# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad1c9060-a662-415b-acb6-e54d28f77602
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1972, arbeitete seit Juni 2007 als Betriebsmitarbeiter bei der Y._ AG (Urk. 8/1 Ziff. 1 und 3) und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 6. Oktober 2013 verletzte er sich beim Einladen von Gepäckstücken in einen Container am rechten Ellbogen (Urk. 8/1 Ziff. 4 und 6), wobei die erstbehandelnde Ärztin eine Hämatobursa Olekranon rechts diagnostizierte (Urk. 8/6 S. 2). Mit Schreiben vom 13. Januar 2015 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. März 2015 auf (Urk. 8/109).
Mit Verfügung vom 1. Juni 2015 schloss die Suva den Schadenfall per 30. Juni 2015 ab und stellte die bis dahin erbrachten Versicherungsleistungen (Heilbe
handlung und Taggeld) ein (Urk. 8/131). Am 16. Juni 2015 erhob der zuständige Krankenversicherer vorsorglich Einsprache (Urk. 8/137), zog diese am 25. Juni 2015 jedoch wieder zurück (Urk. 8/139). Die am 1. Juli 2015 vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 8/141) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2015 ab (Urk. 8/151 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2015 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 6. November 2015 Beschwerde und beantragte die weitere Ausrich
tung der gesetzlichen Versicherungsleistungen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerde
antwort vom 14. Dezember 2015 schloss die Suva auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 7. Januar 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 9).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die massgeblichen rechtlichen Bestimmungen und die Rechtsprechung zum Ge
genstand der Unfallversicherung (Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung, UVG), zu den Voraussetzungen der Kostenübernahme für die Heilbe
handlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) sowie des Anspruches auf Taggeld (Art. 16 UVG, Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), zur Schadenminderungspflicht, zum Beweiswert eines Arztbe
richtes sowie zur Rechtsstellung versicherungsinterner Ärzte sind im angefoch
tenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 4 ff.). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von Art. 8
Abs.
1 ATSG hinter
lässt (Art. 19
Abs.
1 UVG e contrario; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden
Heilbehandlungsleis
tungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ davon aus, dass keine Behandlungsmassnahmen mehr offen seien, welche aus orthopädischer und neurologischer Sicht geeignet seien, eine namhafte Verbesserung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers herbeizuführen. Demnach sei der medizi
nisch-therapeutische Endzustand klar erreicht und es bestehe kein Anspruch auf eine weitere Übernahme der Heilbehandlungskosten. Im Weiteren sei der Beschwerdeführer sowohl in seiner angestammten beruflichen Tätigkeit als Ge
päcksortierer als auch in einer leidensangepassten schweren Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig, womit die Notwendigkeit zur Gewährung weiterer Taggeld
leistungen entfalle und auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (S. 10 f. Ziff. 4).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2015 (Urk. 7) führte sie ergänzend aus, die Ärzte der Rehaklinik Z._ hätten sich nach dem über ei
nen Monat dauernden Aufenthalt ein umfassendes Bild der gesundheitlichen Situation machen können und seien aufgrund der aktuellen Befunde, der klini
schen Untersuchung sowie der bildgebenden Abklärungen zum Schluss gelangt, dass die geltend gemachten Restbeschwerden nicht objektiviert werden könnten (S. 3 Ziff. 6.1). Die zu hantierenden Gepäckstücke würden in der Economy-Klasse maximal 23 kg und in der Business-Klasse maximal 32 kg betragen. Da der Anteil der Businessfluggäste an der Gesamtzahl der Fluggäste sehr klein sei und die Economy-Fluggäste in den allermeisten Fällen die Gewichtslimiten ein
halten würden, um nicht erhebliche Zuschläge zahlen zu müssen, sei davon auszugehen, dass die meisten Gepäckstücke die Limite von 23 kg nicht über
schreiten würden (S. 4 Ziff. 6.2). Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung seien keine objektivierbaren Unfallfolgen mehr ausgewiesen gewesen (S. 5).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik Z._ überzeuge nicht. Die Beschwerdegegnerin über
sehe dabei, dass die Kategorie für Arbeitsschwere von selten maximal zu han
tierenden Lasten ausgehe. Demnach sei die Kategorie schwer (25 bis 40 kg) so zu verstehen, dass Lasten von 25 bis 40 kg selten maximal zu hantieren seien. Die von ihm ausgeübte Tätigkeit als Gepäcksortierer bestehe aber aus dem an
dauernden repetitiven Hantieren von grossen Gewichten, erklärtermassen zehn Tonnen pro Schicht beziehungsweise zehn bis fünfzehn Tonnen am Tag. Sowohl seitens der Arbeitgeberin als auch seitens der behandelnden Ärzte sei schon früh darauf hingewiesen worden, dass diese angestammte Tätigkeit nicht wieder aufgenommen werden könne. Auch die Kreisärztin der Beschwerdegegnerin habe sich in ihrem Bericht vom 26. März 2014 so geäussert und die Kündigung der langjährigen Arbeitsstelle durch die Arbeitgeberin sei aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (Urk. 1 S. 4 Ziff. 3). Auch der erhobene Vorwurf der gravieren
den Verletzung der ihm obliegenden Schadenminderungspflicht sei verfehlt, nachdem er bereits im November und Dezember 2013 wiederholt Arbeitsversu
che unternommen habe, diese jedoch gescheitert seien (S. 5 Ziff. 4). Richtiger
weise sei davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. Juni 2015 noch eine namhafte Besserung überwiegend wahrscheinlich ge
wesen und die angefochtene Verfügung daher nicht gerechtfertigt sei (S. 7 f. Ziff. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. Juni 2015 noch Beschwerden bestehen, die auf den Unfall vom 6. Oktober 2013 zurückzuführen sind, und ob von weiteren Behandlungsmass
nahmen eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann.
3.
3.1
Die Erstkonsultation nach dem Unfall vom 6. Oktober 2013 fand gleichentags auf der chirurgischen Notfallstation des Spitals A._ statt. Die verantwortli
chen Ärzte diagnostizierten in ihrem Bericht vom 6. Oktober 2013 eine Häma
tobursa Olekranon rechts. Der Patient berichte, er habe sich bei der Arbeit in der Gepäckverladung am Flughafen den Ellbogen rechts angeschlagen. Er habe weitergearbeitet und später beim Umkleiden, als er habe nach Hause gehen wollen, eine grosse, schmerzhafte Schwellung über dem Olekranon rechts be
merkt. Röntgenologisch seien keine Hinweise auf eine knöcherne Verletzung festgestellt worden (Urk. 8/6 S. 2).
3.2
Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie, beschrieb in seinem Bericht vom 22. November 2013 (Urk. 8/14) einen Status nach massiver lateraler Ellbogen
kontusion rechts mit initialer Hämatobursa und nun protrahiertem Schmerz
verlauf, es bestünde jedoch sicher keine ossäre Läsion. Das Röntgenbild vom 19. November 2013 zeige korrekte Artikulationen am rechten Ellbogengelenk ohne Nachweis einer Fraktur. Die residuell noch etwas verdickte Bursa sei nicht für das Schmerzsyndrom verantwortlich, insgesamt dürfte es sich um persistie
rende Periostschmerzen beziehungsweise Muskelschmerzen handeln. Die weitere Therapie müsse in dieser Situation sicher konservativ funktionell bleiben, Phy
siotherapie erscheine nicht mehr sinnvoll (S. 1). Die Prognose dürfte gut sein. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit werde im Moment noch so belassen, eine min
destens teilweise Wiederaufnahme der Arbeit sollte bis in zwei Wochen wieder möglich sein (S. 2).
3.3
Die MRI-Untersuchung am 28. Januar 2014 ergab einen Tennisellbogen rechts mit Partialruptur der gemeinsamen Extensorensehnen und des radialen Kolla
teralligamentes am Epicondylus radialis, des Weiteren eine Tendinopathie der distalen Bizepssehne bei ebenfalls nicht mehr ganz frisch imponierender, an
satznaher Partialruptur mit einer angrenzend leichten Begleitbursitis. Hinweise auf eine ossäre Läsion wurden jedoch keine gefunden (Urk. 8/33).
3.4
Am 26. März 2014 nahm Dr. med. C._, Fachärztin für Chirurgie, Suva-Kreisärztin, Stellung (Urk. 8/47) und diagnostizierte eine Epicondylitis ra
dialis (Tennisellbogen) bei Status nach Ellbogenkontusion mit Hämatobursa rechts am 6. Oktober 2013 (S. 4 Ziff. 5). Der Beschwerdeführer berichte, er habe immer noch Schmerzen im Bereich der rechten Hand. Die anfänglichen starken Schmerzen seien weg, er habe aber einen Dauerschmerz. Sobald er die Hand bewege oder etwas hebe, habe er vermehrt Schmerzen und es käme zu einer Rötung im Bereich des Ellbogens (S. 3 Ziff. 3). Die klinische Untersuchung habe ein reizloses rechtes Ellbogengelenk ergeben. Sämtliche Provokationstests für eine Epicondylitis radialis seien positiv. Passiv liege eine freie Beweglichkeit im Ellbogen-, Handgelenk und in der Schulter vor. Grobneurologisch habe kein pathologischer Befund erhoben werden können. In der bisherigen Tätigkeit bei der Y._ AG zum Umladen von Gepäck bestehe derzeit keine Arbeitsfähigkeit. Am Schonarbeitsplatz (Computertätigkeit) sei der Be
schwerdeführer weiterhin vollständig arbeitsfähig. Bezüglich der Epicondylitis
beschwerden bei schwerer Ellbogenkontusion mit Hämatobursa müsse eine Teil
kausalität angenommen werden. Mittlerweile seien nach dem Unfallereignis sechs Monate vergangen und anhand der vorliegenden Unterlagen und Anga
ben des Beschwerdeführers werde die Epicondylitis radialis nicht behandelt. Es erfolge keine Physiotherapie, keine Ultraschallbehandlung, keine Infiltration der Sehnenansätze und auch keine Epicondylitisbandage beziehungsweise Tape-Verband (S. 5 f.). Da bisher noch keine wirkliche Therapie der Epicondylitis durchgeführt worden sei, könne auch noch nicht von einem Endzustand ausge
gangen werden. Sie empfehle daher dringend die Einleitung der entsprechenden Therapie. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei die Prognose zur Reintegration in die Y._ AG eher als mässig zu betrachten, es sei frag
lich, ob der Beschwerdeführer jemals wieder zehn bis fünfzehn Tonnen am Tag verladen könne (S. 6).
3.5
In einem weiteren Bericht vom 25. September 2014 (Urk. 8/89) diagnostizierte Dr. C._ Restbeschwerden der Epicondylitis radialis bei Status nach Ellbo
genkontusion mit Hämatobursa rechts Oktober 2013 (S. 4 Ziff. 5). Der Be
schwerdeführer besuche wöchentlich eine Therapie, es werde Ultraschall ge
macht, Laser, Dehnungsübungen und Tape, wobei er das Gefühl habe, das Ge
tapte würde ihm helfen (S. 3). Gemäss seinen Angaben habe sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung vor knapp sechs Monaten keine Veränderung der Gesamtsituation ergeben, er habe immer noch die gleichen Beschwerden, könne den rechten Arm beziehungsweise Ellbogen immer noch nicht belasten und sämtliche Therapien, welche durchgeführt würden, hätten bisher zu keinem bleibenden Erfolg geführt (S. 4 Ziff. 5). Bei der klinischen Untersuchung finde sich ein reizloses rechtes Ellbogengelenk mit lokalem Druckschmerz über dem Epicondylus radialis. Das Ellbogengelenk sei stabil, sämtliche Provokationstests für eine Epicondylitis radialis seien positiv. Die Handkraft habe sich im Ver
gleich zur letzten kreisärztlichen Untersuchung verbessert. Bezüglich der Um
fangmasse habe sich keine gravierende Veränderung in den letzten sechs Mo
naten ergeben, so dass man davon ausgehen müsse, dass der Beschwerdeführer den rechten Arm und die rechte Hand insgesamt doch mehr im Alltag einsetze als angegeben werde.
Da aufgrund der aktuellen klinischen Untersuchung und der bisher durch-geführ
ten Therapie gesamthaft die aktuelle Situation aus medizinischer Sicht nicht erklär- oder nachvollziehbar sei, empfehle sie die Veranlassung ei
nes Verlaufs-MRI des rechten Ellbogengelenkes. Sobald der Befund und die Bil
der vorlägen, könne zur Arbeitsfähigkeit und der Kausalität Stellung genommen werden (S. 5).
3.6
Nach MRI-Untersuchungen des rechten Ellbogens sowie des rechten Vorderar
mes am 9. sowie 13. Oktober 2014 nannte der verantwortliche Arzt Dr. med. D._, Oberarzt, Chirurgie, Spital A._, in seinem Bericht vom 16. Oktober 2014 folgende Diagnosen (Urk. 8/93 S. 1):
Verdacht auf Plica-Syndrom bei persistierender und therapierefraktärer Epicondylitis lateralis (sowie medialis) bei verkürzter Unterarmmusku
latur sowie Pronationsbeschwerden im Vorderarmbereich nach trauma
tischer Hämatobursa Ellbogen rechts (dominant) im Oktober 2013
bestätigter Verdacht auf traumatisch bedingtes, leicht ausgeprägtes Sulcus-Ulnaris-Syndrom rechts
Der klinische Befund sei im Prinzip unverändert zur Untersuchung am 30. September 2014 (S. 1). Das fehlende Ansprechen auf die Kortisonbehand
lungen und der aktuelle Befund würden den Verdacht eines Plica-Syndroms nahelegen, bei welchem entzündetes Gewebe im Gelenk beziehungsweise im Gelenksspalt zum Beschwerdebild des Beschwerdeführers führen würde. Daher werde ein Strategiewechsel zum Operativen hin vorgeschlagen (S. 2).
Nach der Operation am 7. November 2014 hielt Dr. D._ am 10. November 2014 fest, es erfolge eine Ruhigstellung des rechten Armes in einer Oberarm
manschette für vier Wochen. Anschliessend trage der Beschwerdeführer für weitere vier Wochen eine Unterarmmanschette. Eine Mobilisation ohne Belas
tung aus der Schiene heraus sei ab sofort möglich. Bis zur ersten klinischen Verlaufskontrolle in vier Wochen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 8/98 S. 2).
3.7
In seinem Bericht vom 10. Dezember 2014 nannte Dr. D._ folgende Diagno
sen (Urk. 8/106 S. 1):
Plica-Syndrom bei persistierender und therapierefraktärer Epicondylitis la
teralis (sowie medialis) bei verkürzter Unterarmmuskulatur sowie Pro
nationsbeschwerden im Vorderarmbereich nach traumatischer Häma
tobursa Ellbogen rechts (dominant) im Oktober 2013
bestätigter Verdacht auf traumatisch bedingtes, leicht ausgeprägtes Sulcus-Ulnaris-Syndrom rechts, Symptome nur leicht regredient
Status nach Epicondylitis lateralis Kombinationsoperation am 7. No-vember 2014
Der Beschwerdeführer leide nach der Operation wie zu erwarten noch an recht starken Schmerzbeschwerden. Die Schmerzverarbeitung und die damit zusam
menhängende Bereitschaft für die nötigen ergotherapeutischen Übungen seien leider deutlich verbesserungsbedürftig (S. 1). Die sehr eingeschränkte Mobilisa
tion sei bereits bei den Verlaufskontrollen aufgefallen, es liege jedoch kein ei
gentliches Sprachverständnisproblem vor, sondern eine Einstellungsproblematik zum Konzept der geführten Eigentherapie am Schmerzlimit (S. 2).
Am 3. März 2015 verwies Dr. D._ bei unveränderten Diagnosen auf eine er
freulicherweise deutlich verbesserte Schmerzsituation (Urk. 8/114 S. 2). Die gute Verbesserung und die Schmerzregredienz seien sehr ermutigende Zeichen. Nach nun gut vier Monaten sei der Patient damit noch völlig im Rahmen. Was leicht ausserhalb davon liege, sei die zwar verbesserte, aber immer noch einge
schränkte Mobilisation im Ellbogen, welche aber nun ohne die Schmerzbe
schwerden aggressiv vorangetrieben werden könne. Zurzeit werde bei konse
quenter Therapie, hauptsächlich von Seiten des Beschwerdeführers, ein nur leicht eingeschränkter Bewegungsumfang von etwa 15° bis 100° in etwa vier bis sechs Monaten prognostiziert, (S. 2).
3.8
Vom 2. April bis 7. Mai 2015 hielt sich der Beschwerdeführer zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik Z._ auf. Im Austrittsbericht vom 7. Mai 2015 (Urk. 8/130) nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1 lit. A):
Ellbogenkontusion rechts bei Unfall am 6. Oktober 2013
traumatische Hämatobursa des Ellbogens rechts
Epicondylitis lateralis et medialis mit Partialruptur der Extensoren
sehne
traumatisch bedingtes, leicht ausgeprägtes Sulcus-Ulnaris-Syndrom rechts
Rund anderthalb Jahre nach der Ellbogenkontusion sowie ein halbes Jahr nach der operativen Behandlung der Epicondylopathia humeri radialis und des Sulcus ulnaris Syndroms lasse sich das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen mit den Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht erklären. Der Beschwerdefüh
rer zeige ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten. Das Desinteresse an jeglichen Therapiemodalitäten zur Besserung der Beweglichkeit bei gleichzeitig fehlender Muskelhypotrophie und völlig blandem MRI stünden in grossem Wi
derspruch zur stark eingeschränkten Ellbogenfunktion, den starken Schmerzen und den fluktuierenden Einschränkungen der Pro- und Supination sowie der eingeschränkten Handbeweglichkeit. Trotz erhaltener Zuversicht sei zumindest hintergründig eine gewisse Bedrücktheit, Ratlosigkeit und Besorgtheit spürbar gewesen. Eine psychische Störung von Krankheitswert sei dabei jedoch nicht auszumachen, die Besorgtheit liege noch in einem normalpsychologischen Be
reich (S. 3). Es seien verschiedene Einzelbehandlungen durchgeführt worden und der Patient habe auch an einem multimodalen Therapieprogramm mit Gruppentherapien teilgenommen. Während des Aufenthaltes habe keine Ver
besserung der Schmerzproblematik erreicht werden können bei gleichzeitig mi
nimer Steigerung der Ellbogenbeweglichkeit in der Streckung. Bezüglich Beu
gung habe sich keine messbare Veränderung ergeben. Gemäss den Angaben des Patienten hätten die Beschwerden im Laufe des Aufenthaltes eher noch zuge
nommen (S. 4). Von der Fortsetzung der Behandlung könne keine namhafte Besserung mehr erwartet werden (S. 2).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, es liege keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen könne. Die bisherige Tätigkeit als Gepäcksortierer sei dem Beschwerdeführer ab dem 8. Mai 2015 ganztags zumutbar. Auch in jeder anderen körperlich schwe
ren Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer selten mit Lasten zwischen ma
ximal 25 und 45 kg zu hantieren habe, sei er vollständig arbeitsfähig (S. 2).
3.9
Nach einer Nachuntersuchung am 30. Juni 2015 hielt Dr. D._ in seinem Be
richt vom 1. Juli 2015 bei unveränderten Diagnosen fest, seit dem letzten Be
richt im März 2015 habe sich die Situation deutlich verbessert, trotz einer recht vernichtenden Beurteilung der Situation und Motivation durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ im Mai 2015. Der Patient zeige klinisch eine deutlich ver
besserte Beweglichkeit und werde nun langsam zufrieden und beschwerdefreier (Urk. 8/155 S. 1). Wie von Beginn an benötige er länger als üblich für die Reha
bilitation. Bei konsequenter Weiterführung der eigenständigen Bewegungs- und Kräftigungsübungen (Ergotherapie werde nicht mehr benötigt) werde in etwa vier bis sechs Monaten eine Annäherung an die unverletzte Seite erwartet. Er könne daher der Beurteilung durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ nicht zu
stimmen und beurteile den Beschwerdeführer als zu 100 % arbeitsunfähig für leichte Tätigkeiten vom 30. Juni 2015 bis voraussichtlich 31. August 2015 mit einer sehr guten Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung dieser Arbeitsunfähig
keit (S. 2).
4.
4.1
In seiner Beschwerde stellte sich der Beschwerdeführer insbesondere auf den Standpunkt, die Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik Z._ überzeuge nicht, nachdem die von diesen gewählte Kategorie einer schweren Tätigkeit für selten zu hantierenden Lasten von maximal 25 bis 40 kg gelte, er jedoch pro Schicht andauernd und repetitiv mit grossen Lasten, erklärtermassen zehn Ton
nen Gewicht pro Schicht, hantieren müsse (E. 2.2).
Gemäss den Angaben anlässlich des Opening-Erstgespräches am 8. Mai 2014, bei welchem auch ein Vertreter der früheren Arbeitgeberin anwesend war, ar
beitete der Beschwerdeführer seit dem Jahre 2007 bei der Y._ AG und sortierte Gepäck mit Gewichten zwischen 20 und 30 kg, insge
samt zirka zehn Tonnen pro Schicht. Dabei handelte es sich um eine repetitive Tätigkeit (Urk. 8/54 S. 1). Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeant
wort zutreffend festgehalten hat (vgl. E.2.1), betragen die Gewichtslimiten für Gepäckstücke bei den meisten Fluggesellschaften in der Economy-Klasse 23 kg beziehungsweise 32 kg in der Business-Klasse. Es entspricht zudem der allge
meinen Lebenserfahrung wie auch der Klassenaufteilung in den Flugzeugen, dass die überwiegende Zahl der Flugpassagiere Economy-Klasse fliegen und aufgrund der hohen Zuschläge für Übergepäck die geltenden Gepäcklimiten einhalten. Damit wiegt ein zu hantierendes Gepäckstück in der Regel tatsächlich maximal 23 kg. Die Einstufung der Tätigkeit als Gepäcksortierer bei der Y._ AG durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ als kör
perlich schwere Tätigkeit, bei welcher lediglich selten mit Gewichten zwischen maximal 25 und 45 kg zu hantieren ist, ist demnach nicht zu beanstanden (vgl. E. 3.8).
Auch im Übrigen ist die Begründung der medizinischen Beurteilung durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ nachvollziehbar sowie plausibel und vermag - auch im Hinblick auf den fünfwöchigen Aufenthalt, während welchem der Be
schwerdeführer stationär betreut wurde - in allen Punkten zu überzeugen. Die Ärzte verwiesen auf die völlig blanden Resultate der klinischen wie auch bild
gebenden Untersuchungen und legten anschaulich dar, dass eine bei den ange
gebenen Beschwerden an sich erwartete Muskelhypotrophie fast vollständig fehle. Gleichzeitig zeige der Beschwerdeführer ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten sowie ein Desinteresse an jeglichen Therapiemodalitäten zur Besserung der Beweglichkeit. Diesbezüglich sei denn auch keine messbare Ver
besserung eingetreten. Insgesamt hielten die Ärzte die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit als Gepäcksortierer wie auch jede andere schwere Tätigkeit seit dem 8. Mai 2015 als zumutbar und verwiesen ausdrücklich darauf, dass von einer weiteren Behandlung keine namhafte Verbesserung der gesundheitlichen Situation mehr erwartete werden könne (E. 3.8).
4.2
Diese Beurteilung deckt sich im Übrigen mit den Ausführungen der Kreisärztin Dr. C._, welche bereits im September 2014 auf die Resultate der Kraftmes
sung sowie der Umfangmasse verwiesen hatte und davon ausgegangen war, dass der Beschwerdeführer den rechten Arm sowie die rechte Hand im Alltag doch mehr einsetze als er insgesamt angebe (E. 3.5). Dass sie in einem früheren Bericht Ende März 2014 die Wahrscheinlichkeit einer Reintegration in die an
gestammte Tätigkeit als Gepäcksortierer als eher mässig eingestuft hatte, grün
dete darin, dass im damaligen Zeitpunkt noch keine wirklichen Therapien durchgeführt worden waren und der Endzustand noch nicht erreicht war (E. 3.5). Dies vermag an der mehr als ein Jahr später erfolgten, überzeugenden Beurteilung durch die Ärzte der Rehaklinik Z._ nichts zu ändern.
4.3
Demgegenüber ging Dr. D._ auch im Juli 2015 und damit mehr als andert
halb Jahre nach dem Unfall im Oktober 2013 noch von einer vollständigen Ar
beitsunfähigkeit auch in körperlich leichten Tätigkeiten aus. Dabei ging er je
doch weder auf die von den Ärzten der Rehaklinik Z._ festgestellte feh
lende Muskelhypotrophie noch die unauffälligen MRI-Resultate ein. Auch an
sonsten führte er keine Begründung dafür an, weshalb dem Beschwerdeführer trotz der festgestellten, deutlich verbesserten Situation mit verbesserter Beweg
lichkeit auch körperlich leichte Tätigkeiten wie Kontroll- oder Überwachungs
aufgaben nicht zugemutet werden könnten (E. 3.8). Seine Beurteilung vermag insgesamt nicht zu überzeugen und es ist auf die Einschätzung der Ärzte der Rehaklinik Z._, welche den Beschwerdeführer während des fünfwöchigen stationären Aufenthaltes betreuten, abzustellen.
4.4
Der medizinische Sachverhalt ist demnach als dahingehend erstellt zu betrach
ten, dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nach dem 30. Juni 2015 keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und dem Beschwerdeführer sowohl die bisherige als auch jede an
dere körperlich schwere Tätigkeit wieder vollumfänglich zugemutet werden kann.
Damit ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin, mit welchem diese die Kosten
übernahme der Heilbehandlung sowie die Taggeldzahlungen nach dem 30. Juni 2015 einstellte, nicht zu beanstanden. Ebenso besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Oktober 2015 erweist sich damit als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.