# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1726996a-cca5-4daf-848b-cd6e21abad8b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1960
, meldete sich am
1
3.
Dezember
2004
unter Hinweis auf
seit dem Jahr 1992 bestehende
psychische B
eschwerden bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
10
Ziff.
7.3 und
Ziff.
7.
5
.1
). Die Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügun
g
en
vom
1
0.
August
und
9.
November 2006
bei einem Invaliditätsgrad von
70
%
eine
ganze
Rente ab
August 2005
zu (Urk.
7/
46
-47
,
Urk.
7/51
).
Am
1
9.
April 2011 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten
mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
7/69
).
1.2
Nach
Eingang eines am
5.
Mai 2017
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7/91
)
holte die
IV-Stelle
unter anderem bei
m
PD
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
der
Neuropsychologin Dr. phil.
Z._
,
A._
,
ein p
sychiatrisch-neuropsychologisches
Gutachten ein, das am
5.
Juli 2018
erstattet wurde (Urk.
7/108
).
Die IV-Stelle nahm sodann Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
7/122)
vor, welche per 2
1.
Mai 2019 abgebrochen wurden, da sich der Versicherte hierzu nicht in der Lage fühlte
(
Urk.
7/121)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/125
;
Urk.
7/126
)
stellte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
0.
September 2019
die bisher ausgerichtete Rente
ein
(Urk.
7/
128
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
9.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zwecks ergän
zender medizinischer Abklärungen zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
November 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
0.
Januar 2020 wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S.
2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Am 2
0.
Januar 2020 (
Urk.
10) reichte der Beschwerdeführer eine weitere medizinische
Stellungnahme
(
Urk.
11) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funk
tioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente
bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar.
Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.8
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründ
ete in ihrer Verfügung (
Urk.
2)
die Einstellung der bisherigen Invalidenrente damit,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gemäss
dem
psychiatrisch-neuropsychologischen
Gutachten
massiv verbessert habe und sowohl
in der bisherigen als auch in jeder angepass
ten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe.
Die
Rentenzusprache
sei ge
stützt auf ein Gutachten der i
ntegrierten Psychiatrie
B._
erfolgt, worin von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausge
gangen worden sei. Es sei damit von einer klaren Verbesserung des Gesundheits
zustandes auszugehen.
Der Beschwerdeführer sei in der Lage,
sich
auch ohne wesentliche Medikation oder Zuhilfenahme von Alkohol psychisch zu stabilisie
ren.
Sein
Leidensdruck sei geringer.
Sodan
n
bestehe
sowohl aus psychiatrischer als auch aus neuropsychologischer Sicht ein klarer Hinweis auf bewusstseinsna
hes Verdeutlichungsverhalten und eine sehr wahrscheinliche Aggravation der Beschwerden.
Ein im
Revisionsverfahren erstmalig gezeigtes Aggravationsverhal
ten stelle nach Rechtsprechung eine revisionsrechtlich relevante Tatsachenände
rung und damit einen weiteren Revisionsgrund dar
.
Berufliche Massnahmen seien in Form einer Pote
n
zialabklärung durchgeführt worden,
hätten
aber aufgrund von mangelnder Mitwirkung und Demotivation des B
eschwerdeführers
abgebro
chen werden
müssen
(S. 1 f
f
.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass es sich bei der Beurteilung im Gutachten des
A._
lediglich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes handle und auch sonst kein Revisionsgrund vorliege. Sofern von einem Revisionsgrund ausgegan
gen werde, sei dem Gutachten kein
en
Beweiswert zuzusprechen
(
S. 8
Ziff.
11-13
).
Bereits in den früheren Gutachten sei die Einordnung des Beschwerdebildes in eine ICD-10-Diagnose als schwierig erachtet worden. Trotzdem seien die Fach
ärzte übereinstimmend von einem Leiden von Krankheitswert und davon ausge
gangen, dass nur noch eine geringe verwertbare Arbeitsfähigkeit für den ersten Arbeitsmarkt vorliege (S. 4 f.
Ziff.
3
).
Darüber hinaus habe
der psychiatrische Gutachter
die wichtige Frage, ob das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselb
ständigte, krankheitswerte psychische Störung zurückzuführen sei, ungeklärt gelassen. Bei einer mehrfach fachärztlich vordiagnostizierten Hebephrenie sei zumindest die Diskussion dieser Frage unerlässlich (S. 5
Ziff.
4).
Auf die Ergeb
nisse und Schlussfolgerungen des neuropsychologischen
Untersuchungsberichts von
Dr.
Z._
könne nicht abgestellt werden
. So sei von der
den Beschwerdeführer
wegen Diabetes behandelnden Ärztin eine Atrophie der rechten Hand festgestellt worden
,
und
seine geäusserten
Sehschwierigkeiten seien mit der Diagnose grauer Star erklärbar. Sein behandelnder Psychiater schätze ihn als
funk
tionellen Anal
phabeten ein, und es habe weiter eine Sprachbarriere bestanden, welche Umstände allesamt zu einer Verfälschung der testpsychologischen Untersu
chungsergebnisse geführt haben könnte
n
(S. 5 f.
Ziff.
5). Zudem sei er auch von der zuständigen Eingliederungsper
s
on als psychisch und physisch krank einge
schätzt worden (S. 6
Ziff.
6).
D
ass er seine Medikamente nur unzureichend ein
nehme,
stelle
keinen Revisionsgrund dar. Bereits im Gutachten aus dem Jahr 2005 sei ausgeführt worden, dass seine
Medikamentencompliance
schlecht gewesen sei. Sein Leidensdruck komme vielmehr durch die Inanspruchnahme der ambu
lanten Behandlung zum Ausdruck (S. 6 f.
Ziff.
7). Ebenso wenig stelle der Umstand, das
s er in den Jahren 2014 bis 2016
einer Erwerbstätigkeit nachgegan
gen sei, ein
en
Revisionsgrund dar, da sich die massgebenden erwerblichen Ver
hältnisse in revisionsrelevanter Weise nicht verändert hätten (S. 7
Ziff.
8).
Es habe auch keine Anpassung und Angewöhnung an seine Leiden bei unverändertem medizinischem Sachverhalt stattgefunden. Da im versicherten Lohn auch die Pau
schalentschädigungen und
Fahrzeugspesen
für die Autofahrten enthalten gewe
sen seien, habe seine Tätigkeit für die
C._
AG beziehungsweise die Entlöhnung einem 30
%
Pensum entsprochen (S. 7
Ziff.
9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Da im Rahmen der im
Mai 2010 eingeleiteten
Rentenrevision (
Urk.
7/63)
mit am
1
9.
April 2011 (
Urk.
7/69)
erfolgter Bestätigung der unveränderten Invalidenrente keine eingehende materielle Prüfung des Sachverhaltes vorgenommen wurde, indem lediglich
ein
B
ericht
des
behandelnden
Psychiaters
Dr.
med.
D._
, Oberarzt,
p
sychiatrische
K
linik
E._
, vom
7.
März 2011 (
Urk.
7/67)
eingeholt wurde
, ist als Vergleichszeitpunkt, ob eine revisions
relevante Veränderung de
s gesundheitlichen Zustandes des
Beschwerdeführer
s
eingetreten ist, auf die erstmalige
Rentenzusprach
e
abzustellen (vorstehend E. 1.6-7
).
Diese basierte in medizinischer Hinsicht auf
der Einschätzung der Gut
achter der
B._
vom 2
7.
März 2006 (
Urk.
7/30,
Urk.
7/32
/4
).
3.2
Me
d.
pract
.
F._
, l
eitender Arzt, und
lic.
phil.
G._
, Psy
cholo
gin FSP,
B._
, erstatteten am 2
7.
März 2006 das von der Beschwerdegegne
rin veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/30). Die Gutachter führten aus, dass wenn man die Symptomatik und den bisherigen Störungsverlauf zusammen
fasse, vieles dafür
spreche
, dass ein chronischer Verlauf einer schizophrenen Erkrankung vorliege. Zwar sei das Erkrankungsalter untypisch,
jedoch passe
das Symptombild sehr gut zu einer Hebephrenie (ICD-10 F20.10, S. 9 unten).
Ihrer
Einschätzung
nach
sei der
Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig.
Die gegenwärtig
e
sozialpsychiatrische Begleitung sowie die medikamentöse Behandlung sollten fortgeführt werden. Die Integratio
n in einer geschützten Werksta
t
t könnte vielleicht dazu führen, dass der Beschwerde
führer seinen Alltag besser strukturiere und sozial nicht völlig ins Abseits gerate. In Anbetracht des bisherigen Verlaufes müsse man davon ausgehen, dass es sich nicht um eine vorübergehende Symptomatik, sondern um ein chronisches Leiden handle. Die Prognose sei eher ungünstig. Über die tatsächlichen Fähigkeiten und Defizite beim Arbeiten könnte wohl erst der Einsatz in einer geschützten Werk
statt Auskunft geben (S.
10 oben).
Die Gutachter führten aus,
dass
ob
wohl
der Beschwerdeführer in seinem Affekt unangemessen kindlich-heiter wirke, eine
gewisse Desorientierung
spürbar
sei
. Es seien keine Anzeichen einer depressiven Störung feststellbar, und ein Leidens
druck sei nicht zu spüren
. Es zeigten sich jedoch formale und inhaltliche Denk
störungen, Gedächtnisprobleme, unlogische bis bizarre Gedankengänge, Desinhi
bition der Mimik und eine unangemessene Affektivität sowie
ein unangemesse
ne
s
Verhalten (S. 7 Mitte).
Der Beschwerdeführer
habe etliche wahnhafte Äusserun
gen getätigt (S. 9 unten).
Die früher gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne heute nicht mehr bestätigt werden. Es fehle di
e entspre
chende s
törungsspezifische Symptomatik. Es werde auch nicht davon ausgegan
gen, dass eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung vorliege. Die Angaben beziehungsweise Informationen über das traumatisierende Ereignis seien ausserdem ziemlich ungenau (S. 9 Mitte).
4
.
4
.1
Anlässlich
der im Mai 2017 eingeleiteten Rentenrevision
(Urk.
7/90-91
) gingen die folgenden
wesentlichen
medizinischen Berichte ein:
4
.2
Dr.
D._
nannte in seinem Bericht vom 3
1.
August 2017 (
Urk.
7/95) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit Jahrzehnten beste
hende
hebephrene
Schizophrenie (ICD-10 F20.1,
Ziff.
1.2).
Dr.
D._
führte aus, der
Beschwerdeführer
sei
seit dem 1
4.
Januar 2010
monatlich bei ihm in Behandlung,
und die letzte Kontrolle
sei am
4.
August 2017 erfolgt
(
Ziff.
3.1).
I
nfolge seiner chronischen schizophrenen Erkrankung
sei der Beschwerdeführer
bleibend zu 100
%
erwerbsunfähig (
Ziff.
2.1).
Gegenüber dem letzten Bericht vom
7.
März 2011 habe sich keinerlei Verände
rung des Befindens, insbesondere keine Verbesserung ergeben
. Nach wie vor zeige der Patient eine deutliche Symptomatik einer
hebephrenen
Schizophrenie mit anhaltender affektiver Verflachung und Oberflächlichkeit des Affektes.
Sein Ver
halten sei ziellos und unzusammenhängend. Seine Persönlichkeit sei massiv ver
ändert
, jedoch stehe dem eine unbeschwerte Oberflächlichkeit gegenüber. Dane
ben bestünden auch diskrete positive Symptome wie akustische Halluzinationen, höhere Geräusche, Klatschen oder ein Gemurmel oder Geschrei
wie in einem Fuss
ballstadion
(
Ziff.
1.3).
Eine
Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliede
rung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag bestehe nicht
(
Ziff.
4.2). Die Motivation beim Patienten beurteile er als gering (
Ziff.
4.3).
4.3
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für
Psychiatrie und
Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
, führte in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Januar 2018 (
Urk.
7/123/4) aus, dass aufgrund der von
Dr.
D._
genannten Einschrän
kungen, insbesondere der kognitiven Beeinträchtigungen
,
eine Tätigkeit des Beschwerdeführers als Autokurier mit eigenem Auto nicht wirklich vorstellbar sei. Offenbar sei auch keine Fahreignungsabklärung durchgeführt worden, die aufgrund der Diagnose und der antipsychotischen Medikation eigentlich hätte durchgeführt werden sollen. Insgesamt sei es fraglich, ob die Medikamente ein
genommen würden und ob die Diagnose überhaupt stimme.
Die Diagnosestellung einer
hebephrenen
Schizophrenie im Alter von über vierzig Jahren sei ungewöhn
lich, vor allem auch in Anbetracht dessen, dass der Versicherte im Sicherheits
dienst des Aussenministeriums (Bosnien) eine Ausbildung gemacht und später als Polizist gearbeitet habe. Zur Klärung der Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit werde die Durchführung eines
bidisziplinären
Gutachtens (Psychiatrie, Neuropsychologie) empfohlen.
4.4
PD
Dr.
Y._
,
A._
, erstattete am
5.
Juli 2018 das von der Beschwerdegegnerin veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
7/108/
1-42
).
PD
Dr.
Y._
führte aus, das
s
wohl vorrangig
eine bewusstseinsnahe
Darstellung grober und gröbster Beeinträchtigungen und der Angabe einer reduzierten Arbeitsfähigkeit
bestehe
, ohne
ein
konsistente
s
Bild einer psychischen krank
heitswertigen Störung nach den Kriterien der ICD-10 Kapitel F
(S. 32 unten
f.
)
.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter vermöge der Beschwerdefüh
rer mangels sicheren Nachweises irgendeiner gravierenden psychischen Störung in einem Pensum von 100
%
zu arbeiten (S. 39
Ziff.
8.1.1). Eine Einschränkung
der Leistung
während der Anwesenheitszeit
bestehe
nicht (S.
3
9
Ziff.
8.1.2).
PD
Dr.
Y._
führte aus, dass der Beschwerdeführer die verordneten Medikamente nicht beziehungsweise nach eigenem Gutdünken ein
nehme
. Er konsumiere der
zeit keine Drogen einschliesslich Alkohol, so dass offenbar eine ausreichende
psy
chische Stabilität ohne entsprechende Applikation von Substanzen aus dem Bereich der Psychopharmakotherapie möglich sei. Grundsätzlich sei ein
e
struktu
rierte Unterstützung bei einer Arbeitstätigkeit
wünschenswert, angesichts der g
rob auffälligen Verhaltensweisen des Beschwerdeführers werde die praktische Durchführung einer solchen Unterstützung mögl
icherweise schwierig sein (S. 41 oben
).
PD
Dr.
Y._
führte aus, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, etwa 10
%
bis 15
%
als Kurier in einer Firma gearbeitet zu haben. Er habe die Arbeit zu Fuss ausgeübt. Er erhalte seit zwölf Jahren eine volle Rente wegen einer Schiz
ophrenie. Er höre zum Beispiel S
timmen, könne das aber nicht genau beschreiben.
PD
Dr.
Y._
führte aus, dass der Beschwerdeführer häufiger aufgestanden und wild mit den Armen gestikuliert und die Augen verdreht habe. Er habe angegeben, dass wenn die Stimmen auftreten würden, er Trimipramin einnehmen würde, worauf hin die Stimmen sofort verschwänden
(S. 35 Mitte)
. Sie würden drei- bis viermal am Tag für etwa eine Viertel- bis Halbstunde auftreten.
Gleichzeit
i
g mit den Stimmen sehe er Bilder von tierischen Fratzen
vor sich
, die sehr eklig seien.
PD
Dr.
Y._
führte aus, er habe während des Untersuchungsgespräches vorsich
tig versucht, das Wesen des Erlebens des Stimmenhörens näher zu erfassen. Der Beschwerdeführer sei dann regelmässig ausgewichen und habe angegeben, dass es wohl gleichzeitig sechs oder sieben Stimmen seien, die sagen würden, man käme, um ihn zu vernichten
,
und er
sei an allem Schuld. Diese Sti
m
m
en befänden sich irgendwo im Raum (S. 35 unten f.). Regelmässig bei Ansprache dieses Themas habe der Beschwerdeführer Gestik und Mimik in sehr lebhafter, zum Teil clow
nesker Weise ge
nutzt
. Wenn das Wetter schön sei, höre
er
weniger Stimmen. Ausserdem habe er das G
efühl, sein Kopf sei gross und l
e
er wie ein Fussballsta
dion (S
.
36 oben).
PD
Dr.
Y._
führte aus, dass der
Beschwerdeführer du
rchgehend fahrig
ge
wirk
t,
aber insgesamt konsistent gesprochen
habe
. Es
hätten
weder ein Vorbeireden noch Neologismen, Zerfahrenheit oder sonstige, gegebenenfalls
schizophreniety
pische
Zeichen einer Denkstörung
bestanden
. Er habe sich auch distanzlos gegenüber dem Dolmetscher gezeigt. Insgesamt sei der Eindruck einer mögliche
n
Persönlichkeitsakzentuierung und eines deutlich situationsinadäquaten Verhal
tens
entstand
en
, wobei nicht nur klinisch, sondern auch nach den Ergebnissen der testpsychologischen Befunde, insbesondere auch des SFSS-Tests, eine erheb
liche Beschwerdeverdeutlichungstendenz festzustellen s
ei. Der neuropsychologi
sche Untersuchungsbericht spreche hier ebenfalls eine deutliche Sprache (S. 37
oben
).
PD
Dr.
Y._
führte aus, dass sich differenzialdiagnostisch angesichts der Festle
gungen in der Vergangenheit erhebliche Schwierigkeiten ergäben. Zunächst könne formal die Diagnose einer
hebephrenen
Schizophrenie
beim Beschwerde
führer nicht gestellt werden (S. 37 Mitte).
Weder klinisch noch testpsychologisch hätten sich klare Hinweise auf eine posttraumati
sche Belastungsstörung ergeben
(S. 38 Mitte).
4.5
Dr.
phil.
Z._
führte
nach
durchgeführter neuropsychologischen Untersuchung
des Beschwerdeführers vom 1
7.
April 2018
in ihrem Bericht vom
5.
Juli 2018 (Urk. 7/108/4
3
-4
9
)
aus,
dass aufgrund des sehr wahrscheinlichen Vorliegens einer bewusstseinsnahen Aggravation bezüglich Art und Ausmass der Beschwerden
keine kognitive Störung eruierbar sei. Damit sei auch keine präzise Stellung
nahme zur
Funk
tions- und Arbeitsfähigkeit möglich, zumindest nicht anhand des ermittelten Testprofils (S. 6 unten).
Dr.
Z._
führte aus,
dass sich der Versicherte mit
weit unterdurchschnittlichen Leistungen im Bereich der Aufmerksamkeits
funk
tionen wie auch im Bereich der Gedächtnis
funk
tionen präsentiert habe
.
Beim Verbinden von Punkten habe er erwähnt, dass er die Punkte teils gar nicht und teils doppelt sehen würde. Manuelle Paper-
Pencil
-Aufgaben seien durch «körper
liche Probleme» deutlich erschwert
gewesen
. Die rechte Hand sei ohne Kraft und Gefühl
,
und die linke Hand habe stark gezittert
(S. 5
Ziff.
4 oben)
.
Dr.
Z._
führte aus, bei Betrachtung der Resultate der kognitiven Test
s
sowie de
s
präsentierten Verhalten
s
während der neuropsychologischen Untersuchung müsste man ohne Berücksichtigung der Symptomvalidierung von einer schwere
n
neuropsychologischen Störung ausgehen
,
und die betroffene Person wäre prak
tisch rund um die Uhr auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen. In der Regel wür
den Menschen mit ebensolchen kognitiven Leistungseinbussen in Pflegeeinrich
tungen oder ähnlichen Institutionen leben.
Die Symptomvalidierung habe hoch auffällige Resultate ergeben,
welche sich weder durch das Vorliegen einer nicht
organischen oder organischen psychischen Störung noch durch eine Schmerz
problematik noch durch allfällige unerwünschte Medikamentenebenwirkungen
erklären liessen. Die kognitiven Symptomvalidierung
s
tests seie
n derart gestaltet, dass sie sogar von Patienten mit fortgeschrittener Demenz oder mit schweren traumatischen Hirnverletzungen mit durchaus genügenden, also unauffälligen Leistungen gelöst werden könnten (S. 5
Ziff.
4
Mitte). Weiter zeigten sich deutli
che Diskrepanzen
zwischen der Leistung in den kognitiven Tests und dem Verhalten des Versicherten während der neuropsychologischen Untersuchung. So habe er korrekt erzählt, wer ihn zur psychiatrischen Begutachtung gefahren habe (sein Sohn) und habe auch erwähnt, dass er nach der neuropsychiatrischen Untersuchung seinen Kollegen in der Pizzeria in der Nähe vom Bahnhof
I._
besuchen werde. Der Beschwerdeführer sei sodann beobachtet worden, wie er zielgerichtet den Weg Richtung Bahnhof
I._
eingeschlagen habe. Diese kogni
tiven Leistungen liessen sich bei den testpsychologisch abgebildeten Gedächtnis
störungen nicht bewerkstelligen. Es hätten sich auch Diskrepanzen zwischen dem Verhalten in den Testsituationen und den vom
Beschwerdeführer erwähnten All
tagsaktivitäten gezeigt. Das Führen eines Personenkraftwagens, wenn auch nur für ein Parkmanöver, wäre in dem erwähnten kognitiven Zustand wie auch bei den präsentierten körperlichen Problemen kaum möglich (S. 5 unten f.).
Dr.
Z._
hielt fest, dass zusammenfassend im vorliegenden Fall des untersuchten Versi
cherten eine bewusstseinsnahe Aggravation von Beschwerden als sehr wahr
scheinlich anzusehen sei (S. 6 oben). Da die Mitarbeit des Versicherten nicht in einem genügenden Masse gegeben gewesen sei, sei die Untersuchung nach etwa 90 Minuten abgebrochen worden (S. 6 Mitte).
4.6
Dr.
H._
, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 1
1.
Juli 2018 (
Urk.
7/123/5-7) aus,
dass das von PD
Dr.
Y._
am
5.
Juli 2018 erstellte Gutachten die gestell
ten Fragen beantworte, die beklagten Beschwerden berücksichtige und in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden und in
der
Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend sei. Ebenso seien die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet.
5
.
5
.1
Im Rahmen der erstmaligen Abklärung des Leistungsanspruches des Beschwerde
führers
holte
die Beschwerdegegnerin
zunächst bei
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten
ein, welches am 1
4.
Oktober 2005 erstattet wurde (
Urk.
7/23).
Da
Dr.
J._
lediglich noch
eine
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisher ausgeübten Hilfsarbei
tertätigkeit von 30
%
attestierte
, gleichzeitig jedoch
ausführte, er sehe eigentlich weder körperlich
e
noch psychische Gründe, weshalb der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig sei
n sollte
(
Urk.
7/23 S. 15), wurde sein Gutachten vom
RAD
zu Recht als widersprüchlich und damit
als
nicht verwertbar
taxiert (
Urk.
7/32
/3
). In der Folge veranlasste die Beschwerdegegnerin bei der
B._
ein weiteres psy
chiatrisches Gutachten, welches am 2
7.
März 2006 erstattet wurde (
vorstehend E. 3.2).
Diagnostiziert wurde eine Hebephrenie (ICD-10 F20.10)
,
und es wurde davon
ausgegangen, dass auf dem ersten allgemeinen Arbeitsmarkt keine verwertbare Arbeitsfähigkeit m
ehr bestehe.
In der Folge hielt der
RAD in seiner Stellungnahme vom
3
0.
März 2006
fest, dass
auf das Gutachten der
B._
abgestellt werden könne
und die Arbeitsunfähigkeit respektive Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers mehr als 70
%
betrage (
Urk.
7/32/4).
Infolge einer Ungenauigkeit
schloss die
Beschwerdegegnerin
in Nichtbeachtung
der
Äusserung
des RAD „mehr als
“ 70
%
und
entgegen den Feststellungen der Gutachter der
B._
auf eine Arbeitsunfähig
keit
des Beschwerdeführers
von 70
%
und
setzte
dementsprechend den
Invalidi
tätsgrad
fest
(
Urk.
7/32/4), wel
che
r
so Niederschlag in den
rentenzusprechenden Verfügungen vom
1
0.
August un
d
9.
November 2006 (
Urk.
7/46-47
,
Urk.
7/51
)
fand, obwohl
k
orrekterweise
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und damit von einem Invaliditätsgrad von 100
%
auszugehen gewesen
wäre
.
An die
ser fehlerhaften Feststellung hielt die Beschwerde
g
eg
nerin
selbst in der
hier angefochtenen Verfügung
fest, indem sie
weiter
davon ausging, dass
gemäss
dem Gutachten der
B._
von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (
vor
stehend E. 2.1
,
Urk.
7/130
).
Im Resultat ändert dies an der damaligen Zulässigkeit der Zusprache einer ganzen Rente nichts, zumal auch ein Invaliditätsgrad von 70
%
zur Zusprache einer gan
zen Rente führt
e
(vorstehend E. 1.
4
), weshalb
die Beschwerdegegnerin im Ergeb
nis zu Recht von
einer wiedererwägungsweisen Aufhebung der Verfügung
en
im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 ATSG abgesehen
hat (
Urk.
2 S. 2 Mitte)
.
5
.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf das
psychiatrisch
-neuropsychologische Gutachten von PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom
5. J
uli 2018 (vorstehend E. 4
.
4-5
),
wonach bei vorherrschender Aggravation der Beschwerden
in den bisher ausgeübten Hilfsarbeitertätigkeiten
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit aus
zugehen sei. Die Beschwerdegegnerin ging in Anbetracht des Fehlens von allfälligen psychi
atrischen Diagnosen
und einer Stabilisation des psychischen Befindens ohne Medikamenteneinnahme
davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers massiv verbessert habe (vorstehend E. 2.1).
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
dass
das Gutachten von
PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom Juli 2018 (vorstehend E.
4.4-5
) lediglich eine im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtliche
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
dar
stelle
und
im
Ü
brigen
auch keine beweiswertige Grundlage zur Beurteilung seines
Gesund
heitszustandes
sei
(vorstehend E. 2.2).
5
.3
Gemäss dem Anstell
ungsvertrag vom 1
8.
Januar 2013
war der Beschwerdeführer seit dem 2
2.
August 2012 bei der
C._
AG als Autokurier mit eigenem Fahrzeug
an
gest
ellt (
Urk.
7/101/1-2
S. 1).
Anlässlich einer am 1
3.
Januar 2016 bei der
C._
AG vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) durchgeführten Kontrolle wurde im Rapport unter anderem festgehalten, dass der Beschwerdeführer als Kurierdienst arbeite
und
Mittage
ssen für Kinderkrippen anliefer
e
sowie
Flyers in Haushaltungen
verteile. Er arbeite
in einem Pensum von 35
%
(
Urk.
7/97
Ziff.
2).
Dem
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/92)
lässt sich sodann entnehmen
, dass
der Beschwerdeführer
mit dieser Tätigkeit seit dem Jahr 2012 ein Einkommen erzielte, zuletzt im Jahr 2015 ein solches von
Fr.
19'619.
-- und
ein solches von
Fr.
19'512.05
gemäss den in den Akten liegenden Lohnblät
tern im Jahr 2016 (
Urk.
7/101/5).
Entgegen dieser Gegebenheiten verneinte der Beschwerdeführer im
am
5.
Mai 2017
von ihm
ausgefüllten Fragebogen
zur Leis
tungsprüfung die Frage,
ob er
seit dem Eintritt der Gesundheitseinschränkung
wieder gearbeitet
habe
(
Urk.
7/90
Ziff.
4
-5
).
Wie bereits ausgeführt (vorstehend E.
5.1
), erweist sich
die
in den rentenzuspre
chenden Verfügungen vom
1
0.
August
und
9.
November 2006 (Urk. 7/46
-47
,
Urk.
7/51
) festgehaltene Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
von 30
%
als
eine Ungenauigkeit seitens der Beschwerdegegnerin
, zumal die Gutachter
der
B._
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus
gegangen sind
(vorstehend E. 3.2)
und auch von Seiten des RAD auf eine höhere Arbeitsunfähigkeit geschlossen wurde
(
Urk.
7/32/4)
. Eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
bestätigte auch der behandelnde Psychiater
Dr.
D._
in seinem Bericht
vom
7.
März 2011
(
Urk.
7/67
Ziff.
1.6-7
).
Vor diesem Hintergrund kann in der seit dem Jahr 2012 ausgeübten Erwerbstä
tigkeit des Beschwerdeführers sehr wohl ein Revisionsgrund gesehen werden. Selbst wenn man davon ausginge, dass der Beschwerdeführer mit seiner Erwerbs
tätigkeit die in den rentenzusprec
henden Verfügungen (
Urk.
7/46-47
,
Urk.
7/51) fehlerhaft festgestellte Restarbeitsfähigkeit mit seinem 35%-Pensum nur unwesentlich
oder
gar nicht überschritten hat, fällt vorliegend ins Gewicht, dass die Tätigkeit als Autokurier, welcher auf Abruf Zuliefer
ungen zu erbringen hat (
Urk.
7/102 S. 1
Ziff.
1),
wie
Dr.
H._
in ihrer Stellungnahme vom
2
5.
Januar 2018
zu Recht bemerkte (vorstehend E.
4.3
)
,
nicht mit einem desorientierten, ziel
losen Verhalten
,
gestützt auf welches
dem Beschwerdeführer
eine
vollständige
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit attestiert
worden ist
(vorstehend E. 3.2
,
Urk.
7/67
)
, vereinbaren
lässt
.
Grundsätzlich
lässt das Führen eines Motorfahrzeuges auf physische und kogni
tive Ressourcen schliessen
(vgl. Urtei
l des Bundesgerichts 8C_
569/2015 vom 1
7.
Februar
2016 E. 4.1.3).
Indem nun der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2012
bis Ende 2016
in der Lage war,
mit dem Auto
auf Abruf
Lieferungen zu tätigen und diese Anstellung auch beibehalten konnte, lässt dies auf eine offensichtliche Verbesserung seines
Gesundheitszustandes schliessen.
Darin sind neue Elemente tatsächlicher Natur zu sehen, welche nach der ursprünglichen Rentenverfügung eingetreten sind und eine relevante Verände
rung des Gesundheitszustandes
und damit das Vorliegen eines Revisionsgrundes
faktisch auszuweisen vermögen.
Da ein Revisionsgrund zu bejahen ist
,
besteht nachfolgend
keine Bindung a
n frühere Beurteilungen mehr
(
vorstehend E. 1.6
).
Demnach bleibt
zu prüfen, ob das Gutachte
n des
A._
vom
5.
Juli
2018
(vorstehend E.
4.4-5
)
eine beweiskräftige Grundlage zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und seiner Arbeitsfähigkeit darstellt.
5
.4
Das psychiatrisch-neuropsychologische
Gutachten von
PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom
5
.
Juli
2018 (vorstehend E.
4.4-5
) berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen und seinem Verhalten umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis von und in Aus
einandersetzung
mit den wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nach
vollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräft
ige Expertise (vorstehend E. 1.8
).
Detailliert und unter ausführlicher Darlegung der sich aus den Akten, den
Äusse
rungen
des Beschwerdeführers und seinem Verhalten ergebenden Diskrepanzen führten die Gutachter
des
A._
aus, weshalb das von ihm anlässlich der Begutachtung dargebotene Beschwerdebild keiner psychischen Erkrankung entspreche und weshalb
vordergründig
von einer Aggravation der Beschwerden
auszugehen sei.
5
.5
Nach neuer Praxis des Bundesgerichts führt die Diagnose einer psychischen Erkrankung nur dann zur Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts
grades, wenn einerseits die
funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festge
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan
dardindikatoren (vgl. vorstehend E. 1.3) schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind, und anderer
seits keine Ausschlussgründe
,
namentlich keine
Aggravation
,
vorliegen
.
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt
regelmässig
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche Aus
gangslage ist etwa gegeben, wenn: eine
erhebliche Diskrepanz zwischen den
geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese
besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ
vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaub
würdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden
, das psy
chosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
Nicht per se auf Aggravation weist
blosses
verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
5
.6
Wie nachfolgend zu zeigen ist,
liegt ein solcher Ausschlussgrund
vor.
PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
legten ausführlich dar, weshalb sie auf eine vordergrün
dige Aggravation der Beschwerden schlossen.
Soweit der Beschwerdeführer vor
bringt, dass nicht
ausgeschlossen werden
könne
, dass Sehprobleme,
funk
tionelle
r
Analphabetismus, Sprachbarrieren und die Atrophie der rechten Hand zu einer Verfälschung der testpsychologischen Untersuchungsergebnisse geführt h
ätten
(
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
5
), kann ihm nicht gefolgt werden. So ergaben
nicht nur die von
Dr.
Z._
durchgeführten neuropsychologischen Test
s
(
Urk.
7/108/
4
3
-49
S. 2 ff.
Ziff.
3)
,
sondern auch
die von
PD
Dr.
Y._
im Beisein eines Dolmetschers durchgeführten Test
s
durchwegs auffällige und auf Aggravation der Beschwerden hinweisende Resultate
(
Urk.
7/108/1-42 S.
17 ff.)
. Dass es sich beim Beschwerde
führer um einen Analphabeten handeln soll, wie dies
Dr.
D._
gegenüber der zuständigen Abklärungsperson im Rahmen der beruflichen Eingliederungs
massnahmen
am
7.
November 2018
vermutete (
Urk.
7/122
S. 5
Ziff.
4
)
,
steht im Gegensatz zu der
vom Beschwerdeführer selbst angegebenen Erwerbsbiographie und Ausbildung
(
Urk.
7/10
Ziff.
6.1-2,
Urk.
7/122 S.
4
Ziff.
2)
und zuletzt auch dazu, dass er gemäss
dem Anstellungsvertrag bei der
C._
AG verpflichtet
war
, für die ausgeführten Kurier
-
fahr
t
en einen Tagesrapport zu erstellen (
Urk.
7/101/1-2
Ziff.
11).
Selbst wenn einzelne Verhaltensweisen
und auffällige Testresultate
des Beschwerdeführers in der Begutachtung durch allfällige somatische Beschwerden verursacht gewesen wären, erklären diese nicht das durchwegs bei sämtlichen Testverfahren gezeigte auffällige Resultat
.
Dass das vom
Beschwerdeführer anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung erwähnte Doppeltsehen
durch einen
grauen Star
verursacht gewesen sei
und
er seine rechte Hand aufgrund einer Atrophie nur sehr eingeschränkt
gebrauchen könne
(
vorstehend E. 2.2
)
, wurde bislang fachärztlich nicht bestätigt.
Dr.
med.
K._
, Leitende Ärztin
Z
entrum
L._
, bestätigte in
ihrer E-Mail vom 2
3.
Dezember 2019 (
Urk.
11) lediglich, dass der Beschwerdeführer einen
Cataract
rechts mehr wie links habe und dass die am 1
7.
Dezember 2019 erfolgte
Cataractoperation
problemlos verlaufen sei.
Der
Beschwerdeführer war
sich
auch
offensichtlich
im Klaren
, dass der Umstand, dass er bei der
C._
AG über mehrere Jahre Zulieferungen mit dem Auto tätigte, gegen die von ihm vorgetragenen schwersten kognitiven Beeinträchtigungen sprach. Nur so erklärt sich, weshalb er dann im Laufe des Verfahrens plötzlich leugnete, die
Zulieferungen per Auto vollbracht zu haben
und ausführte
,
er sei zu Fuss gegangen oder habe einen Chauffeur gehabt
(
Urk.
7/108/1-42 S. 12
Ziff.
3.2,
Urk.
7/127 S. 2 oben)
. Dabei verkennt er, dass selbst wenn er die Zulieferungen auf Abruf zu Fuss erledigt hätte, dies dennoch ein hohes
Mass an ziel
gerichtetem Handeln
und
Orientiertsein
vorausgesetzt hätte.
Als
inkongruent
und situativ vorgetragen
erweisen sich auch die Angaben
und Beschwerden
des Beschwerdeführers
im Zusammenhang mit
allfälligen Kriegser
lebnissen
.
Bereits die Gutachter der
B._
verneinten in ihrem Gutachten vom 2
7.
März 2006 (vorstehend E. 3.2) das Vorliegen einer
posttraumatischen Belas
tungsstörung mangels störungsspezifischer Symptomatik und bezeichneten über
dies die Angaben des Beschwerdeführers über das traumatisierende Ereignis als ziemlich un
g
enau.
Gegenüber
PD
Dr.
Y._
verneinte der Beschwerdeführer
auf konkrete Nachfrage hin
,
direkt von Kriegsereignissen betroffen gewesen
zu
sei
n
(
Urk.
7/108/1-42
S. 36 Mitte
)
. Der
langjährig
behandelnde Psychiater
Dr.
D._
zeigte sich sodann anlässlich eines Telefonats vom
9.
Januar 2018 mit der zuständigen Eingliederungsperson
als überrascht, indem ihm der Beschwerdefüh
rer nie von Flashbacks aufgrund von Krieg und Mord erzählt habe (
Urk.
7/122
S.
7 Mitte).
Anlässlich der Potentialabklärung im Mai 2019 gab sich der Beschwer
deführer jedoch als
schwerst
durch den Krieg geprägt
und führte als Hauptbe
schwerden Gedankenblitze vom Krieg auf
(
Urk.
7/122 S.
4
Ziff.
2
,
Urk.
7/127 S. 1 f.
Ziff.
2 und
Ziff.
4.1).
Gemäss Angaben der Abklärungspersonen habe der Beschwerdeführer sehr an den Themen Krieg, Schulterverletzung und Diabetes gehangen und seinen Fokus stark auf diese Einschränkungen gerichtet (
Urk.
7/127 S. 7
Ziff.
6.4)
.
Was den Diabetes anbelangt, bestätigte jedoch
Dr.
med.
M._
, Dia
betologie Spital
N._
, bereits in ihrem Bericht vom
1
4.
Juni 2017
, dass der Beschwerdeführer seitens des Diabetes hervorragend ein
gestellt sei (
Urk.
7/93
Ziff.
1.3). Aus dieser Aussage geht gleichzeitig hervor, dass der Beschwerdeführer nicht generell eine schlechte
Medikamentencompliance
aufweist
, wie dies verschiedentlich festgehalten wurde, sondern
durchaus in der Lage
ist
, Medikamente einzunehmen, sofern er dies
für
wirklich notwendig befindet.
In der Konsequenz konnte PD
Dr.
Y._
auch die in der Vergangenheit ver
schiedentlich gestellte Diagnose einer
hebephrenen
Schizophrenie (ICD-10 F20.10) nicht bestätigen. PD
Dr.
Y._
hielt fest, dass das vom Beschwerdeführer ganz im Vordergrund angegebene Hören von Stimmen mit einem Bezug zum ihm
(kommentierend, dialogisch) mit der Diagnose einer Hebephrenie kaum vereinbar sei (
Urk.
7/108/1-42 S. 37 Mitte).
Auch beschrieb PD
Dr.
Y._
ein während des Unt
ersuchungsgespräches wechselndes
Zustandsbild des Beschwerdeführers, indem sich dieser
streckenweise nicht nur sehr gut
habe
konzentrieren, sondern auch ganz konsistent und überlegt die an ihn gestellten Fragen habe beantworten können.
Der Affekt sei dann recht gut moduliert und situationsadäq
uat gewesen, nur um anschliessend wieder in ein unangemessen theatralisch, künstlich und aufgesetztes Verhalten umzukippen (
Urk.
7/108/1-42 S. 37 unten
f
.
).
Hinsichtlich der
von der Einschätzung von
PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
abwei
chenden Ausführungen des
den Beschwerdeführer
seit
dem Jahr
20
10
behandeln
de
n
Psychiaters
Dr.
D._
vom 3
1.
August
2017
(vorstehend
E.
4.2
) gilt es zu berücksichtigen, dass
seine
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als hausarztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurück
haltung bei der Würdigung
seiner
Berichte angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dem Bericht von
Dr.
D._
lässt sich
auch
entnehmen, dass er offensichtlich nicht über die vom Beschwerdeführer seit dem Jahr 2012 ausgeübte Kuriertätigkeit informiert war, indem er von einem seit dem Jahr 2011
unverän
derten Zustandsbild und
von
schweren Einschränkungen berichtete, die mit der effektiv vom Beschwerdeführer ausgeübten Tätigkeit nicht vereinbar
sind
. Schlussendlich räumte jedoch selbst
Dr.
D._
ein,
dass es kaum möglich sei, bei diesem Patienten eine Diagnose zu stel
len
(vgl.
Urk.
7/122 S. 7 Mitte).
5.7
In Anbe
tracht der mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit anzunehmenden Aggravation der Beschwerden kann der Beschwerdeführer auch
nicht
mit seinem anlässlich
der im
Mai 2019
gewährten
beruflichen Eingliederungsmassnahmen gezeigten Verhalten und
dem
dargebotenen Beschwerdebild
(
Urk.
7/122,
Urk.
7/127)
etwas zu seinen Gunsten ableiten.
PD
Dr.
Y._
hielt in seinem psy
chiatrischen Gutachten fest, dass der Be
schwerdeführer viel Wert darauf
lege zu demonstrieren, dass er nicht über Fähigkeiten oder Ressourcen verfüge, sondern weitestgehend arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/108/
1-42 S. 39
Ziff.
7.4). Gemäss den Ausführungen im Verlaufsprotokoll
der
Eingliederungsberatung vom 2
3.
Mai 2019 habe der Beschwerdeführer seine Arzt- oder sonstigen Termine während de
s
Vormittag
s
, welcher für die beruflichen Massnahmen vorgesehen gewesen sei, organisiert und eine minimalst verwertbare Arbeitsleistung und Demotivation in Bezug auf sein Alter und die Arbeitsintegration gezeigt.
Der Beschwerdeführer habe beweisen wollen
, dass er krank sei (
Urk.
7/122 S. 2 oben). Vor diesem Hin
tergrund
ist die von ihm
dargebotene
Symptomatik, wonach er schlussendlich nicht einmal die Fähigkeit für den
geschützten Arbeitsmarkt zeigte
und auch
keine örtliche Orientierung mehr
aufwies (
Urk.
7/122 S.
9
f.
), zu relativieren und bestätig
t
lediglich
das von PD
Dr.
Y._
prophezeite
Verhalten.
Bei den Ausfüh
rungen der zuständigen Abklärungsperson handelt es sich sodann nicht um eine fachärztliche Einschätzung.
5.8
Aufgrund des Gesagten ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und der medizinische Sachverhalt gestützt auf das Gutachten von
PD
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom
5.
August 2018 (vorstehend E.
4.4-5
) als erstellt zu betrachten
,
wonach das vom Beschwerdeführer gezeigt Beschwerdebild auf
eine
Aggravation der Beschwerden zurückzuführen und er demnach in seinen angestammten Hilfs
arbeitertätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Demzufolge besteht kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).