# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 170473fa-7e51-45e4-9ff9-d06b76a594d0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Drohung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 6. April 2021 (GG210012)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 7. Januar 2021 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 22).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 38 S.37 f.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie
− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB, teilweise in
Verbindung mit Art. 177 Abs. 2 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu Fr. 80.–
sowie mit einer Busse von Fr. 600.–.
3. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 185.– Zeugenentschädigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
7. (Mitteilungssatz)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Des Beschuldigten:
(Urk. 39 S. 2, schriftlich)
1. Anfechtung
Das Urteil wird vollumfänglich angefochten (Art. 399 Abs. 3 bst. a StPO). Somit sei das Urteil vollumfänglich aufzuheben.
2. Abänderungsanträge
Der Beschuldigte sei freizusprechen, die Kosten seien auf die  zu nehmen und der Beschuldigte sei angemessen zu  (Art. 399 Abs 3 Bst. b StPO).
3. Beweisanträge
Es seien folgende Beweise zu erheben: - Tatortbegehung - eventualiter Edition Video vom Tatort
4. Dem Beschuldigten sei die amtliche Verteidigung infolge Mittel-
losigkeit/finanzieller Mangellage zu gewähren.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.
b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Urk. 45 S. 1 f., schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
Zu den Beweisanträgen: 1. Der Beweisantrag des Beschuldigten auf eine Tatortbegehung
bzw. einen Augenschein am Tatort sei abzuweisen. 2. Der Beweisantrag des Beschuldigten auf Edition einer Videoauf-
zeichnung sei ebenfalls abzuweisen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Hinsichtlich des Verfahrensverlaufs bis zum Abschluss des erstinstanzlichen
Prozesses kann auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid des Bezirks-
gerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 6. April 2021 verwiesen werden
(Urk. 38 S. 3 f.).
2. Mit vorstehend aufgeführtem Urteil vom 6. April 2021 sprach die Vorinstanz
den Beschuldigten der Drohung sowie der mehrfachen Beschimpfung schuldig
und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen à Fr. 80.– sowie mit ei-
ner Busse von Fr. 600.—. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und
die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt. Die Busse wurde unbedingt ausgesprochen
und für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6
Tagen festgelegt. Dem Beschuldigten wurden ferner die Kosten des Verfahrens
auferlegt (Urk. 38 S. 37).
3. Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 40) liess der Beschuldigte mit
Eingabe seines Verteidigers vom 11. April 2021, eingegangen vor Vorinstanz am
12. April 2021, rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 30). Am 16. Juli 2021 ver-
sandte die Vorinstanz das begründete Urteil an die Parteien (Urk. 35/1+2, Urk. 36
sowie Urk. 37) und übermittelte in der Folge die Anmeldung der Berufung zu-
sammen mit den Akten dem Obergericht. Die Berufungserklärung der Verteidi-
gung ging ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein
(Urk. 39). Mit Präsidialverfügung vom 27. August 2021 wurde dem Privatkläger
sowie der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt und
Frist zur Erklärung der Anschlussberufung angesetzt (Urk. 43 S. 2). Ferner wurde
dem Beschuldigten Frist zu Einreichung des Datenerfassungsblattes sowie weite-
rer Unterlagen angesetzt (Urk. 43 S. 2). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf
Anschlussberufung und beantragte innert Frist die Bestätigung des vorinstanzli-
chen Urteils (Urk. 45). Das vom Beschuldigten einverlangte Datenblatt sowie wei-
tere Angaben zu dessen finanziellen Verhältnissen wurden innert Frist eingereicht
(Urk. 46, Urk. 48/1+2).
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4. Mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2021 wurde der Antrag des Beschul-
digten auf Bewilligung der amtlichen Verteidigung sowie der Beweisantrag des
Beschuldigten gemäss dessen Eingabe vom 9. August 2021 (Urk. 39) abgewie-
sen (Urk. 49). In der Folge erklärte der Verteidiger mit E-Mail vom 14. Oktober
2021, dass er den Beschuldigten nicht mehr vertrete (Urk. 51)
5. Am 15. Oktober 2021 ergingen die Vorladungen zur heutigen Berufungsver-
handlung an den Beschuldigten, den Privatkläger und die Staatsanwaltschaft
(Urk. 52). Die Berufungsverhandlung fand in Anwesenheit des Beschuldigten statt
(Prot. II S. 6).
II. Prozessuales
1. Umfang der Berufung
Die Berufung des Beschuldigten zielt auf einen Freispruch vom Anklagevorwurf
und richtet sich damit gegen das gesamte vorinstanzliche Urteil (Urk. 39; Prot. II
S. 7). Gemäss Art. 402 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im
Umfang der Anfechtung gehemmt.
Der angefochtene Entscheid steht demnach im Rahmen des Berufungsverfahrens
vollumfänglich unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes zur Disposition
(Art. 391 Abs. 2 StPO).
2. Verwertbarkeit der Beweismittel
2.1 Betreffend sämtliche in vorliegendem Verfahren zu den Akten genomme-
ne Urkundenbeweise ist festzuhalten, dass diese gesetzeskonform erhoben wur-
den und dem Beschuldigten resp. dessen Verteidiger auch Einsicht, mithin das
rechtliche Gehör (vgl. Art. 107 StPO), darin gewährt wurde. Sie sind deshalb ver-
wertbar.
2.2 Auch die Einvernahmen des Beschuldigten, des Privatklägers sowie der
Zeugin sind gesetzeskonform erfolgt. Es kann damit vollumfänglich auf sie abge-
stellt werden.
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3. Strafanträge
Wie bereits die Vorinstanz korrekt feststellte (Urk. 38 S. 4), liegen sämtliche
notwendigen Strafanträge vor (Strafanträge vom 25. Juni 2020 sowie vom 8. Juli
2020, Urk. 2/1+2).
4. Beweisanträge sowie Antrag um Bewilligung einer amtlichen Verteidigung
Mit Eingabe vom 9. August 2021 stellte der Beschuldigte u.a. die Anträge, es sei
ein Augenschein am Tatort vorzunehmen, eventualiter das Video des Tatorts zu
edieren, und es sei ihm eine amtliche Verteidigung zu bewilligen (Urk. 39 S. 2).
Sowohl der Beweisantrag als auch das Gesuch um Bewilligung der amtlichen
Verteidigung wurden mit Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2021 abgewiesen
(Urk. 49). Der Beschuldigte reichte anlässlich der Berufungsverhandlung Unter-
lagen ins Recht (Urk. 55/1-3). Die entsprechenden Korrespondenzen mit den
Behörden betreffend Hundehaltung und Hundeabgabe sind für die vorliegend zu
beurteilende Strafsache nicht sachdienlich und daher unerheblich. Weitere
Beweisanträgen wurden keine gestellt.
Die Strafsache erweist sich als spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf
hinzuweisen ist, dass sich das urteilende Gericht nicht mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegen muss. (BGE 136 I 229 E. 5.2; BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV
179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann
sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.
Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit
Erwähnung findet.
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III. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe den
Privatkläger am 24. Juni 2020 am späteren Nachmittag anlässlich eines verbalen
Disputs betreffend das (Nicht-)Anleinen von Hunden zunächst beim Trottoir/Wie-
se/Parkplatz auf Höhe der B._-Strasse ..., ... Zürich, als "Arschloch" und
"Schnuderbueb" betitelt und ihn im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung –
mit erhobener Faust – mit den Worten "Ich bring dich um" oder "Ich kill dich"
bedroht, wobei letztere Ausdrücke den Privatkläger in Angst versetzt und bei ihm
die Befürchtung geweckt habe, der Beschuldigte könnte ihm körperliches Leid
antun. Bei einer weiteren Begegnung, rund 10-20 Minuten später am Waldrand
auf dem C._-Weg, soll der Beschuldigte den Privatkläger weiter als "Psycho"
und als "traurigsten Menschen, der herumläuft" bezeichnet haben (Urk. 22 S. 2).
2. Erstellung Sachverhalt
2.1.1 Der Beschuldigte ist hinsichtlich des äusseren Sachverhalts insoweit ge-
ständig, als er einräumt, dass es zwischen ihm und dem Privatkläger am fragli-
chen Nachmittag zu einer verbalen Auseinandersetzung über das (Nicht-
)Anleinen von Hunden gekommen sei, anlässlich welcher er den Privatkläger als
"Schnuderbueb" und "Psycho", möglicherweise auch als "de trüürigscht Mensch
wo umelauft", bezeichnet habe (Urk. 5 S. 4 und Prot. I S. 15). Er sei im Vorfeld
dieser Äusserungen indessen durch den Privatkläger provoziert worden (Urk. 5 S.
1, Urk. 6 S. 3 und Prot. I S. 13 und S. 15). Darüber hinaus bestreitet der Beschul-
digte, den Privatkläger als "Arschloch" bezeichnet und ihn mit dem Tod bedroht
zu haben (Urk. 5 S. 2 und Prot. I S. 14 f.). Betreffend die Örtlichkeit der ersten
Auseinandersetzung macht der Privatkläger schliesslich geltend, dass das Zu-
sammentreffen nicht auf Höhe der B._-Stasse ..., sondern auf mittlerer Höhe
des Feldweges, welcher entlang des Fussballfeldes der Sportanlage D._
führt, erfolgt sei (Urk. 6 S. 2 ff., Prot. I S. 13, Urk. 54 S. 3 ff.).
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2.1.2 Soweit sich der Beschuldigte geständig zeigt, korrespondieren seine Aus-
sagen mit dem übrigen Untersuchungsergebnis, insbesondere mit den Aussagen
des Privatklägers (Urk. 7 S. 2 ff., Urk. 8 S. 6, S. 10, Prot. I S. 13 ff.), teilweise mit
den Aussagen der Zeugin (Urk. 9 S. 7) sowie dem Inhalt der Videoaufnahme
(Urk. 4), es kann entsprechend als glaubhaft auf sie abgestellt und der Sachver-
halt als dahingehend rechtsgenügend erstellt erachtet werden. Darüber hinaus ist
im Folgenden zu prüfen, ob die bestrittenen Sachverhaltselemente des Anklage-
vorwurfes, namentlich die Betitelung des Privatklägers als "Arschloch", im Weite-
ren auch der Anwurf "ich bring dich um" bzw. "ich kill dich" anhand der verfügba-
ren Beweismittel rechtsgenügend erstellt werden können.
2.2.1 Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es
nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten ge-
schöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen
unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der
angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten günstigeren
Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO).
2.2.2 Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, ist zu unter-
scheiden zwischen der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Aussageperson und der
Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer
Person kommt allerdings eher untergeordnete Bedeutung zu. In erster Linie ist
nicht auf die prozessuale Stellung der Beteiligten abzustellen, sondern auf den
materiellen Gehalt ihrer Aussagen. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von
Aussagen hat sich die sogenannte Aussageanalyse durchgesetzt. Nach deren
empirischem Ausgangspunkt erfordern wahre und falsche Schilderungen unter-
schiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothe-
se, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Umstände, der intellek-
tuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne rea-
len Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Wei-
se vorgenommen, dass eine Aussage durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente
Qualitätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Ent-
stehungsgeschichte sowie des Aussageverhaltens auf Fehlerquellen überprüft
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und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert werden. Bei
der Glaubhaftigkeitsbewertung ist immer davon auszugehen, dass die Aussage
auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahr-
hypothese (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstim-
mung stehen kann, so wird sie verworfen. Es gilt dann die Alternativhypothese,
dass die Aussage wahr sei (BGE 133 I 33 E. 4.3; BGE 129 I 49 E. 5.; je mit Hin-
weisen). Zu achten ist inhaltlich auf Strukturbrüche innerhalb einer Aussage, auf
Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor allem aber auf das Vor-
handensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien und das Fehlen von
Lügensignalen (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellungen vor Gericht,
3. Aufl., 2007, S. 68 ff. und S. 72 ff.).
Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen.
Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von
der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu
überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in
dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu un-
terdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen), so muss es die beschuldigte Person freisprechen (BGE 143 IV 214 E. 5.3.2;
BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a; je mit Hinweisen).
2.3.1 Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, basieren die Anklagevorwürfe
gegen den Beschuldigten schwerpunktmässig auf den Aussagen des Privatklä-
gers sowie der Zeugin E._. Daneben hat die Vorinstanz die übrigen
Beweismittel vollständig aufgelistet (Urk. 38 S. 4 f.).
2.3.2 Die Vorinstanz würdigte die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Verfah-
rensbeteiligten korrekt. Im Weiteren hat die Vorinstanz die Aussagen einerseits
des Beschuldigten, andererseits des Privatklägers und der Zeugin E._ in Be-
zug auf die sachlich relevanten Inhalte umfassend und ausführlich wiedergegeben
sowie zutreffend gewürdigt, sodass in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zur
Vermeidung von unnötigen Wiederholungen vorab darauf verwiesen werden kann
(vgl. Urk. 38 S. 9 ff.). Auf die einzelnen Aussagen der verschiedenen Personen ist
nachfolgend daher nur noch ergänzend bzw. konkretisierend einzugehen.
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2.4.1 Mit der Vorinstanz ist zunächst festzustellen, dass die Bestreitung des
Beschuldigten betreffend den Ausspruch "ich bring dich um" bzw. "ich kill dich"
und ebenso die Schilderungen der Vorgeschichte der Auseinandersetzung mit
dem Privatkläger zwar grundsätzlich konstant und widerspruchsfrei erscheinen,
aufgrund ihrer Pauschalität und teilweisen Vagheit indessen letztlich wenig Über-
zeugungskraft entfalten. So fehlen beispielsweise inhaltliche Angaben zu den
eigenen Emotionen und Reaktionen in Hinblick auf die geltend gemachten Provo-
kationen, ebenso betreffend die Ankündigung des Privatklägers, er werde Straf-
anzeige erstatten und das Auto des Beschuldigten fotografieren. Insbesondere
fällt auf, dass der Beschuldigte zwar geltend macht, durch den Privatkläger beim
ersten Treffen "aufs Äusserste" (Urk. 5 S. 1) provoziert worden zu sein (Urk. 5 S.
1, Urk. 6 S. 3) indessen keine konstanten Angaben dazu machen konnte, weshalb
genau. So erklärte er zwar, der Privatkläger habe gesagt, er solle verschwinden,
er sei ein "riesen Arschloch" und ein "Wichser" bzw. eine "alter Weissichnichtwas"
(Urk. 5 S. 1 f., Prot. I S. 13) oder "ein alter Schafseckel" (Urk. 55 S. 6), schilderte
demgegenüber aber seine eigene Rolle als durchwegs passiv (Urk. 5 S. 1 f., Urk.
6 S. 3, Prot. I S. 13 f., Urk. 55 S. 6), was wiederum die genannten Kraftausdrücke
wenig nachvollziehbar und den vom Beschuldigten dargelegten Handlungsablauf
ausgesprochen künstlich bzw. wenig nachvollziehbar oder lebensnah erscheinen
lässt und überdies auch in Widerspruch zu den schliesslich eingestandenen eige-
nen Verbalanwürfen (vgl. vorstehend Ziff. 2.1.1) steht. Schliesslich ist der Vo-
rinstanz dahingehend zu folgen, als die Ausführungen des Beschuldigten, wonach
die erste Auseinandersetzung auf dem Feldweg entlang dem Fussballplatz statt-
gefunden habe, nicht schlüssig erscheint, lässt sich doch damit die Schilderung
des Beschuldigten, wonach er seinen Hund aus dem Fahrzeug gelassen und
dann zurückgerufen bzw. gepfiffen habe, als er gemerkt habe, dass der Privatklä-
ger seinen Hund nicht im Griff gehabt habe und auf ihn zugekommen sei (Urk. 6/5
S.1) nicht vereinen bzw. steht dazu in offenkundigem Widerspruch. Vielmehr
spricht diese Aussage des Beschuldigten selbst für die Sachdarstellung des Pri-
vatklägers, wonach die Auseinandersetzung bei den Parkplätzen stattgefunden
habe. Auch die Aussage des Beschuldigten, wonach er die Angst des Hundes
des Privatklägers selbst gesehen habe, was kaum über eine Distanz von über
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100 Metern möglich sein dürfte, spricht nicht für die Sachdarstellung des Be-
schuldigten hinsichtlich der Örtlichkeiten. Entgegen den Erwägungen der Vo-
rinstanz ist einzig festzuhalten, dass es dort einen Bach gibt, welcher jedoch ab
dem Sportplatz D._ unterirdisch verläuft und entsprechend entgegen der Auf-
fassung des Beschuldigten keine ins Gewicht fallenden, hörbare Geräusche ver-
ursachen kann.
Nach dem Gesagten kann an der Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die
Aussagen des Beschuldigten ausweichend, wenig konkret und damit letztlich als
wenig glaubhaft zu qualifizieren sind (Urk. 38 S. 20, S. 21), ohne Weiteres gefolgt
werden.
2.4.2 Demgegenüber stellen sich die Depositionen des Privatklägers durchwegs
als konstant, stimmig, lebensnah und frei von augenfälligen Widersprüchen dar.
Die Schilderungen der Abläufe sind mit Details und Emotionen verknüpft, welche
sie als authentisch und erlebt erscheinen lassen. So beispielsweise, wenn der
Privatkläger schilderte, der Beschuldigte habe die Hand zur Faust erhoben, als er
auf ihn zugekommen sei und ihn mit dem Tod bedroht habe und er habe Angst
gehabt, da der Beschuldigte bei der Drohung lediglich einen halben Meter von
ihm entfernt gewesen sei (Urk. 8 S. 8). Ebenso vermochte er seine Handlungen
und Emotionen zu differenzieren und genau darzulegen, so, wenn er erklärte, er
habe Angst gehabt, sei aber nicht in Panik geraten, oder wenn er zu Protokoll
gab, er habe Angst und Respekt gehabt, vor allem auch wegen des Hundes, d.h.,
weil eine Hand mit der Leine blockiert gewesen sei, was ihn sehr verunsichert ha-
be (Urk. 8 S. 8). In gleicher Weise vermochte er auch nachvollziehbar zu schil-
dern, weshalb der Beschuldigte ausfällig geworden sei, namentlich, dass er davon
ausgehe, dass der Beschuldigte nicht gerne habe, wenn ihm jemand widerspre-
che, oder dass er davon ausgehe, dass es den Beschuldigten provoziert habe, als
er (der Privatkläger) dessen Auto fotografiert habe (Urk. 8 S. 7). Detailliert er-
scheinen auch die Angaben des Privatklägers zu seiner Position zum Zeitpunkt,
als der Beschuldigte mit dem Auto auf den Parkplatz gekommen sei (bei der Wie-
se neben der blauen Zone). Seine Ortsangabe verknüpfte der Privatkläger mit der
Erklärung, dass dort ein Robbydog stehe und sein Hund jeweils dort "sein Ge-
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schäft erledige". Soweit die Aussagen des Privatklägers betreffend die chronolo-
gische Abfolge bzw. den Zeitpunkt der Todesandrohung unterschiedlich ausgefal-
len sind - so hatte der Privatkläger zunächst im Untersuchungsverfahren erklärt,
dass dies mutmasslich im Zeitpunkt gewesen sei, als er das Auto fotografiert ha-
be (Urk. 7 S. 3, Urk. 8 S. 7), während er anlässlich der Befragung in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung angab, dies sei bereits in der eingangs geführten
Diskussion gewesen (Prot. I. S. 23) - erscheint es ohne Weiteres nachvollziehbar,
dass aufgrund der Dynamik und des Tempos der Auseinandersetzung chronolo-
gische Aussagen mit Unsicherheiten behaftet und schwierig einzuordnen sind.
Kommt hinzu, dass anlässlich der Befragung in der Hauptverhandlung schon eine
längere Zeitspanne seit den fraglichen Vorkommnissen vergangen war und die
Geschehnisse dem Privatkläger daher nicht mehr so präsent gewesen sein dürf-
ten. Mit der Vorinstanz ist jedenfalls zu konstatieren, dass diese unterschiedlichen
Aussagen letztlich nicht gegen deren Glaubhaftigkeit spricht, ist es doch gerade
dieser Umstand, der auch aufzeigt, dass die Aussagen nicht konstruiert wurden,
sondern der Privatkläger spontan und authentisch das Erlebte bzw. Erinnerliche
wiedergegeben hat.
