# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7f7fa707-9d5a-45d1-9b08-017d585e687d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1972 als Sohn des A._ und der B._ in O.1_ geboren und wuchs in O.1_ auf. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Sportartikelverkäufer und anschliessend als Bodenleger. Seit 1997 ist er selbständiger Bodenleger mit einem eigenen Geschäft (Akten der StA act. 25). X._ ist mit C._ verheiratet und Vater eines gemeinsamen im Jahre 2013 geborenen Kindes (Akten der StA act. 3 und 5).
Im schweizerischen Zentralstrafregister (Akten der StA act. 33) ist X._ wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz über den Wald gemäss Art. 42 Abs. 1 lit. a WaG (SR 921.0) verzeichnet und wurde dafür mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je CHF 230.00 bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft (Strafmandat vom 4. April 2014).
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend Staatsanwaltschaft) vom 10. April 2015, mitgeteilt am 17. April 2015, wurde X._ schuldig erklärt der Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG (BR 740) und Art. 20a Abs. 1 lit. a der Regierungsrätlichen Jagdverordnung (RJV; BR 740.020) in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG. Dafür wurde er bestraft mit einer Busse von CHF 600.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen, sowie Entzug des Jagdpatents für die Dauer von einem Jahr, aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde (Akten der StA act. 16):
"Am 18. September 2014, um ca. 18:48 Uhr, beschoss X._ im _tal bei der Örtlichkeit _boden in Richtung O.2_ auf Gebiet der Gemeinde O.1_ einen Hirschstier unweidmännisch aus einer Distanz von rund 217 Metern. Das Tier lag nicht im Feuer. Nach einer kurzen Flucht blieb der Hirsch wieder stehen, worauf der Beschuldigte einen zweiten Schuss abgab, wobei die Schussdistanz ca. 219 Meter betrug. Beide Schüsse trafen das Tier weidwund. Der Hirschstier legte sich daraufhin im Bereich einer Arve nieder, worauf X._ einen weiteren Schuss abgab, das Ziel jedoch verfehlte. Der Hirsch
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setzte daraufhin seine Flucht fort und wurde dabei durch einen weiteren Jäger beschossen. Schliesslich konnte der Hirschstier durch D._, welcher mit zwei Jagdkameraden eine Treibjagd durchführte und als Treiber fungierte, erlöst werden. X._ hat mithin vorschriftswidrig die unter optimalen Bedingungen maximal zulässige Schussdistanz von 200 Metern überschritten."
C. Gegen diesen Strafbefehl liess X._ durch seinen Rechtsvertreter, lic. iur. Luzi Bardill, am 21. April 2015 Einsprache erheben (Akten der StA act. 17). Die Staatsanwaltschaft ergänzte in der Folge die Strafuntersuchung.
D. Mit Parteimitteilung (Art. 318 Abs. 1 StPO) vom 12. August 2015 teilte die Staatsanwaltschaft X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. X._ wurde eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um allfällige Beweisanträge zu stellen (Akten der StA act. 32).
E. Mit Verfügung vom 3. November 2015, mitgeteilt am 5. November 2015, überwies die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO den Strafbefehl an das Bezirksgericht Prättigau/Davos (Akten der StA act. 35). Am 3. November 2015 erging auch der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO (Akten der StA act. 36).
F. An der Hauptverhandlung vom 28. Januar 2016 vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos stellten die Parteien ihre Schlussanträge (Art. 81 Abs. 2 lit. d StPO). Die Staatsanwaltschaft hielt an ihren Anträgen gemäss Strafbefehl fest (vgl. oben B.), während der Rechtsvertreter von X._ dessen Freispruch unter voller Schadloshaltung beantragte (act. E.1 S. 3 f.).
G. Am 28. Januar 2016 erging das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, welches gleichentags mündlich eröffnet und am 1. Februar 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilt wurde (vgl. vorinstanzliche Akten act. 12). Am 28. Januar 2016 verlangte X._ die schriftliche Begründung des Urteils (vorinstanzliche Akten act. 13) und am 5. Februar 2016 meldete er Berufung an (act. A.1).
H. Am 22. Februar 2016 teilte das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien das begründete Urteil mit, welches wie folgt lautet (vgl. act. E.1):
"1. X._ ist schuldig der Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und
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Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.
2. Dafür wird X._ bestraft mit einer Busse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden in Höhe von CHF 2'353.00 gehen zu zwei Dritteln (=CHF 1'568.65) zu Lasten des Kantons Graubünden und zu einem Drittel (=CHF 784.35) zu Lasten von X._.
4. Die Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 2'000 geht zu zwei Dritteln (=CHF 1'333.35) zu Lasten der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos und zu einem Drittel (=CHF 666.65) zu Lasten von X._.
5. X._ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO mit CHF 4'906.50 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) aus der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos entschädigt.
6. X._ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse CHF 200.00
1/3 Gebühren/Auslagen StA CHF 784.35
1/3 Gerichtsgebühr CHF 666.65
Total CHF 1'651.00
[...]

## Considerations