# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3f34c662-037e-45d0-bfcb-54d8caa12ac3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am _ in Chur geboren. Sie ist Schweizer Staatsangehörige und wohnt _. A. ist gelernte Detailhandelsfachangestellte und arbeitet bei der Migros in Buchs SG als Sportartikelverkäuferin. Ihr monatliches Nettoeinkommen beträgt ihren Angaben zufolge Fr. 4‘400.-. Im Jahre 2008 versteuerte sie ein Vermögen von Fr. 6‘695.-. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügung vom 24. November 2009 wurde A. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. In der Anklageschrift vom gleichen Tag wurde der Anklage folgender Sachverhalt zu Grunde gelegt:
„Am 14. Mai 2009 fuhr A. um 19.40 Uhr mit dem Fahrzeug Z., X., auf der Malixerstrasse von Chur Richtung Araschgerrank. Kurz nach dem St. Antönierrank bildet die Strasse eine nach rechts beginnende Doppelkurve, wobei beide Kurven unübersichtlich sind. Im Bereiche der kurzen Geraden zwischen der Rechts- und der Linkskurve setzte die Angeklagte zum Überholen des Fahrzeugs des Polizeibeamten B. an, der in Begleitung seiner Ehefrau in die gleiche Richtung fuhr. Das Überholmanöver erstreckte sich bis in die unübersichtliche Linkskurve. Da kein Gegenverkehr herrschte, konnte die Angeklagte das Überholmanöver beenden und ihre Fahrt fortsetzen. A. bestreitet, an dieser Stelle ein Überholmanöver durchgeführt zu haben. Sie will erst ausgangs des Waldes unterhalb von Kreuz-Malix ein anderes Fahrzeug überholt haben.“
C. In Ergänzung zur Anklageschrift führte die Staatsanwaltschaft Graubünden aus, da sich die Aussagen der Angeklagten und der Zeugen widersprechen, seien die entsprechenden Zeugnisse nach der Person, der individuellen Aussageerforschung und dem Inhalt zu analysieren und zu bewerten. Vorliegend sei zu berücksichtigen, dass die Aussagen der Angeklagten, die zumindest dem Gesetze nach nicht zu Wahrheit verpflichtet sei, mit Zurückhaltung zu würdigen seien. Beim Polizeibeamten B. und dessen Ehefrau handle es sich hingegen um völlig unbelastete Personen, ohne irgendwelche Interessen, die Angeklagte wahrheitswidrig zu belasten. Ausserdem hätten sie keinen Anlass gehabt, die ihnen bis zu diesem Zeitpunkt unbekannte Angeklagte wider besseres Wissen zu verzeigen. Dafür, dass die Feststellungen des Polizeibeamten und dessen Ehefrau den Vorzug vor den Aussagen der Angeklagten verdienen, spreche auch die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit ihrer Darstellungen des Geschehnisablaufs. Im Weiteren führte die Staatsanwaltschaft Graubünden aus, eine Verwechslung mit
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einem anderen Fahrzeug könne ausgeschlossen werden, da sich C. (Ehefrau) unmittelbar nach dem Überholmanöver die Nummer des Kontrollschildes des Fahrzeuges, das sie soeben überholt hatte, notiert habe. Soweit A. geltend mache, ein Überholmanöver erst ausgangs des Waldes unterhalb von Kreuz-Malix durchgeführt zu haben, so vermöge sie diese Behauptung nicht zu entlasten, weil dieses Manöver nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei.
D. Mit Urteil vom 15. Januar 2010, mitgeteilt am 14. April 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur was folgt:
„1.A. ist der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig.
2. Dafür wird sie mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à CHF 110.00 und einer Busse von CHF 1‘100.00 bestraft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
4. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 10 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 2‘973.00 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1‘473.00, Gerichtskosten von CHF 1'500.00) gehen zu Lasten von A..
A. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich Total CHF 4‘073.00 (Busse: CHF 1‘100.00; Verfahrenskosten: 2‘973.00). Dieser Betrag ist innert 30 Tagen seit der Zustellung des Urteils auf das PC-Konto -3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

## Considerations