# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5f5819a4-061d-40e6-ae08-95dff0c88cef
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
arbeitete zuletzt an drei verschiedenen Arbeitsplätzen jeweils teilzeitlich als Reinigungsangestellte
(
Urk.
8/3/87,
Urk. 8/11),
als sie am
20. August 2009
bei der Arbeit plötzlich Schmerzen an der linken
Schulter
verspürte (
Urk.
8/3/202) und später
eine
Supraspinatussehnen
-Ruptur
festgestellt wurde (
Urk.
8/3/
195
)
.
Die Schweizeri
sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) als zuständige Unfallversicherung trat auf den Schaden ein und übernahm die Kosten der Heilbehandlung und ent
richtete Taggelder.
Am 1. Juni 2011
(Eingangsd
atum, s. Aktenverzeichnis
Urk.
8/5
)
meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/5).
Diese
traf erwerb
liche und medizinische Abklärungen. Am 24. Juni 2011
teilte die IV-Stelle
X._
mit
, dass berufliche Eingliederungsmass
nahmen zurzeit nicht möglich seien, da sie sich aktuell nicht arbeitsfähig fühle (Urk. 8/13). Vom 21. August bis 11. September 2012
war die Versicherte in der
Z._
zur Rehabilitation stationär hospitalisiert (Urk. 8/42). Mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 lehnte die SUVA die Ausrichtung einer Invalidenrente ab (Urk. 8/47). In der Folge liess die IV-Stelle
X._
durch
Dr.
med. und
Dr.
sc.
n
at
.
ETH
A._
, Innere Medizin FMH speziell Rheumaerkrankungen, internistisch-rheumatolo
gisch (Gutachten vom 14. Mai 2013, Urk. 8/56) und durch
Dr.
med.
B._
, FMH Neurologie und FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch (Gutachten vom 31. Mai 2013, Urk. 8/61 = Urk. 8/63) begutach
ten. Am 18. September 2013 wurde eine Haushaltsabklärung durchgeführt (Urk. 8/73).
Mit Vorbescheid vom 15. November 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherte
n
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 2 % die Abweisung ihres Renten
gesuchs
in Aussicht (Urk. 8/76),
woran die IV-Stelle auch
nach Einwand
vom 1
8.
Dezember 2013 (Urk. 8/
81)
mit Verfügung vom 11. Februar 2014
fest
hielt
(Urk. 2). Die Invaliditätsbemessung ber
uhte auf der gemischten Methode, wobei der erwerbliche Teil mit 87
%
und der Haushaltsanteil mit 13
%
gewich
tet
wurde
.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 14. März 2014 Beschwerde und beantragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 11. Februar 2014 eine Invalidenrente zuzusprechen, eventuell sei das Verfahren bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen SUVA-Entscheide
s
zu sistieren, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-84), was der Beschwerdeführerin am 13. Mai 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.2.3
Mit Urteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015
(BGE 141 V 281)
hat das Bundesge
richt seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerz
störungen ohne erkennbare organische Ursache und vergleichbaren psychoso
matischen Leiden (BGE 130 V 352 und anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels
der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhalten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berück
sichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche
Stan
dardindikatoren
. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
beweisbelas
tete
versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in
H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat. Unbestritten ist hierbei die von der Beschwerdegegnerin vorge
nommene Qualifikation (Erwerb 87 % und Haushalt 13 %) sowie
die erhobene
Einschränkung im Haushalt
(
14.55 %
;
Urk. 8/
73
).
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründet die Verneinung eines Rentenanspruchs im Wesentlichen damit, dass
der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Reinigungsangestellte zwar nicht mehr möglich sei, ihr hingegen eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit
(eine beispielsweise rücken- und schulterschonende Tätigkeit ohne Heben von Gewichten rechts über 15 Kilogramm und links nicht über 7.5 Kilogramm bis Gürtelhöhe) zu 100 % zumutbar sei. Die
Invaliditätsbe
messung
ergebe unter Anwendung der gemischten Methode einen
Invaliditäts
grad
von 2 % (Urk. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin is
t demgegenüber
der
Ansicht, auf das rheumatologi
sche Gutachten von
Dr.
A._
könne nicht abgestellt werden, da eine nach
vollziehbare Begründung ihrer Schlussfolgerung, dass
der
Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei, fehle. Dagegen sei die psychi
atrische Expertise von
Dr.
B._
überzeugend und schlüssig, weshalb auf dessen Einschätzung einer 50%igen Rest-Arbeitsfähigkeit abzustellen sei (Urk. 1).
3.
3.1
Hausärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin Allgemeinmedizin und Psychosomatik SAPPM, stellte in ihrem Bericht vom 12. Juli 2011
(Urk. 8/20)
zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach
Supraspinatussehnen
-R
iss links (28. August 2009)
-
AC-Gelenksarthrose
-
Status nach
arthroskopischer
S
upraspinatussehnen
-Naht und
subacromialer
Dekompression (20. Januar 2010)
-
Entwicklung einer
frozen
s
houlder
-
Status nach
arthroskopischer
Adhäsiolyse
mit dorsaler
Kapsulotomie
links (9. November 2010)
-
posttraumatische Belastungsstörung (März 2009)
Ferner führte
sie einen Status nach
Teilmeniskektomie
bei unfallbedingter
Menis
kusläsion
(Juli 2005), einen Status nach Ulcus
duodeni
bei
Hp
-Infekt (1998) und eine chronische venöse Insuffizienz (2002)
auf
.
