# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74a23de0-4471-511f-974f-28580efb89c7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die US-amerikanischen
Staatsbürger
X._
, geboren
1966,
seine Ehefrau
Y._
,
geboren 1965, und ihre drei Kindern zogen am 30. Juni 2010 in die Schweiz und verfügen über die Aufenthaltsbewilligung B (Urk. 12/1/2; Urk. 12/1/4; Urk. 12/1/6; Urk. 12/1/8; Urk. 12/1/10). Am 31.
August 2011 ersuchte die Gemeinde Kilchberg die Gesundheitsdirektion des
Kan
tons Zürich (nachfolgend: Gesundheitsdirektion) um Prüfung der Befreiung der Familie von der Krankenversicherungspflicht (Urk. 12/1/1). Mit Schreiben vom 13. September 2011 (Urk. 12/2/1) forderte die
Gesundheits
direktion
die Gesuchstellenden auf, weitere Unterlagen einzureichen. Nachdem die Frist zur Einreichung ungenutzt verstrichen war, lehnte die
Gesundheits
direktion
das Gesuch um Befreiung von der Versicherungspflicht mit Verfügung vom 31. Januar 2012 ab (Urk. 12/3).
Die am 22. Februar 2012 nachgereichten Unterlagen (Urk. 12/4/2-4) nahm die Gesundheitsdirektion als Einsprache entgegen und forderte die
Gesuchstellen
den
am 21. März 2012 und 18. April 2012 (Urk. 12/5; Urk. 12/8) auf, einen Versicherungsnachweis der amerikanischen Sozialversicherungsbehörde (
Certifi
cate
of
Coverage
) einzureichen. Sodann wies sie die Einsprache mit Entscheid vom 5. August 2013 ab und verpflichtete die Familie, bis zum 5.
November 2013 bei
einer anerkannten Schweizer Krankenversicherung eine
Kranken
pflegeversicherung
(Grundversicherung) abzuschliessen
und der Wohngemeinde einen Versicherungsnachweis zukommen zu lassen (Urk. 12/9 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 5. August 2013 (Urk. 2)
erhob
X._
am 6. September 2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte am 23.
September 2013 die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Befreiung von der Versicherungspflicht für sich und seine Familie, eventuell die
Rück
weisung
der Sache zur Neubeurteilung (Urk. 8 S. 2). Mit
Beschwerde
antwort
vom 24. Oktober 2013 (Urk. 11) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was den Beschwerde
führenden am
7
. November 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für den Bereich der obligatorischen Krankenversicherung bestimmt Art. 3 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG), dass sich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz innert drei Monaten nach
Wohnsitznahme
oder Geburt für Krankenpflege versichern lassen muss.
Art. 3 Abs. 2 KVG
ermächtigt den Bundesrat, Ausnahmen von der Versicherungspflicht vor
zusehen.
1.2
Art. 2 Abs. 5
der
Verordnung über die Krankenversicherung (KVV)
sieht
eine Befreiungsmöglichkeit für in die Schweiz entsandte Arbeitnehmer und Arbeit
nehmerinnen und
die
sie begleit
enden Familienangehörigen vor
, welche gestützt auf eine zwischenstaatliche Vereinbarung von der Beitragspflicht in der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung befreit sind,
wenn der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin sich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass während der gesamten Geltungsdauer der Befreiung für Behandlungen in der Schweiz mindestens die Leistungen nach KVG versichert sind (Satz 1).
D
ie in dieser Bestimmung
vorausgesetzte
zwischenstaatliche Vereinbarung fin
det sich im
Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweizerischen Eid
genossen
schaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über Sozial
e Sicher
heit vom 18. Juli 1979, welches
die Frage der Alters-, Hinterlassenen- und Inva
liden
versicherung zwischen den beiden Staaten
regelt:
Gemäss Art. 6 Abs. 2 dieses Abkommens bleiben Arbeitnehmer, die von einem Arbeitgeber mit Sitz in einem Vertragsstaat
für die Dauer von fünf Jahren
entsandt werden, der Versicherungspflicht des Herkunftsstaates unterstellt, als wären sie weiterhin in diesem Staat beschäftigt. Für den Ehegatten und die Kinder, die den Arbeit
nehmer begleiten, gilt dies, sofern sie im Gebiet des anderen Staates nicht
arbeits
tätig
sind.
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführenden gestützt auf
Art. 2 Abs.
5
Satz 1 KVV vom schweizerischen
Versicherungsobligatorium
befreit wer
den können.
2.2
Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, für den Zeitraum vom 1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014 Entsandter der Firma
C._
mit Sitz in den USA zu sein (Urk. 8 S.
2). Die Familie sei bei der CIGNA International krankenversichert (vgl. Urk.
12/4/3). Das von der Beschwerdegegnerin verlangte Original des
Certificate
of
Coverage
sei nun vorhanden. Es sei ihm bis zum 5. September 2013, als er Kontakt mit seiner Personalabteilung aufgenommen habe, nicht klar gewesen, dass er einen zusätzlichen Beweis zu erbringen habe und dieser im Ausland
bereits
vorhanden gewesen sei (Urk.
8
S. 2 f.).
2.
3
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer 1 die Frist zur Einreichung des
Certificate
of
Coverage
und damit den Nachweis, dass er entsandt sei und deshalb von der Versicherungspflicht befreit werden könne, ungenutzt habe verstreichen lassen. Eine Befreiung sei deshalb nicht möglich gewesen (Urk. 2 S. 3
Ziff. 3c
). Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens seien nun zwei
Certificates
of
Coverage
eingereicht worden, welche beide am 7. April 2010, jedoch von zwei verschiedenen Mitarbeitern der amerikanischen Behörde und nicht original unterzeichnet seien. Die Würdigung dieser Unterlagen werde dem Gericht überlassen (Urk. 11 S. 2).
3.
3.1
Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer als Entsandter einer ausländischen Arbeitgeberin gilt und er sowie seine nicht erwerbstätige Ehefrau und die Kinder damit grundsätzlich die persönlichen Voraussetzungen einer Befreiung
vom schweizerischen
Versicherungsobligatorium
gestützt auf
Art. 2 Abs. 5 Satz 1 KVV
erfüllen. Die zusätzlich nach dieser Bestimmung erfor
derliche Verpflichtungsbestätigung des
Arbeitgeber
s
oder de
r
Arbeit
geberin
, dass
während der gesamten Geltungsdauer der Befreiung für Behand
lungen in der Schweiz mindestens die Leistu
ngen nach KVG versichert sind, reichte der Beschwerdeführer am 22. Februar 2012 der Beschwerdegegnerin ein (vgl. Urk.
12/4/
4
S. 2), nicht jedoch, wie bereits am 13.
September 2011 gefordert, das Deckungszertifikat der ausländischen Sozialversicherungsbehörde (vgl. Urk.
12/2/1 in Verbindung mit Urk. 12/2/2 S.
2 oben).
3.2
Dieses
Certificate
of
Coverage
legte der Beschwerdeführer erst im
Beschwerde
verfahren
in zweifacher Ausführung (Urk. 3 und Urk. 9/2) vor. Mit Datum vom 7. April 2010 bestätigte die amerikanische Sozialversicherungsbehörde die Er
füllung der Voraussetzungen von Art. 6 Ab
s.
2 des Abkommen
s
Schweiz
USA und
den Verbleib der Familie unter amerikanischem Recht für die Dauer der Entsendung vom 1. Juli 2010 bis 30.
Juni 2015. Genannt werden auch die amerikanische und die schweizerische Arbeitgeberin. Das
am 23. September 2013 eingereichte
Dokument trägt zudem den Prägestempel der amerikanischen
Social
Security Administration (vgl. Urk. 9/2), weshalb darauf und nicht auf Urk. 3 abzustellen ist. Es handelt sich somit um das von der
Beschwerde
gegnerin
verlangte Dokument (vgl. das Muster in Urk. 12/
6
). Dessen Echtheit wird denn
auch
von
dieser
nicht angezweifelt.
3.3
Damit wird den Erfordernissen einer Befreiung vom schweizerischen
Versiche
rungs
obligatorium
Genüge getan. Der Beschwerdeführer und seine Familie müssen für die Dauer der Entsendung keine Krankenversicherung nach KVG
abschliessen.
Es
steht der Beschwerdegegnerin aber frei,
in geeigneter Form periodisch zu überprüfen, ob die Befreiungsvoraussetzungen noch gegeben sind.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als nicht
zutreffend
. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
4.
4.1
Das Verfahren vor dem zürcherischen Sozialversicherungsgericht ist in der Regel kostenlos (§ 33 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch eine Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt werden (§ 33 Abs. 2
GSVGer
).
Unnötige Prozesskosten hat zu bezahlen, wer sie verursacht hat (Art. 108 der Zivilprozessordnung, ZPO, in Verbindung mit § 28
GSVGer
).
4.2
Der Beschwerdeführer 1 hätte bei ihm zumutbarer Sorgfalt spätestens am 18.
April 2012 erkennen können, welches Formular die Beschwerdegegnerin verlangte (vgl. Urk. 12/8). Das
Certificate
of
Coverage
datiert vom 7. April 2010 (vgl. Urk. 9/2) und hätte damit der Beschwerdegegnerin
bereits damals
frist
gerecht eingereicht werden können. Damit hätte der Beschwerdeführer 1 das
Ein
spracheverfahren
verkürzen
und
das Beschwerdeverfahren vor dem hiesigen Gericht vermeiden können. Die behaupteten sprachlichen Schwierigkeiten des Beschwerdeführers 1 (vgl. Urk. 8 S. 2) vermögen ihn dabei nicht zu entlasten. Er hat damit in leichtsinniger
und unnötiger
Weise den vorliegenden Prozess verursacht, weshalb ihm
eine Spruchgebühr
von Fr. 1‘440.--
und die
Ver
fahrenskosten
von Fr. 360.--
auferlegt werden
.