# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6dac0298-ebed-493a-935a-31dcd099a042
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
X._
,
geboren 1971, war seit
August
1994 als Maschinenmonteur bei der
Y._
tätig
(
Urk.
10
/14), als er sich am 2
6.
August 2008 bei der Arbeit ein
Verhebetrauma
zuzog
,
mit
persistieren
den
lumboradikulären
Schmerzen L5 links bei paramedianer Diskushernie L4/5 links
(
Urk.
10
/12/3-4)
. Infolge dessen war er
ab
dem
1.
Se
ptember 2008 arbeitsunfähig
(
Urk.
10/
13/3). Nach Anmeldung zur Früherfassung durch die Arbeitgeberin im Oktober 2008 (
Urk.
10/2) und ersten medizinischen und erwerblichen Erhebungen durch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, (
Urk.
10/3) meldete sich
X._
im Dezember 2008 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
10/
6). Die IV-Stelle zog einen Auszug aus den Individuellen Konten
des Versicherten
(
Urk.
10/
10),
die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
10/
11) sowie der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (
Urk.
10/
12) und ersuchte
den
Hausarzt
Dr.
med.
Z._
,
Allgemeine Medizin FMH, (Berichte vom 1
7.
Dezember 2008 [
Urk.
10/
13] und vom 2
0.
Januar 2010 samt Beilagen [
Urk.
10/
37])
wie auch die behandelnden
Fachärzte
verschiedener
Institutionen (Bericht
e
des
Spital
s
A._
vom
3.
und
4.
März 2009 samt diverser Beilagen [
Urk.
10/
22-23],
des
B._
vom 2
4.
Februar 2010 [
Urk.
10/
40],
des
C._
vo
m 1
2.
Februar 2010 [
Urk.
10/
44] und der
D._
vom 1
3.
September 2010 [
Urk.
10/
49]
)
und
die Arbeitgeberin
(
Arbeitgeberbericht vom
8.
Januar 2009,
Urk.
10/
14) um Auskünfte.
Zwischenzeitlich hatte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis auch aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Juli 2009 gekün
digt (
Urk.
10/24) und die SUVA ihre Leistungen (Heilkosten und Taggeld) per 2
2.
März 2010 eingestellt (
Urk.
10/
42). Die IV-Stelle
holte bei
Dr.
med.
E._
,
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, das fachspezifische Gutachten vom 1
7.
Dezember 2010 ein (
Urk.
10/
54) und prüfte die beruflichen Eingliederungsmassnahmen mit dem Ergebnis, dass sie eine Unterstützung bei der Stellensuche aufgrund der subjektiven Einschätzung des
Leistungsanspre
chers
für im Moment nicht angezeigt erachtete (Verlaufsprotokoll der
Einglie
derungsberatung
vom
6.
Juni 2011
,
Urk.
10/
63). Am 2
4.
Mai 2011 berichteten die behandelnden Fachpersonen der
F._
über den stati
onären Aufenthalt vom 2
0.
März bis
9.
April 2011 (
Urk.
10/
64)
.
Ferner berich
tete
Dr.
med.
G._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
am
1
5.
November 2011 über die bei ihm im September 2011 aufgenommen
e
psychiatrische Behandlung (
Urk.
10/
69 samt Beilagen
[
Urk.
10/
70)
,
und die
D._
reichte ihren Verlaufsbericht vom 2
7.
Oktober 2011 ein (
Urk.
10/68). Hierauf
ergänzte die
IV-Stelle
ihr
Dossier um die aktuellen Unfallversicherungsakten
(
Urk.
9/77), darunter das von der SUVA zwischenzeitlich eingeholte orthopädische Gutach
ten von
Dr.
med.
H._
,
Leitender Arzt Wirbelsäulenchirurgie des
I._
,
vom 1
0.
Oktober 2011
,
(
Urk.
10/
77/9-15) und gab beim
J._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
10/
76), welches datierend vom 2
8.
August 2012 am
4.
September 2012 erstattet wurde (
Urk.
10/
101). Die gutachterlichen Untersuchungen
(
all
gemeininternistisch
, psychiatrisch und orthopädisch)
fanden am 2
3.
Mai 2012 statt, während der Versicherte sich in stationärer Behandlung in der
D._
(
Auf
enthalt
vom 1
5.
Mai 2012 bis 1
8.
Juni 2012) befand (
Urk.
10/
100). Gestützt auf dieses Gutachten und nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (Stellungnahme von
Dr.
med.
K._
,
Facharzt Arbeitsmedizin, vom 1
9.
Oktober 2012,
Urk.
10/
109/12), stellte die IV-Stelle
X._
in Aus
sicht, ihm eine vom
1.
September 2009 bis 3
1.
Januar 2010 befristete ganze Invalidenrente auszuzahlen (Vorbescheid vom 1
4.
Dezember 2012,
Urk.
10/
111). Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom
6.
Februar 2013 Einwände vorbringen und beantrag
en
, das
Verfahren
sei
zu sistieren
,
bis das von ihm bei
Dr.
med.
L._
in Auftrag
gegebene psychiatrische
Zweitgut
achten
vorliege (
Urk.
10/
116).
Diese
s
schliesslich vom
1
8.
Juni 2013
datierende Gutachten
(
Urk.
10/
124) kam der IV-Stelle am 2
5.
Juni 2013 zu (
Urk.
10/
125). Ferner wurde ihr der Austrittsbericht der
D._
vom 1
4.
Mai 2013 über eine weitere stationäre Behandlung vom 1
5.
Januar bis 2
9.
März 2013 (
Urk.
10/
121) zugestel
lt. Hierzu nahm RAD-Arzt
Dr.
M._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
am
9.
Juli 2013 (
Urk.
10/
127) Stellung. Mit Verfügung vom 2
8.
August 2013 sprach die IV-Stelle wie vorbeschieden dem Versicherten eine befristete ganze Invalidenrente für die Dauer vom
1.
September 2009 bis 3
1.
Januar 2010 zu (
Urk.
2).
Zeitgleich reichte der Beschwerdeführer die Stel
lungnahme von
Dr.
L._
vom 2
7.
August 2013 zum
J._
-
Gutachten (
Urk.
10/
134) ein.
2.
Mit Eingabe vom
1.
Oktober 2013 (
Urk.
1, unter Beilage diverser Arztbericht
e
,
Urk.
3/3-5) erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vo
m 2
8.
August 2013 und beantrag
t
e
die unbefristete Ausrichtung einer ganzen Rente; eventuell sei ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Ferner sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Kosten für das Privatgutachten
von
Dr.
L._
zu vergüten.
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
Dezember 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8)
und legte eine Stellungnahme des
in die Begutachtung des
J._
involvierten
Dr.
med.
N._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
O._
,
Ärztlicher Leiter des
J._
,
vom 1
8.
November 2013 (
Urk.
9/3) sowie
die Ausführungen von
RAD-Arzt
Dr.
M._
vom 2
1.
November 2013
(
Urk.
9/2) ins Recht.
Im Rahmen des gerichtlich
angeordneten zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
11)
ergänzte der Beschwerdeführer
sein Rechtsbegehren um den Antrag, die Beschwerdegegnerin sei ausserdem zu verpflichten, die Kosten für die neu auf
gelegte Stellungnahme von
Dr.
L._
vom
5.
Januar 2014 (
Urk.
14/1) zu vergüten (
Urk.
13).
Ferner berichtete er mit Eingabe vom 1
9.
Februar 2014 über eine weitere am 1
4.
Februar 2014 aufgenommene stationäre Behandlu
ng in der
B._
(
Urk.
18) und legte den Bericht von
Dr.
med.
P._
,
FHM Psychiatrie und
Psychotherapie, vom
7.
Februar 2014 über dessen Behandlung seit 1
4.
Dezember 2012 ins Recht (
Urk.
19).
Mit Duplik vom 1
7.
März 2014 (
Urk.
22) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag
auf Abweisung der Beschwerde fest und reichte die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
M._
vom
7.
März 2014 ein (
Urk.
23). Diese Eingaben wurden dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
24). Am 1
5.
April 2014 (
Urk.
25) reichte der Beschwerdeführer den vorläufigen Austrittsbericht des
B._
vom
7.
April 2014 (
Urk.
26/2) nach, was der
Beschwer
degegnerin
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
27). Am 1
0.
Juli 2014 (
Urk.
28) legte der Beschwerdeführer den Bericht des
Q._
vom
9.
Juli 2014 (
Urk.
29) auf.
Ferner liess der Beschwerdeführer dem Gericht zur Kenntnis bringen, dass er bei der IV-Stelle mit Eingabe vom 2
5.
August 2014 (
Urk.
31/1)
wegen neu aufgetretenen
starken Schmerzen im linken Arm bei einer
mediolateralen
Diskushernie C5/C6 mit Verdacht auf
Ner
venwurzelkompression
ein
Revisionsgesuch eingereicht
hat
(
Urk.
31/1-4).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121
V
264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder
Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich der gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze zur Entstehung eines Rentenanspruchs (
Art.
28
Abs.
1 und
Art.
29
Abs.
1 IVG) sowie zur Ermittlung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten nach der all
gemeinen Methode des Einkommensvergleichs (
Art.
16 ATSG) kann auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2 Verfügungsteil 2) verwiesen werden.
2.
Den
medizinischen Akten lässt sich folgender
Krankheitsverlauf
(vgl. hierzu auch Auszug aus der Krankengeschichte des
B._
vom 1
9.
März 2010,
Urk.
10/77/37-38)
entnehmen:
2.1
Der Beschwerdeführer litt seit 2006 unter chronisch-lumbal
en Rückenschmer
zen, welche am 2
8.
August 2008 infolge eines
Verhebet
r
aumas
exazerbierten
und weswegen er
vom Hausarzt
Dr.
Z._
anlässlich der ersten ärztlichen
Kon
sulation
am
2.
September 2008
ab
1.
September 2008 a
rbeitsunfähig geschrie
ben wurde
(
Urk.
10/11,
Urk.
10/12/3,
Urk.
10/13).
Auch nach
einer stationären Behan
dlung im
Spital
A._
(
3.
b
is 1
4.
November 2008,
Urk.
10/22/6-7) konnte keine wesentliche Beschwerdereduktion erzielt werden, so dass sich der Beschwerdeführer in der
R._
im April 2009 einer
Sequesterekto
mie
L4/5 links unterzog, wo die Behandlung am 1
2.
Juni 2009 abgeschlossen wurde mit einer noch bis zum 3
1.
Juli 2009 attestierten vollen Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
10/37/5-6). Zwischenzeitlich hatte die Arbeitgeberin das Arbeitsver
hältnis auch aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Juli 2009 gekündigt (
Urk.
10/24).
2.2
Bei weiterhin fortbestehender Schmerzsymptomatik entwickelte sich ein zuneh
mend depressives Zustandsbild
,
und der Beschwerdeführer meldete sich im Mai
2009 für eine ambulant
e
psychiatrische Behandlung im Ambulatorium
A._
der psychiatrischen Klinik
B._
(
Urk.
10/37/1
,
Urk.
10/37/5
). Dort wurde die Diagnose einer schweren depressiven Episode gestellt (
Urk.
10/77/38). Es folgte vom 2
4.
August bis 1
6.
September 2009
ein
erste
r
, und vom
9.
Oktober bis 1
0.
Dezember 2009 ein zweite
r
stationärer Aufenthalt
im
B._
mit den Diagnosen mittelgradige depressive Episode (F32.1) und Rückenbeschwerden
(
Urk.
10/77/37-38). Im Anschluss an den zweiten Auf
enthalt wurde der Beschwerdeführer zur weiteren psychischen Rehabilitation in das
C._
eingewiesen. Die dort behandelnden Ärzte hielte
n
im Austrittsbericht vom 1
2.
Januar 2010 (
Urk.
10/77/34-36) fest, dass
sich
der
Beschwerdeführer zurzeit
in einer Trennungssituation befinde und bei den Eltern wohne. Während
des Aufenthaltes
habe er sich
niedergeschlagen und weinerlich
,
bisweilen fordernd gezeig
t
, im Einzelfall die Therapieteilnahme ver
weigert und sich gegenüber dem Behandlungsteam kaum
geöffnet
. Anlässlich eines Standortgesprächs habe er den
Behandelnden
einen Brief
überreicht, worin er angedeutet habe, seinem Leben ein Ende setzen zu wollen. Da er sich im Verlaufe des Gesprächs von seinen Suizidideen und –
absichten
nicht habe distanzieren können, sei der freiwillig bei ihnen eingetretene Beschwerdeführer mittels ärztlichem FFE (Fürsorgerische Freiheitsentzug) ins
B._
zurückverlegt worden. Der Austrittsbericht vermerkt die Diagnosen depressive Episode, derzeit schwer
,
(ICD-10 F32.2) sowie als somatische Diag
nose:
Somatoforme
Schmerzsymptomatik. Die
unmittelbar
anschliessende dritte
Hospitalisation
im
B._
dauerte bis
5.
Februar 2010 bei den Diagnosen mittelgradige depressive Episode (F32.1) und Verdacht auf
somato
forme
Schmerzstörung (F45.4). Die behandelnden Ärzte hielten fest, dass die depressive Symptomatik insgesamt die hartnäckig
e Tendenz zur
Chronifizierung
z
eige, wobei die bereits
ch
ronifizierte
Schmerzproblematik, die psychosozial schwierige Ausgangslage und der Rollenverlust aufrecht erhaltende Faktoren für die Depression darstellen würden
(
Urk.
10/77/37-38).
Nach Austritt im Februar 2010 stand der Beschwerdeführer erneut in ambulant
er
psychiatrischer Behandlung im
Ambulatorium
A._
(gemäss Auszug aus der Krankengeschichte vom 1
9.
März 2010,
Urk.
10/77/38)
.
Die Behandlung umfasste eine wöchentliche Konsultation von 60 bis 75 Minuten (
Urk.
10/77/22).
Gegenüber der Beschwerdegegnerin führten die behandelnden Ärzte des
B._
im Bericht vom 2
4.
Februar 2010 (
Urk.
10/40)
nebst dem
schon
A
ngeführten
aus, während der Zeit der stationären Aufent
halte im
B._
sei der Beschwerdeführer jeweils zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
nannten
sie aus psychiatrischer Sicht die erstmals im Rahmen der ersten
Hos
pitalisation
(2
4.
August bis 1
6.
September 2009) gestellten Diagnosen (Depres
sive Episode
mittelgradig, F32.1, und
somatoforme
Schmerzstörung, F45.4).
Nach Rückführung von der Klinik
C._
sei im Vergleich zum Voraufenthalt (
9.
Oktober bis 1
0.
Dezember 2009) eine leichte Besserung des depressiven Zustandsbildes, jedoch Tendenz zu einer
chronifizierten
depressiven Sym
p
to
matik festzustellen gewesen.
2.3
Auf Zuweisung des Ambulatoriums
A._
trat der Beschwerdeführer
am
7.
Juni 2010
in teilstationäre Behand
l
ung
(Akut-Tagesklinik) der
D._
bei psychosozialer Belastungssituation (Konflikte mit Ehe
frau, ungeklärte Rentensituation) und anhaltende
r
Schmerzsymptomatik ein. Im Bericht vom 1
3.
September 2010 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/49) wurde die Diagnose anhaltende
som
atoforme
Schmerzstörung (F45.4)
, bes
t
ehend seit zirka 2 Jahren, genannt und ausgeführt, während des bis
9.
Juli 2010 dauernden Behandlungszeitraumes in der Akut-Tagesklinik sei es zu einer
leichtgradigen
Besserung der Schmerzen und der Anspannung gekom
men. Während dieser Behandlung habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der Beschwerdeführer zeige eine reduzierte Anpassungs- und Leistungsfähigkeit wahrscheinlich aufgrund der depressiven Symptomatik verbunden mit der Schmerzsymptomatik.
Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht ausge
schlossen. Sie empfahlen eine schrittweise Reintegration
, beginnend bei
20
%
.
In den Berichten
vom 2
7.
Oktober 2011 (
Urk.
10/68
) und
1
9.
Juli 2012
(
Urk.
10/100
,
zu Händen des
nachbehandelnden Psychiaters
Dr
.
G._
)
zeig
t
en die behandelnden Ärzte
der
D._
den anschliessenden therapeutischen Verlauf
bei
den Diagnosen
depressive
Episode, aktuell mittelgradig (F32.1)
und chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren (R45.41
)
auf. D
er
seit dem 1
1.
Oktober 2010
in der Tagesklinik
ambulant betreute
Beschwerde
führer
sei
erstmalig im November 2010 in das teilstationäre psychiatrisch-psy
chotherapeutische Rehabilitationsprogramm
der
D._
eingetreten.
Die Behand
lung
habe
für jeweils 4 Stunden an Wochentagen statt
gefunden
(
Urk.
10/
77/
22).
Im Rahmen der mehrfach pro W
oche stattfindenden Gruppentherapien mit regelmässigen begleitenden Einzelgesprächen habe das depressive Zustandsbild teilweise stabilisiert und eine Revision der umfangreichen Schmerzmedikation begonnen werden
können
. Während des therapeutischen Verlaufs habe der Beschwerdeführer ausserdem von einer neurologischen
Rehabilitationsbehand
lung
mit Fokus auf Schmerztherapie in der
F._
(20.3.-9.4.2011) profitiert, wo auch das depressive Zustandsbild weiter habe verbessert
werden können und der Beschwerdeführer zudem zu einer leichten Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Stande gewesen sei. Ab Mai 2011 sei
es jedoch zu zunehmenden Konflikten mit der Ehefrau und dem sozialen Umfeld gekommen, weswegen sich das depressive
Zustandsbild erneut destabilisiert habe und
eine stationäre psychiatrische Behandlung im
Kriseninterventions
zentrum
vom 1
5.
b
is 1
9.
Juni 2011 notwendig geworden sei
(Diagnose: mittel
gradige depressive Episode [F32.1] und sonstiger chronischer Schmerz [R52.2]; vgl.
Urk.
10/124/32-33)
. Nach der fünftägigen stationären Behandlung sei
en
die teilstationäre Rehabilitationsbehandlung mit Fokus auf Krisenmanagement und das depressive Zustandsbi
ld wieder aufgenommen, die Ziel
e jedoch nur teilweise erreicht worden, weshalb der Beschwerdeführer zusätzlich eine ambulante psy
chiatrische und psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
G._
begonnen habe
(September 2011)
. Trotz Verlängerung der teilstationären
Rehabilitationsbe
handlung
mit erneuter Einbindung in die Gruppentherapien, begleitenden Gesprächen sowie einer ambulanten psychiatrischen Behandlung bei
Dr.
G._
habe das psychiatrische Zustandsbild nur teilw
eise stabilisiert werden können. Der Beschwerdeführer habe
zunehmend
unter
der
angespannten familiären und zuletzt auch fina
nziellen Situation gelitten
. Versuche einer erneuten
Medika
mentenrevision
hätten nicht umgesetzt werden können.
Zur Arbeitsfähigkeit ist dem Bericht vom 2
7.
Oktober 2011 zu entnehmen (
Urk.
10/68/5), dass eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit einem Belastungsprofil von anfänglich 40-50
%
, bei günstigem Verlauf zu 50-60
%
möglich sei.
Dr.
G._
seinerseits berichtete der Beschwerdegegnerin am 1
5.
November 2011 (
Urk.
10/69)
, er behandle den Beschwerdeführer zirka alle 2 bis 3 Wochen eher in begleitendem Sinne. Dieser
klage
einfach über
s
eine Schmerzen und seine Depressionen und mache geltend, dass er rein gar nichts mehr arbeiten könne. Er habe von ihm keinen eigentlichen Auftrag, dass er ihm helfen solle, wieder arbeitsfähig zu werden. Eine Veränderung müsste mindeste
ns stationär oder halbstationär
passieren. Auch die Arbei
tsfähigkeit könne nur stationär
schlüssig beurteilt werden. Der Beschwerdeführer sei mit einer stationären Therapie, die vor allem auf die Schmerzsymptomatik fokussiere
,
einverstanden, wesh
alb er ihn entsprechend anmelde.
2.4
Vom 1
7.
Januar bis 1
6.
Februar 2012 besuchte der Beschwerdeführer
erneut
die Tagesklinik
der
D._
(
Urk.
10/124/34-35).
Auf Zuweisung von
Dr.
G._
bei Zunahme der depressi
ven Symptomatik und wegen Selbstgefährdung trat der Beschwerdeführer am 1
5.
Mai 2012 freiwillig in die Akutstation der
D._
ein
, wo er bis 1
8.
Juni 2012 hospitalisiert war. Die dort behandelnden Ärzte führten
im Au
strittsbericht v
om 1
9.
Juli 2012 (
Urk.
10/100) über den dortigen Verlauf
aus, der Beschwerdeführer habe
sich im stationären Rahmen zunehmend stabilisieren und von
Suizidge
danken
distanzieren können. Nach Umstellung der Schmerzmedikation habe der Beschwerdeführer eine leichte Verbesserung seiner Schmerzsymptome angege
ben. Zudem habe das Einschlafverhalten
verbessert werden können. Aufgrund der angegebenen Schmerzsymptome habe sich der Beschwerdeführer wiederholt selbst eingeschränkt und geschont. Nach einem Termin auf der Bank mit nega
tiver Nachricht habe der Beschwerdeführer
dysphorisch
und gereizt reagiert und habe vorübergehend intensiv betreut werden müssen. Diese Krise hätte einen teilweise agierenden Charakter gehabt. Am folgenden Tag habe die Krise teil
weise besprochen werden und der Beschwerdeführer sich wieder von Suizidali
tät distanzieren
können
. Der Beschwerdeführer leide an einer rezidivierenden depressiven Symptomatik nach unfallbedingtem Arbeitsplatzverlust und resul
tierender chronischer Schmerzstörung. Es sei eine weiterführende psychothera
peutische Behandlung zur Aufarbeitung des Unfalls und der dadurch eingetre
tenen Lebensumstände und zum (veränderten) Umgang mit den Schmerzen sinnvoll. Daneben sollte eine Tagesstruktur
aufrecht
erhalten werden.
Dieser Bericht vom 1
9.
Juli 2012 zu Händen von
Dr.
G._
wurde
gemäss Verteiler a
uch dem
J._
zugestellt, wo der Beschwerdeführer während der Dauer des sta
tionären Aufenthaltes gutachterlich untersuch
t
worden war (vgl.
Urk.
10/100/5),
fand
jedoch keinen Eingang in das Gutachten.
2.5
Nach seiner Entlassung aus der
D._
am 1
8.
Juni 2012 besuchte der Beschwerde
führer
wenige Male die Tagesklinik
B._
,
wo er jedoch das Therapieprogramm aufgrund starker Rückenschmerzen nicht ausgehalten habe.
Seither habe der Beschwerdeführer keine Tagesstruktur gehabt.
Zwischenzeitlich wurde das Gutachten des
J._
vom 2
8.
August 2012 erstattet (vgl. E.
3.2
).
Am 1
5.
Januar 2013 trat der Beschwerdeführer ein zweites Mal freiwillig auf
Selbst
zuweisung
wegen zunehmender de
pressiver Entwicklung mit latent
en
Suizidge
danken
in die
D._
ein
. Im Austrittsbericht vom 1
4.
Mai 2013 über die
se
zweite stationäre Behandlung vom 1
5.
Januar bis 2
9.
März 2013 zu Händen des nach
behandelnden Arztes
Dr.
P._
(
Urk.
10/121) wurde
n
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1) und chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) diagnosti
ziert. Zum Verlauf berichteten die behandelnden Ärzte, dass sich der Beschwer
deführer im stationären Rahmen zunehmend habe stabilisieren könne
n
. Es sei jedoch sowohl zu Hause als auch auf Station wiederholt zu impulsiven Durch
brüchen mit Suizid- und Selbstverletzungsgedanken gekommen. Aufgrund der angegebenen Schmerzsymptome habe er sich hinsichtlich
s
tations- und inter
disziplinärem
Therapieprogramm
wiederholt eingeschränkt und sich geschont, sodass auch eine Arbeitsdiagnostik nicht habe erfolgen können. Auf Station habe er sich überwiegend kooperativ und freundlich, teilweise auch
dysphorisch
und gereizt gezeigt und angegeben, sehr unter schwankender Stimmung zu lei
den. Bei der Refle
x
ion der betreffenden Situationen sei
en
ein
e
ungenügende
Selbstwahrnehmung („Schwarz-Weiss-Sehen“), mangelnde Differenziertheit in der Beurteilung von Kommunikationssituationen
und Bedürfnisäusserungen des Beschwerdeführers mit Ausweichen vor Konfliktsituationen aufgefallen, welche häufiger Krisen mit Selbstwerteinbrüchen und Hoffnungslosigkeit zur Folge gehabt hätten. Bei Übernachtungen zu Hause sei es häufig zum Streit mit der Ehefrau gekommen, was den zuvor stabilisierten Zustand wieder verschlechtert habe. Das Angebot für ein Paargespräch habe der Beschwerdeführer abgelehnt. Mehrere Übernachtungen bei der Mutter – bei welcher der Beschwerdeführer nach Austritt auch weiter wohnen wolle – seien erfolgreich verlaufen. Das Angebot einer persönlichkeit
sspezifischen Behandlung in der
C._
habe der Beschwerdeführer vehement abgelehnt. Weitere Versuche des Üb
ertritts auf seinen Wunsch hin
seien nicht gelungen. Als Tagesstruktur sei dem Beschwerdeführer die Tagesklinik
B._
empfoh
len worden, was er abgelehnt habe. Er wolle in seiner Garage basteln und viel spazieren gehen
. Für die Zeit dieses stationären Aufenthaltes (1
5.
Januar bis 2
9.
März 2013) attestierten die behandelnden Ärzte der
D._
eine voll
e
Arbeits
unfähigkeit
(
Urk.
10/121
,
Urk.
10/119
)
.
2.6
Anschliessend begab sich der Beschwerdeführer wiederum in ambulante psychiat
rische Behandlung zu
Dr.
P._
.
Dieser berichtete am 1
7.
Februar 2014 zu Händen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, dass
dieser
seit 1
4.
Dezember
2012 in seiner Behandlung stehe und Konsultationen
ein bis zwei Ma
l pro Monat stattfinde
n würden
.
Der Beschwerdeführer habe die ganze Zeit während seiner Behandlung dauernd unter Depressionen und Schmerzen gelit
ten, wobei die Stärke der Depression geschwankt habe, und sei zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (
Urk.
19).
Am
5.
Juni 2013
trat
der Beschwerdeführer zur vierten stationären Behandlung
in das
B._
ein, welche bis zum
4.
Juli 2013 dauerte (Austrittsbericht vom 1
3.
August 2013,
Urk.
3/4). Der freiwillige Eintritt erfolgte zur Krisenintervention: Der Beschwerdeführer habe vor zwei Tagen nach einem Streit mit seiner Ehefrau zu Hause ausziehen müs
sen und seither draussen übernachtet. Nach erfolgter Krisenintervention und zahlreichen
supportiven
Gesprächen habe sich der Zustand des Beschwerdefüh
rers deutlich gebessert. Auch der hausinterne Sozialdienst versuchte die finanzi
elle und Wohnsituation zu klären. Nach Austritt am
4.
Juli 2013 fand die ambulante Nachbehandlung erneut durch
Dr
.
P._
statt. Dem Austrittsbericht ist die Diagnose mittelgradige depressive Episode (F32.1) zu entnehmen.
Auf Zuweisung durch
Dr.
P._
trat der Beschwerdeführer am 1
4.
Februar 2014 erneut in das
B._
ein, wo eine gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome der rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom (F33.21) festgehalten wurde (Austrittsbericht vom
8.
April 2014,
Urk.
31/2). Seit zirka einem Monat gehe es ihm wieder schlechter. Aktuell habe er praktisch keine Tagesstruktur, gehe ab und zu spazieren oder Kaffee trinken, ansonsten sei er zu Hause. Während des Aufenthaltes wurden die bei Eintritt festgestellten Unstimmigkeiten
bei
der Medikamenteneinnahme revidiert und fand
en
wegen Schmerzen am linken Ellbogen nach einem Sturz im November 2013 neurologische Untersuchungen
statt. Ferner erfolgten eine intensivierte Physiotherapie zur Rückenschulung, worunter eine deutliche Regression der Funktionseinschränkungen am linken Arm eintrat, stützende, ärztliche und bezugspflegerische Gespräche sowie paramedizinische Therapien (Lichttherapie, Bewegungstherapie, Ergo- und Kunsttherapie)
.
Der Beschwerde
führer konnte am
7.
April
2014 in deutlich gebessertem und stabilem psychi
schen Zustand nach Hause entlassen werden (
Urk.
31/2). Für die Zeit dieses sta
tionären Aufenthaltes
attestierten die behandelnden Ärzte eine volle Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
26/1,
Urk.
31/2).
3.
3.1
Das
J._
-
Gutachten vom 2
8.
August 2012 beruht auf allgemeininternistischen (
Dr.
med.
S._
,
FMH Allgemeine Innere Medizin), psychiatrischen (
Dr.
med.
N._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie) und orthopädischen (
Dr.
med.
T._
,
FMH Orthopädische Chirurgie) Unter
suchungen vom 2
3.
Mai 2012, de
n
vorbestehenden IV-Akten sowie den Schlussfolgerungen des interdisziplinären Konsensus
‘
(
Urk.
10/101/1-26). Die Gutachter kamen hier
bei
zu den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: (1)
C
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne fassbare
radikuläre
Symptomatik (ICD-10 M54.5) bei Status nach
Sequesterektomie
LWK4/5 links am 2
7.
April 2009, radiologisch Diskushernien LWK3/4/5/SWK1 ohne Neurokompression und ohne Hinweis für
Radikulopathie
bei der klinischen und neurophysiologischen Untersuchung vom 2
9.
November 2011 sowie (2) leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0/F33.1). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine anhal
tende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie fortgesetzter
Nikotin
konsum
, schädlicher Gebrauch (ca. 30 pack
year
) (ICD-10 F17.1).
3.2
In der
interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde festgehalten, dass in der ortho
pädischen Untersuchung keine Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik bestanden hätten, jedoch deutliche Zeichen nicht-organischer
Beschwerdeurs
a
chen
festgestellt worden seien (5 von 5
Waddell
-Zeichen positiv)
. Aus orthopä
discher Sicht sei der Beschwerdeführer für eine körperlich schwere Tätigkeit, wie er sie vormals offenbar ausgeübt habe, vollständig arbeitsunfähig. In einer kör
perlich leichte
n
bis mittelschwere
n
, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe weder
eine zeitliche noch eine leistungsmässige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine leichte depressive Symptomatik festgestell
t wo
rden. Weiter bestehe eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstö
rung
, welche die somatisch nicht ausreichend objektivierbaren Beschwerden erkläre. Aufgrund der depressiven Symptomatik sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht etwas vermindert leistungsfähig. Die Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit sei dadurch um 20
%
eingeschränkt. In
den
allgemein-internis
tischen Untersuchungen hätten keine weiteren pathologischen Befunde erhoben werden können, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflussen würden. Zusammen
gefasst sei der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit, verwertbar in einem ganztägigen Pensum, zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar.
3.3
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit führten die Gutachter aus, dass die Arbeits
unfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten andauernd seit der Operation vom 2
7.
April 2009 bestehe, wahrscheinlich bereits ab August 2008 (
Verhebe
trauma
).
Für eine körperlich angepasste, leichte bis mittelschwere Tätigkeit habe nach der Operation vom 2
7.
April 2009 für längstens 6 Monate eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Anschliessend könne für die angepasste Tätigkeit noch die psychiatrisch bedingte 20%ige Leistungseinschränkung bestätigt werden. Während der
Hospitalisationen
habe naturgemäss eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die depressive Symptomatik habe jeweils gebessert, sodass über die Zeit gemittelt von der von ihnen festgestellten 20%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden könne. Zur subjektiven Selbsteinschätzung führten die Gutachter an, dass diese aus somatischer Sicht nicht bestätigt werden könne. Durch die objektiven Befunde am Bewegungsap
parat
sollte
eine körperlich angepasste Tätigkeit
zu keiner
wesentliche
n
Schmerzexazerbation
gegenüber Alltagsaktivitäten
führen
. Die anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung bewirke zwar eine subjektive
Schmerzverstär
kung
, habe aber auf die Arbeitsfähigkeit keinen Einfluss. Da keine schwere depressive Symptomatik vorliege, könne es dem
Beschwerdeführer
zugemutet werden, die notwendige Willensanstrengung aufzubringen, um trotz der Beschwerden mit leichter Leistungseinschränkung wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
3.4
In Auseinandersetzung mit früheren ärztlichen Einschätzungen führten die Gut
achter aus, dass von Seiten des Bewegungsapparates ihre Einschätzungen über
einstimmen würden mit derjenigen von
Dr.
E._
vom 1
7.
Dezember 2010 und den Berichten von Prof.
U._
,
Or
t
hopädische Chirurgie
,
von November 201
1.
Die vom Kreisarzt der SUVA im Februar 2010 festgehaltene Beschrän
kung der Arbeitsfähigkeit für körperlich angepasste Tätigkeit auf 6 Stunden täglich könne mit den objektiven Befunden am Bewegungsapparat nicht erklärt werden. Aus psychiatrischer Sicht seien depressive Episoden seit Herbst 2009 dokumentiert. Nach der
Hospitalisation
im
B._
sei
eine Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit auf 50-60
%
für möglich gehalten worden. Die damals festgestellt
e
mittelgradige depressive Episode rechtfertige ebenfalls keine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Auch aus den anderen Berichten könne nicht auf eine andauernde
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit infolge depressiver Symptomatik geschlossen werden. Im Übrigen verwiesen sie auf die Ausführun
gen des psychiatrischen Gutachters
Dr.
N._
.
Dieser hielt im Wesentlichen fest
, d
ass der Beschwerdeführer immer wieder in
eine
ambulante Behandlung habe entlassen werde
n können, also während der stationären Behandlungen eine Besserung habe erreicht werden können. Ausserdem könne bei einer mit
telgradigen depressiven Episode eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wie dies im
B._
und in der
D._
attestiert worden sei, nicht nachvollzogen werden. Bei einer mittelgradigen depressiven Episode seien Tätigkeiten, wenn auch mit Anstrengung, in einem gewissen Ausmass möglich. Auch dem Beschwerdeführer seien noch Tätigkeiten und Aktivitäten möglich, wenn auch mit Anstrengung (Einkaufen, Kontakte zum Nachbar
n
und innerhalb der Fami
lie). Er falle aus dem sozialen Rahmen nicht hinaus und ein sozialer Rückzug sei nicht deutlich schwer ausgeprägt. Zwar bestehe ein chronischer Verlauf
,
aber keine schwere chronische somatische Erkrankung. Hinweise auf einen verfes
tigten, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf bestünden nicht. Es liege auch keine schwere psychische Störung vor. Die the
rapeutischen Möglichkeiten seien prinzipiell nicht ausgeschöpft. Im Rahmen der aufgrund der heutigen Untersuchung diagnostizierten rezidivierenden depressi
ven Störung seien Verschlechterungen mit Klinikbehandlungen möglich und rückwirkend beurteilt auch nachvollziehbar. Während der Zeit der
Klinikbe
handlungen
könne deshalb rückwirkend von einer
höhergradigen
Arbeitsunfä
higkeit ausgegangen werden, wie sie auch aufgrund der damals jeweils erhobe
nen Befunde und Diagnosen einzuschätzen sei.
Gemittelt über den Verlauf bestehe aber eine
leichtgradig
eingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Zur Zeit
sei der Beschwerdeführer in der
D._
hospitalisiert. Gegenwärtig bestehe bereits wieder eine leichte bis mittelgradige depressive Episode, unter genauer Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien der ICD-1
0.
Der Beschwerdeführer gebe auch an, aktiv am Leben der Abteilung teilzunehmen. Es sei also unter der Behandlung und dem natürlichen Verlauf zu einer Besserung gekommen, wie auch während der früheren
Hospitalisationen
. Bei einer schwe
ren ausgeprägten depressiven Störung wären
Hospitalisationen
häufiger erfolgt,
da es dann entsprechend einer schwereren depressiven Episode zu einer deutli
chen Antriebshemmung mit
Blockier
t
heit
und emotionalem Rückzug
,
deutlichen Konzentrationsstörungen oder zu Phasen von deutlicher Erregtheit und auch akuter Suizidalität gekommen wäre. Rückwirkend könne während der Zeiten d
er
Hosp
italisationen
von einer
höhergradigen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Diese könne medizinisch-theoretisch als 50
%
bzw. 100
%
angegeben werden, jeweils punktuell zum Zeitpunkt der
Hos
pitalisationen
, entsprechend den
damals vorgelegenen Befunde
n
, die eine mittelgradige oder schwere depressive Episode begründeten. In der
F._
sei 2011 ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert worden, die sogar als reaktiv
bezeichnet
worden sei. Hierbei handle es sich um eine
Anpas
sungsstörung
, was einer leichten psychischen Störung entspreche, die keine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit begründen könne.
Dr.
G._
habe auf die innere Haltung des Exploranden hingewiesen. Motivationale Faktoren und
Ver
haltensfaktoren
seien aber als solche krankheitsfremd und
widerspiegelten
die deutlich ausgeprägte Krankheitsüberzeugung, was auch bei
ihrer
Untersuchung feststellbar gewesen sei.
4.
4.1
Einem im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die IV-Stelle eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobach
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227 mit Hinweis).
Nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweiswert nicht per se, sondern es ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalles zu entscheiden, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6 S. 266).
Auch Berichte von behandelnden Spezialärzten sind Äusserungen von Sachverständigen, welche zur Feststellung eines medizi
nischen Sachverhaltes beweismässig beitragen können. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solcher Bericht den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder von einem Invalidenversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingehol
tes Gutachten besitzt. Er verpflichtet indessen - wie jede
substanziiert
vorgetra
gene Einwendung gegen ein eingeholtes Gutachten - das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolge
rungen des vom Gericht oder vom Versicherer förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354).
4.2
In somatischer Hinsicht steht aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten fest, dass der Beschwerdeführer für eine schwere körperliche Tätigkeit, wozu auch die vor September 2008 ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter bei der Mon
tage von Textilmaschinen zu zählen ist, nicht mehr arbeitsfähig ist. Einhellig erachteten die orthopädischen Gutachter jedoch eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit
für
zumutbar.
Es liegen in keinem der vorliegenden orthopädischen
Gutachten oder Berichte
behandelnder Ärzte Befunde vor, welche eine
voll
schichtige
Leistungsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten aufgrund der
Rücken
probleme
ausschliessen würde
n
.
Bereits im Abschlussbericht
der
R._
vom 1
2.
Juni 2009 wird ausgeführt, dass die Rumpfmuskulatur weiter
auf
zutrainieren
sei, der Beschwerdeführer jedoch den Rück
en
belasten
könne,
dürfe und solle (
Urk.
10/37/6). Aus dem Orthopädischen Gutachten von
Dr.
E._
vom 1
7.
Dezember 2010
(
Urk.
10/54)
geht sodann hervor, dass im Zeitpunkt ihrer Untersuchung (1
3.
Dezember 2010)
keine Diagnosen
vorlagen,
die eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bedingen würden, die Veränderungen der Lendenwirbelsäule jedoch eine verminderte körperliche Belastbarkeit für aus
schliesslich schwere Tätigkeiten nach sich
zögen
.
Sie war der Ansicht, dass e
twa 6 Wochen nach der Operation
(
Sequesterektomie
L4/5 links am 2
7.
April 2009)
für angepasste Tätigkeiten ein vollschichtiges Arbeitsvermögen angenommen werden
könne
.
Auch
Dr.
H._
konnte in seinem Gutachten
zu Hän
den der SUVA am 2
4.
März 2011 (
Urk.
10/77/9-15)
die geklagten Beschwerden nur zu einem
Teil
der Diskushernie L4/5 zuordnen und sprach von einem depressiven Zustandsbild sowie einer Symptomausweitung mit sehr demonstrativ vorgetra
genen Beschwerden.
Ins
oweit
Dr.
H._
eine zeitmässige Einschränkung auf zirka 6 Stunden am Tag postulierte, so ist diese
nicht mit
somatischen
medizi
nischen Befunden begründet. Es besteht daher kein
Grund,
nicht auf die
Schlussfolgerungen
im
J._
-
Gutachten abzustellen, die
auf sorgfältigen und umfassenden orthopäd
ischen Untersuchungen basieren
und in allen Teilen nachvollziehbar
begründet sind. Demnach ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in angepasster Tätigkeit voll arbeitsfä
hig ist.
Diese Arbeitsfähigkeit stellte sich spätestens sechs Monate nach der Operation vom 2
7.
April 2009 ein, weshalb zu diesem Zeitpunkt (2
7.
Oktober 2009) grundsätzlich eine revisionsrechtlich relevante Verbesserung eingetreten ist.
4.3
Der Beschwerdeführer wendet sich den
n im Wesentlichen
auch nicht gegen die somatische Beurteilung, sondern die von den
J._
-
Gutachtern eingeschätzte
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen. Hierzu führt er
in erster Linie
das von ihm in
Auftrag gegeben
e
Gutachten von
Dr.
L._
vom 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
10/124
/1-28
) sowie dessen Stellungnahme
vom
5.
Januar 201
4
an (
Urk.
14/1
).
Im Gutachten
erhebt
Dr.
L._
,
gestützt auf die psychiatrische Exploration sowie Ergebnisse der testpsychologischen Untersuchung vom 2
1.
Mai 2013,
als Diagnose nach ICD-10 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1), phasenweise schwere
Episode ohne psychotische Sympt
ome (F33.2). In der Beurteilung führt er aus, dass gemäss den ICD-10-Forschungskriterien einer depressiven Episode beim Beschwerde
führer alle drei Hauptsymptome sowie
vier
der Nebensymptome (Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls; Klagen über den Nachweis
eines verminderten D
enk- oder Konzentrationsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit; psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung [subjektiv oder objektiv]; Schlafstörungen jeder Art) festgestellt werden könnten. Zum Zeitpunkt der Begutachtung liege keine relevante Suizidalität vor, diese sei jedoch anamnestisch bestens bekannt. Der Appetitmangel sei ohne entspre
chende Gewichtsveränderung nicht verwertbar. Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit sei der Beschwerdeführer jedoch phasenweise auch schwer depressiv
. Mindestens zwei
Hospitalisationen
seien wegen Selbstgefährdung erfolgt. Seit Juni 2010 sei der Beschwerdeführer häufig entweder in ambulanter,
teilstatio
närer
oder stationärer Behandlung. Nur schon aus diesem Grund sei es kaum vorstellbar, dass der Beschwerdeführer lediglich unter einer leichten Depression leide. Die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung lasse sich bei gleich
zeitigem Vorliegen einer Depression gemäss ICD-10 nicht stellen. Die Feststel
lungen im psychiatrischen Teil des
J._
-
Gutachtens, wonach die therapeutischen Möglichkeiten prinzipiell nicht ausgeschöpft seien, würden wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen. Neuere Studien zeigten, dass über 30
%
aller behandelten depressiven Patienten keine Besserung zeigten oder ebenso viele lediglich eine unvollständige. Insbesondere bei chronischen Schmerzpatienten mit Depressionen dürfte die Zahl noch bedeutend höher sein. Andere Störungen oder invaliditätsfremde Gründe könnten nicht eruiert werden. So seien die Eheprobleme sowie die Schulden eindeutig nicht Ursache, sondern Folge der Erkrankung (Schmerzen, Depressionen).
Infolge der mittelschweren bis phasen
weise schweren therapieresistenten chronischen Depression mit begleitender Schmerzsymptomatik sei der Beschwerdeführer zu 75
%
arbeitsunfähig. Dies entspreche (
gemittet
) der allgemeinen
Usanz
, wonach die Arbeitsfähigkeit bei einer mittelschweren Depression 50
%
und bei einer schweren Depression 0
%
betrage.
4.4
Zu der von
Dr.
L._
geäusserten Kritik an der Diagnosestellung
anhal
tende
somatoforme
Schmerstörung (
Urk.
10/124 S. 6)
– welche nicht nur die
J._
-
Gutachter
sondern auch die behandelnden Fa
chärzte
verschiedener Institu
tionen
des
B._
und der
D._
betrifft – ist anzumerken, dass die von ihm angeführte Begründung, weshalb die Diagnose anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung bei gleichzeitiger Diagnose einer Depression nicht gestellt werden dürfe, nicht einleuchtet. Immerhin sieht die von ihm angeführte
(Hrsg. H.
Billing
, W.
Mombour
, M. H. Schmidt)
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, Kapitel
V,
9.
überarbeitete Auflage, unter F45.0 (
Soma
tisierungsstörung
) auf Seite 226
auch
vor
, dass
unterschiedliche Schweregrade von
Depression und Angst
die
Somatisierungsstörungen
begleiten würden, diese jedoch nicht getrennt davon diagnostiziert werden müssten, es sei denn, sie seien sehr deutlich und anhaltend, und rechtfertigten damit eine eigene Diag
nose. Offensichtlich qualifizierten die behandelnden Ärzte wie auch die
J._
-
Gutachter die geklagten Schmerzen nicht für „psychogene Schmerzen im Ver
lauf einer depressiven Störung“. Diese Kritik vermag daher noch keinen Mangel an den gutachterlichen Schlussfolgerungen zu begründen. Aus
invalidenversi
cherungsrechtlicher
Sicht entscheidend ist denn auch
nicht allein
die Diagnose,
sondern unter welchen Beschwerden die versicherte Person leidet, ob diese objektiviert werden können und welche Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbar sind (BGE 136
V
279 E. 3.2.1 S. 281).
Was die Einwände in Zusammenhang mit weiteren Therapiemöglichkeiten
betriff
t, was insbesondere auch in der Stellungnahme vom
5.
Januar 2013 zu den Vorbringen des RAD-Arztes
Dr
.
M._
vom 2
1.
November 2013 zu
Weiterungen
führte, (
Urk.
14/1 S. 9 ff.), so ist zu vermerken, dass
sich den
diversen Behandlungsberichte
n
auch entnehmen lässt
, dass nicht alle
Therapie
möglichkeiten
ausgeschöpft wurden
.
Aus dem Umstand, dass der Beschwerde
führer wiederholt stationär behandelt und immer wieder tagesstrukturierend
oder
wöchentlich ambulant betreut wurde, kann nicht zwingend geschlossen werden, dass alle erfolgsversprechenden Behandlungsmassnahmen
insbesondere
verschiedener therapeutischer Richtungen versucht worden sind. So wird im Austrittsbericht der
D._
v
om
1
4.
Mai 2013
(
Urk.
10/124)
vermerkt, dass
paar
therapeutisch
e
oder
persönlichkeitsspezifische Behandlungsa
nsätze an der Wei
gerung des Beschwerdeführers scheiterten.
Dr.
G._
und
Dr.
P._
suchte der Beschwerdeführer ein- bis zweimal im Monat auf.
Auch die Annahme einer
Chronifizierung
oder
generell
die prozentuale Häufigkeit des Auftretens einer
Therapieresistenz
sprechen weder für noch gegen die Ausschöpfung von
Thera
piemassnahmen
im konkreten Fall
(
Urk.
10/124/
22
,
Urk.
14/1 S. 10
)
.
Ferner ist
der Behauptung von
Dr.
L._
, die psychosozialen Belastungen seien
klar
erweise
ausschliesslich Folge der Erkrankung,
entgegenzuhalten, dass die fami
liären Probleme (Trennungssituation) bereits
vor der ersten stationären Behandlung im
B._
Thema waren (vgl.
Urk.
10/77/35,
Urk.
10/49,
Urk.
10/124
/29
)
und es deswegen wiederholt zu „Entgleisungen“ des psychischen Zustandes kam, weshalb auch vermutet werden darf, dass soziale und familiäre Probleme einer erfolgreichen Be
handlung entgegenstehen könn
ten (
Urk.
10/124 S. 22).
Auch besteht entgegen
Dr
.
L._
keine chronische körperliche Begleiterkrankung, da aus somatischer Sicht eine
bis mittelschwere
körperlich
e
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_75/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 4.3 mit Hinweisen).
Hinsichtlich der von
Dr.
L._
geäusserten Kritik
zur
Einschätzung im Gut
achten
J._
hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit
ist vorab festzuhalten, dass zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit – und zwar sowohl bei somatisch dominierten als auch bei psychisch dominierten Leiden – keine Kor
relation besteht. Deshalb weist die medizinische Folgenabschätzung notgedrun
gen eine hohe Variabilität auf und trägt unausweichlich Ermessen
szüge (BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 194
mit Hinweisen).
Die von
Dr.
L._
angenommene
,
gemittete
Arbeitsunfähigkeit von 75
%
über den gesamten Zeitraum wider
spricht
auch
den Einschätzungen der behandelnden Ärzte, die wiederholt eine Arbeitsaufnahme befürworteten und sogar zeitgleich neben der
tagesstrukturie
renden
Behandlungen eine wesentliche Arbeitsfähigkeit von 40 bis 50
%
fest
hielten (
Urk.
10/68). Ferner geht auch aus dem Austr
ittsbericht der
D._
vom 1
9.
Juli 2012 eine Verbesserung (depressive Stimmungslage, Schmerz- und Schlafstörungen) seit Eintritt am 1
5.
Mai 2012 hervor, wobei es nach der Untersuchung im
J._
nach einem
privaten Termin
zu einer vorübergehenden Krise kam
, und
es
war dem Beschwerdeführer in dieser Zeit möglich, diverse
n Beschäftigungen (sowohl im Klinikalltag als auch private Termine) nachzugehen
(
Urk.
10/100/3). Die in diesem Austrittsbericht festgehaltene Diagnose (rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psyc
hotische Symptom
e)
begründet daher noch keine
Zweifel
an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
J._
-
Gutachter
.
Dass
dieser
Austrittsbericht im Zeit
punkt der Exploration noch nicht vorlag und keine Rücksprache mit den behandelnden Ärzten stattfand, begründet ebenfalls noch keinen Mangel, zumal die erstmalige stationäre Behandlung in der
D._
keine wesentlich neuen Gesichtspunkte in der Beurteilung des vorliegenden Leidens brachte und die Berichte vorangehender Behandlungen
den Gutachtern
vorlagen.
Ferner kann auch nicht auf das Attest von
Dr
.
P._
abgestellt werden, der den Beschwerde
führer erst seit 1
4.
Dezember 2012 und nur ein bis
zw
eimal pro Monat sieht (
Urk.
19), was gegen eine schwere depressive Erkrankung spricht.
Zusammenfassend bestehen daher keine Gründe, den Beweiswert des
J._
-
Gutach
tens in Zweifel zu ziehen und nicht auf die darin ausgeführten Schluss
folgerungen abzustellen.
4.5
Hierbei bleibt jedoch zu beachten, dass auch die Gutachter des
J._
intermittie
rend von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgehen, wobei
sie
auf die
jeweili
gen
Befunde und Diagnosen während der stationären Aufenthalte verweisen. Die Beschwerdegegnerin ging bei ihrem Rentenentscheid davon aus, dass die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer (somatisch) leidensangepassten Tätigkeit seit Oktober 2009 bestand, das heisst sechs Monate nach dem operativen Ein
griff in der
R._
(2
7.
April 2009). Mit Blick auf die Chronologie der Behandlungen (vgl. E. 2) fällt auf, dass der Beschwerdeführer vom
9.
Oktober 2009 bis
5.
Februar 20
10 jedoch stationär
psychiatrisch behandelt wurde (
B._
vom
9.
Oktober bis 1
0.
Dezember 2009,
C._
vom 1
0.
Dezember 2009 bis
7.
Januar 2010 und anschliessend erneut im
B._
vom
7.
Januar bis
5.
Februar 2010) und die behandelnden Ärzte
für diesen
Zeitraum eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestier
ten.
Eine Rentenaufhebung per 3
1.
Januar 2010 hat daher zum vornherein kei
nen Bestand, da der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt noch vollständig arbeitsunfähig gewesen war.
Im Anschluss
an den Klinikaufenthalt im
B._
besuchte der Beschwerdeführer einmal wöchentlich die
Tages
klinik
, wobei für diesen Zeitraum Angaben zur Arbeitsfähigkeit fehlen
(
Urk.
10/77/22 und
Urk.
10/124/35)
.
Auch nach
der Behandlung in der Akut-Tagesklinik der
D._
(
7.
Juni bis
9.
Juli 2010), während dessen der Beschwerde
führer wiederum zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben wurde (
Urk.
10/49)
,
feh
len genauere Angaben; im Bericht vom 1
3.
September 2010 (
Urk.
10/49) wird lediglich eine schrittweise Reintegration mit Beginn 20
%
empfohlen. Ab November 2010, während der amb
ulanten Behandlung in der Tages
klinik
der
D._
erachteten die behandelnden Ärzte eine 40-50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasst. Diese wurde indes für die Perioden vom 2
0.
März bis 1
7.
April 2011 (Aufenthalt in der
F._
,
27 Tage
)
,
1
5.
b
is 1
9.
Juni 2011 (Kriseninterventionszentrum
D._
,
4 Tage
;
Urk.
10/124/32-33), 1
5.
Mai bis 1
8.
Juni 2012 (
33 Tage,
Urk.
10/95 und
Urk.
10/100), 1
5.
Januar bis 2
9.
März 2013 (
73 Tage,
stationäre Behandlungen in der
D._
,
Urk.
10/119 und
Urk.
10/121) sowie
5.
Juni bis
4.
Juli 2013 (
31 Tage
stationäre Behandlung im
B._
,
Urk.
3/4
) noch vor Verfügungserlass (2
8.
August 2013) unterbrochen; in diesen Periode
n
bestand nach
jeweils
echtzeitlich
en
Angabe
n
der behandelnden Ärzte
eine volle Arbeitsunfähigkeit, was im Grundsatz auch von den
J._
-
Gutachte
rn
,
s
oweit koh
ä
re
nt mit den Befunden,
nicht in Frage gestellt wird,
wobei sie für den Zeitraum nach ihrer Untersuchung (Mai 2012) keine
eigene
Einschätzung
abge
ben
können (vgl.
Urk.
9/3)
.
Eine wesentliche,
rentenbeeinflussende
Arbeitsfä
higkeit hätte daher lediglich zwischen dem
5.
Februar und
7.
Juni 2010
(4 Monate) und anschliessend allenfalls ab November 2010
bestanden, wobei wenig Angaben zu den in diesem Zeitraum erhobenen Befunde und
dem
Krank
heitsverlauf
vorliegen, weshalb die
überhaupt vorhandenen
Arbeitsunfähig
keitsatteste auch nicht überprüft werden können.
Es lässt sich daher – weder aus den Angaben der
J._
-
Gutachter noch aus den Angaben der behandelnden Spezialärzte – feststellen, wann
genau von einer wesentlichen, mehr als drei Monate andauernden Arbeitsfähigkeit
(vgl.
Art.
88
a IVV)
ausgehen ist, was revisionsrechtlich Einflus
s auf den Rentenanspruch zeitigen könnte
.
Nicht aus
zuschliessen ist ferner, dass im hier zu beurteilenden Zeitraum (bis 2
8.
August 2013) wiederum
längere
Perioden mit
höhere
r
Arbeitsunfähigkeit
rentenbegrün
dend
zu berücksichtigen sind, wobei
keine schlüssigen Angaben zur
Arbeitsun
fähigkeit - weder im Ausmass noch hinsichtlich des Zeitraums -
nach der gut
achterlichen Untersuchung vom Mai 2012
vorliegen
.
Hinzu kommt, dass frag
lich scheint, inwieweit der
periodische
Zugewinn an zumutbarer Arbeitsfähig
keit angesichts der wiederholten Krisen verwertbar war, wobei nicht auszu
schliessen ist, dass diese Krisen auch durch die fehlende Tagesstruktur oder soziale Belastungen
und daher allenfalls invaliditätsfremd begründet
waren.
Insgesamt lässt die vorliegende Aktenlage daher eine abschliessende Beurtei
lung der Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen für den gesamten
hier zu beurteilenden
Zeitraum
bis zum
Verfügungserlass (2
8.
August 2013) nicht zu, weshalb über den Zeitpunkt
einer allfälligen
Befristung der ganzen Rente
oder allenfalls ein Wiederaufleben
kein
abschliessendes
Urteil möglich ist.
Infolge des Umstandes, dass unmittelbar nach Verfügungserlass eine Verschlechterung geltend gemacht wird und
eine solche
nicht ausgeschlossen
erscheint
, rechtfer
tigt es sich
zusätzlich
, die Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren psy
chiatrischen Abklärung, welche sich über den gesamten relevanten Zeitraum sowohl zum Verlauf des Krankheitsbildes und den erhobenen Befunden als auch zur
jeweils
zumutbaren Arbeitsfähigkeit i
n angepasster Tätigkeit
in Auseinan
dersetzung der für die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit massgeblichen Kri
terien (BGE 139 V 547 E. 91 S. 565 mit Hinweisen)
äussert, zurückzuweisen.
In diesem Zusammenhang wird die Beschwerdegegnerin auch die geltend gemachte Verschlechterung in somatischer Hinsicht miteinbeziehen können.
Dies führt zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom
2
8.
August 2013
, soweit
diese einen Rentenanspruch nach dem 3
1.
Januar 2010 verneint.
5.
5.1
Die Kosten eines von der versicherten Person veranlassten Gutachtens sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der Sachverhalt erst auf
grund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versicherungsträger insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegend Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sach
verhaltsabklärung
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG) vorzuwerfen ist (vgl. auch
Art.
45 ATSG
;
RKUV 2004 Nr. U 503 S. 186, U 282/00 E. 5.1
). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Das Gutachten
L._
ist auch nicht geeignet, den Anspruch des Beschwerdeführers abschliessend zu beurteilen. Daher sind weder die Kosten für das Gutachten vom
1
8.
Juni 2013 (
Urk.
10/124) noch diejenigen für die Stel
lungnahme vom
5.
Januar 2013 (
Urk.
14/1) der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und vorl
iegend
ermessens
weise
auf
Fr.
2‘700
.—
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festgesetzt.
5.3
Die gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG auf Fr. 800.--
festzusetzenden Gerichtskos
ten werden ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin auferlegt.