# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e363148a-492c-4e0b-af81-8e04f1f0de28
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1969
,
Mutter zweier Kinder (Jahrgang
1995 und 1997),
ist gelernte Verkäuferin
und meldete sich
am 1
1.
März 2011
u
nter Hinweis auf
eine im
November 2010 diagnostizierte m
ultiple Sklerose
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/34
Ziff.
6.2
-6.3
).
Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbli
che Situation ab und
hielt
mit Mitteilung vom 1
5.
Juli 2011 fest, dass aufgrund des Gesundheitszustands der Versicherten keine Eingliederungsmassn
ahmen möglich s
eien (
Urk.
6/44). In der Folge
veranlasste
sie
eine Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsbericht vom
6.
Juli 2012;
Urk.
6/56).
Nach ergangenem Vorbescheid vom
6.
Juli 2012 (
Urk.
6/60) sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom
1
6.
Oktober 2012
bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
6/67,
vgl.
Urk.
6/63).
1.2
N
ach am
8.
Mai 2015 in Rechtskraft erwachsener Scheidung (
Urk.
6/105)
meldete sich die Versicherte a
m 1
0.
Juni 2015
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
6/106
)
. Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerb
liche Abklärungen und holte
bei
der Y._
ein Gutachten ein, welches am
5.
April 2016 erstattet wurde (
Urk.
6/159).
Mit
Vorbescheid vom
1
9.
April 2016 (
Urk.
6/162)
stellte die IV-Stelle die Einstel
lung der Invalidenrente in Aussicht, wogegen
die Versicherte am
2
1.
Juni 2016 (
Urk.
6/178),
am 1
9.
Oktober
2016 (
Urk.
6/189)
und am 2
6.
April
2018 (
Urk.
6/223)
Einwände
erhob. Nach Eingang weiterer medizinischer Berichte
der behandelnden Ärzte
(
Urk.
6/177,
Urk.
6/186
,
Urk.
6/194/4-9,
Urk.
6/222
/1-9
,
Urk.
6/233)
sowie einer gutachterlichen Stellungnahme der
Y._
vom
8.
Januar 20
18
(
Urk.
6/214), stellte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 2
5.
April
2019
die Rentenleistung ein (
Urk.
6/235 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
8.
Mai 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
5.
April 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr wei
terhin eine Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Angelegenheit zu wei
teren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Juli 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 2
5.
Novem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a IVG) zur Anwendung gelangt (BGE 144 I 21 E. 2.2). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künf
tige Rechtsstellung der versicherten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
27 f. zu Art. 30–31).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit der Scheidung gemäss eigener Aussage nun in einem 100%-Pensum erwerbstätig wäre. Im Rahmen dieser Änderung sei auch ihr Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig
keit neu überprüft worden. Die
Abklärungen hätten ergeben, dass ihr eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei. Geeignet seien alle körperlich leichten Arbeiten, welche wechsel
belastend oder überwiegend sitzend ausgeführt werden könnten und keine besondere Fin
gerfertigkeit voraussetzen würden. Die Tätigkeit als Verkäuferin entspreche in diesem Sinn einer angepassten Tätigkeit
, womit kei
ne Erwerbs
einbusse mehr
vor
liege
. Aus medizinischer Sicht sei zwar davon auszugehen, dass sich der Gesund
heitszustand nicht wesentli
ch verändert habe, d
a jedoch mit der Qualifikations
änder
ung ein Revisionsgrund vorliege
, könne auf die Neubeur
teilung des gesund
heitlichen Sachverhalts abgestellt werden (S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
,
dass aktenkundig eine m
ultiple Sklerose schlüssig belegt und das Vorhandensein eines Gesundheitsschadens unbestritten sei. Vor der
Rentenzusprache
habe die IV
Stelle umfangreiche Abklärungen getätigt. Dass nunmehr gestützt auf das
Y._
-Gutachten
und
entgegen der bisherigen Beurteilungen
von
eine
r
100%i
ge
n Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde
, sei nicht plausibel (S. 5
Ziff.
7).
Infol
gedessen sei von einer Renteneinstellung abzusehen, zumal keine rechtsgenü
gende Grundlage dafür bestehe (S. 7
Ziff.
12).
2.3
Streitig ist
, ob
die Renteneinstellung zu Recht erfolgte
und ob
diesbezüglich der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
Zu prüfen
ist
in diesem Zusam
menhang insbesondere
,
ob sich die erwerblichen und gesundheitlichen Verhält
nisse
der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
im Jahr 2012 in an
spruchsrelevanter Weise verändert haben.
3.
3.1
Der Verfügung
vom 1
6.
Oktober 2012
(
Urk.
6/67
) lagen im Wesentlichen die fol
genden Berichte zugrunde:
3.2
Dr.
Z._
, Fachärztin für Neurologie und für Psychiatrie und Psychothera
pie
, führte in ihrem Bericht vom
7.
Juli 2011 (
Urk.
6/43/1-4) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit
4.
November 2011 ambulant behandle (
Ziff.
1.2)
,
und nannte als Diagnos
en eine multiple Sklerose,
leichte bis mittlere
kognitive Ei
n
schränkungen sowie
eine Anpassungsstörung mit ängstlich depres
siver Sympto
matik (
Ziff.
1.1). I
n der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6). Momentan sei auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit nicht möglich (
Ziff.
1.8). Bei einer weiteren Stabilisierung sei im weite
ren Verlauf allenfalls
eine angepasste Tätigkeit in
einem
maximal
30
%
-Pensum
denkbar (
Ziff.
1.9).
3.3
Anlässlich der
am 2
4.
April 2012 erfolgte
n
Abklärung der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
6/56)
gab die
Beschwerdeführerin
an
,
dass sie seit
der Trennung vo
n ihrem Ehem
ann
nun
teilweise
selbständig
für ihren Lebensunterhalt aufkommen müsse, aus gesundheitlichen Gründen dazu aber nicht in der Lage sei (S. 1
Ziff.
1). Bei
guter Gesundheit
wäre sie
mit grösster Wahrscheinlichkeit im Verkauf
zu
50-70
%
erwerbst
ätig
. Dieses Pensum
erachte sie
angesi
chts ihrer
familiären Verpflichtungen
als machbar und
würde damit und
mit den Alimenten und Unterhaltsbeiträgen
finanziell
über die Runden kommen (S. 2 f.
Ziff.
2.5).
Sie lebe zusammen mit der älteren Tochter (Jahrgang 1995) in einer Eigentumswohnung. Die jüngere Tochter (Jahrgang 1997) wohne beim Va
ter und komme jeweils mittags zum Essen (S. 3
Ziff.
4-5).
Im Ergebnis wurde die Beschwerdeführerin von der Abklärungsperson als zu 60
% erwerbstätig und zu 40
%
im Haushalt tätig qualifiziert. In Anbetracht der familiären Verpflichtungen und der finanziellen Situation könne davon ausge
gangen werden, dass sie seit der Trennung vom Januar 2011 bei guter Gesundheit mit grösster Wahrscheinlichkeit einer 60%igen Erwerbstätigkeit im Verkauf nach
gehen würde (S. 3
Ziff.
2.5). Die Abklärungsperson erkannte sodann Einschrän
kungen in den Bereichen Ernährung
(S. 5
Ziff.
6.2)
, Wohnungspflege
(S. 5
Ziff.
6.3)
, Einkauf und Besorgungen
(S. 6
Ziff.
6.4)
und Verschiedenes
(S. 6
Ziff.
6.7), was insgesamt zu einer Einschränkung von 20.90
%
in dem mit 40
%
gewichteten Haushaltsbereich führte (S. 7
Ziff.
8).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
2
5.
April 2019
(Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden
medizinischen
Berichte vor:
4.2
Die Gutachter der
Y._
erstatteten am
5.
April 2016 ein polydisziplinäres Gut
achten (
Urk.
6/159).
Sie stützten sich auf di
e ihnen überlassenen Akten (S. 2
ff.), d
ie Angaben der
Beschwerdeführerin
(S
.
20
ff.), ihre
am
1
2.
und 1
5.
Januar 2016
erhobenen
internistischen (S. 20 ff.), neurologischen (S.
24 ff.
)
und neuropsycho
logischen (S. 30 ff.)
Befunde und nannten
als Diagnose eine multiple Sklerose, bisher schubförmig mit unvollständigen Remissionen verlaufend bei einem aktu
ellen EDSS (
Expanded
Disability Status
Scale
)-Score von 3.
0 (S. 44
Ziff.
III. 1.).
Anlässlich der internistischen Begutachtung habe der aktuelle
Befund
keine nam
haften Gesundheitsstörungen gezeigt, somit ergebe sich aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 23
Ziff.
2.1.4).
In
neurologischer Hinsicht habe
die Beschwerdeführerin
über
eine Gangstörung, gelegentliche Blasenentleerungsstörung und eine reduzierte Belastbarkeit
berich
tet
. Im klinischen Befund sei eine leichtgradige Ataxie und sensible Störung zu erheben
.
Hinweise für eine kognitive Störung oder eine Beeinträchtigung der Vigilanz hätten sich nicht ergeben. Die aus neurologischer Sicht objektivierten Be
funde seien leichtgradig behindernd und somit geeignet, eine qualitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Überwiegend gehend und stehend ausgeübte Tätigkeiten sowie körperlich schwere Arbeiten mit hohen feinmotori
schen Ansprüchen seien nicht möglich. In überwiegend sitzenden und wechsel
belastenden Tätigkeiten ohne höhere feinmotorische Ansprüche könnten die hier erhobenen Befunde jedoch nicht namhaft zum Tragen kommen. Gut geeignet seien beispielsweise Arbeiten im Detailhandel, an Pforten, Rezeptionen sowie in Telefon- und Wachdiensten.
Hinsichtlich der reklamierten kognitiven Beeinträch
tigungen und raschen Ermüdung habe sich kein objektives Korrelat ergeben. Die Beschwerdeführerin sei durchgehend wach, orientiert,
attent
, geistig wendig und rege
gewesen
sowie im Verlauf der Untersuchung nicht ermüde
t
. Diesbezüglich könne also keine zusätzliche Beeinträchtigung attestiert werden (S.
29
Ziff.
2.2.4).
Die in der neuropsychologischen Begutachtung vorgetragenen Beeinträchtigun
gen hätten sich in der klinischen Untersuchung nicht objektivieren lassen. Die Beschwerdeführerin sei wach, orientiert, eloquent,
attent
, geistig wendig und rege
gewesen
sowie im Verlauf nicht ermüde
t
. Sie sei im Alltag selbständig, führe ihren Haushalt ohne Hilfe und nutze sicher öffentliche Verkehrsmittel. Die All
tagsaktivität ergebe keinen Anhalt für das Vorliegen einer behinderungsrelevan
ten, hirnorganisch bedingten Leistungsminderung. Die eingesetzte Testbatterie zur
Forensischen Neuropsychologie beinhalte simulationssensible Tests zur Über
prüfung der Plausibilität anamnestisch angegebener Beschwerden und habe den deutlichen Hinweis auf eine bewusstseinsnahe Verfälschungstendenz ergeben. Es bestünden daher wesentliche Anhaltspunkte für eine bewusstseinsnahe demonst
rative Darbietung von
Einschränkungen der Beschwerden (S. 34
Ziff.
2.3.4).
Was die aktenkundig attestierte kognitive
Störung (vgl.
Urk.
6/45/15-17
) anbelange
, so sei diese aufgrund einer mangelhaften methoden-kritischen Bewertung formal auffälliger Ergebnisse erfolgt und die Voruntersuchungen würden nicht die ver
sicherungsmedizinischen Mindestanforderungen an eine Konsistenzprüfung er
füllen. So seien namentlich keine Symptomvalidierungstests beziehungsweise keine Testverfahren zur Prüfung von Hinweisen auf eine Aggravation oder Si
mulation eingesetzt worden (S. 35
Ziff.
2.3.4).
Zusammenfassend seien anhand des gewonnenen Eindrucks bei der Beschwerdeführerin keine namhaften kogni
tiven Störungen oder eine «Fatigue» zu attestieren, die Arbeitsfähigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht somit nicht limitiert (S. 37
Ziff.
2.3.4).
Gesamtmedizinisch sei aufgrund der erhobenen Anamnese und Befunde sowie der Aktendaten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge
übten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit oder auch einer anderen, körper
lich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sowie im Haushalt ex
tunc
mit 100
%
einzuschät
zen. Aufgrund einer Encephalomyelitis
disseminata
mit einer leichtgradigen Ata
xie, Blasenentleerungsstörung und sensiblen Störung würden Tätigkeiten mit überwiegendem Gehen und Stehen, körperlich schwere und feinmotorisch an
spruchsvolle Arbeiten auf Dauer ausfallen
. Für das reklamierte und aktenkundig erwogene Fatigue-Syndrom fehle ein behinderungsrelevantes klinisches Korrelat. Die neuropsychologische Untersuchung habe deutliche Hinweise auf ein bewusst
seinsnahes verfälschendes Antwortverhalten ergeben, was in der Gesamtbewer
tung der Klagen kritisch zu berücksichtigen sei. Anamnestisch falle eine erhaltene Alltagsselbständigkeit, Haushaltsführung und Aktivität auf. Hinweise für eine Störung von Kommunikation und sozialer Interaktion würden fehlen. Die Res
sourcen seien also objektiv gut erhalten. Weiter seien leistungsfremde Faktoren (Geldmangel, Scheidungsfolgen) zu erkennen, die geeignet seien, eine bewusst
seinsnahe Begehrenserhaltung zu fördern respektive
zu
generieren (S. 37
Ziff.
3). Der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin habe sich
sei
t der letzten Revi
sion
wahrscheinlich nicht namhaft verändert. Die Gutachter hielten die Vorbe
wertungen einer namhaften kognitiven Beeinträchtigung
jedoch
für nicht ausrei
chend begründet (S. 49 f.
Ziff.
5.1).
4.3
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2
)
und
dipl.
psych
.
A._
führte
n
in ihrem
am
3
0.
Dezember
2016
bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht über die neuropsychologischen Untersuchungen vom 1
0.
Oktober und 2
4.
November 2016 (
Urk.
6/194/4-5) aus, dass sich die Testwerte im Kognitionsscreening im Norm
bereich bewegen würden. Die Ergebnisse der weiteren Tests würden dagegen leichte bis mittelgradige Beeinträchtigungen in nahezu allen Subtests aufweisen. Diese hätten sich darüber hinaus tendenziell im Vergleich mit den Testungen der vergangenen Jahre verschlechtert, sodass von einer leichten bis mittelgradigen Beeinträchtigung des Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögens sowie zentraler exekutiver
Funktionen auszugehen sei (S. 2
unten).
4.4
Am
8.
Januar 2018 erstatteten die Gutachter der
Y._
eine gutachterlic
he Stel
lungnahme (
Urk.
6/214). S
ie führten aus, dass der Bericht von
Dr.
Z._
über die neuropsychologischen Untersuchungen vom 1
0.
Oktober und 2
4.
November 2016
(vgl. vorstehend E. 4.3
)
keine Symptomvalidierung enthalte und damit versiche
rungsmedizinisch nicht ausreichend sei. Die in dem Bericht beschriebenen kog
nitiven Verschlechterungen würden sich nicht ausreichend von einem Test
artefakt abgrenzen lassen und der klinische Befund habe keinen Anhalt für eine nam
hafte kognitive Auffälligkeit ergeben. Eine Diskussion der Diskrepanz zwi
schen dem klinisch nicht namhaft auffälligen Befund und den formal auffälligen Test
befunden sei sodann nicht erfolgt. Auch sei der gutachterliche Befund der Symp
tomvalidierung nicht berücksichtigt oder diskutiert worden.
I
m Bericht der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
B._
vom 1
7.
Oktober 2016
(
vgl.
Urk.
6/194/6-9)
werde im klinischen Befund k
eine kognitive oder die Vigilanz
betreffende Auffälligkeit
und ein erfreulich stabiler Verlauf beschrieben. Hin
sichtlich der subjektiven Angaben der Müdigkeit sei eine psychiatrische Medika
tion mit Antidepressiva erwogen worden. Zur Arbeitsfähigkeit würden ferner keine Angaben gemacht. Insgesamt ergebe sich aus den nachgereichten Berichten somit kein ausreichend wahrscheinlicher Anhalt für eine namhafte Änderung der Gesundheitsstörung, mithin auch kein Anhalt für eine notwendige Änderung in der Beantwortung der Gutachtenfragen. Die multiple Sklerose sei eine grundsätz
lich zur Progredienz neigende Erkrankung, sodass zukünftige Verschlechterungen denkbar bl
i
eben. Es stehe also im Ermessen der Beschwerdegegnerin
,
bei einem entsprechenden ausreichenden Anhalt eine Kontrolluntersuchung zu veranlassen (S. 4).
4.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
phil.
D._
, Neuropsychologin,
Institut
E._
, hielten in ihrem Bericht vom
1
0.
Oktober 2017 über die neuro
psycho
logische Untersuchung vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
6/222
/3
-9
) fest,
dass für die
Validierung der kognitiven Defizite während der neuropsychologischen Abklä
rung
sogenannte Symptomvalidierungstests durchgeführt beziehungsweise ver
fahrensimmanente Validierungsfaktoren überprüft worden seien
(S. 5
Ziff.
3)
. In der Verhaltensbeobachtung sowie in den eingesetzten Symptomvalidierungsver
fahren hätten sich keine Auffälligkeiten gezeigt, sodass sich kein Anhalt für eine Aggravation oder eine Simulation von Beschwerden ergeben habe. In der neu
ropsychologischen Untersuchung hätten sich kognitive Leistungseinbussen ent
sprechend einer leichten neuropsychologischen Störung gezeigt. Die Funktions
fähigkeit dürfte im Alltag unter den meisten beruflichen Anforderungen an die Kognition nicht eingeschränkt sein. Nur bei Aufgaben und Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Kognition könne die Funktionsfähigkeit leicht einge
schränkt sein. Einfachere Arbeiten beziehungsweise Routinearbeiten könnten ohne Einschränkungen ausgeführt werden
. Dass die Beschwerdeführerin im Rah
men der zweistündigen Untersuchung mehrheitlich gute Leistungen erzielt habe, weise auf solide Ressourcen hin. Die leichte kognitive Störung lasse sich mög
licherweise im Rahmen der multiplen Sklerose mit entsprechenden zerebralen Pa
thologien erklären (Differentialdiagnose Anpassungsstörung; S. 5 f.
Ziff.
4).
4.6
Dr.
C._
(vorstehend E. 4.5
) führte in seinem Bericht vom 1
1.
März 2019 (
Urk.
6/233) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 1
7.
November 2016 ambu
lant behandle (S. 1). Seither sei kein erneuter MS-Schub aufgetreten. Auf der
Befundebene habe sich im Verlauf keine wesentliche Änderung ergeben. Ein we
sentliches sensomotorisches Defizit bestehe nicht. Das MRI des Schädels vom 1
3.
September 2017
(vgl.
Urk.
6/233/3)
zeige im Vergleich zu der Vorunter
suchung vom 2
0.
August 2016
(vgl.
Urk.
6/186/6-7)
keine neuen Läsionen. Ins
gesamt zeige sich kein aussergewöhnliches
Lesionload
und keine wesentliche
Hirnathropie
. Die neuropsychologische Untersuchung vom 3
0.
A
ugust 2017 (vgl. vor
stehend E. 4.5
) habe eine leichte neuropsychologische Störung gezeigt. Wesent
liche kognitive Defizite seien nicht festgestellt worden. Dies entspreche der Schil
derung der Alltagsaktivität und den neurologisch
en
und verhaltens
neurologi
schen Befunden. Wesentliche qualitative Defizite würden auch in den kognitiven Domänen nicht vorliegen. Subjektiv bestehe weiterhin ein
e
starke Fatigue
.
Hierfür könne weder in der neurologischen noch in der neuropsy
cho
logischen Untersu
chung ein sicher erklärender beziehungsweise objektiver Befund erhoben werden. Auch das
Lesionsload
im MRI sei nicht so massiv, dass das beklagte Ausmass der Fatigue durch die Marklagerveränderungen sicher erklärt werden könn
t
en, wenn
gleich in der wissenschaftlichen Literatur die Dis
kussion diesbezüglich nicht ab
geschlossen sei. Differentialdiagnostisch sei auch eine Anpassungsstörung bezie
hungsweise eine depressive Störung zu diskutieren, die bekanntlich h
äufig mit Antriebsmangel einher
gehen würden (S. 2).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin ist Mutter zweier Kinder (Jahrgänge 1995 und 1997) und war bis
zirka
1995 in ihrem angestammten Beruf als Verkäuferin tätig (vgl.
Urk.
6/34
Ziff.
5.2,
Ziff.
5.6;
Urk.
6/37
,
Urk.
6/37
).
Unter Berücksichtigung
der im Jahr 2011 erfolgten Trennung von ihrem Ehemann (vgl.
Urk.
6/55)
, der f
amiliären Verpflichtungen sowie
der finanziellen Situation
wurde sie anlässlich
der Haus
haltsabklärung vom April 2012
(vorstehend E. 3.3
) mit
60
%
im Erwerbsbereich und mit 40
%
i
m
Haushaltsbereich qualifiziert.
Im Haushaltsbereich wurde
so
dann
eine Einschränkung von 20.90
%
ermittel
t
.
Gestützt auf die medizinische
Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin
davon aus, dass die
Beschwerdeführer
in in einer angepassten Tätigkeit zu 30
%
arbeitsfähig sei. Bei der ermittelten Qua
lifikation von 60
%
Erwerbsbereich und 40
%
Haushaltsbereich errechnete sie ein
en
Invaliditätsgrad von 40
%
und sprach der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1
6.
Oktober 2012
einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
6/67, vgl.
Urk.
6/63).
5.2
Unter explizitem Hinweis
auf eine Statusänderung nach
vorgängig
erfolgter Scheidung (
Scheidungsurt
eil
vom
7.
April 2015;
Urk.
6/105)
meldete
sich die Be
schwerdeführerin
im Juni 2015 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an
und machte geltend, dass sie
aufgrund der veränderten Umstände nun im Gesundheitsfall 100
%
erwerbstätig wäre
(vgl.
Urk.
6/106
Ziff.
1.7,
Urk.
6/110
,
Urk.
6/170
). Hinsichtlich der Statusfrage führte die Beschwerdegeg
nerin
in der Verfügung vom 2
5.
April 2019
aus, dass
gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin davon ausgegangen werden könne, dass sie bei guter Ge
sundheit nunmehr zu 100
%
einer erwerblichen Tätigkeit nachgehen würde (
Urk.
2 S. 2). Diese Einschätzung
ist unstreitig, entspricht den Angaben der Be
schwerdeführerin und ist
in Anbetracht
ihrer
persönlichen, familiären und er
werblichen Verhältnisse
seit
der im April in Rechtskraft erwachsenen Scheidung
nicht
zu beanstanden.
5.3
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeittätige hat zur Folge, dass für die Bemessung der Invalidität nicht mehr die gemischte Methode, sondern ein Einkommensvergleich zur Anwendung gelangt. Diese Änderung der Methoden
wahl stellt
ein
en
Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (vgl. vorstehend E. 1.4-1.5
).
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung
hat die Verwaltung - wenn ein Re
visionsgrund wie hier gegeben ist - den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend (
«
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an
f
rühere Beurteilung
en besteht (vgl. vorstehend E. 1.4
). Dabei
ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs erge
ben, dass ein anderes Anspruchselement zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_289/2019 vom
1
8.
September 2019
E. 5.2.2;
BGE 141 V 9 E. 2.3).
Der vorliegende Revisionsgrund
aufgrund der Statusänderung
führt dazu
,
dass
de
r
Invaliditätsgrad neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätseinschätzungen zu ermitteln
ist
, womit sich ein Revisionsgrund in medizinischer Hinsicht als ent
behrlich erweist. Nach dem Dargelegten ist
nicht zu beanstanden
, dass die Be
schwerdegegnerin eine
aktuelle
medizinische Neubeurteilung des
Gesundheitszu
stand
es
und
der
Arbeitsfähigkeit
vorgenommen hat.
6.
6.1
Das
Y._
-Gutachten
vom April 2016 (vorstehend E. 4.2
) sowie die gutachter
liche Stellungnahme
vom Januar 2018 (vorstehend E. 4.4
) erfüllen
sämtliche An
forderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der R
echt
sprechung (vorstehend E. 1.7
). Das Gutachten
setzt sich mit allen Aspekten der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung auseinander, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden sowie sämtliche ärztlichen Unte
rsuchungsberichte. Es
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der me
dizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolge
rungen. Es kann demnach grundsätzlich darauf abgestellt werden.
G
estüt
zt auf die Akten ist ausgewiesen
, dass die Beschwerdeführerin
an multipler Skler
ose leidet (vgl. vorstehend E. 3.2, 4.2-4.6
).
Im klinischen Befund wurde aus neurologischer Sicht eine leichtgradige Ataxie und
eine
sensible Störung erho
ben, weshalb
die Gutachter der
Y._
Tätigkeiten mit überwiegendem Gehen und Stehen sowie körperlich schwere und feinmotorisch anspruchsvolle Arbeiten
als unzumutbar beurteilten
.
Aufgrund der als leichtgradig
behindernd ein
gestuf
ten
objektivierten Befunde
erachteten
sie
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin sowie für jede andere körperlich leichte, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit als ausgewiesen.
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie das zumutbare Belastungsprofil er
scheinen unter Berücksichtigung der relevanten Befunde als umfassend dargelegt und schlüssig begründet.
6.2
Hinsichtlich der geklagten kognitiven Beeinträchtigung und der raschen Ermü
dung ergab sich anlässlich der
Y._
-Begutachtung kein objektives Korrelat. In der neuropsychologischen Untersuchung waren ferner deutliche Hinweise für eine bewusstseinsnahe Verfälschungstendenz ersichtlich, welche in der Gesamt
beurteilung gewürdigt wurden.
Die in der gutachterlichen Stellungnahme der
Y._
vom Januar 2018 (vorstehend E. 4.4
) geübte Kritik an der knapp gehal
tenen
Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom Dezember 2016 (vgl.
vorstehend E. 4.3
) erweist sich als nachvollziehbar. Insbesondere verm
ochte Dr.
Z._
mangels einer diesbezüglich rechtsgenüglichen Begründung nicht schlüssig darzulegen, inwie
fern und in welchem Mass die erhobenen Testwerte eine kognit
ive Beeinträchti
gung begründen würden
. Sodann äusserte sie sich nicht zum versicherungsmedi
zinisch relevanten Einfluss der von ihr festgestellten leichten bis mittelgradigen Beeinträchtigung des Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögens sowie der zentralen exekutiven Funktionen auf die Arbeitsfähigkeit.
6.3
Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde anbelangt
, so äusserte sich der
behandelnde Neurolog
e
Dr.
C._
in seinem Berich
t vom März
2019 (vorstehend E. 4.6
) dahingehend, dass es seit 2016 zu keinem ern
euten MS-Schub gekommen sei. Er verneinte ein
wesentliches sensomotorisches Defizit
sowie ein
aus
sergewöhnliches
Lesionload
und
eine wesentliche
Hirnathropie
.
In
Korrelation mit der geschilderten Alltagsaktivität und den neurologischen und verhaltens
neurologischen Befunden
ging er von keinen
wesentlichen kognitiven Defizite
n aus
. Für
die subjektiv bestehende Fatigue
konnte er sodann
kein
en sicher erklä
renden beziehungsweise objektiven
Befund
erheben
.
Auch
die
behandeln
den
Ärzte des Universitätsspitals
B._
berichteten am
1
7.
Oktober
2016
(
Urk.
6/194/6-9)
über einen -
anamnestisch, klinisch und MR-tomographisch
- erfreulich stabilen
Verlauf der schubf
örmigen multiplen Sklerose
.
Insoweit weist
auch
die Befunderhebung durch die behandelnden Ärzte
analog der Beurteilung im
Y._
-Gutachten
auf keine derzeit schwergradige Ausprägung der gesund
heitlichen Beschwerden hin.
Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung durch die behandelnden Fachpersonen
Dr.
C._
und
Dr.
phil.
D._
vom August 2017 (vorstehend E. 4.5
) wurden
auf Grundlage einer
nachvollziehbaren und
umfassenden
objekti
ven Befunderhebung sowie
Beschwerdevalidierung
isolierte Minderleistungen in verschiedenen kognitiven Teilbereichen entsprechend einer leichten neuropsy
chologischen Störung festgestellt.
Die
behandelnden
Fachpersonen
erkannten
un
ter Berücksichtigung der
geklagten Beschwerden und
relevanten Befunde
keine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit im Alltag unter den meisten beruflichen Anforderungen
und erachteten e
infachere T
ätigkeiten und Routinearbeiten als zumutbar
. Nur bei Aufgaben und Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die
Kognition
sei eine leichte Einschränkung
möglich.
Auch aus Sicht des behan
delnden Neurologen sowie der behandelnden Neuropsychologin ist eine Arbeits
fähigkeit für angepasste Tätigkeiten ausgewiesen
. In
ihrer Beurteilung
ist somit
kein
erlei
Widerspruch zu der im
Y._
-Gutachten attestierten 100%igen Arbeitsfähigkeit für angepas
ste Tätigkeiten zu erblicken
.
6.4
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind nach dem Gesagten aufgrund der medizinischen Akten
der behandelnden Fach
personen
und der zuverlässigen gutachterlichen Beurteilung hinreichend abge
klärt. Von weiteren Untersuchungen
- insbesondere einer psychiatrischen Abklä
rung -
wären diesbezüglich keine
neuen
Erkenntnisse zu erwarten, zumal
die
geklagte
n Beschwerden
bereits vollumfänglich in der Beurteilung der Arbeits
fähig
keit
durch die behandelnden Fachpersonen
berücksichtigt
wurde
n
.
Der medizini
sche Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass
für
eine
körperlich leichte, wech
selbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit
, ohne über
wie
gendes Gehen und Stehen, ohne
körperlich schwere und feinmotorisch an
spruchs
volle Arbeiten
und ohne hohe Anforderungen an die Kognition, eine 100%ige Arbeits
fähigkeit ausgewiesen ist.
Da es sich bei der multiplen Sklerose um eine grund
sätzlich zur Progredienz neigende Erkrankung handelt (vgl.
vorstehend E. 4.4
)
,
ist
die Beschwerdegegnerin angehalten,
bei einer möglichen
zukünftigen Ver
schlechterung den
medizinische
n
Sachverhalt und ein
en all
fälligen
Rentenan
spruch erneut abzuklären.
7.
7.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 2
5.
April 2019 (
Urk.
2) da
von aus, dass es sich bei ihrem angestammten Beruf als Verkäuferin um eine angepasste Tätigkeit handelt, weshalb sie auf Grundlage eines Prozentvergleichs von einem Invaliditätsgrad von 0
%
a
usging (vgl.
Urk.
6/161 S. 5). D
ie Beschwer
deführerin machte demgegenüber geltend, dass sie zuletzt vor ihrer Erkrankung in einer verantwortungsvollen Funktion als Filialleiterin tätig war und die Be
schreibung des leidensangepassten Belastungsprofils nicht mit dem Arbeitsprofil einer im Verkauf tätigen Person übereinstimmen würde (vgl.
Urk.
1 S. 4
f.
Ziff.
5). In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
5.
Juli 2019 führte die Beschwerdegegnerin sodann aus, dass unabhängig davon, ob die Arbeit im Verkauf einer angepassten Tätigkeit im Sinne des Belastungsprofils entspreche, der für einen Rentenan
spruch erforderliche Invaliditätsgrad nicht erreicht werde (
Urk.
5 S. 2
Ziff.
4).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Als unstreitig erweist sich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in ihrem angestammten Beruf als gelernte Verkäuferin erwerbstätig wäre. Den Auszügen aus dem individuellen Konto (IK
Auszüge) vom 3
1.
März 2011 (
Urk.
6/37) und vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
6/114) ist zu entnehmen, dass sie zuletzt im Jahr 1997 erwerbstätig war, wobei sie in den Jahren zuvor bei verschiedenen Arbeitgebern tätig war. Aufgrund der lange zu
rückliegenden IK-Einträge und der häufigen Stellenwechsel erscheint es sachge
recht - analog des Einkommensvergleichs durch die Beschwerdegegnerin vom
4.
Juli 2012 (
Urk.
6/57; vgl. auch
Urk.
5 S. 2
Ziff.
4) - die Tabellenlöhne der Lohn
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen. Aus den Akten lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, welche Funktion die Beschwer
deführerin im Verkauf innehatte, insbesondere ob sie als Filialleiterin tätig war
(vgl.
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
5)
. Diesfalls wäre das im Jahr
2018 im
Detailhandel durch
schnittlich erzielte monatliche Einkommen von Fr.
5’062.
gemäss LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 3, einschlägig. Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (www.bfs.admin.ch,
Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirt
s
chafts
abteilungen, T
03.02) und aufgerechnet auf ein Jahr würde ein
Valideneinkommen
von rund
Fr.
63'326.-- resultieren (
Fr.
5'062.-- x 12 : 40.0 x 41.7).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Der Beschwerdeführerin ist es zumutbar
, einer an
gepassten Tätigkeit in einem 100%
-Pensu
m nachzugehen (vorstehend E. 7.5
). Vorliegend ist fraglich -
kann jedoch
offengelassen werden -
ob die Tätigkeit als Verkäuferin respektive Filial
leiterin einer angep
assten Tätigkeit entspricht, da selbst bei der Berechnung des Invalideneinkommens anhand des Lohns für Hilfsarbeitertätigkeiten die
Erheb
lichkeitsgrenze
für einen Rentenanspruch nicht erreicht wird.
Der von Frauen im Jahr
2018 für Hilfsarbeiten durchs
chnittlich erzielte Lohn beträg
t gemäss LSE
2018
Fr.
4’425
.--
(Tabelle TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1).
A
uf
gerechnet auf ein Jahr und
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochen
arbeits
zeit von 41.7 S
tunden (www.bfs.admin.ch,
Betriebsübliche Ar
beits
zeit nach Wirt
schaftsabteilungen, T 03.02
)
resultiert
daraus
ein In
validen
einkommen von
rund
Fr.
55'357.-- (
Fr.
4’425
.-- x 12 : 40.0 x 41.7).
7.4
Zusammenfassend
ergibt sich, dass,
beim
massgebliche
n
Valideneinkommen
von 63'326.--
und ein
em
Invalideneinkommen von
Fr.
55'357.--
die Einkommensein
busse
Fr.
7'969.--
betr
ägt
. Daraus
resultiert
ein In
validitätsgrad von
rund
13
%
, womit die
Erheblichkeitsgrenze
von 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2) bei Weitem nicht erreicht wird und demnach kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
7.5
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Einstellung der Invalidenrente verfügte. Die
angefochtene Verfügung vom 2
5.
April 2019 (
Urk.
2)
erweist sich
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.