# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 93a7741e-f4d3-47fc-ad3b-d79dff70cfb6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
2
A. Am 12. August 2002, ca. 08.15 Uhr, fuhr A. als Lenkerin des Personenwagens Kennzeichen xxx. auf der D.-Strasse von B. kommend in Richtung C.. Auf der Umfahrung X., in einer langgezogenen, leicht abfallenden Rechtskurve bei der Örtlichkeit „E.“, kam das Fahrzeug aufgrund des starken Regens ins Rutschen, woraufhin A. reflexartig die Fussbremse betätigte. In der Folge rutschte das Fahrzeug über die Gegenfahrbahn und ca. 40 Meter die dort angrenzende Böschung hinunter, wo es leicht beschädigt zum Stillstand kam. A. entstieg dem Wagen unverletzt und begab sich, nachdem sie sich bei einer Bekannten telefonisch nach dem weiteren Vorgehen erkundigt hatte, per Autostop nach F. zur Arbeit.
B. Mit Verfügung vom 27. September 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen A. eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln (in Betracht fallende Strafbestimmungen Art. 32 Abs. 1 SVG / Art. 90 Ziff. 2 SVG).
Gestützt auf die polizeilichen Ermittlungen und die zusätzlichen eigenen Erhebungen (rechtshilfeweise Einvernahme durch das Amtsgericht G. vom 7. Januar 2003) kam der Untersuchungsrichter in der Folge zum Schluss, dass der Unfall auf das leicht überhöhte Tempo von A. und die Glätte der Strasse durch Wasser (Aquaplaning) zurückzuführen sei. Diese Regelwidrigkeit könne mangels eines rücksichtslosen Verhaltens oder eines sonstigen schwerwiegenden Verschuldens nicht als grobe Verkehrsregelverletzung qualifiziert werden, zumal zum fraglichen Zeitpunkt praktisch kein Verkehr auf der Unfallstrasse geherrscht habe. Möglicherweise aber habe A. gegen die Bestimmung von Art. 31 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG verstossen. Da die Verfolgung und Beurteilung von Übertretungstatbeständen jedoch in die Zuständigkeit des jeweiligen Kreispräsidenten falle, sei das vorliegende Verfahren dem Kreispräsidenten Ramosch abzutreten. Am 28. Februar 2003 erliess das Untersuchungsrichteramt Samedan daher folgende Einstellungs- und Abtretungsverfügung:
„1. Das Strafverfahren gegen A. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln wird hieramts eingestellt und bezüglich der Übertretungstatbestände gemäss Art. 31 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG an das Kreisamt Ramosch abgetreten.
2. Der Kreispräsident wird ersucht, über die hieramts aufgelaufenen Verfahrenskosten, bestehend aus:
- Gebühr Fr. 320.00
3
- Barauslagen Fr. 239.35
Total Fr. 559.35
im Mandatsverfahren zu befinden.
3. Die Finanzverwaltung Graubünden wird angewiesen, das von A. geleistete Depositum in der Höhe von Fr. 600.— (ES Nr. 68384 vom 12.08.2002/PP C.) dem Kreisamt Ramosch zu überweisen.

## Considerations