Die Prognose sei bei
dem
langwierigen Verlauf und
der
vorbestehende
n
posttraumatische
n
Belas
tungsstörung
(Mord an ihrer Schwester) eher ungünstig. Als körperliche, geis
tige, psychische Einschränkungen beständen eine fallende Funktion des linken Armes und eine Überlastung des rechten Armes sowie Schlafstörungen. Die bis
herige Tätigkeit als Raumpflegerin sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden.
3.2
Im Bericht vom
1
9.
Juli
2012 der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
D._
(Urk. 8/40) zuhanden
Dr.
C._
wu
rden interdis
ziplinär
folgende Diagnosen festgestellt:
-
Periarthropathia
humero-scapularis
tendinopathica
partim
ankylosans
links
-
nach
Supraspinatussehnen
-Riss am 20. August 2009
-
aktuell gemischt
nociceptiv
-neuropathischer Schulter-
/Armschmerz
-
Status nach Schulterarthroskopie mit
arthroskopischer
subcromialer
Dekompression und offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion links bei
Supraspinatussehnen
-Ruptur und Tendinitis der
Bicepssehne
am 21. Oktober 2010 mit nachfolgen
d
er
Ausbildung einer
retraktilen
Kapsulitis
-
Status nach
arthroskopischer
Adhäsiologie
mit ventraler
und dorsaler
Kapsulotomie
linke Schulter bei prä- und
postoperativer Schultersteife am 9. November 2010
-
Arthro
-MRI am 21.
Mai 2012: starke Ausdünnung und
Vernarbung der
Supraspinatussehne
ohne Nachweis einer
Diskontinuität
-
mit
myotendinogenen
Ausstrahlungen in den linken Arm
bis zur Hand
-
mit Dysästhesie im Bereich der sonst reizlosen
Operationsnarbe
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
-
Durchschlaf-I
nsomnie, am ehesten durch Schmerzen und mangelnde
Schlafhygiene bedingt
-
Zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom der unteren HWS
-
MRI und Röntgen HWS am 16. November 2011 (
E._
):
Segmentdegenerationen C5/6 und C6/7 mit Spondylosen und
Spondylarthrose
mit Spondylose-bedingt
foraminaler
Einengung C5/6 und geringer ausgeprägt C6/7 linksseitig
-
radiologisch degenerative Veränderungen BWK 5/6 und 6/7
-
intermittierende
zervikoradikuläre
Symptomatik möglich
-
beginnende Fingerpolyarthrose
Bei der Beschwerdeführerin beständen gemischt
nozizeptive
-neuropathische Schmerzen.
Die
n
ozizeptive
Komponente werde im Wesentlich
en
verursa
c
ht durch die im MRI g
ut darstellbaren degenerativen V
eränderungen im Bereich des Schultergelenkes mit
arthrotischen
Veränderungen,
Osteosynthesematerial
etc. Eine neuropathische Komponente sei ebenfalls im Bereich der Narbe zu objektivieren. Zudem zeigten sich starke Anhaltspunkte für eine Problematik der Wurzeln C6 und C
7.
Einerseits beschreibe die Beschwerdeführerin
eine Art
radikuläre
Symptomatik, welche sich jedoch im Status und in der
neurographi
schen
Untersuchung nicht objektivieren liesse, andererseits weise die MRI-Untersuchung der HWS auf eine möglich
e
Wurzelkompression oder zumindest Reizung der Wurzel C6 und - etwas weniger
-
C7 hin. Die Beschwerdeführerin klage chronische Schulter-/Ar
m
schmerzen links, ätiologisch am ehesten lokal
gemischt
nozizeptiv
-neuropathischen Ursprungs bei Status nach partieller
Sup
raspinatussehnen-Ruptur
am 20. August 2009 mit konsekutiv operativer Revi
sion und aktuell
residuell
Periarthropathia
humero-scapularis
tendinopathica
. In der aktuellen Untersuchung ergäben sich keine Hinweise für eine
Plexusaffek
tion
oder ein
myeläres
beziehungsweise
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom. Betreffend Letzterem se
i ein intermittierendes Reiz
s
y
ndrom möglich bei anam
nestisch zeitweise
Kribbelparästhesie
n
der Fing
er 3-5 sowie
bildgeberisch
(MRI HWS im Dezember 2011) degenerativ bedingter leichter
foraminaler
Einengung C5/6 und (geringer) C6/7 links.
Die eigenanamnestischen Angaben und das klinische Bild sprächen für eine mittelgradig bis tendenziell schwere depressive Episode mit somatische
m
Syn
drom (ICD-10: F 32.11). Dies sei sicherlich im Zusammenhang mit
dem
chroni
schen Schmerzgeschehen, aber auch als Reaktion auf
den Verlust der Schwester und die sozialen Folgen der Schmerzerkrankung sowie der
Lebensumbruchsitu
ation
durch den anstehenden Auszug aller Kinder zu sehen.
