# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bfbc742e-f028-48a7-8be8-d3b1787583b3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B. A.-B., C., ist Eigentümerin der an einem steilen Hang liegenden Grundstücke
Nrn. 0000 und 0000, Grundbuch Quarten. Letzteres ist mit einem Einfamilienhaus
überbaut. Talwärts grenzt das ebenfalls mit einem Einfamilienhaus überbaute
Grundstück Nr. 0000 an, das im Eigentum von G. H. I., W., steht. Nach dem Zonenplan
der Politischen Gemeinde Quarten, Ortsteil Oberterzen, vom 27. Januar 1993, sind die
Grundstücke der Wohnzone für zweigeschossige Bauten zugeteilt.
Im Jahr 2001, als das Einfamilienhaus auf dem Grundstück Nr. 0000 gebaut und das
Terrain umgestaltet wurde, hat der Ehemann von B. A.-B., F. A.-B., an der Grenze zum
Grundstück von G. H. I. ohne Baubewilligung eine Löffelsteinmauer erstellt. Am 26.
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September 2006 teilte G. H. I. dem Gemeindepräsidenten von Quarten mit, die
Stützmauer sei um weitere 60 cm (zwei Löffelsteinreihen) erhöht worden und das
dahinter liegende Terrain solle offenbar weiter aufgeschüttet werden. Sie beantragte, es
sei ein Baustopp zu erlassen und die Höhe der Stützmauer sei um 60 cm zu reduzieren
bzw. es sei der Zustand von 2001 wiederherzustellen.
Am 27. Oktober 2006 reichten F. und B. A.-B. ein Baugesuch betreffend Aufstockung
der bestehenden Mauer "von 200-220 cm auf 270-280 cm" ein. Nachdem
Einigungsverhandlungen gescheitert waren, beschloss der Gemeinderat Quarten am
21. Februar 2008 folgendes:
"1. Die Baubewilligung für die Geländeveränderung mit Erhöhung der Stützmauer auf
der Liegenschaft Parz. Nr. 0000, Chöpfli, Oberterzen, wird im Sinn der vorstehenden

## Considerations

Erwägungen erteilt.
2. Der Rückbau der bereits erstellten Erhöhung hat bis Ende April 2008 zu erfolgen:
- Entfernen der obersten Steinreihe
- Versetzen der zweiten Steinreihe bis auf die hintere
Nut des unterliegenden Steins Richtung Süden
- Anböschung des Terrains im Verhältnis 2:3 ab der hinte
ren Steinreihe
(...)"
Der Gemeinderat hielt fest, der rechtswidrige Zustand könne mit einem Kompromiss
wesentlich entschärft werden. Zum einen sei der Stützmauer als solche zugestimmt
und diese über Jahre toleriert worden, zum andern sei die Aufschüttung des Geländes
lediglich im Bereich der Erhöhung der Stützmauer erfolgt. Deshalb sei die Erhöhung der
Mauer um zwei Steinreihen massgebend. Eine Steinreihe müsse vollständig entfernt,
und die zweite müsse bis auf die hintere Nut des unteren Steins nach Süden
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verschoben werden. Sodann sei das Terrain mit einer Böschungsneigung von 2:3
gegen das Gebäude entsprechend zu gestalten.
B./ Am 12. März 2008 erhob G. H. I., vertreten durch Rechtsanwalt K. L., gegen den
Beschluss des Gemeinderats Quarten vom 21. Februar 2008 Rekurs beim
Baudepartement. Sie beantragte, die Baubewilligung sei aufzuheben und es sei die
Beseitigung bzw. Anpassung der Stützmauer und der Aufschüttungen zu verfügen,
soweit damit öffentlich-rechtliche Vorschriften verletzt worden seien. Eventuell sei die
Vorinstanz anzuweisen, ein Baubewilligungsverfahren für die gesamte Mauer mit
Aufschüttung und die offensichtlich bereits geplante weitere Aufschüttung auf das
Niveau des Erdgeschosses des Gebäudes auf der Parzelle Nr. 0000 durchzuführen.
Im Rahmen des Rekursverfahrens fand eine Einigungsverhandlung statt. Am 4.
September 2008 hielt der zuständige Mitarbeiter der Rechtsabteilung des
Baudepartements den Inhalt einer Vereinbarung schriftlich fest. Danach reicht F. A.-B.
"für die gesamte heute bestehende Umgebungsgestaltung auf den Grundstücken
Nrn. 0000 und 0000 bis zum 15. Oktober 2008 nachträglich ein Baugesuch" ein. Dieses
hat auch die vereinbarten baulichen Anpassungen an der Stützmauer sowie das an der
Garage nordseits angebaute Vordach zu beinhalten (Ziff. 5). Das Baugesuch wird
einem ordentlichen Bewilligungsverfahren unterstellt. In Bezug auf die verringerte Höhe
der Stützmauer wird die Baubewilligung infolge Unterschreitung des Grenzabstands
verweigert, aus Gründen der Verhältnismässigkeit wird aber auf den Rückbau
verzichtet.
In der Folge wurde ein Baugesuch öffentlich aufgelegt, dessen Planunterlagen auch
von G. H. I. unterzeichnet worden waren. Am 26. Februar 2009 ordnete der
Gemeinderat Quarten folgendes an:
"1. Die widerrechtlich erstellten Einwandungen im Norden und Osten des am
Ferienhaus östlich angebauten Vordaches auf Grundstück Nr. 0000 sind gemäss
vorstehenden Erwägungen bis Ende Mai 2009 zu entfernen.
2. Die Baubewilligung Nr. 66/2006 vom 21. Februar 2008 wird gemäss Art. 28 VRP
vollumfänglich widerrufen (...)
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3. Der Gemeinderat hat das Baugesuch aufgrund der vorliegenden Pläne geprüft. Die
Baubewilligung für die nördlich an der Grundstückgrenze liegende Stützmauer wird
nicht erteilt. Auf einen kompletten Rückbau der Stützmauer wird gemäss den
Erwägungen lit. d, Ziff. 4 verzichtet, wenn:
- Die Stützmauer in der Höhe reduziert wird. Zu diesem Zweck werden die beiden im
Jahr 2006 aufgestockten Betonsteinreihen ersatzlos entfernt. Die dritte Betonsteinreihe
von oben (somit die oberste Reihe der im Jahr 2001 erstellten Mauer) wird um eine
komplette Betonsteinbreite eingerückt. Das bedeutet, die dritte Steinreihe ist so weit
nach Süden zu versetzen, dass sie nicht mehr auf dem Betonstein der vierten Reihe
aufliegt;
- Im Uebergangsbereich der Grundstücke Nrn. 0000 und 0000 fällt das Terrain von
Westen nach Osten ab. Die Höhendifferenz beträgt rund 0,5 m; sie wird heute über
eine mit Rasen bewachsene Rampe überbrückt. Um in diesem Bereich keine zu grosse
Höhendifferenz zu erhalten, erklärt sich G. H. damit einverstanden, dass auf dem in den
beiliegenden beiden Fotos markierten Bereich (die Fotos liegen dieser Verfügung bei)
nur eine Betonsteinreihe entfernt wird. Ab dem markierten Bereich ostwärts sind dann
die in Ziff. 1 beschriebenen zwei Reihen zu entfernen und ist zudem auch die dritte
Reihe einzurücken, wobei dabei ein fliessender Uebergang gestaltet werden darf;
- Sofern das Niveau der Geländeauffüllung hinter der heute bestehenden Stützmauer
künftig beibehalten werden soll, ist in diesem Fall das Terrain aber zur abgesenkten
Mauer hin im Verhältnis 2:3 anzuböschen, wobei der Böschungsfuss nicht auf, sondern
hinter der eingerückten dritten Steinreihe zu liegen hat;
- G. H. mit insgesamt Fr. 10'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
nach Rechtskraft dieser Verfügung entschädigt wird;
- Der Teilrückbau gemäss dieser Verfügung bis Ende Mai 2009 erfolgt.
4. Wird (...) der Teilrückbau der Stützmauer gemäss Ziff. 2 nicht innerhalb der
gesetzten Frist bis Ende Mai 2009 vorgenommen, werden die erforderlichen
Massnahmen auf Kosten der Grundeigentümerin bzw. des Verursachers im Sinn der
Ersatzvornahme durchgeführt.
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(...)"
Dieser Beschluss ist in Rechtskraft erwachsen und die Entschädigungszahlung wurde
geleistet. G. H. I., vertreten durch Rechtsanwalt K. L., zog den am 12. März 2008 gegen
den Beschluss des Gemeinderats Quarten vom 21. Februar 2008 eingereichten Rekurs
zurück. Er wurde von der Geschäftsliste des Baudepartements abgeschrieben.
C./ In der Folge stellte die Bauverwaltung Quarten fest, dass die Rückbauarbeiten an
der Stützkonstruktion nicht entsprechend dem Beschluss des Gemeinderats Quarten
vom 26. Februar 2009 vorgenommen worden waren. Die dritte Löffelsteinreihe war
vollständig entfernt und durch grosse Bollensteine ersetzt worden. Von dieser aus war
(etwa im Verhältnis 2:3 ansteigend) eine Böschung aus Steinen erstellt worden.
Die Bauverwaltung Quarten versuchte, eine gütliche Einigung herbeizuführen.
Nachdem G. H. I. am 8. Mai 2009 einen mit handschriftlichen Änderungen versehenen
Plan unterzeichnet hatte, richtete der Gemeinderat Quarten gleichentags ein Schreiben
an B. A.-B. und teilte mit, der Beschluss vom 26. Februar 2009 werde wie folgt
geändert:
- "Die dritte Betonsteinreihe wird komplett entfernt.
- Die vierte Betonsteinreihe bleibt frei und ungedeckt.
- Die Böschung erfolgt ab der Hinterkante der 4. Steinreihe im Verhältnis von 2:3.
- Alle anderen Punkte der Verfügung vom 26. Februar 2009, insbesondere der
Uebergang im Westen des Grundstückes (fliessender Uebergang), sind strikte
einzuhalten.
Die Grundstücknachbarin ist mit dieser Aenderung gegenüber der Teilbaubewilligung
Nr. 02/2009 vom 26. Februar 2009 einverstanden."
Der Gemeinderat Quarten hielt zudem fest, die "Arbeiten an den Grundstücken Nr.
0000 und Nr. 0000" seien "unter Berücksichtigung der erwähnten Punkte" bis Ende Mai
2009 umzusetzen.
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Am 9. Mai 2009 widerrief G. H. I. ihre Unterschrift auf dem mit handschriftlichen
Änderungen versehenen Plan und am 11. Mai 2009 teilte Rechtsanwalt K. L. dem
Gemeinderat Quarten mit, er sei nach wie vor ihr Rechtsvertreter und eine Zustimmung
zu Änderungen bezüglich Rückbaumassnahmen könne nur über ihn erfolgen. Er
erwarte, dass die am 26. Februar 2009 rechtskräftig angeordneten Rückbauten bis
Ende Mai 2009 durchgeführt würden.
Am 8. Juni 2009 gelangte der Gemeinderat Quarten an den Rechtsvertreter von B. und
F. A.-B., Rechtsanwalt D. E., Sargans, und teilte mit, für den Rückbau seien die
Anordnungen vom 26. Februar 2009 massgebend, wobei die Frist zur Fertigstellung bis
Ende Juli 2009 verlängert werde.
In der Folge wurden die Anpassungsarbeiten weitergeführt. Die grossen Bollensteine,
die ursprünglich auf der vierten Löffelsteinreihe plaziert gewesen waren, wurden
bergwärts versetzt (etwa an die Hinterkante der vierten Löffelsteinreihe) und in den
Fuss der Steinböschung eingebaut. Am 20. August 2009 teilte der Rechtsvertreter von
F. und B. A.-B. dem Gemeinderat Quarten mit, die inzwischen abgeschlossenen
Rückbauarbeiten würden dem Beschluss vom 26. Februar 2009 in Verbindung mit der
Verfügung vom 8. Mai 2009 entsprechen. Weitere bauliche Massnahmen würden nicht
vorgenommen.
Am 8. Oktober 2009 führte die Bauverwaltung Quarten eine Bauabnahme durch und
am 12. Oktober 2009 teilte der Gemeinderat Quarten den Verfahrensbeteiligten mit, im
Sinn der Anordnung vom 26. Februar 2009 seien im Übergangsbereich noch zwei
Löffelsteine zu entfernen. Entgegen der Anordnung vom 26. Februar 2009 sei eine
Steinreihe zu viel entfernt und eine andere Steinreihe hinterkant der vierten Steinreihe
plaziert worden. Weil das Profil aber der Anordnung vom 26. Februar 2009 entspreche,
gelte die Stützmauer als abgenommen.
D./ Am 26. Oktober 2009 erhob G. H. I. durch ihren Rechtsvertreter gegen die
Bauabnahme Rekurs beim Baudepartement. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
"1. Der Beschluss des Gemeinderates Quarten vom 8. Oktober 2009 betreffend
Teilbaubewilligung/Bauabnahme sei aufzuheben.
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2. Es sei festzustellen, dass der jetzige Zustand der Stützmauer auf Grundstück
Quarten Nrn. 0000 und 0000 der Teilbaubewilligung vom 26. Februar 2009 nicht
entspricht.
3. Der Gemeinderat Quarten sei anzuweisen, hinsichtlich der Verfügung vom
26. Februar 2009 die Ersatzvornahme vorzunehmen, soweit die Bauherrschaft nicht
innert 14 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheides den verfügten Zustand
herbeiführt.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Das Baudepartement hiess den Rekurs am 13. Januar 2010 im Sinn der Erwägungen
gut. Es gelangte zum Ergebnis, die Feststellungsverfügung des Gemeinderats Quarten
vom 12. Oktober 2009 sei nicht rechtmässig, weil die ausgeführten
Rückbaumassnahmen der Wiederherstellungsverfügung vom 26. Februar 2009 nicht