# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d7ca8067-43df-4f7d-8eda-a6876d9bfaf8
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 6. Juni 2016 (DG160066)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 3. März 2016 ist die-
sem Urteil beigeheftet (Urk. 19).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 33 S. 14 f.)
"Es wird erkannt:
1. Die Beschuldigte A._ ist schuldig des Verbrechens gegen das Betäubungsmit-
telgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit
heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 9 Monaten aufgeschoben und
die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate, abzüglich 2 Tage, die
durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
4. Die von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Betäubungsmittel und Betäubungs-
mittelutensilien (BM Lagernummer S02753-2015) werden eingezogen und der
Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
5. Die sichergestellte Barschaft im Umfang von CHF 2'330.– (Sach-Kaution 31337)
wird eingezogen und zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
6. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für die amtliche Verteidigung der Beschuldigten
mit Fr. 7'276.50 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'100.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. 803.65 Auslagen (Gutachten)
Fr. 7'276.50 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge
a) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 47 S. 1 f.)
1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs;
2. Bestrafung der Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 26 Monaten
Dauer, abzüglich der erstandenen Haft;
3. Vollzug dieser Freiheitsstrafe;
4. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
5. Unter Kostenfolgen für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten der Be-
schuldigten.
b) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 48 S. 1)
1. Die Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu bestrafen
und der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von
fünf Jahren aufzuschieben.
Zudem sei sie mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à SFr. 30.– zu be-
strafen.
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2. Es seien die Kosten des erstinstanzlichen - sowie des Untersuchungs-
verfahren der Beschuldigten zur Hälfte in der Höhe von SFr. 2'951.80 auf-
zuerlegen.
3. Die Kosten des Berufungsverfahrensinklusive derjenigen der amtlichen Ver-
teidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
6. Juni 2016 wurde die Beschuldigte A._ anklagegemäss des Verbrechens
gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und mit 18 Monaten
Freiheitsstrafe bestraft, wobei ihr für die Hälfte der Freiheitsstrafe der bedingte
Strafvollzug gewährt wurde (Urk. 33 S. 14 f.). Gegen diesen Entscheid meldeten
die Anklagebehörde mit Eingabe vom Folgetag sowie die Beschuldigte durch ihre
amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 15. Juni 2016 innert gesetzlicher Frist Be-
rufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 28 und 29). Die Berufungserklärungen der
Parteien gingen ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein
(Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 34 und 37). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom
13. September 2016 sodann innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung
zur Berufung der Beschuldigten verzichtet wird (Urk. 41; Art. 400 Abs. 2 f. und
Art. 401 StPO). Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht
gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 34 und 37). Die Parteien haben ihre Berufun-
gen in ihren Berufungserklärungen je ausdrücklich beschränkt (Urk. 34 und 37;
Art. 399 Abs. 4 StPO).
2. Gemäss den Parteianträgen sind im Berufungsverfahren nicht angefochten
(vgl. Prot. II S. 5):
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- der vorinstanzliche Schuldspruch (Urteilsdispositiv-Ziff. 1.)
- die vorinstanzliche Regelung betreffend in der Untersuchung beschlagnahm-
te Betäubungsmittel sowie Barschaft (Urteilsdispositiv-Ziff. 4. und 5.) sowie
- die vorinstanzliche Festsetzung der Kosten sowie die Übernahme der Kos-
ten der amtlichen Verteidigung auf die Gerichtskasse (Urteilsdispositiv-
Ziff. 6., 7. und 9.).
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
II. Sanktion
1. Ausgangslage
1.1. Die Anklagebehörde wirft der Beschuldigten vor, ca. am 1. August 2015 ca.
50 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgehalt von 50% (ca. 25 Gramm
reines Kokain) gekauft, portioniert und in einer Vielzahl von Einzelportionen ver-
kauft zu haben. Ca. Ende Oktober 2015 habe sie erneut 45,71 Gramm Kokain-
gemisch (24,32 Gramm reines Kokain) mit der gleichen Verkaufsabsicht gekauft
und aufbewahrt. Zu weiteren Verkäufen kam es infolge ihrer Verhaftung nicht
(Urk. 19 S. 2 f.).
1.2. Die Beschuldigte ist geständig und wurde diesbezüglich durch die Vor-
instanz des Erwerbs, Besitzes und Verkaufs einer grösseren Menge Betäu-
bungsmittel gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG schuldig
gesprochen, was sie akzeptiert (Urk. 33 S. 14).
1.3. Die Vorinstanz hat die Beschuldigte mit 18 Monaten Freiheitsstrafe bestraft
(Urk. 33 S. 14). Die appellierende Anklagebehörde beantragt im Berufungsverfah-
ren eine Erhöhung des Strafmasses auf 26 Monate (Urk. 34, Urk. 47 S. 2). Im
Hauptverfahren beantragte die Anklagebehörde noch eine Freiheitsstrafe von
20 Monaten (Urk. 23 S. 1). Die appellierende Beschuldigte lässt ein Strafmass
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von 14 Monaten Freiheitsstrafe und 90 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 30.– be-
antragen (Urk. 37, Urk. 48 S. 1).
2. Strafzumessung
2.1. Die Vorinstanz hat den anwendbaren Strafrahmen korrekt umrissen und
die notwendigen theoretischen Ausführungen zur richterlichen Strafzumessung
angestellt, was seitens der Parteien nicht kritisiert wird und worauf zur Vermei-
dung von Wiederholungen zu verweisen ist (Urk. 33 S. 3 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.2. Tatkomponente
2.2.1. Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz
erwogen (Urk. 33 S. 6 f.), bei Kokain handle es sich um eine harte Droge mit
grossem gesundheitsgefährdendem Potential. Die Tathandlungen der Beschuldig-
ten hätten sich auf ca. 49.32 Gramm reines Kokainhydrochlorid bezogen,
wodurch der Grenzwert zum schweren Fall von 18 Gramm um ein mehrfaches
überschritten worden sei. Sie habe eine grössere Zahl von Einzelverkaufshand-
lungen begangen. Hinsichtlich der Drogenhändlerhierarchie sei die Beschuldigte
in der untersten Stufe zu verorten. Sie habe das Kokain lediglich portioniert und
an Endverbraucher verkauft. Dabei habe sie aber immerhin den Preis selbst be-
stimmen können und auch die Feinwaage weise auf eine gewisse Planung und
Professionalität hin. Insgesamt sei das objektive Tatverschulden – auf einer Skala
aller denkbaren qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz und in Anbetracht des konkreten sehr weiten Strafrahmens – als nicht
mehr leicht zu bezeichnen.
2.2.2. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl kritisiert die Einstufung der Beschuldig-
ten in der Drogenhändlerhierarchie. Diese sei nicht als Drogenhändlerin auf der
ganz untersten Stufe tätig gewesen, sondern habe sich zweimal 50 Gramm
Kokaingemisch besorgt, dieses portioniert und gewinnbringend weiterverkauft
bzw. beabsichtigt, dies zu tun. Ein solches Tatvorgehen könne nicht als Handels-
tätigkeit auf der untersten Stufe bezeichnet werden, sondern sei eine klare Stufe
höher einzuordnen. Ein normaler Kleindealer erhalte nicht 50 Gramm Kokain aufs
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Mal. Auch sei die Beschuldigte frei in der Art des Weiterverkaufs der Ware ge-
wesen. Deshalb sei bei der objektiven Tatschwere von einem mittelschweren
Verschulden auszugehen (Urk. 47 S. 2 f.).
2.2.3. Die Verteidigung wendet demgegenüber ein, angesichts der Menge von
rund 50 Gramm reinem Hydrochlorid sei objektiv gesehen von einem vergleichs-
weise leichten Verschulden auszugehen. Mit der Vorinstanz sei ihre Stellung in
der untersten Hierarchieebene anzusiedeln (Urk. 48 S. 3 f.).
2.2.4. Wenn die Vorinstanz der Beschuldigten eine Position auf der untersten Stu-
fe der Drogenhändlerhierarchie zugesteht, ist dies äusserst wohlwollend: Diese
Bezeichnung trifft zu auf Läufer, die – tatsächlich in eine Händlerorganisation ein-
gebunden – an der Front agierend die Drogen ausliefern, dabei das grösste Ver-
haftsrisiko tragen und dafür mit einem vergleichsweise bescheidenen Lohn ab-
gespiesen werden. Die Beschuldigte hingegen war nicht in eine Organisation ein-
gebunden, vielmehr war sie Kleinstunternehmerin: Sie bezog das Kokain aus
freien Stücken bei einem Lieferanten und bediente ihre Kundschaft nach eigenem
Gutdünken, wobei sie eine grosse Gewinnmarge erzielte. Dies zeigt sich auch
aus dem Umstand, das sie zweimal 50 Gramm Kokain zum Weiterverkauf erhal-
ten hat. Ein Läufer auf der untersten Stufe erhält nicht ohne Weiteres eine solche
Menge Kokain zur Verfügung gestellt.
2.2.5. Zur subjektiven Tatschwere wurde im angefochtenen Entscheid erwogen
(Urk. 33 S. 7), die Beschuldigte habe direktvorsätzlich gehandelt und erst auf-
grund ihrer Verhaftung – und nicht aus eigenem Antrieb – mit dem Drogenhandel
aufgehört. Ihr Motiv sei einzig die Erzielung finanzieller Vorteile und damit rein
egoistischer Natur gewesen. Eine finanzielle Notlage, die die Beschuldigte zur
Delinquenz gezwungen hätte, habe nicht vorgelegen. Die von der Verteidigung
geltend gemachte Drucksituation durch "B._" finde in den Akten keine Stüt-
ze. Die Beschuldigte konsumierte sodann selbst keine Betäubungsmittel, weshalb
ihre Entscheidungsfreiheit auch dadurch nicht beeinflusst gewesen sei.
Insgesamt vermöchten die subjektiven Komponenten die objektive Tatschwere
keineswegs zu verringern, weshalb das Verschulden der Beschuldigten als nicht
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mehr leicht einzustufen sei. Eine hypothetische Einsatzstrafe von 16 bis 17 Mona-
ten Freiheitsstrafe erweise sich als angemessen. Diese Einsatzstrafe halte auch
der Überprüfung mit ähnlich gelagerten Fällen stand und stehe im Einklang mit
dem Strafzumessungsmodell von Hansjakob.
2.2.6. Auch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl weist darauf hin, der direkte Tat-
vorsatz sowie die Tatsache, dass die Beschuldigte aus egoistischen, nämlich rein
finanziellen Motiven gehandelt habe, sei erhöhend zu berücksichtigen. Es habe
weder eine finanzielle Notlage vorgelegen, noch habe sich die Beschuldigte sonst
wie in einer Drucksituation befunden. Dementsprechend sei eine Einsatzstrafe
von 21 Monaten festzusetzen (Urk. 47 S. 2).
2.2.7. Demgegenüber macht die Verteidigung geltend, dieser B._ habe die
Beschuldigte geheissen, weiterzuverkaufen und sie habe nicht widerstehen kön-
nen. Die Betäubungsmittel seien ihr ungewollt zur Verfügung gestellt worden, sie
habe diese nicht geordert oder sich beschafft. Damals habe sich die Beschuldigte
in einer finanziellen Notlage befunden, nachdem sie neben den laufenden Kosten
insbesondere noch ihre an Aids erkrankte Tochter und deren Kinder finanziell ha-
be unterstützen müssen, damit diese an Medikamente kommen. Nachdem jetzt
der Staat die Medikamente zur Verfügung stelle, sei dieser Druck weggefallen.
Zwar habe die Beschuldigte aus rein finanziellen Gründen gehandelt, aber nicht
rein egoistisch, sondern insbesondere für die Tochter. Weiter sei in subjektiver
Hinsicht zu berücksichtigen, dass die Beschuldigte nicht planmässig und skrupel-
los Betäubungsmittel vertrieben habe, weshalb sie nicht sofort nach Erhalt des
zweiten Drogenpakets die Drogen weiterverkauft, sondern sich einem Anlass des
... Vereins [ihres Herkunftslandes C._] gewidmet habe (Urk. 48 S. 3 f. i.V.m.
Prot. II S. 6). Schliesslich erachtet aber selbst die Verteidigung aufgrund der
Menge der Drogen eine Einsatzstrafe von etwas mehr als 16 Monaten als ange-
messen (Urk. 48 S. 5).
2.2.8. Die Erwägungen der Vorinstanz sind allesamt zutreffend und zu überneh-
men (vgl. Urk. 33 S. 7). Insbesondere erscheint es nicht glaubhaft, dass die Be-
schuldigte lediglich delinquierte, um die Medikamente für ihre Tochter und deren
Kinder zu finanzieren, erzielte sie doch aus dem Drogenverkauf weit mehr Geld,
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als die Fr. 100.– bis 150.– bzw. 200.–, welche sie gemäss eigenen Angaben nach
C._ weiterleitete (vgl. Urk. 6 S. 5, Urk. 9 S. 9). Ohne das Tatverschulden der
Beschuldigten zu bagatellisieren, muss dieses allerdings noch als leicht be-
zeichnet werden, würde ein nicht mehr leichtes Verschulden doch zu einer Ein-
satzstrafe bereits im mittleren Bereich des sehr weiten Strafrahmens führen, was
in concreto fraglos unangemessen hoch wäre (vgl. BSK Strafrecht I-Wiprächtiger,
Art. 47 N 19 mit Verweis auf BGE 6S.644/2001; 6S.39/2002; 6B_1174/2014 vom
21. April 2015 E.1.3.2. mit Verweis auf BGE 136 IV 55 E. 5.9 S. 64 und Urteil
6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2 mit Hinweisen). Mit der Vorinstanz sowie
auch der Verteidigung erweist sich eine hypothetische Einsatzstrafe von 16 bis
17 Monaten als angemessen.
2.3. Täterkomponente
2.3.1. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-
lichen Verhältnisse der Beschuldigten angeführt (Urk. 33 S. 7 f.). An der Beru-
fungsverhandlung wurde aktualisiert, die Beschuldige führe nach wie vor ihren
Coiffeursalon und arbeite dort an sechs Tagen pro Wochen, manchmal sogar am
Sonntag. Sie verdiene ca. Fr. 4'000.– pro Monat und habe Kosten in der Höhe
von etwa Fr. 2'000.–, weshalb ihr etwa Fr. 2'000.– zum Leben bleiben würden. Sie
habe ihre Wohnung aufgegeben, um die Miete zu sparen und könne derzeit un-
entgeltlich bei einer Kollegin übernachten. Sie bezahle monatlich Fr. 200.– an ihre
Schulden, welche insgesamt noch Fr. 30'000.– bis max. Fr. 40'000.– hoch seien.
Auch unterstütze sie nach wie vor ihre Tochter und deren drei Kinder in C._
mit monatlich ca. Fr. 50.–. Weil der Staat nun für die Medikamente aufkomme,
müsse sie nicht mehr so viel Geld wie früher überweisen. Sie habe den Ent-
schluss gefasst, aus dieser Situation herauszukommen. Deshalb wolle sie versu-
chen, die Arbeit im Salon auf 50% zu reduzieren und im Umfang von 50% eine
Anstellung zu suchen. Falls das nicht klappe, müsse sie den Salon verkaufen.
(Urk. 46 S. 2 ff.). Die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten wiegen straf-
zumessungsneutral. Eine besondere Strafempfindlichkeit weist sie nicht auf, was
sowohl die Verteidigung (Urk. 24 S. 4) als auch die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
(Urk. 47 S. 3) ausdrücklich konzedieren.
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2.3.2. Die Staatsanwaltschaft kritisiert, dass die Vorinstanz der Beschuldigten ei-
ne erhebliche Strafminderung zufolge des Geständnisses attestierte. Der Be-
schuldigten sei gar nichts anderes übrig geblieben, als bezüglich der zweiten Lie-
ferung ein Geständnis abzulegen, da diese habe sichergestellt werden können. In
Bezug auf die erste Lieferung habe sie eine solche zwar zugegeben, allerdings
sei das Geständnis nicht von Anfang an erfolgt und sie habe es auch unterlassen,
den Namen ihres Lieferanten offenzulegen. Das Geständnis sei deshalb nur mar-
ginal strafmindernd zu veranschlagen. Demgegenüber sei die Strafe aufgrund der
Vorstrafe massiv zu erhöhen, da die Beschuldigte aus dem ersten Verfahren
überhaupt nichts gelernt habe (Urk. 47 S. 3 f.).
2.3.3. Die Verteidigung anerkennt, dass die Vorstrafe straferhöhend ins Gewicht
fällt. Das Geständnis bezüglich der ersten Lieferung sei aber deutlich strafmin-
dernd zu berücksichtigen, da ihr diese nicht hätte rechtsgenügend nachgewiesen
werden können (Urk. 48 S. 4).
2.3.4. Die Beschuldigte weist eine einschlägige Vorstrafe aus dem Jahr 2013 auf.
Die daraus resultierende Freiheitsstrafe wurde bedingt aufgeschoben (Urk. 35).
Die heute zu beurteilenden Taten beging sie unmittelbar nach Ablauf der Probe-
zeit. Dies führt zu einer empfindlichen Straferhöhung. Andererseits hat die Be-
schuldigte mit der Verteidigung den grösseren Teil dessen, was den aktuellen
Tatvorwurf ausmacht, aus freien Stücken und von sich aus preisgegeben (Urk. 24
S. 4). Entgegen der Staatsanwaltschaft hätte ihr die erste Lieferung in quantitati-
ver Hinsicht ohne das Geständnis nämlich kaum rechtsgenügend nachgewiesen
werden können, zumal selbst die Staatsanwaltschaft eingesteht, dass ein Nach-
weis in den genauen Grammzahlen nicht möglich gewesen wäre (vgl. Prot. II
S. 7). Dieses Geständnis, welches auch eine gewisse Einsicht indiziert, führt als
positives Nachtatverhalten zu einer erheblichen Strafminderung. Überdies zeigte
die Beschuldigte an der Berufungsverhandlung auch eine gewisse Einsicht sowie
Reue, indem sie sich wiederholt für ihr Verhalten entschuldigte (Urk. 46 S. 9 f.).
2.3.5. Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente auf die nach der Beurteilung der
Tatkomponente bemessene hypothetische Einsatzstrafe damit nur marginal erhö-
hend aus. Das allseits angefochtene Strafmass von 18 Monaten Freiheitsstrafe
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erweist sich als mit Sicherheit nicht übersetzt, jedoch noch als durchaus vertret-
bar.
Eine Vergleichsrechnung gemäss dem Strafmassmodell aus dem BetmG-
Kommentar Fingerhuth/Schlegel/Jucker (S. 546 ff. N 45 ff.; vgl. Entscheide des
Bundesgerichts 6B_495/2008 vom 27. Dezember 2008, E. 1.4; 6B_375/2014 vom
28. August 2014 E.2.3.) führt zum selben Resultat: Der Handel mit rund
50 Gramm reinem Kokain ergibt eine Einsatzstrafe von rund 16.5 Monaten; deut-
lich mehr als 5 Geschäfte führen zu einer Erhöhung um etwas mehr als 10% oder
2 Monaten. Die einschlägige Vorstrafe führt zu einer Erhöhung um mindestens ei-
nen Drittel oder 5,5 Monaten. Das Geständnis führt zu einer Reduktion von knapp
30% oder ca. 5 Monaten. Es resultiert eine Strafhöhe von rund 19 Monaten, was
im Rahmen des Antrags der Anklagebehörde im Hauptverfahren respektive der
angefochtenen erstinstanzlichen Sanktion liegt.
2.4. Insgesamt ist das vorinstanzliche Strafmass von 18 Monaten Freiheitsstra-
fe zu bestätigen. Die erstandene Haft von 2 Tagen ist an die Strafe anzurechnen
(Art. 51 StGB).
3. Vollzug der Strafe
3.1. Die Vorinstanz hat der Beschuldigten den teilbedingten Strafvollzug ge-
währt unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren für den aufzuschiebenden
Strafteil (Urk. 33 S 15; Art. 43 Abs. 1 StGB).
3.2. Die Verteidigung beantragt im Berufungsverfahren wie bereits im Hauptver-
fahren, es sei der Strafvollzug vollumfänglich aufzuschieben (Urk. 24 S. 1; Urk. 37
S. 1). Art. 42 Abs. 4 StGB ermögliche eine Strafenkombination, welche in Betracht
falle, wenn der Beschuldigten der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe gewährt
werden könne, aber ihr dennoch ein ordentlicher Denkzettel verpasst werden sol-
le (Urk. 48 S. 5). Dementsprechend beantragt die Verteidigung auch die Be-
strafung der Beschuldigten mit einer bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von
14 Monaten sowie eine unbedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.–.
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3.3. Entgegen der Verteidigung fällt eine Kombination aus Freiheits- und Geld-
strafe vorliegend jedoch ausser Betracht. Zwar sieht Art. 42 Abs. 4 StGB die Mög-
lichkeit vor, eine bedingte Strafe mit einer unbedingten Geldstrafe zu verbinden,
wenn man dem Täter den bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe gewähren möch-
te, ihm aber dennoch mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder
Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen möchte. Das Hauptgewicht liegt
auf der bedingten Freiheitsstrafe, während der unbedingten Verbindungsgeld-
strafe nur untergeordnete Bedeutung zukommt (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2.). Die Be-
schuldigte wurde bereits einmal mit einer bedingten Freiheitsstrafe von
20 Monaten bestraft, welche mit einer Busse von Fr. 1'000.– verknüpft wurde
(Urk. 35). Obwohl die Beschuldigte die Busse zu bezahlen hatte, delinquierte sie
lediglich wenige Tage nach Ablauf der Probezeit erneut. Mithin erscheint eine
Kombination aus bedingter Freiheits- und unbedingter Geldstrafe nicht aus-
reichend, um die Legalprognose der Beschuldigten positiv zu beeinflussen.
3.4. Da die Beschuldigte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Verübung der
aktuell zu beurteilenden Taten mit einer Freiheitsstrafe von über 6 Monaten be-
straft wurde, wären zum Aufschub der Freiheitsstrafe besonders günstige Um-
stände nötig (Art. 42 Abs. 2 StGB). Solche vermag die Verteidigung jedoch nicht
überzeugend geltend zu machen: So bringt sie vor, die Beschuldigte habe ihre
Taten sehr bereut und sich mit ihrer Problematik nicht nur vertieft auseinander-
gesetzt, sondern sich derer konstruktiv und lösungsorientiert angenommen. Sie
habe ihre finanzielle Situation mehr als gefestigt, indem sie ihre Lebenshaltungs-
kosten erheblich gesenkt habe und ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von
Fr. 3'755.– erziele (Urk. 48 S. 5 f.). Zu Recht weist die Anklagebehörde darauf
hin, dass sich die Lebensumstände der Beschuldigten nicht verändert haben (vgl.
Urk. 47 S. 5). Sie führt nach wie vor ihren Coiffeursalon, der zwar derzeit gemäss
ihren Angaben besser läuft, wobei sei allerdings anlässlich der Berufungsver-
handlung selber ausführte, dass es in ihrem Beruf als Coiffeuse nicht vorausseh-
bar sei, ob das Geschäft besser oder schlechter laufen werde (Urk. 46 S. 4).
Diesbezüglich erklärte sie zwar, eine Festanstellung suchen und eventuell ihren
Coiffeursalon verkaufen zu wollen (Urk. 46 S. 8), ob das wirklich geschehen wird,
ist allerdings ungewiss. Ausserdem verfügt die Beschuldigte nach wie vor über
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beachtliche Schulden in der Höhe zwischen Fr. 30'000.– und Fr. 40'000.– (Urk. 46
S. 4). Ihre derzeitigen Lebensumstände sind folglich durchaus mit der Situation, in
welcher sie bereits zum zweiten Mal delinquierte, vergleichbar. Überdies hat be-
reits die Vorinstanz dazu das Notwendige erwogen, worauf zu verweisen ist
(Urk. 33 S. 10 f. mit Verweis auf Prot. I S. 12 [recte: 13]).
3.5. Die appellierende Anklagebehörde hingegen beantragt, es sei der Be-
schuldigten auch der teilbedingte Strafvollzug zu verweigern. Zur Begründung
wird die einschlägige Vorstrafe der Beschuldigten sowie das Tatvorgehen nach
dem genau gleichen Verhaltensmuster angeführt (Urk. 34, Urk. 47 S. 5). Sie weist
darauf hin, dass die Strafe zu vollziehen sei, wenn – wie vorliegend – keine be-
sonders günstigen Umstände vorliegen würden; es sei nicht möglich, die beson-
ders günstigen Umstände zu verneinen und die Strafe bedingt aufzuschieben
(Urk. 47 S. 5 f.).
3.6. Die Vorinstanz hat dazu erwogen, der Umstand, dass die Beschuldigte sich
offenbar nicht von der früheren Verurteilung und der damit einhergehenden Un-
tersuchungshaft beeindrucken liess, falle im Rahmen der Legalprognose negativ
ins Gewicht. Es seien zwar keine wesentlichen Veränderungen ersichtlich, die
Beschuldigte sei jedoch arbeitstätig und sozial gut vernetzt, was ihre Tätigkeit im
Verein zeige. Zudem sei sie selbst nicht von Betäubungsmitteln abhängig und
scheine um eine Schuldensanierung bemüht. Da sich die Beschuldigte noch nie
einem Freiheitsentzug unterziehen musste und davon auszugehen sei, dass sie
sich durch einen Teilvollzug der Freiheitsstrafe genügend beeindrucken lassen
werde, um inskünftig von weiterer Delinquenz abzusehen, sei ihr im Sinne einer
allerletzten Chance der teilbedingte Vollzug zu gewähren. Die auszufällende Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten sei im höchstmöglichen Umfang von neun Monaten
zu vollziehen und zu neun Monaten aufzuschieben. Den verbleibenden Bedenken
sei mit einer Probezeit von vier Jahren für den bedingten Teil der Strafe Rech-
nung zu tragen (Urk. 33 S. 11 f.).
3.7. Der Entscheid der Vorinstanz ist grundsätzlich mit der einschlägigen bun-
desgerichtlichen Praxis vereinbar:
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Wohl hat das Bundesgericht in seinem Urteil 6B_296/2014 vom 20. Oktober 2014
E. 4.3. erwogen:
"Die teilbedingte Strafe im Sinne von Art. 43 StGB setzt eine begründete Aussicht
auf Bewährung voraus. Wenn und soweit die Legalprognose nicht schlecht aus-
fällt, muss der Vollzug jedenfalls eines Teils der Strafe auf Bewährung ausgesetzt
werden. Andererseits ist bei einer schlechten Prognose auch ein bloss teilweiser
Aufschub der Strafe ausgeschlossen. Bemessungsregel bei der Festsetzung des
aufzuschiebenden und des zu vollziehenden Strafteils bildet das Ausmass des
Verschuldens. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die
Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzel-
tatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Der unbedingte Strafteil
darf das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht
unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6). Die subjektiven Voraussetzungen des teil-
bedingten Vollzugs richten sich nach denselben Kriterien, die für den vollbeding-
ten Vollzug gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB gelten (BGE 134 IV 1 E. 5.3.1; vgl. auch
die nicht publ. E. 4.3.1 und 4.6 von BGE 134 IV 53; ferner SCHNEIDER/GARRÉ,
in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, Art. 43 N 17 ff.)."
In BGE 134 IV 1 S. 15 E. 5.5.2. wurde allerdings auch erwogen:
"Ergeben sich – insbesondere aufgrund früherer Verurteilungen – ganz erhebliche
Bedenken an der Legalbewährung des Täters, die bei einer Gesamtwürdigung al-
ler Umstände eine eigentliche Schlechtprognose noch nicht zu begründen vermö-
gen, so kann das Gericht an Stelle des Strafaufschubs den teilbedingten Vollzug
gewähren. Auf diesem Wege kann es im Bereich höchst ungewisser Prognosen
dem Dilemma "Alles oder Nichts" entgehen. Art. 43 StGB hat die Bedeutung, dass
die Warnwirkung des Teilaufschubes angesichts des gleichzeitig angeordneten
Teilvollzuges für die Zukunft eine weitaus bessere Prognose erlaubt. Erforderlich
ist aber stets, dass der teilweise Vollzug der Freiheitsstrafe für die Erhöhung der
Bewährungsaussichten unumgänglich erscheint."
Die bessernde Wirkung auf die Beschuldigte, welche vom Vollzug eines substan-
tiellen Strafteils zu erwarten ist, ist also bei der Beurteilung ihrer Legalprognose
zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_866/2009 vom 22. Februar
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2010 E.3.3.). Dabei handelt es sich selbstredend in einem nicht unerheblichen
Umfang um einen Ermessensentscheid (vgl. BSK Strafrecht I, Schneider/Garré,
Art. 43 N 16).
Vorliegend musste die Beschuldigte, bevor sie die heute zu beurteilenden Taten
beging, noch nie einen längeren Freiheitsentzug erdulden, sie befand sich ledig-
lich 5 Tage in Untersuchungshaft (Urk. 35). Die bedingt aufgeschobene Freiheits-
strafe, welche mit einer Busse verbunden worden war, hat sie in der Folge in der
Tat nicht beeindruckt. Müsste die Beschuldigte heute eine doch empfindliche
Freiheitsstrafe von 3⁄4 Jahren verbüssen, wäre davon eine nachhaltige Wirkung zu
erwarten; insbesondere, da der Beschuldigten im Falle eines Rückfalls nochmals
ein ebenso langer Freiheitsentzug drohen würde.
Wenn die Vorinstanz erwägt, die Verbüssung des im Fall des teilbedingten Straf-
vollzugs gesetzlich maximalen Strafanteils würde die Legalprognose der Beschul-
digten insoweit positiv beeinflussen, dass der verbleibende Strafteil bedingt auf-
geschoben werden könnte, ist dies in concreto weder unbegründet noch unange-
messen.
3.8. Die Gewährung des bedingten Aufschubs des Vollzugs der Hälfte der aus-
zufällenden Strafe (9 Monate) kann daher bestätigt werden. Allerdings ist dabei
den tatsächlich vorhandenen, erheblichen Bedenken mit der Ansetzung der ge-
setzlich maximalen Probezeit von fünf Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1
StGB).
III. Kosten
1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage ohne Weiteres zu
bestätigen. Entgegen der Verteidigung fällt eine quotenmässige Verteilung der
Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens ausser Betracht (vgl. Urk. 37 S. 1,
Urk. 48 S. 7). Die Beschuldigte wurde anklagegemäss verurteilt, weshalb sie ge-
mäss Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten zu tragen hat. Der entgegen-
stehende Antrag der Verteidigung hat keinerlei gesetzliche Grundlage (Art. 426
StPO).
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2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'500.– festzu-
setzen.
3. Die Beschuldigte unterliegt mit ihren geradezu aussichtslosen Anträgen im
Berufungsverfahren vollumfänglich. Die Anklagebehörde unterliegt mit ihren
– allerdings durchaus vertretbaren – Anträgen mehrheitlich. Daher sind die Kos-
ten dieses Verfahrens – exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung – zur Hälfte
der Beschuldigten aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen
(Art. 428 StPO).
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind zur Hälfte definitiv und zur Hälfte
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt einer Rückforde-
rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO für die Hälfte.
4. Der Verteidiger der Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._, reichte die
Honorarnote für seinen Aufwand im Berufungsverfahren ein (Urk. 44). Die geltend
gemachten Aufwendungen sind ausgewiesen, weshalb der Verteidiger Rechts-
anwalt lic. iur. X._ unter Berücksichtigung der Dauer der Berufungsverhand-
lung mit Fr. 3'700.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.