# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0de750a5-9699-4e68-8972-3711f82b03eb
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Die (heutige) A._ AG stellte am 2. Dezember 2003 ein Baugesuch für
den Neubau eines Wohn- und Geschäftszentrums mit Tiefgarage
(B._) auf der Parzelle 2219 (Grundbuch der Gemeinde C._) und
reichte am 22. März 2004 ein Gesuch um Erweiterung der Tiefgarage ein.
Die Parzelle 2219 liegt in der äusseren Dorfzone (ÄD) gemäss Art. 78 des
kommunalen Baugesetzes (BG) und grenzt im Süden an die auf der
Parzelle 1338 gelegene AC._-Strasse, welche im Generellen
Erschliessungsplan Bereich Siedlung, Teilplan Verkehr 1:2500 (GEP; von
den Stimmberechtigten beschlossen am 14. März 1999, genehmigt von
der Regierung des Kantons Graubünden mit Beschluss vom 29. Februar
2000) als (öffentlicher) Fussweg festgesetzt ist. Im GEP wird im Bereich
der östlichen Parzellengrenze zur Parzelle 1341 eine weitere
Fusswegverbindung festgesetzt. Die Gemeinde C._ bewilligte das
Bauprojekt mit Verfügungen vom 2. Februar 2004 (Stammbaubewilligung)
und vom 5. April 2004 (Projekterweiterung). Gegen ein weiteres
Baugesuch vom 16. September 2005 betreffend die Erstellung eines
Schülerwegs über die Parzelle 2219 erhob der Eigentümer der ebenfalls
in der Zone ÄD gelegenen Parzelle 1341 am 10. Oktober 2005
Einsprache. Gegen Ende 2005 wurde die Ausfahrtsrampe aus der
Tiefgarage auf der Parzelle 2219 erstellt. Daraus resultierten Streitigkeiten
mit den Erben des Eigentümers der benachbarten Parzelle 1341 (Erben
P._) aufgrund der Unterschreitung der Grenzabstände und die
betroffenen Nachbarn verlangten im Januar 2006 von der Gemeinde
C._ namentlich die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes.
Mit Urteil 1P.791/2006 vom 13. November 2007 hob das Bundesgericht
das Urteil R 06 23 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom
1. September 2006 auf, worin dieses den Rekurs der Erben P._
gegen einen Entscheid der Gemeinde C._ vom 13. Februar 2006
abgewiesen hatte, soweit darauf einzutreten war. In Nachachtung des
Urteils des Bundesgerichts vom 13. November 2007 hiess das
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Verwaltungsgericht mit Urteil R 06 23A vom 23. Juni 2009 den Rekurs der
Erben P._ schliesslich gut, hob den Entscheid vom 13. Februar 2006
des Gemeindevorstandes auf und wies die Angelegenheit zu neuem
Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Dabei hatte
die Gemeinde zu prüfen, ob die Erteilung einer nachträglichen Bewilligung
gestützt auf Art. 77 Abs. 1 KRG, eine Wiederherstellungsverfügung oder
eine Sanktionierung aufgrund einer gütlichen Einigung im
Quartierplanverfahren in Frage komme. Dieser Entscheid blieb
unangefochten.
2. Am 26. April 2006 liess die A._ AG ein Baugesuch insbesondere zur
Erstellung einer Stützmauer entlang der AC._-Strasse auf Parzelle
2219 einreichen. Dagegen erhoben die Erben P._, Grundeigentümer
der Nachbarparzelle 1341, am 26. Mai 2006 wiederum Einsprache. Sie
wiesen unter anderem darauf hin, dass im Gesuch – neben dem Neubau
einer Stützmauer – auch der Bau eines Lüftungsschachtes
(Lüftungsauslass/Kanalisationseinstieg) enthalten sei, welchen sie als
rechtswidrig beanstandeten. Nach Abklärungen seitens der Gemeinde
C._ entschied der Gemeindevorstand mit Verfügung vom 26.,
mitgeteilt am 28. März 2007, insbesondere, dass die Baubewilligung für
die Stützmauer erteilt und die diesbezügliche Einsprache der Erben
P._ abgewiesen werde (Ziffer 1). Die Baubewilligung für den
Lüftungsschacht werde insoweit erteilt, als dieser als Kanalisationseinstieg
(Kontrollschacht) diene (Ziffer 2a). Die Baubewilligung für die gemäss
Baueingabepläne vorgesehene Entlüftung (der Tiefgarage) über den
Lüftungsschacht werde verweigert und die A._ aufgefordert, innert 30
Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Bau- und Einspracheentscheides
der Baubehörde ein Projekt zu unterbreiten, welches in Nachachtung von
Art. 6 LRV eine Ableitung der Emissionen aus der Parkgarage durch
Kamine bzw. Abluftkanäle über Dach vorsehe (Ziffer 2b). Dagegen erhob
die A._ AG am 1. Mai 2007 Beschwerde an das Verwaltungsgericht
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(Verfahren R 07 43) und beantragte insbesondere die Aufhebung der
Ziffer 2a – soweit sie mit einer einschränkenden Auflage bzw. Bedingung
verknüpft sei – und Ziffer 2b der Verfügung vom 26. März 2007. Die
Baubewilligung für die gemäss Baueingabeplänen vorgesehene
Entlüftung über den Lüftungsschacht sei zu erteilen. Am 9. Juli 2007 hatte
das Bundesgericht im Verfahren 1P.791/2006 einen Augenschein
vorgenommen. Anlässlich desselben einigten sich die Parteien darauf, alle
strittigen Punkte (Ausfahrtsrampe, Schülerweg, Lüftungsschacht) einer
Gesamtlösung zuzuführen. Das Verfahren R 07 43 wurde deshalb sistiert.
Am 11. Dezember 2008 beantragten die Erben P._ die
Wiederaufnahme der Verfahren R 07 43 und R 06 23. Dem opponierte die
A._ AG nicht. Nach Durchführung eines Augenscheins am 30. April
2009 wies das Verwaltungsgericht, namentlich gestützt auf ein von der
Gemeinde C._ eingeholtes Fachgutachten der AD._ AG, die
Beschwerde vom 1. Mai 2007 ab. Vorliegend bestehe in Übereinstimmung
mit der Gemeinde C._ kein Anlass, eine Ausnahme von der Regel
gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV zu machen. Auch dieser Entscheid blieb
unangefochten.
3. Aufgrund der bundesgerichtlichen Anregung anlässlich des Augenscheins
vom 9. Juli 2007 leitete der Gemeindevorstand nach Konsultation der
Betroffenen und nach Bekanntgabe der Absicht zur Einleitung eines
Quartierplanverfahrens nach Art. 16 KRVO mit Beschluss vom
18. Februar 2008 das Quartierplanverfahren "AC._" ein. Mit diesem
Quartierplan sollten insbesondere die Voraussetzungen für eine optimale
Bebauungs- und Erschliessungsmöglichkeit für die Parzellen 1341, 1338
und 1649 geschaffen und gleichzeitig auch die Probleme beseitigt werden,
welche sich aufgrund der bereits erwähnten
Grenzabstandsunterschreitung der Ausfahrtsrampe sowie der
Entlüftungsanlage der Tiefgarage auf der Parzelle 2219 ergeben hatten.
Ausserdem sollte mit dem teilweisen Einbezug von Parzelle 1340 eine
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Fusswegverbindung ins Dorf geregelt und auch der Verlauf des Baches
"AE._" überprüft und allenfalls angepasst werden. Nach Eintritt der
Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses liess die Gemeinde C._
durch die AF._ AG einen ersten Quartierplanentwurf erarbeiten.
Dieser Entwurf vom 20. August 2008 wurde den Quartierplanbeteiligten
am 29. August 2008 zur Stellungnahme unterbreitet. Auf Basis dieses
Quartierplanentwurfs konnte aber keine Lösung erzielt werden. Mit
Beschluss vom 15. Dezember 2008 sistierte der Gemeindevorstand das
Quartierplanverfahren bis auf Weiteres, nachdem die Erben P._ die
Wiederaufnahme der verwaltungsgerichtlichen Verfahren R 06 23 und
R 07 43 beantragt hatten und die Mitwirkung zum Quartierplanentwurf vom
20. August 2008 sehr weit voneinander entfernt liegende Standpunkte der
direkt betroffenen Grundeigentümer ergeben hatte. Die Gerichtsurteile
würden schlussendlich aufzeigen, wie die Lösungen anzugehen seien.
4. Am 8. Februar 2010 gelangten die Erben P._ an die A._ AG und
sondierten nach Vorliegen der Urteile des Verwaltungsgerichts R 06 23A
und R 07 43, jeweils vom 23. Juni 2009, die Bereitschaft für eine
Verhandlungslösung betreffend die Entlüftung der Tiefgarage und die
Ausfahrtsrampe. Ab August 2012 forcierte ein Teil der Erben P._ die
Ausarbeitung eines Quartierplanes AC._, wobei diese am
16. November 2012 der Gemeinde C._ einen überarbeiteten
Quartierplanentwurf zukommen liessen. Dieser Entwurf wurde wiederum
den Quartierplanbeteiligten unterbreitet, wobei wiederum keine Einigung
erzielt werden konnte. Mit Schreiben vom 13. Juni 2013 sondierte die
Gemeinde C._ die weitere Bereitschaft der Quartierplanbeteiligten
zur Fortsetzung des Quartierplanverfahrens. Aufgrund der
Rückmeldungen, welche mehrheitlich gegen einen Abbruch des
Quartierplanverfahrens votierten, tätigte die Gemeinde C._ weitere
Abklärung betreffend allfälliger Lösungsvarianten für die strittige bzw.
ungelöste Erschliessungssituation der Parzellen 1341, 1649 und 2219.
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Ausserdem fand am 24. Juni 2014 eine Aussprache zwischen der
Gemeinde C._ und Vertretern der Berechtigten an den im Zentrum
der Quartierplanung stehenden Parzellen 1341, 1649 und 2219 statt.
Nachdem eine Studie des Architekturbüros AG._ im Auftrag der
Erben P._ Ende 2015 aufgezeigt hatte, dass eine gemeinsame
Rampe für die Parkierungsanlagen der Grundstücke 2219 und 1341 den
zwischen diesen Grundstücken festgesetzten (Schüler-)Fussweg nicht
ausschliessen würde, liess die Gemeinde C._ durch die AF._
AG und ihren Rechtsberater den ersten Quartierplanentwurf auf
Grundlage des Lösungsvorschlages der AG._-Architekten
überarbeiten. Die Quartierplanbeteiligten erhielten Gelegenheit zur
Stellungnahme. Mit Bericht vom 9. Februar 2017 wertete die Gemeinde
C._ die Stellungnahmen der Grundeigentümer zum
Quartierplanentwurf aus. Am 17. März 2017 fand eine weitere
Besprechung zwischen der Gemeinde C._ und den
Quartierplanbeteiligten in dieser Angelegenheit statt. Die Gemeinde
C._ tätigte im Verlauf des Jahres 2017 ausserdem weitere
Abklärungen betreffend die (Tief-)Garagenerschliessung sowie die
umstrittene Garagenentlüftung und war auch weiterhin mit den
Quartierplanbeteiligten im Kontakt bzw. lud diese jeweils zur
Stellungnahme ein. Daraus ergab sich Ende 2017/Anfang 2018 wiederum
der Bedarf für ergänzende Abklärungen bei den beigezogenen
Fachpersonen bzw. der kantonalen Fachstelle für den Umweltschutz. Die
Gemeinde C._ tätigte auch Abklärungen betreffend die Festlegung
der Gewässerräume auf dem Gemeindegebiet im Rahmen einer
Teilrevision der Ortsplanung. Dies betrifft namentlich auch den AE._-
Bach. Der Vorprüfungsbericht des kantonalen Amtes für Raumentwicklung
(ARE GR) datiert auf den 7. Juni 2019.
5. Im Zeitraum vom 31. Mai 2018 bis zum 2. Juli 2018 erfolgte die erste
öffentliche Auflage des Quartierplanentwurfes vom 28. Mai 2018.
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Dagegen erhoben eine Vielzahl der Quartierplanbeteiligten Einsprache.
Diese führten zu einer weiteren Anpassung des Quartierplanentwurfes.
6. Der bereinigte Quartierplanentwurf vom 24. August 2018, insbesondere
bestehend aus den Quartierplanbestimmungen sowie den
(Quartier-)Plänen Bestand 1:500, Neuzuteilung 1:500, Gestaltung 1:500,
Erschliessung 1:500 und Ver- und Entsorgung 1:500, wurde im Zeitraum
vom 4. Oktober 2018 bis zum 5. November 2018 öffentlich aufgelegt.
Dagegen erhoben –als dinglich Berechtigte an der im Quartierplangebiet
gelegenen Parzelle 2219 – namentlich die
Stockwerkeigentümergemeinschaft (nachfolgend StWE-Gemeinschaft)
B._ und die Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle B._,
beide handeln durch die Verwalterin O._ AG und vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital, die A._ AG, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Gieri Caviezel, V._, W._, X._,
Y._ und AH._, alle vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario
Bondolfi, sowie Z._ und AA._, beide vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Tis Prager, Einsprache. Betreffend die Parzellen
1341 und 1649 erhoben Rechtsanwalt lic. iur. E._ als Erbenvertreter,
und die durch den Erbenvertreter vertretenen Erben P._ und
R._, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc E. Wieser,
ebenfalls Einsprache. Betreffend die Parzelle 1340 erhob F._,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. G._, Einsprache. Nach
Durchführung des Schriftenwechsel nahm die Gemeinde C._
nochmals weitere Abklärungen betreffend die umstrittene
(Tief-)Garagenerschliessung sowie die Garagenfortluft bei externen
Fachpersonen vor. Dazu nahm ein Teil der Quartierplanbeteiligten
wiederum Stellung.
7. Aufgrund einer Mitteilung des Rechtsvertreters vom 16. April 2019 der
StWE-Gemeinschaft B._ und der Miteigentümergemeinschaft
Autoeinstellhalle B._, wonach in dieser Angelegenheit zwischen den
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involvierten Parteien wieder Gespräche geführt würden, wartete die
Gemeinde C._ mit dem Erlass eines anfechtbaren
Quartierplanentscheides noch zu. Am 28. Juni 2019 teilte der besagte
Rechtsvertreter wiederum mit, dass das Quartierplanverfahren nun
weitergeführt werden könne. Es sähen nicht alle Parteien einen
genügenden Spielraum für vertiefte Vergleichsgespräche.
8. Mit Einsprache- und Genehmigungsentscheid vom 12., mitgeteilt am
16. August 2019, beurteilte und entschied der Gemeindevorstand
insbesondere die eingegangenen Einsprachen im Sinne der
Schlussfolgerungen der Erwägungen (Ziffer 1). Der Quartierplan
AC._ werde mit den Anträgen und Ergänzungen, wie sie in der
beiliegenden Fassung der Pläne und Quartierplanbestimmungen
enthalten seien, genehmigt (Ziffer 2). Nach Eintritt der Rechtskraft des
Einsprache- und Genehmigungsentscheides erhalte das Grundbuchamt
AI._ den Auftrag, die im Zusammenhang mit der Landumlegung
gemäss Art. 6 der Quartierplanbestimmungen (QPB) notwendigen
Messurkunden erstellen zu lassen und im Grundbuch zu vollziehen
(Ziffer 3). Nach Eintritt der Rechtskraft dieses Einsprache- und
Genehmigungsentscheides werde der Quartierplan als öffentlich-
rechtliche Eigentumsbeschränkung auf den Parzellen 1136, 1338, 1340,
1341, 1547, 1618, 1649 und 2219 im Grundbuch der Gemeinde C._
angemerkt. Das Grundbuchamt der Region AI._ werde mit dieser
Anmerkung des Quartierplanes beauftragt (Ziffer 4). Die Gesamtkosten
würden nach Abschluss der Quartierplanung in einem separaten
Verfahren nach Massgabe von Art. 24 QPB verteilt (Ziffer 5). Von der
Zusprache einer ausseramtlichen Entschädigung wurde abgesehen
(Ziffer 6). Der Quartierplan AC._ umfasst ganz oder teilweise die
Parzellen 1136 (Teilbereich der AJ._-Strasse), 1338, 1340
(Teilbereich der Überbauung AE._), 1341, 1547 (Teilbereich der
AK._-Strasse), 1618 (Teilbereich im Zusammenhang mit dem
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AE._-Bach), 1649 und 2219 (B._) im Umfang von 10'046 m2.
Verbindliche Bestandteile des Quartierplanes sind die Pläne Bestand
1:500, Neuzuteilung 1:500, Gestaltung 1:500, Erschliessung 1:500, Ver-
und Entsorgung 1:500, die QPB und die Grundbuchbereinigungsliste vom
24. Juli 2019. Gemäss Art. 2 QPB bezweckt der Quartierplan AC._
die Schaffung der Voraussetzungen für eine städtebaulich und
architektonisch überzeugende Bebauung der Parzellen 1338, 1341 und
1649 unter Berücksichtigung der öffentlichen und privaten
Erschliessungsanforderungen. Ausserdem soll der Verlauf des AE._-
Bach überprüft und allenfalls an das zukünftige Gesamtkonzept angepasst
werden.
9. Gegen diesen Beschluss des Gemeindevorstandes vom 12. August 2019
erhob die A._ AG (nachfolgend Beschwerdeführerin 1) am
17. September 2019 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden (Verfahren R 19 73). Sie beantragte zur Hauptsache die
Aufhebung des angefochtenen Einsprache- und
Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 sowie des
Quartierplanes AC._ und die Rückweisung der Angelegenheit an die
Vorinstanz zu einem neuen Entscheid. Eventualiter seien Art. 12a, 13, 13a
und 13b der QPB sowie der (Quartier-)Erschliessungs- und
Gestaltungsplan entsprechend der erhobenen Beschwerde anzupassen,
womit von einem gemeinsamen Rampenbauwerk abzusehen sei, die
bestehende Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219 in den
(Quartier-)Erschliessungsplan aufzunehmen sei und für die Erschliessung
der Parzellen 1341 und 1649 eine Erschliessungsvariante vorzusehen sei,
welche die Parzelle 2219 nicht tangiere. Art. 25 und 25a QPB seien zu
streichen. Subeventualiter seien Art. 25 und 25a QPB dahingehend
anzupassen, dass die Grundeigentümer der Parzelle 2219 keine Kosten
für die Erstellung des Rampenbauwerks tragen müssten und bei der
Verteilung der Betriebs-, Unterhalts- und Erneuerungskosten
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berücksichtigt werde, dass die Rampe für die Parzelle 2219 lediglich als
Ausfahrtsrampe diene. Ebenfalls eventualiter zum Hauptantrag sei Art. 19
Abs. 3 QPB anzupassen und festzuschreiben, dass die bestehende
Fortluftanlage für die Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219
vorbehaltlos beibehalten und weiterbetrieben werden dürfe. Art. 19 Abs. 4
bis 6 und Art. 25b QPB seien folglich zu streichen. Auch Art. 7 Abs. 5 QPB
betreffend eine talseitige Erweiterungsmöglichkeit um 3 m des auf der
Parzelle 1341 festgelegten Baubereiches bei Nachweis einer guten
Einordnung und Gestaltung und keinerlei Beeinträchtigung der Nutzung
der angrenzenden Grundstücke durch die Erweiterung im Rahmen eines
Baubewilligungsverfahrens sei ersatzlos zu streichen. Art. 24 QPB sei so
anzupassen, dass der Kostenanteil für die Eigentümer der Parzelle 2219
0 % betrage. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die Vereinigung
aller Beschwerdeverfahren, welche sich gegen den Einsprache- und
Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 betreffend den
Quartierplan AC._ richteten. Dies alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde C._.
10. Gegen den Beschluss des Gemeindevorstandes vom 12. August 2019
erhoben am 17. September 2019 auch die StWE-Gemeinschaft B._
und die Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle B._
(nachfolgend Beschwerdeführerinnen 2) mit folgenden Anträgen
Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren
R 19 74):
1. In teilweiser Aufhebung des Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 sei Art. 12 Abs. 3 QPB zu ergänzen mit folgendem Satz:
"Für den Fall, dass die Gemeinde C._ den Generellen Erschliessungsplan ändert und die AC._-Strasse ganz oder teilweise als Erschliessungsstrasse klassifiziert, bevor die Erschliessungsanlage gemäss nachstehendem Art. 12a und Art. 13 realisiert ist, hat die bestehende Ausfahrtsrampe der B._ definitiven Bestand und bildet einen verbindlichen Bestandteil der Erschliessung des Grundstücks Nr. 2219."
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2. In teilweiser Aufhebung des Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 seien Art. 19 Abs. 3 bis 5 QPB aufzuheben und durch den folgenden Wortlaut zu ersetzen:
Hauptantrag:
"Die bestehende Sammelgarage auf Grundstück Nr. 2219 wird definitiv über den bestehenden Abluftkamin am Boden entlüftet."
Eventualantrag:
"Die bestehende Sammelgarage auf Grundstück Nr. 2219 wird durch einen neu zu erstellenden Abluftkamin am Boden entlüftet und zwar am Standort, wie dies in der Expertise AL._ AG vom 6./7.02.2018 planerisch lokalisiert worden ist."
Subeventualantrag:
Art. 19 Abs. 3 QPB sei wie folgt neu zu fassen (redaktionelle Präzisierung):
"Die bestehende Fortluftanlage für die Parkierungsanlage auf Grundstück Nr. 2219 darf bis zur Überbauung des Grundstücks Nr. 1341 und bis zur Erstellung des Schülerwegs beibehalten und weiter betrieben werden, sofern innert eines Jahres nach Rechtskraft des Quartierplans folgende Massnahmen umgesetzt sind:
- der bestehende Betonaufbau muss luftdicht verschlossen werden; - im Deckel des Aufbaus muss ein Ausschnitt für einen Fortluft-Hut erstellt
werden; - auf dem Betondeckel muss ein Lüftungshut mit vertikalem Austritt erstellt
werden.
Die erforderliche Luft-Austrittshöhe hat 3 Meter zu betragen."
3. In teilweiser Aufhebung des Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 sei Art. 24 QPB so abzuändern, dass der Kostenanteil zu Lasten der Parzelle 2219 maximal 24 % der Gesamtkosten beträgt.
4. In teilweiser Aufhebung des Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 sei Art. 25 Abs. 1 QPB so abzuändern, dass der Kostenanteil zu Lasten der Parzelle 2219 maximal 16.6 % beträgt.
5. In teilweiser Aufhebung des Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 sei Art. 25a Abs. 3 QPB so abzuändern, dass der Kostenanteil zu Lasten der Parzelle 2219 für das bestehende Rampenbauwerk, soweit dieses für die neue Doppelrampe weiterverwendet werden könne, maximal 16.6 % beträgt und die verbleibenden Anteile vollumfänglich auf die Parzellen 1341 und 1649 verlegt werden.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
11. Gegen den Beschluss des Gemeindevorstandes vom 12. August 2019
erhoben am 18. September 2019 auch Rechtsanwalt lic. iur. E._ als
Erbenvertreter, die durch den Erbenvertreter vertretenen Erben P._
sowie R._ (nachfolgend Beschwerdeführer 3) mit folgenden Anträgen
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Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren
R 19 75):
1. Art. 12a Abs. 2 QPB sei aufzuheben und neu wie folgt zu fassen:
"Die AC._-Strasse darf auf dem im Plan "Erschliessung" bezeichneten Abschnitt als Zufahrt zu Grundstück Nr. 1649 genutzt werden."
2. Art. 16 Abs. 5 QPB sei ersatzlos zu streichen.
3. Art. 19 Abs. 4 QPB sei ersatzlos zu streichen.
4. Art. 25 QPB sei insofern zu ändern, dass für die Parzelle 2219 bzw. die Stockwerkeigentümer B._ sämtliche Parkfelder (140 Autoeinstellplätze) für die Kosten für das im Baubereich E zu erstellende gemeinschaftliche Bauwerk berücksichtigt werden und nicht wie vorgesehen lediglich 15 Parkfelder.
5. Art. 25c QPB sei insofern zu ergänzen, als für das Land das von der Gemeinde beansprucht wird, keine Entschädigung zu bezahlen ist.
6. Unter gesetzlicher Kosten und Entschädigungsfolge nebst 7.7 % MWST zulasten der Gemeinde C._.
12. Gegen den Beschluss des Gemeindevorstandes vom 12. August 2019
erhoben am 18. September 2019 auch noch V._, W._, X._
und Y._ (nachfolgend Beschwerdeführer 4) Beschwerde ans
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Verfahren R 19 76). Sie
beantragten die teilweise Aufhebung des angefochtenen Einsprache- und
Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019 und die Anpassung von
verschiedenen QPB-Bestimmungen. Namentlich sei Art. 12 Abs. 3 QPB
dahingehend zu ergänzen, dass für den Fall, wenn die Gemeinde C._
den Generellen Erschliessungsplan ändere und die AC._-Strasse
ganz oder teilweise als Erschliessungsstrasse klassifiziert werde, bevor
die Erschliessungsanlage gemäss den Art. 12a und Art. 13 QPB realisiert
sei, die bestehende Ausfahrtsrampe der B._ definitiven Bestand habe
und einen verbindlichen Bestandteil der Erschliessung der Parzelle 2219
(Ziffer 1.1) bilde. Zu Art. 19 Abs. 3 bis 5 QPB beantragten sie in der
Hauptsache, dass die bestehende Abluftanlage für die Parkierungsanlage
auf der Parzelle 2219 weiter betrieben werden könne, sofern innert eines
Jahres nach Rechtskraft des Quartierplans die in Art. 19 Abs. 3 QPB
erster bis dritter Spiegelstrich aufgeführten Massnahmen umgesetzt seien.
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Eventualiter sei die bestehende Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219
durch einen neu zu erstellenden Abluftkamin am Boden zu entlüften und
zwar am Standort, wie dies im Bericht der AL._ AG vom 6. Februar
2018 festgelegt worden sei. Subeventualiter sei Art. 19 Abs. 3 QPB so zu
formulieren, dass die bestehende Abluftanlage für die Parkierungsanlage
auf der Parzelle 2219 bis zur Überbauung der Parzelle 1341 und
(Anmerkung des Gerichts: anstatt "bzw.") bis zur Erstellung des
Schülerwegs weiter betrieben werden könne, sofern innert eines Jahres
nach Rechtskraft des Quartierplans die in Art. 19 Abs. 3 QPB erster bis
dritter Spiegelstrich aufgeführten Massnahmen umgesetzt seien (Haupt-,
Eventual- und Subeventualanträge gemäss Ziffer 1.2). Art. 24 (Abs. 1)
QPB sei dahingehend zu ändern, dass der Kostenanteil zu Lasten der
Parzelle 2219 allerhöchstens 24 % der Gesamtkosten betrage (Ziffer 1.3).
Art. 25 (Abs. 1) QPB sei dahingehend zu ändern, dass der Kostenanteil
zu Lasten der Parzelle 2219 allerhöchstens 16.6 % betrage (Ziffer 1.4).
Auch Art. 25a Abs. 3 QPB sei dahingehend zu ändern, dass der
Kostenanteil zu Lasten der Parzelle 2219 allerhöchstens 16.6 % betrage
(Ziffer 1.5). Dies unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
13. Am 24. September 2019 wurden die weiteren Quartierplanbeteiligten bzw.
Einsprecher und die Gemeinde C._ zur Vernehmlassung zu den vier
eingegangenen Beschwerden vom 17. bzw. 18. September 2019
aufgefordert. Den Beschwerdeführenden wurde dies unter Beilage der
jeweiligen Beschwerden mit gleichem Schreiben angezeigt. Die Gemeinde
C._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) ersuchte am 8. Oktober
2019 um eine Fristerstreckung und die Vereinigung der Verfahren R 19
73, R 19 74, R 19 75 und R 19 76 in Anwendung von Art. 6 VRG. Am
9. Oktober 2019 legte der zuständige Instruktionsrichter die genannten
Verfahren gestützt auf Art. 6 VRG zusammen und verlängerte der
Beschwerdegegnerin die Einreichungsfrist für ihre Vernehmlassung bis
zum 14. November 2019.
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14. Z._ und AA._ (nachfolgend Beigeladene) liessen sich am
15. Oktober 2019 zu den vier Beschwerden vom 17. bzw. 18. September
2019 vernehmen und legten dabei ihre Position betreffend
(Ausfahrts-)Rampe und Erschliessung (der Parzellen 1341, 1649 und
2219), der Fortluftanlage für die Tiefgarage auf der Parzelle 2219, den
Kostenverteilschlüssel des Quartierplanes sowie zu den vier in dieser
Sache beim Verwaltungsgericht eingegangenen Beschwerden dar, ohne
einen expliziten, eigenen Antrag zu stellen. Die Beschwerdeführerinnen 2
(Verfahren R 19 74) liessen sich am 9. Oktober 2019 zu den Beschwerden
in den Verfahren R 19 73, R 19 75 und R 19 76 vernehmen und legten ihre
Position dazu dar.
15. Die Beschwerdegegnerin liess sich zu den vier Beschwerden vom
17. bzw. 18. September 2019 am 8. November 2019 vernehmen und
beantragte die kostenpflichtige, vollumfängliche Abweisung der
Beschwerden.
16. Die Beschwerdeführerinnen 2 replizierten am 30. Dezember 2019 und
hielten im Wesentlichen an ihren Anträgen vom 17. September 2019 fest.
Die Beschwerdeführerin 1 replizierte am 6. Januar 2020 und hielt an ihren
Rechtsbegehren vom 17. September 2019 fest. Die Beschwerdeführer 3
replizierten am 6. Januar 2020 und hielten ebenfalls an ihren am
18. September 2019 gestellten Rechtsbegehren fest. Die Beigeladenen
liessen sich am 6. Januar 2020 zur Vernehmlassung der
Beschwerdegegnerin vom 8. November 2019 vernehmen. Dabei
beantragten sie, dass die Beschwerdegegnerin aufzufordern sei,
klarzustellen, dass die Aussicht stets als Teil der Nutzung eines
Grundstückes i.S. Art. 7 Abs. 5 QPB verstanden worden sei und werde.
Art. 7 Abs. 5 QPB sei daher wie folgt anzupassen:
"Die südliche Grenze des auf Grundstück Nr. 1341 festgelegten Baubereichs kann um 3 Meter talwärts erweitert werden, wenn im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens der Nachweis einer guten Einordnung und
- 17 -
Gestaltung erbracht wird und die Nutzung (inkl. Aussicht) der angrenzenden Grundstücke durch die Erweiterung nicht beeinträchtigt wird. Auf Grundstück Nr. 1341 erstellte Gebäude sind in jedem Fall an die entlang der AJ. festgelegte Baulinie für ein Erdgeschoss zu stellen. Obergeschosse dürfen über diese Baulinie bis zur nördlichen Baubereichsgrenze hinausragen."
17. Mit Eingabe vom 22. Januar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
die Einreichung einer Duplik. Allerdings wandte sie sich gegen die von
Teilen der Beschwerdegegnerschaft verlangten weiteren Expertise
hinsichtlich der Garagenentlüftung. Dabei verwies sie insbesondere auch
auf das Urteil R 07 43 vom 23. Juni 2009, welches sich mit dieser
Thematik bereits auseinandergesetzt hatte und erläuterte schliesslich
noch das Zustandekommen des Berichtes der AM._ AG vom
28. Dezember 2018 zu diesem Thema. Im Zusammenhang mit dem
Duplikverzicht der Beschwerdegegnerin betreffend den Antrag der
Beigeladenen in ihrer Eingabe vom 6. Januar 2020, liessen sich die
Beigeladenen am 17. Februar 2020 noch einmal vernehmen.
18. Am 25. März 2021 führte das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten einen Augenschein
im Quartierplangebiet AC._ durch. Davon wurde ein Protokoll mit
Fotografien erstellt. Das Augenscheinprotokoll wurde den
Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt. Die
Beschwerdeführerinnen 2 äusserten sich am 7. April 2021, die
Beschwerdeführerin 1 am 19. April 2021 dazu.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den
Rechtsschriften, den angefochtenen Einsprache- und
Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 sowie die weiteren
vorliegenden Akten, wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
- 18 -

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Angefochten ist vorliegend der Beschluss des Gemeindevorstandes der
Gemeinde C._ vom 12. August, mitgeteilt am 16. August 2018, worin
dieser insbesondere die Einsprachen (von einem Teil der in den
vorliegenden, vereinigten Verfahren als Beschwerdeführer auftretenden
Einsprecher und Einsprecherinnen) betreffend den Quartierplan
AC._ gemäss zweiter öffentlicher Auflage im Zeitraum vom
4. Oktober 2018 bis 5. November 2018 im Sinne der Schlussfolgerungen
der Erwägungen abgewiesen (Ziffer 1) und den Quartierplan AC._ mit
seinen Bestandteilen gemäss Art. 4 QPB mit den Anträgen und
Ergänzungen gemäss dem den angefochtenen Entscheid beiliegenden
Plänen und QPB genehmigt hat (Ziffer 2). Es handelt sich insofern um
einen verbindlichen, abschliessenden kommunalen Entscheid aus dem
Gebiet des öffentlichen (Bau- und Planungs-)Rechts, welcher von der
zuständigen Planungsbehörde getroffen wurde (vgl. dazu Art. 4 Abs. 1
und 2 des kommunalen Baugesetzes [BG] sowie Art. 53 Abs. 1 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]
und Art. 19 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung über den Kanton
Graubünden [KRVO; BR 801.110]). Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100) unterliegen solche Entscheide der verwaltungsgerichtlichen
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, wenn
sie wie vorliegend weder bei einer anderen Instanz angefochten werden
können, noch nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig
sind. Die vier Beschwerden vom 17. bzw. 18. September 2019 wurden
zudem frist- und formgerecht eingereicht (vgl. dazu Art. 38 und Art. 52
Abs. 1 VRG). Zur Beschwerde legitimiert ist nach Art. 50 VRG
grundsätzlich, wer vom angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat oder
wer durch besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Die Beschwerdeführer
sind an im Quartierplangebiet gelegen Grundstücken bzw.
- 19 -
Stockwerkeigentumseinheiten dinglich berechtigt und haben sich bereits
im vorinstanzlichen Verfahren in eigenem Namen als Einsprecher
konstituiert und sind mit ihren Anträgen (zumindest teilweise) unterlegen
(vgl. dazu Art. 18 Abs. 3 KRVO i.V.m. Art. 101 Abs. 2 KRG).
1.2. Betreffend die Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle B._ im
Verfahren R 19 74 ist folgendes zu bemerken. Die
Stockwerkeigentümergemeinschaft (nachfolgend StWE-Gemeinschaft)
B._ besteht aus den Eigentümern der 67 Stockwerkeinheiten S54463
bis S54529. Die Autoeinstellhalle mit 140 Einstellplätzen ist als
selbständige Stockwerkeigentumseinheit S54529 ausgeschieden und die
140 Parkplätze wiederum zu Miteigentum aufgeteilt (vgl. für diese
Konstellation auch BGE 106 II 11 Sachverhaltsziffer B. und E.4). Die
Miteigentümer bilden nach eigener Darstellung als Untergemeinschaft die
Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle B._. Anlässlich der
ausserordentlichen Versammlung der StWE-Gemeinschaft B._ und
der Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle B._ vom
10. Dezember 2018, wurde die O._ AG namentlich zur
Prozessführung in dieser Angelegenheit vor Verwaltungsgericht
ermächtigt (siehe Akten der Beschwerdeführerinnen im Verfahren R 19 74
[R 19 74 Bf-act.] 1 und 2). Demensprechend unterzeichnete die
Verwalterin für das vorliegende Verfahren am 12. September 2019 eine
entsprechende Vollmacht für Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital im Namen
der StWE-Gemeinschaft B._ und der Miteigentümergemeinschaft
Autoeinstellhalle B._ (siehe R 19 74 Bf-act. 3). Die
Miteigentümergemeinschaft an sich verfügt im Unterschied zur
Stockwerkeigentümergemeinschaft aber nicht über eine eigene
Rechtspersönlichkeit bzw. (beschränkte) Prozessfähigkeit (vgl. dazu
BGE 103 Ib 76 E.1; Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft,
Abteilung Zivilrecht 410 11 267 vom 11. Januar 2012 E.2;
BRUNNER/WICHTERMANN, in: HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], Basler
- 20 -
Kommentar zum ZGB, Zivilrecht II [nachfolgend BSK, ZGB II], 5. Aufl.,
Basel 2015, Vorbemerkungen zu Art. 646-654a Rz. 5 f.). Die Eigentümer
der Miteigentumsanteile an der Autoeinstellhalle B._ sind aber in
jedem Fall insoweit gültig prozessual vertreten, als sie Eigentümer der
Stockwerkeinheit S54529 sind, wo unzweifelhaft eine entsprechende
Ermächtigung der (beschränkt) prozessfähigen StWE-Gemeinschaft
B._ für das vorliegende Verfahren zugunsten der Verwaltung und
Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital vorliegt (vgl. dazu Art. 712l und Art. 712t
Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]; Urteil des
Bundesgerichts 5A_898/2015 vom 11. Juli 2016 E.2.1 ff.; Urteil des
Kantonsgerichts Graubünden EZR 2014 318 vom 4. November 2014 E.4c;
WERMELINGER, Das Stockwerkeigentum, Art. 712a-712t ZGB, Zürcher
Kommentar zum schweizerischen Zivilrecht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2019, Art. 712l Rz. 124 ff. sowie Art. 712t Rz. 45 f. und 54 ff.; BÖSCH, in:
HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], BSK ZGB II, Art. 712l Rz. 13 und Art. 712t
Rz. 6). Anlässlich der ausserordentlichen (Miteigentümer-)Versammlung
vom 10. Dezember 2018 wurde aber auch noch der Beschluss gefasst,
die Verwalterin O._ AG, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon
Vital, zur Rechtsvertretung und Prozessführung zur Durchsetzung der
beschlossenen Eckpunkte im Zusammenhang mit dem Quartierplan
AC._ zu ermächtigen.
Betreffend R._ im Verfahren R 19 75 ist zu erwähnen, dass dieser
selbst Mitglied der Erbengemeinschaft P._ ist. Ein einzelner Erbe ist
– auch ohne Zustimmung der grundsätzlich eine notwendige
Streitgenossenschaft bildende Erbengemeinschaft bzw.
Gesamthandschaft oder deren Vertreter – in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten zur selbständigen Anfechtung eines Entscheides befugt,
wenn das Rechtsmittel darauf ausgelegt ist, eine belastende oder Pflicht
begründende Anordnung abzuwenden und die Durchsetzung des
Rechtsstandpunkts einzelner die Interessen der Gemeinschaft oder der
- 21 -
übrigen Mitglieder nicht zu beeinträchtigen vermag (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 1C_355/2017 vom 5. Oktober 2017 E.1.2, 2C_1028/2014
vom 20. Juli 2015 E.3.2, 1C_278/2011 vom 17. April 2012 E.1.2 m.H.a.
BGE 131 I 153 E.5.3 ff., 2C_629/2008 vom 30. März 2009 E.1.3 und Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 17 65 vom
3. Mai 2018 E.3a m.H.a. BGE 116 Ib 447 E.2b; SCHAUFELBERGER/KELLER
LÜSCHER, in: HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.], BSK ZGB II, Art. 602 Rz. 26).
Mit einzelrichterlichem Entscheid des Regionalgerichtes AI._ vom
26. September 2017 (siehe Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 59)
wurde Rechtsanwalt lic. iur. E._ als Erbenvertreter gemäss Art. 602
Abs. 3 ZGB dieser Erbengemeinschaft bestellt und somit gesetzlicher
Vertreter derselben. Als Grund für die die Einsetzung eines
Erbenvertreters wurde auch die Uneinigkeit des Umganges mit zwei
Parzellen im Zentrum von C._ erwähnt und im Entscheid des
Regionalgerichtes AI._ auch das vorliegend zu beurteilende
Quartierplanverfahren erwähnt. Zum Verhältnis der Befugnis zur
Beschwerdeführung des gerichtlich bestellten Erbenvertreters sowie
derjenigen der Erbengemeinschaft bzw. eines einzelnen Erben ist
anzumerken, dass der Erbenvertreter einen Prozess als
Prozessstandschafter in eigenem Namen führt und im Tätigkeitsbereich
gemäss Auftrag eigenes Handeln der Erben für den Nachlass
ausschliessen würde (vgl. BGE 116 II 131 E.3a f.; Urteile des
Bundesgerichts 5A_813/2014 vom 24. November 2014 E.3 sowie
5A_416/2013 und 5A_424/2013 vom 26. Juli 2013 E.3.1;
SCHAUFELBERGER/KELLER LÜSCHER, in: HONSELL/VOGT/GEISER [Hrsg.],
BSK ZGB II, Art. 602 Rz. 28). Im Verfahren R 19 75 ist also in jedem Fall
aber der gerichtlich bestellt Erbenvertreter Rechtsanwalt lic. iur. E._
zur Beschwerde – als Prozessstandschafter in eigenem Namen für die
(Mitglieder der) Erbengemeinschaft P._ – legitimiert.
- 22 -
1.3. Nach Massgabe der Ausführungen in der vorstehenden Erwägung 1.2, ist
auf die vorliegende Beschwerde jedenfalls einzutreten. Bereits am
9. Oktober 2019 hat der zuständige Instruktionsrichter die Verfahren R 19
73, R 19 74, R 19 75 und R 19 76 gestützt auf Art. 6 VRG
zusammengelegt. Insofern und aufgrund der engen, sachlichen
Zusammenhänge dieser Beschwerden, rechtfertigt sich aus Gründen
einer zweckmässigen Erledigung die Behandlung in einem einzigen Urteil.
1.4. Z._ und AA._, welche sich im vorinstanzlichen Verfahren zwar
als Einsprecher beteiligt hatten (siehe dazu deren Einsprache vom
5. November 2018 in Bg-act. 65), liessen sich am 15. Oktober 2019 zu den
vier Beschwerden vom 17. bzw. 18. September 2019 vernehmen und
legten dabei ihre Position betreffend (Ausfahrts-)Rampe und
Erschliessung (der Parzellen 1341, 1649 und 2219), der Fortluftanlage für
die Tiefgarage auf der Parzelle 2219, den Kostenverteilschlüssel des
Quartierplanes sowie zu den vier in dieser Sache beim Verwaltungsgericht
eingegangenen Beschwerden dar. Sie sind vorliegend gestützt auf Art. 40
VRG als Beigeladene zu behandeln, soweit sie durch die vier erhobenen
Beschwerden in ihren schutzwürdigen Interessen bzw. Positionen
betreffend den Quartierplan AC._ betroffen sind und dafür nicht selbst
als formell beschwerte Teilnehmer des vorinstanzlichen
Einspracheverfahrens Beschwerde hätten erheben müssen. Das Institut
der Beiladung im Sinne von Art. 40 VRG dient nämlich nicht dazu, einem
am vorinstanzlichen Verfahren Beteiligten das erstmalige Stellen von
Anträgen, welche sich gegen den im zur Beiladung führenden
verwaltungsgerichtlichen Verfahren angefochtenen Entscheid richten bzw.
diesen in ihrem Sinne abändern wollen, nach Ablauf der Rechtsmittelfrist
gemäss Art. 52 bzw. Art. 22 Abs. 2 VRG zu ermöglichen. Die Beiladung
dient vielmehr einerseits dem Zweck, die Rechtskraft eines Entscheids
auch auf die beigeladene Person zu erstrecken und somit zu verhindern,
dass in der gleichen Sache widersprüchliche Entscheide ergehen. Die
- 23 -
Beiladung dient somit also der Koordination des materiellen Rechts.
Andererseits ermöglicht eine Beiladung auch die Wahrung der Interessen
derjenigen, deren rechtliche oder tatsächliche Interessen durch den
Ausgang des Verfahrens berührt sein könnten, weshalb die Beiladung
ebenso Ausfluss des rechtlichen Gehörs ist (vgl. VGU R 15 86 vom 2.
Februar 2017 E.2b f.; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches
Verfahrensrecht, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Rz. 589,
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013,
Rz. 929 ff. und HÄNER, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 298 ff.; vgl. dazu auch die
Überlegungen betreffend das Verbot der Ausdehnung der
Rechtsbegehren im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels: VGU U 17 8
und U 16 5 vom 19. April 2018 E.2.4). Namentlich in Letzterem ist der
Grund dafür zu sehen, dass der zuständige Instruktionsrichter am
24. September 2019 den Quartierplanbeteiligten bzw. den Einsprechern
im vorinstanzlichen Verfahren die Möglichkeit zur Verfahrensbeteiligung
eingeräumt hat. Die Beschwerdeführer haben in ihren Beschwerden in den
Verfahren R 19 73, R 19 74, R 19 75 und R 19 76 die Aufhebung und/oder
Abänderung des Quartierplanes AC._ beantragt. Insofern war auch
den Einsprechern des vorinstanzlichen Verfahrens, welche nicht selbst
fristgerecht eine verwaltungsgerichtliche Beschwerde gegen den
Einsprache- und Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 bzw. den
genehmigten Quartierplan AC._ erhoben haben, die Gelegenheit zu
gegeben, sich zu den gegen den genehmigten Quartierplan AC._
gerichteten Beschwerden insofern zu äussern, als dass dieser bei
Gutheissung (von einem Teil) der Begehren der Beschwerdeführer nicht
mehr der von der Beschwerdegegnerin beschlossenen und genehmigten
Fassung entsprechen würde, gegen den sie selbst aber nicht mit der
Erhebung einer eigenen Beschwerde opponiert haben. Der in der Eingabe
vom 6. Januar 2020 explizit gestellte Antrag auf Anpassung von Art. 7
- 24 -
Abs. 5 QPB erfolgte klarerweise weit nach Ablauf der im Einsprache- und
Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 in der Dispositivziffer 7
angegebenen Rechtsmittelfrist im Sinne von Art. 32 Abs. 1 VRG, wobei
die in der Dispositivziffer 8 auch als Adressaten des vorliegend
angefochtenen Entscheides aufgeführten Beigeladenen in jedem Fall am
26. September 2019 (Zeitpunkt der Kenntnisnahme des Schreibens des
Instruktionsrichters vom 24. September 2019 betreffend die vier in dieser
Angelegenheit eingegangenen Beschwerden) vom Ergehen des
Einsprache- und Genehmigungsentscheides vom 12. August 2019
betreffend den Quartierplan AC._ Kenntnis erhielten.
2.1. Gemäss Art. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700)
und Art. 2 und 3 KRG sorgen insbesondere die Gemeinden dafür, dass die
für ihre raumwirksamen Tätigkeiten (vgl. dazu Art. 1 der eidgenössischen
Raumplanungsverordnung [RPV; SR 700.1]) notwendigen Planungen
erarbeitet werden. Ferner bestimmt Art. 14 RPG, dass
(Rahmen-)Nutzungspläne die zulässige Nutzung des Bodens ordnen und
dabei vorab zwischen Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen
unterschieden wird. Insofern statuieren Art. 2 und 14 RPG eine
bundesrechtliche Planungspflicht. Diese wird in Art. 2 f. KRG wieder
aufgenommen und hinsichtlich des Inhaltes von kommunalen
Quartierplänen in Art. 51 ff. KRG näher bestimmt, wobei es sich bei den
Quartierplänen um Folgeplanungen im Rahmen der Grundordnung handelt
(siehe Art. 51 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 4 KRG). Bei der Nutzungsplanung
als raumwirksame Tätigkeit bzw. bei entsprechenden
Interessenabwägungen sind insbesondere die Ziele der Raumplanung und
die Planungsgrundsätze gemäss Art. 1 und 3 RPG zu berücksichtigen (vgl.
Art. 2 Abs. 1 lit. c RPV; AEMISEGGER/KISSLING, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016 [nachfolgend RPG-
Praxiskommentar NUP 2016], Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung
- 25 -
Rz. 29; TSCHANNEN, in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich 2010, Art. 3
Rz. 18; BGE 146 II 347 E.3.5 und 134 II 97 E.3.1, Urteile des
Bundesgerichts 1C_270/2019 vom 27. Februar 2020 E.3.2, 1C_646/2018
vom 13. Juni 2019 E.3.1 und 1C_230/2017 vom 24. Mai 2018 E.5.1).
Stehen den (Planungs-)Behörden bei der Erfüllung und Abstimmung
raumwirksamer Aufgaben Handlungsspielräume zu, wägen sie die
Interessen nach Massgabe von Art. 3 Abs. 1 RPV ab und legen diese dar.
Bei der Ausarbeitung und dem Entscheid über einen
(Sonder-)Nutzungsplan ist somit infolge des der Planungsbehörde
zustehenden Ermessens, die jedem (Nutzungs-)Planungsprozess
immanente, umfassende Interessenabwägung hinsichtlich des materiellen
Gehalts des zu erlassenden oder zu ändernden (Sonder-)Nutzungsplanes
vorzunehmen (vgl. zur Methode der Interessenabwägung:
AEMISEGGER/KISSLING, in: AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.],
RPG-Praxiskommentar NUP 2016, Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung
Rz. 10 ff.). Ob die Interessen vollständig erfasst worden sind, ist eine
Rechtsfrage. Die relative Gewichtung der potenziell widerstreitenden
Interessen ist jedoch weitgehend eine Ermessensfrage (siehe BGE 134 II
97 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 1C_270/2019 vom 27. Februar 2020
E.3.2 und 1C_230/2017 vom 24. Mai 2018 E.5.1). (Sonder-
)Nutzungsplanungen regeln zudem direkt und verbindlich insbesondere die
zulässige Nutzung des (privaten) Grundeigentums (JEANNERAT/MOOR, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], RPG-Praxiskommentar NUP
2016, Art. 14 Rz. 17; siehe auch Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 RPG; vgl.
auch WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar RPG, Bern 2006, Art. 14 Rz. 3 ff.
und Art. 21 Rz. 4 ff.). Insofern betreffen solche raumwirksame Tätigkeiten
auch die in Art. 26 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) garantierte Eigentumsgarantie, womit
entsprechende Eigentumsbeschränkungen und (Neu-)Definitionen des
Eigentumsbegriffs auch nach den allgemeinen Regeln von Art. 36 BV zu
- 26 -
beurteilen sind. Demensprechend haben nutzungsplanerische
Anordnungen sich auf eine gesetzliche Grundlage zu stützen, müssen im
öffentlichen Interesse liegen oder durch den Schutz von Grundrechten
Dritter gerechtfertigt sein und sich als verhältnismässig, also geeignet,
erforderlich und angemessen, erweisen (JEANNERAT/MOOR, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN [Hrsg.], RPG-Praxiskommentar NUP
2016, Art. 14 Rz. 41 ff.; vgl. auch HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 514 und 2343 ff.).
Der Quartierplan dient nach Art. 51 Abs. 1 KRG der Regelung der
Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder von
weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail im Rahmen der
Grundordnung. Gemäss Art. 25 Abs. 4 KRG können die Gemeinden
vorsehen (siehe dazu Art. 122 Abs. 2 Satz 3 und 123 Abs. 2 BG), dass
namentlich im Rahmen von Quartierplänen von der Regelbauweise
abgewichen werden darf. Voraussetzungen und Umfang sind im
Baugesetz festzulegen (siehe Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden [VGU] R 20 2 vom 15. Dezember 2020 E.5.4). Die
Quartierplanbestimmungen enthalten Vorschriften über die Gestaltung der
Bauten und Anlagen, über die Ausführung, den Unterhalt und die
Erneuerung der Quartiererschliessung sowie über die Aufteilung der
Planungs- und Erschliessungskosten (Art. 52 Abs. 1 KRG). Der
Quartiererschliessungsplan enthält insbesondere die notwendigen
Anlagen zur Erschliessung des Quartiers (Art. 52 Abs. 3 KRG). Gemäss
Art. 53 Abs. 1 KRG ist – unter Vorbehalt einer abweichenden kommunalen
Kompetenzverteilung zugunsten des Gemeinderates – der
Gemeindevorstand zur Einleitung, Durchführung, Erlass und Änderung des
Quartierplanes zuständig, wobei die Einzelheiten des Verfahrens durch die
Regierung mittels Verordnung geregelt werden (Art. 53 Abs. 4 KRG). Nach
Art. 18 Abs. 1 KRVO wird der Entwurf des Quartierplanes während
30 Tagen öffentlich aufgelegt, wobei während dieser Zeit beim
Gemeindevorstand schriftlich und begründet Einsprache erhoben werden
- 27 -
kann (Art. 18 Abs. 3 KRVO). Die öffentliche Auflage ist in jedem Fall im
kommunalen amtlichen Publikationsorgan bekannt zu geben und die
Betroffenen werden über die öffentliche Auflage schriftlich orientiert (Art. 18
Abs. 2 KRVO). Gemäss Art. 18 Abs. 4 KRVO ist die öffentliche Auflage zu
wiederholen, wenn der Quartierplan aufgrund von Einsprachen geändert
wird und dies nicht nur einzelne Beteiligte betrifft (siehe zum Ganzen Urteil
des Bundesgerichts 1C_289/2019, 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020
E.2.2; VGU R 18 94 vom 20. Oktober 2020 E.3.3 und R 18 87 vom
20. Oktober 2020 E.4.3).
2.2. Gemäss Art. 33 Abs. 2 und 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht
die volle Überprüfung von Verfügungen und Nutzungsplänen, welches
sich auf das RPG oder seine kantonalen und eidgenössischen
Ausführungsgesetzgebungen (mit raumplanerischen Zügen) stützen
(siehe BGE 146 II 367 E.3.2.1 und 109 Ib 121 E.5; siehe auch Urteil des
Bundesgerichts 1C_682/2017 vom 11. September 2018 E.6.1 f. m.H.a.
BGE 118 Ib 26 E.4b). Aber auch in solchen Fällen ist es mit der
Rechtsweggarantie gemäss Art. 29a BV vereinbar, dass eine
Rechtsmittelinstanz sich etwa bei der Überprüfung von unbestimmten
Rechtsbegriffen eine gewisse Zurückhaltung auferlegt, um insbesondere
einen entsprechenden Spielraum der Gemeinden zu wahren bzw. die
Gemeindeautonomie gemäss Art. 50 Abs. 1 BV zu respektieren (siehe
Urteil des Bundesgerichts 1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.2.1 f.). Dabei
verfügt das Verwaltungsgericht weiterhin über die für eine Heilung
allfälliger formeller Mängel erforderliche uneingeschränkte Kognition in
Sach- und Rechtsfragen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_756/2019
vom 14. Mai 2020 E.3.2 und 1C_158/2019 vom 30. März 2020 E.2.6).
Beim Erlass eines Quartierplanes geniesst die zuständige kommunale
Planungsbehörde aufgrund der ihr in diesem Bereich zukommenden
Autonomie über einen erheblichen Entscheidungsspielraum innerhalb des
kantonalen (und eidgenössischen) Rechts. Denn gemäss Art. 3 Abs. 1
- 28 -
KRG ist die Ortsplanung Aufgabe der Gemeinden, welche diese Aufgabe
im Rahmen des übergeordneten Rechts autonom erfüllen. Ein solcher, der
kommunalen (Planungs-)Behörde zustehender Entscheidungsspielraum
wird dann sicher überschritten, wenn der kommunale Entscheid sachlich
nicht mehr vertretbar bzw. offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich ist.
Andererseits aber auch in den Fällen, wo sich die Gemeinde von
unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen leiten lässt,
die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt,
das übergeordnete Gesetzesrecht missachtet oder grundlos von in
Rechtsprechung und Lehre entwickelten Grundsätzen zur Auslegung die
fraglichen, unbestimmten Rechtsbegriffe abweicht (siehe BGE 145 I 52
E.3.6, 128 I 3 E.2b und 118 Ia 446 E.3c; Urteile des Bundesgerichts
1C_128/2019 vom 25. August 2020 E.5.3, 1C_289/2019, 1C_293/2019
vom 16. Januar 2020 E.2.1, 1C_241/2019 vom 19. August 2019 E.2.2 und
1C_494/2018 vom 13. Juni 2019 E.2.4; VGU R 19 98 vom 11. Mai 2021
E.3, R 20 5 vom 16. März 2021 E.3 und R 18 6 vom 2. Oktober 2018
E.2.1).
3. Nachfolgend ist in der Hauptsache also zu prüfen, ob sich die
Beschwerdegegnerin beim Erlass des Quartierplanes AC._ an die
massgebenden rechtlichen Vorgaben gehalten hat, und das ihr nach der
Rechtsprechung zustehende Ermessen nicht überschritten hat. Dabei wird
der fragliche Quartierplan von jeweils einem Teil der Beschwerdeführer
namentlich betreffend die vorgesehene Erschliessungslösung für die
Parzellen 1341, 1649 und 2219, die vorgesehene Lösung für die
Garagenfortluft der bestehenden Tiefgarage auf der Parzelle 2219 bzw.
die allfällige, gemeinsame Entlüftungsanlage mit der zukünftigen
Parkierungsanlage auf der Parzelle 1341 und die Kostenverteilschlüssel
gemäss Art. 24 ff. QPB kritisiert (siehe dazu die nachstehenden
Erwägungen 5.1 ff. und 7.1 ff.). Die Beschwerdeführerin 1 wendet sich
auch gegen Art. 7 Abs. 5 QPB, wonach die südliche Grenze des auf der
- 29 -
Parzelle 1341 festgelegten Baubereichs um 3 Meter talwärts erweitert
werden könne, wenn im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens der
Nachweis einer guten Einordnung und Gestaltung erbracht wird und die
Nutzung der angrenzenden Grundstücke durch die Erweiterung nicht
beeinträchtigt werde. Die Beigeladenen fordert hingegen eine
dahingehende Präzisierung von Art. 7 Abs. 5 QPB, dass mit "Nutzung"
auch die Aussicht der angrenzenden Grundstücke mitgemeint sei (siehe
die nachstehenden Erwägungen 4.1 ff. und bereits die Erwägung 1.4). Die
Beschwerdeführer 3 verlangen demgegenüber etwa die Anpassung von
Art. 12a Abs. 2 QPB, wonach die AC._-Strasse nicht mehr nur als
Notzufahrt benutzt, sondern dass sie auf dem im Plan Erschliessung 1:500
bezeichneten Abschnitt auch als Zufahrt zu Parzelle 1649 genutzt werden
dürfe (siehe nachstehende Erwägungen 6.1 ff.). Weiter wurde der Verzicht
auf die Voraussetzung verlangt, wonach die Baubehörde die
Baubewilligung für die Überbauung der Parzelle 1649 erst erteile, wenn
die Baufreigabe für die Parzelle 1341 erfolgt sei (Art. 16 Abs. 5 QPB; siehe
dazu die Erwägung 6.5). Ebenso sei Art. 19 Abs. 4 QPB zu streichen,
wonach die auf der Parzelle 2219 bestehende Fortluftanlage im Zeitpunkt
der Überbauung der Parzelle 1341 (noch einmal) anhand der dazumal
geltenden umweltschutzrechtlichen Vorgaben zu überprüfen und je nach
Ergebnis die nötigen Massnahmen zu treffen seien (siehe nachstehender
Erwägung 8.5.7).
4.1. Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid vom
12. August 2019 zu Art. 7 Abs. 5 QPB aus, dass verschiedene
Quartierplanbeteiligte diesen Absatz mit teil kontroversen Anträgen im
Rahmen ihrer Einsprachen kritisiert hätten. Während die
Beschwerdeführer 3 den Antrag stellten, den auf der Parzelle 1341
festgelegten Baubereich um 3 m weiter talwärts zu verschieben, so dass
zur Parzelle 1340 nur noch ein Grenzabstand von 4 m eingehalten werden
müsse, hätten die Beschwerdeführer 4 den Antrag gestellt, diesen Absatz
- 30 -
ganz zu streichen. Dies weil ein dadurch ermöglichtes Bauvorhaben die
Aussicht ab der B._ massiv beeinträchtigen würde und eine talseitige
Verschiebung des Baubereichs um 3 m dazu führte, dass der Baubereich
auch um 3 m von der AJ._-Strasse wegrücke und die dort festgelegte
Baulinie des ursprünglichen Baubereichs somit keinen Sinn mehr mache.
Aus ortsbaulicher Sicht sei die Fassadenflucht an der AJ._-Strasse
von zentraler Bedeutung und der Rücksprung für das Erdgeschoss stelle
ein wichtiges gestalterisches Element (Arkadenbildung) dar. Die
Beigeladenen hingegen gingen mit ihrem Antrag weniger weit, sondern
wollten eine Verschiebungsmöglichkeit (des Baubereiches) von einer
guten Ordnung und Gestaltung abhängig machen, sofern dies die
angrenzenden Grundstücke nur leicht (insbesondere in Hinblick auf die
Seesicht vom bestehenden Gebäude auf der Parzelle 2219 aus)
beeinträchtige. Die Beschwerdeführerin 1 wiederum erachtete Art. 7
Abs. 5 QPB als unklar formuliert. So sei namentlich unklar, ob damit eine
Vergrösserung oder nur eine Verschiebung des Baubereiches zugelassen
werden solle. Die Beschwerdegegnerin räumte ein, dass Art. 7 Abs. 5
QPB tatsächlich missverständlich sei, weil dieser das Ziel habe, unter den
erwähnten Bedingungen (gute Einordnung und Gestaltung) die südliche
Grenze des auf der Parzelle 1341 festgelegten Baubereichs um 3 m
talwärts zu erweitern. Dementsprechend werde die Bestimmung
entsprechend angepasst. Berechtigt sei (grundsätzlich) auch die Kritik der
Beigeladenen. Denn die (bei guter Einordnung und Gestaltung) durch eine
südliche Erweiterung des Baubereiches ermöglichte Baute auf der
Parzelle 1341 könne nur zugelassen werden, falls die Nutzung der
benachbarten Grundstücke dadurch nicht (anstatt "nicht erheblich")
beeinträchtigt würde. Sei diese Voraussetzung allerdings erfüllt und liege
der Nachweis einer guten Einordnung und Gestaltung vor, gebe es für eine
vollständige Streichung von Art. 7 Abs. 5 QPB keinen Grund. Aus
Gründen des Ortsbildschutzes sei es aber unerlässlich, die im Baubereich
zulässigen Gebäude im Bereich der AJ._-Strasse (nördliche
- 31 -
Begrenzung) auf die eingetragene Baulinie zu platzieren. Das auf der
Parzelle 1341 zu erstellende Gebäude müsse also auf diese
Baugestaltungslinie gestellt werden, wobei Obergeschosse über diese
Baugestaltungslinie bis zur nördlichen Baubereichsgrenze hinausragen
dürften. Art. 7 Abs. 5 QPB wurde dementsprechend umformuliert und die
Einsprachen im Sinne der Erwägungen abgewiesen bzw. teilweise
gutgeheissen.
4.2. Die Beschwerdeführerin 1 hielt vorliegend in einem Eventualantrag an der
ersatzlosen Streichung von Art. 7 Abs. 5 QPB fest. Zur Begründung führte
sie an, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zu
Recht bestätigt habe, das eine solche Erweiterung des Baubereichs um
3 m nach Süden nur zulässig sei, wenn die Nutzung der benachbarten
Grundstücke nicht beeinträchtigt werde. Es sei hingegen nicht vorstellbar,
dass eine solche Erweiterung die Nachbarparzellen nicht tangiere, womit
Art. 7 Abs. 5 QPB ersatzlos zu streichen sei. Die Beschwerdeführer 4
hielten in ihrer Beschwerde vom 18. September 2019 ihren im Rahmen
des Einspracheverfahrens gestellten Antrag auf ersatzlose Streichung von
Art. 7 Abs. 5 QPB nicht mehr aufrecht. Die Beigeladenen äusserten sich
in ihrer Eingabe vom 15. Oktober 2019 dahingehend, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Behinderung der Aussicht eine
übermässige Immission im Sinne von Art. 684 ZGB darstelle und damit die
Nutzung eines Nachbargrundstücks in unzulässiger Weise einschränken
könne. Vorliegend stelle die Aussicht der Luxusferienwohnung auf der
Parzelle 2219 ein wesentliches Element derselben dar und die
Einschränkung der Aussicht würde deren Wert deutlich mindern und sei
deshalb unzulässig. Aus ihrer Sicht wäre die Aufhebung von Art. 7 Abs. 5
QPB und somit der Möglichkeit zur Erweiterung des Baubereichs nach
Süden wünschenswert. Wenn diese Möglichkeit beibehalten werde, seien
auch die von der Beschwerdegegnerin angeordneten strengen Auflagen
zum Schutz der Nachbarn aufrecht zu erhalten. Wie in der vorstehenden
- 32 -
Erwägung 1.4 bereits erwähnt, stellten die Beigeladenen mit Eingabe vom
6. Januar 2020 einen eigenen, expliziten Antrag auf Anpassung von Art. 7
Abs. 5 QPB und vertieften ihre Argumentation. Nachdem die
Beschwerdegegnerin auf eine Duplik am 22. Januar 2020 verzichtet hatte,
sahen sich die Beigeladenen, unter Einreichung einer E-Mail-
Korrespondenz mit dem Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin,
veranlasst, weiterhin die Ergänzung Art. 7 Abs. 5 QPB mit dem
ausdrücklichen Hinweis auf den (mitumfassten) Schutz der Aussicht zu
fordern. Replicando hielt die Beschwerdeführerin 1 am 6. Januar 2020 an
ihrem Antrag auf Streichung von Art. 7 Abs. 5 QPB fest. Dabei kritisierte
sie auch, dass die Beschwerdegegnerin sich hinsichtlich der
massgebenden "Beeinträchtigung" der Nutzung auf den angrenzenden
Grundstücken auf den Standpunkt stelle, dass es dabei nicht primär um
die Beeinträchtigung der Aussicht gehe. Dies verletzt nach Ansicht der
Beschwerdeführerin 1 Bundesrecht, weil die Beschränkung der Aussicht
oder Fernsicht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung übermässige
Immissionen im Sinne von Art. 684 ZGB bedeuteten und die Nutzung
eines Grundstückes in unzulässiger Weise einschränken könne.
Vorliegend könne dies durchaus zutreffen, sei aber – bei Beibehaltung von
Art. 7 Abs. 5 QPB – erst im Baubewilligungsverfahren abschliessend zu
klären.
4.3. Die Beschwerdegegnerin hatte in ihrer Vernehmlassung vom 8. November
2019 zu Art. 7 Abs. 5 QPB ausgeführt, dass es zwar schwierig sein dürfte,
die für eine südliche Erweiterung des Baubereichs um 3 m auf der Parzelle
1341 festgelegten Bedingungen (Nachweis einer guten Einordnung und
Gestaltung/keine Beeinträchtigung der Nutzung der angrenzenden
Grundstücke) zu erfüllen. Völlig ausgeschlossen erscheine dies aber nicht,
zumal es hier nicht primär um die Beeinträchtigung der Aussicht, sondern
eine Beeinträchtigung der Nutzung der Nachbargrundstücke gehe.
Letztlich sei es Sache der Architekten ein Projekt auszuarbeiten, welches
- 33 -
den in Art. 7 Abs. 5 QPB erwähnten Vorgaben Rechnung trage. Sollte dies
nicht möglich sein, dann bliebe es eben bei dem auf der Parzelle 1341
festgelegten Baubereich und die Anwohner dieser Parzelle, wozu auch die
Stockwerkeigentümer der B._ gehörten, wären nicht weiter
benachteiligt. Die Beschwerde der Beschwerdegegnerin 1 sei in diesem
Punkt abzuweisen.
4.4. Wie in der vorstehenden Erwägung 1.4 bereits dargelegt, können
Beigeladene, welche selber Adressaten des angefochtenen Entscheides
waren, weit nach Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist keine eigenen
Anträge stellen, welche sich gegen den im zur Beiladung führenden
verwaltungsgerichtlichen Verfahren angefochtenen Entscheid richten bzw.
diesen in ihrem Sinne nun doch noch abändern wollen. Insofern kann auf
den entsprechenden Antrag der Beigeladenen auf Abänderung von Art. 7
Abs. 5 QPB nicht eingetreten werden. Soweit sie den Antrag der
Beschwerdeführerin 1 auf ersatzlose Aufhebung von Art. 7 Abs. 5 QPB
unterstützt, kann auf die zutreffenden Erwägungen der
Beschwerdegegnerin verwiesen werden. Denn nur, weil es allenfalls nicht
ganz einfach werden dürfte, die Voraussetzungen für die
Baubereichserweiterung um 3 m nach Süden hin im Sinne von Art. 7
Abs. 5 QPB zu erfüllen, rechtfertigt dies noch nicht den vollständigen
Verzicht auf eine solche, lediglich optionale Überbauungsmöglichkeit und
der entsprechenden Beurteilung im Baubewilligungsverfahren ist nicht
vorzugreifen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegner 4 im Rahmen
des Einspracheverfahrens, ist aufgrund der Gebäudemasse der
umliegenden Bauten – namentlich auch der B._ und des
benachbarten Hotels AN._ – sowie der Baubereiche A, B und C
gemäss Quartierplan Gestaltung 1:500 vom 12. August 2019 nicht bereits
im jetzigen Zeitpunkt klar, dass ein in Anwendung von Art. 7 Abs. 5 QPB
vergrössertes Bauvolumen in keinem Fall ortsbildverträglich sei. Ein
legitimer Zweck für eine solchen "Reduktion" des mit dem "normalen"
- 34 -
Baubereich A beibehaltenen grossen Grenzabstandes der Zone ÄD von
7 m auf den kleinen Grenzabstand von 4 m gegenüber der Parzelle 1340
besteht etwa darin, dass im Sinne einer hochwertigen
Siedlungsverdichtung im Rahmen eines Quartierplanes verschiedene
Abweichungen von der Regelbauweise bzw. Bau- und Zonenvorschriften
zulässig sind, soweit er Gewähr für eine gute Beziehung der geplanten
Bauten zur baulichen und landschaftlichen Umgebung und untereinander
bietet (siehe Art. 123 Abs. 2 BG i.V. Art. 25 Abs. 4 KRG). Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 zu den (privatrechtlich zu
beurteilenden) übermässigen Immissionen im Sinne von Art. 684 ZGB,
wobei der Entzug von Aussicht oder Fernsicht solche darstellen könnten,
vermögen daran nichts zu ändern. Denn das Bundesgericht hat betreffend
die Unterschreitung von gesetzlichen Abständen im Rahmen eines
Baubewilligungsverfahren ebenfalls festgehalten, dass kein
Rechtsanspruch auf eine unverbaute Aussicht auf den
(Vierwaldstätter-)See bestehe (siehe Urteil des Bundesgerichts
1A.192/2000, 1P.344/2000 vom 20. Februar 2001 E.6e). Ausserdem kann
das Verstellen einer spektakulären Aussicht nur unter ausserordentlich
strengen Voraussetzungen als übermässig im Sinne von Art. 684 Abs. 1
ZGB qualifiziert werden. Beispielsweise wenn eine besonders schöne
Aussicht in schwerwiegender Weise eingeschränkt wird oder das
Nachbargrundstück aufgrund einer besonderen Nutzungsart auf die
Aussicht angewiesen ist, wie dies bei einem Hotelbetrieb der Fall sein
kann (siehe Urteil des Bundesgerichts 5D_91/2020 vom 7. September
2020 E.3.1 m.H.a. auf 5A_415/2008 vom 12. März 2009 E.3.1).
Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass das von der
Beschwerdeführerin 1 sowie den Beigeladenen angeführte Urteil im
Zusammenhang mit einer meterhoch auftürmenden Pflanzung erging,
welche die frühere Seesicht fast vollständig verbarrikadierte. In Anbetracht
dieser Unterschiede zur vorliegenden Konstellation, erscheint die
Regelung von Art. 7 Abs. 5 QPB – mit den im Rahmen eines konkreten
- 35 -
Projektes im Baubewilligungsverfahren zu prüfenden Voraussetzungen –
durchaus noch als sachgerecht und die Beschwerdegegnerin hat ihr
(Planungs-)Ermessen bei der Ermittlung und Abwägung der
widerstreitenden Interessen in jedem Fall nicht überschritten. Damit hat
die Beschwerdegegnerin den Antrag auf vollständige Aufhebung von
Art. 7 Abs. 5 QPB aber zu Recht abgewiesen.
5.1. Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid vom
12. August 2019 zu Art. 12 Abs. 3 QPB aus, dass es aufgrund der
gesamten Vorgeschichte wenig wahrscheinlich sei, dass die AC._-
Strasse in eine öffentliche Erschliessungsstrasse umklassifiziert werden
könne, wobei der Gemeinderat einen entsprechenden Vorstoss des
Gemeindevorstandes bereits einmal mit der Begründung zurückgewiesen
habe, dass diese sichere Verbindung für Schulkinder auch weiterhin
gewährleistet sein müsse. Ausserdem stelle Art. 13 Abs. 2 QPB klar, dass
die Wegfahrt aus der Parkierungsanlage bis zum Zeitpunkt (der
Realisierung) des gemeinsamen Rampenbauwerks über die bestehende
Wegfahrtsrampe erfolge. Damit sei dem Anliegen der
Beschwerdeführer 4, wonach Art. 12 Abs. 3 QPB dahingehend
abzuändern sei, dass bei einer Umklassifizierung der AC._-Strasse
(von einem [öffentlichen] Fussweg) vor Erstellung der neuen Doppelrampe
die bestehende Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219 weiterhin
beibehalten werden könne, im Grunde genommen bereits entsprochen.
Es gehe hingegen nicht an, einer (unwahrscheinlichen) Überprüfung (des
Quartierplanes infolge einer GEP-Änderung betreffend die AC._-
Strasse) vorzugreifen und bereits festzulegen, wie diese zu erfolgen habe.
Vermutungsweise würde die Prüfung der Erschliessungs- und
Parkierungsvorschriften nicht die Rampenerschliessung betreffen,
sondern höchstens zu Folge haben, dass die AC._-Strasse auch als
verkehrsmässige Erschliessung für die Parzelle 1649 verwendet werden
dürfe. Wäre es anders, würde das Ganze dem Quartierplan
- 36 -
zugrundeliegende Konzept aus den Angeln gehoben. In diesem
Zusammenhang ist noch festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführer 4
in ihrer Einsprache vom 5. November 2018 selber auf den Standpunkt
stellten, dass eine Umklassifizierung der AC._-Strasse (in eine
öffentliche Erschliessungsstrasse) kaum zu rechtfertigen wäre und von
ihnen auch nicht akzeptiert würde (siehe dazu S. 3 der entsprechenden
Eingabe in: Bg-act. 65).
5.2. Die Beschwerdeführerinnen 2 und die Beschwerdeführer 4 beantragten in
ihren Beschwerden vom 17. bzw. 18. September 2019, dass Art. 12 Abs. 3
QPB dahingehend zu ergänzen sei, dass für den Fall, wenn die Gemeinde
C._ den Generellen Erschliessungsplan ändere und die AC._-
Strasse ganz oder teilweise als Erschliessungsstrasse klassifiziert werde,
bevor die Erschliessungsanlage gemäss den Art. 12a und Art. 13 QPB
realisiert sei, die bestehende Ausfahrtsrampe der B._ definitiven
Bestand habe und einen verbindlichen Bestandteil der Erschliessung der
Parzelle 2219 bilde. Die Beigeladenen sprechen sich ebenfalls dafür aus,
auch wenn sie die Umqualifizierung der AC._-Strasse in eine
Erschliessungsstrasse vehement ablehnen. Replicando präzisierten die
Beschwerdeführerinnen 2, damit solle erreicht werden, dass die seit
nunmehr 15 Jahren bestehende und ständig genutzte Ausfahrtsrampe für
die Parzelle 2219 trotz aktueller Unterschreitung des Grenzabstandes
beibehalten und nicht entfernt werden müsse, wobei dies mit einer
entsprechenden Regelung in Art. 12 QPB zu sichern sei. Dies aber nur für
den unwahrscheinlichen Fall, dass vor Erstellung der Doppelrampe (auf
den Parzellen 2219 und 1341) die AC._-Strasse für den allgemeinen
Fahrzeugverkehr oder zumindest für die Parzellen 1341 und 1649 doch
noch geöffnet würde und somit die vorgesehene Doppelrampe für die
strassenmässige Erschliessung der Parzellen 1341 und 1649 gar nicht
mehr nötig wäre. Es sei nämlich nicht einzusehen, weshalb
(ausschliesslich) in einem solchen Fall die bestehende Ausfahrtsrampe
- 37 -
(auf der Parzelle 2219), welche einen konkreten Nutzen habe, beseitigt
werden müsse. Diese "Legalisierung" der Ausfahrtsrampe sei – auch nach
Ansicht des Bundesgerichts anlässlich des Augenscheins vom 9. Juli 2007
– durchaus im Rahmen der Quartierplanung möglich.
5.3. Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Vernehmlassung vom
8. November 2019 dazu aus, dass der in Art. 12 Abs. 3 QPB enthaltene
Vorbehalt zweifellos legitim sei. Ebenso sei klar, dass die
Stockwerkeigentümer der B._ das Recht hätten, eine Umwidmung
der AC._-Strasse (im Rahmen einer Änderung des GEP) zu
bekämpfen. Tatsache sei aber auch, dass die zuständigen kommunalen
Behörden auf absehbare Zeit nicht die Absicht hätten, eine
Umklassifizierung der gesamten AC._-Strasse zu erwirken. Dies
nachdem ein solcher Vorstoss im Gemeinderat bereits einmal gescheitert
sei (vgl. dazu Bg-act. 40 S. 7). Damals sei die grosse Bedeutung des
Fussweges für Schüler und Schülerinnen bzw. die Sicherheitsaspekte zu
deren Gunsten speziell hervorgehoben worden. Deshalb sei auch darauf
beharrt worden, eine direkte Verbindung ab der AJ._-Strasse entlang
der (strittigen Erschliessungs-)Rampe bis zur AC._-Strasse
beizubehalten. Im Zusammenhang mit Art. 12 Abs. 3 QPB habe der
Gemeindevorstand denn auch keine vollständige Umwidmung im Auge,
sondern höchstens die Schaffung einer Fahrverbindung zur Parzelle 1649,
die sich ansonsten nur über die Parzelle 1341 und die im Quartierplan
vorgesehene Gemeinschaftsrampe erschliessen liesse. Allerdings erwäge
der Gemeindevorstand keine Änderung (des im Quartierplan
vorgesehenen) Erschliessungskonzepts, weshalb er auch nicht dem
Antrag der Beschwerdeführerinnen 2 (und der Beschwerdeführer 4)
zustimmen könne, wonach der Bestand der Ausfahrtsrampe auf der
Parzelle 2219 in ihrer jetzigen Ausgestaltung in den QPB zu garantieren
sei. Die Möglichkeit für eine gemeinschaftliche Verkehrserschliessung der
Parzellen 1341, 1649 und 2219 mit einer Gemeinschaftsrampe solle in
- 38 -
jedem Fall weiterhin möglich sein und es wäre falsch, diesen Entscheid
vorwegzunehmen. Dies namentlich auch deshalb, weil die Erfahrung mit
der jetzigen Quartierplanung zeige, dass die Angelegenheit heftig
umstritten sei. Die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen 2 (und der
Beschwerdeführer 4) sei in diesem Punkt unbegründet und abzuweisen.
5.4. Auch in diesem Punkt überzeugen die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin. Denn Art. 12 Abs. 3 QPB regelt eigentlich nur die
Selbstverständlichkeit, dass bei (erheblich) geänderten Verhältnissen
allenfalls die Erschliessungs- und Parkierungsvorschriften des
Quartierplanes AC._ überprüft werden können bzw. zu überprüfen
sind. Ob überhaupt und inwiefern sich zukünftig eine Revision des
Quartierplanes AC._ rechtfertigt bzw. namentlich unter
Berücksichtigung des Grundsatzes der Planbeständigkeit überhaupt
zulässig ist (vgl. dazu Art. 21 Abs. 2 RPG; BGE 144 II 41 E.5.1, 140 II 25
E.3 ff. und 132 II 408 E.4.2; Urteile des Bundesgerichts 1C_300/2020 vom
1. Dezember 2020 E.2.1 ff. und 1C_470/2018 vom 4. März 2019 E.5.2 f.;
VGU R 19 2 vom 15. Dezember 2020 E.5 und R 18 6 vom 2. Oktober 2018
E.4.5 und 5.3), muss vorderhand noch offen gelassen werden. Dass die
Beschwerdegegnerin einen solchen zukünftigen Entscheid noch nicht im
Sinne der Beschwerdeführerinnen 2 und der Beschwerdeführer 4
präjudizieren will und sich entsprechende Handlungsoptionen offenhalten
möchte, ist vorliegend nach Ansicht des Gerichts jedenfalls nicht zu
beanstanden. So sind etwa auch die weiteren, zukünftigen
Rahmenbedingungen und Positionen von (anderen bzw. neuen)
Quartierplanbeteiligten naturgemäss noch gar nicht hinreichend bekannt.
In diesem Zusammenhang darf auch nicht ausser Acht gelassen werden,
dass die bestehende (Ausfahrts-)Rampe im unangefochten gebliebenen
VGU R 06 23A vom 23. Juni 2009 als materiell baurechtswidrig beurteilt
wurde. Dies infolge der Unterschreitung des gesetzlichen, (kleinen)
Grenzabstand gemäss Art. 86 Abs. 4 sowie Art. 91 Abs. 1 bis 3 BG in der
- 39 -
Zone ÄD um knapp drei Meter (siehe VGU R 06 23A vom 23. Juni 2009
E.4b) und bisher auch keine entsprechende
Unterschreitungsvereinbarung bzw. einer entsprechenden
Grundstücksdienstbarkeit zwischen den Eigentümerschaften der
Parzellen 2219 und 1340 im Sinne von Art. 77 Abs. 1 KRG und Art. 91
Abs. 4 BG vorliegt. Die von den Beschwerdeführerinnen 2 angestrebte
"Legalisierung" für den von ihr vorausgesetzten Fall, könnte auch im
Rahmen der von der Beschwerdegegnerin genehmigten Fassung von
Art. 12 Abs. 3 QPB zur gegebenen Zeit durchaus eine in Frage kommende
Option darstellen. Jedenfalls führt die genehmigte Fassung von Art. 12
Abs. 3 QPB nicht zwingend dazu, dass die bestehende Ausfahrtsrampe –
auch bei veränderten Verhältnissen – in jedem Fall beseitigt werden
müsste, obwohl sie für die Parzelle 2219 einen konkreten Nutzen
aufweise. In diesem Punkt erweisen sich die Beschwerden also als
unbegründet.
6.1. Betreffend Art. 12a Abs. 2 QPB hielt die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Entscheid vom 12. August 2019 fest, dass die
Beschwerdeführer 3 sich gegen die Beschränkung der Befahrbarkeit der
AC._-Strasse auf Notfälle gegenüber den Eigentümern der Parzelle
1649 wehrten. Sie forderten eine Zufahrtsmöglichkeit zur Parzelle 1649 für
Besucher sowie die Bewohner und rügten eine rechtsungleiche
Behandlung mit den Besuchern und Bewohnern der Parzelle 1338. Diesen
Ausführungen der Beschwerdeführer 3 im Rahmen ihrer Einsprache vom
2. November 2018 hielt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass der
kommunale Gesetzgeber mit der Klassifizierung der AC._-Strasse im
GEP als (öffentlicher) Fussweg das (zulässige) Nutzungsregime auf dieser
Strasse festgelegt habe. Dementsprechend soll diese Anlage den
Fussgängern, namentlich den Schulkindern, dienen und nicht dem
motorisierten Verkehr. Das von den Beschwerdeführern 3 angeführte,
bestehende privatrechtliche Fuss- und Fahrwegrecht zu Lasten der
- 40 -
Parzelle 1338 vermöge nicht gegen die öffentlich-rechtliche Festlegung
gemäss GEP aufzukommen. Wenn die Eigentümer der Parzelle 1649
diese Einschränkung hätten verhindern wollen, hätten sie innert Frist
gegen den 1999/2000 erlassenen GEP (Planungs-)Beschwerde erheben
müssen. Auch wenn es das Ziel eines Quartierplanes sei, die
Erschliessung der einbezogenen Grundstücke zu sichern, stünden hinter
dem Erschliessungserfordernis der Zufahrt gemäss Art. 19 Abs. 1 RPG
vorab verkehrs-, gesundheits- und feuerpolizeiliche Überlegungen. In
Übereinstimmung mit der Vernehmlassung vom 26. November 2018 der
Beschwerdeführerinnen 2 zur Einsprache der Beschwerdeführer 3 vom
2. November 2018 bejahte sie eine hinreichende Zufahrt bzw.
Erschliessung auch dann, wenn eine gemeinsame Parkierungsanlage auf
der unmittelbar angrenzenden Parzelle 1341 realisiert werde (vgl. dazu
Art. 16 QPB). Für Notfalleinsätze von Baulichtorganisationen auf der
Parzelle 1649 könnte die AC._-Strasse ohnehin bis zur Parzelle 1649
befahren werden. In der Gemeinde C._ sei es nicht
aussergewöhnlich, dass die Parkierung nicht auf dem Grundstück selber,
sondern nur in der Nähe geregelt bzw. realisiert sei. Ausserdem bestehe
durchaus auch die Möglichkeit, die Parzelle 1649 unterirdisch mit der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 1341 mit einem (befahrbaren) Weg zu
verbinden. Die Befriedigung von erhöhten Bequemlichkeitsbedürfnissen
hätte aber natürlich wie auch anderenorts ihren Preis. Der Einwand der
Beschwerdeführer 3, wonach eine Ungleichbehandlung gegenüber der
Parzelle 1338 bestehe, sei nicht stichhaltig. Zwar dürften gemäss Art. 14
Abs. 2 QPB die dortigen Besucher einen im Quartiererschliessungsplan
bezeichneten Abschnitt der AC._-Strasse als Zufahrt benützen.
Damit werde aber nichts anderes als der Besitzstand der Eigentümerin der
Parzelle 1338 garantiert. Demgegenüber sei die Parzelle 1649 noch nicht
überbaut, womit die Berufung auf die Rechtsgleichheit nicht verfange.
Ausserdem hätten die Beschwerdeführerinnen 2 in der Vernehmlassung
vom 26. November 2018 zu Recht darauf hingewiesen, dass es keinen
- 41 -
Sinn mache, für teures Geld im Bereich des (geplanten,) gemeinsamen
Rampenbauwerks einen vom Autoverkehr gänzlich getrennten Fuss- bzw.
Schülerweg (gemäss GEP-Eintrag) zu realisieren, wenn die Schüler (im
Bereich der Parzelle 1649) schliesslich doch wieder mit motorisiertem
Verkehr konfrontiert würden.
6.2. Die Beschwerdeführer 3 wenden dagegen in der Beschwerde vom
18. September 2019 ein, dass die Parzelle 1649 im Zentrum der
Gemeinde C._ gelegen und für ein hochstehendes Bauvorhaben
prädestiniert sei. Es sei aufgrund der zu Verfügung stehenden
Bruttogeschossfläche (BGF) eine Überbauung mit maximal zwei bis drei
Wohnungen möglich, was die AC._-Strasse auch bei einer direkten
Zufahrtsmöglichkeit kaum belaste. Die in Art. 12a Abs. 1 vorgesehene
Erschliessung der Parzelle 1649 von der Parzelle 1341 über eine Fuss-
und Fahrwegverbindung sei angesichts von (Mehr-)Kosten von
mindestens CHF 700'000.-- bzw. zwei Millionen Franken (inkl.
zusätzlichem, dafür erforderlichen Untergeschoss auf der Parzelle 1341)
völlig unrealistisch. An der Lage der Parzelle 1649 und der zu erwartenden
Bewohnerschaft müsse die Möglichkeit für Besucherparkplätze auf dem
Grundstück selbst bestehen. Es sei völlig unverhältnismässig, wenn an
dieser Lage mitten im Dorf das Grundstück nicht mit dem Fahrzeug
erreicht werden könne. Damit wäre es auch ungenügend erschlossen und
bedeute für das Grundstück eine enorme Entwertung. So wäre es den
Bewohnern der Parzelle 1649 nicht einmal möglich, die Gegenstände des
täglichen Bedarfs mit Fahrzeugen zum Grundstück zu bringen. Das
Tragen dieser Güter im Winter über eine längere Strecke sei unzumutbar
und es könnten auch keine schweren Koffer zu der Liegenschaft auf der
Parzelle 1649 gebracht und abgeholt werden. Es müsse die Möglichkeit
bestehen, dass die AC._-Strasse mit Fahrzeugen befahren werden
dürfe, um den heutigen Erschliessungsanforderungen gerecht zu werden
und dies sei im Quartierplan festzulegen. Dementsprechend sei der
- 42 -
Quartiererschliessungsplan so zu ergänzen, dass die Erschliessung (wohl
gemeint Zufahrt) für Besucher und Bewohner so möglich sei, wie es auch
für die Liegenschaft auf der Parzelle 1338 gemäss Art. 14 Abs. 2 QPB
festgelegt sei. Die Besucher der Liegenschaft auf der Parzelle 1338
dürften den grössten Teil der AC._-Strasse gemäss Art. 14 Abs. 2
QPB befahren. Die Eigentümer der Parzelle 1649 müssten nur noch ca.
20 m mehr der AC._-Strasse befahren und die Beeinträchtigung sei
gering. Es sei nicht einzusehen, weshalb betreffend die Parzelle 1338 ca.
65 m der AC._-Strasse befahren werden dürfe, während dies der
Eigentümer der Parzelle 1649, deren Wegstrecke auf der AC._-
Strasse ca. 80 m betragen würde, nicht gestattet wäre. Eine solche
Ungleichbehandlung müsse korrigiert werden. Allenfalls müsse Art. 12a
Abs. 2 QPB so angepasst werden, dass die AC._-Strasse nicht nur
als Notzufahrt, sondern auch für den Güterumschlag benutzt werden
dürfe. Es bestehe – auch mit Blick auf eine rechtsgleiche Behandlung –
kein Grund, das bestehende privatrechtliche Fuss- und Fahrwegrecht
zugunsten der Parzelle und zu Lasten der Parzelle 1338 im Rahmen des
vorliegenden Quartierplanes aufzuheben, wenn keine öffentlich-rechtliche
Regelung der Fahrtberechtigung bis zur Parzelle auf der AC._-
Strasse vorgenommen werde. Das Fuss- und Fahrwegrecht bestehe seit
1944 und habe bisher unbeanstandet ausgeübt werden können. Dass der
GEP die AC._-Strasse als (öffentlicher) Fussweg festsetze, bedeute
entgegen der beschwerdegegnerischen Ansicht nicht, dass dieser
Fussweg nur den Schulkindern dienen solle. Eine Erschliessung gewisser
Grundstücke mit Motorfahrzeugen sei für an diesem Fussweg liegende
Grundstücke auch über einen (im GEP festgesetzten) Fussweg möglich.
Die Beschwerdegegnerin verhalte sich widersprüchlich, wenn sie sich auf
den Standpunkt stelle, dass die AC._-Strasse nur den Fussgängern,
sprich Schulkindern, und nicht dem motorisierten Verkehr diene, für die
Parzelle 1338 aber wie bereits vorstehend erwähnt eine Zufahrt erlaube.
Dies sei eine völlig ungleiche Behandlung der beiden Parzellen 1338 und
- 43 -
1649 mit einer widersprüchlichen Begründung. Schliesslich machten die
Beschwerdeführer 3 auch noch geltend, dass das Recht der Eigentümer
der Parzelle 1649, die AC._-Strasse zu befahren, mit dem GEP anno
1999/2000 nicht eingeschränkt worden sei. Dies erfolge erstmals im
vorliegend zu beurteilenden Quartierplan. Anlässlich des Erlass des GEP
habe für die Eigentümer der Parzelle 1649 weder eine Pflicht noch Anlass
bestanden, gegen den GEP vorzugehen. Zumal damals nicht absehbar
gewesen sei, wie selektiv und ungleich diese Festsetzung gegenüber den
Eigentümern der Parzelle 1649 dereinst ausgelegt werden würde. Den
Eigentümern der Parzelle 1649 sei weiterhin das zuzugestehen, was ihnen
gemäss dem bisher unbeanstandet ausgeübten Fuss- und Fahrwegrecht
zustehe. In der Replik vom 6. Januar 2020 präzisierten die
Beschwerdeführer 3, dass die AC._-Strasse nicht als Erschliessung
für die Autoeinstellhalle auf der Parzelle 1649 dienen solle, sondern es nur
um die Befahrbarkeit bis zur Parzelle 1649 für Personen- und
Warentransporte gehe. Ausserdem ergänzten sie, dass bei zwei bis drei
Wohnungen nur mit maximal einer bis fünf Fahrten pro Tag zu rechnen
sei, um Personen oder Waren zu bringen oder abzuholen. Damit gingen
die von der Beschwerdegegnerin angeführten Gründe (Gefährdung der
Schüler auf diesem Fussweg) fehl. Die Beschwerdeführer 3 entgegneten
ausserdem weiteren Argumenten der Beschwerdegegnerin.
6.3. Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Vernehmlassung vom 8. November
2019 an den Ausführungen im Entscheid vom 12. August 2019 fest.
6.4. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Beschwerdeführer 3
in ihrer Einsprache vom 2. November 2018 noch den Antrag gestellt
hatten, Art. 15 Abs. 2 und 3 QPB ebenfalls so zu ändern, dass die
AC._-Strasse mit Fahrzeugen als Zufahrt für die Parzelle 1649
befahren werden dürfe und dass auf der Parzelle 1649
Besucherparkplätze erstellt werden dürften. Dieser Antrag steht klar im
Zusammenhang mit den Antrag der Beschwerdeführer 3 zu Art. 12a
- 44 -
Abs. 2 QPB. Die Beschwerdegegnerin genehmigte angesichts ihrer
Beurteilung des Antrages zu Art. 12a Abs. 2 QPB den Art. 15 QPB
unverändert. Die Beschwerdeführer 3 stellten im vorliegenden Verfahren
keinen spezifischen Änderungsantrag betreffend Art. 15 Abs. 2 und 3
QPB. Ohnehin hinge aber die Beurteilung eine solchen Antrages der
Beschwerdeführer 3 wie auch derjenige zu Art. 16 Abs. 5 QPB von
demjenigen zu Art. 12a Abs. 2 QPB ab, da sie aufeinander aufbauen.
Unbestrittenermassen ist die AC._-Strasse im GEP (spätestens) seit
der Genehmigung durch die Regierung des Kantons Graubünden mit dem
Beschluss vom 29. Februar 2000 als (öffentlicher) Fussweg festgesetzt
(siehe Bg-act. 2). Gemäss dem erwähnten Regierungsbeschluss wurden
die Fuss- und Wanderwege im GEP gestützt auf die Fuss- und
Wanderweggesetzgebung (namentlich das Bundesgesetz über Fuss- und
Wanderwege [FWG; SR 704] und die eidgenössische Verordnung über
Fuss- und Wanderwege [FWV; SR 704.1]) bezeichnet. Gemäss Art. 2
FWG sind Fusswegnetze Verkehrsverbindungen für die Fussgänger und
liegen in der Regel im Siedlungsgebiet. Sie umfassen untereinander
zweckmässig verbundene Fusswege, Fussgängerzonen, Wohnstrassen
und ähnliche Anlagen. Trottoirs und Fussgängerstreifen können als
Verbindungsstücke dienen. Solche Netze erschliessen und verbinden
insbesondere Wohngebiete, Arbeitsplätze, Kindergärten und Schulen,
Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, öffentliche Einrichtungen,
Erholungsanlagen sowie Einkaufsläden. Nach Art. 4 FWG sorgen die
Kantone dafür, dass die bestehenden und vorgesehenen Fuss- und
Wanderwege in Plänen festgehalten werden, diese periodisch überprüft
und nötigenfalls angepasst werden. Die Rechtswirkung der Pläne ist
festzulegen, das Verfahren auf Erlass und Änderung zu ordnen und die
Verfahrensbeteiligung von Betroffenen und interessierten Organisationen
sowie Bundesstellen zu ermöglichen. Gemäss Art. 5 FWV ist die freie
Begehbarkeit dieser Fuss- und Wanderwegnetze rechtlich abzusichern.
Gemäss Art. 45 Abs. 2 KRG legt der Generelle Erschliessungsplan
- 45 -
bedeutende Erschliessungsanlagen mit Ausstattungscharakter wie
namentlich auch Fusswege fest (siehe nun auch Art. 5b Abs. 1 der
Strassenverordnung des Kantons Graubünden [StrV; BR 801.110]).
Bereits gemäss Art. 19 Abs. 2 der grossrätlichen
Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden vom
26. November 1986 (aKRVO) konnte der Generelle Erschliessungsplan
Fusswege enthalten und Art. 111 Abs. 3 BG zählt Fuss- und Wanderwege,
abhängig von ihrer Bedeutung, zu den Anlagen der Grob- oder
Grunderschliessung (vgl. nunmehr auch Art. 45 Abs. 2 KRG). Gemäss
Art. 15 Abs. 1 BG werden im GEP die Anlagen der Grob- und
Grunderschliessung für das gesamte Gemeindegebiet festgelegt. Der
GEP ist als Element der Grundordnung für jedermann verbindlich (siehe
Art. 22 Abs. 1 und 2 KRG, vgl. zur Rechtslage vor Inkrafttreten des
revidierten KRG per 1. November 2005 auch bereits Art. 12 BG und VGU
R 01 60 vom 19. Oktober 2001 E.1 und R 00 56 vom 26. September 2000
E.4). Aus der Festsetzung der AC._-Strasse im GEP als Fussweg in
Umsetzung der Fuss- und Wanderweggesetzgebung folgt, dass damit in
jedem Fall eine weitestgehende Widmung dieser Strasse für den
Fussgängerverkehr bezweckt wurde. Insofern ist es nicht nachvollziehbar,
wenn die Beschwerdegegner 3 im Erlass des GEP im Jahre 1999 bzw.
dessen Genehmigung im Jahre 2000 noch keine öffentlich-rechtliche
Einschränkung ihres geltend gemachten, privatrechtlichen
Fahrwegrechtes erblicken wollen. Gegen diese Festsetzung im GEP als
Fussweg haben sie aber jedenfalls nicht erfolgreich mittels einer
(Planungs-)Beschwerde opponiert. Wenn die Beschwerdeführer 3 der
Beschwerdegegnerin auch noch vorwerfen, sie habe nach der
Genehmigung des GEP im Jahre 2000 die Übernahme bzw.
Abparzellierung der AC._-Strasse nicht veranlasst und dies solle nun
erst anlässlich dieser Quartierplan geschehen, können sie daraus nichts
zu ihren Gunsten ableiten. Denn für Festlegungen bzw. Wirkungen des
GEP ist es grundsätzlich unerheblich, ob sich eine Strasse im Gemeinde-
- 46 -
oder Privatbesitz befindet (vgl. dazu VGU R 01 60 vom 19. Oktober 2001
E.1). Soweit die Beschwerdeführer 3 eine Ungleichbehandlung und
selektive Auslegung dieser Festsetzung im GEP geltend machen, ist ihnen
entgegen zu halten, dass sich die Situation der Parzelle 1338 und
derjenigen der Parzelle 1649 doch in gewichtigen Punkten unterscheidet.
Zum einen ist die Parzelle 1338 bereits seit Ende der 1970er/Anfang der
1980er Jahren überbaut (siehe dazu SWISSIMAGE-Zeitreise unter
map.geo.admin.ch, zuletzt besucht am: 28. September 2021), wobei zum
Erreichen eines (Besucher-)Parkplatzes gut 60 m der AC._-Strasse
befahren werden müssen. Wenn die Beschwerdegegnerin diesem
Umstand somit in Art. 14 Abs. 2 QPB betreffend das Zufahrtsregime für
Besucher unter dem Titel Besitzstandsschutz Rechnung trägt, ist dies an
sich nicht zu beanstanden. Dabei ist auch noch zu bemerken, dass der
Zugang zu einer Parkierungsanlage der Parzelle 1338 ganz zu Anfang der
AC._-Strasse bei der Einmündung von der AK._-Strasse her
über einen Autolift zu erfolgen hat und dies so auch im Plan Erschliessung
1:500 sowie Art. 14 Abs. 1 QPB festgelegt wird. Hinzu kommt nun aber
noch etwas ganz Wesentliches. Die infolge von Art. 14 Abs. 2 QPB nur als
Besucherparkplätze nutzbare Abstellfläche endet noch vor dem Punkt im
Kreuzungsbereich der Parzellengrenzen 1338, 1341 und 2219, wo
gemäss Plan Erschliessung 1:500 der ebenfalls im Bereich der geplanten,
gemeinsamen Erschliessungsrampe vom Motorfahrzeugverkehr getrennt
verlaufende Schüler- und Fussweg von der AJ._-Strasse her in die
AC._-Strasse einmünden soll. Damit ist es nicht entscheidend, dass
für eine direkte Zufahrtsmöglichkeit auf die Parzelle 1649 die AC._-
Strasse nur noch ca. 20 m weiter zu befahren wäre. Denn genau ab dem
Ende der Besucherparkfläche auf der Parzelle 1338 würde die AC._-
Strasse dann wieder von Fussgängern, namentlich Schülern, sowie den
motorisierten Besuchern und Bewohnern der Parzelle 1649 gemeinsam
genutzt, was der, mit dem neuen Fussweg im Bereich der gemeinsamen
Erschliessungsrampe auch verfolgten, Zielsetzung einer vollständigen
- 47 -
Entflechtung des Fussgänger- und Motorfahrzeugverkehrs im fraglichen
Bereich eindeutig zuwiderlaufen würde. Ausserdem stellt sich die
Beschwerdegegnerin auch zu Recht auf den Standpunkt, dass ihr bei der
Beurteilung des Vorliegens einer hinreichenden Zufahrt bzw.
Erschliessung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG und Art. 4 des
eidgenössischen Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes (WEG;
SR 843) ein erheblicher Ermessenspielraum zusteht und von
Bundesrechts wegen keine direkte Zufahrt bis zum Baugrundstück
gefordert ist. Vielmehr richtet sich die Konkretisierung des
Erschliessungsbegriffes nach kantonalem Recht und der entsprechenden
(Gerichts-)Praxis (siehe BGE 136 III 130 E.3.3.2; Urteile des
Bundesgerichts 1C_248/2019 vom 3. Februar 2020 E.5.3, 1C_603/2015
vom 5. April 2016 E.2.1, 1C_375/2011 vom 28. Dezember 2011 E.3.3.3
und 1C_376/2007 vom 31. März 2008 E.4.4; VGU R 18 87 vom
20. Oktober 2020 E.4.3.1, R 18 25 vom 12. April 2019 E.3.1, R 16 72 und
R 16 73 vom 11. Mai 2017 E.10b). Dass in der Gemeinde C._ nicht
in jedem Fall Parkflächen direkt auf dem Grundstück für eine hinreichende
Erschliessung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG zu fordern sind, ergibt sich
zudem bereits aus dem Umstand, dass in der Gemeinde C._ die
Pflichtparkplatzvorgaben mit Gemeinschaftsparkierungsanlagen erfüllt
werden können bzw. teilweise sogar müssen (siehe dazu Art. 37 ff. BG).
Daran ändert nichts, dass die Parzelle 1649 sich knapp ausserhalb des
Perimeters für Gemeinschaftsparkierungsanlagen befindet, da Art. 43 f.
BG die Anrechnung von Pflichtparkplätzen auf nahe gelegene
Grundstücken oder auch in Gemeinschaftsparkierungsanlagen zulässt.
Insofern verfängt aber auch der Einwand der Beschwerdeführer 3 nicht,
dass an dieser Lage für eine angemessene Nutzungsmöglichkeit dieser
Parzelle, auch angesichts der zu erwartenden Bewohnerschaft dieser
Wohnungen, in jedem Fall eine direkte Zugangsmöglichkeit zur Parzelle
erforderlich sei, damit die Erschliessung als genügend zu betrachten sei
oder dass die Beschwerdegegnerin nicht konkret aufgezeigt habe, welche
- 48 -
Grundstücke auf dem Gemeindegebiet nicht mit einem Fahrzeug
erreichbar seien. Zudem gesteht sie selber zu, dass es einige wenige
Liegenschaften gäbe, die mit dem Fahrzeug nicht erreichbar seien. Zur
Bemerkung, dass diese Liegenschaften aber mit einem (Schräg-)Lift für
den Waren- und Personentransport ausgestattet seien, ist zu erwähnen,
dass die Beschwerdeführer 3 in der Replik selber klargestellt haben, dass
die Zufahrt über die AC._-Strasse nicht der Erschliessung einer
Autoeinstellhalle auf der Parzelle 1649 dienen soll. Die erforderlichen
(unterirdischen) Fahrzeugabstellplätze für die Parzelle 1649 können
gemäss Art. 15 f. QPB entweder auf der Parzelle 1341 oder 1649 realisiert
werden, die mit einer unterirdischen Fuss- und/oder Fahrwegverbindung
von minimal ca. 20 m Länge verbunden werden dürfen (siehe Art. 15
Abs. 2 und Art. 16 Abs. 2 bis 4 QPB sowie die "Private unterirdische Fahr-
und/oder Fusswegverbindung (Lage und Ausdehnung schematisch)" im
Plan Erschliessung 1:500). Warum neben dieser, durchaus für den
"Personen- und Warentransport" geeigneten, gedeckten Verbindung zu
(Besucher-)Parkplätzen für die Parzelle 1649 noch zwingend eine
oberirdische Zufahrt (ohne Parkierungsmöglichkeit) für Besucher-,
Personen- und Warentransport im Hinblick auf genügende Erschliessung
bzw. hinreichende Zufahrt im Sinne von Art. 19 Abs. 1 RPG oder
entsprechende Komfortbedürfnisse erforderlich sein soll, ist nicht
ersichtlich. Dies zumal die Eigentümer der Parzelle 1649 gemäss Art. 12a
Abs. 2 QPB die AC._-Strasse als Notzufahrt benützen dürfen. Auch
unter dem Gesichtspunkt des (zivilrechtlichen) Notwegrechts im Sinne von
Art. 694 ZGB muss nicht in jedem Fall eine direkte Zufahrt zum
Grundstück gewährleistet sein (vgl. BGE 136 III 130 E.3.3.3; Urteile des
Bundesgerichts 5A_670/2019 vom 10. Februar 2020 E.4.1 und
5A_713/2017 vom 7. Juni 2018 E.2.1.3; GRAHAM-SIEGENTHALER,
Verdichtung des Bodens und Sachenrecht, in: Jusletter vom 9. April 2019,
S. 3 f.). Bei diesem Ergebnis ist es nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin Art. 15 QPB unverändert genehmigt hat, womit die
- 49 -
Beschwerde der Beschwerdeführer 3 sich in diesem Punkt als
unbegründet erweist.
6.5. Die Beschwerdeführer 3 rügen, dass trotz ihres Antrages auf Streichung
vom Art. 16 Abs. 5 QPB in der Einsprache 2. November 2018 diesem nicht
entsprochen bzw. sich die Beschwerdegegnerin damit überhaupt nicht
auseinandergesetzt habe. Mit Blick auf die Beurteilung des Antrages zu
Art. 12a Abs. 2 QPB seitens der Beschwerdegegnerin im angefochten
Entscheid gilt für Letzteres im Wesentlichen das zu Art. 15 Abs. 2 und 3
QPB bereits Gesagte. So haben die Beschwerdeführer 3 den Antrag auf
Streichung von Art. 16 Abs. 5 QPB namentlich damit begründet, mit der
Streichung von Art. 12a QPB könne das Problem (einer möglichen
enteignungsähnlichen Wirkung infolge der fehlenden separaten
Überbauungs- und Veräusserungsmöglichkeit der Parzelle 1649) gelöst
werden. Wenn nun aber die Beschwerdegegnerin eine Änderung von
Art. 12a QPB im Sinne der Beschwerdeführer 3 ablehnte, durfte sie auch
die direkt davon abhängende Änderung von Art. 16 QPB ablehnen.
Vorliegend wiederholen sie ihre Argumentation, wobei sie aufgrund der
vorstehenden Erwägung 6.4 betreffend ihres Änderungantrages zu
Art. 12a QPB weiterhin nicht durchdringen. Die fahrzeugverkehrsmässige
Erschliessung der Parzelle 1649 hat somit über die Parzelle 1341 zu
erfolgen. Die Beschwerdeführer 3 führen noch neu an, dass die
Parzelle 1649 unabhängig von der Überbauung der Parzelle 1341
überbaut werden könne, weil allfällige Pflichtparkplätze bis zur Erstellung
der Tiefgarage auf der Parzelle 1341 in einer anderen
Gemeinschaftsparkierungsanlage gemäss Art. 39 ff. BG eingekauft
werden könnten. Im vorliegenden Fall könnte dies für die Zeitdauer
erfolgen, bis auf der Parzelle 1341 die unterirdische Parkierungsanlage
erstellt wäre. Es bestehe kein Grund, dass eine Baubewilligung für die
Parzelle 1649 erst nach Erteilung der Baufreigabe für die Parzelle 1341
erstellt werden könnte. Dies komme einem unzulässigen Bauvorbot für die
- 50 -
Parzelle 1649 gleich. Dazu ist zu bemerken, dass sich die
Beschwerdeführer 3 widersprüchlich verhalten. Wäre dies tatsächlich eine
gemäss Art. 39 ff. BG offensichtlich zulässige und auch praktisch
realisierbare Alternative, bräuchte es namentlich betreffend die
Erschliessung der Parzelle 1649 gar kein Quartierplanverfahren und die
vorgeschlagene Alternativlösung könnte auch eine definitive
Parkierungslösung für die Parzelle 1649, oder sogar auch für die Parzelle
1341, darstellen. Ausserdem befindet sich die Parzelle 1649 wie bereits
erwähnt knapp ausserhalb des Perimeters für
Gemeinschaftsparkierungsanlagen, womit grundsätzlich auf der
Bauparzelle die erforderlichen Pflichtabstellplätze für Motorfahrzeuge
bereitzustellen sind (siehe Art. 42 BG). Ausnahmen regeln Art. 43 f. BG.
Ausserdem ist Art. 16 Abs. 5 QPB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 und 3
f. QPB zu lesen, wonach eine Parkierungsanlage auf der Parzelle 1649
(mit einer unterirdischen Verbindung zur Parkierungsanlage auf der
Parzelle 1341) durchaus zulässig ist. Diese Parkierungslösung für die
Parzelle 1649 setzt aber gemäss dem Erschliessungskonzept des
Quartierplanes die Zufahrt über die doppelspurige Rampe von der
AJ._-Strasse her und durch die Parkierungsanlage auf der
Parzelle 1341 voraus. Im Interesse der tatsächlichen Realisierbarkeit der
im Quartierplan vorgesehenen Erschliessungslösung haben die
Beschwerdeführer 3 diese zeitlich befristete Einschränkung für die von
ihnen selbst unterstützte Erschliessungslösung hinzunehmen. Dies zumal
sie – nach Rechtskraft des Quartierplanes – als aktuelle Eigentümer der
Parzelle 1341 über den Zeitpunkt der Bebauung nicht von Entscheidungen
Dritter abhängig sind.
7.1. Zu Art. 13 bis Art. 13b QPB wurde im angefochtenen Entscheid vom
12. August 2019 im Wesentlichen ausgeführt, dass die
Beschwerdeführerin 1 gegen das Art. 13 ff. QPB zugrundeliegende
Erschliessungskonzept opponiere. Dementsprechend habe sie
- 51 -
vorgetragen, dass für die Parzelle 2219 eine autonome Ausfahrtslösung
(ohne gemeinsames Rampenbauwerk mit der Parzelle 1341) über die
bestehende Einfahrt bei der AK._-Strasse (ohne nennenswerte
Kosten) möglich und zu realisieren sei. Der bezüglich Grenzabstand
kritische Teil der Rampe in Richtung Parzelle 1341 könnte zurückgebaut
werden. Die Beschwerdeführerin 1 kritisiere das im Quartierplan
vorgesehene gemeinsame Rampenbauwerk namentlich auch unter dem
Aspekt der Verkehrssicherheit und bemängle die eingeholten
Fachbeurteilungen. Die Beschwerdegegnerin stellte hingegen auch fest,
dass die übrigen Quartierplanbeteiligten, namentlich die StWE-
Gemeinschaft B._, die Miteigentümergemeinschaft Autoeinstellhalle
B._ sowie auch einzelne Stockwerkeigentümer, welche sich zu
diesem Punkt geäussert hätten, den Antrag der Beschwerdeführerin 1
betreffend eine einspurigen Ein-/Ausfahrtslösung auf die AK._-
Strasse einhellig ablehnten. Die Beschwerdegegnerin verteidigte die
eingeholten Gutachten betreffend die Erschliessungslösung mit einer
gemeinsamen Doppelrampe gegen die AJ._-Strasse hin. Die
Beschwerdegegnerin gelangte zum Schluss, dass die Verkehrssicherheit
der im Quartierplan vorgesehenen, unter den gegebenen Umständen
durchaus sinnvollen gemeinsamen (Aus-/Einfahrts-)Rampe gewährleistet
sei, wies dementsprechend die Einsprache der Beschwerdeführerin 1 in
diesem Punkt ab und genehmigte den Art. 13 QPB unverändert. Art. 13a
Abs. 1, 3, 4 und 5 QPB wurden dementsprechend auch unverändert
genehmigt, während in Art. 13a Abs. 2 QPB nunmehr eine minimale Breite
für die Fusswegverbindung (Fuss-/Schülerweg von der AJ._-Strasse
her) von 1.5 m anstatt 2 m vorgesehen wurde. Dies, weil Abklärungen
gezeigt hätten, dass eine Breite von 1.5 m genüge. Dies war im Übrigen
auch von den Beschwerdeführern 3 in ihrer Einsprache vom 2. November
2018 verlangt worden.
- 52 -
7.2. Die Beschwerdeführerin 1 begründet in ihrer Beschwerde vom
17. September 2019 ihren Antrag auf vollständige Aufhebung des
Quartierplanes AC._ und Rückweisung der Angelegenheit an die
Vorinstanz bzw. ihren Eventualantrag, wonach Art. 12a, Art. 13, Art. 13a
und Art. 13b QPB sowie der (Quartier-)Erschliessungs- und
Gestaltungsplan dergestalt geändert werden sollen, dass von einem
gemeinsamen Rampenbauwerk abgesehen, die bestehende
Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219 in den
(Quartier-)Erschliessungsplan aufgenommen und für die Parzellen 1341
und 1649 eine Erschliessungsvariante vorgesehen werde, welche die
Parzelle nicht tangiere, im Wesentlichen folgendermassen. Die im
Quartierplan AC._ vorgesehene Erschliessung sei ungeeignet und
rechtswidrig sowie mit unverhältnismässigen Kosten und
Beeinträchtigungen der Parzelle 2219 verbunden. Die Rampe vermöge
die Anforderungen an die (Verkehrs-)Sicherheit gemäss Art. 34 Abs. 1 BG
nicht zu erfüllen und überschreite insbesondere auch die in Art. 35 Abs. 2
BG festgehaltene maximale Neigung von 12 %. Die Steilheit der neuen
doppelspurigen Rampe mit einer Neigung von 20 % falle gegenüber der
heutigen Situation aufgrund des erheblichen Mehrverkehrs und des
Gegenverkehrs bedeutend stärker in Gewicht. Bereits im Bericht der
AO._ AG (vormals D._ AG) vom 29. September 2016 (siehe
Beilage zur Eingabe von Rechtsanwalt Dr. iur. H._ vom 13. Oktober
2016 in Bg-act. 43) sei festgestellt worden, dass die Ausfahrt auf die
AJ._-Strasse in Bezug auf den Fussgängerverkehr alles andere als
ideal sei. Die im Gegenverkehr befahrbare Doppelrampe sei ausserdem
mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden. Denn das Kreuzen sei im
oberen Bereich nicht möglich, aufgrund der Steilheit von 20 % müssten
die Fahrzeuge zur Bewältigung dieser Steigung stark beschleunigen und
bei Schnee und Eis werde die (Doppel-)Rampe kaum bzw. nur mit
Allradfahrzeugen befahrbar sein. Die notwendige Heizung sei weder
ökologisch noch verhältnismässig und die Eigentümer der Parzelle 2219
- 53 -
müssten für diese Betriebskosten zu einem grossen Teil aufkommen.
Aufgrund des grossen Platzbedarfes der Doppelrampe bestünde eine
prekäre Situation betreffend Schneeablagerung und im Winter werde die
Doppelrampe aufgrund von grossen Schneemengen nicht befahrbar sein,
womit diese für die Erschliessung der Parzellen 1341 und 1649 untauglich
sei. Auch der öffentliche Fuss-/Schülerweg könne aufgrund der knappen
Platzverhältnisse nicht verkehrssicher gestaltet werden. Die Annahme der
Beschwerdegegnerin sowie der Gutachterin AO._ AG (siehe Bg-
act. 50), wonach sich die Situation der heutigen Ausfahrt ab der
Parzelle 2219 nicht anders lösen lasse, sei falsch und betreffend die
Verkehrssicherheit auch unsachlich. Auch das (Kurz-)Gutachten des
Verkehrsingenieurbüros AP._, erstellt von AQ._, vom
12. Dezember 2018 (nachfolgend Kurzgutachten; siehe Bg-act. 69)
vermöge die Sicherheitsbedenken nicht zu beseitigen. Dieses habe
ausserdem gar nicht die Verkehrssicherheit beurteilt, sondern nur die
Möglichkeit für eine alternative, zweckmässige Erschliessung der
Parzellen 1341 und 1649. Es fehle nach wie vor an einer ausreichend
gutachterlichen Beurteilung der Verkehrssicherheit, weshalb eine solche
im vorliegenden Verfahren beantragt werde. Ausserdem sei das
Kurzgutachten fehlerhaft und beruhe auf falschen oder unbegründeten
Annahmen, sei nicht schlüssig und komme zu nicht nachvollziehbaren
Ergebnissen. Das Gutachten gebe im Ergebnis keinen Aufschluss über
die Machbarkeit einer verkehrstechnisch sicheren Doppelrampe, womit
die Beschwerdegegnerin nicht habe aufzeigen können, dass die
planerisch vorgesehene Erschliessung der Parzellen 1341, 1649 und 2219
über eine Doppelrampe so ausgestaltet werden könne, dass diese den
Anforderungen an die Verkehrssicherheit genüge. Ausserdem sei die
Parzelle 2219 über die bestehende, bewilligte Ausfahrtsrampe
erschlossen und diese sei im Quartier(erschliessungs-)plan als
Ausfahrtsrampe aus der Tiefgarage von der Parzelle 2219 zu erfassen.
