# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0bf3f1a3-1881-4864-8c3c-0c109f069b14
**Court:** SG_KG
**Chamber:** SG_KG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Aus dem Sachverhalt:
K.C., geb. 20. Januar 1999, ist die eheliche Tochter von I.H. und Z.C. Die Ehe der
Eltern wurde mit Urteil des Gemeindegerichtes in K, Serbien, vom 12. Februar 2004
geschieden. Dabei wurde K.C. zur weiteren Pflege und Erziehung der Mutter
anvertraut. Zudem wurde der Vater verpflichtet, an den Unterhalt von K.C. monatlich
Fr. 400.00 zu bezahlen (...). Am 21. Mai 2015 reichte K.C., vertreten durch ihre Mutter,
beim Kreisgericht Klage betreffend "Kinderunterhalt/Kinderzulagen" ein und
beantragte, der Vater sei – unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt – zur Bezahlung
von Fr. 15‘200.00 (= Kinderzulagen für 76 Monate [...]) nebst Zins zu 5% seit
1. Dezember 2011 zu verpflichten. Mit Entscheid vom (...) trat die Einzelrichterin des
Kreisgerichtes auf die Klage nicht ein.

## Considerations

Aus den Erwägungen:
1. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass K.C. eine
selbständige Klage des Kindes gegen den Vater i.S.v. Art. 295 ZPO habe erheben
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/5
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St.Galler Gerichte
wollen. Zudem kam sie zum Schluss, dass das serbische Scheidungsurteil eine Lücke
aufweise, weil die Frage der Kinderzulagen darin nicht geregelt worden sei. Diese
Lücke sei indes in einem Ergänzungsverfahren und nicht in einem selbständigen
Verfahren i.S.v. Art. 295 ZPO zu schliessen. Die Berufungsklägerin habe mithin die
falsche Verfahrensart gewählt, wobei das Gericht die Klage nicht ins richtige Verfahren
weisen könne, weil im Verfahren auf Ergänzung des Scheidungsurteils nicht die
Tochter, sondern die Mutter zur Klage legitimiert sei. Damit fehle es an einer
Prozessvoraussetzung, weshalb auf die Klage nicht eingetreten werden könne.
(...)
3. (...)
a/aa) Erweist sich nach rechtskräftiger Erledigung des Scheidungsprozesses, dass
über Scheidungsfolgen nicht entschieden worden ist, liegt ein lückenhaftes Urteil vor.
Dieses muss auf Klage einer Partei in einem Nachverfahren ergänzt werden (FamKomm
Scheidung/Steck, Anh. ZPO, Art. 283 N 16, mit weiteren Hinweisen). Es geht mithin um
die Ergänzung eines von Anfang an lückenhaften Urteils, in welchem eine
notwendigerweise zu regelnde Frage nicht entschieden wurde (Bühler/Spühler, Berner
Kommentar, N 87 Vorbem. zu aArt. 149-157 ZGB). Dabei kommt es nicht darauf an,
aus welchem Grund das Scheidungsgericht die Regelung der betreffenden Frage
unterlassen hat, ob dies mit anderen Worten aus Versehen, Rechtsirrtum oder aus
Unkenntnis einer Tatsache geschehen ist (FamKomm Scheidung/Steck, Anh. ZPO, Art.
283 N 17; BGE 123 III 433, E. 4c). Voraussetzung für ein Nachverfahren ist allerdings
immer eine offensichtliche Lücke im Urteil; eine blosse Unklarheit, die durch Auslegung
behoben werden kann, reicht nicht aus (FamKomm Scheidung/Steck, Anh. ZPO, Art.
283 N 20; AppGer BE, SJZ 1988, 325; OGer ZH, ZR 1991, Nr. 90).
bb) Das rechtskräftige serbische Scheidungsurteil vom 12. Februar 2004 liegt nicht
vollständig übersetzt vor. Die beglaubigte Übersetzung beschränkt sich auf das