Es best
ä
nden chronische Schmerzen im Bereich der linken Schulter auf de
m
Hintergrund einer
Supraspinatussehnen
-Läsion mit postoperativ sich ausbilden
der
Kapsulitis
, die sich aber im Vergleich zu den Vorberichten aktuell sicher merklich gebessert habe. Bei passiver Untersuchung der Schulterbeweglichkeit best
ä
nden
lediglich
residuelle
Einschränkungen der Beweglichkeit bei maxima
ler Abduktion und Flexion sowie eine mässige Einschränkung der
Aussenrota
tion
. Ausserdem
bestehe
eine geringfügige Dysästhesie der Operationsnarbe. Das Ausmass der gezeigten Behinderung und der dokumentierten Schmerzen stehe mit diesem Befund nicht im Einklang, insbesondere da sich in den Untersu
chungen keine eindeutige
n
Hinweise auf eine erneute
Rotatorenmanschetten
-Läsion nachweisen liessen. Als wesentlicher Co-Faktor für die heute noch beste
henden Schmerzen und Einschränkungen müsse deshalb die
konkomittierend
und teilweise auch auf de
m
Boden eines familiären Verlusterlebnisses entstan
dene Depression angesehen werden. Diese sei bisher weder therapiert noch diagnostiziert worden. Bezüglich der Analgesie sei sicher die jetzige Kombina
tion
Dafalgan
und
Noval
gin
in Höchstdosen und das Wegl
assen aktivierender Therapien ungünstig und sollte angepasst werden. Hinweise für ein
zervikoradi
kuläres
Geschehen fänden sich aktuell nicht, ebenso seien die Befunde nicht hinweisend auf ein CRPS I. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass auf der Basis vorbestehender degenerativer Veränderungen der unteren HWS wieder
kehrende
spondylogene
und eventuell auch intermittierend
radikuläre
Aus
strahlungen ihren Anteil an der Schmerzproblematik h
ätten
. Im Vordergrund stünden momentan aber die
residuellen
Schmerzen der
retraktilen
Kapsulitis
kombiniert mit einem Narbenschmerz im Sinne von
Dysästhesien
verstärkt durch die depressive Stimmung.
Seitens der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde werde folgendes Prozedere vorgeschlagen: stationäre Rehabilitation, Medikamenten-Anpassung,
Aufdo
sierung
von
Surmontil
, ambulante psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung, aktivierende Physiotherapie, Selbstbehandlung der Narbe im Sinne einer Desensibilisierung und unter Umständen eine Infiltration der Wurzeln C6 und C
7.
3.3
Dem Austrittsbericht der
Z._
vom 10. September 2012 (Urk. 8/42), wo die Beschwerdeführerin vom 21. August bis 11. September 2012 zur stationären Rehabilitation war, sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
A.
Unfall vom 20.
August 2009: Schulterschmerz mit Ausstrahlung in den
li
n
ken Arm beim Ziehen eines Scheuersaugautomaten bei der Arbeit
A1.
Supraspinatussehnen
-Ruptur
-
21. Januar 2010: Schulterarthroskopie mit
arthroskopischer
subakromialer
Dekompression und offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
links bei
Suprasinatussehnen
-Ruptur und Tendinitis der
Bizepssehne
-
postoperativ
retraktile
Kapsulitis
-
9. November 2010:
arthroskopische
Adhäsiolyse
mit ventraler und
dorsaler
Kapsulotomie
linke Schulter bei Schultersteife
-
21. Mai 2012:
Arthro
-MRI: starke Ausdünnung und Vernarbung
der
Supraspinatussehne
ohne Nachweis einer Diskontinuität
A
2.
a
ktuell
gemischt
n
ozizeptiv
-neuropathischer Schulter-
/Armschmerz
-
mit
myotendinogenen
Ausstrahlungen in den linken Arm bis zur
Hand
-
mit Dysä
s
thesie im Bereich der sonst reizlosen Operationsnarbe
A
3.
Periarthropa
t
hia
humeroscapularis
tendinopathica
partim
ankylosans
links
B.
Zervikospondylo
g
enes
Schmerzsyndrom der unteren HWS
-
16. Dezember 2
0
11: MRI und Röntgen HWS:
Segmentdegenerationen C5/6 und C6/7 mit
Spondylodesen
und
Spondylarthrose
mit
spondylosebedingt
foraminaler
Einengung
C5/6 und geringer ausgeprägt C6/7 linksseitig
-
radiologisch degenerative Veränderungen BWK5/6 und
6/7
-
intermittierende
zervikoradikuläre
Symptomatik
C.
mittelgradige depressive Episode bei psychosozialer Belastungssituation
(ICD-10: F 32.1, Z 56 und Z 63)
D.
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F 45.41)
E.
akzentuierte (ängstlich-
dependente
) Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 73.1)
F.
Durchschlaf-Insomnie, am ehesten durch Schmerzen und mangelnde
Schlafhygeniene
bedingt
G.
beginnende Fingerpolyarth
rosen
Bei A
ustritt bestünden folgende Probleme: erhebliche
Symtomausweitung
, pulsie
rende Dauerschmerz
en
und Kribbeln in der linken Schulter mit gelegentli
ch
er
Ausstrahlung in den linken Oberarm und
d
ie Finger 3-5, eingeschränkte Schulterbeweglichkeit, Hyperalgesie im Bereich der Narbe (auf Berührung, Rei
ben der
darüber liegenden
Kleidung sowie selbst auf zu starke Sonneneinstrah
lung), reduzierte Handkraft links gegenüber rechts, schmerzbedingte Insomnie und Depression sowie psychosoziale Belastungssituation nach Verlusterlebnis in der Familie.
Es sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, wobei diese teilweise auf die psychische Störung zurückzuführen sei. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen
lasse sich mit den objektivier
baren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich
medizinisch-theoretisch nicht begründen.
Aus psychiatrischer Sicht begründe die festgestellte psychische Störung eine mittelschwere
arbeitsrele
vante
Leistungsminderung, wobei diese reduzierte Leistungsfähigkeit in circa
3
Monaten durch die nachbehandelnde Stelle erneut zu evaluieren sei. Die bishe
rige Tätigkeit als Reinigungsfachkraft sei der Beschwerdeführerin ganztags zumutbar. Andere behinderungsangepasste Tätigkeiten seien ebenfalls ganztä
g
ig möglich, sofern es sich um eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne Tätig
keiten über Schulterhöhe und ohne repetitiven Krafteinsatz des linken Armes handle.
Unter Berücksichtigung der psychischen Problematik ergebe sich als (unfallfremde) Einschränkung, dass zum Einstieg lediglich eine halbtä
g
ige Arbeit möglich sei, ohne höhere psychische Anforderungen
,
wegen der erhebli
chen Erschöpfbarkeit.
Während der Rehabilitation sei eine psychosomatische Abklärung (Urk. 8/42/3-4) mit folgendem Resultat erfolgt: Die Beschwerdeführerin habe im Anschluss an eine Schulterverletzung im August 2009 ihre langjährige Arbeitsstelle im Reinigungsdienst verloren, was ihr neben den chronischen Schmerzen psychisch
stark zugesetzt und zu einer verstärkten Depressivität geführt habe, die ihrer
seits mit der Tötung ihrer Schwester in den
F._
vor 3 Jahren begonnen habe und durch die neu hinzugekommenen psychosozialen Belastungen inzwischen das Ausmass einer mittelgradigen depressiven Episode angenommen habe. Die Beschwerdeführer
in
erwecke
einen innerlich unruhigen, traurig-deprimierten, affektlabilen und ängstlich verunsicherten Eindruck, klage über Störungen der Vitalgefühle (Müdigkeit, Erschöpfbarkeit, Mattigkeit), grüblerische Gedanken und Sorgen, Energielosigkeit sowie quälende Schlafstörungen. Auf der
Verhal
tensebene
imponiere ein dysfunktionales Überzeugungs- und
Bewältigung
s
muster
mit
katastrophisierenden
Kognition
en, einer hintergründigen
Opferrol
lenhaltung
(operationsbedingte Verschlechterung von Schmerz und Beweglich
keit) sowie einem generalisierten Schon- und Vermeidungsverhalten;
mitbe
dingt
werde die maladaptive Unfallverarbeitung durch ängstlich-
dependent
akzentuierte Persönlichkeitszüge sowie eine ungünstige Konstellation im sozia
len Umfeld (1983 sei die Schulterverletzung mit Invalidität des Ehemannes erfolgt durch angebliche Verschlechterung nach operativen Eingriffen,
heirats
bedingter
Auszug der Kinder).
Insgesamt betrachtet seien die geschilderten Beschwerden aufgrund der Kenntnisse aus der bisherigen bildgebenden Diag
nostik und anhand der klinischen Befunde nur ungenügend erklärbar. Die Symptomatik werde im Rahmen einer erheblichen Symptomausweitung mit ausgeprägtem Schon- und Schmerzvermeidungsverhalten und durch eine erhebliche psychische Komorbidität deutlich überlagert.
3.4
Dr.
C._
verwies in ihrem Bericht (undatiert, Eingangsdatum 2. Oktober 2012, Urk. 8/43) im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der
Z._
vom 10. September 2012 (Urk. 8/42, vgl. E. 3.3) und hielt ergänzend fest, dass die Prognose schlecht sei. Ausserdem sei die psychische Situation entschei
dender als die linke Schulter.
Für die bisherige Tätigkeit bestehe bis auf Weite
res eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Die Beschwerdeführerin sei durch die funktionelle
Einarmigkeit
und d
ie
Angst vor Schmerzen eingeschränkt. Dad
u
rch sei sie bei der Arbeit massiv eingeschränkt und könne auch den Haushalt nicht mehr bewältigen.
3.5
Im internistisch-rheumatologisch
en
Gutachten von
Dr.
A._
vom 14. Mai 2013 (Urk. 8/56) wurden folgende rheumatologischen Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(S. 54)
:
-
Restbeschwerden im Bereich der linken Schulter bei
-
Status nach Arthroskopie am 20. Januar 2010 mit
subacromialer
Dekompression und
Supraspinatussehnen
-Naht und
-
arthroskopischer
Adhäsiolyse
mit ventraler und dorsaler
Kapsulotomie
am 9. November 2010 wegen
-
Supraspinatus
-Ruptur,
subac
r
omialem
Engpass und
Biceps
-
Sehnen-Tendi
ni
tis und Kontusion der linken Schulter am 20. August
2009 mit
-
starker Ausdünnung und Vernarbung der
Supraspinatussehne
ohne Nachweis einer sicheren Diskontinuität und AC-Arthrose und
ohne wesentliche Atrophie (
Arthro
-MRI von Mai 2012 und von
Februar 2013)
-
z
ervikospondylogenes
Syndrom links bei
-
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen vor allem der
unteren HWS mit bil
ateralen schweren
foraminalen
E
ngen C5/6
und C6/7 mit möglicher Kompression der Nervenwurzel C6
beidseits und möglicher Irritation der Nervenwurzel C7 beidseits
(MRI von Dezember
2011) und
-
unauffälligem neurologischen Befund (März 2011)
Folgende
Diagnosen verbleiben ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Hypercholesterinanämie (6.7 mmol/l)
-
Vitamin-D-Mangel (41
nmol
/l)
-
Status nach Arthroskopie des rechten Knies am 20. April 2006 wegen
-
symptomatischer medialer Meniskusläsion bei so
nst intakten
Kniebinnenstruktu
ren mit medialer
Teilmeniskektomie
mit
-
verzögertem Heilungsverlauf
Die Beschwerdeführerin klage nach Schulter-Operationen über Schmerzen in der linken Schulter, die sie bis höchstens 60° heben könne. Ausserdem sei die linke Schulter überwärmt. In der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte (HWS, BWS und LWS) seien nor
mal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Alle grossen peri
pheren Gelenke ausser der linken Schulter seien normal beweglich. Bei der direkten Prüfung der linken Schulter zeige sich eine stark eingeschränkte Beweglichkeit mit einer Flexion beziehungsweise Abduktion von etwa 60°. Unter Ablenkung sei die Beweglichkeit der li
n
ken Schulter deutlich besser und erreiche dabei eine Flexion von mindestens 130° beziehungsweise eine Abduk
tion von mindestens 90°
. Nirgends seien Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder über
wärmte Gelenke vorhanden, i
nsbesondere
nichts dergleichen an der
linke
n Schulter. Die ganze Muskulatur sei liegend geprüft nirgend
s
verspannt. Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich kräftige Muskelmasse von 48 %, welche den Normwert von 40 % deutlich übertreffe. Eine lang andauernde kör
perliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden. Der maximale und der minimale Vorderarmumfang seien rechts einen Zentimeter grösser als links. Das sei normal bei Rechtsdominanz wie bei der Beschwerdeführerin.
Eine lang andauernde Schonung des linken Armes gegenüber dem rechten könne daraus
nicht abgeleitet werden. Beide postoperativen
Arthro
-MRI-Untersuchungen (Mai 2012 und Februar 2013) zeigten keine neue
Rotatorenmanschetten
-Läsion und keine wesentliche muskuläre Atrophie. Die MRI-Untersuchung der HWS (Dezember 2011) zeige die oben detailliert beschriebenen Befunde. Da die Befunde beidseits symmetrisch vorhanden seien, die Beschwerdeführerin jedoch ausschliesslich über Beschwerden links klage, hätten die bildgebenden Befunde der HWS vermutlich kaum Einfluss auf ihre Beschwerden.
In der ausgedehnten Blutuntersuchung seien eine deutliche Hypercholesterinä
mie sowie ein leichter Vitamin-D-Mangel die wesentlichsten Befunde.
Ihren
Angaben
widersprechend
fänden sich von keinem der drei geprüften Medika
mente (
Dafalgan
,
Novalgin
und
Surmontil
) Spuren in ihrem Blut beziehungs
weise Urin. Von den beiden Schmerzmitteln habe sie daher mit Sicherheit min
destens am Untersuchungstag die morgendlichen Tabletten beziehungsweise Tropfen vergessen. Da
Surmontil
eine lange Halbwertszeit von 24 Stunden im Blut aufweise und im Urin bis zu 10 Tage lang nachgewiesen werden könne, habe sie vom
Surmontil
mindestens schon zahlreiche Einnahmetermine ver
passt. Die vorhandenen Befunde erklär
t
en das Ausmass
der
Beschwerd
en der Beschwerdeführerin nicht, weshalb sie eine angepasste Tätigkeit zu 100 % beziehungsweise ganztags ausüben könne.
Aufgrund der eingeschränkten Funktion der linken Schulter (bei Rechtshändig
keit) und der HWS sei die Beschwerdeführerin limitiert
. S
o könne sie bis zu 15 Kilogramm heben oder tragen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Mit dem linken Arm könne sie nur Lasten bis 7.5 Kilogramm bis zur Gürtelhöhe anheben. Tätigkeit
en
, die diesem Profil entsprächen, könne sie zu 100 % bezie
hungsweise ganztags ausüben
. Die Beschwerdeführerin sei seit Januar 2013 arbeitslos und suche eine Tätigkeit zu 100 % in einer Fabrik bei der Produktion oder Montage. Eine derartige Tätigkeit sei adaptiert, sofern das oben skizzierte Profil erfüllt werde. Es sei denkbar, dass ein Teilbereich bei der angestammten Reinigungstätigkeit nicht angepasst sei, weshalb sie diese nicht mehr ausüben kön
ne. In ihrem Haushalt (mit
teil
invalidem
Ehemann und berufstätiger Tochter in 4-Zimmerwohnung) sei sie nicht eingeschränkt
,
und bei Bedarf könnten der Ehemann und die erwachsene Tochter mithelfen. In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin nie langfristig eingeschränkt gewesen. Nicht ange
passte Tätigkeiten könne sie dagegen ab 11. November 2009 nicht mehr ausü
ben.
3.6
Das psychiatrische Fachgutachten von
Dr.
B._
vom 31. Mai 2013 (Urk. 8/61) hielt als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine mittelgradige depressive Episode (anhaltend bis
chronifiziert
) mit somatischem
Symptom (ICD-10: F 32.11) und psychologische Faktoren oder Verhaltensauffälligkeiten bei andernorts klassifizierten Erkrankungen (ICD-10: F 54 bei überwiegend erfüllten Foerster-Kriterien)
fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleiben die Angst vor sozialen Problemen (finanzielle Prob
leme, ICD-10: Z 24) und Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10: Z 63).
Bei der Beschwerdeführerin bestehe seit Jahren eine Schulterproblematik beid
seits mit Linksbetonung. Zudem habe sie am 2
0.
August 2009 einen Arbeitsun
fall erlitten. Auch ihr Ehemann sei an der Schulter operiert worden und erhalte nach nicht erfolgreichen Operationen seit 1990 eine Rente. Der protrahierte und problematische Erkrankungsverlauf des Ehemannes werde von der Beschwer
deführerin auf ihre eigene Schulterproblematik übertragen und werde
angstbe
setzt
und
kat
a
strophisierend
verarbeitet.
Eine Bestärkung für ihr Verhalten habe die Beschwerdeführerin durch die in ihren Augen missglückte Schulteroperation erfahren, von der sie sich eine deutliche Besserung erwartet hätte. Erschwerend komme hinzu, dass ihre Schwester im März 2009 in den
F._
einem brutalen Mord zum Opfer gefallen sei, was sie seelisch sehr belaste. Diese Umstände im Zusammenhang mit weitern psychosoziale
n Belastungen (Eheproblematik, f
inanzielle Probleme, Zukunftsängste) führten nun zu einem passiv-regressivem
Copingverhalten
mit depressivem Verarbeitungsstil. Der linke Arm werde von der Beschwerdeführerin in Schonhaltung fixiert gehalten und funktionell lebe die Explorandin als
Einhänderin
.
Nach jahrelanger orthopädischer subjektiv als erfolglos erlebter Therapie habe sie Zukunftsängste, da sie an keine Besserung ihrer somatischen Problematik mehr glaube
. Sie erlebe ihre Lebenswirklichkeit als hoffnungs- und zukunftslos. Sie sehe keine Möglichkeiten mehr, sich hieraus zu befreien.
Die anlässlich der interdisziplinären Schmerzsprechstunde (erste psychiatrische Untersuchung) der Beschwerdeführerin diagnostizierte mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 32.11) und eine Durchschlaf-Insomnie seien
gutachterlicherseits
nachvollziehbar. Es bestehe eine depressive Grundstimmung mit deutlicher Einschränkung der Schwingungsfähigkeit, die Fähigkeit
,
Freude zu empfinden
,
sei signifikant reduziert
,
und es bestehe eine deutliche Interessenverarmung. Zudem liege eine Antr
iebsstörung vor. Das S
elbstwertempfinden der Be
schwerdeführerin sei reduziert, es beständen Stö
rungen der kognitiven Fu
n
ktionen und das Schlafen sei gestört. Es best
e
he ein
Libidoverlust
. Die Kriterien für das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom gemäss ICD-10: F 32.11 seien hinr
e
ichend erfüllt; die Schwere der Störung tendiere in R
ichtung schwere Depression, jedo
ch ohne a
lle acht geforderten Zusatzkrit
erien zu er
f
üllen. Die depressive
Symptomatik sei das Leitsymptom
der psychischen Funktionsstörung der Beschwerdeführerin. Die depressive Erkrankung bestehe nicht alleine als reak
tive Störung auf das Schmerzerleben, sondern sie müsse als primäre
komorbide
Störung gewertet werden.
Sowohl die Fachärzte der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde als auch Dr.
A._
hätten Hinweise dafür geliefert, dass die vorhandenen Befunde das Ausmass der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden nicht erklär
ten.
Eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Fakto
ren gemäss ICDE-10: F 45.41 liege aber nicht vor, da sich bei der Beschwerde
führerin zwar Hinweise auf eine anhaltende psychosoziale (familiäre Probleme nach Ermordung der Schwester, Ehekonflikt, finanzielle Probleme) oder emotio
naler Belastung (Negativerlebnisse der operativen Ergebnisse der
Schulteropera
tionen
bei ihr und ihrem Ehemann) im Zusammenhang mit dem Schmerzerleben fänden. Allerdings gebe sie auf wiederholtes Befragen an, dass das subjektive Schmerzerleben unbeeinflusst von diesen emotionalen und/oder psychosozialen Umweltfaktoren sei.
Die Diskussion über das Vorliegen einer
Schmerzverarbei
tungsstörung
gemäss ICD-10: F 54 beziehungsweise Prüfung der sogenannten „Foerster-Kriterien“ (vgl. S. 18-23) ergebe
dagegen
aus gutachterlicher Sicht und in Würdigung des Quer- und Längsschnittverlaufs der psychischen Erkran
kungen,
dass die zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der psychi
atrischen Störung aus medizinischer Sicht als signifikant eingeschränkt einge
stuft werden müsse, da die überwiegende Anzahl der „Foerster-Kriterien
“
erfüllt beziehungsweise teilweise erf
üllt sei. Die
„
Foerster-Kriterien
“
zeigten Folgendes: (1) Ein Hinweis auf eine weitere schwere psychiatrische Störung liege vor, so sei von einer mittelgradigen depressiven Episode (anhaltend und beginnend
chro
nifizierend
) gemäss ICD-10: F. 32.11 auszugehen, (2) eine chronische körperli
che Begleiterkrankung und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission könne unter Hinweis auf das r
heumatologische Gutachten von
Dr.
A._
bejaht werden, (3)
e
in sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens
sei
teilweise
gegeben
, so sei sie familiär eingebunden, jedoch in der sozialen Teilhabe im
V
ergleich zur prämorbiden Situation eingeschränkt, (4) ein verfestigter, therapeu
t
isch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf im Sinne eines primären
Krankheits
gewinnes
sei nicht gegeben, (5)
unbefriedigende Behandlungsergebnisse und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung seien bei
der
Beschwerdeführer
in
nur teilweise erfüllt, so sei sie in schmerztherapeutischer Behandlung, aber die von der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde erarbeiteten Therapievorschläge seien von der Hausärztin
Dr.
C._
nicht umgesetzt worden, was nicht der Beschwerdeführerin angelastet
werden könne.
Demnach lägen bei der Beschwerdeführerin die diag
nostizierten psychiatrischen Erkrankungen vor, die geeignet seien, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin im invalidenversicherungsrechtlich rele
vanten Sinne mittel- und langfristig zu mindern.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit und in adaptierter Tätigkeit sei unter Abzug des Anteils invalidenversicherungsrechtlich-fremder Faktoren schätzungsweise von einem verblieb
enen Restleistungsvermögen in H
öhe von 50 % bezogen auf ein Pensum von 100 % auszugehen. Der Zeitpunkt der Einschränkung sei nicht exakt bestimmbar. Bestehe jedoch zumindest seit de
r
Untersuchung in der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde der
D._
vom 19. Juli
201
2.
Das verbl
iebene Restleistungsvermögen sei auf de
m ersten Arbeitsmarkt
leistbar
.
Aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht
könne die
Beschwerdeführerin Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Kon
zentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit leisten. Diese Tätigkeiten sollten nicht in Wechsel- oder Nach
t
schicht ausgeübt werden. Auch seien Arbeiten in Akkord und am Fliessband sowie unter Zeitdruck von der Beschwerdeführerin nicht durchführbar. Es sollten zudem regelhafte Pausenmöglichkeiten bestehen.
3.7
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung
vom 6. August 2013 (Urk. 8/75/9-10) hielt
Dr.
med.
Dr.
rer
.
p
ol.
G._
, Facharzt für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) fest,
dass
die bei
den Gutachten von
Dr.
A._
und von
Dr.
B._
umfassend und schlüs
sig seien, weshalb diese der IV-Stelle als sachdienlicher Bezugspunkt für die eigene Urteilsfindung dienen könnten. Der Gesundheitsschaden zeige sich fol
gendermassen: mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und psychologischen Faktoren bei überwiegend erfüllten Foerster-Kriterien,
Restbe
schwerden
der linken Schulter bei
arthroskopischer
Intervention am 20. Januar 2010 und 9. November 2010,
Supraspinatus
-Ruptur
nach
Kontusion der linken Schulter
am 20. August 2009, s
tarke Ausdünnung und Vernarbung der
Supra
spinatussehne
ohne Nachweis sicherer Diskontinuität und AC-Arthrose sowie
zervikospondylogenes
Syndrom links bei unauffälligem neurologischen Befund (März 2011).
Die Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeführte Tätigkeit betrage seit 11. November 2009 0 %, diejenige für eine angepasste Tätigkeit betrage dagegen seit 19.
Juli 2012 (Untersuchung in der Interdisziplinären
Schmerz
sprechstunde
) 50 %. Es sei dabei ein besonderes Belastungsprofil zu beachten: Vermeidung von Stress und nur rücken- und schulterschonende Tätigkeiten mit einer
Gewichtslimite
von 15 Kilogramm und links 7.5 Kilogramm bis
Gürtel
höhe
.
3.8
RAD-Arzt
Dr.
med.
Dr.
rer
. pol.
G._
wiederholte in seiner Stellungnahme vom 12. November 2013 (Urk. 8/75/11), dass aus rein psychiatrischer Sicht
für die bisherige und eine behinderungsangepasste Tätigkeit von
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei. Diese Einschätzung gelte mindestens seit der Untersuchung am 19. Juli 201
2.
4.
4.1
Das internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
A._
vom 14. Mai 2013 (Urk. 8/56) basiert auf einer umfassenden internistisch-rheumatologischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachterin hat detaillierte und nachvoll
ziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwer
deführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem hat sie die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend darge
legt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dem Gutachten von
Dr.
A._
kommt demnach grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.5
).
Dr.
A._
stellte schlüssig fest, dass bei der Beschwerdeführerin ein somati
scher Gesundheitsschaden, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, ausge
wiesen ist. Daraus folgernd attestierte sie auch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin. Sie führte aber auch nachvollziehbar aus, dass diese festgestellten Einschränkungen einer
behinde
rungsangepassten
und entsprechend rücken- und schulterschonenden Tätigkeit
auch vollschichtig ausgeübt
nicht entgegenstehen. Bezüglich der festgehaltenen Diagnosen und weitestgehend auch in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit stellte sie sich auch nicht in Widerspruch zur Einschätzung der
Z._
(vgl. E. 3.3).
4.2
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aus rheu
matologischer Sicht seit 11. November 2009 für ihre bisherige Tätigkeit als
Rei
nigungsmitarbeiterin
zu 100
%
arbeitsunfähig ist, ihr aber
mindestens seit dem Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns (
1.
Dezember 2011; vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG)
eine behinderungsangepasste rücken- und schulterschonende Tätigkeit mit
Gewichtslimiten
zu 100
%
zumutbar ist.
5.
5.1
Auch das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
vom
31. Mai 2013
(Urk.
8/
61
) entspricht den erforderlichen Kriterien (vgl. E. 1.
5
).
5.2
5.2.1
Der Gutachter
Dr.
B._
stellte einerseits die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
(anhaltend bis
chronifiziert
) mit somatischem Syndrom (ICD-10: F. 32.11) und erklärte, dass diese depressive Erkrankung nicht alleine als reaktive Störung auf das Schmerzerleben, sondern als primäre
komorbide
Störung gewertet werden müsse.
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diag
nostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Wenn auch
Dr.
B._
die depressive Erkrankung der Beschwerde
führerin als verselbständigten G
esundheitsschaden betrachtet,
so vermag dies angesichts der
offenkundig vorliegenden psychosozialen Belastungsfaktoren (Eheproblematik, finanzielle Probleme, Zukunftsängste, familiäre Probleme nach Ermordung der Schwester, Negativerlebnisse der operativen Ergebnisse der Schulteroperationen bei ihr und ihrem
berenteten
Ehemann
, Lebensumbruchsituation durch Auszug der Kinder
) nicht
zu überzeugen. D
iese
führten – wie
Dr.
B._
ausführte -
zu einem passiv-regressivem
Copingverhalten
mit depres
sivem Verarbeitungsstil und
bedingen
das
Krankheitsbild
entsprechend mit
.
Auch anlässlich der Inter
disziplinären Schmerzsprechstunde (Urk. 8/40 S. 6) sowie der psychosomati
schen Abklärung in der
Z._
(Urk. 8/42 S. 3) wurden die zahlrei
chen psychosozialen Belastungsfaktoren als mitverursachende Elemente für die verstärkte Depressivität genannt.
Es ist indessen stets eine objektive Betrachtung des
Forderbaren
vorzunehmen (vorstehend E. 1.1-2), wobei mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten (vor
stehend E.
5.2.1
). Ein Rentenanspruch kann grundsätzlich nicht entstehen,
solange zumutbare therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Verän
derung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung des (psychischen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor. Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht.
5.2.3
Die Beschwerdeführerin lässt sich
jedoch
nicht
psychiatrisch
behandeln (Urk. 8/61 S. 13). Eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung wurde ihr
aber
bereits im Juli 2011 seitens der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde, wo die erste psychiatrische Untersuchung stattgefunden hatte, vorgeschlagen (Urk. 8/40 S. 7). Entgegen der Auffassung von Dr
.
B._
(Urk. 8/61 S. 20)
kann die mangelnde Umsetzung einer solchen vorgeschlagenen psychiatrischen Therapie nicht der Hausärztin
Dr.
C._
angelastet
oder mit nicht-bezahlten Krankenkassenbeiträgen erklärt
werden.
Offenbar verspürte die Beschwerdeführerin selbst keinen grossen Leidensdruck wegen ihrer Depression, denn sonst hätte sie sich selbst um eine angemessene Therapie gekümmert
, was ihr als eigenverantwortliche Person durchaus zumut
bar gewesen wäre.
Konfrontiert mit der Nicht-Einnahme der antidepressive
n
Medikation (
Surmon
til
) antwortete die Beschwerdeführerin nur sehr ausweichend
(
Urk.
8/61/12)
; so
entgegnete sie zunächst, dass sie die Medikamente immer eingenommen habe, berichtet denn aber, dass eventuell eine Umstellung der Medikamente erfolgt sein könne
,
und gab schliesslich an, dass sie wohl für eine Woche die Medika
mente weggelassen habe. Auch diese mangelnde Medikamenten-Compliance lässt vermuten, dass die Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer depressiven Symptomatik nicht
schwer wiegt. Hierfür sprechen auch der durchaus von Eigenaktivitäten gezeichnete Tagesablauf (
Urk.
8/61/12) sowie die Inkonsistenzen in Bezug auf den Einsatz des linken Armes (
Urk.
8/56/56).
Da eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unter den anzugehenden therapeuti
schen Massnahmen (fachärztliche Therapie und antidepressive Medikation) durchaus zu erwarten ist,
ist vorliegend ein invalidisierender
Gesundheitsscha
den
zu
verneinen
.
5.3
5.3.1
Die Prüfung der diagnostizierten Schmerz
verarbeitungs
störung
-
nach Aus
schluss des
Vorliegen
s
einer
somatoformen
Schmerzstörung
nach ICD-10: F 45.41
-
erfolgte durch
Dr.
B._
anhand der bislang bundesgerichtlich vorgegeben gewesenen sogenannten Foerster-Kriterien. Deren eingehende
Analyse, welche Punkt für Punkt detailliert begründet wurde, ergab aus
seiner
Sicht eine
teilweise Unz
umutbarkeit der Überwindung der psychischen
Stö
rungsbilder
durch die Beschwerdeführerin.
5.3.2
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (Ent
scheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 8., mit Hinweis).
Unter der Prüfung der neu eingeführten Standardindikatoren (vgl. E. 1.
2.
3 letz
ter Absatz) ist die Kategorie „Konsistenz“ beweisrechtlich entscheidend
.
Betreffend
den Indikator
ist
hauptsächlich
festzuhalten, dass
einerseits
bisher kein (teil-)stationärer psychiatrischer Behandlungsversuch mit dem Ziel der Überwindung des
syndromalen
Krankheitsbi
ldes durchlaufen
oder überhaupt eine psychiatrische Therapie begonnen
und auch keine angemessene medika
mentöse (antidepressive) Medikation eingehalten
worden
ist.
Angesichts dieser
erheblichen Inkonsistenz, wo
raus
auf fehlenden Leidensdruck geschlossen wer
den kann,
ist unter dem Blickwinkel der neuen Rechtsprechung mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die geltend gemachte Ein
schränkung anders begründet ist als durch eine versicherte
Gesundheitsbeein
trächtigung
.
5.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
der
Beschwerdeführerin aus somati
scher Sicht eine adaptierte Tätigkeit
(rücken- und schulterschonende Tätigkeit ohne Heben von Gewichten rechts über 15 Kilogramm und links nicht über 7.5 Kilogramm)
zu
10
0
%
zumutbar ist. In
psychiatrischer
Hinsicht ist
- entge
gen der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters
Dr.
B._
, aber in Über
einstimmung mit der Beschwerdegegnerin
- ebenfalls von einer 100
%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen
.
Hieraus ergibt sich keine relevante Erwerbsunfähigkeit (vgl. auch Urk. 8/74).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, das Verfahren
sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides der SUVA zu sistieren (Urk. 1), verkennt sie, dass zwischen der SUVA-Unfallversicherung und der Invalidenversicherung grundsätzlich keine Bindungswirkung besteht
, zumal die
SUVA
ausschliesslich für die Folgen der unfallähnlichen Körperverletzung aufzukommen hat.
7.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.