# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3dd8b889-5b23-4288-9596-3daa93affe9c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1966, arbeitete seit August 2003 als Hilfspfleger im Y._ in Zürich und meldete sich am 20. Juli 2013 unter Hinweis auf Beschwer
den am Handgelenk bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte
medizinische und erwerbliche Abklärungen durch
und verneinte nach durchge
führtem Vorbescheidverfahren
(
Urk. 6/41,
Urk. 6/47
)
mit Verfü
gung vom 1. Dezember 2015 einen Leistungsanspruch (Urk. 6/85). Die dagegen am 13. Januar 2016
erhobene
Beschwerde
(Urk. 6/94/3-8) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 15. Dezember 2016 im Verfahren Nr. IV.2016.00050 gut und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurück (Urk. 6/96).
1.2
Die IV-Stelle veranlasste eine psychiatrische und eine orthopädische Untersu
chung (Urk. 6/112, Urk. 6/113) durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/114, Urk. 6/118) mit Verfügung vom 8. Januar 2018 einen Leistungsanspruch (Urk. 6/122 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 8. Februar 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Januar 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2018 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 25. Mai 2018 - unter gleichzeitiger Bewilligung der beantragten unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung - zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rah
men ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Wei
sungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
-
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, die medizinische Beurteilung habe ergeben, dass keine gesundheitlichen Ein
schränkungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Aus näher genannten Gründen könne auf die Beurteilung durch die RAD-Ärztin abgestellt werden (S. 2 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), auf die RAD-Beurteilungen könne aus näher genannten Gründen nicht abgestellt werden (S. 3 f. Ziff. 4 ff.). Eingliederungsmassnahmen seien nicht geprüft worden, obwohl die aus psychiatrischer Sicht beschriebenen funktionalen Einschränkun
gen mit der bisherigen Tätigkeit als Hilfspfleger nicht vereinbar seien (S. 4 f. Ziff. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält, und ob diese entscheidreif abgeklärt worden ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Dr.
sc. nat.
Z._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
diagnosti
zierte mit Bericht
vom 2
2.
August 2013 (
Urk. 6/
20)
eine
multidirektionale Insta
bilität des MCP-Gelenkes Daumen rechts, wahrscheinlich durch chronische Überlastung
, sowie einen
ver
mutlich schnellende
n
Finger Dig. III Hand links
. Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr. Z._ aus, dass der Beschwerdeführer voll ar
beitsfähig sei, aber mit dem Chef besprechen müsse, ob er weniger im Gipszim
mer arbeiten könne. Aufgrund der deutlichen Handbelastung könne er im Gips
zimmer nicht mehr arbeiten.
3
.2
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie,
Vertrauensarzt der Pensionskasse
B._
, hielt in seinem Bericht
vom 24. Oktober 2013 (
Urk. 6/
24) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit invalidisierende Ellbogen-, Hand- und Fussschmerzen fest (S. 2
Ziff.
1)
fest
. Zur Prognose für bisherige und andere Tätigkeiten führte er aus, dass die Ursache der vom Beschwerdeführer
g
eklagten Schmerzen in Händen und Füssen unklar sei. Aufgrund der unklaren Diagnostik sei eine Prognose für eine Verweistätig
keit nicht möglich (S. 5
Ziff.
7.1. und
Ziff.
7.2). Aktuell bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 50
%
in einer Verweistätigkeit (S. 6
Ziff.
9.1). In Bezug auf die bis
herige Tätigkeit sei von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk. 6/
24/7 unten).
3.3
Mit Bericht vom 3. Juni 2014 (
Urk. 6/
3
6/
1-4) hielt
Dr.
med.
C._, Praktische Ärztin,
als Diagnosen Brennschmerzen der Hände und Füsse sowie nozizeptive Gelenk
schmerzen beider Hände fest (
Ziff.
1.1) und attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 100
%
seit 26. August 2013
bis auf Weiteres. So
dann führte sie aus, dass bei körperlicher Arbeit mit den Hän
den die Schmerzen so stark würden, dass der Beschwerdeführer sie nicht mehr aushalten könne. Eine
Arbeit im Gipszimmer und Betten
schieben sei unmöglich; er könnte eine leichtere Arbeit machen (
Ziff.
1.7).
Ihrem Bericht fügte Dr. C._ einen Bericht der D._ vom 7. September 2012, einen Bericht des E._ vom 18. Juli 2013 und Berichte des F._ vom 19., 20. und 21. Mai 2014 (Urk. 6/36/5-24)
bei.
3.4
Dr. A._ führte mit Bericht vom 3. beziehungsweise 5. Juni 2014 (Urk. 6/36)
aus, dass in der angestammten Tätigkeit (Gipszimmer, Transport) eine dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe. In einer behinderungsangepassten
Tätig
keit sollte nach Durchführung der geplanten Massnahmen (stationäre, psycho
so
matisch orientierte Rehabilitation) eine Arbeitsfähigkeit von
mindestens 50
%
in einer Verweistätigkeit möglich sein (S. 7
Ziff.
9.1).
3.5
M
ed. pract.
G._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie,
RAD,
führte mit Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 (
Urk. 6/
40
S.
5) aus, dass aus ihrer Sicht anhand der Akten davon auszugehen sei, dass die ange
stammte Tätigkeit im Patiententransport zugleich angepasst sei, da verstärkte Anforderungen an das rechte Daumensattelgelenk nicht zu erwarten
seien. Da
mit wäre medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
angestammt = angepasst ausgewiesen. Zum Ablauf der Wartezeit liege
hoffentlich der Be
richt aus der psychosomatischen Reha
bilitation
vor, dann werde sich zeigen, ob weite
re Abklärungen nötig seien
.
3.6
Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Vertrauens
arzt für die Pensionskasse B._, hielt mit Bericht vom 31. Oktober 2014 (Urk. 6/50) folgende Diagnosen fest (S. 2):
-
diagnostisch bisher nicht geklärte psychische Symptomatik: mittel
schwere depressive Symptomatik, Hinweise für mindestens latente Suizi
dalität, Hinweise für generalisierte Angststörung, Hinweise auf dissozia
tive Symptome
-
brennende Hand- und Fussschmerzen
-
Instabilität Daumengrundgelenk rechts
-
chronische Magen-Darm-Beschwerden unklarer Ursache
-
chronische beidseitige bitemporale Kopfschmerzen
-
Status nach mehreren Nasen- und Kieferhöhlen-Operationen wegen chro
nischer Sinusitis
-
Status nach Operationen am Oberkiefer wegen einer Missbildung in der Türkei und am F._ bis 2003
Weiter hielt
Dr. H._
fest, dass die Arbeitsunfähigkeit zurzeit 100
%
für alle Tätigkeiten betrage (S. 7
Ziff.
9.1).
3.7
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Vertrau
ensarzt der Pensionskasse
B._
, hielt im Gutachten vom 24. De
zember 2014 (
Urk. 6/
55) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit fest und vermerkte als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung nach F45.0 (S. 2
Ziff.
1). Zur Ar
beitsfähigkeit hielt er fest, dass diese aus psychiatrischer Sicht 100
%
in bisheri
ger Tätigkeit betrage (S. 12
Ziff.
1).
3.8
Mit Stellungnahme vom 13. Januar 2015 (
Urk. 6/
83 S. 2) führte
med. pract. G._ aus, dass Dr. I._ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit feststelle, eine Somatisierungsstörung diagnostiziere und hinsichtlich der geklagten körperlichen Symptome auf zahlreiche Inkonsistenzen hinweise. Da
mit stütze der psychiatrische Befund ihre Stellungnahme vom 22. Juli 2014, und es könne daran festgehalten werden.
3.9
Dr. H._ führte mit Bericht vom 13. Januar 2015 (Urk. 6/60) aus, dass in
der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe (S. 1
Ziff. B.1). Eine angepasste Tätigkeit für leichte Arbeiten (Gewichte bis max. 10 kg, rechte Hand nur mit leichter Belastung des Daumens) sei ab 1. April 2015 zumutbar, ein Arbeitsversuch mit gestaffeltem Einstieg sei sofort zumutbar (S. 2 f. Ziff. B.2, B.3).
Im Bericht vom 28. Februar 2015 (Urk. 6/64) hielt Dr. H._ in der Zwi
schenanamnese fest, dass die Abklärung der Magen-Darm-Beschwerden eine erhöhte Säureexpositionszeit des Oesophagus ergeben habe und dass wegen der Kiefergelenkschmerzen rechts einmal wöchentlich eine Physiotherapie durchge
führt werde. Wegen der Fussschmerzen erfolge eine Behandlung mit dem Versuch einer
Ruhigstellung des linken Fusses mit Vacuped-Schiene. Leichte sitzende Tätigkeiten seien aktuell zu 50
%
zumutbar; eine Steigerung des zeitlichen Umfangs sei möglich (S. 5
Ziff.
A7.2.).
3.10
Mit Bericht vom 6. Mai 2015 (Urk. 6/71) diagnostizierten die Ärzte der J._ einen symptomatischen Pes planovalgus links mit Stressreak
tion in den Ossa Metatarsalia II und III sowie den Ossa cuneiformia. In der Be
ur
teilung hielten sie fest, dass der Beschwerdeführer einer korrigierenden Ope
ration ablehnend gegenüberstehe und eine konservative Therapie mittels Schuheinla
genanpassung nach Mass mit medialer Abstützung sowie intensiver physiothera
peutischer Beübung zur Stärkung der in- und extrinsischen Musku
latur des Fus
ses vereinbart werde.
3.11
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte mit Bericht vom 20. Mai 2015 (Urk. 6/73/8-9) Handgelenks- und Fingerschmerzen mit
Dys
ästhesien wahrscheinlich im Rahmen einer Polyarthrose, wobei es elektrodiag
nostisch beidseits keine Hinweise für eine Kompressionsneuropathie des Nervus medianus und ulnaris gebe. In der Beurteilung hielt er unter anderem fest, dass insgesamt der Eindruck bestehe, dass beim Beschwerdeführer eine rheumatolo
gisch-entzündliche Ursache im Bereich der Fingergelenke,
differentialdiagnos
tisch eine Rhizarthrose oder Fingerpolyarthrose die Beschwerden erklären dürfte.
3.12
Dr. med. L._, Facharzt für Handchirurgie, nannte mit Bericht vom 23. Juni 2015 (Urk. 6/73/1-7) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Beugesehnensynovitis D III rechts
-
Heberden- und Bouchardarthrosen
-
Instabilität des radialen Seitenbandes am MP-Gelenk I rechts
-
Carpaltunnelbeschwerden
-
Narbenschmerzen D III links nach Ringbandspaltung
Dr. L._
führte aus, dass es sich um degenerative belastungsabhängige Beschwer
den handle, prognostisch werde keine grosse Besserung eintreten (
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Beschwerden an beiden Hän
den nicht arbeitsfähig seit der Konsultation am 6. März 2015 (
Ziff.
1.6). Bei den Beschwerden handle es sich um Abnützungsbeschwerden aufgrund der jahrelan
gen schweren körperlichen Arbeit (
Ziff.
1.7). Bei sehr leichter Tätigkeit (Gewichte von 100 bis 200 Gra
mm, keine repetitiven Arbeiten
) könne er halbtags arbeiten (
Urk. 6/
73/3).
3.13
M
ed. pract.
G._
, führte mit Stellungnahme vom 2
2.
August 2015 aus, dass die Funktionsminderung im Bereich der Hand seit langem bekannt und in der Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2014 berücksichtigt worden sei. Dem neuen
Bericht von Dr. L._ vom 23. Juni 2015 seien keine neuen Tatsachen zu ent
nehmen. Die Plattfüsse seien durch Einlagen oder eine korrigierende Operation adäquat behandelbar. An den Stellungnahmen vom 22. Juli 2014 und vom
13. Januar 2015 könne daher festgehalten werden (Urk. 6/83 S. 4).
3.1
4
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte mit Bericht vom 2
2.
Oktober 2015 (
Urk. 6/
80) ein unklares Angst-/Panik-Syndrom mit deutlich paranoidem Einschlag, nebst nachvollziehbaren Real
ängs
ten, sowie ein Schmerzsyndrom bei rheumatologischen orthopädischen Proble
men an Händen und Füssen (S. 1
Ziff.
1.1). Die Leistungsfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit sei auch aus psychiatrischer Sicht markant eingeschränkt; die berufliche Reintegration scheine wichtig trotz der Arbeitsunfähigkeit von aktuell 100
%
(S. 3
Ziff.
1.8).
3.15
Im Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. Dezember 2016 (Urk. 6/96) wurde ausge
führt,
sämtliche un
tersuchenden und behandelnden Fachärzte seien sich darüber einig, dass der Beschwer
deführer aus somatischer Sicht in ange
stammter Tätigkeit als Hilfspfleger im Spital zu 100 % arbeitsunfähig sei. Im klaren Widerspruch dazu hätten die RAD-Ärzte eine volle Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepass
ter Tätigkeit - wobei die Tätigkeit als Hilfspfleger als angepasst anzusehen sei - festgehalten. An
gesichts dessen, dass diese Einschätzung auf keiner eigenen Untersuchung be
ruht habe, nicht sehr eingehend begründet worden sei und ins
besondere weitgehend im Widerspruch zu den Einschätzungen der übrigen Ärzte stehe, könne ihr nicht gefolgt werden (S. 9 E. 5).
Zusammenfassend erweise sich die medizinische Aktenlage sowohl in somati
scher als auch in psychischer Hinsicht als unzureichend abgeklärt, weshalb die Sache zur polydisziplinären Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen sei. Danach werde die Beschwerdegegnerin – nach der Prüfung von Ein
glie
derungsmassnahmen – erneut über den Leistungsanspruch des Beschwerde
füh
rers zu verfügen haben (S. 10 oben).
4.
4.1
Dr. L._ (vorstehend E. 3.12) berichtete am 10. Oktober 2016 über eine gleichen
tags erfolgte Operation an den Fingern D I und III rechts (Urk. 6/101/4).
4.2
Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 3. März 2016 (Urk. 6/111/3-4) als Diagnose einen symptomatischen Pes planovalgus mit Stress
reaktionen im Mittelfussbereich links (S. 1 Mitte) und führte aus, die Ursache für die angegebenen Fussbeschwerden bleibe letztendlich ungeklärt, sie seien im Rahmen eines symptomatischen Pes planovalgus mit Stressreaktionen zu erklä
ren. Persönlich tendiere er auf die konservativen Möglichkeiten, die Kollegen in der Klinik Q._ hätten auch ein operatives Vorgehen vorgeschlagen (S. 2 oben).
4.3
Dr. C._ (vorstehend E. 3.3) führte in ihrem Bericht vom 13. März 2017 (Urk. 6/101/1-3) aus, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (Ziff. 1.1). Der psychische Zustand sei massiv schlechter geworden (Ziff. 1.3). Es bestehe keine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 2.1).
4.4
Dr. N._ hielt in einem Eintrag in der Krankengeschichte vom 30. März 2017 (Urk. 16/107) persistierende chronische Fussschmerzen fest.
4.5
Dr. L._ führte in seinem Bericht vom 18. April 2017 (Urk. 6/103) aus, die Ope
ration vom 10. Oktober 2016 (vgl. vorstehend E. 4.1) habe nur eine partielle Ver
besserung erbracht (Ziff. 1.2). Der Beschwerdeführer sei aufgrund multipler Schmerzen weiterhin nicht arbeitsfähig (Ziff. 2.1).
4.6
PD Dr. med. O._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 13. Juli 2017 (Urk. 16/111/6-7) als Hauptdiagnose einen Pes planovalgus beidseits, symptoma
tisch links mit Stressreaktion in Metatarsale (MT) II und III sowie alle 3 Ossa cuneiformia (MRI vom 16. Januar 2015), und als Nebendiagnose eine rheumato
ide Arthritis (S. 1 Mitte). Er empfahl ein näher umschriebenes operatives Vorge
hen (S. 2 oben).
4.7
Am 27. September 2017 berichtete Dr. med. P._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, RAD, über seine am 18. Juli 2017 - im Beisein von med. pract. G._, RAD, als Dolmetscherin (S. 1 oben) - erfolgte Untersuchung (Urk. 6/112). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 1 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 19 ff.) und die von ihm erhobenen Befunde (S. 20 ff.).
In seiner Beurteilung nannte er keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit und nannte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 32 Ziff. 11):
-
ängstliche Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (nach Arbeitsplatzverlust; ICD-10 F43.1)
-
Verdacht auf Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Verdacht auf Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1)
Er nannte folgende f
unktionale Einschränkun
g
en
(S. 33 oben)
:
«
Leichte bis mit
telgradige psychische Einschränkungen in Bezug auf die Tätigkeit als
Hilfspfleger sind aufgrund des auffälligen Kommunikationsstils bezüglich Teamfähigkeit,
Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit bei entsprechenden beruflichen Anforderungen
anzunehmen
.»
Das Belastungsprofil formulierte er wie folgt (S. 33 oben): «
Klar strukturierte, wenig teamorientierte Tätigkeiten.
»
In der bisherigen Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 0 %, sie würde den genannten adaptierten Bedingungen entsprechen (S. 33).
4.8
Ebenfalls am 27. September 2017 berichtete med. pract. G._ (vorstehend E. 3.5), RAD, über ihre am 18. Juli 2017 erfolgte Untersuchung (Urk. 6/113).
Sie nannte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und nannte folgende als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 8):
-
Handschmerzen unklarer Genese bei Status nach Ringbandspaltung an beiden Händen
-
Senk-Knickfüsse ohne Kontrakturen
-
beginnende Daumengrundgelenksarthrose rechts
Sie führte unter anderem aus, PD
Dr.
O._
(vgl. vorstehend E. 4.6)
dokumen
tier
e
einen weitgehend blanden k
l
inischen
Untersuchungsbefund
und empfehle
eine komplexe
Operation der Füsse, was vom Beschwerdeführer
nicht gewünscht
werde
und nach
ihrer
Auffassung
und derjenigen
von Dr.
N._
auch nicht zu empfehlen
sei
.
Im Rahmen der RAD-Untersuchung
seien
Laborbefunde erho
ben
worden;
die angegebenen
Medikamente
seien
im Blut nicht nachweisbar
gewesen.
Im Rahmen der heutigen Untersuchung
habe
die Diagnose eine
r
Poly
arthrose nicht
nachvollzogen werden
können
. Es
hätt
en sich keine Hinweise auf wesentliche Funktionsminderungen
der Hände oder Füsse
gefunden
.
Aus Sicht des RAD
sei
die bisherige Tätigkeit als Hilfspfleger auch bei Vorliegen einer
beginnenden Arthrose des rechten Daumengrundgelenks weiterhin zumutbar. Für das
Bewegen von Krankenbetten
sei
die volle Belastbarkeit des Daumengrundge
lenks nicht
entscheidend, da das Bettende im 4-Fingergriff umfasst
werde
und mit den Handballen
vorwärtsgeschoben w
e
rd
e
. Das Abbremsen erfolg
e
ebenfalls ohne besonderen Einsatz der
Daumen.
Es
hätten
sich keine objektiven Anhalts
punkte für eine Einschränkung der Geh- oder
Stehfähigkeit
gefunden
.
Zusam
menfassend
habe
aus somatisch-orthopädischer Sicht kein dauerhafter
Gesund
heitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
gefunden werden können (S. 10).
In der bisherigen Tätigkeit als Hilfspfleger bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % seit jeher. Auch für andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hätten sich keine wesentlichen Einschränkun
gen gefunden (S. 11 Ziff. 10).
5.
5.1
Dr. P._ nannte in seiner Beurteilung (vorstehend E. 4.7) als funktionale Ein
schränkungen leichte bis mittelgradige psychische Einschränkungen bezüglich Teamfähigkeit, Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit. Damit übereinstim
mend nannte er betreffend Belastungsprofil klar strukturierte, wenig teamorien
tierte Tätigkeiten. Sodann postulierte er eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Hilfspfleger, welche den genannten Bedingungen entspreche. Dies erscheint als ausgesprochen widersprüchlich. Denn die genannte Tätigkeit ist zweifellos weder klar strukturiert noch wenig teamorientiert. Wie dem beurteilenden Arzt aus eigener Anschauung bekannt sein dürfte, erfordern die Tätigkeiten in einem Spital von den Beteiligten aller Qualifikationsstufen, also auch den Pflegehilfen, ein ausgesprochen teamorientiertes Zusammenwirken, und sie lassen sich - da medizinische und pflegerische Belange Vorrang haben und zu einem mitunter geradezu hektischen Betrieb führen können - für die Einzelnen auch nicht durchwegs klar strukturieren. Mangels Nachvollziehbarkeit überzeugt die durch Dr. P._ erfolgte Beurteilung deshalb nicht.
B
estehen auch nur geringe Zweifel an
deren
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
,
kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden
(vorstehend E. 1.3). Dies ist hier der Fall.
5.2
Die Beurteilung durch med. pract. G._ (vorstehend E. 4.8) deckt sich mit derjenigen, welche sie schon 2014 (vorstehend E. 3.5) und 2015 (vorstehend E. 3.13) abgegeben hat. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die aktuelle Beurteilung nicht nur gestützt auf die Akten, sondern nach erfolgter eigener Untersuchung abgegeben wurde. Die fehlende eigene Untersuchung war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb im Urteil von 2016 der RAD-Beurteilung nicht gefolgt werden konnte, sondern es war darüber hinaus auch zu bemängeln, dass sie nicht sehr eingehend begründet war und insbesondere weitgehend im Wider
spruch zu den Einschätzungen der übrigen Ärzte stand (vorstehend E. 3.15). Daran hat sich nichts geändert.
Die fehlende Auseinandersetzung mit den anderslautenden Beurteilungen ist hier insbesondere deshalb ein schwerer Mangel, weil immerhin seitens des Vertrau
ensarztes der Pensionskasse - also eines anderen Versicherungsträgers - wieder
holt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.6) und sodann eine solche von 50 % (vorstehend E. 3.9)
attestiert worden war. Wenn im Gegensatz dazu eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit postu
liert wird, so bedarf dies einer nachvollziehbaren Begründung und Bezugnahme auf die anderen, praktisch gegenteiligen Beurteilungen. Eine solche ist nicht ersichtlich.
5.3
Schliesslich ist auch zu konstatieren, dass die Beschwerdegegnerin das Urteil von 2016 (vgl. vorstehend E. 3.16) nicht eigentlich umgesetzt hat: Die in Erwägung 5 (am Ende) des Urteils angeordnete Abklärung erfolgte nicht in der dort genannten Art und Weise, und zur Frage allfälliger Eingliederungsmassnahmen hat sich die Beschwerdegegnerin nicht einmal geäussert, solche also schon gar nicht - wie im Urteil vorgesehen - geprüft.
5.4
Aus den genannten Gründen hält die angefochtene Verfügung einer Überprüfung nicht stand, womit sie in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärungen tätige.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat von der ihm einge
räumten Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (Urk. 7 S. 2 Ziff. 2 Abs. 2), keinen Gebrauch gemacht. Sein Honorar ist deshalb ermessensweise beim Stun
denansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen.