# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3941e841-fa8d-4b45-bc52-279c8d555ffa
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
A. Mit Eingabe vom 16. April 2002 an den Kreispräsidenten Thusis liessen M. S. + G. S. Strafklage gegen N. und B., c/o X. L., wegen Ehrverletzung, Verleumdung etc. erheben mit den folgenden Anträgen:
„1. Die Angeschuldigten seien der Ehrverletzung/Beschimpfung im Sinne von Art. 173 ff. StGB schuldig zu sprechen.
2. Hierfür seien sie angemessen zu bestrafen.
3. Die Verzeigten seien zu verpflichten, den Strafklägern je eine Genugtuungssumme von Fr. 2'000.00 zu bezahlen.
4. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Gegenstand der Klage bildete ein Autounfall der beiden Strafkläger auf ihrer Ferienreise in Australien. In der Strafklage wird seitens des Rechtsvertreters von M. S. + G. S. ausgeführt, dass sie aufgrund des gesundheitlichen Zustandes von M. S. die Heimreise nicht wie geplant Mitte November 2001, sondern erst anfangs Dezember 2001 antreten konnten. Vor der Abreise hätten sie bei ihrer Kranken- und Unfallversicherung X. eine Reiseversicherung „Y.“ abgeschlossen. Obwohl sie die Versicherung über den Zwischenfall informiert hätten, weigerte sich die X., einen wesentlichen Teil der Reise- und Logis-Kosten zu übernehmen und behauptete, M. S. + G. S. hätten ihren Aufenthalt in Australien freiwillig verlängert. Die Vertreter der X. hätten damit die Strafkläger der Lüge und des versuchten Versicherungsbetrugs bezichtigt. Die am 4. Juni 2002 erfolgte Sühneverhandlung vor dem Kreispräsidenten Thusis blieb erfolglos.
B. Am 1. Juli 2002 reichten die Kläger die Ergänzung ihrer Strafklage ein. Die Angeschuldigten stellten in ihrer Stellungnahme vom 13. August 2002 folgende Anträge:
„1. Die Untersuchung sei einzustellen.
2. Eventualiter sei die Klage abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger.“
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In der Begründung bestritt der Rechtsvertreter der Angeschuldigten die örtliche Zuständigkeit des Kreispräsidiums Thusis, da bei brieflicher Ehrbeleidigung die Untersuchung und Beurteilung am Aufgabeort vorzunehmen sei. Das angeblich ehrverletzende Schreiben sei in L. verfasst und aufgegeben worden. Demzufolge sei die Angelegenheit nicht im Kreis Thusis zu behandeln.
C. Mit Einstellungs- und Abtretungsverfügung vom 8. November 2002 erkannte der Kreispräsident Thusis:
„1. Das Strafverfahren gegen die Herren N. und B., beide c/o X. L., wird im Sinne der Erwägungen infolge örtlicher Unzuständigkeit des Kreispräsidiums Thusis hieramts eingestellt. Der Fall wird dem Kreispräsidium Fünf Dörfer abgetreten.
2. Die aufgelaufenen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 60.-- sind von der Klägerschaft zu tragen. Sie werden mit der geleisteten Vertröstung verrechnet.
3. Die aussergerichtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.

## Considerations