# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5de49191-435e-4338-9720-c59f7b1c5a92
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, diplomierte Schauspielerin, meldete sich am 2
4.
November 2000
(Eingangsdatum)
unter Hinweis auf
wiederholte Psy
chose
n
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Y._
, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2). Die IV-Stelle
Y._
nahm beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen vor
und erteilte
Kostengutsprachen für ei
ne Umschulung (vgl.
Urk.
8/20-85
), im Rahmen derer
die Versicherte
am 3
0.
Mai 2005 das Handelsdiplom VSH erlangte (
Urk.
8/88).
In der Folge wurde
Arbeitsvermittlung
gewährt (vgl.
Urk.
8/89-118). A
m 3
1.
August 2006 teilte die IV-Stelle
Y._
der Versicherten mit, dass sie rentenausschliessend einge
gliedert sei (
Urk.
8/121).
1.2
Nach ihrem
Umzug in den Kanton Zürich meld
ete sich die Versicherte am 20.
Februar 2012 (Eingangsdatum) wegen eines man
isch-depressiven Zustands, einer
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
(
ADHS
)
und massiven Schlafstörungen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/126).
Die IV-Stelle holte den
Arbeit
-
ge
berbericht
des Schweizerischen Verbands des Personal
s ö
ffentlicher Dienste (
VPOD) vom
4.
Mai 2012 (
Urk.
8/138), den Bericht von med.
pract
.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, v
om 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
8/140),
einen Auszug aus dem individuellen Kon
to (IK-Auszug vom
1.
Juni 2012,
Urk.
8/141) und den Bericht von
med.
pract
.
Z._
vom 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
8/142) ein.
Am 1
5.
Januar 2013 erteilte die IV-Stelle
der Versicherten Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining
vo
m 4.
Februar bis zum
4.
Mai 2013
(
Urk.
8/151
; vgl. auch
Zwischenbericht
der
A._
GmbH
vom
3.
Mai 2013,
Urk.
8/159
) und am
2
8.
Mai 2013
für ein Auf
bautraining vom
5.
Mai bis zum
4.
November 2013 (
Urk.
8/162)
.
Am
3
.
Oktober 2013
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
, dass die Integrationsmassnahme
Aufbautraining
per 1
1.
Oktober 2013
beendet
werde
, da
ihr
eine W
eiterführung
aus gesundheitlichen Gründen zurzeit nicht zumutbar sei (
Urk.
8/167; vgl. auch Abschlussbericht
der
A._
GmbH
vom 1
8.
Oktober 2013,
Urk.
8/169).
Darauf
hin holte
die IV-Stelle
den Bericht von med.
pract
.
Z._
vom 3
0.
Oktober 2013
(
Urk.
8/170), den Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Dienste, Klinik
B._
,
von
August 1998 (Urk.
8/171) sowie
die Berichte der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern vom
1
3.
November 1996 und
vom
5.
April 2001 (
Urk.
8/172) ein.
In der Folge
beauftragte
sie
ihren Abklärungsdienst mit der Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfä
higkeit in Beruf und Haushalt (A
bklärungsbericht vo
m 1
2.
Februar 2014,
Urk.
8/175).
Am 2
6.
März 2014
lud die IV-Stelle
die Versicherte zu einer
Untersuchung bei med.
pract
.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) ein, die am
2
0.
Juni
2014 stattfand (Bericht vom
4.
Juli
2014,
Urk.
8/177).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vo
rbe
scheid vom
1.
September 20
14,
Urk.
8/181, und Einwand vom
2
5.
September 2014
,
Urk.
8/183
,
sowie
Einwandergänzung
vom
3
1.
Oktob
er 2014,
Urk.
8/187)
wies die IV-Stelle das Begehren der Versicherten um IV-Leistungen mit Verfü
gung vom 1
7.
Dezember 2014 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
2.
Februar 2015 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 1
7.
Dezember 2014 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei ein gerichtliches psychiatrisches Gutachten anzuordnen und hernach über ihren Anspruch auf Ausrichtung eine
r
IV-Rente zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
März 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Eingaben vom
9.
März 2015 (
Urk.
9) und vom 20.
April 2015 (
Urk.
