# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 73a35243-0b98-4825-9080-b4f93d5157d5
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Ehepaare A._ und B._ sowie C._ und D._ sind Miteigentümer von mehreren Liegenschaften, davon vier Mehrfamilienhäuser in der Stadt Freiburg und ein Ferienhaus in E._ (nachfolgend: Ferienhaus oder Liegenschaft). Daneben besitzen beide Ehepaare je eine selbstbewohnte Eigentumswohnung zu Allein-eigentum (Stockwerkeigentum) in F._.
Beim Ferienhaus handelt es sich um ein Haus aus dem 18. Jahrhundert, das im Jahr 1964 zu einem Wohnhaus umfunktioniert wurde. Im Jahr 2003 wurde die Liegenschaft von G._, seinen beiden Söhnen B._ und D._ sowie seinen beiden Schwiegertöchtern A._ und C._ zu gleichen Miteigentumsanteilen (je 1/5 pro Person) und einem Kaufpreis von insgesamt CHF 60'000.- erworben. Auf die Ehepaare A._ und B._ sowie C._ und D._ entfällt folglich ein Miteigentumsanteil von je 2/5.
In den Jahren 2017 und 2018 wurde das Ferienhaus für mehrere hunderttausend Franken saniert, umgebaut und erweitert. Im Baubewilligungsgesuch wurde das Projekt wie folgt umschrieben: «Sanierung/Aufstockung (35m2) Ferienchalet. Ersatz Südostfassade, mit neuer Holzlaube, Erweiterung der Warmwasser-Kollektoren (Brauwasser und Heizkreislauf). Verlängerung Dach Südwest für Aussengeräte/Holzvorrat, Anheben bestehendes Dach um 1.6m, Ausbau neuer Dachraum. Sanierung best. Bad/Küche und Ersatz alter Fenster und Böden».
B. Am 21. März 2019 wurden A._ und B._ für die Steuerperiode 2017 ordentlich veranlagt. Die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) setzte das Einkommen aus unselbständiger Haupterwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 75'729.- (Ehemann) resp. CHF 47'224.- (Ehefrau) und das Einkommen aus unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit (Code 1.120) auf CHF 702.- fest. Ausserdem berücksichtigte sie einen Eigenmietwert (Code 3.310) von CHF 9'468.- (betrifft Eigentumswohnung in F._), Mietzinseinnahmen (Code 3.340) von CHF 78'800.- (betrifft Mehrfamilienhäuser in der Stadt Freiburg) und Liegenschaftsunterhaltskosten (Code 4.310) von CHF 17'654.- (betrifft Mehrfamilienhäuser in der Stadt Freiburg und Eigentumswohnung in F._). Die für das Ferienhaus in E._ geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten (Code 4.310) von CHF 149'051.- indes wurden gänzlich abgelehnt. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerwerte ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 140'326.- (direkte Bundessteuer; geschuldete Steuer nach Steuerabzug: CHF 4'634.-) bzw. CHF 148'226.- (Kantonssteuer; geschuldete Steuer: CHF 14'553.40). Das steuerbare Vermögen (Code 7.910) belief sich auf CHF 709'077.- (geschuldete Steuer: CHF 2'056.10).
Gleichentags wurden auch C._ und D._ für die Steuerperiode 2017 ordentlich veranlagt. Die Steuerverwaltung setzte das Einkommen aus unselbständiger Haupterwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 104'993.- (Ehemann) resp. CHF 28'825.- (Ehefrau) und das Einkommen aus unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit (Code 1.120) auf CHF 532.- fest und berücksichtigte einen Eigenmietwert (Code 3.310) von CHF 15'048.-, Mietzinseinnahmen (Code 3.340) von CHF 78'800.- sowie Liegenschaftsunterhaltskosten (Code 4.310) von CHF 18'770.-. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerwerte ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 150'176.- (direkte Bundessteuer; geschuldete Steuer nach Steuerabzug: CHF 5'573.-) bzw. CHF 155'175.- (Kantonssteuer; geschuldete Steuer: CHF 15'533.25). Das steuerbare Vermögen (Code 7.910) belief sich auf CHF 791'255.- (geschuldete Steuer: CHF 2'373.60).
Kantonsgericht KG Seite 3 von 11
C. Gegen diese ordentlichen Veranlagungsanzeigen erhoben B._ und D._ in einer gemeinsamen Eingabe vom 15. April 2019 Einsprache, mit welcher sie beanstandeten, dass die Kosten für die Sanierungsarbeiten am Ferienhaus nicht zum Abzug zugelassen worden seien.
Es folgten diverse Schreiben zwischen den Steuerpflichtigen und der Steuerverwaltung sowie ein Augenschein vor Ort. Schliesslich unterbreitete die Steuerverwaltung den Steuerpflichtigen am 19. Februar 2021 folgenden Vergleichsvorschlag:
Total CHF Mehrwert Unterhalt Energie
Total 2017 + 2018 698'153.39 528'132.20 121'783.60
Total 2017 378'094.01 306'042.04 56'755.00
Anteile
1/5 G._ 11'351.00
2/5 B._ + A._ 22'702.00
2/5 D._ + C._ 22'702.00
Total 2018 320'059.38 222'090.16 65'028.60
Anteile
0/5 G._ 0.00
1/2 B._ + A._ 32'514.30
1/2 D._ + C._ 32'514.30
Am 23. Februar 2021 erklärten B._ und D._, mit dem Vergleichsvorschlag nicht einverstanden zu sein.
Nach einem weiteren Schriftenwechsel wies die Steuerverwaltung die Einsprachen mit Entscheid vom 6. Oktober 2021 (Steuerdossier A._ und B._) resp. 22. Dezember 2021 (Steuerdossier C._ und D._) ab. Sie erwog im Wesentlichen, dass die Liegenschaft u.a. ausgehöhlt und erweitert worden sei, weshalb ein wirtschaftlicher Neubau vorliege und die Kosten als Herstellungskosten zu qualifizieren seien. Folglich könnten auch keine Abzüge für Investitionen, welche dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, geltend gemacht werden.
D. Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2021 erhoben A._ und B._ sowie C._ und D._ in separaten, aber inhaltlich identischen Eingaben vom 4. November 2019 (recte: 2021) Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg, mit welcher sie sinngemäss geltend machen, es seien die in Zusammenhang mit der Sanierung des Ferienhauses entstandenen Unterhaltskosten zum Abzug zuzulassen. Der mit Verfügung vom 9. November 2021 verlangte Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1'500.- wurde am 25. November 2021 geleistet. Am 22. Dezember 2021 reichten die Beschwerdeführer weitere Unterlagen ins Recht.
Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2021 erhoben C._ und D._ am 20. Januar 2019 (recte: 2021) Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg, welche sie mit Eingabe vom 30. Januar 2022 verbesserten. Auch diese Eingabe, mit welcher ein weiteres Mal moniert wird, dass die in Zusammenhang mit der Sanierung des Ferienhauses entstandenen
Kantonsgericht KG Seite 4 von 11
Unterhaltskosten nicht zum Abzug zugelassen worden seien, ist in weiten Teilen identisch mit den Eingaben vom 4. November 2019 (recte: 2021). Der mit Verfügung vom 1. Februar 2022 verlangte Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1'500.- wurde am 1. März 2022 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 18. Februar 2022 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der Beschwerden.
Am 22. Mai 2022 reichten die Beschwerdeführer spontan eine weitere Eingabe ins Recht, welche der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zugestellt wurde. Diese äusserte sich nicht dazu.

## Considerations

E. Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde wesentlich, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.
Erwägungen
Prozessuales
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