# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab4f3d6c-8f4d-583c-9838-e54e1190abcc
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. ist Eigentümerin des mit mehreren Gebäuden überbauten, 76‘199 m grossen
Grundstücks Nr. 000, Grundbuch X. Das Grundstück ist nach dem Zonenplan der
Gemeinde X. vom 20. Oktober 1982 der Landwirtschaftszone zugewiesen. Gemäss
kantonalem Richtplan gilt das Grundstück als Fruchtfolgefläche (FFF).
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Anlässlich einer Betriebskontrolle am 24. März 2006 durch das Amt für Umwelt und
Energie sowie das kantonale Veterinäramt wurden verschiedene Mängel bezüglich des
Gewässer- und Tierschutzes festgestellt. In der Folge ordnete das Amt für Umwelt und
Energie die Sanierung der Hofdüngerlager an verbunden mit dem Verbot, das häusliche
Abwasser landwirtschaftlich zu verwerten (Verfügung vom 13. Juli 2006). Der
Gemeinderat X. verfügte am 19. Dezember 2006, das Wohnhaus, Vers.-Nr. 001, an die
öffentliche Kanalisation anzuschliessen. Die dagegen erhobenen Rekurse wies das
Baudepartement mit Entscheid vom 5. Oktober 2007 ab. Das Verwaltungsgericht wies
die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 13. März 2008 ab.
Parallel dazu reichte A.Y. bei der Gemeinde X. ein Baugesuch für die Erstellung eines
neuen Stalls mit einer Güllengrube ein (Baugesuch vom 8. Oktober 2007). Mit
Beschluss vom 7. November 2008 wies der Gemeinderat X. gestützt auf die
Teilverfügung des Amtes für Raumplanung und Geoinformation vom 25. September
2008 das Baugesuch ab. Gegen diesen Beschluss erhob A.Y. am 17. November 2008
Rekurs beim Baudepartement. Das Rekursverfahren wurde infolge Nichtbezahlung des
Kostenvorschusses abgeschrieben.
Der Gemeinderat X. forderte A.Y. am 2. Mai 2014 auf, das Wohnhaus Vers.-Nr. 001 bis
31. Dezember 2014 an die Kanalisation anzuschliessen. Im Nachgang dazu reichte A.Y.
am 24. Juli 2014 bei der Gemeinde X. ein Baugesuch zur Erstellung eines nordöstlich
der bestehenden Scheune (Vers.-Nr. 002) gelegenen Stalls mit Jauchegrube sowie des
Anbaus eines Miststocks ein. Im Stall sollen ein Futterplatz, Liegeplätze für 15 Kühe mit
Kälbern sowie ein Regenwassersammelbecken erstellt werden. Weiter ist geplant, die
bestehende Scheune Vers.-Nr. 002 inskünftig als Remise, Eselstall und Futterlager
sowie das Gebäude Vers.-Nr. 003 als Remise zu nutzen. Gemäss eingereichtem
Betriebskonzept soll der landwirtschaftliche Betrieb durch die „Totalunternehmung für
exklusives Wohnen und naturnahes, biometrisches Essen“ beziehungsweise durch
deren als Landwirt ausgebildeten Geschäftsführer K.Y., Sohn der Gesuchstellerin,
geführt werden. Auf dem Hof sollen natürliche Lebensmittel produziert und direkt
vermarktet werden. Zusätzlich ist die Durchführung externer Catering-Events mit
hofeigenen Produkten geplant. Gegen das Baugesuch wurden keine Einsprachen
erhoben. Mit raumplanungsrechtlicher Teilverfügung vom 22. Dezember 2014
verweigerte das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation die Zustimmung zur
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Baubewilligung. Gestützt darauf und wegen der ungenügenden Einfügung des
Bauvorhabens in das bestehende Landschaftsbild verweigerte der Gemeinderat X. mit
Gesamtentscheid vom 20. Januar 2015 die Baubewilligung.
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.Y. am 1. Februar, ergänzt am 2. März 2015 Rekurs
beim Baudepartement mit dem Antrag auf Aufhebung des Entscheides des
Gemeinderates X. und Erteilung der Baubewilligung gemäss Baugesuch Nr. 00004 für
die Erstellung einer Jauchegrube, eines Laufhofs für Kühe und Kälber und eines
Miststocks auf der Parzelle Nr. 000. Mit Entscheid vom 16. März 2016 wurde der
Rekurs abgewiesen.
C. A.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Rekursentscheid des
Baudepartementes (Vorinstanz) vom 16. März 2016 mit Eingabe ihres bevollmächtigten
Sohnes, K.Y., mit Eingabe vom 22. März 2016 und Ergänzung vom 29. April 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den – sinngemäss zusammengefassten –
Anträgen: (1) Es sei die Nichtigkeit des angefochtenen Entscheids festzustellen und
dieser Entscheid sowie der Beschluss des Gemeinderates X. aufzuheben; (2) das
Baugesuch Nr. 00004 für einen Stallanbau mit Jauchegrube an das bestehende alte
Stallhauptgebäude mit Jauchegrube und mit dazwischenliegendem Laufhof und
Miststock sei zu bewilligen; (3) es seien die Verfahren betreffend (C) Strafanzeige
wegen Verschmutzung der Trinkwasserversorgung des Wohnhauses, betreffend (D)
Aufsichtsantrag beim Kanton St. Gallen über den Unterhalt des F.-bächli sowie
betreffend (B) Liegenschaft Q., Parzelle Nr. 005 wegen der landwirtschaftlichen
Verwertung des häuslichen Abwassers mit dem vorliegenden Verfahren (A) zu
vereinigen; (4) auf die rechtskräftige Verfügung betreffend Anschluss an die öffentliche
Kanalisation für das Wohnhaus Vers.-Nr. 001 sei zurückzukommen und die Entsorgung
des häuslichen Abwassers in die Jauchegrube gemäss Baugesuch zuzulassen; (5)
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2016 verwies die Vorinstanz auf den angefochtenen
Entscheid und beantragte Abweisung der Beschwerde. Die Politische Gemeinde X.
(Beschwerdegegnerin) verwies am 12. Mai 2016 ebenfalls auf den angefochtenen
Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin
nahm am 23. Mai 2016 zu den Vernehmlassungen Stellung.
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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Vernehmlassungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den Rekursentscheid vom
16. März 2016 wurde mit Eingabe vom 22. März 2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 29. April 2016 in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist vorbehältlich der nachfolgenden
Erwägungen einzutreten.
2. Gestützt auf das Koordinationsprinzip beantragt die Beschwerdeführerin, die
Verfahren betreffend Strafanzeige wegen Verschmutzung der Trinkwasserversorgung
des Wohnhauses, betreffend Aufsichtsantrag beim Kanton St. Gallen über den
Unterhalt des F.-bächli sowie betreffend Liegenschaft Q. Parzelle Nr. 005 wegen der
landwirtschaftlichen Verwertung des häuslichen Abwassers mit dem vorliegenden
Beschwerdeverfahren zu vereinigen (act. 6, Antrag 4, S. 3/4, S. 49-53, S. 78-80).
Gegenstand des Verfahrens kann nur sein, was vom vorinstanzlichen Entscheid erfasst
wurde (vgl. GVP 1978 Nr. 4 E. 3a). Sprengt die mit dem Beschwerdeantrag aufgestellte
Rechtsbehauptung den durch den vorinstanzlichen Entscheid gesteckten Rahmen, ist
darauf nicht einzutreten (vgl. M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl.
2014, N 45 zu §§ 19-28a VRG/ZH). Überdies ist festzustellen, dass es sich bei den
Verfahren, deren Vereinigung beantragt wird, um selbständige Verfahren mit zum Teil
anderen Zuständigkeiten handelt. Auf den Vereinigungsantrag nach Ziff. 4 der
Beschwerdeergänzung ist deshalb nicht einzutreten.
3. Seit 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz vom 5. Juli 2016 (sGS 731.1,
nGS 2017-049, PBG) in Kraft. Gleichzeitig ist das Gesetz über die Raumplanung und
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das öffentliche Baurecht vom 6. Juni 1971 (BauG) aufgehoben worden (Art. 172 PBG).
Die bei Vollzugsbeginn des Planungs- und Baugesetzes hängigen
Baubewilligungsverfahren werden gemäss Art. 173 Abs. 1 PBG nach jenem Recht
beurteilt, welches im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheides der
Baubewilligungsbehörde Gültigkeit hatte (Abs. 1); vorbehalten bleibt die Anwendung
neuen Rechts, soweit es für die Baugesuchstellerin günstiger ist (Abs. 2). Da die
Ablehnung der Baubewilligung (Verfügung vom 20. Januar 2015) vor dem Inkrafttreten
des Planungs- und Baugesetzes erging und das neue Planungs- und Baugesetz
bezüglich der Überbauungsmöglichkeiten in der Landwirtschaftszone für die
Beschwerdeführerin keine gegenüber dem alten Recht günstigere Regelung vorsieht
(Art. 21 und Art. 111 PBG; Botschaft vom 11. August 2015, in: ABl 2015 S. 2441 f. und
S. 2497), ist die Angelegenheit nach dem früheren Baugesetz zu beurteilen.
4. Die Beschwerdeführerin rügt die Verletzung der Ausstandsregeln, weil alt
Regierungsrat O.S. und P.T. als Gemeindepräsident als befangen und
voreingenommen zu gelten hätten. Durch das nicht in den Ausstandtreten der beiden
Personen seien Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) verletzt worden
(act. 6, S. 19/20).
Bezüglich des Ausstandsbegehrens gegen alt Regierungsrat O.S. ist festzuhalten, dass
im Entscheid des Regierungsrates des Kantons St. Gallen vom 25. August 2015 die
Nichtbefangenheit von alt Regierungsrat O.S. festgestellt wurde. Die
Beschwerdeführerin hat darauf verzichtet, diesen Entscheid anzufechten, sodass er in
Rechtskraft erwuchs. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, alt Regierungsrat O.S.
habe sich nach dem 25. August 2015 bis zum Entscheid der Vorinstanz in der Sache
nochmals geäussert. Über die behauptete Befangenheit von alt Regierungsrat O.S. ist
daher nicht mehr zu befinden. Insoweit ist die Beschwerde gegenstandslos.
Dem Gemeindepräsidenten P.T. wird fachliche Unfähigkeit und das Halten von
Absprachen vorgeworfen; zudem soll er gegenüber dem Sohn der Beschwerdeführerin
erklärt haben, der Landwirtschaftsbetrieb solle an eine Drittperson verpachtet werden
(act. 6, S. 19/20, S. 26, S. 60/61). Weiter soll Gemeindepräsident P.T. zu Unrecht
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gesagt haben, die Liegenschaft der Beschwerdeführerin sei nicht erschlossen und
müsse an die Kanalisation angeschlossen werden (act. 6, S. 61). Wie bereits im
vorinstanzlichen Verfahren unterlässt es die Beschwerdeführerin, die erhobenen
Vorwürfe zu detaillieren und belässt es bei blossen Behauptungen. Die Annahme
fehlender Unabhängigkeit und Unparteilichkeit muss durch vernünftige Gründe objektiv
gerechtfertigt sein (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 191-194). Die von der Beschwerdeführerin geäusserten Zweifel an
der fachlichen Fähigkeit des Gemeindepräsidenten stellen keine Gründe im
dargelegten Sinne dar. Persönliche Interessen des Gemeindepräsidenten P.T. sind
nicht auszumachen. Es liegen auch keine anderen Anhaltspunkte vor, die auf
Befangenheit des Gemeindepräsidenten hinweisen. Selbst wenn dieser gegenüber
dem Sohn der Beschwerdeführerin gesagt haben sollte, der Betrieb sei an eine
Drittperson zu verpachten, würde dies keine Befangenheit des Gemeindepräsidenten
implizieren. Analoges gilt bezüglich der Behauptung der Beschwerdeführerin,
Gemeindepräsident P.T. habe zu Unrecht gesagt, ihre Liegenschaft sei nicht
erschlossen und müsse an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden. Solche
Hinweise würden keine Voreingenommenheit bei der Beurteilung des Baugesuches
bedeuten. Die Vorinstanz hat eine Befangenheit und Voreingenommenheit zu Recht
abgelehnt. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
5. Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die Zonenkonformität ihres
Bauvorhabens zu Unrecht verneint, weil ihr Betrieb – nach der mit dem Baugesuch
angestrebten Sanierung und Erweiterung – nicht als Hobby- beziehungsweise
Freizeitlandwirtschaftsbetrieb, sondern als ertrags- und gewinnorientierter
Landwirtschaftsbetrieb zu qualifizieren sei (act. 6, S. 23, S. 30-36).
5.1. Nach Art. 16a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG) sind Bauten und Anlagen in der
Landwirtschaftszone zonenkonform, wenn sie zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung
oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind. Der Gehalt der Zonenkonformität
wird in der Raumplanungsverordnung detailliert. Nach Art. 34 Abs. 4 der
Raumplanungsverordnung (SR 700.1, RPV) darf die Bewilligung nur erteilt werden,
wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a),
wenn der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort keine überwiegenden
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Interessen entgegenstehen (lit. b) und wenn der Betrieb voraussichtlich längerfristig
bestehen kann (lit. c). Art. 34 Abs. 5 RPV normiert, dass Bauten und Anlagen für die
Freizeitlandwirtschaft nicht als zonenkonform gelten.
Unterscheidungskriterium zwischen Landwirtschaftsbetrieb und
Freizeitlandwirtschaftsbetrieb bildet der dauernde, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete
und organisierte Einsatz von Kapital und Arbeitskraft in einem wirtschaftlich
bedeutsamen Umfang. Das bedeutet, dass nur dann ein zonenkonformer
Landwirtschaftsbetrieb oder Nebenerwerbsbetrieb vorliegt, wenn die wirtschaftliche
Rentabilität und Überlebensfähigkeit des Betriebs gegeben ist, was im konkreten
Einzelfall anhand der Betriebsstruktur und -grösse – belegt durch ein Betriebskonzept –
sowie die lokalen Verhältnisse zu beurteilen ist (BGer 1A.64/2006 vom 7. November
2006 E. 2.3, 4 und 5.1).
5.2. Die Beschwerdeführerin legt dar, sie werde aufgrund des beabsichtigten, den
Altbestand ergänzenden Scheunenbaus mit Jauchegrube und Anbau eines Miststocks
sowie der ergänzenden Umnutzung der bestehenden Ökonomiegebäude als Remise,
Eselstall und Futterlager ein landwirtschaftlich relevantes Minimaleinkommen von
CHF 10‘000 erzielen (act. 6, S. 23). Sie stützt ihre Annahme auf Plan-/
Erfolgsrechnungen 2017 mit und ohne Direktzahlungen (act. 6, S. 30-32 und S. 36). Es
sei nicht sachgerecht, dass im vorliegenden Fall auf standardisierte Werte aus Tabellen
(KOLAS) abgestellt werde (act. 6, S. 33/34). Weiter weist die Beschwerdeführerin
darauf hin, dass nach Realisierung des Bauvorhabens Direktzahlungen – die auch
zwischen 1988 und 2002 ausbezahlt wurden – erwartet werden könnten (act. 6, S. 14).
Auch könne von der Erteilung einer Betriebsbewilligung ausgegangen werden (act. 6,
S. 31). Zudem werde dann auch der Vertrag über den ökologischen Leistungsnachweis
beigebracht werden können (act. 6, u.a. S. 32). Der Obstbau werde von heute 100 auf
250 Bäume ausgedehnt (act. 6, S. 31 und 35). Schliesslich sei auch die Nachfolge
geregelt, indem der Sohn der Beschwerdeführerin die Betriebsleitung seit 2008
übernommen habe beziehungsweise übernehmen werde (act. 6, S. 11-13, S. 32).
5.3. Die Fragen, ob die Beschwerdeführerin Direktzahlungen und die
Betriebsbewilligung erhält, sind für die Wirtschaftlichkeit nicht ausschlaggebend (BGer
1A.64/2006 vom 7. November 2006 E. 3.3). Auch die von der Beschwerdeführerin
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weiter angerufene Gegebenheit, sie erreiche den benötigten Arbeitsaufwand (act. 6,
S. 12 und 31), ist lediglich ein Indiz für die geforderte Wirtschaftlichkeit (BGer 1A.
64/2006 vom 7. November 2006 E. 3.2). Die vage Möglichkeit oder der blosse
subjektive Wille zu einer längerfristigen Existenz reichen nicht aus, um die
Anforderungen von Art. 34 Abs. 4 lit. c RPV zu erfüllen (BGer 1C_8/2010 vom
29. September 2010 E. 2.3.3). Was die Fortführung angeht, genügt eine
Absichtserklärung betreffend Weiterführung durch Nachkommen nicht (BGer 1A.
64/2006 vom 7. November 2006 E. 5.2). Die längerfristige Existenzfähigkeit muss
aufgrund gesicherter Fakten und einer vertieften Prüfung der Wirtschaftlichkeit bejaht
werden können.
5.4. Ein Vergleich der Berechnungen der Wirtschaftlichkeit zwischen den Annahmen
der Beschwerdeführerin und der Berechnung der Vorinstanz zeigt folgendes Bild:
Während die Aufwandseite im Vergleich zu den Erwägungen im Entscheid der
Vorinstanz – CHF 51‘333 (act. 2, E. 3.5.10) – und der Aufstellung der
Beschwerdeführerin – CHF 45‘533 (act. 6, S. 30 und 36) – lediglich um CHF 5‘800
auseinanderklafft, ist die Differenz auf der Ertragsseite massiv. Die Vorinstanz hat einen
Verlust von CHF 24‘983 (act. 2, E. 3.5.10) errechnet; die Beschwerdeführerin geht von
einem Gewinn von CHF 89‘499 (act. 6, S. 30 und 36). Betrachtet man die Ausführungen
in der Beschwerdebegründung im Lichte der genannten Rechtsprechung ist
festzustellen, dass keine detaillierten, aussagekräftigen und nachvollziehbaren
Betriebsdaten vorliegen.
Die Vorinstanz hat den Ertrag der Vieh- und Fleischverkäufe gestützt auf die aktuellen
Standardwerte der von der Konferenz der Landwirtschaftsämter der Schweiz (KOLAS)
jährlich veröffentlichten Zusammenstellung der Deckungsbeiträge mit CHF 25‘350 in
Anschlag gebracht (act. 2, E. 3.5.2). Demgegenüber meint die Beschwerdeführerin, bei
gleicher Anzahl Grossvieheinheiten aus Vieh- und Fleischverkäufen Einnahmen von
CHF 71‘333 zu erzielen (act. 6, S. 28-29). Die Beschwerdeführerin rechnet mit einem
Erlös von CHF 5‘000 – 7‘000 pro Tier, weil für Angusfleisch bei Direktvermarktung und
exklusiver Kundschaft solche Preise bezahlt würden (act. 6, S. 33/34). Die von der
Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Registrierungen als Markenzeichen USA und
Schweiz (act. 7/36 und 37) sowie Rechnungen für Fleischverkäufe (act. 7/32-52) bilden
keine gesicherten Fakten, um den von der Beschwerdeführerin errechneten Erlös zu
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begründen. Analoges gilt bezüglich der Position Obstverkauf; der vorgesehene Erlös
von CHF 5‘000 beruht auf blossen Annahmen und ist nur im Teilbetrag von CHF 1'000
zu berücksichtigen, wie dies die Vorinstanz angenommen hat (act. 2, E. 3.5.3).
Insbesondere liegen keine Betriebsrechnungen vor, aus denen das Einkommen aus der
Bewirtschaftung im jetzt bestehenden Rahmen, insbesondere die jährlichen Einkünfte
aus dem Fleischverkauf und die Anzahl der in jedem Jahr gehaltenen Tiere hervorginge,
und die gegebenenfalls als aussagekräftige Grundlage für die Berechnungen der
Beschwerdeführerin herangezogen werden könnten (vgl. BGer 1C_516/2016 vom
5. Dezember 2017 E. 5.8, wonach die Existenzfähigkeit grundsätzlich aufgrund der
aktuellen Betriebsstruktur zu prüfen ist). Dass die Vorinstanz unter diesen Umständen
auf Standardwerte abgestellt hat, ist deshalb nicht zu beanstanden. Entgegen der
Meinung der Beschwerdeführerin beruht der ihr berücksichtigte Catering-Erlös in der
Höhe von CHF 9‘666 sodann nicht auf einer landwirtschaftlichen Tätigkeit, weshalb
dieser Betrag zu Recht bezüglich landwirtschaftlichem Einkommen aussen vor bleibt
(act. 2, E. 3.5.4). Der von der Beschwerdeführerin veranschlagte Erlös entbehrt jeder
sachlichen Grundlage. Der von der Vorinstanz errechnete Gesamtbetrag von
CHF 26‘350 ist sachgerecht und basiert auf nachvollziehbaren objektiven Annahmen.
Auch wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin auf der Aufwandseite von deren
veranschlagtem Betrag von CHF 45‘533 ausgegangen wird, kann angesichts des von
der Vorinstanz mit realistischen Parametern errechneten Ertrags von CHF 26‘350 kein
positives landwirtschaftliches Einkommen erzielt werden. Die geplante Betriebsstruktur
ermöglicht die erforderliche Rentabilität und Überlebensfähigkeit nicht. Weitergehende
Überlegungen zur Frage der nachhaltigen Wirtschaftlichkeit erübrigen sich, da es die
Beschwerdeführerin als Baugesuchstellerin im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten
unterlassen hat, nachvollziehbare Betriebsdaten zur Bewilligungsfähigkeit ihres
Projektes zu liefern (BGer 1A.64/2006 vom 7. November 2006 E. 5.4).
5.5. Zusammenfassend ist in Bestätigung des Entscheides der Vorinstanz (act. 2, E. 3)
festzuhalten, dass trotz eines nicht nur marginalen Arbeitsbedarfs auf dem geplanten
Betrieb der Beschwerdeführerin keine längerfristige landwirtschaftliche Rentabilität
erzielt werden kann. Bei diesem Ergebnis kann die Frage der Berechnung der
Nährstoffbilanz (act. 6, S. 17/18 und S. 21) offen bleiben. Entsprechend muss auch
nicht über die Einholung der beantragten Expertise zur Nährstoffbilanz (act. 6, S. 45)
befunden werden.
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6. Die Beschwerdeführerin ist der Meinung, ihr Bauvorhaben sei von der
Besitzstandsgarantie gedeckt. Die Altbauten seien vorschriftsgemäss erstellt worden,
weshalb trotz Gesetzesänderungen Umbau und Erweiterung möglich seien (act. 6,
S. 8-10, S. 15/16, S. 55-57, S. 62 ff.).
Die Beschwerdeführerin verkennt das Institut der – erweiterten – Besitzstandsgarantie
nach Art. 24c RPG. Auch wenn die Besitzstandsgarantie grundsätzlich die Erneuerung,
die teilweise Änderung, die massvolle Erweiterung sowie den Wiederaufbau ermöglicht
(Art. 24c Abs. 2 RPG), bedeutet dies nicht, dass zu bestehenden Altbauten ein
ergänzender, neuer Scheunenbau mit Jauchegrube sowie Anbau eines Miststocks
erstellt werden könnten. Die Errichtung eines den Altbestand ergänzenden
Ökonomiegebäudes stellt keine „massvolle Erweiterung“ im Sinne von Art. 42 Abs. 3
RPV dar, weil damit nur Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens
gemeint sind. Analoges gilt bezüglich des Tatbestandes “teilweise Änderung“, weil
auch hier neben Zweckänderungen innere Umbauten mit äusseren Erweiterungen an
bestehenden Gebäuden gemeint sind. Der Tatbestand „Wiederaufbau“ ist
offensichtlich nicht erfüllt. Die vorgesehene Errichtung einer den Altbestand
ergänzenden Scheune mit Jauchegrube sowie Anbau eines Miststocks ist von der
Besitzstandsgarantie nicht gedeckt.
Gemäss den Baugesuchsunterlagen beabsichtigt die Beschwerdeführerin, die
bestehende Scheune, Vers.-Nr. 0006, inskünftig als Remise, Eselstall und Futterlager
sowie das Gebäude Vers. Nr. 0007 als Remise zu nutzen. Ob die damit verbundenen
baulichen Massnahmen von der Besitzstandsgarantie gedeckt sind, kann offen
gelassen werden, weil das Bauvorhaben als Ganzes mangels Zonenkonformität nicht
bewilligt werden kann.
7. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen können die Fragen nach der Einfügung des
Bauvorhabens in das bestehende Ortsbild sowie nach der hinreichenden Erschliessung
des Baugrundstückes offen gelassen werden. Da sich die Abweisung des Baugesuchs
als rechtmässig herausstellt, ist nicht ersichtlich, inwiefern Art. 8 und Art. 14 EMRK
beziehungsweise die entsprechenden verfassungsmässigen Rechte der
Beschwerdeführerin verletzt sein sollen. Die mit dem Alter der Beschwerdeführerin
begründete Nichtberücksichtigung von Direktzahlungen wirkt nach der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht diskriminierend (vgl. BGer 2A.346/2002
vom 3. Dezember 2002 E. 2.2 und 2A.292/2004 vom 7. Juni 2004 E. 2.2 je mit
Hinweisen). Im Übrigen ist der Grundsatz gemäss Art. 70a Abs. 1 lit. g des
Bundesgesetzes über die Landwirtschaft (Landwirtschaftsgesetz; SR 910.1, LwG), dass
Direktzahlungen nur ausgerichtet werden, wenn der Bewirtschafter oder die
Bewirtschafterin eine bestimmte Altersgrenze nicht überschreitet, für den
Rechtsanwender massgebend (Art. 190 BV). Entgegen der Meinung der
Beschwerdeführerin wird auch das Verhältnismässigkeitsprinzip nicht verletzt, weil ein
Freizeitlandwirtschaftsbetrieb nach Art. 16a RPG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 5 RPV
in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform ist, weshalb auch keine Auflagen als
mildere Massnahme im Vergleich zur Verweigerung der Baubewilligung verfügt werden
können. Weiter kann auch die Frage offen gelassen werden, ob bei Realisierung des
Bauprojekts die Voraussetzungen für eine landwirtschaftliche Verwertung des
häuslichen Abwassers erfüllt sind. Schliesslich ist auch nicht über den rechtskräftig
verfügten Anschluss des Wohnhauses der Beschwerdeführerin an die öffentliche
Kanalisation (act. 6, Antrag Ziff. 5, S. 3) neu zu befinden. Diesbezüglich ist auf die
Beschwerde nicht einzutreten.
8. (...).
(...).