# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7e49f91b-0018-4b99-b5ce-94d8633dabc4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, verdrehte sich am 30. Dezember 2012 auf einer Treppenstufe den rechten Fuss und stürzte. Zu diesem Zeitpunkt war sie bei der
Y._
als Mitarbeiterin am Empfang angestellt und bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (vgl. Schadens
mel
dung vom 4. Januar 2013; Urk. 8/1). Beim Vorfall zog sie sich eine
Malleo
lar
fraktur
vom Typ B zu, die gleichentags operativ versorgt wurde (Osteo
synthese des lateralen
Malleolus
rechts mittels einer 5-Loch Drittel-Rohr
platte), einen statio
nären Klinikaufenthalt bis zum 2. Januar 2013 nötig machte und eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit nach sich zog (Urk. 8/11-12, Urk. 8/28, Urk. 8/37, Urk. 8/41, Urk. 8/45, Urk. 8/59). In der Folge persistierte trotz physiotherapeu
ti
scher Behandlung ein Schmerzzustand (vgl. Urk. 8/29, Urk. 8/33-35, Urk. 8/42). Nachdem am 27. Februar 2013 ein zweiter opera
tiver Eingriff zur Entfernung des
Osteosynthesematerials
(Stellschrau
benentfernung
Malleolus
lateralis
rechts) erfolgt
war (Urk. 8/38), kam es am 1. Juli 2013 zu einem weiteren Eingriff (voll
ständige Metallentfernung und
Reosteosynthese
; Urk. 8/60). Im August 2013 zeigte eine CT-Untersuchung die vollständige Konsolidierung der Fraktur, aller
dings dauerte die Schmerzproble
matik trotz weiterer physiotherapeutischer Be
hand
lung an (Urk. 8/73, Urk. 8/75, Urk. 8/7
2
-79, Urk. 8/80). Weitere chirurgische Ein
griffe erfolgten im Mai 2014 und im Juli 2014 (Urk. 8/140, Urk. 8/170). Im August 2015 schlug die Versicherte angesichts des weiterhin unbefriedigenden Verlaufs eine Beguta
chtung durch PD Dr. med. Z._
, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie,
A._
, als Gutachter vor
(Urk. 8/200). Dem Vorschlag schloss sich die Suva in der Folge an (vgl. Urk. 8/
221, Urk. 8/227) und erteilte dem genannten Facharzt einen entspre
chenden Auftrag (vgl. Urk. 8/231 ff.). Für eine psychiatrische Gesprächstherapie (vgl. Gesuch vom 30. September 2015; Urk. 8/218) erteilte die Suva nach Ein
holung einer psychia
trischen
Konsiliarbeurteilung
(vgl. Urk.
8
/220) am 26. Oktobe
r 2015 Kostengut
sprache (Urk. 8
/222). Am 18. Mai 2016 erstattete
PD
Dr.
Z._
sein Gutach
ten (Gutachten in französischer Sprache vgl. Urk.
8
/275, Gutachten in deutscher Übersetzung vgl. Urk.
8
/286). Am 13. Oktober 2016 teilte die Suva
X._
mit, das Gutachten von
PD
Dr.
Z._
lasse keine ab
schliessende Beurteilung zu, weswegen weitere Abklärungen erforderlich seien. Es werde beabsichtigt, bei der MEDAS-
B._
ein Gutachten der Fach
richtungen Orthopädie, Neurologie und Psychi
atrie einzuholen.
In der Folge ent
spann sich ein Streit über
die vorgesehene Gutachtensstelle
. M
it Urteil vom 6.
September 2017 im Verfahren UV.2017.00087
entschied das hiesige Sozialver
si
che
rungsgericht im Sinne der Verfügung der Suva vom 7. März 2017, worin a
n der
polydisziplinären
Beg
utacht
ung
durch die
MEDAS-
B._
festgehal
ten
worden war
(Urk. 8/369).
1.2
Das von der
Suva in der Folge
mit Schreiben vom 4. Dezember 2017 (Urk. 8/385)
in Auftrag gegebene
Gutachten bei
der MEDAS
B._
wurde am 24. Mai 2018 (Urk. 8/402-406) erstattet.
Mit Verfügung vom 28. September 2018 stellte die Suva die Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggelder) per 30. Novem
ber 2018 ein und richtete für die verbliebene Beeinträchtigung am rechten Fuss
im Umfang eines Schadens von 15 %
eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 18'900.-- aus (Urk. 8/442). Die dagegen am 29. Oktober 2018 erhobene Einsprache
(Urk. 8/447/1-7) wies die Suva mit Entscheid vom 8. Mai 2019 ab (Urk. 8/468 = Urk. 2).
2.
Dagegen
liess
X._
am 11. Juni 2019 Beschwerde
erheben
mit de
n
Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ab dem 1. Dezember 2018 weiterhin Taggelder
auszurichten
und es sei die Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.--
auf Fr. 52'290.-- zu erhöhen. Eventualiter sei ein Obergutachten anzuordnen (Urk.
1
S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2019 schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7 S. 2), worüber die Beschwerde
führerin mit Verfügung vom
26. Juli 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
30. Dezember 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 115 V 133 E. 6).
1.2.
3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10
E. 2).
1.2.
4
Bei banalen Unfällen
,
wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen
,
wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Dagegen lässt sich im mittleren Schwerebereich von Unfallkategorien die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig be
antworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittel
bar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche - un
fall
bezogenen - Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebens
erfahrung geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch be
dingten Erwerbsunfähigkeit zu führen oder diese zu verstärken (BGE 115 V 140 E. 6c).
1.
3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanz
frage
bei psychischen Unfallfolgen
zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes
ondere
auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der
Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werd
en, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
messung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte
Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallver
si
cherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversiche
rungs
rechts; ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach
Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingli
e
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1
.5
1.5
.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
di
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er vor
aussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des An
hanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
5
.2
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im
Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.
6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. Mai 2019
(Urk. 2)
zog die Be
schwerdegegnerin zusammengefasst in Erwägung, dass auf
das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS
B._
vom 24. Mai 2018 abgestellt werden könne (S. 6 f.). Gestützt darauf hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Einschränkungen am linken Sprunggelenk
und die zahlreichen weiteren Diagnosen, die nicht das rechte Fussgelenk beträfen,
nicht auf den Unfall vom 30. Dezember 2012 zurückzuführen seien (S. 7 f.)
.
V
on weiteren Behandlungen
sei
keine namhafte Besserung zu erwarten und der Endzustand
sei
erreicht (S. 8 f.)
.
E
ine sitzende Tätigkeit
sei
ohne Einschränkungen in einem vollen Pensum zumutbar
, wozu auch die angestammte Tätigkeit als Telefonistin zu zählen sei, weshalb keine Inva
lidenrente auszurichten sei
(S. 9 f.)
.
E
in adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem als
leichten Unfall einzustufenden Ereignis und den psychischen
Beschwerden
müsse
verneint werden
, weshalb
die psychischen Beschwerden beim Zumutbarkeitsprofil und bei der Schätzung des Integritätsschadens
nicht zu be
rücksichtigen sei
en
(S. 10)
.
Als Folgen des Unfalles seien für die Integritätsein
busse einzig die Beeinträchtigungen am rechten Fussgelenk zu berücksichtigen. D
ie Summe von Funktionsstörung und Arthrose im rechten Sprunggelenk im Ganzen
ergebe
eine Integritätseinbusse von 15 %
(S. 11 ff.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrif
t vom 11. Juni 2019 (Urk. 1)
zusammengefasst
zunächst
geltend,
dass eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege, da sich die Beschwerdegegnerin
im Einsprache
entscheid
mit
ihrer
Stellungnahme zum Gutachten mindestens kurz hätte aus
einandersetzen müssen
, was sie nicht getan habe
(S. 3 f.). Das Gutachten enthalte
sodann
Widersprüche zu früheren Untersuchungsergebnissen namhafter Fach
ärzte
und beruhe auf ungenügenden Abklärungen
(S. 4 f.).
Die behandelnden Ärzte würden die Kausalität zwischen der chronischen Überbelastung und den degene
ra
tiven Veränderungen am linke
n
Fuss bejahen. Entgegen der Ansicht der Be
schwer
degegnerin
bestünden
keine früheren Verletzungen am linke
n
Fuss (S. 5 f.).
Der Bruch vor über 30 Jahren
am linken Fuss
sei komplikationslos verheilt. Die degenerativen Veränderungen des linken Sprunggelenks seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine adäquat kausale Folge der jahrelangen Überbelastung des linken Fusses aufgrund der Verletzungen am rechten Fuss
(S. 6 f.)
.
Weiter
liege ein komplexes Schmerzbild vor. Dabei
handle es sich um eine kausale Unfallfolge. Sie
– die Beschwerdeführerin -
habe vor dem Unfall nicht über Schmerzen geklagt
,
diese seien erst nach der Verletzung des rechten Fusses aufgetreten
. Die vorliegende Knöchelfraktur mit schwierigem Heilungsverlauf habe zu einem komplexen Schmerzsyndrom geführt
(S. 7 Mitte).
Aufgrund der massgeblichen Aktenlage sei weder der medizinische Endzustand erreicht noch ergebe sich aus den medizinischen Berichten, dass keine wesentliche Besserung mehr erreicht werden könne. Es komme weiterhin eine Versteifung
des Sprung
gelenks
in Frage (S. 7 unten). Weiter werde nicht beachtet, dass sie an chronischen Schmerzen leide und aufgrund ihres komplexen Gesundheitszustandes nur einer angepassten
Teilzeitbeschäftigung (Pensum von 30 %) maximal halbtags nach
gehen könne. Ein grosser Teil der angeblich psychischen Beschwerden würden auf einem organischen Substrat beruhen. Dies gelte insbesondere für die Schmer
zen im Bereich der unteren Extremitäten (S. 8 oben). Weiter sei die Berechnung der Integritätsentschädigung falsch. So sei nur der rechte Fuss berücks
ichtigt worden,
die Beschwerdegegnerin gehe aktenwidrig von einer leichten Arthrose des rechten Sprunggelenks aus
;
es müsse auch der zu erwartenden künftigen
Entwicklung angemessen Rechnung getragen werden, woraus sich ein Schaden von 41.5 % ergebe
(S. 8 f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin
führte
in ihrer Beschwerdeantwort vom
24. Juli 2019
(Urk. 7)
dazu
aus
,
das Sozialversicherungsgericht habe in seinem Urteil bestätigt, dass das Gutachten von PD Dr.
Z._
nicht umfassend sei, weshalb dem interdisziplinären Gutachten der MEDAS das massgebende Gewicht zukomme.
Darauf habe sie in der Verfügung und im Einspracheentscheid hinreichend Bezug genommen und daher kein rechtliches Gehör verletzt (S. 14)
. Aufgrund der Ergeb
nisse der Begutachtung stehe fest, dass es sich bei der Arthrose des rechten
oberen
Sprunggelenks (
OSG
)
und der neuropathischen Schmerzkomponente an der rechten
unteren Extremität um Unfallfolgen handle
, deren medizinische Behandlung abge
schlossen sei. Aus orthopädischer und neurologischer Sicht sei
hingegen
kein somatisches Korrelat vorhanden für die geklagten Beschwerden an der Wirbel
säule und in den oberen Extremitäten (S. 15).
D
as linke
OSG
sei beim Unfallereignis nicht verletzt worden und es sei auch nicht zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen. D
ie
deutliche
n
Vernar
bung
en
der Bänder und
die
nachgewiesenen Knorpelschädigungen
am linken
OSG
seien
ein klarer Hinweis darauf, dass es sich bei den
linksseitigen
Arthro
se
beschwerden
am ehesten um solche herrührend
von einer Fraktur des linken Knöchels
im Jugendalter
handle
(
S. 15 f.).
Nach
Lage der Akten
sei weiter
erstellt
, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfallereignis weder am linken noch am
rechten Knie verletz
t habe
. Die mehrjährige Latenz zwischen dem erstmaligen
Auf
treten
der beidseitigen Kniebeschwerden nach dem Unfallereignis spreche
über
die
s
gegen einen überwiegend wahrscheinlichen natürlichen Kausalzusam
menhang
(S.
17 f.)
.
Aufgrund des Gutachtens stehe fest, dass die Beschwerdeführerin an teilunfallkausalen psychischen Beschwerden
und an psychischen Vorzuständen
leide.
Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
psychischen Beschwer
den
und dem Unfallereignis
sei
gestützt auf die
Adäquanzkriterien
jedoch
zu ver
neinen
(S. 19 f.
). Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten erweise sich
auch
in Bezug auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit
al
s umfassend und nachvollziehbar und
die verfügte Leistungsterminierung unter Verneinung eines Invalid
en
renten
an
spruchs
sei
nicht zu beanstanden (S. 21 f.).
Aufgrund des fehlenden Kausalzu
sammenhangs zwischen den geltend gemachten Beschwerden im linken Fuss/
OSG
und dem Unfallereignis
stehe der Beschwerdeführerin dafür keine
Integri
tätsentschädigung
zu
(S. 22).
Bezüglich der unfallkausalen Gesundheitsschäden im rechten Sprunggelenk
bestehe unter den Ärzten Einigkeit
und
es
ergebe sich auch aus den neusten Befunden
, dass keine schwere Arthrose vorliege, weshalb
die Beurteilung des Integritätsschadens im MEDAS-Gutachten nicht zu bean
stan
den sei (S. 23 f.).
2.4
In materieller Hinsicht ist s
treitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Fall Nr.
«...»
betreffend
das
Ereignis
vom
30. Dezember 2012
hinsicht
lich der
Versicherungsleistungen (Heilbehandlungskosten und Taggelder) zu Recht
per
30. November 2018
abgeschlossen hat und
hinsichtlich der
geltend gemach
ten
Langzeitfolgen
zu Recht
einzig diejenigen am rechten Fussgelenk berück
sich
tigt und dabei nur eine Integri
t
ätsentschädigung
für einen Schaden von 15 %
und keine I
nvalidenrente zugesprochen hat
.
2.5
Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht (vgl. Urk. 1 S.
3 f.
), darf diese - soweit sie überhaupt vorliegen sollte - als geheilt betrachtet werden, handelt es sich beim hiesigen Gericht doch um eine
Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprü
fen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.
3.1
3.1.1
Dr. med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, Dr. med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, sowie Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie, nannten
im Gutachten der MEDAS-
B._
vom 24. Mai 2018 (Urk. 8/402)
in
kon
sensualer
Hinsicht
folgende Diagnosen
,
welche mit überwiegender Wahrschein
lichkeit durch das Ereignis vom 30.
Dezember
201
2
verursacht worden seien
(S.
25
f.
):
-
leichte Arthrose rechtes
OSG
(
Kellgren
-Lawrence Grad II)
sowie chroni
sches Schmerzsyndrom des rechten Fusses
nach:
-
Malleolar
-Fraktur rechts lateral, Typ B nach Weber
,
am 30.
Dezember
2012
-
offener Reposition und Osteosynthese am 30.
Dezember
2012
-
Stellschrauben-Entfernung am 27.
Februar
2013
-
Re-Osteo
synthese wegen
delayd
union
am
3.
Juli
2013
-
Arthroskopie und
Syndesmosen
-Stabilisie
rung am 30. April
2014
-
Zugschraubenentfernung und
Osteop
h
ytenabtragung
am 5.
Juli
2014
-
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2), D
ifferenzialdiagnose
rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Abhängigkeit von Nikotin und Verdacht auf Abhängigkeit von Opiaten, eventuell weiteren Substanzen
Als unfallfremde Diagnosen nannten sie (S. 30 Mitte):
-
beginnende Arthrose am linken oberen Sprunggelenk links (
Kellgren
-Lawrence Grad I) nach:
-
Malleolar
-Fraktur links im Jugendalter
-
offener Reposition und Osteosynthese
-
Hypersomnie
unklarer Genese
-
episodische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
Verdacht auf Carpaltunnel-Syndrom rechts
-
chronisches Schmerzsyndrom Becken, Knie und linker Fuss
-
leichtes
zerviko
-vertebrales Syndrom nach:
-
Heckauffahrkollision und HWS-Distorsion am 9. Oktober 2016
3.1.2
Zur Frage, welche der festgestellten Gesundheitsschäden mindestens mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 30. Dezember 2012 ver
ursacht worden seien, hielten die Gutachter fest, das rechte
OSG
zeige eine leichte Arthrose nach einer
Malleolar
-Fraktur rechts am 30.
Dezember
2012 und mehre
ren Eingriffen und eine leichte Nervenläsion am ehesten des N.
peron
e
us
super
fizialis
im Rahmen der operativen Behandlungen. Eine neuropathische Schmerz
komponente als indirekte Folge des Unfalles am rechten Fuss lasse sich nicht ausschliessen (S. 27 unten).
Die leichte Arthrose des rechten oberen Sprunggelenkes und die neuropathische Schmerzkomponente infolge des Ereignisses vom 30. Dezember 2012 und die beginnende Arthrose
des
linken oberen Sprunggelenkes infolge einer Verletzung im Jugendalter würden auf einem organischen Substrat beruhen. Dieses lasse sich mit den bildgebenden Untersuchungen (Röntgenbilder, MRI, CT) und klinisch objektivieren (S. 28 oben).
Bei den Beschwerden an der rechten unteren Extremität infolge der leichten Arthrose des rechten
OSGs
und der neuropathischen Schmerzkomponente handle es sich mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um Folgen des Ereig
nisses vom 30. Dezember 2012. Die übrigen Beschwerden
seien
aus orthopä
di
sch
er und neurologischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgen des Ereigni
sses vom 30. Dezember 2012 (S. 28 oben).
3.1.3
Aus orthopädisch-traumatologischer und
neurologischer
Sicht könne von weite
ren Behandlungsmassnahmen mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
keine Besserung des unfallbedingten Gesun
dheitszustandes erwartet werden (S. 2
8 Mitte).
3.1.
4
In Anbetracht der Unfallfolgen seien d
er versicherten Person
aus orthopädischer und neurologischer Sicht
folgende Körperhaltungen und -funktionen nicht mehr zumutbar (S. 28 unten):
-
a
ndauerndes Stehen
-
r
egelmässiges Gehen von grossen Distanzen
-
regelmässiges Treppensteigen
-
Besteigen von Leitern, Gerüsten, Regalen
-
Tätigkeiten in der Hocke und im Knien
-
Sprünge
-
Velofahren
Folgende Körperhaltungen und Funktionen
seien
der versicherten Person in An
betracht der Unfallfolgen aus orthopädischer und neurologischer Sicht nur in
einem beschränkten zeitlichen oder leistungsmässigen Umfang zumutbar (S.
29 oben
):
-
kurzzeitiges Stehen bis zirka
10 Minuten
-
k
urze Gehstrecken bis
zirka
300 m
-
ve
reinzeltes Treppensteigen, zum Beispiel
zweimal pro
Halbtag
-
Obwohl die oberen Extremitäten keine Einschränkungen aufweisen würden
und somit ein Heben oder Tragen von Lasten bis 10 kg möglich wäre, sei das Heben und Tragen von Lasten wegen der eingeschränkten Geh
fähig
keit nicht möglich. Hingegen sei das Hantieren mit Lasten bis 10 kg am Tisch sitzend möglich.
Aus orthopädischer und neurologischer Sicht bestünden
bei sitzenden
Tätigkeiten keine Einschränkungen. Die Einschränkung für sitzende Tätigkeiten, wie sie in früheren Gutachten beschrieben worden sei, könne aus rein orthopädischer Sicht nicht nachvollzogen werden
(S. 29 oben)
. Die zeitlichen
Limiten
seien aus ortho
pädischen und neurologischen Belangen in den oben formulierten Einschrän
kungen bereits enthalten. Somit
könne
die versicherte Person eine
angepasste
Tätigkeit aus rein orthopädischer und neurologischer Sicht ganztags ausüben. Es
seien
in Anbetracht der Unfallfolgen keine zusätzlichen zeitlichen
Limiten
in Form von zusätzlichen Pausen, verlängerter Mittagszeit, halbtägiger Arbeit und dergleichen nötig. Vorbehalten
seien
allfällige weitere
Limiten
aus psychiat
ri
scher Sicht.
In
Anbetracht der Unfallfolgen
seien
keine weiteren Einschränkungen zu beachten
(S. 29 Mitte)
.
Da die Einschränkungen im Zumutbarkeitsprofil berücksichtig seien, sei die ver
sicherte Person aus rein orthopädischer und neurologischer Sicht in Anbetracht der Unfallfolgen bei einer angepassten Tätigkeit gegenüber einer gesunden Per
son nicht verlangsamt oder in anderer Weise in ihrer Leistungsfähigkeit einge
schränkt (S. 29 unten).
3.1.
5
Aus orthopädischer und neurologischer Sicht
seien
zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung der verbleibenden Leistungsfähigkeit
und des bisherigen Gesund
heitszustandes
keine weitere
n
Behandlungen,
wie Operationen, Physiotherapie und
Hilfsmittel sinnvoll.
Allenfalls
seien
aus psychiatrischer Sicht Medikamente angezeigt
(S. 29
f.
)
.
3.1.
6
Aus orthopädischer Sicht beeinträchtige die unfallbedingte Arthrose am rechten Sprunggelenk die körperliche Integrität. Diese Einschränkung sei dauerhaft und werde in den nächsten Jahren langsam zunehmen. Aus rein neurologischer Sicht bestehe kein unfallbedingter Gesundheitsschaden, der die körperliche Integrität dauerhaft einschränke.
Die
Integritätseinbusse
betrage
15 %
(S. 30 oben)
.
3.1.
7
Aus orthopädischer und neurologischer Sicht führten die unfallbedingten Diag
nosen im Verlauf nicht zur Verschlechterung der unfallfremden Diagnosen. Aus
neurologischer Sicht sei eine allfällige Verschlechterung / Beeinflussung der Schl
afstörung (
Hypersomnie
) zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu beurteilen (S. 31 oben).
3.1.
8
Die rezidivierende depressive Störung beziehungsweise anhaltende depressive Episode habe wahrscheinlich bereits
vor dem Unfallereignis
bestanden, ebenso die somatoforme autonome Funktionsstörung des Urogenitalsystems,
die
Abhän
gigkeit von Nikotin, Benzodiazepinen und der übermässige Gebrauch von NSAR sowie die vermutete Persönlichkeitsstörung. Hinzugekommen seien die Abhän
gig
keit von Opiaten und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (S. 31 Mitte).
Die Frage, ob die Gesundheit der
Beschwerdeführerin
bereits vor dem Unfall vom 30. Dezember 2012 in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei, bejahten die Gutachter und hielten fest, dass
die bereits in der Kindheit und Adoleszenz vorhandenen
Ängste und
Schlafstörungen
, die psychiatrische Be
handlung ab 2003 sowie die IV-Anmeldung im Jahr 2011 und vor allem die Berufsbiographie
dafür
sprechen
würden. Die seitdem nie abgeklungene depres
sive Symptomatik, aktuell schweren Ausmasses
,
und die zusätzliche chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
hätten
zu einer Verschlimmerung der gesamten psychischen Störung geführt (S. 31 unten).
Eine Aussage zum
status
quo sine
vel
ante sei von medizinisch-psychiatrischer Seite nicht verlässlich möglich. Evidenzbasierte Aussagen hierzu, auf die Bezug genommen werden könnte,
lägen
nicht vor
(S. 32 oben)
.
3.2
Dr. med.
F._
, Facharzt für Radiologie,
G._
, berichtete
am 11. Juli 2018 über ein MRI beider Kniegelenk
e (Urk. 8/424/11-12) und hielt
in
seiner
Beurteilung fest, bei beiden Kniegelenken
läge
eine Chon
dromalazia patellae Grad II vor. Zudem bestünden beidseits degenerative Menis
kusschäden zweiten Grades ohne Nachweis eines Einrisses. Der Bandapparat sei intakt und es bestehe kein nennenswerter Erguss.
3.3
Der behandelnde
Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, und med. pract.
I._
,
J._
, nannten im Bericht vom 4. September 2018 (Urk.
8/438
) folgende verkürzt wiedergegebene Diagnosen
(S. 1)
:
-
chronische Schmerzen im rechten Unterschenkel und Fuss
-
posttraumatische Arthrose OSG rechts
-
Verdacht auf Läsion
Suralis
im Rahmen der Voroperationen
-
chronische Instabilität OSG links mit beginnender Degeneration überbe
lastungsbedingt aufgrund Schonhinken
Dazu führten sie aus, bei der
Beschwerdeführerin
zeige sich persistierend ein diffuser Schmerz in beiden OSG, dies aktuell links führend. Bei OSG-Arthrose beidseits seien die Schmerzen gut durch die fortgeschrittene Degeneration erklär
bar (S. 2).
3.4
In einem weiteren Bericht vom 25. Oktober 2018 (Urk. 8/447/15) führte Dr.
H._
aus, bei der Versicherten liege ein komplexes Problem beidseits vor. Es bestehe der hochgradige Verdacht, dass zum chronischen Schmerzbild die posttrau
matische Arthrose im rechten OSG deutlich beitrage und zumindest einen grossen Teil der für die Versicherten limitierenden Schmerzen verantwortlich sei. Zum anderen
bestünden
auf der Gegenseite wohl aufgrund der chronischen Überbe
lastung und
des
Status nach multiplen Distorsion
en
in der Folge ebenfalls dege
nerative Veränderungen auf dem Boden einer chronischen Instabilität. Die
s
sei MT-tomographisch nachgewiesen. Es würden sich mittelschwere Knorpel
de
fekte an der
Fibulaspitze
sowie schmale Knochenfissuren in der distalen
Tibia
gelenks
fläche
sowie Geröllzysten zeigen. Das vordere
Syndesmoseband
sei ver
narbt und es bestehe ein partiell vernarbter medialer lateraler Kollateralband
apparat. Für die Versicherte sei die Situation aufgrund der Dauerschmerzen insbesondere rechts sowohl physisch als auch psychologisch sehr belastend, da sie auf eine Rückkehr in den normalen Alltag hoffe.
3.5
Dr. med.
K._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, sowie Dr. med.
L._
,
J._
, berichteten am 29. November 2018 (Urk. 8/458) über eine Ver
laufskontrolle. Die in den Vorberichten genannte Diagnose einer chronischen Instabilität OSG links mit beginnender Degeneration versahen
s
ie
mit der
Diffe
rentialdiagnose
«
überlastungsbedingt aufgrund Schon
h
inken
»
.
Zusätzlich nannte
n sie eine
Gonalgie
beidseits (S. 1). Die Situation sei aktuell noch unklar, wobei die Versicherte mehrheitlich ihre Beschwerden auf Höhe des OSG angebe. Neben der Erneuerung der bildgebenden Diagnostik sei die Sinnhaftigkeit eines erneuten Aufgebots im Schmerzzentrum besprochen worden, wofür sich die Versicherte jedoch nicht
habe
gewinnen lasse
n
.
3.6
Dr. med.
M._
, Facharzt für Radiologie,
G._
, berichtete
am 30. November 2018 (Urk. 8/459)
über ein MR des rechten OSG und führte aus, es bestehe eine mässige bis fortgeschrittene Arthrose im
OSG
rechts mit leichten Zeichen der Aktivierung.
Es bestehe ein
osteochondraler
Defekt
dorsomedial
im
Talusdom
rechts. Im linken Sprunggelenk bestehe eine mittel
gradige Arthrose.
3.7
Dr. med. N._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte im Bericht vom 10. Dezember 2018 (Urk. 3/4) aus, die Versicherte beschreibe beidseitige Kniebeschwerden seit zirka 2015 mit zunehmend schlimmer werdender
und häufiger auftretender Symptomatik (S. 1). Bei der Versicherte
n
bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom, hauptsächlich im Beinbereich. Heute seien die Kniegelenke beurteilt worden, dies bei einer sehr ausgedehnten Vorgeschichte mit einer Rückfussverletzung, Mehrfachoperationen und posttraumatischer OSG-Arthrose mit bleibenden Beschwerden. Die Be
schwerden an den Kniegelenken seien durch die MRI-Untersuchung erklärbar, sie seien möglicherweise durch die
Chondromalazie
Grad II-III
femoropatellar
zu erklären (S. 2 unten). Das Hauptgelenk zeige gute Befunde, die
intrameniskale
Degeneration des medialen Meniskus recht
s
sei mit guter Sicherheit nicht schmerzverursachend. Damit sei es wahrscheinlich, dass diese Knorpeldegene
ration
femoropatellar
für die Symptomatologie verantwortlich sei. Es handle sich um sicher konservativ zu behandelnde Kniegelenke, ganz im Vordergrund stehe das absolut konsequente Bewegungstraining (S. 3 oben).
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Aktenlage erstellt ist, dass sich
die
Beschwerdeführer
in am 30. Dezember 2012 auf der letzten Stufe einer Tr
eppe den rechten Fuss verdrehte,
sich
dabei
eine
Malleolarfraktur
rechts Typ B und
eine
kurze Schrägfraktur mit
ossärem
Ausriss der vorderen
Syndesmose
zuzog
, welche
operativ behandelt werden musste
(Urk. 8/
11-
12).
In der Folge kam es aufgrund einer
zunächst
verzögerten Konsolidierung des äusseren Knöchels und
anhal
ten
den - sich ausbreitenden -
Schmerzen zu weiteren Operation
en
(Urk. 8/60, Urk.
8/144)
, welche die Beschwerden
jedoch nicht nachhaltig
verbesserten.
In
der Folge
klagte die Beschwerdeführerin über eine Ausdeh
n
ung des
Schmerzsyn
drom
s
auf
die rechte Körperseite,
die Knie und
Hände
sowie
die Wirbelsäule
.
Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf die polydisziplinäre Abklärung
die Einschränkungen am linken
Sprunggelenk
nicht auf den Unfall vom 30.
Dezem
ber 2012 zurückführte, von einem
Endzustand ausging, eine sitzende Tätigkeit
ohne Einschränkungen als zumutbar erachtete,
die psychischen Beschwerden beim
Zumutbarkeitsprofil sowie bei der Schätzung des Integritätsschadens infolge
fehlende
n
adäquate
n
Kausalzusammenhang
s
nicht berücksichtigte und schliesslich
von einer Integritätseinbusse von 15 % ausging (Urk. 2 S. 7 ff.), erachtete die Beschwerdeführerin die
degenerativen Veränderungen am linken Sprunggelenk sowie das chronische Schmerzsyndrom als
kausale Unfallfolge
, den End
zustand als noch nicht erreicht, nur noch eine angepasste Teilzeitbeschäftigung halbtags im Pensum von 30 % als möglich, ein
en
grosse
n
Teil der psychischen Beschwer
den als auf einem organischen Substrat beruhend und die Integritätsent
schä
di
gung als
zu tief
(Urk. 1 S. 4 ff.).
4.2
4.2.1
Zunächst
ist zu prüfen, ob die geklagten Schmerzen
der
Sprunggelenk
e
, der Knie
gelenke
und Hände sowie der gesamten Wirbelsäule mit einem natürlich unfall
kausalen organisch objektiv ausgewiesenen Gesundheitsschaden zu erklären sind. Bejahendenfalls erübrigt sich eine besondere Adäquanzprüfung.
4.2.2
Die Gutachter de
r
MEDAS
B._
sind zusammengefasst zum Ergebnis gelangt, dass es sich bei den Beschwerden an der rechten unteren Extremität zufolge der Arthrose des rechten OSG und der neuropathischen Schmerzkom
po
nente um überwiegend wahrscheinliche Unfallfolgen handelt. Zu diesem Schluss
gelangte auch
PD
Dr.
Z._
in seinem orthopädischen Gutacht
en vom 18. Ma
i 2016 (Urk. 8/286 S.
24-25).
Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 24. Mai 2018 steht weiter fest, dass die Beschwerdeführerin an zumindest natürlich-teil
kausalen psychischen Beschwerden sowie an psychischen Vorzuständen leidet (vgl. Urk.
8/404 S. 44
). Eine natürliche Teilkausalität bejahte bereits der
Konsi
liarpsychiater
der Suva med. pract.
O._
in seiner psychiatrischen Beur
teilung vom 21. Oktober 2015 (Urk. 8/220).
Dies ist soweit unbestritten.
4.2.3
Die Schmerzen am linken
OSG
wu
rden
fachärztlicherseits
ebenfalls auf eine beginnen
de Ar
throse im Gelenk und damit auf einen somatischen Befund zurück
geführt. Sowohl PD Dr.
Z._
als auch der orthopädische Gutachter der MEDAS äusserten diese Ansicht
Urk. 8/286/24,
Urk.
8/402/30). Beide ortho
pä
dischen Fachärzt
e
führten
diesen bildgebend nachgewiesenen Befund jedoch auf
die in der Jugend erlittene
Malleolar
-Fraktur zurück
.
D
as linke OSG
wurde
beim Unfall nicht mitverletzt und es
kam auch
nicht zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung des linken OSG
nach deren Ansicht
.
Diese Folgerungen be
ruhen auf eingehenden Untersuchungen, einer einlässlichen Auseinandersetzung mit den medizinischen Vorakten und einer überzeugend begründeten interdis
zi
plinären Wür
digung, womit s
ie
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
als beweiskräftig zu betrachten
sind.
Die
Ansicht
der Beschwerdeführerin, wonach
die degenerativen Veränderungen am linken Sprunggelenk
als
Folge der jahre
langen Überbelastung
des linken Fusses aufgrund der Verletzung am rechten Fuss entstanden
seien
, vermag
da
gegen
nicht zu überzeugen.
Bereits in der ärztlichen Konsultation bei Dr. med.
P._
am 31. Juli 2014 führte die Beschwerdeführer
in
die stärker gewordenen Beschw
erden im linken Fuss und OSG
selber
auf eine Fehl
belastung zurück (vgl. Urk. 8/1
52 S.
2)
. Diese subjektive Schlussfolgerung
,
welche
die Beschwerdeführerin auch im Rahmen der Explora
tion e
rneut äusserte (vgl. Urk. 8/403 S.
3-4)
,
wurde
vom
behandelnden D
r.
H._
in seinem Bericht vom 25. September 2017 übernommen
, ohne
dass er
sich
damit
medizinisch begründet auseinander
ge
setz
t
oder sich nachvollziehbar zu
r
Kau
sa
lität
ge
äusser
t
hätte
(Urk. 8/367 S. 2). Auch seinen Folgeberichte
n
lässt sich
hierzu
nichts Konkretes
ent
nehmen.
Zur
Begründung der degenerativen Veränderungen
führte er
eine chro
nische Überbelastung auf, nannte diese aber zusammen mit
dem Status nach multiplen Distorsion
en
sowie chronische
r
Instabilität
und schwächte
seine Aussage
zusätzlich
insofern ab, als dass er von einer «wohl» chronischen Überbelastung sprach (vgl.
Urk. 8/438 S.
12,
Urk. 8/447 S.
15
). Gegen eine massgebliche Beteili
gung einer durch Schonhinken überlastung
s
bedingt ent
standene degenerative Veränderung spricht schliesslich
weiter
, dass die
Arzt
k
ollegen
von Dr.
H._
der
J._
diese in
einem späteren Bericht nur noch differentialdiagnostisch aufführten (vgl. Urk. 8/458/1).
Angesichts der Tat
sache, dass
das linke Sprung
gelenk
– wie gesagt -
beim Unfallereignis nicht ver
letzt wurde, es somit zu keiner
objektivierten
richtungsgebenden Verschlim
me
rung kam und
das linke OSG
Knorpelfissuren
und -defekte sowie Vernar
bungen an den Bändern aufweist,
erscheint
es
nicht
plausibel und
als nicht überwiegend
wahrscheinlich, dass die
Beschwerden und beginnende Arthrose durch ein über
lastungsbedingtes Schon
hinken entstanden sind.
Dass
eine
infolge der Proble
matik am rechten Sprung
gelenk
erfolgte Schonung
die Ursache für die Symptome auf der linken Seite
sein könnte,
verneinte
n die MEDAS Gutachter
auch mit dem Hinweis
auf die Entlas
tung beider Sprunggelenke
durch
den Stockgebrauch.
Messbare Schonungs
atro
phien anhand der Umfangmasse sowie Schwellungszu
stände stellten sie nicht fest und
führte
n
weiter
aus, dass es auch bei Personen nach Amputationen einer unteren Extremität oder bei einseitig Gelähmten nicht zu vorzeitigen Arthrosen auf der Gegenseite komm
e
(vg
l. Urk. 8/403 S.
12)
. Vor diesem Hintergrund schloss die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf, dass die linksseitigen
Arthrose
be
schwerden
auf den unfallfremden Vorzustand zurückzu
führen
sind und die Verletzung aus dem Jugendalter eine gewichtige
Arthro
se
ursache
setzte
.
Dass die degenerativen Veränderungen am linken Sprunggelenk ohne das Unfallereignis nicht eingetreten wären (vgl. Urk. 1 S. 6-7) oder die
Arthrose in ihrer Progredienz
durch das Schonhinken
verstärkt wurde
,
ist
nach dem Gesagten
nicht
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
und wird auch durch die behandelnden
Ärzte nicht
nachvollziehbar begründet
.
Daran vermag auch der von der Be
schw
er
deführerin bis Ende 2016 beziehungsweise Mitte 2017 negierte Stockgebrauch nichts
zu ändern, wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 24.
Juli 2019 ausführlich und nachvollziehbar darlegte (vgl. Urk.
7 S.
18 unten). Weiter
bezeichnete der orthopädische
Sachverständige der MEDAS-
B._
die Verwendung von Gehstöcken a
us
rein
ortho
pä
discher Sicht ohnehin
als
nicht nachvollziehbar
.
D
ie beginnende Arthrose am linken und die leichte Arthrose am rechten Sprunggelenk
würden
noch keine anda
uernde Stockentlas
tung begründen
(vgl. Urk. 8/403 S.
13).
Es
ist damit festzuhalten, dass die Verneinung der Kausalität zwischen den am linken
OSG
geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom
30. Dezember 2012
im Zeitpunkt des Fallabschlusses nicht zu beanstanden ist.
4.2.4
Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf Dr.
H._
und
PD
Dr.
Z._
einwendet, dass es sich beim vorliegenden Schmerzsyndrom um eine kausale Unfallfolge
handle
(Urk. 1 S. 7)
, ist festzuhalten, dass aus dem Vorliegen von Schmerzen nicht auf organisch (hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen ge
schlossen werden kann. Da die Feststellung von Schmerzen sich einer wissen
schaftlichen Beweisführung entzieht, muss eben verlangt werden, dass Schmerz
angaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Leistungs
ansprüche nicht gewährleisten liesse (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010 E. 3.2).
Hinsichtlich der Beschwerden
an den Knien, den Händen und der Wirbelsäule
ergibt sich aus den
umfassenden
gutachterlichen
Untersuchungen
weiter, dass
diese
nicht auf organisch
en,
objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen beruhen.
Bere
its
PD
Dr.
Z._
stellte fest,
dass
die Schmerzen an der Wirbelsäule und den Knien ohne anfängliches Trauma oder objektivierten auslösenden Faktor auf
tauch
ten (Urk. 8/286 S. 5 oben)
,
und
konnte das
ausgedehnte Schmerzsyndrom
der Knie, Wirbelsäule und oberen Extremitäten
aus orthopädischer Sicht keinem organischen Substrat
zuordnen
(Urk. 8/286 S.
24)
. Die MEDAS-Gutachter spra
chen ihrerseits v
on einem komplexen Schmerzbild,
von
Diskrepanzen zwischen den Schmerzschilderungen und den objektivierbaren Befunden und einer
ortho
pädisch und neurologisch unerklärbare
n
diffuse
n
Schmerzausweitung.
E
ntgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
lassen sich den Berichten der behandelnden Ärzte keine Widersprüche entnehmen, welche Zweifel an der Verlässlichkeit des Gutachtens zu begründen vermögen.
Dass Dr.
N._
die Kniebeschwerden als Unfallfolgen ansah, lässt sich weder
seiner Diagnosestellung noch seiner Beurtei
lung entnehmen
(vgl. Urk. 8/471 S.
10-12).
Und auch der
von Dr.
H._
ge
äusserte Verdacht
, dass die Arthrose im rechten OSG deutlich
zum chronischen Schmerzbild
beitra
ge
und zumindest zu einem grossen Teil für die limitierenden Schmerzen verantwortlich
sei
,
vermag
nichts
daran zu
ändern
, dass
die
über d
as
rechte OSG hinausgehende
n
Schmerzschilderungen nicht auf organisch (hinrei
chend) nachweisbare Unfallfolgen zurückzuführen sind
.
Die vorhandenen dege
ne
ra
tiven Störungen reich
en gemäss
PD
Dr.
Z._
auch
nicht
aus, um das Ausmass und die Art der Schmerzen
selbst
des rechten Sprunggelen
ks zu erklären (vgl. Urk. 8/286 S.
25).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht,
dass sie vor dem Unfall an keinen Schmerzen gelitten habe und diese erst nach der Ver
letzung des rechten Fusses aufgetreten seien, ist ihr entgegenzuhalten, dass
nach ständiger Rechtsprechung die Formel
«
post
hoc, ergo
propter
hoc
»
- nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist - nicht als Beweis betrachtet werden
kann
und
nicht
erlaubt, einen natürlichen Kausalzusammenhang mit der
im Unfallversicherungsrecht geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
zuweisen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 8C_6/200
9 vom 30. Juli 2009 E. 3).
4.3
4.3.1
Nach Gesagtem
l
iegt für die persistierende Schmerzsymptomatik
mit Ausnahme
der Beschwerden
am
rechten OSG
kein unfallbedingtes, organisch objektiv aus
gewiesenes Korrelat vor
. Die psychiatrische Fachärztin der MEDAS diagnos
ti
zierte
vielmehr
dafür eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10 F45.41 der ICD-10 GM), mithin eine psychische Erkrankung (Urk. 8/404 S. 40, S. 44), die
sie
als natürlich teilkausal zum Unfall erachtet
e
.
Daneben
stellte sie eine schwere depressive Episode (F32.2, ICD-10), differentialdiagnostisch eine rezidivierende depressive Störung mit einer gegen
wärtig schweren Episode (F33.1, ICD-10)
fest, von der sie gleichfalls annahm, dass der Unfall – obwohl ein psychischer Vorzustand
klarerweise
vorhanden war – hinsichtlich der Schwere eine Teilkausalität
verantwortet
e
(Urk. 8/404 S. 32).
Für die Frage der
weiterführenden
Leistungspflicht des Unfallversicherers sowohl für die nach dem Unfall neu aufgetretene Schmerzstörung als auch für die durch
den Unfall verursachte Verschlimmerung der vorbestehenden psychischen Störung
ist
mithin
die Adäquanz der Ursächlichkeit
separat und zwar
nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu prüfen
und
dies
im Zeitpunkt,
in dem von der Fortsetzung der auf die
somatischen
Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_266/2008 vom 22. August 2008 E. 3.1.2; vgl. oben E. 1.2.4
sowie E. 1.3
).
4.3.2
Die Beschw
erdeführerin beanstandete den von der Beschwerdegegnerin
per
30. November 2018
verfügten Fallabschluss
, weil der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei und sich aus den Akten nicht ergebe, dass keine wesentliche Besserung mehr erreicht werden könne
.
Eine Versteifungsoperation des Fussge
lenks komme weiterhin in Frage (Urk. 1 S. 7).
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes im genannten Sinne zu verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwar
tenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbe
dingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3).
Sowohl die MEDAS-Gutachter als auch
PD
Dr.
Z._
erwarteten
aus ortho
pädisch-traumatologischer und neurologischer Sicht von weiteren Behandlungs
massnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Besserung des unfall
bedingten Gesundheitszustandes und gingen aus somatischer Sicht von einem medizinischen Endzustand aus (vgl. Urk. 8/286 S. 25, Urk. 8/402 S. 28). Weitere Behandlungen zwecks Aufrechterhaltung oder Verbesserung der verbleibenden Leistungsfähigkeit und/oder Aufrechterhaltung des bisherigen Gesundheitsscha
dens benötigt die Beschwerdeführerin aus orthopädischer und neurologischer Sicht folglich keine mehr. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7 Mitte) ergibt sich auch aus den übrigen medizinischen Berichten, dass die
Therapieoptionen ausgeschöpft sind (vgl. Bericht der
J._
vom 16. Juni 2017, Urk. 8/357 S. 5). Hinsichtlich des Einwandes der Beschwer
deführerin, wonach noch eine allfällige Versteifung des Sprunggelenkes in Frage komme, ist festzuhalten, dass von dieser aufgrund des neuropathischen Charak
ters der Schmerzen bisher abgesehen wurde. Selbst Dr.
H._
er
war
tete von weiteren Eingriffen keine positive Beeinflussung der gesamten neuropathischen Schmerzen (vgl. Bericht vom 25. September 2017, Urk. 8/367 S. 2), was ebenfalls
dafür spricht
, dass von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist.
Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht angenommen, dass der Endzustand
Ende November
2018
gegeben war
,
und die Adäquanz der psychischen Unfallfolgen ist auf diesen Zeitpunkt hin
zu prüfen
.
4.3.3
Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das (objektiv erfassbare) Unfall
ereignis. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen
(BGE 134 V 109 E. 10.1).
Bei leichten Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Ge
sundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht ge
eignet ist, einen psychischen Gesundheitsschaden
oder dessen Verschlim
me
rung
zu verursachen (BGE 115 V 133 E. 6a).
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Adäquanzbeurteilung wurde von
der Beschwerdeführerin nicht bestritten
(Urk. 1 S. 8)
und ist
-
wie nach
folgend aufgezeigt
wird -
auch
nicht zu beanstanden.
Während die Beschwerdegegnerin das Unfallereignis im angefochtenen Entscheid als leicht einstufte
(Urk. 2 S. 10)
, ordnete sie den Unfall mit Beschwerdeantwort vom 24. Juli 2019
als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ein (Urk. 7 S. 19).
4.3.
4
Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Gesche
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften auf die versicherte Person
.
Das Bundesgericht beurteilte die Unfallschwere einer über 24 Treppen
stufen
hin
abgestürzten Versicherten mit anschliessender kurzer Bewusstlosigkeit als mittel
schweren an der Grenze zu den leichten Unfällen, wobei sich die versicherte Person eine Mehrfachfraktur des linken OSG zuzog (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E. 5.1.1). In einem anderen Fall, wo eine ver
sicherte Person auf Glatteis ausrutschte, auf den Hinterkopf stürzte und sich eine
Hinterkopfprellung
und eine Distorsion der Halswirbelsäule zuzog, qualifizierte das Bundesgericht das Ereignis als leichten Unfall im Grenzbereich zu den mittel
schweren Unfällen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_436/2015 vom 2. Septem
ber
2015 E. 3.2.3). Bei einem Versicherten, der bei der Arbeit auf einem schneebe
deckten Gerüst ausrutschte und sich das linke Knie verletzte, ging das Bundes
ge
richt von einem leichten Unfall aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3). Von leichten Unfällen ging das Bundesgericht namentlich auch bei einem Sturz bei Eisregen mit Schenkelhalsbruch sowie bei einem Sturz beim Aussteigen aus dem Auto mit Fraktur am Handgelenk aus (vgl. Urteile des Bundesgerichts U 145/02 vom 2. Dezember 2002 E. 3.2,
8C_887/2009
vom
21. Januar 2010
E. 5.2).
Zum
vorliegenden
Unfallereignis ist
aktenkundig
, dass die Beschwerdeführerin
beim Verlassen des Hauses
auf der letzten Treppenstufe den rechten Fuss ver
drehte und stürzte
und sich dabei eine
Malleolarfraktur
Typ B
mit einem ossären Ausriss der vorderen
Syndesmose
zuzog
(vgl. Sch
adenmeldung vom 4. Januar 2013.
Urk. 8/1). Im Austrittsbericht der erstbehandelnden Ärzte des
Q._
vom 2. Januar 2013 wird ein Umknicken bei der letzten Treppenstufe erwähnt (Urk. 8/11 S. 1).
Dass es neben dem eigentlichen Umknicken des Fussgelenks zusätzlich zu Prellungen am Kopf oder Körper kam, geht aus den Berichten nicht hervor. Aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften und mit Blick auf die genannte
höchst
ge
richt
liche
Rechtsprechung zur Beurteilung der Unfallschwere ist das vorliegende Unfall
ereignis
damit
als leicht einzustufen.
Selbst wenn gemäss MEDAS-Gutachten die chronische Schmerzstörung neu im Gefolge des Unfallereignisses aufgetreten ist und auf dem Hintergrund der vor
bestehenden
psychischen
Störungen überwiegend in teilkausalem Zusammen
hang
zum Unfallereignis steht,
und auch der Grad der vorbestehenden psychischen Erkrankung durch dieses Geschehen beeinflusst wurde,
ist die Adäquanz des Kau
salzusammenhangs
zu verneinen, weil der Unfall vom
30. Dezember 2012
auf
grund
des augenfälligen Ablaufs als leicht zu qualifizieren ist
und damit
recht
sprechungsgemäss ohne Weiteres davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen psychischen Gesundheits
schaden zu verursachen
oder zu verschlimmern.
5.
5.1
Zusammenfassend steht aufgrund des Dargelegten fest
,
dass d
ie geklagten linksseitigen
Fussbeschwerden, die Schmerzsymptomatik sowie die psychischen Leiden
im Zeitpunkt des Fallabschlusses mangels Kausalität zum Unfallereignis
vom 30. Dezember 2012
bei der Beurteilung der Zumutbarkeit
einer Arbeitstätig
keit
,
des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie
auf eine
Integritätsent
schä
digung
nicht berücksichtigt werden können
.
5.2
Im Zusammenhang mit den
Beschwerden am rechten OSG
ist sodann der Zu
mut
barkeitsbeurteilung
im MEDAS-Gutachten
zu folgen, wonach
für die
Beschwer
deführer
in
aus orthopädischer und neurologischer Sicht in sitzenden Tätigkeiten keine Einschränkungen
und keine zeitlichen
Limiten
bestehen
(vgl. Urk. 8/402 S.
28 f.)
.
Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Beurteilung
durch
PD
Dr.
Z._
die Zumutbarkeitsbeurteilung
im MEDAS-Gutachten
bestritt
und nur noch eine angepasste Teilzeitbeschäftigung für möglich ansah
, ist festzuhalten,
dass b
ereits
PD
Dr.
Z._
zum Schluss
kam
, dass die vorhandenen degene
rativen Störungen nicht ausreichen würden, um das Ausmass und die Art der Schmerzen des rechten Sprunggelenks zu erklären
,
und
dass
die objektiven Folgen des Unfalls für sich keine Einschränkungen für die Benutzung der oberen Extremitäten und des Rumpfes
begründen
würden
(vgl. Urk. 8/286 S. 25-26)
.
Ähnlich formulierten es auch die MEDAS-Gutachter, welche zwischen den
Schmerzschilderungen und den objektivierbaren Befunden Diskrepanzen feststel
l
ten
, im Gegensatz zu
PD
Dr.
Z._
aus orthopädischer und neurologischer Sicht für sitzende Tätigkeiten keine Einschränkungen attestierten
und
die von
PD
Dr.
Z._
beschriebene Einschränkung aus orthopädischer Sicht als nicht nachvollziehbar beurteilten
(vgl. Urk. 8/402 S. 26 f.).
PD
Dr.
Z._
begründete
die
in sitzender Tätigkeit
beschriebene
Einschränkung einzig mit den Schmerzen in den Knöcheln
, de
r
en Ausmass und Art er jedoch selbst nicht zu erklären ver
mochte. Nach dem Gesagten vermag die Beschwerdeführerin
daraus
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten
oder
gestützt darauf
an der
gutachterliche
n
Beurteilung Zweifel zu
wecken
.
Weiter beruht
das
Zumutbarkeitsprofil auf den Beschwerden beider Sprunggelenke, da eine Aufteilung der Einschränkungen auf die rechte oder die linke Seite mit wissenschaftlicher Zuverlässigkeit nicht
möglich war (Urk.
8/403 S. 14).
Dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid von keiner Einschrän
kung in der Erwerbsfähigkeit
in der angestammten und zugleich angepassten Tätigkeit als Telefonistin
ausging und den Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden.
5.3
Zu prüfen
bleibt
, ob die Beschwerdegegnerin de
r
Beschwerdeführer
in
zu Recht ausgehend von
einer Integritätseinbusse von 15
% eine Integritätsentschädigung zugesprochen hat.
Diese
rügt, dass nur der rechte Fuss berücksichtigt worden sei
und die Beschwerdegegnerin aktenwidrig von einer leichten Arthrose des rechten Sprunggelenks ausgehe. Zudem müsse auch der zu erwartenden künftigen Ent
wicklung angemessen Rechnung getragen werden (Urk. 1 S. 8 ff.).
5.4
Vorab festzuhalten ist, dass die Integritätsentschädigung zusammen mit dem Fallabschluss und damit per Ende November 2018 festzulegen ist (Art. 24 Abs. 2 UVG).
Dem MEDAS-Gutachten
von Mai 2018
ist zu entnehmen, dass
die
Beschwerdeführer
in
als Folge des Unfallereignisses vom 30. Dezember 2012
Be
einträchtigungen am rechten Sprunggelenk
aufweist
. Bildgebend
im MRI vom 10.
Februar 2017
würden sich intakte Seitenbänder zeigen, womit eine Schätzung gemäss Tabelle 6
(«Integritätsschäden bei Gelenksinstabilitäten»)
entfalle.
Gemäss Tabelle 2
(«Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremi
täten»)
ergebe eine
Einsteifung
des oberen Sprunggelenks in Rechtwinkelstellung
einen Integritätsschaden von
15 %. Vorliegend sei das Sprunggelenk nicht steif, könne aktiv bis in die Rechtwinkelstellung gebracht und aktiv bis 20°
plan
tarflektiert
werden. Somit halbiere sich die Integritätseinbusse um die Hälfte. Eine mässige Arthrose im oberen Sprunggelenk ergebe laut Tabelle 5 «Integritäts
schaden bei Arthrose»
höchstens
15 %. Vorliegend sei die Arthrose des rechten Sprung
g
elenks gemäss Bildgebung leicht (
Kellgren
-Lawrence Grad II). Auch hier halbiere sich die Integritätseinbusse
. Die Summe von Funktionsstörung und Arthrose ergebe im Ganzen eine Integritätseinbusse infolge des Ereignisses vom 30. Dezember 2012 von 15 %
(vgl. Urk. 8/403 S. 14 f.).
5.5
Wie bereits dargelegt, ist die Arthrose am linken Sprunggelenk
nicht
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 30. Dezember 2012 zurückzuführen, weshalb die diesbezüglichen Beschwerden/Beeinträchtigungen bei der Festlegung der Höhe der Integritätsentschädigung nicht zu berücksich
tigen sind
(BGE
116 V 156
E. 3
)
.
Hinsichtlich der Arthrose am rechten OSG ist mit der Beschwerdegegnerin fest
zuhalten, dass sicherlich keine schwere Arthrose
vorliegt
, für die gemäss Tabelle 5
eine Integritätsentschädigung von 15 bis 30 % vorgesehen
ist
. Etwas
Anderes
lässt sich auch
dem
von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten
Bericht des
G._
vom
30. November 2018
nicht
entnehmen, in welchem eine mässige bis fortgeschrittene Arthrose im rechten OSG
festgehalten
wird (vgl. Urk. 3/9).
Es ist folglich nicht zu beanstanden, wenn
die Beschwer
de
gegnerin gestützt auf das
MEDAS-Gutachten
, das hinreichend zeitnah zum
Z
eit
punkt
des Fallabschlusses
erstellt wurde,
für die Arthrose
von einer
Integritäts
einbusse
von
7.5
%
und
zusammen mit der Funktionsstörung
gesamthaft eine
Integritätsentschädigung
von 15 %
annahm
.
Soweit die Beschwerdeführerin vor
brachte, dass der Entwicklung der Arthrose nicht Rechnung getragen worden sei, so dringt
sie
auch
damit nicht durch.
Von einer voraussehbaren
und abschätz
baren
Verschlimmerung
kann vorliegend nicht ausgegangen werden.
Zum einen
rechneten die MEDAS-Gutachter nicht mit einem
raschen Fortschreiten der OSG-Arthrose (vgl. Urk. 8/402 S. 27
unten)
,
und
zum anderen
zeigen
auch die bisherige Entwicklung
und Befundlage
der Arthrose
seit dem Unfallereignis vom
30.
Dezember
2012
keine
massgebliche
Veränderung.
Die blosse Möglichkeit einer
Verschlimmerung des Integritätsschadens genügt nicht
.
Gegen eine Vorausseh
barkeit spricht sodann, dass Arthrosen
gemäss neusten Erkenntnissen
keine line
aren Verläufe zeigen, schubweise und unvorhersehbar verlaufen. Arthrosen ver
laufen faktisch individuell
sehr unterschiedlich
, so dass
sich
eine Arthrose
nach einer Phase heftiger Verschlimmerung
wieder vollkommen beruhigen kann
(https://www.rheumaliga.ch/blog/2018/5-neuere-einsichten-zur-arthrose, besucht
am 16. Dezember 2020).
5.6
Nach dem Gesagten ergeben sich a
us den Arztberichten keine Hinweise auf eine zusätzlich zu berücksichtigende Schädigung oder Funktionsstörung, welche ge
mäss den Tabellen der S
uva
zu berücksichtigen wäre.
Auch eine
zusätzliche Ent
schädigung wegen einer voraussehbaren Verschlimmerung des Integritäts
scha
dens
ergibt sich vorliegend nicht. Sodann ist eine Integritätsentschädigung
für
die
psychische
n
Störung
en
mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfall nicht
auszurichten
.
Gesamthaft ist die Höhe der gestützt auf die Beur
teilung der MEDAS-Gutachter zugesprochenen Integritätsentschädigung
damit
nicht zu beanstanden.
5.7
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom
8. Mai 2019
(Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.