# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 89337b56-6363-4c32-b4e7-dba8bc309be5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
82
geborene
X._
erlangte im Jahr 2004 die Berufs
maturität Technische Richtung und
schloss im selben Jahr seine
Ausbildung zum
Informatiker
mit
dem Eidgenössischen
Fähigkeitsausweis
ab
(
Urk.
17/83/10-12). Er arbeitete in der Folge
in diesem Beruf
(Urk.
17/2/2
,
Urk.
17/83/5,
Urk.
17/83/
7-8
)
. A
m 1
5.
Mai 2009
(Eingangsdatum)
meldete
er
sich
unter Hinweis auf eine
chronifizierte
manisch-depressive Störung im Erwachsenenalter und einen Ver
dacht auf ein
e
Aufmerksamkeitsdefiz
it- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindesalter bei der IV-Stelle
Bern
zum Leistungsbezug an (
Urk.
17/2/6
, Urk. 17/26/1
).
Die IV-Stelle
Bern
gewährte
Frühinterventionsmassnahmen in Form von Eingliederungs
beratung (
Urk.
17/8)
,
übernahm die Kosten für
die
berufliche Abklärung vom
3.
August bis 2
5.
Oktober 2009 (
Urk.
17/26/1)
sowie d
er
Arbeitstraining
s
vom
7.
Dezember 2009 bis 1
4.
März 2010 (
Urk. 17/41,
Urk.
17/46/1)
und vom
7.
April bis
4.
Juli 2010 (
Urk.
17/47) und führte ab dem 2
8.
Juni 2010 eine Arbeitsvermittlung
durch
(
Urk.
17/53
,
Urk.
17/60
)
. Mit Verfü
gung vom 1
9.
Juli 2010
ver
n
einte sie einen
Anspruch
des Versicherten
auf eine I
nvalidenrente
. Zur Be
gründung führte sie aus, dass die beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen gezeigt hätten, dass
de
m
Versicherte
nach erfolgreich absol
viertem Arbeits
training die bisherige Tätigkeit im Informatikbereich weiterhin möglich und zumutbar sei (
Urk.
17/64).
Die Arbeitsvermittlung stellte die IV-Stelle
in der Folge
mit Verfügung vom 1
6.
Juni 2011 ein (
Urk.
17/92).
Vo
n
September 2010 bis Novem
ber 2011 bezog
X._
Arbeits
losenentschädigung. Danach arbeitete er vo
n
November
2011
bis Februar
2012
für die A._
AG (
Urk.
17/130
/3
, vgl. auch Urk. 17/119/10
).
Da
nach
war er
vom
Februar 2012 bis Oktober 2014
für die
B._
AG tätig.
Ab
Oktober 2015 bezog er
wiederum
Arbeitslosenent
schä
digung
(Urk. 17/130/4
, Urk. 13/3
)
. Vo
m
1
6.
Februar bis
3
0.
Juni 2016 arbeitete er
in
einem 80%-Pensum
im Zwischenverdienst für die
C._
AG (
Urk. 13/5,
Urk.
13/6
/
2
, Urk. 17/130/4
).
Am
2.
Dezember 2016 meldete er sich
beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum
(
RAV
)
D._
von der Arbeit
s
losen
versicherung ab (
Urk.
13/4).
1.2
Vom 1. April 2017 bis 30. April 2018
(letzter effektiver Arbeitstag: 1
5.
Januar 2018
)
war
X._
als IT
Supporter
bei der
E._
AG
in
F._
angestellt
(
Urk.
13/
9
, Urk. 2/7
)
. D
adurch
war er
bei der AXA Stiftung Berufliche Vor
sorge, Winterthur (nachfolgend: AXA),
für die berufliche Vorsorge
ver
sichert (Urk. 2/7-8).
Am 2
3.
Juli 2018 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
bei der aufgrund seines Wohnsitzwechsels nunmehr
örtlich
zuständigen IV-Stelle Solothurn erneut zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung an (
Urk.
17/105)
. In seiner Anmeldung wies er auf
eine
seit dem 1
6.
Januar 2018 bestehende Arbeitsunfähigkeit wegen einer Persönlichkeits
stö
rung hin (Urk. 17/105/3,
Urk.
17/105/5).
Die IV-Stelle Solothurn trat a
uf das neue Leistungs
begehren ein, führte Abklä
rungen in beruf
lich-erwerblicher und medizi
nischer Hinsicht durch und sprach
X._
hernach mit Ver
fügung vom
24
.
Juli
20
20
mit Wirkung ab 1.
Januar
20
19 bei einem Invaliditäts
grad von 80
%
eine ganze Invalidenrente zu (
Urk. 17/156
).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.3
Die AXA lehnte
die Ausrichtung von Leistun
gen
der beruflichen Vorsorge
mit Schreiben vom 5. Februar 2020
ab
.
Dies begründete sie
im Wesentlichen
d
a
mit
, dass
X._
seit
mehreren
Jahren
wegen psychischen Beschwer
den in Behandlung
sei
. D
ie Anstellung bei der
E._
AG
ab dem
1.
April 2017
sei
als Arbeits
versuch zu
werten, welcher nicht geeignet sei, die vor
be
stehende Arbeits
unfähig
keit zu unterbrechen. Weil die Arbeitsunfähigkeit, welche später zur Invalidität geführt habe, nicht zu einem Zeitpunkt eingetreten sei, als
X._
bei ihr berufsvorsorgeversichert gewesen sei, sei
sie für eine Leistungs
aus
rich
tung nicht zuständig
(Urk.
13/
2/
2
).
Mit der Leistungs
able
hn
ung war
X._
nicht einverstanden
(Urk. 13/2/4)
.
Eine Eini
gung konnte in der Folge nicht gefunden werden
(Urk.
2/
4
-6
).
2.
2.1
Am
1
.
Dezember
20
20
erhob
X._
gegen die
AXA
Klage mit folgen
dem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Die
Beklagte sei zu verpflichten, die reglementarischen Leistungen zu erbrin
gen
.
2.
Die reglementarischen Leistungen seien mit einem Zins von 5% p.a. zu verzinsen
.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beklagten.»
2.2
Die Beklagte
beantragte mit Klageantwort vom
5
.
Mai
20
21
Abweisung der Klage
.
2.3
Mit Gerichtsverfügung vom
1
7.
Mai
20
21
(Urk.
15
) wurden die Akten der Eid
genössischen Invalidenversicherung
in Sachen des Klägers
(Urk.
17
) beige
zogen.
2.4
Der Kläger
änderte
mit
Replik vom
9.
Juli 2021
sein Rechtsbegehren gemäss Klageschrift dahingehend ab
, dass die reglementarischen Leistungen nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist mit 1
%
zu verzinsen sei
en
.
An den beiden anderen,
mit
der Klage vom
1.
Dezember 2020 gestellten Anträgen hielt er fest (
Urk.
21
S.
4
)
.
2.5
M
it ihrer Duplik
vom 1
0.
September 2021
erneuerte die Beklagte ihren Antrag auf Abweisung der Klage
(Urk.
24
S. 2)
.
Dies
wurde
dem Kläger mit Verfügung vom 1
6.
September 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 26
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
las
senen- und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war, wobei die klagende Partei den Gerichts
stand wählen kann (BGE 133 V 488 E. 2.1 mit Hinweis; Urteil des Bun
desgerichts B 93/04 vom 9. August 2005 E. 2.3 mit wei
teren Hinweisen).
1.2
Weil die Beklagte ihren Sitz im Kanton Zürich hat (Internet-Auszug Handels
register des Kantons Zürich), ist das angerufene Gericht örtlich und - gestützt auf § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (
GSVGer
) - sachlich zuständig.
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Kläger Anspruch auf eine Invalidenrente der Beklagten und Anspruch auf Verzugszinsen hat.
2.2
Der Kläger bringt im Wesentlichen vor, dass
der Vorbescheid der IV-Stelle Solothurn der Beklagten eröffnet und sie somit in das IV-Verfahren einbe
zo
gen worden
sei
. Weshalb die IV-Stelle der Beklagten lediglich eine formlose Mittei
lung und nicht auch die Verfügung betreffend
Rente
nzusprache
zugestellt habe, sei
nicht nachvollziehbar. Dies
habe
jedoch nicht zur Folge, dass die Beklagte nicht an den Entscheid der IV gebunden sei (Urk. 1 S. 8
,
Urk.
21 S. 3
). B
ei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, welche zur
Zusprache
einer IV-Rente ab
1.
Januar 2019 geführt habe,
sei
er
bei der Beklagten berufsvorsorgerechtlich versichert gewesen
(Urk. 1 S. 7)
. Er habe nach dem definitiven Abschluss des ersten IV-Verfahrens vom
1.
November 2011 bis zum 3
0.
Oktober 2014 vollzeitlich bei der
B._
AG gearbeitet
(Urk. 1 S. 7,
Urk.
21 S. 1)
.
Die zeitliche
Konnexität
(zur Arbeitsunfähigkeit vor
der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Eidgenö
ssischen Invalidenversicherung) sei
bereits durch diese Anstellung unter
brochen worden
(Urk. 1 S. 7)
.
Auch wenn er in der Zeitperiode von April 2010 bis Januar 2018 regelmässig in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, sei von keinem der behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Eine psychiatrische Behandlung sei nicht mit einer Arbeitsunfähigkeit gleich
zu
setzen. Ab Mai 2016 bis im Dezember 2016 sei
er
bei der Arbeitslosenversicherung ange
meldet und zu 100
%
vermittlungsfähig gewesen. Währen
d
der Anstellung bei der
C._
AG von Februar bis Juni 2016 sei er nur einen Monat arbeitsunfähig gewesen. Nach diesem Zeitpunkt sei ärztlich keine weitere Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert worden. Die Abmeldung bei der Arbeitslosenversicherung sei erst im Dezember 2016 erfolgt. Ab dem
1.
April 2017 habe er dann bei der
E._
AG erneut eine 100%ige Anstellung gefunden (
Urk.
21 S. 2).
Die Schluss
folgerung der Beklagten, wonach es
sich dabei um einen Eingliederungs
versuch
gehandelt haben
soll
t
e, sei in Anbetracht des lückenlosen
beruflichen
Lebenslaufs seit November 2011 mit einer bloss ein
monatigen Arbeitsunfähigkeit im April/Mai 2016 nicht nachvollziehbar (
Urk.
21 S. 3).
2.3
Die Beklagte macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass aufgrund des Berichts des behandelnden Psychotherapeuten
lic
. phil. G._
, Psycho
therapeut FSP,
vom 1
1.
April 2019 davon auszugehen sei, dass der Kläger in der Zeit von Mai 2016 bis Ende Mai 2018, wohl aber bereits ab Oktober 2014 voll
um
fänglich arbeitsunfähig ge
wesen sei. Dies decke sich mit seinen Angaben gegen
über
seiner
Beiständin
,
dass
er sich in der Zeit von Oktober 2016 bis März 2017 in einem labilen gesund
heitlichen Zustand befunden habe und mit allem überfordert
gewesen sei. Im Weiteren stehe fest, dass der Kläger in der Zeit von Oktober 2014 bis Ende März 2017 abgesehen von einer kurzen Tätigkeit im Zwischenverdienst keine Erwerbs
tätigkeit ausgeübt habe. Er sei in dieser Zeit auch lediglich während eines Jahres (von Oktober 2015 bis Ende September 2016) bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet gewesen
(
Urk.
12 S. 7
,
Urk.
24 S.
3-4
)
.
Zudem habe der Kläger seit dem Jahr 2009 keine vollständige Arbeitsfähig
keit mehr erlangt, sondern sei seither zu (mindestens) 20 Prozent eingeschränkt (Urk. 12 S. 9 f.
).
Alsdann habe der Kläger im Rahmen seiner Tätigkeit bei der
E._
AG nur von April
2017
bis
Mitte Janua
r
2018 effektiv
gearbeitet
(
Urk.
12 S. 7
, S. 11
)
. Dabei habe er ungenügende Arbeitsleistungen erbracht
(
Urk.
12 S. 7)
.
Sie sei somit nicht leistungspflichtig (
Urk.
12 S. 11).
3.
3.1
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invaliden
leistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereig
nisses ange
schlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeits
unfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditäts
risiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstan
den hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
3
.2
Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang
mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus - während der Versicherungsdauer aufgetretene - Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhält
nisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
3
.3
3
.3.1
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
einrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierende
n Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
Der enge zeitliche Zusammenhang ist so lange nicht unterbro
chen, als dass mindestens eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit besteht
(BGE 144 V 58 E. 4.4
). Eine nachhaltige, den zeitlichen Konnex unterbrechende
Erholung liegt hingegen grundsätzlich vor, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähigkeit von über 80
%
in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (BGE 144 V
58 E. 4.4
) und - kumulativ bezogen auf die angestammte Tätigkeit - ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielt wer
den kann
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_623/2017 vom 26. März 2018 E. 3; BGE 134 V 20 E. 5.3). Eine
solch drei Monate oder länger andauernde (annähernd) vollständige Arbeits
fähigkeit ist ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt. Der zeitliche Zusammen
hang kann daher auch bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit ge
wahrt sein, wenn eine dauer
hafte berufliche Wiedereingliederung unwahr
schein
lich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als Ein
glie
derungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeit
gebers beruhte
(BGE 134 V 20 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_340/2016 vom 21. November 2016 E. 4.1.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_465/2018 vom 30. Januar 2019 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
3
.3.
2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist im Falle von Schubkrankheiten bei der Beurteilung der zeitlichen
Konnexität
zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität kein allzu strenger Massstab anzuwenden. Bei solchen ist zu prüfen, ob eine länger als drei Monate dauernde, isoliert betrachtet unauffällige Phase von Erwerbstätigkeit tatsächlich mit der Perspektive einer dauerhaften Berufs
aus
übung verbunden war. Bei Schubkrankheiten kommt somit den gesamten Umständen des Einzelfalls besondere Bedeutung zu (Urteil 9C_658/2016 vom
3.
März 2017 E. 6.4.1 sowie SVR 2014 BVG Nr. 36 S. 134, 9C_569/2013 E. 6.1, jeweils mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_465/2018 vom 3
0.
Januar 2019 E.
3.2).
B
ipolare affektive Störun
gen
können
durch den wiederholten Wechsel von manischen und depressiven Phasen eine gewisse Ähnlichkeit zu den Schub
krankheiten aufweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_142/2016 vom
9.
Novem
ber 2016 E. 7.2
mit
Hinweis auf das Urteil 9C_61/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.3.1).
Zu den Schubkrankheiten gemäss der erwähnten R
echtsprechung
wird sodann namentlich auch die
schizoaffektive
Störung gemäss ICD-10: F25
gezählt (Urteil des Bundesgerichts 9C_
877
/201
8
vom
22
.
August 2019
E. 3.2 und E. 6.1 f.).
Mit der Praxis betreffend
Schubkrankheiten
soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass derartige Krankheitsbilder unterschiedliche Verläufe aufweisen. Dies stellt ein erhöhtes Risiko dar, dass die Krankheit sich erst zu einem Zeitpunkt invalidisierend manifestiert, in welchem eine Versiche
rungsdeckung fehlt, was unter dem Gesichtspunkt des (obligatorischen) Versiche
rungs
schutzes stossend sein kann (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_333/2018 vom 2
5.
Januar 2019
E. 6.1 mit Hinweisen).
3
.3.3
Eine
mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit
muss sich sinnfällig auf das Arbeits
verhältnis auswirken. Es
muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die ver
sicherte Person
im bisherigen Beruf
an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeit
gebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeits
unfähigkeit muss mit dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit weiteren Hin
wei
sen) nachgewiesen sein. Dieser Nach
weis darf nicht durch nachträgliche erwerb
liche oder medizinische Annahmen un
d spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_517/2020 vom 28. Januar 2021 E. 3.2,
8C_652/2011 vom 1
7.
Mai 2011
E. 3.2
, je
mit Hinweisen
).
3
.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Über
prüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorge
ein
rich
tung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
) einbezogen und ihr die Rentenver
fü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbstän
diges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbe
ziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invalidi
tätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht ver
bindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
4.
4.1
Es liegen die folgenden
entscheidrelevanten
Berichte und Gutachten vor:
4.2
Der frühere Psychiater des Klägers,
Dr.
med. H._
, Spezialarzt Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in seinem Bericht zuhanden der Zürich Versicherung vom 2
6.
Juni 2009 die folgende Diagnose (
Urk.
17/21/2): Bipolare, affektive Störung / Bipolar-I-Störung nach DSM IV sowie
bipolaraffek
tive
Störung, gegenwärtig hypomanische Episode ICD-10: F31.0
.
Dazu hielt
Dr.
H._
unter anderem
fest
, dass der selbstunsichere, sich nicht zu einem Coming-out trauende,
sich
selb
st aber als homosexuell wahrnehmende junge Kläger, welcher bereits früh sozial stark verunsichert und
k
ontaktgestört gewesen sei, verschiedene Phasen von Psychotherapie durchgemacht
habe
. Ab Ende Januar 2009 sei es zu einer psychischen Dekompensation mit
Bezie
hungs
- und
Interpretations
wirrwar
, welches der Kläger als Nerven
zusam
men
bruch erlebe beziehungsweise bezeichne, gekommen. Der Kläger sei bereits wäh
rend der Kindheit verhaltens
auffällig gewesen. Es seien verschiedene Abklärungen, unter anderem einem ADS-Abklärung, durchgeführt worden. Die Abklärungen seien ohne spezifische Resultate geblieben (
Urk.
17/21/2).
Dr.
H._
attestierte dem Beschwerdeführer ab dem
3.
Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
17/21/3).
4.
3
Am 2
5.
Mai 2010 schrieb die Eingliederungsfachfrau der IV-Stelle Bern
Dr.
H._
, aufgrund seines Arztberichtes vom
1.
April
2010
(der Kläger sei zeit
lich nor
mal belast
bar) und des Berichtes der Stiftung I._
zum Arbeitstraining vom
7.
Dezember 2009 bis 1
4.
März 2010
(der Kläger erfülle die erwarteten Leistungen im Bürobereich sowie im Informa
tik
be
reich)
sei
davon auszugehen, dass eine 100%ige A
rbeits
fähigkeit wieder möglich sei. Damit der Kläger sich auf dem Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) anmelden und eine Stelle suche könne, müsse er nun wieder 100
%
arbeitsfähig und damit vermittlungsfähig sein.
Sie bat
Dr.
H._
dies mit
dem Kläger so zu besprechen und die Krankschreibung aufzuheben (
Urk.
17/51/2).
Darauf antworte
Dr.
H._
, dass er den Kläger nach dem Ende seines Praktikums
bei einer Computerfirma in J._
wieder zu 100
%
arbeitsfähig schreiben werde (
Urk.
17/51/2)
.
Gemäss Eingliederungsvereinbarung vom 29. Juni 2010 war dem Kläger aus medizinischer Sicht wieder ein Pensum und eine Leistung zu 100 % als Informatiker möglich (Urk. 17/60).
4.
4
Der Kläger war vom 25. bis 2
6. April 2016 im Spital K._
hospitalisiert. In
der Folge wurde ihm jeweils wegen Krankheit vom 27. bis 29. April 2016
(L._
) und vom 2. bis
8. Mai 2016 (Dr. med. M._
, Facharzt für Allgemeine Medizin
)
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % attestiert
. Vom 9. bis 19. Mai 2016 attestierte Dr.
M._
dem Kläger eine 50 % Arbeitsfähigkeit und vom 20. bis 27. Mai 2016 wieder eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 13/6/1).
4.
5
Der Allgemeinmediziner
Dr.
M._
attestierte dem Kläger in seinem Bericht zuhanden der CSS Versicherung vom 1
1.
Juli 2018 für die Zeitperiode vom 1
6.
Januar bis
9.
Februar 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
17/97/3). Als Ursache der Arbeitsunfähigkeit nannte er Krankheit bei einen Verdacht auf bipolare Störung und Persönlichkeitsstörung. Die ersten Symptome seien vor mehreren Jahren (mehr als 20 Jahren) aufgetreten (
Urk.
17/97/2).
In der Folge attestierte
Dr.
med. N._
, Facharzt Psychiatrie und Psy
cho
therapie, in seinem Bericht an die CSS Versicherung vom
8.
August 2018
dem Kläger
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
6.
bis 1
9.
Januar 2018 und vom 1.
Februar bis 3
0.
April 2018 sowie eine
80
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
vom
1.
Mai 2018 bis 3
1.
August 2018 (
Urk.
17/110/3).
Die CSS Versicherung leistete
gemäss
der
ihrem Schreiben an die Beklagte vom 2
5.
Juli 2019 beigelegten Taggeldübersicht
vom 1
6.
Januar 2018 bis 1
5.
Juli 2019 K
rankentag
gelder bei einer Arbeitsunfähigkeit zwischen 50
%
und 100
%
(
Urk.
13/2/6).
4.
6
In seinem mit «Beweismittel für IV-Neuanmeldung» betitelten Schreiben vom 13. September 2018 stellte
Dr.
N._
die folgenden Diagnosen (
Urk. 17/116
/2):
-
(aktenanamnestisch) bipolar affektive Störung, am ehesten gemischte Episode (ICD-10: F31.6)
-
Verdacht auf
histrionische
und unreife Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.4 und F60.88)
-
Verdacht auf ADHS (F90.0)
Dr.
N._
hielt
in
diesem Schreiben zur Anamnese unter anderem fest, dass der Kläger seit dem
8.
Februar 2018
bei ihm
in Behandlung sei. Davor sei der Kläger viele Jahre bei
einem Psychologen (Herr
G._
) und beim Psy
chiater
Dr.
H._
gewesen (
Urk.
17/116/2).
4.7
Im an Dr.
N._
gerichteten Austrittsbericht des Sanatorium
O._
betreffend stationäre Behandlung vom 29. August bis 9. Oktober 2018 wurde als Haupt
diagnose eine bipolare affektive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode (ICD-10: F31.6) aufgeführt. Der Kläger sei n
ach Zuweisung über das P._
frei
willig in die stationäre Behandlung eingetreten, zur Diagnostik und Therapie bei seit längerem bestehender psychosozialer Überforderung. Bei seit Jahren persis
tierender starker Desorganisation und Schwierigkeiten mit der Prioritätensetzung habe es in der Anamnese L
ebe
n
s
phasen, in denen der Kläger sehr gute Leistungen gezeigt habe, weshalb mit Unterstützung durch den S
oz
i
a
ldienst eine adminis
trative Beistandschaft diskutiert worden sei, als ressourcenorient
i
erter Ansatz und erster
Schritt
sei
jedoch eine psychiatrische Spitex sowie eine
Bürospitex
emp
fohlen worden. Der Kläger sei in wenig gebessertem Zustandsbild aus der statio
nären Behandlung entlassen worden (Urk. 17/118/12-13).
Nach am 10. Oktober und 1. November 2018 erfolgten Untersuchungen erstatte
ten die Psychologin Q._ und Oberarzt Dr. med. R._
, Sanatorium
O._
, ihren Untersuchungsbericht
zur
ADHS-Abklärung (Urk. 17/118).
Eine abschliessende Einschätzung sei aktuell nicht möglich. Die Schwierigkeiten, welche sich bei der Untersuchung gezeigt hätten, könnten allenfalls im Zusam
menhang mit einer Restsymptomatik der bipolar affektiven Störung stehen, weshalb möglicherweise eine erneute AD
H
S-Abklärung zu einem späteren Zeit
punkt respektive nach Abklingen der affektiven Symptomatik sinnvoll wäre (
Urk. 17/118/9). Zur psychiatrischen Anamnese wurde unter anderem ausgeführt, von 2009 bis 2015 sei eine ambulante Therapie bei Dr.
H._
erfolgt, welcher eine bipolare Störung diagnostiziert habe, mit hypomanischen Phasen über mehrere Wochen. Die Termine habe der Kläger sehr unregelmässig wahrge
nommen, da es ihm entweder zu gut oder zu schlecht gegangen sei.
Er habe sehr gute Leistungen im Beruf gezeigt, nach der IV-Wiedereingliederungsmassnahme habe er einen Kader-Job angenommen.
Das Selbstmanagement sei chronisch schlecht gewesen, in depressiven Phasen sehr regressiv und Umfeld mobilisierend. Die Symptomatik sei stark fluktuierend gewesen, nie länger als zwei Monate gleich (Urk. 17/118/7).
Gemäss den fremdanamnestischen Angaben der Mutter habe es immer wieder Phasen im Leben des Klägers gegeben, in denen es ihm gut ging und er gut funktioniert habe, worauf dann wieder Phasen gefolgt seien, in denen es ihm psychisch nicht gut ging und er keinen Antrieb und keine Motiva
tion gehabt
habe. Bezüglich der wiederholten Kündigungen könne sie auch keine genaueren Auskünfte geben (
Urk. 17/118/6).
4.
8
Dr. med.
S._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erstattete der CSS Versicherung am 10. Januar 2019 sein versicherungspsychiatrisches Gutachten. Nach eingehenden differenzialdiagnostischen Ausführungen vermu
tete der Gutachter eine Störung aus dem Kapitel ICD-10 F2, ohne diese jedoch näher zu spezifizieren
(Urk. 17/122).
4.9
Lic
. phil.
G._
führte in seinem Bericht vom 1
1.
April 2019 die Diagnosen kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61), bei Verdacht auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90) und Verdacht auf bipo
lare affektive Störung (ICD-10: F90) an. Der Kläger sei
vom
1
8.
Mai 2016 bis 1
6.
Mai 2018 bei ihm in Behandlung gewesen. Die Regel sei ein Behandlungs
setting von einer Stunde pro Woche gewesen. Im Verlauf seit Mai 2016 hätten sich verschiedene Phasen gezeigt, in welchen sich
der
Kläger bei der Arbeit teil
weise gut zurechtgefunden habe und gute Leistungsrückmeldungen erhalten habe - dann auch wieder eher depressive Phasen, wo er Mühe gehabt habe, sein All
tagsleben zu organisieren, und zeitweise auch die Kontrolle zu verlieren drohte. Er habe keinen Konsum oder Missbrauch von Tabletten, Drogen oder Alkohol festgestellt. Insgesamt habe die psychotherapeutische Behandlung - der Kläger sei gegenüber Medikamenten skeptisch bis ablehnend eingestellt - nicht zur gewünschten Stabilisierung bezüglich der beruflichen Leistungs
fähigkeit und zu einer geordneten, zufriedenstellenden selbständigen Arbeits
weise
geführt
. Im Alltag bleibe der Kläger infolge der fehlenden innerpsychischen Stabilität auf die Unterstützung von Professionellen oder Familienangehörigen angewiesen. Im beo
bachteten Zeitabschnitt sei von einer phasenweisen erheb
lichen Beeinträch
tigung der Leistungsfähigkeit als Informatiker auszugehen. Die Einschränkungen dürf
t
en schon längere Zeit bestehen, vermutlich schon seit vielen Jahren (Urk. 13/8).
4.10
Dem an die
CSS Versicherung
gerichteten «Arztbericht über Arbeitsunfähigkeit» der Psychiatrischen Dienste
T._
vom 29. Mai 2019 zur tagesklinischen Behandlung seit dem 14. Januar 2019 ist die Diagnose bipolare affektive Störung, gegen
wärtig hypomanische Episode (ICD-10: F31.0)
,
zu ent
nehmen. Die ersten Symptome seien gemäss den Angaben des Klägers im Jahr 2009 aufgetreten. Er sei seit Mai 2011 in Behandlung. Der Kläger sei vom Sana
torium
O._
zur weiteren Stabilisierung zugewiesen worden (Urk. 13/2/6). Im an die IV-Stelle gerichteten Bericht vom 8. Ap
ril 2019 attestierten U._
, Oberär
ztin, und Dr. med. V._
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit seit 14. Januar 201
9.
D
er Kläger
habe
in
F._
, W._ und
AA._
_
als In
formatiker gearbeitet. Dort sei ihm wegen
Verwirrtheit am Arbeitsplatz und nicht angebra
chter Leistung gekündigt worden
. Mit dem Arbeits
platz
ver
lust könne sich der Kläger noch nicht abfinden (
Urk. 17/129
/3).
4
.
11
Med
.
pract
.
AB._
_
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Gutachten für die IV-Stelle Solothurn vom 1
0.
Dezember 2019 in der medizi
ni
schen und versicherungsmedizinischen Beurteilung insbesondere aus, dass die Schullaufbahn des Klägers deutlich holprig begonnen
,
im Laufe der Schuljahre aber deutlich Fahrt aufgenommen habe. Weiter habe sich die beruf
liche Laufbahn des Klägers
wechselhaft
gezeigt. Nach guter Lehrzeit habe er das Interesse an der Arbeit verloren. Er h
abe Schlafstörungen entwickelt, die Schichtarbeit redu
ziert und Schauspieler werden wollen. Es sei ihm nicht gut gegangen und es sei ihm gekündigt worden. Er sei nach Südafrika gegangen, um sein Englisch zu verbes
sern, und habe ein paar Monate später wieder eine Anstellung als System
engineer gefunden (
Urk. 17/142.1
/21). Wieder sei Langeweile aufgekom
men, er sei depres
siv geworden und bei Arbeitsverlust erstmals bei der IV ange
meldet worden (Urk. 17/142.1/21-22). Im Jahr 2014 sei er in Mittelamerika auf Reisen gewesen. Er habe Cannabis und vor allem Alkohol mit anderen Leuten kon
sumiert. Dies habe ihm das schöne Zusammengehörigkeitsgefühl,
das er so gerne habe, gege
ben.
Wieder in Europa habe wieder Schlafstörungen entwickelt, habe sich aber ausreichend stabil gehalten. Nach
Temporärarbeit
habe er eine An
stellung als Informatiker gefunden, die er für ein Jahr zu 100
%
ausgeübt habe. Im Januar 2018 sei sein letzter Arbeitstag gewesen
.
Er habe
Arztzeugnisse
betreffend
Krank
schreibung nicht weitergesendet, da er
sie nicht mehr gefunden
habe
(Urk. 17/142.1/22)
.
Erste psychische Probleme seien beim Kläger mit über 18 Jahren aufgetreten. E
r
sei im Jahr 2002 erstmals zu einem Psychologen gegangen. Aber irgendwann sei er hier nicht mehr weitergekommen. Die Zeit zwischen 2005 und 2009 habe der Kläger als wechselhaft beschrieben. Sehr gute Stimmung habe sich mit ganz schlechter abgewechselt. 2009 sei dann die erste IV-Anmeldung initiiert worden. Ein P
sychiater habe beim Kläger eine
bipolare Störung diagnostiziert, was er gut habe akzeptieren können. Auch 2010 sei es ihm nicht
besser gegangen
.
Bis 2012 habe er sich häufig grundlos traurig gefühlt. Er habe aber auch «schillernde Phasen» beschrieben. In diesen Phasen sei er mit homosexuellen Kollegen unter
wegs gewesen. Er habe drei, vier Sachen gleichzeitig machen können. Er habe aber nie seine finanziellen Möglichkeiten überschritten. Er sei sexuell vielleicht risikoreich gewesen, habe sich aber dennoch geschützt. Genuss habe er aber auch in diesen «guten Phasen» nicht richtig gehabt. Therapeutisch habe es nach der Pensionierung seines Psychiaters Wechsel gegeben. Seit Januar 2019 sei der
Kläger in der Tagesklinik in Behandlung. Dort helfe ihm die Tagesstruktur und die Beobachtung. So lerne er selbst, was andere bei ihm an Problemverhalten feststellen würden. Schlafstörungen kämen noch bei jeglichem Stress vor. Die Medikation mit 15 mg
Escitalopram
und 2000 mg
Va
lproat
sowie
Sequase
bei Bedarf zur Nacht würden für eine Stimmungs
stabili
sierung bei noch klarem antidepressivem Schutz sprechen, was aber auch das Risiko einer manischen Dekompensation in sich berge. Dieses Vorgehen sei den
noch lege
artis
. Trotz all dieser Behandlungserfahrungen könne sich der Kläger weiterhin nicht erklären, warum es zu den letzten beiden Entlassungen gekom
men sei. Seine Selbstwahr
nehmung und -einschätzung sei
weiterhin einge
schränkt
(Urk. 17/142.1/22)
.
Nach seiner Würdigung der bisherigen Arztberichte hielt
med.
pract
.
AB._
_
fest, dass eine bipolare Störung des Klägers, mit mal depressiven und mal manischen Phasen (mindestens hypomanisch) mindestens als überwiegend wahr
scheinlich belegt gelten könne. Nicht belegt worden sei ein ADHS. Es würden sich jedoch Hinweise auf zumindest akzentuierte Persönlichkeitszüge (mit selbstun
sicheren,
histrionischen
und
schizotypischen
Anteilen), aber keine Belege für eine Persönlichkeitsstörung nach ICD-10: F60 finden lassen
(Urk. 17/142.1/2
4
)
.
Zur Arbeitsfähigkeit des Klägers führte med.
pract
.
AB._
_
aus, dass der Kläger aktuell zu 100
%
arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit könne aber immer wieder eingeschränkt sein. Um Dekompensationen zu vermeiden
,
erscheine eine maxi
male Arbeitsleistung von 80
%
überwiegend wahrscheinlich sinnvoll. Diese Angaben würden seit 2009 gelten
(Urk. 17/142.1/2
5
)
.
4.12
In seiner Stellungnahme zum Gutachten von med.
pract
.
AB._
_
vom 2
1.
Januar 2020 hielt
Dr.
N._
fest
, der Gutachter könne wohl nicht gemeint habe
n
, dass der Kläger seit 2009 zu 100
%
arbeitsfähig sei. In den dokumentierten hypo
ma
ni
schen und depressiven Episoden sei die Arbeitsfähigkeit klar (bis zu 100%) ein
ge
schränkt gewesen. In der ersten Behandlungsphase bei ihm (Dr.
N._
) von März bis Dezember 2018 seien zielführende Gespräche kaum möglich gewesen. Auch das Einhalten des Zeitrahmens sei nur mit einer gewissen Vehemenz zu bewerk
stelligen gewesen (
Urk. 17/146
/2)
.
4.1
3
Dr.
med.
AC._
_
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FHM, vom
RAD
Bern-Freiburg-Solothurn gelangte in seiner versicherungsmedizinischen Stel
lungnahme vom 1
8.
März 2020 zum Schluss, dass bei
m
Kläger seit dem 1
6.
Januar 2018 bei bipolarer affektiver Störung (ICD-10: F31) mit ungünstigem Verlauf keine Arbeitsfähigkeit als Informatiker mehr bestehe. Differential
diag
nostisch sei eine
schizoaffektive
Störung nicht ausgeschlossen. In einer Verweis
tätigkeit sei
der Kläger seit dem 1
6.
Januar 2018 zu 80
%
arbeits
un
fähig
.
Zur
Begründung, weshalb nicht auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von med.
pract
.
AB._
_
abgestellt werden könne, hielt er namentlich fest, dieser sehe als einziger Facharzt für Psychiatrie aktuell eine Arbeitsfähigkeit, weise aber gleich
zeitig darauf hin, dass die Krankheitsepisoden die Arbeitsfähigkeit in Frage stellten. Der Gutachter Dr. med.
S._
sei in seinem Bericht vom 10. Januar 2019 an die Taggeldversicherung von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit zum damaligen Zeitpunkt ausgegangen. Er habe jedoch eine Verbesserung nach Durch
führung der geplanten stationären Behandlung für wahrscheinlich erachtet. Diese Verbesserung sei jedoch nicht eingetreten. Im Zeitpunkt der Begutachtung durch med.
pract
.
AB._
_
habe der Kläger immer noch in tagesklinischer Behandlung gestanden. Unter Würdigung aller in den medizinischen Berichten dargelegten Befunde und des Verlaufs seit Beginn der Erkrankung circa 2009 sei aus Sicht des RAD der Beurteilung der diversen behandelnden Ärzte und (unter Ausklammerung der Aussagen zu Prognose) des Gutachters
Dr.
med.
S._
zu folgen, wonach seit dem 16. Januar 2018 eine hochgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Ob die Prognose tatsächlich infaust (=hoffnungslos) sei, werde der weitere Verlauf zeigen müssen; sie sei jedoch sicher ungünstig
(
Urk. 17/149
/3).
5.
5.1
Unbestritten ist, dass der Kläger
ab
16. Januar 2018 aufgrund einer bipolaren Störung
als Informatiker nicht mehr arbeitsfähig und
in angepasster Tätigkeit mindestens 80 % arbeitsunfähig ist und ein sachlicher Zusammenhang zur
Arbeitsunfähigkeit
, die im Mai 2009 zur IV-Anmeldung geführt hatte, gegeben ist.
Streitig ist, ob der zeitliche Zusammenhang zwischenzeitlich unterbrochen wurde respektive ob der Kläger bereits vor seinem Stellenantritt bei der
E._
AG zu mindestens 20 % arbeitsunfähig war.
5.2
Z
unächst
ist
festzuhalten, dass
selbst dann
k
eine Bindungswirkung
(E.
3.4
vor
stehend)
an
die Ve
rfügung der IV-Stelle Solothurn
vom
24
.
Juli
2020
(Urk.
17/156
)
besteh
en würde, wenn
diese Verfügung
der Beklagten formgerecht zugestellt worden wäre
. Die IV-Stelle Solothurn stellte fest, dass der Kläger ab dem 1
6.
Januar 2018 arbeitsunfähig sei
und
eröffnete das Wartejahr
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG) ab demselben Datum, was einen Rentenanspruch des Klägers ab
1.
Januar 2019 zur Folge hatte (
Art.
2
9. Abs.
3 IVG). Weil sich der Kläger aber erst am 2
3.
Juli 2018 bei der IV-Stelle Solothurn zum Leistungsbezug angemeldet hatte
(Urk. 17/105)
, konnte sein Rentenanspruch von Gesetzes wegen frühestens sechs Monate nach der Anmeldung, das heisst am
1.
Januar 2019, entstehen
(
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG). Für die IV-Stelle Solothurn bestand somit keine Ver
anlassung zu prüfen, ob vor dem
1.
Januar 2018 eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers bestand (Urteil des Bundesgerichtes 9C_387/2019 vom 1
0.
September 2019 E. 3.3). Am
1.
Januar 2018 stand der Kläger bereits in einem Arbeitsver
hältnis zur bei der Beklagten angeschlossenen
E._
AG (Urk. 2/7-8).
Daher
besteht keine Bindungswirkung an die Verfügung der IV-Stelle Solothurn vom 2
4.
J
uli 202
0.
Die
Frage, ob die invali
disierende Arbeitsunfähigkeit des Klägers bereits vor dem 1
6.
Januar 2018 eingetreten ist,
ist somit
frei
zu prüfen
.
5.3
Entgegen den Vorbringen der Beklagten lässt sich aus den Akten nicht schliessen, dass der Kläger seit dem Jahr 2009 durchgehend zu mindestens 20 % arbeitsun
fähig war.
Gemäss Eingliederungsvereinbarung vom 29. Juni 2010 war dem Kläger aus medizinischer Sicht wieder ein Pensum und eine Leistung zu 100 % als Informatiker möglich (Urk. 17/60). Ab Februar 2012 war er bis Oktober 2014 für die
B._
AG tätig.
Ein zeitlicher Zusammenhang zu der
im Februar 2009 eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit besteht
damit
nicht mehr.
5.4
Zu prüfen bleibt, ob beim Kläger mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits vor dem 1. April 2017 eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, wobei die Beklagte diesbezüglich beweisbelastet ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_515/2019
vom 22. Oktober 2019 E. 2.1.2 mit Hinweis).
In den Jahren 2011 bis 2017 ist keine fachärztlich (psychiatrisch) attestierte Arbeitsunfähigkeit dokumentiert.
Wohl finden sich in den Akten Hinweise dafür, dass beim Kläger ab Oktober 2014 wieder hypomanische oder depressive Epi
soden aufgetreten sind.
Allein dadurch kann jedoch noch nicht als erstellt gelten, dass der Kläger in seiner
Arbeitsfähigkeit
(dauerhaft) zu mindestens 20 % einge
schränkt war
.
Gemäss dem (von Mai 2016 bis Mai 2018) behandelnden Psycho
therapeuten
l
ic
. phil.
G._
ist
von einer phasenweisen erheblichen Beeinträch
tigung der Leistungsfähigkeit
auszugehen
,
wobei
diese
nicht
näher
quantifiziert wird
. Insbesondere lässt sich aber aus seinem Bericht keine dauerhafte Arbeits
unfähigkeit ableiten
, berichtete der Psychotherapeut doch von einer
lediglich
phasenweisen Beeinträchtigung
sowie von Phasen mit gutem Leistungsvermögen (E. 4.9)
.
Ab 1. April 2017 war der Kläger in einem 100%-Pensum bei der
E._
AG tätig.
Bis Ende des Jahres 2017 sind keine Leistungs
einschränkung
en
oder Vorfälle dokumentiert, welche eine sich auf das Arbeits
verhältnis auswirkende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % (vgl. E. 3.3.3)
belegen würden
.
Daran vermag auch die von der Beklagten eingereichte Arbeit
geberbescheinigung vom 2. Mai 2018
(
Urk.
13/9) nicht
s
zu ändern. Darin
gab
die
ehemalige
A
rbeitgeberin lediglich an,
dem Kläger
sei
gekündigt worden,
weil die erwünschte Leistung nicht habe erbracht werden können. Da die Kündigung vom 26. Februar 2018
mehr als ein Monat nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
(am 16. Januar 2018)
ausgesprochen wurde, lässt sich
allein
daraus
nicht
schliessen, dass bereits seit Beginn des Arbeitsverhältnisses eine Leistungseinschränkung bestanden habe.
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass beim Kläger die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit während des Anstellungsverhältnisses bei der
E._
AG eingetreten ist.
Da er in
dieser Zeit bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert
war
,
ist sie leistungspflichtig.
6.
6.1
Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 80 % und der von ihr fest
gelegte Rentenbeginn am 1. Januar 2019 blieben unbestritten. Demnach hat der
Kläger
grundsätzlich (unter Vorbehalt einer allfälligen Wartefrist gemäss Ziff. 20.3 des
vorliegend anwendbaren Reglement
s der Beklagten [Urk. 13/1/3]
, vgl. Art. 26 Abs. 2 BV
G
)
ab 1. Januar 2019
(vgl. BGE 140 V 470)
Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente der Beklagten
.
Da sich der Rentenanspruch aufgrund der Aktenlage nicht genau beziffern lässt und auch kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die vorliegende Klage gemäss ständiger Praxis lediglich in dem Sinne gutzuheissen, dass die Beklagte grundsätzlich zu verpflichten ist, dem Kläger ab
1. Januar 2019
die auf einem Inva
liditätsgrad von
80
% basierenden gesetzlichen und reglementarischen Inva
lidenleistungen auszurichten. Die genaue ziffernmässige Berechnung der einzel
nen
Rentenbetreffnisse
ist hingegen der leistungspflichtigen Vorsorgeein
richtung zu überlassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
6.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E.
4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c).
Gemäss dem
vorliegend anwendbaren Reglement
der Beklagten
(Urk. 13/1/3)
ent
spricht der Verzugszins dem aktuellen BVG-Mindestzinssatz (Ziff. 37.4), mithin 1 %
(
Art
.
12
lit
.
j der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2]).
Demzufolge hat die Beklagte ab 1. Dezember 2020 (Einreichung der Klage) Verzugszinsen von 1 %
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zu entrichten
.
7.
Der vertretene Kläger hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und seinem vo
ll
ständigen Obsiegen
(vgl.
§
34 Abs.
1 und
3
GSVGer
)
auf Fr. 2'3
00.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzu
setzen ist.