# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7aa09a80-4491-443a-83fc-690213e36314
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. Der Verein "A._ Gemeinschaft" (Rekurrentin) bezweckt laut Handelsregistereintrag u.a. das Eintreten "für _". Die Rekurrentin wurde von der
Steuerverwaltung des Kantons Bern, Abteilung für juristische Personen (Steuerverwaltung), mit
Veranlagungsverfügungen vom 10. April 2018 auf einen Gewinn von CHF 191'451.-- für das
Steuerjahr 2011 und von CHF 43'545.-- für das Steuerjahr 2012 veranlagt (jeweils kantonale
Steuern und direkte Bundessteuer; Akten Vorinstanz, pro 2011: pag. 34-28, pro 2012: pag. 84-
78).
B. Die von der Rekurrentin am 8. Mai 2018 gegen die Veranlagungsverfügungen pro 2011 und 2012 erhobene Einsprache (pag. 89 f.) wurde von der Steuerverwaltung mit
Einspracheverfügungen vom 6. November 2018 teilweise gutgeheissen und der steuerbare
Gewinn auf CHF 151'615.-- für das Steuerjahr 2011 (pag. 65-58) und auf CHF 24'469.-- für das
Steuerjahr 2012 (pag. 115-108) festgesetzt.
C. Gegen die Einspracheverfügungen hat die Rekurrentin mit Eingabe vom 4. Dezember 2018 (persönlich abgegeben am 6.12.2018) bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern
(Steuerrekurskommission) Rekurs betreffend die kantonalen Steuern und Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer erhoben. Weil die Eingabe mehrere Mängel aufwies, hat
die Steuerrekurskommission der Rekurrentin mit Schreiben vom 6. Dezember 2018 eine Frist
bis am 4. Januar 2019 gesetzt, um eine verbesserte Rechtsschrift einzureichen. Mit
überarbeiteter Rekurs- und Beschwerdeeingabe vom 28. Dezember 2018 (Postaufgabe
31.12.2018) beantragt die Rekurrentin, dass ihre Auslagen für Miete, Strom und Heizung zu
95 % anstatt zu 50 % von den steuerbaren Erträgen abzuziehen seien. Sie macht im
Wesentlichen geltend, dass die von ihr gemietete Liegenschaft an der C._strasse in
J._ nur zu einem sehr geringen Teil für die Akquirierung und Verwaltung von (nicht
steuerbaren) Mitgliederbeiträgen genutzt werde. Vielmehr diene sie hauptsächlich der
Durchführung von D._veranstaltungen sowie dem Verkauf von
E._gegenständen. Weil mit diesen Aktivitäten steuerbare Erträge erzielt würden, sei es
sachgerecht, den grössten Teil der Liegenschaftskosten von diesen Erträgen abzuziehen.
D. Am 18. Februar 2019 hat sich die Steuerverwaltung vernehmen lassen und die kostenpflichtige Abweisung von Rekurs und Beschwerde beantragt. Sie erklärt, dass nur die
eigentlichen Gewinnungskosten, die in direktem Zusammenhang mit der Erzielung der
steuerbaren Erträge stehen, von diesen abgezogen werden könnten. Die übrigen Kosten, die im
Rahmen der Verfolgung des Vereinszwecks anfielen, seien demgegenüber nicht abziehbar.
Kosten, die sowohl mit der Erzielung von Ertrag als auch mit der Zweckerfüllung des Vereins
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zusammenhängen, seien entsprechend aufzuteilen. Die Steuerverwaltung sei bei der
Qualifikation der strittigen Raumkosten davon ausgegangen, dass das von der Rekurrentin
gemietete Gebäude teilweise dem allgemeinen Vereinszweck diene.
E. Am 20. März 2019 hat der inzwischen von der Rekurrentin mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragte B._ (Vertreter) zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung
Stellung genommen und an den Rechtsbegehren festgehalten.
F. Mit Schreiben vom 24. Januar 2020 hat die Steuerrekurskommission den Vertreter darüber informiert, dass sie die Rechtslage insoweit anders einschätze, als vorab die von der
Rekurrentin erhobenen Mitgliederbeiträge zur Finanzierung des Vereinszwecks verwendet
werden müssten. Abgesehen von den unbestrittenen direkten Kosten seien Abzüge von den
steuerbaren Erträgen nur in dem Umfang zulässig, als die Aufwendungen die Mitgliederbeiträge
übersteigen würden. Dem Vertreter ist eine Frist bis am 17. Februar 2020 eingeräumt worden
(am 12.2.2020 verlängert bis am 10.3.2020), um sich zu dieser Einschätzung zu äussern und
allfällige (weitere) Unterlagen oder Beweismittel einzureichen.
G. Am 10. März 2020 hat der Vertreter im Namen der Rekurrentin erklärt, dass er sich der Rechtsauffassung der Steuerrekurskommission nicht anschliessen könne und an seinen
Rechtsbegehren festgehalten. Daraufhin hat die Steuerverwaltung mit Schreiben vom 25. März
2020 ausgeführt, dass sie ihrer Vernehmlassung nichts hinzuzufügen habe und an ihren
Anträgen festhalte.
H. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit für den Entscheid von Bedeutung, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die die Gewinn- und Kapitalveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde
angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und
Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG;
SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten
Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und
örtlich zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht
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durchgedrungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und
Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über
die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte
Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
2. Vorliegend ist die Höhe des von der Rekurrentin in den Steuerperioden 2011 und 2012 zu versteuernden Gewinns strittig.
2.1 Als juristische Person in Form eines Vereins unterliegt die Rekurrentin der Gewinn- und (nur bei den kantonalen Steuern) der Kapitalsteuer (Art. 75 Abs. 1 Bst. b StG; Art. 49 Abs. 1
Bst. b DBG). Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn, der sich primär aus dem Saldo
der (handelsrechtlichen) Erfolgsrechnung ergibt (Art. 85 Abs. 1 und 2 Bst. a StG; Art. 57 und 58
Abs. 1 Bst. a DBG). Bei Vereinen ist zu beachten, dass die Mitgliederbeiträge nicht zum
steuerbaren Gewinn gerechnet werden. Von den steuerbaren (nicht aus Mitgliederbeiträgen
stammenden) Erträgen können die zum Erzielen dieser Erträge erforderlichen Aufwendungen in
vollem Umfang abgezogen werden (fortan: direkte Kosten), andere Aufwendungen (fortan:
Verwaltungskosten) nur insoweit, als sie die Mitgliederbeiträge übersteigen (Art. 94 Abs. 1 und
2 StG; Art. 66 Abs. 1 und 2 DBG).
2.2 Die Steuerverwaltung hat den steuerbaren Gewinn für die Einspracheverfügungen wie folgt ermittelt (vgl. "steuerliche Würdigung", pag. 63 und 113):
2011 2012
Total Ertrag gemäss Erfolgsrechnung 478'037 222'079
Mitgliederbeiträge (nicht steuerbar) -186'280 -75'440
Steuerbarer Ertrag 291'757 146'639
Direkte Kosten -117'369 -114'367
Ertrag aus Spenden (nicht steuerbar) -5'773 -4'803
Steuerrückstellungen -17'000 -3'000
Steuerbarer Reingewinn 151'615 24'469
2.3 Betreffend Aufteilung des Ertrags in steuerbare und nicht steuerbare Anteile hat die Steuerverwaltung im Einspracheverfahren die Angaben übernommen, die sich aus den
Jahresrechnungen der Rekurrentin ergeben. Das Gleiche gilt in Bezug auf das Total der
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Aufwendungen. Uneinig sind sich die Parteien hingegen, wie diese Aufwendungen in direkte
Kosten und Verwaltungskosten aufzuteilen sind. Nachstehende Tabelle zeigt die den
Einspracheentscheiden zugrunde liegende Ausscheidung der Steuerverwaltung (pro 2011:
pag. 44; pro 2012: pag. 107). Die Totalbeträge und Bezeichnungen stammen von der
Rekurrentin. Grau hinterlegt sind diejenigen Positionen, für welche die Rekurrentin einen Anteil
direkter Kosten von 95 % beantragt:
2011 2012
Nr. Bezeichnung DirekteKosten Verw.
Kosten Anteil
Direkte Direkte Kosten
Verw. Kosten
Anteil Direkte
1 _ 23'604 0 100% 6'901 0 100% 2 Löhne _ 18'344 2'038 90% 8'638 959 90% 3 _ 0 11'547 0% 0 403 0% 4 Porto, Zoll, Vorsteuer MWSt 2'550 283 90% 2'313 257 90% 5 Miete 29'692 29'693 50% 29'818 29'817 50% 6 Versicherungen 1'763 0 100% 1'975 0 100% 7 Strom und Heizung 3'668 3'667 50% 4'224 4'223 50% 8 Telefon, Telex, Fax 4'424 491 90% 4'043 449 90% 9 Reparaturen und Unterhalt 366 366 50% 402 45 90%
10 Verwaltungsausgaben 3'993 0 100% 7'414 0 100% 11 _ 9'477 734 93% 247 3'846 6% 12 Reisen und Transporte 927 0 100% 595 0 100% 13 Ausbildungsmaterial 2'953 0 100% 2'439 0 100% 14 Bankgebühren, Zinsen 0 1'483 0% 0 1'376 0% 15 _ 633 0 100% 33'180 0 100% 16 _ 2'038 0 100% 2'702 0 100% 17 _ 0 85'000 0% 18 _ 270 0 100% 2'732 0 100% 19 _ 8'122 0 100% 6'016 0 100% 20 Leistungen Dritter 2'901 0 100% -485 0 100% 21 Abschreibungen 0 2'142 0% 0 12'089 0% 22 _ 4'420 0 100% 1'215 0 100% 23 _ -2'775 0 100% Total 117'369 137'445 46% 114'367 53'464 68% Total Kosten 254'814 167'830
2.4 Die Rekurrentin macht geltend, dass die Flächen im Mietobjekt an der C._strasse in J._ zum grössten Teil für die Erzielung steuerbarer Erträge genutzt würden, indem
dort D._veranstaltungen durchgeführt würden oder diese als Lagerraum für
E._gegenstände dienen, die zum Verkauf bestimmt sind. Vereinsversammlungen oder
ähnliche Anlässe fänden in dieser Liegenschaft keine statt. Zudem habe die Steuerverwaltung
die Löhne der F._mitarbeiter und übrigen Mitarbeiter zu 90 % als direkte Kosten
akzeptiert, was für eine ähnliche Aufteilung der Raumkosten spreche. Demgegenüber geht die
Steuerverwaltung davon aus, dass die von der Rekurrentin gemietete Liegenschaft teilweise
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den Vereinsmitgliedern zur Ausübung von I._tätigkeiten zur Verfügung stehe und damit
dem allgemeinen Vereinszweck diene.
3. Wie in E. 2.1 hiervor ausgeführt, werden Mitgliederbeiträge an Vereine nicht zum steuerbaren Gewinn gerechnet. Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei
den steuerbefreiten Mitgliederbeiträgen um geldwerte Leistungen seitens der Vereinsmitglieder
zur Verwirklichung des Gemeinschaftszwecks im Interesse aller Mitglieder (BGer 2C_650/2019
vom 6.11.2019 in StR 2020 S. 55, E. 5.1.2; BGE 143 II 685 E. 3.2). Anders als die (ebenfalls
steuerfreien) Kapitaleinlagen bei Kapitalgesellschaften dienen die Mitgliederbeiträge dazu,
laufende Aufwendungen des Vereins zu decken (BGE 143 II 685 E. 3.1).
3.1 In den beim Handelsregisteramt des Kantons Bern hinterlegten Vereinsstatuten vom 7. Juli 2009 wird der von der Rekurrentin verfolgte Zweck in zahlreichen umschrieben.
Demnach soll der Verein u.a. _. Ausdrücklich festgehalten wird, dass der Verein keine
wirtschaftlichen Zwecke verfolge.
3.2 In Art. _ der Statuten sind sodann die Finanzquellen der Rekurrentin aufgeführt, namentlich Vereinsmitgliedschaftsbeiträge, Beiträge von Mitgliedern für
D._veranstaltungen, Spenden und Verkaufserlöse. Die Mitglieder der Rekurrentin
bestehen aus den beiden Hauptkategorien Aktiv- und Passivmitglieder. Die Aktivmitglieder
fördern durch ihre Tätigkeit als F._mitarbeiter oder Personal der Verwaltung die Ziele
und Zwecke des Vereins aktiv und hauptamtlich. Die Passivmitglieder nehmen demgegenüber
insbesondere an D._veranstaltungen teil. Während ausschliesslich die Aktivmitglieder
stimmberechtigt sind, leisten nur die Passivmitglieder Mitgliedschaftsbeiträge. Die Spannweite
dieser jährlichen Beiträge reicht von CHF 80.-- ("Passivmitgliedschaft") bis CHF 20'000.--
("G._ Mitgliedschaft") im Jahr.
4. Zusammenfassend lässt sich den Statuten entnehmen, dass die Vereinszwecke der Rekurrentin ideeller Natur sind (wobei laut Art. 60 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs
[ZGB; SR 210] ein wirtschaftlicher Zweck für Vereine ohnehin unzulässig wäre). Zur
Verwirklichung der statutarischen Zwecke beschäftigt die Rekurrentin hauptamtliche
F._mitarbeiter und weitere Angestellte, die zugleich die Aktivmitgliedschaft der
Rekurrentin verkörpern. Zudem sehen die Statuten den Betrieb verschiedener Einrichtungen
vor. Diese dürften sich in der Mietliegenschaft an der C._strasse befinden, bei der es
sich, soweit ersichtlich, um das einzige von der Rekurrentin genutzte Gebäude handelt.
4.1 Es mag zwar zutreffen, dass die angestellten F._mitarbeiter und übrigen Mitarbeitenden (sprich die Aktivmitglieder des Vereins) überwiegend mit der Durchführung von
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D._veranstaltungen sowie dem Verkauf von E._gegenständen beschäftigt
sind, wie es die Rekurrentin vorbringt. Diese Argumentation läuft jedoch insoweit ins Leere, als
diese Tätigkeiten den eigentlichen Vereinszweck verkörpern, was sich aus Art. _ der
Statuten ableiten lässt: "Aktivmitglieder sind jene Mitglieder, welche durch ihre Tätigkeit als
F._mitarbeiter oder Personal der Verwaltung, die Ziele und Zwecke des Vereines aktiv
und hauptamtlich fördern." Dementsprechend handelt es sich bei den Personal-, Raum- und
Verwaltungskosten um Aufwendungen, die der Verfolgung des eigentlichen Vereinszwecks
dienen und daher vorab aus den Mitgliederbeiträgen zu finanzieren sind.
4.2 Aufgrund von Art. _ der Statuten ist weiter davon auszugehen, dass die kostenpflichtigen Leistungen der Rekurrentin überwiegend gegenüber Passivmitgliedern
erbracht werden: "Passivmitglieder sind jene Mitglieder, welche insbesondere an
D._veranstaltungen teilnehmen." Daraus kann gefolgert werden, dass die Zahlung von
Mitgliederbeiträgen die Voraussetzung dafür bildet, überhaupt entgeltliche Leistungen der
Rekurrentin in Anspruch nehmen zu können. Auch dieser Umstand spricht dafür, aus den
Mitgliederbeiträgen vorab die Personal-, Infrastruktur- und Verwaltungskosten zu finanzieren
und die zusätzlichen (hohen) Erträge aus den D._veranstaltungen und Verkäufen nur
in dem Umfang zur Deckung der Kosten heranzuziehen, als diese die Mitgliederbeiträge
übersteigen. Der Vertreter bestätigt in der Stellungnahme vom 10. März 2020, dass die
Teilnahme an D._veranstaltungen "in der Regel mindestens die Passivmitgliedschaft"
voraussetze, jedoch könnten "zahlreiche Tagungen und Einführungsveranstaltungen [...] auch
von Nichtmitgliedern besucht werden". Wie relevant die von Nichtmitgliedern stammenden
Erträge sind, geht aus dem Schreiben allerdings nicht hervor. Weiter erklärt der Vertreter, dass
der Mitgliederbeitrag (nur) CHF 80.-- betrage und dass zusätzlich und freiwillig "Förderbeiträge"
geleistet werden könnten, die es der Rekurrentin ermöglichen sollen, dereinst ein eigenes
Gebäude zu erwerben. Diese Angaben lassen sich anhand der Statuten und Jahresrechnungen
nicht bestätigen. Die von der Rekurrentin als Mitgliederbeiträge verbuchten Einnahmen setzen
sich aus den beiden Positionen "Passivmitgliedschaftsbeiträge" und "Fördermitgliederbeiträge"
zusammen, wobei Letztere weitaus bedeutender sind (2011: CHF _ zu CHF _;
2012: CHF _ zu CHF _). Bei den Fördermitgliederbeiträgen handelt es sich
offensichtlich nicht um freiwillige und zweckgebundene Spenden, sondern um Beiträge von
Passivmitgliedern in höheren Kategorien gemäss Art. _ der Statuten, deren
Jahresbeiträge zwischen CHF 1'000.-- und CHF 20'000.-- ausmachen (vgl. Vermerk auf der
Jahresrechnung 2012, pag. 73).
4.3 Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Rekurrentin, obwohl sie sich selber als H._gemeinschaft versteht, nicht nach Art. 83 Abs. 1 Bst. _ StG und Art. 56
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Bst. _ DBG wegen _ steuerbefreit ist. Es kann nicht angehen, diese
Einstufung als steuerpflichtige juristische Person zu umgehen, indem der grösste Teil der
anfallenden Kosten mit den steuerbaren Erträgen verrechnet und aus den Mitgliederbeiträgen
beträchtliche steuerfreie Gewinne generiert werden. Dies gilt umso mehr, als die
Passivmitglieder weder bezüglich Höhe der Mitgliederbeiträge noch betreffend Verkaufspreise
der E._gegenstände ein Mitspracherecht haben. Dies ist für Vereine ungewöhnlich und
widerspricht dem ihnen typischerweise zugrundeliegenden Gemeinschaftsgedanken. Auch aus
diesem Grund ist es sachgerecht, von den steuerbaren Erträgen der Rekurrentin zunächst nur
die unstreitig direkt zur Erzielung dieser Erträge notwendigen Kosten abzuziehen sowie in
einem zweiten Schritt die übrigen Kosten, insoweit jene die Mitgliederbeiträge übersteigen. Als
vollumfänglich direkt einzustufen sind nach Auffassung der Steuerrekurskommission die
Positionen Nr. 1 _ Nr. 13 _ sowie Nr. 20 _ (siehe Tabelle in E. 2.3
hiervor). Der Vertreter hat sich in seiner Stellungnahme vom 10. März 2020 zu dieser
Einschätzung nicht geäussert. Die abziehbaren direkten Kosten belaufen sich demnach auf
CHF 34'679.-- pro 2011 sowie auf CHF 15'356.-- pro 2012. Daraus lassen sich die
massgebenden Reingewinne wie folgt errechnen:
2011 2012 Total Kosten 254'814 167'830
Direkte Kosten -34'679 -15'356
Total Verwaltungskosten 220'135 152'474
Mitgliederbeiträge -186'280 -75'440
Abziehbare Verwaltungskosten 33'855 77'034
Steuerbarer Ertrag 291'757 146'639
Direkte Kosten -34'679 -15'356
Abziehbare Verwaltungskosten -33'855 -77'034
Ertrag aus Spenden (nicht steuerbar) -5'773 -4'803
Reingewinn (vor Steuern) 217'450 49'446
Es wird Sache der Steuerverwaltung sein, im Rahmen der Neuveranlagung für beide
Steuerjahre angemessene Steuerrückstellungen zu berücksichtigen.
5. Im Ergebnis resultiert nach der vorstehenden Berechnung der gleiche Reingewinn, wie wenn die Mitgliederbeiträge von vornherein nicht steuerbefreit wären. Dies gilt freilich auch für
alle anderen Vereine, deren Verwaltungskosten die Mitgliederbeiträge übersteigen. Ergänzend
ist darauf hinzuweisen, dass der vorliegende Sachverhalt Ähnlichkeiten aufweist mit
demjenigen, der dem bereits in E. 3 erwähnten Urteil des Bundesgerichts Nr. 2C_650/2019 vom
6. November 2019 (in StR 2020 S. 55) zugrunde liegt. Darin verneinte das Gericht die
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Steuerbefreiung von Mitgliederbeiträgen, die von einem Verein erhoben wurden, der "die
Weitergabe und Vermittlung von innerem Wissen und Verständnis über spirituelles und
geistiges Leben und Erleben" bezweckt (E. 3.1). Wie die Mitgliedschaft der Rekurrentin war
auch diejenige des vom Bundesgericht beurteilten Vereins in zwei Kategorien aufgeteilt, wobei
nur eine kleine Minderheit der Vereinsmitglieder stimmberechtigt war (E. 3.1). Diese besondere
statutarische Regelung spricht laut Bundesgericht für das Vorliegen einer wirtschaftlichen
Organisation, wobei die stimmrechtlosen Mitglieder Konsumenten des Vereins darstellten,
denen im Wesentlichen kostenpflichtige Leistungen angeboten würden (E. 5.3.2). Weil es für
die Veranlagung der Rekurrentin in den hier zu beurteilenden Steuerperioden 2011 und 2012
nach dem hiervor Ausgeführten keine Rolle spielt, ob die Mitgliederbeiträge grundsätzlich von
der Gewinnsteuer zu befreien wären, muss dieser Punkt im vorliegenden Verfahren indes nicht
weiter vertieft werden.
6. Die von der Steuerrekurskommission pro 2011 und 2012 ermittelten Gewinne (vor Steuern) sind höher als diejenigen, die den angefochtenen Einspracheentscheiden vom
6. November 2018 zugrunde lagen. Die Steuerrekurskommission kann im Rekursverfahren alle
Steuerfaktoren neu festsetzen und nach Anhörung der steuerpflichtigen Person die
Veranlagung auch zu deren Nachteil abändern (sogenannte "reformatio in peius", Art. 198
Abs. 2 und 199 Abs. 2 StG; Art. 143 Abs. 1 DBG). Mit Schreiben vom 24. Januar 2020 ist die
Rekurrentin über eine mögliche Abweichung von der Veranlagung zu ihren Ungunsten
informiert und es ist ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden (siehe Bst. F
hiervor). Dementsprechend sind die Voraussetzungen für eine reformatio in peius vorliegend
erfüllt. Rekurs und Beschwerde sind abzuweisen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Rekurrentin kostenpflichtig. Sie hat die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder
andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2,
53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Die Verfahrenskosten werden festgesetzt auf
CHF 1'800.-- und sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
Da die Rekurrentin im vorliegenden Fall unterliegt, werden keine Parteikosten gesprochen
(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG;
SR 172.021]).