# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8bd52213-71de-4862-b575-7c14b28ca5d4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 15
I. Sachverhalt
A. X. wurde am 3. April 1987 in C. geboren. Er ist Schweizer Staatsangehöriger und wohnt an der A. in G.. X. ist ledig und arbeitet als Elektromonteur bei der _ in B.. Sein monatliches Nettoeinkommen beträgt seinen Angaben zufolge ca. Fr. 4‘000.- netto. Im Jahre 2008 versteuerte er ein Nettoeinkommen von Fr. 29‘000.-. Er hat zudem Schulden in der Form eines Bankkredits in der Höhe von Fr. 15‘000.- und zahlt seinen Eltern, bei denen er wohnt, monatlich einen Betrag in der Höhe von Fr. 600.-.
B. X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet. Gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei C. geniesst X. einen sehr guten Leumund.
C. Gemäss dem Polizeirapport vom 28. Februar 2009 ereignete sich am 15. Januar 2009 um 05.35 Uhr ein Verkehrsunfall, welcher sich wie folgt zugetragen haben soll:
„F. fuhr am 15. Januar 2009/ 05:35 Uhr mit dem Personenwagen Peugeot GR _ auf der Umfahrungsstrasse M. in Richtung D.. Direkt hinter ihm folgte der Lenker E. mit dem Personenwagen VW Golf GR _. An dritter Stelle fahrend Y. mit dem Personenwagen Subaru GR _ (dessen Halter X. war). Als plötzlich auf der Geraden Y. zum Überholen ansetzte und neben dem VW Golf links vorbeifuhr, kam er auf der verschneiten Fahrbahn ins Rutschen. Dabei kollidierte er mit seiner rechten Fahrzeugfront in die hintere linke Stossstande des an erster Stelle korrekt fahrenden Peugeots GR _. Durch die Streifkollision kamen beide Fahrzeuge ins Schleudern und kollidierten mit der linksseitigen Leitplanke sowie mit der Schneemauer. Der vor dem Unfall an zweiter Stelle fahrende Personenwagen VW Golf wurde bei dieser Streifkollision nicht in Mitleidenschaft gezogen. Er fuhr jedoch rechts an der Unfallstelle vorbei ohne sich um den Sachschaden oder den Verletzten zu kümmern. Der Lenker des stark beschädigten Subarus wendete das Fahrzeug und verliess ebenfalls fluchtartig die Unfallstelle in Richtung O.. F. verblieb als Einziger leicht verletzt auf der Unfallstelle und wartete das Eintreffen der Polizei ab. Sein Fahrzeug erlitt dabei grossen Sachschaden.“
D. Aufgrund dieses Sachverhaltes wurde X. vom Kreispräsidenten des Kreises Oberengadin mit Strafmandat gemäss Art 170 des Gesetzes über die Strafrechtspflege des Kantons Graubünden (StPO; BR 350.000) vom 1. Oktober 2009, mitgeteilt am 1. Oktober 2009, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 51 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) in Verbindung mit Art. 91 Abs. 1 SVG sowie der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) in Verbindung mit Art. 96 VRV
Seite 3 — 15
schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 300.-, ersatzweise zu 3 Tagen Freiheitsstrafe, verurteilt.
E. Gegen dieses Strafmandat erhob X. fristgerecht Einsprache, worauf das Kreisamt Oberengadin die Akten im Sinne von Art. 175 Abs. 1 StPO dem Bezirksgerichtspräsidenten Maloja zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwies. Dabei führte X. insbesondere aus, dass er die Verurteilung wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 51 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 91 Abs. 1 SVG akzeptiere. Die Einsprache beziehe sich lediglich gegen die im Strafmandat aufgeführte Verurteilung wegen Überlassens des Fahrzeuges an einen Fahrunfähigen im Sinne von Art. 2 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV.
F. Mit Verfügung vom 29 März 2010, mitgeteilt am 29 März 2010, wurde X. vom Bezirksgerichtspräsidium Maloja wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 2 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV in Anklagezustand versetzt.
G. Mit Urteil vom 16. November 2010, schriftliches Urteilsdispositiv mitgeteilt am 17. November 2010, vollständig ausgefertigtes Urteil mitgeteilt am 18. Januar 2011, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Maloja was folgt:
„1.X. ist schuldig des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 51 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 91 Abs. 1 SVG sowie der Widerhandlung gegen Art. 2 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 96 VRV.
2. Dafür wird er zu einer Busse von CHF 300.-, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, verurteilt.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - Barauslagen inkl. polizeiliche Tatbestandsaufnahme CHF - - den kreisamtlichen Gebühren des Mandatsverfahrens CHF 270.00 - der Busse CHF 300.00 - den Kosten für den Kompetenzentscheid CHF 50.00 - der Gerichtsgebühr CHF 1‘000.00
Total CHF 1‘620.00
werden X. auferlegt. Die Gesamtkosten, zuzüglich der Busse von CHF 300.-, belaufen sich auf CHF 1‘620.-.

## Considerations