# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b434c5aa-206a-5c2b-9fed-7281e192847a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ und B._ sind Eigentümer der Siedlung R._, Grundstück Nr. 000_, in X._ und
betreiben dort das Reitsportzentrum R._ GmbH. Im Jahr 2013 hatten sie die
Gemeinde X._ mit Hinweis darauf, dass ein erheblicher Teil des von ihnen
verbrauchten Wassers nicht in die Kanalisation gelange, sondern als Trinkwasser für
32 Pferde diene, um Reduktion der Abwassergebühr ersucht, was diese jedoch mit
Schreiben vom 19. Dezember 2013 ablehnte. Zur Begründung hielt sie unter anderem
fest, dass die im Gesuch vorgebrachte Trinkwassermenge etwas gar hoch erscheine
und der Nachweis, dass es sich um eine erhebliche Wassermenge handle, nicht
erbracht sei (act. G 8/8 Beilage 12). Im Jahr 2017 reichten A._ und B._ erneut ein
Gesuch um Reduktion der Abwassergebühr ein und beanstandeten ausserdem einen
unerklärlich hohen Wasserverbrauch im Jahr 2015. Mit Beschluss vom 16. Oktober
2017 (act. G 8/8 Beilage 2) hielt der Gemeinderat X._ fest, dass der Wasserverbrauch
für 2015 aufgrund des doppelten durchschnittlichen Wasserverbrauchs der letzten fünf
Jahre bemessen werde (Ziffer 4). Auf das Gesuch um eine generelle Reduktion der
Abwassergebühr trat er (im Sinn der Erwägungen) nicht ein (Ziffer 6) und forderte die
Gesuchsteller auf, der Bauverwaltung bis Ende November 2017 aktuelle Pläne über
Wasser-, Kanalisations- und Meteorwasserleitungen sowie Bewässerungsanlage,
Rückhaltebecken und Regenwassersammler auf der Liegenschaft R._ einzureichen
(Ziffer 7). In der Folge liessen A._ und B._ bei der K._ AG aktuelle Pläne erstellen
und reichten diese am 14. Dezember 2018 der Bauverwaltung ein. Auf Verlangen der
letzteren reichten die Gesuchsteller am 15. Februar 2019 ergänzte bzw. überarbeitete
Pläne ein und ersuchten am 8. April 2019 um Erledigung der Angelegenheit. Der
Gemeinderat teilte hierauf am 1. Mai 2019 mit, dass eine Festsetzung der
Abwassergebühren nach dem Verbrauch/Anfall gestützt auf die nunmehr vorliegenden
Pläne grundsätzlich möglich sei. Die Gesuchsteller würden informiert, sobald eine
Lösung gefunden sei (act. G 8/8 Beilagen 6 und 7). In der Folge erstellte die P._ AG,
im Auftrag der Gemeinde X._ einen technischen Bericht (Durchflussmessung
Abwasser R._) vom 28. August 2019 (act. G 8/8 Beilage 10); eine geänderte Fassung
des Berichts datiert vom 27. September 2019 (act. G 8/8 Beilage 11).
A.a.
Mit Schreiben vom 13. Januar 2020 gab der Gemeinderat den Gesuchstellern unter
anderem bekannt, dass er die Kosten für die technischen Abklärungen übernommen
A.b.
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B.
habe. Die Abklärungen hätten ergeben, dass alle technischen Massnahmen, um das
Abwasser nach dem Anfall messen zu können, mit hohem Aufwand verbunden seien.
Generell sei über eine Herabsetzung der Abwassergebühr nur zu befinden, wenn die
Menge des nicht in die Kanalisation eingeleiteten Frischwassers erheblich sei.
Ausnahmeregelungen seien nur zurückhaltend anzuwenden. Es müsse zunächst der
Anteil des nicht in die Kanalisation eingeleiteten Frischwassers ermittelt oder eine
technische Massnahme auf Kosten des Verursachers umgesetzt werden. Die
(beweisbelasteten) Gesuchsteller hätten darzulegen, für welche konkreten Nutzungen
sie Frischwasser verwendet hätten, das nicht der Kanalisation zugeführt worden sei.
Nur wenn die Gesuchsteller nachweisen könnten, dass eine erhebliche Menge
Frischwasser nicht der Kanalisation zugeführt werde, sei eine Herabsetzung der
Abwassergebühr gerechtfertigt. Um welchen Anteil die Abwassergebühr herabgesetzt
werde, liege im Ermessen der Gemeinde. Es sei vertretbar, die Gebühr "nicht im
gleichen Verhältnis herabzusetzen" (act. G 8/8 Beilage 14). Am 3. Februar 2020 (mit
Ergänzung vom 13. März 2020) erhoben A._ und B._ Einsprache (Rekurs) gegen die
Abrechnung der technischen Betriebe X._ vom 17. Januar 2020, mit welcher für 2019
Wassergebühren von CHF 3'608.50 und Abwassergebühren von CHF 4'150.65 in
Rechnung gestellt worden waren. Der Gemeinderat X._ wies den Rekurs, soweit er
darauf eintrat, mit Beschluss vom 27. April 2020 ab und auferlegte den Rekurrenten
eine Spruchgebühr von CHF 2'500 (act. G 8/8 Beilage 17). Den hiergegen von der
Reitsportzentrum R._ GmbH, vertreten durch Rechtsagent Roger Hochreutener,
Eggersriet, erhobenen Rekurs vom 14. Mai 2020 (act. G 8/1) hiess die
Verwaltungsrekurskommission (VRK) des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
20. August 2020 gut und hob den Beschluss vom 27. April 2020 auf. Sie wies die
Angelegenheit im Sinn der Erwägungen zur allfälligen Feststellung des Sachverhalts
und zur Gewährung des rechtlichen Gehörs über die notwendigen Massnahmen,
welche von der Reitsportzentrum R._ GmbH verlangt würden, sowie zu neuem
Entscheid an die Gemeinde X._ zurück (act. G 2).
Gegen diesen Entscheid erhob die Gemeinde X._, Gemeinderat, mit Eingabe vom
8. September 2020 Beschwerde (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom
29. September 2020 beantragte sie Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom
20. August 2020 und Bestätigung des Rekursentscheids vom 27. April 2020, unter
Kostenfolge (act. G 5).
B.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 2 VRP), und die Beschwerdeeingabe vom 8. September 2020 entspricht in
Verbindung mit der Beschwerdeergänzung vom 29. September 2020 zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist von daher einzutreten.
Nach der Rechtsprechung ist die Anfechtung eines Zwischenentscheides zulässig,
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges
Beweisverfahren ersparen würde (VerwGE B 2015/4 vom 30. Juni 2015 E. 1). Für den
Fall, dass sich vorliegend - im Rahmen der materiellen Prüfung - der von der
Beschwerdegegnerin vertretene Standpunkt betreffend die Reduktion der
Wassergebühren als nicht belegt bzw. als auch mit weiteren Abklärungen als nicht
belegbar erweisen sollte, liesse sich die Angelegenheit im Rahmen eines
In der Vernehmlassung vom 1. Oktober 2020 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 7). Die durch Rechtsagent Roger Hochreutener vertretene
Beschwerdegegnerin beantragte in der Vernehmlassung vom 24. Oktober 2020
Abweisung der Beschwerde und Schutz des angefochtenen Entscheids, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act. G 10).
B.b.
In der Eingabe vom 11. November 2020 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt (act. G 12). Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom
17. November 2020 (act. G 14). Am 16. Dezember 2020 liess die Beschwerdeführerin
sich erneut vernehmen (act. G 16). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
17. November 2020 auf eine weitere Stellungnahme (act. G 18).
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
B.d.
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Endentscheids (ohne weitere Abklärungen und Neuverfügung) erledigen. Im Fall der
Bestätigung der Abklärungsbedürftigkeit resultiert demgegenüber für die
Beschwerdeführerin ein entsprechender Abklärungsaufwand. Auf die Beschwerde ist
somit auch vor diesem Hintergrund einzutreten.
2.
Das Abgaberecht von Bund und Kantonen bzw. Gemeinden (vgl. Art. 5 Abs. 1 und
Art. 127 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) sowie das jeweilige kantonale Verfassungsrecht unterliegt dem
Legalitätsprinzip (BGE 139 II 460 E. 2.1). Danach müssen Abgaben in
rechtssatzmässiger Form festgelegt sein, so dass den rechtsanwendenden Behörden
kein übermässiger Spielraum verbleibt und die möglichen Abgabepflichten
voraussehbar und rechtsgleich sind (BGE 136 II 149 E. 5.1; 135 I 130 E. 7.2; 131 II 271
E. 6.1). Art. 127 Abs. 1 BV gilt nach der Rechtsprechung für alle Arten von Steuern und
Kausalabgaben, namentlich auch für kantonale bzw. kommunale Benützungsgebühren
(BGE 136 I 142 E. 3.1; 135 I 130 E. 7.2).
Nach Art. 4 des Reglements über die Finanzierung der Aufwendungen für den
Gewässerschutz der politischen Gemeinde X._ (abgekürzt FR) ist eine Gebühr nach
den eingeleiteten Frachten zu entrichten, wenn aus einem Grundstück Abwasser in die
öffentliche Kanalisation eingeleitet wird. Nach Art. 5 FR wird bei Abwasser aus
Haushaltungen oder solchen mit vergleichbarer Zusammensetzung die Fracht aufgrund
der verbrauchten Frischwassermenge berechnet. Die Gebühr ist auch geschuldet,
wenn das Frischwasser aus privaten Versorgungen oder aus der
Regenwassersammlung bezogen wird. Zur Ermittlung dieser Wassermengen werden
die Grundeigentümer verpflichtet, Wasseruhren zu installieren. Ist die Installation einer
Wasseruhr technisch unmöglich oder unverhältnismässig, wird der Verbrauch vom
Gemeinderat aufgrund von Vergleichs- und Erfahrungszahlen festgesetzt. Gemäss
Art. 6 FR wird bei Abwasser, welches in seiner Zusammensetzung wesentlich vom
häuslichen Abwasser abweicht, die Schmutzwassergebühr aufgrund der
Abwassermenge und -zusammensetzung berechnet (Abs. 1). Bei Betrieben mit kleinen
Schmutzwasserfrachten kann die Frachtberechnung durch Multiplikation der
Abwassermenge (gemessen oder berechnet aufgrund Wasserbezug) mit einem
periodisch festzulegenden Faktor (periodische Messung zu Lasten Betrieb, ev.
Erfahrungswert) berechnet werden (Abs. 2). Nach Art. 7 FR wird auf Gesuch hin bei
Gebührenpflichtigen, die erhebliche Mengen von Frischwasser nach Gebrauch nicht in
2.1.
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Anlagen der Siedlungsentwässerung einleiten, die Schmutzwassergebühr
entsprechend herabgesetzt (Abs. 1). Der Gebührenpflichtige kann einen zusätzlichen
Wassermesser installieren (Abs. 2). Der Gemeinderat erlässt den Gebührentarif (Abs. 3).
Gemäss Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr beauftragte
Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen durch
Befragen von Beteiligten, Auskunftspersonen und Zeugen, durch Beizug von
Urkunden, Amtsberichten und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere
geeignete Weise (vgl. dazu B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, 2020, N. 5 und 26 zu Art. 12-13 VRP). Mit
welchen Beweismitteln der Sachverhalt festzustellen ist, liegt grundsätzlich im
Ermessen der Behörde. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten.
Das Beweismittel muss geeignet, erforderlich und zumutbar sein. Nach Art. 12 Abs. 2
VRP sind nur die von den Verfahrensbeteiligten angebotenen und die leicht
zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen abzunehmen, wenn zur Wahrung der
öffentlichen Interessen keine besonderen Erhebungen nötig sind. Im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes können Abklärungen des Sachverhalts auch dann
weitergeführt werden, wenn die von den Beteiligten angebotenen Beweise nicht die
gewünschte Klarheit bringen. Sind für die Wahrung öffentlicher Interessen bzw. von
Interessen von Drittpersonen (Nachbarn) weitere Beweiserhebungen erforderlich, geht
der Untersuchungsgrundsatz über die in Art. 12 Abs. 2 VRP erwähnten Beweise
hinaus. In einem solchen Fall ist die Behörde verpflichtet, auch nicht leicht zugängliche
Beweise aufzunehmen und den rechtserheblichen Sachverhalt von sich aus zu
ermitteln (VerwGE B 2017/188 vom 21. November 2018 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid unter anderem fest, das
Baubewilligungsverfahren habe im Jahr 2017 rund 14 Jahre zurückgelegen. Während
dieser Zeit hätten die Abwasseranlagen verändert bzw. ergänzt werden können. Auch
sei nicht auszuschliessen, dass bei der Umsetzung des Bauvorhabens die
Abwasseranlagen gegenüber den Plänen verändert worden seien. Es sei daher zulässig
und geboten gewesen, dass die Beschwerdeführerin aktuelle Planunterlagen
angefordert habe. Diese Pläne seien von der Beschwerdegegnerin am 15. Februar
2019 eingereicht worden, worauf die Beschwerdeführerin bei der P._ AG einen
technischen Bericht vom 28. August/27. September 2019 eingeholt habe (act. G 8/8
Beilage 11). Der Bericht sei am 27. September 2019 dem Gemeinderat übermittelt
worden. Ob und wann er der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt
worden sei, gehe aus den Akten nicht hervor. Ein Beleg für die Zustellung oder die
2.2.
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Orientierung über das Vorliegen des Berichts liege nicht vor. Der Einwand der
Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin hätte den Bericht bzw. die
Verfahrensakten im Rahmen des Rekurses bzw. der Rechtsverweigerungsbeschwerde
gegen die Verfügung vom 13. Januar 2020 einsehen können, gehe fehl. Das rechtliche
Gehör/Akteneinsicht sei vor Erlass einer Verfügung und nicht erst im
Rechtsmittelverfahren zu gewähren. Nachdem die Beschwerdeführerin aufgrund der
von der Beschwerdegegnerin eingereichten Pläne und des technischen Berichts die
Rahmenbedingungen für eine allfällige Reduktion der Abwassergebühren umschrieben
habe, hätte sie der Beschwerdegegnerin Einsicht in die Akten ermöglichen müssen.
Insoweit sei ihr eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des Anspruchs auf
Akteneinsicht vorzuhalten (act. G 2 S. 7 f.).
Zutreffend sei, dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast für jene Tatsachen treffe,
welche die Abgabeschuld aufheben oder mindern würden. Die Behörde
(Beschwerdeführerin) hätte unter diesen Umständen der Beschwerdegegnerin auch
konkrete Angaben zu den Voraussetzungen einer Gebührenreduktion machen müssen.
Für die Prüfung, ob die Aufwendungen für die Erstellung der technischen
Voraussetzungen durch eine allfällige Einsparung bei den Abwassergebühren
gerechtfertigt würden, müsse die Beschwerdegegnerin über hinreichende
Entscheidgrundlagen (Kenntnis der Rahmenbedingungen für eine Gebührenreduktion)
verfügen. Indem die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin den Nachweis der
Reduktion (Menge) des in die Kanalisation eingeleiteten Frischwassers auferlegt habe,
habe diese über zu wenig konkrete Entscheidgrundlagen verfügt. Die
Beschwerdeführerin habe der Beschwerdegegnerin zwar mitgeteilt, dass alle
ermittelten technischen Massnahmen "mit hohem Aufwand verbunden" seien
(Schreiben vom 13. Januar 2020; act. G 8/8 Beilage 14). Indes habe es selbst an einer
groben Kostenschätzung gefehlt. Hinzu komme, dass aus dem technischen Bericht
(act. G 8/8 Beilage 11 S. 3 Ziffer 3) nur zwei Methoden für die Messung des anfallenden
Abwassers ersichtlich seien, nämlich diejenige anhand eines magnetisch-induktiven
Durchflussmessers sowie die Messung des Trinkwasserverbrauchs des
Wohngebäudes und die Abschätzung der eingeleiteten Regenwassermenge. Vom
magnetisch-induktiven Durchflussmesser hätten die Verfasser des Berichts abgeraten.
Bei der anderen Variante sei darauf hingewiesen worden, dass sie mit relativ hohem
Kostenaufwand verbunden sein könne. Als dritte Variante sei die Festlegung eines
Pauschalabzugs vermerkt worden. Der Beschwerdegegnerin hätte konkreter mitgeteilt
werden müssen, in welchem Rahmen sich eine Reduktion des eingeleiteten
Frischwassers bewegen müsse, damit eine Gebührenreduktion bewilligt werde. Die
Beschwerdeführerin hätte die Voraussetzungen für die Gewährung einer
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Gebührenreduktion aufstellen müssen. Dass die Herabsetzung der Gebühr nicht
zwingend im gleichen Verhältnis vorgenommen werde wie die Reduktion des
Abwassers, sei nachvollziehbar. Auch hier wäre aber eine konkrete Angabe zum
Verhältnis der Reduktion gerechtfertigt gewesen. Auch hätte die Beschwerdeführerin
konkret angeben müssen, bei welchen Leitungen Messgeräte angebracht werden
müssten. Solche Kriterien müssten offenbar existieren, denn die Beschwerdeführerin
habe im Entscheid vom 27. April 2020 als Anwendungsfall einer reduzierten Abgabe
einen Käsereibetrieb erwähnt, bei welchem erhebliche Mengen verbrauchten
Frischwassers nicht der Kanalisation zugeführt würden. Nach diesen Kriterien
erscheine bei einem Reitsportbetrieb eine ähnliche Betrachtung nicht ausgeschlossen,
wobei der Umstand, ob die Pferdehaltung in der Landwirtschafts- oder in der
Intensiverholungszone stattfinde, bezüglich Abwasserentsorgung keine
unterschiedliche Betrachtung nahelege. Schliesslich falle auf, dass die
Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin die Möglichkeit einer
pauschalen Reduktion nicht erwähnt habe. Dies sei umso weniger nachvollziehbar, als
die von der Beschwerdeführerin beauftragte Ingenieurunternehmung eine Pauschale
ausdrücklich empfohlen habe. Insgesamt verletze der Entscheid vom 27. April 2020
das rechtliche Gehör der Beschwerdegegnerin (act. G 2 S. 8 f.).
Die Beschwerdeführerin wendet ein, entgegen den Ausführungen im angefochtenen
Entscheid sei das rechtliche Gehör im Rekursverfahren vor der Gemeinde gewahrt
worden. Sodann sei sie nicht gehalten gewesen, der Beschwerdeführerin im Rahmen
des rechtlichen Gehörs bekannt zu geben, wie sie zu entscheiden gedenke. Aufgrund
des Schreibens vom 13. Januar 2020 (act. G 8/8 Beilage 14) sei der
Beschwerdegegnerin ohne Weiteres klar gewesen, welche Beweismittel gefordert
seien. Die Beschwerdegegnerin wisse am besten über ihre Betriebsabläufe Bescheid.
Die Beschwerdeführerin könne nicht entscheiden, bei welchen Ausleitungen
Messgeräte angebracht werden müssten, um die behaupteten Mengen des nicht der
Kanalisation zugeführten Frischwassers zu belegen. Mit der Forderung, die
Abwassergebühr sei mit einer Pauschale festzulegen, möchte die Beschwerdegegnerin
erreichen, dass die Gebühr ohne konkrete Ermittlung des nicht in die Kanalisation
eingeleiteten Frischwassers reduziert werde. Die Gebühr könne jedoch nicht gestützt
auf blosse Behauptungen reduziert werden. Die Beschwerdegegnerin habe
abgabemindernde Tatsachen zu belegen (act. G 5).
Die Beschwerdegegnerin hält dem unter anderem entgegen, dass die Nichtbeachtung
des P._-Berichts durch die Beschwerdeführerin zwar zulässig sei. Jedoch dürfe man
2.3.
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3.
erwarten, dass die Beschwerdeführerin den von ihr in Auftrag gegebenen P._-Bericht
auch eröffne. Dies sei bis heute nicht geschehen und man wisse nicht, warum die
Beschwerdeführerin vom Expertenbericht abweiche und welche Messweise sie
tolerieren würde. Der R._ habe schon seit Jahren vier Wassermesser installiert.
Abgelesen würden aber lediglich die beiden gemeindlichen Wassermesser. Seit
Inkraftsetzung des FR müsste für einen gewerblichen Betrieb mit Tierhaltung die
eingeleitete Fracht berücksichtigt werden. Gemäss Art. 4 FR sei nicht der Betrieb
beweispflichtig hinsichtlich Fremdwasser, sondern die Gemeinde habe die Gebühr
nach der eingeleiteten Fracht festzusetzen. Weshalb die Beschwerdeführerin seit drei
Jahren das laufende Verfahren torpediere und die Fakten nicht offenlege, sei
unergründlich. Technische Massnahmen im Sinn der Installation von zusätzlichen
Wassermessern wären verkraftbar, weil ein Unterzähler rund CHF 300 koste. Wenn die
Pumpenleistung gemessen würde, entstünden gar keine Kosten. Es gehe nämlich nicht
um Installationsaufwände, sondern um das "was, wer, wie, wo" der Ablesung. Die
Beschwerdeführerin müsse nur festlegen, was heute schon bewiesen (bzw. abgelesen)
werden könne, nämlich das Bestehen eines enormen Fremdwassers. Dass der
Grundeigentümer diese Ablesungen vornehmen dürfe, welche dann für die
Ermässigung massgebend seien, sei wohl in der beschwerdeführenden Gemeinde (vgl.
act. G 5 Ziffer 4 Absatz 5) ausgeschlossen. Die Beschwerdegegnerin könne seit Jahren
beweisen, dass die Menge erheblich sei. Die Beschwerdeführerin akzeptiere diese
Aufschriebe einfach nicht und schweige über die Lösungsmöglichkeiten (act. G 10).
Das Akteneinsichtsrecht umfasst den Anspruch, während eines hängigen Verfahrens
diejenigen Unterlagen einzusehen, auf welche die Behörde ihren Entscheid zu stützen
beabsichtigt (vgl. R. Wiederkehr, Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich 2016, N. 81 mit
Hinweisen). Sodann leitet die Rechtsprechung aus Art. 29 Abs. 2 BV die Pflicht der
Behörden ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. statt vieler BGE 133
III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270 E. 3.1; BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I 102 E. 2b). Die
Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E.
3.2). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz
sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne
müssen die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Indes muss sich die Behörde nicht
ausdrücklich mit jeder Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen;
3.1.
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vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1).
Die Beschwerdegegnerin bestätigt im vorliegenden Verfahren, dass sie mit der
Zustellung der Akten am 30. Juni 2020 erstmals vom P._-Bericht Kenntnis erhalten
habe (act. G 10 S. 2). Im vorinstanzlichen Verfahren konnte sie sich dementsprechend
zu diesem Bericht äussern. Auch wenn der Beschwerdegegnerin das rechtliche Gehör/
Akteneinsicht - wie im vorinstanzlichen Entscheid (act. G 2 S. 7 f.) festgehalten - vor
Erlass der Verfügung und nicht erst im Rechtsmittelverfahren zu gewähren gewesen
wäre, hätte eine allfällig daraus resultierende Gehörsverletzung aufgrund der
umfassenden Einsichts- und Äusserungsmöglichkeit im vorinstanzlichen
Rekursverfahren (vgl. act. G 8/12) als geheilt zu gelten (vgl. Rizvi/Risi, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti a.a.O., N. 11 zu Art. 15-17 VRP mit Hinweisen). Die Frage, ob - wie
die Beschwerdeführerin geltend macht (act. G 5 Ziffer III.) - die Beschwerdegegnerin
bereits am 13. März 2020 eine Vernehmlassung mit Aktenverzeichnis, in welchem auch
der P._-Bericht vermerkt war, erhalten hat, lässt sich gestützt auf die dem
Verwaltungsgericht eingereichten Akten nicht abschliessend beantworten. Die Frage
kann jedoch aufgrund der geschilderten sowie der nachstehend noch darzulegenden
Gegebenheiten offenbleiben.
Die Bemessung der vorliegend in Frage stehenden Abwassergebühr bzw. die von der
Beschwerdegegnerin verlangte Reduktion der Gebühr steht vor dem Hintergrund des
Äquivalenzprinzips. Dieses verlangt, dass eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen
Missverhältnis zum objektiven Wert der bezogenen Leistung stehen darf und sich in
vernünftigen Grenzen bewegen muss (BGE 139 III 334 E. 3.2.4). Der Wert der Leistung
bemisst sich entweder nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Bürger
verschafft (nutzenorientierte Betrachtung aus der Optik des Leistungsempfängers) oder
nach dem Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum
gesamten Aufwand des betreffenden
Verwaltungszweigs (aufwandorientierte Betrachtung aus der Optik des
Leistungserbringers). Die beiden Kriterien sind indes blosse Hilfsmittel zur Bestimmung
des Werts einer staatlichen Leistung (zum Ganzen BGer 2C_900/2011 vom 2. Juni
2012 E. 4.2 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 139 III 334 E. 3.2.4). Dabei bleibt eine
gewisse Pauschalierung oder Schematisierung zulässig und ist eine solche auch mit
der Rechtsgleichheit vereinbar (BGE 139 I 138 E. 3.5; 138 II 111 E. 5.3.4; 137 I 257 E.
6.1.1).
3.2.
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Ben%FCtzungsgeb%FChr+Energie&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-III-334%3Ade&number_of_ranks=0#page334 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Ben%FCtzungsgeb%FChr+Energie&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-III-334%3Ade&number_of_ranks=0#page334 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Ben%FCtzungsgeb%FChr+Energie&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-138%3Ade&number_of_ranks=0#page138 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Ben%FCtzungsgeb%FChr+Energie&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-II-111%3Ade&number_of_ranks=0#page111 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Ben%FCtzungsgeb%FChr+Energie&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-257%3Ade&number_of_ranks=0#page257
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3.3.
Als dargetan und unbestritten (vgl. act. G 12 S. 2) zu gelten hat, dass bei der
Liegenschaft der Beschwerdegegnerin Abwasser vorab aus dem Pferdehaltungsbetrieb
und damit aus einer gewerblichen Tätigkeit anfallen. Nach dem steuer- und
abgaberechtlichen Grundsatz, wonach die Behörde die Beweislast für Tatsachen trägt,
welche die Abgabeschuld begründen oder mehren und die abgabepflichtige Person für
Tatsachen, welche die Abgabeschuld aufheben oder mindern (vgl. Zigerlig/Oertli/
Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VI. N. 15, VII. N. 23), hat die
Beschwerdegegnerin - entgegen ihrer offenbaren Auffassung (vgl. act. G 10 S. 3 unten)
- den für eine Gebührenreduktion im Sinn von Art. 7 FR vorausgesetzten Beweis für die
Menge des für die Pferdehaltung verbrauchten und nicht in die Kanalisation
eingeleiteten Frischwassers zu leisten. In diesem Zusammenhang weist die
Beschwerdeführerin an sich zutreffend darauf hin, dass sie nicht gehalten war, der
Beschwerdegegnerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs bekannt zu geben, wie sie zu
entscheiden gedenkt (vgl. act. G 5 Ziffer IV.2). Indes hätte sie der Beschwerdegegnerin
- im Sinn eines voraussehbaren und rechtsgleichen Vorgehens (vgl. vorstehende E. 2.1)
- bekanntgeben müssen, auf welcher rechtlichen und tatsächlichen Grundlage sie zu
entscheiden gedenkt. Mithin hätten der Beschwerdegegnerin, welche bereits 2018/19
auf eigene Kosten die Bestandesaufnahme Entwässerung durch die K._ AG
veranlasst und geliefert hatte (act. G 8/8 Beilage 6), für die Erbringung des ihr
auferlegten Beweises von Seiten der Beschwerdeführerin die konkreten
Voraussetzungen und Modalitäten einer Reduktion der Abwassergebühr bekannt
gegeben werden müssen. Auch wäre offenzulegen gewesen, weshalb eine pauschale
Reduktion der Gebühr auf Seiten der Beschwerdeführerin nicht in Betracht gezogen
wird. Auf diese Weise hätte die Beschwerdegegnerin sich über die Erforderlichkeit
allfälliger baulicher Massnahmen/Installationen und die daraus sich ergebenden Kosten
ein Bild machen und das weitere Vorgehen danach ausrichten können. Dies war - wie
die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid einlässlich und überzeugend ausführte -
aufgrund der Ausführungen im Entscheid vom 27. April 2020 nicht möglich.
Insbesondere hätte sich die Beschwerdeführerin nicht mit dem Hinweis begnügen
dürfen, dass alle ermittelten technischen Massnahmen mit hohem Aufwand verbunden
seien und für eine Gebührenreduktion die nicht in die Kanalisation eingeleitete
Wassermenge erheblich sein müsse, wobei die Herabsetzung "nicht zwingend im
gleichen Verhältnis" vorgenommen würde (vgl. act. G 8/8 Beilage 14). Vage
Umschreibungen dieser Art, zumal ohne Hinweis auf die im technischen Bericht vom
3.3.1.
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28. August/27. September 2019 (act. G 8/8 Beilage S. 4 f.) angeführte
Pauschalierungsmöglichkeit, helfen für die Leistung des Beweises nicht weiter.
Im Schreiben vom 19. Dezember 2013 (act. G 8/8 Beilage 12) hatte die
Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass aufgrund der unterschiedlichen Nutzung
des Frischwassers auf dem Hof nicht ermittelt werden könne, welche Menge in die
öffentliche Kanalisation gelange. Die nicht in die Kanalisation eingeleitete
Wassermenge schätzte sie damals "auf jeden Fall weniger hoch" ein als im Gesuch der
Beschwerdegegnerin (mit 584 m ) angegeben, ohne dies jedoch näher zu begründen;
dies obschon die Beschwerdegegnerin in ihrem damaligen Gesuch konkrete Zahlen
genannt hatte (vgl. act. G 8/8 Beilage 12 S. 1). Nicht erkennbar blieb im Weiteren, auf
welche Rechtsprechung sich die Beschwerdeführerin mit ihrem damaligen Hinweis
bezog, dass eine erhebliche Reduktion im Sinn von Art. 7 FR erst bei einer
Wassermenge von 500 m gegeben sei (vgl. act. G 8/8 Beilage 12). Bei der erheblichen
Reduktion im Sinn von Art. 7 FR dürfte es nicht um eine absolute und unveränderliche
Grösse gehen, sondern um einen relativen, mit der gesamten in Frage stehenden
Abwassermenge des Betriebs in Beziehung stehenden Wert. Vor diesem Hintergrund
wäre im Nachgang zum Gesuch 2017 auch die - im technischen Bericht ausdrücklich
empfohlene (act. G 8/8 Beilage 11 S. 4 f.) - Pauschalierung der Reduktion näher zu
prüfen gewesen, zumal im Bericht von einer zusätzlichen Induktionsmessung
abgeraten worden war (act. G 8/8 Beilage 11 S. 4) und es sich bei der Anzahl Tiere auf
dem Hof, ihrer Anwesenheitsdauer und ihrem Trinkbedarf um (annäherungsweise)
feststellbare Grössen handelt. Hierfür hat die Beschwerdegegnerin - wie die
Beschwerdeführerin zu Recht festhält (act. G 16 S. 2 oben) - die entsprechenden Daten
zu liefern und zu belegen. Eine Pauschalierung stellt eine blosse Bemessungsart dar
und ändert als solche - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 5 IV.
4.) - nichts daran, dass die Beschwerdegegnerin für das nicht in die Kanalisation
eingeleitete Frischwasser beweispflichtig ist. Der Beschwerdegegnerin wäre indes
Gelegenheit einzuräumen gewesen, anhand der erwähnten Grössen den ihr
obliegenden Beweis für das betreffende Jahr zu leisten. In diesem Zusammenhang
blieb die von der Beschwerdegegnerin gemachte Feststellung, wonach die technischen
Messgeräte bereits vorhanden seien und die Beschwerdeführerin in der Pflicht sei, das
Ableseprozedere festzulegen bzw. die Messuhren selbst abzulesen (act. G 14 S. 3
unten und S. 5), von Seiten der Beschwerdeführerin unkommentiert. Selbst wenn die
bestehenden Wasserzähler für sich allein als nicht hinreichend erachtet werden
können, sind deren Messwerte im Rahmen der Beweiswürdigung als eines von
3.3.2.
3
3
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4.
Die Beschwerde ist unter Bestätigung des angefochtenen Entscheids abzuweisen. In
Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerin
wird somit kostenpflichtig. Eine Gebühr von CHF 1'500 erscheint für das vorliegende
Verfahren angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die
Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin Anspruch auf
Entschädigung für das Beschwerdeverfahren. Das Verwaltungsgericht spricht bei
Fehlen einer Kostennote praxisgemäss Pauschalentschädigungen nach Ermessen
gemäss Art. 6 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten zu (sGS 963.75, HonO). Vorliegend bezifferte der Vertreter der
Beschwerdegegnerin seinen Aufwand mit CHF 950 (act. G 10 S. 1) bzw. CHF 1'250
(act. G 14 S. 1) einschliesslich Mehrwertsteuer. Da die Beschwerdegegnerin selber
mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie die der Honorarrechnung ihres Rechtsvertreters
belastete Mehrwertsteuer als Vorsteuer in Abzug bringen. Daher müsste die
Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht
zusätzlich berücksichtigt werden (vgl. statt vieler VerwGE B 2017/9 vom 26. April 2017
E. 1). Mit Blick darauf, dass der in Rechnung gestellte Betrag tiefer liegt als die für
vergleichbare Fälle zugesprochenen Pauschalentschädigungen, rechtfertigt es sich, die
im (höheren) Betrag von CHF 1'250 bereits enthaltene Mehrwertsteuer nicht in Abzug
zu bringen. Der Beschwerdegegnerin ist daher eine Entschädigung von CHF 1'250
zuzüglich Barauslagenpauschale von CHF 50 (4%) auszurichten.
mehreren in Betracht kommenden Beweismitteln zu berücksichtigen und
Messungenauigkeiten gegebenenfalls durch pauschale Korrekturen Rechnung zu
tragen. Erst aufgrund des Beweisergebnisses lässt sich die Frage beantworten, ob es
sich um eine erhebliche Menge im Sinn Art. 7 FR handelt.
Die Befürchtung der Beschwerdeführerin, dass die Bewilligung einer Reduktion Schule
machen könnte und als Folge davon eine Reduktion auch von anderen
Grundeigentümern verlangt würde (vgl. act. G 5 Ziffer 4 letzter Absatz), mag aus ihrer
Sicht verständlich erscheinen, vermag indes vor dem Hintergrund des
Äquivalenzprinzips (vorstehende E. 3.2) für sich allein als Begründung für eine
Verweigerung der Gebührenreduktion nicht zu genügen. Deshalb drängte es sich im
vorinstanzlichen Verfahren auf, die Sache zur weiteren Sachverhaltsfeststellung und
Gehörsgewährung an die Beschwerdeführerin zurückzuweisen. Der angefochtene
Entscheid lässt sich daher nicht beanstanden.
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