# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 380babe9-b565-4dbc-baee-979886d0479d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
83
,
arbeitete
vom
14. Januar
bis 1
3.
Dezember
2019 beim Personalvermittlungsunternehmen
Y._
AG und wurde bei der
Z._
AG als Bauarbeiter eingesetzt; in dieser Eigenschaft war er bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Urk. 7/1, Urk. 7/3
,
Urk.
7/10
)
.
Mit Schadenmeldung vom 31.
Oktober 2019 liess er der Suva melden, dass ihm
am 2
9.
Oktober 2019
beim Spitzen auf der Baustelle ein Teil der Wand
entgegen gekommen
und auf seinen rechten Arm gefallen sei
(
Urk.
7/1).
Dr.
med.
A._
, Fach
ärztin für Allgemein
medizin, attestierte dem Ver
sicherte
n
für die Zeitperiode vom 30. Oktober bis 3. November 2019
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/2).
Die Suva er
brachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (
Urk.
7/4-5).
Dr.
A._
veranlasste
sodann
die MR-
Arthrographie
der rechten Schulter im Medizi
nisch Radiologischen Institut
B._
vom 8. November 2019 (Urk. 7/20).
Im Zeitraum vom 4. November bis
4.
Dezember 2019 arbeite
te
der Versicherte wieder (
Urk.
7/8 S. 1
,
Urk.
7/13
)
, weswegen die Suva ihre Versiche
rungs
leistungen form
los einstellte.
1.2
Alsdann meldete die
Y._
AG der Suva a
m
5.
Dezember 2019
, dass der Versicherte einen Rückfall zum Unfall vom 2
9.
Okto
ber 2019 erlitten habe. Am
4.
Dezember 2019
habe
er
bei der Arbeit
beim Heben des rechten Armes starke Schmerzen
verspürt
. Danach habe er sich
erneut in ärzt
liche Behandlung begeben
(
Urk.
7/10).
PD Dr. med.
C._
, Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, attestierte dem Ver
si
cherten ab dem 4. Dezember 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/6 S.
2).
In der Folge
operierte
PD
Dr.
C._
den Versicherten am 1
9.
Dezember 2019 an der rechten Schulter (
Urk.
7/
30
).
Die Suva erbrachte erneut Versiche
rungsleistungen
(Urk. 7/29
,
Urk. 7/32 S. 1, Urk. 7/37)
.
Die Suva-Kreisärztin med.
pract
.
D._
, Fach
ärztin für Chirurgie, hielt in ihrer Aktenbeurteilung vom 9. Januar 2020 fest, dass überwiegend wahrscheinlich spätestens 8 Wochen nach dem Ereignis vom 29. Oktober 2019 keine Unfallfolgen mehr vorliegen würden (Urk. 7/25). Gestützt darauf teilte die Suva dem Versicherten m
it Schreiben vom 1
0.
Januar 2020
mit, dass sie ihre
Versicherungsle
istungen per 17. Januar 2020 einstellen werde
(
Urk.
7/
32
)
.
Der Versicherte sowie PD Dr.
C._
und Dr.
A._
erhoben jeweils Einwendungen gegen
die
Leistungseinstel
lung (
Urk.
7/39-40,
Urk.
7/42,
Urk.
7/43-44
)
, woraufhin die Suva die Leistungseinstel
lung per 1
7.
Januar 2020
am 11. Februar 2020 mit einer Verfü
gung festhielt (
Urk.
7/45).
Gegen die Ver
fügung vom 1
1.
Februar 2020 erhob der Versicherte am 1
9.
Februar 2020 Ein
sprache (
Urk.
7/52
). Am 26. Februar 2020 liess der nunmehr anwaltlich vertretene Versicherte bei der Suva eine
ergänzende
Einsprache
begründung
einreichen (
Urk.
7/55
).
Mit ihrer ärztlichen Beurteilung vom 1
0.
März 2020 nahm Kreisärztin
med.
pract
.
D._
erneut Stellung (
Urk.
7/57).
Hernach wies d
ie
Suva
die Ein
sprache des Versicherten mit
Einsprache
entscheid
vom 27. April 2020 ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 2
7
.
Mai
2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
7
.
April 2020
sei die Beschwe
rdegegnerin zu verpflichten, ihm
die gesetzlichen
Leistungen
auszurichten
. Eventualiter sei die
Ang
e
legenheit
an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen
, damit diese hinsichtlich der Frage der Unfallkaus
a
lität eine Begutachtung anordne.
In verfahrensrecht
licher Hinsicht ersuchte er um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
, Zürich (Urk. 1 S. 2).
2.2
Mit ihrer Vernehmlassung vom 6. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-68).
2.3
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung vom 27. Mai 2020 wurde mit Verfügung vom 1
6.
S
eptember 2020 abgewiesen, weil
er innert der mit Verfügung vom
8.
Juni 2020 (
Urk.
4) angesetzten Frist
den Nach
weis für seine prozessuale Bedürftigkeit nicht erbracht hatte. Mit der
selben
Ver
fügung wurde
ihm zudem
die Vernehmlassung der Beschwerdegeg
nerin vom 6. Juli 2020 (Urk. 6) zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk. 10)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden -
soweit das
Gesetz nichts
anderes
bestimmt -
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen
und Berufskrankheiten gewährt
(
Abs.
1)
.
Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3)
.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahn
arzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behand
lung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen
Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits
fähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG in Verbindung mit Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
.2
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfall
versicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich
keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1
.4
.3
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
1.
5
1.
5
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemei
n als begünstigt erscheint (BGE
129
V
177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpas
sung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der Invaliden
versicherung durch das Institut der Neuanmeldung geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weite
rer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1, 118 V 293 E. 2c, je mit Hinweisen).
1.7
1.7
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a mit Hinweis).
1.7
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzun
gen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 27. April 2020 führte die Beschwer
de
gegnerin im Wesentlichen aus, dass die Kreisärztin in ihrer Stel
lungnahme vom
1
0.
März 2020
detailliert und überzeugend begründet habe, dass das Unfall
ereig
nis vom 29. Oktober 2020 keine richtungsgebende Verschlim
me
rung bewirkt habe. Der Status quo sine sei sechs Wochen nach dem Unfall vom 29. Oktober 2020
erreicht gewesen. Die Stellungnahme des behandelnden Arztes
PD Dr.
C._
vermöge keine Zweifel an der Begründ
ung der Kreisärztin zu bewir
ken.
Seinen Vorbringen
sei entgegenzuhalten, dass
eine
Gesundheits
s
chä
digung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gelten
könne
, wenn sie nach diesem aufgetreten
sei
(
Urk.
2 S. 4). Der Unfall vom 2
9.
Oktober 2020 habe keine strukturellen Läsionen gesetzt.
Dieser Unfall sei nicht geeignet gewesen, länger
dauernde Beschwerden zu be
wirken.
Die operativ angegangenen Bef
unde seien unfallfremder Natur
gewesen
(
Urk.
2 S.
5)
.
Aus den genannten Gründen sei
d
er Fallabschluss per 1
7.
Januar 2020 nicht
zu
beanstanden
(
Urk.
2 S.
2, S.
5).
2.2
D
e
r Beschwerdeführer
lässt
demgegenüber im Wesentlichen vor
bringen
, dass
die Unfallkausalität mit Blick auf die vorliegenden Akten ausgewiesen
sei
. PD
Dr.
C._
habe in seinem Bericht vom
4.
Dezember 2019 festgehalten, dass sich klinisch klar das Bild einer traumatischen
Rotatorenmanschetten
-Ruptur gezeigt habe. Aufgrund des jungen Alters und der körperlichen Arbeit des Beschwerde
führers sei die zeitnahe
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion klar indiziert (Urk. 1 S. 3). In der Folge habe
PD
Dr.
C._
gegenüber der Beschwerdegegnerin detailliert dargelegt, weshalb eine Unfallkausalität gegeben sei. Er habe aufge
zeigt, weshalb es sich bei der AC-Gelenksarthrose lediglich um einen radiolo
gi
schen Befund ohne Relevanz handle. Die AC-Gelenksarthrose sei für die Beschwerden und die Entstehung der
Rotatorenmanschetten
-Ruptur nicht rele
vant gewesen. Asymptomatische
Rotatorenmanschetten
-Rupturen könnten durch
aus auch degenerativ auftreten. Diese gelte aber nicht für Patienten, welche wie der Beschwerdeführer erst 36jährig seien (Urk.
1 S.
4).
Zu berücksichtigen sei
zudem
, dass d
ie Beschwerdegegnerin aufgrund des Unfalls vom 29. Oktober 2020 die gesetzlichen Leistungen erbracht
habe
. Sie sei demzufolge für den Wegfall des Kausal
zusam
menhangs beziehungsweise den Eintritt des
status
quo sine beweis
belastet. Diesen Beweis könne sie lediglich mit einer Aktenbeurteilung einer Kreisärztin, deren berufliche und fachlich Qualifikation gänzlich unbekannt sei, nicht erbringen.
Beim Operateur
PD Dr.
C._
handle es sich demgegenüber um einen erfahrenen und gerade für diese Frage spezialisierten Arzt. Er habe mit eingehender Begründung darlegt, weshalb d
ie Ruptur traumatisch sei (Urk. 1 S.
6).
Die Kreisärztin stütze ihre Aussage, wonach die Ruptur der
Supraspinatus
-sehne nicht traumatischer Natur sei, im Wesentlichen auf die bereits erfolgte Retraktion der Sehne, was nicht in dieser kurzen Zeit (seit dem Unfallereignis) geschehen könne. Dies sei nicht korrekt. Gemäss der medizinischen
Literatur könne sehr wohl eine Retraktion bis zum
Glenoid
ohne fettige Infiltration inner
halb weniger Wochen nach dem Trauma auftreten, was auf eine akute Läsion mit erheblicher
muskulotendinöser
Retraktion
hinweise
(Urk. 1 S. 5
).
Bezüglich der beantragten weiteren Versicherungsleistungen durch die Beschwerdegegnerin sei sodann auf folgendes hinzuweisen: A
ufgrund des Arbeitsunfähigkeitszeugnisses von PD Dr.
C._
vom 6. Mai 2020
sei
erstellt, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers bis zum 5. Mai 2020 gedauert habe. Bis zu diesem Datum seien Taggelder auszurichten und die Kosten für die Heilbehandlung zu über
nehmen (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
3.1.1
Der
B
e
schwerdeführer
erlitt am 2
9.
Okt
ober 2019 bei der Arbeit auf einer
Baustelle einen Unfall (
Urk.
7/1).
Gemäss dem Attest von Dr.
A._
war
er
vom 30. Oktober bis 3. November 2019
zu
100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 7/2).
Zu den objektiven Befunden bei der Erstuntersuchung vom 2
9.
Oktober 2019 hielt Dr.
A._
in ihrem Bericht vom 1
6.
Dezember 2019 fest, dass sie damals keine
Druckdolenzen
aber eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweg
lichkeit festgestellt habe (
Urk.
7/21).
3.1.2
Die MR-
Arthrographie
der rechten Schulter vom
8.
November 2019 zeigte gemäss der Beurteilung von PD
Dr.
med.
E._
eine
subakromiale
Impinge
mentkonfiguration
mit vollständiger Ruptur der
Supraspinatussehne
mit Retrak
tion des Sehnenstumpfes bis auf Höhe
Glenoid
und beginnender Atrophie des
Musculus
(M.)
supraspinatus
, eine deutliche
Insertionstendinopathie
der
Infra
spinatussehne
, eine leichte Degeneration der langen
Bicepssehne
im intra
artiku
lären Verlauf, einen intraartikulären Reizzustand
und eine aktivierte AC
Gelenks
arthrose (
Urk.
7/20).
3.2
3.2.1
Nach der Meldung des Rückfalles vom
4.
Dezember 2019
(Urk. 7/10)
finden sich die folgen
den Arztberichte und ärztliche Stellungnahmen bei den Akten:
3.2.2
Nach seiner Untersuchung des Beschwerdeführers vom 4. Dezember 2019
diag
nostizierte
PD
Dr.
C._
eine traumatische
Rotatorenmanschetten
-Ruptur (
Supra
spinatus
)
rechts (Urk. 7/17 S. 2). In seinem Sprechstundenbericht
vom
selben Tag hielt
PD
Dr.
C._
fest, dass sich klinisch klar das Bild einer traumatischen
Rota
torenmanschetten-Ruptur
gezeigt habe. Aufgrund des jungen Alter
s
und der körperlichen Arbeit
des Beschwerdeführers
sei die zeitnahe
Rotatoren
manschet
ten-Rekonstruktion
klar indiziert (
Urk.
