# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0bfaac14-be4d-4e14-a72f-52d2bd42a47e
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2001
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Die Eheleute A.1 und A.2 wurden für die Steuerjahre 1997 und 1998 (bis 30. Juni 1998) mit Einschätzungsentscheid des Steuerkommissärs vom 5. Juni 1998 bzw. 2. Oktober 1998 mit einem Reineinkommen von Fr. 246'500.- und einem Reinvermögen von Fr. 345'000.- (1997) sowie einem Reineinkommen von Fr. 130'300.- und einem Reinvermögen von Fr. 0.- (1998) eingeschätzt. Diese Einschätzungen erwuchsen in Rechtskraft.
Am 6. Oktober 1999 eröffnete der zuständige Steuerkommissär der Einschätzungsabteilung 13 ein Nach‐ und Steuerstrafverfahren gegen die Eheleute A für die Steuerjahre 1993 bis 1998 gestützt auf den Verdacht, dass diese Erträge aus ihren Anlagen in "Portfolio X Management" nicht deklariert hätten.
II. Mit Verfügung vom 28. Juni 2000 stellte das Kantonale Steueramt Zürich das Nachsteuerverfahren betreffend die Steuerperioden 1993 bis 1996 mangels Unterbesteuerung ein; hinsichtlich der Steuerjahre 1997 und 1998 verfügte es dagegen eine Nachsteuer von Fr. 6'185.60. Von der Erhebung einer Busse für dieselbe Periode wurde angesichts des geringen Verschuldens der Eheleute A Umgang genommen.
Die dagegen erhobene Einsprache wies das Kantonale Steueramt, Abteilung Spezialdienste, mit Verfügung vom 19. Oktober 2000 ab.
III. Gegen diese Verfügung erhoben die Eheleute A am 2. November 2000 Rekurs beim Verwaltungsgericht, dem sie beantragen liessen, es "sei mangels Vorliegens der dafür erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen" keine Nachsteuer geschuldet, da insbesondere keine neue Tatsache im Sinn von § 102 des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 (aStG) vorliege. Ausserdem verlangten sie die Zusprechung einer angemessenen Parteientschädigung.
Das Kantonale Steueramt Zürich, Abteilung Spezialdienste, schloss in seiner Rekursantwort vom 5. Dezember 2000 auf Abweisung des Rekurses; eventualiter – im Falle der Gutheissung des Rekurses – sei den Rekurrenten nur eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen.
Am 19. Januar 2001 schliesslich liessen die Eheleute A ein "förmliches Ausstandsbegehren" gegen Verwaltungsrichter Q stellen und ergänzten ihre Ausführungen zur Parteientschädigung.
Der Einzelrichter überwies am 2. April 2001 den Fall der 2. Kammer zur Entscheidung

## Considerations

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
[in einer Besetzung ohne Mitwirkung von Verwaltungsrichter Q]
Wer beim Vollzug des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) in einer Sache zu entscheiden oder an einer Verfügung oder Entscheidung in massgeblicher Stellung mitzuwirken hat, ist verpflichtet, unter Anderem dann in Ausstand zu treten, wenn er in der Sache befangen sein könnte (§ 119 Abs. 1 StG). Über ein Ausstandsbegehren entscheidet bei Mitgliedern einer Kollegialbehörde diese selbst (Abs. 3); im Fall des Verwaltungsgerichts unter Ausschluss des betreffenden Mitglieds (§ 5a Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).
Eine gewisse Besorgnis hinsichtlich  Voreingenommenheit kann bei den Parteien immer dann entstehen, wenn ein Richter sich bereits in einem früheren Zeitpunkt mit der Sache befasste (vgl. BGE 119 Ia 221 E. 3 S. 226). Zulässig ist die Vorbefassung jedoch, wenn die konkret zu entscheidenden Rechtsfragen gleichwohl als offen erscheinen und nicht der Anschein der Vorbestimmtheit erweckt wird (BGE 120 Ia 187 E. 2b mit Hinweisen). Nach der Praxis sind weder die Beteiligung von Richtern an früheren Verfahren (vgl. u.a. BGE 114 Ia 278 E. 1) noch gar der Umstand, dass gegen einzelne Richter Strafanzeige erhoben worden ist (vgl. BGE 111 Ia 149 E. 2), geeignet, einen Ausstandsgrund zu begründen.
Die Pflichtigen unterlassen es, den Vorwurf der Befangenheit gegen Verwaltungsrichter Q im Einzelnen substanziert darzulegen. Die blossen Hinweise auf die von diesem als Einzelrichter bezüglich anderer Pflichtiger gefällten Entscheide vom 26. Januar 2000 bzw. vom 22. November 2000 vermögen eine sachbezogene Begründung des Ausstandsbegehrens nicht zu ersetzen. Weswegen Verwaltungsrichter Q aufgrund dieser Entscheide in den weiteren mit den "erlogenen Gewinnen des X" zusammenhängenden Streitfragen in derartiger Intensität vorbefasst sein soll, dass er generell von Entscheiden im Zusammenhang mit "X" den Ausstand zu beachten hätte, ist nicht ersichtlich und wird von den Pflichtigen auch nicht weiter begründet. Nach der dargelegten Rechtsprechung genügt eben der Hinweis auf die blosse frühere Befassung mit der Sache nicht. Der Befangenheitsvorwurf erscheint unter diesen Umständen als haltlos, was zur Abweisung des Ausstandsbegehrens führt, soweit auf dieses im Licht des unsubstanziert Vorgebrachten überhaupt einzutreten ist (vgl. BGE 114 Ia 278 E. 1).