# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 532a40a2-848b-4fe6-b180-9195c46327cc
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Mit Beschluss vom 24. Oktober 2017 erteilte der Gemeinderat G der D GmbH unter Nebenbestimmungen die baurechtliche Bewilligung für die Nutzungsänderung von einer Werkstatt zu einer  Aussenstaubsaugeranlage an der F-Strasse 01 (Vers.-Nr. 02) auf dem Grundstück Kat.-Nr. 03 in G. Zugleich wurde die Gesamtverfügung der Baudirektion des Kantons Zürich vom 9. Oktober 2017 eröffnet, mit welcher die kantonale Bewilligung mit Blick auf Liegenschaftsentwässerung, Industrieabwasser, Güterumschlagplatz-Absicherung und Lärmemissionen unter Nebenbestimmungen erteilt wurde.
II.
Hierauf gelangten A und B mit Rekurs vom 1. Dezember 2017 an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten, dass die Betriebszeiten der Anlage von Montag bis Samstag auf 7.00–12.00 Uhr und 13.00–20.00 Uhr zu reduzieren seien, sowie dass der Betrieb an Sonn- und Feiertagen vollumfänglich zu untersagen sei; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerin. Das Baurekursgericht wies den Rekurs am 12. Juli 2018 ab, soweit es darauf eintrat.
III.
Gegen diesen Entscheid erhoben A und B am 10. September 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich und beantragten, den angefochtenen Entscheid aufzuheben sowie die baurechtliche Bewilligung nur unter der Auflage zu erteilen, dass die Betriebsöffnungszeiten wie folgt zu reduzieren seien: Montag bis Samstag von 7.00–12.00 Uhr sowie 13.00–20.00 Uhr; an Sonn- und Feiertagen sei der Betrieb der Anlage vollumfänglich zu untersagen. Eventualiter sei das Urteil des Baurekursgerichts vollständig aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es seien die Kosten des Rekursverfahrens neu zu verteilen und es sei ihnen eine angemessene Umtriebsentschädigung zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerschaft. In prozessualer Hinsicht beantragten die Beschwerdeführenden der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Das Baurekursgericht beantragte mit Eingabe vom 27. September 2018 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Die D GmbH beantragte am 1. Oktober 2018 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführenden unter solidarischer Haftung. Der Gemeinderat G beantragte am 12. Oktober 2018 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde soweit darauf einzutreten sei. Am 29. Oktober 2018 replizierten A sowie B und hielten sinngemäss an ihren Anträgen fest. Die D GmbH verzichtete am 7. November 2018 auf eine weitere Stellungnahme.

## Considerations

Die Kammer erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Als direkte Nachbarn sind die Beschwerdeführenden zur Beschwerde ohne Weiteres legitimiert (§ 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 [PBG]). Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.
Da der Beschwerde an das Verwaltungsgericht, abgesehen von hier nicht einschlägigen Ausnahmen, von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt und diese vorliegend auch nicht entzogen wurde (§ 55 in Verbindung mit § 25 Abs. 1–3 VRG), ist der Antrag der Beschwerdeführenden auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig, weshalb sich weitere Ausführungen erübrigen.
3.
3.1
Das streitbetroffene Bauprojekt liegt gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde G in der Industriezone I mit Empfindlichkeitsstufe ES III, das betroffene Grundstück der Beschwerdeführenden liegt in der Wohnzone WG 3, für welche ebenfalls die Empfindlichkeitsstufe ES III gilt. Gegenstand des vorliegend streitbetroffenen Bauentscheids bildet der Einbau einer Waschstrasse in das Gebäude F-Strasse 01 sowie das Erstellen von drei Staubsaugerplätzen im Aussenbereich.
3.2
Die Beschwerdeführenden bringen im Wesentlichen vor, auf die Beschwerde wäre auch betreffend Reduktion der Betriebszeiten betreffend Lärmemission einzutreten gewesen und die geplanten Massnahmen zur Lärmreduktion würden nicht ausreichen und stünden im Widerspruch zum Vorsorgeprinzip nach Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (USG). Zudem sei durch Bilder belegt, dass störende Lichtimmissionen von einfahrenden Autos entstehen würden.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdeführenden rügen, sie hätten die Verfügung der Baudirektion des Kantons Zürich vom 9. Oktober 2017 niemals erhalten und diese sei ihnen nie materiell eröffnet worden, weshalb sie dagegen auch nie einen Rekurs hätten führen können.
4.1.2
Nach der Praxis des Bundesgerichts beginnt für zu Unrecht nicht ins Verfahren einbezogene Dritte die Anfechtungsfrist erst mit der tatsächlichen Kenntnisnahme des Entscheids zu laufen. Aus Gründen der Rechtssicherheit und nach dem Grundsatz von Treu und Glauben, welcher Behörden und Privaten gleichermassen rechtsmissbräuchliches und widersprüchliches Verhalten verbietet, darf aber der Dritte den Beginn des Fristenlaufs nicht beliebig hinauszögern, sobald er auf irgendeine Weise von der ihn berührenden Entscheidung Kenntnis erhalten hat. Er hat sich sogar danach zu erkundigen, wenn Anzeichen dafür vorliegen und rechtzeitig zu reagieren. Umgekehrt ist der Grundsatz zu beachten, dass der Verfügungsadressat aus einer unterbliebenen oder fehlerhaften Eröffnung keine Nachteile erleiden soll (BGE 134 V 306 E. 4.2; BGr, 6. März 2013, 1C_150/2012, E. 2.3).
4.1.3
Der Beschluss der Beschwerdegegnerin 1 vom 24. Oktober 2017 nimmt Bezug auf die Verfügung vom 9. Oktober 2017 der Baudirektion des Kantons Zürich und fasst diese zusammen. Der Beschluss vom 24. Oktober 2017 führt aus, dass die genannte Verfügung mit dieser Baubewilligung koordiniert eröffnet würde und weist auf die Nebenbestimmungen der Verfügung vom 9. Oktober 2017 hin. Die Beschwerdeführenden haben somit bereits mit dem Erhalt des Beschlusses vom 24. Oktober 2017 von der Verfügung vom 9. Oktober 2017 sowie deren wesentlichem Inhalt Kenntnis erhalten. Nach Treu und Glauben oblag es daher ihnen, sich bei der Gemeinde nach der Verfügung vom 9. Oktober 2017 zu erkundigen und den Entscheid nachträglich zu verlangen, geht doch aus dem Mitteilungsvermerk des Beschlusses vom 24. Oktober 2017 hervor, dass sie auch die Verfügung vom 9. Oktober 2017 hätten erhalten sollen. Den Beschwerdeführenden wäre es daher während der laufenden Rekursfrist ohne weiteres möglich gewesen, in die (im Beschluss vom 24. Oktober 2017 auf Seite 2 ausdrücklich erwähnte) Gesamtverfügung vom 9. Oktober 2017 und in das (ebenso ausdrücklich erwähnte) Lärmgutachten Einsicht zu nehmen und entsprechend in der Rekursschrift substanziierte Rügen zu erheben. Demgemäss wäre den Beschwerdeführenden eine Anfechtung der Verfügung vom 9. Oktober 2017 möglich gewesen.
4.2
4.2.1
Weiter wird von den Beschwerdeführenden geltend gemacht, die Verfügung vom 9. Oktober 2017 sei ein integrierter Bestandteil des Beschlusses vom 24. Oktober 2017 gewesen.
4.2.2