# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d1cc43c9-a969-5d78-9c73-4407ea7c4dd6
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Am 23. September 2014 reichte die Beschwerdeführerin beim Amt für Wasser und
Abfall (AWA) ein Beitragsgesuch ein für die Transportleitung B._strasse –
C._strasse in Zäziwil. Mit Schreiben vom 29. September 2014 erteilte das AWA im
Zusammenhang mit diesem Beitragsgesuch die Projektgenehmigung und sicherte der
Beschwerdeführerin an die beitragsberechtigten Anlagen einen Beitrag zu. Der
Beitragssatz betrage 30 %. Da es sich um eine Transportleitung im Versorgungsgebiet
handle, sei die Hälfte der Kosten beitragsberechtigt. Die definitive Beitragszusicherung
werde verfügt, sobald die Schlussabrechnung und ein Gesuch um Auszahlung des
zugesicherten Beitrags vorlägen. Mit Schreiben vom 22. Mai 2018 reichte die
Beschwerdeführerin die Abrechnung ein und bat um Auszahlung des Kantonsbeitrags.
Mit Verfügung vom 20. November 2018 sicherte das AWA der Beschwerdeführerin einen
maximalen Fondsbeitrag in der Höhe von Fr. 102'407.00 zu. Dieser Beitrag basiert auf
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einer Subventionierung der Hälfte aller beitragsberechtigten Kosten zu einem Beitragssatz
von 30 %. Am gleichen Tag zahlte das AWA der Beschwerdeführerin den zugesicherten
Fondsbeitrag in voller Höhe aus.
2. Gegen die Verfügung vom 20. November 2018 reichte die Beschwerdeführerin am
20. Dezember 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des
Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt, dass sämtliche Kosten voll zu subventionieren
seien. Eventualiter beantragt sie, dass 60 % dieser Kosten voll und 40 % zur Hälfte zu
subventionieren seien. Der Beitragssatz von 30 % ist unbestritten.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet (Art. 7 Abs. 1 Bst. b
OrV BVE1), führte den Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Das AWA
beantragt in seiner Vernehmlassung vom 22. Januar 2019 die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintreten
a) Angefochten ist eine Beitragszusicherungsverfügung des AWA gestützt auf Art. 5 ff.
WVG2. Verfügungen, die gestützt auf dieses Gesetz erlassen werden, können nach den
Bestimmungen des Koordinationsgesetzes und des Verwaltungsrechtspflegegesetzes
angefochten werden (Art. 32 Abs. 1 WVG). Die in der Sache zuständige Direktion beurteilt
Beschwerden gegen Verfügungen von ihr untergeordneten Ämtern, sofern nicht die
Gesetzgebung ein Rechtsmittel unmittelbar an eine andere Rechtsmittelinstanz vorsieht
1 Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Wasserversorgungsgesetz vom 11. November 1996 (WVG; BSG 752.32)
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(Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG3). Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig.
b) Zur Beschwerde ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat,
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse
an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Die
Beschwerdeführerin ist Adressatin der Beitragszusicherungsverfügung und mit der Höhe
der Beitragszusicherung nicht einverstanden. Sie ist damit zur Beschwerde befugt. Auf ihre
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde wird eingetreten.
2. Beitragsberechtigte Kosten
a) Die Beschwerdeführerin rügt, bei der fraglichen Leitung handle es sich um eine
Transportachse von regionaler Bedeutung, indem sie einen Teil der Verbindung zwischen
der Achse Bowil – D._ – Grosshöchstetten (bestehend) und der Verbindung nach
Konolfingen (in Projektierung) darstelle. Aus diesem Grund sei von der Gemeinde Zäziwil
verlangt worden, dass man sich im Baugebiet der B._strasse auf einer Länge von
rund 200 m auf maximal vier Abgänge beschränke. Vom Ende der B._strasse
(E._platz) bis zur C._strasse sei kein Abgang mehr zu verzeichnen.
Daher sei die regionale Bedeutung der Transportachse stärker zu gewichten als die
Versorgungsfunktion. Folglich seien sämtliche Kosten für diese regionale Transportleitung
voll zu subventionieren.
Falls dies wegen der vier Abgänge auf das Verteilnetz der Gemeinde Zäziwil nicht möglich
sei, sei mindestens der Anteil der Kosten auf dem Leitungsstück vom E._platz bis
zur C._strasse, welches keine Abgänge auf das Verteilnetz der Gemeinde Zäziwil
aufweise, voll zu subventionieren. Die Länge dieses Teilstücks betrage rund 300 m. Die
Länge des gesamten Projekts betrage 510 m. Damit entfalle ein Anteil von rund 60 % der
Projektkosten auf den Teil ohne Abgänge.
Die Argumente des AWA seien demgegenüber nicht stichhaltig. So sei zwar bereits in der
Projektgenehmigung vom 29. September 2014 darauf hingewiesen worden, dass nur die
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Hälfte der Kosten beitragsberechtigt seien. Dabei habe es sich jedoch nicht um eine
anfechtbare Verfügung gehandelt. Weiter sei die fragliche Leitung zwar im Richtplan 2006
als Transportleitung im Versorgungsgebiet eingetragen. Dieser Richtplan sei jedoch nie
genehmigt worden. Schliesslich sei auch das Argument nicht stichhaltig, wonach die
Transportleitung vom E._platz bis zur C._strasse künftig für die
Verbindung mit dem Gemeindenetz verwendet werden könne. Die bestehenden Quartiere
in diesem Gebiet seien bereits erschlossen. Das Gebiet westlich der Transportleitung,
welches aktuell überbaut werde, werde von der C._strasse erschlossen.
b) Der Kanton führt als Spezialfinanzierung einen Wasserfonds, der vom AWA verwaltet
wird (Art. 4 Abs. 1 WVG und Art. 10 Abs. 1 Bst. g OrV BVE). Beiträge an
Wasserversorgungen aus dem Wasserfonds werden unter den Voraussetzungen gemäss
Artikel 5a unter anderem geleistet an die Erstellung, Erneuerung und Erweiterung aller
Wasserversorgungsanlagen, ohne die Leitungen und Hydranten in den
Versorgungsgebieten, sowie die Hälfte der Kosten von Transportleitungen in den
Versorgungsgebieten, die gleichzeitig der Versorgung dienen (Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b
WVG).
c) Beim fraglichen Leitungsabschnitt handelt es sich um einen Ersatz eines Teilstücks
der Verbindung zwischen dem Reservoir G._ in Reutenen und der Druckzone
Bowil – D._strasse – Untere Zone Grosshöchstetten.4 Nördlicher Ausgangspunkt
ist die Kreuzung B._strasse / F._strasse, südlich endet der
Leitungsabschnitt in der C._strasse. Der Leitungsabschnitt führt durch die
Bauzone. Im Bereich der B._strasse hat die Leitung vier Abgänge, mit denen
mehrere Liegenschaften und drei Hydranten versorgt werden. Bei der fraglichen Leitung
handelt es sich somit um eine Transportleitung im Versorgungsgebiet, welche vier
Abgänge auf das Verteilnetz der Gemeine Zäziwil aufweist. Dies ist unter den Parteien
unbestritten. Damit handelt es sich um eine Transportleitung in einem Versorgungsgebiet,
die gleichzeitig der Versorgung dient. Bei der fraglichen Leitung werden somit gemäss
Art. 5 Abs. 1 Bst. b WVG Beiträge aus dem Wasserfond an die Hälfte der Kosten geleistet.
Ob die Transportleitung regionale Bedeutung hat, ist in diesem Zusammenhang nicht
relevant: Weder aus dem Wortlaut der Bestimmung noch aus der entsprechenden Praxis
des AWA ergibt sich eine solche Relevanz.5 Auch die Beschwerdeführerin vermag nicht
4 Siehe Vorakten pag. 4 5 Zur Praxis des AWA siehe Ziff. 2, 3. Lemma, der Beschwerdevernehmlassung des AWA vom 22. Januar 2019
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darzulegen, weshalb die regionale Bedeutung entgegen dem klaren Wortlaut der
Bestimmung relevant sein sollte. Ebenso wenig spielt es eine Rolle, ob die Funktion als
Transportachse stärker zu gewichten ist als die Versorgungsfunktion. Dient eine
Transportleitung im Versorgungsgebiet auch der Versorgung, ist gemäss dem Wortlaut der
Bestimmung und entsprechend korrekter Praxis des AWA Art. 5 Abs. 1 Bst. b WVG
anwendbar. Die Beschwerde ist daher im Hauptbegehren abzuweisen, es können nicht die
gesamten Kosten für die fragliche Leitung als voll beitragsberechtigt anerkannt werden.
d) Im Eventualbegehren beantragt die Beschwerdeführerin, es sei mindestens der Anteil
der Kosten auf dem Leitungsstück vom E._platz bis zur C._strasse,
welches keine Abgänge auf das Verteilnetz der Gemeinde Zäziwil aufweise, voll zu
subventionieren. Das AWA macht in diesem Zusammenhang geltend, eine Unterteilung
einer Transportleitung in eine reine Transportleitung und eine Transportleitung, die der
Versorgung dient, entspreche nicht seinem bisherigen Grundsatz zur Bestimmung der
Beitragsberechtigung. Sobald Anschlüsse innerhalb des Versorgungsgebiets zur
Versorgung bestünden, werde die ganze Leitung innerhalb des Versorgungsgebiets als zu
50 % beitragsberechtigt eingestuft.
Diese Haltung des AWA ist richtig. Die klare Bestimmung von Art. 5 Abs. 1 Bst. b WVG
lässt keinen Raum für eine Aufteilung von Leitungsabschnitten mit und ohne
Versorgungsfunktion. Hat eine Leitung im Versorgungsgebiet sowohl Transport- als auch
Versorgungsfunktion, werden Beiträge aus dem Wasserfond an die Hälfte der Kosten
geleistet, unabhängig davon, wo sich die Abgänge für die Versorgung befinden. Eine
Aufteilung wäre nur dann denkbar, wenn es sich um zwei Leitungen handeln würde. Dem
ist hier aber nicht so, die beiden Leitungsabschnitte mit und ohne Abgänge sind Teil einer
einzigen Leitung – gerade als Transportleitung funktioniert die Leitung nur mit beiden
Teilstücken. Dies wird auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten, die selber von
zwei Teilstücken spricht. Unter diesen Umständen ist die Beschwerde auch im
Eventualbegehren abzuweisen. Entgegen dem Eventualantrag sind nicht 60 % der
Gesamtkosten voll und 40 % zur Hälfte beitragsberechtigt. Vielmehr sind die gesamten
Kosten lediglich zur Hälfte beitragsberechtigt. Demzufolge wird die Beschwerde
abgewiesen und die angefochtene Beitragszusicherungsverfügung wird bestätigt.
e) Soweit sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde mit weiteren Argumenten
des AWA auseinandersetzt und geltend macht, diese seien nicht stichhaltig, muss darauf
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nicht weiter eingegangen werden. Weder die Projektgenehmigung vom 29. September
2014 noch der Richtplan 2006 noch allfällige zukünftige Versorgungsabgänge aus dem
Leitungsabschnitt vom E._platz bis zur C._strasse sind entscheidrelevant.
Entscheidend ist einzig die klare Regelung in Art. 5 Abs. 1 Bst. b WVG, die keinen
Interpretationsspielraum im Sinne der Beschwerde lässt.
Die Details der Berechnung des Fondsbeitrags durch das AWA werden von der
Beschwerdeführerin nicht gerügt. Die Höhe der beitragsberechtigten Kosten der 36 Posten
auf der Abrechnung und die darauf basierende Berechnung des Fondsbeitrags durch das
AWA müssen daher nicht überprüft werden.6
3. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie ist in ihren
Vermögensinteressen betroffen und hat daher die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108
Abs. 1 und 2 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--
(Art. 103 Abs. 1 VRPG und Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV7). Als unterliegende
Partei hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten, zumal
sie nicht anwaltlich vertreten war (Art. 104 Abs. 1 und 108 Abs. 3 VRPG).