# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 040cceba-a9ab-4168-9cb4-cee9c3085c24
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. stammt aus Guinea. Er wurde am 1. Januar 1982 in Guinea geboren und wuchs zusammen mit einer Schwester bei den Eltern in Freetown/Sierra Leone auf. Sein Vater verstarb ca. im Jahre 1994. Im Alter von vier Jahren wurde A. für ein Jahr in eine Koranschule geschickt. Andere Schulen hat er nicht besucht. Nach seiner Rückkehr aus der Koranschule half er seiner Mutter beim Kleidernähen. Er hat keinen Beruf erlernt und kann gemäss eigenen Angaben weder lesen noch schreiben. Am 16. März 1998 reiste er von Italien kommend erstmals in die Schweiz ein, wo er in die BFF-Empfangsstelle in Kreuzlingen kam. A. kam vorerst in ein Asylzentrum nach F. und wurde später dem Zentrum G. zugewiesen.
Am 31. März 2001 ging A. mit B. auf der diplomatischen Mission von Guinea in Rom/Italien die Ehe ein. Die Anerkennung dieser Ehe in der Schweiz ist beim Bürgerrechts- und Zivilstandsdienst hängig. Mit B. hat A. eine Tochter, welche am XX.XX.XXXX zur Welt kam.
A. befand sich in den Jahren 1998/1999 sieben Monate in H. in Ausschaffungshaft. Vom 13. September 2002 bis 11. Dezember 2002 verbüsste er eine dreimonatige Gefängnisstrafe in I.. Vom 18. Januar 2003 bis zum 30. Januar 2003 befand er sich erneut in I. und vom 31. Januar 2003 bis zum 16. April 2003 in J. im Strafvollzug. Am 16. April 2003 wurde er mit der Auflage, innert 48 Stunden aus der Schweiz auszureisen, entlassen. Dieser Aufforderung kam A. jedoch nicht nach.
In der Schweiz ist der Berufungskläger unter folgenden Aliasnamen und/oder anderen Geburtsdaten verzeichnet:
Aliasname 1 20.03.1982
Aliasname 2 20.03.1982
Aliasname 3 06.06.1975
Aliasname 4 23.02.1982
Aliasname 5 20.03.1982
Aliasname 6 01.01.1981
Aliasname 7 06.06.1975
Aliasname 8 06.06.1975
Aliasname 9 06.06.1975
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Aliasname 10 20.03.1983
Im Schweizerischen Zentralregister ist A. mit vier Verurteilungen verzeichnet:
Das Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland verurteilte ihn – unter den abweichenden Personalien Aliasname 3, geb. 6. Juni 1975 – am 18. Juni 1999 wegen einfacher Körperverletzung, Raufhandel und Sachbeschädigung zu fünf Tagen Gefängnis bedingt. Dabei wurde ihm eine Probezeit von zwei Jahren angesetzt. Diese Probezeit wurde durch das Amtsgericht Olten-Gösgen am 6. November 2000 um ein Jahr verlängert.
Der Juge d’instruction Genève verurteilte ihn – unter den abweichenden Personalien Aliasname 3, geb. 6. Juni 1975 – am 24. Juni 1999 wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 20 Tagen Gefängnis bedingt, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von acht Tagen. Dabei wurde ihm eine Probezeit von drei Jahren angesetzt. Zusätzlich wurde eine Landesverweisung von drei Jahren ausgesprochen.
Das Amtsgericht Olten-Gösgen verurteilte A. (abweichende Personalien: Aliasname 10, geb. 20.03.1982) am 16. November 2000 wegen Übertretung und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu drei Monaten Gefängnis bedingt (als Teilzusatzstrafe zum Urteil vom 18. Juni 1999 und zum Strafmandat vom 24. Juni 1999), unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 78 Tagen. Dabei wurde ihm eine Probezeit von drei Jahren ausgesprochen.
Der Juge d’instruction Genève verurteilte ihn – unter den abweichenden Personalien Aliasname 3, geb. 6. Juni 1975 – am 18. September 2002 wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 7 Tagen.
Zusätzlich wurde A. verurteilt:
vom Juge d’instruction Genève – unter den abweichenden Personalien Aliasname 3, geb. 6. Juni 1975 – am 22. Januar 2003 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Niederlassung und Aufenthalt von Ausländern zu drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 5 Tagen. Als Nebenstrafe wurde eine dreijährige Landesverweisung ausgesprochen, deren Vollzug bedingt gewährt wurde.
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Am 18. April 2003 wurde A. aufgrund einer nationalen Ausschreibung des Untersuchungsrichteramtes K. vom 12./13. Februar 2003 in E. verhaftet und am 19. April 2003 wieder auf freien Fuss gesetzt.
B. Mit Verfügung vom 7. Februar 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen A. eine Strafuntersuchung wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) und gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG). Mit Verfügung vom 1. Juli 2003 erhob sie Anklage wegen mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 23a ANAG und überwies den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur zur Beurteilung. Ihrer Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 1. Juli 2003 folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Mit Verfügung vom 16. Februar 2001, eröffnet am 06. März 2001, war A. vom Amt für Polizeiwesen Graubünden mitgeteilt worden, dass er das Gebiet des Kantons Graubünden nach Eröffnung der Verfügung sofort zu verlassen habe und auf unbestimmte Zeit nicht mehr betreten dürfe.
Im März/April 2002 kaufte C. von A. in K. auf der Gasse in verschiedenen Malen insgesamt ca. 20-30 Kokainkügelchen à 0,2 Gramm. Pro Kokainkügelchen bezahlte sie ca. Fr. 40.-- bis 50.--. Gemäss ihren Angaben war die Qualität des Kokains mittelmässig.
A. bestreitet, an C. Betäubungsmittel verkauft zu haben. Er habe seit der Ausgrenzungsverfügung im Jahre 2001 den Kanton Graubünden nicht mehr betreten.
Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 07. Mai 2003 bestätigte C. nochmals, von A. in K. unter mehreren Malen Kokain gekauft zu haben.“
C. In der schriftlichen Ergänzung der Anklageschrift vom 1. Juli 2003 stellte die Staatsanwaltschaft folgende Anträge:
„1. A. sei der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 23a ANAG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er, als Zusatzstrafe zu den Strafmandaten des Untersuchungsrichters I. vom 18. September 2002 und 22. Januar 2003, mit drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der Polizeihaft von zwei Tagen, zu bestrafen.
3. Die mit Strafmandat des Untersuchungsrichters I. vom 24. Juni 1999 und mit Urteil des Amtsgerichtes Olten-Gösgen vom 16.
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November 2000 gewährten bedingten Strafvollzüge von 20 Tagen Gefängnis und drei Monaten Gefängnis seien zu widerrufen.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
D. Mit Urteil vom 14. August 2003, mitgeteilt am 27. Oktober 2003 erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur:
„1. A. ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 13e Abs. 1 ANAG in Verbindung mit Art. 23a ANAG.
2. Dafür wird er, als Zusatzstrafe zu den Strafmandaten des Untersuchungsrichters I. vom 18. September 2002 und 22. Januar 2003, mit drei Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der Polizeihaft von zwei Tagen, bestraft.
3. Die mit Strafmandat des Untersuchungsrichters I. vom 24. Juni 1999 und mit Urteil des Amtsgerichtes Olten-Gösgen vom 16. November 2000 gewährten bedingten Strafvollzüge von 20 Tagen Gefängnis und drei Monaten Gefängnis sind zu vollziehen.
4. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 6'295.45 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'490.--, Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.--, Übersetzungskosten von Fr. 100.-- und Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'705.45) gehen zu Lasten von A. und sind innert 30 Tagen auf da PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise aus der Gerichtskasse beglichen. Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

## Considerations