# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e7bcb094-82ca-51e1-adf9-b5b5032d6864
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
meldete sich im November 2010 zum
Leistungsbe
zug
bei der Invalidenversicherung an (Urk. 6/8). Die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/17)
bei und holte Arztberichte (Urk. 6/18, Urk. 6/21
, Urk. 6/36-37
)
sowie einen Arbeitgeberbericht ein (Urk. 6/19
/1-7
).
Am 12. Oktober 2011 wurde die Ver
sicherte vom
Y._
psychiatrisch untersucht (Bericht vom 20. Oktober 2011, Urk. 6/31).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk. 6/41, Urk. 6/45, Urk. 6/51
) verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 31. Mai 2012 den Anspruch auf IV-Leistungen (Urk. 6/55 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 31. Mai 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 8. Jun
i 2012 Beschwerde und beantragte, es sei ihr eine Rente zuzusprechen und es seien berufliche sowie medizinische Abklärungen zu treffen (Urk. 1 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 14. August 2012 beantragte die IV-Stelle die Abwei
s
ung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit Replik vom 7. November 2012 hielt die Be
schwerdeführerin an den gestellten Anträgen fest
(Urk. 9)
. Die
Beschwerde
geg
ne
rin
verzichtete
am 29. November 2012
auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 11), was der Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2012 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des
Bundesge
setz
es
über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufga
benbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Be
einträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann,
die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus,
bei der Beschwerdeführerin liege lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 15 % vor, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründet werden könne (Urk. 2 S. 1). Zudem führte die Beschwerdegegnerin in ihrer
Be
schwerdeantwort
im Wesentlichen aus, es lägen vorliegend keine Umstände vor, welche die Schmerzbewältigung behindern würden, weshalb die Leiden der Be
schwerdeführerin im Sinne der Rechtsprechung als überwindbar g
ä
lten (Urk. 5 S. 2 Ziff. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1),
gestützt
auf Berichte der behandelnden Psychologin sowie
der
Ärzte der
Z._
sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten sowie
von ei
ner 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszu
gehen
(S. 3 Ziff. 5). Hingegen könne aus verschiedenen Gründen nicht auf die Berichte von
A._
, Facharzt für Neurologie, und
auf
jenen des
Y._
-Arztes abgestellt werden (S. 4 f. Ziff. 7 ff.).
Im Rahmen des Einkommensvergleichs sei ein
lei
densbedingter
Abzug von 15 % vorzunehmen (S. 5 Ziff. 13). Sodann seien be
rufliche Massnahmen sowie Unterstützung bei der Stellensuche zu gewähren (S. 5 f. Ziff. 14).
Mit Replik vom 7. November 2012
(Urk. 9)
hielt die Beschwer
deführerin daran fest und führte insbesondere
weiter
an, mangels ausreichender
Ressourcen zur Bewältigung der Schmerzsituation müsse vorliegend eine Ar
beits
unfähigkeit infolge eines verselbständigten psychischen
Gesundheitsscha
dens
an
genommen werden. In einer angepassten Tätigkeit wäre eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit nach stufenweiser
Eingliederung realisierbar (
S. 2 f. Ziff. 6).
Im Wei
te
ren verlangte sie die Abklärung ihres Gesundheitszustandes mittels „externem“
Gutachten (S. 3 Ziff. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
der Anspruch
der Be
schwerdeführerin auf Leis
tungen der Invalidenversicherung
und insbesondere die Höhe der zumutbaren Ar
beits
fähigkeit
.
3.
3.1
Aus den Berichten aus dem Jahr 2010 gehen
zusammenfassend
folgende Diag
nosen
hervor
(Bericht vom 29. Januar 2010 von
B._
, Fach
arzt FMH für Neurologie, Urk. 6/17/10-11; Bericht vom 21. Juni 2010 von
C._
, Facharzt FMH für Gastroenterologie und Innere Medizin, Urk. 6/17/9+12;
Bericht vom 13. September 2010
von
D._
, Fach
arzt FMH für Allgemeine Medizin
, Urk. 6/17/7
;
Austrittsbericht der
Z._
vom 27. Dezember 2010, Urk. 6/18/5-6
)
:
chronisch
es
myofasciales
Schmerzsyndrom (
ICD-10 F45.0
)
chronifizierte
Migräne
Ulcus
bulbus
duodeni
Helicobacter
assoziierte Gastritis
Den Berichten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vordergründig vor
allem über Schmerzen
i
n
Nacken, Kopf, Rücken
, ausstrahlend in den rechten Arm
klage.
D._
attestierte der Beschwerdeführerin seit dem
25. No
vember 2009 aufgrund des subjektiv empfundenen
Schmerzsyn
droms
und
der Bewegungseinschränkung der Hals- und Brustwirbelsäule eine 10%ige Ar
beits
unfähigkeit, wobei er festhielt, die Schmerzangaben seien k
aum objek
ti
vier
bar (Urk. 6/17/7 Ziff. 6 f.). Die Ärzte der
Z._
atte
stier
ten ihr für die Zeit der Hospitalisierung (30. November bis 18. Dezember 2010)
bis zum 2. Januar 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/18/6).
Der beratende Arzt des Krankentaggeldversicherers,
A._
, Fach
arzt FMH für Neurologie,
führte mit Stellungnahme vom 29. Oktober 2010 (Urk. 6/17/5-6) aus, das
myofasciale
Schmerzsyndrom rechtfertige keine Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 2).
Aufgrund der
chronifizierte
n
Mi
grä
ne bestehe
höchstens eine Arbeitsunfähigkeit von 10-20 %, wobei je nach me
d
ikamentöser Behandlung mit einer deutlichen Besserung zu rechnen sei (S. 2 oben).
3.
2
Mit Bericht vom 5. Mai 2011 nannte
D._
nebst der
somatofor
me
n
Schmerzstörung und der
chronifizierten
Migräne sodann eine mittel
schwere
Depression. Für die somatischen Beschwerden seien psychogene Ursa
chen verant
wortlich. Mittels Skelett
s
zintigraphie vom März 2011 seien keine nennens
wer
ten
P
athologien festgestellt worden. Es bestehe nach
wie
vor kein organisches Schmerz
korrelat. Eine körperlich leichte leidensangepasste Tätigkeit sei
der Be
schwerdeführerin
bis zwei Stunden täglich zumutbar (Urk. 6/21
; vgl. auch un
datierter, wahrscheinlich von Februar 2011 stammender Bericht, Urk. 6/18/1-4
).
3.3
3.3.1
Y._
-Arzt
E._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
hielt
mit Stellungnahme vom 19. Mai 2011 gestützt auf die vorliegenden Arztbe
richte fest
, es lägen keine objektivierbaren Befunde vor, welche eine Ar
beitsun
fähig
keit aus somatischer Sicht begründen könnten,
und
empfahl eine psychiatrische Untersuchung (Urk. 6/40/3).
3.3.2
Am 12. Oktober 2011 untersuchte
Y._
-Arzt
F._
, Fach
arzt FMH für Psych
iatrie und Psychotherapie, die Beschwerdeführerin
(Be
richt vom 20. Oktober 2011, Urk. 6/31). Er diagnostizierte eine
somatoforme
Störung
am ehesten in Form einer anhaltenden
somatoformen
Störung (ICD-10 F45.4) mit
Ver
dacht auf Analgetika induzierte
Kopfschmerzen (S. 5 Ziff. 9).
Trotz subjektiv a
nhaltendem erheblichem Beeinträchtigungsgefühl und der subjektiven Einschät
z
ung einer anhaltenden völligen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
könne aus medizinischer Sicht aktuell - unter Vorbehalt der noch einzu
holen
den
Berichte bei
D._
,
G._
und
H._
- lediglich von einer schmerzbedingten Minderung der Ar
beitsfähigkeit um 15 % in jeglicher Tätigkeit ausgegangen werden (S. 6
; vgl. schliesslich die Stellung
nah
me vom 13. Februar 2012, Urk. 6/40/6 oben
).
3.4
G._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, gab gegen
über der Beschwerdegegnerin an, er habe die Beschwerdeführerin letztmals im
März 2009 wegen der Behandlung eines Eisenmangels gesehen. Der weitere Ver
lauf sei ihm nicht bekannt (
Stellungnahme vom 23. November 2011,
Urk. 6/36).
3.5
Am 31. Januar 2012 erstatteten
H._
, Fachpsychologin für Psy
chotherapie FSP, und
D._
einen Bericht
(Urk. 6/37)
, worin sie folgende Diagnosen stellten (S. 1 f.):
mittelgradige Depression
(
ICD-10 F33.1
)
Adipositas
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(
ICD-10 F45.4
)
chronische Migräne
p
osttraum
atische Belastungsstörung (PTBS;
ICD-10 F43.1
)
Sowohl die mittelgradige Depression als auch die chronischen Schmerzen seien im Rahmen der PTBS zu sehen. Die PTBS bilde die Grundvoraussetzung der üb
ri
gen Leiden (S. 2 Ziff. 1.2).
Für den objektiven Befund w
erde
auf den Bericht
von
D._
vom 5. Mai 2011 (vgl. E. 3.2) verwiesen (S. 3 Ziff. 1.4.3)
. Der Ursprung der körperlichen Schmerzen lasse sich organisch nicht erklären. Für ein Verständnis des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sei der Ein
bezug ihrer Biographie jedoch unerlässlich: Sie habe im frühen Kindesalter
die Mutter und das Daheim verloren. Moralisch habe sie automatisch die Ver
ant
wortung
für ihre
jüngeren Geschwister übernommen. Dies alles gehe nur, indem
Angst, Wut und Verzweiflung weggeschoben würden. Das über Jahre ver
dräng
te
Trauma mit den dicht darauf gefolgten
Retraumatisierunge
n
infolge
Heimplat
zie
rung
und
die dazugehörigen aufgestauten Emotionen seien im Jahr 2010 heraus
gebrochen. Geblieben seien die Schmerzen, Angst und die Depres
sion (S. 6 oben)
.
Die Arbeitsfähigkeit betrage lediglich 50 % (S. 6 Ziff. 2.1).
Mit Bericht vom 14. März 2012 präzisierte
H._
, es sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit im Restaurationsbetrieb
sowie von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit auszugehen (Urk. 6/48).
4.
4.1
Aufgrund der in Erwägung 3 dargelegten medizinischen Aktenlage ist unbestrit
ten, dass die Beschwerdeführerin an
einer Schmerzerkrankung ohne fassbares or
ganisches Korrelat leidet.
So wurden im Wesentlichen eine anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung sowie ein chronisches
myofasziales
Schmerzsyndrom diagnostiziert.
Y._
-Arzt
F._
attestierte der Beschwerdeführerin des
halb eine 15%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten (vgl. E. 3.3
.2
).
Zusätzlich diagnostizierten
H._
und
D._
eine mit
telgradige Depression sowie eine PTBS und attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
4.2
Auf die Beurteilungen des
Y._
kann abgestellt werden, zumal sie die Anfor
de
rungen an den Beweiswert medizinischer Berichte (vg
l. vorstehend E.
1.5) voll
um
fänglich erfüllen.
F._
setzte sich mit allen Aspekten der ge
sund
heit
lichen Beeinträ
chtigungen auseinander und
berü
cksichtigte die Dar
stellung
der Beschwerdefü
hrerin. Er liess weitere Berichte anfordern
und
be
rücksichtigte
sämtliche
vorhandenen
ärztlichen Untersuchungsberichte
in seiner Beurteilung
(vgl. Urk. 6/31/
1 Ziff. 1,
Urk. 6/40
/2-3+
6)
. Schliesslich sind die Darlegungen be
gründet und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.3
Die
Beurteilung
en von
D._
und
H._
vermögen die
Y._
-Beurteilung nicht in Frage zu stellen
. S
o
fällt auf, dass sie sich sowohl be
treffend Diagnosestellung als auch bezüglich Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
in erster Linie an den von der Beschwerdeführerin beschriebenen Symptomen orien
tiert
en
und es an einem objektiven Befund, welcher die Herleitung der ge
stellten Diagnosen erklären würde, fehlt (vgl. insbesondere Urk. 6/37/3 Ziff. 1.4.
3
unter Verweis auf Urk. 6/21
). Zudem ist nicht nachvollziehbar, dass die Be
schwer
deführerin bereits seit ihrer Kindheit unter einer PTBS und einer mittel
gradigen Depression leiden soll
t
e (vgl. Urk. 6/37/2 Ziff. 1.2), jedoch über meh
rere
Jahre in der Lage war,
uneingeschränkt als Hausfrau und Mutter und schliess
lich ab März 2007
zu 100 % als Angestellte im eigenen Restaurations
betrieb tätig zu sein (vgl.
Urk. 6/8/5-6 Ziff. 5.4,
Urk. 6/19/2 Ziff. 2.9)
.
Mithin sind keine
traumatisierenden Ereignisse von aussergewöhnlicher Schwere auszumachen, die
bei der Beschwerdeführerin eine andauernde posttraumatische
Belastungs
stö
rung
hätten auslösen können.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass es sich bei
H._
um eine Psychologin
und nicht um eine psychiatrische Fachärztin
han
delt und
D._
eben
falls keinen psychiatrischen Facharzttitel hat
, was den Beweiswert ihrer Stellungnahmen zum psychischen Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin entsprechend mindert
(vgl. Urteil des Bundes
gericht 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1).
Schliesslich
ist
bei Berichten von Haus
ärzten und behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 35
1 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen). Zwar kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die unterschiedliche Natur von Be
handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begut
achtungsauftrag des bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht
zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
deln
den Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, da die behandeln
den Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent
spring
ende - Aspekte benennen, welche im Rahmen der Begutachtung uner
kannt
oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1). Dies ist vor
liegend nicht der Fall.
Vielmehr ist darauf hinzuweisen
, das
s
H._
die Be
schwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
vertrat, was auf eine beson
dere
Vertrauensstellung schliessen lässt (
vgl. Urk. 6/45).
4.4
Aus dem Bericht der Ärzte der
Z._
vermag die Be
schwer
deführerin schliesslich ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zu
mal sich die von den dortigen Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit
hauptsäch
lich
auf
die Dauer der Hospitalisierung bezog (vgl. E. 3.1).
Die von
A._
attestierte Arbeitsunfähigkeit liegt im selben Bereich wie jene des
Y._
.
Inwie
fern es
A._
an der fachlichen Qualifikation fehlen sollte, ist nicht er
sicht
lich.
Sodann liegen
mit
den
Y._
-Berichten
auch die
notwendigen
Abklä
rungen in psyc
hiatrischer Hinsicht vor
(vgl. Vorbringen der Beschwerdeführerin, Urk. 1 S. 4 Ziff. 7).
4.5
Zu prüfen bleibt, ob die aufgrund der
somatoformen
Schmerzstörung attestierte
Ein
schränkung aus versicherungsrechtlicher Sicht überhaupt berücksichtigt wer
den kann.
Bei solchen Krankheitsbildern
sind die rechtlichen Kriterien zur Beur
teilung von
somatoformen
Schmerzstörungen und ähnlichen
pathogene
tisch-ätio
logisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
ni
sche Grundlage heranzuziehen.
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit ei
ner
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che
Be
gleiterkrankungen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit un
veränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung;
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera
peu
tisch
nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten am
bu
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeu
tischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vo
raussetzungen für eine zu
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352
).
4.
6
Das zentrale Kriterium einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer ist vorliegend nicht gegeben. Selbst wenn depressive Symptome vorliegen, ist - entsprechend BGE 130 V 352 E. 3.3.1 - in Würdigung der Aktenlage davon auszugehen, dass es sich um Begleiterscheinungen der
so
matoformen
Schmerzstörung und nicht um ein selbstständiges, vom
Schmerz
syndrom
losgelöstes depressives Leiden im Sinne einer psychischen
Komor
bi
dität
handelt. So bestand die depressive Problematik auch nicht vor Entstehung der
Schmerzproblematik, sondern hat sich vielmehr im Zusammen
hang mit dieser herausgebildet. Zu bemerken bleibt, dass selbst eine mittelgra
dige depressive Episode zu keiner abweichenden Beurteilung führen würde, da eine
solche rechtsprechungsgemäss als Begleiterscheinung der
somatoformen
Schmerzstörung gilt und nicht als selbständige, vom Schmerzsyndrom losge
löste
psychische
Komorbidität
(Urteil des Bundesgerichts 9C_214/2007 vom 2
9.
Januar
2008 E. 4.2).
Bei der Beschwerdeführerin sind keine somatischen Beschwerden vorhanden, wel
che zu einer massgeblichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führen würden. Chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
liegen demnach nicht vor.
Demgegenüber ist v
on einem
chronifizierten
Krankheitsverlauf mit unveränderter ode
r progredienter Symptomatik
auszuge
hen, da bei der Beschwerdeführerin bereits
seit Ende 2009 (Urk. 6/17/7 Ziff. 6)
eine
Schmerzsymptomatik vorlag und sich in der Folge eine
somatoforme
Schmerzstörung entwickelte, die sich nicht mehr zurückgebildet hat. Das Krite
rium des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio
nä
ren Behandlung trotz kooperativer Haltung der versicherten Person ist vorlie
gend nicht gegeben. Einerseits
verfolgte die Beschwerdeführerin die physiothe
ra
peutische Behandlung nicht konsequent (vgl. Urk. 6/31/2 oben)
und anderer
seits ergab sich aus der Überprüfung der medikamentösen Behandlungssituation
und -
compliance
, dass die Werte der verordneten psychopharmakologischen Me
di
kamente
weit
unterhalb des therapeutischen
Bereichs
lagen
(vgl. Urk.
6/31/6
un
ten
, Urk. 6/28
).
Schliesslich fehlen auch Hinweise für das Vorliegen eines pri
mären Krankheitsgewinns und eines sozialen Rückzugs in allen Belangen des Lebens
(vgl. Urk. 6/31/2-3 Ziff.
3 f.
)
.
Die Gesamtwürdigung der bei Fehlen einer psychischen
Komorbidität
zu be
ach
tenden massgebenden Kriterien ergibt, dass einzig von einem
chronifizierten
Krank
heitsverlauf
auszugehen ist. Angesichts dessen kann nicht gefolgert wer
den, eine Schmerzbewältigung sei ausnahmsweise unzumutbar.
Insbesondere ist die Zumutbarkeit einer Schmerzüberwindung auch deshalb anzunehmen, da ge
mäss Einschätzung der beteiligten
Psychologin
der Beschwerdeführerin eine grund
sätzliche Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit zumutbar und für den Ge
sundheitszustand „günstiger“ ist. So erachtete es
H._
trotz der ge
stellten Diagnosen für die Beschwerdeführerin als dringend notwendig, sich be
ruflich zu
reintegrieren
. Es sei für die weitere
Chronifizierung
der Beschwer
den
ris
kant, wenn sie nicht mehr arbeite (vgl. Urk. 6/37/4+6 Ziff. 1.4.4 und Ziff. 2.3
).
Somit ist der Regelfall der zumutbaren Überwindbarkeit gegeben, so dass die auf
grund der
somatoformen
Schmerzstörung attestierte Minderung der Ar
beits
fä
higkeit von 15
% im versicherungsrechtlichen Rahmen
unberücksichtigt
bleibe
n muss.
4.7
Zusammenfassend ist in Bezug auf die Diagnosen und Befunde auf die Beurtei
lung des
Y._
abzustellen. Wie dargelegt, vermag die
somatoforme
Schmerz
stö
rung
die Arbeitsfähigkeit aus versicherungsrechtlicher Sicht nicht einzu
schrän
ken.
Wenn
die Beschwerdeführerin
die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähig
keit
im ihr möglichem Umfang
nicht verwertet, ist sie trotzdem nach dem ihr objektiv zumutba
ren Arbeitsausmass, zu beurteilen (BGE 127 V 294 E. 4c S. 298 mit Hinweisen und AHI 2001 S. 228 E. 2b).
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen
(vgl. E. 2.2)
, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizini
schen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Demnach ist die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig - insbesondere auch in ihrer bisherigen Tätigkeit - weshalb eine Invaliditätsbemessung
sowie Wei
terungen zum Anspruch auf berufliche Massnahmen
entf
a
ll
en
. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.