# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 82169abd-04e7-49c6-8eef-3f96640a2afa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
, welcher gele
rnter Maurer ist (Urk. 7/37/2)
,
bezieht
seit September 2006 aufgrund einer Verletzung des rechten Mittelfingers (Urk. 7/8/2
9-32) eine 10%ige Rente der Suva
(U
r
k. 7/20
, Urk. 7/32/3
).
Ab
2011 war er als
Allrounder bei der Firma
Y._
GmbH
angestellt
(Urk. 7/37/3)
,
wobei er
ab
November
2012
Krankentaggelder bezog (
Urk.
7
/25/5, Ur
k.
7
/27/3
)
. Am
14. Februar 2013
meldete sich
X._
unter Angabe von seit 2011 immer wiederkehrenden Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/27).
Von Dezember 2013 bis
April
2014 absolvierte
er
, vermittelt durch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum,
eine Ausbildu
ng zum Hauswart (Urk.
7/44-50
; Urk.
7/121
/3
).
Nachdem v
om 24.
November bis
am
19. Dezember 2014 eine be
rufliche
Abklärung im
Z._
durchgeführt worden war
(Urk.
7/78; vgl.
Urk.
7
/
62
),
erteilte die IV-Stelle
X._
zunächst Kostengutsprache für Beratung und Unterstützung
bei der Stellensuche
(Urk.
7/79) und hernach für die Durchführung eines
vom 1.
April bis am 30.
September
2015 dauernde
n
Arbeitstraining
s
(
Urk.
7/84,
Urk. 7/85
,
Urk. 7/93,
Urk. 7/95-
98
, Urk. 7/114
).
V
om 1. Februar bis
am
31. Juli
2016
absolvierte
X._
einen Arbeits
ver
such (Urk. 7/122, Urk. 7/12
3, Urk. 7/130, Urk. 7/131, Urk.
7/132). Dabei verrich
tete er zunächst Tätigkeiten
im Bereich
Hauswartung (Urk. 7/124) und
war
ab dem 15. Februar 2016 im Universitätsspital
A._
in verschiedenen Bereichen
wie Patientenbegleitung und Bettentransport
tätig
(
Urk.
7/128
)
. Die IV-Stelle sc
hloss die Arbeitsvermittlung und die beruflichen Massnahmen nach Abschluss des Arbeitsversuchs ab, ohne dass eine Festanstellung von
X._
erreicht worden wäre (Urk. 7/133, Urk.
7/134).
In der
Folge
holte die IV-Stelle
Berichte von Dr.
med.
B._
, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin,
(Urk. 7/142, Urk. 7/154), Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurg
i
e
und Traumatologie des Bewe
g
ungs
apparates
,
(Urk.
7/155)
und der Universitätsklini
k
D._
, Orthopädie,
(Urk. 7/158,
Urk. 7/164) ein. Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2018 stellte
sie
in Aussicht, einen
Rentenanspruch von
X._
zu verneinen (Urk. 7/167).
A
m 13. Febru
ar 2018
wurde
X._
, welcher gegen den Vorbescheid Einwand erhob (Urk. 7/172),
in der Universitätsklinik
D._
eine
Hüfttotalend
o
prothese
links implantiert
(Urk.
7/170
/3
)
.
Nachdem
postoperativ eine Instabi
lität der
Hüfttotal
end
o
prothese
aufgetreten war
, musste
am
5.
Juni 2018 ein Inlay
-
, Kopf- und Schaftwechsel (Urk. 7/175/4-5)
vorgenommen
werden
.
Da
die Hüfte
am 24. Juli 2018
luxierte, wurde
zudem
am 25. Juli 2018 (Urk. 7/178/3-4)
in der Universi
tätsklinik
D._
eine geschlossene Hüft-Reposition der linken Hüfte
durchge
führt.
Die
IV-Stelle
holte in der Folge
weitere
Berichte der Universitätsklinik
D._
ein
(Urk. 7/182
, Urk. 7/200)
und
gab
X._
die Möglichkeit, sich
dazu vernehmen zu lassen
(Urk.
7/183, Urk. 7/201).
Mit Verfügung vom 13.
Januar 2020 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X._
(Urk. 2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom 13. Februar 2020 (Urk. 1) Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Verfügung vom 13. Januar 2020 aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2020 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit dem Hin
weis, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte, es den Parteien jedoch unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen, mit
geteilt wurde. Der Beschwerdeführer liess mit
Eingabe vom 3. April 2020 (Urk.
3) einen Bericht von Dr.
B._
einreichen (Urk. 10), welcher der Beschwerd
e
geg
nerin mit Verfügung vom 14.
April 2020
zugestellt wurde (Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Verwaltung
und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
festzustellen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E.
2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungs
grund
satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 13. Januar 2020 (Urk. 2)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätig
keit als Fugenspezialist nicht mehr arbeitsfähig sei. Eine angepasste Tätigkeit, das heiss
e
eine leichte Tätigkeit in Wechselbel
a
stung ohne Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten, welche schwerer als
fünf
Kilogramm
seien
und
ohne Ver
harren in Zwangshaltung
,
könne er jedoch noch zu 100 % ausüben.
Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass ab dem 12. Februar 2018 keine länger
andauernde Verschlechterung der gesundheitlichen Beeinträchti
g
ung bestanden habe. Gemäss dem
Bericht der Universitätsklinik
D._
vom
19.
November 2019
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 30. November 2018 bestanden
.
Die Beschwerdegegnerin errechnete
einen Invaliditätsgrad von 17 %
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen vorbringen (Urk. 1)
,
die
Beschwe
r
degegnerin
stütze
ihren Entscheid auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie
. Bereits die fachliche Qualifikation von Dr.
E._
als Chirurg
genüge nicht, um den medizinischen Sachverha
lt adäquat beurteilen zu können. Hierzu
hätte die Beschwerdegegnerin angesichts de
r Komplexität mehrere Fachärzte, insbesondere auch
einen Ortho
päden
,
beiziehen müssen
. Dr.
E._
habe ihn – den Beschwerdeführer –nie selbs
t untersucht. Seine Aktenbeurteilung
erfülle die
höchstrichterlichen Anforderung
en
nicht, beruhe
sie
doch auf unvollständigen Akten und seien
die
Schluss
folge
rungen nicht nachvollziehbar begründet. Dr.
E._
weise in
seinen
Stel
lung
nahme
n
vom 6. Dezember 2017
und
vom 13. Januar 2020 darauf
hin
, dass ge
mäss den vorliegenden Arztberichten weder eine klare Aussage zu
m
aktuellen Gesundheitszustand noch zur Arbeitsfähigkeit möglich sei. Dennoch halte er am Belastungsprofil, welches er bereits am 11. Oktober 2016 erstellt habe
,
fest
und
berücksichtige damit
die Verschlechterung des Gesundheitszusta
ndes nicht.
Das von Dr.
E._
erstellte Belastungsprofil stehe im Widerspruch zu den Ein
schätzungen der behandelnden Ärzte
, insbesondere würden auch die Folgen des missglückten Eingriffs an der linken Hüfte vom Februar 2018 nicht berück
sich
tigt. Die Einschätzung von Dr.
E._
habe sich den
n
auch im Verlauf der beruflichen Massnahmen nicht bestätigt.
Der RAD-Arzt
habe die Tätigkeit als Hauswart sowie auch als Patientenbegleiter für leidensangepasst gehalten. Im Rahmen der Tätigkeit als Hauswart seien bei
m
Beschwerdeführer
immer wieder starke Rückenschmerzen aufgetreten, die er durch
Cortisonspritzen
habe behan
deln lassen müssen. Auch die wesentlich leichtere Tätigkeit als Patientenbegleiter im Universitätsspital
A._
habe zu erheblichen Schmerzen im Rücken und in der Hüfte geführt. Die Abklärungen im Rahmen eines durch die Sozialhilfe finan
zierten Beschäftigungsprogrammes im Januar 2019 hätten gezeigt, dass ihm lediglich eine Beschäftigung zu 50
%
empfohlen werden könne
. Im Rahmen eines Pfleg
e
helfer-Praktikums, das er ab Mai 2019 in Angriff genommen habe,
habe sich erneut eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes gezeigt. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei ihm aufgrund der Beschwerdezunahme nicht gelungen. Schliesslich habe er das Praktikum im Dezember 2019 unter
bre
chen müssen. Mit
MRI-
Untersuchung vom 17. Dezember 2019 sei
der
V
er
dacht auf eine beginnenden
O
s
teonekrose
im lateralen
Femurkondylus
begründet wor
den. V
on Dezember 2019 bis Januar 2020
sei er wegen der Schmerzen im Knie
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. A
b
Februar 2020 habe sich die Arbeit
sfähigkeit auf 50 % verbessert.
3.
3.1
Dr.
B._
nannte
mit
Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 31. August 2016
(Urk. 7/142)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
a
nhaltende Hüftschmerzen beidseits
-
Hüftnekrosen beidseits
-
c
hronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom
-
c
hronische
s
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
-
d
epressive Episoden mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
Anpassungsstörung mit gemischter Störung
von Gefühlen und Sozial
ver
halten
(ICD-10 F43
.25)
Der Beschwerdeführer könne maximal Gewichte von 15 Kilogramm heben. Arbei
ten mit Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern und Knien seien nicht mehr zu
mut
bar.
3.2
RAD-Arzt Dr.
E._
erklärte
mit
Stellungn
ahme vom 11.
Oktober
2016 (Urk.
7/166/4), seit dem 29. Oktober 2013 und bis auf Weiteres sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Das zumutbare Belastungsprofil umschrieb Dr.
E._
wie folgt: leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne schweres Heben, Tragen und Transpor
tie
ren von Lasten von mehr als fünf Kilogramm und ohne Verharren in Zwangs
haltungen. Mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei zu rechnen. Es sei bei
i
nstabilem, besserungsfähigem Gesundheitszustand eine medizinische Neubeurteilung in sechs bis zwölf Monaten empfohlen.
3.
3
Mit
Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
7. Juni 2017 (Urk.
7/154)
erklärte Dr.
B._
, d
ie bisherige Tätigkeit als Patientenbegleiter und Hauswart sei dem Beschwerdeführer noch vier bis sechs Stunden pro Tag möglich.
Eine angepasste Tätigkeit sei bei geringer Belastung maximal acht Stunden pro Tag möglich.
3.
4
Dr.
C._
führte
mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vom 8. Juni 2017
aus
(Urk. 7/155), der Beschwerde
führer sei
wegen seiner Hüftkopfnekrose beidseits, stärker links als rechts,
weiter in der Univer
s
i
tätsklinik
D._
in Behandlung. Dort
sei
durch eine Infiltration eine Beschwerdelinderung erreicht
worden
.
Der Beschwerdeführer
berichte
auch
über
Zervikobrachialgien
beidseits und über
Lumboischialgien
, links stärker als rechts. Primär werde dem Beschwerdeführer geraten, dass er einen Termin zu einer erneuten Hüftgelenksinfiltration in der
Universitätsklinik
D._
vereinbaren soll. Bei persistierenden Rückenbe
schwer
den werde er sich wieder bei ihm zur Verlaufskontrolle vorstellen. Der Beschwer
deführer sei aus orthopädischer Sicht momentan sehr stark
in seiner Arbeits
fähig
keit
eing
e
schrän
kt.
3.
5
Die
Ärzte der
Universitätsklinik
D._
, Orthopädie,
nannten mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3. Juli 2017 als Diagnosen
(Urk. 7/158/6-9)
:
-
Hüftkopfnekrose beidseits
-
m
ultifaktorielle Osteopeni
e
-
Alkoh
o
labusus
-
Vitamin D-Mangel
-
c
hronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits
-
c
hron
isches lumbospondylogenes bis –
radikuläres
Schmerzsyndrom beid
seits
Im Rahmen der ersten Sprechstunde bei ihnen am 15. August 2016 habe der Be
schwerdeführer berichtet, seit ungefähr einem halben Jahr Hüftschmerzen beid
seits zu haben. Diese seien im Zug der Umschulung vom Maurer zum Patien
tenbegleiter erstmals
aufgetreten. Auswärts sei bere
i
t
s die Diagnose einer Hüft
kopfnekrose beidseits gestellt worden und mit Vitamin D3 begonnen worden. Eine Entlastung habe nie sta
ttgefunden. Sie hätten die kons
ervative Therapie durch Stockentlastung,
Calcimagon
und
Miacalcic
aufgestockt. Zudem hätten sie den Beschwerdeführer ihren Kollegen
der Rheumatologie
zugewiesen, wel
che die Diagnostik ergänzt
, aber neben dem bekannten Alkohol- und Nikotinkonsum keine Risikofaktoren hätten feststellen können. Laborchemisch habe sich eine deutliche
Hypertriglyzeridämie
und eine Hypercholesterinämie sowie erhöhte Transaminasen oder eine erhöhte GGT gezeigt. In der Osteodensitometrie hätten sich
osteopene
Knochendichtewerte an der LWS ergeb
en. Im weiteren Verlauf hätten si
e mehrfache Nachkontrollen in ihrer Hüftsprechstunde gemacht. Aus chirurgischer Sicht besteh
e
lediglich die Möglichkei
t der Implantation einer
Hüftt
otalendoprothese
, gelenkserhaltende Massnahmen seien nicht möglich. Der Zeitpunkt dieser Versorgung hänge vom Leidensdruck des Beschwerdeführers ab. Prinzipiell sei dem Beschwerdeführer die Ausübung eine
r
wechselbelastenden, auch gehenden
Tätigkeit
möglich. Schwer belastende Tätigkeiten seien bei ge
nannter Diagnose nicht möglich.
3.
6
Am 21.
November
2017 berichtete
die
Assistenzärztin der
Univers
itätsklin
i
k
D._
, Orthopädie,
der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/164).
Dabei wurden grund
sätzlich
die gleichen Diagnosen wie
im Bericht vom
3. Juli
2017
genannt.
Als angepasste Tätigkeit
wurde
eine sitzende Tätigkeit
bezeichnet
.
Es bestehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund der eingeschränkten Belastbar
keit beider Hüften.
3.7
Mit Stellungnahme vom
6. Dezember 2017 hielt
RAD-Arzt Dr.
E._
fest (Urk.
7/166/7), gemäss de
n
wenige
n
verwertbaren Arztbe
r
ichten habe sich der medizinische Sachverhalt seit seiner letzten Stellungnahme nicht verändert. Die Diagnosen seien überwiegend die gleichen, neu hinzugekommen sei jedoch der chronische Alkoholabusus. Dieser scheine aber keinen signifikanten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu haben. Der Gesundheitszustand sei so lange als instabil anzusehen, bis die beidseitigen Hüftkopfnekrosen durch Prothesen ersetzt worden seien. Die angestammte Tätigkeit als Fugenspezialist sei unumstritten nicht mehr zumutbar. Seitens der Beschwerdegegnerin sei zwar schon eine Umschulung des Beschwerdeführers zum
Hausabwart
realisiert worden. Der Beschwerdeführer habe jedoch nie in diesem Beruf gearbeitet, da es angeblich keine freie Stelle gegeben habe. Daher habe er zuletzt als Patientenbegleiter gearbeitet. Dies ent
spreche einer angepassten Tätigkeit, wobei für diese gemäss dem Bericht von Dr.
B._
vom 7. Juni 2017 (E. 3.3) eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Dies entspreche auch der Konklusion seiner letzten Stellungnahme.
3.8
Nachdem dem Beschwerdeführer a
m
13. Februar 2018 in der Universitätsklinik
D._
eine
Hüfttotalend
o
prothese
links eingesetzt
worden war
(Urk. 7/170/3)
,
wurde
von
der
Universitätsklinik
D._
mit Bericht
vom
24.
Mai
2018
(Urk.
7/174/7) der
Verdacht auf
eine
Instabilität
der
Hüftprothese links
geäussert
. Es sei eine Re
vi
sionsoperation
am 5. Juni 2018 geplant. Seit dem stationären Aufenthalt, das heiss
e
seit dem 12. Februar 2018, sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig.
3.
9
Am
5. Juni
2018 wurde in der Universitätsklinik
D._
an der linken Hüfte ein
Inlay
-
, Kopf- und
Schaftw
echsel
vorgenommen
(Urk. 7/175/4
-5
)
.
Da die Hüfte am 24. Juli 2018 luxierte, wurde
zudem
am 25. Juli 2018 eine geschlossene Hüft-Reposition links in Kurznarkose durchgeführt (U
r
k. 7/178/3
-4
). Am 8. Januar 2019 berichtete
der Assistenzarzt der
Universitätsklinik
D._
der Beschwerde
gegnerin und nannte als Diagnosen
(Urk. 7/182)
:
-
Status nach geschlossener Hüft-Reposition links in Kurznarkose links am 25. Juli 2018 mit/bei
-
a
nteriore
r
Prothesenluxation Hüfte links vom 24. Juli 2018
-
Hüftkopfnekrose rechts (
Ficat
/
Arlet
Stadium
I
rechts)
-
a
ktuell: Irritation Hüftabduktoren rechts
-
Status nach
(
an
a
mnestisch
)
Sturz mit Rippenfraktur links Juli 2018
-
a
kute Alkoh
o
lintoxikation vom 25. Juli 2018
-
m
ultifaktorielle Osteopeni
e
-
c
hronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits
-
c
hronisches lumbospondylogenes
bis –
radikuläres
Schmerzsyndrom beid
seits
-
Nikotinabusus
-
Depression
-
Adipositas
-
p
ostoperative Blutungsanämie
Es sei dem Beschwerdeführer vom 24. Juli bis
am 17. Oktober 2018 und vom 22.
Oktober bis am 30. November 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Nach dem 30.
November
2018 sei ihrerseits kein Arbeitsunfähig
keits
zeugnis mehr ausgestellt worden. Ein Jahr postoperativ könne von einem defi
ni
tiv zu erwartenden Resulta
t ausgegangen werden. Es
werde
eine detailliert
e
Eva
luation der Belastung
erfolgen
, diese sollte nicht vorher
vorgenommen werden
.
3.10
Am 9. April 2019 (Urk. 7/202/5-6) erklärte RAD-Arzt Dr.
E._
, gemäss den neuesten Arztberichten habe in der Zeit seit seiner Stellungnahme
vom 6.
Dezem
ber 2017 durchaus ein instabiler Gesundheitszustand bestanden, der eine defini
tive Stellungnahme nicht zulasse. Zwar sei linksseitig eine Totalprothesen
ver
sorgung durchgeführt worden, jedoch sei diese mit rezidivierenden Luxationen verbunden gewesen, was eine Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausschliessen lasse. Eine Sanierung der rechtsseitigen Hüftkopfnekrose sei bisher noch nicht angesprochen worden. Eine definitive Stellungnahme von ihm sei daher nicht möglich. Aus versicherungsmedizinisch theoretischer Sicht habe seit der Anmel
dung bei der Invalidenversicherung ein instabiler Gesundheitszustand bestanden, der nicht nur eine Arbeitsfähigkeit in bisheriger und einer leidensangepassten Tätigkeit, sondern auch eine definitive Aussage des RAD verhindert habe. Es werde empfohlen, einen Bericht des Operateurs Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, einzuholen und ihm dabei unter anderem die folgenden Fragen zu stellen: Ist eine
prothetische Versorgung der rechtsseitigen Hüftkopfnekrose geplant? Besteht Ihrer
Meinung nach wieder eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen (Fugenspezialist) oder einer dem Leiden angepassten Tätigkeit? Wenn ja, welche Arbeitsfähigkeit (chronologisch und prozentual) in bisheriger und angepasster Tätigkeit wird ge
samthaft beurteilt?
3.
11
Am
1
9. November 2019
antwortete
Dr. med.
G._
, Assistenzarzt, von der Universitätsklinik
D._
auf
die
F
ragen
von Dr.
E._
(Urk.
7/200). Er nannte
dabei
im Wesentlichen die gleichen Diagnosen
wie seine Kollegen im Bericht vom 8. Januar 2019 (E. 3.
9
). Dr.
G._
erklärte, es
sei
keine prothe
tische Versorgung der rechtsseitigen Hüftnekrose geplant. Ob in der angestam
mten Tätigkeit als Fugenspezialist oder einer dem Leiden angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
bestehe, werde sich im Verlauf zeigen. Das Ziel wäre,
dass der Beschwerdeführer
die normalen Alltagsfun
ktionen wieder ausüben könne
. Es seien von der Universitätsklinik
D._
die folgenden 100%igen Arbeitsun
fähig
keiten attestiert worden: 15
.
August bis 5. September 2016, 12
.
Februar bis 17.
Oktober 2018 sowie 22. Oktober bis 30. November 2018. Die letzte Kontrolle habe am 22. Oktober 2018 stattgefunden.
3.12
Dr.
E._
hielt
mit Stellungnahme vom 13. Januar 2020 (Urk. 7/202/8-9)
fest
, gemäss den neuesten Arztberichten sei weder eine klare Aussage zum aktuellen Gesundheitszustand noch zur Arbeitsfähigkeit möglich. Eine Behandlung scheine aktuell nicht stattzufinden. Es seien weder die behandelnden Ärzte noch der in
volvierte Rechtsvertreter im Stand, neue Arztberichte vorzubringen, die eine Ände
rung des Gesundheitszustandes seit seiner letzten abschliessenden Stellung
nahme vom 6. Dezember 2017 belegen würden. Es werde daher aus versiche
rungsme
dizinischer Sicht empfohlen, bei fehlender Zusammenarbeit und medizi
nischer Dokumentation einer Verschlechteru
ng an dieser festzuhalten (Urk.
7/202/7-8)
3.
13
Mit Bericht vom 31. März 2020 (Urk. 10) erklärte Dr.
B._
,
im Dezember 2019 habe der Beschwerdeführer über immobilisierende Schmerzen im Bereich des linken Knies geklagt. In den weiteren Abklärungen habe sich eine beginnende
Osteonek
rose
des linken
Knies
gezeigt. Es habe dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden müsse
n
. Ab dem 30. Januar 2020 sei es zu einem Abk
l
ingen des
Bone
Bruise
im MRI und auch zu einer Verbesse
rung der Belastbarkeit des linken Knies gekommen. Unklar sei aktuell, ob im weiteren Verlauf wieder eine volle Belastbarkeit erreicht werden könne. E
s
müsse zudem damit gerechnet werden, dass sich die Situation infolge einer allfälligen Überb
elastung wieder verschlechtere.
Betreffend Hüfte sei immer noch eine
L
uxation zu jedem Zeitpunkt möglich. Der Beschwerdeführer sei dadurch in
s
einer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Eine Abduktion und Aussenrotation sei unbedingt zu vermeiden. Ebenso müssten grosse Belastungen auf dieses Gelenk zwingend vermieden werden. E
s
bestehe eine maximale Traglast von
fünf
Kilo
gramm. Betreffend Rückenproblematik müsse aufgrund des diagnostizierten
lum
boradikulären
Schmerzsyndrom
s
mit Kompression der Radix von L5 ebenfalls mit einer Verschlechterung gerechnet werden. Auch hier sei eine Belastung von über
fünf
Kilogramm nicht zumutbar. Aufgrund der zahlreichen Komorbiditäten und insbesondere aufgrund der Wechselwirkungen der Rücken- und Hüftproblematik sei mit einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wie dies bereit
s
in Bezug auf das linke Knie stattgefunden habe, zu rechnen.
Aktuell sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die komplexe Beschwerdeproblematik und den progredienten Krankheitsverlauf erheblich ein
ge
schränkt. Betreffend die angestammte Tätigkeit als Glaser und Fugenleger sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig. Für leichte
,
wechselbelastende Tätig
keiten, ohne Heben und Tragen von Gewichten über
fünf
Kilogramm sowie Ein
nahme von Zwangshaltungen sei aktuell von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit werde insbesondere mit der reduzierten Belastbarkeit der geschädigten Gelenke begründet. Ein Vollzeitpensum könne nicht mehr ausgeübt werden, ohne
dass es zu einer erneuten Verschlechterung der gesundheitlichen Situation komme
.
Eine Überbelastung der Gelenke sei zwingend zu vermeiden.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte
ihren Entscheid
im Wesentlichen auf die Ein
schätzung von
RAD-Arzt
D
r.
E._
.
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beur
teilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bend
e funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbs
tätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizi
nischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts
9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E.
3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdi
gen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfol
ge
rungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV
, die auf einer Unter
suchung durch den RAD beruhen,
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson
über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E.
1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE
139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.
1.
2
Die Beurteilung(en) der Leistungsfähigkeit des Beschw
erdeführers durch Dr.
E._
beruhten n
icht auf eigenen Untersuchungen, sondern auf den akten
kundigen ärztlichen Berichten
.
Dr.
E._
hielt
mit seiner letzten Stellungnahme vom 13. Januar 2020 (
E. 3.12
) fest, dass weder die behandelnden Ärzte noch der involvierte Rechtsvertreter im Stande seien, neue Arztberichte vorzubringen, die eine Änderung des Gesund
heitszustandes seit
seiner
letz
ten abschliessenden Stellungnah
m
e
vom 6.
Dezem
ber 2017
(E. 3.7), mit welcher er von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit ausgegangen war,
belegen würden. Er empfahl, bei fehlender Zusammen
arbeit und medizinscher Dokumenta
tion einer Verschlechterung an seiner dama
ligen Beurteilung
festzuhalten. Diese Schlussfolg
erung von Dr.
E._
vermag nicht zu überzeugen, hatte er
i
n seiner
zweitletzten Stellungnahme vom 9.
April 2019 (
E. 3.10
)
doch noch
erklärt
, dass aus versicherungsmedizinisch
-
theoretischer Sicht seit der IV-Anmeldung ein instabiler Gesundheitszustand bestanden habe, der nicht nur eine Arbeitsfähigkeit in bisheriger und einer leidensangepasste
n
Tätigkeit, sondern auch eine definitive A
ussage des RAD verhindert habe.
Zwi
schen d
en beiden Stellung
n
ahmen von Dr.
E._
vom 9. April 2019 und vom 13. Januar 2020 ging lediglich der Bericht von Dr.
G._
vom 19. November 2019 (E.
3.11) bei der Beschwerdegegnerin ein. Dieser gab allerdings
nur
über den Gesundheitszustand bis 22. Oktober 2018 Auskunft, fand
an diesem Tag
doch die
letzte Behandlung in der Universitätsklinik
D._
statt. RAD-Arzt Dr.
E._
legt
e
in keiner Weise dar, weshalb gestützt auf den Bericht von Dr.
G._
nun eine 100%ige Arb
eitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit
ausgewiesen sein soll
. Die Tatsache allein, dass Dr.
G._
lediglich bis 30. November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit attestierte, genügt hierfür jedenfalls nicht, hielt Dr.
G._
doch ausdrücklich fest, dass sich erst im Verlauf zeige
n werde
, ob in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit bestehe
. Die von Dr.
E._
mit Stellungnahme vom 13. Januar 2020 attestierte Arbeitsfähigkeit scheint denn auch im Wesentlichen nicht auf medizinischen, sondern beweisrechtlichen Über
legungen zu basieren, das heisst, Dr.
E._
schloss aus dem Fehlen von ärztli
chen
Unterlagen und der – angeblich
– fehlenden Mitwirkung des Beschwerde
führers, dass keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei.
Die fehlenden ärztlichen Unterlagen lassen
aus rechtlicher Sicht
jedoch nicht den Schluss zu,
es liege
Beweislosigkeit vor. Be
weislosigkeit
kann nämlich
erst ange
nommen werden, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu
chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermit
t
eln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (
vgl. E. 1.3;
BGE 138 V 218 E. 6).
Vorliegend dürfte ein Gutachten ohne Weiteres zur Erhellung des rechtserheblichen Sachverhaltes beitragen können.
Eine allfällige, von Dr.
E._
sinngemäss
angeführte Verletzung der Mitwi
r
k
ungspflicht
durch den Beschwerdeführ
e
r
vermag eine Leistungsver
nei
nung ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Die Sanktionierung einer Verletzung der Mitwirkungspflicht darf
nämlich
nur vorgenommen werden, wenn die versicherte Person zuvor schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen wurde (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Eine entsprechende Ermahnung des Beschwer
deführers ist nicht aktenkundig
.
Hinsichtlich der Beurteilung durch Dr.
E._
gilt es im Weiteren zu beachten, dass er sich in keiner Weise zu allfälligen postoperativen Einschränkungen
des Beschwerdeführers äussert, obwohl
der Beschwerdeführer im Jahr 2018 dreimal operiert
wurde
(E. 3.
8
und E. 3.
9
) und ihm postoperativ von
den behandelnden Ärzten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde
(E. 3.
8, E. 3.9, E. 3.11
)
, gestützt auf welche grundsätzlich Anspruch auf eine – befristete – Rente bestehen könnte.
Nach dem Gesagten kann nicht auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr.
E._
abgestellt werden
(vgl. E. 4.1.1)
.
4.2
Die
übrigen ärztlichen Berichte
(vgl. E. 3
.1, E.
3.3-3.6, E. 3.8, E. 3.9, E. 3.11, E. 3.13
)
erfüllen die Voraussetzungen an beweiskräftige medizin
ische Berichte
ebenfalls nicht, was
im Übrigen von den Parteien
auch
nicht
behauptet wird
. Der rechtserhebliche Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.2
Vorliegend steht die Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 210
, wonach bei unge
nügenden Abklärungen des medizinischen Sachverhalts durch den Versiche
rungs
träger in der Regel ein Gerichtsgutachten einzuholen ist,
einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht entgegen
.
BGE 137 V 210
ändert
e
nichts an der gesetzlichen Ordnung, wonach der Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche primär auf der Stufe des Administrativverfahrens (vgl. Art. 43 f. ATSG) und nicht im gerichtlichen Prozess geführt wird (vgl. BGE 137 V 210 E.
2.2.2 und 4.2). Wie das Bundesgericht festgestellt hat, litte die Rechtsstaatlich
keit der Versicherungsdurchführung empfindlich und wäre von einem Substanz
verlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abgeschlossenen Sozialversiche
rungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2). Stellt wie hier der RAD
zunächst
fest, dass sich der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt gestützt auf die getroffenen Abklä
rungen
medizinisch nicht
beurteilen lässt,
geht es nicht an,
dass ohne dass je ein medizinisches Gutachten eingeholt oder zumindest eine Untersuchung durch den
RAD vorgenommen wurde, das Leistungsbegehren mit der Begründung des fehlen
den Nachweises eines Gesundheitsschadens abgewiesen wird.
Demnach ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein medizinisches Gutachten einholt und hernach erneut über den Leistungsanspruch des Beschwer
deführers entscheidet. Die Beschwerd
e ist in
diesem
Sinne gutzuheissen
.
6.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.
festgelegt. Vorlie
gend sind sie auf Fr. 800.-- festzusetzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach st
ändiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
D
er
vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung (§ 34 Abs. 1 GSVGer).
Diese
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Die dem Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin auszurichtende Prozessentschädigung ist unter Berück
sich
tigung der genannten Kriterien
ermessensweise
auf Fr. 2’200.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.