# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 582ea10a-b887-462e-8305-93531153f4c8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1963 geborene
X._
war ab 1. April 2002 (Urk. 7/2
S. 1
) als Polier bei der
Firma Y._
angestellt, welche
auf den
1. Januar 2004
von der
Firma Z._
übernommen
wurde
(Urk. 7/4
S. 1
).
Diese kündigte den zunächst weitergeführten Anschlussvertrag mit
der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
per 31. Dezember 2007 (Urk. 7/6) und
versicherte ihr Personal
fortan
im Rahmen der beruflichen Vorsorge bei der
Pensionskasse der
Firma Z._
(Urk. 7/8
;
vgl. auch
Urk. 6 S. 2 f.).
1.2
I
nsbesondere aufgrund unzureichender Arbeitsleistung löste die
Firma Z._
das Arbeitsverhältnis mit
X._
a
m 28. September 2004 per
Ende
November 2004 auf
(Urk. 11/4/5-6). Da dieser fortan wegen eines chronischen
lumbospondylogenen
Syndroms beidseits mit
Dysästhesien
in beiden Beinen krankgeschrieben war
(Urk. 11/11/8
), verlängerte sich die
Kündigungsfrist
bis
30.
Juni 2005 (
Urk.
11/4/1
-3 S. 1
Ziff. 1, Urk. 11/4/10-11
)
.
A
m 28. August 2005
meldete sich
X._
unter Hinweis auf seit 1990 beste
hende chronische Rückenschmerzen
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 11/1).
Nachdem das hiesige Gericht
mit Urteil vom 30. November 2007 (Urk. 11/53; Prozess-Nr. IV.2006.01046
)
die einen Rentenanspruch verneinende Verfügung vom 24. Oktober 2006 (Urk. 11/37) aufgehoben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung an die IV-Stelle zurückgewiesen hatte, sprach diese dem Versicherten mit
unangefochten gebliebener
Verfügung vom 8. März 2011 (Urk. 11/114) ab 1. Januar 2011 eine
ganze Rente
auf
der Basis eines
Invaliditätsgrad
es
von 100 % zu
.
2.
A
m
15. Mai 2013 (Urk. 1)
erhob
X._
Klage gegen die
BVG-
Sammel
stiftung
Swiss Life
und beantragte
, es sei ihm zu Lasten der Beklagten
mit Wir
kung
ab Oktober 2006 – eventuell
mit Wirkung
ab Januar 2011 – e
ine ganze regle
mentarische Invalidenren
te in der Höhe von monatlich Fr. 1'280.-- unter Beachtung des jeweiligen Teuerungsausgleichs zuzüglich
Zins von 5 %
pro
Jahr ab Klageer
hebung zuzusprechen
.
Die BVG-Sammelstiftung Swiss Life
schloss
in ihrer Klageantwort vom 4. Juli 2013 (Urk. 6)
auf
Klageabweisung.
Mit Verfügung v
om 12. Juli 2013 (Urk. 8) wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet
. Gleichzeitig erfolgte der
Beizug
der Akten der
Invalidenversicherung in Sachen des
Klägers
(Urk. 11/1-
1
37)
.
A
m 18. November 2013 (Urk. 19/1)
fasste
X._
mit gleichlautendem Rechtsbegehren
die Pensionskasse der
Firma Z._
ins Recht
, worauf
diesbe
züglich
unter der Geschäfts-Nr. BV
.2013.00089
ein Verfahren angelegt wurde.
I
m
vorliegenden
Prozess
BV.2013.000
3
5 liess er mit
Replik
vo
m selben
Datum
(Urk. 17) seine Anträge
präzisieren
,
wobei
er das Eventualbegehren fallen liess.
Mit Verfügung
vo
m 26. November 2013 (Urk. 19/3
)
wurde das
Verfahren BV.2013.00089
entsprechend dem Antrag des Klägers
(Urk. 17 S. 2, Urk. 19/1)
mit dem vorliegenden
Prozess
BV.2013.00035 vereinigt und als
dadurch erledigt abgeschrieben.
Die Beklagte 2 schloss in ihrer Klageantwort vom 12. März 2014 (Urk. 24) auf Abweisung
der gegen sie gerichteten Klage, worauf der Kläger am 6. August 2014 (Urk. 32) seine Anträge
replicando
erneuerte.
Mit Dupli
ken vom 16. September (
Beklagte 1,
Urk.
39) und 26. November 2014 (
Beklagte 2,
Urk. 41) hielten die
beiden
Beklagten an ihren
eingangs gestellten
Anträgen fest.
Dies wurde dem Kläger a
m 28. November 2014 (Urk. 43)
zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 23
lit
. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat Anspruch auf eine Invalidenrente, wer im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid ist und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. Entscheidend im Rahmen von Art. 23 BVG ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit (zu diesem Begriff vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts B 49/00 vom 7. Januar 2003 E. 3, publiziert in: SZS 2003 S. 521), unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Versicherteneigen
schaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus – während der Versicherungsdauer aufge
tretener – Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorge
einrichtung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn
auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a
,
118 V 35 E. 5).
1.2
Die Leistungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung für eine erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene oder verschlimmerte Invalidität setzt voraus, dass zwischen der relevanten Arbeitsunfähigkeit und der nachfolgenden Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht. Der sachliche Zusammenhang ist zu bejahen, wenn der der Invalidität zugrunde lie
gende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeits
unfä
higkeit geführt hat (BGE 123 V 262 E. 1c
,
120 V 112 E. 2c/
aa
und
bb
mit Hin
weisen). Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde (BGE 123 V 262 E. 1c mit Hinweisen).
1.3
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23
lit
. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich; sie ist relevant, wenn sie mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeits
ver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_18/2009 vom 7. April 2009 E. 3.2.1 und 9C_772/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3.2). Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vorsorgeeinrichtung beurteilt sich hingegen nach der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in ei
ner der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Diese Beschäftigungen müssen jedoch bezogen auf die angestammte Arbeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_292/2008 vom 22. August 2008 E. 2.2.2).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar er
scheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vorsor
geein
richtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73
bis
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [IVV]
; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die
Renten
verfügung
formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selb
ständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen,
so
weit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Ver
fah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die
Invali
ditäts
bemessung
der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Der
Kläger
führte zur Klagebegründung
im Wesentlichen
aus
(Urk. 1 S. 9 ff., Urk. 19/1 S. 10 ff.
, Urk. 17 S. 5 f., Urk. 32 S. 2 ff.
)
,
hinsichtlich des
von der
IV-Stelle
rechtskräftig
festgelegte
n
Rentenbeginn
s
per 1. Januar 2011
bestehe we
gen
offensichtlich
er Unri
chtigkeit keine Bindungswirkung. A
b 28. September 2004
sei
– hauptsächlich
aufgrund eines chronischen generalisierten
Schmerz
syndroms
– eine an
haltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % für die angestammte Tätigkeit als
Gar
tenbauer
wie auch
für e
ine Ersatztätigkeit ausgewiesen
.
Dass zu dieser schmerzhaften
Wir
belsäulenproblematik
auch psychische Komponenten hinzugekommen seien, welche für sich alleine eine Berentung rechtfertig
ten
, könne nicht darüber hin
wegtäuschen, dass nach Lage der Akten in erster Linie das Schmerzsyndrom zur Invalidität geführt habe.
2.2
Die
Beklagte 1
stellte sich auf den Standpunkt
(Urk. 6 S. 2 ff., Urk. 39 S. 2 ff.)
, dass
der Kläger mit Meldung vom 25. Mai 2005 eine am 28. September 2004 eingetretene Arbeitsunfähigkeit gemeldet habe. Bis zu seinem Austritt aus dem Vorsorgewerk
seien keine Leistungen fällig geworden. Sodann bestehe ihrerseits keine Nachhaftungspflicht, da die
Firma Z._
den Anschlussvertrag
auf den
31. Dezember 2007 gekündigt und sich per 1. Januar 2008 der Beklagten 2 angeschlossen habe, wobei nur die damaligen Bezüger einer Altersrente bei ihr verblieben seien. Folglich sei sie nicht passivlegitimiert. Im Übrigen fehle es auch am sachlichen Zusammenhang.
2.3
Die Beklagte 2
hielt dafür (Urk. 24 S. 4 ff., Urk. 41),
der Kläger sei zwar
wäh
rend
der Dauer des Arbeitsverhältnisses mit der
Firma Z._
vom 4. August
bis 14. September 2003 und ab 28. September 2004 arbeitsunfähig gewesen. Der damaligen Einschränkung des Leistungsvermögens habe indes mit dem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom ein anderer Gesundheitsschaden zugrunde gelegen als der nun invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, welche auf eine psychiatrische Erkrankung zurückzuführen sei.
3
.
Der
Vorbescheid
der IV-Stelle
vom 2. Dezember 2010 (Urk. 11/104) wie auch
deren
unangefochten
in Rechtskraft erwachsene
Rentenverfügung vom 8. März 2011 (Urk. 11/114)
wurde
der Beklagten 1 zu
gestellt
, nicht aber der Beklag
ten
2.
Da letztere
jedoch
auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise, na
mentlich die Festsetzung des Beginns des Wartejahres per Januar 201
0
, ab
stellt (Urk. 24 S. 5), muss der Kläger sich diese entgegenhalten lassen.
Ein diese Bindungswirkung ausschliessender Tatbestand, insbesondere eine ver
spätete IV-Anmeldung, ist
mit Blick auf das Leistungsgesuch vom
28. Augu
st 2005 (Urk. 11/1 S. 8) und den per 1. Januar 2011 festgesetzten Rentenbeginn
nicht gegeben
. Sodann knüpfen die reglementarischen Bestimmungen (Urk. 7/3 S. 4, Urk. 7/5 S. 6, Urk. 25/7 S. 13) unstreitig an den Invaliditätsbegriff der In
validenversicherung an, weshalb
die in der IV-Verfügung getroffenen Feststel
lungen in Bezug auf den Eintritt der invali
disierenden Arbeitsunfähigkeit und
die Eröffnung der Wartezeit verbindlich
sind. Vorbehalten bleibt einzig die R
üge der
offensichtlichen Unhaltbarkeit.
4.
4.
1
Die IV-Stelle hielt in ihrem Rentenentscheid vom 8. März 2011 (Urk. 11/114) dafür, dass im beweiskräftigen psychiatrischen Gutachten von Dr.
A._
vom 2. September 2009 kein die Arbeitsfähigkeit tangierender Gesundheitsschaden festgestellt worden sei. Im weiteren Verlauf sei es zu einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gekommen, welche im Januar 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) zur
Hospitalisation
in der
psychiatrischen Klinik B._
und einer seither bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 100 % in bisheriger und angepasster Tätigkeit geführt habe.
Folglich
stehe dem Kläger ab 1. Januar 2011 eine ganze Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 100 % zu.
4.
2
4.
2
.
1
Im Nachgang zur Kündigung vom 28. September 20
0
4 (Urk. 11/4/4-5)
wurde dem Kläger durch Dr. med.
C._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attes
tiert (Urk. 11/11/8, Urk. 11/11/10-11, Urk. 11/11/13-14
,
Urk.
11/9/5
), welche mit der Diagnose eines chronischen
lumbo
spondylo
genen
Syndroms beidseits begrün
det wurde. Dabei konnten die geklagten massiven
Beschwerden
nicht durch ein anatomi
sches Korrelat erklärt werden (vgl.
Bericht von Dr. med.
D._
, Spezialärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell
Rheumaerkrankun
gen
, vom
19. September 2003 [Urk. 7/11]
,
Austrittsbericht der
Klinik E._
vom 10. Januar 2005 [Urk. 11/9/6-10 S. 2 Mitte], Bericht betreffend MR-Untersuchung der
Lenden
wirbelsäule
[LWS] vom 24. Mai 2005 [Urk. 11/9/13], Bericht von Dr.
C._
vom 6. Oktober 2005 [Urk. 11/9/5]
,
Bericht des
Spitals F._
vom 7. Februar 2006 betreffend Ambu
lantes Inter
disziplinäres Schmerz-Programm [
AISP
]
vom 8. November 2005
bis 26. Januar 2006 [Urk. 11/20/3-5]).
4.
2
.2
Da als
(Mit-)Ursache der Beschwerden eine
Lyme
-Neuroborreliose im Sinne ei
ner
Radikulitis
in Betracht gezogen
worden war
(vgl. Berichte von Dr. med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 23. Dezember 2005 und 15. Mai 2006 [Urk. 11/
21/1-4] und Stellungnahme von
PD Dr. med.
H._
, Facharzt für Neu
rologie, Reg
ionaler Ärztlicher Dienst [RAD] der IV-Stelle
, vom 22. März 2007 [Urk. 11/45])
, wurde die Verfügung der IV-Stelle vo
m 24. Oktober 2006 (Urk. 11/37) m
it Urteil des hiesigen Gerichts vom 30. November 2007 (Urk. 11/53) aufgehoben und die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklä
rung und Neuverfügung an diese zurückgewiesen.
4.
2
.3
I
n de
m
daraufhin
am 27. November 2008 bei der IV-Stelle eingegangenen neuro
logischen Gutachten der Neurologischen Klinik und Poliklinik des
Spitals F._
(Urk. 11/69/1-9; vgl. auch neuropsychologisches Teilgutachten vom
22. A
ugust 2008 [Urk. 11/69/10-12]) wurde eine Neuroborreliose ausgeschlossen. Die
Gut
achter diagnostizierten ein c
hronisches generalisiertes Schmerzsyndrom
und schlossen auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, welche
nicht primär im Rah
men einer neurologischen Erkrankung zu erk
lären, sondern
differential
diagnos
tisch
auf ein psychisches Leiden mit Kr
ankheitswert (DD: affektive Stö
rung) zurückzuführen sei. Entsprechend
empfahlen sie
eine psychiatr
ische Abklärung (S. 5 ff.)
.
4.
2
.4
Dr. med.
A._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im von der IV-Stelle eingeholten Gutachten vom 2. September 2009 (Urk. 11
/79/1-25) die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) und einer
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), bestehend seit dem Jahr 2004 respektive 2007 (S. 9). Dadurch ergebe sich jedoch aus
versi
cherungsmedizinischer
Sicht keine relevante Arbeitsunfähigkeit, da beim Kläger die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Unzumutbarkeit einer wil
lentlichen Schmerzüberwindung nicht erfüllt seien. Diese Einschätzung gelte überwiegend wahrscheinlich bereit
s ab dem Jahr 2004 und betreffe
jede Art von Tätigkeit (S. 15 f.).
4.
2
.
5
A
uf Zuweisung
(Schreiben vom 16. Dezember 2009 [Urk. 11/87])
des ab Dezem
ber 2006 behandelnden Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, welcher am 17. September 2007 und 22. April 2008 (Urk. 11/79/30-32) insbesondere von einer depressiven Episode, einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
seit einem Verke
hrsunfall vom 10. Januar 2007 (
Austrittsbericht des Spitals
J._
vom 11. Januar 2007 [Urk. 11/69/14-15],
vgl. auch
Austritts
bericht
der
Klinik E._
vom 5. Juli 2004 [Urk. 11/52]) und einer orga
nisch bedingten kognitiven Störung, verschlechtert nach der Entlassung respek
tive nach dem Unfallereignis, berichtet hatte
, wurde der
Kläger ab 8. Januar 2010
auf eigenen Wunsch hin
in der
Klinik B._
stationär
behandelt (Bericht vom 5. Februar 2010 [Urk. 11/90]). Dort diagnostizierten die
Ärzte mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1, seit anfangs 2009), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4, seit 2000) und eine posttraumatische Belastungsst
örung (ICD-10 F43.1, seit 2007); sie
gingen davon aus, dass dem Kläger die zuletzt ausgeübte Tätig
keit als Gärtner nicht mehr zumutbar sei und er eine behinderungsangepasste Tätigkeit ohne körperliche und mit nur mässiger kognitiver Belastung im Um
fang von 25 % verrichten könne (S. 4).
4.
2
.6
Am 14. Juli 2010 wurde der Kläger durch den RAD-Arzt Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht (vgl. Stellungnahme vom selben Datum [Urk. 11/101 S. 2 f.]). Darauf bezugnehmend erklärte der
RAD-Leiter Prof. Dr. med.
L._
, Kinder- und Jugendmedizin, am 24. Juli 2010 (Urk. 11/101 S. 3), beim Kläger bestünden ein organisch bedingtes
Psy
chosyndrom
, eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Analog dem Bericht des behandelnden Psy
chiaters Dr.
I._
vom 16. Dezember 2009 sei es zu einer Verschlechterung der depressiven Stimmung gekommen, welche offenbar im Januar 2010 zur
Hospi
talisation
in der
Klinik B._
geführt habe. Seit dem 8. Januar 2010 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in bisheriger und angepasster Tätigkeit.
An dieser Einschätzung hielt Prof. Dr.
L._
am 13. September 2010 fest (Urk. 11/101 S. 4 f.), nachdem der Kläger unter Hinweis auf den Bericht
der
Klinik B._
vom 5. Februar 2010 einen früheren Eintritt der Arbeitsunfähigkeit postuliert hatte (falsch datiertes Schreiben vom 31. Dezember 2009 [Urk. 11/96 S. 1; laut Aktenverzeichnis der IV-Stelle am 7. September 2010 bei ihr einge
gangen]). Der RAD-Leiter stellte sich auf den Standpunkt, analog dem Gutach
ten von Dr.
A._
habe in der Zeit vor September 2009 überwiegend wahr
scheinlich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen.
4.
3
Soweit im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren ein früherer E
intritt der Arbeitsunfähigkeit –
namentlich während der
Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten 1 (Anstellung bei
der
Firma Z._
bis
längstens
30. Juni
2005 [
vgl. Sachverhalt Ziff. 1.2
] zuzüglich Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG) – verneint wurde, erweist sich dies entgegen der Auffas
sung des Klägers nicht als offensichtlich unhaltbar.
Nach Lage der Akten litt
d
er
Kläger
während des bis längstens Ende Juli 2005 dauernden Vorsorgeverhältnisses
an
lumbospondylogenen
Schmerzen, wobei diese weder durch ein hinreichendes
organisches Korrelat noch durch eine Neuroborreliose (
Radikulitis
) erklärt werden konnten (vgl. E. 4.2.1
-4.2.3 hier
vor).
Insofern stand im Wesentlichen
ein p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
s
syndromale
s
Beschwerdebild
ohne nachweisbare organische Ursache (BGE 139 V 547 E. 2.2
)
im Raum
, welches
nach der Rechtsprechung
als solche
s
nur aus
nahmsweise, unter – vorliegend nicht gegebenen – Voraussetzungen eine
versi
cherungsrechtlich
relevante
Arbeitsunfähigkeit zu bewirken vermag (
vgl.
BGE
131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3).
Entsprechend ist für die Zeit bis Ende Juli 2005 eine rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % nicht erstellt
, womit eine Leistungspflicht
der Beklagten entfällt.
Dies gilt umso mehr, als der Kläger
–
dessen Krankschreibung unmittelbar nach Erhalt der insbesondere wegen mangelhafter Leistung ausgesprochenen Kündi
gung
erfolgte
(
vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1
)
-
im Rahmen seiner
Tätigkeit
als Polier bei der
Firma Z._
keine körperlich schweren Aufgaben zu bewäl
tigen hatte (vgl. Arb
eitszeugnis vom 30. Juni 2005 [
Urk. 11/16/3]).
4
.
4
Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass sich
in der Zeit
vom 1. April 2002
bis Ende Juli 2005 eine relevante Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% (vgl. E. 1.3 hiervor) manifestierte, fehlte es
– mit der Beklagten 2 (Urk. 24 S. 4 f.) –
jedenfalls
an dem
von der Rechtsprechung
(vgl. E. 1.2 hiervor)
geforderte
n
en
ge
n
sachliche
n
und zeitlichen
Zusammenhan
g
.
Zum einen hätte der Umstand, dass der Kläger in einer zumutbaren angepassten Tätigkeit ein
rentenaus
schliessendes
Erwerbseinkommen hätte
erzielen können
, zu einer Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs geführt. Zum anderen fällt ins Gewicht, dass nach Lage der Akten für die
Zusprache
der ganzen Rente massgebend war, dass beim Kläger – nach Erhalt des negativen Vorbescheids der IV-Stelle vom 17. November 2009 (Urk. 11/86) – eine schwere depressive Episode festgestellt wurde, derent
wegen er ab Januar 2010 stationär in der
Klinik B._
behandelt wurde (vgl. E. 4.2.5 hiervor). Eine relevante psychiatrische Erkrankung aus dem depressiven Formenkreis ist für die Dauer des Vorsorgeschutzes aus dem Ar
beitsverhältnis mit der
Firma Z._
, mithin bis Ende Juli 2005, nicht echtzeitlich ausgewiesen. Demzufolge wäre auch der sachliche Konnex nicht gegeben.
4.
5
Damit kann offenbleiben, ob beim Kläger tatsächlich ein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
vorliegt, welcher keine berufliche Tätigkeit mehr zulässt respektive zu einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit führt.
5.
Nach dem Gesagten
erweisen sich die Klagen als unbegründet,
weshalb sie abzu
weisen sind.
6.
Die Beklagte 2 beantragte die
Zusprache
einer Prozessentschädigung
(
Urk.
24
S.
2).
Art.
73
Abs.
2 BVG schliesst einen Anspruc
h der obsiegenden Versicherungs
-
träge
rinnen
auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu
Art.
159
Abs.
2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (
Bundesrechts
pflegegesetz
/OG) praxisgemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es
besteht kein Grund, vorliegend - trotz des entsprechenden Antrags der Beklag
ten
2
– anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).