# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e1779dd-80d9-490c-8167-4168ee4ccea9
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A erhielt für sich, seine Ehefrau B und seine zwei Kinder ab 1. Juni 2005 wirtschaftliche Hilfe. Mit (nachträglichem) Beschluss vom 11. Januar 2007 stellte die Sozialbehörde X die Unterstützung rückwirkend "per 31. August 2006" ein, unter Hinweis darauf, dass A die für eine Unterstützung erforderlichen Unterlagen – unter anderem solche im Zusammenhang mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit als Marktfahrer – seit August 2006 trotz Aufforderung vom 5. September 2006 nicht beigebracht habe. (Ab Februar 2007 wurde die wirtschaftliche Unterstützung der Familie wieder aufgenommen.)
Gegen den Beschluss vom 11. Januar 2007 erhob A am 8. Februar 2007 Rekurs an den Bezirksrat Y. Er beantragte, die Einstellung der Unterstützung per 31. August 2006 sei rückgängig zu machen; die Mietzinse und Krankenkassenprämien für die Zeit von August 2006 bis Januar 2007 seien zu übernehmen; ergänzende Sozialhilfe sei so lange zu entrichten, bis sich seine Situation (in vier bis sechs Monaten) stabilisiert habe. In seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2007 zur Rekursantwort der Sozialhilfebehörde vom 16. Februar 2007 wies er unter anderem darauf hin, dass es für ihn und seine Familie wichtig sei, die bisherige Wohnung in X behalten zu können, was nur möglich sei, wenn die Sozialbehörde die nicht bezahlten Mietzinse von August 2006 bis Januar 2007 begleiche. Mit Schreiben vom 9. März 2007 an den Bezirksrat erneuerte er dieses Anliegen; er wies darauf hin, dass das Bezirksgericht Y am 27. Februar 2007 die Unwirksamkeit der vom Vermieter ausgesprochenen Kündigung festgestellt habe; um so wichtiger sei es, dass die Sozialhilfebehörde die noch nicht bezahlten Mietzinse begleiche.
Der Bezirksrat Y beschloss am 16. Mai 2007, den Rekurs bezüglich der "Einstellung der generellen Unterstützung" abzuweisen (Dispositiv Ziffer Ia); bezüglich der "ausstehenden Mietzinse" werde das Geschäft an die Sozialbehörde zurückgewiesen "mit dem Auftrag, die Perspektiven im Sinne einer fairen Lösung mit dem Wohnungsvermieter zu klären" (Dispositiv Ziffer Ib). Die Rückweisung begründete der Bezirksrat wie folgt (E. 6.2): "Aufgrund des aktuellen Wissensstandes" sei nicht zu beanstanden, dass die Sozialbehörde die Mietzinsausstände nicht bezahle. Allerdings könne die Sozialbehörde nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) in Verbindung mit § 22 der Sozialhilfeverordnung vom 21. Oktober 1981 (SHV) ausnahmsweise auch Schulden übernehmen, wenn damit einer bestehenden oder drohenden Notlage begegnet werden könne. Zwar sei in der Zwischenzeit die durch den Vermieter ausgesprochene Kündigung der Wohnung zivilrechtlich für unwirksam erklärt worden; gleichwohl könne eine Notlage im Sinn von § 22 SHV höchstens dann verhindert werden, wenn der Vermieter unter der Voraussetzung der Nachzahlung auch in Zukunft auf eine Kündigung verzichte. Diese Frage sei zwischen der Sozialbehörde und dem Wohnungsvermieter zu klären.
II.
Unter Bezugnahme auf diesen Rekursentscheid ersuchte Rechtsanwalt D, der Vermieter der fraglichen Wohnung, die Sozialhilfebehörde am 17. Juli 2007, ihm umgehend zu bestätigen, dass sie mit der Weiterführung des Mietverhältnisses und mit der Übernahme der ausstehenden Mietzinse einverstanden sei; ansonsten erwarte er eine anfechtbare Verfügung in dieser Angelegenheit. Falls die Sozialhilfebehörde die ausstehenden Mietzinse nicht übernehme, werde dies zur zwangsweisen Ausweisung des Mieters führen, für welche die Stadt X die Verantwortung trage. Diesem Schreiben folgte eine weitere Korrespondenz zwischen Sozialbehörde und Vermieter, die zu keiner Verständigung in der Frage der Mietzinsübernahme führte. Dabei unterbreitete die Sozialbehörde dem Vermieter am 25. Juli 2007 einen Vorschlag, wonach sie den Mietzins ab Februar 2007 wieder übernehme, A hingegen die Mietzinse der Monate August 2006 bis Januar 2007 von insgesamt Fr. 9'480.- weiterhin schulde, wobei der Vermieter diese Forderung zinslos stunde und die Sozialbehörde zu deren Begleichung dem Hilfeempfänger (A) bei der ab Februar 2007 wieder aufgenommenen Sozialhilfe einen Betrag von monatlich Fr. 150.- in Abzug bringen werde. Sowohl A wie auch der Vermieter lehnten diesen Vorschlag am 15. bzw. 23. August 2007 ab; beide beharrten darauf, dass die Sozialbehörde die Mietzinse vom August 2006 bis Januar 2007 sofort (ohne Stundung und Ratenzahlung) übernehme.
Hierauf gelangte die Sozialbehörde X am 28. August 2007 an den Bezirksrat Y mit dem Ersuchen, ihren dem Vermieter unterbreitete Vorschlag vom 25. Juli 2007 aufsichtsrechtlich zu prüfen; sodann ersuchte sie in diesem Zusammenhang um Erläuterung von Erwägung 6.2 sowie Dispositiv Ziffer Ib des bezirksrätlichen Rekursentscheides vom 16. Mai 2007. Rechtsanwalt D, dem eine Kopie der Eingabe vom 28. August 2007 zugekommen war, wandte sich mit Schreiben vom 29. August und 21. September 2007 ebenfalls an den Bezirksrat. Dieser antwortete der Sozialbehörde mit (als "Beschluss Nr. 260" bzw. "Erläuterung Bezirksratsbeschluss Nr. 137 vom 16. Mai 2007" bezeichnetem) Schreiben vom 19. September 2007 (mit Kopien an A sowie den Vermieter Rechtsanwalt D). Darin gelangte der Bezirksrat zum Schluss, dass die Sozialbehörde X den Entscheid vom 16. Mai 2007 richtig interpretiere und dass sich ihr Vorschlag vom 25. Juli 2007 an den Vermieter mit dem Willen des Bezirksrats decke. Werde dieser Vorschlag nicht umgesetzt, blieben die Mieten für die Monate August 2006 bis Januar 2007 geschuldet und müssten Mieter und Vermieter als Vertragspartner selber einer Lösung finden.

## Considerations