# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e28c6e3-1ad7-478b-9721-6d4b8c5a26df
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene und seit 1991 in der Schweiz lebende
X._
besuchte die obligatorischen Schulen, absolvierte jedoch keine berufliche
Ausbildung. In der Schweiz arbeitete sie an verschiedensten Stellen vorwiegend im Reinigungsbereich (Urk.
8/3/4-5,
Urk.
8
/8,
Urk.
8
/34/5,
Urk.
8
/38, Urk.
8
/40
,
Urk.
8
/53,
Urk.
8/61, Urk. 8
/72/8-9). Am 11. Juni 2003 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit Jahren bestehende Fibromyalgie erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk.
8
/3). Mit Verfügung vom 13. August 2004 sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten ab 1. April 2004 auf der Basis eines 50%igen Invaliditätsgrades eine halbe Rente zu (Urk.
8
/28).
1.2
Mit erneuter Anmeldung vom 14. September 2006 beantragte die Versicherte sinn
gemäss die Erhöhung ihrer Invalidenrente (Urk.
8
/34). Nach Abklärung der me
dizinischen Situation sowie der erwerblichen Verhältnisse (Urk.
8
/36, Urk.
8
/39-40) und nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
8/
42-43, Urk.
8
/49) wies die IV-Stelle das Gesuch um Erhöhung der
Invalidenr
ente mangels
einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Verfügung vom 5. April 2007
ab (Urk.
8
/52). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.3
Mit Eingabe ihres Hausarztes Dr.
Y._
, Facharzt für Innere Medizin,
spez. Rheumaerkrankungen, vom 18. Januar 2010 und im Revisionsfrage
bogen vom 2
6.
Januar 2010 beantragte die Versicherte erneut die Erhöhung ihrer
Invali
denrente (Urk.
8
/57-58). Die IV-Stelle zog einen aktuellen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto (IK-Auszug) bei (Urk.
8
/61), klärte die medizinische Situation bei den behandelnden Ärzten ab (Urk.
8
/59, Urk.
8
/67, Urk.
8
/68) und holte das po
lydisziplin
äre Gutachten des
Z
entrums
Z._
vom 22. Februar 2011 ein (Urk.
8
/72). Mit der Begründung, dass die Abklärungen eine
Verb
esserung der gesundheitlichen Situation ergeben hätten (vgl. Urk.
8
/74/4), hob die IV-Stelle die laufende halbe Rente nach durchge
führtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk.
8
/75-76, Urk.
8
/83,
Urk.
8
/99), in dessen
Rahmen weitere aktuelle Arztberichte zu den Akten genommen wurden (Urk.
8
/81-82, Urk.
8
/88, Urk.
8
/91, Urk.
8
/98), mit Verfügung vom 7. Februar
2012 mit Wirkung ab dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf (Urk.
8/101
).
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des
Sozialversicherungsgericht
s
des Kan
tons Zürich
IV.2012.00308 vom 28. März 2013 abgewiesen
(Urk. 8/
110).
1.4
Am 1
0.
September 2015 meldete sich die
Versicherte
unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall, Depressionen, Rheuma sowie ausstrahlende Schme
rzen in viele Teile des Körpers wiederum
zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung
an
(Urk. 8/
117).
Die IV-Stelle liess IK-Auszüge erstellen
(Urk. 8/
121-123
,
Urk.
8/142-143
) und nahm Arztberichte zu den Akten
(Urk. 8/
125,
Urk.
8/127
,
Urk.
8/144-145,
Urk.
8/148,
Urk.
8/150-151, Urk. 8/165
-166
,
Urk.
8/170,
Urk.
8/178
).
Sodann holte sie das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums
A._
vom 1
9.
Juli 2017 ein
(Urk. 8/
184). Dazu nahm
B._
,
Facharzt
für Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), am 2
8.
Juli 2017 Stellung
(Urk. 8/
185/5-7).
Mit Vorbescheid vom 2
7.
September 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 8/
186). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/
203 ff.) verfügte sie am 1
1.
Dezember 2017 im angekündigten Sinne
(Urk. 8/
208 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
2
3.
Januar 2018
Beschwerde und
beantragte, die
angefochtene
Verfügung sei aufzu
heben und
es
sei
ihr mindestens eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen. In prozessualer
Hin
sicht stellte sie das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin
rückwirkend per 27.
Ok
tober 2017
(Urk. 1 S.
2
). In der Beschwerdeantwort vom
5.
März 2018
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7)
. Mit Gerichtsverfügung vom
1
2.
März 2018
wurde der
Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt, und es wurde ihr Rechtsanwältin
Natali Büchel,
Winterthur, als unent
geltliche Rechtsvertreterin
für das vorliegende Verfahren
bestellt
. Auf das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung für das Verwaltungsver
fahren wurde nicht eingetreten
. Zugleich wurde der Beschwerdeführerin die
Be
schwerdeantwort
zur Kenntnis gebracht
(Urk.
9
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
aufliegend
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen
ei
n
a
nder
widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
es sei keine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung ausgewiesen. Die Begutachtung habe ergeben, dass keine körperlichen Einschränkungen vorhan
den seien, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden. Das Aufmerksam
keitsdefizit beziehungsweise die Hyperaktivitätsstörung
(ICD-10: F90.0) seien bis anhin
ungenügend therapiert, obwohl der Beschwerdeführerin die Behandlung zumutbar wäre. Die Kriterien für eine
somatoforme Schmerzstörung seie
n
nicht erfüllt. Aufgrund der erheblichen Diskrepanzen zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten und angesichts der noch vorhandenen Therapiemöglichkeiten sei nicht von einem invalidisierenden Gesundheitsscha
den auszugehen
(Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen
primär
ein,
gemäss dem von der Be
schwerdegegnerin eingeholten Gutachten des
A._
habe sich ihre psychische
Ver
fassung verschlechtert und sei sie seit Mai 2016 zu 50
%
arbeitsunfähig. Auch aus den Berichten der behandelnden Ärzte inklusive der
i
ntegrierten Psychiatrie
C._
, wo sie
mehrmals
stationär hospitalisiert gewesen sei, ergebe sich eine deutliche Verschlechterung ihres psychischen Ge
sundheitszustands
. Die behandelnden Ärzte seien sich darin einig, dass sie zu 100
%
arbeitsunfähig sei
(Urk. 1 S.
5 ff.
)
.
D
er RAD habe sich der Beurteilung im polydisziplinären Gutachten angeschlossen
. Es gebe keine unterschiedlichen Re
geln gehorchende, getrennte Prüfung einer medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
1 S. 9
f.
).
Die Beschwerdegegnerin habe den von den Gut
achterpersonen und
vo
m RAD festgelegten
Arbeitsunfähigkeit
sgrad von 50
%
missachtet. Entgegen den Medizinern habe sie das Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
- im Übrigen in nicht nachvollziehbarer Weise -
verneint, womit sie in die Kompetenzen der medizini
schen Fachleute eingegriffen habe.
Demgegenüber habe der psychiatrische Gut
achter
seine Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren (ICD-10: F45.41) schlüssig begründet
(Urk.
1 S. 11). Auch habe er die von der Beschwerdegegnerin angeführten Diskrepanzen in seiner Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit bereits gewürdigt, sodass eine davon losgelöste Beur
teilung durch den Rechtsanwender nicht angebracht sei (
Urk.
1 S. 12).
Mangels der Zumutbarkeit von Eingliederungsmassnahmen sei ihr mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten
(Urk.
1 S. 12-13).
3.
3.1
3.1.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilde
t
die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen)
.
Diese Voraussetzung erfüllt
die Verfü
gung vom
7. Februar 2012
(Urk.
8/101
)
, welche mit Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich IV.2012.00308 vom 28. März 2013 bestätigt wurde (Urk. 8/110)
.
D
er seinerzeitige Entscheid
basierte auf dem
polydisziplinären Gutachten des
Z._
vom 22.
Februar 2011
(Urk. 8/
72). Der daran
betei
ligte
Dr.
D._
, Facharzt
FMH
für Allgemeinmedizin,
hielt fest
, die
Beschwerdeführerin
habe über im ganzen Körper vorhandene Schmerzen berichtet.
Es
seien
aber
keine klaren Symptome
eruier
bar
ge
wesen
(Urk. 8
/72/9-10). Die
Beschwerdeführerin
habe als Grund für ihre Arbeitsun
fähig
keit
ein
Weichteilrheuma, Müdigkeit und Schmerzen angegeben (Urk.
8
/72/10-11).
Dr.
E._
, Fachärztin
FMH
für Rheumatologie, stellte in ihrem rheumatologischen
Teil
gutachten vom 12. Februar 2011 folgende Diagnose:
Chro
nic
wide
spread
pain
mit/bei mässigen degenera
tiven Ver
änderungen der Hals- und Lenden
wirbel
säule (
Osteochondrose
LWK5/SWK1,
Chondrose
LWK4/LWK5,
Os
teochon
drose
HWK5/6 und HWK 6/7; Urk.
8
/72/48). Da nicht nur die für e
ine Fibro
myalgie relevanten
tender
points
druckempfindlich seien, könne nicht mehr von einem
Fibromyalgiesyndrom
gesprochen werden, sondern es handle sich um ein generalisiert
es Schmerzsyndrom. Die Beschwer
den der
Beschwerdeführerin
seien nicht durch die radiologisch fassbaren degenerativen Veränderungen der zervikalen und lumbalen Wirbelsäule erklärbar (Urk.
8
/72/14, Urk.
8
/72/48). Es bestehe d
er Verdacht auf eine nicht unwe
sentliche Übe
rlagerung. Die neurologi
sche Un
tersuchung habe keinen klinischen Hinweis für das Vorliegen einer
radi
kulären
Problematik ergeben (Urk.
8/
72/15). Nach der Einschätzung von Dr.
E._
können
der
Beschwerdeführerin
angesichts der Sc
hmerzproblematik und der de
gene
rativen Veränderungen im Bereich des zervikalen und lumbalen Achsenske
letts aus rheumatologischer Sicht körperlich schwere Arbeiten bleibend n
icht mehr zugemutet werden. Kör
perlich leichte bis mittelschwere, wechselbelast
ende und rückenadaptierte Tätig
keiten ohne Zwangshaltung mit dem Oberkörper, ohne wiederholte
Rotations
belastungen mit dem Oberkörper sowie ohne repetitives
Ar
beiten mit den Ar
men in oder über der Horizontalen k
o
nnten der
Beschwerdefüh
rerin
jedoch aus rheu
matologischer Sicht vollschichtig zugemutet werden. Ange
sichts der ausgeprägten Schmerzproblematik
hielt Dr.
E._
e
ine Einschränkung der Leistungs
fähigkeit um 30 %
für gerechtfertigt
.
Sie führte aus, i
n verschiede
nen Berichten anderer Ärzte sei jeweils auch die psychische Komponente berü
ck
sichtigt worden, was die attestier
ten höheren Arbeitsunfähigkeiten erkläre. Im Berich
t der Rehak
lini
k
F._
sei die Arbeitsfähigkeit allein aus rheumatologi
scher Sicht höher beurteilt wor
den.
Für das Bemessen der Einschrän
kung aufgrund einer Schmerzproblema
tik
existierten keine verbindlichen Richtlinien, ausser dass bei chronischen
Schmer
zen,
unabhängig von den feststellbar
en somatischen Pa
thologien, körper
lich
schwe
re Arbeiten nicht mehr zumutbar
seien. Jede darüber
hinaus atte
stierte Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit hänge stark mit der Er
fahrung der beur
teilenden Person zusammen. Hiermit la
sse sich die Diskrepanz der vorliegen
den und der Einsch
ätzung durch die Ärzte der Rehak
lini
k
F._
erklären (Urk.
8
/72/15-16).
Die psychiatrische Evaluation wurde am 7. Februar 2011 durch Dr.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vor
genommen (Urk.
8
/72/17-26, Urk.
8
/72/30-
39). Er stellte folgende psychiatri
sche Diagnosen: Die
Beschwerdeführerin
leide an einer a
nhaltenden somatoformen Schmerz
störung (ICD-10: F45.4) sowie an einer leichten bis mittelgradigen de
pressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10; Urk.
8
/72/35). Be
züglich der soma
toformen Schmerzstörung hielt er fest, die psychosoziale
Fun
ktionsfähigkeit und die psychischen Ressourcen der
Beschwerdeführerin
seien durch
die Schmerzen lediglich leichtgradig eingeschränkt. Sie koche nach wie vor gerne, lese ab und zu, löse Kreuzworträtsel
und Sudokus und pflege gute Be
zieh
ungen zu ihren Söhnen, Geschwistern, Freunden und Freundinnen. Eine schwer
wiegende psychiatrische Komorbidität könne nicht diagnostiziert werden. Der Schweregrad der anhalten
den somatoformen Schmerzstörung sei als eher leicht
gradig zu beurteilen (Urk.
8
/72/23-24). Die Depression sei als leicht- bis mittel
gradig einzustufen. Insofern sei es gegenüber der Beurteilung von Dr.
H._
vom 7. Februar 2004 zu einer Verbesserung sowohl der Beschwerden als auch
der Arbeitsfähigkeit ge
kommen (Urk.
8
/72/24). Eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit bestehe aus psy
chiatrischer Sicht noch im Umfang von 30 %, was sowohl für die zuletzt ausge
übte als auch für eine alternative Tätigkeit gelte (Urk.
8
/72/24).
Als Schlussfolgerung im polydisziplinären
Gutachten des
Z._
vom 22. Feb
ruar
2011 wurde festgehalten, dass es
gesamtmedizinisch zu einer Ver
besserung der
gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin
gekommen sei. Ab d
er Begut
ach
tung könne der
Beschwerdeführerin
in einer den somatischen Leiden an
ge
passten leichten bis mittelschweren Tätigkeit noch
eine Einschränkung der Ar
beitsfähig
keit von insgesamt 30 % attestiert werden (Urk.
8
/72/28).
3.1.2
Das hiesige Gericht erwog im Urteil vom 2
8.
März 2013,
gestützt auf das
Z._
-Gutachten sei davon auszugehen,
dass die
bei
der
Beschwerdeführerin vorlie
gende somatoforme Schmerzstörung nur leicht ausgeprägt sei
.
Diesem Leiden wie auch der leicht- bis mittelgradig ausgeprägten Depression und dem nicht durch objektive Befunde erklärbaren generalisierten Schmerzsyndrom schrieb das Ge
richt letztlich keine invalidisierende Wirkung zu. Es schloss, die Beschwerdefüh
rerin sei in einer den somatischen Leiden
angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 30
%
, also mit einer Leistungs
fähigkeit von 70
%
, arbeitsfähig (
Urk.
8/110 E. 5.5).
3.2
3.2.1
Die Aktenlage seit der Neuanmeldung präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
Dr.
I._
, Oberarzt der
C._
,
berichtete am 1
6.
Oktober 2015, die Beschwerdeführerin sei der
C._
aufgrund einer psychischen Verschlechterung im Frühso
m
mer 2014 durch
Dr.
J._
zugewiesen worden. Nach einer weiteren Verschlechterung des Zustandsbilds sei sie vom 3
0.
Juni bis am 3
1.
August 2015 in der Klinik
K._
,
C._
, auf der Station für Angst und Depression hospita
lisiert gewesen (Urk. 8/125/5).
Dem entsprechenden Austrittsbericht vom 17. Sep
tember 2015 ist zu entnehmen, die deutlichen Schwierigkeiten der Beschwerde
führerin in Steuerung und Regulation im Umgang mit sich sowie der Umgebung seien im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung zu sehen. Dadurch werde auch nachvollziehbar,
weshalb es ihr bisher unmöglich gewesen sei, ihre depressive und Schmerzsymptomatik zu überwinden, was
z
u einer starken
Chronifizierung
geführt habe (Urk. 8/127/13).
Die Beschwerdeführerin sei nicht arbeitsfähig, aber berufliche Massnahmen respektive die Etablierung einer Tagesstruktur mittels einer IV-Massnahme im geschützten Rahmen seien sinnvoll (Urk. 8/127/12-14).
3.2.2
Die Hausärztin
Dr.
J._
,
Spezial
ärztin
FMH
für Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 1
9.
September 2015 aus, der psychische Zustand der Be
schwerdeführerin habe sich während der letzten Jahre deutlich verschlechtert. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin sowie deren Sohn übernehme letz
terer den grössten Teil der Haushaltsführung inklusive einen grossen Teil der
E
in
käufe sowie der Wäsche. Auch die im MRI festgestellte Veränderung, welche einer beginnenden
frontotemporalen
Demenz entspreche,
spreche dafür, dass die Be
schwerdeführerin bei der Alltagsbewältigung in vielen Belangen erhebliche Un
terstützung durch ihren Sohn benötige (Urk. 8/125/2).
In ihrem Bericht vom 1. August 2016 wies sie erneut auf eine Verschlechterung des psychischen Zustands der Beschwerdeführerin hin und hielt eine Eingliederung in den Ar
beitsprozess deswegen für unmöglich (Urk. 8/144/2).
3.2.
3
Am
1.
Oktober 2015, als
die Beschwerdeführerin
aus dem Kantonsspital
L._
hätte austreten sollen, wurde sie durch
Dr.
M._
,
Oberarzt
Departement Medizin
Rheumatologie,
L._
, nach psychiatrischem
Kon
sil
wegen akuter Suizidalität fürsorgerisch untergebracht (Urk. 8/125/3
f.
).
Der Austritt
aus der zur
C._
gehörenden Klinik
N._
erfolgt
e am
5.
Oktober 2015 (Urk.
8/127/2, Urk. 8/127/4
,
Urk.
8/127/9
f.
).
3.2.4
I
m
Bericht
der
C._
vom
8.
März 2016 nannte
Dr.
I._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/127/1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10: F33.1/F33.2)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und
histrionischen
Zügen (ICD-10: F61.0)
-
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
-
beginnende
frontotemporale
Demenz
Er gab an, die Beschwerdeführerin befinde sich seit
dem
3.
März 2016 erneut stationär in der Klinik
K._
(Urk. 8/127/2). Sie
klage
über eine seit circa zwei Monaten weiter zunehmende Verschlechterung der depressiven Symptoma
tik mit Morgentief, vermehrter Tagesmüdigkeit, rascher Erschöpfung auch nach kleinen Aktivitäten,
mit
Freud- und Lustlosigkeit, Insuffizienzgefühle
n
und
mit deutlich vermindertem
Antrieb. Zudem seie
n mittelgradige Konzentrations-
und Kurzzeitgedächtnisstörungen sowie
eine
Verlangsamung im Denken aufgetreten. Die Beschwerdeführerin
berichte
über zunehmendes
Grübeln und Gedankenkrei
sen im Zusammenhang mit Zukunfts- und Existen
z
ängsten. Sie fühle sich von anderen nicht verstanden und sei rat- und hoffnungslos (Urk. 8/127/3).
In seinem Befund nannte
Dr.
I._
eine leichte bis mittelgradige Verminderung von Kon
zentration und Merkfähigkeit bei unauffälligem Langzeitgedächtnis. Im Affekt sei sie deutlich deprimiert, niedergeschlagen
sowie
rat- und hoffnungslos wirkend, jedoch schwingungsfähig. Es bestehe eine verminderte Frustrationstoleranz (Urk. 8/127/3). Nachdem in den Konsultationen vermehrt Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie eine niedrige Frustrationstoleranz und impulsives Handeln aufgefallen seien, sei nach entsprechenden Abklärungen ein
e
Aufmerk
samkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts
störung
(
ADHS
)
diagnostiziert worden (Urk. 8/
127/4).
Eine Arbeitstätigkeit sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zu
mutbar
. Aktuell bestünden Einschränkungen
wegen eines stark verminderten An
triebs mit andauernder Tagesmüdigkeit und rascher Erschöpfung nach kleinen Anstrengungen, gedrückter Stimmungslage mit Freud- und Interessenlosigkeit sowie
Initiativenmangel
und Insuffizienzgefühlen. Daneben bestünden leichte bis mittelgradige kognitive Defizite, Ein- und Durchschlafstörungen sowie ein deut
lich vermindertes Durchhaltevermögen
. Die Symptome der rezidivierenden de
pressiven Störung würden die Belastbarkeit im alltäglichen sowie im beruflichen Leben einschränken. Die bei
der
ADHS bestehenden leichten bis mittelgradigen Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen hätten Einfluss auf das Durch
haltevermögen und die Impulsivität führe zu unüberlegten Handlungen und
dadurch zu Konflikten mit anderen Menschen. Auch wegen der kombinierten Persönlichkeitsstörung bestünden Defizite in der Affektwahrnehmung und Regu
lation, was zu Konflikten mit Vorgesetzten und Mitarbeitern führen könne
(Urk. 8/127/4-5).
D
em Austrittsbericht der
C._
vom
2.
Mai 2016
ist zu entnehmen
, die Beschwer
deführerin sei nicht arbeitsfähig (Urk. 8/148/1).
Aufgrund von Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung
sei eine Anmeldung bei der Spitex der Gemeinde erfolgt.
Im Rahmen des Settings auf der Station habe sich eine leichte Verbesserung der Stimmungslage gezeigt. Es sei der Beschwerdeführerin gelungen, mit Unterstüt
zung die Tagesstruktur aufrechtzuerhalten und an den Therapien teilzunehmen. Im klinischen Setting habe sich im Vergleich zum vorherigen stationären Auf
enthalt im Jahr 2015 eine Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten mit einer verstärkten Störung der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses gezeigt. Zudem habe die Einschränkung der Affekttoleranz und -
regulationsfähigkeit
zugenom
men. Die depressive Symptomatik und die
somatoforme Schmerzstörung seien vor dem Hintergrund einer
Persönlichkeitsstörung
mit
histrionischen
und abhän
gigen Anteilen
sowie zugrundeliegenden Schwierigkeiten in der Selbstregulation und der Nähe-Distanz-Regulation
zu verstehen
, was zur einer
Chronifizierung
beigetragen habe. Erschwerend kämen Defizite in der Aufmerksamkeit, Hyperak
tivität und Impulsivität hinzu. Die Verschlechterung der depressiven Symptoma
tik vor Eintritt sei einer Dekompensation aufgrund einer aktuellen psychosozialen Belastung (geplanter Auszug des jüngeren Sohnes) und einer zunehmenden Be
einträchtigung durch die
frontotemporale
Demenz zuzuschreiben. Wegen letzte
rer sei eine Unterstützung durch die Spitex sinnvoll
(Urk. 8/
148/2).
Am
3.
November 2016
beschrieb
Dr.
I._
eine mittelgradige Reduktion von Aufmerksamkeit, Konzentration und Kurzzeitgedächtnis. Die Stimmung erscheine gedrückt und die Beschwerdeführerin
hab
e über Verzweiflung, Freudlosigkeit,
viele
Einschrä
nkungen und Insuffizienzgefühle berichtet
. Ausser zu den Söhnen
pflege sie kaum soziale
Kontakt
e. Sie könne
wegen der Schmerzen und wegen der fehl
e
nden fina
n
ziellen Mittel wenig unternehmen und sei des Lebens über
drüssig. Trotz Umtriebigkeit sei der Antrieb insgesamt mittelgradig vermindert. Sie klage immer wieder über diverse somatische Beschwerden
und äussere seit Monaten Todeswünsche
. Gespräche in der
C._
fänden alle zwei Wochen statt
(
Urk.
8/151/2).
Nach der Entlassung aus der Klinik
K._
im April 2016 habe man die Beschwerdeführerin zur weiteren Stabilisierung in Bezug auf die demen
tielle Entwicklung beziehungsweise zur spezifischen Behandlung mit zusätzlicher Tagesstrukturierung bei der gerontopsychiatrischen Tagesklinik der
C._
ange
meldet. Die Beschwerdeführerin sei allerdings nur dreimal erschienen und habe
sich ansonsten aufgrund der somatischen Beschwerden abgemeldet. Der geplante Auszug des Sohnes habe nicht stattgefunden. Aufgrund der erneuten psychischen Verschlechterung sei
Cymbalta
vor drei Wochen
aufdosiert
worden.
Zufolge
der kognitiven Defizite, der depressiven Symptomatik und der kombinierten
Persön
lichkeitsstörung
komme es zu rascher Überforderung, vielen Flüchtigkeitsfehlern, deutlich vermindertem Durchhaltevermögen und fehlender Belastbarkeit im all
täglichen und beruflichen Leben. Dies könne zu Konflikten mit nahestehenden Mitmenschen führen
(Urk. 8/
151/3).
Dr.
I._
schloss, der Beschwerdeführerin sei
keine Erwerbstätigkeit zumutbar
(Urk. 8/
151/4).
3.2.5
Vom 1
4.
bis am 1
7.
Februar 2017 war die Beschwerdeführerin im
L._
hospita
lisiert.
Die berichtende Ärztin gab an, die Hausärztin habe die Beschwerdeführerin bei progredienten Rückenschmerzen und einer Kraftminderung in der linken un
teren Extremität zugewiesen. Ursächlich s
e
he sie eine unklare rechtsbetonte Ischialgie mit Diskrepanzen und mit psychophysischer Überlagerung
. Klinisch habe sich die Beschwerdeführerin mit einer Parese des Grosszehenhebers links, einer Hyposensibilität im
Dermatom
S1, mit einem abgeschwächten Achillesseh
nenreflex (ASR) links und einem positiven
Lasègue
rechts präsentiert. Laborana
lytisch hätten keine Auffälligkeiten bestanden. Das MRI der
Lendenwirbelsäule
habe einen unveränderten Befund gezeigt. So lägen weiterhin eine kleine Dis
kushernie L2/L3 rechts mit Anhebung und geringer Reizung der Wurzel L2 rechts, eine kleine Diskushernie rechts L3/L4 ohne Nervenwurzelkontakt, eine Diskusher
nie median bis
recessal
links L4/L5 mit Kontakt und Kompression der Wurzel L5
recessal
links sowie eine Diskushernie median/paramedian beidseits L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression vor
(Urk. 8/
170/1-2).
3.2.6
Am
1
9.
Juli 2017
wurde
das
poly
disziplinäre Gutachten des
A._
erstattet
.
Be
fragt nach dem aktuellen Leiden habe die Beschwerdeführerin über Hämorrhoi
den, Schmerzen und Probleme mit Rücken und Beinen, Schmerzen an Knien, Füssen und Zehen, Schultern, Ellbogen, Handgelenken und Fingern sowie Nacken und Kopf geklagt (Urk. 8/184/32-33).
Sie wisse nicht, ob sie psychische Probleme habe oder ob es ihr wegen der starken Schmerzen nicht gut gehe. Sie fühle sich nutzlos und als Belastung für ihre Kinder (Urk. 8/184/34).
Im rheumatologischen Teilgutachten wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (Urk. 8/184/46).
Der rheumatologische Gutach
ter
führte aus, es liege ein rein somatisch nicht ausreichen
d
erklärbarer Ganzkör
perschmerz bei sehr auffälligem Verhalten in der Untersuchungssituation vor. Letzteres deute auf eine massive Symptomausweitung hin. Der Katalog der ge
klagten Schmerzen könne weder klinisch funktionell noch bildgebend erklärt
werden und habe aufgrund der angegebenen, äusserst wenigen Ressourcen ein
deutig auch einen Invaliditätscharakter. Möglicherweise sei auch von einem se
kundären Krankheitsgewinn auszugehen. Da die Beschwerden und deren ange
gebene Einschränkungen auf den Alltag somatisch nicht annähernd erklärt wer
den könnten, könne keine rheumatologisch bedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Ungünstig seien lediglich ergonomisch falsche und den Rücken belas
tende Arbeitspositionen sowie das Heben und Tragen schwerer Gewichte von mehr als zehn Kilogramm (Urk. 8/184/47). Viele Angaben der Beschwerdeführe
rin seien unklar und schwammig. Die während der Anamneseerhebung einge
nommene Sitzposition sei nur bei abwesendem Schmerz möglich (Urk. 8/184/48).
Die neurologische Gutachterin
gab an, bei der Untersuchung sei eine sehr de
monstrative und
appellative
Vorbringung der Beschwerden aufgefallen. Die Be
schwerdeführerin sei sehr auf ihre Beschwerden eingeengt und habe sich
hoff
nungs
- und perspektivlos gezeigt (Urk. 8/184/59). In den zerebralen MRI-Untersuchungen se
ien ihrer Beurteilung nach unspezifische Marklagerläsionen ohne Krankheitsrelevanz ersichtlich und es fehle ein Hinweis auf einen
fronto
temporalen
Abbauprozess. Gedächtnisstörung
en
würden dabei erst relativ spät im Verlauf auftreten. Die aktuelle neuropsychologische Untersuchung habe leichte neuropsychologische Funktionseinschränkungen zu Tage gefördert, welche auf
die
bereits bekannte ADHS hinweisen würden. Die subjektiv geschilderte Vergess
lichkeit sei während der Untersuchung nicht objektivierbar gewesen
(Urk. 8/184/60 und
Urk.
8/184/72)
. Bezüglich der angegebenen Schmerzen lasse sich keine spezifische neurologische Erklärung finden. Der neurologische Befund zeige keine objektivierbaren Auffälligkeiten. Die erst auf Nachfrage angegebenen Kopfschmerzen seien wahrscheinlich im Rahmen der somatoformen Schmerzstö
rung zu interpretieren. Teilweise sei der Leidensdruck trotz der insgesamt sehr demonstrativ vorgebrachten Beschwerden nicht erkennbar gewesen (Urk. 8/184/60). Beim Fehlen einer hinreichen
d
erklärbaren neurologischen Ur
sache der im Vordergrund stehenden Schmerzproblematik liege aus neurologi
scher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit vor (Urk. 8/184/59 und Urk. 8/184/61).
Fer
ner wies
die Gutachterin
auf Inkonsistenzen hin, welche
sie
als Aggravation in
terpretierte (Urk. 8/184/62).
Der psychiatrische Gutachter
nannte als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ICD-10: F90.0), psychische Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, Störung durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom
,
gegenwärtiger ständiger Substanz
gebrauch (ICD-10: F11.25)
,
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
mass er der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichtgradig (ICD-10: F33.4), sowie der
histrionischen
Persönlichkeits
akzentuie
rung (ICD-10: Z73.0) zu (Urk. 8/184/83).
Sodann führte er aus, das
appellative
, demonstrative, über
triebene, dramatische oder theatralische Vorbringen der Klagen und die undiffe
renzierte Symptombeschreibung seien zumindest teilweise im Rahmen einer
his
trionischen
Persönlichkeitsakzentuierung zu werten. Die Funktionsbeeinträchti
gungen seien nicht im geklagten Umfang vorhanden. Es bestünden verschiedene Diskrepanzen
. Die psychiatrische Erkrankung führe zu einer 50%igen Arbeitsun
fähigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt
(Urk. 8/184/86-87).
Weiter führte er in Würdigung der vorhandenen Arztberichte aus, das Mild
Cognitive
Impairment
sei nachgewiesen und im Rahmen der ADHS-Diagnose nachvollziehbar
(Urk. 8/184/88). Für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung fehle es an ent
sprechenden Daten aus der Adoleszenz. Ausserdem finde sich bei der aktuellen Untersuchung keine ausgeprägt abhängige Eigenschaft, weshalb lediglich eine
histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung als Folge der iatrogenen Opiatsucht angenommen werden könne. Es fehle an der Klinik für eine
frontotemporale
De
menz. Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin kaum in Stand sei, ihren eigenen Haushalt zu führen, erscheine eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
zu hoch (Urk. 8/184/89).
In der interdisziplinären gemeinsamen Beurte
ilung
gaben
die
A._
-Gutachterpersonen als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit die im psychiatrischen Teilgutachten
genannten
an
(Urk. 8/184/89).
Zusammenfassend hielten sie fest, die chirurgisch-internistische Untersuchung sei unauffällig aus
gefallen. Bei der rheumatologischen Untersuchung habe sich der klinische Befund insofern verändert, als
dieser in Bezug auf weichteilrheumatische Veränderungen
bei der aktuellen Untersuchung spärlich ausgefallen sei. Es handle sich um einen rein somatisch nicht ausreichen
d
erklärbaren Ganzkörperschmerz bei sehr auffäl
ligem Verhalten in der Untersuchungssituation. Der Katalog der geklagten Schmerzen könne weder klinisch funktionell noch bildgebend erklärt werden und habe aufgrund der äussert wenigen Ressourcen eindeutig auch einen Invaliditäts
charakter (Urk. 8/184/95).
Rein somatisch könne indes aus rheumatologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
begründet werden. Die neurologische Untersu
chung inklusive MRI-Befund habe keine ausreichenden Hinweise auf eine
fron
totemporale
Demenz ergeben, was im neuropsychologischen Teilgutachten bestä
tigt worden sei. Bezüglich der angegebenen Schmerzen zeige der neurologische Befund keine objektivierbaren Auffälligkeiten, sodass die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht voll arbeitsfähig sei (Urk. 8/184/96). Die leichten
neuropsy
chologischen Funktionseinschränkungen wiesen auf
die
ADHS hin. Gemäss Mini-
ICF-APP sei die Beschwerdeführerin in der Partizipation und Aktivität einge
schränkt. Im Tagesablauf zeige sich ein vermindertes Aktivitätsniveau. Bei den gestellten Diagnosen sei die Beschwerdeführerin aufgrund der dokumentierten funktionellen Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht zu 50
%
eingeschränkt in ihrer Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/184/97). Ferner wiesen die Gutachterpersonen auf diverse Auffälligkeiten und Diskrepanzen hin (Urk. 8/184/97-98). Insgesamt sei die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht für sämtliche Tätigkeiten mit Ausnahme von ergonomisch falschen, den Rücken belastenden Tätigkeiten sowie das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg zu 100
%
arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin für sämtliche infrage kommen
den Tätigkeiten zu 50
%
arbeitsfähig (Urk. 8/184/98-99).
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit Mai 201
6.
Au
s rheumatologischer Sicht sei e
s im Verlauf zu einer
Besserung
der Symptomatik gekommen, sodass eine 30%ige Ar
beitsunfähigkeit nicht mehr gerechtfertigt werden könne. Aus psychiatrischer Sicht scheine sich eher eine Verschlechterung eingestellt zu haben. Diese sei seit dem 3
0.
Juni 2015 mit der ersten stationären Behandlung in der Klinik
K._
dokumentiert. Während der stationären
Hospitalisationen
sei eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit anzunehmen. Seit Mai 2016 bestehe überwiegend wahrschein
lich die angegebene 50%ige Arbeitsfähigkeit. Zwar sei die Depressivität aktuell nur noch leichtgradig, jedoch habe sich die Schmerzstörung soweit verschlech
tert, dass daraus eine stärkere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere als beim Vorgutachten im Jahr 201
1.
Dies lasse sich zum Beispiel anhand des Tages
ablauf
s
erkennen, wo die Beschwerdeführerin viel grössere Einschränkungen an
gebe als 201
1.
Auch im Mini-ICF-APP hätten sich deutliche Einschränkungen abgebildet. Nach dem Gesagten sei die Beschwerdeführerin sowohl in der ange
stammten als auch in einer optimal angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (Urk. 8/184/99).
Zur Therapie hielten sie fest, die bisherige psychiatrische Thera
pie sei nicht leitliniengerecht. Erfolgversprechend und medizinisch zumutbar wäre eine
höherfrequente
psychiatrische Behandlung inklusive einer mutter
sprachlichen Psychotherapie und einer serumspiegelgesteuerten psychopharma
kologischen Therapie. Ein Jahr nach Beginn einer solchen leitliniengerechten Therapie werde eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung empfohlen. Ferner sei das Opiat abzusetzen (Urk. 8/184/100).
3.2.7
Der RAD-Psychiater
B._
hielt das
A._
-Gutachten für beweiswer
tig, nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel (Urk. 8/185/5). Er hielt am 2
8.
Juli 2017 fest, der Gesundheitsschaden habe sich verschlechtert. Es sei von einem mittelschweren psychischen Gesundheitsschaden
auszugehen. Die psychischen Ressourcen seien gering, es bestehe eine ausge
prägte subjektive Invaliditätsüberzeugung. Zusätzlich sei von einem sekundären Krankheitsgewinn und einem teilweisen sozialen Rückzug auszugehen. Die Mo
tivation zur Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit sei gering. Die persönlichen Aktivitäten seien eingeschränkt und der Gesundheitszustand sei
chronifiziert
. Stationäre Behandlungen hätten erfolglos stattgefunden (Urk. 8/185/7).
4.
4.1
Sämtliche Ärzte
, welche sich zu dieser Frage äusserten
, gingen von einer
wesent
lichen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerde
führerin aus.
So namentlich die Gutachterpersonen des
A._
(Urk. 8/184/99)
, aber auch der behandelnde
Dr.
I._
sowie weitere medizinische Fachpersonen
der
C._
(Urk. 8/125/5
,
Urk.
8/148/2, Urk. 8/151/3
), die Hausärztin (Urk. 8/125/2,
Urk.
8/144/2)
und
ebenso auch
RAD-
Arzt
B._
(Urk. 8/
185/7
).
Dies legt es nahe,
im Vergleich zur rentenaufhebenden Verfügung vom
7.
Februar 2012
von
eine
r
wesentliche
n
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
aus
zugehen
, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen
.
Dies
gestattet
eine
umfassende Prüfung des Rentenanspruchs de
r Beschwerdeführerin
ohne Bindung an frühere Beurteilungen (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2
Hinsichtlich der massgeblichen somatischen Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass die Beschwerdegegnerin dem polydisziplinären Gutachten des
A._
volle Beweiskraft
zu
,
was nicht zu beanstanden ist,
erweist es sich doch im Lichte der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Beweiswert eines medizini
schen Gutachtens als umfassende, auf allseitigen Untersuchungen beruhende und in Kenntnis der
Vorakten
erstellte nachvollziehbare medizinische Beurteilung
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 12
5 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Bildgebend waren
aus somatischer Sicht
Osteochondrosen
sowie kleine Dis
kushernien auf verschiedenen Höhen der Wirbelsäule auszumachen. Eine inter
mittierend leichte
radikuläre
Reizung L5 und S1 sowie eine Kompression der Wur
zel L5 links wurden für möglich gehalten (Urk. 8/184/45).
Klinische Ausfälle der Nervenwurzel L5 fanden sich indes nicht (Urk. 8/184/60). In Übereinstimmung damit hielten auch die Wirbelsäulenchirurgen der Uni
versitäts
klinik
O._
in ihrem Bericht vom 1
8.
Januar 2017 fest, für die Lumbago mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in beide Beine fehle ein klares morphologisches Korrelat (Urk. 8/166/2).
Auch im Bericht des
L._
vom 1
6.
Februar 2017 wurden im We
sentlichen Diskushernien angegeben und die rechtsbetonte Ischialgie wurde als unklar mit Diskrepanzen sowie psychophysischer Überlagerung bezeichnet
(Urk. 8/170/1).
Vor dem Hintergrund der
erhobenen bildgebenden Befunde,
an
gesichts der
beim An- und Ausziehen
unauffälligen Wirbelsäulenbeweglichkeit (Urk. 8/184/54)
sowie aufgrund dessen, dass der Katalog der geklagten Schmer
zen weder klinisch funktionell noch bildgebend erklärt werden kann (Urk. 8/184/47)
,
ist
es
nachvollziehbar, dass die Beschwerde
führerin
aus somati
scher Sicht
als
uneingeschränkt arbeitsfähig
beurteilt wurde für Tätigkeiten
, wel
che weder ergonomisch falsch
noch
rückenbelastend
sind oder
das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg beinhalte
n
(Urk. 8/184/98-99).
4.3
Was den psychischen Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
anbelangt,
ist anzumerken, dass sämtliche Psychiater eine chronische Schmerzstörung diagnos
tizierten
.
W
ährenddem
Dr.
I._
wie bereits der Vorgutachter (Urk. 8/72/35) die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) nannte (Urk. 8/127/1), qualifizierte der psychiatrische
A._
-Gutachter die Stö
rung als chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41;
Urk.
8/184/83)
.
Letztere Diagnose
ist nachvollziehbar, da die Beschwerdeführerin gewisse objektive Befunde aufweist, welche den Ausgangs
punkt der Schmerzen bilden, aber auch psychische Faktoren eine entscheidende Rolle spielen (
vgl.
Urk. 8/184/85-86).
De
r
Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren
nicht diagnostiziert werden könne, weil die Kriterien für eine
somatoforme Schmerzstörung nicht erfüllt
seien
(
Urk.
2 S. 1),
kann nicht gefolgt werden, weil
es sich um unterschiedliche Diagnosen mit verschiedenen ICD-Codierungen han
delt.
Auch die Diag
nosen einer
ADHS sowie einer psychischen Verhaltensstörung durch Opioide ist angesichts der verminderten Aufmerksamkeit und der Verhal
tensauffälligkeiten plausibel (vgl.
Urk.
8/184/84 und
Urk.
8/184/86).
Vor dem Hintergrund der diesbezüglichen Übereinstimmung sämtlicher fachärztlicher Be
urteilungen ist erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin ein psychisches Be
schwerdebild mit Krankheitswert vorliegt. Unerheblich ist dabei, dass die diag
nostischen Einschätzungen nicht vollständig übereinstimmen, ist doch letztlich nicht die
genaue
Diagnose, sondern allein entscheidend, ob die Beschwerden zu einer ausgewiesenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_501/2008 vom 15. Juli 2008 E. 2.2.1 und 9C_166/2
013 vom 12. Juni 2013 E. 4.2.2), respektive kommt es auf die
konkrete
n
Auswirkungen
eine
r
Erkrankung
auf die Arbeit
sfähigkeit
an
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2017 vom 9. April 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE
136 V 279
E.
3.2.1
).
4.4
Ein Einfluss der
ADHS
sowie der übrigen psychischen Leiden
auf die Arbeitsfä
higkeit kann nicht - wie die Beschwerdegegnerin dies tut (
Urk.
2 S. 1
-2
) - mangels Ausschöpfung sämtlicher Therapieoptionen
von vornherein verneint werden. Vielmehr handelt es sich bei der (fehlenden) Therapieresistenz um ein bei der Prüfung der Standardindikatoren zu berücksichtigendes Kriterium
,
respektive ist d
ie
Therapierbarkeit als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweis
würdigung miteinzubeziehen
. Die
Behandelbarkeit eines Leidens
steht
dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegen
(BGE 143 V 409 E.
4.2.2,
Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1
mit Hin
weis
).
Auch trifft nicht mehr zu, dass das Abhängigkeitssyndrom nicht IV-relevant sei (vgl.
Urk.
8/185/8). Vielmehr
ist nun auch bei primären
Suchterkrankung
en
ein
strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
durchzuführen (BGE 145 V 215 Regeste und E. 5, 6.2 und 7).
4.5
Einen Hinweis auf Aggravation
erkannte
d
ie neurologische Teilgutachterin
darin
,
dass
sich
ein sogenannter psychogener
Romberg-Stehversuch mit
einem
Schwan
ken in alle Richtungen zeigte,
das
bei
Ablenkung
aber
nicht mehr vorhanden
ge
wesen sei
.
D
iese Beobachtung
deute auf eine
nichtorganische Störung
hin und spreche für eine Aggravation
(Urk. 8/184/62
, vgl. auch
Urk.
8/184/55
)
.
U
nklar bleibt, ob es sich beim auffälligen Testresultat um die Auswirkung einer psychi
schen Störung oder um
den
Ausdruck eines
bewusstseinsnahe
n
Geschehens
han
delt. Damit ein Ausschlussgrund vorliegen würde, müssten die Anhaltspunkte
für
eine klar als solche ausgew
i
esene Aggravation nach plausibler ärztlicher Beurtei
lung
eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhal
tens müssten zweifellos überschritten sein, ohne dass das
aggravatorische
Ver
halten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurück
zuführen wäre (Urteile des Bundesgerichts 8C_445/2018 vom
6.
November 2018 E. 5.4, 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.4).
Den neuropsychologischen Symptomvalidierungstest absolvierte die Beschwerdeführerin mit unauffälligen Werten und die neuropsychologische
n
Teilgutachterin
nen
verneinte
n
ein
aggra
vierendes
Verhalten (Urk. 8/184/70).
Die Gutachter
personen
beobachteten zwar
insgesamt
zahlreiche Auffälligkeiten und Diskrepanzen (Urk. 8/184/36,
Urk. 8/184/38,
Urk. 8/184/86-87,
Urk. 8/184/97-98)
und empfanden das Auftre
ten der Beschwerdeführerin als demonstrativ leidend (Urk. 8/184/79
, Urk.
8/184/86
).
Dennoch
war in der Begutachtungssituation
teilweise
ein Leidens
druck spürbar
(
Urk. 8/
184/60,
Urk. 8/
184/69)
und die Gutachter erhoben effektive Einschränkungen, beispielsweise der Aufmerksamkeit
(Urk. 8/
184/79)
sowie in sechs von sieben Parametern der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnung
an
den Mini-ICF-APP
(Urk. 8/
184/81-82).
Sie hielten fest, die Funktionsbeeinträch
tigungen seien nicht im geklagten Umfang vorhanden
(Urk. 8/
184/86) und gelang
ten dementsprechend zu einer optimistischeren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als die behandelnden Ärzte
, nämlich zu einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer anderen angepassten Tätigkeit (
Urk.
8/184/89, Urk. 8/184/98-99).
Von der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens kann daher nicht Umgang genommen werden.
5.
5.1
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktio
nellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswir
kungen einer Störung (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.2
5
.
2.1
Bezüglich des Komplexes «
Gesundheitsschädigung
»
in der Kategorie «funktionel
ler Schweregrad»
ist festzuhalten,
dass
laut dem psychiatrischen Teilgutachter eine psychiatrische Erkrankung vorliegt, die geeignet ist, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin im IV-relevanten Sinne mittel- und längerfristig zu mindern
(Urk. 8/
184/87).
Die psychiatrischen diagnoserelevanten Befunde demonstrierten sich darin, dass die Beschwerdeführerin die Aufmerksamkeit nicht für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrechterhalten konnte (Urk. 8/184/79)
. Konzentra
tion und Aufmerksamkeit erschienen teilweise vermindert (Urk. 8/184/57)
. Zudem zeigte sich ihre Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen als leichtgradig beeinträchtigt, die Fähigkeiten zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibilität/Umstellungsfähigkeit und die Durchhaltefähigkeit als mittelgradig beeinträchtigt und die Kontaktfähigkeit zu Dritten
, die
Selbstbe
hauptungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten erwiesen sich als leicht bis mittelgradig eingeschränkt (Urk. 8/184/81-82).
Daneben wies
die Beschwerde
führerin
Einschränkungen der Affektivität auf (Urk. 8/184/80
,
Urk. 8/184/35
).
Im Denken war sie auf ihre gesundheitliche Problematik einge
eng
t (Urk. 8/184/35).
Aus somatischer Sicht ist die Beschwerdeführerin lediglich bei rückenbelastenden Tätigkeiten
limitiert
(Urk. 8/184/98-99).
Die
Schmerzstö
rung hat zugenommen
, was sich im Tagesablauf sowie in den Einschränkungen gemäss Mini-ICF-APP zeigt (Urk. 8/184/99)
.
Vor diesem Hintergrund ist
es
nach
vollziehbar, dass der RAD
-Arzt
den Gesundheitsschaden als mittelschwer ein
stufte (Urk. 8/185/7)
.
D
ie
Beschwerdeführer
in
befindet sich in psychiatrischer Behandlung, wobei
jede zweite Woche Gespräche
stattfinden
(Urk.
8/151/2). Es ist
von einer
gewissen
me
dikamentösen Compliance auszugehen
, zumal
das
infolge der psychischen Ver
schlechterung
aufdosierte
Medikament
Cymbalta
(vgl. Urk.
8/151/3) bei beiden
gemessenen
Medikamentenspiegeln im therapeutischen Bereich im Urin der Be
schwerdeführerin zu finden war
(Urk. 8/
184/38-39
).
Laut dem psychiatrischen Teilgutachten bestehen
aber weitere
erfolgversprechende Therapieoptionen, so
eine
höherfrequente
psychiatrische Behandlung inklusive einer muttersprachli
chen P
sych
otherapie und einer serumspiegelgesteuerten psychopharm
a
kologi
schen Therapie. Sodann sei ein Opi
at
entzug durchzuführen
(Urk. 8/
184/87).
Auf der anderen Seite
hat die Beschwerdeführerin
drei
stationäre Klinikaufenthalte hinter sich,
wovon
einer rund zwei Monate und einer
länger als einen Monat
dauerte
(Urk. 8/
127/2, Urk. 8/127/9,
Urk.
8/127/
12,
Urk.
8/148/1
).
Unter den Komorbiditäten ist sodann die Persönlichkeitsakzentuierung der Be
schwerdeführerin zu berücksichtigen, da ihr ressourcenhemmende Wirkung bei
zumessen ist (BGE 143 V 418 E. 8.1).
Namentlich hat die Persönlichkeitsakzentu
ierung zur Folge, dass die Beschwerdeführerin deutliche Schwierigkeiten in Steu
erung und Regulation im Umgang mit sich sowie der Umgebung aufweist. Des
wegen
war es ihr bislang
auch
nicht möglich,
die depressive und
die
Schmerzsymptomatik
zu
überwinden und es kam zu einer starken
Chronifizie
rung
(Urk. 8/
127/13
,
Urk.
8/148/2
), wodurch eine Wechselwirkung vorliegt.
Fer
ner führen die Defizite in der Affektwahrnehmung und
der
Regulation zu Kon
flikten mit anderen Personen
(Urk. 8/
127/5,
Urk.
8/151/3), was sich ressourcen
hemmend auswirkt.
5.2.2
Beim Komplex
«Persönlichkeit»
ist ebenfalls auf die soeben genannte Persönlich
keitsakzentuierung und deren Auswirkungen hinzuweisen.
Die Beschwerdeführe
rin
verfügt über geringe psychische Ressourcen (Urk. 8/185/7).
Als übrige vor
handene Ressource ist demgegenüber der enge Kontakt zum jüngeren Sohn, wel
cher bei der Beschwerdeführerin lebt und diese im Haushalt unterstützt, zu nen
nen
. Ebenso helfen der ältere Sohn und dessen Freundin bei der Haushaltsführung mit
(Urk. 8/
184/29-31).
5.2.3
Zum Komplex
«sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin sich
zumindest teilweise
sozial zurückgezogen hat, was
nicht nur von
Dr.
I._
(Urk. 8/151/2), sondern zudem
sowohl im
A._
-
Gutachten
(Urk. 8/
184/83
) als auch vom RAD-
Arzt
B._
(Urk. 8/
185/7
) festgehalten wurde.
Kon
takt pflegt sie nur noch zu ihren Söhnen
, der Freundin des älteren Sohnes
(Urk. 8/
184/30)
, ihrer Schwester (Urk. 8/184/75)
sowie
in geringem Umfang
auch
zu Bekannten
(Urk. 8/184/53
,
Urk.
8/184/
77
).
5.2.4
Zur Kategorie «Konsistenz»
ist zu bemerken,
dass
der psychiatrische Teilgutachter im Tagesablauf ein vermindertes Aktivitätsniveau
erhob
(Urk. 8/184/97). Die Be
schwerdeführerin hatte angegeben, früher «praktisch alles» gemacht zu haben (Häkeln, Sticken, Stricken, Gartenarbeiten, Velofahren), nun hingegen
pflegt sie
keine Hobbies mehr (Urk. 8/184/30
,
Urk.
8/184/68
). Selbst im Vergleich zum Vor
gutachten, als sie immerhin noch gerne kochte und gute Beziehungen zu Freun
dinnen und Freunden pflegte (Urk. 8/72/23),
ist ihr Aktivitäts
niveau im Privatbe
reich nun stärker eingeschränkt. So
unterhält sie zu
Freundinnen oder Kollegin
nen
keinen Kontakt
mehr und es fehlt ihr
öfters, aber nicht immer,
die Energie zum Kochen (Urk. 8/184/30
,
Urk.
8/184/76
).
In den Ferien war sie letztmals im Oktober 2016, wobei sie vorzeitig zurückkommen musste, weil es ihr nicht gut ging (Urk. 8/184/30). Teilweise vernachlässigt sie ihre Körperhygiene (Urk. 8/184/30
,
Urk.
8/184/77
). Sehr geringe Aktivitäten wie kurze Spaziergänge bei schönem Wetter, Lesen, Sudokus und Kreuzworträtsel lösen
sowie Fernsehen
weist sie indes noch auf (Urk. 8/184/30-31
,
Urk.
8/184/68
,
Urk.
8/184/76
).
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass Inkonsistenzen im Sinne von
Beeinträchti
gungen
vorliegen
, die nicht im geklagten U
mfang objektiviert werden konnten
(Urk. 8/184/36, Urk. 8/184/38, Urk. 8/184/86-87, Urk. 8/184/97-98).
T
rotz mas
siver Symptomausweitung
war hingegen für die Gutachter
teilweise
ein Leidens
druck
spürbar
(vgl. vorstehende E. 4.5)
.
D
ie regelmässige
ambulante und teilweise auch stationäre
Behandlung
(vgl. erster Abschnitt dieser Erwägung)
lässt effektiv
auch
auf
einen behandlungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck
schlies
sen
.
Indes ist ein gewisser sekundärer Krankheitsgewinn
durchaus möglich
(Urk. 8/
184/
47
,
Urk.
8/185/7
).
5.3
In Anbe
tracht der
mittelmässig
ausgeprägten Befunde, der
histrionischen
Persön
lichkeit
sakzentuierung, der zahlreichen Diskrepanzen bei jedoch wesentlich re
duziertem Aktivitätsniveau
im privaten Lebensbereich lässt sich die
gutachterlich angegebene Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
um 50
%
auch mit Blick auf die Standardindikatoren nachvollziehen.
Plausibel ist, dass beim
appellativen
, demonstrativen, übertriebenen, dramatischen und theatralischen Vorbringen der Klagen nicht unbesehen auf die Angaben der Beschwerdeführerin bezüglich ihres Leistungsvermögens abgestellt werden kann. Dieses Verhalten der Beschwerde
führerin ist indes zumindest teilweise im Rahmen ihrer
histrionischen
Persön
lich
keits
akzentuie
rung erklärbar (Urk. 8/184/87). Die Einschränkung um 50
%
ergab sich aufgrund der dokumentierten funktionellen Einschränkungen (Urk. 8/184/97) und
ist
im Lichte der unterschiedlich ausfallenden
Prüfung der einzelnen
Indikatoren
, welche ebenfalls auf eine teilweise Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit hinweisen, nicht zu beanstanden. Demnach rechtfertigt es sich nicht, aus juristischer Sicht von dieser medizinischen gutachterlichen Beurtei
lung
, welcher sich auch der RAD
-Arzt
anschloss,
abzuweichen.
Da
nach dem Gesagten sämtliche
Teilgutachten
des
A._
-Gutachtens vom 19. Juli 2017
beweiskräftig sind und das zusammenfassende Gesamtgutachten
vor dem Hintergrund der
schlüssigen Teilgutachten plausibel
ist,
ist von einer
50%igen
Arbeitsfähigkeit
sowohl in der angestammten als auch
in einer
anderen
adaptier
ten Tätigkeit auszugehen
(Urk. 8/184/99).
Dies führt zu einem Invaliditätsgrad von 50
%
(
Prozentvergleich) beziehungsweise zum Anspruch auf eine halbe In
validenrente.
5.4
Nachdem sich die Beschwerdeführerin im September 2015 erneut zum Leistungs
bezug angemeldet hat
te
(Urk. 8/117), konnte der Rentenanspruch frühestens am
1.
März 2016 entstehen (
Art.
29
Abs.
1 und
Abs.
3 IVG).
Zu diesem Zeitpunkt war
das Wartejahr bestanden.
Gemäss der Beurteilung der
A._
-
Gutachter lag
i
m März 2015
k
eine
relevante
Arbeitsunfähigkeit
mehr
vor
.
Vielmehr
war es
nach
der
letzten Beurteilung im Ver
lauf zu einer Besserung gekommen
.
Ab Ende Juni 2015
sodann
, das heisst
mit dem Antritt
der
ersten
stationären psychiatrischen
Hospitalisation
,
war die Beschwerdeführerin
bis auf Weiteres
nicht mehr arbeits
fähig
(
Urk.
8/184/99).
Somit war im
März 2016 die Voraussetzung
gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG mit einer
durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von
58,3
%
im vorangegangenen Jahr erfüllt
.
Die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 58,3
%
bei Ablauf des Wartejahres gibt Anspruch auf eine halbe Rente, sofern
ab dann
auch eine äquivalente Erwerbsunfähigkeit
besteht
(Urteil des Bundesge
richts 9C_996/2010 und 9C_1005/2010 vom
5.
Mai 2011 E. 7.1 mit Hinweisen).
Dies ist mit der ab Mai 2016 gültigen Restarbeitsfähigkeit von 50
%
der Fall
.
Die
durch den dritten stationären Klinikaufenthalt ab dem
3.
März bis zum
7.
April 2016
noch bestehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit d
auerte
weniger als drei Monate
an
, weswegen keine Rentenabstufung vorzunehmen ist
(vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
. In Gutheissung der Beschwerde ist der Beschwerdeführerin somit ab dem
1.
März 2016 eine halbe Rente zuzusprechen.
6.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
1’0
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
-
degegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Ausserdem steht der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Natali Büchel, Winterthur, eine Prozessentschädigung zu.
Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen zu bemessen.
Mit Honorarnote vom 1
5.
März 2018 machte Rechtsanwältin Büchel basierend auf einem Aufwand von 16 Stunden und 45 Minuten, einer Kleinspesenpauschale von 4
%
des Rechnungsbetrages so
wie der Mehrwertsteuer einen Betrag von gesamthaft Fr. 4‘127.50 geltend
(Urk.
11).
Angesichts dessen, dass
die
Bedeutung der Streitsache und
die
Schwie
rigkeit des Prozesses im
bei Streitigkeiten über Invalidenrenten üblich
en Rahmen liegen und dass
der Sozialversicherungsprozess von der Offizialmaxime be
herrscht wird (vgl. Wilhelm
, in: Gesetz über das Sozialversicherung
sgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl. 2009, N
10 zu
§
34
GSVGer
mit Hinweis auf
§
23
GSVGer
),
erweist sich
der
geltend gemachte
Betrag als überhöht.
Ein Aufwand von
20 Minuten für ein Akteneinsichtsgesuch
ist übersetzt
. Gleich verhält es sich mit den am 1
5.
März 2018 getätigten Aufwendungen
(total 50 Minuten für Stu
dium der Gerichtsverfügung
betreffend die unentgeltliche Rechtspflege
sowie Mail an die Beschwerdeführerin)
.
Die drei Positionen sind insgesamt um 20 Mi
nuten zu kürzen.
Ebenfalls
zu hoch
ist der Aufwand für das Verfassen der Be
schwerde (inklusive BGE-Recherche)
von
1
2
Stunden
und 5
Minuten
. Dieser Auf
wand ist auf angemessene 10 Stunden zu
reduzieren
.
Ferner wurden die Klein
spesen mit einer relativ hohen
Pauschale von 4
% abgerechnet
. Da kein Grund ersichtlich ist, der einen erhöhten Auslagenaufwand rechtfertigt, ist
- wie üblich -
eine Kleinspesenpauschale von 3
%
einzusetzen
.
Es resultiert ein um 2 Stunden und 25 Minuten gekürzter Aufwand von
14 Stunden und 20 Minuten à
Fr.
220.-- pro Stunde (entsprechend Fr. 3'153.33) zuzüglich Barauslagen von 3
%
und Mehrwertsteuer von 7,7
%
, mithin ein Gesamtbetrag von Fr. 3'498.--.
Dement
sprechend
ist
Rechtsanwältin Büchel
eine
Prozesse
ntschädigung von Fr. 3'
498
.-- inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
zuzusprechen
.