# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 779460d2-e955-4df8-8900-4cd8e5cf86a4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
, ohne in der Schweiz anerkannte Berufsaus
bildung, Mutter zweier Söhne (gebore
n 1989 und 1994), reiste am 31.
Juli 1992 in die Schweiz ein und
ist seit
3
1.
Mai 2011 bei der
A._
AG und in verschiedenen Privathaushalt
en als Putzfrau
tätig
(Urk.
8/7). Am 2
5.
Februar 2015 meldete sich die Versicherte
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (Urk. 8/1) und am
2.
April 2015 (Eingangs
datum) zum Leistungsbezug an (Urk.
8/7). Die IV-Stelle zog zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse einen Auszug aus dem individuel
len Konto (IK-Auszug,
Urk.
8/10) und die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
8/23) bei und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
8/18) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/13,
Urk.
8/19,
Urk.
8/21-22,
Urk.
8/27) ein.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten a
m
3.
Juni 2015 mit, dass
sie
aufgrund ihres Gesundheitszustands von beruflichen Eingliederungsmassnahmen absehe (
Urk.
8/16).
In der Folge liess d
ie IV-Stelle
X._
b
ei
Dr.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
C._
,
FMH
Rheumatologie,
bidisziplinär
begutachten (Gutachten vom 2
8.
Juni 2016 [
Urk.
8/35-36]). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
9.
August 2016 [
Urk.
8/38] Einwand vom
5.
September 2016 [
Urk.
8/40]) ver
neinte die IV-Stelle
mit der Begründung,
dass kein
invalidisierende
r
Gesundheits
schaden
vorliege,
einen
Leistungs
anspruch (
Urk.
8/45 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
mit Eingabe vom 2
7.
Januar 2017 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Verfahren zwecks Wiederholung und Ergänzung der medizinischen und tatsäch
lichen Sachverhaltsabklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
April 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage der Akten [
Urk.
8/1-46]), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
7.
April 2017 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit
Hi
nweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt unvollständig abgeklärt. Insbesondere seien die Gut
achter nicht im Besitze aller massgebenden medizinischen Berichte gewesen. So hätten diese lediglich über Berichte der Jahre 2015 und 2016 verfügt
,
obwohl
die Beschwerden
bereits 2012 aufgetreten
seien
. Das rheumatologische Teilgutachten sei unglaubwürdig.
Es
sei durch die Akten erwiesen, d
ass eine organische Patho
logie
vorliege
. Insbesondere sei die Spondylarthritis nicht remittiert. Die Beschwerdeführerin bedürfe sogar der Hilfe in der eigenen Grundpflege. Nur weil
eine verstärkte subjektive Schmerzempfindlichkeit bestehe, dürfe nicht auf (bewusste) Aggravation geschlossen werden. Auch die psychiatrische Begutach
tung sei ungenügend
erfolgt
. Sie habe zu kurz gedauert
und d
ie Anamnese und Lebensgeschichte sei
en
viel zu oberflächlich
ausgefallen
, was keine Grundlage für eine seriöse Begutachtung darstellen könne.
Im
psychiatrischen Teilgutachten
werde
ein viel zu hohes Aktivitätsniveau dargestellt. Dies ergebe sich aus dem Vergleich mit dem rheumatologischen Teilgutachten. Sodann sei sich der psychi
atrische Gutachter nicht sicher, ob eine somatoforme Schmerzstörung vorliege. Er schliesse aber dennoch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus, was das Gutachten unbrauchbar mache. Zudem sei die Qualifikation der Beschwerdefüh
rerin nicht genügend abgeklärt worden. Auch sei nicht geprüft worden, ob die Beschwerdeführerin zumindest Anspruch auf eine befristete Rente gehabt hätte (
Urk.
1).
3.
3.1
Dem Bericht des Stadtspitals
D._
zu Händen
der Beschwerdegegnerin vom 21.
September 2015 (
Urk.
8/21) ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide an einer axialen Spondylarthritis mit peripherer Beteiligung/HLA-B27 positiv (Erstdiagnose Januar 2014) (
Urk.
8/21/5). Sodann wurde ein Verdacht auf Anpas
sungsstörung nach Kriegstrauma festgehalten. Die Spitalärzte attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
zwischen 3
1.
März 2015 und 3
0.
September 2015 (
Urk.
8/21/6). Sodann fügten sie an,
es
sei mit einem positiven Verlauf zu rechnen (
Urk.
8/21/7).
3.2
Dem Bericht von
Dr.
E._
,
FMH Allgemeine Innere Medizin,
vom 2
2.
September 2015 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/22/1-4) ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide an einer
seronegativen
Spondarth
ritis
,
HLA
27 positiv, sowie an einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom beidseits (
Urk.
8/22/1). Die Diagnose des Morbus Bechterew sei im Februar 2015 nach der
Hospitalisation
in der Klinik für Rheumatologie im Stadtspital
D._
bestätigt worden und es sei eine entsprechende Therapie ein
geleitet worden. Es liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1
9.
Januar 2015 für die bisherige Tätigkeit als Putzfrau bis vermutlich auf weiteres vor (
Urk.
8/22/2).
3.3
I
m Bericht des Stadtspitals
D._
zur rheumatologischen Untersuchung vom 1
0.
November 2015 zu Händen von
Dr.
E._
(
Urk.
8/25)
wurde eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit
bis 3
0.
November 2015
attestiert
(
Urk.
8/25/2).
3.4
Dem Bericht des Stadtspitals
D._
vom
1.
Februar 2016 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/27) kann entnommen werden,
d
urch kontinuierliche
Einnahme der Basistherapie sei eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit möglich
. Aus rheumatologischer Sicht sei eine angepasste Tätigkeit, bei Vermeiden schwe
rer Lasten, Über-Kopfarbeiten und bei Meiden e
xtremer Witterungsverhältnisse zumutbar, wobei seit Dezember 20
15 aufgrund einer Handgelenksbeteiligung
von 50
%
die Leistungsfähigkeit vermindert sei
(
Urk.
8/27/5).
3.5
3.5.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten v
om
2
8.
Juni 2016 lässt sich folgende interdis
ziplinäre Beurteilung entnehmen: Nach einer erfolgreichen Behandlung mit Basistherapeutika seien klinisch und labormässig bei der Beschwerdeführerin keine Anzeichen mehr auf ein entzündlich rheumatisches Leiden zu erkennen. Das subjektive Kranksein werde durch eine massivste,
fibromyalgieforme
Panal
gie
ohne erkennbares somatisches Substrat verursacht. Aus Sicht des Rheumato
logen lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit organisch nicht begrün
den. Von Mitte Mai 2014 bis Ende Juni 2015 habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
bestanden. Vorher sei dies während Jahren nicht der Fall gewesen. Seit Anfang Juli 2015 bestehe erneut eine volle Arbeitsfähigkeit. Bei der interdisziplinären Beurteilung könne vollumfänglich auf den psychiatri
schen Gesichtspunkt abgestellt werden (
Urk.
8/35/2
5-26
).
3.5.2
Dem rheumatologischen Teilguta
chten von
Dr.
C._
vom 2
8.
Juni 2016 (Urk.
8/35/1-25)
sind keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden festgehalten (
Urk.
8/35/14):
-
u
nter Basistherapie remittierte
a
xiale Spondylarthritis mit früherer peri
pherer Beteiligung
-
Sakroileitis
(Erstdiagnose Juni 2013)
-
HLA-B27 positiv
-
Status nach Daktylitis, Gonarthritis, OSG-Arthritis rechts
-
Therapiestand (Prednison, Status nach
Remicade
, Status nach
MTX
, Status nach Enbrel,
Cimzia
,
Arava
)
-
m
assivste (sekundäre?),
fibromyalgieforme
Panalgie
-
18/18
tender
points
positiv
-
Vielzahl von vegetativen Kontrollpunkten
-
Missverhältnis zwischen Krafteinwirkung und Schmerzen
-
a
ktenanamnestisch
-
l
atente Tuberkulose
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits/
mediolaterale
Diskushernie L5/S1, aktivierte
Spondylarthrosen
L3/4, L4/5, L5/S1 (aktuell klinisch keine entsprechenden Hinweise)
-
Hepatopathie unklarer Genese
-
Status nach
Heliobacter
-Gastritis
-
Status nach Pneumonie
Dr.
C._
erhob folgenden rheumatologischen Befund: Im Bereich der Halswir
belsäule liege eine leichte Streckhaltung vor. Eine Seitabweichung sei nicht erkennbar. Die Nackenmuskulatur sei normal ausgebildet und normal tonisiert und ohne abnormen Palpationsbefund. Die
Halswirbelsäule (
HWS
)
sei frei beweg
lich trotz muskulärer Gegenspannung unter Angabe von
endgradigen
Schmerzen. Die Seh
n
enreflexe seien nicht auslösbar, die rohe Kraft des
Biceps
und
Triceps
sei seitengleich normal, die Faustschlusskraft sei nicht beurteilbar, da keine erkenn
bare Anspannung bestehe. Die Sensibilität sei distal an den Armen seitengleich. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule liege eine diskrete
thorakolumbale
Linksskoliose bei leichtem Beckenschiefstand nach links vor. Die Lendenlordose sei leicht akzentuiert, die Brustkyphose regelrecht. Die thorakale und lumbale Rückenmuskulatur sei normal tonisiert und nicht
verschmächtigt
. Die
Brust-
(
BWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
sei
en
seitlich frei beweglich, sagittal die BWS 29,5cm/30cm/32cm, die LWS 9,5c
m/10cm/13cm. Alle Bewegungen der
BWS und
LWS
seien
endgradig
schmerzhaft. Der Fing
er-Boden-Abstand betrage 50cm,
der Finger-Zehenabstand betra
ge im
Langsitz
0cm. Der
Einbeinstand
sei normal und der Zehen-Fersengang seitengleich normal. Auch die rohe Kraft L5 und S1 sei
bei
hinkfreiem
Gang
ohne Seitendifferenz normal. Der
Lasègue
sei im Sitzen geprüft worden und sei normal, in Rückenlage ab 60° sei er massiv schmerzhaft. Der Pa
t
ellarsehnenreflex sei schwach, der Achillessehnenreflex sei nicht auslösbar. Die Sensibilität sei distal an den Beinen seitengleich normal. Das
Iliosakralgelenk
beanspruchende Manöver seien wegen massiven Schmerzanga
ben nicht prüfbar. Zusammenfassend bestünden auch im Bereiche der Wirbel
säule keine relevanten, abno
rmen, somatischen Befunde (Urk.
8/35/11-12). Die Beschwerdeführerin reih
e ihre üblichen Schmerzen mit 9
auf der 10-er Skala ein. Praktisch alle Abschnitte seien zumindest
endgradig
bewegungsschmerzhaft und zwar im Bereiche der oberen Extremitäten stärker als distal. „
Palpatorisch
" habe eine generalisierte Schmerzhaftigkeit von Kopf bis Fuss bestanden. Das Gesicht und der behaarte Kopf sowie die Ursprünge der Nackenmuskulatur am Schädel seien diffus
druckdolent
, d
er gesamte Schultergürtel sei dorsal und ventral extrem berührungsempfindlich gewesen, sowohl bei tieferer Palpation, wie auch beim Abheben von Hautfalten oder beim Bestreichen mit dem Fingernagel. Dasselbe Bild habe sich an den Oberarmen, den Vorderarmen und den Ellenbogen gezeigt. Die Handgelenke, die Hände und alle Finger hätten eine massive
Palpationsdolenz
aufgewiesen, wobei zum Beispiel an den Fingern nicht nur die Gelenke, sondern auch die
extraartikulären
Strukturen und die Fingernägel als stark schmerzhaft angegeben worden seien. Dasselbe Bild habe sich an den Beinen gefunden, die zirkulär auf der ganzen Länge bis und mit den Zehen als schmerzhaft geäussert worden seien.
Dolent
seien die Beckenrückseite und die gesamte Wirbelsäule
(
HWS
bis
Sakrum
) ohne Vorzugslokalisation gewesen. Entlang der gesamten Wir
belsäule habe ein extremer Hautrollschmerz bestanden. Die Bedeutung dieser Pal
pati
o
nsschmerzen müsse allerdings etwas relativiert werden, da der Eindruck ent
standen sei, dass Schmerzen zum Teil schon vor der Berührung geäussert worden seien.
Zusammenfassend habe eine Berührungsempfindlichkeit schon auf geringe taktile Einwirkungen hin bestanden, die keine Stelle der Körperoberfläche ausge
lassen habe, es sei denn das Abdomen (
Urk.
8/35/12).
Der rheumatologische Experte hielt ferner fest,
die Beschwerdeführerin habe die bisherige Behandlung als nutzlos beurteilt, da die Schmerzen nicht gebessert hät
t
en. Klinisch habe sich allerdings ein völlig anderes Bild gezeigt, da der Rheu
mastatus völlig normale Verhältnisse ergeben habe. Zwar habe die Beschwerde
führerin auf eine Schwellung des rechten Vorderarmes hingewiesen, die der Untersucher aber nicht habe bestätigen können. Es hätten sich keine Hinweise auf eine
artikuläre
Pathologie gefunden. Man dürfe also davon ausgehen, dass die bisherige Behandlung effektiv gewesen sei, was auch die fehlende humorale Entzündungsaktivität unterstreiche. Im Vordergrund sei allerdings eine extreme
Panalgie
ohne erkennbare somatische Ursachen gestanden, womit die Beschwer
deführerin nicht zu Unrecht auf die Therapieresistenz ihrer massiven Schmerzen hingewiesen habe. Die Beschwerdeführerin sei von Kopf bis Fuss extrem berüh
rungsempfindlich und alle Stationen seien bewegungsschmerzhaft gewesen. In erster Annäherung erinnere das Schmerzbild an ein
Fibromyalgiesyndrom
, seien doch alle Kennpunkte positiv gewesen und es hätten eine Vielzahl von vegetati
ven Begleitsymptomen, wie Leistungsunfähigkeit, Schlafstörung, Ermüdbarkeit, Kopfschmerzen, Kälteempfindlichkeit, Atembeschwerden, Bauchschmerzen und Schwindel bestanden. Auf der anderen Seite seien alle denkbaren Kontrollpunkte ebenfalls schmerzhaft gewesen und es habe ein krasses Missverhältnis zwischen der geringen Krafteinwirkung bei der Untersuchung und dem geäusserten Schmerzausmass bestanden. Hinweise auf eine somatische Ursache dieses Schmerzbildes fänden sich nicht, es müssten extrasomatische Gründe verantwort
lich gemacht werden. Das in den Akten beschriebene
lumbospondylogene
Syn
drom lasse sich klinisch
zur Zeit
nicht erkennen, sei es, weil es nicht mehr vor
handen ist, sei es, weil es von der
Panalgie
massivst
überlagert werde. Hinweise auf ein
radikuläres
Syndrom hätten sich nicht gefunden. Zusätzlich hätten sich erhebliche
aggravatorische
Momente gefunden: Die Beschwerdeführerin habe ihre Arme aktiv nur sehr eingeschränkt hochheben können, sei aber in der Lage gewesen, die Oberkörperbekleidung mit beiden Armen über den Kopf zu streifen, sie habe einen Finger-Zehen-Abstand im Stehen von 50cm, aber einen Finger-Zehen-Abstand im
Langsitz
von 0cm gehabt, die Faustschlusskraft sei praktisch
nicht vorhanden gewesen, aber sie habe mit den Händen ihre Strumpfhosen prob
lemlos hochziehen können, vor allem aber habe sie ihre Schmerzen der Stufe 9 von 10 zugeordnet, doch sie habe dabei einen fröhlichen Eindruck gemacht und sei zu Spässen aufgelegt gewesen. Auch nach Abschluss der langdauernden, ein
gehenden Untersuchung habe sie überhaupt keinen schmerzgeplagten, erschöpf
ten Eindruck gemacht. Die Prognose der axialen Spondylarthritis mit peripherer Beteiligung sei unter konsequenter Fortführung der Behandlung zumindest mit
telfristig gü
nstig. Die
Panalgie
werde sich kaum positiv beeinflussen lassen und die Gabe von Opiaten sei zumindest unüblich (Urk. 8/35/16).
Dr.
C._
ging von folgender Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus: Eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Erwerbstätigkeit lasse sich organisch nicht begründen, es sei denn durch eine zwischenzeitlich eingetretene
Dekondi
tionierung
, die allerdings invaliditätsfremd sei. Angesichts der Aktenlage mit den frü
heren Befunden im
Spital
D._
erstaun
e
diese Einschätzung vielleicht etwas, doch zeige die aktuelle Untersuchung wirklich keine organische Pathologie. Auch das von der Beschwerdeführerin angegebene gelegentliche Anschwellen der Hände würde an dieser Einschätzung nichts ändern, denn eine pastöse Schwel
lung der Hände sei angesichts der geringen körperlichen Tätigkeit nicht anormal. Zudem vermerke das
S
pital
D._
im Bericht vom
1.
Februar 2016, dass eine angepasste Tätigkeit zumutbar wäre, dass aber die Motivation der Beschwerde
führerin gering sei (
Urk.
8/35/17).
Eine organisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich anhand der Akten bis zum Jahreswechsel 2015/2016 begründen (
Urk.
8/35/22).
3.
5
.3
Im psychiatrischen Teilgutachten vom
2
8.
Juni 2016
wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgehalten (
Urk.
8/36/8):
-
mittelgradige depressive Episode (Mitte Mai 2013 bis Ende Juni 2015) (ICD-10 F32.1)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
notierte der Gutachter eine
remittierte depressive Episode (seit Anfang Juli 2015) (ICD-10 F32.4), eine
n
Verdacht auf Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 Z43.1) sowie mässige
kulturelle
Integration (ICD-10 Z60.3).
Der psychiatrische Konsiliarius
Dr.
B._
gab folgende
Beurteilung ab: Die Beschwerdeführerin sei ab Mitte Mai 2014 in eine psychische Krise geraten, sie habe ihre Teilzeitarbeit aufgeben müssen. Sie habe eine ambulante psychiatrische Behandlung aufgenommen, welche im Herbst 2014 zu einer deutlichen Verbes
serung geführt habe. Im Januar 2015 sei es nochmals zu einer Zustandsver
schlechterung gekommen, vermutlich im Zusammenhang mit der Tuberkuloseer
krankung. Die Beschwerdeführerin habe auf körperliche Krankheiten grundsätz
lich empfindlich reagiert, was nachvollziehbar sei. Mit der Zeit habe sie sich von der neuen depressiven Krise lösen können, seit Anfang Juli 2015 könne von einer Remission ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin berichte seither nicht mehr über psychische Beschwerden, der heutige Befund sei unauffällig. Es könne auch auf die regelmässige Tagesgestaltung, die glückliche familiäre Situation und das Interesse an diversen Lebensaktivitäten hingewiesen werden. Im Weiteren habe die Beschwerdeführerin im Juli 2015 Ferien im Heimatland verbringen kön
nen. Dies alles lasse eine Remission der Depression annehmen. Diagnostisch sei von einer depressiven Episode auszugehen, diese sei von Mitte Mai 2014 bis Ende Juni 2015 mittelgradig gewesen. Seither sei sie
grossteils
remittiert. Die therapeu
tischen Bemühungen seien genügend. Die Beschwerdeführerin gehe in eine Psy
chotherapie und erhalte ein antidepressiv wirkendes Medikament (
Urk.
8/36/9-10). Sodann bestünden ungünstige krankheitsfremde Faktoren: längere Phase von Arbeitsuntätigkeit, mässige kulturelle Integration sowie mässige Motivation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin
habe sich ihr Leben so eingerichtet, dass sie sich wohl fühle, es bestehe ein sekundärer Krank
heitsgewinn (
Urk.
8/36/10).
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
B._
fest, die Beschwerdeführerin sei von Mitte Mai 2014 bis Ende Juni 2015 in ihrer Arbeitsfähigkeit zu ca. 20
%
eingeschränkt gewesen. Seither bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. In Bezug auf Eingliederungsmassnahmen könne angeführt werden, dass angesichts des Fehlens einer psychischen Störung derartige Mass
nahmen zumutbar seien. Allerdings müsse auf die ungünstigen krankheitsfrem
den Faktoren hingewiesen werden, welche eine derartige Massnahme vermutlich scheitern liessen (
Urk.
8/36/10).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten der
Dres
.
B._
/
C._
(
Urk.
8/35-36) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfäng
lich zu erfüllen (E.
1.5
). Es beruht auf sorgfältigen, allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben worden. Die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands ist schlüs
sig und nachvollziehbar; die Gutachter setzten sich zudem mit den abweichenden Auffassungen der behandelnden Ärzte auseinander.
Aus dem Umstand, dass einzelne Lebensereignisse keine Erwähnung im Gutach
ten gefunden haben, vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten
abzuleiten. Die
vollständige
Lebensgeschichte ergibt
sich
aus den Verfahrensak
ten, welche den Gutachter
n
zur Verfügung gestanden hatten.
Widersprüchlich
keiten
innerhalb der beiden Teilgutachten
bei den Angaben zu den Aktivitäten und dem Tagesablauf sind nicht erkennbar, verwies doch
Dr.
C._
, der einen sehr knappen Tagesablauf erhob,
ausdrücklich darauf, dass er keine weiteren Details habe
erhältlich
machen können
(
Urk.
8/35/9).
Daher
bestehen entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin keine Hinweise dahingehend, dass die dem Gutachten zu entnehmenden Angaben durch den psychiatrischen Gutachter beschönigt oder ausgeschmückt worden sein könnten.
Wenn die Beschwerdefüh
rerin geltend macht, die psychiatrische Begutachtung sei viel zu kurz gewesen, so ist ihr zu entgegnen, dass
von der Dauer der Untersuchung nicht auf die Zuverlässigkeit der ärztlichen Stellungnahme geschlossen werden kann (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes vom 20. Januar 20
06 I 748/05 E. 2.2.4).
Bezüglich der Wahl der Unt
ersuchungsmethoden kommt der Ex
pertin oder dem Experten ein weiter Ermessensspielraum zu und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen ange
ordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 1
5.
Mai 2014
E.
4.2.3, 8C_602/2013 vom
9.
April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 2
1.
August 2014 E. 3). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann daher aus dem Umstand, dass vom psychiatrischen Gutachter kein Bericht des behandelnden Psychiaters beigezogen wurde
oder keine psychiatrischen Tests
durchgeführt
wurden
, nicht schon auf eine fehlende Beweiskraft der Expertise geschlossen wer
den.
Gleiches gilt in Bezug auf das Einholen von medizinischen Berichten aus den Jahren 2012
, 2013 oder 2014
, insbesondere auch deshalb, da die Gutachter
und selbst die behandelnden Ärzte
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in diesem Zeitraum feststellten
.
4.2
Als nächstes
ist auf den rheumatologischen
Teil des Gutachtens
näher
einzuge
hen.
4.2.1
W
ichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfol
gerungen
ist
die klinische Unter
su
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobach
tung bildet (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 1
5.
März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweis).
Es gehört zur Aufgabe der Gutachter, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzu
legen. Dazu gehören insbesondere auch Angaben zum beo
bachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der gemachten Anga
ben, wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation führen (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5).
4.2.2
Das Gutachten beruht aus somatisch-rheumatologischer Sicht auf umfassenden funktionsorientierten klinischen Untersuchungen. Der Gutachter setzte sich zudem eingehend mit den bildgebend dokumentierten Befunden auseinander und kam mit Verweis auf das Fehlen einer organischen Pathologie
sowie auf die Diagnosen
einer
remittierte
n
Spondylarthritis, eine
r
fibromyalgieformen
Panalgie
sowie aktenanamnestisch eine
r
latente Tuberkulose, ein
es
lumbospondylogene
n
Syndrom
s
, eine
r
Hepatopathie und
Stati
nach
Heliobacter
-Gastritis bzw. Pneu
moni
e
in nachvollziehbarer
und wider
spruchsfreier Weise zum Schluss
,
es liege seit dem Jahreswechsel 2015/2016 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vor.
Die Diagnosestellung erscheint angesichts der Ausführungen nachvoll
ziehbar.
Die Begutachtung ergab
ausserdem
deutliche Diskre
panzen zwischen den geschilderten Beschwerden und den objektivierbaren Be
funden
(
Urk.
8/35/16)
.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin richtete sich insbesondere gegen die Remission der Spon
dylarthritis. Angesichts der erhobenen Befunde
erscheint die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands durch
Dr.
C._
jedoch nachvollziehbar, so auch die von ihm beschriebene Remission der Spondylarthritis. Dieser Ansicht scheinen denn auch die Ärzte des Stadtspitals
D._
zu sein. Im Bericht vom 1.
Februar 2016 (
Urk.
8/27) halten sie
eine
Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin durch kontinuierliche Einnahme der Basistherapie fest. Zur Arbeitsfähigkeit wollten sich die Spitalärzte allerdings nicht äussern und ver
wiesen auf ein neutrales Gutachten, gleichzeitig wurde die Motivation der Beschwerdeführerin angezweifelt (
Urk.
8/27/5).
4.2.4
D
ie Berichte der behandelnden Ärzte
stehen
dem rheumatologischen Gutachten
vorliegend
nicht entgegen
. Es gilt
zudem
zu berücksichtigen, dass das Gericht nach der Rechtsprechung Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versiche
rungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wurden und den ein
schlägigen Anforderungen entsprechen, vollen Beweiswert zuerkennt, solange - wie vorliegend - keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen.
Den Berichten der behandelnden Ärzte ist denn auch eine eher günstige Prognose zu entnehmen, insbesondere hinsichtlich einer zu erwartenden positi
ven Wirkung der Basistherapie (E. 3.1, E.
3.4). Auch d
er Bericht des Stadtspitals
D._
vom
1.
Februar 2016 steht dem Gutachten von
Dr.
C._
nicht entgegen. Vielmehr erläutert
Dr.
C._
schlüssig, dass im Vergleich zum Bericht des Stadt
spitals
D._
zum Zeitpunkt der Begutachtung keine organische Pathologie mehr vorliegt.
Freilich vermag die Beschwerdeführerin aus ihrer subjektiven Unterstützungsbedürftigkeit durch die Spitex (vgl. Urk.
3/4
)
ebenfalls
nichts zu ihrem Vorteil abzuleiten.
Dem Gutachter standen sodann sämtliche weiteren massgebenden Akten zur Ver
fügung, um den Gesundheitszustand in geeigneter Weise zu beurteilen
. Di
ese wurden zitiert und berücksichtigt (
Urk.
8/35/13). Ob neue bildgebende Befunde zu erheben waren, lag im Ermessen des Gutachters. Neben einer ambulanten Untersuchung erachtet
e
der Gutachter
allerdings
keine weiteren Untersuchungen für angezeigt, was nicht zu beanstanden ist. Gleiches trifft auf die bildgebe
nden Untersuchungen zu, welche
Dr.
C._
zur Verfügung standen.
Das
Vorbringen der Beschwerdeführerin,
Dr.
C._
sei möglicherweise aus fachlichen oder per
sönlichen Gründen nicht (mehr) fähig, eine beweistaugliche Begutachtung durch
zuführen,
zielt
mangels konkreter Hinweise dazu
ins Leere.
4.2.
5
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit nahm der Gutachter
Dr.
C._
keine Stel
lung.
Er gab einzig an, eine organisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit lasse sich anhand der Akten bis zum Jahreswechsel 2015/2016 begründen.
Zur Beurteilung der Zeit zwischen
1.
Oktober
2015 (erstmöglicher Rentenbezug) und
3
1.
Dezember
201
5
ist demnach auf die medizinischen Berichte der behan
delnden Ärzte abzustellen.
Aus diesen (E. 3.1-4)
ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin vom
1
9.
Januar
2015 bi
s zum 3
0.
November 2015 (E. 3.3) zu 100
%
arbeitsunfähig war
.
Die Ärzte des Stadtspitals
D._
hielten mit Bericht vom
1.
Februar 2016 eine seit 1. Dezember 2015 verminderte Leistungsfähigkeit von 50
%
wegen einer Hand
gelenksbeteiligung fest (E. 3.4).
Dr.
C._
ging von einer Remission der Spon
dylarthritis ab 3
1.
Dezember 2015 aus.
4.3
Sodann ist auf die
psychischen Beschwerden einzugehen
.
4.3.1
Zum psychischen Gesundheitszustand stellte der psychiatrische Konsiliarius fest, dass eine mittelgradige depressive Episode von Mitte Mai 2013 bis Ende Juni 2015 vorgelegen habe
, welche remittiert sei, zudem hielt er den Verdacht auf
einen
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung sowie eine mässige kul
turelle Integration fest.
Seit Juni 2015 beurteilte
Dr.
B._
die Beschwerde
führerin als aus psychiatrischer Sicht nicht mehr in der Arbeitsfähigkeit einge
schränkt.
Dabei begründete er nachvollziehbar und schlüssig, dass die zuvor bestehende depressive Symptomatik mittlerweile remittiert sei.
Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ist schlüssig und nicht in Frage zu stellen.
4
.
3.2
Was die
im
bidisziplinären
Gutachten
diagnostizierte
remittierte mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.0)
anbelangt,
sind
ge
mäss BGE 143 V 418 grund
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich
auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung
–
fest, dass eine invalidenversicherungs
rechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz
auszuschliessen
sei (E. 5.1; zur bishe
rigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es
–
unter Berücksichtigung leistungs
hindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspoten
tialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapier
barkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswür
digung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
A
us Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann
dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer
bloss
leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifizert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
Hinsichtlich der diagnostizierten remittierten mittelgradigen depressiven Episode kann demnach vorliegend auf die Durchführung eines strukturierten Beweisver
fahrens verzichtet werden, zumal der Gutachter der depressiven Symptomatik keine primäre Bedeutung zumass und sogar
e
ine Remission
annahm
.
4
.
3
.
3
Was den Verdacht auf Status nach posttraumatischer Belastungsstörung sowie die mässige kulturelle Integration als Z-Diagnosen anbelangt, ist zu sagen, dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung Z-Diagnosen keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden darstellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_645/2015 vom
3. Februar 2016 E. 4.1 mit Hinweis auf 8C_810/2013 vom 9. April 2014 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Dass der Gutachter eine somatoforme Schmerzstörung nicht gänzlich auszuschliessen vermochte
,
ändert nichts
am Beweiswert des Teil
gutachtens
, zumal schlüssig dargelegt wurde, dass die diagnoserelevanten Krite
rien wohl nicht gegeben sind, was nicht anzuzweifeln ist. Die unterschiedliche subjektive Wahrnehmung im Vergleich zu den objektiven
Befunden begründeten die
Gutachter m
it
aggravatorischem
Verhalten respektive
mit
Panalgie
. Ob ein
aggra
vatorisches
Verhalten bestand
, kann vorliegend offenbleiben, da auch ohne Annahme von Aggravation ab dem 1. Juni 2015 aus psychiatrischer Sicht und ab
1.
Januar 2016 überhaupt kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr
ausgewiesen ist
.
4
.
3
.
4
Zusammenfassend
steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin
in der massgebenden Zeit
ab
1.
Oktober 2015
in der bisheri
gen und auch in einer angepassten Tätigkeit aus psychi
atri
schen Gründen nicht eingeschränkt ist.
Zuvor war sie von Mitte Mai 2014 bis Ende Juni 2015 aus psychiatrischen Gründen zu 20
%
(E. 3.5.3) und vom 1
9.
Januar bis 3
1.
Dezember 2015 aus somatischen Gründen zu 100
%
arbeits- und erwerbsunfähig.
5.
5.1
Es steht somit fest, dass ab
1.
Januar 2016 nicht mehr vom Vorliegen eines inva
lidisierenden Gesundheitsschadens auszugehen ist.
Zu prüfen bleibt
aber
, ob die Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine befristete Rente hat.
5.2
Die Bemessung des Invaliditätsgrads ist für den Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns, hier
1.
Oktober
2015 (Anmeldung am
2.
April 2015 [Art. 29 Abs.
3 und
Abs.
4 IVG] und Ablauf des Wartejahres am 1
5
.
Mai 2
01
5
[Art. 28 Abs. 1 IVG
;
zur Erheblichkeit einer Arbeitsunfähigkeit von 20 %, vgl. Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1
]) vorzunehmen. Entgegen der Ansicht de
r
Beschwerdeführer
in
stellt die Früherfassung de
r
Beschwerdeführer
in
keine offizielle Anmeldung bei der IV im Sinne von Art. 29 ATSG dar. Massge
bend ist die Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_463/2014 vom 9. September 2013 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
5.3
Hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdefüh
rerin kann den A
kten entnommen werden, dass sie im Rahmen der Früherfassung die Angabe machte, sie wäre bei voller Gesundheit zu 50
%
erwerbstätig, wobei sie ihr Pensum aus gesundheitlichen Gründen im November 2011 reduziert habe
(
Urk.
8/5/2).
5.4
Mangels vorgenommenen Abklärungen im Aufgabenbereich lässt sich die Ein
schränkung im Haushalt nicht präzise bestimmen.
Angesichts der Natur der gesundheitlichen Einschränkung
kann aber mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden,
dass sie
im fraglichen Zeit
punkt
im Aufgabenbereich zu mindestens 40
%
eingeschränkt
war
. Somit ergibt sich in Anwendung der gemischten Methode ein Anspruch der Beschwerdeführe
rin auf eine befristete ganze Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab
1.
Oktober 2015 bis 3
1.
März 2016
(50
%
Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich
sowie 20
%
Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich
=
Gesamtinvaliditätsgrad von 70
%
)
. Ab
1.
Januar
2016 ist vom Fehlen eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens auszugehen
und somit
fes
t
zustellen, dass die Beschwerdeführerin
in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
ab
1.
April
2016
keinen Rentenanspruch mehr hat
.
6.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr. 800.-- anzusetzen. Da die
Beschwerdeführer
in
nur zu einem geringen Teil obsiegt, sind ih
r
die Kosten zu drei Viertel
n
und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_94/2010 vom 26. Mai 2010, E. 4.3).
7.2
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat sodann gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt (
GSVGer
) Anspruch auf eine
reduzierte
Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
700
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.