# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0c832836-e486-57a3-a2c8-b1fe36be8521
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968,
war zuletzt als Raumpflegerin teilzeitlich
erwerbstätig.
Am 1
7.
Mai 2009 rutschte sie beim Reinigen einer Badewanne aus und zog sich eine Prellung am Rücken zu (
Urk.
5/6/2 und
5/6/5).
Die Suva als zuständiger Unfallversicherer erbrachte darauf Versicherungsleistungen (
vgl.
Urk.
5/16/19
).
1.2
Am
2
6.
Juli 2010
meldete sich die Versicherte
wegen Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
5
/8). Diese klärte die erwerblichen (Urk.
5
/7,
5
/11,
5
/13,
5
/18,
5/23-27 und 5
/32) und die medizinischen (Urk.
5
/6,
5
/16,
5
/17,
5/19-21, 5
/33 und
5
/34) Ver
hältnisse sowie die beeinträchtigte Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt (Urk.
5
/37) ab. Sie qualifizierte die Versicherte als zu
76
% erwerbstätig und zu
24
%
im Haushalt tätig und sprach ihr, ausgehend von einem Gesamtinvaliditäts
grad von rund 82 % bis zum 2. März 2011 und von rund 22 % ab dem
3.
März 2011 (Urk.
5/54/3 und 5
/55), mit Verfügung vom 19. Juli 2012 eine befristete ganze Invalidenrente vom 1. Februar bis zum 3
0.
Juni 2011 zu
(Urk. 5/64)
. Die Versicherte gelangte darauf mit Beschwerde ans Sozialversicherungsgericht (Urk.
5
/78/3-17), welches
diese
mit Urteil IV.2012.00943 vom 3
0.
April 2014 abwies (Urk.
5
/88). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
5
/89/2-21) wies das Bundesgericht mit Urteil 9C_487/2014 vom 2
9.
Dezember 2014 ab (Urk.
5
/93).
1.3
Im Juni 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an und machte geltend,
sie leide
inzwischen au
ch an neurologischen und an psy
chischen Beschwerden (vgl. Urk.
5/95 und 5
/96). Die IV-Stelle nahm die mit der Anmel
dung eingereichten medizinischen Unterlagen zu den Akten (Urk.
5
/94) und zog weitere Arztberichte bei (Urk.
5
/100,
5
/101,
5/103 und 5
/104). Mit Schreiben vom 1
1.
September 2015 (Urk.
5
/107) teilte sie dem Rechtsvertreter der Versicherten mit, sie
übernehme
d
ie Kosten für eine polydiszipli
näre medizinische Abklärun
g in den Fachbereichen Allgemei
ne/Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie, da zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende
medi
zinische Unter
suchung notwendig sei. Ohne schriftlich begründeten Gegenbericht bis am 23. September 2015 werde
sie
nach dem Zufallsprinzip
eine Gutachter
stelle bea
uftragen
. Die IV-Stelle legte dem Schreiben ihre Fragen an die medizi
nische Fac
hstelle samt Merkblatt zur poly
disziplinären Begutachtung bei (Urk.
5
/105/3 und
5
/106) und räumte dem Rechtsvertreter der Versicherten eine Frist bis
am
2
3.
September 2015 zur Stel
lungnahme und zur Einreichung von Ergänzungsfragen ein (Urk.
5
/107). Am 3
0.
September 2015 wurde der Auftrag nach dem Zufallsprinzip der
Y._
zugeteilt (Urk.
5
/109).
M
it
Eingabe vom 1
2.
Oktober 2015 (Urk.
5
/114) samt Beilage (Urk.
5
/113)
erhob der Rechtsvertreter der Versicherten
Einwände gegen die Abklärungsstelle
Y._
und insbeson
dere gegen eine Be
gutachtung durch Dr. med. Z._
, Fachärztin FMH für Neurologie. Die IV-Ste
lle hielt mit Verfügung vom 21.
Oktober 2015 an der Abklärungsstelle
Y._
und an der Begutachtung durch Dr.
Z._
fest (Urk.
5
/116).
Die
von der Versicherten
dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
5/117/3-8)
wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2015.01201 vom 2
5.
Juli 2016 ab (Urk. 5/123).
Dieser Entscheid blieb unangefochten (
Urk.
5/126).
Mit
Eingabe vom
6.
September 2016 (Urk. 5/126)
wurden weitere Arztberichte eingereicht
(
Urk.
5/125). Am
3.,
8.
und 3
0.
November sowie am 7. Dezember 2016
wurde
die Versicherte
gutachterlich
untersucht (
Urk.
5/
147/1
).
Ihr Rechtsvertreter beschwerte sich m
i
t Schreiben vom 2
2.
Dezember 2016
über
das Verhalten
der neurologischen Gutachterin
Dr.
Z._
(
Urk.
5/135). Hierzu nahm Dr.
Z._
auffor
derungsgemäss am 1
2.
Januar 2017
schriftlich Stellung (Urk.
5/138; vgl.
Urk.
5/136). Davon wurde dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Schreiben vom 1
7.
Januar 2017 Kenntnis gegeben (
Urk.
5/140).
Das Gutachten der
Y._
wurde am 2
5.
Januar 201
7 erstattet (
Urk.
5/147). Am 4.
April 2017 wurde die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zuhause abgeklärt (
Urk.
5/153). Mit Vorbescheid vom 2
5.
Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung
ihres
Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 5/156). Dagegen liess sie Einwand erheben (
Urk.
5/159 und 5/163) und weitere Unterlagen einreichen (
Urk.
5/161-162 und 5/166).
Mit Verfügung vom 5.
Dezember 2017 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2 = 5/168).
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
Dezember 2017 erhob die Versicherte
, vertreten durch Fürsprecher Frank Goecke, mit Eingabe vom
1
6.
Januar 2018
(Urk. 1) Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es seien ihr Rentenleistungen zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungs
fol
gen zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2
). Die IV-Stelle schloss am
2
2.
Februar 2018
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 4
). Davon wurde der
Beschwerdeführerin
mit
Verfügung vom 2
3.
Februar
201
8 Kenntnis gegeben (Urk. 6
).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, K
rankheit oder Unfall sein (Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede
rung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG
).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbereich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG fest
gelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindes
tens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung
der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
Die Beschwerdegegnerin vertrat
im Wesentlichen
den Standpunkt, das Gutachten d
er
Y._
vom 2
5.
Januar 2017 sei verwertbar
.
A
ufgrund
der
körperlichen Beschwerden
sei es der Beschwerdeführerin
nicht mehr möglich, die angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin auszuüben
.
S
ie könne jedoch mit einer 20%igen Einschränkung eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit dem gut
achterlich for
mulierten Belastbarkeitsprofil verrichten
.
Der aus psychiatrischer Sicht attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit sei aus rechtlichen Gründen keine invalidenversicherungsrechtliche Relevanz beizumessen.
Es sei deshalb von
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit für eine den somatischen Einschränkungen
angepasste Tätigkeit auszugehen. Im
mit 76
%
gewichteten Erwerbsbereich
bestehe somit keine Einschränkung
. Auch im Haushaltbereich sei keine Einschränkung vorhan
den, welche einen Rentenanspruch zu begründen vermöchte (
Urk.
2).
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machen, das Gutachten der
Y._
vom 2
5.
Januar 2017 sei nicht verwertbar, da die neurologische Gutachterin durch ihr Verhalten demonstriert habe, dass sie charakterlich als Gutachterin in der Sozialversicherung ungeeignet sei.
Nebst den im psychiatrischen Teilgutachten aufgeführten psychischen Leiden
hätten die Behandler
auch eine generalisierte Angststörung diagnost
iziert, welche
ebenfalls zu berücksichtigen sei
.
Insbesondere bestehe
kein
erlei
Anlass, um von der
vom psychiatrischen Teilgutachter
attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit
abzu
weichen.
Es sei
deshalb
von einer Einschränkung von 50
% im mit 76
%
gewich
teten Erwerbsbereich und
von
einer Ein
schränkung von 35,4
%
im mit 24
% gewichteten Haushalt
sbereich
auszugehen. Dementsprechend betrage der Invali
ditätsgrad
rund
46
%
, was einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründe (Urk. 1).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
Juni 2015
(
Urk.
5/95
-95
) materiell eingetreten. Es ist daher zu untersuchen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im
massgeblichen Zeitraum zwischen
der Verfügung vom 19. Juli 2012, mit welcher
(unter anderem)
ein Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem 3
0.
Juni 2011 verneint worden war
(
Urk.
5/64), und der angefochte
nen Verfügung vom 2
0.
Februar 2017
(
Urk.
2)
insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.2
Die Verfügung vom 19. Juli 2012 stützte sich in medizinischer Hinsicht auf die Ergebnisse der r
egionalärztlichen Untersuchung vom
3.
März 2011
(
Urk.
5/33;
vgl. die Feststellungsblätter für den Beschluss vom
7.
September
2011 und für den Einwand vom
2
5.
Januar 2012
; vgl.
Urk.
5
/
40
und
5
/
54
, ebenso
Urk.
5/88 und 5/93
).
Dieselbe ergab
eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule seit 09/2009 bei
Spondylolisthesis
L5/S1 Grad I mit Einengung der
Neuroforamina
links mehr als rechts, Tangierung der Nervenwurzeln L5 links mehr als rechts,
Osteochond
r
ose
L5/S1 und
leichte
r
bis mässige
r
Spondylarthrose
L3 bis S1 sowie ein kontaktallergisches Ekzem auf Nickel und Tolubalsam. Für schwere und mittelschwere Tätigkeit
en sei die Versicherte seit dem 1
8.
Mai 2009 nicht mehr arbeitsfähig
. In einer angepassten Tätigkeit (mit körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeit), überwiegend im Sitzen, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige die Wirbelsäule belastende Zwangshaltun
gen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken,
Kn
ien, Überk
o
pfarbeiten, Arbeiten in Arm
vorhalte
positionen
), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Kontakt zu Nickel und Tolubalsam) bestehe seit dem
3.
März 2011 eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
5/33/5)
.
4.
4.1
Am
2.
Dezember 2013 wurde in der
A._
eine
Spondylodese
L5/S1 durchgeführt (
Urk.
5/100/6).
4.2
Da die Versicherte über
sekundendauernde
Drehschwindelattackten
klagte,
wurde
sie
am 1
7.
und am 2
3.
Juni 2014
durch
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Hals-, Nasen-
und O
h
renkrankheiten, spez. Hals- und Gesichtschirurgie, untersucht. Diese e
rhob einen unauffälligen HNO-
Status und einen fraglich pathologischen Kopfimpulstest bei Kopfdrehung nach links
(Urk.
5/94/1)
.
Sie gab eine MRI-Untersuchung in Auftrag, welche einen alten Infarkt im linken Klein
hirn zeigte, der mit grösster Wahrscheinlichkeit für die Drehschwindel
attacken verantwortlich sei (
Urk.
5/94/2 und 5/94/3).
Nach dem
2.
Juli 2014 fanden in der HNO-Praxis keine weiteren Untersuchungen mehr statt; eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert (
Urk.
5/104/6).
4.3
Die Versicherte begab sich am
8.
Juli 2014
zu
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Dieser führte in seinem Bericht vom
7.
