# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5766600-b849-4c88-b455-c265df10e6ab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1950, war seit dem 1. Juli 2008
als Leiter
des Alters- und Gesundheitszentrums
bei der Gemeinde
Y._
angestellt
(
Urk.
6/14
Ziff.
1, 2.1 und 2.7). Unter Hinweis
auf
eine Erschöpfungsdepression (schweres Burnout) meldete
er
sich am 5. Oktober 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/32-37) mit Verfügung vom
27. Oktober 2014 (
Urk.
6/38 =
Urk.
2) einen Anspruch des Versicherten auf Leistun
gen der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom 27. Oktober 2014 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 19. November 2014 Beschwerde und beantragte die rückwirkende Ausrichtung einer Invalidenrente (
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2015 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 29. Ja
nuar 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verwies
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
auf die erfolgten medizinischen
Abklärungen
. Diese
hätten ergeben, dass keine Invali
dität vorliege. Es liege eine mittlere bis schwere
depressive
Episode mit somati
schem Syndrom vor. Dabei handle es sich definitionsgemäss um ein vorüberge
hendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten län
ger als ein Jahr dauerten. Aus rechtlicher Sicht
entspr
e
che das Leiden
keiner langandauernden, schweren Erkrankung mit erheblicher und dauerhafter Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Das psychische Leiden sei behandelbar. Zudem sei
en genügend Ressourcen vorhanden, die darauf schliessen liessen, dass das Leiden auch aus objektiver Sicht als überwindbar zu bewerten sei (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte dagegen vor, es treffe nicht zu, dass die psychi
sche Erkrankung vorübergehender Natur sei. Er
sei seit dem 17. Juni 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig. Gemäss den beiliegenden psychiatrischen Berichten und Gutachten bleibe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres er
halten. Zurzeit bestehe keine Aussicht auf Wiedererlangung der Erwerbsfähig
keit (
Urk.
1 S. 1). Die
enorme
Arbeitsbelastung als Leiter des Alters- und
Ge
sundheitszentrums
habe am 17. Juni 2013 zu einem Zusammenbruch mit einem vollumfänglichen Verlust der
Arbeitsfähigkeit geführt (
Urk.
1
S. 2
Ziff.
2.1 oben).
Gemäss Art. 8
Abs.
1 ATSG werde für die Annahme einer Invalidität nicht in jedem Fall eine bleibende Erwerbsunfähigkeit vorausgesetzt; dafür genüge auch eine längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Vorliegend dauere die volle Er
werbsunfähigkeit bereits seit 17 Monaten und bleibe noch mindestens bis Früh
-
jahr 2015 bestehen (
Urk.
1 S. 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer begab sich am 25. Juni 2013 bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in
psychiatrische
Be
handlung (
Urk.
6/15
/5
Ziff.
1.2).
Dr.
Z._
führte
im Bericht
vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
6/21/14-16) zur Krankengeschichte
aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 1. Juli 2008 als Leiter des Alters- und Gesundheitszentrums
Y._
angestellt.
Ab Frühjahr 2010 habe er viele Verantwortungsbereich
e
überne
hmen müssen.
Bei knappen perso
nellen Ressourcen habe er sich um Arbeiten kümmern müssen, die eindeutig nicht Aufgabe eines Leiters gewesen seien.
Dennoch
habe
s
eitens der Gemein
deverwaltung stets der Druck bestanden, die Verwaltung sei aufgeblasen. Neue Stellen seien kaum bewilligt worden
(S. 1 Mitte)
.
Ende April/Anfang Mai 2013 sei
er
wegen starker Schmerzen aufgrund einer
Cholezysto
- und
Choledoch
olithiasis
(Gallensteine)
hospitalisiert worden (
S. 1
).
Der Beschwerdeführer verfüge über eine langjährige Erfahrung im Leiten von Pflegeeinrichtungen.
Bei der langdauernden Überforderungssituation in
Y._
und de
n
kränkenden Erfahrungen und unfairen Behandlungen durch den Gemeinderat sei es zur psychischen Dekompensation gekommen. Folge
nde Symptome seien aufgetreten: ein
Gefühl des völligen
Ausgebrannt
seins
, ein „Brett vor dem Kopf“
haben
(Mühe mit dem Denken), er habe nicht mehr ge
wusst, wie er sich an den Sitzungen verhalten solle, was er antworten, welche Haltung er einnehmen solle. Er sei in seiner Problemlösu
ngsfähigkeit blockiert gewesen und habe
nicht mehr ein- und durchschlafen können (S
. 2
Ziff.
1
oben).
Dr.
Z._
führte zum Psychostatus aus, der 63-jährige Patient sei schon vom äusseren Aspekt her sichtlich reduziert. Ansonsten sei er freundlich, ge
pflegt und arbeite gut mit. Es bestünden mittelgradige Konzentrationsstörungen, ein mitte
lgradiges bis schweres Grübeln,
insbesondere im Zusammenhang mit seiner Arbeitssituation
,
und ein mittelgradiges Gedankendrängen. Im Affekt be
stehe ein mittelgradiges bis schweres Gefühl der Gefühllosigkeit. Der Beschw
e
r
deführer sei schwer affektarm und
es bestehe ein schwer gestörtes Vitalgefühl
. Er sei
mittelgradig ängstlich. Der Antrieb sei leicht bis mittelgradig reduziert
(S.
2
Ziff.
3
Mitte).
Dr.
Z._
nannte als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom mit einem Zustand totaler Erschöpfung (Burnout,
Ziff.
3).
Die Prognose sei grundsätzlich gut.
Die aktuelle Erkrankung sei im Zusammen
hang mit der beschriebenen Arbeitssituation aufgetreten.
Es würden eine
anti
depressive
, medikamentöse Behandlung und Psychotherapie durchgeführt (S. 2
Ziff.
4).
Der Beschwerdeführer sei bezogen auf die berufliche Tätigkeit im Alters- und Gesundheitszentrum
Y._
zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Krankschreibung
erfolge
seit dem 1. Juli 2013. Die Dauer sei offen. Der Beschwerdeführer befinde sich noch in einem depressiven Zustand
. Es bestehe eine konflikthafte
Arbeits
platzsituation
. Aufgrund dessen und
bei dem Umstand
, dass keine betrieblichen, strukturellen Veränderungen im Alters- und Gesundheitszentrum vorgenommen würden, die zur Vorbeugung weiterer Überlastungen nötig seien, erscheine eine Rückkehr an den Arbeitsplatz fraglich. Der Betrieb habe sich zudem entschie
den, die Stelle durch eine andere Person neu zu besetzen (
Ziff.
7
a). Aktuell sei keine Tätigkeit zumutbar (
Ziff.
7
c). Bei genügender gesundheitlicher Verbesse
rung werde der Patient wieder fähig sein, eine leitende Position einzunehmen. Er verfüge diesbezüglich über eine langjährige Erfahrung. Dies allerdings nicht mehr
unter solchen, aufgrund der
betri
eblichen Struktur überfordernden
,
Bedin
gung
en
(
Ziff.
7
d).
3.2
Dr.
Z._
bestätigte im Bericht vom 11. Dezember 2013 (
Urk.
6/15) für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Leiter des Alters- und Gesundheitszentrums
Y._
seit dem 1. Juli 2013 bis auf Weiteres eine Ar
beitsunfähigkeit von 100
%
.
Der Beschwerdeführer
sei in seinem Gesundhei
ts
zustand nicht in der Lage, den
Aufgabe
n
eines Leiters eines Alters- und
Ge
sundheitszentrums
nachzukommen. Der momentane Gesundheitszustand und die konflikthafte Arbeitsplatzsituation erlaubten auch keine
behinderungsange
passte
Tätigkeit (
Ziff.
1.6-1.7). Die Prognose einer depressiven Erkrankung sei bei entsprechender Behandlung an sich gut. Angenommen
,
es könnte eine pas
sende Stelle im Betrieb gefunden werden und
der Beschwerdeführer sei in der Lage, sich unter veränderten Bedingungen
wieder
auf eine Tätigkeit im Alters- und Gesundheitszentrum
Y._
einzulassen
,
und ein schrittweiser Aufbau der Arbeitsfähigkeit
sei
möglich,
dann
wirke
sich dies langfristig positiv auf die Arbeitsfähigke
it aus
(S. 5
Ziff.
1.8).
3.3
Die
Swica
Krankenversicherung AG gab als Krankentaggeldversicherer
bei
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten
in Auftrag, das am 20. Februar 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/21/2-13).
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer gebe als aktuelle Beschwer
den an,
dass
er
sich
völlig ausgebrannt
fühle
. Es sei so, als habe er ein Brett oder Druck auf dem Kopf. Die Spannung sei fast ununterbrochen vorhanden. Er könne sich nicht mehr richtig konzentrieren und richtig denken. Seine Leis
tungsfähigkeit sei nicht mehr wie früher
. Häufig fühle er sich gedrückt, ohne Elan und sei völlig erschöpft. Seinen Hausarzt besuche er einmal im Monat. Seinen Psychiater,
Dr.
Z._
, suche er etwa zweimal pro Mon
at auf. Er sei
noch nie in einer psychiatrischen Klinik hospitalisiert gewesen
(S. 6
Ziff.
3).
Dr.
A._
nannte als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigk
eit eine
mittlere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom vor dem Hintergrund einer Anpassungsstörung sowie
eine
mögliche Panikstörung oder Angststörung.
Diagnosen ohne
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
stellte die Gut
achterin nicht
(S. 10
Ziff.
6.1-6.2).
Der Beschwerdeführer habe zum Explorationszeitpunkt über Beschwerden berich
tet, welche zusammengefasst als mittlere bis schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom, wo
hl
möglich vor dem Hintergrund einer
Anpas
sungsstörung
,
interpretiert werden könnten. Bezogen auf den angestammten Arbeitsplatz liege
in
absehbarer Zeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr vor
. Der Beschwerdeführer berichte über Beeinträchtigungen aufgrund von see
lischen Problemen und der langzeitigen Überforderungssituation am damaligen Arbeitsplatz
(S. 7 f.).
Er
berichte über eine Krankheitsentwicklung über den Zeitraum der letzten Jahre, welche aufgrund einer beruflichen Überforderung, in erster Linie durch die misslichen Verhältnisse im Pflegeheim
,
entstanden sei
(S. 8 oben).
Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich der immense Druck und die seelische Belas
tung im Rahmen der Arbeitsplatzbelastung in der Folge zu einer depressi
ven Symptomatik entwickelt hätten. Die Kriterien für eine depressive Störung gemäss ICD-10 seien aktuell erfüllt (S. 8 unten).
Der behandelnde Psychiater und der Hausarzt hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bezogen auf den letzten Arbeitsplatz attestiert. Der Bericht des Psychiaters sei sehr ausführlich, in sich schlüs
sig und gut nachvollziehbar.
Dr.
Z._
und a
u
ch der Beschwer
deführer
hätten angegeben
, dass er in der Vergangenheit wiederholt an Ängsten und panikartigen Zuständen mit vegetativen Begleiterscheinungen gelitten habe (S. 9 oben).
Der Beschwerdeführer sei bei
Dr.
Z._
in Behandlung. Die Frequenz der Termine sollte nach Möglichkeit auf ein
-
bis
zweimal
pro Woche erhöht werden. Mit einer Therapiefrequenz von
zweimal
monatlich scheine bislang keine deut
liche Besserung eingetreten zu sein. Eine antidepressive Behandlung finde be
reits statt und sollte
weitergeführt werden.
Die Prognose bei der Problematik ei
ner depressiven Störung/Anpassungsstörung sei grundsätzlich sehr gut. Inner
halb der nächsten drei Monate sollte wieder mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu
rechnen sein (S. 11
Ziff.
7).
Die Arbeitsfähigkeit betrage
für den letzten Arbeitsplatz momentan 0
%
.
Auf
grund der attestierten Diagnosen und der eingeschränkten emotionalen Stabili
tät betrage die Arbeitsfähigkeit derzeit in allen möglichen Tätigkeiten auf dem freien Markt 0
%
. Aktuell sei lediglich eine IV-Integrationsmassnahme oder Ähnliches, angefangen mit einem Pensum von 20
%
, denkbar, sofern es der
Be
handlungsverlauf
und die gesundheitliche Situation zuliessen (
S. 11
Ziff.
8 a
-10 c
).
3.4
Dr.
Z._
gab in einem Schreiben vom 15. Mai 2014 (
Urk.
6/27) an,
das Ziel der Therapie
, die hinreichende psychische und somatische Stabilisierung, sei erreicht worden.
Eine
geringe Belastbarkeit und
eine
rasche Ermüdbarkeit seien aber unverändert vorhanden. A
ktuell und bis auf Weiteres sei
en
weder
die
Wiederaufnahme der angestammten Arbeit noch eine Verweistätigkeit zumut
bar.
3.5
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am 17. Juni 2014
zum Schreiben
von
Dr.
Z._
vom 15. Mai 2014
Stellung.
Dr.
B._
führte aus,
das Schreiben
vom 15. Mai 2014 baue auf
einem
Bericht
von
Dr.
Z._
vom 21. Januar 2014 auf. Es laufe eine intensive psychiatrische Behandlung, jedoch bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Die im Gutachten von
Dr.
A._
für Mai 2014 prognostizierte volle Arbeitsfähigkeit sei demnach nicht eingetreten. Zur Klärung der Diskrepanz sei bei
Dr.
Z._
eine ergänzende Stellungnahme einzuholen (
Urk.
6/30 S. 4).
3.6
Dr.
Z._
nahm am 3. September 2014 ergänzend Stellung (
Urk.
6/33).
Er
führte Auszüge aus der
Krankenakte
des Beschwerdeführers in der Zeit vom 8. Mai bis
2.
September 2014 auf (S. 1 f.).
Dr.
Z._
gab des Weiteren
an
,
medikamentös erfolge eine for
tlaufende Behandlung mit
gute
r Compliance
(
S. 2).
I
n der vorliegenden Situation bedürfe es weiterhin eines unbedingten Schutz
-
rau
mes mittels Krankschreibung, damit der Beschwerdeführer erfolgreich an seiner Problematik arbeiten könne. Trotz der intensiven
psychiatrischen und psychotherapeutischen Arbeit sei der Zustand immer wieder labil gewesen, die Belastbarkeit sei klein und die Auseinandersetzung mit Wegen zur Wiederauf
nahme einer Tätigkeit führe zu Einbrüchen. Eine Fortführung der Krankschrei
bung zu 100
%
sei unerlässlich (S. 2 f.). Aufgrund seiner klinischen Erfahrung sei die Einschätzung der Gutachterin
Dr.
A._
eindeutig zu optimis
tisch gewesen. Um per Ende Mai 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
wieder
erlangen zu können, hätte der Beschwerdeführer wahrhaft ein Wunder vollbrin
gen müssen. Er werde per Ende Mai
2015 pensioniert. Er könne nicht mehr an seinen früheren Arbeitsplatz zurückkehren. Eine Wiedereingliederung an einem neuen Arbeitsplatz benötige einen monatelangen und vorsichtigen Aufbau. An
gesichts der baldigen Pensionierung bedeute dies einen unverhältnismässigen Aufwand (S. 3).
3.7
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 25. September 2014 zuhanden des Taggeldversicherers eine psychiatrische Kurzbeurteilung (
Urk.
3/3).
Der Bericht
basiert auf der Untersuchung
des Be
schwerdeführers
vom 10. September 2014 (S. 1).
Dr.
C._
führte zum Befund aus,
der Beschwerdeführer wirke in sich gekehrt und erschöpft. Er
sei inhaltlich fast völlig auf die von ihm wahrgenommenen Beschwerden sowie die Situation an seinem letzten Arbeitsplatz eingeengt. Die Stimmung sei d
eprimiert und nicht
auflockerbar
. Durch die vo
n ihm
beschrie
benen Ängste sei
er
in der Untersuchungssituation nicht beeinträchtigt (S. 5
Ziff.
3.1).
Dr.
C._
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine mittelgradige depressive Episode mit som
atischem Syndrom. Diagno
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte
Dr.
C._
nicht
(S. 6
Ziff.
3.2).
Im Rahmen der aktuellen Begutachtung
zeige sich die von
Dr.
A._
diagnostizierte psychische Störung in ihren Symptomen weitgehend unverän
dert. Die Erlebnisse an seiner letzten Arbeitsstelle beschäftigten den Beschwer
deführer nach einer Konfrontation im Hinblick auf einen bevorstehenden
Ar
beitsversuch
Anfang Sommer dieses Jahres gedanklich wieder vollständig. Die Möglichkeit des Rückgriffs auf Ressourcen zur Verarbeitung seiner Erlebnisse habe sich in der Vergangenheit als eingeschränkt erwiesen, wobei sicher auch das Lebensalter eine Rolle spiele (S. 6
Ziff.
5). Reaktive Faktoren, die bei einer Anpassungsstörung als entscheidend angesehen würden, seien zunehmend in den Hintergrund getreten und es müsse von einem eigengesetzlichen Verlauf einer depressiven Störung ausgegangen werden. Bei Berücksichtigung des bis
herigen Krankheitsverlauf
e
s und des aktuellen Befundes
bestehe
sowohl im an
gestammten Beruf als auch in einer Tätigkeit mit vergleichbarem
Anforde
rungsprofil
respektive auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf nicht absehbare Zeit weiterhin ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Eine
Reevaluation
in sechs Monaten sei sinnvoll (S. 7
Ziff.
5).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer war als Leiter des Alters
-
und Gesundheitszentrums
bei der Gemeinde
Y._
angestellt.
Dr.
Z._
führte die
Krankschreibung
auf die schwierige
Arbeitsplatzsituation in
Y._
zurück
.
Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom mit einem Zu
stand totaler
Erschöpfung (Burnout) und
attestierte
für jegliche Tätigkeiten
ein
e Arbeit
sunfähigkeit von 100
%
seit dem 1. Juli 2013
(E. 3.1
)
.
4.2
Gemäss ICD-10 beträgt die Mindestdauer einer mittelgradigen depressiven Stö
rung (F32.1) etwa zwei Wochen. Die rezidivierende depressive Störung (F33) ist durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert, die zwischen drei und zwölf Monaten (im Mittel etwa sechs Monate) dauern; die Besserung zwischen den Episoden ist im Allgemeinen vollständig, eine Minderheit von Patienten entwickelt allerdings eine anhaltende Depression, hauptsächlich im höheren Le
bensalter (Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend De
pressionen, SZS 2015, S.
314
Ziff.
5.1
).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung zwar nicht schlechthin auszuschlies
sen,
indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleit
erscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, von einem psychogenen Schmerzsyndrom
losgelöstes
depressives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist. Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden verneint dies das Bundesgericht regelmässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014, E. 4.2).
Ein „Burn-out“ als solches fällt sodann nicht unter den Begriff der
invaliditäts
rechtlich
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung; es stellt grundsätzlich
kei
nen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012, E. 3.1).
4.3
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Verfügung der
Beschwerdegegne
rin
vom 2
7.
Oktober 2014 mehr als ein Jahr in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt. In Anbetracht der eher kurzen Dauer
der
festgestellten
depressiven Störung
kann nicht vom Scheitern einer konsequent durchgeführten Therapie gesprochen werden.
So
bezeichnete
Dr.
A._
die Therapiefrequenz von zwei Sitzungen pro Monat
als ungenügend (E. 3.3).
Daraus ist zu schliessen,
dass
bei
einer
höheren Therapiefrequenz
mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen ist
.
Auch
Dr.
Z._
schloss einen Wiedereinstieg
in einer an
gepassten Tätigkeit
, gegebenenfalls sogar bei der Gemeinde
Y._
,
nicht
grundsätzlich
aus (E. 3.2).
Mit dem Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
0.
Februar 2014, auf das abgestellt werden kann,
ist die
diagnostizierte
mittel
gradige depressive Episode als
behandelbar
und
damit als
vorübergehend zu qualifizieren.
Dass die von
Dr.
A._
prognostizierte volle
Arbeitsfähig
keit per Mai 2014
nicht realisiert werden konnte
,
ändert
daran
nicht
s
.
Sowohl der
behandelnde Psychiater
als auch die
Gutachterin
Dr.
A._
bestä
tigten
,
dass sie Störung gut zu behandeln ist.
Was der Beschwerdeführer dage
gen vorbrachte, führt zu keinem anderen Ergebnis.
Dr.
Z._
stellte
zudem einen
Zustand des
Ausge
branntseins
(Burnout-Syndrom)
fest
,
welchen
er als Diagnose aufführte
(Z73 nach ICD-10)
.
Rechtspre
chungsgemäss
handelt es sich
hierbei
nicht
um einen invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
.
4.4
Bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom
und einem Zustand nach totaler Erschöpfung
fehlt es
in Übereinstim
mung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts
an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden.
Die Beschwerdegegnerin
hat
einen Rentenanspruch im angefochtenen Entscheid
demzufolge
zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorl
iegend sind die Kosten auf Fr. 6
00.-- festzus
etzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.