# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e15c5dc-60c6-4894-86e8-86274584cba0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 21
I. Sachverhalt
A. Y._ und X._ heirateten am 3. September 1993 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus dieser Ehe gingen die Kinder A._, geboren am _1995, B._, geboren am _1997, und C._, geboren am _2003, hervor.
B. Am 25. April 2013 liess X._ beim Einzelrichter am Bezirksgericht Inn ein Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen einreichen, worin sie beantragte, die Tochter C._ sei unter die Obhut der Mutter und die Kinder A._ und B._ seien unter die Obhut des Vaters zu stellen, wobei jeweils ein Besuchs- und Ferienrecht gemäss Gerichtspraxis einzuräumen sei. Des Weiteren sei Y._ zu verpflichten, einen Unterhaltsbeitrag für die Tochter C._ von monatlich Fr. 2'000.-- zuzüglich Kinderzulagen und für die Ehefrau von monatlich Fr. 13'000.-- zu bezahlen. Ausserdem sei er zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Betrag von Fr. 50'000.--, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, subeventualiter in Anrechnung an die güterrechtliche Auseinandersetzung, zur Verfügung zu halten. Y._ beantragte in seiner Stellungnahme vom 13. Juni 2013 die Abweisung des Gesuchs von X._ und beantragte die Obhut über sämtliche Kinder unter Einräumung eines üblichen Besuchs- und Ferienrechts für die Mutter. Ausserdem sei er zu verpflichten, der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 4'400.-- zu bezahlen. Überdies sei die Gütertrennung anzuordnen. Mit Entscheid vom 15./19. August 2013 verfügte der Einzelrichter die Zusprechung eines provisorischen Unterhaltsbeitrags von monatlich Fr. 7'500.-- zugunsten der Gesuchstellerin.
C. Nach vorgängiger Anhörung der Kinder beauftragte der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn mit Entscheid vom 24./25. Juli 2013 die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden mit der Erstellung eines Gutachtens zur Frage der Obhutszuteilung von C._. In seinem Gutachten vom 2. Oktober 2013 empfahl der Gutachter im Wesentlichen, unabhängig von der Zuteilung der elterlichen Obhut über C._, die Errichtung einer Besuchsbeistandschaft zur Regelung des persönlichen Verkehrs. Weiter führte der Gutachter aus, dass zur Beobachtung der psychischen Stabilität von X._ eine Erziehungsbeistandschaft errichtet werden könne, die bei unauffälliger Entwicklung nach zwei Jahren wieder aufzuheben sei. Betreffend elterliche Obhut über C._ empfahl der Gutachter, diese in Gesamtwürdigung der Umstände X._ zuzuteilen und Y._ ein ausgedehntes Besuchsrecht einzuräumen.
Seite 3 — 21
D. Mit den Stellungnahmen vom 11. November 2013 und vom 28. November 2013 ergänzte X._ ihr Rechtsbegehren hinsichtlich des Besuchs- und Ferienrechts von Y._ und beantragte zudem, es sei im Sinne des Gutachtens eine Besuchsbeistandschaft zu errichten. Zudem sei Y._ zu verpflichten, ihr einen Anwaltskostenvorschuss von Fr. 10'800.-- inkl. MWSt zu bezahlen. Y._ erklärte sich mit Stellungnahme vom 28. November 2013 bereit, der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 5'740.-- zu leisten. Zudem beantragte er, X._ sei aufzufordern, ihre persönlichen Gegenstände und die ihrer Eltern bei ihm abzuholen.
E. Mit Entscheid vom 22. Januar 2014, mitgeteilt am 24. Januar 2014, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn wie folgt:
"1. Es wird festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, getrennt zu leben.
2. Es wird die Gütertrennung per 25. April 2013 angeordnet.
3. Die Tochter C._, geb. _2003, wird für die Dauer der Trennung unter die Obhut der Gesuchstellerin und Mutter gestellt.
4. Der Sohn B._, geb. _1997, wird für die Dauer der Trennung unter die Obhut des Gesuchsgegners und Vaters gestellt.
5.a) Der Gesuchsgegner und Vater wird berechtigt, die Tochter C._ an jedem zweiten Wochenende von Samstagmorgen 9.00 Uhr bis Sonntagabend 21.00 Uhr und jeden Dienstag 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Des Weiteren wird er für berechtigt erklärt, C._ auf eigene Kosten im Rahmen von 3 Wochen, davon maximal einmal zwei Wochen am Stück, zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
b) Die Gesuchstellerin und Mutter wird berechtigt, den Sohn B._ an jedem zweiten Wochenende von Samstagmorgen 9.00 Uhr bis Sonntagabend 21.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Des Weiteren wird sie für berechtigt erklärt, B._ auf eigene Kosten im Rahmen von 3 Wochen zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
c) Ein weitergehendes oder anderslautendes Besuchs- und Ferienrecht wird der einvernehmlichen Regelung der Ehegatten unter Berücksichtigung der Wünsche und des Wohls der Kinder vorbehalten.
6. Für C._ und B._ wird gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB eine Besuchsbeistandschaft angeordnet. Der Beistand wird im Sinne der Erwägungen beauftragt, die Eltern mit Rat und Tat zu unterstützen und insbesondere dafür besorgt zu sein, dass C._ und der Gesuchsgegner/Vater sowie B._ und die Gesuchstellerin/Mutter das vom Gericht angeordnete Besuchs- und Ferienrecht ausüben und den Kontakt miteinander pflegen können.
7. Für C._ und die Gesuchstellerin/Mutter wird gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB eine Erziehungsbeistandschaft angeordnet. Der Erziehungsbeistand wird im Sinne der Erwägungen beauftragt, die
Seite 4 — 21
psychische Stabilität der Gesuchstellerin/Mutter zu beobachten und bei unauffälliger Entwicklung nach zwei Jahren wieder aufzuheben.
8. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) wird angewiesen, einen entsprechenden Besuchs- und Erziehungsbeistand zu ernennen und diesen mit den gerichtlich angeordneten Aufgaben und Kompetenzen zu betrauen.
9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sie und die Tochter C._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 7'513.-- netto zu bezahlen.
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen Anwaltskostenvorschuss von CHF 10'800.00 inkl. MWST zu bezahlen.
11. Die Gesuchstellerin wird aufgefordert, ihre persönlichen Gegenstände und die ihrer Eltern beim Gesuchsgegner abzuholen.
12. Im Übrigen werden die Anträge vollumfänglich abgewiesen.
13. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 8'000.00 (inkl. Kosten des Gutachtens von CHF 4'400.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten der gesuchstellerischen und der gesuchsgegnerischen Partei (Art. 105 Abs. 1 und Art. 106 ZPO) und werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss von CHF 4'000.00 verrechnet (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Fehlbetrag in Höhe von CHF 4'000.00 ist von der gesuchsgegnerischen Partei innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
14. Die gesuchsgegnerische Partei hat die gesuchstellende Partei mit CHF 8'009.00 (inkl. Spesen und MWST) aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 105 Abs. 2 ZPO).

## Considerations