# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3415aa70-1a63-405e-a9bb-2df7e8582669
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 29. November 2012 schlossen X._ und die Y._GmbH, vertreten durch den einzelzeichnungsberechtigten Gesellschafter und Geschäftsführer A._, einen Arbeitsvertrag. Darin wurde unter anderem festgehalten, dass X._ am 1. Dezember 2012 ihre Arbeit als Allrounderin in der Y._ aufnehmen werde. Gleichzeitig wurde erwähnt, dass der Vertrag nur in Kraft trete, sofern allfällig notwendige ausländerrechtliche Arbeitsbewilligungen vorliegen würden.
B. In der Folge kam es zwischen den Parteien zu Streitigkeiten, die schliesslich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses und zum vorliegenden Gerichtsverfahren führten. Über die der Auseinandersetzung zugrunde liegenden Ereignisse, namentlich den Zeitpunkt des Arbeitsantritts sowie die Art und Weise der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, machten die Parteien unterschiedliche Angaben.
X._ gab an, dass sie ihre Arbeitsstelle bei der Y._GmbH am Samstag, 1. Dezember 2012 angetreten und vereinbarungsgemäss vom 22. Dezember 2012 bis und mit 1. Januar 2013 Ferien bezogen habe. Am Donnerstag, 3. Januar 2013 habe sie ihre Arbeit wieder aufgenommen. Der Dezemberlohn sei ihr nicht ausbezahlt worden und am 11. Januar 2013 habe A._ erklärt, sie solle ab sofort nicht mehr zur Arbeit erscheinen, was ihrer Meinung nach einer fristlosen Kündigung gleichgekommen sei. Daraufhin habe die B._ in ihrem Namen die Y._GmbH am 14. Januar 2013 angeschrieben und ihre Arbeitsleistung anerboten unter gleichzeitiger Aufforderung, den Dezemberlohn zu bezahlen. Ihrer Schadensminderungspflicht nachkommend, habe sie sich umgehend nach einer neuen Stelle umgesehen und eine solche bei C._ per 1. Februar 2013 gefunden. Am 23. Januar 2013 habe A._ sie per SMS angeschrieben und sie gebeten, wieder zur Arbeit zu erscheinen, was aber aufgrund der Geschehnisse für sie nicht mehr in Frage gekommen sei. X._ macht nun geltend, dass ihr die Y._GmbH nebst dem Lohn für den Monat Dezember 2012 auch noch denjenigen für den Januar und den Februar 2013 schulde, wobei bei letzterem das Ersatzeinkommen, welches sie bei C._ erzielt habe, zu berücksichtigen sei.
Die Y._GmbH gab hingegen an, dass bei Vertragsabschluss keine Arbeitsbewilligung vorgelegen habe und eine solche erst noch beim zuständigen kantonalen Amt habe eingeholt werden müssen. Die Arbeitserlaubnis sei erst am 21. Dezember 2012 bei ihr eingegangen, weshalb X._ davor noch nicht
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berechtigt gewesen sei, zu arbeiten und dies auch nicht getan habe. X._ habe am 3. Januar 2013 ihre Arbeit aufgenommen und nur wenige Tage später diese wieder verweigert, weil sie dabei ertappt worden sei, wie sie trotz mehrmaliger früherer gleichgelagerter Vorfälle und trotz wiederholter Abmahnung erneut Getränke ausgegeben habe, ohne diese in der Kasse zu buchen. X._ habe darauf angesprochen völlig entnervt reagiert und nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung die Arbeitsstelle verlassen und mitgeteilt, dass sie die Arbeit nicht mehr antreten werde. Dabei handle es sich um eine fristlose Kündigung der Arbeitnehmerin. Die Lohnansprüche von X._ für den Zeitraum vom 3. bis 10. Januar 2013 in der Höhe von Fr. 1‘147.33 seien folglich mit den Schadenersatzansprüchen der Y._GmbH zu verrechnen.
C. Mit Schreiben vom 28. Juni 2013 ersuchte X._ das Vermittleramt Plessur um Ansetzung und Durchführung einer Schlichtungsverhandlung. Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 27. August 2013 konnte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden, weshalb der Vermittler gleichentags die Klagebewilligung ausstellte, welche die folgenden klägerischen Rechtsbegehren enthielt:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 13‘700.35 brutto zuzüglich 5 % Zins seit 15. Februar 2013 (mittlerer Verfall) zu bezahlen.
2. Der Rechtsvorschlag vom 18. Februar 2013 auf dem Zahlungsbefehl von 12. Februar 2013 in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes Chur sei aufzuheben und der Klägerin sei die definitive Rechtsöffnung im Umfang des in Betreibung gesetzten Betrages von 5‘260.70 zu erteilen.
3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
D. Am 21. Oktober 2013 reichte X._ beim Bezirksgericht Plessur ihre Klageschrift ein, wobei sie den Forderungsbetrag auf Fr. 11‘027.05 brutto zuzüglich 5 % Zins seit 15. Januar 2013 reduzierte.
E. Mit Klageantwort vom 18. November 2013 beantragte die Y._GmbH, die Klage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
F. An der am 11. Dezember 2013 vor dem Bezirksgericht Plessur durchgeführten Instruktionsverhandlung wurden unter anderem auch Vergleichsverhandlungen geführt. Es konnte jedoch keine Einigung erzielt werden.
G. Am 14. März 2014 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht
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Plessur statt, welches mit Entscheid vom 14. März 2014, mitgeteilt am 31. März 2014, erkannte:
„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Y._GmbH verpflichtet, X._ CHF 250.25, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 15. Januar 2013, zu bezahlen.
2. X._ wird in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes Chur im Umfang von CHF 250.25, zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 15. Januar 2013, Rechtsöffnung gewährt.
3. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
4.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1‘590.00 (Entscheidgebühr CHF 1‘500.00, Kosten der Beweisführung CHF 90.00) werden auf die Gerichtkasse genommen.
b) X._ hat die Y._GmbH mit CHF 4‘982.70 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von X._, Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter, wird - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 4‘994.70 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations