# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a19768a1-7acb-4555-a989-c555312e37fc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1976, bezieht
eine Invalidenr
ente der Invalidenversiche
rung
und
der Suva (
vgl. Rentenbescheinigungen und -steuerausweise in
Urk.
11/22
).
Nachdem
bisher ein Anspruch auf
Ergänzungs
leistungen verneint worden war
(vgl.
Urk.
11/6
;
Urk.
1
1/V1-V2;
Urk.
11/V4), meldete
sich
der Versi
cherte
am
2
3.
Mai 2017 erneut
bei der Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle),
zum Bezug von Zusatzleistungen an (
Urk.
11/54).
Mit Verfügung
vom
1
4.
respektive
1
5.
Juni 2017 (
Urk.
11/V5;
Urk.
11/67
)
verneinte
die Durchführungsstelle
infolge eines Einnahmeüberschusses
einen Anspruch des Versicherten auf Ergänzungsleistungen
. Dabei
rechnete
sie
unter anderem ein
en
Vermögensverzicht in der Höhe von
Fr.
752'000.-- (Stand 2017) an. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
11/66) hiess die Durchführungsstelle mit
Einspracheent
scheid
vom
1.
April 2019 (
Urk.
11/V6
=
Urk.
2/1) teilweise gut
und reduzierte das
angerechnete
Verzichtsvermögen
auf
Fr.
4
27'000.--
(Stand 2017;
vgl. Berechnungsblätter in
Urk.
11/V7
=
Urk.
2/2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
7.
Mai 2019 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
1.
April 2019 (
Urk.
2/1) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei für die Jahre 2006 und 2007 von einem Vermögensverzicht abzusehen
. In
prozessualer Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1
S.
2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juni 2019 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
2.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Voraus
setzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleistun
gen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des Zusatzleistungsgesetzes des Kantons Zürich, ZLG).
1.2
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die aner
kannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG
).
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als Einnah
men anzurechnen sind nach Art. 1
1 Abs. 1 ELG unter anderem ein Fünfz
ehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37‘500.-- über
steigt (
lit
. c), sowie auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die die anspre
chende Person verzichtet hat (
lit
. g). Eine Verzichtshandlung liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleis
tung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2).
1.3
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt die leis
tungsansprechende Person die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer
recht
lichen Verpflichtung oder gegen adäquate Gegenleistung hingegeben worde
n ist, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 121 V 204 E. 6a; Urteil des Bundesgerichts 8C_1039/2008 vom 25. Februar 2009 E. 2). Derjenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhingabe im
Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht
auf den gegebenen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Grün
den für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechender Beweise hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen. Allerdings bietet das Ergän
zungsleistungssystem keine gesetzliche Handhabe dafür, eine wie auch immer geartete „Lebensführungskontrolle“ vorzunehmen und danach zu fragen,
ob ein Gesuchsteller in der Vergangenheit im Rahmen einer „Normalitätsgrenze
“ gelebt hat, die im Übrigen erst noch näher umschrieben werden müsste. Vielmehr haben die Ergänzungsleistungsbehörden von den tatsächlichen Verhältnissen auszuge
hen, dass ein Gesuchsteller nicht über die notwendigen Mittel zur angemessenen Deckung des Existenzbedarfs verfügt, und nicht danach zu fragen, warum dem so ist (BGE 121 V 204 E. 4b).
1.4
Art. 17a der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) bestimmt, dass der anzurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10‘000.-- zu ver
mindern ist (Abs. 1), dass der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichtes unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertra
gen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern ist (Abs. 2), und dass für
die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung der verminderte Betrag am 1. Januar des Bezugsjahres massgebend ist (Abs. 3).
Nach Art. 23 Abs. 1 ELV sind für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleis
tung in zeitlicher Hinsicht in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahrs vorhandene Vermögen massgebend.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2/1) im Wesentlichen fest, dass sich das Verzichtsvermögen
in der Höhe
von
Fr.
752'000.-- (Stand 2017) aus sieben ungeklärten Vermögensrückgängen der Jahre 2001 und 2003 bis 2008 zusammensetze.
Das Verhalten des Beschwerde
führers sei als Verzichtshandlung zu qualifizieren. Aufgrund des steuerbaren Einkommens müsse jedoch davon ausgegangen werden, dass der Vermögens
rückgang teilweise auch für den laufenden Lebensbedarf habe verwendet werden müssen, weshalb hierfür ein
jährlicher
Pauschalb
etrag von
Fr.
20'000.-- zu berücksichtigen sei.
Dies sei bisher unterblieben und nachzuholen. Im Jahr 2006 ergebe sich somit ein anrechenbares Verzichtsvermögen von
Fr.
220'000.-- (
Fr.
240'000.-- -
Fr.
20'000.--) und im Jahr 2007 ein solches von
Fr.
307'000.-- (
Fr.
327'000.-- -
Fr.
20'000.--). Das erlittene Schädel-Hirn-Trauma sei zwar ein Thema. Der Beschwerdeführer sei allerdings nicht als unzurechnungsfähig
einzu
stufen
. Für die Zeit während bestehender Beistandschaft sei davon auszugehen, dass keine Verzichtshandlungen stattgefunden hätten, da die einzelnen Ausgaben hätten genehmigt werden müssen. Somit sei in den Jahren 2001, 2003
bis 2005 und ab 2008 auf die Anrechnung eines Verzichtsvermögens zu verzichten
(vgl. S. 2 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt (
Urk.
1),
er leide seit einem im Jahr 1994 erlittenen Unfall an einem Schädel-Hirn-Trauma, wobei schwerwiegende psychiatrische Diagnosen hinzu
gekom
men seien. Er sei gesundheitsbedingt bevormundet respektive verbeiständet
gewesen
. Auf seinen Wunsch hin sei die Beistandschaft
per Ende Juli 2006
aufgehoben worden
. Allerdings habe sich s
eine gesundheitliche Verfassung nach
dem
Auszug aus der betreuten Wohneinrichtung massiv verschlechtert und es sei zu wiederholten Wutausbrüchen gekommen, woraufhin der Stadtarzt eine Gefährdungsmeldung bei der damaligen Vormundschafts
behörde erstattet habe. In der Folge sei
im
Oktober 2007
wiederum
eine
Beiratschaft
errichtet worden.
Innerhalb der Zeitperiode ohne vormundschaftliche Massnahme habe er
Fr.
530'000.-- von seinem Vermögen
verbraucht
(S. 5 f.). In
den Akten fänden sich zahlreiche Hinweise, wonach er seit dem erlittenen Unfall an einem dauern
den Schwächezustand leide und nicht urteilsfähig sei (S. 7). Es werde klar aufge
zeigt, dass er seine Vermögensdispositionen keineswegs richtig beurteilen könne (S. 9). Er leide seit
dem
Unfall an irreparablen Hirnschädigungen, welche so massiv seien, dass sie seine Persönlichkeit verändert hätten.
Aufgrund des Ver
laufs sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Auf
hebung der Beistandschaft ein Fehlentscheid gewesen sei. Er sei nur stabilisiert gewesen, weil er betreut und behandelt worden sei. Alleine habe er nicht für sich sorgen können. Die Urteilsfähigkeit mit Blick auf die Verzichtshandlungen sei auch im Zeitpunkt ohne vormundschaftliche Massnahmen nicht gegeben gewe
sen. Es sei ihm daher auch für die Jahre 2006 und 2007 kein Vermö
gensverzicht anzurechnen (S. 10
f.).
2.3
Strittig
und zu prüfen ist, ob
der
von der Beschwerdegegnerin aufgrund der
Ver
mögensrückgänge in den Jahren 2006 und 2007 angerechnete Vermögensver
zicht in der Höhe
von
Fr.
427'000.-- (Stand 2017)
zu Recht erfolgt ist
.
D
abei
ist einzig
die Urteilsfähigkeit
des Beschwerdeführers
bezüglich der Vermögenshin
gabe
umstritten
.
3.
3.1
Aktenkundig u
nd unbestritten ist, dass es im Jahr 2006 zu einem Vermögens
rückg
ang von
rund
Fr.
240'000.--
(
von
Fr.
729'000.--
auf
Fr.
489'6
00.-- [
Fr.
7
'
174
.--
+ Nachtrag von
Fr.
482'426.--]
) und im Jahr 2007
zu einem solchen von
rund
Fr.
327'000.--
(
von
Fr.
489'6
00.-- auf
Fr.
162'302.--
) gekommen ist (vgl. Steuererklärungen in
Urk.
11/22
; vgl. auch
Urk.
11/
57-
58
). Die
Vermögens
rückgänge
in den Jahren 2001, 2003 bis 2005 sowie ab 2008 wurden von der Beschwerdegegnerin
im
Einspracheentscheid
nicht mehr als Verzichtsvermögen angerechnet
(vgl.
Urk.
2
/1
S.
2 f.
)
, weshalb darauf nicht
mehr
weiter einzugehen ist.
3.2
Da der Beschwerdeführer f
ür die in den Jahren 2006 und 2007 erfolgten Vermö
gensrückgänge keine genügenden Belege beibringen
konnte und somit nicht darzutun vermochte, dass seine Geldhingabe im
Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist,
muss
er
sich mangels entsprechender Beweise grund
sätzlich hypothetisches Vermögen entge
genhalten lassen (vorstehend E.
1.3). Der Beschwerdeführer brachte allerdings vor, dass er während dieser Zeit
hinsichtlich der Vermögenshingabe
nicht urteilsfähig gewesen sei, weshalb kein Vermögens
verzicht anzurechnen sei (vgl.
Urk.
1 S. 11). Die Beschwerdegegnerin erachtete den Beschwerdeführer demgegenüber als urteilsfähig und ging
entsprechend von einem
V
erzicht
svermögen
aus (vgl.
Urk.
2
/1 S. 2 f.
).
3.3
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an Ergänzungsleistungen tatsächlich eine Rolle gespielt hat (BGE 131 V 329 E. 4.4). Es ist also nicht wesentlich, dass sich der Versicherte über die sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen seines Tuns im Klaren war. Eine Verzichtshandlung setzt aber schon begrifflich – Verzicht – voraus, dass die Vermögenshandlung mit Wissen und Wollen des Versicherten geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erfor
derlich, dass der Versicherte hinsichtlich der Vermögensverminderung an sich urteilsfähig war, nicht aber, dass er von der möglichen ergänzungsleistungsrecht
lichen Qualifikation als Verzichtshandlung wusste und eine solche in Kauf nahm (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 5.1).
Urteilsfähig im Sinne des Gesetzes ist ein jeder, dem nicht wegen seines Kindes
alters oder infolge
geistiger Behinderung, psychischer Störung, Rausch
oder ähnlichen Zuständen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln (
Art.
16
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
ZGB). Der Begriff der Urteilsfähigkeit ent
hält zwei Elemente: einerseits eine intellektuelle Komponente, nämlich die Fähig
keit, Sinn, Zweckmässigkeit und Wirkungen einer bestimmten Handlung zu erkennen, andererseits ein Willens- beziehungsweise Charakterelement, nämlich die Fähigkeit, gemäss der vernünftigen Erkenntnis nach seinem freien Willen zu handeln und allfälliger fremder Willensbeeinflussung in normaler Weise Wider
stand zu leisten. Die Urteilsfähigkeit ist aber auch relativ zu verstehen; sie ist nicht abstrakt festzustellen, sondern in Bezug auf eine bestimmte Handlung je nach deren Schwierigkeit und Tragweite zu beurteilen. Es ist daher denkbar, dass eine Person trotz allgemeiner Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit zwar gewisse Alltagsgeschäfte noch zu besorgen vermag und diesbezüglich urteilsfähig ist, während ihr für anspruchsvollere Geschäfte die Urteilsfähigkeit abzusprechen ist (
BGE 124 III 5 E. 1a, 122 I 6 E. 7b/
aa
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 5.3
).
Die Urteilsfähigkeit ist die Regel und wird nach der Lebenserfahrung vermutet, solange keine Anzeichen dafür bestehen, dass die betroffene Person aufgrund ihrer allgemeinen Verfassung – etwa bei bestimmten Geisteskrankheiten oder Altersschwäche – im Normalfall mit grosser Wahrscheinlichkeit als urteilsunfähig gelten muss (BGE 129 I 173 E. 3.1, 127 V 237 E. 2c, 124 III 5 E. 1b
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 5.3
).
3.4
Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
seit einem schweren Unfall
im Jahr 1994
an den Folgen des dabei erlittenen
Schädel-Hirn-Trauma
s
leidet
. In diagnostischer Hinsicht
ist den vorhandenen medizinischen Berichten
eine organisch wahnhafte Störung respektive ein paranoides Syndrom oder eine
psychotische Störung
aufgrund schwerer Schädelhirnverletzung mit vorwiegend Wahnsymptomen
sowie eine Persönlichkeitsveränderung
nach schwerer Schädel
hirnverletzung
beziehungsweise eine
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ
zu entnehmen
(vgl.
Urk.
3/5 S. 1;
Urk.
3/6 S. 3;
Urk.
3/7 S.
2;
Urk.
11/72 S. 3)
.
Im
Gutachten von
Dr.
med.
C._
vom 3
0.
März 2012 wird etwa
erwähnt
, dass der Beschwerdeführer aufgrund der hirnorganischen Beeinträchtigung in der Vergangenheit gezeigt habe, dass er eine deutlich ver
minderte Fähigkeit
habe
,
vorausschauend zu planen, Impulse aufzuschieben ode
r zu steuern
. Ferner leide er an einer erhöhten Affektlabilität und verminderten Frustrationstoleranz. Darüber hinaus habe sich die hirnorganische Beeinträchti
gung in den letzten Jahren auch durch verschiedene Regelverletzungen und eine verminderte Fähigkeit, aus Konsequenzen zu lernen, geäussert (vgl.
Urk.
3/6 S.
3).
Hinsichtlich der vorliegend strittigen Zeitperiode ergibt sich sodann
weiter
, dass
die
im
April 2002
am
damaligen Wohnort
D._
errichtete Beistandschaft auf Wunsch des Beschwerdeführers hin per
Ende Juni
2006 aufgehoben wurde.
Als Grund hierfür lässt sich den Akten entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
stabil gewesen sei, keine Verhaltensstörungen gezeigt habe
und auch gut mit seinem Vermögen und seinen Einnahmen habe umgehen können
. Mit Aufhebung der Beistandschaft kündigte der Beschwerdeführer
auch
seinen
betreuten
Wohnplatz und bezog eine eigene Wohnung in Zürich
(vgl.
Urk.
11/68 S. 1;
Urk.
11/75 S. 1).
Den vorhandenen Akten lässt sich
für die Zeit danach
entnehmen, dass der Beschwerdeführer i
m Februar 2007 per fürsorgerischer Fr
eiheitsentziehung (FFE) in die p
sychiatrische
K
linik
E._
wegen akuter Selbst- und Fremdgefährdung bei paranoi
dem-psychotischen Zustandsbild eingewiesen und sein Entlassungsgesuch
gerichtlich
abgewiesen wurde. Das zuständige Gericht ging davon aus, dass der Beschwerdeführer an einer Geisteskrankheit leide, nach medizinischer Einschätzung in Form einer akuten Psychose mit Bedrohungs- und Beeinflussungsgedanken und der persönlichen Fürsorge in einer Klinik bedürfe
(vgl. Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2
0.
Februar 2007,
Urk.
11/74
S. 4
).
Im Juni 2007 bezeichneten d
ie Ärzte der
E._
den Beschwerdeführer als geistig und psychisch in der Lage, seine persönlichen, finanziellen und administrativen Angelegenheiten zu überblicke
n
und zu erledigen (vgl.
Urk.
11/71 S. 2 f.).
Dem Protokoll des Stadtärztlichen Dienstes der Stadt Zürich vom 1
1.
Juli 2007 (
Urk.
11/68) ist hinsichtlich des erfolgten Hausbesuches
jedoch
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in einem menschenunwürdigen Zustand lebe. Das Verhalten und die Wohnsituation des Beschwerdeführers h
ätten
sich drastisch verschlechtert. Aus stadtärztlicher Sicht sei die Errichtung einer vormundschaft
lichen Massnahme zwingend
notwendig (vgl.
Urk.
11/68 S. 2
).
Mit Verfügung vom 1
9.
September 2007 (
Urk.
11/69) ordnete die Vormundschaftsbehörde der
Stadt Zürich daher vorsorglich eine Verfügungssperre über alle Vermögenswerte des Beschwerdeführers an und beantragte
die Anordnung
eine
r
Beiratschaft
. Mit Beschluss vom
8.
Oktober 2007 (
Urk.
11/70)
der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich
wurde
gegen
den
Willen des
Beschwerdeführer
s
eine
Beiratschaft
nach
Art.
395
Abs.
1 und
Abs.
2 ZGB
errichtet
und ihm die Handlungsfähigkeit in diesem Umfang entzogen
.
Der sich in den Akten befindliche Schlussbericht der Übertragung der
Beirat
schaft
/
Beistandschaft
gemäss
Art.
395
Abs.
1 und 2 und
Art.
392
Ziff.
1 ZGB
vom 1
5.
Dezember 2009 (
Urk.
11/72) beschlägt schliesslich die Zeit vom 1
9.
Septem
ber 2007 bis 3
1.
Dezember 200
9.
Diesem lässt sich entnehmen, dass
der Beschwerdeführer während den zwei Jahren vorwiegend ohne festen Wohnsitz gewesen sei. Es sei
en auch mehrere Aufenthalte in p
sychiatrischen Kliniken erfolgt (S. 2) Der Beschwerdeführer sei oft aggressiv und ohne jegliche Geduld.
Als Gründe für die Klinikaufent
h
a
lte habe er Suizidgedanken, das Hören von Stimmen und Wahnvorstellungen angegeben. Medikamente nehme er nur sehr unregelmässig. Der Beschwerdeführer sei auch nach mehrwöchigen Klinikaufent
halten und regelmässiger Medikamenteneinnahme im Ausdruck und Verhalten mehr oder weniger der Gleiche. Die Ärzte seien der Ansicht, dass es bei der erlit
tenen Hirnverletzung praktisch unmöglich sei, dass Medikamente gezielt wirken könnten. Von einer geregelten Lebensgestaltung könne aufgrund der Umstände und des psychischen Zustandes nicht gesprochen werden (S. 3). Die Betreuung sei äusserst aufwändig und teilweise auch kräftezehrend gewesen (S. 4).
3.5
Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen, dass d
er im Sommer 2006
festgestellte
stabile Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
– wenn überhaupt -
nicht
besonders
lange an
hielt
und die Aufhebung der damaligen Beistandschaft möglicherweise nicht angebracht war
. I
nsbesondere
ist
auf die im Februar 2007 mittels FFE erfolgte Einweisung
sowie
die durch den
S
tadtärztlichen Dienst im Juli 2007 gewonnenen Erkenntnisse zu verweisen.
Die
Umst
ä
nd
e
, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall mehrheitlich verbeiständet war
,
er
auch
betreut wohnte
und
zahlreiche psychiatrische Klini
kaufenthalte
wahrnehmen musste,
lassen auf einen andauernden Schwächezu
stand schliessen
, was sich a
uch
dem
Beschluss der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich vom
8.
Oktober 2007
entnehmen lässt. So wurde darin ausdrücklich festgehalten,
dass die Abklärungen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer durch die Unf
allfolgen weder in der Lage sei
,
sein Vermögen noch sein Einkom
men zu verwalten (vgl.
Urk.
11/70 S. 3). Im Beschluss des Bezirksrates Zürich vom 2
0.
August 2009 wird s
odann
der Verdacht
geäussert
, dass der Vermögens
schwund in Zusammenhang mit
der
besonderen psychischen Disposition
des
Beschwerdeführers
stehe (vgl.
Urk.
11/71 S. 5).
Entsprechend
ist
mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
d
er
Beschwerdeführer
keine Einsicht in sein Handeln gehabt und ohne
den andauernden Schwächezustand
kein derartiges verschwenderisches Verhalten an den Tag gelegt hätte.
3.6
Nach dem Gesagten ist
folglich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer in Bezug auf die
Vermögenshingabe
n
in den Jahren 2006 und 2007
urteilsunfähig war, weshalb ihm
kein Vermögensver
zicht angerechnet werden
darf
.
Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, der ange
fochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen, damit diese den Anspruch des Beschwerdeführers auf Zusatzleistungen ohne Anrechnung eines Vermögensverzichts neu berechne und hernach neu verfüge.
4.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung (vgl.
Urk.
1 S. 2) erweist sich infolge
des Verfahrensausgangs sowie
der
grundsätzlichen
Kostenlosigkeit des Verfahrens (
Art.
61
lit
. a
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) als gegenstandslos.