# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d3dbb86b-8342-42cc-954e-5b4687a457df
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1971,
Mutter von
zwei Kinde
rn
(
Jahrgang
1992, 2001),
war vom 1
5.
Oktober 2001 bis
3
1.
Januar 2007
als Kassiererin bei der
Firma Y._
im Umfang von
30 Stunden pro Woche
tätig
(
Urk.
7/1
Ziff.
6.3.1
,
Urk.
7/6
Ziff.
2.9
).
Im Oktober 2010 schloss die Versicherte einen Anstellungs
vertrag mit
der Firma Z._
, mit Vertragsbeginn am
1.
November 2010 ab. Vereinbart wurden Arbeitseinsätze auf Abruf ohne
Min
desteinsatzstunden
(
Urk.
7/95, 7/101, 7/120 S. 13 f.). Dieser Vertrag wurde
soweit ersichtlich - per 1
0.
Juli 2012 aufgelöst (
Urk.
7/169 S. 2).
Unter Hinweis auf
eine seit etwa zwei Jahre
n
bestehende
Cervico
c
ephalgie
, Schwindel und Migrän
e
meldete sich die Versicherte am
2
8.
Februar 2007
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
Ziff.
7.2-3
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerbl
iche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
7/8
),
veranlasste ein psychiatrisches Gutachten, welches am 1
2.
Dezember 2008 erstattet wurde (
Urk.
7/46)
und
holte bei der MEDAS
ein polydiszipl
inäres Gutachten ein, das am 1
6.
Mai 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/120
).
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
7/129
)
erhob die Versicherte Einwände
(
Urk.
7/130,
Urk.
7/132
-135). Gegen die am
7.
März 2013 durchgeführte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am
6.
Juni 2013 Bericht erstattet wurde (
Urk.
7/150)
,
erhob die Versi
cherte bereits am
4.
April 2013 Einwendungen (
Urk.
7/
144-
145,
Urk.
7/148
149
)
.
M
it Verfügung vom
6.
Juni 2013
verneinte die IV-Stelle einen Rentenan
spruch (
Urk.
7/152
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
7.
Juni 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
Juni 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
ab dem
1.
Mai 2010 eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
das Ver
fahren an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese ergänzende Abklärungen bezüglich der Qualifikation und bezüglich der medizinischen Einschränkungen im Haushalt vornehme (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
August 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 2
6.
September 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Mit Verfügung vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
9) wurde die
Y._
-Pensionskasse zum Prozess beigela
den. Dies liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung;
IVG)
).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willens
entschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsa
chen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenser
fahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit,
nach Ablauf der einjährigen Wartezeit per Mai 2010 sei der Beschwerdeführerin ihre ange
stammte Tätigkeit als Kassiererin nicht mehr zumutbar. Aus ärztlicher Sicht seien ihr hingegen behinderungsangepasste Tätigkeiten
in
einem Pensum von 50
%
zumutbar. Bei einer Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 73
%
Erwerbstätige und zu 27
%
im Haushalt Tätige resultiere ein
rentenaus
schlies
sender
Invaliditätsgrad (S. 2
f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
es sei unbestritten, dass sie sowohl in ihrer bisherigen als auch in einer ange
passten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig sei (S. 3
Ziff.
2).
Sie sei jedoch als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren
. So habe sie immer ausgesagt, sie würde bei voller Gesundheit zu 100
%
arbeiten und habe sich auch intensiv um Arbeit bemüht
(S. 3 ff.
Ziff.
3-6). Auch die
Kinderbetreuung hätte sie organisieren können (S. 5
Ziff.
7
, S. 9
Ziff.
20
).
Sie habe nur deshalb bei der
Firma Y._
30 Stunden pro Woche gearbeitet, weil es gesundheitlich nicht möglich gewesen sei, mehr zu arbeiten
(S. 5
Ziff.
8
, S. 10
Ziff.
21
)
.
Schon nach der Geburt der ersten Tochter
1992
, als sie noch an keinen gesundheitlichen Problemen gelitten habe, habe sie kurz
danach
wieder voll
umfänglich angefangen zu arbeiten (S. 6
Ziff.
11
, S. 7
Ziff.
13
). Es gebe damit keinerlei Veranlassung, davon auszugehen, dass sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes im Jahre 2001 nicht ebenfalls wieder angefangen hätte
,
voll zu arbeiten, wenn es ihre Gesundhei
t erlaubt hätte (S. 6
f.
Ziff.
12,
S. 7
Ziff.
13).
Allenfalls seien weitere Abklärungen zu den Einschränkungen im Haushalt nötig
(S. 5 f.
Ziff.
9
, S. 11 ff.
Ziff.
24-28
)
.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht gingen die Parteien gestützt auf das MEDAS-Gutach
ten vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
7/120) davon aus, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Diagnosen (vgl. S. 25
Ziff.
4.1) sowohl ihre aktuelle Tätigkeit bei
der Firma Z._
als
auch jede
andere leidensangepasste Tätigkeit aus rheumatologischen Gründen
lediglich
zu 50
%
zumutbar sei
. Die früheren
T
ätigkeiten mit repetitiven, stereotypen manuellen Tätigkeiten als
Elektro
wicklerin
in einer Montageabteilung oder als Kassieren, aber auch als
Löterin
,
seien ihr nicht mehr zumutbar
(S. 25
f.
Ziff.
5.1-2).
Die MEDAS-Gutachter
führten aus
, die
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe
seit Mai 200
9.
Es sei jedoch davon auszugehen
, dass schon vor diesem Zeit
punkt relevante Einschränkungen bestanden hätten, die ab
er auf anderen Befunden beruht
en
und daher nicht mit Sicherheit beurteilt werden könnten (S.
26
Ziff.
5.4
)
.
Da sowohl die Diagnosen, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit als auch der Beginn der attestierten Arbeitsunfähigkeit unbestritten blieben, und
sich
diese Angaben eindeutig aus den medizinischen Unterlagen ergeben (vgl. Urk. 7/120), ist darauf abzustellen.
3.2
Strittig und zu prüfen ist
somit
die sozialversicherungsrechtliche
Qualifikation der Versicherten.
Die Beschwerdegegnerin e
rachtete die Beschwerdeführerin, ausgehend von dem
zuletzt ab Juni 2004
bei der
Firma Y._
geleisteten Pensum von 30 Stunden pro Woche
(vgl.
Urk.
7/6
Ziff.
2.9)
,
als zu 73
%
Erwerbstätige und zu 27
%
im Haushalt Tätige (vorstehend E. 2.1).
Dem setz
t
e
die Beschwerdeführerin entgegen,
sie sei als 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren. Sie habe aufgrund bestehender gesundheitlicher Einschränkungen lediglich 30 Stunden pro Woche gearbeitet
(vorstehend E. 2.2)
.
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder
Teil
erwerbstätige
ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu be
rücksichtigen
(vorstehend E.
1.
3
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E.
5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
3.3
3.3.1
Die Beschwerdeführerin machte unter anderem geltend, auch die
Beschwer
degeg
nerin
sei zunächst von einer Qualifikation als 100
%
Erwerbstä
tige ausge
gangen
(
vgl.
Urk.
1
S. 3
Ziff.
3
)
.
Zu beachten ist diesbezüglich jedoch, dass die Beschwerdegegnerin
im Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung vom
4.
No
vember 2009
betreffend die sozialversicherungsrechtliche Qualifikation
gestützt auf die falsche Annahme einer 100%igen Tätigkeit bei der
Firma Y._
anfänglich auf die
Qualifikation als zu 100
%
Erwerbstätige
schloss
(
Urk.
7/68
S. 1 unten).
Diese Schlussfolgerung kann daher nicht berücksichtigt werden
.
3.3.2
Hingegen lässt sich dem
Verlaufsprotokoll der Arbeitsvermittlung vom 1
9.
März 2008 (
Urk.
7/26)
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Gesprächs vom 1
8.
März 2008, welches ohne anwaltliche Unterstützung beziehungsweise Beratung erfolgte, äusserte, sie habe seit mehr als fünf Jahren dauernd Schmerzen, Kopfweh, Schwindel und Nackenschmerzen. Sie beisse sich am Arbeitsort durch. Ende März 2008 sei eine Operation der
„
Nackenwirbel
säule
“
geplant (S. 1). Sie
arbeite
wegen des schlechten Gesundheitszustands nur 50
%
. Sie würde 100
%
arbeiten, hätte sie keine Beschwerden. Für die Kinder hätte sie einen Babysitter organisiert. Von 1988 bis 1996 habe sie zu 100
%
gearbeitet, bis zum Tod ihres Kindes kurz nach der Geburt. Dann habe sie auf der Basis eines Heimarbeitsvertrages beim gleichen Arbeitgeber circa 170 Stun
den pro
Monat
g
earbeitet (S. 2).
3.3.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
3.3.4
Auf die
oben
erwähnte Aussage der Beschwerdeführerin im Rahmen der Arbeits
vermittlung
(E. 3.3.2)
kann abgestellt werden
, zumal sie Bestätigung in den Akten findet.
So ging die Beschwerdeführerin
auch nach der Geburt der
Tochter
im Jahr 1992
einer 100%igen Tätigkeit nach
, was sich den Auszü
g
en
aus dem individuellen
Konto (
Urk.
7/5
,
Urk.
7/15
,
Urk.
7/119
) entnehmen lässt.
Auch blieb sie nach der im Jahr 1996 erfolgt
en Totgeburt stets erwerbstä
tig.
Zwar nahm die Beschwerdeführerin Mitte Oktober
2001
, viereinhalb
Monate
nach der Geburt des
zweiten
Kindes
,
bei der
Firma Y._
eine
Stelle
zu einem Pensum von 50
%
an
.
D
iese
s
Pensum konnte sie
aber
, als sich die Gelegenheit bot
,
ausbauen
(vgl.
Urk.
7/6
Ziff.
2.9).
So äusserte die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Begutachtung im Februar 2008, sie habe nach Beginn ihrer Tätigkeit bei der
Firma Y._
zunehmen
d häufiger notfallmässig einspringen müssen, so dass schliesslich das Pensum
ab Juni 2004 auf 30 Stunden pro Woche erhöht worden
sei
. Sie habe weiter
hin Plus-Stunden erwirtschaftet. Mit der Schwägerin und dem Ehemann habe sie sich bei der Kinderbetreuung abgewechselt
(vgl.
Urk.
7/46 S. 7).
Der Umstand
, dass die Beschwerdeführerin
nicht nur die Minimalstunden arbei
tete
, sondern
ihr Pensum stets zu steigern versuchte
,
untermauert ihre Aussage,
dass sie
gerne einer 100%igen Arbeit nachgegangen wäre.
3.3.5
Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie die Tätigkeit nicht noch mehr ausgebaut hätte, wäre sie gesundheitlich nicht angeschlagen gewesen. So gibt der
Arbeit
geberbericht
der
Firma Y._
detailliert über die Arbeitsausfälle Auskunft, welche schliesslich zur Kündigung führten
(vgl.
Urk.
7/6
Ziff.
2.14).
Dass die Beschwerdeführerin bereits während ihrer Tätigkeit bei der
Firma Y._
gesundheitlich angeschlagen war, bestätigte auch
der behandelnde Arzt,
pract
. med.
A._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
welcher in seinem
Bericht vom
9.
Oktober 2012 (
Urk.
7/132
/3
=
Urk.
3/4
)
festhielt
, dass die Beschwerdeführerin seit der ersten Carpaltunneloperation
im Jahr
2005
nie mehr voll arbeitsfähig gewesen sei und deshalb nicht wie geplant nach der Einschulung ihres Sohnes das Arbeitspensum bei der
Firma Y._
auf 100
%
habe steigern können
.
Trotz starker Nacken- und Handbeschwerden habe sie wieder
holt Arbeit gesucht und gefunden.
Auch die MEDAS-
Gutachter
äusserten sich dahingehend, dass schon vor Mai 2009 eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe, welche
jedoch
nicht mit Sicherheit zu beurtei
len
gewesen sei
(
vgl.
Urk.
7/120 S. 26
Ziff.
5.4
).
3.3.6
Den Dokumentationen
der von April 2009 bis Oktober 2010 dauernden
Arbeits
vermittlung
(
Urk.
7/57-58,
Urk.
7/67-68,
Urk.
7/73-74,
Urk.
7/79-80,
Urk.
7/85
86,
Urk.
7/90-92,
Urk.
7/101-102) ist überdies zu entnehmen, dass
sich die Beschwerdeführerin insgesamt
sehr fleissig
und mit Erfolg
um eine neue Arbeit bemühte
(vgl.
Urk.
7/95)
,
und sich auch dadurch nicht beirren liess,
dass
ihr unter anderem 100%-Stelle
n
empfohlen wurden (vgl.
Urk.
7/80 S. 3
Mitte), da die Beschwerdegegnerin in jenem Zeitpunkt - mangels entsprechender medizi
nischer Abklärungen - von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
leidens
ange
passter
Tätigkeit ausging (vgl.
Urk.
7/51,
Urk.
7/74,
Urk.
7/92). Dies, obwohl von ärztlicher Seite unmissverständlich darauf hingewiesen wurde, dass die Beschwerdeführerin ein Pensum von 100
%
nicht werde bewältigen können
,
respektive sie für leichte Arbeiten lediglich zu 50
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
7/60,
Urk.
7/75)
.
3.3.7
Auch anlässlich der Haushaltsabklärung
im März 2013
(vgl.
Urk.
7/150) äus
serte die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson, dass sie bei guter Gesundheit zu 100
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Sie habe immer auch trotz der K
inder aus finanziellen Gründen a
rbeiten müssen (vgl.
Urk.
7/150
Ziff.
2.5). Die in der Folge von der Abklärungsperson
getroffene Qualifikation als zu 73
%
Erwerbstätige
mit dem Hinweis auf
f
ehlende Unterla
gen, welche belegen würden, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum
bei der
Firma Y._
auf 100
%
habe steigern wollen
oder sie sich
ursprünglich für
eine 100%-Stelle beworben habe (vgl.
Urk.
7/150
Ziff.
2.5), vermag
hingegen
nicht zu überzeugen.
Es kann nicht von der Beschwerdeführerin erwartet werden, dass sie ihre Bewer
bungsunterlagen rund 10 Jahre lang aufbewahrt. Ebenfalls legte sie glaubhaft dar, dass auch die Betreuung der Kinder kein
en
Grund darstell
e
,
um
von der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation als zu 100
%
E
rwerbstätige abzuweichen, da
sie bereits
1992 in der Lage
gewesen sei
, die Fremdbetreuung unter anderem mit der Schwägerin und dem Ehemann (
vgl.
Urk.
7/46 S. 7) sicherzustellen.
3.3.8
Schliesslich
ist auch
die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin
und
ihrer
Familie
Indiz
dafür, dass sie im Gesundheitsfalle einer 100%igen Erwerbstätig
keit
nachgehen würde
. Daran
ändert entgegen der Ansicht der
Abklärungsper
son
(vgl.
Urk.
7/150
Ziff.
2.5) auch nichts
, dass die Tochter inzwischen ausge
lernt ist und ein wenig zum Unterhalt beitragen kann
.
3.3.9
Zusammenfassend führt d
ie Würdigung dieser Umstände zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegende
n
Wahrscheinlichkeit
zu 100
%
erwerbstätig wäre.
Die Argu
mentation der Beschwerdegegnerin, bei guter Gesundheit würde die Beschwer
deführerin lediglich zu einem Pensum von 73
%
einer Erwerbstätigkeit nachge
hen, lässt sich in Anbetracht dieser Umstände nicht halten.
3.4
Aufgrund des Gesagten ist
die Beschwerdeführerin daher als zu 100
%
Erwerbstä
tige zu qualifizieren
.
4.
4.1
In Anbetracht dessen
, dass die Beschwerdeführerin
als zu 100
%
Erwerbstätige
zu qualifizieren ist, ist
der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen
(vorstehend E. 1.4)
.
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
4.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2010 abzustel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gemäss Arbeitgeberbericht der
Firma Y._
vom März 2007 hätte
die
Beschwerde
führe
rin
in ihrer Tätigkeit als Kassiererin
bei einem Pensum von 100
%
zu d
iesem Zeitpunkt
Fr.
50‘921.-- verdient (
Urk.
7/6
Ziff.
2.11).
Dies ergibt unter Berücksichtigung de
r Nominallohnentwicklung von 2.2
%
im Jahr 2008 und im Jahr 2009 und von 0.7
%
im Jahr 20
10 (Die Volkswirtschaft 6/2012, S. 95 Tabelle B 10.2,
lit
. G-H
) im Jahr 2010 ein
Valideneinkommen
von insgesam
t rund
Fr.
53‘558
.-- (50‘921.-- x 1.022 x 1.022 x 1.007
).
4.4
Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturer
he
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu
berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
4.5
Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist auf den standardisierten
Durch
schnittslohn
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Das im Jahr 2010 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
Fr.
4‘225.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.
6 Stunden (Die Volkswirtschaft 6-2014, S. 8
4 Tabelle B 9.2, Total)
und unter Berücksichtigung des noch möglichen Arbeitspensums von 50
%
e
in
Invaliden
einkommen
von
Fr.
26‘364.-- für
d
as Jahr 2010 (
Fr.
4'225.-- x 12
: 40 x 41.6
x 0.5
).
4.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Es ergaben sich vorliegend keine Hinweise
darauf
, dass die Beschwerdeführerin die ihr verbleibende Arbeitskraft nur mittels eines unterdurchschnittlichen Ein
kommens verwerten könnte, weshalb kein zusätzlicher Abzug vom
Invaliden
einkommen
vorzunehmen ist.
4.7
Bei
einem
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
53‘558
.--
und
einem
Invalidenein
kommen
in der Höhe von
Fr.
26‘364
.--
resultiert
eine
Einkommenseinbusse von
Fr.
27‘194
.--, was ei
nem Invaliditätsgrad von rund 51
%
entspricht
.
B
ei
diesem
Ergebnis
hat
die
Beschwerdeführerin
nach Ablauf des Wartejahres per
1.
Mai 2010
Anspruch
auf eine halbe
Rente
.
Es ist daher in
Gutheissung der Beschwerde d
ie angefochtene Verfügung vom
6.
Juni 2013
(
Urk.
2) aufzuheben und festzustellen
, dass ab dem
1.
Mai 2010
ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente der Invalidenversiche
rung besteht.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Unter Be
rücksichtigung dieser Grundsätze ist der Beschwerdeführerin eine
Prozess
ent
schädigung
von Fr.
2
'
2
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) zuzu
sprechen.