# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fee70d0d-e019-4e20-9181-577ed66419ca
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 2002 und 2008;
Urk.
12/47/5), war vom
1.
Januar 2012 bis 2
1.
Januar
2013 in der Kindertagesstätte
Y._
, vom
1.
November 2011 bis 3
0.
September 2013 für
„
Z._
"
, vom 2
4.
April 2011 bis 2
0.
Dezember 2013 in der Kinder
krippe
A._
und vom
1.
April bis 3
1.
Dezember
2013 als Raum
pfle
gerin teilzeitlich tätig (
Urk.
12/38-41). Am 1
3.
Juli 2013 meldete sich die
Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/
11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zinische und erwerbliche Situation ab, führte eine Abklärung der beein
träch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (
Urk.
12/66) und holte beim
B._
ein
poly
disziplinäres
Gutachten ein, das am 2
9.
Dezember 2014 erstattet wurde (
Urk.
12/56/2-28).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/69;
Urk.
12/71) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
November 2015 (
Urk.
12/76 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 2
3.
Dezember 2015 Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 2
6.
November 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen, eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden Abklärung und Neubeurteilung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Februar
2016 (
Urk.
11)
die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 1
4.
Juni 2016 wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die
Beschwerde
antwort
zugestellt (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss der mit BGE 130 V 352 begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich
(psychiatrisch) diag
nos
tizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomati
sche Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) in der Regel keine lang dauernde, zu ei
ner Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Inva
liden
versicherung (
IVG
)
führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr be
stand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Um
stände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versi
cherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmer
zen not
wendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Pra
xis: BGE 135 V 201 E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kri
te
rien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struk
turierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen
Stand
ar
d
indikatoren
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren
Belastungs
fak
toren
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines
rentenbegrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell
be
weisbelastete
versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargeleg
ten Prüfungsraster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn
Ausschluss
gründe
vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerde
bilder
ohne nachweisbare organische Grundlage“ in
invalidenversicherungs
rechtlicher
Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderun
gen (Regel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
)
1.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psy
cho
soma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beacht
lich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungs
hin
dern
der
äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
onspoten
zia
len
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitätsni
veau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Ar
beitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
säch
lichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Ver
halten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinan
spruch
nahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur
Krank
heits
einsicht
zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
glie
derung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte
Ge
sundheitsbeeinträchtigung
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.3
In Bezug auf mögliche psychische Komorbiditäten verliert eine depressive Problematik nicht bereits wegen einer medizinischen
Konnexität
zum Schmerz
leiden ihre Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Bei Störungen im mittelgradigen Bereich ist in
des die invalidisierende Wirkung - weiterhin - besonders sorgfältig zu prü
fen. Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen werden, eine solche Störung ver
möchte eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teil
weise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken und wäre damit eine relevante Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November
2015 E. 7.2.1 mit Hinweis und 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 4.2). Auch nach der Praxisänderung vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) gelten psychische Störungen der hier in
teressierenden Art nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifi
zierten
Krankheits
ge
schehen
voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1). An der bun
desgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mittelschwere Störun
gen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und
in
validenversiche
rungs
rechtlich
zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19. Juni 2013 E. 4.3.2.1, 9C_250/2012 vom 29. November 2012 E. 5, 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14. August 2013) hat BGE 141 V 281 nichts geändert (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1 und 9C_168/2015 vom 13. April 2016 E. 4.2 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiese
nermassen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zu
mutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in koope
rativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (BGE 140 V 193 E. 3.3; BGE 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
Eine leichte depressive Episode stellt nach der Gerichtspraxis keine Komor
b
idi
tät von hinreichender Erheblichkeit im Sinne der früheren Recht
sprechung zu den unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern dar. Sie ist auch grund
sätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von w
em sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
an
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medi
zinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Be
weiswertes
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlag
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) ge
stützt auf das Gutachten des
B._
von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in
einer behinderungsangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig
keit ohne mechanische Belastung aus. Zur Qualifikation hielt sie fest, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin im Umfang von 68
%
als Raumpflegerin und zu 32
%
im Haushaltbereich tätig wäre. Weiter ermittelte sie gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012, TA 17
Ziff.
91, Hilfsarbeiten Reinigungspersonal, ein
Valideneinkommen
von
Fr.
35‘620.35 im Jahr 2014 und gestützt auf die LSE 2012, TA 1, Total
,
Kom
petenzniveau
2, Frauen, Zentralwert Hilfsarbeiten, ein Invalideneinkommen von
Fr.
29‘556.8
0.
Davon ausgehend
berechnete
sie einen Teilinvaliditätsgrad von 11,58
%
im Erwerbsbereich und von 5,47
%
im Haushaltbereich bezie
h
ungsweise einen Gesamtinvaliditätsgrad von 17
%
. In der
Beschwerdeant
wort
setz
te die Beschwerdegegnerin ausgehend von der LSE 2012 TA1, Kompetenzniveau 1, das Invalideneinkommen
neu
auf
Fr.
26‘160.--
fest
, woraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 24
%
resultierte (
Urk.
11).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass das
B._
-Gutachten in ver
schie
de
ner Hinsicht nicht zu überzeugen vermöge und dass auf die Ein
schätzung des
C._
und der Kinder- und
Jugendpsychi
aterin
Dr.
med.
O._
abzustellen sei (
Urk.
1 S. 3 ff.). Danach sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
oder Reinigungsangestellte und von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in ei
ner leichten, wechselbelastenden Tätigkeit unter Vermeidung von vorge
neigtem Stehen und repetitiven Arbeiten auszugehen (
Urk.
1 S.
10
Ziff.
4). Weiter ent
behre die Haushaltabklärung jeder Sachlichkeit, da sie sich nicht auf eigene Befunde stütze (
Urk.
1 S. 11). Was den Einkommensvergleich an
gehe, so sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens entweder auf den Tabellenlohn gemäss TA17
Ziff.
9 oder TA17
Ziff.
94
, Total,
Frauen
,
abzu
stellen, und es sei vom Kompetenzniveau 4 auszugehen. Zudem sei mit Blick auf Behinderung, Nationalität und Beschäftigungsgrad ein Leidensabzug von bi
s zu 25
%
zu gewähren (
Urk.
1 S
.
12
Ziff.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, wobei insbesondere die Höhe der Arbeitsfähigkeit sowie der für die Berechnung des Invalideneinkommens anwendbare Tabellenlohn umstritten sind. Unbestritten sind die Anwendung der gemischten Methode und die Gewichtung von Erwerbs- und
Haushaltbe
reich
(
Urk.
1 S. 12).
3
.
3
.1
Im Konsiliarbericht vom 1
6.
November 2011 diagnostizierten die Ärzte des
C._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, eine
Psoriasisarthropathie
sowie eine depressive Symptomatik (
Urk.
12/7).
3
.2
Mit Bericht vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
12/18/5-10) nannten die Ärzte des
C._
, Klinik für Rheumatologie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Psoriasisarthritis
mit peripherem Befall
-
d
epressive Symptomatik, unter
Cipralex
seit 9 Jahren
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte fest, dass aus körperlicher Sicht eine stark verminderte Belastbarkeit der unteren Lendenwirbelsäule und ausser
dem eine deutliche verminderte Belastbarkeit der Hand- und Fingergelenke beidseits durch die
Psoriasisarthritis
bestehe. Aus psychischer Sicht bestehe eine rezidivierende depressive Symptomatik. In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsfachfrau sei die Beschwerdeführerin zu 25
%
arbeitsfähig. Eine behinderungsangepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit sei aus rein rheu
matologischer Sicht ab sofort mindestens halbtags zumutbar (S.
2 f.
Ziff.
1.7). In der gelernten Tätigkeit als
Coiffeuse
sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig, da sie dort sowohl auf eine gute Handfunktion als auch auf ein vorgeneigtes Stehen und Gehen für mehrere Stunden pro Tag angewiesen sei. Dieses Belastungsprofil sei für die verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule und der Hände beidseits denkbar ungünstig. Ausser
dem sei aufgrund der Psoriasis mit grosser Wahrscheinlichkeit auch aus der
matologischer Sicht die Tätigkeit mit sehr häufigem Wasser- und
Chemika
lienkontakt
ungünstig (S. 3 f.
Ziff.
1.11).
3
.3
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Rheumatologie, stellten in ihrem Bericht vom
8.
Mai 2014 (
Urk.
12/45) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Haltungsinsuffizienz,
Myogelosen
lumbal sowie am Beckenkamm beidseits
-
MRI Lendenwirbelsäule/Becken Mai 2013: aktivierte
Osteochond
rose
L5/S1
-
Psoriasisarthritis
mit peripherem Befall
-
Psoriasis
vulgaris
-
k
linisch Polyar
t
hritis mit Handgelenksarthritis und Daktylitis, Sprunggelenksarthritis sowie Arthritis der Zehengelenke (Röntgen der Hände/Füsse beidseits Oktober 2011 und Mai 2013: keine
post
entzündlichen
Veränderungen
-
Status nach
lumboradikulärem
Reizsyndrom S1 rechts
-
B
V-gesteuerte
epidurale
Infiltration sakral am
4.
November 2013 mit anhaltendem Erfolg
-
Asthma bronchiale
-
depressive Symptomatik
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte fest, dass für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit in der Reinigung sowie für die angestammte und bis 2010 ausge
übte Tätigkeit als
Coiffeuse
momentan eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Eine
Reevaluation
müsse im Verlauf unter der neueingeleiteten Therapie in etwa drei Monaten gemacht werden. Aus rheumatologischer Sicht sei aktuell eine wechselbelastende Tätigkeit unter Vermeidung von vorgeneigtem Stehen und repetitiven Arbeiten maximal halbtags zumutbar (S. 2).
3
.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Kinderpsychiatrie, nannte in ihrem Bericht vom 2
1.
Mai 2014 (
Urk.
12/47) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts, ein chro
ni
sches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine
Psoriasisarthritis
mit peri
pherem Befall, eine Polyarthritis der Hände und eine Handgelenks-, Sprung
gelenks- und Zehenarthritis, eine rezidivierende, gegenwärtig mittel
gradige,
depressive
Episode
(ICD-10: F33.1) sowie ein Asthma bronchiale (
Ziff.
1.1). Seit 2011 sei die Beschwerdeführerin sowohl im Erwerbs- als auch im
Haus
haltsbereich
massiv eingeschränkt (
Urk.
12/47/7).
3
.5
Am 1
2.
und 1
7.
November 2014 wurde die Beschwerdeführerin von den Ärzten des (
B._
)
allgemeininternistisch, psychiatrisch, rheumatologisch und dermatologisch
untersucht
. G
estützt darauf
erstellten sie
am 2
9.
Dezember 2014 ihr Gutachten (
Urk.
12/56/2-28)
und
nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20
Ziff.
5.1):
Psoriasis
vulgaris
partim
guttata
et
inversa
(ICD-10: L40.0)
chronisches
thorako-lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10: M 54.5)
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloli
ga
men
tären
Überlastungsreaktionen
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
aktivierte
Osteochondrose
und Diskushernie L5/S1 (MRI Mai 2013)
Weiter hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit fest:
rezidiv
i
erende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0)
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10: F45.41)
Fibromyalgie (ICD-10: M79.70)
:
Ganzkörperschmerzen mit vegetati
ver Begleitsymptomatik
;
klinisch, labortechnisch, radiolo
gisch und kernspintomografisch keine Hinweise für ein entzünd
lich-rheumatisches Geschehen
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.1)
klinisch unauffälliger Befund
anamnestisch Diagnose einer Psoriasis-Arthritis mit peripherem Befall (ED Rheumatologie
C._
Oktober 2011; ICD-10: M07.3)
Basistherapie
mit
Methotrexat
August 2013
Basistherapie mit
Humira
April bis Juni 2014
Basistherapie mit
Salazopyrin
Juli 2014
Basistherapie mit
Arava
seit August 2014
klinisch, labortechnisch, radiologisch und kernspintomografisch keine Hinweise für Psoriasis-
Arthropathie
Adipositas, BMI 32 kg/m2 (ICD-10: E66.0)
a
namnestisch Asthma bronchiale (ICD-10: J45.8)
Inhalationstherapie bei Bedarf
chronischer Nikotinkonsum, zirka 5
py
(ICD-10: F17.1)
In der psychiatrischen Beurteilung führte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
aus,
dass die leichte depressive Episode
durch verminderte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit, Schuld
gefühle dem Ehemann gegenüber, leichte Konzentrationsstörungen, auf
fal
l
end vor allem bei der genauen Angabe von Lebensdaten, vor allem bei der beruflichen Karriere
,
und Schlafstörungen gekennzeichnet sei. Die chro
nische Schmerzstörung sei zu diagnostizieren, weil die Psoriasis-Arthritis rheumatologisch nicht habe bestätigt werden können und die Schmerzen deutlich ausgeprägt seien und nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen der Depression erklärt werden könnten. Es bestehe ein chronischer Verlauf; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf sei nicht erweisen. Deutlich schwere psychosoziale oder emotionale
Belastungsfaktoren, die als hauptsächlich ursächliche Einflüsse der Schmer
zen
gelten könnten, bestünden nicht. Eine somatoforme Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden.
Es bestehe ein gewisser
sozialer Rückzug
. S
ie reise nicht mehr
z
usammen mit dem Ehemann und den Kindern in die Heimat
J._
mit dem Auto
und habe nicht mehr viele Kontakte. Sie gehe auch nicht mehr
b
aden, sie schäme sich und habe Schuldgefühle. Sie sei durch ihre Krankheit mit Hautbefall gekennzeichnet. Durch die Diagnose
einer Psoriasis-Ar
t
hritis
sei sie in ihrer Krankheitsrolle noch verstärkt wo
rden. Es bestehe eine psychiatrische Komorbidität. Eine
Schwere
psychische Stö
rung, die theoretisch-therapeutisch nicht günstig beeinflusst werden könne, bestehe nicht. Auch eine intensivere Psychotherapie werde die deutlich aus
geprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung wohl kaum ändern. Die bestehenden etwas auffälligen Persönlichkeitszüge reichten für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht; vor allem spreche gegen diese Diagnose auch der Verlauf mit vor der Erkrankung
sonst normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit
(S. 11 f.
Ziff.
4.1.4
).
In der rheumatologischen Beurteilung führte d
i
e
untersuchende Ä
rzt
in
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Rheumatologie,
aus,
dass die in sämtli
chen Ebenen demonstrierte deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der
Len
den
wirbelsäule
und im Schultergürtelbereich sich bei unbewussten Bewegun
gen nicht zeige. Die festgestellte
Osteochondrose
L5/S1 könne für die
Be
schwer
desymptomatik
mit verantwortlich sein; klinische Hinweise für
radi
kuläre
oder Wurzelkompressions-Symptomatik oder entzündliche Verände
rungen i
m
Wirbelsäulenbereich fänden sich nicht.
Die Diagnose einer Pso
riasis-Arthritis könne nicht bestätigt werden; Hinweise für ein entzündlich-rheumatisches Geschehen bestünden nicht,
Synovitiden
seien nicht feststell
bar, und im Übrigen hätten die bis anhin im Zusammenhang mit dieser Di
agnose durch
geführten Basistherapien zu keiner Besserung der
Beschwerde
symptomatik
geführt
(S. 17
Ziff.
4.2.4)
.
Die Diagnose lasse sich auch anhand der damals erhobenen Befunde nicht nachvollziehen. Bei der klinischen Un
tersuchung hätten sich
Synovitiden
der Hand- und Fingergrundgelenke beidseits gefun
den und es seien
Druckdolenzen
angegeben worden, ansons
ten sei die klini
sche Untersuchung unauffällig gewesen. Die dennoch ange
gebene Diagnose einer Daktylitis im
B
ereich der Hände sowie eine
Sprung
gelenksarthritis
und Arthritis der Zehen sei in Anbetracht dieses klinischen Befundes nicht korrekt, und auch laborchemisch und radiologisch hätten sich keine entzünd
lichen Veränderungen gezeigt.
Gegen den Befund spreche so
dann auch,
dass bei den damals zeitgleich durchgeführten Röntgenaufnah
men der Hände und Füsse keine Weichteilschwellungen sichtbar seien (S. 18
Ziff.
4.7).
Die als stark behindernd angegebenen Schmerzen seien am ehesten durch den Haut- und Nagelbefall bei Psoriasis
vulgaris
zu erklären. Zusam
mengefasst fänden sich für die von der Beschwerdeführerin von Seiten des Bewegungsapparates her angegebenen Schmerzen und
Funktionseinschrän
kungen
nur zum Teil ein entsprechendes morphologisches Korrelat
(S. 1
7
Ziff.
4.2.4).
In der dermatologischen Beurteilung
hielt d
ie
untersuchende Ärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Dermatologie,
fest, dass sich bei der Be
schwerdeführerin aktuell eine sehr ausgeprägte Psoriasis am gesamten Inte
gument mit Beteiligung der
inversa
Areale und einem massiven Nagelbefall im Bereich der Hände und Füsse zeige (S. 19
Ziff.
4.3.4).
In ihrer auf einem interdisziplinären Konsens beruhenden Gesamtbeurteilung hielten
d
ie
Gutachter
fest,
dass die Arbeitsfähigkeit aus dermatologischer Sicht durch die Psoriasis
vulgaris
eingeschränkt sei. In der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
bestehe aus dermatologischer Sicht eine 100
%
-
ige
Arbeitsunfähigkeit. Bei leichten Tätigkeiten ohne mechanische Belastung sei aus dermatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
vorhanden. Aus rheumatologischer Sicht beeinflusse das chronische
thorako-lumbospondylo
gene
Schmerzsyndrom die Arbeitsfähigkeit der Explorandin. Aufgrund der
kernspintomografisch nachgewiesenen degenerativen Veränderungen im
Lum
b
al
bereich
s
eien
de
r Explorandin schwere und überw
i
e
gend mittel
schwere
Tätigkeiten nicht mehr zumutbar
.
Für leichte bis gelegentlich mit
telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, wie die Tätigkeiten als
Coiffeuse
und als Reinigungsfrau, bestehe aus rheumatologischer Sicht eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Die rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig leichte
Episode, und die chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychi
schen
Faktoren schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht rele
vant ein. Der Explorandin könne es aus psychiatrischer
Sicht
zugemutet wer
den, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzu
bringen, um einer ihren körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags
nachgehen zu können. Auch aus allgemeininternistischer Sicht fän
den sich keine weit
e
ren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ins
gesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der ursprünglich erlernten Tätigkeit als
Coiffeuse
festgestellt werden. Auch für andere körperlich mittel
schwer oder schwer belastende Tätigkeiten be
stehe eine Arbeitsunfähigkeit. In körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten liege hingegen eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 50
%
vor (S. 21
Ziff.
6.2).
An medizinischen Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei aus dermatologischer Sicht dringen
d
die Einleitung einer erneuten systemischen Therapie zu empfehlen. Aus rheumatologischer Sicht sei ein moderates Pro
gramm zur Kräftigung der rumpf- und gelenkst
abi
lisierenden Muskulatur zu empfehlen. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei weiter
zu
führen, wobei die Schlafhygiene zu beachten sei und allenfalls ein sedie
ren
des und schmerzmodulierendes Antidepressivum auf die Nacht hilfreich sei. Aus allgemeininternistischer Sicht sei eine deutliche Gewichtsreduktion und ein Nikotinstopp anzustreben (S. 22
Ziff.
6.6). Berufliche Massnahmen seien aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und
Behinderungs
über
zeugung
kaum durchführbar (S. 22
Ziff.
6.7).
3
.6
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2015 (
Urk.
12/68 S. 6) aus, dass gestützt auf das schlüssige Gutachten des
B._
seit Mai 2013 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als
Coiffeuse
und von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in angepasster, körperlich leichter, wechselbe
lastender Tätigkeit ohne mechanische Belastung auszugehen sei.
3
.7
Dr.
D._
führte in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
September
2015 (
Urk.
12/77/24-25 =
Urk.
3/2) aus, dass das psychiatrische Teilgutachten des
B._
nicht nachvollziehbar sei. Infolge der depressiven Symptomatik und des unbestrittenen Schmerzsyndroms sei ihrer Meinung nach die Arbeitsfähigkeit nicht gegeben. Sie wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin eher unter einer agitierten Form der Depression leide, die einen normalen Antrieb vor
täuschen könne, dass das Selbstwertgefühl der Beschwerdeführerin entgegen der Beurteilung der Gutachter massiv beeinträchtigt sei und dass die
von der Beschwerdeführerin erlebten
traumatisierenden Kriegsereignisse während des
J._
krieges
und auf der Flucht nicht berücksichtigt worden seien. Beson
ders im Kontakt mit unvertrauten Menschen erwähne die Beschwerdeführerin seelische Nöte aus Scham eher nicht oder bagatellisiere diese. Objektiv nicht nachvollziehbar sei auch die allgemeine Schlussfolgerung des Gutachtens, wonach keine schweren Belastungsfaktoren vorlägen. Die psychischen und somatischen Symptome stellten in ihrer Gesamtheit eine massive Beeinträch
tigung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit dar.
3
.8
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Rheumatologie,
hielten
mit Stellungnahme vom 2
9.
Oktober 2015 (
Urk.
12/77/26-28 =
Urk.
3/3) an ihrer Diagnose einer
Psoriasisar
t
hritis
mit peripherem Befall
mit Erstdiagnose im Oktober 2011
fest
und führten aus, dass klinisch mehrmals
Polyarthriden
verschiedener Gelenke mit auch Daktylitiden der Fingergelenke dokumentiert worden seien. Auch sei eine einmalige
sonographische
Verlaufskontrolle mehrerer Gelenke im Juni 2015 erfolgt, in der auch mehrere Gelenke mit Ar
t
hritis gefunden worden seien. Die fehlende humorale Entzündungsaktivität sowie die fehlen
den pathologisch-entzündlichen Veränderungen in der Bildgebung der Hände und Füsse sprächen nicht gegen die Diagnose einer Psoriasis-Ar
t
hritis. Weiter habe bisher keine gute Basistherapie installiert werden
können
,
weil die Beschwerdeführerin darunter starke Nebenwirkungen entwickelt habe. Seit März 2015 sei sie unter
Stelara
, welches sie relativ gut vertrage, und diesbe
züglich schienen die Gelenksbeschwerden langsam
regredient
. Eine
sonogra
phische
Verlaufskontrolle sei bisher nicht durchgeführt worden. Ein deut
liches Ansprechen auf
Stelara
habe die Beschwerdeführerin bezüglich der Hautveränderungen, welche über die ganze Zeit stark ausgeprägt gewesen seien und die Diagnose ebenfalls stütz
t
en. Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei an der Einschätzung von Mai 2014 festzuhalten. Demnach könne eine schwere bis mittelschwere Tätigkeit als
Coiffeuse
oder Reinigungsangestellte aktuell nicht durchgeführt werden. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, maxi
mal halbtags, sei zumutbar unter Vermeidung von vorgeneigtem Stehen un
d
repetitiven Arbeiten. Eine
Reevaluation
habe im Verlauf unter
Stelara
zu er
folgen
(S. 3).
4
.
4.1
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Einschätzung der Arbeitsfähig
keit durch die Ärzte des
B._
im Wesentlichen mit der Einschätzung der Ärzte des
C._
deckt. So gehen sie übereinstimmend davon aus, dass die Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
und in anderen
,
körperlich mittelschwer oder schwer belastenden Tätigkeiten zu 100
%
ar
beit
s
unfähig ist. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit gehen die Ärzte des
B._
und des
C._
übereinstimmend von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus, wobei die Ärzte des
C._
das Belastungsprofil unter Hinweis auf den Ausschluss von vorgeneigtem Stehen und repetitiven Arbeiten präzisier
ten (vorstehend E. 3.5 und E. 3.8).
Unterschiedliche Diagnosen liegen hingegen in Bezug auf die
Psoriasisar
thritis
vor, deren Vorliegen das
B._
verneinte und das
C._
bejahte.
Das
B._
be
gründet seine Einschätzung damit, dass im Zeitpunkt der eigenen Unter
suchung keine Hinweise für ein entzündlich-rheumatisches Geschehen be
stan
den hätten, keine
Synovitiden
feststellbar gewesen seien und die durch
ge
führten Basistherapien zu keiner Besserung geführt hätten, und dass auch
die damaligen klinischen, laborchemischen und radiologischen Befunde un
au
f
fällig gewesen seien. Diese Begründung erscheint schlüssig und nachvoll
ziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. Anzumerken ist dabei, dass sich die unterschiedliche Diagnose in der Beurteilung der Gesamtarbeitsfähigkeit nicht auswirkt.
Was sodann die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung angeht, so ging das
B._
von einer gegenwärtig leichten Episode ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus, während
Dr.
D._
in Abweichung davon von
einer gegenwärtig mittelgradigen Episode und
aufgrund des
Schmerzsyn
droms
von
einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausging
(E.
3.4 und E.
3.7).
Ob
d
ie
von ihr beschriebenen Befunde
in diagnostischer Hinsicht bereits den Krite
rien einer Depression mittleren Grades zu genügen vermögen, kann
vorlie
gend offen bleiben,
zumal
es am
rechtsprechungsgemäss zu erfüllenden Kriteri
um
der
Therapieresistenz fehlt
(vorstehend E. 1.2, nachstehend E. 4.2)
.
Im Übri
g
en wäre - selbst wenn aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
angenommen würde - überwiegend wahrscheinlich, dass diese in der be
stehenden Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
in ange
passter Tätigkeit aufgehen würde.
Insgesamt ergibt die Würdigung der medizinischen Akten, dass das von den Ärzten des
B._
er
stellte polydisziplinäre Gutachten vom 2
9.
Dezember 2014 (
Urk.
12/56/2-28) für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist.
Es beruht auf den erforderlichen allseitigen
allgemeininternistischen
(S.
6 ff.
Ziff.
3)
und spezialärztlichen
(S. 8 ff.)
Untersuchungen
und
berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
(S.
6
Ziff.
3.1.1, S.
8
Ziff.
4.1.1.2, S.
14
Ziff.
4.2.1.1
, S.
19
Ziff.
4.3.1). Das Gutachten
ist in Kennt
nis der
(S.
3 ff.
Ziff.
2)
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet (S. 8
Ziff.
3.6, S. 12 f.
Ziff.
4.1.8, S. 20
Ziff.
4.3.7)
, insbesondere
geht es differenziert
auch
auf die
abweichende Beurteilung der Ärzte des
C._
in Bezug auf die
Psoriasisarthritis
ein (S.
18
Ziff.
4.2.7)
.
Weiter leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein.
So
legten
d
ie
Ärzte
überzeugend dar,
dass mangels Hinweisen für ein entzündlich-rheumatisches Geschehen und aufgrund der unauffälligen laborchemischen und radiologi
schen Befunde
die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis zu verneinen sei.
Die
von den Gutachtern vorgenommenen Schlussfolgerungen sind ausführlich un
d nachvollziehbar begrün
det. Das Gutachten genügt damit den
praxisge
mässen
An
forderungen (vgl. vorstehend E
. 1.4) vollumfänglich, weshalb darauf abzu
stellen ist.
4.2
Zwar bilden die gutachterlichen Au
sführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zum
utbarkeit von Arbeitsleistungen
. Letztlich obliegt es je
doch der rechtsanwendenden Behörde
–
im vorliegenden Fall
dem Ge
richt – zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne
eingetreten ist. Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine ju
ristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von
der in einem medizini
schen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit ab
zu
wei
chen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (vgl. BGE 140 V 193
E. 3.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezem
ber
2014 E. 5.1 mit Hin
weisen).
4.3
In Bezug auf die
diagnostizierte rezidivierende depressive
-
gemäss Gutach
ten des
B._
gegenwärtig leichte
-
Störung
ist zu prüfen, ob sie als invalidi
sierende Krankheit in Betracht fällt.
Zur Frage der Behandlung ist d
en Akten lediglich zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin eine ambulante delegierte P
sychotherapie bei
I._
durchführte, wobei sich keine Angaben zur Häufigkeit der Therapie finden
(
Urk.
12/47/6
Ziff.
1.6)
. Eine stationäre Therapie wurde, soweit ersichtlich, nie durchgeführt.
Zwar erhält die Beschwerdeführerin ein Antidepressivum, doch ist dieses ohne Indikation bei Schmerzen, und der Medikamentenspiegel lag im Untersuchungszeitpunkt im unteren therapeutischen Bereich (S.
12
Ziff.
4.1.7)
.
Zudem empfehlen die Gutachter zusätzlich ein sedierendes und schmerzmodulierendes Antidepressivum auf die Nacht (S. 13
Ziff.
4.1.9).
Unter diesen Umständen lässt sich eine optimale Behandlung und Ausschöp
fung
der Behandlungsmöglichkeiten
nicht bejahen, weshalb
ein invalidisie
render Gesundheitsschaden
der depressiven Episode -
unabhängig davon, ob
diese
diagnostisch
als
leicht oder mittelgradig
zu qualifizieren ist -
zu ver
neinen ist
(vorstehend E. 1.2)
.
Was die von
Dr.
D._
erwähnten schweren traumatisierenden Kriegsereig
nisse angeht, so ist dem Gutachten zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh
rerin die Kriegsereignisse in
J._
erlebte, das Haus während fünf Mona
ten nicht habe verlassen dürfen,
während
ein oder zwei Tagen hinter Gittern gewesen
und dann
mit dem Zug fortgefahren worden sei, im Wald geschlafen
habe
ohne Essen und Trinken, und dann in einer Schule einquartiert worden sei. Schliesslich sei sie nach
K._
geflüchtet, wo sie etwa ein Jahr geblieben und danach in die Schweiz eingereist sei, wo schon ihr Vater sich aufgehal
ten habe
(S. 9
Ziff.
4.1.1.2)
. Auch in Anbetracht dieser zweifellos eindrückli
chen Ereignisse stellten weder
Dr.
D._
noch andere Ärzte in der Folge je
doch die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung, und es fehlen auch substantiierte Begründungen, welche eine solche Diagnose namentlich in Bezug auf die Schwere der stattgehabten Ereignisse als überwiegend wahr
schein
lich erscheinen liesse. Damit liegt entgegen der Auffassung der Kläge
rin (
Urk.
1 S. 6)
auch in dieser Hinsicht
keine
invalidenversicherungs
rechtlich
relevante Störung vor.
4.
4
Zu prüfen ist sodann,
ob sich das
Schmerzgeschehen invalidisierend aus
wirkt
.
Die Ärzte des
B._
diagnostizierten unter anderem eine ausgeprägte Psoriasis und ein chronisches
thorako-lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei akti
vierter
Osteochondrose
. Zu den angegebenen Schmerzen in den Händen hielten sie fest, dass diese am ehesten durch den Haut- und Nagelbefall bei Psoriasis bedingt seien. Die daraus resultierenden Einschränkungen
berück
sichtigten sie
mit der attestierten Arbeitsunf
ähigkeit von 50
%
.
Die Gutachter führten weiter aus, dass sich für die von der Beschwerdeführe
rin angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen nur zum Teil ein morphologisches Korrelat finden lasse (
Urk.
12/56/2-28 S.
17
Ziff.
4.2.4). Der Psychiater
Dr.
E._
verneinte in der Folge
zwar
eine anhaltende so
matoforme Schmerzstörung, diagnostizierte jedoch eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren. Die Rheumato
login
Dr.
F._
diagnostizierte
ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerz
syndrom
und eine Fibromyalgie.
Damit liegen der somatoformen
Schmerz
störung
vergleichbare psychosomatische Leiden vor, die nach dem struktu
rierten normativen Prüfungsraster von BGE 141 V 281 zu beurteilen sind. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Diagnosen aus medizi
nischer Sicht als sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkend beurteilt wurden, zumal diese Frage auch
eine juristische Frage ist (
vorstehend
E.
4.2).
Die Feststellungen im rheumatologischen Gutachten, wonach die Beschwer
d
e
führerin sich bei unbewussten Bewegungen in der Hals- und
Lendenwir
bel
säule
völlig frei zeigte (
Urk.
12/56/2-28 S.
17
Ziff.
4.2.4), wurden nicht als
Aggravation gewertet, sodass kein Ausschlussgrund vorliegt (vorstehend E.
1.1
).
4.5
Zu prüfen ist zunächst der funktionelle Schweregrad.
Was den Komplex der Gesundheitsschädigung angeht, so weist die Psoriasis eine gewisse Intensität auf. Dies zeigt sich auch in der attestierten Arbeits
unfähigkeit von 50
%
, wobei die Gutachter zum Behandlungserfolg festhal
ten, dass eine geeignete Therapie noch nicht hat etabliert werden können. Darüber hinaus besteht keine Komorbidität. Insbesondere kommt der leichten Depression keine invalidisierende Wirkung zu, und auch die erlebten Kriegs
ereignisse und Flucht aus
J._
begründen
kein PTBS (vorstehend E. 4.3). Damit reduziert sich die Ausprägung auf die Psoriasis und auf die Schmerz
klagen.
Zum persönlichen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin die im Anschluss an die Sekundarschule absolvierte Lehre als
Damencoiffeuse
mit der Durchschnittsnote 5.1 abschloss (S.
9
Ziff.
4.1.1.2), was auf gute
intellektuelle Ressourcen hinweist. Im psychiatrischen Gutachtensbefund geht
weiter hervor, dass Aufmerksamkeit, Auffassung und das Gedächtnis nicht beeinträchtigt waren und die Beschwerdeführerin über gute
Deutschkennt
nisse
verfügt (S. 10 f.
Ziff.
4.1.2).
Was den sozialen Kontext angeht, so verfügt die Beschwerdeführerin im
Gut
achtenszeitpunkt
über ein funktionierendes Familienleben, mit einer guten Beziehung zu ihrer 12-jährigen Tochter und ihrem 7-jährigen Sohn und mit einem unterstützenden Ehemann. Sie pflegt Kontakte zur Familie, zur Familie ihres Ehemannes und einer guten Nachbarin, zu der sie auch zum Reden und Malen eingeladen wird.
Reisen
nach
J._
und andere lange Autofahrten macht sie wegen des langen Sitzens nicht mehr (S. 9 f.
Ziff.
4.1.1.2). Der Ehemann übernimmt den gesamten Haushalt. Die Beschwerdeführerin betreut ihre Kinder, hilft ihnen auch bei den Hausaufgaben und nimmt die
Eltern
besuche
in der Regel wahr (
Urk.
12/66 S.
9 f.
Ziff.
6.6). Im Laufe des
Be
schwer
deverfahrens
wurde bekannt, dass die Beschwerdeführerin sich in Schei
dung befindet und inzwischen getrennt lebt (
Urk.
7,
Urk.
13-14).
Insgesamt ist angesichts dieser Umstände von grundsätzlich intakten sozialen Beziehungen und guten intellektuellen Fähigkeiten bei vorhandener Berufs
bildung auszugehen.
Somit sind bei der Beschwerdeführerin persönliche und soziale Ressourcen erkennbar, welche durch ihre psychischen Probleme nicht in Frage gestellt werden.
Zu prüfen ist sodann die Konsistenz.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschränkung des
Aktivi
tätsniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin kaum eigene Interessen hat (S. 10
Ziff.
4.1.1.2). Mangels weiterer Angaben bezüglich des Aktivitätsniveaus beziehungsweise dessen Einschränkung aufgrund der Beschwerden und angesichts der zur Familie und zur Nachbarin gepflegten Kontakte ist nicht von einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens auszugehen.
Bezüglich Leidensdruck ist festzustellen, dass die Häufigkeit der von der Be
schwerdeführerin durchgeführten Psychotherapie nicht ersichtlich ist. Ange
sichts dessen, dass sich der Medikamentenspiegel im unteren therapeutischen Bereich befand (S. 12
Ziff.
4.1.7) und sich die Beschwerdeführerin offenbar noch nie einer konsequente
n
Schmerztherapie unterzogen hat, erscheint das über die Problematik der Psoriasis hinausgehende Schmerzleiden nicht sehr ausgeprägt und es kann diesbezüglich nicht von einem tatsächlichen
Be
hand
lungsbedürfnis
ausgegangen werden.
Die Prüfung der verschiedenen Indikatoren ergibt, dass diese nicht als in aus
geprägtem Umfang gegeben erachtet werden können. Da auch kein ausge
wie
sener behandlungsanamnestischer Leidensdruck besteht, ist insgesamt eine Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der Schmerzproblematik zu ver
neinen.
Damit ist der Beschwerdegegnerin zu folgen, welche nicht etwa am
Schmerz
geschehen
zweifelte, sondern zum Ergebnis kam, dass die vorliegende Pa
tho
logie invalidenversicherungsrechtlich nicht zu einer Leistungspflicht führt.
5.
5.1
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September
2011 E.
2, in: SVR 2012 IV Nr.
19 S.
86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person,
die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweis
kraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E.
3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qua
lifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räum
lichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der
Abklärungs
bericht
voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerb
stätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung
des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, wes
halb
seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkun
gen er
fahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet
. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grund
lage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vorder
grund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versi
cher
ten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regel
mässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1, 9C_986/2009 vom 11. November 2010
E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
5.2
Am 2
6.
August 2015 berichtete die Abklärungsperson der
Beschwerdegegne
rin
über ihre Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
0.
März 2015 (
Urk.
12/66). In Kenntnis sämtlicher Diagnosen gemäss Gutachten des
B._
(
S. 1
Ziff.
1
) ermittelte sie eine Einschränkung von insgesamt 17.10
%
im Haushaltbereich und qualifizierte die Beschwer
de
führerin als zu 68
%
im Erwerb und zu 32
%
im Haushalt tätig, woraus für
den
Haushalt
bereich ein Invaliditätsgrad von 5.47
%
resultierte (S. 10
Ziff.
7
).
Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass sich die Abklärungsperson nicht
auf eigene Beobachtungen, sondern lediglich auf die
medizinischen
Angaben im Gutachten gestützt habe und dass überdies eine
Haushaltsab
klärung
nur für die Ermittlung der Einschränkung bei physischen Beschwer
den geeignet sei (
Urk.
1 S. 11).
5.3
Der vorliegende Abklärungsbericht wurde
sowohl
in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse wie
auch
der gemäss Gutachten bestehenden gesundheitlichen
Einschränkungen
verfasst. Diese Beeinträchtigungen gibt der Bericht wieder
,
und
er
nimmt bei den einzelnen Tätigkeiten im Aufga
benbereich darauf Bezug. Weiter zeigt
d
er
Bericht
auch die divergierenden Meinungen der Abklärungsperson und der Beschwerdeführerin in sämtlichen
Aufgabenb
ereichen auf
und
hält
durchaus
auch die eigenen Beobachtungen der Abklärungsperson
und deren Empfehlungen an die Beschwerdeführerin
f
est
(S. 6 ff.
Ziff.
6). Der 10-seitige Berichtstext ist angemessen detailliert
und die Einschätzungen sind
plausibel begründet
, weshalb er
den Anforderungen an die Beweiskraft vollumfänglich
genügt
(vorstehend E.
5.1)
.
Vorliegend
stehen
p
hysische Beschwerden bei den Einschränkungen im Vordergrund
,
und
die Invalidität ist
a
uch
nicht
teilweise
psychisch bedingt
(vorstehend E.
4
)
, wes
halb sich die Frage eines allfälligen Vorrangs fach
medizinische
r
Fest
stellungen nicht stellt. I
m Übrigen sind diesbezüglich auch keine Abwei
chungen erkennbar.
Vielmehr ergibt sich auch aus dem
Gutachten
, dass
die Beschwerdeführerin mehr zu leisten
vermag
, als sie sich zutraut; dass dies auch im Abklärungsbericht Niederschlag findet, ist nicht zu beanstanden.
Die Qualifikation von 68
%
Erwerb und 32
%
Aufgabenbereich erscheint ange
sichts der festgestellten familiären und erwerblichen Verhältnisse (S.
2 ff.
Ziff.
2) ebenfalls plausibel.
5.4
Zusammenfassend erweist sich der Abklärungsbericht vom
2
6.
August 2015
als voll beweiskräftig, weshalb darauf abzustellen ist. Damit ist von einer Qualifikation von 68
%
Erwerbsbereich und 32
%
Aufgabenbereich und einer Einschränkung von 17.10
%
im Haushalt auszugehen, woraus für den Auf
gabenbereich
ein Invaliditätsgrad
von gerundet 5.47
%
resultiert.
6.
6.1
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invalidi
tätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die ver
si
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beur
teilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiä
ren, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemisch
ten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorge
nom
men wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
Gemäss
IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV)
vom 3
1.
Oktober 2016
ist in Fällen
mit einer ähnlichen Ausgangslage wie im
vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gefällten Urteil
Di
Trizio
gegen die Schweiz vom
2.
Februar 2016 (7186/09)
mit Blick auf die Achtung des Familienlebens der bisherige Status beibehalten und die gemischte Methode nicht mehr anzuwenden. Dies ist der Fall, wenn - kumu
la
tiv - folgende Merkmale erfüllt sind: Rentenrevision oder erstmalige
Renten
zusprache
mit gleichzeitiger Abstufung oder Befristung der Rente so
wie familiär bedingter Grund (Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern) für die Reduktion der Arbeitszeit.
6.2
Die Voraussetzungen für ein Abweichen von der gemischten Methode
(vor
stehend E. 6.1) sind vorliegend nicht erfüllt, weshalb an der - vorliegend im Übrigen
auch nicht gerügten
(
Urk.
1 S.
12
Ziff.
5) - Anwendung der ge
mischten Methode festzuhalten ist.
6.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
entwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Inva
li
di
tät nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grund
lage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
(LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.4
Angesichts des stark schwankenden Einkommens der Beschwerdeführe
rin in den Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens und des teilweisen Bezugs
von Arbeitslosenentschädigung rechtfertigt sich
das Vorgehen der
Beschwer
de
gegnerin
, welche
auf Tabellenlöhne statt auf das effektiv erzielte Ein
kommen
abstellte
(vorstehend E.
6.
3
). Im Hinblick darauf, dass die Be
schwer
deführerin viele verschiedene und kurzfristige Anstellun
gen in
Teilzeitpensen
ausübte, ist der von der Beschwerdegegnerin angerech
nete Lohn
(
Urk.
12/67 S. 1)
für Reinigungspersonal und Hilfskräfte im priva
ten und öffentlichen Sektor zusammen, LSE 2012, T17
g
emäss
Ziff.
91, Total, Frauen von monatlich
Fr.
4‘117.-- nicht zu beanstanden und erscheint im Übrigen angesichts der ge
mäss Auszug aus
dem individuellen Konto (
Urk.
12/20) tatsächlich erziel
ten Einkünfte als eher grosszügig. Angepasst an die betriebsübliche
Wochen
arbeitszeit
von 41.7 Stunden im Jahr 2014 (
Be
triebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, BFS, T03.02, Total
Ziff.
1-96) sowie die
Nominal
lohnentwicklung
von 0.7
%
im Jahr 2013 und von 1
%
im Jahr 2014
(BFS, Lohnentwicklung 2011, T1.2.10, Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2015 [Frauen])
ergibt dies einen Nominallohn für das Jahr 2014 von gerun
det
Fr.
52‘382.85 beziehungsweise von
Fr.
35‘620.35 nach
Berücksichtigung d
es Erwerbsanteils von 68
%
(vorstehend E. 5.4;
Fr.
4‘117.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.007 x 1.01 x 0.68).
6.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
spre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invaliden
einkommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
In der LSE 2012 erfolgten vielfältige Anpassungen der erhobenen Daten an die entsprechenden Reglemente der Europäischen Union (EU). Neu wird da
run
ter nun nach Berufen (
Skill
Levels) differenziert statt nach den bisherigen Anforderungsniveaus 1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat in BGE 142 V 178 E.
2.5.3
festgestellt, dass das statistische Einkommen nach TA1
Kompe
tenzniveau
1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1 Anforderungsniveau 4 der LSE 2010 ein Plus von 6,3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2,7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Pro
zent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 über
einstimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. Septem
ber 2016 E. 6). Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung (Art. 28 ff. IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Inva
lidenrente sowie grundsätzlich auch im Revisionsverfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruchs im Jahr 2012 oder später) zur Festlegung der Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG dennoch grundsätzlich als Beweis geeignet ist (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 und E. 2.5.8.1; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6 und 9C_369/2016 vom 6.
September
2016 E. 2.1). Laufende, gestützt auf die LSE 2010 rechtskräftig zugesprochene Invalidenrenten dürfen aber nicht allein aufgrund der Tabellenlohnwerte gemäss LSE 2012 in Revision gezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 und 2.5.8.1; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 8C_277/2016 vom 20. Juli 2016 E. 4.2).
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem)
nach
dem Kompetenzniveau differenzierten TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet werden, hingegen nicht die TA1 b-Tabellen (BGE 142 V 178 E. 2.5.7).
6.
6
Angesichts der Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten, körperlich leich
ten Tätigkeit im Umfang von 50 % (vorstehend E.
4.1) steht der Be
schwerde
führerin eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es ist deshalb für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den standardisierten
Durch
schnitts
lohn
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämt
lichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2012, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Rubrik „Frauen“), wobei auch das Abstellen auf den Zentralwert - statt wie von der Beschwerdeführe
rin gefordert auf eine bestimmte Berufsgruppe (
Urk.
1 S. 12
Ziff.
5) - zu schützen
ist
(vorstehend E.
6.
5
).
Aufgrund des Einwandes der Beschwer
de
führerin (
Urk.
1 S.
12
Ziff.
5) berichtigte die Beschwerdegegnerin das
Kom
petenz
niveau
2 mit Beschwerdeantwort (
Urk.
11).
In Anbetracht der
Erwerbs
bio
graphie
der Beschwerdeführerin erweist sich
das nunmehr gewählte
Kom
pe
tenz
niveau
1 als zutreffe
nd.
Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Rubrik „Frauen“). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahr 2014 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsab
tei
lun
gen
, herausgegeben vom BFS, T03.02, Total
Ziff.
1-96)
sowie der
Nomi
nal
lohnentwicklung
von 0.7% im Jahr 2013 und von 1
%
im Jahr 2014 (BFS, Lohnentwicklung 2011, T1.2.10, Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2015 [Frauen]) angepasst, ergibt dies den Betrag von Fr.
52‘3
19
.-- (Fr. 4‘
112
.--: 40 x 41.7
x 12 x 1.007 x 1.01
). Auf das der Beschwerdeführerin zumutbare Pensum von 50 % umgerechnet, resultiert ein hy
pothetisches
In
va
lideneinkommen
von Fr. 26‘160.--
(Fr. 4‘112.--: 40 x 41.7
x 12 x 1.007 x 1.01 x
0.5)
.
6.
7
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit
zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypo
thetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im
Anforderungs
ni
veau
4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um
fasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quan
titative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu un
ter
scheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesun
den Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (zu diesem Begriff BGE 110 V 273 E. 4b) - unter Berücksichti
gung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstätig
keiten
mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Bei teilzeitlich angestellten Frauen fällt das Kriterium des reduzierten Be
schäfti
gungsgrades von vornherein kaum ins Gewicht; sie verdienen laut Statistik doch oftmals gar nicht weniger als Vollzeitbeschäftigte. Zu denken ist etwa an Betätigungsbereiche, in welchen Teilzeitarbeit Nischen auszufül
len vermag, die
arbeitgeberseits
stark gefragt sind und dementsprechend
ent
löhnt
werden. Eine bloss teilzeitlich ausgeübte Beschäftigung kann sich im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung bei Frauen sogar proportional
lohn
erhöhend
auswirken. So weisen die Statistiken 2008 und 2010 bei Frauen im Anforderungsniveau 4 für Teilzeitarbeit zwischen 50
%
und 89
%
höhere Löhne als für Vollbeschäftigung aus. Damit entfällt hier die Rechtfer
tigung für einen Tabellenlohnabzug (Urteil des Bundesgerichts 8C_712/2012 vom 3
0.
Novembe
r 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
6
.8
Gemäss dem in den vorliegenden medizinischen Berichten formulierten
Belas
tungsprofil
(vgl. vorstehend E. 4.1) ist der Beschwerdeführerin eine
behin
derungsangepasste
, körperlich leichte Tätigkeit zu 50 % zumutbar. Weitere leidensbedingte, die Arbeitsverrichtung betreffende Einschränkungen sind nicht ersichtlich. Insbesondere fallen nach dem Gesagten (vorstehend E.
6.4) entgegen der Auffassung der gut Deutsch sprechenden Beschwerde
füh
rerin auch deren Nationalität und Beschäftigungsgrad nicht ins Gewicht, und es sind gemäss den medizinischen Angaben keine Einschränkungen er
sicht
lich, welche die Einsatzmöglichkeiten in qualitativer oder quantitativer Hin
sicht über das zumutbare Pensum hinaus zusätzlich begrenzen würden. Unter diesen Umständen erscheint kein Leidensabzug angebracht und es be
steht keine Veranlassung, das ausgeübte vorinstanzliche Ermessen zu korri
gieren. Damit bleibt es beim hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 26‘160.-- (vorstehend E. 6.7; Fr. 4‘112.-- : 40 x 41.7 x 12 x1.007 x 1.01 x 0.5).
6
.
9
Der Vergleich des
Valideneinkommens
bei einem Erwerbsanteil
von
68
%
von
rund Fr.
35‘620.3
0
(Fr.
4‘117
.-- : 40 x 41.7 x 1.0
07
x 1.0
1 x 12 x 0.68
) mit dem hypothetischen Invalideneinkommen bei einem zumutbaren
Ar
beits
pensum
von
5
0 % von rund
Fr.
26‘160.--
(Fr. 4‘
112.--
: 40 x 41.7 x 1.0
07
x 1.0
1
x
12 x
0.5
) ergibt eine Einkommenseinbusse von
ge
rundet Fr.
9‘460.70
und damit
eine
Einschränkung
von
ge
rund
et
26,55
%
. Damit ergibt sich für den Erwerbsbereich ein Teilinvaliditätsgrad von
18
.05
%
.
Unter Berücksichtigung
d
er Einschränkung von 17.10
%
beziehungsweise des Teilinvaliditätsgrades von 5.47
%
im Aufgabenbereich ergibt sich ein
renten
ausschliessender
Invaliditätsgrad von rund
2
4
%
.
7.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen und in
folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
8
.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter de
r
Beschwerdeführer
in
machte mit
Hono
rar
note
vom
2
0.
Juni 2016
einen Aufwand von
18
h 10 min
bei einem Stundenansatz von
Fr.
230.--
sowie
Barauslagen von
Fr.
92.40
geltend
,
zu
züglich Mehrwertsteuer von 8
%
,
sowie Auslagen für einen Arztbericht von
Fr.
263.80
(Urk.
18
- 20
).
Vom geltend gemachten Aufwand
betreffen
7
h
35
min sowie Porto
von
Fr.
20.--
und Kopie
rkosten
von
Fr.
21.60
Aufwendun
gen im vorinstanzlichen Verfahren vor Einleitung des Beschwerdeverfahrens, welche im vorliegenden Verfahren nicht zu entschädigen sind.
Sodann sind auch die Auslagen für den eingeholten Arztbericht des
C._
nicht zu entschädigen, zumal dieser für den Ausgang des Verfahrens nicht entscheidend war.
Zu prüfen bleibt der verbleibende geltend gemachte Aufwand für das Beschwerdeverfahren von
10
h
35
min
,
Fr.
37.--
Portokos
ten
und
Fr.
13.80 Kopie
rkosten
.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Ver
bindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversiche
rungs
gericht
(
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung – nament
lich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
In Anwendung dieser Kriterien erweist sich der vom unentgeltlichen Rechts
ver
treter der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren geltend gemach
te Aufwand als angemessen, weshalb er in Anwendung des
praxis
gemässen
Stundensatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit
gerun
det
Fr.
2‘400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen ist.