# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ac5a5e6-78ec-43d4-9243-4de40af45f1d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
X._
, geboren 1967,
bezog ab 1. Juli 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Urk. 6/2
5,
Urk. 6/37). Die Rente wurde am 10. Juli 2007 bei
unverändertem
Invaliditätsgrad
von 100
%
revisionsweise bestätigt (Urk. 6/46).
Im August 2012 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine erneute Rentenrevision ein (Urk.
6
/56).
Nach Abklärung der medizinischen und erwerblichen
Verhältnisse
forderte sie die Versicherte mit Schreiben
vom 4. Dezember 2013
unter Hinweis auf ihre
Mit
wirkungspflicht
auf, den Namen des Arztes anzugeben, bei welchem sie die psy
chiatrische fachärztliche Behandlung durchführe (Urk.
6
/69). Mit Vorbescheid vom gleichen Tag stellte sie die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine
Vier
telsrente
in Aussicht (Urk.
6
/71).
Nach Eingang der Stellungnahme der Versi
cherten vom 17. Januar 2014 (Urk.
6
/75) verfügte sie am
27. Januar 2014
im angekündigten Sinne
und entzog einer Beschwerde gegen die
se
Verfügung die
aufschiebende Wirkung (Urk. 2).
Dagegen erhob die Versicherte am 11. März 2014 Beschwerde mit dem
Rechts
begehren
um weitere Ausrichtung der ganzen Rente, eventualiter um
Rückwei
sung
der Sache an die Verwaltung zwecks Neubeurteilung beziehungsweise weiterer Sachverhaltsabklärung. Daneben ersuchte sie um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2). Daraufhin wurde das vorliegende Verfahren IV.2014.00292 eröffnet.
2
.
Mit zwei Verfügungen vom 13. Februar 2014 sprach die IV-Stelle
der Versicher
ten
für
de
n
noch in Ausbildung
stehenden, volljährigen Sohn
,
Y._
, vom 1. Dezember 2013 bis 28. Februar 2014 eine Kinderrente zur gan
zen Rente zu und reduzierte
diese
ab 1. März 2014 entsprechend der Herabset
zung der
Hauptr
ente (Urk.
8
/
2/1-2).
Gegen diese Verfügungen erhob
X._
am 11. März 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um
A
usrichtung einer ganzen Kinderrente, eventualiter um Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks
Neubeurtei
lung
beziehungsweise weiterer Sachverhaltsabklärung. Daneben ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie um Vereinigung dieses Beschwerdeverfahrens mit dem gleichentags eingeleiteten Verfahren betref
fend die Herabsetzung der Hauptrente (Urk.
8
/1 S. 2). Unter der Prozess Nr. IV.2014.00293 wurde in der Folge ein neues Geschäft angelegt.
3
.
Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2014 ersuchte die Verwaltung um Ver
einigung der beiden Verfahren und schloss auf Abweisung der Beschwerden
(Urk. 5, Urk.
8
/5; vgl. auch Urk. 7).
Am 20. Mai 2014 beschloss das hiesige Ge
richt die Vereinigung der beiden Verfahren und wies die Gesuche um Wie
der
herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerden ab. Daneben wurde
die Beschwerdeführerin
aufgefordert, zu der in Aussicht gestellten
Rück
weisung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und dem damit verbunde
nen Risiko einer möglichen Schlechterstellung Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen
(Urk. 9).
Innert erstreckter Frist
(
Urk.
11-12)
liess
die
Beschwerdeführer
in
mit Eingabe vom
15. August
2014
ihr
Festhalten an d
er Beschwerde mitteilen (Urk. 13
)
, worüber die Beschwerdegegnerin am 20. August 2014 orientiert wurde (Urk. 14)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhält
nisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Lei
den in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unter
schiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein ge
nommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitli
che Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Be
weiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHV) beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente (
Art.
35
Abs.
1 IVG). Der Anspruch besteht auch für erwachsene Kinder, die noch in Ausbildung stehen, bis längstens zum vollendeten 25. Altersjahr (vgl.
Art.
25
Abs.
5 AHVG).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Der ursprünglichen
Rentenzusprache
vom 1
5.
September 2005 (
Urk.
6/37) lag die folgende medizinische Aktenlage zu Grunde:
der behandelnde
Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Medizin FMH, diagnosti
zierte am
7.
und 1
3.
Januar 2005 (
Urk.
6/9/5,
Urk.
6/10/8) eine
Dysthymie
, sicher seit Sommer, mithin seit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses we
gen Betriebsschliessung, und bescheinigte eine vollständige Arbeitsunfähig
keit. Dabei hielt er fest, dass keine Veranlassung bestanden habe, den Bewe
gungsapparat, namentlich die Wirbelsäule, zu untersuchen (
Urk.
6/10/54);
im März 2005 diagnostizierten die behandelnden Fachärzte aus psychiatri
scher Sicht eine mittelgradige depressive Episode mit Erschöpfungssyndrom (
Urk.
6/17/1, Urk. 6/18/8) und attestierten eine vollständige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
6/17/4-5);
der von der Beschwerdegegnerin beauftragte
Dr.
med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Gutachten vom 2
8.
April 2005 als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen, eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung, Spannungskopfschmerz und nicht näher bezeichnete Rückenschmerzen und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
6/22/7), auch in einer leidensangepassten Tätigkeit (Urk. 6/22/9).
Dieser Beurteilung der Arbeitsfähigkeit pflichtete der Arzt des Regionalen Ärztli
chen Dienstes trotz Vorbehalten betreffend die gutachterliche Gewichtung der sozialen Problematik bei (
Urk.
6/24/4), worauf die Beschwerdegegnerin die ganze Invalidenrente zusprach (
Urk.
6/25).
2.
2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer allfälligen anspruchserheblichen Änderung bildet vorliegend die das erste
R
evisionsverfahren abschliessende Mit
teilung
(vgl.
dazu
etwa U
rteil des Bundesgerichts 9C_586/
2010 vom 1
5.
Oktober 2010 E. 2.2)
vom
10. Juli 2007 (Urk. 6/46). Die Bestätigung der ganzen Rente beruhte
einerseits auf der Angabe des Hausarztes im Bericht vom
7.
Juni 2007, dass der Gesundheitszustand stationär und ausser zusätzlichen Rücken
schmerzen keine neuen Faktoren aufgetreten seien (
Urk.
6/43) und an
dererseits auf den Ausführungen
des
die Beschwerdeführerin damals behan
delnden Arztes und Psychoanalytikers
med.
pract
.
B._
im Bericht vom 14. Juni 2007, wel
cher die Diagnosen einer neurotische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8), einer anhaltenden, mittelgradigen depressiven Episode (früher schwere depres
sive Episode mit psychotischen Symptomen; ICD-10 F32.1) sowie einer Somati
sierungsstörung (ICD-10 F45.0) stellte und eine weiterhin andau
ernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 6/43; vgl. auch Urk. 6/45).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist in erster Linie der Rentenanspruch der Beschwerde
füh
rerin ab 1.
April
2014
(
Zustellung der
Verfügung vom 27. Januar 2014
am 1
0.
Februar 2014
, Urk. 2
und
Urk.
1 S. 3 f.
)
. Davon hängt die Höhe der
Kinder
rente
für den noch in Ausbildung stehenden Sohn
Y._
ab
(Verfügungen vom 13. Februar 2014, Urk. 8/2/1-2)
.
3.2
In der angefochtenen Verfügung vom 27. Januar 2014 geht die
Beschwerdegeg
nerin
von
einem verbesserten Gesundheitszustand und
einer ab sofort bestehen
den 50%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste, körperlich leichte,
wechselbelas
ten
de
Tätigkeiten ohne körperliche
Zwangsstellungen, ohne Nach
tarbeit oder Schichtbetrieb
sowie mit reduziertem Zeit- und Leistungsdruck aus (Urk. 2
S. 3
; vgl. auch Urk. 6/6
8
und Urk. 6/76).
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin
zur Hauptsache
geltend,
der Sach
verhalt
sei hinsichtlich der möglichen Belastbarkeit und damit einer allfällig
verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ungenügend abgeklärt worden (Urk. 1 S. 6
ff.
).
4.
4.1
Dr. med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie,
behandelt die Beschwerde
füh
rerin
mit Unterbrüchen
seit 199
1.
Im Bericht
vom 27. Januar 2013 (Urk. 6/58)
stellte er folgende
Diagnosen:
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
/
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Disco
pathie
, bestehend seit 1991
-
Depressiver Zustand
Weiter führte er aus, die Beschwerdeführerin leide seit der Schwangerschaft im Jahre 1991 unter lumbalen Schmerzen mit rezidivierendem Verlauf, welche die Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule einschränkte
n
.
Eine im März 2011 durch
geführte Magnetresonanztomographie
(vgl. Urk. 6/59)
zeige stationäre Verhält
nisse gegenüber der Voruntersuchung im Jahre 200
4.
Eine Tätigkeit ohne Heben und Tragen
von
Lasten
über 7 kg
sei der Beschwerdeführerin während acht Stunden pro Tag möglich.
4.2
M
ed.
pract
.
D._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
psycho
therapie
,
behandelte die Beschwerdeführerin bis Mitte Januar 201
2.
Im Bericht vom
5. September 2013 (Urk. 6/62)
stellte er
nach einer Kontrolle am 2
9.
August 2013
folgende
Diagnosen
:
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode mit Erschöp
fungssyndrom (ICD-10 F33.1)
-
Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
Sodann gab er an, die Beschwerdeführerin leide unter Nervosität, Anspannung
, Kopf- und Rückenschmerzen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung,
sozialem
Rückzug sowie
Ein- und Durchschlafstörungen
. Diese Beschwerden seien Aus
druck eines Erschöpfungssyndroms und hätten im Verlauf der mehrjährigen Therapie kaum abgenommen.
Wegen dieser
s
tationären Entwicklun
g sei die Therapie A
nfang 2012 im gegenseitigen Einvernehmen beendet worden. Seither habe sich der Gesundheitszustand eher verschlechtert. Seit Dezember 2012 strahlten die Rückenschmerzen auch in die Beine und Arme aus, weshalb die Beschwerdeführerin in rheumatologischer Behandlung sei
. Aus psychiatrischer Sicht wäre es indiziert abzuklären, ob eine Tätigkeit mit geringem Pensum
a
n einem klar strukturierten, geschützten Arbeitsplatz möglich sei.
Med.
pract
.
D._
erachtete
eine
solche Tätigkeit höchstens während zwei Stunden pro Tag
für zumutbar
. Diese Aussagen
bezeichnete er aber als
sehr spekulativ, da die Beschwerdeführerin schon lange aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sei und kein Belastungsprofil erstellt werden könne.
Im Falle eines
Abklärungs
versuches
für eine Integration in den geschützten Arbeitsbereich gebe es von seiner Seite her die Möglichkeit, dies psychotherapeutisch zu begleiten.
4.3
Von der Beschwerdegegnerin u
m genauere Angaben zur Arbeitsfähigkeit gebe
ten
(
Urk.
6/63)
, wiederholte med.
pract
.
D._
am 1. Oktober 2013
(Urk.
6
/64
)
, dass
es ihm
angesichts der jahrelangen Nichterwerbstätigkeit
nicht möglich sei, ein klares Profil anzugeben. Zwecks objektiver Erarbeitung eines solches Profils empfahl
er die Durchführung eines
von der Invalidenversich
erung gestützten Arbeitsversuchs. Die Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als
Produkti
onsmitarbeiterin
sei nach einem Reintegrationsversuch möglich. Wegen der langen Arbeitsabsenz müsse erst eine volle Arbeitsfähigkeit erarbeitet werden. Er sehe eine Arbeitsfähigkeit von anfänglich maximal 50 %, welche langsam bis auf mindestens 80 % gesteigert werden könnte
.
Angepasst müsste die Arbeit insofern sein, als dass die Beschwerdeführerin die Möglichkeit haben müsste, ihr Arbeitspotential langsam wieder zu steigern.
4.4
Gestützt auf diese Angaben kam
Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie,
vom
Regional
en
Ärztlichen Dienst
in seiner Stellungnahme
vom 7. November 2013
(Urk. 6/68 S. 7) zum Schluss, dass
aus somatischer Sicht von
einem gebesserten Gesundheitszustand auszugehen sei; er bescheinigte
ab 1. Oktober 2013
eine
somatisch begründete 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsköchin und eine 50
%ige
Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
,
wobei die 50%ige Arbeits
un
fähigkeit psychiatrisch be
gründet sei
.
Das Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit beschrieb er wie folgt: körperlich leicht bis maximal 7 kg Gewichtsbelastung, wechselbelastend, hockend, reduzierter Zeit- und Leistungsdruck, keine Nachtarbeit und
Schicht
betrieb
, allenfalls Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung.
5.
5.1
Während die Invaliditätsbemessung anlässlich der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
wie auch der Mitteilung vom 1
0.
Juli 2007 ausschliesslich auf psychi
atrischen Gesundheitsbeschwerden fusste, erwähnte
Dr.
C._
im aktuellen Revisionsverfahren seit 1991 bestehende Rückenbeschwerden und attestierte bei - seit 2004 - stationären Verhältnissen (
Urk.
6/58/3
Ziff.
1.11) noch eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit.
Die Einschätzung von
Dr.
E._
, der somatische Gesundheitszustand habe sich verbessert und die Arbeitsfähigkeit erhöht, erscheint in Anbetracht dieser Aktenlage weder als nachvollziehbar noch trägt sie dem Verlauf der für die Begründung des Rentenanspruchs seinerzeit massgeblichen psychischen Be
schwerden Rechnung. Vielmehr ist gestützt auf
Dr.
C._
zu schliessen, dass sich die Rückenbeschwerden seit Jahren und wenigstens seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
nicht wesentlich verändert haben, weshalb allein die von
Dr.
E._
postulierte höhere Arbeitsfähigkeit nicht als Revisionsgrund herangezogen werden kann.
5.2
Ebenso wenig ist ausgewiesen, dass
die
psychiatrischen
Diagnosen
seit der
Ren
tenzusprechung
und insbesondere seit der Revision im Jahre 2007
eine wesent
liche
Verbesserung
erfahren
haben
. Vielmehr soll sich
die Symptomatik
nach
Einstellung der Psychotherapie Mitte Januar 2012 eher verschlechtert
haben
.
Jedoch scheint d
ie der Beschwerdeführerin bisher
attestierte
100%igen Arbeits
unfähigkeit für jegliche Tätigkeit nicht mehr zu gelten
,
ging doch selbst
der Psychiater med.
pract
.
D._
nunmehr
von einer gewissen
Restarbeitsfähig
keit
aus
.
Allerdings
besteht ein
unauflösbarer
Wi
derspruch zwischen
dessen
beiden
,
innerhalb eines Monats abgegebenen Stellungnahmen. Aufgrund
dieser
Aktenlage lässt sich
nicht abschliessend beurteilen, ob bei der Beschwerdefüh
rerin eine minimale Erwerbstätigkeit im geschützten Rahmen bloss aus thera
peutischen Zwecken indiziert ist, während auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteh
t
o
der ob die Beschwerdefüh
rerin in leidensangepasster Tätigkeit
auch aus psychiatrischer
Sicht voll ar
beitsfähig wäre, die Wiedereingliederung jedoch angesichts der längeren Absenz vom Arbeitsmarkt schrittweise erfolgen soll.
Bei Annahme der Zumutbarkeit einer Arbeitsleistung
fehlt
darüber hinaus
eine nachvollziehbare Begründung für
die
wiederlangte Arbeitsfähigkeit trotz
eher verschlechtertem Gesundheits
zustand
.
5.
3
Unter diesen Umständen vermag die zusammenfassende Würdigung
des RAD-Arztes
Dr.
E._
nicht zu überzeugen.
Seine Schlussfolgerung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit seit 1. Oktober 2013 beruht
auch
nicht auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin, sondern lediglich auf den widersprüchlichen Angaben von med.
pract
.
D._
, weshalb die Beschwerdegegnerin nicht darauf abstellen durfte.
5.
4
Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
vom 27. Januar 2014 (Urk. 2)
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Abklärungen des medizinischen Sachverhalts vervollständige und hernach über den
weiteren
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin erneut entscheide.
Im Rahmen der Prüfung der Revisionsvoraussetzungen wird die
Beschwerde
gegnerin
unter dem Blickwinkel von
lit
. a der Schlussbestimmungen
der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Änderung des IVG
im Weiteren abzuklären haben, ob die geklagten Rückenschmerzen ein hinreichendes somatisches Kor
relat zur Begründung einer Arbeitsunfähigkeit haben beziehungsweise ob die anhaltenden psychischen Beschwerden eine zu einer Invalidität führende inva
lidisierende Wirkung zu
bewirken vermögen (BGE 130 V 352) und der Renten
anspruch der Beschwerdeführerin
unter dem Gesichtspunkt der Überwindbarkeit
weiterhin Bestand hat.
5.5
Die Höhe der ebenfalls im Streit liegende Kinderrente folgt als akzessorischer Anspruch dem Schicksal der Hauptrente. Die Kinderrente beträgt 40
%
der dem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen entsprechenden Invali
denrente (
Art.
38
Abs.
1 IVG). Daher wird auch die Kinderrente erst nach Durchführung der ergänzenden Abklärungen und
gegebenenfalls
neuer
Invali
ditätsbemessung
festgelegt werden können.
Demnach
ist auch die Beschwerde vom 1
1.
März 2014
betreffend Kinderrente
gutzuheissen und die Sache zur ergänzenden Abklärung und neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Dabei bleibt zu
Handen
der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass nach Lage der Akten vor dem Erlass der angefochtene Verfügung vom 1
3.
Februar 2014 (
Urk.
8/2/1-1) weder ein Vorbescheid ergangen ist noch das rechtliche Gehör
gewährt
wurde
. Die Beschwerdegegnerin wird im neuen Verwaltungsverfahren auch bezüglich des Kinderrentenanspruches das rechtliche Gehör der Beschwer
deführerin hinreichend zu gewähren haben.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
1‘0
00
.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist der Beschwerdeführerin
mangels
Ein
reichung einer Kostennote
(
Urk.
15)
eine
von Amets wegen festgesetzte
Prozessentschädigung von Fr.
2‘400
.
-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
; vgl. ferner Urk. 15)
.