# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f66f2c49-a37a-49e4-9802-18ac982e7102
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 13. Juni 1997 beziehungsweise am 17. Juni 1997 schlossen die C. als Arbeitgeberin, sowie A., als Arbeitnehmer, einen befristeten Arbeitsvertrag ab. Der Arbeitnehmer wurde als Stellvertretung für die Fächer Latein und Geschichte angestellt. Der Beginn des Arbeitsverhältnisses wurde auf den 1. August 1997 und dessen Ende auf den 31. Januar 1998 festgelegt. Mit Anstellungsvertrag vom 22. Januar 1998 beziehungsweise 27. Januar 1998 wurde der befristete Arbeitsvertrag vom 13. Juni 1997/17. Juni 1997 infolge einer Firmenänderung ersetzt und A. wurde von der B. als hauptamtliche Lehrkraft für den Unterricht in den Fächern Latein und Geschichte angestellt. Am 15. März 1999 beziehungsweise 22. März 1999 schlossen die genannten Parteien schliesslich erneut einen Anstellungsvertrag ab, welcher denjenigen vom 22. Januar 1998/27. Januar 1998 ersetzen sollte. A. war gemäss diesem Vertrag weiterhin als unbefristet angestellte Lehrkraft für den Unterricht in den Fächern Latein und Geschichte an der B. angestellt. Sämtliche Verträge verwiesen bezüglich der Voraussetzungen für eine Anstellung als unbefristet angestellte Lehrkraft sowie die Kündigungsfristen auf das Reglement über die Anstellung von Unterrichtenden an der Mittelschule; dieses Reglement galt ergänzend zum genannten Anstellungsvertrag. Im Weiteren wurden die Statuten und das Leitbild der B., die einschlägigen Reglemente und Weisungen der Schule sowie die Reglemente der Versicherungskasse als integrierende Bestandteile des Anstellungsvertrages bezeichnet.
B. Mit Schreiben vom 17. Januar 2005 kündigte die B. - vertreten durch D., Delegierter des Verwaltungsrates, für welchen F. (Mitglied der Geschäftsleitung) in Vertretung unterzeichnete, und E., Leiter der Mittelschule - das Arbeitsverhältnis zwischen ihr und A. per Ende Schuljahr 2004/2005 (31. Juli 2005). Die B. begründete die Kündigung auf Verlangen von A. damit, dass die Teamfähigkeit in einer kleinen Schule ein entscheidender Faktor sei. Diese Fähigkeit, mit Lehrpersonen zusammenzuarbeiten, die anderen Standpunkte zu vertreten, sei bei A. nicht gegeben. Im Weiteren wurde ausgeführt, dass an einer Maturitätsschule je länger je mehr Fähigkeiten verlangt würden, die über das reine Unterrichten hinausgehen würden. Hierzu vermisse die B. die notwendige Flexibilität seitens A..
C. Mit Vermittlungsbegehren vom 22. Juni 2010 gelangte A. an den Kreispräsidenten des Kreises Oberengadin, woraufhin dieser die Parteien zu einer
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Sühneverhandlung auf den 9. Juli 2010 einlud. Dabei wurden folgende Rechtsbegehren gestellt:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 30‘000.00 zu bezahlen.
2. Unter allfälliger Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Es sei die Klage abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2. Unter Entschädigungsfolge zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten des Klägers.“
Die angestellten Vergleichsversuche blieben erfolglos, weshalb den Parteien am 16. August 2010 der Leitschein zugestellt wurde.
D. Mit Prozesseingabe vom 18. August 2010 gelangte A. an das Bezirksgericht Maloja und stellte folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 30‘000.00 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Zur Begründung brachte A. vor, gemäss Art. 16 Ziffer 11 der Statuten sei die abschliessende Entscheidung in Personalfragen eine Verpflichtung, welche der Verwaltungsrat an niemanden delegieren dürfe. Sowohl das Reglement über die Anstellung von Unterrichtenden an der Mittelschule als auch das Organisations- und Geschäftsreglement hätten nie in Kraft gesetzt werden dürfen, da damit eine unzulässige Delegation der Kündigungskompetenz des Verwaltungsrats an den Schulrat beziehungsweise an die Geschäftsleitung stattgefunden habe. Im Weiteren führte A. aus, am 17. Januar 2005 habe er das Kündigungsschreiben per 31. Juli 2005, unterzeichnet von der Geschäftsleitung, erhalten. Dies stehe im Widerspruch zu seinem Arbeitsvertrag beziehungsweise dem Reglement über die Anstellung von Unterrichtenden an der Mittelschule, welches integrierender Bestandteil seines Arbeitsvertrages sei und die Kompetenz zur Kündigung dem Schulrat zuweise. Die Geschäftsleitung könne sich bei ihrer Kündigung nicht auf das Organisations- und Geschäftsreglement vom 31. Oktober 2003 berufen, da sie nicht beweisen könne, dass A. dieses zur Kenntnisnahme erhalten habe. Das neue Organisations- und Geschäftsreglement hätte den Arbeitnehmern ausgehändigt werden müssen und dessen Kenntnisnahme hätte
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sich die B. schriftlich bestätigen lassen müssen. Im Übrigen verstosse dieses Organisations- und Geschäftsreglement ohnehin gegen die Statuten, da gemäss Art. 16 Ziffer 11 der Statuten die Kündigung eine unübertragbare und unentziehbare Aufgabe des Verwaltungsrates darstelle. Eine rechtsgültige Kündigung habe demnach nie stattgefunden.
E. Mit Prozessantwort vom 28. September 2010 liess die B. folgende Rechtsbegehren stellen:
„1. Es sei die Klage abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% MwSt. zu Lasten des Klägers.“
Dabei wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass gemäss Art. 16 Ziffer 11 der Statuten lediglich die Bestätigung der Lehrkräfte in fester Anstellung eine unübertragbare Aufgabe des Verwaltungsrates darstelle. Eine entsprechende Bestätigung sei lediglich ein Instrument der Finanzkontrolle des Verwaltungsrates. Es gehe mithin darum, die Arbeit der Geschäftsleitung zu prüfen und entsprechend intervenieren zu können. Mit der Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages durch zeichnungsberechtigte Mitglieder der Geschäftsleitung und durch den Arbeitnehmer komme ein Arbeitsvertrag bereits gültig zu Stande. Einer Bestätigung bedürfe der Vertrag zu seiner Gültigkeit nicht. Die Bestätigung habe im Übrigen nicht dem Lehrer gegenüber, sondern gegenüber der Geschäftsleitung zu erfolgen. Die Kompetenz zum Abschluss und zur Auflösung eines Arbeitsvertrages gehöre in die operative Führungsebene, welche von einer Geschäftsleitung wahrgenommen werde. Schliesslich seien die Reglemente, welche der Kläger nenne, korrekt in Kraft gesetzt worden. Eine ausführliche Information des Klägers über das neue Organisationsreglement sei angeboten worden. Dies sei jedoch nicht notwendig gewesen, da nur interne Abläufe und nicht Pflichten oder Rechte des Klägers verändert worden seien. Im Übrigen seien die Reglemente statutenkonform erlassen und richtig angewendet worden.
F. Mit Eingabe vom 23. November 2010 reichte A. seine Replik ein. Dabei wies er im Wesentlichen nochmals darauf hin, dass das für eine gültige Kündigung erforderliche Einverständnis des Verwaltungsrates im Sinne von Art. 16 Ziffer 11 der Statuten fehle, weshalb die Kündigung ungültig sei. Im Weiteren sei die Kündigung von einem falschen Organ ausgesprochen worden. Es sei ihm weder ein Organisations- und Geschäftsreglement noch eine diesbezügliche „Direttissima“ bekannt gewesen, welche über die angebliche Änderung betreffend
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der Zuständigkeit zu einer Kündigung von Lehrkräften in festem Anstellungsverhältnis informiert habe.
Die B. reichte innert Frist keine Duplik ein.
G. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 9. März 2011 statt. Mit Urteil vom 9. März 2011, mitgeteilt am 8. April 2011, erkannte das Bezirksgericht Maloja was folgt:
„1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.
2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 5‘000.- und Schreibgebühren von CHF 500.-, werden auf die Gerichtskasse genommen.
3. Der Kläger wird verpflichtet, die Beklagte mit pauschal CHF 10‘000.- inkl. MwSt. ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations