# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 611ad515-9138-5ace-a079-6096e98b5ca2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die im Jahr 2015 gegründete B._ GmbH mit Sitz in X._ bezweckt den Betrieb eines
Speiserestaurants (www.zefix.ch). Mit Gesuch vom 2. Februar 2021 beantragte die
Gesellschaft eine finanzielle Härtefallunterstützung im Zusammenhang mit der
Covid-19-Epidemie in der Höhe von CHF 198'500. Am 10. März 2021 sprach das Amt
für Wirtschaft und Arbeit der Gesuchstellerin einen nicht rückzahlbaren Betrag von
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CHF 27'000 zu (Entschädigung der ungedeckten Fixkosten des Kalenderjahres 2020
und für die Zeit bis Ende Juni 2021, vgl. die am Ende der angefochtenen Verfügung
angebrachten "Hinweise zur Berechnung der Finanzhilfe / der ungedeckten Fixkosten",
act. 7/3.1). Die B._ GmbH war damit nicht einverstanden und beantragte am 19. März
2021 eine anfechtbare Verfügung. Aufgrund einer Neuberechnung für die Monate März
und April 2021 stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit am 29. April 2021 eine
Nachzahlung in der Höhe von CHF 27'000 in Aussicht. Ungeachtet dessen bestand die
B._ GmbH auf einer beschwerdefähigen Verfügung. Mit Verfügung vom 22. Juni 2021
hiess das Volkswirtschaftsdepartement das Gesuch um wirtschaftliche Unterstützung
im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie teilweise gut und sprach der
B._ GmbH einen nicht rückzahlbaren Beitrag von CHF 54'000 zu. Zur Begründung
wurde ausgeführt, dass gemäss den Vorgaben von Bund und Kanton lediglich die
ungedeckten Fixkosten vergütet würden. Die Gebühr für die Verfügung wurde auf
CHF 250 festgesetzt (act. 2).
B.
Mit Eingabe vom 6. Juli 2021 erhob die B._ GmbH (Beschwerdeführerin) Beschwerde
gegen die Verfügung des Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) mit den Anträgen,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine Härtefallunterstützung in
Form eines nicht rückzahlbaren Beitrags in der Höhe von CHF 133'560, eventualiter
von CHF 93'300 zu gewähren. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde
seitens des Gerichtes vorläufig verzichtet. Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 stellte die
Vorinstanz der Beschwerdeführerin eine Nachzahlung für den Monat Mai 2021 in der
Höhe von CHF 6'700 in Aussicht, wodurch sich die Finanzhilfe auf insgesamt
CHF 60'700 erhöhte. Mit Vernehmlassung vom 30. August 2021 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin verzichtete auf
eine weitere Stellungnahme.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der
Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
bis
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Beschwerde wurde mit Eingabe vom 6. Juli 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal
wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 11 Abs. 3, Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Am 16. Juli 2021 verfügte die Vorinstanz eine Nachzahlung für den Monat Mai 2021 in
der Höhe von CHF 6'700. Nachdem die Beschwerdeführerin innerhalb der Frist von 14
Tagen keine anfechtbare Verfügung verlangte, ist davon auszugehen, dass sie damit
einverstanden war. Dadurch erhöht sich der von der Vorinstanz zugesprochene nicht
rückzahlbare Beitrag auf insgesamt CHF 60'700.
2.
Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, als behördlich geschlossener
Betrieb erfülle sie die Anspruchsvoraussetzungen. Der am 2. Februar 2021 gestellte
Antrag stütze sich auf den provisorischen Jahresabschluss mit einem Verlust von
CHF 47'733. Mittlerweile liege der definitive Jahresabschluss mit einem
Aufwandüberschuss von CHF 60'690 vor. Da im Jahr 2018 umfangreiche Investitionen
an der Immobilie wie auch an den mobilen Sachanlagen vorgenommen worden seien,
müssten die für 2018 zu berücksichtigenden Abschreibungen erhöht werden. Die
tatsächlichen Fixkosten im Jahr 2020 hätten sich auf CHF 226'742 belaufen, was pro
Tag CHF 621.21 und während der Schliessungsdauer CHF 133'560 (215 Tage)
ausmache. Auch als die Restaurants wieder geöffnet gewesen seien, sei ein Fehlbetrag
erwirtschaftet worden, da die Anzahl der Sitzplätze reduziert gewesen sei und vor allem
ältere Gäste auf einen Restaurantbesuch verzichtet hätten.
3.
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer Behörde beim
entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (SR 951.262, Covid-19-Härtefallverordnung in Verbindung
3.1.
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mit Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die
Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie, SR 818.102,
Covid-19-Gesetz) hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von
der Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und
Verlusten beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für
Unternehmen entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen
dieser Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt (vgl. Art. 2 bis 6 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt indessen allein bei den Kantonen: Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei
liegt der Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden,
in deren alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für
Unternehmen mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie
Massnahmen ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die
Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den
unterschiedlichen Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum
andern ein gewisser Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der
Eidgenössischen Finanzverwaltung vom 31. März 2021 zur Covid-19-
Härtefallverordnung, act. 7/11, S. 2, nachfolgend: Erläuterungen EFV). Die Verwendung
des Begriffs "gewisser Ermessensspielraum" rührt dabei von den bundesrechtlichen
Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der Covid-19-Härtfallverordnung her, hat
aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun, die Ausgestaltung der
Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen zu können.
Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Gesetzes über die wirtschaftliche Unterstützung von
Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie (sGS 571.3, kantonales
Covid-Gesetz) kann der Kanton Unternehmen unter gewissen Voraussetzungen
Härtefallmassnahmen, darunter auch nicht rückzahlbare Beiträge, gewähren. Die
Unternehmen können keinen Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen (Art. 5 Abs. 3
des kantonalen Covid-Gesetzes).
Die Härtefallmassnahmen sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für
Härtefallmass-nahmen bereitstellt, und jene des Kantons, die maximal 95 Millionen
Franken betragen (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes). Das zur Verfügung stehende
3.2.
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4.
Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die Ausgestaltung als Kann-Vorschrift
schränken die Rechtsansprüche auf die nicht rückzahlbaren Beiträge ein oder
schliessen solche nachgerade aus. Sie zwingen die Behörden zu
Ermessensentscheiden, und zwar im Hinblick auf die Entscheidung, ob überhaupt eine
Rechtsfolge angeordnet werden soll (sog. Entschliessungsermessen). Als leitendes
Prinzip soll dabei die Gleichbehandlung gelten (vgl. BVGer A-2600/2020 vom
16. Februar 2021 E. 4.2 zu Begleitmassnahmen im Sportbereich zur Abfederung der
Folgen der Covid-19-Epidemie). Es handelt sich daher bei den nicht rückzahlbaren
Beiträgen nach dem kantonalen Covid-Gesetz um Ermessenssubventionen, auf die
kein Rechtsanspruch besteht (vgl. BVGer B-1773/2012 vom 18. Dezember 2014 E. 2.3
mit Hinweis). Entsprechend hat das Verwaltungsgericht sein Ermessen nicht anstelle
desjenigen der Vorinstanz zu setzen, sondern deren Entscheid mit einer gewissen
Zurückhaltung zu prüfen.
4.1.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Unternehmen unterstützen, die vor dem 1. Oktober
2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, am
1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund der Natur ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind und
einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette der
Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Für Unternehmen, die aufgrund
von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur Eindämmung der Covid-19-
Epidemie ihren Betrieb ab dem 1. November 2020 für mehrere Wochen schliessen
müssen oder die während dieser Dauer in der betrieblichen Tätigkeit erheblich
eingeschränkt werden, kann der Bundesrat die Anspruchsvoraussetzungen für die
Unternehmen nach diesem Artikel lockern (Art. 12 Abs. 5 des Covid-19-Gesetzes).
4.1.1.
bis
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Nach Art. 5 Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung muss das Unternehmen
gegenüber dem Kanton belegt haben, dass sein Jahresumsatz 2020 im
Zusammenhang mit behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der
Covid-19-Epidemie unter 60 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre
2018 und 2019 liegt. Das Unternehmen hat gegenüber dem Kanton sodann zu
bestätigen, dass aus dem Umsatzrückgang erhebliche ungedeckte Fixkosten
resultieren (Art. 5a der Covid-19-Härtefallverordnung; sog. Typ 1-Unternehmen). Für
Unternehmen, die aufgrund von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur
Eindämmung der Covid-19-Epidemie ihren Betrieb zwischen dem 1. November 2020
und dem 30. Juni 2021 für insgesamt mindestens 40 Tage schliessen müssen, entfallen
bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 bis 5 Millionen
Franken die Anspruchsvoraussetzungen nach den Art. 4 Abs. 1 lit. b (Nachweis der
Ergreifung von Massnahmen zum Schutz der Liquidität und der Kapitalbasis), Art. 5
Abs.1 und 1 (Nachweis des Umsatzrückgangs um mindestens 40 Prozent) sowie Art.
5a (Nachweis ungedeckter Fixkosten; Art. 5b Abs. 1 lit. a der Covid-19-
Härtefallverordnung; sog. Typ 3-Unternehmen). Die nicht rückzahlbaren Beiträge an
Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 5 Millionen Franken belaufen sich indes auf
höchstens 20 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre 2018 und
2019 und auf höchstens 1 Million Franken pro Unternehmen bzw. auf höchstens
30 Prozent und 1,5 Millionen Franken, wenn der Umsatz des Unternehmens im
Vergleich zum durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 um mehr als
70 Prozent zurückgegangen ist (Art. 8b Abs. 1 und 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
bis
Hauptzweck der Covid-19-Härtefallverordnung ist es zu definieren, unter welchen
Voraussetzungen sich der Bund an kantonalen Härtefallmassnahmen beteiligt. Die
Kantone wiederum entscheiden frei, ob sie Härtefallmassnahmen ergreifen und,
bejahendenfalls, wie sie diese ausgestalten. Sie können die im Bundesrecht geregelten
Mindestvoraussetzungen weiter verschärfen oder eingrenzen (vgl. Ziffer 2 der
Erläuterungen EFV). Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der
Härtefallmassnahmen auf Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss
Covid-19-Gesetz und Covid-19-Härtefallverordnung das kantonale Covid-Gesetz
erlassen.
Nach Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes kann Unternehmen eine
4.1.2.
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Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die Vorgaben nach dem zweiten
Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens
75 Prozent in einer Branche nach Art. 4 dieses Erlasses (insbesondere Gastronomie,
Hotellerie, Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen
sowie Tierparks) erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen
haben, eine operative Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben und per 15. März 2020
Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens 100 Stellenprozent in der Schweiz aufweisen
(lit. c), keinen Anspruch auf branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des Bundes
oder des Kantons St. Gallen in den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher Verkehr oder
Medien haben (lit. d), per 31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren (lit. e), über
einen Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass die
Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann
(lit. f) und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für
steuerrechtliche Forderungen befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung
abgeschlossen oder für das noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit.
g). Für die Gewährung von Härtefallmassnahmen an Unternehmen mit einem
Jahresumsatz über 5 Millionen Franken gelten die besonderen Vorschriften des
Bundesrechts unverändert (Art. 4a des kantonalen Covid-Gesetzes). Die
Härtefallmassnahmen können gewährt werden in Form von Solidarbürgschaften, nicht
rückzahlbaren Beiträgen oder einer Kombination von beidem. Für ungedeckte
Fixkosten werden nicht rückzahlbare Beiträge gewährt (Art. 5 Abs. 1 und 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes). Härtefallmassnahmen werden auf Gesuch hin gewährt
(Art. 11 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen gemäss Art. 2 ff.
der Covid-19-Härtefallverordnung wie auch Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes zum
Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens, zur Umsatzhöhe, zum Umsatzrückgang,
zur Anzahl Stellenprozente und zur Überlebensfähigkeit erfüllt. Fest steht ferner, dass
sie der anspruchsberechtigten Branche der Gastronomie angehört. Als zwischen dem
1. November 2020 und 30. Juni 2021 für insgesamt mindestens 40 Tage behördlich
geschlossener Betrieb (Typ 3-Unternehmen) entfällt der Nachweis eines
Umsatzrückgangs von mindestens 40 Prozent sowie von ungedeckten Fixkosten.
Unabhängig davon sollen die Beiträge der Kantone jedoch auch in Fällen gelockerter
Anspruchsvoraussetzungen die Höhe der ungedeckten Fixkosten nicht übersteigen,
um Überentschädigungen zu vermeiden. Unternehmen, deren Kosten insbesondere
aus Lohnkosten bestehen, die durch Kurzarbeitsentschädigung und/oder Covid-
Ersatzleistungen bereits weitgehend abgedeckt werden, sollen auch bei einem starken
4.2.
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5.
Umsatzrückgang nicht als Härtefall gelten (vgl. Erläuterungen EFV, S. 8). Die A-Fonds-
perdu-Beiträge sollen so bemessen werden, dass sie höchstens die ungedeckten
Fixkosten erreichen (Erläuterungen EFV, S. 10).
Die Beschwerdeführerin erzielte in den Jahren 2018 und 2019 einen Jahresumsatz von
durchschnittlich CHF 993'905. Gleich wie die Covid-19-Härtefallverordnung sieht das
kantonale Covid-Gesetz für Unternehmen mit einem Umsatz von unter 5 Millionen
Franken keine pauschale Fixkostenentschädigung vor. Die Höhe der Entschädigung
berechnet sich daher nicht aufgrund eines fixen Prozentanteils am Umsatz oder
Umsatzrückgang, wie dies für Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Millionen
Franken in Art. 8b der Covid-19-Härtefallverordnung vorgesehen ist. Art. 8a der
Covid-19-Härtefallverordnung sieht vielmehr eine Obergrenze der nicht rückzahlbaren
Beiträge bei 20 bzw. 30 Prozent des Durchschnittsjahresumsatzes 2018/2019 vor.
Schliesslich werden entgegen der Berechnung der Beschwerdeführerin nicht einfach
sämtliche während der Schliessungszeiten der Betriebe anfallenden Fixkosten, sondern
lediglich die ungedeckten Fixkosten entschädigt. Im Folgenden ist entsprechend zu
prüfen, wie hoch die ungedeckten Fixkosten der Beschwerdeführerin ausgefallen sind.
Als Fixkosten (im Gegensatz zu den variablen Kosten) wird jener Teil der Gesamtkosten
definiert, der unabhängig von der Beschäftigungs- und Auftragslage eines
Unternehmens konstant und unveränderlich anfällt. Darunter fallen typischerweise
Miet-, Personal- oder Verwaltungskosten. Auch erfolgsmindernde Abschreibungen, mit
denen die Entwertung des Anlagevermögens abgebildet wird, stellen grundsätzlich fixe
Kosten dar. Bei der Abschreibung auf Geräten, Maschinen oder Fahrzeugen hängt die
Abschreibung jedoch grösstenteils von deren tatsächlicher Beanspruchung ab. Geht
der Umsatz zurück, werden diese weniger gebraucht, wodurch sich die Entwertung
vermindert.
Dass bei mehr als 1'900 Gesuchen, die es im Interesse der Gesuchsteller möglichst
schnell zu bearbeiten gilt, nicht in jedem Einzelfall die konkreten ungedeckten
Fixkosten ermittelt werden können, sondern ein gewisser Schematismus greifen muss,
erscheint von der Sach- und Interessenlage her geboten und ist auch ohne weiteres
nachvollziehbar. Nach der Praxis der Vorinstanz werden auf der Basis der von den
Gesuchstellern eingereichten und plausibilisierten Zahlen der Erfolgsrechnung 2020
vorab die ungedeckten Fixkosten für das Kalenderjahr 2020 und für die Zeit bis Juni
5.1.
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Jahresergebnis 2020 – 47'734
2021 ermittelt. Die Annahme, dass ein Unternehmen, welches im Jahr 2020 einen
Gewinn ausweist, in der Regel keine ungedeckten Fixkosten hatte, erweist sich dabei
im Grundsatz als sachgerecht. Zum in der Jahresrechnung 2020 ausgewiesenen
Jahresergebnis werden die getätigten, liquiditätsunwirksamen Abschreibungen
hinzugerechnet (sog. indirekter Cashflow) und anschliessend die Hälfte der
durchschnittlichen Abschreibungen der Jahre 2018/2019 in Abzug gebracht. Die
Möglichkeit nachträglicher Bilanzänderungen jener Jahre, insbesondere die Erhöhung
der Abschreibungen und der Einbezug von wertvermehrenden Investitionen, wie von
der Beschwerdeführerin beantragt, ist dabei nicht vorgesehen. Je nach
Unternehmensstruktur und Zusammensetzung des Anlagevermögens kann die Höhe
der Abschreibungen im Vergleich zum Umsatz sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb
die Methode mit Halbierung der Abschreibungen anhand der Vorjahreszahlen
gerechtfertigt erscheint. Dies auch daher, weil den Abschreibungen letztlich keine
tatsächlichen Ausgaben zugrunde liegen und sie zumindest teilweise auch
umsatzabhängig sind.
Bei behördlich geschlossenen Betrieben (Typ 3-Unternehmen) erfolgt für die Zeit der
Schliessung im Jahr 2021 eine separate Berechnung. Die ungedeckten Fixkosten
werden aufgrund des von den Unternehmen für 2021 prognostizierten übrigen
Betriebsaufwands, Finanzaufwands und ausserordentlichen Aufwands, wiederum
abzüglich der Hälfte der durchschnittlichen Abschreibungen 2018/2019, berechnet.
Das Abstellen auf diese mutmasslichen tatsächlichen ungedeckten Fixkosten erweist
sich ebenfalls als sachgerecht.
Um allfällige Ungenauigkeiten der Berechnung und der Prognosen für 2021 zu
berücksichtigen, werden die so ermittelten ungedeckten Fixkosten um pauschal
20 Prozent erhöht. Insgesamt betrachtet, kann nicht gesagt werden, die von der
Vorinstanz angewandte Methode für die Ermittlung der ungedeckten Fixkosten stelle
eine rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung dar. Vielmehr erscheint sie im Lichte der
dargestellten Sach- und Interessenlage als geboten und sachgerecht.
Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin im Finanzplan ergab sich im Jahr 2020
ein Verlust in der Höhe von CHF 47'734. Unter Hinzurechnung der Abschreibungen
2020 von CHF 89'078 und Subtraktion der Hälfte der durchschnittlichen
Abschreibungen der Jahre 2018/2019 von CHF 36'051 resultierten für 2020 keine
ungedeckten Fixkosten (Teil 1 der Ermittlung des effektiven Beitrags, act. 7/1.6).
5.2.
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Abschreibungen 2020 + 89'078
Indirekter Cashflow = 41'344
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 36'051
Keine ungedeckten Fixkosten 2020, da Betrag positiv 5'293
Die Bemessung der ungedeckten Fixkosten für die Monate Januar und Februar 2021,
als die Restaurants geschlossen waren, erfolgte anhand des entsprechenden für 2021
prognostizierten Aufwands, abzüglich der Hälfte der durchschnittlichen
Abschreibungen der Jahre 2018/2019. Die Beschwerdeführerin machte im Finanzplan
für 2021 einen übrigen Betriebsaufwand von CHF 84'000, einen Finanzaufwand von
CHF 15'000 und keinen ausserordentlichen Aufwand geltend (act. 7/1.6). Zusammen
mit der Hälfte der Abschreibungen der Jahre 2018/2019 von CHF 36'051 resultierten
ungedeckte Fixkosten für 12 Monate von CHF 135'051 und umgerechnet auf zwei
Monate von CHF 22'508 (Teil 2 der Ermittlung des effektiven Beitrags, act. 7/1.6).
Übriger Betriebsaufwand – 84'000
Finanzaufwand (Steuern) – 15'000
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 36'051
Ungedeckte Fixkosten 2021 (12 Monate) = – 135'051
Ungedeckte Fixkosten Jan. und Feb. 2021 (2 Monate) – 22'508
Für die Monate März bis Juni 2021 erfolgte die Berechnung gleich wie für das Jahr
2020, damals noch ausgehend davon, dass die Restaurants dannzumal wieder offen
sein würden. Daraus ergaben sich keine ungedeckten Fixkosten (Teil 3 der Ermittlung
des effektiven Beitrags, act. 7/1.6).
Der Betrag von CHF 22'508 wurde schliesslich um den pauschalen Zuschlag für
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Berechnungsungenauigkeiten von 20 Prozent erhöht. Daraus resultierte der mit
Schreiben vom 17. März 2021 vorerst zugesprochene Beitrag von gerundet
CHF 27'000.
5.3.
Die Berechnung des der Beschwerdeführerin zustehenden nicht rückzahlbaren
Beitrages beruht somit zum einen auf deren eigenen Angaben zu den
Jahresrechnungen 2018 bis 2020 sowie zur Prognose für 2021 und zum andern auf der
von der Vorinstanz angewendeten Methode bei der Berechnung der ungedeckten
Fixkosten für Typ 3-Unternehmen.
Nachdem die Schliessung der Restaurants im März und April 2021 anhielt, passte die
Vorinstanz die Höhe der bereits ausbezahlten Entschädigung entsprechend an. Für
diese Monate wurde im Nachhinein die Methode der effektiven mutmasslichen
Fixkosten 2021 angewendet. Daraus ergab sich, wie bereits für die Monate Januar und
Februar 2021, ein Beitrag von CHF 27'000 (act. 7/3.2).
5.4.
Aufgrund der anhaltenden (Teil)Schliessung der Restaurants (Terrassen ab 18. April
2021 geöffnet, Innenbereich noch bis 30. Mai 2021 geschlossen) erfolgte am 16. Juli
2021 auch eine entsprechende Anpassung der Berechnung der ungedeckten Fixkosten
für den Monat Mai 2021 (Nachzahlung von CHF 6'700, act. 7/4.6). Diese Nachzahlung
wurde aufgrund des selbstdeklarierten Umsatzes der Beschwerdeführerin und des
daraus resultierenden Umsatzrückgangs vorgenommen (nicht bei den Akten). Bei ihr
entspricht der nicht rückzahlbare Beitrag für den Monat Mai 2021 mit CHF 6'700 der
Hälfte der Entschädigung der Vormonate Januar bis April 2021. Die
Beschwerdeführerin verlangte dazu keine anfechtbare Verfügung, weshalb sie damit
offenbar einverstanden war. Mit dieser Anpassung für den Monat Mai 2021 erhöhte
sich der von der Vorinstanz ermittelte nicht rückzahlbare Beitrag an die
Beschwerdeführerin auf CHF 60'700.
6.
Mit der Beschwerde wurde im vorliegenden Verfahren die definitive Jahresrechnung
2020 nachgereicht, die gegenüber der provisorischen, auf welcher die vorinstanzliche
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Berechnung der ungedeckten Fixkosten für 2020 beruht, einen höheren Verlust und
damit auch höhere ungedeckte Fixkosten ausweist. Da das Verwaltungsgericht als
erste Gerichtsinstanz – hier sogar ohne vorgängiges internes Rekursverfahren –
entscheidet, findet das Novenverbot von Art. 61 Abs. 3 VRP keine Anwendung (Looser/
Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 17 zu Art. 61 VRP). Es
rechtfertigt sich daher, auf die Zahlen des definitiven Jahresabschlusses 2020
abzustellen (act. 3/G). Unter Zugrundelegung oben geschilderter Vorgehensweise
ergibt sich folgende neue Berechnung für die ungedeckten Fixkosten des Jahres 2020
und des Monats Juni 2021, in welchem die Restaurants wieder vollständig geöffnet
werden durften (für den Zeitraum der Schliessung der Restaurants [Januar bis Mai
2021] erfolgte die Berechnung anhand der effektiven mutmasslichen Fixkosten 2021):
Provisorisch Definitiv
Jahresergebnis 2020 – 47'734 – 61'190
Abschreibungen 2020 + 89'078 + 89'078
Indirekter Cashflow = 41'344 = 27'888
50 Prozent der Abschreibungen 2018/2019 – 36'051 – 36'051
Ungedeckte Fixkosten 2020 (12 Monate) keine = – 8'163
Ungedeckte Fixkosten Juni 2021 (1 Monat) keine – 680
Ungedeckte Fixkosten 2020 und Juni 2021 keine – 8'843
Der Betrag der ungedeckten Fixkosten von CHF 8'843 ist sodann um den pauschalen
Zuschlag für Berechnungsungenauigkeiten von 20 Prozent auf CHF 10'612 zu erhöhen.
Für die Berechnung der ungedeckten Fixkosten der Monate Januar bis Mai 2021
ändert sich im Ergebnis hingegen nichts, weil dort auf die mutmasslichen Fixkosten
fürs laufende Jahr bzw. den selbstdeklarierten Umsatz und nicht auf die
Jahresrechnung 2020 abgestellt wurde. Der der Beschwerdeführerin zustehende nicht
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rückzahlbare Beitrag für das Jahr 2020 bis und mit Juni 2021 beträgt somit insgesamt
CHF 71'300 (CHF 60'700 plus CHF 10'600, gerundet auf CHF 100).
7.
Zusammenfassend hat die Vorinstanz die ungedeckten Fixkosten der
Beschwerdeführerin für 2020 bis und mit Juni 2021 in der angefochtenen Verfügung
mit einem nicht rückzahlbaren Beitrag von CHF 54'000 korrekt ermittelt. Aufgrund der
aus dem mit der Beschwerde eingereichten definitiven Jahresabschluss 2020
resultierenden Differenz (CHF 10'600) und unter Einbezug der Nachzahlung für den
Monat Mai 2021 (CHF 6'700) ergibt sich indessen eine Erhöhung des nicht
rückzahlbaren Beitrags auf CHF 71'300. Die Beschwerde ist insofern somit teilweise
gutzuheissen, Ziffer 1 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und der
Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen ein nicht rückzahlbarer Beitrag von
CHF 71'300 zuzusprechen, wobei allenfalls bereits ausbezahlte Beiträge anzurechnen
sind. Bezüglich des darüber hinaus beantragten Beitrages (gemäss Hauptantrag:
CHF 133'560) ist die Beschwerde indes abzuweisen.
8.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Ferner hat jeder Beteiligte die
Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches Vorbringen von Begehren, Tatsachen
oder Beweismitteln entstehen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Gestützt darauf sowie aufgrund des
Obsiegens der Beschwerdeführerin in einem lediglich sehr geringen Ausmass wären
die amtlichen Kosten – angemessen ist vorliegend eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) – der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von amtlichen
Kosten wird jedoch in der Regel gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine
Rechtsfrage in einem Verfahren erstmals entschieden wird (R. von Rappard-Hirt, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 97 VRP). Da vor der
Beschwerdeerhebung noch keine Entscheide des Verwaltungsgerichts im
Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen für Unternehmen aufgrund der Covid-19-
Gesetzgebung ergangen und publiziert worden sind, rechtfertigt es sich daher, auf die
Erhebung der Kosten zu verzichten.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP). Der Vorinstanz steht sodann kein
Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf R.
Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.). Sie haben denn auch beide keinen Antrag gestellt.