# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7d8b6ab7-146d-5425-960d-47dbe4fb7f8c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 22. August 2012 bei der Gemeinde Ipsach ein
Baugesuch ein für das Anbringen einer Aussenisolation am bestehenden Gebäude
C._ Strasse Nr. auf Parzelle Ipsach Grundbuchblatt Nr. E._. Die Parzelle
liegt gemäss dem Überbauungsplan „Schürlirain“1 im Perimeter „Zone mit Planungspflicht“.
1 Überbauungsplan „Schürlirain“ vom 13. November 1986, genehmigt durch die Baudirektion am 10. November 1987
2
Das Gebäude C._ Strasse Nr. ist im Bauinventar der Gemeinde Ipsach als
erhaltenswert eingestuft. Gegen das Bauvorhaben erhob der Berner Heimatschutz
Einsprache. Mit Entscheid vom 23. Januar 2014 erteilte die Gemeinde Ipsach den
Bauabschlag.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 12. März 2014 Beschwerde bei der Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er stellt folgende Anträge: „1. Der Entscheid der Einwohnergemeinde Ipsach vom 23. Januar 2014 (Baugesuch Nr.
27/2012) sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Es sei die Unterschutzstellung des als „erhaltenswert“ eingestuften „Bauernhauses" auf
der Parzelle Ipsach Gbbl.-Nr. E._ (Koordinaten G._) aufzuheben.
3. Es sei der Bauherrschaft für das Bauvorhaben „Isolation der Gebäudehülle“ (Baugesuch
Nr. 27/2012) die Baubewilligung zu erteilen.
Eventualiter: Es sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.“
Er macht insbesondere geltend, die Schutzunterstellung des Gebäudes sei falsch und
müsse aufgehoben werden. Das Gebäude könne nicht als erhaltenswert qualifiziert
werden.
3. Der Berner Heimatschutz hat sich am Beschwerdeverfahren beteiligt. In der
Beschwerdeantwort vom 14. April 2014 beantragt er die Abweisung der Beschwerde. Die
Gemeinde Ipsach schliesst in ihrer Stellungnahme vom 11. April 2014 ebenfalls auf
Abweisung der Beschwerde.
4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, führte den
Schriftenwechsel durch und holte bei der Vorinstanz die Vorakten ein. Danach führte es im
Beisein der Parteien, eines Vertreters des Amtes für Umweltkoordination und Energie
(AUE) und eines Vertreters der Energiefachstelle Seeland einen Augenschein mit
Instruktionsverhandlung durch. Zudem holte es bei der Denkmalpflege des Kantons Bern
(KDP) Archivunterlagen zur inventarisierten Liegenschaft C._ Strasse Nr. ein.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
3
Nach mehrmaligen Fristverlängerungen reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
21. November 2014 eine Projektänderung ein. Das Rechtsamt hörte die Gemeinde, den
Beschwerdegegner und die betroffenen Fachbehörden zur Projektänderung an.
Schliesslich holte es bei der KDP einen Bericht zur denkmalpflegerischen Einstufung der
Liegenschaft C._ Strasse Nr. ein.
5. Der Beschwerdegegner und die KDP lehnen die Projektänderung aus
Denkmalschutzgründen ab. Das AUE begrüsst die Projektänderung aus
energietechnischer Sicht. Die Gemeinde stimmte der Projektänderung ebenfalls zu. In
seinen Schlussbemerkungen vom 31. März 2015 beantragt der Beschwerdeführer, die
Projektänderung sei gutzuheissen und das Bauvorhaben zu bewilligen. Am Antrag, die
Liegenschaft C._ Strasse Nr. aus dem Bauinventar zu löschen, hält er fest. Auch
der Beschwerdegegner hält in seinen Schlussbemerkungen vom 16. April 2015 am Antrag
auf Abweisung des Projektänderungsgesuchs und Erteilung des Bauabschlags fest. Die
Gemeinde reichte keine Schlussbemerkungen ein. Auf die Rechtsschriften, Fachberichte
des AUE, der KDP, des Strasseninspektorats sowie auf das Ergebnis des Augenscheins
wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer ist Baugesuchsteller. Sein Baugesuch wurde abgewiesen. Er ist durch
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
4
den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
5
2. Streitgegenstand
a) Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 21. November 2014 eine
Projektänderung für die thermische Fassadensanierung ein. Die Projektänderung sieht an
drei Fassadenseiten (Nord-, Ost- und Westfassade) neu eine ca. 20 cm dicke
Fassadendämmung mit Zellulosefasern und mineralischem Putz vor. Als Variante möchte
der Beschwerdeführer aber auch eine Baubewilligung für das ursprüngliche Projekt.
b) Nach Art. 43 BewD4 können die Baugesuchsteller während der Hängigkeit eines
Baubewilligungsverfahrens oder eines nachfolgenden Beschwerdeverfahrens vor der BVE
ein Projektänderungsgesuch einreichen, ohne dass deshalb ein neues
Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden muss. Erfolgt die Projektänderung im
Beschwerdeverfahren, sind die Gemeinde, die Gegenpartei und die von der
Projektänderung berührten Dritten anzuhören. Wird in einem laufenden baurechtlichen
Verfahren eine Projektänderung im Sinn von Art. 43 BewD eingereicht, tritt das geänderte
Projekt nach ständiger Praxis des Verwaltungsgerichts an die Stelle des ursprünglichen
Bauvorhabens.5 Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts kann eine Projektänderung auch
nicht in Form eines Eventualbegehrens ins Beschwerdeverfahren eingebracht werden.6
c) Vorliegend bleibt das Projekt in den Grundzügen gleich, so dass es sich um eine
Projektänderung im Sinn von Art. 43 BewD handelt. Anstelle einer geklebten
Fassadendämmung ist neu eine ca. 20 cm dicke Aussenisolation mit Zellulosefasern und
mineralischem Putz vorgesehen. Die BVE hat den Beschwerdegegner, die Gemeinde, das
AUE, die KDP und das Strasseninspektorat zur Projektänderung angehört. Weitere Dritte
waren von der Projektänderung nicht betroffen. Ob die von der Gemeinde Ipsach
ursprünglich beurteilte Aussenisolation gemäss Baugesuch vom 7. Dezember 2012
bewilligungsfähig gewesen wäre, ist nicht mehr zu prüfen, da die Projektänderung an die
Stelle des ursprünglichen Vorhabens getreten ist. Die Variante einer geklebten
Aussendämmung steht – anders als der Beschwerdeführer meint – nicht mehr zur
Diskussion. Auch kann diese Variante (geklebte Aussendämmung) nicht mittels eines
4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 5 Vgl. BVR 2012 S. 463, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen 6 VGE 17759 vom 26. Juni 1989 i.S. B. gegen E.L.; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 32-32d N. 13c; BVR 1989, S. 400
6
Eventualbegehrens ins Beschwerdeverfahren eingebracht werden. Verfahrensinhalt bildet
nur das Projekt gemäss der Projektänderung vom 21. November 2014.
3. Unterschutzstellung von Denkmälern
a) Die Unterschutzstellung unbeweglicher Denkmäler ist in erster Linie in der
Baugesetzgebung geregelt (Art. 10a ff. BauG). Dabei bedeutet die Aufnahme eines
Objekts in ein Inventar gemäss Art. 10d BauG noch keine verbindliche Unterschutzstellung.
Im Rahmen des Verfahrens zum Erlass des Bauinventars kann lediglich geltend gemacht
werden, das Inventar sei unvollständig (Art. 13a Abs. 4 BauV7). Die Grundeigentümerin
oder der Grundeigentümer kann erst im Nutzungsplanverfahren oder, wenn seit der
Errichtung des Inventars kein solches durchgeführt worden ist, im
Baubewilligungsverfahren den Nachweis verlangen, dass ein Inventar richtig ist (Art. 10d
Abs. 2 BauG, Art. 13c Abs. 2 BauV). Die Behörden, namentlich die zuständigen kantonalen
Fachstellen, haben dann im Falle der Bestreitung den Beweis zu erbringen, dass das
betreffende Objekt erhaltens- oder gar schützenswert ist (Art. 10d Abs. 2 BauG und
Art. 13c Abs. 2 BauV).8
b) Als Ergänzung zum baurechtlichen Schutz besteht zusätzlich eine
Unterschutzstellungsmöglichkeit nach dem Denkmalpflegegesetz (Art. 10, 12 und 13 bis 19
DPG9). Die denkmalpflegerische Unterschutzstellung erfolgt vertraglich oder per Verfügung
des Regierungsrats (Art. 14 und 15 DPG). Diese Schutzmassnahmen bilden öffentlich-
rechtliche Eigentumsbeschränkungen im Sinn von Art. 702 ZGB10 und werden im
Grundbuch angemerkt. Der Regierungsrat hebt die behördliche Unterschutzstellung ganz
oder teilweise auf oder ändert sie ab, wenn sich die tatsächlichen oder rechtlichen
Verhältnisse seit der Unterschutzstellung erheblich verändert haben (Art. 22 Abs. 2 DPG).
c) Der Beschwerdeführer stösst mit seiner Kritik, der Regierungsrat und nicht die
Gemeinde hätte hier die denkmalpflegerische Unterschutzstellung prüfen müssen, ins
Leere. Es ist aktenkundig, dass die Liegenschaft Ipsachstrasse im Bauinventar der
7 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 8 Vgl. zum Ganzen auch Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 10a-10f N. 1 ff. 9 Gesetz vom 8. September 1999 über die Denkmalpflege (Denkmalpflegegesetz, DPG; BSG 426.41) 10 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 201)
7
Gemeinde Ipsach als erhaltenswertes Objekt inventarisiert ist. Eine Unterschutzstellung
der Liegenschaft C._ Strasse Nr. nach DPG besteht nicht. Eine öffentlich-
rechtliche Eigentumsbeschränkung ist gemäss GRUDIS11 zulasten des Grundstücks
Nr. E._ nicht eingetragen. Eine förmliche Aufhebung der Unterschutzstellung nach
Art. 22 DPG steht somit nicht zur Diskussion. Dass die Gemeinde im angefochtenen
Entscheid unter Beizug der KDP über die denkmalpflegerische Qualität der Liegenschaft
C._ Strasse Nr. befunden hat, ist korrekt und nicht zu beanstanden.
d) Der Beschwerdeführer rügt weiter, es fehle im angefochtenen Entscheid eine
Begründung, weshalb die Gemeinde auf sein Gesuch um Aufhebung der Einstufung im
Bauinventar nicht eingetreten sei. Vorliegend hat sich die Gemeinde bei der Einstufung der
Liegenschaft C._ Strasse Nr. auf die Fachmeinung der KDP gestützt. Die
Gemeinde vertrat die Auffassung, beim Gebäude C._ Strasse Nr. handle es sich
um ein Objekt, das durch sein heutiges Erscheinungsbild einen hohen Stellenwert inne
halte und es seien die denkmalpflegerischen Interessen zu schützen. Implizit hat sie damit
die Aufnahme der Liegenschaft C._ Strasse Nr. als erhaltenswertes Objekt im
Bauinventar als sachlich richtig eingestuft. Von einer Verletzung der Begrünungspflicht
kann nicht gesprochen werden.
4. Richtigkeit des Bauinventars
a) Der Beschwerdeführer beantragt, die Unterschutzstellung des als "erhaltenswert"
eingestuften Bauernhauses auf der Parzelle Ipsach Gbbl. Nr. E._ sei aufzuheben.
Sinngemäss verlangt er damit die Streichung des Objekts aus dem Bauinventar Ipsach.
Zur Begründung führt er aus, das Gebäude stelle ein über die Jahre entstandenes
Flickwerk verschiedener Baustile ohne Konzept und ohne jeglichen architektonischen oder
historischen Wert dar. Der Dacheinschnitt, die Dachfenster, der rückseitige Anbau, die
neuen, sehr auffälligen und störenden Lärmschutzfenster, der Rieg, welcher auf halber
Gebäudehöhe unvermittelt und unkoordiniert beginne, die Fassade sowie die älteren
Fenster seien in keiner Art und Weise aufeinander abgestimmt. Das Gebäude sei in seiner
heutigen Form nicht erhaltenswert, sondern ein Schandfleck. In den Schlussbemerkungen
verweist der Beschwerdeführer zudem auf die Debatte zur Kulturpflegestrategie im
11 Grundstück-Informationssystem des Kantons Bern, letztmals am 18. Mai 2015 besucht
8
Grossen Rat. Es sei dabei aufgrund der geforderten Reduktion der inventarisierten Objekte
eine Frage der Zeit, bis das umstrittene Objekt C._ Strasse Nr. aus dem
Bauinventar gelöscht werde. Es sei nicht einzusehen, weshalb die derart "verbastelte"
Liegenschaft mit neuen und fremden Elementen, wie Lukarnen, Betonanbau, etc., einen
derart zentralen Platz in der Dorfgeschichte von Ipsach einnehmen solle. Auch sei bei
Aufrechterhaltung der Qualifikation "erhaltenswert" die Erhaltung des Gebäudes nicht mehr
gewährleistet. Der Beschwerdeführer bestreitet zudem die Einsprachelegitimation des
Beschwerdegegners in diesem Punkt.
b) Der Beschwerdegegner ist eine private Organisation im Sinn von Art. 35a BauG. Er
ist nach Art. 13a Abs. 1 BauV befugt, sich im Verfahren zum Erlass von Bauinventaren zu
äussern und Anträge zu stellen. Gleiches muss auch im Baubewilligungsverfahren gelten,
wenn über die grundeigentümerverbindliche Einstufung oder die Löschung eines Objekts
entschieden wird. Der Beschwerdegegner hat im Baubewilligungs- und nachfolgenden
Rechtsmittelverfahren ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse, sich zu diesen Fragen zu
äussern und dazu Anträge zu stellen (Art. 12 VRPG12).
c) Der Beschwerdegegner hält fest, der bau- und kulturgeschichtliche Wert des
Gebäudes als bauliches Dokument der Siedlungsentwicklung und Dorfgeschichte von
Ipsach sei nach wie vor gross und besonders strassenseitig gut erkennbar. Das Gebäude
weise nachweislich einen erheblichen historischen und vor allem strassen- und westseitig
guten ästhetischen Wert auf und sei im Jahr 2003 trotz der Beeinträchtigungen der 80-er
und 90-er Jahre richtigerweise als "erhaltenswert" gemäss Art. 10a Abs. 1 und 3 BauG
eingestuft worden. In den Schlussbemerkungen hält der Beschwerdegegner ergänzend
fest, die Qualifikation des Hauses C._ Strasse Nr. als erhaltenswertes
Baudenkmal sei zu bestätigen. Dies insbesondere wegen seiner bau- und ortshistorischen
Zeugeneigenschaft.
d) Baudenkmäler sind herausragende Objekte und Ensembles von kulturellem,
historischem oder ästhetischem Wert (Art. 10a Abs. 1 Satz 1 BauG). Dazu gehören
namentlich Ortsbilder, Baugruppen, Bauten, Gärten, Anlagen, innere Bauteile,
Raumstrukturen und feste Ausstattungen (Art. 10a Abs. 1 Satz 2 BauG). Baudenkmäler
sind erhaltenswert, wenn sie wegen ihrer ansprechenden architektonischen Qualität oder
12 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
9
ihrer charakteristischen Eigenschaften geschont werden sollen (Art. 10a Abs. 3 BauG). In
welchem Ausmass ein Objekt denkmalpflegerischen Schutz verdient, ist im Einzelfall
sorgfältig zu prüfen.13 Verlangt wird dabei eine auf sachliche und wissenschaftliche
Kriterien abgestützte Gesamtbeurteilung, die den kulturellen, geschichtlichen,
künstlerischen und städtebaulichen Zusammenhang eines Bauwerkes berücksichtigt. Eine
Baute soll als Zeuge und Ausdruck einer historischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen
und technischen Situation erhalten bleiben.14 Da Denkmalschutzmassnahmen oft
schwerwiegende Eingriffe in das Eigentum zur Folge haben, dürfen sie nicht bloss im
Interesse eines begrenzten Kreises von Fachleuten erlassen werden. Sie müssen auf
objektive und grundsätzliche Kriterien abgestützt sein, um Anspruch auf eine gewisse
Allgemeingültigkeit erheben zu können.15
e) Das Gebäude C._ Strasse Nr. ist gemäss dem Bauinventar der Gemeinde
Ipsach vom 6. August 2003 als erhaltenswertes Objekt eingetragen. Das Bauinventar von
Ipsach besteht lediglich aus einem allgemeinen Register der denkmalgeschützten Objekte.
Objektblätter mit Fotos und Beschrieb mit Begründung, weshalb das Objekt erhaltenswert
ist, fehlen. Die BVE hat bei der KDP eine ausführliche Stellungnahme zur baurechtlichen
Unterschutzstellung der Liegenschaft C._ Strasse Nr. eingeholt. In ihrer
Stellungnahme vom 28. Januar 2015 hält die KDP zur Baugeschichte Folgendes fest: "Die Baugeschichte des Hauses ist im Band der Kunstdenkmäler des Kantons Bern (Land III)
zum Amtsbezirk Nidau II kurz zusammengefasst (s. Anhang, Abb. 1). Ausführlicher wird die
Geschichte dieses Hauses in der Ipsacher Chronik erzählt (Abb. 2). Sie soll bis ins Mittelalter
zurückreichen. Im Textkasten wird Werner Bourquin zitiert: "Freilich ist vom Hofgebäude jener
Zeit nichts mehr erhalten, und das jetzige [...] Gebäude mag in das 17. Jh. zurückgehen und
musste sich spätere Umbauten gefallen lassen. Immerhin steht auf dem steinernen Türbogen
noch deutlich sichtbar die Jahrhundertzahl 16, während die beiden Schlusszahlen bei der
Erneuerung des Türbogens entfernt wurden." Bis dahin gab es schon mehrere
Besitzerwechsel und im 18. Jh. übernahm der bernische Zeughausverwalter Abraham Wild
das Gut, der es aber 1788 an den aus Lissabon zurückkehrenden Indienne-Fabrikanten David
Schwab verkaufte. Kurz darauf vergrösserte Schwab das Gut durch weitere Ankäufe. Dabei
muss er auch das Haus vergrössert haben, denn auf einem um 1775 kopierten Zehnd-Plan
von 1750 steht an der heutigen Stelle erst ein kleines Haus (Abb. 3). Es handelt sich mit
grosser Wahrscheinlichkeit um einen massiven Stock, zu dem die Kellertür mit Rundbogen
13 BGE 120 Ia 270 E. 4a, mit weiteren Hinweisen 14 BGE 126 I 219 E. 2e; BVR 1998 S. 440, E. 3c 15 BGE 120 Ia 270 E. 4a, mit weiteren Hinweisen
10
und die darüber liegenden beiden Fenster mit dem massiven Fentergewänden gehörten. Auf
dem Generalplan von 1793 ist schon ein grössereres Haus entlang der Strasse eingezeichnet
(Abb. 4). Dasselbe erweiterte Haus sieht man auch auf einer Gouache von Johann Peter
Girard, der 1769-1851 lebte. Wegen der Schattierung im Dach könnte es ursprünglich ein
Mansart-Walmdach gehabt haben (Abb. 5). Kurz nach dem Erwerb, also um 1790, hat David
Schwab das Haus vergrössert. Eindrücklicher Zeuge dieser Erweiterung sind die barocken
Täfer in den Zimmern des Obergeschosses, sowie der schöne Sitzofen, dessen
Kachelmalereien dem bekannten Berner Ofenmaler Peter Gnehm zugewiesen werden
können (Abb.12). Wahrscheinlich besass der urspr. Steinstock vor seiner Erweiterung schon
eine offene Treppenlaube auf der NO-Seite. Schwab hat wohl diese Laube in den
vergrösserten Bau integriert. Nach dem Hinschied David Schwabs behielt seine Witwe Elisa
Schwab-Rhis das Gut. 1839 erbte es ihre Tochter. Diese versteigerte das Haus und das Gut
am 11. Okt. 1873. Die letzten Pächter, Johann Ulrich und Friedrich Müller, konnten den Hof
an dieser Versteigerung erwerben. (...) Nach der Übernahme durch die Gebrüder Müller
wurde das Haus nochmals verändert und erhielt eine südöstliche und südliche Laube, sowie
eine Ründi auf der NO-Seite. Auch die Scheune (die 1788 als neu bezeichnet wurde) wurde
um 1880/90 ersetzt (Abb. 6). 1962 verkaufte Fritz Müller das Haus an Hans F._-Arm.
Sein Sohn A._ baute das Haus anfangs der 1980-Jahre um. Vor allem wurde der
Dachstock ausgebaut. 1993 folgte dann noch der südöstliche Anbau mit zwei kleinen
Zusatzwohnungen."
In ihrer Würdigung führt die KDP aus, das Haus C._ Strasse Nr. sei neben dem
ehemaligen Schulhaus von 1802 (Hauptstrasse 2) das einzige Haus, das noch einen Teil
Dorfgeschichte erzähle. Dank der Sichtbarmachung des Riegs um 1980 seien die
einzelnen Bauphasen ablesbar. Das Haus sei wegen der vielen Umbauten zwar kein
einheitlicher Bau mehr, trotzdem seien viele interessante, charakteristische Details aus den
einzelnen Bauphasen erhalten (Gewölbekeller, abgefasste Türgewände, Kopfhölzer beim
Rieg, spätbarocke Täfer, Tür- und Fensterbeschläge, ein Ofen mit kunstvoll bemalten
Kacheln des bedeutenden Ofenmalers Peter Gnehm). Gerade die spätbarocken Interieurs
im Obergeschoss seien bemerkenswert. Auch Elemente des Umschwungs, wie die
spätbarocken Postamente oder die Stützmauer der Gartenterrasse würden den Wert des
Hauses unterstützten. Die Uneinheitlichkeit, die vielen Veränderungen im Dach und der
Anbau auf der Rückseite würden aber auch klar machen, dass es sich nicht (mehr) um ein
schützenswertes Objekt handle. Es gehe bei diesem Haus aber nicht primär um die
Gesamtwirkung (ob es schön ist oder nicht), sondern um die Authentizität von Bausubstanz
aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die einen wichtigen Teil der Ortsgeschichte erzähle. Die
KDP kommt zum Schluss, dass der Bau klar erhaltenswert sei.
