# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1cf2c99c-9191-5db7-af7f-1880a4b575e7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geboren 1953, stammt aus dem Iran. Er reiste am 16. Oktober 1992 in die
Schweiz ein, wurde am 30. März 1993 als Flüchtling anerkannt und erhielt Asyl. Die
Flüchtlingseigenschaft wurde am 20. Juni 2006 aberkannt und das Asyl widerrufen. Am
26. Juni 2006 wurde er unter anderem wegen Mordes zu 19 Jahren Zuchthaus und
15 Jahren Landesverweisung verurteilt. Das Ausländeramt (heute Migrationsamt) des
Kantons St. Gallen wies A._ am 11. Juni 2008 auf unbestimmte Zeit weg und forderte
ihn auf, die Schweiz am Tag der Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen.
Dagegen erhobene Rechtsmittel (vgl. BGer 2C_813/2008 vom 6. Februar 2009) und
Wiedererwägungsgesuche vom 19. August 2014 und vom 18. März 2015 (vgl.
act. 11/2, Seiten 64-66 und 77-79) blieben erfolglos.
B.
Im Hinblick auf die nachträgliche Anordnung einer Verwahrung oder einer stationären
Massnahme wurde A._ nach der Entlassung aus dem Strafvollzug in Sicherheitshaft
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versetzt. Nachdem das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde am
1. Oktober 2021 gutgeheissen hatte (BGer 6B_698/2021), wurde er am 14. Oktober
2021 aus der Sicherheitshaft entlassen. Gleichentags wurde der vom Migrationsamt
des Kantons St. Gallen auf ihn ausgestellte Haftbefehl für Ausschaffungshaft
vollstreckt. Am 15. Oktober 2021 ersuchte das Migrationsamt bei der
Verwaltungsrekurskommission um richterliche Genehmigung des Haftbefehls und
Bestätigung der Ausschaffungshaft für die Dauer von drei Monaten.
Die von A._ bezeichnete Rechtsvertreterin teilte am 18. Oktober 2021 kurz nach neun
Uhr der Kanzlei der Verwaltungsrekurskommission telefonisch mit, sie werde an der um
09.30 Uhr beginnenden, per Skype (for business) durchgeführten mündlichen
Verhandlung zur Haftüberprüfung teilnehmen. Die Kanzlei übermittelte ihr um 09.12 Uhr
per E-Mail die Zugangsdaten. Mit zwei E-Mails – kurz vor und kurz nach 09.30 Uhr –
informierte die Rechtsvertreterin die Kanzlei darüber, dass sie sich per Telefon
eingewählt habe. Unmittelbar vor Beginn der Verhandlung teilte die Vertreterin des
Migrationsamtes dem Einzelrichter per Skype mit, die Rechtsanwältin habe ihr
gegenüber eben telefonisch geäussert, an der Verhandlung nicht teilzunehmen. Der
Einzelrichter führte die Verhandlung in der Folge ohne Beteiligung der Rechtsvertreterin
von A._ durch, bestätigte den Haftbefehl vom 14. Oktober 2021 und genehmigte die
Ausschaffungshaft bis 13. Januar 2022. Er eröffnete den Urteilsspruch mündlich und
schloss die Verhandlung um 09.45 Uhr. Um 09.48 Uhr teilte die Rechtsvertreterin der
Kanzlei der Verwaltungsrekurskommission per E-Mail mit, sie sei über 15 Minuten in
der "Warteschleife" beziehungsweise angeblich "dazu geschaltet" gewesen, habe aber
nichts hören können.
C.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 19. Oktober 2021 versandten Entscheid
der Verwaltungsrekurskommission mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom
1. November 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge, eventuell unter Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung, sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und der Beschwerdeführer aus der Haft zu entlassen.
Mit Vernehmlassung vom 24. November 2021 beantragte die Vorinstanz, die
Beschwerde sei abzuweisen. Das Migrationsamt (Beschwerdegegner) verzichtete am
26. November 2021 auf eine Vernehmlassung. Zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
nahm der Beschwerdeführer am 16. Dezember 2021 Stellung. Auf die Ausführungen
der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer –
dessen Ausschaffungshaft die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid bis
längstens am 13. Januar 2021 bestätigt hat und der mangels aufschiebender Wirkung
der Beschwerde nach wie vor in Haft ist – ist zur Erhebung der Beschwerde befugt
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den am
19. Oktober 2021 versandten Entscheid wurde mit Eingabe vom 1. November 2021
rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der am 19. November 2021
eingegangenen Verbesserung in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Rechtliches Gehör
Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil es
seiner Rechtsvertreterin nicht möglich gewesen sei, sich an der per Skype
durchgeführten mündlichen Verhandlung vom 18. Oktober 2021, 09.30 Uhr, zu
beteiligen. – Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) fliesst das
Recht, zur Wahrung der Interessen eine Rechtsvertreterin oder einen Beistand
beizuziehen, der die Partei im Verfahren vertritt oder ihr beisteht (vgl. BGer
1C_592/2012 vom 7. März 2013 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 119 Ia 260 E. 6a). Keinen
Schutz verdient die missbräuchliche Berufung auf den Anspruch (vgl. BGer 4P.
301/2005 vom 30. Januar 2006 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 131 I 185 E. 3.2.4). – Der
Beschwerdeführer macht – zu Recht – nicht geltend, die mündliche Verhandlung zur
Überprüfung der Rechtmässigkeit der ausländerrechtlichen Administrativhaft setze
zwingend die Teilnahme eines Rechtsbeistandes voraus. Das Recht auf eine Vertretung
als solches steht sodann vorliegend nicht in Frage. Hingegen ist zu prüfen, ob die
Vorinstanz unter den konkreten Umständen den Anspruch verletzt hat, weil sie ohne
Beteiligung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mündlich verhandelt hat.
Aus den von der Rechtsvertreterin eingereichten Beweismitteln ergibt sich, dass ihr die
Kanzlei der Vorinstanz um 09.12.07 Uhr per E-Mail die für die Teilnahme an der
elektronisch durchgeführten Verhandlung erforderlichen Informationen übermittelte
(act. 3.1, Beilage 4). Die Rechtsvertreterin antwortete mit E-Mail vom 09.29.11 Uhr, die
Teilnahme per Skype habe nicht funktioniert und sie sei "per Telefon mit dem PIN
eingewählt" (act. 3.1, Beilage 7). Mit E-Mail vom 09.30.05 Uhr bestätigte sie der Kanzlei
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erneut, "mit Telefon und PIN eingewählt" zu sein (act. 3.1, Beilage 6). Um 09.48.08 Uhr
teilte sie der Kanzlei per E-Mail mit, sie sei jetzt über 15 Minuten in der "Warteschleife"
bzw. angeblich "dazu geschaltet" und habe sich eben nochmal mit demselben PIN
über Telefon eingewählt, habe aber nichts hören können. Für den Fall, dass sie keine
Stellungnahme mehr einreichen könne, ersuchte sie um Zustellung des Protokolls und
des Entscheides (act. 3.1, Beilage 8).
Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Eröffnung des Haftbefehls am 15. Oktober
2021 Namen, Adresse und Telefonnummer seiner Rechtsvertreterin bekannt gegeben.
Die Frage, ob sie benachrichtigt werden solle, blieb gemäss dem vom
Beschwerdeführer unterzeichneten Protokoll unbeantwortet (act. 3.1, Beilage 3). Die
Rechtsvertreterin wandte sich am 18. Oktober 2021 kurz nach neun Uhr telefonisch an
die Kanzlei der Verwaltungsrekurskommission und erhielt in der Folge um 09.12 Uhr die
Zugangsinformationen für die elektronische Teilnahme an der mündlichen Verhandlung
zugestellt. Spätestens dann war ihr bekannt, dass die mündliche Verhandlung an
diesem Tag um 09.30 Uhr durchgeführt werden sollte. Sie hat weder diesen Zeitpunkt
noch die elektronische Durchführung (vgl. dazu BGer 2C_846/2021 vom 19. November
2021 E. 3 und 4) beanstandet, sondern kurz vor und nach 09.30 Uhr der Kanzlei der
Vorinstanz per E-Mail mitgeteilt, sie sei per Telefon eingewählt. Sie brachte erst mit E-
Mail von 09.48 Uhr – mithin kurz nach Beendigung der Verhandlung – vor, die
Verbindung sei nicht zustande gekommen. Dass die Rechtsvertreterin – wie sie in der
Stellungnahme vom 16. Dezember 2021 behauptet (act. 14, Ziffer 4) – diverse E-Mails
an die Vorinstanz sandte, als die Verbindung nicht funktionierte, belegt sie nicht. Den
eingereichten E-Mails ist jedenfalls kein Hinweis zu entnehmen, die Verbindung sei
nicht zustande gekommen. Aus den Akten ist deshalb zu schliessen, dass sie sich
offenbar ab 09.30 Uhr – dem Zeitpunkt als die Verhandlung begann – während
15 Minuten mit der nicht zustande gekommenen Verbindung abgefunden hat.
Der Einzelrichter hatte auch keinen Anlass, die um 09.30 Uhr beginnende mündliche
Verhandlung mangels Beteiligung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nicht
durchzuführen. Zwar musste er aufgrund der E-Mail der Rechtsvertreterin von
09.12 Uhr davon ausgehen, sie werde sich an der Verhandlung beteiligen. Zumal sich
die Rechtsvertreterin während der gesamten Dauer der Verhandlung nicht mit der
Mitteilung an die Kanzlei der Vorinstanz wandte, eine Teilnahme sei ihr aufgrund
technischer Probleme nicht möglich, waren für den Einzelrichter keine konkreten
Hinweise dafür ersichtlich, dass die Auskunft der Vertreterin des Migrationsamtes
unmittelbar vor dem offiziellen Verhandlungsbeginn, die Rechtsvertreterin habe ihr
"eben" telefonisch mitgeteilt, sie werde an der Verhandlung nicht teilnehmen (act. 6),
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nicht zutreffen würde. Auf der von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
eingereichten Liste ihrer telefonischen Kontakte, auf der jeweils lediglich das Datum,
nicht aber die genaue Uhrzeit vermerkt ist, ist denn auch zuletzt – und damit nach den
telefonischen Kontakten mit der Polizei in Bazenheid (058 229 76 00) und mit der
Kanzlei der Vorinstanz (058 229 40 51) – die Vertreterin des Migrationsamtes aufgeführt
(vgl. act. 3.1, Beilage 5). Weshalb die Vertreterin des Migrationsamtes unmittelbar vor
Beginn fälschlicherweise diese Aussage machen sollte, ist nicht ersichtlich. Zumal der
Einzelrichter keinerlei Hinweise dafür hatte, dass die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers entgegen der Aussage der Vertreterin des Migrationsamts erfolglos
versuchte, sich an der Verhandlung zu beteiligen, war er allein aufgrund der Frage des
Beschwerdeführers, ob er es richtig verstehe, dass seine Anwältin nicht teilnehme,
nicht gehalten, bei der Rechtsvertreterin abzuklären, ob sie möglicherweise nicht doch
an der Verhandlung teilnehmen wolle. Ebenso wenig – anders als wenn die
Rechtsvertreterin umgehend mitgeteilt hätte, sie sei in einer "Warteschleife" und könne
nichts hören – bestand für die Kanzlei Anlass, dem Einzelrichter im Gerichtssaal
mitzuteilen, die Rechtsvertreterin habe sich mit dem Telefon eingewählt. Da der
Einzelrichter den Entscheid umgehend mündlich im Anschluss an die Verhandlung
eröffnet hatte, hätte eine Stellungnahme der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
am Ergebnis nichts mehr ändern können. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht dem
Beschwerdeführer und seiner Rechtsvertreterin – ihrem Ersuchen im E-Mail vom
18. Oktober 2021 09.48 Uhr entsprechend – den begründeten Entscheid samt
Verhandlungsprotokoll zugestellt.
Da die Rechtsvertreterin einerseits – unbestrittenermassen – über den Zeitpunkt des
Beginns der mündlichen Verhandlung und deren elektronische Durchführung informiert
war, beides nicht beanstandete und über die nötigen Daten für eine elektronische
Teilnahme verfügte und anderseits nicht belegt ist, dass sie der Vorinstanz umgehend
mitteilte, die Versuche der elektronischen Teilnahme seien fehlgeschlagen, erweist sich
ihre Rüge, die Vorinstanz habe den Anspruch des Beschwerdeführers auf das
rechtliche Gehör verletzt, als unbegründet. Im Übrigen hätte auch eine Verletzung des
Anspruchs nicht notwendigerweise die Entlassung des Beschwerdeführers aus der
Haft zur Folge (vgl. BGer 2C_846/2021 vom 19. November 2021 E. 4).
3. Materielle Prüfung
Die Beschwerde erweist sich auch in der Sache als unbegründet.
Vorbringen
Der Beschwerdeführer macht geltend, es gebe keine konkreten Anzeichen dafür, dass
3.1.
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er sich dem Zugriff der Behörden entziehen werde. Er sei 68 Jahre alt, habe die letzten
19 Jahre im Strafvollzug verbracht und wisse, dass er körperlich und psychisch nicht in
der Lage wäre, ein "Leben auf der Flucht zu führen". Mangels Kontakten und
finanziellen Mitteln sei ein Untertauchen ausgeschlossen (dazu nachfolgend Erwägung
3.2). Der Beschwerdeführer macht sodann – sinngemäss – geltend, es gebe mildere
Mittel – Unterkunft bei einem Freund und regelmässig Meldung bei der Polizei – zur
Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung (dazu nachfolgend Erwägung 3.3).
Schliesslich bringt er im Zusammenhang mit der Durchführbarkeit des
Wegweisungsvollzugs vor, auch das Migrationsamt gehe davon aus, die
Zusammenarbeit mit dem Iran gestalte sich schwierig, vor allem wenn die betroffene
Person nicht ausreisewillig sei. Dass eine Ausschaffung innert weniger Tage organisiert
werden könne, sobald eine Antwort der iranischen Botschaft vorliege, sei durch
keinerlei Erfahrungswerte oder Tatsachen fundiert. Bei Personen wie dem
Beschwerdeführer könne die Wegweisung – wenn überhaupt – erst nach vielen
Monaten und massivem Engagement beider Seiten durchgeführt werden. Am
dauerhaften Einsatz der iranischen Behörden mangle es beim Beschwerdeführer vor
allem auch, weil er "extrem regimekritisch und daher im Iran unerwünscht" gewesen sei
(dazu nachfolgend Erwägung 3.4).
Haftgrund
Gemäss Art. 76 Abs. 1 Ingress lit. b Ingress und Ziffer 1 in Verbindung mit Art. 75
Abs. 1 Ingress und lit. h des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG) kann zur
Sicherstellung des Vollzugs eines Wegweisungsentscheids in Haft genommen werden,
wer wegen eines Verbrechens verurteilt worden ist. Dass der Beschwerdeführer wegen
Mordes gemäss Art. 112 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, StGB)
und damit wegen eines Verbrechens im Sinn von Art. 10 Abs. 2 StGB strafrechtlich
verurteilt wurde, ist unbestritten. Anders als beim Haftgrund der "Untertauchensgefahr"
gemäss Art. 76 Abs. 1 Ingress lit. b Ingress und Ziffern 3 und 4 AIG ist eine Prognose
anhand konkreter Anzeichen, welche befürchten lassen, dass sich die betroffene
Person der Ausschaffung entziehen will, nicht erforderlich. Das Gesetz vermutet dies
aufgrund der schweren Straffälligkeit (vgl. BGer 2C_312/2018 vom 11. Mai 2018 E. 3.2,
2C_455/2009 vom 5. August 2009 E. 2.1).
3.2.
Milderes Mittel
Der Beschwerdeführer hat mehrfach geäussert, zu einer Rückkehr in den Iran nicht
bereit zu sein. Anfangs 2021 lehnte er einen Besuch der Botschaft ab (vgl. act. 11/2,
Seite 99). Die Bereitschaft seines Landsmanns, den Beschwerdeführer bei sich
3.3.
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unterzubringen, ist nicht belegt. Ebenso wenig bestehen konkrete Anhaltspunkte zu Art
und Ausmass der Beziehungen zu seinen Kindern. Zumindest 2014 war ihm nicht
einmal deren Aufenthaltsort bekannt (act. 11/2 Dokument 11). Unter diesen Umständen
bietet der Beschwerdeführer aber keine Gewähr dafür, dass er sich ohne Haft
beispielsweise für Gespräche mit den iranischen Behörden oder eine polizeilich
begleitete oder zwangsweise Rückkehr zur Verfügung der Behörden hält (vgl. BGer 2A.
613/1999 vom 6. Januar 2000 E. 3b).
Durchführbarkeit
Wie es sich mit der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Einzelnen verhält,
bildet Gegenstand einer nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmenden Prognose.
Massgebend ist, ob der Wegweisungsvollzug mit hinreichender Wahrscheinlichkeit
innert absehbarer Zeit möglich erscheint oder nicht. Die Haft verstösst gegen Art. 80
Abs. 6 Ingress und lit. a AIG und ist zugleich unverhältnismässig, wenn triftige Gründe
dafürsprechen, dass die Wegweisung innert vernünftiger Frist nicht vollzogen werden
kann (vgl. BGer 2C_386/2020 vom 9. Juni 2020 E. 4, 2C_1106/2018 vom 4. Januar
2019 E. 3.2.2, 2C_260/2018 vom 9. April 2018 E. 4.4 mit Hinweisen auf BGE 130 II 56
E. 4.1.3 und 2C_846/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 4.3.1). Dies ist in der Regel bloss
der Fall, wenn die Ausschaffung auch bei gesicherter Kenntnis der Identität oder der
Nationalität des Betroffenen beziehungsweise trotz seines Mitwirkens bei der
Papierbeschaffung mit grosser Wahrscheinlichkeit als ausgeschlossen erscheint. Zu
denken ist etwa an eine länger dauernde Transportunfähigkeit aus gesundheitlichen
Gründen oder an eine ausdrückliche oder zumindest klar erkennbare und konsequent
gehandhabte Weigerung eines Staates, gewisse Staatsangehörige zurückzunehmen
(vgl. BGer 2C_898/2017 vom 2. Februar 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Nur falls keine
oder bloss eine höchst unwahrscheinliche, rein theoretische Möglichkeit besteht, die
Wegweisung zu vollziehen, ist die Haft aufzuheben, nicht indessen bei einer
ernsthaften, wenn auch allenfalls (noch) geringen Aussicht hierauf. Unter Vorbehalt
einer Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung durch die betroffene Person ist die
Frage nach der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht notwendigerweise im
Hinblick auf die maximal mögliche Haftdauer, sondern vielmehr auf einen den
gesamten Umständen des konkreten Falls angemessenen Zeitraum hin zu beurteilen
(vgl. BGer 2C_1106/2018 vom 4. Januar 2019 E. 4.2.2, BGE 130 II 56 E. 4.1.3, 125 II
217 E. 3b/bb).
Das Staatssekretariat (früher Bundesamt) für Migration, welches vom
Beschwerdegegner am 4. September 2014 um Unterstützung des Vollzugs der
Wegweisung ersucht worden war (act. 11/2, Seiten 67-69), beurteilte am 9. November
3.4.
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2018 (act. 11/2, Seiten 92-96) und erneut am 14. Mai 2021 (act. 11/2, Seite 122) den
Vollzug der Wegweisung unter Würdigung der konkreten Vorbringen des
Beschwerdeführers als zulässig. Dass seither neue triftige Gründe für die rechtliche
Undurchführbarkeit der Wegweisung innert vernünftiger Frist eingetreten wären (vgl.
BGer 2C_1106/2018 vom 4. Januar 2019 E. 4.1.1), ist nicht ersichtlich und wird auch
nicht geltend gemacht.
Der Beschwerdeführer besitzt einen – abgelaufenen – iranischen Reisepass (vgl.
act. 11/2, Seiten 68 und 119). Eine pflichtgemässe freiwillige Ausreise erscheint
problemlos möglich. Auch eine polizeilich begleitete Rückkehr ist – wie die von der
Bundesreisezentrale des Eidgenössischen Departements für auswärtige
Angelegenheiten im Auftrag von swissREPAT am 14. Mai 2021 für den 9., 10. und
11. Juni 2021 gebuchten Flüge zeigen (vgl. act. 11/2, Seiten 113-119) – nicht von
vornherein ausgeschlossen. Der Versuch der polizeilich begleiteten Rückkehr
unterblieb, weil im fraglichen Zeitpunkt die nachträgliche Anordnung einer Verwahrung
des Beschwerdeführers oder einer stationären Massnahme nicht auszuschliessen war.
Dass ein Versuch, den Beschwerdeführer polizeilich begleitet zurückzuführen, scheitern
müsste, steht mithin nicht fest (vgl. act. 11/2, Seite 92). Immerhin äusserte der
Beschwerdeführer zumindest im Jahr 2014 noch, es sei ihm klar, dass er in der
Schweiz keine Chance habe und er deshalb grundsätzlich in den Iran zurück möchte
(act. 11/2, Seite 62). Bevor sich ein entsprechender Versuch nicht als erfolglos erweist,
kann nicht davon ausgegangen werden, der Vollzug der Wegweisung sei im Sinn des
Gesetzes tatsächlich unmöglich (vgl. BGer 2C_542/2008 vom 26. August 2008 E. 3.4
und 3.5). Der Beschwerdeführer bringt denn auch nicht vor, eine freiwillige, eine
unbegleitete Rückführung mit polizeilicher Zuführung oder aber eine polizeilich
begleitete Rückkehr in den Iran seien zurzeit undurchführbar. Die Ausschaffung des
Beschwerdeführers beziehungsweise die Möglichkeit einer freiwilligen Ausreise
scheitern insoweit allein an seinem Verhalten und nicht an einer zeitlich (noch) nicht
absehbaren, generellen technischen Unmöglichkeit der Rückkehr in die Heimat (vgl.
dazu auch BGer 2C_280/2021 vom 22. April 2021 E. 2.3).
Der Inhalt der zwischen den schweizerischen und den iranischen Behörden bereits
anfangs 2021 aufgenommenen Gespräche deutet nicht darauf hin, dass eine
zwangsweise Ausschaffung zwingend an der fehlenden Mitwirkung der iranischen
Behörden scheitern wird (vgl. act. 11/2, Seite 98). Dass sich die Zusammenarbeit sehr
schwierig gestalten kann, bedeutet nicht, dass lediglich noch eine höchst
unwahrscheinliche, rein theoretische Möglichkeit eines Wegweisungsvollzugs besteht.
Die Vollzugsunterstützung leistenden Bundesbehörden haben denn auch am
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4.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Sie erscheint – der seit rund zwanzig Jahren
inhaftierte Beschwerdeführer ist mittellos und muss die Schweiz verlassen – als
uneinbringlich, so dass auf die Erhebung zu verzichten ist (Art. 97 VPR). Das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege fällt damit dahin. Hingegen ist dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin X._
zu gewähren, da die Beschwerde insbesondere soweit damit der Vorwurf der
Verletzung des rechtlichen Gehörs erhoben wurde, nicht von vornherein als
aussichtslos im Sinn von Art. 29 Abs. 3 BV erschien. Die Rechtsanwältin ist für das
Beschwerdeverfahren mit einem Pauschalhonorar von CHF 1'500, herabgesetzt um
einen Fünftel auf CHF 1'200 (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70,
AnwG), zuzüglich Barauslagen von CHF 60 (vier Prozent von CHF 1'500) und –
mangels Antrags – ohne Mehrwertsteuer zu entschädigen (Art. 19, Art. 22 Abs. 1
Ingress und lit. b, Art. 28 und Art. 29 der Honorarordnung; sGS 963.75).