# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f57d1c25-b8f2-488a-82f4-67ea5303470a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war zuletzt von August 2013 bis Juli 2014 beim Verein
Y._
in einem Pensum von 10-15
%
tätig (
Urk.
5/2
Ziff.
5.4)
.
Unter Hinweis auf einen Status nach Keim
zelltumor des rechten Hodens sowie psychische B
eschwerden
meldete sich
der
Versicherte
am 1
7.
Juli 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e (
Urk.
5/9-10,
Urk.
5/16,
Urk.
5/
19,
Urk.
5/26-27,
Urk.
5/31)
und erwerbliche
(
Urk.
5/7
)
Situation ab.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
5/29-45) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
April 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
5/46
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 1
6.
Mai 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
3.
April 2017
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuhe
ben
und es sei
ihm
eine
vorübergehende
Rente
zuzusprechen
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Juni 2017 (
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem
Beschwerdeführer
a
m
2
6.
Juni 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Ver
bindung mit Art. 8 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinn
gemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosoma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächli
che Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln
(BGE 141 V 281). Mit zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehe
nem Ur
teil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 hat das Bundesgericht er
kannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheits
bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indika
toren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei
mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich aufgrund der konkre
ten Fallumstände und der jeweiligen Beweisproblematik (zur Publikation vorge
sehene Urteile des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7.1 und 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.5.3).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Ausschlussgründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1).
#
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Er
krankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psycho
soziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausge
prägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheits
wert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Fakto
ren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davo
n aus, die m
edizinische
n
Abklärungen
hätten ergeben
, dass
keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit längerfristig einschrän
ke. Die Arbeitsunfähigkeit sei auf finanzielle und private Belastungen zurück zu führen (S. 1).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (Urk. 1),
er sei weiterhin krank und arbeitsunfähig. Er leide weiterhin unter sehr starken de
pressiven Symptomen. Er habe sich völlig sozial zurückgezogen und es gelinge ihm nicht mehr, seinen Alltagsverpflichtungen nachzukommen.
Die Ärzte wür
den ihn weiterhin kran
k
schreiben, da er im ersten Arbeitsmarkt nicht arbeiten könne. Natürlich habe ihn seine psychosoziale Situation zusätzlich belastet. Er brauche vorübergehend eine Rente, bis sich sein Zustand mittels Therapie so
weit verbessert habe, dass eine berufliche Rehabilitation möglich sei.
2.3
Streitig un
d zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführer
s
auf Leis
tungen der Invalidenversicherung
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Medizini
sche Onkologie, Onkozentrum, berichtete am 2
3.
Oktober
2014 (
Urk.
5/9
/1-4
) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
gemischter Keimzelltumor des rechten Hodens
, 2011
-
aktuell: Reoperation eines metastasenverdächtigen Lymphknotens retro
per
i
toneal
Er führte aus, dass
die Prognose noch unklar sei (S. 2
Ziff.
1.4). Derzeit bestün
den keine Einschränkungen (S. 2
Ziff.
1.7).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 2
7.
November 2014 (
Urk.
5/10/6-8) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chronische Ein- und Durchschlafstörungen mit verlängerter Aufwach
phase bei verschobenem Schlaf-/Wachrhythmus
-
psychophysische
Insomnie
-
kognitive Defizite mit Konzentrations- und Aufmerksamkeitsproblemen
-
gemischter Keimzelltumor des rechten Hodens, zurzeit in Behandlung wegen Verdacht auf Rezidiv
Er führte aus, dass
die Schlafstörungen wahrscheinlich nicht mehr zu beheben seien und auch zu erwarten sei, dass weiterhin
angst
depressive Zustände aufträ
ten (S. 1
Ziff.
1.4). Bis zum
3.
August 2014 habe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Ab dem
4.
August 2014 sei eine 40-50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 2
Ziff.
1.6).
Der Beschwerdeführer sei ohne Arbeit und mache seit zirka Juli 2014 einen Arbeitsversuch mit Kinderbetreuung im Hort. Dieser verlaufe posi
tiv. Eine Tätigkeit in diesem Rahmen sei zu etwa 40-50
%
möglich (S. 2
Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
Z._
berichtete am 2
0.
