# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c69e7a87-efc3-43a7-b888-d17cc3633843
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
war seit dem 1
7.
Juli 2014 (Tagesregister-Datum) als
Präsident des Verwaltungsrates mit Einzel
unterschrift der Z._
im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen
.
Y._
war sei
t
der Eintragung der Gesellschaft im Handelsregister am 23. April 2008 zunächst bis
1.
Februar 2011
deren
Verwaltungsratspräsident und danach Mit
glied des Verwaltungsrates
mit Einzelunterschrift
.
Per 1
7.
Juli 2014 änderte seine Zeich
nungsberechtigung zur Kollektivunterschrift zu zweien (Urk. 7/388/10-11). Die Gesellschaft war der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichs
kasse, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen.
Der Konkursrichter des Bezirks
gerichts Zürich eröffnete mit Urteil vom 12. Januar 2016 den Konkurs über die Gesellschaft
(
Urk.
7/354/1)
.
Mit Urteil desselben Rich
ters vom 17. Juni 2016 wurde das Konkursverfahren als geschlossen erklärt (Urk. 7/38
6
/
1
).
1.2
Mit Verfügungen vom 18. April 2018 verpflichtete die Ausgleichskasse
X._
und
Y._
jeweils als
Solidarhafter
zur Leistung von Schaden
ersatz für ihr entgangene Lohnbeiträge (inkl. Nebenkosten) im Betrag von Fr. 27'897.30 (Urk. 7/388/2-4, Urk. 7/388/5-7). Gegen die ihn betreffende Verfü
gung erhob
X._
am 23. Mai 2018 Einsprache (Urk. 7/396). Die Aus
gleichskasse wies die Einsprache mit
Einsprache
entscheid
vom 30. Juli 2018 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 12. September 2018 Beschwerde
und
be
an
-
trag
te
, der
Einspracheentscheid
vom
3
0.
Juli 2018 und die
diesem
zugrunde lie
gende Schadenersatzverfügung seien vollumfänglich auf
zuheben
(Urk. 1
S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage der Kassenakten
[Urk. 7/1-411]).
Mit Verfügung vom
11
. Oktober 201
8
wurde
Y._
zum Prozess bei
ge
laden und der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerde
antwort vom
9
.
Oktober 201
8
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 8). Der Beigeladene liess sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen, was den übrigen Verfahrens
be
tei
ligten am
21.
November 201
8
mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlas
senen
ver
siche
rung
(AHVG)
hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrläs
sige Missachtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zufügt, die
sen zu ersetzen. Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG).
1.2
Die Vorschriften
über
die Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestim
mungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung), Erwerbsersatz- (Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutter
schaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge (Art. 6 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung) sowie auf jene an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (Art. 25
lit
. c).
2.
2.1
Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189 E. 5).
Im Hinblick auf die in Art. 14 Abs. 1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die Arbeitgeberbeiträge zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
2.2
Der von der Beschwerdegegnerin gelten
d
gemachte Schaden im Betrag von Fr. 27'897.30
ist den Kassenakten zu entnehmen
(
vgl. insbesondere die Beitrags
übersicht und den Konto-Auszug vom 17. April 2018 [Urk. 7/388/8-9, Urk. 7/388/12-21]) und blieb seitens des Beschwerdeführers unbestritten (
Urk.
1 S.
4
).
3.
3.1
Art. 14 Abs. 1 AHVG und die Art. 34 ff.
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
schreiben vor, dass der Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungs
unterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entspre
chenden paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die
Bei
tragszahlungs
- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vor
geschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öffentlich
rechtlichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
3.2
Aus den
Kassenakten (Urk.
7
/1-
411
)
ergibt sich
, dass die
Konkursitin
ihren Ab
rechnungspflichten nicht fristgerecht nachkam. Die
s
galt namentlich für die Ein
reichung der Lohndeklarationen 2013 und 2014 (vgl.
Urk.
7/322,
Urk.
7/324-325). Ins Gewicht fällt
zu
d
em
, dass die
Konkursitin
ihre Zahlungspflichten
nicht
vollständig
erfül
lte. Sie bezahlte die Lohnbeiträge
– jedenfalls seit 2010 –
regel
mässig
zu spät
und musste
mehr
fach zur Bezahlung der Beiträge gemahnt
und betrieben
werden
(vgl. die Beitragsübersicht und den Konto-Auszug vom 17. April 2018 [Urk. 7/388/8-9, Urk. 7/388/12-21]
)
.
Auch unter Berücksichtigung der
Konkursdividende
(vgl.
Urk. 7/382
)
blieben schliesslich Lohnbeiträge und Nebenkosten in der Hö
he von
Fr. 27'897.30 unbezahlt (E. 2.2 vorstehend).
Damit ist die
Z._
ihren Pflichten als Arbeitgeberin nicht nachgekommen und hat öffent
lich-rechtliche Vorschriften missachtet.
Zu prüfen bleibt, ob und inwieweit der dadurch entstandene Schaden auf quali
fiziert schuldhaftes Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
zurückzuführen ist.
4.
4.
1
4.1.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder grob
fahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha
den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E. 1a). Absicht beziehungsweise Vor
satz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, wel
che das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen las
sen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit aus
schliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätz
licher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S. 619 E. 3a).
4.1.2
Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu ver
langen
den Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorg
faltspflicht, die in den kauf
männischen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher die betreffende Person angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss (BGE 112 V 156 E. 4 mit Hinweisen; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
4.1.3
Nicht jedes einer Firma als solcher anzulastende Ver
schulden muss auch ein sol
ches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und inwie
weit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist. Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Verant
wortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertra
gen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei einfachen Ver
hältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der
Gesellschaft als einzige Person in Organstellung zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäfts
führung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Ver
waltungsorgan an den Ge
schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E. 3b).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer war vom
1.
Juli 2014 bis zur Konkurseröffnung
über die
Z._
am 12. Januar 2016
Präsident des Verwaltungsrates dieser Gesellschaft
(
Urk.
3/18, Urk. 7/388/10-11)
. Er hatte damit formelle Organstellung. Für die Zeit ab dem
1.
Juli 2014
kümmerte sich
der Beschwerdeführer
um den Zahlungsverkehr mit der
Beschwerdegegnerin
und die Beitragsausstände
(
Urk.
1 S. 9
; vgl.
Urk.
7/239,
Urk.
7/262
).
4.2.2
Der Beschwerdeführer
macht geltend
, dass
er erst mit seiner Wahl zum Ver
wal
tungsrat am
1.
Juli 2014 Organ der
Konkursitin
geworden sei und die damit ver
bundenen Pflichten übernommen habe (
Urk.
1 S. 11). Die im April 2008 gegrün
dete Gesellschaft sei aber seit Beginn ihrer Geschäftstätigkeit mit den Zahlungen an die Beschwerdegegnerin in Verzug gewesen
. Damals sei die Gesellschaft vom Beigeladenen geführt worden
(
Urk.
1 S. 4). In den folgenden Jahren seien die Beitragsausstände immer grösser geworden (
Urk.
1 S. 5). Laut Schreiben der Beschwerdegegnerin vom
7.
März 2014
hätten die
Ausstände damals insgesamt Fr.
47'121.
25
betragen (
Urk.
1 S.
6).
Aus dem Kontoauszug vom 1
7.
Juli 2018 seien sodann Ausstände im Totalbetrag von
Fr.
49'595.25 ersichtlich gewesen (
Urk.
1 S. 8).
Für
die Beitragsausstände vor seinem Eintritt in den Verwaltungsrat
1. Juli 2014
sei
somit
allein der Beigeladene verantwortlich
(Urk. 1 S. 11). Wäh
rend seiner Zeit als Verwaltungsrat der
Konkursitin
habe sich der Beitragsaus
stand
nicht ver
grössert. Er habe diesen Ausstand vielmehr reduzieren können
(
Urk.
1
S.
1
2
)
.
E
r
habe
im Sommer 2014 die Wahl zwischen zwei Handlungs
mög
lich
keiten gehabt: Er hätte entweder den Geschäftsbetrieb der Ge
sell
schaft sofort einstellen und die Bilanz deponieren können, oder er hätte versuchen können, die Gesellschaft zu sanieren und dabei die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Beschwer
degegnerin abzubauen (Urk.
1 S. 12-13
).
Er habe den zweiten Weg
eingeschlagen
. Dieser habe zu einem Verlust der Beschwerdegegnerin von
Fr.
27'897.30 geführt.
Hätte er den ersten Weg, mithin die sofortige Überschul
dungsanzeige gemäss Art. 725 Abs. 2
des Obligationenrechts (
OR
)
, gewählt, so hätte sich folgendes ergeben: Im Zeitpunkt seines Eintritts in den
Verwaltungsrat der
Konkursitin
hätten die Ausstände gegenüber der Beschwerdegegnerin
Fr.
49'595.25 betragen.
Die Konkursdividende in der Höhe von Fr. 19'159.50 (für die Beschwerdegegnerin) stamme im Wesentlichen aus der Ver
wertung der Büro
einrichtung der
Z._
.
Die Konkursdividende wäre bei einer Kon
kurseröffnung im Sommer 2014 nicht höher ausgefallen, als bei der im Januar 201
6 erfolgten Konkurseröffnung. Damit hätte der Verlust der Beschwerdegegne
rin bei einer Betriebseinstellung und Überschuldungsanzeige im Sommer 2014 nach Abzug der mutmasslichen Dividende rund Fr. 30'435.75 (Fr. 49'595.25 minus
Fr.
19'159.50) betragen und wäre damit höher gelegen, als der heute bestehende Verlust (
Urk.
1 S. 13).
4.2.
3
Diesen Vorbringen
des Beschwerdeführers ist zunächst entgegenzuhalten, dass er sich nicht darauf berufen kann, dass für die Beitragsausstände vor seinem Eintritt in den Verwaltungsrat am
1.
Juli 2014 (Urk. 3/18) einzig der Beigeladene verant
wortlich sei. Der Beschwerdeführer wusste vor der Annahme seines Mandats, dass Beitragsausstände bestanden (Urk. 1 S. 11)
.
Als Verwaltungsrat hätte er dafür sorgen
müssen, dass nicht nur die laufenden Beiträge bezahlt, sondern auch die bereits entstan
denen Beiträge beglichen werden. Es wird nicht zwischen den Bei
tragszahlungen, die bei Beginn der Organstellung bereits ausstehend waren, und denjenigen, die erst während der Zeit als Organ
entstehen,
unterschieden, weil hin
sicht
lich beider Arten von Verbindlichkeiten die Untätigkeit des Organs regel
mässig kausal ist (Marco
Reichmuth
, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG,
Diss
. Freiburg 2008, S. 67
Rz
. 275, mit Hin
wei
sen auf die Rechtsprechung).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts besteht (mangels adäquaten Kausalzusammenhangs)
indes dann
keine Haftung eines
Ver
waltungsrates
, wenn der Schaden im Sinne von
Art.
52 AHVG
wegen Zahlungs
fähigkeit des Unternehmens
bereits vor dem Eintritt
in den Ver
waltungsrat
ein
getreten
war (B
GE 119 V 401
4c;
Reichmuth
, a.a.O., S. 67
Rz
. 277). Der Beschwer
deführer
macht geltend, dass
er im Juli 2014 die «sofortige Über
schuldungsan
zeige gemäss Art. 725 Abs. 2 OR» hätte wählen können (Urk. 1 S.
13). Der Beschwerdeführer führte dies aber nicht weiter aus und legte
ins
besondere
auch keine Zwischenbilanz aus dieser Zeit auf, welche ausweisen würde, dass die For
derungen der Gläubiger der
Z._
damals weder zu Fortführungs- noch zu Veräusserungswerten gedeckt waren (
vgl.
Art. 725 Abs. 2 OR). Wie es sich damit verhält, braucht vorliegend nicht weiter abgeklärt zu werden. Die vor
liegenden Akten sprechen dafür, dass sich die
Z._
damals zwar in einem Liquiditätsengpass befand (Urk. 1
S. 9
, Urk. 7/262, Urk. 7/326), aber nicht illiquid war.
Die Gesellschaft konnte - soweit ersichtlich - bis ins Jahr 2015 Löhne bezahlen (vgl. Urk. 7/322-325) und bis 30. November 2015 Zahlungen an die Beschwerdegegnerin leisten (vgl. S. 2 der Beitrags
über
sicht vom 17. April 2018 [Urk. 7/388/9]).
Hier kann daher nicht davon ge
spro
chen werden, dass der Scha
den wegen faktischer Zahlungsunfähigkeit der Ge
sell
schaft bereits vor dem Ein
tritt des Beschwerdeführers in den Ver
waltungsrat per
1.
Juli 2014 (Urk. 3/18)
eingetreten war
. Der Beschwerdeführer hätte daher dafür sorgen müssen, dass sämtliche Beitragsausstände
– auch die laufenden –
bezahlt werden.
Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, dass der Schaden
der Beschwerde
gegnerin
bei einem Kon
kurs
der
Z._
im Juli 2014
nicht kleiner, sogar noch
grösser gewesen wäre. Es könne i
h
m daher nicht
zum Vorwurf gemacht
werden, dass er die Unternehmung fortgeführt und versucht habe, die
Z._
zu sanieren (
Urk.
1 S. 13).
F
ür diese Behauptung legte der Beschwer
deführer keine Belege auf.
Er
rechnet damit, dass im Juli 2014 für die Beschwerdegegnerin dieselbe Konkursdividende wie im Konkurs am 12. Januar 2016 (Urk. 7/354/1)
resultiert hätte
. Er begründet dies damit, dass beim Konkurs im Wesentlichen das Büromaterial der
Z._
verwertet worden sei (
Urk.
1 S. 13).
Zu berücksichtigen
ist
aber
, dass
die
zur Konkursmasse gehörenden Ver
mögensgegenstände
durch öffentlich
e
Ver
steigerung oder, falls die Gläubiger es beschliessen, durch freihändigen Verkauf
verwertet werden
(
Art.
256
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
übe
r Schuldbetreibung und Konkurs,
SchKG)
, womit der Erlös je nach Verlauf der Versteigerung beziehungsweise des Verkaufs anders ausge
fallen
wäre.
D
as Gericht
kann
die Höhe des Erlöses einer allfälligen Verwertung des Büromaterials
bei einem Konkurs
im Juli 2014 nachträglich nicht mehr fest
stellen
, müsste dazu doch eine Verwertung unter den damals herrschenden Bedingungen durchgeführt werden
.
Gegen die Behauptung des Beschwerde
füh
rers, dass bei einer Verwertung
nach der Konkurseröffnung im
Juli 2014 de
r
selbe Verwertungserlös wie bei einem Kon
kurs am 12. Januar 2016 resultiert hätte, spricht
sodann
, dass
sich der
Wert
von
Büro
material im Laufe der Zeit
vermindert. Es ist sodann zu beachten, dass laut der Mitteilung des Konkurs
amtes
A._
vom 1
9.
April 2019 d
ie
Gläubiger in der
1.
Klasse mit einer Dividende von 100
%
und die Gläubiger der
2.
Klasse
- wozu auch die Beschwerdegegnerin gehörte (vgl.
Urk.
7/378/1; Art. 219
Abs.
4 SchKG) -
mit einer Dividende von 20
%
rechnen konnten (Urk.
7/377/1)
, was zu tief griff (vgl.
Urk.
7/382).
Wie der
Koll
o
ktions
plan
nach einem Konkurs
im Juli 2014 ausgesehen hätte bezie
hungs
weise wie hoch die Dividende der Beschwerde
geg
nerin
damals
ausgefallen wäre, lässt
sich
nach
träglich
umso weniger
feststellen
. Auch aus diesem
Vorbringen
lässt sich somit
nichts zu Gunsten
des Beschwerdeführers
ableiten.
Kommt hinzu, dass die Beitragsausstände im Zeitpunkt seines Eintretens in den Verwaltungsrat höher waren als angenommen, da nicht nur
Akontobeiträge
seit 2012 und die Schlussrechnung 2012 (vgl. Auflistung in
Urk.
1 S. 8f.) ausstehend waren, sondern die Schlussrechnung für das Jahr 2013 (
Fr.
35'916.5;
Urk.
7/388/19) aufgrund verspäteter Abrechnung erst am 2
0.
Januar 2015 erge
hen konnte. Trotzdem wurden im Jahre 2014 und 2015 laufend Löhne bezahlt, ohne dass die darauf geschuldeten Beiträge abgeführt oder sichergestellt waren. Gemäss Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Juni 2015 schuldete die
Kon
kursitin
damals insgesamt
Fr.
81'121.40 (
Urk.
7/301-302).
4.2.4
Weil der Beschwerdeführer als Verwaltungsrat der
Z._
nicht dafür ge
sorgt hat, dass die von dieser Gesellschaft
geschuldeten
Sozialversicherungs
bei
träge und Nebenkosten
laufend und
vollständig bezahlt werden, hat er den Scha
den der Beschwerdegegnerin (zumindest grobfahrlässig) verursacht.
5.
5.1
Die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach Art. 52 Abs. 1 AHVG setzt voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässigen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusam
men
hang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen auf die Lehre, 103 V 120 E. 4).
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
getretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allge
mein als begünstigt erscheint (BGE 119 V 401 E. 4a mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 189 sowie 119
Ib
334 E. 3c).
5.2
Das vorwerfbare Verhalten
des Beschwerdeführers
führte zum Schaden der Beschwerdegegnerin.
Hätte er dafür gesorgt, dass die Sozialversicherungsbeiträge und Nebenkosten
–
inklusive der
auf den laufenden Lohnzahlungen geschuldeten Beiträge
– bezahlt würden,
wäre der Schaden nicht eingetreten
(vgl. hierzu auch E. 4.2.3 zweiter Teil)
.
6.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.