# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc8f267e-9aba-4341-b109-480b4b2b5d88
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 03. Oktober 2013 beantragte X._ mit Unterstützung einer Sozialarbeiterin der Psychiatrischen Dienste Graubünden bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden die Errichtung einer Beistandschaft (vgl. KESB act. 3).
B. Die KESB Nordbünden teilte X._ am 08. Oktober 2013 mit, dass ein Abklärungsverfahren bezüglich einer bei ihm allenfalls vorliegenden Hilfs- oder Schutzbedürftigkeit eröffnet worden sei, und kündigte gleichzeitig einen Besuch am 31. Oktober 2013 in der Psychiatrischen Klinik A._ zwecks einer ersten Klärung an (vgl. KESB act. 4).
C. Aufgrund seiner zwischenzeitlich erfolgten Entlassung aus der Klinik A._ wurde X._ von einem Mitglied der KESB Nordbünden am 31. Oktober 2013 in seiner Wohnung besucht. In der anlässlich dieses Besuches erstellten Aktennotiz wurde festgehalten, dass X._ grundsätzlich eine Beistandschaft möchte, diese sei ihm von den Ärzten empfohlen worden. Wichtig sei die Entlastung der Eltern. Er habe aber ausdrücklich betonen wollen, dass diese entgegen dem gestellten Antrag nicht auf eigenes Begehren beantragt worden sei (vgl. KESB act. 7).
D. Die Mutter von X._ schilderte die Situation anlässlich eines Telefongesprächs mit der KESB Nordbünden vom 11. Juni 2014 als schwierig. Ihrem Sohn gehe es nicht gut. Sie seien auf der Suche nach einem neuen Psychiater. Bezüglich der Beistandschaft seien sie misstrauisch (vgl. KESB act. 14).
E. Im ärztlichen Bericht des Medizinischen Zentrums B._ vom 27. Oktober 2014 wurde X._ eine schwere organische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Er sei völlig von den Eltern abhängig, sein Verhalten sei , ein vernünftiges Gespräch mit ihm sei nicht mehr möglich und es bestehe keine Handlungskohärenz. Abschliessend beschreiben die Ärzte ihn als schwer kranken jungen Mann, welcher durch den Unfall schwer geschädigt worden sei (vgl. KESB act. 23).
F. Am 12. November 2015 wurde erneut ein Abklärungsverfahren bezüglich der Hilfs- oder Schutzbedürftigkeit von X._ eröffnet (vgl. KESB act. 24).
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G. Dr. C._ von den Psychiatrischen Diensten Graubünden befand in seinem Bericht vom 11. August 2015, dass aus ärztlicher Sicht sowohl eine Familienhilfe wie auch eine freiwillige Beistandschaft zur Regelung der finanziellen Situation von X._ dringend indiziert seien. Dies sei insbesondere auch zum Schutz der Eltern notwendig (vgl. KESB act. 25).
H. Am 19. November 2015 fand bei X._ ein Hausbesuch durch die KESB Nordbünden statt. Aus der Aktennotiz des Hausbesuches lässt sich entnehmen, dass X._ nun wieder in der Wohnung der Eltern wohnt. Die Mutter von X._ lehne sowohl betreutes Wohnen wie auch Sozialhilfe für ihren Sohn ab. Sie möchte für ihn zwar eine Beistandschaft, lehne jedoch die durch die Mitarbeiterin der KESB Nordbünden dargelegten Möglichkeiten einer Beistandschaft ab (vgl. KESB act. 26).
I. Mit Schreiben vom 20. November 2015 ersuchte die Mutter von X._ die KESB Nordbünden, eine "begleitende Beistandschaft" in die Wege zu leiten (vgl. KESB act. 30).
J. Mit Entscheid in Einzelkompetenz vom 21. Dezember 2015, mitgeteilt am 22. Dezember 2015, wurde das für X._ eröffnete Verfahren zur Abklärung von Erwachsenenschutzmassnahmen als erledigt abgeschrieben. Begründend wurde dazu im Wesentlichen festgehalten, dass für X._ eine Erwachsenenschutzmassnahme aus Gründen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit nicht zulässig sei und das laufende Verfahren daher abzuschreiben sei. Die Einzelzuständigkeit wurde gestützt auf Art. 59 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 2 lit. d EGzZGB als gegeben erachtet.
K. Dagegen liess X._ am 31. Dezember 2015 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden einreichen und stellte die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Der angefochtene Entscheid vom 21. Dezember 2015 sei aufzuheben, soweit darauf einzutreten ist und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden sei zu verpflichten, weitere Abklärungen bezüglich Erwachsenenschutzmassnahmen durchzuführen und neu zu entscheiden.
2. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Beistandschaft in administrativen und finanziellen Angelegenheiten zu gewähren.
3. Es sei eine öffentliche Verhandlung samt Befragung des Beschwerdeführers und seiner Behandler Dr. D._, O.1_, und Dr. E._, O.2_, anzuberaumen.
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4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren und für das Vorverfahren die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung in der Person des Unterzeichners zu gewähren.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8%  zu Lasten der Beschwerdegegnerin."
Begründend verwies der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter Bezugnahme auf die ärztlichen Gutachten auf die Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers sowie auf die Überbelastung dessen Eltern. Ferner bestritt er die Befugnis der KESB Nordbünden den angefochtenen Entscheid in Einzelkompetenz zu fällen (vgl. act. A.1).
L. Die KESB Nordbünden beantragte mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2016 die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Des weiteren verzichtete sie auf eine einlässliche Beschwerdeantwort, verwies auf den angefochtenen Entscheid sowie auf die Akten und teilte vorbehältlich weiterer Entwicklungen im Beschwerdeverfahren ihren Verzicht auf die Teilnahme an einer allfällig noch anzusetzenden Hauptverhandlung mit (vgl. act. A.2).
M. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid, den Rechtsschriften sowie den Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.a) Gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde kann gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Innerhalb des Kantonsgerichts ist die I. Zivilkammer zuständig (Art. 6 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.000]).
b) Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen. Als hinreichend erachtet wird ein Schreiben einer betroffenen urteilsfähigen Person, aus dem das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und hervorgeht, weshalb sie mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht einverstanden ist (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler
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Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 42 zu Art. 450 ZGB). Die vorliegende Beschwerde erweist sich ohne weiteres als formgerecht.

## Considerations