# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bbc2f4a4-572e-4523-a934-e24b2bb0a184
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 2001, wurde
von
der Sozialversicherungsanstalt des Kanto
ns Zürich, IV-Stelle
,
vom 16. November 2004 bis 30. November 2008
Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen in Form einer Spra
chheilbe
hand
lung von höchstens drei
Lektione
n pro Woche
erteilt (Urk. 9/6, 9/8, 9/11)
.
Am 20.
Januar 2016 erteilte die IV-Stelle zudem Kostengutsprache für die Behand
lung eines Zahngeburtsgebrechens (Urk. 9/18).
Nach dem Abbruch
einer
Lehre zum Polymechaniker im Dezember 2017
(
Urk. 9/37) und einem stationären Auf
enthalt im Kinderspital
Y._
vo
m 24. Januar bis 4. April 2018 (
Urk. 9/42/5-9)
meldeten ihn seine Eltern mit Formular vom
3. Mai 2018
unter Hinweis auf Kopf- und Bauchschmerzen und damit
zusammenhängendem
Schul
absentismus und Lehrabbruch
für berufliche
Massnahmen bei der Invalidenversicherung an (Urk.
9/19)
.
Ein
im August 2018 angetretene
s
Lehr
verhältnis
als Zimmermann EFZ (Urk. 9/24) wurde im Oktober 2018 wieder aufgelöst (Urk. 9/35)
.
Die IV-Stelle klärte die Verhältnisse ab und führte mehrere Standortgespräche durch (Urk.
9/72/3-
4, 9/72/9-10
).
Nach Kostengutsprache für eine berufspraktische Vorbereitung mit Mitteilung vom 13. Mai 2019 (Urk. 9/48) erteilte die IV-Stelle dem Versicherten am 24. Juni 2019 Kostengutsprache für ein
e
erstmalige berufliche Ausbildung als Koch in der Stiftung
Z._
(Urk. 9/54)
, welche nach Auflösung des Lehrvertrags per 20. Dezember 2019 (Urk. 9/67) mit Mitteilung vom 23. Januar 2020 per 31. Dezember 2019 aufgehoben wurde (Urk. 9/66). Gleichentags erteilte die IV-Stelle
Kostengut
sprache
für ein
e Integrationsmassnahme in Form eines
Belastbarkeitstraining
s
in der Stiftung
Z._
vom 1. Janua
r bis 31. März 2020 (Urk. 9/64), welche bis 30. Juni 2020 verlängert wurde
(
Urk. 9/68
). Am 9. Juli 2020 teilte sie dem Ver
sicherten die Beendigung der Eingliederungsmassnahmen mit, da sein Gesund
heitszustand zurzeit keine weitere Eingliederung ermögliche (Urk. 9/70)
.
Nach Einholung einer Stellungnahme von Dr. med.
A._
, Fachärztin für Psy
chia
trie und Psychotherapie, regionaler ärztlicher
Dienst (RAD)
,
vom 10. März 2021 (
Urk. 9/82/3-4) teilte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbescheid vom 18. Mai
2021 mit, dass ein Anspruch auf eine Invalidenrente voraussichtlich verneint werde
(Urk. 9/79). Nach Eingang des Einwandes vom 15. Juni 2021 (Urk. 9/80) und dessen ergänzender Begründung mit dem Hauptantrag auf Gewährung berufli
cher Massnahmen (Urk. 9/85)
sowie neuerlicher RAD-Stellungnahme
vom 17.
September
2021
(Ur
k
. 9/
87/2-4) wies die
IV-Stell
e
mit Verfügung vom
20.
September 202
1
das Leistungsbegehren
ab
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 14. Oktober 2021 Beschwerde und beantragte, es seien ihm unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids berufliche Ein
gliederungsmassnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach
umfassenden medizini
schen Abklärungen neu über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine In
validenrente entscheide (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 12. November 2021 reichte er einen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med.
B._
von Oktober 2021 ein (Urk. 5, 6/1).
Die
Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), wovon der Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 19. November 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 10). Auf eine Stellun
gnahme zur Eingabe des Beschwerdeführers
vom 12. November 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 3.
Dezember 2021 (Urk. 11).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
Die hier zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 20.
September 2021, mit welcher die Beschwerdegegnerin gemäss deren Titel und der einleitenden Bemerkung wie schon mit Vorbescheid vom 18.
Mai
2021 (Urk.
9/79) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invali
den
versicherung verneinte (Urk. 2 S. 2). Der Hauptantrag des Beschwerdeführers in der Beschwerde lautet wie schon derjenige im präzisierten Einwand vom 20. Juli 2021 auf Gewährung beruflicher Eingliederungsmassnahmen
und lediglich
even
tua
liter auf ergänzende Abklärungen im Hinblick auf einen neuen Renten
ent
scheid (Urk. 1 S. 2, 9/85/1). Die Beschwerdegeg
nerin, welche mit Mitte
i
lung vom 9. Juli 2020 den Anspruch auf weiterführende Eingliederungsmassnahmen
noch
mit der Begründung, der Gesundheitszustand verunmögliche zurzeit weitere E
in
gliede
r
u
ngsmassnahmen
, verneint hatte
(Ur
k
. 9/70),
griff den
mit dem Einwand gestellten
Antrag auf Gewährung beruflicher Massnahmen im angefochtenen E
ntscheid auf
(Urk. 2 S. 2)
und verneinte im Er
ge
bnis
nicht nur einen Anspruch auf eine Invalidenrente, sondern zumindest implizit (vgl. Urk. 2 S. 1: «Das Leis
tungsbegehren wird abgewiesen»)
auch einen solchen auf (berufliche) Einglie
derungsmassnahmen
mit der Begründung, es liege eine volle Arbeitsfähigkeit
vor oder diese könne, wie im letzten Bericht aufgeführt, nach einer Belastungs
steigerung wieder erlangt werden (Urk. 2 S. 3). Entsprechend bildet Anfechtungs
gegenstand im vorliegenden Verfahren auch der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmass
nahmen, ohne dass die Voraussetzungen einer Ausdehnung des Anfechtungsgegenstandes (BGE 130 V 501 E. 2.1, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_509/2015 vom 15. Februar
2016 E. 3) zu prüfen sind
.
1.2
1.2.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des ATSG, der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenver
si
cherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sach
verhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend im Grundsatz die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2.2
Invalidität liegt nur vor, w
enn nach zumutbarer Eingliederun
g ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeiten verbleibt (Art. 8 Abs. 1 in Verbin
dung mit Art. 7 Abs. 1
ATSG
sowie Art. 16 ATSG). Damit wird der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die
versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliede
rung
s
fähig ist (BGE 121 V 190 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 9C_186/2009 vom 29.
Juni
2009 E. 3.2). Gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die
unter anderem
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass
nah
men
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können. Mit dieser Regelung soll die Priorität der Eingliederung gegenüber der Rente gesetzlich noch stärker ver
ankert und gleichzeitig der Rentenzugang verschärft werden (BGE 137 V 351 E.
4.2).
Rentenleistungen sollen erst dann allenfalls zur Ausrichtung gelangen, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen (Bot
schaft vom 22. Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invali
den
versicherung [5. Revision],
BBl
2005 4459 ff., 4521 ff., 4531 und 4568; Urteil
des Bundesgerichts
9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1). Der Anspruch auf eine Rente ist daher nicht zu prüfen, solange Eingliederungsmassnahmen
, ins
be
sondere Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Einglie
de
rung
in Betracht fallen können
(Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom 5.
Juni
2012 E. 2.2.1
, 8C_951/2010 vom 30. Mai 2011 E. 3.3
).
1.2.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2.4
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 % arbeits
un
fähig (Art. 6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern da
durch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als Integrationsmass
nahmen gelten gemäss Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
. a) und Beschäftigungs
mass
nahmen (
lit
. b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden kann (BGE 137 V 1 E. 7.2.3
mit Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen L
eistungsanspruch des
Beschwerde
füh
rers im angefochtenen Entscheid gestützt auf die Stellungnahmen ihres RAD,
wonach die Lehrabbrüche des Beschwerde
führers und der Abbruch der Einglie
de
rungsmassnahmen laut den vorliegenden, weitgehend konsistenten medizini
sch
en Unterlagen nic
ht auf eine dauerhafte psych
ische Erkrankung zurückzu
führen seien und auf
grund einer Anpassungsstörung kein dauerhafter Gesund
heit
s
scha
den angenommen werden könn
e, welcher einen Leistungsanspruch begründe (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer vertritt dagegen
zusammengefasst
den Standpunkt, auf die Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr.
A._
könne nicht abgestellt werden
, widerspreche doch ihre allein gestützt auf die Akten ergangene Beurteilung, wonach die psychopathologischen Befunde überwiegend unauffällig ausgefallen
seien und die Beurteilungen in
den
Verlaufsbeurteilungen der Eingliederung über
wiegend positiv ausgefallen seien, der Aktenlage. Gestützt auf die Ausführungen der behandelnden Dr.
B._
sei vielmehr ein Anspruch auf Gewährung von beruflichen Massnahmen (Belastbarkeits- und Aufbautraining mit anschliessen
der erstmaliger beruflicher Ausbildung
)
ausgewiesen.
Ein solches
Vorgehen ent
spräche auch der Zielsetzung der per 1. Januar 2022 in Kraft tretenden Weiter
entwicklung des IVG, mit welcher doch insbesondere bei jungen Versicherten mit psychischen Beeinträchtigungen sämtliche Eingliederungsmöglichkeiten ausge
schöpft und Eingliederungsmassnahmen bei einem Abbruch wiederholt zuge
spro
chen würden.
Sollte das Gericht wider Erwarten der Ansicht sein, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe, müsste die medizinische Situation mittels um
fassender medizinischer Abklärungen (psychiatrische Begutachtung) und an
schlies
s
end der Rentenanspruch neu geprüft werden (Urk. 1 S. 3 ff., Urk. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist im Folgenden zunächst, ob der Beschwerdeführer
An
spruch auf weitere Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art
und dabei ins
besondere auf Integrationsmassnahmen gemäss Art. 14a IVG
hat, welche eine
Rentenzusprache
und damit auch eine Rentenprüfung als verfrüht erscheinen liessen. Zu Recht unstrittig ist dabei, dass weder die verzögerte Sprachent
wick
lung, welche zur
Zusprache
der Sonderschulmassnahmen in Form von Logopädie
vom 3. Altersjahr bis zur 1. Klasse
(Urk. 9/6, 9/8, 9/11
)
führte,
noch ein von
der
Beschwerdegegnerin mit Kostengutsprache vom 20. Januar 2016 anerkanntes Zahngeburtsgebrechen und dessen Behandlung (Urk. 9/18) im vorliegend zu beurteilenden Zusammenhang von Belang sind.
3.
3.1
Aufgrund der Schul
verweigerung
des damals zwölfjährigen Beschwerdeführers
meldete
sein
Vater denselben im Jahr 2014 zur
Abklärung
im
Kinder- und Jugendpsychiatrischen Di
enst
des Kantons Zürich
(KJPD)
, Regionalstelle Uster,
an.
Gemäss der mit den Eltern des Beschwerdeführers erhobenen störungs
spezi
fischen Anamnese
im Bericht vom 15. Dezember 2014
habe
der Beschwerdeführer
seit der vierten Klasse öfters über Bauchschmerzen geklagt und sei in der fünften Klasse zirka zweimal monatlich wegen Bauchschmerzen zu Hause geblieben, vor allem aber dann, wenn er Hausaufgaben nicht erledigt habe. Seit
Mitte Januar 2014 habe er vermehrt über Bauchschmerzen ge
klagt, eine somatische Abklärung sei ohne Befund geblieben. Im Januar 2014 habe der Beschwerdeführer in der Schule einen Deo-Spray angezündet, wobei zwei Brandflecken entstanden seien, was er vor der Klasse habe mitteilen müssen. Seit Mitte Februar 2014 habe er die Schule verweigert
und verschliesse sich seither komplett, wenn es um das Thema «Schule» gehe.
Im psychopathologischen Befund fanden sich Hinweise für Ängste im Zu
sam
menhang mit der Schule. Beim Besprechen seiner Schulverweigerung habe der Beschwerdeführer belastet reagiert und angefangen zu weinen (Urk. 9/25/3). Der Beschwerdeführer habe letztlich eine Abklärung in der KJPD verweigert, weshalb keine abschliessende Beurteilung möglich sei. Die erlebte Kränkung vor der Klasse im Zusammenhang mit dem verursachten Brandschaden u
nd die darauf
folgende Schulverweigerung sei
en
als Ausdruck einer Anpassungsstörung zu verstehen (Urk. 9/25
).
3.2
Die Diagnose im Bericht des
Kinderspitals
Y._
zur
Hospitalisation
des Be
schwerdeführers vom 24. Januar bis 4. April 2018 lautete auf eine Somati
sie
rungsstörung (ICD-10 F45.), DD Adoleszentenkrise mit Passivität und depressiven Symptomen (Urk. 9/42/5). Beim Beschwerdeführer seien seit der Primarschulzeit rezidivierende (psycho-)somatische Beschwerden mit vor allem Bauchschmerzen aufgetreten, in der Oberstufe zunehmend mit Kopfschmerzen, Fieberzuständen und vielen Schulabsenzen. Nach erfolgreichem Start in die Lehre zum Poly
mechaniker im Sommer 20
1
7 sei ein erneuter Symptombeginn mit zunächst einzelnen Fehltagen und seit Oktober 2017 vollständiger Lehrverweigerung ein
getreten. Seit seinem Entschluss zum Abbruch der Lehre
sei
eine deutliche Ent
lastung und ein Sistieren der Beschwerden eingetreten (Urk. 9/
42/6). Somatische Ursachen für die Symptomatik seien bereits vor Spitaleintritt weitestgehend ausgeschlossen worden, was eine psychosomatische Ätiologie nahelege. Hinweise auf eine Überforderung hätten sich keine gefunden (durchschnittlicher IQ, homo
genes Profil, positive Rückmeldung vom Lehrbetrieb) und auch sonst sei es schwierig nachzuvollziehen, was genau zu seinem Vermeidungsverhalten geführt haben mag (Urk. 9/42/7). Neben dem Vermeidungsverhalten mit Schulab
sentis
mus und psychosomatischen Beschwerden hätten sich im Vorfeld der stationären Behandlung depressive Symptome (sozialer Rückzug, Insuffizienzgefühle, Schla
f
störungen) sowie Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen (Essanfälle, Affekt
labilität) gezeigt, wobei diese Symptome im stationären Aufenthalt kaum sichtbar gewesen seien. Diagnostisch sei
en
die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers am ehesten im Rahmen einer adoleszenten Krise im Rahmen einer Entwicklungs- und Ablösungsthematik mit den entsprechenden Anforderungen an ihn einzuordnen (Urk. 9/42/8).
3.3
Der
ab
19. Januar 2016 behandelnde Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie, stellte in seinem Bericht vom 18. Mai 2018 die Diagnosen einer Somatisierungsstörung und einer Anpassungsstörung (Adoleszentenkrise)
. Im Befund führte er die seit früher Kindheit bekannten psychosomatischen Be
schwerdebilder an mit im Oktober 2017 erfolgtem Lehrabbruch infolge der Beschwerden, zunehmender Depressivität und daraus resultierendem Absentis
mus. Dr.
C._
erachtete den Beschwerdeführer als in seiner Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt, er verfüge über gute kognitive Ressourcen, sei auch hand
werklich begabt. Seine Einschränkungen ergäben sich aus den psychoreaktiven Verhaltensmustern (Urk. 9/22/1-2).
3.4
Die seit 15. Januar 2020 behandelnde
respektive delegierende
Dr.
B._
sprach sich in ihrem Bericht vom 14. Oktober 2020 für das Vorliegen einer Anpassungsstörung mit Passivität und depressiven Symptomen gemäss ICD-10 F43.2 aus.
Eine Abklärung im Hinblick auf eine Persönlichkeitsstörung (diagnos
tisches Interview SKID II) sei ohne Befund ausgefallen.
D
er
Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig. Nach einer Phase der Stabilisation und Vertrauensgewinnung in seine eigene Belastbarkeit und in seine Fähigkeiten sei langfristig ein Belast
barkeitstraining anzustreben.
Die psychosomatischen Beschwerden seien abge
klungen, doch hätten sich durch die Lehrabbrüche in den letzten zwei Jahren die
Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Hilflosigkeit und
die
Selbstzweifel akzentuiert. Immer
wieder gebe es Tage, an welchen der Beschwerdeführer morgens nicht aus dem Bett komme und es ihm nicht gelinge, aus dem Haus zu gehen. Dies führe zu einem Vermeidungsverhalten und grosse
n
Versagensängsten, die frühe
re
Medika
tion mit Citalopram 20 mg abends habe ihm nicht geholfen. Das Belastbar
keits
training in der Stiftung
Z._
sei per 1. Juli 2020 aufgrund gehäufter Fehltage abgebrochen worden, leider sehr kurzfristig und ohne A
ustausch mit ihr. Dies sei ein herber Rückschlag für den Beschwerdeführer gewesen und
habe
die Erkran
kung weiter gefördert. Anstelle einer möglichen Bewältigung und dem Erarbeiten von Handlungsmöglichkeiten, um die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen, habe er sich mit einem weiteren Abbruch auseinandersetzen müssen, was sein Selbst
vertrauen und seine Versagensängste sowie die erlebte Hilflosigkeit extrem ver
grössert habe. Bei einer erneuten beruflichen Massnahme müsse unbedingt darauf geachtet werden, dass er Absenzen haben dürfe und dies vor dem Hintergrund seiner psychischen Erkrankung verstanden werde. Bei einem Belastungstraining sei ein kontinuierlicher Zeitaufbau sinnvoll, Start mit zwei Stunden täglich, steigernd bis Vollzeit
(Urk. 9/77/1-7).
3.5
Das Fazit von Dr.
A._
in ihrer Stellungnahme vom 10. März 2021 lautete dahingehend, dass anhand der eingereichten medizinischen Unterlagen keine Be
funde
und
daraus abgeleitete Diagnosen herangezogen werden könnten, welche eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten (Urk.
9/82/4). Am 17. September 2021 legte sie sodann in Auseinandersetzung mit der Aktenlage dar, dass die zwischenzeitlich diskutierte Somatisierungs
stö
rung abgeklungen sei. Die medizinischen Unterl
agen seien weitgehend konsi
stent
, die psychopathologischen Befunde überwiegend unauffällig. Entsprechend positiv (bis auf die Absenzen) seien auch Beurteilungen in den Verlaufsberichten ausgefallen. Es bestehe kein Zweifel an den ärztlichen Befunden und Diagnosen und deren Einschätzung, dass
eine
volle Arbeitsfähigkeit vorliege. Die Lehrab
brüche und der Abbruch der Eingliederungsmassnahmen sei laut vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht auf eine dauerhafte psychische Erkrankung zu
rückzuführen. Aufgrund einer Anpassungsstörung könne kein dauerhafter Ge
sund
heitsschaden angenommen werden (Urk. 9/87/3-4).
3.6
In ihrem im gerichtlichen Verfahren eingereichten Bericht von Oktober 2021 sprach sich Dr.
B._
dafür aus, im längeren Krankheitsverlauf
habe sich
nun die Diagnose einer mittelgradigen Depression
gemäss ICD-10 F32.1
mit Morgentief, gedrückter Stimmung, Verminderung von Antrieb und Aktivität so
wie massiv gestörtem Selbstvertrauen
bestätigt
. Die Hoffnung, dass sich die Symp
tome im Rahmen einer Anpassungsstörung während der Adoleszenz zu
rückbilden würden, habe sich leider nicht erfüllt. Aus ihrer Sicht sei ein dauer
hafter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei zur
z
eit weder im 1. Arbeitsmarkt noch in geschütztem Rahmen ausbildungsfähig. Zuer
s
t be
nötige er die Möglichkeit, sich bei einer Tätigkeit im geschützten Rahmen in den Arbeitsalltag zu integrieren und sich an die Arbeitsstunden zu gewöhnen. Sei diese Voraussetzung vorhanden, sehe sie eine gute Prognose, dass der Beschwer
de
führer im geschützten Rahmen ein Belastungstraining im Hinblick auf eine Ausbildung absolvieren könne (Urk. 6/1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die von ihr als beweiskräftig erachteten Aktenbeurteilungen von Dr.
A._
eine rentenbegründende Invalidität ver
neint und zum Eingliederungspunkt erwogen, die Beurteilungen in den Ver
laufsberichten der Eingliederung seien konsistent zu den weitgehend unauffälli
gen Befunden und Diagnosen bis auf die Absenzen positiv ausgefallen. Es be
stünden keinerlei Zweifel an den
ärztlichen Befunden und Diagnosen sowie deren Einschätzung
,
wonach eine volle Arbeitsfähigkeit vorliege oder nach Belastungs
steigerung wiedererlangt werden könne (Urk. 2 S. 3).
Was die grundsätzliche Beweistauglichkeit von Aktenberichten anbelangt, k
ann praxisgemäss auf diese abgestellt werden,
wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich festste
henden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, Urteile
des Bundesgerichts
8C_737/2011 vom 2. April 2012 E. 5.2 und 8C_681/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.1).
Ob der auf blosser Aktenkenntnis beruhenden Einschätzung von Dr.
A._
ein lückenloser Befund und ein damit einhergehender fest
stehender medizinischer Sachverhalt zugrunde lag, scheint angesichts der im ge
richtlichen Verfahren eingereichten Stellungnahme von Dr.
B._
(Urk
. 3/6
),
welche
kurz
nach Erlass des hier angefochtenen E
ntscheids e
rstellt wurde
, wes
halb ihm die Massgeblichkeit für die Beurteilung des hier zu beurteilenden Sach
verhalts nicht ohne Weiteres abgesprochen werden kann (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 15. Mai 2017 E. 5.1 mit Hinweisen)
,
fraglich.
Dr.
B._
sprach sich in demselben
in grundsätzlich nachvollziehbarer Weise
dafür aus, dass sich die bisherige Diagnose einer An
passungsstörung nicht mehr rechtfertige, nachdem sich die Hoffnung auf eine Rückbildung der Symptome in der Adoleszenz nicht erfüllt habe, und sich im längeren Krankheitsverlauf nunmehr eine mittelgradige Depression zeige. Der von Dr.
A._
ihrer Beurteilung zugrunde gelegte nicht dauerhafte Charakter der gesundheitlichen St
örung
wird dadurch jedenfalls in Frage gestellt.
4.2
Hingegen kann offenbleiben, ob die RAD-Beurteilungen
im Lichte der übrigen medizinischen Aktenlage
für einen Rentenentscheid hinreichend beweistauglich wären:
Die Beschwerdegegnerin, welche den Eintritt des leistungsspezifischen Versicherungsfalls (Art. 4 Abs. 2 IVG) sowohl für Integrationsmassnahmen ge
mäss Art. 14a IVG als auch eine erstmalige berufliche Ausbildung gemäss Art. 16
IVG mit Kostengutsprachen vom 13. Mai 2019 (Urk. 9/48), 24. Juni 2019 (Urk. 9/
54 und 23. Januar sowie 9. April
2020
(Urk. 9/64 und 9/68)
als gegeben erachtet
hatt
e, beendete die Integrationsmassnahmen mit Mitteilung vom 9. Juli 2020, weil der Gesundheitsschaden dannzumal keine weitere Eigliederung ermöglicht habe. Gleichzeitig wies sie den Beschwerdeführer aber darauf hin, sobald sich seine gesundheitliche Situation soweit stabilisiert habe, dass eine regelmässige Teilnahme an Integrationsmassnahmen möglich sei,
könne
er ein neuerliches G
esuch einreichen
(Urk. 9/70).
Entsprechend schloss sie
dannzumal
, dass
bei Vorliegen eines stabilisierten Zu
standes, von welchem sie in der angefochtenen Verfügung offensichtlich spätes
tens seit dem frühestmöglichen Rente
n
beginn per 1. Juli 2020 (Art. 29 Abs. 2 IVG; Taggeldanspruch bis 30. Juni 2020, Urk. 9/69) ausging, weitere Eingliede
rungsmassnahmen zumindest in Form von Integrationsmassnahmen gemäss Art.
14a IVG in Frage
kämen
. Hiervon
ging
den
n
auch der Beschwerdeführer aus, weshalb eine
Rentenzusprache
ohnehin verfrüht gewesen wäre und die ange
fochtene Verfügung, soweit sie einen Rentenanspruch verneint, nicht zu bean
standen ist.
Hingegen verzichtete die Beschwerdegegnerin
in der Annahme, eine Anpassungs
störung gemäss ICD-10 F43.2 stelle keinen dauerhaften Gesundheitsschaden
dar
und stehe folglich einem Leistungsanspruch grundsätzlich entgegen, im ange
foch
tenen Entscheid auf eine Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf Integra
tionsmassnahmen gemäss Art. 14a IVG (Urk. 2 S. 3). D
ie diesbezüglichen Vor
aussetzungen sind
aber
nicht identisch mit denjenigen für einen Rentenanspruch: Während
letzterer
eine nach zumutbarer Eingliederung verbleibende Erwerbsun
fähigkeit bedingt, setzen die Integrationsmassnahmen eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG von mindestens 50 % während mindestens eines halben Jahres voraus (Art. 14a Abs. 1 IVG
; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.2.3
).
Ein Mindestinvaliditätsgrad ist da
bei nicht vorausgesetzt
(SVR 2010 IV Nr. 24). Soweit also die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt im Hinblick darauf geprüft hat, ob eine Erwerbsunfähigkeit oder Invalidität im Sinne von Art. 7, 8 und 16 ATSG vorliegt und der diagnostizierten Anpassungsstörung im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zur
regel
haft nicht invalidisierenden Wirkung einer Anpassungsstörung
(SVR 2008 IV Nr.
15)
nicht die Bedeutung eines dauerhaften Gesundheitsschadens beimass, ver
kennt sie, dass ein solcher gerade nicht Anspruchsvoraussetzung für eine wei
tere Integrationsmassnahme gemäss Art. 14a IVG bildet.
Indem
Dr.
B._
in ihrem Bericht vom 14. O
ktober 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Anpassungsstörung mit Passivität und depres
siven Symptomen attestiert hatte (E. 3.4), welche gemäss ihrem Schreiben vom Oktober 2021 (E. 3.6)
weiter angedauert habe,
wird
die
Anspruchsvoraussetzung der 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit mindestens sechs
Monaten
bestätigt. Weder die
früheren bis Mai 2018 erstellten ärztlichen Berichte (
E. 3.1-3.3
)
noch die Protokolle zur Eingliederungsberatung (Urk. 9/71-72) stellen dies im Ergebnis in Frage, mangelt es denselben doch für die Beurteilung eines
weiteren
Anspruchs auf eine Integrationsmassnahme an Aktualität, nachdem sie den Verlauf des Gesundheitszustandes nach dem neuerlichen, nunmehr von Seiten der Beschwer
de
gegnerin veranlassten Abbruch einer Massnahme nicht berücksichtigen konnten
. Bezeichnenderweise stellte s
elbst Dr.
A._
in den Raum, dass die Arbeits
fähigkeit erst nach einer Belastungssteigerung – mithin dem von Dr.
B._
als sinnvoll erachteten Belastungstraining von zunächst 2 Stunden pro Tag (Urk.
9/77/6) – erreichbar sei (Urk. 9/87/4).
Lediglich anzufügen ist in diesem Zusammenhang, dass g
emäss der am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Fassung von Art. 14a IVG und der damit angestrebten Ausweitung der Integrationsmass
nahmen (
Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung [Weiterentwicklung der IV] vom 15. Februar 2017,
BBl
2016 2572 f.)
nicht
erwerbstätige Personen vor der Vollendung des 25.
Altersjahres
nach dessen Abs.
2
lit
. b bereits dann
Anspruch auf Integrationsmassnahmen
haben
,
wenn sie
von Invalidität
bedroht sind, mithin ohne
dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit über einen längeren Zeitraum gegeben sein müsste.
Sodann
stehen die bisher zugesprochenen Integrationsmassnahmen von knapp neun Monaten (Urk. 9/48, 9/64, 9/68) einem neuerlichen Anspruch auf eine Inte
grationsmassnahme nicht entgegen, kann eine solche doch wiederholt und ge
samthaft für die Dauer eines Jahres zugesprochen
und im
Ausnahmefall gar um ein Jahr verlängert
werden
(
E.
1.2.4). Was die Eingliederungsfähigkeit des B
e
schw
e
r
deführers für eine solche
Massnahme
anbelangt,
sprach sich Dr.
B._
in ihrem im gerichtlichen Verfahren eingereichten Schreiben zwar gegen eine aktuelle Ausbildungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, bezeichnete die Prognose für eine Eingliederung nach Integration und Gewöhnung an die Arbeitsstunden
aber
als gut (Urk.
6/1 S.
1), erachtete mithin die Einglie
de
rungsfähigkeit für eine Integrationsmassnahme als gegeben und eine entspre
chende Massnahme als grundsätzlich geeignet, die berufliche Eingliederung zu fördern.
Entsprechend ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine neuerliche Inte
grationsmassnahme im Sinne von Art. 14a IVG grundsätzlich zu bejahen und der angefochtene Entscheid in Gutheissung der Beschwerde, soweit er den Anspruch auf eine solche verneint, aufzuheben. Die Sache ist nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung der konkreten Mass
nahme zu überweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Entsprechend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers weist in der einge
reich
ten Kostennote vom
12. November 2021
(Urk.
6/2)
für das vorliegende V
erfah
ren einen Zeitauf
wand von 11
Stunden
aus.
Diese Aufwendungen erscheinen
gerade noch
als ge
rechtfert
igt. Beim gerichtsüblichen Stunden
ansatz von Fr.
185.
--
resultiert
daraus eine En
tschädigung von Fr.
2'257.45
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer).