# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 78920978-70dd-5f5a-b0e8-c7e98fc59411
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1967, absolvierte eine Lehre als Radio-TV-Elektroniker (Urk. 7/6/4) und
w
ar seit dem
1.
April 2006 in einem 100%-Pen
sum als Mitarbeiter Elektronik bei der
Y._
AG für
Druckmesstechnik ange
stellt
(
Urk.
7/13).
Am 9. April 2015 wurde der Versicherte unter Hinweis auf eine Halswirbelsäulen-(HWS-)Operation (zudem 10 Diskushernien + Morbus Bechterew) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (Urk. 7/3).
Die IV-Stelle stellte dem Versicherten das Formular zum Bezug von IV-Leistungen zu, das dieser am
6. Mai 2015
(Ein
gangsdatum) ausgefüllt
retournierte
(Urk. 7/6
).
In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht der Rheumapoliklinik des Kantonsspitals Z._
vom 2
3.
Juni 2015 (Eingangsdatum
, Urk. 7/12
) und den Bericht der Abteilung für
Wirbelsäulenchirurgie
der Universitätsklinik
F._
vom
25. Juni 2015 (Urk. 7/14) ein.
Am 2
9.
Juli 2015 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass
als
Frühinterventionsmassnahme die Kosten für eine Sitz-Stehhilfe
und für
ei
nen Bürostuhl von A._
Zürich übe
rnommen würden (Urk. 7/18). Daraufhin zog die IV-Stelle
die Akten der Krankentaggeldversicherung AXA Versicherun
gen AG (
Urk.
7/22) und
den Bericht des Instituts für Anästhesiologie
des Uni
versitätsspitals
B._
vom 1
3.
August 2015 (
Urk.
7/28) bei. Am 2
7.
August 2015 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass sie als
weitere
Frühinter
ventionsmassnahme die Kosten ei
ner Heilstollen Vollkur in C._ über
nehme (Urk. 7/31). Am 29.
Dezember 2015 wurde der Vers
icherte von med. pract. D._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersucht (Bericht vom 1
8.
Februar 2016,
Urk.
7/42). Per
1.
Januar 2016 wurde
das Pen
sum des Versicherten bei der
Y._
AG für Druckmesstechnik
auf
50
% redu
ziert (Anstellungsvertrag vom 25.
August 2015,
Urk.
7/35
/1
). Mit Schreiben vom
8.
April 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass
sein Gesund
heitszustand
mit einem Opiatentzug wesentlich verbessert werden könn
e. Im Sinne seiner Mitwirkungspflicht (
bzw. Schadenminderungspflicht
)
habe er sich einer entsprechenden Behandlung bzw. Massnahme zu unterziehen (
Urk.
7/51). Gleichentags teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustands derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
7/
52). Schliesslich verneinte sie
nach durchgeführtem Vor
bescheidverfahren (Vorbescheid vom
8.
April 2016,
Urk.
7/53, und Einwand vom
4.
Mai 2016,
Urk.
7/56; vgl. auch Einwandergänzung vom 2
5.
Juli 2016,
Urk.
7/59) mit Verfügung vom 2
5.
August 2016 (
Urk.
2) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 27
%
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invali
denrente.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
6.
September 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm mindes
tens eine Viertelsinvalidenrente a
usz
urichten; eventualiter sei die Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten
, eine polydisziplinäre Abklärung durchführen zu las
sen, worauf neu zu entscheiden sei (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Oktober 2016 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschw
erdeführer am 1.
November 2016 ange
zeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hin
weis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass der Beschwerdeführer seit dem 6. November 2014 erheblich in seiner Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt sei. Gemäss der medizinischen Beurteilung des RAD sei ihm eine behinderungsangepasste Tätigkeit jedoch zu 100 % zumutbar. Ohne Behinderung hätte er als Mitarbeiter Elektronik bei der Firma Y._ AG für Druckmesstechnik im Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 82‘127.85 erzielen können, mit Behinderung gemäss den Tabellen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2012 – unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % - ein Einkommen von Fr. 59‘959.35 (Lohn für Hilfsarbeiten). Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 22‘168.50 resultiere somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 27 % (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass ihm die Beschwerde
gegnerin keine Teilinvalidenrente gewährt habe, weil sie sich auf eine unvoll
ständige RAD-Untersuchung abgestützt habe. Aufgrund der bestehenden Rückenproblematik hätte er nicht nur von einem Orthopäden, sondern auch von einem Rheumatologen und von einem Neurologen begutachtet werden müssen. Abzustellen sei vorliegend auf die nachvollziehbaren Fachberichte der behandelnden Fachinstitutionen, wonach er (auch) in angepasster Tätigkeit ma
ximal zu 50 % arbeits- bzw. leistungsfähig sei. Sollte das Gericht die Teilinvali
denrente wider Erwarten nicht bereits als ausgewiesen erachten, wäre die vor
liegende Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gebe, um die gesamten Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit prüfen zu lassen (Urk. 1 S. 2 ff.).
3.
3.1
Dr. med. E._, Oberarzt Rheumatologie des Spitals Z._, stellte im Bericht vom 23. Juni 2015 (Eingangsdatum) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/12/1):
(1)
Status nach
Dekompression C4/5 und C5
/6 sowie Spondylodese mit Cage-
I
nterposition auf
diesen zwei Niveaus am 28. Januar
2015 (
Universitätsklinik
F._
) bei Diskushernien mit Spinalkanalstenose
und Myelonkompression
-
subakute bis chronische Cervikobrachialgien nach links, wahrscheinlich C6 und
C7 betreffend
(2)
ein w
echselnd panvertebrales Schmerzsyndrom, chronisch rezidivierend seit
Jahren
-
vorwiegend auf degenerat
iver Basis
-
multisegmental, zum Teil fortgeschrittene Diskopat
hien an der HWS und Brust-
wirbelsäule (aktuelles MRI
)
-
Status nach CRS C6 rechts
-
intrafora
minale Diskusprotrusion C4/5 bei
dseits
-
Diskushernie C5/6 rechts
-
Einengung des Spinalkanals
-
dominant axiale Spondyl
arthritis
-
milder Verlauf über Jahre
-
aktuell myotendinotisch und enthesiopathisch exacerbiert, vor allem am
Rippenthorax und costosternal
(3)
eine m
ilde, dominant
axiale Spondylarthritis (Status nach
vormaliger
lumbo-
sakraler Manifestation)
-
mit zusätzlichen Diskopathien der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
-
Rezidiv-Diskushernie L5/S1
-
Status nach Diskushernienoperation, Hem
ilaminektomie L5/S1 rechts 1999
-
Status nach entzündlichem Rückenschmerz 2009
-
Status n
ach florider Sakroileiitis recht
s 2006
-
HLA-B27 positiv (extern 2006)
(4)
ein Testosteronmangelsynd
rom
-
Status na
ch psycho-physischer Alteration
-
aktuell
substituiert
(5)
eine Adipositas WHO II (bis III), BMI 38 kg/m2
(6)
eine arterielle
Hypertonie (im Rahmen ei
nes metabolischen Syndroms?)
(7)
ein m
ö
gliches Schlafapnoesyndrom
(8)
Statu
s nach operierten Carpaltunnelsyndrom (CTS) rechts Oktober
2009
Diagn
osen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. E._ nicht. Er gab an, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten beruflichen Tätigkeit aktuell weiterhin zu 50 % arbeitstätig und -fähig sei. Er unterstütze den Wunsch und die Motivation des Beschwerdeführers dahingehend, dass er seitens der Beschwerdegegnerin Unterstützung erhalte, um sich beruflich neu zu orientieren bzw. eine Umschulung durchzuführen. Er werde aber auch für eine anderweitige, leichte Arbeit aller Voraussicht nach zu 50 % arbeitsunfähig bzw. minderbelastbar bleiben (Urk. 7/12/2-4).
3.2
Die Ärzte der Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie der Universitätsklinik F._ erklärten in ihrem Bericht an den Krankentaggeldversicherer vom 11. Juni 2015 unter Hinweis auf die am 18. Januar 2015 durchgeführte Operation der HWS, der Beschwerdeführer sei in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit vom 12. Mai 2014 (Datum der letzten Kontrolle) bis 14. Juni 2014 zu 50 % arbeitsunfähig. Ab Mitte Juni 2015 rechneten sie mit einer Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit. Aktuell werde in der Schmerzambulanz des B._ die Schmerz
medikation eingestellt. Sobald die Schmerzen unter Kontrolle seien, könne mit einer weiteren Erhöhung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Urk. 7/22/20-21).
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 25. Juni 2015 hielten die Ärzte der Universitätsklinik F._ fest, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit vom 12. Mai (Datum der letzten Kontrolle) bis 14. Juni 2014 zu 50 % arbeitsunfähig sei. Mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden. Ab wann, sei noch nicht absehbar (Urk. 7/14/6-7).
3.3
Dr. med. G._, Assistenzarzt im Institut für Anästhesiologie des
Uni
versitätsspitals
B._, stellte im Bericht vom 13. August 2015 folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/28/1):
(1)
chronische neuropathische Armschmerzen links
, Status nach Dekompression C4/5
+ C5/6 sowie Spondylodese am 28. Januar 2015
(2)
eine mild dominant axiale Spondylarthritis, HLA-B27 positiv
(3)
einen Verdacht auf eine depressive Verstimmung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (1) eine arterielle Hypertonie und (2) einen substituierten Testosteronmangel. Er gab an, dass er die Frage der Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt habe (Urk. 7/28/1-3).
3.4
RAD-Ärztin D._ nannte im Bericht vom 18. Februar 2016 folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/42/8):
(1)
eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der HWS nach
-
Dekompression und Spondylodese C4/5 und C5/6
(2)
ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bei
-
Status nach Operation mit Hemilaminektomie und Diskushernienoperation
L5/S1
(3)
eine milde Spondylarthritis
-
HLA
-B
27 positiv
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt RAD-Ärztin D._ fest (Urk. 7/42/8):
(1)
diffuse Missempfindungen der Hände und des linken Armes nach CTS-Operation
und Spondylodese der HWS ohne Bezug zu einzelnen Dermatomen oder
peripheren Nerven
(2)
einen
Verdacht auf eine
iatrogene
Opiatabhän
g
igkeit
RAD-Ärztin D._ gab an, dass in der bisherigen Tätigkeit als Elektroniker seit März 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine optimal angepasste Tätigkeit wäre mit einem vollen Pensum möglich. Eine stufenweise Eingliede
rung sei sinnvoll (Urk. 7/42/9).
3.5
Die Ärzte der Instituts für Anästhesiologie des
Uni
versitätsspitals
B._ gaben im an med. pract. H._, praktischer Arzt, gerichteten Bericht vom 26. April 2016 an, dass die Opioide im Vergleich zur letzten Konsultation auf ein Drittel hätten reduziert werden können. Subjektiv bestehe weiterhin ein gutes Ansprechen. Aus schmerztherapeutischer Sicht sei deren Einnahme in einer stabilen gerin
gen Dosierung (wie aktuell) prinzipiell zu vertreten. Die fixe Einnahme von schnellwirksamen Opioiden (aktuell bis zu 3 x 10 mg) bei einer geringen Opio
idbasis (von 2 x 5 mg) stehe aber in einem Missverhältnis. Es sollte eine obere Limite angestrebt werden (Urk. 7/55/5).
3.6
Dr. E._ vom Spital Z._ führte im Bericht vom 29. April 2016 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers aus, dass RAD-Ärztin D._ aus orthopädischer Sicht den klinischen Status durchgeführt und vollumfänglich erhoben habe. Aus rheumatologischer Sicht würden aber einzelne Untersu
chungen fehlen, insbesondere betreffend Beurteilung der entzündlichen Rückenschmerzen, der myofaszialen Schmerzen/Befunde und auch der Neuro
dynamik (insbesondere upper limb tension Tests). Darüber hinaus würden neu
ere Bildgebungen vollständig fehlen. Dies wäre bei dieser komplexen und gemischten Problematik mit mechanischen und entzündlichen Schmerzursa
chen aber zu erwarten gewesen, um die Akuität der morphostrukturellen Pathologien und deren Relevanz im Kontext besser einschätzen zu können. Zusammenfassend bestehe eine komplexe Problematik mit sich wechselseitig unterhaltenden Problemen und Schmerzen von teils myofaszialem Charakter, teils enthesiopathisch-entzündlichem Charakter. Darüber hinaus bestünden weiterhin wechselnd neuropathische Schmerzen bei multisegmentalen Disko
pathien mit Nervenwurzeltangierungen, sowohl an der HWS wie auch an der LWS. Die Adipositas und das von ihm vermutete Schlafapnoesyndrom würden zudem sicherlich die Fatigue, die Qualität der nächtlichen Erholung und die Schlafarchitektur beeinflussen, so dass die Leistung zusätzlich gemindert sei. Diese Faktoren würden im RAD-Bericht in keiner Weise berücksichtigt. Im Weiteren liege noch eine gewisse Opioid-Abhängigkeit vor. Diese sei aber Aus
druck der vorherrschenden komplexen Schmerzsymptomatik. Er schätze die Arbeitsunfähigkeit für die aktuelle Tätigkeit auf 75 %. Sollte der Beschwerde
führer eine angepasste, leichte wechselbelastende Tätigkeit finden können (ohne Heben und Tragen von Lasten, ohne repetitives Bücken und ohne Einhaltung einer monoton-statisch belastenden Position), wäre mittel- bis langfristig höchstens eine Arbeitsfähigkeit von 50 % denkbar (Urk. 7/55/1-2).
3.7
Dr. med. I._, Oberarzt am Institut für Anästhesiologie des
Uni
versitätsspitals
B._, erklärte im Bericht vom 6. Juni 2016 zuhanden von med. pract. H._, dass die Medi
kamentenaustestungen ein Ansprechen auf Opioide gezeigt hätten. Diesbezüg
lich und nach Rücksprache mit Dr. G._ würden sie zum jetzigen Zeitpunkt eine niedrig dosierte Opioidmedikation als indiziert erachten (Urk. 7/58/1).
3.8
RAD-Ärztin D._ führte in der Stellungnahme vom 1. Juli 2016 aus, dass die von Dr. E._ im Schreiben vom 29. April 2016 genannten Diagnosen alle bekannt und berücksichtigt worden seien. Zum rheumatologischen Sach
verhalt sei ergänzend darauf hinzuweisen, dass dieser im Rahmen der RAD-Untersuchung sehr wohl berücksichtigt worden sei. Es sei unbestreitbar und bekannt, dass ein positiver HLA-B27 vorliege. Dieser Befund sei häufig mit einer Spondylarthritis assoziiert. Im Falle des Beschwerdeführers seien in den medizinischen Akten ein Entzündungsschub der Ileosacralgelenke im Jahr 2006 und ein weiterer im Jahr 2009 dokumentiert. Entscheidend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei jedoch nicht, ob der HLA-B27 nachgewiesen werde, sondern wie sich die Spondylarthritis auswirke. Dazu diene der Untersuchungs
befund der Wirbelsäule, der im Rahmen der RAD-Untersuchung erhoben wor
den sei. Im Weiteren halte der RAD daran fest, dass die Opiateinnahme, wie sie
zum Zeitpunkt der RA
D-Untersuchung geschildert worden sei, den Verdacht nahelege
, dass eine Abhängigkeit eingetreten
sei.
Insbesondere
die regelmässige Einnahme v
on schnellwirksamen Tropfen sei
aus Sicht des RAD kritisch zu
beurteilen. Dies töne auch im Bericht des Instituts für
Anästhesiologie
des
Uni
versitätsspitals
B._ vom 26. April 2016
an. Für die Beurteilung der funktionellen Auswirkungen von L
eiden des Bewegungsapparates sei
die klinische Untersuchung mit Erhe
bun
g der Bewegungsausmasse, Umfang
masse usw. entscheidend. Der Untersu
chungsgang einer ort
hopädischen Untersuchung erfass
e dies und
sei
daher geeignet, funktionelle Auswirkungen zu
erfassen. Aus Sicht des RAD sei
eine zusätzliche rheumatologische
Untersuchung nicht erforderlich (Urk. 7/60/3-4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht auf die Beurteilungen von RAD-Ärztin D._ vom 18. Februar und 1. Juli 2016 (Urk. 7/42 und Urk. 7/60/3-4).
4.2
Der Bericht von RAD-Ärztin D._ vom 18. Februar 2016 beruht auf einer fachärztlich-orthopädischen Untersuchung des gesamten Bewegungsapparates und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten abgege
ben. RAD-Ärztin D._ hat
detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mi
t diesen
auseinandergeset
zt. Zudem hat
sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt.
Inwiefern RAD-Ärztin D._ als Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
fachlich nicht resp. ung
enügend quali
fiziert sein sollte, den
Leiden de
s Beschwerdeführers Rechnung zu tragen, ist nicht ersichtlich, zumal Schmerzen des
Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie
bilden
(
vgl. Urteil des Bun
desgerichts
9C_203/2010
vom 21.
September 2010 E. 4.1).
Der Bericht von RAD-Ärztin D._ erfüllt
demnach grundsätzlich die rechtsprechungsge
mässen Anforderungen an
eine
beweiskräftige ärztli
che Entscheidungsgrund
lage
(vgl. E.
1.4
).
4.3
RAD-Ärztin D._ erklärte im Wesentlichen, dass als medizinischer Hauptbe
fund eine verminderte Belastbarkeit der HWS nach Operation festge
stellt werden könne. Die vom Beschwerdeführer geklagten Missempfindungen der Hände könnten keinem objektiven Korrelat zugeordnet werden. Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersu
chung vom 29. Dezember 2015 sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausge
wiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Elektroniker bestehe seit März 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In angepass
ter Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regel
mässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne dauerhafte Zwangshaltungen, ohne Arbeiten mit dauerhaft erhobenen Armen und über der eigenen Schulterhöhe, ohne häufige wirbelsäu
lenbelastende Arbeiten sei seit März 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gege
ben. Ein Opiatentzug sei dringend indiziert (Urk. 7/42/9).
4.4
Diese Einschätzung von RAD-Ärztin D._ ist angesichts der genannten Befunde sowie der dazugehörigen Erläuterungen
für den Untersuchungszeit
punkt (29. Dezember 2015) einleuchtend und plausibel. Gleiches gilt für den Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns (1. November 2015 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG [Anmeldung am 6. Mai 2015, vgl. Sachverhalt Ziffer 1, bei seit dem 6. November 2014 bestehender Arbeitsunfähigkeit [Urk. 7/22/1]), zumal nicht ersichtlich ist und vom Beschwerdeführer auch nicht geltend ge
macht wurde, sein Gesundheitszustand habe sich zwischen anfangs November 2015 und Ende Dezember 2015 verbessert.
Auf die Einwände von Dr. E._, der im Schreiben vom 29. April 2016 zunächst ausdrücklich bestätigte, dass RAD-Ärztin D._ aus
orthopädi
scher Sicht den klinischen Status durchgeführt und vollumfänglich erhoben habe (Urk. 7/55/1), ist RAD-Ärztin D._ in der Stellungnahme vom 1. Juli 2016 ausführlich eingegangen. Sie legte dabei insbesondere in nachvollziehba
rer Weise dar, dass sie im Rahmen ihrer klinischen Untersuchung sämtliche funktionellen Auswirkungen der Leiden des Bewegungsapparates – und diesbe
züglich auch den rheumatologischen Sachverhalt - berücksichtigt habe. Über
zeugend ist auch ihre Aussage, wonach für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die festgestellte milde Spondylarthritis nicht der Nachweis der HLA-B27 entscheidend sei, sondern wie sich diese Spondylarthritis – gestützt auf den von ihr erhobenen Untersuchungsbefund der Wirbelsäule – konkret auswirke (Urk. 7/60/3). Die Notwendigkeit eines Entzugs bzw. einer erheblichen Reduktion der Opioide wurde von den Ärzten des Instituts für Anästhesiologie des B._ sodann insofern bestätigt, als diese im Bericht vom 26. April 2016 angaben, dass die Opioide im Vergleich zur letzten Konsultation auf ein Drittel hätten reduziert werden können. Zudem erachteten auch die Ärzte des Instituts für Anästhesiologie des B._ die Einnahme von schnellwirksamen Opioiden offenbar als problematisch (vgl. Urk. 7/55/4-5).
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit der klinischen Untersuchung von Rückenbeschwerden
grösseres Gewicht zukommt als der bildgebenden Diagnostik allein. Ob aufgrund der erhobenen klinischen Befunde (neuerliche) bildgebende Abklärungen notwendig sind, liegt dabei im Ermessen des untersuchenden Arztes. RAD-Ärztin D._ hat sol
che vorliegend offenbar nicht als erforderlich erachtet, was angesichts dessen, dass sie insbesondere auf MRI-Befunde der HWS von November 2014 und Februar 2015 sowie auf die Ergebnisse einer Ganzkörperskelettszintigrafie von Juni 2015 zurückgreifen konnte (Urk. 7/22/28, Urk. 7/22/34 und Urk. 7/12/6), nachvollziehbar erscheint. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Dr. E._ im Bericht vom 8. Juni 2015 betreffend die damals durchgeführte Ganzkörperske
lettszintigrafie erklärt hatte, dass sich aktuell zumindest gröbere entzündliche Veränderungen, insbesondere auch Synovitiden, ausschliessen lassen würden (Urk. 7/12/7).
Inwiefern es im kurzen Zeitraum zwischen der Untersuchung bei RAD-Ärztin D._ am 29. Dezember 2015 (Urk. 7/42/1) und der Berichterstattung von Dr. E._ am 29. April 2016 (Urk. 7/55/1-2) zu einer erheblichen Ver
schlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gekommen sein soll, hat Dr. E._ sodann nicht begründet. Auch sonst finden sich in den medizinischen Akten keine Anhaltspunkte für eine seitherige Verschlechterung der objektiven Befunde.
Eine rheumatologische Begutachtung sowie weitere bildgebende Untersuchun
gen sind unter diesen Umständen nicht angezeigt.
4.5
Was die von Dr. E._ in den Berichten vom 23. Juni 2015 und vom 29. April 2016 erwähnte Adipositas betrifft (Urk. 7/12/1 und Urk. 7/55/1), ist zu bemerken, dass
Fettleibigkeit grundsätzlich keine
rentenrelevante
Invalidität
begründet
, wenn sie keine körperlichen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Ausw
irkung von solchen Schäden ist (vgl.
Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3
).
Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbin
dung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hat
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 1
9.
September 2012 E. 2.2 mit Hinweisen
). Vorliegend besteht gemäss der überzeugenden Beurteilung von RAD-Ärztin D._
unabhängig von
einer allfälligen Gewichtsreduktion
eine vollständige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit, weshalb die Adipositas nicht als invalidisierend zu erachten ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496
/2012 vom 19. September 2012 E. 3.2
)
. Das Schlafapnoesyndrom hat Dr. E._ fach
fremd und lediglich vermutungsweise diagnostiziert (Urk. 7/12/1 und Urk. 7/55/2).
Die von den Ärzten des Instituts für Anästhesiologie des B._ im Bericht vom
13. August 2015
nur verdachtsweise gestellte Diagnose einer depressiven Verstimmung (
Urk. 7/28/1
) vermag schliesslich ebenfalls keine Invalidität zu begründen.
In Bezug auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte (vgl. E. 3.1-3 und E. 3.5-7) ist im Übrigen der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen, dass sie
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patient
en aussagen (BGE 125 V 353 E.
3b/cc
).
4.6
Die Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 2 ff.) sind sodann nicht stichhal
tig. Wie unter E. 4.3 dargelegt, hat RAD-Ärztin D._ ihre Diagno
sestellung begründet, einen somatischen Gesundheitsschaden als ausgewiesen erachtet und die Beschwerden damit – entgegen den Darlegungen des Beschwerdeführers - nicht einfach auf den Opiatkonsum zurückgeführt. Im Weiteren hat sie gestützt auf die erhobenen Befunde denn auch ein detailliertes – und nachvollziehbares - Belastungsprofil erstellt. Ferner haben die von RAD-Ärztin D._ durchgeführten neurologischen Tests (Urk. 7/42/8) keinen Anlass für weitergehende Untersuchungen in neurologischer Hinsicht ergeben. Auch eine neurologische Begutachtung ist daher nicht angezeigt.
4.7
Demgemäss kann davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit mit dem von RAD-Ärztin D._ umschriebenen Belastungsprofil
im relevanten Zeitraum zwischen dem frühest möglichen Ren
tenbeginn und der angefochtenen Verfügung vom 25. August 2016 (Urk. 2)
in einem 100%-Pensum zumutbar war.
5.
Der von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
25. August 2016
vorgenommene
Einkommensvergleich ergab
einen rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von
27
% (Urk. 2). Die Grundlagen des Validen- und Invalideneinkommens
sowie der berücksichtigte leidensbedingte Abzug von 10 %
wurden vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen (
vgl.
Urk. 1). Für eine nähere Überprüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
6.
Die angefochtene Verfügung,
mit der ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint wurde, erweist sich daher als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.