# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6fe8c9b8-daa2-4778-842d-982d0bad87d9
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 31. Oktober 2016 (EE150142-C)
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Rechtsbegehren:
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 20, Urk. 33):
"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien gemäss Art. 175 ZGB auf unbestimmte Zeit zum Getrenntleben berechtigt sind.
2. Der gemeinsame Sohn C._, geb. tt.mm.2015, sei unter die alleinige elterliche Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
3. Es sei dem Gesuchsgegner für die Dauer des Getrenntlebens ein Besuchsrecht wie folgt einzuräumen: − Jede Woche alternierend Samstag oder Sonntag von 14.00 Uhr
bis 18.00 Uhr
− An jedem ersten Wochenende im Monat mit Übernachtung  ab Samstag 16.00 Uhr bis Sonntag 12.00 Uhr.
Es sei eine Besuchsbeistandschaft zu errichten. Der Besuchsbeistand / die Besuchsbeiständin soll u.a. die Aufga-
be erhalten, das Besuchsrecht zu organisieren und die korrekte Einhaltung zu überprüfen.
4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin auf erstes Verlangen folgende Gegenstände aus dem Banksafe,  auf den Namen des Gesuchsgegners, bei der Migros Bank herauszugeben:
− Hochzeitsschmuck, der der Gesuchstellerin von ihrer Familie  wurde (Set).
5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für den gemeinsamen Sohn C._, geb. tt.mm.2015, Fr. 2'000.– monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzulagen) rückwirkend seit dem 1. Oktober 2015 zu bezahlen.
6. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Gesuchstellerin Fr. 2'716.75 monatlich jeweils im Voraus zahlbare  zu bezahlen, rückwirkend seit dem 1. Oktober 2015.
7. Es sei die Gütertrennung anzuordnen. 8. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin
einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von Fr. 4'000.–, zahlbar direkt an die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin, zu bezahlen.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zu Lasten des Gesuchsgegners."
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des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 22):
"1. Es sei den Eheleuten das Getrenntleben zu bewilligen und davon Vormerk zu nehmen, dass sie seit dem 1. Oktober 2015 getrennt leben.
2. Es sei das Kind C._, geboren am tt.mm.2015, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut des  zu stellen.
3. Der Gesuchstellerin sei ein grosszügiges Besuchs- und  einzuräumen.
4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgegner  der Dauer des Getrenntlebens für die Kosten und Erziehung von C._, geboren am tt.mm.2015, vollumfänglich selbst  und auf Kinderunterhalt der Gesuchstellerin verzichtet.
5. Die Gesuchstellerin sei daher lediglich zu verpflichten, dem  jeweils auf den 1. eines Monats die gesetzlichen oder vertraglichen Kinderzulagen für das gemeinsame Kind der Parteien C._, geboren am tt.mm.2015, zu bezahlen, falls und solange sie diese bezieht.
6. Eventualantrag für den Fall, dass C._ nicht unter die alleinige Obhut des Gesuchsgegners gestellt werden sollte: Das  Kind der Parteien C._, geboren am tt.mm.2015, sei  die alternierende Obhut der Parteien zu stellen, wobei sich der gesetzliche Wohnsitz des Kindes am Wohnort des  befindet;
Weiter sei folgende Betreuungsregelung für Sohn C._ :
Woche 1: Betreuung durch Gesuchsgegner von Sonntagabend 18.00 Uhr bis Mittwoch 18.00 Uhr, Betreuung durch  von Mittwoch 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr,
Woche 2: Betreuung durch Gesuchsgegner von Sonntagabend 18.00 Uhr bis Mittwoch 18.00 Uhr, Betreuung durch  von Mittwoch 18.00 Uhr bis Freitagabend 18.00 Uhr, dann  durch Gesuchsgegner und von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr.
Danach wieder Betreuung wie in Woche 1, gefolgt von der  wie in Woche 2 etc.
Weiter verbringt C._ 4 Ferienwochen pro Jahr bei der ;
Die Eltern sprechen sich jeweils bis zum 1. März eines jeden  über die Ferien und Feiertage des folgenden Jahres ab. Kommt keine Einigung zustande, hat der Gesuchsgegner in den
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Jahren mit gerader Jahreszahl das Wahlrecht und die  in den Jahren mit ungerader Jahreszahl.
7. Eventualantrag betreffend Kinderunterhalt für den Fall, dass C._ nicht unter die alleinige Obhut des Gesuchsgegners , sondern unter die alternierende Obhut der Parteien gestellt wird:
Es sei festzuhalten, dass die Parteien diejenigen Kosten für den gemeinsamen Sohn C._, geboren am tt.mm.2015, die  der Zeit anfallen, die er beim betreuenden Elternteil , (insbesondere Verpflegung, Kleidung, Anteil Miete etc.) jeweils selber übernehmen.
Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, die regelmässig anfallenden Kinderkosten, wie insbesondere Krankenkasse und , zu bezahlen.
Weiter übernimmt jeder Elternteil die Kosten für C._, die während den Ferien bei ihm/ihr anfallen, selber.
Überdies sei festzustellen, dass die Kostenregelung auf dem  gemäss Ziff. 6 vorstehend basiert und neu  werden muss, wenn sich dieser wesentlich verändern sollte.
8. Subeventualantrag betreffend persönlichen Verkehr für den Fall, dass C._ unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin  werden sollte:
Der Gesuchsgegner sei berechtigt zu erklären, Sohn C._ bis zum Umzug der Gesuchstellerin in eine eigene Wohnung  zu betreuen sowie nach Umzug der Gesuchstellerin in eine eigene Wohnung jeweils am 1. und 3. Wochenende eines jeden Monats von Samstag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr sowie  am 2. und 4. Wochenende eines jeden Monats von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr, jährlich am 26. Dezember und in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage (Karfreitag bis und mit Ostermontag) und in den Jahren mit  Jahreszahl über die Pfingstfeiertage (Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag) sowie während vier Ferienwochen auf  Kosten zu sich und mit sich auf Besuch zu nehmen.
9. Der Gesuchsgegner sei während des Aufenthalts der  im Frauenhaus lediglich zur Zahlung der  (KVG und VVG) von Sohn C._ sowie der  persönlich zu verpflichten, unter Anrechnung der seit der Trennung bereits von ihm bezahlten Prämien.
10. Die Verpflichtung des Gesuchsgegners zur Zahlung von  an die Gesuchstellerin persönlich sei im Falle der alleinigen oder alternierenden Obhutszuteilung von Sohn C._ an den Gesuchsgegner bis zum 31. März 2016 zu befristen.
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11. Subeventualantrag betreffend Kinderunterhalt und ehelicher  für den Fall, dass C._ unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt werden sollte:
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab dem Umzug in eine eigene Wohnung an den Kosten des  von Sohn C._ monatliche Beiträge von je Fr. 1'000.–, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen / Ausbildungszulagen, zu bezahlen.
Weiter sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  persönlich ab dem Umzug in eine eigene Wohnung monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'939.– zu bezahlen, zahlbar im , je auf den Ersten des Monats.
12. Es sei die eheliche Wohnung an der ...-strasse .. in D._ dem Gesuchsgegner samt Hausrat und Mobiliar zur alleinigen  resp. im Falle der Zuteilung der alleinigen oder  Obhut an ihn zur Benutzung zusammen mit seinem Sohn C._ zuzuweisen.
13. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, bei der Übertragung des Mietverhältnisses auf den Gesuchsgegner soweit als nötig mitzuwirken.
14. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Einsetzung einer  i.S. von Art. 308 Abs. 2 ZGB sei abzuweisen.
15. Es sei per 6. Oktober 2015 die Gütertrennung anzuordnen. 16. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Herausgabe des Schmuckes
sei abzuweisen. 17. Der Antrag der Gesuchstellerin auf einen Prozesskostenbeitrag
sei vollumfänglich abzuweisen. 18. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 %
Mehrwertsteuer zu Lasten der Gesuchstellerin."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 31. Oktober 2016 (Urk. 90 S. 39 ff.):
1. Es wird Vormerk genommen, dass die Parteien seit dem 1. Oktober 2015
getrennt leben.
2. Die Obhut für den Sohn C._, geboren am tt.mm.2015, wird der Klägerin
zugeteilt.
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3. Der Ehemann wird berechtigt, C._, geboren am tt.mm.2015, bis zum
7. März 2018 jeden Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie an jedem
ersten Wochenende im Monat von Samstag 16.00 Uhr bis Sonntag 12.00
Uhr mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Der Ehemann wird berechtigt, C._ , geboren am tt.mm.2015, ab dem
8. März 2018 am ersten und dritten Wochenende jedes Monats jeweils ab
Freitagabend, 19.00 Uhr bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, sowie in geraden
Jahren an Ostern, in ungeraden Jahren an Pfingsten und in jedem Jahr am
zweiten Weihnachtstag auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch
zu nehmen und C._ ausserdem ab schulpflichtigem Alter für drei Wo-
chen jährlich während der Schulferien auf eigene Kosten mit sich oder zu
sich in die Ferien zu nehmen.
Das Ferienbesuchsrecht wird mindestens drei Monate im Voraus anzukün-
digen sein.
4. Es wird eine Erziehungsbeistandschaft für den Sohn C._, geboren am
tt.mm.2015, im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB angeordnet.
Der Erziehungsbeistand wird insbesondere mit folgenden Aufgaben betraut:
− Unterstützung der Eltern mit Rat und Tat;
− Vermittlung und Schlichtung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten be-
treffend C._;
− Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Bezug auf ihre El-
ternschaft, z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen mit
den Eltern und Inputs dazu, wie eine eigenverantwortliche Elternschaft
trotz Trennung gelebt werden kann.
5. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kreis Bülach Süd wird ersucht,
einen Beistand zu ernennen.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt und die Erzie-
hung des Sohnes C._, geboren am tt.mm.2015, monatliche, im Voraus
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auf den ersten des Monats zahlbare, Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger
gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 1'400.– von 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2016
- Fr. 2'000.– mit Wirkung ab 1. Januar 2017 für die weitere Dauer des
Getrenntlebens.
7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für sie persönlich monatliche, im
Voraus auf den ersten des Monats zahlbare, Unterhaltsbeiträge wie folgt zu
bezahlen:
- Fr. 2'310.– von 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2016
- Fr. 2'715.– mit Wirkung ab 1. Januar 2017 für die weitere Dauer des
Getrenntlebens.
8. Die vormals eheliche Wohnung an der ...strasse ... in D._ wird mitsamt
Mobiliar und Hausrat dem Beklagten zur alleinigen Benützung zugewiesen.
Die Klägerin wird verpflichtet bei der Übertragung des Mietverhältnisses mit-
zuwirken.
Es wird vorgemerkt, dass die Klägerin die eheliche Wohnung bereits verlas-
sen hat.
9. Der Antrag der Klägerin auf Zuweisung des Hochzeitsschmuckes wird ab-
gewiesen.
10. Der Antrag der Parteien auf Anordnung der Gütertrennung wird abgewiesen.
11. Das Gesuch der Klägerin um Leistung eines Prozesskostenbeitrages durch
den Beklagten wird abgewiesen.
12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 600.– Dolmetscherkosten
Fr. 4'600.– Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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13. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zu-
folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht
gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
14. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
15. [Schriftliche Mitteilung]
16. [Rechtsmittelbelehrung Berufung]
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 89 S. 2 ff.; Urk. 106 S. 2):
"1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 bezüglich Dispositivziffer 2 abzuändern und es sei das Kind C._, geboren am tt.mm.2015, für die Dauer des  unter die alleinige Obhut des Beklagten zu stellen;
Dabei sei der Klägerin in Abänderung von Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Bülach vom 31. Oktober 2016 ein grosszügiges Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen;
2. Eventualbegehren für den Fall, dass C._ nicht unter die  Obhut des Beklagten gestellt werden sollte, sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 bezüglich  2 abzuändern und es sei das gemeinsame Kind der Parteien C._, geboren am tt.mm.2015, unter die  Obhut der Parteien mit wechselnder Betreuung zu stellen, wobei sich der gesetzliche Wohnsitz des Kindes am Wohnort des Gesuchsgegners befindet,
Entsprechend sei in Abänderung von Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 folgende  für Sohn C._ festzulegen:
Woche 1: Betreuung durch den Beklagten von Sonntagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 18.00 Uhr, Betreuung durch die Klägerin von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,
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Woche 2: Betreuung durch Beklagten von Sonntagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwoch, 18.00 Uhr, Betreuung durch die Klägerin von Mittwoch, 18.00 Uhr, bis Freitagabend, 18.00 Uhr, dann  durch Beklagten von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis , 18.00 Uhr.
Danach wieder Betreuung wie in Woche 1, gefolgt von der  wie in Woche 2 etc. wobei die Übergaben am Treffpunkt beim Hauptbahnhof Zürich stattzufinden haben.
Weiter verbringt C._ 4 Ferienwochen pro Jahr beim Beklag-
ten;
Die Eltern sprechen sich jeweils bis zum 1. März eines jeden Jah-
res über die Ferien und Feiertage des folgenden Jahres ab. Kommt keine Einigung zustande, hat der Beklagte in den Jahren mit gerader Jahreszahl das Wahlrecht und die Klägerin in den Jahren mit ungerader Jahreszahl.
3. Subeventualantrag betreffend persönlichen Verkehr für den Fall, dass C._ unter die alleinige Obhut der Klägerin gestellt  sollte:
Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 bezüglich Dispositivziffer 3 aufzuheben und der Beklagte für berechtigt zu erklären, seinen Sohn C._ an jedem 1. und 3. Wochenende des Monats jeweils am Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie an jedem 2. und 4. Wochenenden jeweils von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, jährlich am 26.  und in den Jahren mit gerader Jahreszahl über die  (Karfreitag bis und mit Ostermontag) und in den Jahren mit ungerader Jahreszahl über die Pfingstfeiertage ( bis und mit Pfingstmontag) sowie während vier Ferienwochen auf eigene Kosten zu sich und mit sich auf Besuch zu nehmen;
4. Zudem sei Dispositivziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts
Bülach vom 31. Oktober 2016 vollumfänglich aufzuheben und durch folgende Regelung zu ersetzen:
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt und die Erziehung des Sohnes C._, geboren am tt.mm.2015, monatliche, im Voraus auf den ersten des Monats zahlbare  zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen - unter Anrechnung der bisher geleisteten  (Krankenkassenprämien) - wie folgt zu bezahlen:
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- CHF 1'400.00 ab 20. Oktober 2015 bis zur Rechtskraft des Berufungsentscheides, welcher die Obhut über Sohn C._ dem Beklagten zuteilt oder diesen unter die  Obhut beider Parteien stellt;
- CHF 0.00 ab Rechtskraft des Berufungsentscheides,  die Obhut über Sohn C._ dem Beklagten zuteilt oder diesen unter die gemeinsame Obhut beider Parteien stellt;
5. Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31.
Oktober 2016 sei vollumfänglich aufzuheben und durch folgenden Wortlaut zu ersetzen:
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für sie persönlich , im Voraus auf den ersten des Monats zahlbare  - unter Anrechnung der bisher geleisteten  (Krankenkassenprämien) - wie folgt zu bezahlen:
- CHF 2'273.00 vom 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016 - CHF 1 '333.00 vom 1. März 2016 bis 30. September 2016
- CHF 2'273.00 vom 1. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2016 - CHF 843.00 ab dem 1. November 2016 bis drei Monate
nach Eintritt der Rechtskraft des Berufungsentscheides,  die Obhut über Sohn C._ dem Beklagten zuteilt;
- CHF 0.00 ab einer Frist von drei Monaten ab Rechtskraft des Berufungsentscheides, welcher die Obhut über Sohn C._ dem Beklagten zuteilt;
6. Eventualantrag betreffend Ehegattenunterhalt, falls C._ unter die gemeinsame Obhut der Parteien mit wechselnder Betreuung gestellt wird:
Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 sei vollumfänglich aufzuheben und durch folgenden Wortlaut zu ersetzen:
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für sie persönlich mo-
natliche, im Voraus auf den ersten des Monats zahlbare  - unter Anrechnung der bisher geleisteten  (Krankenkassenprämien) - wie folgt zu bezahlen:
- CHF 2'273.00 vom 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016
- CHF 1'333.00 vom 1. März 2016 bis 30. September 2016 - CHF 2'273.00 vom 1. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2016
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- CHF 843.00 ab dem 1. November 2016 bis drei Monate nach Eintritt der Rechtskraft des Berufungsentscheides,  Sohn C._ unter die gemeinsame Obhut beider Parteien stellt;
- CHF 0.00 ab einer Frist von drei Monaten ab Rechtskraft des Berufungsentscheides, welcher Sohn C._ unter die gemeinsame Obhut beider Parteien stellt;
7. Subeventualbegehren für den Fall, dass Sohn C._ nicht dem Beklagten zugeteilt und nicht unter die gemeinsame Obhut der Parteien gestellt wird, sei das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2016 bezüglich Dispositivziffer 7 aufzuheben und der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die  persönlichen Unterhaltsbeiträge - unter Anrechnung der  geleisteten Zahlungen (Krankenkassenprämien) - zu :
- CHF 2'273.00 vom 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016
- CHF 1'333.00 vom 1. März 2016 bis 30. September 2016 - CHF 2'273.00 vom 1. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2016 - CHF 713.00 ab dem 1. November 2016 bis 31. Dezember
2016 - CHF 0.00 ab dem 1. Januar 2017 für die weitere Dauer des
Getrenntlebens
zahlbar im Voraus jeweils auf den ersten jeden Monats;
8. Subsubeventualiter: Es sei die Sache gestützt auf Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% ) zu Lasten der Klägerin."
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 97 S. 2):
"1. Die Anträge des Beklagten und Berufungsklägers seien  abzuweisen.
2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Dispositiv-Ziffern 1, 4,
5 und 8-14 des Urteils des Einzelgerichts am Bezirksgericht Bülach vom 31. Oktober 2016 (EE150142-C) in Rechtskraft  sind.
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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu Lasten des Beklagten und Berufungsklägers."
Prozessuale Anträge im Berufungsverfahren:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 89 S. 6 f.):
"1. Es sei ein umfassendes Gutachten durch den Kinder- und  Dienst des Kantons Zürich,  9, 8032 Zürich, oder eine ähnliche Institution zu erstellen, um die Erziehungsfähigkeit der Parteien sowie die Frage der  zu klären;
2. Es sei eine kinderärztliche Untersuchung von Sohn C._ zu
dessen Gesundheits- und Entwicklungsstand durch einen / eine durch die Rechtsmittelinstanz zu bezeichnenden Kinderarzt /  durchzuführen, um die Erziehungsfähigkeit der Klägerin sowie die Frage der Obhutszuteilung zu klären;
3. Die KIägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten einen Prozess-
kostenbeitrag in der Höhe von CHF 5'000.00 zu bezahlen;
4. Eventualiter sei für den Fall, dass die KIägerin als nicht leistungs-
fähig erachtet wird, dem Beklagten die unentgeltliche  zu gewähren und ihm in der Person der Unterzeichneten  unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 97 S. 2 f.):
"4. Der Beklagte und Berufungskläger sei zu verpflichten, der  und Berufungsbeklagten einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von CHF 5'000.00 zu bezahlen.
5. Eventualiter sei für den Fall, dass der Beklagte und Berufungs-
kläger als nicht leistungsfähig erachtet wird, der Klägerin und  für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihr in der Person der  eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu gewähren."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien standen sich seit dem 6. Oktober 2015 vor Vorinstanz in einem
Eheschutzverfahren gegenüber. Sie haben einen ehelichen Sohn, C._, gebo-
ren am tt.mm.2015. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan: Klägerin) lebt
seit Oktober 2015 mit C._ in Zürich, der Beklagte und Berufungskläger (fort-
an: Beklagte) verblieb in der ehelichen Wohnung in D._. Die Beklagte ist in
der Türkei ausgebildete Krankenschwester und Lehrerin, arbeitete in der Schweiz
jedoch noch nie. Sie absolviert zurzeit einen Deutschkurs. Der Kläger arbeitete
bis Oktober 2016 in einem 100%-Pensum, seit November 2016 in einem 60%-
Pensum bei einer Leasingfirma.
2. Hinsichtlich der vorinstanzlichen Prozessgeschichte ist auf die Ausführungen
im angefochtenen Urteil vom 31. Oktober 2016 zu verweisen (Urk. 90 S. 5 ff.).
Beide Parteien haben das vorinstanzliche Urteil am 3. November 2016 in Emp-
fang genommen (Urk. 88).
3. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil erhob der Beklagte rechtzeitig
Berufung mit Eingabe vom 14. November 2016 (Urk. 89; Beilagen und
-verzeichnis: Urk. 91 und Urk. 91/2-11). Am 9. Dezember 2016 (eingegangen am
13. Dezember 2016) beantwortete die Beklagte innert Frist die Berufung (Urk. 96;
Urk. 97, Beilagen und -verzeichnis: Urk. 98 und 99/1-3). Die Berufungsantwort
wurde dem Kläger am 16. Januar 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 101),
worauf dieser am 19. Januar 2017 um Fristansetzung zur Stellungnahme ersuch-
te (Urk. 104). Innert angesetzter Frist (Urk. 105) nahm der Kläger mit Einga-
be/Replik vom 3. Februar 2017 zur Berufungsantwort Stellung und reichte neue
Unterlagen ein (Urk. 106; Beilagen und -verzeichnis: Urk. 107 und Urk. 108/1-4).
Nach Zustellung dieser klägerischen Eingabe an die Beklagte zur Kenntnisnahme
am 15. Februar 2017 verlangte diese ihrerseits am 17. Februar 2017 Fristanset-
zung zur Stellungnahme (Urk. 110). Mit Eingabe vom 3. März 2017 erfolgte frist-
gemäss (Urk. 111) die Stellungnahme/Duplik der Beklagten zur klägerischen Ein-
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gabe vom 3. Februar 2017 (Urk. 112; Beilagen und -verzeichnis: Urk. 113 und
Urk. 114). Diese Eingabe der Beklagten wurde dem Kläger am 7. März 2017 zur
Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 112). Unaufgefordert antwortete der Kläger mit
Eingabe vom 17. März 2017 auf die beklagtische Eingabe vom 3. März 2017
(Urk. 117). Die klägerische Eingabe vom 17. März 2017 wurde der Beklagten am
22. März 2017 zugestellt (Urk. 117). Darauf liess sich die Beklagte am 24. März
2017, wiederum unaufgefordert, zur klägerischen Eingabe vom 17. März 2017
vernehmen (Urk. 119). Nach entsprechender Interessensbekundung der Parteien
(Urk. 121) wurde zur Vergleichsverhandlung auf den 2. Mai 2017 vorgeladen
(Urk. 123). Ausserdem wurde mit Beschluss vom 3. April 2017 (Urk. 125) von Am-
tes wegen ein Kurzbericht der Beiständin von C._ eingeholt. Der Kurzbericht
der Beiständin vom 18. April 2017 ging am 19. April 2017 ein (Urk. 127; Vorabklä-
rungen: Urk. 122 und Urk. 124). Der Kläger äusserte sich mit Eingabe vom
11. April 2017 unaufgefordert zur Einholung des Kurzberichts (Urk. 126). Am
2. Mai 2017 fand die Vergleichsverhandlung statt, anlässlich welcher den Parteien
je der Kurzbericht der Beiständin (Urk. 127) sowie die noch nicht zugestellten
Eingaben der Gegenseite (Urk. 119 und Urk. 126) übergeben wurden (Prot. S. 11
f.). Die Vergleichsverhandlung scheiterte (Prot. S. 12). Fristgerecht (Prot. S. 12)
erstattete der Kläger mit Eingabe vom 10. Mai 2017 eine Stellungnahme zum
Kurzbericht der Beiständin und zur beklagtischen Eingabe vom 24. März 2017
(Urk. 129). Am 15. Mai 2017 bekundete der Kläger persönlich in einem Telefonat
sein Interesse an einer vergleichsweisen Erledigung (Urk. 130). In der Folge führ-
ten die Parteien bilateral, mit Unterstützung des Gerichts, auf der Basis des an
der Vergleichsverhandlung präsentierten gerichtlichen Vorschlags für eine Ver-
einbarung Vergleichsgespräche (Urk. 130-132). Auf Wunsch der Parteien wurde
diesen am 2. Juni 2017 ein gerichtlicher Vorschlag für einen umfassenden Ver-
gleich unterbreitet (Urk. 135; Urk. 135A), welcher auf den den Parteien ebenfalls
zugestellten Berechnungen mit dem Unterhaltsrechner der Zürcher Gerichte be-
ruht (Urk. 134/1-4; Beilage: Urk. 133). Auf entsprechende Anfrage der Parteien
(Urk. 136-138) wurde diesen am 8. Juni 2017 ein leicht angepasster Vergleichs-
vorschlag zugestellt (Urk. 139; Urk. 140). Am 12. Juni 2017 reichte der Kläger
neue Unterlagen (Zahlungsbelege für Krankenkassenprämien) ein (Urk. 141 und
Urk. 142). Am 12. bzw. 14. Juni 2017 unterzeichneten die Parteien schliesslich
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eine umfassende Vereinbarung, welche jedoch betreffend die Unterhaltsperiode
ab Juli 2018 für die weitere Dauer des Getrenntlebens eine Unklarheit bzw. eine
falsche Zahl enthielt; namentlich wurde ein Gesamtkinderunterhaltsbeitrag von
Fr. 1'900.– festgesetzt, welcher sich aus Fr. 1'640.– Barunterhalt und Fr. 1'260.–
Betreuungsunterhalt zusammensetze (Urk. 144). Aus der der Vereinbarung zu-
grundeliegenden Unterhaltsberechnungstabelle (Urk. 134/4) ergibt sich indessen
klarerweise, dass ein Gesamtkinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'900.–, bestehend
aus Fr. 1'640.– Bar- und Fr. 260.– Betreuungsunterhalt, gemeint gewesen war.
Am 26. Juni 2017 unterzeichneten die Parteien eine entsprechend korrigierte
Vereinbarung und reichten diese zu den Akten (Urk. 151). Diese lautet wie folgt:
"Obhut und Betreuungsregelung
1. Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam die nachstehende Obhuts- und
Betreuungsregelung für den Sohn C._, geb. tt.mm.2015:
a) Obhut
Es wird beiden Parteien per 1. Juli 2017 die alternierende Obhut mit wechselnder
Betreuung zugeteilt. Bis zum 30. Juni 2017 übt die Beklagte die alleinige Obhut
aus.
b) Betreuung
Bis zum 1. Juli 2017 gilt die Besuchsregelung gemäss Urteil vom 31. Oktober 2016
fort.
Der Beklagte betreut C._ ab 1. Juli bis zum 31. Dezember 2017 wie folgt:
− jede zweite Woche von Freitagabend, 18.00 Uhr bzw. Ende der Krippen-
/Hortbetreuung, bis Dienstagmorgen, 8.00 Uhr bzw. Beginn der Krippen-
/Hortbetreuung;
ab dem 1. Januar 2018 betreut der Beklagte C._ wie folgt:
− jede Woche von Mittwoch 12.00 Uhr bis Freitagabend, 18.00 Uhr bzw. Ende
der Krippen-/Hortbetreuung; und
- 16 -
− jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bzw. Ende der Krip-
pen-/Hortbetreuung, bis Montagmorgen, 8.00 Uhr bzw. Beginn der Krippen-
/Hortbetreuung oder Kindergartenbeginn;
In der übrigen Zeit betreut die Klägerin C._.
Die bisherige Fremdbetreuung von C._ in der Krippe am Montag, Dienstag
und Donnerstag, wird einstweilen fortgesetzt. Ab 1. Januar 2018 wird die Krippen-
betreuung von Montag oder Dienstag (nach Wahl der Mutter) auf den Mittwoch ver-
schoben. Der jeweils betreuende Elternteil ist verpflichtet, C._ in die Krippe,
den Hort oder den Kindergarten zu bringen und abzuholen. Nach Kindergartenein-
tritt verständigen sich die Parteien unter Berücksichtigung der Arbeitstätigkeit bei-
der Eltern über die Fortsetzung einer Fremdbetreuung in einem Hort; im Streitfall
entscheidet die Beiständin und die Parteien akzeptieren deren Entscheid als ver-
bindlich.
c) Ferien und Feiertage
In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Beklagte C._ an Weihnachten
jeweils vom 24. Dezember, 10.00 Uhr, bis am 25. Dezember, 10.00 Uhr, und an
Neujahr (mit ungerader Jahreszahl) jeweils vom 1. Januar, 12.00 Uhr, bis am 2. Ja-
nuar, 12.00 Uhr, und die Klägerin an Weihnachten jeweils vom 25. Dezember,
10.00 Uhr, bis am 26. Dezember, 10.00 Uhr, und an Silvester jeweils vom 31. De-
zember, 12.00 Uhr, bis am 1. Januar, 12.00 Uhr; in Jahren mit ungerader Jahres-
zahl gilt die umgekehrte Betreuungsregelung.
In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Beklagte C._ jeweils am Oster-
sonntag und die Klägerin am Ostermontag, in Jahren mit ungerader Jahreszahl gilt
die umgekehrte Betreuungsregelung.
In Jahren mit gerader Jahreszahl betreut der Beklagte C._ jeweils an Pfingsten
(Freitagabend bis Montagabend) und die Gesuchsgegnerin an Auffahrt (Donners-
tagmorgen bis Sonntagabend), in Jahren mit ungerader Jahreszahl gilt die umge-
kehrte Betreuungsregelung.
- 17 -
Die Parteien werden zudem je für berechtigt und verpflichtet erklärt, C._ ab
Kindergartenbeginn während je der Hälfte der Schulferien (maximal 3 Wochen am
Stück) auf eigene Kosten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Bis Kin-
dergartenbeginn wird der Beklagte für berechtigt und verpflichtet erklärt, C._
während 4 Wochen pro Jahr (maximal 3 Wochen am Stück) auf eigene Kosten mit
sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen.
Kosten für Fremdbetreuung während den Ferien bei einem Elternteil (z.B. Ferien-
hort) trägt der betreuende Elternteil. Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens zwei
Monate im Voraus mit dem andern Elternteil abzusprechen. Im Streitfall ist die Klä-
gerin in geraden Jahren, der Beklagte in ungeraden Jahren berechtigt, über die
konkrete Aufteilung des hälftigen Ferienbetreuungsanspruchs zu entscheiden.
d) Abweichende Betreuungsregelung
Abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbe-
halten.
e) Wohnsitz, Post und Rechnungen
Es wird festgelegt, dass C._ seinen Wohnsitz einstweilen bei der Klägerin hat.
Die Post für C._ ist an diese Adresse zuzustellen. Die Klägerin wird für ver-
pflichtet erklärt, die Post für C._ zu besorgen und die regelmässig anfallenden
Kinderkosten (Alltagsbekleidung, Fremdbetreuungskosten, Krankenkassenprämien,
[Zahn-]Arztrechnungen für Routinebehandlungen, Sport/Hobbies, Taschengeld, Te-
lefon, Schullager) zu bezahlen.
Unterhalt
2. a) Kinderunterhalt
Die Parteien beantragen dem Gericht folgende Kinderunterhaltsregelung:
Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin für C._ monatlich im Voraus und
zwar auf den Ersten eines jeden Monats Kinderunterhaltsbeiträge
- 18 -
wie folgt zu bezahlen (vom Beklagten empfangene Kinderzulagen sind zusätzlich
an die Klägerin zu überweisen):
Ab 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016: CHF 940.–; (Krankenkasse C._ und Klägerin vom Vater bezahlt)
ab 1. März 2016 bis 31. Juli 2016: CHF 800.–; (Krankenkasse C._ vom Vater bezahlt)
ab 1. August 2016 bis 30. September 2016: CHF 890.–;
ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016: CHF 1'400.–;
ab 1. Januar bis 30. Juni 2017: CHF 2'200.–, davon Barunterhalt: CHF 1'740.–
Betreuungsunterhalt: CHF 460.–
(Manko Betreuungsunterhalt CHF 2'430.–);
ab 1. Juli bis 31. Dezember 2017: CHF 3'560.–, davon Barunterhalt: CHF 1'690.–
Betreuungsunterhalt: CHF 1'870.–
(Manko Betreuungsunterhalt CHF 1'160.–);
ab 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018: CHF 3'510.–, davon Barunterhalt: CHF 1'640.–
Betreuungsunterhalt: CHF 1'870.–
(Manko Betreuungsunterhalt CHF 1'160.–);
ab 1. Juli 2018 für die weitere Dauer des Getrenntlebens:
CHF 1'900.–, davon Barunterhalt: CHF 1'640.–
Betreuungsunterhalt: CHF 260.–
(Manko Betreuungsunterhalt CHF 150.–).
Diese Unterhaltsregelung basiert auf der Obhuts- und Betreuungsregelung gemäss
Ziffer 1 hiervor.
- 19 -
Die Parteien übernehmen diejenigen Kosten für die Kinder, die während der Zeit
anfallen, die sie beim betreuenden Elternteil verbringen (Verpflegung, Freizeitaktivi-
täten, etc.) jeweils selber.
Die Klägerin übernimmt die regelmässig anfallenden Kinderkosten (Alltagsbeklei-
dung, Fremdbetreuungskosten, Krankenkassenprämien, [Zahn-]Arztrechnungen für
Routinebehandlungen, Sport/Hobbies, Taschengeld, Telefon, Schullager).
Ausserordentliche Kinderkosten über Fr. 200.– (z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte
Gesundheitskosten, Kosten für schulische Förderungsmassnahmen) übernehmen
die Parteien je zur Hälfte. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist, dass
sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben.
Kommt keine Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil die entspre-
chende Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbe-
teiligung bleibt vorbehalten.
b) persönlicher Unterhalt
Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin monatlich im Voraus und zwar auf den
Ersten eines jeden Monats persönlichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen:
Ab 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016: CHF 2'310.–
ab 1. März 2016 bis 30. September 2016: CHF 0.–
ab 1. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2016: CHF 2'310.–
ab 1. November 2016 bis 31. Dezember 2016: CHF 0.–
ab 1. Januar 2017 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: CHF 0.–
Grundlagen der Unterhaltsregelung
3. Die Unterhaltsregelungen von Ziffer 2/a und 2/b dieser Vereinbarung basieren auf
den dieser Vereinbarung angehängten Berechnungen mittels des Unterhaltsrech-
ners der Zürcher Gerichte und den dort ersichtlichen Bedarfs- und Einkommens-
zahlen. Der Unterhaltsregelung liegen folglich (gerundet) die folgenden finanziellen
Verhältnisse zugrunde:
- 20 -
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat:
Beklagter:
Ab 20. Oktober 2015 bis 31. Oktober 2016:
CHF 10'100.– (100% Pensum)
Ab 1. November 2016 bis 31. Juni 2017:
CHF 6'053.– (60% Pensum)
Ab 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017:
CHF 7'670.– (60% Pensum und 20% ALV bzw. Zusatzeinkommen hypoth.; einge-
schränkte Erwerbsfähigkeit infolge Kinderbetreuung 30%)
Ab 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018:
CHF 7'670.– (60% Pensum und 20% ALV bzw. Zusatzeinkommen hypoth.; überob-
ligatorischer Einsatz bei eingeschränkter Erwerbsfähigkeit infolge Kinderbetreuung
50%)
Ab 1. Juli 2018:
CHF 6'053.– (60% Pensum; eingeschränkte Erwerbsfähigkeit infolge Kinderbe-
treuung 50%)
Klägerin:
Ab 20. Oktober 2015 bis 29. Februar 2016:
CHF 0.– (eingeschränkte Erwerbsfähigkeit infolge Kinderbetreuung 100%)
Ab 1. März 2016 bis 30. September 2016:
CHF 2'820.– (Kleinkinderbetreuungsbeiträge; eingeschränkte Erwerbsfähigkeit in-
folge Kinderbetreuung 100%)
Ab 1. Oktober 2016 bis 30. Juni 2018:
CHF 0.– (eingeschränkte Erwerbsfähigkeit infolge Kinderbetreuung; Deutschkurs
Niveau B1/Anerkennungsverfahren Pflegehelferin SRK)
- 21 -
Ab 1. Juli 2018:
CHF 2'630.– (50% Pensum hypoth.; eingeschränkte Erwerbsfähigkeit infolge Kin-
derbetreuung 50%)
C._:
die Familienzulage von derzeit CHF 200.–, bezogen vom Beklagten
Vermögen:
beide Parteien und C._ verfügen über kein nennenswertes Vermögen
Kosten und Entschädigung
4. Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten gegensei-
tig auf eine Parteientschädigung."
Schliesslich reichten die Rechtsvertreterinnen beider Parteien am 15. Juni 2017 je
eine Honorarnote mit der Aufstellung ihres Zeitaufwands für das Berufungsverfah-
ren ein (Urk. 145; Urk. 146 und 147). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
3. Die Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntleben), 4-5 (Beistandschaft), 8 (eheliche
Wohnung), 9 (Hochzeitsschmuck), 10 (Gütertrennung), 11 (Prozesskostenbeitrag)
und 12-14 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) des vorinstanzlichen Urteils blie-
ben unangefochten. In diesem Umfang ist das angefochtene Urteil in Rechtskraft
erwachsen, wovon Vormerk zu nehmen ist.
II.
1. Soweit es Kinderbelange (Obhut, Betreuungsanteile, Kinderunterhaltsbeiträ-
ge) zu regeln gilt, findet die Offizial- und Untersuchungsmaxime Anwendung
(Art. 296 Abs. 1 ZPO). Daher unterliegt die von den Parteien getroffene Verein-
barung im Sinne eines übereinstimmenden Parteiantrages der gerichtlichen Prü-
fung und Genehmigung (vgl. ZK ZGB-Bräm, Art. 176 N 18 und N 117). Nach an-
derer Lehrmeinung sind über die Kinderbelange getroffene Vereinbarungen ledig-
lich als gemeinsame Anträge der Parteien entgegenzunehmen, was im Ergebnis
jedoch ohne praktische Relevanz bleibt. Wurden über Kinderbelange Vereinba-
- 22 -
rungen getroffen, hat der Richter so oder so die Vereinbarkeit mit dem Kindes-
wohl zu prüfen, sofern diese gegeben ist, aber einen Entscheid auszufällen, der
inhaltlich die Kinderbelange den gemeinsamen Anträgen bzw. der Vereinbarung
der Parteien entsprechend regelt. Soweit keine Kinderbelange betroffen sind (ins-
besondere betreffend persönliche Unterhaltsbeiträge, Prozesskosten, etc.), mithin
die Dispositionsmaxime zum Tragen kommt, oder gar nicht Prozessgegenstand
bildende Sachen geregelt werden, ist die Vereinbarung nicht zu prüfen, sondern
von dieser bloss Vormerk zu nehmen.
2.1. Die Parteien beantragen, das Kind sei unter die alternierende Obhut der El-
tern mit wechselnder Betreuung zu stellen, und haben dafür eine genaue Betreu-
ungsregelung vereinbart (Urk. 151 Ziff. 1).
2.2. Damit eine alternierende Obhut angeordnet werden kann, ist zusätzlich zur
Tatsache, dass das Alleinentscheidungsrecht gemäss Art. 301 Abs. 1bis ZGB bei-
den Elternteilen zustehen soll, erforderlich, dass beide Elternteile das Kind in zeit-
lich grösserem Ausmass als beim üblichen Wochenendbesuchsrecht betreuen,
damit von einer häuslichen Gemeinschaft zwischen dem Kind und dem Elternteil
ausgegangen werden kann. Erforderlich ist grundsätzlich, dass beide Eltern er-
ziehungsfähig sind. In diesem Zusammenhang spielt die Bereitschaft eines Eltern-
teils, die Beziehung zum anderen Elternteil zuzulassen und zu unterstützen (so-
genannte Bindungstoleranz), eine Rolle, wie auch die Qualität der persönlichen
Beziehung der Eltern zum Kind. Sodann kommt die Anordnung nur in Frage,
wenn das Verhältnis der Eltern nicht derart konflikthaft ist, dass erwartet werden
kann, die Eltern würden sich auch längerfristig über Alltagsfragen einigen können.
Sie müssen fähig und bereit sind, miteinander zu kommunizieren und in organisa-
torischen Belangen zu kooperieren. Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil
sich einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, kann nicht ohne Weiteres
geschlossen werden, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Von einer al-
ternierenden Obhut ist nur abzusehen, wenn ein derart gravierender Elternkonflikt
schwelt, dass es den Kindesinteressen widerspräche, es diesem Konflikt auszu-
setzen. Nebst der Erziehungsfähigkeit und Betreuungsmöglichkeit kann auch die
Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Zu be-
- 23 -
achten sind ferner die geographischen Verhältnisse, namentlich die Distanz zwi-
schen den Wohnungen der beiden Eltern. Schliesslich ist dem Wunsch der Kinder
Rechnung zu tragen, soweit dies tunlich ist (vgl. BGer 5A_72/2016 vom
2. November 2016, E. 3.3.2, ZR 114 Nr. 6 und OGer ZH LE140020 vom 20. No-
vember 2014, E. II.3).
2.3. An der Erziehungsfähigkeit beider Parteien bestehen grundsätzlich keine
Zweifel. Dies obwohl der Beklagte in der Berufung seine bereits vor Vorinstanz
geäusserten Bedenken wiederholte (Urk. 89 S. 12 ff.), die Klägerin sei mit der Er-
ziehung von C._ überfordert und stelle ihre Interessen über diejenigen von
C._, C._ entwickle sich unter der Obhut der Klägerin nicht altersgerecht,
weise immer wieder Verletzungen (Brandwunde am Finger, Schürfwunde am
Kopf, etc.) auf und habe einen Plattschädel, sowie die Klägerin verweigere auch
in Kinderbelangen die Kommunikation. Kleinere Verletzungen wie die geschilder-
ten gehören zum Alltag von Kleinkindern, ein Plattschädel ist verbreitet und bietet
keinen Grund zur Sorge. Ernste Verletzungen wurden nicht behauptet. Ebenso
wenig wurde näher dargetan, inwiefern C._ sich infolge ungeeigneter Be-
treuung durch die Klägerin nicht altersgemäss entwickle. Dass die Klägerin mit
der Kindererziehung überfordert sein soll oder ihre Interessen über diejenigen von
C._ stellt, bleibt eine unsubstantiierte Behauptung. Mit Bezug auf den Be-
klagten ist zu bemerken, dass dieser C._ unbestrittenermassen schon im
September 2015 einige Tage alleine betreute (Urk. 89 S. 9) und auch während
des Getrenntlebens gemäss dem effektiv gelebten, vorinstanzlich angeordneten
Besuchsrecht einmal im Monat zu sich auf Besuch mit Übernachtung hatte. Es ist
insgesamt – in Übereinstimmung mit dem Kurzbericht der Beiständin – weder bei
Betreuung von C._ durch den Vater noch durch die Mutter eine Gefährdung
des Kindeswohls auszumachen und davon auszugehen, dass beide Parteien je
zur alleinigen und selbständigen Betreuung von C._ fähig sind (vgl.
Urk. 127). Allerdings ist die anfänglich insbesondere von der Klägerin verweigerte
Kommunikation in Kinderbelangen als problematisch einzustufen. Nach Interven-
tion der Beiständin zeigte sich die Klägerin indessen bereit, zumindest mittels No-
tizzetteln in Kinderbelangen mit dem Beklagten zu kommunizieren (Urk. 127).
Schliesslich zeugt auch der Abschluss der vorliegenden umfassenden Vereinba-
- 24 -
rung (Urk. 151) von der grundsätzlichen Bereitschaft und Fähigkeit der Parteien,
in Kinderbelangen – wo nötig – zumindest ein Minimum an Verständigung zu er-
reichen. Insofern ist über die einstweilige Einschätzung der Beiständin, es fehle
an ausreichender Kommunikationsfähigkeit, jedenfalls zur Zeit hinwegzusehen.
Die Beiständin ging im Kurzbericht vom 18. April 2017 nämlich nicht auf den Fall
ein, dass sich die Parteien zu einer Einigung durchringen können. In räumlicher
Hinsicht ist eine alternierende Obhut mit wechselnder Betreuung zumindest bis
zum Kindergarteneintritt – C._ hat jeweils zwischen D._ und Zürich zu
wechseln – vertretbar. Ab dem Eintritt in den Kindergarten werden die Parteien
sich bemühen müssen, die räumliche Distanz möglichst zu verringern, namentlich
in der gleichen Gemeinde oder im gleichen Stadtquartier zu wohnen, um unan-
gemessen lange Schul- bzw. Kindergartenwege für C._ zu vermeiden. Die
getroffene Betreuungsregelung mit einer Betreuungsaufteilung von zunächst ca.
70% bei der Mutter und 30% beim Vater, sowie hernach paritätisch erscheint
durchdacht und angemessen. Sie ermöglicht C._ einen fliessenden Über-
gang von der derzeit alleinigen Obhut der Mutter und nimmt angemessen Rück-
sicht auf die Erwerbssituation des Beklagten bzw. die Sprachschule und die ge-
plante Erwerbstätigkeit der Klägerin, wobei die bereits bestehende Fremdbetreu-
ung ebenfalls gezielt Berücksichtigung fand. Nach dem Gesagten kann die Ver-
einbarung betreffend Obhut und Betreuungsregelung ohne Weiteres genehmigt
werden.
3. Die Parteien vereinbarten sodann, dass jede Partei die Kosten, die durch die
Kinderbetreuung bei ihr anfallen, insbesondere also Unterkunft, Verpflegung,
Freizeitaktivitäten etc. selbst trägt. Die übrigen regelmässig anfallenden Kinder-
kosten (wie Alltagsbekleidung, Gesundheitskosten, Sport/Hobbies, Fremdbetreu-
ung etc.) habe die Klägerin zu tragen, welche auch die Post der Kinder besorge
(Urk. 151 Ziff. 2). Diese Kostenaufteilung wurde bei Festsetzung der Unterhalts-
beiträge gestützt auf die Unterhaltsberechnungstabellen der Zürcher Gerichte an-
gemessen berücksichtigt (Urk. 134/1-4). Wie sich aus den Unterhaltsberechnun-
gen für die Zeit ab Januar 2017 weiter ergibt (Urk. 134/1-4), kann mit den verein-
barten, im Wesentlichen auf diesen Berechnungen basierenden Beiträgen an die
Kinderkosten der Barbedarf von C._ jederzeit gedeckt werden. Der Betreu-
- 25 -
ungsunterhalt bleibt indessen bis zur für Juli 2018 vorgesehenen Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit durch die Klägerin zu einem grossen Teil ungedeckt. Dies ist je-
doch hinzunehmen, um einen Eingriff ins Existenzminimum des Beklagten zu
vermeiden. Er ist infolge der Übernahme von wesentlichen Teilen der Kinderbe-
treuung bei gegebenen Fremdbetreuungsanteilen und mit Blick auf das Alter von
C._ offensichtlich nicht in der Lage, sein Pensum von 60% dauerhaft auszu-
bauen. Sodann ist auch die getroffene Prämisse, die Beklagte sei per Juli 2018 in
der Lage, mit einem Pensum von 50% ein Einkommen von Fr. 2'630.– netto pro
Monat zu erzielen, realistisch. Dieser Lohn entspricht dem Medianlohn für eine
Pflegehelferin SRK bei gegebenen Parametern (Urk. 133). Der Beklagten als in
der Türkei ausgebildete Krankenschwester verbleibt bis dahin genügend Zeit, die
erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben und das Anerkennungsverfahren
des Schweizerischen Roten Kreuzes zu durchlaufen. Arbeitskräfte im Spitex-
Bereich sind sodann sehr gesucht. Nach dem Ausgeführten sind auch die für die
Zeit ab Januar 2017 vereinbarten Kinderunterhaltsbeiträge als angemessen zu
genehmigen. Die für die Zeit davor vereinbarten Kinderunterhaltsbeiträge basie-
ren auf dem vorinstanzlichen Urteil und berücksichtigen die letztlich im Beru-
fungsverfahren unbestritten gebliebenen, von der Beklagten von März bis Sep-
tember 2016 erhaltenen, nicht rückerstattbaren Kleinkindererziehungsbeiträge,
die vom Beklagten vorübergehend bezahlten Krankenkassenprämien für C._
und die Klägerin (Urk. 142), sowie die Pensumsreduktion des Beklagten per
1. November 2017. Auch die für November/Dezember 2016 vereinbarten Kin-
derunterhaltsbeiträge sind deshalb zu genehmigen.
4. Die weiter in der Vereinbarung geregelten persönlichen Unterhaltsbeiträge
für die Klägerin unterstehen der Dispositionsmaxime. Das Verfahren kann diesbe-
züglich unter Vormerknahme von der getroffenen Vereinbarung, jedoch ohne de-
ren Prüfung, erledigt werden.
III.
1. Die Festsetzung der Kosten- und Entschädigungsfolgen durch die Vor-
instanz wurde von den Parteien im Berufungsverfahren nicht angefochten. Sie
- 26 -
erwuchs damit in Rechtskraft (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 315 N 17; vgl. vorne Ziff.
I/3).
2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Berufungsverfahren ist in Anwen-
dung von § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b
GebV OG auf Fr. 5'500.– festzulegen. Nach Massgabe der Vereinbarung
(Urk. 151 Ziff. 4) sind die Kosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und es
ist davon abzusehen, Parteientschädigungen zuzusprechen (Art. 109 Abs. 1
ZPO).
3. Beide Parteien haben im Berufungsverfahren je von der Gegenseite einen
Prozesskostenbeitrag von Fr. 5'000.– beantragt und eventualiter um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege und Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbei-
standes ersucht (Urk. 89 S. 7; Urk. 97 S. 2 f.).
3.1. Die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrags setzt einerseits Bedürftigkeit
der ansprechenden und anderseits Leistungsfähigkeit der angesprochenen Partei
im Zeitpunkt des Entscheids voraus (ZK-Bräm/Hasenböhler, Art. 159 ZGB N 135).
Es sind die für die Gewährung des prozessualen Armenrechts entwickelten
Grundsätze – Mittellosigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit – analog anzuwenden.
Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie mittellos und
ihr Prozessstandpunkt nicht aussichtslos ist (Art. 117 lit. a und b ZPO) und sie zur
Wahrung ihrer Interessen auf eine rechtskundige Vertretung angewiesen ist
(Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Mittellosigkeit bzw. Bedürftigkeit ist dann zu bejahen,
wenn die gesuchstellende Partei trotz Ausschöpfung sämtlicher eigener Hilfsmittel
nicht in der Lage ist, neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie auch
den Prozess zu finanzieren. Sie beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen
Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs. Ein all-
fälliger Überschuss zwischen dem effektiv zur Verfügung stehenden Einkommen
und dem Notbedarf der gesuchstellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall
zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung zu setzen und danach
zu fragen, ob die gesuchstellende Partei mit dem ihr verbleibenden Überschuss in
der Lage ist, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten innert angemessener
Frist selbst zu finanzieren. Im Sinne einer groben Faustregel geht die Rechtspre-
- 27 -
chung davon aus, dass der monatliche Überschuss es ihr ermöglichen sollte, die
Prozesskosten bei weniger aufwendigen Prozessen innert eines Jahres, bei ande-
ren innert zweier Jahre zu tilgen (BGE 141 III 369 E. 4.1 S. 371 f.; Bühler, Die
Prozessarmut, in: Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, Parteikosten, Prozesskaution,
unentgeltliche Prozessführung: SWR Bd. 3, Bern 2001, S. 182 f. und 185 f.). Ge-
mäss dem Effektivitätsgrundsatz dürfen in die Beurteilung nur Einkünfte und Ver-
mögenswerte einbezogen werden, die effektiv vorhanden und verfügbar sind.
Hingegen ist die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zur Prozessfinan-
zierung mittels Prozesskostenvorschusses oder -beitrags auf familienrechtlicher
Grundlage subsidiär. Soweit ein solcher erhältlich gemacht werden kann oder
könnte, ist die unentgeltliche Rechtspflege zu verweigern (ZK ZPO-Emmel,
Art. 117 N 5).
3.2. Wie sich aus den Unterhaltsberechnungen für die Periode von Januar 2017
bis Juni 2017 ergibt (Urk. 134/1/1), besteht im Familienbudget der Parteien seit
der Pensumsreduktion durch den Beklagten per Ende Oktober 2016 ein Manko
von rund Fr. 2'500.–. Dieses verbessert sich erst massgeblich, wenn die Klägerin
eine Arbeit aufnehmen oder der Beklagte sein Pensum aufstocken wird, was wäh-
rend der Prozessdauer nicht geschehen ist und gemäss der Vereinbarung erst
per 1. Juli 2017 (Beklagter) bzw. 1. Juli 2018 (Klägerin) zu geschehen hat
(Urk. 151); es handelt sich mithin um Hypothesen. Bei der Prüfung der Mittellosig-
keit im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO sind solche Hypothesen jedoch unberück-
sichtigt zu lassen. Ab Januar 2017 wird durch die vereinbarten Unterhaltsbeiträge
für C._ von Fr. 2'200.– pro Monat (Urk. 151) der ganze Freibetrag über dem
familienrechtlichen Notbedarf des Beklagten, welcher keine luxuriösen Positionen
enthält, abgeschöpft (vgl. Urk. 134/1). Dennoch verbleibt das erwähnte Manko
beim Betreuungsunterhalt. Für die Monate November/Dezember 2016 hat der
Beklagte nur Fr. 1'400.– pro Monat für C._ bei gleichem Einkommen von
Fr. 6'053.– zu bezahlen. Dadurch verbleibt ihm während dieser zwei Monate ein
kleiner Überschuss von monatlich etwa Fr. 500.– (vgl. Urk. 134/1), welcher jedoch
in keiner Weise zur Deckung seiner eigenen Prozesskosten oder derjenigen der
Beklagten ausreicht. Die Beklagte verfügt ihrerseits über gar kein Einkommen und
wird von der Sozialhilfe unterstützt (Urk. 99/1). Beide Parteien machen sodann
- 28 -
glaubhaft geltend, über kein wesentliches Vermögen zu verfügen (Urk. 89 S. 35 f.,
Urk. 92/9-11; Urk. 97 S. 35, Urk. 99/3). Bei diesen Verhältnissen haben beide Par-
teien mit Bezug auf die Bezahlung eines Prozesskostenbeitrags an die Gegenpar-
tei als nicht leistungsfähig bzw. im Hinblick auf die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege als mittellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu gelten.
3.3. Die von den Parteien je gestellten Anträge auf Bezahlung eines Prozesskos-
tenvorschusses sind folglich abzuweisen. Stattdessen ist zu prüfen, ob nebst der
Mittellosigkeit die weiteren Voraussetzungen für die Bewilligung des Armenrechts
gegeben sind.
3.4. Da die Standpunkte beider Parteien im Berufungsverfahren nicht aussichts-
los im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO waren und sie als rechtsunkundige Parteien in
einem eher komplexen und hochstrittigen Verfahren zur Wahrung ihrer Interessen
auf eine rechtliche Vertretung angewiesen waren, ist ihnen die unentgeltliche
Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu bewilligen. Antragsgemäss ist der
Klägerin in der Person von Rechtsanwältin Y._ und dem Beklagten in der
Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ je eine unentgeltliche Rechtsbeistän-
din für das Berufungsverfahren zu bestellen.
4. Rechtsanwältin Y._ und Rechtsanwältin lic. iur. X._ reichten je ei-
ne Honorarnote mit der Zusammenstellung ihrer Bemühungen und Barauslagen
als unentgeltliche Rechtsvertreterinnen der Parteien im Berufungsverfahren ein
(Urk. 145; Urk. 146-147). Rechtsanwältin Y._ macht für die Vertretung der
Klägerin im Berufungsverfahren einen Zeitaufwand von 42,16 Stunden geltend
und beantragt dafür samt Auslagen von Fr. 450.10 (inkl. Übersetzerkosten) und
Mehrwertsteuerzuschlag eine Entschädigung von Fr. 10'504.75 (Urk. 147).
Rechtsanwältin lic. iur. X._ beziffert ihren Zeitaufwand für die Vertretung des
Beklagten im Berufungsverfahren mit 58,7 Stunden und verlangt dafür ein-
schliesslich Auslagen von Fr. 98.90 und Mehrwertsteuerzuschlag eine Entschädi-
gung von Fr. 14'053.95 (Urk. 145).
4.1. Die Entschädigung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Berufungs-
verfahren in Eheschutzsachen bestimmt sich nach § 23 Abs. 1 i.V.m. § 13 Abs. 1
- 29 -
und 2 sowie § 5 Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 3 AnwGebV und beträgt folglich in der Re-
gel nicht mehr als Fr. 7'100.–. In besonderen Fällen, namentlich wenn der – not-
wendige – Zeitaufwand oder die Verantwortung der Rechtsvertretung oder die
Schwierigkeit des Falls besonders hoch ist, kann die nach Tarif berechnete Ge-
bühr entsprechend erhöht werden (§ 2 Abs. 2 AnwGebV). Ausserdem kann bei
starker Inanspruchnahme des Novenrechts im Rechtsmittelverfahren auf die Her-
absetzung gemäss § 13 Abs. 2 AnwGebV verzichtet werden (§ 13 Abs. 3 Anw-
GebV).
4.2. Vorliegend wurde das Verfahren hochstrittig geführt wurde und die familiä-
ren und persönlichen Verhältnisse der Parteien sind eher komplex. Es waren im
Berufungsverfahren diverse Noven zu behandeln, insbesondere die Pensumsre-
duktion des Beklagten, und Hypothesen hinsichtlich der zukünftigen Erwerbstätig-
keit der Parteien aufzustellen, wobei jeweils Eventualstandpunkte mit Bezug auf
verschiedene in Frage kommende Betreuungsmodelle zu bilden waren. Die ein-
zelnen Umstände bedurften eingehender Würdigung und für die Parteien standen
mit der Obhutszuteilung sehr gewichtige Interessen auf dem Spiel. Sodann war
der Instruktionsaufwand nachvollziehbar hoch, nicht zuletzt aufgrund der Persön-
lichkeit der Parteien und deren Zerstrittenheit.
4.3. Aufgrund dieser Gegebenheiten kann der ausserordentlich grosse von den
unentgeltlichen Rechtsbeiständinnen – insbesondere der unentgeltlichen Rechts-
beiständin des Klägers – betriebene Aufwand noch als gerechtfertigt gelten. Nach
dem Gesagten erscheinen die von den unentgeltlichen Rechtsbeiständinnen je
beantragten Entschädigungen als angemessen.
4.4. Rechtsanwältin Y._ ist deshalb antragsgemäss wie folgt zu entschädi-
gen:
Honorar: Fr. 9'276.55 Barauslagen: Fr. 450.10 Zwischentotal: Fr. 9'726.65
Mehrwertsteuer (8 %): Fr. 778.10
Entschädigung total inkl. MWST: Fr. 10'504.75,
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Rechtsanwältin lic. iur. X._ ist ebenfalls antragsgemäss wie folgt zu entschä-
digen:
Honorar: Fr. 12'914.00 Barauslagen: Fr. 98.90
Zwischentotal: Fr. 13'012.90 Mehrwertsteuer (8 %): Fr. 1'041.05
Entschädigung total inkl. MWST: Fr. 14'053.95