# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d2317b8-3e0e-47f5-b295-9afa56f4fea1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 2005
,
besuchte
nach dem
Kindergarten
eine Einschulungsklasse und ab der
2.
bis zur
6.
Klasse
eine
K
leinklasse
in
A._
.
Im Schuljahr 2018/
2019 trat sie in die Oberstufe (Regelklasse
Sek
undarschule
C)
ein
. Nach einem A
ufenthalt in der
Kr
isenintervention
B._
wurde
ab März 2019 eine Fremdplatzierung im Jugendheim
C._
organisiert (vgl.
Urk.
7/2/2 f.
und
Urk.
7/3/1). Im
November 2019
fand
der
Übertritt in die Mädchen
wohngruppe der Stiftung
Z._
statt, wo
die Versicherte
die Ober
stufe
besuchte
(
Urk.
7/3/7 und
Urk.
7/14/
9).
Über die Stiftung
Z._
meldete sich die Versicherte a
m
2
6.
Oktober
2020 für
berufliche
Massn
ahmen (IV-Berufsberatung und erstmalige berufliche Ausbildung)
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (
Urk.
7/4
und
Urk.
7/5
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zog
medizinische
Berichte
der
behandelnden Ärzte (
Urk.
7/12,
Urk.
7/15
) und der P
sychiatrischen Universitätsklinik
E._
bei
(
Urk.
7/17
/
12
-17).
Nach einer Besprechung zwischen dem regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
,
der IV-Berufsberatung und der IV-Kundenberatung (vgl.
Urk.
7/23) stellte die IV-Stelle m
it Vor
bescheid vom 1.
Februar 2021 (
Urk.
7/19) die Vernei
nung eines Anspruchs auf erstmalige berufliche Ausbildung in Aussicht.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
4.
Februar 2021 (
Urk.
7/22) Einwand unter Beilage eines weiteren Berichts der
Psychiatrischen Universitätsklinik E._
(
Urk.
7/20) und eines Schulberichts der Stiftung
Z._
(
Urk.
7/21).
M
it Verfügung vom
3.
Mai 2021 entschied die IV-Stelle
im angekündigten Sinn
e
und verneinte den Anspruch auf erstmalige berufliche Ausbildung (
Urk.
2).
2
.
Dagegen erhob die Versicherte
, vertreten durch die Stiftung
Z._
(vgl.
3/4)
,
am 2
0.
Mai 2021 (
Urk.
1)
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, d
ie Verfü
gung vom
3.
Mai 2021
sei aufzuheben
und
es sei
festzustellen,
dass
die Beschwer
deführerin
Anspruch
auf
Unterstützung bei der
erstmalige
n
beruflichen Ausbil
dung
hat
. Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Juni 2021
schloss die IV-Stelle auf A
bweisung der Beschwerde (
Urk.
6
). Dies wurde der Beschwerdeführerin
am 2
9.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemei
nen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) bedrohte Versicherte haben
gemäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 1
5.
Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versi
cher
te Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigun
gen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Aus
geschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchti
gung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenversiche
rung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
1.
3
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
die berufliche Grundbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBG) sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
1.
4
Als invalid im Sinne von
Art.
16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte den
Anspruch auf erstmalige berufliche Aus
bildung
mit der Begründung
(
Urk.
2)
, dass
g
emäss Stellungnahme
des
RAD
kein invalidisierender
somatischer
Gesundheitsschaden vor
liege,
die beschriebenen Ein
schränkungen de
r psychischen Fähigkeiten
nur leichtgradig
seien
und
sich
diese
nach
S
istieren des Cannabiskonsums noch verbessern
lassen
könnten
. G
emäss Einschätzung
ihrer
Berufsberatung
seien damit keine funktionalen
Ein
schränkungen vor
handen
, welche die berufliche Ausbildung wesentlich ein
schränkt
en und einen
Anspruch auf Massnahmen im Rahmen der erstmaligen beruflichen Ausbildung begründen
könnten
.
Somit bestehe
kein A
nspruch auf diese Leistungen
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
,
sie
habe aufgrund einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens und ihrer niedrigen Intelligenz IQ 70-84, welche als Lernbehinderung g
elte
, Anspruch auf Unterstützung
bei
der erstmaligen beru
flichen Ausbildung durch die Beschwer
degegnerin
.
Auch eine offizielle Multicheck
-
Eign
ungsanalyse im EBA
-
Bereich zeige
, dass
sie
in
den schulischen Bereichen nicht über aus
reichendes Lernpoten
tial verfüge, um einer EBA
-
Lehre im ersten Berufsmarkt stand
halten
zu können
. Die schulischen Werte
seien klar im nicht ausreichenden
Bereich,
dies
bei durch
sch
nittlichen praktischen Werten. D
ie Diagnosen und Ergebnisse der Beric
hte der Universitätsklinik
F._
, der
SAV-Beri
cht des Schulpsychologen und der
Multi
check beschrieben
klar,
dass
sie
aufg
rund
des
niederen kognitiven Potentials u
nd der hyperkinetischen Störung
des Sozialverhaltens, welche im Jahr 2013 und
nochmals im Jahr 2019 festgestellt w
orden sei, den
Anforderungen einer
Ausbil
dung
ohne Unterstützung nicht g
ewachsen sei
.
3.
3.1
Im Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik
E._
vom
2.
Juli 2018 (
Urk.
7/17/12-17)
führte Oberärztin
Dr.
med.
G._
aus
(S. 1)
, die Zuweisung sei durch die Mutter und auf Initiative der
Therapeutin
Frau
H._
und im Auftrag des SPD
A._
erfolgt. Die Therapeutin sehe die Beschwerdeführerin sei August 2015 und zuvor habe bereits eine Therapie am SPD
A._
von Januar 2013 bis
Ende 2014 bestanden
,
wobei der Anmeldungsgrund ein auffälliges Sozial
verhalten mit schwankender Stimmung gewesen sei. In der Therapie wirke die Beschwerdeführerin oft ambivalent, traurig, überfordert mit den täglichen Kon
flikten und der eigenen Gefühlslage, was durch die Therapie nicht wesentlich habe verändert werden können. Daher sei der Wunsch nach psychiatrischer Abklärung an der
I._
mit Schwerpunkt Verhalte
n, Emotionen und Persönlich
keit erfolgt.
Im Ersteindruck zeige sich eine 12-jährige, körperlich sehr viel älter wirkende, grossgewachsene Jugendliche, welche problemlos mit der Untersucherin in Kon
takt komme, sich im Gespräch der Erwachsenen
jedoch sehr zurücknehme
. Der geplanten Abklärung sehe
sie
eher gleichgültig und ohne viel
Emotionen ent
gegen. Lebh
after wirke sie
, als das Gespräch auf eine vorgeschlagene sportl
iche Freizeitbeschäftigung komme. Die Beschwerdeführerin gebe auf konkrete einfa
che
Fragen klare und
kurze Antworten
;
Auskunft über ihre eigenen Gefühle
zu geben,
falle ihr eher schwer.
Psychomotorisch
sei sie unauffällig, i
m Verh
alten freundlich und angepasst. Die
Auffassung und Konzentration
sei
im Gespräch nur schwer
beurteilbar. S
ie habe
teilweise
aber Mühe
,
die Fragen nach ihrer Befind
lichke
it genau zu beantworten. Formale oder inhaltliche Denkstörungen, Hin
weise für Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder
Ich-Störungen
bestünden keine. Der affektive
Rapport
sei
gut herstellbar,
die Beschwerdeführerin wirke aber
in de
r Stimmung etwas niedergedrückt und im
Affekt eher etwas flach.
Sie sei p
sychomoto
risch ruhig
und
im Antrieb normal
.
Sie
berichte
über normalen Appetit und
darüber,
dass sie keine
Ein
- oder
Durchschlafstörungen
habe
(S. 2)
.
Klinisch beurteilt zeigten sich kursorisch keine Hinweise auf eine schwerwiegende psychiatrische Erkrankung oder tiefgreifende Entwicklungsstörung.
Es könne eine a
kzentuierte Persönlichkeitsentwicklung im Sinne von ängstlich-vermeidende
n
und teils noch kindlichen Persönlichkeitszügen
vermutet werden und es
bestün
den einig
e
Hinweise auf
eine
zusätzliche Bindungsstörung, jedoch keine klare
Diagnose
. Als Diagnosen nannte die Ärztin ein
e
Dysthymia
, ICD
-
10
F34.1
,
und eine akzentuierte
Persönlichkeit in Richtung ICD-
10 F60.6 mit vermehrter Unsi
cherheit, Gefühlen von Minderwertigkeit und Versagensängsten (S. 4).
3.2
I
n
einem weiteren
Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik
E._
vom 13.
August 2019
(
Urk.
3/1) diagnostizierten
die
Ä
rzte
eine h
y
perkinetische Stö
rung des Sozia
lverhaltens
(ICD-
10 F
90.1), niedrige Intelligenz IQ 70-84, Schlaf
störung, Adipositas
, anamnestisch regelmässiges Auftreten von Schlafpa
ralyse
n und deutliche soziale
Beeinträchtigungen
(S
. 6
f.
)
.
Zum Befund führten die Ärzte aus
(S. 3)
, bei der
Beschwerdeführerin
handle es sich um
eine 14-jährige, gross gewachsene und dadurch auch älter wirkende, über
gewichtige, zurückhaltende, altersentsprechend gekleidete Jugendliche mit gutem Augenkontakt. Sie sei im Kontakt eher verschlossen und leicht gereizt und während der Sitzung wach, bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert. Im Interview zeigten sich keine Hinweise auf Konzentrations-, Auffassungs- oder Gedächtniss
chwierigkeiten, jedoch berichte
sie über starke Schwierigkeit, sich zu konzentrieren, die auch die Mutter bestätige. Das formale Denken beschreibe die Beschwerdeführerin als grübelnd und ideenflüchtig, was auch innerhalb der Abklä
rung immer wieder auffalle
.
Wenn sie fokussiert sei, seien die Angaben und das Denken kohärent. Sie verneine Zwangsgedanken und –
h
andlun
gen
sowie
Ich
Störungen, berichte
aber über Misstrauen und ein starkes Gefühl
,
beobachtet zu werden, vor allem, wenn sie alleine im Zimmer sei. Weiter
gebe
sie ungewöhn
liche Denkinhalte
an
,
so
den Glauben an
Dämone
und
auch
optische und visuelle Halluzinationen
in Form einer schwarzen Gestalt, welche mit ihr reden würde. Die Wahrnehmungsstörungen würden dabei ausschliesslich im Zusammenhang mit Schlafparalyse
n
stattfinden
. Eine Realitätsüberprüfung sei aber vorhanden.
Weiter gebe
die Beschwerdeführerin
als
taktile
Halluzination
an
,
dass sie das Gefühl habe
,
berührt zu werden. Affektiv
sei sie
spürbar
aber
reduziert sc
hwin
gungsfähig. D
ie Stimmung
sei
leicht deprimiert
,
gereizt und affektlabil. Zudem
berichte
sie
von
Hoffnungslosigkeit und Gefühllosigkeit. Der Antrieb
sei
normal, m
otorisch
sei sie unruhig
. Zudem
berichte
sie
von starken Eins
chlaf- und Durch
schlafstörungen und
über Alpträume und Schlafparalyse. Ein sozialer Rückzug
sei
phasenweise vorhanden, jedoch nicht überdauernd. Der Appetit
sei normal bis übermässig.
Es sei n
ichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten (Ritzen) am linken Unterarm vor
gekommen,
komme aber
seit mehreren
Monat
en
nicht mehr
vor
. Auf Nachfrage berichte
sie über lebensmüde Gedanken, habe aber
keine konkre
ten Suizidpläne und
könne
sich klar von suizidalen Handlungen distanzieren.
Aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin, der Mutter, der eingeholten Anamnese der Wohngruppe sowie unter Einbezug der früheren
und
aktuellen Abklärungsbefunde
müsse von einer komplexen Entwicklungs- und Beziehungsstörung bei schwierigen psychosozialen Entwicklungsbedingungen ausgegangen werden. Daneben bestehe ein erwiesenermassen niedriges kogni
tives Potential, das Boden für wiederholte Überforderungssituationen
biete bei
Anforderungen des täglichen Lebens sowie schulisch-beruflichen Leistungen. Aktuell zeige die Beschwerdeführerin Symptome einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens, die gemäss der Anamnese mit der Mutter
sich
auch
schon
in der frühen Kindheit
hätten finden lassen
, so dass die D
iagnose gerechtfertigt erscheine
. Daneben habe die Beschwerdeführerin ein
somatisierendes
Verhalten ent
wickelt, um darüber Beziehung und Aufm
erksamkeit herzustellen. D
abei
könne
der Bezu
g zum Verhalten der Mutter, die
ebenfalls wiederholt somatische Abklärungen bei sich durchführe
n
lasse, hergestellt werden
.
Zur Therapie- und Massnahmenplanung führten die Ärzte aus,
die Beschwerde
führerin benötige
im schulischen sowie erzieher
isch-sozialpädagogischen Umfeld
kleine Gruppen, die
eine
enge Begleitung, Struktur und Unterstützung ermög
lich
ten, sowie stabile Beziehungsangebote. A
ufgrund der hyperkinetischen Symp
tomatik
sei
ein
e
Medikation mit langwirksamen Stimulantien
zu versuchen, die betreffend
Konzentration und Impulsivität zu einer
Verbesserung verhelfen könnten.
Daneben
seien
Massnahmen zur
Abschirmung
von Reizen im Lernum
feld zu bedenken
und
die Untert
eilung von Aufgaben in kleinere
Arbeitsschritte h
ilfreich.
Im Gedanken an die anstehende Berufswahl und
das eng begleitete Setting, das die Beschwerdeführerin benötige
,
sei
di
e frühzeitige Anmeldung bei der
IV für
eine
erstmalige berufliche Ausbildung
zu empfehlen
, um allenfalls eine IV-gestützte Lehrstelle
in Anspruch nehmen zu können
. Zudem
wäre
e
ine ambu
lante Psychotherapie
wünschenswert. Dafür sei die Beschwerdeführerin
jedoch momentan nicht motiviert
(S. 8)
.
3.3
Im Bericht
des
Schulpsychologische
n
Dienst
es
SOD
A._
vom
7.
November 2019 (
Urk.
7/2)
führte
der zuständige Schulpsychologe
aus
(
S. 7
f.
)
, die Beschwer
deführerin sei von der
2.
bis zur
6.
Klasse in einer sehr gut geführten Kleinklasse geschult
worden. Parallel dazu habe sie
psychotherapeutische Begleitung
erhal
ten. Trotz missglücktem Reintegrationsvers
uch im Verlaufe der
6.
Klasse
sei sie
in der Oberstufe i
n eine normale Sek
C eingeteilt worden. Darauf seien starke Krisen
sowohl im sozialemo
tional
en
Bereich wie
emotionale Kri
sen mit wahn
haften Aspekten, selbstverletzendem Verhalten und suizidalen Äusserungen
, als auch im schulischen Lernen
gefolgt
. Nach einer Eskalation in der Familie
sei die Beschwerdeführerin im Herbst 2018 für einen drei
monatigen Aufenthalt in der Kri
seninterventi
on
B._
platziert
worden und p
arallel dazu
sei
eine KOFA
-Abklärung erfolgt, welche eine längerfristige Fremdplatz
ierung
im Einverständnis
mit
der
Beschwerdeführerin
und den
Eltern
empfohlen habe. Im
März 2019
sei die Beschwerdeführerin
ins Jugendheim
C._
über
getreten
und
habe dort
die
öffentliche Sekundarschule i
m Schulhaus
J._
besucht.
Während das
C._
anfänglich mit
der Beschwerdeführerin habe pädagogisch arbeiten können
,
sei
die Situation in der Schule v
on Beginn an überaus schwierig gewesen. Sie sei
nicht nur stoffl
ich weit im Rückstand
gewesen
und habe
sich auch kaum auf das Lernen einlassen
können
.
Auch
ihr
emotionales und soziales Verhalten
sei derart gewesen
, dass sie nur
in
einem
kleinen Teil der Zeit dem Unterricht
habe folgen können. In der übrigen Zeit,
wenn sie überhaupt
zur
Schule
gekom
men sei, habe sie
individuell betreut werden
müssen
.
Die
Schulpflege
A._
habe
als Notfallmassnahme 15 Assistenzstunden
bewilligt
. Trotz di
eser Unterstüt
zung habe
die Schule
J._
mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin das Schul
system überfordere und
sie
eine viel
individuellere und engere Betreuung benötige, als
die Schule dies
leisten könne. Mit fortschreiten
dem
Aufenthalt habe auch das Jugendheim
C._
von grösseren Schwierigkeiten berichtet und sich Sorgen gemacht, dass sich der emotionale Zustand der Beschwerdeführerin zunehmend verschlechtere
. A
uch im Wohnbereich
sei deshalb
häufig eine Eins-zu-eins-Betreuung
benötigt worden
. D
as
C._
könne
dies aber nicht oder nur ungenügend leisten
und es werde
ein
Schulheim
benötigt
,
das
Erfahr
ung mit schulisch/intellektuell
schwächeren und emotional labilen
und bedürftigen Jugend
lichen habe
.
3.4
Die Stiftung
Z._
führte im Bericht
vom 2
1.
September 2020 (
Urk.
7/3/1
4)
zu Händen der Invalidenversicherung aus, die Beschwerdeführerin
sei am 10.
November 2019 vom Familienzentrum
C._
in
K._
in die Mädchenwohngruppe
L._
der Stiftung
Z._
übergetreten. Aufgrund einer Lernbehinderung habe die schulische Förderung in einer öffentlichen Regelschule nicht mehr gewährleistet werden können. Ferner sei
en
in der Her
kunfts
institution umfassende Freiheiten gewährt worden, mit denen sie nicht habe umgehen können und die sie massiv verunsichert und sie in ihrer alters- und sozialadäquaten Entwicklung behindert hätten. Ebenfalls sei sie durch eine schwierige und konfliktbehaftete Scheidung der Eltern traumatisiert worden.
Bei der
Beschwerdeführerin
handle es sich um
eine 15-jährige junge Frau, kameruni
scher Herkunft, von grosser Statur, deren körperliche Entwicklung weitgehend abgeschlossen sei. Zu Beginn in der Stiftung habe sie ihre Gefühle, insbesondere das Aufkommen von Wut und Aggressionen, nur
schwer unter Kontrolle gehabt und
auf
vermeintliche
Kritik
sehr schnell
heftig
reagiert
,
dabei
sei
sie
unvermittelt in eine Abwehrhal
tung
gegangen. Zwischenzeitlich gelinge es ihr, ihre Gefühle zu kanalisieren, bzw. das Gefühl Wut zu verbalisieren und darüber zu sprechen.
Um sich selber zu regulieren und in Folge eines chronischen Konsums, habe sie täglich mehrmals (illegal) Cannabis konsumiert. Die Vorabklärung
en
2020 in einer psychiatrischen Drogenrehabilitati
onsklinik in
M._
hätten
erge
ben, dass die Diagnose einer Drogenabhängigkeit gestellt werden könne, aber die Cannabis-Abhängigkeit als alleinige Problemstellung für einen vollstationären Aufenthalt nicht ausreiche
nd
sei.
Es sei
eine ambulante Drogentherapie empfoh
len worden, an der die Beschwerdeführerin
aktuell
teilnehme.
Im Sozialverhalten zeige sie sich im Kontext der Gruppe sehr extrovertiert, stehe gerne im Mittel
punkt und führe das Wort hinsichtlich der vermeintlichen Gruppeninteressen. Dabei werde ihr Verhalten gegenü
ber ihr fremden Personen
teilweise
als
provo
zierend bis beleidigend erleb
t. Sie habe kreative Ideen bezüglich
ihrer Freizeit
gestaltung, diese seien aber teilweise nicht bis zum Schluss
durchgedacht
; thema
tisiert werden müsse
in diesem
Zusammenhangetwa
der Umgang mit Geld oder auch, dass ein Hobby nicht schnell wieder aufgegeben werde
n könne
. Sie pflege kaum eigene Freundschaften und während der Woche beschäftige sie sich
auf der Gruppe zumeist mit You
Tube und/oder Musik. Sie sei 174 cm gross und wiege 98.4 kg und klage häufig über Schmerzen, die sich nach entsprechenden ärztli
chen Untersuchungen aber als medizinisch unbegründet er
w
i
e
sen
hätten
. Auf
grund des bekannten Cannabisk
onsums, insbesondere während den
Wochen
enden, nehme sie derzeit an eine
r externen Suchttherapie teil
.
A
ufgrund von Ein
schlafproblemen sei von der behandelnden Psychiaterin das Medika
ment
Sequase
verordnet worden, das
bei Bedarf eingenommen werde.
Vor dem Hintergrund einer angestrebten Berufsausbildung sei es wichtig, dass
die
Beschwerdeführerin sozialadäquate Verhaltensmuster erlerne, die es ihr ermög
lichten, sich sicher und selbstbewusst in der Berufs- und Erwachsen
enwel
t zu bewegen. Dazu gehört
en
sowohl
das Ein- und Unterordnen wie auch
das Annehmen von
konstruktive
m
Feedback
von Erwachsenen
. Das
Einhalten von persönlichen Strukturen w
ie Ordnung, Sauberkeit, Hygiene
sowie das Einhalten von Regeln und Pün
ktlichkeit stell
t
e
n
einen
weiteren wichtigen Bereich
dar, in
welchem
die Beschwerdeführerin noch nicht sattel
f
est sei.
Sie
sei in
ihrer Berufs
wahl n
och unsicher und möchte deshalb das zehnte Schulj
ahr
bei ihnen (
Stiftung
Z._
)
im kommend
en Jahr absolvieren, was aus
Sicht
der Stiftung
sehr
zu
empfehlen
sei
.
Die Beschwerdeführerin brauche für ihre berufliche Integration
zwingend Begleitung beim Lernen und
hinsichtlich
soziale
r
Themen
.
D
aneben
sollte sie
auch
ihren THC-Konsum
weiter
deutlich reduzieren
, um psychische und körperliche
Spätfolgen zu vermeiden.
3.5
Dr.
med. univ.
N._
, Oberarzt am
O._
Zentrum für Suchtmedizin
,
wies im undatierten Bericht zu Händen der Beschwerdegegnerin auf die seit 2
5.
Sep
tember 2020
durchgeführte wöchentliche
Behandlung
hin
mit
letzter Kontrolle vom 18.
Dezember 2020 (
Urk.
7/15). Als Diagnose
n
nannte der Arzt:
-
Psychische und Verhaltensstörung durch
Cannabinoide
: Abhängigkeits
syndrom (ICD-10 F12.2)
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Borderline
Typ (F60.31)
Der Arzt führte au
s, d
ie 15-jährige Beschwerdeführerin komme zur ambulanten Behandlung aufgrund einer dreijährigen Cannabisabhängigkeit und einer aktu
ellen schweren psychosozialen Situation. Mehrere Versuche abstinent zu bleiben, seien
ohne Erfolg geblieben. Vor einigen Tagen habe sie den Konsum r
edu
ziert
;
aktuell leide
sie unter leichte
n Entzugserscheinungen,
Konzentrations
störungen, innere
r
Unruhe, leichte
n
Schlafs
törungen, Interessenverlust und
aggressive
n
ver
bale
n
Ausbrüche
n
. Auslöser für die aktuelle Krise s
eien
Unzufrie
denheit mit dem Leben im Internat, viele
Einschränkungen und finanzielle «
Beschwerden
»
. Erfah
rung mit anderen psychotropen Substanze
n
habe die Beschwerdeführerin keine
;
das
Z
iel
sei
,
einen k
ontrollierten Konsum
nur am Wochenende bis
max
imal
drei
Joints
zu erreichen
(
Ziff.
1.2)
.
Bei vollständigem Verzicht auf Cannabis oder bei einer deutlichen Reduktion des Konsums sei eine günstige Prognose mit langen symptomfreien Intervallen und guten Chancen auf eine erfolgreiche langfristige Arbeitseingliederung zu erwarten. Die weitere Prog
nose bei der Diagnose
einer
emotional instabile
n
Persönlichkeitsstörung vo
m
Borde
r
line
Typ sei bei gleich
zeitig vorliegendem Abhängigkeitssyndrom stark vom Substanzkonsumverhalten der Beschwerdeführerin und regelmässige
n
ambulante
n
psychiatrisch-psychothe
ra
peu
tischen
Terminen
abhängig (
Ziff.
3.3)
.
Die Beschwerdeführerin sei aktuell 100% arbeitsfähig und wünsche sich eine Tätigkeit als
Logistikerin
(
Ziff.
4.1).
3.6
RAD-Arzt
Dr.
P._
, Facharzt für Kinder- und
Jugendmedizin, Neuropädiatrie
,
verneinte
in seiner A
ktenbeurteilung vom 8.
April 2021 (
Urk.
7/26/2)
die Frage
eines
für die berufliche Ausbildung erschwerend
en Gesundheitszustandes. Dazu führte
er
aus,
aktuell
liege
kein somatisch bedingter invalidisierender G
esund
heits
schaden vor
. Die früher beschriebene Lernstörung/-einschränkung und die Symptomatik des ADS sei
en
am ehesten psychosozial bedingt. Die aktuell beschrie
benen Einschränkungen der psychischen Fähigkeiten seien nur leicht
gradig und sollten sich nach Sistieren des Cannabiskonsums noch verbessern. Somit ergebe sich aktuell in der Zusammenschau aller vorliegenden Berichte kein Anspruch auf Massnahmen nach Art.16 IVG.
4.
4.1
Es ist aktenkundig, dass d
ie am 1
0.
Mai 2005 geborene und im Zeitpunkt der leistungsabweisenden Verfügung vom
3.
Mai 2021 knapp 16-jährige B
eschwer
deführerin
bereits nach dem Kindergarten
in
eine
r
Einschulungsklasse und
von
der
2.
bis zur
6.
Klasse
im Rahmen
einer Kleinklasse unterrichtet
wurde
.
D
er Über
tritt in eine Regelklasse der Oberstufe Sek C
gelang
nicht
und war mit einer Krise verbunden, die zu einem
dreimonatigen Aufenthalt in einer Kriseninterventions
einrichtung
führte.
Auch b
ei der
anschliessend
en
Fremdplatzierung im Jugend
heim
C._
konnte
die Förderung der
Beschwerdeführer
in
im Rahmen einer öffentlichen Regelschule
nicht gewäh
rleistet werden
.
Deshalb
fand i
m November 2019
der
Übertritt in die Stiftung
Z._
(Sonderschulinternat)
statt
, wo die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
das dritte Jahr (
9.
Schuljahr) der Oberstufe besucht
e
(
E. 1
,
E. 3.3 und E. 3.4 hiervor
, vgl. auch
Urk.
7/3/5-10
)
.
4.2
In medizinischer Hinsicht ist aktenkundig, dass ein auffälliges Sozialverhalten bereits anfangs 2013
–
die Beschwerdeführerin war knapp 8-
j
ährig
–
therapeu
tis
che
Interventionen
e
rforderte
. Spätere Erstabklärungen
in der
Psychiatrischen Universitätsklinik
E._
führten zur Diagnose einer
Dysthymia
, ICD-
10 F34.1 und eine
r
akzentuierte
n
Persönlichkeit in Richtung ICD-
10 F60.6
(ängstlich ver
meidende Persönlichkeitsstörung)
. W
eitere Abklärungen in der
Psychiatrischen Universitätsklinik
ergaben die
Diagnose einer h
y
perkinetischen Störung des Sozi
a
l
verhaltens
(ICD-
10 F90.1) und
eine
niedrige Intelligenz IQ 70-84
(E. 3.1
und E.
3.2)
;
zuletzt
wurde die
Diagnose
einer e
motional instabile
n
Persönlich
keits
störung
vom
Borderline
Typ (
ICD-
10
F60.31)
gestellt
.
Daneben
ist eine Such
t
problematik
(
dreijährige Cannabisabhängigkeit
)
aktenkundig
,
welche
im Jahr 2020 zu einer Vorabklärung in einer Drogenrehabilitationseinri
chtung geführt hat. D
ie Suchtproblematik
wurde dabei
nicht als ausreichend für einen stationären A
ufenthalt erachtet
(vgl. E. 3.4 hiervor)
;
diesbezüglich
befindet sich die
Beschwerdeführerin
s
eit 25.
September 2020 einmal wöchentlich bei
Dr.
N._
in Behandlung (E. 3.5).
4.3
Die Stellungnahme des RAD,
wonach
die
Symptomatik des ADS
am ehesten psy
chosozial bedingt
sei
,
greift vor diesem Hintergrund zu kurz. Die Beschwerde
führerin zei
gt
e
bereits seit der Einschulung
medizinische
Auffälligkeiten, die es ihr nicht ermöglichten
,
die Regelschule zu besuchen. Auffällig ist auch der frühe Konsum von S
uchtmitteln, welcher
offenbar bereits im Primarschulalter einsetzte und zur Abhängigkeit führte.
Mit
den Untersuchungsbefunden und
der Diagnose
einer
hyperkinetischen St
örung des Sozialverhaltens (ICD-
10 F90.1
; zur Verwen
dung der dazugehörenden Begriffe ADS, ADHS, vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V[F]: Klinisch diagnostische Leitlinien
, 1
0.
Auflage, Bern 2015, S. 362
)
, die zuletzt gar im Rahmen einer
spezifischen
Persönlichkeitsstörung
(vgl.
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt
a.a.O. S. 276 f.)
gesehen wurde
n,
ist
eine psychische Gesundhei
ts
beeinträchtigung vorhanden
,
welche
die Beschwerdeführerin
in ihrer Leistungs
-
und Ausbildungsfähigkeit in einem relevanten Ausmass beeinträch
tigt.
D
ie Eignungs
analyse
Multicheck
(Logistiker/in EBA)
vom 2.
Oktober 2020 (
Urk.
7/14
/
5-8
), welche für Jugendliche mit tiefem schulischen Leistungsniveau entwickelt
und
für die Beschwerdeführerin
von der
Stiftung
Z._
einge
reicht
wurde, zeigt sodann auf, dass
diese
den Anforderungen eine
r
solche
n
Aus
bildung
auf dem ersten Arbeitsmarkt
(noch) nicht
gewachsen ist
.
Somit
ist
auch nachvollziehbar
, dass die
Stiftung
Z._
ein
zehnte
s
Schuljahr
empfohlen hat (vgl. E. 3.4)
.
Im Weiteren
ist zu beachten, dass berufliche Massnahmen auch zum Zweck haben, subjektive Eingliederungshindernisse zu beseitigen, die leistungsein
schränkend, jedoch nicht krankheitsbedingt sind (vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage,
Rz
16 zu
Art.
16
). Hierfür
erscheint
der
geschützte Ausbildungs- und Wohnrahmen in der
Stiftung
Z._
geeignet.
Im Hinblick
auf
eine teilweise ungute Arbeitshaltung, allfällige nicht krankheits
bedingte Überzeugungen
, eine
gewisse
Unzuverlässigkeit
beispielsweise im Lern
verhalten
oder
ein
Hinwegsetzen über bestimmte Regeln (Cannabiskonsum)
gehört
es
vorliegend
zur Aufgabe
des unterstützenden Lern- und Wohnumfeldes
, persönlichkeitsbildend
zu wirken
, um
die Beschwerdeführerin
so
zu einer Verbes
serung im Verhalten zu führen
, was die Grundlage für eine spätere berufliche Integration
legt
.
Insofern
bildet
die
teilweise fehlende Ar
beits- und Leistungs
haltung
keinen
Ausschlussgrund für
ein invaliditätsbedingt schützendes beruf
liches
Ausbildung
sumfeld
, so
ndern
zeigt
vielmehr
die Notwendigkeit
eines solchen
auf
.
Zusammengefasst ist
die
Beschwerdeführerin nachweislich von einer Invalidität bedroht
, weshalb ihr grundsätzlich
der
Zugang
zu
berufliche
n
Massnahmen der Invalidenversicherung
zu gewähren ist
.
Indem d
ie Beschwerdegegnerin
den Anspruch auf erstmalige berufliche Ausbildung
pauschal verneint
hat, hat sie
sich
zu Unrecht nicht
damit auseinander
gesetzt
, in welcher Form
die Beschwerde
führerin
allenfalls
Unterstützung
bei der
beruflichen Eingliederung
benötigt und
welche Leistungen sie hierfür
b
eanspruchen könnte
.
In Betracht fallen vorliegend insbesondere die Berufsberatung gemäss
Art.
15 IVG (E. 1.2) und die Erstattung
der
allenfalls anfallenden
gesundheitsbedingten Mehrkosten bei der erstmaligen Ausbildung gemäss
Art.
16 IVG (E. 1.3 und E. 1.4)
.
Die Beschwerde ist somit in dem Sinn gutzuheissen, dass die angefochtene Ver
fügung vom
3.
Mai 2021
aufgehoben und die
Sache zur Prüfung von geeigneten beruflichen Massnahmen und zur neuen
Verfügung
an die B
eschwerdegegnerin zurück
gewiesen wird
.
5.
D
a die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleist
ungen zu prüfen
war, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Sie sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.