# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52239454-1705-4ab5-a031-03654c2b50c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1963
in Portugal
geborene
X._
reiste 2006
in die Schweiz ein, wo sie anfänglich als Hausfrau und später bei verschiedenen Reinigungsfirmen
sowie
zuletzt in einem Privathaushalt als Allrounderin tätig war. A
m 12. April
2016 (Eingangsdatum)
meldete sie sich
unter Hinweis auf Rückenprobleme infolge einer
Fraktur (Deckplattenimpressionsfraktur BWK12 ohne
Hinterkantenbeteiligung
am 22. August 2015
[vgl. Urk. 6/9/82])
bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk. 6/6). Die IV-Stelle tätigte daraufhin beruflich-erwerbliche sowie medizi
ni
sche Abklärungen, zog die Akten der Helsana Unfall AG bei (Urk. 6/9, 6/37)
und beauftragte die
Med
izinische Abklärungsstelle Y._
mit der Begut
achtung der Versicherten (Gutachten vom 30. Mai 20
17 [Urk. 6/52]). Mit Verfü
gung
vom
25. September 2017 verneinte
die IV-Stelle
einen Leistungsanspruch (Urk. 6/64).
Am 7. Oktober 2019 (Eingangsdatum) reichte die Versicherte eine weitere IV-An
meldung ein und verwies dabei erneut auf die Fraktur am Rücken sowie ver
schie
dene Arztberichte in der Beilage (Urk. 6/78).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vorbescheid vom 8. November 2019 [Urk. 6/82]; Ein
wand
vom 6. Dezem
ber 2019 [Urk. 6/83] mit ergänzender Begründung
vom 26. Februar 2020
[Urk. 6/92])
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. April 2020
abermals einen
Anspruch auf IV-Leistungen
(Urk. 2 =
Urk. 6/97
)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 27. Mai 2020 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und beantragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zu
rückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom 6. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 5),
was der Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Juli 2020 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden
und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerde
ver
fah
ren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.2.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen
gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärzt
lichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unter
schied
liche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt so
mit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
tho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014
vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinisc
her Sicht
-
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin erwog, dass der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin im Vergleich zu den
Vorakten
unverändert sei. Es lasse sich insbesondere keine Verschlechterung bestätigen (
Urk.
2).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass
sich der
medizinische
Sachverhalt
seit der letzten Anmeldung
aufgrund neuer Dia
gnosen
verändert habe und damit
ein R
evisionsgrund im Sinne von Art.
17 ATSG vorliege. Der Rentenanspruch sei daher neu zu prüfen und
gestützt auf den Bericht
von Dr.
Z._
bestehe Ansp
r
u
ch auf eine Invalidenrente (Urk. 1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich im massgeblichen Zeitraum zwischen der rechtskräftigen Leistungsverweigerung vom 25. September 2017 (Urk. 6/64) und der angefochtenen Verfügung vom 23. April 2020 (Urk. 2) die tatsäch
li
chen Ver
hältnisse, namentlich der Gesundheitszustand und dessen Auswirk
ungen auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin, dergestalt verändert haben, dass ihr nun eine Invalidenrente zusteht.
3.2
Der Verfügung vom 25. September 2017 lag im Wesentli
chen das Gutachten der Y._
vom 30. Mai 2017 (Urk. 6/52)
zugrunde. Darin wurden
keine Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt.
F
olgende Diagnosen
seien
ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/52/22):
-
PHS Schulter rechts bei/mit
-
AC Gelenksarthrose bei
Bigliani
Typ II und nachgewiesenem
Impin
gement
-
Tendinopathie
und kleine Partialruptur des
Supraspinatus
bursaseitig
ventral mit leichter
Supraspinatus
-Atrophie
-
Mit gutem Ansprechen auf Infiltrationen
-
Lumbovertebrales
Syndrom ohne
radikuläre
Zeichen bei TH12-Fraktur (stabil, nicht gross komprimiert) am 22. August 2015
-
Zervikalsyndrom
ohne
radikuläre
Zeichen bei altersentsprechender Dege
neration
-
Beginnende
Coxarthrosen
beidseits links betont
-
Osteopeni
e
(Abklärung Spital A._
)
-
Schmerz, anderenorts nicht klassifiziert (R52.0), sonst keine psychiatrische Diagnose
-
Arterielle Hypertonie, medikamentös therapiert
-
Cave
rnöses
Hämangiom in der Leber
2014 (anamnestisch)
-
St. n. Hysterektomie 2012
Aus neurologischer Sicht
wurde festgehalten
, dass der neurologische Untersu
chungsbefund im Wesentlichen unauffällig gewesen sei. Es hätten sich hinsicht
lich der angegebenen Schmerzen keine Hinweise auf akute oder chronische
radi
kuläre
Schädigungen
gezeigt
und keine relevanten Ausfälle
bestanden
, die auf eine neurologische Erkrankung hinweisen würden. Die Schultersymptomatik und auch die Frakturfolgen seien im Wesentlichen orthopädisch zu beurteilen. Auf neurologischem Fachgebiet ergäben sich keine eigenständigen Diagnosen, welche das Fähigkeitsprofil einschränkten (Urk. 6/52/31 f.).
Ebenso würden aus
allgemein-
internistischer Sicht keine Befunde und Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen
(Urk. 6/52/37)
.
Der
orthopädische Gutachter führte aus,
dass die Befunde im Bereich der HWS und LWS klinisch und radiologisch altersentspreche
nd seien und die Situation in TH
12 stabil
ohne Zusammensintern
sei.
Die Hüften seien nur bei Bewegungs
prü
fung empfindlich. Einzig im Bereich der rechten Schulter
zeig
e
sich eine
Impin
gementproblematik
, welche klinisch und radiologisch nachvollziehbar sei und offensichtlich mehrmals gut auf Infiltrationen angesprochen habe.
Es fänden sich
zudem keine
Anhaltspunkte für
ein entzündliches Geschehen weder in der Szin
ti
graphie vom 23. Mai 2016 noch im neuen Labor. Hinweise auf eine Fibromyalgie ergäben sich weiter nicht, wie dies auch bereits vom Rheumatologen Dr.
B._
im Juli 2016 festgehalten worden sei.
Der Gutachter
legte
folgendes Zumut
bar
keitsprofil
fest
: Das Heben und Tragen von schweren Lasten über 10 kg beidseits sei nicht mehr zumutbar, wie auch Arbeiten mit monotoner Kopfhaltung und monotoner Rumpfhaltung sowie rein sitzende,
rein gehende
und rein stehende Ar
beiten. Überkopfarbeiten rechts
sowie das Hantieren mit schlagenden und vibrie
renden Maschinen sei
en
ebenfalls
nicht mehr
möglich (Urk. 6/52/15 f.)
.
Im Rahmen
des Zumutbarkeitsprofils bestehe
eine 100%ige
,
v
ollschichtig
e
Arbeit
s
fähigkeit
(Urk. 6/52/53)
.
In der psychiatrischen Untersuchung zeigten sich keine Ängste, keine depres
siven Störungen, keine Psychosen
und keine kognitiven Störungen. Die
Beschwerde
füh
rerin
sei konzentriert und aufmerksam gewesen. Es hätten sich keine psy
chischen Auffälligkeiten gefunden, der psychopathologische Befund sei unauf
fällig gewesen. Auch hätten sich keine relevanten Anhalts
p
unkte für e
ine soma
toforme Störung ergeben und es
bestehe auch
keine Persönlichkeitsstörung. Die Beschwerdeführerin sei aus rein psychiatrischer Sicht in ihrer beruflichen Tätig
keit nicht eingeschränkt
(Urk. 6/52/42 f.).
Zur Befundkonsistenz äusserten die Gutachter,
dass sich
erhebliche
Anzeichen von Aggravation gefunden hätten. D
ie Beschwerdeführerin
habe
ein demonstrie
rendes Verhalten
beim Barfussgang,
beim
Einbeinstand
und auch bei der Bewe
gungsprüfung
gezeigt
, was auch bereits in früheren Untersuchungen festge
stellt
worden sei
. Die besch
riebene intensive E
innahme von Schmerzmitteln habe mit
den Medikamentenspiegeln sodann nicht nachvollzogen werden können. Ein
zelne
Medik
amente seien gar nicht messbar und
das
Oxycodon
nur in Spuren nach
weis
bar
gewesen
, so dass auch an den Schmerzangaben der Beschwerdeführerin
in diesem Ausmass erheblich gezweifel
t
werden müsse. Zusammengefasst könnten
die Beschwerd
en
der Beschwerdeführerin
orthopädisch im Bereich der
rechten
S
chulter teilweise nachvollzogen werden, jedoch sei auch auf mehrfach gutes Ansprechen auf Infiltrationen hinzuweisen. Die Beschwerdeangaben im Bereich beider Hüften, der HWS und der LWS gingen
jedoch
weit über das zu erwartende Ausmass hinaus
(Urk. 6/52/21)
.
3.3
Im Rahmen des mit Gesuch vom 7. Oktober 2019 (Eingangsdatum,
Urk. 6/78)
angehobenen Neuanmeldeverfahrens waren insbesondere folgende Arztberichte neu aktenkundig:
3.3.1
In den
Bericht
en
des Spitals
A
._
, Klinik für Rheumatologie, vom
20.
März und
11. September 2019 (Urk. 6/73/1 ff.
und 4 ff.
) wurden ein
c
hroni
sches
lumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom rechts, ein i
nguina
les Schmerzsyn
drom rechts, ein
fibromyalgisches
Syndrom, eine m
anifeste Osteoporose, eine
Dupuyten
-Kontrakt
ur beidseits linksbetont, eine a
rterielle Hypertonie und ein Status nach
Impingementsyndrom
Schulter rechts diagnostiziert. Es wurde ausge
führt, dass die Patientin langjährig
nicht nur
an
chronischen
lumbospondy
lo
genen
, sondern insbesondere auch an
peritrochanteren
Schmerzen leide, welche unter der bisherigen Therapie (Physiotherapie, mehrmalige Infiltrationen) kaum besserten.
Konventionell r
adiologisch liege eine geringe
C
oxarthrose
vor, labor
analytisch und MR-tomografisch beständen keine Hinweise für eine
Spondyl
arthropathie
. Sämtliche Infiltrationsbehandlungen hätten keine Besserung ge
bracht.
Aus ergotherapeutischer Sicht könne erwartet werden, dass die Patientin trotz der sprachlichen Barriere die
in der stationären rheumatologischen Kom
plextherapie
erlernten Entspannungs- und Entlastungsstellungen mit Hilfe der ihr ausgehändigten Bilderbroschüre umsetzen und zeitnah wieder in ihren Arbeits
alltag einsteigen könne. Sie sei über Mechanismen bei chronischen Schmerzen informiert worden.
3.3.2
Das MRI LWS und ISG der
Klinik C._
vom 21. Juni 2019 (Urk. 6/73/5)
zeigte eine unverändert kleine diskret rechts mediane Diskushernie L5/S1 ohne Nachweis einer neuralen Kompression, während
eine
Sakroiliitis
oder
eine sich
t
bare knöcherne Stresszone
nicht festgestellt werden konnte
.
3.3.3
Der
RAD-Arzt Dr. med. D._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
äusserte sich am
4. November 2019
zu den neuen Berichten und stellte fest, dass i
m Vergleich zur
interdisziplinären Begutachtung von Mai 2017
, bei welcher bezüglich der Kno
chendichte von einer
Osteo
penie
die Rede gewesen sei, nun
rheumatologisch
eine manifeste Osteoporose behandelt
werde
. Die übrigen Diagnosen und rönt
gen
tech
nischen Befunde seien offenbar gleichgeblieben. Versicherungsmedi
zi
nisch besteh
e neben einer erhöhten subjektiven Beschwerdewahrnehmung und einer leg
e
artis
behandelten Osteoporose
an
s
onst
en
ein stationärer Ge
su
ndhei
tszustand. Da we
der ob
jektiv funktionell noch radiolo
gisch (keine Zunahme der Wirbelkörper
sinte
rung) namhafte fortschreitende
Osteoporosefolgen
erkennbar s
eien, könne die Diagnose m
anifeste Osteoporose
jedoch auch
nicht als wesentliche IV-relevante Verschlechterung im Gesundheitszustand gewertet werden. Somit handle es sich bei der jetzt genannten Arbeitsfähigkeitsbemessung um eine andere Beurteilung
eines versicherungsmediz
i
nisch stationären Gesund
heitszustandes
(Urk. 6/86
/2 f.)
.
3.3.4
Mit Bericht vom 10. Februar 2020 (Urk. 6/93)
stellte Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin,
dieselben Diagn
osen wie das Spital A._
in seinen Berichten vom 20.
März und 11. September 2019 (vgl. Urk. 3.3.1) und führte dazu
aus, dass im Vergleich zur ersten IV-Anmeldung
die Diagnose «
Peritrochantäres
Schmerzsyndrom und
Coxalgie
rechts
» hinzuge
kommen sei. Differ
e
n
tialdiagnostisch sei man sich nicht sicher, ob die Beschwer
den auf eine
Insertionstendinopathie
oder auf eine aktivierte
Coxarthrose
zu
rückzuführen seien. Wahrscheinlich bestehe ein Mischbild von beidem. Da die Infiltrationen in der Hüfte bisher keine deutliche Besserung gebracht hätten, sei man der Meinung, dass
auch
ein Hüftgelenksersatz keine wes
entli
c
h
e Besserung der Beschwerden bringen würde. Die Hauptbeschwerden der Patientin seien jedoch auf ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei degene
ra
tiven Veränderungen im Sinne von
Spondylarthrosen
der u
nteren LWS, eine
Hal
t
ungsinsuffizienz und deutliche
myofasziale
Befunde
lumbogluteal
zurückzu
führen
. Für eine Diskushernie
hätten sich
im letzten MRI
keine Anhaltspunkte finden lassen
. Leider bestehe bei der Patientin ein chronisches Schmerzsyndrom,
dessen damit einhergehende Beschwerden
trotz ausgebauter Schmerztherapie und intensiver wiederholter Physi
otherapie nur
leicht
hätten reduziert werden können
. Einzig die Wassertherapie zeige einen guten Effekt. Die Patientin sei durch ihre Schmerzen im Alltag sehr eingeschränkt und könne ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin nicht mehr nachgehen. Längeres Gehen oder Stehen sei schmerz
haft. Die Patienten berichte, dass sie die täglichen Hausarbeiten nicht erledigen könne. Sie sei auf Hilfe des Ehemannes angewiesen. Die gesundheitliche Situation der Patientin sei seit der ersten IV-Anmeldung stabil schlecht.
3.3.5
Der
RAD-Arzt Dr.
D._
stellte hierzu am 2
3. März 2020
fest, dass es sich b
ei der neuen Diagnose um Beschwerden einer sogenannten
Insertionstendino
pathie
im Hüftbereich rechts ohne
wesentliche
krankhaft morphologische Hüft
veränderung m/b chronischem
lumbospondyloge
nem
Schmerzsyndrom
handle
. Diese Beschwerden hätten offenbar jetzt kurativmedizinische Bedeutung. Eine neue dauerhafte organische Veränderung im Gesundheitszustand liege damit jedoch nicht vo
r. Der Gesundheitszustand werde
zudem von der
Behandlerin
seit der
ersten IV-Anmeldung als stabil bezeichnet. Mit den neuen Berichten sei somit versicherungsmedizin
isch nicht von einem dauerhaft a
rbeitsfähigkeitsrelevanten veränderte
n Gesundheitszustand auszugehen
(Urk. 6/95
/2 f.
).
4.
4.1
Was die Hüftbeschwerden der Beschwerdeführerin anbelangt, ist – wie Dr.
D._
zu Recht festhält (vgl. E. 3.3.5) – im Vergleich zur Situation im Jahr 2017 (E. 3.2) keine wesentlich
e Verschlech
terung ausgewiesen:
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund
dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
ver
schlec
h
terung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinwei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Dia
gnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
B
ereits im Gutachten
der
Y._
vom 30. Mai 2017
wurden
aus ortho
pä
discher Sicht
beginnende
Coxarthrose
n
beidseits links betont
diagnostiziert (Urk. 6/52/17
). Es wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführer
in
über
chronische Schmerzen in beiden Leisten rechts betont mit Ausstrahlungen in das rechte Bein
geklagt habe, wobei d
ie Schmerzen täglich und belastungsabhängig
seien und a
uf
d
er VAS
-Skala eine
durchschnittlich
e
Stärke
von
8
aufweisen würden (Urk. 6/52/
13)
. Wenn Dr.
Z._
nunmehr ein
e
Coxalgie
rechts und ein
Peritro
c
hantäres
Schmerzsyndrom feststellt
e,
wobei
wahrscheinlich ein Mischbild zwi
schen
Insertionstendinopathie
und aktivierter
Coxarthrose
bestehe
(vgl. E. 3.3.4)
,
ist darin
folglich
k
eine
wesentliche Veränderung der gesundheitlichen Situation
zu sehen.
Wie der RAD
plausibel
darlegt
e, besteht
insbesondere keine wesentliche kr
ankhaft
morphologische Hüftveränderung
(E. 3.3.5)
. Die Beschwerden
haben
offenbar nunmehr kurativmedizinische Bedeutung
bekommen, allerdings liegt damit
keine dauerhafte organische Veränd
erung vor. Auch wies der RAD zutref
fend
darauf hin, dass Dr.
Z._
– welche die Beschwerdeführerin bereits
seit dem 22.
August 2015 behandelt (vgl. Urk. 6/6/7) –
den Gesundheitszustand seit
der ersten IV-Anmeldung
als stabil
(schlecht)
bezeichnete
(
vgl. E. 3.3.4
)
, was eben
falls gegen eine Verschlechterung spricht
.
So
stellte sie
denn auch
bereits
in einem Bericht vom 10
.
Juli 2017 (Urk. 6/55)
und damit vor der Rentenablehnung im September 2017
eine aktivierte
Coxarthrose
fest und berichtete, dass im
Vordergrund die
lumbosakralen
und/oder Hüftschmerzen rechts stünden, welche ins rechte Bein ausstrahlten. Die Patientin könne kaum gehen oder sitzen, sie habe nach einigen Metern Gehstrecke massive Schmerzen im LWS Bereich/Hüfte und Bein rechts. Trotz ausgebauter Schmerztherapie sei die Patientin stark beein
trächtigt im Alltag. Selbst leichte Hausarbeiten könne sie kaum erledigen.
Im neuen Bericht vom
10. Februar 2020 schildert
e
Dr.
Z._
die beklagten Ein
schränkungen nahezu identisch, womit keine Verschlechterung
der Hüftbe
schwer
den
erkennbar ist.
Ausser
dem
beurteilte Dr.
Z._
die Hüftb
eschwerden
im Ver
gleich zum
chronischen
lumbospon
d
ylogenen
Schmerzsyndrom
nunmehr
offen
bar
als
weniger einschränkend
,
deklarierte
sie
letztere
doch
als Hauptbeschwerden
(E. 3.3.4)
.
4.2
In Bezug auf die übrigen Beschwerden führte Dr.
D._
ebenfalls schlüssig aus
, dass es an einer wesentlichen
IV-relevanten Verschlechterung mangelt. So wird
gemäss den Be
richten des Spitals A._
(vgl. E. 3.3.1)
nunmehr zwar eine manifeste Osteoporose rheumatologisch behandelt, während bei der inter
disziplinären Begutachtung noch von einer
Osteopenie
die Rede war. Da aber weder objektiv funktionell noch radiologisch namhafte fortschreitende
Osteopo
rosefolge
n
erkennbar sind, ist darin keine relevante Veränderung im Gesund
heitszustand zu sehen
(vgl. Urk. 6/86/2 f.)
. Insbesondere geht damit keine Ver
änderung der Arbeitsfähigkeit einher. Auch die übrigen
Befunde und
Diagnosen waren
bereits bei der Begutachtung im Mai 2017 vorhanden und haben damit ebenso wenig eine namhafte Veränderung erfahren
.
Insbesondere liess
en
sich auch in der MRI-Untersuchung LWS und ISG vom 21. Juni 2019
– im Vergleich zum MRI vom April 2017 (vgl. Urk. 6/55/3) –
bei Status nach BWK12-Fraktur weiterhin lediglich eine leichte Höhenminderung des Wirbelkörpers
und eine kleine diskret rechts mediane Diskushernie L5/S1 ohne Nachweis einer neuralen Kompression finden
,
hingegen
keine knöcherne Stresszone
und
keine
Sakroiliitis
(Urk. 6/73/5).
4.3
Damit fehlt es augen
fällig
an
einer relevanten Veränderung des
gesundheitlichen Zu
standes der Beschwerdeführerin
, wofür einzig eine abweichende Beurteilung des im Wesentlichen gleichgebliebenen Sachverhalts nicht genügt
.
5.
Zusammenfassend ist folglich weiterhin
nicht
von einer massgebenden Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen, weshalb die
Beschwerdeführer
in
keinen Anspruch auf IV-Leistungen hat. Damit erweist sich die Beschwerde als unbe
gründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- fe
stzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss von der
Beschwerdeführer
in
zu tragen.