# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7cd3baed-bd47-457a-839d-04ca29d0c55d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, ist gelernter kaufmännischer Angestellter (Urk. 10/12/17) und war zuletzt
von Mai 2009 bis Januar 2013
als
„
Fach
lehrer für Deutsch als Fremdsprache
“
bei der
Y._
GmbH tätig
,
wobei der letzte Arbeitstag am 21. Januar 2013 war (Urk. 10/12/4)
. Am 21. Mai 2013 (Urk. 10/2) stellte er bei der Eidgenössischen Invalidenver
sicherung wegen Gemütsleiden, Depressionen und Zwängen
einen Antrag auf Eingliederungsmassnahmen (Urk. 10/2, 10/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erteilte
am 24. Juli 2013 (Urk. 10/13) Kosten
gutsprache für ein vom 5. August 2013 bis 31. Januar 2014 dauerndes Auf
bautraining bei der
Z._
GmbH. Anschliessend erteilte sie
eine Kostengutsprache
für
ein
vom 3. Februar bis 27. Juli 2014 dauerndes Arbeitstraining
bei der Stiftung
A._
,
(Mitteilung vom 15. Januar 2014 Urk. 10/28),
dessen Dauer
am 30. Juli 2014 (Urk. 10/38) bis
am
31. Oktober 2014 verlängert wurde.
Mittels Mitteilung vom 23. September 2014 (Urk. 10/45)
erte
ilte
die IV-Stelle Kostengutsprache
für einen Kurs in Finanz- und Rechnungswesen bei der
B._
AG, Zürich
(nachfolgend:
B._
). Am 19. November 2014 (Urk. 10/52) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
auch
die Kos
ten für einen vom 3. November 2014 bis 13. April 2015 dauernden Kurs für Sachbearbeitung im Rechnungswesen bei der
B._
sowie ein weiteres Arbeitstraining
vom 4. November 2014 bis 30. April 2015 beim Verein
C._
(heute: Verein
D._
)
übernehme
.
Am 7. Juli 2015 (Urk. 10/73) informierte die IV-Stelle den Versicherten über den Abschluss der beruflichen Massnahmen
.
Aufgrund der vorgenommenen medizinischen (Urk. 10/11/6-10, 10/21, 10/69, 10/81, 10/87 und 10/89) und erwerblichen (Urk. 10/1,
10/10, 10/85) Abklärungen stellte
sie
dem Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 4. Mai 2016 (Urk. 10/91/2) d
ie Verneinung eines Rentenanspruchs
in Aussicht.
D
er Beschwerdeführer
erhob
am 2. Juni (Urk. 10/94) sowie am 11. Juli 2016 (Urk. 10/96) Einwände und
reichte
eine
Rückmeldung
von
D._
betreffend
das
absolvierte
Arbeit
strai
ning
(Urk. 10/97) ein.
Wie angekündigt, verneinte die IV-Stelle mit
Verfü
gung vom 7. September 2016 (Urk. 10/100 = Urk. 2)
einen Rentenanspruch
2.
Mit Beschwerde vom 6. Oktober 2016 (Urk. 1) beantragte der Beschwerdefüh
rer die
Zusprache
einer halben Invalidenrente, eventualit
er die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu neuem Entscheid nach Durchfüh
rung ergänzender medizinischer Abklärungen. In formeller Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Mit
Beschwerdeant
wort
vom 21. November 2016 (Urk. 9) beantragte die Beschwerdegegnerin
die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Mit Replik vom 3. Januar 2017 (Urk. 12) erklärte sich der Beschwerdeführer mit einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen ein
verstanden. Mit Schreiben vom 3
1.
Januar 2017 (Urk. 14) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik, was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 2. Februar 2017 (Urk. 15) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Nach Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG)
prüft der Versicherungsträger die Begeh
ren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erfor
derlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem
Durchführungs
organ
die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem
Unter
suchungsgrundsatz
abzu
klären, so dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leis
tung ergehen kann (
Art.
49 ATSG
; BGE 137 V 210).
2.
2.1
Die Parteien beantragen übereinstimmend die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und anschliessendem neuen Entscheid (Urk. 9, Urk. 12).
Damit ist zu prüfen, ob
diesem gemeinsamen Antrag gefolgt werden kann
.
2.2
Im Austrittsbericht des Sanatoriums
E._
vom 20. August 2013 (Urk. 10/21) betreffend die teilstationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 17. April bis 16. Juli 2013 fehlt eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit.
De
r
Hausarzt
Dr.
med.
F._
ist
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
jedoch nicht für das hauptsächlich zur Diskussion stehende
Gebiet der Psychiatrie und Psychotherapie.
Auf seine Berichte vom 3. Juli 2013 (Urk. 10/11/6-10) und 20. April 2016 (Urk. 10/89)
kann damit nicht
ent
scheidend
abgestellt werden
(vgl. BGE 130 V 352 E.
2.2.3)
.
In den Berichten des
behandelnde
n
Psychiater
s
,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 22. Juni 2015 (Urk
. 10/69
)
und 11. April 2016 (Urk. 10/87
) wu
rden psychosoziale und soziokulturelle Fak
toren, insbesondere Angst vor der Zukunft u
nd Existenzängste
(Urk. 10/69/3, 10/87/2)
,
genannt
,
die
invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich unbe
achtlich
sind
(
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008
vom 23. März 2009 E. 2
)
.
Dabei
ist
unklar, ob diese auch in seiner Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurden.
Auch äusserte er sich einzig zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, nicht jedoch
zu
der
jenigen in leidensangepassten Tätigkeiten (vgl. Urk. 10/87/3).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können im Übrigen die Anga
ben der behandelnden Arztpersonen Dr.
F._
,
Dr.
G._
und
Dr.
H._
für sich allein nicht als massgebend gelten, da diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3 b/cc, Urteil des Bundesgerichts I 1048/06 vom 13. Dezember 2007 E. 7.1.2).
Dipl.-Med.
I._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Fachärztin für Prävention und Gesundheitswesen und Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), nahm am 29. April 2016 (Urk. 10/90/3 f.) zuhanden der Beschwerdegegnerin Stellung.
Da sie weder
über einen psychiatrischen
Fach
arzttitel
verfügt
, noch
den Beschwerdeführer persönlich untersuchte,
hätte sich ihre Stellungnahme auf eine
Würdigung der vorhandenen medizinischen Befunde
beschränken sollen
.
Namentlich betrifft dies die Frage
,
ob
bei abweichenden Ansichten
der einen oder anderen zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen
ist.
Stattdessen
nahm sie eine
eigene, von der Einschätzung des behandelnden Psychiaters abweichende Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
vor.
Damit
kann
auch nicht auf
die Stellungnahme
von Dipl.-Med.
I._
abgestellt werden (zum Gan
zen: BGE 142 V 58 E. 5.1).
Auf der Grundlage der bestehenden medizinischen Akten ist
somit
kein Ent
scheid über den Rentenanspruch möglich, weshalb ergänzende
medizinische Abklärungen erforderlich
sind
. Aufgrund der
bestehenden Anhaltspunkte für
in mehr als einem
Bereich (psychisch, kognitiv) vorhandene Einschränkun
gen und der Erfahrungstatsache
, dass sich deren erwerbliche Auswirkungen
in der Regel überschneiden, hat die Abklärung
in Form eines
inter
disziplinä
ren Gutachtens mit
Gesamtbeurteilung zu
erfolgen
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_204/2015 vom 29. April 2015 E. 6 mit Hinweis auf das
Urteil 9C_948/2012 vom 2
2.
Juli 2013 E. 4.3).
2.3
E
ntsprechend den übereinstimmenden Parteianträgen
ist
demnach
die
Beschwerde
insoweit gutzuheissen, als die
angefochtene Verfüg
ung aufzuhe
ben und
die Sache
zu
r
ergänze
nden medizinischen Abklärung
im Sinne der Erwägungen
und
zu
neuem
Entscheid über den Rentenanspruch an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen
ist
.
3.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
ermes
sensweise
auf Fr. 400.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Zudem hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Partei
-
entschä
digung
(
§
34
Abs.
1
GSVGer
).
Nachdem die Vertreterin des Beschwerdeführers,
J._
, keine Zusammenstellung über ihren Aufwand in diesem Verfahren einreichte, erfolgt die Festsetzung
der
Ent
schädigung nach Ermessen.
Dabei ist die
Tatsache
zu berücksichtigen
, dass
J._
den Beschwerdeführer
bereits im
Einwandverfahren
ver
treten hat
te
und seither nur in sehr beschränktem Mass Aktenstudium erfor
derlich war
.
Die Prozessentschädigung wird auf der Grundlage des
praxisge
mässen
Stunden
an
satzes von Fr. 145.--
ermessensweise auf
Fr. 1’
2
00.--
(in
klusive Barauslagen und
8 % Mehrwertsteuer) festgesetzt
.
Das Gesuch de
s Beschwerdeführers
um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Pro
zessführung
erweist sich damit als
gegenstandslos (vgl.
Urk.
1 S. 1
).