# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 80fb0c6f-4369-5103-9479-132e3bea4bc6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1962, gelernter Tiefbauzeichner, war seit April 2013 als Betreuungsassistent in einem Kinderhort für das Schulamt der Stadt Zürich tätig. Im
Februar 2014 nahm er daneben ein Studium der Sozialen Arbeit an der
Y._
auf
(vgl.
Urk.
8/4
Ziff.
5.3 und 5.4;
Urk.
8/11)
.
Unter Hinweis auf
eine Hirnblutung meldete sich
d
er
Versicherte
am 2
1.
Mai 2014 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4).
Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situa
tion ab und sprach dem Versicherten berufliche Massnahmen zu (Job-Coaching, Support am Arbeitsplatz, vgl. unter anderem Urk. 8/26;
Urk.
8/42;
Urk.
8/58). Per Ende August 2015 wurde das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst (
Urk.
8/84). Die IV-Stelle holte beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
7.
März 2016 erstattet wurde (
Urk.
8/100). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/107;
Urk.
8/114;
Urk.
8/122) erfolgten weitere Abklärungen (vgl.
Urk.
8/13
9;
Urk.
8
/167;
Urk.
8/168; Urk.
8/171). In der Folge sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Verfügungen vom 1
4.
und 1
6.
November 2017 bei einem Invalidi
tätsgrad von 57 % eine halbe Rente zuzüglich Kinderrente ab
1.
September 2015 zu (
Urk.
8/189,
Urk.
8/192 und Urk. 8/180 [Verfügungsteil 2
]
= Urk. 2/1-2).
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Januar 2018 Beschwerde gegen die Verfügungen vom 1
4.
und 1
6.
November 2017 (
Urk.
2/1-2) und beantragte, diese s
eien aufzu
heben und es seien ihm
die gesetzlichen Leistungen, namentlich mindestens eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
September 2015 mitsamt entsprechender Kinderrente zu gewähren (
Urk.
1 S. 2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Februar 2018 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
4.
Juni
2018
(
Urk.
12)
wurde die Pensionskasse Stadt Zürich zum Prozess beigeladen
und
dem Be
schwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt. Gleichzeitig wurde der Antrag auf einen zweiten Schriftenwechsel abgewiesen
und festgehalten, dass über den Antrag auf
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu einem späte
ren Zeitpunkt entschieden werde
.
Mit Eingabe vom 1
5.
Juni 2018 (
Urk.
14) ver
zichtete die Pensionskasse Stadt Zürich auf eine Stellungnahme. Dies wurde den Parteien mit Verfügung vom 2
0.
Juni 2018 (
Urk.
15) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicheru
ngsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
1.
4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in de
n
angefochtenen Verfügung
en
davon a
us, dass
beim Beschwerdeführer
aufgrund der medizinischen Unterlagen eine Arbeits
fähig
keit von 60 % in einer angepassten Tätigkeit ausgewiesen sei (
Urk.
2/2
Ver
fügungsteil 2 S. 1 unten). Sie stellte einem
Valideneinkommen
von Fr. 83'502.15 ein Invalideneinkommen von
Fr.
35'810.70 gegenüber und berechnete einen Invaliditätsgrad von 57
%
. Dementsprechend sprach sie dem Beschwerdeführer eine halbe Rente ab September 2015 zu (
Urk.
2/2
Verfügungsteil 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer beantragte
in der Beschwerde (
Urk.
1)
mindestens eine
Drei
v
iertelsrente
(S. 2). Er beanstandete
den vorgenommenen Einkommens
ver
gleich, die Höhe von
Valideneinkommen
und Invalideneinkommen sowie den Verzicht auf einen leidensbedingten Abzug (S. 9
Ziff.
16
).
2.3
Zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente,
wobei einzig der Einkommensvergleich strittig ist (vgl.
Urk.
1 S. 9
Ziff.
16).
Der medi
zinisch
e Sachverhalt ist unbestritten.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin
insbesondere auf das
Z._
-Gutachten vom
7.
März 2016
(Urk. 8
/100) samt ergänzender Stel
lung
nahmen (
Urk.
8/139 und
Urk.
8/171
). Die Ärzte des
Z._
nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 55):
-
Status nach Mittelhirnblutung rechts am 1
5.
April 2014
-
mutmasslich
bei
Cavernom
-Blutung
-
Status nach ophthalmologischer Korrekturoperation bei posthämor
rha
gischer
Trochlearis
-Parese
-
residuell
mit positionsabhängiger Sehstörung (anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht objektivierbar), halbseitiger Sensibilitätsstörung links, moderatem posthämorrhagischem Kopfschmerzsyndrom und nam
hafter posthämorrhagischer
Fatigue
-
minimale bis leichte neuropsychologische Funktionsstörung
Die Gutachter gaben im Rahmen der gesamtmedizinischen Einschätzung an, dass eine Post-
Stroke
-
Fatigue
nach einem Schlaganfall mitunter sehr erheblich aus
ge
prägt und in der beruflichen Wiedereingliederung der vorwiegend beein
träch
tigende Faktor sein
könne. Arbiträr könne für die Dauer eines Jahres nach der
erlittenen Hirnblutung eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden,
danach gelte eine Einschränkung von 40 % für adaptierte Tätigkeiten (S.
59 unten). Angesichts der positionsabhängig noch
g
eklagten Schwindelbeschwerden und
der
gelegentlichen Gangunsicherheit bestehe eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem der Beschwerdeführer keine nicht ebenerdigen Tätig
keiten verrichten sollte (keine Arbeiten auf Leitern und Gerüsten; S. 60 oben).
3.
2
In der ergänzenden Stellungnahme der Ärzte des
Z._
vom
2.
November 2016
(
Urk.
8/139) wurde ausgeführt, dass sich die Auswirkungen der
residuellen
leichten
Sehstörung vor allem auf die vorzeitige Ermüdbarkeit beziehen
würden
und daher in der Beurteilung der
Fatigue
berücksichtigt worden seien (S. 5).
Mit Stellungnahme vom 1
4.
Juli 2017 (
Urk.
8/171) hielten die Ärzte des
Z._
fest,
dass das inzwischen vorliegende ophthalmologische Gutachten keine neuen Gesichtspunkte ergebe, welche zu einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähig
keit infolge der verbliebenen Sehstörung Anlass gebe
(S. 5 oben)
.
An der Ein
schätzung einer 40%igen Einschränkung der Arbeits-/Leistungsfähigkeit infolge der Post-
Stroke
-
Fatigue
sei nach wie vor festzuhalten (S. 7 oben).
3.
3
Gestützt auf diese Berichte ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2/2) von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit aus (Verfügungsteil 2 S.
1 unten). Dies wurde seitens des Beschwerdeführers nicht beanstandet und erscheint angesichts der Aktenlage als zutreffend
.
4.
4.1
In Bezug auf das
Valideneinkommen
führte d
ie Beschwerdegegnerin
in ihrem Einkommensvergleich (
Urk.
8/103) aus, dass der
Beschwerdeführer
das Studium zum Sozialarbeiter aus gesundheitlichen Gründen habe abbrechen müssen. Ohne Gesundheitsschaden hätte er das Studium mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beendet. Zur Berechnung des
Valideneinkommens
sei daher
die Tabelle
T
1
7 her
anzuziehen
. Sie stützte sich auf
die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
Tabelle T
17
Ziff.
34 (nicht akademische juristische, sozialpflegerische, kulturelle und verwandte Fachkräfte
, Total Männer:
Fr.
6'707.--
) und errechnete für das Jahr 2015 einen Lohn von
Fr.
83‘502.15.
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass es sich beim kombinierten Studium um eine akademische Ausbildung handle, womit richtigerweise
Ziff.
26 („Juristen/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kultur
berufe“) anwendbar sei. Mindestens sei jedoch
bei Anwendung von
Ziff.
34
vom Lohn für die Altersgruppe von „über 50 Jahre“ auszugehen (S.
10 oben
).
Der
Beschwerdeführer
ist gelernter Tiefbauzeichner, absolvierte ein Studium zum Bauingenieur, arbeitete während 10 Jah
ren (bis 2010) als Informatiker und
war während drei Jahren in verschiedenen Schulen als Praktikant, (heil)pädagogischer Mitarbeiter und zuletzt als Lehrer tätig. Im Februar 2014 nahm der
Beschwer
deführer
ein Studium der Sozialen Arbeit an der
Y._
auf,
wobei
der
P
raktische Teil
i
n einer Tätigkeit als Hortmithilfe
bestand
(vgl. Berufstherapie Bericht der
A._
vom 1
7.
Juni 2014,
Urk.
8/20/12-15).
A
ufgrund des begonnenen Bachelor-Studiums der Sozialen Arbeit an der
Y._
kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
im Gesundheitsfall
nach Abschluss des Bachelor-Stu
d
ium
s
auch noch das Master-Studium absolviert hätte.
Somit rechtfertigt es sich vorliegend nicht,
von
Ziff.
26
der Tabelle T17 („Juristen/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kulturberufe“)
aus
zugehen.
Vielmehr
erscheint es angemessen, sich zur Berechnung des
Validen
einkommens
auf LSE 2014, Tabelle T17, Ziffer 34 „nicht akademische juristische,
sozialpflegerische, kulturelle und verwandte Fachkräfte", zu stützen (www.bfs.ad
min
.ch, Tabelle T17 monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen). Ange
sichts des Alters des Beschwerdeführers – im vorliegend massgebenden Jahr 2015
wurde er 53jährig – rechtfertigt es sich, auf die Lebensalter-Gruppe „grösser gleich
50 Jahre” abzustellen
, mithin von einem Bruttolohn von
Fr.
7'513.-- auszugehen
. Entsprechend resultiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von
41.5
Stunden (betriebsüblic
he Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden
pro Woche, Gesundheits- und Sozialwesen; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb) ein Einkommen von
Fr.
93'536.85 im Jahr 2014 (
Fr.
7’
513 :
40 x 41.5 x 12). Unter Berücksichtigung der männerspezifischen Nominal
lohn
entwicklung von 0.3
%
im Jah
r 2015 (Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsu
mentenpreise und der Reallö
hne; vgl. www.bfs.admin.ch, Sta
tistiken, Arbeit und Erwerb) ergibt sich für das Jahr 2015 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
93’817.46 (
Fr.
93'536.85 x 1.003).
4.2
Zum Invalideneinkommen gab d
ie
Beschwerdegegnerin
in ihrem Einkommens
vergleich (
Urk.
8/103) an, dass dem
Beschwerdeführer
aufgrund der medizini
schen
Beurteilung
eine angepasste Tätigkeit (kein Besteigen von Leitern oder Gerüsten, kein Arbeiten in Höhen) zu 60
%
zumutbar sei. Die Tätigkeit als Sozialarbeiter könne als behinderungsangepasste Tätigkeit angenommen werden. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer
das Studium nicht habe ab
schliessen können, weshalb auf die Tabelle TA1 abgestützt werde. Gestützt auf LSE 2012 TA1
,
Ziff.
86-
88
(Gesundheits- und Sozialwesen)
,
Kompetenzniveau 1
(
Fr.
4'690.--)
, errechnete
d
ie
Beschwerdegegnerin
ein Einkommen für das Jahr 2015 v
on Fr.
59‘684.54 respektive Fr.
35‘810.70 im zumutbaren 60%-Pensum. Ein leidensbedingter Abzug werde nicht gewährt, da der
Beschwerdeführer
seine bisherige Tätigkeit im Rahmen von 60
%
noch ausf
ühren könne.
Der Beschwerdeführer hielt in seiner Beschwerde (
Urk.
1) fest, dass das Inva
li
deneinkommen in Anbetracht der gesamten Umstände zu hoch angesetzt sei und der Kürzung bedürfe
. Es werde bestritten, dass die bisherige Tätigkeit als ange
passt angenommen werden könne
, weshalb kein Leidensabzug geschuldet sein solle
. So habe ein im Rahmen der beruflichen Massnahmen erfolgter therapeu
ti
scher Arbeitsversuch im Hort aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden müssen
(S. 10 Mitte). Es sei ein Leidensabzug von mindestens 10
%
zu gewähre
n. Aufgrund der
lediglich noch
möglichen
Teilzeittätigkeit
erfahre er als Mann eine weitere Lohnminderung.
Zudem seien die Einschränkungen aufgrund der Sehstö
rung nicht berücksichtigt worden und die regelmässigen Kopfschmerzen und der Schwindel seien zu beachten (S. 11 Mitte).
Dass ihm ein Arbeitgeber einen Arbeitsplatz während eines Vollzeitpensums zur Verfügung zu stellen hätte, von ihm aber nur eine re
duzierte Leistung erwarten könn
e, sei zweifellos lohn
min
dernd und rechtfertige einen Leidensabzug (S. 11 unten). Schliesslich habe er keine
Möglichkeit mehr, die Vorzustände zu versichern, was auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen lohnmindernden Faktor darstelle (S. 11 f.).
Zur Berechnung des Invalideneinkommens kann
ebenfalls
auf die Lohnstruktur
erhebung 2014 abgestellt werden.
Soweit der Beschwerdeführer beanstandete, dass
die
Beschwerdegegnerin
von der
bisherigen Tätigkeit
ausging, ist festzu
halten, dass
sich die Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn
im Gesundheits- und Sozialwesen
stützte
und
vom Kompetenzniveau 1, mithin von
einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
,
ausging. Dies vermag zu überzeugen
, zumal mit Ausnahme von
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten
keine
qualitativen Einschränkungen in Bezug
auf die angepassten Tätigkeiten bestehen
.
D
er im Gesundheits- und Sozialwesen von Männern im Kompetenzniveau 1 erzielte Lohn
betrug
im Jahr 2014
Fr.
4‘807.-- pro Monat (LSE
2014, Tabelle TA1,
Ziff.
86-88
, Kompetenzniveau 1
, Männer
), was bei
einer durchschnittlichen Wochen
arbeitszeit von 41.5 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schafts
abteilungen in
Stunden pro Woche, a.a.O.) Fr.
59'847.15 im Jahr ergibt (
Fr.
4‘807.
-- :
40 x 41.5 x 12). Für das Jahr 2015 ergibt sich unter Berück
sich
tigung der männerspezifischen Nominallohnentwicklung von 0.3
%
im
Jahr 2015 ein Einkommen von Fr.
60‘026.69 (
Fr.
59
'847.15 x 1.003) respektive Fr.
36'016.00 im zumutbaren Pensum von 60
%
(
Fr.
60‘026.69 x 0.6).
Zu prüfen bleibt, ob von diesem Einkommen ein Abzug vorzunehmen ist.
4.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sc
hnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dies
er Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schni
tt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug
soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ei
n
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc
). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
lideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leich
ter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliesse
n und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Bei Versicherten, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbs
tätig sein können, ist unter dem Titel «Beschäftigungsgrad» ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn Teilzeitarbeit nach der im konkreten Fall an
wend
baren Tabelle vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeit
tätigkeit (Urteil 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 mit Hinweisen). Dagegen rechtfertigt der
Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_581/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1).
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monat
li
chen Durchschnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 %
bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kader
funk
tion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundesamt für Sozialversiche
runge
n, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % pro
portional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durch
schnitts
lohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz (von Fr. 5.--) und somit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berücksichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--[Vollzeitpensum]) eine Diffe
renz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine über
pro
portionale Lohneinbusse (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Nach dem Gesagten ist bei einem Beschäftigungsgrad von 60 % auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung nicht zwingend ein Abzug vom Tabellenlohn vor
zunehmen.
Vorliegend wurde d
em Beschwerdeführer
insbesondere aufgrund der
Fatigue
eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert.
Gemäss Stellungnahme der Gutachter des
Z._
vom
2.
November 2016 sind die Aus
wirkungen der
residuellen
leichten Sehstörung in der Beurteilung der
Fatigue
berücksichtigt (
Urk.
8/139 S. 5 Mitte). Die Schwindelbeschwerden wirken sich nur in qualitativer Hinsicht aus (vgl.
Urk.
8/100 S. 58 unten
).
Insgesamt
bestehen keine Anhaltspunkte, dass d
er Beschwerdeführer
wegen eines oder mehrerer der relevanten Merkmale
seine
gesundheitlich bedingte Rest
arbeits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichen Erfolg verwerten könnte. Es ist daher nicht
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährte.
4.
4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
93’817.46 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
36'016.00 beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
57'801.46, was einem Inva
li
ditätsgrad von 61.61
%
entspricht.
Damit hat der Beschwerdeführer An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
Zum selben Ergebnis gelangt man bei Gewährung eines maximal gerechtfertigten Abzugs vom Tabellenlohn von 10 %. Bei
einem
Valideneinkommen
von Fr.
93’817.46 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
32‘414.40
ergäbe sich eine
Einkommenseinbusse
von
Fr.
61'403.06
, entsprechend einem Invaliditätsgrad von 65.45 %.
Damit ist ein
Anspruch des Beschwerdefüh
rers auf eine
Dreiviertelsrente
ausge
wiesen
.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.
5.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700
.
--
fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Damit erwei
st sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S. 3) als gegenstandslos.
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Proze
ssentschädigung auszurichten (§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 3) erweist sich damit als gegenstandslos.