# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94d876a3-6f20-502a-a664-1140eaea695e
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Am 2. März 2016 erliess die Gemeinde Sutz-Lattrigen betreffend Umbau
Liegenschaft C._strasse 47 folgende Verfügung: "Sämtliche Bauarbeiten sind bis
auf Weiteres umgehend einzustellen bis die Baupolizeibehörde das weitere Vorgehen
beschlossen und ein allfälliger rechtskräftiger Bauentscheid vorliegt." Die Gemeinde
adressierte diese Verfügung an Herrn und Frau D._ und E._,
C._strasse 47 in L._, sowie an die I._, Herrn F._, Route
G._ 7 in H._.
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2. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 4. April 2016
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
stellt folgende Rechtsbegehren: "1. Die Verfügung vom 2. März 2016 sei vollumfänglich aufzuheben. 2. Es sei festzustellen, dass Bauarbeiten, die sich im Rahmen der rechtsgültig
erteilten Baubewilligung vom 22. Mai 2013 bewegen, weiterhin zulässig sind und ausgeführt werden dürfen.
3. Arbeiten an der betroffenen Baustelle, die zur Sicherung des Gebäudes oder zum Schutz vor Bauschäden dienen, seien vorsorglich gemäss Ziff. 27 Abs. 1 Bst. a VRPG zu bewilligen.
4. Eventualiter sei festzustellen, dass die Verfügung vom 2. März 2016 formell falsch eröffnet wurde und somit nicht vollstreckbar ist.
5. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde Sutz-Lattrigen beantragt
in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. April 2016, die Beschwerde sei abzuweisen und die
Baueinstellungsverfügung sei zu bestätigen. Weiter beantragt sie, der Beschwerde sei die
aufschiebende Wirkung nicht zu erteilen. Mit Verfügung vom 2. Mai 2016 wies das
Rechtsamt ein Gesuch der Beschwerdeführerin vom 28. April 2016 um Sistierung des
Verfahrens ab. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintreten
a) Angefochten ist eine Baueinstellungsverfügung gemäss Art. 46 Abs. 1 BauG2.
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
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b) Zur Beschwerde ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat
oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung
besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung
der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG3). Die Beschwerdeführerin ist zwar nicht
Adressatin der angefochtenen Verfügung und hat am vorinstanzlichen Verfahren insofern
nicht förmlich teilgenommen. Allerdings sind Herr F._ und Herr J._,
welche die Anwaltsvollmacht für die Beschwerdeführerin unterzeichnet haben, auch für die
Verfügungsadressatin I._ zeichnungsberechtigt. Zudem ist die
Beschwerdeführerin als die im Grundbuch eingetragene Eigentümerin der Parzelle Sutz-
Lattrigen Grundbuchblatt Nr. K._ durch die Verfügung besonders berührt. Dies gilt
umso mehr, als sich die Verfahrensbeteiligten darüber einig sind, dass die Gemeinde
umgehend eine neue Verfügung gleichen Inhalts mit der Beschwerdeführerin als
Adressatin erlassen würde, sollte die angefochtene Verfügung falsch adressiert gewesen
sein. Unter diesen Umständen ist die Beschwerdeführerin als zur Beschwerde befugt zu
betrachten, alles andere würde lediglich Verfahrensleerlauf und unnötigen
Verwaltungsaufwand verursachen. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde
wird daher eingetreten.
2. Baueinstellung
a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe mit der
Baueinstellungsverfügung den Grundsatz der Verhältnismässigkeit missachtet. Lediglich
die Fenster seien nicht gemäss den bewilligten Plänen eingebaut worden. Es stehe ausser
Frage, dass diese wieder zurückgebaut würden, sofern das noch hängige
Projektänderungsgesuch nicht bewilligt werde. Unter diesen Umständen sei eine
Baueinstellung für den ganzen Hausteil auf der Parzelle Nr. K._ nicht
gerechtfertigt, ein Baustopp für den Einbau der Fenster hätte genügt. Allerdings seien die
Fenster ohnehin schon eingebaut, weshalb auch dafür kein Baustopp mehr nötig sei. Eine
vorsorgliche Baueinstellung aufgrund eines Verdachts auf zukünftige Verletzungen von
Vorschriften sei nicht zulässig. Es liege in der Verantwortung des Bauherrn, sich an die
Vorschriften zu halten, ansonsten müsse er die Konsequenzen einer Wiederherstellung
tragen.
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Für die Beschwerdeführerin habe die Baueinstellung erhebliche Konsequenzen. Der
Bauunterbruch könne Substanz- und Folgeschäden am Gebäude bewirken. Zudem
bestehe die Gefahr, dass sich das Feuer bei einem Brand schneller ausbreiten würde.
Weiter könne sich das Fachwerk im aktuellen Zustand bei Windböen ab 60 km/h verbiegen
oder gar einbrechen. Schliesslich könnten die Termine nicht mehr eingehalten werden, was
zu grossen Verzögerungen mit entsprechenden finanziellen Schäden führe.
Im Übrigen entspreche das Vorgehen der Vorinstanz nicht den gesetzlichen Vorgaben, weil
sie bisher keine angemessene Frist für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
angesetzt habe. Somit missbrauche die Vorinstanz die Möglichkeit einer Baueinstellung,
um sich während ihrer Abklärung betreffend das pendente Projektänderungsgesuch einen
grosszügigen Zeitraum zu verschaffen. Insofern habe sie gegen Treu und Glauben
verstossen und das Verfahren gesetzeswidrig nicht weitergeführt. Ein weiteres Zuwarten
sei der Beschwerdeführerin jedoch nicht zumutbar. Die Baueinstellung sei daher
aufzuheben.
b) Mit Gesamtbauentscheid vom 22. Mai 2013 erteilte das Regierungsstatthalteramt
Biel-Bienne die Baubewilligung für die Sanierung sowie den Um- und Ausbau der
Liegenschaft C._strasse 47. Bei dieser Liegenschaft handelt es sich gemäss
Bauinventar um ein erhaltenswertes Baudenkmal in der Baugruppe D und damit um ein
sogenanntes K-Objekt. Nachdem die Gemeinde festgestellt hatte, dass "südostseitig"
Arbeiten ausgeführt wurden, die nicht der Baubewilligung entsprachen, verfügte sie am
11. September 2015 gegenüber Herrn und Frau D._ und E._ sowie der
I._ bzw. Herrn F._ die Einstellung dieser Arbeiten; vor Erhalt einer
Projektänderungsbewilligung dürfe nicht mehr weitergebaut werden. Am 5. Oktober 2015
reichte die Beschwerdeführerin ein Projektänderungsgesuch ein. Daraufhin hob die
Gemeinde mit Verfügung vom 8. Oktober 2015 die Baueinstellungsverfügung vom
11. September 2015 mit folgender Bedingung auf: "Es dürfen bauliche Massnahmen zur
Sicherung der Einsturzgefährdung getroffen werden, jedoch darf mit weiteren
Ausbauarbeiten, welche gegenüber der erteilten Baubewilligung des Statthalteramtes
(noch) nicht bewilligt waren, nicht ausgeführt werden." Mit Schreiben vom 1. Dezember
2015 teilte die Gemeinde mit, dass es sich beim Gesuch vom 5. Oktober 2015 nicht um
eine Projektänderung, sondern um ein neues Projekt handle, und dass die Baubewilligung
nicht in Aussicht gestellt werden könne. Daraufhin zog die Beschwerdeführerin mit
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Schreiben vom 5. Januar 2016 das Projektänderungsgesuch zurück. Anlässlich einer
Sitzung vom 2. März 2016 wurde durch die Beschwerdeführerin ein geändertes Projekt mit
neuen Plänen vorgestellt. Am gleichen Tag erliess die Gemeinde die nun angefochtene
Baueinstellungsverfügung.
Daraus ist ersichtlich, dass die Sanierung sowie der Um- und Ausbau der Liegenschaft
C._strasse 47 in Abweichung von der Baubewilligung vom 22. Mai 2013
ausgeführt wurden und gemäss Projektänderungsgesuch auch weiterhin in Abweichung
von dieser Baubewilligung ausgeführt werden sollen. Hinsichtlich der Fenster räumt die
Beschwerdeführerin explizit ein, dass sie diese nicht gemäss den bewilligten Plänen
eingebaut hat. Darüber hinaus wurde bereits im Vorfeld zur Baueinstellungsverfügung vom
11. September 2015 in Abweichung von der Baubewilligung gebaut, wobei sich aus den
vorhandenen Unterlagen nicht erschliesst, welche Arbeiten dies genau waren. Von einer
vorsorglichen Baueinstellung alleine aufgrund eines Verdachts auf zukünftige Verletzungen
von Vorschriften kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden. Im Übrigen zielt
eine Baueinstellung immer darauf ab, weitere nicht bewilligte Bauarbeiten zu verhindern.
Die bereits unbewilligt vorgenommenen Arbeiten lassen sich dadurch nie verhindern.
c) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens
Vorschriften missachtet, so verfügt die zuständige Baupolizeibehörde die Einstellung der
Bauarbeiten (Art. 46 Abs. 1 BauG). Als "Überschreitung" gilt jede Abweichung vom
bewilligten Bauprojekt, die ihrerseits bewilligungsbedürftig wäre. Schon alleine mit dem
Einbau der Fenster in Abweichung zur Baubewilligung ist somit die Voraussetzung für eine
Baueinstellung erfüllt, zumal es sich um ein Baudenkmal handelt. Die Baupolizeibehörde
ist bei entsprechender Wahrnehmung verpflichtet, die illegale Bautätigkeit zu stoppen; sie
geniesst dabei keinen Beurteilungsspielraum und hat keine Interessenabwägung
vorzunehmen.4 Demnach hat die Gemeinde zu Recht eine Baueinstellung verfügt. Da
keine Interessenabwägung vorzunehmen ist, sind insbesondere die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Konsequenzen grundsätzlich unbeachtlich –
zumal sie diese Konsequenzen aufgrund ihres illegalen Verhaltens selber zu verantworten
hat.
4 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 6
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d) Der Umstand, dass eine unbewilligte Baute grundsätzlich zurückgebaut werden
muss, vermag an der Notwendigkeit einer Baueinstellung nichts zu ändern. Solche
Rückbauten sind in der Praxis problematisch und schwierig durchzusetzen. Deshalb sieht
das bernische Baurecht im Falle von unbewilligter Bautätigkeit zwingend die
Baueinstellung vor, um damit die Notwendigkeit von Wiederherstellungsmassnahmen
soweit möglich gar nicht erst entstehen zu lassen. Dies gilt vorliegend umso mehr, als es
sich bei der betroffenen Liegenschaft um ein Baudenkmal handelt. Wird ein Baudenkmal
unbewilligt abgerissen oder umgebaut, ist es unter Umständen unwiederbringlich zerstört
und eine Wiederherstellung nicht mehr möglich.
e) Zwar muss jegliches staatliches Handeln verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV5).
Insofern ist es grundsätzlich denkbar, dass trotz Baueinstellung gewisse Arbeiten noch
erlaubt werden, um unnötigen Schaden zu verhindern. So könnte beispielsweise das
Zudecken eines offenen Dachs noch erlaubt werden. In diesem Sinn hat die Gemeinde in
ihrer Baueinstellung vom 8. Oktober 2015 bauliche Massnahmen zur Sicherung der
Einsturzgefahr erlaubt. Die Beschwerdeführerin hat jedoch in der Folge nicht nur Arbeiten
ausgeführt, die zur Schadensminderung nötig waren, sondern auch die Fenster in
Abweichung der Baubewilligung eingebaut. Selbst wenn ein Fenstereinbau durch den
kontrollierten Trocknungsausgleich der natürlichen Beschichtungen im Innern des
Volumens von Nöten gewesen sein sollte, wie die Beschwerdeführerin nun geltend macht,
hätte dies keinen Fenstereinbau in unbewilligter Anordnung gerechtfertigt. Insofern ist es
nachvollziehbar, dass die Gemeinde in der angefochtenen Verfügung nun eine
uneingeschränkte Baueinstellung verfügt hat. Unabhängig davon ist die entsprechende
Forderung der Beschwerdeführerin in ihrem Rechtsbegehren Nr. 3 ohnehin zu unbestimmt.
Würden ihr pauschal alle Arbeiten bewilligt, die der Sicherung des Gebäudes oder dem
Schutz vor Bauschäden dienen, wären Streitigkeiten darüber, welche Arbeiten darunter
fallen, vorprogrammiert. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass die Gemeinde der
Beschwerdeführerin vorsorglich gewisse Arbeiten erlaubt, sofern diese Arbeiten genau
umschrieben und deren Dringlichkeit konkret begründet werden. Allerdings müsste es sich
dabei um reine Sicherungsmassnahmen handeln, ein Weiterbauen am Bauvorhaben ist
nicht zulässig.
5 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
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Denkbar ist auch, dass bei einer grossen Überbauung in Berücksichtigung der
Verhältnismässigkeit eine Baueinstellung nur für denjenigen Teil verfügt wird, der in
Überschreitung der Baubewilligung erstellt wird. Dies entspricht der Forderung der
Beschwerdeführerin in ihrem Rechtsbegehren Nr. 2. Im vorliegenden Fall zeigen die
jüngsten Projektänderungspläne vom Januar 20166 jedoch, dass das Bauvorhaben auf
sämtlichen Stockwerken und an allen Fassaden im Vergleich mit den bewilligten Plänen7
erheblich geändert werden soll. Somit kommt eine teilweise Baueinstellung nicht in Frage.
Es ist nicht erkennbar, was am Bauvorhaben problemlos gebaut werden könnte, ohne
eindeutig nicht in Konflikt mit den rechtskräftig bewilligten Plänen zu kommen. Auch die
Beschwerdeführerin vermag nicht konkret zu benennen, welche Arbeiten ihr erlaubt
werden könnten.
f) Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG setzt die Baupolizeibehörde dem jeweiligen
Grundeigentümer oder Baurechtsinhaber sodann eine angemessene Frist zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes. Die Wiederherstellungsverfügung wird
aufgeschoben, wenn der Pflichtige innert 30 Tagen seit ihrer Eröffnung ein Gesuch um
nachträgliche Baubewilligung einreicht (Bst. b). Bei vollständiger oder teilweiser
Bewilligung des Bauvorhabens fällt die Wiederherstellungsverfügung im entsprechenden
Umfang dahin (Bst. d). Im Falle des Bauabschlags entscheidet die
Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand
wiederherzustellen ist (Bst. e).
In Abweichung dieses vorgesehenen Verfahrensablaufs hat die Beschwerdeführerin im
vorliegenden Fall bereits vor Erlass einer Wiederherstellungsverfügung Pläne für eine
Projektänderung eingereicht. Hinsichtlich der bereits gebauten Abweichungen von den
bewilligten Plänen handelt es sich dabei um ein nachträgliches Baugesuch. Somit hatte die
Gemeinde zu Recht vorerst darauf verzichtet, die Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands anzuordnen. Dieser Verfahrensschritt wurde durch die Beschwerdeführerin mit
der Einreichung der Projektänderungspläne obsolet. Über die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands wird nun erst zusammen mit dem Bauentscheid über das
(nachträgliche) Projektänderungsgesuch zu entscheiden sein.
6 Siehe Beilage 21 zur Beschwerdeantwort der Gemeinde Sutz-Lattrigen vom 20. April 2016 7 Siehe Beilage 3 zur Beschwerdeantwort der Gemeinde Sutz-Lattrigen vom 20. April 2016
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Der Vorwurf, die Gemeinde habe sich mit ihrem Vorgehen für die Abklärungen betreffend
das pendente Projektänderungsgesuch einen grosszügigen Zeitraum verschafft, ist somit
unbegründet. Sie hat damit weder gegen Treu und Glauben noch gegen die Vorgaben des
Baugesetzes verstossen. Die Gemeinde klärt zurzeit mit dem Regierungsstatthalteramt ab,
ob die geänderten Pläne als Projektänderung oder als neues Baugesuch beurteilt werden
müssen und in wessen Zuständigkeit das Gesuch fällt. Die entsprechende Besprechung
mit dem Regierungsstatthalteramt hat am 4. April 2016 stattgefunden, die nächste Sitzung
der Baukommission, an der über das weitere Vorgehen beschlossen wird, findet am 3. Mai
2016 statt. Unter diesen Umständen kann nicht davon gesprochen werden, dass die
Gemeinde das Verfahren gesetzeswidrig nicht weiterführt. Dieses Zuwarten ist der
Beschwerdeführerin zumutbar, sie hat die Situation mit ihrem Verhalten selber verursacht.
3. Zusammenfassung
a) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Hinsichtlich der
Rechtsbegehren Nr. 1 und 2 wird sie abgewiesen und die angefochtene Verfügung wird
bestätigt. Mit diesem Beschwerdeentscheid wird die Baueinstellung auch für die
Beschwerdeführerin verbindlich, auch sie ist nun Verfügungsadressatin. Damit wird das
Eventualbegehren Nr. 4 hinfällig, wobei sich aus der Beschwerde ergibt, dass die
Beschwerdeführerin im Falle einer materiellen Behandlung ihrer Beschwerde ohnehin kein
Interesse an diesem Rechtsbegehren hat.
b) Mit diesem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch der Beschwerdeführerin,
ihrer Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren (Rechtsbegehren Nr. 5),
gegenstandslos geworden. Es kann als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben
werden (Art. 39 VRPG). Das gleiche gilt für ihren Antrag, ihr seien gestützt auf Art. 27
Abs. 1 Bst. a VRPG vorsorglich Arbeiten an der betroffenen Baustelle zu bewilligen, die zur
Sicherung des Gebäudes oder zum Schutz vor Bauschäden dienen (Rechtsbegehren
Nr. 3).
4. Kosten
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a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine
Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1
i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV8). In Anwendung dieser Bestimmungen wird die Pauschale auf
Fr. 600.-- festgelegt.
Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei
diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei. Sie
hat daher die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- zu tragen.
b) Weder die Gemeinde Sutz-Lattrigen noch die unterliegende Beschwerdeführerin
haben Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 4 und 108 Abs. 3 VRPG). Daher
sind keine Parteikosten zu sprechen.