# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e86359ca-b544-4b0c-83f7-c2b25038243e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 47
A. A. wurde am _ in F. geboren. Er ist Geschäftsinhaber der Firma D., in F.. Im weiteren ist er Eigentümer verschiedener Immobilien. Gemäss Steuerveranlagung der Gemeinde G. vom 28. Januar 2009 versteuerte A. im Jahre 2007 ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 51'353.-- und ein Reinvermögen von Fr. 1.473 Mio.. Nach Aussage von A. an der Berufungsverhandlung bewegt sich sein derzeitiges Einkommen in derselben Grössenordnung. A. ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes.
A. ist im Schweizerischen Zentralstrafregister mit einer Eintragung verzeichnet: Mit Strafmandat vom 25. Mai 2000 wurde er vom Kreispräsidenten Schams wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 900.-- bestraft, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren.
Im ADMAS-Register ist A. gemäss Auszug vom 5. Mai 2009 nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Februar 2010 wurde A. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Februar 2010 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Lunedì, 23 marzo 2009, A. viaggiava col suo veicolo VW Touareg, targato SG XY., sull’autostrada A13, dove le due direzioni di marcia non sono separate fra loro, provenendo da San Bernardino in direzione sud. All’altezza Crimeo, sul territorio di Mesocco, dove la velocità massima segnalata è di 100 km/h, incorreva, alle ore 11:28, in un controllo della velocità tramite apparecchio radar MultaRadar C 20217. La velocità registrata ammonta a 137 km/h. Dedotto il margine di tolleranza di 3.9 km/h, la velocità determinante ammonta a 133 km/h. A. ha dunque superato la velocità massima consentita di 100 km/h, vigente in quel tratto di strada, di 33 km/h.”
C. a) An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Moesa am 27. Mai 2010 waren A. und sein Rechtsvertreter anwesend. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Im Rahmen der Hauptverhandlung wurde B., die Ehefrau des Angeklagten, als Zeugin einvernommen.
In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte und begründete die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:
„1. A. sia dichiarato colpevole di grave violazione di norme sulla circolazione stradale ai sensi degli art. 27 cpv. 1 LCStr e 32 cpv. 1 LCStr in unione all’art. 90 cifra 2 LCStr.
Seite 3 — 47
2. Di conseguenza sia condannato a:
- una pena pecuniaria di 10 aliquote giornaliere di fr. 190.-- cadauna, sospesa con la condizionale per un periodo di prova di 3 anni;
- una multa di fr. 1'000.--, sostituibile in caso di mancato pagamento con una pena detentiva di 5 giorni.
3. Spese a norma di legge.“
Der Verteidiger beantragte in seinem Plädoyer was folgt:
„4. Der Angeschuldigte sei von der Anklage der Geschwindigkeitsüberschreitung vom 23.3.2009 in Mesocco freizusprechen;
Eventualiter sei er wegen einer gegenüber der Anklage deutlich reduzierten Geschwindigkeitsüberschreitung bloss nach SVG 90 Ziffer 1 und nicht nach SVG 90 Ziffer 2 zu verurteilen und mit einer Busse zu bestrafen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.“
b) Mit Entscheid vom 27. Mai 2010, mitgeteilt am 28. Mai 2010, stellte der Bezirksgerichtsausschuss Moesa fest, dass eine Beweisergänzung notwendig sei. Er beauftragte den Untersuchungsrichter, ein Ergänzungsgutachten einzuholen, in welchem der Experte die vom Gericht vorgegebenen Fragen zu beantworten hatte und im Zusammenhang mit einer am 7. April 2010 erlassenen gerichtlichen  Auskunft geben sollte. Am 29. Juni 2010 erstattete der Gutachter das Ergänzungsgutachten. In der Folge eröffnete der Bezirksgerichtspräsident Moesa den Parteien am 23. Juli 2010 die Möglichkeit, sich innert 30 Tagen dazu zu äussern, ob sie zum Ergänzungsgutachten mündlich (im Rahmen einer Wiederaufnahme der mündlichen Hauptverhandlung) oder schriftlich Stellung zu nehmen wünschten. A. stimmte mit Schreiben vom 25. August 2010 einer schriftlichen Stellungnahme zu, sofern er dadurch keinen Nachteil erleide. Die Staatsanwaltschaft Graubünden liess sich nicht vernehmen. Am 11. Oktober 2010 reichte A. eine Vernehmlassung ein, in welcher er an den bereits in den vorherigen Eingaben und im Plädoyer vor der Vorinstanz vorgebrachten Einwänden gegen den Experten und die Expertise sowie gegen die ungenügende Umsetzung der gerichtlichen Anordnungen durch die Staatsanwaltschaft festhielt.
D. Mit Urteil vom 27. Mai/16. Dezember 2010, mitgeteilt am 16. Dezember 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Moesa wie folgt:
„1. A., 1954, I., è autore colpevole di grave violazione delle norme della circolazione stradale (art. 27 cpv. 1 LCS e 32 cpv. 1 LCS in unione all’art 90 cifra 2 LCS). Di conseguenza è condannato ad una pena pecuniaria di 10 (dieci) aliquote giornaliere di CHF 210.- (duecentodieci) cadauna, pena sospesa condizionalmente per un
Seite 4 — 47
periodo di 2 (due) anni, e ad una multa di CHF 800.- (ottocento). La pena detentiva sostitutiva in caso di mancato pagamento della multa corrisponde a 3 (tre) giorni.
2. Le spese e tasse processuali, consistenti in spese e tasse d’istruttoria della Procura pubblica dei Grigioni di CHF 5'953.75 e nella tassa di giudizio della Commissione del Tribunale distrettuale Moesa di CHF 1'900.-, per complessivi CHF 7'853.75, sono poste a carico del condannato e vanno versate, unitamente alla multa di CHF 800.- (in totale CHF 8'653.75) al Tribunale distrettuale Moesa entro 30 giorni dalla crescita in giudicato della sentenza.

## Considerations