# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e679e066-d263-4c77-87fe-b29629902acf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955,
arbeitete
zuletzt
von
2
3.
März 1998 bis
3
1.
Janu
ar 2005
als
Betriebsangestellter
in der Wagenreinigung
bei der
Z._
(Urk. 7/2
, Urk. 7/9
).
Am
8.
Mai 2002 (vgl. Unfallmeldung vom 2
2.
Mai 2002, Urk. 7/55/13) erlitt der Versicherte einen Unfall, bei dem er sich beim Einsteigen in den Wagen seinen linken Fuss (Knöchel) verletzte. Die Ärzte des
erstbe
handeln
den
A._
diagnostizierten
am
1
4.
Mai 2002 (Urk. 7/55/10-11) Phlegmone am Unterschenkel links.
Am 2
1.
September 2002
(vgl. Unfallmeldung vom 2
5.
September 2002, Urk. 7/8/89
) rutschte
der Versicherte
auf der Treppe z
um Obergeschoss beim
Wa
gen
rein
i
g
en
im
Doppelstockzug
aus und
schlug mit den
Knien auf der Stufe auf.
Dr.
med.
B._
, Innere Medizin FMH, diag
nostizierte ein
en
Weich
teil
in
fek
t
und e
ine Bursitis
präpatel
a
r
is
rechts.
Im Operationsbericht der
C._
vom 1
1.
Februar 2003
(Urk. 7/8/81)
wurde eine mediale
Menis
kusläsion
mit
Horizontalriss
Hinterhorn
bis Pars
intermedia
Knie links,
eine
Chondro
malazie
Grad I
im medialen dorsalen
Tibiaplateau
sowie ein Status nach Bursitis
präpatellaris
Knie rechts diagnostiziert
und die durchgeführte
Teilmenis
kekto
mie
erwähnt
.
In einem weiteren
Operations
be
richt
der
C._
vom 1
3.
Oktober 2004
(Urk.
7/8/63-64) wurde ein chronischer basisnaher medi
a
ler Meniskusriss Knie rechts mit hor
i
zontaler und vertikaler Komponente diag
nostiziert
und auf die Resektion des medialen Meniskus verwiesen
.
Mit Ver
fü
gung vom
1.
März 20
12
(Urk. 7/90) bejahte
der Unfallver
sicherer, die Schweize
rische Unfallversicherungsanstalt
(SUVA),
einen Anspruch
auf eine Invaliden
rente ab
1.
Februar 2005
für die beiden Unfälle vom
8.
Mai und 2
1.
September
2002
bei einer Er
werbsunfähigkeit von 30
%
sowie eine
Inte
gritäts
ent
schä
di
gung
für den Unfall vom 2
1.
September 2002
bei einer
Inte
gri
täts
einbusse
von 5
%
.
1.2
A
m
2
1.
April 2005
hatte
sich
der Versicherte erstmals
bei der Invaliden
ver
siche
rung zum
Leis
tungsbezug
an
gemeldet
(Urk. 7/
2)
. Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des
Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Unfallversicherers (Urk. 7/8)
bei und täti
gte medizinische
sowie
erwerbliche
Abklärungen
.
Am 20. Oktober 2005
(Urk. 7/17)
legte die IV-Stelle dem Versicherten
unter Hinweis auf
seine
Mit
wir
kungspflicht
en
sowie die
Folgen bei deren Missachtung gemäss Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
siche
rungs
rechts
(ATSG)
eine Schadenminderungspflicht in Form einer
Insulin
therapie
auf. Mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2005 (Urk. 7/18) v
erneinte sie einen Anspruch auf
Leist
ungen der Invalidenversicherung
mit der Be
grün
dung, dass allfällige Leis
tungen der Invalidenversicherung erst geprüft werden könnten, wenn ent
spre
chende medizinische Massnahmen zu Ver
bes
serung der
Stoff
wechsel
situa
tion
(Insulintherapie) unternommen worden seien.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 1
4.
November 2005
(Urk. 7/19)
wies die IV-Stelle mit
Ein
sprache
entscheid
vom 1
4.
Dezember 2005 (Urk. 7/26) ab.
1.3
Am
10
.
September
20
09
(Urk.
7/42
)
meldete sich
X._
unter
Hin
weis auf einen Hirnschlag im Frühjahr 2008, eine Zuckerkrankheit und
Kniebe
schwerden
(Unfallfolgen)
erneut zum
Leistungsbezug
an. Die IV-Stelle
zog die
aktuellen
Akten des Unfallversicherers bei (Urk. 7/47
, Urk. 7/55
),
holte
einen Aus
zug
aus dem individuellen Konto (
IK-Auszu
g vom
1
4.
Oktober 2009, Urk. 7/46
)
sowie
einen
medizinische
n Bericht
(Urk.
7/48)
ein und
ver
anlasste eine
poly
dis
ziplinäre
Begutachtung des
Versi
cherten durch
die
D._
(
Urk. 7/51;
Gutachten vom
8.
Juni
2010,
Urk. 7
/
54
/2-32
).
Mit
Vor
be
scheid
vom
4.
Oktober 2010
(Urk.
7
/
58
)
stellte
die IV-Stelle
dem Ver
sicherten bei einem er
mittelten
In
validitätsgrad
von 28
%
die Abweisung des
Leistungs
be
gehrens in Aus
sicht
, wogegen am 4. November 2010 (Urk. 7/61) Ein
wände erhoben wurden
.
Am 2
3.
Juni 2011 (Urk. 7/67/1)
gelangte der
Ver
sicher
te
unter Ver
weis auf
einen am 2
7.
April 2011
(Urk. 7/67/2-8)
erlittenen
Hirnin
farkt
an
die IV-Stelle und legte weitere medizinische Berichte
auf
. Am 16.
Juni 2011 (Urk. 7/68) machte er eine Verschlechterung seines Gesund
heits
zu
standes gel
tend.
In der Folge holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (Urk. 7/73, Urk. 7/77) ein.
Am 2
4.
Januar 2012 (Urk. 7/89) leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für or
thopädische Serienschuhe einschliesslich deren Fertigstellung nach ärztlicher Ver
ordnung ab
6.
Dezember 2011 bis 3
1.
Dezember 201
2.
Am 1
3.
Juli 2012 (Urk. 7/97) erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid und stellte dem Versicherten ab
1.
April 2011 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 73
%
eine ganze Rente in Aussicht.
Daran hielt sie mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 (Urk.
2
) fest.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
8.
November 2012 (Urk. 1)
Be
schwerde und beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 3
0.
Oktober 2012
sei ihm ab
1.
Mai 2006 eine ganze Invalidenrente auszurichten.
Mit Beschwerdeantwort
vom
1
1.
Januar 2013
(Urk. 6) beantragte
die IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde.
Innert Frist liess sich der Beschwerdeführ
er
hiezu
nicht vernehmen (Replik),
was der
Be
schwerde
gegnerin
am
4.
März 2013
(Urk. 1
0
)
zur Kenntnis gebracht wurde
.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen
eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
Verordnung über die In
validen
versicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
set
zung
e
n gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Revi
sionsgesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate
riell
abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person
glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130
V 71; AHI 1999 S. 84 E.
1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E.
1b mit Hin
weisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosig
keit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
de
rung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen
anspruchs
be
gründenden
Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Be
schwer
defall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 130 V 71 E.
3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E.
3a, 109 V 108 E.
2b).
1.
2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung (IVG)
).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Auf die Neuanmeldung des
Beschwerdeführer
s
vom
1
0.
September 2009
(Urk. 7/
42
) ist die Verwaltung eingetreten, womit sich die richterliche Beurtei
lung
der
Ein
tre
tensfrage
erübrigt (BGE 109 V 108 E. 2b).
So sprach sie
dem Be
schwer
deführer
mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 (Urk. 2) ab 1. April 2011 eine ganze
Rente der Invaliden
ver
sicherung zu.
2.
2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür,
dass der Beschwerdeführer seit März 2009 (Ablauf Wartezeit) in seiner Arbeits- und Er
werbs
fähigkeit zu 28
%
beeint
r
ächtigt gewesen sei
.
A
b April 2011
sei dem Be
schwerdeführer
eine
behinderungs
angepasste
Tätig
keit zu 30
%
zumutbar. Mittels
der allgemeinen Methode des
Ein
kommens
ver
gleichs
er
mittelte
die IV-Stelle
unter
Beizug
von
Tabellenlöhne
und Gewährung eines
leidens
bedingten
Abzuges im Umfang von 10
%
einen rentenbegründenden
In
validitä
t
sgrad
von 73
%
und
sprach dem Be
schwerdeführer ab
1.
April 2011 (Eintritt der Verschlechterung)
eine
ganze Rente der Invalidenversicherung zu.
2.
3
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk.
1), die
Leistungen der Invalidenversicherung seien ihm bereits mit Wirkung ab
1.
Mai
2006
zuzusprechen (S.
1
unten
).
Sämtliche
Ärzte
hätten einen über 70%igen
In
va
liditätsgrad
attestiert
(S.
3
lit
. B). Er erhalte auch seit April 2005 eine Rente der Unfall
ver
sicherung (S.
4
lit
. D)
.
3.
3.1
Dem
rentenabweisenden
Ein
sprache
entscheid
vom 1
4.
Dezember 2005
(Urk. 7/26)
lagen folgende Be
richte zu Grunde:
3.1.1
Im Bericht vom 1
4.
Juli 2005 (Urk. 7/15/1-3
)
nannte die behandelnde
Dr.
B._
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit chronische Knie
schmer
zen rechts bei Restmeniskusläsion medial rechts und
einen
Status nach
ar
t
hros
kopischer
Teilresektion des
medialen Meniskus rechts am 6.
September 2004 (
Sturz
ereignis
am 2
0.
September 2002 [richtig: 21.
September 2002]), ei
nen seit Jahren medikamentös sehr schlecht eingestellten Diabetes mellitus seit 1991
mit
peripherer Neuropathie, Polyurie, rezi
divierenden eitrigen Infekten
sowie
einer dia
betischen
Fettleber und attestierte eine 50%ige Arbeits
un
fähig
keit vom 18.
Mai
bis
5.
September 2004 respektive eine 100%ige Arbeits
unfä
higkeit vom
6.
September 2004 bis auf weiteres. Als Diagnosen ohne Aus
wir
kungen auf die Ar
beits
fähigkeit führte sie rezidivierende
epi
gastrische
Be
schwerden bei einem
Sta
tus nach Ulcera
duodeni
in den Jahren
1988 und 1991, eine anam
nestisch be
kannte kleine
Hiatushernie
, rezidivierende
an
strengungs
abhängige
Präkordial
gien
(
Ergomet
rie
vom 14.
Januar 2004 negativ)
und einen Status nach
arthros
kopischer
Teilmeniskektomie
links bei
medialer
Meniskus
lä
sion
am 13.
De
zem
ber
2002 (Unfallereignis vom
8.
Mai und 2
0.
September 2002 [richtig: 2
1.
Septem
ber
2002])
auf
.
Dr.
B._
hielt einen sich verschlechternden Gesundheitszustand fest. Der Be
schwerde
führer habe ständig starke Knieschmerzen.
Die selbstgemessenen
Blut
zucker
werte
seien in letzter Zei
t meist zwischen 350 und 450 mg
%
. Er müsse tagsüber 30 un
d nachts
10-15
m
al
Wasser lösen. Deswegen sei auch
sein
Schlaf gestört. Sein Kopf mache nicht mehr mit, er könne seine schrift
lichen Angele
genheiten nicht mehr erledigen.
Der
Diabetes
könnte
durch eine Um
stellung auf In
sulin besser eingestellt werden. Eine solche Umstellung lehne
der Beschwer
deführer aber
ab
.
Die Prognose sei infaust, f
alls
keine sol
che Umstellung statt
finde
.
Ohne das zusätzliche Vorl
ie
gen der katastrophalen diabetischen
Stoff
wechsel
si
tuation
könnte der Beschwerdeführer eventuell auf eine kö
r
perlich nicht be
las
tende, sitzende Tätigkeit umgeschult werden. In der vorliegenden Situation mit
massiv erhöhten Blutzuckerwerten,
einer
Polyurie mit halbstündlichen Mik
tio
nen
sowie
einer massiven
Schlafstörung
halte sie den Beschwerdeführer für geistig und körper
lich nicht in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nach
zu
ge
hen.
3.1.2
In den
Bericht
en
vom
1.
Juli respektive
2.
Juni 2005 (Urk. 7/5
/1-6
)
erwähnte
Dr.
med.
E._
, Assistenz
arzt, Orthopädie,
C._
, als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Restmenisku
släsion im
medialen Knie rechts
sowie
einen Status nach Knie-Arthroskopie rechts mit
Teil
resektion
des medialen Meniskus am
6.
September 2004 bei einem
Patella
hy
perkom
pressions
syn
drom
beidseits und attestiere eine 100%ige Arbeitsunfä
hig
keit vom 1
3.
bis 2
9.
April 2004
, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
9.
April bis 1
3.
Mai 2004,
danach
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit sowie ab 2
2.
August 2004
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit
.
In einer
körperlich
leichten Tätigkeit sei auf längere Sicht eine volle Arbeits
fähigkeit möglich ohne längeres Stehen
sowie Laufen. In sitzender Position sei der Beschwerdeführer 100
%
ar
beitsfähig.
3.
1.3
Im
Bericht vom
8.
April 2004 (Urk. 7/15/7-8)
diagnostizierten
Dr.
med.
F._
, und PD
Dr.
med.
G._
, Departement für Innere Medizin, Endokrinologie und
Di
abetologie
,
A._
,
einen Diabetes mellitus Typ 2,
eine peri
phere Neuropathie
und eine
aktuell schlecht eingestellte
Blut
zucker
stoff
wechsel
lage
, HbA1c 9
.
7
%
.
Die (Fach-)Ärzte de
s
A._
führten aus, die Indikation zur
In
sulin
therapie
sei sicher
gegeben. Trotz mehrmaliger Beratung, auch in der
Er
nährungs
- und
Diabetes
be
ratung
sei der Beschwerdeführer weiterhin nicht be
reit, Insulin zu spritzen, ob
wohl
sie ihm eine einfache Therapie mit einmal täg
licher Ga
be eines
lang
wirk
samen
Bed
-Time-
Insulins vorgeschlagen hätten.
3.2
Der Verfügung vom 30. Oktober 2012 (Urk.
2
)
lagen folgende medizinische Be
richte zu Grunde:
3.2.
1
Im
D._
-
Gutachten vom
8. Juni
2010 (Urk. 7
/
54
/2-32
) diagnostizierten
Dr.
med.
H._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
I._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
J._
, FMH Neurologie, und
Dr.
med.
K._
, FMH Innere Medizin, mit Einfluss auf die Arbeit
sfähigkeit (S. 27
Ziff.
5) einen
Status nach ischämischem Thalamus-Insult
links am 1
5.
März 2008 (ICD-10 I63.5), eine
residuelle
leichtgradige
brachio
faziale
sensomotorische
Hemi
symp
tomatik
rechts,
vaskuläre Risikofaktoren: Diabetes mellitus Typ II
, ein
metha
bo
lisches
Syndrom
(positive
Familienanamnese
), einen insulinpflichtigen
Diabetes melli
tus
(
aktuell ungenü
gend eingestellt [ICD-10
E11.7])
,
eine schmerz
hafte
sensible distal-
symmetrische diabetische Polyneuropa
thie (
ICD-10
G63.2), c
hronische Knie
schmerzen beidseits, rechts > links (ICD-10
M25.56)
,
beginnende medial be
tonte degenerative Veränderungen beidseits
(
ICD-10
M17.2), einen
Status nach
Arthroskopie
mit partieller medialer
Meniske
ktomie
links
am 13.
Dezember 2002
und
einen
Status na
ch Arthroskopie mit partieller
lateraler
Meniskektomie
rechts
am
6.
September 2004 (
ICD-10
Z98.8)
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein in
kom
plettes metabolisches Syndr
om, eine arterielle Hypertonie (
aktuell un
ge
nügend eingestellt [ICD-10 I10])
, einen Diabetes mellitus Typ II, eine
Hyper
cholesterin
ämie
(ICD-10
E78.0) und Übergewicht (Body-Mass-Index
26 kg/m2).
Die
D._
-Gutachter hielten hinsichtlich Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätig
keit bei de
n
Z._
im Reinigungsdienst fest (S. 28
Ziff.
6.2), aus ortho
pädi
scher
Sicht müsse dafür aufgrund der objektivierbaren Befunde an den beiden
Kniegelenken bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert werden. Aus neu
r
ologischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit aufgrund des Diabetes mel
litus mit der peri
pheren Neuropathie nicht mehr möglich, da bei Aktivitäten in nicht unge
fähr
licher Umgebung, auf unebenem Terrain und wohl auch auf Ge
rüsten
oder Leitern eine nicht unerhebliche potentielle Eigengefährdung be
stehe.
Aus psy
chiatrischer Sicht liessen sich keine Diagnosen mit Krankheitswert erhe
ben.
Zusam
menfassend bestehe in der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger bei den
Z._
bleibend eine volle Arbeits
unfähigkeit.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vor
lie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen
die
D._
-Gutachter
davon aus, dass die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit im oben genannten Ausmass bereits seit Jahren be
st
ünden
. Dies sei bedingt durch den seit
mindestens seit 1991
bestehenden
Dia
betes
mellitus, wo sich bei fehlender Therapie-Compliance des Be
schwerde
füh
rers schon bald eine ungenügende Blutzuckereinstellung gezeigt habe. Die dia
betische Neuropathie bestehe dabei gemäss den vorliegenden Be
richten eben
falls bereits seit mindestens 200
5.
Eine gut angepasste Tätigkeit wäre dem Be
schwerde
führer allerdings auch in der Vergangenheit grundsätzlich un
ein
ge
sch
ränkt zumutbar gewesen. Dabei hätten sich vorübergehende Unter
brechun
gen
der Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit der Behandlung der
Knie
prob
le
ma
tik
nach den Unfällen
im Jahr
2002 sowie dem ischämischen
Thala
mus
in
farkt
im
Frühjahr 2008, wozu allerdings genauere Angaben betreffend die exakte zeit
liche Ausdehnung fehlten
, ergeben
(S. 28
Ziff.
6.3).
Be
züglich Arbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten hielten sie fest (S.
29 Ziff. 6.4),
für körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnder Position, je
doch mit regel
mässigen sitzenden Arbeitsanteilen und ohne
Zwangs
haltungen
der Knie, ohne
potentielle Eigen- oder
Fremd
gefährdung
bei un
sachgemässer Durch
füh
rung und
ohne höhere Ansprüche an die Feinmotorik der rechten Hand
bestehe zu
sam
men
fassend
eine zeitlich uneingeschränkte Arbeits
fähig
keit.
A
us somati
scher Sicht
könne
aufgrund der
Poly
morbi
dität
ins
gesamt von einer
Leistungs
ein
bus
se
in
Form eines verminderten Rendements im Umfang von 20
% ausge
gangen wer
den,
so
dass für die er
wähnten, adaptierten Tätigkeiten eine Arbeits- und Leis
tungs
fähigkeit von 80 % bestehe. Es werde dabei bei
spiels
weise an Kontroll- und
Über
wachungs
tätig
keiten
gedacht, doch kämen auch manuelle Arbeiten auf Tischhöhe in Frage, sofern die übrigen formulierten Bedingungen berück
sichtigt w
ürden
.
3.2.
2
Im Austrittsbericht vom
4.
Mai 2011 (Urk. 7/77/10-15) über die
Hospitalisation
vom 3
0.
April bis 1
3.
Mai 2011 hielten
Dr.
med.
L._
, Oberärztin
i.
V
.
, und
pract
. med.
M._
, Assistenzärztin, Klinik für Neuro
logie,
A._
, folgende
Haupt
diagnosen
fest:
Akuter ischämischer Hirninfarkt in der Pons links am 2
7.
April 2011 mit/bei:
-
klinisch
:
sensomotorische
r
Hemiparese rechts,
Dysarthrie
,
Schluck
stö
rung
,
Gaumensegel- und
Accessoriusparese
rechts, Zungendeviation nach rechts
-
b
ei
Eintritt: NIHSS 13/40,
mRS
4; b
ei Austritt: 8/42
-
cvR1: NIDDM Typ 2, positive Familienanamnese
-
ätiologisch: am ehesten
mikroangiopathisch
(Toast 3)
-
unter
Asasantin
(Einnahme seit fünf Monaten) aufgetreten
-
therapeutisch: Umstellung auf ASS 100 und
Plavix
Verdacht auf rezidivierende
transitorische ischämische Attacken (TIAs)
im Mediastromgebiet rechts 2010 mit/bei:
-
klinisch: zweimalige Episode mit Taubheitsgefühl im linken Arm für we
nige Stunden im Januar 2010 und Oktober 2010
-
Ätiologie: am
ehesten
arterio
-arteriell
embolisch
(TOAST 1) bei hoch
gra
di
ger Stenose in der MCA-M1
Akuter ischämischer
Thalamusinfarkt
links am 1
5.
März 2008 mit/bei:
-
klinisch: diskretes
facio
-brachiales sensomotorisches
Hemisyndrom
rechts,
beginnender Thalamus-Schmerz (rechte Gesichtshälfte und rechte Hand)
-
Ätiologie: am ehesten
mikroangiopathisch
(TOAST 3) mit hochgradiger Stenose in der PCA-P2
-
therapeutisch: Angiographie und PTA des P2-Se
gments der
Arteria
ce
rebri
posterior
Die (Fach-)Ärzte der Klinik für Neurologie des
A._
attestierten eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und sprachen dem Beschwerdeführer ferner die Fahreignung ab.
3.2.
3
Im Bericht vom 1
9.
Juli 2011 (Urk. 7/73
) nannten
PD
Dr.
med.
N._
,
Co-Chef
ärztin
Neurologie, und
pract
. med.
O._
, Assistenzärztin,
P._
, einen akuten ischämischen Hirninfarkt paramedian in der Pons links
am
2
7.
April 2011 und Knieschmerzen rechts mit Status nach mehreren Operatio
nen seit einem Unfall
seit zirka sieben Jahren. Als Diagnosen ohne Auswirkung führten sie einen Diabetes mell
itus Typ 2 seit 1991 und eine periphere arteri
elle Verschlusskrankheit (
p
AVK
)
der unteren Extremität beidseits auf.
Als Befund notierten die Ärzte der
P._
eine
fazio-bra
chio-crurale
Hemiparese rechts mit
Dysarthrie
und Schluckstörung. Im Ver
lauf der nächsten Monate bestehe das Potential, dass sich der Be
schwerde
führer so gut erhole, dass wieder eine Arbeitsfähigkeit entstehen könne. Der Be
schwer
de
führer sei nicht in der Lage, schnell zu gehen. Bei schnellerem Gehen bestehe die Gefahr des Hängenbleibens des Fusses mit Sturzgefahr. Zudem bestehe eine ver
minderte allgemeine Ausdauer, eine Verminderung des Gleich
ge
wichts und eine relativ schlechte Koordination des rechten Armes. Aktuell
sei
eine körper
lich belastende Arbeit
sowie auch die bisherige Tätigkeit
nicht
(mehr)
zu
mutbar.
Die verminderte Leistungsfähigkeit be
stehe in der schlechten körperli
chen Belast
barkeit mit verminderter allge
meiner Ausdauer und Sturzgefahr bei
schnellem Gehen. Aktuell
sei
auch keine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit zu
mutbar.
Schliesslich
wiesen
die Ärzte
darauf hin, dass sie es als sinnvoll er
acht
eten, den Beschwerdeführer in z
irka
sechs
Monaten medizi
nisch neu beur
teilen zu lassen
.
Seit dem akuten ischämischen Hirninfarkt am 2
7.
April 2011 sei der Be
schwer
de
führer bis heute zu 100
%
arbeitsunfähig. Auf längere Sicht bestehe rein auf
grund des statt
ge
habten akuten ischämischen Hirninfarkts durch
aus die Mög
lich
keit, dass wieder eine Arbeitsfähigkeit entstehen könne. Aller
dings leide der Be
schwerdeführer noch unter anderen Diagnosen, welche die Arbeits
fähig
keit be
ein
f
lussten.
3.2.
4
Im Bericht vom 2
3.
September 2011 (Urk. 7/77/8-9
) hielten
Dr.
med.
Q._
,
Ass
i
stenzärztin
, und Prof.
Dr.
med.
G._
, Leitender Arzt, Klinik für
Endo
krino
lgie
,
Diabetologie
& klinische Ernährung,
A._
, folgende Diagnosen fest:
1.
Metabolisches Syndrom
-
Diabetes mellitus Typ 2 (Erstdiagnose 1991)
-
Levemir
seit 2008, Basis Bolus seit Mai 2011
-
makrovaskuläre Komplikationen (
cerebrovaskuläre
Verschluss
-
krank
heit
und
p
AVK
)
-
schwere periphere Neuropathie
-
aktuell diabetisches Fusssyndrom mit oberflächlichem Ulkus
dorsa
l
Dig
II links
-
Dyslipidämie
-
arterielle Hypertonie
2.
Generalisierte Arteriosklerose
1.
cerebrovaskulär
-
akuter ischämischer Hirninfarkt in der Pons links am 2
7.
April
2011
-
Status nach rezidivierenden
transitorische
n
ischämische
n
Attacken
(TIA)
im Mediastromgebiet rechts 2010
-
Status nach akutem ischämischem
Thalamusinfarkt
links am
15.
März
2008
2.
hochgradiger Verdacht auf
p
AVK
3.2.
5
PD
Dr.
med.
R._
, Leitender Arzt, und
Dr.
med.
S._
, Assistenzärztin, und
cand
. med.
T._
, Unterassistentin, Klinik für
Angiologie
,
A._
,
stellten
im Bericht vom
4.
November 2011 (Urk. 7/77/6-7)
folgende Diagnose:
Generalisierte
Atherosklerose
p
AVK
der unteren Extremitäten Status I rechts, Status II kompliziert
-
links:
-
aktuell: PTA der distalen
Arteria
tibialis
anterior
und
pos
terior
am
4.
