# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7da7f795-d07b-5e4d-8f51-b314b0a8611c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene X._
meldete sich am 6. März 2010 unter Hinweis auf Schwindel und Halswirbelsäulen- sowie Kopfschmerzen seit einem am 27. April 2009 erlittenen Unfall mit Verletzung an der Halswirbelsäule zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/7). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte erwerbliche Unterlagen und Arztberichte (Urk. 7/14, Urk. 7/17 und Urk. 7/34-35) ein und zog die Akten der Suva zum Auffahrunfall vom 27. April 2009 bei (Urk. 7/13, Urk. 7/28 und Urk. 7/109). Der Versicherte bezog vom 30. April 2009 bis 14. Oktober 2010 Taggelder der Suva, zuletzt im Umfang von 50 % (Urk. 7/109/1-18). Am 1. November 2010 teilte die IV-Stelle X._
mit, dass eine Arbeitsver
mittlung zurzeit nicht möglich sei (Urk. 7/29). In der Folge sprach sie dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 25. Januar 2012 (Urk. 7/73; vgl. auch Verfü
gungsteil 2, Urk. 7/58) mit Wirkung ab 1. März 2011
eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zu.
Im Rahmen eines im Juni 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung (vgl. das Gut
achten der Y._
vom 22. April 2014, Urk. 7/145/1-26, sowie die Beantwortung von Zusatzfragen mit Schreiben vom 10. Dezember 2014, Urk. 7/158). Nach durchgeführtem Vorbescheidver
fahren (Urk. 7/164 ff.) verfügte sie am 15. Februar 2016 (Urk. 2) die wiederer
wägungsweise Aufhebung der Rentenverfügung vom 25. Januar 2012 und Ein
stellung der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Mo
nats.
2.
Dagegen (Urk. 2) liess X._ am 16. März 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen (S. 2), die Verfügung vom 15. Februar 2016 sei aufzu
heben und es sei die bisherige Dreiviertelsrente zu bestätigen. Eventuell sei ihm noch eine Viertelsrente zuzusprechen. Zudem ersuchte der Beschwerdeführer, es sei ihm die
unentgeltliche Prozessführung und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Christe, Winterthur, die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 26. April 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort, Urk. 6), wovon der Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 20. Mai 2016 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141
V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
1.4.1
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer Rentenbezü
gerin in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut
Art.
17
Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzuset
zen oder aufzuheben. Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwal
tung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvorausset
zungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Bei periodischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
)
.
1.
4
.2
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit liegt vor, wenn kein vernünftiger Zweifel an der (von Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung be
steht, also einzig dieser Schluss denkbar ist. Dies ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (vgl. BGE 138 V 324 E. 3.3). Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2015 vom 3. November 2015 E. 2.1), wovon die Praxis etwa bei einer Invaliditätsbemessung, die auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschät
zung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhte und in diesem Sinne nicht rechtskonform zustande kam, ausgeht (vgl. etwa Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_317/2015 vom 20. Oktober 2015 E. 3
und 9C_362/2017 vom 8. August 2017
). Zudem muss erstellt sein, dass die korrekte Vorgehensweise zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014, N
86 zu Art. 30-31 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
).
Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit beurteilt sich nach der Rechtslage im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis (BGE 140 V 77 E. 3.1
mit Hinweisen
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung vom 15. Februar 2016 (Urk. 2) unter Bezugnahme auf das Y._-Gutachten vom 22. April 2014 aus, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in der angestammten Tätigkeit als Gerüstbauer nicht mehr arbeitsfähig sei. In angepasster Tätigkeit bestehe zur Vermeidung der Exazerbation der Beschwerden ein leicht vermehrter Pausenbe
darf, was eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zur Folge habe (S. 2). In Anbetracht der vorliegenden Gesundheitsschädigung, der festgestellten Ressourcen sowie der bestehenden Inkonsistenzen könne sodann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht einer Arbeit zumutbarerweise ganz nachgehen könne (S. 3). Die IV-Stelle führte einen Einkommensvergleich durch, woraus ein unter der rentenbegründenden Schwelle von 40 % liegender Invaliditätsgrad von 23 % resultierte (S. 3).
Schliesslich erwog die IV-Stelle, dass der ursprüngliche Entscheid betreffend Rentenzusprechung unter Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes zustande gekommen und deshalb zweifellos unrichtig gewesen sei. Ein Wiedererwä
gungsgrund sei somit ausgewiesen. Zudem habe sich die psychische Situation des Versicherten verbessert (von mittelschwerer zu leichter Depression), weshalb auch ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG vorliege (S. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer liess dem entgegen halten (Urk. 1), die medizinischen Abklärungen, die der Rentenverfügung zugrunde gelegen hätte, seien zwar ver
gleichsweise eher knapp gewesen, es habe indes insbesondere in somatischer Hinsicht sehr wohl eine prozentuale Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgele
gen. So sei aus dem Bericht der Z._ vom 16. April 2010 (bezie
hungsweise der angehängten Zusammenfassung der Krankheitsgeschichte) her
vorgegangen, dass der Beschwerdeführer damals Taggelder der Suva im Umfang von 50 % erhalten habe. Dies habe auf eine von der Suva anerkannte 50%ige Arbeitsfähigkeit schliessen lassen. Ausserdem werde die Einschätzung einer 50%ige Arbeitsfähigkeit durch den Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. A._ gestützt, auch wenn dieser Bericht für sich allein betrachtet kaum eine genügende Grundlage für eine Rentenbeurteilung gewesen wäre (S. 5). Der Beschwerdeführer verneinte das Vorliegen eines Wiederwägungs- oder eines Revisionsgrundes (S. 6 f.).
Zudem bemängelte der Beschwerdeführer die Invaliditätsbemessung (S. 7 f.). Er hielt dafür, dass die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischen und aus psychischen Gründen eingeschränkt sei, weshalb vom aus psychischen Gründen zumutbaren Arbeitspensum von 80 % infolge erhöhten Pausenbedarfs ein weiterer Abzug von 20 % anzubringen sei. Dies hätten die Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung nicht umgesetzt, obwohl der zusätzliche Pausenbedarf gleichmässig über den ganzen Arbeitstag anfalle und somit zusätzlich bestehe, auch wenn die Ar
beitsfähigkeit aus psychischen Gründen bereits auf 80 % eingeschränkt sei. Des weiteren sei aufgrund des erheblich eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils ein behinderungsbedingter Abzug von mindestens 10 % vom Tabellenlohn vorzu
nehmen, woraus im Sinne seines Eventualantrags ein Anspruch auf eine Vier
telsrente resultiere (S. 8 f.).
3.
3.1
Der Zusprache einer Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 25. Januar 2012 (Urk. 7/73) mit Wirkung ab 1. März 2011 lag der nachfolgende medizinische Sachverhalt zugrunde:
3.1.1
Nach einem Aufenthalt in der Z._ vom 16. Februar bis 16. März 2010 nannten pract. med. B._, Dr. C._, Leitende Neuropsychologin, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, und Dr. med. D._, Chefarzt, Neurologie FMH und Facharzt für Physikalische Rehabilitation, im Bericht an den Hausarzt Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, vom 16. April 2010 (Urk. 7/17/1-3) die Diagnose eines Status nach Heckauffahrkollision von hinten als Beifahrer am 27. April 2009 mit/bei flacher Diskusprotrusion Niveau C4/5 und C6/7, rechtsparamedianer Diskusprotrusion C3/C4 mit leichter rechtsseitiger Einengung des Neuroforamens sowie Streckhaltung der Halswirbelsäule (HWS). Sie gaben an, der Beschwerdeführer habe bei Eintritt eine Schonhaltung und eine gedämpfte Grundstimmung präsentiert. Aufgrund der mangelhaften Deutschkenntnisse sei der Zugang erschwert gewesen. Es sei leider nicht mög
lich gewesen, dem Beschwerdeführer den Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen näher zu bringen und adäquatere Strategien im Um
gang mit den Beschwerden zu vermitteln. Bereits bei leicht erhöhten Anforde
rungen in der Therapie habe der Beschwerdeführer über verstärkte Schmerzen geklagt, leichtere Übungen verlangt und seine Schonhaltung wieder eingenom
men. Die passiven Massnahmen habe er als hilfreicher erachtet. Den Zusam
menhang zwischen tiefem Aktivitätsniveau, Schonung und stagnierendem Ver
lauf habe er nicht verstehen können. Es hätten daher bis zum Austritt nur we
nige Fortschritte erzielt werden können.
Beim Beschwerdeführer sei eine IV-Anmeldung zur Früherfassung und berufli
chen Reintegration dringend angezeigt. Aus eigener Initiative werde ihm die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit nicht gelingen. Der Beschwerde
führer betrachte sich als schmerzbedingt arbeitsunfähig. Bei fehlender Tages
struktur und tiefem Aktivitätsniveau sei mit einer weiteren Chronifizierung zu rechnen. Eine teilzeitliche körperlich leicht bis mässiggradig belastende Arbeit in wechselnden Positionen wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten und würde die Normalisierung des Alltags unterstützen. Im angestammten Beruf bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.1.2
Der Hausarzt Dr. E._ gab im Bericht vom 21. März 2010 (Urk. 7/14/4-5) an, der Beschwerdeführer leide seit einer Auffahrkollision am 27. April 2009 unter Nackenproblemen, wobei in der Z._ diverse Deg disci der HWS C4/5, C6/7 und re C3/4 sowie eine Streckhaltung der HWS festgestellt worden seien. Der Beschwerdeführer habe die Arbeit teilweise wieder aufge
nommen, die Stelle als Gerüstbauer jedoch im November verloren und seither zu 50 % gestempelt und für die restlichen 50 % Suva-Taggelder bezogen. Die volle Leistung im Gerüstbau dürfte in absehbarer Zeit nicht zu erreichen sein. Der Beschwerdeführer sei überdurchschnittlich auf Schmerz empfindlich, was zu Verspannungen und vasovagalen Reaktionen mit Schwindel führe. Die bisherige Arbeit sei nicht zur Zufriedenheit des Arbeitgebers auszuführen. Er habe dies mit 50 % eingesetzt. Er gehe davon aus, dass Medikamente und Physiotherapie zu einer langsamen Besserung führen könnten. Auf dem Formular betreffend behinderungsangepasste Tätigkeiten gab Dr. E._ an, rein „sitzende“ Tätig
keiten seien zirka fünf Stunden im Tag zumutbar. Zumutbar seien zudem reine „stehende“, wechselbelastende, und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkei
ten.
3.1.3
Im nur wenige Zeilen umfassenden Bericht vom 13. Oktober 2010 (Urk. 7/28/3) zuhanden der Suva gab Dr. med. A._, Facharzt FMH Psy
chiatrie/Psychotherapie an, der Beschwerdeführer stehe seit Mai 2010 nach hausärztlicher Zuweisung in seiner ambulant-psychiatrischen Behandlung. Kli
nisch-objektiv liessen sich beim Beschwerdeführer eine mittelschwere gespannt-depressive F4-Anpassungsstörung (Antrieb, Psychomotorik, Stimmung, Affekt) bei manifestem Leidensdruck und missbefindlichem Gesamthabitus veranschla
gen. Aus seiner Sicht sei aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Eine neutralgutachterliche Abklärung zwecks Veranschlagung der medizinisch-the
oretischen Arbeitsfähigkeit im Rahmen anderer relevanter Fragestellungen sei per se angezeigt.
3.1.4
Am 15. Oktober 2010 erlitt der Beschwerdeführer bei einer Frontalkollision als Beifahrer eine
Thoraxkontusion
mit Nacken- und Kopfschmerzen, die nach An
gabe im IV-Bericht vom 19. November 2010 der Oberärztin Dr. med. F._, Chirurgische Klinik G._, nach ambulanter Behandlung vom 15. bis 16. Oktober 2010 keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Urk. 7/35).
3.1.5
Am 21. November 2010 gab Dr. E._ an, er könne wegen eines neuen Auto
unfalls mit Thoraxkontusion und erneuter Nackenverletzung die Situation im Moment nicht definitiv beurteilen. Er bat um Rückfrage zirka Februar / März 2011 (Urk. 7/34/6).
3.1.6
In seinen Stellungnahmen vom 6. Dezember 2010 und 5. Januar 2011 (Urk. 7/37 S. 4) gab Dr. med. H._, Facharzt für Innere Medizin, vom regio
nalen ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD) an, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei laut dem Arztzeugnis der Z._ seit dem 17. März 2010 nicht mehr möglich. In einer adaptierten Tätigkeit (leicht bis mässiggradig schwer und wechselbelastend) sei seit Oktober 2009 mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben. Die medizinischen Vorausset
zungen für Leistungen im Rahmen von Art. 18 IVG (Arbeitsvermittlung) seien erfüllt.
Auf telefonische Rückfrage der Sachbearbeiterin gab Dr. H._ am 15. März 2011 an, das medizinische Ergebnis sei nicht abgeschlossen. Eine Verbesserung sei möglich. Anlässlich einer Revision in einem Jahr sei eine multidisziplinäre Abklärung angezeigt (Urk. 7/45).
3.2
Die
am 1
5.
Februar 201
6 verfügte
Rentenaufhebung (Urk. 2)
basierte im Wesentli
chen auf den folgenden medizinischen Akten
:
3.2.1
Im Bericht vom 19. April 2012 (Urk. 7/128) gab Dr. A._ an, es
bestehe im
Zeitverlauf, bei strukturell
limitierter therapeutischer Modelier- und Erreichbar
keit,
ein
unverändert
mittelschweres,
gespannt-depressives Zustandsbild
mit re
gel
mässigen suizidalen Impulsen bei massiver Selbstwertproblematik und
de
pressogenen Kognitionen.
„
Regelmässige fachpsychiatrische Betreuung stüt
zend-supportiver Natur mit Elementen verhaltenstherapeutischer Strategien (Selbstmanagement).
“
Es
sei
einerlei, ob unter Auss
chluss des Zeitkriteriums, eine F3-
depressive Episode oder eine protrahierte Verlaufsform einer depressi
ven Anpassungsstörung klassifiziert
werde.
Der
Versicherte
sei
einem Arbeitge
ber
aufgrund objektiver psychopathologischer Befunde sicher
mittelschwerer
Ausprägung
und auch
defizitärer handlungsbegleitender Kognitionen
nur sehr beschränkt
zumutbar.
Zur
Medikation
führte Dr. A._ aus, V
enlafaxin 250 mg/die
sei wegen Blutdruckproblematik und vegetativer
Nebenwirkungen sis
tiert
worden. Neu bestehe die Medikation
aktuell
in Valdoxan 25 mg
/die, Ris
perdal 1-3 mg/di
e bei negativem Gedankenkreisen und
Temesta l mg exp.
nach Bedarf
(Spannung).
3.2.2
Im Bericht vom 15. August 2013 (Urk. 7/133/4-6) gab Dr. E._ an, der Be
schwerdeführer sei im Nacken aber auch an der Lendenwirbelsäule und Brust
wirbelsäule massiv verspannt und sei von Nackenkopfschmerzen geplagt. Zu
sätzlich sei er vereinsamt, da er in einer sehr kleinen Wohnung lebe und die Familie im Kosovo sei. Er habe mit der Rente zu wenig Geld und sei somit in eine reaktive Depression gerutscht. Eine Besserung sei nicht absehbar. Er sehe den Beschwerdeführer einmal im Monat. Der Beschwerdeführer könne nicht tra
gen, sich nicht bücken und keine repetitiven Arbeiten machen. Er spreche zu wenig gut Deutsch für einen Bürojob. Die psychosoziale Situation sei ungünstig für eine spontane Rehabilitation. Eine Umschulung habe nur Aussicht auf Er
folg, wenn es ihm physisch und psychisch besser gehe. Es stelle sich allerdings in Anbetracht des jugendlichen Alters die Frage, ob doch noch einmal eine Re
habilitation versucht werden sollte.
3.2.3
3.2.3.1
Die Y._ erstattete der IV-Stelle am 22. April 2014 ein Gutachten (Urk. 7/145/1-26) in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin (Dr. med. I._, Allge
meine Medizin FMH), Orthopädie (PD Dr. med. J._, Facharzt Orthopädie und Traumatologie), Neuropsychologie (Dipl. Psych. K._, Klinische Neu
ropsychologin GNP und Dipl. Psych. L._, Fachpsychologin für Neuropsy
chologie FSP), Neurologie (Dr. med. M._ und Dr. med. et. phil. N._, Neurologie FMH) sowie Psychiatrie (Dr. med. O._, Facharzt FMH für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie). Die Gutachter nannten die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 20):
1.
Leichte dep
ressive Episode (ICD-10
F32.0)
2.
Agoraphobie mi
t Panikstörung (ICD-10
F40.01)
3.
Chronisches zervikozephales und zervikospond
ylogenes Schmerzsyndrom
mit
-
radiologisch nachgewiesener Retrolisthesis
Halswirbelkörper (
HWK
)
4, Osteo
chondrosen und Unkovertebralarthrosen HWK
5-
7, Diskusprotrusion HWK
3/4 und HWK 5-7, aktuell ohne hö
hergradige Spinalkanal
einengung oder foraminale Einengung
-
ohne Hinweise für ein sensibles oder motorisches radikuläres Ausfallsyndrom oder eine Myelopathie
-
klinisch schmerzbedingt eingeschränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit und muskulä
rer Hartspann im Bereich der HWS
-
Status nach Verkehrsunfall mit Distorsion der Halswirbelsäule am 27.04.2009
-
Status nach erneutem Verkehrsunfall am 15.10.2010
4.
Syndromales Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma am 27.04.2009
Daneben nannten die Experten die nachfolgenden Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21):
1.
Beginnende Retropatel
lararthrose beidseits
2.
Status nach
Laparoskopie mit Wechsel auf Laparotomie und ausgedehnter Adhäsio
lyse sowie Gelegenheitsappendektomi
e bei Brideniteus am 05.10.2011
3.
Status nach
Fraktur eines Mittelhandknochens der rechten Hand
2005, folgenlos abge
heilt
4.
Status nach
Entfernung eines Tumors am Finger link
s 2004
5.
Status nach Operation nach
Unterbauchverletzung durch eine Kuh 1971
In der Gesamtbeurteilung gaben die Experten
an,
der 45-jährige Gerüstmonteur sei s
eit dem
27. April 2009
weg
en chronischer Kopf- und Nacken
schmerzen, welche im Anschluss an ein HWS-Distorsionstrauma aufgetreten
seien
, nicht mehr arbeitsfähig
gewesen
. Auf organischer Ebene
hätten sich zwar keine post
traumatisc
hen organischen Läsionen im Sinne von Frakturen
gefunden
, aber es
hätten
sich Diskusprotrusionen
an der Hal
swirbelsäule, welche im Bericht der
Z._
erwähnt
würden, und
somit klare organische Befunde
ge
zeigt
. Ferner
hätten
Beschwerden eines syndromalen Beschwerdebildes nach HWS-Distorsionstrauma mit Lärmempfindlichkeit, Tinnitus, Schwindel, Taub
heitsgefühlen im Bereich der Kopfhaut und der Hände, Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen
bestanden.
Gleichzeitig
habe
aber auch eine psychiatrische Komorbidität
vorgelegen (laut Diagnoseliste des
behandelnde
n
Psychiater
s
,
Dr. A._
,
im
Bericht vom
13. Oktober
2010 eine mittelschwere gespannt-
depressive Anpassungsstörung bei manifestem Leidensdr
uck und missbefindli
chem Gesamt
habitus
)
. Die Rentenzusprache per
1. März 2011 habe somit
auf
den genannten
leichten organischen Befunden im Bereich der HWS und der mittelgradigen Depression
gegründet (S. 21).
Aktuell
habe
sich der
Beschwerdeführer
über weiterhin unverändert
e
beziehungs
weise
eher sich etwas verschlechternde Kopf- und Nackenschmerzen
beklagt
. Neu seien Brustschmerzen nach dem zweiten Unfall dazu
gekommen.
Der Beschwerdeführer
habe auch Bauchschmerzen seit der Bauchoperation im Jahr 2011
angegeben
. Er
habe weiterhin
über Lärmempfindlichkeit, Tinnitus, Schwindel, Erschö
pfungszustände und Schlafstörungen geklagt (S. 21).
Die Kopfschmerzen und Nackenschmerzen
liessen
sich
nach wie vor
auf ein
chronisches zervikospondyl
ogenes und zervikozephales Schmerzsyndro
m zu
rückführen, das unverän
dert seit der
Rentenzusprechung
vorhanden
sei
.
Kli
nisch finde
sich eine schmerzbedingt deutlich eingeschränkte Wirbelsäulenbe
weglichkeit sowie ein muskulärer
Hartspann im Bereich der HWS.
Neurologi
sche Ausfälle
hätten
keine nachgewiesen werden
können
. Radiologisch l
iessen
sich weiterhin die be
reits früher festgestellten Diskusprotrusionen nachweisen. Neu seien seit der letzten Untersuchung Osteochondrosen bei den
HWK 5-7
so
wie Unkovertebralarthrosen geringen Ausmasses auf Höhe HWK6/7 dazuge
kommen (S. 21 f.).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine leichte depressive Episode, die sich durch depressive Stimmung, rasche Ermüdbarkeit, Störung des Selbstwert
gefühls, Klagen über Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen äussere.
Die Ausprägung dieser Symptomatik sei aktuell leicht, wobei aufgrund zahlreicher Hinweise auf Aggravation in der psychiatrischen Untersuchung der Ausprä
gungsgrad sogar noch geringgradiger sein könnte.
Differenzialdiagnostisch sei deshalb auch an die Diagnose Angst und depressive Störung gemischt zu den
ken.
Zudem l
ägen
Symptome für eine Agora
phobie vor. Der Beschwerdeführer leide
in der Öffentlichkeit
unter Unsicherheit und Ängsten, berichte aber auch über Schweissausbrüche, Angstzustände
und
Ohnmacht beziehungsweise Angst vor Ohnmacht
.
Auch hier sei in Betracht zu ziehen, dass das Beschwerdebild in Wahrheit weniger au
sgeprägt vorliege als angegeben;
dies wiederum wegen der Aggravation.
Die wegen der Konzentrationsstörung erfolgte neuropsychologi
sche Untersuchung habe formal mittelgradige bis schwere neuropsychologische Funktionsstörungen ergeben, die aber wegen der Aggravation als überwiegend nicht authentisch und somit als nicht valide angesehen werden müssten. Es sei damit zwar letztlich nicht ausgeschlossen, dass auch authentische neuropsy
chologische Gesundheitsstörungen vorliegen könnten;
diese könn
t
en jedoch an
gesichts des Täuschungsverhaltens des Beschwerdeführers nicht valide abgebil
det oder gar quantifiziert werden, weswegen diese Befunde zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht herangezogen
werden könnten (S. 22).
Dies führe zur Konklusion, dass sich das psychiatrische Befinden des Beschwerde
führers bei unverändertem organischem Befund im Bereich der Halswirbelsäule verbessert habe, so dass heute im Gegensatz zur Erstbeurteilung nur noch eine leichte depressive Episode bestehe. Die gesamtmedizinische Ge
sundheitssituation und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten sich so
mit seit der Rentenzusprache verbessert (S. 22).
Mit Bezug auf die
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an, es sei dem Beschwerdeführer wegen der Beschwerden und klinischen Befunde im Bereich der
HWS
nicht mehr möglich, lange zu sitzen, lange zu stehen und schwere Lasten über 10 Kilogramm zu tragen. Auch Arbeiten in vornüberge
neigter Haltung, z.B. am PC, seien nur eingeschränkt zu empfehlen
(S. 22)
.
Da
neben bestehe zur Vermeidung der Exazerbation der Beschwerden ein leicht vermehrter Pausenbedarf, was laut dem orthopädischen Fachgutachten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zur Folge habe (S. 13).
Aufgrund der Beschwerden und radiologischen Befunde bei chronischem zervikospondylogenem Syndrom be
stehe somit keine Arbeitsfähigkeit mehr für seine angestammte Tätigkeit als Gerüstbauer. In dieser Be
urteilung bestehe eine Übereinstimmung mit den Be
richterstattern der Z._
. Diese Einschränkung gelte daher seit der Zusprache der Rente
(S. 22).
In einer körperlich maximal adaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%ige Arbeitsfä
higkeit.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich wegen der leichten depressiven Episode und der Agoraphobie. Diese führten zu einer ver
minderten Durchhaltefähigkeit und zu einer verminderten Wegefähigkeit (Ago
raphobie). Auch die Gruppenfähigkeit scheine nach Angaben des Beschwerde
führers eingeschränkt zu sein. Aus körperlicher Sicht sollte es sich um eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Zwangshaltungen, ohne vornübergebeugtes Belasten, ohne längeres Stehen, längeres Sitzen, längeres Gehen und ohne die Notwendigkeit, Lasten über 10 Kilogramm
tragen zu müssen, ha
ndeln. Auf
grund der Schwindel
symptomatik sollte es sich
nach Angabe der Gutachter
zu
dem um Tätigkeiten handeln,
bei denen
keine Sturzgefahren
bestehen
. Körperli
che mittelschwere und schwere Tätigkeiten
seien nicht möglich. Die attestierte Verbesserung beziehungsweise 80%ige Arbeitsfähigkeit gelte seit dem psychiat
rischen Fachgutachten, das heisse seit dem 14. Februar 2014 (S. 23).
3.2.3.2
Am 10. Dezember 2014 beantwortete der fallführende Oberarzt Dr. I._ Zusatz
fragen (Urk. 7/158). Er gab an, dass laut den zur Verfügung gestellten Unterlagen vom 27. April 2009 bis 14. Oktober 2010 nachprüfbare
Arbeitsunfä
higkeiten
(zuletzt im Umfang von 50 %) vorgelegen hätten.
In allen weiteren Berichten seither
seien aber
über die
Arbeitsfähigkeit keine Angaben
gemacht worden. Eine zuverlässige, lückenlose und nachprüfbare Aussage über die Ar
beitsfähigkeit von Oktober 2010 bis
zur
Untersuchung
in der Y._
im Februar 2014
sei somit nicht möglich.
Aufgrund der damaligen Beurteilungen sei der Explorand in seiner ang
estamm
ten Tätigkeit auf
grund der degenerativen Veränderungen im
Bereich des
Bewe
gungsapparat
s
nicht mehr arbeitsfähig
gewesen
.
Dr. A._ habe
in seinem Bericht vom
13. Oktober 2010
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
–
wahrscheinlich in einer
Verweistätig
keit
– ausgewiesen.
Die psychiatrische Diagnose (bis dahin mittelgradige Depression)
habe
sich erst wieder
anlässlich
der gutachterlichen
Untersuchung
im
Februar 2014
geändert
, als nur noch eine
leichte depressive Episode habe nach
gewiesen werden
können
.
Dies führe zu einer verbesserten Arbeitsf
ähigkeit von 80% für eine maximal adaptierte körperlich leichte Tätig
keit, wie im Gutachten ausgewiesen. Diese 80%ige Arbeitsfähigkeit in adaptier
ter
Tätigkeit bestehe
somit seit
dem 14. Februar 2014.
Da keine Berichte
mit an
derslautenden Beurteilun
gen vorhanden
seien
,
sei man davon ausgegangen
, dass eine 50%ige A
rbeitsfähigkeit seit der Zusprac
he der Rente bis zum
14. Februar 2014
bestanden haben dürfte. Jedenfalls
fänden sich in den Unter
lagen keine gegen diese Annahme sprechenden Unterlagen
.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Zusprache einer Dreiviertelsrente mit Verfü
gung vom 25. Januar 2012 (Urk. 7/73) mit Wirkung ab 1. März 2011
von einer 50%igen Arbeits
(un)
fähigke
it in adaptierter Tätigkeit aus. Sie stützte sich dabei auf
Stellungnahmen
des
RAD-Arztes Dr.
H._
zum medizinischen Sachverhalt
(E.
3.
1.6
)
.
Die aktenkundigen Arztberichte,
die den – zunächst mit Blick auf berufliche Massnahmen formulierten – Stellungnahmen des RAD-Arztes zugrunde lagen, vermögen
eine
derartige (rentenbegründende) Einschränkung
indes nicht
dar
zutun.
So fehlen namentlich hinreichende Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Dies gilt zum einen für den
Bericht der
Z._
(E. 3.1.1), aus dem nicht hervorgeht
, in welchem Umfang eine angepasste Tätigkeit zumutbar
war
.
Dem Bericht ist nur zu entnehmen
, dass die bisherige Tätigkeit bis auf w
eiteres nicht mehr möglich und eine berufliche Reintegration dringend angezeigt sei
.
Zum anderen machte d
er Hausarzt Dr.
E._
eben
falls
keine konkreten
Angabe
n
zur Arbeitsfähigkeit
in
an
gepasster Tätigkeit. Er stellte fest, die bisherige Arbeit sei nicht zur Zufriedenheit des Arbeitgebers aus
zuführen
;
er habe dies mit 50
%
eingesetzt
. Aus seinen Formularangaben zu zumutbaren Arbeiten in behinderungsangepasster Tätigkeit geht nicht klar her
vor, welche Tätigkeiten in welchem Umfang zumutbar waren. Eine generelle 50%ige Einschränkung ist auf jeden Fall auch den Berichten des Hausarztes nicht zu entnehmen (E. 3.1.2)
.
Nach einem erneuten Unfall vom 15. Oktober 2010 bat Dr. E._ darum, ihn erst im Februar/März 2011 wieder zu kon
taktieren, da er die Situation im Moment nicht definitiv beurteilen könne (E. 3.1.5). Davon sah die IV-Stelle in der Folge ab. Schliesslich gab zwar der be
handelnde Psychiater Dr. A._ im – auf dem Feststellungsblatt nicht er
wähnten – Kurzbericht vom 13. Oktober 2010 zuhanden der Suva (E. 3.1.3) an, aus seiner Sicht sei aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar; diese An
gabe bezieht sich vermutlich auf eine Verweistätigkeit (vgl. E. 3.2.3.2). Gleich
zeitig empfahl er aber eine neutrale gutachterliche Abklärung. Anzufügen bleibt, dass sich dem Bericht des Kreisarztes Dr. med. P._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 12. Januar 2010 (Urk. 7/13/21-25) mit Bezug auf die Ar
beits(un)fähigkeit einzig entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer unterdes
sen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht habe, wobei er allerdings in der Zwi
schenzeit die Kündigung erhalten habe und arbeitslos sei. Auch mit diesen An
gaben lässt sich die der Zusprache einer Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 25. Januar 2012 zugrunde liegende Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht legitimieren. Kommt hinzu, dass sämtliche vor
handenen Berichte mehr als ein Jahr vor der Rentenzusprache ergangen waren.
4.
1.
2
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist zudem auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Soweit die Rentenzusprache auf
den sehr knappen
Angaben von Dr.
A._
ohne klare Diagnosestellung und Befunderhebung
basierte
(zur Diagnose einer Anpassungsstörung vgl. im Übrigen E. 4.1.5 hernach)
,
erwiese
sie
sich ebenfalls als zweifellos unrichtig, wobei anzumerken ist, dass selbst der Beschwerdeführer eingestand, dass dieser Bericht für sich allein betrachtet kaum genügende Grundlage für eine Rentenbeurteilung gewesen wäre (Urk. 1 S. 5).
4.1.3
Nichts zu ändern an den offensichtlich ungenügenden medizinischen Abklärun
gen vor der Rentenzusprache vermag der Umstand, dass die Y._-Experten laut dem von Dr. I._ unterzeichneten Ergänzungsbericht zum Gutachten vom 10. Dezember 2014 davon ausgingen, dass eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit der Zusprache der Rente bis zur gutachterlichen Untersuchung am 14. Februar 2014 bestanden haben dürfte (E. 3.2.3.2; vgl. den Einwand in Urk. 1 S. 6 oben). Diese rückblickende Annahme vermag nicht zu überzeugen. Einerseits gab der Gutachter Dr. I._ im selben Bericht an, dass seit dem 14. Oktober 2010 keine Atteste mehr vorliegen würden und eine zuverlässige, lückenlose und nachprüf
bare Aussage über die Arbeitsfähigkeit von Oktober 2010 bis zur gutachterli
chen Untersuchung im Februar 2014 nicht möglich sei. Andererseits stützte sich die retrospektiv angenommene 50%ige Arbeitsunfähigkeit einzig auf die – wie bereits erwähnt mangelhaften – Angaben im Bericht von Dr. A._ vom 13. Oktober 2010 (vgl. im Übrigen auch die kritische Auseinandersetzung mit dem letzten Bericht von Dr. A._ im psychiatrischen Fachgutachten, Urk. 7/145/30-38 S. 9).
4.1.
4
Die Einschätzung des RAD-Arztes
Dr. H._
, auf welche sich die Beschwerde
gegnerin massgeblich
ab
stützte,
enthält nach dem Gesagten
im Wesentlichen eine ungefähre
Schätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, ohne eigene Untersuchung. Der Schätzung lagen
unvollständige
Zwischenberichte der behandelnden Ärzte
zugrunde, die sich über die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gar nicht oder in nur unzureichender Weise äusserten. Anzumerken bleibt, dass die Angaben des RAD-Arztes zudem namentlich mit Blick auf be
rufliche Massnahmen zustande kamen
.
Zusammenfassend ergibt sich, dass es
im Zeitpunkt der Rentenzusprache an hinreichend sorgfältigen fachärztlichen Abklärungen
fehlte
.
Es mangelte an ei
ner
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung
hinsichtlich
der massgeblichen Arbeitsfähigkeit
in adaptierter Tätigkeit, weshalb die Invaliditätsbemessung
nicht rechtskonform zustande kam
(vgl. E. 1.4.2).
4.
1.5
Erstellt ist sodann dass eine korrekte Vorgehensweise zu einem anderen Ergeb
nis geführt hätte. Die
von Dr. A._
genannte
Anpassungsstörung
wurde praxisgemäss bereits im Zeitpunkt der Rentenzusprache nicht als invalidisieren
des Leiden betrachtet, da diese Diagnose nur dann angezeigt ist, wenn selbst
die Diagnose einer leichten depressiven Episode nicht möglich ist (Urteil
e
des Bun
desgerichts 9C_76/2012 vom 1
1.
Juni 2012 E. 2.2.2 unter Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/
06 E. 2.2.2.2, 9C_408/2010 vom 22. Nov
ember 2010 E. 4.3 und
8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2). Anhaltspunkte
dafür
, dass es sich vorliegend anders verhalten hätte, sind keine ersichtlich.
Aus somati
scher Sicht lässt sich die 50%ige Einschränkung ebenfalls nicht begründen,
at
testierten die
Y._
-Gutachter dem Beschwerdeführer
doch
im Gutachten vom 2
2.
April 2014
trotz unverändertem organischem
Befund
aus somatischen Gründen
in einer behinderungsangepassten Tätigkeiten nur
noch
eine 20%ige Einschränkung infolge erhöhten Pausenbedarfs.
Die Leistungszusprache mit Verfügung vom 25. Januar 2012
war
daher zweifel
los unrichtig im w
iedererwägungsrechtlichen Sinne
.
4.
2
4.
2
.1
Die rentenaufhebende Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Februar 2016 (Urk. 2) erging unter dem Dispositiv
einer
wiedererwägungsweise
n
Aufhe
bung der Verfügung 2
5.
Januar 2012 und
der
Aufhebung künftige
r
Rentenleis
tungen.
In den Erwägungen führte d
ie Beschwerdegegnerin aus, dass zudem auch ein Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG bestanden habe (S. 4).
4.
2
.2
Die Gutachter
gingen zwar
explizit
von
eine
r
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes
aus
, da im Gegensatz zur Erstbeurteilung nur noch eine leichte depressive Episode bestehe. Die gesamtmedizinische Gesundheitssitua
tion und
die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten sich somit seit der Rentenzusprache verbessert (
E. 3.2.3.1
).
Trotzdem ist fraglich, ob dem Y._-Gutachten vom 22. April 2014 mit hinreichen
der Deutlichkeit eine Verbesserung gegenüber den Verhältnissen im Zeitpunkt der Rentenzusprache entnommen werden kann, hatte der behan
delnde Psychiater Dr. A._ doch damals eine Anpassungsstörung (mit aus
drücklichem Hinweis auf den ICD-Code F4), wenn auch mittelschwerer Ausprä
gung, und keine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert. Zudem ist auch ein Vergleich der Befundlage angesichts der knappen Angaben im Bericht von Dr. A._ nicht zielführend.
Wie es sich damit aber letztlich genau verhält, kann nach Vorliegen eines Wieder
erwägungsgrundes gemäss dem hievor Gesag
ten offen gelassen werden.
5.
5.1
Die Expertise der
Y._
vom 2
2.
April 2014 beruht auf fachärztlichen Untersuchun
gen in den massgebenden Disziplinen, berücksichtigt die relevanten Vorakten wie auch die geklagten Beschwerden und leuchtet
– namentlich mit Bezug auf die entscheidende Frage nach einer gesundheitlich bedingten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Begutachtungszeitpunkt –
in der Darlegung der medizinischen Verhältnisse und in der Begründung der Schlussfolgerungen ein. Damit liegt eine
Expertise
vor, welche die Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vollumfänglich erfüllt (vgl.
E. 1.5).
5.2
Die Beweis
kraft
des Gutachtens ist zwischen den Parteien denn auch grundsätz
lich unbestritten. Mit
dem Y._-Gutachten
ist erstellt, dass
der Beschwerdefüh
rer in seiner angestammten Tätigkeit als Gerüstbauer aus somatischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine angepasste Tätigkeit ist ihm indes zumutbar.
Aus körperlicher Sicht sollte es sich um eine
körperlich
leichte Tätigkeit ohne Zwangshaltungen, ohne vornübergebeugtes Belasten, ohne längeres Stehen, längeres Sitzen, längeres Gehen und ohne die Notwendigkeit, Lasten über
10 Kilogramm
tragen zu müssen, ha
ndeln. Aufgrund der Schwindel
symptomatik sollte es sich
nach Angabe der Gutachter
zudem um Tätigkeiten handeln,
bei denen
keine Sturzgefahren
bestehen
. Körperliche mittelschwere und schwere Tätigkeiten
sind nicht möglich. Wegen erhöhten Pausenbedarfs liegt die Ar
beitsfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit lediglich bei 80 %.
5.3
5.3.1
Zu diskutieren ist die sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite der im Gutachten ebenfalls attestierten psychischen Einschränkungen mit Bezug auf einen Rentenanspruch, wie dies bereits die Beschwerdegegnerin in ihrer sorg
fältig begründeten Verfügung
getan hat
(
Urk.
2),
nachdem
den medizinischen Experten bei der Beurteilung, wie sich die erhobenen gesundheitlichen Beein
trächtigungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken,
praxisgemäss
keine ab
schliessende Beurteilungskompetenz zukommt (BGE 140 V 193 E. 3.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
5
.
3
.2
Vorwegzuschicken ist, dass auch die Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung von einer (nur) 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgingen. Die Mediziner sahen mithin keinen Anlass, die 10%ige Einschränkung aus neurolo
gischer Sicht (Urk. 7/145/1-26 S. 16), die 20%ige Einschränkung aus orthopä
discher Sicht (infolge erhöhten Pausenbedarfs, Urk. 7/145/1-26 S. 13) sowie die (strittige) 20%ige Einschränkung aus psychiatrischer Sicht (Urk. 7/145/1-26 S. 11) zu addieren. Dies muss nicht – wie vom Beschwerdeführer vorgebracht (Urk. 1 S. 8) – infolge fehlender Kongruenz korrigiert werden, zumal nicht er
sichtlich ist, weshalb nicht sowohl der aus psychiatrischer Sicht attestierten Einschränkung bezüglich Durchhaltefähigkeit als auch den orthopädischen und neurologischen Defiziten mit vermehrten Pausen begegnet werden kann. Tätig
keitsprofilmindernde Einschränkungen betreffend Durchhaltefähigkeit, Wegefä
higkeit und Gruppenfähigkeit (S. 11) würden zudem kaum einen massgebenden leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen (vgl. hierzu E. 6).
5.3.3
Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass der psychiatrische Gutachter die psychi
schen Diagnosen mit aktuell leichter Ausprägung selber nochmals relati
vierte, indem er festhielt, dass
aufgrund zahlreicher Hinweise auf Aggravation
anlässlich
der psychiatrischen Untersuchung der Ausprägungsgrad sogar noch geringgradiger sein könnte
(vgl. Urk. 7/145/1-26 S. 11 f., vgl. in diesem Zu
sammenhang auch die Ausführungen der neuropsychologischen Fachgutachte
rinnen zum Täuschungsverhalten des Beschwerdeführers in Urk. 7/145/55-75 S. 21; vgl. ferner BGE 141 V 281 E. 3.7.1 in fine S. 295). Mit Bezug auf die Symptome des syndromalen Beschwerdebildes verneinte schliesslich auch der psychiatrische Gutachter einen relevanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – allerdings unter Bezugnahme auf die nicht mehr heranzuziehenden Foerster-Kriterien (Urk. 7/145/1-16 S. 11). Zum selben Ergebnis führt indes auch eine Prüfung anhand der mit BGE 141 V 281 eingeführten Standardindikatoren. Ein erheblicher Schweregrad kann nicht bejaht werden; es liegen auch keine schweren körperlichen oder psychischen Begleiterkrankungen vor. Die bisheri
gen Behandlungsmassnahmen waren unzureichend (vgl. nachfolgende E. 5.3.4, und aus schmerztherapeutischer Sicht Urk. 7/145/1-26 S. 13). Der Beschwerde
führer zog sich zwar zurück, erhielt aber grosse Unterstützung durch die Familie seines Bruders und weitere Verwandte (Urk. 7/145/1-26 S. 8 und Urk. 7/145/ 46-54 S. 4). Es bestehen wesentlich mitprägende psychosoziale Belastungs- faktoren (E. 3.2.3 vgl. hierzu
Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.4
) und ferner zahlreiche Hinweise auf Diskrepanzen (vgl. etwa Urk. 7/145/1-26 S. 9 und 12 f.) und Aggravation (Urk. 7/145/1-26 S. 18 ff.) in der Untersuchungssituation.
5.3.4
Schliesslich
fallen n
ach
geltender
Rechtsprechung des Bundesgerichts leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - ge
setzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prü
fungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sach
verhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszu
schliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent ge
wesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (am
bulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1, unlängst auch Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2016 vom 15. Mai 2017 E. 4.3 und 4.4. Zum Ganzen ausführlich und kritisch Slavik, Invalidenrentenanspruch bei depressi
ven Erkrankungen, in: Jusletter 4. September 2017)
.
Mit Blick auf diese Grundsätze liegt beim Beschwerdeführer
auch
kein invalidisie
rendes depressives Leiden
im Sinne der Rechtsprechung vor, wobei nach Angabe der Gutachter namentlich die therapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind.
So empfahl der psychiatrische Gutachter eine Behand
lung bei einem
Psychologe
n
oder
Psychiater
, der die Mutte
rsprache des Explo
randen spreche
.
Zudem wurde empfohlen,
die Behandlungsfrequenz zu erhöhen. Auch
könnte
ein tagesklinischer Aufenthalt
dem Exploranden St
ruktur geben
und eine Unterbringung in einem geschützten Bereich auch wieder Mot
ivation schaffen und Belastungs
grenzen erhöhen (
Urk.
7/145/1-27 S.
23).
Der Be
schwerdeführer nahm im Begutachtungszeitpunkt alle zwei bis drei Wochen Be
handlungstermine bei einem deutschsprachigen Psychiater wahr. Abgesehen vom einmonatigen Aufenthalt in der Z._ Anfang 2010 fanden in der Vergangenheit weder (psychosomatische) Klinikaufenthalte noch der Be
such einer Schmerzgruppe statt. Laut psychiatrischem Gutachten erscheint das aktuelle Behandlungssetting nicht ausreichend (vgl. das Psychiatrische Fachgut
achten vom 18. Februar 2014, Urk. 7/145/30-38 S. 8).
5.3.5
Abschliessend ist anzumerken, dass auch mit Bezug auf die genannte Agorapho
bie mit Panikstörung bei Unsicherheit und Ängsten in der Öffentlich
keit mit Schweissausbrüchen, Angstzuständen und Ohnmacht beziehungsweise Angst vor Ohnmacht (E. 3.2.3.1) von einer leichten Ausprägung auszugehen ist, die keine wesentlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermag. Dies legen zum einen bereits die Angaben des psychiatrischen Gutach
ters nahe. Zum anderen liesse sich, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend dar
legt, eine schwere Ausprägung mit täglichen Gängen durch den Coop und das Manor-Einkaufszentrum zum Zeitvertreib (vgl. Urk. 1/145/1-26 S. 8 und Urk. 7/145/46-54 S. 4) kaum vereinbaren.
5.3.6
Es besteht somit kein Anlass, eine über die gutachterlich attestierte 20%ige Ein
schränkung in angepasster Tätigkeit hinausgehende Verminderung der Arbeits
fähigkeit aus psychischen Gründen zu berücksichtigen.
6.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Leistungs
fähigkeit.
Dem Beschwerdeführer sind nach dem Gesagten
adaptierte leichte Tätigkeiten
in einem Pensum von 80
%
zumutbar. Validen- und Invalideneinkommen (Fr.
69‘101.70, ausgehend vom Medianlohn für Hilfsarbeiten im Baugewerbe gemäss
Lohnstrukturerhebung
[
LSE
]
2012
des Bundesamtes für Statistik
,
und Fr. 53‘297.20, ausgehend vom Medianlohn für Hilfsarbeiten im Total gemäss LSE 2012
) sind unbestritten und geben
zu
keinen
Bemerkungen
Anlass. Ob an
gesichts des eingeschränkten Belastungsprofils ein leidensbedingter Abzug
vom Invalideneinkommen
von
höchstens
10
%
(
zu
m leidensbedingten Ab
zu
g BGE 126 V 75) angezeigt wäre,
kann offen bleiben, ergäbe sich doch selbst
bei Vor
nahme eines
solchen Abzugs
(Invalideneinkommen von Fr. 47‘967.50)
ein ebenfalls unter der rentenbegründenden Grenze von 40 % liegender Invalidi
tätsgrad von
gerundet 31 %
.
Die Verfügung vom 15. Februar 2016 (Urk. 2) erweist sich somit als rechtens. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
7
.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7.2
Der Beschwerdeführer stellte mit seiner Beschwerde vom
16. März
2016 (Urk
.
1) ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Christe, Winterthur,
(S.
2
) und
reichte in der Folge einen Leistungsent
scheid der Gemeinde Q._ betreffend wirtschaftliche Hilfe vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 ein (Urk. 9; zur fehlenden Rechtschutzdeckung vgl. Urk. 1 S. 9). Die Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung sind erfüllt (§ 16 Abs. 1 und 2 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht GSVGer), weshalb das Gesuch
zu bewilligen
und dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren Rechtsan
walt lic. iur. Daniel Christe als unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen ist. Die
dem Beschwerdeführer
auferlegten Gerichtskosten
sind deshalb
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
. Zudem ist Rechtsanwalt Daniel Christe nach Einsicht die Honorarnote 11. August 2017 (Urk. 14), die einen der Bedeutung der Streitsache und Schwierigkeit des Prozesses angemessenen Aufwand aus
weist (§ 34 Abs. 3 GSVGer), mit Fr. 1‘931.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Beides
unter Hinweis
an den Be
schwerdeführer
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.