# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f0cdeac5-4db5-4423-a239-9fa8c79b70ae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene, an Schulter- und Rückenbeschwer
den leidende
X._
ist ab
1. April 1999 bis
30. November 2004 (letzter Arbeitstag: 21. Dezember 2003) als kaufmännische Angestellte bei der
Y._
tätig
gewesen
(Urk. 7/28/1).
Ein von der Versi
cherten am 6. September 2002 gestelltes Gesuch um Ausrichtung einer Invali
denrente
(Urk. 7/4)
war von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit
Verfügung
vom 26. Februar 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 31 % abgewiesen worden (Urk. 7/22).
1.2
Am
6. Dezember
2004 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Rentenbezug an (Urk. 7/25).
Nach dem
Beizug
medizinischer Akten und der Abklärung der erwerblichen Verhältnisse
hat
die IV-Stelle
das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 19. September 2006
eingeholt
(
Urk. 7/72) und
auf dessen Empfehlung hin ein Gutachten der
A._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, vom 26.
April 2007 erstellen
lassen
(Urk. 7/78).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/
8
7
) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 17. März 2008
für die Zeit vom 1. Dezember 2003 bis zum 31. Dezember 2004 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 47 % eine
Viertelsrente
und
für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Juli 2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 66 % eine
Dreiviertelsrente
zuzüglich einer Kinderrente für die Tochter zu (Urk. 7/
113, vgl. Urk. 7/109
).
Die gegen
die
se
Verfügung
erhobene Beschwerde
(Urk. 7/115)
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom
18. März 2010 teilweise gut und änderte die angefochtene Verfü
gung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
insoweit ab, als
der
Versicherten
ab 1. August 2007 weiterhin eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung
zugesprochen wurde
(Urteil des
Sozialversicherungsge
richts
IV.2008.00472
vom
18. März 2010
, Urk. 7/132
).
1.3
Im Jahr 2012 führte die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Renten
-
an
spruchs
durch (vgl.
Urk. 7/15
3
). Sie holte ärztliche Berichte (Urk.
7/157, Urk. 7/158, Urk. 7/162, Urk. 7/163, Urk. 7/164, Urk. 7/180
)
und
einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) ein
(Urk. 7/
154
)
und liess die Versicherte
interdisziplinär
untersuchen (
Gutachten
von Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen,
vom 28. Februar 2013; Urk. 7/183
).
Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2013
stellte die IV-Stelle die Herab
setzung der
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertelsrente
in Aussicht
(Urk. 7/193)
.
Die Versicherte liess Einwand dagegen erheben und reichte von ihr eingeholte ärzt
liche
Stellungnahmen zum Gutachten von Dr.
C._
von Dr. med.
D._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie vom 4. April 2013 (
Urk.
7/200/1) und von Dr. med.
E._
, Oberärztin an der Rheumaklinik des
A._
vom
29. August 2013 (
Urk.
7/200/6)
,
ein. Weiter gab sie einen Bericht von
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Orthopädie der
G._
, vom 21. Juni 20
13 zu den Akten (
Urk.
7/200/4).
Daraufhin
nahm Dr.
C._
am 8. Oktober 2013
ergänzend
Stellung zu den Ausführungen
im Einwand und
in
den
Arztbe
richten
(
Urk. 7/204, vgl.
Urk. 7/200).
Wiederum äusserten sich
Dr.
E._
und Dr.
D._
zu den Ausführungen von Dr.
C._
(Urk. 7/210/1-3) und dieser
nahm
am 17. Dezember 2013 zu den weiteren Vorbringen
Stellung
(Urk. 7/213)
, wozu sich Dr.
E._
nochmals am 3. Februar 2014 äusserte (Urk. 7/220)
.
Mit
Ver
fügung vom
10. April 2014
setzte die IV-Stelle
– wie angekündigt -
die
Drei
viertelsrente
auf den Beginn des zweiten der Zustellung folgenden Monats auf eine
Viertelsrente
herab (
vgl.
Urk.
7/225, Urk. 7/231 = Urk. 2
)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 10. April 2014 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Gwerder
, am 26. Mai 2014 Beschwerde erheben
und beantragen
, es sei die Verfügung aufzuheben
und es sei ihr
eine ganze, eventuell mindestens aber eine halbe Invalidenrente auszurichten.
Auch sei ihr
keine
Schadenminde
rungspflicht
aufzuerlegen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6)
.
Mit Schreiben vom 4. Juli 2014 wurde
der Beschwerdeführerin
die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 8). Mit Schreiben
vom 24. März 2015 (Urk. 9)
und vom 31.
März
2015 (Urk. 11)
liess die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte einreichen (Urk. 10/1-4
,
Urk.
12
).
Diese wurden der IV-Stelle mit Schreiben vom 2. April 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 13). Mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 reichte
Rechtsanwältin
Gwerder
ihre Honorarnote ein (Urk. 14).
Mit Verfügung vom 4. März 2016 wurde die Pensionskasse der Stadt Zürich zum Prozess beigeladen (Urk. 1
5
). Innert Frist teilte sie mit Schreiben vom
29. März
201
6
mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (Urk. 1
6
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.
1
2.1.1
Streitgegenstand bildet die verfügte Herabsetzung der
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertelsrente
(Urk. 2).
Zu prüfen ist
zunächst
, ob aufgrund der getroffenen Abklärungen eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung in den medizini
schen Verhältnissen angenommen werden kann, welche eine
Rentenherab
setzung
rechtfertigt. Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer
ent
scheiderheblichen
Differenz in den Tatsachen (Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2010, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).
Zeitliche Vergleichsbasis ist
die
erstmalige
Rentenzusprache
, über welche das
Sozialversi
cherungsgericht
mit Urteil vom 18. März 2010
über die Verhältnisse, wie sie bis Sommer 2007 vorlagen,
entschied
en hat
(
Urteil des Sozialversicherungsgerichts
IV.2008.00472 vom 18. März 2010
Erw
. 2.4
; Urk. 7/132
)
.
2.1.2
In der angefochtenen Verfügung wurde in den Erwägungen Bezug genommen auf die in einem Schreiben vom 24.
Mai 2013 auferlegte
Schadenminderungs
pflicht
, an der man festhalte. In diesem Schreiben war festgehalten worden, es werde erwartet, dass die Versicherte sich weiterhin der Schmerztherapie unter
ziehe, man werde dies anlässlich der Revision im Juni 2015 überprüfen (
Urk.
7/191).
Anfechtbar ist grundsätzlich nur das Dispositiv, nicht aber die Begründung eines Entscheids (BGE 113 V 159).
Diese nur in den Erwägungen der Verfügung gemachten Ausführungen sind im vorliegenden Verfahren nicht anfechtbar, weshalb auf die Beschwerde in dies
em Punkt nicht einzutreten ist.
2.
2
Für die Rentenreduktion nahm die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die
interdis
ziplinäre medizinische Abklärung vom 28. Februar 2013
eine Verbesse
rung des Gesundheitszustandes
sowohl aus somatisch-rheumatologischer Sicht als auch aus psychosomatisch-psychiatrischer Sicht
an
. Ab
Februar 2013 sei der Beschwerdeführerin die Ausübung ihrer angestammten Tätigkeit wie auch eine angepasste Tätigkeit zu 60 % zumutbar
(Urk. 2).
2.
3
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin zur Hauptsache einwenden, es liege keine Verbesserun
g des Gesundheitszustandes
und somit kein Revisionsgrund
vor. Der begutachtende
Rheumatologe
Dr.
C._
habe sich über die eigentliche Fragestellung, nämlich ob sich der Gesundheitszustand seit der
Rentenzuspre
chung
verändert habe, hinweg
gesetzt
.
Er beziehe auch die Situation vor der Rentenzusprechung mit ein und kritisiere das
Z._
-Gutachten, obwohl sich bereits das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich damit auseinander
gesetzt habe und die Frage, ob die Rente seinerzeit zu Recht gesprochen worden sei, von ihm nicht zu beantworten sei.
Die Beweglichkeit der rechten Schulter habe nicht zu
-
, sondern abgenommen
.
Aufgrund der degenerativen Verände
rungen im Bereich der Wirbelsäule mit
einer
Diskushernie L5/S1 und
einer
Sko
liose thorakal und lumbal mit
einer
Dekompensation von 2 cm nach rechts sei sogar von einer Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
auszugehen
, die nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 30
% für eine angepasste Tätigkeit zulasse
(Urk.
1
).
3.
3.1
Die erstmalige
Rentenzusprache
beruhte
einerseits
auf der polydisziplinären Begutachtung im
Z._
(
Gutachten
vom 19. September 2009; Urk. 7/72) und andererseits auf
dem Gutachten des
A._
vom 26. April 2007 sowie
de
m darin enthaltenen
Bericht über
die
Evaluation der
arbeitsbezogenen
funktionellen Leistungsfähigkeit
der Versicherten
, E
FL
(Urk. 7/78).
3.2
Die Gutachter des
Z._
, die aus den Fachdisziplinen der Inneren Medizin, der Rheumatologie und der Psychiatrie stammten, stellten
als Diagnose
n
mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische, mechanisch bedingte schmerz
hafte Schultergelenksfunktionsstörung rechts mit/bei einem Status nach offener vorderer Schulterstabilisierung am 22. Dezember 1999 wegen inferiorer Gelenksinstabilität,
bei
einem Status nach einer Schulterarthroskopie mit einer mod
i
fizierten Bankartoperation, einem Intervallverschluss, einer
Acromioplastik
und einer AC-Resektion rechts am 1. März 2002 wegen einer Restinstabilität,
bei
einem Status nach wiederholter antibiotischer Behandlung eines
bioptisch
verifizierten Low-grade-Infektes der rechten Schulter 2003 und 2004 und
bei
ein
er
ausgeprägte
n
muskuläre
n
Dysbalance
sowie eine
r
refl
e
ktorische
n
Schmer
zausbreitung
fest (Urk. 7/72/24).
Die Gutachter kamen übereinstimmend zum Schluss, dass die Versicherte durch die Funktionsstörung der rechten Schulter in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe theoretisch eine 30-50%ige Restarbeitsfähigkeit, wobei das genaue Belastungsprofil durch eine funktionel
le Leistungsfähigkeitsprüfung
geschätzt werden solle (Urk.
7/72/26).
Das
A._
führte im
Gutachten
vom 26. April 2007 dieselben Diagnosen wie
das
Z._
auf
, wobei
es
statt einer reflektorischen Schmerzausbreitung den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungss
törung äusserte (Urk. 7/78/10). Daneben konsta
tierten die dortigen Ärzte ein
cervikospondylogenes
Syndrom bei insuffizienten HWS-Stabilisatoren und zunehmende Schulterschmerzen links bei konstitutio
neller
Bandlaxität
(
Urk.
7/78/10). Die Gutachter des
A._
erachteten nach der Durchführung der EFL eine Arbeitsfähigkeit von 40
% in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin als gegeben, in einer angepassten Arbeit, bei der die rechte dominante Hand nur Hilfshand wäre, wäre eine Arbeitsfähigkeit von 60
% gegeben (Urk.
7/78/11). In ein
em zusätzlichen Bericht von
Dr.
E._
, Oberärztin am
A._
, wurden diese Aussagen dahingehend relativiert, als die Oberärztin eine 30 - 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für zumutbar hielt (Urk. 7/99).
3.
3
Das hiesige Gericht ging aufgrund dieser Begutachtungen durch das
Z._
und das
A._
und der Darlegung von Dr.
E._
von einer Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit von maximal 40 % aus.
Der Ansicht der Oberärztin des
A._
folgend, wurde die
angestammte
Tätigkeit als kaufmännische Sachbear
beiterin
dabei
als angepasste Tätigkeit erachtet
.
Davon ausgehend wurde
ein Invaliditätsgrad von gerundet 67 % errechnet, was zu einem Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
auch ab 31. Juli 2007
führte (Urk. 7/
132/8-11, Urteil des
Sozi
alversicherungsgerichts
IV.
2
008.00472
vom 18. März 2010
).
4.
4.1
Die
gesundheitliche Situation im Revisionsverfahren schilderten die behandeln
den Ärzte der
G._
. Dr.