Juli 2015 eine
cerebrale
Ischämie/einen Kleinhirninfarkt unklarer Ursache, eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1) und ein chronisches Schmerzsyndrom lu
m
bal bei degenerativen Lenden
wirbelsäulenveränderungen als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit auf (
Urk.
5/103/2). Er attestierte der Versicherten ab dem
8.
Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
5/103/2).
4.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Hämatologie, untersuchte die Ver
sicherte am 1
4.
Januar 2015 und diagnostizierte einen auf über 150
%
erhöhten Faktor VIII, welcher mit einem leicht erhöhten Risiko für venöse und arterielle
Thromboembolien
in Verbindung
g
ebracht werden könne.
Dr.
D._
wertete das
Thromboembolierisiko
, das alleine von diesem Befund ausgehe, als nicht sehr gross und ging davon aus, die Blutgerinnung sei für den
cerebellären
Infarkt pri
mär verantwortlich. Unter der Prophylaxe mit Aspirin
cardio
lägen sämtliche
Aktivierungsparamter
im Normbereich (
Urk.
5/101/6).
4.
5
Am 1
9.
Juni 2015 untersuchte
Dr.
C._
die Versicherte erneut und hielt fest,
es
seien keine weiteren klinischen neurologischen Ereignisse aufgetreten
, seitdem im Juni 2014 ein Kleinhirninfarkt diagnostiziert worden sei. Eine MRI-Untersuchung am 21.
Mai 2015 habe einen unveränderten Befund ergeben. Bereits vor dem Kleinhirninfarkt habe die Versicherte seit mehreren Jahren an verschiedenen diffusen Ängsten gelitten
.
Seit
dessen Diagnose
hätten sich diese
im Sinne einer generalisierten Angststörung nochmals deutlich verstärkt. Beglei
tend seien auch zunehmend stark ausgeprägte Schlafstörungen hinzugetreten. Es finde deswegen eine psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlung statt (Urk. 5/103/11-13 = 5/125/1-3).
4.6
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
führte i
n seinem Verlaufsbericht vom 2
5.
Juni 2015 nebst den bekann
ten
somatischen
Diagnosen eine reaktive Depression
auf
(
Urk.
5/100/6)
.
Seit dem 18.
Mai 2009 bestehe eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit; zum Umfang der
Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit machte
Dr.
E._
keine Angaben (
Urk.
5/100/3 und 5/100/7).
4.7
Vom 2
0.
Oktober bis zum 2
8.
Dezember 2015 besuchte die Versicherte
wegen lumbaler Schmerzen
während neun Sitzungen die Physiotherapie. Ihre Physio
therapeutin
F._
beurteilte die Ursache der als immer etwa gleich beschrieb
enen Schmerzen als unklar (Urk.
5/125/4).
4.8
In
seinem Bericht vom 1
7.
Januar 2016
führte
Dr.
C._
eine generalisierte Angs
t
störung (ICD-10: F41.1) und eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-
10
:
F33.1) als psychiatrische sowie einen Status nach Kleinhirninfarkt links unbekannter Ursache und
ein
chronifiziertes
lumbales Schmerzsyndrom bei
fort
geschrittenen
degenerative
n
Wirbelsäulenveränderungen bei einem Status nach Lendenwirbelsäulenoperation 2013 als neurologische Diagn
osen auf (Urk.
5/125/6
= 5/144/1
).
Aufgrund ihrer psychischen Erkrankung sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsun
fähig (
Urk.
5/125/6). Die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft könne als besonders problematisch betrachtet werden, zumal der 2009 erlebte Sturz in einer Badewanne während der Arbeitstätigkeit als Reinigungskraft im Hotel als trau
matisch erlebt worden und als ein wesentliches auslösendes Ereignis in Bezug auf die Angststörung zu benennen sei (
Urk.
5/125/6-7).
Drei Tage nach
dem
operati
ven Eingriff im Bereich der Lendenwirbelsäule 2013 habe die Versicherte erstmals an starken Kopfschmerzen und seither an einer persistierenden Schwindelsymp
tomatik gelitten. Erst sechs Monate später sei ein Schlaganfall als mutmassliche Ursache dafür diagnostiziert worden.
T
rotz nachfolgender ausführlicher neurolo
gischer, kardiologischer und hämatologischer Untersuchungen
sei für das Schlag
anfallereignis
keine greifbare und behan
delbare Ursache gefunden worden.
D
ies werde von
der Versicherten dergestalt ver
arbeitet, dass jederzeit ein neuerliches
cerebrovaskuläres
Insultereignis
auftreten könn
t
e. Dadurch
habe sich
die in den vergangenen beiden Jahren lä
n
gerfristig bestehende Angststörung mit insbeson
dere körper- und gesundheitsbezogenen Ängsten nochmals deutlich verstärkt. I
m gleichen
Zeitraum habe sich auch ein relevantes depressives Syndrom entwickelt (Urk. 5/125/7
= 5/144/2
).
Seit Ende 2014 besuche die Versicherte eine delegierte ambulante Psychotherapie auf kognitiv-verhaltenstherapeutischer Grundlage
. Z
usätzlich
werde die Ver
sicherte
psychopharmakologisch
behandelt
, aktuell mit 25-50 mg
Valdoxan
zur Nacht (
Urk.
5/125/7).
Neurologisch sei die Versicherte gegenwärtig hauptsächlich durch eine
ungerich
tete
Schwindelsymptomatik beeinträchtigt, welche noch eine Folge und Resi
dualsymptomatik des Kleinhirninfarktes sein könnte. Allerdings sei das Beschwerdebild unspezifisch und könne auch durch andere Faktoren, zum
Bei
spiel durch eine Angsterkrankung mitverursacht und/oder aufrechterhalten wer
den. Daneben sei als Folge des Kleinhirninfarktes eine leichte Koordinations
störung nachweisbar, welche die Versicherte in ihrem Alltag nicht relevant einschränke, sie aber bei koordinativ anspruchsvolleren Tätigkeiten im ange
stammten Beruf durch
aus nennenswert beeinträchtige
(Urk. 5/125/8
= 5/144/3
).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit stehe das psychiatrische Krankheitsbild mit multiplen Ängsten im Sinne einer generalisierten Angststörung und mit
einem depressiven
Syndrom im Vordergrund.
Deswegen sei die Versicherte
gegenwärtig vollständig arbeitsunfähig. Aus neurologischer Sicht müsse di
skutiert werden, inwieweit das
c
erebrovaskuläre
Insultereignis
am psychiatrischen Krankheitsbild beteiligt sei. Bekanntermassen träten insbesondere depressive Störungen gehäuft nach Hirninfarkten auf und nähmen bei dieser Grunderkrankung vermehrt einen prologinerten Verlauf mit häufiger
Chronifizierung
. Daneben könne auch eine durch die
cerebrale
Ischämie verursachte kognitive Leistungsminderung
zum
psychiatrischen Beschwerdebild beitragen. Auch eine leichtgradige hirnorganisch bedingte kognitive Leistungsminderung wäre ein gewichtiger negativer Faktor hinsichtlich der Behandlungsaussichten und damit der Prognose des psychiat
rischen Krankheitsbildes. Aufgrund der Sprachbarriere sei eine differenzierte neuropsychologische Beurteilung jedoch schwierig, die Situation sei in dieser Hinsicht nicht vollständig einschätzbar. Falls versicherungsmedizinisch relevant, müsste deshalb eine muttersprachliche neuropsychologische Untersuchung durchgeführt werden
(Urk. 5/125/8).
4.9
CT- und MRI-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule am 1
8.
März 2016 ergaben im Vergleich zur letzten Untersuchung am 2
7.
Januar 2015 eine unverändert fest
sitzende und intakte dorsale
Spondylodese
L5/S1, progrediente, einzelne inter
vertebrale
ossäre
Brücken bei weiterhin fehlender
ossärer
Konsolidierung und keine wesentliche Anschluss-Degeneration (
Urk.
5/125/9
= 5/142/1
).
4.10
Am 1
1.
April 2016 wurde im
G._
ein SPECT-CT der Lenden
wirbelsäule durchgeführt, das keine Anhaltspunkte für eine Material
lockerung oder einen Materialbruch ergab. Es zeigte sich noch keine
anteriore
Durchbauung
L5/S1, eine ISG-Arthrose beidseits mit bilateral unspezifisch wenig
Uptake
und eine regelrechte
Implantatlage
.
Es
wurden
darauf
eine
weitere
Physiotherapie
sowie
eine klinische und radiologische Verlaufskontrolle in sechs Monaten vereinbart (
Urk.
5/125/10
= 5/143
; vgl. Urk. 5/145
).
4.11
Die
radiologische Untersuchung der Lendenwirbelsäule in der
A._
am 2
5.
November 2016 zeigte
ein
intaktes
Osteosynthesematerial
,
ohne Hinweis auf eine Lockerung
,
und ein erhaltenes Alignement. Es war kein neuer höhengemin
derter
Wirbelkörper vorhanden. Die
S
pon
d
ylarthrose
LWK 4/5 war stationär. Die beschriebenen vereinzelten
ossären
Brückenbildungen L5/S1 waren konventio
nell radiologisch nur
erahnbar
(
Urk.
5/146).
4.12
Im Gutachten der
Y._
vom
2
5.
Januar 2017 wurden die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
5/147/13):
1.
Angst und Depression gemischt (ICD-10: F41.2)
2.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
3.
Fortbestehendes chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom im Status nach lumbaler
Spondylodese
L5/S1 vom 02.12.2013
mit Verdacht auf Schraubenbruch
4.
Leichte Hypästhesie und
Hypalgesie
im distalen Segment von L5 links,
residuell
5.
Status nach Insult im Bereich der A.
cerebelli
posterior
inferior links (radiologisch diagnostiziert
am
26.06.2014).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen:
1.
Ängstlich-vermeidende Persönlichkeit (ICD-10: F60.6)
2.
Sc
hwindelbeschwerden, nicht sicher
klassierbar
, DD
residuell
nach Infarkt
3.
Myalgie-Muskelspannungsstörung der Schulter-/Nackenmuskulatur
4.
Senk-/Spreizfuss-Deformität mit
Hallux
valgus
-Deformierung
5.
Diclofenac
-Allergie
6.
Allergie gegen Nickel und Tolubalsam
7.
Faktor VIII-Erhöhung (> 150
%
)
8.
Grenzwertiger
Ferritinspiegel
/ DD latenter Eisenmangel
9.
Grenzwertiger Vitamin B12-Mangel
10.
Adipositas BMI 32.8 kg/m
2
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Zimmer
mädchen/Reinigungskraft sei aufgehoben. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit betrage 50
%
. Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit seien einzig psychiatrisch begründet (
Urk.
5/147/14-15).
Für Haushaltsarbeiten sei die Versicherte im Rahmen des Belastungsprofils arbeitsfähig (
Urk.
5/147/22 und 5/147/24).
Im Hinblick auf das Belastungs-/Ressourcenprofil wurde vermerkt, wegen der angegebenen Schwindelproblematik kämen Tätigkeiten, die eine besondere Standfestigkeit verlangten, nicht in Frage. Aus psychiatrischer Sicht sei das Belastungsprofil aktuell geprägt durch eine reduzierte Stresstoleranz, eine
redu
zierte Fähigkeit, unter Zeitdruck zu arbeiten, eine reduzierte Umstellungs
fähig
keit, eine reduzierte Ausdauer und die reduzierte Fähigkeit, im Publikumsverkehr tätig zu sein. Von orthopädischer Seite seien wechselbe
lastende Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 15 kg
möglich
. Tätigkeiten in Zwangs
haltung (Vorbeuge, Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe) sollten vermieden werden. Tätigkeiten überwiegend oder ständig im Stehen seien nicht zumutbar. Aufgrund der Angabe der Nickelallergie sollten Tätigkeiten mit Kontakt zu Nickel unterbleiben (
Urk.
5/147/15).
4.13
Die Behandler
Dr.
C._
und
dipl.
-psy
ch.
H._
teilten am 24.
August 2017 die diagnostische Einschätzung des psychiatrischen Gutachters der
Y._
, welche lediglich um die Diagnose
eine
r
generalisierte
n
Angststö
rung
(ICD-10: F41.1) zu ergänzen sei
.
Sie könnten
nicht bestätigen, dass das deut
lich reduzierte Aktivitätsniveau der Versicherten sowohl Folge ihres vermeiden
den Verhaltens als
auch Folge der Unterstützung des Vermeidungsverhaltens durch die familiäre Umgebung sei. Der Ehemann der Versicherten versuche seit längerer Zeit,
seine Ehefrau
täglich zu konfrontativen Übungen zu bewegen, allein aus dem Haus zu gehen und kleinere Tätigkeiten zu verrichten
. Diese Bemühungen hätten kaum Erfolge gezeigt
. Seit längerer Zeit habe die Versicherte grosse Mühe, aus dem Haus zu
gehen
,
und könne den Haushalt kaum selbst bestätigen. Diese Symptomatik habe trotz medikamentöser und therapeutischer Bemühungen nicht positiv beeinflusst werden können. Eine Besserung sei von einer stationären Therapie nicht zu erwarten; allein schon das sprachliche
Hin
dernis würde die Versicherte im stationären Rahmen stark verunsichern und über
fordern. Grundsätzlich wäre eine Intensivierung der Therapie wünschens
wert. Die Versicherte könnte durch die Aufarbeitung ihrer lebensgeschichtlichen Entwick
lung in ihrer Landessprache sehr profitieren, da im deutschsprachigen Setting lediglich Konfrontationsübungen, Atemübungen und Massnahmen zur Tages
strukturierung möglich seien. Entsprechende Vorschläge habe die Ver
sicherte wiederholt abgelehnt (
Urk.
5/161/1-2).
5
.
5
.1
Das Gutachten der
Y._
vom 2
5.
Januar 2017 wurde
in
Kenntnis sämtlicher medizinischen
Vorakten
erstattet (
Urk.
5
/
147
/
3
-11). Es beruht auf den fachärzt
lichen
neurologischen, psychiatrischen, orthopädisch/
traumatologischen
und internistischen
Untersuchungen der
Beschwerdeführerin
am
3.,
8.
und 30.
Novem
ber sowie am
7.
Dezember 2016
(
Urk.
5/147/1
). Die Gutachter führten jeweils eine sorgfältige Anamnese- und
Befunderhebung durch (vgl. Urk.
5/147/27-31,
5/147/37-41,
5/147/47-52 und 5/147/59-63
). Sie berück
si
ch
tigten die geklagten Beschwer
den angemesse
n und beantworteten die gestell
ten Fragen umfassend. Ihre Ausführungen sind schlüssig und nachvollziehbar begründet.
Dies wurde auch von Seiten der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt.
Sie liess
einzig
den Vorwurf erheben
,
die neurologische Gutachterin
Dr.
Z._
habe
ihr
zu verstehen gegeben, sie
wolle sie
nun untersuchen, weshalb
sie
auf die Untersuchungsl
iege steigen und sich dort hinlegen solle. Die Liege sei für die
Beschwerdeführerin
aber zu hoch eingestellt gewesen.
I
nsgesamt dreimal
habe
die Beschwerdeführerin
erfolglos versucht auf die Liege zu steigen und
Dr.
Z._
jedes Mal
aufgefordert
,
die Liege doch bitte
tiefer
zu
stellen.
Dr.
Z._
habe jeweils
erwidert
,
dass das nicht gehe. Schliesslich habe
Dr.
Z._
erklärt
,
sie werde
in einem anderen Untersuchungszimmer
nach
schauen.
Kurze
Zeit
später
sei
Dr.
Z._
zurückg
ekehrt
und habe die Liege im ursprünglichen Untersuchungszimmer heruntergelassen (
Urk.
1 S. 3 f.
,
5/135/1
und 5/163/3
).
Es sei davon auszugehen
, dass
Dr.
Z._
von Anfang an klar gewesen sei, dass sich die bewusste Unter
suchungsliege tiefer stellen lasse
.
D
as absichtliche Zappeln
-L
assen einer körper
lich eingeschränkten Frau
könne
nicht anders als
als
sadistisch bezeichnet werden (Urk.
1 S. 4
,
5/135/2
und 5/163/3
).
Überdies habe
Dr.
Z._
bei der Untersuchung im Liegen
die Beine der
Beschwerdeführerin
unsanft emporgehoben, ohne auf
deren
Schmerzäusserungen Rücksicht zu nehmen.
Dr.
Z._
habe dazu nur
lako
nisch gemeint, sie müsse so untersuchen
,
und hinzugefügt, alle Leute vom Balkan reagierten bei dieser Unt
ersuchung so (Urk.
1 S. 4
,
5/135/2
und 5/163/3
).
Das von
Dr.
Z._
gezeigte Verhalten mache deren Teilgutachten unverwertbar (
Urk.
1 S. 9).
I
n ihrer
Stellungnahme vom 1
2.
Januar 2017
erklärte
Dr.
Z._
hierzu
, sie habe
die Untersuchungsliege tiefer gestellt, nachdem sie das Untersuchungszimmer kurz verlassen
gehabt habe
, um sich zu erkun
digen, wie der Mechanismus der L
iege funktioniere (
Urk.
5/138/1).
Die weiteren Vorwürfe betreffend die neurolo
gische Untersuchung der Beine und die behauptete rassistische Bemerkung ent
sprächen klar nicht den Tatsachen und würden als unwahr zurückgewiesen (
Urk.
5/138/1).
Es
ist
nachvollziehbar
und einleuchtend
, dass
selbst
eine fachlich kompetente
Ärztin nicht
mit
jeglichen
Varianten
von
Untersuchungsliege
n
vertraut ist
und alle mühelos bedienen kann
.
Das Bereitstellen einer Untersuchungsliege
gehört
denn auch
nicht zu ihren Kernaufgaben
, sondern
wird regelmässig von entsprechend geschultem Hilfspersonal verrichtet.
Es ist
Dr.
Z._
deshalb nicht
vorzuwerfen
, dass sie die erforderlichen Erkundigungen
einholen musste
,
um
die Voraussetzungen für eine korrekte Untersuchungssituation zu schaffen
.
Wesent
lich ist allein, dass sie auf eine solche achtete.
Ebenso wenig spielt es eine Rolle, dass
einige Zeit
verstrich, bis
Dr.
Z._
die eigentliche Untersuchung beginnen konnte. Insbesondere ist darin
, dass die Beschwerdeführerin wiederholt erfol
glos die Liege zu besteigen ver
s
u
chte und etwas Geduld aufbringen musste,
kein
sadistisches Verhalten
Dr.
Z._
s zu erblicken.
Zu keiner Zeit drohte der Beschwer
deführerin ein Schaden, wie sie es insinuieren liess (vgl.
Urk.
1 S. 9).
Was
die
strittige Sachverhaltsdarstellung betreffend die Untersuchung und die dabei angeblich von
Dr.
Z._
gemachten
rassistischen
Äusserungen anbelangt, ist zu bemerken
, dass während der
gesamten Zeit
ein Überset
zer anwesend war
(Urk.
5/147/3
und 5/147/27
)
. Derselbe hätte den beschriebenen Vorfal
l wahrneh
men und melden müssen, was offenbar nicht geschah.
Vor diesem Hintergrund erscheinen die
von der Beschwerdeführerin angeführten Ereignisse wenig plausi
bel. Sie vermöchten die Qualität der gutachterlichen Ausführungen ohnehin nicht zu schmälern.
Die Einwände gegen
Dr.
Z._
erweisen sich
somit
als
unbehelflich
.
Es wurde denn auch
zu Recht nie behauptet, das Teilgutachten
Dr.
Z._
s sei for
mell oder materiell
mangelhaft
.
Darüber hinaus wurde
weder etwas
geltend gemacht noch ist
sonst
etwas
ersicht
lich, was die Da
rlegungen der
weiteren
Gutachter in Zwei
fel zu ziehen vermöchte. Das Guta
chten erfüllt sämtliche von der Rechtsprechung statu
ier
ten Anforde
rungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
es
als verwertbar qualifiziert
hat.
5
.2
Aus neurologischer, orthopädisch-
traumatologischer
und internistischer Sicht besteht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
(Urk.
5/147/14). Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit wurde
im Gutachten der
Y._
vom 2
5.
Januar 2017
einzig mit d
er Beeinträchtigung des
psychischen
Gesundheitszustands
begründet (
Urk.
5/147/14).
Es gilt daher
zu beachten, dass das Bundesgericht am 3
0.
November 2017
mit
BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418
seine bisherige Rechtsprechung insofern geändert hat, als für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
neu
grundsätzlich
sämt
liche psychische
n
Leiden
einem strukturierten Beweis
verfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Das Gutachten der
Y._
vom 2
5.
Januar 2017, welches vor dieser Rechtsprechungsänderung verfasst wurde, verliert
seine
n Beweiswert nicht per se. Vielmehr ist zu prüfen,
ob
es
- allenfalls zusammen mit weiteren
fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlaubt
(BGE 141 V 281 E. 8; vgl. auch BGE 137 V 210
E. 6 in
initio
). Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E.
8).
5.3
Der psychiatrische Gutachter erhob eine im Verlauf
der Untersuchung
nachlas
sende Konzentration und eine formalgedanklich
e Einengung
auf
die
Schmerz
symptomatik und
die
Angstgefühle
. Die
Versicherte
berichte
über nega
tive Kognitionen, depressive Gedanken und
katastrophierende
Ängste.
Ihre Willens
bildung sei durch das psychische Geschehen beeinflusst.
S
ie präsentiere
einen reduzierten Antrieb, eine
verarmte Mimik
, eine reduzierte
Gestik
und
einen reduzierten körperlichen Gesamteindruck. Die Affektlage
sei
depressiv und die emotionale Schwingungsfähigkeit
sei
deutlich reduziert
(
Urk.
5/147/40-41)
.
Als w
ichtige Schweregradindikatoren
sind
der Verlauf und de
r Ausgang von Therapien
zu
berücksichtig
en
.
In diesem Zusammenhang wurde
richtig erkannt
,
dass sich
die Beschwerdeführerin s
eit Juni 2014
bei
Dr.
