# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7b076380-912d-4c6c-8d16-1a7c469c8a30
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1942, ist Elektroingenieur und als solcher als selbständi
ger Elektroplaner beratend tätig. Da sein Hörvermögen erheblich ein
geschränkt ist, wurde er im Jahre 1996 erstmals mit einem Hörgerät versorgt. Im Rahmen einer Neuversorgung verfügte die IV-Stelle am 24. Juni 2004 einen Kostenbeitrag in Höhe von Fr. 3'579.85 für die Abgabe eines Hörgerätes links gemäss Indikationsstufe 3. Hingegen lehnte sie die Kostenbeteiligung an eine Doppelversorgung ab (Urk. 8/11). Die Verfügung erwuchs in der Folge unange
fochten in Rechtskraft.
2.
Mit Eingaben vom 31. Januar 2005 sowie vom 15. Februar 2005 ersuchte
X._
unter Hinweis darauf, dass das zugesprochene Hörgerät verschie
dene Funktionsausfälle erlitten habe, um Kostenbeteiligung an das von ihm in Höhe von Fr. 3'424.30 privat finanzierte E
rsatzhörgerät (Urk. 3/3 und 3/4
). Mit Verfügung vom 23. Februar 2005 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um Kosten
gutsprache für ein Ersatzgerät (Doppelversorgung) ab (Urk. 8/5). Dagegen erhob
X._
am 11. März 2005 Einsprache (Urk. 8/4), welche die IV-Stelle mit Entscheid vom 15. April 2005 abwies (Urk. 2 = Urk. 8/1).
3.
Hiegegen
erhob
X._
hierorts am 6. Mai 2005 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
sowie auf vollständige oder zumindest teilweise Übernahme der Kosten des Er
satzhörgerätes (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 28. Juni 2005 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worauf der Schriftenwechsel mit Gerichtsverfügung vom 30. Juni 2005 geschlossen wurde (Urk. 9). Am 8. Juli 2005 reichte der Beschwerdeführer eine ergänzende Stellungnahme ins Recht (Urk. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) hat jeder Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte gegenüber der Invalidenversicherung Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzu
stellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnahmen gehören laut Art. 8 Abs. 3
lit
. d in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 IVG im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste die Hilfsmittel, de
ren ein Versicherter für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit in seinem Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf. Der Versicherte, der infolge seiner In
validität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Um
welt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, hat nach Art. 21 Abs. 2 IVG im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rück
sicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel. Die Hilfsmittel werden zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausfüh
rung abgegeben. Durch eine andere Ausführung verursachte Kosten hat der Versicherte selbst zu tragen (Art. 21 Abs. 3 IVG).
2.2
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von Art. 21 Abs. 4 IVG hat der Bundesrat in Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) an das Eidgenössische De
partement des Innern (EDI) übertragen, welches die Verordnung über die Ab
gabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut Art. 2 Abs. 4 HVI besteht nur Anspruch auf ein Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung. Durch eine andere Ausführung bedingte Kosten hat der Versicherte selbst zu tragen. Gemäss Ziff. 5.07 HVI Anhang steht den Versicherten der Anspruch auf Abgabe von Hörgeräten bei Schwerhörigkeit zu, sofern das Hörvermögen durch ein solches Gerät namhaft verbessert wird und sie sich wesentlich besser mit der Umwelt verständigen können.
3.
3.1
Streitig ist, ob die Invalidenversicherung (vollständig oder teilweise) für die Kos
ten eines Ersatzhörgerätes (Doppelversorgung) aufzukommen hat.
3.2
Die Beschwerdegegnerin lehnte die Kostenübernahme für das Ersatzgerät im Wesentlichen mit der Begründung ab, gemäss den Bestimmungen des IVG seien lediglich einfache und zweckmässige Hilfsmittel gemäss Hilfsmittelliste zu übernehmen. Von diesem Gebot könne nicht abgewichen werden, um eine op
timale Versorgung, die alle Eventualitäten abdecke, zu übernehmen. Es gelte auch im Bereich der Invalidenversicherung der Grundsatz der Gleichbehand
lung. Dieser erlaube es der Invalidenversicherung nicht, die Grundlagen im Ein
zelfall anders anzuwenden. Die Kostenübernahme für eine Doppelversorgung sei daher nicht möglich (Urk. 2).
3.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, er sei mit Blick darauf, dass er nur noch über ein Gehör verfüge, vollständig auf das Hörvermögen dieses Ohres mittels eines korrekt angepassten Hörgerätes angewiesen. Ohne funktionstüchti
ges Hörgerät sei eine Verständigung und damit auch die Ausübung seines Be
rufes als Geschäftsleiter im Innen- und Aussendienst sowie auch Lehrlingsaus
bildner schlichtweg nicht möglich. Er müsse daher stets ein Ersatzgerät auf sich tragen (Urk. 1 und Urk. 10).
4.
4.1
Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf die einschlägigen Bestimmungen des IVG hingewiesen, welche die Leis
tungspflicht der Invalidenversicherung auf Hilfsmittel einfacher und zweck
mässiger Ausführung beschränken. So hat die versicherte Person in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, not
wendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach gegebenen Umständen best
möglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Zudem muss nach der Rechtsprechung der voraussichtliche Erfolg einer Eingliede
rungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen (BGE 121 V 260). Aus dem Grundsatz der einfachen und zweckmässigen Eingliede
rung hat das Eidgenössische Versicherungsgericht für den Bereich der Hilfsmit
tel abgeleitet, dass Hilfsmittel grundsätzlich nur in einem Exemplar abzugeben sind; eine Versorgung mit mehreren Exemplaren ist (nur) ausnahmsweise statt
haft, wenn dies im Hinblick auf den jeweiligen Eingliederungszweck, wegen des Verschleisses, der Art der
Verwendung oder aus anderen Gründen generell ge
boten ist (vgl. etwa unveröffentlichtes Urteil des Eidgenössischen Versiche
rungsgerichts vom 24. Mai 2002 in Sachen S., I 792/01,
Erw
. 1, unter Hinweis auf ZAK 1985 S. 172
Erw
. 3a).
4.2
Es steht ausser Frage und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer - dessen Hörvermögen links erheblich beeinträchtigt ist und der rechts einen vollständi
gen Hörverlust erlitten hat - an einer ausgeprägten Schwerhörigkeit leidet und sowohl für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit als auch für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt eines Hörgerätes bedarf (vgl. etwa Urk. 8/17). Das Ersuchen des Beschwerdeführers um Versorgung mit einem Ersatzhörgerät für den Fall des Ausfalls des Erstgerätes erscheint daher zwar durchaus nachvoll
ziehbar. Indessen darf aufgrund der Akten davon ausgegangen werden, dass das Erstgerät - auch wenn es im Januar 2005 zwei Ausfälle erlitt (vgl. Urk. 8/20) und solche auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden können - in der Regel funktionstüchtig ist. Damit ist der Beschwerdeführer jedoch im Sinne der mass
geblichen Bestimmungen genügend eingegliedert, was
um so
mehr gilt, als im Falle eines ausnahmsweisen Defekts des Hilfsmittels die reparierenden Stellen für die Dauer der Reparatur unentgeltlich ein Ersatzhilfsmittel zur Verfügung zu stellen haben (vgl.
Rz
1049 des Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmit
teln durch die Invalidenversicherung; KHMI). Die Versorgung mit einem Zweit
gerät zum Zwecke des (ausnahmsweisen) Notgebrauchs kann daher nicht als einfache und zweckmässige Eingliederungsmassnahme bezeichnet werden.
Ebensowenig
erscheint sie verhältnismässig. Die Doppelversorgung erscheint vielmehr als bestmögliche Vorkehr, für welche - da kein Anspruch auf optimale Eingliederung besteht - die Invalidenversicherung nicht leistungspflichtig ist (vgl.
Erw
. 4.1 hievor).
4.3
Nachdem aufgrund der Akten auch keine anderen Umstände ersichtlich sind, die eine ausnahmsweise Abgabe von mehreren Exemplaren des benötigten Hilfs
mittels im Sinne der vorerwähnten Rechtsprechung als erforderlich erscheinen lassen (vgl.
Erw
. 4.1), ergibt sich, dass die beantragte (Doppel-)Versorgung mit einem Zweitgerät nicht einfach und zweckmässig ist, weshalb keine Leistungs
pflicht der Invalidenversicherung besteht. Der angefochtene
Einspracheent
scheid
erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.