# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c4e15eaf-67de-4116-8f25-5d2d7773680b
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.1.
In der Gemeinde Q. wurde die Kanalisation X-Strasse ausgebaut. Das Pro-
jekt und der Beitragsplan lagen vom 18. März 2011 bis 18. April 2011 öf-
fentlich auf.
A.2.
A. ist Eigentümer der Parzellen aaa, im Halte von 4'092 m2, und hhh, im
Halte von 918 m2. Diese sollen mit Kanalisationsbeiträgen von Fr. 105'228.-
(Parzelle aaa) und von Fr. 23'607.- (Parzelle hhh), insgesamt Fr. 128'835.-
belastet werden (Beitragsplan Kanalisation X-Strasse, Verteilung der Kos-
ten [Beilage 7 zur Beschwerdeantwort]).
B.
Dagegen liess A. mit Schreiben vom 18. April 2011 Einsprache erheben
und den Antrag stellen, der Beitragsplan sei vollumfänglich aufzuheben.
Der Gemeinderat wies das Begehren ab (Einspracheentscheid vom 9. Ja-
nuar 2012 [Beschwerdebeilage 1]).
C.1.
Mit Eingabe vom 17. Februar 2012 liess A. (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rer) bei der Schätzungskommission nach Baugesetz (kurz: Schätzungs-
kommission) gegen den Einspracheentscheid vom 9. Januar 2012 Be-
schwerde führen und folgende Begehren stellen:
"1. Der Einspracheentscheid der Einwohnergemeinde Q. vom 9./20.  2012 sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge."
C.2.
Nach fristgerechtem Eingang des Kostenvorschusses wurde die Be-
schwerde der Einwohnergemeinde Q. (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
zur Kenntnis gebracht. Gleichzeitig wurde sie zur Vernehmlassung bis
16. April 2012 aufgefordert.
C.3.
Innert erstreckter Frist liess die Beschwerdegegnerin am 8. Mai 2012 ihre
Vernehmlassung einreichen und beantragen, die Beschwerde sei abzuwei-
sen.
C.4.
Am 9. Mai 2012 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der
Gemeinde zur Kenntnis gebracht. Es wurde ihm freigestellt, bis zum 1. Juni
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2012 eine Replik einzureichen. Mit Schreiben vom 1. Juni 2012 liess der
Beschwerdeführer fristgerecht Replik erstatten.
C.5.
Die Replik wurde der Beschwerdegegnerin am 4. Juni 2012 zugestellt.
Gleichzeitig wurde es ihr freigestellt, bis zum 27. Juni 2012 eine den Schrif-
tenwechsel abschliessende Duplik abzugeben. Innert erstreckter Frist liess
die Beschwerdegegnerin am 24. August 2012 eine Duplik einreichen. Diese
wurde dem Beschwerdeführer am 27. August 2012 zur Kenntnis gebracht.
Mit Eingabe vom 19. September 2012 liess er zu den Neuerungen der Dup-
lik Stellung nehmen.
C.6.
Mit Schreiben vom 20. September 2012 stellte die Schätzungskommission
der Beschwerdegegnerin die Stellungnahme vom 19. September 2012 zu
mit der Möglichkeit, bis 15. Oktober 2012 letzte Bemerkungen abzugeben.
Gleichzeitig wurde festgehalten, dass der Schriftenwechsel ansonsten be-
endet sei.
C.7.
Am 18. Oktober 2012 liess die Beschwerdegegnerin innert erstreckter Frist
mitteilen, dass sich keine weiteren Gegenbemerkungen mehr aufdrängen.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 19. Oktober 2012 zur Kenntnis ge-
bracht.
Auf die Begründungen in den verschiedenen Rechtsschriften wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
D.
Am 8. Mai 2013 führte das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalab-
gaben und Enteignungen (kurz: SKE, neue Bezeichnung seit 1. Januar
2013, d.h. mit Inkrafttreten des neuen Gerichtsorganisationsgesetz [GOG;
SAR 155.200] vom 6. Dezember 2011) in Q. eine Augenscheinsverhand-
lung durch (Präsenz siehe Protokoll, S. 2). Anschliessend wurde der Fall
beraten und entschieden.
E.
Die vom Vertreter der Gemeinde Q. nach telefonischer Aufforderung ein-
gereichte Kostennote vom 17. Mai 2013 (Posteingang am 21. Mai 2013)
wurde dem Vertreter des Beschwerdeführers am 23. Mai 2013 zur Kenntnis
gebracht.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
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1.
1.1.
Gegen die Erhebung von Erschliessungsabgaben kann, soweit sie in einem
Beitragsplan festgehalten werden, innerhalb der Auflagefrist, ansonsten in-
nert 30 Tagen seit Zustellung beim verfügenden Organ Einsprache erho-
ben werden (vgl. § 35 Abs. 2 des Gesetzes über Raumentwicklung und
Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar 1993). Die Einsprache-
entscheide konnten bzw. können innert 30 Tagen mit Beschwerde bei der
Schätzungskommission bzw. beim SKE angefochten werden (§ 35 Abs. 2
BauG in Verbindung mit [i.V.m.] § 44 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; SAR 271.200] vom 4. Dezember 2007).
1.2.
Beim angefochtenen Entscheid vom 9. Januar 2011 handelt es sich um
einen Einspracheentscheid in Abgabesachen im Sinne von § 35 Abs. 2
BauG. Das SKE ist damit für die Behandlung der Beschwerde zuständig.
1.3.
A. hat als Eigentümer der Parzellen aaa und hhh, für die er zur Leistung
von Erschliessungsbeiträgen verpflichtet wurde, ein eigenes, schutzwürdi-
ges und aktuelles Interesse (§ 42 lit. a VRPG).
1.4.
Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Januar 2012 (Versand am 20. Ja-
nuar 2012) wurde fristgerecht am 17. Februar 2012 (Postaufgabe gleichen-
tags) Beschwerde erhoben.
1.5.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Streitgegenstand ist der von der Gemeinde Q. geforderte Beitrag an den
Ausbau der Kanalisation X-Strasse. Gemäss dem Beitragsplan vom 7.
März 2011 werden die Gesamtkosten für den Ausbau auf Fr. 258'000.- ver-
anschlagt. Die Gemeinde übernimmt davon einen Anteil von 30 % und da-
mit den Betrag von Fr. 77'400.-. Die übrigen Kosten im Betrag von
Fr. 180'600.- werden den Grundeigentümern auferlegt.
Der Beschwerdeführer lässt in seiner Beschwerde festhalten, dass er nebst
den Erschliessungsbeiträgen von insgesamt Fr. 128'835.- noch mit An-
schlussgebühren von Fr. 44'340.80 belastet werde (vgl. Protokollauszug
des Gemeinderates Q. vom 24. Januar 2011, Beschwerdebeilage 11). Er
weist jedoch darauf hin, dass allein die Erschliessungsbeiträge für die Par-
zelle aaa von Fr. 105'228.- und für die Parzelle hhh von Fr. 23'607.- mate-
rieller Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens seien. Die An-
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schlussgebühren seien nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens (Be-
schwerde, S. 12; Protokoll S. 3). Dies wird von der Beschwerdegegnerin
bestätigt (Beschwerdeantwort, S. 5).
Es ist somit festzuhalten, dass einzig die Erschliessungsbeiträge gemäss
Beitragsplan vom 7. März 2011 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
sind. Soweit sich die Parteien in ihren Eingaben zur Frage der am 24. Ja-
nuar 2011 verfügten Anschlussgebühren äussern, ist im vorliegenden Ver-
fahren nicht darauf einzugehen.
3.
3.1.
Die Gemeinden sind verpflichtet, von den Grundeigentümern Beiträge an
die Kosten der Erstellung und Änderung von Strassen zu erheben (§ 34
Abs. 1 BauG). Zudem können sie von den Grundeigentümern auch Bei-
träge an die Kosten der Erstellung, Änderung und Erneuerung von Anlagen
der Abwasserbeseitigung erheben (§ 34 Abs. 2 BauG).
Die Erhebung von Abgaben im Zusammenhang mit Erschliessungsanlagen
wird im Abwasserreglement (AR) der Einwohnergemeinde Q., von der Ein-
wohnergemeindeversammlung am 3. Juni 2005 beschlossen, geregelt. Da-
rin sind die folgenden einschlägigen Bestimmungen enthalten:
I. Allgemeine Bestimmungen
[...]
§ 11
Kanalisations- planung: §§ 6 und 7 EG GSchG
1Grundlage für den Ausbau des Kanalisationsnetzes ist der auf die Ortsplanung ausgerichtete generelle Entwässerungsplan (GEP). 2Die öffentlichen Abwasseranlagen sind im Einvernehmen mit der kantonalen Fachstelle zu planen, zu erstellen und  zu kontrollieren. Private Abwasseranlagen in  sind gleich zu behandeln. Die Projekte sind durch die kantonale Fachstelle zu genehmigen.
- 6 -
V. Finanzierung
1. Allgemeine Bestimmungen
§ 32
Finanzierung der Erschliess- ungsanlagen
1An die Kosten für Erstellung, Änderung, Erneuerung und  der öffentlichen Anlagen erhebt der Gemeinderat von den Grundeigentümern: a) Erschliessungsbeiträge b) Anschlussgebühren c) jährliche Benützungsgebühren, bestehend aus Ver-
brauchsgebühr resp. Minimalgebühr 2Die einmaligen und wiederkehrenden Abgaben dürfen den Gesamtaufwand für Erstellung, Änderung, Erneuerung und Betrieb der öffentlichen Anlagen sowie die Verzinsung der Schulden nach Abzug der Leistungen von Bund und Kanton nicht übersteigen.
§ 36
Zahlungs- pflichtige
Zur Bezahlung der Abgaben sind diejenigen Personen ver-
pflichtet, denen im Zeitpunkt des Eintritts der Zahlungspflicht
laut Grundbuch das Eigentum zusteht.
2. Erschliessungsbeiträge
§ 39
Kosten Als Kosten der Erstellung und Änderung gelten namentlich: a) die Planungs-, Projektierungs- und Bauleitungskosten b) die Landerwerbskosten, die Kosten für den Erwerb ande-
rer Rechte c) die Bau- und Einrichtungskosten sowie die Kosten für An-
passungsarbeiten d) die Kosten der Vermessung und Vermarkung e) die Finanzierungskosten
§ 40
Beitragsplan Der Beitragsplan enthält: a) den Voranschlag über die Erstellungskosten b) den Kostenanteil des Gemeinwesens c) den Plan über die Grundstücke bzw. Grundstückflächen,
für die Beiträge zu erbringen sind (Perimeterplan) d) die Grundsätze der Kostenverteilung e) das Verzeichnis aller zu Beitragsleistungen herangezoge-
ner Grundeigentümer mit Angabe der von ihnen  Beiträge
f) die Bestimmung der Fälligkeit der Beiträge g) eine Rechtsmittelbelehrung
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§ 42
Auflage und Mitteilung
1Der Beitragsplan wird während 30 Tagen öffentlich aufgelegt. 2Auf Ort und Zeitpunkt der öffentlichen Auflage des  ist vorgängig im amtlichen Publikationsorgan der  hinzuweisen. 3Den Beitragspflichtigen ist die Auflage zusammen mit der Höhe des Beitrages durch eingeschriebenen Brief .
§ 45
Die Beitragspflicht entsteht mit Beginn der öffentlichen Auflage des Beitragsplans.
§ 46
Fälligkeit 1Erschliessungsbeiträge werden frühestens mit Baubeginn der Anlage fällig, für welche sie erhoben werden. 2Im Übrigen wird die Fälligkeit im Beitragsplan bestimmt.  kann, entsprechend dem Fortgang der Arbeiten,  vorsehen. 3Die Beiträge sind auch dann fällig, wenn gegen den  Einsprache bzw. Beschwerde erhoben wird.
§ 47
Bemessung Die Grundeigentümer leisten nach Massgabe der ihnen  wirtschaftlichen Sondervorteile Beiträge an die Kosten der Erstellung und Änderung von Anlagen der . Die Beiträge für Anlagen der  dürfen gesamthaft nicht mehr als 50%, für jene der Feinerschliessung höchstens 70% der Baukosten .
3.2.
Die Parzelle aaa war mit einem Wohnhaus und Anbauten sowie mit einem
separaten Schwimmbad überbaut. Der Beschwerdeführer beabsichtigte
von Beginn weg den Abbruch sämtlicher Liegenschaften und den Neubau
eines Wohnhauses (Beschwerde, S. 2). Er lässt geltend machen, dass
seine Rechtsvorgängerin im Jahr 1972 bereits eine Anschlussgebühr im
Betrag von Fr. 5'872.50 und einen Klärbeitrag von Fr. 3'523.50, insgesamt
also Fr. 9'396.- geleistet habe. Der wirtschaftliche Sondervorteil sei daher
bereits 1972 abgegolten worden. Zudem habe die Gemeinde Q. für die Par-
zelle aaa über Jahrzehnte periodische Benützungsgebühren erhoben.
Diese seien gemäss dem damals geltenden Gemeinde-Kanalisationsreg-
lement von 1971 für den Betrieb und den Unterhalt der öffentlichen Kanali-
sationen sowie für die Amortisation, den Betrieb und den Unterhalt der
"Sammelreinigungsanlage" bestimmt. Auch gestützt auf das seit 2005 gel-
tende AR habe die Gemeinde weiterhin periodische Benützungsgebühren
erhoben. Einmalige Erschliessungsbeiträge und Anschlussgebühren seien
sowohl nach dem Gemeinde-Kanalisationsreglement von 1971 als auch
nach § 47 AR nur nach Massgabe eines "Mehrwerts" bzw. eines dem
Grundeigentümer "anwachsenden wirtschaftlichen (und mithin geldwerten)
Sondervorteils" zu leisten. Im Weiteren beruft sich der Beschwerdeführer
- 8 -
auf § 32 Abs. 2 AR, wonach die einmaligen und wiederkehrenden Abgaben
den Gesamtaufwand für Erstellung, Änderung, Erneuerung und Betrieb der
öffentlichen Anlagen sowie die Verzinsung der Schulden nach Abzug der
Leistungen von Bund und Kanton nicht übersteigen dürfen. Er macht sinn-
gemäss geltend, dass gemäss AR der dem Grundeigentümer erwachsende
wirtschaftliche Sondervorteil bei den einmaligen und wiederkehrenden Ab-
gaben nicht berücksichtigt werde und das "unbegrenzte Kostenüberwäl-
zungsprinzip" eingeführt werde, was dem kantonalen BauG widerspreche.
§ 34 Abs. 2bis BauG verlange nämlich unmissverständlich, dass Beiträge
und Gebühren von den Grundeigentümern nach Massgabe der wirtschaft-
lichen (geldwerten) Sondervorteile erhoben würden. Aus diesem Grund
seien weder das Gemeinde-Kanalisationsreglement von 1971 noch das AR
mit dem geltenden kantonalen Recht kompatibel.
3.3.
Die Beschwerdegegnerin liess dem entgegnen, dass die periodisch erho-
benen Benützungsgebühren bzw. Verbrauchsgebühren vorweg die Kosten
des Betriebs der Abwasseranlagen, subsidiär auch die Kosten der Erstel-
lung, Änderung und Erneuerung der Anlagen, abdecken würden. Die ein-
maligen Anschlussgebühren seien quasi Einkaufsbeiträge der Baugesuch-
steller in Investitionen der übergeordneten Anlagen, jedoch nicht in neue
oder geänderte Leitungen, an welche die Grundeigentümer direkt an-
schliessen würden.
Sofern der Beschwerdeführer geltend mache, das Kostendeckungsprinzip
sei verletzt, könne er dies ohnehin nicht im Beitragsplanverfahren geltend
machen. Im Beitragsplanverfahren beziehe sich die Kostendeckung allein
auf das konkrete Bauvorhaben (Beschwerdeantwort, S. 6).
Auch ein Verstoss gegen das Äquivalenzprinzip liege nicht vor, da die Par-
zellen aaa und hhh bis zur Realisierung der Kanalisationsprojekts "X-
Strasse" nach heutigen Vorschriften kanalisationstechnisch ungenügend
erschlossen seien.
3.4.
§ 32 AR hält ganz allgemein fest, dass der Gemeinderat für die Kosten für
Erstellung, Änderung, Erneuerung und Betrieb der öffentlichen Anlagen
von den Grundeigentümern Beiträge und Gebühren erhebt. Die in Absatz
2 vorgesehene Regelung wonach die einmaligen und wiederkehrenden Ab-
gaben den Gesamtaufwand für Erstellung, Änderung, Erneuerung und Be-
trieb der öffentlichen Anlagen nicht übersteigen dürfen, entspricht dem Kos-
tendeckungsprinzip. Bei diesem handelt es sich um einen bei den öffent-
lich-rechtlichen Abgaben anwendbaren Grundsatz, wonach der Gesamter-
trag der Abgaben die gesamten Kosten des betreffenden Verwaltungszwei-
ges nicht übersteigen darf (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, All-
gemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, N 2637). In einem
- 9 -
Beitragsplan werden die in einem bestimmten Erschliessungsprojekt anfal-
lenden Kosten verteilt. Ein Mehrertrag und damit eine Verletzung des Kos-
tendeckungsprinzips sind von vornherein ausgeschlossen, wie auch die
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführen lässt. Aller Wahrscheinlichkeit
nach wird die Bauabrechnung unter der Kostenschätzung des Beitrags-
plans bleiben (Auskunft von Gemeindeammann B., Protokoll, S. 2). Ent-
sprechend werden die Beiträge letztlich etwas tiefer als vorgesehen ausfal-
len.
Ein Widerspruch des AR zu den kantonalen Bestimmungen ist nicht ersicht-
lich. Es entspricht zudem auch dem kantonalen Musterreglement zur Fi-
nanzierung von Erschliessungsanlagen (Protokoll, S. 5). Das AR stellt
grundsätzlich eine genügende gesetzliche Grundlage für die Erhebung von
Erschliessungsbeiträgen dar.
An der Verhandlung vom 8. Mai 2013 machte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers auf Rückfrage Querbezüge zur Erhebung von Benüt-
zungsgebühren und forderte eine Gesamtbetrachtung (Protokoll S. 4/5).
Vorliegend ist diese Erschliessungsabgabenart nicht strittig und steht sach-
lich in keinem Zusammenhang zur zu beurteilenden Beitragssache. Es ist
für das Gericht nicht nachzuvollziehen, wie sich selbst aus einer Verletzung
des Kostendeckungsprinzips im Abwasserwesen der Gemeinde Q., d.h.
aus der gewünschten Gesamtbetrachtung, ein Anspruch auf Senkung der
strittigen Abwasserbaubeiträge herleiten liesse. Es erübrigt sich im vorlie-
genden Verfahren der Frage weiter nachzugehen, zumal der Vorhalt bisher
in keiner Weise substantiiert ist (AGVE 2003 S. 105 f., vgl.im Übrigen hinten
Erw. 5.).
4.
4.1.
In seiner Rechtsschrift liess der Beschwerdeführer festhalten, dass die Par-
teien am 31. Januar 2011 einen öffentlich-rechtlichen Erschliessungsver-
trag unterzeichnet haben (Beschwerdebeilage 6). Darin wurde der Be-
schwerdeführer von der Beschwerdegegnerin in Kenntnis gesetzt, dass die
Parzellen aaa und hhh abwassertechnisch ungenügend erschlossen seien.
Im Weiteren wurde festgehalten, dass die Grundeigentümer Erschlies-
sungsbeiträge zu leisten hätten. Die Kosten würden im Sinne von §§ 34/35
BauG auf die Grundeigentümer, denen mit den geplanten Erschliessungs-
anlagen ein wirtschaftlicher Sondervorteil erwachse, verteilt. Die Aufteilung
der Kosten richte sich nach "§ 48 AR", weshalb die Grundeigentümer 70 %
der Kosten zu tragen hätten.
4.2.
Der Vertreter des Beschwerdeführers äusserte sich an der Verhandlung
dahingehend, die erste Version des Erschliessungsvertrages sei gerade
- 10 -
deshalb nicht unterzeichnet worden, weil sein Mandant eben nicht aner-
kennen wollte, dass das Grundstück ungenügend erschlossen sei (Proto-
koll, S. 5). Daraufhin sei der Beschwerdegegnerin ein Gegenvorschlag un-
terbreitet worden, der ebenfalls nicht unterzeichnet worden sei. Mit der Ver-
sion vom 31. Januar 2011 habe der Beschwerdeführer lediglich zur Kennt-
nis genommen, dass sein Grundstück ungenügend erschlossen sei. Es
stelle sich auch die Frage, was die Gemeinde mit diesem Vertrag über-
haupt habe bezwecken wollen (Protokoll, S. 6).
4.3.
Die Beschwerdegegnerin machte an der Verhandlung geltend, dass der
Vertrag vorgelegt worden sei, damit eine vorzeitige Baubewilligung habe
erteilt werden können (Protokoll, S. 6). Übereinstimmend mit dem Be-
schwerdeführer erklärte sie, dass dieser mit dem Vertrag die ungenügende
Erschliessung nicht anerkannt habe, diese sei dem Beschwerdeführer le-
diglich zur Kenntnis gebracht worden. Einzig die Anteile von 30 % Ge-
meinde und 70 % Private seien darin anerkannt worden (Protokoll, S. 6).
4.4.
Der Zweck des öffentlich-rechtlichen Erschliessungsvertrages konnte auch
an der Verhandlung nicht restlos geklärt werden. Wie die Parteien aber
übereinstimmend erklärten, hat der Vertrag nicht die Anerkennung der un-
genügenden Erschliessung durch den Beschwerdeführer zur Folge. Für die
zentrale Frage, ob ein die Beitragserhebung legitimierender wirtschaftlicher
Sondervorteil vorliegt, kann also weder zugunsten des Beschwerdeführers
noch zugunsten der Beschwerdegegnerin etwas aus dem Vertrag abgelei-
tet werden.
5.
In den Rechtsschriften werden einerseits zu den Abwasserbaubeiträgen
und andererseits zu den Anschlussgebühren Ausführungen gemacht. Nach
übereinstimmenden Angaben der Parteien, sind die Anschlussgebühren
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (Erw. 2., Protokoll S. 3 und
5).
Konsequenterweise wird auch das sog. Kumulativargument, wenn also bei
einem Bauvorhaben gleichzeitig Anschlussgebühren und Baubeiträge er-
hoben werden, nicht vorgetragen.
Das Verwaltungsgericht sieht bei einer solchen kumulierten Abgabenerhe-
bung die Gefahr einer Verletzung des Äquivalenzprinzips, dass also der
Belastete mehr bezahlen könnte als die ihm zukommende, kommunale Er-
schliessungsleistung wert ist. Es verlangt in diesem Zusammenhang eine
gesamthafte Betrachtung der anfallenden einmaligen Abgaben (AGVE
2001, S. 186 f. mit Hinweis auf das Präjudiz E. [AGVE 1998, S. 196 f.]).
- 11 -
Beide Parteien sind anwaltlich vertreten und beide Parteien sind sich einig,
dass die Anschlussgebühren nicht Streitgegenstand im vorliegenden Ver-
fahren sind. Das Gericht hat unter diesen Umständen keinen Anlass, sich
von Amtes wegen mit dem Kumulativargument näher auseinanderzuset-
zen. Immerhin sei in diesem Zusammenhang festgehalten, dass der Be-
schwerdeführer weder bei den Abwasseranschlussgebühren (Anrechnung
der ersetzten Bauten) noch beim hier strittigen Abwasserbaubeitrag (Ge-
meindeanteil von 30 %) voll belastet wird, so dass das in den Verwaltungs-
gerichtspräjudizien aufgezeigte Risiko von vornherein ausgeschlossen
scheint.
6.
6.1.
Nachfolgend geht es einzig um die im Beitragsplan festgesetzten Erschlies-
sungsbeiträge an das Entwässerungsprojekt. Die durch das Bauprojekt
entstehenden Kosten werden mittels Beitragsplan auf die sich im Perimeter
befindenden Grundeigentümer verteilt.
6.2.
Ist eine Erschliessung grundsätzlich geeignet, einen Mehrwert zu generie-
ren, so umfasst die materielle Prüfung im Verfahren zur Festsetzung von
Baubeiträgen regelmässig drei Stufen. Zunächst kann streitig sein, ob über-
haupt ein Sondervorteil vorliegt oder - mit anderen Worten - ob der Bei-
tragsperimeter richtig abgegrenzt und das betroffene Grundstück zu Recht
einbezogen wurde. Dann ist das vom Gemeinwesen zu übernehmende
Kostenbetreffnis bzw. das der Gesamtheit der Grundeigentümer festzuset-
zen. Schliesslich ist der auf die Gesamtheit der Beitragspflichtigen entfal-
lende Betrag unter diesen aufzuteilen (Entscheid der Schätzungskommis-
sion EB.2004.50063 vom 31. Januar 2007 in Sachen H.H. und C.H. gegen
Einwohnergemeinde K., S. 13, Erw. 5.1.; AGVE 1992, S. 195; VGE
BE.1999.00263 vom 26. Juni 2001 in Sachen J. AG und Z. AG, S. 7,
Erw. II/2; Zimmerlin, a.a.O., § 192 aBauG N 9).
6.3.
Soweit ein Beschwerdeführer die Beitragsleistung als Ganzes bestreitet,
prüft die Schätzungskommission in Anwendung des Grundsatzes "in mai-
ore minus" jeweils sämtliche drei Stufen. In jenen Bereichen, in denen der
Beschwerdeführer keine Unzulänglichkeiten sieht, nimmt das Gericht je-
doch nur eine summarische Prüfung vor und korrigiert lediglich offensicht-
liche Mängel (Entscheid der Schätzungskommission EB.2003.50003 vom
17. Februar 2004 in Sachen H.J.M., Erw. 3; vgl. auch AGVE 1996, S. 449;
Entscheid des Baudepartements [BDE] 1995.0190.25.10.05 vom 24. Feb-
ruar 1997 in Sachen Erbengemeinschaft S., Erw. 5.2.).
- 12 -
6.4.
Grundstücke müssen, um baulich genutzt werden zu können, ausreichend
erschlossen sein (Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumpla-
nung [RPG; SR 700] vom 22. Juni 1979). Die Erschliessung des Baugebie-
tes obliegt den Gemeinden (Art. 19 Abs. 2 RPG; § 33 Abs. 1 BauG). "Dabei
sind jeweils erschliessungsmässig zusammengehörende Gebiete auszu-
scheiden. Die Abgrenzung dieser Räume ergibt sich aus den Zonenvor-
schriften, den topographischen Gegebenheiten und den Vorgaben überge-
ordneter Planwerke. Innerhalb einer solchen Groberschliessungseinheit
sind jeweils alle darin liegenden Grundstücke in der Frage, ob sie nach den
gesetzlichen Voraussetzungen in genügender Weise erschlossen sind, ein-
heitlich zu beurteilen" (AGVE 1990, S. 177 mit Hinweisen). Muss das in den
Beitragsperimeter einbezogene Gebiet insgesamt als ungenügend er-
schlossen bezeichnet werden, gilt dies demnach für sämtliche Grundstü-
cke. Auch bereits überbaute Parzellen können nicht allein deswegen, weil
die bestehenden Erschliessungsbauten für ihre bisherigen Bedürfnisse ge-
nügten, als ausreichend erschlossen bezeichnet werden (VGE
WBE.2005.424 vom 20. November 2006 Erw. 4.2.; AGVE 2002, S. 497;
AGVE 1990, S. 177; AGVE 1982, S. 155). Wird ein Gebiet erst mit den ge-
planten Anlagen genügend erschlossen, erlangen die darin liegenden
Grundstücke als Folge des Projekts einen Vorteil (vgl. § 34 Abs. 1 und 2
BauG).
6.5.
Der Sondervorteil wird in der Praxis regelmässig anhand schematischer,
der Durchschnittserfahrung entsprechender Massstäbe bemessen. Das ist
zulässig und wird allgemein anerkannt (BGE 110 Ia 209 mit Hinweis; Häfe-
lin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N. 2655). Dabei gelten als Erfahrungssätze die
Vermutungen, dass die erstmalige, gesetzeskonforme (§ 32 Abs. 1 lit. b
BauG) Erschliessung oder auch nur eine objektiv bessere und komfortab-
lere Erschliessung den betreffenden Parzellen einen wesentlichen wirt-
schaftlichen Sondervorteil vermitteln. Erforderlich ist aber in jedem Fall,
dass die erwähnten Massstäbe nicht zu einem unhaltbaren, mit sachlichen
Gründen schlechterdings nicht mehr zu rechtfertigenden Ergebnis führen
und dass sie keine Unterscheidungen treffen, für die ein vernünftiger Grund
nicht ersichtlich ist (AGVE 2002, S. 496 m.w.H.).
6.6.
Die Vorteile müssen allfällige Nachteile übersteigen und zudem realisier-
bar, also in Geld umsetzbar sein, wobei eine sofortige Realisierung nicht
erforderlich ist. Zu beachten ist, dass der Sondervorteil dem Grundstück
des Pflichtigen als solchem erwachsen muss und in einer Werterhöhung
liegt, die objektiv messbar erscheint (objektive Methode), also nicht ledig-
lich in subjektiven Verhältnissen des gegenwärtigen Eigentümers begrün-
det ist (AGVE 2002, S. 496 f., m.w.H.). Der durch die Erschliessung ge-
schaffene Vorteil darf aber nicht nur theoretischer Natur sein, sondern
- 13 -
muss objektiv gesehen realisierbar sein. Unerheblich ist indessen, ob der
durch die Erschliessung betroffene Grundeigentümer den Mehrwert durch
Überbauung oder Verkauf des Grundstückes in Geld umsetzt. Massgeblich
ist einzig, ob eine zonenmässige Überbauung öffentlich-rechtlich realisier-
bar ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid 2P.278/2001 vom 7. Februar 2002,
Erw. 3.2.1.).
6.7.
Während hinsichtlich bisher baulich ungenutzter Parzellen der Bau von Er-
schliessungsanlagen Voraussetzung dafür ist, dass sie überhaupt überbaut
werden können (Art. 22 RPG; § 32 Abs. 1 lit. b BauG), sind die bestehenden
Gebäude durch die Besitzstandsgarantie (§ 68 BauG) geschützt. Die ein-
wandfreie Erschliessung bewirkt somit auf den ersten Blick lediglich, aber
immerhin, dass Um- und Neubauten möglich werden. Die Beitragserhe-
bung für die Erschliessung ist aber grundsätzlich ein einmaliger Vorgang.
Entsprechend kann die Möglichkeit, eine bestehende Baute abzureissen
und durch einen Neubau zu ersetzen, nicht einfach ausser Acht gelassen
werden. Daraus ergibt sich, dass durch die erstmalige, gesetzeskonforme
Erschliessung eines Gebiets sowohl die darin liegenden überbauten wie
unüberbauten Grundstücke in den Genuss eines Sondervorteils gelangen
(die Frage, ob sich Sondervorteile im Ausmass unterscheiden, ist auf der
Stufe der internen Aufteilung zu prüfen; zum Ganzen: AGVE 2002, S. 497
f. m.w.H.).
6.8.
Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass es für den Entscheid dar-
über, ob einem Grundstück durch die Erschliessungsanlage ein Sondervor-
teil zukommt, nicht auf die momentane Nutzung einer Parzelle ankommen
kann. Es ist von den sich durch die Erstellung der Erschliessungsanlagen
bietenden Chancen auszugehen.
6.9.
Mit Blick auf die Gemeindeautonomie ist festzuhalten, dass der Gemeinde
bei der Bestimmung der Kriterien ein weiter Ermessensspielraum zukommt,
zumal die Rechtsetzungsaufgabe im Zuge der Neuregelung des Erschlies-
sungsabgaberechts ausdrücklich den Gemeinden übertragen wurde (§ 34
Abs. 3 BauG). Die Schätzungskommission hat die vorinstanzlichen Ent-
scheide daher zwar grundsätzlich vollumfänglich zu überprüfen, gleichzei-
tig hat sie aber unter den gegebenen Voraussetzungen darauf zu achten,
dass sie nicht leichthin ihr Ermessen anstelle desjenigen der
Vorinstanz setzt. Das Gericht auferlegt sich daher bei Eingriffen in
vorinstanzliche Entscheide Zurückhaltung. Soweit diese sachlich vertretbar
erscheinen und das Ermessen pflichtgemäss wahrgenommen wurde, ver-
zichtet das SKE entsprechend auf eine Berichtigung (AGVE 2002, S. 495
f. m.w.H.).
- 14 -
7.
Der Kostenvoranschlag für die Abwasserbeseitigung beträgt Fr. 258'000.-
(vgl. Verteilung der Kosten, Beilage zur Beschwerdeantwort 4). Die Kosten
werden vom Beschwerdeführer nicht gerügt. Hinweise auf offensichtlich
überhöhte Kosten oder unzulässigerweise einbezogene Positionen gibt es
nicht. Das Gericht hat daher keinen Anlass, die Kosten weiter zu überprü-
fen.
8.
8.1.
Der Beschwerdeführer liess geltend machen, dass den beiden Parzellen
aaa und hhh aus dem Erschliessungsprojekt kein wirtschaftlicher Sonder-
vorteil erwachse. Zumindest die Parzelle aaa sei bereits im Jahre 1972 voll
erschlossen worden. Die Beschwerdegegnerin habe in demselben Jahr
vorbehaltlos über den "Mehrwert" aus der abwassertechnischen Erschlies-
sung abgerechnet. Dies gelte zudem auch für Parzelle hhh, soweit es sich
dabei um eine Mutationsparzelle post 1972 der Ursprungsparzelle aaa han-
deln sollte, was im Rahmen einer Sachverhaltsergänzung festzustellen
wäre.
8.2.
In der Beschwerdeantwort liess die Beschwerdegegnerin ausführen, dass
die Abwassererschliessung im fraglichen Abschnitt der X-Strasse ungenü-
gend war, weil keine öffentliche Kanalisation bestand und eine genügende
Verbindung zur öffentlichen Leitung in der D fehlte. Zudem sei auch das
Teil-Trennsystem eingeführt worden. Die Parzelle hhh sei überhaupt nicht
und die Parzelle aaa nur durch eine überlange, 1972 erstellte Hauszulei-
tung am öffentlichen Kanalisationsnetz angeschlossen worden. Der Ge-
meinderat habe daher vom 18. März 2011 bis 18. April 2011 ein dem Ge-
nerellen Entwässerungsplan (GEP; Beilage zur Beschwerdeantwort 1) ent-
sprechendes Kanalisationsprojekt aufgelegt, das in Rechtskraft erwachsen
sei.
8.3.
8.3.1.
Vorab ist zu prüfen, ob das Kanalisationsprojekt im Grundsatz geeignet ist,
einen Mehrwert zu begründen (Erw. 6.2.).
Bis zum Ausbau der Kanalisation lag im Bereich der im Perimeter liegenden
Parzellen keine flächendeckende, systematische Erschliessung vor. Die in-
zwischen abgetragene Liegenschaft auf der Parzelle aaa war mittels einer
Privatleitung an das kommunale Kanalisationsnetz angeschlossen. Mit
dem Bauprojekt wurde erstmals eine dem Generellen Entwässerungsplan
(GEP) entsprechende Erschliessung vorgenommen (vgl. dazu für Strassen
AGVE 2001, S. 454). Der Ausbau der Kanalisation X-Strasse ist demnach
grundsätzlich geeignet, einen wirtschaftlichen Sondervorteil zu schaffen.
- 15 -
8.3.2.
Mit dem Kanalisationsprojekt X-Strasse wurde sowohl eine Schmutzwas-
serleitung als auch eine Sauberwasserleitung erstellt. Dadurch wurde in
diesem Bereich das Trennsystem realisiert. Grundsätzlich ist für jedes
Werk ein separater Beitragsplan aufzulegen. Dies gilt auch für die
Schmutzwasserbeseitigung und die Beseitigung des Sauberwassers. Die
beiden Leitungssysteme verfolgen verschiedene Zwecke und die Leitungs-
führung muss sich nicht zwingend decken. Entwässern die beiden Leitun-
gen aber dasselbe Gebiet und verlaufen diese parallel, so rechtfertigt es
sich, die Siedlungsentwässerung als ein Werk zu behandeln und in einem
einzigen Beitragsplan zu erfassen.
Wie auf dem Perimeterplan (Beilage zur Beschwerdeantwort 4) ersichtlich
ist, verlaufen die beiden Leitungen im gesamten Perimeter parallel. Der
Beitragsplan "Kanalisation" umfasst für beide Leitungsarten denselben Pe-
rimeter. Gemäss den Grundsätzen zur Kostenverlegung (Beilage zur Be-
schwerdeantwort 6) umfasst der Perimeter alle kanalisationstechnisch
nicht erschlossenen Parzellen respektive Parzellenflächen. Sowohl die
Schmutz- als auch die Sauberwasserleitung werden daher in denselben
Beitragsplan einbezogen. An diesem Vorgehen ist nichts zu bemängeln.
In der Folge ist für beide Anlagetypen zu prüfen, ob die Parzellen aaa und
hhh zu Recht in den Perimeter einbezogen worden sind und ob ihnen aus
dem Bauprojekt ein wirtschaftlicher Sondervorteil erwächst (Erw. 6.2.).
8.3.3.
Gemäss Plan umfasst der Perimeter vier Parzellen, davon befinden sich
zwei im Eigentum des Beschwerdeführers.
Die neuen Abwasserleitungen wurden auf einer Länge von rund 70 m in
der X-Strasse verlegt. Im Bereich der östlichen Grenze der Parzelle ccc
wurden sie über eine Länge von rund ccc m hinunter zum Anschlusspunkt
in der D geführt (Bauprojekt, Sauber- und Schmutzwasserleitung X-
Strasse, Beilage zur Beschwerdeantwort 2). Die Leitungsführung, die mit
dem GEP übereinstimmt, berücksichtigt in erster Linie die vorhandene To-
pographie, die Anschlussmöglichkeiten an das bestehende Netz sowie jene
für das dadurch zu erschliessende Bauland. In diesem Rahmen soll die
Erschliessung möglichst effizient, d.h. auf dem kürzesten Weg, realisiert
werden (so auch hier Protokoll, S. 9). Nun fällt aber auf, dass im Teilstück
zwischen X-Strasse und D, die angrenzenden überbauten Flächen nicht
wie sonst üblich in den Beitragsperimeter einbezogen sind (Perimeterplan
Kanalisation X-Strasse, Beilage zur Beschwerdeantwort 4). Der für den
Beitragsplan verantwortliche Ingenieur erklärte dies damit, dass die in Be-
tracht fallenden drei Liegenschaften (Gebäude Nr. bbb auf der Parzelle ccc,
Gebäude Nr. ddd auf der Parzelle eee und Gebäude Nr. fff auf der Parzelle
- 16 -
ggg) allesamt bereits direkt und unverändert über bestehende und nach
GEP auch bestehenbleibende Leitung erschlossen seien. Aus der Sicht
des belasteten Perimeters haben daher die letzten gut 30 m der neu ange-
legten Leitungen reine Transportfunktion. Das Vorhandensein eines sol-
chen "Verbindungsstücks" wird damit plausibel begründet. Die erwähnte
Transportfunktion dient nur den erschlossenen Flächen im Perimeter. Es
gibt keine weitere Nutzung aus anderen Arealen, die diesen oder dem Ge-
meinwesen anzulasten wären. Letztlich ist das "Verbindungsstück" gleich-
sam das letzte aufgrund der konkreten Umstände unvermeidliche Über-
bleibsel der abgelösten, überlangen, provisorischen Hauszuleitung und in-
sofern hinzunehmen. Eine von Amtes wegen vorzunehmende Ausweitung
des Perimeters entfällt.
8.3.4.
Wie bereits ausgeführt wurde (Erw. 8.3.1.), wird der Einzugsbereich der
beiden Entwässerungsleitungen erstmals GEP-konform erschlossen und
erfährt dadurch einen wirtschaftlichen Sondervorteil. Das auf die Leitungen
hin entwässerte Land wird abwassermässig erschlossen und erfüllt diese
Voraussetzung der Baureife (§ 32 Abs. 1 lit. b BauG). Beide Parzellen (aaa
und hhh) des Beschwerdeführers sind gemäss GEP vollständig den neuen
Leitungen zugeordnet (Protokoll, S. 7). Sie profitieren vom Abwasserpro-
jekt. Entsprechend sind sie richtig in den Perimeter einbezogen und mit
Baubeiträgen belastet.
8.4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Parzellen aaa und hhh mit
dem vorliegenden Entwässerungsprojekt erstmals plankonform erschlos-
sen werden. Es erwächst beiden Parzellen somit ein wirtschaftlicher Son-
dervorteil aus dem Bauvorhaben. Dabei ist unerheblich, ob es sich bei der
Parzelle hhh um eine Mutationsparzelle der Ursprungsparzelle aaa handelt
(Erw. 8.1.), da auch die Parzelle hhh, unabhängig von ihrer Entstehung,
ausreichend erschlossen sein muss, damit sie Baureife erlangt (Erw. 6.4.).
Die beiden Liegenschaften des Beschwerdeführers wurden denn auch zu
Recht in den Beitragsplan einbezogen.
9.
In einem nächsten Schritt ist die Kostenaufteilung zwischen Gemeinde und
Privaten zu prüfen. Der Beschwerdeführer hat sich dazu nicht geäussert.
Aus diesem Grund reicht eine summarische Prüfung derselben (Erw. 6.3.)
Von den Kosten des Entwässerungsprojekts übernimmt die Gemeinde Q.
30 % (vgl. Verteilung der Kosten, Beilage zur Beschwerdeantwort 7). In den
Grundsätzen der Kostenverlegung (Beilage zur Beschwerdeantwort 6) wird
festgehalten, dass die Gemeinde an die Neuerstellung von Anlagen der
Abwasserentsorgung infolge der systematischen Erschliessung einen Bei-
trag von mindestens 30 % leistet.
- 17 -
Vorliegend ist es offensichtlich, dass die Leitungen allein der Erschlies-
sungseinheit und somit der Feinerschliessung dienen. Gemäss § 47 AR
dürfen die den Grundeigentümern auferlegten Beiträge für Anlagen der Fei-
nerschliessung höchstens 70 % betragen. Der Gemeindeanteil von 30 %
ist aus diesem Grund nicht zu beanstanden.
10.
10.1.
Schliesslich ist die Kostenaufteilung unter den Grundeigentümern zu prü-
fen. Der Beschwerdeführer äusserte sich zur Frage der Kostenaufteilung
unter den Grundeigentümern nicht. Daher ist auch diese Frage nur sum-
marisch zu prüfen (Erw. 6.3.).
10.2.
Gemäss § 40 lit. d AR hat der Beitragsplan die Grundsätze der Verlegung
zu enthalten (vgl. dazu auch AGVE 2002, S. 494 f.). Dazu halten die
Grundsätze der Kostenverteilung (Beilage zur Beschwerdeantwort 6) fest,
der auf die Grundeigentümer entfallende Betrag sei nach dem Vorteilsprin-
zip zu verteilen. Vorteile würden aus der zonenkonformen Ausnützung der
Grundstücke im noch unüberbauten Gebiet sowie aus dem Direktanstoss
an das zu planende Werk entstehen. Aus dieser Überlegung heraus sei bei
Direktanstoss eine Belastung von 100 % vorgesehen.
10.3.
Grundsätzlich wird der Anteil des einzelnen Grundeigentümers nach
Massgabe seines wirtschaftlichen Sondervorteils festgelegt. Zur Ermittlung
des Vorteils können verschiedene Kriterien wie beispielsweise die Grund-
stücksfläche oder die Ausnützungsmöglichkeiten herangezogen werden.
Wie bereits ausgeführt (Erw. 6.9.), hat das SKE die vorinstanzlichen Ent-
scheide zwar vollumfänglich zu prüfen, unter Berücksichtigung der Ge-
meindeautonomie greift es dabei aber nicht leichtfertig ins Ermessen des
Gemeinwesens ein (betreffend Überbauungsrabatt vgl. Entscheid der
Schätzungskommission 4-BE.2007.28 vom 24. März 2009 in Sachen
A.+B.V. gegen Einwohnergemeinde S., Erw. 10.6.).
10.4.
An der Augenscheinsverhandlung vom 8. Mai 2013 liess der Beschwerde-
führer geltend machen, dass im Beitragsplan nicht zwischen überbauten
und unüberbauten Parzellen unterschieden worden sei (Protokoll, S. 9).
Vorliegend sind drei – darunter auch die Parzelle hhh - der vier im Perime-
ter liegenden Parzellen unüberbaut. Auf der Parzelle aaa hingegen befand
sich ein Wohnhaus mit separatem Schwimmbad. Wie der Beschwerdefüh-
rer aber selber darlegen liess, beabsichtigte er bereits beim Kauf der Par-
zelle aaa den Abbruch sämtlicher Liegenschaften und den Neubau eines
- 18 -
Wohnhauses (Beschwerde, S. 2). Er erwarb somit Bauland und nicht die
sich zum Zeitpunkt des Kaufs darauf befindliche Liegenschaft. Die Parzelle
aaa war daher nicht anders zu behandeln als die übrigen, im Perimeter
liegenden Parzellen, weshalb eine Unterscheidung zwischen überbauten
und unüberbauten Grundstücken von Vornherein nicht in Frage kam (Pro-
tokoll, S. 9).
Zudem ist festzuhalten, dass der Unterschied überbaut/unüberbaut nicht
zu einer Differenzierung führt, die sich in einem grösseren oder kleineren
Sondervorteil niederschlägt. Denn wie bei den übrigen drei Parzellen galt
auch für die Parzelle aaa, dass der Neubau grundsätzlich nur dann bewilligt
werden konnte, wenn diese normkonform erschlossen war. Insofern ist al-
len sich im Perimeter befindlichen Parzellen durch das Bauvorhaben der-
selbe wirtschaftlichen Sondervorteil erwachsen (vgl. AGVE 2002, S. 497).
Insgesamt ist die Aufteilung unter den Grundeigentümern nicht zu bean-
standen.
11.
11.1.
Im Weitern lässt der Beschwerdeführer geltend machen, dass die Be-
schwerdegegnerin seiner Rechtsvorgängerin mit Verfügung vom 24. Juli
1972 für die Liegenschaft auf der Parzelle aaa Rechnung für eine An-
schlussgebühr von Fr. 5'872.50 und für einen Klärbeitrag von Fr. 3'523.50,
insgesamt Fr. 9'396.- gestellt hat. Somit sei betreffend die damals bereits
überbaute Parzelle aaa über den Vorteil bzw. Mehrwert der Erschliessung
als auch über den Anschluss an die öffentliche Kanalisation vorbehaltlos
und definitiv abgerechnet worden. Die Parzelle sei deshalb seit 1972 voll-
umfänglich erschlossen. Weil die Parzelle aaa vollumfänglich erschlossen
und darüber auch abgerechnet worden sei, werde sie im Vergleich zu den
übrigen beitragspflichtigen Grundstücken ungleich behandelt. Der wirt-
schaftliche Sondervorteil dürfe nicht nochmals belastet werden. Dies ver-
letze die Rechtsgleichheit und die Eigentumsfreiheit. In der Replik lässt der
Beschwerdeführer zudem festhalten, dass geleistete Beiträge aus Gründen
der Rechtsgleichheit zu berücksichtigen seien.
11.2.
Die Beschwerdegegnerin hält fest, es sei unbestritten, dass die Rechtsvor-
gängerin des Beschwerdeführers 1972 nach damals geltendem Recht eine
Anschlussgebühr und einen Klärbeitrag im Gesamtbetrag von Fr. 9'396.-
bezahlt habe. Der Beschwerdeführer könne aber zum heutigen Zeitpunkt
aus der Abgeltung für die damals wohl genügende Erschliessung keine An-
sprüche ableiten.
Im Weiteren macht die Beschwerdegegnerin in der Duplik geltend, dass
von einer mehrfachen Abschöpfung des Sondervorteils keine Rede sein
könne. Nach früherem Recht seien Anschlussgebühren und "Klärbeiträge"
- 19 -
einmalig beim Anschluss einer Liegenschaft an die öffentliche Kanalisation
geschuldet gewesen. Mit den Anschlussgebühren sei das bestehende Ka-
nalisationsnetz, mit den "Klärbeiträgen" die Kläranlage finanziert worden.
Diesbezüglich werde aber nicht mehr unterschieden. Schon lange werde
mit der Baubewilligung bzw. dem Anschluss einer Liegenschaft nur noch
eine Anschlussgebühr erhoben. Die Anschlussgebühren würden - zusam-
men mit den verbrauchsabhängigen Benützungsgebühren - die Erneue-
rungs- und Unterhaltskosten der bestehenden Abwasseranlage decken.
Demgegenüber handle es sich bei den Erschliessungsbeiträgen um Abgel-
tungen der Grundeigentümer an die Erstellung, allenfalls Änderung, eines
kleinen Teils des Erweiterungsnetzes.
Die Rechtsvorgängerin des Beschwerdeführers habe 1972 eine Anschluss-
gebühr und einen Klärbeitrag, nach heutiger Terminologie also eine An-
schlussgebühr für den damaligen erstmaligen Anschluss ihrer Hausan-
schlussleitung an die öffentliche Leitung an der D bezahlt. Der damalige
wirtschaftliche Sondervorteil habe darin bestanden, dass es ihr von da an
erspart blieb, die gesetzlich vorgeschriebene Entwässerung in eigener Re-
gie durchzuführen. Demgegenüber bewirke die heutige Erweiterung des
Kanalisationsnetzes einen wirtschaftlichen Sondervorteil, weil die Liegen-
schaften abwassertechnisch rechtsgenügend erschlossen werden.
11.3.
Wie bereits ausgeführt wurde (Erw. 8.3.3.) wird die Parzelle aaa mit Erstel-
lung des Entwässerungsprojekts erstmals dem GEP entsprechend und so-
mit in Bezug auf die Entwässerung plankonform erschlossen. Ohne die
plankonforme Erschliessung des Grundstücks hätte der Beschwerdeführer
keinen Neubau erstellen können. Dass das Grundstück mit der plankonfor-
men Erschliessung baureif wird und die Erstellung eines Neubaus über-
haupt möglich macht, stellt den wirtschaftlichen Sondervorteil dar (Erw.
6.4.).
Die Beitragserhebung erfolgte zu Recht und gilt die erstmalige GEP-
konforme Erschliessung der belasteten Flächen ab.
Davon zu unterscheiden sind die beiden 1972 entrichteten Abgaben. Damit
wurde der Abwasseranschluss der damals errichteten Bauten bezahlt. Die
Leistung seiner Rechtsvorgängerin kommt dem Beschwerdeführer heute
noch zugute, indem ihm bei der aktuellen Anschlussgebührenbestimmung
die nun abgebrochenen und ersetzten Bauten von 1972 angerechnet wer-
den. Für die seinerzeitige Abgabe von Fr. 9'396.- wird heute die voraus-
sichtliche Abwasseranschlussgebühr um fast Fr. 80'000.- gesenkt. Einen
analogen Vorteil haben die Eigentümer der anderen beitragsbelasteten
Grundstücke nicht, weil deren Land noch nie bebaut war.
- 20 -
Eine zusätzliche Wirkung der damaligen Zahlungen auf den vorliegenden
Beitragsstreit ist unter keinem Titel zu rechtfertigen. Insbesondere kann von
Verletzungen des Gleichbehandlungsgebots oder der Eigentumsgarantie
nicht die Rede sein (zur Kostenverteilung unter den Privaten vgl. schon
Erw. 10.4.)
12.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Entwässerungsprojekt X-
Strasse grundsätzlich geeignet ist, den betroffenen Grundeigentümern ei-
nen wirtschaftlichen Sondervorteil zu generieren (Erw. 8.3.1.). Das Grund-
stück des Beschwerdeführers wird dadurch erstmals abwassertechnisch
gemäss GEP erschlossen und wurde daher zu Recht in den Beitragsperi-
meter aufgenommen (Erw. 8.3.3.). Zudem sind das Kostenbetreffnis der
Gemeinde von 30 % (Erw. 9.) sowie die Aufteilung der Kosten unter den
Grundeigentümern (Erw. 10.4.) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist
daher vollumfänglich abzuweisen.
13.
13.1.
Für die Aufteilung der Verfahrenskosten und die Verlegung der Parteikos-
ten gelten die allgemeinen Regeln; massgebend ist somit der Prozessaus-
gang (§ 31 Abs. 2 und § 32 Abs. 2 VRPG). Die Beschwerdeführerin unter-
liegt, da die Beschwerde umfassend abzuweisen ist.
Die Beschwerdeführerin hat demnach die Verfahrenskosten und ihre eige-
nen Parteikosten sowie die Parteikosten der Beschwerdegegnerin zu tra-
gen (vgl. § 29 VRPG; AGVE 2009, S. 289; Entscheid des Bundesgerichts
1C_380/2009 vom 20. April 2010). Der von der Beschwerdeführerin geleis-
tete Kostenvorschuss wird mit den von ihr zu tragenden Verfahrenskosten
verrechnet.
13.2.
Mit Kostennote vom 17. Mai 2013 macht der Vertreter der Beschwerdegeg-
nerin folgende Entschädigung geltend:
Streitwert: Fr. 128'835.-
Honorar gemäss (§ 8a lit. a Ziff. 4 AnwT) Fr. 9'000.00
Barauslagen:
Kopien Fr. 129.50
Porti Fr. 47.00
Telefongebühren Fr. 12.50
Reisespesen Fr. 58.10
Total Auslagen Fr. 247.10
Total Aufwand Fr. 9'247.10
- 21 -
Mehrwertsteuer 8.0 % Fr. 739.75
Total Aufwand inkl. MWSt Fr. 9'986.85
13.3.
Die Parteientschädigung richtet sich nach dem Dekret über die Entschädi-
gung der Anwälte (Anwaltstarif, AnwT; SAR 291.150) vom 10. November
1987. Die Regelung der Entschädigung in Verwaltungssachen wurde am
10. Mai 2011 revidiert. Das neue Recht trat am 1. Juli 2011 in Kraft. Vorlie-
gend wurde das Verfahren nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung bei
der Schätzungskommission hängig, weshalb der Anwaltstarif in der Fas-
sung vom 1. Juli 2011 zur Anwendung gelangt.
13.4.
Die Entschädigung wird bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten nach dem
Streitwert berechnet. Die Grundentschädigung gemäss Pauschalrahmen-
tarif (§ 8a Abs. 1 lit. a AnwT) ist in besonderen Fällen anzupassen (§ 8b
AnwT in der Fassung vom 1. Juli 2011).
Die geltend gemachte Grundentschädigung von Fr. 9'000.- liegt etwas un-
ter dem Mittelwert des für einen Streitwert von über Fr. 100'000.- bis
Fr. 500'000.- vorgegebenen Rahmens von Fr. 5'000.- bis Fr. 15'000.- (§ 8a
Abs. 1 lit a Ziff. 4 AnwT) und erscheint im konkreten Fall den Kriterien von
§ 8 Abs. 2 AnwT als angemessen.
Auslagen und MWSt werden zusätzlich abgegolten (§ 13 AnwT).
Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin die richterlich über-
prüften Parteikosten von Fr. 9'986.85 zu ersetzen.