11
f) Die KDP hat ausführlich dargelegt, wieso das umstrittene Gebäude die Kriterien
erfüllt, um es im Bauinventar als erhaltenswert einzustufen. Die BVE sieht keinen Anlass,
von dieser überzeugenden Einschätzung der Fachbehörde abzuweichen. Beim
umstrittenen Gebäude C._ Strasse Nr. handelt es sich um einen der wenigen
Zeugen der Ortsgeschichte von Ipsach; es kommt ihm eine wichtige ortshistorische
Bedeutung zu. Die geschichtliche Bedeutung ist in diversen Quellen, wie namentlich im
Band der Kunstdenkmäler des Kantons Bern (Land III) zum Amtsbezirk Nidau II und in der
Ipsacher Chronik, dokumentiert.16 Ausserdem ist die Liegenschaft in verschiedenen
historischen Plänen eingetragen.17 Die Kritik des Beschwerdeführers, dass das Haus
wegen der vielen Umbauten nicht mehr als intakter Bau wirkt, trifft zwar zu. Die Umbauten
beeinträchtigen das Gebäude jedoch nicht dermassen, dass seine historische Qualität
gänzlich verloren ginge. Charakteristische Bauteile, wie die Kellertüren mit der breiten
Abfasung des Türgewändes auf der nordwestlichen Traufseite, das spätbarocke Interieur
im Obergeschoss und die Elemente des Umschwungs (spätbarocken Zugangspostamente
an der Nord-Ecke oder die geschützte Stützmauer der Gartenterrasse) bringen die
geschichtliche Bedeutung des Hauses nach wie vor zum Ausdruck. Das umstrittene
Gebäude C._ Strasse Nr. ist daher als erhaltenswertes Denkmal einzustufen und
ist zu Recht im Bauinventar der Gemeinde Ipsach aufgenommen worden.
g) Am Erhalt des Gebäudes besteht ein grosses öffentliches Interesse, das das private
Interesse der Beschwerdeführerin an uneingeschränkter Nutzung seiner Liegenschaft
überwiegt.18 Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, dass sein privates
Interesse überwiegt. Die Einstufung als erhaltenswertes Baudenkmal und die damit für den
Grundeigentümer verbundenen Einschränkungen sind zur Sicherung der Erhaltung des
Gebäudes erforderlich, geeignet und dem Grundeigentümer auch zumutbar; die Einstufung
ist daher auch verhältnismässig. Trotz der Einstufung des Gebäudes als erhaltenswertes
Baudenkmal kann der Beschwerdeführer – wie aus der Erwägung 5 hervorgeht – eine
zeitgemässe thermische Sanierung der Gebäudehülle vornehmen. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, dass die Liegenschaft durch die Unterschutzstellung nicht mehr
erhalten werden könne, geht somit fehl. Die Beschwerde ist somit in diesem Punkt
16 Vgl. Anhang Ziff. 1, Abb. 1, 2a, 2b, 2c zur Stellungnahme der KDP vom 28. Januar 2015 17 Vgl. Anhang Ziff. 2, Abb. 3 bis 6 zur Stellungnahme der KDP vom 28. Januar 2015 18 VGE 22935 vom 28. November 2007 E. 5.2 mit Hinweisen; BGE 126 I 219 E. 2c; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 10a -10f N. 3
12
unbegründet. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Streichung der Liegenschaft
C._ Strasse Nr. aus dem Bauinventar ist abzuweisen.
5. Projektänderung und Denkmalschutz
a) Die Projektänderung vom 21. November 2014 sieht an drei Fassadenseiten (Nord-,
Ost- und Westfassade) eine ca. 20 cm dicke Fassadendämmung mit Zellulosefasern und
mineralischem Putz vor. Dabei soll eine erste Schicht, bestehend aus "Pavaflex",
mechanisch in eine Holzrahmenkonstruktion von 10 cm Stärke befestigt werden. Die
zweite Schicht "Diffutherm", auch 10 cm stark, soll mechanisch auf der darunterliegenden
Holzrahmenkonstruktion befestigt werden. Darüber wird ein mineralischer Putz gezogen.
Das Sockelgeschoss soll unverputzt verbleiben. Geplant ist zudem, die
Fenstereinfassungen mit einem im Kern gedämmten Leibungselement aus Feinbeton
einzukleiden und im Bereich des Dachanschlusses die Dachuntersicht so aufzuschneiden,
dass die neue Dämmung nahtlos bis zum Unterdach geführt werden kann. Nach den
Feststellungen des AUE erreicht der opake Bauteil Wand mit dem geplanten Wandaufbau
einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0.19 W/m2K. Die Minimalanforderung
für diesen Bauteil beträgt gemäss Anhang 2 zu Art. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 KEnV19 0.25
W/m2K und ist deutlich eingehalten.
b) In seinem Bericht vom 8. Dezember 2014 begrüsste das AUE die Projektänderung.
Auch die Gemeinde stimmte in ihrer Eingabe vom 5. Februar 2015 dem geänderten Projekt
unter Auflagen zu.
c) Die KDP fordert in ihrem Bericht vom 5. Februar 2015 hingegen eine Überarbeitung
der Projektänderung. Sie ist der Auffassung, die äussere Erscheinung des historischen
Gebäudes werde unvorteilhaft verändert. Eine Aussendämmung der bestehenden Fassade
scheine zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, wenn als Erscheinungsvorbild die
Gebäudesituation vor der Putzentfernung um 1980 als Vorbild genommen werde. Eine
effiziente Gebäudedämmung könne heute auch mit Aerogel Hochleistungsdämmputz
erreicht werden. Diese komme mit den Untergrundunebenheiten und komplizierten
Anschlüssen besser zurecht und gebe das natürliche Fassadenbild eines Altbaus wieder.
19 Kantonale Energieverordnung vom 26. Oktober 2011 (KEnV; BSG 741.111)
13
Fenster und Türgewände könnten so in Erscheinung treten, so wie es dieser Haustyp
verlange. Die vorgeschlagene Aussenisolationslösung mit den schmalen
Fenstereinfassungen könne als Lösung für Gebäude aus der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts dienen, sei jedoch für ein Objekt mit Kern aus dem 17. Jahrhundert
ungeeignet, weil das historische Erscheinungsbild total verloren gehe. Anschlüsse zu
Sockel, Fenster, Ründi usw. seien mit der vorgeschlagenen Projektänderung nicht
befriedigend zu lösen. Das Gebäude werde weiter verunklärt.
d) Der Beschwerdegegner lehnt die Projektänderung ebenfalls ab und beantragt die
Erteilung des Bauabschlags. Seiner Ansicht nach sei eine verputze Aussendämmung
ebenfalls denkbar, doch müsste die Dämmstärke durch eine Materialwahl mit besseren
Dämmwerten auf 16 cm oder weniger reduziert werden. Auch würden die geplanten
Fensterleibungen aus Beton-Rahmenelementen ein zu dünnes Stirnmass aufweisen. Es
seien breitere Betonelemente mit einer Stirnbreite von 12 bis 15 cm einzusetzen. Als
Alternative zur verputzen Aussendämmung schlägt er eine Abdeckung der massiven
Verschalungsstärke durch Rundschindeln in Eternit vor. Diese Konstruktionsweise komme
mit Unebenheiten und komplizierten Anschlüssen besser zurecht. Erfahrungsgemäss sei
die Ausführungsvariante mit Verschindelung und Holzleibungen kostengünstiger und
würden dem Charakter des Bauwerks besser entsprechen. Zudem wäre wünschenswert,
wenn die Fenster des Obergeschosses mit Fensterläden versehen würden. Dies würde die
Fassaden lebendiger halten.
e) Im vorliegenden Fall macht die energietechnische Optimierung des Gebäudes mit
einer angemessenen Fassadenisolation Sinn. Dadurch bleibt auch das Baudenkmal
erhalten. Die Aussenisolation nach der Projektänderung gefährdet, anders als die geklebte
Aussenisolation gemäss dem ursprünglichen Projekt, die historische Bausubstanz des
Gebäudes nicht. In diesem Punkt hat der Beschwerdeführer mit dem geänderten Projekt
der Hauptkritik des Beschwerdegegners Rechnung getragen. Zudem wird die
Aussenisolation so montiert, dass sie in einem späteren Zeitpunkt wieder rückgängig
gemacht werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die geplante Aussenisolation
grundsätzlich mit den Denkmalschutzbestimmungen von Art. 10a ff. BauG vereinbar.
14
Massnahmen an Baudenkmälern sind allerdings auf den kleinstmöglichen Eingriff zu
beschränken.20
f) Der Beschwerdeführer plant, eine 20 cm dicke Fassadendämmung anzubringen.
Zudem sollen für die Fenstereinfassungen schmale Elemente eingesetzt werden. Die KDP
und der Beschwerdegegner kritisieren zu Recht, das Erscheinungsbild des Gebäudes
verändere sich damit stark. Mit der Reduktion der Dämmstärke um 4 cm und der
Verbreiterung der Rahmenelemente für die Fenstereinfassungen auf 12 bis 15 cm kann der
bauliche Eingriff jedoch auf ein ortsbild- und denkmalverträgliches Mass beschränkt
werden. Die Mächtigkeit des Eingriffs kann durch die Reduktion der Dämmstärke deutlich
reduziert werden. Das Aussehen des Gebäudes wird dadurch zwar unbestrittenermassen
verändert. Dies wäre aber auch mit den Varianten der KDP und des Beschwerdegegners
nicht anders. Mit der geringeren Dämmstärke tritt der Übergang zwischen Sockelgeschoss
und renovierter Fassade viel weniger stark in Erscheinung. Dazu kommt, dass mit den
breiteren Rahmenelementen die bestehenden Proportionen der Fenster, Leibungen und
Fassaden besser respektiert werden können. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass hier
das Dämmmaterial aus natürlichem Holz besteht. Das ist aus ökologischer Sicht positiv zu
werten. Unter der Voraussetzung, dass die Dämmstärke der Wärmedämmung auf 16 cm
reduziert und die Rahmenelemente für die Fenstereinfassungen auf 12 bis 15 cm
verbreitert werden, ist die Projektänderung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten
nicht mehr zu beanstanden.
g) Die zusätzlichen Massnahmen (Reduktion der Dämmstärke und Verbreiterung der
Rahmenelemente für die Fenstereinfassungen) können mit Auflagen angeordnet werden.
Sie dienen dem Schutz des Baudenkmals und haben für den Beschwerdeführer keinerlei
Nachteile zur Folge. Mit der Verbreiterung der Fentsterleibungen erklärte sich der
Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 31. März 2015 einverstanden.
Auch lässt sich hier die Dämmstärke problemlos um 4 cm verringern. Die zweite Schicht
der Fassadendämmung, bestehend aus einer Holzfaserdämmplatte des Typs "Diffutherm",
kann in der Stärke von 6 cm angebracht werden. Solche Holzfaserdämmplatten sind im
20 Vgl. Handbuch Energie und Baudenkmal der Denkmalpflege-Fachstellen der Kantone Bern und Zürich, Band I, Gebäudehülle, 2014, S. 42 f. (abrufbar unter http://www.erz.be.ch/ Rubrik Kultur / Denkmalpflege / Publikationen)
http://www.erz.be.ch/
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Handel erhältlich.21 Zusammen mit der ersten Dämmschicht (Pavaflex 10 cm) beträgt die
Dämmstärke somit 16 cm. Nach dem Berechnungsbeispiel in der technischen
Dokumentation "Pavatex Diffutherm" erreicht die Fassadendämmung mit diesem
Wandaufbau (Pava-flex 10 cm und Diffutherm 6 cm) einen U-Wert von 0.24 W/m2K.22 Der
gesetzliche Grenzwert des Bauteils Wand von 0.25 W/m2K (Umbauwert) ist damit
eingehalten. Trotz der Reduktion der Dämmstärke sind für die geplante energietechnische
Sanierung weiterhin finanzielle Beiträge vom Gebäudeprogramm möglich: Wie aus der
Erwägung 4 folgt, steht das Gebäude C._ Strasse Nr. unter Denkmalschutz.
Gemäss der "Wegleitung Gesuchsformular" des Gebäudeprogramms gelten bei
geschützten Bauten erleichterte Anforderungen.23 Beim Bauteil Wand gilt dabei ein U-Wert
von 0.25 W/m2K.24 Diese erleichterte Anforderung ist bei der Dämmstärke von 16 cm
erfüllt. Die Auflagen stehen hier in einem engen sachlichen Zusammenhang mit dem
Bauvorhaben, sind durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt (Denkmalschutz) und für
den Beschwerdeführer zumutbar. Die Auflagen, wonach die zweite Schicht der
Fassadendämmung in der Dämmstärke von 6 cm ausgeführt werden muss und für die
Fenstereinfassungen Rahmenelemente mit einem Stirnmass von 12 bis 15 cm zu
verwenden sind, sind zulässig. Die Auflagen werden deshalb in Ziffer 3 des Dispositivs
dieses Entscheids aufgenommen. Die Projektänderung ist damit bewilligungsfähig.
6. Nebenbestimmungen und Hinweise
a) Die Gemeinde Ipsach erklärte in ihrer Stellungnahme vom 5. Februar 2015, die
Projektänderung könne unter folgenden Auflagen genehmigt werden: "1. Allfällige Vorgaben des Berner Heimatschutz es bezüglich der Ausführung und Art des
Aussendämmsystems sind verbindlich und strikte einzuhalten. Ebenso werden die
Erläuterungen des Beschwerdeführers im Schreiben vom 21.11. 2014 als verbindlich
erachtet.
2. Die definitive Fassadenfarbe ist in Absprache mit der Gemeinde und dem Berner
Heimatschutz zu wählen.
21 Siehe technischen Dokumentation "Pavatex Diffutherm, verputzte Aussenwärmedämmung" (abrufbar unter: http://www.pavatex.ch/produkte/wand-holzfaser/diffutherm/) 22 Dito, S. 20 23 Abrufbar unter: http://www.dasgebaeudeprogramm.ch Rubrik Förderung / Bedingungen 24 Wegleitung Gesuchsformular, Version 5, vom 1. März 2015, S. 9
http://www.pavatex.ch/produkte/wand-holzfaser/diffutherm/ http://www.dasgebaeudeprogramm.ch
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3. Das Formular SB1 ist vor Baubeginn bei der Bauabteilung der Gemeinde einzureichen.
Vorher darf mit den Bauarbeiten nicht begonnen werden (Art. 1a Abs. 3 BauG). Die
Baupolizeibehörde kann bei Baubeginn ohne vorgängiges Einreichen dieses Formulars
die Einstellung der Bauarbeiten verfügen (Art. 46 Abs. 1 BauG). Das Formular SB2 ist
unaufgefordert nach Beendigung der Bauarbeiten umgehend bei der Bauabteilung der
Gemeinde einzureichen."
Vorliegend ergibt sich aus Erwägung 4 dieses Entscheids sowie aus den gestempelten
Projektunterlagen (vgl. Ziffer 2 des Entscheiddispositivs), wie das Aussendämmsystem
genau ausgeführt werden muss. Die von der Gemeinde geforderte Auflage in Punkt 1 ist
nicht nötig.
Die Fassadenfarbe ist hier im Grundsatz definiert. In der Eingabe vom 21. November 2014
hat der Beschwerdeführer festgehalten, es sei ein heller Grauton als Kontrast zum
Sockelgeschoss vorgesehen. Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, einzelne Nuancen
einer bewilligten Farbe oder Materialgebung erst vor der Bauausführung bemustern zu
lassen.25 Die Auflage bezüglich der Fassadenfarbe in Punkt 2 ist somit unproblematisch
und macht auch von der Sache her Sinn. Der Wortlaut in Punkt 2 der Auflage wird jedoch
dahingehend präzisiert, dass die definitive Farbe der Fassade und der Fensterelemente
vor Baubeginn vom Beschwerdeführer zu bemustern und der Gemeinde und dem
Beschwerdegegner vorzulegen ist. Eine entsprechende Auflage wird im Entscheiddispositiv
aufgenommen.
Hinsichtlich der Auflage in Punkt 3 ist festzuhalten, dass diese nur deklaratorische
Bedeutung hat. Sie weist lediglich auf geltendes Recht hin. Solche Hinweise gehören nicht
zu den verbindlichen Anordnungen. Sie sind für den Beschwerdeführer aber auch nicht
belastend. Um Missverständnisse zu vermeiden, wird der Punkt 3 als Hinweis ins
Dispositiv dieses Entscheids aufgenommen.
b) Das Strasseninspektorat Seeland hat in seinem Bericht vom 11. Dezember 2014
festgehalten, dass der Gehweg und die Fahrbahn durch die Bauarbeiten und Gerüstbauten
nicht gefährdet oder behindert werden dürfen. Zudem müsse vorgängig beim
Strasseninspektorat Lyss ein Gesuch für die Inanspruchnahme von öffentlichem Grund
eingereicht werden, falls während der Bauarbeiten öffentliches Terrain beansprucht werde.
25 VGE Nr. 22178 vom 12.09.2006 E. 2.3.2, VGE Nr. 22028 vom 21.02.2005 E. 3.2
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Dieser Vorbehalt des Strasseninspektorats Seeland wird ebenfalls als Hinweis in das
Entscheiddispositiv aufgenommen.
7. Kosten
a) Nach dem Gesagten steht fest, dass das Gebäude C._ Strasse Nr. zu Recht
im Bauinventar der Gemeinde Ipsach als erhaltenswertes Gebäude inventarisiert worden
ist. Zudem ist das geänderte Vorhaben mit Auflagen zur äusseren Baugestaltung sowie
weiteren Nebenbestimmungen bewilligungsfähig.
b) Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG geregelt. Demnach
werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Die unterliegende Partei hat zudem der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen. Die
Kosten des Beschwerdeverfahrens bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere
Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben
werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'800.00
(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV26). Für den Augenschein
vom 19. Mai 2014 wird gestützt auf Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von
Fr. 400.00 erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit
Fr. 2'200.00.
c) Als unterliegend gilt, wer mit seinen Anträgen nicht durchdringt. Der
Beschwerdeführer ist mit seinem Antrag, wonach das als erhaltenswert eingestufte
Bauernhaus C._ Strasse Nr. aus dem Bauinventar zu löschen ist, unterlegen.
Zudem reichte er im Beschwerdeverfahren eine Projektänderung ein, mit welcher er den
Einwänden der Gemeinde und des Beschwerdegegners Rechnung trug. Schliesslich wurde
die Projektänderung mit Auflagen zur Baugestaltung bewilligt. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer drei Viertel der Verfahrenskosten,
ausmachend Fr. 1'650.00, aufzuerlegen. Ein Viertel der Verfahrenskosten, ausmachend
Fr. 550.00, wird dem Beschwerdegegner auferlegt, da er mit seinem Antrag auf Erteilung
des Bauabschlags unterlag.
26 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21).
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d) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Nach dem Gesagten unterliegt der
Beschwerdeführer zu drei Vierteln und der Beschwerdegegner zu einem Viertel. Der
Beschwerdegegner hat daher dem Beschwerdeführer einen Viertel, der Beschwerdeführer
dem Beschwerdegegner drei Viertel der jeweiligen Parteikosten zu ersetzen.
e) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung
anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Kostennote des Anwalts des
Beschwerdeführers beläuft sich auf Fr. 9'381.95 (Aufwand Fr. 8'687.00, Mehrwertsteuer
Fr. 694.95). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV27 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen
Beschwerdeverfahren Fr. 400.00 bis Fr. 11'800.00 pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs
bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3
KAG28). Im vorliegenden Fall wurde ein Schriftenwechsel durchgeführt. Danach fand ein
Augenschein statt. In der Folge reichte der Beschwerdeführer ein geändertes Projekt ein
und die Verfahrensbeteiligten erhielten die Möglichkeit, zur Projektänderung Stellung zu
nehmen und Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen. Beim AUE, der KDP und
dem Strasseninspektorat wurde zudem je ein Bericht eingeholt. Damit ist der gebotene
Zeitaufwand als leicht überdurchschnittlich zu werten. Die Baukosten sprechen dagegen
für eine eher unterdurchschnittliche Bedeutung der Streitsache, die möglichen
Auswirkungen für den Beschwerdeführer für eine durchschnittliche Bedeutung. Aufgrund
der umstrittenen Rechtsfragen sind die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit
des Prozesses somit insgesamt als durchschnittlich einzustufen. Daher erscheint ein
Aufwand von Fr. 6'500.00 als angemessen. Dazu kommt die Mehrwertsteuer von Fr.
520.00 (8 % von Fr. 6'500.00). Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer
demnach einen Viertel der Parteikosten im Umfang von Fr. 7'020.00, ausmachend
Fr. 1'755.00 (inkl. Mehrwertsteuer), zu ersetzen.
Die Kostennote des Beschwerdegegners beläuft sich auf Fr. 6'475.30 (Honorar
Fr. 5'875.00, Auslagen Fr. 104.00, Mehrwertsteuer Fr. 478.30). Sie gibt zu keinen
27 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811) 28 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
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Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat somit dem Beschwerdegegner drei
Viertel der Parteikosten im Umfang von Fr. 6'475.30, ausmachend Fr. 4'856.50 (inkl.
Mehrwertsteuer), zu ersetzen.
f) Durch das Projektänderungsgesuch des Beschwerdeführers ist der Bauabschlag der
Gemeinde Ipsach vom 23. Januar 2014 gegenstandslos geworden. Im Dispositiv dieses
Entscheids wird der Bauabschlag daher der Klarheit halber mit Ausnahme der Ziffer 5.4
(Regelung der Verfahrenskosten) aufgehoben. Die Kosten des erstinstanzlichen
Baubewilligungsverfahrens von Fr. 1'633.50 werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Die
Gemeinde ist für das Inkasso dieser Kosten zuständig.