# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2c25e49c-53f1-547c-a943-5957efdfb731
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Nach erfolgreicher Absolvierung einer Umschulung zur kaufmännischen Ange
stellten im Rahmen beruflicher Eingliederungsmassnahmen (Urk. 13/35)
meldete sich
die
1962 geborene
X._
a
m 16.
Mai 2006
unter Hinweis
auf eine Sehnenscheidenentzündung
im Daumen und Handgelenk rechts
bei der Invali
den
versicherung
erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 13/37).
Die
Sozialver
si
cherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
wies am 22. November 2006
das Leistungsgesuch
der Versicherten
verfügungsweise
ab (Urk. 13/51/4-5
).
Die da
gegen erhobene Beschwerde der Versicherten hiess das Sozialversicherungsge
richt mit Urteil vom 28. November 2007 (
Prozess
nummer
IV.2006.01173, Urk. 13/58
) in dem Sinne gut, als dass es
die Sache an die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückwies. Mit Verfügung vom 6. Mai 2009 (Urk. 13/70) verneinte die IV-Stelle a
bermals einen Leistungsanspr
u
ch der Ver
sicherten. Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherte
n
wurde vom hiesi
gen Gericht mit Urteil vom 2. August 2010 (Prozess
nummer
IV.2009.00556, Urk. 13/75) abgewiesen
.
Die Versicherte meldete sich
am 31. März
2013
mit Verweis
auf
einen am 5. August 2012
infolge eines
Sturz
es
mit
Rollerblades
erlittenen Bruch
des
2. Lendenwirbels abermals bei der Invalidenversicherung an (Urk. 13/78
, Urk
. 13/82
).
Mit Verfügung vom 10. September 2013 (Urk. 13/91) wies die IV-Stelle das Leistungs
gesuch
der Versicherten ab.
Am 23. Juni 2018 erfolgte eine weitere Anmeldung der Versicherten bei der Inva
lidenversicherung (Urk. 13/96)
. Die
IV-Stelle
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und teilte der Versicherten am 4. Dezember 2018 mit, dass aktuell keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 13/120). Mit Vor
bescheid vom 14. Februar 2019 (Urk. 13/127) stellte die IV-Stelle der Versi
cher
ten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen letztere am 18. März 2019
Einwand
(Urk. 13/130) erhob.
Am 23. Juni 2020 erliess die IV-Stelle einen
neuen
Vorbescheid, in welchem sie
abermals
die Abweisung des Leistungs
gesuchs
in Aussicht stellte (Urk. 13/165) und wogegen die Versicherte am 15. Jul
i 2020
Einwand (Urk. 13/167) erhob. Mit Verfügung vom 4. September 2020 (Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 4. Oktober 2020 respektive 7. November 2020 unter Auflage eines Berichts des
Y._
vom 3. August 2020 (Urk. 3) Beschwerde (Urk. 1, Urk. 9) und beantragte
sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom
4. September 2020.
Mit Beschwe
r
deantwort vom 8. Dezember 2020 (Urk. 12) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 8.
Dezember 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 14).
Am 3. Januar 2021
(Poststempel)
reichte die Beschwerdeführerin
den Arztbericht des Universitäts
spitals
Z._
(
Urk. 15) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung damit, dass die Besch
werdeführerin seit Februar 2018 in der Ausübung der Tätigkeit als Verkäuferin Detailhandel eingeschränkt sei. Ab Mai 2018 sei ihr jedoch die bis
herige Tätigkeit im Umfang von 50 % wieder zumutbar. Eine
leidens
angepasste Tätigkeit (körperlich leichte bis selten mittelschwere Verrichtungen) sei seit Mai 2018 in vollem Umfang möglich. Somit
sei
es der Beschwerdeführerin möglich, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. In den Einwänden
der Beschwerdeführerin
sei neu eine Kardiomyopathie genannt worden, wobei die Herzfunkt
ion nur leicht ein
geschränkt
und die Beschwerdeführerin subjektiv auch bei Belastung beschwer
defrei sei.
Die belastungsabhängigen Rückenschmerzen bei degenerativen Verän
derungen seien bekannt gewesen
,
hätten sich im Verlauf unter Physiotherapie gebessert und bestünden gemäss ärztlicher Auskunft auch nicht mehr. Neuro
lo
gisch zeige sich ein gutes Ergebnis nach der
Carotisoperation
und klinisch bestehe auch kein Anhalt für neue Ischämien. Die Kraft in der rechten, dominanten Hand habe sich ebenfalls gebessert und eine glaubhafte Verschlechterung
des Zustan
des
der linken Hand sei nicht ausgewiesen
. Betreffend Schulter fehlten objektive Befunde, die eine gesundheitliche Einschränkung glaubhaft machten
(S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1, Urk. 9), dass sie seit Juni 2020 konstante Schmerzen in der linken S
chulter habe. Gemäss dem MRI von
August 2020 seien zwei Sehnen defekt, was sich auf den ganzen Arm auswirke.
Im
Oktober 2020
sei zusätzlich
eine Diskushernie fest
gestellt worden.
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Fachärztin Kardiologie,
Angiologie
und Innere Medizin, stellte in i
hrem Bericht vom 30. August 2019
(Urk. 13/148/7-9) folgende Diagnosen (S. 1):
-
v
entrikuläre und supravent
r
ikuläre
Extrasystolie
(ED 09/2017, 05/2017)
-
HF
mEF
mit/bei Kardiomyopathie unklarer Genese, Ausschluss einer ischä
mi
schen Ursache
-
Ruhe-EKG: AV-Block I
° (PQ-Zeit 232
ms
), sonst un
auffällig, keine
Ischä
miezeichen
, keine Narben, aktuell unverändert
-
TTE: unverändert
mittelgradig global eingeschränkte
LV-Funktion (EF
biplan
45 %, VB 09/2017: 43 %), dilatierter LV
,
kein Nachweis eines rele
vanten V
itiums, kein H.a.
pulm
. Hypertonie
-
p
ro-BNP 337ng/l (29.08.2019)
-
Holter (21.09.2017): durchgeh. SR, HF min. 60/min, maxi. 127/min, mittlere H
F
tags 90/min, nachts 76/min; zahlreiche SVES, mässig viele VES, keine höhergrad. HRST, keine Pausen
-
CT Herz mit
i.v.
KM (03.10.2017):
stenosefreie
Koronarien
. Minime nicht
stenosierende
Koronarsklerose des RIVA. Regel
rechte Koronaranatomie. Rechtsversorgertyp
-
LWK 2 Fraktur, traumatisch (2012)
, bis 05/2017
Targin
-
Aspirin- und NSAR-Unverträglichkeit
-
cvRF
: fortgesetzt Niko
tin (
kum
. ca.
65py), pos. FA
eingeschr
. (Onkel
ms
MI mit 40 J)
-
Status nach
Subarachnoidalblutung
mit
ruptu
r
iertem
ACom
-Aneurysma (WFNS I,
Hunt&Hess
I
, Fischer
3
,
BNI
V
; EM 07.02.2018, ED 09.02.2018)
-
D
SA
mit
Coiling
des
ACom
-Aneurysma, Thrombus-Abgang in MCA-1 rechts, anschliessend erfolgreiche
Thrombolyse
mittels
Integrilin
-
arterielle Hypertonie
-
Weisskittelkomponente
-
Hidradenitis
suppurativa
-
Antibiotikatherapie mit
Clindamycin
/
Rifampicin
02/2018 bis 01.04.2018
-
a.e
. Ursache für Eisenmangel ohne Anämie
-
rez
. Eisenmangel ohne Anämie
-
will keine Abklärung mittels
Gastro
/Kolo
-
Hämocult
08/18: neg.
-
i.R. Akne
i
nversa
, Differentialdiagnose: Blutverlust chronisch
-
minimale kognitive Störung
-
mit isolierten Minderleistungen im exekutiven Teilbereich
Die Ärztin führte aus, dass die Beschwerdeführerin von kardialer Seite her weiter
hin keine Beschwerden angebe, insbesondere keine belastungsassoziierten Steno
kardien oder eine Dy
spnoe bei nach wie vor niedrigem
Belastungsniveau. Es lägen zudem keine
Orthopnoe
, keine
Ödemneigung
, kein Schwindel, kei
ne Prä
syn
kopen und keine Synkop
en vor (S. 2).
Die Verlaufskontrolle habe im Wesentlichen unveränderte Befunde mit jetzt leic
hter LV-
Dilatation, aber praktisch unveränderter LV-Funktion
ergeben
(EF
biplan
45 %, Vorbefund 2017 43 %). Die Genese bleibe nach wie vor unklar, wo
bei differenzialdiagnostisch am ehesten ein postinfektiöses Geschehen in Betracht komme, nachdem im Rahmen der Erstuntersuchung eine koronare Herzer
kran
kung habe ausgeschlossen werden können. Die Beschwerdeführer
i
n sei klinisch vollständig kompensiert und im Rahmen ihrer Leistungsanforderungen beschwer
de
frei. Unverändertes Befinden vorausgesetzt, werde eine erneute Kontrollunter
suchung in einem Jahr empfohlen (S. 3).
3.2
PD Dr.
B._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie,
Klinik
C._
, nannte am 5. September 2019 folgende Diag
nosen (Urk. 13/149/1-3 S. 1):
Hauptdiagnosen:
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
leichte linkskonvexe lumbale Skoliose
-
Status nach Deckplattenfraktur
LWK2 bei Rollerbladesturz 2012
-
erosive
Osteochondrose
mit kleiner Diskushernie L5/S1
-
chronische Knieschmerzen links mit Streckhemmung
-
Verdacht auf Osteoporose
-
Langzeitopiattherapie (
Targin
)
-
Nikotinabusus
Nebendiagnosen:
-
Status nach
Subarachnoidalblutung
bei
rupturiertem
Acom
-Aneu
rysma 09.02.2018 mit
Coiling
-
Herzinsuffizienz unklarer Ursache
-
arterielle Hypertonie
-
minime kognitive Störung
Der Arzt führte aus, dass sich
gemäss dem MRI
LWS
vom 5. September 2019
im Vergleich zum Vor-MRI vom Januar 2016 keine wesentliche Veränderung zeige. Es lägen eine konso
lidierte Deckplattenfraktur LWK
2 mit gut erhaltener Band
scheibe oberhalb sowie eine leichte
Diskopathie
L5/S1 mit Verminderung des
Nucleussignals
bei gut erhaltener Bandscheibenhöhe und kleiner
dorsomedianer
Protrusion
vor. Eine Nervenkompression zeige sich nicht (S. 2).
Es
bestünden chronische lumbale Rückenschmerzen, welche im Gesamtkontext einerseits auf die leichten degenerativen Veränderungen und andererseits vor allem funktionell zu deuten seien bei
Dekonditionierung
, Beckenschiefstand und Bewegungsstörung im linken Bein, vor allem durch das linke Kniegelenk. Es werde diesbezüglich eine erneute
Kontrolle
empfohlen und die Beschwerde
füh
rerin bei Dr.
med.
D._
angemeldet mit der Frage, inwieweit die Extension verbessert werden könne. Darüber hinaus werde eine konservative Behandlung der Rückenschmerzen empfohlen und die Beschwerdeführerin werde im Team manuelle Therapie zur Beurteilung und Übernahme der Behandlung angemeldet. Es werde dringend eine Wiederaufnahme der aktuell gestoppten Physiotherapie
empfohlen
mit dem Ziel, das Gangbild, die Haltung, Koordination und Kraft der Rumpfmuskulatur zu verbessern. Operative Massnahmen seien nicht indiziert (S. 2).
3.
3
Dr. med.
E._
, Chefarzt Manuelle Medizin, und Dr. med.
F._
, Assi
stenz
arzt Manuelle Medizin,
Klinik
C._
, führten in ihrem Bericht vom 3. Oktober 2019
(Urk. 13/152
/4-5
) folgende
Hauptd
iagnosen auf
(
S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Differenzialdiagnose
Osteochondrose
L5/S1 als primäre Schmerzursache
-
anamnestisch lumbale, mittige Rückenschmerzen seit Sturz
2012 mit Deckplattenfraktur LWK
2
-
kli
nisch: Hyperlordose LWS, p.a
. Traktionsschmerz auf Höhe LWK5, leicht
hypertoner
M.
quadratus
lumborum
rechts
-
konventionelles Röntgenbild LWS 22.01.2016: linkskonvexe lumbale S
koliose, Höhenminderung LWK
2 und 3
-
MRI LWS 22.01.2016: linksbetonte
Osteochondrose
auf Höhe LW
K
5/S1 mit kleiner Diskushernie
-
Zustand nach Langzeitopiat
ther
apie
mit
Targin
, seit kurzem
Wi
e
der
auf
nahm
e der Therapie mit
Oxycodon
2.5
mg zweimal täglich
-
Verdacht auf Osteoporose
-
DEXA-Messung seitens Patientin nicht erwünscht
-
Nikotinkonsum
Im Übrigen wiederholten die Ärzte die im Bericht von
PD
Dr.
B._
ge
nannten Nebendiagnosen und
führten aus, dass die Beschwerden und Befunde am ehesten einer
Osteochondrose
auf Höhe L5/S1 zuzuordnen seien. Letzte
re
dürfte auf einer ungünstigen biomechanischen Belastung bei starker Hyperlor
dose der LWS fussen. Eine
per
i
disk
ale
Infiltration komme für die Beschwerde
führerin aktuell nicht in Frage, so dass mittels Heimübungen und Physiotherapie versucht werde, die Belastung auf das Segment L5/S1 zu verringern. Ebenso wenig komme für die Beschwerdeführerin eine DEXA-Messung in Frage. Man sei so verblieben, dass
s
ich die Beschwerdeführerin im Falle einer Schmerzzunahme wieder melde (S. 2).
3.4
Der Hausarzt der Bes
chwerdeführerin, Dr. med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, stellte in seinem Bericht vom 25. Februar 2020 (Eingangsdatum; Urk. 13/159) folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.2)
:
-
hochgradiger Verdacht auf
c
erebrovask
. Insult (02/20),
-
a.e
. bei
UHFli
(noch nicht de
t
ektiert)
-
chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (2012)
-
Deckplattenfraktur LWK2, traumatisch
-
aktuell Verschlechterung
-
Akne
inversa
, ausgeprägt (03/2018)
Dr.
G._
führte aus, dass die Sensibilität und Koordination des linken Arms und der linken Hand deutlich abgenommen hätten. Im Zusammenhang mit der Ausübung der bisherigen Tätigkeit hielt er fest, dass die linke Hand/
der linke
Arm
aktuell
für fein motorische und beschränkt für grob motorische
A
rbeiten
nicht
einsetzbar sei. Eine angepasste Tätigkeit sei möglich, sofern die Motorik der Hände/Arme eine geringe Rolle spiele (S. 1 Ziff. 1.3, Ziff. 2.1).
3.
5
Dr. med.
H._
, Facharzt Rheumatologie FMH
, hielt am 13. März 2020 fest, dass die Rückenschmerzen
bei der Beschwerdeführerin
nicht mehr im
Vordergrund
stünden und sie in den letzten zwei Wochen
wegen «
strokes
» mit zunehmender Lähmung des linken Arms
im
Z._
gewesen sei
. Bei der aktuellen Untersuchung sei vor allem das neurologische Defizit im Vordergrund gestanden und es werde sich zeigen, wie weit es in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu einer Erholung kommen werde (Urk. 13/160).
3.
6
Im Bericht des
Y._
vom 3. August 2020 (Urk. 3)
wurde festgehalten, dass sich
gemäss MRI der linken Schulter gleichen Datums
eine leichte Degeneration im AC-Gelenk mit Knochenmarksödem im Bereich der Gelenkpartner und mit geringem Gelenkserguss zeige. Im Weiteren bestehe ein Gelenkserguss
glenohu
meral
mit Flüssigkeit im Verlauf der langen
Bizepssehne
, wobei keine wesentliche Degeneration
glenohumeral
ersichtlich sei. Es bestünden sodann eine
artiku
lär
seitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
über
mediolateral
1.2 cm sowie eine Ruptur einzeln
er weniger Fasern der
Infraspinatussehne
vom
Footprint
. Die
Sub
scapularissehne
sei intakt, ebenso die lange, sich in regelrechter Position be
fin
dende
Bizepssehne
. Die erfassten muskulären Strukturen zeig
t
e
n
schliesslich keine w
esentliche ödematöse
Signalalteration und es finde sich etwas Flüssigkeit in der Bursa
subacriomialis
/
subdeltoidea
.
3.
7
Im
Bericht
des
Z._
, Klinisches Neurozentrum, Klinik für Neurologie, Klinik für Neurochirurgie,
vom
2. Dezember 2020 betreffend interdisziplinäre
Cer
ebrovas
kuläre
Sprechstunde
(Urk. 15
)
wurden
folgende Diagnosen
aufgeführt
(S. 1 f.):
-
Status nach
Carotisendarterektomie
am 27.02.2020 bei
cerebrovaskulärem
ischämischen Insult im rechten Mediastromgebiet am 19.02.
2020
-
ätiologisch: Thrombus im ICA-Abgang auf dem Boden einer rechtsseitigen ICA-
Stenosierung
-
anamnestisch: vor drei bis vier Wochen akut aufgetretene Armparese links, seither keine weiteren neuen Defizite
-
klinisch: distal betonte Armparese links, NIHSS 3 Punkte
-
d
iagnostisch:
-
auswärtiges
cMRI
vom 19.02.2020: teils frische, teils subakute schran
kengestörte
emboliforme
Ischämien rechtshemisphärisch sowie unter Beteiligung der Grenzzone
-
Dopplersonographie der hirnversorgenden Gefässe (26.02.2020): im rechten Karotis-Bulbus ausgedehnter, überwiegend echoarmer Thrombus in den ICA-Abgang reichend mit geringem Restlumen zum ICA-Abgang
-
Labor: CRP 8
1
(chronische CRP-Erhöhung bei Akne
inversa
sei vorbe
kannt);
Le
u
kos
9.95
-
therapeutisch:
-
Beginn
Thrombozytenaggregationshemmung
mit
Plavix
(bei
Aspirinun
verträglichkeit
) und
Rosuvastatin
-
Status nach
Carotisendarterektomie
am 27.02.2020
-
Status nach
Subarachnoidalblutung
bei
rupturiertem
Acom
-Aneurysma (WFNS I,
Hunt&Hess
I, Fischer 3, BNI V; EM 07.02.2018,
ED 09.02.2018)
-
anamnestisch: stärkstes Kopfschmerzereignis am 07.02.2018 um 09.00 Uhr.
Holocephale
Cephalgien
.
-
diagnostisch:
cCT
vom 09.02.2018: diffuse
Subarachnoidalblutung
mit
Ventrikeleinbruch
.
Rupturiertes
Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
. Beginnende
Liquorabflussstörung
. Keine
Herniation
.
-
therapeutisch: 09.02.2018: DSA mit
Coiling
des
ACom
A
neurysma,
Throm
busabgang
in MCA-M1 rechts, anschliessend erfolgreiche
Thrombolyse
mittels
Integrilin
-
Komplikationen:
-
Hyd
r
oce
p
halus
malresorptivus
(ED 12.02.2018)
-
z
entrales Salzverlustsyndrom
-
Extrasystolie
(ED 05/2017)
-
Holter-EKG 09/2017: mehrheitlich SVE, AV Block Grad I°
-
Echo 09/2017
:
mittelgradig eingeschränkte EF (42 %),
a
.
e
.
postent
zünd
lich
-
Herz-CT 10/2017: leichte Koronarsklerose, nicht
stenosierend
, keine Ischämie
-
Herzinsuffizienz unklarer Ätiologie,
Extrasystolie
-
KHK mittels
Koro
-CT 10/2017 ausgeschlossen
-
Holter-EKG 09/2017: mehrheitlich SVE, AV Block Grad I°
-
Echo 09/2017 mittelgradig eingeschränkte EF (42 %),
a.e
. postent
zündlich
-
Echo 02/2018: schwer dilatierte Ventrikel, diffuse
Hypokinesie
, LVEF 35-40 %
-
Pro-BNP 02/2018: 1428
ng
/l
-
Verdacht auf ambulant erworbene Pneumonie links basal mit
parapneu
monischem
Erguss
,
Augmentin
11.02.2018 bis 20.02.2018
-
Hidradenitis
suppurativa
(Hurley-Stadium II-III)
-
anamnestisch: Status
nach Operation
axil
l
är
und Status nach anti
b
io
tischer Ther
apie
-
diverse Ath
erome am Hinterkopf anamnestisch seit Jahren (Neben
diag
nose im CT)
-
mehrfach Nachweis von
Staph
.
a
ureus
in
Inguinalabstrichen
,
Augmentin
sensibel (02/2018)
-
aktuell (02/2018): Beginn Therapie mit
Clindamycin
300 mg 1-0-1 und
Rifamp
icin
300 mg 1-0-1 für 10
Wochen
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseitig
-
Deckplattenfraktur LWK2 nach Sturz
(Rollerblade
s
)
2012
-
Osteochondrose
und kleine Diskushernie L5/S1, MRI 02/2016
-
Verdacht auf allergische Reaktion auf
Adalat
mit Gesic
htsrötung (02.03
.2020)
Die
Z._
-Ärzte führten aus, dass sich anamnestisch und klinisch keine Hinweise für zwischenzeitliche Schlaganfall-verdächtige Ereignisse ergeben hätten.
Resi
duell
bestehe noch ein sensomotorisches Defizit im Arm links, bei zusätzlichen orthopädischen Problemen mit Sehnenrissen der linken Schulter und Diskus
her
nien. Die
neuroangiologische
Untersuchung
habe
bei Status nach
Carotisen
dar
te
rektomie
weiterhin ein gutes Resultat mit der rechten ICA regelrecht
perfundiert
ohne Hinweise auf eine Re-Stenose
gezeigt (S. 2)
.
Im Zusammenhang mit der
Neur
oangiologie
vom 2. Dezember 2020
hielten die Ärzte fest, dass es der Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben aktuell schlecht gehe. Das Hauptproblem seien die Schmerzen und die Unterbeweg
lichkeit des linken Arms aufgrund eines zweifachen Sehnenrisses in der linken Schulter. Des Weiteren bestünden mehrere Diskushernien. Unter dem Titel Modi
fizierte NIH
Stroke
Scale
wurde ein Gesamtergebnis von 2/42
aufgeführt
, wobei betreffend die Motorik des linken Arms (1/4) und Sensibilität (1/2)
je
von keiner wesentlichen Funktionseinschränkun
g trotz Symptome (kann gewohnte
Aufga
ben und Aktivitäten verrichten) ausgegangen wurde (S. 4).
4.
4.1
Gemäss den im Zusammenhang mit der IV
-Anmeldung vom 23. Juni 2018 (Urk. 13/96) relevanten Arztberichte
n
bestanden bei der Beschwerdeführerin kar
dio
logische
Beschwerden,
Beschwerden
im Zusammenhang mit den Schlagan
fällen vom Februar 2018/2020
sowie Beschwerden am Rücken, am linken Knie und an der linken Schulter (vgl. E. 3).
4.2
Laut
Bericht der behandelnden Kardiologin vom 30. August 2019 (vgl. E. 3.1)
war
die B
eschwerdeführerin in kardialer Hins
icht vollständig kompensiert und im Rahmen ihrer Leistungsanforderungen beschwerdefrei.
Die Ärzte der
Klinik
C._
gingen im
September/Oktober
2019 von einer konsolidierten
Deckplatten
fraktur LWK
2 mit gut erhaltener Bandscheibe sowie eine
r
leichte
n
Diskopathie
L5/S1 mit kleiner
dorsomedianer
Protrusion
respektive von entsprechenden leichten degenerativen Veränderungen aus
.
Das Vorliegen einer Neurokom
pression wurde verneint, ebenso eine wesentliche Veränderung aufgrund
eines Vergleichs
der
MRI-Bildgebung vom Januar 2016 und vom September 2019
(vgl. E. 3.2).
Im März 2020 standen die Rückenschmerzen gemäss den Angaben de
s
behandelnden Rheumatologen nicht mehr im Vordergrund
(vgl. E. 3.5)
.
Im Zu
sammenhang mit den Schlaganfällen wiesen die
Z._
-Ärzte am 2. Dezember 2020 auf ein noch bestehendes sensomotorisches Defizit im linken Arm hin
, wobei gemäss der gleichentags durchgeführten
neuroangiologischen
Untersuchung
auf der NIH
Stroke
Scale
ein
äusserst tiefes
Gesamt-Ergebnis vo
n 2/42 resultier
t
e
(vgl. E. 3.7)
. Betref
fend die Motorik des linken Arm
s ergab sich ein Resultat von 1/4 respektive betreffend
die
Sensibilität ein solches von 1/2, wobei «1» keiner wesentlichen Funktionseinschränkung trotz Symp
tome
n
(kann alle g
ewohnten Aufgaben und Aktivität
en
verrichten
) entspricht. Betreffend die übrigen 11 ge
prüften Punkte ergab sich je ein Resultat von «0», was keinen Symptomen ent
spricht
(Urk. 15 S. 4
)
.
Im Bericht der Ergotherapeutin vom 9. Juli
2020 (Urk. 13/166/1) wird über Fortschritte betreffend die linke Hand berichtet und im Übrigen darauf hingewiesen, dass aktuell die Behandlung der massiven Schmerzproblematik in der linken Schulter im Vordergrund stehe.
Nach dem Gesagten sind g
estützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte
be
züglich der kardiologischen Beschwerden, der Rücken- und Kniebeschwerden sowie der im Zusammenhang mit den Schlaganfällen stehenden Beschwerden
keine objektiven Befunde ersichtlich, welche in rechtsgenügender Weise eine invalidenversicherungsrelevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin zu begründen vermögen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in ihren
Eingaben
vom 4. Oktober und 7. November 2020 (Urk. 1, Urk. 9) die eben genannten Beschwerden mit keinem Wort erwähnt
e
, sondern einzig auf die seit Juni 2020 bestehenden Schmerzen an der linken Schulter
und
die im Oktober 2020 zusätzlich festgestellte Diskushernie hinwies.
4.3
Im Bericht des
Y._
(vgl. E. 3.6) wurden
aufgrund des MRI der linken Schulter
vom 3. August 2020
unter anderem eine
artikulärseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
sowie eine Ruptur einzelner weniger Fasern der
Infra
spinatussehne
diagnostiziert. Die
Z._
-Ärzte wiesen am 2. Dezember 2020 im Zusammenhang mit dem sensomotorischen Defizit im linken Arm auf zus
ätzliche orthopädische
Probleme
mit Sehnenrissen der linken Schulter und Diskushernien
hin
(vgl. E. 3.7).
Die
Beschwerden an der linken Schulter
best
anden
gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
seit
Juni 2020
und die
Diagnose
betreffend die
Supra
spi
natus
-/
Infraspinatussehne
wurd
e
erstmals im August 2020
– und damit noch vor
Erlass der angefochtenen Verfügung -
aktenkundig ausgewiesen. Im entspre
che
nden Bericht des
Y._
fehlen jegliche Angaben zu allfälligen mit den Rupturen zusammenhängenden
Funktionseinschränkungen der linken Schulter
.
Die
fachfremden
Z._
-Ärzte
wiesen
ohne weitere Begründung auf Seh
nenrisse an der linken Schulter
hin
, wobei
unklar
ist
, inwieweit
d
ies
er Befund
im Rahmen des erhobenen Neurostatus und
der Beurteilung der
Defizite
am
linken Arm bereits berücksichtigt
worden war
. In der aktuellsten Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin vom 11. Juni 2020 (Urk. 13/164/9-10) waren die Schulterbeschwerden noch kein Thema
. Auch
in der angefochtenen Verfügung vom 4. September 2020 (Urk. 2)
fand keine Auseinandersetzung damit statt beziehungsweise es wurde auf das Fehlen objektiver Befunde hingewiesen
. Vor diesem Hintergrund
sind
betreffend die Beschwerden an der linken Schulter zusätzli
che medizinische Abklärungen notwendig
.
Demgegenüber drängen sich b
ezüglich der von der Beschwerdeführerin am 7. November 2020 erwähnten Diskushernie
(Urk. 9)
keine zusätzlichen medizini
schen Abklärungen auf.
Es liegt diesbezüglich einzig die Angabe der Beschwer
deführerin vor und es fehlt ein entsprechender fachärztlicher Befund.
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass im Bericht der
Klinik
C._
vom 3. Oktober 2019 (v
gl. E. 3.
3
) unter Hinweis auf das MRI LWS vom Januar 2016
bereits
eine kleine Diskushern
ie auf
der
Hö
he LKW5/S1 erwähnt
wurde.
4.4
Nach dem Gesagten
ist die Verfügung vom
4. September
2020
aufzuheben und die Sache
zu
r
D
urchführung weiterer
medizinischer
Abklärungen
betreffend die Beschwerde
n
an der linken Schulter
an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.