# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b5acb124-f545-48d2-9e9d-d6cfa484eabb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
Mutter zweier Kinder (Jahrgänge 1986 und 1989)
,
war von 200
0
bis
2012
zu 90
%
bei
der
Firma Y._
al
s
Gastro
ange
stellte
in der Kanti
ne
tätig
(
Urk.
6/22,
Urk.
6/61/2,
Urk.
6/66)
.
Unter Hinweis auf
Knie
beschwerden
sowie einen Messerstich ins Handgelenk
meldete sich
die Versicherte
am
2
2.
Januar 2011
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
6/6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten de
s Unfallversicherers
bei (
Urk.
6/19,
Urk.
6/23,
Urk.
6/32,
Urk.
6/46,
Urk.
6/55-58
) und holte bei
ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
je
ein
en
orthopädi
sche
n
sowie psychiatrische
n
Untersuchungsbericht
ein
, die
am
1
1.
Januar
201
3
erstattet wurde
n
(
Urk.
6/61-62
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/35-74)
verneinte die IV
Stelle
mit Verfügung vom 1
7.
April 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/75
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
1
7.
Mai 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
7.
April 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und es sei
ihr
ab Oktober 2011 mindestens eine
Viertelsrente
auszurichten
(S. 2
Ziff.
1
).
In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es seien die Akten des UVG
Versicherers AXA Winterthur beizuziehen (S. 2
Ziff.
1), es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen (S. 2
Ziff.
2) und es sei ein Gutachten in Auftrag zu geben, welches ihre Arbeitsfähigkeit beurteile (S. 2
Ziff.
3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
Juni 2013
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
1
6.
Juli 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
3.
Im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren der Beschwerdeführerin
Nr. UV.2014.00013 erging das Urteil am heutigen Tag.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
April 2013 (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass die Beschwerde
führerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin in ihrer angestammten Tätigkeit zu einem Pensum von 100
%
erwerbstätig wäre und errechnete ein
Validenein
kommen
in der Höhe von
Fr.
7
4
‘
384
.
--
(S. 1
und S. 4 oben
). Aufgrund der medizinischen Abklärungen sei der Beschwerdeführerin die angestammte Tätig
keit nicht mehr zumutbar. Eine behinderungsangepasste, leichte wechselbe
lastende, teilweise sitzende Tätigkeit sei ihr weiterhin zu einem Pensum von 100
%
zumutbar.
Das Invalideneinkommen bezifferte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die LSE mit
Fr.
53‘308.00 und errechnete einen rentenaus
schli
essenden Invaliditätsgrad von 28
%
(S. 2 oben
, S. 4 unten
).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem beschwerdeweise (
Urk.
1) entgegen,
auf den Bericht des RAD könne nicht abgestellt werden, da dieser unvollständig und
widersprüchlich
sei. So seien i
m Vergleich zum Bericht von
Dr.
Z._
im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren
weite
re Beschwerden dazugekommen
und der RAD
schätze
die Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit trotzdem geringer ein
. Ausserdem habe sich der RAD nicht mit dem anders lautenden Bericht von
Dr.
Z._
auseinandergesetzt
(S.
5
Ziff.
2).
Weiter sei die Berechnung des
Inva
liditätsgrades
falsch, insbesondere sei das
Valideneinkommen
zu niedrig und vom Invalideneinkommen sei ein Abzug von 15
%
vorzunehmen (S. 6
Ziff.
3).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin verhält
,
auf
welche medizinischen Berichte diesbezüglich abzustellen ist sowie die Berechnung des Invaliditätsgrades.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, F
acharzt für
Orthopädie, berichtete am 1
3.
September 2011 (
Urk.
6/28/5-16) und nannte folgende Diagnosen
(S. 1)
:
3.
März 2004:
mediale Meniskusläsion rechts bei Status nach
Kniedistor
sion
/-kontusion
1
1.
März 2004:
Quetschverletzung
dorso
-medialer Meniskus
Schlagschaden medialer
Femurkondylus
Grad
IIa
partielle Ruptur vorderes Kreuzband rechts
1
4.
Mai
2004:
Re-Distorsion rechtes Knie mit
medialer Seitenbandzerrung und
subtotaler Ruptur vorderes Kreuzband
7.
Mai 2008:
beginnende posttraumatische
Gonarthrose
rechts
1
6.
