# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0b1ef4f-c6da-5921-ba19-cd2cd20a676d
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Verfügung vom 21. April 2017 lehnte der Gemeinderat X ein Gesuch
von R. und N. C vom 20. Dezember 2016 betreffend die Reduktion der
Höchstgeschwindigkeit auf der I.-Strasse im Bereich Z ab.
B.
Mit Eingabe vom 22. Mai 2017 gelangten die Rekurrierenden entsprechend
der Rechtsmittelbelehrung in Ziff. 2 der Verfügung vom 21. April 2017 frist-
gerecht an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten im
Hauptstandpunkt die Aufhebung der Verfügung sowie die Anordnung der
verlangten Temporeduktion auf der I.-Strasse.
C.
Vom Rekurseingang wurde mit Verfügung vom 23. Mai 2017 Vormerk ge-
nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juni 2017 auf
Abweisung des Rekurses, soweit auf diesen einzutreten sei, unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden.
E.
In den Replik- und Duplikschriften vom 10. Juli 2017 und vom 25. Juli 2017
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
F.
Auf die Ausführungen der Parteien ist nachfolgend nur insoweit einzuge-
hen, als dies für die Begründung des Entscheids erforderlich ist.
R2.2017.00071 Seite 3

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Die I.-Strasse ist eine Gemeindestrasse, welche die [....] Gemeinde X mit
der [......] Gemeinde Y verbindet. Die Rekurrierenden sind Eigentümer ei-
nes Landwirtschaftsbetriebs im Bereich "Z" auf dem Gebiet der Gemeinde
X. Die I.-Strasse verläuft quer durch den Landwirtschaftsbetrieb.
2.
Der angefochtenen Verfügung vom 21. April 2017 ging ein Gesuch der Re-
kurrierenden vom 20. Dezember 2016 voraus, mit welchem die Rekurrie-
renden von der Vorinstanz – wörtlich – verlangten, "beim Kanton eine Tem-
poreduktion auf 30 km/h für den Hofbereich zu beantragen" (act. 9.2.).
Ziff. 1 der angefochtenen Verfügung beantwortet dieses Gesuch mit fol-
gender Formulierung:
" Das Gesuch von R. und N. C, [....] vom 20. Dezember 2016 über die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit auf der Gemeindestrasse I.- Strasse, Bereich Z wird gemäss den in den Erwägungen enthaltenen Argumentationen abgelehnt."
Den Erwägungen lässt sich im Wesentlichen entnehmen, dass eine Ge-
schwindigkeitsherabsetzung als nicht zielführend erachtet werde und auf
der I.-Strasse ohnehin kein Unfallschwerpunkt zu verzeichnen sei.
Ziff. 2 der Verfügung enthält die erwähnte Rechtsmittelbelehrung an das
Baurekursgericht.
3.1.
Das Baurekursgericht ist grundsätzlich zuständig für Anordnungen, die in
Anwendung des Raumplanungsgesetzes (RPG), des Umweltschutzgeset-
zes (USG) sowie des Planungs- und Baugesetzes (PBG) ergehen (§ 329
Abs. 1 PBG). Hinzu kommt eine Vielzahl von spezialgesetzlich geregelten
Zuständigkeiten wie beispielsweise die Zuständigkeit für Rekurse, die in
Anwendung des Strassengesetzes (StrG) ergehen (§ 41 Abs. 1 StrG). Be-
vor das Baurekursgericht auf die Behandlung einer Sache eintritt, hat es
R2.2017.00071 Seite 4
von Amtes wegen seine Zuständigkeit zu prüfen (§ 5 Abs. 1 des Verwal-
tungsrechtspflegegesetzes [VRG]).
3.2.
Streitgegenstand ist vorliegend die Frage der Höchstgeschwindigkeit res-
pektive deren Herabsetzung auf der I.-Strasse.
Gemäss 32 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) beschränkt der
Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf allen Strassen.
Nach Art. 32 Abs. 3 SVG kann die vom Bundesrat festgesetzte Höchstge-
schwindigkeit für bestimmte Strassenstrecken von der zuständigen Behör-
de aufgrund eines Gutachtens herabgesetzt werden; die Vorschrift wird in
Art. 108 der Signalisationsverordnung (SSV) präzisiert.
Der Vollzug des Signalisationsrechts des Bundes obliegt ausserhalb der
Städte Zürich und Winterthur grundsätzlich der Kantonspolizei (§ 1 der
Kantonalen Signalisationsverordnung [KSigV]). Diese verfügt auf Antrag
der zuständigen Gemeindebehörde dauernde Verkehrsanordnungen auf
Gemeindestrassen (§ 4 Abs. 2 KSigV). Als Verkehrsanordnungen gelten
unter anderem Verkehrsbeschränkungen (§ 3 KSigV). Gemeint sind damit
sogenannte funktionelle Verkehrsbeschränkungen wie die hier streitbe-
troffene Geschwindigkeitsreduktion. Gegen funktionelle Verkehrsbeschrän-
kungen der auf dem Gebiet der Gemeinde X hierfür zuständigen Kantons-
polizei besteht eine Einsprachemöglichkeit (Art. 106 Abs. 1 SSV in Verbin-
dung mit § 31 KSigV). Der Einspracheentscheid der Kantonspolizei als un-
tere Behörde kann an die obere Behörde weitergezogen werden; dies wäre
vorliegend die Sicherheitsdirektion (§ 19b Abs. 1 lit. b Ziff. 1 VRG).