7/17 S. 3).
3.2.3
Bei der Operation an der rechten Schulter vom 1
9.
Dezember 2019 führte
PD
Dr.
C._
eine Schulterarthros
kopie, eine
Rotatorenmanschetten
-Rekon
struk
tion und eine subpektorale
Bizepstenodese
durch. Dem Operationsbericht ist zu ent
nehmen, dass sich bei der Operation der folgende Befund zeigte
(Urk. 7/30 S.
1)
: «Leichte
Synovalitis
. Auch die
Bizepssehne
ist
synovialitisch
verändert.
Subskapularis
sehne
intakt. Bizeps-Pully
ruptiert
, insbesondere auch nach
poste
rior
hin.»
3.2.4
Dem
von PD
Dr.
C._
und
Dr.
med.
F._, Assistenzarzt Spital G._
,
verfassten
Austrittsbericht
des
Spitals G._
vom 2
0.
Dezember 2019
sind die Diagnosen traumatische
Rotatorenmanschetten
-Ruptur (
Supra
spinatus
), Bizeps-Pully-Läsion und
Bizepstendinopathie
rechts
zu entnehmen (
Urk.
7/29
S. 1).
3.2.5
Die Suva-Kreisärztin med.
pract
.
D._
hielt am 9. Januar 2020 fest, dass der Unfall vom 29. Oktober 2019 überwiegend wahrscheinlich nicht zu zusätz
lichen strukturellen Läsionen geführt habe. Die Schulteroperation vom 19. Dezember 2019 sei daher überwiegend wahrscheinlich nicht Folge dieses Un
falls gewesen. Zudem seien die Beschwerden spätestens acht Wochen nach dem Unfall nicht mehr unfallbedingt gewesen (Urk. 7/25).
3.2.6
In seiner
Stellungnahme
vom 1
1.
Februar 2020 führte PD Dr.
C._
aus, dass die AC-Arthrose erst als letzter Punkt in de
r Beurteilung zum MRI-Befund be
schrieben worden sei. Das MRI sei von der Hausärztin
nicht mit dieser Frage
stellung ve
rordnet worden, sondern mit der Frage nach einem Sehnenriss. Sie habe wohl aufgrund ihrer klinischen Untersuchung einen Sehnenriss vermutet. Bei seiner ersten Untersuchung des Beschwerdeführers vom 4. Dezember 2019 sei das AC-Gelenk klinisch unauffällig gewesen. Es sei deshalb bei der Operation auch nicht behandelt worden. Es handle sich dabei mithin lediglich um einen radiologischen Befund ohne Relevanz, weder für die Beschwerden des Beschwer
deführers und erst recht nicht
für die Entstehung der
Rotatoren
man
schetten-Ruptur
. Vor dem Arbeitsunfall habe der Beschwerdeführer voll als Bauarbeiter arbeiten können
. Asymptomatische
Rotatorenmanschetten
-Rupturen ohne Trauma-Anamnese könnten durchaus auch degenerativ auftreten. Aber nicht bei 36jährigen Patienten wie dem Beschwerdeführer
. Gemäss der Studie von
Moosmayer
et al. kommen sie bei 50-59jährigen der Patienten lediglich in 2.1
%
der Fälle vor, bei jüngeren Patienten somit noch seltener. Es sei somit
äusserst
unwahrscheinlich, dass die
Rotatorenmanschetten
-Ruptur beim jungen Be
schwerdeführer degenerativ und krankheitsbedingt sei. Sie sei klar mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt
(
Urk.
7/44
)
.
3.2.7
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
7/57)
führte Kreisärztin med.
pract
.
D._
aus, dass dem Beschwerdeführer am 29. Oktober 2019 beim Spitzen ein Hammer auf die rechte Schulter gefallen sei. Dabei sei es zur Kontu
sion der Schulter gekommen.
Die MR-
Arthrographie
der rechten Schulter habe eine
subakromiale
Impingementkonfiguration
mit vollständiger Ruptur der
Supraspinatussehne
mit Retraktion des Sehnenstumpfes bis auf Höhe des
Glenoids
und beginnender Atrophie des M.
supraspinatus
sowie einer deutlichen
Inser
tions
tendinopathie
der
Infraspinatussehne
sowie
eine
leichte Degeneration der
Bizepssehne
und ein
en
intraartikuläre
n
Reizzustand sowie ein
e aktivierte AC
Gelenksarthrose
gezeigt
. Es hätten sich somit mit überwiegender Wahrschein
lich
keit keine unfallkausalen strukturellen Läsionen gezeigt. Die
subakromiale
Impinge
mentkonfiguration
im Sinne eines
Acromion
Typ II nach
Bigliani
sei an
geboren. Die
Impingementkonfiguration
führe zu einer Einengung des Raumes und mög
licher weiterer Einengung im Bereich der Muskulatur.
Es zeige sich eine Ruptur der
Supraspinatussehne
, welche jedoch bereits
retrahiert
sei.
Der Unfall habe sich am 29. Oktober 2019 ereignet und die MR-Untersuchung sei bereits am 8. November 2019 durchgeführt worden.
Eine Retrak
tion
diesen Ausmasses
erfolge nicht in dieser kurzen Zeit. Zudem hätten sich keine weiteren Hin
weise für eine traumatische
Läsion gefunden. Es hätten
keine Verletzungen der Binnen
st
ruk
turen, kein
Bone
bruise
und kein Hämatom festgestellt werden können. Zusätzlich habe sich eine beginnende Atrophie des M.
supraspinatus
gezeigt
. Dies erfolge ebenfalls nicht in dieser kurzen Zeit. Die in der Bildgebung gezeigten Verän
derungen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingt. Es bestehe kein natür
licher Kausalzusammenhang mit dem Ereignis
(Urk.
7/57 S.
2).
Die Kreisärztin med.
pract
.
D._
führte in ihrer ärztlichen Beurteilung weiter aus, dass
arthrotische
Veränderungen des AC-Gelenkes - wie dies
PD
Dr.
C._
be
schrieben habe - nicht verantwortlich für
die Schmerzsymptomatik seien. Sie seien jedoch ein weiteres Zeichen des ausgeprägten degenerativen Befundes und der Ursache der Läsionen. Das
subakromiale
Impingement
sei ein prädisponie
ren
der Faktor für degenerative Läsionen der
Rotatorenmanschette
. Des Weiteren deute die
Tendinopathie
der weiteren
Rotatorenmanschettensehne
auf eine dege
nerative Erkrankung hin. Es bestehe ein intraartikulärer Reizzustand. Aus patho
physiologischer Sicht sei der ansat
znahe Teil der
Supraspinatusseh
ne
besonders anfällig für Verschleissleiden im Laufe des Lebens, da er sehr hohen anhal
tenden Belastungen ausgesetzt sei. Es sei ebenfalls bekannt, dass er häufig fort
geschrit
tener Degeneration unterliege. Dies könne bereits um das 3. Lebensjahrzehnt herum vorhanden sein.
PD
Dr.
C._
habe auf die vor dem Ereignis asympto
ma
tischen Verhältnisse hingewiesen
(Urk.
7/57 S.
2)
. Dies -
die Annahme
«
p
ost
hoc ergo
propter
hoc» -
könne zu einem Fehlschluss führen und sei für die Beweis
führung nicht relevant
(Urk.
7/57 S.
2
-3
)
.
Es gelte hier die überwiegende Wahr
scheinlichkeit zu finden. Das Schultertrauma am 29.
Oktober 2019 lasse
keine erhebliche richtungsgebende Traumatisierung der rechten Schulter anneh
men. Bei der
Arth
ro
-MRI vom
8.
November 2019 hätten
sich kein
Binnenschäden
-
zum Beispiel ein
Bone
bruise
-
gezeigt, welcher eine Traumatisierung des
Humeruskopfes
oder der übrigen Schulter erkennen
lassen
würde. Ohne rich
tungs
gebende Verschlimmerung sei mithin wohl einige Wochen nach dem 2
9.
Oktober 2019 der Sta
tus quo sine erreicht gewesen (
6-8 Wochen,
maximal 8
Wochen). Die aktuellen Beschwerden seien mit dem Beweisgrad der über
wiegen
den Wahr
scheinlichkeit durch die
degenerativen Veränderungen erklärt (Urk. 7/57 S. 3).
4.
4.1
Nach der Meldung des
Rückfalls
vom
4.
Dezember 2019
zum Unfall vom 29. Oktober 2019 richtete
die Beschwerdegegner
in
dem Beschwerdeführer
bis zum 17. Januar 2019
erne
ut Versicherungsleistungen aus (Urk. 7/45).
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die vom Beschwer
de
führer geklagten Beschwerden über den 17. Januar 2020 hinaus leistungs
pflichtig ist, mithin ob diese Beschwerden noch in einem natürlichen und adäqua
ten Kausalzusammenhang zum Unf
allereignis vom 29. Oktober 2019
stehen.
4.2
4.2.1
Reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person i
n den Hintergrund rückt
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1).
Dies trifft vorliegend auf die ärztliche Beurteilung von Kreisärztin med.
pract
.
D._
vom 10. März 2020 (Urk. 7/57) zu.
Die medizinischen Akten im Dossier der Beschwerdegegnerin
(vgl.
E. 3.1-
E.
3.2
.6
)
, welche der Kreisärztin für ihre Beurteilungen zur Verfügung standen
(
Urk.
7/57 S. 1-2)
, geben den medizinischen Sachverhalt
zu den vom Beschwerde
führer geltend gemachten Schulterbeschwerden umfassend wieder. Der Beschwerdeführer hat dies nicht in Frage gestellt.
Med.
pract
.
D._
ist Fach
ärztin für Chirurgie (
Urk.
7/57 S. 3). Entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers Urk. 1 S. 6)
geben die vorliegenden Akten keinen Anlass, um an der fachlichen Qualifikation von med.
pract
.
D._
zu zweifeln.
4.2.2
Med.
pract
.
D._
hielt z
u den Befunden der MR-
Arthrographie
vom 8. Novem
ber 2019 (Urk. 7/20)
unter anderem fest, dass sich keine Hinweise für eine trau
matische Läsion gefunden hätten (Urk. 7/57 S. 2).
Beim Unfall vom 2
9.
Oktober 2019 ist dem Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben ein schwerer Gegenstand auf die rechte Schulter
und den rechten
Arm g
efallen (vgl. Urk. 7/21
S. 1
).
Dieser
Gegen
stand
wird
in den Akten verschieden beschrieben. In der Schadenmeldung der
Y._
AG vom 3
1.
Oktober 2019 ist zu lesen, dass dem Beschwerdeführer beim Spitzen auf der Baustelle ein Teil der Wand
entgegen gekommen
und auf seinen rechten Arm gefallen sei (
Urk.
7/1). Dr.
A._
wiederum hielt in ihrem Arztzeugnis vom 1
6.
August 2019 unter Hinweis auf die Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang fest, dass ihm ein schwerer Hammer auf die rechte Schulter und den Arm gefallen sei (
Urk.
7/21).
Gemäss dem Beschwerdeführer waren am 2
9.
Oktober 2019 Mitarbeiter der
Z._
AG zugegen, welchen den Unfallhergang
beschreiben
könnten (
Urk.
7/42).
Auf die
Befragung
dieser Personen kann aber verzichtet werden. Was auch immer dem Beschwerdeführer am 2
9.
Oktober 2019 auf der Baustelle zugestossen sei
n
mag,
die Berichte zu den Untersuchungen nach dem Unfall sprechen gegen das Vorliegen von traumatischen Läsionen.
Dr.
A._
erhob bei ihrer Unter
suchung vom selben Tag zwar eine deutlich eingeschränkte Schulterbeweg
lich
keit, aber keine
Druckdolenzen
(Urk.
7/21 S. 1). Hautschürfungen oder Häma
tome
werden im von Dr.
A._
am 1
6.
Dezember 2019 verfassten Bericht zur Erstuntersuchung des Beschwerdeführers
vom 2
9.
Oktober 20
19
ebenfalls
nicht erwähnt
. Es wurden aber nicht nur keine äusser
lich
s
ichtbaren
Verletzungen fest
gestellt, gemäss
der Beur
teilung von
PD Dr. med.
E._
vom
8.
November 2019
fanden sich bei der MR-
Arthrographie
der rechten Schulter
auch
keine Hinweise für frische
ossäre
Läsionen oder Fehlstellungen (Urk. 7/20).
Aufgrund der Befunde dieser Unter
suchung hielt
m
ed.
pract
.
D._
in ihrer ärzt
lich
en Beurteilung vom 10. März 2020
sodann
fest,
dass
keine Verletzungen der Binnen
struk
turen, kein
Bone
bruise
und kein Hämatom festgestellt werden könn
t
en
(Urk. 7/57 S. 2). In den echtzeitlichen Arztberichten finden sich somit
- wie dies med.
pract
.
D._
ausführte (
Urk.
7/57 S. 2)
-
keine Hinweise für traumatische Läsionen.
4.2.3
Vor diesem Hintergrund vermag die Auffassung
der Hausärztin
Dr.
A._
, wonach der Beschwerdeführer
am 29. Oktober 2019 eine
Rotatoren
man
schetten-Ruptur
erlitten habe
,
weil ihm
ein Hammer auf die rechte Schulter und seinen Arm ge
fallen sei
(Urk. 7/40)
, nicht zu überzeugen. Es leuchtet nicht ein, dass der schwere Hammer (
vgl.
Urk.
7/21)
oder aber ein anderer schwerer
Gegen
stand eine
Rotatoren
manschetten-Ruptur
, ansonsten aber keine nachweis
baren Ver
letzungen an der rechten Schulter des Beschwerdeführers verursacht haben soll.
4.2.
4
Zu den
Berichten und Stellungnahmen
von
PD
Dr.
C._
ist zunächst festzuhalten,
dass der von ihm in seiner Diagnosestellung verwendete
Begriff
«traumatische
Rota
torenmanschetten-Ruptur
» (E. 3.2.2
, E. 3.2.4
)
ebenso wenig wie der
Begriff
«post
traumatisch»
einen
rechts
genüglichen
Kausalzusammenhang
implizi
er
t
(Urteil des Bundesgerichts
8C_24/2013
vom 18. Juni 2013 E. 3.2
).
Alsdann
befasste sich
PD
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2020 zwar mit den Befunden
zum
AC-Gelenk des Beschwerdeführers.
Für
PD
Dr.
C._
handelt es sich dabei nur um einen radiologischen Befund ohne Relevanz, welcher nicht Ursache für die
Rota
toren
man
schetten-Ruptur
gewesen sei (E. 3.2.6). Auf die von PD
Dr.
med.
E._
bei der
MR-Arthro
graphie
vom
8.
November 2019 ebenfalls fest
gestellte
subakromiale
Impinge
mentkonfiguration
(
Urk.
7/20)
ging
PD
Dr.
C._
aber in keinem
seiner
Berichte und
Stellungnahmen ein
. Gemäss med.
pract
.
D._
ist ein
subakromiale
s
Impinge
ment
ein prädisponie
render Faktor für degenerative Läsionen der
Rotatorenmanschette
. Sie hielt
dazu
fest, dass die
Impingement
konfigura
tion
zu einer Einengung des Raumes und möglicher weiterer Einengung im Be
reich der Muskulatur
führe. Beim Beschwerde
führer sei
die
subakromiale
Impinge
ment
konfiguration
angeboren (Urk. 7/57 S. 2)
.
Dies vermag zu überzeugen
, da
PD
Dr.
C._
diesbezüglich
nichts festgehalten
und diesen Ausführungen keine mit Befunden begründete Stellungnahmen entgegengehalten
hat
. N
ebst seinen Ausführungen zum AC
Gelenk besteht seine Stellungnahme zur Unfallkausalität im Wesentlichen aus der Feststellung, dass
die
Rotatorenmanschetten
-Ruptur nicht degenerativ verur
sacht sein könne, weil der Beschwerdeführer noch jung sei und vor dem Unfall vom 2
9.
Oktober 2019 voll als Bauarbeiter habe arbeiten können (
Urk.
7/44). Dagegen ist einzuwenden, dass die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc» den Nach
weis der Unfallkausalität nicht
zu
erbringen vermag (E.
1.4.3).
Es ist sodann der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behan
delnde Ärztinnen und Ärzte im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (E.
1.7.3). Dies gilt vorliegend nicht nur für die Hausärztin Dr.
A._
,
sondern auch für den behandelnden Arzt und Operateur
PD
Dr.
C._
.
Die Berichte und Stellungnahmen der
behandelnden
Ä
rztin und des behandelnden Arztes
vermögen
nach dem Gesagten
keine Zweifel an der ärztlichen Beurteilung von Kreisärztin med.
pract
.
D._
vom 10. März 2020 (Urk. 7/57) zu begründen.
4.2.5
Wie festgehalten (E. 3.2.7), führte med.
pract
.
D._
in
dieser
Beurteilung
eben
falls
aus, dass sich bei der MR-
Arthrographie
der rechten Schulter vom 8. November 2019 eine Ruptur der
Supraspinatussehne
gezeigt habe, welche jedoch bereits
retrahiert
sei. Der Unfall habe sich am 29. Oktober 2019 ereignet und die MR-Untersuchung sei bereits am 8. November 2019 durchgeführt worden. Eine Retrak
tion
dieses Ausmasses
erfolge nicht in dieser kurzen Zeit
(Urk. 7/57 S. 2)
.
Dem hält der Beschwerdeführer unter Angabe einer Quelle aus dem Internet entgegen,
dass
eine Retraktion bis zum
Glenoid
ohne fettige Infiltration inner
halb weniger Wochen nach dem Trauma auftreten könne. Dies würde auf eine akute Läsion mit erheblicher
muskulotendinöser
Retraktion hinweise
n
(Urk. 1 S. 5).
Auch
zu dem ist festzuhalten
, dass nach dem Unfall vom 29. Oktober 2019
keine
Hinweise auf eine traumatische Läsion vorlagen (E. 4.2.2), womit der Argumen
tation des Beschwerdeführers die Grundlage entzogen ist.
4.2.6
Auf die Beurteilungen der Kreisärztin med.
pract
.
D._
, wonach der
status
quo sine vorliegend spätestens 8 Wochen nach dem Unfall vom 29. Oktober 2019 erreicht war (E. 3.2.5, E. 3.2.7), kann somit abgestellt werden. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen gestützt auf diese Beurteilung per 17. Januar 2020 eingestellt hat.
4.3
Anzufügen ist, dass e
ine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur zwar als Sehnenriss im Sinne von
Art.
6
Abs.
2
lit
. f. UVG (vgl.
das in BGE 123 V 43
publizierte
Urteil des Bundesgerichts zu
a
Art
.
9
Abs.
2
lit
. f UVV)
gilt.
A
us
der beweiskräftigen ärztlichen Beurteilung der Kreisärztin med.
pract
.
D._
vom 1
0.
März 2020
folgt
aber
gleichzeitig auch, dass diese
Listenverletzung hier vorwiegend, das heiss
t
zu mehr als 50
%
, auf Abnützung
oder Erkrankung zurückzuführen und die Vermutung der Leistungspflicht gemäss
Art.
6
Abs.
2
UVG
umgestossen ist (vgl.
BGE 146 V 51 E. 9.2
).
Diesbezüglich ist
F
olgendes festzuhalten:
Die Kreis
ärztin
hat insbesondere darauf hingewiesen, dass die beim Beschwerdeführer durch die MR-
Arthrographie
fes
tgestellte
subakromiale
Impinge
ment
-
konfigura
tion im Sinne eines
Acromion
Typ II nach
Bigliani
angeboren
sei. Med.
pract
.
D._
führte dazu
weiter
aus, dass die
se
Impingementkonfiguration
zu einer Einengung des Raumes und mög
licher weiterer Einengung im Bereich der Muskulatur
führe (Urk. 7/57 S. 2). Anzufügen ist,
dass nach dem Unfall vom 2
9.
Oktober 2019 kein weiteres Ereignis aktenkundig ist, das Anlass geben könnte
,
den vorliegenden Fall im Hinblick auf eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
n
ach
Art.
6
Abs.
2 UVG zu prüfen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts erübrigt sich bei fehlendem natürlichen
Kausal
zusammen
hang
zwischen einem Unfallereignis im Sinne von
Art.
4 ATSG und einer Listen
verletzung eine Prüfung der Leistungs
pflicht nach
Art.
6
Abs.
2 UVG, jedenfalls solange kein anderes initiales Ereignis als Ver
letzungsursache in Frage kommt
(BGE 146 V 51 E. 9.2)
.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.