15) reichte die Beschwerdeführerin weitere
Beilagen
ein
(vgl.
Urk.
10 und
Urk.
16)
,
insbe
sondere
die Stellungnahme
von
med.
pract
.
Z._
vom 2
5.
Februar 2015 (
Urk.
10/1
)
.
Am 1
8.
Mai 2015 teilte die Beschwerdegegnerin mit,
dass sie auf das Einreichen einer Stellungnahme (Duplik)
dazu
verzichte (
Urk.
19), was der Beschwerdeführerin am 2
0.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
schliessen
. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger
Massstab
anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Med.
pract
.
Z._
stellte im Bericht vom 2
3.
Mai 2012 folgende Diag
nosen (
Urk.
8/140/1):
(1)
eine
schiz
oaffektive
Störung (ICD-
10 F25; depressive Phasen ab ca.
14.
Lebensjahr
mit Suizidgedanken; z
wischen 1993 und ca. 2002 ca. zehn
schwere Psychosen)
(2)
ein ADHS seit Kindheit
(3)
eine frühkindliche schwere Deprivation und wahrscheinliche Traumatisierung
en
in
den ersten Lebensjahren in Indien
Med.
pract
.
Z._
erklärte,
dass die Beschwerdeführerin
stationär behandelt worden sei und mehrmalige
Hospitalisationen
in
einer psychiatri
schen Klinik in
D._
, in der
E._
und in der psychiatrischen Klinik in
F._
erfolgt seien
. Se
it 2009
sei
die Beschwerdeführerin
bei ihr in ambulanter Behandlung
. Mit ca. zwei
Jahren
sei
sie
auf der Strasse in Indien in
einem
sehr schlechten
Allgemein- und Ernährungszustand
aufgegriffen und in ei
n Kinderheim gebracht worden
. In weiterhin sehr schlechtem
Allgemeinzu
stand
sei sie mit ca. vier
Jahren durch Schweizer Eltern adopt
iert worden (
Urk.
8/140/1
).
Weiter führte med.
pract
.
Z._
aus,
dass
i
m März 2011 z
uneh
mende Konflikte an der Arbeitsstelle zu einer einvernehmlichen Kündigung geführt
hätten
. Die Anstellung bei
m
VPOD von 2007 bis 2011 sei die einzige Arbeitsstelle gewesen, welche die Beschwerdeführerin längere Zeit habe behal
ten können. Das letzte Jahr bei
m VPOD habe sie als
„Hölle“ empfunden. Es sei zu sehr vielen Konflikten gekommen.
Am 1
8.
November 2011 sei die Beschwer
deführerin beim Ausstei
gen aus dem Tram gestolpert,
gefallen und habe
mehr
fache
Fraktur
en
(Unterschenkel und Knöchel) erlitten. Nach der
Hospitalisation
sei sie
viele Wochen nicht mobil
und fast ausschliesslich zu Hause gewesen. Ihre Stimmung ha
be sich weiter verschlechtert, und sie
habe unter massiven Stimmungsschwankungen gelitten
. Die Konflikte hätten sich weiter zugespitzt
, die
Beschwerdeführerin sei sehr gereizt gewesen mit
stark
verminderter
Frust
rationstoleranz
. Sie habe Aggressionsprobleme gehabt, sei affektlabil gewesen und habe ein
maniform
angetriebenes Zustandsbild ge
zeigt. Im Dezember 2011 habe die Beschwerdeführerin
die bisherige Medikation mit
Fluanxol
gestoppt,
und sie habe ihr eindringlich geraten, Lithium zu nehmen. Nach diversen Abklärungen sei die Beschwerdeführerin Mitte Dezember 2011 bereit gewesen, Lithium einzunehmen. Darunter habe sie sich aber noch schlechter gefühlt und mit zunehmend drängender Suizidalität gekämpft. Anfang März 2012 habe sie
das
Lithium abgesetzt. Der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich weiter massiv verschlechtert. Sie habe unter akut psychotisch paranoider und mani
scher Symptomatik gelitten. Mitte März 2012 hätten sie
eine Phasenpro
p
hylaxe mit
Orfiril
begonnen. Damit habe sich ihr Zustand verbessert
,
und die manische
Symptomatik sei abgeklungen. Die paranoide und auch die depressive Sympto
matik hätten aber noch länger angedauert. Insgesamt habe sich ih
r Zustand
im letzten Monat weiter verbessert. Sie zeige aber weiterhin ein stark erhöhtes Schlafbedürfnis, sei sehr schnell erschöpft, schnell ermüdet und zeige eine stark verminderte Belastbarkeit.
Es f
i
nde eine wöchentliche Gesprächstherapie statt, bei Krisen gehäuft Telefonate.
An ihrer letzten Arbeitsstelle habe die Beschwer
deführer
in
über ein Arbeitspensum von 80
%
verfügt
. Sie sei damit wahr
scheinlich über längere Zeit überfordert gewesen. Nach ihr
em Unfall im November 2011 sei von den
somatischen Ärzte
n
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert worden.
Vom
1.
b
is zum 3
1.
März 2012 habe die Arbeitsunfähig
keit 80
%
betragen. Ab dem
1.
April 2012 bis auf Weiteres betrage die Arbeits
unfähigkeit mindestens 70
%
.
Die Beschwerdeführerin sei durch die
schizoaf
fektive
Erkrankung vermindert belastbar und durch das zusätzlich
e
ADHS wei
ter eingeschränkt.
Eine ca.
5
0%ige Arbeitsfähigkeit scheine
mittelfristig realis
tisch (
Urk.
8/140).
2.2
Im Bericht vom 1
2.
Juli 2012 gab med.
pract
.
Z._
(
erneut
)
an,
dass die Arbeits
un
fähigkeit ab dem
1.
April 2012 bis auf
Weiteres
mindestens 70
%
betrage und mittelfristig eine
ca.
50%ige Arbeits
fähigkeit realistisch scheine (
Urk.
8/142/4
).
2.3
Die Abklärungspersonen der
A._
GmbH erkl
ärten im Zwischenbericht vom 3.
Mai 2013, dass
die Beschwerdeführerin
die Ziele im Belastbarkeitstraining noch nicht habe
erreichen können. Der Schwerpunkt sei auf die Stabilisierung der dreistündigen Präsenzzeit gelegt worden.
Die drei Stunden habe sie erbrin
gen können, aber nicht immer in der geplanten Zeit am Vormittag. A
ufgrund der guten Motivation der Beschwerdeführerin und der bisher vorliegenden, begründeten gesundheitlichen Beeinträchtigung, welche sich auf dem Weg der Stabilisierung befinde,
würden sie
im Anschluss ein
Aufbautraining empfehlen. Es gelte,
den Schwerpunkt auf den weiteren Aufbau der Präsenzzeit zu legen und in einem weiteren Schritt die Arbeitsfähigkeit zu s
teigern, unter anderem im Abbau
der
Cogpackübungen
und diese mit anderen Arbeitsinhalten zu füllen (
Urk.
8/159/3).
2.4
Im Abschlussbericht vom 1
8.
Oktober 2013 gaben d
ie
Abklärungspersonen
der
A._
GmbH an, dass die Beschwerdeführerin vier Stunden Präsenzzeit in variablen Anwesenheitszeiten knapp erreicht habe. Nach der Steigerung auf fünf Stunden habe sie öfter früher abbrechen müssen. Auch durch die Reduk
tion auf vier Tage habe keine erkennbare Entlastung und Präsenzstabilisation erreicht werden können, was zum vorzeitigen Abbruch geführt habe. Die Arbeitsfähigkeit habe im Durchschnitt 20
%
betragen. An einzelnen Tagen, an
den
en
es der Beschwerdeführerin gut gegangen sei, habe diese etwas höher lie
gen können. Da im Moment keine relevante Arbeitsfähigkeit vorhanden sei, werde seitens der IV die Rentenprüfung eingeleitet. Die Beschwerdeführerin werde sich über private Kontakte um einen individuell angepassten Arbeitsplatz bemühen. Eine Stelle im geschützten Rahmen könne sie sich momentan nicht vorstellen. Nach einer Erholungsphase würden sie empfehlen, eine
Tagesstruk
tur
aufzubauen und weiterhin die engm
aschige therapeutische Begleitung
fort
zuführen (
Urk.
8/169/3).
2.5
Med.
pract
.
Z._
hielt
im Bericht vom 3
0.
Oktober 2013
fest
, dass bei der Beschwerdeführerin ausgeprägte Konzentrationsstörungen bei erhöhter Ablenkbarkeit und verminderter Aufmerksamkeit sowie auch Gedächtnisstö
rungen vorliegen würden. Leider sei nur an einzelnen Tagen eine sehr gute Konzentrations
- und Leistungsfähigkeit vorhanden
. Die Stimmung sei insge
samt ausgeglichener (für die Verhältnisse der Beschwerdeführerin), aber es seien doch starke Stimmungsschwankungen
zu beobachten
. Trotz hoch dosierter Medikation zeige sich immer wieder eine psychotische Symptomatik, vor allem eine paranoid-psychotische, mit paranoiden Ängsten, Verfolgungs- und
Beein
trächtigungsgefühlen
. Immer wieder habe die Beschwerdeführerin massive Schlafstörungen, auch Perioden von Albträumen (verschiedenste Gewalt). Bei Schlafstörungen sei sie auch unruhig rastlos angetrieben, ungeduldig und gereizt. Sie leide unter ausgeprägten Insuffizienzgefühlen und ihr Selbstwert
gefühl sei stark vermindert. Nach impulsiven Ausbrüchen habe sie Schuldge
fühle, mache sich Selbstvorwürfe und habe ausgeprägte Schamgefühle. Immer wieder zeige sich eine massive Tagesmüdigkeit, so dass sie auch vor
dem Com
puter und
sogar in Gesprächen (fast) eingeschlafen sei. Ihr Antrieb sei reduziert, die Ermüdbarkeit stark erhöht bei stark verminderter Belastbarkeit und Leis
tungsfähigkeit. Suizidalität liege nicht mehr vor. Die Beschwerdeführerin sei einerseits sehr motiviert, wieder erwerbstätig zu sein, setze sich andererseits aber massiv selbst unter Druck. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von ca. 20
%
(in geschütztem Rahmen)
. Es müsse zuerst eine konstante
Arbeitstätigkeit ohne gehäufte Absenzen und eine konstante Leistung von 20 bis 30
%
über mindestens ein halbes bis ein Jahr aufgebaut werden, bevor eine Steigerung des Arbeitspensums überhaupt in Frage komme. Die Beschwerdeführerin habe bis Ende Oktober 2013 wöchentliche Therapiesitzungen geh
abt, wobei es au
ch da
wegen der
Schlafstörungen, der Müdigkeit und Erschöpfung zu kurzfristigen Absagen gekommen sei, und sie stattdessen Telefonkonsultation
en
gemacht hätten (
Urk.
8/170/6).
2.6
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
stellte im psychiatrischen Untersuchungsb
ericht
vom
4.
Juli
2014
- im Rahmen der versicherungspsychiatrischen Beurteilung -
als Diagnose
mit dauerhafter Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
schi
z
oaffektive
Störung (ICD-10 F25,
laut Psychiaterin
Z._
). Als Diagnosen ohne
dauerhafte
Aus
w
irkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannte er (1)
eine Persönlichkeitsakzentuierung,
histrio
nisch
(ICD-10
Z
73.1) und (2) ein
ADHS (laut Ps
ychiaterin
Z._
).
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
erklärte,
dass die Beschwerdeführerin laut Akten mehrmals in stationärer psy
chiatrischer Behandlung gewesen sei wegen einer akuten
schizophrenieformen
psychotischen Störung. Die seit Jahren behandelnde Psychiaterin
Z._
diagnostiziere eine
schizoaffektive
Störung. Bei der heutigen Untersu
chung seien unter Medikation keine de
r
artigen Symptome zu beobachten gewesen. Die Beschwerdeführerin habe durchgehend Normalbefunde gezeigt, wobei ihr beeindruckendes Auftreten auf deutliche
histrionische
Persönlich
kei
tszüge
hingewiesen habe. Ob ein
ADHS vorliege, könne nicht endgültig beurteilt werden, da die Beschwerdeführerin unter Medikation stehe. Gegen ein IV-relevantes ADHS spreche ihre frühere Fähigkeit, vier Jahr
e
kontinuierlich Bürotätigkeiten zu verrichten. Ihre Angabe, problemlos Belletristik lesen zu können, spreche ebenfalls dagegen und für eine erhaltene
Aufmerksamkeit und Konzentration. Die angegebene wahrscheinliche frühkindliche Deprivation und Traumatisierung möge vorgelegen haben, habe sie aber nicht daran gehindert,
zum Beispiel
problemlos die Schulen zu durchlaufen und monatelang in Ame
rika herumzureisen. Die Auswirkungen seien offensichtlich gering. Die bei der
A._
GmbH störende Schläfrigkeit scheine – wie med.
pract
.
Z._
am 3
0.
Oktober 2013 angedeutet habe
– eine Folge der iatrogenen
Medikation zu sein.
Bei der heutigen Untersuchung seien keine Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen gewesen, obwohl die Beschwerdeführerin angegeben habe, sehr schlecht geschlafen zu haben. Die Beschwerdeführer
in
weise ein erfreulich
hohes Funkt
ionsniveau auf, wie schon im Abklärungsb
ericht vom 1
2.
Februar 2014 beschrieben worden sei:
regelmässig
Fitness-Studio, Tanzen, Lesen, Ver
fassen von Hörspielen, Schreiben von Satiren und Gedichten, Lust auf
Theater
verein
. Auch jenseits der Untersuchungssituation gebe es also gute Belege für ein hohes Funktionsniveau ohne wesentliche Einschränkungen oder gar Nega
tiv-Symptome.
Der Einschätzung der
Psychiaterin
Z._
vom
3
0.
Oktober 2013, dass nur eine 20%-Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen vorliege, könne mit Blick auf das hohe Funktionsniveau und den aktuellen Befund nicht gefolgt werden. Wenn med.
pract
.
Z._
eine „massive Tagesmüdigkeit“ angebe, so liege die Ursache wohl nicht in einer „er
höhten Ermüdbarkeit“, sondern in
der iatrogenen, erhöhten Schlafmedikation (
Schlaf
reserve
bis 5 mg
Temesta
). Auch wenn die Beschwerdeführerin ausgesprochen gerne im kreativen und künstlerischen Bereich tätig wäre, so bestünden im
KV-Bereich nur wenig
e
Einschränkungen, hauptsächlich aufgrund der früheren Psychosen. Anhaltende Hektik und Stress würden schlecht vertragen. Die Beschwerdeführerin benötige einen ruhig st
rukturierten Arbeitsplatz (Urk.
8/177/5
-6
).
2.7
In der Stellungnahme vom
2.
Dezember 2014 hielt RAD-Arzt med.
pract
.
C._
fest, es könne noch einmal darauf hingewiesen werden, dass med.
pract
.
Z._
die Beschwerdeführerin seit 2009 behandle, gleichzeitig aber in der Zeit zwischen 1993 und ca. 2002 ca. zehn schwere Psychosen feststelle, ohne dass in den vorliegenden Unterlagen Belege für diese
grosse
Anzahl vor
handen seien. Eine erneute Begutachtung sei nicht angezeigt (
Urk.
8/189/3).
2
.8
Med.
pract
.
Z._
erklärte
in der Stellu
ngnahme vom 2
5.
Februar 2015
, dass RAD-Arzt med.
pract
.
C._
Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
und deren Arbeitsfähigkeit fast ausschliesslich auf sei
nem knapp stündigen Gespräch vom 2
0.
Juni 2014 und dem
Ab
klärungsbericht vom 1
2.
Februar 2014 beruhe.
Dies
ohne Berücksichtigung des Langzeitverlaufs der doku
mentierten Erkrankung seit 1996
, was
völlig unhaltbar
sei
und allen Kriterien einer fachlich seriösen Beurteilung
widerspreche
. Die Beurteilung dürfe nicht auf dem subjektiven Eindruck einer einstündigen Sitzung eines ein
zelnen Psychiaters beruhen, dem notabene sämtliche anderen Beurteilungen durch involvierte und vorbehandelnde Psychiater (auch IV-Ärzte) widerspre
chen würden.
In sämtlichen Berichten seit 1996 werde die Diagnose einer (
schi
zophreniformen
) psychotischen Störung gestellt. Die Beschwerdeführerin sei das erste Mal 1996
zwangsweise in die p
sychiatr
ische Klinik in
D._
eingeliefert worden, sei dort
die erste Woche
nicht identifizierbar, da auch autopsychisch desorientiert gewesen und habe längere Zeit
zwangsmediziert
und parenteral ernähr
t werden müssen. Neben der hoch
psychotischen Symptomatik habe sie auch eine schwer depressive Symptomatik g
ezeigt. Seit 1996
sei sie
in psychi
atrischer Behandlung. Das typische Alter der Ersterkrankung der Psychose sei das frühe Erwachsenenalter,
nach einer meist jahrelangen Prodromalphase.
Es
seien
mehrere schwere Psychosen
gefolgt
,
und die Beschwerdeführerin
habe
deswegen
mehrere Male, zum Teil per fürsorgerische Freiheitsentziehung, hos
pitalisiert werd
en müssen. Zum Teil sei sie
mehrere Monate hospitalisiert gewesen. Seit 1996 seien mindestens sechs schwere Psychosen klar dokumen
tiert. Die Beschwerdeführerin leide also, bestens dokumentiert, seit 1996 unter einer schweren chronischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis.
Zusätzlich werde
in den
Hospitalisationsberichten
über rezidivierende depres
sive Episoden seit ihrem 12./1
3.
Lebensjahr berichtet. Im Jahr 2000 habe die Beschwerdeführerin drei Suizidversuche unternommen. Im Winter 2011
/2012
habe sie eine manische Episode gehabt, auch mit paranoid-schizophrener
Symptomatik gemischt, dann auch eine
schizoaffektiv
depressive Stör
ung mit quälender Suizidalität (
Urk.
10/1 S. 1-3).
Weiter
führte
med.
pract
.
Z._
aus
, dass d
ie Befunderhebung von
RAD-Arzt med.
pract
.
C._
äusserst dürftig, mangelhaft und oberflächlich
sei
. Sehr häufig schreibe er, dass es „keinen Anhalt“ gebe. Das heisse, dass
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
es nicht notwendig ge
funden habe, nach möglichen Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, inhaltlichen Denkstörungen,
Zwangsgedan
ken
, Zwangshandlungen, Ängsten und zirkadianen
Besonder
-
heiten
zu fragen. Er habe es nicht notwendig gefunden, nach Gedächtnis
-
funktion, Konzentrati
onsfähigk
eit, Aufmerksamkeitsspanne und
formalen Denkstörungen zu fragen. Weiter habe er es auch nich
t notwendig gefunden, nach
Stimmung,
Stim
mungsschwankungen
, Antrieb,
Schlaf und
Schlafstö
-
rungen
der Beschwerde
führerin
zu fragen;
ebensowenig
nach
Kontaktverhalten (subjektiv auf ihn kontaktfreudig wirkend), sozialphobischem Verhalten etc. Ein solcher
Psycho
status
sei nicht aussagekräftig.
Wegen der Schwere der
Erkran
-
kung
müsse die Beschwerdeführerin verschiedene Medikamente hochdosiert einnehmen:
Orfiril
1‘000 mg/d,
Efexor
ER 300 mg/d,
Fluanxol
15 mg/d,
Nozinan
25 bis 50 mg zum Schlafen. Sie sei offensichtlich hiermit so gut eingestellt, dass sie bei dem einstündigen Gespräch am 2
0.
Juni 2014 bei
RAD-Arzt med.
pract
.
C._
keine akutpsychotische Symptomatik gezeigt habe. Wenn aber
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
damit, dass er während des einmaligen einstündigen Ge
s
prächs am 2
0.
Juni 2014 mit der
Beschwerdefüh
-
rerin
keine akutpsychotischen Symptome beobachtet habe, sagen oder beweisen möchte, dass die Beschwerdeführerin keine
schizoaffektive
Störung habe, sei dies haarsträubend. Es wirke zynisch, wenn er den Erfolg der Behandlung benutze, um alle bisherigen Befunde und Diagnosen zu widerlegen.
Die Behauptung von
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
, dass die Auswirkungen der angegebenen wahrscheinliche
n
frühkindliche
n
Deprivation und
Traumatisie
-
rung
offensichtlich gering seien, da
sie dies nicht daran gehindert habe, zum Beispiel
problemlos die Schulen
zu
durchlaufen und monate
lang in Amerika herumzureisen
, sei im Hinblick auf die Schwere ihrer Krankheit und ihre lange Leidensgeschichte zynisch und haarsträubend. Es gehöre zum basalen psychiatrischen Wissen, dass frühkindliche Deprivation und Traumatisierungen Risikofaktoren für schwere psychische Erkrankungen seien. Diese würden sich zum Teil bereits im Kindesalter, sehr häufig aber auch erst in der Pubertät oder im Erwachsenenalter zeigen. Schlafstörungen, die gesamte Schlafsituation, Schläfrigkeit, Tagesmüdigkeit und erhö
hte Müdigkeit seien
sodann etwas K
omplexes, das viele verschiedene Faktoren beinhalte. Die Beschwerdeführerin habe bei früheren Psychiatern verschiedene Medikamente zur Behandlung ihrer
Schlafstörungen erhalten.
Nozinan
helfe ihr am besten. In ganz akuten Situation
en
brauche sie zusätzlich auch
Temesta
.
Zusätzlich habe die Beschwerdeführerin ein schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und eine Non-REM-
Parasomnie
(
G._
, Bericht vom 2
7.
März 2014). Bereits ein schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom erkläre eine vermehrte Tagesmüdigkeit hinreichend (
Urk.
10/1
S.
5-9
).
3.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefocht
enen Verfügung vom 17.
Dezember 2014
davon aus, dass die Beschwerdeführerin
die angestammte Tätigkeit (als kaufmännische Angestellte) mit einer zumutbaren
Willensanstren
gung
zu 100
%
ausüben könne (
Urk.
2).
Sie stützte sich dabei im Wesentlichen
auf den psychiatrischen Untersuchungsbericht
von RAD-Arzt med.
pract
.
C._
vom
4.
Juli
2014 (
Urk.
8/177).
3
.2
Vorab ist darauf hinzuweisen,
dass es sich beim Bericht von
RAD-Arzt med.
pract
.
C._
vom
4.
Juli
2014 um einen Bericht eines
versic
herungsinter
nen
Arztes handelt, dem
Beweiswert beigemessen werden kann, sofern er als schlüssig erscheint, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine Indizien gegen seine Zuverlässigkeit bestehen. An die Unpartei
lichkeit eines versicheru
ngsinternen Gutachters ist
dabei
ein streng
er Massstab anzulegen (vgl. E. 1.6
).
3.3
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
stellte im Bericht vom
4.
Juli
2014 - im Rah
men der versicherungspsychiatrischen Beurteilung - als
einzige
Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
schi
zoaffektive
Stö
rung (ICD-10 F25,
laut Psychiaterin
Z._
). Als Diagnosen ohne
Auswir
-
kung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (1) eine
Persönlichkeitsakzentu
ierung
,
histrionisch
(ICD-10
Z
73.1) und (2) ein ADHS (laut Psychiaterin
Z._
;
Urk.
8/177/5-6
).
Angesichts der Ergänzungen
„laut Psychiaterin
Z._
“ bei zwe
i der drei
genannten
Diagnosen stellt sich die Frage, ob RAD-Arzt med.
pract
.
C._
vom Vorliegen dieser beiden
Diagnosen über
zeugt war oder nicht.
Klarheit schaffen diesbezüglich
jedoch
auch die weiteren Ausführungen von RAD-Arzt med.
pract
.
C._
nicht, zumal er im
Rahmen der Diskussion
im Wesentlichen lediglich darauf
hin
wies
, dass bei der heutigen Untersuchung unter Medikation keine Symptome einer
schizoaffektiven
Störung zu
beobachten gewesen seien. Zudem
gab er an
, dass nicht endgültig beurteilt werden könne,
ob ein ADHS vorliege (
Urk.
8/177/5
).
Von einer klaren
Diagno
sestellung
kann unter diesen Umständen
somit nicht gesprochen werden.
Anzumerken bleibt indes, dass damit die Diagnosestellung der behandelnden Ärztin nicht grundsätzlich in
Frage gestellt wurde und dass für die invaliden
versicherungsrechtliche Beurteilung nicht die genaue Diagnose, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit entscheidend sind (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281 mit Hinweis).
3
.4
Hierzu
hat RAD-Arzt med.
pract
.
C._
keine detaillierten Angaben
, insbeson
dere
zum chronologischen und prozentualen Verlauf der Arbeitsfähigkeit
,
gemacht
,
und seine
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
beruht - wie
med.
pract
.
Z._
zu Recht bemerkte
(
Urk.
10/1 S. 5
) –
offenbar
in erster Linie
auf der
kurzen
Befunderhebung
anlässlich der
Untersuchung bzw. der „Momentaufnahme“ vom 2
0.
Juni 201
4. W
eil
das
– belegte –
langjährige
psy
chiatrische Krankheitsbild der Beschwerdeführerin offensichtlich
typischerweise
einen schwankenden Verlauf zeigt, vermag
RAD-Arzt
med.
pract
.
C._
Beurteilung
nicht zu überzeugen.
Im Übrigen
weist die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von RAD-Arzt med.
pract
.
C._
auch
sehr
stark von
den
Beurteilung
en
von med.
pract
.
Z._
(
Urk.
8/140,
Urk.
8/142 und
Urk.
8/170
)
und
der Abklärungspersonen der
A._
GmbH
im Abschlussbericht
vom 1
8.
Oktober 2013
(
Urk.
8/
169)
ab.
Insbesondere auch vor
dem Hintergrund
, dass die Abklärungspersonen der
A._
GmbH
mit der Beschwerdeführerin
im Zeitraum von Februar bis Oktober 2013
ein intensives
Belastbarkeits-
und Auf
bautraining durchführt hatten und dieses Training im Oktober 2013 vorzeitig abgebrochen worden war,
weil
damals keine relevante Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen hatte, wäre eine eingehende Auseinandersetzung von RAD-Arzt med.
pract
.
C._
mit
den
abweichenden
Einschätzung
en
zur Arbeitsfähigkeit
angezeigt
gewesen
.
Eine solche liegt
indes
nicht vor.
3
.5
Es
ist somit festzuhalten, dass
auf den Bericht von RAD-Arzt med.
pract
.
C._
vom
4.
Juli 2014
nicht abgestellt werden kann.
Sodann
lässt sich
auch
anhand
der weiteren
medizinischen
Akten
nicht zuverlässig beurteilen, welche
objektivierbaren
Befunde
sich seit
August
2011 (
das
heisst
ein
Jahr vor dem frühestmöglichen Rentenbeginn,
vgl. E.
1.5
)
in welchem Umfang auf die bisher ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als
kaufmännische Angestellte
sowie auf allfällige angepasste Tätigkeiten (bezogen auf ein 100%-Pensum) auswirken.
Diesbezüglich ve
rmögen auch die Berichte von med.
pract
.
Z._
, welche von einer bloss 20%igen Arbeitsfähigkeit
in geschütztem Rahmen aus
geht
(vgl. E. 2.5)
,
angesichts der zumindest zeitweise gezeigten Leistungsfähig
keit in Arbeit, Ausbildung und Freizeitaktivitäten nicht zu überzeugen
und scheint das Schlafapnoe-Syn
drom grundsätzlich behandelbar.
Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die
Beschwer
degegnerin
zurückzuweisen,
damit sie den
medizinischen Sachverhalt
in psychiatrischer Hinsicht
extern
gutachterlich abklären lässt
.
Danach hat die Beschwerdegegnerin über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin neu zu entscheiden.
In diesem Sinne
ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
4.
4.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch der
Beschwerdeführerin
vom
2.
Februar 2015 (Urk. 1) um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung erweist sich damit als gegenstandslos.
4.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses
– und nach Einsicht in die Honorarnote des Rechtsdienstes von
Inclusion
Handicap
vom 1.
Juni 2016
(
Urk.
22
) -
auf Fr. 1‘9
50
.-- (inkl.
Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.