# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db6a2752-919e-48dc-a503-0e2861eb5000
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ und Y._ sind die unverheirateten Eltern der am _2010 geborenen A._. Die Eltern lebten nie in einem gemeinsamen Haushalt. Y._ anerkannte seine Vaterschaft am 9. Dezember 2010 vor dem Zivilstandsamt Z._. A._ stand ab ihrer Geburt unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter.
B.1. Bereits seit den ersten Lebensmonaten von A._ lag das Besuchs- und Ferienrecht zwischen den getrennt lebenden Kindseltern im Streit, weshalb diesbezüglich am 12. September 2011 ein Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde der Kreise Z._ erging. Demgemäss wurde dem Kindsvater das Recht eingeräumt, A._ bis zu ihrem fünften Altersjahr jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr - in einvernehmlicher Absprache allenfalls auch am Sonntag - und jeden Donnerstagnachmittag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr auf seine Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. Zudem wurde er berechtigt, mit A._ jeweils eine Woche Ferien im Sommer (Juli/August), eine Woche im Herbst (Oktober) sowie jeweils die Osterfeiertage von Gründonnerstag bis Ostermontag zu verbringen. Ab dem sechsten Altersjahr von A._ soll das Besuchsrecht auf das erste und dritte Wochenende jedes Monats von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 19.00 Uhr sowie auf zwei Wochen Ferien im Sommer und je wahlweise eine Woche Ferien im Frühling oder Herbst erweitert werden.
2. Auf Beschwerde von Y._ hin modifizierte das Bezirksgericht Maloja das Besuchsrecht mit Entscheid vom 14. März 2012 dahingehend, dass der Kindsvater A._ jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie jeden Donnerstagnachmittag während mindestens drei Stunden besuchen sowie je eine Woche im Sommer, im Herbst und im Frühling zu sich in die Ferien nehmen dürfe. Im Übrigen wurde die von der Vormundschaftsbehörde der Kreise Z._ getroffene Regelung bestätigt. Im Weiteren wies das Bezirksgericht Maloja die damalige Vormundschaftsbehörde an, zur Sicherstellung der korrekten Ausübung des Besuchsrechts eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB zu errichten. Gegen diesen Entscheid führte X._ am 7. Mai 2012 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden, welche mit Urteil vom 9. Oktober 2012 abgewiesen wurde. Sowohl die getroffene Besuchsrechtsregelung als auch die Anordnung einer Besuchsrechtsbeistandschaft wurden im konkreten Fall als angemessen bzw.
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indiziert erachtet (vgl. Urteil der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 27 E. 3 und 4).
3. Am 19. November 2012 liess Y._ dem Bezirksgericht Maloja ein Gesuch betreffend Vollzug des Urteils einreichen mit dem Begehren, X._ sei unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB anzuhalten, ihm die Ausübung des richterlich festgesetzten Besuchsrechts zu gestatten. X._ beantragte mit Eingabe vom 15. Januar 2013 die kostenfällige Abweisung des Gesuchs. Mit Schreiben vom 26. Februar 2013 wandte sich Y._ sodann an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler und ersuchte diese um Anordnung von Massnahmen zum Vollzug des zugesprochenen Besuchsrechts.
C. Die KESB Engadin/Südtäler - welche mit Inkraftsetzung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 an die Stelle der vormals zuständigen Vormundschaftsbehörde trat - errichtete mit Entscheid vom 11. März 2013 für A._ eine Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und setzte B._, Berufsbeistandschaft der Kreise Z._, als Beiständin ein. Im Einzelnen wurden ihr die Aufgaben zugewiesen, die Kontakte zwischen A._ und ihrem Vater entsprechend dem Urteil des Bezirksgerichts Maloja zu organisieren und zu überwachen, im Konfliktfall konkrete Lösungen festzulegen, innert drei Monaten sechs Besuche zu begleiten und der Behörde darüber schriftlich Bericht zu erstatten sowie mit den Eltern einen Ferienplan auszuarbeiten.
D. In der Folge kam es bei der Umsetzung des Besuchsrechts zu erheblichen Schwierigkeiten, welche auch durch die Beiständin nicht ausgeräumt werden konnten, zumal das Verhalten der Eltern durch Widerstand auf der einen und Forderungen auf der anderen Seite geprägt war. Ferner wurde sowohl die Arbeit der KESB als auch jene der Beiständin seitens der Eltern fortwährend kritisiert.
E.1. X._ stellte bei der KESB Engadin/Südtäler am 28. August 2013 ein Gesuch um Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs mit den Anträgen, dem Kindsvater bis zum vierten Geburtstag von A._ ein begleitetes Besuchsrecht jeweils für jeden ersten und dritten Samstagmorgen von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr einzuräumen. Ab dem vierten Geburtstag bis zum Schuleintritt sei er zu berechtigen, seine Tochter jeden ersten und dritten Sonntag während dreieinhalb Stunden zu sehen und nach erfolgtem Schuleintritt sei das Recht auf persönlichen Verkehr anzupassen. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 forderte
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Y._ das Bezirksgericht Maloja auf, sein Gesuch um Vollstreckung des Gerichtsurteils (vgl. vorstehend B.3.) möglichst förderlich zu behandeln, und äusserte sich im selben Schreiben ebenfalls zum Abänderungsgesuch von X._. Auf das Vollstreckungsgesuch wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Maloja vom 28. Oktober 2013 nicht eingetreten, da die KESB für die Anordnung von Vollstreckungsmassnahmen sachlich zuständig sei.
2. Am 13. November 2013 ersuchte X._ die KESB, das Besuchsrecht zwischen A._ und dem Kindsvater superprovisorisch und hernach im Rahmen vorsorglicher Massnahmen bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Abänderung des Besuchsrechts zu sistieren oder eventualiter ab Februar 2014 antragsgemäss (vgl. vorstehend E.1.) neu zu regeln. Die KESB trat mit prozessleitendem Entscheid vom 15. November 2013 mangels Dringlichkeit nicht auf das Gesuch um Erlass (super)provisorischer Massnahmen ein.
3. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 liess X._ bei der KESB Engadin/Südtäler ein Präzisierungs-Gesuch zur Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs einreichen, worin sie beantragte, es sei ein kinderpsychiatrisches Gutachten einzuholen, welches Auskunft über das zumutbare Besuchsrecht zwischen A._ und dem Kindsvater gebe. Bis zum Vorliegen dieses Gutachtens sei dem Vater ein Besuchsrecht entsprechend den Anträgen im Abänderungsgesuch vom 28. August 2013 zu gewähren.
F.1. Am 7. April 2014 wurden beide Elternteile von der KESB Engadin/Südtäler namentlich bezüglich des Wechsels der Beistandsperson sowie betreffend die Abänderung des Besuchsrechts angehört. Mit Entscheid der KESB vom 14. April 2014 wurde der seitens von Y._ gestellte Antrag auf Wechsel der Beiständin abgewiesen und B._ als Beiständin bestätigt. Nachdem die am 28. April 2014 in Besuchsrechtsangelegenheiten durchgeführte Einigungsverhandlung zwischen den Eltern scheiterte, erkannte die KESB mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 22. Mai 2014, dass der Vater A._ jedes zweite Wochenende jeweils für insgesamt acht Stunden zu sich auf Besuch nehmen dürfe, Übernachtungen aber explizit ausgeschlossen würden. Dies gelte auch für die drei Wochen Ferien pro Jahr, womit sich das Ferienrecht in täglichen mindestens vierstündigen Besuchen erschöpfe. Sodann wurde X._ unter Androhung der Straffolgen nach Art. 292 StGB aufgefordert, diesem Entscheid Folge zu leisten. Den Eltern wurde überdies die Weisung erteilt, sich im Zeitrahmen von einem Jahr während mindestens zwölf Sitzungen durch Fachpersonen der Kinder- und Jugendpsychiatrie (kjp) Graubünden beraten zu lassen.
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2. Hiergegen liess Y._ am 24. Juni 2014 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden führen mit dem Antrag, ihm sei das Besuchs- und Ferienrecht weiterhin entsprechend dem Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 2012 zu gewähren, welches durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 bestätigt wurde. X._ erhob gegen den vorerwähnten Entscheid ebenfalls Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragte, dass dem Vater ein zweiwöchentliches Besuchsrecht von zwei Stunden einzuräumen sei, wobei dieses für ein Jahr begleitet auszugestalten sei. Von einem Ferienrecht wie auch von einer Androhung der Straffolgen nach Art. 292 StGB sei abzusehen.
3. Mit Entscheid vom 18. November 2014 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde von Y._ teilweise gut, während die Beschwerde von X._ mit gleichem Entscheid abgewiesen wurde (vgl. ZK1 14 82/84). Das Kantonsgericht sah keinen Anlass, die mit Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 2012 getroffene bzw. durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 bestätigte Besuchs- und Ferienrechtsregelung anzupassen. Es gelangte zum Ergebnis, dass sich mangels einer massgeblichen Veränderung der Umstände keine neue Regelung - insbesondere keine Abschaffung des Donnerstagsbesuchsrechts sowie kein Ausschluss von Übernachtungen - aufdrängt. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
G.1. Zwischenzeitlich stellte Y._ am 29. Juli 2014 bei der KESB Engadin/Südtäler gestützt auf Art. 298b ZGB den Antrag auf Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Anlass hierfür bildete nach seinen eigenen Angaben der Umstand, dass ihm die Einsicht in die Patientenakten seiner Tochter mit der Begründung, nicht Inhaber der elterlichen Sorge zu sein, mehrfach verwehrt worden sein soll (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 3). Daraufhin eröffnete die KESB ein entsprechendes Abklärungsverfahren. Die Kindsmutter wurde hierzu am 11. August 2014 von der Behörde angehört und reichte am 15. September 2014 eine schriftliche Stellungnahme ein, worin sie auf eine Ablehnung der gemeinsamen elterlichen Sorge schliessen liess. Sie führte insbesondere aus, dass die vorgebrachte Begründung von Y._ zweifelhaft erscheine und sie zudem nicht vorgängig über das Gesuch informiert worden sei, was die fehlende Kooperation der Eltern widerspiegle. Vorliegend bestehe seit der Geburt von A._ eine dauerhafte Hochkonfliktsituation, was sich unter anderem in unzähligen Gerichtsverfahren zwischen den Eltern niedergeschlagen habe. Die anhaltende Konfliktsituation gebiete, auf die gemeinsame elterliche Sorge zu verzichten. Im Weiteren weist sie auf die Folgen hin, die bei einem allfälligen Versterben ihrerseits eintreten würden, und führt als Gründe gegen eine
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gemeinsame elterliche Sorge die ihrer Ansicht nach instabilen Lebensverhältnisse des Kindsvaters, seine Ortsabwesenheit, die Unerfahrenheit im Umgang mit der gemeinsamen Tochter, seine gesundheitlichen Probleme und die angeblich durch ihn ausgeübte psychische Gewalt ins Feld (vgl. ZK1 15 11 act. E.2 14). Y._ wies diese Vorwürfe in seiner Replik vom 10. Oktober 2014 allesamt zurück. Die Konfliktsituation sei einzig und allein auf die Verweigerungshaltung der Mutter zurückzuführen, was sich nicht zu Ungunsten des Vaters auf das Sorgerecht auswirken dürfe. In ihrer Duplik vom 31. Oktober 2014 bestritt X._ die Ausführungen der Gegenpartei und hielt an den Vorbringen gemäss ihrer Eingabe vom 15. September 2014 fest.
2. Y._ wurde am 17. November 2014 von der KESB angehört. Den Eltern wurde sodann die Möglichkeit eingeräumt, an der Behördensitzung vom 15. Dezember 2014 persönlich vorzusprechen, wovon beide Elternteile Gebrauch machten. Auf eine Anhörung von A._ wurde altersbedingt verzichtet. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 17. Dezember 2014, mitgeteilt am 19. Dezember 2014, erkannte die KESB Engadin/Südtäler was folgt:
„1. X._ (Mutter) und Y._ (Vater) wird für A._ die gemeinsame elterliche Sorge erteilt (Art. 298a Abs. 1 ZGB).
2. Die Verfahrenskosten für diesen Entscheid werden auf Fr. 1'040.– festgesetzt und den Eltern von A._ je hälftig auferlegt (X._, Mutter: Fr. 520.– / Y._, Vater: Fr. 520.–). Sie sind innert 30 Tagen zu bezahlen.

## Considerations