# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** df9fd5e0-d4ad-4fcf-8094-997a5001b1f3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.a. Am 26. April 2006 schlossen Y._ und Z._, O.1_, als Auftraggeber/Bauherrschaft einerseits und das X._, O.2_, als Beauftragter/Architekt andererseits einen SIA-Normvertrag 1002 (Ausgabe 2003) für Architekturleistungen betreffend Ausführung eines Projekts "A._, O.1_" ab. Nebst den Werten des SIA für die Berechnung des mittleren Stundenaufwandes sah er allgemein die Anwendbarkeit der SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2003) vor. Der Teilvertrag beschränkte sich auf Leistungen des Beauftragten ab der Projektphase 4 (Ausschreibung/Offertvergleich/Vergabeantrag). Gemäss dem Grundleistungsverzeichnis und der vertraglichen Projektorganisation erfolgte eine Aufgabenverteilung zwischen den am Bau beteiligten beiden Architekten B._, O.3_, und C._. In den Projektphasen 1-3 (1. Vorprojekt: Studium Lösungsmöglichkeiten, Grobschätzung Baukosten, Vorprojekt und Kostenschätzung; 2. Bauprojekt: Detailstudien, Kostenvoranschlag; 3. Bewilligungsverfahren) war Architekt B._ für Projektentwurf, Materialisierung, Statikkonzept, Skizzen der wesentlichen Konstruktionsdetails und Haustechnikkonzepte mit den Fachingenieuren, Verhandlungen mit den Behörden, Erstellung des Kostenvoranschlages und Baubeschrieb verantwortlich. In den Projektphasen 4-7 (4. Ausschreibung/Offertvergleich/Vergabeantrag; 5. Ausführungsplanung; 6. Ausführung; 7. Inbetriebnahme/Abschluss) war das X._ für die Ausführungsplanung, das Bauprogramm, die Ausschreibung der Bauarbeiten, die örtliche Bauleitung, die Koordination der Zusammenarbeit der Fachplaner sowie die Führung der Baubuchhaltung und Abrechnung verantwortlich, wobei in der Projektphase 6 (Ausführung: Gestalterische Leitung, Bauleitung/Kostenkontrolle) die Teilleistung gestalterische Bauleitung ebenfalls Architekt B._ oblag.
A.b. Von den gesamthaft für den Bau zu erbringenden Architekturleistungen entfiel gemäss Grundleistungsverzeichnis ein Leistungsanteil von 61.5 % auf die X._. Dieses war bis zu honorarberechtigten Baukosten von CHF 2'000'000.00 mit einem pauschalen Festhonorar (ohne Anpassung an die Teuerung) von CHF 160'000.00, zuzüglich MwSt. zum damaligen Satz von 7.6 %, zu vergüten. Gemäss besonderer Vereinbarung war das Entgelt für honorarberechtigte Baukosten (B), welche den Betrag von CHF 2'000'000.00 übersteigen, nach oben anzupassen, indem das Zusatzhonorar (H) auf dem überschiessenden Baukostenanteil gemäss der Formel H = B – 2'000'000 x 14.5 % x 61.5 % zu berechnen war. Über die Anwendung dieser Bestimmung war die Bauherrschaft vorgängig in Kenntnis zu setzen. Hinsichtlich der Vergütung von Nebenkosten wurde vereinbart, die Reisekosten pauschal mit CHF 6'000.00 zu vergüten. Ausgehend von einem geschätzten Aufwand von
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CHF 7'000.00 war die Entschädigung für Plankopien, Fotokopien und Datenträger sodann nach Aufwand geschuldet.
A.c. Die Baubewilligung wurde am 6. Februar 2006, mit Vorbehalten wegen fehlender Unterlagen, erteilt. Gemäss Architektenvertrag vom 26. April 2006 war folgender Terminplan vorgesehen: Baubeginn Juni 2006, Rohbau-Fertigstellung Dezember 2006, Bezug Juni 2007. Der Bau wurde im Frühjahr 2006 begonnen. Am 18. Dezember 2006 meldete die X._ den Rohbau zur Abnahme durch die Baubehörde O.1_ an, welche am 16. Januar 2007 stattfand. Der Bezug der Baute durch die Bauherrschaft soll nach deren Angaben am 24. Dezember 2007 erfolgt sein.
B.a. Am 3. Mai 2007 bat die Bauherrschaft die X._ um Zustellung eines aktualisierten Budgets/Kostenaufstellung zum Bauprojekt. Am 26. Juni 2007 übermittelte das ausführende Architekturbüro der Bauherrschaft (mit Kopie an Architekt B._) eine provisorische Kostenzusammenstellung mit folgenden Werten:
BKP Nr. Kostenzusammenstellung provisorisch, 26.06.2007
0 Grundstück 3'115'400
1 Vorbereitungsarbeiten 86'400
2 Gebäude 2'944'200
4 Umgebung 145'000
5 Baunebenkosten 129'000
Total (inkl. MwSt.) 6'420'700
B.b. Gegen Ende der Bauzeit, am 7. November 2007, wünschte die Bauherrschaft erneut eine Kostenaufstellung und ersuchte gleichzeitig um einen Besprechungstermin im Beisein des Bauleiters D._, um "einige Probleme im Zusammenhang mit der Bauführung und der Kostenkontrolle zu klären". Am 12. November 2007 übermittelte die X._ (mit Kopie an Architekt B._) folgende Kostenprognose:
BKP Nr. KV aktuell Verträge Zahlungen Prognose Mehr-/Minderkosten
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Vergaben
0 Grundstück 3'115'400 3'115'245 3'115'268 -132
1 Vorbereitungsarbeiten 86'400 58'642 84'595 84'595 -1'805
2 Gebäude 2'959'200 2'425'525 2'041'097 2'927'307 -31'893
4 Umgebung 145'000 205'515 30'000 191'000 46'000
5 Baunebenkosten 129'700 3'848 64'735 132'717 3'017
Total (inkl. MwSt.) 6'435'700 2'693'530 5'335'672 6'450'887 15'187
Mit E-Mail vom gleichen Tag ersuchte die Bauherrschaft "angesichts dieser massiven Kostenüberschreitung" dringend um ein Gespräch. Am 15. November 2007 antwortete die X._, die Feststellung der Bauherrschaft, die Kosten würden massiv überschritten, erstaune. Die im November 2007 erstellte Endkostenprognose weise gegenüber den Kostenvoranschlägen vom Juni 2007 Mehrkosten von CHF 30'000.00 aus. Alle vorgängigen Kostenangaben stammten nicht aus dem Büro der X._.
B.c. Basierend auf folgender Baukostenaufstellung per 4. Februar 2008:
BKP Nr. KV aktuell Verträge Vergaben
Zahlungen Prognose Mehr-/Minderkosten
0 Grundstück 3'115'400 3'112'268 3'112'268 -2'932
1 Vorbereitungsarbeiten 86'400 58'642 84'595 84'595 -1'805
2 Gebäude 3'125'690 2'435'458 2'698'811 3'056'098 -69'592
4 Umgebung 145'000 205'515 278'321 209'504 64'504
5 Baunebenkosten 129'700 3'848 71'716 132'717 3'017
Total (inkl. MwSt.) 6'602'190 2'703'463 6'248'688 6'595'382 -6'808
liess die X._ der Bauherrschaft am 3. Oktober 2008 ihre Schlussabrechnungen über die Beträge von CHF 144'778.00 (Restforderung betreffend Honorar aus Architektenvertrag), CHF 8'324.10 (Nebenkosten) und CHF 42'945.00 (ausserhalb
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des Vertrages erbrachte Teilleistungen), insgesamt CHF 196'047.10, zukommen. Nachdem die Begleichung der Forderungen ausblieb, mahnte die X._ Y._ und Z._ mit Einschreiben vom 11. November 2008, die ausstehenden Zahlungen bis am 21. November 2008 vorzunehmen. Eine Zahlung erfolgte nicht.
C.a. Gemäss Ziffer 13.1 des Architektenvertrages war vereinbart, dass in einem Streitfall vor Anrufung eines Gerichts unter den Parteien eine Mediation durchzuführen sei. Gestützt auf einen Mediationsvertrag vom 12. März 2009 wurde gleichentags unter Leitung des Mediators E._, F._ Rechtsanwälte, O.4_, eine Mediation durchgeführt. Eine Einigung wurde nicht erzielt.
C.b. Mit Schriftsatz vom 17. März 2009 meldete die X._ die Streitsache zur Vermittlung beim Kreispräsidium O.2_ an. Mangels Streitbeilegung anlässlich der Sühneverhandlung vom 20. Mai 2009 wurde der Klägerin am 23. Juli 2009 der Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt:
Rechtsbegehren Klägerin:
1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin CHF 190'047.10 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. November 2008 zu bezahlen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
Rechtsbegehren Beklagte:
1. Das Gesuch [recte: die Klage] sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Lasten der Klägerin.
Widerklagebegehren:
1. Die Klägerin sei zu verpflichten, den Beklagten CHF 350'000.00 zzgl. 5 % Zins seit dem 20. Mai 2009 zu bezahlen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
D.a. Unter Berücksichtigung der Sommergerichtsferien vom 15. Juli bis 15. August 2009 prosequierte die X._ (nachfolgend Klägerin) das Klageverfahren durch Einreichung des Leitscheins fristgemäss und im Übrigen auch formgerecht mittels Prozesseingabe vom 4. September 2009 an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Sie liess folgende Rechtsbegehren stellen:
1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin CHF 196'047.10 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. November 2008 zu bezahlen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
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D.b. Zur Klagebegründung (20 Urkunden, 1 Edition, 8 Zeugen, 2 Expertisen) wurde im Wesentlichen unter Hinweis auf die Honorarabrechnungen der Klägerin vom 3. Oktober 2008 samt dortigen Beilagen ausgeführt, der Klagebetrag setze sich aus den 3 Teilforderungen vertragliches Honorar CHF 144'778.00 (a), Nebenkosten CHF 8'324.10 (b) und ausserhalb Architektenvertrag erbrachte Teilleistungen CHF 42'945.00 (c) wie folgt zusammen:
Nebst dem Pauschalhonorar von CHF 160'000.00 gemäss Ziffer 2.3 des Architektenvertrages habe die Klägerin gemäss Vertragsziffer 14 Anspruch auf ein Zusatzhonorar auf den zwei Millionen übersteigenden Teil der Baukostensumme. Die Höhe der honorarberechtigten Bausumme gemäss Honorarabrechnung der Klägerin vom 3. Oktober 2008 von CHF 2'733'894.00 sei von der Gegenseite nie bestritten worden. Unter Berücksichtigung der beklagtenseits bislang geleisteten Abschlagszahlungen von total CHF 96'080.00 sei unter dem Titel Architekturhonorar BKP 291 eine Restforderung von CHF 144'778.00 ausstehend.
Gemäss Ziffer 3 des Architektenvertrages sei sodann vereinbart worden, die Reisekosten pauschal mit CHF 6'000.00 zu vergüten und die Entschädigung für Plan- und Fotokopien sei nach effektivem Aufwand geschuldet. Dementsprechend habe die X._ abrechnungsgemäss Anspruch auf Kostenersatz in der Höhe von CHF 8'324.10 (Fahrpauschale CHF 6'000.00; Plan- und Fotokopien CHF 1'736.15).
Im Umfang von CHF 42'945.00 schliesslich gründe die Forderung auf tatsächlich erbrachten Architekturleistungen, welche ausserhalb des mit dem Architektenvertrag vereinbarten Aufgabenbereichs der Klägerin (Bauausführung) gelegen hätten, von ihr aber gleichwohl im Sinne projektnotwendiger Vorleistungen hätten erbracht werden müssen, um sich in die Lage zu versetzen, ihren eigenen vertraglichen Aufgaben nachkommen zu können. Der eigentliche Architekt und Vertreter der Bauherrschaft, B._, habe die zur Bauausführung unerlässlichen Unterlagen in namhaften Teilen nicht beigebracht. Die von ihm zur Verfügung gestellten Baupläne seien nur sehr rudimentär gewesen; Detailpläne hätten nicht existiert. Damit das Bauvorhaben überhaupt in einem erträglichen Zeitrahmen habe abgewickelt werden können, hätten folgende, nicht im Kernauftrag definierte und nach Regietarif B gemäss Beilage 4 Architektenvertrag zu entschädigenden Leistungen von der Klägerin erbracht werden müssen:
 Ergänzung Baueingabe: Die Baueingabe habe in mehreren Bereichen (Schutzraum, Medienanschlüsse, Personenlift, Auftrag geologisches Gutachten, Fassaden- und Grundrissänderungen, Variantenstudie Stützmauer und Einfahrt) ergänzt werden müssen. Die Forderung aus der Ergänzung der Baueingabe belaufe sich gemäss
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Schlussabrechnung vom 3. Oktober 2008 auf CHF 10'215.00 exkl. MwSt.
 Koordination Fachplaner auf Projektebene (Entwicklung Statikkonzept, Heizung, Lüftung/Klima, Sanitärinstallation, Elektroinstallationen): Gemäss Architektenvertrag sei es Aufgabe von Architekt B._ gewesen, die Haustechnikkonzepte mit den Fachingenieuren zu erstellen. Als eigentlicher Architekt und Vertreter der Bauherrschaft habe dieser jedoch die Koordination der Fachplaner (Statik, Sanitär und Heizung, Elektroinstallationen etc.) nicht oder nur unzureichend wahrgenommen. So hätte B._ gemäss Beilage 2 ein Statikkonzept in Phase 1 des Bauprojekts erarbeiten sollen, was dieser jedoch unterlassen habe. Das Statikkonzept sei stattdessen durch die Klägerin unter Beizug des Bauingenieurs G._, O.5_, erarbeitet worden. Im Fachbereich Sanitär, Heizung, Lüftung und Klima habe die Klägerin anstelle von Architekt B._ mit dem Fachplaner H._, O.6_, diverse Arbeiten wie Grundlagenabklärungen bezüglich Wärmeerzeugung und Apparateauswahl koordinieren müssen. Im Fachbereich Elektroinstallationen habe die Klägerin anstelle von B._ die Projektierungsarbeiten bezüglich Schwachstrom, Starkstrom, Installation von Sicherheits- und Blitzschutzanlagen zusammen mit dem Elektroplanungsbüro I._, O.7_, koordinieren müssen. Die klägerische Forderung aus der geleisteten Koordinationsarbeit der Fachplaner betrage abrechnungsgemäss CHF 6'465.00, exkl. MwSt.
 Fehlender Baubeschrieb/Materialisierung als Grundlage von Devisierung/Planung (mehrfache Überarbeitung Baubeschrieb, Erstellung der Raumblätter mit Materialisierung): Entgegen seiner vertraglichen Verpflichtung gemäss Beilage 2 des Architektenvertrages habe Architekt B._ den Baubeschrieb nicht erstellt respektive die Materialisierung nicht bestimmt. Diese Arbeiten hätten von der Klägerin ausgeführt werden müssen. Ihre Honorarforderung für Erstellung von Baubeschrieb und Materialisierung belaufe sich abrechnungsgemäss auf CHF 4'472.00, exkl. MwSt.
 Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau: Den Bauplänen von Architekt B._ seien weder die notwendigen Gestaltungsdetails für den hölzernen Dachaufbau, noch für Metallfassade, noch jene für Metallkonstruktion und Gestaltung des Liftschachts zu entnehmen gewesen. Die Forderung der Klägerin für die Erstellung dieser diversen Gestaltungen des Rohbaus würden sich rechnungsgemäss auf CHF 8'795.00, exkl. MwSt., belaufen.
 Gestaltungsvorschläge Innenausbau: Die Klägerin habe schliesslich diverse, den Innenausbau betreffende Gestaltungsvorschläge bezüglich Nasszellen, Schalung Sichtbeton, Gestaltung Dachoberlichter, Typologie Zimmertüren, Gestaltung Cheminée, Gestaltungskonzept Pergola etc. erbringen müssen. Die Forderung dafür betrage abrechnungsgemäss CHF 9'965.00, exkl. MwSt.
D.c. Innert mehrfach, mit Zustimmung der Gegenpartei erstreckter Frist und in der erforderlichen Form wurde seitens der Beklagten am 19. November 2009 die Prozessantwort mit umfangreichen Beweisanträgen (369 Urkunden, 8 Editionen, 1 Parteieinvernahme, 7 Zeugen, 58 Expertisen) eingereicht. Die Beklagten
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schlossen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin, auf vollumfängliche Klageabweisung, soweit die Klage nicht anerkennt werde. Gleichzeitig erhoben sie Widerklage mit den Anträgen:
1. Die Klägerin sei zu verpflichten, den Beklagten den Betrag von CHF 412'936.00 zu zahlen, unter Vorbehalt der Nachklage;
2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.
Die Beklagten bestritten die klägerischen Forderungen sowohl in Bestand als auch im Umfang vollumfänglich. Sie vertraten die Auffassung, dass die Klägerin keinen Anspruch auf Architektenhonorar mehr habe, da sie ihre vertraglich geschuldeten Leistungen – wenn überhaupt – nur sehr mangelhaft erbracht habe. Eventualiter machten die Beklagten Verrechnung mit ihren widerklageweise eingeklagten Schadenersatzforderungen geltend. Für eine Anpassung des Architektenhonorars aufgrund einer höheren honorarberechtigten Bausumme sei vereinbart gewesen, dass die Bauherrschaft über die Anwendung dieser Bestimmung vorgängig in Kenntnis zu setzen sei. Die Klägerin habe dies zu keinem Zeitpunkt getan. Schon aus diesem Grund sei die Klägerin nicht berechtigt, eine über das Pauschalhonorar hinausgehende Entschädigung zu verlangen. Der Forderungsbetrag für Nebenkosten in der Höhe von CHF 8'324.10 werde anerkannt, obwohl vermutungsweise auch dieser Betrag überrissen sei. Die Forderung werde indessen mit den eigenen Schadenersatzforderungen der Beklagten verrechnet. Die tatsächlichen Behauptungen der Klägerin, sie habe Arbeiten ausgeführt (von ihr als Teilleistungen ausserhalb Vertrag bezeichnet), welche eigentlich von Architekt B._ hätten ausgeführt werden müssen, und der von ihr daraus abgeleitete Honoraranspruch in Höhe von CHF 42'945.00, wiesen die Beklagten umfassend zurück. Dem Abschluss des schriftlichen Architektenvertrages seien mehrere Gespräche vorausgegangen, in welchen beschlossen worden sei, dass die Klägerin die Arbeit dort aufnehmen solle, wo Architekt B._ sie beendet habe. Die Klägerin habe somit das Projekt sowie den Projektstand bestens gekannt und genau gewusst, welche Arbeiten noch zu verrichten gewesen seien. Schon aus diesem Grund sei eine Rechnungsstellung ausserhalb des Vertrages ungerechtfertigt. Die Klägerin habe sodann nicht für Architekt B._ einspringen müssen; das Gegenteil sei der Fall gewesen. Insbesondere habe Architekt B._ einen erheblichen Teil der faktisch inexistenten klägerischen Bauleitung übernehmen müssen. Zu bestreiten sei sodann, dass B._, als eigentlicher Architekt und Vertreter der Bauherrschaft, die zur Bauausführung notwendigen Unterlagen nicht beigebracht habe und dass die von ihm zur Verfügung gestellten Baupläne nur sehr rudimentär gewesen seien und Detailpläne überhaupt nicht existiert hätten. Es sei denn auch bezeichnend, dass diese Behauptungen in keiner Weise substantiiert würden. Es gehe nicht an, als
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Substantiierung lediglich den Beweis einer Expertise anzubieten. Die Klägerin mache nicht namhaft, welche Baupläne oder Detailpläne nicht geliefert worden seien und auch nicht, dass sie das Fehlen von Plänen abgemahnt habe. In keinem Zeitpunkt während des Vertragsverhältnisses hätten die Beklagten von der Klägerin gehört, die Leistungen von Architekt B._ seien ungenügend. In Bezug auf alle 5 geltend gemachten Positionen (1. Ergänzung Baueingabe; 2. Koordination Fachplaner und Projektebene; 3. fehlender Baubeschrieb/Materialisierung als Grundlage von Devisierung/Planung; 4. Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau; 5. Gestaltungsvorschläge Innenausbau) sei der tatsächlich betriebene Aufwand sowohl im Grundsatz als auch im Ausmass als unsubstantiiert zu bestreiten. Es sei in keinem dieser Fälle eine Abmahnung der Klägerin erfolgt. Vereinbarungen mit der Bauherrschaft betreffend derartige Zusatzleistungen seien ebenfalls nicht getroffen worden.
In der 150 Seiten umfassenden Begründung der Widerklage werden insgesamt 160 Positionen abgehandelt, in denen die Klägerin den Beklagten einen zu ersetzenden Gesamtschaden von CHF 412'936.00 zugefügt haben soll.
D.d. Innert mehrfach, mit Zustimmung der Gegenpartei, erstreckter Frist erstattete die Klägerin die Klagereplik und Widerklageantwort mit unverändertem Klagebegehren gemäss Prozesseingabe und dem Antrag auf Abweisung der Widerklage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. 7.6 % MwSt. zu Lasten der Beklagten und Widerkläger. Sie legte 284 neue Urkunden ein, verlangte 1 Edition und offerierte, nebst den in der Prozesseingabe aufgerufenen 8 Zeugen, 8 neue Zeugen.
D.e. Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Beklagten mit Klageduplik und Widerklagereplik vom 7. Juni 2010 und die Klägerin mit Widerklageduplik vom 30. August 2010 unverändert an ihren Rechtsbegehren und im Wesentlichen auch an ihren Sachverhaltsdarstellungen fest.
D.f. Am 11. Oktober 2010 legten die Beklagten eine weitere Rechtsschrift ein (Stellungnahme zur Widerklage der Klägerin vom 30. August 2010).
E.a. Gemäss unangefochten gebliebener Beweisverfügung vom 14. April 2011 wurden:
 sämtliche von den Parteien eingelegten Urkunden (Klägerin: act. III.; Beklagte: act. IV.I.1-369, IV.II.1-226) für erheblich erklärt;
 2 Editionen aus Händen der Beklagten angeordnet;
 die Einvernahmen von 15 Zeugen angeordnet (Architekt B._, 13 Handwerker beziehungsweise Mitarbeiter von Unternehmerfirmen:
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G._, H._, I._, J._, K._, L._, M._, N._, O._, P._, Q._, R._; 1 Mitglied der Baubehörde O.1_: S._);
 die Frage, ob auch die klägerseits zum Zeugnis aufgerufenen D._ (Bauleiter der Klägerin) und/oder C._ (Geschäftsführer der Klägerin) einzuvernehmen sind, blieb dem Entscheid nach Vorliegen des Ergebnisses der ersten Zeugeneinvernahmen vorbehalten;
 die freie richterliche Befragung der Parteien an der Hauptverhandlung vorbehalten;
 die Beweisaussage der Beklagten Y._ an der Hauptverhandlung vorbehalten; und
 die allfällige Anordnung von Expertisen späterer Entscheidung vorbehalten.
E.b. Gleichzeitig mit der Beweisverfügung wurde bei beiden Parteien, unter Vorbehalt der Nachforderung im Falle der Anordnung von Expertisen, je ein Gerichtskostenvorschuss von CHF 25'000.00 angeordnet. Beide Vorschüsse wurden geleistet (vgl. dazu angefochtener Entscheid E. 1.2 S. 34).
E.c. Die angeordneten Editionen wurden beklagtenseits am 1. Juni 2011 eingeliefert (act. VI.1-3). Nach Durchführung der angeordneten 15 Zeugeneinvernahmen stellte die Klägerin den Beweisantrag, die von ihr nominierten Zeugen D._ und C._ einzuvernehmen. Dem wurde insoweit stattgegeben, als zunächst D._, Bauleiter des umstrittenen Bauprojekts, einvernommen wurde. Mit Schreiben vom 5. Juni 2012 gelangte die Klägerin an das Bezirksgericht Prättigau/Davos und beantragte erneut die Einvernahme von C._ als Zeugen. Nach Vorliegen von D._s Aussage wurde indessen auf die Zeugeneinvernahme von C._ mit unangefochten gebliebener prozessleitender Verfügung vom 14. September 2012 verzichtet, unter Hinweis auf die Möglichkeit, den Beweisantrag an der Hauptverhandlung erneut zu stellen. Expertisen wurden keine angeordnet.
F. Auf Veranlassung der Klägerin wurde der Leitschein mit prozessleitender Verfügung vom 24. August 2011 zur Verbesserung an das Kreispräsidium O.2_ zurückgewiesen. Am 29. August 2011 ging von der Vermittlerin ein korrigierter Leitschein ein, welcher im klägerischen Rechtsbegehren einen Forderungsbetrag von CHF 196'047.10 (anstatt CHF 190'047.10) aufweist.
G.a. Im Verlauf der Beweisabnahmen wurde auf Veranlassung der Beklagten evaluiert, ob angesichts des erklecklichen Umfangs von Sachverhalt, Akten und Rechtsschriften nicht ausserordentlicherweise auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichtet und stattdessen für die Würdigung des Beweisergebnisses ein schriftliches Verfahren durchgeführt werden könnte. Die
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Klägerin stellte sich gegen einen Verzicht, dies unter anderem auch deshalb, weil der erhebliche Aktenumfang nicht durch sie, sondern durch die Widerklage der Gegenseite entstanden sei. Daraufhin wurde die Durchführung der Hauptverhandlung angeordnet. Die mündliche Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 14. September 2012 vorgeladen wurde, fand am 9. November 2012 in Klosters statt. Die von den Rechtsvertretern vor Schranken gehaltenen Eingangsplädoyers konnten in ihren schriftlichen Ausfertigungen zu den Akten genommen werden.
G.b. Für die Klägerin stellte Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg die unveränderten Rechtsbegehren zu Klage und Widerklage gemäss dem korrigierten Leitschein und der Widerklageantwort. Zur Begründung verwies sie vorab auf die Rechtsschriften.
G.b.aa. In Bezug auf die Bereinigung des Beweisverfahrens wiederholte die Klägerin den Antrag auf Einvernahme des offerierten Zeugen C._, ebenso den Antrag auf Einholung der mit der Klage verlangten Expertisen. Der Antrag der Gegenseite auf Einvernahme/Beweisaussage von Y._ sei dagegen abzuweisen.
G.b.bb. Im Zusammenhang mit den sehr umfangreichen Rechtsschriften der Beklagten sei festzuhalten, dass es vorliegend nicht darum gehe, dass das Bauprojekt irgendwelche Baumängel aufweise. Das sehr aufwändig und mit einem absolut luxuriösen Ausbaustandard realisierte Wohnhaus der Beklagten zu eigentlichen Gebäudekosten von rund CHF 3'000'000.00 existiere denn auch mängelfrei. Die Beklagten würden eine Streichung oder Kürzung des Honorars ausschliesslich gestützt auf angebliche Verletzungen der Architektenpflichten im Bereich Bauführung und Baukontrolle verlangen.
G.b.cc. Zum Honorar von CHF 42'945.00 für nicht im schriftlichen Architektenvertrag vereinbarte aber erbrachte Leistungen der Klägerin zeige das Beweisergebnis eindeutig, dass Architekt B._ zahlreiche, gemäss Projektorganisation unbestreitbar seinem Aufgabenbereich zuzuordnende Leistungen nicht oder nicht richtig erbracht habe. Damit das Bauvorhaben habe vollendet werden können, habe die Klägerin die Aufgaben von B._ übernehmen müssen, dies im ausdrücklichen Auftrag der Beklagten. Die in Rechnung gestellten Leistungen seien von der Klägerin effektiv erbracht worden. Zu Gunsten der Bauherrschaft seien sie zu einem Stundenansatz verrechnet worden, der sogar unter den üblichen Tarifen gemäss der SIA Norm 102 liege. Aus all dem werde klar, dass Architekt B._ seinen Aufgabenbereich nicht genügend habe erfüllen können oder wollen. Die Klägerin habe auch diese Aufgaben übernehmen müssen, obwohl ursprünglich nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehörend. Die Beklagten hätten dies gewusst und seien
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ausdrücklich damit einverstanden gewesen, dass die Klägerin zusätzlich auch diese Aufgaben erledigen sollte. Diesbezüglich habe der Zeuge D._ sogar zu Protokoll gegeben, dass die Bauherrschaft bei einigen Sitzungen, welche in diesem Bereich mit den Fachplanern abgehalten worden seien, persönlich anwesend gewesen sei. Demgegenüber sei die Zeugenaussage von Architekt B._ praktisch unverwertbar. Obwohl von den Beklagten als Hauptzeuge nominiert, sei von deren Seite zur zeit- und kostenaufwändigen Einvernahme von B._ in Deutschland niemand erschienen. Der Grund sei an der Einvernahme klar geworden. Die Aussagen von Architekt B._ seien komplett unbrauchbar. Er habe im Zeugenstand bestätigt, dass er mit Y._ vor der Einvernahme den Zeugenfragenkatalog im Detail durchgesprochen habe und sogar an der Verfassung der Rechtsschriften der Beklagten massgebend beteiligt gewesen sei. Hinzu komme, dass ca. 80 % der vom Zeugen teilweise selbst vorformulierten Fragen sich nicht auf Tatsächliches aus eigener Wahrnehmung bezogen hätten, sondern ihrem Gehalt nach unzulässige Gutachterfragen darstellten.
In rechtlicher Hinsicht sei Auftragsrecht anzuwenden. Auch bezüglich der Leistungen, die zusätzlich zum schriftlichen Architektenvertrag erbracht worden seien, sei ein Auftragsverhältnis zwischen der Klägerin und den Beklagten gegeben, nachdem die Beklagten stets damit einverstanden gewesen seien, dass die Klägerin auch die zusätzlichen Aufgaben erledigte. Dass die beruflich qualifizierte Klägerin auch voll zu entschädigen sei, verstehe sich von selbst.
G.c. Für die Beklagten stellte und begründete Rechtsanwalt Dr. Thomas Spoerri die unveränderten Rechtsbegehren gemäss Klageantwort und Widerklage.
G.c.aa. In Bezug auf die Bereinigung des Beweisverfahrens beantragten die Beklagten die Abnahme sämtlicher in den Rechtsschriften offerierten und noch nicht abgenommenen Beweise, insbesondere hielten sie daran fest, dass Y._ zur Parteieinvernahme/Parteibefragung zuzulassen sei.
G.c.bb. Die Beklagten bestritten die Forderung für Nebenkosten im Betrag von CHF 8'324.10 nicht. Sie machten jedoch Verrechnung mit ihrer Schadenersatzforderung geltend.
G.c.cc. Hinsichtlich des eingeklagten Resthonorars wurde namentlich geltend gemacht, die Klägerin widerspreche sich schon in der Klageschrift, wenn sie einerseits behaupte, beim Bauvorhaben der Beklagten sei lediglich eine Kostenüberschreitung von CHF 30'000.00 entstanden und andererseits ein Zusatzhonorar von CHF 144'778.00 wegen Erhöhung der honorarberechtigten
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Bausumme von CHF 2'000'000.00 auf CHF 2'733'894.00 fordere. Unbestritten sei, dass das Bauvorhaben tatsächlich teurer geworden sei, als von der Klägerin ursprünglich in deren Kostenprognose angegeben. Diese Mehrkosten seien aber gerade auf fehlende Bauleitung, fehlende Kostenkontrolle und sonstige Fehlleistungen der Klägerin zurückzuführen. Diese Fehlleistungen hätten für die Beklagten vertragswidrig verursachte Zusatzkosten bei den Unternehmern zur Folge gehabt. Es verstehe sich von selbst, dass für eine derartige Erhöhung der Baukosten kein höheres Honorar verlangt werden könne. Für eine Schlechterfüllung des Architektenvertrags sei kein oder jedenfalls nicht das ganze Honorar geschuldet. Die Klägerin habe darüber hinaus ihre auftragsrechtliche Pflicht, die Bauherren über die Kosten ihres Bauvorhabens rechtzeitig und umfassend zu informieren, verletzt. Im Rahmen der Kostenüberwachung sei fortlaufend zu prüfen, ob die tatsächlichen Baukosten den Kostenvoranschlag überschritten. Erstmals am 22. Juni 2007, ein Jahr nach Baubeginn, habe die Klägerin den Beklagten eine erste provisorische Kostenzusammenstellung geschickt, aus der ersichtlich geworden sei, dass die ursprünglich prognostizierten Baukosten massiv überschritten würden. Das rechtzeitige Aufstellen einer Gesamtkostenübersicht, falls auf die Erstellung eines Kostenvoranschlages verzichtet worden sei (SIA-Ordnung 102, Ziff. 4.41), gehöre zu den Grundleistungen des bauleitenden Architekten. Gemäss SIA-Ordnung 102, welche vertragliche Grundlage zwischen den Parteien sei, müsse der bauleitende Architekt eine revidierte Kostenermittlung aufgrund der Angebote der Unternehmer und einen Vergleich mit dem Kostenvoranschlag machen (Ziffer 4.4, Ausschreibung; 4.41, Ausschreibung, Offertvergleich, Vergabeantrag) – dies selbstverständlich vor Beginn der Bauarbeiten. Später mache dies keinen Sinn mehr, weil dann bereits Kosten angefallen seien und nicht mehr umdisponiert werden könne. Durch diese fehlende Kostenaufklärung sei den Beklagten ein massiver Vertrauensschaden entstanden. Hätte die Klägerin die Beklagten rechtzeitig über die wahren Kosten ihres Bauvorhabens informiert, hätten die Beklagten vieles einfacher und kostengünstiger geplant und bauen lassen, als sie es ohne die wahren Angaben über die Kosten ihres Bauvorhabens taten. Weitere Vertragsverletzungen der Klägerin bestünden in der Schlechterfüllung ihrer auftragsrechtlichen Pflichten in den Bereichen Ausschreibung, Vergaben, Abfassung der Werkverträge und Bauleitung. So seien zum Beispiel bei den Ausschreibungen oft Arbeiten vergessen gegangen. Dadurch sei das Einholen von in aller Regel teureren Nachtragsofferten erforderlich gewesen. Oft hätten für die vergessenen Leistungen auch Regiearbeiten erbracht werden müssen, wodurch das Bauvorhaben massiv teurer geworden sei. Ausschreibungen und Vergaben seien oft viel zu spät gemacht worden, wodurch vermeidbarer Zeitdruck entstanden sei. Ein prominentes Beispiel hierzu sei die um Monate verspätete Bestellung der Schieferplatten für die Bodenbeläge. Im Rahmen
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der Bauleitung habe es die Klägerin schliesslich oft verpasst, den Unternehmern rechtzeitig die erforderlichen Weisungen zu erteilen. Dies habe immer wieder dazu geführt, dass Arbeiten auf der Baustelle unkoordiniert abgelaufen seien oder bereits ausgeführte Arbeiten provisorisch wieder hätten rückgängig gemacht werden müssen, weil etwas vergessen gegangen sei. Auch sei es zu vielen Fehlleistungen von Unternehmern gekommen, die ihre Ursache in einer ungenügenden Baustellenpräsenz der Bauleitung gehabt hätten, mit der Folge, dass es zu sehr vielen Nachbesserungsarbeiten gekommen sei.
G.c.dd. Hinsichtlich des eingeklagten Honorars von CHF 42'945.00 für Teilleistungen ausserhalb Vertrag wurde beklagtenseits teilweise bestritten, dass die fraglichen Leistungen tatsächlich erbracht worden seien und durchwegs, dass es sich um Leistungen "ausserhalb des Vertrages" handle. Soweit tatsächlich erbracht, seien diese Leistungen im vertraglich vereinbarten Leistungsumfang enthalten und mit dem vereinbarten Pauschalpreis abgegolten gewesen. Die Klägerin habe daher keinen Anspruch auf eine zusätzliche Vergütung. Sie habe während der Planung und der Ausführung des Bauvorhabens kein einziges Mal geltend gemacht, sie müsse Leistungen "ausserhalb des Vertrages" erbringen, für welche sie Anspruch auf ein zusätzliches Honorar habe. Vielmehr habe sie dies nach Abschluss des Projekts frei erfunden, um ihre Forderungen gegen die Beklagten aufzublähen und von den Beklagten möglichst viel Geld zu erlangen. Die Klägerin hätte diese erfundenen Zusatzleistungen denn auch nicht in Rechnung gestellt, wenn es nicht zum Prozess gekommen wäre. Die Klägerin habe im Übrigen auch deshalb keine derartigen Honoraransprüche, weil Art. 3.3.4 der SIA-Ordnung 102 vorschreibe, dass die Ausführung von besonders zu vereinbarenden Leistungen vorgängig gemeinsam festzulegen sei und es hier an einer solchen gemeinsamen vorgängigen Festlegung fehle. Die Klägerin lege denn auch keinerlei Dokumente ins Recht, wonach sie die Beklagten während der Planungs- und Ausführungsphase auf die Mehrleistungen und die Mehrkosten aufmerksam gemacht habe. Die Sorgfalts- und Treuepflicht des Architekten, wie auch seine Kostenaufklärungspflicht hätten es aber in jedem Falle geboten, dass die Bauherrschaft über Mehrkosten in derart erheblichem Ausmass rechtzeitig und umfassend bereits während der Abwicklung des Bauvorhabens aufzuklären gewesen wäre.
Ein Honoraranspruch für angeblich ausservertraglich erbrachte Leistungen müsse auch daran scheitern, dass die Klägerin bei Eintritt in das Projekt den Stand der Vorarbeiten vollumfänglich und damit die von ihr zu erbringenden Leistungen genau gekannt habe. Auf die Behauptung, sie habe erst an der Kick-Off-Sitzung im Februar 2006 erfahren, welche Unterlagen, Pläne etc. angeblich noch fehlten, komme es
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nicht an, da der schriftliche Architektenvertrag erst am 26. April 2006 abgeschlossen worden sei. Die Baubewilligung datiere vom 6. Februar 2006, sodass beim Abschluss des Architektenvertrages bekannt gewesen sei, unter welchen Auflagen die Baubewilligung erteilt worden sei und welche Bewilligungen (Schutzraumbewilligung, Bewilligung Personenaufzug, Kanalisationsbewilligung, Hauszufahrt) noch ausstehend gewesen seien. Es sei im Übrigen völlig normal, dass im Zeitpunkt der Erteilung einer Baubewilligung noch nicht jedes Detail des Bauprojekts festgelegt sei. Für Nebenpunkte, die für die grundsätzliche Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens nicht massgeblich seien, könne die Bewilligung mit einer Auflage versehen werden. So müsse beispielsweise das Kanalisationsprojekt im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung noch nicht vorliegen. Die Klägerin habe indessen die Baubewilligung gekannt und somit gewusst, dass das Kanalisationsprojekt noch zu erarbeiten gewesen sei.
H. Mit Urteil vom 9./12./13. November 2012, mitgeteilt am 30. Juli 2013, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
1. Die Klage der X._ wird teilweise gutgeheissen. Die Beklagten Y._ und Z._ sind solidarisch verpflichtet, der X._ CHF 74'704.45, nebst Zins zu 5 % seit dem 11. November 2008, zu bezahlen.
2. Die Widerklage wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen.
3. Die Kosten des Sühneverfahrens vor der Kreispräsidentin O.2_ in Höhe von CHF 200.00 sowie die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- der Gerichtsgebühr von CHF 20'000.00
- dem Streitwertzuschlag von CHF 12'000.00
- den Schreibgebühren von CHF 4'912.00
- den Barauslagen von CHF 1'105.90
total CHF 38'017.90
gehen zu 1/5 zu Lasten der X._ (= CHF 7'603.60) und zu 4/5 (= CHF 30'414.30) unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten von Y._ und Z._. Sie werden mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Y._ und Z._ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, dem Bezirksgericht Prättigau/Davos den Restbetrag von 5'414.30 innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils zu bezahlen (CHF 30'414.30 ./. CHF 25'000).
4. Y._ und Z._ sind solidarisch verpflichtet, der X._ eine Prozessentschädigung von CHF 66'485.00 (inkl. Spesen und MwSt) zu bezahlen.

## Considerations