# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0b7813a7-d921-5445-996b-d75ee4a329d1
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._ führt in X._ (Politische Gemeinde Y._) einen landwirtschaftlichen Betrieb. Er
hält insbesondere Milchkühe der Rasse Braunvieh, welche auf zwei Lägern in
Anbindehaltung (im Kurzstand) in einem Stall (Baujahr 1985) gehalten werden.
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Bereits im Oktober 1998 stellte das damalige Veterinäramt fest, dass die jeweils mit
neun Tieren bestallten Milchviehläger im Betrieb von A._ eine Standplatzbreite von
jeweils lediglich 108 cm aufweisen würden, obwohl bereits die dannzumal gültige
eidgenössische Tierschutzverordnung eine Standplatzbreite von wenigstens 110 cm
verlangte. Das Veterinäramt sah indes zu jenem Zeitpunkt noch keinen
Handlungsbedarf, hielt jedoch ausdrücklich fest, dass die Standplatzbreiten nicht
gesetzeskonform seien. Mit Verfügung vom 18. November 1998 wurde A._
angewiesen, die Standplätze bei zukünftigen Anpassungen und baulichen Änderungen
des Stalls gesetzeskonform auszugestalten, wobei jeder Standplatz eine Breite von
wenigstens 110 cm aufweisen müsse.
Anlässlich einer Kontrolle vom 28. Mai 2014 stellte der Veterinärdienst des Amts für
Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) Mängel in der Rindviehhaltung von A._
fest. Die Kontrolle ergab unter anderem, dass die Rinder auf nicht tierschutzkonformen
Standplätzen gehalten wurden, welche eine Breite von lediglich 106 - 109 cm
aufwiesen. Mit Schreiben vom 5. Juli 2014 stellte es daher mit Blick auf die in der
Zwischenzeit total revidierte Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 und die darin
enthaltene, zwischenzeitlich abgelaufene 5-jährige Übergangsfrist wiederum und in
erhöhtem Masse nicht tierschutzkonform ausgestaltete Standplatzbreiten fest. Weil
eine Breite von mindestens 120 cm verlangt ist, wurde A._ zur sofortigen Anpassung
der Standplatzbreiten aufgefordert.
Mit Strafbefehl des kantonalen Untersuchungsamts St. Gallen vom 17. September
2014 wurde A._ wegen mehrfacher Übertretung des Tierschutzgesetzes – unter
anderem wegen der nicht tierschutzkonform ausgestalteten Standplätze – schuldig
gesprochen und mit einer Busse von CHF 900 bestraft.
Eine erste, am 24. September 2014 vom Veterinärdienst des AVSV durchgeführte
Nachkontrolle zeigte, dass die Standplatzbreiten im Hauptstall nach wie vor nicht den
tierschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechend angepasst worden waren. Daher
fand am 28. Januar 2015 eine weitere Nachkontrolle statt. Das AVSV bemängelte unter
anderem erneut, dass bei einer durchschnittlichen Breite von 107 cm die gemäss
Tierschutzgesetz verlangten Standplatzbreiten immer noch nicht tierschutzkonform
angepasst worden seien. Der Umstand, dass zwischenzeitlich jeweils zwei der
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ursprünglich neun vorhandenen Standplätze pro Läger leer gelassen worden seien,
vermöge daran nichts zu ändern. In der Folge verfügte das AVSV am 9. Juni 2015, dass
der Stall den tierschutzrechtlichen Vorgaben mit Standplatzbreiten von 120 cm bis
15. September 2015 anzupassen sei; gleichzeitig ordnete es an, dass bis zur
Anpassung der Standplatzbreiten die Anforderungen zum Bundesprogramm „RAUS“
zu erfüllen seien.
B. Gegen diese Verfügung erhob A._ mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
25. Juni 2015 Rekurs beim Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen. Das
Departement wies den Rekurs mit Entscheid vom 7. August 2017 ab. Lediglich in
terminlicher Hinsicht ersetzte es die Vollzugsanordnung dahingehend, dass der Stall
den tierschutzrechtlichen Vorgaben von 120 cm Standplatzbreite innert dreier Monate
nach Rechtskraft anzupassen sei. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, bei
den gesetzlichen Vorgaben zu den Standplatzbreiten handle es sich um Mindestmasse.
Bei der vorliegend unbestrittenen Widerristhöhe der Kühe müsse jedem Tier ein
Standplatz mit minimal 120 cm Breite zur Verfügung gestellt werden. Mit den von A._
getroffenen Massnahmen könne diese Vorgabe nicht erreicht werden. Zwar sei das
seitliche Anbindesystem angepasst worden, jedoch ohne bauliche Veränderungen. Die
Art der Befestigung und das dafür verwendete System seien immer noch dasselbe.
Ferner seien weder die Position der Tränkebecken noch andere Pfosten und Stützen
räumlich verändert worden, weshalb die Grundkonstruktion des Stalles nach wie vor
dem vormaligen Zustand entspreche. Schliesslich sei nicht zu beanstanden, wenn A._
während der Anpassungsfrist die Auslaufanforderungen des „RAUS“-Programms
einzuhalten habe, da es sich dabei um eine mildere Massnahme gegenüber der
Anordnung eines sofortigen Vollzugs handle.
C. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 8. August 2017 zugestellten
Entscheid des Gesundheitsdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 21. August 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Begehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der Entscheid der Vorinstanz
bzw. die Verfügung des AVSV aufzuheben. Mit Vernehmlassung vom 14. September
2017 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und verwies zur
Begründung hauptsächlich auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Auf die
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Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die Akten ist –
soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 21. August 2017
rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Da der angefochtene Rekursentscheid an die Stelle der ihm zugrunde liegenden
Verfügung des AVSV vom 9. Juni 2015 getreten ist („Devolutiveffekt“, BGE 134 II 142
E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1; 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015
E. 1.2), kann auf die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung dieser Verfügung
beantragt wird, nicht eingetreten werden.
2. In prozessualer Hinsicht verlangt der Beschwerdeführer die Durchführung eines
Augenscheins.
2.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient der unmittelbaren Wahrnehmung von (in der
Regel streitigen) Tatsachen oder dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Der
Entscheid darüber, ob ein Augenschein angeordnet wird, steht im Ermessen der
anordnenden Behörde. Es besteht nur dann eine Pflicht zur Durchführung eines
Augenscheins, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise nicht abgeklärt
werden können. Ergibt sich eine Tatsache zweifelsfrei aus den Akten, so braucht sie
nicht durch einen Augenschein überprüft werden (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 966; BGer 1C_192/2010 vom 8. November
2010 E. 3.3; 1C_76/2012 vom 6. Juli 2012 E. 2.3).
bis
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2.2. Im vorliegenden Fall liegen betreffend die streitgegenständlichen Standplatzbreiten
verschiedene (Kontroll-)Berichte, handgefertigte Skizzen und zahlreiche vom
Beschwerdeführer wie auch anlässlich der Kontrollen aufgenommene Fotografien bei
den Akten. Der massgebliche Sachverhalt (bezüglich Lägerbreiten und -längen,
Aufteilung der Läger, bauliche Gegebenheiten, etc.) ergibt sich damit in hinreichender
Deutlichkeit aus den genannten Unterlagen. Auf die Durchführung eines Augenscheins
kann folglich ohne weiteres verzichtet werden. Aus denselben Gründen kann auf die
beantrage Einholung einer Expertise und Zeugeneinvernahme verzichtet werden.
3. Umstritten ist die Frage, ob die vom Beschwerdeführer vorgenommenen
organisatorischen und bauseitigen Veränderungen an den beiden Lägern
(Anpassungen am seitlichen Anbindesystem; Freilassen von jeweils zwei Standplätzen;
Entfernung der Trennbügel bis auf den mittig situierten) die gemäss Tierschutzgesetz
geforderte Mindestbreite von 120 cm pro Standplatz und Tier garantieren.
3.1. Zweck des Tierschutzgesetzes (SR 455, TSchG) ist der Schutz der Würde und das
Wohlergehen der Tiere (Art. 1 TSchG). Wer mit Tieren umgeht, hat ihren Bedürfnissen
in bestmöglicher Weise Rechnung zu tragen und, soweit es der Verwendungszweck
zulässt, für ihr Wohlergehen zu sorgen (Art. 4 Abs. 1 TSchG). Wer Tiere hält oder
betreut, muss sie angemessen nähren, pflegen, ihnen die für ihr Wohlergehen
notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie soweit nötig Unterkunft
gewähren (Art. 6 Abs. 1 TSchG).
3.1.1. Gemäss Art. 3 der Tierschutzverordnung (SR 455.1, TSchV, in Kraft getreten –
mit hier nicht einschlägigen Ausnahmen – am 1. September 2008 [vgl. Art. 226 TSchV])
sind Tiere so zu halten und ist mit ihnen so umzugehen, dass ihre Körperfunktionen
und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert
wird (Abs. 1). Unterkünfte und Gehege müssen mit geeigneten Futter-, Tränke-, Kot-
und Harnplätzen, Ruhe- und Rückzugsorten mit Deckung,
Beschäftigungsmöglichkeiten, Körperpflegeeinrichtungen und Klimabereichen
versehen sein (Abs. 2). Fütterung und Pflege sind angemessen, wenn sie nach dem
Stand der Erfahrung und den Erkenntnissen der Physiologie, Verhaltenskunde und
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Hygiene den Bedürfnissen der Tiere entsprechen (Abs. 3). Tiere dürfen nicht andauernd
angebunden gehalten werden (Abs. 4). Unterkünfte und Gehege müssen so gebaut und
eingerichtet sein, dass die Verletzungsgefahr für die Tiere gering ist, ihre Gesundheit
nicht beeinträchtigt wird und sie nicht entweichen können (Art. 7 Abs. 1 lit. a-c TSchV),
und so gebaut, eingerichtet und geräumig sein, dass sich die Tiere darin arttypisch
verhalten können (Art. 7 Abs. 2 TSchV). Nach Art. 8 TSchV müssen Standplätze, Boxen
und Anbindevorrichtungen so gestaltet sein, dass sie nicht zu Verletzungen führen und
die Tiere arttypisch stehen, sich hinlegen, ruhen und aufstehen können (Abs. 1); Seile,
Ketten, Halsbänder und ähnliche Anbindevorrichtungen sind regelmässig zu überprüfen
und den Körpermassen der Tiere anzupassen (Abs. 2). Gemäss Art. 10 Abs. 1 TSchV
müssen Unterkünfte und Gehege den Mindestanforderungen nach den Anhängen 1-3
entsprechen. Nach Abs. 2 der nämlichen Bestimmung ist, wenn an Haltungssystemen
Instandhaltungsmassnahmen vorgenommen werden, die über den Ersatz einzelner
Elemente der Stalleinrichtung hinausgehen, zu prüfen, ob sich der Raum so aufteilen
lässt, dass für Standplätze, Liegeboxen, Liegebereiche, Laufgänge, Fressplätze und
Fressplatzbereiche die in Anhang 1 genannten Mindestanforderungen für neu
eingerichtete Ställe eingehalten werden. Die kantonale Fachstelle kann gemäss Abs. 3
in den in Abs. 2 genannten Fällen Abweichungen von den Mindestanforderungen
bewilligen, wobei sie den der Tierhalterin bzw. dem Tierhalter entstehenden Aufwand
und das Wohlergehen der Tiere berücksichtigt. Mit den Mindestanforderungen an die
Grösse bringt der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass zu kleine Unterkünfte eine Gefahr
für die Gesundheit der Tiere darstellt (BGer 6B_660/2010 vom 8. Februar 2011
E. 7.3.2).
3.1.2. Gemäss Anhang 1 Tabelle 1 zur Tierschutzverordnung (Mindestanforderungen
für das Halten von Rindern) gelten für Kühe mit einer Widerristhöhe von 145 plus/minus
5 cm bei Anbindehaltung eine (Mindest-)Standplatzbreite von 120 cm und eine
(Mindest-)Standplatzlänge von 195 cm (bei Kurzstand). Diese Masse gelten für neu
eingerichtete Ställe sowie für solche, die eine Übergangsfrist von fünf Jahren zur
Anpassung von Anbindeplätzen und Liegeboxen nach Anhang 5 Ziff. 48 beanspruchen
können. Kurzstand bedeutet dabei gemäss Anhang 1 Ziff. 4, dass der Raum über der
Krippe dem Tier jederzeit zum Abliegen und Aufstehen, Ruhen und Fressen zur
Verfügung steht; die Gestaltung der Krippe muss arttypische Bewegungsabläufe und
eine ungehinderte Futteraufnahme ermöglichen (im Gegensatz hierzu steht dem Tier
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beim Mittellangstand der Raum über der Krippe lediglich zur Fressenszeit zur
Verfügung). Gemäss Ziff. 48 des Anhangs 5 gilt betreffend Masse (Länge wie Breite) für
Kühe in Anbindehaltung eine Übergangsfrist von fünf Jahren für am 1. September 2008
bestehende Tierhaltungen, deren Standplätze für Kühe mit einer Widerristhöhe von
über 130 cm im Kurzstand eine Breite von 110 cm und eine Länge von 165 cm
unterschreiten. Solche Standplätze mussten folglich bis zum 1. September 2013 den
Abmessungen gemäss Anhang 1 Tabelle 1 angepasst werden.
3.2. Unbestritten ist, dass der überwiegende Teil des Rindviehbestands des
Beschwerdeführers eine Widerristhöhe von über 140 cm aufweist und damit in die
Kategorie der Tiere mit Widerristhöhe von 145 cm plus/minus 5 cm fällt. Fest steht,
dass die Kühe im Stall des Beschwerdeführers im Kurzstand gehalten werden. Die
ursprünglich je neun Standplätze auf dem linken und dem rechten Läger wiesen bei der
Kontrolle vom 28. Mai 2014 noch eine Lägerlänge von 180-185 cm, eine Krippenhöhe
von 31 cm sowie Standplatzbreiten von 106-109 cm (Gesamtlägerlänge 970 cm) auf.
Bei der Kontrolle vom 28. Januar 2015 zeigte sich, dass die Standplatzlängen auf
195 cm angepasst worden waren, so dass sie diesbezüglich den
Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung entsprechen. Umstritten ist einzig
noch, ob die den Tieren zur Verfügung gestellten Standplätze eine Breite von
(mindestens) 120 cm erreichen.
3.3. Beide Läger weisen baulich bedingt eine Länge von jeweils 970 cm auf. Angesichts
der ursprünglich je neun vorgesehenen Standplätze ergab sich eine durchschnittliche
Breite von knapp 108 cm pro Tier. Der Beschwerdeführer macht geltend, zwecks
Sicherstellung der notwendigen Standplatzbreiten pro Läger jeweils zwei Standplätze
freizulassen, d.h. auf jeder Seite lediglich noch jeweils sieben Kühe einzustellen.
Nachdem auch die Trennbügel zwischen den Standplätzen (bis jeweils auf einen mittig
situierten) entfernt worden seien, stünden den Tieren durchschnittlich je 138 cm an
Standfläche zur Verfügung. Damit sei den tierschutzrechtlichen Vorgaben Genüge
getan. Auch wenn seine Berechnung rein rechnerisch zutrifft, kann er daraus nichts zu
Gunsten seiner Begehren ableiten. Er übersieht dabei, dass die Trennbügel die
Funktion haben, die Tiere in gewissem Mass dazu zu zwingen, sich gerade hinzulegen,
was zu einer gleichmässigeren Verteilung der Läger führen würde. Ohne die Trennbügel
können einzelne Tiere sich derart (schräg) hinlegen, dass es den anderen Kühen –
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tendenziell den rangniedrigeren – aufgrund der Platzverhältnisse nicht mehr möglich
sein kann, sich artgerecht zu bewegen oder hinzulegen. Entgegen der vom
Beschwerdeführer vertretenen Haltung kann insbesondere nicht davon ausgegangen
werden, dass die Tiere sich ohne weitere Vorkehren gleichmässig verteilen werden.
Rinder haben von Natur aus kein Bedürfnis, gerade auf einem Läger zu stehen oder zu
liegen. Sie nutzen vielmehr das vorhandene Platzangebot, das unter den gegebenen
Platzverhältnissen in einem Anbindestall immer auch durch die Nachbarin und deren
Platzbedürfnisse mitbestimmt ist. Das bereits angeführte Sozialverhalten der Rinder
verschärft die Situation zudem: Aufgrund der Rangbeziehungen der Tiere
beanspruchen ranghöhere regelmässig mehr Platz und werden sich beispielsweise
schräg hinstellen oder -legen, sodass rangniedrigere Tiere den restlichen zur Verfügung
stehenden Platz nutzen müssen. Nur durch bauliche Massnahmen und Vorkehren kann
eine solche Situation und eine annähernd regelmässige Verteilung der Rinder erreicht
werden (vgl. VerwGE ZH VB.2017.00276 vom 21. Dezember 2017 E. 5.3.2,
www.vgrz.ch). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das Anbindesystem
angepasst zu haben, ist er darauf hinzuweisen, dass serienmässig hergestellte
Anbindevorrichtungen vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen
(BLV) bewilligt werden müssen (Art. 7 Abs. 2 TSchG in Verbindung mit Art. 81 Abs. 1
und Abs. 2 lit. d sowie Art. 82 Abs. 4 TSchV). Ob die Anbindvorrichtung des
Beschwerdeführers durch die vorgenommenen Änderungen nach wie vor die
Mindestanforderungen der Tierschutzgesetzgebung erfüllt, ist nicht aktenkundig. Zu
berücksichtigen ist jedoch, dass weder die Position der Tränkebecken noch andere
Pfosten, noch die tragenden Stützen räumlich verändert wurden, wobei gerade die
Positionierung letzterer die konkrete Nutzung des Platzangebotes durch die einzelnen
Tiere wesentlich vorgibt und bestimmt. Hält man sich vor Augen, dass der
Beschwerdeführer selbst angab, dass er beim Stall keine baulichen Anpassungen mehr
machen könne, da es sich dabei um „verschwendetes Geld“ handle (vgl. act. 8/4.2/24),
erhellt, dass die Tiere sich beim Liegen – unbesehen der vom Beschwerdeführer
bereits getroffenen Vorkehren – nach wie vor nach der alten, baulich vorgegebenen
Stallordnung ausrichten müssen. Der Feststellung der Vorinstanz, wonach es den
Kühen demnach aufgrund der baulichen Gegebenheiten gar nicht möglich ist, sich
bspw. in liegender Körperhaltung frei und tierschutzkonform zu verteilen, ist daher
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beizupflichten und aus den von ihm errechneten Standplatzbreiten von 138 cm pro Tier
kann der Beschwerdeführer daher nichts zu Gunsten seiner Begehren ableiten.
3.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den Kühen zwar rein rechnerisch bzw. im
Durchschnitt ein Standplatz von je 138 cm zur Verfügung stehen würde, wenn nämlich
– indes unter Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse und baulichen Gegebenheiten
– einzig die jeweilige Lägerlänge von gesamthaft 970 cm durch die Anzahl der
eingestellten Tiere geteilt wird. Tatsächlich aber führen die wenigen vorgenommenen
Veränderungen und Vorkehren sowie der Verzicht auf bauliche Anpassungen nach dem
Gesagten ohne Verschiebung der Anbindehaken, Tränkebecken und Stützpfosten noch
nicht zu der nach der tierschutzrechtlich verlangten grösseren Bewegungsfreiheit für
das einzelne Tier. Zu ergänzen ist, dass nicht lediglich der Abstand zwischen den
Anbindehaken zu vergrössern wäre; vielmehr sind mit geeigneten baulichen
Anpassungen (bspw. dem Versetzen der die Stalldecke tragenden Stützen, etc.)
sämtliche Standplätze auf die gesetzlichen Mindestmasse von 120 cm Breite zu
vergrössern. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen sowie in Anbetracht dessen,
dass der Beschwerdeführer seit Errichtung des Stalls im Jahr 1985, also seit über
dreissig Jahren, die jeweils geltenden bzw. vorgeschriebenen Mindestmasse der
Standplätze seiner Tiere nicht einhalten konnte – und dem Umstand, dass
zwischenzeitlich auch die fünfjährige Übergangsfrist für Anpassungen nach Ziff. 48
Anhang 5 zur Tierschutzverordnung seit September 2013 längst abgelaufen ist –
erweist sich die angeordnete Massnahme der umgehenden Anpassung auch nicht als
unverhältnismässig. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
4. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass er bis zur Anpassung der
Standplatzbreiten die Anforderungen des Tierwohlprogramms „Regelmässiger Auslauf
im Freien“ (RAUS-Programm) einzuhalten habe.
4.1. Gemäss Art. 72 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Direktzahlungen an die
Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, SR 910.13, DZV) richtet der Bund
Tierwohlbeiträge für die Haltung von Tieren aus, wenn alle zur entsprechenden
Kategorie gehörenden Tieren nach den Anforderungen des RAUS-Programms erfüllt
sind. Um in den Genuss der Beiträge zu kommen, ist den Tieren vom 1. Mai bis zum
31. Oktober an mindestens 26 Tagen pro Monat Auslauf auf einer Weide und vom
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1. November bis 30. April an mindestens 13 Tagen pro Monat auf einer Auslauffläche
oder einer Weide Auslauf zu gewähren (Art. 75 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang 6
Buchstabe B Ziff. 2.1 DZV). Die Mehrleistung liegt hauptsächlich im grösseren
Arbeitsaufwand, beispielsweise für das Führen der Tiere vom Stall zur Weide und
zurück, das Umzäunen der Weide und die Weidepflege (vgl. https://www.blw.admin.ch/
blw/de/home/instrumente/direktzahlungen/produktionssystembeitraege/
tierwohlbeitraege.html).
4.2. Es trifft zwar zu, dass die Teilnahme am RAUS-Programm für die Landwirte nicht
obligatorisch ist. Vorliegend geht es jedoch nicht darum, dass der Beschwerdeführer
von entsprechenden Tierwohlbeiträgen profitieren möchte, sondern darum, dass das
Tierwohl aufgrund des offenkundigen Nichteinhaltens der Mindestmasse der
Standplatzbreite nicht gewährleistet ist. Zu berücksichtigen ist insbesondere, dass die
Mindestbreite der Standplätze seit Errichtung des Stalles (1985) nicht erfüllt waren –
und zwar nicht einmal nach alter Tierschutzverordnung. Es lässt sich daher nicht
beanstanden, wenn das Tierwohl zumindest in der Zeit der notwendigen Anpassungen
durch die Anordnung eines intensiven, regelmässigen Auslaufs angemessen
kompensiert werden soll und wenn hierfür das RAUS-Programm als Massstab
herangezogen wird. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass es
sich dabei um eine mildere Massnahme handelt gegenüber der Variante, überhaupt
keine Übergangsfrist zu gewähren (bspw. durch ein temporäres Tierhalteverbot). Die
Beschwerde ist demnach auch in diesem Punkt abzuweisen.
5. (...).