# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 00febc24-e0e2-49dd-98f7-ba9bcc507105
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1993,
absolvierte mit Hilfe der Invalidenversiche
rung (vgl. Urk. 7/56; Urk. 7/65
; Urk. 7/73)
während den Jahren 2010 bis 2012
eine erstmalige berufliche Ausbildung als Gärtnereimitarbeiter (BBT-Anlehre
; heute Eidgenössisches Berufsattest, EBA
)
und fand hernach eine befristete
Anstellung als Greenkeeper bei Y._
(Urk. 7/69) und
anschlies
send
Arbeit
als Gärtner bei diversen Arbeitgebern (vgl. Urk. 7/76). Am 29. Sep
tember 2014 erlitt er einen Verkehrsunfall und verletzte sich am Knie (Urk. 7/87/14-15).
Ein am 27. Juni 2016 als Rückfall gemeldeter Knorpelschaden im linken Kniegelenk wurde am 14. September 2016 arthroskopisch saniert (vgl. Urk. 7/87/101; Urk. 7/87/120-121).
Nach erneuter Anmeldung bei der
Inva
lidenversicherung
(Urk. 7/78)
stellte der Versicherte
anlässlich eines persönlichen Gespräches bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
am 2. September 2018
das Gesuch um Umschulung zum Fachmann Betreuung EFZ (
Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis;
Urk.
7/
109 S. 5 oben
). Die IV-Stelle gewährte mit Mitteilung vom 14. Januar 2019
Förderkurse im Lernzentrum von Dezember 2018 bis Ende Juli 2019 (Urk. 7/97). Ferner liess sie den Versicherten neuropsy
chologisch abklären (Abklärungsbericht vom 26. Februar 2019, Urk. 7/101). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/103-104; Urk. 7/
108; Urk. 7/116
)
verneinte die IV-Stelle am 30. Juli 2019 ihre Unterstützung für die Lehre zum Fachmann Betreuung EFZ (Urk. 7/118 = Urk. 2).
2.
Am
9. September 2019 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. Juli 2019 (Urk. 2) mit den Anträgen, diese sei aufzuheben und es seien ihm Unterstützung für die Lehre zum Fachmann Betreuung EFZ zu gewähren sowie die Kosten der Frühinterventionsmassnahme «Förderkurs Deutsch» zu über
nehmen (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2019 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
14. Oktober 2019
wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt
(Urk. 8)
.
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 25. Oktober 2019 (Urk. 10) zwei
Auszüge aus Prüfungen
der Berufsschule ein (Urk. 11/1-2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Gemäss Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten od
er verbessert werden kann (Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Al
s Umschu
lung gelten gemäss Art. 6 Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.4
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der «annähernden Gleichwertigkeit» nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blos
sen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinwei
sen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme – aus
schliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkom
mensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Mög
lichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzuneh
menden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellen
wert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbil
dungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108
E.
3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungs
recht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Einglie
derungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f.
E.
3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabilita
tion (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Sta
bilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem pri
mären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367
E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung betreffend Umschulung (
Urk. 2) davon aus, der Beschwerdeführer habe bereits eine
IV-unterstützte Lehre abgeschlossen und somit keinen Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung gemäss Art. 16 IVG. Auch löse die angenommene Einkom
mensentwicklung mit einem BBT-Abschluss keinen Umschulungsanspruch gemäss Art. 17 IVG aus. Darüber hinaus sei der angestrebte Beruf Fachmann Betreuung EFZ weder seiner Gesundheit
,
noch seinen kognitiven Fähigkeiten angepasst (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), er sei
trotz Bedenken des Suva Kreisarztes
in der Lage,
den
Tätigkeiten in der Kin
dertagesstätte ohne jede Einschränkung nachzukommen
und erfülle auch über ausreichende kognitive Voraussetzungen für einen Ausbildungsabschluss auf EFZ-Niveau
(S. 3 f.
; S. 7 f.
).
Darüber hinaus seien – näher ausgeführt – die gesetzlichen und rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen für eine Umschu
lung erfüllt (S. 5). Schliesslich habe er auch Anspruch auf berufliche Ausbil
dungsunterstützung gemäss Art. 16 IVG
(S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Unterstützung durch die Invalidenversicherung für die Ausbildung zum Fachmann Betreuung EFZ hat
.
Soweit der Beschwerdeführer die Fortführung der
Fördermassnahme (Lernthera
pie Deutsch)
beantragte (Urk. 1 S. 2), ist darauf mangels Anfechtungsobjekt nicht einzutreten. Denn
im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grund
sätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125
V
413 E. 1a).
Im
Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen
erteilte die Beschwer
degegnerin
mit Mitteilung vom 14. Januar 2019 (Urk. 7/97) für den Zeitraum von Dezember 2018 bis Ende Juli 2019
Kostengutsprache
für Förderkurse im Lern
zentrum
Z._
gemäss Offerte vom 21. November 2018 (Urk. 7/96). Weder liegt für eine Verlängerung dieser Massnahme eine Offerte des Lernzentrums
Z._
beziehungsweise eine Zielvereinbarung
vor, noch wurde über eine solche Verlängerung in der angefochtenen Verfügung entscheiden (Urk.
2).
Dar
über hinaus besteh
t
auf Massnahmen der Früh
-
intervention auch kein Rechtsan
spruch (Art. 7d Abs. 3 IVG).
3.
3.1
Dr.
A._
, Oberarzt Orthopädie an der
Klinik B._
, nannte in seinem Bericht vom 8. Februar 2018 (Urk. 7/87/185) als Diagnose einen Status nach
Art
r
hotomie
Kniegelenk links und
autologe
r
Chondrozytentransplantation
(ACT) mediale
r
Femurkondyle
Novocart
3D am 12. Oktober 2016 (S. 1 oben). Der Beschwerdeführer sei aktuell auf Arbeitssuche. Mit dem linken Kniegelenk sei eine körperliche Arbeit, und dies sei aus ärztlicher Sicht durch ihn,
Dr
.
A._
, bestätigt, nicht mehr möglich. Vor diesem Hintergrund empfehle er eine Umschulung in eine körperlich weniger belastende Tätigkeit (S. 1 Mitte).
3.2
Kreisarzt Dr.
C._
, Facharzt für Chirurgie, stellte in seinem Bericht vom 31. Juli 2018 zuhanden des Unfallversicherers (Urk. 7/91) folgende Diagno
sen (S. 1):
-
Status nach offener Kniegelenksverletzung mit tiefer Schnittverletzung und Knorpeldefekt am
posteromedialen
Condylus des linken Knies am 29. September 2014 mit Wundexploration, Wundrevision und
Microfrac
turing
Condylus
medialis
posterior
Knie links
-
Kniegelenksarthroskopie mit Probeentnahmen für sekundäre ACT media
ler
Femurcondylus
links am 14. September 201
6.
Arthrotomie Kniegelenk links und ACT medialer
Femurcondylus
am 12. Oktober 2016
D
r.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer habe ihm gesagt, das linke Knie schmerze immer noch, vor allem wenn er viel laufen müsse. Auch im Sitzen könne
er
die gleiche Position nicht sehr lange beibehalten, müsse sie dann wech
seln. Schmerzen habe er auch beim
Treppensteigen
und allgemein bei Belastung. Bei starker Belastung des Knies tagsüber bestünden auch nachts Beschwerden
(S. 4).
Der Kreisarzt wies darauf hin, dass sich keine Anhaltspunkte für arthrotische Ver
änderungen fänden, das Kniegelenk sei auch stabil. Es sei indes nicht zu erwarten, dass durch weitere medizinische Massnahmen noch eine wesentliche Besserung stattfinden werde. Die Tätigkeit als Landschaftsgärtner sei dauerhaft nicht mög
lich. Aus medizinischer Sicht möglich wäre jedoch eine körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit, wechselbelastend, mit sitzenden Anteilen von zirka 1/3, ohne langes Gehen oder Stehen am Stück, ohne Gehen auf unebenem Untergrund, ohne häufiges Begehen von Treppen, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne Tätigkeiten im Knien oder im
Hocksitz
. Unter Beachtung dieser genannten Einschränkungen wäre eine vollständige Arbeitsfähigkeit gege
ben (S. 6).
3.3
Die Beschwerdegegnerin erkundigte sich bei Dr.
D._
, Fach
arzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), über die Möglichkeit der Ausübung der Tätigkeit als Assistent Gesundheit EBA und als Fachmann Betreu
ung EFZ aus medizinischer Sicht.
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 2018 (Urk. 7/95) aus, bei Schädigung des Kniegelenks bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht seit Oktober 2016 eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschwe
res und schwere Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Krie
chen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gang
sicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund (S. 1). Als angepasste Tätigkeit könne eine 1/3 sitzend ausgeübte Arbeit mit leichter Wech
selbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig
es
G
ehen, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg körpernah
,
medizinisch-theoretisch wei
terhin zugemutet werden.
Hingegen bestehe k
eine Tätigkeit mit Knien oder im
Hocksitz
, kein langes Gehen oder Stehen am Stück, ohne Besteigen von Leitern, Gerüsten
und
ohne häufiges Begehen von Treppen
(S. 2)
.
Hinsichtlich der Kniesymptomatik schloss er, dass die beiden vorgeschlagenen Berufsausbildungen aus chirurgischer Sicht nicht zu empfehlen seien (S. 2 am Schluss).
3.4
Der Beschwerdeführer wurde
am 21. Februar 2019
in der
Psychiatrie
E._
untersucht. Dem neuropsychologischen Abklärungsbericht vom 26. Februar 2019 (Urk. 7/101) lässt sich entnehmen, dass der
Beschwerdeführer bei einem Gesamt-IQ von 70-79 (95 %-Vertrauensintervall) an einer Lernbeeinträchtigung (ICD-10 F81.3) leide
t
(S. 3 Ziff. 7)
.
Zwar verfüge er
gemäss den Abklärungspersonen
über die kognitiven Vorauss
et
zungen,
um
eine Lehre auf EBA-Ni
v
e
au erfolgreich abschliessen zu können
, hin
gegen sei für einen Ausbildungsabschluss auf EFZ-Niveau jedoch mit einem erheblichen Mehraufwand und zusätzlicher privater Unterstützung zu rechnen. Ob aufgrund der erhobenen Beeinträchtigungen bei dem bestehenden unter
durchschnittlichen kognitiven Niveau die schulischen Leistungen sowie die beruflichen Anforderungen auf Stufe EFZ erbracht bzw. erfüllt werden könnten, sei fraglich (S. 3 Ziff. 8).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
sprach
dem Beschwerdeführer
am 6. Dezember 2004 (Urk. 7/9),
12. Dezember 2006 (Urk. 7/14)
und 27. Juli 2010 (Urk. 7/46)
medizi
nische Massnahmen in Form von ambulanter Psychotherapie
zu
und übernahm während der Schulzeit
die Kosten für eine
Legastheniebehandlung
(Urk. 7/29).
Der Beschwerdeführer absolvierte mi
t Hilfe der Invalidenversicherung eine
erst
malige berufliche Ausbildung als Gärtnereimitarbeiter
(Anlehre)
und arbeitete danach als Gärtner bei diversen Arbeitgebern (
vgl. Urk. 7/56; Urk. 7/65; Urk. 7/73; Urk. 7/76
). Die beruflichen Massnahmen wurden am 1. Oktober 2012 abgeschlossen (Urk. 7/73).
4.2
Nach der Anmeldung vom 5. März 2018 (Urk. 7/78) folgte ein Standortbestim
mungsgespräch
am 31. Mai 2018, anlässlich dessen
festgehalten wurde,
einen
Anspruch auf eine Umschulung zu prüfen (Urk. 7/84).
Der Beschwerdeführer begann am
18. Juni
2018 ein e
inj
ähriges Praktikum in der Kindertagesstätte
F._
(vgl.
Urk. 7/102;
Urk. 7/112
; Urk. 2/5
)
und erhielt am
11. September 2018 die Bestätigung, dass er im Sommer 2019 eine
Lehre
als Fachmann Betreu
ung EFZ
absolvieren könne (Urk. 7/93).
Der Lernver
trag für eine dreijährige Ausbildung zum Fachmann Betreuung EFZ, Fachrich
tung Kinderbetreuung, wurde am 7. Oktober 2018 unterzeichnet (Urk. 3/4).
Die Beschwerdegegnerin
übernahm im Rahmen von Frühinterventionsmassnah
men die Kosten für Förderkurse im Lernzentrum
Z._
(vgl. Kostenvoran
schlag Lernzentrum
Z._
vom 21. November 2018, Urk. 7/96)
für die Zeit
periode Dezember 2018 bis Ende Juli 2019, wies aber darauf hin, dass noch Abklärungen zu treffen seien, weshalb noch nicht entschieden sei, ob sie ihn für eine Ausbildung zum Fachmann Betreuung EFZ unterstützen werde (Urk. 7/97).
4.3
Eine
r
am 24. Juni 2019 von
der F._
erstellte
n
Bestätigung lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit der Aufmerksamkeit keine Probleme habe, verantwortungsbewusst handle und zuverlässig die Aufgaben ausführte sowie dass seine Knieverletzung keine Hindernisse im Alltag darstelle (Urk. 7/112).
4.4
Im Verlaufsbericht Lerntherapie vom 1. Juli 2019
(Urk.
7/114) wurde informiert, dass die Defizite beim Lesetempo und gewisse Schreibschwierigkeiten teilweise
haben
aufgefan
gen werden können
(S. 1).
Mit der diagnostizierten Lega
st
henie
habe der Beschwerdeführer an der Berufsschule das Recht auf Nachteilsaus
gleichsmassnahmen (mehr Zeit für Prüfungen und die Möglichkeit, Prüfungen auf dem Laptop zu schreiben; vgl. Urk. 7/115). Mit einer regelmässigen Lernbe
gleitung während der Lehre bestünden gute Voraussetzungen zur Errei
chung sei
nes Berufsziels (S. 2).
Zwei
vom Beschwerdeführer eingereichte
Auszüge aus Prüfungen zum Lehrbe
ginn
Herbs
t
semester 2019/2020 der Berufsfachschule
O._
wiesen
die Prü
fungsnoten 4.46 (Urk. 11/1) und 5.37 (Urk. 11/2) aus.
5
.
5.1
Der Kreisarzt, der RAD sowie der behandelnde Arzt gehen
übereinstimmend
davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Kniebeschwerden in seiner bisherigen Tätigkeit als Landschaftsgärtner zu 100 % arbeitsunfähig ist (vgl. vor
stehend E. 3).
Kreisarzt Dr.
C._
formulierte ein Belastungsprofil, wonach eine körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit, wechselbelastend, mit sitzenden Anteilen von zirka 1/3, ohne langes Gehen oder Stehen am Stück, ohne Gehen auf unebenem Untergrund, ohne häufiges Begehen von Treppen, ohne Besteigen von Leitern oder Gerüsten, ohne Tätigkeiten im Knien oder im
Hocksitz
dem Beschwerdeführer zumutbar sei
(vorstehend E. 3.2). Dieses deckt sich mit der Feststellung von RAD-Arzt Dr.
D._
, welcher ebenfalls angepasste Tätig
keiten im Umfang von 1/3 sitzend mit leichter Wechselbe
lastung, teils sitzend und teilweise
ebenerdig gehen
d
, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg körpernah
,
für möglich hielt (vorstehend E. 3.3). Beide Ärzte gingen unter Beachtung
dieses
Belastungsprofils von einer vollständigen Arbeits
fähigkeit
des Beschwerdeführers
aus.
Somit blei
bt festzuhalten,
dass
die Feststellungen von Dr.
C._
und Dr.
D._
miteinander vereinbar sind. Damit steht fest, dass
beim Beschwerdeführer
eine verminderte Belastbarkeit
(kein regelmässiges Heben, Tragen und Transpor
tieren von mittelschweren und schweren Lasten)
bzw.
eine
Unmöglichkeit für
gewisse
Tätigkeiten
(kniend
, bückend
, kriechend
oder im
Hocksitz
, langes Gehen oder Stehen am Stück, häufiges Begehen von Treppen,
Besteigen von
Leitern oder Gerüsten)
besteht, hingegen die Arbeitsfähigkeit unter Einhaltung des Belast
bar
keitsp
rofils nicht beeinträchtigt ist.
5.2
Der Beschwerdeführer beantragte eine Umschulung zum Fachmann Betreuung EFZ (vorstehend E. 4.2).
In der Berufsbeschreibung Fachmann Betreuung EFZ steht bei der Kinderbetreu
ung, dass die Fachleute Kinder bis 12 Jahre betreuen, in Krippen, Kindertages
stätten, Tages- und Kinderheimen, im Hort oder auch in Familien arbeiten und die Kinder begleiten und fördern bei ihren Aktivitäten (Urk. 7/113). Gerade bei Kleinkindern in einer Krippe erfordert dies
nebst einer hohen
Belastbarkeit
und Verantwortung
sbewusstsein
auch
die
Fähigkeit zur Teilnahme
an
Aktivitäten wie Spielen, Basteln und
Ähnlichen
, welche vermehrt
hockend und
kniend
ausgeführt werden
sowie
häufiges
Bücken,
Heben
, Tragen
und
auch Gehen
beding
en
. Gemäss dem Bericht des Kreisarztes Dr.
C._
hat
der Beschwerdeführer indes erwähnt, dass das linke Knie noch immer schmerz
t
, vor allem wenn er viel laufen
müsse
. Auch im Sitzen
kann er
die gleiche Position nicht lange beibehalten. Schmerzen
hat er auch
beim Treppensteigen und allgemein bei Belastung (vorstehend E. 3.2).
Damit sind gemäss Dr.
C._
aber gerade die
jenigen
Tätigkeiten, Bewegungsab
läufe und –
Positionen
betroffen,
welche für die Ausübung des Berufes Fachmann Betreuung tagtäglich notwendig sind
.
Auch mit Blick auf das Belastbarkeitsprofil (vorstehend E. 5.1)
und gestützt auf die
überaus deutliche medizinische Einschätzung durch den RAD der Beschwerdegegnerin (vorstehend E. 3.3)
ist erstellt, dass die
Einschränkungen am Bewegungsapparat
– unabhängig
eines
g
egenwärtig
vom Beschwerdeführer und der
Kindertagesstätte
geschilderten problemlosen
Verlaufs (vorstehend E. 2.3; E. 4.3)
-
leider eine
r
Ausbildung zum Fachmann Betreuung EFZ
mit l
a
ngfristiger Tätigkeit in diesem Beruf
entgegenstehen und demzufolge
eine Umschulung
als nicht erfolgsversprechend erscheinen
lassen
.
Damit fehlt eine wesentliche Voraussetzung für die beantragte Umschulung, was einer Kostengutsprache durch die Beschwerdegegnerin entgegensteht.
Daran ver
mögen auch die
vorgebrachten
kognitiven Ressourcen und die schulischen Resultate
des Beschwerdeführers
nichts zu ändern
, zumal diese im Lichte der
benötigten
Unte
rstützungsmassnahmen
(vgl. vorstehend E. 4.2
und E. 4.4
)
und de
s
Ergebnis
ses
der neuropsychologischen Abklärung vom Februar 2019 (vorste
hend
E. 3.4
) hinsichtlich des Berufswunsches ebenfalls als fraglich erscheinen
.
Somit hat es die Beschwerdegegnerin zu Recht abgelehnt, die beantragte Umschulung zu finanzieren.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf Fr.
800.
--
anzusetzen
und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Infolge
bewilligter unentgeltlicher Prozessführung
sind sie
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu n
ehmen
.
6.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 25. Oktober 2019 eine Honorarnote in der Höhe von insgesamt Fr. 4'674.20 (inklusive Barauslagen und
MWSt
)
bei einem Aufwand von 19.60 Stunden
ein (Urk. 12).
Gemäss
§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) ist eine Ent
schädigung in dieser Höhe nicht angemessen. Namentlich erscheint ein Aufwand von
10.65
Stunden für die Beschwerdeschrift angesichts deren Umfang sowie des nicht
aussergewöhnlichen
Schwierigkeitsg
rades als überhöht und ist auf 5
Stun
den zu kürzen
unter
grosszügigem
Belassen der übrigen Aufwandspositionen
. Damit ergibt sich ein z
u entschädigender Aufwand von
13.95
Stunden. Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundensatzes von Fr. 220.-- sowie
der geltend gemachten Spesen von Fr. 28.--
ergibt die
s
eine Entschädigung von Fr.
3‘335.50
(inklusive 7.7 % Mehrwertsteuer), welche aus der Gerichtskasse an Rechtsanwalt Daniel Buff zu bezahlen ist.
6.3
Der Beschwerdeführer ist auf
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.