# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e888d69-b91d-49ea-8081-9aad5d5f573c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975, war vom 1. Au
gust 2013 bis 31. Juli 2014
in einem befristeten Arbeitsverhältnis
als Lehrer beim Kanton
Y._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) obligatorisch gegen Unfälle versichert (Urk. 7/1).
Am 15. September 2013 geriet er
gemäss Unfallmeldung
durch einen ungeschickten Schritt aus dem Gleichgewicht, wobei er sich bei der anschliessenden reflexarti
gen Reaktion den linken Fuss verdrehte und
verknickte
(Urk. 7/1).
Der Unfall wurde am
3. März 2014
der Allianz
gemeldet
(Urk. 7/1). Nach erfolgten medizi
nischen Abklärungen (Urk. 7/7-9, Urk. 7/23/
1-
3, Urk. 7/
25-26a
) stellte die Allianz mit Verfügung vom 15. Januar 2015 die Versicherungsleistungen per 10.
November 2013 ein (Urk. 7/26). Nachdem der Versicherte am 9. Februar 2015 Einsprache erhoben hatte (Urk.
7/29), holte die Allianz ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten ein, welches am 9. November 2016 erstattet wurde (Urk. 7/38). Dazu gewährte die Allianz dem Versicherten das rechtliche Gehör (Urk. 7/42) und bestätigte mit
Einspracheentscheid
vom 22. Dezember 2016 die Leistungseinstellung per 10. November 2013 (Urk. 7/43 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 22. Dezember 2016
(Urk. 2) erhob der Ver
sichert
e
am
1.
Februar 2017 (Datum des Poststempels)
Beschwerde
und bean
trage die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Rückwei
sung der Sache zur neuen Abklärung, eventuell die Ausrichtung von Versiche
rungsleistungen für das Ereignis vom 1
5.
September 2013
(Urk. 1
S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2017 schloss die Allianz auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worauf mit Verfügung vom 7. April 2017 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet wurde (Urk. 8). Am 1
2
. Juni 2017 reichte der Beschwerdeführer die Replik ein (Urk. 12), woraufhin die Beschwerdegegnerin am 3. August 2017 die Duplik erstattete (Urk. 16). Diese wurde dem Beschwer
deführer am 2
1.
August 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer die Verletzung des rechtlichen Gehörs. Er macht geltend, die Beschwerdegegnerin sei im angefochtenen Ent
scheid inhaltlich nicht auf
seine Vorbringen
in der Stellungnahme vom 17. De
zember 2016 eingegangen (Urk. 1 S.
3).
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin nahm auf Seite 6 Randziffer 22 des angefochtenen Entscheides Stellung zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2016 und machte auch in der Beschwerdeantwort vom 7. März 2017 Aus
führungen zur vom Beschwerdeführer im Wesentlichen vorgebrachten Argu
mentation, wonach er bis zum Unfall beschwerdefrei gewesen sei und er seither an Beschwerden leide (Urk. 6). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor. Auch aus dem Umstand, dass der
Einspracheentscheid
wenige Tage nach Eingang der Stellungnahme des Beschwerdeführers erging, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten
(vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 7)
.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
5.
September 2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
2
.
2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
Anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2
.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.
4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hierbei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrem leistungsablehnenden Entscheid insbe
sondere gestützt auf das
G
utachten von Dr.
Z._
aus, dass die Fussbeschwer
den links nur möglicherweise auf das Ereignis vom 15. September 2013 zurück
zuführen seien (Urk. 2 S. 6 Ziff. 20). Durch das Unfallereignis sei die vorbestehende Grosszehengrundgelenksarthrose mit ausgebildetem
Osteo
phyten
kranz
links vorübergehend aktiviert worden. Nach sechs bis acht Wochen, mithin spätestens per 10. November 2013, gelte diesbezüglich der Status quo sine als erreicht (S. 7 Ziff. 24). Mit Bezug auf den Abbruch eines Segments des
Osteophytenkranzes
im lateralen
Intermetatarsalraumes
sei ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Stauchungstrauma vom 15. September 2013 nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Dieser hätte ebenso wahr
scheinlich auch durch eine andere Ursache als den Unfall verursacht werden können und vermöge demzufolge keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen zu begründen (S. 7 Ziff. 25).
Im Rahmen der Duplik vom 3. August 2017 hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, das Grosszehengrundgelenk sei im Unfallzeitpunkt nachge
wiesenermassen
arthrotisch
vorgeschädigt gewesen (Urk. 16 S. 3 ad.
2
4). Der
Osteophytenabbruch
hätte gemäss dem beweiskräftigen
Konsiliargutachten
von Dr.
Z._
nicht nur durch das Unfallereignis, sondern auch durch jede andere Gelegenheitsursache abbrechen können. Die Unfallkausalität sei demnach bestenfalls möglich, jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich (S. 4 ad 8.-9.). Die Zweitmeinung von Prof.
A._
sei im Wesentlichen gleich ausgefallen wie die Stellungnahme von Dr.
B._
. Die
v
ersicherungsmedizinische Frage der Unfallkausalität habe er indessen ohne Röntgenbilder nicht
rechtsgenüglich
beurteilen können. Demgegenüber habe Dr.
B._
die Röntgenbilder des Hausarztes zur Verfügung gehabt und habe aufgrund der Bildgebung beurteilen können, ob eine vorbestehende Arthrose vorgelegen habe (S. 5 f. ad 8). Weder Dr.
B._
noch Prof.
A._
hätten von einer Unfallka
u
salität der Grosszehengrundgelenksarthrose und des
Osteophytenabbruchs
gesprochen (S. 6 ad 9.-13.).
3
.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
geltend,
a
m 15. September 2013 habe er bei einem Sturz in seiner Wohnung das Grossze
hengrundgelenk links mit grosser Wucht angeschlagen, massiv gestaucht und verletzt (
Urk. 1
S. 4 Ziff. 1). Seither habe er Beschwerden in diesem Gelenk. Vorher habe er nie Beschwerden in diesem Gelenk verspürt, genauso wie dies auch auf der anderen Seite noch immer der Fall sei. Damit sei es überwiegend wahrscheinlich, dass das Gelenk vorher genauso unversehrt gewesen sei, wie dasjenige auf der rechten Seite (S. 4 Ziff. 2).
Die Behauptung von Dr.
Z._
, dass der Unfall zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe, sei unwahr, denn er sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen und sei es seither nicht mehr. Auch den Unterlagen seines Hausarztes könne nirgends entnommen werden, dass er jemals Beschwerden im Bereich des linken Grosszehengrundge
lenks gehabt habe (S. 4 Ziff. 5). Bereits im Jahre 2012 sei er in der
C._
und in der
D._
umfassend an den unteren Extremi
täten abgeklärt worden. Eine Arthrose des Grosszehengrundgelenks wäre dort mit Sicherheit entdeckt worden (S. 5 Ziff. 6).
Die auf dem ersten Röntgenbild aus dem Jahre 2014 sichtbaren Veränderungen würden sich nicht von denjeni
gen auf dem Bild von November 2016 unterscheiden. Dies spreche gegen die Behauptung von Dr.
Z._
, die Veränderungen seien auf eine krankheitsbe
dingte Arthrose zurückzuführen. In diesem Fall hätten die Veränderungen zunehmen müssen, denn bei einer krankheitsbedingten Arthrose handle es sich um einen stetig fortschreitenden Krankheitsprozess (S. 5 Ziff. 7). Der abgebro
chene
Osteophyt
führe zu Schmerzen. Es könne keine Rede davon sein, dass abgebrochene
Osteophyten
zu keinen Beschwerden führten (S. 5 Ziff. 8).
Dr.
Z._
habe bereits in seinem Bericht vom 20. November 2014 das Vor
liegen einer Listenverletzung anerkannt. Damit sei die Beschwerdegegnerin in jedem Fall verpflichtet, die Kosten für die vorgeschlagene
Cheilektomie
zu übernehmen (S. 6 Ziff. 2).
In der Replik vom 12. Juni 2017 führte der Beschwerdeführer sodann ergänzend aus,
dass ein Zustand, welcher unmittelbar nach einem bestimmten Ereignis am Ort des Ereignisses neu aufgetreten sei, überwiegend wahrscheinlich auf dieses Ereignis zurückzuführen sei (Urk. 12 S. 4 Ziff. 6). Medizinisch sei betreffend den Zustand des linken Grosszehengrundgelenks vor dem 15. September 2013 gar nichts dokumentiert. Es hätten keine Untersuchungen stattgefunden, weil es keine medizinischen Probleme mit diesem Gelenk gegeben habe (S. 4 Ziff. 7).
Osteophyten
könnten, wie normaler K
n
ochen, durch Gewalteinwirkung brechen. Vorliegend sei ein Unfallereignis mit Gewalteinwirkung auf das Grosszehen
grundgelenk von der Beschwerdegegnerin anerkannt. Damit sei ein unfallbe
dingter Abbruch sicher wahrscheinlicher als ein spontaner Abbruch des
Osteo
phyten
(S. 5 Ziff. 12). Ein Parteigutachten alleine liefere keinen
rechtsgenügli
chen
Beweis. Die Beschwerdegegnerin dürfe also nicht ohne Weiteres den natürlichen Kausalzusammenhang verneinen. Aus dem Fehlen von Vorauf
nahmen könne sie nichts zu ihren Gunsten ableiten (S. 7 Ziff. 20). Prof.
A._
sehe einen Zusammenhang der Schäden am Grosszehen
grund
gelenk mit dem Unfallereignis und ziehe auch die Möglichkeit einer Fraktur in Betracht (S. 9 Ziff. 25).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist demnach
, ob und für welche der Fussbeschwerden die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig ist, und ob die Leistungseinstellung per 1
0.
November 2013 rechtens ist
.
4
.
4
.1
Im April 2012 wurde der Beschwerdeführer aufgrund
von
Schmerzen in beiden Knien in der
C._
untersucht. In ihrem Bericht vom 30. April 2012 diagnostizierten die Ärzte eine beginnende
Varusgonarthrose
beidseits linksbe
tont mit/bei Tibia
vara
sowie eine asymptomatische Offsetstörung der
Hüften beidseits. Der Fersen-/
Zehenstand sei unauffällig (Urk. 7/23/3 S. 1).
4
.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie, nannte in ihrem Bericht vom 9. April 2014 folgende Diagnosen (Urk. 7/7 S. 1):
-
posttraumatische Aktivierung Grosszehengrundgelenksarthrose Fuss links mit Abriss eines
Osteophyten
lateral Grundphalanx links bei axialem Stauchungstrauma Grosszehe links am 15. September 2013
Aktuell klage der Beschwerdeführer über Schmerzen bei jedem Schritt, am besten gehe es noch in Sportschuhen. Bezüglich der Behandlung wies Dr.
B._
darauf hin, dass konservativ lediglich ein Schuh mit guter Abroll
rampe eine gewisse Besserung bringen könne. Längerfristig gebe es zwei Mög
lichkeiten,
nämlich
eine
Cheilektomie
mit Entfernung der
osteophytären
Anbau
ten oder eine
MTP
I
Arthrodese
, welche die nachhaltigere Variante sei (S. 1).
4
.3
Der Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt am 4. Juni 2014 fest, er habe den Beschwerdeführer erstmals am 3. Februar 2014 behandelt (Urk. 7/8 Ziff. 1)
,
und diagnostizierte einen Verdacht auf eine Fissur des Grundphalanx
Dig
. I am Fuss links (Ziff. 4-5). Eine Arbeits
unfähigkeit bestehe nicht (Ziff. 8).
4
.4
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, hielt in einer ersten Stellungnahme am 10. Juli 2014 einen Kausalzusammenhang zwischen dem
Misstritt
mit Anschlagen der Grosszehe links am 15. September 2013 sowie einem Stauchungstrauma der linken Grosszehe für möglich. Der Unfall habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt, wobei der Status quo sine/ante nach sechs bis acht Wochen wieder erreicht sei (Urk. 7/9).
Am 20. November 2014 führte Dr.
Z._
ergänzend aus, mit dem Knochenab
bruch (
Osteophyt
) liege eine Listenverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vor. Bei fehlenden Vorauf
nahmen des Fusses könne nicht nachgewiesen werden, dass der
Osteophyt
durch das Ereignis abgerissen worden sei oder nicht. Im Falle einer
Cheilekto
mie
würde grundsätzlich allein jener Teil der Operation zu Lasten der Beschwer
degegnerin gehen, welcher der Entfernung des abgebrochenen
Osteophyten
diene (Urk. 7/28a = Urk. 7/33).
4.5
Prof. Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte nach einer Untersuchung am 2. Juni 2014 in seinem Bericht vom 11. Februar 2015 (Urk. 13) einen Status nach schwerer Kontusion der linken Grosszehe vor einigen Monaten. Im letzten Jahr sei es zu einer Kontusion der linken Grosszehe gekommen, als der Beschwerdeführer den Fuss an einem Türpfosten oder Möbel angeschlagen habe. Wegen persistierender Schmerzen habe er den Hausarzt aufgesucht, wobei auch Röntgenbilder angefertigt worden seien. Diese würden ihm jedoch nicht vorliegen und könnten nicht beurteilt werden. Der Barfussgang sei einiger
massen symmetrisch, der Zehengang beidseits ohne Absinken möglich. Es bestünden sichtbare
Gelenkosteophyten
am MP1-Gelenk. Im Stehen sei die Längswölbung abgeflacht, der
Vorfuss
mit beidseitigem leichten
Adduktus
. Im Sitzen bestehe eine symmetrisch freie Beweglichkeit der Sprunggelenke beid
seits wie auch der Zehengelenke. Links bestehe eine stark schmerzhafte erhebli
che Einschränkung im Grosszehengrundgelenk als eventuelle Folge des erlitte
nen Unfalls, bei dem es möglicherweise zu einer Fraktur im Grosszehengrund
gelenksbereich gekommen sei. Es gebe keine sensomotorischen Ausfälle, die Fusspulse seien kräftig palpabel (S. 1). Grundsätzlich lasse sich bereits aufgrund der klinischen Untersuchung sagen, dass vorliegend durch eine Grosszehen-
Grundgelenksarthrodese
wieder eine Schmerzfreiheit im linken
Vorfuss
geschaffen werden müsse (S. 2).
4.6
Am 9. November 2016 erstattete Dr.
Z._
nach einer Untersuchung des Beschwerdeführers sowie aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Akten sein orthopädisches Gutachten (Urk. 7/38). Dabei nannte Dr.
Z._
folgende unfallkausale Diagnosen (S. 5 Ziff. 5):
-
traumatisierte Grosszehengrundgelenks-Arthrose links mit/bei
-
vorbestehender Absprengung mindestens eines Segments des
Osteo
phytenkranzes
im lateralen
Intermetatarsalraum
Als nicht unfallkausale Diagnosen nannte Dr.
Z._
sodann folgende (S. 5 Ziff. 5.1):
-
Grosszehengrundgelenks-Arthrose links mit Absprengung mindestens eines Segments des
Osteophytenkranzes
im lateralen
Intermetatarsal
raum
links
-
Arthrose des medialen
Sesamoidalgelenks
links
-
vermehrte Femur-Antetorsion beidseits
-
vermehrte Tibia-Antetorsion beidseits
-
degenerative Veränderung im Bereich des distalen
Patellapols
rechts
-
asymptomatische Offset-Störung Hüften beidseits
-
Knick-Senkfüsse beidseits rechtsbetont
Der Abbruch eines
Osteophyten
ohne erkennbare äussere Einwirkung sei eine häufige Beobachtung; es sei davon auszugehen, dass die grosse Mehrzahl der entsprechenden Diagnosen Zufallsbefunde ohne jeden Zusammenhang mit Unfallereignissen seien.
Vorliegend sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Veränderung am Grosszehengrundgelenk bereits zum Zeitpunkt des gemel
deten Ereignisses vorgelegen habe. Dies betreffe sowohl die erhebliche
Osteo
phytenbildung
des gesamten Gelenks mit entsprechender Deformierung der Gelenkskontur wie auch die Separation des
Osteophyten
von der Basis der ersten Phalanx der Grosszehe lateral (S. 5 Ziff. 1). Die beklagten Fussschmerzen seien nicht ursächlich auf den abgebrochenen
Osteophyten
zurückzuführen. Die anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde würden klar aufzeigen, dass zwischen dem radiologischen Befund des abgebrochenen
Osteophyten
und den angegebenen Beschwerden kein Zusammenhang bestehe. Vielmehr sei es so, dass im genannten Bereich des
Intermetatarsalraumes
I gar keine Schmerzen angegeben oder wahrgenommen würden. Vielmehr würden Schmerzen aus
schliesslich im Bereich des medialen und dorsalen Gelenksaspektes angegeben und zwar auch nur bei der passiven Mobilisation des
arthrotisch
veränderten Gelenkes. Damit könne als erwiesen gelten, dass die Ursache der Beschwerden ausschliesslich in der Arthrose des Grosszehengrundgelenkes selber beziehungs
weise in den Sekundärfolgen dieser Veränderung liege (S. 6 Ziff. 3). Die vor
liegende klinische Situation lasse erkennen, dass nicht der Bereich des
inter
metatarsalen
Raumes, wo der angeblich abgebrochene
Osteophyt
lokalisiert sei, schmerzhaft sei, sondern vielmehr der Bereich des dorsalen und des medialen Gelenksaspektes. Hier würden sich in der Untersuchung erhebliche Deformitäten als Folge der
Osteophytose
feststellen lassen. Zusammen mit der einge
schränkten Beweglichkeit würden diese Veränderungen zur vorliegenden, klinisch relevanten Symptomatik führen. Aufgrund des gesicherten medizini
schen Wissens sei auszuschliessen, dass die am 3. Februar 2014 radiologisch
abgebildeten Veränderungen des Grosszehengrundgelenks links innerhalb von fünf Monaten entstanden seien (S. 7 Ziff. 4).
4
.7
Am 21. Juli 2017 führte Dr.
Z._
aus, die klinischen Beobachtungen wie auch die Beurteilung durch Prof.
A._
würden sich mit jenen der Voruntersucher decken. Prof.
A._
hätten
indessen keine Röntgenbilder zur Verfügung gestanden, so dass er keine bildbasierten Aussagen habe machen können. Zusammengefasst handle es sich bei den Informationen um Bekanntes, das nicht zur Klärung der strittigen Frage nach der Entstehung der Veränderung beitrage (Urk. 17).
5
.
5
.1
Bei der Argumentation des Beschwerdeführers
zeigt sich, dass
diese insbesonde
re auf de
m
Umstand
beruht
, dass
er
vor dem Unfall vom 15. September 2013 keinerlei Beschwe
rden im linken Fuss verspürt habe
und
die seither bestehenden Schmerzen
deshalb
eindeutig auf den Unfall zurückzuführen seien
(E.
3
.2)
.
Diesb
ezüglich
ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verweisen, wonach
d
ie
Argumentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Nicht jede nach einem Unfall aufgetre
tene gesundheitliche Störung muss zwingend in einem kausalen Zusammen
hang mit diesem stehen (
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
.
Vielmehr ist ein Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und danach aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden mit dem im Sozialversi
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.
5
.2
In seiner ersten Stellungnahme im Juli 2014 hielt
D
r
.
Z._
aufgrund der bestehenden Akten einen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 15. September 2013 und einem Stauchungstrauma der linken
Grosszehe
für möglich
. Der Unfall habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vor
zustandes geführt, wobei der Status quo sine/ante nach sechs bis acht Wochen wieder erreicht sei
(E.
4
.4).
Nach einer Untersuchung des Beschwerdeführers führte Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom November 2016 jedoch aus,
es sei davon auszugehen, dass die Veränderung im
Grosszehengrundgelenk
links bereits im Unfallzeitpunkt vorgelegen habe. D
ie
aktuell
beklagten
Fuss
schmer
zen
seien nicht ursächlich auf den abgebrochenen
Osteophyten
zurückzuführen und zwischen dem radiologischen Befund des abgebrochenen
Osteophyten
und den angegebenen Beschwerden bestehe klar kein Zusammenhang. Dies begrün
dete Dr.
Z._
nachvollziehbar und plausibel anhand der Lokalisation der angegebenen Schmerzen
.
Die Ursache der Beschwerden liege
ausschliesslich
in der Arthrose des
Grosszehengrundgelenks
selber beziehungsweise in den Sekundärfolgen dieser Veränderung.
Aufgrund des gesicherten medizinischen Wissens sei
zudem
ausgeschlossen, dass die am 3. Februar 2014 radiologisch abgebildeten Veränderungen des
Grosszehengrundgelenks
links innerhalb von fünf Monaten entstanden seien (E.
4
.5).
5
.3
Demgegenüber stützte sich der Beschwerdeführer auf die Ausführungen von Prof.
A._
und machte geltend, dieser sehe einen Zusammenhang der Schäden am Grosszehengrundgelenk mit dem Unfallereignis und ziehe auch
d
ie Möglichkeit einer Fraktur in Betracht (E.
3
.2).
Dabei verkennt der Beschwerde
führer, dass
Prof.
A._
in seinem Bericht vom 11. Februar 2015
von der
beim linken Fuss bestehe
nden,
stark schmerzhafte
n
erhebliche
n
Einschränkung im Grosszehengrundgelenk als
lediglich
eventuelle Folge des erlittenen Unfalls
sprach
, bei welchem es möglicherweise zu einer Fraktur im Grosszehengrundge
lenksbereich gekommen sei (E.
4
.6).
Entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers ist damit der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 15. September 2013 und den bestehenden Beschwerden nicht
rechtsgenüg
lich
nachgewiesen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt
nicht als Beweisgrad
, rechtsprechungsgemäss wird
der Nachweis einer
überwiegenden Wahrscheinlichkeit verlangt (vgl. vorstehend E.
2
.
3
).
Auch aus dem Umstand, dass Dr.
Z._
einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den zwischen sechs bis acht Wochen anhaltenden Beschwerden für möglich hielt (E.
4
.4), kann der Beschwerdeführer sodann nichts zu seinen Gunsten ableiten, nachdem die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht erst per 10. November 2013 und damit acht Wochen nach dem Unfallereignis ver
neinte (Urk. 2).
5
.4
Insgesamt ist
somit
gestützt auf die vorliegenden medizinischen Berichte davon auszugehen,
dass nach sechs bis acht Wochen, mithin spätestens per 10. November 2013, der Status quo sine
hinsichtlich der vorübergehend akti
vierten, vorbestehenden Grosszehen-Grundgelenksarthrose links
erreicht war und die nach wie vor bestehenden Beschwerden
und insbesondere die Abspren
gung eines Segments des
Osteophytenkranzes
im linken Fuss nur möglicher
weise, nicht aber mit dem im Sozialversicherungsrecht notwendigen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Vorfall vom 15. September 2013 zurückzuführen ist.
5
.5
Bei dieser Sachlage hat die Allianz eine
weitere
Leistungspflicht nach UVG zu Recht verneint und der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.