# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0cdfa75d-1897-4ed5-9aa5-c7c899407b66
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Im Frühjahr 2012 fanden sich X._ (nachfolgend: Kläger) und der mittlerweile verstorbene A._ zu geschäftlichen Gesprächen zusammen. X._ betrieb zu diesem Zeitpunkt die Einzelunternehmung "B._". Die Geschäftstätigkeit umfasste unter anderem den Handel mit und die Vermietung von Snowboards und Schneesportartikeln. A._ war kollektivzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident der Y._ (nachfolgend: Beklagte). Hintergrund der Gespräche war die beabsichtigte Übernahme der klägerischen Einzelunternehmung durch die Beklagte.
B. In der zweiten Aprilhälfte 2012 holte A._ das Inventar des klägerischen Sportartikelgeschäfts in den Verkaufsräumlichkeiten des Klägers in O.2_ ab und verbrachte es nach O.1_, wo er es in einem Lagerraum unterbrachte, welcher der C._ Bauunternehmung gehörte.
C. Nachdem man unter den Beteiligten zum Schluss gekommen war, einen schriftlichen Vertrag über die Geschäftsübernahme und deren Modalitäten ausarbeiten zu wollen, beauftragte der Kläger seinen Rechtsbeistand mit der Erstellung eines entsprechenden Entwurfs und stellte diesen alsdann D._, ebenfalls kollektivzeichnungsberechtigtes Mitglied des beklagtischen Verwaltungsrates und Ehefrau von A._, zu. Die übermittelten Unterlagen bestanden aus einem mit "Vermögensübertragungsvertrag gemäss Art. 71 Fusionsgesetz" betitelten Hauptdokument sowie drei Inventarlisten und der Übersicht einer noch nicht eingegangenen Bestellung von Snowboards bei der Lieferantin E._ als Anhängen. In den Inventarlisten waren grösstenteils die Gegenstände aufgeführt, welche bereits zuvor von A._ nach O.1_ verbracht worden waren. Nach dem erwähnten Vertragsentwurf sollte Gegenstand der Übertragung die corporate identity des Einzelunternehmens sowie die in den Anhängen aufgeführten Unternehmensaktiven sein. Als Gegenleistung wurde eine Zahlung von Fr. 100'000.00 aufgeführt.
D. In den folgenden Monaten entspann sich ein E-Mail-Verkehr zwischen D._ und dem Kläger bzw. dessen Rechtsbeistand, worin es um verschiedene, von D._ bzw. der Beklagten gewünschte Vertragsanpassungen und - konkretisierungen ging. Diesen Wünschen wurde vom Kläger jeweils entsprochen und es wurden angepasste Vertragsentwürfe und andere von der Gegenseite geforderte Beilagen übermittelt.
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E. Am 5. Oktober 2012 verstarb A._. Mit Schreiben vom 8. bzw. 19. November 2012 liess der Kläger F._, einem ebenfalls kollektivzeichnungsberechtigten Mitglied des beklagtischen Verwaltungsrates, wunschgemäss weitere Geschäftsunterlagen der klägerischen Einzelunternehmung zukommen und erbat einen baldigen Abschluss der Übernahme.
F. Am 22. November 2012 gab die Beklagte dem Kläger über ihre Rechtsbeiständin bekannt, dass sie nicht bereit sei, die Verträge zu unterzeichnen, und die Angelegenheit als erledigt betrachte. Im Übrigen werde der Kläger aufgefordert, die in O.1_ eingelagerten Gegenstände innert dreiwöchiger Frist wegzuschaffen. Dieser stellte sich in seiner schriftlichen Entgegnung vom 18. Dezember 2012 auf den Standpunkt, das Vertragsverhältnis sei entgegen der Ansicht der Beklagten bereits zustande gekommen und seinerseits auch bereits erfüllt worden. In der Folge liess er die Beklagte über den Betrag von insgesamt Fr. 75'000.00 betreiben. Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag gegen die Zahlungsbefehle.
G. Mit Klage vom 7. November 2013 beantragte der Kläger dem Bezirksgericht Prättigau/Davos (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Prättigau/Davos), was folgt:
"1. Die Beklagte sei zu verurteilen, dem Kläger Fr. 75'000.00 nebst 5% Zins auf Fr. 50'000.00 seit dem 19.12.2012 und 5% Zins auf Fr. 25'000.00 seit dem 1.1.2013 zu bezahlen.
2. Es sei dem Kläger gegen die Beklagte ein Nachklagevorbehalt für den Betrag von Fr. 25'000.00 einzuräumen.
3. Dem Kläger sei in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes O.1_ der gegen den Zahlungsbefehl vom 19.12.2012 erhobene Rechtsvorschlag der Beklagten ausdrücklich zu beseitigen und für den Betrag von Fr. 50'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 19.12.2012 sowie für die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 103.00 sei die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
4. Dem Kläger sei in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes O.1_ der gegen den Zahlungsbefehl vom 7.1.2013 erhobene Rechtsvorschlag der Beklagten ausdrücklich zu beseitigen und für den Betrag von Fr. 25'000.00 nebst Zins zu 5% seit dem 1.1.2013 sowie für die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 103.00 sei die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
5. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten."
H. Mit Klageantwort und Widerklage vom 17. Februar 2014 stellte die Beklagte folgende Rechtsbegehren:
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"1. Es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen;
2. Es sei der Kläger widerklageweise zu verpflichten, innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils die in seinem Eigentum stehenden Handels- und Mietwaren, Möbel und Gestelle, Maschinen, Werkzeuge, Computer, Geräte, Briefschaften und sonstigen Gegenstände aus dem früheren Geschäftslokal des klägerischen Einzelunternehmens "B._" an der _strasse 16, O.2_, welche in den Lagerräumlichkeiten in _ 69, 7240 O.1_, eingelagert sind, aus den Lagerräumlichkeiten in _ 69, O.1_, zu entfernen, und es sei die Beklagte zu ermächtigen, im Unterlassungsfall die Räumung dieser Gegenstände aus den Lagerräumlichkeiten _ 69, O.1_, auf Kosten des Klägers zu veranlassen;
3. Unter amtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWST zulasten des Klägers."
I. In seiner Replik und Widerklageantwort vom 11. April 2014 erweiterte der Kläger sein Rechtsbegehren in Ziff. 1 dahingehend, dass die Beklagte nun zu verpflichten sei, dem Kläger einen Gesamtbetrag von Fr. 100'000.00 (statt bloss Fr. 75'000.00) zu bezahlen, dies nebst 5% Zins seit dem 1. Januar 2014 auf die erweiterte Teilsumme von Fr. 25'000.00. Zudem fügte er in Ziff. 4 des Begehrens neu den Antrag hinzu, zusätzlich zu den in der Klage genannten Betreibungen sei ihm auch in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes O.1_ die definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 25'000.00 nebst 5% Zins seit dem 1. Januar 2014 sowie für die Kosten des Zahlungsbefehls von Fr. 103.00 zu erteilen. Die Klageänderung wurde damit begründet, dass nach den Bedingungen des Vertrages, auf welchen der geltend gemachte Anspruch gestützt werde, die Fälligkeit eines Restbetrages von Fr. 25'000.00 erst am 31. Dezember 2013 und demnach nach Verfassen der Klageschrift eingetreten sei. Der mittlerweile fällig gewordene Betrag werde im vorliegenden Verfahren zusätzlich eingeklagt. Bezüglich der Widerklage der Beklagten beantragte der Kläger deren Abweisung, soweit darauf einzutreten sei.
J. Mit Duplik und Widerklagereplik vom 30. Juni 2014 hielt die Beklagte an ihren bisherigen Anträgen fest. Die Entscheidung, ob die vom Kläger vorgenommene Klageänderung zulässig sei, werde dem Gericht anheim gestellt.
K. Mit Widerklageduplik vom 22. August 2014 hielt der Kläger an seinen bisherigen Anträgen fest.
L. Am 12. Februar 2015 fand vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos die Hauptverhandlung statt. Die Parteien blieben bei ihren Anträgen.
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M. Mit Entscheid vom 12. Februar 2015, mitgeteilt am 25. Juni 2015, entschied das Bezirksgericht Prättigau/Davos, wie folgt:
"1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Widerklage wird abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 9'500.00 gehen im Betrag von CHF 7'125.00 zulasten von X._ und im Betrag von CHF 2'375.00 zulasten der Y._. Sie werden mit den geleisteten Kostenvorschüssen, teilweise unter Erteilung eines entsprechenden Regressrechtes an X._ über einen Betrag von CHF 875.00, verrechnet. Die Y._ ist also verpflichtet, X._ diese CHF 875.00 zu bezahlen.
4. X._ hat die Y._ mit CHF 7'904.55, inkl. Barauslagen und MwSt., ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations