# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 41895aef-19a3-438f-9830-9beba8992c2f
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit am 30. März 2021 publiziertem Entscheid lehnte der Stadtrat von Y._/SG das
Gesuch des Vereins "X._" ab, am 24. April 2021 in Y._ einen "Corona-
Protestmarsch" durchzuführen. Davon ausgehend, dass sich viele
Demonstrationswillige von diesem Verbot nicht abhalten lassen würden, führte die
St. Galler Kantonspolizei in und um die Stadt Fahrzeug- und Personenkontrollen durch
und traf gegenüber 45 Personen Wegweisungs- und Fernhaltemassnahmen.
K._, einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der Q._ AG mit Sitz in T._/TG,
welche die Organisation und Durchführung von Carreisen bezweckt, chauffierte am
24. April 2021 die Reisegruppe "Wandergruppe R._" in Richtung Y._. Um 10.30 Uhr
wurde er in C._/SG von der Polizei angehalten. Diese kam zum Schluss, seine
Passagiere beabsichtigten, an der unbewilligten Demo teilzunehmen und befahl K._,
sich für die nächsten 24 Stunden vom Gebiet der Gemeinde Y._ fernzuhalten. K._
setzte seine Fahrt fort und geriet um 11.50 Uhr auf dem Gebiet der Stadt Y._ erneut in
eine Polizeikontrolle. Dabei wurde er für die Dauer von 24 Stunden aus dem Gebiet des
Kantons St. Gallen weggewiesen. K._ setzte daraufhin die Reisegruppe in F._/ZH ab.
B.
Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen (Vorinstanz) wies den
von K._ gegen die beiden Wegweisungs- und Fernhalteverfügungen erhobenen
Rekurs am 13. September 2021 ab, soweit es darauf eintrat. Die von K._
(Beschwerdeführer) gegen den Rekursentscheid erhobene Beschwerde hiess das
Verwaltungsgericht, soweit es darauf eintrat, teilweise gut (Ziffer 1 des Dispositivs) und
stellte die Rechtswidrigkeit der ihm gegenüber am 24. April 2021 um 11.50 Uhr
verfügten Wegweisung aus dem Kanton St. Gallen fest (Ziffer 2 des Dispositivs). Die
amtlichen Kosten von CHF 1'500 auferlegte es dem Beschwerdeführer zu zwei Dritteln
(Ziffer 3 des Dispositivs; VerwGE B 2021/211 vom 27. Januar 2022).
C.
Mit Entscheid vom 14. September 2022 hiess das Bundesgericht die von K._ gegen
den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 27. Januar 2022 erhobene Beschwerde
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 3/4
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gut, hob die Ziffern 1 und 3 des Dispositivs des verwaltungsgerichtlichen Entscheides
auf und stellte fest, auch die von der Kantonspolizei St. Gallen am 24. April 2021 um
10.30 Uhr gegenüber dem Beschwerdeführer verfügte Fernhaltung sei rechtswidrig
gewesen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Bundesgericht hat die Ziffern 1 und 3 des Dispositivs des verwaltungsgerichtlichen
Entscheides B 2021/211 vom 27. Januar 2022 aufgehoben. Zudem hat es festgestellt,
dass auch die erste, von der Kantonspolizei St. Gallen dem Beschwerdeführer
gegenüber am 24. April 2021 um 10.30 Uhr ausgesprochene Fernhaltemassnahme
rechtswidrig war. Damit hat es dem Begehren des Beschwerdeführers vor den
kantonalen Rechtsmittelinstanzen, soweit es sich gegen die Wegweisungs- und
Fernhaltemassnahmen richtete, in der Sache geschützt. Zur Frage, ob die kantonalen
Instanzen auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers zum Abgabe- und
Subventionsrecht im Transportwesen zu Recht nicht eingetreten sind, hat sich das
Bundesgericht nicht geäussert. Allerdings hat das Bundesgericht Ziffer 1 des
verwaltungsgerichtlichen Entscheides insgesamt – und damit auch das Nichteintreten –
aufgehoben. Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei der
Kostenverlegung in den kantonalen Rechtsmittelverfahren aus bundesgerichtlicher
Sicht als vollumfänglich obsiegend zu behandeln ist. Dem Ausgang der Verfahren
entsprechend gehen die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 1'000
(Vorinstanz) und des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500 (Verwaltungsgericht) daher
zulasten des Staates. Auf die Erhebung ist in beiden Verfahren zu verzichten (Art. 95
Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den von ihm im Rekursverfahren
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'000 zurückzuerstatten. Im
Beschwerdeverfahren ist ihm der Kostenvorschuss von CHF 1'500 zurückzuzahlen.
Ausseramtliche Kosten sind weder für das Rekurs- noch für das Beschwerdeverfahren
zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2, Art. 98 und Art. 98 VRP).
2.
Für vorliegenden Entscheid sind weder amtliche Kosten zu sprechen und zu erheben
(Art. 97 VRP) noch ausseramtliche Kosten zu entschädigen (Art. 98 VRP in
Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 Ingress und lit. f der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO).
bis ter
ter
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