# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f6a207c6-bb85-4ae2-9ccc-05e335287aa6
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1. Die B._ GmbH erhob am 6. März 2020 Einsprache gegen die
Veranlagungsverfügung für die Kantonssteuern der Steuerperiode 2018
vom 6. Februar 2020 betreffend die A._.
2. Diese wurde von der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden mit
Einspracheentscheid vom 10. Juli 2020 abgewiesen.
3. Dagegen erhob die B._ GmbH (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
7. September 2020 (Poststempel: 9. September 2020) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte folgende
Punkte:
"- Es sei der Einschätzungsentscheid des Kantonalen Steueramt Graubünden
vom 06.02.2020 betreffend Steuerpflichtige Gesellschaft Nr. 130361,
aufzuheben;
- Es sei aufgrund der geschilderten Fakten und Tatbeständen eine
angemessene Besteuerungsnachnahme in Verbund mit der Steuerbehörde
des Kantons Zürich die definitive Einschätzung zu sistieren;"
4. Mit Vernehmlassung vom 1. Oktober 2020 beantragte die
Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher
Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin. Sie machte im
Wesentlichen geltend, dass die Einsprache zu Recht abgewiesen worden
sei, da die Beschwerdeführerin auch im Einspracheverfahren den
umfassenden Nachweis für die offensichtliche Unrichtigkeit der
Ermessenstaxation nicht erbracht habe.
5. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 2020 liess der
Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin die Vernehmlassung inkl.
Beilagen zur Kenntnisnahme zukommen. Zeitgleich forderte er die
- 3 -
Beschwerdeführerin auf innert zehn Tagen, d.h. bis zum 14. Oktober 2020,
einen Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- zu leisten, mit der Androhung, dass
im Unterlassungsfall auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.
6. Die Beschwerdeführerin änderte am 9. Oktober 2020 replicando ihre
Rechtsbegehren, welche nun folgendermassen lauteten:
"a) Die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen, d.h. es sei die Einreichefrist
der Steuererklärung 2018 aufzuheben und es sei der kantonalen
Steuerbehörde den Auftrag zu erteilen, die nun vorliegende Steuererklärung
2018 samt Geschäftsbilanzen der A._ zu prüfen und zu taxieren;
b) Die mit hiesiger Replik-Zuschrift eingereichten Steuererklärungen 2018 mit
Erfolgsrechnung und Bilanzen 2018 sei von der Steuerverwaltung zu prüfen
und steuerrechtlich zu veranlagen;"
7. Bis zum heutigen Urteilsdatum konnte kein Zahlungseingang des
Kostenvorschusses verzeichnet werden.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet
oder unbegründet entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in
einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Bei der vorliegenden
Beschwerde vom 7. September 2020 handelt es sich – wie in den
nachstehenden Erwägungen ausgeführt wird – um ein infolge Fehlens
einer erforderlichen Prozessvoraussetzung offensichtlich unzulässiges
Rechtsmittel, weswegen das angerufene Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet.
- 4 -
2.1. Gemäss Art. 74 Abs. 1 VRG kann die Behörde von der gesuchstellenden,
der beschwerdeführenden oder der klagenden Partei einen
Kostenvorschuss verlangen. Für die Leistung des Kostenvorschusses ist
der Partei eine angemessene Frist zu setzen (Art. 74 Abs. 2 VRG). Leistet
die Partei den Kostenvorschuss trotz Androhung der Säumnisfolgen nicht
fristgemäss, ist auf ihr Begehren nicht einzutreten (Art. 74 Abs. 3 VRG).
Nach ständiger Rechtsprechung ist es im Interesse einer
ordnungsgemässen Justizverwaltung zulässig, für die mutmasslichen
Prozesskosten einen Vorschuss von demjenigen zu verlangen, der
staatlichen Rechtsschutz in Anspruch nimmt; dies entspricht einer
allgemeinen Praxis in den Kantonen und im Bund (BGE 124 I 241 E.4a).
Wird die Gültigkeit eines Rechtsmittels kraft ausdrücklicher Vorschrift von
der rechtzeitigen Leistung eines Kostenvorschusses abhängig gemacht, so
kann darin grundsätzlich weder ein überspitzter Formalismus noch eine
Verweigerung des rechtlichen Gehörs erblickt werden. Das gilt jedenfalls
dann, wenn die Parteien über die Höhe des Vorschusses, die Zahlungsfrist
und die Folgen der Nichtleistung in angemessener Weise aufmerksam
gemacht wurden (so bereits BGE 96 I 521 E.4; bestätigt z.B. in den Urteilen
des Bundesgerichts 1P.163/1997 vom 17. Juni 1997 E.2c und 1P.371/2004
vom 21. September 2004 E.4). Gemäss Art. 74 Abs. 3 VRG ist es somit
grundsätzlich zulässig, auf die Beschwerde infolge Nichtleistung des
gerichtlich geforderten Kostenvorschusses nicht einzutreten.
2.2. Im konkreten Fall forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin
mit prozessleitender Verfügung vom 2. Oktober 2020 unter Androhung der
Säumnisfolgen (Nichteintreten) zur Leistung eines Kostenvorschusses in
der Höhe von Fr. 3'000.-- innert zehn Tagen, d.h. bis zum 14. Oktober 2020
auf. Dieses Schreiben wurde der Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2020
zugestellt. Da der besagte Kostenvorschuss bis zum heutigen Datum nicht
geleistet wurde, ist auf die vorliegende Beschwerde vom 7. September
- 5 -
2020 gestützt auf Art. 74 Abs. 3 VRG mangels Leistung des
Kostenvorschusses trotz Androhung der Säumnisfolgen nicht einzutreten.
3. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 73
Abs. 1 VRG von der Beschwerdeführerin zu tragen. Aufgrund des geringen
Verfahrensaufwands für den Einzelrichter werden die Staatsgebühren auf
Fr. 300.-- festgesetzt.