C._
in
psychiatri
sch
er
und
psychopharma
ka
logisch
er
Behandlung befindet, wobei ihr
aktuell
25 mg
Valdoxan
zur Nacht
verordnet wurden
. Überdies absolvier
t
die Beschwerde
führerin
seit Ende 2014
eine psychotherapeutische Behandlung
bei der
Diplompsychologin
H._
, welche
wöchentlich oder 14-täglich
stattfi
n
d
e
t
(
Urk.
5
/147/38).
Damit wurden die therapeutischen Optionen gemäss der
insoweit nachvollziehbaren
Beurteilung des psychiatrischen Gutachters indessen nicht ausgeschöpft, da alternative Medikamente wie zum Beispiel
Pregabalin
oder SSRI und eine stationäre psychosomatische Behandlung ange
zeigt wären (
Urk.
5/147/42 und 5/147/43). Aus der Tatsache, dass der bisherigen Behandlung nur wenig Erfolg beschieden war, lässt
sich folglich nicht
ableiten, es liege eine besonders schwere Störung vor.
Immerhin ist im Rahmen der Konsistenzprüfung zu Gunsten der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen, dass sie regelmässig psy
chiatrische und psychotherapeutische Behandlungen in Anspruch genommen hat, womit ein gewisser Leidensdruck zum Ausdruck kommt.
Gegen einen grossen Leidensdruck sprechen demgegenüber die Resultate der am 7. Dezember 2016 bei der Beschwerdeführerin entnommenen Blutprobe (
Urk.
5/147/68-70;
vgl. BGE
141 V 281 E. 4.4.2). So konnte
die von
der Beschwer
deführerin
angegebene
Dafalgan
-Einnahme (
Urk.
5/147/29) nicht bestätigt wer
den (Urk. 5/147/21, 5/147/41 und 5/147/44).
Insbesondere lag der
Medikamen
tenspiegel des Antidepressivums
Valdoxan
weit unter dem Referenzwert (
Urk.
5/147/19 und 5/147/41).
Zwar versuc
hte die Beschwerdeführerin die erwähnten
Ergebnisse damit zu erklären,
dass
sie
einen starken grippalen Infekt gehabt und während
der
Woche und am
Tag der Untersuchung
mehrmals erbrochen
habe
. Dies habe sie dem Experten mitgeteilt, was im Teilgutachten von
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Hämatologie/Onkologie
,
auch Erwähnung finde (
Urk.
1 S. 7
und 5/163/6, je
mit Hinweis auf
Urk.
5/147/64). An der zitierten Stelle im Gutachten ist indessen lediglich von einem Infekt der oberen Atemwege, nicht aber von Erbr
echen die Rede (
Urk.
5/147/64). Der Erklärungsversuch mit mehrfachem Erbrechen ist
unter den gegebenen Umständen
als nachgeschoben und unglaubhaft zu werten. Daran vermag
auch nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin eine Bestätigung ihres Hausarztes
Dr.
E._
vom 1
3.
November 2017
beibrachte
,
er habe die Ver
sicherte
am 9.
Dezember 2016
– das heisst zwei Tage nach der zur Diskussion stehenden Blutentnahme –
wegen eines akuten mehrtägigen Brechdurchfalls behandelt
(
Urk.
5/166).
Mit Bezug auf die zu prüfenden
Komorbiditäten
ist festzuhalten, dass d
er ungünstigen Wechselwirkung zwischen den somatischen Einschränkungen, der depressiven Symptomatik, der Angst, den Schmerzen und der ängstlich-vermei
denden Persönlichkeit Rechnung
getragen wurden
(
Urk.
5/147/20).
Zum sozialen Kontext der Beschwerdeführerin wurde richtig erkannt, dass sie gut in ihre Familie eingebettet ist (
Urk.
5/147/19 und 5/147/43).
Sie lebt mit
ihrem Ehemann,
der eine Invalidenrente bezieht
, ihrem
berufstätigen
erwachsenen
Sohn, ihrer Schwiegertochter und einem kleinen Enkelkind
zusammen
in einer
4
1⁄2-Zimmerwohnung (
Urk.
5/147/29,
5/147/39
und 5/147/72).
Zu ihrer Mutter
,
z
u ihren in der Schweiz lebenden Geschwistern
und weiteren Familienan
gehöri
gen
pflegt sie einen guten Kontakt
(Urk.
5/147/37).
Si
e reist mit dem Flugzeug nach Ma
zedonien in die Ferien (
Urk.
5/147
/
29
und 5/147/48
).
Ihre ausserhäusli
che Kommunikationsfähigkeit ist (einzig) aufgrund der fehlenden deutschen S
prachkenntnisse erschwert (Urk.
5/147/19).
Es wurde denn auch nicht geltend gemacht, die Beschwerdeführerin habe
vor ihrer Erkrankung
in
der
Freizeit aus
serfamiliäre Kontakte und Freundschaften gepflegt (
Urk.
1 S. 12).
Die Schwiegertochter bereitet das Essen
zu
und versorgt den
gemeinsamen
Haus
halt (
Urk.
5/147/28,
5/147/37 und 5/147/44
). Der Ehemann fährt die Beschwer
deführerin zu
medizinischen und
therapeutischen Terminen (Urk.
5/147/37).
Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass der psychiatrische Gutachter zum Schluss gelangte, die Umgebung der Beschwerdeführerin unterstütze ihr Ver
meidungsverhalten (
Urk.
5/147/22 und
5/147/42). Es wurde auch richtig erkannt, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
abends mit ihr eine Stunde spazieren
geht
(
Urk.
5/147/37)
, was als Ressource zu werten ist (
Urk.
1 S. 5 und 11). Zu denselben gehört auch die Persönlichkeit der Versicherten
, welche es ihr
in der Vergangenheit er
laubte
, schwi
erige Situationen zu bewältigen
(
Urk.
5/147/18).
Ein wichtiger Indikator ist eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitäts
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Er zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb
sowie
im Aufgabenbereich einer
seits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rück
zug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesund
heitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Ver
hältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281
E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 2
9.
Juni 2016 E. 4.1.1).
Zu diesem entscheidenden
Punkt
wurde im psychiatrischen Gutachten
lediglich
ausgeführt, vor dem Unfall (2009) sei das
Aktivitätenniveau
deutlich höher gewesen, indem die Beschwerdeführerin zu 50
%
auswärts tätig gewesen sei und ihren Haushalt selbst besorgt habe. Aktuell sei das
Aktivitätenniveau
der Beschwerdeführerin in allen Bereichen deutlich reduziert (
Urk.
5/147/22 und 5/147/42; vgl. auch
Urk.
1 S. 13).
I
nwiefern sich dies konkret äussert, lässt sich dem
psychiatrischen
Gutachten indessen nicht entnehmen.
Hinsichtlich
der
Ein
schränkung von
Aktivitäten ausserhalb des Erwerbs- oder Haushaltsbereichs
wurde
einzig festgehalten, die Beschwerdeführerin b
enutze keine öffentlichen Verkehrsmittel (
Urk.
5/147/37).
Wie sich die Situation früher präsentierte
und weshalb die Beschwerdeführerin öffentliche Verkehrsmittel meidet
,
blieb uner
wähnt
.
Eine korrekte Beurteilung ist mit diesen rudimentären Angaben nicht möglich. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin immerhin noch Fahrrad fährt (
Urk.
5/147/37),
Spazieren
geht und fernsieht (Urk. 5/147/28, 5/147/37 und 5/147/60).
Es mag sodann zutreffen, dass sich die Beschwerdeführerin am liebsten in ihr Zimmer zurückzieht (
Urk.
5/147/28, 5/147/37 und 5/147/60). In Anbetracht der beengten Wohnverhältnisse
, insbesondere der
regelmässigen
Anwesenheit dreier Erwachsener und eines Kleinkindes
auch tagsüber
,
stellt sich indessen die Frage, ob und inwieweit dies auf gesundheitlichen Gründen beruht.
Dem Gutachten der
Y._
und den
weiteren medizinischen Unterlagen lassen sich hierzu keine Antwort entnehmen.
Dies wäre indessen zu erwarten, bevor von einem sozialen Rückzug die Rede sein kann.
5.4
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass
das psychiatrische Gutachten im Hinblick auf die
von der neuen Rechtsprechung geforderte Prüfung der Indi
katoren
wesentliche Fragen offenlässt. Diese können au
ch nicht mit den übrigen medizi
nischen Berichten und weiteren Unterlagen schlüssig beantwortet werden. Es sind daher ergänzende Abklärungen erforderlich, zumal ein strukturiertes Beweisverfahren vorliegend weder unnötig noch ungeeignet erscheint (vgl. die zur Publikation vorgesehenen Urteile des Bundesgerichts 8C_130/2017 und 8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017, E. 7.1 und E. 4.5.3).
6.
6.1
Es bleibt zu bemerken, dass
sich die von der Abklärungsperson für den Haushalt ermittelten Einschränkungen (vgl.
Urk.
5/153/5-8)
zu einem grossen Teil nicht
mit dem Gutachten der
Y._
vom 2
5.
Januar 2017 in Einklang bringen
las
sen.
Namentlich ist unklar, weshalb die Beschwerdeführerin nicht beim Kochen mithelfen, insbesondere Gemüse rüsten, die Geschirrspülmaschine ein- und aus
räumen oder oberflächliche Reinigungsarbeiten
in der Küche
ausführen können sollte (
Urk.
5/153/5).
Ebenso wenig erscheinen die
im Abklärungsbericht erwähn
ten
Einschränkungen
bezüglich leichter
Reinigungsarbeiten (betreffend das Lavabo etc.)
sowie
Wäsche- und Kleiderpflege
(Urk. 5/153/6-7) unter gesundheit
lichen Aspekten nachvollziehbar
. Schliesslich ist
– in Anbetracht des gutachter
lich formulierten Belastbarkeitsprofils –
auch nicht einzusehen,
weshalb die Beschwerdeführerin
aufgrund
ihrer physischen und psychischen Leiden keine Balkonpflanzen mehr giessen können soll (
Urk.
5/153/7). Die Beschwerdegegne
rin wird sich daher zu vergewissern haben, ob
die für den Haushaltsbereich ermittelte
Einschränkung von 35,40
%
gerechtfertigt ist
.
6.2
Ob die Beschwerdeführerin wie behauptet ohne Gesundheitsschaden zu mehr als 76
%
beziehungsweise zu 100
%
erwerbstätig wäre (
Urk.
1 S. 13 und 5/153/3), kann heute offenbleiben. Es fällt jedoch auf, dass die Beschwerdeführerin auch nach dem Erhalt der Verfügung vom 19. Juli 2012, mit welcher ein Rentenan
spruch ab dem
1.
Juli 2011 verneint worden war, keinerlei Anstalten unternahm, eine Erwerbstätigkeit zu ergreifen.
7.
Aus dem Gesagten folgt, dass der
angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Durchführung der notwendigen Abklärungen und zu neuer
Entschei
dung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen
ist
(
§
26 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht;
GSV
Ger
; vgl. auch BGE 137 V 210 E.
4.4.1.4). In die
sem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdefüh
renden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Koste
n der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
le
gen.
8
.2
Gemäss
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens entsprechend hat d
i
e Besc
hwerdeführe
r
in
Anspruch auf eine
Parteientschädigung, wobei unter Berücksichtigung der erwähnten Kriterien ein Betrag von
Fr.
1’700
.-- (inklusive Barauslagen und 7,7
%
Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.