# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76e555da-2467-4a2b-b6a8-bc3018a341d1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1948
,
war vo
n 1970
bis 1982 als Gleisbauarbeiter, dann
von 1984 bis 1990
als Bauarbeiter und zuletzt bis 3
1.
März 2011 als Wagenrei
niger
bei
der
Y._
angestellt
(vgl.
Urk.
8/6)
und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 2
4.
Mai 2011 machte der Versicherte geltend, sein H
örvermögen sei durch die Arbeit
massiv
g
eschädigt worden und es sei die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung zu prüfen (
Urk.
8/4
)
.
Mit Verfügung vom 2
6.
April 2012 (
Urk.
8/18
)
teilte die SUVA dem Versicher
ten mit, gemäss ärztlichen Beurteilungen sei die Hörschädigung nur bedingt auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen und damit
seien
die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung nicht erfüllt. Dagegen
erhob der Versicherte
am 2
9.
Mai 2012 Einsprache (
Urk.
8/19)
.
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
4.
August 2012 (
Urk.
8/22
=
Urk.
2)
bestätigte die SUVA die Verfügung vom 2
6.
April 2012 und verneinte einen Anspruch des Versicherten auf Ausrichtung einer Integritätsentschädigung.
2.
Der Versicherte erhob am 1
1.
September 2012 gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
4.
August 2012 (
Urk.
2) Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte
die
Ausrich
tung einer
Integritätsentschädigung von
30
%
(S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
7) beantragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
6.
November 2012 (
Urk.
9) wurde
sie
aufge
fordert, den von ihr
im
Einspracheentscheid
vom 1
4.
August 2012
erwähnten Bericht betreffend die technische Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung vom September 2011
e
inzureichen
.
Dem kam
die SUVA mit Eingabe vom
2
6.
November 2012 (
Urk.
11,
Urk.
12/1-2)
nach. Diese wurde
dem Versicherten am 2
8.
November 20
12 zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen
(
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach Art. 9 Abs. 1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind.
Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der
arbeitsbe
dingten
Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Danach gelten als arbeitsbedingte Erkrankungen unter anderem auch Er
krankungen durch physikalische Einwirkungen. Ausdrücklich genannt werden dabei erhebliche Schädigungen des Gehörs bei Arbeiten im Lärm.
Die Schwere der Beeinträchtigung ist dabei aus praktischen Gründen in Prozenten des
Hör
verlusts
zu umschreiben, wobei die Frage, ab welcher prozentualen Grenze ein Hörverlust als erheblich im Sinne der genannten Bestimmung zu qualifizieren ist, sich nicht nach abstrakten medizinischen Kriterien beantworten lässt; viel
mehr kommt es darauf an, ob sich der Gehörschaden praktisch in erheblicher Weise auswirkt, indem er zu einer anspruchsbegründenden Erwerbs- oder
Integritätseinbusse
führt (
Urteile
des
Bundesgerichts U 245/05 vom
1.
Dezember 2005
E
. 3.2 und
U 371/04
vom 2. März 2005
).
Nach der Rechtsprechung ist eine "
vorwiegende" Verursachung
von Krankhei
ten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum
mehr als 50 % ausmachen
. "Ausschliessliche" Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
1.
3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistige
n Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt.
2.
2.1
Die Beschwerdege
gnerin begründete in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
die Verneinung des Anspruches auf eine Integritätsentschädigung damit, dass die Hörschädigung des Beschwerdeführers bis ins Jahr 1985 auf dessen berufsbe
dingte Lärmexposition zurückzuführen gewesen sei, jedoch der seinerzeit gemessene
binaurale
Hörverlus
t von lediglich 20.
1
%
weit unter der
Erheblich
keitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung von 70
%
gelegen habe. Ein Tinnitus sei zu jenem Zeitpunkt nirgends medizinisch dokumentiert. Ab 1985 sei die Hörschädigung des Beschwerdeführers nicht mehr ausschliesslich oder vorwiegend, d.h. zu mehr als 50
%
,
durch dessen Berufstätigkeit versursacht, zumal die Lärmexposition ohnehin nur noch im Grenzbereich der
Gehörgefähr
dung
gelegen habe
,
und auch dies nur während weiterer fünf Jahre (1985-1990). Somit liege der seither entstan
dene massive Hörverlust auf 112.
2
%
bin
aural
nicht in der
beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers begründet (S. 9
Ziff.
5
lit
. a-b).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
geltend, er habe von 1970 bis 2011 zunächst als Gleisbauarbeiter und danach in verschiedenen
Tätigkeiten
,
vor allem als Wagen
reiniger
,
bei den
Y._
gearbeitet und sei in dieser Zeit
, vor allem bis 1982
,
gehörgefährdend lärmexponiert belastet gewe
sen. Deswegen sei es zu einer
hochgradigen
Gehörschädigung
und zu einem Tinnitus gekommen
.
Dies habe
die Beschwerdegegnerin auch
anerkannt und
ihn
mit einem Gehörapp
arat versorgt
.
Auf die Einschätzung des SUVA-Kreisarztes könne nicht abgestellt werden, da
dies
er ihn nicht einmal persönlich untersucht habe (S. 1 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
beim Beschwerdeführer festgestellte
Gehörschädi
gung
als berufslärmbedingt zu qualifizieren ist.
3.
3.1
Dr.
Z._
,
Fachärztin FMH für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
, führte in ihrem
Bericht vom 2
3.
November 2010 (
Urk.
8/5)
aus, sie habe den Beschwerdeführer am 3
0.
Oktober 2009 letztmals
untersucht. Bei ihm bestehe ein
Hörverlust, wel
cher zu diesem Zeitpunkt 63
%
rechts und 53
%
links betragen habe (
Ziff.
1). Aufgrund
der Vorgeschichte des Beschwerdeführers, welcher
als Reinigungsspe
zialist bei den
Y._
in
lärmiger Umgebung gearbeitet und dabei laut Angaben den Gehörschutz nicht immer konsequent getragen habe, sowie aufgrund des Verlaufes der Hörschwelle im
Reintonaudigramm
,
bestehe mit grosser Wahr
scheinlichkeit eine lärmbedingte Schwerhörigkeit (
Ziff.
2).
3.2
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
,
Fa
c
harzt
FMH für
Oto
-
Rhino
-Laryngolo
gie
und Arbeitsmedizin,
führte in seinem
Bericht vom
2.
September 2011
(
Urk.
8/7) aus,
d
er Beschwerdeführer sei
von 1970 bis 1
9
82
, somit während zwölf Jahren als Gleisbauarbeiter gehörgefährdend lärmexponiert gewesen. 1985 sei er einmalig im Rahmen der Gehörschadenprophylaxe im A
u
diomobil untersucht worden
,
und es habe sich ein altersentsprechend annährend norma
les Gehör mit einem beginnenden typischen Hochtonabfall
gezeigt. Zu diesem Zeitpunkt habe der grösste Teil der beruflichen Lärmbelastung als Gleisarbeiter stattgefunden. In den Jahren 1985 bis 1990 sei der Beschwerdeführer nochmals während rund fünf Jahren im Grenzbereich hörgefährdend lärmexponiert gewesen. Diese minimale Lärmbelastung des Gehör
s
sei sicher nicht mehr rele
vante Ursache einer Gehörsverschlechterung, welche bis heute zu einem hoch
gradigen pantonalen Hörverlust geführt habe. Bekanntlich fänden
Gehörsschä
digungen
durch eine
Lärmbelastung unmittelbar statt. E
ine nachträgliche zusätzliche Gehörsabnahme spreche immer gegen das Vorliegen einer
lärmbe
dingten
Hörschädigung (S. 1 Mitte). Somit könne festgehalten werden, dass die erhebliche gesamthafte Gehörsabnahme
beim Beschwerdeführer
nach 1984 nicht mehr lärmbedingt gewesen sei, so dass keine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Hingegen würde eine allfällige Versorgung mit Hörapparaten zu Lasten der berufslärmbedingten Gehör
sschädigung zu übernehmen sein, da
die Hörschädigung ohne die vorbestehende lärmbedingte Gehörsabnahme nicht das heutige Ausmass hätte (S. 1 unten). Zusammenfassen
d
sei davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer eine teilweise lärmbedingte Hörschädigung vor
liege, zu deren Lasten eine apparative Versorgung zu übernehmen wäre. Hinge
gen sei
eine
nach 1984 eingetretene erhebliche Gehörsabnahme nicht anzu
nehmen, so dass auch keine Integritätsentschädigung geschuldet sei (S. 2 oben).
3.3
Dr
.
B._
,
Facharzt
FMH für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
stellte
in sei
nem Bericht vom 2
2.
November 2011 (
Urk.
8/12
=
Urk.
8/19/6-11 =
Urk.
3)
fol
gende Diagnosen
(S. 5)
:
lärmbedingte progrediente
Cochleopathie
beidseits pp rechts
hochgradige Hochtonsenke (C5-Senke) beidse
its rechtsbetont im Rahmen der h
ochgradigen
sensori
-neuralen Schwerhörigkeit lärmbedingt
Tinnitus
a
urium
utq
cochleo
-motorischen Ursprungs im Rahmen der
lärm
bedingten
Cochleopahie
beidseits
Dr.
B._
führte
aus, der Beschwerdeführer
habe von 1970 bis 1990, das heisst
während zwanzig Jahre
n
,
in ein
er stark lärmigen Umgebung
mit einer Lärmbelastung zwischen
86 bis 90 dB (A) gearbeitet
und nich
t regelmässig einen Gehörschutz
tragen können. Von 1990 bis 2011 habe er als Hilfsarbeiter
bei der Wagenreinigung gearbeitet, wo die Lärmbelastung immerhin noch bei 75 dB (A) gelegen habe (S. 1).
Betreffend den
e
rsten Reintonaudiogramm-Befund
vom April 1985
,
sei nicht zu
treffe
nd
, wie
Dr.
A._
behaupte, dass man ein altersen
ts
prechend annähernd normales Gehör mit einem
b
eginnenden Hochtonabfall finde
.
Es finde sich s
ogar im gleichen Aud
iogramm-Formular vom April 1985
eine
Norm-Alters
hörkurve
, von welcher die Hörschwelle des Beschwerdeführers deutlich
abwei
che (S. 2 oben). Das nächste Reintonaudiogramm vom Oktober 2009
sei von
Dr.
A._
unter anderem
falsch bezeichnet worden. Es handle sich nicht um
einen hochgradigen
pantonalen Hörverlust, sondern um eine hochgradige Hochtonsenke (C5-Senke) rechtsbetont
,
mit dem tiefsten Punkt bei 110 dB HL
im Rahmen einer hochgradigen rechtsbetonten
sensorineu
ralen
Schwerhörigkeit beidseits (S. 2 Mitte).
Dr.
A._
habe auch
nicht
erwähnt, dass der Beschwerdeführer seit Jahren an einem beidseitigen, sehr beeinträchtigenden Tinnitus in Form eines hohen Pfeif
tons und begleitender
Hyperakusis
leide (S. 2 unten).
Zusammenfassend sei die Beurteilung durch
Dr.
A._
auf inkorrekten medi
zini
schen Fakten basierend und führe demzufolge zu falschen Schlussfol
gerungen. Die Beurteilung sei lediglich anhand des Dossiers des Beschwerde
führers
erfolgt, ohne genaue Anamnese,
ohne Untersuchung und ohne notwen
dige audiometrische Testverfahren durchzuführen. Wo
Dr.
A._
behaupte, dass die Gehörschädigung durch eine
Lärmbelastung unmittelbar stattfinde, sei zu sagen, dass
dies
nur bei einer akuten Lärmbelastung in Form eines akustischen und oder Knalltraumas
zutreffe, was
beim Beschwerdeführer nicht in Erfahrung
zu bringen
sei
. Vielmehr habe die chronische Lärmbelastung über die Jahre zu einer progred
ienten Schwerhörigkeit geführt
(S. 5 Mitte). Auch die ty
pische hochgradige Hochtonsenke/
C5-Senke sei für eine Lärmschädigung der Cochlea typisch. Eine altersbedingte Schwerhörigkeit zeige nicht einen steilen
Hochton
abfall
, da hier ganz ander
e
patho
-physiologische Prozesse eine Rolle spielten.
Es sei ein Widerspruch in sic
h selbst, wenn
die Kausalität einer
berufslärm
beding
ten
Gehörsschädigung für die apparative Ver
sorgung durch die SUVA anerka
nnt werde
, jedoch die gleiche Schädigung für die Anerkennung der
Inte
gritäts
entschädigung
wieder nicht. Bezüglich der Schwerhörigkeit und des Tinnitus lasse sich ein Integritätsschaden von 25 bis 30
%
ausrechnen. Dieser sei kausal als berufslärmbedingte Gehörsschädigung anzusehen (S. 6 unten).
3.4
Am 2
7.
Dezember 2011 (
Urk.
8/13)
nahm
Dr.
A._
zur von
Dr.
B._
geäus
serten Kritik Stellung.
Er führte aus, d
ie Vorbringen von
Dr.
B._
seien
unter anderem
auch in sachlicher Hinsicht falsch, wenn er argumentiere, dass die
vorliegende hochgradige Hörschädigung berufslärmbedingt sei. Beim Reintonaudiogramm 1985 habe der grösste Teil der beruflichen Lärmbelastung bereits stattg
efunden. Zu diesem Zeitpunkt sei
en
somit der grösste Teil der beruflichen Lärmbelastung und damit auch das Schädigungspotential bereits Tatsache gewesen. Somit wäre zu diesem Zeitpunkt bereits eine sehr
markante berufslärmbedingte Hörschädigung zu erwarten gewesen, falls beim Beschwer
deführer effektiv eine deutlich erhöhte akustische Vulnerabilität vorhanden gewesen wäre. Dem sei jedoch offensichtlich nicht so gewesen, denn das dama
lige Reintonaudiogramm habe einen
binauralen
Hörverlust von 20.1
%
bei einer
Erheblichkeitsgrenze
von 70
%
gezeigt. Somit könne gesagt werden, dass zu diesem Zeitpunkt nur eine minime lärmbedingte Hörschädigung bestanden habe (S. 1 unten).
Im Rahmen der damaligen Gehörschadenprophylaxe seien sogenannte „Scree
ning-Audiogramm
e
“ aufgenommen worden, welche die Schwelle von 20
dB nicht ausgemessen hätten, ausser im Bereich von 500 Hz.
Augrund
des
Hörver
lustes
bei 500 Hz könne aber gezeigt werden, dass das Gehör zu diesem Zeit
punkt sich
er
nicht relevant vermindert gewesen sei, so dass also die deutlich
pancochleäre
Komponente, wie sie heute bestehe, nicht einmal andeutungswe
ise bestanden habe (S. 2 oben).
Somit sei klar, dass der allergrösste Anteil der heute bestehenden Hörstörung in den Jahren nach 1985 aufgetreten sei und zwar in
pancochleärer
Ausprägung, wenn auch noch in angedeuteter Hochtonausprägung. In den folgenden fünf Jahren sei der Beschwerdeführer - im Gegensatz zu den früheren Lärmbelastun
gen - nur noch im Grenzbereich der Gehörgefährdung mit 86 dB (A)
lärmexpo
niert
gewesen. Diese im Vergleich zu den vorherigen Lärmbelastungen minime Belastung sei sicher nicht geeignet gewesen, eine relevante zusätzliche
lärmbe
dingte
Hörschädigung zu verursachen, insbesondere auch nicht in der eben erwähnten panatonalen Ausprägung. Ein solcher Verlauf wäre als absolut atypisch zu bezeichnen (S. 2 Mitte).
Dass er
,
Dr.
A._
,
in seiner Beurteilung trotzdem die Kostenübernahme für die apparative Versorgung empfohlen habe, liege darin begründet, dass anzu
nehmen sei, dass die heutige hochgradige Schwerhörigkeit nicht das Ausmass hätte, wie es jetzt vorliege, sondern wahrscheinlich etwas weniger ausgeprägt wäre (S. 2 unten).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob es sich bei dem vom Beschwerdeführer erlittenen Hörverlust um eine Berufskrankheit im Sinne von
Art.
9 UVG
handelt
(vorste
hend E. 1.2)
.
4.2
Aus dem von der Beschwerdegegnerin nachgereichten Bericht der Arbeitssicher
heit Sektion Physik vom 1
0.
August 2012 (
Urk.
12/2) geht her
vor, dass der Beschwerdeführer
als Gleisbauarbeiter von 1970 bis 1982 einer Lärmbelastung von 90 dB (A) und in der Zeit von 1984 bis 1985 als Bauarbeiter
bei
Schalungs
arbeiten
(Kreissäge, Hämmern) sowie an der Bretterreinigungsmaschine Lärm
belastungen zwischen
86
und
90
dB
(A)
ausgesetzt war. In der Zeit von 1985 bis 19
90 arbeitete er als Bauarbeiter,
führte
unter anderem
Arbeiten mit dem
Spitz
hammer
aus
,
und war einer Lärmbelastung
bis zu
86 dB (A) ausgesetzt. Erst ab 1990, als er die Tätigkeit als Hilfsarbeiter in der Wagenreinigung aufnahm, betrug die Schallbelastung lediglich noch 75 dB (A).
Grundsätzlich gilt e
ine Schallbe
lastung von 88 Dezibel und mehr als
gehörgefähr
dend
, während 85 - 87 Dezibel im Grenzbereich der
Gehörgefähr
dung
liegen (
vgl.
Urteil des
Bundesgerichts U 245/05
vom 1.
Dezember 2005 E.
3.3
).
Zusammenfassend war der Beschwerdeführer demnach während 12 Jahren einer gehörgefährdenden Lärmbelastung von 90 dB
(A) ausgesetzt und danach, während fünf Jahren einer von 86 dB (A), was im Grenzbereich der
Gehörge
fährdung
liegt und ebenfalls eine erhebliche Lärmbelastung darstellt.
Auch die
Erheblichkeit der Schädigung des Gehörs im Sinne der Liste im A
n
h
ang I der UVV
ist zu bejahen
.
So hielt
Dr
.
Z._
(vorstehend E. 3.1)
, welche den Beschwerdeführer letztmals im Oktober 2009 untersuchte
, einen Hörverlust von 63
%
rechts und 53
%
links fest, welchen sie aufgrund des Verlaufes der Hörschwelle im
Reintonaudio
gramm
mit
grosser
Wahrscheinlichkeit als lärmbedingte Schwerhörigkeit quali
fizierte.
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) erwähnte sodann im November 2011 zusätzlich das Vorliegen eines Tinnitus. Das
Ausmass
der Hörschädigung wurde sodann auch vom Kreisarzt
Dr.
A._
(vorstehend E. 3
.2 und E. 3.4) nicht bestritten.
Demnach kann d
as Vorliegen einer erheblichen Schädigung des Gehörs
ohne weiteres b
ejaht werden.
Als weitere Voraussetzung zur Bejahung des Vorliegens einer Berufskrankheit müssen die Beschwerden
vorwiegend durch die Arbeit verursacht worden sein, das heisst die Arbeit im gehörgefährdenden
Lärm muss mehr als 50 % des ge
samten Ursachenspektrums
aus
gemacht haben (vorstehend E. 1.2
).
Die behandelnden Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
gingen
davon aus, dass die Schädigung des Gehörs
beim Beschwerdeführer
Folge seiner
Arbeit
ist
.
Dr
.
A._
, schloss
,
ohne den Beschwerdeführer selbst untersucht zu haben, darauf, dass die nach 1985 eingetretene Gehörsschädigung nicht als
lärmbe
dingte
Hörschädigung zu qualifizieren sei, da
der Beschwerdeführer
in den fol
genden fünf Jahren lediglich noch im Grenzbereich der Gehörgefährdung mit 86 dB (A) exponiert gewesen sei. Dies verm
ag nicht zu überzeugen
, respektive
keine ernsthaften
Zweifel an den
Einschätzungen von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
aufkommen zu lassen
, zumal
Dr.
A._
auch keine Gründe auf
führt, welche
neben der Berufsexposition - zum Gehörschaden geführt haben könnten. So arbeitete der Beschwerdeführer immerhin während fünf Jahren im Grenzbereich der Gehörgefährdung weiter und
Dr.
A._
hielt fest, dass eine zumindest teilweise berufslärmbedingte Hörschädigung vorliege und bejahte auch
einen Anspruch auf
Hörgeräteversorgu
ng durch die Beschwerdegegnerin
.
4.3
Zusammenfassend ist
demnach
festzuhalten,
dass
in Anbetracht der
lang
dauern
den
massiven
Lärmexposition des Beschwerdeführers eine zumindest vorwiegende Verursachung der Hörschädigung durch die berufliche Tä
tigkeit als überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Abschliessend ergibt sic
h daher, dass die Beschwerdegeg
nerin für die aufge
trete
nen Gehörprobleme Leistungen unter dem Titel der Berufskrankheit zu erbringen hat.
5.
Aufgrund des Gesagten
ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass beim Beschwerdeführer ein berufslärmbedingter Hörschaden vorliegt.
Die Sache ist daher zur Festsetzung der Integritätsentschädigung
,
unter Berücksichtigung eines allfälligen Tinnitus
,
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten. (§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit
§
7 f.
der
Verordnung über die sozialversicherungsrechtlichen Gebühren, Kosten und Entschädigungen). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pr
ozesses wird diese auf
Fr.
8
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.