Mai 2015 (
Urk.
5/16) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lymphknoten-Rezidiv eines Keimzell-Tumors des Hodens, bestehend seit November 2014 (S. 1
Ziff.
1.1). Er führte aus, dass die Prognose zweifelhaft sei (S. 3
Ziff.
3.3).
3.4
Dr.
A._
berichtete
am
9.
Juni 2015 (
Urk.
5/19), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus, dass der psychische Zustand des Beschwerdeführers in etwa stationär sei. Probleme wie zum Beispiel die grossen finanziellen Probleme würden immer wieder zu depressiven Schüben führen und eine Ver
schlechterung des psychischen Zustandes bewirken. Der Beschwerdeführer sei jedoch trotzdem bemüht
,
einer Arbeit nachzugehen und die Arbeitszeit zu stei
gern (S. 1
Ziff.
1.3). Der Beschwerdeführer habe im Bereich Kinderbetreuung eine Arbeit gefunden, die ihm gefalle und auch seinem Schlafproblem mit ver
längerter Aufwachphase entgegenkomme (S. 1
Ziff.
2.1).
Gegenwärtig fänden zwei- bis dreimal wöchentlich eine Psychotherapie sowie zirka halbjährliche onkologische Nachkontrollen statt (S. 3
Ziff.
3.1).
3.5
Dr.
A._
berichtete am 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
5/26) und führte aus, dass
sich leider aufgrund einer schwierigen sozialen Situation (der Beschwerdeführer sei Vater eines Sohnes geworden und die Mutter habe ihm das Kind entzogen) eine massive Verschlechterung des psychischen Zustandes eingestellt
habe
.
Der Be
schwerdeführer sei in psychiatrischer Behandlung und desw
egen seit dem
4.
Januar 2016
nicht arbeitsfähig (S. 1
Ziff.
1.3
und
Ziff.
2.2
).
3.6
Die Ärzte der
B._
berichteten mit Austrittsbericht vom
2.
April 2015 (
Urk.
5/31/9-11) über die teilstationäre Be
handlung des Beschwerdeführers vom 1
0.
bis 3
0.
März 2015 in der Nachtklinik und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeits
syndrom (ICD-10 F10.2)
Sie führten aus, dass der Beschwerdeführer vom Zentrum für Abhängigkeits
erkrankungen der
B._
zugewiesen worden sei bei depressiver Entwicklung im Rahmen einer Trennungssituation im Dezember 2014 nach eineinhalbjähriger Beziehung. Seit Januar 2015
nehme er Olanzapin, seit Anfang Februar 2015 Wellbutrin ein. Ziele der teilstationären Behandlung seien Hilfe bei Alkohol
abstinenz sowie Umgang mit Einsamkeitsgefühlen vor dem Hintergrund einer depressiven Episode
(S. 1)
.
Der Beschwerdeführer sei im Affekt vermindert schwingungsfähig und die Stimmung sei niedergeschlagen. Der Antrieb sei vermindert. Es bestünden Einschlafstörungen mit Früherwachen. Der Appetit sei reduziert. Während der Hospitalisation sei der
psychische
Zustand
schwankend
gewesen. Zwar seien Alkoholatemtests negativ ausgefallen und es sei keine Ent
zugssymptomatik zu beobachten gewesen, seine depressive Symptomatik sei je
doch unverändert geblieben
mit deprimierter Grundstimmung, Antriebs
schwäche, Schlafstörungen, Appetitminderung und zeitweisen passiven Suizidgedanken. Er habe kaum therapeutische Hilfe in Anspruch genommen und sei zuletzt nicht mehr zu den gemeinsamen Aktivitäten erschienen.
Bei oberärztlichen Standort- und Visitengesprächen habe er unentschuldigt gefehlt. Die Hospitalisationsziele hätten nicht errei
cht werden können, insbesondere
weil der Beschwerdeführer zu oft abwesend geblieben sei. Obwohl keine Hin
weise auf einen komplizierten Alkoholentzug bestanden hätten und kein Alko
holrückfall während der Hospitalisati
on habe
n
a
chgewiesen werden können,
sei ein stationärer Alkoholentzug vor einer allfällig erneuten Hospitalisation in der Nachklinik sinnvoll.
Ebenfalls sei eine Therapiemotivation für den teilstationä
ren Rahmen zu prüfen (S. 2).
3.7
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
B._
, berichtete am 2
7.
April 2016 (
Urk.
5/31/1-
8
)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Anpassungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion und massiver Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.25)
-
k
ombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher-dependenten, zwanghaften
sowie paranoiden Anteilen auf dem Hintergrund einer sehr schwierigen Kindheit (Aggressionen des Vaters, psychisch kranke Mutter; ICD-10 F61.0)
-
Dysthymia seit der Jugend (ICD-10 F34.1)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen schäd
lichen Gebrauch von Alkohol seit mindestens 2014 (ICD-10 F10.1). Er führte aus, dass der Beschwerdeführer vom 1
0.
bis 3
0.
März 2015 in einer teilstationä
ren Behandlung in der Nachtklinik gewesen sei (S. 1
Ziff.
1.3).
Die Aufmerk
samkeit, Auffassung und Konzentration seien unauffällig. Formalgedanklich sei der Beschwerdeführer eingeengt auf die Thematik mit der Kindesmutter, dem Kontakt zum Sohn und den Behördengängen für den Zuspruch eines Besuchs
rechts. Inhaltlich bestünden Beeinträchtigungsideen mit misstrauischer Haltung gegenüber sozialen Kontakten und involvierten Behörden. Die Stimmung sei gedrückt, im Affekt flach, arm und kaum schwingungsfähig. Es bestünden weiter Einschlafstörungen, Albträume und Appetitlosigkeit.
Zurzeit könne keine Prognose, insbesondere was eine zukünftige Arbeitsfähigkeit betreffe, gemacht
werden
(S. 4
Ziff.
1.4)
.
Gegenwärtig stehe der Beschwerdeführer in ambulanter sozialpsychiatrischer Behandlung mit regelmässigen Gesprächsterminen. Eine tagesklinische Behandlung sei in Planung
(S. 4
Ziff.
1.5)
.
Seit dem
1.
Januar 2016
bestehe in der Tätigkeit als Kinderbetreuer eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
(S.
5
Ziff.
1.6).
Körperlich und geistig bestünden keine Einschränkungen. Psychisch sei der Beschwerdeführer beeinträchtigt durch die Unfähigkeit
,
aus seinem Albtraum (der Konflikt mit der Kindsmutter und der Unmöglichkeit
,
mit seinem Sohn zusammen zu leben) herauszufinden
. Es bestünden
eine reduzierte Flexibilität, Misstrauen in Sozialkontakte resultierend in einer erhöhten Absi
cherungstendenz, depressive Dekompensation mit Leistungseinbussen und sozialem Rückzug
. Aus ärztlicher Sicht sei eine Erwerbstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt, insbesondere als Kinderbetreuer bis auf weiteres nicht zumutbar. Prospektiv sei die Arbeitsfähigkeit im Langzeitverlauf frühestens in einem Jahr einschätzbar
(S. 5
Ziff.
1.7).
3.8
Die Ärzte des Sanatoriums
D._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, berichteten mit Austrittsbericht vom 2
5.
November 2016 (
Urk.
5/44/8-12)
über den teilstationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
8.
Juli bis 3
0.
September 2016 und
nannten als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Sie führten aus, dass
der Beschwerdeführer von der ambulanten Behandlerin überwiesen worden sei. Der Beschwerdeführer zeige sich am Anfang des Ge
sprächs sehr misstrauisch, beantworte die Fragen nur sehr knapp, zum Teil mit Verweigerung der Antworten bei genauerem Nachfragen. Der Beschwerdeführer berichte, aktuell zu 100
%
krankgeschrieben zu sein wegen einer schwierigen Familiensituation, die er im Detail nicht erzählen wolle. Bei Nachfrage schildere er, dass die Ex-Partnerin ihm verweigere, den gemeinsamen Sohn zu sehen oder mit zu betreuen. Warum wisse er nicht genau. Er denke, sie sei schwer krank. Er
habe schon alles Mögliche versucht, ohne Erfolg. Zum Zeitpunkt des Eintritts befinde sich der Beschwerdeführer in ungekündigter Anstellung als Kinder
betreuer, jedoch bestehe eine Kündigungsabsichtserklärung auf September 201
6.
