# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ce53664-8a6f-4c19-856e-801bd1ac2d52
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, war von 2013 bis 2016 bei der
Z._
,
A._
, als Lagermitarbeiterin
Versand
tätig
(
Urk. 3/4;
Urk. 11/13 S. 2 Ziff. 2)
.
Unter Hinweis auf Bandscheibenprobleme am Halswirbel, eine Finger-und Ge
lenkentzündung, Fuss- und Beinbeschwerden, Asthma, Ekzeme im Gesicht und einen
Ventrikelseptumdefekt
meldete sie sich am 14. August 2017 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/7). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situ
ation ab und verneinte
nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11/22; Urk. 11/25
) mit Verfügung vom
18. Mai 2018
einen
Leistungs
anspruch (Urk. 2 = Urk.
11/
2
7
).
2.
Die Versicherte erhob am
21. Juni 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
18. Mai 2018
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Sache zur rechtsgenügenden Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S.
1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
31. Juli 2018
(Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
22. August 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
12
).
Mit Eingabe vom 4.
Dezember 2018 (Urk. 13) zog die Beschwerdeführerin ihr Ge
such vom 2
1
. Ju
n
i 2018 um unentgeltliche
Prozessführung
(Urk. 1
) wieder zu
rück.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen
davon aus,
dass die Beschwerdeführerin von April 2016 bis zum 18. September 2016 in ihrer Tätigkeit als Lagermitarbeiterin erheblich eingeschränkt gewesen sei, jedoch seit dem 19. September 2016 keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Sie müsse lediglich darauf achten, dass sie leichte Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mehr als 5 Kilo
gramm ausübe. Gewisse Einschränkungen bestünden auch bei Überkopfarbeiten und für Tätigkeiten mit der Notwendigkeit langen Stehens an Ort. Somit sei keine langandauernde Gesundheitsbeeinträchtigung ausgewiesen, die eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit begründen würde (S. 1 unten). Zwar habe der Hausarzt die Beschwerdeführerin im August 2016 an einen Psychotherapeuten überwiesen, da
diese
mit den psychosozialen Belastungsfaktoren überfordert
gewesen
sei, wo
bei er ein zunehmend depressives Zustandsbild erwähnt habe. Bei der IV-Anmeldung vom August 2017 sowie beim Standortgespräch vom September 2017 habe sie jedoch keine psychischen Diagnosen und auch keinen Psychiater oder Psychotherapeuten angegeben. Da offenbar aktuell keine Therapie/Medikation hinsichtlich eines psychischen Gesundheitsschadens stattfinde, würden weitere Abklärungen als nicht notwendig erachtet (S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie habe im
Einwandverfahren
geltend gemacht
, die Beschwerdegegnerin habe die psychische Beeinträchtigung der Ve
rsicherten nicht berücksichtigt und e
s sei ein Bericht beim Psychotherapeuten
B._
in
C._
einzuholen (S. 2 Ziff. 5).
Die Beschwerdegegnerin
habe den Sachverhalt rechtsgenügend ab
zuklären, dies unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt sie Kenntnis über eine Behandlung erhalte. Im Weiteren sei gerade im Zusammenhang mit einer soma
tischen Grunderkrankung auch bei Vorliegen von psychosozialen Belastungsfak
toren abzuklären, inwiefern eine psychische Folgeerkrankung die Arbeitsfähig
keit beeinträchtige (S. 3 Ziff. 7).
Zudem
sei d
as Arbeitsverhältnis
mit der
Z._
im September 2016 aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst worden. Das
D._
sei ein Arbeitsintegrationsprojekt des 2. Arbeitsmarktes und habe die Möglichkeit, angepasste Tä
tigkeiten anzubieten, welche ihrem
angeblichen Profil entsprechen würden. Entweder entspreche daher das
von der Beschwerdegegne
rin beschriebene Profil nicht ihre
n Möglichkeiten oder es lägen andere Faktoren vor, die sie an der Ausübung der beruflichen Tätigkeit gehindert hätten, wobei es sich nicht allein um psychosoziale Faktoren handeln könne (S. 3 Ziff. 8). Die Sache sei daher zur polydisziplinären Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (S. 3 Ziff. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
und ob der medizinische
Sachverhalt
von der Beschwerdegegnerin rechtsgenü
gend abgeklär
t wurde
.
3.
3.1
Dr. med.
E._
, Facharzt für Radiologie, führte im Bericht vom 17. März 2016 (Urk. 11/19/35) aus,
die
gleichentags durchgeführte
Magnetresonanztomo
graphie (MRI) der Halswirbelsäule (HWS)
habe
eine mittelgrosse,
rezessal
links betonte Diskushernie zwischen dem 5.
u
nd 6. Halswirbel (C5/6) m
it Kompression der
Nervenwurzel sowie eine leichte Segmentdegeneration zwischen dem 1. und 2. Brustwirbel (Th1/2) gezeigt. Es gebe keine weiteren degenerativen oder ent
zündlichen Veränderungen an der Halswirbelsäule inklusive
zervikothorakalem
und
kraniozervikalem
Übergang.
3.2
Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des
F._
führten im Bericht vom 4. April 2016 (Urk. 11/19/32-33) aus, die Patientin
be
richte
über seit etwa 4 Jahren bestehende
Cerviko-Nuchalgien
, welche in den letzten Monaten progredient gewesen seien und in das rechte Schulterblatt sowie zeitweise in den rechten Oberarm ausstrahlen würden. Lediglich intermittierend bestehe ein Kribbelgefühl in der rechten Schulter und allen Fingern beidseits, welches sich spontan zurückbilde. Insgesamt stünden die lokalen Nackenschmer
zen klar im Vordergrund (S. 1 Mitte). Die Patientin präsentiere sich in einem adi
pösen Ernährungszustand. Sie habe eine schmerzbedingte Bewegungseinschrän
kung der HWS in alle Richtungen mit
druckdolentem
Hartspann der Schulter-
und Nackenmuskulatur beidseits
(S. 1 unten). Empfohlen werde konsequente Physiotherapie zwei- bis dreimal pro Woche, symptomatische Schmerztherapie,
balneophysikalische
Massnahmen zur
Detonisierung
der Schulter- und Nacken
muskulatur und gegebenenfalls eine
periradikuläre
Therapie (PRT) im Segment des 5. und 6. Halswirbels (S. 2 oben).
3.3
Dr. med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie, stellte im Bericht vom 27. April 2016 zur rheumatologischen Sprechstunde
vom 2
6.
April
2016
(
Urk. 11/19/30-31
= Urk. 11/20/17-18
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
subakut akzentuiertes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbe
tont
-
mögliche
radikuläre
Reizung zwischen dem 6. und 7. Halswirbel (C6/C7) links
-
Chondrose
mit flacher paramedianer Diskushernie C5/6 linksbetont, ohne sichere Nervenwurzelkompression, leichte
Spondylarthrosen
der HWS gemäss MRI vom März 2016
-
muskuläre
Dysbalancen
und Überlastungsirritationen am Nacken-Schultergürtel
-
leichte
Periarthropathia
humeroscapularis
der linken Schulter
-
subakromiales
Impingement
, leichte AC-
Arthropathie
-
Status nach entzündlichen Affektionen an den Fingern 1 und 2 der rech
ten Hand anamnestisch
Seit rund 2 Monaten bestünden Schmerzen im Bereich Nacken-
interscapulär
, im Verlauf in den letzten Wochen zusätzlich Ausstrahlungen brennender Art in den linken Arm bis peripher zu den Langfingern, zum Teil begleitet von
Dyästhesien
und
vermindertem Kraftg
efühl. Daneben bestünden Schmer
zen auch gegen okzi
pital bis
bifrontal
ziehend mit orbitalem Druckgefühl links. Schmerzverstärkend wirkten sich längeres Sitzen oder Gehen, Hantieren mit Lasten oder Wenden im Liegen aus. Beim Bücken habe sie teils verstärkte Kopfschmerzen. Die Schulter
beweglichkeit sei weniger eingeschränkt, etwas schmerzhaft im Bereich der dor
salen Schultermuskulatur. Linderung brächten Positionswechsel, Wärme oder Einnahme von Analgesie (S. 1 Mitte). Die Patientin arbeite in einem Pensum von 50
%
bei einer Firma im Bereich Logistik und Verpackung, was Hantieren mit Schachteln bis zu einem Gewicht von 7 kg beinhalte (S. 1 unten).
Die klinische Präsentation der Symptomatik sei nicht ganz eindeutig. Aktuell fän
den sich mässige muskuläre Überlastungsirritationen am Nacken-Schultergürtel linksbetont, die Symptomatik imponiere
zervikospondylogen
.
Es fänden sich we
der
zervikoradikuläre
Reizzeichen noch neurologische Ausfälle. An der linken Schulter bestünden Zeichen für eine milde
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS)
tendopathica
mit leichten
Impingementzeichen
, ohne relevante Funktions
einschränkungen. Bei genauer Durchsicht des MRI der HWS vom 17. März 2016 zeige sich zwar die beschriebene paramedian linksbetont
breitbasige
flache
Dis
kuhernie
C5/6, jedoch ohne relevante (
prae
-)
foraminale
Stenosierung
und ohne eindeutige Nervenwurzelkompression, das zervikale Rückenmark werde nicht be
drängt. Klinisch falle eine gewisse emotionale Schmerzbetonung auf, auch drehe sich die Anamnese rasch und ausgiebig um die berufliche Aktivität der Patientin (S. 2 Mitte). Die Arbeitsunfähigkeit von 100
%
werde bis am 15. Mai 2016 ver
längert, danach werde die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zuerst zu 50
%
vom angestammten Pensum empfohlen. Es werde keine Begründung für eine langfristige Arbeitsunfähigkeit gesehen (S. 2 unten).
3.4
I
m Bericht vom 21. Juni 2016 zur rheumatologischen Sprechstunde
vom gleichen Tag
(Ur
k
.
11/19/25-26)
führte Dr.
G._
aus,
die Patientin berichte, durch die ambulante Physiotherapie habe sich nur ein Teil der Schmerzen im Nacken-Schultergürtelbereich gebessert. Es würden noch
wechselhaft ausgeprägte
zervi
ko
spondylogene
und
thorakospondylogene
Beschwerden geschildert mit teilwei
ser Ausbreitungstendenz panvertebral bis lumbal. Ausstrahlungen in den linken Arm stünden nicht mehr im Vordergrund (S. 1 Mitte). Die Symptomatik passe immer weniger zum
zervikoradikulären
Reizsyndrom, im Vordergrund stünden
spondylogene
und muskuläre Überlastungsirritationen
mit panvertebraler Aus
breitungstendenz bei
Dysbalancen
und ungenügender muskulärer Rumpfstabili
sierung (S. 1 Mitte). F
ür den
Zeitraum vom 21. Juni bis zum 17. Juli 2016
werde
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vom angestammten 50
%
-Pensum attestiert. Ab dem 18. Juli 2016 bestehe voraussichtlich volle Arbeitsfähigkeit im ange
stammten Pensum (S. 1 unten).
3.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Überweisungsschreiben vom 30. August 2016 an den Psychologen
lic
. phil.
B._
(Urk. 11/19/13) folgende Diagnosen:
-
Psychosoziale Belastungssituation
-
Sohn geboren 2004: Diabetes mellitus Typ 1
-
Ehemann erkrankt an Hepatitis Typus C (HCV)
-
Überforderung bei der Arbeit wegen rheumatologischer Krankheit
-
depressives Zustandsbild
-
R
e
fluxkrankheit
mit nächtlichem Husten
-
belastungsabhängige Daumenschmerzen rechts mit Schwellung
-
Status nach entzündlichen Affektionen an den Fingern 1 und 2 der rech
ten Hand anamnestisch
-
Vorfuss
Schmerzen rechts
-
anamnestisch Asthma bronchiale
-
episodisch tägliche
zervikocephale
Kopfschmerzen, um zirka 11 Uhr ein
setzend
-
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
-
leichte
Periarthropathia
humeroscapularis
der linken Schulter
-
subakromiales
Impingement
, leichte AC-
Arthropathie
-
subakut akzentuiertes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbe
tont
-
mögliche
radikuläre
Reizung C6/C7 links
-
Chondrose
mit flacher paramedianer Diskushernie C5/6 linksbetont, ohne sichere Nervenwurzelkompression, leichte
Spondylarthrosen
der HWS gemäss MRI vom März 2016
-
muskuläre
Dysbalancen
und Überlastungsirritationen am Nacken-Schultergürtel
-
Diskushernie HW 5/6 beidseits (linksbetont)
-
Kardiologisch abgeklärt PD Dr. med.
I._
-
septales
Aneurisma
,
perimembranös
, minimer
Ventrikelseptumdefekt
(VSD
1
): 2 mm im Februar 2016
-
rechtsfaszikulärer
Block, inkompletter QRS
Die Patientin sei derzeit mit den psychosozialen Belastungsfaktoren überfordert. Sie sehe sich aufgrund der Familienkonstellation nicht in der Lage zu arbeiten. Es gebe
ein zunehmend depressives Zustandsbild. Es stelle sich auch die Frage, wie die Arbeitsfähigkeit aus psychologisch-psychiatrischer Sicht einzuschätzen sei. Diese Frage werde man natürlich erst nach einer Phase von mehreren Be
handlungen beantworten können. Aufgrund des Leidensdrucks würden eine wei
tere Abklärung und Behandlungen für angemessen gehalten
.
3.
6
Im Bericht
zu den rheumatologischen Sprechstunden vom 12. September bis zum 25. Oktober 2016
(Urk. 11/19/23-24
= Urk. 11/20/15-16
)
führte Dr.
G._
aus, die Patientin habe sich wieder bei ihm vorgestellt wegen seit rund 2 Monaten ohne
eruierbaren
Auslöser bestehenden Schmerze
n am rechten Mittelfuss/
Vorfuss
ohne lokale wesentliche Schwellungszeichen oder Überwärmung. Sie habe zu
nehmend Mühe beim Belasten
, Stehen und Gehen. In den letzt
en Tagen hätten ziehende Schmerzen bis in die Wade bestanden (S. 1 Mitte).
Als Ursache für die protrahierten Schmerzen am rechten Mittelfuss hätten die radiologischen Abklä
rungen aktivierte mässige
Intertarsalarthrosen
ergeben (S. 2 Mitte).
Für den Zeit
raum vom 12. bis zum 19. September 2016 sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ausgestellt worden (S. 2 unten).
3.
7
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Radiologie, führte im Bericht vom 20. Oktober 2016 (Urk. 11/19
/19 = Urk. 11/20/11
) aus, das gleichentags durchge
führte MRI des rechten Fusses
, nativ und mit Kontrastmittel (KM),
habe eine leicht aktivierte Arthrose
navikulo-
kuboidal
gezeigt. Es gebe keine
Nachweise einer
ossären
Coalitio
.
Nebenbefundlich
sei eine Grosszehengrundgelenksarthrose fest
zustellen.
3.8
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie, berich
tete am 21. August 2017 (Urk. 11/19/18
= Urk. 11/20/12
), die radiologische Dar
stellung des Handskeletts am 18. August 2017 habe keinerlei Abnützung, keine entzündlichen Veränderungen und keine posttraumatischen oder degenerativen Alterationen gezeigt. Das Handskelett sei somit ohne jegliche Hinweise auf eine fassbare Pathologie.
3.
9
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.3) führte im Bericht zu den rheumatologischen Sprechstunden vom 16. und 24. August 2017 (Urk. 11/19/9-10
= Urk. 11/20/13-14
)
aus, es bestünden seit rund 2 Monaten Schmerzen und Spannungsgefühle an der rechten Hand radialbetont. Die Schmerzen seien vorwiegend belastungsasso
ziiert, persistierten aber auch in Ruhe (S. 1 unten). Die erweiterten Abklärungen hätten keine Hinweise für das Vorliegen einer entzündlichen rheumatischen Er
krankung als Ursache für die unspezifischen und klinisch etwas schwierig fass
baren Beschwerden an der rechten Hand ergeben
. Es werde als nächstes eine neu
rologische Abklärung mit
der Frage nach dem Vorliegen einer Neuropathie im Sinne eines Karpaltunnelsyndroms (CTS) empfohlen (S. 2 Mitte)
.
Durch ihn, Dr.
G._
, sei keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (S. 2 unten).
3.
10
Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie, stellte im Bericht vom 4. Oktober 2017 (Urk. 11/19/20-21
= Urk. 11/19/11-12
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
u
nklare Schmerzen und
Dysästhesien
an der rechten Hand
-
a
ktuell keine Hinweise auf eine zugrundeliegende organisch-neurolo
gische Ursache
-
rezidivierende episodische Kopfschmerzen vom Spannungstyp
Die Ätiologie der angegebenen Schmerzen und
Dysästhesien
an der rechten Hand (vorwiegend Zeigefinger und Daumen) müsse aus neurologischer Sicht offenge
lassen werden. Nach Ausschluss einer eindeutigen rheumatologischen Ursache sei eine funktionelle Genese sehr wahrscheinlich. Bezüglich der Kopfschmerzen seien die Diagnosekriterien für eine Migräne nicht erfüllt. Es handle sich am ehesten um episodische Kopfschmerzen vom Spannungstyp, die aktuell eher etwas im Hintergrund stünden (S. 2 Mitte).
3.11
Im
Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 31. Dezember 2017 (Urk. 11/19/6-7)
nannte
Dr.
H._
folgende, hier verkürzt wiedergegebenen Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
-
unspezifische Arthralgien mit fraglichen leichten
Synovitiden
der rechten Hand, proximales bis distales
Interphalangealgelenk
(PIP bis DIP) betont
-
Differentialdiagnose (DD)
Kristallarthropathie
, leichte
Algodystrophie
, CTS
-
leichte entzündliche
humerale
Aktivität
-
unklare Schmerzen und
Dysästhesien
an der rechten Hand
-
keine organisch neurologische Ursache
eruierbar
am 4. Oktober 2017
-
rezidivierender Reizzustand am rechten Mittel-/
Vorfuss
rechts
-
rezidivierendes
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont seit März 2016
-
rezidivierende episodische Kopfschmerzen
vom Spannungstyp
-
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom, leichte Segmentdegeneration zwi
schen dem 1. und zweiten Brustwirbel (Th1/2)
-
psychosoziale Belastungssituation / depressives Zustandsbild
Als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
-
leichtes Fingerekzem
-
rezidivierende
r
Eisenmangel
-
orthostatische
Dysregulation
-
Refluxkrankheit
mit nächtlichem Husten
-
Asthma bronchiale
-
septales
Aneurisma
,
perimembranös
, minimer VSD1
-
Nikotinabusus
Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf kurze und auf längere Sicht lasse sich aktuell nur schwer beantworten. Empfohlen werde eine Stellungnahme durch den behandelnden Rheumatologen Dr.
G._
oder das Einholen eines rheumatologischen Gutachtens (S. 1 Mitte).
3.12
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2018 (Urk. 11/2
0
/7-9) führte Dr.
G._
(vorstehend E. 3.3) aus, die letzte Kontrolle habe am 13. September 2017 stattgefunden (Ziff. 1.1
und
Ziff.
2.2
). Zuletzt sei von ihm im Jahr 2016 eine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden. Über den Ver
lauf der Arbeitsunfähigkeit in den Jahren 2017 und 2018 könne er keine Aussa
gen machen (S. 1 Ziff. 1.3).
Betreffend Prognose zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, es bestünden immer wieder Schmerzzustände an verschiedenen Lokalisatio
nen, wobei sich in den Untersuchungen keine relevanten strukturellen Schädi
gungen an den betroffenen Stellen am Bewegungsapparat ergeben hätten. Inso
fern dürfte theoretisch rheumatologisch von einer günstigen Prognose zumindest auf medizinischer Basis ausgegangen werden. Ob dies auch für die Wiederein
gliederungsfähigkeit gelte, könne er nicht sicher beantworten (S. 2 Ziff. 2.7). Es bestünden gewisse Einschränkungen beim Hantieren mit schweren Lasten über 5 bis 10 kg, vor allem repetitiv. Gewisse Einschränkungen bestünden auch für Über
kopftätigkeiten, vor allem repetitive, und für Tätigkeiten mit der Notwendigkeit langen Stehens an Ort, Gehens auf unebenem Boden oder repetitiven Treppens
teigens (S. 3 Ziff. 3.4).
In Bezug auf die
bisherige Tätigkeit
sollten
leichte Lager
arbeiten mit Sortieren und Verwaltung von leichteren Gegenständen mit wech
selbelastender Tätigkeit im vollen Umfang zumutbar sein (S. 3 Ziff. 4.1).
Ange
passte Tätigkeiten seien unter denselben Voraussetzungen ebenfalls
im vollen Umfang zumutbar (S. 3 Ziff. 4.2).
3.13
Dr. med.
M._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
wiederholte in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2018 (Urk. 11/21 S. 3 f.) die von Dr.
G._
genannten funktionellen Einschränkungen in Bezug auf die bisheri
ge Tätigkeit (vorstehend E. 3.12
). Leichte angepasste Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und
Transportieren von Lasten über 5 kg, ohne (beidseitiges) Ar
beiten in Armvorhalte und Überkopfarbeiten seien zu 100
%
mediznisch
-theore
tisch zumutbar (S. 4 Mitte). Die vorliegenden Arztberichte seien schlüssig, die angeführten medizinischen Fakten nachvollziehbar und es könne auf diese abge
stellt werden (S. 4 unten).
4.
4.1
Der RAD-Arzt Dr.
M._
schloss sich in seiner
Beurteilung
des Gesundheitszu
standes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dem behandelnden Rheumatologen Dr.
G._
an. Dieser
betreute die Beschwerdeführerin seit Ap
ril 2016 und somit mehr oder weniger seit der
ersten
Akzentuierung
der
vorste
hend wiedergegebenen
Beschwerden
in Form eines
zervikospondylogenen
Schmerzsyndroms
durchgehend
.
Dabei erstattete er regelmässig
in
gut
nachvoll
ziehbar
er
und differenzierter Weise Bericht
, wobei bereits in den ersten Berichten vom April und Juni 2016 eine sukzessive Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit prognostiziert und festgehalten wurde, es werde keine Begründung für eine lang
fristige Arbeitsunfähigkeit gesehen (vorstehend E. 3.
3 und E. 3.4
). Nachdem er im September 2016 noch einmal 1 Woche Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (vorste
hend E. 3.6), war dies in den Jahren 2017 und 2018 nicht mehr der Fall (vorste
hend
E. 3.
9 und E. 3.
1
2
).
Es
finden sich
denn auch keine nennenswerten Widersprüche
oder Unstimmig
keiten
zwischen
den
medizinischen Beurteilungen durch
Dr.
G._
und den
jenigen
der weiteren berichtend
en Ärzte
.
Es ergibt sich insgesamt das stimmige Bild von
verschiedenartigen somatischen Beschwerden,
welche
teilweise
zwar qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
punkto physische Beweglich- und Belastbarkeit
bewirk
t
en
und bewirken
,
jedoch
zu wenig gravierend
waren und
sind, um
langfristig
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in zeitlicher Hinsicht
zu führen.
Die
Beurteilungen
des Gesundheitszustandes durch
Dr.
G._
und Dr.
M._
in somatisc
her Hinsicht (vorstehend E. 3.12
und
E. 3.13
)
werden denn von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten.
4.2
Hingegen stellte sie sich auf den Standpunkt, ihre psychischen Beeinträchtigun
gen seien von der Beschwerdegegnerin nicht rechtsgenügend abgeklärt worden (vorstehend E. 2.2).
Für relevante Beeinträchtigungen in
psychischer
Hinsicht l
iegen
jedoch
keine nennenswerten
Anhaltspunkte vor
.
So wurden solche
von den behandelnden Ärz
ten im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nie erwähnt. Die Überweisung durch den Hausarzt
Dr.
H._
an den Psychologen
B._
im August 2016
erfolgte aufgrund von psychosozialen Belastungsfaktoren, wel
che invalidenversicherungsrechtlich ohnehin nicht ins Gewicht fallen. Es ist nicht
gesichert
,
dass
eine Betreuung durch diesen Psychologen überhaupt stattfand. Zu Recht sah die Beschwerdegegnerin weitere
diesbezügliche
Abklärungen als
ent
behrlich
an, nachdem die Beschwerdeführerin weder bei der IV-Anmeldung vom August 2017 noch beim Standortgespräch vom September 2017 psychische Di
agnosen oder einen Psychiater oder Psychotherapeuten angegeben hatte (vgl. vorstehend E. 2.1
)
.
4.
3
Die
Beschwerdeführerin
deutet
e
an
,
die
Stelle bei
der
Z._
sei aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst worden
, obwohl sie dort
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit im Sinne des von Dr.
G._
erarbeiteten Belastungs
profils (vgl. vor
stehend E. 3.12
)
habe nachgehen können (vorstehend E. 2.1). Solches
ist jedoch nicht dokumentiert und liegt auch nicht auf der Hand.
Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, könnte hieraus
entgegen der Beschwerdeführerin
nicht gefolgert werden, das Belastungsprofil
widerspreche
den effektiven Möglic
hkeiten der Be
schwerdeführerin. Ein solcher Zusammenhang ist nicht zwingend,
sind doch er
fahrungsge
mäss viele andere – insbesondere psychosoziale
-
Gründe für eine
Kündigung
denkbar.
Gemäss Aktennotiz der Sozialen Dienste
der Stadt Win
terthur
vom 1
5.
März 2018
wurde das Arbeitsverhältnis aufgrund längerer Krank
heit (8 Monate) aufgelöst (Urk. 3/4)
, woraus sich ebe
nfalls nichts zugunsten des Standpunkts der
Beschwerdeführerin ableiten lässt.
Ihre
Argument
ation
stützt sich somit auf mehrere Hypothesen
ohne jegliche Beleggrundlage
und vermag
daher
nicht zu überzeugen.
4.4
Es ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerde
führerin beantragte Rückweisung
zur Durchführung
einer polydisziplinären Be
gutachtung neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falles entscheidende Er
kenntnisse liefern könnten. Auf weitere Abklärungen ist im Sinne der
antizipier
ten Beweiswürdigung zu verzichten (BGE 122 V 157 E. 1d).
4.5
Es ist somit e
rstellt
,
dass die Beschwerdeführerin
die
Tätigkeit
als Lagermitarbei
terin Versand
oder auch eine
andere
vergleichbare
Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht zu 100
%
ausüben kann
.
In qualitativer Hinsicht ist
dabei
zu berücksichtigen, dass sie keine Lasten über 5 kg heben, tragen oder transportieren sollte, wobei repetitive
Überkopfarbeiten
und
Tätigkeiten mit der Notwendigkeit langen Ste
hens an Ort, Gehen
s
auf unebenem Boden oder repetitiven Treppensteigens zu vermeiden sind. Die Tätigkeit sollte zudem wechselbelastend sein.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der vorhanden
en Einschrän
kungen
.
In der bisherigen Tätigkeit als Lagermitarbeiterin Versand bei der
Z._
musste die Beschwerdeführerin
offenbar
mit Lasten mit einem Ge
wicht von bis zu 7 kg hantieren (vorstehend E. 3.3). Diese Tätigkeit
könnte
sie also aus medizinischer Sicht grundsätzlich
nur noch
eingeschränkt
wahrnehme
n
.
5.2
Die Beschwerdeführerin
schloss
in der Türkei eine Ausbildung
als Näherin ab
(
Urk. 11/13 S. 3 Ziff. 3
). Von 2005 bis 2012 war sie nicht erwerbstätig. Von 2013 bis 2016 arbeitete sie im 2. Arbeitsmarkt
als Lagermitarbeiterin Versand
für die
Z._
für einen
Stundenlohn von
Fr.
12.--
bei einem Pensum von 50
%
(Urk.
3/5;
Urk.
11/13 S. 2 Ziff. 2
; Urk. 11/14
). Die Beschwerdeführerin führte
somit Hil
fsarbeitertätigkeiten aus, deren Entlo
hnung jedoch nicht markt
gerecht war, weshalb sie zur zuverlässigen Berechnung des
Valideneinkommens
nicht herangezogen werden kann.
E
s ist
jedenfalls davon auszugehen, dass d
ie
Beschwerdeführerin
ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin
Hilfsar
beitertätigkeiten
ausführen würde.
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten Tätig
keit steht der Beschwerdeführerin auch bei Beachtung dessen, dass diese wech
sel
be
lastend, ohne Heben, Tragen und
S
ortieren
von Lasten über 5 kg erfolgen sollte, wobei repetitive Überkopfarbeiten
und
Tätigkeiten mit der Notwendigkeit langen Stehens an Ort, Gehen
s
auf unebenem Boden oder repetitiven Treppensteigens zu vermeiden sind,
eine breite Palette von Hilfsarbeitertätigkeiten offen.
Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen)
Valideneinkommens
als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Tätigkeitsbereich (Hilfsarbeitertä
tigkeiten) zugrunde gelegt werden kann, ist sowohl für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
als auch des Invalideneinkommens auf die Tabellen der Lohn
strukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzustellen und von denselben Zentralwerten auszugehen. Sind die beiden Einkommen ausge
hend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung und es rechtfertigt sich ein Prozentvergleich (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_131/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 10.2.1).
5.3
Das zumutbare Arbeitspensum beträgt 100
%
. Dies führt zu einem Invaliditäts
grad von 0
%
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
l
iegend sind die Kosten auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen und der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.