# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e21c053a-384b-4f3d-bf80-e33df5d337ef
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
B.
Im Zusammenhang mit der Sanierung der C._strasse in B._, Gemeinde A._, ordnete
die Kantonspolizei am 1. Juni 2021 die Aufhebung des Fussgängerstreifens (FGS) Nr.
0001 an. Die hiergegen vom Gemeinderat A._ am 16. Juni 2021 beim Sicherheits- und
Justizdepartement (SJD) erhobene und zuständigkeitshalber an die Kantonspolizei
weitergeleitete Einsprache wies das Polizeikommando mit Entscheid vom 10. August
2021 sinngemäss ab und hielt an der Aufhebung der Markierung "FGS" fest. Zur
Begründung wurde darauf verwiesen, dass die Anzahl Benützer des FGS unter dem
nach der Norm 40 241 des Schweizerischen Verbandes der Strassen- und
Verkehrsfachleute ("Querungen für den Fussgänger- und leichten Zweiradverkehr,
FGS"; VSS-Norm 40 241) geforderten Wert liege. Dadurch sinke die Bereitschaft
anzuhalten und vergrössere sich die Gefahr für Fussgänger. Auch sei der
durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) im Bereich des FGS geringer als in der VSS-
Norm 40 241 vorgegeben. Das Überqueren der Strasse sei fast jederzeit gefahrlos
möglich, weshalb ein FGS nicht gerechtfertigt erscheine (act. G 11/1 Beilage).
A.a.
Den gegen diesen Einspracheentscheid vom Gemeinderat A._ am 18. August 2021
erhobenen Rekurs (act. G 11/1) wies das SJD nach Einholung einer Stellungnahme des
Tiefbauamtes vom 22. Oktober 2021 (act. G 11/9) mit Entscheid vom 23. März 2022 ab
(act. G 2).
A.b.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, St. Gallen, für die
Gemeinde A._ (Beschwerdeführerin) am 7. April 2022 Beschwerde mit dem Antrag (in
der Sache) auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Verkehrsanordnung
vom 1. Juni 2021, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (nebst Mehrwertsteuer). In
formeller Hinsicht stellte der Rechtsvertreter den Antrag, der Beschwerde sei
aufschiebende Frist (Wirkung) zuzuerkennen (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung
vom 27. Mai 2022 bestätigte und begründete der Rechtsvertreter die gestellten
Anträge. Den formellen Antrag präzisierte er dahingehend, dass durch
B.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 7. April 2022 (act. G 1) in Verbindung mit der
Beschwerdeergänzung vom 27. Mai 2022 (act. G 7) zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu bejahen, nachdem die
Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde öffentliche Interessen vertritt (Art. 45 Abs. 2
in Verbindung mit Art. 64 VRP). Auf die Beschwerde ist damit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf den Antrag, die Verkehrsanordnung vom 1. Juni 2021 sei
aufzuheben, da an deren Stelle der Rekursentscheid getreten ist ("Devolutiveffekt",
BGE 134 II 142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1 und 2C_204/2015
vom 21. Juli 2015 E. 1.2).
Präsidialverfügung als vorsorgliche Massnahme dringlich anzuordnen sei, dass der
entfernte FGS Nr. 0001 binnen 14 Arbeitstagen an der vormaligen Stelle wieder
aufzubringen und zu markieren sei, unter Strafandrohung im Unterlassungsfall (act. G
7).
In der Vernehmlassung vom 21. Juni 2021 stellte das SJD (Vorinstanz) die Anträge, der
Antrag auf vorsorgliche Wiederanbringung des FGS sei abzuweisen (1) und die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (2). Zur Begründung in der
Sache verwies sie auf den angefochtenen Entscheid und äusserte sich zu den
Vorbringen in der Beschwerde (act. G 10).
B.b.
Mit Replik vom 28. Juli 2022 bestätigte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
seine Anträge und Ausführungen (act. G 18). Hierzu äusserte sich die Vorinstanz mit
Eingabe vom 25. August 2022 (act. G 20).
B.c.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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2.
Verkehrsmassnahmen müssen von der Behörde oder dem Bundesamt für Strassen
(ASTRA) grundsätzlich verfügt oder veröffentlicht werden, wenn sie durch Signale
angezeigt werden (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. a, Abs. 2 und 3 der Signalisationsverordnung;
SR 741.21, SSV). Bei den Strassenmarkierungen besteht eine solche Pflicht
grundsätzlich nicht. Diese sind lediglich anzuordnen (Art. 101 Abs. 2 SSV).
Verkehrsanordnungen im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. a und b SSV (Vorschrifts- oder
Vortrittssignale oder andere Signale mit Vorschriftscharakter sowie Parkfelder, die
ausschliesslich durch Markierungen gekennzeichnet werden) verfügt - mit
Allgemeinverfügung ohne vorgängige Anhörung (vgl. VerwGE B 2004/157 vom
2. Dezember 2004 E. 2b mit Hinweisen, a.a.O.) - grundsätzlich das Polizeikommando
(Art. 18 ff. der Einführungsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz;
sGS 711.1, EV-SVG).
2.1.
Streitig ist, ob die Vorinstanz den Einspracheentscheid vom 10. August 2021, mit
welchem die Anordnung der Aufhebung der Markierung des FGS Nr. 0001 geschützt
worden war, zu Recht bestätigte. Gestützt auf Art. 3 Abs. 4 Strassenverkehrsgesetz
(SR 741.01, SVG) können Verkehrsanordnungen erlassen werden, soweit der Schutz
der Bewohner oder gleichermassen Betroffener vor Lärm und Luftverschmutzung, die
Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen, die Sicherheit,
die Erleichterung oder die Regelung des Verkehrs, der Schutz der Strasse oder andere
in den örtlichen Verhältnissen liegende Gründe dies erfordern (Satz 1). Die Bestimmung
lässt Anordnungen nicht nur aus rein verkehrspolizeilichen Motiven, sondern auch aus
"anderen in den örtlichen Verhältnissen liegenden Gründen" zu. Funktionelle
Verkehrsmassnahmen können deshalb unter anderem aus ortsplanerischen oder
denkmalpflegerischen Gründen angeordnet werden (BGer 2A.194/2006 vom
3. November 2006 E. 4.2). In Frage kommen auch andere örtliche Bedürfnisse und
Prioritäten, die dem Verkehr vorgehen (vgl. BGE 106 IV 201, E. V. Belser, in: Basler
Kommentar zum SVG, Basel 2014, N 61 zu Art. 3 SVG). Die Kantone und Gemeinden
können dabei all jene Massnahmen treffen, die ihnen im Rahmen der
strassenverkehrsrechtlichen Vorschriften zur Verfügung stehen und die nach dem
Grundsatz von Notwendigkeit und Verhältnismässigkeit zulässig sind (vgl. BGer
1C_445/2018 vom 27. Februar 2019 E. 3.2, 2A.70/2007 vom 9. November 2007 E. 3.1
mit Hinweisen, BGer 2A.387/2003 vom 1. März 2004 E. 2.1). Sind auf bestimmten
Strassenstrecken Verkehrsanordnungen nötig, wird die Massnahme gewählt, die den
2.2.
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Zweck mit den geringsten Einschränkungen erreicht (Art. 107 Abs. 5 SSV).
Nach Art. 6a Abs. 2 SVG erlässt der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen
Vorschriften über die bauliche Ausgestaltung von FGS. Die gestützt hierauf erfolgten
Bestrebungen zum Erlass einer "Fussgängerstreifenverordnung" wurden fallengelassen
mit dem Entscheid, dass die Normierung von FGS wie bis anhin auf der Basis von
VSS-Normen erfolgen solle (C.J. Rohner, in: Basler Kommentar zum SVG a.a.O., N 15
zu Art. 6a SVG). Art. 4 lit. a der Verordnung des UVEK vom 12. Juni 2007 über die auf
die Signalisation von Strassen, Fuss- und Wanderwegen anwendbaren Normen (SR
l741.211.5), welcher für die Markierung von FGS die VSS-Norm 640 241 in der Fassung
vom September 2000 als anwendbar erklärte, wurde per 1. Januar 2021 aufgehoben
und kommt daher auch im vorliegenden Verfahren nicht zum Tragen. Dies ändert indes
nichts daran, dass die VSS-Normen als Entscheidhilfe beigezogen werden können. Ihre
Anwendung muss im Einzelfall dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit entsprechen
und sie dürfen nicht ungeachtet der konkreten Verhältnisse zugrunde gelegt werden
(VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017, E. 11.1; VerwGE B 2011/110 vom 20. März
2012, E. 4, www.gerichte.sg.ch; GVP 1990 Nr. 99).
Die hauptsächlichsten Voraussetzungen für die Anordnung eines FGS sind gemäss
VSS-Norm 40 241 S. 6 ff.: (1) Durchschnittlicher täglicher Verkehr (DTV) von nicht unter
3'000 Fahrzeugen; (2) signalisierte Geschwindigkeit und gefahrene Geschwindigkeit
(V85) maximal 60 km/h; (3) Einhaltung der geschwindigkeitsabhängigen Sichtweite und
Erkennungsdistanz (bei 50 km/h [ohne Kurven] mindestens 55 m Sichtweite und 110 m
Erkennungsdistanz); (4) Erstellung einer Schutzinsel bei einer Fahrbahnbreite von mehr
als 8.5 m; (5) nicht mehrere Fahrstreifen pro Fahrtrichtung; (6) ausreichende
Beleuchtung, insbesondere zur Erkennbarkeit des Annäherungsbereichs; (7) physische
Absicherung des Annäherungsbereichs; (8) mindestens 100 Fussgänger an den fünf
meistbelasteten Stunden eines Durchschnittstages oder besonders schützenswerte
Nutzergruppen (z.B. Schüler).
Der streitige FGS wurde im Jahr 2015 erstmals einer Beurteilung unterzogen. Diese
führte zum Ergebnis, dass bezüglich Fussgängerfrequenz, zusammen mit den
Mittagsstunden, im Zeitraum von 5 Stunden mutmasslich zwischen 50 und 60
Personen den FGS überqueren würden. Der Anteil der ABC-Schützen sei dabei
überproportional hoch. Aus diesem Grund sei die Markierung berechtigt (Mail vom 28.
August 2015; act. G 17/3, G 11/3 Beilage). Gestützt auf die damals erhobenen Werte
wurde der FGS beibehalten. Ergänzend wurde die Anbringung des Signals 4.11
2.3.
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angeordnet (Verfügung der Kantonspolizei vom 8. Januar 2016; act. G 17/1). Gestützt
auf die erneute Überprüfung im Frühjahr 2021 (Zählung vom 1. und 6. April 2021; act. G
11/3 Beilage) hielt das TBA in der Stellungnahme vom 22. Oktober 2021 fest, die
Verkehrszählung habe ergeben, dass die Grundvoraussetzungen für einen FGS nicht
mehr gegeben seien. Aufgrund der Ergebnisse sei zunächst noch eine Verschiebung
des FGS geprüft worden. Es habe die Idee bestanden, einen optimaleren Standort zu
finden, der die Frequenzen erhöhe und eine Markierung rechtfertige. Der potentielle
Standort hätte jedoch einen Landerwerb verursacht, weshalb diese Variante verworfen
worden sei und die Kantonspolizei die Aufhebung des FGS verfügt habe. Unter
Berücksichtigung der Frequenzen (Fussgänger, Fahrzeuge) sei die Markierung eines
FGS nicht gerechtfertigt. Dies liege vor allem daran, dass sich der FGS nahe der
Ortsausfahrt befinde und nur sehr wenige Parzellen davon profitieren würden. Zudem
bestehe eine alternative Wegverbindung mit der Strasse "D._" (zum Dorfkern), die vor
allem für den Langsamverkehr aus dem südlichen Wohnquartier attraktiver sein dürfte
(Wunschlinie). Jedoch bedinge diese Wegverbindung, dass die Kantonsstrasse an einer
ungünstigen Stelle gequert werde (infolge Kurve). Die diesbezügliche Querungsposition
sei kritisch bezüglich Sichtweiten. Es wäre sinnvoller, an dieser Wegverbindung
anzusetzen, um eine Verbesserung zu erzielen. Aufgrund der Wunschlinie von
Fussgängern, die nur eine geringe Akzeptanz bezüglich Umwegen aufweise, dürfte die
Markierung des bisherigen (nicht der Wunschlinie entsprechenden) FGS die Wahl des
Weges nicht wesentlich beeinflussen. Gemäss Lärmbelastungskataster sei in dem
Abschnitt ein DTV von rund 3'300 Fahrzeugen pro Tag vorhanden; dieser Wert liege
nah am Minimalwert der Norm. Aus Google-Streetview sei erkennbar, dass der
Annäherungsbereich auf beiden Seiten durch Zufahrten beeinträchtigt und nicht
gesichert gewesen sei. Die Sichtweiten seien grundsätzlich ausreichend. Die
Erkennungsdistanz sei von Westen her etwas zu kurz. Eine abschliessende Beurteilung
der Beleuchtung sei nicht möglich (act. G 11/9).
Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz aus, FGS dürften nur dort
angeordnet werden, wo ein Querungsbedürfnis vorhanden sei. Sodann müssten die
umliegenden Strassenverhältnisse ein sicheres Queren zulassen. Die Markierung eines
FGS bringe eine Änderung der Vortrittsregelung mit sich. Dies bedeute jedoch nicht,
dass die Sicherheit der Fussgänger allein durch diese Massnahme erhöht werde. Damit
ein FGS die Fussgängersicherheit erhöhe, seien die Richtlinien der VSS-Norm 40 241
einzuhalten. Seien die Voraussetzungen der Richtlinien nicht gegeben, könne die
Fussgängersicherheit ohne FGS besser gewahrt werden, weil die Strasse im
Bewusstsein des Fahrzeugvortritts von Fussgängern vorsichtiger überquert werde.
2.4.
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Gemäss der VSS-Norm 40 241 seien die Sicht, die Fussgängerschutzinsel, die
Einstreifigkeit (pro Fahrtrichtung), die Beleuchtung, gesicherte Warteräume und die
Anzahl Fussgänger und Fahrzeuge zu berücksichtigen (vgl. Fachstelle für
Unfallverhütung [bfu], Massnahmenkatalog [Fachdokumentation 2.278], Bern 2017,
S. 84 f.; bfu-Massnahmenkatalog). Erfülle ein bestehender FGS die Anforderungen
gemäss VSS-Norm 40 241 nicht, sei er (im Rahmen eines Strassenprojekts) zu
sanieren. Könnten die Anforderungen nicht erfüllt werden, so sei er entweder an einen
geeigneten Standort zu verlegen oder aufzuheben. Vorliegend hätten die Zählungen
ergeben, dass am 1. April 2021 während dreieinhalb Stunden (von 7 bis 8.30 und von
15 bis 17 Uhr) fünf Erwachsene und fünf Kinder die C._strasse im Bereich des FGS
Nr. 0001 überquert hätten. Am 6. April 2021 seien es im gleichen Zeitraum ein
Erwachsener und sechs Kinder gewesen. Die Zahlen lägen deutlich unter den Werten
gemäss VSS-Norm 40 241. Gemäss Praxis sollten Fahrzeuglenkende bei einem FGS
mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf Fussgänger treffen. Sei dies nicht der Fall,
sinke die Anhaltequote. Dies stelle eine erhebliche Gefahr dar, weil die
Sicherheitserwartungen an FGS sehr hoch seien und die subjektive Sicherheit bei
Fussgängern zu unvorsichtigem Verhalten führen könne (bfu-Massnahmenkatalog
S. 84). Ein zu wenig benützter FGS erfülle die Sicherheitsanforderungen nicht und
vermittle ein trügerisches Sicherheitsgefühl (act. G 2 S. 9 f.).
Bei ihrem Einwand, dass die Voraussetzungen für eine Entfernung der Markierung nach
Art. 107 SSV nicht gegeben seien, übersehe die Beschwerdeführerin, dass bereits die
Sanierung der C._strasse eine Überprüfung des FGS Nr. 0001 gerechtfertigt habe.
Sodann sei die Anzahl Fussgänger erheblich gesunken. In Anbetracht des damit
einhergehenden Sicherheitsdefizits stelle dies eine Änderung der Verhältnisse dar, die
eine Überprüfung verlangt habe. Soweit die Beschwerdeführerin ausführe, dass die
Querungszahlen schon im Jahr 2015 unter den geforderten Werten gelegen hätten und
der FGS Nr. 0001 dennoch nicht entfernt worden sei, sei entgegenzuhalten, dass sich
im Hinblick auf die Gleichbehandlung der betroffenen Gemeinden eine strenge Praxis
etabliert habe. Es bestehe kein Anspruch, nach erfolgter Strassensanierung weiterhin in
gleicher Weise unrecht behandelt zu werden. Ein weiteres Sicherheitsdefizit bestehe
darin, dass die Annäherungsbereiche durch Zufahrten beeinträchtigt und die
Warteräume nicht gesichert seien (Stellungnahme TBA). Soweit die
Beschwerdeführerin auf eine mögliche Entwicklung einer leeren Arbeitszonenfläche
verweise, sei festzuhalten, dass hierdurch die erforderliche Vervielfachung der
Fussgängerzahlen nicht zu erwarten sei. Im Übrigen könne bei wesentlicher Änderung
der Verhältnisse eine Neubeurteilung verlangt werden. Die Entfernung des FGS Nr.
0001 erhöhe die Fussgängersicherheit. Eine entsprechende Instruktion insbesondere
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der jüngeren Kinder bedeute keinen unzumutbaren Aufwand. Da in unmittelbarer Nähe
des FGS keine Fussgängerfrequenzen vorlägen, welche eine andere Beurteilung
erlaubten, stehe eine geringe Verschiebung (des FGS) ausser Diskussion. Ein
alternativer Standort im fraglichen Bereich mit allenfalls erfüllten Voraussetzungen
werde nicht vorgeschlagen. Werde berücksichtigt, dass bei massgeblicher Änderung
der Verhältnisse jederzeit ein Gesuch um Markierung eines FGS gestellt werden könne,
erweise sich der Einspracheentscheid als verhältnismässig (act. G 2 S. 10 f.).
2.5.
Die Erhebung der Fussgängerfrequenzen vom 1. und 6. April 2021 erfolgte jeweils von
7 bis 8.30 Uhr (3 Erwachsene und 3 Kinder am 1. April bzw. 4 Kinder am 6. April) und
von 15 bis 17 Uhr (2 Erwachsene und 2 Kinder am 1. April bzw. 1 Erwachsener und 2
Kinder am 6. April; act. G 11/3 Beilage). Die Beschwerdeführerin wendet diesbezüglich
ein, unberücksichtigt geblieben sei, dass der 1. April 2021 (Gründonnerstag vor Ostern)
und der 6. April 2021 (Dienstag nach Ostermontag) Daten mit erwartungsgemäss wenig
Fussgängerverkehr gewesen seien. Unberücksichtigt sei auch geblieben, dass damals
viele Personen coronabedingt in Quarantäne oder Isolation hätten verbringen müssen
bzw. von Homeschooling und Homeoffice betroffen gewesen seien. Für Hochschulen
und Weiterbildungseinrichtungen sei Präsenzunterricht verboten gewesen. An vielen
Schulen habe kein Präsenzunterricht stattgefunden. Der April 2021 sei zudem einer der
kältesten Aprilmonate seit der Wettererfassung gewesen und habe Fussgänger nicht
nach draussen gelockt. Die Erhebung leide sodann am kurzen Beobachtungszeitraum
von 3.5 statt 5 Stunden. Im Weiteren sei weder die Zeit unmittelbar vor dem Mittag
noch unmittelbar nach dem Mittag und damit der Fussgängerverkehr für Kindergarten-
und Schulkinder sowie Schulwegbegleiter in die Abklärung einbezogen worden. In der
Mittagszeit seien indes am meisten schutzbedürftige Kinder unterwegs. Im Weiteren
seien die Verkehrsfrequenzen zum Fahrverkehr am Standort des FGS nicht erhoben
worden. Der Hinweis auf eine Verkehrszählung im November/Dezember 2019 auf Höhe
"E._" sei (aufgrund unterschiedlicher Lage des FGS und des Messortes) nicht
sachdienlich. Das Polizeikommando habe die Verkehrsanordnung auf angeblich
fehlende Verkehrsfrequenz der Hauptstrasse gestützt; die Verkehrsfrequenz am
Standort des FGS sei nicht berücksichtigt worden. Berücksichtigt worden seien
lediglich die Verkehrsfrequenz auf der C._strasse bei der Verzweigung E._, also am
entgegengesetzten östlichen Ausgang aus dem Dorfteil B._ und nicht am Standort
des FGS (westlicher Dorfausgang). Beim "E._" bestehe, anders als beim zu
beurteilenden FGS, kein öffentlicher (Bus-)Verkehr. Am Standort des FGS sei die
2.5.1.
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Verkehrsfrequenz deutlich höher als beim "E._". Beim FGS würden auch die
Fahrzeuge von und nach F._ verkehren. Das umfasse neben dem Privatverkehr
insbesondere auch den öffentlichen Busverkehr über die F._strasse. Die
Verkehrsfrequenzen beim "E._" seien auch deshalb viel geringer als beim FGS, weil
auch der Quellverkehr aus B._ in westlicher Richtung nach G._ grösser sei als der
Verkehr ostwärts in Richtung A._, denn Arbeits- und Einkaufswege aus B._ würden
primär nach G._ und nicht nach A._ führen. Die Verkehrsfrequenz im Bereich des
FGS sei von den Vorinstanzen weder erhoben noch berücksichtigt worden. Die
Verkehrsfrequenz beim "E._" sei nicht aussagekräftig (act. G 7 S. 6-9). Die verfügende
Behörde und die Vorinstanz hätten zudem den Umstand nicht gewichtet, dass bei der
Erneuerung der Kantonsstrasse die Beschwerdeführerin in Kenntnis und in Absprache
mit dem Polizeikommando erhebliche Investitionen zur Steigerung der
Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit dem FGS getätigt habe (Ausbau
Bushaltestelle H._; vom Kanton als unabwendbar verlangte Trottoirverlängerung um
100 m westlich des FGS; Kandelaber zur sicheren Ausleuchtung des FGS; vom Kanton
verlangte und noch zu realisierende Verbesserung des Warteraums auf der südlichen
Seite des FGS). Was die vorinstanzlichen Behörden angeführt hätten, beweise keine
geänderten Verhältnisse im Vergleich zur Situation bei Anordnung des FGS. Den
Bewohnern/Besuchern der "D._" werde durch die Aufhebung des FGS jede
Möglichkeit genommen, auf das einseitig gegenüberliegende nördliche Trottoir bzw. im
Schutz eines FGS zu Bushaltestellen, Schule etc. zu gelangen und die
Durchfahrtsstrasse zu überqueren. Es sei nicht zu rechtfertigen, dass sich die
Vorinstanzen einseitig an der VSS-Norm 40 241 orientierten, die einerseits vom Bund
als unmassgeblich erklärt worden sei und anderseits nicht in Übereinstimmung mit der
gesetzlich vorgeschriebenen Gesamtabwägung im Sinn von Art. 3 Abs. 4 SVG stehe
(act. G 7 S. 9-11).
Wie dargelegt (E. 2.2 erster Absatz am Schluss) muss die Anwendung der VSS-Norm
40 241 dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhalten, was eine angemessene
Berücksichtigung der konkreten örtlichen Verhältnisse bedingt. Mithin sind bei der
Prüfung der Aufhebung des FGS - unabhängig vom Vorgabenschema der VSS-Norm -
die örtlichen Gegebenheiten zureichend in die Überlegungen miteinzubeziehen und
dem Schutz der Anwohner (vgl. Art. 3 Abs. 4 SVG) ist Rechnung zu tragen. Ändern sich
die Voraussetzungen, muss die Behörde die örtliche Verkehrsanordnung überprüfen
und gegebenenfalls aufheben (Art. 107 Abs. 5 Satz 2 SSV). Zu klären ist vorab, ob die
Entwicklung der Fussgängerfrequenz im konkreten Fall eine Aufhebung des FGS
2.5.2.
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rechtfertigt. Nach den Ausführungen des TBA in der Stellungnahme vom 22. Oktober
2021 bedingt die alternative Wegverbindung mit der Strasse "D._" die Querung der
Kantonsstrasse an einer ungünstigen Stelle (Kurve mit kritischen Sichtweiten; act. G
11/9 S. 2) und dürfte von daher vorab für Kindergarten- und Schulkinder sowie ältere
Personen ausser Betracht fallen. Die Feststellung der Vorinstanz, dass "gelbe
Füsschen" auf der Fahrbahn angebracht werden könnten (act. G 10 E. 2b und G 20
m.H. auf Art. 72 Abs. 5 SSV und Weisung über besondere Markierungen auf der
Fahrbahn vom 20. Mai 2020 [www.astra.admin.ch/Dokumente betr. Strassenverkehr/
Weisungen]), tangiert zum einen nicht unmittelbar den Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens (Aufhebung des FGS 0001) und stellt zum anderen lediglich einen nicht
weiter konkretisierten bzw. geprüften Vorschlag dar.
Was die Frequenzzählung vom April 2021 betrifft, weist die Beschwerdeführerin
zutreffend auf den (zu) kurzen Beobachtungszeitraum von 3.5 statt 5 Stunden pro Tag
sowie die Ausserachtlassung der Zeit unmittelbar vor dem Mittag und unmittelbar nach
dem Mittag (Fussgängerverkehr für Kindergarten- und Schulkinder) hin. Zu beachten ist
hier, dass der Grund für die Beibehaltung des FGS im Jahr 2015/2016 - die damalige
Erhebung beinhaltete explizit auch die Zeit vor und nach dem Mittag - insbesondere
auch die Benützung desselben durch ABC-Schützen gewesen war (vgl. vorstehende E.
2.3 am Anfang m.H. auf Mail vom 28. August 2015). Das pauschale Vorbringen der
Vorinstanz, wonach ein Einbezug der Mittagszeit nichts an der unzureichenden
Frequenz geändert hätte (act. G 10 Ziffer 2a), stellt eine nicht weiter belegte Annahme
dar und lässt ausser Acht, dass vor und nach dem Mittag jeweils Schulkinder
unterwegs sind, für welche ein sicherer Strassenübergang eine verstärkte Bedeutung
hat.
Im Weiteren ist die Aussagekraft einer Verkehrszählung im November/Dezember 2019
auf Höhe "E._" mit Bezug auf die Lage des in Frage stehenden FGS entgegen der
Auffassung der Vorinstanz (act. G 10 S. 3) nicht ohne Weiteres dargetan. Unbestritten
blieb diesbezüglich, dass lediglich die Verkehrsfrequenz auf der C._strasse bei der
Verzweigung E._ (am entgegengesetzten östlichen Ausgang aus dem Dorfteil B._)
und nicht am Standort des FGS (westlicher Dorfausgang) erhoben wurde. Unbestritten
und unkommentiert blieben sodann in diesem Verfahren die Vorbringen der
Beschwerdeführerin, dass beim "E._" - im Gegensatz zum Bereich des FGS - kein
öffentlicher (Bus-)Verkehr besteht und am Standort des FGS die Verkehrsfrequenz (mit
Fahrzeugen von und nach F._) deutlich höher als beim "E._" ist bzw. der Quellverkehr
aus B._ in westlicher Richtung nach G._ (Arbeits- und Einkaufswege) grösser ist als
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3.
der Verkehr ostwärts in Richtung A._ (act. G 7 S. 6-9, act. G 10). Ohne Beleg blieb
auch hier die Annahme der Vorinstanz, dass aufgrund des DTV von 1874 im Bereich
"E._" auch im Bereich des FGS ein tiefer DTV (unter 3000) resultiert hätte (act. G 10 S.
3), zumal das TBA darauf hinwies, dass gemäss Lärmbelastungskataster in dem
Abschnitt ein DTV von rund 3'300 Fahrzeugen pro Tag verzeichnet sei (act. G 11/9 S. 2
unten). Überdies lässt sich nicht ausschliessen, dass zu einem gewissen Grad
coronabedingte Umstände (Quarantäne, Homeschooling, Homeoffice) auf die
Erhebung der Fussgängerfrequenz im April 2021 eingewirkt haben, wobei angesichts
des geschilderten Ergebnisses offenbleiben kann, in welchem Umfang dies der Fall
war. Insgesamt fehlt es nach der Lage der bestehenden Akten an einer
aussagekräftigen Fussgängerfrequenz- und Verkehrserhebung und damit auch an
einem Anlass für eine Aufhebung des FGS. Der angefochtene Entscheid lässt sich von
daher nicht aufrechterhalten. Die Angelegenheit ist zur erneuten Abklärung des
Fussgänger- und Autoverkehrs im Bereich des streitigen FGS an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
Nach Art. 18 Abs. 1 VRP kann die Behörde zur Erhaltung des Zustands oder zur
Sicherung bedrohter Interessen vorsorgliche Massnahmen treffen. Der einstweilige
Rechtsschutz findet unter den Bedingungen der Dringlichkeit statt; er hat im Vergleich
zum definitiven Rechtsschutz schneller zu erfolgen. Der Hauptzweck des einstweiligen
Rechtsschutzes besteht in seiner Sicherungsfunktion im Hinblick auf das Ergebnis des
Hauptverfahrens. Beim Entscheid über vorsorgliche Massnahmen sind die Interessen
der Gesuchstellerin und der Öffentlichkeit sowie Interessen verkehrstechnischer Art
gegeneinander abzuwägen. Hierbei sind auch die Aussichten für den
Verfahrensausgang zu berücksichtigen (vgl. B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti,
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, St. Gallen/Zürich 2020, N
5, 12 und 26-30 zu Art. 18 VRP). Vorliegend ist eine Dringlichkeit für eine vorsorgliche
Wiederanbringung des FGS nicht ersichtlich und auch durch die Ausführungen der
Beschwerdeführerin (act. G 18 S. 3-7) nicht dargetan, zumal der Verfahrens-ausgang
noch offen ist. Es besteht sodann auch keine Notwendigkeit, den
Verfahrensgegenstand im Hinblick auf das Ergebnis des Hauptverfahrens zu sichern.
Das Gesuch um vorsorgliche Wiederanbringung des FGS ist dementsprechend
abzuweisen.
2.6.
Damit ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, unter Aufhebung des
3.1.
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