# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 05765edf-ea7f-416a-9a59-c8b22e0b0a11
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 25. September 2006 verstarb E.. Sie hinterliess als gesetzliche Erbinnen ihre Töchter A. sowie B.. A. und B. beauftragten in der Folge D. mit der Abwicklung der Erbangelegenheit. Mit Schreiben vom 23. März 2007 beziehungsweise 24. März 2007 entzogen sie ihm das Mandat wieder, woraufhin D. den beiden Erbinnen mit Schreiben vom 4. April 2007 die Schlussrechnung zustellte, welche auf den 5. April 2007 datiert war. Am 3. August 2007 gelangte D. erneut an die genannten Personen und machte sie darauf aufmerksam, dass die Honorarrechnung vom 5. April 2007 noch nicht beglichen worden sei und bat um Begleichung der Honorarrechnung in der Höhe von Fr. 10‘356.20 bis zum 31. August 2007.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 11. März 2008 instanziierten F. und D. eine Forderungsklage aus Mandatsverhältnis gegen A. sowie B.. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 30. Mai 2008 stellte der  des Kreisamtes Oberengadin am 15. Dezember 2008 den folgenden Leitschein aus:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagten seien solidarisch zu verpflichten, den Klägern den Betrag von CHF 10‘356.20 nebst 5% Zins seit dem 24.02.2008 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.
2. Eventuell sei die Klage abzuweisen.
3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, nebst 7.6 % MwSt., zu Lasten der Kläger.“
C. Das C. prosequierte den Leitschein mit Prozesseingabe vom 8. Januar 2009 an das Bezirksgericht Maloja und stellte folgende Rechtsbegehren:
„1.Es seien die Beklagten solidarisch zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 9‘629.50 nebst 7.6% Mehrwertsteuer auf CHF 9‘562.00 sowie 5% Verzugszins seit 24.02.2008 zu bezahlen.
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2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
In seiner Prozesseingabe führte D. als Rechtsvertreter des C. die wesentlichen, zeitaufwendigen Bemühungen im Rahmen der Nachlassabwicklung auf, um die Forderung der Klägerin gegenüber den Beklagten zu begründen. Dabei verwies er zusätzlich auf die Detaillierung in der Honorarrechnung, aus welcher die anwaltliche Tätigkeit für die beiden Erbinnen beziehungsweise Beklagten nachvollzogen werden könne.
D. Am 16. März 2009 reichte der Rechtsvertreter von A. und B. die Prozessantwort ein und stellte folgende Rechtsbegehren:
„1.Die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2. Es sei in Anwendung von Art. 94 Abs. 1 ZPO eine Gerichtsverhandlung zur Abklärung der Aktivlegitimation der Klägerschaft durchzuführen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.“
Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, gemäss dem Leitschein vom 15.12.2008 bestehe die Klägerschaft aus den Herren F. sowie D.. Die Prozesseingabe vom 08.01.2009 sei hingegen von der Kollektivgesellschaft C. eingereicht worden. Entgegen den im Leitschein aufgeführten natürlichen Personen Dr. F. und Dr. D. sei auf Seiten der Klägerschaft nunmehr eine juristische Person, nämlich die Kollektivgesellschaft C. als Klägerin aufgetreten. Ein Parteiwechsel sei jedoch nur mit Zustimmung aller bisherigen Parteien zulässig. Eine solche Zustimmung liege seitens der Beklagtschaft nicht vor und werde auch nicht erteilt. Aus diesem Grunde werde die Aktivlegitimation der Klägerschaft bestritten, da es sich um einen gewillkürten Parteiwechsel handle, weshalb die Klage bereits aus diesem Grunde abzuweisen sei. Der Rechtsvertreter von A. und B. führte im Weiteren aus, dass in der Prozesseingabe zutreffend festgehalten worden sei, dass die Beklagten anlässlich der ersten Aufnahme des Erbschaftsinventars hätten feststellen müssen, dass namhafte Beträge aus dem Vermögen ihrer verstorbenen Mutter nicht mehr auffindbar gewesen seien. Mit der Vermögensverwaltung der Erblasserin sei vor deren Ableben der italienische Staatsbürger Herr G. beauftragt worden und es bestehe der dringende Verdacht, dass Herr G. sich Vermögenswerte der Erblasserin im Umfang von ca. CHF 500‘000.-- angeeignet habe. Nachdem in Italien bereits ein Verfahren gegen Herrn G. eingeleitet worden sei und die Bemühungen von D.
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sowie des Willensvollstreckers zur Auffindung von Herrn G. und zur Wiedereinbringung der fehlenden Beträge keinen Erfolg gehabt hätten, hätten die Beklagten zu ihrer Interessenwahrung in Italien sowie gegenüber Herrn D. Rechtsanwalt H. beauftragt. Herr RA H. habe aus diesem Grund mehrfach Herrn D. um detaillierte Auskunftserteilung sowie um Zustellung der notwendigen Unterlagen in italienischer Sprache ersucht. Herr D. habe diese Auskunftsersuchen jedoch ignoriert. Indem D. verhindert habe, dass Rechtsanwalt H. innert nützlicher Frist nach dem Ableben der Erblasserin in Italien gegen Herrn G. hätte vorgehen können, habe er mehrfach gegen die berufsrechtlich relevanten Treuepflichten gemäss Art. 12 des Anwaltsgesetzes (BGFA) und insbesondere gegen die Aufklärungs- und Benachrichtigungspflichten des Anwaltes verstossen. Herr D. und Herr I. (Willensvollstrecker) hätten zudem noch kurz nach dem Ableben der Erblasserin Kontakt mit Herrn G. gehabt und es hätte demnach noch die Möglichkeit bestanden, den eingetretenen Schaden zu verhindern. Herr G. sei nunmehr nicht mehr auffindbar und es müsse davon ausgegangen werden, dass der grosse Teil der Erbschaft verloren sei, was nach Meinung der Beklagten bei Befolgung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht hätte verhindert werden können. Die Beklagten seien zudem zu keinem Zeitpunkt über den Fortgang der Erbschaftsangelegenheit E. informiert worden, um die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten oder ihre Recht wahrnehmen zu können.
E. Mit Schreiben vom 5. Mai 2009 reichte das C. ihre Replik ein. Darin führte es aus, dass ihr Advokatur- und Notariatsbüro im Jahre 1996 aufgrund eines Gesellschaftsvertrags als Kollektivgesellschaft gegründet worden sei. Sie trete nach aussen ohne Zweifel kollektivistisch auf und müsse aufgrund dieses Rechtsscheins von den Mandanten entsprechend qualifiziert beziehungsweise in der Rechtsform der Kollektivgesellschaft aufgefasst werden. Im Übrigen sei das Advokatur- und Notariatsbüro auch wegen des in der Öffentlichkeit erweckten Rechtsscheins als Kollektivgesellschaft zu qualifizieren, was der Bezeichnung in der Prozesseingabe vom 8. Januar 2009 sowie derjenigen im Leitschein des Kreisamtes Oberengadin vom 15. Dezember 2008 entspreche. Im Weiteren sei es abwegig, um nicht zu sagen unsinnig, von Seiten der beiden Beklagten und ihres italienischen Rechtsanwaltes H. sinngemäss behaupten zu wollen, der grosse Teil der Erbschaft sei als Folge ihrer Untätigkeit nicht mehr auffindbar beziehungsweise verloren gegangen.
F. In der Folge erhielten A. und B. Gelegenheit, sich zu der eingereichten Replik der Gegenpartei zu äussern. Dabei beantragten sie nebst der Abweisung der Klage, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne, dass die
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eingeklagte Honorarforderung eventualiter aufgrund des eindeutigen Verstosses gegen Art. 12 BGFA nach Ermessen des Gerichts zu reduzieren sei.
G. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 10. März 2010 statt. Mit Urteil vom 10. März 2010, mitgeteilt am 11. Mai 2010, erkannte das Bezirksgericht Maloja, was folgt:
„1.Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagten werden verpflichtet, der Klägerin den Betrag von CHF 7‘458.80 zuzüglich Zins zu 5% seit 24. Februar 2008 unter solidarischer Haftung eines jeden für den gesamten Betrag zu zahlen.
2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 5‘000.-- und Schreibgebühren von CHF 500.-, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.-- werden zu einem Viertel der Klägerin und zu drei Vierteln den Beklagten auferlegt.
3. Die Beklagten werden verpflichtet, die Klägerin mit CHF 4‘390.60 inkl. MwSt. ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations