# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5cae4703-70f0-4af9-ba88-5a4bd7364e86
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
.
X._
, geboren 1983,
arbeitete ab
1.
Februar 2005, nachdem sie am 3
1.
Januar 2004 den Vorkurs in der Maturitätsschule für Erwachsene (MDE) der
Y._
angetreten hatte,
als Mitarbeiterin in der Kopierabtei
lung des öffentlichen Dokumentationszentrums des Kantons
O._
zu 60
%
(
Urk.
11/7, 11/14
, 11/23/2 ff.)
. Ihre Vorbereitungen zur Erwachsenenmaturität unterbrach sie im November 2006 im
5.
Semester, trat im August 2007 wieder in die MDE ein, um im November desselben Jahres wieder auszutreten (vgl. Bestä
tigung Schulbesuch,
Urk.
11/4).
Nachdem sie vom 3
1.
Oktober 2007 bis 3
0.
April 2008 in der
Z._
stationär behandelt worden war (
Urk.
11/15
/3
, 11/172/6-10)
, kündigte der Arbeitgeber am 3
0.
November 2008
das Arbeitsver
hältnis
(
Urk.
11/7
) und meldete
X._
zur Früherfassung und Frühinter
vention bei der Invalidenversicherung
an
(
Urk.
11/14-15). Vom
2
7.
November 2008
bis
2
4.
Februar 2009
liess sich die Versicherte neuerlich in der
Z._
im Rahmen einer zweiten
Phase einer stati
onären Traumatherapie behandeln (
Urk.
11/33, 11/36
).
Am 1
9.
Dezember 2008
hatte
sie sich
bei der Invalidenversicherung für Massnahmen zur beruflichen Eingliederung
an
gemel
det
(
Urk.
11/17).
Die
dazumal zuständig
gewesene
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zug, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle
Zug
), klärte
die beruflichen und
medizinischen
Verhältnisse
ab (
Urk.
11/23-41, 11/56-64
, 11/67). Nach der Durchführung einer beruflichen Abklärung vom
1.
Februar bis
6.
April 2010 (
Urk.
11/78) sprach
sie der Versicherten
mit Verfügung vom
1
0.
November 2010
rückwirkend ab
1.
Juli 2009 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditä
tsgrad von 100
%
zu (
Urk.
11/114
)
.
Vom
2.
bis 2
4.
August 2012 und
vom
2
5.
Oktober bis 2
6.
Novem
ber 2013 folgten stationäre Aufenthalte in der psychiatrischen Klinik
A._
(vgl.
Urk.
11/148 S. 2 oben).
1.2
Am
8.
August 2013
hatte
die zwischenzeitlich im Kanton Zürich wohnhafte
(vgl.
Urk.
11/162)
Versicherte die Sozialversicher
ungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), um Gewährung beruflich
er Massnahmen ersucht (
Urk.
11/131). Im August 2014 leitete die IV-Stelle die Revision der laufenden Rente ein (
Urk.
11/135)
und klärte die medizinischen Verhältnisse ab (
Urk.
11/148; Stellungnahme des RAD in
Urk.
11/149/3). Am
4.
Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie unverändert Anspruch auf die bishe
rige Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von weiterhin 100
%
habe
(
Urk.
11/150-151). Im Sommer 2015 bestand die Versichere die Maturitätsprü
fungen und bereitete sich
auf den
Eign
ungstest für das Medizinstudium
vor (vgl.
Urk.
11/155/1
). Im Herbst 2016 trat
sie nach Nichtbestehen des
numerus
clausus für das Medizinstudium ein Biologiestudium an der
B._
an (
Urk.
11/167/1, 11/174
). Die IV-Stelle leitete im September 2016 d
as
nächste R
en
tenr
evision
sverfahren
ein (
Urk.
11/165)
und führte am
4.
Oktober 2016 ein Standortgespräch mit der Versicherten
, welche
zu der Zeit
in der Stiftung
C._
, wohnte und
dort
im
geschützten Rahmen
arbeitete
(
Urk.
11/167). Im Auftrag der IV-Stelle
fand
im August und September 2017 in der
D._
eine
fachpsychiatrisch
e
Abklärung statt
(Gutachten vom 1
1.
Dezember 2017, 11/183).
Auf Rückfragen der IV-Stelle (
Urk.
11/184/1-2) ergänzte die
D._
ihr Gutachten am 1
9.
Januar 2018 (
Urk.
11/186
). Mit Vorbescheid vom
6.
Februar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten die voraussichtliche Einstellung der Invalidenrente mit (Ur
k.11/190). Im
Einwandverfahren
erklärte
die Versicherte unter anderem,
dass sie
sich auf
grund einer Krise
wieder
in einem Timeout in d
er Stiftung
C._
befinde
,
und
ersuchte um Weiterausrichtung
der bisherigen Invalidenrente, even
tualiter um
Gewährung
berufliche
r
Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
11/197
); zudem reichte die
aktuell
behandelnde Psychiaterin, med.
pract
.
E._
, Oberärztin der
F._
,
G._
, einen Bericht vom 2
6.
April 2018 ein
(
Urk.
11/198). Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD vom
6.
Juni 2018 (
Urk.
11/200/2 f.) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Juni 2018 unter Beilage eines
Beiblattes "Relevante gesetzliche Grundlagen"
an der Renteneinstellung fest; erwägungsweise
erläuterte sie zudem
, da
s
s beruf
liche Massnahmen ebenfalls nicht angezeigt seien
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
3.
Juli 2018 Beschwerde erheben und beantra
gen, es sei unter Aufhebung des angefochtenen E
ntscheides festzustellen, dass s
ie weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Eventualiter sei die Sache zwecks ergänzende
r
Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen und
diese
sei anzuweisen, ihr während des Abklärungsverfahrens weiterhin die mit Verfügung vom 1
0.
November 2010 zugesprochene ganze Invalidenrente auszu
bezahlen. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und Rechts
anwältin
lic
.
iur
.
Oehmke
zur
unentgeltlichen Rechtsvertreterin in diesem Verfah
ren zu bestellen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 3
0.
August 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Enscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da – wie nachfolgend darzulegen sein wird – eine Rückweisung der Sache an die Verwaltung bereits aus formellen Gründen angezeigt ist, kann es mit der Zustel
lung
der Vernehmlassung zusammen mit dem vorliegenden Entscheid sein Bewenden haben.
2.
2.1
Nach
Art.
42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind – was auf Verfügungen über Leistungen der Invalidenversicherung nicht zutrifft (vgl.
Art.
69
Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) – nicht angehört werden müssen.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der expliziten gesetzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfas
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a), ist die Pflicht der Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksich
tigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Ver
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids.
2.2
Ändert sich der Grad der Invalidität des Rentenbezügers in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 ATSG).
Dieser Revisionsordnung geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17 ATSG gestützte Revisionsver
fügung mit dieser substituierten Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2).
2.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Einstellung der seit
1.
Juli 2009 ausge
richteten ganzen Invalidenrente im angefochte
nen Entscheid damit, dass sich der
Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
gemäss den nach dem Gesuch um Unterstützung beim Studium vom Juni 2016 eingeholten Berichten der behan
delnden Ärzte und de
m
in Auftrag gegebenen
psychiatrischen Gutach
t
en
verbes
sert habe und aktuell keine Erkrankung mehr vorliege, welche sich langdauernd auf die Arbeitsfähi
gkeit auswirke. Dabei verwies di
e
Verwaltung
für die relevan
ten gesetzlichen Grundlagen auf die Beilage (
Urk.
2, 11/201), in welcher sich
ein mit
"Renten – Relevante gesetzliche Grundlagen" betiteltes Blatt befand (
Urk.
11/201/5-7).
3.2
Ob ein in der Verfügung angebrachter Verweis auf beigelegte Gesetzesartikel dem Anspruch auf rechtliches Gehör der versicherten Person grundsätzlich zu genü
gen vermag, braucht vorliegend nicht entschieden zu werden, erscheint aber zumindest fraglich. Denn ebenso wie eine sachgerechte Anfechtung einer Verfü
gung durch das Aneinanderreihen von Textbausteinen erschwert w
ird,
wird dies durch eine Aneinanderreihung von - wie vorliegend - teilweise nur bedingt massgebenden beziehungsweise teilweise überhaupt ni
cht relevanten Gesetzesar
tikeln (vgl. zur
Verwendung von Textbausteinen Mosimann,
Entscheidbegrün
dung
, Begründung und Redaktion von Gerichtsurteilen und Verfügungen, Zürich 2013, S. 48
Rz
104; zum Ganzen ferner Kälin, Rechtliche Anforderungen an die Verwendung von Textbausteinen für die Begründung von Verwaltungsverfügun
gen untersucht am Beispiel des Asylverfahrens, in ZSR 1988, Bd. 1, S. 435 ff.
;
g
rundlegend Albertini, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000).
So ist beispielsweise n
icht ersichtlich, w
elche Relevanz
Art.
29 IVG betreffend Anspruchsbeginn
bei einer Renteneinstellung
zukommt
o
der
weshalb
Art.
27
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
im Beiblatt aufgeführt wird
(vgl.
Urk.
11/201/5-7).
Offensichtlich verletzt ist der Gehörsanspruch insbesondere dann, wenn
für die Beurteilung des Streitgegenstandes
relevante gesetzliche Grundlage
n
der Verfü
gung beziehungsweise deren Beilage gar nicht zu entnehmen
sind
(dazu, dass sich im Sinne einer Minimalanforderung dem Entscheid u
nter anderem
entneh
men lassen muss, welche Rechtsnormen zur Anwendung gelangen, vgl. etwa auch
Kneubühler
, Die Begründungspflicht. Eine Untersuchung über die Pflicht der Behörden zur Begründung ihrer Entscheide, Bern 1998, S. 176 f.).
Der für die Revision von Invalidenrenten einschlägige
Art.
17
Abs.
1 ATSG findet sich ebenso wenig im Beiblatt der Beschwerdegegnerin wie die hierzu ergangene Rechtsprechung zum Revisionsgrund einer wesentlichen Änderung
des Gesund
heitszustandes (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Auch fehlt der Hinweis, dass eine
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich
ist
(BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
Indem die Beschwerdegegnerin auf die
Zitierung
der für einen Revisionsfall ein
schlägigen Rechtsgrundla
gen verzichtete, dagegen aber
Art.
53 ATSG zur pro
zessualen
Revision und Wiedererwägung
anführte (
Urk.
11/201/5),
obwohl
sie in der
angefochtenen Verfügung
nicht
auf
Art.
53 ATSG
Bezug nahm (
Urk.
2), hat sie das
rechtliche Gehör
der Beschwerdeführerin verletzt, was diese denn auch monierte (
Urk.
1 S. 8).
3.3
3.3.1
Auch im Übrigen erweist sich der angefochtene Entscheid als unzureichend begründet:
In Revisionsfällen, in denen die gesundheitliche Entwicklung im Zent
rum steht, lässt sich die massgebende Frage der wesentlichen Veränderung nur unter Berücksichtigung der konkreten Gegebenheiten im jeweiligen Einzelfall beantworten, wobei die Grundsätze zum Beweiswert und zur Würdigung medizi
nischer Berichte und Gutachten unter besonderer Berücksichtigung des Beweis
themas im Rahmen von Rentenrevisionen zu beachten sind. Eine revisionsbe
gründende Veränderung resultiert aus einer Gegenüberstellung eines vergange
nen und des aktuellen Zustandes.
Gegenstand des Beweises bildet somit das Vorhandensein einer in einem revi
sionsbegründenden Ausmass erheblichen Differenz tatsächlicher Art, welche sich aus den medizinischen Unterlagen ergibt. Die blosse Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Aus
gangspunkt der Beurteilung, erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur
entscheiderheblich
, wenn sie tatsächlich einen Unterschied zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens ist davon abhängig, ob sich dieses ausreichend auf das Beweisthema - eine erheb
liche Sachverhaltsveränderung also - bezieht. Einer für sich allein betrachtet voll
ständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in aller Regel am rechtlich verlangten Beweiswert, wenn sich die
von einer früheren abweichende
n
ärztliche
n
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine Veränderung des Gesundheits
zustandes einge
treten ist, es sei denn, eine solche wäre evident. Die Feststellung einer seit der früheren Beurteilung eingetretenen tatsächlichen Veränderung ist genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähig
keit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schwere
grades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 3
0.
September 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).
Wenn die Beschwerdegegnerin die Auffassung vertrit
t, es sei eine gesundheitliche B
esserung eingetreten und die Arbeitsfähigkeit habe sich im Vergleich zu frühe
ren Beurteilungen verbessert, so muss sie im Revisionsverfahren deutlich machen, worin sie die wesentliche Veränderung erblickt. Es ist nicht Sache des Gerichts, unter allen Blickwinkeln in den Akten nach möglicherweise zutreffenden Erklä
rungen zu forschen, die eine Veränderung belegen könnten, ohne dass die Ver
waltung
hiezu
mit Blick auf die konkrete Aktenlage Erwägungen angestellt hätte. Sie hat ihre Begründung so abzufassen, dass nicht nur für den Betroffenen, son
dern auch d
em
Gericht ersichtlich wird, von welchen Überlegungen sie sich hat leiten lassen.
3.3.2
In Bezug auf den Gesundheitszustand führte die Beschwerdegegnerin
im ange
fochtenen Entscheid
einzig aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit der
Rentenzusprache
gemäss den eingeholten medizinischen Berichten der behandelnden Ärzte u
nd dem eingeholten Gutachten ge
bessert habe und sie heute an keiner Erkrankung mehr leide, welche sich langdauernd auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Zudem führte sie aus, dass im eingereichten Bericht der
F._
vom 2
6.
April 2018 keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht worden seien (
Urk.
2).
3.3.3
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 1
0.
November 2010 (
Urk.
11/114) erfolgte gemäss der psychiatrischen Beurteilung im Bericht des RAD
H._
vom 2
3.
Juni 2010 gestützt auf die Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit. Die
im RAD-Bericht als massgeblich erachteten
Diagnosen lauteten auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0), eine rezidivierend
e
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) und eine kom
plexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Alkohol und Cannabis konsumiere die Beschwerdeführerin nur noch punktuell; dieser Konsum habe kei
nen relevanten Einfluss auf den gesundheitlichen Zustand und die Arbeitsfähig
keit (
Urk.
11/82).
Der Mitteilung eines unveränderten Rentenanspruchs der Beschwerdegegnerin vom
4.
Mai 2015 (
Urk.
11/151) lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen ein Bericht des
I._
vom
3.
Februar 2015, wo die Beschwer
deführerin seit
5.
Dezember 2013 in Behandlung stand, zugrunde. Die dort gestellten Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Sinn
e einer 100%igen Einschränkung
lauteten wie folgt (
Urk.
11/148/1):
-
Posttraumatische Belastungsstörung, bestehend seit Kindheit
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, erstmalig diagnos
tiziert im Ja
hr 2009 durch
Z._
, anamnestisch seit Kind
heit
-
Re
zidivierende depressive Störung, seit 2002
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und emotional instabilen Zügen seit Adoleszenz
.
Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem der psychi
schen und Verhaltensstörung durch Alkoh
ol und demjenigen durch Cannabi
n
oide, beide gegenwärtig abstinent, beigemessen (
Urk.
11/148/1).
Dieser Ein
schätzung schloss sich die RAD-Ärztin
Dr.
med.
J._
am 1
6.
April 2015 an
(
Urk.
11/149/3).
Im Rahmen der hier zu beurteilenden Revision
holte die Beschwerdegegnerin einen Verlaufsbericht des
I._
vom 2
1.
November 2016 ein. Die zuständigen ärztlichen Fachpersonen hielten an den bereits gestellten Diag
nosen fest.
Im Affekt beurteilten sie die Beschwerdeführerin unter antidepressiver Erhaltungstherapie zwar a
ls stabiler als zuvor, sie zeig
e aber immer wieder gedrückte Stimmungen. In Bezug auf den Alkoholkonsum sei sie seit drei Jahren abstinent; die Substanzabhängigkeit wurde als Eigentherapieversuch beurteilt, um mit den bestehenden psychischen Erkrankungen und den damit verbundenen Anpassungsproblemen umzugehen.
Ob die Beschwerdeführerin ihrer Vorstellung gemäss
in Zukunft 50 – 60
%
auf dem
1.
Arbeitsmarkt arbeiten
könne, müsste vorab mittels eines Arbeitsversuchs im geschützten Rahmen überprüft werden (
Urk.
11/169).
In Abweichung davon schlossen die zuständigen ärztlichen Fachpersonen der
D._
im Gutachten vom 1
1.
Dezember 2017 auf folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/183/17):
-
F33.4 Rezidiv
i
erende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
-
Z73 Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten
bei der Lebensbewältigung – selbstunsichere (ängstlich-vermeidende), zwanghafte und depressive Persönlichkeitsakzentuierung
-
F10.2 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol; Abhängig
keitssyndrom, aktuell abstinent
-
F12.2
Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Abhän
gigkeitssyndrom, aktuell abstinent.
Die Kriterien für die den Akten zu entnehmenden Diagnosen einer einfachen Aktivitäts-
und Aufmerksamkeitsstörun
g
und einer posttraumatischen Belas
tungsstörung wurden als derzeit nicht erfüllt betrachtet (
Urk.
11/183/17).
Zwar bezeichneten die zuständigen ärztlichen Fachpersonen den Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin seit der l
etzten Revision als deutlich ge
bessert, jedoch lie
ge immer noch eine 30–
40%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Vul
nerabilität mit Defiziten im Bereich des Umgangs mit hohen Leistungsansprüche
n
und der Gefahr eines Rückfalls in die Sucht
vor
(
Urk.
11/183/19, 11/186/1)
. Der ergänzenden Stellungnahme der
D._
vom 1
9.
Januar 2018 ist zudem zu entneh
men, dass sich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit 60 bis 70
%
primär auf die mutmassliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Biologiestudium
bez
og; bezogen auf ein allgemeines Belastungsprofil wurde eine Arbeitsfähigkeit von 60-70
%
lediglich vage attestiert, indem festgehalten wurde, dass dieselbe in Bereichen gegeben sei, in denen die Beschwerdeführerin in einem gut beschrie
benen, kleinen Bereich selbständig und ohne übermässigen Kundenkontakt arbeiten könne
(
Urk.
11/186/3
oben
).
Damit lassen die von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entsche
id zitier
ten Akten zwar mit
einiger
Wahrscheinlichkeit auf
einen
zumindest vorüberge
hend
gebesserten Gesundheitszustand schliessen, was sich denn auch im Ablegen der Maturitätsprüfungen und dem Beginn des Biologiestudiums spiegelt. Weder die zuständigen ärztlichen Fachpersonen des
I._
noch diejenigen der
D._
schlossen aber auf
eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Wor
auf die Beschwer
degegnerin die
Annahme stützt,
es liege keine Erkrankung mehr vor, welche sich langdauernd auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (
Urk.
2 S. 1),
kann aus der ange
fochtenen Verfügung nicht eruiert werden
, womit die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht ebenfalls nicht nachkam.
3.4
Dass sie in der Vernehmlassung zur Begründung ihres Standpunktes nunmehr im Nachhinein auf die Stellungnahmen des RAD zum Gutachten der
D._
verwies (
Urk.
10), ändert daran nichts. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
med.
K._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Gutachterin SIM, des RAD
die Angaben der
D._
zur
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
selber als nicht wirklich nachvollziehbar erach
tete (vgl.
Urk.
11/189/5).
Die Anmerkung von
Dr.
K._
, wonach aufgrund der Beurteilung der
D._
an eine primäre Suchtkrankheit zu denken sei (
Urk.
11/189/6), was möglicherweise zum Schluss führen könnte, dass kein invalidenversicherungsrechtlich bedeuts
amer Gesundheitsschaden vorliegt
(vgl. BGE 124 V 265 E. 3c;
AHI 2002 S. 30
), ent
spräche einer anderen Beurteilung desselben
Sachverhalts, wurde doch bis anhin der sekundäre Charakter der Suchtproblematik aufgrund der
Aktenlage (vgl. unter anderem:
Urk.
11/56/2, 11/1
82/14) nicht in Frage gestellt.
Eine Renteneinste
llung gestützt au
f diese Argumentation wäre
aber
auf den
Rückkommensgrund
der Wiedererwägung gemäss
Art.
53
Abs.
1 ATSG zu stützen, was im angefochtenen Entscheid unzweideutig hätte dargelegt werden müssen.
3.5
Letztlich
verletzte die Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht gemäss
Art.
49
Abs.
3 ATSG und damit das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin auch, indem sie auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin im
Einwandverfahren
vom 2
4.
April 2018, wona
ch
sich
letztere
wieder in einer Krise befinde, weitere Module des Studiums habe stornieren müssen
,
nicht in der Lage sei, ein Vollzeit
studium zu absolvieren und sich aktuell
wieder
in der Stiftung
C._
in einem Timeout befinde (
Urk.
11/197), im angefochtenen Entscheid mit keinem Wort Bezug nahm. Der von der
F._
im
Einwandverfahren
eingereichte
Bericht vom 2
6.
April 2018
(
Urk.
11/198
) findet zwar Erwähnung im angefochtenen Entscheid
.
Die
Beschwerdegegnerin
beschränkte sich
aber auf die
lapidare
Bemerkung, dass
damit
keine neuen
Fak
ten/Tatsachen vorgebracht worden seien, was angesichts des Umstands, dass die zuständige Oberärztin
med.
pract
.
E._
eine deutliche Zunahme der depressiven Problematik in den letzten Wochen
beschrieb
und aktuell
eine
100%ige Arbeits
unfähi
gkeit attestierte (
Urk.
11/198), geradezu aktenwidrig ist.
3.6
Die angefochtene Verfügung hält damit den Erfordernissen an eine
rechtsgenüg
liche
Begründung in mehrfacher Hinsicht nicht stand
. Zwar kann es der Gesichts
punkt der Prozessökonomie unter Umständen rechtfertigen, eine einzelne Verlet
zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise dadurch zu heilen, dass die betroffene Person vor
der
Beschwerdeinstanz die Gelegenheit zur Stellungnahme erhält (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
, BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis). Es ist jedoch nicht Sache des Gerichts, eine Häufung mehrerer Verfahrensfehler zu korrigieren, nicht zuletzt auch deshalb, weil es die betroffene Partei jeweils einer Verfahrens
instanz beraubt
(vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1
; 133 III 439 E
. 3.3; 124 V 180 E. 1a
).
Der angefochtene Entscheid ist daher
schon aus formellen Gründen aufzuheben und an die Besch
werdegegnerin zurückzuweisen
.
4.
4.1
Auch wenn die Sache bereits aus formellen Gründen an die Verwaltung zurück
zuweisen ist, bleibt in materieller Hinsicht festzustellen, dass eine erste Prüfung der vorliegenden Akten
zwar
ergibt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wahrscheinlich
zumindest
vorübergehend gebessert hat, was sich denn auch in den bestandenen Maturitätsprüfungen und der Aufnahme des Biologiestudiums spiegelt (vgl. dazu unter anderem:
Urk.
11/169/3).
4.2
Was
aber
die massgeblichen gesundheitlichen Störungen und die Frage, ob und in welchem Umfang mit welchen Einschränkungen
die Beschwerdeführerin im hier massgeblichen Zeitraum (bis zum Erlass der angefochtenen Verwaltungsver
fügung vom 1
3.
Juni 2018; vgl. dazu statt vieler: BGE 116 V 246 E. 1a) arbeits
fähig war, anbelangt, erweist sich die medizinische Aktenlage als nicht hin
reichend für eine abschliessende Beurteilung.
So
weicht die Diagnostik der
D._
insofern sowohl von derjenigen der
F._
(
Urk.
11/198/1) als auch
von
derjenigen des
I._
(
Urk.
11/169/1) ab
, als die ärztlichen Fachpersonen der
D._
die depressive Störung als remittiert, die Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung und der einfachen
Aktivi
täts
- und Aufmerksamkeitsstörun
g
(ADHS)
als derzeit nicht erfüllt
erachteten
und anstelle der kombinierten Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F61.0
lediglich
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten
bei der Lebensbewältigung entsprechend
ICD-10 Z73 diagnostizierten
(
Urk.
11/183/17).
Vor dem Hintergrund, dass die Beurteilungen des
I._
und der
F._
hinsichtlich der Diagnosestellung
mit den
früheren
fachpsychiatrischen
Beurteilungen
kongruieren (vgl. unter anderem: Berichte der
Z._
vom 1
6.
Januar 2009,
Urk.
11/36/1, und vom 2
4.
Februar 2009,
Urk.
11/34 RAD-Bericht vom 2
3.
Juni 2010,
Urk.
11/82/1, Bericht des
I._
vom
3.
Febr
uar 2015,
Urk.
11/148), drängen sich Zweifel an den von der
D._
gestellten Diagnosen
auf
. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Abkehr von der bis anhin diagnostizierten Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F61.0, verzichtete die
D._
doch diesbezüglich gänzlich auf eine Diskussion früherer Arztberichte (vgl.
Urk.
11/1
86/4 f.)
; zudem findet sich eine
eigentliche Beu
rtei
lung dieser Problematik
weder
im
Gutachten vom 1
1.
Dezember 2017 noch
in
dessen Ergänzung vom 1
9.
Januar 2018 (
Urk.
11/183/17 f., 11/186)
. Was die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung anbelangt, lassen die Aus
führungen der
D._
vom 1
9.
Januar 2018 darauf schliessen, dass sie diesbezüglich nicht von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausging, sondern
dass sie
vielmehr - wie auch in Bezug auf das ADHS – eine andere
, von den früh
eren Einschätzungen
grundsätzlich
abweichende Beurteilung vornahm, indem sie die Suchterkrankung als
für die
Entwicklung
im Vorder
grund
stehend
erachtete (
Urk.
11/186/4 f.).
Abgesehen davon, dass
sich
die Auseinandersetzung der zuständigen psychiatrischen Fachärztin der
D._
, med.
pract
.
L._
, mit den bis
herigen von der ihrigen abweichenden fachpsychiatrischen Beurteilungen im Wesentliche
n auf eine Wiedergabe der früher gestellten Diagnosen
beschränkt
e
, trifft es entgegen ihrer Annahme (
Urk.
11/186/4) zum Beispiel nicht zu, dass den medizinischen Akten keine I
ntrusionen zu entnehmen sind, wu
rden doch im Aus
trittsbericht der
Z._
zum stationären Aufenthalt vom 2
7.
November 2008 bis
2
4.
Februar 2009 beschimpfende und entwertende
Introjekte
geschildert (
Urk.
11/34/3).
Weiterführende Auseinandersetzungen
hierzu
sind dem Gutachten nicht zu entnehmen, wobei die in
den Akten liegende Version des Gutachtens
offensichtlich unvollständig ist (vgl.
Urk.
11/183/19 Ende Ziffer 6: unvollständiges Satzende).
Das Gutachten der
D._
vermag daher bereits in Bezug auf die gestellten Diagno
sen nicht zu überzeugen. Entsprechend ist den auf die Diagnostik der
D._
, nicht aber
auf
deren Einschätzung der Leistungsfähigkeit abgestützten Schlussfolge
rungen der RAD-Ärztin
Dr.
K._
vom 2
4.
Januar
2018 (
Urk.
11/189/5-7) ohne
hin
der Beweiswert abzusprechen.
Angesichts der Widersprüche zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte erweisen sich ergänzende fachpsychiatrische Abklärungen
in Form eines neuer
lichen Gutachtens
sowohl zum Gesundheitsschaden als auch zu dessen Auswir
kungen auf die Leistungsfähigkeit als notwendig. Im Rahmen der ergänzenden medizinischen Abklärungen
wird
zudem
der
mit
BGE 143 V 418
geänderten Rechtsprechung, wonach
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
sind
(E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1), Rechnung zu tragen sein.
5.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit sie – gestützt auf eine
rechtsgenüg
liche
medizinische Grundlage – über den Anspruch auf eine Invalidenrente
res
pektive eine al
lfällige Rentenaufhebung oder -
herabsetzung
in einer dem Gehörs
anspruch der Versicherten hinreichend Rech
n
ung tragenden
Weise entscheide.
Je nach Ausgang
der
ergänzten
fachpsychiatrischen A
ktenlage
wird sie
ent
sprechend dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
gegebenenfalls vor dem Entscheid übe
r den Anspruch auf eine Invalid
en
r
e
n
te neuerlich den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen haben, finden sich doch in den Akten Hinweise auf eine allfällig behinderungsbedingt verzögerte
(
Erst
-)
ausbil
dung
der Beschwerdefüh
reri
n
(vgl. unter anderem:
Urk.
3/4,
11/62
, 11/83).
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Mit Erlass der angefochtenen Verfügung entzog die Beschwerdegegnerin
der Beschwerde die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2 S. 1). Die Beschwerdeführerin liess für den Fall einer Rückweisung der Sache die Weiterausrichtung der bishe
rigen ganzen Invalidenrente während der Dauer des Abklärungsverfahrens bean
tragen (
Urk.
1 S. 2).
6.2
Nach ständiger und gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts dauert der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente der Invalidenversicherung verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zu
r
weiteren Abklärung des Sachverhalts bis zum Erlass der neuen Verfügung an (BGE 129 V 370; Urteil des Bundesgerichts 8C_451/2010 vom 1
1.
November 2010 E. 2-4, in: SVR 2011 IV Nr. 33 S. 96; Urteil des Bundesgerichts 9C_856/2016 vom
9.
März 2017 E. 3.1). Diese Regelung gilt auch dann, wenn die Revisionsverfügung aus formellen Gründen aufgehoben und deshalb die Sache an die Verwaltung zurückgewiesen wird (BGE 129 V 370 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts I 633/98 vom
1.
Dezember 1999 E. 2b).
Gründe, welche gegen den Entzug der aufschiebenden Wirkung (Urteil 9C
_856/2016 vom
9.
März 2017
E. 3.1) sprechen
beziehungsweise
ein Ein
greifen in den diesbezüglich weiten Ermessensspielraum der
Beschwerdegegnerin
(BGE 105 V 266 E. 2 S. 269) rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich.
Insbesondere ist der Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache offen. Sodann sind Verfahrensmängel als solche im Kontext lediglich insoweit von Bedeutung, als sie zu einer rechtsmissbräuchlichen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die IV-Stelle geführt haben, sodass der
Suspensiv
effekt
für den Zeitraum wiederherzustellen ist, den das Verfügungsverfahren in Anspruch genommen hätte, wenn es formell korrekt durchgeführt worden wäre (B
GE 129 V 370 E. 3.4
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_236/2014 vom 1
6.
Mai 2014 E. 2.1). Ein solcher Sachverhalt lieg
t hier unbestritten nicht vor, weshalb dem Begehren um
Wiederherstellung
der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
nicht stattzugeben ist.
7.
7.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Das
Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
um
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung
erweist sich
bei d
iesem Ver
fahrensausgang als gegenstandslos.
7.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.3
Entsprechend hat die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Parteientschädi
gung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
3‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer).
Das Gericht
beschliesst
:
Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird abgewiesen
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgehei
ssen, dass die
angefochtene
Verfügung vom 1
3.
Juni 2018 aufgeho
ben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter
Abklärung im Sinne der Erwägun
gen, neu
über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
3'000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Petra
Oehmke
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
10
-
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.