# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2c788276-f434-4056-a29a-3e87dc4c2635
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
2 / 15
I. Sachverhalt
A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt gegen X._ ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf strafbare Pornographie gemäss Art. 197 StGB.
B. Am 13. November 2017 führte die Kantonspolizei Graubünden im Auftrag der Staatsanwaltschaft in den Räumlichkeiten an der Wohnadresse von X._ eine Hausdurchsuchung durch, anlässlich derer sie diverse Gegenstände (Computer, Festplatten, USB-Sticks etc.) sicherstellte. X._ verzichtete auf eine diesbezügliche Siegelung.
C. Mit Schreiben vom 5. Dezember 2017 ersuchte X._ bei der Staatsanwaltschaft darum, dass ihm der Computer, der Laptop, die Festplatte und das Laufwerk zeitnah herauszugeben seien. Er benötige diese für die Ausübung seiner Arbeitstätigkeit. Eine blosse Herausgabe einiger Daten auf einem Stick würden nicht ausreichen.
D. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2017 teilte die Staatsanwaltschaft X._ mit, dass eine Herausgabe des Computers, des Laptops und der externen Festplatte nicht möglich sei, da sich Dateien darauf befänden, die unter Art. 197 StGB zu subsumieren seien. Diese Gegenstände würden im Hinblick auf eine mögliche spätere gerichtliche Einziehung beschlagnahmt bleiben. Die übrigen Datenträger (USB-Sticks und diverse CD-ROM/DVD) könnten demgegenüber wieder herausgegeben werden.
E. Dagegen erhob X._ mit Eingabe vom 14. Dezember 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden, wobei er beantragte, ihm seien der Computer, der Laptop sowie die externe Festplatte herauszugeben. Eventuell seien alle nicht inkriminierten Daten zeitnah herauszugeben.
F. Mit Beschluss vom 11. Juni 2018 (SK2 17 52) hat die II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden festgestellt, dass sich die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 13. November 2017 sichergestellten Gegenstände nicht unter Beschlag im Sinne von Art. 263 StPO befänden. Die Staatsanwaltschaft habe die entsprechenden Gegenstände zu durchsuchen bzw. auszuwerten und anhand des Ergebnisses zu entscheiden, welche Gegenstände förmlich zu beschlagnahmen und welche dem Beschwerdeführer zurückzugeben seien.
3 / 15
G. Mit Beschlagnahmebefehl vom 29. August 2018, gleichentags mitgeteilt, wurden in Umsetzung dieses Beschlusses die Festplatte Western Digital, WX41A8790H5H (Prot. Sicherstellung Nr. 7), der Computer Asus V3-P5G45 (Prot. Sicherstellung Nr. 8) und der Laptop IBM ThinkPad (Prot. Sicherstellung Nr. 11) durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Die übrigen sichergestellten Gegenstände wurden X._ wieder herausgegeben.
H. Dagegen erhob X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 11. September 2018 wiederum Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden, wobei er folgenden Antrag stellte:
Es seien mindestens Kopien aller auf den beschlagnahmten Datenträgern gespeicherten Daten herauszugeben,
- welche für die Strafuntersuchung nicht benötigt werden;
- welche zwar für die Strafuntersuchung benötigt werden, mit der Herausgabe derselben jedoch keine Gefährdung des Untersuchungszwecks einhergeht;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zu Lasten des Staates.
I. Mit Stellungnahme vom 28. September 2018 beantragte die Staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
J. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.
K. Mit Stellungnahme vom 23. Oktober 2018 hielt die Staatsanwaltschaft ebenfalls an ihren Anträgen fest.
L. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Beschlagnahmebefehl wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Übertretungsstrafbehörden Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]; Art. 10 Abs. 1 der
4 / 15
Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110]). Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.
1.2. Beim vorliegenden Beschlagnahmebefehl handelt es sich um ein beschwerdefähiges Anfechtungsobjekt. Der Beschwerdeführer ist als Inhaber der sichergestellten und nun zu beschlagnahmenden Gegenstände ohne weiteres in seinen Rechten unmittelbar betroffen und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da sich die Beschwerde überdies als frist- und formgerecht erweist, ist darauf einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, nämlich in der Form, dass der angefochtene Beschlagnahmebefehl nicht hinreichend begründet worden sei (vgl. Beschwerde, S. 3 f.).
2.1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 StPO ergehen Entscheide schriftlich und sie sind zu begründen. Einfache verfahrensleitende Beschlüsse und Verfügungen brauchen weder besonders ausgefertigt noch begründet zu werden (Art. 80 Abs. 3 StPO). Bei einer Anordnung von Zwangsmassnahmen handelt es sich jedoch nicht um eine einfache verfahrensleitende Verfügung (Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2017, Rz. 598; Nils Stohner, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 17 zu Art. 80 StPO), weshalb sie bereits gestützt auf Art. 80 Abs. 2 StPO zu begründen ist. Im Übrigen sind auch Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK zu beachten. Im Lichte dieser Minimalanforderungen muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 134 I
5 / 15
88 E. 4.1). Das Mass an Begründungstiefe und -dichte hängt von verschiedenen Aspekten, naturgemäss insbesondere von den konkreten Umständen des Einzelfalles sowie den Interessen der Parteien, ab.

## Considerations