# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 323c2186-7229-4d1e-945c-a56497fc3779
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. Mit Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Plessur vom 11. April 2000, mitgeteilt am 1. Mai 2000, wurde die Ehe von X. und Y. geschieden. Die gemeinsame Tochter A., geboren am 4. Mai 1994, wurde unter die Obhut der Mutter gestellt und ihr wurde die elterliche Sorge zugeteilt. Dem Vater wurde das Recht eingeräumt, die Tochter A. jeweils am ersten Wochenende eines jeden Monats während zwei Tagen (jeweils von Samstag 12.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr) zu sich auf Besuch zu nehmen. Überdies erhielt er das Recht, mit der Tochter drei Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen.
B. Aufgrund anhaltender Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts ersuchte Y. im November 2001 die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. um Unterstützung bei der Durchsetzung des Besuchs- und Ferienrechts.
Am 1. Oktober 2002 ordnete die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. für A. eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB an und setzte B., Amtsvormundschaft des Kreises D., als Beiständin ein mit dem Auftrag, das gerichtlich eingeräumte Besuchsrecht im gegenseitigen Einvernehmen mit den Eltern von A. zu organisieren und zu überwachen.
Nachdem A. ihren Vater von November 2002 bis Februar 2003 jeweils monatlich getroffen hatte, verweigerte das Mädchen seither jeglichen Kontakt mit dem Vater. Y. gelangte deshalb im Juni 2004 erneut an die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. mit dem Ersuchen um Unterstützung mit Bezug auf die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts.
C. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises D. vom 3. August 2004, mitgeteilt am 18. August 2004, wurde der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Graubünden (KJPD) ersucht, A. während einer angemessenen Beobachtungszeit bis Ende November 2004 unter Einbezug ihrer Mutter therapeutisch zu begleiten und anschliessend zur Frage Stellung zu nehmen, ob beziehungsweise inwieweit die Verweigerungshaltung A. gegenüber Kontakten zum Vater auf Beeinflussung zurückzuführen sei sowie Empfehlungen bezüglich des weiteren Vorgehens beziehungsweise allfälliger ergänzender Massnahmen mit Bezug auf das Besuchrecht abzugeben. Gegen diesen Beschluss erhob X. am 27. August 2004 Beschwerde mit dem Begehren, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst St. Gallen sei mit der Begutachtung zu beauftragen. Mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 8. November 2004 wurde die Vormundschaftsbehörde des Kreises D.
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angewiesen, einen Gutachter zu bestimmen, der nicht dem KJPD Graubünden angehört.
D. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises D. vom 23. März 2005 wurde Dr. med. F. beauftragt, A. im Sinne des Beschlusses vom 3. August 2004 kinderpsychologisch zu begutachten. Sein Gutachten datiert vom 16. Januar 2006.
E. Nachdem ein Mediationsverfahren gescheitert war, räumte die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. beiden Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme ein.
F. Mit Beschluss vom 31. Oktober 2006, mitgeteilt am 20. März 2007, wies die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. das Ausstandbegehren betreffend Vizepräsidentin lic.iur. E. ab, wobei die Präsidentin und die Vizepräsidentin der Vormundschaftsbehörde des Kreises D. sich im Ausstand befanden. Ebenfalls am 31. Oktober 2006, mitgeteilt am 20. März 2007, fasste die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. den folgenden Beschluss, wobei sich lic.iur. G. im Ausstand befand:
„1. Der Antrag auf Anhörung von A. wird abgelehnt.
2. Der Antrag auf Ernennung eines Verfahrensbeistandes für A. wird abgelehnt.
3. Der Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB, geführt durch Amtsvormundin B., wird abgelehnt.
4. Vom kinderpsychologischen Gutachten vom 16.01.2006 von Dr.med. F. wird Kenntnis genommen.
5. In teilweiser Gutheissung des Antrages der Mutter auf Sistierung des Besuchsrechts wird die Ausübung des Besuchsrechts für 6 Monate ausgesetzt.
6. Im Anschluss an diese sechsmonatige Sistierungsdauer gilt die folgende Besuchsrechtsregelung: - für die ersten zwei Monate nach der Sistierung: 2 Stunden alle 14 Tage - für die nächsten zwei Monte: 4 Stunden alle 14 Tage - wiederum für die nächsten zwei Monate: 1 Tag alle 14 Tage
Anschliessend gilt wieder die gerichtlich festgelegte Besuchsrechtregelung gemäss Scheidungsurteil vom 11.04.2000.
7. Der Eventualantrag auf Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts wird abgelehnt.
8. Für die Zeitdauer der sechsmonatigen Sistierung wird X. gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZGB unter Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder von einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, aufgefordert,
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monatliche Besprechungen zwischen der Beiständin und A., welche der Standortbestimmung sowie der Vorbereitung auf die Wiederaufnahme des persönlichen Verkehrs zum Vater dienen sollen, sicherzustellen.
9. Für die Zeitdauer der sechsmonatigen Sistierung wird X. gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZGB unter Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder von einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, verpflichtet, die Nachwirkungen des Scheiterns der Ehe mit Y. mit Unterstützung einer hierfür ausgewiesenen Fachperson ihrer Wahl mittels zweit Sitzungen pro Monat, insgesamt 12 Sitzungen, therapeutisch aufzuarbeiten und der Behörde innert Frist von 14 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses bekannt zu geben, welche Fachperson für die vorstehend umschriebene Beratung gewählt wurde. Ziel dieser Begleitung ist einerseits, darauf hinzuwirken, dass Y. von X. als Vater von A. akzeptiert wird, und andererseits die Bereitschaft der Mutter zu fördern, ihre Tochter dabei zu unterstützen, mit dem Vater wieder Kontakt aufzunehmen.
10. Die Kosten des Gutachtens vom 16.01.2006 in Höhe von Fr. 6'950.-- gehen zu zwei Dritteln (Fr. 4'630.--) zulasten von X. und zu einem Drittel (Fr. 2'320.--) zulasten von Y..
11. Die behördlichen Aufwendungen in Zusammenhang mit vorliegendem Beschluss in Höhe von Fr. 1'500.-- gehen zu zwei Dritteln (Fr. 1'000.-- )zulasten von X. und zu einem Drittel (Fr. 500.--) zulasten von Y..

## Considerations