Auffallend erscheint schliesslich bei den Aussagen des Privatklägers, dass er
mutmassliche Fehler im eigenen Verhalten von sich aus schilderte, beispielweise
das eigene Fotografieren des Autos des Beschuldigten als "Eskalationstreiber"
nannte (Urk. 8 S. 7) und in keinem Zeitpunkt übermässigen Belastungen
deponierte, so beispielsweise erklärte, er könne sich an den Ausdruck "Schaf-
seckel" nicht erinnern, obwohl dies vom Beschuldigten selbst eingestanden wor-
den war (Urk. 8 S. 10). Umso glaubhafter wirkt vor diesem Hintergrund, wenn der
Privatkläger demgegenüber mehrfach darauf hinwies, dass der Ausdruck "Arsch-
loch" gefallen sei (Urk. 7 S. 5, Urk. 8 S. 6, 10)
Für den Wahrheitsgehalt der Aussagen des Privatklägers spricht sodann auch der
Umstand, dass sie teilweise Angaben enthalten, welche nebensächlich und nicht
direkt mit dem Tatgeschehen zusammenhängend sind. In diesem Sinne verleiht
z.B. die Bemerkung des Privatklägers, er habe drei Töchter, die auch mit dem
Hund spazieren gehen und als Vater habe er dabei ein sehr ungutes Gefühl, da
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sich seine Töchter in dieser Gegend (gemeint den Ort der Auseinandersetzung)
bewegten (Urk. 8 S. 7), ebenso die Schilderung, er schaue nun jedes Mal, wenn
er an den Parkplätzen vorbeikomme, ob er den Wagen des Beschuldigten sehe
(Urk. 7 S. 4), den Depositionen zum Tatgeschehen zusätzliche Authentizität. Die
entsprechenden Äusserungen sprechen stark für ein wirkliches Erleben des Tat-
geschehens.
Zufolge des Gesagten erscheinen die Aussagen des Privatklägers insgesamt sehr
glaubhaft und es kann auf sie abgestellt werden.
2.4.3 Gestützt werden die glaubhaften Depositionen des Privatklägers zusätzlich
durch die Aussagen der Zeugin E._. Als unbeteiligte Dritte schilderte sie die
massgeblichen Vorkommnisse detailliert und differenziert in gleicher Weise wie
der Privatkläger. Insbesondere bestätigte sie, gehört zu haben, dass der
Beschuldigte dem Privatkläger gesagt habe "ich bring dich um" bzw. "ich kill dich"
(Urk. 9 S. 3, S. 5, S. 7). Dass die Zeugin aufgrund des Gehörten angab, auch
selbst Angst bekommen zu haben (Urk. 9 S. 3), spricht für die Intensität der
Äusserung und damit auch für die Reaktion der Angst beim Privatkläger, als direk-
tem Adressat der Todesdrohung. Mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 38 S. 26 f.) sind die
Zeugenaussagen, welche im Wesentlichen die Schilderungen des Privatklägers
und damit den Anklagesachverhalt stützen, als überaus glaubhaft einzustufen.
2.4.4 Der Beschuldigte brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, die
Zeugin E._ habe sich mit dem Privatkläger abgesprochen. Die beiden hätten
einen Komplott gegen ihn geschmiedet (Urk. 55 S. 7). Dafür gibt es keinerlei
Anhaltspunkte. Vielmehr sprechen die vom Beschuldigten ins Feld geführte
zeitlichen Ungenauigkeiten und Unsicherheiten in den Aussagen der Zeugin
E._, ob er (der Beschuldigte) "killen" oder "umbringen" gesagt habe, für kei-
ne Absprachen mit dem Privatkläger, sondern für tatsächlich Erlebtes.
3. Fazit
Zufolge der glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie der Zeugin E._
verbleibt kein vernünftiger Zweifel daran, dass sich auch der vom Beschuldigten
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bestrittene Sachverhaltskomplex so zugetragen hat, wie in der Anklage umschrie-
ben. Der eingeklagte Sachverhalt ist entsprechend rechtsgenügend erstellt.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Drohung (Art. 180 Abs.1 StGB)
1.1 Der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs.1 StGB macht sich schuldig, wer
jemanden durch schwere Drohung in Angst oder Schrecken versetzt.
1.2 Als Tathandlung ist die Drohung das in Aussichtstellen eines schweren
Nachteiles, dessen Verwirklichung ernst gemeint und dessen Eintritt in irgendei-
ner Weise als vom Drohenden abhängig scheint (TRECHSEL/MONA, in: Trech-
sel/Pieth [Hrsg.], StGB Praxiskommentar, 3. Aufl., 2018, Art. 180 N 2). Unwesent-
lich ist, ob der Drohende seine Drohung ernst meint, ob er zur Verwirklichung des
angedrohten Übels überhaupt in der Lage wäre oder ob er sich zur Drohung
sonstwie einer Täuschung bedient; entscheidend ist hingegen, dass sie als ernst
gemeint in Erscheinung tritt (BGE 106 IV 125 E. 2a). Geschmacksverirrte Scherze
bleiben straflos (TRECHSEL/MONA, a.a.O., Art. 180 N 2).
1.3 Als Taterfolg muss die Drohung den Geschädigten tatsächlich in Angst o-
der Schrecken versetzen (BGE 81 IV 101 E. 3). Der Massstab ist ein objektiver
(BGer 6B_192/2012 vom 10. September 2012 E. 1.1). Es ist unerheblich, ob der
Beschuldigte die Drohung ernst gemeint hat und gewillt war, diese umzusetzen
(BGE 79 IV 60 E. 2). Unter "Angst" versteht man ein beklemmendes, banges
Gefühl, bedroht zu sein, wogegen "Schrecken" eine heftige Erschütterung des
Gemüts ist, die meist durch das plötzliche Erkennen einer Gefahr oder Bedrohung
ausgelöst wird. Bei den individuell bedrohten Rechtsgütern, denen ein schwerer
Nachteil seitens der Täterschaft bevorstehen soll, kann es sich um diejenigen des
Bedrohten selbst aber auch von Dritten handeln. Im Falle der Drohung gegenüber
einem Dritten muss die Drohung diesem zumindest zu Ohren gekommen sein
(TRECHSEL/MONA, a.a.O., Art. 180 N 3).
1.4 Zu Recht sah die Vorinstanz vorliegend den Tatbestand der Drohung als
erfüllt an (vgl. Urk. 38 S. 28). Die Äusserung "Ich bring dich um" oder "Ich kill
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dich", welche durch die Geste der erhobenen Hand sowie die körperliche Nähe
noch zusätzlich unterstrichen wurde, ist selbstredend als Todesandrohung gera-
dezu exemplarisch dazu geeignet, jemanden in Angst und Schrecken zu verset-
zen. Der Privatkläger war denn zufolge seiner glaubhaften Aussagen auch ver-
ängstigt. Der objektive Tatbestand der Drohung ist damit erfüllt.
1.5 Subjektiv ist für den Tatbestand nach Art. 180 Abs. 1 StGB Vorsatz bezüg-
lich der Tathandlung und des Taterfolges erforderlich, wobei Eventualvorsatz
genügt. Die Täterschaft muss den Willen haben, die geschädigte Person in Angst
oder Schrecken zu versetzen und sie muss sich bewusst sein, dass ihre Drohung
diese Wirkung hervorruft oder dies zumindest in Kauf nehmen (BSK StGB II-
DELNON/RÜDY, Art. 180 N 33).
1.6 Auch diesbezüglich ist der Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach der
Beschuldigte durch sein Auftreten, seine Gestik und seine Wortwahl den Willen
manifestierte, den Privatkläger zu verängstigen, wobei er sich bewusst war, dass
seine Wortwahl und sein Verhalten dazu geeignet waren, diese Verängstigung
hervorzurufen, zu folgen. Der subjektive Tatbestand ist damit erfüllt.
1.7 Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Der
Beschuldigte ist der Drohung in Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu
sprechen.
2. Mehrfache Beschimpfung (Art. 177 StGB)
2.1 Der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB macht sich strafbar,
wer jemanden in anderer Weise (als durch Verleumdung oder üble Nachrede)
durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift.
Subjektiv ist Vorsatz erforderlich.
Erforderlich ist, dass der Täter seine Verachtung des Betroffenen kundtut, ihn
"dem Schimpf und der Schande preisgibt". Das negative Urteil muss den sittlich-
menschlichen Wert des Angegriffenen betreffen. Die Kundgabe der Verachtung
kann dabei sowohl gegenüber dem Betroffenen selber wie auch gegenüber Dritt-
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personen erfolgen (DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11.
Aufl., 2018, S. 392 f.).
2.2 Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte den Privatkläger als
"Arschloch", "Schnuderbueb" und "Psycho", ferner als "traurigsten Menschen, der
herumläuft" bezeichnet. Die im Sprachgebrauch notorisch als Diffamierungen
verwendeten Begriffe "Arschloch" und "Psycho" sind als ehrenrührige Werturteile
zu beurteilen, und daher keinem Entlastungsbeweis zugänglich (BSK STGB II-
RIKLIN, Art. 177 N 10). Der Begriff "Schnuderbueb" stellt gegenüber einem Er-
wachsenen ebenfalls eine augenscheinliche Herabsetzung dar und ist in Bestäti-
gung der vorinstanzlichen Erwägungen als ehrenrühriges Werturteil zu qualifizie-
ren. Bei der Wortwahl "traurigsten Menschen, der herumläuft" handelt es sich
ebenso um eine abwertende Bezeichnung, die im Gesamtkontext der Auseinan-
dersetzung als ehrenrührig und herabwürdigend zu bezeichnen ist.
2.3 Subjektiv ist Vorsatz gefordert, d.h. der Täter muss mit Wissen und Willen
ein ehrenrühriges Werturteil über den Betroffenen kundtun (DONATSCH, a.a.O.,
S. 393).
Der ehrverletzende Charakter der verwendeten Begriffe dürfte jedermann bekannt
sein bzw. ist offenkundig. Der Beschuldigte verwendete die Begriffe sodann wil-
lentlich, um den Privatkläger im Vergleich zu anderen Menschen herabzusetzen.
Auch der subjektive Tatbestand ist damit erfüllt.
2.4 Zu Recht wies die Vorinstanz im Weiteren darauf hin, dass der Beschuldigte
den Privatkläger als "Psycho" und "traurigsten Menschen, der herumläuft" be-
zeichnete, als dieser den Beschuldigten mit seinem Mobiltelefon filmte und dass
es sich dabei um eine Provokation seitens der Privatklägers handle, welche einen
fakultativen Strafbefreiungsgrund (Art. 177 Abs. 2 StGB) darstelle (Urk. 38 S. 29
f.). Es ist darauf im Rahmen der Strafzumessung zurückzukommen.
2.5 Darüber hinaus sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe
ersichtlich. Der Beschuldigte ist somit auch der mehrfachen Beschimpfung im
Sinne von Art. 177 StGB schuldig zu sprechen.
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V. Sanktion
1. Strafzumessung
1.1 Die Vorinstanz hat den anwendbaren Strafrahmen hinsichtlich der Drohung
im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB korrekt auf Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren
oder Geldstrafe abgesteckt. Zudem wurden die Grundsätze der Strafzumessung
im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt (Urk. 38 S. 31 f.). Es sind vor-
liegend weder Strafschärfungs- noch Strafmilderungsgründe ersichtlich. Schliess-
lich ist der Vorinstanz auch hinsichtlich der Bildung einer Gesamtstrafe unter Aus-
fällung einer Geldstrafe ohne Weiteres zu folgen.
1.2.1 Mit der Vorinstanz ist zur objektiven Tatkomponente betreffend die Drohung
festzuhalten, dass sich selbige gegen das höchste Rechtsgut, das Leben, richte-
te, mithin als massiv zu werten ist. Indessen wurde die Androhung spontan im
Rahmen der verbalen Auseinandersetzung und in einer emotional aufgeheizten
Situation sehr spontan und ungeplant ausgesprochen und ausser der erhobenen
Faust sprach konkret nichts dafür, dass die Androhung in irgendeiner Form um-
gesetzt würde. Zu Recht wies die Vorinstanz denn auch darauf hin, dass hinsicht-
lich der Ausführung keine Planung vorlag. Die objektive Tatschwere ist vor die-
sem Hintergrund noch als leicht zu beurteilen.
1.2.2 Betreffend die subjektive Tatkomponente ist festzuhalten, dass der Beschul-
digte direktvorsätzlich handelte. Im Übrigen kann der Vorinstanz dahingehend
gefolgt werden, dass die Streitsituation, in welcher sich der Beschuldigte aufgrund
der provozierenden Ankündigung des Privatklägers, das Nummernschild des
Beschuldigten zu fotografieren, leicht entlastend zu werten ist.
Insgesamt mindern die subjektiven Aspekte das objektive Tatverschulden indes-
sen nicht. Das leichte Tatverschulden rechtfertigt eine Einsatzstrafe von 40 Ta-
gen.
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In Berücksichtigung sämtlicher objektiver und subjektiver Tatumstände ist die
hypothetische Einsatzstrafe bei einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen anzusetzen.
1.2.3 Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten, welche durch die
Vorinstanz vollständig und korrekt zusammengefasst wurden (Urk. 38 S. 33 f.),
ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.
Die Einsatzstrafe ist damit aufgrund der Täterkomponente bei 40 Tagessätzen
Geldstrafe festzulegen. Weitere strafzumessungsrelevante Kriterien sind nicht
ersichtlich.
1.3.1 Hinsichtlich der mehrfachen Beschimpfung ist mit der Vorinstanz festzuhal-
ten, dass das Filmen des Beschuldigten durch den Privatkläger unmittelbarer An-
lass für die strafrechtlich relevanten Ausdrücke "Psycho" und "traurigster Mensch,
der herumläuft" war, weshalb diesbezüglich eine fakultative Strafbefreiung ge-
mäss Art. 177 Abs. 2 StGB zu prüfen ist. Diesbezüglich erwog die Vorinstanz,
dass sich der Privatkläger dadurch provoziert gefühlt und sich in einem emotional
ausserordentlich aufgeladenen Zustand befunden habe, womit die Äusserungen
als ausgesprochen affektbehaftet zu beurteilen seien (Urk. 38 S. 33 f.). Dies ist
grundsätzlich nicht zu beanstanden. Ferner ist auch unter dem Grundsatz des
Verbotes der "reformatio in peius" an der in diesem Umfang von der Vorinstanz
gewährten Strafbefreiung festzuhalten.
Damit verbleiben die Ausdrücke "Arschloch" und "Schnuderbueb" verschuldens-
mässig zu beurteilen.
1.3.2 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass eine Mehrfachbegehung vorliegt,
wobei es sich insbesondere beim Ausdruck "Arschloch" um eine massive Ver-
unglimpfung handelt, aber auch der Ausdruck "Schnuderbueb" eine betonte
Herabsetzung in einer verbalen Auseinandersetzung unter Erwachsenen darstellt.
Auch diesbezüglich ist aber zu berücksichtigen, dass die Kraftausdrücke im
Rahmen einer spontanen, emotional aufgeheizten Auseinandersetzung fielen,
somit weder eine Planung noch eine bewusste Wortwahl stattgefunden haben
dürfte. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-
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digte mit (direktem) Vorsatz handelte. Die Vorinstanz wies darüber hinaus zu
Recht auf die heftige Gemütsbewegung der Beschuldigten hin.
Insgesamt ist an der Qualifikation der Vorinstanz, welche eine leichtes Verschul-
den hinsichtlich der Beschimpfungen attestierte (Urk. 38 S. 34), festzuhalten. Da-
für erwiese sich bei eigenständiger Beurteilung eine Bestrafung mit 10 Tagen als
angemessen.
1.3.3 Hinsichtlich der Täterkomponente ist mit der Vorinstanz auch an dieser Stel-
le festzuhalten, dass sich aus dem Lebenslauf und den persönlichen Verhältnis-
sen des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ergeben (vgl.
Urk. 38 S. 34).
Das teilweise Geständnis ist leicht strafmindernd zu veranschlagen, die Strafe ist
gestützt darauf um 2 Tage zu reduzieren.
Damit verbleibt es hinsichtlich der mehrfachen Beschimpfung bei einer Strafe von
8 Tagen.
1.4 Ausgehend von der ermittelten Einsatzstrafe für das Hauptdelikt (40 Tage)
ist für die mehrfache Beschimpfung in Anwendung des Asperationsgrundsatzes
eine Erhöhung um 5 Tage angezeigt. Insgesamt erscheint damit in Bestätigung
des vorinstanzlichen Urteils eine Strafhöhe von 45 Tagessätzen Geldstrafe als
Gesamtstrafe angemessen.
1.5 Was die Höhe des Tagessatzes anbelangt, hat ihn die Vorinstanz unter
Berücksichtigung der damaligen Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen
des Beschuldigten auf Fr. 80.– festgesetzt (Urk. 38 S. 35).
Der Beschuldigte ist alleinstehender Rentner, welcher über eine AHV-Rente so-
wie eine Rente aus beruflicher Vorsorge von monatlich insgesamt Fr. 3'088.20.—
verfügt (Urk. 48/1; Urk. 54 S. 2). Der Beschuldigte hat Schulden in der Höhe von
rund Fr. 45'000.– (Verlustscheine). Unterstützungspflichten bestehen nicht
(Urk. 48/1+2). Unter Berücksichtigung der aktuellen finanziellen Verhältnisse des
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Beschuldigten erscheint ein Tagessatz von Fr. 80.— angemessen, der vorinstanz-
liche Entscheid ist entsprechend zu bestätigen.
2. Sanktion
Der Beschuldigte ist zufolge der vorstehenden Erwägungen mit einer Geldstrafe
von 45 Tagessätzen à Fr. 80.— zu bestrafen.
3. Vollzug der Strafe
3.1 Bezüglich der Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvoll-
zuges kann vollumfänglich auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden. Die
massgeblichen Gesetzesbestimmungen von Art. 42 Abs. 1 und 2 StGB wurden
zutreffend wiedergegeben und die herrschende Praxis hierzu korrekt zusammen-
gefasst (Urk. 38 S. 36).
3.2 Vorliegend sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung des
bedingten Strafvollzuges erfüllt, da eine Geldstrafe auszufällen ist (Art. 42 Abs. 1
StGB) und der Beschuldigte in den letzten 5 Jahren keine Vorstrafe im Sinne von
Art. 42 Abs. 2 StGB aufweist. Damit wird die günstige Prognose als subjektive
Voraussetzung der bedingten Strafe vermutet.
3.3 Der Vollzug der Geldstrafe ist demzufolge in Bestätigung des vorinstanzli-
chen Urteils aufzuschieben. Ebenso ist die Probezeit bei 2 Jahren beizubehalten.
4. Verbindungsbusse
Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 38 S. 36) erscheint vorliegend
das Aussprechen einer Verbindungsbusse nicht angezeigt. Der bereits ältere
Beschuldigte ist nicht vorbestraft und hatte zum ersten Mal ein Untersuchungs-
und Gerichtsverfahren zu gewärtigen. Zudem droht ihm im Wiederholungsfalle
während der Probezeit der Vollzug der heute auszusprechenden Strafe. Vor die-
sem Hintergrund erschiene eine zusätzliche Sanktionierung mit einer Busse als
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unverhältnismässige Härte; Auf eine Verbindungbusse im Sinne von Art. 106
StGB ist entsprechend zu verzichten.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Da es im Berufungsverfahren bei dem vorinstanzlichen Schuldspruch bleibt,
ist das erstinstanzliche Kostendispositiv gemäss Dispositivziffern 6 und 7 des
angefochtenen Entscheids ausgangsgemäss zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1
StPO).
2.1 Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu ver-
anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG und
§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG).
2.2 Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). In Anbetracht dessen, dass der Beschul-
digte mit seiner Berufung praktisch vollumfänglich unterliegt (er obsiegt lediglich
hinsichtlich des Wegfalls der Verbindungsbusse), sind ihm die Kosten des
Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen. Eine andere Kostenverlegung
drängt sich nicht auf.