# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fbe53b1a-ff0a-4dc6-8423-361582267014
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die C._ AG, A._, ist Eigentümerin von Grundstück Nr. X0001, Grundbuch A._. Das
Grundstück liegt in der Kernzone K5 (Zonenplan der Gemeinde A._ vom 1. November
1980) und ist mit einem Gebäude (ehemaliges Ladenlokal Z._) überbaut. Eigentümer
des östlich von Grundstück Nr. X0001 gelegenen Nachbargrundstücks Nr. X0002 ist
B._, A._. Mit Baugesuch vom 12. Oktober 2021 beantragte die C._ AG bei der
Baubewilligungskommission der Gemeinde A._ die Baubewilligung für die Umnutzung
und den Umbau des ehemaligen Geschäftsgebäudes. Das Baugesuch umfasst die
Erstellung von fünf Kleinwohnungen und Büroräumlichkeiten sowie von sechs
Balkonen auf der Ostseite des Gebäudes. Innert der Auflagefrist erhob B._ mit
Eingabe vom 21. Oktober 2021 Einsprache gegen das Bauvorhaben. Zur Begründung
hielt er sinngemäss fest, beim seinerzeitigen Bau des Gebäudes auf Grundstück
Nr. X0001 sei einer Unterschreitung des Grenzabstands zugunsten dieses Grundstücks
zugestimmt worden. Dies unter der Voraussetzung, dass der Einbahnverkehr an der
Grenzlinie auf der Seite des Grundstücks Nr. X0001 zu erfolgen habe, ein
Durchfahrtsrecht nur zu Gunsten des Ladenlokals bestehe, die Wegfahrt über die
östlich der beiden Grundstücke gelegene D._strasse zu erfolgen habe, der Eigentümer
des Grundstücks Nr. X0001 für die Schneeräumung zu sorgen habe und die
Unterhaltskosten für den Platz zwischen den Grundstücken zu 90 % vom Eigentümer
des Grundstücks Nr. X0001 zu tragen seien. Seitens der Eigentümer von Grundstück
Nr. X0001 werde dauernd gegen diese Vereinbarungen verstossen. Die Eigentümer des
Grundstücks Nr. X0001 hätten sich entweder an die im Grundbuch eingetragenen
Vereinbarungen zu halten oder die Fassade des bestehenden Gebäudes sei auf den
ordentlichen Grenzabstand zurückzubauen. Ausserdem solle es bei der verglasten
Hausfront bleiben, da die Bewohner Gegenstände aus dem Fenster werfen würden
(act. G 10/4/8 Beilage).
A.a.
Mit Beschluss vom 26. November 2021 erteilte die Baubewilligungskommission der
Gemeinde A._ die Baubewilligung für die Umnutzung und den Umbau der
Liegenschaft auf Grundstück Nr. X0001 unter Bedingungen und Auflagen. Die drei
südöstlich gelegenen Balkone bewilligte sie nicht mit der Begründung, dass diese den
Grenzabstand nicht einhalten würden und die Voraussetzungen für die Erteilung einer
Ausnahmebewilligung nicht gegeben seien. Auf die Einsprache von B._ trat die
A.b.
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B.
Baubewilligungskommission nicht ein mit der Begründung, der Einsprecher habe keine
Rügen vorgebracht, welche im Zusammenhang mit dem zu beurteilenden Bauprojekt
stünden. Demzufolge könne in öffentlich-rechtlicher Sicht mangels Begründung nicht
auf die Einsprache eingetreten werden (act. G 10/1 Beilage). Gegen diesen Beschluss
erhob B._ mit Eingabe vom 12. Dezember 2021 Rekurs beim Bau- und
Umweltdepartement (act. G 10/1). Dieses forderte den Rekurrenten mit Schreiben vom
22. Dezember 2021 auf, den Rekurs mit einem Antrag, einer Darstellung des
Sachverhalts und einer Begründung zu ergänzen. Hierbei wies sie darauf hin, dass bei
Nichtbenützung der angesetzten Frist auf den Rekurs nicht eingetreten werde (act. G
10/2). Nachdem B._ innert der angesetzten Frist keine Rekursergänzung eingereicht
und die Rekursinstanz den Schriftenwechsel mit Schreiben vom 2. Februar 2022
abgeschlossen hatte (act. G 10/6), stellte Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M.,
St. Gallen, mit Eingabe vom 28. Februar 2022 für B._ die Anträge, die Verfügung
(Beschluss) vom 26. November 2021 sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu
verweigern; eventuell sei der Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur
Neubeurteilung an die Beschwerdebeteiligte zurückzuweisen (act. G 10/10). Mit
Entscheid vom 2. Mai 2022 trat das Bau- und Umweltdepartement auf den Rekurs
nicht ein und auferlegte B._ die amtlichen und ausseramtlichen Kosten (act. G 2).
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Bauer für B._ mit Eingabe vom 16. Mai
2022 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und die
Sache sei mit Anweisung zum Eintreten an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer (act. G
1). In der Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2022 bestätigte und begründete der
Rechtsvertreter sein Rechtsbegehren (act. G 7).
B.a.
In der Vernehmlassung vom 6. Juli 2022 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 9).
Die Beschwerdebeteiligte (Baubewilligungsbehörde) teilte mit Schreiben vom 22. Juli
2022 den Verzicht auf eine Vernehmlassung mit (act. G 12). Rechtsanwalt lic. iur. Urs
Pfister, Gossau, stellte für die Beschwerdegegnerin (C._ AG) das Rechtsbegehren, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (act. G 13). Der Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend
auf eine weitere Stellungnahme (act. G 15).
B.b.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Der Beschwerdeführer
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde vom 16. Mai 2022 (act. G 1) entspricht in Verbindung mit der
Beschwerdeergänzung vom 27. Juni 2022 (act. G 7) zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1.
Die Eingabe an die Rekursinstanz muss einen Antrag sowie eine Darstellung des
Sachverhaltes und eine Begründung enthalten (Art. 48 Abs. 1 VRP). Fehlen Antrag,
Darstellung des Sachverhalts, Begründung oder Unterschrift, fordert die
Rechtsmittelinstanz den Rekurrenten gemäss Art. 48 Abs. 2 VRP unter Ansetzung einer
Frist auf, den Rekurs zu ergänzen, und droht an, nach unbenützter Frist auf die
Beschwerde nicht einzutreten. Hinsichtlich der Zeitbestimmungen verweist Art. 30 Abs.
1 VRP auf die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272,
abgekürzt ZPO), soweit das Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege selbst nichts
anderes bestimmt. Während gesetzliche Fristen gemäss Art. 30 VRP - vorbehältlich
einer anderen Regelung im Gesetz - bei Nichtbeachtung Verwirkungsfolge haben, wird
die Säumnisfolge für richterliche Fristen nicht ausdrücklich geregelt. Aus Art. 48 Abs. 3
VRP ist indessen zu schliessen, dass die richterliche Frist zur Ergänzung eines
Rechtsmittels ebenfalls die Folge der Verwirkung nach sich zieht, wenn auf die
Möglichkeit, im Säumnisfall auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, hingewiesen
worden ist. Käme dem unbenützten Ablauf nicht Verwirkungsfolge zu, so wäre auch die
Rechtsprechung, nach welcher ein Erstreckungsgesuch zumindest am letzten Tag der
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.c.
bis
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Frist gestellt werden muss, nicht gerechtfertigt (vgl. BGer 1C_171/2012 vom 13. Juni
2012 E. 2; VerwGE B 2011/225 vom 14. Februar 2012 E. 4.1., 4.2. und 4.4). Ebenso
wenig ist - soweit die Säumnisfolge angedroht worden ist - nach unbenütztem Ablauf
der Frist im Sinn einer Notfrist eine kurze Nachfrist anzusetzen. Vielmehr greift in
diesem Fall ohne Weiteres die angedrohte Säumnisfolge (vgl. VerwGE B 2012/21 vom
15. Oktober 2012 E. 3.1).
Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, bei der
verfahrensleitenden Anordnung vom 22. Dezember 2021 (act. G 10/2) handle es sich
um ein Standardschreiben, das den Rekurrenten nach Rekurseingang über die
weiteren Verfahrensschritte und die dafür vorgesehenen Fristen orientieren solle. Selbst
wenn der Beschwerdeführer den darin enthaltenen zweiten Verfahrensschritt (Bitte um
Nachreichung eines Antrags, einer Darstellung des Sachverhalts und einer Begründung
bis zum 7. Januar 2022) nicht verstanden haben sollte, wäre ihm zuzumuten gewesen,
entweder beim zuständigen Sachbearbeiter der Rekursinstanz nachzufragen oder
einen Rechtsvertreter zu konsultieren. Dass die Mandatierung erst lange nach Ablauf
der Frist zur Nachreichung der Rekursbegründung erfolgt sei, liege im
Verantwortlichkeitsbereich des Beschwerdeführers. Objektiv nachvollziehbare Gründe,
die allenfalls für eine Wiederherstellung der Frist sprächen, bringe der
Beschwerdeführer nicht vor. Solche seien auch nicht ersichtlich, weshalb die
Rekursergänzung vom 28. Februar 2022 verspätet und darauf nicht einzutreten sei (act.
G 2 S. 8 f.). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellt diese im angefochtenen
Entscheid überzeugend begründeten vorinstanzlichen Überlegungen im vorliegenden
Verfahren nicht in Frage. Hiervon ist nachstehend somit auszugehen.
2.2.
2.2.1.
Allein aus der Verspätung einer Ergänzung und der Androhung, im Säumnisfall gestützt
auf Art. 48 Abs. 3 VRP auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, kann noch nicht ohne
Weiteres auf die Rechtmässigkeit eines Nichteintretensentscheides geschlossen
werden. Wird eine Nachfrist zur Ergänzung angesetzt, weil unklar ist, ob eine
genügende Begründung vorliegt, ist nach deren unbenütztem Ablauf trotz
entsprechender Androhung nicht unbedingt auf Nichteintreten zu erkennen. Vielmehr
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hat die Rechtsmittelinstanz zu beurteilen, ob die ursprüngliche Eingabe den
Anforderungen von Art. 48 Abs. 1 VRP genügt (vgl. GVP 1985 Nr. 50, VerwGE B
2012/258 vom 12. März 2013 E. 3). Die Begründung des Rechtsmittels ist
Gültigkeitserfordernis. Auch wenn an dessen Qualität und Ausgestaltung keine grossen
Anforderungen gestellt werden, wird doch ein gewisses Mass an Sorgfalt verlangt. Um
den formellen Anforderungen zu genügen, braucht eine Begründung weder richtig noch
vollständig zu sein. Sie ist vielmehr dann ausreichend, wenn Argumente vorgebracht
werden, nach denen ein Entscheid auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder
Rechtsanwendung beruht. Wenn sich die Vorbringen des Rekurrenten aber nicht auf
den angefochtenen Entscheid bzw. dessen Motive beziehen resp. sich nicht mit der
Frage befassen, warum die Vorinstanz nach seiner Auffassung zu Unrecht auf das
Rechtsmittel nicht eintrat, genügt die Begründung den Anforderungen nicht (vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 922;
VerwGE B 2016/208 vom 24. November 2016 E. 1 m.H.; Staub/Günthardt, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 7 zu Art. 48 VRP). Noch geringer als bei der
Begründungspflicht sind die Anforderungen an die Darstellung des Sachverhalts (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 927).
2.2.2.
Wird die Gültigkeit eines Rechtsmittels kraft ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung
davon abhängig gemacht, dass es eine minimale Begründung enthält, so liegt darin
weder eine Verweigerung des Anspruchs auf rechtliches Gehör noch kann darin ein
überspitzter Formalismus gesehen werden (BGE 134 II 244 E. 2.4.2 mit Hinweisen auf
weitere Rechtsprechung). Vorliegend war die Beschwerdebeteiligte
(Baubewilligungskommission) im Beschluss vom 26. November 2021 auf die
Einsprache des Beschwerdeführers nicht eingetreten mit der Begründung, der
Einsprecher habe keine Rügen vorgebracht, welche im Zusammenhang mit dem zu
beurteilenden Bauprojekt stünden. Demzufolge könne in öffentlich-rechtlicher Sicht
mangels Begründung nicht auf die Einsprache eingetreten werden. Bei den
Ausführungen zu Grundbucheinträgen handle es sich um privatrechtliche Einwände,
welche innert 30 Tagen auf dem Zivilrechtsweg geltend zu machen seien (act. G 10/1
Beilage). In der Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 legte der Beschwerdeführer
sinngemäss dar, bei Erstellung des Geschäftsgebäudes auf Grundstück Nr. X0001 im
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Jahr 1963 sei die Verschiebung des Grenzabstands zugunsten des erwähnten
Grundstücks vereinbart worden (beigelegter Grunddienstbarkeitsvertrag vom 18. März
1963). Später sei ohne Vorliegen einer Baubewilligung und ohne Näherbaurecht ein
Vordach am Geschäftsgebäude erstellt worden. Durch das Parkieren von Lastwagen
auf Grundstück Nr. X0001 und auf seinem eigenen Grundstück (Nr. X0002) werde das
Parkieren und die Zu- und Wegfahrt auf und zu seinem Grundstück blockiert (act. G
10/1).
2.2.3.
Zu prüfen ist, ob bzw. inwiefern sich die Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 mit
der Begründung des dort angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. November
2021 auseinandersetzt. Die Vorinstanz führte diesbezüglich im angefochtenen
Entscheid aus, die Rekurseingabe habe keinen (sinngemässen) Antrag enthalten. Sie
setze sich auch nicht mit dem Nichteintretensentscheid der Vorinstanz auseinander.
Die Eingabe beschränke sich auf materielle Ausführungen, die nicht einmal in
Zusammenhang mit dem Baugesuch stünden. Ausführungen dazu, in welchen Punkten
die Sachverhaltsfeststellung oder die Beweiswürdigung der Vorinstanz im
angefochtenen Nichteintretensentscheid fehlgehe oder weshalb zu Unrecht auf die
Einsprache nicht eingetreten worden sei, fänden sich in der Eingabe vom
12. Dezember 2021 nicht. Sämtliche Vorgaben würden sich nicht auf den
angefochtenen Entscheid bzw. auf dessen Motive beziehen. Stattdessen würden in der
Eingabe die bereits in der Einspracheschrift enthaltenen Ausführungen wiederholt.
Damit genüge die Rekurseingabe den Anforderungen an eine zureichende
Rekursbegründung nicht (act. G 2 S. 8 und S. 10).
2.2.4.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt vor, die Anforderungen an die
Rekursbegründung, insbesondere wenn sie von Laien verfasst werde, seien tief und
der damals noch nicht vertretene Beschwerdeführer habe sein Nichteinverständnis mit
dem Nichteintretensentscheid hinreichend zum Ausdruck gebracht. Die materiellen
Ausführungen in der Eingabe vom 12. Dezember 2021 hätten sehr wohl einen Bezug
zum Baugesuch. Einerseits sei der unbewilligte Bau des Vordachs, anderseits die
Verletzung des Grenzabstands durch dasselbe bzw. die darauf geplanten Balkone
gerügt worden. Diese materiellen Einwände hätten sinngemäss auch als formelle Rüge
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gegen das Nichteintreten auf die Einsprache zu gelten. Die verfügende Behörde sei zu
Unrecht auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht eingetreten, habe aber dann
doch den vom Beschwerdeführer (zumindest sinngemäss) monierten drei südöstlichen
Balkonen die Bewilligung versagt. Indem der Beschwerdeführer seine Rügen vor der
Rekursinstanz wiederholt habe, habe er hinreichend zum Ausdruck gebracht, mit dem
Nichteintreten nicht einverstanden zu sein. Mehr könne von einem 87jährigen
juristischen Laien - notabene in einem Verfahren, in welchem die Untersuchungs- und
Offizialmaxime gelte - nicht erwartet werden. Nachdem die Vorinstanz über volle
Kognition verfüge und nicht an die Rekursanträge gebunden sei, hätte sie die Frage, ob
die verfügende Behörde zu Recht nicht auf die Einsprache des Beschwerdeführers
eingetreten sei, unabhängig vom Antrag desselben behandeln können und müssen
(act. G 7).
2.2.5.
Der Beschwerdeführer weist zutreffend darauf hin, dass die Anforderungen an die
Rekursbegründung, insbesondere wenn sie von einem Laien verfasst wird, tief sind und
dass der damals noch nicht vertretene Beschwerdeführer sein Nichteinverständnis mit
dem Nichteintretensentscheid der Beschwerdebeteiligten hinreichend (implizit) zum
Ausdruck brachte (act. G 7 Rz. 2). Indes fehlt es der Eingabe vom 12. Dezember 2021
von der Begründung her gänzlich an einer Bezugnahme auf den Gegenstand des
Baugesuchs (vgl. act. G 10/4 Beilagen), welches ausschliesslich eine Umnutzung der
Liegenschaft auf Grundstück Nr. X0001 mit gebäudeinternen Anpassungen für fünf
Kleinwohnungen und ein Büro im Erdgeschoss des bestehenden Wohn- und
Gewerbehauses beinhaltet. Bauliche Erweiterungen (Volumenvergrösserungen) sind
nicht vorgesehen, und eine Intensivierung der Nutzung (im Vergleich zum früheren
Geschäftsgebäude) lässt sich den Akten des Baugesuchs nicht entnehmen. Die
Erschliessung erfolgt unverändert von Norden (E._strasse) her, während das
Grundstück Nr. X0002 des Beschwerdeführers südlich des Wohn- und Gewerbehauses
der Beschwerdegegnerin an der F._strasse liegt (vgl. act. G 10/4 Beilagen). Das
Vorbringen in der Eingabe vom 12. Dezember 2021, dass zu einem früheren Zeitpunkt
ohne Vorliegen einer Baubewilligung und ohne Näherbaurecht ein Vordach am
Geschäftsgebäude erstellt worden sei (act. G 10/1), vermag als solches keine
Baurechtswidrigkeit des Umnutzungs- und Umbaugesuchs aufzuzeigen. Mithin lässt
sich der Eingabe vom 12. Dezember 2021 nicht entnehmen, inwiefern das Baugesuch
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gegen öffentlich-rechtliche Bauvorschriften verstossen sollte. Die Vorinstanz
begründete im angefochtenen Entscheid einlässlich und überzeugend, dass die
Rekurseingabe vom 12. Dezember 2021 die Anforderungen an eine zureichende
Rekursbegründung (vgl. vorstehende E. 2.2.1) nicht erfüllt. Entsprechend lässt sich der
angefochtene Entscheid nicht beanstanden.
3.
3.1.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde daher abzuweisen. Dem
Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von CHF 3'000, welche mit dem vom
Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.
3.2.
Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben keinen Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung (Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.] a.a.O., N 20 zu Art. 98
VRP); beide stellten auch keinen Antrag. Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin
für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen. Das Verwaltungsgericht
spricht grundsätzlich Pauschalentschädigungen nach Ermessen gemäss Art. 19 und
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung zu (sGS 963.75, HonO). Mit Blick auf
vergleichbare Verfahren und die konkreten Verhältnisse erscheint eine Entschädigung
der Beschwerdegegnerin durch den Beschwerdeführer mit insgesamt CHF 3'000 und 4
% Barauslagen (CHF 120) angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 Ingress und lit. b, 28 VRP),
zuzüglich Mehrwertsteuer (vgl. Art. 29 HonO). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin ist kein begründeter Anlass ersichtlich, aufgrund derer ihr eine
ausseramtliche Entschädigung von CHF 4000 zuzusprechen wäre (act. G 13 S. 3),
zumal die von ihr zum Vergleich angeführten Verfahren B 2021/188 vom 17. März 2022
und B 2020/84 vom 29. April 2021 vom Umfang her nicht ohne Weiteres mit dem im
vorliegenden Verfahren Notwendigen vergleichbar sind.
bis
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