# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 283c7647-4e43-4016-944e-216541fcc14a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Der L.1_ Staatsangehörige X._ lernte anlässlich eines Besuchs bei seinem Bruder im Dezember 1999 in O.4_ die schweizerische Staatsbürgerin A._ kennen. Nachdem X._ im Januar 2000 in sein Heimatland zurückkehrte, beschränkte sich der Kontakt zwischen ihm und A._ auf wöchentliche Telefonate.
B. Am 2. April 2001 wurden X._ und B._ in L.1_ Eltern eines Sohnes.
C. X._ und A._ heirateten am 16. April 2003 in O.1_, L.1_. Wenige Tage nach der Trauung flog A._ wieder in die Schweiz zurück. Am 7. September 2003 reiste X._ im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt in der Folge die Aufenthaltsbewilligung B. Seinen Wohnsitz begründete X._ in O.2_, wo seine Ehefrau eine Mietwohnung besass.
D. A._ gebar am 11. September 2003 eine Tochter, wobei dessen Vater nicht X._, sondern C._ ist.
E. Nachdem X._ am 24. September 2003 durch das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) des Kantons Graubünden die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bewilligt wurde, trat er per 1. Oktober 2003 eine Stelle als  bei der D._AG in O.3_ an und hielt sich ab diesem Zeitpunkt als Wochenaufenthalter bei seinem Bruder und dessen Familie in O.3_ auf.
F. In einem am 14. Juli 2005 bei der Kantonspolizei Graubünden eingegangenen anonymen Schreiben wurde X._ vorgeworfen, die Ehe mit A._ nur geschlossen zu haben, um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erhalten.
G. X._ stellte am 23. August 2006 beim Amt für Migration des Kantons Luzern (nachfolgend AfM Luzern) ein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Am 27. März 2007 beauftragte er Rechtsanwalt Dr. iur. Y._, seine Interessen in Bezug auf die Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz zu wahren. Im Rahmen der Abklärungen des AfM Luzern wurden sowohl A._ am 12. April 2007 als auch X._ am 12. Juli 2007 befragt. Sodann führte die Kantonspolizei Luzern am 5. April 2008 einen Augenschein in der ehelichen Wohnung in O.2_ durch. Nachdem die Abklärungen
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abgeschlossen waren, gewährte das AfM Luzern X._ am 26. Mai 2008 das rechtliche Gehör zur drohenden Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz aufgrund des Vorliegens einer Scheinehe.
H. Per 16. Juli 2008 bezogen X._ und A._ gemeinsam eine Mietwohnung in O.4_. Mit Gesuch vom 17. Juli 2008 beantragte X._ beim Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graubünden (neu Amt für Migration und Zivilrecht, nachfolgend AfM Graubünden), ihm den Kantons- bzw. Wohnortwechsel von Luzern nach Graubünden zu bewilligen. Das AfM Graubünden teilte dem AfM Luzern mit Schreiben vom 15. Oktober 2008 mit, dass sich A._ in O.4_ angemeldet habe und aufgrund des Wohnortswechsels das AfM Graubünden für die weitere Überprüfung zuständig sei. A._ wurde sodann am 5. November 2008 von der Kantonspolizei Graubünden zum Verdacht der Aufenthaltsehe befragt.
I. Mit Verfügung vom 15. Januar 2009 verweigerte das AfM Graubünden X._ den Kantons- bzw. Wohnsitzwechsel und forderte diesen auf, den Kanton Graubünden sofort zu verlassen und in seinen Bewilligungskanton Luzern zurückzukehren. Die von X._ dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) Graubünden mit Entscheid vom 30. März 2009 abgewiesen. X._ meldete sich in der Folge per 21. April 2009 beim Einwohneramt der Stadt O.4_ ab und gleichentags beim Einwohneramt in O.5_ (LU) an. Mit Verfügung vom 22. Juli 2009 teilte das AfM Graubünden X._ mit, dass ein Wochenaufenthalt im Kanton Graubünden ebenfalls nicht bewilligt werden könne, verbunden mit der neuerlichen Aufforderung, in seinen Bewilligungskanton zurückzukehren. Per 1. Dezember 2009 trat X._ eine Stelle bei der Z._GmbH in O.6_ (NW) an, wobei er den Kanton Nidwalden ebenfalls um Bewilligung des Kantonswechsels ersuchte.
