# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53a127b3-052f-44f9-8e50-dfed8d7eacfa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, zuletzt als Kioskmitarbeiter (
Urk.
9/22)
sowie bei einem Kurierdienst tätig
(
Urk.
9/23)
und seit Mai 2003
(teilweise)
arbeitslos (
Urk.
9/10 und 9/13)
, meldete sich
erstmals
am 1.
September 2006 unter Hinweis auf Angst und Depressionen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
9/5). Im Zeitpunkt der Anmeldung wurde der Versicherte von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich finanziell unterstützt (
Urk.
9/4). Er war zudem Bewohner des
Y._
(
Urk.
9/
17). Die IV
Stelle holte berufliche und medizinische Unterlagen sowie bei Dr.
med. Dipl.-Psych.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten ein, das am
2.
Mai 2007 erstattet wurde
(
Urk.
9/26). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
9/29) verfügte die IV-Stelle am 19.
Juni 2007, dass kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung bestehe (
Urk.
9/30).
1.2
Am 2
6.
April 2013 meldete sich
X._
erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/35
; datiert vom 22. März 2013
).
Er wurde im Zeitpunkt der Neuanmeldung nach wie vor
durch die Sozialen Dienste
der Stadt Zürich finanziell und
mit
betreutem Wohnen unterstützt
(
Urk.
9/37-38 und
Urk.
9/40).
Nach Eingang der Neuanmeldung stellte die
A._
der
B._
der IV-Stelle am 2
9.
Mai 2013 einen Bericht zu (
Urk.
9/40). Am 29.
Oktober 2013 fand eine Untersuchung bei med. pract.
C._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) statt. Der Bericht zu dieser Untersuchung datiert vom 1
4.
November 2013 (
Urk.
9/45). Nach Rücksprache mit dem Rechts
dienst
(
Urk.
9/48 S. 4) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/49
,
Urk.
9/52,
Urk.
9/56
und
Urk.
9/57
)
wies die IV-Stelle das
erneute Leistungs
begehren
mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
7.
Juli 2014 (
Urk.
2) liess der Versicherte am 12.
Sep
tember 2014 Beschwerde (
Urk.
1) erheben mit folgenden Anträgen (S. 2):
„
1.
Es sei die Verfügung vom 1
7.
Juli 2014 aufzuheben und dem Versicherten eine ganze Rente ab September 2013 zuzusprechen.
2.
Evenualiter seien ergänzende medizinische Untersuchungen (psychia
trisches Gut
achten) anzuordnen.
3.
Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.“
In ihrer Vernehmlassung vom 2
1.
Oktober 2014 beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), was dem Beschwerdeführer am 2
7.
Oktober 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung d
er körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu
machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die diesen Anforderungen genügenden Berichte der regionalen ärztlichen Dienste (
Art.
59 IVG und
Art.
47 ff.
IVV
) können einen vergleichbaren Beweiswert wie ein Gutachten haben (BGE 137 V 210 E. 1.2.1; Bundesgerichtsurteil 9C_999/2010 vom 1
4.
Februar 2011 E.
5.1.2)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die das
erneute
Leistungsbegehren abwei
sende Verfügung damit, dass die aktuell diagnostizierten Beschwerden weitge
hend mit den bereits vorhandenen medizinischen Unterlagen übereinstimmten.
Diese seien alle auf zwischenmenschliche Probleme zurückzuführen.
Der durch den RAD erstellte Untersuchungsbericht beurteile die medizinische Situation ab dem Jahr 2004 bis zum Jahr 201
3.
Es handle sich gesamthaft um eine andere medizinische Beurteilung des gleichen Sachverhalts.
Eine relevante Verände
rung sei aus den zur Abklärung beigezogenen Berichten sowie aufgrund der durchgeführten medizinischen Untersuchung nicht ersichtlich (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess dem
im Wesentlichen
entgegen halten, das
Beschwer
debild
habe sich mit Blick auf die im RAD-Untersuchungsbericht und im Bericht der behandelnden Ärzte vom 2
7.
Mai 2013 übereinstimmend genannten Diagnosen und objektiven Befunde verschlechtert: Einerseits komme
in Bezug auf den Krankheitsverlauf seit dem Jahr 2007
beim aktuellen Krank
heitsbild die rezidivierende depressive Störung mit in den letzten Jahren der Behandlung bis zu mittelgradigen Episoden hinzu. Unter diesen Umständen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
Chronifizierung
des depressi
ven Beschwerdebildes auszugehen. Andererseits hätten sich die Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung in Anbetracht der zusätzlich erhobenen Befunde wesentlich verstärkt. Hinzu komme, dass die Verschlechterung des Gesundheits
zustandes trotz einer intensiven ambulant-psychiatrischen Behandlung einge
treten sei. Folglich könne nicht von einer anderen Beurteilung eines an sich gleichgebliebenen Sachverhaltes ausgegangen werden
(
Urk.
1
S. 9
Ziff.
5)
.
3.
Der anspruchsverneinenden Verfügung vom 1
9.
Juni 2007 (
Urk.
9/30) lag das Gutachten von
Dr.
Z._
vom
2.
Mai 2007
zugrunde.
Dr.
Z._
stellte sei
nerzeit
die folgenden Diagnosen (
Urk.
9/26
S. 5
):
–
selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
–
gegenwärtig gelegentlicher Substanzgebrauch (keine Abhängigkeit, ICD-10 F19) bei einem Status nach regelmässigem Drogen- und
Alkoholabusus
–
Status nach Depression und Angst (ICD-10 F43)
–
Status nach
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.3)
–
Status nach Suizidversuch 1996
–
Status nach Psoriasis und Akne
vulgaris
Dr.
Z._
erwog, insgesamt bestehe auf psychiatrischem Fachgebiet kein
Gesund
heitsschaden
, der eine andauernde Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bewirke
. Beim Beschwerdeführer sei eine selbstunsichere Persönlichkeit bei relativ geringem Bildungsstand festzustellen. Der Drogen- und
Alkoholabusus
bestehe in geringem Ausmass und sollte bei einer für den Beschwerdeführer zufriedenstellenden Lebenssituation lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Depression und Angst seien in der Vergangenheit insbesondere mit belastenden Lebensumständen verbunden
gewesen
, einerseits mit dem Scheitern bei den Abschlussprüfungen, andererseits wegen Anzüglichkeiten von Mitarbeitern
am Arbeitsplatz
bezüglich Homosexualität. Der Suizidversuch im Jahr 1996, die
Bulimia
nervosa
wie auch die Psoriasis und die Akne
vulgaris
spielten im heuti
gen L
eben kein
e arbeitsrelevante Rolle. Die s
oziale Isolation würde sich in einem guten Arbeitsverhältnis verbessern. Der Beschwerdeführer verfüge ins
gesamt über gute kom
munikative Fähigkeiten. Für eine
Boderline
Persönlich
keitsstörung
von relevantem Ausmass
würden
keine Hinweise vor
liegen
(S.
8
). Der Beschwerdeführer sei fähig und bereit, wieder in den bisherigen Verhält
nissen, wie beispielsweise an einem Kiosk, zu arbeiten (100
%). Eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit im ersten Monat sei, gemäss den Worten des Beschwerdeführers, allenfalls durch mangelnde Übung begründet und nicht krankheitsbedingt (S. 6). Der Beschwerdeführer habe auf entsprechende Frage hin ausgeführt, der Antrag auf Unterstützung durch die Invalidenversicherung sei vom Sozialamt gewünscht worden, er selber halte sich nicht für invalid (S.
7).
Dr.
Z._
berichtete weiter, es gebe keine Anhaltspunkte für eine Störung des Bewusstseins und der Orientierung. Aufmerksamkeit, Auffassungsgabe, Kon
zentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis
seien
im Gespräch über gut zwei Stunden als unauffällig und gut
erschienen. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer leicht gesteigert bei etwas lebhafter Sprache. Der Beschwer
deführer zeige kein Misstrauen, keine Anhaltspunkte für hypochondrische Befürchtungen, Phobien, Zwangsstörungen, Ich-Störungen oder wahnhaftes Erleben. Die
Affektivität
sei
gezeichnet von Insuffizienzgefühlen und milder Ratlosigkeit. Die Ängstlichkeit stehe nicht im Vordergrund. Es bestünden keine Anhaltspunkte für Euphorie, Dysphorie oder innerliche Gereiztheit. Der Bes
chwerdeführer sei nicht „
klagsam-
jammerig
“
. Affektiv bestehe
insgesamt
eine gute Modulationsbreite. Im Antrieb sei der Beschwerdeführer etwas gestei
gert, psychomotorisch, bei leicht gesteigertem Redefluss. Es
bestünden
kein Morgentief
,
keine soziale Umtriebigkeit und keine Aggressivität.
Dr.
Z._
berichtete weiter von einem sozialen Rückzug und gab an, es
imponierten ins
besondere die Verunsicherung bezüglich der beruflichen Fähigkeiten, wie auch eine Unsicherheit unter etwaigen Kollegen wegen seiner Homosexualität, nicht so sehr Verzweiflung, Depression und latente Suizidalität wir früher (
Urk.
9/26 S. 5).
Der Beschwerdeführer schilderte
Dr.
Z._
, er habe durch die gegenwärtige Medikation heute erheblich mehr Antrieb. Er wolle inzwischen „
a
rbeitsmässig was machen, aber was?“. Seit einem halben Jahr gehe es ihm zunehmend bes
ser, was er auf die gegenwärtige Medikation zurückführe (S. 4).
Dr.
Z._
merkte an, e
ine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere bezüglich Kontinuität und sozialer Kompetenzen, sei durch den (schon lange indizierten) Beginn einer Psychotherapie zu erlangen. Diesbezüglich habe der Beschwerdeführer Bereitschaft geäussert, wobei eine kognitive oder
lösungs
orientierte
Therapie sinnvoll sei (S. 6).
4.
4.1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes im
Rahmen
der Neuanmeldung konnte sich die Beschwerdegegnerin auf zwei Berichte abstützen.
4.2
Im Bericht der
Klinik A._
der
B._
vom 2
7.
M
ai 2013 (
Urk.
9/40) –
wo
der Beschwerdeführer ab September 2007 durch
gehend in ambulanter p
sychiatrischer Behandlung stand –
diagnostizierten die unterzeichnenden Ärzte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren und emotional instabilen
Persön
lichkeitszügen
.
Weiter liege eine rezidivierend
depressive Störung (mit in den letzten Jahren der Behandlung bis zu mittelgradigen Episoden) und zurzeit eine
leichtgradige
Episode (ICD-10 F33.0) vor. Zudem bestehe eine
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2) und eine Abhängigkeit von
Cannab
in
oiden
(ICD-10 F12.2).
Im Weiteren berichteten die behandelnden Ärzte
,
es habe sich gezeigt, dass der Beschwerdeführer – entgegen der Einschätzung des Gutachters – weitaus schwerer durch seine psychiatrische Erkrankung beeinträchtigt sei. Sie hätten den Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt der Behandlung arbeitsfähig gese
hen, die bei ihnen gestellte Diagnose habe zwar auch eine
Persönlichkeitsstö
rung
umfasst, allerdings mit sehr ausgeprägten Problemen insbesondere in der Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen. I
n fünf Jahren recht intensiver ambulant-psychiatrischer Behandlung (verhaltenstherapeutische Inter
vention im Einzel- und Gruppensetting sowie systemische psychotherapeu
tische Verfahren und integrativ-psychiatrische Zusammenarbeit mit der Sozial
arbeiterin und
den
Betreuerin
nen
des begleiteten Wohnens sow
ie medikamen
töser Psychopharmako
therapie) habe keine Arbeitsfähigkeit erreicht werden können. Allerdings habe der Versicherte auf niedrigem psychosozialem Nive
au stabilisiert werden können: D
ie Wohnfähigkeit im begleiteten Wohnen sei durchgehend gegeben, der Beschwerdeführer habe keine weiteren
Suizidversu
che
unternommen,
keine
weiteren
stationär-psychiatrische
n
Behandlungen benötigt und er habe mit seinen Hilfspersonen und den psychiatrischen
Behandlern
eine grösstenteils tragfähige Beziehung aufbauen können. Aus psy
chiatrischer Sicht sei das Erreichen einer Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten.
4
.3
Im Psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 1
4.
November 2013 (
Urk.
9/45)
stellte
med.
pract
.
C._
diesel
ben Diagnosen wie die Ärzte der Klinik A._
.
Subjektiv habe der Beschwerdeführer geschildert, er habe k
eine Lust am Leben, keine Ideen und
sei antriebslos.
Med.
pract
.
C._
erwog, mit der Diagnose einer kombinierten unter
anderem instabilen
Persönlichkeitsstörung sei ein Gesundheitsschaden ausgewiesen. Einschränkend wirkten sich Konzentrationsstörungen,
St
immungsschwankun
gen
, Labilität
,
„
Angst- und Panikattacken mit Menschen vor
Mobbingsi
tu
ationen
“
sowie eine Angst vor
Frauen aus. Im Weiteren berichtete
med.
pract
.
C._
, der Beschwerdeführer habe sich in seine 1
Zimmer-Wohnung zurückgezogen. Er attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit von 100
%
seit dem Jahr 200
4.
Eine Ver
besserung könne durch verhaltenstherapeutische Massnahmen in Kombination mit
einer
Pharmakotherapie erreicht werden. Diese seien bereits im Gang und neue therapeutische Interventionen seien geplant. Es könne innerhalb von zwei Jahren eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bisher und angepasst erreicht werden. Eine Schadenminderungspflicht solle nicht auferlegt werden. Der
Medikamenten
spiegel
des
Efexors
liege im therapeutischen Bereich.
5.
5.1
Beim Vergleich der ärztlichen Einschätzungen von
Dr.
Z._
im Jahr 2007 (E.
3) und der Ärzte der
Klinik A._
im Jahr 2013 (E. 4.2) fällt auf, dass sich praktisch identische Diagnosen vorfinden.
Dr.
Z._
nannte als Hauptdiagnose eine selbstunsichere
Persönlichkeitsstö
rung
und verwies auf ängstliche Aspekte sowie einen sozialen Rückzug. Die Ärzte der
Klinik A._
ihrerseits diagnostizierten eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden,
selbstun
sicheren
und emotional instabilen Persönlichkeitszügen. Beide verwiesen sodann auf eine Suchtproblematik sowie auf depressive Anteile.
Angesichts dieser Schilderungen ist keine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers ersichtlich,
decken
sich doch die gestellten Diagnosen (unter Einbezug der Befundschilderungen des
Dr.
Z._
) praktisch vollumfänglich. Auch wiesen die behandelnden Ärzte nicht auf eine Ver
schlechterung seit dem Jahr 2007 hin
,
sondern im Gegenteil auf eine weitge
hende Stabilisierung. Die Attestierung einer vollumfänglichen Arbeitsunfähig
keit erscheint demzufolge als abweichende Würdigung des gleich gebliebenen Sachverhalts, was revisionsrechtlich unbeachtlich ist.
Sodann ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3a/cc), was sich vorliegend bestätigt: Die Problematik des Beschwerdeführers ergab sich - anamnestisch gesehen - durch eine Mobbingsituation am letzten Arbeits
platz, infolge derer es zur Auflösung des knapp fünf Jahre
dauernden
Arbeits
verhältnisses gekommen war (
Urk.
9/22). In therapeutischer Hinsicht berichteten die behandelnden Ärzte von guten Erfolgen im Rahmen der Wohnfähigkeit, des Fehlens von Suizidversuchen und stationär-psychiatrischen Behandlungen
sowie - angesichts der Problematik des Beschwerdeführers im Vordergrund ste
hend - des Aufbaus einer tragfähigen Beziehung mit den Hilfspersonen und psychiatrischen
Behandlern
. Weshalb eine Arbeitsfähigkeit bei den gegebenen Kompetenzen und Fortschritten auch in einem aufgesch
l
ossenen Umfeld, was in der Stadt Zürich
wohl
anzutreffen sein dürfte, auf Dauer ausgeschlossen sein soll, ist im vorliegenden Zusammenhang wohl irrelevant, aber nicht nachvoll
ziehbar.
5.2
Auch die Einschätzung des RAD-Arztes med.
pract
.
C._
führt zu keinem anderen Ergebnis. Sein Untersuchungsbericht leidet bereits insofern an einem
erheblichen
Mangel, als er in seiner Funktion als interner Arzt der
Beschwerde
gegnerin
einen falschen Fokus demonstrierte, indem
er
kaum auf die gesund
heitlichen Veränderungen einging, sondern den Bericht - wie bei einer erstmali
gen Leistungsprüfung - praktisch vollumfänglich unter Ausklammerung der Entwicklung abfasste.
Angesichts der erhobenen Befunde ist jedoch gleichwohl eine zuverlässige Ein
schätzung möglich: Der psychopathologische Befund wurde von med.
pract
.
C._
- mit Ausnahme einer leichten
Anhedonie
- als
bland
geschildert (
Urk.
9/45 S. 3 f.).
Dr.
Z._
seinerseits hatte auf Insuffizienzgefühle und Ratlosigkeit hingewiesen und damit ebenfalls eine leichte Einschränkung geschildert. Im Vordergrund stand damals wie aktuell die soziale Interaktion, welche von med.
pract
.
C._
als mittelgradig eingeschränkt geschildert wurde und damit im Vergleich zur Einschätzung von
Dr.
Z._
- welcher ebenfalls auf die Verunsicherung des Beschwerdeführers bezüglich des Umgangs mit Arbeitskollegen hingewiesen hatte - praktisch unverändert erscheint. Die (aktuell) herausstechenden, stark eingeschränkten Parameter „Flexibilität und Umstellungsfähigkeit“ sowie „Durchhaltefähigkeit“ (
Urk.
9/45 S. 4) erscheinen ebenfalls als unverändert, wies doch auch
Dr.
Z._
auf eine notwendige Ver
besserung im Bereich „Kontinuität“ hin.
Dass seit dem Jahr 2007 keine massgebliche Veränderung ausgewiesen ist, ergibt sich sodann aus dem Hinweis von med.
pract
.
C._
auf eine seit 2004 unveränderte Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
9/48 S. 3) und daraus, dass er keine negative Gesundheitsentwicklung des Beschwerdeführers im Verlauf schilderte.
Bei unveränderten Verhältnissen kann damit offen bleiben, wie schlüssig die Begründung einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit (auch in einem ver
ständnisvollen und offenen Umfeld) in jeglicher Tätigkeit begründet ist, da jedenfalls
lediglich
eine abweichende Einschätzung des gleichgebliebenen Sach
verhalts vorliegt.
5.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der rentenverneinenden Verfügung im Jahr 2007 nicht massgeblich verändert hat, weshalb kein Revisionsgrund vorliegt. Demgemäss erweist sich die neuerliche Abweisung der Leistungsbegehrens als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da die Voraussetzungen erfüllt sind (
Urk.
7/2), ist dem Beschwerdeführer antrags
gemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die Gerichtskosten gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG von
Fr.
600.-- sind bei diesem Aus
gang des Prozesses dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.