# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9ec3b27c-fd28-53e8-8ebb-c58b1cd1a3e8
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A. A._ (geb. 1964) ist geschieden, hat drei Kinder (geb. 1994, 1996 und 1998) und
wohnt in K._. Am 8. Juli 2014 stellte sie beim Sozialamt der für K._ zuständigen
Politischen Gemeinde X._ ein Gesuch um Ausrichtung finanzieller Sozialhilfe unter
Beilage verschiedener Unterlagen. Mit Schreiben vom 28. Juli 2014 forderte das
Sozialamt A._ auf, weitere Unterlagen einzureichen und zusätzliche Auskünfte zu
erteilen. Am 29. Juli 2014 wies eine Sozialarbeiterin der Psychiatrischen Klinik Q._ das
Sozialamt darauf hin, dass A._ seit dem 18. Juli 2014 stationär in der Klinik behandelt
werde. Mit Schreiben vom 2. September 2014 nahm die beim Psychiatrischen Zentrum
Y._ zuständige Sozialarbeiterin zu den geforderten Auskünften und Unterlagen
Stellung. Gleichzeitig teilte sie mit, dass A._ vom 26. August bis 15. September 2014
zu 50 Prozent arbeitsunfähig sei. Am 20. Oktober 2014 informierte das Sozialamt den
mittlerweile zuständigen Sozialarbeiter über die noch benötigten Unterlagen. Mit
Verfügung vom 31. Oktober 2014 trat das Sozialamt auf das Gesuch um Ausrichtung
von Sozialhilfeleistungen nicht ein. Den dagegen erhobenen Rekurs wies der
Gemeinderat der Politischen Gemeinde X._ mit Entscheid vom 18. Mai 2015 ab.
B. Gegen diesen Entscheid erhob A._ mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 30. Mai
2015 Rekurs beim Departement des Innern. Am 14. August 2015 bewilligte das
Sicherheits- und Justizdepartement die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Mit Entscheid vom 29. September 2016 wies das Departement
des Innern den Rekurs ab im Wesentlichen mit der Begründung, das Sozialamt habe
aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen die Bedürftigkeit von A._ nicht
ohne erhebliche Zweifel feststellen können. Letztere habe ihre Mitwirkungspflichten
verletzt, indem sie der Aufforderung zur Nachreichung fehlender Unterlagen nicht
nachgekommen sei. Sie vermöge nicht hinreichend darzulegen, weshalb es ihr
aufgrund ihres Gesundheitszustands nicht möglich oder zumutbar gewesen sein soll,
die geforderten Unterlagen nachzureichen und mit dem Sozialamt
zusammenzuarbeiten. Ihr habe bewusst sein müssen, dass ihr Anspruch auf Sozialhilfe
ohne die verlangten Unterlagen nicht habe überprüft werden können. Sie habe die
Folgen der Beweislosigkeit ihrer Bedürftigkeit zu tragen. Aus dem Mangel, dass keine
Frist zur Nachreichung der notwendigen Unterlagen angesetzt und die Konsequenzen
der Nichteinreichung nicht schriftlich mitgeteilt worden seien, könne sie nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Gleichzeitig stellte das Departement fest, dass das Sozialamt das
Gesuch von A._ korrekterweise hätte abweisen müssen. Das Nichteintreten ändere
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allerdings nichts am materiellen Ergebnis, wonach das Sozialamt die Bedürftigkeit
aufgrund der eingereichten Unterlagen nicht habe beurteilen können, weshalb es ihr
damals die finanzielle Unterstützung zu Recht verweigert habe.
C. Mit Eingabe der Rechtsvertreterin vom 14. Oktober 2016 und Ergänzung vom
17. Januar 2017 erhob A._ (Beschwerdeführerin) gegen den Entscheid des
Departement des Innern (Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Antrag, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen bzw. unter Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und es sei die Gemeinde X._ anzuweisen, auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin vom 8. Juli 2014 betreffend Sozialhilfe einzutreten. Die Vorinstanz
und die Politische Gemeinde X._ (Beschwerdegegnerin) beantragten in ihren
Vernehmlassungen vom 25. Januar bzw. 13. Februar 2017, die Beschwerde sei
abzuweisen, wobei sie zur Begründung im Wesentlichen auf den angefochtenen
Entscheid verwiesen.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz
vom 25. April 2017 (sGS 381.1, SHG; IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft in: ABl
2016 2707 ff.) wurden die gesetzlichen Grundlagen betreffend die Gewährung
finanzieller Sozialhilfe teilweise revidiert. Anpassungen erfuhr namentlich das in Art. 17
SHG geregelte Sanktionsregime (vgl. Botschaft S. 2794). Nach den allgemein gültigen
intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten
mangels einer anderslautenden übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage
im Zeitpunkt ihres Ergehens zur beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E.
2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit Hinweisen). In anderen Urteilen des Bundesgerichts (vor
allem zum Sozialversicherungsrecht) findet sich die Formulierung, es seien jene
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Rechtssätze massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw.
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V
1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene übergangsrechtliche Regelung
besteht im vorliegenden Fall nicht. Dementsprechend finden die oben dargestellten
Grundsätze Anwendung, und die Streitsache ist nach der bis zum 31. Dezember 2017
geltenden Fassung des SHG (im Folgenden mit „aSHG“ bezeichnet) und der dazu
ergangenen Rechtsprechung zu beurteilen.
2.1. Gemäss Art. 9 aSHG hat Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Finanzielle Sozialhilfe wird so bemessen, dass die hilfebedürftige
Person die laufenden Bedürfnisse für den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln decken
kann (Art. 11 Abs. 1 aSHG).
2.2. Gemäss Art. 4 aSHG ermittelt das mit dem Vollzug dieses Gesetzes betraute
Organ den Sachverhalt zur Feststellung und Überprüfung des Anspruchs auf
persönliche Sozialhilfe und zur Bemessung der Höhe der finanziellen Sozialhilfe. Wer
um finanzielle Sozialhilfe ersucht, hat wahrheitsgetreu und vollständig Auskunft zu
erteilen sowie Amtsstellen und Dritte zu ermächtigen, Auskünfte zu erteilen (Art. 16
Abs. 1 aSHG). Wenn begründete Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der
Auskunft der hilfesuchenden Person bestehen, ist das Sozialamt berechtigt, auch ohne
Ermächtigung der hilfesuchenden Person Auskünfte bei Dritten einzuholen, die es für
die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt (vgl. Art. 16 aSHG). Die Richtlinien der
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe für die Ausgestaltung und Bemessung der
Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) sowie die von der St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe
erlassene ergänzende Praxishilfe (KOS-Richtlinien) sehen sodann in Ziff. A.5.2 vor,
dass, wer Sozialhilfe beantragt, verpflichtet ist, bei der Abklärung des Sachverhalts
mitzuwirken. Die hilfesuchende Person hat wahrheitsgetreu über ihre Einkommens-,
Vermögens- und Familienverhältnisse Auskunft zu geben. Insbesondere muss Einblick
in Unterlagen gewährt werden, die für die Feststellung der Unterstützungsbedürftigkeit
und für die Budgetberechnung relevant sind (Mietverträge, Lohnabrechnungen,
Bankbelege, Gerichtsentscheide usw.; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_50/2015
vom 17. Juni 2015 E. 3.2; C. Hänzi, Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe, Basel 2011, S. 141 ff.).
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2.3. Die im Sozialhilfeverfahren geltende Untersuchungsmaxime entbindet die
hilfesuchende Person demnach nicht von der Obliegenheit, den massgebenden
Sachverhalt darzustellen. Ihre Mitwirkungspflicht hebt die behördliche
Beweisführungslast zwar nicht auf, führt aber doch zu einer Einschränkung der
behördlichen Untersuchungspflicht bzw. zu einer teilweisen Verlagerung der
Beweisführungslast auf die Hilfesuchenden. Diese tragen die objektive Beweislast
dafür, dass sie wegen fehlender eigener Mittel ganz oder teilweise auf Sozialhilfe
angewiesen sind. An die Mitwirkungspflicht dürfen indessen keine überspannten
Anforderungen gestellt werden. So können von der betroffenen Person etwa nicht
Unterlagen verlangt werden, die sie nicht hat oder die sie auch mit vernünftigem
Aufwand nicht beschaffen kann. Gegenstand des vorliegend zu erbringenden Beweises
bildet die Bedürftigkeit. Da folglich das Fehlen hinreichender Mittel dargetan werden
muss, hat die betroffene Person eine so genannt negative Tatsache zu beweisen. Der
entsprechende Beweis ist dadurch zu erbringen, dass positive Sachumstände
nachgewiesen werden, aus welchen die negative Tatsache gefolgert werden kann. Die
Sozialhilfebehörde ist verpflichtet, anhand positiver Sachumstände (beispielsweise
Kündigung des Arbeitsverhältnisses, Vermögensentwicklung auf dem Sparkonto,
Gesundheitszustand, familiäre Pflichten etc.) abzuklären, ob eine Bedürftigkeit vorliegt.
Die gesuchstellende Person ihrerseits ist zur Mitwirkung angehalten, indem sie die
notwendigen Aussagen macht respektive die erforderlichen Dokumente zu den Akten
reicht. Da es naturgemäss leichter ist, das „Haben“ zu beweisen als das „Nicht-
Haben“, sind die Schwelle der rechtsgenüglichen Beweiserbringung sowie die
Anforderungen an die Vollständigkeit des Gesuchsdossiers vernünftig anzusetzen
(BGer 8C_50/2015 vom 17. Juni 2015 E. 3.2.1; 8C_1/2013 vom 4. März 2014 E. 4.2.2;
vgl. allgemein F. Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl. 1999, S. 107; Hänzi,
a.a.O., S. 143 und 150).
3. Nach Art. 17 aSHG – die hier relevanten Bestimmungen haben mit dem IV. Nachtrag
zum SHG keine wesentlichen inhaltlichen Änderungen erfahren – wird finanzielle
Sozialhilfe verweigert, gekürzt oder eingestellt, wenn die hilfesuchende Person
insbesondere keine oder unrichtige Auskünfte erteilt (lit. a) oder verlangte Unterlagen
nicht einreicht (lit. b). Kann die nachfragende Person ihre Bedürftigkeit nicht
rechtsgenüglich nachweisen und kann die Sozialhilfebehörde diese auch nicht mit
anderen Erkenntnismitteln eruieren, ist das Unterstützungsgesuch materiell
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abzuweisen. Die Versagung einer Leistung wegen fehlender Mitwirkung ist demnach
insbesondere dann rechtswidrig, wenn die Sozialhilfebehörde den Sachverhalt selbst
ermitteln kann. Nichteintretensentscheide sind aufgrund des
Rechtsverweigerungsverbots (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101) in einem derart existentiellen Bereich nur
ganz ausnahmsweise zulässig, wenn das Unterstützungsgesuch völlig unsubstantiiert
ist bzw. die Sozialhilfebehörde im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes keinen
Anlass für Abklärungen hat. Auch wenn sich die nachfragende Person weigern sollte,
bestimmte rechtserhebliche Auskünfte zu erteilen, ist deshalb in aller Regel ein
materiell ablehnender Entscheid aufgrund der objektiven Beweislast zu fällen
(G. Wizent, Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Zürich/St. Gallen 2014, S. 526 f.).
Nach Art. 17 VRP setzt die Behörde den Beteiligten für die Mitwirkung angemessene
Fristen an (Abs. 1). Werden die Fristen nicht eingehalten, so kann die Behörde ohne
Rücksicht auf die Säumigen verfügen, wenn sie dies angedroht hat (Abs. 2).
Wie von der Vorinstanz zu Recht festgestellt (vgl. act. 2 E. 7), kann in diesem
Verfahrensstadium an eine unterlassene bzw. unzureichende Mitwirkungspflicht
grundsätzlich keine Nichteintretensfolge geknüpft werden, sondern diese führt in der
Regel zu einer Abweisung des Gesuchs (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht,
2. Aufl. 2003, Rz. 608 f.). Im Übrigen kann die Behörde bei Nichteinhalten einer Frist nur
dann ohne Rücksicht auf die Säumigen verfügen, wenn sie dies angedroht hat (vgl.
Art. 17 Abs. 2 VRP). Wohl ist es nicht zwingend notwendig, in jeder Aufforderung zur
Einreichung bestimmter Unterlagen die gesetzlichen Bestimmungen aufzuführen und
förmlich eine Frist anzudrohen sowie auf die Säumnisfolgen hinzuweisen. Wenn die
Behörde aber beabsichtigt, bei Nichtbefolgen einer Auflage gleichwohl eine Verfügung
oder einen Entscheid zu erlassen, ist die förmliche Ansetzung einer Frist und die
Androhung der Säumnisfolgen unabdingbar. Da vorliegend die Säumnisfolgen nicht
angedroht und auch keine konkrete Frist angesetzt wurden (vgl. act. 2 E. 6.2.2), war es
unter diesem Gesichtswinkel nicht zulässig, ohne weiteres den
Nichteintretensentscheid zu erlassen und der Beschwerdeführerin das Nichteinreichen
der verlangten Unterlagen vorzuhalten. Zwar ist ein gewisser Ärger der Behörde
verständlich, wenn die Beschwerdeführerin trotz Zusicherung die geforderten
Unterlagen nicht einreicht. Bei den vom VRP auferlegten Pflichten handelt es sich aber
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um elementare Formvorschriften, die in jedem Fall zu berücksichtigen sind. In Heilung
dieser Mängel nahm die Vorinstanz eine materielle Prüfung des Gesuchs um
Ausrichtung finanzieller Sozialhilfe vor und wies dieses ab.
4. Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin eine fehlende Mitwirkung
vorgeworfen werden kann und ob diese zur Folge hatte, dass erhebliche Zweifel an der
Unterstützungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitpunkt nicht
ausgeräumt werden konnten. Nur diesfalls rechtfertigt sich eine Leistungsverweigerung
(vgl. BGer 8C_1/2013 vom 4. März 2014 E. 6.2).
4.1. Mit Gesuch vom 8. Juli 2014 beantragte die Beschwerdeführerin beim Sozialamt
die Ausrichtung finanzieller Sozialhilfe. Sie gab dabei an, ihr monatliches Einkommen
setze sich aus den Kinderzulagen von CHF 750 und Kinderalimenten von CHF 2‘100
zusammen. Weiter verfüge sie über eine Liegenschaft, welche jedoch mit einer
Hypothek belastet sei. Auf der Ausgabenseite machte sie Wohnungskosten von ca.
CHF 1‘200 und Krankenkassenprämien für sich und ihre Kinder von etwa CHF 800
geltend. Bei der Situationsbeschreibung gab sie an, seit über einem Jahr den
Lebensunterhalt der Familie mit den Kinderalimenten zu bestreiten. Sie sei in grossen
finanziellen Schwierigkeiten. Hinzu komme ihre (ganze bzw. teilweise)
Arbeitsunfähigkeit durch körperliche und psychische Störungen (vgl. act. 15/12/1). Mit
dem Gesuch reichte sie die Krankenkassenpolicen per 1. Januar 2014 für sich und ihre
drei Kinder, ein ärztliches Zeugnis vom 1. Juli 2014, Abrechnungen zweier Hypotheken
vom 10. Dezember 2013, eine Lohnabrechnung des ältesten Sohnes inkl. Bestätigung
des Berufswechsels, den Lehrvertrag der Tochter, eine Mietzinsabrechnung der
Tochter, einen Kontoauszug des Privatkontos, einen Auszahlungsbeleg,
Saldoausdrucke und drei Verfügungen des Bildungsdepartements betreffend
Stipendien für die drei Kinder ein (act. 15/12/2-18). Mit Schreiben vom 28. Juli 2014
wurde sie vom Sozialamt aufgefordert, weitere Unterlagen einzureichen und diverse
Auskünfte zu erteilen (act. 15/12/19). Am 2. September 2014 nahm sie durch ihre
Sozialarbeiterin zu den geforderten Auskünften und Unterlagen Stellung. Sie gab
insbesondere an, das Sozialhilfegesuch vollständig ausgefüllt zu haben; über ein
Motorfahrzeug verfüge sie nicht. Der älteste Sohn habe ausserdem seit August 2014
eine neue Stelle angetreten. Kontoauszüge ab 1. Januar 2014 werde sie nachliefern
(act. 15/12/27). Sie reichte ausserdem ein weiteres Arztzeugnis ein, wonach sie seit
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26. August 2014 zu 50 Prozent arbeitsunfähig sei (act. 15/12/28). Am 29. September
2014 wies die Sozialarbeiterin die Beschwerdeführerin auf die dem Sozialamt noch
zuzustellenden Unterlagen (Kopie des Arbeitsvertrags des Sohnes, Kontoauszüge
sämtlicher Konten, aktuelle Nachweise der Hypothekarschulden, sämtliche
Rechnungen, Krankenkassenprämien und Selbstbehalte, aktuelles ärztliches Zeugnis,
RAV-Anmeldung) hin (act. 15/12/29). Am 20. Oktober 2014 teilte das Sozialamt dem
neu zuständigen Sozialarbeiter die noch fehlenden Unterlagen mit (act. 15/12/31).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin diese vom Sozialamt zusätzlich
geforderten Unterlagen nicht eingereicht hat.
4.2. Die eingereichten Unterlagen deuten darauf hin, dass die Beschwerdeführerin per
Mitte Juli 2014 grundsätzlich über kein Barvermögen verfügt hat: Der Kontoauszug des
Privatkontos vom 16. Juli 2014 wies einen Saldo von CHF 805.26 (act. 15/12/13),
dasjenige vom Sparkonto nach einer Auszahlung von CHF 2‘500 einen Saldo von
CHF 780.17 (act. 15/12/14) aus. Die Saldi der Postkonten beliefen sich auf
CHF -294.69 bzw. CHF 224.45 (act. 15/12/14-15). Ein weiterer Kontoauszug des
Privatkontos vom 31. August 2014 belegt einen Saldo von CHF 405.26 (act. 15/12/26).
Gemäss den Angaben im Sozialhilfegesuch vom 8. Juli 2014 beliefen sich die
Einnahmen der Beschwerdeführerin aus den Kinderzulagen und den Kinderalimenten
auf insgesamt CHF 2‘850. Aufgrund des Klinikaufenthalts vom 17. bis 26. März 2014
und nachfolgender Arbeitsunfähigkeit zu 100 % vom 1. April bis 8. Juli 2014
(act. 15/12/6) ergibt sich weiter, dass die Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum
kein Einkommen generieren konnte. Dies scheint im Übrigen auch das Sozialamt
anzuerkennen, indem die Beschwerdeführerin am 28. Juli 2014 aufgefordert wurde –
sofern und sobald sie wieder arbeitsfähig sei – die Anspruchsberechtigung von
Arbeitslosentaggeldern prüfen zu lassen. Zwar war die Beschwerdeführerin ab dem
26. August 2014 wieder zu 50 % arbeitsfähig (act. 15/12/28), ab dem 1. September
2014 war sie jedoch erneut zu 100 % arbeitsunfähig (act. 12/2). Im Übrigen weist die
Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass ein aktuelles Arztzeugnis nicht
bedürftigkeitsrelevant ist, da die Arbeitsfähigkeit zwar für den Integrationsauftrag von
Bedeutung ist, nicht aber für die Frage der unmittelbaren Bedürftigkeit (Wizent, a.a.O.,
S. 533). Weiter forderte das Sozialamt die Beschwerdeführerin auf, die
Einkommensverhältnisse der Kinder offenzulegen. Gemäss den eingereichten
Unterlagen betrug das monatliche Einkommen des ältesten Sohnes im Juni 2014
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CHF 473.78 netto (act. 15/12/10) und dasjenige der Tochter – welche mittlerweile unter
der alleinigen elterlichen Sorge des Vaters steht – ab August 2014 CHF 1‘000
(act. 15/12/11). Belegt ist jedoch auch, dass jährlich Stipendien in der Höhe von
CHF 1‘000 für die Söhne (act. 15/12/16) bzw. CHF 4‘900 (act. 15/12/17) und von
CHF 10‘100 für die Tochter (act. 15/12/18) ausgerichtet wurden. Zu berücksichtigen ist
einerseits, dass der Staat Stipendien nur gewährt, soweit die Kosten der Ausbildung
oder Weiterbildung einem Bewerber oder seinen Eltern nicht zugemutet werden
können (Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die staatlichen Stipendien und
Stipendiendarlehen [Stipendiengesetz], sGS 211.5, StipG). Art. 9 Abs. 1 StipG hält
weiter fest, dass die Höhe der Stipendien sich unter anderem nach den finanziellen und
familiären Verhältnissen des Empfängers und seiner Eltern richtet. Andererseits
bestünde die Möglichkeit, bei fehlenden Unterlagen betreffend den Kindern eine
Bedarfsrechnung lediglich für den Lebensunterhalt der Beschwerdeführerin
anzustellen, sodass die in diesem Zusammenhang geforderten Unterlagen nicht
zwingend erforderlich sind. So weist die Beschwerdeführerin denn auch zu Recht
darauf hin, ihr Gesuch habe sich lediglich auf ihren Bedarf bezogen – und nicht auch
auf denjenigen der Kinder (vgl. act. 11 S. 5 f.). Soweit ein aktueller Nachweis der
Hypothekarschulden und -zinsen gefordert wurde, führt die Vorinstanz selbst aus, es
könne davon ausgegangen werden, die Hypothekarzinsen für das Jahr 2014 würden
sich im ähnlichen Rahmen wie im Jahr 2013 bewegen (vgl. act. 2 E. 4.4.2). Aus den
Hypothekarabrechnungen geht hervor, dass sich die Hypotheken auf insgesamt
CHF 300‘000 belaufen, wobei der Zinssatz für Juli und August 2013 1.400 % und für
September bis Dezember 2013 1.35 % betrug (act. 15/12/7-8).
4.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin einzig vorgeworfen
werden kann, keine detaillierten Kontoauszüge eingereicht zu haben. Damit hat sie
zwar ihre Mitwirkungspflicht verletzt. Die fehlende Mitwirkung hat jedoch nicht zur
Folge, dass erhebliche Zweifel an der Unterstützungsbedürftigkeit der
Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitpunkt nicht hätten ausgeräumt werden
können. Eine vollumfängliche Leistungsverweigerung, wie sie materielle Folge des
angefochtenen vorinstanzlichen Entscheids ist, rechtfertigt sich daher nicht.
4.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen und der
vorinstanzliche Entscheid vom 29. September 2016 aufzuheben ist. Damit sind auch
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die diesem zugrunde liegenden Verfügungen der Beschwerdegegnerin und des
Sozialamts aufgehoben (sog. Devolutiveffekt). Das Sozialamt der Beschwerdegegnerin,
an welches die Sache zurückzuweisen ist (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2
und Art. 18 VRP), wird auf das Ersuchen der Beschwerdeführerin einzutreten und
darüber unter Berücksichtigung der vorstehenden Erwägungen in der Sache zu
befinden haben.
5.
5.1. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1‘500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist nicht zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von
Amtes wegen über die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu
entscheiden. In der Regel erfolgt die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die
Beteiligten und deren Anteile analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004,
S. 103). Da im vorinstanzlichen Verfahren keine amtlichen Kosten gesprochen wurden,
kann es indes bei der vorinstanzlichen Kostenregelung bleiben.
5.2. Die Beschwerdeführerin hat sowohl im Beschwerde- als auch Rekursverfahren
obsiegt, weshalb sie von der Beschwerdegegnerin ausseramtlich zu entschädigen ist
(Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Ihre Rechtsvertreterin hat
keine Kostennoten eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege ist die
Honorarpauschale innerhalb des von Art. 22 Abs. 1 Ingress der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, HonO) festgelegten Rahmens vor
Verwaltungsbehörden zwischen CHF 500 und CHF 6‘000 (lit. a) und vor
Verwaltungsgericht zwischen CHF 1'000 und CHF 12'000 (lit. b) festzulegen. Innerhalb
des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten
bemessen (Art. 19 HonO sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70,
AnwG; vgl. dazu BGE 141 I 124 E. 4 und BGer 1C_53/2015 vom 12. Mai 2015 E. 2.5).
bis
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Im Rekursverfahren wurde die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin infolge
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit CHF 720, einschliesslich Barauslagen und
zuzüglich Mehrwertsteuer entschädigt. Da mit dem Obsiegen der Beschwerdeführerin
ein volles – und nicht um einen Fünftel herabgesetztes (vgl. Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes (sGS 963.70, AnwG) – Honorar zuzusprechen ist, hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit CHF 900 (einschliesslich Barauslagen
und zuzüglich Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Im Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht erscheint eine pauschale Entschädigung von CHF 2‘000 zuzüglich
CHF 80 pauschale Barauslagen (4 % von CHF 2‘000) und Mehrwertsteuer als
angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin dementsprechend
für das Beschwerdeverfahren mit insgesamt CHF 2‘080 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer
– die anwaltlichen Leistungen wurden im Wesentlichen noch vor dem 1. Januar 2018
erbracht (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch) – zu entschädigen.
5.3. Bei diesem Verfahrensausgang ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als
gegenstandslos geworden abzuschreiben.