# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 40cc83f5-dfdb-57d5-8318-dd8c68f64fab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war zuletzt von März 2002 bis Juni 2011
in
der
Klinik Y._
als Reinigungsmitarbeiterin
tätig
(
Urk.
9/9, 9/12/1-5, 9/22 und 9/61). Nach erfolgter Früherfassung (
Urk.
9/3, 9/10) meldete sie sich am
8.
September 2010 bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (
Urk.
9/13)
.
Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
9/22) diverse Arztberichte (Urk. 9/18/1-3, 9/19 und 9/23) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
9/29) ein. Ferner gab sie bei der
Z._
ein polydiszi
pli
näres Gutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom 2
0.
Mai 2011
;
Urk.
9/36). Nach Eingang weiterer Arztberichte (
Urk.
9/48 f., 9/55) und durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
9/41 f., 9/50) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
5.
September 2011 ab (
Urk.
9/54). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Am
2
1.
März 2012
gelangte
die Versicherte
wiederum
an die Invaliden
versi
che
rung
(
Urk.
9/57).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen (vgl.
Urk.
9/60
f., 9/64/5 ff., 9/74 und 9/76/5 ff.) sowie durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(vgl.
Urk.
9/69, 9/72) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
7.
Januar 2014 erneut ab (
Urk.
9/79).
1.3
Unter Hinweis auf eine depressive Störung,
auf
Schmerzen in diversen Körper
bereichen
und
Taubheitsgefühle meldete sich die Versicherte am 22. Juli 2016
abermals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/83)
. Nach
Beizug
ärztlicher Berichte (
Urk.
9/82, 9/86) sowie eines aktuellen IK-Auszuges (
Urk.
9/87) teilte ihr die IV-Stelle mit Schreiben vom 15.
September 2016 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/88). Mit Vorbescheid vom
5.
Dezember 2016 stellte sie sodann die Abweisung des Leis
tungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
9/90), wogegen die Versicherte am 1
6.
Januar 2017 Einwand erhob (
Urk.
9/91). Am
2.
Februar 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
9/94).
Die von der Versicherten dagegen am
6.
März 2017 erhobene Beschwerde (
Urk.
9/100/3 ff.) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2017.00287 vom 2
8.
November 2017 in dem Sinne gut,
dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies,
damit diese über die Frage der Verschlech
terung des Gesundheitszustandes der Versicherten und ihren Anspruch auf eine Invalidenrente in einer hinreichend begründeten Verfügung neu entscheide (
Urk.
9/107). Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtkraft.
1.4
Im Zuge der Umsetzung d
es
Urteils holte die IV-Stelle zunächst diverse Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
9/118/2 ff., 9/120/2 ff., 9/122 und 9/127).
Im Weiteren gab sie bei der MEDAS
A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (MEDAS-Gutachten vom
6.
Dezember 2019,
Urk.
9/152
/1 ff.
).
Mit Vorbescheid vom 1
2.
März 2020 stellte sie der Versicherten erneut die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
9/154), wogegen diese am
8. April 2020 und ergänzend am 1
5.
Juli 2020 Einwand e
rhob (
Urk.
9/157, 9/165). Am 2.
November 2020 verfügte die IV-Stelle
wie im Vorbescheid angekündigt
(Urk. 2 = Urk.
9/168).
2.
Dagegen erhob
X._
am
4.
Dezember 2020 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurück
zuweisen. Eventualiter seien ihr die gesetzlichen Leistungen der Invalidenver
sicherung (berufliche Massnahmen und/oder eine Invalidenrente) auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Als Beilage zur Beschwerdeschrift wurde ein Arztbericht des Zentrums
B._
vom 1
4.
Juli 2020 eingereicht (
Urk.
3). Mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
Februar 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Ver
ordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE
117 V 198 E. 3a mit Hinweis)
1.
5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2020 führte die Beschwer
de
gegnerin zusammengefasst aus, die Beschwerdeführerin sei zwecks Überprüfung des medizinischen Sachverhalts im April 2019 begutachtet worden. Das aus
führliche Gutachten sei im Dezember 2019 vorgelegt worden (
Urk.
2 S. 1). Dieses erweise sich als schlüssig und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne.
Der im
Vorbescheidverfahren
eingereichte Bericht des Zentrums
B._
vom 1
4.
Juli 2020 vermöge an dieser Beurteilung nichts zu ändern; weitere Abklärungen seien nicht angezeigt.
Unter Berücksichtigung der somatischen und psychischen Einschränkungen liege bei der Beschwerde
füh
rerin eine Leistungsminderung von 10
%
für alle Tätigkeiten vor. Somit sei es ihr zumutbar, in der Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin sowie in einer angepassten Tätigkeit in einem 90%-Pensum zu arbeiten. Es resultiere
folglich
ein Invalidi
tätsgrad von 10
%
, weswegen kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(
Urk.
2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 4. Dezember 2020 im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe die in
Art.
43 ATSG normierte Untersuchungspflicht verletzt, indem
sie ihren Entscheid erst fast zwei Jahre nach Durchführung der Begutachtung erlassen habe. Dieser beruhe demnach auf veralteten Grundlagen. Die Beschwerdegegnerin wäre zu
mindest gehalten gewesen, nochmals bei den behandelnden Fachärzten einen
Verlaufsbericht einzuholen. Dies gelte umso mehr, als sich der Gesundheits
zu
stand seither erheblich und dauernd verschlechtert habe und weitere medizinische Abklärungen geplant seien (
Urk.
1
S. 4 f.).
3.
3.1
Im Zuge der Umsetzung des Rückweisungsurteils vom
2
8.
November
2017 (Urk. 9/107) holte die Beschwerdegegnerin zunächst Berichte der behandelnden Ärzte ein.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Bericht vom 1
2.
Juni 2018 fest,
dass die Beschwerdeführerin eine vieljährige Anamnese von rechts
betonten Fussschmerzen beschrieben habe, die ohne Trauma begonnen hätten. In den letzten sechs Monaten seien die Schmerzen ausgeprägt progredient gewesen (
Urk.
9/122/1). Die brennende, nicht belastungsabhängige Symptomatik mit zu
neh
mender Hypästhesie lasse an eine primär neuropathische Schmerzursache denken.
Klinisch seien die Befunde einer
Plantarfasziitis
und einer möglichen Stressfraktur des
Sesamoids
nicht relevant gewesen.
Ein denkbar morpholo
gi
sches Korrelat im Sinne einer
Subtalargelenksproblematik
oder
Peronealsehnen
läsion
habe sich nicht finden lassen. An eine Polyneuropathie könne trotz nor
malem Vibrationssinn gedacht werden, insbesondere da auch eine zervikale Symptomatik zu bestehen scheine. Vor diesem Hintergrund sei die Erneuerung der neurologischen Abklärung in Betracht zu ziehen (
Urk.
9/122/2).
3.2
Dem Bericht des Zentrums
B._
vom 2
0.
Juni 2018 sind namentlich folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu ent
neh
men (
Urk.
9/118/9):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), seit 2009
-
Epicondylopathia
humero-radialis
beidseits seit 2009
-
lumbovertebrales
/ -
spondylogenes
Syndrom links seit 2009
-
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom seit 2009.
Abgesehen von leichten Haushaltsarbeiten von etwa
zehn- bis
dreissigminü
tiger
Dauer könne die Beschwerdeführerin aktuell aufgrund der depressiven Symptome und der Schmerzen keine Arbeiten ausführen. Sie benötige Hilfe im Haushalt, könne nur etwa fünf bis zehn Minuten stehen, habe oftmals eine Blockade im Rücken und könne keine schweren Arbeiten übernehmen. Psychisch sei sie vor allem infolge Antriebs- und Lustlosigkeit sowie Konzentrationsstörungen einge
schränkt. Prognostisch könnte bei Remission der depressiven Symptomatik eine Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit erreicht werden (
Urk.
9/118/9).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Anästhesiologie, äusserte sich in seinem Bericht vom 1
5.
August 2018 dahingehend, dass sich nebst einer
Panalgie
bei chronischer Schmerzkrankheit (Fibromyalgie) eine Adipositas sowie der
Ver
dacht auf eine
Suralisn
europathie
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (
Urk.
9/120/3).
Die Frage der Zumutbarkeit der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit liess er unbeantwortet und erachtete die Durchführung eines Belas
tungstests mit Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Untersuchung für notwendig (
Urk.
9/120/5).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, untersuchte die Beschwerde
führerin am
8.
November 2018 neurologisch und elektrodiagnostisch mit Nerven
ultraschall.
In seinem Bericht vom darauffolgenden Tag hielt er fest, dass auf
grund der Befunde
namentlich der
unauffälligen
Darstellung des
Nervus
suralis
im Verlauf der gesamten Länge am Unterschenkel beidseits
von keiner chirur
gisch therapierbaren fokalen
Suralisneuropathie
auszugehen sei. Eine Polyneuro
pathie habe weder neurographisch noch klinisch objektiviert werden können.
Auch eine
Radikulopathie
scheine klinisch
wenig wahrscheinlich; gegen eine zentrale Pathologie spreche das normale Reflexniveau. Empfehlenswert seien eine Schmerztherapie sowie eine rheumatologische Beurteilung, soweit noch nicht erfolgt (
Urk.
9/127/1 f.).
3.5
Im Rahmen weiterer medizinischer Abklärungen liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin durch die MEDAS
A._
polydisziplinär untersu
chen (
Urk.
9/134). Dem
MEDAS-Gutachten vom
6.
Dezember 2019 sind folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 9/
152/11):
-
anamnestisch
multilokuläres
muskuloskelettales
Schmerzsyndrom, zum
Explo
rationszeitpunkt im April 2019 auffallend
oligosymptomatisch
mit/bei
:
-
degenerativen Skelettveränderungen
-
muskulärer
Dysbalance
-
interkurrenter Diagnose eines fraglichen SAPHO-Syndroms mit passa
gerer krankheitsmodulierender und immunsuppressiver Behandlung
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1).
In Bezug auf die nachfolgenden Diagnosen wurde demgegenüber
ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint (
Urk.
9/152/12):
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 I11.9)
-
Adipositas (ICD-10 E66.9)
-
Hyperurikämie (ICD-10 E 79.0)
-
klinischer Verdacht auf Gastritis (ICD-10 K21.0)
-
Angabe verminderter Berührungsempfindung am lateralen
Fussrand
beid
seits, Ätiologie unklar
-
anamnestisch rezidivierender Eisen- und Vitamin D-Mangel.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, gelangte im Rahmen seiner Begutachtung zur Auffassung, dass der Beschwer
deführerin die bisherige Tätigkeit als Reinigungsangestellte aus internistischer Sicht zu 100
%
zumutbar sei. Weder die Hypertonie noch die Adipositas, die Hyperurikämie oder der klinische Verdacht auf eine Gastritis hätten Auswir
kun
gen auf die Arbeitsfähigkeit. Für dem Alter und dem Ausbildungsniveau ange
passte Tätigkeiten bestehe ebenfalls eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/152/10
,
Urk.
9/152/72 f.
).
Seitens
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
wurde die Diagnose einer
Dysthymia
gestellt, nicht jedoch diejenige einer
a
namnestisch
be
stätigten
depressiven Störung. Aus seiner Sicht sei seit 2016 von einer
dysthymen
Entwicklung auszugehen. Ansonsten habe sich weder eine relevante affektive noch eine psychotische Erkrankung feststellen lassen.
Hinweise für kognitive Einschränkungen hätten klinisch nicht objektiviert werden
können.
In Bezug auf die anamnestisch langjährig bekannte Schmerz
problematik sei festzuhalten, dass die beklagten Beschwerden mit objekti
vier
baren Befunden nicht hinreichend erklärbar seien. Die Diagnose einer anhal
tenden somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden. Hingegen bestehe, wie im
Z._
-Gutachten aus dem Jahr 2011 beschrieben, eine Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne eines maladaptiven Umgangs mit der Schmerzsymptomatik (ICD-10 F54). Im Rahmen der aktuellen Begutachtung sei die Schmerzsymptomatik
bei aus
reichender Willensanstrengung als überwindbar zu beurteilen gewesen. Insge
samt werde aus psychiatrischer Sicht infolge der
Dysthymia
eine Einschränkung der psychischen Belastbarkeit und somit eine
geringgradige
Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert. Bei einer 8.5-stündigen Präsenzzeit bestehe eine 10%ige Leistungsminderung, was auch für die bisherige Tätigkeit als Reinigungs
angestellte gelte. Ansonsten seien der Beschwerdeführerin Tätigkeiten ohne un
mittelbaren Zeitdruck und ohne Schichtarbeit zumutbar. Durch die Weiterfüh
rung der psychiatrischen Behandlungsmassnahmen könne die Arbeitsfähigkeit grundsätzlich weiter gesteigert beziehungsweise zumindest auf dem aktuellen Niveau stabilisiert werden (
Urk.
9/152/10
,
vgl. auch
Urk.
9/152/
133-136
).
Im Rahmen der Begutachtung durch
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neuro
logie, seien den ganzen Körper betreffende Schmerzen ausgemacht worden. Am lateralen
Fussrand
beidseits habe die Beschwerdeführerin verminderte Berüh
rungs
empfindungen
unklarer Ätiologie beschrieben. Aus neurologischer Sicht
könne keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden
; in der bisherigen Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
9/152/10, 9/
152/196 f.)
.
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie,
hielt fest, dass der Beschwerdeführerin infolge des
multilo
kulären
muskuloskelettalen
Schmerzsyndroms keine körperlich schwer belas
tenden Tätigkeiten mehr zumutbar seien. Unter Vermeidung häufiger monoton-repetitiver Arbeitsabläufe sowie repetitivem Bücken und Heben bestehe für körperlich leichte, wechselbelastende bis kurzzeitig mittelschwere Tätigkeiten keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/152/11,
vgl. auch Urk.
9/152/256-258).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die MEDAS-Gutachter zum Schluss, dass d
ie
Beschwerdeführerin sowohl
in der
bisherige
n
Tätigkeit als Reinigungs
an
gestellte als auch
in
leidensadaptierte
n
Tätigkeiten
während 8.5
Stunden täglich
arbeitsfähig
sei, wobei
seit Beginn der
dysthymen
Entwicklung im Jahr 2016
eine 10%ige Leistungsminderung bestehe.
Angepasst seien dem Alter und Ausbil
dungsniveau entsprechende Tätigkeiten, welche nicht unter unmittelbarem Pro
duk
tionsdruck (Fliessbandtätigkeit) durchzuführen seien. Schichttätigkeiten seien ebenfalls nicht zumutbar. Im Weiteren sollte es sich um eine leichte wechsel
belastende bis kurzzeitig mittelschwere Arbeit handeln. Monoton-repetitive Arbeits
abläufe sowie repetitives Bücken und Heben seien zu vermeiden (
Urk.
9/152/11
, 9/152/13 f.
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin legte ihrer Beurteilung das von ihr als beweiskräftig
eingestufte
MEDAS-Gutachten vom
6.
Dezember
2019 zu Grunde (
Urk.
2 S. 2).
Im Gegensatz dazu stuft die Beschwerdeführerin das Gutachten als überholt ein, da sich ihr Gesundheitszustand seit dem Zeitpunkt der Begutachtung erheblich und dauerhaft verschlechtert habe.
Indem die Beschwerdegegnerin diese Entwick
lung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung nicht berücksichtigt und keine Verlaufsberichte mehr eingeholt habe, sei sie ihrer Untersuchungspflicht nicht
hinreichend
nachgekommen (vgl.
Urk.
1 S. 4
f.
).
4.2
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist laut dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuieren Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen
Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleistung liegt dabei beim Versicherungs
träger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen gross ist. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der konkreten Sach- und Rechtslage.
Gestützt auf den Unter
su
chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungs
anspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Liegen bereits Gutachten vor, ist für die Frage, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können und müssen, entscheidend, inwieweit diese Gutachten die praxisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_57/2019 vom
7.
März 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführerin ist insofern beizupflichten, als
f
ür die richterliche Beur
teilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend
sind
(
vgl. BGE 121 V 362 E.
1b; 99 V 98).
Folglich war die Beschwerdegegnerin gehalten,
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 2. November 2020
der Entwick
lung des Gesundheitszustandes
Rechnung zu tragen.
4.3.2
Entgegen der Sichtweise der Beschwerdeführerin bedeutet dies jedoch nicht
per se
, dass die Beschwerdegegnerin nicht auf das
mehrere Monate zuvor am 6. Dezem
ber 2019 erstattete
MEDAS-Gutachten hätte abstellen dürfen.
So ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für sich allein noch keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ausgewiesen, wenn ein Zeitraum von zwei Jahren zwischen der Erstattung der als massgebend erachteten Berichte und dem Erlass der Verfügung liegt, falls Hinweise für eine Veränderung des Gesundheitszu
standes fehlen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_1019/2010 vom 30. März 2011 E. 2.3 mit Hinweis).
Derartige Anhaltspunkte liegen aus Sicht der Beschwerde
führerin
unter Verweis auf den Bericht des Zentrums
B._
vom 1
4.
Juli 2020
vor
(
Urk.
3 = Urk. 9/164).
Weitere ärztliche Berichte reichte sie im Beschwerdeverfahren entgegen ihrer Ankündigung (
Urk.
1 S. 5) nicht ein.
Dem genannten Bericht des
B._
ist zu ent
nehmen, dass sich
die Schmerzen an der Lendenwirbelsäule verstärkt hätten. Diese seien inzwischen so stark, dass die behandelnde Rheumatologin sehr kos
tenintensive Injektionen verschrieben habe. Trotzdem seien Blockaden im rechten Bein vorhanden; die Gehdistanz sei reduziert. Gleichzeitig habe die depressive
Symptomatik zugenommen. Die Beschwerdeführer
in gehe zwar noch nach draussen
;
allerdings lägen nebst Lust-
,
Interesse-
sowie Antriebslosigkeit eine traurige Stimmung bei gleichbleibender
Diagnose vor (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode [ICD-10 F33.1]). Auch für angepasste Tätigkeiten sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen
. Die
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung werde weitergeführt
(
Urk.
3).
Der Bericht enthält weder in rheumatologischer noch in psychiatrischer Hinsicht eine objektive Befunderhebung, welche geeignet wäre, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
zu untermauern
.
Allein der Um
stand, dass
von der behandelnden Rheumatologin
kostenintensive
Injektionen verordnet wurden, lässt
noch
keine entsprechenden Rückschlüsse
auf eine rele
vante Veränderung
zu.
Auch aus p
sychiatrisch
er Sicht
sind im Vergleich zum
vor
angegangenen Bericht des
B._
vom 20.
Juni
2018 keine wesentlichen Veränderungen erkennbar. Bereits damals wurden eine Lust- und Antriebslosigkeit sowie eine deutlich depressiv-resignierte Stimmung beschrieben (
Urk.
9/118/8 f.).
Gleich beurteilt
w
urde
n
darüber hinaus
sowohl
der Schweregrad der depressiven Störung
als auch
die
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
. Schliess
lich spricht auch der Umstand, dass keine Intensivierung der psychiatrischen Be
handlung in Betracht gezogen wurde, gegen eine
massgebende
Verschlech
te
rung des psychischen Gesundheitszustandes. Insgesamt ist daher nicht zu bean
standen, dass sich die Beschwerdegegnerin gestützt auf den ärztlichen Bericht vom 1
4.
Juli 2020 nicht veranlasst sah, weitere medizinische Abklärungen zu tätigen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch gestützt auf das MEDAS-Gutachten zu Recht verneint hat.
Dieses erfüllt die vom Bun
desgericht statuierten Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. vorstehende E. 1.
5
). Insbesondere beruht es auf
allseitigen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (vgl. Urk. 9/152/20 ff.).
Des Weiteren wurden die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt (vgl.
Urk.
9/152/67-70, 9/152/127-130, 9/152/
192-193 und 9/152/250-253).
Es besteht überdies
wie im Einzelnen nachfolgend aufgezeigt wird
auch keine
Ver
anlassung, die Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und die Schlu
ss
folgerungen hinsichtlich Arbeitsfähigkeit in Frage zu stellen, was von der Beschwerdeführerin auch nicht substantiiert geltend gemacht wird.
5.2
Einerseits vermögen
die Einschätzungen der somatischen Gutachter
zu überz
eugen
. Weder von internistischer noch von neurologischer Seite konnte eine Dia
gnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (Urk. 9/152/72,
9/152/194). Namentlich
liessen sich
die am ganzen Körper geklagten Beschwer
den
keinem neurologischen Krankheitsbild zu
ordnen (Urk. 9/152/196 f.)
, was auch mit der vorangegangenen Beurteilung von Dr.
E._
vom
8.
November 2018 in Einklang steht (
Urk.
9/127/1 f.).
Klinisch rheumatologisch präsentierte sich ein recht unauffälliger und wenig
dolenter
Bewegungsapparat, wobei der Gutachter einen Kontrast zu den Klagen über einen anhaltenden hohen Leidensdruck bei
multilokulärem
Schmerzsyndrom feststellte
(
Urk.
9/152/253, 9/152/257).
Letzte
rem wie auch
den degenerativen Skelettveränderungen und der muskulären
Dys
balance
trug er im Rahmen der Festlegung des Belastungsprofils angemessen Rechnung, indem
er
insbesondere
nur
noch
leichte wechselbelastende bis kurz
zeitig mittelschwere Arbeiten
ganztags ohne Leistungseinschränku
ng für zumut
bar erachtete (Urk.
9/152/258).
5.3
5.3.1
Andererseits legte
Dr.
G._
in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand nachvollziehbar und
schlüssig
dar, weshalb abweichend von der Beurteilung der behandelnden Fachpersonen des Zentrums
B._
nicht von einer
eigentlichen
depressiven Störung, sondern von einer
Dysthymie
auszugehen sei.
Er wies
in diesem Kontext namentlich
darauf hin, dass die anamnestisch beschriebenen kognitiven Einschränkungen in keiner Weise festst
ellbar
gewesen seien. Darüber hinaus hätten keine depressionstypischen Einschränkungen des formalen und inhaltlichen Denkens bestanden
(Urk.
9/152/133)
.
Im Weiteren
sprächen
die
von der Beschwerdeführerin beschriebenen Zukunftssorgen, die ängstliche Haltung gegenüber ihren somatischen Beschwerden sowie der von ihr geschilderte Verlauf, dass es ihr tagelang gut und tagelang schlecht gehe, für die Diagnose einer
Dysthymie
(Urk. 9/152/134).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
G._
fest, dass
aufgrund dieser Diagnose
die psychische Belastbarkeit der Beschwer
de
führerin
geringgradig
eingeschränkt sei,
weshalb
bei einer 8.5-stündigen Präsenz
zeit eine Leistungsminderung von 10
%
bestehe (
Urk.
9/152/137 f.).
5.3.2
Anzumerken bleibt
, dass eine medizinische Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen für den Rechtsanwender nicht ohne Weiteres verbind
lich ist. Es kann davon abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten seinen
Beweiswert verliert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015
E. 6.3 mit Hinweis).
Grundsätzlich soll für sämtliche psychischen Leiden
–
nament
lich auch für depressive Störungen
ein
indikatorengeleit
etes
Beweisverfahren gemäss BGE
141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1), das Aufschluss über das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
allenfalls zusammen mit
weiteren fachärztlichen Berichten
eine schlüssige Beurteilung anhand der mass
geblichen Indikatoren erlauben oder nicht.
Die für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindi
katoren
hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.3.3
Vorliegend ist
die Beurteilung der genannten Indikatoren aufgrund der Abklä
rungstiefe und -dichte des
MEDAS-Gutachtens
ohne weiteres möglich.
Wie be
reits angetönt, sind die diagnoserelevanten Befunde insgesamt nicht schwer aus
geprägt (vgl. Urk. 9/152/131 f.).
Eine Therapieresistenz wurde von
Dr.
G._
verneint; aus seiner Sicht kann die Arbeitsfähigkeit durch die Weiterführung der Therapiemassnahmen durchaus weiter
gesteigert
beziehungsweise zumindest auf dem aktuellen Niveau
gehalten werden (
Urk.
9/152/137 f.
)
, was angesichts der erhobenen, insgesamt wenig erheblich ausgeprägten Befunde nachvollziehbar ist
. Von einer Eingliederungsresistenz kann
vor diesem Hintergrund nicht
ausge
gan
gen werden, zumal
sich
die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der Begut
ach
tung
seit
sieben
Jahren nicht mehr um eine Arbeitsstelle bemüht hat
te
(
Urk.
9/152/68, 9/152/130
und 9/152/252
).
Auffälligkeiten in Bezug auf die Persönlichkeit oder das soziale Leistungs- un
d Integrationsniveau konnte Dr.
G._
nicht eruieren, weshalb er auch nicht mit Schwierigkeiten im Bereich der Kooperation oder Teamfä
higkeit rechnete (Urk.
9/152/136 f.
).
Die Beschwerdeführerin verfügt
darüber hinaus
über ein familiäres Umfeld, von welchem sie
aus gutachterlicher S
icht
überprotektiv
unterstützt wird
, sodass ein sekundärer Krankheitsgewinn
vorliegt (
Urk.
9/152/135 f.).
Hinsichtlich des Aspektes der Konsistenz ist schliesslich
anzumerken, dass von gutachterlicher Seite kein Interessenverlust ausgemacht
werden konnte, welcher alle Belange des alltäglichen Lebens betr
ifft (Urk.
9/152
/136
; vgl. zum Aktivitätsniveau auch Urk. 9/152/129
).
Gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nur alle drei Wochen eine psychiatrische Beh
andlung in Anspruch nimmt (Urk.
9/118/7, 9/152/
128), was keiner konsequenten Therapie entspricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2016 vom 3
1.
Oktober 2016 E. 6.2.2). Gemäss den Resultaten der Blutuntersuchung nimmt sie
ausserdem
die verordneten
Antidepressiva
nur teilweise regelmässig ein (
Urk.
9/152/135, 9/152/262).
Die Gesamtwürdigung all dieser
massgeblichen
Gesichtspunkte lässt die vom psychiatrischen Gutachter
ab 2016
attestierte generelle Leistungsminderung von
höchstens
10 % bei ganztägiger Präsenzzeit
als nachvollziehbar erscheinen, da
die
diagnostizierte psychische Störung insgesamt mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nicht mit schweren Auswirkungen in wichtigen Funktions
berei
chen einhergeht.
6.
Auf der Grundlage einer 90%igen Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeits
bereich als Reinigungsmitarbeiterin seit dem Jahr 2016 erübrigt sich ein ordent
licher Einkommensvergleich. Sowohl das Validen- als auch das Invalidenein
kom
men sind gestützt auf dieselbe Bemessungsgrundlage und der Invalidi
täts
grad anhand eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_463/2012 vom
3.
August 2012 E. 4.2). Dieser liegt demnach bei nicht renten
begründenden 10
%
(vgl. vorstehende E. 1.2).
Ein Rentenanspruch würde im Übrigen selbst dann nicht resultieren, wenn
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin in der
Klinik Y._
infolge der konkreten Anforderungen
insbesondere aufgrund häufigen Bückens (vgl.
Urk.
9/9/6)
nicht mehr als zumutbar erachtet
werden sollte. In diesem Fall beliefe sich
d
as
an die Nominallohnentwicklung
der Jahre
2010 bis 2017 (
Zeit
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns;
vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG)
angepasste
Valideneinkommen
gemäss Arbeitge
be
rbericht der
Klinik Y._
vom 29.
Juli 2010 (
Urk.
9/9/2)
auf
Fr.
52'
958
.
80
(
Fr.
50
'232.
-- / 2’579 * 2’
71
9; vgl.
Bundesamt für Sta
tistik [BFS],
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2019,
Nominallohnindex
Frauen
[T
39], im Internet abruf
bar
)
.
Das
gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE 2014, TA1
_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek
tor, Total,
Kompetenzniveau 1, Frauen
; abrufbar im Internet
)
festzulegende Invalidenein
kommen würde unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung, der
betriebs
übliche
n
Arbeitszeit und d
es
zumutbare
n
Arbeitspensum
s
von 90
%
Fr.
49'
246
.
8
5
jährlich
betragen
(
Fr.
4'300.--
* 12 / 40 * 41.7 /
2’673
*
2'
71
9 * 0.9
; zur Nomi
nallohnentwicklung vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Entwicklung der Nomi
nal
löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2019, Nominallohnin
dex Frauen [T 39], im Internet abrufbar
)
. Mittels Einkommensvergleichs ergäbe sich folglich ein
nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von rund
7
%
.
Damit ist auch gesagt, dass seit der letzten rechtskräftigen Verfügung der Be
schwerdegegnerin vom
7.
Januar 2014 (
Urk.
9/79), welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be
weis
würdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht
hat
(vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), kein
e
im Sinne von
Art.
17 ATSG
für den Anspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades einge
treten ist (vgl. vorstehende E.
1.4).
7
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwer
de
führerin auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom
2.
November 2020 (
Urk.
2) zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 31. Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (Art. 83 ATSG) kostenpflichtig. Innerhalb des Kostenrahmens von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- sind die Kosten ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwer
de
führer
in
aufzuerlegen.