# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0788e12a-fb3b-4a0b-af15-707c2d243d49
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Arrest
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes Audienz des  Zürich vom 8. Dezember 2020 (EQ200248)
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2 ff.)
" 1. Es seien sämtliche Vermögenswerte des Arrestschuldners und der folgend genannten Gesellschaften bei der
C._ (Schweiz) AG [Bank], ... [Adresse], ... Zürich
zu verarrestieren, insbesondere Barschaften in Schweizer Franken und Fremdwährungen, Kontokorrentguthaben, Checks, Inhalte von Schrankfächern, Wert- und Warenpapiere, Edelmetallguthaben sowie Guthaben und Vermögenswerte jeglicher Art, die auf den Namen des Arrestschuldners oder die unten genannten Gesellschaften lauten, :
sämtliche Vermögenswerte auf den persönlich auf den  lautenden Bankkonten (insb. USD-Konto, EUR-Konto, Yen-Konto und CHF-Konto);
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die D._ Inc.  Bankkonten mit der Konto-Nr. 1 und 2 sowie  weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 3;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die E._ Limited lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 4, 5, 6 und 7 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 8;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die F._ S.à.r.l. lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 9, 10 und 11 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 12;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die G._ Limited lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 13, 14 und 15  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 16;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die H._ S.A. lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 17, 18 und 19  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 20;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die H._ SA  Bankkonten mit der Konto-Nr. 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, CH28 und 29 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 30;
sämtliche Vermögenswerte auf dem auf die H._ SA  Bankkonto mit der Konto-Nr. CH31 sowie allfälligen Unterkonten dieser Kundenbeziehung;
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sämtliche Vermögenswerte auf den auf die I._ Anstalt lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 32, 33 und 34  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 35;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die J._ Ltd.  Bankkonten mit der Konto-Nr. 36 und 37 sowie  weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 38;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die K._ S.à.r.l. lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 39, 40 und 41  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 42;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die L._ Ltd.  Bankkonten mit der Konto-Nr. 43, 44 45 und 46  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 47;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die L._ (recte: M._) S.à.r.l. lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 48, 49 und 50 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 51;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die N._ Limited lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 15 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 52;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die O._S.à.r.l. lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 53. 54 und 55  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 56;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die P._ Limited lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 57, 58 und 59  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 60;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die P._ LTD lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 61, 62 und 63  allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 64;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die P._ Ltd  Bankkonten mit der Konto-Nr. 65 sowie allfälligen weiteren Unterkonten zu Stamm Nr. 66;
sämtliche Vermögenswerte auf dem auf die Q._ Ltd. lautenden Bankkonto mit der Konto-Nr. CH67 sowie  Unterkonten dieser Kundenbeziehung;
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der  von CHF 50'000'000.00.
2. Es seien sämtliche Vermögenswerte des Arrestschuldners und der folgend genannten Gesellschaften bei der
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R._ SA [Bank] ... [Adresse], ... Genf
zu verarrestieren, insbesondere Barschaften in Schweizer  und Fremdwährungen, Kontokorrentguthaben, Checks,  von Schrankfächern, Wert- und Warenpapiere,  sowie Guthaben und Vermögenswerte jeglicher Art, die auf den Namen des Arrestschuldners lauten oder die unten  Gesellschaften lauten, insbesondere:
sämtliche Vermögenswerte auf den persönlich auf den  lautenden Bankkonten mit der Konto-Nr. 68 und Konto-Nr. 69 (insb. EUR-Konto Nr. 70, IBAN CH71)  allfälligen weiteren Unterkonten dieser ;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die H._ SA  Bankkonten mit der Konto-Nr. 68 und 72 sowie  Unterkonten dieser Kundenbeziehung;
sämtliche Vermögenswerte auf den auf die S._ Limited lautenden Bankkonten, insb. Konto-Nr. 73 (insb. EUR Konto Nr. 74 (IBAN CH 75) sowie allfälligen weiteren Unterkonten dieser Kundenbeziehung;
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der  von CHF 50'000'000.00.
3. Es seien sämtliche Forderungen des Arrestschuldners gegenüber der folgenden Gesellschaft zu verarrestieren, insbesondere  auf dem Klientengelder- und dem Vorschusskonto der :
T._ Rechtsanwälte AG ... [Adresse] ... Zürich
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
4. Es seien sämtliche Forderungen des Arrestschuldners bzw. der vorgeschobenen Sitzgesellschaften F._ Sarl und L._ (recte: M._) Sarl gegenüber der folgend genannten  zu verarrestieren, insbesondere Ansprüche auf :
U._ AG in Liquidation c/o V._ AG
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... [Adresse] ... Zürich
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
5. Es seien sämtliche Vermögenswerte des Arrestschuldners und der folgend genannten Gesellschaften bei der
W._. AG [Bank] ... [Adresse] ... Zürich
zu verarrestieren, insbesondere Barschaften in Schweizer  und Fremdwährungen, Kontokorrentguthaben, Checks,  von Schrankfächern, Wert- und Warenpapiere,  sowie Guthaben und Vermögenswerte jeglicher Art, die auf den Namen des Arrestschuldners lauten oder die unten  Gesellschaften lauten, insbesondere:
sämtliche Vermögenswerte auf den persönlich auf den  lautenden Bankkonten;
sämtliche Vermögenswerte auf dem auf die AA._ Ltd.  Bankkonto mit der Konto-Nr. CH76 sowie allfälligen  dieser Kundenbeziehung;
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
6. Es seien sämtliche Vermögenswerte des Arrestschuldners bei der
AB._ (Schweiz) AG [Bank] ... [Adresse] ... Zürich
zu verarrestieren, insbesondere Barschaften in Schweizer  und Fremdwährungen, Kontokorrentguthaben, Checks,  von Schrankfächern, Wert- und Warenpapiere,  sowie Guthaben und Vermögenswerte jeglicher Art, die auf den Namen des Arrestschuldners lauten oder an denen er  der Bank als wirtschaftlich Berechtigter ausgewiesen ist,
alles soweit verarrestierbar, bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
7. Es seien sämtliche Vermögenswerte, welche die AC._ AG, ... [Adresse], ... Zürich treuhänderisch direkt oder indirekt für den Arrestschuldner hält ebenso wie Forderungen des  gegen die AC._ AG zu verarrestieren, soweit verar-
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restierbar, bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
8. Es seien sämtliche Vermögenswerte, welche die AD._ AG, ... [Adresse], ... Zürich treuhänderisch direkt oder indirekt für den Arrestschuldner hält ebenso wie Forderungen des  gegen die AD._ AG zu verarrestieren, soweit , bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 50'000'000.00.
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
Verfügung des Bezirksgerichts Zürich: (act. 9)
1. Auf das Arrestgesuch wird nicht eingetreten.
2. Die Spruchgebühr von Fr. 1'200.– wird der Gesuchstellerin auferlegt.
3. [Schriftliche Mitteilung].
4. [Rechtsmittelbelehrung].
Beschwerdeanträge: (act. 10 S. 2)
" 1. Die Verfügung vom 8. Dezember des Einzelgerichts Audienz,  Zürich (EQ200248-L) sei aufzuheben und der gem. Rechtsbegehren des Arrestgesuches vom 3. Dezember 2020  Arrest sei vollumgänglich zu gewähren.
2. Eventualiter sei das Verfahren im Sinne der obergerichtlichen  an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Unter Kostenauflage zulasten der Beschwerdeführerin."

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Bei der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin (nachfolgend: ) handelt es sich um eine ehemalige russische Bank, über welche im Jahr
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2016 der Konkurs eröffnet wurde (act. 4/2 S. 2). Die Beschwerdeführerin wirft
dem Gesuchs- und Beschwerdegegner (nachfolgend: Beschwerdegegner) vor, in
den der Konkurseröffnung vorangegangenen Jahren zusammen mit seiner
Schwester (der letzten Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin) und weiteren
Komplizen sehr hohe Vermögenswerte auf betrügerische Art und Weise von der
Beschwerdeführerin abgezogen zu haben (Sham Loan Fraud, Unauthorised Debit
Fraud, Shell Company Loan Fraud, Fictitious Credit Fraud; act. 1 Rz 12 ff. und
insb. Rz 41). Die Schwester des Beschwerdegegners wurde deswegen in Russ-
land bereits im Jahr 2017 zu einer Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren verur-
teilt (act. 4/11–13). Gegen den zurzeit in AE._ (GB) wohnhaften Beschwer-
degegner wurde von den russischen Strafverfolgungsbehörden im selben Jahr
Anklage erhoben. Es werden ihm in der Anklageschrift Vermögensdelikte zum
Schaden der Beschwerdeführerin von rund RUB 101 Mia. vorgeworfen (entspricht
aktuell rund Fr. 1.2 Mia.; act. 4/17 S. 155).
2. Der Beschwerdegegner soll gemäss Beschwerdeführerin über  Gesellschaftsstrukturen wirtschaftlich Berechtigter diverser Schweizer Konten
sein. Die sich auf diesen Konten befindlichen Guthaben würden den kriminellen
Handlungen zum Nachteil der Beschwerdeführerin entstammen. Die Gelder seien
aus Russland herausgeschafft und sodann sei versucht worden, ihre Herkunft zu
verschleiern. Der Mittelfluss soll dabei über Konten verschiedener, dem Be-
schwerdegegner und seiner Schwester zuzuordnenden Gesellschaften erfolgt
sein, wobei ursprünglich aus Russland stammende Gelder von Estland aus, teil-
weise über Liechtenstein, auch in die Schweiz gelangt seien, von wo aus dann
verschiedene Anlagen getätigt worden sein sollen (act. 1 Rz 12 ff. und insb.
Rz 51 ff.).
3. In der Schweiz bilden diese Geldwäschereivorwürfe derzeit Gegenstand einer gegen den Beschwerdegegner von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich
eingeleiteten Strafuntersuchung (act. 4/22–24). Auch in Liechtenstein wird gegen
den Beschwerdegegner (und auch seine Schwester) beim fürstlichen Landgericht
ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäscherei geführt (act. 4/30;
act. 4/32–35). In England wurde sodann im Jahr 2019 eine weltweite "Freezing
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Order" bezüglich sämtlicher direkt oder indirekt (wirtschaftlich) dem Beschwerde-
gegner gehörenden Vermögenswerte bis zu einem Betrag von GBP 1.34 Mia. er-
lassen (entsprich aktuell rund Fr. 1.7 Mia.; act. 4/20 und 4/21 Ziff. 5 und 6).
4. Mit Arrestbegehren vom 10. September 2019 versuchte die  ein erstes Mal, diverse, angeblich dem Beschwerdegegner (wirtschaftlich)
zuzuordnende Schweizer Bankkonten mit Arrest belegen zu lassen (act. 5/1). Das
Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz, wies das Begehren jedoch mit Urteil
vom 13. September 2019 aus den nachstehenden Gründen ab (act. 5/5). Die Be-
schwerdeführerin stützte ihr Gesuch auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG. Den hierfür
erforderlichen Bezug zur Schweiz verneinte das Gericht einerseits mit der Be-
gründung, dass ein Erfolgsort der deliktischen Forderung (die erwähnten Fr. 1.2
Mia.) nach Art. 133 Abs. 2 IPRG in der Schweiz nicht glaubhaft gemacht worden
sei. Andererseits verneinte es auch die Möglichkeit, einen rechtlich relevanten
Anknüpfungspunkt bzw. Erfolgsort nach IPRG über das Delikt der Geldwäscherei
zu konstruieren, denn dieses Delikt verschaffe der Beschwerdeführerin keinen di-
rekten Anspruch (act. 5/5 E. 3).
5. Mit Arrestbegehren vom 3. Dezember 2020 unternahm die  einen zweiten Anlauf (act. 1). Das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht Audienz
(nachfolgend: Vorinstanz), trat darauf mit Verfügung vom 8. Dezember 2020 je-
doch nicht ein (act. 6 = act. 9 = act. 11, nachfolgend zitiert als act. 9). Gegen die-
sen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 21. Dezember
2020 (Datum Poststempel) Beschwerde bei der Kammer (Art. 319 ff. ZPO) und
stellte darin die oben aufgeführten Anträge (act. 10). Die vorinstanzlichen Akten
(act. 1–7) wurden beigezogen. Eine Beschwerdeantwort ist nicht einzuholen. Das
Verfahren erweist sich als spruchreif.
II. Prozessuales
1. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) anerkannte das in  bezüglich der Beschwerdeführerin am 11. März 2016 ergangene Kon-
kursdekret mit Verfügung vom 17. Juni 2019 für die Schweiz. Gleichzeitig ermäch-
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tigte die FINMA die Beschwerdeführerin bzw. die für diese handelnde Konkursli-
quidatorin (gestützt auf die Praxis zu Art. 37 Abs. 2 BankG) dazu, in der Schweiz
ihre Vermögenswerte einzufordern, Ansprüche gegen Drittparteien geltend zu
machen und sämtliche damit verbundenen Rechtshandlungen vorzunehmen
(act. 4/2 S. 14). Diese Ermächtigung kann allerdings nur solange bestehen, wie
das russische Konkursdekret in Kraft ist. Sie hängt direkt vom Bestand des russi-
schen Konkursverfahrens ab (vgl. act. 4/2 E. 6). Bis zum Anerkennungsentscheid
der FINMA vom 17. Juni 2019 wurde das russische Konkursverfahren, nachdem
das Dekret zunächst für die Dauer von einem Jahr erlassen wurde, bereits fünf
Mal (jeweils um weitere sechs Monate) verlängert. Aktuelle Verlängerungsent-
scheide der russischen Gerichte befinden sich zwar nicht in den Akten. Wie von
der FINMA zutreffend erwogen, kann aber davon ausgegangen werden, dass wei-
tere solche Verlängerungen jedenfalls solange erfolgen werden, bis die Geltend-
machung von Ansprüchen in der Schweiz und eine etwaige Repatriierung von
Vermögenswerten abgeschlossen sein wird (act. 4/2 E. 1 Rz 16). Demnach ist die
Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerin bzw. der für diese handelnden Kon-
kursliquidatorin (mangels gegenteiliger Anhaltspunkte) jedenfalls glaubhaft.
2. Gegen den vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid steht die Beschwerde als Rechtsmittel zur Verfügung (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 6 ZPO). Die
Beschwerdeführerin erhob sie innert der zehntägigen Frist (act. 10 i.V.m. act. 7),
und die Beschwerde erfüllt die formalen Anforderungen, indem sie Anträge und
eine ausreichende Begründung enthält. Der mit Verfügung vom 28. Dezember
2020 verlangte Vorschuss von Fr. 3'000.– ist eingegangen (act. 12 und 14). Dem
Eintreten steht insoweit nichts entgegen.
III. Materielles
1. 1.1. Die Vorinstanz begründete ihren Nichteintretensentscheid damit, dass die
Beschwerdeführerin hinsichtlich des vorgebrachten Arrestgrundes (Art. 271
Abs. 1 Ziff. 4 SchKG) keine neuen Tatsachenbehauptungen vorgebracht und kei-
ne neuen Beweismittel eingereicht habe, weshalb einer erneuten Beurteilung des
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Begehrens die res iudicata entgegenstehe (act. 9 E. 2). Die Beschwerdeführerin
bestreitet dies in ihrer Beschwerdeschrift. Ihr zweites Arrestbegehren würde nun-
mehr nicht mehr 31 Seiten und 55 Beilagen, sondern 48 Seiten und 74 Beilagen
umfassen. Sie habe in diesem in umfassender Weise zusätzliche Tatsachen und
Beweismittel vorgebracht und (unter anderem) den Mittelfluss der deliktischen
Gelder in die Schweiz genauer dargestellt (act. 10 Rz 19 und 26).
1.2. Ein Arrestentscheid stellt eine vorsorgliche Massnahme für die Zeit des Pro-
sequierungsverfahrens dar und erwächst als solche nicht in materielle Rechtskraft
(BGE 133 III 589 E. 1). Ein Arrestbegehren kann deshalb selbst nach Abweisung
oder Aufhebung eines Arrestes neu eingereicht werden (BGE 138 III 382 E. 3.2.2;
OGer ZH PS160037 vom 31. März 2016, E. II. 3, und PS140080 vom 29. April
2014, E. 2.3). Einem Arrestbegehren soll gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung nur dann der Einwand der res iudicata entgegen stehen, wenn es auf dem
völlig gleichen Sachverhalt beruht wie ein früheres Arrestbegehren, das zur Ab-
weisung oder Aufhebung des Arrestes geführt hat (BGE 138 III 382 E. 3.2.2).
Grund für das Nichteintreten ist in einem solchen Fall dann aber weniger die
Rechtskraftwirkung des älteren Entscheides, als vielmehr die Unzulässigkeit mut-
williger Prozessführung bzw. das fehlende (schützenswerte) Rechtsschutzinteres-
se (OGer ZH PS160037 vom 31. März 2016, E. II. 3.2, und PS140080 vom
29. April 2014, E. 2.3).
1.3. Es ist in der Tat so, dass die Beschwerdeführerin in ihrem zweiten Arrestbe-
gehren den Mittelfluss der deliktischen Gelder bzw. die für die behauptete Ver-
schleierung der Herkunft dieser Gelder verwendeten Kanäle relativ ausführlich
beschreibt, währenddem sie in ihrem ersten Begehren noch grösstenteils auf ent-
sprechende Ausführungen verzichtet hatte (act. 1 Rz 51 ff. im Vergleich zu
act. 5/1). Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, dienen diese Erläuterungen und
die dazu eingereichten Belege einerseits gerade der Glaubhaftmachung eines
genügenden Bezuges der Arrestforderung zur Schweiz (Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4
SchKG) und andererseits auch der Glaubhaftmachung der Voraussetzungen des
umgekehrten Durchgriffs. Mittels eines solchen kann auch Arrest auf Vermö-
genswerte vorgeschobener Gesellschaften gelegt werden. Die Beschwerdeführe-
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rin nahm in ihrem zweiten Arrestbegehren mit anderen Worten dort Nachbesse-
rungen und Ergänzungen hinsichtlich des Sachverhaltes vor, wo ihr erstes Ge-
such nach Auffassung des Arrestgerichts zu wenig substantiert war und reichte
hierzu die notwendigen Beweismittel ein. Nach der vorerwähnten Rechtsprechung
ist ein solches Vorgehen, entgegen der Ansicht der Vorinstanz, ohne Weiteres zu-
lässig. Die Vorinstanz hätte deshalb auf das Arrestbegehren eintreten müssen.
2. 2.1. Die Vorinstanz kam sodann zum Ergebnis, dass das Arrestgesuch (auch im
Falle des Eintretens) ohnehin abzuweisen gewesen wäre. Sie führte dazu primär
aus, dass bezüglich der in Russland begangenen Straftaten, mit welchen die Ar-
restforderung begründet werde, weder der Handlungs- noch der Erfolgsort in der
Schweiz gelegen habe und demzufolge auch kein genügender Bezug zur
Schweiz im Sinne von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG vorliege. Soweit die Be-
schwerdeführerin ihre Forderung zudem (sekundär) auch auf Art. 41 OR wegen
Geldwäschereihandlungen in der Schweiz stütze, so die Vorinstanz weiter, habe
sie Bestand und Umfang des entsprechenden Schadens nicht genügend sub-
stanziiert (act. 9 E. 3).
2.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet diese Ausführungen (act. 10 Rz 40 ff. und
Rz 52 ff.). Sie macht zur primären Begründung der Vorinstanz geltend, diese ha-
be Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG falsch angewendet, indem sie einen genügenden
Bezug der Arrestforderung zur Schweiz verneint habe. Dieser Bezug sei (allein)
schon durch das Verschieben von Vermögenswerten in die Schweiz zur Gläubi-
gerbenachteiligung gegeben (unabhängig davon, ob ein Handlungs- oder Erfolgs-
ort in der Schweiz gemäss IPRG bestehe). Zudem sei die Tatsache, dass die
Vermögenswerte aus Russland herausgeschafft worden seien und deren Herkunft
danach verschleiert worden sei, ein zentrales Element der Straftat gewesen, wel-
che dem Beschwerdegegner zur Last gelegt werde, weshalb, entgegen der Vo-
rinstanz, auch ein Handlungs- und Erfolgsort nach Art. 133 IPRG in der Schweiz
zu bejahen gewesen wäre. Sodann begründeten die Geldwäschereihandlungen in
der Schweiz einen zivilrechtlichen Haftungsanspruch nach Schweizer Recht und
damit auch einen genügenden Bezug zur Schweiz. Schliesslich stelle auch die
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von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich eingeleitete Strafuntersuchung ei-
nen genügenden Bezug zur Schweiz her (act. 10 Rz 40 ff.; act. 1 Rz 28 ff.).
2.3. Ein genügender Bezug zur Schweiz im Sinne von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4
SchKG kann (entgegen der von der Vorinstanz vertretenen Ansicht) nicht bloss
dann gegeben sein, wenn ein IPR-Anknüpfungspunkt zur Anwendung eines
schweizerischen Gerichtsstandes oder des schweizerischen Rechts führt. Ausrei-
chend hierfür ist nach einem Entscheid der Kammer (wie von der Beschwerdefüh-
rerin zutreffend geltend gemacht) etwa auch, wenn durch das Verschaffen von
Vermögenswerten in die Schweiz den potentiellen Gläubigern der Zugriff in unge-
rechtfertigter Weise erschwert oder gar verunmöglicht wurde. Der Bestand eines
potentiellen IPR-Anknüpfungspunktes braucht dann nicht mehr nachgewiesen zu
werden (OGer PS160037 vom 31. März 2016, E. II. 3, mit ausführlicher Begrün-
dung; vgl. auch BGer 5A_60/2013 vom 27. Mai 2013, E. 4.3). Ein solches Ver-
ständnis der Regelung von Art. 271 Abs.1 Ziff. 4 SchKG entspricht auch der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung, wonach das Erfordernis des "genügenden Be-
zuges" der Forderung zur Schweiz nicht restriktiv (bzw. eben gegenteils gläubi-
gerfreundlich) auszulegen ist (BGE 124 III 219, E. 3. = Pra 87 [1998] Nr. 140;
BGE 123 III 494, E. 3.a).
2.4. Die Vorinstanz hätte daher nicht bloss auf das Arrestbegehren eintreten müs-
sen, sondern hätte auch zu beurteilen gehabt, ob ein genügender Bezug zur
Schweiz im Sinne der vorstehenden E. 2.3. nicht doch zu bejahen gewesen wäre,
anstatt bezüglich der in Russland begangenen Straftaten einfach einen Hand-
lungs- und Erfolgsort in der Schweiz (im Sinne des IPRG) zu verneinen. Insofern
ist die Beschwerde gutzuheissen. Gemäss Art. 327 Abs. 3 ZPO kann die Be-
schwerdeinstanz in diesem Fall den angefochtenen Entscheid aufheben und die
Sache an die Vorinstanz zurückweisen, oder aber neu entscheiden, wenn die Sa-
che spruchreif ist. Vorliegend erweist sich die Sache als spruchreif. Die Dringlich-
keit des Arrestes erfordert zudem eine möglichst rasche Erledigung. Daher ist wie
beantragt materiell über die Arrestbewilligung zu entscheiden.
3.
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3.1. Ein Arrest wird bewilligt, wenn der Gläubiger glaubhaft macht, dass (1) seine
Forderung besteht, (2) ein Arrestgrund vorliegt und (3) Vermögensgegenstände in
der Schweiz vorhanden sind, die dem Schuldner gehören (Art. 272 Abs. 1
SchKG). Glaubhaftmachen bedeutet, dass es genügt, dem Gericht aufgrund ob-
jektiver Anhaltspunkte den Eindruck einer gewissen Wahrscheinlichkeit des Vor-
handenseins der in Frage stehenden Tatsache zu vermitteln, ohne dass dabei die
Möglichkeit ausgeschlossen sein muss, dass die Verhältnisse sich auch anders
gestalten könnten. Glaubhaft gemacht ist daher eine Tatsache schon dann, wenn
für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht
noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte
(BGE 142 II 49 E. 6.2; BGer 5A_629/2011 vom 26. April 2012, E. 5.3.1).
3.2.
3.2.1. Die Beschwerdeführerin macht als Arrestforderung nicht den gesamten
Schaden von umgerechnet rund Fr. 1.2 Mia. geltend, sondern bloss Fr. 50 Mio.
Sie begründet dies damit, dass in der Schweiz vermutungsweise nur noch Ver-
mögenswerte des Beschwerdegegners im zweistelligen Millionenbereich belegen
seien, jedenfalls aber weniger als Fr. 50 Mio. (act. 1 Rz 49 f.). Eine solche be-
tragsmässige Beschränkung der Arrestforderung ist ohne weiteres zulässig.
3.2.2. Dem Beschwerdegegner werden in der russischen Anklageschrift Vermö-
gensdelikte zum Schaden der Beschwerdeführerin im Umfang von umgerechnet
rund Fr. 1.2 Mia. vorgeworfen (oben E. I. 1.). Die Schwester des Beschwerdegeg-
ners wurde wegen dieser Delikte bereits verurteilt (oben E. I. 1.). In England wur-
de sodann eine weltweite "Freezing Order" bezüglich sämtlicher direkt oder indi-
rekt (wirtschaftlich) dem Beschwerdegegner gehörenden Vermögenswerte bis zu
einem Betrag von umgerechnet rund Fr. 1.7 Mia. erlassen (oben E. I. 3.). Dieser
Arrest wurde in der Zwischenzeit mittels Klageanhebung in England prosequiert
(act. 4/26). In einem von der Beschwerdeführerin bei einer russischen Anwalts-
kanzlei in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten wurden sodann auch die mögli-
chen Haftungsgrundlagen nach russischem Recht dargelegt (act. 4/25). Schliess-
lich sind sowohl in Liechtenstein als auch in der Schweiz Strafverfahren (unter
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anderem) wegen Geldwäscherei gegen den Beschwerdegegner eingeleitet wor-
den (oben E. I. 3.).
3.2.3. Der Bestand einer Schadenersatzforderung nach russischem Recht gegen-
über dem Beschwerdegegner im Umfang von wenigstens Fr. 50 Mio. erscheint
bei dieser Ausgangslage als glaubhaft, selbst wenn aufgrund der in verschiede-
nen Ländern noch laufenden bzw. noch nicht abgeschlossenen Verfahren immer
noch die Möglichkeit besteht, dass sich die Verhältnisse schlussendlich dann
doch anders präsentieren.
3.3.
3.3.1. Die Beschwerdeführerin stützt ihr Arrestbegehren einzig auf den Arrest-
grund von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG (act. 1 Rz 25 ff.). Ein anderer Arrestgrund
scheint demnach nicht zu bestehen. Da kein vollstreckbares gerichtliches Urteil
und keine Schuldanerkennung im Sinne von Art. 82 Abs. 1 SchKG vorliegt bzw.
nichts in dieser Hinsicht ausgeführt wird, ist zu prüfen, ob die geltend gemachte
Arrestforderungen (Schadenersatzforderung nach russischen Recht) einen genü-
genden Bezug zur Schweiz aufweist. Wie oben unter E. III. 2.3. ausgeführt, ist ein
solcher Bezug bereits dann zu bejahen, wenn durch das Verschaffen von Vermö-
genswerten in die Schweiz den potentiellen Gläubigern der Zugriff in ungerecht-
fertigter Weise erschwert oder gar verunmöglicht wurde. Der Bestand eines po-
tentiellen IPR-Anknüpfungspunktes braucht dann nicht mehr nachgewiesen zu
werden. Um die Frage des genügenden Bezuges zur Schweiz beantworten zu
können, sind die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum Mittelfluss der delik-
tischen Gelder und die dazu eingereichten Unterlagen einer summarischen Prü-
fung zu unterziehen.
3.3.2. Gemäss den Erläuterungen der Beschwerdeführerin (act. 1 Rz 51 ff.) sollen
in Russland mit den deliktischen Vermögenswerten zunächst Wertschriften er-
worben worden sein, welche dann auf Konten verschiedener UK-Strohfirmen bei
der AF._ [Bank] transferiert worden seien. Die Beschwerdeführerin reichte
dazu verschiedene Presseberichte ein, in welchen der bei der AF._ (insbe-
sondere auch bezüglich russischer Gelder) aufgedeckte Geldwäschereiskandal
beschrieben wird (act. 4/27 und 4/29). Sodann legte sie einen Untersuchungsbe-
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richt der dänischen Anwaltskanzlei AG._ (Report on the Non-Resident Port-
folio at AF._'s Estonian branch) ins Recht (act. 4/28). In Letzterem wird (oh-
ne konkrete Namen zu nennen) vom sogenannten "Russian Laundromat" gespro-
chen und es werden die (potentiellen) Vermögensflüsse von Russland nach Est-
land im Sinne der Ausführungen der Beschwerdeführerin dargestellt (act. 4/28
S. 33, 49 und 73 f.). Von den erwähnten UK-Gesellschaften (u.a. soll es sich da-
bei um die AH._ LLP, AI._ LLP, AJ._ LLP und AK._ LLP han-
deln) sei sodann ein substantieller Teil der Gelder an die H._ SA (nachfol-
gend: H._) unter dem Titel "Darlehen" auf deren Konto bei der AL._
Bank in Liechtenstein überwiesen worden (damaliger Name: AL'._ Bank
[Liechtenstein]). Diese Darlehen seien in den Bilanzen der darlehensgebenden
Gesellschaften jedoch nicht ausgewiesen worden. Die H._ habe dem Be-
schwerdegegner als Sammelbecken gedient. Von ihren Konten in Liechtenstein
aus seien sodann Gelder auf Schweizer Konten verschiedener Offshore-
Gesellschaften verschoben worden. Daneben seien aber auch Mittel direkt von
Estland aus auf die Schweizer Konten der H._ geflossen. Der Beschwerde-
gegner habe für jedes seiner "Projekte" eine eigene Gesellschaft verwendet, so
für jeden Kauf und Verkauf einer Immobilie, einer Yacht, eines Flugzeuges, eines
Containerschiffes, einer Sammlung Luxusautos oder einer Hotelbeteiligung. Teil-
weise habe die H._ die Zahlungen für die anderen Projektgefässe zudem
auch gleich selber erledigt (zum Ganzen act. 1 Rz 51 ff.).
3.3.3. Aus den eingereichten Unterlagen ergibt sich zunächst, dass der Be-
schwerdegegner als wirtschaftlich Berechtigter der im Zentrum stehenden
H._ (mit Sitz in Panama) figuriert. Dies legte er bzw. sein Rechtsvertreter im
englischen Arrestverfahren offen (act. 4/44, Schreiben des Rechtsvertreters des
Beschwerdegegners vom 9. April 2019 [nachfolgend: Schreiben 9. April 2019] und
vom April 2016 datierende Beilagen 2 und 11 zum Affidavit des Beschwerdegeg-
ners vom 12. April 2019 [nachfolgend: Beilage XY zum Affidavit]). Aktenkundig
sind gemäss einer Auswertung der liechtensteinischen Landespolizei Zahlungen
der erwähnten AH._ LLP, AI._ LLP, AJ._ LLP und AK._ LLP
von deren Konten bei der AF._ an die H._ auf deren Konto bei der
AL._ Bank in Liechtenstein von insgesamt ca. EUR 56 Mio. (act. 4/35). Die
- 16 -
grössten Anteile hiervon entfallen mit rund EUR 19 Mio. auf die AH._ LLP
(nachfolgend: AH._) und mit rund EUR 32 Mio. auf die AI._ LLP (nach-
folgend: AI._). Die Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein
(FIU) führte in einem an die liechtensteinische Staatsanwaltschaft adressierten
Analysebericht vom 11. Mai 2016 unter anderem aus, von der AH._ sollen
(neben den erwähnten EUR 19 Mio., die auf dem liechtensteinischen Konto der
H._ eingingen) auch rund Fr. 40 Mio. direkt auf ein Schweizer Konto der be-
sagten H._ geflossen sein. Nach den ihr vorliegenden Informationen, so die
FIU weiter, handle es sich bei den erwähnten vier UK-Firmen um Offshore-
Gesellschaften, deren Geschäfte von Moskau aus geführt und die alle dieselbe E-
Mail Adresse aufweisen würden (act. 4/30 S. 5 f.).
In einem Memorandum der Firma "AM._ LLC" vom 20. Dezember 2018 be-
treffend "Legitimacy of AH._" wurde sodann insbesondere Folgendes festge-
halten: "To date, we assess that AH._ LLP was a UK-registered shell com-
pany established for the sole purpose of defrauding A._ (Beschwerdeführe-
rin) for the benefit of B._ (Beschwerdegegner) and AN._ (Schwester des
Beschwerdegegners). This ist based on the following: The company's sharehol-
ders and directors were consistently nominees. The company was the recipient of
multiple loans from A._ (Beschwerdeführerin), which are not reflected in the
company's filed UK financial accounts for the same period. The company issued a
loan to H._ SA, known to be owned by B._ (Beschwerdegegner). (...)".
(act. 4/36; kursive Klammerbemerkungen hinzugefügt; der Auftraggeber dieses
Memorandums wird nicht genannt). Der Zeuge AO._ (Abteilungsleiter Institu-
tional Clients Liechtenstein/Schweiz bei der AL._ Bank) führte im liechten-
steinischen Strafverfahren anlässlich seiner Einvernahme vom 18. Oktober 2018
aus, die H._ habe die Gelder über Loan Agreements diverser Gesellschaften
erhalten. Unter anderem erwähnte er diesbezüglich auch die vorerwähnte
AI._ und AH._ (act. 4/32, Zeugeneinvernahme AO._, S. 6 und
8 ff.). Bezüglich Ersterer wisse er, dass diese wirtschaftlich dem Beschwerdegeg-
ner zuzuordnen sei. Bezüglich Letzterer sei er sich nicht sicher (act. 4/32, Zeu-
geneinvernahme AO._, S. 11). Die ebenfalls an der Zeugeneinvernahme
anwesende AP._ (Director der Abteilung Institutional Clients Eastern Europe
- 17 -
bei der AL._ Bank) konnte diesbezüglich aber die Angabe machen, dass die
AH._ der Schwester des Beschwerdegegners gehöre (act. 4/32, Zeugenein-
vernahme AO._, S. 4).
Im liechtensteinischen Kontoauszug der H._ findet sich bei den Zahlungsein-
gängen der AI._ jeweils der Vermerk "For Real Estate Invoice" und bei den
Gutschriften der AH._ jeweils der Zahlungsgrund "Inter Company Loan"
(act. 4/40). Auffallend ist, dass die von der AH._ zwischen dem 15. Juli und
dem 16. Oktober 2013 an die H._ getätigten und als Loan bzw. Darlehen be-
zeichneten Überweisungen im Jahresabschluss der AH._ per 31. März 2014
nicht als Aktivum bzw. Darlehensforderung aufgeführt wurden (vgl. dazu bereits
das oben zitierte Memorandum). Stattdessen findet sich auf der Aktivseite der Bi-
lanz bloss ein Umlaufvermögen von GBP 392'892.– (act. 4/38).
3.3.4. Hinsichtlich der Verwendung der auf das liechtensteinische Konto der
H._ überwiesenen Gelder führte der Zeuge AO._ anlässlich der ober-
wähnten Einvernahme in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwer-
deführerin aus, dass die H._ gewissermassen der Sammeltopf gewesen sei,
von welchem die Gelder auf die einzelnen Rechtsträger aufgeteilt werden sollten.
Der Beschwerdegegner habe dabei für jedes seiner Vorhaben wie den Kauf von
Villen, Yachten etc. eine eigene Gesellschaft gegründet, wobei der Geldfluss
dann von der H._ an die betreffenden Gesellschaften erfolgt sei. Nicht jede
Gesellschaft habe aber ein eigenes Konto gehabt, weshalb z.B. der Kauf einer
Yacht für die S._ Ltd. direkt über die H._ abgewickelt worden sei
(act. 4/32, Zeugeneinvernahme AO._, S. 5).
3.3.5. Aus dem liechtensteinischen Kontoauszug der H._ kann geschlossen
werden, dass rund EUR 51 Mio. an oder für die erwähnte S._ Ltd. (nachfol-
gend: S._) überwiesen wurden (act. 4/34 und 4/40). Der Beschwerdegegner
gab im englischen Arrestverfahren durch seinen dortigen Rechtsvertreter an, der
wirtschaftlich Berechtigte dieser Gesellschaft zu sein (act. 4/44, Schreiben 9. April
2019). Die S._ scheint (zu Beginn) tatsächlich kein eigenes Konto besessen
zu haben, denn im Jahr 2012 erfolgten Zahlungen von rund EUR 21 Mio. direkt
von der H._ an eine AQ._ Werft in AR._ [Stadt in Deutschland]. Im
- 18 -
Jahr 2013 gingen dann aber für diese Werft bestimmte Zahlungen von weiteren
rund EUR 27 Mio. (zunächst) an die S._ Ltd. (act. 4/34 und 4/40). Diese
muss also spätestens dann über ein eigenes Konto verfügt haben. Aus dem Ak-
tenverzeichnisse des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner geführten
Strafverfahrens ergibt sich denn auch, dass ein auf die S._ lautendes Konto
bei der R._ SA existierte oder immer noch existiert (act. 4/68, Bankunterla-
gen R._ SA betr. S._ Limited). Die Gesellschaft scheint zudem auch
über ein Konto in Gibraltar zu verfügen (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019).
Weitere rund USD 1.2 Mio. und EUR 0.5 Mio. sind gemäss den eingereichten
Kontoauszügen bzw. den hiervon eingereichten Seiten von der H._ an eine
L._ Ltd. (nachfolgend: L._) geflossen (act. 4/34 und 4/40). Auch bei die-
ser Gesellschaft figuriert der Beschwerdegegner als wirtschaftlich Berechtigter
(act. 4/44, Schreiben 9. April 2019). Auf den Namen der L._ lauten mehrere
Schweizer Kontoverbindungen bei der C._ AG (act. 4/44, Schreiben 9. April
2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Über diese Gesellschaft soll der Beschwerde-
gegner gemäss Zeuge AO._ ein über die C._ AG finanziertes Flugzeug
besessen haben (act. 4/32, Zeugeneinvernahme AO._, S. 6).
Rund EUR 1.9 Mio. wurden von der H._ an eine E._ Ltd. (nachfolgend:
E._) überwiesen (act. 4/34 und 4/40). Gemäss Beschwerdegegner soll diese
Gesellschaft im Besitze seiner Partnerin sein (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019).
Als wirtschaftlich Berechtigter der Schweizer Konten der E._ wird jedoch in
den Bankunterlagen der C._ AG der Beschwerdegegner selbst ausgewiesen
(act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit), sodass davon ausgegangen werden kann,
dass seine Partnerin die Anteile an der E._ nur treuhänderisch für den Be-
schwerdegegner hält. Diese Gesellschaft scheint eine Villa in Italien für den Be-
schwerdegegner gehalten zu haben (act. 32, Zeugeneinvernahme AO._,
S. 6, und Beilage 2 dazu; act. 33; act. 40 S. 2 unten und S. 3 oben).
Sodann flossen rund EUR 200'000.– von der H._ an die I._ Anstalt
(nachfolgend: I._; act. 4/34 und 4/40). Auch bei dieser Gesellschaft figuriert
der Beschwerdegegner als wirtschaftlich Berechtigter (act. 4/44, Schreiben 9. Ap-
ril 2019). Auf den Namen der I._ lauten mehrere Schweizer Kontoverbindun-
- 19 -
gen bei der C._ (act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit). Die Gesellschaft ist bzw.
war gemäss FIU (Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein) Hal-
terin von Personenwagen der Luxusklasse (act. 4/30 S. 6).
Zahlungen im kleineren Rahmen erfolgten zudem von der H._ an die
G._ Ltd., die J._ Ltd. und die K._ S.à.r.l. (nachfolgend: G._,
J._ und K._). Diese Gesellschaften besitzen oder besassen Schweizer
Konten bei der C._, bei welchen der Beschwerdeführer als wirtschaftlich Be-
rechtigter geführt wurde (act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit).
Sodann lauten auch auf den Namen der H._ selbst (neben der liechtensteini-
schen Bankbeziehung) Schweizer Kontoverbindungen bei der C._ und der
R._ (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Gemäss
den vorstehenden Ausführungen sollen scheinbar rund Fr. 40 Mio. direkt von der
AH._ auf ein solches Schweizer Konto der H._ geflossen sein. Anderer-
seits wurden von einem Schweizer Konto der H._ bei der C._ rund EUR
2 Mio. auf deren liechtensteinisches Konto bei der heutigen AT._ Bank
überwiesen (act. 4/35, Auswertung der Zahlungseingänge durch die Landespoli-
zei des Fürstentums Liechtenstein [nachfolgend: Auswertung Zahlungseingän-
ge]).
Bei der O._Sarl (nachfolgend: O._) handelt es sich um eine weitere dem
Beschwerdegegner zuzuordnende Gesellschaft. Die O._ wird von einer so-
genannten P._ Limited gehalten, bei welcher wiederum der Beschwerdegeg-
ner als wirtschaftlich Berechtigter figuriert (act. 4/44, Affidavit des Beschwerde-
gegners vom 12. April 2019). Die O._ hielt eine mittlerweile wieder veräus-
serte 33%-Beteiligung an der AU._ Hotel AG (Kaufpreis gemäss Beschwer-
degegner EUR 24 Mio.). Der Verkaufserlös ging scheinbar an ein Treuhandkonto
der englischen Anwälte des Beschwerdegegners (act. 4/50 und 4/51). Die
O._ besitzt auch noch Schweizer Konten bei der C._ AG (act. 4/44, Bei-
lage 2 zum Affidavit). Diese Gesellschaft scheint nicht vom liechtensteinischen
Konto der H._ gespiesen worden sein, sondern über einen anderen, vorlie-
gend nicht bekannten Kanal.
- 20 -
Eine sogenannte Q._ Ltd. (nachfolgend: Q._) überwies von ihrem
Schweizer Konto bei der C._ unter dem Titel "Loan Agreement" insgesamt
rund EUR 13 Mio. auf das liechtensteinische Konto der H._ (act. 4/35, Aus-
wertung Zahlungseingänge). Der Zeuge AO._ gab anlässlich seiner Einver-
nahme im liechtensteinischen Verfahren zu Protokoll, dass die Q._ wirt-
schaftlich dem Beschwerdegegner zuzuordnen sei (act. 4/32, Zeugeneinvernah-
me AO._, S. 11). Schliesslich wurden vom Schweizer Konto einer sogenann-
ten AA._ Ltd. (nachfolgend: AA._) bei der Bank W._ rund EUR 11
Mio. auf das liechtensteinische Konto der H._ überwiesen (act. 4/35, Auswer-
tung Zahlungseingänge).
3.3.6. In den Akten befinden sich zudem mehrere Kopien einer grafisch darge-
stellten Gesellschaftsstruktur (in Form eines Organigramms; act. 4/32, Beilage 2
zur Zeugeneinvernahme AO._, und insb. act. 4/33). Gemäss FIU (Financial
Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein) sei diese Struktur vermutlich
dem Beschwerdegegner zuzurechnen (act. 4/33). Es sind auf dieser Darstellung
rund 30 Gesellschaften und zusätzlich einige leer gelassene "Kästchen" aufge-
führt. An der Spitze des Organigramms steht ein nicht näher benannter "Client".
Obwohl die Qualität der Kopien relativ schlecht ist, lassen sich die meisten der
oben erwähnten Gesellschaften darauf erkennen (so die H._, S._,
L._, E._, I._, G._, K._, AI'._, Q._ und
AA._). Den im Organigramm aufgeführten Gesellschaften wurden sodann
(ohne nähere Erläuterungen) Investments (Villen, Yachten, Kunst, Flugzeuge, Au-
tos, Hotelinvestments) und Bankkonten (C._ Zürich, AV._ Zürich,
W._ Zürich) zugewiesen. Unklar ist, wer dieses Organigramm erstellt hat. Es
trägt das Datum vom 15. Februar 2013 und wurde damit zu einem Zeitpunkt an-
gefertigt, zu welchem noch keine Ermittlungen getätigt wurden, sondern die ver-
dächtigen Transaktionen noch in vollem Gange waren. Überschrieben ist es mit
dem Titel "... Structure", was auf den Namen des Beschwerdegegners (B._)
hindeuten könnte.
3.3.7. Im englischen Arrestverfahren reichte der dortige Rechtsvertreter des Be-
schwerdegegners eine Liste mit verschiedenen diesem zuzuordnenden Schwei-
- 21 -
zer Konten ein. Als Totalwert dieser Konten wurde dabei per 30. September 2016
der Betrag von rund 6.5 Mio. (ohne Währungsbezeichnung) angegeben (act. 4/44,
Beilage 11 zum Affidavit). In einem Schreiben vom 16. Juni 2020 bezifferte der
englische Rechtsvertreter des Beschwerdegegners dessen "Swiss Funds" sodann
auf ca. Fr. 6 Mio. (act. 4/75).
3.3.8. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist glaubhaft dargetan, dass der
Beschwerdegegner ein ganzes Geflecht von Gesellschaften mit dem einzigen
Zweck aufbaute, die Herkunft der in Russland mutmasslich auf deliktische Art und
Weise erlangten Gelder zu verschleiern und diese dadurch dem Zugriff der Gläu-
biger zu entziehen. Hierbei spielten Schweizer Konten eine massgebende Rolle,
wobei diese wohl gerade auch dazu verwendet wurden, um die entsprechenden
Investitionen in Immobilien, Yachten, Autos usw. zu tätigen. Durch das mutmass-
liche (zwischenzeitliche) Verschieben der ursprünglich aus Russland stammen-
den Vermögenswerte in die Schweiz ist der Beschwerdeführerin damit der Zugriff
auf diese in ungerechtfertigter Weise zumindest erschwert worden. Demzufolge
liegt der von Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG verlangte genügende Bezug zur
Schweiz im Sinne der oben erwähnten Rechtsprechung der Kammer vor. Der Be-
stand eines potentiellen IPR-Anknüpfungspunktes braucht deshalb nicht mehr
(zusätzlich) nachgewiesen zu werden.
Bei dieser Ausgangslage braucht der genügende Bezug zur Schweiz auch nicht
(im Sinne einer alternativen Begründung) über den möglicherweise bestehenden
Deliktsanspruch nach Schweizer Recht (OR 41) wegen hier begangener Geldwä-
schereihandlungen hergestellt zu werden (siehe dazu act. 1 Rz 33 ff.). Damit hat
sich auch die Frage erübrigt, ob die Beschwerdeführerin (wie von der Vorinstanz
verneint) den Bestand und Umfang eines Schadens nach Art. 41 OR, der durch
Geldwäschereihandlungen in der Schweiz entstanden sein soll, genügend sub-
stanziiert hat (siehe dazu auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer
Beschwerde, act. 10 Rz 52 ff.). Dabei hätte es sich um eine alternative (von der
Beschwerdeführerin in act. 1 Rz 47 ebenfalls ins Feld geführte) Begründung für
die geltend gemachte Arrestforderung von Fr. 50 Mio. gehandelt. Vorliegend kann
bezüglich der Arrestforderung aber direkt an den in Russland mutmasslich ent-
- 22 -
standenen Schaden angeknüpft werden, da, wie aufgezeigt, auch bezüglich die-
ses Schadens ein genügender Bezug zur Schweiz besteht.
3.4.
3.4.1. Die Beschwerdeführerin beantragt nicht nur, diejenigen schweizerischen
Bankkonten mit Arrest belegen zu lassen, die auf den eigenen Namen des Be-
schwerdegegners lauten, sondern mittels sogenanntem umgekehrtem Durchgriff
insbesondere auch solche, an denen der Beschwerdegegner (bloss) wirtschaftlich
berechtigt sein soll. Sodann will sie auch von Treuhandgesellschaften für Rech-
nung des Beschwerdegegners angeblich gehaltene Vermögenswerte mit Arrest
belegen lassen (zum Ganzen act. 1 Rz 66 ff.).
3.4.2. Der Zugriff auf Vermögenswerte, die einer Person gehören, die ein vom
Schuldner verschiedenes Rechtssubjekt darstellt, ist normalerweise unzulässig.
Ein Arrest kann (grundsätzlich) nur auf Sachen und Rechte gelegt werden, die
zumindest nach den glaubhaften Angaben des Gläubigers rechtlich - nicht bloss
wirtschaftlich - dem Schuldner gehören. Vermögenswerte, die von einem Dritten
gestützt auf einen Treuhandvertrag für den Schuldner gehalten werden, stehen
rechtlich im Eigentum des Treuhänders und können nicht mit Arrest belegt wer-
den. Zu verarrestieren ist in diesem Fall die Forderung gegenüber dem Treuhän-
der auf Herausgabe des Treugutes. Vermögenswerte, die hingegen lediglich for-
mell auf den Namen eines Dritten lauten (simulierter Eigentumserwerb durch eine
vorgeschobene Treuhänderin bzw. Strohperson), gehören uneingeschränkt dem
Schuldner und sind verarrestierbar. Gleich verhält es sich auch, wenn der
Schuldner seine Vermögenswerte in rechtsmissbräuchlicher Art und Weise auf
eine von ihm beherrschte Gesellschaft übertragen hat, um sie dem Zugriff des
Gläubigers zu entziehen (sog. umgekehrter Durchgriff; BGer 5A_629/2011 vom
26. April 2012, E. 5.1; KuKo SchKG-MEIER-DIETERLE, 2. Aufl. 2014, Art. 271 N 24,
EB BSK SchKG-BAUER, 2017, Art. 272 N 33 und insb. N 33d).
3.4.3. Die Frage des Haftungsdurchgriffs untersteht dem Gesellschaftsstatut
(BGE 128 III 346 E. 3.1.3 und 3.1.5). Gemäss Art. 154 Abs. 1 IPRG würde damit
grundsätzlich das Recht des Staates zur Anwendung gelangen, nach dessen
Vorschriften die jeweilige ausländische, wirtschaftlich dem Beschwerdegegner
- 23 -
zuzuordnende Gesellschaft organisiert ist. Nach der Rechtsprechung der Kammer
rechtfertigt es sich im Arrestbewilligungsverfahren angesichts der zeitlichen Dring-
lichkeit jedoch, ohne Glaubhaftmachung des ausländischen Durchgriffsrechts
(Art. 16 IPRG) direkt das schweizerische Recht anzuwenden (OGer PS180184
vom 18. Oktober 2018, E. 2.3.; siehe auch BGer 5P.355/2006 vom 8. November
2006, E. 3.2.1.2, wonach es angesichts der Dringlichkeit im Arrestverfahren nicht
willkürlich sei, auf die Feststellung des Inhalts des ausländischen Rechts zu ver-
zichten und direkt das schweizerische Recht anzuwenden). Entsprechend ist, in
Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. 1
Rz 74 ff.), die Frage des Durchgriffs nach schweizerischem Recht zu beurteilen.
Nach der vorstehenden Erwägung wird hierfür vorausgesetzt, dass der Schuldner
seine Vermögenswerte in rechtsmissbräuchlicher Art und Weise auf eine von ihm
beherrsche Gesellschaft übertrug, um sie dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen.
3.4.4. Das Vorliegen der Voraussetzungen des umgekehrten Durchgriffes er-
scheint als glaubhaft. Anhand der obigen Erwägungen zum Geldfluss wurde er-
sichtlich, dass der Beschwerdegegner vermutlich ein ganzes Geflecht von Gesell-
schaften mit dem einzigen Zweck aufbaute, die Herkunft der in Russland mut-
masslich auf deliktische Art und Weise erlangten Gelder zu verschleiern und die-
se dadurch dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen. Ein solches Vorgehen erweist
sich ohne weiteres als rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 2 ZGB. Damit kann
auf die in der Schweiz belegenen Vermögenswerte sämtlicher Gesellschaften, an
denen der Beschwerdegegner als wirtschaftlich Berechtigter figuriert, Arrest ge-
legt werden, vorausgesetzt, es sind keine Anzeichen ersichtlich, dass diese aus-
nahmsweise doch legitimen Interessen dienten. Im Rahmen einer Gesamtbe-
trachtung (Aufbau eines Geflechts von Gesellschaften zur Verschleierung der Mit-
telherkunft) erweist sich ein solches Vorgehen im Arrestbewilligungsverfahren als
gerechtfertigt, zumal die definitiven Rechtsverhältnisse erst in einem allfälligen
Widerspruchsverfahren (Art. 106 ff. SchKG) im Einzelnen abgeklärt werden. An-
ders verhält es sich bezüglich der von Treuhandgesellschaften gehaltenen Ver-
mögenswerte, wo die Beschwerdeführerin, wie dies nachfolgend aufzuzeigen sein
wird, nicht ausreichend dargetan hat, die Gesellschaften seien bloss als Strohper-
sonen aufgetreten.
- 24 -
3.5.
3.5.1. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 1 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Vermögenswerte des Beschwerdegegners sowie diverser,
nachfolgend im Einzelnen aufgeführter Gesellschaften bei der C._ (Schweiz)
... [Adresse], ... Zürich (act. 1 S. 2 ff.). Insbesondere soll gemäss diesem Begeh-
ren Arrest auf verschiedene Bankkonten gelegt werden.
Zunächst wird dabei die Verarrestierung der auf den Beschwerdegegner selbst
lautenden Bankkonten verlangt. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwer-
degegner Inhaber von Schweizer Nummernkonten bei der C._ AG ist. Über
eine zwischenzeitliche Saldierung ist nichts bekannt (act. 4/44, Beilagen 2 und 11
zum Affidavit; act. 4/45). Damit ist ausreichend glaubhaft gemacht, dass der Be-
schwerdegegner immer noch über Vermögenswerte bei der C._ (Schweiz)
AG verfügt.
Sodann wird die Verarrestierung der auf die folgenden Gesellschaften lautenden
Bankkonten (unter Angabe diverser Kontonummern) verlangt:
− D._ Inc. (nachfolgend: D._),
− E._ Limited (nachfolgend: E._),
− F._ S.à.r.l. (nachfolgend: F._),
− G._ Limited (nachfolgend: G._),
− H._ SA bzw. S.A. (nachfolgend H._),
− I._ Anstalt (nachfolgend: I._),
− J._ Ltd. (nachfolgend: J._),
− K._ S.à.r.l (nachfolgend: K._),
− L._ Ltd. (nachfolgend: L._),
− L._ (recte: M._) S.à.r.l. (nachfolgend: M._),
- 25 -
− N._ Limited (nachfolgend: N._),
− O._S.à.r.l. (nachfolgend: O._),
− P._ Limited bzw. Ltd. (nachfolgend: P._) und
− Q._ Ltd. (nachfolgend: Q._).
Alle diese Gesellschaften weisen oder wiesen Kontoverbindungen zur C._
(Schweiz) AG auf (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit;
act. 4/35, Auswertung Zahlungseingänge).
Die von der Beschwerdeführerin aufgeführten Konten der D._, G._,
K._, M._ und N._ wurden offenbar bereits vor sechs bis fünfzehn
Jahren saldiert, was der Beschwerdeführerin wohl entgangen ist (act. 4/44, Beila-
ge 2 zum Affidavit). Anhaltspunkte, die dennoch auf das gegenwärtige Vorliegen
von in der Schweiz belegenen Vermögenswerten dieser fünf Gesellschaften hin-
deuten, sind nicht ersichtlich. Demnach mangelt es dem Arrestbegehren bezüg-
lich der D._, G._, K._, M._ und N._ an der Vorausset-
zung der Glaubhaftmachung von Vermögenswerten in der Schweiz.
Diverse Konten der in der vorstehenden Aufzählung genannten Gesellschaften
wurden gemäss den eingereichten Akten aber wohl noch nicht saldiert (act. 4/44,
Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Zunächst scheinen die von
der Beschwerdeführerin bezüglich der F._, I._, J._ und L._ in
ihrem Arrestbegehren aufgeführten Konten allesamt noch aktiv zu sein (act. 4/44,
Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Was sodann die E._
betrifft, wurde das im Arrestbegehren aufgeführte Konto 4 zwar bereits saldiert.
Die übrigen drei von der Beschwerdeführerin genannten Konten sind aber mög-
licherweise immer noch aktiv (act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit). Bezüglich der
O._ wurde das im Arrestbegehren aufgeführte Konto 55 bereits im Jahr 2012
saldiert. Die übrigen zwei von der Beschwerdeführerin genannten Konten sind
vermutlich immer noch aktiv (act. 4/44, Schreiben vom 9. April 2019 und Beilage 2
zum Affidavit). Betreffend die P._ wurden die Konten mit den Stammnum-
mern 64 und 66 bereits saldiert (act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit). Dies scheint
- 26 -
die Beschwerdeführerin bei der Stellung ihrer Arrestbegehren übersehen zu ha-
ben. Die weiteren im Arrestbegehren angegebenen Konten (Stammnummer 60)
sind aber vermutlich immer noch aktiv (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Bei-
lage 2 zum Affidavit). Hinsichtlich der H._ wurden die im Arrestbegehren auf-
geführten Konten mit der Stammnummer 20 bereits Ende 2014 saldiert. Sodann
ist das von der Beschwerdeführerin (wohl fälschlicherweise) genannte Konto
CH31 einerseits nicht der H._, sondern einer AS._ Ltd. zuzuordnen, und
andererseits wird diese Kontoverbindung auch nicht bei der C._ AG, sondern
bei der Bank W._ geführt. Die AS._ Ltd. überwies auf das liechtensteini-
sche Konto der H._ EUR 55'000.– (act. 4/35, Auswertung Zahlungseingän-
ge). Bezüglich der Kontobeziehung der H._ mit der Stammnummer 30 wur-
den die im Arrestbegehren aufgeführten Konten mit der Endung 71 und 72 bereits
saldiert (act. 4/44, Beilage 2 zum Affidavit). Die übrigen fünf unter dieser Stamm-
nummer aufgeführten Konten scheinen hingegen noch aktiv zu sein (act. 4/44,
Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Ebenfalls ist das der
H._ zuzuordnende Konto CH28 möglicherweise noch aktiv (act. 4/35, Aus-
wertung Zahlungseingänge).
Damit ist ausreichend glaubhaft gemacht, dass die E._, F._, H._,
I._, J._, L._, O._, P._ und Q._ immer noch über
Vermögenswerte bei der C._ (Schweiz) AG verfügen. Der Beschwerdegeg-
ner ist als wirtschaftlich Berechtigter dieser Gesellschaften zu qualifizieren (siehe
hierzu oben E. III. 3.3.3. und 3.3.5. sowie act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und
Beilage 2 zum Affidavit). Demnach kann auf die Vermögenswerte dieser Gesell-
schaften bei der C._ (Schweiz) AG, ... [Adresse], ... Zürich, gemäss obiger
E. III. 3.4. mittels umgekehrtem Durchgriff Arrest gelegt werden, zumal keine An-
haltspunkte dafür ersichtlich sind, dass eine dieser Gesellschaften zu legitimen
Zwecken betrieben wurde. Dabei werden im Arrestbefehl die vorstehend erwähn-
ten Anpassungen bzw. Korrekturen (insbesondere Streichung von bereits saldier-
ten Kontonummern) vorzunehmen sein.
3.5.2. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 2 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Vermögenswerte des Beschwerdegegners sowie der
- 27 -
H._ SA und der S._ Limited bei der R._ SA, ... [Adresse], ... Genf
(act. 1 S. 5). Insbesondere soll gemäss diesem Begehren Arrest auf verschiedene
Bankkonten gelegt werden.
Zunächst wird dabei die Verarrestierung der auf den Beschwerdegegner persön-
lich lautenden Bankkonten verlangt. Aus den Akten ergibt sich, dass der Be-
schwerdegegner Inhaber eines Schweizer Kontos bei der R._ SA ist
(act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 11 zum Affidavit; act. 4/66). Über
eine zwischenzeitliche Saldierung ist nichts bekannt. Damit ist ausreichend
glaubhaft gemacht, dass er immer noch über auf seinen Namen lautende Vermö-
genswerte bei der R._ SA verfügt. Allerdings ist anzumerken, dass sich aus
den zitierten Akten nur Hinweise auf das im Arrestbegehren aufgeführte Konto 68
ergeben. Bezüglich des ebenfalls im Arrestbegehren enthaltenen Kontos 69 las-
sen sich in den Akten hingegen keine Hinweise finden, sodass diese letztere Kon-
tonummer im Arrestbefehl nicht explizit aufzuführen sein wird. Sollte eine solche
Kontonummer aber dennoch dem Beschwerdegegner zuzuschreiben sein, so
würde sie aufgrund der umfassenden Umschreibung der Arrestgegenstände
("sämtliche Vermögenswerte") auch ohne konkrete Nennung vom Arrest erfasst.
Sodann wird die Verarrestierung der auf die folgenden zwei Gesellschaften lau-
tenden Bankkonten (unter Angabe verschiedener Kontonummern) verlangt:
− H._ SA (nachfolgend: H._) und
− S._ Limited (nachfolgend: S._).
Diese zwei Gesellschaften weisen Kontoverbindungen zur R._ SA auf. Über
eine zwischenzeitliche Saldierung ist nichts bekannt (act. 4/44, Schreiben 9. April
2019 und Beilage 11 zum Affidavit; act. 4/67 und 4/68). Damit ist ausreichend
glaubhaft gemacht, dass die H._ und S._ immer noch über Vermö-
genswerte bei der R._ SA verfügen. Der Beschwerdegegner ist als wirt-
schaftlich Berechtigter dieser Gesellschaften zu qualifizieren (siehe hierzu oben
E. III. 3.3.3. und 3.3.5. sowie act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum
Affidavit). Demnach kann auf die Vermögenswerte der H._ und S._ bei
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der R._ SA, ... [Adresse], ... Genf, gemäss obiger E. III. 3.4. mittels umge-
kehrtem Durchgriff Arrest gelegt werden, zumal keine Anhaltspunkte dafür ersicht-
lich sind, dass eine dieser Gesellschaften zu legitimen Zwecken betrieben wurde.
Allerdings ist anzumerken, dass sich bezüglich der H._ aus den zitierten Ak-
ten nur Hinweise auf das im Arrestbegehren aufgeführte Konto 72 ergeben. Das
ebenfalls im Arrestbegehren enthaltene Konto 68 ist hingegen dem Beschwerde-
gegner persönlich zuzuordnen (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 11
zum Affidavit; act. 4/66), sodass diese letztere Kontonummer im Arrestbefehl nur
bei dessen persönlichen Vermögenswerten aufzuführen sein wird. Bezüglich der
S._ lassen sich in den zitierten Akten sodann gar keine Hinweise auf das im
Arrestbegehren aufgeführte Konto 73 finden, weshalb diese Kontonummer im Ar-
restbefehl nicht explizit aufzuführen sein wird. Klar ist aufgrund des eingereichten
Aktenverzeichnisses bezüglich des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner
geführten Strafverfahrens aber immerhin, dass eine Kontoverbindung (mit vorlie-
gend unbekannter Konto-Nr.) zur R._ SA besteht oder zumindest einmal be-
stand (act. 4/68). Sollte eine solche Kontonummer aber dennoch dem Beschwer-
degegner zuzuschreiben sein, so würde sie aufgrund der umfassenden Um-
schreibung der Arrestgegenstände ("sämtliche Vermögenswerte" der S._)
auch ohne konkrete Nennung vom Arrest erfasst.
3.5.3. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 3 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Forderungen des Beschwerdegegners gegenüber der
T._ Rechtsanwälte AG, ... [Adresse], ... Zürich (act. 1. S. 6). Insbesondere
soll gemäss diesem Begehren Arrest auf Guthaben auf dem Klientengelder- und
dem Vorschusskonto gelegt werden.
Der Beschwerdegegner ist Klient der erwähnten Kanzlei bzw. der dort angestell-
ten Rechtsanwälte (act. 4/22–24; act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Affidavit
des Beschwerdegegners vom 12. April 2019; act. 4/69). Es erscheint deshalb als
möglich und damit ausreichend glaubhaft, dass der Beschwerdegegner gegen-
über der T._ Rechtsanwälte AG noch ein Guthaben aufweist. Soweit dieses
in Vorschussleistungen bestehen sollte, wären solche solange vom Arrestbe-
- 29 -
schlag betroffen, bis die T._ Rechtsanwälte AG die entsprechenden Gegen-
leistungen erbracht hat.
3.5.4. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 4 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Forderungen des Beschwerdegegners bzw. der vorge-
schobenen F._ S.à.r.l. (nachfolgend: F._) und L._ (recte: M._)
S.à.r.l. (nachfolgend: M._) gegenüber der U._ AG in Liquidation (nach-
folgend: U._), c/o V._ AG, ... [Adresse], ... Zürich (act. 1 S. 6). Insbe-
sondere soll gemäss diesem Begehren Arrest auf die Ansprüche aus dem Liqui-
dationserlös gelegt werden.
Sowohl die F._ als auch die M._ halten je 40% der Aktien an der
U._. Die übrigen 20% werden von einer Drittperson gehalten (act. 4/44,
Schreiben 9. April 2019; act. 4/69). Die U._ wurde mit Generalversamm-
lungsbeschluss vom 25. September 2017 aufgelöst (act. 4/70). Ein allfälliger Li-
quidationserlös würde daher anteilsmässig auch der F._ und der M._
zukommen. In einem Dokument "Proposal for distribution of net assets of the
company to the shareholders" wird von einem Liquidationserlös von rund Fr. 2
Mio. ausgegangen. Dieses Dokument wurde vom Beschwerdegegner im engli-
schen Arrestverfahren eingereicht (act. 4/44, Beilage 10 zum Affidavit). Zudem
erhielt die U._ ein Aktionärsdarlehen von EUR 800'000.–, welches direkt vom
liechtensteinischen Konto der H._ überwiesen wurde (act. 4/41). Nicht klar
ist, im Namen welcher der beiden Aktionärinnen (F._ oder M._) die
H._ dieses Aktionärsdarlehen gewährte. Auch dadurch könnte der F._
oder M._ ein Anspruch gegenüber der U._ zustehen. Damit ist glaubhaft
gemacht, dass die F._ und M._ über Forderungen gegenüber der
U._ verfügen. Der Beschwerdegegner ist als wirtschaftlich Berechtigter der
F._ und M._ zu qualifizieren (act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Bei-
lage 2 zum Affidavit). Demnach kann auf die Forderungen der F._ und
M._ gegenüber der U._ gemäss obiger E. III. 3.4. mittels umgekehrtem
Durchgriff Arrest gelegt werden, zumal keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind,
dass diese zwei Gesellschaften zu legitimen Zwecken betrieben wurden.
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3.5.5. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 5 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Vermögenswerte des Beschwerdegegners sowie der
AA._ Ltd. (nachfolgend: AA._) bei der W._. AG, ... [Adresse], ...
Zürich (act. 1 S. 6 f.). Insbesondere soll gemäss diesem Begehren Arrest auf ent-
sprechende Bankkonten gelegt werden.
Aus dem Aktenverzeichnis des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner ge-
führten Strafverfahrens ergibt sich, dass die Bank W._ am 15. Juni 2016 eine
Verdachtsmeldung an die MROS (Meldestelle für Geldwäscherei) erstattete (act.
4/71, Unterverzeichnis betreffend Verdachtsmeldung W._. Ltd.). Dieses Un-
terverzeichnis weist unter der Nr. 6 zwar auf "Unterlagen betreffend Schliessung
Bankkonto" (Datum: 2. März 2016) hin. Ebenso ist darin aber gleich anschlies-
send unter der Nr. 7 ein Dokument "Saldomeldung" aufgeführt (Datum: 10. Juni
2016). Diese Saldomeldung könnte darauf hindeuten, dass bei der Bank W._
trotzdem noch Vermögenswerte des Beschwerdegegners liegen. Für die Voraus-
setzung der Glaubhaftmachung von Arrestgegenständen reicht dies aus.
Was sodann die AA._ betrifft, ergibt sich aus den Akten, dass diese über ein
Schweizer Konto mit der IBAN CH77 bei der Bank W._ verfügt oder zumin-
dest verfügt hat (act. 4/35, Auswertung Zahlungseingänge). Über eine zwischen-
zeitliche Saldierung dieser Kontoverbindung ist jedenfalls nichts bekannt. Damit
ist ausreichend glaubhaft gemacht, dass die AA._ immer noch über Vermö-
genswerte bei der W._. AG verfügt. Von diesem Schweizer Konto wurden
rund EUR 11 Mio. auf das liechtensteinische Konto der H._ überwiesen
(act. 4/35, Auswertung Zahlungseingänge). Als Überweisungsgrund wurde dabei
"Construction of a Motor Yacht" angegeben (act. 4/40 S. 1). Von der H._
wurden dann wiederum grosse Summen an die AQ._ Werft in AR._
überwiesen (siehe oben E. III. 3.3.5.). Diese Umstände lassen es als glaubhaft
erscheinen, dass auch die AA._ wirtschaftlich dem Beschwerdegegner zuzu-
ordnen ist. Sodann wird die AA._ auch im oben erwähnten, vermutlich dem
Beschwerdegegner zuzurechnenden Gesellschaftsorganigramm aufgeführt (siehe
oben E. III. 3.3.6.). Demnach kann auf die Vermögenswerte der AA._ bei der
W._. AG, ... [Adresse], ... Zürich, gemäss obiger E. III. 3.4. mittels umge-
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kehrtem Durchgriff Arrest gelegt werden, zumal keine Anhaltspunkte dafür ersicht-
lich sind, dass diese zu legitimen Zwecken betrieben wurde.
3.5.6. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 6 beantragt die Beschwerdeführerin die Ver-
arrestierung sämtlicher Vermögenswerte des Beschwerdegegners bei der
AB._ (Schweiz) AG, ... [Adresse], ... Zürich, die auf dessen Namen lauten
oder an denen er gegenüber der Bank als wirtschaftlich Berechtigter ausgewiesen
ist (act. 1 S. 7).
Aus dem Aktenverzeichnis des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner ge-
führten Strafverfahrens ergibt sich, dass die AB._ (Schweiz) AG am
8. November 2016 eine Verdachtsmeldung an die MROS (Meldestelle für Geld-
wäscherei) erstattete (act. 4/72, Unterverzeichnis betreffend Verdachtsmeldung
AB._ (Schweiz) AG). Aus den Einträgen in diesem Unterverzeichnis geht je-
doch nicht hervor, ob das betreffende oder die betreffenden Konten dem Be-
schwerdegegner selbst oder einer Gesellschaft zuzuordnen sind, an welcher die-
ser (bloss) wirtschaftlich berechtigt ist. Ausser dem Aktenverzeichnis konnte die
Beschwerdeführerin bislang wohl noch keine Unterlagen aus dem Strafverfahren
erhältlich machen (act. 1 Rz 21 ff.). Auch ansonsten sind, anders als bei den obi-
gen Arrestbegehren, keine weiterführenden Akten vorhanden.
Da der Beschwerdegegner vermutlich ein ganzes Geflecht von Gesellschaften mit
dem einzigen Zweck aufbaute, die Herkunft der in Russland mutmasslich auf de-
liktische Art und Weise erlangten Gelder zu verschleiern, muss in Betracht gezo-
gen werden, dass auch die Bankbeziehung(en) mit der AB._ derartige Ge-
sellschaften betreffen könnte. Die nicht mögliche Benennung entsprechender
"Drittpersonen" schadet beim Vorliegen solcher Verdachtsmomente nicht (vgl. da-
zu BGer 5A_730/2016 vom 20. Dezember 2016, E. 3.2.2 ["Pour obtenir le sé-
questre, le créancier doit ainsi rendre vraisemblable que des biens formellement
au nom de tiers appartiennent au débiteur, soit fournir les noms des tiers qui pa-
raissent être nominalement les ayants droit des biens à séquestrer ou, à défaut,
d'autres éléments susceptibles de rendre vraisemblable qu'il s'agit de biens du
débiteur au nom de tiers."]). Insgesamt erscheint es als glaubhaft, dass bei der
AB._ (Schweiz) AG, ... [Adresse], ... Zürich, immer noch Vermögenswerte
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des Beschwerdegegners vorhanden sind, an denen dieser direkt oder zumindest
wirtschaftlich über vorgeschobene Gesellschaften berechtigt ist. Im letzteren Fall
kann gemäss obiger E. III. 3.4. mittels umgekehrtem Durchgriff Arrest gelegt wer-
den, da (zumindest) im Stadium der Arrestbewilligung grundsätzlich davon aus-
gegangen werden darf, dass mit sämtlichen, dem Beschwerdegegner zuzuord-
nenden Gesellschaften kein legitimer Zweck verfolgt wurde.
3.5.7. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 7 beantragt die Beschwerdeführerin zunächst
die Verarrestierung sämtlicher Vermögenswerte, welche die AC._ AG, ...
[Adresse], ... Zürich (nachfolgend: AC._), treuhänderisch für den Beschwer-
degegner hält. Sodann sollen auch die Forderungen des Beschwerdegegners ge-
genüber der erwähnten AC._ verarrestiert werden (act. 1 S. 7).
Aus dem Aktenverzeichnis des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner ge-
führten Strafverfahrens ergibt sich, dass die AC._ am 2. bzw. 4. Mai 2016 ei-
ne Verdachtsmeldung an die MROS (Meldestelle für Geldwäscherei) erstattete
(act. 4/73, Unterverzeichnis betreffend Verdachtsmeldung AC._ AG). In die-
sem, die Verdachtsmeldung der AC._ betreffenden Unterverzeichnis sind un-
ter anderem folgende Unterlagen vermerkt: Kontoeröffnungsunterlagen (Nr. 2),
Mandatsliste C._ und Mandatsliste (Nrn. 13 und 25), Portfolio Übersicht
(Nrn. 14 und 26), Handelsregisterauszüge betreffend AW._ AG, BA._
AG, BB._ AG und BC._ AG (Nrn. 21–24). Daraus lässt sich schliessen,
dass die AC._ wahrscheinlich treuhänderisch (in eigenem oder fremdem
Namen) für den Beschwerdegegner tätig war.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (act. 1 Rz 77 und 103) kann nor-
malerweise nicht Arrest auf treuhänderisch durch Dritte gehaltene Vermögens-
werte gelegt werden. Dies ist nach oben Ausgeführtem (im Sinne einer Ausnah-
me) nur dann möglich, wenn Vermögenswerte lediglich formell auf den Namen ei-
nes Dritten lauten. Gemeint ist damit der Fall des simulierten Eigentumserwerbs
durch eine vorgeschobene Treuhänderin bzw. Strohperson (siehe oben
E. III. 3.4.2.). Dass die AC._ nicht als "normale" Treuhänderin bzw. als blos-
se Strohperson für den Beschwerdegegner tätig war, wurde von der Beschwerde-
führerin jedoch weder behauptet noch glaubhaft gemacht. Dagegen sprechen
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auch die Aussagen des Zeugen AO._ im liechtensteinischen Strafverfahren.
Aus diesen geht hervor, dass die AC._ bezüglich der liechtensteinischen
Konten der dem Beschwerdegegner zuzuordnenden Gesellschaften zwar als
Kontaktperson auftrat. Es war dabei aber klar, dass sie im Auftrag des Beschwer-
degegners bzw. eben gerade nicht als vorgeschobene Strohperson handelte
(act. 4/32, Zeugeneinvernahme AO._, insb. S. 4 f.). Aus diesen Gründen ist
eine direkte Verarrestierung von Treugut vorliegend nicht möglich. Verarrestiert
werden können aber die obligatorischen Ansprüche auf Herausgabe des allfälli-
gen Treugutes (siehe oben E. III. 3.4.2.). Solche Ansprüche sind durch das Ar-
restbegehren der Beschwerdeführerin, wonach auch Forderungen gegenüber der
AC._ zu verarrestieren seien, gedeckt. Da die AC._ vermutlich als
Treuhänderin des Beschwerdegegners agierte, erscheint es auch als glaubhaft,
dass diesem ihr gegenüber noch Forderungen zustehen.
Ebenfalls als Forderungen des Beschwerdegegners zu qualifizieren sind Forde-
rungen von Gesellschaften, an denen dieser wirtschaftlich berechtigt ist, denn es
darf im vorliegenden Verfahren davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
degegner mit den Gesellschaften, für welche die AC._ vermutlich tätig war,
keinen legitimen Zweck verfolgte (umgekehrter Durchgriff, siehe oben E. III. 3.4.).
3.5.8. Mit ihrem Arrestbegehren Nr. 8 beantragt die Beschwerdeführerin zunächst
die Verarrestierung sämtlicher Vermögenswerte, welche die AD._ AG, ...
[Adresse], ... Zürich (nachfolgend: AD._), treuhänderisch für den Beschwer-
degegner hält. Sodann sollen auch die Forderungen des Beschwerdegegners ge-
genüber der erwähnten AD._ verarrestiert werden (act. 1 S. 7 f.).
Aus dem Aktenverzeichnis des in der Schweiz gegen den Beschwerdegegner ge-
führten Strafverfahrens ergibt sich, dass die AD._ am 28. April 2016 eine
Verdachtsmeldung an die MROS (Meldestelle für Geldwäscherei) erstattete
(act. 4/74, Unterverzeichnis betreffend Verdachtsmeldung AD._ AG). In die-
sem, die Verdachtsmeldung der AD._ betreffenden Unterverzeichnis sind un-
ter anderem Eröffnungsdokumente und Vermögensausweise sowie Kontoauszü-
ge betreffend verschiedene dem Beschwerdegegner wirtschaftlich zuzuordnende
Gesellschaften vermerkt (Nrn. 4–11). Sodann sind auch derartige Unterlagen be-
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treffend den Beschwerdegegner persönlich und bezüglich eines Nummernkontos
aufgeführt (Nrn. 12 und 13). Daraus lässt sich schliessen, dass die AD._
wahrscheinlich treuhänderisch (in eigenem oder fremdem Namen) für den Be-
schwerdegegner tätig war.
Auch hier scheidet eine direkte Verarrestierung von allfälligem Treugut aus. Wie
bei der AC._ unterliess die Beschwerdeführerin es zu behaupten und glaub-
haft zu machen, dass die AD._ nicht als "normale" Treuhänderin bzw. als
blosse Strohperson für den Beschwerdegegner tätig war. Zudem sind auch keine
Anhaltspunkte für eine solche blosse "Strohtätigkeit" ersichtlich. Verarrestiert wer-
den können aber die obligatorischen Ansprüche auf Herausgabe des allfälligen
Treugutes (siehe oben E. III. 3.4.2.). Solche Ansprüche sind durch das Arrestbe-
gehren der Beschwerdeführerin, wonach auch Forderungen gegenüber der
AD._ zu verarrestieren seien, gedeckt. Da die AD._ vermutlich als
Treuhänderin des Beschwerdegegners agierte, erscheint es auch als glaubhaft,
dass diesem ihr gegenüber noch Forderungen zustehen.
Ebenfalls als Forderungen des Beschwerdegegners zu qualifizieren sind Forde-
rungen von Gesellschaften, an denen dieser wirtschaftlich berechtigt ist, denn es
darf im vorliegenden Verfahren davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
degegner mit den Gesellschaften, für welche die AD._ vermutlich tätig war,
keinen legitimen Zweck verfolgte (umgekehrter Durchgriff, siehe oben E. III. 3.4.).
3.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Vorliegen sowohl eines Arrest-
grundes (Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG) als auch einer Arrestforderung (Schaden-
ersatz nach russischem Recht, vorliegend begrenzt auf Fr. 50 Mio.) und diverser
Arrestgegenstände (Guthaben auf Bankkonten, Ansprüche auf Liquidationserlöse,
Forderungen gegenüber einer Kanzlei und Treuhandgesellschaften) glaubhaft er-
scheint. Damit ist nach Massgabe des separaten Formulars „Arrestbefehl“, aus-
gehend von den eingangs aufgeführten Arrestbegehren der Beschwerdeführerin,
ein im Sinne der vorstehenden Erwägung III. 3.5. angepasster bzw. korrigierter
Arrestbefehl zu erlassen.
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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen / Arrestkaution
1. Da die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde praktisch vollumfänglich  und der Beschwerdegegner der Natur des Verfahrens nach nicht in das Be-
schwerdeverfahren einbezogen wurde, sind die Kosten des Beschwerdeverfah-
rens auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 107 Abs. 2 ZPO). Mit dem erstin-
stanzlichen Entscheid sind auch die erstinstanzlichen Kosten aufzuheben, wobei
für den von der Kammer auszustellenden Arrestbefehl die Kosten zu erheben
sind, welche das Einzelgericht richtigerweise erhoben hätte. Das sind Fr. 3'000.–
(Art. 61 Abs. 1 i.V.m. Art. 48 GebV SchKG). Sie sind der Beschwerdeführerin auf-
zuerlegen und aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen.
2. Da der Beschwerdegegner bis anhin nicht in das Verfahren involviert war und er sich dementsprechend auch nicht mit dem angefochtenen Entscheid identifizie-
ren konnte, kann er nicht zur Leistung einer Parteientschädigung an die obsie-
gende Beschwerdeführerin verpflichtet werden. Sodann liegt auch kein Fall vor, in
welchem der Staat materiell als Partei zu betrachten und deshalb gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung die Zusprechung einer Parteientschädigung
aus der Staatskasse ausnahmsweise zu prüfen wäre (vgl. BGE 140 III 501 E. 4).
3. Für die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Leistung einer Arrestkaution (Art. 273 Abs. 1 SchKG) besteht derzeit kein Anlass, zumal der Beschwerdegeg-
ner aufgrund der Sperrung diverser Bankkonten durch die Staatsanwaltschaft oh-
nehin nicht über die sich darauf befindlichen Vermögenswerte verfügen könnte
(act. 4/44, Schreiben 9. April 2019 und Beilage 2 zum Affidavit). Sodann ist auch
nicht klar, zu welchem Zeitpunkt die Liquidation der U._ abgeschlossen sein
wird, sodass dann ein allfälliger Liquidationserlös effektiv ausbezahlt werden
könnte. Der durch die Arrestlegung für den Beschwerdegegner drohende Scha-
den hat sich damit noch nicht in einem Masse manifestiert, das die Auferlegung
einer Kaution rechtfertigen würde. Zudem spricht auch Gewichtiges dafür, dass
die Arrestforderung begründet ist.
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