# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 71d37e8e-9f76-4a45-bb2c-50ca57d07c85
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 2. November 2011, mitgeteilt am 9. November 2011, wurde A. schuldig gesprochen der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 13 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG. Dafür wurde er mit einer Busse von Fr. 300.-- bestraft, bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen. Die Kosten wurden A. überbunden.
Die Staatsanwaltschaft Graubünden legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
„Am 5. September 2011 um 15.00 Uhr lenkte A. den Gesellschaftswagen VAN HOOL B, Kontrollschild _ (D), über die Nationalstrasse in Ort 1 Richtung Ort 2. Höhe Abzweigung Ort 3 überholte er das vor ihm fahrende landwirtschaftliche Motorfahrzeug und überfuhr dabei vorschriftswidrig die Einspurstrecke und die folgende Sperrfläche.“
B. Gegen diesen Strafbefehl liess A. am 21. November 2011 Einsprache erheben. Nachdem sein Verteidiger die Akten zur Einsichtnahme erhalten hatte, hielt A. mit Schreiben vom 9. Dezember 2011 an der Einsprache fest und beantragte gleichzeitig, vier namentlich genannte Fahrgäste aus dem Gesellschaftsbus als Zeugen einzuvernehmen. Die Staatsanwaltschaft Graubünden ergänzte in der Folge die Untersuchung, indem sie die zwei Polizeibeamten als Zeugen einvernahm, die den Vorfall beobachtet und zur Anzeige gebracht hatten.
C. Mit Parteimitteilung vom 28. Februar 2012 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht in Aussicht. Zudem setzte sie A. eine Frist von zehn Tagen an, um allfällige zusätzliche Beweisanträge zu den bereits am 9. Dezember 2011 gestellten geltend zu machen. A. machte von dieser Gelegenheit keinen Gebrauch.
D. Am 19. März 2012 lehnte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Ersuchen um Einvernahme der vier Fahrgäste B., C., D. und E. als Zeugen ab. Mit Schreiben vom 3. April 2012 hielt A. ausdrücklich am Antrag auf Einvernahme der vier Fahrgäste fest.
E. Am 10. April 2012 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl ans Bezirksgericht Prättigau/Davos mit dem Hinweis, dass sie auch nach Ergänzung der Untersuchung am Strafbefehl festhalte. Zusammen mit dem
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Strafbefehl liess sie die Akten dem Bezirksgericht zur Durchführung des Hauptverfahrens zukommen. Gleichentags erging auch der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft.
F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos am 12. Juli 2012 war der private Verteidiger von A., Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, anwesend. A. selbst war auf sein Ersuchen hin mit Verfügung vom 8. Juni 2012 von der persönlichen Teilnahme an der Gerichtsverhandlung dispensiert worden. Die Staatsanwaltschaft Graubünden nahm an der Verhandlung nicht teil.
Die Staatsanwaltschaft beantragte gemäss Strafbefehl die Verurteilung von A. wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 13 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG sowie die Aussprechung einer Busse von Fr. 300.--, Ersatzfreiheitsstrafe drei Tage.
Der amtliche Verteidiger beantragte in seinem Plädoyer was folgt:
„1. Der Strafbefehl vom 02. November 2011 sei aufzuheben und A. sei von der Anklage der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 13 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG freizusprechen.
2. Eventuell seien die Fahrgäste B., C., D. und E. rogatorisch als Zeugen zur Sache einzuvernehmen.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“
G. Mit Urteil vom 12. Juli 2012, gleichentags mündlich eröffnet, als Urteil ohne schriftliche Begründung mitgeteilt am 13. Juli 2012, schriftlich begründet mitgeteilt am 2. August 2012, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos, Erstinstanzliches Strafgericht, wie folgt:
„1. A. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 13 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird A. mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3‘835.00 (Untersuchungsgebühr und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 835.00 + Gerichtsgebühr von CHF 3‘000.00) gehen zu Lasten des A..
A. schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse CHF 300.00 Verfahrenskosten CHF 3‘835.00 Total CHF 4‘135.00
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In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach eingetretener Rechtskraft dieses Urteils an die Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos zu bezahlen.

## Considerations