November 2011
-
diabetisches Fusssyndrom mit trophischer Läsion am
Dig
II
-
rechts:
-
klinisch
crurale
Arterienobstruktionen
Cerebrovaskuläre
Verschlusskrankheit
a
kuter ischämischer Ponsinfarkt links
Status nach rezidivierenden TIAs im Mediastromgebiet rechts 2010
Status nach akutem ischämischem
Thalamusinfarkt
links März 2008
PTA der
Arteria
cerebri posteriori im März 2008
kvRF
: arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus
Diabetes mellitus Typ 2 Erstdiagnose 1991
insulinpflichtig, HbA1c 9
.
7
%
am 3
0.
September 2011
diabetisches Fusssyndrom links mit
aktuell
Ul
k
us am
Dig
. II
Makroangiopathie
, periphere Polyneuropathie
Mediakalzinose
3.2.
6
Im Bericht vom 1
5.
November 2011 (Urk. 7/77/1-
5
)
diagnostizierte
Dr.
B._
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine
Gon
arthrose
medial beidseits und
F
emoropatellararthrose
links bei Status nach einer Meniskusoperation beidseits (im Jahr 2002 respektive 2004) bei Status nach zwei Sturzereignissen im Jahr 2002, eine
Zerebralsklerose mit Status nach Pons-In
farkt links im April 2011
,
Thalamus
infarkt
links im März 2008
und
rezidivierenden TIA
s
, einen Dia
betes mellitus II (Erstdiagnose 1991),
insulin
pflichtig
mit diabetischer
Polyneu
ropa
thie
,
Nephropathie
, Fettleber und rezi
divierenden Infekten
. Sie
attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
8.
Mai bis
5.
September 2004 respektive
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
6.
September 2004 bis auf weiteres.
Dr.
B._
hielt fest, es bestünden chronische Knieschmerzen beidseits, vor allem beim Gehen und speziell beim Treppensteigen, Schwächen und Ko
ordinations
störungen im Bereich der rechten Körperhälfte sowie Konzentrations
störungen und eine verminderte Belastb
arkeit. Die bisherige Tätig
keit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Mit
der Wieder
auf
nahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden.
3.2.
7
Dipl. med.
U._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrauensarzt SGV, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM,
Regional
er
Ärztli
cher Dienst (RAD)
,
hielt am 22. Dezember 2011 (Urk. 7/95 S. 3 f.) fest, während des laufenden
Ein
sprache
ver
fahrens
sei eine weitere Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes eingetreten. Am 2
7.
April 2011 habe der Beschwer
de
führer einen erneuten Hirninfarkt (Pons links) erlitten und zusätzlich habe sich die pe
riphere Verschlusskrankheit infolge der generalisierten Arteriosklerose in der unteren Extremität links St. II weiter verschlechtert, weshalb eine Inter
ven
tion in der Klinik für
Angiologie
am
A._
erfolgt sei. Anhand der Arztzeugnisse der Klinik für
Angiologie
des
A._
vom
4.
November 2011, der Klinik für
Endo
kri
nol
o
gie
,
Diabetologie
des
A._
,
vom 23.
September 2011, von
Dr.
B._
vom 1
5.
November 2011 und der
P._
vom
3.
Juni und 1
6.
Juli
2011 leide der Beschwerdeführer an einer generalisierten Arteriosklerose mit mehr
fachen
cerebro
-vaskulären Ereignis
sen
und
einem metabolischen Syndrom. Der Beschwerdeführer sei
poly
morbide
; eine weitere Verschlechterung sei zu er
warten.
In bisheriger Tätigkeit attestierte der RAD
-Arzt
eine 100%ige Arbei
tsunfähigkeit
seit Mai 201
0.
Bezüglich behinderungsangepasster Tätigkeit hielt er weiter fest, aus
rein somatischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand des Be
schwerde
führers seit April 2011 weiter verschlechtert; dem Beschwerdeführer sei die im
D._
-Gutachten beschriebene angepasste Tätigkeit allenfalls noch in einem 30%-Pen
sum zumutbar bei absehbarer weiterer Abnahme der Leistungsfähigkeit.
4.
4.1
Unbestritten und ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer seit dem
ischämi
schen Hirninfarkt paramedian in der Pons links am 2
7.
April 2011
auf
grund des Hirninfarktes und der weiteren genannten Diagnosen
An
spruch auf eine ganze
Rent
e der Invalidenversicherung hat, gehen doch sämt
liche be
handel
nde
(Fach-)
Ärzte des
A._
(E. 3.2.
2
) und
der
P._
(E. 3.2.
3
)
sowie
Dr.
B._
(E. 3.2.
6
)
von einer
100%igen Arbeits
un
fähigkeit aus
;
ab April 2011
beträgt der Invaliditätsgrad somit
100
%
.
Selbst
wenn man mit dem RAD-Arzt
U._
davon ausg
inge
,
dass der Be
schwerde
führer
in behinderungsangepasster Tätigkeit noch zu 30
%
arbeitsfähig
wäre
,
würde
ab April 2011 noch ein Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
re
sul
tieren
, der
ebenfalls
Anspruch auf eine
ganze Rente der In
validen
ver
siche
rung begründet
e
(
Invaliditätsgrad von 73
%
,
vgl. dazu Urk. 2)
.
4.
2
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, die ganze Rente sei ihm bereits ab
1. Mai 2006 auszurichten, so ist anzumerken
, dass der
Rentenan
spruch gemäss Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Dies hat
zur Folge, dass die IV-Stelle weder für die Zeit vor der Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
noch für die ersten sechs Monate danach den Rentenanspruch zu prüfen hat,
wes
halb sie insofern von den Abklärungen freigestellt wird (Meyer, Recht
spre
chung
des Bundesge
richts zum IVG, S. 361).
Eine erste Anmeldung zum Leistungsbezug der Invalidenversicherung wurde mit
rechtskräftigem
Einspracheentscheid
vom 14. Dezember 2005 (Urk. 7/26) ab
ge
wiesen. Der Beschwerdeführer meldete sich erst am 10. September 2009 (Urk. 7/42) erneut zum
Leistungs
bezug
bei der IV-Stelle an. Das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) war dannzumal schon abgelaufen. Der Renten
an
spruch
beginnt somit nach Ablauf der sechs
mo
natigen Frist seit der Geltendma
chung des
Leistungsanspruches im September 2009 und damit frühestens im März 2010.
Zu
prüfen sind daher die Verhältnisse zwischen März 2010 und März 2011. Im Vor
dergrund steht die Frage, ob sich der Gesundheitszustand
aufgrund
eines ver
änderten Gesund
heits
zu
stan
des schon vor dem erlittenen Hirninfarkt im April
2011
in massgeblicher Weise verschlechtert hat.
4.3
4.3.1
Für die Frage
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im massgebenden Zeit
raum
kann auf das
polydisziplinäre
D._
-
Gutachten vom
8. Juni
2010
(E.
3.
2.1
) abge
stellt
werden: Dieses
Gutachten
entspricht
den erforderlichen Krite
rien an den
Beweis
wert
einer Expertise (vgl
.
E.
1.
4
). D
e
r Be
schwerde
führer
wurde
seinen
geltend gemachten Beschwerden entspre
chend umfassend abge
klärt, das Gut
ach
ten beruht auf ein
läs
slichen
orthopädischen,
psychiatrischen
, internistischen und
neurologischen
Unter
su
chun
gen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und
wurde in Kenntnis der
Vorakten
sowie in Auseinandersetzung
mit
de
n
selben
ab
gegeben
. Sodann
sind die Dar
legungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medi
zinischen Situation einleuchtend und die Schluss
fol
ge
rungen in der Expertise be
gründet
.
4.
3
.2
Die Gutachter legten
in nach
voll
zieh
barer
Weise dar, dass
der
Beschwerdeführer
durch
die orthopädisch-somatischen
sowie neurologisch-internistischen
Beein
träch
tigungen
in der angestammten Tätigkeit als Wagenreiniger bei den
Z._
bleibend z
u 100
%
arbeitsunfähig und
in adaptierten Tätigkeiten
in seinem Leis
tungsvermögen aufgrund der Polymorbidität durch ein vermindertes Ren
dement
um 20
%
eingeschränkt ist.
4.3
.3
Dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
seit dem
renten
ab
leh
n
en
den
Einspracheentscheid
vom
1
4.
Dezember 2005 (Urk. 7/26)
ver
schlech
terte
, ergibt
sich auch aus einem Vergleich der
im Rahmen der
Erst
an
mel
dung
vor
lie
genden Berichte
und der
Beurteilung der
D._
-Gutachter vom
8. Juni
2010
(E.
3.2.1
).
Daraus wird ersichtlich, dass im
D._
-Gutachten nicht nur neue Be
schwer
den (insbesondere Taubheitsgefühl der rechten Hand, im Zei
gefinger der linken Hand, an den Zehen des rechten Fusses, im Gesicht Urk. 7/54 S.
14
Ziff.
4.1.
1.
3, S.
17
Ziff.
4.2.1.1,
S.
23 f. 4.3.1.2) festgehalten
, son
dern auch
zusät
z
liche Diagnosen wie ein Status nach ischämischem Thala
mus-Insult links am
1
5.
März 2008, eine
residuelle
leichtgradige
brachio
faziale
senso
motorische
Hemi
symptomatik
rechts und beginnende medial betonte de
generative Ver
än
de
rungen beidseits (
ICD-10
M17.2) genannt
wur
den. I
m Jahr 2005
standen dem
ge
genüber
noch Kniebeschwerden und der medikamentös sehr schlecht einge
stellte Diabetes mellitus mit peripherer Neuro
pathie, Polyurie
etcetera
im Vor
der
grund
.
4.
3
.4
Was
die weiteren
,
den Zeitraum vor April 2011 betreffenden
vorliegenden (fach-)ärzt
lichen
Bericht
e
von der Neuro
logischen Klinik des
A._
vom
1
7.
März 2008 (
Urk.
7/48/7-11
), von Prof.
Dr.
med.
V._
, Departement Medizinische Radi
ologie und Institut für
Neuro
radiologie
des
A._
,
vom 3
1.
März 2008
(
Urk. 7/48/11
)
und von der Klinik für Endo
krinologie,
Diabetologie
& klinische Er
nährung, Department Innere Medizin des
A._
,
vom 1
9.
Juni 2008 (Urk. 7/
48/
14-15)
anbelangt, so ist fest
zu
halten, dass
diese die Einschätzungen der
D._
-Gut
achter in diagnostischer Hin
sicht im Wesentlichen bestätigen
oder je
den
falls nicht im Wiederspruch zu de
n
selben stehen, machten die (Fach-)Ärzte
des
A._
in den aufgeführten Berichten
doch keine Angaben zur Arbeits
fähig
keit.
4.
3
.5
Auch die medizinischen Berichte der behandelnden
Dr.
B._
vermögen an der Beurteilung der
D._
-Gutachter nichts zu ändern. Be
züglich des Berichtes
vom 1
5.
November 2011
(E.
3.2.6) ist festzuhalten, dass diese keine eigenen Befunde nannte und diesbezüglich einzig auf die bei
liegenden Berichte des
A._
verwies
und ferner auch keine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit in
behinderungs
an
ge
passten
Tätigkeit
en
machte, weshalb ihr
Be
richt für die hier zu beantwortenden Fragen nicht umfassend ist.
Ferner überzeugt ihre
Einschätzung im Bericht vom
9.
Dezember 2009 (Urk. 7/48/
1
-6)
, wonach aufgrund der Polymorbidität und der komplexen Situ
ation
dem Beschwerdeführer
eine andere
Tätigkeit (als die angestammte)
nicht
mehr
zumutbar sei,
im Gegensatz zu der von den
D._
-Gutachter
n
ge
äussert
en Ein
schätzung
,
dass
der Beschwerdeführer in
be
hin
derungs
angepasster
Tätigkeit
in seiner Leistungsfähigkeit zu 20
%
eingeschränkt sei und von ihm
beispiels
weise in Kontroll- und
Über
wachungs
tätig
keiten
(E.
3.2.1)
ausgeführt werden könnten
,
wenig.
Aus dem Bericht von
Dr.
B._
wird
denn
nicht ersichtlich
- wie von den
D._
-Gut
achtern zu Recht moniert wird (Urk. 7/54 S.
30
Ziff.
6.6)
–
wes
halb eine gut adaptierte Tätigkeit
dem Beschwerdeführer
aus medizinischen Gründen
generell
nicht zumutbar sein soll.
Im Übrigen darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten, der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
3
.6
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das
D._
-G
utachten
erstellt, dass sich der
Ge
sund
heitszustand des Beschwerdeführers
verschlechtert hat und der Be
schwer
deführer
(vor dem Hirninfarkt vom April 2011)
in behinderungsangepasster Tätig
keit zwar zeitlich uneinge
schränkt arbeitsfähig
, aber
aufgrund eines ver
minderten Rendements in sei
ner Leistungsfähigkeit um 20
%
einge
schränkt
war
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich der veränderte Gesundheitszustand und die um 20 % eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
in ange
passter Tätigkeit vor dem Ereignis des erlittenen Hirninfarktes im April 2011 in erwerblicher Hinsicht
auswirkt
e
.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich wei
l die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
den
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zo
gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei
jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der An
wen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr ge
ne
rel
l eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgeb
liche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit auf
zurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E.
2a).
5.4
Nachdem der Beschwerdeführ seit
der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch
die Arbeitgeberin per Ende Januar 2005 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachge
gang
en ist
(Urk. 7/36/4)
, sind für die Ermittlung des
Valideneinkommens
Tabel
len
löhne
heran
zu
ziehen und vom mittleren Lohn für Männer, die Hilfsarbeiten aus
führten (
Zentral
wert
), auszugehen.
Da auch das Invalideneinkommen in angepasster Tätigkeit anhand der
Tabellen
löhne
nach LSE – und wiederum unter Einstufung des Beschwerde
führers als Hilfs
arbeiter – zu ermitteln ist, kann rechnerisch ein
Prozent
vergleich
vorge
nommen werden. Eine möglichst genaue Bezifferung und Gegen
überstellung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen, um aus der Einkommensdifferenz den Invaliditätsgrad bestimmen zu können, erübrigt sich somit. Der
Invalidi
täts
grad
entspricht –
ohne
Berücksichtigung eines allfälligen leidensbedingten Ab
zugs – mithin der
eingeschränkten Leistungsfähigkeit
von
20
%.
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen
.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich
nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichs
ein
kommen
mitverant
wortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidensab
zuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E.
5.2).
Auf
grund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen kön
nen dem Be
schwerde
führer nur noch leichte wechselbelastende Tätigkeiten mit einem sehr einge
schränkten
Belastungs
profil
(vgl. dazu Urk. 7/54 S.
29
Ziff.
6.4
)
mit
einer
20%igen
Einschränkung der Leistungsfähigkeit zugemutet werden
. Mit Blick darauf sowie auf sein bereits fortgeschrittenes Alter ist davon auszugehen, dass er seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit ei
nem
unter
durchschnittlichen Einkommen verwerten kann. Vor diesem Hinter
grund erscheint
der durch die Beschwerdegegnerin gewährte
leidensbedingter Abzug von
10
%
als
angemessen.
Entspre
chend resultiert
für die Zeit vor dem
Hirn
infarkt
im April 2011
ein
renten
ausschliessen
der Invaliditätsgrad von
28
%
(100 % - 90 % x 80 %)
.
6
.
Zusammenfassend
ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom
30.
Ok
to
ber
2012 (Urk. 2)
nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erhobene Be
schwerde ist somit abzuweisen.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr
.
9
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang de
s Verfahrens sind die
Kosten
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.