Mai 2011:
dorsomediale
Restmeniskusläsion
Chondromalazie
Grad
IIb
retropatellär
und im
femoralen
Patellag
leit
la
ger
partielle Ruptur vordere
s
Kreuzband
Hypertrophie des
Hoffakörpers
Er führte aus,
von Seiten der Rücken- und Armproblematik sei die Beschwerde
führerin im Moment in Kontrolle bei der
Klinik B._
, dort sei noch der neurologische Befund abzuwarten. Von Seiten des rechten Kniegelenks liege die beginnende posttraumatische
Gonarthrose
vor. Diese sei radiologisch gegenüber den Voraufnahmen nicht zunehmend. Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bleibe im
Moment unverändert (
Urk.
6/28/16
).
Am 2
5.
November 2011 führte
Dr.
A._
aus (
Urk.
6/30/3-4), die Beschwerde
führerin sei
am 1
4.
September 2011
bei beginnender posttraumatischer
Gon
arthrose
re
chts
sowie ausgedehnter Schulter-Arm-Symptomatik li
nks zur Kon
trolle gekommen
. Probeweise
sei eine
Infiltration erfolg
t (S. 1). I
n angestammter stehender und gehender Tätigkeit
habe
im Moment sicher noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Die Beschwerdeführerin sei
am 1
1.
Oktober 20
11 wieder
zur Kontrolle
gekommen
. I
nsgesamt
habe
sich ein grosser Teil der Beschwerden klinisch auf das med
iale
Kniekompartiment
lokalisiert
. Es sei eine
stationäre Behandlung in
Klinik C._
vorgesehen. Versuchsweise
werde die Beschwerdeführerin die Arbeit zu 20
%
wieder aufnehmen
(S. 2).
3.2
Am
1.
November 2011 nahm
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie und Beratender Arzt der AXA,
Stellung
zu den unfallbedingten Leiden
(
Urk.
10/M36
im Verfahren UV.2014.00013
) und nannte als Diagnose eine posttraumatische
Gonarthrose
rechts bei Status nach Distorsions-Trauma am
7.
Januar 2003 und 1
4.
Mai 2004 mit subtotaler Ruptur des vorderen Kreuzbandes und
Meniskuslä
sion
medial. Er führte aus, die
Chondromalazie
und weitere degenerative Ver
änderungen im Kniegelenk seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die
Instabilität nach den beiden erwähnten Unfällen zurückzuführen. Die durch
schnittliche Arbeitsunfähigkeit nach einer Kniearthroskopie ähnlich der am 1
6.
Mai 2011 durchgeführten Operation dauere für eine Kantinen-Mitarbeiterin vier bis acht Wochen. Dies gelte jedoch für ein sonst gesundes Kniegelenk. Bei der hier vorliegenden massiven posttraumatischen
Gonarthrose
werde die Arbeitsunfähigkeit massiv durch die vorbestehende Schädigung des Kniegelenks beeinflusst und natürlich verlängert. Die Beeinträchtigung durch die
vorbeste
hende
Gonarthrose
sei natürlich individuell und von Fall zu Fall sehr unter
schiedlich. Bis zum fliessenden Übergang in eine definitive Arbeitsunfähigkeit, welche dann natürlich nicht auf die Meniskusschädigung und deshalb notwen
dige Knie-Arthroskopie zurückgeführt werden dürfe, sondern durch die pro
gressive sich verschlechternde vorbestehende
Gonarthrose
bedingt sei. Im vor
liegenden Fall sei der Status quo sine drei Monate nach der Knie-Arthroskopie erreicht gewesen (S. 1).
Aufgrund der Beschwerden im rechten Kniegelenk bestehe bei der Beschwerde
führerin zurzeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, welche nach einer
Ange
wöhnungszeit
von ein bis zwei Monaten weiter gesteigert werden könne. In einer angepassten Tätigkeit mit vor allem sitzenden Arbeiten und der Möglich
keit zwischendurch das Bein zu strecken und ohne das Tragen von Lasten über 5 kg sei eine Steigerung bis 100
%
möglich (S. 2).
3.
3
Die Ärzte der
Klinik C._
berichteten am
3.
Januar 2012 (
Urk.
6/39/4-15
) und
nannten folgende Diagnosen:
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom links
MRI HWS vom 2
8.
Januar 2011: geringe Degenerationen,
Spondyl
arth
rosen
linksbetont, C3/4 leichte
Foraminalstenose
links
betont
, keine Neurokompression
neurologische Evaluation vom 2
7.
Januar 2011: keine Hinweise für
Radikulopathie
oder periphere Läsionen
Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskuläre
Dysbalance
akute Tonsillitis
posttraumatische
Gonarthrose
rechts
mediale Meniskusläsion bei Status nach Distorsionstrauma des rech
ten Knies im März 2004
Arthroskopie mit medialer
Teilmeniskektomie
, Reduktion der
Plica
mediopatellaris
am 1
1.
März 2004
Status nach Entfernung der Restmeniskusläsion rechts am 1
6.
Mai 2011
residuelle
Symptomatik seither
Status nach Schnittverletzung volares Handgelenk links am
9.
Oktober 2004
Entwicklung eines
Lymphödemes
,
lymphologische
Behandlungen
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit aufsteigenden Beschwerden von lumbal her
Fehlstatik der Wirbelsäule, muskulärer Insuffizienz
arterielle Hypertonie Grad 3 mit vor allem diastolisch erhöhten Werten
Sie
führten aus,
während
des
Aufenthalt
s
der Beschwerdeführerin
vom
6.
De
zember 20
11 bis
3.
Januar 20
12 und zusätzlich bis
am
8.
Januar 20
12
habe eine
100%
ige
A
rbeitsunfähigkeit bestanden. A
b
dem
9.
Januar 20
12
sei die Arbeitsfähigkeit
durch
den Hausarzt zu bestimmen.
Es sei jedoch im Anschluss an den stationären Aufenthalt ein Einstieg mit 20
%
(zwei Stunden pro Tag) empfohlen
(
Urk.
6/3
9/6
)
.
3.
4
Am
8.
Mai 2012 berichteten die Ärzte der
Klinik C._
(
Urk.
6/48)
, nannten die bekannten Diagnosen
und führten aus,
die Beschwer
deführerin habe
am
3.
Januar 20
12 in objektiv gebessertem Allgemeinzustand in ihre gewohnte häusliche Umgebung entlassen
werden
können. Subjektiv habe aber eine weitere Einengung auf
das Schmerzgeschehen bestanden. U
nklar sei
auch
die Erhöhung
der Entzündungswerte geblieben, die ambulant weiter abgeklärt werden müsse. Die Therapieziele hätten somit leider nur teilweise erreicht werden können (S. 3).
3.5
Dr.
A._
berichtete am 2
4.
Mai 2012 (
Urk.
6/52/1-2) und führte aus,
die Beschwerden im rechten Kniegelenk seien auf die Unfälle zurückzuführen. Die Schmerzen im ganzen linken Arm seien nur mit geringer Wahrscheinlichkeit auf das Bagatelltrauma vom
9.
Oktober 2004 zurückzuführen, sondern weitge
hend krankheitsbedingt. Die
lumbospondylogene
und panvertebrale Schmerzsymptomatik habe bereits vor der Kontusion des Beckens im Dezember 201
1
bestanden und seien deshalb nicht auf dieses Ereignis zurückzuführen. Am rechten Kniegelenk bestehe eine Arthrose, welche im Laufe der Zeit zunehmend sei. Zum momentanen Zeitpunkt bestehe kein Anlass zu einem weiteren opera
tiven Vorgehen (S. 1). Die Beurteilung des medizinischen Dienstes der AXA sei in Bezug auf das unfallbedingte Ereignis korrekt. Unter Einschluss der zusätzli
chen Problematiken erscheine längerfristig eine Arbeit in einer entsprechend angepassten
Tätigkeit zu 50
%
machbar
(S. 2)
. B
ehandlungsmässig sei bei der Gesamtproblematik eine kombinierte schmerztherapeutische, rheumatologische und wahrscheinlich auch psychiatrische Behandlung am erfolgversprechendsten
(S. 1
).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, Regio
naler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, berichtete am 1
1.
Januar 2013 über die psychiatrische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
3.
Dezember 2012 (
Urk.
6/61) und führte aus,
die Beschwerdeführerin verhalte
sich während der psychiatrischen Exploration offen und kooperativ. Es seien keine von der Norm abweichenden Verhaltensauffälligkeiten beobachtbar. Sie sei bewusstseinsklar und in allen vier Modalitäten voll orientiert. Die Auf
fassung könne nicht geprüft werden, da der Beschwerdeführerin das Sprichwort „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
“
nicht bekannt sei. Die Auffassung sei jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht beeinträchtigt, da die Beschwerdeführerin die Fragen verstehe und dem Gespräch problemlos folgen könne. Die Merkfähigkeit sei leicht beeinträchtigt. Die Konzentration sei unauffällig. Das formale Denken sei logisch, kohärent und flüssig. Inhaltliche Denkstörungen seien klinisch nicht
eruierbar
. Der affektive Rapport sei gut her
stellbar bei erhaltener affektiver Modulationsfähigkeit
(S. 4 f.
Ziff.
8).
Es könnten weder psychi
atri
sche Diagnosen mit noch solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden (S. 7
Ziff.
9). Im Vordergrund des psychopathologischen Befundes stehe bei der Beschwerdeführerin eine leichte Affektlabilität, die durch sie jedoch gut beherrscht werden könne (S. 7
Ziff.
10).
Während der gesamten Exploration seien bei der Beschwerdeführerin keine Schmerzexpressionen, schmerzbedingte Ausgleichshaltungen oder
Positions
wechsel
beobachtbar gewesen. Auch sei kein andauernder, schwerer oder quä
lender Schmerz zu erkennen gewesen, der die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung rechtfertigen würde. Es lägen auch keine emo
tionalen Konflikte oder psychosozialen Probleme vor, die schwerwiegend genug wären, um als entscheidende ursächliche Einflüsse für eine solche Diagnose zu gelten. Somit sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis auf
weiteres eine
100%ige Arbeitsfähigkeit bisherig und angepasst ausgewiesen (S. 8
Ziff.
11).
3.
7
Med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Orthopädisc
he Chirurgie und Trau
matologie,
RAD, berichtete am 1
1.
Januar 2013 über die orthopädische Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
3.
Dezember 2012 (
Urk.
6/62) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
8):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung bei medial betonter
Gonarthrose
rechts
Zervikobrachialgie
Lumbalgie
Verdacht auf beginnende
Gonarthrose
links
chronisch venöse Insuffizienz
Sie führte aus, im Rahmen der Untersuchung sei der Serumspiegel der von der Beschwerdeführerin als regelmässig eingenommen angegebenen Schmerzmittel bestimmt worden. Keiner der Wirkstoffe habe nachgewiesen werden können.
Die von der Beschwerdeführerin geklagte Inkontinenz habe im Rahmen der orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung nicht verifiziert oder ausge
schlossen werden können. Daher müsse offen gelassen werden, ob ein hygieni
sches Problem hinsichtlich der Tätigkeit als Kantinenmitarbeiterin bestehe (S. 8
Ziff.
9).
Bei der Beschwerdeführerin sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Kantinenmitarbeiterin bestehe aus rein somatisch-orthopädischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 1
3.
Dezember 201
2.
In einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüs
ten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe/Kälte sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 1
3.
Dezember 2012 gegeben (S. 8
Ziff.
10).
3.
8
RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
nahm am
8.
März 2013 Stellung (
Urk.
6/74/3-4) und führte aus, unter den von der Beschwerdeführerin bemän
gelten Informationen der Untersuchungsberichte seien keine Informationen, die medizinisch richtungsweisend die Beurteilung geändert hätten. Die von der Beschwerdeführerin angeführten Narben am Rumpf nach
Ab
s
zessspaltung
seien zwar gesehen worden, da es sich jedoch nicht um medizinisch relevante Befunde handle und diese auch nicht über der Wirbelsäule lokalisiert seien, bestehe keine Veranlassung, sie gesondert im Untersuchungsbefund der Wir
belsäule zu erwähnen.
Dem Einwand beiliegend finde sich ein Arztbericht, wel
cher beschreibe, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2009 unter Beschwerden der Kaumuskulatur mit Schmerzen im Gesichtsbereich leide. Im MRI
(vgl.
Urk.
6/64/3-4)
sei ein Pseudotumor cerebri diagnostiziert worden. Eine Notwen
digkeit für weitere interdisziplinäre medizinische Abklärungen sei aus medizi
nischer Sicht nicht gegeben.
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass
die ärztlichen Beurteilun
gen durch die RAD-Ärzte
Dr.
D._
und med.
pract
.
E._
(E. 3.
6
und E.
3.
7
)
auf für die strit
tigen Belange umfassen
den und all
seitigen
Unter
suchungen der Beschwerdefüh
rerin sowie auf einer ausführ
lichen Anam
nese
beruhen und die von ihr ge
klagten Beschwerden sowie sämt
liche Befunde in ange
messener Weise berücksichtigen. Sodann wurde
n
sie
in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
erstellt und tr
a
g
en
der konkre
ten medi
zi
ni
schen Situa
tion Rechnung.
Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beur
teilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen
sind nachvoll
ziehbar begrün
det.
So machte
RAD-
Arzt
Dr.
D._
darauf aufmerksam,
dass die Auffassung nicht und die Merkfähigkeit nur leicht beeinträchtigt seien, wobei die Kon
zentration unauffällig und das formale Denken logisch, kohärent und flüssig sei.
Wei
ter bezog er ausdrücklich Stellung zum psychopathologischen Befund der Beschwerdeführerin und führte aus, dass keine psychiatrische Diagnose nach ICD-10 festgestellt werden könne (vgl. vorstehend E. 3.
6
). RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
machte zudem auf die
Überprüfung des
Serum
spiegels
der von der
Beschwerdeführerin als regelmässig eingenommen angege
benen Schmerzmittel aufmerksam und führte aus, dass keiner der Wirkstoffe habe nachgewiesen wer
den können
. Sie legte ausserdem plausibel dar, dass d
ie von der Beschwerde
führerin geklagte Inkontinenz im Rahmen der ortho
pädischen und psychiatri
schen Untersuchung nicht verifiziert oder ausge
schlossen
habe werden können.
RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
zeigte zudem in nachvollziehbarer Weise auf, dass bei
der Beschwerdeführerin ein soma
tischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen
sei
, der die Arbeitsfähigkeit beein
trächtige.
Sie bezog sodann ausdrück
lich Stellung zur Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit
der Beschwerde
führerin
als Kantinenmitarbeiterin
sowie in einer angepassten Tätigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.
7
)
.
Die Ausführungen in de
n
Beur
tei
lung
en
der me
di
zinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die ge
zo
genen Schluss
folge
rungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit wer
den nach
voll
ziehbar begründet. So begründete RAD-Ärztin med.
pract
.
E._
einlässlich und sorgfältig, dass aufgrund der somatischen Beschwerden in der angestammten Tätigkeit
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit dem 1
3.
Dezember 2012
zumutbar sei. Schliesslich zeigte sie in nachvollzieh
barer Weise auf, dass i
n einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppenstei
gen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende
Zwangs
haltungen
und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in Armvorhalte, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibration
sbelastungen und Nässe/Kälte
eine 100%ige Arbeitsfähig
keit seit dem 1
3.
Dezember 2012 gegeben
sei.
Die Berichte
der RAD-Ärzte sind nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend und
erfüllen damit entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin die
praxisgemäs
sen
Kriterien (vgl. vorstehend
E. 1.
4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann. Zudem wird die Beurteilung
der RAD-Ärzte durch den Bericht des im
unfallversicherungsrechtli
chen
Verfahren
beurteilenden
Versicherungsmediziner
s
Dr.
Z._
(vgl.
vorste
hend E. 3.
2
) gestützt; so ging auch diese
r
explizit von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus, wobei
er
das zumutbare Belastungsprofil unter
Ausschluss
der unfallfremden Beeinträchtigungen
minim geringer
ansetzte
und lediglich von einer
Hebe- und Tragebelastung bis 5 kg ausging.
4.2
Demgegenüber kann auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des behandelnden
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E
. 3.1 und E. 3.5
) nicht abgestellt werden. So nannte dieser in seinen Verlaufsberichten zwar jeweils die erhobenen Befunde, machte jedoch keine nachvollziehbar und lediglich durch die
erhobenen
Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. So führte
Dr.
A._
a
m 2
5.
November 2011 einerseits aus, i
n angestammter ste
hender und gehender Tätigkeit bestehe im Moment sicher noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Andererseits machte er in diesem Bericht darauf aufmerk
sam, dass die Beschwerdeführerin die Arbeit v
ersuchsweise
zu 20
%
wieder auf
nehmen
werde (vgl. vorstehend E. 3.1). Am
2
4.
Mai 2012
führte er sodann
aus, dass unter
Einschluss der zusätzlichen
(unfallfremde
n
)
Problematiken länger
fristig eine Arbeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit zu 50
%
machbar ers
cheine (vgl. vorstehend E. 3.5
). Aus diesen zwei Aussagen geht nicht klar hervor, ob für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine Trennung der
unfallbe
dingten
und unfallfremden Beschwerden erfolgte
und wie hoch der jeweilige Anteil ist
. Die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit kann vor diesem Hinter
grund nicht
klar
nachvollzogen werden, zumal er diese Einschätzung weder näher begründete, noch Angaben z
u funktionellen Einschränkungen
machte.
Somit können den Berichten von
Dr.
A._
insgesamt keine Aspekte ent
nommen werden, w
elche gegen die Einschätzung der RAD-Ärzte
sprechen, wes
halb sie die ausführlich und eingehend begründete
n
Einschätzung
en
der RAD
Ärzte
nicht zu entkräften vermögen. Ausserdem muss berücksichtigt
werden, dass es sich bei
Dr.
A._
um den behandelnden Arzt der Beschwerde
führerin handelt, so dass seine Aussagen im Zweifelsfall eher zugunsten der Patientin gehen dürften.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
die RAD-Ärzte
umzustossen vermöchten.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen, insbe
sondere ein unabhängiges Gutachten in die Wege zu leiten,
ist festzuhal
ten, dass sowohl
der psychische als auch der physische
Gesundheitszustand sowie die
Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in den Beurteil
ungen gebührend berücksichtigt
wurden
.
Die Beschwerdeführerin ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzutreffend beziehungsweise unvollständig ist. Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch weitreichende medizinische Einschätzungen aus ver
schiedenen Fachrich
tungen abgeklärt wurde, erweisen sich die vorliegenden medizinischen Akten als ausrei
chend. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157)
.
Die Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Ein
wände brachte sie nicht vor.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugende, nachvollziehba
re und ausführ
lich begründete Einschätzung
der RAD-Ärzte
abzustellen und somit von einer vollen Arbeitsfähigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil auszugehen ist.
5.
5.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stellt sich die Frage, was die Be
schwerdeführerin aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 169 S. 100 f. E. 3b).
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des hypothetischen
Vali
deneinkommens
auf die Angaben der
Firma Y._
vom 2
8.
Juni 2011 im unfall
versicherungsrechtlichen Verfahren (
Urk.
10/A27 im Verfahren
UV.2014.00013) und errechnete für das Jahr 2010
für die Haupttätigkeit
bei der
Firma Y._
einen Betrag von
Fr.
60‘708.-- (Verdienst bei 90
%
Fr.
52‘680.-- +
Fr.
8‘028.-- Bonus und Krankenkassenbeteiligung).
Für die Nebentätigkeit bei der
Firma F._
stützte sich die
Beschwerdegegn
e
rin
auf den IK-Auszug (
Urk.
6/66
/
5
) und übernahm für das Jahr 2010 den Betrag von
Fr.
10‘400
.-- (vgl.
Urk.
6/33)
.
Gestützt auf den Einwand der Beschwerdeführerin vom
9.
April 2013 (vgl.
Urk.
6/73)
berücksichtigte die Beschwerdegegnerin ausserdem das Einkommen aus der Nebentätigkeit der Beschwerdeführerin bei
Frau G._
und errech
nete für das Jahr 2010 einen
durchschnittlichen
Betrag von
Fr.
2‘467.-- (vgl.
Urk.
2 S. 4).
Insgesamt
ging
die Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
1 S. 2 und S. 4)
somit von
ein
em
Valideneinkommen
von
Fr.
73‘575.
-- im Jahr 2010
aus
(
Fr.
60‘708.-- +
Fr.
10‘400.-- +
Fr.
2‘467.--)
.
U
nter Berücksichtigung der
Nominallohnentwick
lung
von
1
%
für das Jahr
2011
(Die Volkswirtschaft
12
201
3
, T
ab B10.2, Total)
ergibt sich ein solches
für
das Jahr 2011
in der Höhe von
Fr. 74
'
311
.
--
(Fr. 73'575.
x 1.01).
5.3
Das aus dem Nebenerwerb bei
der Genossenschaft
H._
erzielte Einkom
men rechnete die Beschwerdegegnerin
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
zu Recht nicht an, da
dieses Einkommen gemäss IK-Auszug (
Urk.
6/
66
/6
) letztmals
bis
Mai
20
10
realisiert wurde. Dieser Nebenerwerb wurde
somit
vor dem Beginn der Krankschreibung im November 2010
(vgl.
Urk.
6/6
Ziff.
6.5,
Urk.
6/13/2
Ziff.
5,
Urk.
6/74/4)
aufgegeben.
Die Berechnungsweise der Beschwerdegegnerin
wurde von der Beschwerde
führe
rin
ferner
insofern gerügt, als
sie
g
emäss IK-Auszug (
Urk.
6/12/8)
im Jahre 2010 bei
Frau G._
Fr.
2‘600.--
verdient
habe und somit dieser Wert einzusetzen sei. Es gebe keinen Grund für die Annahme eines Durchschnittes (
Urk.
1 S. 6 oben).
Vernehmlassungsweise
wurde diesem Ein
wand stattgegeben (
Urk.
5 S. 2
Ziff.
3), was sich als richtig erweist und weshalb sich das
Valideneinkommen
für das Jahr 2010 auf
Fr.
73‘708.-- (
Fr.
60‘708.-- +
Fr.
10‘400.-- +
Fr.
2‘600.--) erhöht, mithin für das Jahr 2011 unter Berücksich
tigung der Nominallohnentwicklung auf
Fr.
74‘
445
.--, falls für das bei der
Firma Y._
erwirtschaftete Einkommen am gestützt auf die Angaben des Arbeitgebers errechneten Betrag festgehalten wird.
Weiter
machte die Beschwerdeführerin geltend, der Lohn bei der
Firma Y._
habe
gemäss IK-Auszug (
Urk.
6/66/6) im Jahre 2010
Fr.
61‘591.-- betragen, es sei deshalb schleierhaft wieso nur
Fr.
60‘708.--
einge
setzt worden seien.
Somit
ergebe sich für das Jahr 2010 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
74‘591.--
oder inklusive Nominallohne
ntwicklung für das Jahr 2011
Fr.
75‘412.
-- (
Urk.
1 S. 6)
.
5.4
Selbst
bei Berücksichtigung
d
iese
r
Einwä
nd
e
der Beschwerdeführerin betreffend die
Salärdaten
würde
– wie im Folgenden zu zeigen sein wird (vgl. nachstehend E. 6.7) -
kein rentenbegrün
dender Invaliditätsgrad
resultieren
, weshalb sie sich als
unbehelflich
erweisen
.
6.
6.1
Für
die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.
2
Zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens für eine gemäss beschriebenem Belastungsprofil zumutbare Tätigkeit stützte sich die
Beschwer
degegnerin
auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) u
nd errechnete
einen Betrag von Fr.
53
‘
308
.
--
(
Urk.
6
/
33
,
Urk.
2 S. 4
).
Angesi
chts der Zumutbarkeit einer 100
%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht de
r
Beschwerdeführer
in auch bei Beachtung der im beschriebenen Belastungsprofil
genannten Einschränkungen eine breite Palette von Tätigkeiten offen.
Es recht
fertigt sich daher, für die Bemessung des
Invaliden
einkommens
auf den stan
dardisierten Durchschnittslohn für einfache und repe
titive Tätig
keiten in sämtli
chen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 20
10
, S. 26, Tabellengruppe TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4).
6
.
3
Das im Jahr 20
10
von
Frauen
im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug
pro Monat
Fr. 4'
225
.-- (LSE 20
10
, S. 26, Tab
.
TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4), mithin Fr. 5
0
'
700
.
im Jahr
(Fr. 4'
225
.-- x 12). Der
durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6
Stun
den
sowie de
r Nominallohnentwicklung von 1
%
für das Jahr 2011
angepasst, e
rgibt dies den Betrag von Fr. 53
’
255
.-- (Fr. 50'700.
-- :
40 x 41.6
x 1.01
).
6.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.5
Die Beschwerdegegnerin gewährte
der Beschwerdeführerin gestützt auf die Recht
sprechung, wonach Einschränkungen wie die Notwendigkeit des Ein
nehmens wechselnder Positionen, das Vermeiden von Zwangshaltungen der Wirbelsäule sowie Hebe- und
Tragelimiten
grundsätzlich keinen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen, wenn auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt auch unter Berücksichtigung der Anforderungs- und Belastungsprofils ein genüge
nd
breites Spektrum an Verweistätigkeiten besteht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_454/2011 vom 3
0.
September 2011), k
einen
behinderungsbe
dingten
Abzug
(vgl.
Urk.
6/74/4)
.
Die Beschwerdeführerin rügte dieses Vorgehen in dem Sinne, dass bei der Berech
nung des Invalideneinkommens ein behinderungsbedingter Abzug in der Höhe von 15 % gerechtfertigt sei (Urk. 1 S.
6
).
6.6
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten
Tätig
keit steht der
Beschwerdeführer
in
eine breite Palette von Tätigkeiten
offen. D
ie einzigen medizinisch ausgewiesenen Behinderungen
der Be
schwerdeführerin bestehen in
körperlich schweren Arbeiten
mit
regelmässigen Hebe- und
Trage
belastungen
über 5 kg (oder gemäss RAD-Ärztin gar 10 kg), im Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, im häufigen Treppensteigen, in häufigen wirbelsäulenbe
lastenden und kniegelenksbelastenden Zwangshaltungen und in Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, in Arbeiten in Armvorhalte, in Arbeiten mit häufigem Gehen auf unebenem Gelände, mit andauernden
Vibra
tionsbelastungen
und in der Nässe/Kälte. Hingegen sind der Beschwerdeführerin vor allem sitzende Arbeiten mit der Möglichkeit, zwischendurch das Bein zu strecken
,
möglich. Die genannten Einschränkungen dürften bei den üblichen einfachen und repetitiven Tätigkeiten nicht ins Gewicht fallen. Mithin schränken diese Behinderungen die Beschwerdeführerin nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein.
Es ist d
aher nicht zu erwarten, dass die
Beschwerde
führer
in
ihre
verbleibende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittli
chen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete
Tabellen
lohn
- verwerten kann.
Es sind somit
grundsätzlich
keine gesundheitlichen Umstände vorhanden, welche sich l
ohnmindernd
aus
wirk
en, ausser
dass
die Beschwerdeführerin keine Schwerarbeit mehr leisten und vor allem noch sitzende Arbeiten ausüben kann.
Auch
die weiteren persönlichen und beruflichen Umstä
nde sind nicht geeignet, einen
weiteren
Ab
zug zu rechtfertigen.
Ob keine Gewährung eines leidensbedingten Abzugs angemessen war, kann letztlich offen gelassen werden, da auch unter
Berücksichtigung eines in Über
einstimmung mit dem Unfallversicherer gewährten leidensbedingten Abzugs von 10
%
(vgl.
Urk.
10/A54 S. 5 im Verfahren UV.2014.00013) kein
rentenbe
gründender
Invaliditätsgrad resultiert (vgl. nachfolgend E. 6.7.2)
.
Es ist indes festzuhalten
,
dass ein solcher in der Höhe von 15
%
- wie von der Beschwer
deführerin beantragt – aufgrund der Rechtsprechung und angesichts
der
der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Tätigkeiten jedenfalls sicherlich als zu hoch zu werten wäre.
Das Vorgehen zur Ermittlung des Invalideneinkommens ist
somit
nicht zu bean
standen.
6.7
6.7.1
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 74
'
445
.
(vgl. vorstehend E. 5.3) mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr. 53'
255
.-- (vgl. vorstehend E. 6.3) ergibt somit eine Einkommenseinbusse von Fr. 21'
190
.-- und damit einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von rund 28 %.
Der angefochtene Entscheid erweist sich demnach im Ergebnis als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.7
.2
Es bleibt anzumerken, dass selbst
unter
Berücksichtigung des von der Beschwer
deführerin geltend gemachten
Valideneinkommens
von
Fr.
75‘412.-- (vgl. vor
stehend E. 5.
3) sowie
eines
in Übereinstimmung mit dem Unfallversicherer gewährten (vgl.
Urk.
10/A54 S. 5 im Verfahren UV.2014.00013)
leidensbeding
ten
Abzugs von 10
%
beim
Invalideneinkommen von
Fr.
53‘255
.--
, was ein
Invalideneinkommen von
rund
Fr.
47‘9
2
3
.
--
ergäbe
, ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
rund
36
%
resultieren würde.
Selbst wenn
, wie von der Beschwerdegegnerin
vernehmlassungsweise
vorge
bracht (
Urk.
5 S. 2), für die Bestimmung des bei der
Firma Y._
erwirtschafteten Einkommens auf das gemäss IK-Auszug gemeldete Einkommen für das Jahr 2011 in der Höhe von
Fr.
60‘035.-- (
Urk.
6/66/6) abgestellt würde, änderte sich nichts am Ergebnis eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrades.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.