# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57960edd-45b5-4d9a-8613-41135adffad4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 22
I. Sachverhalt
A.a) Am 26. Juli 1984 verstarb Dr. med. A._. Als Erben hinterliess er seine Ehefrau und fünf gemeinsame Kinder. Weder der Erblasser noch die Erben hatten Wohnsitz in der Schweiz.
b) Im Jahre 1995 kamen die Erben überein, die sich im Nachlass von A._ befindlichen Grundstücke unter den Kindern aufzuteilen und der Mutter an jedem der Grundstücke ein lebenslanges Niessbrauchsrecht einzuräumen. Mit in Deutschland öffentlich beurkundetem Vertrag vom 11. Dezember 1995 hielten sie diesen Willen fest und wiesen den Kindern die einzelnen Grundstücke zu. Im Rahmen dieser Aufteilung erhielt X._ unter anderem die Stockwerkeinheit Nr. Z.1_ mit Sonderrecht an der 2-Zimmerwohnung Nr. 2 im 2. Stock, inklusive Garage Nr. 11, im Appartementhaus „F._“ an der G._ in O.1_ zugewiesen. Mit öffentlich beurkundeter „Abtretung auf Rechnung künftiger Erbschaft, partielle Erbteilung“ vom 18. März 1997 wurde diese Zuteilung in der Schweiz vollzogen. Im selben Vertrag wurde zudem ein lebenslanges und unentgeltliches Nutzniessungsrecht, lastend auf der Stockwerkeinheit Nr. Z.1_, zu Gunsten der Mutter von X._ begründet. Der Vertrag wurde am selben Tag im Grundbuch der Gemeinde O.1_ eingetragen.
B. Am 19. April 2009 verkaufte X._ die Stockwerkeinheit Nr. Z.1_ an ihre Schwester Y._ und deren Ehemann Z._ je zu hälftigem Miteigentum. Der Kaufvertrag wurde von Notar Dr. B._ gleichentags öffentlich beurkundet. Im Kaufvertrag wurde festgehalten, der Kaufpreis betrage fest und pauschal Fr. 307‘000.--. Unter dem Titel „Dienstbarkeiten und Grundlasten“ wurde unter anderem auf die Nutzniessung zugunsten der Mutter von X._ und Y._ hingewiesen und ausgeführt, es sei beiden Parteien bekannt, dass die Nutzniesserin von diesem Nutzniessungsrecht keinen Gebrauch mehr mache.
C. Fünf Tage später, am 24. April 2009, unterzeichneten Y._ (handelnd auch für ihren nicht anwesenden Ehemann Z._) und X._ vor dem deutschen Notar Dr. C._ einen öffentlich beurkundeten Vertrag, gemäss dem der Kaufpreis für die in O.1_ gelegene Stockwerkeinheit Nr. Z.1_ Fr. 200'000.-- betragen sollte und weitere Zahlungen nicht zu leisten waren. Des Weiteren wurde festgehalten, es bestehe Einigkeit darüber, dass das Nutzniessungsrecht der Mutter bestehe und von dieser selbst oder durch Dritte ausgeübt werde. Dieser Tatsache werde mit der Vereinbarung Rechnung getragen.
Seite 3 — 22
D. Am 18. Mai 2009 erteilte die Mutter von X._ und Y._ ihr Einverständnis zur Löschung des zu ihren Gunsten errichteten lebenslänglichen Nutzniessungsrechts. Die Bewilligung zum Grundstückerwerb durch Personen im Ausland erfolgte am 27. Mai 2009 und am 18. Juni 2009 wurden Y._ und Z._ bezüglich der Stockwerkeinheit Nr. Z.1_ an der G._ in O.1_ als Eigentümer je zur Hälfte im Grundbuch eingetragen.
Y._ und Z._ überwiesen Fr. 200‘000.-- an X._.
E. Im Jahre 2012 verstarb die Mutter von X._ und Y._. Im Rahmen der darauf folgenden Ausgleichung der verschiedenen Erbvorbezüge der fünf Kinder kam es zwischen X._ einerseits sowie Y._ und Z._ andererseits zu Uneinigkeiten bezüglich des Kaufpreises für die Stockwerkeinheit Nr. Z.1_, wobei X._ auf einer Restzahlung von Fr. 107‘000.-- (Kaufpreis Fr. 307‘000.-- abzüglich der bezahlten Fr. 200‘000.--) bestand.
F. Zur Sicherstellung ihrer Forderung ersuchte X._ mit Gesuch vom 20. Mai 2014 um Verarrestierung des Vermögens von Y._ und Z._. Mit zwei Arrestbefehlen vom 28. Mai 2014 verarrestierte die Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos sowohl die 2-Zimmerwohnung, Stockwerkeinheit Nr. Z.1_, in O.1_, als auch anderes in der Schweiz gelegenes Vermögen der Eheleute Z._. Die dagegen von Y._ und Z._ erhobenen Einsprachen wurden mit Arresteinspracheentscheiden vom 8./12. September 2014 abgewiesen und die Arrestlegung bestätigt.
G. Am 1. September 2014 reichte X._ direkt beim Bezirksgericht Prättigau/Davos Klage ein mit folgenden Rechtsbegehren:
„1. Es sei der Kaufvertrag Dr. B._ vom 19. April 2009 infolge Formmangel für nichtig zu erklären und folglich von den Beklagten an die Klägerin das Grundstück Nr. Z.1_, 44/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. Z.2_ „F._“, G._, O.1_, Sonderrecht an der Zweizimmerwohnung Nr. 2 im 2. Obergeschoss mit Garage Nr. 11 gegen Erstattung des bereits bezahlten Anteils von Franken 200‘000 zurück zu übertragen.
2. Es sei die notarielle Urkunde von Notar Dr. C._ vom 24. April 2009 für nichtig zu erklären
Eventualiter: Es sei durch die Beklagten der Klägerin der Restkaufpreis von CHF 107‘000 zuzüglich Zinsen zu 5% seit dem 19. April 2009 zu zahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten der Beklagten.“
Seite 4 — 22
H. Die Klageantwort von Y._ und Z._ datiert vom 13. November 2014 und enthält folgendes Rechtsbegehren:
„I. Anträge
In materieller Hinsicht:
1. Die Klage sei sowohl in den Haupt- als auch in den Eventualbegehren abzuweisen.
2. Unter vollständiger amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin. Insbesondere sei den Beklagten auch für das Arrest- und das Arresteinspracheverfahren im Umfange der erlegten Gerichtskosten sowie der Kosten für die anwaltliche Vertretung eine Entschädigung zuzusprechen.
In formeller Hinsicht:
3. Es sei nach dem ersten Rechtsschriftenwechsel eine Instruktionsverhandlung durchzuführen.“
I. Nachdem X._ auf Nachfrage des Gerichts die Durchführung einer Instruktionsverhandlung abgelehnt hatte, ordnete der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos auf Wunsch von X._ einen zweiten Schriftenwechsel an. In ihrer Replik vom 27. Januar 2015 änderte X._ ihre Rechtsbegehren wie folgt ab:
„Es seien die Beklagten 1 und 2 unter solidarischer Haftbarkeit zur Zahlung von 107‘000 Franken zuzüglich Zinsen von 5 Prozent seit dem 18. Juni 2009 an die Klägerin zu verurteilen.
Alles unter amtlichen und ausseramtlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten der Beklagten 1 und 2.“
Mit Duplik vom 18. März 2015 bestätigten Y._ und Z._ ihre Rechtsbegehren in materieller Hinsicht gemäss Klageantwort. Am Antrag auf Durchführung einer Instruktionsverhandlung hielten sie nicht weiter fest.
J. Mit Beweisverfügung vom 7. April 2015 erklärte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden als relevant und liess die Editionsbegehren teilweise zu. Die anbegehrten Zeugen Dr. iur. B._, Dr. C._, D._ und E._ liess er nicht zu, ebenso lehnte er die beantragte schriftliche Auskunft ab. Er behielt die Parteibefragung/Beweisaussage von X._ und/oder von Y._ vor und lehnte gleichzeitig eine solche von Z._ ab. Die Beweisverfügung blieb unangefochten.
K. Am 17. September 2015 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos statt, an welcher beide Parteien mit ihren Rechtsvertretern
Seite 5 — 22
teilnahmen. X._ hielt an ihrem Antrag auf Parteibefragung beziehungsweise Beweisaussage von ihr selbst und von Y._ fest.
L. Mit Entscheid vom 17. September 2015, mitgeteilt am 11. Dezember 2015, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:
„1. Y._ und Z._ werden unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, X._ CHF 107‘000.00 zuzüglich Zinsen von 5% seit dem 19. Juni 2009 zu bezahlen.
2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 15‘000.00 gehen zu Lasten von Y._ und Z._. Sie werden mit dem von X._ geleisteten Vorschuss verrechnet.
3. Y._ und Z._ haben X._ unter solidarischer Haftbarkeit mit CHF 12‘879.35 (inkl. Spesen, ohne MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen und ihr – ebenfalls unter solidarischer Haftbarkeit – den geleisteten Vorschuss in Höhe von CHF 15‘000.00 zu ersetzen.

## Considerations