# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e079ea98-7bd5-4d9b-9903-eb21cc8aed06
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 25. April 2012 (DG120004)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
11. Januar 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 11).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Sinne
von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB,
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB,
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− der mehrfachen Fälschung von Ausweisen im Sinne von Art. 252
Abs. 1 und 3 StGB,
− der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 23 Abs. 1 alinea 4 des
Bundesgesetztes über ANAG,
− der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a und b AuG,
sowie
− der Widerhandlung gegen Art. 118 Abs. 1 AuG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 545 Tage
(gerechnet vom 15. April 2010 bis 11. Oktober 2011) durch Haft erstanden
sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte seit dem 11. Oktober 2011
im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
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4. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
11. Oktober 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und
der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung oder
Vernichtung überlassen:
− Asservate Nr. ...: 1 Taxcard Swisscom, Wert Fr. 10.–, − Asservate Nr. ...: 1 kleine Stab-Taschenlampe, schwarz mit Ersatzbat-
terie, − Asservate Nr. ...: 1 Mobiltelefon Marke Nokia Typ 2310 IMEI ..., − Asservate Nr. ...: 1 Taxkarte Swisscom, Wert Fr. 10.–, − Asservate Nr. ...: 1 Taxkarte Telekom Austria, Wert Euro 3.60, − Asservate Nr. ...: 2 Notizzettel mit Telefonnummern, − Asservate Nr. ...: 1 Petflasche, 1.5 Liter, Marke S. Andrea, − Asservate Nr. ...: 1 Eisenschere (Seitenschneider), Marke Foreged
Steel, rot, − Asservate Nr. ...: 1 Petflasche, 0.5 Liter, Marke Rivella blau, − Asservate Nr. ...: 1 Petflasche, 1.5 Liter, Marke S. Andrea, − Asservate Nr. ...: 1 Vorschlaghammer, Coop, − Asservate Nr. ...: 1 Eisenstange mit Gewinde, ca. 20 cm lang, − Asservate Nr. ...: 1 Meissel, orange, − Asservate Nr. ...: 1 Fäustel (Hammer), − Asservate Nr. ...: 1 Geissfuss, schwarz, − Asservate Nr. ...: Diverse Polenschlüssel und Passschlüssel, − Asservate Nr. ...: 1 Etikette Import Parfümerie, − Asservate Nr. ...: 2 Polenschlüssel zum Kurzschliessen von Fahrzeu-
gen (Rohlinge) − Asservate Nr. ...: 1 Schlüssel Abus Nr. 404, 2 Schlüssel Mister Minit, − Asservate Nr. ...: Diverse Notizen, − 1 Rote Denner-Stofftasche, beinhaltend 1 neue Blechschere Marke
Wilton, 1 Handbohrer mit drei verschiedenen Bohrern.
5. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
28. November 2011 beschlagnahmten Ausweisschriften werden eingezogen
und dem Urkundenlabor der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Ver-
wendung überlassen:
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− 1 B._ [Staat in Europa] Reisepass Nr. ... lautend auf C._, geb. tt.08.1973,
− 1 B._ Identitätskarte Nr. ... lautend auf C._, geb. tt.08.1973, − 1 B._ Führerausweis Nr. ... lautend auf C._, geb. tt.08.1973.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
11. Oktober 2011 beschlagnahmten Fr. 1'020.50, Euro 503.20 sowie
... 7'360.– [Währung in B._] werden eingezogen. Der beschlagnahmte
Bargeldbetrag wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
7. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung allfälliger Mittäter ver-
pflichtet, den nachfolgenden Privatklägern folgende Beträge zu bezahlen:
a) P1._ AG, Herr ..., ... [Adresse],
− betreffend Praxisgemeinschaft P1A._ (... und ...) Schaden-
ersatz von Fr. 133'521.65 (ND 5)
− betreffend P1B._ AG (...) Schadenersatz von Fr. 370'500.–
(ND 46),
b) P2._-Gesellschaft (ND 6), ... [Adresse], betreffend Liegenschaft ...str. ..., ... D._ (Betreibungsamt E._) Schadenersatz von
Fr. 662.40,
c) P3._ AG, ... [Adresse],
− betreffend Dres. P3A._ und P3B._ (...) Schadenersatz
von Fr. 110'982.90 (ND 7),
− betreffend P3C._ (...) Schadenersatz von Fr. 18'915.50 (ND
21),
− betreffend P3D._ (...) Schadenersatz von Fr. 190'000.– (ND
24),
− betreffend Zahnarztpraxis P3E._ (...) Schadenersatz von
Fr. 192'146.30 (ND 32),
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− betreffend Dr. med. dent. P3F._ (...) Schadenersatz von
Fr. 504'793.– (ND 52),
d) P4._ AG (ND 22), ... [Adresse] betreffend P4A._ (...)  von Fr. 217'800.–,
e) P5._ (ND 30), Herr ..., ...[Adresse], betreffend P5A._ AG (...) Schadenersatz von Fr. 392'411.–,
f) P1._ AG (ND 34), Regionalsitz Ostschweiz, ... [Adresse],  P1C._ (520/08-489'910) Schadenersatz von Fr. 140'000.–,
g) P6._ AG (ND 49), ... [Adresse], betreffend Dr. med. dent. P6A._ (...) Schadenersatz von Fr. 206'008.45,
h) P7._ AG (ND 63), ... [Adresse], betreffend P7A._ (...)  von Fr. 172'184.90,
i) P8._ AG (ND 65), Schadencenter Ost, ... [Adresse], betreffend P8A._ AG (...) Schadenersatz von Fr. 16'308.–.
In einem allfälligen Mehrbetrage werden die Zivilforderungen der vorstehend
genannten Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
8. Die folgenden Privatkläger werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen:
a) P8._ AG (ND 1), Schadencenter Ost, ... [Adresse], betreffend P8B._ (...),
b) P1._ AG (ND 8), Hr. ..., ... [Adresse], betreffend P1D._ (...),
c) Praxisgemeinschaft P9._ (ND 37), ... [Adresse],
d) Zahnarztpraxis Dr. med. dent. P6A._ (ND 49), ... [Adresse].
9. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger, soweit sie ein solches gestellt
haben, werden vollumfänglich abgewiesen.
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10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 100'686.70 Auslagen Vorverfahren
Fr. 11'730.00 Kosten KAPO
Fr. 4'643.00 Kosten der KAPO für Übersetzungen
Fr. 6'187.00 Ausserkantonale Verfahrenskosten
Fr. 20'000.00 Gebühr Führung Strafuntersuchung
Fr. amtl. Verteidigungskosten (ausstehend)
Fr.
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-
lich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-
erlegt, diejenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die
Gerichtskasse genommen. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 42)
Es sei die von der Vorinstanz verhängte Strafe erheblich herabzusetzen.
b) Der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 35, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom
25. April 2012 des mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, der
mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfa-
chen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB, der mehrfachen Fälschung
von Ausweisen im Sinne von Art. 252 Abs. 1 und 3 StGB, der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 23 Abs. 1 alinea 4 ANAG, der mehrfachen Widerhandlung
gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a und b AuG sowie der Widerhandlung gegen Art. 118
AuG schuldig gesprochen. Er wurde mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7
Jahren, wovon 545 Tage durch Haft erstanden waren, bestraft und es wurde vor-
gemerkt, dass er sich seit dem 11. Oktober 2011 im vorzeitigen Strafvollzug be-
findet. Weiter wurden diverse beschlagnahmte Gegenstände, Ausweisschriften
und Bargeldbeträge eingezogen. Ausserdem wurde der Beschuldigte verpflichtet,
verschiedenen Privatklägern Schadenersatz zu bezahlen (Urk. 29).
Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten anlässlich der Haupt-
verhandlung mündlich eröffnet und schriftlich im Dispositiv übergeben (Urk. 19,
Prot. I S. 21). Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 3. Mai 2012 rechtzeitig Be-
rufung anmelden (Urk. 22). Das schriftlich begründete Urteil (Urk. 29) wurde dem
Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft am 7. August 2012 zugestellt (Urk. 27).
Mit Schreiben vom 24. August 2012 liess der Beschuldigte fristgerecht die
Berufungserklärung einreichen und beantragte eine wesentliche Reduktion der
ausgefällten Strafe (Urk. 31). Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestätigung
des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 35). Anschlussberufung wurde nicht erhoben.
Beweisanträge wurden von keiner Seite gestellt.
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2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in
Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO).
Es ist damit festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur
vom 25. April 2012 bezüglich Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 4 (Einziehung Ge-
genstände), 5 (Einziehung Ausweisschriften), 6 (Einziehung Bargeldbeträge), 7
und 8 (Schadenersatzbegehren), 9 (Genugtuungsbegehren) sowie 10 und 11
(Kostendispositiv) rechtskräftig wurde.
3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die
eingangs erwähnten Anträge stellen.
II. Strafe
1. Der Verteidiger beantragte vor Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 3
Jahren und 10 Monaten (Urk. 18/3 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung
beantragte er, dass die von der Vorinstanz verhängte Strafe erheblich herabzu-
setzen sei (Urk. 42 S. 1), mindestens um 27 Monate (Prot. II S. 9).
2. a) Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-
lichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und ent-
lastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu ver-
meiden, kann vorab auf alle diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid ver-
wiesen werden (Urk. 29 S. 6 ff.). Zu präzisieren ist, dass das Gesetz für den ban-
denmässigen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs.
2 StGB alternativ zu einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren eine Geldstrafe nicht
unter 180 Tagessätzen vorsieht, der gewerbsmässige Diebstahl im Sinne von Art.
139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB hingegen nur eine Geldstrafe nicht unter
90 Tagessätzen.
Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass
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der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Gesamtstrafe nach
Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestim-
men und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Straf-
rahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der ande-
ren Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen.
Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die Einsatzstrafe des
schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen straferhöhenden
und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten Schritt hat es die
Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren. Auch dort muss es
den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (BGE 6B_865/2009 vom 25. März
2010 E. 1.2.2). Als schwerste Tat gilt jene, die gemäss abstrakter Strafdrohung
des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist (BGE 6B_885/2010 vom
7. März 2011 E. 4.4.1).
b) Bandenmässiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung
mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB ist mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe
nicht unter 180 Tagessätzen bedroht, womit die bandenmässigen Diebstähle,
welche ausserdem als gewerbsmässig zu qualifizieren sind, die schwersten vom
Beschuldigten begangenen Delikte sind.
Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach
dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1
StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung
des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-
gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach
den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-
letzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzumes-
sung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Gefähr-
dung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg. Ebenso
massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des delikti-
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schen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berücksichtigen
sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters.
Betreffend die objektive Tatschwere ist der Deliktsbetrag zu berücksichtigen,
welcher vorliegend ausserordentlich hoch ist, ist doch von einem Betrag in Millio-
nenhöhe auszugehen (selbst wenn man die von der Verteidigung vor Vorinstanz
beantragte Reduktion um 25 % berücksichtigt, vgl. Urk. 18/3 S. 3). Der Beschul-
digte brach zwar in die Räumlichkeiten ein, als keine Menschen darin verweilten
und hätten erschreckt werden können und es ist auch glaubhaft, dass dies dem
Beschuldigten wichtig war und er ausserdem nicht bereit gewesen wäre, Gewalt
anzuwenden, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 42 S. 5). Aber er fügte den
betroffenen Eigentümern einen erheblichen finanziellen Schaden zu, insbesonde-
re da er sich auf möglichst wertvolle zahnärztliche Werkzeuge konzentrierte. Nicht
zu unterschätzen sind ausserdem die Folgen der Einbrüche und der dadurch feh-
lenden Gegenstände, welche darin bestanden, dass die jeweiligen Geschäftsbe-
triebe dadurch vorerst lahmgelegt wurden. Der Beschuldigte ging geplant und pro-
fessionell vor und dies 40 mal (wenn es zum Teil auch nur beim Versuch blieb)
während eines Zeitraums von 3 1⁄4 Jahren, was für eine sehr grosse kriminelle
Energie spricht. Innerhalb der Hierarchie der Organisation, welche für die Ein-
bruchdiebstähle verantwortlich war, hatte er zwar eine untergeordnete Stellung,
da er selbst nicht einer der Organisatoren war. Sein Tatbeitrag, nämlich das Ein-
brechen und Hineinklettern in die Räumlichkeiten sowie das Wegbringen der ge-
stohlenen Ware, war jedoch von zentraler Bedeutung. Sein objektives Tatver-
schulden wiegt damit schwer.
Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte direkt-
vorsätzlich. Seine Motive waren rein finanzieller und damit egoistischer Natur,
obwohl er sich - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 42 S. 3 f.) - nicht
in einer Zwangs- oder Notlage befand, denn er verdiente einen - wenn auch tiefen
- Lohn als Kinder-Fussballtrainer und bekam von seinem Vater für die Arbeit auf
dessen Hof Esswaren und Kleider für die Kinder. Den grössten Teil seiner Schul-
den hatte er durch Spiel-Wetten und damit selbstverschuldet verursacht (HD 8/9/6
S. 5). Diese wurden inzwischen von seinem Vater getilgt (Urk. 41 S. 4), was zeigt,
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dass es für den Beschuldigten andere Möglichkeiten gegeben hätte, seine Schul-
den zu begleichen, als durch das Begehen von Delikten. Ausserdem wären die
Schulden, welche Euro 17'000.– betrugen (Urk. 41 S. 3), bei einem "Lohn" von
Fr. 2'000.– bis Fr. 5'000.– pro Einbruch (Urk. 41 S. 6) bereits nach wenigen und
nicht erst nach 40 Diebstählen abbezahlt gewesen. Der Beschuldigte wollte sich
bzw. Dritten Eigentum an Wertsachen verschaffen, die ihm nicht zustanden und
deren Entwendung für andere einen Verlust bedeuten würde. Dadurch wies er ei-
nen intensiven deliktischen Willen auf. In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschul-
den ebenfalls schwer.
Bei schwerem Verschulden ist die Strafe im obersten Drittel des Strafrah-
mens anzusetzen. Insgesamt erweist sich für den mehrfachen gewerbs- und ban-
denmässigen Diebstahl eine Einsatzstrafe von 7 Jahren Freiheitsstrafe als ange-
messen.
c) Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte d.h. die mehrfache
Sachbeschädigung, der mehrfache Hausfriedensbruch, das mehrfache Fälschen
von Ausweisen sowie die mehrfachen Widerhandlungen gegen das ANAG und
das AuG aus.
Der mehrfache Hausfriedensbruch tritt neben dem mehrfachen Diebstahl
und der mehrfachen Sachbeschädigung in den Hintergrund. Diese führte aber zu
einem erheblichen Sachschaden in der Höhe von über Fr. 155'000.– zum Nachteil
der Privatkläger. Der Beschuldigte beging Hausfriedensbruch und verursachte
Sachschaden, um sein Ziel, an Wertsachen heranzukommen, zu erreichen. Dies
tat er wiederum direkt vorsätzlich. Auch diesbezüglich wiegt sein Verschulden
sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht schwer.
Was das Fälschen von Ausweisen sowie die rechtswidrige Einreise und
den rechtswidrigen Aufenthalt betrifft, so zeigte der Beschuldigte mit seinem Ver-
halten zum wiederholten Mal, dass er die ausländerrechtlichen Entscheide der
Behörden nicht respektiert. Er fälschte Ausweise und machte wahrheitswidrige
Angaben gegenüber der Schweizerischen Botschaft, um so in die Schweiz zu ge-
langen und sich hier aufhalten zu können, wobei er dies nicht etwa mit dem Ziel
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tat, hier einer legalen Arbeitstätigkeit nachzugehen, sondern einzig mit der Ab-
sicht, in der Schweiz Einbruchdiebstähle zu verüben. Sein Tatverschulden wiegt
sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht nicht leicht.
Zusammenfassend rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe von 7 Jahren um
1 1⁄2 Jahre zu erhöhen, weshalb eine Strafe von 8 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe dem
gesamten Verschulden des Beschuldigten angemessen erscheint.
d) Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk.
29 S. 11 f.). An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er habe
schon früh begonnen, auf dem Bau zu arbeiten, habe in Fussballclubs gespielt
und sei Trainer in einem Amateurfussballclub gewesen. Nach der Entlassung aus
dem Strafvollzug wolle er eine Ausbildung als Sporttrainer machen und er habe
bereits ein Angebot, um in seinem Heimatdorf als Fussballtrainer für Kinder zu ar-
beiten. Er sei nach wie vor verheiratet und Vater einer 11-jährigen Tochter und ei-
nes 15-jährigen Sohnes, welche beide zur Schule gehen würden. Seine ganze
Familie helfe auf dem Hof seines Vaters mit, der neuerdings eine Genossenschaft
gegründet habe, welche Sauerkraut verpacke. Er habe keine Schulden mehr, da
sein Vater alles abbezahlt habe. Die Schulden seien vor allem durch Wetten ent-
standen (Urk. 41 S. 2 ff.). Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen
des Beschuldigten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung
von wesentlicher Bedeutung wären.
Der Beschuldigte ist in der Schweiz nicht vorbestraft (HD 8/9/1-2). Am
29. Juli 1993 wurde er durch das Landgericht Bielefeld in Deutschland wegen ein-
schlägigen Delikten d.h. Bandendiebstahl in 30 Fällen sowie versuchtem Banden-
diebstahl in 13 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren verurteilt (HD 8/9/3). In
Italien wurde er sodann 1998 und 1999 wegen Diebstahls zu bedingten Freiheits-
strafen (1 Jahr und 4 Monate bzw. 15 Tage) und Geldstrafen verurteilt (HD 8/9/5).
Ausländische Vorstrafen dürfen zwar mitberücksichtigt werden (BSK Strafrecht I-
Wiprächtiger, Art. 47 N 102), dies jedoch nur, wenn sie den Grundsätzen des
Schweizerischen Rechts nicht widersprechen (vgl. BGE 105 IV 225 E. 2). Wären
die Strafen in der Schweiz auferlegt worden, wäre die in Deutschland ausgespro-
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chene Freiheitsstrafe am 29. Juli 2012 (Art. 369 Abs. 1 lit. b StPO) und die in Ita-
lien auferlegten Freiheits- und Geldstrafen in den Jahren 2008 bzw. 2009 (Art.
369 Abs. 3 StPO) aus dem Strafregister entfernt worden. Gemäss Art. 369 Abs. 7
StGB dürfen aus den Strafregister entfernte Vorstrafen nicht mehr berücksichtigt
werden (BGE 135 IV 91 f.), worauf auch die Verteidigung zu Recht hinweist (Urk.
42 S. 3). Gestützt auf diesen Grundsatz dürfen deshalb auch die ausländischen
Vorstrafen, welche nach Schweizerischem Recht bereits aus dem Strafregister
gelöscht worden wären, vorliegend nicht straferhöhend mitberücksichtigt werden.
Die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten rechtfertigt jedoch auch keine Strafmin-
derung (BGE 136 IV 1).
Strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte geständig ist. Er
zeigte ausserdem Reue und Einsicht (Prot. I S. 14, Urk. 41 S. 5, Prot. II S. 9). Ins-
gesamt hatte er mit seinen Zugaben das Strafverfahren wesentlich erleichtert.
Durch die Verletzung des Beines, welche durch den Schuss der Polizei bei der
Verhaftung entstand, muss der Beschuldigte nebst der Freiheitsstrafe eine weite-
re einschneidende, wenn auch nicht unmittelbare Konsequenz seines deliktischen
Verhaltens tragen, weshalb diese leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Wei-
tere Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich.
e) In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist
sich eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren als angemessen. Anzurechnen an die Frei-
heitsstrafe ist die erstandene Haft (Polizei- und Untersuchungshaft) sowie der
vorzeitige Strafvollzug (bis und mit heute) von 965 Tagen (Art. 51 StGB; HD 8/8/1,
8/8/33, 8/8/35).
Die Höhe der Freiheitsstrafe erlaubt weder den bedingten noch den teilbe-
dingten Strafvollzug (vgl. Art. 42 und 43 StGB). Die Freiheitsstrafe ist deshalb zu
vollziehen.
III. Kosten
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte hat
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mit seiner Berufung eine Reduktion der Strafe erreicht, wenn auch nicht im Aus-
mass seines Antrags. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind dem Beschuldig-
ten demnach zu drei Vierteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse
zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind - unter Vorbehalt der
Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO - auf die Gerichtskasse zu
nehmen.