Für die Parzellen 1341 und 1649 sei eine eigene Erschliessungsvariante
- 54 -
zu wählen, welche keinen Abbruch der bestehenden Ausfahrtsrampe und
keine Belastung der Eigentümer der Parzelle 2219 bedinge. Die
Beschwerdegegnerin habe entsprechende Abklärungen für alternative
und verkehrssichere Erschliessungsvarianten für die Parzellen 1341 und
1649 unterlassen. Angesichts der Tatsache, dass die bestehende
Ausfahrtsrampe von der Beschwerdegegnerin bewilligt worden sei,
müsste diese trotz der (gerichtlich) festgestellten Unterschreitung des
Grenzabstandes zur Parzelle 1341 bereits aus Gründen des
Vertrauensschutzes und der Verhältnismässigkeit in den
Quartier(erschliessungs-)plan aufgenommen werden. Nach der
rechtmässigen Durchführung des Quartierplanverfahrens würde keine
Grenzabstandsverletzung mehr vorliegen, weil die baugesetzlichen
Grenzabstände im Quartierplanperimeter nicht gelten würden.
Dementsprechend wäre dann die Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219
auch in Bezug auf die Grenzabstände zur Parzelle 1341 rechtskonform.
Die Behebung der Verletzung der Grenzabstandsvorschriften durch die
Ausfahrtsrampe wäre auch ohne weiteres durch bauliche Massnahmen
oder die Einräumung eines (notfalls gerichtlich eingeforderten)
Näherbaurechts möglich. Ausserdem könnte die Ausfahrt aus der
Tiefgarage auch sofort und ohne nennenswerte Kosten über die
bestehende Einfahrt auf die AK._-Strasse erfolgen. Die von der
Beschwerdegegnerin vorgesehene Doppelrampe mit Gegenverkehr sei
hingegen absolut unzweckmässig und aufgrund erheblicher
Sicherheitsprobleme abzulehnen. In diesem Zusammenhang kritisierte sie
auch die Kostenregelung gemäss Art. 25 und 25a QPB. In der Replik vom
6. Januar 2020 ergänzte die Beschwerdeführerin 1, dass sie sich
entgegen der beschwerdegegnerischen Ansicht nicht für einen Abbruch
der bestehenden Ausfahrtsrampe ausspreche. Diese solle vielmehr
beibehalten und als Erschliessungsanlagen im Quartierplan ergänzt
werden bzw. könnte auch ohne Quartierplan beibehalten werden, womit
der Quartierplan bzw. die Doppelrampe gar nicht im Interesse der
- 55 -
Eigentümer der Parzelle 2219 liege. Die geltend gemachten
Sicherheitsbedenken betreffend die Doppelrampe ergäben sich aus dem
damit verbundenen Gegenverkehr sowie der fehlenden
Kreuzungsmöglichkeit im Bereich der Ein- und Ausfahrt auf die AJ._-
Strasse. Die Steilheit der Rampe wirke sich beim Einfahren anders aus,
als beim Hinauffahren, weil der Fahrzeuglenken beim Einbiegen keine
Sicht auf die entgegenkommenden, hinauffahrenden Fahrzeuge habe.
Damit sei die Situation nicht vergleichbar mit der heute bestehenden,
reinen Ausfahrtssituation. Anlässlich des Augenscheins vom 25. März
2021 bzw. in der Stellungnahme vom 19. April 2021 zum
Augenscheinprotokoll bekräftigte sie teilweise ihre Vorbringen, stellte aber
in Abrede, dass sie eine neue planerische oder bauliche Erschliessung der
Parzelle 2219 über die AK._-Strasse fordere. Denn die B._ sei
bereits (mit einer Ein- und Ausfahrtsrampe) voll erschlossen. Die
Doppelrampe diene einzig der Erschliessung der Parzellen 1341 und
1649.
7.3. Die Beschwerdegegnerin wies in ihrer Vernehmlassung vom 8. November
2019 zu Recht darauf hin, dass im Gegensatz zur Beschwerdeführerin 1
sich die übrigen Stockwerkeigentümer für das dem Quartierplan
zugrundeliegende Erschliessungskonzept ausgesprochen hätten bzw.
sich zumindest nicht mit entsprechenden Änderungsanträgen gegen ein
gemeinsames, doppelspuriges Rampenbauwerk für die Erschliessung der
Parzellen 1341, 1649 und 2219 an sich zur Wehr setzten. Dies gilt
namentlich für die Beschwerdeführerinnen 2 (siehe etwa deren
Vernehmlassung vom 9. Oktober 2019 S. 3 ff. und Replik vom
30. Dezember 2019, S. 8), die Beschwerdeführer 4 (vgl. die
Rechtsbegehren in deren Beschwerde vom 18. September 2019 sowie die
Äusserung von Rechtsanwalt Bondolfi anlässlich des Augenscheins vom
25. März 2021 [Augenscheinprotokoll, S. 10]) und die Beigeladenen (siehe
deren Vernehmlassung vom 15. Oktober 2019, Rz. 4 ff.). Hinsichtlich der
- 56 -
von der Beschwerdeführerin 1 erwähnten Möglichkeit, einer (einspurigen)
Ein-/Ausfahrt auf die AK._-Strasse als (rechtskonforme)
Erschliessungsvariante verwies die Beschwerdegegnerin auf einen
Anhang zum Bericht der AO._ AG vom 29. September 2016, wonach
auch eine solche Ausfahrtslösung etwa betreffend das Aufsetzen von
tiefliegenden Fahrzeugen bei einer Ausfahrt in Richtung AJ._-Strasse
aus fachtechnischer Sicht problembehaftet sei (siehe Beilage zur Eingabe
von Rechtsanwalt Dr. iur. H._ vom 13. Oktober 2016 in Bg-act. 43).
Anlässlich des Augenscheins vom 25. März 2021 stellte sich die
Beschwerdegegnerin auch auf den Standpunkt, dass die Erteilung einer
Ausfahrtsbewilligung in die AK._-Strasse eher fraglich bzw. nicht
ohne weiteres möglich sei (siehe Protokoll zum Augenschein vom
25. März 2021 [Augenscheinprotokoll], S. 22) und die
Beschwerdegegnerin 1 stellte in der Stellungnahme vom 19. April 2021
zum Augenscheinprotokoll selber in Abrede, dass sie eine "neue
Erschliessung" über (die bestehende Einfahrt auf) die AK._-Strasse
beabsichtige bzw. verlange (vgl. dazu auch das Augenscheinprotokoll,
S. 10). Die Beschwerdegegnerin erinnerte im Zusammenhang mit dem
gegen sie erhobenen Vorwurf der unterlassenen Abklärungen für eine
alternative und verkehrssichere Erschliessung der Parzellen 1341 und
1649 daran, dass die bestehende Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219
als materiell baurechtswidrig beurteilt worden sei und eine
"Sanktionierung" dessen nur im Rahmen eines Quartergestaltungsplanes
im Sinne von Art. 123 BG möglich sei. Die AC._-Strasse komme als
Erschliessung infolge deren Festsetzung im GEP als Fussweg nicht in
Frage und die meisten Stockwerkeigentümer der Parzelle 2219 hätten
sich auch klar dagegen ausgesprochen. Eine Mehrheit der
Stockwerkeigentümer auf der Parzelle 2219 hätte sich auch gegen eine
vollständige Verkehrserschliessung (Ein- und Ausfahrt) über die
AK._-Strasse ausgesprochen (vgl. dazu die Äusserung der
Rechtsanwälte Vital und Bondolfi anlässlich des Augenscheins vom
- 57 -
25. März 2021 [Augenscheinprotokoll, S. 10 f.], die Stellungnahme von
Rechtsanwalt Vital vom 7. April 2021 zum Augenscheinprotokoll, die
Vernehmlassung der Beigeladenen vom 15. Oktober 2019, Rz. 19 f.]
sowie Protokolle zu den ausserordentlichen Versammlungen der
Beschwerdeführerinnen 2 vom 10. Dezember 2018, in: R 19 74 Bf-act. 1
und 2) und auch diese Anpassungslösung sei mit erheblichen Kosten
verbunden. Denn es ginge nicht nur um die Anpassung der
Verkehrsführung, sondern die Stockwerkeigentümer auf der
Parzellen 2219 müssten auch für den Abbruch der bestehenden
Ausfahrtsrampe aufkommen. Ausserdem sei es auch nicht so, dass die
baugesetzlichen Grenzabstände im Quartierplanperimeter nicht gälten.
Zwar könnten diese gemäss Art. 123 Abs. 2 Ziff. 1 BG nach
architektonischen Kriterien frei bestimmt werden, doch bestehe darauf
kein Anspruch seitens der Quartierplanbeteiligten. In jedem Fall müssten
sachliche Gründe dafür vorliegen, wozu das Vorbestehen einer
rechtswidrigen Baute nicht ohne weiteres gelten könne. Ausserdem wies
die Beschwerdegegnerin den Vorwurf zurück, keine alternativen
Verkehrserschliessungen für die Parzellen 1341 und 1649 geprüft zu
haben. Diese Abklärungen seien bereits im Jahre 2013 mittels Bericht des
Verkehrsingenieurbüros AP._ vom Dezember 2013 (siehe Bg-
act. 35) getroffen worden. Ausserdem sei klar erkennbar, dass weitere
valable Erschliessungsalternativen nicht bestünden, solange die
AC._-Strasse im GEP als Fussweg festgesetzt sei. Eine alternative
Verkehrserschliessung der Parzelle 1341 mit vertretbarem Aufwand
scheide bereits aufgrund der topografischen Verhältnisse (starkes Gefälle)
aus. Der theoretisch mögliche Autolift scheitere daran, dass dieser eine
sichere Abwicklung der Zu- und Wegfahrten – ohne Rückstau auf die
AJ._-Strasse – nicht zu gewährleisten vermöge. Bezeichnend sei,
dass die Beschwerdeführerin 1 denn auch keine eigenen
Erschliessungsvarianten präsentiere. Weil das Bundesrecht nur eine
"hinreichende Zufahrt" verlange, könne auch eine nicht perfekte
- 58 -
Verkehrserschliessung genügen, was bei dem eben im Winter zu
beheizenden, gemeinsamen Rampenbauwerk für die Parzellen 1341,
1649 und 2219 der Fall sei. Ausserdem verwies die Beschwerdegegnerin
auf das ihr in diesem Zusammenhang zustehende Ermessen. Gemäss der
Expertise von AQ._ vom 12. Dezember 2018 (siehe Bg-act. 69), was
anlässlich eines Augenscheins bestätigt werden könne, sei die Übersicht
bei der Ausfahrt aus der Ausfahrtsrampe in die AJ._-Strasse gut (vgl.
dazu auch bereits die Beurteilungen der AO._ AG vom 20. Oktober
2017 [Bg-act. 50] und 19. Dezember 2017 [Bg-act. 55]) und unterscheide
sich kaum von der Situation von der Einfahrt der AK._-Strasse in die
AJ._-Strasse. Schnee- und Eisbildung im Winter sei vorliegend
ebenfalls kein Thema, lasse doch die entsprechende gemeinderätliche
Verordnung die Beheizung des vorgesehenen, gemeinsamen
Rampenbauwerks, wie bereits bei der bestehenden Ausfahrtsrampe,
gemäss den Vorgaben des Energiegesetzes des Kantons Graubünden
(BEG; BR 820.200) sowie der Energieverordnung des Kantons
Graubünden (BEV; BR 820.210) zu. Die Vorgaben von Art. 34 Abs. 1 BG
betreffend die (Verkehrs-)Sicherheit des gemeinsamen Rampenbauwerks
seien somit durchaus eingehalten. Gemäss Art. 35 Abs. 3 BG dürfe von
der gemäss Art. 35 Abs. 2 BG maximal zulässigen Rampenneigung von
12 % bei besonderen Verhältnissen, insbesondere in der Inneren und
Äusseren Dorfzone, abgewichen werden. Solche besondere Verhältnisse
lägen hier zweifellos vor, vor allem, weil keine valablen
Erschliessungsalternativen zur Verfügung stünden bzw. keine solche
bestünden, welche mit weniger Nachteilen verbunden seien. Diese
Maximalneigungsvorschrift sei im Hinblick auf die Gefahren bei Schnee
und Eisglätte geschaffen worden, denen vorliegend aber mit der
erwähnten Rampenheizung begegnet werden könne, welche die
Beschwerdeführerin 1 als Bauherrin (der bestehenden Ausfahrtsrampe)
seinerzeit ebenfalls für sich beansprucht habe. Die nicht gutachterlich
abgestützte Kritik der Beschwerdeführerin 1 an der Beurteilung des
- 59 -
bestausgewiesenen Verkehrsplaners AQ._ vom Dezember 2018 sei
unverständlich, zumal dieser bestätige, was bereits die AO._ AG (im
Oktober 2017) festgestellt habe (siehe dazu Bg-act. 50 und 69).
Angesichts der geäusserten Kritik sei aber dennoch die Stellungnahme
vom 29. Oktober 2019 bei AQ._ eingeholt worden, worin dieser
einmal mehr aufzeige, dass die Kritik der Beschwerdeführerin 1
unbegründet sei und die vorgesehene Erschliessung über das
gemeinsame Rampenbauwerk sich angesichts der besonderen Umstände
rechtfertigen lassen. Damit bestehe kein Grund, ein weiteres Gutachten
einzuholen und der beschwerdeführerische Vorwurf der Unterlassung der
erforderlichen Abklärungen sei völlig deplatziert. Am Beispiel der
vorliegend ebenfalls strittigen Entlüftungsproblematik der Autoeinstellhalle
auf der Parzelle 2219 habe sich gezeigt, dass die Einholung von
zusätzlichen Gutachten nur bedingt hilfreich sei, weil es dann meistens
noch schwieriger sei, aus einer Vielzahl von sich widersprechenden
Beurteilungen die richtigen Erkenntnisse zu ziehen.
7.4.1. Die Beschwerdegegnerin legt die ausgesprochen schwierige
Ausgangslage für eine (rechtskonforme) Erschliessung der Parzellen
1341, 1649 und 2219 zutreffend dar. So sind etwa die Position der
verschiedenen Stockwerkeigentümer der Parzellen 2219 bzw.
Miteigentümer der Stockwerkeigentumseinheit "Autoeinstellhalle
B._", namentlich der Beschwerdeführerin 1, der
Beschwerdeführerinnen 2, der Beschwerdeführer 4 und der Beigeladenen
nicht deckungsgleich bzw. unter dem Gesichtspunkt einer gemeinsamen
Erschliessungsrampe/Doppelrampe sogar gegenläufig. Ebenso kann
festgestellt werden, dass das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit Urteil R 06 23A vom 23. Juni 2009 auf Basis des Urteils
des Bundesgerichts 1P.791/2006 vom 13. November 2007 eine materielle
Baurechtswidrigkeit der bestehenden Ausfahrtsrampe erkannt hat. Es hob
den Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 13. Februar 2006, welcher
- 60 -
das von den Erben P._ dazumal verlangte
Widerherstellungsverfahren und ein vorsorgliches Nutzungsverbot der
Ausfahrtsrampe betraf, auf und wies die Sache zu neuem Entscheid im
Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück. Dabei hatte die
Beschwerdegegnerin namentlich zu prüfen, ob eine nachträgliche
Bewilligung nach Art. 77 Abs. 1 KRG, eine Wiederherstellungsverfügung
oder eine "Sanktionierung" aufgrund einer gütlichen Einigung im
Quartierplanverfahren in Frage komme. Dieser Entscheid wurde von der
heutigen Beschwerdeführerin 1 nicht angefochten. An der Beurteilung
gemäss Erwägungen 3 f. des erwähnten Urteils ist mit Blick auf das
rechtskräftige Urteil des Bundesgerichts 1P.791/2006 vom 13. November
2007 sowohl betreffend die Rechtzeitigkeit der damaligen Intervention am
16. Januar 2006 seitens der Erben P._ bei der Beschwerdegegnerin
hinsichtlich einer Grenzabstandsunterschreitung der Ausfahrtsrampe als
auch der Massgeblichkeit des (kleinen) Grenzabstandes gemäss Art. 86
Abs. 4 BG in der Zone ÄD für die als Gebäudebestandteil zu
qualifizierende Ausfahrtsrampe weiterhin festzuhalten. In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht im Urteil
1P.791/2006 vom 13. November 2007 zum Schluss gekommen war, dass
den Erben P._ eine Einsprache gegen das Baugesuch vom
2. Dezember 2003 faktisch nicht möglich gewesen sei und diese den
Einwand der Grenzabstandsunterschreitung erst mit der Bauausführung
im Januar 2006 erheben konnten. Als Grund dafür führte das
Bundesgericht an, dass sich den entsprechenden Bauplänen – selbst
unter Mitberücksichtigung der bekannten, topografischen Verhältnisse –
nicht mit hinreichender Klarheit habe entnehmen lassen, dass die
Ausfahrtsrampe über dem gewachsenen Terrain verlaufe. Namentlich
habe eine Seitenansicht von Osten gefehlt, woraus erkennbar gewesen
wäre, dass die Ausfahrt über eine Stützmauer geführt werde. Gemäss
Bundesgericht müssen die Pläne in einem Baugesuch genügend Auskunft
über das Bauvorhaben geben, um es vor der Ausführung überhaupt
- 61 -
beurteilen zu können. Nur was aus den Plänen mit genügender Klarheit
hervorgeht, kann von der Behörde bewilligt werden und mit Ablauf der
Einsprachefrist rechtskräftig werden. Im Falle von unklaren oder
missverständlichen Bauplänen trägt die Bauherrschaft die Folgen von
unklaren Planinhalten (siehe Urteil des Bundesgerichts 1P.791/2006 vom
13. November 2007 E.3.3 ff.). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung
betreffend die (baurechtliche) Verantwortlichkeit der Bauherrschaft für
Planunterlagen gilt weiterhin (siehe Urteile des Bundesgerichts
1C_448/2017 vom 3. Juli 2018 E.2.2 und 1C_344/2017 vom 17. April 2018
E.3.1; siehe auch VGU R 17 92 vom 2. Oktober 2018 E.3.3). Dies ist zu
berücksichtigen, wenn die Beschwerdeführerin 1 betreffend die
bestehende Ausfahrtsrampe wiederholt auf die Bewilligung des
ursprünglichen Baugesuches vom Dezember 2003 bzw. der
Projekterweiterung vom März 2004 durch die Beschwerdegegnerin im
Jahre 2004 hinweist (vgl. Bg-act. 4). Denn aus der Beurteilung des
Bundesgerichts im Verfahren 1P.791/2006 ergibt sich, dass aufgrund der
– unter baurechtlichen Aspekten – von der Beschwerdeführerin 1 zu
verantwortenden unzureichenden Planunterlagen betreffend die
Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219, die darauf gestützt ergangenen
Baubewilligungen aus dem Jahre 2004 in diesem Punkt nicht in
Rechtskraft erwachsen konnten, auch wenn dazumal keine Einsprache
seitens der Erben P._ erfolgt war. Denn das Bundesgericht hielt
explizit und für das Verwaltungsgericht verbindlich (siehe dazu
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013,
Rz. 1643; DORMANN, in: NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel
2018, Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. 135 III
334 E.2.1 und VGR R 06 23A vom 23. Juni 2009 E.1) fest, dass eine
Einsprache gegen das ursprüngliche Baugesuch vom 2. Dezember 2003
faktisch nicht möglich gewesen sei und die Erben P._ den Einwand
- 62 -
der Grenzabstandsunterschreitung erst mit der Bauausführung im Januar
2006 hätten erheben können. Dementsprechend habe die
Beschwerdegegnerin die Eingabe der Erben P._ vom 16. Januar
2006 zu Recht materiell beurteilt, wobei die Erben P._ auch erst am
13. Januar 2006 von der nicht öffentlich ausgeschriebenen
Bauerweiterung (Baugesuch vom 22. März 2004, Baubescheid betreffend
Projekterweiterung vom 5. April 2004) Kenntnis erhalten hätten und somit
bereits drei Tage später an die Beschwerdegegnerin gelangt wären (siehe
Urteil des Bundesgerichts 1P.791/2006 vom 13. November 2007 E.3.6).
Dabei war dem Bundesgericht durchaus bekannt, dass noch ein drittes
Baugesuch der Beschwerdeführerin 1 vom 16. September 2005 für die
Erstellung eines Fuss-/Schülerweges über die Parzelle 2219 bei der
Beschwerdegegnerin hängig war und P._ in seiner damaligen
Einsprache namentlich die Verletzung von Grenzabstandsvorschriften
gerügt hatte (siehe Urteil des Bundesgerichts 1P.791/2006 vom
13. November 2007 Sachverhaltsziffer A und VGU R 06 23 vom
1. September 2006 Sachverhaltsziffer 1). Der in Art. 9 BV verankerte
Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer Person Anspruch auf
Schutz des berechtigten Vertrauens in das Handeln staatlicher Behörden
(siehe BGE 146 I 105 E.5.1.1 und 137 I 69 E.2.5.1; Urteil des
Bundesgerichts 1C_240/2020 vom 26. Februar 2021 E.5.3; siehe auch
Art. 5 Abs. 3 BV). Voraussetzung für den (verfassungsrechtlichen)
Vertrauensschutz ist in jedem Fall die Schaffung eines
Vertrauenstatbestandes. Bei fehlerhaften (aber formell rechtskräftigen)
Verfügungen ist der Vertrauensschutz vor allem im Zusammenhang mit
dem Widerruf derselben von Bedeutung (siehe dazu
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 627 ff. und 1224 ff. sowie
WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des Allgemeinen Verwaltungsrechts, Band I,
Bern 2012, Rz. 1970 ff. und Rz. 2712 ff.). Trotz der seitens der
Beschwerdegegnerin im Jahre 2004 erteilten Baubewilligungen, welche
die Grenzabstandsvorschriften abweichend von VGU R 06 23A vom
- 63 -
23. Juni 2009 beurteilt hatten und formell unangefochten geblieben sind,
durfte gemäss Bundesgericht den Erben P._, welche die materielle
Rüge der Grenzabstandsunterschreitung erstmals am 16. Januar 2006
vorbringen konnten, die (formelle) Rechtskraft der entsprechenden
Baubescheiden aber nicht entgegengegenhalten werden, weil aufgrund
der mangelhaften Planunterlagen, die baurechtlich von der
Beschwerdeführerin 1 zu verantworten sind, eine
Grenzabstandsunterschreitung erst im Januar 2006 gerügt werden
konnte. Die Beschwerdegegnerin war also gehalten, am 13. Februar 2006
über die grenzabstandsrechtliche Konformität der Ausfahrtsrampe auf der
Parzelle 2219 zu befinden. Im Verfahren R 06 23A entschied dann das
Verwaltungsgericht, dass die Beschwerdegegnerin am 13. Februar 2006
zu Unrecht eine materielle Baurechtswidrigkeit der Ausfahrtsrampe
verneint hatte. Im Ergebnis machten die Erben P._ die unrichtige
Rechtsanwendung durch die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung der
Grenzabstände also rechtzeitig und in Übereinstimmung mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit einem ordentlichen Rechtsmittel
nach deren materiellen Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin vom
13. Februar 2006 geltend, womit es sich gar nicht um eine eigentliche
Widerrufs-, Wiedererwägungs- oder Vertrauensschutzkonstellation
handelt (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 1C_179/2019 vom
11. Oktober 2019 E.3.3 und 2C_115/2011 vom 22. November 2011 E.2.2).
Insofern kommt der Argumentation der Beschwerdeführerin 1, wonach
bereits gestützt auf den Vertrauensschutz die Aufnahme der bestehenden
Ausfahrtsrampe (mit Unterschreitung des gesetzlichen Grenzabstandes)
in der Quartierplan erfolgen müsse, keine ausschlaggebende Bedeutung
zu.
7.4.2. Die Beschwerdeführerin 1 erachtet die im Quartierplan vorgesehene
Erschliessungslösung über ein gemeinsames Rampenbauwerk im Osten
der Parzelle 2219 bzw. im Westen der Parzelle 1341 wie vorstehend
- 64 -
erwähnt als ungeeignet, rechtswidrig und als unverhältnismässige
Belastung der Grundeigentümer der Parzelle 2219. Die Argumente der
Beschwerdegegnerin, welche für die in den Art. 12a ff. QPB, dem Plan
Gestaltung 1:500 und dem Plan Erschliessung 1:500 vorgesehene,
doppelspurige Erschliessungsrampe als ganzheitliche
Verkehrserschliessungslösung für die Parzellen 1341, 1649 und 2219
sprechen, sind nach Ansicht des Gerichts aber überzeugend. Namentlich
die Kritik der Beschwerdeführerin 1 an der Verkehrssicherheit einer
solchen Doppelrampe verfängt hingegen nicht. Dazu ist insbesondere
auch auf das verkehrstechnische Kurzgutachten vom 12. Dezember 2018
(siehe Bg-act. 69) und die ergänzenden Ausführungen von AQ._ vom
29. Oktober 2019 (siehe Bg-act. 79) zu verweisen. Wenn die
Beschwerdeführerin 1 kritisiert, dass dem Kurzgutachten vom
12. Dezember 2018 verschiedene, falsche bzw. unbelegte Prämissen, wie
etwa die Gestaltung der Anlagenteile – aufgrund der langsamen
Fahrgeschwindigkeit in Parkierungsanlagen – nach der geometrischen
Befahrbarkeit (also ohne grössere Sicherheitsabstände zwischen
kreuzenden Fahrzeugen oder der Abstände zwischen Fahrzeugen und
Fahrbandrand), zugrunde lägen, überzeugt dies nicht. Denn es ist in
keiner Weise ersichtlich, weshalb abweichend von der Fachbeurteilung bis
zum Warteraum vor dem Trottoir auf der Doppelrampe die dynamische
und nicht die geometrische Befahrbarkeit der Gestaltung der Anlagenteile
zugrunde zu legen wäre. In diesem Zusammenhang ist auch darauf
hinzuweisen, dass die von der AJ._-Strasse einbiegenden Fahrzeuge
bereits aufgrund der Querung der Fussgängerverbindung zum langsamen
Fahren angehalten sind, so wie dies im Übrigen auch beim Abbiegen von
der AJ._-Strasse in die AK._-Strasse und nachher bei der
Einfahrt von der AK._-Strasse her auf die Parzelle 2219 bei der
bestehenden Einfahrt bereits der Fall ist (vgl. Augenscheinprotokoll, Fotos
4 bis 8 und 20 f.). Ausserdem gilt auf der AJ._-Strasse ohnehin eine
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, wobei selbstverständlich die
- 65 -
Einhaltung dieser Geschwindigkeitslimite für die Beurteilung der
Verkehrssicherheit der vorgesehenen Doppelrampe vorausgesetzt
werden darf. Im erwähnten Kurzgutachten sowie der Ergänzung wird zum
Beispiel auch nachvollziehbar dargelegt, weshalb die Sichtverhältnisse ab
der AJ._-Strasse auf ausfahrende Fahrzeuge auf der Doppelrampe
von einem einfahrenden Fahrzeug sowie die Kreuzung von ein- und
ausfahrenden "grossen" Personenwagen (mit bis zu 5.1 m Länge [siehe
Bg-act. 50]) aus verkehrs(sicherheits-)technischer Sicht und bei
entsprechender, zu erwartender Aufmerksamkeit der Fahrzeuglenker
unproblematisch ist. Der westseitige, etwas knappe Einlenkradius bei der
Ausfahrt in bzw. Einfahrt aus der AJ._-Strasse kann gemäss der
Fachbeurteilung durch AQ._ im Rahmen der Detailprojektierung wohl
sogar noch in genügendem Masse angepasst werden, damit überhaupt
keine Überschneidung der Schleppkurven zweier sich kreuzender, grosser
Fahrzeuge erfolge. In Übereinstimmung mit dem Verkehrsingenieur
AQ._ ist auch nicht ersichtlich, weshalb zum Befahren einer Rampe
mit einer Steigung von maximal 20 % stark beschleunigt werden muss. Mit
einer entsprechenden Gangwahl darf das langsame und stetige Befahren
sowie ein allfälliges Wiederanfahren "am Berg" auch einer steilen Rampe
den Fahrzeuglenkenden durchaus zugemutet werden. Starkes
Beschleunigen mit entsprechend hohen Drehzahlen ist im Siedlungsgebiet
ausserdem bereits aus Gründen der Lärm- und Abgasimmissionen
grundsätzlich zu unterlassen. Ausserdem stellte AQ._ unter Verweis
auf das Kurzgutachten vom 12. Dezember 2018 fest, dass die
einschlägige VSS-Normen in Bezug auf die notwendigen Sichtweiten aus
der Rampe in die AJ._-Strasse, namentlich unter Berücksichtigung
der im Plan Gestaltung 1:500 bzw. Art. 7 Abs. 5 QPB zurückversetzten
Baulinie für das Erdgeschoss auf der Parzelle 1341, bei weitem und in
beide Richtungen eingehalten sei. Diese Einschätzung sowie auch der
Vergleich der Beschwerdegegnerin mit der Ausfahrt der AK._-
Strasse in die AJ._-Strasse konnte seitens Gerichts auch anlässlich
- 66 -
des Augenscheins vom 25. März 2021 bestätigt werden (siehe
Augenscheinprotokoll, Foto 5 f. und 19 ff.; siehe auch die Fotografien in
der Beilage zum Kurzgutachten 12. Dezember 2018 [Bg-act. 69]). Der 4 m
lange Warteraum vor dem fast 3 m breiten Trottoir sei mit einer Neigung
von 5 % fast flach, womit eine Ausfahrt ohne starkes Beschleunigen
erfolgen könne. Damit könne eine Kollisionsgefahr zwischen einem
ausfahrenden Fahrzeug und Fussgängen auf dem Trottoir oder gar mit
einem anderen Fahrzeug auf der AJ._-Strasse praktisch
ausgeschlossen werden, zumal auf der AJ._-Strasse eine
Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gelte. Angesichts der
vorstehenden Ausführungen ist die Rüge der Beschwerdeführerin 1 nicht
nachvollziehbar, wonach das Gutachten von AQ._ gar nicht die
Verkehrssicherheit der von der Beschwerdegegnerin vorgesehenen
Erschliessung beurteile.
7.4.3. Soweit die Beschwerdeführerin 1 das von AQ._ gewählte
Vergleichsbeispiel in J._ als untauglich beurteilt, kann ihr nicht gefolgt
werden. Denn dieses Referenzbeispiel betrifft gemäss AQ._ die
grundsätzliche Frage nach der durch den Fahrzeugverkehr von und zu
einer Parkierungsanlage zulässigen Belästigung bzw. Gefährdung von
Fussgängern und der Störungen des Verkehrsflusses auf der öffentlichen
Strasse bei solchen Ein- und Ausfahrmanövern. Beim Referenzbeispiel in
J._ handelt es sich denn auch um eine Ein- und Ausfahrt über eine
(einspurige) Rampe von bzw. auf eine Strasse mit einer
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, welche eine erheblich
frequentierte (öffentliche) Fussgängerverbindung (breites Trottoir
zwischen Strasse und Rampe) quert und insofern mit der strittigen
Situation vergleichbar ist.
7.4.4. Schliesslich wird auch zu Recht auf den Charakter der VSS-Normen als
blosse Orientierungshilfe für eine der örtlichen Verhältnissen angepasste
Beurteilung hingewiesen, soweit das Gesetz nicht ausdrücklich auf die
- 67 -
entsprechenden Normen verweist (siehe Urteile des Bundesgerichts
1C_476/2018 vom 3. Juli 2019 E.4.2.4 und 1C_590/2016 vom 7. August
2017 E.2.6) und der verkehrs(sicherheits-)technische Gutachter durfte
vorliegend, auch unter Mitberücksichtigung des Grundsatz der Bündelung
von gleichartigen Verkehrsanlagen, der Erfüllung der für die
Verkehrssicherheit zentralen Anforderungen der VSS-Normen betreffend
eine genügende Breite der Rampe, der zweckmässigen Gestaltung des
Einmündungsbereiches an der AJ._-Strasse und den notwendigen
Sichtweiten aus dem vorgeschlagenen Rampenbauwerk in die AJ._-
Strasse sowie in Anbetracht der fehlenden, realistischen
(Erschliessungs-)Alternativen im Rahmen des Quartierplanzweckes, die
Überschreitung der maximalen Längsneigung gemäss VSS-Norm auf der
(im Rahmen des BEG und des BEV zu beheizenden) Rampe zur
Erschliessung der Parkierungsanlagen für die Parzellen 1341, 1649 und
2219 als gerechtfertigt ansehen. Nach der Fachbeurteilung von AQ._
kann mit einer an die tatsächlich herrschenden Temperaturen und die
Schneefälle angepassten Rampenheizung auch eine durchgehende
Schneefreiheit garantiert werden. Insofern erscheint auch die Sorge der
Beschwerdeführerin 1, wonach der grössere Platzbedarf einer
doppelspurigen Rampe zu Problemen bei der Schneeablagerung führen
könnte, als unbegründet. Dies zumal die südlich gelegene "Vorfahrt" durch
das Gebäude überdacht ist und die nördliche Arkade ebenfalls gedeckt ist
(siehe dazu Augenscheinprotokoll, Foto 2, 7 bis 9, 15 f. und 21). Dem von
der Beschwerdeführerin 1 vorgebrachten Argument der fehlenden
Ökologie sowie der durch eine Rampenheizung drohenden Kosten für die
Eigentümer der Parzelle 2219 ist entgegenzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin 1 ursprünglich für die bestehende Ausfahrtsrampe
ebenfalls eine solche Heizung projektieren und installieren liess.
Ausserdem besteht heute die grundsätzliche Vorgabe, dass solche
Heizsysteme mit erneuerbaren Energien bzw. Abwärme zu betreiben sind
(vgl. dazu Art. 3 der kommunalen Verordnung über die Beheizung von
- 68 -
Aussenflächen i.V.m. Art. 11 BEG und Art. 38 BEV). Insofern kann die
Beschwerdeführerin 1 auch daraus nichts Entscheidendes zu ihren
Gunsten ableiten.
7.4.5. Die Beschwerdeführerin 1 erachtet infolge des Mehrverkehrs, der mit der
Erschliessungsfunktion der vorgesehenen Doppelrampe auch für die
Parkierungsanlage(n) für die Parzellen 1341 und 1649 einhergeht, die
Verkehrssicherheit als nicht mehr gegeben. Dazu weist AQ._
nachvollziehbar auf eine vergleichsweise tiefe Nutzungsfrequenz der auf
der Parzelle 2219 bestehenden 140 (privaten) Parkplätze hin, die
(Zweit-)Wohnungen und Geschäften auf der Parzelle 2219 sowie
Geschäften und (Zweit-)Wohnungen in Nachbargebäuden dienen. Dem
Argument der Beschwerdeführerin 1, wonach die Geschäfte auf der
Parzelle 2219 eine hohe Verkehrsfrequenz auslösten, konnte er in gut
nachvollziehbarer Weise nicht folgen. Denn es trifft namentlich zu, dass
keine Beschilderung auf entsprechende Parkierungsmöglichkeit für die
Öffentlichkeit bzw. motorisierte (Lauf-)Kundschaft hinweist und die
unkontrollierte Einfahrt wird auch durch einen versenkbaren Poller
verunmöglicht, der nur mittels Schlüssel respektive über die
Gegensprechanlage abgesenkt werden kann (siehe
Augenscheinprotokoll, Fotos 4 bis 9; vgl. Beilage zur Eingabe von
Rechtsanwalt Dr. iur. H._ vom 13. Oktober 2016 in Bg-act. 43
betreffend die Bedienung des Pollers). Weiter rechnet er mit maximal 25
zusätzlichen (privaten und reservierten) Parkplätze in der
Parkierungsanlage für die Parzellen 1341 und 1649 (siehe Bg-act. 69 S. 2
und Bg-act. 79 S. 4 f.; vgl. dazu auch den Kostenverteiler gemäss Art. 25
Abs. 1 QPB). Daraus ergäbe sich ein mittleres tägliches
Verkehrsaufkommen von weniger als 200 Autofahrten für die Parzelle
2219 und die zusätzlichen Parkplätze für die Parzellen 1341 und 1649
sollten deutlich weniger als 50 Autofahrten verursachen. Damit ist aber die
gutachterliche Beurteilung vom Dezember 2018 weiterhin nicht zu
- 69 -
beanstanden, wonach bei solchen, weitestgehend einem beschränkten
Nutzungskreis wie etwa Bewohnern vorbehaltenen Parkplätzen von einem
kleinen spezifischen Verkehrsaufkommen pro Parkplatz und Tag
ausgegangen werden könne. Auch insofern ist die Kritik der
Beschwerdeführerin 1 unbegründet. Daran vermag auch nichts zu ändern,
wenn der im Kurzgutachten vom 12. Dezember 2018 festgehaltene
ausgeprägte Einrichtungsverkehr (Morgens vorwiegend Ausfahrten;
Abends vorwiegend Einfahrten) infolge einer Zweitwohnungsnutzung
etwas relativiert würde.
7.4.6. Im Zusammenhang mit der von der Beschwerdeführerin 1 beanstandeten
Erschliessungslösung über ein gemeinsames, doppelspuriges
Rampenbauwerk ist auch noch auf die Ausführungen der
Beschwerdeführerinnen 2 in ihrer Vernehmlassung vom 9. Oktober 2019
hinzuweisen, denen sich die Beschwerdeführer 3 in ihrer Replik vom
6. Januar 2020 anschlossen. Die Beschwerdeführerinnen 2 erachteten
eine Doppelrampe mit einer Fahrbahnbreite von über 5 m, einer mittleren,
unproblematischen Steigung von maximal 20 % gegenüber der heutigen
Steigung von 23 %, einer Steigung im Einfahrtsbereich von 6 % und vor
dem bestehenden Trottoir von 5 % als ohne weiteres befahrbar, wobei ein
Kreuzen auf dem gemeinsam benutzten Abschnitt jederzeit möglich sei.
Der geplante Fuss-/Schülerweg im Bereich zwischen den Parzellen 1341
und 2219 sei vollumfänglich von der (Doppel-)Rampe getrennt, sodass die
Schüler (die Fahrbahn) der Rampe gar nicht betreten müssten. Sie
erachteten die verkehrs(sicherheits-)technischen Gutachten der
AO._ AG und von AQ._ als absolut nachvollziehbar und die
Schussfolgerungen als plausibel. Ohne die geplante Doppelrampe bliebe
die strassenmässige Erschliessung der Parzellen 1341 und 1649
ungeregelt, obwohl dies der Hauptzweck der Quartierplanung sein solle.
In dieselbe Richtung zielt auch die Argumentation der Beigeladenen.
Diese sprechen sich ebenfalls für ein gemeinsames, doppelspuriges
- 70 -
Rampenbauwerk zur Erschliessung der Parzellen 1341, 1649 und 2219
aus und teilen die Bedenken der Beschwerdeführerin 1 nicht.
7.4.7. Warum der zwischen den Baufeldern A und D auf der Parzelle 2219 und
1341 bzw. dem Baubereich E gemäss Plan Gestaltung 1:500 vorgesehene
und im Plan Erschliessung 1:500 festgelegte Fuss-/Schülerweg kaum
verkehrssicher gestaltet werden könne, ist entgegen der Behauptung der
Beschwerdeführerin 1 und im Übereinstimmung mit der Argumentation der
Beschwerdeführerinnen 2 nicht nachvollziehbar. Denn sowohl aus dem
Plänen der AG._-Architekten vom 27. November 2015 (siehe Bg-
act. 41) als auch der Beurteilung der AO._ AG vom 20. Oktober 2017
(siehe Bg-act. 50) geht hervor, dass der sowohl im GEP als auch im Plan
Erschliessung 1:500 festgelegte (öffentliche) Fuss-/Schülerweg durchaus
getrennt von der vorgesehenen, doppelspurigen Erschliessungsrampe
verlaufen kann.
7.4.8. Schliesslich ist auch der gegen die Beschwerdegegnerin gerichtete
Vorwurf der Beschwerdeführerin 1, wonach sie nur unzureichende
Abklärungen zu Alternativen getätigt habe, nach Ansicht des Gerichts klar
unbegründet. Offensichtlich ist es nicht so, dass für die
Beschwerdegegnerin seit jeher nur diese Erschliessungslösung im
Rahmen der Quartierplanung in Frage gekommen wäre und sie andere
Alternativen gar nicht geprüft hätte. Denn bereits im Dezember 2013
wurde beim Verkehrsingenieurbüro AP._ ein Variantenstudium
betreffend die Erschliessung der Parzellen 1341 und 2219 eingeholt (siehe
Bg-act. 35). Darin findet sich auch bereits die nun dem Quartierplan
zugrundeliegende Lösung als Variante 1. Bereits dort wurde zu den
Vorteilen ausgeführt, dass keine neuen, unabhängigen
Erschliessungsanlagen gebaut werden müssten und dass der wichtige
Schulweg zwischen den Schulanlagen beidseits der AJ._-Strasse
über die obere AK._-Strasse und die AC._-Strasse nicht mit
zusätzlichem Verkehr belastet würde. Nachteilig sei die markant in
- 71 -
Erscheinung tretende grosse Erschliessungsanlage sowie der Umstand,
dass der im GEP (zwischen den Parzellen 2219 und 1341) vorgesehene
Fuss-/Schülerweg nicht (mehr) realisiert werden könne. Zu Letzterem ist
allerdings zu bemerken, dass die Pläne der AG._-Architekten vom
27. November 2015 dann doch die Möglichkeit einer gemeinsamen,
doppelspurigen Erschliessungsrampe sowie einen Fuss-/Schülerweg im
Bereich der Parzellengrenze 1341 und 2219 aufzeigten (siehe Bg-act. 41),
welche dann auch der Beurteilung der AO._ AG vom 20. Oktober
2017 (siehe Bg-act. 50) zugrunde gelegt wurden. Weiter wurden zwei
Varianten unter Beibehaltung der bestehenden Ausfahrtsrampe zur
Wegfahrt aus den Parkierungsanlagen auf den Parzellen 1341 und 2219
geprüft. Dabei wäre die Einfahrt zur Parzelle 1341 über die bestehende
Einfahrt auf der Parzelle 2219 von der AK._-Strasse und durch die
bestehende Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 mit einer
Verbindung bzw. Durchstich auf die Parzelle 1341 im
2. Parkierungs(unter-)geschoss bzw. 4. oder
5. Parkierungs(unter-)geschoss erfolgt (siehe Varianten 2a und 2b). Eine
weitere Variante sah vor, dass die Erschliessung der Parkierungsanlage
der Parzelle 1341 völlig unabhängig von der Parzelle 2219 über den
obersten Abschnitt der AC._-Strasse und eine separate Ein- und
Ausfahrt am Ende des ersten geraden Abschnittes der AC._-Strasse
erfolge (Variante 3). Der massgebende Nachteil dieser Lösung besteht
darin, dass der gesamte Verkehr nach und von der neuen
Parkierungsanlage auf der Parzelle 1341 über die Teilstrecke des
wichtigen Fussweges für Schüler auf der AC._-Strasse geführt
würde. Anlässlich der Sitzung vom 24. Juni 2014 zwischen der
Beschwerdegegnerin und einem Teil der Quartierplanbeteiligten,
insbesondere den Vertretern der Beschwerdeführerinnen 1 und (eines
Teils) der Beschwerdeführerinnen 2 sowie der Beschwerdeführer 3,
wurde im entsprechenden Protokoll festgehalten, dass die Anwesenden
einhellig der Meinung waren, das Quartierplanverfahren solle fortgesetzt
- 72 -
werden. Ausserdem wurde die Erschliessungsvariante 1 (gemäss
Variantenstudium Erschliessung vom Dezember 2013 des
Verkehrsingenieurbüros AP._) mit gemeinsamer Auffahrt der
Parzelle 1341 und der Parzelle 2219 mit einer Breite von 5 m favorisiert.
Seitens der Beschwerdegegnerin 1 war der heutige Geschäftsführer Herr
AR._ (siehe dazu Augenscheinprotokoll, S. 1) sowie der damalige
Rechtsvertreter Rechtsanwalt Dr. iur. H._ anwesend und seitens der
Beschwerdegegnerinnen 2 deren damaliger Rechtsvertreter,
Rechtsanwalt Dr. iur. I._, und der Stockwerkeigentümerverwalter.
Diese Favorisierung der Variante 1 erfolgte trotz des Umstandes, dass die
Beschwerdegegnerin die Varianten 1 und 3 gemäss der in den Akten
liegenden PowerPoint-Präsentation der AF._ AG eigentlich ablehnte
bzw. nicht weiterverfolgen wollte. Ausserdem wurde auch noch eine neue
Variante 4 zur Diskussion gestellt, wobei die Ausfahrtsrampe auf der
Parzelle 2219 belassen werden sollte, die Eigentümer der Parzelle 1341
eine Entschädigung zu Lasten der Eigentümer der Parzelle 2219 erhalten
sollten und für die Parzelle 1341 eine unabhängige Erschliessung ab der
AJ._-Strasse mittels eines Autolifts vorgesehen wurde. Die
Parkierungsanlagen auf den Parzellen 1341 und 2219 sollten dabei über
eine gemeinsame Abluftanlage (über Dach) entlüftet werden (siehe dazu
Bg-act. 39 f.). Wie vorstehend bereits erwähnt, zeigten dann aber die
Pläne der AG._-Architekten vom 27. November 2015, dass ein
Fuss-/Schülerweg ab der AJ._-Strasse trotz einer gemeinsamen
doppelspurigen Rampe doch möglich wäre, womit ein wesentlicher
Vorbehalt gegen die Variante 1 wegfiel (siehe Bg-act. 35 S. 1, Bg-act. 41
und Erläuterungsbericht zum Quartierplanentwurf AC._ vom 16. Juli
2016, S. 5, in: Bg-act. 42). Die Variante 1 lag denn auch dem
Quartierplanentwurf vom 16. Juli 2016 zugrunde, wozu sich die
Quartierplanbeteiligten wiederum kontrovers äusserten (siehe Bg-act. 42
f.). Die Beschwerdeführerin 1 bzw. ihr damaliger Rechtsvertreter
Rechtsanwalt Dr. iur. H._ brachte dabei in ihrer Vernehmlassung vom
- 73 -
13. Oktober 2016 den Antrag vor, dass Art. 13 QPB des Entwurfes so
abzuändern sei, dass die Ein- und Ausfahrt zur Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 einspurig auf der Seite der AK._-Strasse gemäss
(neuem) Vorschlag 2 der AO._ AG vom 29. September 2016
vorzusehen sei. Mit Bericht vom 9. Februar 2017 (siehe Bg-act. 45)
wertete die Beschwerdegegnerin die Eingaben der Quartierplanbeteiligten
aus und es erfolgte am 17. März 2017 eine weitere Besprechung, woran
wiederum der heutige Geschäftsführer der Beschwerdeführerin 1 und der
damalige Rechtsvertreter Rechtsanwalt Dr. iur. H._ teilnahmen und
die Erschliessungsthematik ebenfalls zur Sprache kam (siehe Bg-act. 46).
Weil die Beschwerdeführerinnen 2 ihre Zustimmung zur
Erschliessungsvariante 1 von einer vernünftigen Lösung bzw. einer
entsprechenden Zustimmung seitens der Erben P._ in der
Entlüftungsfrage der Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 abhängigen
machten wollten (siehe dazu Vernehmlassung der
Beschwerdeführerinnen 2 vom 18. September 2016, S. 2, in: Bg-act. 43),
erfolgte im Juli 2017 eine Besprechung zwischen der
Beschwerdegegnerin und (einem Teil) der Beschwerdeführer 3 (siehe Bg-
act. 48). Die Beschwerdegegnerin tätigte auch im Zusammenhang mit der
Frage der Entlüftung der Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219
verschiedene Abklärungen (siehe dazu Bg-act. 51 bis 54 und 56). Im
Zeitraum vom 31. Mai 2018 bis zum 2. Juli 2018 erfolgte dann die erste
öffentliche Auflage des Quartierplanentwurfes vom 28. Mai 2018 und vom
4. Oktober 2018 bis zum 5. November 2018 die zweite öffentliche Auflage
des Quartierplanentwurfes vom 24. August 2018, wogegen (wiederum)
eine Vielzahl von Einsprachen von Quartierplanbeteiligten einging. Die
Beschwerdegegnerin tätigte wiederum weitere Abklärungen betreffend
der Erschliessungs- und Entlüftungsfragen (siehe dazu Bg-act. 68 f.) und
bot den Quarterplanbeteiligten bzw. Einsprechern wiederum Gelegenheit,
sich dazu vernehmen zu lassen (siehe Bg-act. 70 ff.). Inwiefern aufgrund
der geschilderten Umstände der Beschwerdegegnerin die unzureichende
- 74 -
Abklärung von alternativen Lösungsmöglichkeiten in der
Erschliessungsthematik vorgeworfen werden könnte, ist nicht
nachvollziehbar.
7.5. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen und den überzeugenden
verkehrs(sicherheits-)technischen Fachbeurteilungen durch die AO._
AG vom 20. Oktober 2017 und 19. Dezember 2017 sowie des
Verkehrsingenieurs AQ._ vom 12. Dezember 2018 und 29. Oktober
2019, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 1 die Machbarkeit
einer verkehrstechnisch sicheren, doppelspurigen Rampe – mit einer für
ein Planungsverfahren hinreichenden Bestimmtheit – ausgewiesen und es
erübrigt sich die Einholung einer weiteren gutachterlichen Beurteilung
dazu (vgl. dazu auch die nachstehende Erwägung 11). Ausserdem ist der
Beschwerdegegnerin – die in dieser Sache ohnehin über ein nicht
unerhebliches Planungsermessen verfügt – in jedem Fall nicht
vorzuwerfen, sie habe unzureichende Abklärungen betreffend die
realistischer Weise in Frage kommenden Erschliessungsvarianten
hinsichtlich der Parzellen 1341, 1649 und 2219 getätigt.
8.1. Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid vom
12. August 2019 zu Art. 19 QPB im Wesentlichen aus, dass die
Beschwerdeführer 3 auf einer gesetzeskonformen Entlüftung (der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219) bestünden, so wie dies mit VGU
R 07 43 vom 23. Juni 2009, also mit einer Ableitung über Dach, verlangt
worden sei. Die Beschwerdeführerin 1 hingegen erachte gestützt auf
einen Bericht der AS._ GmbH und die SWKI-Richtlinie VA 103-01
(2017) einen Lüftungsauslass im Gelände, der wie vorliegend mindestens
10 m von Gebäuden entfernt liege, als zulässig. Die
Beschwerdeführerinnen 2, die Beschwerdeführer 4 und die Beigeladenen
teilten diese Ansicht, wobei sie ebenfalls der Meinung seien, dass die
bestehende Entlüftung nicht im Widerspruch zum aktuell geltenden
Umweltrecht stehe und die Verpflichtung zu Änderungen an der
- 75 -
Entlüftungsanlage auch unverhältnismässig wäre. Demgegenüber war die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zum Schluss
gekommen, dass die bestehende Entlüftungsanlage die
umweltschutzrechtlichen Vorgaben nicht einhalte. Die AL._ AG habe
im Gutachten betreffend die Fortluft der Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 (zuerst) auch eine Entlüftung über Dach im Sinne von Art. 6
Abs. 2 der eidgenössischen Luftreinhalteverordnung (LRV;
SR 814.318.142.1) gefordert (Stand: 26. Oktober 2017 und 13. November
2017; siehe Bg-act. 51 f.). Aufgrund einer missverständlichen Begründung
sei bei der Beschwerdegegnerin aber der Bedarf nach einer Klärung
entstanden und es sei eine Nachfrage dazu erfolgt. In den nachträglichen
Beurteilungen vom 6. bzw. 7. Februar 2018 (siehe Bg-act. 53 f.) seien die
früheren Aussagen relativiert worden, was nicht gerade
vertrauenserweckend gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin sei somit
gezwungen gewesen, eine Drittmeinung einzuholen. Die Beauftragung der
AM._ AG sei naheliegend gewesen, weil sie aufgrund einer früheren
Beurteilung mit der Problematik bestens vertraut gewesen sei. Die
AM._ AG habe in ihrer lufthygienischen Beurteilung vom
28. Dezember 2018 wiederum eine Entlüftung über Dach gefordert (siehe
Bg-act. 68). Die Beschwerdegegnerin entgegnete ausserdem den
umweltschutzrechtlichen Argumenten der Einsprechenden die für eine
Beibehaltung der bestehenden Entlüftungsanlage plädierten. Dabei
betonte sie, dass Art. 6 Abs. 2 LRV – neben einer allfälligen
Konkretisierung des Vorsorgeprinzips im Sinne von Art. 11 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) und Art. 4
Abs. 1 LRV – wie jede andere umweltschutzrechtliche Vorschrift einen
selbständigen Charakter habe und grundsätzlich anzuwenden sei, weil der
Gesetzgeber von der grundsätzlichen Zumutbarkeit solcher baulicher
Massnahmen ausgegangen sei. Dies gelte vorliegend umso mehr, als es
sich vorliegend um Wohnbauten der Luxusklasse handle. Die
Beschwerdegegnerin erachtete es aber ohnehin als entscheidend, dass
- 76 -
aufgrund des vorgesehenen Art. 19 QPB die Entlüftung nicht mehr über
das Dach der B._, sondern über das Dach der zukünftigen Gebäude
auf der Parzelle 1341 im Zeitpunkt von deren Überbauung bzw. im
Zeitpunkt der Erstellung des (im GEP und Plan Erschliessung 1:500)
vorgesehenen Fuss-/Schülerweges erfolge. Dementsprechend habe die
Anpassung der bestehenden Entlüftungsanlage auch nicht sofort, sondern
erst später zu erfolgen. Die technische und betriebliche Machbarkeit sowie
die wirtschaftliche Tragbarkeit stünden ausser Frage. Gestützt auf diese
Ausführungen genehmigte die Beschwerdegegnerin Art. 19 QPB mit einer
Präzisierung von Abs. 4, wonach im Zeitpunkt der Überbauung der
Parzelle 1341 die bestehende Fortluftanlage auf ihre Übereinstimmung mit
den dannzumal geltenden umweltschutzrechtlichen Vorgaben zu
überprüfen und je nach Ergebnis die nötigen Massnahmen zu treffen
seien.
8.2. Die Beschwerdeführerin 1 beantragte eventualiter im vorliegenden
Verfahren Art. 19 Abs. 3 QPB dahingehend anzupassen und
festzuschreiben, dass die bestehende Fortluftanlage für die
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 vorbehaltlos beibehalten und
weiterbetrieben werden dürfe. Art. 19 Abs. 4 bis 6 und Art. 25b QPB seien
folglich zu streichen. Die Beschwerdeführerinnen 2 beantragten in der
Hauptsache ebenfalls, dass die Entlüftung der bestehenden
Parkierungsanlage auf der Parzelle definitiv über den bestehenden
Abluftkamin entlüftet werde. Eventualiter habe sie über einen neu zu
erstellenden Abluftkamin am Boden am Standort gemäss Lokalisierung in
den Berichten der AL._ AG vom 6. bzw. 7. Februar 2018 zu erfolgen.
Subeventualiter sei Art. 19 Abs. 3 QPB so zu präzisieren, dass die
bestehende Fortluftanlage für die Parkierungsanlage auf der Parzelle
2219 bis zur Überbauung der Parzelle 1341 und (anstatt: bzw.) bis zur
Erstellung des Fuss-/Schülerweges beibehalten und weiterbetrieben
werden dürfe, sofern innert eines Jahres seit Rechtskraft des
- 77 -
Quartierplanes die in Art. 19 Abs. 3 erster bis dritter Spiegelstrich QPB
vorgesehenen Massnahmen (mit einer Luftaustrittshöhe von 3 m)
umgesetzt seien. Im Hauptbegehren beantragten die Beschwerdeführer 4,
dass die bestehende Abluftanlage für die Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 weiter betrieben werden könne, sofern innert eines Jahres
nach Rechtskraft des Quartierplans die in Art. 19 Abs. 3 erster bis dritter
Spiegelstrich QPB aufgeführten Massnahmen umgesetzt seien. Die
Eventual- und Subeventualbegehren der Beschwerdeführer 3
entsprechen dann jeweils dem Eventual- und Subeventualbegehren der
Beschwerdeführerinnen 2. Die Beigeladenen unterstützten in der
Hauptsache den Antrag der Beschwerdeführerin 1 und das
Hauptbegehren der Beschwerdeführerinnen 2, in zweiter Priorität das
Hauptbegehren der Beschwerdeführer 4, in dritter Priorität die
Eventualbegehren der Beschwerdeführerinnen 2 und der
Beschwerdeführer 4 sowie in letzter Priorität die Ableitung der Abluft über
eine unterirdische Leitung auf die Parzelle 1341 (zur gemeinsamen
Ableitung über Dach). Zur Begründung wird sowohl von der
Beschwerdeführerin 1, den Beschwerdeführerinnen 2, den
Beschwerdeführern 4 und den Beigeladenen im Wesentlichen
vorgebracht, dass die bestehende Entlüftung der Parkierungsanlage auf
der Parzelle 2218 den umweltschutzrechtlichen Vorschriften sowie dem
geltenden Stand der Technik entspreche und die Käufer von
Stockwerkeigentumseinheiten bzw. Miteigentumsanteilen durch die
Bewilligung dieser Anlage seitens der Gemeinde in ihrem Vertrauen auf
eine weder über Dach (auf der Parzelle 2219) noch über ein
Nachbargrundstück führende Entlüftung zu schützen seien. Ausserdem
wurde die Massgeblichkeit von VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 für die
vorliegende Konstellation in Abrede gestellt. Zwar müssten gemäss Art. 6
Abs. 2 LRV die Emissionen in der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle
über Dach ausgestossen werden. Damit werde aber lediglich das in Art. 11
Abs. 2 USG und Art. 4 Abs. 1 LRV statuierte Vorsorgeprinzip konkretisiert.
- 78 -
Abweichungen von 6 Abs. 2 LRV seien dann möglich, wenn eine
Entlüftung über Dach im konkreten Fall betrieblich und technisch nicht
möglich oder wirtschaftlich nicht tragbar sei. Die Entlüftung müsse in erster
Linie dem Stand der Technik entsprechen. Darüber hinaus könne von der
Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV nicht nur in diesem Fällen abgewichen
werden, wo dies in der privaten, ohne Gesetzeskraft ausgestatten
Fachnorm (SWKI-Richtlinie VA 103-01), welche zudem auch den Stand
der Technik darstellten, zugelassen werde. Unter Bezugnahme auf das
(abschliessende) Gutachten der AL._ AG vom 6./7. Februar 2018
(inkl. der Ausbreitungsberechnung durch die AT._ AG vom 5. Februar
2018; siehe Bg-act. 53 f.) bzw. die seitens der Beschwerdeführerin 1
eingeholte Beurteilung der AS._ GmbH vom 27. Juli 2017 (siehe
Beilage zur Eingabe der Beschwerdeführerin 1 vom 31. Juli 2017 in Bg-
act. 49) wird der Standpunkt vertreten, dass die bestehende
Entlüftungsanlage der Parkierungsanlage auf der Parzelle bestehen
bleiben könne und die Beschwerdegegnerin keine Entlüftung über Dach
verlangen könne. Die Beurteilung seitens des kantonalen Amtes für Natur
und Umwelt (ANU) vom 26. März 2018 (siehe Bg-act. 56), wonach sich
auch in Anbetracht der neuen SWKI-Richtlinie (VA 103-01) im Vergleich
zum mit Urteil R 07 43 vom 23. Juni 2009 (teilweise) verweigerten
Baubewilligung für ein Baugesuch für eine Stützmauer sowie eines
Lüftungsschachtes (Lüftungsauslass/Kanalisationseinstieg
[Kontrollschacht]) keine andere Beurteilung aufdränge, wurden hingegen
kritisiert. Ebenfalls kritisiert wurde die Beurteilung des Fortluftaustrittes
durch die AM._ AG vom 28. Dezember 2018, dessen Einholung die
Beschwerdegegnerin aufgrund von Unklarheiten in den bis dahin
vorliegenden Expertenmeinungen als angezeigt erachtet hatte. Diese sei
ohnehin in unzulässiger Weise vorbefasst, erfülle die Anforderungen an
eine Oberexpertise nicht und äussere sich nicht zur Frage, ob gemäss
dem einschlägigen Umweltschutzrecht eine Entlüftung der
Parkierungsanlage über Dach verlangt werden könne. Namentlich fehle
- 79 -
eine eigene Überprüfung der strittigen Frage, ob der 10-Meter-Abstand
gemäss (der ohnehin nicht schematisch anwendbaren) SWKI-Richtlinie
tatsächlich unterschritten sei und somit die Beurteilung durch die
AS._ GmbH, wie von der AL._ AG geltend gemacht,
unzutreffend sei. Ausserdem lege die AM._ AG nicht dar, weshalb die
bestehende Entlüftung nicht rechtskonform sei und diese nicht dauerhaft
beibehalten und weiterbetrieben werden dürfe. Das Ergebnis dieser
Beurteilung sei weder schlüssig noch nachvollziehbar und geradezu
unverwertbar. Daran ändere auch das Vorhandensein von
Benzolimmissionen nichts, da diese – mangels entsprechender
Grenzwerte im Luftreinhalterecht – (nur) nach dem Vorsorgeprinzip zu
beurteilen seien. Namentlich die Beschwerdeführerinnen 2 bringen
darüber hinaus noch vor, die in den in Art. 19 QPB verlangten
Anpassungen der Entlüftungsanlage seien technisch sehr aufwendig,
ausgesprochen teuer und für die betroffenen (Stockwerk-)Eigentümer
unverhältnismässig bzw. wirtschaftlich nicht tragbar. Ohnehin müsste aus
Gründen des Vertrauensschutzes gegenüber den Stockwerk- bzw.
Miteigentümern der von der Beschwerdegegnerin (ursprünglich so)
bewilligten Parkierungsanlage in Würdigung des
Verhältnismässigkeitsprinzips die bestehende Anlage auf unbestimmte
Dauer förmlich im Sinne von Art. 94 Abs. 4 KRG geduldet werden. Diese
Ansicht teilten auch die Beschwerdeführer 4. Denn die Käufer als
juristische Laien hätten davon ausgehen dürfen, dass ein professionelles
Bauamt keine Parkierungsanlage mit 140 Einstellplätzen bewillige, wenn
kein Nachweis für eine gesetzeskonforme Fortluftanlage erbracht worden
sei. In VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 sei gar nicht darüber befunden
worden, ob eine Entlüftung über Dach tatsächlich betrieblich und technisch
machbar sowie wirtschaftlich tragbar sei und deshalb nachträglich
erstellten werden müsste oder ob die bestehende Entlüftung beibehalten
und weiterbetrieben werden dürfe. Das erwähnte Urteil enthalte keine
Pflicht zur Sanierung der bestehenden Entlüftungsanlage. Es sei damals
- 80 -
lediglich festgestellt worden, dass ein Projekt für eine Entlüftung über
Dach auszuarbeiten sei. Namentlich die Beschwerdeführerinnen 2 stellen
sich auch auf den Standpunkt, dass dieses Urteil ohnehin nur
Rechtswirkungen im Verhältnis zur Beschwerdeführerin 1, als damalige
Beschwerdeführerin, und nicht auch gegenüber den anderen, nicht
einbezogenen Stockwerk- und Miteigentümern entfalten könne, zumal die
massgebliche SWKI-Richtlinie zwischenzeitlich überarbeitet worden sei.
Ausserdem wurde auch behauptet, dass es noch zahlreiche andere
öffentliche und private Parkierungsanlagen auf dem Gemeindegebiet und
auch in anderen Gemeinden gäbe, wo die Entlüftung über Boden und nicht
über Dach geführt werde. Auch diese müssten dann aus Präjudiz- und
Rechtsgleichheitsgründen entsprechend angepasst werden.
8.3. Die Beschwerdeführer 3 beantragten demgegenüber die ersatzlose
Streichung von Art. 19 Abs. 4 QPB. Zur Begründung führten sie aus, dass
die Beschwerdegegnerin – trotz der zutreffenden Erwägungen im
angefochtenen Einsprache- und Genehmigungsentscheid vom 12. August
2019 –nun doch noch klein beigebe und bereit sei, eine Entlüftung am
bestehenden Ort zu bewilligen. Bereits in VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009
sei ausdrücklich festgehalten worden, dass eine Entlüftung über Dach zu
führen sei. Dies Einschätzung habe gemäss Schreiben des ANU vom
26. März 2018 weiterhin Gültigkeit. Es bestehe kein Grund die in Art. 19
Abs. 4 QPB vorgesehenen Lockerungen in der Quartierplan
aufzunehmen. Für die bestehende Entlüftungsanlage liege keine
Baubewilligung vor und aus ihrer Erstellung ohne Bewilligung dürfe der
Beschwerdeführerin 1 kein Vorteil erwachsen, indem auf allenfalls weniger
strenge Umweltauflagen in einem späteren Zeitpunkt abgestellt werde.
Massgeblich müsse die Rechtslage im Zeitpunkt der (ursprünglichen)
Einreichung des Baugesuches für die Entlüftungsanlage sein.
8.4. Die Beschwerdegegnerin erachtet die Beschwerden auch in diesen
Punkten als unbegründet. Unter Hinweis auf VGU R 07 43 vom 23. Juni
- 81 -
2009 hielt sie dafür, dass das Verwaltungsgericht die strittige
Angelegenheit der Entlüftungsanlage der Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 unter allen Aspekten, namentlich auch im Lichte des
Vorsorgeprinzips und des Verhältnismässigkeitsprinzips, beurteilt habe.
Ausserdem sei offensichtlich, dass die in Art. 19 Abs. 5 QPB vorgesehene
Entlüftung über Dach betrieblich und technisch möglich sei. Die Entlüftung
der Parkierungsanlage solle nun ja ohnehin über das Dach des Gebäudes,
welches zukünftige auf der Parzelle 1341 erstellt werde, geführt werden.
Dies bedeute, dass die heutige Entlüftungsanlage insofern nicht sofort
angepasst werden müsse und die B._ dadurch (baulich) auch nicht
tangiert werde, womit entsprechenden Bedenken der
Stockwerkeigentümer Rechnung getragen werde. Die Kosten dürften den
Betrag von ca. CHF 100'000.-- nicht übersteigen und seien in Anbracht
der auf der Parzelle 2219 gelegenen Wohnungen der Luxusklasse ohne
weiteres tragbar. Dies zumal bei der Vielzahl von Stockwerkeigentümern
für den Einzelnen eine vergleichsweise kleine Kostenbelastung resultiere.
Art. 6 Abs. 2 LRV diene dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung bzw.
der Nachbarn, womit die Einhaltung dieser Vorschrift im öffentliche
Interesse liege und dieses in der Regel überwiege. Entgegen dem Vorhalt
der Beschwerdeführenden hätten diese darzulegen, dass die
Voraussetzungen für ein Abweichen von der Regel (gemäss Art. 6 Abs. 2
LRV) vorliege. Dies sei vorliegend nicht ansatzweise der Fall. Art. 19
Abs. 5 QPB halte nur fest, was aufgrund von VGU R 07 23 vom 23. Juni
2009 ohnehin gelte. Art. 19 Abs. 5 QPB gewähre im Vergleich zu VGU
R 07 23 sogar noch einen Aufschub, dass dies erst bei Überbauung der
Parzelle 1341 und der Erstellung des Schülerweges vollzogen werden
müsse. Damit werde dem Verhältnismässigkeitsprinzip optimal Rechnung
getragen. Sollten sich bis dahin die umweltschutzrechtlichen Vorgaben
dahingehend ändern, dass keine Ableitung der aus der Parkierungsanlage
resultierenden Emissionen über Dach mehr nötig sei, so erübrigten sich
(gemäss Art. 19 Abs. 4 QPB) die Massnahmen nach Art. 19 Abs. 5 QPB.
- 82 -
Die Beschwerdegegnerin widersprach der Ansicht der
Beschwerdeführerinnen 2, wonach VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 ihnen
gegenüber keine Rechtswirkungen zu erzeugen vermöge und sie die
Stockwerkeigentumseinheiten bzw. Miteigentumseinheiten in gutem
Glauben auf die uneingeschränkte Rechtmässigkeit der Wohnüberbauung
erworben hätten. Denn die vom Verwaltungsgericht gestützte Anordnung
des Gemeindesvorstandes vom 26. März 2007 bilde Bestandteil der
sachbezogenen Baubewilligung. Wechsle ein Grundstück den
Eigentümer, werde die Baubewilligung mitübertragen und beim neuen
Eigentümer entstehe originär eine bauordnungsrechtliche
Zustandsverantwortlichkeit (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts
1C_292/2017 vom 15. September 2017 E.3.1, 1C_59/2011 vom 11. Mai
2011 E.3.3 und 1P.519/2004 vom 4. März 2005 E.4 sowie RUOSS FIERZ,
Massnahmen gegen illegales Bauen, Diss. Zürich 1999, S. 79 ff.).
Vorliegend hätten sich weder die tatsächlichen noch die rechtlichen
Verhältnisse geändert. Nur die SWKI-Richtlinie betreffend
Lüftungsanlagen in Parkgaragen (vormals 96-1, heute VA 103-01) habe
eine gewisse Modifikation erfahren. Diese Richtlinien hätten aber – wie
namentlich von den Beschwerdeführerin 1 und der
Beschwerdeführerinnen 2 selbst betont – keinen Gesetzescharakter und
rechtfertigten keine andere Sichtweise hinsichtlich der vorliegenden
Entlüftungsfrage. Ausserdem schreibe Art. 5 der kantonalen
Umweltschutzverordnung (KUSV; BR 820.110) vor, dass für die
Mindesthöhe von Kaminen und Abluftkanälen, die nicht nach der LRV
berechnet werden könnten, die Empfehlungen des Bundes anzuwenden
seien, womit die Publikation des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)
"Mindesthöhen von Kaminen über Dach" (Kamin-Empfehlung) aus dem
Jahre 2013 bzw. aktualisiert im Jahre 2018, anwendbar sei. Der
Vertrauensschutz spiele vorliegend demgegenüber keine entscheidende
Rolle. Vorliegend fehle es an einer entsprechenden Zusicherung der
Behörde, dass sie in Bezug auf die Entlüftung der Parkierungsanlage auf
- 83 -
der Parzelle 2219 von den allgemeinen Vorgaben abgewichen werden
könne und für Stockwerkeigentümern bestehe betreffend ihre
Aufwendungen auch die Möglichkeit, sich diesbezüglich an die
Verkäuferschaft zu wenden. Der Antrag der Beschwerdeführer 3 auf
Streichung von Art. 19 Abs. 4 QPB sei aber ebenfalls abzuweisen. Es
könne keine Rede davon sein, dass die Gemeinde nun die Entlüftung im
Widerspruch zu VGU R 07 43 am bestehenden Standort bewilligen
möchte. Es sei aufgrund der ungewissen zeitlichen Perspektive der
Überbauung der Parzelle 1341 und damit auch der Erstellung des
Schülerweges nicht ausgeschlossen, dass sich die (rechtlichen)
Verhältnisse bis dahin noch ändern könnten, womit so eine
Überprüfungsanordnung durchaus Sinn machen könne. Gäbe es
hingegen bis dahin keine massgebenden Veränderungen, bleibe es bei
den in Art. 19 Abs. 5 QPB vorgesehenen Massnahmen. Die
Beschwerdeführer 3 erlitten durch Art. 19 Abs. 4 QPB keinen Nachteil.
Betreffend den (Subeventual-)Antrag auf Präzisierung von Art. 19 Abs. 3
QPB ("und" anstatt "bzw.") bestehe ihrer Ansicht nach kein wesentlicher
Unterschied.
8.5.1. Vorgängig ist zu betonten, dass das Urteil R 07 43 vom 23. Juni 2009,
worin das Verwaltungsgericht die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1
vom 1. Mai 2007 gegen den Entscheid des Gemeindevorstandes der
Gemeinde C._ vom 26. März 2007 nach Durchführung eines
Augenscheins abgewiesen hat, nicht angefochten wurde. Soweit
vorliegend von Interesse, war Gegenstand dieses Verfahrens die
verweigerte Baubewilligung für eine Entlüftung der Parkierungsanlage auf
der Parzelle 2219 über einen auch als Kanalisationseinstieg
(Kontrollschacht) dienenden Lüftungsschacht. Die Beschwerdeführerin 1
wurde ausserdem aufgefordert, innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Bau-
und Einspracheentscheides der Baubehörde ein (Entlüftungs-)Projekt zu
unterbreiten, welches in Nachachtung von Art. 6 LRV eine Ableitung der
- 84 -
Emissionen aus der Parkgarage durch Kamine bzw. Abluftkanäle über
Dach vorsieht (Ziffer 2b des Bau- und Einspracheentscheides vom
26. März 2007). Gemäss Erwägung 1 des erwähnten Urteils bildet
Beschwerdethema des Verfahrens R 07 43, ob die Beschwerdeführerin 1
verpflichtet werden könne, die in der Tiefgarage entstehenden,
gesammelten und als Abluft an die Umwelt abgegebenen Abgase über
Dach zu führen. In der Erwägung 2 und 3a sowie 3b wird die
massgebende (umweltschutz-)rechtliche Ausgangslage, namentlich im
Hinblick auf das Vorsorgeprinzip, dargestellt. Das Verwaltungsgericht
legte dar, dass es sich bei der zu beurteilenden Lüftungsanlage um eine
neue stationäre Anlage im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. d LRV handle.
Solche Anlagen müssten gemäss Art. 11 Abs. 1 USG und Art. 3 Abs. 1
LRV so ausgerüstet und betrieben werden, dass sie die im Anhang 1 zur
LRV festgelegten Emissionsbegrenzungen einhielten. Wenn Emissionen
entstünden, für die die LRV keine Emissionsbegrenzung festlege, komme
zwingend das Vorsorgeprinzip gemäss Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2
sowie Art. 4 Abs. 1 LRV zum Einsatz. Für die Erfassung und Ableitung
gelte nach Art. 6 LRV, dass die Emissionen möglichst nahe am
Entstehungsort und möglichst vollständig zu erfassen und so abzuleiten
seien, dass keine übermässigen Immissionen entstünden (Abs. 1), in der
Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach (Abs. 2). Gestützt auf
die von der Beschwerdegegnerin bei der AD._ AG eingeholten
Fachbeurteilung der Lärm- und Luftimmissionen der Lüftung der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 vom 8. September 2006 (siehe
Bg-act. 8), welches betreffend die lufthygienische Beurteilung unter Beizug
der AM._ AG entstanden war (vgl. dazu Eingabe der
Beschwerdegegnerin vom 22. Januar 2020 und Bg-act. 66), gelangte das
Verwaltungsgericht zum Schluss, dass auf die sorgfältigen und
sachkundigen Ausführungen des erwähnten Gutachtens vom
8. September 2006 abgestellt werden könne. Auf Basis der SWKI-
Richtlinie 96-1 gehe das Gutachten zu Recht von 70 Wagenbewegungen
- 85 -
pro Stunde (WB/h) im Monatsmittel für die Parkierungsanlage mit 140
Plätzen und einer Vollbelegung während 1.5 Monaten sowie einer
Belegung von 20 % während 10.5 Monaten aus. Daraus resultiere
nachvollziehbar ein Jahresmittel von 21 WB/h (1.5 Monate mit Belegung
100 % = 70 WB/h [0.5 WB/h gemäss SWKI-Richtlinie 96-1 für die Nutzung
Wohnen x 140 Parkplätze]; 10.5 Monate mit Belegung 20 % = 14 WB/h).
Dazu ist zu bemerken, dass gemäss dem Gutachten die Abluftführung bei
einer mechanischen Lüftung gemäss der SWKI-Richtlinie 96-1 neben der
Distanz der Ausblasstelle in erster Linie von der maximalen
Frequentierung (max. 12 WB/h) abhängt. Dabei handelt es sich um die
massgebenden Wagenbewegungen, die auch für die Berechnung des
Luftvolumenstroms einzusetzen sind. Trotz einer niedrigen Annahme der
Belegung der Einstellhalle – im Hinblick auf die Auslegung der
Garagenentlüftung anhand der CO-Emissionen als Leitgrösse – ergab
sich gemäss den Gutachtern im Jahresmittel bezüglich der
massgebenden Wagenbewegungen ein Wert von über 12 WB/h.
Ausserdem hielten sie fest, dass auch bei Einhaltung der CO-Grenzwerte
vergleichsweise hohe NO2-, Benzol- und PM10-Immissionen in
Tiefgaragen und damit auch Emissionen aus der Tiefgarage entstehen
könnten. Während für die Benutzer einer Tiefgarage vor allem die sofort
toxischen Schadkomponenten wie z.B. Kohlenmonoxid (CO) und weniger
die NO2-, Benzol- und PM10 Immissionen relevant seien, seien für die
(während längere Zeiträume) exponierten Anwohner auch Luftschadstoffe
mit Langzeitwirkungen, namentlich kanzerogene Stoffe wie Benzol, von
Bedeutung für die Abluftführung. Für das kanzerogene Benzol seien in der
LRV keine Immissionsgrenzwerte definiert, womit für diesen Schadstoff
das Minimierungsgebot gelte. Bei der Beurteilung der
(Abluft-)Immissionen müssten also nicht nur die langzeitigen Einwirkungen
im Jahresmittel, sondern auch kurzzeitige Einwirkungen bei
Vollauslastung der Parkierungsanlage berücksichtigt werden sowie auch
mögliche Geruchsimmissionen durch die Abluft infolge von innerhalb
- 86 -
kurzer Zeit startender (Diesel-)Fahrzeuge. Das Wohnhaus auf der Parzelle
1338 liege rund 15 m vom Fortluftaustritt entfernt. Der nächste
Gartensitzplatz/Kinderspielplatz rund 10 m. Das Gutachten kam im
Ergebnis zum Schluss, dass aufgrund der Grösse der Parkierungsanlage
und der massgebenden Frequentierung von über 12 WB/h (auch unter
Berücksichtigung einer reduzierten Nutzung) die Fortluft über Dach im
Sinne von Art. 6 Abs. 2 LRV auszublasen sei. Das Verwaltungsgericht
wies auch noch darauf hin, dass gemäss Ziffer 82 zum Anhang 1 der LRV
betreffend des als kanzerogen der Klasse 3 klassifizierten Benzols
verlangt werde, dass Emissionen dieser krebserzeugenden Stoffe
unabhängig vom Risiko der durch sie verursachten krebserzeugenden
Belastung so weit zu begrenzen seien, als dies technisch und betrieblich
möglich und wirtschaftlich tragbar sei. Daraus schloss das
Verwaltungsgericht, dass unter diesen Umständen kein Anlass bestehe,
von der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV abzuweichen. Dabei spiele es
auch keine Rolle, dass der Abstand gemäss Kapitel 10.3 der SWKI-
Richtlinie zum nächsten Immissionsort eingehalten werde, da für einen
Verzicht auf eine Ableitung über Dach auch vorausgesetzt werde, dass die
Frequentierung der Parkierungsanlage maximal 12 WB/h betreffe. Es
bestehe nicht der geringste Grund, von der gutachterlichen Beurteilung
abzuweichen. Ebenso wenig bestehe ein Anspruch auf Gleichbehandlung
im Unrecht, zumal es um die Einhaltung wichtiger Vorschriften, die dem
Wohl und der Gesundheit der Bevölkerung dienen, gehe. Gestützt auf
diese Ausführungen bestätigte das Verwaltungsgericht namentlich Ziffer
2b des angefochtenen Bau- und Einspracheentscheides vom 26. März
2007.
8.5.2. Gemäss Art. 12 und 20 des kantonalen Einführungsgesetzes zum
Bundesgesetz über den Umweltschutz (Kantonales Umweltschutzgesetz,
KUSG; BR 820.100) sorgen die Gemeinden im Rahmen des
Baubewilligungsverfahrens dafür, dass bei neuen und geänderten
- 87 -
Anlagen, die Luftverunreinigungen und Lärmemissionen verursachen, die
Vorschriften über die Emissionsbegrenzung eingehalten werden. Nur
Baubewilligungen für Anlagen mit erheblicher Luftverunreinigung im Sinne
von Art. 13 KUSG bedürfen der Zustimmung des ANU als Fachstelle
gemäss Art. 1 Abs. 2 KUSV. Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a KUSV gelten als
Anlagen, die erhebliche Luftverunreinigungen verursachen nur
Parkierungsanlagen mit mindestens 150 Parkplätzen, worunter die
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 mit ihren 140 Parkplätzen nicht
fiel. Dementsprechend war dazumal auch keine Emissionserklärung im
Sinne von Art. 13 Abs. 2 KUSG von der Beschwerdeführerin einzuholen
(vgl. auch Art. 12 LRV). Art. 1 Abs. 2, Art. 11 USG und Art. 4 LRV
statuieren das umweltrechtliche Vorsorgeprinzip, wonach Emissionen (an
der Quelle) unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung derart zu
begrenzen sind, als dies technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist. Art. 4 Abs. 2 LRV beschreibt technisch und
betrieblich mögliche Massnahmen und Art. 4 Abs. 3 LRV konkretisiert den
Begriff der wirtschaftlichen Tragbarkeit. Dabei befindet man sich weiterhin
im Bereich der vorsorglichen bzw. ersten Stufe der Emissionsbegrenzung
(an der Quelle). Betreffend die Erfassung und Ableitung von Emissionen
konkretisiert Art. 6 Abs. 1 LRV, dass Emissionen möglichst nahe am Ort
ihrer Entstehung möglichst vollständig zu erfassen und so abzuleiten sind,
dass keine übermässigen Immissionen (vgl. dazu Art. 11 Abs. 3 und
Art. 13 f. USG sowie Art. 5 und 9 LRV) entstehen. Die Emissionen sind in
der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach auszustossen
(siehe Art. 6 Abs. 2 LRV; siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_201/2018
vom 7. Juni 2019 E.4.1). Letzteres stellt eine Bauvorschrift im Sinne von
Art. 12 Abs. 1 lit. b USG dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_655/2019
vom 26. Oktober 2020 E.6.1 und 1C_506/2016 vom 6. Juni 2017 E.6.3.1).
Zu dieser Thematik hat das damalige Bundesamt für Umwelt, Wald und
Landschaft (BUWAL; heute: BAFU) bereits im Jahre 1989 gestützt auf
Art. 36 Abs. 3 lit. c LRV eine Empfehlung über die Mindesthöhe von
- 88 -
Kaminen über Dach herausgegeben, welche durch die Kamin-Empfehlung
von 2013 bzw. 2018 ersetzt wurde. Diese weisen zwar weder
Gesetzeskraft auf, noch binden sie grundsätzlich den Richter oder die
Verwaltungsbehörden. Dennoch sind solche Empfehlungen oder
Richtlinien nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts in der
Regel Ausdruck des Wissens und der Erfahrung bewährter Fachstellen
und in diesem Sinn beachtlich (siehe dazu Urteile des Bundesgerichts
1C_655/2019 vom 26. Oktober 2020 E.6.1, 1C_506/2016 vom 6. Juni
2017 E.6.3.1 und 1C_97/2007 vom 10. September 2007 E.2.4). Die
Empfehlung gilt in Übereinstimmung mit Art. 5 KUSV für stationäre
Anlagen, wo sich die Kaminhöhe nicht nach Anhang 6 zur LRV richtet.
Zwischen den Parteien ist grundsätzlich auch unbestritten, dass die
(private) SWKI-Richtlinie VA 103-01, welche seit dem 1. April 2017 in Kraft
ist und die SWKI-Richtlinie 96-1 ablöste, keine eigentliche Gesetzeskraft
zukommt, aber immerhin – ohne strikte Bindungswirkung für Gerichte und
Verwaltungsbehörden – ein Ausdruck von Fachwissen bzw. dem Stand
der Technik darstellt (vgl. dazu auch Entscheid der Bau-, Verkehrs- und
Energiedirektion vom RA Nr. 110/2017/49 vom 20. Dezember 2017 E.3e
und VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 E.3c). Gemäss Beschreibung im
Vorwort der SWKI-Richtlinie VA 103-01 soll sie primär gewährleisten, dass
die maximal zulässigen CO- und NO/NO2-Konzentrationen in Garagen
eingehalten werden (vgl. dazu auch das Merkblatt des Amtes für Umwelt
des Kantons Thurgau vom 1. August 2015 betreffend den Vollzug der LRV
bei vollumbauten Fahrzeugeinstellhallen [Merkblatt Kt. TG] wonach diese
SWKI-Richtlinien dem Schutz vor CO-Belastungen für die Benutzer der
Fahrzeugeinstellhalle dienten, abrufbar unter:
https://umwelt.tg.ch/public/upload/assets/14257/Lueftungsanlagen-in-
vollumbauten-Fahrzeugeinstellhallen.pdf, zuletzt besucht am:
28. September 2021). Ausserdem beschreibt sie die grundsätzlichen
Kriterien für die Wahl der Lüftungsstrategie (natürliche oder mechanische
Belüftung) und nennt die technischen Rahmenbedingungen für einen
- 89 -
möglichst geringen Energieverbrauch für die Luftaufbereitung und
Luftförderung. Damit ist auch gesagt, dass die Thematik der Ableitung der
Garagenabluft über Dach und somit die Luftimmissionsthematik keinen
Kernpunkt dieser Richtlinie darstellt. Für eine einfache Tiefgarage mit 28
Parkplätzen hat das Bundesgericht zudem entschieden, dass die
Überschreitung von Grenzwerten unabhängig von der Abgasführung nicht
zu erwarten ist, obwohl sich der dortige Beschwerdeführer auf die – im
Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung noch nicht in Kraft stehende –
SWKI-Richtlinie VA 103-01 für die Forderung nach einer mechanischen
anstatt einer natürlichen Belüftung berufen hatte (siehe Urteil des
Bundesgerichts 1C_201/2018 vom 7. Juni 2019 E.4.1). Für die
Emissionen von kanzerogenen Stoffen sieht Ziffer 82 Abs. 1 zum
Anhang 1 der LRV weiterhin ein Minimierungsgebot vor. Dazu gehört
gemäss der Tabelle von krebserzeugenden Stoffen unter Ziffer 83 zum
Anhang 1 der LRV etwa auch Benzol.
8.5.3. Die Beschwerdeführerin 1 erachtete bereits in ihrem Schreiben vom
21. Dezember 2018 die AM._ AG infolge deren Vorbefassung als
ungeeignet, um eine Oberexpertise zur stritten Abluftfrage abgeben zu
können (siehe Bg-act. 66). Die Beschwerdeführerinnen 2 und die
Beschwerdeführer 4 erkannten bei der AM._ AG ebenfalls einen
Anschein der Befangenheit. Dazu ist zu bemerken, dass das
Bundesgericht das Einholen eines Verlaufs- und/oder
Ergänzungsgutachten bei demselben Experten durchaus mit den
verfassungsrechtlichen Unbefangenheitsvorgaben als vereinbar ansieht
bzw. damit zwingend nicht der unzulässige Anschein der Befangenheit
einhergeht (vgl. dazu BGE 147 V 79 E.7.4.4 f., 137 V 210 E.3.3.1 und 132
V 93 E.7.2.2; Urteile des Bundesgerichts 1B_141/2017 vom 10. Oktober
2017 E.4.4, 2C_128/2014 vom 25. Juli 2014 E.4.3 und 4A_118/2013 vom
29. April 2013 E.2.1). Konkrete, objektive Anhaltspunkte dafür, dass das
Ergebnis der gutachterlichen Stellungnahme der AM._ AG vom
- 90 -
28. Dezember 2018 (siehe Bg-act. 68) betreffend die Auswirkungen der
Ablösung der SWKI-Richtlinie 96-1 durch die VA 103-01 bzw. die darauf
gestützte Beurteilung der AS._ GmbH vom 27. Juli 2017 (siehe dazu
die Beilage zur Eingabe der Beschwerdeführerin 1 vom 31. Juli 2017 in
Bg-act. 49) und der AL._ AG vom 26. Oktober 2017, 13. November
2017, 6. Februar 2018 und 7. Februar 2018 (siehe Bg-act. 51 bis 54) nicht
mehr als noch offen und bereits vorbestimmt war, sind nach Ansicht des
Gerichts nicht ausgewiesen. Die blosse Möglichkeit, dass die damalige
Beurteilung vom Gutachter bestätigt wird und namentlich der geänderten
SWKI-Richtlinie keinen entscheidenden Einfluss für die Frage der
Fortluftführung zuerkannt wird, kann sicher nicht genügen. In der
Beurteilung der AM._ AG vom 28. Dezember 2018 wird denn auch
nur sachlich festgestellt, dass die zwischenzeitlich noch eingeholten
Gutachten etwa die Benzolemissionen unberücksichtigt liessen und mit
der Unterschreitung des von der SWKI-Richtlinie VA 130-01 empfohlenen
Mindestabstandes eines Fortluftaustrittes im freien Feld keine optimierte
Ablaufableitung vorliege, womit (weiterhin) eine Ableitung der
Tiefgaragenabluft über Dach erforderlich sei. Dabei wurde auch auf die
verwaltungsgerichtlichen Feststellungen im Verfahren R 07 43 verwiesen.
Somit erscheint es vorliegend durchaus als sachgerecht, nach der
tatsächlich nicht sehr stringenten, wenn nicht sogar teilweise
widersprüchlichen Beurteilungen der AL._ AG vom 26. Oktober 2017,
13. November 2017, 6. Februar 2018 und 7. Februar 2018, die Letzteren
zwei unter Einbezug einer Ausbreitungsberechnung der AT._ AG
vom 5. Februar 2018 (siehe Bg-act. 51 bis 54), in Bezug auf die
Auswirkungen der neuen SWKI-Richtlinie VA 103-01 eine Stellungnahme
der AM._ AG dazu einzuholen, welche damals im vom
Verwaltungsgericht als beweiskräftig erachteten Gutachten der AD._
AG vom 8. September 2006 mitgewirkt hatte. Der von den
Beschwerdeführern angeführte VGU R 16 24 vom 4. April 2017
unterscheidet sich schon dahingehend, dass der dortige kommunale
- 91 -
Bauberater mit einer gewissen Regelmässigkeit für die dortige
Bauherrschaft im Auftragsverhältnis tätig gewesen und dieser Umstand
dann objektiv geeignet war, hinsichtlich des dort strittigen Baugesuches
den Anschein der Befangenheit des kommunalen Bauberaters zu
begründen (siehe R 16 24 vom 4. April 2017 E.6). Dass die vorliegende
Konstellation betreffend die AM._ AG damit übereinstimmt, ist
demgegenüber nicht ersichtlich. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin 1 ging es beim Auftrag an die AM._ AG im
Ergebnis auch nicht um wesentlich mehr, als um die Beurteilung welche
Auswirkungen die Änderung der SWKI-Richtlinie Lüftungsanlagen für
Einstellhallen in Bezug auf die ursprüngliche Beurteilung durch die
AM._ AG hat (siehe dazu Bg-act. 68 S. 1). Ausserdem verkennt sie
die dem ursprünglichen Gutachten der AD._ AG vom 8. September
2006 – infolge der gemäss vorstehender Erwägung 8.5.2 grundsätzlich
unverändert gebliebenen Rechtslage – weiterhin zuzuerkennende
Beweiskraft und die dortigen Entscheidungen des Verwaltungsgerichts.
Insofern erübrigt sich auch die Edition des entsprechenden
Gutachterauftrages. Bei einer solchen Verlaufs- bzw.
Ergänzungsbeurteilung verfängt auch das Argument der
Beschwerdeführer 4 nicht, wonach sie sich zur Auswahl der
Gutachterstelle nicht hätten äussern dürfen und auch keine
Ergänzungsfragen hätten anbringen können, womit ihr Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt worden sei. In jedem Fall konnten und haben
sich namentlich die Beschwerdeführerin 1 am 31. März 2019, die
Beschwerdeführerinnen 2 am 26. Februar 2019 und die
Beschwerdeführer 4 am 1. April 2019 zur Beurteilung der AM._ AG
vom 28. Dezember 2018 (sowie auch dem Kurzgutachten von AQ._
vom 12. Dezember 2018) geäussert. Im Schreiben vom 1. April 2019 wird
zwar die fehlende Gelegenheit zur Stellung von Fragen sowie die Auswahl
des Experten ohne vorgängige Vernehmlassung bei den Parteien kritisiert.
Sie formulierten dann aber doch nicht explizit noch zu beantwortende
- 92 -
Ergänzungsfragen. Insofern kann nicht von einer Verletzung des
Anspruches auf rechtliches Gehör ausgegangen werden (vgl. Urteile des
Bundesgericht 4A_443/2016 vom 17. Oktober 2016 E.4.1.4 und
8C_339/2014 vom 20. August 2014 E.3.2).
8.5.4. Aus der in der vorstehenden Erwägung 8.5.2 dargelegten Rechtslage
folgt, dass keine veränderte Sach- oder Rechtslage seit dem Urteil R 07
43 vom 23. Juni 2009 erkennbar ist. Diese Beurteilung wird von der
kantonalen Fachbehörde für den Umweltschutz (ANU) in ihrem Schreiben
vom 26. Februar 2018 (siehe Bg-act. 56) geteilt. Die vorliegend
massgebenden Rechtsnormen, namentlich des USG und der LRV, haben
keine relevanten Änderungen erfahren und betreffend die Änderung der
SWKI ist zu beachten, dass diese auch nach Einschätzung des ANU vom
26. Februar 2018 keine Auswirkung auf die von der Gemeinde
vorgenommene Beurteilung einer Abluftführung über Dach hat (siehe Bg-
act. 56). Das Gutachten AD._ AG, welchem das Verwaltungsgericht
in VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 folgte, legte für die Begründung seiner
Schlussfolgerung, dass die Abluft der Parkierungsanlage über Dach zu
führen sei, neben der Abstandsfrage für eine Fortluftführung im freien Feld
einen besonderen Fokus auf die WB/h-Werte der fraglichen
Parkierungsanlage mit 140 Parkplätzen. Der Verzicht auf eine
Fortluftführung über Dach sei nach der SWKI-Richtlinie 96-1 nur zulässig,
wenn die Frequentierung der Parkierungsanlage maximal 12 WB/h
betrage und kumulativ die Ausblasstelle mehr als 10 m vom nächsten
Immissionsort (z.B. Fenster, Balkone, usw.) entfernt liege. Wenn diese
Voraussetzungen nicht erfüllt seien, müsse die Fortluft (in
Übereinstimmung mit Art. 6 Abs. 2 LRV) über Dach geführt werden. Diese
Beurteilung stützte das Verwaltungsgericht in VGU R 07 23 vom 23. Juni
2009 (siehe vorstehende Erwägung 8.5.1; vgl. auch das bereits erwähnte
Merkblatt Kt. TG, wonach eine mechanische Entlüftung mit einem Kamin
über Dach für eine vollumbaute Fahrzeugeinstellhalle mit mehr als 40
- 93 -
Einstellplätzen selbst dann erforderlich ist, wenn aus technischer Sicht zur
Einhaltung der CO-Werte gemäss SWKI-Richtlinie 96-1 oder einer
Nachfolgerichtlinie eine natürliche Lüftung machbar wäre). Betreffend die
neue SWKI-Richtlinie VA 103-01 verfolgen die Kantone Appenzell
Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden die Praxis, dass die Abluft einer
mechanisch zu belüftenden Einstellhalle in Nachachtung von Art. 6 LRV
über Dach abzuführen ist, wobei sich die notwendige Ausstosshöhe nach
der Kamin-Empfehlung des BAFU richtet. Ausnahmen davon sind nur
möglich, wenn der WB/h-Wert weniger als 12 beträgt und die Ausblasstelle
mehr als 10 m vom nächsten Immissionsort (z.B. Fenster, Balkone, usw.)
entfernt ist (siehe dazu Merkblatt Luftreinhaltung betreffend Belüftung von
Fahrzeugeinstellhallen des Bau- und Umweltdepartementes des Kantons
Appenzell Innerrhoden vom Mai 2021 [Merkblatt Kt. AI, abrufbar unter:
https://www.ai.ch/themen/natur-und-
umwelt/umweltschutz/luftreinhaltung/tiefgaragen-und-
parkhaeuser/informationsblaetter/merkblatt-belueftung-von-
fahrzeugeinstellhallen/download] und die Vollzugshilfe für Gemeinden
betreffend die Abluft von Auto-Einstellhallen bis 50 Plätze des Amtes für
Umwelt des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom November 2017
[Vollzugshilfe Kt. AR, abrufbar unter:
https://www.ar.ch/fileadmin/user_upload/Departement_Bau_Volkswirtsch
aft/Amt_fuer_Umwelt/Umwelt/Publikationen/Vollzugshilfen_Gemeinden/
Weisungen_spez_Merkblaetter/Abluft_von_Auto-Einstellhallen.pdf,
jeweils zuletzt besucht am: 28. September 2021]). Dies deckt sich mit der
Beurteilung des ANU im Schreiben vom 26. Februar 2018 (siehe Bg-
act. 56), wonach die neue Richtlinie (VA 103-01) der SWKI keine
Änderung der Beurteilung über die Entlüftung der Autoeinstellhalle auf der
Parzelle 2219 notwendig mache und die Abluft der Autoeinstellhalle
weiterhin über Dach abgeleitet werden müsse. Ebenso zutreffend wie
schlüssig ist demnach aber auch die Beurteilung der AM._ AG vom
28. Dezember 2018, wonach auch unter Berücksichtigung von
- 94 -
Benzolemissionen eine Ableitung der Tiefgaragenabluft über Dach
weiterhin notwendig sei und keine Ausnahme von der Regel gemäss Art. 6
Abs. 2 LRV zu machen sei (siehe Bg-act. 68). Mit anderen Worten
erachtet die AM._ AG die im Jahre 2007 von der
Beschwerdegegnerin im Rahmen eines Baugesuches bereits negativ
beurteilte Entlüftung mit einem Fortluftaustritt im freien Feld, bestätigt
durch das Verwaltungsgericht mit VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009,
weiterhin als nicht umweltschutzrechtkonform und bewilligungsfähig.
Demgegenüber äusserten sich weder der Bericht der AS._ GmbH
vom 27. Juli 2017 noch die vier Versionen des Gutachtens der AL._
AG vom Oktober 2017, November 2017 und Februar 2018 zur Thematik
des WB/h-Wertes – als durchaus nachvollziehbare Voraussetzung für ein
Abweichen von der Regel von Art. 6 abs. 2 LRV – noch der
Benzolproblematik. Auch die Ausbreitungsberechnung (nach der
Kernstrahltheorie) der AT._ AG vom 5. Februar 2018 wonach der
Massenstromeintrag von CO um ca. das Neunfache geringer sei, als dies
in der Richtlinie der Fall sei, fokussierte auf die aus der Sicht des
umweltschutzrechtlichen Vorsorgeprinzips nicht einzig massgebenden
Leitgrösse des CO gemäss den SWKI-Richtlinien. Damit ist aber auch der
Grundsatzentscheid der Beschwerdegegnerin als Vollzugsbehörde für die
Luftreinhaltung, wonach eine Entlüftung der Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 weiterhin und in Übereinstimmung mit VGU R 07 43 vom
23. Juni 2009 über Dach zu erfolgen hat, nicht zu beanstanden bzw.
schränken gegenteilige Fachmeinungen ihren Beurteilungsspielraum nicht
derart ein, dass das Verwaltungsgericht dagegen einzuschreiten hätte.
Damit ist auch gesagt, dass der Argumentation der Beschwerdeführerin 1,
wonach das genannte Urteil für die vorliegende Angelegenheit keine
Bedeutung haben soll, nicht gefolgt werden kann. Denn es trifft gemäss
der vorstehenden Erwägung 8.5.1 namentlich nicht zu, dass das
Verwaltungsgericht nicht darüber befunden habe, dass die
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 eine nachträglich zu erstellende
- 95 -
Entlüftung über Dach aufweisen müsse bzw. ob die bestehende Anlage
weiter betrieben werden dürfe. Denn das Verwaltungsgericht schützte
auch die Aufforderung der Beschwerdegegnerin an die
Beschwerdeführerin 1, innert 30 Tagen ein entsprechendes Gesuch mit
einer Entlüftung über Dach einzureichen. Damit und explizit im Rahmen
der Benzolthematik hat es auch die betrieblich und technische
Machbarkeit sowie auch die wirtschaftliche Tragbarkeit bejaht (siehe VGU
R 07 43 vom 23. Juni 2009 E.3d). Wenn namentlich die
Beschwerdeführerin 1 dies anders sieht, wäre ihr eine Anfechtung von
VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 offen gestanden und hätte sie dies mit
einem Rechtsmittel vor Bundesgericht rügen können. Unklar ist, was die
Beschwerdeführerin 1 aus der von ihr replicando angeführten
Zweistufigkeit des nachträglichen Bau- und Widerherstellungsverfahren
ableiten will. Mit der Bestätigung des negativen Baubescheides inkl. der
Aufforderung zur Einreichung eines Baugesuches zur Entlüftung der
Parkierungsanlage über Dach der Beschwerdegegnerin vom 26. März
2007 wurde neben der materiellen Baurechtswidrigkeit der vorgesehenen
Entlüftung im freien Feld auch über die Frage der Verhältnismässigkeit
einer Entlüftung über Dach mitentschieden (vgl. dazu VGU R 07 43 vom
23. Juni 2009 E.1 betreffend die Umschreibung des Beschwerdethemas
und E.3d). Für die Frage einer allfälligen Duldung stellten sich aber
vergleichbare Fragen nach der Verhältnismässigkeit und dem Vorliegen
eines öffentlichen Interesses an der Durchsetzung des
ordnungsgemässen Vollzuges des Bau- und Umweltrechts, weil diese
auch im Hinblick auf die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes
von zentraler Bedeutung sind. Dazu weist die Beschwerdegegnerin zu
Recht auf das grosse öffentliche Interesse an der Einhaltung des
Legalitätsprinzips hin (vgl. dazu Art. 94 Abs. 4 KRG; BGE 136 II 356 E.6
und 9; VGU R 18 92 vom 21. April 2020 E.4.3.1 ff. und R 17 78 vom
18. Dezember 2018 E.4.2.1 ff.; RUOSS FIERZ, a.a.O., S. 146 ff.). Mit der
Bestätigung der Beurteilung der Beschwerdegegnerin in VGU R 07 43
- 96 -
vom 23. Juni 2009, dass nicht von der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV
aufgrund einer betrieblichen oder technischen Unmöglichkeit bzw.
wirtschaftlichen Untragbarkeit abzuweichen ist (vgl. bereits vorstehende
Erwägungen 8.5.1), wurde betreffend ein baurechtliches
Wiederherstellungsverfahren die entsprechenden Fragen also ebenfalls
mitbeantwortet. Betreffend einen allfälligen Vertrauensschutz ist darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin 1 selbst im Frühling 2006 ein
(ergänzendes) Baugesuch für einen Lüftungsschacht sowie eine
Stützmauer eingereicht hatte, welche neben einem Kontrollschacht für die
Kanalisation die Entlüftung der Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219
vorsah. Für die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, die
Übereinstimmung der ausgeführten Bauten und Anlagen mit den
bewilligten Plänen und dem Baugespann sowie die Einhaltung von
Nebenbestimmungen sind die Bauherrschaft, die Eigentümerinnen und
Eigentümer, sonstige Berechtigte sowie die mit der Projektierung und
Ausführung von Bauvorhaben beauftragten Personen verantwortlich
(siehe Art. 93 Abs. 1 KRG). Ausserdem wurde in der Eingabe vom
10. Oktober 2008 (in Bg-act. 23) anlässlich der Mitwirkung zum ersten
Quartierplanentwurfes von ihr ausgeführt, dass der Abluftkamin für die
Parkierungsanlage nach Ansicht ihrer beigezogenen Fachplaner und
Experten nach den einschlägigen Regeln der Baukunde erstellt worden
sei und die Abluft über das Garagendach der von der Hochbaute
(B._) unabhängigen Parkierungsanlage sowie einen Aktivkohlefilter
abgeleitet werde. Aus den der ursprünglichen Baubewilligung im Jahre
2004 für die Parkierungsanlage zugrundeliegenden Plänen sei klar
ersichtlich gewesen, dass die Entlüftung der Tiefgarage nicht über die
Entlüftung der darüber liegenden Wohneinheiten führen würde. Denn
gemäss diesen Plänen hätten die Kamine erst aus den Wohnungen und
nicht bereits von der Tiefgarage her auf das Dach (der Hochbaute) geführt.
Damit habe sich der Hinweis auf die Kamin-Empfehlung in der
Baubewilligung nur auf die Cheminée-Kamine und nicht auf die
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Garagenabluft bezogen. Hingegen erkannte die Beschwerdeführerin 1
auch ausdrücklich an, dass sie (nach der Rechtsprechung)
Ungenauigkeiten in den Plänen zu vertreten hätte (vgl. dazu auch bereits
die vorstehende Erwägung 7.4.1 und Urteile des Bundesgerichts
1C_448/2017 vom 3. Juli 2018 E.2.2 und 1C_344/2017 vom 17. April 2018
E.3.1). Nach Ansicht der Beschwerdeführerin 1 müsse sich die
Baubewilligungsbehörde aber demgegenüber auch ein nicht eingehendes
und kompetentes Studium der Pläne entgegenhalten lassen. Ein konkreter
Hinweis, inwiefern die bestehende Entlüftung im freien Feld mit
hinreichender Klarheit aus den Plänen hervorgegangen sein soll, fehlt
hingegen. Es wurde zudem betont, dass der Abluftkamin zur Garage
gehöre und über dessen Dach abgeleitet werde. Die Abluft müsse nicht
über das Dach des restlichen Gebäudes abgeführt werden. Das ANU
werde eine fachgerechte Erstellung der Abluftanlage bestätigen (vgl. dazu
auch die Eingabe der Beschwerdeführerin 1 vom 29. Oktober 2008 im
Rahmen der Mitwirkung zum ersten Quartierplanentwurf in Bg-act. 23).
Aus diesen Ausführungen im Zusammenhang mit dem im Frühling 2006
gestellten und mit VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 beurteilten Baugesuch,
welches somit insbesondere die bestehende Entlüftung (im freien Feld)
beinhaltete, ergibt sich für das Gericht mit hinreichender Gewissheit, dass
aus den ursprünglichen Plänen für die Parkierungsanlage bzw. die
gesamte Überbauung auf der Parzelle 2219, im Zeitpunkt der
Baubewilligungen vom 2. Februar 2004 (Stammbaubewilligung) und vom
5. April 2004 (Projekterweiterung) gerade nicht mit hinreichender Klarheit
die heute bestehende Garagenentlüftung der Parkierungsanlage
hervorging und somit auch nicht als so bewilligt gelten kann (vgl. dazu
auch die Schreiben der Beschwerdeführerin 1 vom 29. Oktober 2008 S. 4
f. und vom 2. Dezember 2008 S. 2 und der Beschwerdeführer 3 vom
25. November 2008 S.3 f., in: Bg-act. 23). Demensprechend fehlt es,
vergleichbar mit der Situation bei der Ausfahrtsrampe, an einer
entsprechenden Vertrauensgrundlage (vgl. die vorstehende Erwägung
- 98 -
7.4.1). Ausserdem dürften dem Vertrauensschutz bzw. dem Fortbestand
der Baute oder Anlage trotz materieller Rechtswidrigkeit in jedem Fall
keine schwerwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (siehe
BGE 132 II 21 E.6 m.H.a. 111 Ib 213 E.6; Urteil des Bundesgerichts
1C_22/2018 vom 23. Juli 2018 E.3.2; WALDMANN, in:
GRIFFEL/LINIGER/RAUSCH/THURNHERR [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches
Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 592 Rz. 6.36 f.).
Soweit die Beschwerdeführerinnen 2 sich auf einen Vertrauensschutz
infolge der ursprünglichen Bewilligung der Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 berufen und sie sich bei Erwerb auf eine unter allen
Belangen rechtskonforme Baute hätten verlassen dürfen, kann auf die
zutreffenden Erwägungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden.
Denn es trifft insbesondere zu, dass die Erwerber eines Grundstücks
originär eine bauordnungsrechtliche Zustandsverantwortlichkeit trifft
(siehe dazu auch noch WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 22 Rz. 74) und der
Quartierplan einer Liquidationsmöglichkeit der ihnen daraus
erwachsenden Zusatzkosten etwa gegenüber der Verkäuferschaft nicht
entgegensteht.
Auf die von den Beschwerdeführerinnen 2 replicando verlangten
Messungen der Benzol-Konzentrationen im Einmündungsbereich
AJ._-Strasse/AK._-Strasse, an der AU._-Strasse sowie im
Bereich der bestehenden Garagenentlüftung auf der Parzelle 2219 kann
gestützt auf die vorangegangenen Ausführungen verzichtet werden, da die
Benzolkonzentration bzw. -immissionen im Bereich der Entlüftungsanlage
der Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 nicht alleine
ausschlaggebend für das nicht zu beanstandende Festhalten der
Beschwerdegegnerin an der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV – also der
Entlüftung über Dach – sind. Unabhängig davon gilt für das kanzerogene
Benzol das Minimierungsgebot gemäss Ziffer 82 Abs. 1 zum Anhang 1 der
LRV, womit alle technisch und betrieblich möglichen sowie wirtschaftlich
- 99 -
tragbaren Massnahmen zu treffen sind. Dazu gehört nach der weiterhin
beweiskräftigen, fachtechnischen Beurteilung der AD._ AG sowie der
AM._ AG auch eine der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV
entsprechende Ableitung von mit Benzol belasteter Abluft über Dach einer
Parkierungsanlage mit 140 Parkplätzen und einem WB/h-Wert von über
12 im Jahresdurchschnitt, welcher während einer gewissen Zeitspanne im
Jahr bei Vollauslastung der Parkierungsanlage und somit einer Worst-
Case-Betrachtung sogar bei 70 WB/h pro Stunde liegt. Diesem Worst-
Case-Wert wurde – zugunsten der Bauherrschaft – im Gutachten der
AD._ AG vom 8. September 2006 zudem auch noch der niedrige
Nutzungsfaktor von 0.5 für eine Wohnnutzung der gesamten
Parkierungsanlage zugrunde gelegt (siehe Bg-act. 8). Namentlich trifft es
also auch nicht zu, dass erst nach Beurteilung der Benzolkonzentrationen
bzw. -immissionen auf den umliegenden Strassen und der Ausblasstelle
der bestehenden Garagenentlüftung die Beurteilung einer Ausnahme von
der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV beurteilt werden könne.
Die Beschwerdeführerinnen 2 bestreiten – unabhängig von der bereits in
VGU R 07 43 vom 23. Juni 2009 mitbeurteilten Verhältnismässigkeit bzw.
technisch und betrieblichen Machbarkeit und wirtschaftlichen Tragbarkeit
– die von der Beschwerdegegnerin angenommenen maximalen Kosten
von höchstens ca. CHF 100'000.-- für die Umsetzung einer Ableitung der
Fortluft über Dach gemäss Art. 19 QPB nicht substantiiert. Sie stellen sich
nur auf den Standpunkt, dass dieser Betrag um ein Vielfaches zu tief
angesetzt sei. Dies weil aus feuerpolizeilichen Gründen die
Garagenentlüftungen technisch und konstruktiv völlig separiert werden
müssten. Dazu ist zu bemerken, dass die eigene Schätzung der
Beschwerdeführerinnen 2 von mehreren hunderttausend Franken für die
Abänderung der Entlüftungsanlage auf der Parkierungsanlage auf der
Parzelle 2219 infolge der behaupteten separaten Luftführung nicht ohne
weiteres nachvollziehbar ist. Angesichts des Umstandes, dass die im
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Kanton Graubünden verbindliche Brandschutzrichtlinie 25-15 der
Vereinigung der Kantonalen Feuerversicherungen (VKF) "Lufttechnische
Anlagen" die Möglichkeit von Brandschutzklappen und
Absperrvorrichtungen zwischen verschiedenen Brandabschnitten
erlauben bzw. vorschreiben, erscheint eine vollständig getrennte
Luftführung nicht in jedem Fall absolut zwingend und derart hohe
Mehrkosten (nur) für eine getrennt geführte Fortluftanlage mit der
Ausblasstelle am selben Ort über Dach sind auch nicht unbedingt
plausibel (vgl. zur Massgeblichkeit dieser VKF-Richtlinien: Art. 1 i.V.m.
Anhang 1 der Verordnung zum Brandschutzgesetz [BR 840.110]).
Ausserdem ist nicht ausser Acht zu lassen, dass die Eigentümerschaft der
Parzelle 2219 sich im Ergebnis darauf beruft, dass die Voraussetzungen
für eine Ausnahme von der Regel gemäss Art. 6 Abs. 2 LRV erfüllt sein
sollen (vgl. für die Mitwirkungspflicht der Parteien und die objektive
Beweislast für das Vorliegen eines Ausnahmetatbestandes: Urteile des
Bundesgerichts 1C_182/2019 vom 17. August 2020 E.4.1 f., 1C_482/2012
vom 14. Mai 2014 E.2.5 und 2.7 sowie 1C_535/2012 vom 4. September
2013 E.4.1.2). Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass das Kriterium der
wirtschaftlichen Tragbarkeit in Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 4 Abs. 3 LRV
auf Unternehmen zugeschnitten ist, die nach marktwirtschaftlichen
Kriterien betrieben werden. Ausserhalb dieses Anwendungsbereiches
sind allfällige wirtschaftliche Gesichtspunkte immerhin im Rahmen der
allgemeinen Verhältnismässigkeitsprüfung zu beachten (vgl. BGE 127 II
306 E.8; Urteile des Bundesgerichts 1C_315/2017 vom 4. September
2017 E.3.4, 1C_177/2011 vom 9. Februar 2012 E.6.3 und 1C_299/2009
vom 12. Januar 2010 E.3.2).
8.5.5. Die Beschwerdeführerin 1, die Beschwerdeführerinnen 2 und die
Beigeladenen wenden sich auch gegen die in Art. 19 Abs. 3 erster bis
dritter Spiegelstrich QPB verlangten Sofortmassnahmen bei der
bestehenden Entlüftung. Diese sind aber unter dem Gesichtspunkt der
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Regelung von Art. 19 Abs. 5 QPB zu beurteilen. Namentlich auch aus
Gründen der Verhältnismässigkeit darf nach Ansicht der
Beschwerdegegnerin die eigentlich notwendige Entlüftung über Dach der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 solange aufgeschoben werden,
als dass die Parzelle 1341 noch nicht überbaut wird bzw. bis der dortige
Fuss-/Schülerweg erstellt wird. Wenn die Beschwerdegegnerin die im
Bericht der AS._ GmbH empfohlenen Massnahmen, welcher nota
bene von der Beschwerdeführerin 1 selbst in Auftrag gegeben wurde,
unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Verhältnismässigkeitsprinzips
als vorübergehende Emissionsbegrenzungsmassnahmen verlangt,
überschreitet sie den ihr als Vollzugsbehörde für die Luftreinhaltung
zustehenden Beurteilungsspielraum nicht (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 LRV).
Denn im Gegenzug wird die ordentliche Entlüftung über Dach
aufgeschoben, bis mit einem vertretbaren Aufwand eine gemeinsame
Entlüftung über Dach zusammen mit der Baute auf der Parzelle 1341
realisiert werden kann. Dies ist sicherlich eine angemessenere
Massnahme als sofort auf eine (provisorische) Entlüftung der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 über Dach zu bestehen und
diese im Quartierplan festzuschreiben. Der Bericht der AS._ GmbH
vom 27. Juli 2017 empfahl sodann, diese Massnahmen in jedem Fall
umzusetzen, wobei sie gemäss der vorstehenden Erwägung 8.5.4
fälschlicherweise von der Zulässigkeit des jetzigen Fortluftstandortes im
freien Feld ausging. Die Ausblasstelle würde bis zur Überbauung der
Parzelle 1341 bzw. der Erstellung des Fuss-/Schülerweges einen
Fortluftstandort im freien Feld darstellen, womit auch die von der
AS._ GmbH erwähnten, gemäss deren Einschätzung in jedem Fall
umzusetzenden Massnahmen für eine solche Ausblasstelle durchaus im
Sinne des Vorsorgeprinzips auch für eine (provisorische) Ausblasstelle
angezeigt sind. Dabei ist unter Hinweis auf die vorstehende Erwägung
8.5.1 auch zu betonen, dass nicht nachvollziehbar ist, warum die
- 102 -
Beschwerdeführerin 1 von einer Sanierungspflicht in Art. 19 Abs. 3 QPB
ausgeht und dafür eine fehlende gesetzliche Grundlage moniert.
8.5.6. Betreffend die von den Beschwerdeführerinnen 2, den
Beschwerdeführern 4 und den Beigeladenen beantragten bzw.
unterstützten redaktionellen Anpassung resp. Präzisierung von Art. 19
Abs. 3 QPB, wonach die bestehende Fortluftanlage auf der Parzelle 2219
bis zur Überbauung der Parzelle 1341 bzw. bis zur Erstellung des
Fuss-/Schülerweges, sofern gewisse Sofortmassnahmen (erster bis dritter
Spiegelstrich) innert eines Jahres seit Rechtskraft des Quartierplanes
vorgenommen werden, ist ebenfalls der Argumentation der
Beschwerdegegnerin zu folgen. Diese sieht keinen wesentlichen
Unterschied zwischen der Formulierung mit "bzw." und einer solchen mit
"und". Betrachtet man den Zweck von Art. 19 Abs. 3 QPB im
Zusammenspiel mit Art. 19 Abs. 4 und 5 QPB, wird klar, dass im Zeitpunkt
der Überbauung der Parzelle 1341 die bestehende Entlüftungsanlage
anhand der dazumal geltenden umweltschutzrechtlichen Vorgaben zu
überprüfen ist. Abhängig vom Ergebnis sind die nötigen Massnahmen zu
treffen. Diese werden in Art. 19 Abs. 5 und 6 QPB spezifiziert für den Fall,
dass im Zeitpunkt der Überbauung der Parzelle 1341 gemäss den
dannzumal geltenden umweltschutzrechtlichen Vorschriften
Parkierungsanlagen weiterhin über Dach zu entlüften ist. Dann haben die
Eigentümerschaften der Parzellen 2219 und 1341 eine gemeinsame
Fortluftanlage über Dach zu realisieren bzw. muss die Abluft der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 seitens der Eigentümer der
Parzelle 1341 abgenommen werden und (nach Massgabe der
brandschutzrechtlichen Vorgaben) über ihr Dach abgeführt werden. Dafür
haben die Eigentümer der Parzelle 1341 vor der Projektierung von
Gebäuden mit den Berechtigten an der Parzelle 2219 entsprechend
Kontakt aufzunehmen, um diese Vorhaben zu koordinieren. Daraus ergibt
sich sachlogisch, dass gezwungenermassen die gemäss den
- 103 -
Anforderungen von Art. 19 Abs. 3 QPB ausgestattete Entlüftungsanlage
so lange Bestand haben muss, bis eine gemeinsame Ableitung über Dach
seitens der Eigentümerschaften der Parzellen 1341 und 2219 infolge
entsprechenden Bauten und Anlagen auf der Parzelle 1341 überhaupt erst
möglich ist. Insofern drängt sich die verlangte Präzisierung der
entsprechenden Bestimmung in Übereinstimmung mit der
Beschwerdegegnerin nicht auf bzw. besteht für die genaue Formulierung
ein zu beachtender Spielraum der Beschwerdegegnerin. In diesem
Zusammenhang kann auch noch auf Art. 13a Abs. 2 QPB hingewiesen
werden, wonach der Fuss-/Schülerweg zeitgleich mit der Realisierung des
gemeinsamen Rampenbauwerkes zu erstellen ist. Dass die
Beschwerdegegnerin im Falle einer anderen Beurteilung durch das
Verwaltungsgericht nicht fundamental gegen die beantragte Änderung als
Präzisierung opponiert hat, ändert daran nichts. Die von der
Beschwerdeführerinnen 2 gerügte formelle Rechtsverweigerung, weil die
Beschwerdegegnerin auf ihren entsprechenden Antrag in der Einsprache
vom 31. Oktober 2018 im Einsprache- und Genehmigungsentscheid nicht
eingegangen sei, verfängt ebenfalls nicht. Denn die aus Art. 29 Abs. 2 BV
fliessende Begründungspflicht (vgl. dazu auch Art. 22 Abs. 1 VRG i.V.m.
Art. 2 VRG) verpflichtete die Beschwerdegegnerin nicht dazu, dass sie
sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (siehe BGE 140 II 262 E.6.2
m.H.a. 136 I 229 E.5.2; PVG 2011 Nr. 31 E.2c/aa). Die
Beschwerdeführerinnen 2 machten in ihrer Einsprache 31. Oktober 2018
in diesem Zusammenhang geltend, dass die Überbauung der
Parzelle 1341, die Erstellung der Doppelrampe und der konstruktiv
integrierte Schülerweg zeitgleich erfolge. Die Beschwerdegegnerin führte
im angefochtenen Einsprache- und Genehmigungsentscheid vom
12. August 2019 unter Rz. 201 als entscheidendes Argument an, dass die
Entlüftung gar nicht mehr über das Dach der B._ auf der Parzelle
2219 zu erfolgen habe, sondern über das Dach der zukünftigen Gebäude
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auf der Parzelle 1341, sobald diese überbaut werde bzw. der
Fuss-/Schülerweg erstellt werde. Der Hintergrund dieser Regelung wurde
in der Rz. 193 dargelegt. Dort wurde unter Verweis auf den ergänzenden
Planungsbericht vom 24. August 2018 (siehe Bg-act. 64 S. 20 f.) im
Zusammenhang mit der Regelung von Art. 19 Abs. 3 QPB darauf
hingewiesen, dass auf der Parzelle 1341 die (neuen) Gebäude bzw. der
dortige Fuss-/Schülerweg noch gar nicht bestünden und ein konkreter
Erstellungstermin noch nicht absehbar sei. Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit sei es daher gerechtfertigt, dass die in Art. 19 Abs. 5
QPB geforderte Anpassung der Fortluftanlage (Entlüftung über das Dach
der [Hoch-]Bauten auf der Parzelle 1341) an die Erstellung von Gebäuden
(im Baubereich A) auf der Parzelle 1341 bzw. die Erstellung des
Fuss-/Schülerweges zu knüpfen. Wenn nun die Beschwerdegegnerin den
Art. 19 Abs. 3 QPB unverändert genehmigt und die Einsprache der
Beschwerdeführerinnen 2 abwies, ist dies aufgrund des vorstehend
bereits ausführlich Dargelegten und auch von der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Entscheid erwähnten Sachzusammenhanges
(Voraussetzung eines Gebäudes auf der Parzelle 1341 und ein
entsprechender Aufschub der Anpassung der Fortluftanlage) nicht zu
beanstanden und stellte keine Verletzung des Anspruches auf rechtliches
Gehör dar.
8.5.7. Schliesslich rechtfertigt sich auch die von den Beschwerdeführern 3
verlangte Streichung von Art. 19 Abs. 4 QPB nicht. Nach Ansicht der
Beschwerdeführer 3 darf nicht auf allenfalls weniger strenges, zukünftiges
Umweltrecht abgestellt werden. Es bestehe kein Grund die in Art. 19
Abs. 4 QPB vorgesehenen Lockerungen in der Quartierplan
aufzunehmen. Massgeblich müsse die Rechtslage im Zeitpunkt der
Einreichung des Baugesuches für die Entlüftungsanlage sein. Die
Argumentation der Beschwerdeführer 3 überzeugt unter intertemporalen
Gesichtspunkten sowie Aspekten der Verhältnismässigkeit nicht. Die
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Beschwerdeführer 3 wenden sich weder gegen Art. 19 Abs. 3 noch Art. 19
Abs. 5 QPB. Art. 19 Abs. 5 QPB setzt bereits voraus, dass die Zuführung
und Ableitung der Abluft der Parkierungsanlage der Parzelle 2219 auf die
Parzelle 1341 dann zu erfolgen habe, wenn im Zeitpunkt der Überbauung
der Parzelle 1341 die geltenden umweltschutzrechtlichen Vorschriften die
Entlüftung der Parkierungsanlage über Dach fordern. Sofern in Zukunft
aufgrund einer geänderten Rechtslage Parkierungsanlagen per se nicht
mehr über Dach zu entlüften wären, etwa, weil infolge der fortschreitenden
Elektromobilität die Garagenabluft immer weniger mit Abgasen belastet
wäre, gelte dies in jedem Fall auch für die noch zu erstellende
Parkierungsanlage auf der Parzelle 1341. Damit fiele aber auch ein
wichtiger Baustein der Regelung von Art. 19 Abs. 5 QPB weg. Ausserdem
stünde es der Eigentümerschaft der Parzelle 2219 nach einer solchen, zu
ihren Gunsten wirkenden Rechtsänderung theoretisch frei, ihre dannzumal
bestehende Entlüftungsanlage (ausgerüstet mit den Massnahmen
gemäss Art. 19 Abs. 3 QPB oder sogar bereits über Dach geführt im Sinne
von Art. 19 Abs. 5 QPB) im Rahmen eines neuen Baugesuches an die
dazumal geltenden Vorschriften anzupassen. Allenfalls wäre vorgängig
noch der Quartierplan – infolge wesentlich geänderter Verhältnisse im
Sinne von Art. 21 Abs. 2 RPG – anzupassen. Gemäss Art. 89 Abs. 2 KRG
werden (zukünftige) Baugesuche nach dem Recht beurteilt, welches im
Zeitpunkt ihres Entscheides gilt. Insofern ist in Übereinstimmung mit der
Argumentation der Beschwerdegegnerin die Regelung von Art. 19 Abs. 4
QPB aus Gründen der Verhältnismässigkeit, intertemporalen
Gesichtspunkten sowie auch den Vorschriften über die Änderung von
Raumplänen und der Wiedererwägungs- und Widerrufsmöglichkeit für
Verfügungen (vgl. dazu Art. 21 Abs. 2 RPG und VGU R 18 6 vom
2. Oktober 2018 E.4.5 sowie auch Art. 24 f. VRG und VGU R 19 12 vom
28. April 2020 E.3.4 m.H.a. Urteile des Bundesgerichts 2C_339/2017 vom
24. Mai 2018 E.2.2, 2C_115/2011 vom 22. November 2011 E.3.1 f. und
1C_217/2010 vom 3. Februar 2011 E.3.2 ff.) nicht zu beanstanden.
- 106 -
8.5.8. Damit ist, auch gestützt auf die im Ergebnis überzeugenden Ausführungen
der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprache- und
Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 sowie deren Eingaben im
vorliegenden Verfahren, die Genehmigung von Art. 19 QPB in der
vorliegenden Fassung seitens der Beschwerdegegnerin nicht zu
beanstanden. Damit ist aber, entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin 1 auch Art. 25b QPB nicht aufzuheben.
9.1. Art. 24 QPB (Kosten Quartierplan) und Art. 25 QPB (Kosten für das
gemeinsame Rampenbauwerk und für den Schülerweg) änderte die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einsprache- und
Genehmigungsentscheid vom 12. August 2019 aufgrund der erhobenen
Einsprachen der Stockwerkeigentümer der Parzelle 2219 noch in
gewissen Teilen zu deren Gunsten ab. Die öffentliche Interessenz am
Quartierplan AC._ wurde weiterhin auf 20 % und die private
Interessenz auf 80 % festgelegt. Betreffend Art. 24 QPB hatten die
(Stockwerk-)Eigentümer der Parzelle 2219 eine Begrenzung ihres Anteils
an den Gesamtkosten auf 24 % beantragt. Dabei hatten sie im
Wesentlichen eine sachlich ungerechtfertigt hohe, mit dem Vorteilsprinzip
unvereinbare Kostenbelastung im Vergleich zu den Beschwerdeführern 3
als Eigentümer der unerschlossenen Parzellen 1341 und 1649 bemängelt.
Dies speziell im Hinblick auf die weitaus geringere Kostenbelastung der
Parzelle 1649. Die Beschwerdegegnerin nahm angesichts der aus der
Quartierplanung für die Eigentümerschaft der Parzelle 2219 sowie den
Eigentümern der Parzellen 1338, 1340, 1341 und 1649 resultierenden
Vorteile eine Verlegung der (gesamten) Planungskosten im Rahmen der
privaten Interessenz von 80 % anhand der gemäss Regelbauweise
theoretischen möglichen anrechenbaren BGF sowie eines
Planungsvorteilfaktors vor. Daraus resultierte für die Parzelle 1338 ein
Anteil von 17.4 %, für die Parzelle 1340 (infolge eines
Planungsvorteilsfaktors von 0) ein Anteil von 0 %, für die Parzelle 1341 ein
- 107 -
Anteil von 25.6 %, für die Parzelle 1649 ein Anteil von 10.8 % und die
Parzelle 2219 ein Anteil von 26.2 %. Auch betreffend Art. 25 QPB hielt die
Beschwerdegegnerin aufgrund entsprechender Rügen der
Eigentümerschaft der Parzelle 2219 dafür, dass die Parzelle 1649 in
gleichem Masse wie die Parzellen 1341 und 2219 zu belasten sei, weil
auch erstere auf die Rampenerschliessung angewiesen sei. Dies gelte
aber entgegen der Ansicht der Eigentümerschaft der Parzelle 2219 auch
für sie selbst. Dies unabhängig davon, dass das gemeinschaftliche
Rampenbauwerk für die Parzelle 2219 nur der Ausfahrt diene. Eine
vollständige Erschliessung der Parzelle über die bestehende Einfahrt über
die AK._-Strasse sei, auch wegen dem Widerstand eines grossen
Teils der Stockwerkeigentümer nicht realistisch. Die Kosten für das
gemeinschaftliche Rampenbauwerk mit dem darin zu berücksichtigenden
Fuss-/Schülerweg würden im Verhältnis der gemäss BG zu erstellenden
Anzahl Parkfeldern verteilt, soweit es den gemeinsam benutzten Anteil der
Rampe betreffe (58 %). Der zur Eigennutzung benötigte Anteil der Rampe
vom 42 % sei jeweils von den profitierenden Eigentümerschaften zu
tragen (Parzelle 2219: 7 %; Parzellen 1341 und 1649: 35 %). Für die
Parzellen 1341 und 1649 erfolge die Aufteilung des 35 %-(Eigen-)Anteils
sowie betreffend den gemeinsam benutzten Anteil der Rampe ebenfalls
im Verhältnis der gemäss BG zu erstellenden Anzahl Parkfelder. Art. 25
Abs. 1 QPB wurde in teilweiser Gutheissung der entsprechenden
Einsprachen in diesem Sinne angepasst. Der von den Beigeladenen
verlangten Ergänzung von Art. 25 Abs. 2 QPB hinsichtlich der Aufzählung
der namentlich zu den gemeinschaftlichen Kosten zu zählenden
Positionen wurde ebenfalls zugestimmt und der entsprechend Absatz
entsprechend ergänzt. Art. 25a und Art. 25c QPB wurden unverändert
genehmigt.
9.2. Die Beschwerdeführerin 1, die Beschwerdeführerinnen 2, die
Beschwerdeführer 4 und die Beigeladenen wehren sich gegen die
- 108 -
genehmigten Kostenverteiler in Art. 24 ff. QPB. Die Beschwerdeführerin 1
ist der Ansicht, dass Art. 24, 25 und 25a QPB so anzupassen seien, dass
der Kostenanteil der Parzelle 2219 0 % für die Planungskosten betrage,
die Eigentümerschaft der Parzelle 2219 keine Kosten für die Erstellung
des Rampenbauwerks tragen müsse und bei der Aufteilung der Betriebs-
-, Unterhalts- und Erneuerungskosten (gemäss Art. 25 Abs. 4 QPB) neben
der Anzahl Parkplätze auch berücksichtigt werde, dass die Rampe für die
Parzelle 2219 nur der Ausfahrt diene bzw. dass Art. 25 f. QPB ganz zu
streichen seien, da von dem in den Art. 12a bis 13b der QPB
vorgesehenen gemeinsamen Rampenbauwerk ohnehin abzusehen sei.
Zur Begründung im Zusammenhang mit Art. 24 QPB führte sie im
Wesentlichen aus, dass ein derart grosser Kostenanteil der Parzelle 2219
mit dem für die Kostenverlegung massgebenden Vorteilsprinzip nicht
vereinbar sei. Der Quartierplan AC._ diene nur der Erschliessung und
der Optimierung der Überbaubarkeit der Parzellen 1341 und 1649. Dies
ergebe sich auch aus Art. 2 Abs. 1 QPB. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin bedinge die Behebung des Rechtsmangels eines zu
geringen Grenzabstandes bei der Ausfahrtsrampe keinen Quartierplan.
Dieser könne auch durch ein Näherbaurecht, bauliche Massnahmen oder
Duldung geheilt werden. Ausserdem bestünde bereits eine alternative
Ausfahrt über die Einfahrt. Auch betreffend die Entlüftungsanlage der
Parkierungsanlage sei kein Quartierplanverfahren erforderlich. Der
Kostenanteil der Parzelle 2219 von 26.2 % sei willkürlich und sachlich
nicht begründbar. Angesichts der gegenüber der Eigentümerschaft der
Parzelle 2219 im Quartierplan auferlegten, weitreichenden Pflichten, sei
eine vollständige Kostenbefreiung bzw. zumindest ein deutlich tieferer
Kostenanteil der Parzelle 2219 (analog zu derjenigen der Parzelle 1340)
gerechtfertigt. Hinsichtlich Art. 25 f. QPB wurde argumentiert, dass der
Vorteil der Doppelrampe für die Eigentümer der Parzellen 1341 und 1649
bzw. der Beschwerdeführer 3 ungleich grösser sei und auf deren
Vorschlag zurückgehe. Mit dieser Lösung würde deren Überbauung erst
- 109 -
möglich und die Positionierung der Doppelrampe im Baubereich E
ermögliche die grösstmögliche bauliche Ausnützung der Parzelle 1341.
Die Einräumung einer zwangsweisen Dienstbarkeit für die Erschliessung
der Parzellen 1341 und 1649 sei eine angemessene Gegenleistung für
den marginalen Vorteil, welcher ein gemeinsames Rampenbauwerk für die
Parzelle 2219 bringe, nämlich die Beseitigung des Rechtsmangels des
verletzten Grenzabstandes. Dementsprechend sei die Parzelle 2219 von
sämtlichen Kosten für das neue Rampenbauwerk zu befreien. In Art. 25
Abs. 4 QPB habe die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt, dass die
Rampe für die Parzelle 2219 nur als Ausfahrt diene.
Die Anträge der Beschwerdeführerinnen 2 und der Beschwerdeführer 4
gehen etwas weniger weit. Sie fordern, dass der Kostenanteil der
Parzelle 2219 in Art. 24 QPB auf maximal 24 % der Gesamtkosten
begrenzt werde. Art. 25 (Abs. 1) QPB sei so abzuändern, dass der
Kostenanteil zu Lasten der Parzelle 2219 maximal 16.6 % betrage.
Art. 25a Abs. 3 QPB sei ebenfalls so abzuändern, dass der Kostenanteil
zu Lasten der Parzelle 2219 für das bestehende Rampenbauwerk, soweit
dieses für die neue Doppelrampe weiterverwendet werden könne,
maximal 16.6 % betrage und die verbleibenden Anteile vollumfänglich auf
die Parzellen 1341 und 1649 zu verlegen seien. Einleitend wurde
betreffend Art. 24 QPB ebenfalls auf das Vorteilsprinzip als massgeblichen
Verteilungsgrundsatz verwiesen. Die Beschwerdegegnerin räume im
Planungsbericht (vom 28. Mai 2018, Rz. 203 [siehe Bg-act. 61]) selber ein,
dass die Beschwerdeführer 3 als Eigentümer der Parzellen 1341 und 1649
in hohem Masse von der Quartierplanung profitierten. Dies decke sich mit
Art. 2 Abs. 1 QPB. Ein Kostenanteil für die voll erschlossene und
vollständig überbaute Parzelle 2219 von 26.2 % sei eindeutig zu hoch. Für
die Parzelle 2219 biete der Quartierplan eine zwar vorteilhaftere
rechtskonforme Garagenausfahrt, welche aber im äussersten Notfall auch
auf die AK._-Strasse erfolgen könnte. Die weitgehend noch nicht
- 110 -
überbauten Parzellen 1341 und 1649 könnten hingegen ohne Rampe
nicht rechtsgenüglich erschlossen und somit auch nicht überbaut werden.
Demensprechend rechtfertige es sich nicht, für die Parzellen 1341, 1649
und 2219 denselben Planungs(vorteils)faktor von 1 anzuwenden.
Betreffend Art. 25 QPB wurde vorgebracht, dass die Doppelrampe der
Parzelle 2219 im Gegensatz zu den Parzellen 1341 und 1649 nur als
Einfahrt dienen soll. Letztere hätten somit einen "doppelten Vorteil".
Ausgehend vom Kostenanteil von 58 % für den gemeinsam genutzten
Rampenabschnitt gemäss dem orientierenden Plan nach Art. 4 Abs. 2 lit. f
QPB ergebe sich ein Kostenanteil der Parzelle 2219 von (maximal) 16.6 %
(recte 16.7 %; 58 % : 2 [halb so grosser Vorteil für die Parzelle 2219] =
29 % : 3 [Aufteilung des erhaltenen Quotienten auf die Parzellen 1341,
1649 und 2219] zzgl. 7 % für den Rampenanschluss auf der eigenen
Parzelle 2219 = 16.7 %). Aus den gleichen Gründen seien auch die
Erstellungskosten für Teile der bereits erstellten Rampe, welche beim
Rampenbau verwendet werden könnten, nicht wie in Art. 25a Abs. 3 QPB
hälftig durch die Eigentümer der Parzellen 1341 und 2219 zu tragen. Es
sei die folgende Aufteilung vorzunehmen: Parzelle 2219: 16.6 %,
Parzellen 1341 und 1649: je 41.7 %. Dazu machten sie schliesslich noch
geltend, dass die Beschwerdegegnerin diesen Punkt in
rechtsverweigernder Weise im Einspracheentscheid nicht behandelt hätte.
Replicando rügten die Beschwerdeführerinnen die Nichtberücksichtigung
der Nutzung der Rampe nur für die Ausfahrt verletze das Vorteilsprinzip.
Benötigten die Parzellen 1341 und 1649 auch nur eine
Ausfahrtsmöglichkeit, könnte die bestehende Rampe für alle drei
Grundstücke genutzt werden und müsste nicht durch eine teure
Doppelrampe ersetzt werden.
9.3. Die Beschwerdeführer 3 wiederum kritisieren, dass im Kostenverteiler
gemäss Art. 25 QPB bei der Parzelle nur 15 der effektiv vorhandenen
140 Parkplätze berücksichtigt würden. Die 140 Parkplätze benutzten die
- 111 -
heutige Rampe als Ausfahrt und würden auch die zukünftige Doppelrampe
als Ausfahrt nutzen. Damit müssten die 140 Parkplätze vollumfänglich für
die Kostenpflicht bzw. -verlegung berücksichtigt werden. Weil die
(Doppel-)Rampe für die Parzelle 2219 allerdings nur als Ausfahrt diene,
erscheine es gerechtfertigt, sie nur zur Hälfte zu belasten. Betreffend
Art. 25c QPB wurde vorgebracht, dass bereits im Einspracheverfahren der
Antrag gestellt worden sei, es sei keine Entschädigung geschuldet, sofern
Land der Gemeinde beansprucht werde. Dieser Antrag sei aber
unbehandelt geblieben. Eine Fuss- und Fahrwegverbindung zwischen den
Parzellen 1341 und 1649 müsse nur erstellt werden, weil die
Beschwerdegegnerin die AC._-Strasse nicht unbeschränkt als
Zufahrt freigeben wolle. Die Beschwerdeführer 3 besässen aber für die
Parzelle 1649 eine entsprechende Grunddienstbarkeit zu Lasten der
Parzelle 1338 (unbeschränktes Fuss- und Fahrwegrecht). Die
Beschwerdegegnerin habe eine Erstellung einer Fuss- und
Fahrwegverbindung entschädigungslos zu dulden, weil sie den
Eigentümern der Parzelle 1649 im Quartierplan verbiete, eine
Autoeinstellhalle auf dieser Parzelle zu erstellen und somit die AC._-
Strasse unbeschränkt zu befahren. Für die Nutzung der AC._-
Strasse durch die Eigentümerin der Parzelle 1338 sei in den QPB zudem
auch keine Entschädigung vorgesehen. Replicando stellten sich die
Beschwerdeführer 3 betreffend Art. 25 QPB gegen den von den
Beschwerdeführerinnen 2 und der Beschwerdeführer 4 beantragten
Kostenverteiler. Eine gerechte Verteilung der Erstellungskosten für die
Doppelrampe müsse nicht nach dem Kriterium Ein-/Ausfahrt oder nur
Ausfahrt erfolgen, sondern aufgrund der Anzahl Fahrzeuge, welche die
Rampe benutzten.
9.4. Die Beschwerdegegnerin verwies im Hinblick auf Art. 24 QPB in ihrer
Vernehmlassung vom 8. November 2019 auf den angefochtenen
Entscheid und rief auch die ihr in VGU R 06 23A vom 23. Juni 2009
- 112 -
erteilten Handlungsanweisungen betreffend die Grenzabstandsverletzung
in Erinnerung. Dazu ergänzte sie, dass mangels einer Vereinbarung über
die Unterschreitung des (kleinen) Grenzabstandes mit der
Eigentümerschaft der Parzelle 1341 eine nachträgliche Bewilligung der
bestehenden Ausfahrtsrampe ausser Diskussion stehe, nachdem die
Beschwerdeführer 3 zu keiner Lösung ausserhalb eines Quartierplanes
Hand bieten würden. Ohne Quartierplan bliebe nur eine Wiederherstellung
der (materiell baurechtswidrigen) Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219,
welche auch mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Es müsste nicht nur
die Rampe abgebrochen, sondern auch eine völlige Umstrukturierung der
Verkehrserschliessung auf der Parzelle 2219 (mit weitergehenden
baulichen Massnahmen) vorgenommen werden. Ausserdem müssten die
Stockwerkeigentümer der Parzelle 2219 ohne Quartierplan auch die
Entlüftung der Parkierungsanlage über das Dach der eigenen Parzelle
führen, was aufgrund des verunstaltenden Eingriffes sowie auch der
vergleichsweise hohen Kosten immer abgelehnt worden war. Daraus
schloss die Beschwerdegegnerin, dass die (Stockwerk-)Eigentümerschaft
der Parzelle 2219 aus der vorliegenden Quartierplanung einen grossen
Vorteil ziehe, welcher mit demjenigen der Eigentümer der Parzellen 1341
und 1649 durchaus vergleichbar sei. Es rechtfertige sich somit nicht, den
Kostenanteil der Parzelle 2219 zu reduzieren oder sogar ganz
aufzuheben. Betreffend Art. 25 und 25a QPB betonte die
Beschwerdegegnerin, dass es mit Bezug auf die Kostenbeteiligung an der
Erstellung des gemeinschaftlichen Rampenbauwerks nicht relevant sei, ob
die Anlage als Ein- und Ausfahrt oder nur als Ausfahrt benutzt werde. Auch
die Ausfahrt in die AJ._-Strasse bedinge eine Rampe, unabhängig
davon, ob sie nun von den einzelnen Beteiligten mehr oder weniger
benutzt werde. Wenn überhaupt, würde eher die Kritik der
Beschwerdeführer 3 eine Anpassung des Kostenverteilers rechtfertigen.
Denn in Tat und Wahrheit seien in der B._ bzw. auf der Parzelle 2219
nicht nur 15, sondern 140 Parkfelder untergebracht. Diese hohe Zahl an
- 113 -
Parkplätzen sei darauf zurückzuführen, dass es sich dabei um eine
Gemeinschaftsparkierungsanlage handle, welche auch dem ehemaligen
Hotel AV._ (heute AW._) und dem AX._ (heute Wohn- und
Geschäftsbaute) diene. Die in Art. 25 QPB betreffend die Parzelle 2219
aufgeführten 15 Parkplätze ergäben sich aus der gemäss Regelbauweise
maximal zulässigen (anrechenbaren) BGF. Dieses Vorgehen habe man
gewählt, weil für die Parzellen 1341 und 1649 die (effektive) Anzahl der
Parkplätze noch gar nicht bekannt seien und deshalb ein anderes
(Kostenverlegungs-)Kriterium habe gefunden werden müssen.
Massgebend sei aber in Bezug auf die Erstellungskosten des
gemeinschaftlichen Rampenbauwerks aber ohnehin nicht die mehr oder
weniger starke Benützung des Bauwerks, sondern die Tatsache, dass die
Parzellen 1341, 1649 und 2219 für eine hinreichende strassenmässige
Erschliessung darauf angewiesen seien. Es bestehe kein Anlass, am
Kostenverteiler etwas zu ändern.
9.5. Die dargelegten Überlegungen der Beschwerdegegnerin zu Art. 24 ff.
QPB sind für das Gericht grundsätzlich nachvollziehbar. Dies auch unter
Berücksichtigung des Umstandes der höchst anspruchsvollen,
wiederstreitenden Interessenlagen der Quartierplanbeteiligten.
Ausgangsbasis und Richtschnur für die Kostenverlegung im Rahmen einer
Quartierplanung ist Art. 54 i.V.m. Art. 62 f. KRG. Demnach ist
kostenpflichtig, wem ein wirtschaftlicher Sondervorteil daraus erwächst.
Für die Aufteilung von Privatanteilen auf mehrere Beteiligte dient in der
Regel die mögliche Grundstücksnutzung und Berücksichtigung allfälliger
Vor- und Nachteile (vgl. dazu VGR R 19 98 vom 11. Mai 2021 E. 10.2 ff.,
R 18 87 vom 20. Oktober 2020 E.7.3 und A 18 41 vom 25. Juni 2019
E.5.2). In Anbetracht von Art. 54 Abs. 1 und 3 KRG ist die öffentliche
Interessenz von 20 % an den Gesamtkosten der Quartierplanung gemäss
Art. 24 Abs. 1 lit. a QPB in jedem Fall nicht zu beanstanden (vgl. auch
Art. 63 Abs. 2 Ziffer 2 lit. a KRG).
- 114 -
9.5.1. Soweit die Beschwerdegegnerin die Verteilung der Planungskosten im
Umfang der privaten Interessenz von 80 % nach Massgabe der gemäss
Regelbauweise theoretisch möglichen anrechenbaren BGF sowie eines
Planungsvorteilfaktors für im Quartierplanperimeter liegende Parzellen
vornimmt, erscheint dies durchaus sachgerecht. Denn damit kann anhand
sachlicher (und betreffend der BGF gemäss Regelbauweise auch rein
objektiv bestimmbarer) Kriterien der relative Vorteil einer Parzelle an der
Quartierplanung ermittelt werden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass
die Parzellen des Quartierplangebietes nicht alle in derselben
Grundnutzungszone liegen. Während die Parzellen 1338, 1341 und 2219
in der Zone ÄD mit einer Ausnützungsziffer von 0.7 liegen, sind die
Parzellen 1340 und 1649 der Allgemeinen Wohnzone (AW) mit einer
Ausnützungsziffer von 0.5 zugeordnet (siehe Bg-act. 1). Wenn die
Beschwerdegegnerin für die Parzellen 1341, 1649 und 2219 den gleich
hohen Planungsvorteilsfaktor von 1 einsetzt, ist dies entgegen der Ansicht
eines Teils der Beschwerdeführer ebenfalls nicht zu beanstanden bzw.
kann das Verwaltungsgericht sein Ermessen nicht ohne weiteres an
dasjenige der Gemeinde setzen. Denn diese Parzellen sind im Vergleich
zu den übrigen in die Quartierplan einbezogenen Parzellen eindeutig die
Hauptprofiteure der Quartierplanung. Dass in Art. 2 Abs. 1 QPB betreffend
den Hauptzweck der Quartierplanung (Schaffung der Voraussetzungen für
eine städtebaulich und architektonisch überzeugende Bebauung unter
Berücksichtigung der öffentlichen und privaten
Erschliessungsanforderungen) zwar die Parzellen 1338, 1341 und 1649,
nicht aber die Parzelle 2219 genannt werden, kann darin begründet sein,
dass das Baufeld D auf der Parzelle 2219 bereits vollständig überbaut ist.
Dies im Gegensatz zu den Baufeldern A bis C auf den Parzellen 1338,
1341 und 1649. Aufgrund der ganzen, der Beschwerdeführerin 1 und den
Beschwerdeführerinnen 2 sehr wohl bekannten Vorgeschichte der
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 betreffend Ausfahrt und
Entlüftung, ist die Lösung dieser Probleme – in Übereinstimmung mit der
- 115 -
Beurteilung der Beschwerdegegnerin – ebenfalls als wichtiger Zweck der
Quartierplanung zu beurteilen. Die von der Beschwerdeführerin 1 und
Beschwerdeführerinnen 2 erwähnten alternative Ausfahrtsmöglichkeit auf
die AK._-Strasse sowie deren Ausführung betreffend die
Entlüftungsanlage der Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219 erweisen
sich, wie in den vorstehenden Erwägungen 7.4.1 ff. und 8.5.1 ff.
ausführlich dargelegt, auch infolge der divergierenden Beurteilungen
seitens der Stockwerkeigentümerschaft der Parzelle 2219 nicht als
realistische Option bzw. kann diesen aus umweltrechtlicher Sicht
(weiterhin) nicht gefolgt werden. Gemäss Bundesgericht hat im Hinblick
auf die Ausfahrtsrampe auf der Parzelle 2219 die Bauherrschaft auch die
baurechtliche Verantwortung für die Folgen der mit Urteil vom
13. November 2007 als unklar erachteten Pläne der Ausfahrtsrampe zu
tragen (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 1C_448/2017 vom 3. Juli
2018 E.2.2, 1C_344/2017 vom 17. April 2018 E.3.1 und 1P.791/2006 vom
13. November 2007 E.3.3 ff.) und allfällige spätere Eigentümer werden zu
originären Zustandsstörern betreffend der baurechtswidrigen Baute (siehe
Urteile des Bundesgerichts 1C_292/2017 vom 15. September 2017 E.3.1
und 1C_59/2011 vom 11. Mai 2011 E.3.3). In der Gesamtbetrachtung darf
auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Beschwerdegegnerin
einen nicht unerheblichen Anteil der (Quartier-)Planungskosten von einem
Fünftel aufgrund einer ihrerseits festgestellten öffentlichen Interessenz
übernimmt. Die Beschwerdegegnerin hat in jedem Fall den ihr
zustehenden Beurteilungsspielraum nicht überschritten, wenn sie den
Planungsvorteilsfaktor der Parzelle 2219 ebenfalls mit 1 gewichtet hat,
auch wenn die (Art der) Vorteile der Parzellen 1341, 1649 und 2219 aus
der Quartierplanung nicht vollständig deckungsgleich sind.
Demgegenüber ist nicht ersichtlich, dass die Interessenlage der
Parzelle 2219 an der Quartierplanung mit derjenigen der (von einer
Kostentragung befreiten) Parzelle 1340 oder der Parzelle 1338
(Planungsvorteilsfaktor von 0.5 namentlich infolge der Festlegung des
- 116 -
Baufeldes C [inkl. Firsthöhenbeschränkung nach Art. 10 QPB], eines
Baubereiches für einen Autolift bei der Kreuzung AC._/AK._-
Strasse sowie der Beibehaltung eines Zufahrtsrechts für Besucher auf der
AC._-Strasse bis zu den dortigen, bestehenden Parkplätzen [siehe
Art. 14 QPB]) vergleichbar sein soll. Soweit die Beschwerdeführerin 1 und
die Beigeladenen vorbringen, dass die Positionierung der doppelspurigen
Rampe im Baubereich E eine grösstmögliche bauliche Ausnützung auf der
Parzelle 1341 ermögliche, weil dessen Baufeld A somit bis auf 4 m an die
gemeinsame Grenze ausgedehnt werden könne, ist zu bemerken, dass
dies nur im nordwestlichen Bereich der Parzelle 1341 so ist (siehe dazu
Plan Gestaltung 1:500) und gegen Süden hin sich der Baubereich A von
der Parzellengrenze Richtung Südosten entfernt. Ausserdem entsprechen
die 4 m dem ordentlichen kleinen Grenzabstand für die Zone ÄD und der
Baubereich E ist relativ symmetrisch auf die Parzellen 1341 und 2219
verteilt. Ebenso darf berücksichtigt werden, dass der Plan Erschliessung
1:500 den Fuss-/Schülerweg im nördlichen Bereich auf der Parzelle 1341
verortet, während dieser im GEP relativ eindeutig auf der Parzelle 2219
verortet werden kann (siehe dazu Bg-act. 2) und auch ein öffentliches
Fusswegrecht "Schülerweg" auf ihr lastet (siehe dazu
Grundbuchbereinigungsliste vom 24. Juli 2019 in Bg-act. 77). Insofern
vermögen auch diese Vorbringen nicht zu überzeugen.
9.5.2. Soweit die im Quartierplan vorgesehene Doppelrampe nicht grundsätzlich
in Frage gestellt wird, erachtet ein Teil der Beschwerdeführer einen
Kostenanteil an den Erstellungskosten von maximal 16.6 % (bestehend
aus 9.66 % für den gemeinsam genutzten Rampenabschnitt [58 % der
Gesamtfläche gemäss dem orientierenden Plan nach Art. 4 Abs. 2 lit. f
QPB] und 7 % für Eigennutzungsanteil der Doppelrampe) als
gerechtfertigt. Dabei soll zuerst zur Bestimmung des Kostenanteils am
gemeinsam zu benutzenden Teil der doppelspurigen Rampe eine
Reduktion des Kostenanteils um 50 % gegenüber den Parzellen 1341 und
- 117 -
1649 vorgenommen werden, weil die Rampe von der Parzelle 2219 nur
als Ausfahrt und nicht auch als Einfahrt genutzt werde. Damit sei der
Vorteil nur halb so gross. Danach müsse der Quotient durch die Anzahl
der von der Doppelrampe profitierenden Grundstücke (drei [Parzellen
1341, 1649 und 2219]) geteilt werden, woraus 9.66 % (58 % : 2 : 3)
resultiere. Die Beschwerdegegnerin errechnet den Kostenanteil der
Parzellen 1341, 1649 und 2219 hingegen auf grundlegend andere Weise.
Sie bestimmt auf Basis der in der Grundnutzungszone zulässigen
anrechenbaren BGF die Anzahl der notwendigen Parkfelder (ein Parkfeld
pro 80 m2 [anrechenbare] BGF gemäss Art. 36 Abs. 2 zweiter
Spiegelstrich BG). Damit wird der Umstand abgedeckt, dass die
Parzelle 1649 in einer anderen Grundnutzungszone als die
Parzellen 1341 und 2219 liegt. Der Mitbenützungsanteil von 58 % der
Rampe wird dann anhand der so ermittelten Anzahl (Pflicht-)Parkplätze
auf die drei Parzellen verteilt. Dabei resultieren für die Parzellen 1341 und
2219 infolge der gleichen Anzahl Pflichtparkparkplätze (15) bzw. einer fast
gleich grossen, möglichen anrechenbaren BGF jeweils ein Kostenanteil
von 24 % zzgl. des Anteils für die Eigennutzung der Rampe von 25 bzw.
7 %. Die Parzelle 1649 weist demgegenüber weniger als die Hälfte der
möglichen anrechenbaren BGF und somit einen Pflichtparkplatzbedarf
von sechs Parkplätzen auf, womit bei ihr ein Mitbenützungsanteil von 10 %
resultiert. Der zusätzliche Anteil für die Eigennutzung der Rampe beträgt
für die Parzelle 1649 noch einmal 10 %. Inwiefern dies fundamental gegen
die Verlegungsgrundsätze gemäss Art. 54 Abs. 3 i.V.m. Art. 63 Abs. 3
KRG verstossen soll, ist für das Gericht nicht ersichtlich. Vielmehr stellt es
einen – im Rahmen des der Beschwerdegegnerin in dieser Angelegenheit
zustehenden Beurteilungsspielraumes – durchaus sachgerechten
Kostenverteilschlüssel dar, welcher sich auf sachlich nachvollziehbare
Bemessungskriterien abstützt. Nachvollziehbar weist die
Beschwerdegegnerin auch auf die Unabwägbarkeit im jetzigen Zeitpunkt
hin, wie viele Parkplätze für die Parzellen 1341 und 1649 überhaupt
- 118 -
zukünftig erstellen werden und dass somit ein anderes (sachliches)
Bemessungskriterium herangezogen werden musste. Wenn die
Beschwerdegegnerin für die Erstellungskosten der Rampen der Art der
Rampenbenutzung (Nur Ausfahrt oder Aus- und Einfahrt) kein
entscheidendes Gewicht zumisst bzw. dies nicht als zusätzlichen Faktor
berücksichtigt, sprengt dies den ihr zustehenden Ermessenspielraum
ebenfalls noch nicht. Zwar ist der Grund für ein neues, doppelspuriges
Rampenbauwerk schon im Erfordernis der Ermöglichung einer Einfahrt
von der AJ._-Strasse her zu finden, doch kann unter
Berücksichtigung der (gerichtlich festgestellten)
Grenzabstandsunterschreitung der bestehenden Ausfahrtsrampe, dem
öffentlichen Interesse an der Erschliessung von zentral im Siedlungsgebiet
gelegenen Bauparzellen sowie der nachvollziehbaren Interessenlage der
Eigentümerschaft der Parzelle 1341 hinsichtlich der Erschliessung dieser
Parzelle und der ihr gegenüber bestehenden
Grenzabstandsunterschreitung doch immer noch gesagt werden, dass der
von der Beschwerdegegnerin festgelegte Kostenverteiler eine
angemessene Abwägung und Gewichtung der zur Diskussion stehenden
und widerstreitenden Interessen vornimmt. Auch wenn zurzeit die genaue
Anzahl der Parkplätze für die Parzellen 1341 und 1649 noch nicht genau
feststeht, kann doch bereits als gesichert geltend, dass es erheblich
weniger sein werden als auf der Parzelle 2219. So geht etwa der
Verkehrsingenieur AQ._ bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit
einer doppelspurigen Rampe gemäss Art. 12 a f. QPB betreffend das
zusätzliche Verkehrsaufkommen von maximal 25 zusätzlichen
Parkplätzen und von einem mittleren täglichen Verkehrsaufkommen für
die Parzelle 2219 von weniger als 200 Autofahrten und für die
Parzellen 1341 und 1649 von deutlich weniger als 50 Autofahrten aus
(siehe die vorstehende Erwägung 7.4.5). Die Anzahl Parkplätze auf den
Parzellen 1341 und 1649 lassen sich somit im Hinblick auf das
Verkehrsaufkommen auf der doppelspurigen Rampe nicht unbegrenzt
- 119 -
steigern, womit eine derart grosse Gemeinschaftsparkierungsanlage, wie
sie auf der Parzelle 2219 realisiert wurde, aller Voraussicht nach nicht
möglich sein wird. Somit mag es zwar zutreffen, dass die dem
Kostenverteiler für die Parzellen 1341 und 1649 zugrundeliegenden 21
(Pflicht-)Parkfelder die Rampe sowohl für die Ein- als auch für die Ausfahrt
benützen, die effektiv vorhandenen 140 Parkfelder hingegen nur für die
Ausfahrt. Demgegenüber werden aber im Kostenverteiler von Art. 25
Abs. 1 QPB auch für die Parzelle 2219 nur deren 15 (Pflicht-)Parkfelder
einbezogen. Dieser "Vorteil" ist darin begründet, dass momentan die
genaue Anzahl der Parkplätze für die Parzellen 1341 und 1649 noch nicht
feststehen. Dass die Parzelle 2219 den Anteil an der Rampe für ihre
Eigennutzung von 7 % sowie die Parzellen 1341 und 1649 ihre Anteile von
25 bzw. 10 % vollständig selber tragen müssen, ist selbstverständlich und
im Grundsatz von den Parteien auch nicht beanstandet. Insofern handelt
es sich dabei um einen durchaus als angemessen zu beurteilenden
Kostenverteilschlüssel für die Kosten im Umfang von 58 % für den
gemeinsam genutzten Rampenabschnitt gemäss dem orientierenden Plan
nach Art. 4 Abs. 2 lit. f QPB. Damit ist aber auch gesagt, dass der Einwand
der Beschwerdeführer 3, wonach alle 140 Parkplätze der Parzelle 2219 in
den Kostenverteiler gemäss Art. 25 Abs. 1 QPB einzubeziehen seien,
ebenfalls abzuweisen ist. Der Verzicht auf einen zusätzlichen Faktor in
Art. 25 Abs. 1 QPB für die Einfahrtsnutzung der (mindestens) 21
Pflichtparkplätze für die Parzellen 1341 und 1649 kommt den
Beschwerdeführern 3 zugute, während die generelle Begrenzung auf die
Anzahl der (Pflicht-)Parkfelder der Eigentümerschaft der Parzelle 2219
zugutekommt, womit der in Art. 25 Abs. 1 QPB vorgesehene,
angemessene Ausgleich zwischen den jeweiligen Vor- und Nachteilen
durchaus als gelungen erscheint. Eine doppelte Gewichtung der
berücksichtigten Pflichtparkplätze für die Parzellen 1341 und 1649 infolge
deren zusätzlichen Einfahrtsnutzung führte hingegen zu einer
übermässigen Belastung dieser Parzellen und blendete in stossender
- 120 -
Weise aus, dass in der (Gemeinschafts-)Parkierungsanlage der
Parzelle 2219 effektiv fast das Zehnfache an Parkfeldern vorhanden ist,
die genauen Werte für die Parzellen 1341 und 1649 aber noch nicht
definitiv feststehen. Nur weil die Lösungen der Beschwerdeführer
ebenfalls möglich wären, ist einer solchen noch nicht der Vorrang
gegenüber der von der Beschwerdegegnerin getroffenen Lösung zu
gewähren.
9.5.3. Die Beschwerdeführerin 1 verlangt im vorliegenden Verfahren in Art. 25
Abs. 4 QPB erstmals spezifisch die Berücksichtigung des Umstandes,
dass die Parzelle 2219 die doppelspurige Rampe nur als Ausfahrt
benutze. Dies scheint von den Beigeladenen in ihrer Vernehmlassung vom
15. Oktober 2019 unterstützt zu werden, soweit sie dort eine Verteilung
nur nach Massgabe der Anzahl Parkplätze ebenfalls kritisieren. In der
Einsprache vom 5. November 2018 und der Stellungnahme vom
17. Dezember 2018 der Beschwerdeführerin 1 fand sich noch kein
entsprechender Antrag oder spezifische Ausführungen dazu (siehe dazu
die entsprechenden Eingaben in: Bg-act. 65). Die heutigen
Beschwerdeführer 4 hatten in ihrer Einsprache vom 5. November 2018 die
entsprechende Regelung erwähnt, aber nicht kritisiert oder eine
Abänderung beantragt (siehe S. 8 der entsprechenden Eingabe in Bg-
act. 65). Die genannte Bestimmung sah und sieht für die Kostenverlegung
der aus dem Betrieb, dem Unterhalt und der Erneuerung der gemeinsam
benutzten Anlageteile anfallenden Kosten vor, dass diese im Verhältnis
der Anzahl der Parkplätze aufgeteilt werden, welche in den
Parkierungsanlagen auf den Parzellen 1341, 1649 und 2219 erstellt
worden sind (siehe dazu den QPB-Entwurf vom 24. August 2018 in Bg-
act. 63 und die QPB in der Fassung vom 12. August 2019 in Bg-act. 78).
Gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG können im vorinstanzlichen Verfahren
gestellte Rechtsbegehren nicht ausgedehnt werden (siehe VGU A 19 27
vom 25. August 2020 E.2.1 sowie R 18 94 vom 20. Oktober 2020 E.2
- 121 -
m.H.a. R 12 50 vom 5. Februar 2013 E.3 und PVG 1990 Nr. 83). Insofern
könnte durchaus in Frage gestellt werden, ob dieser Antrag zu
Art. 25 Abs. 4 QPB noch mit Art. 51 Abs. 2 VRG vereinbar ist bzw. nicht
mehr oder etwas anderes als vor der Vorinstanz verlangt wird (vgl. dazu
A 19 27 vom 25. August 2020 E.2.2, R 17 31 vom 17. April 2018 E.1.3.1 f.
und R 17 57 vom 16. Januar 2018 E.2a; vgl. für das bundesgerichtliche
Verfahren: BGE 136 V 362 E.3.4.2 und Urteile des Bundesgerichts
2C_1140/2018 vom 21. Dezember 2018 E.3 und 8C_126/2016 vom
8. August 2016 E.1). Selbst wenn dieser aber zulässig sein sollte und
darauf eingetreten werden könnte, ist diese Bestimmung jedenfalls
insofern nicht zu beanstanden, als dass derartige Kosten erst nach dem
Zeitpunkt der Erstellung der tatsächlich realisierten Parkplätze anfallen
und somit die entsprechenden Grundlagen dann auch genau bekannt
sind. Aufgrund des vorstehend erwähnten Umstandes, dass die
doppelspurige Rampe im Hinblick auf das Verkehrsaufkommen keine
unbeschränkt grosse Anzahl an zusätzliche Parkplätzen für die
Parzellen 1341 und 1649 zulassen wird, bleibt es auch dabei, dass die
Parkierungsanlage auf der Parzelle 2219, welche die Rampe nur für die
Ausfahrt benützen wird, aller Voraussicht nach weiterhin eine erheblich
grössere Anzahl an Parkplätzen als die Parkierungsanlage(n) für die
Parzellen 1341 und 1649 aufweisen wird. Insofern erscheint eine grössere
Belastung der Parzelle 2219 mit solchen Kosten im Vergleich zu den
Parzellen 1341 und 1649 mit einer geringeren Anzahl an Parkplätzen
grundsätzlich gerechtfertigt. Entscheidend ist nun aber das das Folgende.
Die Anzahl der zukünftig tatsächlich vorhandenen Parkplätze ist ein
objektiv eindeutig zu ermittelndes Kriterium, wenn es in der Zukunft um die
Verlegung der Betriebs-, Unterhalts- und Erneuerungskosten geht. Weil
davon ausgegangen werden kann, dass die Parkierungsanlagen für die
Parzellen 1341, 1649 und 2219 von Fahrzeugen mit vergleichbaren
Achslasten befahren wird, muss nach Ansicht des Gerichts die Anzahl der
generierten Fahrten (welche durch eine Nutzung als Ein- und Ausfahrt im
- 122 -
Vergleich zu einer blossen Ausfahrtsnutzung erhöht würden) zu bzw. aus
den jeweiligen Parkierungsanlagen auch nicht das alleine massgebende
Kriterium sein. Vielmehr hängen die zu verlegenden (laufenden oder
periodisch wiederkehrenden) Kosten wesentlich von
nutzungsunabhängigen Faktoren wie insbesondere der Alterung und den
nicht beeinflussbaren Witterungsverhältnissen ab. So muss etwa die
Rampe bei Schneefall unabhängig von Nutzung als Ein- oder Ausfahrt im
Rahmen des BEG und der BEV dauerhaft beheizt werden, um ein
Ansetzen des Schnees oder die Eisbildung zu verhindern.
9.5.4. Zu Art. 25a Abs. 3 QPB führen die Beschwerdeführerinnen 2 und die
Beschwerdeführer 4 aus, dass auch für weiterzuverwendende Bauteile
der bestehenden Rampe die dafür aufgewendeten Erstellungskosten im
Verhältnis 16.6 % zu Lasten der Parzelle 2219 und je 41.7 % zu Lasten
der Parzellen 1341 und 1649 aufzuteilen seien. Darauf sei die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zudem gar nicht
eingegangen. Art. 25a Abs. 3 QPB hält für den Fall, dass die bestehende
Rampe nicht zurückgebaut wird und im Zuge der Erstellung des
gemeinsamen Rampenbauwerks ganz oder teilweise weiterverwendet
werden kann, das folgende fest: Die dafür aufgewendeten
Erstellungskosten sind je hälftig von den Eigentümerschaften der
Parzellen 1341 und 2219 zu tragen, wobei die Erstellungskosten nicht
indexiert und auch nicht verzinst werden. Die Beschwerdeführerinnen 2
und der Beschwerdeführer 4 sehen ihre Forderung darin begründet, dass
auch die Parzelle 1649 vom neuen Rampenbauwerk profitiere und die
Parzellen 1341 und 1649 das neue doppelspurige Rampenbauwerk als
Ein- und Ausfahrt benützen würden. Wie bereits in der vorstehenden
Erwägung 9.5.2 festgehalten, werden in Art. 25 Abs. 1 QPB die Kosten für
das im Baubereich E zu erstellende gemeinschaftliche Rampenbauwerk
mit den Kostenpositionen gemäss Art. 25 Abs. 2 QPB namentlich unter
dem Vorbehalt von Art. 25a Abs. 3 QPB in nicht zu beanstandender Weise
- 123 -
auf die drei Parzellen 1341, 1649 und 2219 verteilt. Demgegenüber
werden die ursprünglichen Erstellungskosten für weiterverwendbare
Bestandteile des bestehenden Rampenbauwerks gemäss Art. 25a Abs. 3
QPB hälftig auf die (Nachbar-)Parzellen 1341 und 2219 verlegt. Es betrifft
somit die ursprünglich angefallenen Kosten für Bestandteile des als
materiell baurechtswidrig beurteilten, bestehenden, einspurigen
Rampenbauwerks, welche weiterverwendet werden können. Diese
Reglung wird in Art. 25 Abs. 1 Satz 1 QPB vorbehalten. Betreffend die
Erstellungskosten in Art. 25 (Abs. 1) QPB sieht es die
Beschwerdegegnerin als primär massgebend an, dass sowohl die
Parzellen 1341, 1649 als auch die Parzelle 2219 auf ein Rampenbauwerk
für eine genügende Zu- und/oder Wegfahrt angewiesen sind und die
Intensität der Nutzung in den Hintergrund rücke. Im angefochtenen
Entscheid hielt sie in der Randziffer 232 fest, dass es sich als begründet
erweise, auch die Parzelle 1649 in gleichem Masse wie die Parzellen 1341
und 2219 zu belasten. Daraus entwickelt sie dann den Verteilschlüssel
gemäss dem genehmigten Art. 25 Abs. 1 QPB. Daraus lässt sich nur der
Schluss ziehen, dass auch die Parzelle 1649 in den Kostenverteiler
gemäss Art. 25a Abs. 3 QPB einzubeziehen ist. Die Beschwerdegegnerin
stellt sich betreffend Art. 25 (Abs. 1) QPB auf den Standpunkt, dass für
den Fall, dass ihrer Argumentation nicht gefolgt werden könne, direkt
reformatorisch zu entscheiden sei. Dies rechtfertigt sich auch für die
seitens des Gerichts in Art. 25a Abs. 3 QPB erkannte Unstimmigkeit im
Vergleich zu Art. 25 Abs. 1 QPB, da beide schlussendlich die zu
verteilenden Erstellungskosten für das doppelspurige Rampenbauwerk im
Baubereich E betreffen. Zudem plädieren in ihrer Beschwerde vom
17. September 2019 auch die Beschwerdeführerinnen 2 für einen
reformatorischen Entscheid in der Sache. Schliesslich kann die
unterlassene Angleichung von Art. 25a Abs. 3 QPB an Art. 25 Abs. 1 QPB
nur auf ein Versehen der Beschwerdegegnerin zurückzuführen sein und
ein reformatorischer Entscheid rechtfertigte sich auch zur Vermeidung
- 124 -
eines verfahrensmässigen Leerlaufes infolge einer Rückweisung an die
Beschwerdegegnerin nur in diesem Punkt. Dies gilt umso mehr, als dass
die vorliegend zu beurteilende Quartierplanung bereits eine sehr lange
Entstehungsgeschichte aufweist und sich die Verfahrensbeteiligten im
vorliegenden Verfahren ausgiebig zur Sache äussern konnten. Die
Berücksichtigung der ursprünglichen Erstellungskosten der bestehenden
Ausfahrtsrampe wurde erstmals im Rahmen des Quartierplanentwurfes
vom 28. Mai 2018 (erste öffentliche Auflage) auf entsprechende
Einwendungen der Eigentümer der Parzelle 2219 gegen den
Quartierplanentwurf vom 16. Juli 2016 aufgenommen, als noch eine
hälftige Teilung der Kosten für den Umbau und die Erweiterung der
bestehenden Rampen zwischen den Eigentümern der Parzellen 1341 und
2219 vorgesehen war (siehe dazu Bg-act. 60 und Planungsbericht vom
28. Mai 2018, S. 65 ff. [Bg-act. 61]). Im Rahmen des
Quartierplanentwurfes vom 24. August 2018 (zweite öffentliche Auflage)
wurde die Berücksichtigung der ursprünglichen Erstellungskosten der
Ausfahrtsrampe auf einen entsprechenden Einwand der
Beschwerdeführer 3 hin (siehe dazu Einsprache gegen den
Quartierplanentwurf vom 28. Mai 2018 der Beschwerdeführer 3 vom
2. Juli 2018 S. 8, in: Bg-act. 62) von der Weiterverwendbarkeit dieser
Bauteile abhängig gemacht und neu in Art. 25a Abs. 3 des Entwurfes zu
den QPB (E-QPB) zusammen mit der Vorfinanzierungsregelung von
Art. 25a Abs. 1 und 2 E-QPB geregelt. Art. 25 Abs. 1 E-QPB sah dazumal
noch eine Teilung der gemeinschaftlichen Kosten für das im Baubereich E
zu erstellende (doppelspurige) Rampenbauwerk – unter dem Vorbehalt
der Regelung von Art. 25a Abs. 3 E-QPB – von 64 % zulasten der
Parzelle 1341 und zu 36 % zu Lasten der Parzelle 2219 vor (siehe Bg-
act. 63 und ergänzenden Planungsbericht vom 24. August 2018, S. 28 f.
[Bg-act. 64]). Die Parzelle 1649 war in Art. 25 Abs. 1 E-QPB nicht
einbezogen und auch beim Kostenverteiler nach Art. 24 Abs. 1 E-QPB
dazumal noch stark privilegiert. Der ergänzende Planungsbericht vom
- 125 -
24. August 2018 enthielt zu Art. 25a Abs. 3 E-QPB keine speziellen
Ausführungen. Die ursprüngliche Privilegierung der Parzelle 1649
gegenüber der Parzellen 1341 und 2219, welche die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid vom 12. August 2019 nun aber aufgegeben
hat (siehe dazu Rz 224 und 232 des angefochtenen Entscheides), wurde
ursprünglich mit einer in den Festsetzungen des GEP betreffend die
AC._-Strasse begründeten "Erschliessungsnot" gerechtfertigt (siehe
dazu Planungsbericht vom 28. Mai 2018, S. 63 f. [Bg-act. 61]). Damals
wurde der Vorteil der Parzelle 1649 aus der Quartierplanung generell noch
in einem ähnlichen Bereich wie derjenige für die Parzellen 1338 und 1340
verortet, weshalb diesen drei Parzellen nur 9 % der gesamten
Planungskosten nach Massgabe ihrer im Planungsgebiet liegenden
Grundstücksfläche auferlegt werden sollten. Die Beschwerdeführer 3
äusserten sich in ihrer Replik vom 6. Januar 2020 nicht spezifisch zum
Änderungsantrag betreffend Art. 25a Abs. 3 QPB. Aufgrund der gesamten
Umstände erscheint es sachlich gerechtfertigt, dem Antrag der
Beschwerdeführerinnen 2 und der Beschwerdeführer 4 insoweit zu
entsprechen, dass auch die vom gemeinsamen Rampenbauwerk
profitierende Parzelle 1649 analog zu Art. 25 Abs. 1 QPB einzubeziehen
ist. Der weitergehende Antrag ist aber aufgrund derselben Überlegungen
wie zu Art. 25 Abs. 1 QPB abzuweisen. Die entsprechenden
Erstellungskosten für weiterzuverwendende Rampenbauteile sind somit
von den Eigentümern der Parzellen 1341, 1649 und 2219 im gleichen
prozentualen Verhältnis wie in der Spalte "Total" von Art. 25 Abs. 1 QPB
vorgesehen zu tragen.
9.5.5. Die Beschwerdeführer 3 verlangen die Regelung von Art. 25c Abs. 1 QPB
insofern zu ergänzen, als dass für das (durch sie) von der
Beschwerdegegnerin beanspruchte Land für eine Fuss- und
Fahrwegverbindung zwischen den Parzellen 1341 und 1649 keine
Entschädigung zu bezahlen sei. Ausserdem habe sich die
- 126 -
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zu Unrecht nicht damit
auseinandergesetzt, obwohl sie bereits damals einen Verzicht auf eine
Entschädigung bei Beanspruchung vom Land der Gemeinde beantragt
hätten. Die Beschwerdegegnerin stellt sich in ihrer Vernehmlassung auf
den Standpunkt, dass für die Beurteilung dieser Entschädigungsfrage der
Rechtszustand massgebend sei, welcher sich aus der jetzt bereits
bestehenden Nutzungsordnung ergebe. Weil die AC._-Strasse als
reiner Fussweg klassifiziert sei, könne dieser Weg nicht zu Fahrzwecken
genutzt werden. Die Beschwerdeführer 3 erachten den Verzicht auf eine
Entschädigung für ein solche Fuss- und Fahrwegrecht gemäss Art. 16
Abs. 2 bis 4 QPB bzw. dem Plan Erschliessung 1:500 zugunsten der
Beschwerdegegnerin hingegen als gerechtfertigt, weil diese die
AC._-Strasse nicht unbeschränkt als Zufahrt freigeben wolle.
Ausserdem hätte die Beschwerdegegnerin (als neue Eigentümerin der
gemäss Plan Neuzuteilung 1:500 und Art. 6 QPB von der Parzelle 1338
abgetretenen Landfläche) aufgrund der auf der Parzelle 1338 lastenden
Grunddienstbarkeit (Fahr- und Fusswegrecht zu Gunsten der
Parzelle 1649) dies entschädigungslos zu dulden, weil sie der
Eigentümerschaft der Parzelle 1649 verbiete, eine Parkierungsanlage auf
dieser Parzelle zu erstellen und die AC._-Strasse unbeschränkt zu
befahren. Ausserdem müsse gemäss den QPB die Eigentümerin der
Parzelle 1338 auch keine Entschädigung ausrichten. Diese
Argumentation der Beschwerdeführer 3 verfängt nicht. Wie in der
vorstehenden Erwägung 6.4 dargelegt, beruht die Fahrbeschränkung für
die AC._-Strasse auf einer entsprechenden Festsetzung im GEP und
lässt sich sachlich rechtfertigen (vgl. dazu auch Art. 99 Abs. 3 KRG,
wonach Entschädigungsansprüche aufgrund einer materiellen Enteignung
fünf Jahre nach Inkrafttreten der Eigentumsbeschränkung verjähren).
Ausserdem trifft es in keiner Weise zu, dass der Quartierplan oder der
GEP die Erstellung einer Parkierungsanlage auf der Parzelle 1649
verbietet (siehe Art. 15 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 3 QPB). Ausserdem
- 127 -
befasst sich die strittige Bestimmung allgemein mit der
Entschädigungsfrage für eine Fahr- und/oder Fusswegverbindung von der
Parzelle 1341 zur Parzelle 1649. Gemäss Plan Erschliessung 1:500
könnte eine solche (unterirdische) Verbindung namentlich auch die im
Privateigentum stehende Parzelle 1340 tangieren und gegenüber dieser
Parzelle besteht gemäss Grundbuchbereinigungsliste vom 24. Juli 2019
(siehe Bg-act. 77) nur ein Fuss- aber kein Fahrwegrecht. Es ist somit nicht
ausgeschlossen, dass für eine (unterirdische) Verbindung der
Parzellen 1341 und 1649 die entsprechende Dienstbarkeit betreffend
Lage oder Umfang keine hinreichende Berechtigung für eine unterirdische
Verbindung gemäss Art. 16 Abs. 2 bis 4 QPB verleiht. Damit ist die
entsprechende Regelung durchaus sinnvoll und beizubehalten. Soweit die
von der privaten Parzelle 1338 an die Beschwerdegegnerin gemäss Plan
Neuzuteilung 1:500 abzutretende Landfläche betroffen wäre, gilt dasselbe.
Über Art. 23 Abs. 1 QPB wird die entsprechende Verbindungsmöglichkeit
unabhängig vom Inhalt allfälliger Grunddienstbarkeiten und allfälliger
zivilrechtlicher Streitigkeiten darüber sichergestellt. Dass die Eigentümerin
der Parzelle 1338 keine Entschädigung für die auf Besucher beschränkte
Zufahrtsmöglichkeit zu leisten hat, kann zum einen auf die Erstellung
dieser Besucherparkplätze vor dem Inkrafttreten des geltenden GEP
zurückzuführen sein oder auch auf den Umstand, dass gemäss Art. 6 QPB
dieser Bereich der AC._-Strasse entschädigungslos an die
Beschwerdegegnerin abzutreten ist. Ausserdem hat die Parzelle 1338 mit
Abstand die grösste Fläche nach Massgabe von Art. 6 QPB abzutreten,
während die Flächenanteile der Parzellen 1341, 1649 und 2219 weitaus
geringer sind (siehe dazu Plan Neuzuteilung 1:500). Insofern drängt sich
eine Änderung von Art. 25c Abs. 1 QPB im Sinne der Beschwerdeführer 3
nicht zwingend auf.
10. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen können der
Beschwerdegegnerin keine (materiellen) Rechtsverletzungen, wie etwa
- 128 -
eine unvollständige Erfassung der massgeblichen Interessen,
vorgeworfen oder deren Abwägung der widerstreitenden Interessen
beanstandet werden (vgl. dazu bereits die vorstehende Erwägung 2.1).
Untergeordnete formelle Mängel, konnten im vorliegenden Verfahren im
Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels geheilt werden. Damit ist
einzig Art. 25a Abs. 3 QPB insofern anzupassen, als dass auch die
Parzelle 1649 anteilig und analog zu Art. 25 Abs. 1 QPB in den
entsprechenden Kostenverteiler einzubeziehen ist. Darüber hinaus
erweisen sich die gegen den Quartierplan AC._ erhobenen
Beschwerden in den Verfahren R 19 73, R 19 74, R 19 75 und R 19 76
aber als unbegründet und sind abzuweisen, soweit darauf überhaupt
eingetreten werden kann.
11. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen sind auch die verbleibenden,
von den Parteien gestellten Beweisanträge in antizipierter
Beweiswürdigung abzuweisen (siehe dazu BGE 141 I 60 E.3.3, 136 I 229
E.5.3 und 134 I 140 E.5.3; Urteile des Bundesgerichts 2C_430/2020 vom
13. Juli 2020 E.3.3.1, 1C_226/2018 vom 3. September 2019 E.2.6,
1C_465/2018 vom 18. Februar 2019 E.2.3 und 1C_432/2016 vom 9.
Dezember 2016 E.2.1.1), soweit sie vorliegend überhaupt von Relevanz
sein könnten und nicht gegenstandslos geworden sind. Es ist etwa nicht
ersichtlich, weshalb der Editionsantrag der Beschwerdegegnerin
hinsichtlich von Dokumenten betreffend Gewährleistungs- und
Schadenersatzansprüche der (übrigen) Stockwerkeigentümer der
B._ gegenüber der Beschwerdeführerin 1 von Relevanz sein sollen.
Denn die Motive der Beschwerdeführerin 1, der Beschwerdeführerinnen 2
oder der Beschwerdeführer 4 zur Erhebung ihrer Beschwerde(n) sind
grundsätzlich unerheblich bzw. muss das Anfechtungsinteresse bei
Vorliegen einer besonderen Beziehungsnähe nicht mit dem Interesse
übereinstimmen, das durch die von den Beschwerdeführenden als verletzt
bezeichneten Normen geschützt werden soll. Vielmehr kann die
- 129 -
Überprüfung (eines Planungs- oder Bauvorhabens) im Lichte all jener
Rechtssätze verlangt werden, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem
Sinne auf ihre Stellung auswirken, so dass ihnen im Falle des Obsiegens
ein praktischer Nutzen entsteht (siehe BGE 141 II 50 E.2.1 f.).
12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführerin 1,
die Beschwerdeführerinnen 2, die Beschwerdeführer 3, die
Beschwerdeführer 4 und die Beigeladenen grundsätzlich kostenpflichtig
(siehe Art. 40 Abs. 2 und Art. 73 Abs. 1 VRG). Mehrere Parteien tragen
die Kosten zu gleichen Teilen, soweit die Behörde nichts anderes
entscheidet (siehe Art. 73 Abs. 2 VRG). Haben mehrere Beteiligte ein
Verfahren gemeinsam verlangt oder veranlasst, haften sie für die Kosten
solidarisch, soweit die Behörde nichts anders entscheidet (siehe Art. 72
Abs. 2 VRG). Die Staatsgebühr beträgt gemäss Art. 75 Abs. 2 VRG in der
Regel höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem Umfang und der
Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. In Verfahren die
einen besonders hohen Aufwand verursachen, erhöht sich der
Kostenrahmen auf CHF 100'000.--. Vorliegend wurden vier
Beschwerdeverfahren vereinigt und nach einem umfangreichen
Schriftenwechsel in einem Urteil abgehandelt, wobei eine Vielzahl von
Anträgen und Rügen differenziert zu beurteilen und abzuhandeln waren.
In Anbetracht des Verfahrensaufwands inkl. der Durchführung eines
Augenscheins ist die Spruchgebühr auf CHF 12'000.-- festzusetzen. Die
Beschwerdeführerinnen 2 und die Beschwerdeführer 4 dringen vorliegend
betreffend Art. 25a Abs. 3 QPB im Vergleich zu ihren gesamten Anträgen
nur in einem sehr untergeordneten Masse durch. Diesem sehr
geringfügigen Obsiegen wird mit der Reduktion der auf sie entfallenden
Kostenanteile um 20 % Rechnung getragen, wobei auch eine allfällige
Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör bzw. der als verletzt
gerügten und im vorliegenden Verfahren (allenfalls) zu heilenden
- 130 -
Begründungspflicht betreffend die verlangte (redaktionelle) Änderung von
Art. 19 Abs. 3 und Art. 25a Abs. 3 QPB damit mitabgegolten ist. Der
Kostenanteil der Beschwerdeführerinnen 2 und der Beschwerdeführer 4
beträgt somit je 16 % (einen Fünftel [20 %] x 0.8). Soweit auch die
Beschwerdeführer 3 namentlich eine Verletzung ihres Anspruches auf
rechtliches Gehör betreffend Art. 25c Abs. 1 QPB geltend machen und
dies im vorliegenden Verfahren zu heilen war, wird diesem
untergeordneten Punkt mit einer Reduktion ihres Kostenanteils um 10 %
ebenfalls Rechnung getragen. Der Kostenanteil der Beschwerdeführer 3
beträgt somit 18 % (20 % x 0.9). Auch wenn die Beschwerdeführerin 1 und
die Beigeladenen vorliegend keinen spezifischen Anpassungsantrag zu
Art. 25a Abs. 3 QPB gestellt haben, verbessert die teilweise Gutheissung
von vorliegend vereinigten Beschwerden ihre Position in diesem Punkt,
weshalb dies auch bei ihnen mit einer Reduktion des auf sie entfallenden
Kostenanteils um 10 % berücksichtigt wird. Die Beschwerdeführerin 1
hatte die Nichtberücksichtigung der Parzelle 1649 in Art. 25a (E-)QPB
immerhin bereits in ihrer Einsprache vom 5. November 2018 gegen den
Quartierplanentwurf vom 24. August 2018 thematisiert (siehe Einsprache
der Beschwerdeführerin 1 vom 5. November 2018 S. 8, in: Bg-act. 65).
Somit beträgt der Kostenanteil der Beschwerdeführerin 1 und der
Beigeladenen ebenfalls je 18 % (20 % x 0.9). Untereinander haben die
Beschwerdeführerinnen 2, die Beschwerdeführer 3, die
Beschwerdeführer 4 und die Beigeladenen ihren Anteil wiederum zu
gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung zu tragen. Damit gehen
insgesamt 14 % (100 % - [2 x 16 % + 3 x 18 %]) der Gerichtkosten zu
Lasten der Beschwerdegegnerin.
13. Für die nur sehr geringfügig obsiegenden Verfahrensbeteiligten,
namentlich die Beschwerdeführerin 1, die Beschwerdeführerinnen 2, die
Beschwerdeführer 4 und die Beigeladenen bzw. auch die
Beschwerdeführer 3 im Hinblick auf die Heilung eines formellen Mangels,
- 131 -
rechtfertigt sich jeweils auch nur die Zusprache einer erheblich reduzierten
Parteientschädigung. Die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 1
machen in ihrer Kostennote vom 20. April 2021 ein Betrag von
CHF 10'316.58 geltend (31 h à CHF 300.-- zzgl. 3 % Spesenpauschalen
und 7.7 % MWST). Gemäss Art. 2 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(HV, BR 310.250) wird die Parteientschädigung an die obsiegende Partei
nach Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem
in der Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu
betrachtenden) Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Als
üblich wird in Art. 3 Abs. 1 HV ein Stundensatz bis zu Fr. 270.-- festgelegt.
Eine Honorarvereinbarung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 HV liegen zwar vor
(siehe Akten der Beschwerdeführerin im Verfahren R 19 73 [R 19 73 Bf-
act.] 1), weist aber ein Stundenansatz von CHF 300.-- aus, welcher
praxisgemäss auf CHF 270.-- zu kürzen ist (siehe VGU R 19 6 vom
22. Dezember 2020 E.8.3 und R 20 43 vom 1. September 2020 E.1.2.2).
Warum angesichts der Praxis gemäss PVG 2015 Nr. 19 und trotz einer
gemäss UID-Registereintrag bestehenden MWST-Pflicht der
Beschwerdeführerin 1 ein Kostenersatz für den MWST-Betrag zustehen
soll, wird von dieser nicht begründet. Damit ist die MWST bei der
Bemessung der Parteientschädigung nicht zu berücksichtigen (siehe dazu
anstatt vieler: VGU U 21 23 vom 4. Juni 2021 E.3.3). Hinzu kommt
ausserdem, dass bei der Beschwerdeführerin 1 eine Vertretung durch
mehr als einen Rechtsvertreter besteht, wobei die Beschwerde vom
17. September 2019 und die Replik vom 6. Januar 2020 von beiden
Bevollmächtigen (siehe dazu R 19 73 Bf-act. 1) unterzeichnet wurden.
Eine genaue Aufschlüsselung der Aufwendung lässt sich der
Honorarnoten aber nicht entnehmen und dies vermag eine weitere
Kürzung der Kostennote zu rechtfertigen (siehe dazu VGR U 17 8 und
U 16 5 vom 19. April 2018 E.11.3.2). Unter Berücksichtigung der im
Kostenpunkt berücksichtigten Reduktion des Kostenanteils um 10 %
- 132 -
sowie mangels einer spezifischen Auseinandersetzung der
Beschwerdeführerin 1 mit Art. 25a Abs. 3 QPB in ihren Rechtsschriften,
rechtfertigt sich eine pauschale Parteientschädigung zugunsten der
Beschwerdeführerin 1 von CHF 600.-- (inkl. Spesen). Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführer 4 macht in seiner Honorarnote vom 28. Februar
2020 ein Betrag von CHF 4'100.05 (13.2 h à CHF 280.-- zzgl. 3 %
Pauschalspesen und 7.7 % MWST) geltend. Wie bereits vorstehend
erwähnt, ist der Stundenansatz bei Vorliegen einer Honorarvereinbarung
praxisgemäss auf CHF 270.-- zu kürzen. Angesichts der im Kostenpunkt
berücksichtigen Reduktion von 20 % und des in der Honorarnote vom
28. Februar 2020 noch nicht berücksichtigten Augenschein vom 25. März
2021, ist die Parteientschädigung zugunsten der Beschwerdeführer 4 auf
pauschal CHF 1'000.-- (inkl. Spesen und MWST) festzusetzen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 3 macht in seiner Kostennote vom
4. Februar 2020 ein Betrag von CHF 8'386.40 (28 h à CHF 270.-- zzgl.
3 % Pauschalspesen und 7.7 % MWST) geltend. Eine entsprechende
Honorarvereinbarung über diesen Stundenansatz wurde dem
Verwaltungsgericht aber nicht (zu Beginn des Verfahrens) eingereicht
(siehe dazu Art. 4 Abs. 1 HV), womit praxisgemäss von vornherein nur ein
Stundenansatz von CHF 240.-- berücksichtigt werden kann (siehe R 20 43
vom 1. September 2020 E.1.2.2). Angesichts der im Kostenpunkt
berücksichtigten Reduktion um 10 % und des in der Honorarnote vom
4. Februar 2020 noch nicht berücksichtigten Augenschein vom 25. März
2021, ist die Parteientschädigung zugunsten der Beschwerdeführer 3 auf
pauschal CHF 800.-- (inkl. Spesen und MWST) festzusetzen. Seitens der
Beschwerdeführerinnen 2 und der Beigeladenen liegen keine
Honorarnoten vor. Die Parteienschädigung für das partielle Obsiegen der
Beschwerdeführerinnen 2 ist – in Anbetracht der mit denjenigen der
Beschwerdeführer 4 weitgehend deckungsgleichen Anträge und Rügen
bzw. Ausführungen, namentlich zu Art. 25a Abs. 3 QPB, sowie der
zusätzlichen Vernehmlassung 8. Oktober 2019 zu den eingegangenen
- 133 -
Beschwerden und der am 30. Dezember 2019 eingereichten Replik –
pauschal auf CHF 1'500.-- (inkl. Spesen und MWST) festzusetzen. Die
Parteientschädigung zugunsten der Beigeladenen ist in Anlehnung an
diejenige der Beschwerdeführerin 1 auf CHF 600.-- festzusetzen. Die
Parteientschädigung gehen zu Lasten der Beschwerdegegnerin, welche
namentlich die gebotene Anpassung von Art. 25a Abs. 3 QPB an die
übrige Kostenverlegungsordnung gemäss Art. 24 f. QPB im
angefochtenen Einsprache- und Genehmigungsentscheid unterlassen hat
und dafür auch keine entsprechende Begründung geliefert hat. Dies gilt
auch in Bezug auf die Heilung eines formellen Mangels im vorliegenden
Verfahren gegenüber den Beschwerdeführern 3. Damit hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 1 mit CHF 600.-- (inkl.
Spesen), die Beschwerdeführerinnen 2 mit CHF 1'500.-- (inkl. Spesen und
MWST), die Beschwerdeführer 3 mit CHF 800.-- (inkl. Spesen und
MWST), die Beschwerdeführer 4 mit CHF 1'000.-- (inkl. Spesen und
MWST) und die Beigeladenen mit CHF 600.-- (inkl. Spesen und MWST)
aussergerichtlich zu entschädigen. Der im Übrigen obsiegenden
Beschwerdegegnerin steht bei einem Obsiegen in ihrem amtlichen
Wirkungskreis in der Regel keine Parteienschädigung zu (siehe Art. 78
Abs. 2 VRG). Vorliegend besteht kein Anlass davon abzuweichen, womit
ihr keine (reduzierte) Parteientschädigung zu Lasten der
Beschwerdeführenden und den Beigeladenen zuzusprechen ist.
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