# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d367f06a-4dd4-4b9b-90fc-4d637bdd9683
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
arbeitete
vom
19.
Januar 2004 bis
am
16.
Mai 2007
, als das Arbeitsverhältnis seitens des Arbeitgebers fristlos aufge
löst
wurde,
bei der
Y._
in
Z._
als
Fachverkäufer Food
(
Metzger
)
bei
einem 100%-Pensum (Arbeitgeberbericht vom 19. Juni 2009, Urk. 8/7)
.
Von
September
2009 bis Ende Juli 2012 arbeitete der Versi
cherte bei
der
A._
, zunächst als Aus
hilfe mit einem
100%-Pensum
, anschliessend
mit einer Festanstellung
bei einem
50%-Pensum
(Urk.
8/40
und Urk. 8/94)
.
Am 4. Juni 2009 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
be
zug
an (Urk. 8/2).
In der Folge liess die IV-Stelle ei
nen Auszug aus dem in
divi
duellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 15. Juni 2009, Urk. 8/6), holte einen
Ar
beitgeberbericht
der
Y._
(Urk. 8/7) ein und forderte
Arzt
berichte
von
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Medizin FMH, vom
11. November 2009 (Urk. 8/15
/
1-10
, unter Beilage diverser weitere
r
Arzt
be
richte
,
Urk. 8/
15/11
-27) und vom
C._
, Kardiologie, vom 15. Dezember 2009
(Urk. 8/17)
an
.
Im Weiteren forderte die IV-Stelle einen Arztbericht des
C._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, vom 27.
April 2010
(Urk. 8/20/1-6
)
, von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, Manuelle Me
di
zin SAMM und Unterwas
ser- und Hyperbarmedizin SUHMS, vom 26. Juli 2010
(Urk. 8/26) und von
Dr.
med.
E._
,
Innere
Medizin FMH, vom 24. Au
gust 2010 (Urk. 8/27, unter Beilage weiterer Unterlagen, Urk. 8/
27/
6-13)
an.
Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2010 kündigte die IV-Stelle dem Versicher
ten die
Verneinung
eines
Rentenanspruchs (Urk. 8/33)
und mit
Vorbescheid vom
12. Oktober 2010
die
Verneinung eines
Anspruch
s
auf Arbeitsvermittlung
an
(Urk. 8/36).
Am 13. Oktober 2010 erhob der Versicherte persönlich durch
Schal
ter
vorsprache
Einwand gegen den Vorbescheid vom 11. Oktober 2010 (Urk. 8/38).
Am 1. November
bzw. 8. Dezember
2010
liess der Versicherte – vertreten durch den Rechtsdienst Integration Handicap – den Einwand ergänzen und richtete
die
sen vorsorglich auch gegen den Vorbescheid vom 12. Oktober 2010 be
treff
end
berufliche
Massnahmen
und beantragte die Zusprechung einer Rente und beruf
licher Massnahmen
(Urk. 8/41
und Urk. 8/44
).
Im Nachgang
beantwortete
Dr.
E._
am 1. Februar 2011
Rückfragen
der IV-Stelle
(Urk. 8/46
und
Urk. 8/48).
Mit Schreiben vom 14. März 2011
nahm der Versicherte dazu
Stellung (Urk. 8/52). Anschliessend
holte
die IV-Stelle
bei
X._
durch
Dr.
med.
F._
, orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewe
gungsapparates FMH,
das
orthopädisch-chirurgisch
e
Gutachten
vom 16. Oktober
2011, Urk. 8/62)
ein und
nahmen
die Hausärztin Dr.
E._
,
Dr.
F._
und die Kardiologie des
C._
zu
zusätzliche
n
Fragen
der IV-Stelle
Stellung
(Urk. 8/66-69).
Mit Vorbescheid vom 10. April 2012
kündigte
die IV-
Stelle
X._
an
, dass
ihm vom
1. Juli 2011 bis 31. Januar 2012 eine
ganze In
va
lidenrente und ab 1. Februar 2012 eine
Dreiviertelsrente
zuge
sprochen
werde
(Urk. 8/75). Dagegen erhob der Versicherte am 11. Mai 2012 erneut Ein
wand und beantragte die
durchgehende
Ausrich
tung einer ganzen Rente
(Urk. 8/84
,
unter Beilage diverser Unterlagen, Urk. 8/83
)
.
A
m 12. Juni 2012
stellte
e
r ergänzend den
Antrag, die mit Vor
bescheid vom 10. April 2012 in Aus
sicht gestellte Rente sei als
Vorschusszah
lung auszurichten (
Urk. 8/8
9), was die IV-Stelle mit Mit
teilung vom 19. Juni 2012 ablehnte (Urk. 8/90).
Nach Prüfung des Einwands (Urk. 8/91/2), sprach die IV-Stelle
X._
mit Ver
fü
gung vom 16. August 2012 vom 1. Juli 2011 bis 31. Januar 2012 eine ganze Rente und ab 1. Februar 2012 eine
Drei
viertelsrente
zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 13. September 2012 durch den
Rechts
dienst
Integration Handicap Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, es sei ihm unter teilweiser Aufhebung der Verfügung vom 16. August 2012 ab Juli 2011 durchgehend
eine ganze Rente zuzusprechen.
Zudem ersuchte er um Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Anordnung eines zweiten
Schriftenwechsels. Die Beschwerdegegnerin
beantragte
mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2012
die
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer
Akten, Urk. 8/1-99). Mit Verfügung vom 27. November 2012 (Urk. 13) bewilligte
das hiesige Gericht dem Beschwer
deführer
die unentgeltliche Prozessführung. Mit
Replik
vom 14. Dezember 2012 stellte
der Be
schwerdeführer
den Eventual
antrag, es sei eine ergän
zende polydisziplinäre Abklärung vorzunehmen (Urk. 15,
mit
Beilage
n
, Urk. 16/1-5).
Am
21. Januar 2013 erstattete die
B
eschwerde
geg
ne
rin
ihre Duplik (Urk. 19, unter Beilage
der Stellungnahme
des RAD
vom 18. Januar 2013, Urk. 20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit er
forderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei ei
nem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Inva
lidi
t
ätsgrad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
;
BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV fest
zu
setzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
ten
anspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, be
ur
teilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw.
Herab
set
zung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262
E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
be
schwerdeweise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Ein
schrän
kung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Gemäss Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des
in
validitätsbedingten
Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die
an
spruchs
beeinflussende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von
dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück
sich
tigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prog
nose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3. Aufl.
1994, S.
24 f.).
2
.
2
.1.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich folgendermassen dar:
2
.2
2.2.1
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 11. November 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/15) als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Ar
beitsfähigkeit rezidivierende depressive Störung
en
(F33.10), eine
Gonarthrose
links,
und ein
COPD (
chronic
obstructive
pulmonary
disease
) GOLD II
bei
Niko
tin
abusus
circa 40
py
fest
. Als Nebendiagnosen nannte er (a)
ein
metabolisches Syndrom mit arterieller Hypertonie, (b)
einen
Diabetes mel
litus II (ED 1998)
bei/mit
Dislipidämie
, oraler Antidiabetika und insulinpflichtig, (c)
eine
koronare Herzkrankheit mit Stent-Implantation (November 2008 und Februar 2009) und paroxysmalem Vorhofflimmern und (d)
eine
U
nterschenkelvarikosis
beidseitig
.
Bezüglich
der Einschä
tzung der Arbeitsfähigkeit verwie
s er auf die
Beurteilung der
Kardiologie des
C._
.
2
.2.2
Die Ärzte
des
C._
, Kardiologie, vom 15. Dezember 2009 (Urk. 8/17
)
, wo der Beschwerdeführer vom 20. Januar bis 5. Februar 2009 hos
pi
talisiert war,
stellten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
chr
o
nische Knie- und
Rücken
beschw
erden
bei A
dipositas per magna (BMI 40.9 kg/m
2
)
.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien
dagegen fol
gende Diag
nosen:
1.
Koronare Dreigefässerkrankung und
hypertensive
Herzkrankheit
-
Status n
ach PCI/
Stenting
einer proximalen RCA-Stenose bei instabiler
Angina
pectoris
(Februar 2009)
-
Status nach PCI
/
Stenting
der Hauptsta
mm-Bifurkation (November 2008)
mit anhaltend gutem E
rgebnis
-
laevok
ar
diografische
normale globale Fu
nktion, EF 65 % (Februar 2009)
-
paroxysmales Vorhofflimmern, totaler Linksschenkelblock
-
CVRF (
cardiovascular
risk
factors
): arterielle Hypertonie, Status nach
Nikotina
busus
(40
py
), Diabetes mellitus,
Dyslipidämie
, Adipositas
2.
Diabetes mellitus Typ 2 (ED 1998)
-
unter oraler Antidiabetika
-
HbA1c 7.1 % (August 2009)
3.
Arterielle Hypertonie
4.
chronisch venöse Insuffizienz bei
Stammvarikosis
beidseitig
5.
COPD GOLD II
6.
substituierte Hypothyreose.
Für die Dauer der
Hospitalisation
(vom 20. Januar bis 5. Februar 2009) habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nach zweimaliger
percutaner
koro
narer
Revaskularisation
und unter konsequenter medikamentöser Therapie zeige
sich ein stabiler Verlauf der koronaren und
hypertensiven
Herzkrankheiten. Die kardiovaskulären Risikofaktoren seien zunehmend besser kontrolliert, wobei es dem Beschwerdeführer insbesondere gelungen sei
,
seinen
Nikotinabusus
zu sis
tieren. Regelmässige körperliche Aktivitäten und eine Gewichtsreduktion wären wünschenswert.
Der normal ausgefallene 6-min-Gehtest im Juli 2009 spreche gegen eine relevante kardiale Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Von kardi
ologischer Seite sei dem Beschwerdeführer die bisherige berufliche Tätigkeit als Metzger weiterhin zumutbar. Hingegen sei er bei seiner stehenden Tätigkeit als Metzger durch chronische Rücken- und Knieschmerzen eingeschränkt. Diesbe
züglich seien keine Abklärungen oder therapeutische Interventionen erfolgt und die entsprechenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könnten nicht beur
teilt werden.
2
.3
2.3.1
Mit
Bericht
vom 27. April 2010 verwies das
C._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, (Urk. 8/20/6) auf den Bericht vom 26. Februar 2007 über die einmalige rheumatologische Untersuchung am 20. Februar 2007
(Urk. 8/20/7-8)
, worin folgende Diagnosen
aufgeführt worden waren
:
-
Gonarthrose
linksbetont
-
Genu
valgum
links mit medialer Insta
bilität, Status nach 3x Sturz
2006
-
komplexe degenerative lat
e
r
ale Meniskusläsion links bei
ausge
dehnter
femoropatellär
betonter
Pangonarthrose
-
Kniegelen
k
sarthroskopie, Gelenkstoilette und
Menisusteilresektion
lateral (21. Dezember 2006,
C._
, Chirurgie)
-
Status nach
TME
1999 rechts (Spital
I._
)
-
RF: Adipositas Klasse II
-
Sehnenscheidenganglion über dem
Retinaculum
extenso
rn
oberes Sprung
g
elenk
(OSG)
links
-
Rhegade
, DD Mykose Interdigital III/IV rechts
-
Arterielle Hypertonie mit hypertropher Kardiopathie bei/mit paroxysma
lem Vorhofflimmern
Cardiovaskuläre
Risikofaktoren
:
Nikotinabusus
35
py
, Adipositas (BMI 38.5 kg/m
2
)
-
Diabetes mellitus Typ II (ED 1998) unter oraler Antidiabetika
-
Stammvarikosis
beidseits, linksbetont bei/mit
-
Status nach
Perforansligatur
und
Phlebektomie
(2003)
-
Status nach Unterschenkelthrombose rechts (1999)
.
Die Schmerzen w
ürd
en einen mechanischen Charakter auf
weisen
und durch die stehende Tätigkeit bei eher kalter Umgebungstemperatur als Metzger ver
stärkt. Zur notwendigen Gewichtsreduktion sei eine
Knieorth
r
ese
zur medialen Stabili
sierung tagsüber und Physiotherapie zur Kniestabilisierung und
Mus
k
u
laturauf
bau
d
es
Quadrizeps
verordnet und gleichzeitig sei mit
Condrosulf
zum
Knor
pel
aufbau
begonnen worden.
Der Beschwerdeführer sei als Metzger weiter
hin zu 100 % arbeitsfähig.
2
.4
Im
Bericht des Psychiaters
Dr.
D._
vom 26. Juli 2010 (Urk. 8/26), welcher den Beschwerdeführer von Juli 2007 bis Februar 2008 behandelte,
werden
für
die Zeitperiode der Behandlung
als psychiatrische Diagnosen mit Auswir
kung auf
die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung (bei
Behandlungs
be
ginn
im Juli 2007 mittel
gradige Episode, F33.10) bei einem Status nach Suizid
versuch mit Sturmgewehr 1994 und ein
em
Verdacht auf Persönlichkeitsstörung mit vermeidenden,
selbstun
sicheren
und überangepassten Zügen erwähnt.
D
er Beschwerdeführer
neige
dazu, viel mehr Aufgaben zu übernehmen, als er
schliesslich bewältigen könne. Dies aus Angst, man könnte ihm Vorwürfe machen, ihn kritisieren oder ihn we
gen mangelnden Leistungen entlassen. Er zeige
dabei eine vom üblichen Mass deutlich abweichende Wahrnehmung, wie
hoch seine Leistungsfähigkeit wirk
lich sei. Diese Überanpassung bringe ihn dann
aber ihn Folgeprobleme, die eine Zusammenarbeit mit ihm schwierig machten. Vom 1. Mai bis 31. Juli 2007 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden,
wobei der Beschwerdeführer vom 1. Juni bis 11. Juli 2007 in der
G._
hospi
talisiert war.
2
.5
2.5.1
Dr.
E._
nannte
in ihrem Bericht vom
24. August 2010 (Urk. 8/27) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Koronare Dreigefässerkrankung und
hypertensive
Herzkrankheit bei/mit
-
Status nach 2x Stents (November 2008 und Februar 2009)
-
Vorhofflimmern, Linksschenkelblock
-
linksven
t
r
ikuläre
Hyperthrophie
mit mittelschwer eingeschränkter
Herzfunktion (EF 35 %)
2.
COPD GOLD II
3.
Adipositas per magna (BMI 40)
4.
Zerviko
- und
Lumbovertebralsyndrom
5.
Status nach Knie-OP beidseits.
Als Nebendiagnosen erwähnte sie
einen
Diabetes mellitus Typ 2,
eine
sub
stitu
ierte Hypothyreose
und
eine
chronische venöse Insuffizienz
an den
untere
n
Ex
tre
mität
en
. Die Prognose sei aufg
rund der stationären Adipositas, der koronaren Herzkrankheit
(KHK)
, des Diabetes und des COPD ungünstig. Der Beschwerde
führer sei vom 3. bis 10. Juli 2010 wegen einer Links
herzde
kompensation zu
100 % arbeitsunfähig gewesen, vom 12. Juli 2010 bis auf
Weiteres
sei er in sei
ner
bisherigen Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Die körperlichen Einschrän
kungen der mittelschwer eingeschränkten Herzfunktion und der Adipositas per magna
bewirkten, dass ihm seine Arbeit als Metzger nur noch zu 50
% zumut
bar sei. Sein Herz und seine Lungen seien vermindert leistungsfähig. Eine
be
hin
derungs
angepasste
Tätigkeit (
keine rein stehende Tätigkeit, ohne Knien, ohne auf Lei
tern/
Gerüste und Treppen steigen)
sei ihm seit anfangs Juli 2010 rund 4-5 Stun
den
pro Tag möglich.
Durch eine Gewichtsreduktion liessen sich die Ein
schrän
kungen teilweise reduzieren, wobei fraglich sei, ob die Arbeitsfähigkeit dadurch besserungsfähig sei.
2.5.2
Am 13. September 2010 hielt
der
RAD fest, dass der Beschwerdeführer in
behin
de
rungsangepasster
Tätigkeit (wechselbelastend ohne längeres Stehen oder Knien
[
Gonarthrose
] und ohne Heben und Tragen von schweren Lasten [
koronare
Herz
krankeit
,
KHK]) zu 100 % arbeitsfähig sei
(Urk. 8/32/5-6)
.
Am 1. Februar 2011 beantwortete die Hausärztin
Dr.
E._
im Rahmen des
Ein
wandverfahrens
(Urk. 8/38, Urk. 8/41 und Urk. 8/44)
Rückfragen
der
Beschwer
de
gegnerin
zur Einschätzung der Rest-Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (Urk. 8/4
8/5)
.
Dr.
E._
verwies auf ihren Arztbericht vom 24. August 2010 (Urk. 8/27) und bestätigte eine maximal 50%ige Ar
beitsfähigkeit in optimal an
ge
passter Tä
t
ig
keit
.
Der RAD korrigierte
am
10. Februar 2010
entsprechend seine Stellungnahme vom
13. September 2010 und hielt fest, dass seit Juli 2010
in angepasster Tätigkeit
statt einer 100%igen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 8/73/2). Gleich
zeitig empfahl
der RAD
eine ortho
pädische Begutachtung des Beschwerde
füh
rers.
2.6
Mit Schreiben vom 25. August 2011 teilte der Betriebs-Sozialdienst der
A._
der Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung des Gesund
heit
s
zustandes des Beschwerdeführers mit (Urk. 8/58), so sei er am
26. Juni und am 27. Juli 2011
jeweils für einige Tage hospitalisiert gewesen, da er unter star
ken Schwankungen der Pulstätigkeit leide und
seine Lungentätigkeit
nur noch 45 % betrage.
2
.7
Dr.
F._
untersuchte
den Beschwerdeführer am 17. Juni 2011 und
nannte in
seinem orthopädisch-chirurgischen Gutachten vom 16. Oktober 2011
(Urk. 8/62
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Arthrose
der
Kniegelenk
e
zwischen Oberschenkelrolle und
Schienbeinkopf rechts mehr als links mit Beton
un
g des inneren
Kniegelenk-
Kompartments
rechts und des äusseren Gelenk-
Kompar
t
ments
links
-
Arthrose im Gelenk zwischen Kniescheibe und
O
berschenkelrolle links
mehr als rechts
-
Aussenmeniskusschaden links und Innenmeniskusschaden rechts
-
Genu
valgum
-
Status nach Arthroskopie am rechten Kniegelenk 1999 mit
Meniskusresektion
-
Status nach Operation am linken Kniegelenk 2006 mit Meniskusresektion
-
wiederkehrendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (seit Ende der 90er-
Jahre)
-
wiederkehrende Halswirbelsäule (HWS)-Beschwerden mit
Bewegungseinschränkungen
-
bewegungs- und belastungsabhängige
Coxalgie
-
Adipositas per magna mit BMI 40 kg/m
2
-
Stammvarikose links mehr als rechts
-
beginnen
de Daumensattelgelenksarthrose.
Ausserdem führte
Dr.
F._
diverse Nebendiagnosen, darunter auch solche
au
sserhalb des orthopädischen Fachgebietes (
Verdacht auf Psoriasis
vulgaris
und/
oder Hyperkeratose beziehungsweise kumulatives toxisches
Handexzem
,
COPD GOLD II, Anstrengungs-NYHA I-II,
mit
nCPAP
-Gerät behandelte
Schlaf
apnoe, metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck, paroxysmalem Vor
hofflim
m
ern und koronarer 3-Gefässerkrankung, wechselnd tabletten- und
in
sulin
pflichtiger
Diabetes mellit
us, Hepatopathie, Hypothyreose)
auf.
Unter rein orthopädischen Gesichtspunkten erscheine die Durchführung der an
gestammten Tätigkeit als Metzger mit einem 50%-Pensum zumutbar, zumal der zuständige Vorgesetzte die Benutzung eines Stuhles zum Absitzen in solchen Zeiten akzeptiere, in denen keine Kundschaft am Tresen vom Beschwerdeführer zu bedienen sei. So sei zumindest ansatzweise die anzustrebende Tätigkeit im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen erreicht. Die Leistungsfähigkeit sei allerdings ebenfalls eingeschränkt, bei dem eine qua
litative Leistungsfähigkeit von 70 - 80 % verbleibe
(Urk. 8/62/58-59)
. Auch in einer angepassten beruf
li
chen Tätigkeit sei ein Pensum von 50
%
angemessen und maximal zu
mutbar
(Urk. 8/62/64)
.
Dr.
F._
merkt überdies an, dass er nicht bewerten könne, inwiefern insbe
sondere die zusätzlichen internistischen Erkrankungsbilder die Leistungsfähig
keit des Beschwerdeführers massgeblich beeinträchtigten
(Urk. 8/62/59)
.
2.8
2
.
8.1
Nachdem der Betriebs-Sozialdienst der
A._
mit Schreiben vom 19. Oktober 2011 (Urk. 8/61) die Beschwerdegegnerin über die Einsetzung eines Herzschrittmachers und die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer
der
Hospitalisation
im
C._
bis
am 27. Oktober 2011 orientiert hatte
, schloss der
RAD
am 3. November 2011 eine Verschlechterung des Ge
sund
heits
zustandes nicht aus und
bat um Nachfrage
bei den behandelnden Ärzten (Urk.
8
/73/4).
2
.
8.2
Dr.
E._
legte
am
9
. November 2011 (Urk. 8/66/1, unter Beilage von aktuellen Arztberichten des
C._
, Urk. 8/66/2-6) eine deutliche Verschlech
te
rung des Gesundheitszustandes dar. Zurzeit sei der Beschwerde
führer bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig.
Trotz S
chrittmacher-Implanta
tion am 21. Ok
to
ber 201
1
bestünden schwere
brady-tachykarde
Rhyt
h
musstö
rungen.
2.8.3
Der Gutachter
Dr.
F._
präzisierte
am 2. Dezember 2011 (Urk. 8/67) seine im Gutachten gemachten Aussagen
und hielt fest
, dass die Leistungseinbusse von 20 - 30 % bei einem 50%-Pensum in der angestammten Tätigkeit aus ortho
pä
di
scher Sicht seit dem 12. Juli 2010 bestehe.
2.8.4
Das
C._
, Kardiologie, beantwortete am 13. Januar 2012 (Urk. 8/69)
die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in kardial
optimal angepasster Tätigkeit
da
hingehend, dass der
Beschwerdeführer lediglich von kardialer Seite betreut wor
den
sei
. Die Arbeitsfähigkeit müsse
gesamtheitlich
unter Berück
sichtigung sämt
licher Erkrankungen beurteilt werden. Deshalb könne die Frage nicht konklusiv beantwortet werden.
2.
8.5
In der Stellungnahme vom 28. Februar 2012 (Urk. 8/73/5) kam der RAD unter Berücksichtigung der Arztberichte vom
C._
(Urk. 8/66/2-6) zum Schluss, dass eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nach
vollzogen werden könne, da die H
erzleistung mit
Ejektionsfrequenz (EF)
von 35% unver
ändert sei, der Beschwerdeführer nach der Schrittmacher-Implantation am 21. Oktober 2011 vollkommen beschwerdefrei gewesen sei und eine Dislokation
der Vorhofelektrode am 22. Oktober 2011 komplikationslos
habe
behoben wer
de
n können.
Eine vorübergehende 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der klinisch manifesten Herzrhythmusstörungen könne maximal bis zur Schrittma
cher-Implantation nachvollzogen werden. Da die Herzrhythmusstörungen be
reits im Juli 2011 begonnen hätten,
könne analog der Einschätzung von
Dr.
E._
(Urk. 8/66/1) eine vorübergehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 7. Juli bis
27. Oktober 2011 für jegliche Tätigkeit übernommen werden
. Dies sei durch eine
zeitlich begrenzte Verschlechterung des Gesundheitszustandes be
gründet, die mitt
lerweile behoben sei.
3
.
3
.1
Die Parteien gehen darin einig, dass nach Ablauf der Wartezeit ab 1. Juli 2011 gestützt auf eine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von 100 % der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente ausgewiesen war. Hingegen ist strittig, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer Verb
e
sserung des gesundheitli
chen Zust
a
ndes des Beschwerdeführers ab 28. Oktober 2011 ausgegangen ist
in Anwendung von Art. 88a
Abs. 1 IVV
und die Rente
ab Februar 2012 auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt hat.
3
.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 16. August 2012
da
mit
,
d
er Beschwerdeführer sei seit Juli 2010 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Bei Ablauf der Wartezeit im Juli 2011 sei ihm keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar gewesen. Dies ent
spreche einem Invalidit
ätsgrad von 100
%
. Seit dem 28.
Oktober 2011 habe sich sein
Gesundheitszustand soweit gebessert, dass ihm die Ausübung ei
ner
behin
de
rungsangepassten
Tätigkeit (wechselbelastend ohne längeres Stehen oder Knien
[
Gonarthrose
] und ohne Heben und Tragen von schweren Lasten) zu 50
%
zu
mutbar sei. Der Einkommensvergleich ergebe ab diesem Zeitpunkt – unter Be
rück
sichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15
%
– einen
In
validi
täts
grad
von 64
%
(
Urk.
2 S. 3).
3
.3
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, ab Oktober 2011
könne nicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden.
Dieser habe sic
h vielmehr sogar verschlechtert. D
ies ergebe sich aus der Einschätzung der behandelnden Hausärztin
Dr.
E._
, welche dem Beschwer
de
führer ab 13. Oktober 2011 bis zur letzten Eintragung
im Krankentaggeldblatt der
Swica
vom 27. April 2012 abwechselnd und bis auf Weiteres eine Arbeits
un
fähigkeit zwischen 70
-
100 % attestiere sowie aus den beiden stationären Auf
enthalten im
C._
im November 2011 und im März 2012
, wobei dem Bericht des
C._
zur Herzschrittmacher-Nachkontrolle vom
20. April 2012 sich entnehmen lasse, dass der Beschwerdeführer aufgrund der noch
nicht stabilen kardialen Situation zur
Zeit nicht a
rbeitsfähig sei
(Urk. 1).
D
ie vorliegende erhebliche
Komorbidität
der verschiedenen Krankheiten (Bewe
gungs
apparat, Herz, Lunge, Diabetes mellitus Typ II, Adipositas, Schlafapnoe)
sei
unberücksichtigt geblieben. So sei die Arbeitsfähigkeit nur unter Berücksich
ti
gung sämtlicher Erkrankungen zu beurteilen
.
4.
4.1
Aus dem dargelegten medizinischen Sachverhalt ist ersichtlich, dass der Be
schwer
deführer an diversen Erkrankungen leidet, so betreffen die gestellten Diag
nosen sein Herz (koronare und
hypertensive
Herzkrankheit), seine Lunge (COPD GOLD II) und seinen Bewegungsapparat (
Gonarthrose
). Ausserdem leidet er unter anderem an einem insulinpflichtigen Diabetes mellitus Typ 2, an Adi
po
sitas per magna sowie an einem obstruktiven Schlafapnoe-/
Hypopnoe
-Syn
drom mittelschweren Grades.
4.2
Das orthopädisch-chirurgische Gutachten (Urk. 8/62) von Dr.
F._
basiert auf
einer umfassenden orthopädischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Der begutach
ten
de
Arzt hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen er
hoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ausein
andergesetzt. Zudem hat er die medizinischen Zusammenhänge und die me
dizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nach
vollziehbar be
grün
det. Dem Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Be
weiskraft zu (vgl.
Erwägung 1.6).
Die Begutachtung fand am 17. Juni 2011 statt und zu jenem Zeitpunkt teilte
Dr.
F._
die Einschätzung von Dr.
E._
(Urk. 8/48/5), wonach dem Beschwer
deführer – bei billigender Inkaufnahme einer Selbstüberforderung – in der an
ge
stammten Tätigkeit und in einer angepassten beruflichen Tätigkeit maximal ein Pensum von 50 % als zumutbar zugestanden wird, obwohl aus ortho
pä
di
schen Gesichtspunkten die Voraussetzungen am Arbeitsplatz nicht optimal sind (Urk. 8/62/58-59). Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht überzeugt das Gutach
ten, weshalb diesbezüglich darauf abgestellt werden kann.
4.3
Der Beschwerdeführer macht
nun
geltend, dass es für die Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit unerlässlich sei, eine Gesamtbetrachtung sämtlicher Erkran
kung
en vorzunehmen
.
4.3.1
Er
stützt sich dabei unter anderem auf das Antwortformular, welches Dr. med.
H._
, Leitender Arzt Kardiologie,
C._
, am 6. Oktober 2012 ausfüllte (Urk. 16/3): Beim Beschwerdeführer zeigten sich eine mittel
schwer
eingeschränkte Pu
mp
funktion des Herzens und chronische Rhythmusstörungen (Vorhofflimmern/-flattern), weshalb er aus kardiologischer Sicht maximal zu 50 % arbeitsfähig sei. Dazu kämen die weiteren Einschränkungen durch zusätzliche Krankheiten. So bemerkt Dr.
H._
abschliessend, dass die Arbeitsfähigkeit vor allem durch die sich gegenseitig verstärkenden Interaktionen der vielen
Komor
biditäten
bestimmt beziehungsweise stark eingeschränkt sei. Im Bericht vom 6.
November 2012 (Urk. 16/5) hält Dr.
H._
im Weitern fest, dass sich passend zur stark limitierten körperlichen Leistungsfähigkeit im Alltag ein Rückgang der Gehstrecke von 475 Metern (22. Juli 2009) auf noch 410 Meter gezeigt habe. Bei gutem Anstieg des Herzrhythmus unter Belastung kämen als Ursache dafür
zu
sätzlich zur
hypertensiven
Herzkrankheit mit mittelschwer eingeschränkter sys
to
lischer linksventrikulärer Pumpfunktion die COPD sowie die morbide Adiposi
tas in Frage. Dazu kämen die multiplen degenerativen Gelenksveränderungen im Bereich des Rückens, der Hüften und der Knie, welche den Beschwerdeführer zusätzlich behinderten. Aufgrund dieser Befunde sowie der vielen
Komorbidi
tä
ten
sei die Arbeitsunfähigkeit mit 100 % einzuschätzen.
Das
C._
, Kardiologie,
hatte bereits
im Schreiben vom 13. Januar 2012 an die Beschwerdegegnerin
festgehalten
, dass die Arbeitsfähigkeit
gesamt
heit
lich
unter Berücksichtigung sämtlicher Erkrankungen beurteilt werden müsse
(Urk.
8/69).
4.3.2
Dr.
E._
stellte
mit Schreiben vom 20. Juni 2011 im Rahmen der orthopädisch-chirurgischen Begutachtung
gegenüber dem Gutachter Dr.
F._
klar, dass sie
den Beschwerdeführer hauptsächlich wegen kardiopulmonaler Einschränkung vom
5. bis 10. Juli 2010 zu 100 % und seither zu 50 % arbeitsunfähig geschrie
ben habe und nicht wegen Problem
e des Bewegungsapparates (Urk.
8/62/76).
Damit weist Dr.
E._
eindeutig darauf hin, dass die bestehenden Erkrankungen beim Beschwerdeführer nicht losgelöst voneinander sondern
gesamtheitlich
zu betrachten sind.
4.3.3
Auch Dr.
F._
gab seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit klar unter der Einschränkung ab, dass die medizinische Situation nur orthopädisch betrachtet
wurde („unter rein orthopädischen Gesichtspunkten“, z.B. Urk. 8/62/56). Ausser
dem
nimmt der Gutachter mehrmals Bezug auf die weiteren Erkrankungen und
erklärt, dass er nicht beurteilen könne, inwiefern die weiteren zusätzlichen inter
nistischen Erkrankungen die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers mass
geb
lich beeinträchtigten.
4.4
Wenn nun die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahmen des RAD, insbe
son
dere diejenige vom 18. Januar 2013 (Urk. 20), verweist, kann diesen Ausfüh
rungen nicht gefolgt werden. Der RAD bezieht sich in dieser Stellungnahme nur auf die kardiologische Problematik und beurteilt deren Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit isoliert und offensichtlich losgelöst von den zusätzlichen Erkran
kungen. Fiel das Haupt-Augenmerk des RAD anfänglich bloss auf die ortho
pä
di
schen Beschwerden des Beschwerdeführers (so in den RAD-Stellungnahmen vom
16. Februar 2010, Urk. 8/65/4, und vom 13. September 2010, Urk. 8/32/5-6), verlagerte es sich dann später ganz auf die Herzprobleme (vgl. Erwägung 2.8.5
und die RAD-Stellungnahme vom 2. Juli 2012, Urk. 8/91/2). Eine
gesamtheit
liche
Beurteilung aller Erkrankungen (Herz, Lunge, Bewegungsapparat, Diabetes, Adipositas) wurde durch den RAD offensichtlich nicht vorgenommen und auch nicht in Auftrag gegeben.
4.5
Aufgrund der plausibel dargelegten Interaktionen dieser verschiedenen Krank
heiten drängt sich jedoch eine Gesamtbetrachtung auf. Gemäss Beurteilung von Dr.
E._
(vgl. Erwägung 2.8.2) und von Dr.
H._
vom
C._
, Kardiologie, (vgl. Erwägung 4.3.1) ist seit Juli 2011 von einer andauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einer 70
100%igen Arbeits
un
fähig
keit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen als auch in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit auszugehen. Das Abstellen auf diese Berichte er
scheint gerechtfertigt, nachdem keinerlei Anzeichen dafür bestehen, dass der Be
schwerdeführer gegenüber den behandelnden Ärzten seine Beschwerden über
trieben dargestellt hätte oder Letztere bezüglich Restarbeitsfähigkeit eher zu
gun
s
ten des Beschwerdeführers ausgesagt hätten. Ganz im Gegenteil:
So attestierten die behandelnde Hausärztin Dr.
E._
(vgl. Erwägung 2.5), die RAD-Ärzte (vgl. Erwägung 2.5.2) sowie Dr.
F._
(vgl. Erwägung 2.7) dem Beschwerdeführer seit Juli 2010 übereinstimmend
noch
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit. Es ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer immer arbeiten wollte und zwar so viel, wie irgendwie möglich. So arbeitete er zu jener Zeit bei
A._
sogar noch als Metzger mit einem 50%-Pensum, obwohl die Arbeitsbedingungen für ihn beim bestehenden Krankheitsbild keineswegs opti
mal waren. Dies deckt sich auch mit der psychiatrischen Einschätzung von Dr.
D._
, welcher einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit ver
mei
denden, selbstunsicheren und überangepassten Zügen feststellte. Aufgrund dieses diagnostizierten überangepassten Verhaltens und des gezeigten
Arbeits
ein
satzes
steht ausser Frage, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden übertrieben darlegte. Es ist eher eine Dissimulation zu vermuten.
Demnach hat der Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2011 Anspruch auf eine unbefristete ganze Invalidenrente, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist.
5.
Gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ist de
m
Be
schwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen, wobei ein Betrag von
Fr.
1'
3
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um
die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr.
600.-- der
Be
schwerdegegnerin
aufzuerlegen.