# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3d7efe2d-6d8d-4a03-8d33-2856772402a1
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend strafbare Vorbereitungshandlungen zu Raub etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 15. April 2014 (DG130419)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 18.
Dezember 2013 (HD Urk. 41) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
– der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis
Abs. 1 lit. d StGB,
– der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB, sowie
– der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 130
Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 22 Monaten
aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6
Monate, abzüglich 130 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind)
wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. Kosten der Kantonspolizei
Fr. 3'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 3'801.75 Auslagen Untersuchung
Fr. 35'308.00 amtliche Verteidigung durch RA X._ im Verfahren DG130139
Fr. 15'149.85 amtliche Verteidigung durch RA X._ in diesem Verfahren.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens,
ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem
Beschuldigten auferlegt.
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6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit
separatem Beschluss entschieden.
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 79 S. 2)
1. Es sei der Beschuldigte bezüglich des Hauptdeliktes vom Vorwurf der
strafbaren Vorbereitungshandlung im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d
StGB freizusprechen respektive das diesbezügliche Verfahren gestützt
auf Art. 260bis Abs. 2 StGB einzustellen.
2. Der Beschuldigte sei bezüglich der Nebendelikte zu einer bedingten
Geldstrafe von 30 Tagessätzen à CHF 30.00 zu verurteilen.
3. Dem Beschuldigten sei für die erlittene Untersuchungshaft von
insgesamt 30 Tagen eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
4. Die Gerichtsgebühren seien abzuweisen und die Kosten des
Verfahrens wie auch der amtlichen Verteidigung im vorliegenden
verfahren und im Verfahren Nr. DG130139 seien vollumfänglich auf die
Staatskasse zu nehmen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 80, Seite 1)
1. In Aufhebung von Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich, 1. Abteilung, vom 15. April 2014 sei der Beschuldigte mit 30
Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen, dies unter Anrechnung von 128
Tagen erstandener Untersuchungshaft.
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2. In Aufhebung von Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts
Zürich, 1. Abteilung, vom 15. April 2014 sei der Vollzug der Strafe
anzuordnen.
3. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom
15. April 2014 zu bestätigen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Formelles
Das Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, sprach den Beschuldigten mit Urteil
vom 15. April 2014 schuldig der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub,
der Misswirtschaft und der Unterlassung der Buchführung. Es bestrafte den
Beschuldigten mit 28 Monaten Freiheitsstrafe teilbedingt, wovon 22 Monate
aufgeschoben wurden bei einer Probezeit von vier Jahren (Urk. 67).
Vor Schranken liess der Beschuldigte Berufung anmelden (Prot. Ib S. 17).
Die Berufungserklärung folgte am 11. Juli 2014 (Urk. 68). Demnach wird mit
Bezug auf den Vorwurf der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Raub ein
Freispruch und die Einstellung des Verfahrens gestützt auf Art. 260bis Abs. 2 StGB
(Nicht-zu-Ende-Führen aus eigenem Antrieb) verlangt. Die Verurteilung wegen
Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung wird hingegen anerkannt und
dafür eine bedingte Geldstrafe beantragt. Des Weiteren wird eine Genugtuung für
die erlittene Untersuchungshaft anbegehrt.
Die Staatsanwaltschaft erhob am 30. Juli 2014 Anschlussberufung
beschränkt auf den Strafpunkt. Als Sanktion beantragt sie eine unbedingte
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Freiheitsstrafe von 30 Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft (Urk.
72).
Demnach ist das erstinstanzliche Urteil unangefochten geblieben hinsichtlich
der Dispositivziffern 1 teilweise (Verurteilung wegen Misswirtschaft und
Unterlassung der Buchführung) und 4 (Kostenaufstellung). Dass diese Punkte in
Rechtskraft erwachsen sind, ist vorab festzustellen.
II. Sachverhalt
1. Die Vorinstanz hat den Anklagesachverhalt hinsichtlich des Vorwurfes
der Vorbereitungshandlungen zu Raub wie folgt richtig zusammengefasst:
"Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, er habe mit weiteren Personen geplant, ca. Mitte Mai 2010 einen Geldkurier der B._ AG [Bank] in
der Nähe der ...strasse ... in ... Zürich zu überfallen und ihm das Geld
wegzunehmen. Der Beschuldigte habe von einem unbekannten Tippgeber
konkrete Informationen über eine Gelegenheit zum Raubüberfall erhalten und
habe sich daraufhin ca. Anfang Mai 2010 an C._ (separates Verfahren)
gewandt, um ihn in sein Vorhaben einzuweihen. Es sei zusammen mit einem
weiteren Mittäter geplant gewesen, zwei Faustfeuerwaffen bzw. entsprechend
echt aussehende Attrappen und einen Pfefferspray mitzuführen, um den
Geldkurier zu bedrohen bzw. in Schach zu halten. Des Weiteren hätten sie
Sturmhauben mit ausgeschnittenen Augenpartien tragen wollen. Die Mittäter
hätten mit einer Beute von ca. Fr. 100'000.– bis Fr. 150'000.– gerechnet. Der
Beschuldigte habe deshalb von D._ (separates Verfahren) für den geplanten
Raub einen Revolver beschafft und zudem eine Pistole und einen Pfefferspray
bereitgehalten. Ferner habe er mit C._ zwei schwarze Sturmhauben
beschafft. Überdies habe der Beschuldigte mit C._ und teilweise dem
weiteren Mittäter an mehreren Tagen die Umgebung des geplanten Tatorts
betrachtet, um über An- und Abfahrtswege bzw. Fluchtwege sowie
Planungsdetails und Vorgehensvarianten zu diskutieren. Der weitere Mittäter
habe bei E._ ein Motorrad und einen Roller abholen lassen, die als
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Fluchtfahrzeuge hätten gebraucht werden sollen. Der Beschuldigte und C._
hätten den ortskundigen F._ (separates Verfahren) als Fahrer organisiert,
der die beiden nach dem Raub mit einem Auto, zumindest über eine Teilstrecke,
hätte wegfahren sollen. Am 18. Mai 2010 seien alle Vorbereitungen getroffen
worden, um den Raubüberfall durchzuführen, welcher letztlich jedoch nicht
durchgeführt worden sei" (Urk. 67 S. 5 f.).
2. Die Stellung des Beschuldigten zu diesem Anklagevorwurf variierte im
Verlaufe des Verfahrens erheblich. Während er den Vorwurf anfänglich noch als
"grossen Witz" bezeichnete bzw. ihn bestritt (HD 11/1-2), machte er in mehreren
weiteren Befragungen von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (HD
11/5-6 und 11/8-10). Am 13. März 2013 war er dann zu Aussagen bereit: So gab
er nun die Planung und Vorbereitung des Überfalls auf einen B._-Geldkurier
zu (samt Details wie Pistolenattrappen, Pfefferspray, Auskundschaften,
Sturmmasken; HD 11/11). Er betonte jedoch, dass er alles selber gemacht und
dafür nicht eigens C._ nach Zürich beordert habe. Auch machte er am
Anklagesachverhalt gewisse weitere Abstriche, die aber seine grundsätzlich
aktive Vorbereitung der Raubtat nicht in Frage stellten. Der Beschuldigte ergänzte
überdies, dass er nicht alle Informationen über die konkreten Tatumstände des
Überfalls zur Verfügung gehabt habe. Die fehlenden Informationen hätten mit dem
"OK" für die Ausführung der Tat kommen sollen. Der Beschuldigte erklärte weiter,
er sei noch vor dem "OK" vom Vorhaben zurückgetreten, dies aus verschiedenen
Gründen, so wegen seines Sohnes und weil er als Verfasser eines Buches, in
welchem er Jugendlichen abgeraten hatte, sich ihn zum Vorbild zu nehmen, bei
einer neuen Straftat das Gesicht verloren hätte (a.a.O. S. 2 ff., S. 8 ff.). Im
Rahmen der Schlusseinvernahme vom 15. April 2013 liess der Beschuldigte im
Hinblick auf ein abgekürztes Verfahren – ein solches war bereits seinem
Mitbeschuldigten C._ angeboten worden, worauf dieser ein vollumfängliches
Geständnis abgelegt hatte (vgl. HD 11/13 S. 1) – alle Einschränkungen des
Anklagesachverhalts fallen und anerkannte den Sachverhalt nun uneingeschränkt
(a.a.O. S. 6 oben).
Konsequenterweise erhob die Staatsanwaltschaft am 29. April 2013 Anklage
gegen den Beschuldigten im abgekürzten Verfahren (Urk. 33). Allerdings
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verweigerte das Bezirksgericht dafür am 1. Oktober 2013 die Genehmigung,
nachdem der Beschuldigte in der gerichtlichen Befragung vom gleichen Tag
erneut Einschränkungen am Sachverhalt der Anklage gemacht hatte (vgl. Urk. 34;
Geschäfts-Nr. DG130139, Prot. Ia S. 6ff., Kopie in Urk. 76). Daraufhin führte die
Staatsanwaltschaft mit dem Beschuldigten am 12. Dezember 2013 eine neue
Befragung durch, aus der hervorging, dass, nachdem der Beschuldigte von
Familienangehörigen von C._ im Gefängnis besucht worden und weil schon
bei Letzterem das abgekürzte Verfahren geplatzt war, er ebenfalls nicht daran
festhielt und insbesondere nicht weiterhin die Mitbeteiligung von C._ an den
Vorbereitungshandlungen einräumen wollte. Der Beschuldigte anerkannte nun
wieder nur noch seine eigenen Vorbereitungshandlungen für den geplanten Raub
und verneinte jede Beteiligung von C._. Zudem machte er zu fast allen
Ziffern des Anklagesachverhalts erneut kleinere oder grössere Einschränkungen
(HD 39 S. 5-10). Auch erklärte er, schon am 17., 18. oder 19. Mai 2010 alles
fallengelassen zu haben, mithin bereits damals von den Vorbereitungen zum
geplanten Raub abgelassen zu haben (vgl. a.a.O. S. 11).
Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin am 18. Dezember 2013 eine
(nunmehr ordentliche) Anklage gegen den Beschuldigten (Urk. 41). Die
Hauptverhandlung vor Bezirksgericht fand am 15. April 2014 statt und der
Beschuldigte blieb dabei mit seinen Anerkennungen (und mit den Ergänzungen
seiner Verteidigung) auf den gleichen Positionen wie anlässlich der Einvernahme
vom 12. Dezember 2013 (Prot. Ib S. 6 ff. und Urk. 54). Gleich verhielt er sich in
der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 13-22).
3. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Urteil mit den Positionsbezügen des
Beschuldigten zu den einzelnen Ziffern des Anklagesachverhalts detailliert und
ausführlich auseinandergesetzt (Urk. 67 S. 9-31). Sie hat nachvollziehbar
dargelegt, dass sich die einzelnen Sachverhaltselemente der Anklage gestützt auf
die Audio-überwachung vom 5. und 7. Mai 2010, die Telefonprotokolle aus der
Zeit vom 5. Mai bis 7. Juni 2010, die Observation durch die Polizei sowie die
Aussagen der Beteiligten erstellen lassen. Einschränkungen waren nur bezüglich
folgender Ziffern des Anklagesachverhalts zu machen: Ziff. 7 (beim Revolver des
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D._ ist richtigerweise nur von einem Gasrevolver auszugehen, welcher
jedoch vom Aussehen her einer Schusswaffe sehr ähnlich sieht), Ziff. 8 (bei der
Pistole des Beschuldigten ist von einer Waffenattrappe auszugehen), Ziff. 14 (wie
F._ beim Raub eingesetzt werden sollte und ob er dafür schon angefragt
worden war, muss richtigerweise offen bleiben).
Die Beweisführung durch die Vorinstanz sowie die daraus gezogenen
Schlüsse überzeugen durchwegs, sodass ihnen gefolgt werden kann. Der
Anklagesachverhalt ist folglich mit den erwähnten drei Einschränkungen als
erstellt zu betrachten.
III. Rechtliche Würdigung
Die Vorinstanz gelangte zu Recht zur Ansicht, dass der Beschuldigte mit
seinem Verhalten den Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu
Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 StGB erfüllt hat (Urk. 67 S. 33). Sie lehnte
jedoch die Anwendung von Abs. 2 dieser Bestimmung, gemäss welchem solche
Vorbereitungshandlungen straflos bleiben würden, ab; dies aus zwei Gründen.
Zum Einen gehe aus dem Wortlaut von Art. 260bis Abs. 2 StGB hervor, dass
ein Rücktritt nur vor der Beendigung der Vorbereitungshandlungen möglich sei.
Die Auffassung des Bundesgerichts in BGE 132 IV 127 E. 2.3., die auch von der
Verteidigung vertreten werde, sei deshalb gesetzwidrig (a.a.O. S. 33 f.). Dieser
Ansicht kann nicht gefolgt werden. Vorerst ist festzuhalten, dass die rein
grammatikalische Interpretation einer Gesetzesbestimmung nur eine der
möglichen Auslegungsarten ist. Des Weiteren vermochte sich das Bundesgericht
in ihrem Entscheid auf eine breite Literatur zum fraglichen Tatbestand
abzustützen. In nachvollziehbarer Weise kam es zum Schluss, dass Art. 260bis
Abs. 2 StGB immer anwendbar sei in Fällen, in denen der Delinquent spontan von
seinem deliktischen Projekt Abstand nehme, egal wie weit die
Vorbereitungshandlungen bereits gediehen seien; der Rücktritt müsse einzig vor
dem Beginn eines Versuchs der geplanten Tat erfolgt sein. Das Bundesgericht
betonte dabei, dass dadurch die Strafbarkeit der Vorbereitungshandlungen als
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solche nicht illusorisch würde, da für die Straflosigkeit zusätzlich das Erfordernis
des Rücktritts "aus eigenem Antrieb" erfüllt sein müsse. Insgesamt vermag die
neue Praxis des Bundesgerichts zu überzeugen. Die Auffassung der Vorinstanz
ist deshalb zu verwerfen.
Im angefochtenen Urteil wird die strafbefreiende Wirkung des Rücktritts des
Beschuldigten aber auch aus einem zweiten Grund abgelehnt: Die Vorinstanz
vermochte dem Beschuldigten nicht zu glauben, dass er aus eigenem Antrieb von
der vorbereiteten Tat abgelassen hat; er habe sich vielmehr, gezwungen durch
äussere Gegebenheiten, zu diesem Schritt entschieden, wobei allenfalls auch die
von der Verteidigung geltend gemachten Unstimmigkeiten und Streitereien
innerhalb der Tätergruppierung noch ihr Übriges dazu beigetragen hätten; ein
Handeln aus eigenem Antrieb sei aus dem Verhalten des Beschuldigten jedenfalls
nicht ersichtlich (Urk. 67 S. 35).
Die Verteidigung sieht dies anders: der Beschuldigte sei vom geplanten
Raub zurückgetreten nicht nur aufgrund von Streitereien und Unstimmigkeiten
unter den Tatbeteiligten, sondern auch wegen seiner Befindlichkeit zufolge
exzessiven Kokainkonsums, aber auch wegen seinem schlechten Gewissen
insbesondere gegenüber seinem Sohn, ferner aus Angst vor einer weiteren
Inhaftierung (HD 56 S. 14ff., S. 19 und Urk. 79 S. 5-13 ). Im gleichen Sinne hatte
sich bereits der Beschuldigte im Rahmen seiner (neunten) Befragung am 13. Mai
2013 geäussert (HD 11/11 S. 2f.). In der Einvernahme vom 12. Dezember 2013
(HD 39 S. 11), welche der gerichtlichen Nichtgenehmigung des abgekürzten
Verfahrens (vgl. Beschluss in Urk. 34 und Prot. Ia in Urk. 76) folgte, und ebenso
anlässlich der auf die neue, nun ordentliche Anklage folgende zweite
Hauptverhandlung vom 15. April 2014 (Prot. Ib S. 5f.) berief sich der Beschuldigte
erneut auf einen vorzeitigen Rücktritt vom geplanten Raub. Dabei blieb der
Beschuldigte auch vor Obergericht (Prot. II S. 15 f.).
Dass der Beschuldigte den geplanten Raubüberfall nicht durchgeführt und
dies auch nicht versucht hat, steht fest. Fraglich ist einzig, ob dies, wie vom
Beschuldigten ausgesagt, aus eigenem Antrieb geschehen ist oder nicht. In Frage
steht somit die Anwendung des Strafbefreiungsgrunds von Abs. 2 des Art. 260bis
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StGB. Entscheidend für die Strafbefreiung ist, dass der Täter sich frei
entschliesst, sein Vorhaben aufzugeben, also aus inneren Motiven und
weitgehend unabhängig von äusseren Gegebenheiten seinen Plan nicht
weiterverfolgt. Dabei kommt es auf die sittliche Qualität der Beweggründe nicht
an. Auch spielt nach der erwähnten bundesgerichtlichen Praxis keine Rolle, ob
der Rücktritt während der Vorbereitungsphase oder erst nach Abschluss
derselben erfolgt ist, solange jedenfalls noch nicht mit der Haupttat begonnen
wurde. Zur Bejahung eines solchen eigenen Antriebs genügt allerdings nicht die
blosse Behauptung des Beschuldigten, sondern seine Erklärung muss in
ausreichendem Masse objektivierbar sein. Andernfalls wäre die Strafandrohung
von Art. 260bis Abs. 1 StGB weitgehend illusorisch.
Der Beschuldigte behauptet, sein Rücktritt sei zwischen dem 17. und
19. Mai 2010 erfolgt (HD 39 S. 11 und Urk. 79 S. 11). Konkret kann er diese
Zeitangabe einzig darauf abstützen, dass er den für die Tat beschafften
Gasrevolver dem Vorbesitzer an diesen Tagen vorzeitig zurückgegeben hat. Für
die nähere Eingrenzung des Zeitpunkts, an welchem diese Rückgabe geschehen
ist, kann auf die Ergebnisse der Telefonkontrolle zurückgegriffen werden (Die
Kurzfassung der Gespräche samt Nennung der Gesprächsteilnehmer findet sich
in HD 10 S. 62 f.; die ausführlichen Gesprächstexte in HD 6 L+M). Demnach ist
die Rückgabe frühestens am 19. Mai 2010 erfolgt. Wie die überwachte
Kommunikation weiter zeigt, geschah die Retournierung des Revolvers aber nicht
freiwillig, sondern der Vorbesitzer, der offenbar nicht einmal der eigentliche
Eigentümer der Waffe war, erzwang die Rückgabe mittels nicht weniger als fünf
gehässigen SMS an den Beschuldigten (HD 6L,18.5.10, 23:11, 23:43; HD 6M,
19.5.10, 00:19, 00:23, 00.26), mit einem versuchten Telefonanruf an diesen (HD
6L, 18.5.10, 23:41: "Ich bringe A._ um. Ohne Erlaubnis nimmt er meine
Pistole." – A._ bzw. A._ ist der Übername des Beschuldigten) und mit
einem SMS an eine Drittperson (G._), die sich gerade beim Beschuldigten
("A._") aufhielt, mit dem Auftrag, sie solle dem Beschuldigten den Revolver
doch wieder wegnehmen (HD 6L, 18.5.10, 23:12). Der Beschuldigte, der auf die
Rückgabeforderung zuerst noch geantwortet hatte, er habe sich "immer richtig
verhalten" (HD 6M, 19.5.10, 00:22), lenkte unter dem massiven Druck schliesslich
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ein (HD 6M, 19.5.10, 00:25). Die Rückgabe (bzw. Rücknahme) erfolgte gemäss
Aussage des Beschuldigten via G._ (HD 11/11 S. 6).
Eine eigene innere Motivation des Beschuldigten ist bei diesem Vorgehen
nicht zu erkennen. Er hatte sich ja erst ein bis zwei Tage zuvor des Revolvers
bemächtigt; gemäss Aussage des Beschuldigten besass er ihn lediglich einen
Tag lang bzw. erst sehr kurze Zeit (HD 39 S. 8; HD 11/11 S. 8). Folglich ist nicht
erklärlich, wieso er ihn nun ohne äussere Veranlassung bereits wieder
zurückgeben sollte. Auch sonst sind keine objektivierbaren Anhaltspunkte
ersichtlich, die darauf hindeuteten, dass der Beschuldigte aus eigenem Antrieb
bereits um den 19. Mai 2010 herum in irgendeiner Weise von den Vorbereitungen
für der Raubüberfall Abstand genommen hätte. Die Umstände und der kurze
Zeitablauf zwischen Beschaffung und weitgehend erzwungenen Retournierung
des Gasrevolvers passen jedenfalls nicht zur Behauptung des Beschuldigten, er
sei bereits zwischen dem 17. und 19. Mai 2010 vom geplanten Raub
zurückgetreten aus Furcht vor Strafe und um im Zusammenhang mit seiner
Buchpublikation über den I._-Postraub das Gesicht nicht zu verlieren sowie
insbesondere aus schlechtem Gewissen gegenüber seinem Sohn. All diese
Überlegungen können dem Beschuldigten nicht noch völlig egal gewesen sein,
als er sich den Revolver – ohne den Besitzer zu fragen – verschaffte, um sich
dann bloss ein oder zwei Tage später unvermittelt völlig anders zu besinnen.
Dafür, dass sich seine innere Einstellung innert so kurzer Zeit radikal geändert
haben sollte, gab der Beschuldigte denn auch keine Erklärung. Ein so plötzlicher
Gesinnungswandel ist demnach nicht glaubhaft.
Dies aber lässt darauf schliessen, dass das Aufgeben des Raubplans nicht
schon am 19. Mai 2010, sondern erst später erfolgt ist. Darauf weisen denn auch
weitere Umstände hin: Zum einen sind bloss zwei Tage danach, am Freitag, dem
21. Mai 2010, und in der darauf folgenden Woche mehrere Personen im
Zusammenhang mit Drogenvergehen verhaftet worden: so D._, der Neffe
von H._, sodann J._, der Bruder von H._, sowie drei weitere
Personen aus dem gleichen Umfeld (vgl. HD 10 S. 37). Dass diese
Verhaftungswelle, die einen Personenkreis betraf, der sich mit demjenigen, der
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den Überfall auf den B._-Geldkurier vorbereitet hatte, überschnitt, einen
zureichenden Grund dafür darstelle, den geplanten Raubüberfall einstweilen auf
Eis zu legen bzw. ganz aufzugeben, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.
Ebenso klar ist, dass ein darauf gestützter Rücktritt, da von äusseren Umständen
bewirkt, keine Strafbefreiung betreffend vorangegangener Vorbereitungen
bewirken würde. Nichts kann deshalb für den Beschuldigten näher gelegen
haben, als seinen Rücktritt auf die Zeit vor der erwähnten Polizeiaktion
vorzuverlegen.
Dieser Sicht der Dinge entgegnete die Verteidigung mit dem Argument, der
Beschuldigte habe von den Verhaftungen gar nichts gewusst bzw. frühestens am
7. Juni 2010 davon erfahren (Urk. 79 S. 12 f.). Dieser Einwand erweist sich jedoch
als abwegig. Wie aus der Telefonüberwachung hervorgeht, haben H._ und
der Beschuldigte miteinander ein äusserst freundschaftliches, ja konspiratives
Verhältnis gepflegt. Sie kannten sich seit der Zeit des I._-Postraubs. Es war
H._, der dem Beschuldigten den Tipp und die erforderlichen ersten
Informationen zum Raubüberfall auf den B._-Kurier verschaffte. Dies zeigt
das grosse Vertrauen, das zwischen den beiden geherrscht hat. Wenn nun der
Neffe von H._, D._, der wegen der zeitweiligen Entwendung seines
Gasrevolvers (s.o.) und wegen seiner Anwesenheit beim Kauf der Sturmmützen
(vgl. HD 10 S. 56 Ziff. 4/9 und 4/5; HD 13/1) teilweise Kenntnis vom geplanten
Raubüberfall haben musste, verhaftet wurde und sodann auch noch der Bruder
von H._ sowie weitere drei Personen aus dem gleichen Umfeld, so kann kein
Zweifel bestehen, dass der Beschuldigte zumindest von Seiten von H._ –
schon in dessen eigenem Interesse – ohne Verzug bzw. innert weniger Tage von
diesen Verhaftungen in Kenntnis gesetzt worden sein muss. Dies räumte in der
Berufungsverhandlung selbst der Beschuldigte ein (Prot. II S. 20). Daran, dass er
zumindest innert Wochenfrist von den Verhaftungen erfahren hatte, können keine
Zweifel bestehen. Das Gegenteil bei einer so verschworenen Personengruppe,
wie es die an der Vorbereitung des Raubüberfalls Beteiligten darstellten,
anzunehmen, wäre weltfremd. Dass sich die Kenntnis der Verhaftungswelle im
näheren Umfeld dieser Personen wie ein Lauffeuer verbreitet haben muss, geht
auch daraus hervor, dass C._, der am 7. Juni 2010 noch unwissend nach
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Zürich gekommen war, innert Kürze ebenfalls davon erfuhr und zwar so konkret,
dass er sowohl die Anzahl der verhafteten Personen ("fünf") zu nennen
vermochte, als auch wusste, um wen es sich handelte, ansonsten er die
Verhafteten gegenüber seiner Freundin nicht als "meine Freunde" hätte
bezeichnen können (vgl. HD 6P, 7.6.2010, 22:01).
Als weiteres Indiz dafür, dass der Beschuldigte ohne Verzug von der
Verhaftungswelle erfahren haben muss, ist anzusehen, dass er in der Woche der
Verhaftungen und in der Woche darauf sofort jeglichen Kontakt mit C._ zu
unterbinden wusste, obwohl dieser ihn – noch nichts von den Verhaftungen
wissend – unzählige Male zu kontaktieren versucht hat. Da dieser
Kontaktunterbruch im Vergleich zu den sonstigen meist drogenkonsumbedingten
Unpässlichkeiten des Beschuldigten ungewöhnlich lang dauerte, wird der Grund
dafür in der von ihm gegenüber der Polizei geübten Vorsicht gelegen haben und
nicht im zuweilen exzessiven Kokainkonsum des Beschuldigten, wie von der
Verteidigung angeführt wurde (vgl. Urk. 56 bzw. 69 S. 16 und Urk. 79 S. 8 ff.).
Erst mehrere Tage nach der Verhaftungswelle, mithin erst in gebührendem
Abstand dazu liess der Beschuldigte den Kontakt mit C._ wieder zu.
Die letzten Zweifel daran, dass der Beschuldigte nicht bereits vor der
Verhaftungswelle dem Raubplan abgeschworen hatte, räumt die Art der von ihm
Anfang Juni 2010 d.h. einige Zeit nach der Verhaftungswelle zu C._ wieder
aufgenommenen Kontakte aus. C._ hatte seinen Ärger, dass der
Beschuldigte über längere Zeit keinen Kontakt mehr mit sich zugelassen hatte,
gegenüber F._ ausgelassen und ihn veranlasst, die Verbindung mit dem
Beschuldigten ("A._, diesen Idioten") wieder herzustellen; dies nachdem
F._ C._ versichert hatte, dass die "Arbeit", die sie "zusammen
angeschaut" hätten, "immer noch aktuell" sei (HD 6N, 2.6.2010, 20:18, Seite 2f.).
Als der telefonische Kontakt zum Beschuldigten am Abend des 2. Juni 2010
endlich wieder zustande kam, bestätigte der Beschuldigte auf Frage von C._,
welcher offenbar noch nichts von der Verhaftungswelle wusste, dass (in Zürich)
alles in Ordnung sei; er solle sich keine Sorgen machen; und der Beschuldigte
beruhigte C._ zusätzlich mit den Worten: "Aber kein Problem, wir bewältigen
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alles! Mein Freund! Wichtig ist, sich den Problemen zu stellen" (HD 6N, 2.6.2010,
21:54 S. 2f.). Demgegenüber bekundete C._ nun seine Absicht, wegen "dem
Angebot", das ihm, als er das erste Mal nach Zürich gekommen war, gemacht
worden war und wohin sie, C._ und der Beschuldigte, zusammen
"gegangen" seien bzw. "immer noch wegen der Arbeit, die wir angeschaut
haben", erneut nach Zürich kommen zu wollen (a.a.O., 21:54, und HD 6N,
2.6.2010, 23:33). Damit kann er nur den geplanten und bereits wiederholt
ausgekundschafteten Raubüberfall auf den B._-Geldkurier gemeint haben.
Aus den im polizeilichen Schlussbericht zusammengestellten Sequenzen der
Gespräche zwischen dem Beschuldigten und H._ mit C._ bei dessen
erstem Besuch in Zürich ist denn auch abzuleiten, dass dieser in erster Linie für
diesen Überfall angeheuert worden war (vgl. HD 10 S. 29-35). Dass dieser
Berufsverbrecher (vgl. sein Vorstrafenregister aus Italien in Urk. 77 sowie die
Angaben über ihn in HD 10 S. 27) in Zürich nach einer seriösen Arbeit Ausschau
gehalten haben soll, was der Beschuldigte einmal und im Übrigen auch C._
so behauptete (vgl. HD 39 S. 5), kann mit Fug ausgeschlossen werden. Allein
schon die auffällig verklausulierte Weise, wie C._ und seine
Gesprächspartner am Telefon miteinander sprachen (vgl. z.B. das Gespräch mit
F._ in HD 6N, 2.6.10, 20:18), deutet klar auf zu verheimlichende, unredliche
Absichten hin. Bei den folgenden Telefonkontakten wiederholte der Beschuldigte
gegenüber C._, dass alles in Ordnung sei (HD 6O, 6.6.10, 16:17) und die
beiden besprachen seine bevorstehende Ankunft am Hauptbahnhof in Zürich (HD
6P, 7.6.2010, 10:25: "ich komme um 13 Uhr").
Dies alles zeigt klar, dass der Beschuldigte seinen Komplizen C._ noch
nach der Verhaftungswelle wieder in Zürich haben wollte, um mit ihm diese
Überfallgelegenheit weiter voranzutreiben. Dass der neuen Reise nach Zürich
nichts Legales zugrunde lag, erschliesst sich nicht nur aus der bereits erwähnten,
erkennbar verschlüsselten Art, wie weiterhin miteinander kommuniziert wurde,
und punktuell aus den Gesprächsinhalten, sondern ergibt sich schon aus dem
ursprünglichen Zweck, der die beiden und H._ Anfang Mai 2010 erstmals
zusammengeführt hatte.
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Wesentlich ist ferner, dass der Beschuldigte den ihm als Profiräuber
bekannten C._, der bei verschiedenen Gelegenheiten betont hatte, dass er
nicht vergeblich nach Zürich reisen und Zeit vergeuden wolle (so etwa in HD 6I,
16.5.10, 13:17, 7. Antwort von "..." = "..." = C._, oder in HD 6N, 2.6.10,
20:18, S. 2 ab Mitte), bis zuletzt im Glauben liess, in Zürich sei alles in Ordnung
und ihn so auf den 7. Juni 2010 erneut nach Zürich lockte. Dies bedeutet, dass
der Beschuldigte seine Verbindung zu diesem Berufsverbrecher, eine
Verbindung, die er zwecks gemeinsamer Verübung eines Raubüberfalles
aufgenommen hatte, dafür auch noch nach der Verhaftungswelle "warm halten"
wollte. Dieses Verhalten des Beschuldigten lässt sich folglich nicht in Einklang
bringen mit seiner Behauptung, dass er schon seit geraumer Zeit d.h. seit 2 1⁄2
Wochen aus Angst vor Strafe, wegen seines Sohnes und um das Gesicht nicht zu
verlieren vom deliktischen Vorhaben Abstand genommen haben will. Das
Gegenteil ist anzunehmen, nämlich dass er die Option einer gemeinsamen
Durchführung des vorbereiteten Raubüberfalls nicht aufgeben wollte.
C._ aber, der am 7. Juni 2010 um 13:15 Uhr mit der Bahn in Zürich
angekommen war, erfuhr vor Ort recht schnell von der Verhaftungswelle der
vorangegangenen Tage und reagierte umgehend: Bereits um 14:30 Uhr
erkundigte er sich bei seiner Freundin, ob sein Bahnbillet für die Rückfahrt am
gleichen Tag gültig wäre (HD 6P, 7.6.10, 14:30). Und noch am selben Abend (um
22:09 Uhr) nahm er den Zug in Richtung Tessin. Zürich war C._ aufgrund der
Verhaftungswelle offenbar zu heiss geworden, so heiss, dass er bei der Rückreise
trotz telefonischer Ankündigung (a.a.O., 21:46) nicht einmal mehr einen Halt bei
seiner Freundin in ... einschaltete, sondern auf direktem Wege nach Italien
flüchtete (a.a.O., 22:01).
Damit aber war die Person, welche unter anderem den Überfall auf den
B._-Geldkurier als Profi und Frontmann hätte orchestrieren bzw. ausführen
sollen, ausgeschieden. Allein aber war der Beschuldigte nicht in der Lage, den
geplanten Überfall durchzuführen. Dies war denn auch der Grund für die
Nichtdurchführung des Überfalls auf den B._-Geldkurier und nicht der vom
Beschuldigten geltend gemachte Gesinnungswandel.
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Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Tatsache, dass der inkriminierte
Raubüberfall nicht durchgeführt worden ist, nicht auf einen selbstbestimmten
vorzeitigen Rücktritt des Beschuldigten (noch vor der Verhaftungswelle)
zurückzuführen ist, sondern auf das nach Kenntnis der Verhaftungswelle
entschiedene Aussteigen von C._ als dem wichtigsten Akteur bei der
Ausführung der geplanten Tat. Das Aufgeben des Plans wurde somit (zumindest
überwiegend) von äusseren Gegebenheiten bestimmt. Folglich entfällt die
Anwendung von Abs. 2 von Art. 260bis StGB und der Beschuldigte ist wegen
Vorbereitungshandlungen zu Raub im Sinne von Art. 260bis Abs. 1 lit. d StGB zu
verurteilen und zu bestrafen.
IV. Strafe
1. Die allgemeinen Vorbemerkungen der Vorinstanz zur Strafzumessung
und zum Strafrahmen für strafbare Vorbereitungshandlungen und die weiteren
Delikte sind zutreffend, sodass darauf verwiesen werden kann (Urk. 67 S. 36-39).
Auch die Erwägungen im angefochtenen Urteil mit Blick auf die konkrete
Bemessung der Strafe für die schwerste Tat vermögen zu überzeugen. Die
Einschätzung der objektiven Tatschwere als erheblich bis mittelschwer ist
nachvollziehbar und berücksichtigt ausreichend die Tatumstände wie die
beabsichtigte Beute, den Grad und die Intensität der Tatvorbereitungen, die Art
der einzusetzenden Tatmittel, die geplante Aufteilung der Beute und die aktive
Rolle des Beschuldigten. Auf der subjektiven Seite ist richtig festgehalten, dass
das Motiv des Beschuldigten rein pekuniärer Natur gewesen ist. Die kriminelle
Energie war beim Beschuldigten wie bei den übrigen Beteiligten gross. Wenn die
Vorinstanz die beim Beschuldigten zur Tatzeit vorhandene Kokainsucht als in
leichtem Masse verschuldensvermindernd anrechnete, so ist dagegen nichts
einzuwenden.
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten und seines
Lebenslaufs, die sich bei der Strafzumessung nicht wesentlich auszuwirken
vermögen, kann ebenfalls auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen
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werden (a.a.O. S. 42 f.). Die Vorstrafe des Beschuldigten wegen des Postraubs
aus dem Jahre 2000 ist einschlägig und erweist sich aufgrund der damals
ausgefällten Freiheitsstrafe von 5 1⁄2 Jahren als gewichtig; die Verurteilung liegt
jedoch schon lange zurück. Der Beschuldigte hat sich seit der bedingten
Entlassung aus dem Vollzug dieser Strafe lange Jahre nichts mehr zu Schulden
kommen lassen. Die Vorstrafe kann sich somit nur in beschränktem Masse
straferhöhend auswirken.
Im Weiteren ist das Geständnis des Beschuldigten strafmindernd zu
berücksichtigen. Mit Blick auf den Vorwurf der Vorbereitungshandlungen zu Raub
bezeichnete die Vorinstanz den Beschuldigten zwar als lediglich "teilweise"
geständig (a.a.O. S. 43 unten). Dies ist jedoch zu präzisieren: sein
diesbezügliches Geständnis ging, was seine eigene Aktivität angeht, sehr weit.
Dass der Beschuldigte nicht auch noch die Tatbeteiligung seines Komplizen
C._ bestätigen wollte, nachdem dieser selber nicht mehr zu seinen
Handlungen stand, kann dem Beschuldigten nicht zum Nachteil gereichen.
Allerdings fielen dem Beschuldigten die ihn selbst betreffenden Zugaben
angesichts der erdrückenden Beweislage eher leicht. Dennoch ist eine
Strafminderung am Platze. Ganz leicht strafmindernd hat die Vorinstanz auch
noch die von der Verteidigung geltend gemachte Vorverurteilung des
Beschuldigten in den Medien berücksichtigt, was eher grosszügig war, nachdem
der Beschuldigte die Öffentlichkeit zum Teil selber gesucht hatte. Die
Berücksichtigung dieses Umstand vermag sich aber ohnehin nicht merklich auf
die Strafhöhe auszuwirken.
Bei den weiteren Delikten (Misswirtschaft und Unterlassung der
Buchführung) erachtete die Vorinstanz das objektive Verschulden des
Beschuldigten zu Recht als noch leicht, da es sich dabei in erster Linie um ein
nachlässiges Nichtkümmern und Nichtstun gehandelt habe. Auf der subjektiven
Seite wurde zutreffend berücksichtigt, dass der Beschuldigte in der Deliktsperiode
zeitweise in Haft sass. Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass dem
Beschuldigten bei den Nebendelikten eine wirkliche Bereicherungsabsicht nicht
unterstellt werden kann. Insgesamt bewertete die Vorinstanz das Tatverschulden
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des Beschuldigten zu Recht als "eher leicht". Weiter zu berücksichtigen ist, dass
der Beschuldigte bezüglich dieser Nebendelikte vollumfänglich geständig war,
was die Strafe ermässigt. Demgegenüber fällt in Betracht, das der Beschuldigte
nicht lange vor der Begehung der neuen Delikte (zwischen 19. Oktober 2011 und
Mai 2012) eine weitere Vorstrafe erwirkt hatte: den Strafbefehl vom 28. März 2011
wegen SVG-Delikten mit einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr.
30.–). Alles in allem erweist sich aufgrund der Nebendelikte eine Erhöhung der
Einsatzstrafe für die Haupttat um zwei Monate als gerechtfertigt.
Wenn die Staatsanwaltschaft mit ihrer Anschlussberufung eine Erhöhung
der von der Vorinstanz ausgefällten Strafe um zwei weitere Monate verlangt, so
ist ihr in Erinnerung zu rufen, dass sie im Rahmen des in Gang gesetzten
abgekürzten Verfahrens noch eine vollbedingte zweijährige Freiheitsstrafe
befürwortet hatte. Des Weiteren vermochte sie dafür, dass die vorinstanzlich
ausgefällte Freiheitsstrafe etwas anzuheben sei, keine über eine bloss marginale
Ermessensanpassung hinausgehende sachliche Begründung zu liefern (vgl. Urk.
72).
Im Ergebnis ist deshalb die erstinstanzlich ausgefällte Strafe zu bestätigen.
2. Nicht zu überzeugen vermag auch der Antrag der Staatsanwaltschaft auf
Verweigerung des teilbedingten Vollzugs der Strafe. Die Vorinstanz hat diese
Rechtswohltat angesichts der lange zurückliegenden, einzig einschlägigen
Vorstrafe des Beschuldigten und seiner inzwischen relativ stabilen
Lebensverhältnisse gewährt und den unbedingten Strafanteil auf das Minimum
festgelegt. Den dennoch aus den Vorstrafen abzuleitenden Bedenken ist sie mit
einer Probezeit von vier Jahren begegnet.
Die Staatsanwaltschaft hielt dem entgegen, dass der Beschuldigte nicht
vollständig zu seinen Verfehlungen zu stehen vermocht habe und deshalb keine
günstige Prognose gestellt werden könne (a.a.O. S. 2). Hier ist aber zu
wiederholen, dass der Beschuldigte seine Tatschuld, soweit er aussagte, eher
überschiessend einzugestehen bereit war, wenn auch von der Absicht getragen,
nicht noch andere Personen zu belasten. Auch von daher erscheint der Entscheid
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der
Vorinstanz für eine teilbedingte Strafe dem konkreten Fall eher gerecht zu
werden, als eine gänzlich unbedingte Strafe. Allerdings richtet sich die
Bemessung des unbedingten Strafteils nach dem Verschulden des Beschuldigten
und danach, wie gut sich die Prognose für längeres Wohlverhalten erweist. Mit
der Ansetzung der Probezeit auf 4 Jahre hat bereits die Vorinstanz zu Recht
angedeutet, dass diesbezüglich gewisse Bedenken bestehen. Der unbedingte
Strafteil ist deshalb nicht auf das gesetzliche Minimum von 6 Monaten
festzulegen. Vielmehr erweist sich der Vollzug von wenigstens 8 Monaten als
angezeigt. Dass daran die von der
Vorinstanz richtigerweise auf 130 addierte Anzahl von Hafttagen anzurechnen ist,
verlangt das Gesetz. Die Freiheitsstrafe ist deshalb im Umfang von 20 Monaten
aufzuschieben bei einer Probezeit von 4 Jahren; der Rest (8 Monate
Freiheitsstrafe abzüglich der 130 Tage bereits erlittener Haft) ist zu vollziehen.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens ist die Kosten- und
Entschädigungsregelung des vorinstanzlichen Urteil zu bestätigen
(Dispositivziffern 5 und 6).
Die Kosten des Berufungsverfahrens, exklusive diejenigen der amtlichen
Verteidigung, sind, nachdem der Beschuldigte vollständig unterliegt, aber auch
die Staatsanwaltschaft mit ihrem Antrag auf eine höhere, unbedingte Strafe nicht
durchdringt, zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf
die Gerichtskasse zu nehmen. Ebenso auf die Gerichtskasse zu nehmen sind die
Kosten der amtlichen Verteidigung unter Vorbehalt der Nachforderung im Umfang
von drei Vierteln gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
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