk.
12/26/3). Dokumentiert sind
Kopf- und Nackenschmerzen
beim Spitaleintritt am Unfalltag
(vgl.
Urk.
12/49/1)
und
zusätzlich
Schwindel
bei
der Erstuntersuchung in der Schweiz
(vgl.
Urk.
12/33/2)
.
Infolgedessen prüfte d
ie
Beschwerdegegnerin die Adäquanz n
ach der Schleuder
trauma-Praxis.
Nach Ansicht des Beschwerdeführers
ist von organisch objekti
vierbaren Unfallfolgen auszugehen und von einer separaten Adäquanzprüfung abzusehen.
6.2
6.2.1
Das neurologische Teilgutachten, auf
welch
em der Fokus der Begutachtung
der M
EDAS
E._
lag, enthält unter dem Titel «Medizinischer Sachverhalt» eine Dar
stellung der wesentlichen aktenkundigen
,
vorab der
im Sinne der Rechtsprechung objektivierbaren (vgl. E.
5.1
) Untersuchungsergebnisse. Diese erweist sich nach Einsicht in die entsprec
henden Unterlagen
als zutreffend. Konkret hielt der begutachtende Neurologe in
Urk.
12/291/2-4 fest:
6.2.2
In den früheren SUVA-Erhebungen werde nach Angabe des Beschwerdeführers anterograd eine Amnesie von ca. vier Stunden beschrieben (vgl. dazu Urk. 12/58/2; ferner
Urk.
12/26/3: «sieben Stunden nicht reagiert»,
Urk.
12/32/1: «anterograde Amnesie von vier Stunden»
;
Urk.
18 «vier Tage Koma»
). Im Spital
bericht werde aber keine Bewusstlosigkeit beim Eintritt berichtet. Laut Eintritts
bericht sei der Beschwerdeführer wach gewesen und habe über Kopf- und Nackenschmerzen geklagt (vgl. dazu
Urk.
12/49/2,
nur Hinweis, dass
der Beschwerdeführer das Geschehene nicht ganz rekonstruieren
könne
). Im Schädel-CT vom 17. Februar 2014 habe eine kleine traumatische Subarachnoidalblutung hochfrontal und hochparietal links, ohne sonstige intraparenchymale Läsionen diagnostiziert werden können. Klinisch sei der Beschwerdeführer mit einem ordentlichen Wert von 15 auf der Glasgow Coma Scale
(GCS) neurologisch ohne pathologische Ausfälle beschrieben worden. Schon im Folge-CT vom 2
0.
Februar 2014 habe sich eine vollständige Resorption der Hämorraghie hochfrontal para
sagital gezeigt. Sichtbar geworden sei aber eine kleine umschriebene Hypodensi
tät im Bereich der basalen Ganglia und Capsula externa, bewertet als vaskuläre ischämische Läsion in der Phase der Organisation, sonst hätten keine Hinweise auf eine frische Ischämie oder Hämorr
ag
hie gefunden
werden können
. Bei der Entlassung am 2
4.
Februar 2014 habe sich der Beschwerdeführer gut gefühlt und sei neurologisch ohne Ausfälle gewesen (vgl. dazu
Urk.
12/49/2 f.).
6.2.3
Im Rahmen der Nachbehandlung im
A._
hätten das CT des Schädels samt HWS vom 27. Februar 2014 (vgl. dazu
Urk.
12/32/1 und 12/81) wie auch das Schädel-CT vom
4.
März 2014 (vgl. dazu
Urk.
12/15 mit den Befunden homogene Struktur des Hirnparenchyms und regelrechte Darstellung der zerebralen Gefässe
)
alters
entsprechende Normalbefunde ohne Hinweise auf eine subdurale oder intrazereb
rale Blutung gezeigt.
Neben einer Exophorie sei eine Trochlearisparese links fest
gestellt worden (vgl. dazu
Urk.
12/172/2, wobei die als «gering» beurteilte Augenmuskellähmung bei der Verlaufskontrolle vom
8.
Mai 2014 bereits regre
dient war). Im MRI des Schädels und der HWS vom
3.
Juni 2014 hätten sich multiple fokale Hämosiderinablagerungen in der grauen und weissen Substanz der linken Hemisphäre, aber kein Nachweis von posttraumatischen Kontusionen oder eines Aneurysmas gefunden. Im Bereich der HWS habe man geringe dege
nerative Veränderungen mit leichter Diskopathie ohne Hinweis auf ligamentäre Läsionen nachweisen können (vgl. dazu
Urk.
12/104, ferner keine Pathologie im Verlauf des Nervus trochlearis beidseits). Neurophysiologische Störungen seien nicht feststellbar gewesen (vgl. dazu
Urk.
12/63/2, wonach
konkret
die diffusen axonalen Schädigungen zu neuropsychologischen Residuen führen könnten, bis dato jedoch keine neuropsychologischen Störungen aufgetreten seien, wobei der Beschwerdeführer aber nicht mehr gearbeitet habe).
6.2.4
Gemäss Bericht des Neurologen
Dr.
med.
J._
vom 2
0.
Juni 2014 sei die für die Diplopien verantwortliche Trochlearisparese im Verlauf deutlich rückläufig gewesen (vgl. dazu
Urk.
12/63/2). Bei der ophthalmologischen Untersuchung vom
7.
Juli 2014 habe die Oberärztin des
A._
,
Dr.
med. K._
, die geklagten Dop
pelbilder nicht objektivieren können. Die objektive Untersuchung hab
e
einen vollen Fernvisus beidseits ergeben (vgl. dazu
Urk.
12/85/1). Gemäss den ohren
ärztlichen Berichten von
Dr.
med.
L._
, datiert vom 3
0.
März 2014 (vgl. dazu
Urk.
12/143/1,
keine
Hinweise auf eine Commotio/Contusio labyrinthi) und 2
8.
September 2014 (vgl. dazu
Urk.
12/165), gebe es keine Hinweise für eine otoneurologische Pathologie. Schliesslich hätten in der neuropsychologischen Verlaufsbeurteilung der
C._
potentielle kognitive Defizite auf
grund der Auffälligkeiten im MRI vom
3.
Juni 2014 (multiple fokale Hämoside
rinablagerungen im Sinne von diffusen axonalen Scherverletzungen) nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden können. Deren Art und Ausmass habe jedoch aufgrund der nicht authentischen Leistungspräsentation nicht beurteilt werden können (vgl. dazu
Urk.
12/216/5 f.)
6.3
6.3.1
Allein aus den medizinischen Vorakten
schlussfolgerte der begutachtende Neu
rologe, bei einem Status nach Schädelhirntrauma hätten sich gemäss MRI auch Hinweise für eine leichte Hirnparenchymbeteiligung im Sinne von leichten Scher
verletzungen, einer initial bestehenden Subarachnoidalblutung hochfrontal para
sagital links,
jedoch
keine darüberhinausgehenden schwerwiegenderen Zeichen von Hirngewebstraumatisieru
ngen ergeben. Es sei
von einem gedeckten Schädel
hirntrauma mit nur leichter Gehirnparenchymschädigung im Sinne von leichten Scherverletzungen auszugehen. Aus der klinischen Erfahrung hätte daher medi
zinisch-theoretisch binnen drei bis sechs Monaten soweit eine Besserung vorlie
gen müssen, dass ein stufenweiser Belastungsaufbau hätte stattfinden sollen.
Restsymptome könnten l
ängstens bis zu einem Jahr berücksichtigt werden.
Überdies seien keine objektivierbaren traumatischen HWS-Schädigungen ausge
wiesen. Die leichten degenerativen Veränderungen hätten vorbestanden und die Arbeitsfähigkeit zuvor nicht beeinträchtigt. In Anbetracht dessen sowie des Fehlens neurologischer Störungen sei nur eine Traumatisierung des Schwergrads I-II nach der
Quebec Task Force
(QTF)-Klassifikation anzunehmen. Es könne des
halb keine längere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere keine über die für das Schädelhirntrauma zuerkannte, angenommen werden. Der Beschwerdeführer sei in gutem Zustand aus der erstversorgenden Klinik entlassen worden. Abgesehen von der bald rückläufigen Trochlearisparese seien keine wei
teren klinisch-neurologisch objektivierbaren Defizite mehr verifizierbar gewesen (vgl.
Urk.
12/291/4). Wenn, was nicht gänzlich ausgeschlossen sein möge, gewisse neuropsychologische Störungen vorliegen sollten, so sei anzunehmen, diese wären sehr gering (vgl.
Urk.
12/291/5).
6.3.2
Damit im Einklang stehend kam die begutachtende Fachärztin für Orthopädie der MEDAS
E._
zum Schluss, dass zwar aus orthopädischer Sicht ein HWS-Distorsionstrauma bei vorbestehenden, leichten degenerativen HWS-Verände
rungen
zu beschreiben sei, nicht aber traumatische HWS-Verletzungen. Es könne somit nur von einem HWS-Distorsionstraum
a QTF-II ausgegangen wer
den, da
s allenfalls für den Zeitraum von drei bis sechs Monaten Einschränkungen in abnehmender Weise begründen könne, in Überlappung zu den vorrangigen neurologischen Aspekten des Schädelhirntraumas (vgl.
Urk.
12/285/7). Ergän
zend wies sie darauf hin, dass auch die Kontusion von Thorax und Ellbogen links (vgl. dazu auch
Urk.
12/102) in dieser Zeitspanne als sicherlich remittiert zu wer
ten seien (vgl.
Urk.
12/285/7).
Insgesamt konnte
Dr.
M._
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung kein relevantes organisches Substrat mehr feststellen,
welches das Ausmass der geklagten
Beschwerden erklärt hätte. Sie hielt einzig fest, nach «anamnestischer» Beschrei
bung leide der Beschwerdeführer an einem chronischen lumbospondylogenen Syndrom bei/mit diskreten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) mit kleiner paramedianer rechts gelegener Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel S1 rechts mehr als links, sowie an einem chronischen zervi
kospondylogenen Syndrom mit/bei geringen degenerativen Veränderungen mit kleinen fokalen Diskushernien C5/C6 und C6/C7 median sowie TH3/TH4 median ohne neurale Kompression (vgl.
Urk.
12/285/7).
6.3.3
Im neuropsychologischen Teilgutachten wurde nach Einsicht in die Bilddoku
mente (vgl.
Urk.
12/287/2) wie vom begutachtenden Neurologen die Auffassung vertreten, dass es [nur] theoretisch möglich sei, dass der Beschwerdeführer neuropsychologische Einschränkungen – w
enn auch eher geringe – zu ge
wärti
gen habe (vgl.
Urk.
12/287/7).
6.4
6.4.1
Ein organisches, objektivierbares Korrelat für die vom Beschwerdeführer im Zeit
punkt der Leistungseinstellung noch geklagten Beschwerden
bestand somit
nicht
. Dieser Umstand
wurde von unterschiedlichen Fachärzten
wiederholt untersucht und bestätigt. Die Abklärungs- und Observationsergebnisse der
D._
spiel
ten in diesem Zusammenhang keine Rolle. Die medizinischen Vorakten und die Teilgutachten der MEDAS
E._
sind einhellig. Selbst geringe neuropsychologi
sche Defizite sind bei den bildgebend festgestellten
Scherverletzungen nicht
mit Gewissheit vorhanden
, geschweige denn erklär
t
en diese das Ausmass der geklag
ten Beschwerden
.
Der V
ollständigkeit halber sei auch
auf die MRT des Schädels vom 3
0.
August 2019 hingewiesen, die zwar gewisse Befunde
zu Tage förderte
, aber keine posttraumatischen Parenchymdefekte zeigte (vgl.
Urk.
20 S. 3)
.
6.4.2
Insbesondere kann e
ntgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
nicht
allein aufgrund der unstrittig stattgehabten traumatischen subarachnoidalen Blutungen im Februar 2014 von einem objektiven Nachweis gesprochen werden. So bedeutet etwa die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung nicht schon, dass objektiv nachweisbare Unfallfolgen vorliegen. Hiezu bedarf es einer feststellbaren intrakraniellen Läsion oder eines messbaren Defektzustandes (neurologischer Ausfall) als Folge einer Schädigung des zentralen Nervensystems (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 79/05 vom 1
0.
Februar 2006 E 3.2). Mit anderen Worten wäre vorliegend für die Annahme «hinreichend» objektivierbarer Unfallfolgen ein Bild
dokument erforderlich, das eine im Zeitpunkt der Leistungseinstellung persistie
rende Schädigung des Gehirns im Sinne einer strukturellen, unfallbedingten Veränderung zeigt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_795/2012 vom 2
8.
November 2012 E. 4.2.2 und 8C_747/2012 vom 2
2.
Januar 2013 E. 5.1), die
auf das Vorhandensein von relevanten
Beschwerden schliessen lässt.
Es ist an dieser Stelle auch daran zu erinnern, dass es für die Anwendbarkeit der Schleu
dertraumapraxis mindestens einer Commotio cerebri im Grenzbereich zu einer Commotio Contusi bedarf (vgl. E. 5.4).
6.4.3
Ohne Belang ist deshalb
, dass die
Kreisärztin
Dr.
med.
N._
,
Fachärztin für Neu
rochirurgie, in ihrer Stellungnahme vom 2
4.
November 2014,
unter Hinweis auf das MRI des Neurokraniums vom Juni 2014 von einem im Vordergrund stehen
den
Schädelhirntrauma
«mit nachweisbaren strukturellen
Veränderungen» sprach. Letztlich erachtete auch sie – gefragt nach den objektivierbaren Folgen – die geklagten neuropsychologischen Defizite und Schwindelbeschwerden nicht als erwiesen, sondern nur für abklärungswürdig (vgl.
Urk.
12/112; ebenso Einschätzung vom 19. November 2014,
Urk.
12/108/1). Die von ihr empfohlenen Abklärungen blieben allesamt ohne neue Erkenntnisse (vgl. E. 6.2.4 und 6.3).
Gleiches gilt für die Feststellung
en
im
B
ericht
der
C._
vom 4.
September 201
4,
wonach
die
Minderbelastbarkeit und die verminderte Fähig
keit, Schmerzen und Belastungen zu kompensieren, durch die stattgehabte Hirn
blutung ein morphologisches Korrelat
finden würden
und sich
die von nuchal nach
kranial
ziehenden S
chmerzen
durch den Unfall ätiologisch erklären
liessen (
Urk.
12/92/3). E
ine quantitative Bewertung möglicher
k
ognitive
r
Defizite infolge der erlittenen Hirnverletzung
wurde
aufgrund der Hinweise auf eine Beschwer
deverdeutlichung als nicht möglich beurteilt
(vgl.
Urk.
12/92/4). Im Übrigen passt der zuletzt beschriebene Kopfschmerztyp gemäss neurologischem Teilgutachten der MEDAS
E._
auch nicht zum typischen Beschwerdebild
der erlittenen Verlet
zungen
(vgl. E. 7.7.3).
6.5
6.5.1
Mangels hinreichend objektivierbarer organischer
Unfallfolgen im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung
ist der Beschwerdegegnerin
beizupflichten, dass der natürliche Kausalzusammenhang nicht abschliessend beurteilt zu werden braucht, sollte es an der für die Leistungspflicht im Weiteren vorausgesetzten Adäquanz des Kausalzusammenhanges fehlen.
Anders ist lediglich in jenen Fällen zu entscheiden, in denen der Sachverhalt für eine einwandfreie Adäquanzprüfung nicht hinreichend abgeklärt ist (
Urteil des B
undesgerichts 8C_58/2017 vom 9.
Juni 2017 E. 4.1;
BGE 135 V 465 E. 5.1).
6.5.2
Die Frage, ob die Adäquanzprüfung nach der für Folgen eines Schleudertraumas, einer äquivalenten Verletzung der HWS sowie eines
Schädelh
irntraumas (BGE 134 V 109 E. 2.1) oder nach derjenigen nach psychischen Folgeschäden eines Unfalles gemäss BGE 115 V 133 zu erfolgen hat, kann ebenfalls offen bleiben, sollten die Adäquanzkriterien unter Annahme der für den Beschwerdeführer günstigeren Variante nach BGE 134 V 109 – wie von der Beschwerdegegnerin dargetan - nicht erfüllt sein (SVR 2009 UV Nr. 29 S. 101, Urteil des Bundesge
richts 8C_669/2008
vom 2
5.
Februar 2009
E. 4.2; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_1045/2010 vom 1
6.
März 2011 E. 3.3).
Die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis
wird vom Beschwerdeführer im Rahmen seiner Eventu
albegründung allerdings nicht bestritten
und
ist
mit Blick auf das Urteil des Bun
desgerichts 8C_795/2012 vom 2
8.
November 2012 wohl nicht zu beanstanden. In jenem Fall wendete das Bundesgericht die Schleudertrauma-Praxis an (E. 5), nachdem sich die unfallbedingte minime Subarachnoidalblutung und das sub
galeale occip
i
tale Hämatom im Verlauf vollständig, d.h. ohne bildmorphologische Residuen, zurückgebildet hatten (E. 4).
7.
7.1
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist - nach der Psycho- wie nach der Schleudertrauma-Praxis - an das (objektiv erfassbare) Unfallereignis anzuknüpfen. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zuge
ordnet werden können
(
Urteil des Bundesgerichts 8C
_100/2011 vom
1.
Juni 2011 E. 3.4 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E. 10.1
und
115 V 133 E. 6).
7.2
Gemäss eigenen Angaben gegenüber der SUVA-Mitarbeiterin am 2
8.
März 2014 kann sich der Beschwerdeführer an den Unfallhergang nur wenig erinnern. Er sei infolge Regens nur mit 60 bis 70 km/h auf der Schnellstrasse unterwegs gewesen. Er sei einen kleinen Hügel hochgefahren und
auf der Höhe
sei etwas gekommen, vielleicht ein Tier. Er habe gebremst, mehr wisse er nicht. Man habe ihn nach 46 Minuten gefunden und aus dem Fahrzeug schneiden müssen. Gemäss Angaben der Polizei habe es ihn den Hang hinunter über 200 m mehrere Male überschla
gen. Man habe ihm gesagt, er müsse froh sein, noch am Leben zu sein (vgl.
Urk.
12/26/1).
Dem Entlassungsbrief des erstversorgenden Spitals (vgl.
Urk.
12/49/1) ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer als Fahrer eines Personenfahrzeuges bei der Kollision mit einem anderen Personenfahrzeug und der Überschlagung auf das Dach verunglückte. Er könne das Geschehene nicht ganz rekonstruieren (vgl.
Urk.
12/49/1). Zudem gab die Beschwerdegegnerin
nähere
Abklärungen in Kroa
tien in Auftrag. Gemäss Bericht vom 16. Dezember 2014 gab der zuständige Polizeibeamte gegenüber dem Ermittler an, die Feuerwehr habe den Beschwerde
führer aus seinem Auto befreien müssen. Beim Eintreffen der Polizei sei dieser bereits von der Ambulanz ins Spital gebracht worden.
Er
sei mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren und für den Unfall verantwortlich. Er sei mit dem Renault Megane in den VW Golf von
Herr
n R
.
gekracht und schlussendlich auf dem Dach gelandet. Herr R
.
sei noch an
der Unfallstelle einvernommen wo
rden u
nd habe sich danach ins Spital b
egeben (
Urk.
12/222/4).
Im für den Beschwerdeführe günstigsten Fall ist
also
davon auszugehen, er habe sich nach der Kollision mit einem anderen Personenwagen auf der Schnellstrasse mit seinem Fahrzeug mehrfach die Böschung hinab überschlagen, bevor dieses auf dem Dach zum Stehen kam und er von der Feuerwehr befreit wurde.
7.3
Dieses Ereignis ist mit der Beschwerdegegnerin noch als Unfall im eigentlichen mittleren Bereich zu qualifizieren
(vgl. E. 2.1)
. Aus der Kasuistik zu erwähnen sind
etwa
Unfälle, bei welchen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil des Bundesgerichts 8C_169/2007 vom
5.
Feb
ruar 2008 E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte und sich über
schlug (Urteil des Bundesgerichts 8C_743/2007 vom 14. Januar 2008 Sachverhalt und E. 3), von der Strasse abkam und
sich überschlug (Urteil des Bundesgerichts U 213/06 vom 2
9.
Oktober 2007 Sachverhalt und E. 7.2), auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil des Bundesgerichts U 258/06 vom 1
5.
März 2007 Sachver
halt und E. 5.2), sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Auto
bahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug - wobei die versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam oder bei dem ein ins
Schleudern geratenes Fahrzeug von der Strasse ab
kam
und
sich eine Grasböschung hinab
überschlug
(Urteil des Bundesgerichts U 492/06 vom 1
6.
Mai 2007 E. 4.2 mit Hinweis auf das
nicht veröffentlichte Urteil A. vom 2
9.
Oktober 1991, U 62/90
).
Eben
so
als mittelschweren Unfall im engeren Sinn qualifizierte das Bundesgericht ein Ereignis, bei dem die versicherte Person bei 80 km/h infolge eines Auffahr
unfalls mit ihrem Fahrzeug die Leitplanke durchbrach, die Böschung hinab fuhr, sich überschlug und auf dem Dach liegen blieb, wobei sie vorübergehend das Bewusstsein verlor (Urteil des Bundesgerichts 8C_624/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1.2 und E. 4.1.3). Dabei wies das Bundesgericht explizit darauf hin, dass aus dem Überschlagen des Fahrzeugs noch nicht auf ein Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu schliessen sei und die Qualifikation trotz erheblicher Schäden am Fahrzeug nicht zu beanstanden sei (
bereits
erwähntes Urteil E. 4.1.4). Gleich reihte es einen Unfall ein, bei dem die versicherte Person mit ihrem Fahr
zeug bei 90 km/h ins Schleudern geriet, worauf sich ihr Fahrzeug mehrfach über
schlug (Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2015 vom 15. Januar 2016 Sachverhalt und E. 3.2). Ebenso stufte es einen Unfall als mittelschwer ein, bei dem der Ver
sicherte – bei den Strasseneigenschaften nicht angepasster Geschwindigkeit von 110 km/h –
die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, auf die Gegenfahrbahn, auf das linksseitige Strassenbankett und schliesslich in den linksseitigen Strassengra
ben abkam, wobei er sich mehrere Male überschlug und das Auto nur mit Hilfe Dritter verlassen konnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_595/2009 vom 1
7.
No
vember 2009 E. 7.2).
7.4
Eine Einordnung als schwerer Unfall, wie vom Beschwerdeführer postuliert
(vgl.
E. 2.2
)
, erscheint nicht angezeigt.
Als im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen eingestuft wurde
etwa die Kollision eines Lastwagens mit einem
Personenwagen auf der Autobahn
, wobei dieser dann zuerst mit der rechten, anschliessend mit der linken Tunnelwand kollidierte und die Windschutzscheibe durch heftigen Kopfanprall barst. Gleich eingereiht wurde ein Unfall, bei dem der Versicherte mit einem Personenwagen auf der Überholspur der Autobahn fuhr und bei einer Geschwindigkeit von etwa 130
km/h plötzlich ins Schleudern geriet, die Normal
spur und den Pannenstreifen überquerte und mit der Böschung kollidierte, wobei sich das Fahrzeug überschlug. Der Personenwagen wurde auf die Überholspur zurückgeschleudert und kam auf den Rädern stehend zum Stillstand. Beim Über
schlagen wurde der Beifahrer aus dem Dachfenster auf die Böschung geschleu
dert. Der Versicherte konnte das Fahrzeug nicht mehr eigenständig verlassen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom
6.
November 2012 E. 5.2 mit Hinweis auf die Praxisübersicht im
Urteil 8C_100/2011 vom
1.
Juni 2011 E. 3.4.1, nicht publ. in: BGE 137 V 199, aber in: SVR 2012 UV Nr. 2 S. 3).
Davon unter
scheidet sich das vorliegend zu beurteilende Ereignis durch die vom Beschwerde
führer a
ngegebene
wesentlich tiefere
Geschwindigkeit
respektive
den Umstand, dass
niemand aus dem Wagen geschleudert wurde.
Mit Blick auf die
in E. 7.3
zitierte Rechtsprechung vermag
entgegen der
Ansicht
des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1
Ziff.
9)
allein der dokumentierte
Totalschaden
am von ihm geführten
Fahrzeug (vgl.
Urk.
12/28)
keine Qualifikation als schwerer Unfall zu rechtfertigen
. Gleiches gilt für die Subarachnoidalblutung. So können die erlittenen Verletzungen nach der Rechtsprechung zwar Rückschlüsse auf die Kräfte geben, die sich beim Unfall entwickelt haben.
Indessen kam das Bundes
gericht
im Urteil 8C_747/2012 vom 2
2.
Januar 2013 E. 5.1 und 5.3 zum Schluss, dass ein Unfall, bei dem der Versicherte von einem Baugerüst gestürzt war und sich dabei ein offenes
Schädelhirntrauma,
eine
Kalottenfraktur und
eine sub
durale
Blutung
zugezogen hatte, unter Berücksichtigung der Gewalteinwirkung auf ihn als mittelschwer zu qualifizieren sei. In seinem Urteil 8C_257/2008 vom
4.
September 2008 E. 3.3.2 führte es gar aus, da die Schwere der Verletzung nicht in die Qualifikation des Unfallereignisses einfliessen dürfe, könne offenbleiben, ob
die versicherte
Person
bei der Kollision oder nach dem Verlassen des Fahrzeu
ges
bewusstlos geworden sei und ob sie
eine Hirnkontusion oder bloss eine Commotio cerebri erlitten habe.
7.5
Bei der gegebenen Unfallschwere müssten
somit
v
on den massgebenden Zusatz
kriterien (gemäss BGE 134 V 109 E. 10.3; besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplika
tionen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) min
destens drei oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, um den adäquaten
Kausalzusammenhang bejahen zu können (
Urteil des Bundesgerichts 8C_240/2016 vom 1
3.
Juli 2016 E. 6.4 mit Hinweisen).
Es
kann
vorab auf die
überzeugenden
Ausführungen der Beschwerdegegnerin in
Urk.
2 E. 5g verwiesen werden, die sämtliche
K
riterien verneinte. Der Beschwer
deführer machte einzig
geltend, seine unfallbedingten Beschwerden würden eine Arbeitsfähigkeit v
erunmöglichen (
Urk.
1
Ziff.
9). Dies betrifft
höchstens
die
Kriteri
en
«e
rhebliche Beschwerden
»
und
«
erhebliche
Arbeitsunfähigkeit tr
otz aus
gewiesener Anstrengungen
»
.
7.6
7.6.1
Hinsichtlich der
unstrittigen Kriterien bleibt zur Eindrücklichkeit und den Begleit
umständen des Unfalls
e
rgänzend auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_488/2011 vom 1
9.
Dezember 2011 E. 5.1 in Verbindung mit der subjektiven Beschwerde
klage des Beschwerdeführers anlässlich der Erhebung der SUVA-Mitarbeiter
i
n vom 28. März 2014 (vgl.
Urk.
12/26/4: «keine Albträume, nur 1x habe ich von einem Schlittern vom Unfall geträumt»)
hinzuweisen
. Es besteht
kein
Grund zur Annahme,
er
könne sich an den Unfallhergang oder ein langes Eingeklemmtsein im Fahrzeug
erinne
rn
(vgl. etwa
Urk.
12/290/2 «erste anterograde Erinnerungs
insel, dass er vier Tage später erwacht sei»)
.
7.6.2
B
eizupflichten ist d
er
Beschwerdegegneri
n
auch
, dass
die Diagnose
n
eines Schä
delhirn
-
, Sc
hleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS
für sich allein nicht
zur Bejahung
des Kriteriums «Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen» führen
, auch nicht in Verbindung mit einer leichten Subarachnoidalblutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8c_795/2012 vom 28. November 2012 E. 5.3.2).
Vielmehr
bedarf
es
dazu einer besonderen Schwere der
hierfür
typischen Beschwerden oder besonderer Umstände,
di
e das Beschwer
debild beeinflussen können
(z.B. eine besondere
Körperhaltung
beim Unfall;
vgl.
Urteile des
Bundesgerichts U 258/06 vom 15.
März 2007 E. 5.3 und 8C_747/2012 vom 2
2.
Januar 2013 E.
5.4.2).
Solche
Umstände
liegen
hier
ebenso wenig vor wie erhebliche Verletzungen,
die
sich der
Beschwerdeführer
nebst
dem Schädel
hirntrauma
zusätzlich zugezogen hätte.
Bereits n
ach
einer Woche konnte er
in gutem Allgemeinzustand
aus dem erstversorgenden Spital entlassen werden
– bei vollständiger Resorption der Hämorraghie,
ohne neurologische Ausfälle
,
mit Analgetika
nur
nach Bedarf
und ohne invasiven Eingriff
(vgl.
Urk.
12/49
; ferner
zur Nachbehandlung:
Urk.
12/32/1
und 12/33 «Kopf temporal li – wurde genäht 3 x Stiche, [...] – Kruste»
).
7.6.3
Angesichts der geringen Behandlungsintensität beim Fallabschluss (vgl. E. 4) ver
neinte die Beschwerdegegnerin zutreffend auch das Kriterium «
fortgesetzt spezi
fische, belastende ärztliche Behandlung
».
Eine
Behandlungsbedürftigkeit
von zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma
ist übrigens nicht unüblich
(vgl.
Urteil des Bundesgeric
hts U 258/06 vom 1
5.
März 2007 E. 5.3).
7.7
7.7.1
A
däquanzrelevant
können sodann
nur
in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein
.
Die Erheblichkeit beurteilt sich
dabei
nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt
(vgl. von der Beschwerdegegnerin zitiertes Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.2).
7.7.2
In den Begutachtungen
der MEDAS
E._
schilderte der Beschwerdeführer
einen soweit strukturier
t
en Tagesablauf mit viel Bewegung und zahlreichen sozialen Aktivitäten
, wie Spaziergänge
n
, Einkäufe
n
, ein wenig Mithilfe im Haushalt und
Besuche
n
im Freundeskreis (
vgl.
Urk.
12/286/6
und
12/290/5).
7.7.3
Der
begutachtende Neurologe
setzte sich
alsdann
eingehend
mit den Befunden,
eigenen
Beobachtungen und geklagten Symptome
n
auseinander
.
Dabei
beschrieb
er eine Reihe von
Auffälligkeiten
:
ein
beobachtetes
ungewöhnliche
s
«Ausfallver
halten»
,
hochgradig invalide Ergebnisse in de
n
neuropsychologischen Untersu
chung
en
,
eine
gute Konzentrationsfähigkeit und das Fehlen einer erkennbaren Ermüdbarkeit in der dreistündigen Untersuchung
,
eine beobachtete
Ablenkbarkeit des Schwindels, ein
fragwürdiges
Vibrationsempfinden
,
die
mit Blick
auf
post
traumatische Kopfschmerzen u
nerwartet
e
Beschreibung eines
Clusterkopfschmer
z
es
(Migräneäquivalent
s
)
und
das tagelange Hinauszögern der Blutentnahme (
vgl.
Urk.
12/291/4-6
; zur Labordiagnostik
auch
Urk.
12/290/7
).
Infolgedessen ver
neinte er die Befundkonsistenz
.
In Gesamtschau ergäben sich so erhebliche Zwei
fel an der Authentizität der anamnestischen Angaben und den präsentierten Befunden, dass
s
ofern ein allenfalls geringer organisch-posttraumatischer Aspekt je bestehen sollte, dieser nicht detektierbar und abgrenzbar sei, mindestens aber so gering ausgeprägt wäre, dass dieser nicht als versicherungsmedizinisch rele
vant zu bewerten sei
.
Dabei sprach er von der Annahme einer schwergradigen Aggravation und nichtauthentischen Symptompräsentation
,
die sich allein schon aufgrund der gesamten Beobachtungen im Rahmen des Gutachtens und auch in interdisziplinärer Zusammenschau mit den
anderen
Teilgutachten
begründe.
In den Observationsergebnissen
der
D._
sah er
bloss
eine Bestätigung d
essen, was er selbst bereits festgestellt hatte,
zumal auch diese keine Einschränkungen zumindest in der Teilhabe am öffentlichen Leben erkennen liessen und der Beschwerdeführer
offenbar
selbst Auto fuhr
(
Urk.
12/291/6).
7.7.4
Aus
psychiatrischer (vgl. E. 4.3), ophthalmologischer (vgl.
Urk.
12/288/3
f.
)
und
orthopädischer
Sicht
(vgl.
Urk.
12/
285/6
und 12/85/8
)
sind
ebenso wenig
b
is zum Fallabschluss andauernde
,
erhebliche
Beschwerden oder Arbeitsunfähigkeiten a
usgewiesen
; v
ielmehr wurde in
jenen
Teilgutachten der MEDAS
E._
auf weitere Inkonsistenzen in der Begutachtung
und den Vorakten
(vgl.
dazu
auch E.
6.2.4)
hingewiesen
.
Soweit überhaupt erwähnt, wurde i
n den Observationsergebnissen
wiederum
eine Bestätigung
des bereits Festgestellten gesehen,
ohne dass diese für die medizinische Beurteilung
an sich
notwendig gewesen wären.
7.7.5
Das Kriterium
«erhebliche
Beschwerden
»
ist deshalb zu verneinen.
Die im Prozess nachgereichten Arztberichte erlauben keine gegenteilige Beurteilung
(vgl. E. 4.4).
7.8
7.8.1
In Bezug auf
die
strittige
Arbeitsunfähigkeit
ist nicht ersichtlich und wird
vom Beschwerdeführer
auch
nicht
dargetan
, dass
er
irgendwelche
ernsthafte
n
Anstrengungen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess unternommen hätte.
Vielmehr hatte er bis zuletzt
keine Vorstellung
davon,
welche Tätigkeiten und welches Arbeitspensum möglich sein könnten (vgl.
Urk.
12/290/5).
7.8.2
Dabei legte
der
begutach
tende Neurologe der MEDAS
E._
dar, dass aus klini
scher Erfahrung mit gedeckten Schädelhirntraumata mit geringer Hirnpa
renchymläsion medizinisch-theoretisch binnen 1⁄4 bis 1⁄2 Jahr soweit eine Besse
rung hätte vorliegen müssen, dass ein stufenweiser Belastungsaufbau schon hätte stattfinden sollen. Längstens könnten Restsymptome noch bis zu einem Jahr berücksichtigt werden, aber nicht die attesti
erte Arbeitsunfähigkeit von 100
% begründen (vgl.
Urk.
12/292/4
; vgl. ferner auch BGE 134 V 129 E 10.2 für bis mittelschwere Schleudertraumata).
Dementsprechend
wurde schon im Bericht der
C._
vom
4.
September 2014 nach mehrwöchiger Beobachtung
zumindest
eine körperlich leichte Arbeit mit leichten kognitiven Anforderungen als stundenweis
e zumutbar beurteilt (vgl.
Urk.
12/92/2)
. Bei der Nachuntersu
chung wurde e
rneut
festgehalten,
dass einer schrittweisen, dem Beschwerdebild angepassten Belastungserprobung nichts entg
egenstehe (vgl. Urk.
12/219/7).
Aus ophthalmologischer Sicht wurde dem Beschwerdeführer
bereits
ab Juli 2014
explizit
eine Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl.
Urk.
12/85).
7.8.3
Um das Kriterium
«
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstren
gungen
»
zu erfüllen, wäre
der Beschwerdeführer
daher gehalten gewesen, sich zumindest um eine angepasste Arbeit zu bemühen und sich
ihm
dabei bietende Möglichkeiten zu versuchen.
Stattdessen
wurde bereits im Austrittsbericht der
C._
vom 4. September 2014
eine
verminderte Anstrengungsbe
reitschaft
in Betracht gezogen
(vgl.
Urk.
12/92/3)
, die nach zahlreichen weiteren Abklärungen, bei denen in erster Linie eine Aggravationstendenz konstatiert wurde,
nun
im Vordergrund
steht
.
7.9
Zusammenfassend
ist
kein einziges Kriterium erfüllt, weshalb die Adäquanz
auch zu verneinen wäre, wenn das Ereignis als schwere
r
Unfall qualifiziert würde
.
8.
Insgesamt
erweisen sich der F
allabschluss Ende Janu
a
r 2017
sowie die Vernei
nung eines adäq
uaten Kausalzusammenhang
s
zwischen
den darüber hinaus
geklagten B
eschwerden und
dem Unfall
als rechtens.
Die
Beschwerde ist folglich abzuweisen.
9
.
9
.1
Der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau sind auf Sozialhilfe angewiesen (
Urk.
3/4) und
sein
Begehren kann trotz Abweisung der Beschwerde nicht als von Prozessbeginn an
als
klar aussichtslos bezeichnet werden.
Zudem
lehnte
die Rechtsschutzversicherung
eine Kostenübernahme
ab
(vgl.
Urk.
8) und
erweist sich die Adäquanzprüfung
mit den sich
stellenden Vorfragen als
für eine Person mit wenig Bildung
und Deutschkenntnissen
als
eher
schwierig
. D
amit
sind die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1 und
2 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (GSVGer) erfüllt und
de
m
Beschwerdeführer
ist
entsprechend
seinem
Gesuch vom 2
8.
Februar
201
9
(
Urk.
1)
Rechtsanwältin
Jovovic
als unent
geltliche Rechtsvertreterin
für das vorliegende Verfahren
zu bestellen.
9.
2
Diese
machte mit Kostennote vom
5.
Juli 2020 einen Aufwand von 16.1 Stunden à
Fr.
220.—
zzgl.
Barauslagen von
Fr.
46.90 und 7.7%
MWST
geltend, insgesamt einen Betrag von
Fr.
3'865.-- (vgl.
Urk.
23).
Der für
das Verfassen der
Beschwerde
veranschlagte
Aufwand
von sieben Stunden
erscheint
in Anbetracht
ihres
Umfang
s
sowie der Tatsache, dass
das Observationsmaterial bereits aus den Akten entfernt wurde, als zu hoch.
Dieser ist auf höchstens
drei
Stunden zu reduzieren,
zumal
für die
Abklärung der Rechtslage zusammen mit dem Aktenstudium bereits vier Stunden
berücksichtigt
wur
den. Als von vornherein unnütz
erweisen sich die Abklärungen und Eingaben
im Zusammenhang mit
der behaupteten
gesundheit
lichen
Verschlechterung nach Erlass des Einspracheentscheides
, weshalb die Positionen mit Datum nach dem 2
9.
Juli 2019 von insgesamt 1.5 Stunden
un
be
rücksichtig
t bleiben
.
Eine entsprechende Kürzung würde sich
allein schon
mit Blick auf den
nicht (mit neuen Vorbringen der Gegenpartei) erklärbaren
Gesamt
aufwand für Telefonate und Briefe nach Einreichen der Beschwerde rechtfertigen.
Insgesamt ist der
geltend gemachte
Aufwand
somit
um 5.
5 Stunden zu kürzen und der unentgeltlichen Rechtsvertret
erin eine Entschädigung von Fr.
2'562.10
(inkl. Barauslagen und MWST)
aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
Der
Beschwerdeführer
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nach
zahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.