# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7014a4a1-4896-48cd-a1d5-7ed6c6249033
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
2
A. X. wurde am 19. April 1953 in A. geboren. Dort wuchs er gemäss eigenen Angaben zusammen mit zwei Brüdern und zwei Schwestern in geordneten Familienverhältnissen auf. Er besuchte acht Jahre die Volksschule und vier Jahre die Hochschule. Danach erlernte er den Beruf des Plattenlegers und schloss diese Ausbildung nach drei Jahren mit Erfolg ab. Anschliessend bildete er sich in einem Jahr zum Polier weiter und arbeitete in der Folge zehn Jahre auf diesem Beruf. 1989 kam X. in die Schweiz und arbeitete zunächst drei Jahre in B. bei der Firma C. als Plattenleger. Während der Wintersaison war er als Kellner im Restaurant D. in E. tätig. Zwischen 1994 und 1996 arbeitete er bei der Firma F. in G. als Plattenleger. Seit 1996 ist X. bei der Firma H. in G. als Tankwart angestellt. Sein monatliches Gehalt beträgt im Durchschnitt Fr. 3'000.--. Gemäss eigenen Angaben hat er Schulden im Gesamtbetrag von Fr. 30'000.--.
Im Jahre 1996 verheiratete sich X. mit I.. Die Ehe blieb kinderlos. X. hat zusammen mit der in Serbien lebenden J. zwei Kinder, K., geboren am 19. März 1979 und L., geboren am 21. September 1980. Unterhaltspflichten hat er keine zu erfüllen.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Eintragung verzeichnet. Am 13. Juni 2000 wurde er vom Kreispräsidenten G. wegen Vereitelung der Blutprobe und Verletzung von Verkehrsregeln mit 10 Tagen Gefängnis unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren und mit einer Busse von Fr. 800.-- bestraft. Aus dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 20. September 2001 geht über den Berufungskläger nichts Nachteiliges hervor.
B. Mit Verfügung vom 15. August 2001 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. wegen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 StGB. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Chur beauftragt. Nach Abschluss der Untersuchung versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden X. mit Verfügung vom 21. Mai 2002 wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB in den Anklagezustand. Diese zu Handen des Bezirksgerichts Plessur erhobene Anklage stützte sich auf folgenden Sachverhalt:
„In den Sommerferien 2000 und 2001 halfen N., 24.12.1987, und M., 24.06.1988, bei der H. Tankstelle an der O.-Strasse in G. aus.
Im Juli 2000 kniff X. mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand fünf bis sechs Mal N. im Vorbeigehen über dessen Beinkleidung in den Penis. N. gab X. jeweils zu verstehen, dies nicht zu mögen und er solle dies unterlassen.
3
Zwischen Mitte Juli und Ende August 2000 kniff X. ebenfalls mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand fünf bis zehn Mal M. im Vorbeigehen über dessen Beinkleidung in den Penis. M. versuchte jeweils, X.s Hand wegzuschlagen oder mit dem Arm das Geschlechtsteil zu verdecken.
Im Sommer 2001 wurde M. zwischen Bar und Kasse des Tankstellenshops erneut ca. drei Mal von X. mit Daumen und Zeigefinger in den Penis gekniffen.
Am späten Nachmittag des 09. Juli 2001 kniff X. mit Daumen und Zeigefinger N. in dessen Geschlechtsteil. N. schlug die Hand X.s weg und teilte ihm mit, dass er dies nicht mag.
Am 13. Juli 2001 hielt sich N. um 18.00 Uhr mit P., der Schwester von M., im Shop bei der Theke auf. X. ging zwischen ihnen und der Kaffeebar nach hinten ins Lager. Beim Zurückkommen packte er mit der im Gegenuhrzeigersinn nach aussen gedrehten rechten Hand N.s Geschlechtsteil. Auch in diesem Fall teilte N. X. mit, dass er dies unterlassen soll. X. ging ein weiteres Mal nach hinten ins Lager. Bei seiner Rückkehr packte er ein zweites Mal in derselben Art und Weise mit der rechten Hand N.s Penis. Die sich neben N. aufhaltende P. bestätigt das zweimalige Zupacken X.s.
X. bestreitet sämtliche Vorfälle, sowohl das zahlreiche Kneifen mit Daumen und Zeigefinger als auch das zweimalige Packen mit der ganzen Hand. Er habe N. lediglich mit dem Handrücken kurz am Bauch bzw. Magen berührt.
Sagte Q., der Chef von X., gegenüber der Polizei noch aus, X. habe ihm gegenüber gezeigt, wie er N. mit der rechten Hand von unten nach oben am Geschlechtsteil gepackt habe, machte er gegenüber dem Untersuchungsrichter lediglich noch geltend, X. habe gemäss eigenen Angaben mit dem Handrücken bei einer Bewegung nach vorne evtl. N.s Geschlechtsteil berührt.
Am 04. Februar 2002 reichte R. von der Opferhilfe-Beratungsstelle für M. eine Adhäsionsklage in der Höhe von Fr. 500.-- Genugtuung, zuzüglich 5% Zins seit dem 07. Oktober 2001 ein.“
C. Mit Urteil vom 13. Dezember 2002, mündlich eröffnet am 13. Dezember 2002, mitgeteilt am 11. Dezember 2003, erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. X. ist schuldig der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB.
2. Dafür wird X. mit vier Monaten Gefängnis bestraft.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
4. Von einem Widerruf des mit Strafmandat des Kreispräsidenten G. vom 13. Juni 2000 ausgesprochenen bedingten Strafvollzugs der Gefängnisstrafe von 10 Tagen wird abgesehen.
5. X. wird verpflichtet, M. eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 7. Oktober 2001 zu bezahlen.
4
6. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 6'082.-- (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 2'582.--, Gerichtsgebühr von Fr. 3'500.--) gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten für die Dolmetscherin in der Höhe von Fr. 194.95 gehen zu Lasten der Gerichtskasse. Die Kosten eines allfälligen späteren Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

## Considerations