# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 58006361-fd27-43ca-9169-9714028f81de
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, war zuletzt von Juni 2011 bis August 2013 bei der
A._
GmbH
im Service tätig und meldete sich am
3.
März 2015 unter Hinweis auf die Folgen eines Autounfalles
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und
zog die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
7/7,
Urk.
7/9,
Urk.
7/15-16,
Urk.
7/36,
Urk.
7/43,
Urk.
7/46,
Urk.
7/49-50,
Urk.
7/92)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
54,
Urk.
7/62-67
) sprach die IV-
Stelle
mit Verfügung vom
1
6.
Juni 2017
der Versicherten bei einem Invalidi
tätsgrad von
100
% eine ganze Rente von
September 2015
bis
Oktober 2016
zu (Urk. 7/
76
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
1.
August 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
6.
Juni 2017
(Urk. 2) und beantragte,
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Invalidenrente über den 3
1.
Oktober 2016 hinaus unbefristet auszurichten (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort
vom
2
0.
September 2017 (
Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 2
4.
November 2017 wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2 f.) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
12).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
7.
August 2018 (
Urk.
14) wurde die Beschwerdefüh
rerin darauf aufmerksam gemacht, dass noch zu tätigende ergänzende Abklärun
gen zu einem Resultat führen könnten, welches auch den Anspruch auf die befristete Rente in Frage stellen könnte
,
und es wurde ihr Gelegenheit gegeben, die Prozesschancen und –
risiken
nochmals abzuwägen und die Beschwerde allenfalls zurückzuziehen. Die Beschwerdeführerin liess sich innert Frist nicht vernehmen, weshalb Festhalten an der Beschwerde angenommen wird.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
de
s Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurtei
l
ung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Ren
te (BGE 125 V 413
E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine be
fristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmit
telverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugs
zeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit
Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zuspre
chung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober
2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, die Beschwerdeführerin sei s
eit
dem
Unfall vom 2
6.
Dezember 20
13 als Serviceange
stellte nicht mehr arbeitsfähig. Spätestens seit Juli
20
16 sei es zu einer Verbesse
rung gekommen, wonach angepasste Tätigkeiten zu 100
%
zumutbar seien. Es gebe keine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus psych
ischen
Gründen, die A
rbeitsfähigkeit
sei vor allem
in
somatischer Hinsicht einge
schränkt.
Es seien
keine weiteren Abklärungen angezeigt.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), dass
der Entscheid der Beschwerdegegnerin mehrheitlich auf den Akten der Un
fallversicherung beruhe. Wie
aus
dem Arztbericht des behandelnden Psychiaters hervorgehe, sei die Arbeitsfähigkeit unter anderem aus psychiatrischer Sicht rechtserheblich eingeschränkt (S. 5). Es sei deshalb unerlässlich, dass sie psychi
atrisch begutachtet werde (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine unbe
fristete Invalidenrente.
3.
3.1
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._
berichteten mit Austrittsbericht vom
9.
Januar 2014 (
Urk.
7/16/39-40
) über den Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Dezember 2013 bis
9.
Januar 2014 und nannten folgende
Diagnosen
(S. 1)
:
-
dislozierte Vorderarmfraktur links
-
Sternumquerfraktur
im mittleren Drittel
-
Rippenserienfraktur 7-9 links
-
Nasenbeinfraktur
-
s
tumpfes
Abdominaltrauma
epigastrisch
ohne CT-morphologische Organ
verletzung
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin sei von der Sanität aufgrund eines PKW-Selbstunfalles nach Frontalzusammenstoss mit zwei Bäumen
notfallmässig zuge
wiesen worden. Organläsionen oder intrakranielle Blutungen hätten radiologisch ausgeschlossen werden können (S. 1). Die Beschwerdeführerin habe in einem ge
besserten
Allgemeinzustand in hausärztliche Weiterbehandlung entlassen
werden können (S. 2)
.
3.2
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._
berichteten am
5.
Januar 2015 (
Urk.
7/16/3-4
) und führten aus, die Beschwerdeführerin stelle sich zur weiteren Nachkontrolle vor und b
eschreibe Schmerzen
vor allem im Bereich des
Osteosynthesematerials
. Es zeigten sich reizlose verheilte Narbenverhältnisse im Bereich des Vorderarms. Auffallend sei eine
äusserst druckempfindliche Narbe
im Bereich der radialen Platte
.
Im bereits am 2
7.
November 2014 durchgeführten nativen CT des linken Vorderarms zeige sich eine fortschreitende Konsolidation mit noch knapp erkenn
baren Frakturspalten. Die
Osteosynthesematerial
-Stellung sei regelrecht. Es be
stünden keine Hinweise für eine Sekundärdislokation (S. 1).
Insgesamt sei von
chirurg
ischer
Seite her
von einem
sehr gute
n
Resultat
zu sprechen. Die
Schmerz
problematik sei nicht durch das
Osteosynthesematerial
bedingt.
Die Beschwerde
führerin
weise eine zunehmende
Somatisierungstendenz
auf mit Schmerzen bis in die Schulter und der gesamten linken Körperhälfte
(S. 2)
.
3.3
Die Ärzte des
Stadtspital
s
B._
berichteten am 2
2.
Mai 2015 (
Urk.
7/25
) und führten aus,
es bestehe ein l
angwieriger postoperativer Verlauf mit persistieren
den Schmerzen im Vorderarm.
Eine
Arbeitsaufnahme
habe nur provisorisch für drei
M
ona
t
e
zu 50
%
erfolgen können
.
Im Januar 2015 habe die Beschwerdefüh
rerin
über zunehmende
Schmerzen
berichtet
. Bezüglich der Schmerzen sei eine
deutliche Somatisierung
zu verzeichnen. Die Funktion b
eziehungsweise die
Be
weglichkeit sei
en sehr gut. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit
begründet.
Die
Beschwerdeführerin
gebe an, im Service zu arbeiten
,
aktuell aber arbeitslos zu sein
. Funktionell sei eine Durchführung der Arbeit sicherlich möglich,
je
doch einge
s
chränkt durch die Schmerzen, welche
aber nicht objektivierbar seien
(S. 2)
.
3.4
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
5.
Juni 2015 (
Urk.
7/26
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chronisches brachiales Schmerzsyndrom
links nach Osteosynthese bei Unterarmfraktur 2013
-
chron
isches
Schmerzsyndrom Hüfte/Oberschenkel
links nach Polytrauma
-
lumbales Schmerzsyndrom nach Diskushernie
und Dekompression
Er führte aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit Januar 2015 als Hausarzt (S. 1
Ziff.
1.2). Es bestünden p
ersistierende Schmerzsyndrome nach Polytrauma 2013 und
einer
Diskushernie lumbal.
Die
Prognose
sei unklar. Die
Beschwerde
führerin
sei
jedoch
sehr motiviert
zu arbeiten (S. 2
Ziff.
1.4)
. Geplant sei
ein Re
habilitationsaufenthalt. Momentan bestehe in der angestammten Tätigkeit seit dem
9.
Januar 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Diese sei nach dem Reha
bilitationsaufenthalt neu zu beurteilen (S. 2
Ziff.
1.6). Eine
angepasste Tätigkeit
sei der Beschwerdeführerin
zu 10
%
zumutbar
. N
ach
der
Reha
bilitation sei
gege
benenfalls
eine
wechselbelastende Tätigkeit
zumutbar (S. 5).
3.5
Die Ärzte des Zentrums für Handchirurgie berichteten
am 1
8.
September 2015 (
Urk.
7/36/14-16
) und nannten folgende Diagnose:
-
Schmerzzustand linker Arm
mit sockenförmig angegebener Hypästhesie bis in die
Ellbeuge
links mit Verdacht auf Irritation
Ramus
superficialis
Nervus
radialis
in distaler
Narbe
Sie führten aus, die Anamnese sei schwierig zu erheben, da die Beschwerdefüh
rerin auf alle Fragen mit schmerzhaftem Zusammenzucken reagiere. Sie beklage starke Schmerzen im ganzen linken Arm seit der operativen Versorgung der Vor
derarmfraktur (S. 1).
Inspektorisch
bestehe keine Muskelatrophie. Alle Übungen würden nach einigem
Beüben
besser
gehen
(S. 2). Es sei erstaunlich, dass die Beschwerdeführerin fast zwei Jahre nach dem Unfall mit einem derartigen Schmerzzustand und angeblicher Gebrauchsunfähigkeit des Armes am
adomi
nanten
Arm kein wesentliches Muskeldefizit aufweise. Aktuell bestünden keine Hinweise für
eine radiale
Epicondylopathie
. In der Service-Tätigkeit sei die Be
schwerdeführerin derzeit sicher
zu
100
%
arbeitsunfähig. Hingegen könnte sie sicher mindestens eine 50%ige Arbeit bewältigen in
einer
Tätigkeit, die vor allem überwachender Natur sei und die vor allem mit der gesunden rechten Hand durchgeführt werden könne, vorzugsweise sitzend (S. 3).
3.6
Die Ärzte des Neurozentrums
D._
berichteten am 1
0.
August 2015 (
Urk.
7/36/27-29
)
und führten aus, das aktuelle Hauptproblem seien persistie
rende Schmerzen am linken Vorderarm, tags und nachts. Deswegen müsse die Beschwerdeführerin immer Schmerzmittel nehmen. Die Schmerzen würden sich in Bewegung verstärken. Seit der Operation am Rücken habe sie immer noch deutliche Schmerzen, oft mit Ausstrahlung ins linke Bein (S. 1 f.).
Die Halswir
belsäule (HWS) sei frei beweglich. Auch in Extremstellungen sei keine Provoka
tion von Schmerzen oder Parästhesien im linken Arm oder an der Hand möglich.
Der Beschwerdeführerin werde zu lokaler Physiotherapie geraten, allenfalls auch zu lokalen Infiltrationen (S.
2
).
3.7
Dr.
E._
, Facharzt für Chirurgie, Kreisarzt der Unfallversicherung, berichtete am 2
0.
August 2015 (
Urk.
7/36/22-24
) über die k
reisärztliche
Untersu
chung der Beschwerdeführerin vom 2
3.
April 201
5.
Er führte aus, dass die
ischialgiformen
Beschwerden, die auf eine Diskushernie L5/S1 links zurückzu
führen seien, erst im Herbst 2014 akut aufgetreten seien, so dass hier keine Un
fallkausalität bestehe. Es handle sich um typische degenerative Veränderungen (S. 2 f.). Aus rein unfallbedingter Sicht bestehe aktuell keine volle Arbeitsfähigkeit im Service, die Einschränkungen seien jedoch qualitativer und nicht quantitativer
Art.
Möglich seien körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten, ohne Zwangshaltungen im linken Handgelenk, ohne kräftiges Stossen und Drücken mit der linken oberen Extremi
tät. Unter Beachtung genannter Einschränkungen wäre rein unfallbedingt eine 100%ige Arbeitstätigkeit möglich (S. 3).
3.8
Dr.
C._
berichtete am 1
9.
Februar 2016 (
Urk.
7/43/90-91
) und führte aus, dass es nac
h mehreren Arbeitsversuchen
im angestammten Beruf neben einer Ver
schlechterung der persistierenden Rückenschmerzen vor allem zu einer
Schmerz
exazerbation
der Unterarmschmerzen links
mit Bewegungseinschränkung ge
kommen
sei
.
Das klinische Bild habe in der Praxis jeweils auch nachvollzogen werden können, da die Beschwerdeführerin nach den Arbeitseinsätzen einbestellt worden sei. Es bestehe somit weiterhin eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.9
Dr.
F._
berichtete am 2
2.
Februar 2016 (
Urk.
7/39
) und nannte folgende Di
agnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1)
:
-
Ischialgie links
-
Diskushernie L5/S1 links
-
St
atus nach
mikrochirurgischer
Sequesto-Nukleotomie
L5/S1 lin
k
s
am 2
2.
Mai 2015
-
Status nach
Verkehrsunfall
Dezember 2013 mit Unterarmfraktur links
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin klage bei der Erstvorstellung über akut aufgetretene
ischialgiforme
Beschwerden seit sechs Monaten. Es sei eine p
ost
operativ
e
Besserung der
ischialgieformen
Beschwerden
eingetreten
. Im Verlauf
seien
progrediente
lumbalgieforme
Beschwerden
aufgetreten
,
wobei
klinisch und radiologisch kein Nachweis einer Rezidiv-Diskushernie
habe
erbracht
werden können (S. 2
Ziff.
1.4)
.
Es bestehe eine d
eutlich eingeschränkte Beweglichkeit
der Lendenwirbelsäule (S. 3
Ziff.
1.4)
. Seinerseits sei keine A
rbeitsunfähigkeit
be
scheinigt worden. Von Seiten des Rückens sei
die
Tätigkeit im Service prinzipiell auch weiterhin zumutbar
(S. 4
Ziff.
1.6 und
Ziff.
1.7)
.
3.10
Dr.
G._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, berichtete am
7.
April 2016 (
Urk.
7/43/105) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin von der Metallentfernung wahrscheinlich nicht sehr viel profitiert habe. Sie habe nach wie vor Schmerzen über dem dorsalen Hand
gelenk und ein Einschlafgefühl in den radialen Finger eher dorsal.
3.11
Die Ärzte des Neurozentrums
D._
berichteten am 1
2.
April 2016 (
Urk.
7/43/100-101
) und führten aus, es sei k
ein eindeutiges
Karpaltunnel
syndrom mehr nachweisbar
(S. 2)
.
Die persistierenden Armschmerzen links seien eigentlich nur durch die ausgeprägten
Tendomyosen
erklärbar.
Aktuell bestehe ein
lumboradikuläres
Syndrom mit Reizerscheinungen der Wurzel L5 links
(S. 2)
.
3.12
Dr.
E._
berichtete am 1
9.
Juli 2016 (
Urk.
7/43/125-132
) über die k
reisärztliche Untersuchung
vom gleichen Tag
und führte aus, die
Beschwerdeführerin
klage
über Schmerzen am ganzen Unterarm links,
welche
bis in die Schulter und zum Nacken
ziehen würden
.
Bei Belastung des Arms habe sie auch Schmerzen in den Fingern. Zudem bestünden Schmerzen im Rücken (S. 5).
Feinmotorische Tätig
keiten könnten problemlos durchgeführt werden. Zum Schluss der Untersuchung habe
die Beschwerdeführerin
auch noch Schmerzen im Bereich des proximalen Oberschenkels li
nks
angegeben
. Es finde sich dort bei der Untersuchung jedoch kein klinisches Korrelat.
Objektiv fänden sich keine muskulären Hypotrophien, bildgebend bestehe eine vollständig konsolidierte Unterarmfraktur
, aufgrund der bisher vorliegenden neurologischen Untersuchungen bestehe kein Anhalt für eine Nervenläsion, es bestünden eine unfallbedingt nicht zu erklärende Einschränkung der Beweglichkeit des linken Handgelenks
und
Anhaltspunkte für eine mangelnde Com
p
liance
sowie für eine Symptomausweitung und dissoziative Tendenzen
(S. 7)
.
3.13
Dr.
H._
, Fachärztin für Neurologie, berichtete a
m
6.
Sep
tember 2016 (
Urk.
7/50/4-6
) über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
3
0.
August 20
1
6.
Sie führte aus,
das
während der Untersuchung je nach Situation wechselnde Bewegungsmuster der linken Hand lasse zusammen mit den anam
nestischen
Angaben,
wonach
diese im Alltag zwar nicht zu gebrauchen sei, Auto fahren aber trotzdem für kurze Strecken gehe, an eine funktionelle Überlagerung denken. Hierzu passe auch die zunehmende Ausbreitung einer Fühlstörung auf die ganze linke Körperhälfte mit streng medialer Begrenzung ohne harte Ausfall
symptomatik. Somit ergäben sich aus neurologischer Sicht keine zusätzlichen
spezifischen Empfehlungen (S. 3
).
3.14
Dr.
E._
berichtete am 2
0.
September 2016 (
Urk.
7/50/15-20
) und führte aus, es sei b
ei vollständig konsolidierter Unterarmfraktur, keinen
dokumentierbaren
Ner
venschäden, reizlosen Weichteilverhältnissen,
radiologisch ohne Anhaltspunkte für wesentliche
arthrotische
Veränderungen
im Handgelenk,
un
fallbedingt nicht zu erklärender
Einschränkung der Beweglichkeit des li
nken
Handgelenks mit
je
doch
Anhaltsp
unkten für Symptomausweitung beziehungsweise funktioneller Überlagerung
keine wesentliche Besserung durch weitere med
izinische
Massnah
men zu erwarten.
Eine körperlich leichte bis
mittelschwere
angepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin
zu 100
%
zumutbar
(S. 6)
.
3.15
Dr.
C._
berichtete am 2
3.
Oktober 2016 (
Urk.
7/45
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.2):
-
somatoforme Schmerzstörung bei multifaktoriellem Schmerzsyndrom (Unterarm/Rüc
ken)
-
depressive Anpassungsstörung bei chron
ischem
Schmerzsyndrom Unter
arm links
-
Gonarthrose und Retropatellar
art
hrose rechts
-
Hyperurikämie
-
Adipositas
Grad I
-
Migräne
-
Asthma bronchiale
Er führte aus,
es sei zu einer
Verschlechterung der Schmerzsituation
des
Rücken
leiden
s gekommen, ausserdem bestehe eine
zunehmende depressive Symptomatik und Somatisierung
(S. 1
Ziff.
1.3)
.
Aktuell bestehe für die
bisherige Tätigkeit weiterhin
eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit.
I
n angepasster Tätigkeit
bestehe
i
n Zu
kunft möglicherweise eine Arbeitsfähigkeit
, aktuell
jedoch
ebenfalls eine Arbeits
unfähigkeit von
100
%
. Das
Ziel sei eine stationäre Reha
bilitation
zur Ver
besse
rung der psych
ischen
Situation und der diversen Schmerzen mit klarem Be
hand
lungskonzept.
Zudem ginge es dann nach Verbesserung
d
er Situation um eine
Aufnahme der Ressourcen, um
die
Wiedereingliederung
in die Arbeitswelt
zu eru
ieren.
Die Beschwerdeführerin
wäre dazu sehr motiviert. Leider habe
die
Suva eine
solche
Reha
bilitation bislang
abgelehnt und
der
Bescheid
der Kranken
kasse sei n
och ausstehend
(S. 1 f.
Ziff.
2.1)
.
3.16
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, be
richtete am
4.
November 2016 (
Urk.
7/47
) und nannte folgende
Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S
. 1
Ziff.
1.1):
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (
ICD-10
F45.4) bei Autounfall
im
Dezember 2013
mit Polytrauma
nach Selbstunfall mit Auto
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somat
ischem
Syndrom (
ICD-10
F32.11)
Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit Juli 2016 bei ihm in Behandlung (S. 1
Ziff.
1.2). Da
die mittlerweile gebesserte psych
ische
Problematik eng und ursächlich in der körperlic
hen Problematik zu sehen sei, hä
nge die Prognose sehr stark davon ab
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Im Gespräch bestünden keine Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Merkfähigkeitsstörungen. Im Alltag leide die Beschwer
deführerin jedoch unter Vergesslichkeit und einer kurzen Aufmerksam
keitsspanne (S. 3
Ziff.
1.4).
Es fänden stützend-
supportive
Gespräche in zirka
14-tägigen Abständen sowie daneben eine medikamentöse Behan
d
lung statt
(S.
3
Ziff.
1.5).
Aus psychiatrischer Sicht erscheine die a
ktuelle Therapie
suffizient. Je
doch erscheine eine stationäre
Rehamassnahme
bezüglich der
körperl
ichen Ein
schränkungen dringend indiziert (S. 3
Ziff.
1.5)
. Durch ihn sei keine A
rbeitsunfä
higkeit
attestiert worden
(S. 3
Ziff.
1.6)
. Die Einschränkungen bestünden vor allem aus körperlicher Sicht.
So sei der linke Arm sichtbar eingeschränkt funkti
onsfähig, wobei eine schmerzbedingte Schonhaltung stets eingehalten werde. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine
vermindert
e
B
elastbar
keit, ebenso eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und Vergesslichkeit
im Alltag. Die Arbeitsfä
higkeit werde dadurch
eingeschränkt.
Die b
isherige Tätigkeit sei
der Beschwerde
führerin
nicht mehr zumutbar.
Die Leistungsfähigkeit werde erheblich einge
schränkt.
Aus psych
iatrischer
Sicht erscheine bezüglich einer angepassten Tätig
keit eine Belas
tung von 3-4
Stunden
pro Tag
an
maximal
vier
Tage
n
wöchentlich möglich
(S. 4
Ziff.
1.7)
.
Eine s
tationäre Reha-Massnahme könnte zur Symptom
verbesserung beitragen. Eine Verbesserung der A
rbeitsfähigkeit
bleibe zu hoffen
(S. 4
Ziff.
1.8)
.
Anzumerken bleibe, dass durch ihn trotz oben genannter – und bei Schonhaltung auch deutlich sichtbarer – körperlicher Einschränkungen bei Status nach Ver
kehrsunfall eine
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert
worden sei, da ge
mäss Suva die genannten Einschränkungen noch leichte bis mittelschwere Tätig
keiten in einem 100%-Pensum
zuliessen
. Trotzdem erschienen d
ie Einschränkun
gen auch aus
Sicht eines Psychiaters ausgeprägt vorhanden. Aggravationsten
denzen schienen nicht zu bestehen (S. 5
Ziff.
1.11).
3.17
Dr.
J._
, Facharzt für
Orthop
ädische
Chirurgie und Trauma
t
ologie
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
3.
Dezember 2016
Stellung (
Urk.
7/52/8-10
) und nannte folgende
Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach P
olytrauma
im
Dezember 2013
-
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzs
yndrom
Als Diagnosen o
hne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte er unter ande
re
m
folgende:
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
Er führte aus,
in
der angestammten
Tätigkeit
sei die Beschwerdeführerin
als zu 100
%
arbeitsunfähig zu beurteilen. I
n angepasster Tätigkeit
gemäss beschriebe
nem Belastungsprofil bestehe seit dem
2
0.
Juli 20
16
eine 100%ige Arbeitsfähig
keit. Die degenerativen Prozesse würden zunehmen. Es sei nicht davon auszuge
hen, dass weitere medizinische Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der Arbeitsunfähigkeit führen würden.
Im Rahmen der neurologischen und letzten orthopädischen Untersuchungen habe kein
ausreichendes Korrelat
für die
geklag
ten Beschwerden
der oberen Extremitäten, der LWS und des linken Beines gefun
den werden können (S. 2 f.).
3.18
Dr.
J._
, RAD, nahm am
4.
Mai 2017 erneut Stellung (
Urk.
7/67/2
) und führte aus,
I._
habe sich eindeutig dahingehend geäussert, dass die A
rbeitsfä
higkeit
vor allem aus somat
ischer
Sicht eingeschränkt sei
. D
amit gebe es keine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aus psych
ischen
Gründen. Es seien keine neuen, unberücksichtigten Fakten vorgebracht worden.
4.
4.1
Aus den aufliegenden Akten
ergibt sich
, dass sich der aktuelle Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin sowie die verbliebene Arbeitsfähigkeit nur unge
nügend feststellen lassen und eine abschliessende Beurteilung des strittigen Ren
tenanspruchs mithin nicht möglich ist.
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me
dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sach
entscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV be
urteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kom
petenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hi
nweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Ent
scheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festge
stellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rück
weisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versiche
rungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne ma
terielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September
2003 E. 5.2).
4.2
Die Stellungnahmen des RAD-Arztes (vgl. vorstehend E. 3.17-18)
, worauf sich die Beschwerdegegnerin abstützte,
vermögen vorliegend nicht zu überzeugen. So
ist
die
Bemerkung zum Bericht
des behandelnden Psychiaters
I._
(vgl. vorstehend E. 3.16), wonach dieser der Beschwerdeführerin lediglich aus somatischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert habe, offen
sichtlich falsch. Dass der RAD-Arzt sodann die vom Psychiater diagnostizierten Einschränkungen ohne weitere Begründung als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nennt, erscheint
so
nicht nachvollziehbar.
Den Stellungnah
men
des RAD – und somit auch der B
eg
r
ünd
ung der Beschwerdegegn
e
rin - kann unter diesen Umständen nicht gefolgt werden.
4.3
Der Psychiater
I._
hat zwar durchaus angegeben, dass die
Ein
schränkungen vor allem aus körperlicher Sicht
bestünden, sei
doch
der linke Arm sichtbar eingeschränkt funktionsfähig. Er attestierte der Beschwerdeführerin
je
doch
ausdrücklich auch aus psychiatrischer Sicht eine
vermindert
e
B
elastbar
keit, wobei bezüglich
einer angepassten Tätigkeit eine Belastung von 3-4
Stunden
pro Tag
an
maximal
vier
Tage
n
wöchentlich möglich
sei.
Insofern divergiert seine Beurteilung nicht unwesentlich von derjenigen des RAD-Arztes.
Zum Zustande
kommen der attestierten Arbeitsfähigkeit machte der Psychiater in seiner Beur
teilung keine differenzierten Angaben und bezifferte denn auch die genauen Aus
wirkungen
der gestellten Diagnosen nicht.
Seine Angaben zum psychiatrischen Befund, insbesondere zur
Aufmerksamkeitsspanne und Vergesslichkeit im Alltag
,
lassen zudem darauf schliessen, dass er sich auch auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abstützte, welche jedoch nicht massgebend sind.
Schliesslich
ergeben
sich aus seiner Beurteilung
weitere
Widersprüche. So
machte er einerseits die
soeben
genannten Ausführungen zu Einschränkungen aus psy
chiatrischer Sicht, führte andererseits aus, dass
bei mittlerweile gebesserter psy
chischer Symptomatik die Ursache vor allem in der körperlichen Problematik zu suchen sei. Sodann hält
er
im selben Bericht, in dem er eine Einschränkung attestiert
e
fest, dass durch ihn keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Seine Schlussbemerkung, wonach er trotz durch ihn klar sichtbarer körperlicher Einschränkungen eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert habe,
da ge
mäss Suva
-Beurteilung
die genannten Einschränkungen noch leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten zu 100
%
zuliessen,
kann nicht nachvollzogen werden, lässt sinngemäss jedoch darauf schliessen, dass er mit der Einschätzung der Suva – zumindest ohne das Durchführen von Reha
bilitations
massnahmen – nicht ein
verstanden ist.
Auf seine Beurteilung kann
jedenfalls nach dem Gesagten
eben
falls nicht abgestellt werden.
Vorliegend bleibt gestützt auf die medizini
schen Akten unbeantwortet beziehungsweise ungenügend begründet, ob und inwiefern bei der Beschwerdeführerin – neben den somatischen Einschränkungen - auch eine relevante Beeinträchtigung aus psychiatrischer Sicht vorliegt.
Eine konsis
tente versicherungsmedizinische Wür
digung liegt nach dem Ge
sag
ten nicht vor.
4.4
Inwiefern die Beschwerden der
Beschwerdeführer
in
als unüberwindbar zu gelten haben, lässt sich aufgrund der
vorliegenden
Berichte nicht einschätzen. So wird
auch von anderen Ärzten
bereits früher
immer wieder eine
Somatisierungsten
denz
be
schrieben
(vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.3, E. 3.15)
, deren Anteil an der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
sich jedoch aufgrund der Akten nicht beurteilen lässt.
In Bezug auf die Prüfung der der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Arbeits
leistung ist
z
u bemerken, dass es nach der Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem kon
kreten Ein
z
elfall (gutachtlich) befassten Ar
z
tpersonen ist, selber abschlies
send und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) ver
bindlich
z
u ent
scheiden, ob das medi
z
inisch festgestellte Leiden
z
u einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenhei
ten hat die Recht
spre
chung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und Ar
z
tperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachten
den) Medi
z
i
ners ist es erstens, den Gesundheits
z
ustand
z
u beurtei
len und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der
Z
eit
z
u beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter är
z
tlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde
z
u erheben und gestüt
z
t darauf die Diagnose
z
u stel
len. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwal
tung und
im Streit
fall
Gericht nicht kompetent sind. Bei der Fol
genab
schät
z
ung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeits
fähigkeit kommt der Ar
z
t
person hingegen keine abschliessende Beurtei
lungs
kompeten
z
z
u (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2
sowie
BGE 141 V 281 E. 5.2.1
).
4.5
Gemäss der sich zwischenzeitlich geänderten Rechtsprechung, wonach die Standard
indika
toren nun bei sämtlichen psychischen Leiden zu berücksichtigen sind
(BGE 143 V 418)
, ist das Leistungsvermögen der versicherten Per
son unter Be
rücksichti
gung der einschlägigen Indikatoren durch die sachver
ständige Person einzuschät
zen. Die Rechtsanwendung prüft danach lediglich die betreffenden An
gaben des Sach
verständigen. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehor
chende, getrennte Prü
fung einer medizinischen und einer rechtli
chen Arbeitsfä
higkeit (BGE 141 V 281 E. 5.2.2-5.2.3).
Den
angeführten Akten, insbesondere der Beurteilung durch
I._
,
lassen sich
nicht genügend Angaben entnehmen
beziehungsweise diese erweisen sich vor dem Hintergrund der geänderten Rechtsprechung als zu wenig aussage
kräftig, um die Auswirkungen der diagnostizierten Leiden auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anhand der Standardindikatoren festlegen und
die Zu
verlässigkeit der von ärztlicher Seite attestierten
Arbeitsunfähigkeit
bezie
hungs
weise den Schwere
grad und die Konsistenz der funktionellen Auswirkun
gen der
– allfälligen -
psychischen Problematik aus rechtlicher Sicht beurteilen zu kön
nen.
Es
fehlt vorliegend an einer ver
lässlichen medizinischen Grundlage. Eine gerichtliche Überprüfung der an
wend
baren Standardindikatoren ist nicht mög
lich. Auch insoweit hat die Beschwerde
gegnerin ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen.
4.6
Zusammenfassend erlaubt d
ie
genannte, nicht schlüssige medizi
nische Aktenlage
keine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit.
Erforderlich ist somit eine medizi
nische Gesamtbetrachtung unter Beachtung der Standardindikatoren, welche die aktuellen Einschränkungen der Beschwerdeführerin gesamtheitlich berücksichtigt.
Erst wenn
diese Einschätzung vorliegt, kann beurteilt werden, ob eine renten
relevante Gesundheitsschädigung vorliegt.
D
ie angefochtene Verfügung
ist deshalb
aufzuheben und die Sache an die Be
sch
werdegegnerin zurückzuweisen
, damit diese ent
sprechende medizinische Ab
klärungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits
fähigkeit der Beschwerdefüh
rerin vornehme.
Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversi
cherung neu zu verfü
gen haben. In diesem Sinne ist die Beschwer
de gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht eine Pro
zessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr. 22
0.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) ermessensweise auf Fr. 2
’
1
00.-- (inklusive Barausla
gen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist.