# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b30c3b0c-7901-4aab-8985-a9b04acf3d2c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
hat die Hotelfachschule
sowie
eine Ausbildun
g zum Personalleiter absolviert.
Von April 2000 bis Oktober 2013 war er als Leiter Personalwesen bei der
A._
AG, angestellt.
Ein Arbeitsverhältnis bei der
B._
AG, als HR Manager löste der Versicherte im April 2015 noch in der Probezeit auf (
Urk.
6/3/6, 6/7/2 f. und 6/12).
Nachdem sich bereits im Dezember 2016 die behandelnden Ärzte des Versicherten an die IV-Stelle gewandt hatten (vgl.
Urk.
6/1), meldete sich der Versicherte selber unter
Hinweis auf eine Depression am 1
2.
Januar 2017 bei der Invalidenversicherung z
um Leistungsbezug an (
Urk.
6/3), worauf
d
ie Sozial
versi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
am
3.
Februar 2017 ein Standort
gespräch durchführte (
Urk.
6/7).
Mit Schreiben vom
8.
Februar 2017 teilte sie de
m Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
6/9).
Nach Eingang eines Berichtes des behandelnden Psychologen (
Urk.
6/11) sowie eines aktuellen Aus
zugs aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/12) holte die IV-Stelle beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine Stellungnahme ein (Urk.
6/13/3 ff.).
Mit Vorbescheid vom 1
1.
Mai 2017 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/14), wogegen jener am 2
2.
Mai 2017 Ein
wand erhob (
Urk.
6/17). Am 2
6.
Juni 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündig
ten Sinne (
Urk.
6/20 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1
6.
August 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
September 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Versicherte mit Verfügung vom 2
5.
September 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Mit Eingabe vom
2.
Oktober 2017 äusserte
sich dieser
erneut zur Sache (
Urk.
8), wobei der IV-Stelle eine Kopie dieses Schreibens als Beilage zu diesem Urteil zugestellt wird.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invali
denversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufga
benbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzel
fall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben
-
den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schluss
folgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
2) im Wesentlichen in Erwägung, dass
die Berichte der behandelnden Fach
kräfte durch den RAD geprüft worden seien. Ein
langandauernder Gesundheits
schaden
sei nicht
ausgewiesen
, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung bestehe.
Weitere medizinische Abklärungen
,
wie insbesondere in Form einer ärztlichen Begutachtung
,
seien nicht notwendig.
2.2
Dem hielt
der Versicherte in seiner Beschwerdeschrift vom 1
6.
August 2017 (
Urk.
1) zusammengefasst
entgegen, weder die Stellungnahme des RAD noch die Argumentation der Beschwerdegegnerin seien überzeugend. Es könne dahinge
stellt bleiben, ob die Berichte der behandelnden Fachkräfte genüg
t
en, um mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Invalidität aus
zu
gehen
. Insbesondere angesichts der langen Krankheitsdauer und der seit rund vier Jahren in Anspruch genommenen psychotherapeutischen Behandlung
könne eine invalidisierende psychische Erkrankung keineswegs ausgeschlossen werden. Die IV-Stelle sei ihrer Untersuchungspflicht gemäss
Art.
43
Abs.
1 ATSG nicht nach
gekommen. Zwecks abschliessender Beurteilung des Rentenanspruchs seien ergänzende medizinische Abklärungen notwendig
, weshalb der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen sei
(
Urk.
1 S. 5).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
September 2017 (
Urk.
5)
wies
die IV-Stelle
ergänzend darauf hin, dass keine fachärztlichen psychiatrischen Berichte vor
liegen würden. Die Therapie sei im Rahmen einer Delegation durch
den Psycho
logen
Dr.
C._
erfolgt.
Ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen.
2.4
Demgegenüber machte der Versicherte in seiner Eingabe vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
8) darauf aufmerksam, dass der umfassende Bericht vom 1
2.
Dezember 2016 nicht nur von
Dr.
C._
, sondern auch von
Dr.
D._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
unterzeichnet worden sei. Es liege somit sehr wohl ein fachärztlicher psychiatrischer Bericht mit wesentlichen Diagnosen und Befunden vor.
3.
3.1
Dr.
C._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
5.
Oktober 2013 eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1)
. Seit Oktober 2012 sei es zwischen dem Versi
cherten und seinem Vorgesetzten zu schweren Meinungsverschiedenheiten gekommen, worauf sich - koinzident zu einer allgemeinen Alterung - eine anti-kommerzielle Gesinnung entwickelt habe.
Seither liege ein Burnout-Syndrom vor.
Der Beschwerdeführer habe sein Arbeitsverhältnis
aus gesundheitlichen Gründen gekündigt und sei psychisch nicht mehr
in der Lage
,
seine Aufgaben als Personalleiter zu erfüllen. Er leide an Schlaflosigkeit, einer stark reduzierten Belastbarkeit, einer Einengung auf eine spirituelle Ideologie, Fluchtfantasien sowie einer gleichgültigen bis passiv-aggressiven Haltung dem
Geschäftsb
etrieb gegenüber (
Urk.
6/1/4).
3.2
Im von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
unterzeichneten Bericht vom 1
2.
Dezember 2016 sind folgende Diagnosen aufgeführt (
Urk.
6/
1/1):
-
Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher-vermeidenden und schizoiden Tendenzen (ICD-10 F 60.6, F 60.1),
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1-2).
Der Versicherte
falle auf durch korrekte Manieren und perfekte Selbstkontrolle. Er sei unterwürfig, konfliktvermeidend und misstrauisch, aber auch sehr freund
lich und vertrauenswürdig. Er schotte sich ab und meide jegliche Kontakte.
Wie bereits im Bericht vom 1
5.
Oktober 2013 wiesen
Dr.
C._
und
Dr.
D._
insbesondere auf die Schlaflosigkeit und auf die stark reduzierte Belastbarkeit hin. Ferner seien anhängige bis devote Tendenzen gegenüber dominierenden Frauen vorhanden. Auffallend sei überdies eine abgehobene Haltung, welche vom Versicherten lange Zeit als spirituell eingestuft worden sei, bis er die auftretende Suizidalität als krankhaft erlebt habe.
Aufgrund der psychischen Störung sei der
Beschwerdeführer
auf dem ersten Arbeitsmarkt bis zum Pensionsalter nicht
mehr
vermittelbar. Aktuell nehme er alle vier Wochen eine psychotherapeutische Behandlung wahr
(
Urk.
6/1/2 f.
).
3.3
Zum selben Schluss gelangte
Dr.
C._
bei
identischen
Diagnosen auch in seinem Bericht vom 2
8.
Februar 201
7.
Die Befundlage
zeigte
sich grund
sätzlich ebenfalls unverändert. Ergänzend ist dem Bericht in diesem Kontext zu ent
nehmen, dass
der Versicherte selbstkontrollierende bis zwanghafte Handlungen
vornehme
.
Durch die Krankheitseinsicht fühle er sich der Welt nicht mehr gewachsen und erlebe sich als Versager. Er sei überzeugt, die einfachsten Erwar
tungen
eines Arbeitgebers nicht erfüllen zu können. Es fehle an einer Drucktole
ranz und an der Fähigkeit, sich in komplexe Probleme einzuarbeiten. Darüber hinaus stünden die Kontrollzwänge
einer effizienten
Arbeit
sweise
entgegen (
Urk.
6/11/1-3).
3.4
Gestützt auf die Akten nahmen am 2
2.
März 2017 sowohl
Dr.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als auch
F._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, sowie
Dr.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zur gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers Stellung.
In Bezug auf die von den behandelnden Fachkräften diagnostizierte Per
sönlich
keitsstörung hielten die RAD-Ärzte fest, dass weder
die Schul- noch die
Berufs
ausbildung
des Versicherten problematisch verlaufen sei. Er sei auch in der Lage gewesen, sich bis in eine leitende Stellung hochzuarbeiten. Folglich sei eine erst seit 2013 bestehende Persönlichkeitsstörung stark anzuzweifeln; die Diagnose sei nicht nachvollziehbar. An und für sich sei wohl eher die getroffene Berufswahl problematisch gewesen, da der Versicherte angeblich schon immer nicht gerne Personalleiter gewesen sei und mit der Informationstechnik Mühe
bekundet
habe.
Hinsichtlich der
ebenfalls diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F32.1) sei darauf hinzuweisen, dass eine depressive Störung das Auftre
ten rezidivierender depressiver Episoden voraussetze, welche jedoch von den behandelnden Fachkräften nicht nachvollziehbar dargelegt worden seien.
Depressive Symptome seien den von
Dr.
C._
erhobenen Befunden nicht zu entnehmen; vielmehr seien Anhaltspunkte für akzentuierte Persönlichkeitszüge vorhanden.
Ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei
ins
gesamt
nicht plausibel nachvollziehbar.
Ohnehin lägen keine fachärztli
ch-psychiatrischen Berichte vor, da
Dr.
D._
lediglich das Attest vom
7.
Mai 2015 betreffend Kündigung auf ärztlichen Rat sowie den Bericht vom 1
2.
De
zember 2016 mitunterzeichnet
habe
. Die Therapie werde im Rahmen einer Delegation durch
Dr.
C._
ausgeführt, welcher auch den Bericht vom 2
8.
Februar 2017 verfasst und in Rechnung gestellt habe (zum Ganzen
Urk.
6/13/4 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung auf die Stellungnahme der RAD-Ärzte vom 2
2.
März 201
7.
Bei dieser handelt es sich um eine Aktenbeurteilung, da der Versicherte nicht untersucht wurde.
Ihr
kann trotzdem voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vor
liegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2).
Dies ist vorliegend der Fall. So
liegen mehrere Berichte von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
vor, welche sowohl in Bezug auf die gestellten Diagnosen
als
auch
hinsichtlich der
erhobenen Befunde im Wesentlichen übereinstimmen.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstan
den,
dass die RAD-Ärzte auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerde
führers verzichteten. Ihre Stellungnahme haben sie im Weiteren in
Kenntnis der
Vorakten
abgegeben. Mit
Dr.
G._
war
zudem
eine Ärztin beteiligt, welche über die notwendige fachliche Qualifikation im Bereich Psychiatrie und Psychothera
pie verfügt.
Näher zu prüfen bleibt im Folgenden
jedoch
, ob die RAD
Stellung
nahme auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet. Der Beschwerde
führer bestreitet dies und
beantragt ergänzende medizinische Abklärungen (Urk.
1 S. 5).
4.2
Die RAD-Ärzte gelangten zur Überzeugung, dass kein dauerhafter Gesund
heits
schaden ausgewiesen sei, wobei sie
in erster Linie die von den behandelnden Fachkräften gestellten Diagnosen als nicht nachvollziehbar erachteten
.
So
ergäben sich keine Hinweise darauf, dass beim Versicherten im Laufe der schuli
schen und beruflichen Ausbildung
relevante Probleme aufgetreten seien (
Urk.
6/13/4).
Den RAD-Ärzten ist in diesem Zusammenhang beizupflichten, dass eine Persönlichkeitsstörung gemäss den diagnostischen Leitlinien nach ICD-10
immer
in der Kindheit oder Jugend beginnt und sich auf Dauer im Erwachsenen
alter manifestiert (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifi
kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leit
linien, 1
0.
Auflage, 2015, S. 277
; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_71/2017 vom 2
0.
April 2017 E. 9 und 8C_882/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3.3.2
).
Anhaltspunkte für psychische Störungen in der Kindheit oder Jugend ergeben sich aus den Akten -
namentlich
aus den Berichten von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
-
allerdings nicht
(vgl.
Urk.
6/1/1 f., 6/11/2)
.
Auch anlässlich des von der Beschwerdegegnerin durchgeführten Standortgesprächs vom
3.
Februar 2017 äusserte sich der Versicherte nicht in diesem Sinne (vgl.
Urk.
6/7/3 f.). In psycho
therapeutische Behandlung begab er sich ausserdem erstmals im April 2013 im Alter von rund 56 Jahren
(
Urk.
6/1/4).
Abgesehen davon
legten die behandelnden Fachkräfte
in keiner Weise
dar, inwiefern die übrigen allgemeinen diagnostischen Leitlinien
sowie die spezifischen Kriterien für eine Per
sönlich
keitsstörung mit selbstunsicher-vermeidenden und schizoiden Tendenzen erfüllt seien (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 276, 278 und 282).
Insgesamt ist daher die Einschätzung der RAD-Ärzte, wonach die Diagnose einer Persönlich
keitsstörung nicht
nachvollzogen werden könne
, nicht in Zweifel zu ziehen.
Dasselbe
gilt hinsichtlich der
depressive
n
Erkrankung. Zwar gingen die RAD
Ärzte zu Unrecht davon aus, dass seitens der behandelnden Fachkräfte eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert worden sei.
Diagnostiziert wurde eine schwere bis mittelgradige depressive Episode gemäss den Leitlinien nach ICD-1
0.
Zutreffend führten
die RAD-Ärzte
jedoch aus
, dass dem von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
erhobenen Psychostatus keine depressiven Symp
tome zu ent
nehmen seien (vgl.
Urk.
6/13/4 f.).
In der Tat fehlen typische Symp
tome wie gedrückte Stimmung, Interessensverlust und Freudlosigkeit sowie ver
minderter Antrieb und erhöhte Ermüdbarkeit (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S.
169).
Darüber hinaus mangelt es allgemein an einer kritischen Würdi
gung der vom Versicherten subjektiv geklagten Beschwerden
beziehungsweise an einer objektiven Befunderhebung
.
Das Vorliegen einer mittelgradigen bis schwe
ren depressiven Episode
ist
im Weiteren
mit Blick auf
die vom Beschwerdeführer nur monatlich
respektive
in unregelmässigen Abständen
wahrgenommene ambulante psychotherapeutische Behandlung
nicht nachvollziehbar
(vgl.
Urk.
6/1/3, 6/11/3
).
Ausserdem
fällt auf, dass sich der Beschwerdeführer nach einer mehrmonatigen Behandlungspause im Oktober 2016 wieder in Behandlung begab, um
Ansprüche gegenüber der Invalidenversicherung
prüfen zu lassen
(
Urk.
6/1/2, 6/11/2). Diese Gegebenheiten sprechen
nicht für
einen erheblichen Leidensdruck
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
4.3
Nach dem Gesagten
haben die RAD-Ärzte entgegen der Argumentation des Ver
sicherten überzeugend dargelegt, weshalb auf die Berichte von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
nicht abgestellt werden kann.
Ihnen ist beizupflichten, dass ein inva
lidisierender
psychischer Gesundheitsschaden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.
Ergänzend ist
in diesem Kontext
festzuhalten, dass
psychische Störungen
generell
nur dann als invalidisierend
gelten
, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind (
BGE
141 V 281 E. 4.3.1.2).
All
enfalls vorhandene
akzentuierte Persön
lichkeitszüge (vgl.
Urk.
6/13/5) vermögen keinen rechterheblichen Gesund
heits
schaden zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezem
ber 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1).
Dies gilt ebenso für das
in den Berichten
von
Dr.
C._
erwähnte Burnout-Syn
drom (vgl.
Urk.
6/1/4,
6/11/2), welches bei Personen mit bestimmten Persönlich
keitsmerkmalen in psychosozialen Belastungssituationen auftreten kann.
Es ent
spricht keiner Erkrankung im Sinne der anerkannten internationalen Klassifika
tionssysteme
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_302/2011 vom 20. Sep
tember 2011 E. 2.3, vgl. auch Urteile 9C_645/2015 vom 3. Februar 2016 E. 4.1 und 9C_894/2015 vom 25. April 2016 E. 5.1 mit Hinweisen).
Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht grund
sätz
lich für sämtliche psychischen Leiden die Anwendbarkeit des
indikatoren
geleiteten
Beweisverfahrens gemäss
BGE
141 V 281 statuiert hat (BGE
143 V 409 und 418). Ein solches bleibt jedoch aus Gründen der Verhältnismässigkeit dort ent
behrlich, wo im Rahmen fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit
in
nach
vollziehbar begründeter Weise verneint wird und gegenteiligen Ein
schätzungen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 418 E. 7.1). Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
, zumal
auf die Aktenbeurteilung der RAD-Ärzte abgestellt werden kann und die allein vom Psychologen Dr.
C._
erstellten Berichte (
Urk.
6/1/4,
6/11/1-5) nicht geeignet sind, diese fachärztlichen Feststellungen umzustossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 3
0.
März 2016 E. 4.2.4 mit Hinweis).
In Bezug auf den
Bericht vom
1
2.
Dezember 2016 weist der Versicherte zwar berechtigterweise darauf hin (
Urk.
8), dass es sich dabei um einen fachärztlichen psychiatrischen Bericht handle, da er von
Dr.
D._
mitunterzeichnet
worden sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_547/2010 vom 2
6.
Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
Dies ändert indes nichts daran, dass der Bericht inhaltlich
aus diversen Gründen
nicht
schlüssig ist und
daher
nicht
überzeugt
(vgl. E. 4.2
hievor
).
4.4
Zusammenfassend
gelangte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Stellung
nahme der RAD-Ärzte vom 2
2.
März 2017 zu Recht zum Schluss, dass kein psychischer Ge
sundheitsschaden ausgewiesen ist
, welcher dauerhaft und in erheblichem Ausmass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen ver
mag.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass sie auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet hat.
Bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweck
mässigkeit von medizinischen Erhebungen
kommt
ihr
ein grosser Ermessens
spiel
raum
zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 3.2 mit Hinweisen) und sie
hat den
massgeblichen
Sachverhalt soweit ermittelt, dass über den Leistungsanspruch mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit entschieden werden
kann
.
Von weiteren medizinische
n
Abklärungen
sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 12
2 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Da sich die angefochtene Verfügung vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
2)
somit
als rech
tens erweist, ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.