# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75e3fd52-53cd-5516-af65-e4f90c14d4bc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1989, brach das 10. Schuljahr ab (Urk. 8/1/5) und wohnt seit September 2008 betreut (Urk. 8/27, 8/53, 8/113). Im Dezember 2008 mel
dete sie sich wegen eines psychischen Leidens bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV
Stelle) zur beruflichen Integration an (Urk. 8/1). Diese holte einige Arztberichte ein (Urk. 8/4, 8/15 und 8/16/7 ff.), bevor sie den Anspruch im September 2009 verneinte und eine Rentenprüfung ankündigte (Urk. 8/21). Ferner verlangte sie von der Versicher
ten, eine stationäre Entzugsbehandlung durchzuführen (Urk. 8/23). Nach Inter
vention verschiedener Therapeuten (Urk. 8/27-28) erklärte der Regionale Ärztli
che Dienst (RAD) die Mitwirkungspflicht als erfüllt (Urk. 8/35) und die IV-Stelle gab ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. A._ in Auftrag, das vom 4. Februar 2010 datiert (Urk. 8/33). Gestützt darauf auferlegte die IV-Stelle der Versicherten erneut eine Schadenminderungspflicht, nun im Sinne einer fach
ärztlichen Psychotherapie (Urk. 8/36), und sprach ihr mit Verfügung vom 27. Mai 2010 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 8/43-44).
1.2
Im Mai 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Revision ein (Urk. 8/52). Gestützt auf einen Bericht des behandelnden Psychiaters (Urk. 8/60) auferlegte sie der Versicherten wieder eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer Psycho- und Pharmakotherapie (Urk. 8/63) und bestätigte die bisherige Rente mit formloser Mitteilung vom 18. Juli 2011 (Urk. 8/64). Auch die zweite Revision schloss die IV-Stelle am 10. Oktober 2012 mit der schriftlichen Bestä
tigung der bisherigen Rente ab (Urk. 8/78) – gestützt auf die Angaben der Ver
sicherten sowie des sie behandelnden Psychiaters im Revisionsfragebogen (Urk. 8/76). Im März 2014 leistete sie auf Ersuchen der Versicherten (Urk. 8/83) zudem Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining von April bis Juli 2014 (Urk. 8/85). Dieses wurde im Juni 2014 vorzeitig beendet, was der Versicherten am 18. Juli 2014 schriftlich mitgeteilt wurde (Urk. 8/93-94).
1.3
Anfang 2015 nahm die IV-Stelle die dritte Revision an die Hand (Urk. 8/96). Sie holte einen Auszug aus dem Individuellen Konto (Urk. 8/97), einen Bericht des behandelnden Psychiaters (Urk. 8/98) sowie eine Stellungnahme des RAD ein (Urk. 8/99/3). In der Folge stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 20. März 2015 – gestützt auf die Überwindbarkeitsprüfung des Sachbearbeiters (Urk. 8/99/3-4) – die Einstellung der Rente in Aussicht (Urk. 8/100). Dagegen erhob diese Einwand (Urk. 8/103 und 8/117). Am 22. Mai 2015 teilte die IV
Stelle der Versicherten schriftlich mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 8/121). Schliesslich hob sie ihre Rente mit Verfügung vom 7. Oktober 2015 per 1. Dezember 2015 auf und entzog dabei einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 3. November 2014 Beschwerde und beantragte, ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurich
ten, eventualiter die Sache zwecks umfassender Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1, Beilage Urk. 3). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwer
deantwort vom 30. November 2015 die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne der Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung und Neu
beurteilung des Rentenanspruchs (Urk. 7). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 bewilligte das Sozialversicherungsgericht der Versicherten die unentgeltli
che Prozessführung, bestellte ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Stanek Brändle eine unentgeltliche Rechtsvertreterin und setzte ihr Frist an, um sich zur Beschwerdeantwort zu äussern (Urk. 12). Innert Frist ging keine Stellungnahme ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund
dar
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung,
die
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
Eine
Verfü
gung
ist
verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind
Verwaltung
und
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfä
hig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
P
sychiatrische Berichte
müssen dabei
in der Regel auf einer persönlichen Untersu
chung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S. 345, Urteile des Bundesge
richts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen).
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel
zudem
psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hin
weisen).
Ferner erläuterte das Bundesgericht in BGE 141 V 281 E. 5.2
um Zusammenwir
ken von Recht und Medizin, d
ie Rechtsanwender
würden
die
medizinischen
Angaben
f
rei
überprüfen
, insbesondere
(1)
ob
sich
die Ärzte
an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten
hätten
,
also
aus
schliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt
hätten
,
die
Folgen der gesund
h
eitlichen Beeinträchtigung seien
, sowie
, (2)
ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objekti
vierter Grundlage er
folgt sei.
Dies sicher
e
die einheitliche und rechtsgleiche Ei
nschätzung der Arbeitsfähigkeit. Indessen würden
Recht und Medizin
in der Invalidenversicherung zu
r Feststellung ein und dersel
ben Arbeitsunfähigkeit
beitragen.
Medizinische Gutachter sollten daher n
icht eine quasi freihändige Beurteilung abgeben und dane
ben noch Grundlagen
für eine
von der subjektiven ärztlichen Einschätzung losgelöste Parallelüberprüfung
durch den Rechtsanwender liefern.
Es g
ebe
keine unter
schiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prü
fung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit.
1.3
Schliesslich hat die IV-Stelle von Amtes wegen die notwendigen Abklärungen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an diese zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. Eine Rückweisung kommt vor allem dann in Frage, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind oder der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung in Erwägung, die Bulimie habe sich deutlich gebessert, die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung sei angesichts des früheren Gutachtens nicht nachvollziehbar und aus Sicht des Rechtsanwenders liege keine soziale Phobie mehr vor, nachdem die Beschwer
deführerin ehrenamtlich als Haushaltshilfe tätig sei. Zudem hätten sich ihre psychischen Ressourcen verbessert, habe sie doch die Medikamente eigenstän
dig abgesetzt und konsumiere weder Drogen noch übermässig Alkohol (Urk. 2). In der Beschwerdeantwort führte sie demgegenüber aus, der medizinische Sach
verhalt sei erneut zu überprüfen (Urk. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, es fehle an medizinischen Abklärungen seit der Begutachtung, z.B. zur Persönlichkeitsstörung. Die Bulimie unterliege grossen Schwankungen. Auswärts putzen würde sie mit dem Ziel, an ihrer sozialen Phobie zu arbeiten und sich aus dem Haus zu wagen. Es sei bisher zwar meist eine leicht positive Prognose gestellt worden, doch sei ihr Gesund
heitszustand schwankend und eine Arbeitstätigkeit selbst im geschützten Rahmen nur beschränkt möglich gewesen. So hätten die Integrationsmassnahme und vorübergehende Absetzung der Medikamente im Frühjahr 2014 zu einer mehrmonatigen stationären Rehabilitation geführt. Überdies habe ihre neue Ärztin im Oktober 2015 zusätzlich eine rezidivierende depressive Störung mit Panikattacken, gegenwärtig leichte Episode, diagnostiziert (Urk. 1 Rz 6-23).
3.
3.1
Die Rentenzusprache im Mai 2010 erfolgte gestützt auf das Gutachten von Dr. med. A._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Februar 2010. Sie diagnostizierte eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1), eine Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2), eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) sowie eine Störung durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F10.1).
Sie führte zusammengefasst aus, die Beschwerdeführerin sei in der Phase der adoleszentären Selbstfindung dekompensiert. Alkohol sei früh als Lösung für tiefgreifende Selbstzweifel und Verunsicherung eingesetzt worden. Eine Phase der sexuellen Promiskuität sei abrupt durch soziale Ängste, sozialen Rückzug und Verweigerung mit Schulschwänzen beendet worden. Mit 16 Jahren sei eine bulimische Essstörung bei gestörter Körperwahrnehmung und Ablehnung der weiblichen Identität hinzugekommen. Im Jahr 2006 sei die Beschwerdeführerin ein Dreivierteljahr nicht mehr in der Lage gewesen, die elterliche Wohnung zu verlassen. Seither sei sie ununterbrochen in psychiatrischer Behandlung. Insbe
sondere 2008/2009 seien intensive stationäre problemfokussierte Behandlungs
programme durchgeführt worden. Die ersten Klinikaufenthalte seien an impul
sivem Trinken in Phasen der Frustration und sozialen Exposition gescheitert. Seit zumindest Januar 2009 sei die Beschwerdeführerin nun vorwiegend absti
nent. Vorläufig sei sie auf eine betreute Wohnform angewiesen (Urk. 8/33/13 f.).
Die ICD-10 Kriterien einer früher postulierten emotionalen instabilen Per
sönlich
keitsstörung seien nicht erfüllt. Es würden keinerlei Anhaltspunkte für ein überdauerndes Muster von Selbstverletzungen, intensiven, instabilen Beziehungen, übertriebenen Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden, Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung oder dergleichen vor
liegen. Weiter erscheine die Beschwerdeführerin in ihren inneren Präferenzen gut gefestigt. Dass keine Persönlichkeitsstörung vorliege, habe vor allem Konse
quenzen für die Prognose, die – bei an sich gut behandelbaren Krankheiten (soziale Angststörung und Bulimia) – vorsichtig positiv eingeschätzt werden dürfe (Urk. 8/33/14 f.). Der Alkoholabusus sei gegenwärtig nicht invaliditätsre
levant (Urk. 8/33/18).
Die Beschwerdeführerin leide an einer aktuell mittel- bis schwergradigen Sozio
phobie sowie an einer Bulimia nervosa (mit begleitender Angst- und Span
nungssymptomatik sowie Konzentrationsstörungen), wodurch ihre Arbeits- und Ausbildungsfähigkeit seit Symptombeginn 2005 beeinträchtigt sei. Es liege eine 100%-Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft vor. Wie die Erfahrung seit Sommer 2009 zeige, sei sie in ihrer Belastungsfähigkeit mit der 50%-Tätigkeit im geschützten Rahmen ohne Anforderungen an die sozialen Kompetenzen ausgelastet. Der Arbeitsweg bzw. die Angst vor der Angst sei ein zentraler Problemfaktor. Ab Sommer 2010 sei das Pensum zu erhöhen, ab Herbst 2010 könnten die (sozialen) Anforderungen – als Vorbereitung auf eine Lehre – in Belastbarkeitstrainings intensiviert werden. Die Arbeitsfähigkeit sei theoretisch besserungsfähig. Gegenwärtig sei vor allem mit der intensiven symptomorien
tierten, kognitiv-behavorialen sowie anxiolytisch-psychopharmakologischen Behandlung fortzufahren. Voraussichtlich ab 2011 könnten berufliche Mass
nahmen angestrebt werden (Urk. 8/33/16-18).
3.2
Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie die Kunst
therapeutin C._, behandeln die Beschwerdeführerin seit August 2009 (Urk. 8/60/1). Im ersten Revisionsverfahren diagnostizierte Dr. B._ am 21. Juni 2011 ausser der Bulimia nervosa und der sozialen Phobie einen Status nach schädlichem Konsum von Alkohol, Kokain und Speed (ICD-10: F19.1) sowie eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6).
Die Einhaltung der 50%-Anstellung im geschützten Rahmen sei kaum gelungen. Es habe zunehmend Schwierigkeiten mit dem Tagesablauf, einem vernünftigen Tag-/Nachtrhythmus, vermehrtem Alkoholkonsum, übermässigem Essen ver
bunden mit Erbrechen und wachsenden Angstzuständen gegeben. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin von Mai bis August 2010 stationär hospitalisiert worden und danach in die Wohngemeinschaft D._ übergetreten. Dort habe sie sich inzwischen gut eingelebt und stabilisiere sich auf deutlich höherem Niveau. Die Angstzustände und Schlafstörungen hätten deutlich gebessert. Mobilität und Aktionsradius (Zugfahren, Kursbesuche, Ausgänge) hätten sich erweitert. Die Essattacken seien selten geworden. Sie sei zunehmend kompeten
ter in der Regulierung ihrer Emotionen und habe eine verbesserte Selbstwahr
nehmung. Sie lebe seit einigen Monaten abstinent und gestalte ihre Freizeit nun sehr aktiv (wandern, Fahrrad fahren, jonglieren). Sie entwickle gute Cooping
strategien und gewinne an Sicherheit (Urk. 8/60/2).
Bei fortwährender psychosozialer, therapeutischer und pharmakologischer Beglei
tung sei die Prognose vorsichtig optimistisch. Der Übertritt in ein eigen
ständiges Leben sei noch nicht gegeben. Die Möglichkeit einer Berufsausbildung sei kürzlich thematisiert und mit Interesse wahrgenommen worden (Urk. 8/60/3). Vorderhand bestehe die Arbeitsfähigkeit nur im geschützten Rahmen. Eine berufliche Massnahme werde nach Abschluss des internen Pro
grammes der Wohngemeinschaft zur Diskussion stehen. Zu Beginn sei die psy
chotherapeutische Behandlung unregelmässig (viele unentschuldigte Absenzen) gewesen – eher eine supportive Begleitung. Inzwischen sei diese aber in ein klar psychotherapeutisch orientiertes, regelmässiges und verbindliches Setting überführt worden. Die Beschwerdeführerin verhalte sich kooperativ und erfülle ihre Pflichten vorbildlich (Urk. 8/60/4).
3.3
Im zweiten Revisionsverfahren notierte Dr.
B._
am 7. August 2012 in Ziffer
5 des Revisionsfragebogens, dass nach wie vor dieselben Diagnosen bestünden. Eine Wiedereingliederung im Sinne einer Tätigkeit in einer geschützten Arbeits
situation zu maximal 50 % würde er als sinnvoll erachten (Urk. 8/76/3).
3.4
Gemäss Bericht zur Integrationsmassnahme im Frühling 2014, datiert vom 8. Juli 2014, äusserte sich die Beschwerdeführerin gegenüber den Fachleuten der Berufsberatung vorab zuversichtlich. Sie sei stolz gewesen, öffentliche Ver
kehrsmittel benützen zu können, und habe ihre Ängste als reduziert beschrieben. Ab der dritten Woche seien aber vermehrt physische und psychi
sche Krisen (starke Erkältung, Magen-/Darmprobleme, starke Ängste, Ess
/Brechstörung, nicht mehr allein in der Wohnung sein können) aufgetreten. Sie habe verschiedene Therapien besucht sowie die beratende Unterstützung ihres Wohnbegleiters und der freiwilligen Beiständin in Anspruch genommen. Als sie das Haus nicht mehr ohne Unterstützung habe verlassen können, habe sie abwechselnd bei Freundinnen und der Mutter übernachtet. Es sei klar geworden, dass sie den Unterrichtsinhalt nicht mehr aufnehmen könne und die Gruppe als weiteren Stressfaktor wahrnehme. Aus dem Gespräch mit der Therapeutin sei bekannt, dass sie auf Empfehlung der Kinesiologin ihre Medikamente reduziert habe. Mit der vollen Dosis habe ihr Befinden wieder gebessert. Dennoch habe sie nach dem Wochenende unerwartet mitgeteilt, die Massnahme abzubrechen (Urk. 8/93/2).
Ergänzend ist dem Protokoll der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle zu ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin damals in einer gelockerten Wohnform alleine lebte und damit überfordert war (Urk. 8/95/6).
3.5
Im aktuellen Revisionsverfahren stellte Dr. B._ am 6. Februar 2015 erneut die Diagnosen einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) und einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1). Ferner diagnostizierte er eine Bulimia nervosa, gegenwärtig deutlich gebessert (ICD-10: F50.2) und einen Status nach schädlichem Konsum von Alkohol, Kokain und Speed (ICD-10: F19.1). Die Beschwerdeführerin konsumiere keine Drogen. Ihr Umgang mit Alkohol liege innerhalb adäquater sozialer Normen. Ferner klage sie über Durchfall und Bauchschmerzen. Die somatische Abklärung sei aber ohne Befund und sie könne inzwischen den Zusammenhang mit ihren Ängsten erkennen (Urk. 8/98/1-2).
Aktuell sei die Beschwerdeführerin dreimal zwei Stunden auf ehrenamtlicher Basis in Privathaushalten tätig. Die Integrationsmassnahme im Jahr 2014 habe in einem Klinikaufenthalt (vom 23. September bis 2. Dezember 2014, vgl. Urk. 8/98/1) gemündet. Die Beschwerdeführerin habe sich damals zusehends destabilisiert und den Anforderungen – wegen der sie überflutenden Ängste – nicht entsprochen. Sie sei schliesslich in leicht gebessertem Zustand entlassen worden, habe seither etwas Mut geschöpft und mache wieder einmal Anläufe, ihre Angstzustände durch Übungen zu stabilisieren. Ein Arbeitsversuch oder Integrationsmassnahmen seien aus heutiger Sicht nicht machbar. Aufgrund der psychischen Einschränkungen könne sie den Anforderungen im Arbeitsmarkt nicht standhalten. Ihre Arbeitsfähigkeit könne aktuell zudem nicht verbessert werden. Die Stabilisation erfolge auf sehr geringem Niveau. Das aktuelle Anfor
derungsprofil entspreche knapp den Möglichkeiten, ohne die Stabilität zu gefährden. Soweit es die Prognose betreffe, sei die Wiederaufnahme einer Tätig
keit im ersten Arbeitsmarkt nicht vorstellbar, da es sich um ein chronifiziertes Zustandsbild handle (Urk. 8/98/1-3).
Die Beschwerdeführerin sei in den vergangenen Jahren unter ständiger Medika
tion verschiedener Psychopharmaka gewesen – ohne deutliche Verbesserung. Zu Beginn des Jahres habe sie die Medikation abgesetzt. Bis jetzt sei keine Ver
schlechterung sichtbar. Sie erkenne sodann biografische Zusammenhänge (Eltern mit psychisch bedingten Einschränkungen), sei im Allgemeinen aber ihren Verhältnissen entsprechend kooperativ und rapple sich immer wieder auf (Urk. 8/98/3).
Der RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeinmedizin, bestätigte den Bericht am 10. März 2015, indem er festhielt, es werde wiederum keine Verbes
serung in relevantem Ausmass mehr ausgewiesen. Es handle sich um eine mittler
weile chronifizierte Persönlichkeitsstörung und weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig (Urk. 8/99/3). Zum gegenteiligen Ergebnis gelangte der Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin bei der Prüfung der Über
windbarkeit des Leidens und verfügte deshalb die Einstellung der Rente (vgl. E. 2.1 und Urk. 8/99/3-4).
3.6
Im gerichtlichen Verfahren wurde zusätzlich ein Bericht des F._ instituts vom 28. Oktober 2015 eingereicht. Darin wurden eine ängstlich-vermeidende Per
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6), eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1) und eine Bulimia nervosa (ICD-10: F50.2), aktuell remittiert, aber nach wie vor problematisches Essverhalten bei emotionalen Belastungen sowie neu eine rezidivierende depressive Störung mit Panikattacken, gegenwärtig leichte Epi
sode (ICD-10: Fr. 33.0), diagnostiziert.
Die Beschwerdeführerin berichte, vor allem unter ihren sozialen Ängsten zu leiden. Sie vermeide alle entsprechenden Situationen, wie öffentliche Verkehrs
mittel oder Orte mit vielen Menschen. Zudem leide sie unter Panikattacken (zwei- bis dreimal täglich [richtig: wöchentlich, vgl. Urk. 3 S. 2]), wobei diese weniger heftig seien als früher. Sie befürchte häufig, etwas Falsches zu sagen oder zu tun bzw. abgelehnt oder kritisiert zu werden, weshalb sie Situationen meide, in denen sie sich in Gesellschaft anderer Menschen befinden. Gleichzei
tig leide sie stark unter Gefühlen der Einsamkeit. Aktuell lebe sie im begleiteten Wohnen. Ihre Woche sei strukturiert von Ergo-, Einzelpsycho- und Gruppen
therapie sowie zwei Stunden Hilfe im Haushalt bei ihrer Grossmutter und einer Freundin. Zur Unterstützung bei allem Administrativen habe sie eine Beiständin (Urk. 3 S. 1). Anfang 2015 habe sie versucht, ohne Medikamente auszukommen. Schon nach kurzer Zeit hätten sich ihre Symptome aber so weit verschlechtert, dass sie den Versuch habe abbrechen müssen (Urk. 3 S. 2).
Eine umfassende Beurteilung sei (nach acht Sitzungen, vgl. Urk. 3 S. 1) noch nicht möglich. Festzustellen sei, dass sich die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Therapie engagiert zeige und die verordneten Psychopharmaka regelmässig einnehme. Ihre grossen Ängste und starken sozialen Phobien würden sich in der Therapie sehr deutlich zeigen. Das ängstlich-vermeidende Verhalten liege sehr ausgeprägt vor und sei auch in ihrer Persönlichkeitsstruktur eingebettet. Dieses dysfunktionale Verhalten verunmögliche ihr weitgehend eine altersadäquate Tagesstruktur und normale Kontaktaufnahme zu ihrer Umwelt, einschliesslich adäquatem Sozialverhalten. Ihre Verhaltensmuster würden ihr Leben, den All
tag, die Arbeitsfähigkeit sowie die Belastbarkeit massiv einschränken. Es könne sein, dass bei der unauffälligen Testung im Jahr 2010 die damals im Vorder
grund stehende Bulimie die Symptome der ängstlich-vermeidenden Persönlich
keitsstörung, die aufgrund der klinischen Beobachtung und Anamnese vorliege, maskiert habe. Die Bulimie sei gegenwärtig grösstenteils remittiert mit punk
tuellen Rückfällen. Für deren langfristige Stabilisierung sei der Verlauf engma
schig zu beobachten und die Behandlung fortzuführen. Gegenwärtig könne die Beschwerdeführerin weder den Alltag, noch ihre Administration oder ein selb
ständiges Wohnen alleine bewältigen. Ihre Arbeitsfähigkeit schätze man auf 10 %. Aufgrund der Diagnosen gehe man davon aus, die Genesung werde langwierig und letztlich nicht vollständig sein. Eine Erhöhung der Belastungen (z.B. Wiedereingliederungsversuch) erscheine momentan unrealistisch und ver
früht (Urk. 3 S. 2).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Gutachterin Dr. A._ die Prognose vor allem deshalb vorsichtig positiv einschätzte, weil ihres Erachtens die zuvor postulierte Persönlichkeitsstörung nicht vorlag und sie die restliche Symptoma
tik zwar als schwer, aber gut behandelbar beurteilte. Dem Alkoholkonsum mass sie im Übrigen schon damals keine Bedeutung zu.
4.2
Tatsächlich haben sich die gutachtlich festgestellte Bulimie und
zumindest phasenweise
soziale Phobie erheblich verbessert. So konnte die Beschwerde
führerin vorübergehend in einer gelockerten Wohnform alleine leben, ihre Frei
zeit zwischendurch sehr aktiv gestalten und ab Sommer 2009 einige Zeit im geschützten Rahmen arbeiten bzw. im Frühling 2014 eine Integrationsmass
nahme in Angriff nehmen. Im Vergleich zur letzten Begutachtung neu ist hin
gegen die geklagte vegetative Symptomatik mit Durchfall und Bauchschmerzen. Zudem neigte die Beschwerdeführerin von Anfang (vgl. Urk. 8/4/2) bis Ende (vgl. Urk. 3 S. 2) der dokumentierten Behandlung dazu, in besseren Phasen
und damit insbesondere gleichzeitig mit den Belastungsversuchen (vgl. Urk. 8/60/4 und 8/93/2)
ihre Medikation selbständig abzusetzen oder nicht regelmässig eine Therapie zu besuchen. Dies endete stets mit einer erheblichen Verschlechterung ihres Zustandes. Aus diesen Rückschlägen bzw. den geschei
terten Eingliederungsmassnahmen sind daher in Bezug auf eine mögliche Ein
gliederung und die fehlende Therapierbarkeit des Leidens keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.
4.3
Nichtsdestotrotz wurde inzwischen von mehreren Ärzten wiederholt, abwei
chend vom Gutachten eine Persönlichkeitsstörung bzw. ein chronifizierter Zustand diagnostiziert und auf ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten hinge
wiesen. Ergänzend zu den vorstehenden Arztberichten ist in diesem Kontext der Bericht der G._ vom 4. Februar 2009 zu erwähnen. Darin wurde bereits vor Erstellung des Gutachtens auf „Tendenzen in Richtung beginnende Persönlich
keitsstörung mit emotional instabilen Zügen (Borderline-Typus); Differenzial
diagnose nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörung“ hingewiesen (Urk. 8/4/2). Darüber kann nicht mehr ohne weitere Abklärungen hinweggese
hen werden, nur weil diese Diagnose einmal zu Beginn der Krankheit in einem Gutachten verworfen und ausschliesslich von behandelnden Arztpersonen
gestellt wurde, die erfahrungsgemäss
#aus VV044
<Beweiswert Hausarztbericht < letzte Revision: 12/14#
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtli
che Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aussagen dürften (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Die e
inen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung
kann nämlich
oft
auch wertvolle Erkenntnisse zeitigen
(BGE 124 I 170
E. 4
)
und der bisherige Krankheitsverlauf entspricht
nicht der im Gutachten gestellten günstigen Prognose. Angesichts der immer noch intensiven Behandlung erscheinen weitere Abklärungen auch nicht obsolet, nur weil die Beschwerde
führerin einer nicht weiter abgeklärten, geringfügigen und unentgeltlichen Haushaltstätigkeit im Familien- und Bekanntenkreis nachgeht, die sie selbst wohl als „Expotraining“ bezeichnet (vgl. Urk. 8/96/2) bzw. gemäss Dr. B._ der Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur und Vermeidung des totalen sozialen Rückzugs dient (Urk. 8/107).
5.
Mit den Parteien ist angesichts dieser Aktenlage festzuhalten, dass der medizini
sche Sachverhalt nach den Entwicklungen der letzten Jahre der umfassenden Abklärung durch Fachpersonen – etwa im Hinblick auf die Behandelbarkeit des psychischen Leidens, die Auswirkungen der teilweise fehlende Kooperation der Beschwerdeführerin sowie die veränderten Beschwerden – bedarf. Die vor
liegende Stellungnahme des RAD vermag eine solche bereits deshalb nicht zu ersetzen, da Dr. E._ nicht über einen Facharzttitel der FMH für Psychiatrie und Psychotherapie verfügt und keine eigene Untersuchung durchführte (vgl. dazu E. 1.3). Angesichts des jungen Alters und der fehlenden Erstausbildung der Beschwerdeführerin wäre es zudem vordringich wünschenswert, würde bei den Abklärungen insbesondere ein Augenmerk auf mögliche Eingliederungsmass
nahmen gelegt. Die Sache ist folglich antragsgemäss gestützt auf § 26 Abs. 1 GSVGer zur Durchführung der notwendigen Abklärungen und neuer Entschei
dung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. E. 1.4). In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.
Anzumerken bleibt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
begrün
det in B
GE 106
V 18 und bestätigt in BGE
129 V 370
der
mit der revi
sions
weise verfügten Aufhebung einer Rente verbundene Entzug der auf
schiebenden Wirkung der Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Ver
waltung auch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen
Ver
waltungsverfügung andauert.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten (§ 34 Abs. 1 GSVGer). Ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin weist in der eingereichten Kostennote vom 4. April 2016 (Urk. 15) für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von rund 7 Stunden sowie pauschale Barauslagen von Fr. 47.45 aus. Diese Aufwendungen erscheinen gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 1‘759.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.