# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 532f5a8a-3ef1-4e1c-91fc-cbd0f6b08b09
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Gegen A. ist bei der Bundesanwaltschaft ein gerichtspolizeiliches  (EAII.05.0190) u. a. wegen Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei hängig (act. 1.3, S. 1). Im Rahmen seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft wurden mit Verfügung vom 6. Juli 2007  angeordnet, namentlich eine beschränkte Schriftensperre, die Retention seines schweizerischen Reisepasses, eine wöchentliche Meldepflicht, eine Kaution und die Zurückhaltung seiner indischen  (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 4, S. 1). Schon bei der Haftentlassung wurde A. seine Identitätskarte 1  (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 5, S. 2).
B. Auf verschiedene Gesuche von A. hin und mit der Zustimmung der  lockerte der zuständige Untersuchungsrichter mit  vom 30. April 2008 die Ersatzmassnahmen, gab A. seinen bis 27. Februar 2013 gültigen Reisepass 2 auf unbestimmte Zeit heraus und ordnete eine nunmehr monatliche Meldepflicht an (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 3, S. 1). Trotz Schriftensperre wurden A. am 10. Juni 2008 bzw. 25. September 2008 ohne Beanstandungen eine neue Identitätskarte 3 und ein neuer Reisepass 4 ausgestellt und ausgehändigt (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 4 und 5). A. hatte diese beantragt, da seine alten Ausweispapiere beschädigt waren (URA  zur Beschwerdeantwort, act. 5 und 6).
C. Am 1. Dezember 2008 meldete A. den neu ausgehändigten Reisepass so-
wie die neue Identitätskarte als verloren an und beantragte neue . Die Dokumente hatte er während eines Aufenthalts in Spanien verloren, wobei er eine Verlust- und Diebstahlsanzeige vorwies (URA  zur Beschwerdeantwort, act. 5). Die Ausstellung neuer Dokumente wurde A. aufgrund der geltenden Schriftensperre vom Passbüro verweigert, weswegen er am 5. Dezember 2008 beim Untersuchungsrichter ein  um Aufhebung der Schriftensperre, eventualiter auf die einmalige,  Aufhebung der Schriftensperre zur Ausstellung eines , beantragte (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 1). Mit Wiedererwägungsentscheid vom 15. Dezember 2008 wurde die  eines neuen Reisepasses 5 bewilligt. A. erhielt diesen am 17.  2008 ausgehändigt (URA Beilagenordner zur Beschwerdeantwort, act. 7).
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D. Mit Gesuch vom 8. Mai 2009 beantrage A. beim zuständigen  die beschränkte Aufhebung der Schriftensperre zwecks  Ausstellung einer Identitätskarte (act. 1.2). Am 18. Mai 2009 liess die Bundesanwaltschaft im Rahmen ihrer Vernehmlassung mitteilen, dass aus ihrer Sicht der Gutheissung des Gesuchs nichts entgegenstünde (act. 1.4). Mit Verfügung vom 27. Mai 2009 wies der Untersuchungsrichter das Gesuch ab (act. 1.3); unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass trotz Schriftensperre und expliziter Anordnung im  vom 15. Dezember 2008, in welcher ausdrücklich nur die  eines neuen Reisepasses verfügt wurde, A. fälschlicherweise auch  neue Identitätskarte 6 herausgegeben worden sei (act. 1.3, S. 2).
E. Gegen diese Verfügung gelangte A. am 29. Mai 2009 mit Beschwerde an
die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, die Aufhebung der Verfügung des  vom 27. Mai 2009 sowie die beschränkte, auf die  Ausstellung einer Identitätskarte gerichtete, Aufhebung der  bzw. die Ermächtigung des zuständigen Passbüros, eine solche auszustellen (act. 1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2009 beantragte die  aufgrund der in der Verfügung neu vorgebrachten Argumentation des Untersuchungsrichters die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 5). Der zuständige Untersuchungsrichter schloss in seiner  vom 26. Juni 2009 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde (act. 6).
In seiner am 3. Juli 2009 eingereichten Beschwerdereplik hielt A. an seinen Anträgen fest und bestritt die behauptete, fälschlicherweise bereits erfolgte Ausstellung einer Identitätskarte 6 und beantragte zusätzlich eventualiter die Einholung einer entsprechenden Auskunft beim zuständigen Passbüro Liestal (act. 10, S. 2). Die Replik wurde der Bundesanwaltschaft und dem Untersuchungsrichteramt am 6. Juli 2009 zur Kenntnis gebracht (act. 11 und 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.
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## Considerations

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 BStP kann der Beschuldigte jederzeit ein Haftent-
lassungsgesuch einreichen. Dieses Prinzip ist analog auch auf  zur Untersuchungshaft anwendbar, womit der Beschuldigte jederzeit deren Aufhebung beantragen kann (Entscheide des  BH.2008.2 vom 20. Februar 2008, E. 1.1; BH.2007.3 vom 2. Mai 2007, E. 1.2; BH.2006.31 vom 13. März 2007, E. 1.2). Im Falle der  eines solchen Gesuchs durch das Untersuchungsrichteramt oder durch die Bundesanwaltschaft kann der Beschuldigte mit Beschwerde an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangen (Art. 52 Abs. 2 BStP und Art. 28 Abs. 1 lit. a SGG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 des  vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht; SR 173.710); das Verfahren richtet sich nach den Art. 214 ff. BStP. Die Beschwerde steht den Parteien und einem jeden zu, der durch eine Verfügung des  einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 BStP). Die Beschwerde ist innert fünf Tagen, nachdem der  von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP). Das Bundesstrafgericht prüft seine Zuständigkeit bzw. die  eines Rechtsmittels von Amtes wegen und mit freier Kognition (u. a. Entscheid des Bundesstrafgerichts BH.2008.16 vom 22. September 2008, E. 1.1).
1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die Verweigerung der Aufhebung der ihm
gegenüber verhängten Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft  und als Partei (Art. 34 BStP) zur Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher .
2. 2.1 Gemäss Art. 53 BStP kann der Beschuldigte, der wegen Fluchtverdachts
im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 BStP verhaftet ist oder in Haft zu setzen wäre, in Freiheit gelassen werden gegen Bestellung einer Sicherheit dafür, dass er sich jederzeit vor der zuständigen Behörde oder zur Erstehung einer Strafe stellen werde. Diese Bestimmung entspricht Art. 5 Ziff. 3 letzter Satz EMRK, wonach die Freilassung von der Leistung einer Sicherheit für das Erscheinen vor Gericht abhängig gemacht werden kann. Da die  an Stelle der Untersuchungshaft treten, setzen sie  Haftgründe gemäss Art. 44 BStP voraus. Zudem müssen sie im  Interesse liegen und verhältnismässig sein (Urteil des  1B_120/2008 vom 24. Oktober 2008, E. 3. m.w.H.; TPF 2008 103
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E. 2; TPF 2006 313 E. 2.1; Entscheide des Bundesstrafgerichts BH.2008.22 vom 1. April 2009, E. 2.1; BH.2008.16 vom 22. September 2008, E. 2.1; BH.2007.17 vom 25. April 2008, E. 3.2). Sobald der Haftgrund weggefallen ist, muss auch die Ersatzmassnahme aufgehoben werden. Gemäss Rechtsprechung sind an das Vorliegen der Fluchtgefahr weniger hohe Anforderungen zu stellen, wenn diese nicht der Untersuchungshaft, sondern einer die persönliche Freiheit des Betroffenen weniger  Ersatzmassnahme zugrunde gelegt wird (TPF 2008 103 E. 2; TPF 2008 109 E. 2.1). In diesem Zusammenhang ist schliesslich , dass Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft keiner ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage bedürfen (BGE 133 I 27 E. 3.2 S. 30 m.w.H.; TPF 2008 103 E. 1.1; TPF 2006 313 E. 2.1).
2.2 Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des Verhältnismässigkeitsprin-
zips durch die am 27. Mai 2009 verfügte Verweigerung der Ausstellung  Identitätskarte. Es sei nicht ersichtlich, welchem Zweck die  der Ausstellung einer Identitätskarte als Ersatzmassnahme dienen solle, nachdem dem Beschwerdeführer die Ausstellung eines Passes  bewilligt wurde (act. 1, S. 4). Die Vorinstanz hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass mit der Ausstellung eines Reisepasses durch die rechtskräftige Verfügung vom 15. Dezember 2008 dem Anliegen des  genügend Rechnung getragen worden sei. Konkrete, namhafte Nachteile für den Beschwerdeführer seien weder dargetan noch erkennbar.
2.3 Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, ob dem Beschwerdeführer anlässlich
der Ausstellung seines mit Verfügung vom 15. Dezember 2008 bewilligten Reisepasses auch eine Identitätskarte 6 ausgestellt und ausgehändigt . Die Vorinstanz stützt sich auf einen E-Mail Austausch mit dem  für Polizei fedpol, Abteilung Ausweise und besondere Aufgaben,  Ausweisschriften/Nachforschungen nach vermissten Personen, vom 26. Mai 2009, worin bestätigt wird, dass dem Beschwerdeführer am 17. Dezember 2008 ein gültiger Reisepass 5 sowie eine gültige  6 durch das Passbüro Liestal ausgestellt wurden (URA  zur Beschwerdeantwort, act. 11) und hält aus diesem Grunde die  für vollkommen unbegründet (act. 1.3, S. 2 f.). Der  hingegen bestreitet die Ausstellung einer Identitätskarte am 17.  2008 und stellt in seiner Replik den Eventualantrag, die  solle eine entsprechende Auskunft einholen (act. 10, S. 2).
2.4 Im Sinne dieses Eventualantrages wurde direkt mit dem Passbüro Liestal
am 23. Juli 2009 Kontakt aufgenommen und nach der aktuellen  des Beschwerdeführers gefragt. Aufgrund der eingeholten Auskunft,
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von deren Richtigkeit ausgegangen wird, wurde dem Beschwerdeführer  der Passausstellung auch eine Identitätskarte ausgestellt, diese wurde ihm jedoch aufgrund der noch geltenden Schriftensperre nicht  und befindet sich noch im Besitz des Passbüros (act. 13).
2.5 Im vorliegenden Fall sind in erster Linie die Kriterien für die Aufrechterhal-
tung einer Ersatzmassnahme zur Beurteilung heranzuziehen. In diesem Zusammenhang erscheint es unverhältnismässig und darüber hinaus  zur Vermeidung oder zur Reduktion der Fluchtgefahr, dem  die Ausstellung einer Identitätskarte zu verweigern,  der bereits ausgestellte Pass doch weitergehende  (anders verhält sich dies im umgekehrten Fall, vgl. Entscheid des  BH.2009.2 vom 11. Mai 2009, E. 6.3). Für die Beurteilung des Antrages wird die Beschwerdevoraussetzung des Bestehens eines  Nachteils nicht für die materielle Prüfung der Beschwerde berücksichtigt. Dieser stellt eine Prozessvoraussetzung dar und wurde  in der Prüfung der Beschwerdelegitimation bejaht.
Nach dem Gesagten ist das Begehren des Beschwerdeführers  und die beschränkte Aufhebung der Schriftensperre zwecks einmaliger Ausstellung einer Identitätskarte zu genehmigen bzw. das zuständige Passbüro zu ermächtigen, dem Beschwerdeführer eine solche auszustellen bzw. die bereits ausgestellte Identitätskarte noch auszuhändigen.
3. 3.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden keine Gerichtskosten erhoben
(Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG). Die  wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den geleisteten  von Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.
3.2 Grundsätzlich wird die unterliegende Partei gegenüber der obsiegenden
Partei entschädigungspflichtig (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 Abs. 2 BGG). Im vorliegenden Fall wird die Parteientschädigung auf Fr. 1’000.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) festgesetzt (Art. 3 Abs. 2 des Reglements vom 26. September 2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem ; SR 173.711.31), welche von der Beschwerdegegnerin zu entrichten sind.
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