# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ad1ac62-ab02-4dc0-b5e0-029a70b7c748
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Strafbefehl vom 16. Januar 2012 wurde X.Y. wegen fahrlässiger (April 2004 bis
Juni 2005) und vorsätzlicher (Juni 2005 bis Oktober 2008) Steuerhinterziehung mit Fr.
5'370.-- gebüsst; zudem wurden ihr die Verfahrenskosten von Fr. 300.-- auferlegt (act.
G 8/2). Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 15. Februar 2012 und Ergänzung vom
30. März 2012 erhob sie gegen den Strafbefehl Einsprache (act. G 8/4 und 8/9). Am 20.
Februar 2012 überwies das kantonale Steueramt die Strafsache der
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Verwaltungsrekurskommission zur Beurteilung. Am 12. November 2012 wurden die
Verfahrensbeteiligten zur öffentlichen Verhandlung vom 14. Dezember 2012 vorgeladen
(act. G 8/11f). Wegen Ferienabwesenheit der Angeklagten wurde die Verhandlung mit
Vorladung vom 22. November 2012 auf den 22. Januar 2013 verschoben (act. G 8/17f).
Mit Schreiben vom 14. Januar 2013 teilte der Rechtsvertreter mit, dass die Angeklagte
als Folge eines Sturzes eine Mehrfachfraktur erlitten habe und sich deswegen einer
Operation im Kantonsspital St. Gallen unterziehen müsse. Er ersuchte daher um
Verschiebung der Verhandlung auf den März 2013 (act. G 8/19). Der
Abteilungspräsident gab dem Verschiebungsgesuch statt und lud die
Verfahrensbeteiligten am 17. Januar 2013 neu auf den 7. März 2013 vor (act. G 8/20f).
Am 1. Februar 2013 stellte der Rechtsvertreter der Angeklagten den Antrag, die
Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschliessen (act. G 8/22). Mit
verfahrensleitender Verfügung vom 1. März 2013 wies der Abteilungspräsident diesen
Antrag einstweilen ab (act. G 8/23). Mit Eingabe vom 4. März 2013 ersuchte der
Rechtsvertreter erneut um Verschiebung der Verhandlung. Zur Begründung führte er
an, nach Entfernen des Gipses habe sich herausgestellt, dass der Bruch nicht optimal
verheilt sei. Daher dürfe die Angeklagte während weiterer sechs Wochen keine
Belastung des Fusses riskieren. Im Bedarfsfall könne ein Arztzeugnis vorgelegt werden
(act. G 8/24).
Der Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission wies das
Verschiebungsgesuch mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. März 2013 ab mit dem
Hinweis, dass die Einsprache als zurückgezogen gelte, falls die Angeklagte am 7. März
2013 nicht zur mündlichen Verhandlung erscheine (act. G 8/25). Der Rechtsvertreter
erneuerte das Verschiebungsgesuch mit Schreiben vom 5. März 2013 unter Beilage
eines Arztzeugnisses, worin der Angeklagten eine Arbeitsunfähigkeit zu 100% vom 28.
Februar bis 4. April 2013 bescheinigt wird. Er hielt unter anderem fest, X.Y. sei
gegenwärtig immobil. Es sei ihr kaum zuzumuten, nur der Gerichtsverhandlung wegen
sich einen Rollstuhl zu beschaffen. Sie vermöge der Schmerzen wegen nicht nur kaum
zu stehen, sondern nur kurzfristig zu sitzen (act. G 8/26-8/28). Der Abteilungspräsident
der Verwaltungsrekurskommission wies das Verschiebungsgesuch mit
verfahrensleitender Verfügung vom 6. März 2013 erneut ab mit dem Hinweis, dass
nichts auf eine Verhandlungsunfähigkeit von X.Y. schliessen lasse (act. G 8/29). Am 7.
März 2013 erschienen der Rechtsvertreter der Angeklagten und der Vertreter der
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Anklagebehörde zur Verhandlung. Die Angeklagte blieb der Verhandlung fern. Der
Rechtsvertreter stellte den Antrag, die Verhandlung auf Anfang April 2013 zu
verschieben (act. G 8/35). Mit Entscheid vom 7. März 2013 schrieb die
Verwaltungsrekurskommission das Begehren um gerichtliche Beurteilung als erledigt
ab (act. G 2).
B./ Gegen diesen Entscheid liess X.Y. am 27. März 2013 Beschwerde erheben mit dem
Rechtsbegehren, der Abschreibungsbeschluss vom 7. März 2013 sei aufzuheben, und
die Beschwerdebeklagte (Vorinstanz) sei zu verpflichten, die Einsprache vom
15. Februar/30. März 2012 materiell zu beurteilen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
In der Vernehmlassung vom 30. April 2013 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

## Considerations

Beschwerde. Sie verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid und teilte ergänzend den Inhalt eines mit der Beschwerdeführerin am 5.
März 2013 geführten Telefongespräches mit (act. G 7). Der Beschwerdegegner gab am
23. Mai 2013 den Verzicht auf eine Vernehmlassung bekannt und verwies auf seine
mündlichen Ausführungen anlässlich der Verhandlung vom 7. März 2013 (act. G 10).
Mit Eingabe vom 20. Juni 2013 nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zur
Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung und bestätigte seinen Standpunkt.
Hinsichtlich des Inhalts des Telefongesprächs vom 5. März 2013 berief er sich auf das
Novenverbot (act. G 12).
Auf die Darlegungen der Parteien wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Gemäss Art. 268 StG hat die angeschuldigte Person persönlich vor der
Verwaltungsrekurskommission zu erscheinen. Der Präsident kann das persönliche
Erscheinen aus wichtigen Gründen erlassen (Abs. 1). Wird dem Angeschuldigten das
persönliche Erscheinen nicht erlassen und erscheint er innert einer halben Stunde nach
der festgesetzten Zeit unentschuldigt nicht zur Verhandlung, wird Rückzug seines
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Begehrens um gerichtliche Beurteilung angenommen (Abs. 2). War der Angeschuldigte
unverschuldet verhindert, an der Hauptverhandlung teilzunehmen, kann er innert zehn
Tagen seit der Urteilszustellung eine Neubeurteilung verlangen (Abs. 3).
Verschiebungsgesuche sind so früh wie möglich zu stellen, d.h. grundsätzlich sobald
der Gesuchsteller den Verschiebungsgrund kennt. Die vorgeladene Person hat
zureichende Gründe darzutun, die eine Verschiebung rechtfertigen. Als zureichend gilt
zum Beispiel eine Verhinderung infolge Krankheit, die durch ein Arztzeugnis
nachgewiesen ist und welche eine Verhandlungsunfähigkeit begründet (vgl. A. Bühler,
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Basel 2013, N 8 und 19 zu Art. 135 ZPO). Ganz allgemein sind an
das Vorliegen eines zureichenden Grundes dann hohe Anforderungen zu stellen, wenn
der Termin vorgängig abgesprochen wurde (vgl. A. Bühler, a.a.O., N 15 zu Art. 135
ZPO). Die Verhandlungsfähigkeit setzt voraus, dass die beschuldigte Person körperlich
und geistig befähigt ist, der Verhandlung zu folgen und von ihren Teilnahmerechten
Gebrauch zu machen (M. Engler, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 4 zu Art. 114
StPO).
2.1. Dr. med. B.T., Kantonsspital St. Gallen, bescheinigte am 25. Februar 2013 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 28. Februar bis 4.
April 2013 (act. G 8/28). Dr. med. A.S., Facharzt Allgemeinmedizin und Innere Medizin,
St. Gallen, bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 5. bis 31. März 2013 (act. G
8/31). Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit Blick auf diese Zeugnisse und die weiteren
Umstände eine Verschiebung der auf den 7. März 2013 angesetzten Verhandlung zu
Recht ablehnte. Gestützt auf Art. 268 Abs. 1 StG ist die Angeschuldigte verpflichtet,
persönlich zur mündlichen Verhandlung vor Verwaltungsrekurskommission zu
erscheinen. Die Vorladungen der Vorinstanz enthielten auch einen entsprechenden
Hinweis (vgl. act. 8/11, 8/17, 8/20). Einen Antrag, ihr sei das persönliche Erscheinen zu
erlassen, stellte die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt, sondern äusserte sich
vielmehr dahingehend, an der Verhandlung teilnehmen zu wollen. Nachdem der
Verhandlungstermin bereits zweimal verschoben worden war, liess sie mit Eingabe vom
4. März 2013 erneut die Verschiebung der auf 7. März 2013 anberaumten mündlichen
Verhandlung mit der Begründung beantragen, der Bruch sei nicht optimal verheilt,
weshalb sie während weiterer sechs Wochen keine Belastung des Fusses riskieren
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dürfe. Erst nach Abklingen der starken Schwellung könne eine Spezialeinlage
angepasst werden, welche die erwähnte Fussbelastung ermögliche (act. G 8/24). Nach
Abweisung dieses Verschiebungsantrags mit der Begründung, dass die Räumlichkeiten
der Verwaltungsrekurskommission rollstuhlgängig seien und die Beschwerdeführerin
der Verhandlung folgen könne, ohne den Fuss auch nur im Geringsten zu belasten (act.
G 8/25), liess sie unter Beilage des erwähnten Arztzeugnisses von Dr. B.T. (act. G 8/28)
festhalten, sie habe zu einem wesentlichen Teil einen sitzenden Bürojob. Die
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit könne nur so verstanden werden, dass sie immobil und
die Fahrt zur Arbeit nicht zumutbar sei. Wegen der Schmerzen könne sie kaum stehen
und nur kurze Zeit sitzen (act. G 8/26).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte anlässlich der mündlichen
Verhandlung vom 7. März 2013 zur Begründung seines Antrags um Verschiebung der
Hauptverhandlung unter anderem geltend, eine Rückfrage seinerseits bei Dr. A.S. habe
ergeben, dass dieser grundsätzlich nur auf Anfrage des Gerichts die
Verhandlungsunfähigkeit bescheinige. Der Arzt müsse in solchen Fällen detaillierter
Stellung nehmen. Solche Angaben wolle er in einem Zeugnis nicht machen. Das
Verschiebungsgesuch vom 4. März 2013 (act. G 8/24) sei sicher spät eingereicht
worden. Von den neuen Tatsachen habe er jedoch erst letzte Woche erfahren. In der
zweiten Hälfte der letzten Woche sei er zudem abwesend gewesen. Seine
Bürokollegen hätten die Dringlichkeit der Sache kaum erkennen können und müssen.
Allein diese Umstände dürften nicht zur Ablehnung des Verschiebungsantrags führen.
Inhaltlich gehe es nicht um die Transportunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Irgendwie
könnte man sie schon hierher bringen. Vielmehr sei ihre Verhandlungsfähigkeit nicht
gegeben. Sie müsse in der Regel liegen und könne nur für kurze Zeit ohne grössere
Schmerzen sitzen. Es stelle sich daher die Frage, wie viele Schmerzen sie in Kauf
nehmen müsse, um an der Verhandlung teilzunehmen. In ihrem jetzigen Zustand sei ihr
eine Teilnahme nicht zuzumuten. Nicht zuletzt sei dies auch eine Frage der
Verhältnismässigkeit. Seit seiner Eingabe von Ende März 2012 bis zum ersten
Verhandlungstermin vom 14. Dezember 2012 habe es 81⁄2 Monate gedauert. Würde
man einer Verschiebung bis Anfang April 2013 zustimmen, wäre dies weniger als vier
Monate seit dem ersten Termin von Mitte Dezember 2012. Die Beschwerdeführerin
wünsche eine mündliche Verhandlung. Einen Antrag auf Dispensation könne er daher
nicht stellen (vgl. act. G 8/35). Der Vertreter des Beschwerdegegners entgegnete
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anlässlich der Verhandlung vom 7. März 2013 unter anderem, dass weder für die
Transport- noch für die Verhandlungsunfähigkeit ein ärztliches Zeugnis vorliege (act. G
8/35).
2.2. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter anderem zum Schluss,
obschon auch das Gesuch vom 5. März 2013 (act. G 8/27) vom Abteilungspräsidenten
abgewiesen worden sei, sei die Beschwerdeführerin nicht zur Verhandlung vom 7. März
2013 erschienen. Dem erneuten Gesuch des anwesenden Verteidigers, die
Verhandlung sei zu verschieben, sei nicht stattzugeben. Es lägen zwar mittlerweile zwei
Arztzeugnisse vor, welche jeweils eine Arbeitsunfähigkeit der Angeklagten zu 100% bis
4. April bzw. 31. März 2013 bescheinigen würden. Genauere Angaben zu den Gründen
der Arbeitsunfähigkeit fehlten jedoch gänzlich. Die Arbeitsunfähigkeit gehe entgegen
den Ausführungen des Rechtsvertreters nicht zwingend mit der Transport- und
Verhandlungsunfähigkeit einher. An der Behauptung, dass die Beschwerdeführerin
transportunfähig sei, habe der Rechtsvertreter an der Verhandlung nicht mehr
festgehalten. Trotz wiederholten Hinweises seitens des Gerichts sei kein detailliertes
Arztzeugnis eingereicht worden, das den Nachweis der Verhandlungsunfähigkeit zu
erbringen vermöge. Ein entsprechendes Zeugnis hätte kurzfristig bei einem Amtsarzt
eingeholt werden können. Auch auf telefonische Nachfrage des Rechtsvertreters habe
sich Dr. A.S. offenbar nicht in der Lage gesehen, die Verhandlungsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu bescheinigen. Dass sie nicht lange sitzen könne und unter
grossen Schmerzen leide, wie geltend gemacht werde, sei daher nicht bewiesen.
Entsprechend sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin trotz lädierten
Fusses in geistiger und körperlicher Hinsicht in der Lage gewesen wäre, an der
Verhandlung teilzunehmen und dieser auch zu folgen. Für eine Verschiebung der
mündlichen Verhandlung liege daher kein zureichender Grund vor. Es treffe zwar zu,
dass der Fall vor der Vereinbarung des ersten Verhandlungstermins vom 14. Dezember
2012 einige Zeit beim Gericht gelegen habe. Dies sei indessen der Hauptgrund
gewesen, weshalb das ungewöhnliche erste Verschiebungsgesuch - obwohl der
Termin abgesprochen gewesen sei, seien nachträglich Ferien der Beschwerdeführerin
mit deren Sohn als Terminkollision geltend gemacht worden - ohne Weiteres bewilligt
worden sei. Inwieweit die vom Rechtsvertreter erwähnte Verfahrensdauer eine weitere
Verschiebung rechtfertigen solle, sei nicht ersichtlich. Somit fehle es am Nachweis
eines entschuldigten Fernbleibens. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die
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Beschwerdeführerin in Kenntnis der Säumnisfolgen, auf welche sie wiederholt
hingewiesen worden sei (act. 8/20, 8/25 und 8/27), und ohne von der
Erscheinungspflicht dispensiert worden zu sein, an der mündlichen Verhandlung nicht
teilgenommen und folglich nach Art. 268 Abs. 2 StG das Begehren um gerichtliche
Beurteilung des ihr im Steuerstrafverfahren vorgeworfenen Verhaltens zurückgezogen
habe. Das Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission sei entsprechend als
erledigt abzuschreiben (act. G 2 S. 5f).
Im vorliegenden Verfahren führt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aus, er
habe (mit Eingabe vom 4. März 2013) der Vorinstanz so rasch wie möglich Kenntnis
von der Verhinderung der Beschwerdeführerin gegeben. Sie lege Wert auf die
persönliche Teilnahme an der Verhandlung, da sie ihre Ansicht zum Materiellen
persönlich vortragen wolle. Die Vorinstanz habe nicht dargetan, dass es ihr am 5. März
2013 nicht mehr möglich gewesen wäre, die auf zwei Tage später angesetzte
Verhandlung zu verschieben, zumal die Mitglieder des Gerichts in relativer Nähe zum
Gerichtsort wohnen würden und die Reise dorthin nicht bereits am 5. März 2013
angetreten hätten. Mit ihrer Darlegung, dass jemand, der im Wesentlichen eine
Erwerbstätigkeit sitzend ausübe, nur voll arbeitsunfähig geschrieben werden könne,
wenn diese Person immobil und die Fahrt zur Arbeit nicht zumutbar sei, habe die
Beschwerdeführerin zusammen mit den von ihr eingereichten Arztzeugnissen das ihr
Zumutbare zum Nachweis der Verhandlungsunfähigkeit getan. Die von der Vorinstanz
erwähnte Rollstuhlbenützung hätte die Arbeitsfähigkeit (und damit die
Verhandlungsfähigkeit) nicht wieder herzustellen vermocht. Verhandlungsunfähigkeit
bestehe nicht nur bei völliger Urteilsunfähigkeit, sondern auch, wenn die Teilnahme
wegen der beschwerdebedingten und durch die psychische Belastung bedingten
Mühe, zum Verhandlungsort zu gelangen, nicht zumutbar sei. Die Vorinstanz habe
sodann die Telefax-Sendung vom 11. März 2013 nicht mehr berücksichtigt, obwohl sie
dies hätte tun können, da der angefochtene Entscheid erst am folgenden Tag versandt
worden sei (act. G 1). Entgegen dem Verhandlungsprotokoll habe Dr. A.S. selbstredend
keine Aussage gemacht, wonach er eine Verhandlungsunfähigkeit nur auf Anfrage des
Gerichts bescheinige, wenn jemand "tot oder geistig weggetreten" sei. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin habe lediglich die Frage gestellt, ob die
Vorinstanz eine Verhandlungsunfähigkeit erst annehme, wenn jemand tot oder geistig
weggetreten sei, und dies erst noch mit ärztlicher Bescheinigung. Es sei ausdrücklich
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darauf hingewiesen worden, dass es nicht allein um die Transportfähigkeit gehe,
sondern auch um die Zumutbarkeit von Schmerzen bei längerem Sitzen, und dass die
Beschwerdeführerin auch psychisch nicht in der Lage sei, einer Verhandlung zu folgen.
Sie habe der Vorinstanz keineswegs unbegründete oder unverhältnismässige
Verschiebungsgesuche gestellt (act. G 12).
2.3. Die Begriffe Arbeitsunfähigkeit und Verhandlungsunfähigkeit stimmen nicht in
jedem Fall überein, da unter Umständen auch eine arbeitsunfähige Person in der Lage
ist, an der Verhandlung zu erscheinen, dieser zu folgen und ihren Standpunkt zu
vertreten. Die unverschuldete krankheitsbedingte Verhinderung im Sinn von Art. 268
Abs. 3 StG, an einer Verhandlung teilzunehmen, ist vergleichbar mit der Situation bei
Vorliegen eines für die Wiederherstellung einer Frist vorausgesetzten unverschuldeten
Hindernisses (vgl. auch A. Bühler, a.a.O., N 19 zu Art. 135 ZPO). Krankheit kann ein
unverschuldetes Hindernis sein, doch muss die körperliche oder psychische
Erkrankung derart sein, dass die rechtsuchende Person durch sie davon abgehalten
wird, selber innert Frist zu handeln (vgl. BGer 9C_390/2009 vom 24. Juni 2009 E. 2 und
BGer 9C_154/2010 vom 24. Februar 2010).
2.3.1. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Arztzeugnisse, welche vor der
Verhandlung vom 7. März 2013 von der Beschwerdeführerin beigebracht wurden (act.
G 8/28, 8/31), zwar eine volle Arbeitsunfähigkeit, jedoch keine Verhandlungsunfähigkeit
bestätigen. In der Vernehmlassung vom 30. April 2013 legte die Vorinstanz zusätzlich
dar, die Beschwerdeführerin habe den zuständigen Abteilungspräsidenten am 5. März
2013 telefonisch kontaktiert und mitgeteilt, dass sie unmöglich an der Verhandlung
vom 7. März 2013 teilnehmen könne. Sie habe erwähnt, dass sie am 6. März 2013
einen Termin bei einem Fachgeschäft für Orthopädie-Technik in St. Gallen habe. Auf
die Bemerkung, dass demnach ein Transport und auch eine Teilnahme an der
Gerichtsverhandlung möglich sei und diese nur bei (gestützt auf amtsärztliche
Untersuchung zu leistendem) Nachweis einer Verhandlungsunfähigkeit verschoben
werden könne, habe die Beschwerdeführerin gemeint, dass eine Untersuchung durch
den Amtsarzt für sie mit Kosten verbunden wäre. Sie gehe dann halt ins Spital und
schaue, dass man sie dort behalte; dann könne sie nicht zur Verhandlung kommen
(act. G 7). Vorab ist dazu festzustellen, dass das Verwaltungsgericht im Steuerrecht
nicht an die Begehren der Verfahrensbeteiligten gebunden ist (Art. 196 Abs. 2 StG).
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Hieraus wird abgeleitet, dass das Novenverbot im Sinne von Art. 61 Abs. 3 VRP in
diesem Rechtsbereich nicht gilt (vgl. VerwGE B 2012/266 vom 12. Februar 2014, E.
2.4.1, und B 2007/218 vom 13. März 2008 E. 2.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch;
GVP 1972 Nr. 33) und ein neues Vorbringen demnach möglich ist. Der Inhalt des
Telefongesprächs in der von der Vorinstanz wiedergegebenen Fassung wurde von der
Beschwerdeführerin indessen bestritten (act. G 12) und kann dementsprechend nicht
ohne Weiteres in die Würdigung einfliessen. Dies ändert jedoch nichts daran, dass sich
zwar die Glaubhaftmachung einer Verhandlungsunfähigkeit nicht zum vornherein in
Abrede stellen lässt, die Verhandlungsunfähigkeit aber unter Zugrundelegung der bis
und mit 7. März 2013 vorliegenden Unterlagen nicht als bewiesen gelten könnte.
2.3.2. Die Vorinstanz wies im angefochtenen Entscheid nun allerdings darauf hin, dass
bei Bestehen von Zweifeln an der Verhandlungsfähigkeit in aller Regel ein ärztliches
Gutachten beizuziehen sei (act. G 2 S. 4 unten mit Hinweis auf N. Oberholzer,
Grundzüge des Strafprozessrechts, 2. Aufl. 2005, S. 159). Sie stimmte einer weiteren
Verschiebung der Verhandlung vom 7. März 2013 nicht zu. Hierbei ist der Hinweis des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 5. März 2013 zu beachten,
wonach eine Begründung der Arbeitsunfähigkeit beim Kantonsspital angefordert
werde, dass deren Vorliegen allerdings bis Donnerstag (d.h. bis zur Verhandlung vom
7. März 2013) nicht gesichert sei (act. G 26 S. 2). In dieser Situation hätte die
Vorinstanz das Verfahren nicht abschreiben dürfen, sondern die Verhandlung bis zum
Vorliegen eines entsprechenden, vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in
Aussicht gestellten ausführlichen Arztberichtes vertagen oder aber die
Beschwerdeführerin verbindlich auffordern müssen, ihre Verhandlungsfähigkeit vom
Amtsarzt beurteilen zu lassen. Hierbei ist zu beachten, dass der Staat im
strafrechtlichen Verfahren bei Abwesenheit der beschuldigten Person die Beweislast für
ihr allfälliges schuldhaftes Verhalten trägt, soweit diese ihr unverschuldetes
Nichterscheinen glaubhaft machen konnte (Th. Maurer, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger
[Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung a.a.O., N 14 zu
Art. 368 StPO). Nachdem eine Verhandlungsunfähigkeit bezogen auf den 7. März 2013
als glaubhaft gemacht zu gelten hat (vorstehende E. 2.3.1 am Schluss) und die
Beweislast für eine Verhandlungsfähigkeit bei der Vorinstanz lag, kann auch nicht von
einem unentschuldigten Fernbleiben der Beschwerdeführerin (Art. 268 Abs. 2 StG) von
der Verhandlung vom 7. März 2013 ausgegangen werden.
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2.3.3. Im Nachgang zur Verhandlung vom 7. März 2013 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit Fax-Eingabe vom 11. März 2013 (act. G 8/32) -
und damit einen Tag vor Versand des Entscheids vom 7. März 2013 (vgl. act. G 2 S. 7)
- eine ergänzende Bestätigung von Dr. A.S. vom 8. März 2013 nach, mit welcher der
Arzt unter Bestätigung der von ihm bereits zuvor bescheinigten Arbeitsunfähigkeit mit
der Überschrift "Voraussichtliche Dauer Verhandlungsunfähigkeit" festhielt, dass bei
chronischem posttraumatischem Schmerz, Immobilisierung und kognitiver
Einschränkung aufgrund eines Konzentrations- und Orientierungsdefizites eine "volle
Zurechnungsfähigkeit während einer Gerichtsverhandlung" medizinisch nicht bestehe
(act. G 8/33). Die Korrektur des erst gerichtsintern gefassten Entscheids vom 7. März
2013 wäre vor dessen Eröffnung noch zulässig gewesen. Obschon sie der Vorinstanz
am 11. März 2013 zuging, fand die erwähnte Eingabe - wie auch die ärztliche
Bestätigung vom 8. März 2013 - in dem am 12. März 2013 versandten Entscheid keine
Erwähnung mehr. Eine Fax-Eingabe ist zwar mangels eigenhändiger Unterschrift
grundsätzlich formungültig (BGE 121 II 252 E. 4b). Der Umstand allein, dass das Fax-
Schreiben vom 11. März 2013 nach Lage der Akten später nicht in Brief-Form
nachgereicht wurde, rechtfertigt jedoch im vorliegenden Kontext (Zugang des Fax-
Schreibens noch vor Versand des zuvor nicht mündlich eröffneten Entscheids vom 7.
März 2013) und angesichts der in E. 2.3.2. geschilderten Verhältnisse nicht dessen
Nichtbeachtung. Vielmehr wäre die Sache von der Vorinstanz zu behandeln bzw. bei
Zweifeln vorab die Verhandlungsfähigkeit zu klären gewesen. Die Beschwerdeführerin
liess diesbezüglich im vorliegenden Verfahren die Einholung eines Gutachtens
beantragen, sofern und soweit das ergänzte Zeugnis nicht als Beleg für die
Verhandlungsunfähigkeit reichen sollte (act. G 1 S. 6). Unter diesen Umständen lässt
sich der angefochtene Entscheid nicht aufrecht erhalten.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht