# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e3ec2995-974c-42b9-adf7-f1ea3c38c54a
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
a) Am 14. August 2017 beschloss der Gemeinderat Z._ eine
Teilrevision des Baureglements (zweiter Nachtrag). Die öffentliche
Auflage erfolgte vom 28. August bis 26. September 2017. Innert Auf-
lagefrist erhoben A._, B._, C._, D._, E._, F._, G._,
H._, I._, J._ und K._ Einsprache beim Gemeinderat. Mit Be-
schluss vom 25. Oktober 2017 wies der Gemeinderat die Einsprache
ab. Die Teilrevision des Baureglements wurde vom 30. Oktober bis
8. Dezember 2017 dem fakultativen Referendum unterstellt. Das Re-
ferendum wurde nicht ergriffen.
b) Am 8. März 2018 erhoben A._, B._, C._, D._, E._,
F._, G._, H._, I._, J._ und K._, alle vertreten durch
lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, Rekurs beim Baudeparte-
ment (Verfahren Nr. 18-1432) und beantragten die Aufhebung des Er-
lasses des zweiten Nachtrags, des Einspracheentscheids des Ge-
meinderates sowie des zustimmenden Entscheids der Bürgerschaft.
c) Im Laufe des Rekursverfahrens reichte der Rechtsvertreter der
Rekurrenten mit Schreiben vom 25. November 2018 eine Kostennote
in der Höhe von Fr. 6'160.45 ein.
d) Mit BDE Nr. 8/2019 vom 25. Februar 2019 hiess das Baudepar-
tement den Rekurs gut und hob die stillschweigende Zustimmung der
Bürgerschaft von Z._ sowie den Einspracheentscheid des Gemein-
derates Z._ vom 25. Oktober 2017 und damit auch den Erlass des
zweiten Nachtrags zum Baureglement auf. Den Rekurrenten sprach
es eine ausseramtliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'750.– zu-
züglich Mehrwertsteuer zu.
B.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Rekurrenten in Bezug auf die
Höhe der ausseramtlichen Entschädigung Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht. Mit VerwGE B 2019/56 vom 2. September 2019 hiess
das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut und wies die Angelegen-
heit zur Neufestsetzung der ausseramtlichen Entschädigung an das
Baudepartement zurück. Der Entscheid wurde insbesondere damit be-
gründet, dass das Baudepartement bei der Bemessung der ausser-
amtlichen Entschädigung nicht nur die Kostennote ausser Acht gelas-
sen, sondern auch die darin geltend gemachten besonderen Um-
stände (Aufwand für die Ausfertigung einer zusätzlichen Stellung-
nahme sowie Vertretung einer Vielzahl von Klienten) nicht berücksich-
tigt habe.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 8/2020), Seite 3/5

## Considerations

Erwägungen
1.
Aufgrund des Entscheids des Verwaltungsgerichtes (VerwGE
B 2019/56) ist somit die ausseramtliche Entschädigung der Rekurren-
ten für das Rekursverfahren Nr. 18-1432 neu zu bemessen.
1.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege [sGS 951.1; abgekürzt VRP]). Die ausseramtliche
Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und
Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweize-
rischen Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemässe Anwen-
dung (Art. 98ter VRP).
1.2 Die Rekurrenten obsiegten mit ihren Anträgen in Rekurs Nr. 18-
1432. Nachdem der Rekurs in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht
Schwierigkeiten bot, die den Beizug eines Anwalts rechtfertigten, ist
ihr Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten gutzuheissen.
Vor Verwaltungsbehörden beträgt das Honorar pauschal zwischen
Fr. 500.– und Fr. 6'000.– (Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung
[sGS 963.75; abgekürzt HonO]). Innerhalb dieses Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art
und Umfang der notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemes-
sen (Art. 19 HonO).
1.2.1 Der Rechtsvertreter der Rekurrenten reichte mit Schreiben vom
25. November 2018 eine Kostennote in der Höhe von Fr. 6'160.45 ein.
Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:
Pauschalhonorar gem. Praxis Baudeparte-
ment
Fr. 2'750.–
Zuschlag: Replik zu Eingaben Ämter,
Vorinstanz, 2 Std. à Fr. 250.–
Fr. 500.–
Vertretung von 15 Parteien ("anrechenbar"
10 Parteien); Zusatzaufwand für Partei 2-10:
1 Std. à Fr. 250.–
Fr. 2'250.–
Barauslagen (4%) Fr. 220.–
Mehrwertsteuer (7,7%) Fr. 440.45
1.2.2 Das Verwaltungsgericht hielt in seinem Entscheid vom 2. Sep-
tember 2019 zwar einerseits fest, dass den Behörden bei der Bemes-
sung von ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspiel-
raum zukomme. Anderseits seien vorliegend besondere Umstände
gegeben, welche im Rahmen der Ermessensausübung zu berücksich-
tigen gewesen wären. Die zusätzliche Eingabe der Rekurrenten vom
8. Oktober 2018 sei nicht "freiwillig" erfolgt, handle es sich bei der Zwi-
schenverfügung vom 4. September 2018 doch nicht um eine blosse
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 8/2020), Seite 4/5
"Zustellung zur Kenntnisnahme", sondern sei hiermit eine Frist von
30 Tagen für eine allfällige Vernehmlassung eingeräumt worden
(VerwGE B 2019/56 vom 2. September 2019 Erw. 3.3). Auch liege eine
Vertretung einer Vielzahl von Klienten vor, was mit einem Mehrauf-
wand verbunden sei. Dies, auch wenn der genaue Zeitaufwand nicht
nachgewiesen worden sei.
1.3 Wie auch das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid aufführt,
ist die Kostennote bei der Festsetzung der Honorarpauschale lediglich
zu berücksichtigen (Erw. 5 mit Verweis auf VerwGE B 2014/214 vom
27. November 2015 Erw. 4.2.1). Dies ist namentlich deshalb gerecht-
fertigt, weil sich die Pauschalentschädigung nicht nur nach dem Um-
fang der Bemühungen richtet. Der vom Rechtsvertreter betriebene
Aufwand, wie er in der Honorarnote zum Ausdruck kommt, stellt mithin
lediglich eines von verschiedenen Bemessungskriterien dar (VerwGE
B 2016/38 vom 12. März 2018 Erw. 8.3). Nach der Praxis müssen Ge-
richte und Verwaltungsbehörden eingehend begründen, wenn sie die
Honorarpauschalen nach Art. 22 Abs. 1 HonO unterschreiten oder
wenn sie sich über die Vorbringen, mit denen ein ausserordentlicher
Aufwand geltend gemacht wird, hinwegsetzen. Ansonsten müssen die
Gründe für Kürzungen der Kostennote nur summarisch dargelegt wer-
den, und der Vertreter braucht nicht vorgängig angehört zu werden
(vgl. R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach st.gallischem Verwal-
tungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004, S. 208; LINDER, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti, Praxiskommentar zum Gesetz über die Ver-
waltungsrechtspflege, Zürich/St.Gallen 2020, Art. 98bis N 24).
1.4 Aufgrund des zweifachen Schriftenwechsels sowie der Vertre-
tung einer Vielzahl an Klienten ergeben sich im vorliegenden Fall be-
sondere Umstände und dadurch ein überdurchschnittlicher Aufwand
für den Rechtsvertreter der Rekurrenten, die es – nach Ansicht des
Verwaltungsgerichtes – bedingen, von der üblicherweise zugespro-
chenen pauschalen Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'750.– abzu-
weichen. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Umstände ist den
Rekurrenten deshalb eine – im Vergleich zum üblichen Pauschalho-
norar in Rekursverfahren vor Baudepartement – erhöhte ausseramtli-
che Entschädigung zuzusprechen.
Mit Blick auf den Pauschalrahmen von Art. 22 Abs. 1 Bst. a HonO und
die in durchschnittlichen Bau- und Planungsrekursen zugesprochene
Entschädigung kann jedoch der vom Rechtsvertreter in der Aufstellung
vom 25. November 2018 geltend gemachte Aufwand (der doppelt so
hoch ausfällt, als das üblich zugesprochene Pauschalhonorar) nicht
vollumfänglich entschädigt werden. Dabei erscheint insbesondere der
geltend gemachte zusätzliche Aufwand aufgrund der Vertretung einer
Vielzahl an Klienten (eine Stunde pro zusätzlichem Klient) als massiv
überhöht. Auch unterlässt es der Rechtsvertreter der Rekurrenten im
Rahmen der Kostennote detailliert nachzuweisen, dass aufgrund der
grösseren Anzahl an Klienten tatsächlich zusätzliche Instruktionsge-
spräche (geschweige denn Instruktionsgespräche von neun Stunden)
angefallen sein sollen. Die Vertretung einer Vielzahl an Klienten ist
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 8/2020), Seite 5/5
zwar zu berücksichtigen, ohne konkreten Nachweis des Aufwands
aber nicht im Rahmen der beantragten Fr. 2'250.–.
Zusammenfassend ergibt sich, dass unter Beachtung der besonderen
Umstände (Vertretung mehrerer Klienten sowie zusätzliche Eingabe)
eine ausseramtliche Entschädigung in der Höhe von insgesamt
Fr. 4'000.– zuzüglich vier Prozent pauschale Barauslagen (Fr. 160.–)
und Mehrwertsteuer als angemessen erscheint. Die ausseramtliche
Entschädigung ist von der Politischen Gemeinde Z._ zu tragen.
2.
Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97
VRP) noch ausseramtliche Kosten entschädigt.