# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43420fbd-6e85-493a-89e6-28442bf66d30
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ ist in O.1_ aufgewachsen, wo er auch die Primar- und Sekundarschule besuchte. Im Anschluss an die Schulzeit begann er mit einer kaufmännischen Ausbildung bei der Firma A._, welche er jedoch vorzeitig abbrach. Seit sieben Jahren ist X._ Pächter der B._ Bar in O.2_. Er führt zudem seit 1988 ein Pneuhaus in O.3_, Kanton O.4_. Insgesamt erwirtschaftete er im Jahr 2012 ein Nettoeinkommen von Fr. 114'907.00. Sein Reinvermögen betrug per Ende des Jahres 2012 Fr. 471'395.00. X._ ist geschieden und hat zwei volljährige Kinder; unterstützungspflichtig ist er nicht.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ mit einer Eintragung verzeichnet. Im Jahre 2007 wurde er vom Kreispräsidenten O.5_ wegen Hausfriedensbruchs zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 80.00, aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von Fr. 600.00 verurteilt.
B. Am 24. März 2014 stellte Y._ beim Kantonspolizeiposten Weinfelden Strafantrag gegen X._ wegen Körperverletzung. Gleichzeitig erklärte er, sich als Straf- und Zivilkläger am Strafverfahren gegen X._ beteiligen zu wollen.
C. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 5. Juni 2014 ein Strafverfahren gegen X._ wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB. Da die Staatsanwaltschaft O.4_ See/Oberland bereits eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte führte, ersuchte die Staatsanwaltschaft Graubünden um Übernahme des Strafverfahrens gestützt auf Art. 34 Abs.1 StPO. Die Staatsanwaltschaft O.4_ stellte kurz darauf ihr Verfahren ohne Weiterungen ein und wies das Ersuchen der Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 25. Juni 2014 ab.
D. In der Parteimitteilung vom 9. Februar 2015 kündigte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Abschluss der Strafuntersuchung an und stellte die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO in Aussicht. Aufgrund entsprechender Beweisanträge der Parteien führte die Staatsanwaltschaft in der Folge weitere Zeugeneinvernahmen durch. Daraufhin verfügte sie am 16. Oktober 2015 die Ausdehnung der Strafuntersuchung hinsichtlich des Vorwurfs der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB.
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E. Am 16. Oktober 2015 kündigte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Abschluss der Untersuchung an und stellte die Anklageerhebung beim Gericht wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB und Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB in Aussicht.
F. Mit Anklageschrift vom 12. November 2015 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden beim Bezirksgericht Albula Anklage gegen X._ wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB und Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am späten Nachmittag des _ 2013 begab sich Y._ zusammen mit seiner Freundin C._ in O.1_ anlässlich der Talfahrt mit den Skiern in die B._ Bar, welche sich oberhalb der Talstation der O.1_ Bergbahnen befindet, um etwas zu trinken. Die Bar wird von X._ geführt. Als sie die Bar wieder verliessen, ergriff Y._ einen vor der Bar aufgestellten Liegestuhl, hob diesen hoch und alberte damit auf dem Areal der Bar herum. Dies bemerkte die Lebensgefährtin des Beschuldigten und stellte Y._ zur Rede, da sie annahm, dass dieser den Liegestuhl mitnehmen wolle. In der Folge begab sich Y._ auf Geheiss von D._ mit ihr in die Bar, wo er dem Beschuldigten versuchte, die Angelegenheit zu erklären. Als der Beschuldigte laut wurde, forderte Y._ diesen auf, das Ganze draussen und nicht vor den Gästen zu klären. Darauf folgte der Beschuldigte wutentbrannt Y._ durch den Hinterausgang und verabreichte ihm sogleich mit der Faust einen Schlag derart heftig gegen den Unterkiefer, so dass Y._ verletzt zu Boden ging und einen Moment das Bewusstsein verlor, was X._ mit seinem Verhalten zumindest bewusst in Kauf nahm. Anschliessend verabreichte X._ dem am Boden liegenden und bewusstlosen Y._ noch einen Fusstritt in die Bauchgegend. Die dabei hinzukommende C._ forderte den Beschuldigten auf, von ihrem Freund abzulassen, was dieser denn auch tat. In der Folge begaben sich Y._ und C._ mit den Skiern zu ihrem bei der Talstation gelegenen Hotel E._.
Y._ zog sich durch diesen Faustschlag eine Unterkieferparamedianfraktur links zu und war vom _ 2013 bis am _ 2014 zu 100% arbeitsunfähig. Er stellte am 24. März 2014 Strafantrag wegen Körperverletzung und konstituierte sich gleichzeitig als Straf- und Zivilkläger."
G. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula fand am 18. April 2016 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
Anträge Staatsanwaltschaft gemäss Anklageschrift:
1. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB und der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 210.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 4'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen, zu bestrafen.
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3. Kostenfolge sei die gesetzliche.
Anträge der Verteidigung:
1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Die Zivilklage sei auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Anträge Privatklägerschaft:
1. X._ sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und zu bestrafen.
2. X._ sei zu verpflichten, Y._ Schadenersatz von Fr. 9'641.80 und eine Genugtuung von mind. Fr. 1'500.-- zu bezahlen, je zzgl. 5% Zins seit _ 2013.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzügl. MWST zulasten von X._."
H. Gegen das am 18. April 2016 mündlich eröffnete und am 21. April 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Albula meldete X._ am 19. April 2016 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Albula das begründete Urteil am 15. Juni 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB. Vom Vorwurf der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB wird X._ freigesprochen.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 210.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3.a) Dafür wird X._ zudem mit einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 8 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
4.a) X._ wird verpflichtet, Y._ Schadenersatz in der Höhe von CHF 9'641.80 und eine Genugtuung in der Höhe von CHF 1'000.00, je zuzüglich 5% Zins seit dem _ 2013, zu bezahlen.
b) X._ hat Y._ mit CHF 5'146.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
5.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 12'621.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 4'121.00, Gerichtsgebühren CHF 8'500.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:
Busse CHF 2'000.00
Verfahrenskosten CHF 12'621.00
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Total CHF 14'621.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
6. X._ wird keine Entschädigung nach Art. 429 StPO zugesprochen.

## Considerations