# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 731096ae-3751-4616-9cc7-c64774199ad9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ und X._ haben sich am _ 2005 in O.1_ verehelicht. Der Ehe entspross das Kind A._ (nachfolgend: A._), geboren am _ 2005.
B. Mit Urteil des Bezirksgerichts O.1_ vom 19. April 2012 wurde die Ehe der Parteien geschieden und der gemeinsame, bis dahin bei der Mutter lebende Sohn A._ unter die elterliche Sorge des Vaters gestellt. Ebenfalls wurden begleitende Massnahmen für die Umplatzierung von A._ zum Vater sowie die Weiterführung der am 21. Juli 2009 gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB angeordneten Besuchsrechtsbeistandschaft beschlossen.
C. Gegen dieses Urteil erhob Y._ Berufung beim Obergericht Zürich. Mit Urteil vom 6. November 2012 wies dieses das Rechtsmittel kostenfällig ab. Dagegen erhob die unterlegene Berufungsklägerin erfolglos Beschwerde beim Bundesgericht (Urteil vom 3. Mai 2013).
D. Am 16. Juni 2013 übermittelte B._, die Schwester von Y._, der KESB Bezirk O.1_ eine Gefährdungsmeldung betreffend das Kind A._. In dieser machte sie geltend, X._ sei extrem gefährlich, ein notorischer Lügner und Hochstapler, der ihre Schwester in die Alkoholabhängigkeit habe treiben wollen. Zudem sei man der Überzeugung, dass er A._ im Sommer 2009 bereits dreimal sexuell missbraucht habe.
E. Mit Entscheid vom 3. Oktober 2013 entzog die KESB Bezirk O.1_ X._ superprovisorisch die Obhut und verfügte die Platzierung des Kindes A._ in der Kriseninterventionsstelle C._. Begründend führte sie aus, es sei Intention der KESB gewesen, mit einer Zwischenplatzierung an einem geeigneten Ort die Unterbringung von A._ bei seinem Vater kindgerecht vorzubereiten.
F. In der Folge flüchtete Y._ mit ihrem Sohn A._ nach O.2_, wo sie knapp vier Jahre lebte. Am 18. August 2017 kehrte sie wieder in die Schweiz zurück. Kurz zuvor, nämlich am 15. August 2017 reichte Y._ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Regionalgericht Imboden ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen im Verfahren um Abänderung des vom Bezirksgericht O.1_ erlassenen Scheidungsurteils mit folgenden Rechtsbegehren ein:
1. Der Sohn A._ X._, geb. am _ 2005, sei für die Dauer des mit separat unter gleichem Datum eingereichter Klage beim
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Regionalgericht Imboden eingeleiteten Verfahrens betreffend Abänderung des Scheidungsurteils in Abänderung von Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts O.1_ vom 19. April 2012 (.- FE90083-G/U/St-Bo/mj) und von Ziffer 1 des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 6. November 2012 (. LC120022-O/U_V245) unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
2. Von der Einräumung eines Besuchs- und Ferienrechts sei für die Dauer des Abänderungsverfahrens abzusehen.
3. Prozessualer Antrag: Es sei mit superprovisorischer Massnahme ohne vorgängige Anhörung des Gesuchsgegners zu entscheiden und dem Gesuchsgegner eine angemessene Frist zur Stellungnahme einzuräumen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer zulasten des Gesuchsgegners.
G. Mit superprovisorischer Verfügung vom 16. August 2017 stellte die Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden das Kind A._ bis zum Erlass eines anderslautenden Entscheides unter die Obhut der Mutter. X._ (nachfolgend: Gesuchsgegner) wurde Frist bis am 28. August 2017 zur Einreichung einer Stellungnahme angesetzt.
H. In seiner Stellungnahme vom 27. August 2017 bestritt der Gesuchsgegner die örtliche Zuständigkeit der angerufenen Einzelrichterin und machte darüber hinaus geltend, dass die Eingabe schon aufgrund der Aktenlage rechtsmissbräuchlich sei. Es sei offensichtlich, dass sich diese des Mittels der Prozesslüge bediene, vorwiegend im Zusammenhang mit angeblichen Übergriffen des Gesuchstellers auf seinen Sohn, behauptetem Medikamenten- und Alkoholabusus, etc.
I. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien Gelegenheit zur weiteren Darlegung bzw. Präzisierung ihrer Standpunkte. In ihrer Replik vom 25. September 2017 hielt die Gesuchstellerin an ihren Rechtsbegehren unverändert fest. In der Duplik vom 6. Oktober 2017 stellte der Gesuchsgegner folgende Anträge:
1. Auf die Klage sei wegen örtlicher Unzuständigkeit nicht einzutreten.
2. Auf die Klage sei wegen mangelndem schutzwürdigem Interesse im Sinne von Art. 59 Abs. 2 a nicht einzutreten.
Materielles:
Für den Fall, dass das Gericht auf die Klage eintritt, beantrage ich für die Dauer des vorliegenden Verfahrens:
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1. Es sei für A._ Y._ per sofort eine Ausreisesperre anzuordnen und der auf den Namen von A._ Y.._ lautende Pass der L.1_ sei einzuziehen,
2. Es sei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden der Aufenthaltsort von A._ festzustellen,
3. Es sei der vom angerufenen Gericht gegenüber dem Gesuchsgegner verfügte Obhutsentzug aufzuheben und für den Fall, dass sich A._ weiter bei der Gesuchstellerin aufhält, eine Ueberwachung nach ZGB Art. 307 Abs. 3 anzuordnen.
Es sei sofort und während der Dauer des hängigen Verfahrens vor dem Regionalgericht Imboden (Proz. Nr. 115-2017-22 und Proz. Nr. 135-2017-230) für A._ eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 ZGB sowie eine therapeutische Begleitung und allfällige weitere therapeutische Massnahmen anzuordnen, um A._ zu ermöglichen, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu artikulieren und Voraussetzungen für den Beziehungsaufbau zum Vater zu schaffen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gesuchstellerin.
J. Am 11. Dezember 2017 fand die Hauptverhandlung vor der Einzelrichterin am Regionalgericht Imboden statt. Anwesend waren beide Parteien in Begleitung ihrer Rechtsvertreter. Nachdem keine der Parteien zusätzliche Beweisanträge stellte und beiden Rechtsvertreterinnen Gelegenheit zum Vortrag ihres Plädoyers eingeräumt worden war, führte die Einzelrichterin eine formlose richterliche Parteibefragung durch.
J.a. Im Rahmen dieser Befragung trug Y._ im Wesentlichen vor, dass es ihrem Sohn sehr gut gehe. Was den Kindesvater angehe, seien überhaupt keine stabilen Verhältnisse vorhanden. Wenn es um allfällige Besuchskontakte gehe, so müsse man die Situation beim Vater näher abklären. Der Schutz A._ müsse in jedem Fall gewährt sein.
J.b. X._ zeigte sich demgegenüber erfreut, dass es A._ gut gehe. Da er als Vater von der Mutter abgekoppelt worden sei, könne sein Sohn aber nichts zu seiner Person sagen. Er sei Opfer negativer Stimmungsmache seitens der Mutter von A._. A._ habe all die an ihn als Vater gerichteten Vorwürfe verinnerlicht, das sei eine richtiggehende Pathologisierung.
K. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2017, mitgeteilt am 2. Mai 2018, erkannte die Einzelrichterin was folgt:
1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und das Kind A._ X._, geboren am 5. Oktober 2005 wird, in Abänderung von Ziffer
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2 des Urteils des Bezirksgerichts O.1_ vom 19. April 2012, vorsorglich unter die Obhut der Mutter gestellt.
2. a)X._ ist berechtigt, seinen Sohn A._ jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu sich auf Besuch zu nehmen und drei Wochen Ferien pro Jahr mit ihm zu verbringen.
b)Während einer maximal zwei Monate dauernden Anfangsphase ist das Besuchsrecht auf zwei Tage im Monat ohne Übernachtung beschränkt
c)Diese Besuchsrechtsregelung gilt als Minimalanspruch für den Streitfall. Den Parteien steht es frei, davon im gegenseitigen Einvernehmen und im Interesse des Kindes abzuweichen.
3. Für das Kind A._ X._ wird gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB eine Besuchsbeistandschaft errichtet. Der beistand wird mit der Aufgabe betraut, die Eltern in der Ausübung der Besuchskontakte mit Rat und Tat zu unterstützen. Falls sich die Eltern bezüglich der Besuchs- und Ferientermine nicht einigen können, wird dem Beistand die Kompetenz zur verbindlichen Festsetzung und zur Regelung der Kindsübergabe eingeräumt.
4. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'000.00 gehen zu Lasten der Gesuchstellerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 3'000.00 verrechnet. Der Restbetrag von CHF 2'000.00 ist innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

## Considerations