# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 674be45c-b028-4fdc-9af3-c6b5ae90e2e5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 24. Februar 2015 erstattete med. pract. A._ eine Gefährdungsmeldung wegen Selbst- und Fremdgefährdung von X._ an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nachfolgend KESB) O.1_. X._ befinde sich in einer schweren Konfliktsituation, er habe existenzielle Ängste (Angst vor Obdach- und Arbeitslosigkeit) und wisse nicht, wie er darauf reagiere. Mit seinen eigenen Lösungsmöglichkeiten erfahre er überall Widerstand (act. 2 KESB). Mit Schreiben vom 25. Februar 2015 beantwortete der Arzt an die KESB O.1_ die ihm gestellten Fragen. X._ habe in den letzten Monaten heftige Verbalattacken gegenüber Familienmitgliedern verübt. Sein gegenwärtiger sozialer Rückzug mit Verweigerungshaltung scheine in einer zunehmenden Konfliktsituation bei einer Autismus-Spektrum-Störung zu liegen. Er sei nicht in der Lage, seine persönlichen und administrativen Angelegenheiten zu erfüllen. X._ befinde sich derzeit nicht in ärztlicher oder therapeutischer Behandlung. Er erachte ihn als vollmachtsfähig, in der jetzigen Paniksituation sei er allerdings geistig unklar und könne nicht kooperieren (act. 3 KESB).
B. Die KESB O.1_ hörte X._ am 10. März 2015 an. An diesem Gespräch befragte ihn eine Fachmitarbeiterin der KESB insbesondere über die persönliche, finanzielle und berufliche Situation. X._ gab zu Protokoll, dass er lange Zeit in O.2_ und danach in O.3_ als Aviatik-Ingenieur gearbeitet habe. Im Weiteren informierte die Fachmitarbeiterin ihn über die Voraussetzungen der Errichtung einer Beistandschaft. Mit der Errichtung einer Beistandschaft war X._ nicht einverstanden. Seiner Meinung nach müsste es ihm zunächst möglich sein, auf freiwilliger Basis seine Angelegenheiten zu erledigen und dies sei er derzeit in der Lage. Die KESB O.1_ vereinbarte daraufhin mit X._, dass er sich mit der Zentralen Anlaufstelle der Stadt O.4_ in Verbindung setze und falls die freiwillige Zusammenarbeit nicht ausreichend sei resp. nicht funktioniere, werde ein Zeitgespräch im Zusammenhang mit der Errichtung einer Beistandschaft angesetzt (act. 4 KESB). In einem undatierten Schreiben berichtete X._ teilweise etwas wirr über seine persönliche Situation (act. 5 KESB).
C. Die Mutter von X._, B._, wurde am 3. Juli 2015 von der KESB O.1_ angehört. Sie erwähnte anlässlich der Anhörung, dass X._ verstorbener Vater bereits an Schizophrenie gelitten habe und dies treffe auch für seine Schwester C._ zu. Ihr Sohn habe sich an den letzten Treffen vor einigen Monaten sehr aufbrausend verhalten, weshalb sie sich vor ihm fürchte.
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Einzig zu seiner Schwester habe er noch Kontakt. X._ sei Eigentümer einer Zweiparteienhaushälfte in O.5_, welche vermietet sei und von ihr verwaltet werde. Sie hoffe, dass die Haushälfte infolge der gegen ihn angehobenen Betreibungen nicht zwangsverwertet werden müsse. Für ihren Sohn wünsche sie sich eine Beistandsperson, die ihn bei der Erledigung seiner Belange unterstütze und auch seine Wohnsituation aufgleise (act. 6 KESB).
D. Die KESB O.1_ ordnete im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme am 18. August 2015 für X._ folgende Beistandschaft an (act. 7 KESB):
"1. Für X._, geb. _ 1968, von O.6_, wird im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen gemäss Art. 445 Abs. 1 ZGB eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung nach Art. 394 i.V.m. Art. 395 und Art. 393 ZGB angeordnet mit den Aufgabenbereichen,
a) stets für eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und ihn bei allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen soweit notwendig zu vertreten;
b) ihn bezüglich seines gesundheitlichen Wohls sowie seiner hinreichenden medizinischen Betreuung zu beraten und zu begleiten, insbesondere auch eine geeignete psychiatrische Behandlung zu vermitteln;
c) ihn beim Erledigen der administrativen Angelegenheiten soweit nötig zu vertreten, insbesondere auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, Sozial- und anderen Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen,
d) ihn beim Erledigen der finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, insbesondere sein Einkommen und Vermögen sorgfältig zu verwalten, wobei X._ der Zugriff auf sämtliche Vermögenswerte mit Ausnahme des Privatkontos bei der D._ Bank, Konto Nr. _, im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen nach Art. 445 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 3 ZGB entzogen ist, soweit die Beistandsperson im Einzelfall nicht etwas anderes anordnet;
e) ihn bei der Bewirtschaftung seiner Liegenschaft in O.5_, _strasse 14, Stockwerkeigentum Nr. _, oberes Stockwerk, umfassend zu vertreten, wie beispielsweise bezüglich Belehnung durch eine Hypothek, Vermietung u.s.w., wobei X._ das Verfügungsrecht über dieses Grundstück nach Art. 395 Abs. 4 entzogen ist, unter Anmerkung im Grundbuch;
f) ihn in allen sozialversicherungsrechtlichen Belangen zu vertreten und diesbezügliche Ansprüche zu klären sowie allfällige Zahlungen (insbesondere von IV und ZL sowie der beruflichen (BVG) und privaten Vorsorge) direkt in Empfang zu nehmen.
2. Zum Beistand wird E._, Berufsbeistandschaft und Betreuungsdienst (BBD), O.4_, ernannt mit der Einladung,
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a) nötigenfalls Antrag auf Anpassung der vorsorglichen behördlichen Massnahme an veränderte Verhältnisse zu stellen,
b) erstmals per 29. Februar 2016 in einem ausserordentlichen Zwischenbericht über den Verlauf der Mandatsführung in Bezug auf die Zusammenarbeit mit X._, die Wohnsituation und die allfällige ärztlichtherapeutische Behandlung bzw. Abklärung von X._ im Zusammenhang mit der Geltendmachung von sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche zu informieren;
c) per 31. August 2017 ordentlicherweise Bericht mit Rechnung und Belegen zu erstatten.
3. Der Beistand hat in Zusammenarbeit mit der KESB (Inventarabteilung) innert sechs Wochen nach Rechtskraft dieses Entscheides ein Inventar per 18. August 2015 über die zu verwaltenden Vermögenswerte (Aktiven und Passiven) aufzunehmen.
4. (Verfahrenskosten)

## Considerations