J. Gemäss Angaben von X._ trennten er und seine Ehefrau sich Anfang des Jahres 2009. A._ reichte dem Amtsgericht O.7_ am 18. Mai 2009 ihr Scheidungsbegehren ein, welchem X._ mit Mitteilung vom 5. Juni 2009 anfänglich zustimmte. Das Amtsgericht O.7_ trat mit Entscheid vom 2. September 2009 auf das Aussöhnungsgesuch von A._ mangels örtlicher Zuständigkeit nicht ein, da diese keinen Wohnsitz bezeichnete und seit Juni 2009 unbekannten Aufenthalts ist. Mit Schreiben vom 3. November 2009 sowie 21. Juni 2010 teilte X._ dem AfM Luzern mit, dass er in eine Scheidung nicht einwillige, sondern an der Ehe festhalte.
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K.1. Das AfM Luzern verweigerte X._ mit Verfügung vom 14. Dezember 2010 die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung mit der Begründung, dass es sich bei seiner Ehe mit A._ um eine Schein- bzw. Aufenthaltsehe handle. Zumindest berufe er sich in rechtsmissbräuchlicher Weise auf eine nur noch formell bestehende Ehe. Gemäss Verfügung des AfM Luzern habe X._ die Schweiz bis spätestens am 28. Februar 2011 zu verlassen. Gegen diese Verfügung erhob X._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._, Beschwerde beim Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern (nachfolgend JSD Luzern), welche mit Entscheid vom 16. Juni 2011 abgewiesen wurde. Das Departement bestätigte die Verfügung des AfM Luzern vom 14. Dezember 2010 und ordnete des Weiteren an, dass X._ die Schweiz bis spätestens am 2. August 2011 zu verlassen habe.
2. Gegen den Entscheid des JSD Luzern liess X._, wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._, mit Eingabe vom 18. Juli 2011 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern führen. Dieses forderte Rechtsanwalt Dr. iur. Y._ mit Schreiben vom 21. Juli 2011 auf, bis am 5. August 2011 einen Kostenvorschuss zugunsten der kantonalen Gerichtskasse in Höhe von CHF 2'000.-- zu leisten. Rechtsanwalt Y._ leitete das Schreiben des Gerichts am 22. Juli 2011 an X._ weiter mit der Anweisung, den Kostenvorschuss zu bezahlen und ihm vor dem 3. August 2011 eine Kopie der Einzahlungsquittung zukommen zu lassen. Zudem machte er ihn auf die Säumnisfolgen aufmerksam. Da X._ zu diesem Zeitpunkt in den Ferien in L.1_ weilte, nahm sein Bruder das Schreiben des Rechtsanwalts entgegen und setzte sich am 11. August 2011 mit dessen Büro in Verbindung. Infolge des damaligen Spitalaufenthalts von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._ ersuchte seine Bürokollegin das Verwaltungsgericht mit Eingabe vom 11. August 2011 darum, die Frist für die Leistung des Kostenvorschusses wiederherzustellen. In der Folge wurde der Kostenvorschuss bezahlt und ging am 15. August 2011 beim Verwaltungsgericht ein. Mit Urteil vom 17. August 2011 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern das Gesuch um Wiederherstellung der Frist ab und trat auf die Beschwerde mangels rechtzeitiger Leistung des Kostenvorschusses nicht ein. Sodann ordnete es an, X._ habe die Schweiz bis spätestens am 1. November 2011 zu verlassen.
3. Hiergegen erhob X._, nun vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, am 8. September 2011 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
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Angelegenheiten an das Bundesgericht. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 18. September 2011 ab.
L. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2011 ersuchte Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger das AfM Luzern um Verlängerung der vom Verwaltungsgericht angesetzten Ausreisefrist für X._. Dieses Gesuch wurde am 20. Oktober 2011 abgelehnt. Tags darauf stellte Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger beim JSD Luzern den Antrag um Erteilung einer Härtefallbewilligung. Das JSD Luzern nahm dieses Begehren als Wiedererwägungsgesuch entgegen und wies dasselbe mit Verfügung vom 26. Oktober 2011 ab. In der Folge verliess X._ die Schweiz am 1. November 2011 und lebt seither wieder in L.1_.
M. X._ reichte am 3. Februar 2012 beim Vermittleramt Plessur ein Schlichtungsgesuch ein, welches die Haftung von Rechtsanwalt Dr. iur. Y._ aus anwaltlicher Sorgfaltspflichtverletzung für den verpassten Kostenvorschuss zum Gegenstand hatte. Die Parteien konnten sich anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 14. März 2012 nicht einigen, so dass der Vermittler gleichentags die Klagebewilligung mit folgenden Rechtsbegehren ausstellte:
Rechtsbegehren der klagenden Partei:
"1. Der Beklagte habe dem Kläger einen Betrag von Fr. 593'414.- zuzüglich 5 % Zins seit 01. November 2011 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten."
Rechtsbegehren der beklagten Partei:
"1. Die Klage sei abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu Lasten der beklagten [recte: klagenden] Partei."
N. Die Klage wurde am 21. Mai 2012 beim Bezirksgericht Plessur eingereicht und das Rechtsbegehren insofern abgeändert, als der eingeklagte Betrag neu auf CHF 593'471.85 beziffert wurde. An 11. Juli 2012 reichte Y._ seine Klageantwort ein, in welcher er die kostenfällige Abweisung der Klage beantragte. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte er den Antrag, dass der Kläger zu verpflichten sei, eine Sicherheit für die Parteientschädigung in Höhe von CHF 18'000.--, eventualiter nach richterlichem Ermessen, zu leisten. Mit Replik vom 30. August 2012 bzw. Duplik vom 10. Oktober 2012 hielten die Parteien an ihren Anträgen fest, wobei der Kläger als Eventualantrag zusätzlich vorbrachte, der Beklagte sei zur Zahlung von CHF 95'494.40 zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. November 2011 zu verpflichten.
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O. Am 22. November 2012 wurde vor dem Bezirksgericht Plessur eine Instruktionsverhandlung durchgeführt. Nach der Einholung weiterer Auskünfte und Akten, dem Erlass einer Beweisverfügung sowie der Befragung diverser Zeugen fand am 4. Dezember 2013 die Hauptverhandlung statt, anlässlich welcher der Kläger sein Rechtsbegehren dahingehend konkretisierte, dass der Zins von 5% auf einen Betrag von CHF 50'000.-- ab dem 1. November 2011 und auf den Restbetrag von CHF 543'471.85 ab heutigem Berechnungstag geschuldet sei. Mit Entscheid vom 4. Dezember 2013, mitgeteilt am 10. März 2014, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
"1. Y._ wird verpflichtet, X._ CHF 23'385.30 zuzüglich 5 % Zins seit 4. Dezember 2013, zu bezahlen.
2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
3.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 20'000.00 (Entscheidgebühr CHF 19'070.00, Pauschale Schlichtungsverfahren CHF 350.00 [VA_023/12-194], Kosten der Beweisführung CHF 580.00) gehen zu 4/5 zu Lasten von X._ und zu 1/5 zu Lasten von Y._. Der Anteil von X._ wird mit der durch ihn geleisteten Pauschale Schlichtungsverfahren verrechnet und geht in der Resthöhe von CHF 15'650.00 – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen. Y._ hat seinen Anteil in Höhe von CHF 4'000.00 dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
b) X._ hat Y._ mit CHF 14'525.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand Dr. iur. Bruno Häfliger wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 23'552.10 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations