# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f634296-7ff0-4398-9b6b-ab5ea18b493e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, hat den Beruf eines
Hochbauzeichners
erlernt.
Er absolviert
e mehrere Weiterbildungen im IT-
Bereich und war seit 1993 Inhaber einer Einzelfirma und als
selbständiger
IT-
Consultant tätig (Urk.
7/22
S. 1 ff.
). Mit Gesuch vom
30.
Dezember 2011
meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine seit
November 2010
bestehende
mittelgradige de
pressive
Episode sowie einer chronische Sinusitis bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kanton
s
Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Am
17.
Januar
2012
führte die IV-Stelle
mit dem Versicherten
ein
Ressourcenge
spräch
durch, anlässlich welchem
dieser
um K
ostengutsprache für eine Um
schulung
zum medizinischen Masseur
ersuchte
, welche Ausbildung er im April 2012 auf eigene Kosten begann
(Urk.
7/5
und
Urk. 7/18
).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in
erwerblicher (Urk.
7/7) und medizinischer Hinsicht (Urk.
7/8 ff.
, Urk.
7/29
) und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk.
7/10
f.
)
. Gestützt auf ein vom Krankentaggeldversicher
er
veranlasstes Gu
tachten vom 18.
Juli 2012 (Urk.
7/31
S. 4 ff.
)
stellte
die IV-Stelle dem Versicherten nach Auferlegung einer Schadenminderungspflicht
in Form
von Inanspruchnahme
einer fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie
(Urk. 7/34)
mit Vorbescheid vom 17.
September 2012 die
Zusprache
einer
halben
Invalidenrente für den Monat Juli 2012 in Aussicht (Urk. 7/36). Gleichentags erliess sie einen Vorbe
scheid, mit welchem sie einen Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form von Berufsberatung verneinte (Urk. 7/38), woran sie mit Verfügung vom 26.
November 2012 festhielt unter Hinweis darauf, dass die bereits begonnene Umschulung zum medizinischen Masseur als nicht leidensangepasst gelte, wes
halb die Kosten von der Invalidenversicherung nicht übernommen werden könnten (Urk. 7/51)
.
M
it Verfügung vom
6.
Dezember 2012
sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
für den Monat Juli 2012 eine halbe Rente der Invaliden
versi
cherung zu (Urk. 7/56
; vgl. später auch neue Verfügungen vom 15.
Mai 2013 und vom 10.
März 2014 [Urk.
7/66 und Urk.
7/87 infolge Neuberechnung der Rente
aufgrund
nachträglich geänderter Einkommen]
). G
egen
die
Verfügung
vom 6. Dezember 2012
erhob
X._
am 17. Jan
uar 2013 hierorts Beschwerde (Urk. 7/61
S. 3 ff.
; Prozess-Nr.
IV.2013.00055
), welche er mit Eingabe vom 3. Juni 2013 zurückziehen liess
unter Hinweis darauf, dass er sich mit der IV-Stelle
darauf
geeinigt habe, dass die
se
ein psychiatrisches Gut
achten in Auftrag gebe
; d
er Prozess
wurde daraufhin mit Gerichtsverfügung vom 7. Juni 2013 als
durch Rückzug erledigt
abgeschrieben
(vgl. Urk. 7/72).
2.
Am 6. Dezember 2013
ordnete
die IV-Stelle eine
medizinische
Untersuchung des Versicherten durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
an
(vgl. Urk.
7/79
). Gestützt auf das entsprechende
Gutachten
vo
m 21.
Februar 2014
(
Urk. 7/85
, einschliesslich ergänzende
Stellungnahme
vom 3.
September 2014, Urk. 7/97
)
stellte die IV-Stelle dem Versicherten daraufhin mit
Vorbescheid vom 26. Januar 2015
die
Wiedererwägung ihrer bisherigen Verfügungen
sowie
die Ausrichtung einer
von Juli 2012 bis Mai 2014
befriste
ten
Viertelsrente
in Aussicht
(Urk. 7/102
)
. Dageg
en liess der Versicherte am 25.
Februar 2015 Einwand erheben und
beantragen, es sei unter Verzicht auf Erlass des vorgesehenen Entscheides
Kostengutsprache für Umschulung
zu er
teilen
sowie
es seien
Taggelder w
ährend der Umschulung aus
zu
richten
, eventu
aliter sei die
Rente bis August 2014
auszurichten
(Urk.
7/105). M
it
Verfügung vom 8.
Mai 2015
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab 1.
Juli 2012 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu, welche sie bis zum 31.
Mai 2014 befristete; gleichzeitig verneinte sie einen Anspruch auf Umschu
lung (Urk. 2).
3.
Dagegen liess
X._
hierorts mit Eingabe vom 8. Juni 2015 Beschwerde erheben (Urk. 1) mit den Anträgen, es sei die angefochtene Verfü
gung insoweit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente von nicht mehr als 43
% zugesprochen werde, die Rente per 31.
Mai 2014 befristet werde und keine beruflichen Massnahmen zugesprochen würden (1.), die
Be
schwerdegegnerin
sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer berufliche Mass
nahmen zuzusprechen (2.), die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerd
eführer eine höhere, unbefristete Invalidenrente zuzusprechen (3.), unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensmässiger Hinsicht liess er alsdann die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels beantragen (4.; Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle stellte mit Vernehmlassung vom 6.
August 2015 Antrag auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer
mit
Gerichts
verfügung
vom 10.
August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde, unter Hinweis darauf, dass ein zweiter Schriftenwechsel nicht als erforderlich erachtet werde (Urk. 8).
Mit Beschluss
vom 9.
Februar 2016
wies
das Gericht
den
Beschwerdeführer
nach einer ersten summarischen Prüfung auf eine mögliche für ihn nachteilige Änderung der Verfügung vom 8.
Mai 2015 bezüglich des Rentenanspruchs hin
unter Einräumung einer Frist zur Stellungnahme und
zu
allfälligem
Beschwer
derückzug
(Urk. 10)
. Mit Eingabe vom 19. Mai 2016 liess der Beschwerdeführer Rückzug der Beschwerde
insoweit erklären, als eine höhere als eine
Viertelsrente
sowie die Ausrichtung einer Rente nach Mai 2014 beantragt werde,
im Übrigen
liess er
(bezüglich Umschulung)
an der Beschwerde festhalten (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In Bezug auf den Rentenanspruch ist das Verfahren als durch (Teil-)Rückzug erledigt abzuschreiben.
Streitig und zu prüfen ist
nurmehr
der Anspruch auf Umschulung (vgl. Urk. 14).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens
zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
2.3
Drohende Invalidität liegt gemäss Art. 1
novies
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähig
keit ist unerheblich.
2.4
Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Um
schulung gelten gemäss Art. 6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versi
cherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in
der angefochtenen
Verfügung den An
spruch auf Umschulung
damit, dass spätestens seit dem Zeitpunkt der
psychiat
rischen
Begutachtung
durch
Dr.
Y._
im Februar 2014 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht mehr nachvollziehbar sei.
D
er Beschwerdeführer
ver
füge gemäss den vorliegenden Unterlagen
über genügend Ressourcen,
um
sein Leiden zu überwinden. Ab Zeitpunkt der Begutachtung liege kein invalidisie
render Gesundheitsschaden mehr vor (
Urk.
2).
3.2
Dagegen lässt der Beschwerdeführer zur Hauptsache vorbringen, dass
gemäss dem vorliegenden, lege
artis
erstatteten Gutachten ersichtlich sei, dass und wieso die angestammte Tätigkeit
n
icht mehr möglich sei, darin also ein vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Damit sei die leistungsspezifische Inva
lidität für Umschulung gegeben. Daran könne sowieso nicht gezweifelt werden, weil ein Umschulungsanspruch auch durch eine erst drohende Invalidität aus
gelöst werden könne (
Urk.
1).
4.
4.1
Dr.
med.
Z._
,
Allgemeine Medizin,
seit 2004
behandelnde Hausärztin des Versicherten, diag
n
os
ti
zierte in ihrem Bericht vom 20.
Januar 2012 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.10) sowie (als Nebendiagnose) eine chronische Sinusitis. Sie ga
b im Wesentlichen an, es bestünden seit einem Jahr schwere Schlafstörungen, Erschöpfungszustand, Überreiztheit,
Konzentra
tionsstörungen
, zeitweise
eine
völlige Arbeitsunfähigkeit,
r
ez
idivierende
Wut
ausbrüche oder Verzweiflungszustände. Es werde ein Berufswechsel angestrebt; der Versicherte habe bereits Schritte eingeleitet
,
um vom Computer wegzukom
men. Als Computerfachmann hätten folgende Arbeitsunfähigkeiten bestanden: 100
% vom 1
0. März
bis 17. Mai 2011, 90
% vom 26. Mai bis 12.
Oktober 2011, 60
% vom 13. Oktober bis 30. Oktober 2011, 100
% vom 1.
November bis 4.
Dezember 2011, sowie
danach
50
% bis auf Weiteres.
Der Versicherte habe sich anstellen lassen und trage so weniger Belastung durch Beruf und Geschäft und habe eine geregelte Arbeitszeit.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei zu 50
% bis auf
W
eit
e
res möglich
(Urk.
7/8)
.
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom
2
2.
Mai 2012
gestützt auf zwei
Untersuchungsg
espräche
mit dem Versicherten
im April 2012
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
sowie ein Burnout-Syndrom (ICD-10
Z73.0). Er gab im Wesentlichen an, der Vers
icherte, der bei
lic
.
phil
B._
in
psychotherapeutischer Behandlung
stehe
,
leide seit mindestens
2010 an wech
selnden Anspannungs- und Erschöpfungszuständen sowie depressiven Episo
den, welche vor allem auf eine Ü
berlastung als selbständiger IT-
Berater zurück zu führen
gewesen seien
. Eine längerdauernde Erkrankung an
Pfeifferschem
Drüsenfieber habe die Schwierigkeiten zusätzlich verstärkt. Ab Februar 2011 habe sich der Zustand verschlechtert.
Im November 2011 sei ein s
tationärer Aufenthalt in der Reha-Klinik in
C._
erfolgt
. Der wechselnde
Krank
heitsverlauf
habe viel mit seiner selbständigen Arbeitstätigkeit als IT-Berater
,
aber auch mit seiner leistungsorientierten perfektionistischen
und leicht zwang
haften Persönl
ichkeitsstruktur zu tun. Der Patient habe bereits eine Umschulung zum medizinischen Masseur begonnen, welcher Schritt sehr zu begrüssen sei. Der bisherige Verlauf habe gezeigt,
dass es dem Versicherten im IT-
Bereich nicht möglich gewesen sei, eine für ihn angepasste Arbeitsbelastung zu finden und durchzuhalten. Mit der Umschulung werde die Situation für den Patienten aus verschiedenen Gründen einfacher. Flankierend werde er die Psychoth
erapie
weiterführen müssen, um die Tendenz zur Perfektion und hoher Leistung zu verbessern. Die Arbeitsfähigkeit als IT-Spezialist wie auch in einer angepassten Tätigkeit betrage 50
% bzw
.
maximal 4.5 Stunden (
Zeitraum
2.
bis 2
4
.
April 2012,
Urk.
7/29).
3.3
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte in seinem
zuhanden der IV-
Stelle erstatteten
Gutachten vom 21.
Februar 2014
(Urk. 7/85 S.
21)
einen Status nach mittelgradiger depressiver Episode, gegen
wärtig in Remission, auf dem Boden einer akzentuierten Persönlichkeit mit zwanghaften als auch ängstlich-vermeidenden Zügen (IC
D
-10 Z73.1).
Dr.
Y._
gab im Wesentlichen an, in der psychiatrischen Untersuchung seien leichtgradige kognitive Einbussen hauptsächlich der Konzentration als auch der Merkfähigkeit aufgefallen sowie ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten bei ei
ner zugrundeliegenden Angst, sich mit administrativen Aufgaben im Zusam
menhang mit der früheren Tätigkeit und Firma (wohl:
)
zu beschäftigen.
Anam
nestisch seien Suizidgedanken bestätigt worden
,
von denen sich der Versicherte anlässlich der Untersuchung allerdings klar habe distanzieren können. Hin
sichtlich der Persönlichkeit zeigten sich leicht zwanghafte Züge. Diagnostisch bestehe kein Zweifel, dass der Versicherte eine mittelgradige depressive Episode erlitten habe, welche sich zur Zeit in Remission befinde. Das psychophysische Gleichgewicht sei weiterhin stark
labilisiert
. Dies zeige sich daran, dass
auch nur
einfache
Beschäftigungen
am Computer bei ihm zu starken
psychovegetati
v
en
Reaktionen führten. Psychogenetisch sei die Persönlichkeitsakzentuierung massgeblich dafür verantwortlich, dass der Versicherte zunächst eine psycho
physische Erschöpfungssymptomati
k
im Rahmen einer Burnout-Situation, spä
ter depressive Symptome entwickelt habe. Der Verkauf der Firma und die be
gonnene Umschulung zum medizinischen Masseur hätten in der Folge zu einer markanten Entlastung und gemeinsam mit der bestehenden psychotherape
u
ti
schen Behandlung zur Remission geführt. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Kontraindikation für eine solche Ausbildung
(
Urk.
7/85 S. 24 f.)
.
Zur Arbeitsfähigkeit gab
Dr.
Y._
an, die bisherige Tätigkeit als
selbständiger
Computerfachmann sei nicht mehr möglich, hier bestehe eine vollständige Ar
beitsunfähigkeit. Eine Wiederaufnahme dieser Tätigkeit würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine erneute psychische Dekompensation mit Ausbildung einer mindestens mittelgradig depressiven Episode und allenfalls Suizida
l
ität auslösen. Für angepasste Tätigkeiten, insbesondere der bestehenden Ausbildung respektive Umschulung zum medizinischen Masseur, könne derzeit
eine
60%ige Ar
beitsfähigkeit bestätigt werden;
diese könne gegebenenfalls ab April
bis
Mai
(wohl: 2014)
auf 80 %
gesteigert werden.
Rückblickend und aufgrund des Verlaufs könnten die von der Hausärztin ausge
stellten Arbeitsunfähigkeiten als plausibel beurteilt werden. Eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit
als IT-
Spezialist von Anfang bis Mitte 2012 könne ebenfalls be
stätigt werden, wobei hier hervorzuheben sei
,
dass nicht eine selbständige Tä
tigkeit gemeint sein könne.
Ein Arbeitsversuch im Herbst 2012 habe gezeigt, dass der Versicherte nicht in der Lage gewesen sei, auch nur eine 20%ige Tätig
keit in der angestammten Form aufrecht zu erhalten; es sei daher ab August 2012 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit als IT-Spezialist auszugehen
.
Alsdann
könne eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten inner
halb der bestehenden Ausbil
d
ung oder für leichte andere Tätigkeiten ohne Zeit- und Leistungsdruck ab August 2012 bis Ende 2013 angenommen werden
(Urk. 7/85 S.
2
6
. ff).
In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 3. September 2014 führte
Dr.
Y._
aus, die weiterhin bestehende 40%ige Arbeitsunfähigkeit sei wie folgt zu be
gründen: beim Versicherten bestehe eine Persönlichkeitsauffälligkeit, welche zwanghafte sowie ängstlich vermeidende Züge umfasse. Damit verbunden zeige sich beim Exploranden eine hohe Leistungsorientierung, ein erhöhtes
Kontroll
bedürfnis
sowie eine Ängstlichkeit mit ausgeprägtem Vermeidungsverhalten. Diese Persönlichkeitsauffälligkeit führe zudem dazu, dass der Versicherte trotz der
weitestgehenden
Remission seiner depressiven Symptome sich per dato der Begutachtung in einem
labilisierten
Gesundheitszustand bef
unden habe
. Auf
grund dessen bedürfe der Explorand einer länger dauernden Remissionsphase hinsichtlich des depressiven Geschehens, was ihm ermögliche
,
eine genügende Sicherheit aufzubauen, um wieder eine volle Arbeitstätigkeit im Sinne eines 100
% Pensums leisten zu können
(
Urk.
7/97)
.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist zu Recht nicht streitig, dass
in medizinischer Hinsicht
auf
d
as Gutachten von
Dr.
Y._
abgestellt werden kann
, erfüllt
es
doch
die Kriterien, welche von der
Rechtsprechung
für die Annahme der vollen Beweis
kraft eines medizinischen
Gutachten
s aufgestellt worden sind (zum Ganzen
BGE 134 V 231 E. 5.1, 12
5 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.2
Vor
dem
Hintergrund
der Ausführungen von
Dr.
Y._
ist
der
B
e
schwerdegegne
rin
daher
nicht zu folgen
,
wenn sie
einen Anspruch
des Be
schwerdeführers
auf Umschulung
von vorneherein
verneint
. Dies
gilt
s
elbst
dann, wenn
die Depression –
nach
Aufgabe der Tätigkeit im IT-Bereich
und Verkauf der Firma
beziehungsweise Übertragung des Kundenstamms auf eine andere Firma
im
Jahr
2012 (vgl.
Urk.
7/40 S. 3
und
Urk.
7/85 S. 11
)
–
im
Zeit
punkt der Begutachtung
durch
Dr.
Y._
im Januar 2014
weitestgehend re
mittiert war oder
gar
kein invalidisierender Gesundheitsschaden
(mehr)
bestan
d
en haben sollte
. So
ist aus den
Ausführungen
von
Dr.
Y._
ersichtlich
, dass
de
r
Beschwerdeführer
bei
Wiederaufnahme
seiner ang
e
stammten
Tätigkeit
im IT-Bereich
„
mit
an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit
“
erneut psychisch
dekompensieren
würde
mit Ausbildung einer
„
mindestens
“
mittelgradig depres
siven Episod
e und allenfalls Suizi
dalität
.
Mit Blick auf die angestammte Tätig
keit im IT-Bereich bestehen a
ufgrund dieser Angaben
daher
Anhaltspunkte da
für
, dass
d
e
m
Beschwerdeführer
jedenfalls
(erneut)
Invalidität
im Sinne von Art. 8
Abs.
1 IVG
droh
e
n könnte
/würde
(vgl. E.
2.
2.
und
E.
2.3
hievor
; vgl. zum Ganzen auch Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3.
Auflage, Art. 8
Rz
14
)
.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zu
rückzuweisen, damit sie den Anspruch auf Umschulung prüfe und hernach neu verfüge.
Da
ran ändert nichts, da
ss
de
r
Beschwerdeführer
seine angestammte Tätigkeit
zwischenzeitlich
(
aus gesundheitlichen Gründen
)
bereits
aufgegeben und
die Umschulung
aus
eigenen
Mitteln
finanziert
hat
.
4.
3
Anzumerken ist, dass
– was den Anspruch auf Umschulung betrifft –
die
Sache bereits a
us formellen Gründen an die Verwaltung zurü
ckzuweisen wäre
. So hat diese
über
das
Begehren
des
Beschwerdeführer
s, welcher
erstmals
im Januar 2012
und
danach wiederholt
um Kostengutsprache
für eine Umschulung ersucht
hatte
(vgl. Protokoll Ressourcengespräch vom
17.
Januar 2012
[
Urk.
7/5 S. 1
]
,
ferner
Elar
-Notiz
vom gleichen Tag
[
Urk. 7/6
]
, Gesuch
vom 14.
März 2012 „
zur Unterstützung zum Berufswechsel“
[
Urk. 7/21
]
, Verlaufsprotokoll
Eingliede
rungsberatung
vom 17.
September 2012
[
Urk.
7/40
]
,
Einwand zum Vorbescheid vom 17.
September 2012 betreffend Berufsberatung
[
Urk.
7/43
]
, Einwand zum Vorbescheid vom
25. Februar 2015
betreffend Rente
[
Urk. 7/105 S.
3
]
)
bislang
nicht in einem
formell
korrekten Verfahren entschieden.
Zwar verneinte sie ei
nen
Umschulungsanspruch
in
d
e
n
Verfügung
en
vom 26. November 2012
(
Urk.
7/51;
betreffend Berufsberatung
)
beziehungsweise
in
der vorliegend an
gefochtenen Verfügung
vom
8.
Mai 2015 (
Urk.
2;
betreffend
Invalidenrent
e
, Be
gründung S. 4
)
; dies
jedoch
ohne dass
die Verneinung des
Umschulungsan
spruchs
korrekt
in d
ie
Verfügungen (
im Betreff
und
in deren Di
spositiv
)
Eingang gefunden hätte
.
Ebenso
wenig
erliess die Verwaltung
b
ezüglich des
Umschu
lungsanspruch
s
je
ein
en
Vorbescheid
, obwohl ein solcher gesetzlich vorgesehen und
abgesehen von hier nicht
vorliegenden
Ausnahmen (vgl. Art. 74
ter
IVV)
zwingend ist
(vgl. Art. 57a
Abs.
1 IV
G). Somit hat sie
das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt.
Die Verwaltung wird dahe
r im Rahmen der
Neube
urteilung
auch in formaler Hinsicht
korrekt zu verfahren
haben.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie
den Parteien je zur Hälfte
aufzuerlegen.
5.2
Dem Beschwerdeführer steht für sein teilweises Obsiegen eine (gekürzte)
Prozess
entschädigung
zu (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] in Verbindung mit
Art.
61
lit
. g
ATSG)
.
Diese ist
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und vorliegend
nach richterliche
m
Ermessen
auf Fr.
1‘000
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen
.
D
as Gericht
beschliesst
:
Der Teil-Rückzug der Beschwerde
(betreffend Rentenanspruch)
wird vorgemerkt, und das Verfahren wird in diesem Umfang als erledigt abgeschrieben;
und
erkennt
sodann
:
1.
Die Beschwerde wird
im Übrigen
in dem Sinne gutgeheissen, dass
die
Verfügung vom
8.
Mai 2015
, soweit damit ein Anspruch auf Umschulung verneint wird,
aufgehoben und die Sache
an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zu
rückgewiesen wird, damit diese den Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung prüfe und hernach darüber neu entscheide.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
600
.-- werden
zu
Fr.
300.-- dem Beschwerdeführer und zu
Fr.
300.--
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein wer
den
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
ei
ne
reduzierte
Prozessentschädigung von Fr. 1‘000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage des Doppels von
Urk.
14
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.