# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f4f64ebd-5680-45fb-bd48-097128464ef3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968
in Kolumbien und Mutter einer im August 2013 geborenen Tochter (Urk. 7/1), absolvierte den Lehrgang zur Pflegehelferin SRK (Bestätigung vom
6.
Juni 2000,
Urk.
7/8/7) und arbeitete zuletzt vom 1. Feb
ruar 2011 bis 2
8.
Februar 2014 als Pflege- und Haushaltshilfe einer Privatperson (Urk. 7/8/3). Am
6.
Mai 2016 (
Eingangsdatum,
Urk.
7/10) meldete
sie
sich unter Hinweis auf
ein
chronische
s
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
und ein
Hy
perlaxizitätssyndrom
, bestehend seit Dezember 2014,
zum Bezug von Leistunge
n der Invalidenversicherung an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
gewährte Massnahmen zur beruflichen Eingliederung. Namentlich er
teilte sie Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung «plus» (Assessment und Suche eines Trainingsplatzes) durch die
Y._
AG vom 2
1.
Februar bis 2
1.
Juli 2017 (Mitteilung vom
1.
März 2017,
Urk.
7/32). Des Weiteren übernahm die IV-Stelle die Kosten für ein Arbeitstraining im Spital
Z._
vom
8.
August 2017 bis
7.
Februar 2018 (Mitteilung vom 2
4.
Juli 2017,
Urk.
7/44) mit Bezug von IV-Taggeld (Verfügungen vom 3
1.
Juli und 2
7.
Dezember 2017,
Urk.
7/48 und
Urk.
7/56) sowie für eine daran anschliessende Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die
Y._
AG. Mit Mitteilung
vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
7/57) schloss sie die Arbeitsvermittlung ab, nachdem die Versuche der In
tegration in den Arbeitsmarkt fehlgeschlagen waren. Bis zum 6. August 2018 wurde die Versicherte weiterhin durch die
Y._
AG
bei der Stellensuche unter
stützt. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
19. Juli 2018,
Urk.
7/68
)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2
4.
September 2018
(
Urk.
2)
einen Anspruch
der
Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
2.
Oktober 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht (Urk. 1) und beantragte sinngemäss, die Ver
fügung vom 2
4.
September 2018 sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu ver
pflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2018 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon der Beschwerdeführerin am 2
9.
November 2018 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
9). Gleichzeitig wurde ihr mit
geteilt, dass über ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vgl. dazu
Urk.
3/11,
Urk.
4 S. 2
Ziff.
2,
Urk.
8) zu einem späteren Zeitpunkt ent
schieden werde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Alters
jahres folgt. Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Tag
geld nach
Art.
22 IVG beanspruchen kann (
Art.
29
Abs.
2 IVG).
1.4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt ak
tuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
1.4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss der LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ei
nen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit der Begründung, gemäss Ein
schätzung der behandelnden Ärzte sei ihr eine mittelschwere und wechselbelas
tende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar. Ihre bisherige Tätigkeit als Privatpflegerin entspreche dabei einer angepassten Tätigkeit.
2.2
Die Beschwerdeführerin (
Urk.
1) bringt sinngemäss vor, sie habe allen Empfeh
lungen Folge geleistet. Sie habe bislang trotz ihrer Eingliederungsbemühungen keine Anstellung gefunden. Die gesundheitlichen Beschwerden bestünden nach wie vor; es gebe keine Tätigkeit, die ihr zu 100
%
zumutbar sei.
3.
3.1
Der ablehnende Rentenentscheid der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
September 2018 (Urk. 2) beruht
im Wesentlichen auf de
m
Bericht der behandelnden Ärzte des
A._
, Klinik für Rheumatologie, vom 9. Mai 2017 (Urk. 7/62/1-2). Darin wurden folgende Diagnosen gestellt
(S. 1)
:
-
Chronisches
cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont mit/bei
-
akute
r
Schmerzexazerbation
09/16
-
diskreter linkskonvexer Skoliose, muskuläre
r
Dekonditionierung
, begüns
tigt durch
Hyperlaxizität
-
Bildgebung:
-
Rx
BWS
ap
und l
ateral vom 29.07.
15: Diskreteste linkskonvexe Skoliose am
thorakolumbalen
Übergang. Regelrechtes ventrales und dorsales Alig
nement. Keine höhengeminderten Wirbelkörper. Keine Hinweise auf fri
sche
ossäre
Läsion.
-
MRI HWS vom 08.10.15: leichtgradige, linksbeton
t
e degenerative Ver
än
derungen der HWS mit
Unkovertebrala
rthrosen
und
Diskus
protrusionen
/
-
bulging
HWK 4/5 - HWK 6/7, leichtgradige
foraminale
Engen HWK
4/5 - HWK 6
/7 links,
Punctum
maximum
HWK 6/
7.
Keine Neurokompression.
-
Hyperlaxizitätssyndrom
8/9 Punkte
-
Verdacht auf leichtgradige
Epikondylopathie
laterales
bds
., ED 09.05.17
-
H
ysterektomie nach Myom, ED 11/
16
Die Ärzte führten aus, u
nter regelmässiger physiotherapeutischer Betreuung zur
Detonisierung
der Rücken- und Rumpfmuskulatur
einschliesslich
der Halswirbel
säule
(HWS)
habe eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erwirkt werden können. Die Patientin brauche aktuell keine
Analgetik
a
einnahme
und könne in ihren Alltagstätigkeiten als Mutter wieder besser funktionieren. Zudem habe sie ein Heimübungsprogramm bekommen, welches sie regelmässig durchführe. Aus diesem Grund
werde
die Behandlung im rheumatologischen Ambulatorium ab
geschlossen
(S. 1). Als Prozedere werde eine Fortführung der Physiotherapie so
wie
bei Bedarf eine lokale und systemische Schmerztherapie
und
gegebenenfalls eine Schiene zur Behandlung einer
Epikondylopathie
empfohlen. Für
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in Wechselbelastung
sei
die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (
S. 2
).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie
, vom
r
egional
en ä
rztlichen Dienst (RAD)
der Beschwerdegeg
nerin
hielt am 17. Juli 2018 (
Urk.
7/67 S. 3
)
dafür
,
die
rheumatologischen Diag
nosen seien
nicht besonders schwerwiegend
, weshalb eine
100%ige Arbeitsfähig
keit nachvollzogen werden könne. Die bisherige Tätigkeit als Pflegerin i
n einem Privathaushalt könn
e als angepasst angesehen werden, denn sie sei mittelschwer und wechselbelastend.
Gestützt darauf erliess die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung vom 2
4.
September 2018 (Urk. 2).
4.
4.1
Die vorhandene medizinische Aktenlage erlaubt eine hinreichend zuverlässige Beurteilung des beruflichen Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin. Die be
handelnden Ärzte des
B._
, Klinik für Rheumatologie, welche den Bericht vom 9. Mai 2017 (E. 3.1 hiervor) verfassten, sind befähigt, zu den im Raum stehenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin verlässlich Stellung zu nehmen. Ihre Einschät
zung, wonach unter Berücksichtigung der von ihnen genannten Diagnosen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in
Wechselbe
lastung bestehe
(vgl. auch die entsprechende Prognose in der Aktennotiz des
B._
vom 1
3.
März 2016,
Urk.
7/7/1)
, wurde von
Dr.
B._
vom RAD fachärztlich bestätigt (E. 3.2 hiervor). Sodann ging auch
Dr.
med.
C._
, laut
Medizinalberuferegister
des Bundesamtes für Gesundheit (abrufbar unter www.medregom.admin.ch) Praktische Ärztin, davon aus, dass der Beschwerde
führerin
insbesondere
wechselbelastende Tätigkeiten sowie Überk
opf
a
rbeiten,
das Kauern und
Knien,
die
Rotation im Sitzen und Stehen, das Besteigen von Leitern und Gerüsten, Treppensteigen sowie Heben und Tragen von Gewichten bis
zehn
Kilogramm
zumutbar
sei
en. Q
ualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit er
blickte
sie
einzig bezüglich rein stehender und vorwiegend im Gehen ausgeübter Tätigkeiten sowie hinsichtlich des Bückens, indem sie diese
Arbeiten
als unzu
mutbar einstufte (Bericht vom 1
1.
Juni 2016,
Urk.
7/18/1-6 S. 5)
. Was die im Bericht von Dr.
C._
vom 15. Oktober 2018 (
Urk.
3/2) beschriebenen persistierenden Schmerzen und Schwellungen in beiden Armen, vor allem links
seitig,
welche die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich ein
schränkten und eine erneute Überweisung in die Klinik für Rheumatologie des
B._
erforderlich gemacht habe, betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die ange
fochtene Verfügung vom 2
4.
September 2018 (Urk. 2) die zeitliche
Grenze der richterlichen Überprüfungsb
efugnis (BGE 132 V 215 E. 3.1.1) bildet. Auch aus dem Schlussbericht der
Y._
AG vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
7/59/1-4), in wel
chem eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50
%
in angepasster Tätigkeit formuliert wurde (S. 3 unten), vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ab
zuleiten, handelt es sich dabei doch nicht um eine (fach-)ärztliche Einschätzung ihres Leistungsvermögens. Hinzu kommt, dass darin verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren (finanzielle Verhältnisse, Wohnsituation, Beziehung zum Partner und Vater der Tochter) benannt wurden, welche vom invalidenversiche
rungs
rechtlichen Standpunkt aus
grundsätzlich unbeachtlich sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 2
2.
März 2019 E. 3 mit Hinweisen). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass für wechselbelastende, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten jedenfalls ab Mai 2017 – und damit auch zum Zeit
punkt, als die taggeldberechtigte berufliche Eingliederungsmassnahme endete (
7.
Februar 2018) und der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen war (E. 1.3 hiervor), eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
vorlag.
4.2
Diskrepante Auffassungen bestehen darüber, ob die bisherige Tätigkeit als
Pflege- und Haushaltshilfe einer Privatperson (Urk. 7/8/3; vgl. auch Lebenslauf,
Urk.
7/8/1-2 und
Urk.
7/37) diesem Belastungsprofil entspricht. Während
Dr.
B._
vom RAD dies
am 17. Juli 2018
bejahte (E. 3.2 hiervor), äusserten sich die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
B._
in ihrem Abschlussbericht vom
9. Mai 2017
nicht zu dieser Frage. Allerdings hatten sie sich in den früheren Berichten zurückhaltend bezüglich der Wiederaufnahme der Tätigkeit in der Pflege bzw. als Pflegehilfe geäussert respektive eine solche gar ausgeschlossen, wobei sie im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin von einer damit verbundenen schweren körperlichen Belastung ausgegangen waren (
Urk.
7/7/1,
Urk.
7/7/2-3
S. 2,
Urk.
7/18/7-8 S. 2,
Urk.
7/25/6-9 S. 3). Wie es sich damit tatsächlich verhält, kann vorliegend offenbleiben. Denn selbst dann, wenn der Beschwerdeführerin aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar und sie auf eine Verweistätigkeit im genannten Sinne angewiesen wäre, resultierte keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von mindestens 40
%
, wie sich aus dem nachstehenden (ohne nähere Prüfung der Berechtigung ausgehend von einer im Gesundheitsfall ausgeübten Vollerwerbstätigkeit vorgenommenen) Einkommensvergleich (E. 4.3) ergibt.
4.3
4.3.1
Aus dem Arbeitszeugnis vom 1
5.
Februar 2014 (
Urk.
7/8/3) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin die seit
1.
Februar 2011 innegehabte Anstellung als Pflege- und Haushaltshilfe per 2
8.
Februar 2014 verlor, weil die von ihr betreute Privat
person in ein Altersheim eintrat. Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
könnte daher nicht auf den im Rahmen dieser Tätigkeit erzielten Verdienst ange
knüpft werden, sondern es wären stattdessen die LSE-Tabellenlöhne des BFS her
anzuziehen (E. 1.4.2 hiervor). Gemäss LSE 2014,
Tabelle TA1, Ziff. 86-88
,
erziel
ten Frauen
im Gesundheits- und
Sozialwesen im Kompetenzniveau 1 einen durchschnittlic
hen Monatslohn von Fr. 4‘545.--.
Umgerechnet auf eine im Jahr 2018 im Gesundheits- und Sozialwesen betriebsübliche durchschnittliche Wo
chenarbeitszeit von 41.6 Stunden (vgl. BFS, Tabelle T03.02.03.01.04.01 Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 86 Gesundheitswesen) und unter Berücksichtigung der geschlechts- und branchenspezifischen Nominalloh
nentwicklung (
vgl. BFS,
Tabelle T1.2
.
10;
Index 2014: 101.4; Index 2018: 103.1)
ergäbe
sich für das Jahr 2018 ein
(deutlich über dem tatsächlich erzielten Ver
dienst
gemäss
Auszug aus dem Individuellen Konto [IK] vom 2
6.
Mai 2016 [
Urk.
7/15/1-4 S. 4] liegendes) Einkommen
von Fr. 57‘673.-- (Fr. 4‘545.-- x 1
2 / 40 x 41.6 / 101.4 x 103.1).
4.3.2
Mangels eines tatsächlich erzielten Verdienstes
wären
zur Ermittlung des
Invali
deneinkommens
praxisgemäss
(E. 1.4.3 hiervor) ebenfalls
die LSE-Tabellenlöhne
heranzuziehen.
Mit
Blick auf die
der Beschwerdeführerin
offenstehenden
Einsatz
möglichkeiten (E. 4.1 hiervor) wäre
auf den statistischen Durchschnitt
slohn aller Wirtschaftszweige («
Total
»
) von
Frauen
auf dem Kompetenzniveau 1 gemäss Ta
belle TA1 der LSE 20
14
abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wo
chenstunden monatlich
Fr.
4’300
.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebs
üblichen wöchent
lichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018
(vgl. die vor
erwähnte Tabe
lle T 03.02.03.01.04.01,
Ziff.
1-96 «
Total
»
) und der Nominal
lohn
entwicklung bei Frauen im «
Total
»
aller Wirtschaft
szweige zwischen den Jahren 2014 und 2018 (Index 2014
:
103.6
, Ind
ex 2018
: 10
5.9
;
vgl. die vorerwähnte Ta
belle T1.2
.
10) ergäbe sich für das Jahr 2018
ein Invalideneinkommen von
Fr.
54’987.--
(
Fr.
4’300.--
x 12 / 40 x
41.7
/
103.6
x
105.9
)
bei einem zumutbaren Vollzeitpensum. Selbst wenn hiervon – ohne nähere Prüfung der Berechtigung – der maximal zulässige Abzug von 25
%
(
E. 1.4.4 hiervor)
gewährt und mithin von einem Invalideneinkommen von Fr.
41’240.--
ausgegangen
würde
, resul
tiert
e
im Vergleich mit dem
LSE-Tabellenlohn von Fr. 57'673.-- (vgl. E. 4.3.1)
eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse
von Fr. 16’433.-- (Fr. 57’673.-- abzü
glich Fr. 41’240.--) entsprechend einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 28
%
(zur Rundung vgl. BGE 130 V 121)
.
4.4
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Verfügung der Beschwerdegegne
rin vom 24. September 2018 (
Urk.
2) im Resultat nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
5.1
In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin
um Gewährung der un
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten (vgl. dazu
Urk.
3/11,
Urk.
4 S. 2
Ziff.
2,
Urk.
8). Vorliegend sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt (vgl. insbesondere Urk. 3/11), weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
5.2
Die Kosten des Verfahrens (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der Prozesskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.