Eine Taggeldversicherung bestehe nicht.
Dies belaste den Beschwerde
führer zusätzlich (S. 1). Er habe sich bereits vor Erhalt der Aufforderung von der IV-Stelle für einen Aufenthalt
in der Tagesklinik
entschieden. Er wolle sich sel
ber weiterentwickeln und brauche eine Tagesstruktur. Es bestünden Schulden, den Betrag wolle er nicht angeben (S. 1 f.).
Im Januar 2015 sei ein Therapie
versuch mit einem Antidepressivum durch
Dr.
C._
erfolgt. Da kein positiver Effekt eingetreten sei, sei die Behandlung nach zirka vierzehn Tagen wieder be
endet worden. Der Beschwerdeführer stehe einer Psychopharmakotherapie eher skeptisch entgegen.
Ein affektiver Rapport sei im Erstgespräch nur schwer her
stellbar. Es bestehe eine starke Denkeinengung und überwertig anmutende Ängste und Sorgen betreffend das Wohlergehen des Kindes. Der Beschwerde
führer sei deutlich affektarm, deprimiert, rat- und hoffnungslos
(S. 3)
.
Bereits die Definition eines gemeinsamen psychotherapeutischen Behandlungsziels habe sich schwierig gestaltet. Auch eine verhaltenstherapeutische Depressions-Behandlung und damit eine Verringerung der depressiven Symptomatik sei während der tagesklinischen Behandlung nicht gelungen, unter anderem, da die Lockerung der eingeschränkten Sichtweise und damit eine Auslenkung vom Thema
„Kindsmissbrauch“ beziehungsweise Entwicklungsschädigung nicht möglich gewesen sei
en
.
Während der zwölfwöchigen Behandlungsdauer seien stichprobeweise Atemalkoholtests durchgeführt worden, wobei sich zweimalig ein leicht positives Testresultat gezeigt habe, gemäss Angaben des Beschwerde
führers aufgrund von alkoholhaltigen Hustentropfen. Der Beschwerdeführer sei in gegenseitigem Einverständnis in unverändertem Zustandsbild aus dem teil
stationären Rahmen entlassen worden. Ihm sei die Wiederaufnahme der ambu
lanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen worden. Eine antidepressive als auch neuroleptische Medikation habe der Beschwerde
führer wiederholt abgelehnt
(S. 4)
.
3.9
Dr.
C._
berichtete am 1
3.
Februar 2017 (
Urk.
5/44/1-7) und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1
Ziff.
1.1)
eine An
passungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vor dem Hintergrund einer komplexen Traumafolgestörung seit mindestens Beginn der aktuellen Behand
lung (ICD-19 F43.21).
Seit dem letzten Bericht vom 2
7.
April 2016 habe sich der Zustand weiter chronifiziert. Der Beschwerdeführer versuche weiterhin Kontakt zu seinem Sohn herzustellen, was ihm jedoch aufgrund behördlicher Hürden und der fehlenden Kooperation der Kindsmutter noch nicht gelungen sei. Die depressive Symptomatik mit gedrückter Stimmung, Gedankenkreisen, Antriebs
störung, Schlafstörung, Freud- und Lustlosigkeit bis hin zu intermittierenden Suizidgedanken sei chronifiziert (S. 1 f.
Ziff.
1.4). Die Aufmerksamkeit, Auffas
sung und Konzentration seien unauffällig. Formalgedanklich sei der Beschwer
deführer eingeengt auf das Thema Kindsmissbrauch durch die Kindsmutter, psy
chische Entfremdung des Sohnes von ihm und behördliches Fehlverhalten in Bezug auf die Besuchsregelung. Inhaltlich sei er in diesen Punkten nicht aus
lenkbar. Prognostisch sei ungünstig, dass sich das Zustandsbild seit dem letzten Bericht im April 2016 verschlechtert habe. Ob und wann eine Zustandsver
besserung eintrete, sei prospektiv nicht einschätzbar (S. 2
Ziff.
1.4).
Es bestehe eine deutlich reduzierte Flexibilität. Der Beschwerdeführer setze sich praktisch durchgehend mit dem Thema Kindsentfremdung und psychischer Missbrauch auseinander und sei aufgrund von tiefer Trauer im Kontakt mit anderen Kin
dern, die ihn an die versäumte Zeit mit seinem eigenen
Sohn erinnern würden, nicht in d
er Lage, seine bi
sherige Tä
tigkeit als Kinderbetreuer auszuüben.
Die Leistungsfähigkeit sei aufgrund der depressiven Symptome zu 100
%
reduziert (S. 3
Ziff.
1.7).
3.10
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
6.
März 2017 Stellung (
Urk.
5/45/4-5) und führte aus, dass
in den Arztberichten von
Dr.
C._
beide Male eine Anpassungsstörung genannt worden sei. Warum plötzlich eine komplexe Traumafolgestörung beschrieben werde, könne aufgrund der Anamnese nicht nachvollzogen werden. Der Beschwerdeführer sei zwar im Kin
desalter hart bestraft worden, habe aber offenbar immer gewusst
warum. In die
sem Sinne sei das notwendige Kriterium „chronische Traumatisierungen“ nicht erfüllt. Ebenso wenig könne die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeits
störung nachvollzogen werden. Schon die allgemeinen Kriterien seien nicht er
füllt. Während der Hospitalisation im Sanatorium
D._
seien zwar Miss
trauen und Verschlossenheit aufgefallen, jedoch nur in der Kommunikation mit den Behandlern, nicht aber mit den Mitpatienten. Weitere Züge seien im Arzt
bericht des Sanatoriums
D._
nicht beschrieben worden, auch eine entspre
chende Diagnose sei nicht gestellt worden.
Warum in den Arztberichten von
Dr.
C._
nur ein schädlicher Alkoholkonsum beschrieben werde, obwohl im Arztbericht der
B._
vom April 2015 angegeben worden sei, dass der Beschwer
deführer, der seit sieben Jahren täglich eine Flasche Hochprozentiges oder Wein konsumiere, sich auf Druck der Freundin für einen Alkoholentzug angemeldet habe, könne klar nicht nachvollzogen werden. Auch im letzten Bericht werde nur ein schädlicher Gebrauch genannt, da es angeblich während des tagesklini
schen Aufenthaltes im Sanatorium
D._
keine Hinweise für eine Störung durch Substanzen gegeben habe. Allerdings sei im
Bericht vom November 2016 angegeben worden, dass beim stichprobeartigen Alkoholtest zweimalig positive Tests gemessen worden seien, gemäss Beschwerdeführer wegen alkoholhaltigen Hustentropfen, was in Frage zu stellen sei.
Insgesamt könne aktuell die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43) aufgrund psychosozialer Belastungsfaktoren erkannt werden, allenfalls noch die Diagnose einer, am ehesten primären Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2).
4.
4.1
Den medizinischen Akte
n lässt sich entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
vor dem Hintergrund einer diagnostizierten
Anpassungsstörung
,
einer
rezidivieren
den depressiven Störung, einer kombinierten Persönlichkeitsstörung sowie eine
s
Alkoholabhängigkeitssyndrom
s
(vgl. vorstehend E. 3)
während rund
20 Tagen eine teilstationäre Behandlung in der Nachtklinik der
B._
(vgl. vorstehend E. 3.6)
sowie während rund drei Monaten eine teilstationäre Behandlung im Sana
torium
D._
in Anspruch nahm und danach in di
e ambulante Weiterbe
handlung der
B._
en
tlassen wurde
.
In somatischer Hinsicht findet sich vorliegend die Diagnose
eines Keimzelltu
mors des rechten Hodens
mit Erstdiagnose
im Jahre 2011
(Behandlung mit Orchiektomie und anschliessender Chemotherapie), im September 2014 wurde sodann ein Rundherd im Mediastinum festgestellt, wobei der Tumor gutartig gewesen ist
(vgl. vorstehend E. 3.1
,
Urk.
5/44/10
)
.
4.2
I
nvaliditätsfremde psychosoziale Faktoren
sind
bei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit auch nach der geänderten Rechtsprechung des strukturierten Beweis
verfahrens
(vgl. vorstehend E. 1.2)
weiterhin zu berücksichtigen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2015 vom 2
0.
Mai
2016 E. 3.2). Entsprechend ist
nach geänderter Rechtsprechung bei sämtlichen psychischen Leiden beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (zum strukturierten Beweisver
fahren und den Indikatoren vgl. vorstehend E. 1.2) festzustellen, ob die Schwere des Krankheitsgeschehens auf einen (versicherten) Gesundheitsschaden oder auf nicht versicherte Faktoren zurückzuführen ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1).
Vorliegend führten sowohl die Ärzte der
B._
(vgl. vorstehend E. 3.6), des Sana
toriums
D._
(vgl. vorstehend E. 3.8) wie auch der
den Beschwerdeführer ambulant
behandelnde
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.
7 und E. 3.9)
und der Beschwerdeführer selbst
a
us, es gehe ihm schlecht
seit der Trennung und dem Auszug der Ex-Freundin mit dem gemeinsamen Sohn. Die Kindsmutter verwei
gere ihm, den gemeinsamen Sohn zu sehen.
Er sei deshalb nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Er könne sich emotional nicht anderen Kindern widmen, wenn er seinen eigenen Sohn nicht mitbetreuen könne (
Urk.
5/31
/4,
Urk.
5/31/9
).
Es bestünden Konflikte mit den Behörden
betreffend Besuchsregelung
(
Urk.
5/44/11
,
Urk.
5/44/2
).
Weiter
habe der Beschwerdeführer
Schulden
, wobei er
den Betrag nicht nennen wolle
,
und es bestehe eine Kündigungsabsichtser
klärung auf September 2016 (
Urk.
5/44/8
-9
)
.
Es bestehe eine starke Denk
-
einengung und überwertig anmutende Ängste und Sorgen betreffend das Wohler
gehen des Sohnes.
Die
Ärzte nannten
damit im Wesentlichen
Beeinträchti
gungen, welche von den ausgeprägten und zweifelsohne belastenden psycho
sozialen und damit nicht versicherten
Faktoren (vgl. vorstehend E. 1.3) herrüh
ren.
Aufgrund der zeitlichen Übereinstimmung hinsichtlich der Entstehung
be
ziehungsweise Intensivierung
der Beschwerden mit den schwierigen familiären Ereignissen ist vorliegend - unter Ausklammerung dieser psychosozialen Fakto
ren - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem geringen Schweregrad der Gesundheitsschädigung auszugehen.
4.3
Weitere wichtige Indikatoren für die Ermittlung der Schwere eines Gesundheits
schadens sind Verlauf und Ausgang von durchgeführten Therapien. Scheitern lege artis und mit optimaler Kooperation durchgeführte Therapien, deutet dies auf eine negative Prognose hin. Nur therapeutisch nicht mehr angehbare Stö
rungen können rechtlich als invalidisierend gelten. Bei einem erst relativ kurze Zeit andauernden - somit noch kaum chronifzierten - Krankheitsgeschehen dürften regelmässig noch therapeutische Optionen bestehen, eine Behandlungs
resistenz also ausgeschlossen sein (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
Hinsichtlich des Therapieverlaufs geht aus den Akte
n, insbesondere dem Bericht des Sanatoriums
D._
hervor,
dass der Beschwerdeführer sowohl eine anti
depressive als auch eine neuroleptische Medikation wiederholt abgelehnt habe (
Urk.
5/44/11).
Bereits die Definition eines gemeinsamen psychotherapeutischen Behandlungsziels habe sich schwierig gestaltet und auch eine verhaltens
therapeutische Depressions-Behandlung sei während der tagesklinischen Be
handlung nicht gelungen, unter anderem weil eine Lockerung der eingeschränk
ten Sichtweise und damit eine Auslenkung vom Thema
„
Kindsmissbrauch
“ nicht möglich gewesen sei
(
Urk.
5/44/11)
.
Auch die Ärzte der
B._
berichteten über den teilstationären Aufenthalt, dass der Beschwerdeführer kaum therapeutische Hilfe in Anspruch genommen habe und zuletzt nicht mehr zu den gemeinsamen Aktivitäten erschienen sei. Bei oberärztlichen Standort- sowie Visitenge
sprächen habe er unentschuldigt gefehlt
(
Urk.
5/31/11)
.
Von einer therapeutisch nicht mehr angehbaren Störung kann daher nicht aus
gegangen werden.
4.4
Hinsichtlich der Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Be
züge der
psychischen Störung
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (Indikator „Komorbiditäten“, vgl. vorstehend E. 1.2) ist festzuhalten,
dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich be
deutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (Präzisierung von E. 4.3.1.3 von BGE 141 V 281 durch das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundes
gerichts 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 8.1).
Angesichts des Verlaufs
der teilstationären Behandlungen sowohl in der
B._
wie auch im Sanatorium
D._
und des Verweigerns einer
medikamentöse
n
Therapie
kommt vorliegend weder der Anpassungs- noch der depressiven Stö
rung
eine relevante ressourcenhemmende Wirkung zu.
4.5
Des Weiteren bestehen keine Hinweise auf strukturelle Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsproblematik (Komplex der Persönlichkeit, vgl. BGE 141 V 281
E. 4.3.2), welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenprüfung negativ ins Ge
wicht fallen könnte
n
.
So
ist
den Ärzten des Sanatoriums
D._
zwar Miss
trauen und Verschlossenheit aufgefallen, was als charakteristische Züge einer Persönlichkeitsstörung im klinischen Bild gedeutet werden könnte. Da dies je
doch nur in der Kommunikation mit den Behandlern, nicht aber mit den Mit
patienten der Fall war, und weitere Züge nicht festgestellt wurden sowie auch die allgemeinen Kriterien einer solchen Diagnose nicht erfüllt sind (vgl. vorste
hend E. 3.10), kann die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht nachvollzo
gen werden.
Ein sozialer Rückzug ist zwar
in minimalem Masse vorhanden (
ausser für die Therapiesitzungen und Termine bei Behörden verlasse er seine Wohnung kaum mehr,
Urk.
5/44/10), aus dem Bericht de
s Sanatorium
D._
geht jedoch hervor, dass
der Beschwerdeführer in einem guten Kontakt zum Patienten
kolletiv gestanden habe und vom Kontakt zu den Mitpatienten sowie der gebo
tenen Tagesstruktur habe profitieren können (
Urk.
5/44/11)
,
mithin eine Tages
struktur und sozialer Kontakt
wieder mehr
vorhanden sind. Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex sozialer Kontext; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) bestätigende und mobilisierbare, sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
4.6
Zusammenfassend spricht der funktionelle Schweregrad des Gesundheits
schadens gegen eine invalidisierende Einschränkung. Daneben liegt keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen vor, da offenbar eine aktive
Vorgehensweise bezüglich der Besuchsregelung
mit der KESB sowie ausführliche Recherchen in der Literatur (mehrere Studien gelesen und sich mit Fachpersonen ausgetauscht)
zum Thema Entfremdung als psychischer Kindsmissbrauch
möglich
sind
(vgl.
Urk.
5
/
44/2
), was mit der vo
m
Beschwerdeführer geltend gemachten massiven Einschränkun
gen im Erwerbsbereich nicht vereinbar ist. Damit ist unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass die
psychischen Störungen
keinen Einfluss
auf die Arbeits
fähigkeit zeitigen
und die geltend gemachten Einschränkungen anders begrün
det sind als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung.
5.
Nach dem Gesagten bleibt somit kein Raum für die Annahme eines invalidisie
renden
Gesundheitsschadens. Soweit der
Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen vorzunehmen, kann darauf in antizipierter Beweis
würdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind hinrei
chend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Damit erweist sich die einen Rentenanspruch verneinende Verfügung vom
3.
April 2017
als rechtens, war zur Abweisung der dagegen erhobenen Be
schwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
I
V
-L
eistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
m
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.