# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 077e9576-e573-5d99-916b-9cd21fcc7b2d
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Mit Eingabe vom 28. Juli 2014 erhob X.Y. (Beschwerdeführer) Beschwerde
beim Verwaltungsgericht gegen den Entscheid der – durch den Leiter des
Rechtsdienstes des Finanzdepartements vertretenen – Regierung des Kantons St.
Gallen (Vorinstanz) vom 15. Juli 2014, mit welchem seine
Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die formlose Erledigung einer
Abstimmungsbeschwerde durch das Departement des Innern vom 16. Juli 2013
abgeschrieben wurde, weil er innert angesetzter Frist weder den Kostenvorschuss
bezahlt noch um unentgeltliche Rechtspflege nachgesucht hatte. In der Beschwerde
brachte er vor, er könne beweisen, dass er bei der Vorinstanz mit Briefen vom 16. und
31. Oktober 2013 rechtzeitig unentgeltliche Rechtspflege beantragt habe. Mit Eingabe
vom 21. August 2014 beantragte der Beschwerdeführer unentgeltliche Rechtspflege für
das Beschwerdeverfahren und teilte mit, er könne die angebotenen Beweise nicht
vorlegen, weil er sie für die Presse brauche.
B. Der Präsident des Verwaltungsgerichts wies mit Zwischenentscheid vom 8.
September 2014 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen
Aussichtslosigkeit ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis 30. September 2014
einen Kostenvorschuss von CHF 1'000 zu leisten. Diese Aufforderung war mit der
Androhung verbunden, im Säumnisfall würde das Verfahren am Protokoll
abgeschrieben. Die Zwischenverfügung wurde unangefochten rechtskräftig und der
Kostenvorschuss weder innert der angesetzten Frist noch später geleistet. In der Folge
schrieb der Präsident des Verwaltungsgerichts das Beschwerdeverfahren am 22.
Oktober 2014 ab.
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C. Mit Eingabe vom 4. November 2014 verlangte der Beschwerdeführer einen
Entscheid des Gerichts und lehnte den Präsidenten des Verwaltungsgerichts als
parteiisch ab, weil er die kostenlose Rechtspflege abgelehnt habe.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Anfechtungsgegenstand ist der Entscheid des Leiters des Rechtsdienstes des
Finanzdepartements vom 15. Juli 2014, mit dem er – für die Regierung (vgl. Art. 26 Abs.
1 der Geschäftsordnung der Regierung, sGS 141.2; Art. 2 Abs. 1 Ingress lit. a Ingress
und Ziffer 1 sowie lit. b der Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41, in Verbindung mit
Art. 57 und Art. 96 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
VRP) – eine Rechtsverweigerungsbeschwerde abgeschrieben hat. Das
Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1 VRP).
Der Beschwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung, mit welcher seine
Rechtsverweigerungsbeschwerde ohne materielle Prüfung abgeschrieben wurde, in
eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen und deshalb zur Beschwerdeerhebung
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit
Eingabe vom 28. Juli 2014 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP).
2. Nachdem die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege vom
8. September 2014 unangefochten rechtskräftig geworden war und der
Beschwerdeführer den gleichzeitig erhobenen Kostenvorschuss nicht bezahlt hatte,
war der Präsident des Verwaltungsgerichts befugt, gestützt auf Art. 96 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 39bis Abs. 1 Ingress und lit. b VRP das Beschwerdeverfahren
androhungsgemäss abzuschreiben. Mit der einfachen schriftlichen Erklärung vom 4.
November 2014 hat der Beschwerdeführer rechtzeitig innerhalb der vierzehntägigen
Frist gemäss Art. 39bis Abs. 2 VRP einen Entscheid des Gerichts verlangt.
3. Der Beschwerdeführer verlangt den Ausstand des Präsidenten des
Verwaltungsgerichts, weil dieser – mit Zwischenentscheid vom 8. September 2014 –
sein Gesuch um kostenlose Rechtspflege abgelehnt habe. Gemäss Art. 64 in
Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 und Art. 7bis Abs. 2 VRP entscheidet über den Ausstand
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des Präsidenten dessen Stellvertreter. Der Vizepräsident vertritt den Präsidenten
gemäss Art. 3 Abs. 1 des Reglements über Organisation und Geschäftsgang des
Verwaltungsgerichts sowie über die Aufsicht über das Versicherungsgericht und die
Verwaltungsrekurskommission (sGS 941.22) bei dessen Verhinderung in allen
Angelegenheiten. Dementsprechend fällt der Entscheid über ein Ausstandsbegehren
gegen den Präsidenten des Verwaltungsgerichts in die Zuständigkeit des
Vizepräsidenten (vgl. auch Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 198).
Gemäss Art. 7 Abs. 1 Ingress und lit. c VRP haben Behördemitglieder in den Ausstand
zu treten, wenn sie aus anderen als den in lit. a und b ausdrücklich genannten Gründen
befangen erscheinen. Hinsichtlich der Frage der Vorbefassung lehnt sich das
Verwaltungsgericht an die Rechtsprechung des Bundesgerichts an (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 193). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erscheint ein Richter
nicht schon deswegen als voreingenommen, weil er ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abgewiesen hat. Vielmehr
müssen zur Annahme von Befangenheit des betreffenden Richters weitere Gründe
hinzutreten (vgl. BGE 131 I 113 E. 3.7). Abgesehen davon, dass das Gericht vorliegend
nicht über die – vom Präsidenten im Zwischenverfahren zur unentgeltlichen
Rechtspflege summarisch geprüfte – sachliche Begründetheit der Beschwerde,
sondern lediglich über die formelle Erledigung wegen Nichtleistens des
Kostenvorschusses zu befinden hat, bringt der Beschwerdeführer keinerlei konkrete
Hinweise dafür vor, dass sich der Präsident bei der Beurteilung des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtspflege bereits in einer Art festgelegt hätte, dass er einer anderen
Bewertung der Sach- und Rechtslage nicht mehr zugänglich wäre und der
Verfahrensausgang deshalb nicht mehr offen erschiene.
Dementsprechend ist das vom Beschwerdeführer gegen den Präsidenten des
Verwaltungsgerichts gestellte Ausstandsbegehren abzuweisen. Der Präsident ist
dementsprechend berechtigt, am vorliegenden Entscheid mitzuwirken. Die amtlichen
Kosten des Entscheides bleiben bei der Hauptsache.
4. Entspricht der Betroffene trotz Hinweis auf die Säumnisfolgen der
Aufforderung zur Leistung eines Kostenvorschusses nicht, so kann gemäss Art. 96
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Abs. 2 VRP das Verfahren abgeschrieben werden, wenn nicht öffentliche Interessen
entgegenstehen. Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen die Abweisung des
Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 8. September 2014
unangefochten rechtskräftig werden lassen und auch den gleichzeitig erhobenen
Kostenvorschuss von CHF 1'000 nicht bezahlt. Der Beschwerdeführer bringt keine
öffentlichen Interessen vor, welche für die Durchführung des Verfahrens sprechen.
Dementsprechend ist das Beschwerdeverfahren abzuschreiben.
5. Bei diesem Verfahrensausgang – das Ausstandsbegehren ist abzuweisen und
die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer zu vertreten –
sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vom Beschwerdeführer zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP; vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 770 ff.). Eine
Entscheidgebühr – darin enthalten die Kosten des gleichzeitig ergangenen Entscheides
des Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts über das Ausstandsbegehren – von CHF
1'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen.