# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a8b9e19f-f579-4798-97ef-6ae4d6312c7a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 18
I. Sachverhalt
A. Mit öffentlich beurkundetem Vertrag vom 16. Juni 2016 kaufte Y._ von X._ eine 5 1/2-Zimmerwohnung (Stockwerkeigentum Nr. _, 81/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. _) sowie zwei Autoeinstellplätze (Miteigentumsanteil Nr. _ und _, je 1/13 Miteigentum an Grundstück Nr. _) in der Liegenschaft an der Via _in O.1_ für einen Kaufpreis von CHF 753'800.00. CHF 712'940.25 waren durch Ablösung der bestehenden Grundpfandschuld zu tilgen. Für diese Schuldübernahme musste der Käufer der Verkäuferin sowie der Raiffeinsenbank _ bis zum 28. Juni 2016 ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen einer Schweizer Bank abgeben. Sodann wurde vereinbart, dass CHF 22'000.00 durch Verrechnung mit einer offenen Darlehensforderung inkl. Darlehenszinsen des Käufers gegenüber der Verkäuferin getilgt würden und CHF 18'859.75 bar anlässlich der öffentlichen Beurkundung an die Verkäuferschaft zu bezahlen seien. Obwohl der Käufer seinen Verpflichtungen nachkam und die B.1_ am 27. Juni 2016 das unwiderrufliche Zahlungsversprechen unter der Bedingung der Eigentumsübertragung ausstellte, weigerte sich die Verkäuferin in der Folge, die Grundbuchanmeldung zur Eigentumsübertragung abzugeben.
B. Am 18. Juli 2016 liess Y._ beim Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva folgendes Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen nach Art. 257 ZPO sowie um vorsorgliche Massnahmen nach Art. 261 Abs. 1 ZPO einreichen:
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Grundbuchkreis Ilanz - Lumnezia unverzüglich die Anmeldung zur Übertragung folgender Grundstücke im Grundbuch _ gemäss Kaufvertrag zwischen den Parteien vom 16.06.2016 auf den Kläger abzugeben:
1. Stockwerkeigentum Nr. _ 81/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. _ Sonderrecht an der 5 1⁄2-Zimmerwohnung (Einheit Nr. 7) mit Keller und Waschraum auf Niveau 5 sowie Sondernutzungsrecht an der Terrasse
2. Miteigentumsanteil Nr. _ 1/13 Miteigentum an Grundstück Nr. _
3. Miteigentumsanteil Nr. _ 1/13 Miteigentum an Grundstück Nr. _
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, die unter Rechtsbegehren Ziff. 1 aufgeführten Grundstücke innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids vollständig geräumt und einwandfrei gereinigt zu verlassen und die Schlüssel dem Kläger auszuhändigen.
Seite 3 — 18
3. Für den Fall, dass die Beklagte ihren Verpflichtungen nicht innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids nachkommen sollte, sind im Sinne von Art. 236 Abs. 3 ZPO folgende Vollstreckungsmassnahmen anzuordnen:
a) Abgabe der unter Rechtsbegehren Ziff. 1 verlangten Grundbuchanmeldung im Sinne von Art. 344 Abs. 2 ZPO.
b) Ermächtigung des Käufers, die Streitobjekte gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1 auf Kosten der Beklagten mit polizeilicher Hilfe zu räumen.
4. Der Grundbuchkreis _, sei - vorerst superprovisorisch gemäss Art. 265 ZPO - gestützt auf Art. 262 lit. c ZPO im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, auf den Grundstücken nach Rechtsbegehren Ziff. 1 eine Verfügungsbeschränkung im Sinne von Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB vorzumerken.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge plus 8% MwSt."
C. Am 20. Juli 2016 liess Y._ der Vorinstanz ein Schreiben der B.1_ vom 19. Juli 2016 (act. II/5) zukommen, worin diese erklärte, dass sie am 27. Juni 2016 ihr Zahlungsversprechen über den Betrag von CHF 712'940.25 an die Raiffeisenbank unter der Bedingung der Eigentumsübertragung abgegeben habe und dass der Inhaberschuldbrief über CHF 750'000.00 an 1. Pfandstelle rechtzeitig an die B.1_ übertragen worden sei. Mit Schreiben vom 5. August 2016 an das Bezirksgerichtspräsidium Surselva überliess Y._ sodann zwei Kopien eines neu bis zum 30. September 2016 befristeten unwiderruflichen Zahlungsversprechens der B.1_ vom 26. Juli 2016 (act. II/6).
D. Mit superprovisorischem Entscheid vom 21. Juli 2016 ordnete der Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva zur Sicherung des von Y._ geltend gemachten Eigentumsanspruchs eine Verfügungsbeschränkung im Sinne von Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB über die fraglichen Grundstücke an. Gleichzeitig setzte er X._ eine Frist bis zum 8. August 2016 zur Einreichung einer Stellungnahme. Die Stellungnahme von X._ datiert vom 6. August 2016. Sinngemäss beantragte sie die Abweisung des Gesuches.
E. Mit Entscheid vom 11. August 2016, mitgeteilt am 11. August 2016, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva:
"1. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Grundbuchkreis _ innert 10 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheides die Anmeldung zur Übertragung der Grundstücke Stockwerkeigentum Nr. _, Miteigentumsanteil Nr. _ sowie Miteigentumsanteil Nr. _, Grundbuch O.1_, gemäss Kaufvertrag zwischen den Parteien vom 16. Juni 2016 abzugeben.
Seite 4 — 18
2. Für den Fall, dass die Gesuchsgegnerin der Willenserklärung im Sinne der Anordnung gemäss Ziff. 1 hiervor nicht fristgemäss nachkommt, wird der Grundbuchkreis _ gestützt auf Art. 344 Abs. 2 ZPO angewiesen, den Gesuchsteller als Eigentümer der Grundstücke Stockwerkeigentum Nr. _, Miteigentumsanteil Nr. _ sowie Miteigentumsanteil Nr. _, im Grundbuch O.1_ einzutragen und gleichzeitig die Löschung der vorgemerkten Verfügungsbeschränkung vorzunehmen.
Die Grundbuchgebühren des Grundbuchkreises _ gehen gemäss Kaufvertrag vom 16. Juni 2016 zu Lasten des Gesuchstellers.
3. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die 5 1⁄2 Zimmerwohnung (Einheit Nr. 7) mit Keller und Waschraum auf Niveau 5 samt den beiden Autoeinstellplätzen in der Einstellhalle, alle in der Liegenschaft an der Via _, O.1_, innert 10 Tagen seit Rechtskraft dieses Entscheids zu verlassen und dem Gesuchsgegner ordnungsgemäss geräumt und gereinigt mit allen Schüsseln zu übergeben.
4. Dieser Entscheid ergeht unter dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet (Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO).
5. Nach unbenütztem Ablauf der obigen Frist ist der Gesuchsteller berechtigt, im Sinne einer Ersatzvornahme, die Räumung der Liegenschaften zu veranlassen. Er kann dafür polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen (Art. 343 Abs. 1 lit. d und Abs. 3 ZPO sowie Art. 9 Abs. 1 EGzZPO). Dadurch entstehende (Polizei) Kosten würden gleichfalls dem Gesuchsteller belastet, unter Regresserteilung auf die Gesuchsgegnerin.
6.a)Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2'000.00 (inkl. Entscheid betreffend superprovisorische Massnahmen) werden der Gesuchsgegnerin auferlegt und mit dem vom Gesuchsteller geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
b) Die Gesuchsgegnerin hat dem Gesuchsteller den Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 zu ersetzten und ihm eine ausseramtliche Entschädigung von CHF 1'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt) zu bezahlen.

## Considerations