F._
, Chefarzt Orthopädie,
berichtete am
7. Juni 2012, die Beschwerden von Seiten der rechten Schulter
seien
anhal
tend und
hätten
sich seit den letzten Konsultationen vom 2. Juli 2009 respek
tive 8. Oktober 2009 nicht mehr verändert. Seit einigen Monaten nähmen die Schmerzen links zu. Längere Tätigkeiten seien
auch unbelastet
mit den Armen nicht mehr möglich.
Eine aktive Flexion/Elevation sei
rechts
praktisch nicht mehr über die Horizontale hinaus möglich und
gelinge lediglich mit
eine
r
aus
geprägte
n
Ausweichbewegung. Der Nackengriff sei möglich
und
d
er
Schürzen
griff
könne
bis knapp
lumbosakral
ausgeführt werden
. Links bestehe eine deut
liche
Hyperlaxität
. Die Schulterbeweglichkeit sei frei
.
Betreffend die rechte Schulter sei auch langfristig keine Verbesserung zu erwarten. Links bestehe eine ausgeprägte Hypermobilität mit belastungsabhängigen Schmerzen. Beidseits falle eine erhebliche koordinative Zentrierschwäche auf.
Aufgrund der Befunde erscheine eine Arbeitsfähigkeit
von
über 30 %
als
nicht mehr möglich
(Urk. 7/153/4).
4.
2
Im Arztbericht
des
A._
, Rheumaklinik, Dr.
E._
,
vom 3. Oktober 2012
wur
den
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt
(Urk. 7/163/5):
Beginnende
Omarthrose
bei Instabilität rechts
Schulterschmerzen links bei konstitutioneller
Bandlaxizität
AC-Gelenksarthrose und Reizung der langen
Bicepssehne
Intermittierendes
Panvertebralsyndrom
Status nach sensiblem
lumboradikulärem
Syndrom S1 links August 2012.
Im Verlauf sei eine beginnende
Omarthrose
rechts bei Instabilität aufgetreten. Es sei anzunehmen, dass diese im Verlauf weiter fortschreite. Eine Verbesserung der aktuellen Symptomatik werde nicht eintreten.
Der ärztliche Befund ergab eine
Flexion
-
/Abduktion der rechten Schulter von 90°.
Die
passive
Flexion
betrage
120°
und
die
passive
Abduktion 100°. Die
Aussenrotation
betrage 20°
, wobei
Endphasenschmerzen
auftreten würden
. Die Innenrotation betrage 1/3 und sei schmerzhaft eingeschränkt. Die Schulter sei nach vorne unten sub
-
luxiert. Die
Resistiv
-Test
s
seien schmerzhaft. Es bestehe ein deutlicher muskulärer Hartspann im Schultergürtel. Die linke Schulter sei in
der
Elevation und
der
Abduktion eingeschränkt (160°). Im August 2012 sei der
Lasègue
bei 60° links positiv gewesen
.
D
ie Kraft sei erhalten und die Reflexe
seien
symmetrisch und es
habe
eine Gefühlsstörung über dem lateralen Unterschenkel und dem latera
len
Fussrand
links
bestanden
. Die Beweglichkeit der
Lenden
-
wirbelsäule
sei
in
der
Lateroflexion
beidseits
zu
1/3
schmerzhaft eingeschränkt gewesen
.
E
s habe sich eine
Druckdolenz
über den Dornfortsätzen L5/S1 und linksparavertebral davon finden lassen.
Die
Versicherte
sei in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbei
ten über der Horizontalen zu maximal 30 % arbeitsfähig.
Wegen der
Rücken
beschwerden
sollten langes Stehen oder langes Sitzen vermieden werden (Urk. 7/163/6).
4.
3
Die Hausärztin
Dr.
med.
H._
berichtete am 12. November 2012
von
chronische
n
Schulterschmerzen rechts
,
d
er Zustand sei in den letzten Jahren stationär geblieben
(Urk. 7/164/1). Die rechte Schulter sei in der Abduktion bei der Innen- und
Aussenrotation
eingeschränkt und es trete ein
Endphasen
schmerz
auf.
Links sei die Elevation eingeschränkt.
Rechts sei eine
Omarthrose
dazugekommen. Daher werde sich die Symptomatik in Zukunft eher ver
schlechtern
.
Die Beschwerdeführerin sei höchstens zu 30 % in einer ganz leich
ten Tätigkeit arbeitsfähig. Sie könne nur kurze Zeit aneinander arbeiten, da sie starke Schmerzen bei Belastung habe (Urk. 7/164/2). Dies bedeute, dass sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit während ein
e
bis zwei Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (Urk. 7/164/3).
4.
4
Im i
nterdisziplinären Gutachten vom 28. Februar 2013 führte der Rheumatologe Dr.
C._
als Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Hypermobilitätssyndrom mit einer Schulterpathologie beidseits
auf (Urk. 7/183/49), währendem der psychiatrische Gutachter Dr.
B._
festhielt, es
lasse sich keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen (Urk. 7/183/28).
Dr.
C._
berichtete, i
n der Dokumentation werde auf ein Hypermobilitäts
-
syndrom
hingewiesen. Anlässlich der aktuellen Begutachtung
könne dieses
bestä
tigt werden.
Gut dokumentiert sei eine habituelle Schulterluxation rechts, die der Grund für operative Eingriffe gewesen sei. Nach dem zweiten Eingriff vom 1. März 2002 habe die Beschwerdeführerin einen Low-grade-Infekt entwickelt. Wiederholt sei eine antibiotische Behandlung durchgeführt worden und im Juni 2005 hätte kein Hinweis mehr auf einen Infekt objektiviert werden können. Die Funktionalität der rechten Schulter sei gestört. Auch derzeit bestünden Hinweise auf eine Instabilität, die die Beschwerdeführerin während der klinischen Unter
suchung demonstriert habe. Grundsätzlich sei, aus rein somatischer Sicht beur
teilt, nachvollziehbar, dass schmerzbedingt, zumindest phasenweise, eine
Kraft
abschwächung
der
Schulterrotatoren
und der Oberarm
-
muskulatur
, jeweils rechtsseitig, resultieren könnte.
Die
v
on der Beschwerde
-
führerin
anlässlich der aktuellen Begutachtung demonstrierte nicht-
myotom
-
bezogene
Kraftabschwä
chung
des ganzen rechten Armes, die auch die Unterarmmuskulatur und die rechte Handmuskulatur umfasse, könne hingegen nicht mit dieser
Schulterpa
thologie
rechts begründet werden. Das von der Beschwerdeführerin demons
trierte aktive Bewegungsausmass der rechten Schulter sei ausreichend, um im Haushalt weitgehend vollständig leistungsfähig zu sein und
um in
eine
r
ange
passte
n
Verweistätigkeit und für die zuletzt im Jahr 2008 sowie zuvor bis 2003 ausgeübten beruflichen Tätigkeiten partiell Leistungen erbringen zu können
(Urk. 7/183/52).
Die linke Schulter werde – aktiv und passiv geprüft – frei bewegt. Auch an der linken Schulter sei, klinisch geprüft – eine multidirektional vermehrte Beweg
lichkeit
glenohumeral
objektivierbar, welche, wie auch rechtsseitig mit einem
Sulcus
-Zeichen einhergehe. Hinweise auf eine Läsion der
Rotatorenmanschette
könn
t
e
n
klinisch beurteilt nicht objektiviert werden.
Die ergänzend durchge
führten Röntgenaufnahmen der Schultern dokumentierten zudem beidseits keinen Hinweis auf einen
Humeruskopfhochstand
, der als ein sekundäres Zei
chen
für
eine relevante Läsion der
Rotatorenmanschette
gelte. Im
rheumatolo
gischen Teilgutachten der
Z._
-Begutachtungsstelle vom 19. September 2006 seien im Schulterbereich beidseits Pathologien beschrieben worden, die unter
dessen nicht mehr vollumfänglich bestätigt werden könnten. So habe die aktive Beweglichkeit der rechten und auch der linken Schulter zugenommen. Die Pal
pation der AC-Gelenke sei wieder möglich, was damals, wegen der „Schmerzabwehr“ nicht möglich gewesen sei
(Urk. 7/
183/
52
)
.
Bei
der Gegen
überstellung
der
Befunde im Bereich der oberen Extremitäten mit denjenigen, die im somatisch-orientierten Teilgutachten vom 19. September 2006 beschrei
ben
worden seien
, könne eine diskrete Verbesserung des Gesundheitszustandes bestätigt werden (Urk. 7/183/53-54).
Im Bereich der Wirbelsäule
schildere
die Beschwerdeführerin die Bewegungen aller axialen Bewegungssegmente in allen Ebenen als schmerzlos. In der klini
schen Untersuchung
habe
in keinem axialen Bewegun
g
ssegment eine Fehl
-
hal
tung
oder eine Bewegungseinschränkung
objektiviert werden
können
(Urk. 7/183/54)
.
Anamnestisch und klinisch bestünden keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom, einen symptomatisch engen Spinalkanal oder auf einen Nervendehnungsschmerz (Urk.
7/183/54).
In der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die soma
tisch-rheumatologische Komponente als auch die psychosomatisch-psychi
atrische Komponente mitberücksichtige, könne für die bisher ausgeübten Tätig
keiten vollumfänglich auf die Einschätzung aus somatisch-rheumatologischer Sicht abgestützt werden
(
Urk. 7/183/58,
Urk. 7/183/61)
.
Aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt sei die
Beschwerdeführerin in der
zuletzt aus
geübte
n
berufliche
n
Tätigkeit im administrativen Bereich respektive
als Sachbe
arbeiterin zu maximal 40 bis 45 % eingeschränkt. Diese Einschätzung treffe möglicherweise seit dem orthopädischen
Konsiliumsbericht
vom 2. Juli 2009 und spätestens seit der aktuellen Begutachtung zu.
Dieses zumutbare
Arbeits
pensum
könne sowohl am Stück als auch
,
mit vermindertem Tempo, über den Tag verteilt geleistet werden. Für eine angepasste Verweistätigkeit
lägen
die gleichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
vor
, wie sie hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit im administrativen Bereich respektive
für die Tätigkeit
als Sachbearbeiterin formuliert worden sei
en
(Urk. 7/183/58).
Eine
angepasste Verweistätigkeit
bedürfe
eine
s
temperierten Raum
s
, beschränke sich auf leicht
gradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln
,
zu. Das Einhal
ten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Nicht mehr zumutbar sei der repetitive Handeinsatz beidseits oberhalb der Kopfhöhe, sofern die Ellbogen nicht aufgestützt werden könnten (Urk. 7/183/59).
4.
5
4.
5
.1
Der die Versicherte seit 2004 behandelnde
Dr.
D._
berichtete am 4. April 2013, er
habe
b
ei der Untersuchung des rechten Schultergelenks einen offen
sichtlichen Schultertiefstand rechts fest
gestellt
. Bei der Inspektion sei die vent
rale Subluxationsstellung des rechten Schultergelenkes gegenüber dem gesun
den linken Schultergelenk eindeutig aufgefallen. Es bestehe eine diffuse
Druck
dolenz
im Bereich der ventralen Kapsel des operierten AC-Gelenkes und der dorsalen Muskulatur. Das aktive
Bewegungsausmass
des rechten Schultergelen
kes betrage
bei der
Flexion knapp 90° (links: 170°). Die aktive Abduktion
rechts
betrage
knapp 90° (links: 150°).
Die
Aussen
-/Innenrotation bei hängendem Arm rechts
betrage
5
°
/80
°
(links: 80
°
/0/80
°
). Der Schürzengriff rechts sei nicht mög
lich. Der Nackengriff
könne
knapp durchgeführt
werden
. Mit
Ausweichbewe
gungen
und Körperhaltungskorrekturen könne ein Schürzengriff rechts
äusserst
knapp durchgeführt werden. Peripher bestünden keine se
n
somotorischen Stö
rungen. Die
Trophik
sei gut. Au
f
den Röntgenbildern sehe man die
Mitek
-Anker
im Bereich des
Glenoids
als Zeichen der stattgehabten Stabilisierungsoperation. Es bestehe eine deutliche
Omarthrose
mit einem deutlichen
Osteophyt
en
am kaudalen
Humeruskopf
. Im Gegensatz dazu zeige sich
a
m linken Schultergelenk ein normales
Glenohumeralgelenk
.
Im Ultraschall des rechten Schultergelenkes zeige sich einerseits
die Tendinitis
c
al
c
area
mit Verkalkungen im Bereich der
Rotatorenmanschette
und andererseits
eine
unregelmässige
Form des
Humerus
kopfes
sowie
eine recht ausgedünnte
Rotatorenmanschette
(Urk. 7/200/1-2).
Bei der klinischen Untersuchung der Wirbelsäule
bestehe
im Stehen ein eindeuti
ger Überhang der Wirbelsäule nach rechts
.
Zudem
sei
eine deutliche Hyposensibilität im Oberschenkel und Unterschenkel mehr auf der
Aussenseite
als auf der Innenseite des rechten Beines
feststellbar gewesen
. Dies entspreche einer Pathologie der unteren
Lendenwirbelsäule
-
wie sie radiologisch im MRI dokumentiert
worden
sei
-
mit
einer
Diskushernie L5/S1 beidseits und
formina
ler
Stenose (Urk. 7/200/2).
Die Untersuchungsbefunde an der Wirbelsäule seien neu. Bis vor kurzem sei in den orthopädischen Akten nicht von einer
Dis
kushernie
gesprochen worden. Diese Diskushernie
,
die mit einer linksseitigen Problematik losgegangen sei, sei bisher zweimal mit Kortison behandelt worden. Die Pathologie der linken Seite habe sich deutlich verbessert, heute bestehe eine rechtsseitige Restproblematik
(Urk. 7/200/3)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit könne festgehalten werden, dass sich diese im Laufe der zehnjährigen Leidensgeschichte nie geändert oder gebessert habe, denn die massive Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenkes ver
hindere eine körperliche Tätigkeit sitzend oder stehend
. Die gesamte Arbeit über Tischhöhe sei nicht möglich. Dementsprechend sei auch eine sitzende Tätigkeit am Computer oder eine ähnliche Tätigkeit nicht durchführbar
(Urk. 7/200/3).
4.
5
.
2
In der Stellungnahme vom 29. August 2013 ging
Dr.
E._
vom
A._
unter anderem
auf die Rückensymptomatik ein
(Urk. 7/200/6-8)
.
Am
2. August 2012
habe
eine Hypästhesie im
Dermatom
S1 links (lateraler dista
ler Unterschenkel und lateraler linker
Fussrand
) mit positivem
Lasègue
bei 60° bestanden. Diese Symptomatik habe sich dann unter der Physiotherapie bis zum 14. September 2012 deutlich gebessert
, wobei dann der
Lasègue
negativ gewesen sei
und nur noch
eine
leichte Hypästhesie im lateralen Unterschenkel links
bestanden habe
.
D
ie Motorik sei immer normal und auch die Reflexe seien symmetrisch
gewesen
. Es müsse
klinisch
von einem sensiblen
lumboradikuären
Syndrom ausgeg
angen werden, wozu auch der MRI-
Befund mit Verlagerung der S1-Wurzel links passe. Es sei auch bekannt, dass
radikuläre
Symptome im Ver
lauf mit einer konservativen Therapie bessern könnten. Auch sei bekannt, dass gerade hyperlaxe Patienten
gehäuft Diskushernien hätten.
H
yperlaxe Patienten
könnten
auch ISG-
Hypomobilitäten
haben
. D
ie aktuelle lumbale Symptomatik
sei aber
nicht in diesem Rahmen, da die
Hyperlaxizität
schon seit langem bestehe und die
radikuläre
Ausfallsymptomatik sich erst Ende letzten Jahr
es
gezeigt habe. Somit habe sicherlich ein sensibles
l
umboradikuläres
Ausfallsyn
drom
bestanden. Es sei weiterhin der wesentliche
Grund für die Beschwerden. Die Instabilität des
Iliosakralgelenkes
sei bei der hyperlaxen Beschwerdeführerin
als Begleiterscheinung
zu interpretieren
.
Zur Rückenproblematik sei anzumer
ken, dass es sich hier um ein Beschwerdebild handle, das nun zusätzlich aufge
treten sei, und nicht der ursprüngliche Grund für die aktuelle Begutachtung gewesen sei. Somit sei es insgesamt zu einer Verschlechterung des
Allgemein
zustandes
gekommen. Diese neuen Beschwerden führten aktuell zu einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem langes Sitzen, langes Stehen und mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten nicht günstig seien
(Urk. 7/200/
6-
7).
5.
5.1
Die IV-Stelle stützte ihre Ansicht, dass eine
Verbesserung des Gesundheits
-
zustan
des
eingetreten sei, auf das
interdisziplinäre Gutachten von Dr.
B._
und Dr.
C._
vom 28. Februar 2013
(Urk. 7/183,
vgl.
Urk. 7/190/5). Darin stellte Dr.
C._
eine Besserung des
somatischen Gesundheitszustandes
fest
.
A
ls Verbesserung
würdigte
er
,
dass
er nur
noch
ein Hypermobilitätssyndrom mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen konnte (Urk. 7/183/49, Urk. 7/183/51-52) und
die aktive Beweglichkeit der rechten und auch der linken Schulter zugenommen hätten (vgl. Urk. 7/183/52).
Die im Schulterbereich
früher
beidseits beschrieben
en
Pathologien
konnte
er nicht mehr vollumfänglich bestätigen (Urk. 7/183/52
).
Ebenfalls konnte
er
den
Schultertiefstand rechts
und den
Beckentiefstand links
nicht mehr
erheben
(Urk. 7/183/56
).
Sodann
befun
dete
er die Brustwirbelsäule (BWS) als uneingeschränkt beweglich (Urk. 7/183/56),
fand keinen Hinweis
für
einen
Humeruskopfhochstand
und konnte eine Läsion der
Rotatorenmanschette
nicht objektivieren (Urk. 7/183/52).
5.2
Dieser von
Dr.
C._
geäusserten Ansicht einer Verbesserung des somatischen gesundheitlichen Zustandes traten die behandelnden Ärzte entschieden entge
gen. Ihre Darstellung der Untersuchungen und der Befunde weichen in ent
scheidenden Punkten relevant von derjenigen von
Dr.
C._
ab
.
Indem
Dr.
C._
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lediglich ein „Hyper
-
mobilitätssyndrom
“ (Urk. 7/183/51-52)
aufführte
,
trug
er gemäss Dr.
E._
dem Umstand, dass
klar eine rechte relevante
Schulterproblematik
vorliegt, die keiner Verbesserung zugänglich ist
,
zu
wenig Rechnung. Zudem
führte sie aus, dass
Dr.
C._
zu wenig Wert darauf
lege
, dass ein Status nach einer Operation und einer Infektion bestehe, was klar eine mechanische Ursache der Beschwerden aufzeige (Urk. 7/220/
2
).
Die Ausführun
gen von Dr.
E._
überzeugen
, weil bereits das
Z._
eine
„chronische, mechanisch bedingte schmerzhafte Schultergelenksfunktionsstörung rechts“
diagnostiziert
hatte
(Urk. 7/72/24)
, welche zu einem praktisch nicht durchführbarem Schürzengriff und nur noch mit gesenktem Ellbogen möglichen Nackengriff führte
(Urk. 7/72/25
)
. Dr.
C._
befundete
rechtsseitig ebenfalls einen Nackengriff mit gesenktem Ellbogen und
einen Abstand
von 46 cm
bei
m
Schürzengriff (Urk. 7/183/44). Somit liegt nach wie vor eine mechanische Komponente vor
, und
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lässt sich nicht alleine auf das Hypermobilitätssyndrom reduzieren.
Dr.
C._
gab
am 8. Oktober 2013
- nachdem Dr.
E._
im ambulanten Bericht vom 29. August 2013 auffiel, dass die gemessene passive Abduktion und auch die Aussenrotation der rechten Schulter deutlich aus dem Rahmen der anderen Untersuchungen falle (Urk. 7/200/7)
– zu,
dass
ihm in seinem Gutachten vom 28. Febru
ar 2013 ein Fehler unterlaufen war
, weil er die Messwerte für die maximale Aussen- und Innenrotation der
rechten Schulter vertauscht hatt
e.
Er führte aus, k
orrekt müsse es heissen: Maximale Schulteraussen/-
innenrotation
rechts von 30/0/70°. Die im Gutachten vom 28. Februar 2013 unter „Beurtei
lung“ geführte Diskussion habe sich auf die von ihm gemessene maximale Schulteraussen/-
innenrotation
rechts von 30/0/70° bezogen (Urk. 7/204/1). Wird von der von ihm gemessenen
Schulteraussenrotation
rechts
von 30
°
ausgegan
gen
(
Urk. 7/183/44,
Urk. 7/204/1, Urk. 7/213/2)
, so ist sie
mit d
e
m
bei der
erst
maligen
Rentenzusprache
vorgelegenen Bewegungsausmass
von
40
°
(Urk. 7/78/5)
vergleichbar.
Sodann wurde von
Dr.
E._
eine Tabelle einge
reicht,
die
die
diversen Messungen der Schulteruntersuchungen verschiedenster Ärzte über die fragliche Zeit miteinander vergleicht
(Urk. 7/200/9)
. Diese weist
keine Verbesserung
der Beweglichkeit
aus
, sie zeigt allerdings auf, dass die von
Dr.
C._
dargelegten Werte erheblich von den anderen abweichen
.
Alleine auf
grund der
von
Dr.
C._
gemessenen
Schulterinnenrotation
von
70°
(Urk. 7/183/44, Urk. 7/204/1, Urk. 7/213/2)
,
welche
im Vergleich zur Messung des
Z._
vom 19. September 2006
von 30°
(vgl. Urk. 7/72/15)
höher ausfiel
, ist noch keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
ausgewiesen.
Dies stimmt zudem damit überein, dass Dr.
C._
die gegenüber dem somatisch-orientierten Teilgutachten vom 19. September 2006 beschriebene Verbesserung des Gesundheitszustandes lediglich als diskret bezeichnete (Urk. 7/183/54).
Dr.
C._
konnte
den
Schultertiefstand rechts
, welcher im Gutachten des
Z._
vom 19. September 2006 als „leicht“ bezeichnet wurde (Urk. 7/72/15), und im Gutachten des
A._
vom 26. April 2007 mit „ventraler Fehlstellung“ beschrieben wurde (Urk. 7/78/5),
nicht mehr feststellen
(Urk. 7/183/56)
.
Dies steht im Gegensatz zu den Ausführungen von Dr.
D._
vom 4.
April 2013
, welcher weiterhin einen Schultertiefstand rechts feststellte,
den
er auf die ventrale
Sub
luxationsstellung
des rechten Schultergelenkes stützte
(Urk. 7/200/1).
Die Aus
führungen von Dr.
D._
stimmen mit den Befunden von Dr.
E._
und Dr.
F._
überein
.
Letztere
berichtete
n sogar
von einer zunehmenden
Ventralisation
der rechten Schulter (Urk. 7/200/4, Urk. 7/200/7).
Hinzu kommt, dass die
bildgebende Diagnostik,
insbesondere
die
dynamische
Ultraschall
untersuchung
der
G._
vom 6. Mai 2013
als Diagnose der rechten Schulter eine PASTA-Läsion der
ventro
-distalen
Supraspinatussehne
mit einer darunterliegenden
ossären
Läsion ergab (Urk. 7/220/3).
Somit ist der
Schulter
tiefstand
rechts sowohl anhand der konsistenten Befunde der Ärzte Dr.
D._
, Dr.
E._
und Dr.
F._
ausgewiesen und
er wird
durch die
Ultraschall
untersuchung
vom 6. Mai 2013 gestützt.
In somatischer Hinsicht ist damit fest
zustellen, dass die Angaben des Gutachters
Dr.
C._
in für die Fragen der
Ren
tenrevision
entscheidenden Punkten erheblich von den übrigen Fachärzten abweichen, obwohl diese die Versicherte zeitnahe zur Begutachtung durch
Dr.
C._
gesehen haben und ohne dass
Dr.
C._
überzeugend seine abweichenden Befunde und Einschätzungen begründet hätte. Von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation in somatischer Hinsicht kann damit nicht ausgegan
gen werden.
In
psychiatrische
r Hinsicht ist
sodann
auszuführen, dass weder die
Begutach
tung des
Z._
vom 2. August 2006 (vgl. Urk. 7/72/20-23), noch jene von Dr.
B._
am 25. Februar 2013 (vgl. Urk. 7/183/3-39) zu Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
führten
(Urk. 7/72/
23-
24, Urk. 7/183/28). Somit ist die psychiatrische Seite nach wie vor invalidenversicherungsrechtlich nicht
entscheidend
.
Auf das
interdisziplinäre
Gutachten vom 28. Februar 2013
ist
infolge der diver
sen aufgezeigten Inkonsistenzen
im
rheumatologischen Gutachten von Dr.
C._
nicht ab
zustellen
.
6.
6.1
Der gesundheitliche Zustand, wie er
im Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 18. März 2010 festgehalten wurde,
zeigte
eine
schwere
Funktionseinschränkung der rechten Schulter
(vgl. E. 2.2)
.
In der klinischen Untersuchung des
A._
war die aktive Beweglichkeit des rechten Schulterg
elenkes deutlich beeinträchtigt
(vgl. E. 2.3)
.
Das
Z._
berichtete zudem,
dass
d
ie
paracervikale
Muskulatur ebenfalls diffus
druckdolent
mit einer schmerzhaft eingeschränkten Beweglich
keit der Halswirbelsäule
sei
. Zudem war auch die linke Schulter in ihrer Funk
tion leicht eingeschränkt (
vgl.
E. 2.
2
).
Gestützt auf die vorhandenen gesundheit
lichen Einschränkungen wurde eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit von maximal 40 % angenommen
(E. 2.4)
.
Gegenüber der damaligen Situation berichtete
Dr.
E._
vom
A._
in ihren Arztberichten vom 29. August und vom 25. Oktober 2013
von einer Ver
schlechterung des Allgemeinzustandes aufgrund der Rückenproblematik,
welche auf degenerative Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule mit einer
Dis
kushernie
L5/S1 sowie auf eine Skoliose zurückzuführen sei (Urk. 7/200/7-8
, vgl. Urk. 7/210/1)
.
Diese Verschlechterung
führ
e zu
zusätzliche
n
Einschränkun
gen
der Arbeitsfähigkeit, indem langes Sitzen, langes Stehen und mittelschwere und schwere körperliche Arbeiten nicht günstig seien (Urk. 7/200/6-7, vgl. Urk. 7/210/1).
Auch
Dr.
D._
berichtete
von einem eindeutigen Überhang der Wirbelsäule nach rechts. Zudem fand er eine deutliche Hyposensibilität im Ober
-
und Unterschenkel mehr auf der Aussenseite als auf der Innenseite des rechten Beines und führte aus, dass dies einer Pathologie der unteren LWS wie sie radiologisch im MRI dokumentiert sei
,
mit
einer
Diskushernie
bei L5/S1, entspreche (
Urk. 7/200/2)
.
Ebenfalls wurde
neu von einer beginnenden
Omarthrose
im Schultergelenk rechts
berichtet
(Urk. 7/162/1, Urk. 7/163/5)
,
und
das
A._
beschrieb
eine
zunehmende
Ventralisation
des rechten Schultergelen
kes (Urk. 7/200/7)
.
Aufgrund der neuen zusätzlichen Beschwerden, ist
von
eine
r leichten
Verschlech
terung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin aus
zuge
hen
.
Oberärztin Dr.
E._
betreut die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren
. Ihre Arztberichte beruhen auf Befunderhebungen, Diagnosen und bildgebenden Dokumenten und setzen sich mit anderen Arztberichten, insbesondere denjeni
gen von Dr.
C._
auseinander
(vgl.
Urk. 7/46, Urk. 7/64, Urk. 7/65, Urk. 7/67, Urk. 7/70, Urk. 7/75,
Urk. 7/99, Urk. 7/153,
Urk.
7/
163
,
Urk. 7/180,
Urk. 7/200, Urk. 7/210, Urk. 7/220
)
. Zudem
berücksichtige
n
sie
auch den Verlauf (Urk. 7/200/6).
Durch die
festgestellten
zusätzlichen Einschränkungen erachtete
Dr.
E._
die Beschwerdeführerin weiterhin für eine leichte
wechselbelas
tende
Tätigkeit ohne Arbeiten über der Horizontalen
zu
30 % arbeitsfähig
(Urk. 7/200/7)
.
Bei der erstmaligen
Rentenzusprache
hielt sie eine 30 - 40%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für zumutbar (Urk. 7/99
/1-2
)
und das hiesige Gericht ging von einer maximalen 40%igen Arbeitsfähigkeit aus (E.
2.4).
I
n Anbetracht der neu hinzugetretenen Beschwerden
ist eine leichte Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 30
% nachvollziehbar.
Die weiteren einge
reichten Arztberichte widersprechen dem nicht:
Dr.
D._
führte aus, dass die neu aufgetretene Problematik der Diskushernie sicher keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mit sich bringen könne (Urk. 7/200/3)
,
und Dr.
F._
ging bereits aufgrund der Schulterproblematik von einer Restarbeitsfähigkeit von 30 % aus
(Urk. 7/200/5)
.
6
.2
Bei der letztmaligen
Rentenzusprache
wurde die bisherige Tätigkeit als kaufmän
nische Sachbearbeiterin als angepasste Tätigkeit erachtet, wobei die Beschwerdeführerin Pausen einlegen können sollte. Zudem wurde eine wechsel
belastende Tätigkeit empfohlen und festgehalten, dass Arbeiten über der Hori
zontalen vermieden werden müssten (
Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2008.00472
vom 18. März 2010
E. 2.5
).
Dieses Belastungsprofil ist auch weiterhin zutreffend, wie Dr.
E._
in ihrem Arztbericht vom 29. August 2013 ausführte (Urk. 7/200/7).
6.3
Die im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte (Urk. 10/1-4, Urk. 12) führen überdies zu keinem anderen Resultat
:
Darin werden keine neuen Diag
nosen vorgebracht und im Übrigen ergingen sie erst nach der Verfügung vom 10. April 2014, weshalb sie
im vorliegenden Verfahren
nicht zu beachten sind.
6.4
Zusammenfassend
ist
festzustellen, dass sich
der Gesundheitszustand
seit
de
n
Gutachten des
Z._
vom 19. September 2006 (Urk. 7/72)
und
des
A._
vom 26.
April 2007 (Urk. 7/78)
aufgrund der neu hinzugetretenen
Rückenproble
matik
, der
Omarthrose
im rechten Schultergelenk und einer zunehmende
n
Ventralisation
desselben
bei
einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit
verschlechtert hat
.
7
.
7
.1
Der
neu zu ermittelnde
Invaliditätsgrad ist mittels eines Vergleichs von Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage im Zeitpunkt der stritti
gen
Rentenherabsetzung
im Jahr 201
4
zu erheben (vgl. BGE 129 V 222 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
7
.2
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist jenes Einkommen
massgeblich
, das d
i
e Beschwerdeführer
in
als Gesunde
hypothetisch
erzielt hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Die
Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 S. 2
f.
)
von einem
Valideneinkommen
für das Jahr 2013 von Fr. 79‘874.80 aus. Dieser Betrag errechnete sie, indem sie das
Valideneinkommen
per 2007 von Fr. 73‘777.--, welches dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 18. März 2010 zu entnehmen ist, auf das Jahr 2013 indexierte. Dieser Vorgehensweise ist zu fol
gen, wobei nun auf das Jahr 2014
zu indexieren ist
, da die Verfügung vom 10. April 2014 stammt (Urk. 2).
Ausgehend von Fr. 73‘777.
--
per 2007 und
unter
Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
bis 201
4
ergibt dies ein
Valideneinkommen
von
Fr.
80
‘
412
.
1
0
im
Jahr 201
4
(Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche
[1993 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex
Frauen
1993-20
15
[T1.93]
,
200
7
: 1
21
.
2
, 201
4
: 132
.
1
).
7
.3
7
.3.1
Für das Invalideneinkommen ist dasjenige Entgelt
massgebend
, welches die versi
cherte Person aufgrund ihres konkreten Gesundheitsschadens
zumutbarer
weise
noch zu erzielen in der Lage wäre (Art. 16 ATSG). Bei dessen Ermittlung ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kön
nen die statistischen Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun
desamtes für Statistik (BFS) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2, Urteil des Bundesgerichts 9C_713/2014 vom 3. Februar 2015 E. 6.1).
7
.3.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des Invalideneinkommens auf die Lohnstrukturerhebungen des
BFS
(vgl. Urk. 2 S. 3)
. Da die Beschwerde
führerin nicht arbeitstätig ist
(Urk. 7/153/2, Urk. 7/154)
,
kann dieser Vorge
hensweise gefolgt werden
und zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist auf die statistischen Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des BFS abzustel
len (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b).
Die IV-Stelle
errechnete
das Invalideneinkommen
wie es bereits im Gerichts
urteil geschehen war,
gestützt auf die LSE TA7, Ziffer 23,
kaufmännisch-admi
nistrative Tätigkeiten, Anforderungsniveau 3
,
Berufskenntnisse, zitiert aus LSE 20
10
und indexierte den Betrag auf das Jahr 2013.
A
usgehend von einem 60%igen Pensum
ergab dies
für das Jahr 2013
Fr. 44‘607.
50
.
Im Gegensatz zu den
Annahmen in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 S. 2 f.)
,
ist das
Invali
deneinkommen
basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 30 % in angepasster Tätigkeit
zu berechnen
.
7
.3.3
In Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ist
zu
r
echt
auf
die LSE 20
10
,
Tabelle TA
7
,
Ziff.
23, andere kaufmännisch-administ
rative Tätigkeiten, Anforderungsniveau 3, Frauen,
Median
abzustellen.
Weil im Zeitpunkt der vorliegend strittigen Verfügung im April 2014
die Zahlen der LSE 2012, die erst im Oktober 2014 veröffentlicht wurden (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 2
2.
Oktober 2014), noch nicht vor
lagen
,
können die damals
aktu
ellsten statistischen Daten nur der im Verfügungszeitpunkt geltenden LSE
2010 entnommen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2)
.
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basiert auf 4
1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) betrug Fr. 5‘782
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 201
4
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzu
rechnen
(BFS, T03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche)
sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [
1993
= 100; im Internet abrufbar] Nominallohnindex Frauen [T1.
93
]
; 20
10
:
12
7
.
4
, 201
4
: 1
32.1
) und eines
30
%igen Arbeitspensums resultiert ein Betrag von Fr.
22
‘
500
.
4
0.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
80‘412.10 und einem Invalideneinkommen
von
Fr.
22‘500.40 ergib sich ein Invaliditätsgrad von 72
%
und damit eine ganze Rente. Die Frage der Reduktion des Invalideneinkommens aufgrund eines zusätzlichen leidensbedingten Abzuges stellt sich somit nicht mehr. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr. 800.-- anzusetzen. Die Kosten sind der unterlie
genden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
I
n der eingereichten Kostennote vom
9
.
Oktober
2015 (Urk.
14
)
machte Rechtsan
wältin
Gwerder
für das vorliegende Verfahren einen Aufwand von
23
Stunden à Fr. 2
5
0.
--
und
Barauslagen von Fr.
122.90
geltend
.
I
n Würdigung des Aktenumfangs mit vielen Arztberichten, der Beschwerdeschrift sowie mit Blick auf den mittel schweren Sachverhalt
ist
ein Stundenaufwand von
23
Stunden
an der oberen Grenze. Der
gerichtsübliche Stundenansatz
betrug jedoch
bis Ende 2014 Fr. 200.
--
.
Damit ist
eine Prozessentschädigung von Fr.
5
‘
100
.
--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
von der Beschwerde
-
gegnerin
zu bezah
len.