# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 25a1d8ae-3f2e-58ef-8f9f-eb944305cdd2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geboren 1974, deutscher Staatsangehöriger, reiste am 17. September 2007 in
die Schweiz ein und erhielt am 11. März 2008 eine L-Kurzaufenthaltsbewilligung EU/
EFTA (früher: EG/EFTA) zur unselbständigen Erwerbstätigkeit. Am 7. November 2008
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trug er seine Einzelfirma „Q._“ mit Sitz in X._ ins Handelsregister ein. In der Folge
erhielt er am 27. November 2008 auf entsprechendes Gesuch hin eine ordentliche
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur selbständigen Erwerbstätigkeit. Seit dem
16. September 2013 verfügt A._ über eine Niederlassungsbewilligung. Am 21. Oktober
2013 heiratete er die deutsche Staatsangehörige B._, mit welcher er zwei
gemeinsame Kinder (Jahrgang 2010 und 2013) hat; die Ehefrau und die beiden Kinder
sind ebenfalls im Besitz einer Niederlassungsbewilligung.
B. Während seines Aufenthalts in der Schweiz wurde A._ erstmals mit Urteil des
Bezirksgerichts Bülach vom 28. April 2009 wegen grober Verletzung der
Verkehrsregeln, mehrfachen Fahrens trotz Führerausweisentzug und mehrfacher
vorsätzlicher Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt. Zuvor, aber auch während seiner
Anwesenheit in der Schweiz, wurde er in Deutschland mehrfach (14x in der Zeit von
1992 – 2010; insbesondere wegen Strassenverkehrsdelikten) und in Österreich am
15. Oktober 2010 wegen Körperverletzung verurteilt. Mit Entscheid des Kreisgerichts
St. Gallen vom 3. März 2016 wurde A._ schliesslich wegen Verbrechens, mehrfachen
Vergehens und mehrfacher Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der
Urkundenfälschung, der falschen Anschuldigung sowie der groben
Verkehrsregelverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 27 Monaten
verurteilt, wovon 12 Monate zu vollziehen waren. Der Vollzug von 15 Monaten wurde
unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben. A._ befand sich unter
Anrechnung der Untersuchungshaft vom 12. September 2016 bis 14. August 2017 im
Strafvollzug. Gegen ihn bestehen offene Betreibungen in Höhe von total rund
CHF 2‘000.
C. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt mit Verfügung
vom 14. Oktober 2016 die Niederlassungsbewilligung von A._. Zur Begründung führte
das Amt im Wesentlichen an, A._ habe zu sehr schweren Klagen Anlass gegeben,
indem er mehrfach verurteilt worden sei. Weiter sei sein automobilistischer Leumund
massiv getrübt. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich und in der Schweiz sei er
mehrmals wegen Delikten im Strassenverkehr verurteilt worden, unter anderem wegen
Trunkenheit am Steuer und Fahrens ohne Führerausweis. Hinzu kämen Verurteilungen
wegen fahrlässiger Tötung, Betrug, vorsätzlicher Körperverletzung, versuchter
Nötigung und versuchter Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage. Schliesslich habe
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er regelmässig den Anbau und Verkauf von Cannabis betrieben, weswegen er zu einer
teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Es bestehe daher ein erhebliches
öffentliches Interesse am Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung. Dieses Interesse
überwiege sein privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu können. Das Sicherheits-
und Justizdepartement wies den von A._ gegen den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung erhobenen Rekurs am 14. Februar 2018 ab.
D. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 16. Februar 2018 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe
vom 5. März 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers nicht zu widerrufen. Mit Schreiben
vom 6. März 2018 wurde ihm Frist angesetzt, die Beschwerde antragsgemäss bis
13. April 2018 zu ergänzen; am 13. April 2018 wurde die Frist bis 30. April 2018
erstreckt. Die Beschwerdeergänzung datiert vom 4. Mai 2018. Am 8. Mai 2018 teilte
der Verfahrensleiter dem Beschwerdeführer mit, da die Eingabe vom 5. März 2018 den
verlangten (Minimal-)Voraussetzungen entspreche, werde auf die Beschwerde – trotz
verspätet eingereichter Beschwerdeergänzung – eingetreten. Die Vorinstanz verwies
mit Vernehmlassung vom 22. Mai 2018 auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Vorbringen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird – soweit
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist Adressat des angefochtenen Entscheides, mit dem sein
Begehren um Aufhebung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung abgewiesen
wurde, und damit zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit
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Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den am 16. Februar 2018 versandten
Entscheid wurde mit Eingabe vom 5. März 2018 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal
wie inhaltlich zumindest die gesetzlichen (Minimal-)Voraussetzungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP), indem sich der
Beschwerdeführer wenigstens kurz mit den massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz
auseinandergesetzt hat (BGE 139 I 306 E. 1.2; 134 II 244 E. 2.1). Auf die Beschwerde
ist daher einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer verfügt als deutscher Staatsangehöriger unzweifelhaft über
eine Niederlassungsbewilligung EU/EFTA. Er kann sich daher auf das Abkommen vom
21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die
Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen; SR 0.142.112.681, FZA) berufen. Der Widerruf
von Bewilligungen ist im FZA nicht geregelt; Art. 23 Abs. 2 der Verordnung über die
Einführung des freien Personenverkehrs (SR 142.203, VEP) bestimmt, dass für den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA Art. 63 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, AuG) gilt. Ist einer der in
Art. 63 AuG niedergelegten Widerrufsgründe erfüllt und ist die Massnahme
verhältnismässig im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK),
ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, inwiefern das Freizügigkeitsabkommen
zusätzliche Schranken auferlegt (BGer 2C_1148/2013 vom 8. Juli 2014 E. 3.3 mit
Hinweis auf BGE 130 II 176 E. 3.2; BGer 2C_793/2015 vom 29. März 2016 E. 4).
Zu berücksichtigen ist deshalb, dass gemäss Art. 5 Anhang I FZA die auf Grund des
Freizügigkeitsabkommens eingeräumten Rechte nur durch Massnahmen eingeschränkt
werden dürfen, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit
gerechtfertigt sind. Anders als das Landesrecht steht das Freizügigkeitsabkommen
aufenthaltsbeendenden Massnahmen entgegen, die allein aus generalpräventiven
Gründen verfügt werden. Von der ausländischen Person muss eine hinreichend
schwere und gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und
Gesundheit ausgehen. Je schwerer die möglichen Rechtsgüterverletzungen wiegen,
desto niedriger sind die Anforderungen, die an die hinzunehmende Rückfallgefahr zu
stellen sind. Eine (frühere) strafrechtliche Verurteilung darf im Rahmen von Art. 5
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Anhang I des Freizügigkeitsabkommens mitberücksichtigt werden, wenn die ihr
zugrunde liegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das eine
gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung darstellt. Die entsprechende
Regelung schliesst nicht aus, den Grad der fortbestehenden Bedrohung aufgrund des
bisherigen Verhaltens abzuschätzen. Je schwerer die befürchtete beziehungsweise
vernünftigerweise absehbare Rechtsgutsverletzung wiegt, umso weniger ist die
Möglichkeit eines Rückfalls freizügigkeitsrechtlich hinzunehmen. Als schwerwiegend
gelten auch in diesem Zusammenhang Beeinträchtigungen der physischen,
psychischen und sexuellen Integrität, der qualifizierte Drogenhandel aus rein
pekuniären Motiven und die organisierte Kriminalität sowie Terrorismus oder
Menschenhandel. Mit dem Erfordernis der gegenwärtigen Gefährdung ist nicht
gemeint, dass weitere Straftaten mit Gewissheit zu erwarten sind oder umgekehrt
solche mit Sicherheit auszuschliessen sein müssen. Die Behörde, welche über die
Beendigung des Aufenthalts entscheidet, hat eine spezifische Gesamtwürdigung der
Umstände unter dem Blickwinkel der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung vorzunehmen; diese stimmt nicht zwingend mit der strafrechtlichen
Würdigung des Verhaltens überein (vgl. VerwGE B 2017/107 vom 22. Februar 2018 E. 2
mit weiteren Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung,
www.gerichte.sg.ch).
3. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG kann die
Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn eine ausländische Person zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Als längerfristig gilt nach der gefestigten
Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr, und
zwar unabhängig davon, ob die Strafe bedingt, teilbedingt oder unbedingt zu vollziehen
ist (BGer 2C_864/2017 vom 15. Juni 2018 E. 2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a
in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG angesichts seiner Verurteilung des
Kreisgerichts St. Gallen vom 3. März 2016 zu einer (teilbedingten) Freiheitsstrafe von
27 Monaten erfüllt ist. Er stellt sich vielmehr auf den Standpunkt, die privaten
Interessen von ihm und seiner Familie am Verbleib in der Schweiz würden das
öffentliche Interesse klar überwiegen.
3.1.
http://www.gerichte.sg.ch
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3.1.1. Der Beschwerdeführer wurde zwischen 1992 und 2016 in regelmässigen
Abständen straffällig und insgesamt 17-mal verurteilt, wobei er immer wieder rückfällig
wurde. Nachdem der Beschwerdeführer zunächst wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
(November 1992) bzw. Führens eines nicht haftpflichtversicherten Kraftfahrzeugs (April
1996) verurteilt worden war, folgte eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung (März
1998). Danach fuhr er erneut ohne Fahrerlaubnis, was innerhalb von einem halben Jahr
zu zwei Verurteilungen führte (März und September 1998). Im April 1999 wurde er
sodann wegen Betrugs schuldig gesprochen, bevor erneut wegen Fahrens ohne
Fahrerlaubnis bzw. wegen Trunkenheit am Steuer belangt wurde (Mai 1999, April 2000,
Februar 2003). Im September 2006 und Januar 2008 wurde er sodann wegen
vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt sowie im Januar und April 2009 erneut wegen
Strassenverkehrsdelikten (Trunkenheit im Verkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis,
Geschwindigkeitsübertretung innerorts um 12 km/h bzw. 31 km/h). Im Februar 2010
wurde er weiter wegen versuchter Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage und im
Oktober 2010 wegen Körperverletzung schuldig gesprochen (act. 13 Dossier
Beschwerdeführer S. 165 ff.).
3.1.2. Ins Gewicht fällt indes vor allem die am 3. März 2016 erfolgte Verurteilung wegen
Verbrechens, mehrfachen Vergehens und mehrfacher Übertretung gegen das
Betäubungsmittelgesetz, Urkundenfälschung, falscher Anschuldigung sowie grober
Verkehrsregelverletzung durch das Kreisgericht St. Gallen zu einer 27-monatigen
(teilbedingten) Freiheitsstrafe. Das Kreisgericht St. Gallen beurteilte das Tatverschulden
des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang als mittelschwer. Es stellte
insbesondere fest, dass Cannabis zwar nicht geeignet sei, die Gesundheit von
Menschen in eine ernstliche Gefahr zu bringen, der Beschuldigte sei jedoch planmässig
und geradezu professionell vorgegangen, um seinen Ertrag zu steigern. Zudem habe er
über einen Zeitraum von über zwei Jahren delinquiert. Die Bemühungen, welche zur
Steigerung des Ertrags aus den zwei Hanfanlagen getätigt worden seien, würden trotz
des nicht extrem hohen Ertrags und Deliktserlöses von erheblicher krimineller Energie
zeugen. Er habe mit dem Betrieb der Hanfanlagen nicht nur seinen Eigenkonsum
gedeckt, sondern er sei auch in erheblichem Masse an der Erzielung eines
Nebeneinkommens interessiert gewesen. Strafschärfend seien die weiteren Delikte,
unter anderem Betäubungsmitteldelikte, zu werten, so die Planung zweier weiterer
Hanfanlagen, der Kauf und die Vermittlung von Cannabis, aber auch die
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Urkundenfälschung, die falsche Anschuldigung und die grobe Verkehrsregelverletzung.
Weiter führte das Kreisgericht aus, der Beschuldigte sei in Deutschland, Österreich und
der Schweiz neben zahlreichen Strassenverkehrsdelikten auch wegen Delikten gegen
Leib und Leben, Delikten gegen die Freiheit, Vermögensdelikten sowie Delikten gegen
die Rechtspflege mehrfach vorbestraft, weshalb er bereits Freiheitsstrafen von
gesamthaft zwei bis drei Jahren habe verbüssen müssen. Diese Umstände hätten ihn
jedoch nicht davon abgehalten, weitere Delikte zu begehen, was auf Uneinsichtigkeit
und Unbelehrbarkeit schliessen lasse. Zugunsten des Beschuldigten sei zu
berücksichtigen, dass er mit seinem Geständnis die Auffindung einer Hanfanlage
erleichtert habe. Ausserdem befinde er sich seit dem 7. Januar 2016 in psychiatrischer
Behandlung. Schliesslich gewährte das Kreisgericht – im Sinne einer letzten Chance –
den teilbedingten Strafvollzug (act. 13 Dossier Beschwerdeführer, S. 142 ff). Den
Feststellungen im unangefochten rechtskräftig gewordenen Strafentscheid ist
beizupflichten.
3.1.3. Durch die wiederholte Delinquenz hat sich der Beschwerdeführer demnach
unbelehrbar gezeigt und eine Geringschätzung der Rechtsordnung an den Tag gelegt.
Die Tatsache, dass die Betäubungsmitteldelinquenz neben dem banden- und
gewerbsmässigen Hanfhandel im Zeitraum von rund 25 Monaten auch teilweise mit
dem Eigenkonsum von Cannabis zusammenhing, gebietet zwar, die in diesem Bereich
grundsätzlich strenge Praxis etwas zu relativieren. Das Interesse des
Beschwerdeführers, jedoch in erheblichem Masse ein Nebeneinkommen zu erzielen,
weshalb die Drogendelinquenz zu einem grossen Teil aus finanziellen Motiven erfolgte,
impliziert ein höheres ausländerrechtliches Verschulden (vgl. BGer 2C_793/2015 vom
29. März 2016 E. 5.1 mit Hinweisen). Im Übrigen kann auf die zutreffenden
Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 2 E. 3b/cc).
Insbesondere hat der Beschwerdeführer wissentlich und willentlich die Gesundheit
einer Vielzahl von Konsumenten gefährdet. Daran ändert nichts, dass es sich „lediglich“
um eine sog. weiche Droge handelt. In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass
die Einnahme von Cannabis zu Beeinträchtigungen im Bereich der Wahrnehmung und
der Psychomotorik, der kognitiven und affektiven Funktionen führt. Dies kann zum
Bespiel zu einer Beeinträchtigung der dynamischen Sehschärfe (d.h. dem Erkennen
sich bewegender Objekte), zu einer Verlängerung der Reaktionszeit, zur Veränderung
der Koordinationsfähigkeit oder zur fehlenden Genauigkeit von automatisierten
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Bewegungsabläufen führen (vgl. in Bezug auf die Fahrfähigkeit BGE 124 II 559 E. 4a
mit weiteren Hinweisen). Art. 66a Abs. 1 lit. o des Strafgesetzbuches (SR 311.0), in
Kraft seit 1. Oktober 2016, sieht denn auch vor, dass das Gericht Ausländer, die wegen
Widerhandlungen gegen Art. 19 Abs. 2 oder Art. 20 Abs. 2 des
Betäubungsmittelgesetzes verurteilt wurden, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5
bis 15 Jahren aus der Schweiz verweist. Die gebotene Relativierung des schweren
ausländerrechtlichen Verschuldens wirkt sich hier im Gesamtkontext daher nur
geringfügig aus. Weiter stellt die vom Beschwerdeführer verübte grobe
Verkehrsregelverletzung ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Bevölkerung dar
(BGer 2C_818/2010 vom 4. Juli 2011 E. 4; 2C_310/2011 vom 17. November 2011
E. 5.2). Durch die massive Überschreitung der innerorts zulässigen Geschwindigkeit
von 50 km/h (der Beschwerdeführer fuhr 27 km/h zu schnell) hat er leichtsinnig eine
hohe abstrakte Gefahr geschaffen, indem andere Verkehrsteilnehmen in einen Unfall
verwickelt werden und an Leib und Leben Schaden hätten nehmen können. Bei der
Geschwindigkeitsübertretung vom 30. November 2013 liess er sich gemäss eigenen
Angaben zudem von seinem auf der Rückbank mitfahrenden Sohn ablenken, weshalb
er aus grober Unvorsichtigkeit pflichtwidrig nicht auf die Geschwindigkeit achtete (vgl.
act. 13 Dossier Beschwerdeführer S. 141). Zu berücksichtigen ist weiter, dass auch
eine Vielzahl kleinerer Straftaten aufgrund ihrer hohen Anzahl eine im Sinn von Art. 5
Abs. 1 Anhang I FZA hinreichend schwere Gefährdung der öffentlichen Ordnung und
Sicherheit zu begründen vermögen (BGer 2C_74/2016 vom 8. Dezember 2016 E. 3.2).
Das Kreisgericht verurteilte den Beschwerdeführer am 3. März 2016 nicht nur wegen
Betäubungsmitteldelikten und grober Verletzung der Verkehrsregeln, sondern
zusätzlich wegen Urkundenfälschung und falscher Anschuldigung. Gesamthaft
betrachtet weist der Beschwerdeführer damit eine beträchtliche kriminelle Energie auf.
Bereits der qualifizierte Drogenhandel aus finanziellen Motiven, dessen sich der
Beschwerdeführer vorliegend strafbar gemacht hat, stellt nach der Rechtsprechung
des Bundesgerichts eine schwerwiegende und gegenwärtige Gefährdung der
öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit dar. Angesichts der betroffenen
Rechtsgüter (Leib und Leben) genügt deshalb bereits eine geringe Rückfallgefahr
(VerwGE B 2017/107 vom 22. Februar 2018 E. 4.2 mit Hinweis auf BGer 2C_1071/2016
vom 30. März 2017 E. 4.5.2, www.gerichte.sg.ch). Der Beschwerdeführer weist eine
lange deliktische Vorgeschichte auf. So sind seit 1992 insgesamt 17 Verurteilungen
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aktenkundig, darunter Delikte gegen Leib und Leben, Delikte gegen die Freiheit,
Vermögensdelikte, Delikte gegen die Rechtspflege sowie zahlreiche
Strassenverkehrsdelikte (vgl. oben E. 3.1.1). Der Beschwerdeführer wurde wiederholt
zu teils mehrmonatigen Freiheitsstrafen und verschiedentlich zu Geldstrafen und
Bussen verurteilt. Weder die Beziehung zu seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern,
welche in den Jahren 2010 und 2013 geboren wurden, noch seine Arbeitsstelle hielten
ihn davon ab, erneut straffällig zu werden. Die erfolgten Verurteilungen zeugen von
einem strafrechtlich anhaltend unbelehrbaren und renitenten Verhalten des
Beschwerdeführers, weshalb von einer hinreichend wahrscheinlichen Rückfallgefahr
auszugehen ist.
3.1.4. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG kann
zudem einer Person, die sich seit weniger als 15 Jahren in der Schweiz aufhält, die
Niederlassungsbewilligung wiederrufen werden, wenn sie oder ihr Vertreter im
Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat. Die entsprechenden rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz (E. 4
des angefochtenen Entscheids) sind korrekt, weshalb – anstelle von Wiederholungen –
darauf verwiesen werden kann. Unbestritten und aufgrund der Akten ist belegt, dass
der Beschwerdeführer sowohl bei der ersten Erteilung und den weiteren
Verlängerungen der L- und B-Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA seit 2007 als auch bei
der Erteilung der Niederlassungsbewilligung im Oktober 2013 das Vorliegen der
diversen Vorstrafen aus Deutschland und Österreich verschwiegen hat.
3.1.5. Wegen der zahlreichen Vorstrafen, deren Wirkungslosigkeit und deren
Verschweigen im Bewilligungsverfahren, der teilweise zunehmenden Schwere der
Delikte und der Höhe der verfahrensauslösenden (teilbedingten) Freiheitsstrafe von
27 Monaten ist das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts des
Beschwerdeführers in der Schweiz als erheblich einzustufen.
3.2.
3.2.1. Das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz
leitet sich hauptsächlich aus der Aufenthaltsdauer von rund zehn Jahren her. Der
Beschwerdeführer kam jedoch erst im Alter von 33 Jahren in die Schweiz. Es ist daher
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nicht davon auszugehen, dass er in der Schweiz verwurzelt ist. Zu Gute zu halten ist
ihm, dass er seit Mai 2013 eine Festanstellung bei demselben Arbeitgeber hat und -
aufgrund seiner Nebeneinkünfte aus dem Cannabisverkauf - nie von der Sozialhilfe
abhängig war. Am 31. August 2016 beliefen sich die Schulden gegenüber einem
Kreditinstitut jedoch auf über CHF 17‘000; weiter mussten die Kantons- und
Gemeindesteuer 2014 im Umfang von rund CHF 2‘000 gestundet werden. Auch
gegenüber der Krankenkasse wurden im Zusammenhang mit offenen Leistungen
Ratenzahlungen vereinbart (vgl. act. 13/3). Schliesslich weist der Auszug aus dem
Betreibungsregister offene Betreibungen von insgesamt CHF 2‘000 aus (vgl. act. 13
Dossier Beschwerdeführer S. 155, 157). Der vom Beschwerdeführer eingereichte
Betreibungsauszug bezieht sich im Übrigen lediglich auf die aktuelle Wohnadresse, an
welcher er bzw. seine Familie seit 1. März 2017 wohnt (vgl. act. 9/10). Wie die
Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, kann angesichts der wiederholten Straffälligkeit,
seinem täuschenden Verhalten und der damit einhergehenden (auch künftigen)
Gefährdungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit allerdings nicht von einer
gefestigten sozialen Integration gesprochen werden. Dem Beschwerdeführer, der über
Berufserfahrung als Montageschlosser verfügt, ist es daher zuzumuten, sich in
Deutschland wieder zurechtzufinden und dort beruflich Fuss zu fassen.
3.2.2. Der Beschwerdeführer ist mit einer in der Schweiz niedergelassenen deutschen
Staatsangehörigen verheiratet und lebt mit ihr und den beiden gemeinsamen Kindern
zusammen. Sie reiste im Oktober 2006 als Erwachsene von Deutschland in die
Schweiz ein. Sie hat daher den grössten Teil ihres Lebens in Deutschland verbracht
und ist noch gut mit dem Heimatland vertraut. Die Kinder des Beschwerdeführers
wurden im Jahr 2010 und 2013 geboren. Da Kinder in diesem Alter noch sehr
anpassungsfähig und die Lebensumstände in Deutschland mit denjenigen in der
Schweiz vergleichbar sind, ist eine Rückkehr für sie mit keinen grösseren
Schwierigkeiten verbunden. Den Familienmitgliedern, welche ebenfalls deutsche
Staatsangehörige sind, ist es daher zumutbar, dem Beschwerdeführer ins gemeinsame
Heimatland zu folgen. Bleiben sie in der Schweiz, wozu sie aufgrund der
Niederlassungsbewilligung berechtigt sind, kann der Beschwerdeführer mit ihnen den
Kontakt mittels modernen Kommunikationsmitteln und gegenseitigen Besuchs- und
Ferienaufenthalten aufrechterhalten.
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3.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des Beschwerdeführers dessen
privates Interesse, in der Schweiz zu bleiben, überwiegt. Demnach erweist sich der
angefochtene Entscheid der Vorinstanz als recht- und verhältnismässig, weshalb die
Beschwerde abzuweisen ist.
4. (...).