# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5fbca307-488e-4b99-a499-ef497d968d5c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 10. November 2011 erliess der Vorsitzende, der Vizepräsident des Bezirksgerichts Landquart, eine Beweisverfügung (act. B.1) im Klageverfahren des X. und Y. gegen A., D., sowie B. und C. betreffend Feststellung des Grenzverlaufs (Proz. Nr. 115-2011-5). Er stellte sie gleichentags den Parteivertretern zu, nämlich an Rechtsanwalt lic. iur. R. für die Kläger XY. und an Rechtsanwalt lic. iur. Hermann Just für die Beklagten. Die Verfügung lautete wie folgt (Hervorhebungen im Original):
„(...)
Gutachten
Der Beweisantrag der Kläger gemäss Schreiben vom 23. August 2011 auf Vermessung der Grundstücke Nrn. 634, 632 und 635 und auf die Visualisierung der Grenzen der Dienstbarkeitsfläche wird abgewiesen.“
(...)
Kostenvorschuss:
Die Parteien haben bis zum 1. Dezember 2011 einen Kostenvorschuss von gesamthaft Fr. 5'000.-- auf das PC-Konto 70-2866-6 des Bezirksamtes Landquart zu überweisen.
Wenn die Parteien innert dieser Frist nicht vertrösten, wird die Klage nach Ansetzung einer kurzen Nachfrist als erledigt abgeschrieben (Art. 39 ZPO GR).“
B. Mit Schreiben vom 11. November 2011 (act. B.7) retournierte Rechtsanwalt lic. iur. R. die ihm zugestellte Beweisverfügung an den Bezirksgerichtsvizepräsidenten. In seinem Schreiben, welches zunächst per Fax versendet wurde (act. B.9), nahm er Bezug auf eine Mitteilung vom 26. Oktober 2011, welche er dem Bezirksgericht habe zukommen lassen und mit welcher er das Erlöschen des Mandatsverhältnisses mit den Eheleuten XY. bekanntgegeben habe (act. B.6). Er stellte ausserdem fest, eine rechtsgültige Zustellung könne nur an die Kläger selbst oder deren neuen Vertreter erfolgen.
Gemäss einem weiteren Schreiben von Rechtsanwalt lic. iur. R. (act. B.8), ebenfalls vom 11. November 2011, fand gleichentags ein Telefongespräch zwischen ihm und dem Vizepräsidenten des Bezirksgerichts Landquart statt, in welchem dieser offenbar Rechtsanwalt lic. iur. R. mitteilte, er habe die Mitteilung vom 26. Oktober 2011 betreffend Beendigung des Mandatsverhältnisses zu den Eheleuten XY. nie erhalten. Rechtsanwalt lic. iur. R. vertrat in seinem Schreiben die Ansicht, das Ergebnis seiner Nachforschungen spreche dafür, dass der
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Schweizerischen Post möglicherweise ein Fehler unterlaufen sei. Am 26. Oktober 2011 habe er persönlich bei der Poststelle 8402 Winterthur 2 Obertor um 16.02 Uhr je ein Schreiben an das Bezirksgericht Landquart sowie die Staatsanwaltschaft in Chur aufgegeben. Beide Sendungen seien nach 7000 Chur 1 gegangen, mit dem Vermerk „Fehlleitung“ zurück gelangt und sodann von der Poststelle 8402 Winterthur 2 Obertor wieder versandt worden, worauf die Zustellung erfolgt sein soll. Keines der beiden Schreiben sei zurückgekommen, weshalb er von einer einwandfreien Zustellung an die Adressaten ausgegangen sei.
C. Mit Schreiben vom 14. November 2011 (act. D.01a), vorab per Fax zugestellt, berichtete Rechtsanwalt lic. iur. R. dem Vizepräsidenten des Bezirksgerichts Landquart, lic. iur. Stefan Lechmann, seine Abklärungen hätten ergeben, dass seitens des Bezirksgerichts Landquart kein Fehler vorliege. Nach einer „Fehlleitung“ bei der Poststelle 7000 Chur 1 seien die beiden Schreiben am 27. Oktober 2011 um 11:06 Uhr einer Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft Graubünden ausgehändigt worden. Die zuständige Sachbearbeiterin bei der Staatsanwaltschaft habe ihm am Morgen des 14. November 2011 bestätigt, dass die beiden Schreiben dort archiviert worden seien.
D. Am 15. November 2011 leitete Rechtsanwalt lic. iur. R. die Beweisverfügung per Einschreiben an die Eheleute XY. weiter (act. B.2).
E. Am 30. November 2011 reichten die Eheleute XY. (nachfolgend: Beschwerdeführer), neu vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Hübner, beim Bezirksgericht Landquart Beschwerde gegen die Beweisverfügung vom 10. November 2011 ein. Die Anträge lauteten wie folgt:
„1. Es sei die prozessleitende Verfügung vom 10. November 2011 aufzuheben und in dem Sinne abzuändern, dass dem Beweisantrag der Beschwerdeführenden gemäss Eingabe vom 23. August 2011 betreffend der Vermessung der streitbetroffenen Grundstücke durch einen neutralen Geometer nach den massgeblichen Quadratmeterangaben gemäss den öffentlich beurkundeten Grundstückkaufverträgen vom 30. Juli 1976 (A.: 526 m2; D.: 530 m2; E., nunmehr B. und C.: 617 m2) unter Anbringung einer farblichen Markierung zur Visualisierung des Grenzverlaufs stattgegeben wird.
2. Es sei der einzelne Anteil der Parteien des gemäss der prozessleitenden Verfügung auf sie entfallende Kostenvorschusses von Fr. 5'000.-- zu spezifizieren.
3. Es seien die Beschwerdevernehmlassungen des Instruktionsrichters sowie der privaten Beschwerdegegner den Beschwerdeführenden zur Stellungnahme zu übersenden.
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4. Es sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung im Sinne von Art. 237 Abs. 1 ZPO-GR zuzuerkennen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerschaft.“
Zur Fristeinhaltung führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer aus, dass die Beweisverfügung vom 10. November 2011 frühestens am 11. November 2011 beim früheren Rechtsvertreter der Beschwerdeführer eingegangen sein könne, weshalb die zwanzigtägige Frist von Art. 237 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO GR; BR 320.000 [ausser Kraft]) gewahrt sei. In materieller Hinsicht führte der Rechtsvertreter zur Begründung im Wesentlichen aus, dass der genaue Grenzverlauf der in den Prozess involvierten Grundstücke zwischen den Parteien seit Jahren strittig und das beantragte Fachgutachten eines neutralen Geometers daher als erheblicher Beweis im Sinne von Art. 96 ZPO GR zu werten sei. Mit der unbegründeten Abweisung des fraglichen Beweisantrages drohe den Beschwerdeführern ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 319 lit. b Ziff. 2 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO CH; SR 272 [in Kraft seit dem 1. Januar 2011]). Zudem erweise sich die angefochtene Beweisverfügung als interpretationsbedürftig, da der einverlangte Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 5'000.-- von den Parteien, mitunter also auch von den Beklagten, zu leisten sei, ohne dass dabei die Höhe des auf die jeweilige Partei entfallenden Kostenanteils spezifiziert worden wäre.
F. Am 1. Dezember 2011 leitete der Vizepräsident des Bezirksgerichts Landquart die Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden weiter. In seinem Schreiben nahm er Bezug auf ein Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts, wonach die Beschwerde nach der neuen ZPO CH einzureichen sei (act. D.01).
G. Am 5. Dezember 2011 forderte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 5A_320/2011 vom 8. August 2011 (BGE 137 III 242) zur Stellungnahme betreffend die Rechtzeitigkeit der Beschwerde auf.
H. Am 15. Dezember 2011, eingegangen am 16. Dezember 2011, reichten die Beschwerdeführer ihre Stellungnahme betreffend Einhaltung der Beschwerdefrist beim Kantonsgericht von Graubünden ein und stellten folgende Anträge:
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„1. Es sei die Frist für die Anfechtung der Beweisverfügung vom 10. November 2011 als gewahrt zu betrachten und es sei auf die Beschwerde im Verfahren ZK1 1187 vom 30. November 2011 einzutreten.
2. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, den Beschwerdeführenden eine Nachfrist im Sinne von Art. 148 Abs. 2 ZPO zur Anfechtung der Beweisverfügung vom 10. November 2011 anzusetzen.

## Considerations