# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9dd6a7b-ab0d-47f3-b023-1e7390bbd131
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1963 in O.1_ geboren und ist in O.2_ aufgewachsen. Nach der Primar- und Sekundarschule absolvierte er eine Lehre als A._. Darauf liess sich X._ zunächst zum OberA._ weiterbilden, 1990 legte er die Meisterprüfung ab. Seit 1994 arbeitet X._ als A._meister im Aussendienst der Firma B._ in O.3_. Laut eigenen Angaben legt er geschäftlich mit seinem Personenwagen zwischen 55'000 und 60'000 Kilometer im Jahr zurück. X._ ist zusammen mit seiner Ehefrau C._ Eigentümer eines Einfamilienhauses, welches einen Verkehrswert von rund CHF 450'000.00 hat. Die Hypothekarschulden belaufen sich auf CHF 250'000.00. Gemäss Veranlagung für die Steuerperiode 2014 weist das Ehepaar ein jährliches Reineinkommen von rund CHF 93'300.00 auf. Das steuerbare Vermögen beläuft sich auf CHF 201'000.00. Seine finanziellen Verhältnisse bewegen sich eigener Aussage zufolge nach wie vor in derselben Grössenordnung. X._ ist Vater zweier erwachsenen Kinder.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ nicht verzeichnet. Gemäss dem Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) wurde er am 10. Oktober 2012 wegen einer Geschwindigkeitsübertretung verwarnt.
B. Mit Strafbefehl vom 25. November 2014, mitgeteilt am 27. November 2014, wurde X._ der groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 230.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie einer Busse von CHF 1'300.00 bestraft. Der Strafbefehl weist folgenden Wortlaut auf:
"Il _ 2014, verso le ore 15.25, l'imputato guidava il veicolo Ford C-Max 2.0 TDCi, targato SO _, sulla semiautostrada A13 in direzione nord. A sud della località di O.4_, presso il ponte Cascella, l'imputato iniziava il sorpasso di due autoarticolati che lo precedevano. Dopo essere uscito sulla corsia di sinistra si accorgeva dell'autovettura condotta da D._, targata SIG_ (D), che giungeva correttamente di contromano, il quale, a causa del sorpasso dell'imputato, doveva frenare fortemente e sterzare il suo veicolo a destra. L'imputato terminava la manovra di sorpasso e rientrava nella corsia di destra con al massimo 15 metri di distanza dall'autovettura condotta da D._."
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 2. Dezember 2014 Einsprache. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am 11. Dezember 2014 eine Strafuntersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG.
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Am 25. März 2015 wurde X._ von der Staatsanwaltschaft als beschuldigte Person einvernommen. Im Zusammenhang mit der Einvernahme des in Deutschland wohnhaften Zeugen D._ wurde X._ am 23. Juli 2015 von der Staatsanwaltschaft aufgefordert, bis Ende Monat Fragen zur Weiterleitung an die zuständige deutsche Behörde einzureichen. Am 4. August 2015 richtete die Staatsanwaltschaft ein internationales Rechtshilfeersuchen in Strafsachen an die zuständigen deutschen Behörden mit dem Vermerk, "den Beschuldigten und seinen Verteidiger vom Befragungstermin in Kenntnis zu setzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen und Ergänzungsfragen zu stellen" (Hervorhebung im Original). Mit Schreiben vom 17. August 2015 erkundigte sich der Rechtsvertreter von X._ nach der Adresse der zuständigen Behörde in Deutschland und dem von der Staatsanwaltschaft eingereichten Fragenkatalog. Zwei Tage später wurde X._ von der Staatsanwaltschaft eine Kopie des internationalen Rechtshilfeersuchens zugestellt. Am 26. August 2015 fand die Zeugeneinvernahme von D._ an dessen Wohnsitz in Deutschland statt. Mit Schreiben datiert vom 4. September 2015 schickten die Behörden in Deutschland das Einvernahmeprotokoll zurück an die Staatsanwaltschaft. Am 25. September 2015 fand die Einvernahme der Kantonspolizisten E._ und F._ statt, welche das Überholmanöver beobachten konnten und dieses rapportierten. Der Antrag von X._, den Zeugen D._ unter Wahrung des Rechts auf Teilnahme und Konfrontation durch die Staatsanwaltschaft erneut einzuvernehmen, wurde am 26. November 2015 abgelehnt.
D. Am 18. Dezember 2015 teilte die Staatsanwaltschaft X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig wurde die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht in Aussicht gestellt.
E. Mit Verfügung vom 12. Januar 2016, mitgeteilt am 18. Januar 2016, wurde der Strafbefehl gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO an das Bezirksgericht (seit 1. Januar 2017 Regionalgericht) Moesa überwiesen. Zudem teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise.
F. Mit Schreiben vom 29. März 2016 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung vorgeladen. Das Regionalgericht Moesa legte dem Schreiben überdies eine von Amtes wegen in Auftrag gegebene Fotodokumentation des fraglichen Strassenabschnitts bei. Darauf ersichtlich sind von der Kantonspolizei durchgeführte Vermessungen, wonach die Strasse zwischen den Randlinien 7.5
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Meter breit ist und sich dem oberen Strassenrand der Südspur ein geteerter Streifen von 0.9 Meter Breite anschliesst, der eine Regenrinne aufweist.
G. Am 11. Mai 2016 fand vor dem Regionalgericht Moesa die mündliche Hauptverhandlung statt, zu welcher X._ persönlich in Begleitung seines Verteidigers erschien. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Die Schlussanträge von X._ lauteten wie folgt (Hervorhebung im Original):
"Anträge beschuldigte Person
1. Der Beschuldigte sei von der Anklage der Verkehrsgefährdung von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates."
H. Gegen das am 11. Mai 2016 gefällte, den Parteien am 13. Mai 2016 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Regionalgerichts Moesa meldete X._ am 18. Mai 2016 Berufung an, woraufhin das Regionalgericht Moesa das begründete Urteil am 9. November 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._, 1963, O.2_, è autore colpevole di infrazione grave alle norme sulla circolazione stradale giusta l'art. 35 cpv. 2 LCStr in unione all'art. 90 cpv. 2 LCStr. Di conseguenza è condannato ad una pecuniaria di 20 (venti) aliquote giornaliere di CHF 160.- (centosessanta) cadauna per complessivi CHF 3'200.- (tremiladuecento), pena sospesa condizionalmente per un periodo di prova di 2 (due) anni, e una multa di CHF 640.- (seicentoquaranta). La pena detentiva sostitutiva in caso di mancato pagamento per colpa della multa corrisponde a 4 (quattro) giorni.
2. Le spese e tasse processuali, consistenti in spese e tasse d'istruttoria della Procura pubblica dei Grigioni di CHF 2'103.- (duemilacentotre) e nella tassa di giudizio del Tribunale distrettuale Moesa di CHF 800.- (ottocento) per complessivi CHF 2'903.- (duemilanovecentotre), sono poste a carico del condannato e vanno versate, unitamente alla multa di CHF 640.- (seicentoquaranta) al Tribunale distrettuale Moesa entro 30 giorni dalla crescita in giudicato della sentenza.

## Considerations