# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8b1b971-53c7-4424-9a64-55238f6f0f5c
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Am 1. Juli 2004 eröffnete Swissmedic als zuständiges Institut für die  gegen Unbekannt ein Verwaltungsstrafverfahren wegen  auf Widerhandlung gegen Art. 86 Abs. 1 lit. a und b des  vom 15. Dezember 2000 über Arzneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG [SR 812.21]). Mit Verfügungen vom 10. August 2004 wurde das Strafverfahren ausgedehnt auf C._, den  der A._ AG, D._, den Zuständigen in der Firma für den „Aufbau der Abteilung Getränke“ und neu seit dem 6. September 2004 Verwaltungsrat der Firma, sowie E._, vom 24. Februar bis 6. September 2004 Verwaltungsrat der A._ AG. Diese betreibt  Handelsregistereintrag unter anderem Handel mit . Swissmedic verdächtigt die Beschuldigten, dass diese ohne über die gesetzlich benötigten Bewilligungen zu verfügen, namentlich für die Zulassung des Arzneimittels (Art. 9 HMG) sowie für die Herstellung (Art. 5 HMG), die Einfuhr, Ausfuhr und/oder den Grosshandel (Art. 18 ff. HMG), die Präparate „J._“ (Kapseln) und „B._“ (Getränke) , in Verkehr bringen, ein- bzw. ausführen, im Ausland handeln und mit ihnen Grosshandel betreiben. Dieser Tatverdacht sei bloss vorläufig.
B. Am 10. September 2004 verfügte Swissmedic, die F._ habe alle Kon-
ten und Bankbeziehungen in Beziehung mit dem Unternehmen A._ AG, respektive C._, E._ und D._ offenzulegen. Die Bank wurde angewiesen, diverse im Detail genannte Bankunterlagen der  Instanz zuzustellen. Konten, Treuhandanlagen, Depots,  etc., welche den genannten Personen gehören oder an welchen  wirtschaftlich berechtigt sind, wurden mit sofortiger Wirkung  und bis auf Weiteres gesperrt. Der F._ wurde gestützt auf Art. 17 VStrR eine Informationssperre bis zum Widerruf auferlegt.
Am 17. September 2004 erging eine Verfügung mit analogem Inhalt bezüg-
lich derselben Personen an die K._ und am 21. September 2004 nochmals eine solche bezüglich derselben Personen und zusätzlich  der G._ AG mit Sitz in Z._ an die H._. Die  an die K._ wurde am 27. September konkretisiert, d. h. auf die beiden auf die A._ AG lautenden Konten Nrn. _ bezogen.
Am 28. September 2004 entsperrte Swissmedic ein auf D._  Konto bei der F._ (I._). Bezüglich eines gesperrten Kontos
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bei der F._ und eines solchen bei der H._ forderte sie  an. Die gegenüber den genannten Banken verfügten  blieben vorerst bestehen.
Noch am gleichen Tag wurden die gegenüber der K._ und der H._ verfügten Informationssperren aufgehoben. Die Aufhebung der Informationssperre gegenüber der F._ erfolgte mit Verfügung vom 29. September 2004.
Die A._ AG erfuhr am 28. September 2004 durch Zufall von der  bei der K._. Auf Rückfrage hin sandte Swissmedic mit Schreiben vom 29. September all die genannten Verfügungen an den Rechtsvertreter der A._ AG.
C. Am 4. Oktober 2004 reichte die A._ AG gegen die Gesamtheit der
erwähnten Verfügungen bei der Beschwerdekammer des  Beschwerde ein mit den Anträgen, es seien die Sperren bezüglich der beiden Konten Nrn._ aufzuheben; bezüglich der Verfügungen vom 10. und 28. September 2004 an die F._, vom 21. und 28.  2004 an die H._ sowie vom 17. und 27. September 2004 an die K._ seien ihr die Detail-Beschlagnahmeprotokolle zuzustellen; weiter, es sei festzustellen, dass die drei am 10., 28. und 29. September 2004 an die F._, die drei am 21. und 28. September 2004 an die H._ und die drei am 17., 27. und 28. September 2004 an die K._ zugestellten Verfügungen in Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin, in Verletzung der massgebenden  und in Verletzung von deren Beschwerderechten erlassen worden seien; sodann, es sei festzustellen, dass die Aufforderung von Swissmedic an die F._, an die H._ und an die K._,  sämtliche Bankbeziehungen und Konti offenzulegen seien, an denen C._, E._ und D._ verfügungsberechtigt oder  berechtigt oder von denen die drei genannten Personen Kontoinhaber sind, unverhältnismässig und daher unzulässig seien; schliesslich, es sei festzustellen, dass die von Swissmedic an die F._, die H._ und die K._ auferlegten Informationssperren bezüglich der Offenlegungs-, Editions- und Beschlagnahmebegehren rechtswidrig seien. Swissmedic stellt Antrag auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Die Beschwerdeschrift datiert vom 4. Oktober 2004 (Postaufgabe) und ist
sowohl beim Direktor von Swissmedic als auch bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts eingereicht worden. Der Direktor von Swissmedic hat sie ohne Berichtigung der angefochtenen Amtshandlungen innert der gesetzlichen Frist gemäss Art. 26 Abs. 3 VStrR an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weitergeleitet. Die sachliche Zuständigkeit der Letztgenannten als Beschwerdeinstanz ist gegeben, da sich die  gegen Zwangsmassnahmen und damit zusammenhängende  richtet (Art. 26 VStrR).
1.2 Es ist nicht erwiesen, dass die Beschwerdeführerin bereits am 28.  2004 eine oder alle angefochtenen Verfügungen umfassend kannte. Die Postzustellung des gesamten Verfügungspakets der Beschwerdegegnerin an die Beschwerdeführerin erfolgte am 30. September 2004. Es ist daher davon auszugehen, die Beschwerdeführerin habe erst an diesem Tag Kenntnis von den Verfügungen erhalten; die Beschwerde wurde demnach fristgerecht eingereicht (Art. 28 Abs. 3 VStrR; Art 31 VStrR i. V. m. Art. 20 Abs. 2 VwVG)
1.3 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch die angefochtene  berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR). Eine Beschlagnahme ist daher allen davon unmittelbar Betroffenen mitzuteilen, sofern diese mit dem  nicht identisch sind und soweit die Verwaltung von ihnen Kenntnis hat (BGE 120 IV 164, 166 E. 1 c). Mit dem Begleitschreiben der  vom 29. September 2004 ist die Zustellung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin und von D._ belegt. Die Beschwerdeführerin ist nicht Beschuldigte, da sich das Verwaltungsstrafverfahren nicht gegen sie richtet. Sie ist durch die angefochtenen Amtshandlungen nur soweit , als diese sie betreffen und daher nur insoweit zur Beschwerde . Ihre Legitimation fehlt, wo sie die umgehende Zustellung detaillierter Beschlagnahmeprotokolle über Konten Dritter (C._, E._, D._, G._ AG) verlangt. Sie ist auch nicht beschwert und somit nicht legitimiert, soweit die Unverhältnismässigkeit einer Verpflichtung der Banken / Finanzinstitute zur Auskunftserteilung bezüglich C._, E._ und D._ gerügt wird. Ferner ist nicht sie, sondern sind die angesprochenen Banken / Finanzinstitute durch die ihnen auferlegte  beschwert, weshalb der Beschwerdeführerin auch für die Rügen der Rechtswidrigkeit dieser Massnahme und der sich aus dieser
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Massnahme ergebenden behaupteten Verletzung von Verfahrensrechten (rechtliches Gehör, weitere Verfahrensrechte und Beschwerderechte) die Legitimation fehlt.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auf die Beschwerde einzutreten ist, soweit damit die Aufhebung der Kontosperren bezüglich der zwei Konten bei der K._ der Beschwerdeführerin anbegehrt und die Zustellung  Beschlagnahmeprotokolle bezüglich der ihr als Inhaberin oder wirtschaftlich Berechtigten gehörenden Konten, Depots etc. verlangt wird.
2. 2.1 Die Beschwerdeführerin stellt zunächst das Begehren um Aufhebung der
Sperre (Beschlagnahme) bezüglich ihrer beiden Konten Nrn. _ bei der K._. Im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens hat die  unter anderem das Recht, Gegenstände, die als  von Bedeutung sein können, sowie Gegenstände und andere Vermögenswerte, welche voraussichtlich der Einziehung unterliegen, mit Beschlag zu belegen (Art. 46 Abs. 1 lit. a und b VStrR i. V. m. Art. 90 Abs. 1 HMG). Andere Gegenstände und Vermögenswerte, die zur Begehung der Widerhandlung gedient haben oder durch die Widerhandlung  worden sind, können beschlagnahmt werden, wenn es zur  neuer Widerhandlungen oder zur Sicherung eines gesetzlichen  als erforderlich erscheint (Art. 46 Abs. 2 VStrR). Art. 45 VStrR , dass bei der Beschlagnahme mit der dem Betroffenen und seinem Eigentum gebührenden Schonung zu verfahren sei. Damit ist die  Regel angesprochen, wonach die Beschlagnahme wie alle  nur so weit angeordnet und solange aufrecht erhalten werden darf, als sie verhältnismässig und im Hinblick auf ihren Zweck notwendig ist (SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Auflage, Zürich 2004, § 46 N. 750).
Aus den Akten geht hervor, dass am 20. September 2004 der Saldo auf
dem gesperrten Konto Nr._ bei der K._ Fr. 108.32 betragen hat, jener auf dem gesperrten Konto Nr._ bei der K._ EUR –3.89. Die Beschwerdegegnerin rechtfertigt die Aufrechterhaltung der Sperrung damit, dass über das Konto Nr._ während des hängigen Verfahrens diverse Transaktionen getätigt worden seien, die einen direkten Zusammenhang mit dem vorgeworfenen tatbestandsmässigen Verhalten hätten, und dass der Verdacht bestehe, die Beschwerdeführerin  weiterhin, mit gefährlichen, nicht zugelassenen Arzneimitteln zu  und damit zusammenhängende Gelder über das Konto Nr._ fliessen zu lassen. Dabei übersieht die Beschwerdegegnerin, dass die
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Sperrung von Konten kein taugliches Mittel zur Verhinderung künftiger Straftaten ist, sobald die berechtigten Personen von der Blockade Kenntnis erhalten haben, und dass Gegenstände und Vermögenswerte, die zur  einer Widerhandlung gedient haben, nur unter den Aspekten der Gefahrenabwehr und der Sicherung eines gesetzlichen Pfandrechts  werden dürfen. Überdies ist die Beschlagnahme eines  von Fr. 108.32 zur Sicherung einer Einziehung nach Art. 59 StGB aufgrund einer Kosten-/Nutzenrechnung unverhältnismässig. Die  ist in diesem Punkt daher gutzuheissen.
2.2 Die Beschwerdeführerin verlangt die umgehende Zustellung der detaillier-
ten Beschlagnahmeprotokolle. Im Umfang des Eintretens bezieht sich  Begehren auf die ihr als Inhaberin oder wirtschaftlich Berechtigte  Konten, Depots etc. Art. 47 Abs. 1 VStrR sieht vor, dass der  eines beschlagnahmten Gegenstands oder Vermögenswerts  ist, ihn dem untersuchenden Beamten gegen Empfangsbescheinigung oder ein Doppel des Beschlagnahmeprotokolls herauszugeben. Daraus  sich, dass ein Anspruch des Inhabers auf Aushändigung eines  nicht besteht und die Aushändigung einer , welche begriffsnotwendig die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte in pauschalerer Form auflisten kann als das Protokoll, genügt. Inhaberin der beschlagnahmten Gegenstände (Akten) ist bei der hier vorliegenden Konstellation die angesprochene Bank bzw. das . Die Beschwerdeführerin ist lediglich an den gesperrten Kontosalden berechtigt. Über diese Salden und deren Sperrung hat sie mit Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 29. September 2004 Mitteilung und somit Bestätigung erhalten. Einen weitergehenderen Anspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin auf Zustellung von Akten hat sie nicht. Insbesondere ergibt sich aus dem Akteneinsichtsrecht nach Art. 26 – 28 VwVG in  mit Art. 36 VStrR nichts anderes. Man kann sich zwar fragen, ob und inwieweit die Beschwerdeführerin Partei im Sinne von Art. 6 VwVG sei und ihr daher ein Akteneinsichtsrecht im Sinne der zitierten Bestimmungen  (vgl. auch HÄFELIN/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. , Zürich 2002, N. 1689 ff.). Diese Frage kann aber offen bleiben, da das Akteneinsichtsrecht nach Art. 26 – 28 VwVG bloss die Befugnis zum Inhalt hat, am Sitz der aktenführenden Behörde selbst Einsicht in die Unterlagen zu nehmen. Ein Anspruch auf Zustellung von Akten besteht nicht. Die  ist in diesem Punkt daher abzuweisen.
3. Die Beschwerdeführerin ist nur in einem geringen Umfange mit ihren Rechtsbegehren durchgedrungen, weshalb ihr die Gerichtsgebühr, die auf
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Fr. 1'500.– festgesetzt wird, zum überwiegenden Teil und unter  des geleisteten Kostenvorschusses auferlegt wird (Art. 3 des  vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem  [SR 173.711.322]; Art. 245 BStP und Art. 156 Abs. 1 OG i. V. m. Art. 25 Abs. 4 VStrR). Angemessen erscheint eine Auflage an die Beschwerdeführerin im Umfange von Fr. 1'200.–. Im gleichen Verhältnis ist ihr eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 3 OG). Gestützt auf Art. 3 Abs. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Entschädigung in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.31) ist das Honorar nach Ermessen festzusetzen, wenn keine  eingereicht wird. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 200.– (inkl. MWST).
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