# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 884454e6-08b4-47fd-9b7a-851c34038abc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete seit
dem
1
5.
Mai 2006 als Fugenspezialist bei der
Y._
und war damit bei der Schweizerischen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA)
gegen Unfälle versichert. Am 1
0.
April 2007 stürzte er
von einer
Treppe und verletzte sich
am
linken Arm (Unfallmeldung vom 1
9.
April 2007,
Urk.
9/1).
Die SUVA trat auf den Schaden ein und gewährte Heilbehandlung sowie Taggeld. Nach zweimaliger Operation des Ellbogens (
Urk.
9/21/1 und
Urk.
9/50/1) schloss die SUVA den Fall per
1.
Dezember 2009 ab (
Urk.
9/104) und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 2
5.
August 20
11
(
Urk.
9/171) ab
1.
Dezember 2009 eine Invalidenrente basierend auf einem
Erwerbsunfähig
keitsgrad
von 15
%
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Einbusse von 7,5
%
zu. Die dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
9/172 und
Urk.
9/179) wurde mit Entscheid vom 1
9.
März 2012 (
Urk.
2) abgewiesen.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 3
0.
April 2012 Beschwerde mit den folgen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Der
Einspracheentscheid
vom 1
9.
März 2012 sei inso
weit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer keine 15
%
übersteigende Rente und 7,5
%
übersteigende
Integri
tätsentschädigung
zugesprochen wurde.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Be
schwerdeführer die gesetzlichen Leistungen zu ge
währen.
Insbesondere sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, ab
1.
Dezember 2009 eine Invalidenrente von 61
%
sowie eine Integritätsentschädigung von 30
%
zuzu
sprechen.
Zudem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ab spätestens März 2012 erneut Taggelder auszurichten und Heilbehandlungskosten zu übernehmen und dann im weiteren Verlauf die Rente und die
Integritätsent
schädigung
zu erhöhen.
3.
Eventualiter seien im Rahmen
des vorliegenden Ver
fahrens weitere medizinische Abklärungen vorzu
nehmen oder die Angelegenheit zur Vornahme solcher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Entschädigungsfolge (inkl. 8
%
MWSt
) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die SUVA schloss am 2
9.
Mai 2012 (
Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Parteien im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels an den ge
stellten Anträgen festgehalten hatten (
Urk.
14 und
Urk.
18), legte der Versi
cherte am 1
9.
März 2013 (
Urk.
20) einen neuen medizinischen Bericht ins Recht (
Urk.
21), wozu sich die SUVA am 2
2.
April 2013 (
Urk.
24) äusserte. Hiervon
wurde dem Versicherten am 2
4.
April 2013 (
Urk.
25) Kenntnis
gegeben.
3.
Mit Urteil vom heutigen Datum wurde die Beschwerde gegen die Verfügungen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
3.
Mai 2013 betreffend
Zusprache
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ab
1.
April 2008, einer
Dreiviertelsrente
ab
1.
November 2010 sowie einer
Viertelsrente
ab
1.
Dezember 2012 abgewiesen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.
2.1
Die am Unfalltag erstbehandelnde
med.
pract
.
Z._
, Ärztin Chirurgie
A._
,
diagnostizierte im Arztzeugnis UVG (
Urk.
9/3) eine Reizung des
Nervus
ulnaris
bei Status nach Trauma unter Hinweis auf die Röntgenbilder des linken Ellbogens, welche keine Anhaltspunkte für eine
ossäre
Läsion erge
ben hätten.
2.2
Nachdem der Beschwerdeführer über
Hypästh
e
sien
und
K
r
ibbelparästhesien
im Bereich des lateralen Unterarmes geklagt hatte, wurde im
A._
am
9.
Oktober 2007 bei der Diagnose eines
Ulnaris
-Kompressionssyndroms links eine
Ulnarisvorverlagerung
im Ellbogenbereich nach
subcutan
vorgenommen (Austrittsbericht vom 1
2.
Oktober 2007,
Urk.
9/21).
2.3
Am 1
8
.
August 2008 (
Urk.
9/56) wurde im Spital
B._
eine erneute Opera
tion des linken Ellbogens vorgenommen, nachdem der Beschwerdeführer im Anschluss an den Eingriff vom Oktober 2007 vor allem nachts intensive Schmerzen im Bereich des neuen Verlaufes des
Nervus
ulnaris
(lokalisiert vor allem proximal des
ulnaren
Epicondylus
)
verspürt und sämtliche konservativen Therapien keine Besserung gebracht hatten. Es wurde eine ausgedehnte
epi
neurale
Neurolyse
, eine Dekompression sowie eine tief muskuläre
Vorverlage
rung
nach
Learmonth-Mackinnon
vorgenommen.
2.4
Dr.
med.
C._
, Chirurgie FMH, Spez. Handchirurgie, berichtete in seinem Gutach
ten vom 1
8.
Februar 2010 (
Urk.
9/123) zu Händen des Beschwerdeführers von einem im Vordergrund stehenden andauernden Ruheschmerz in einem Umkreis von ca. 12 cm um den
Epicondylus
medialis
des linken Ellbogens. Zudem würden mehrmals pro Tag spontane, unerwartete Schmerzwellen hinzu
treten, ausgelöst durch lokale Druckeinwirkungen, unvorsichtige Armbewegun
gen oder durch Erschütterungen (S. 7).
Der Gutachter
diagnostizierte einen Status nach traumatischer Schädigung des
Nervus
-
Ulnaris
-Stammes Höhe Ellbogengelenk links, ein posttraumatisches komplexes regionales Schmerz-Syndrom (CRPS) Typ II, einen Status nach
Vo
r
verlagerung
subcutan
des
Nervus
ulnaris
links sowie einen Status nach
epi
neur
a
le
r
Neurolyse
, Dekompression
und
tiefer muskulärer Vorverlagerung nach
Learmonth
-
Mackinnon
. Das Vorliegen eines CRPS begründete er mit dem Erfüllen der vier geforderten Faktoren und der vier Symptomkategorien
(
sen
sory
,
vasomotor
,
sudomotor
/
edema
und
motor
/
trophic
).
Die Nervenschädigung sei durch den ungewöhnlich abgelaufenen Sturz-Unfall (Kontusion an der
Trep
pen
-Seitenwand mit Überstreckung des Ellbogengelenkes und Kompression zwischen Körper und Wand)
zustande
gekommen (S. 11).
Als verbleibendes zumutbares Arbeitsprofil nannte
Dr.
C._
e
ine Tätigkeit mit sanften, lang
samen Bewegungen in mittlerer, möglichst spannungsfreier Posi
tion des Arms und Ellbogengelenks mit sehr begrenztem Einsatz der Hand und
der Finger für kleine und leichte Gegenstände.
Er
schätzte eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70
%
bezogen auf ein Vollpensum von je vier Stunden morgens und abends an fünf Tagen in der Woche (S. 15).
2.5
Die Ärzte des
D._
wo am 2
4.
August 2010 ein Assessment mit neurophysiologischen Untersuchungen durchgeführt worden war, diagnostizierten mit Bericht vom
1.
September 2010 (
Urk.
9/144) (1) ein Schmerzsyndrom linker Oberarm,
ulnarer
Unterarm,
ulnare
Hand sowie
4.
und
5.
Finger rechts mit neuropathischen Positiv- und Negativ-Phänomenen unkla
rer Zuordnung und (2) einen Verdacht auf eine Neuropathie des
Nervus
ulnaris
links bei Status nach zweimaliger Operation im Bereich des
Sulcus
ulnaris
links (S. 1).
Sie befanden die Kriterien für ein CRPS an der linken Hand als nicht sicher erfüllt und im Bereich des linken Ellbogens als nicht erfüllt unter Hinweis auf die Möglichkeit eines sympathisch unterhaltenen Schmerzes (S. 5).
2.6
2.6.1
Am
4.
Januar 2011 (
Urk.
9/153) berichteten die
SUVA-Versicherungsmediziner
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie FMH, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie, über ihre Untersuchung vom 1
4.
Dezember 201
0.
Sie diagnosti
zierten ein überwiegend neuropathisches Schmerzsyndrom im
Bereich
des lin
ken Oberarmes, des linken
ulnaren
Unterarmes, der
ulnaren
Hand, des vierten und fünften Fingers links bei anamnestisch bekanntem CRPS II und Status nach Treppensturz mit Überstreckung des linken Ellbogens (sowie den beiden bekannten Operationen, S. 19).
2.6.2
Die SUVA-Ärzte
gingen entsprechend den einschlägigen Kriterien von einem überwieg
e
nd neuropathi
s
chen Schmerz vor dem Hintergrund eines durchge
machten CRPS II
im Bereich des linken Ellbogens aus und führten aus, hierbei sei eine Schädigung der somatosensorischen Nervenstrukturen per Definitionem erforderlich, in diesem Falle eine Läsion des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
ulnaris
links. Ob die Ursache dieser Nervenschädigung tatsächlich traumatisch bedingt sei, sei dahingestellt. Bei zweimaliger Operation des
Nervus
ulna
r
is
mit
Neuro
lyse
und
Vorverlagerung
des
Nerven sei jedoch eine ope
r
ationsbedingte Trau
matisierung sicher. In Übereinstimmung mit den Vorun
t
ersuchungen finde sich eine Temperaturdifferenz in dieser Region, nicht jedoch im Bereich der
H
ände. In der elektrophysiologischen Untersuchung hätten sich sowohl neuropathische Ne
g
ativphänomene wie auch Zeichen einer zentralen Sensibilisierung gezeigt, welche im Rahmen
eines
CRPS,
jedoch
auch im Rahmen einer
myofaszialen
Schmerzausweitung auftreten könn
t
e
n
(S. 22 f.).
Bei Anwendung der Kriterien für ein CRPS II würden diese allenfalls für die linke Ellbogenregion zutreffen, nicht jedoch für den Bereich der Hände. Das
CRPS sei eine ätiologisch nach wie vor unklare Erkrankung, welche mit
starken
Schmerzen einhergehe und das klinische Bild einer
typischen
Trias aus autono
mer Störung, sen
s
orischer Störung und motorische
r
Störung zeige. Im Wider
spruch zu den Untersuchungsergebnissen von
Dr.
C._
finde sich bis auf eine sensible Affektion des distalen
Nervus
ulnaris
im Bereich der linken Hand kein
Hinweis für eine
relevante
Nervenschädigung, welche ein
e bedeutende Ein
schränkung der Handfun
k
ti
on links mit sich bringen könnte. Im
D._
hätten
lediglich
eine verminderte Amplitude der sensiblen Ant
w
ortpotentiale als indirekter Hinweis für eine proximale
Ner
v
us
ulnaris
-Läsion
(bei erschwerten Untersuchungsbedingungen) dargestellt werden können.
Die Muskulatur des linken Armes und insbesondere der linken Hand sei nicht deutlich
atroph
als Ausdruck einer bedeute
nden Schonung, die
Trophik
der H
aut und
Hautanhangsgebilde
seien normal
gewesen
, das
Schwitzen
symmetrisch, ein Ödem habe nicht vorgelegen und die Kraftentwicklung habe in den ver
schiedenen klinischen Testungen als zum Teil leicht gemindert dargestellt wer
den können. Hierzu passend habe der Beschwerdeführer (zum Beispiel beim Heraussuchen von Dokumenten, beim An- und Auskleiden sowie beim Schnü
ren der Schuhe) die linke Hand eingesetzt. Auch sei ersichtlich gewesen, dass beim Laufen nach einiger Zeit der linke Arm völlig normal und physiologisch mitbewegt worden sei, also regelrecht in das automatisierte motorische
Bewe
gungsprogramm
integriert gewesen sei, und eben nicht bestä
nd
ig
schmerzbe
dingt
starr am Körper habe getragen werden müssen (S. 23 f.).
Die
Dres
.
E._
und
F._
schlossen auf einen maladaptiven Umgang mit dem chronischen Schmerz, wozu Zukunftsängste, eine
Katastrophisierungsten
denz
und eine depressive Komponente beitragen mögen würden. In der
Unter
suchungssituation
sowie in der Verhaltensbeobachtung habe es verschiedene Phänomene gegeben, welche nicht schlüssig organisch erklärbar seien:
So sei das Anziehen des
relativ
eng anliegenden Stützverbandes als wohltuend erlebt worden, während das Bestreichen der Region mit einem Wattebausch zur Aus
lösung einer schweren
Allodynie
geführt habe. Der Schmerz nehme bei Streckung des Armes zu, obschon wegen vermehrter Spannung des Nerven (im Falle einer
Ulnarisläsion
) eher
bei
Beugung mit mehr Schmerz zu rechnen sei. Die linke Hand werde vom Beschwerdeführer zum Beispiel beim Autofahren auch über Stunden hinweg (Autofahrt in den Urlaub mit jeweils mehreren Stunden Dauer) aktiv eingesetzt, was definitiv gegen die Annahme einer funk
ti
onellen
Einhändigkeit
spreche (S. 24).
2.6.3
Die Ärzte
empfahlen bei ihrer Beschreibung eines zumutbaren Stellenprofils das Vermeiden schmerzauslösender lokaler Berührungen im Umkreis des
linken
Ell
bogens sowie kraftvoller rascher
Bewegungen
des Ellbogens, repetitiver Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, repetitiver Schläge, kraftvollen Faustschlusses oder kraftvollen Abstützens, Erschütterungen sowie Vibrationen. Zu bevorzugen seien ruhige, nicht abrupte Beuge- und
Stre
c
kbewegungen
des linken Ellbogens in einer mittleren, möglichst entspannten Position. Ein nur sehr begrenzter Einsatz der linken Hand und der Finger für kleine und leichte Gegenstände lasse sich aufgrund der Untersuchungen nicht begründen. Eine solche Tätigkeit sei ganztags möglich bei einer Verlangsamung sowie einer gewissen zeitlichen Limitierung durch vermehrte Pausen (S. 33 f.).
2.6.4
Den Integritätsschaden bemassen die SUVA-Ärzte mit 7,5
%
, ausgehend von einer sensiblen
axonalen
Schädigung des
Nervus
ulnaris
, was im Quervergleich der Hälfte einer proximalen Lähmung des
Nerves
(Richtwert 15
%
) entspreche (S. 34).
2.7
Am 1
0.
März 2011 (
Urk.
9/162 Beilage 1) nahm
Dr.
C._
zu Händen des Beschwer
deführers hierzu Stellung und führte aus, aufgrund seiner gutachterli
chen Untersuchung vom Februar 2010 und der persönlichen
Verlaufsbeobach
tung
seien sämtliche Kriterien eines CRPS erfüllt (S. 9
f.
).
Beim Beschwerde
führer sei sodann
der
Nerv nach volar und bei der zweiten Operation in die Tiefe unter die Beugemuskulatur des Vorderarmes verlagert worden, weshalb er auf der Beugeseite des Gelenk-Drehpunktes liege. Damit werde er gespannt bei der Streckung und entlastet bei der Flexion. Dies führe zum umgekehrten wie von den SUVA-Ärzten
geschilderten
Phänomen, dass der Schmerz be
i der
Ell
bogenstreckung
zunehme
und bei der Beugung abnehme. Beim stärkeren Durchbeugen wirkten allerdings andere Kräfte (Stauchung des
Nerves
), so dass die Schmerzen in der Endphase der Beugung wieder stark anstiegen (S. 13). Weiter fänden sich Muskelatrophien am linken Arm (1 bis 1,5
cm Differenz zur rechten Seite, S. 14).
Dr.
C._
formulierte ein leicht abweichendes
Zumutbar
keitsprofil
(vereinzelte
Bewegungen
mit geringer Belastungs-Kraft am Arm oder in der Hand und nur vereinzelt bis zu einem Maximum von 5 kg ohne repe
tierende monotone
Bewegungen
, abrupte Streck- und Beugebewegungen im linken Ellbogengelenk
). Weiter führte er aus, auch de
r rechte Arm sei einge
schränkt, da die vorhandene Kraft wegen weitgehender einhändiger Nutzung nicht vollumfänglich ausgeschöpft werden könne
(S. 15 f.).
Den Integritätsschaden schätzte
Dr.
C._
mit 30
%
und hielt fest, zu deren Bewer
tung müsse der gesamte linke Arm inklusive seiner Aufhängung (Schul
tergürtel) als funktionelle Einheit in die Beurteilung einfliessen. Dabei sei ein Vergleich mit einer
Plexuslähmung
akzeptabel, welche einer Einschränkung von 30 bis 50
%
entspreche (S. 17).
2.8
Am 1
2.
August 2011 (
Urk.
9/164) äusserten sich die
Dres
.
E._
und
F._
erneut und hielten fest,
in ihrem Bericht vom
4.
Januar 2011 (E. 2.6)
sei
nicht in Abrede gestellt worden, dass die neuropathischen Schmerzen im Rahmen eines CRPS interpretiert werden müssten, dies im Bereich des linken Ellbogens, nicht aber der Hand (S. 3). Die von
Dr.
C._
geltend gemachten neu aufgetretenen neurologischen Defizite (vor allem in der
ulnaren
Hälfte
des linke
n
Mittelfingers in Form einer Hypästhesie, Parästhesie und Dysästhesie) seien weder in der
D._
noch
bei der eigenen Untersuchung geklagt worden. Dabei handle es sich um subjektive Befunde, welche
ausschliesslich
von den Angaben des Untersuchten abhängig seien und sich klinisch-
neurologisch
kaum objektiv
i
eren liessen (S. 4). Das Zumutbarkeitsprofil bleib
e unverändert, namentlich sei d
e
r
linke Arm mehr als nur als
Zudienhand
einsetzbar. Sodann leuchte nicht ein, weshalb der gesunde rechte Arm ohne jegliche
Funktionsein
schränkungen
nicht voll belastungsfähig sein soll
e
(S. 5).
Zum Integritätsschade
n
führten sie sodann aus, ein Quervergleich mit einer
Plexuslähmung
sei nicht begründbar, da die Restfunkt
i
on des linken Armes nicht dem Funktionsausfall entspreche (S. 6).
2.9
Im vom Beschwerdeführer aufgelegten Bericht von
Dr.
G._
, Oberarzt an der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des
H._
, vom
2.
März 2012
(
Urk.
3/5)
hielt dieser fest, aktuell zeige sich eine deutliche Verschlechterung (gegenüber 2009) mit Ausdehnung der Befunde. Klinisch finde sich eine schwere
Hyperpathie
mit
Allodynie
im Bereich des medialen Armes und Unterarmes mit Hypästhesie der gesamten oberen Extre
mität mit Ausdehnung über den ganzen linken
Hemikörper
mit
schweren
be
rührungs
- respektive belastungsabhängigen neuropathischen Schmerzen. Es bestehe ein CRPS Typ II mit Auslösefaktor eines Status nach zwei
Ulnaris
-Ope
rationen 2007 und 2008.
Bei
unveränderten
elektrodiagnostischen Befunden ohne Anhaltspunkte für ein
e
Verschlechterung der
Ulnarisneurographie
links sowie
ohne objektivierbare neurogene
Schädigung des
Nervus
ulnaris
links fänden sich weiterhin keine Hinweise dafür, dass primär eine operativ angehbare Schädigung
des
Nervus
ulnaris
vorliege. Im Gegenteil seien weitere operative Interventionen bei nun
florider
Manifestation eines CRPS keinesfalls zu empfehlen. Die Arbeitsunfähig
keit betrage 0
%
.
2.10
Die Ärzte der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde hielten mit Bericht vom 1
7.
Oktober 2012 (
Urk.
21) fest, es gebe genügend Zeichen und Symptome bei kontinuierlichem un
d
unproportional
zum Ereignis vo
rhande
ne
m Schmerz, jedoch könnten die meisten dieser Beschwerden differenzialdiagnostisch durch eine direkte Reizung des
Nervus
ulnaris
mit konsekutivem neuropathischem
Schmerz
erk
l
ärt werden (periphere
Sensibilisierung
). Symptome wie
Druck
allodynie
im Bereich der
Trizepsmuskulatur
, Ausdehnung der
Allodynie
über das eigentliche
V
er
s
orgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
hinaus etc. könnten differenzialdiagnostisch mit einem
zentralen
Sensibilisierungszustand erklärt werden, welche sich im Gegensatz zu peripheren Mechanismen/peripherer Sen
sibilisierung nicht auf das Gebiet sensibler und motorischer
Hautäste
beschränke, sondern
dermatombezogen
stattfinde. Entsprechend handle es sich (ihrer Ansicht nach) um kein CRPS, sondern um eine Neuropathie des
Nervus
ulnaris
einhergehend mit neuropathischen Schmerzen (S. 4).
3.
3.1
Aufgrund
der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nach seinem
Treppen
sturz
zweimal am linken Ellbogen operiert w
u
rde. In der Folge ver
blieben Restbeschwerden.
Dr.
C._
schilderte dabei einen andauernden
Ruhe
schmerz
im Ellbogen mit spontanen Schmerzwellen. Er führte diese Beschwer
den auf ein CRPS zurück (E. 2.4)
und hielt fest, dass im Bereich der Hand nicht sämtliche klinischen Kriterien erfüllt seien; dies sei für die entsprechende Diag
nose auch nicht notwendig (
Urk.
9/162 Beilage 1 S. 10)
. Auch die SUVA-Ärzte
Dres
.
E._
und
F._
bestätigten ein
(zumindest ein durchgemachtes)
CRPS im linken Ellbogen
unter Verweis auf eine operative Traumatisierung der Nerven
, verneinten indes ein solches im Bereich der linken Hand (E. 2.6.2).
Die Ärzte des
D._
verneinten das Vorliegen eines CRPS im Bereich des Ellbogens und befanden ein solches im Bereich der linken Hand als nicht sicher erfüllt (E. 2.5).
Dr.
G._
bestätigte ebenfalls ein CRPS, verneinte das Vorliegen von Anhaltspunkten für eine objektivierbare neurogene Schädigung des
Nervus
ulnaris
links und sah keine operativ angehbare Schädi
gung (E. 2.9). Die
Ärzte der
Interdisziplinären Schmerzsprechstunde
führten die meisten Beschwerden (differenzialdiagnostisch) auf eine direkte Reizung der
Nervus
ulnaris
mit konsekutivem neuropathischem Schmerz zurück. Da indes Symptome über das Versor
gungsgebiet best
a
nden,
fiel für sie
eine
Neuropathie
des
Nervus
ulnaris
in Betracht
(E. 2.10).
3.2
Beim CRPS handelt es sich um eine zusammenfassende Bezeichnung für Krank
heitsbilder, welche die Extremitäten betreffen, sich nach einem schädigenden Ereignis entwickeln und durch anhaltenden Schmerz mit Störungen des vegeta
tiven Nervensystems, der Sensibilität und der Motorik gekennzeichnet sind. Das CRPS I (sympathische
Algodystrophie
, Sudeck-Syndrom; früher sympathische Reflexdystrophie [SRD]) ist eine Erkrankung der Extremität, die ohne definierte Nervenläsion nach relativ geringfügigem Trauma ohne Bezug zum
Innervati
onsgebiet
eines Nervs auftritt. Es kommt am häufigsten nach distaler
Radius
fraktur
bei wiederholten Repositionsmanövern, einengenden Gipsverbänden oder ohne nachvollziehbare Ursache vor. Eingeteilt wird es in drei Stadien: I: Entzündungsstadium; II: Dystrophie; III: Atrophie (irreversibel). Das CRPS II (früher Kausalgie) bezeichnet brennende Schmerzen und Störungen des sympa
thetischen Nervensystems als Folge einer definierten peripheren Nervenläsion (häufig Hyperkompression). Klinische Zeichen bzw. Symptome des CRPS sind schwer lokalisierbare brennende Schmerzen (z.B.
Allodynie
, Hyperalgesie) zusammen mit autonomen (Ödeme, Temperatur- und
Schweisssekretionsstö
rung
, eventuell trophische Störung der Haut, Nagelveränderungen, lokal ver
mehrtes Haarwachstum), sensiblen und motorischen Störungen. Im weiteren Verlauf kann es zu Knochenabbau (Demineralisation), Ankylose und
Funktions
verlust
kommen. Das CRPS gehört zu den
neurologisch-orthopädisch-trauma
tologischen
Erkrankungen und ist ein organischer bzw. körperlicher
Gesund
heitsschaden
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_955/2008 vom 2
9.
April 2009 E. 6).
3.3
Dass beim
Beschwerdeführer ein CRPS vorliegt, ist
unbestritten und aufgrund der medizinischen Aktenlage ausgewiesen. N
icht von primärer Bedeutung
ist dabei, ob sich dieses auf die Region des linken Ellbogens bezieht oder auch die linke Hand umfasst
.
Entscheidend ist - angesichts der
strittigen
Höhe des
Inva
lidi
t
ätsgrades
-
vielmehr
,
in welchem
Ausmass
der Beschwerdeführer
aufgrund der objektivierbaren funktionellen Einschränkungen
noch arbeitsfähig ist.
3.4
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seinen linken Arm nicht mehr uneingeschränkt einsetzen kann. Angesichts der weitgehend übereinstimmenden ärztlichen Berichte ist sodann davon auszuge
hen, dass Beugebewegungen des linken Ellbogens ungünstig sind.
Dr.
C._
empfahl eine möglichst spannungsfreie Position des Armes (E. 2.4), erachtete jedoch das vereinzelte Heben von Gewichten bis 5 kg als möglich (E. 2.7). Dieses
Zumutbarkeitsprofil
deckt sich weitgehend mit demjenigen der
Dres
.
E._
und
F._
(ruhige, nicht abrupte Beuge- und Streckbewegungen des Ellbogens in einer mittleren, möglichst entspannten Position; E. 2.6.3)
.
Die Ein
schätzungen divergieren
demgemäss
dahingehend, dass
Dr.
C._
den linken Arm als
etwas weniger
einsetzbar
erachtete, die SUVA-Ärzte darin
aber
mehr a
ls eine
Zudienhand
sa
hen
und insbesondere eine
regelmässige
Belastung (statt nur vereinzelt) als möglich erachteten
(E. 2.8).
Wie es sich damit genau verhält, kann insofern offen bleiben, als dies ohne
rele
vanten
Einfluss auf das
trotz Gesundheitsschaden noch
erzielbare Einkom
men bleibt. Fest steht jedenfalls, dass der Beschwerdeführer nicht als funktionell einarmig zu betrachten ist, sondern die linke Hand nach wie vor gebrauchen
kann (vgl. auch die Angaben der Ärzte des
D._
, welche in objektiver Hinsicht unauffällige Ergebnisse im Bereich der linken Hand vermerkten,
Urk.
9/144 S. 2 Mitte).
Damit steht fest, dass dem Beschwer
deführer jede Tätigkeit zumutbar ist, welche den linken Arm nicht belastet, wobei vereinzelte Beugebewegungen mit geringem Gewicht bis 5 kg sowie der Einsatz der linken Hand möglich sind.
Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ist demgegenüber klarerweise nicht ausgewiesen.
Dr.
G._
widerspricht mit dieser am
2.
März 2012 getroffenen Annahme (E. 2.9) den Gutachtern, bezog sich namentlich nicht auf eine angepasste Tätigkeit und begründete seine Ein
schätzung nicht
rechtsgenüglich
.
Zum zumutbaren Pensum liegen ebenfalls übereinstimmende Angaben vor: Die
Dres
.
E._
und
F._
gingen von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit aus bei einer gewissen zeitlichen Limitierung durch vermehrte Pausen (E. 2.6.3). Auch
Dr.
C._
erwähnte in seiner letzten Einschät
z
ung keine zeitliche Limi
tierung mehr und verwi
e
s - wie die SUVA-Ärzte - auf die Notwendigkeit von Arbeitspausen (
Urk.
15 S. 16 Mitte).
3.5
Da die bildgebend
darstellbaren und sonstigen objektivierbaren Befunde festste
hen und lediglich leichte Unterschiede in der ärztlichen Interpretation derselben bestehen, sind v
on weitergehenden Abklärungen keine neue
n
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist
(antizipierte Beweiswürdigung)
.
4.
4.1
Zu prüfen ist, wie sich die dargelegte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
4.
2
Die Beschwerdegegnerin ging von einem
Valideneinkommen
im Jahr 2009 von Fr. 73‘515.-- (Urk. 2 S. 11) aus, was angesichts des von der
Y._
für das Jahr 2009 gemeldeten Lohnes (Urk. 9/108/1) nicht zu beanstanden ist.
Für die Anrechnung von Überstunden - wie dies der Beschwerdeführer bean
tragt (Urk. 1 S. 11 f.) - bleibt kein Raum. Vorwegzuschicken ist, dass
praxisge
mäss
regelmässig geleistete Überstunden bloss dann zum
Valideneinkommen
zu rechnen sind, wenn die versicherte Person mit Überstunden im gleichen Aus
mass hätte rechnen können. Die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2009 vom
4.
Januar 2010 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Unfalls seit knapp elf Monaten bei der
Y._
beschäftigt, weshalb sich allfällige Überstunden nicht auf eine langjährige Praxis stützen und demgemäss für die langfristige Beurteilung mit Zurückhaltung zu würdigen sind. Den Lohnangaben der
Y._
ist zu ent
nehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 nebst seinem monatlichen
Lohn von
Fr.
5‘200.-- im Dezember einen Verdienst von
Fr.
16‘737.90 erzielt hat, worin offensichtlich die Entschädigung für
geleistete
Überstunden enthal
ten ist (
Urk.
9/108/2). Ab Januar 2007 sind dann jedoch keine Überstunden mehr verzeichnet (
Urk.
9/108/4), weshalb nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit dargetan ist, dass der Beschwerdeführer auch weiterhin regelmässig und in erheblichem Ausmass Überstunden geleistet hätte.
Dass im Baugewerbe im Winter weniger Arbeit anfällt (
Urk.
1 S. 12), ist nicht von Bedeutung, reicht doch diese allgemeine Feststellung nicht, um mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auf das regelmässige Leisten von Überstunden des Beschwerdeführers zu schliessen, zumal seine Arbeit (Fugenspezialist) nicht auf den äusseren Man
tel eines Bauwerks beschränkt ist.
Damit ist der
Validenlohn
mit Fr.
73‘515
.-- zu bestätigen.
4
.3
4
.3.1
Bezüglich des trotz der gesundheitsbedingten Behinderung in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
zumutbarerweise
noch erzielbaren Verdienstes hat die
Be
schwerdegegnerin
vorab auf die Dokumentation über Arbeitsplätze (DAP) abgestellt. Sie ermittelte das Invalideneinkommen, indem sie auf Grund von fünf DAP-Unterlagen (
Urk.
9/175
) vom Durchschnitt der Löhne von gerundet Fr.
62‘562
.-- ausging (Urk. 2 S.
12
).
Eine Gegenüberstellung dieses Invalidenlohns von Fr.
62‘562.--
mit dem
Vali
denlohn
von Fr.
73‘515.--
ergibt eine Erwerbseinbusse von
14,9
%.
Dabei ist aber zu beachten, dass gemäss Rechtsprechung das Abstellen auf DAP-Löhne voraussetzt, dass nebst der Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern Angaben gemacht werden über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der entsprechen
den Gruppe (BGE 129 V 472). Die Angaben der Beschwerdegegnerin genügen diesen Anforderung nicht vollumfänglich, ist doch die Gesamtzahl der Arbeits
plätze
nur
auf
einer
Dokumentation er
sichtlich. Damit kann nicht darauf abge
stellt werden
, ohne dass die Zumutbarkeit der einzelnen Stellen näher geprüft werden müsste
.
4
.3.2
Lässt sich das Invalideneinkommen nicht konkret ermitteln, weil der Versicherte die restliche Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit - obwohl zumutbar - nicht oder nicht voll ausnützt, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne heran
gezogen werden. Wird im vorliegenden Fall auf die
Lohnstrukturerhebung
(
LSE
)
abgestellt, ist jeweils vom
Zent
ralwert
(Median) der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) auszuge
hen (BGE 126 V 76 E. 3b/
bb
). Zum Ausgleich
lohn
mindernder
Fak
toren kann vom Tabellenlohn ein Abzug vorgenommen werden, welcher unter Berücksich
tigung sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände (
leidens
be
dingte
Ein
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationali
tät/Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungsgrad) nach pflichtgemässem Er
messen zu schätzen ist, wobei der Abzug höchstens 25 % beträgt (BGE 126 V 79 E. 5b/
aa
-cc).
Da dem Beschwerdeführer nur Hilfsarbeitertätigkeiten offen stehen, ist die Rub
rik „einfache und repetitive Tätigkeiten“ heranzuziehen. Laut der Tabelle TA1 der LSE 200
8
belief sich der Zentralwert für einfache und repetitive Tätigkeiten im privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeits
zeit von 40 Stunden auf Fr. 4'
806
.--, was bei einer betriebsüblichen durch
schnittlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden (Die Volkswirtschaft
12
-20
13
S. 90
Tabelle B 9.2) pro Woche
und unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung von 2,1
%
(von Index 2092 auf Index 2136, Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 91 Tabelle B 10.3)
ein Gehalt von Fr.
61‘238
.-- pro Jahr ergibt.
Der Beschwerdeführer ist auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mit
be
werber ohne Einschränkungen dadurch benachteiligt, dass er auf eine
Tätigkeit angewiesen ist, bei welcher er seinen linken Arm nicht regelmässig belasten und nur noch geringe Lasten heben muss. Dies stellt im - für den Beschwerdeführer einzig in Frage kommenden - Anforderungsniveau 4 (einfa
che und repetitive Tätigkeiten) eine erhebliche Einschränkung dar.
Das Bundesgericht gewährt in seiner Praxis funktionell einarmigen Versicherten Abzüge zwischen 20 und 25
%
(Urteil 8C_94/2012 vom 2
9.
März 2012 E. 3.2 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer kann nicht als funktionell Einarmiger qua
lifiziert werden. Indes ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer zusätz
lich auf vermehrte Pausen angewiesen ist, welche von den Ärzten indes nicht quantifiziert wurden, weshalb diese lediglich in einem bescheidenen Ausmass nötig sein dürften.
Zusammenfassend rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von
20
%.
4
.4
Der Verglei
ch des
Valideneinkommens
von Fr. 73‘515.--
mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr.
4
8
‘9
90
.--
(8
0
% von
Fr.
61‘238
.--
) ergibt eine Lohneinbusse von Fr.
2
4
‘52
5
.--
bzw. einen Invaliditätsgrad 3
3
,
4
%
(
zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2
)
. Demgemäss hat der Be
schwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 2004 Anrecht auf eine Invali
den
rente von 3
3
%
, weshalb die Beschwerde teil
weise gutzuheissen ist.
5.
5.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
Inte
gritätsentschädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
schadens
a
bge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integri
tätsentschädigung
die Richtlinien des Anhanges
3.
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach
unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
5.2
5.2.1
Die Beschwerdegegnerin
bemass
die Integritätsschädigung mit 7,5
%
(
Urk.
2 S.
16) und stützte sich dabei auf die Einschätzung der
Dres
.
E._
und
F._
(
Urk.
9/153 S. 34).
Diese
führten aus, ein Quervergleich mit einem 60%igen Armverlust sei sowohl aufgrund der erhobenen klinischen Befunde als auch der
Verhaltensbeobach
tung
nicht haltbar, denn die geschätzten 30
%
entsprächen bereits 3⁄4 eines vollständigen Armverlustes (Integritätsschaden 40
%
), was sich bei nur geringer
Funktionseinbusse
infolge schmerzbedingter Kraftminderung bei sonst erhalte
ner Handfunktionen nicht rechtfertigen lasse. Schmerzen als solche könnten bei egalitärer Schätzung des Integritätsschadens nicht berücksichtigt werden. Damit sei von einer
Ulnarislähmung
gemäss
Tabelle 1 auf Höhe des linken Ellbogens auszugehen (Integritätsschaden 15
%
). Man könne hier zwar von keiner Lähmung sprechen, da die motorische Funktion des
Nervus
ulnaris
sowohl kli
nisch als auch elektroneurographisch erhalten sei. Aufgrund des erhobenen intraoperativen Befundes mit ausgeprägten Verwachsungen und narbiger Ein
schnürung des
Nervus
ulnaris
sowie der zuletzt in der
D._
veranlassten Elektroneurographie sei von
einer
sensiblen
axonalen
Schädigung des
Nervus
ulnaris
auszugehen, was im Quervergleich der Hälfte einer proxi
malen Lähmung dieses Nerv
s
und somit einem Integritätsschaden von 7,5
%
entspreche.
5.
2
.2
Der Beschwerdeführer schloss dagegen auf ein Integritätsschädigung von 30
%
(
Urk.
1 S. 15) und verwies dabei auf die Einschätzung von
Dr.
C._
(
Urk.
15).
Dieser hielt fest, dass eine vollständige
Ulnaris
-Lähmung (
gemäss
Tabelle 1: 15
%
) in der Regel kein Schmerz-Syndrom beinhalte, welches sich auf den Gebrauch des ganzen Armes auswirken könne, sondern
sie
hinterlasse eine typische
ulnare
Krallenhand mit Schwächung
ausschliesslich
der Beugekräfte der Finger IV und V und der intrinsischen Muskeln, begleitet von
Hypästhesie
bis
Anästhesie
, welche sich
ausschliesslich
am
ulnaren
Vorderarm, an der
ulna
ren
Hand sowie an der
ulnaren
Hälfte
Di
g
IV und am ganzen
Dig
V mani
festiere.
Weder beinhalte eine vollständige noch eine hälftige Parese per se eine
Allodynie
, Hyperalgesie,
Hyperpathie
und auch keine weiteren neurologischen Defizite und keine mechanisch/thermische
Allodynie
, welche jeglichen Gebrauch des ganzen Armes massiv beeinträchtige mit Wirkungen auf die
Schulter und den Nacken mit Gefühlsstörungen über den linken Arm hinaus bis in die linke Körperhälfte. Auch würden keine Schmerzschübe auftreten.
Dr.
C._
ging vom gesamten linken Arm inklusive seiner Aufhängung (Schul
ter
gürtel) als funktionelle Einheit aus und legte eine
Plexuslähmung
(30
bis 50
%
gemäss
Tabelle 1) zu Grunde. Er hielt fest, seine frühere Bewertung mit 60
%
des Armwertes, entsprechend eine
m
Integritätsschaden von 30
%
, sei nach wie vor gültig. Dies umso mehr, als sich das Syndrom seither ausgebreitet habe. Unter Umständen müsse sogar mit einem vollständigen oberen
Quadran
tensyndrom
oder einem
Hemisyndrom
mit Einbezug weiterer Körperteile gerechnet werden.
5.3
Vorwegzuschicken ist, dass grundsätzlich von der objektivierbaren Beeinträchti
gung des linken Ellbogens auszugehen ist. Eine Funktionsunfähigkeit des gan
zen linken Armes (bzw. eine „massive Beeinträchtigung“ im geltend gemachten Sinn) liegt ebenso wenig vor wie ein Quadranten- oder
Hemisyndrom
.
Im Gegenteil kann der Beschwerdeführer seinen linken Arm auch nach der Ein
schätzung von
Dr.
C._
durchaus noch gebrauchen und immerhin geringe Gewichte heben. Bei diesem erstellten medizinischen Sachverhalt kann die Schätzung des Integritätsschadens nicht auf einer praktischen
Gebrauchsunfä
higkeit
des ganzen Armes basieren. Auch die subjektiven Schmerzen sind von untergeordneter Bedeutung, sind diese doch - wie auch die Ausstrahlung bis in den Nacken und die Hände - im geklagten
Ausmass
nicht
vollständig
objekti
vierbar.
Der Köperschaden des Beschwerdeführers ist damit im Quervergleich mit einer
Ulnarislähmung
gemäss
Tabelle 1 auf Höhe des linken Ellbogens zu sehen. Das objektivierbare Substrat erschöpft sich namentlich in der Schädigung (und den Verwachsungen) im Bereich des
Nervus
ulnaris
.
5.4
Es ist zusammenfassend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
entsprechend der Tabelle 1 - von einer Basis von 15
%
ausging und die
In
te
gri
tätsschädigung
auf 7,5
%
festgelegt hat. Zu berücksichtigen ist namentlich die erhaltene Beugefähigkeit des Ellbogens und der Umstand, dass der Nerv nicht gelähmt ist. Die subjektive Schmerzkomponente hat angesichts dieser objektivierbaren Umstände in den Hintergrund zu treten.
Anzufügen ist, dass die zukünftige Entwicklung nicht vorhergesehen werden kann. Die Entwicklung eine
Hemisyndroms
ist ebenso hypot
h
etisch wie die Entwicklung eines CRPS III (Atrophie), was eine
dannzumalige
Neubeurteilung erforderlich machen würde.
6.
Soweit der Beschwerdeführer unter Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab März 2012 die erneute Ausrichtung von Taggeldern beantragt, so hat die Beschwerdegegnerin hierüber nicht verfügt. De
r
Beschwer
degegnerin
wurde der Bericht des
Dr.
G._
vom
2.
März 2012 (
Urk.
3/5) bis zum Erlass des
angefochtenen
Einspracheentscheid
s
am
1
9.
März 2012
(
Urk.
2) nicht eingereicht. Hat die Beschwerdegegnerin nicht über diese Thematik ver
fügt (sowie einen
Einspracheentscheid
gefällt), ist auf die Beschwerde
mangels Anfechtungsgegenstand
nicht einzutreten.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat de
r
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist nach
§
34
Abs.
3 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der
Bedeutung der Streitsache
,
de
r
Schwierigkeit des Prozesses
und dem Mass des Obsiegens
festzusetzen. In Anwendung dieser Grundsätze erscheint eine
- angesichts des bloss teilweisen Obsiegens gekürzte -
Prozess
entschädigung
von
Fr.
2
'
0
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.