# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c20b1107-0c19-4459-bdfd-0488d18e56f2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1947 in O.1_ geboren. Dort wuchs er zusammen mit zwei Schwestern bei den Eltern auf. Die Grund- und Sekundarschule besuchte er in O.2_. Anschliessend absolvierte X._ eine Lehre als Radio- und Fernsehelektroniker in O.3_. In der Folge besuchte X._ einige Semester die Ingenieurschule, schloss diese jedoch nicht ab. Danach war er mehrere Jahre beim _Fernsehen tätig. Im Jahre 1985 macht sich X._ selbständig und verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach L.1_ und L.2_. Während seinen jeweiligen Ferienaufenthalten in der L.3_ hielt er sich in seinem Ferienhaus in O.4_, auf. X._ ist Eigentümer der Liegenschaft Nr. _ (vormals _, vormals 6) im Grundbuch von O.4_. Seit 1. Mai 2016 ist X._ wiederum in der Gemeinde O.4_ unter der Adresse _, O.4_, angemeldet. Der Beschuldigte ist geschieden und hat keine Kinder.
Eigenen Angaben zufolge lebt X._ von seinem Vermögen. Im Jahr 2014 versteuerte er in O.4_ ein Einkommen von CHF 5'500.00 und ein Vermögen von CHF 202'000.00.
Im Schweizerischen Strafregister ist X._ nicht aufgeführt.
B. Y._ ist Eigentümer der Liegenschaft Nr. _ (vormals _, vormals 5) im Grundbuch von O.4_ und konstituierte sich als Privatkläger im Sinne von Art. 118 ff. StPO.
C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden, Zweigstelle Ilanz, erhob mit Anklageschrift vom 12. Oktober 2016, mitgeteilt am 16. Oktober 2016, beim Bezirksgericht Surselva gegen X._ Anklage wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
"Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB
Am _2006 kaufte X._ die Parzelle Nr. _ (alte Parzelle Nr. 6) in _, Gemeindegebiet O.4_, bestehend aus 11‘399 m2 Gebäudegrundfläche, Umschwung, Wiese und Wald mit dem Ferienhaus Vers. Nr. _ sowie der Remise Vers. Nr. _. Gemäss Grundbuchauszug waren bzw. sind auf der Liegenschaft unter anderem folgende Dienstbarkeiten und Grundlasten eingetragen: _, Last: Fuss- und Fahrwegrecht zugunsten Grundstück Nr. _ (_1961 Beleg 3/12-Sa) sowie _, Recht: Fuss- und Fahrwegrecht zulasten Grundstück Nr. _ (_1961 Beleg 3/12-Sa und _.1961 Beleg 3/14-Sa).
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Per 1. Januar 2012 übernahm Y._ die benachbarte Parzelle Nr. _ (alte Parzelle Nr. 5) bestehend aus 8‘410 m2 Gebäudegrundfläche, Umschwung, Wiese und Wald mit dem Ferienhaus Vers. Nr. 352 sowie dem Holzschopf Vers. Nr. _ aus der Erbschaft seines Vaters A._. Gemäss Grundbuchauszug waren bzw. sind auf dieser die folgenden Dienstbarkeiten und Lasten eingetragen: _, Recht: Fuss- und Fahrwegrecht zulasten Grundstück Nr. _ (_1961 Beleg 3/12-Sa und _ 1965 Beleg 14-Sa) sowie _, Last: Fuss- und Fahrwegrecht zugunsten Grundstücke Nr. 1382, _, 1387 (_ 1961 Beleg 3/14-Sa und _ 1965 Beleg 14-Sa).
Die Liegenschaften Nr. _ und Nr. _ sind – wie die übrigen Parzellen im Gebiet _ – über eine Ende der 1960er Jahre gebaute Zufahrtsstrasse erschlossen.
Akten: 3.8, 3.9, 7.3, 7.4, 7.5, 8.2, 10.4-10.8, 10.10
Zwischen den Nachbarn X._ und Y._ kam es in den letzten zehn Jahren wiederholt zu Differenzen über die Ausübung von Nachbarrechten. Diese spitzten sich noch zu, nachdem X._ an der nördlichen Seite seiner Remise eine Sickerleitung eingelegt und die entlang der Grenze zur Parzelle _ eingebauten Rasengittersteine entfernt hatte. Dadurch wurde der Zugang zu seinem Ferienhaus enger und X._ musste mit seinem Personenwagen zumindest teilweise die gemeinsame Grundstücksgrenze der Parzellen _/_ überfahren, um die Remise nördlich zu passieren.
Akten: 3.1, 3.13, 3.14, 5.2, 5.6, 5.7, 6.2, 8.3, 8.6, 8.7
Am _ 2013 steckte Y._ während der Abwesenheit von X._ die gemeinsame Grenze zwischen den Parzellen _/_ über eine Länge von rund 20 m von der Erschliessungsstrasse her mit einem Zaun aus Holzpfosten sowie Draht ab und setzte zwei Stauden an der Grenze seiner Parzelle. Nach seiner Rückkehr am _2014 stellte X._ fest, dass ihm der von Y._ erstellte Zaun die Zufahrt mit dem Personenwagen zu seinem Ferienhaus verunmöglichte. Nach Konsultation der Kantonspolizei und des Grundbuchkreises O.5_ entfernte der Beschuldigte in der Woche vom _ bis _ 2014 den erstellten Zaun von der Zufahrtsstrasse her auf einer Länge von rund 10 m sowie die zwei Stauden, ohne Y._ vorgängig zu kontaktieren. Des Weiteren trug der Angeklagte die Grasnarbe auf der benachbarten Parzelle von Y._ auf einer Fläche von rund 20 m2 ab und glich den Untergrund mit Kies aus. Der Angeklagte hat damit ohne Zustimmung des Grundeigentümers die Substanz der vorbestehenden Wiese auf der Parzelle Nr. _ von Y._ verändert und damit in dessen Eigentum eingegriffen.
Die ihm durch den unberechtigten Eingriff von X._ entstandenen Wiederherstellungskosten schätzt Y._ auf rund CHF 2‘000.00. Im Polizeirapport wird von einem geschätzten Schaden von CHF 1‘000.00 ausgegangen. Am 24. April 2014 stellte Y._ gegen X._ Strafantrag wegen Sachbeschädigung."
D. Am 24. November 2016 fand vor dem Bezirksgericht Surselva die mündliche Hauptverhandlung statt, zu welcher X._ persönlich in Begleitung
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seines Verteidigers und der Privatkläger Y._ erschienen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Den Beweisantrag von X._ um Durchführung eines Augenscheins wies das Bezirksgericht Surselva ab. Die Schlussanträge desselben lauteten wie folgt:
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB freizusprechen und das Strafverfahren einzustellen.
2. Eventualantrag: Sollte der Angeklagte wegen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen werden, sei er in Anwendung von Art. 172ter Abs. 1 StGB mit einer Busse von CHF 100.00 zu bestrafen. Sofern eine bedingte Geldstrafe ausgesprochen werden sollte, sei deren Tagessatz auf maximal CHF 15.00 festzusetzen.
3. Zivilklage sei auf das Zivilverfahren zu verweisen.
4. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kantons Graubünden.
E. Gegen das am 24. November 2016 gefällte, den Parteien gleichentags ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Surselva meldete X._ am 1. Dezember 2016 Berufung an, woraufhin das Bezirksgerichts Surselva das begründete Urteil am 23. Dezember 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
1. X._ ist schuldig der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.
2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 15.00 und einer Busse von CHF 200.00, ersatzweise bei deren schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen, bestraft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und dem Verurteilten eine Probezeit von 2 Jahren angesetzt.
4. Der im Untersuchungsverfahren von Y._ angekündigte und geltend gemachte Schadenersatzanspruch wird auf den Zivilweg verwiesen.
5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 2'785.40
- der Gerichtsgebühr der Vorinstanz CHF 4'000.00
total somit CHF 6'785.40
gehen zulasten des Verurteilten X._.
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind dem Bezirksgericht Surselva innert 30 Tagen nach Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations