# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2df2d729-8600-4c77-933a-b5573bdc0c67
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A.
a. A.Y. und B.Y., geb. 1944 und 1956, wohnen in S. Beide waren im Jahr 2007 bei der
Q. AG unselbständig erwerbstätig. In den Jahren 2006 und 2007 tätigte A.Y. Einkäufe
in die Stiftung für die berufliche Vorsorge "Winterthur Columna" von je Fr. 200'000.--
(act. G 2/3). Diese Einkäufe wurden in den am 30. Juli 2008 und 15. April 2009
ergangenen Steuerveranlagungen 2006 und 2007 als Einkommensabzüge zugelassen.
Für 2007 wurden die Ehegatten mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 133'000.--
und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 3'041'000.-- veranlagt (act. G 7/6/II/1, 7/6/III/
1). Gemäss einer am 7. Oktober 2009 beim Steueramt eingegangenen Meldung hatte
die Sammelstiftung X., ausserobligatorische Vorsorge, an A.Y. per Ende August 2009
den Betrag von Fr. 189'751.45 ausbezahlt (act. G 7/6/I/2, 7/6/I/9). Für diesen Betrag
veranlagte die Steuerbehörde die Ehegatten am 18. November 2009 (act. G 7/6/I/3)
separat mit einer Jahressteuer von Fr. 3'414.60 (Kantons- und Gemeindesteuern) und
Fr. 2'604.80 (direkte Bundessteuer); diese Veranlagung erwuchs in Rechtskraft.
b. Anlässlich der Prüfung der Steuererklärung 2009 stellte die Veranlagungsbehörde
fest, dass im Jahr 2007 Aktien der V. AG nicht deklariert worden waren. Im Rahmen
des in diesem Zusammenhang eingeleiteten Nachsteuerverfahrens (act. G 7/6/I/21) gab
das kantonale Steueramt den Ehegatten am 12. Juli 2012 überdies bekannt, dass in
den Jahren 2006 und 2007 einerseits Einkaufsbeiträge von je Fr. 200'000.--
einkommensmindernd berücksichtigt worden seien, anderseits jedoch ein Kapitalbezug
aus der 2. Säule von Fr. 189'751.-- erfolgt sei. Zu klären sei die Einhaltung der
gesetzlichen Dreijahresfrist für den Kapitalbezug (act. G 7/6/I/10). Nachdem sich die
Ehegatten hierzu geäussert hatten (act. G 7/6/I/9), gab ihnen das kantonale Steueramt,
welches ein weiteres Nachsteuerverfahren eröffnet hatte, am 27. September 2012
bekannt, der im Jahr 2007 getätigte Einkauf sei im Umfang von Fr. 189'751.-- dem
steuerbaren Einkommen 2007 zuzurechnen. Im Gegenzug werde nach Rechtskraft der
Nachsteuer die bereits veranlagte Kapitalleistung von Amtes wegen revidiert (act. G
7/6/I/7). Am 8. November 2012 veranlagte das kantonale Steueramt die Ehegatten in
Abänderung der ordentlichen Veranlagung 2007 - der Einkauf 2007 von Fr. 200'000.--
wurde nach Berücksichtigung der Kapitalauszahlung von Fr. 189'751.-- lediglich noch
im Betrag von Fr. 10'249.-- zum Abzug zugelassen - mit einem steuerbaren
Einkommen (satzbestimmend) von Fr. 322'700.-- (Kantons- und Gemeindesteuern
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2007) bzw. Fr. 317'600.-- (direkte Bundessteuern 2007) und einem steuerbaren
Vermögen (satzbestimmend) von Fr. 3'166'000.-- (Kantons- und Gemeindesteuern
2007; act. G 7/6/I/6).
c. Die hiergegen erhobenen Einsprachen (act. G 7/6/I/5) wies das kantonale Steueramt
mit Entscheid vom 17. Januar 2013 ab (act. G 7/6/I/1). Den gegen diesen
Einspracheentscheid am 4. März 2013 erhobenen Rekurs (Kantons- und
Gemeindesteuern) bzw. die Beschwerde (direkte Bundessteuer) wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 22. Oktober
2013 ab (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid liessen A.Y. und B.Y. durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin
Thaler, dipl. Steuerexperte, St. Gallen, mit Eingabe vom 21. November 2013
Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1) und das
mit der Veranlagungsberechnung (Nachsteuern) vom 26. September 2012 festgesetzte
steuerbare Einkommen sei zu korrigieren und neu auf Fr. 133'041.-- (Staats- und
Gemeindesteuern) bzw. Fr. 127'941.-- (direkte Bundessteuer) festzusetzen; die
interkommunale Steuerausscheidung sei entsprechend anzupassen (Ziff. 2); unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners (Ziff. 3).
b. In der Vernehmlassung vom 11. Dezember 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid (act. G 6). Der Beschwerdegegner verzichtete (für sich und
die Beschwerdebeteiligte) unter Verweisung auf den angefochtenen Entscheid auf eine
Vernehmlassung (act. G 9).
c. Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hinsichtlich der Einkünfte, der
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Abzüge und der Verlustverrechnung vereinheitlicht sind, hat die Vorinstanz den Rekurs
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Urteil, aber mit
getrennten Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durften auch die
Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE
135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführer
sind zur Beschwerde legitimiert, und ihre Eingabe vom 21. November 2013 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung
mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1.
2.1.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht den Einspracheentscheid des
Beschwerdegegners vom 17. Januar 2013 (act. G 7/6/I/1) bestätigte, mit welchem
dieser im Rahmen eines Nachsteuerverfahrens den in der Steuerveranlagung 2007 vom
15. April 2009 einkommensmindernd berücksichtigten Einkauf von Fr. 200'000.-- im
Umfang der im gleichen Jahr erfolgten Kapitalauszahlung von Fr. 189'751.-- wieder
aufrechnete. - Nach 45 Abs. 1 lit. d StG und Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG werden die
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gemäss Gesetz, Statuten oder Reglement geleisteten Einlagen, Prämien und Beiträge
an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung und an Einrichtungen der
beruflichen Vorsorge von den Einkünften abgezogen (vgl. auch Art. 81 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
vom 25. Juni 1982 ([BVG, SR 831.40]). Nach Art. 294 StG (in Kraft gewesen bis 31.
Dezember 2012) und Art. 38 DBG unterliegen Kapitalleistungen aus beruflicher
Vorsorge einer getrennt vom übrigen Einkommen berechneten Jahressteuer. - Leistet
ein Steuerpflichtiger kurze Zeit vor der Pensionierung Einkäufe und wählt er in der
Folge anstelle der üblichen Altersrente eine Kapitalleistung, wird die Altersvorsorge
insgesamt nicht verbessert. Nach Auszahlung der Kapitalleistung verfügt er über die
gleichen Mittel, die er kurze Zeit zuvor schon hatte. Die Einkaufssumme erhöht die
Altersvorsorge nicht, sondern stellt eine blosse Vermögensumschichtung dar (vgl. StB
45 Nr. 13 S. 8). Deshalb bestimmt der am 1. Januar 2006 in Kraft getretene und hier
somit anwendbare Art. 79b Abs. 3 BVG (Satz 1): "Wurden Einkäufe getätigt, so dürfen
die daraus resultierenden Leistungen innerhalb der nächsten drei Jahre nicht in
Kapitalform aus der Vorsorge zurückgezogen werden." Wenn diese Vorschrift die
getätigten Einkäufe für die "daraus resultierenden Leistungen" einer dreijährigen
Kapitalrückzugssperre unterwirft, so ist das laut bundesgerichtlicher Praxis nicht als
eine notwendigerweise direkte Verknüpfung zwischen dem Einkauf und der Leistung zu
verstehen. Die Bestimmung ist vielmehr so auszulegen, dass jede während der
Sperrfrist erfolgte Einzahlung vom Einkommensabzug ausgeschlossen ist. Das gilt
selbst dann, wenn das zu beurteilende Vorsorgemodell eine klare Trennung zwischen
später Einzahlung und Rentenausrichtung einerseits und langfristig angespartem
Vorsorgevolumen und Kapitalauszahlung andererseits vorsieht (BGer 2C_20/2011 vom
1. Juli 2011, E. 2.1 mit Hinweisen). Die Dreijahresfrist gemäss Art. 79b Abs. 3 BVG
findet auch dann Anwendung, wenn Einkauf und Kapitalbezug nicht dieselbe
Vorsorgeeinrichtung betreffen. Massgebend ist die Gesamtvorsorgesituation des
Einzelnen (vgl. StB 45 Nr. 13 mit Hinweis auf BGer 2C_658/2009 vom 12. März 2010
und die entsprechende Analyse der Schweizerischen Steuerkonferenz zu diesem
Bundesgerichtsentscheid vom 3. November 2010, www.steuerkonferenz.ch/pdf/
Analyse_BGE_BVG_20101103.pdf).
2.1.2. Die konkret im Jahr 2009 erfolgte Kapitalauszahlung von Fr. 189'751.45 fällt in
die dreijährige Sperrfrist, wie sie gemäss der Praxis zu Art. 79b Abs. 3 BVG für den im
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Jahr 2007 getätigten Einkauf von Fr. 200'000.-- besteht. Zum Einwand des
Beschwerdeführers, er habe die im Reglement so vorgesehene Kapitalauszahlung nicht
selber veranlasst, weshalb nicht von einer Steuerumgehungsabsicht (vgl. dazu BGer
2C_658/2009 vom 12. März 2010, E. 2.2 und E. 3.3.2) ausgegangen werden könne (act.
G 1 S. 13), ist festzuhalten, dass Art. 79b Abs. 3 BVG die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zur Verweigerung der Abzugsberechtigung wegen Steuerumgehung
im Sinn einer einheitlichen und verbindlichen Regelung übernimmt (vgl. BGer
2C_658/2009, E. 3.3.1; I. Vetter-Schreiber, Kommentar Berufliche Vorsorge, Zürich
2005, S. 272). Massgebend ist damit einzig die Frage, ob die Kapitalauszahlung innert
der in dieser Bestimmung aufgestellten Sperrfrist erfolgt ist. Auf dieser Grundlage - und
im Umfang der Kapitalauszahlung - könnte somit die vorgängige Einzahlung nicht vom
steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
2.2.
2.2.1. Die Beschwerdeführer vertreten die Auffassung, dass es vorliegend an einer
Verletzung der Sperrfrist nach Art. 79b Abs. 3 BVG fehle. Die Vorinstanz halte fest, die
Sperrfrist bewirke, dass Art. 37 Abs. 2 BVG (Auszahlung eines Viertels des
Altersguthabens als einmalige Kapitalabfindung) nicht zur Anwendung komme. Sie
erläutere ihre Ansicht jedoch nicht näher bzw. verweise auf einen früheren Entscheid,
der ebenfalls lediglich die Nichtanwendbarkeit von Art. 37 Abs. 2 BVG feststelle.
Mangels Sperrfristverletzung liege kein ungerechtfertigter Abzug der Einkaufsbeiträge
in der Steuerveranlagung 2007 vor. Somit fehle es für ein Nachsteuerverfahren mangels
Notwendigkeit zur Streichung der Einkaufsbeiträge bzw. Aufrechnung des Einkommens
für das Jahr 2007 an der Voraussetzung der Unterbesteuerung (act. G 1 S. 11-13). -
Fest steht in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
Vornahme des Einkaufs von Fr. 200'000.-- im Jahr 2007 knapp 63 Jahre alt war. Am 1.
August 2009 erreichte er das ordentliche Rentenalter 65 mit entsprechendem
Altersleistungsanspruch ab dem Folgemonat, d.h. per 1. September 2009 (vgl. act. G
2/5). Das Alterskapital aus beruflicher Vorsorge (2. Säule) von Fr. 189'751.-- war ihm
per 27. August 2009 angewiesen worden (vgl. act. G 7/6/I/3). Nach Art. 37 Abs. 2 BVG
kann die versicherte Person verlangen, dass ihr ein Viertel ihres Altersguthabens, das
für die Berechnung der tatsächlich bezogenen Altersleistungen massgebend ist, als
einmalige Kapitalabfindung ausgerichtet wird. Die versicherte Person kann die
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Auszahlung einer Kapitalabfindung nur einmal geltend machen. Hat sie beispielsweise
die Auszahlung einer halben Rente verlangt, kann sie eine Kapitalabfindung verlangen,
deren Höhe einem Viertel des Altersguthabens entspricht, das für die Berechnung
dieser halben Altersrente dient. Drei Viertel dieses Altersguthabens wird ihr in Form
einer Rente ausbezahlt (vgl. Botschaft 1. BVG-Revision vom 1. März 2000, BBl 2000,
2637 ff., 2694). Vor diesem Hintergrund kommt dem vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Umstand, dass ihm im Jahr 2011 eine weitere Kapitalabfindung von Fr.
965'000.-- ausbezahlt worden sei (act. G 1 S. 13 zweiter Absatz), keine Bedeutung zu,
da einzig der im Jahr 2009 bezogene Kapitalbetrag für die Anwendung von Art. 37 Abs.
2 BVG zur Diskussion steht und überdies auch nur Umstände, welche die Veranlagung
2009 betreffen (und nicht solche für spätere Veranlagungen), einbezogen werden
können. Hinzu kommt, dass die Bestimmung von Art. 37 Abs. 2 BVG ausschliesslich
das obligatorische Altersguthaben nach BVG betrifft (vgl. Hans-Ulrich Stauffer,
Berufliche Vorsorge, 2. A. 2012, Rz. 2013 Fn. 44 am Schluss).
2.2.2. Während Stauffer, a.a.O., den Kapitalbezug gemäss Art. 37 Abs. 2 BVG - auf
dem obligatorischen Altersguthaben - in jedem Fall (auch während einer Sperrfrist) als
zulässig erachtet, führte die Vorinstanz mit Hinweis auf B. Kahil-Wolff, in: Schneider/
Geiser/Gächter (Hrsg.), Kommentar zum BVG und FZG, Rz 2 und 15 zu Art. 37 BVG,
aus, dass die Sperrfrist nach Art. 79b Abs. 2 BVG die Nichtanwendbarkeit von Art. 37
Abs. 2 BVG bewirke (act. G 2/1 E. 3a/bb am Schluss). Dazu ist zum einen festzuhalten,
dass sich die vorinstanzliche Sichtweise nicht ohne Weiteres auf die von ihr angeführte
Kommentar-Stelle stützen lässt. Vielmehr ergibt sich aus dem dort angeführten Verweis
auf die Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 88, Ziff. 511 zu Frage 1 am
Schluss, gerade das Gegenteil. Der Standpunkt der Vorinstanz dürfte jedoch darin
begründet liegen, dass die Einkaufsbestimmungen des BVG eine verpönte
Steueroptimierung (vollständig) verhindern sollen; im Vordergrund standen dabei Fälle
von hohen steuerbefreiten Einkäufen unmittelbar vor der Pensionierung mit einem
anschliessenden Kapitalbezug (vgl. Stauffer, a.a.O., Rz 2012 mit Hinweisen). Für diesen
Standpunkt sprechen insbesondere auch Praktikabilitätsgründe. Das Bundesgericht
erachtet denn auch die konsequente - und grundsätzlich ausnahmslose -
Gleichsetzung von Kapitalauszahlung in der Dreijahresfrist mit missbräuchlicher
Steuerminimierung als zutreffend. Wesentlich sei nicht der Umstand der klaren
Trennung zwischen später Einzahlung und Rentenausrichtung einerseits und langfristig
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angespartem Vorsorgevolumen und Kapitalauszahlung andererseits, sondern die
Tatsache, dass kurz nach einer späten Einzahlung Vorsorgemittel ausbezahlt würden,
und zwar so, dass das Hin und Her nicht als sachgerechte Verbesserung des
Versicherungsschutzes, sondern als vorübergehende und steuerlich motivierte
Geldverschiebung erscheinen müsse. Dagegen wende sich Art. 79b Abs. 3 BVG
einheitlich und verbindlich, indem die Abzugsberechtigung immer dann zu verweigern
sei, wenn innerhalb der Sperrfrist eine Kapitalauszahlung erfolge (BGer 2C_658/2009
a.a.O, E. 3.3.2). Die beiden Normen stehen in diesem Sinn im Verhältnis "Regel (Art. 37
Abs. 2 BVG) und Ausnahme (Art. 79b Abs. 3 BVG)" zueinander. Unter diesen
Umständen erscheint es folgerichtig, den Kapitalbezug während der Sperrfrist und
damit auch den Abzug eines vorgängigen Einkaufs vom steuerbaren Einkommen in
vollem Umfang nicht zuzulassen. Auf den konkreten Fall angewendet bedeutet dies,
dass der im Jahr 2007 von den Beschwerdeführern getätigte Einkauf in die berufliche
Vorsorge von Fr. 200'000.-- auch im Umfang eines Viertels des BVG-Anteils des im
Jahr 2009 erfolgten Kapitalbezugs von Fr. 189'751.-- nicht als einkommensmindernder
Abzug vom steuerbaren Einkommen 2007 zuzulassen ist.
3.
3.1. Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der
Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben
oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist eine unterbliebene oder
unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen gegen die
Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins als
Nachsteuer eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG). In Art. 53 StHG ist
der Tatbestand der Nachsteuer in gleicher Weise geregelt. Als nicht bekannt im Sinn
der gesetzlichen Tatbestände gelten Tatsachen und Beweismittel, die zum Zeitpunkt
der Veranlagung bereits bestanden haben, aber während des ordentlichen
Veranlagungsverfahrens oder eines allenfalls sich daran anschliessenden
Rechtsmittelverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach der rechtskräftigen
Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind. Was dagegen bei
der ordentlichen Veranlagung aus den Steuerakten ersichtlich war, gilt als bekannt,
selbst wenn die Steuerbehörde aus irgendeinem Grund davon keine Kenntnis
genommen haben sollte. Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige seine
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Steuererklärung vollständig und genau ausgefüllt hat. Dabei gilt als Zeitpunkt der
Aktenkundigkeit in der Regel der Termin, an dem eine Information verarbeitet wird. Die
Kenntnisnahme durch das betreffende Amt darf sich jedoch nicht über Gebühr
verzögern. Eine Information muss auch bei Berücksichtigung der erforderlichen Zeit zur
Verarbeitung ein Jahr nach Eintreffen als aktenkundig gelten (vgl. Zigerlig/Oertli/
Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. A. 2014, VII./Rz. 110 mit Hinweisen; Höhn/
Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl., Bern 2001, S. 985 f.; VerwGE B 2010/230
vom 26. Januar 2011, E. 4).
3.2. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, die vom
Beschwerdegegner geltend gemachte neue Tatsache (Kapitalauszahlung während der
Sperrfrist von drei Jahren) beziehe sich nicht auf den Zeitpunkt der Veranlagung der
separaten Steuer (am 18. November 2009), sondern auf die Veranlagungsperiode 2007.
Beim Versand der Veranlagungsverfügung 2007 (vom 15. April 2009) habe der
Beschwerdegegner von der geplanten Kapitalauszahlung, im Gegensatz zu den
Beschwerdeführern, keine Kenntnis gehabt. Soweit die Beschwerdeführer unter
Verweis auf das St. Galler Steuerbuch (StB 45 Nr. 13) vorbringen würden, der
Beschwerdegegner hätte angesichts der bevorstehenden Pensionierung des
Beschwerdeführers mit der Veranlagung bis zur Festlegung der Form der Altersleistung
zuwarten müssen, sei ihnen entgegenzuhalten, dass diese Praxis vor der 1. BVG-
Revision gegolten habe. Aus der Tatsache, dass die entsprechende
Steuerbuchweisung erst per 1. Januar 2013 geändert worden sei, könnten die
Beschwerdeführer nichts für sich ableiten, zumal die im Steuerbuch enthaltenen
Weisungen für die Rechtsmittelinstanzen nicht verbindlich seien. Die Kapitalauszahlung
per 27. August 2009 stelle somit eine neue Tatsache im Sinne von Art. 151 Abs. 1 DBG
bzw. Art. 199 Abs. 1 StG dar, weshalb der Beschwerdegegner zu Recht ein
Nachsteuerverfahren eingeleitet habe. Dies sei mit Schreiben vom 12. Juli 2012 erfolgt,
als er im Zusammenhang mit einem anderen Nachsteuerverfahren auf die Verletzung
der Sperrfrist gestossen sei, jedoch immer noch innert der gesetzlichen Frist von 10
Jahren. Aus dieser Verzögerung könnten keine Ansprüche auf eine gesetzwidrige
Veranlagung oder auf Verzicht der Steuererhebung hergeleitet werden. Es könne
grundsätzlich nur der Vorwurf der Rechtsverzögerung erhoben werden. Im Übrigen
hätten es die Beschwerdeführer unterlassen, die (im Jahr 2009 erfolgte)
Kapitalauszahlung in der Steuererklärung 2009 zu deklarieren. Dass dies - wie sie
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vorbringen würden - für das Veranlagungsverfahren bedeutungslos gewesen sei, treffe
nicht zu. Die Rubrik "Kapitalleistungen aus Vorsorge" diene offensichtlich dazu,
Informationen über derartige, in der Regel bereits separat veranlagte Zahlungen zu
gewinnen und sie im Rahmen der Steuerveranlagung entsprechend zu berücksichtigen.
Entsprechend sei die späte Einleitung des Nachsteuerverfahrens nicht alleine vom
Beschwerdegegner zu verantworten. Ein Verstoss gegen Treu und Glauben sei im
Verhalten des Beschwerdegegners nicht zu erblicken. Ebenso wenig könne ihm
rechtsmissbräuchliches oder widersprüchliches Verhalten vorgeworfen werden (act. G
2 S. 8 f.). Die Beschwerdeführer bestätigen im vorliegenden Verfahren ihren
Standpunkt, wonach die Veranlagungsbehörde am 7. Oktober 2009 (Mitteilung über die
Kapitalauszahlung) bzw. spätestens im Zeitpunkt der separaten Veranlagung der
Kapitalauszahlung (18. November 2009) festgestellt habe, dass eine Kapitalauszahlung
erfolgt sei, weshalb aufgrund der Einkäufe in den Jahren 2006 und 2007 eine allfällige
Sperrfristverletzung hätte überprüft werden müssen. Bei der Auszahlung von
Kapitalbezügen aus der 2. Säule innerhalb einer Gemeinde handle es sich nicht um ein
Massengeschäft. Die Veranlagungsbehörde wäre nach dem 7. Oktober 2009 ohne
Weiteres in der Lage gewesen zu überprüfen, ob innerhalb der letzten drei Jahre
Abzüge von Einkäufen in die 2. Säule stattgefunden hätten. Ein einziger Blick in das
Dossier der Beschwerdeführer hätte gereicht, um genügend Aufschluss über kürzlich
getätigte Einkäufe zu geben. Allfällige neue Tatsachen und Beweismittel seien damit
bereits im Zeitpunkt der Veranlagung des Kapitalbezugs im November 2009 bekannt
gewesen. Eine Überprüfung einer allfälligen Sperrfristverletzung hätte damit ebenfalls
zu jenem Zeitpunkt erfolgen müssen und könne nicht aufgrund eines Versäumnisses
der Veranlagungsbehörde zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt erfolgen. Die
Einkommensfaktoren und somit auch die in Abzug gebrachten Einkäufe seien im
Steuerregister (Art. 122 StG) festgehalten; dieses gelte als den Veranlagungsbehörden
bekannt. Dass es die Veranlagungsbehörde versäumt habe, im Zeitpunkt der
Veranlagung des Kapitalbezugs eine Sperrfristverletzung zu überprüfen und allenfalls
ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, könne nicht zuungunsten der Beschwerdeführer
ausgelegt werden. Bei Einleitung des Nachsteuerverfahrens 2012 hätten bezüglich der
Einkäufe 2007 keine neuen Tatsachen und Beweismittel mehr vorgelegen (act. G 1 S.
15 f.).
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3.3. Am 15. Juni 2009 hatte die X. Sammelstiftung dem Beschwerdeführer
mitgeteilt, dass mit dem Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters 65 per 1.
September 2009 aus seiner Vorsorgelösung (2. Säule) eine Kapitalauszahlung fällig
werde (act. G 2/5). Für den in der Folge am 27. August 2009 ausbezahlten
Kapitalbetrag veranlagte der Beschwerdegegner die Beschwerdeführer am 18.
November 2009 (act. G 7/6/I/3) separat mit einer Jahressteuer für die Kantons- und
Gemeindesteuer und die direkte Bundessteuer, wobei sie die Einhaltung der Sperrfrist
nach Art. 79b Abs. 3 BVG in Bezug auf die in der ordentlichen Veranlagung 2007
akzeptierten Einkäufe nicht prüfte. Wenn die Beschwerdeführer festhalten lassen, dass
bei Veranlagung einer separaten Jahressteuer grundsätzlich auch die Akten des
ordentlichen Veranlagungsverfahrens beizuziehen seien und der Beschwerdegegner
sich dieser Verpflichtung nicht mit Hinweis auf das Vorliegen eines Massengeschäfts
entledigen könne (vgl. act. G 1 S. 15 f.), ist festzuhalten, dass die Steuerbehörde sich
grundsätzlich auf die Überprüfung der Unterlagen für die Veranlagung der separaten
Jahressteuer beschränken durfte und nicht gleichzeitig auch die ordentliche
Veranlagung 2007 einer Überprüfung unterziehen musste (vgl. dazu Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 18.04.2012, SR.2011.00015, E. 2.3;
www.vgr.zh.ch). Aber selbst wenn diesbezüglich gegenteilig entschieden würde, bliebe
entscheidend, dass Gegenstand des angefochtenen Entscheids und damit auch des
vorliegenden Verfahrens einzig die Nachbesteuerung hinsichtlich der Veranlagung 2007
vom 15. April 2009 bzw. der dort einkommensmindernd berücksichtigte Einkauf von
Fr. 200'000.-- bildet, nicht jedoch eine Revision der Veranlagung der separaten
Jahressteuer vom 18. November 2009. Der Beschwerdegegner hatte im Rahmen des
Nachsteuerverfahrens am 27. September 2012 die Revision der Jahressteuer-
Veranlagung vom 18. November 2009 (zugunsten der Beschwerdeführer und von
Amtes wegen) lediglich in Aussicht gestellt (act. G 7/6/I/7). Die Frage des Vorliegens
einer dem Beschwerdegegner zuvor nicht bekannten (neuen) Tatsache kann sich daher
einzig auf den Zeitpunkt der ordentlichen Veranlagung 2007 vom 15. April 2009 (act. G
7/6/III/1) beziehen, zumal nur dort (nicht jedoch bei der Separatveranlagung vom 18.
November 2009) der Einkaufsabzug zu berücksichtigen war. Die Veranlagung vom 15.
April 2009 war im Zeitpunkt der Kapitalauszahlung vom 27. August 2009 - die
entsprechende Meldung war am 7. Oktober 2009 beim Beschwerdegegner
eingegangen (act. G 7/6/I/3) - längst in Rechtskraft erwachsen. Die Unkenntnis des
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St.Galler Gerichte
Beschwerdegegners im Zeitpunkt der Veranlagung 2007 vom 15. April 2009 über die in
Aussicht stehende Kapitalauszahlung bildete Grund dafür, dass er den Abzug der
Einkaufssumme von Fr. 200'000.-- vom steuerbaren Einkommen der Beschwerdeführer
in vollem Umfang zuliess. Die verzögerte Nachbesteuerung mit Bezug auf die
Veranlagung 2007 dürfte dabei - wie die Vorinstanz zu Recht festhielt - auch auf den
Umstand der unterlassenen Deklarierung der im Jahr 2009 erfolgten Auszahlung in der
entsprechenden Steuererklärung 2009 (act. G 7/6/V Hauptformular S. 4 unten)
zurückzuführen sein. Wie es sich im Einzelnen damit verhält, braucht jedoch nicht
weiter untersucht zu werden, denn ausschlaggebend erscheint im Ergebnis, dass die -
gestützt auf eine Meldung vom 7. Oktober 2009 vorgenommene - separate
Veranlagung des Kapitalbezugs am 18. November 2009 nicht die Unmöglichkeit der
Nachbesteuerung des in der ordentlichen Veranlagung vom 15. April 2009
berücksichtigten Einkaufsabzugs im Jahr 2012 zur Folge hatte. Einzige zeitliche
Begrenzung für die Eröffnung eines Nachsteuerverfahrens bildet die gesetzliche Frist
von 10 Jahren nach Ablauf der in Frage stehenden Steuerperiode (Art. 152 DBG, Art.
203 StG); diese ist offensichtlich eingehalten.
4.
4.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde sowohl
hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuer 2007 als auch der direkten
Bundessteuer 2007 abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen
Kosten von den Beschwerdeführern zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 und
145 Abs. 2 DBG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (vgl. Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Diese wird bei den
Beschwerdeführern erhoben, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses
von Fr. 3'000.--.
4.2. Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Beschwerdeführer
auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art.
98bis VRP). Der Beschwerdegegner und die Beschwerdebeteiligte haben keinen
Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 829).