# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db7c6d56-b833-5cef-b37c-d21057267bc6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1978 geborene X._, Coiffeuse mit Eidgenössischem Fähigkeits
zeugnis (Urk. 7/38/13), arbeitete zuletzt vom 20. August 2012 bis 30. September 2013 als Coiffeuse und Geschäftsführerin bei der A._ AG in Chur (Urk. 7/192/3). Im Mai 2006 meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf eine HWS-Distorsion sowie lumbale Rücken- und Kopfschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). Nach beruflich-erwerblichen und medizinischen Abklärungen sowie Beizug der Akten der Unfallversicherung wies die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 30. November 2006 ab (Urk. 7/21).
1.2
Aufgrund einer Anmeldung zur Früherfassung durch die damalige Arbeitgeberin (B._ AG) unter Hinweis auf Rückenschmerzen im Dezember 2008 (Urk. 7/30, von der Versicherten nachträglich gezeichnet am 22. März 2009, Urk. 7/34) sowie einer Anmeldung zum Leistungsbezug im April 2009 (Urk. 7/39, vgl. auch Urk. 7/36) tätigte die IV-Stelle erneut berufliche und medizinische Abklärungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 7/55 ff., Urk. 7/66 ff.). Das damalige Arbeitsverhältnis mit der B._ AG wurde seitens der Arbeitgeberin per 31. Mai 2009 aufgelöst; letzter effektiver Arbeitstag war der 20. September 2008 (Urk. 7/38/15, 7/46/3). Im März 2010 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für einen kaufmännischen Vorkurs an der
Handelsschule
C._
inkl. Taggeld (Mitteilung vom 16. März 2010, Urk. 7/75 f.
, Urk. 7/79), welche aus schulischen Gründen per 23. Juni 2010 vorzeitig abge
brochen werden musste (vgl. Mitteilung vom 24. Juni 2010, Urk. 7/82; vgl. auch Urk. 7/211/4; Urk. 7/300/5). Im Hinblick auf die Rentenprüfung veranlasste die IV-Stelle das bidisziplinäre Gutachten (Psychiatrie/Rheumatologie) der D._ vom 9. Dezember 2010 (Urk. 7/96/1-32). Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 27. Juli 2012 die Abweisung ihres Renten
be
gehrens in Aussicht (Urk. 7/127). Dagegen erhob die Versicherte im August 2012
Einwand. Ausserdem ersuchte sie um Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid
des hiesigen Gerichts im parallel geführten Beschwerdeverfahren gegen die Leis
tungseinstellung der Unfallversicherung (Urk. 7/129, vgl. auch Urk. 7/124, Urk. 7/128).
Bei auffälliger Sturzneigung mit Amnesie und starken Kopfschmer
zen wurde Ende 2013/anfangs 2014 eine genetische Epilepsie diagnostiziert (Urk. 7/144, Urk. 7/161). Daraufhin zog die IV-Stelle die Akten der Krankentag
geldversicherung bei (Urk. 7/165, Urk. 7/190). Mit Eingabe vom Januar 2015 er
suchte die Versicherte um Kostenübernahme für eine Weiterbildung zur Kosme
tikerin (Urk. 7/187). Im Mai 2015 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung bei der beruflichen Abklärungsstelle E._,
inkl. Taggeld (Mitteilung vom 2. April Urk. 7/200; Verfügung vom 24. April 2015
, Urk. 7/205; vgl. auch E._-Schlussbericht vom 11. Mai 2015, Urk. 7/211). Gestützt darauf übernahm die IV-Stelle die Kosten für ein Belastbarkeitstraining in den Werkstätten F._, inkl. Taggeld (Mitteilung vom 7. September 2015, Urk. 7/224; Verfügung vom 18. September 2015, Urk. 7/232). Dieses wurde auf Wunsch der Versicherten vorzeitig abgebrochen (Mitteilung vom 19. Oktober 2015, Urk. 7/238; vgl. auch Verlaufsprotokoll, Urk. 7/236/6ff.). Im weiteren Verlauf veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeinmedizin/Psychiatrie/Rheumatologie/Neurologie) des Universitäts-spitals G._ vom 7. Oktober 2016 (Urk. 7/300/1-102). Mit Vorbescheid vom 18. November 2016 wurde wiederum die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht gestellt. Zeitgleich forderte die IV-Stelle die Versicherte unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht auf, sich denjenigen Behandlungen und Mass
nahmen zu unterziehen, welche zur Erhaltung oder Verbesserung ihres Gesund
heitszustandes beitragen; andernfalls werde auf eine neuerliche Anmeldung nicht eingetreten (Urk. 7/308 f.). Gegen den rentenabweisenden Vorbescheid vom 18. November 2016 erhob die Versicherte am 16. Dezember 2016 Einwand
(Urk. 7/310, mit ergänzender Einwandbegründung vom 25. Januar 2017, Urk. 7/312
). Mit Verfügung vom 16. Februar 2017 hielt die IV-Stelle an ihrem Standpunkt fest und wies das Rentenbegehren wie vorbeschieden ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 17. März 2017 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 17. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teils des Sozial
ver
sicherungsgesetzes [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281)
hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, die bisherige Tätigkeit als Coiffeuse sei der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Epilepsie nicht mehr zumutbar. Demgegenüber sei sie hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit ohne Gefährdungspotential zu 100 % arbeitsfähig. Die psychiatrischen Diagnosen vermöchten keinen längerdauernden Gesundheitsschaden zu begründen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berücksichtigung eines 10%igen leidens
bedingten Abzuges ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 1 % (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, es sei gestützt auf das beweiskräftige Gutachten des G._ aufgrund ihrer schweren psychiatrischen Störung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Zudem leide sie an Legasthenie. Auch die IV-Berufsberatung habe ergeben, dass sie (die Beschwer
deführerin) nicht eingliederungsfähig sei. Für eine Umschulung fehlten ihr die notwendigen Ressourcen (Urk. 1 S. 3ff.).
3.
3.1
Ende August/anfangs September 2010 wurde die Beschwerdeführerin im Sozial-psychiatrischen Zentrum H._ hinsichtlich ihrer kognitiven Leistungs
fähig
keit testpsychologisch abgeklärt. Gemäss Untersuchungsbericht vom 28. Septem
ber 2010 habe die Beschwerdeführerin im Rahmen des Leistungsprüfsystems LPS K (Horn, 1983) einen Gesamt-IQ von 87 erreicht. Damit verfüge sie über einen noch knapp durchschnittlichen Intelligenzgrad des Altersgemässen (Normalbe
reich: 85-115). In den bildungs- und interessensabhängigen Teilleistungen habe die Beschwerdeführerin ein deutlich niedriges Resultat erzielt als in den sprach
freien Skalen (Verbal-IO: 81; Nonverbal: 91, Urk. 7/96/45).
3.2
Im E._-Schlussbericht vom 11. Mai 2015 stellten die beurteilenden Fachärzte folgende Diagnosen (Urk. 7/211/3):
-
Verdacht auf genuine Epilepsie mit rezidivierenden Stürzen, Erstsymp-to
matik 2008, ED 12/2013
-
Paravertebrales Schmerzsyndrom und Status nach DH und Diskek
tomie L 4/5 2008
-
DD: Dissoziative Störung
-
Leichte Intelligenzminderung mit Legasthenie und Akalkulie (ICD-10: F 70)
-
Status nach Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen, DD: rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert
-
Unklares Hemisyndrom
-
Spannungskopfschmerzen
-
Status nach Schulterkontusion rechts 2013 und Arthroskopie
-
Leichte Hypothyreose, Adipositas
Die
Beschwerdeführerin sei geprägt durch das Erleben ihrer limitierten intellek
tuellen Fähigkeiten, welche denn auch einen wesentlichen Anteil ihrer Behin
derung darstellten. Die Leistungsmessungen hätten in allen infrage kommenden Berufsrichtungen sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht für den ersten Arbeitsmarkt ungenügende Resultate ergeben. Dies sei letztlich auf die kognitive Einschränkung der Beschwerdeführerin zurückzuführen. Gleichzeitig sei sie kaum kritisierbar und leide unter Versagensängsten sowie geringem Selbst
wert. Zudem sei die Beschwerdeführerin stark auf ihre Schmerzen und Ängste fokussiert und weise ein schlechtes Coping mit somatischen Beschwerden auf. Für ihre unterdurchschnittlichen Arbeitsproben habe sie jeweils ihre Schmerzen ver
antwortlich gemacht. Die ständige intellektuelle Überforderung, dieses am Limit laufen, habe auch während ihrer Tätigkeit als Coiffeuse bestanden. Auf dieser Überforderung fusse wahrscheinlich ein Anteil ihrer Somatisierungstendenz; da die Beschwerdeführerin kognitiv ständig überfordert gewesen, dies aber äusserst schambesetzt gewesen sei, habe sie nicht anders können, als ihre Überforderung über körperliche Beschwerden auszudrücken. Das panvertebrale Schmerzsyndrom sei angesichts ihrer ausgeprägten Dekonditionierung verständlich. Dass die Be
schwerdeführerin die Willensanstrengung aufbringen könne, durch athletisches Training diesbezüglich eine Änderung herbeizuführen, sei kaum anzunehmen. Ihre grosse Angst vor einer erneuten Ohnmacht habe während der ganzen Abklä
rungszeit nicht relativiert werden können. Letzteres ungeachtet dessen, dass sie seit mehr als einem Jahr keinen Anfall mehr erlitten habe (Urk. 7/211/3 ff.).
Aus streng psychiatrischer Sicht würden sich keine gravierenden Einschrän
kung
en der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ergeben. Jedoch seien eine mensch
lich wohlwollende und wertschätzende Haltung seitens des Vorgesetzten, Rücksichtnahme, immanente Vermeidung von Überforderung, geringe Anforderungen an die Lern- und Umstellfähigkeit vorausgesetzt. Grundsätzlich könne auch aus somatischer Sicht hinsichtlich einer adaptierten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit einer Gewichtslimitierung von 3 bis 5 kg, selten 10 bis 12 kg, ohne zeitlichen Druck, ohne Überkopfarbeiten und Zwangspositionen, eine ganztägige Anwesenheit erwartet werden. Die Bedienung von Maschinen mit potentiellem Verletzungsrisiko sei zu vermeiden. Aufgrund der zunehmend geäusserten Sozial
phobie sei ein Kontaktberuf derzeit nicht möglich.
Die bislang starke Gewichtung der Epilepsie im Hinblick auf die Berufswahl (Ausschluss der Tätigkeit als Coiffeuse) sei vor dem Hintergrund der Anfallsfreiheit seit Anbeginn der antiepileptischen Medikation zu hinterfragen. Aufgrund der starken Dekonditionierung und Somatisierungstendenz sowie der daraus resultierenden Selbstlimitierung sei indes selbst in einer adaptierten Tätigkeit höchstens von einer 30 bis 40%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im angestammten Bereich seien vorderhand ein
fache Tätigkeiten, wie beispielsweise Waschen, Färben und Föhnen von Haaren zumutbar. Zu einem späteren Zeitpunkt, je nach Therapiefortschritt, sollten wieder alle anfallenden Tätigkeiten als Coiffeuse zu bewältigen sein. Weiter seien Einsatzmöglichkeiten in Hilfstätigkeiten (Mitarbeit in einem Copyshop oder als Verkaufsmitarbeiterin, einfache serielle Montagen oder Demontage, Recycling
tätig
keiten, Verpackungs- und Versandarbeiten) möglich (Urk. 7/211/10, Urk. 7/211/14 ff.).
Eine fachpsychologische oder psychiatrische Betreuung sei empfehlenswert zwecks
Verbesserung der mangelhaften Coping-Strategien. Sodann sei ein Aufbautrai
ning
in einer unterstützenden Institution zu empfehlen. Danach sei eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt in einem reduzierten Pensum möglich (Urk. 7/211/17).
3.3
Dem polydisziplinären Gutachten des G._ vom 7. Oktober 2016 sind
folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 7/300/10):
-
Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10: F43.0)
-
Panikstörung (episodisch-paroxysmale Angst) mit Agoraphobie (ICD-10: F41.0)
-
Primär generalisierte genetische Epilepsie (ICD-10: G40.3)
-
Erstsymptome 2008, Erstdiagnose 10/2013
-
Anfallssemiologie: anamnestisch nicht fremdbeobachtete Stürze mit Bewusstlosigkeit und diversen Verletzungen
-
Anfallsprophylaxe seit 2013 mit Lamotrigin, darunter ohne Sturz
epi
soden
-
Thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.6, M54.4 resp. M54.0) bei/mit:
-
Wirbelsäulenfehlhaltung, Fehlstatik und deutlicher Dekonditionierung
-
muskulären Dysbalancen, myofascialer Triggerpunktsymptomatik gluteal
panvertebraler Generalisationstendenz
-
Status nach
multiplen Infiltrationen, Status nach Foraminoskopie und Dekompression L4/5 2008 (Klinik O._)
-
Status nach provokativer Diskographie mit Ausschluss eines disko
genen Schmerzes keine nachweisbare axonale Schädigung L4/5 links
-
Status nach
Schlittelunfall 2002, Status nach „HWS-Distorsion" 2004, Status nach LWS-Kontusion 2008,
Status nach
multiplen weiteren Sturzereignissen
-
geringem klinischem und bildgebendem/elektrophysiologischem Korrelat
-
Symptomausweitung bei psychosozialer Problemkonstellation, Selbst-limitierungstendenz (ED 2006 Rheumatologie K._)
-
Diskrete Periarthropathia humeroscapularis tendopathica rechts (ICD-10: M75) bei/ mit:
-
Tendinitis calcarea der Infraspinatussehne bei ansonsten intakter Rota
torenmanschette (Arthro-MR, 16. Juli 2013)
-
Status nach
arthroskopisch subacromialer Dekompression und ACG-Resektion 04/2014 wegen symptomatischer ACG-Arthropathie seit Sturz 05/2013
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter folgende Diagnosen fest (Urk. 7/300/9):
-
Chronisches zervikogenes Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distor
sionstrauma im März 2004
-
Hemisyndrom links seit Sturz 2008 ohne bildmorphologisches Korrelat
-
DD: funktionell im Sinne einer Symptomausweitung bei Status nach Bandscheibenoperation nach Treppensturz 2008 lumbal
-
Posttraumatisch aktivierte Migräne mit Aura, Erstsymptome 2008
-
Status nach Karpaltunnelspaltung links 06/2009
-
Mögliches Nervus ulnaris Reizsyndrom kubital links nach Sturz auf den linken Arm am 18. Dezember 2010
-
Adipositas WHO Klasse l
-
Status nach Curettage wegen missed abortion 03/2014
In der internistischen Untersuchung hätten sich ausschliesslich Normalbefunde ergeben (Urk. 7/300/8).
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration habe die Beschwerdeführerin ange
geben, seit der Diagnose einer
Epilepsie
2013
gehe
sie nur mit Begleitung aus dem Haus
. Sie sei sehr lärmempfindlich, habe
regelmässig
Panikattacken
mit Luft- und Atemnot sowie Schweissausbrüchen und Angstzustände. Sie
gehe höchstens eine Stunde hinaus und
vermeide sehr vieles. S
eit ei
nem Jahr erleide sie ca. 2 - 3
Mal
pro Woche
Schwindelattacken und Migräneanfälle
mit Erbrechen und Lichtscheu
.
Ausserdem leide sie unter
Rückenschmerzen
im lumbalen Be
reich, welche bis
ins linke Bein
ziehen würden. Sie habe weder
Gespür
noch Kraft in den Händen und
seit 2014
einen
rechtsseitig betonten Tremor. Auf einer
Schmerzskala von 0 bis 10 (
VAS
) habe die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen bei 9 skaliert, wenn es weniger schlimm sei bei 4-5. Zudem
ha
be sie starke Schlafstörungen
und
stechende
Kopfschmerzen.
Ausser
Medikamenteneinnahme
könne sie
nicht viel
dagegen
tun. Sie vergesse auch viel und habe auch Angst
davor,
Dinge zu vergessen, wi
e etwa den Kochherd auszuschalten
.
In diesem Zusammenhang leide sie auch unter Kontrollzwängen. Weiter
könn
e sie sich nicht konzentrieren.
Wenn die Schmerzen sehr schlimm seien, würde sie abliegen oder
eine Wärmepackung
a
pplizieren. Die
Schmerzen erschöpf
t
en sie sehr und der Alltag sei sehr schlimm. Sie könne keine engen Räume betreten und auch keine weiten Räume, habe Weinattacken, und das alles habe seit 2013 sehr zuge
nommen
. Zudem sei sie Legasthenikerin (Urk. 7/300/72).
Der psychiatrische Gutachter kam zum Schluss,
seit 2014
bestünden
erhebliche psychiatrische Auffälligkeit
en. Hauptbeschwerden seien die Agoraphobie und
Panikattacken. Im Rahmen dieser
Ängste erlebe die Beschwerdeführerin
eine extreme Einschränkung in der Mobilität und in Bezug auf
soziale Kontakte. Es
bestehe ein Insuffizienzerleben mit erheblichem Selbstwertverlust und Scham. Alle
ausserhäuslichen Aktiv
itäten und sozialen Kontakte fän
den mit einer Begleit
person statt, was zu einer de
utlichen Beeinträchtigung des Alltagsablaufs führe
.
Ursächlich
für die Entwicklung der Agoraphobie mit Panikattacken
sei die 2013 diagnostizierte
gen
etisch bedingte Epilepsie
.
Eine neu
ropsychologische Untersu
chung
habe
mittelgradige neuropsychologische Ausfälle
ergeben. Aktuell sei das
Unvermögen, zeitliche Zusammenhänge kohärent herzustellen, auffällig. Der Ta
ges
ab
lauf mit den vielen Belastungen un
d der konsekutiv anhaltenden An
span
nung führt
en
zu einer affektiven Bedrücktheit und Antriebslosigkeit, wobei
das Ausmass einer
depressi
ven Störung derzeit nicht erreicht werde. Die Be
schwer
deführerin habe über einen bedrückten Affekt vor
allem in Verbi
ndung mit den Ängsten sowie Abhängigkeit von anderen geklagt
.
Zudem sei sie belastet durch finanzielle Knappheit. Gleichzeitig bestehe eine leichte Verdeutlich
ungs
ten
denz; die Beschwerdeführerin sei immer wieder aufgestanden und habe Schmerzen beklagt. Der Paracetamolspiegel habe im Labor leicht unterhalb des therapeutischen Bereichs gelegen. Demgegenüber habe die Beschwerdeführerin angegeben, täglich Schmerzmedikamente in hoher Dosierung einzunehmen (Urk. 7/300/77 ff.).
Zusammenfassend sei die Beschwerdeführerin in
jeglicher Hinsich
t funktional beeinträchtigt.
Im Vergleich zur
E._
-
Abklärung im Mai 2015 scheine
sich die psychiatrische Situation mit Ängsten und Panika
ttacken verschlechtert zu haben
.
Damit
sei die Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht aktuell zu
100
%
arbeitsunfä
hig auf dem ersten Arbeitsmarkt. In Frage käme even
t
uell eine ange
passte Tätigkeit
im Homeoffi
ce, wobei sich bis anhin diesbe
züglich keine Mög
lichkeit
en
hätten finden las
s
en, da die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgebrochen hätten
werden müssen
. Sicher
sei
auch von einer gewiss
en Dekonditionierung auszugehen (Urk. 7/300/78 f.)
.
Aktuell erhalte die Beschwerde
füh
rerin
weder e
in entsprechendes Anti
depressivum noch eine kontinuierliche Ver
hal
tenstherapie zur Behandlung ihrer Angststörung. Die Etablierung solcher Mass
nahmen wäre
indes
sehr sinnvoll
, um eine Besserung zu erzielen
. Eve
ntuell wäre ein stationärer Auf
enthalt zu diskutieren
,
um
einer weiteren Dekondi
tio
nierung vorzubeuge
n (Urk. 7/300/80).
Im Rahmen der rheumatologischen Untersuchung
habe die Beschwerdeführerin auch auf Rückfragen weder zu ihren
körperlichen Beschwerden
und den
genauen Symptomausprägungen
dezidierte
Angaben machen
können,
noch sei ihr eine
chronologische Einordnung ihrer Unfälle, Verletzungen und Symptome möglich gewesen
.
In diffuser Weise habe sie
Kopfschmerzen,
Migräne,
Schlaf- und
Seh
störungen
sowie Schmerzen
an der linken Seite und
im
Nacken
mit Ausstrahlung in den linken Arm beklagt. Alsdann habe die Beschwerdeführerin wiederum von Schmer
zen im Handgelenk, die zum Nacken ziehen
würden, berichtet
.
Ausserdem
habe sie eine Schwäche im linken Bein beklagt, oh
ne
dass sie
näh
ere Angaben dazu habe machen kö
nnen.
Weiter habe die Beschwerdeführerin
rezidivierende Unfälle und Stürze
erlitten, deren Hergang ihr nicht erinnerlich sei
. Aktuell bestünden Schmerzen lumbal im Bereich der Operationsnarbe mit Ausstrahlung in das ganze linke Bein, betont am ventrolateralen Oberschenkel und seitlichen Unterschenkel. Die Rück
en
beschwerden nähmen zu bei längerdauernd
em Stehen ohne Positionswechsel. Mü
he bereite
ten
ihr
insbesondere auch das Gehen län
ge
rer Strecken sowie längeres Sitzen. Auch das Bücken und Aufrichten aus vor
geneigten
Körperhaltungen sei erschwert. Letzteres sei auf eine
Schwindelsym
pto
matik
zurückzuführen, welche
die Beschwerdeführerin indes
nicht näher
habe beschreiben können.
Auch bezüglich
ihrer Ge
lenkbeschwerden
habe sie sich
vor
nehmlich diffu
s geäussert
.
Weiter bestünden belastungsabhängige
Knie
schmer
zen
,
am ehesten im Rahmen des allgemeinen Kraftmangels. Teils
leide sie auch an S
chmerze
n im
rechte
n Handgelenk bei Belastungen, etwa beim Haare föhnen. E
s ma
ngle ihr allgemein an der Kraft.
Beim Gehen werde sie nach 20 Minu
ten derart müde, dass sie teils umkehren und wieder nach Hause gehen müsse. Zudem bestünden
Schmerzen
im Bereich der linken Achillessehne
. Auf der Schmerzskala habe die Beschwerdeführerin ihre Schmerzen
bei
7
von 10 skaliert (Beschwerde
maxima:
9
, Beschwerdeminima: 3). Wenn sie Schmerzen
der Stärke 9 habe, kön
ne sie gar nichts mehr machen. Sie müsse dann jeweils zur Ärz
tin und sich eine Spritze machen lassen. Zur Behandlung ih
rer Beschwerden erhalte sie der
zeit keine rückenspezifische Therapie, dies insbesondere deswegen, da ihr das Ver
lassen der Wohnung Probleme bereite
,
wegen
ihrer Angst zu stürzen und sich zu verletzen. Insgesamt gingen ihre
körperlichen Beschwerden irgendwie Hand in Ha
nd mit ihren Angsterscheinungen (Urk. 7/300/84 ff.).
Der rheumatologische Gutachter kam zum Schluss, klinisch persistiere
weit
geh
end unverändert
seit
der
D._-
Voruntersuchung
2010 eine ausgeprägte Haltungs
i
nsuffizienz
mit entsprechenden Ü
berlastungsreaktionen der den Rumpf, die Nackenregion sowie den Beckengürtel stabilis
ierenden Muskelgruppen, ohne An
haltspunkte für eine Kompromittierung neurogener Strukturen. Neu
bestehe
eine sturzbedingte diskrete Peri
arthropathia humeroscapularis tendopathica rechts.
Daraus resultiere
eine verminderte Belastbarkeit der rechten oberen Extremität für wiederholten Armeinsatz achsenfern, gewichtsbelastet oder im
Überkopf
be
reich (
wie beispielsweise bei der
Arbeit als Coiffeuse mit Tätigkeiten
mit lang
dauernd
vor den Rumpf erhobenen Armen)
. Seitens des Bewegungsapparates zumut
bar
seien
demnach manuell vorwiegend im unteren Drittel oder mit abge
stützten Armen auszuführende Tätigkeiten in
w
irbelsäulen-adaptierten We
chsel
positionen gehend, sitzend und stehend. Diesbezüglich sei
nach Ausgleich der weiterhin bestehen
den Rehabilitationsdefizite mit
telfristig eine volle Arb
eits
fähigkeit zumutbar
. Ei
ne Reintegration in eine adaptierte Tätigkeit
sollte aufgrund der langdauernden Arbeitskarenz zunächst stundenweise mit allmählich aufbauenden Pensen erfolgen
(Urk. 7/300/90)
.
Die im Vorgutachten zur Verbesserung der bestehenden Defizite empfohlenen Mass
nahmen
seien
von der
Beschwerdeführerin
nicht durchgeführt
worden, was
diese
mit
ihre
r
Angst- und Panikproblemati
k beim Verlassen der Wohnung begründe.
Die im Bereich des Beckengürtels festgestellten my
ofaszialen Triggerpunkte seien theoretisch auch einer selbst
ändig durchführbaren Selbstbehand
lungstechnik
zugänglich. Allerdings sei
fraglich, ob die
Beschwerdeführerin auf
grund ihrer Angst vor Sc
hmerzen und dem entsprechenden Vermeidungs
ver
hal
ten zur adäquaten Durchführung d
ieser Massnahmen in der Lage
resp. Inwie
weit
sie
hinreichend einsichtsfähig bezügl
ich der Notwendigkeit zur Durch
füh
rung derselben
sei (Urk. 7/300/90)
.
Anlässlich der neurologischen Exploration habe die Beschwerdeführerin ihre Hand
beschwerden als Hauptproblem bezeichnet. Sie verspüre beidseitig ein Ge
fühl der Kraftlosigkeit. Gelegentlich würden ihr auch Dinge aus der Hand fallen. Ausserdem zittere die rechte Hand seit einem Jahr und verspüre sie am rechten Unterarm Schmerzen, teilweise mit Kribbelparästhesien. Zweites Hauptproblem seien die BWS- und LWS-Rückenschmerzen. Letztere würden ins Gesäss und in die Beine linksseitig betont ausstrahlen. Schmerzen habe sie auch in den Füssen. Sie fühle sich vor allem linksseitig in der Kraft eingeschränkt. Weiter bestünden seit dem Sturz 2008 migräneartige Kopfschmerzen, welche hinter den Augen be
ginnen und sich alsdann über den ganzen Kopf ausdehnen würden. Vor Beginn dieser Kopfschmerzen träten oft ein Flimmern sowie ein Gefühl von diffusem Schwindel auf. Die Beschwerdeführerin nehme dann ein Maxalt ein. Damit würden sich die Schmerzen gelegentlich lindern. Oftmals bestünden diese jedoch während circa drei Tagen fort. Während den Kopfschmerzepisoden komme es vermehrt zu Übelkeit und Erbrechen. Dazu komme es aber auch aufgrund ihrer Magenbeschwerden unabhängig von den Kopfschmerzen. Sie würde sich dann zurückziehen und den ganzen Tag schlafen. Lärm, andere Leute und Licht ertrage sie dann nicht. Die Kopfschmerzen träten circa 2-3 Mal monatlich auf, aktuell jedoch fast täglich. Aktuell verspüre sie Kopfschmerzen der Stärke 8 von 10, bei stärkeren Episoden der Stärke 10 von 10. Einen epileptischen Anfall habe sie seit August 2015 nicht mehr gehabt (Urk. 7/300/93 f.).
Der neurologische Gutachter bestätigte
die Diagnose einer Epilepsie
. U
nter einer Therapie mit Lamotrigin
seien
seit etwa 2013 kaum mehr Anfalle aufgetreten.
L
aut Berichten der behandelnden Neurologin
habe
sich das EEG unter Lamotrigin
normalisiert. Im August 2015 sei der Beschwerdeführerin die Fahrerlaubnis wieder
erteilt
worden. Beim
aktuellen Lamotriginspiegel
könne
davon ausgegangen
werden, dass Lamotrigin eingenommen werde, auch wenn sich der Spiegel im eh
er unteren therapeutischen Bereich befinde
. Das Hemisyndrom links
sei
klinisch
neu
rologisch ablenkbar und zeige inkonsistente Befunde. Mangels
axonale
r Schädi
gung
sei von
einer funktionellen Hemisymptomatik aus
zu
gehen.
A
ufgrund
der
Reizsymptomatik mit Gefühlsstörungen am rechten Unterarm
mit
Schmerz
und
teilweise Kribbelparästhesien
bestehe kei
ne
relevante Einschränkung. Die im Jahre 2011 in der
Klinik
I._
diesbezüglich durchgeführten
elektrophysio
logisch
en Untersuchungen hätten Normalb
efund
e ergeben.
Die Migräne-Kopf
schmerzen
seien nach Einschätzung der Beschwerdeführerin
abhängig von i
hrer Gemütsverfassung. Entsprechende MRI-Untersuchungen hätten jedenfalls keine symptomatische Ursache ergeben
. Die von der
BWS und LWS
in die Beine links
seitig betont ausstrahlenden kontinuierlichen Dauerschmerzen
seien
bei seiten
gleichen Reflexen und nicht zu einem
radikulären Ausfallsmuster pas
send primär
als chronisches lumbales Schmerzsyndrom, höchstens mit pseudoradikulärer Aus
strahlung zu interpretieren
. Das in der Vergangenheit beschriebene chroni
sche pseudoradikukäre z
ervikale Schmerzsyndrom bei Status nach
HWS
-Distorsions-trauma 03/2004 stehe
laut Angaben
der Beschwerdeführerin
akt
uell nicht mehr im Vordergrund. Passend dazu habe
sich in der klinischen Untersuchung kein radikuläres Ausfallsmuster an den oberen Extremitäten
gezeigt
. Der von der
Beschwerdeführerin
angegebene
rechtseitig betonte Tremor, welcher
während der Exploration als rechtsseitiger diskreter Ruhe- und Haltetremor
habe
wahrge
nommen
werden
können
und anamnestisch unter „Stress" verstärkt
würde, sei
schwierig einzuschätzen. Zu einem essentiellen Tremor
sei
die einseitige Symp
tomatik kl
inisch unpassend. Darüber hinaus komme
es unter
Alkohol zu keiner
Bes
serung. Klinische Hinweise für ein Parkinsonsyndrom hätten sich nicht ergeben
(Urk. 7/300/100 f.)
.
Aus rein neurolog
is
cher Sicht
bestehe
aufgrund der Epileps
ie keine quantitative Einschrän
kung der
Arbeitsfähigkeit. Jedoch bestehe
insoweit eine qualitative Einschränkung, als dass die Beschwerdeführerin
nicht mit gefährlichen Maschi
nen
oder Gegenständen
(zum Be
ispiel Messern oder Scheren im Rahmen ihrer Tätigkeit
als Coiffeuse) hantieren, keine Gerüste besteigen oder Arbeiten auf Leitern in der Höhe verrichten
dürfe
. Die Migräne
sei
von der
Beschwerdeführerin
als stark psychisch abhängig beschrieben
worden. Diese führe
zu einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 5
%,
nicht additiv. Langfristig
sei eine Besse
rung der Symptomatik
möglich, wenn auch
abhängig von den psy
chia
trischen Begleiterkrankungen. Insgesamt
sei die Beschwerdeführerin
in ihrer an
ge
stammten Tätigk
eit als Coiffeuse nicht arbeits
fähig.
Hinsichtlich einer
ange
passten, leichten bis mittelschweren
Verweistätigkeit
bestehe
aus neurologischer Sicht keine
Einschränkung (Urk. 7/300/101).
Im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, ausschlaggebend für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei ihre psychiatrische Situation. Seit Anfang
2014
bestehe
eine ausgeprägte schwere psychiatrische Auffälligkeit. Die Hauptbeschwerden
seien die Agoraphobie
und
die
damit in Verbindung stehen
de
n
Panikattacken. In diesem Zusammenhang
erlebe
die
Beschwerdeführerin
eine deutliche Einschränkung der Mobilität in Bezug au
f soziale Kontakte, und es komme
zu Insuffizienzerlebe
n mit erheblichem Selbstwertverl
ust und
Scham, sodass alle ausserhäusli
chen Aktivitäten auf ein Minimum reduziert und nur mit einer
Begleitperson durchgeführt wür
den. Ätiologisch verantwortlich
sei die
im
November 2013
diagnostizierte genuine Epilepsie,
welche
auch
die oft auftre
ten
den bis dann un
klaren Sturzereig
nis
se erklären dürfte. Seither lebe
die
Beschwer
deführerin
in ständiger Angst
vor weiteren epileptischen Anfä
lle
n
.
Die
Schulter
beschwerden schränk
t
en das Ausmass der zumutbaren Tätigkeiten zusätzlich ein.
Schliesslich würden sich aufgrund
der Epilepsie qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
ergeben.
Für die aktuelle
Tätigkeit als Coiffeuse bestehe
insbe
sondere durch die Epilepsie
und
Schulterpathologie blei
bend keine Arbeitsfähig
keit
. Au
ch aus psychiatrischer Sicht sei
die
Beschwerdeführerin zum ak
tuellen Zeitpunkt für die angestammte Tätigkeit nicht arbeitsfähig. Diese
Einschränkung bestehe seit anfangs
2014,
als sich die psychische Situation
im Nachgang zur Epilepsiediagno
se deutlich verschlechtert habe. Sodann sei der Beschwerde
füh
rerin aufgrund ihrer schweren psychiatrischen Störung aktuell auch keine Ver
weis
tätigkeit zuzumuten. Voraussetzung einer Reintegration mittels Belastbar
keit
straining seien medizinische Massnahmen zur Behebung der Angst- und
Panik
störung sowie der depressiven Störung gemischt mit Angst (Urk. 7/300/10 f.).
4.
4.1
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten kann nicht abschlie
ssend beurteilt werden, ob bei der
Beschwerdeführer
in
ein versicherungsrelevanter Gesund
heitsschaden besteht.
4.2
Das Gutachten des
D._ datiert vom 9.
Dezember
2010
und kann damit nicht als aktuelle Entscheidungsgrundlage für die angefochte
ne Verfügung vom 16. Februar 2017
herangezogen werden.
4.3
Sodann vermögen die im psychiatrischen T
eilgutachten
(G._-Gutachten vom 7. Oktober 2016)
objektiv erhobenen Befunde das Ausmass der festgestellten Ein
schrä
nkung nicht zu erklären
(vgl.
Urk.
7/300/76).
Es
bleibt fraglich, ob und inwieweit der
begutachtende Psychiater
IV-fremde Faktoren in seine Arbeits
fähigkeitsbeurteilung hat miteinfliessen lassen. Dies gilt umso mehr, als dass er die psychiatrisch bedingten Funktionsstörungen der Beschwerdeführerin insge
samt als mittelgradig taxierte (
Urk.
7/300/77). Die Feststellung, wonach die Be
schwerdeführerin in jeder Hinsicht funktional eingeschränkt sei, stützt sich aug
en
scheinlich vornehmlich auf ihre
subjektiven Beschwerdeschilderungen (vgl.
Urk.
7/300/73,
Urk.
7/300/78). Im Übrigen fällt auf, dass der psychiatrische Gut
achter unter dem Titel «
6.
Medizinische Beurteilung» abschnittweise die
Ausfüh
r
ungen des seit Oktober 2016 behandelnden Assistenzarztes der Klinik
J._
wortwörtlich übernahm (
Urk.
7/300/78, vgl.
Urk.
7/248/3).
Weiter lässt
das Gutachten eine einlässliche Auseinandersetzung mit den - insbesondere aus psychiatrischer Sicht – stark divergierenden Feststellungen im
E._
-Schluss
bericht
vom 11. Mai 2015 vermissen
. Vielmehr begnügten sich die Gutachter mit der Feststellung, die psychiatrische Situation «scheine sich» seit Mai 2015 verschlechtert zu haben (
Urk.
7/300/10) resp. es sei im Nachgang der Diagnose einer Epilepsie anfangs 2014 zu einer psychischen Verschlechterung gekommen (vgl.
Urk.
7/300/11). Damit
wird
indes auch gesagt, dass die Epilepsie bereits über ein Jahr vor der
E._
-Abklärung diagnostiziert wurde und deren Auswirkungen bereits damals sowohl bekannt als auch im Rahmen der Beurteilung berück
sichtigt wurden (
Urk.
7/211).
Sodann fehlt es dem Gutachten des G._
an einer einlässlichen Auseinander
setzung mit den rechtsprechungsgemäss anzuwendenden Standardindikatoren
.
Damit kann die ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
gemäss der Recht
spre
chu
ng des Bundesgerichts,
zumindest ohne einlässliche
Befass
ung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung,
den rechtlich gefor
derten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht
erbringen,
weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychiatrischen Sachverständigen abhängt.
Die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als grund
sätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2).
Hinsichtlich
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
haben sich
sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den norma
tiven Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsan
wender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die
Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben
und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechts
erheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V
418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizini
schen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch Andreas Traub, in: Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S.
142
Ziff.
3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rech
nung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozial
versicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrach
tet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt.
Es kommt schliesslich hinzu, dass die Gutachter des G._ ausdrücklich eine Verdeutlichungstendenz resp. Symptomausweitung festhielten (Urk. 7/300/10, Urk. 7/300/11,
Urk.
7/300/99
), wofür sich auch in der übrigen medizinischen Akten
lage Hinweise ergeben (vgl. Bericht betreffend Arbeitsassessment des Universitätsspitals K._, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 14. September 2006, wonach bei der Beschwerdeführerin eine deut
liche Selbstlimitierung festgestellt worden sei, Urk. 7/17/4; Bericht von Dr. L._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 11. Mai 2010, wonach sich die Beschwerdeführerin als «sehr leidend präsentiere», Urk. 7/80/3; vgl. auch die
Hinweise auf die Selbstlimitierung d
er Beschwerdeführerin im E._-
Schluss
berich
t
vom 1
1.
Mai 2015
, Urk. 7/211/7, Urk. 7/211/15). Namentlich lag der Paracetamolspiegel im Labortest unterhalb des therapeutischen Bereichs. Im Widerspruch gab die Beschwerdeführerin indes an, täglich Schmerzmedikamente in hoher Dosierung einzunehmen (Urk. 7/300/79).
Anlässlich der neurologischen Abklärung war das Hemisyndrom ablenkbar und es ergaben sich inkonsistente Befunde (Urk. 7/300/100). Dazu passt auch, dass die Beschwerdeführerin anläs
s
lich der rheumatologischen Begutachtung zu ihren Beschwerden keine präzisen Angaben machen konnte und sie ihre Leiden diffus schilderte (Urk. 7/300/84 f.). Auch auf Rückfragen habe sie zu den genauen Symptomausprägungen keine Detailangaben machen können (Urk. 7/300/87). Inkonsistenzen fallen auch im Zusammenhang mit der Qualifikation ihrer Schmerzen sowie Angaben der Beschwerdeführerin zur Häufigkeit der beklagten Migräne/Kopfschmerzen auf (vgl. Urk. 7/300/73, Urk. 7/300/85, Urk. 7/300/94). Anzumerken sind ferner die gutachterlichen Hinweise auf psychosoziale Belastungsfaktoren; die Beschwerde
führerin sei vor allem durch die finanzielle Knappheit und Abhängigkeit von anderen deutlich beeinträchtigt. Ihre Symptomatik sei stark abhängig von ihrem Stresslevel (Urk. 7/300/79, Urk. 7/300/93; vgl. Bericht des K._ vom 14. Septem
ber 2006, worin auf den Einfluss psychosozialer Belastungsfaktoren hingewiesen wird, Urk. 7/17/4; E._-Schlussbericht vom 11. Mai 2015, wonach es der Be
schwerdeführerin schlecht gehe wegen des «Stresses mit den Versicherungen», Urk. 7/211 S. 4; Bericht des behandelnden Assistenzarztes der Klinik J._ vom 23. Dezember 2015, wonach eine allgemeine psychosoziale Über
forderung und subjektive Frustration bestehe aufgrund des pendenten IV-Verfah
rens,
Urk. 7/248/3). Schliesslich hat die Beschwerdeführerin, die sich angesichts der
geschilderten Symptomschwere aufdrängenden
und ärztlicherseits wiederholt
empfohlenen psychiatrischen Behandlungsmöglichkeiten erst anfangs 2016 regel
mässig in Anspruch genommen (Urk. 7/300/80, Urk. 7/300/90, Urk. 7/211/17, Urk. 3). Betreffend die nach einhelliger ärztlicher Einschätzung für ihre soma
tischen Leiden jedenfalls mitverantwortliche
Dekonditionierung
hat sie – nach Lage der vorliegenden Akten – bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung weder
eine physikali
sche Behandlung in Anspruch genommen noch
Selbstbe
handlungstechniken durchgeführt (vgl. Urk. 7/300/90). Im Gegenteil wird der
Eindruck eingeschränkter Einsicht und Motivation hinsichtlich einer aktiven und eigenverantwortlichen Verbesserung ihrer Situation
sowie fehlender Compliance durchgehend
deutlich
(Urk. 7/96/32, Urk. 7/211/
14
, Urk.
7/300/90).
Dasselbe gilt für das
ausgeprägte subjektive Krankheitsempfinden der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/300/8,
Urk.
7/300/76,
Urk.
7/300/86).
Vor diesem Hintergrund
bleibt frag
lich, ob und inwieweit
das Beschwerdebild und deren Bewältigung
massgeb
lich
durch invaliditätsfremde Faktoren v
erursacht resp. behindert wird.
4.4
Zusammenfassend lag der angefochtenen Verfügung kein hinreichend abge
klär
ter medizinischer Sachverhalt zugrunde, welcher eine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustandes sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt hätte. Insbesondere bleibt unklar, ob aus psychia
trischer Sicht ein invalidenversicherungsrechtlicher relevanter Gesundheitsscha
den respektive eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
In Anbetracht dieser Erwägungen ist eine umfassende psychiatrische Abklärung unter Einschluss der Frage, ob und inwiefern sich ein allenfalls bei der Be
schwerdeführerin vorliegender psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheits
wert auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt, angezeigt. Dabei wird der Sachver
stän
dige entsprechend der erläuterten Rechtsprechung (E. 1.3 ff.) auch zu den neuen Indikatoren Stellung zu beziehen haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und (aufgrund der rechtsprechungsgemäss ebenfalls als vollständiges Obsiegen geltenden Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung) ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach Art. 34 Abs. 3 GSVGer hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen. Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘900.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) als angemessen.