# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7871625e-818e-460d-bc9b-785abe670f6e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am _2008 verstarb in O.1_ unverheiratet der am _1925 in O.2_ geborene Künstler A._. Er hinterliess zwei leibliche Kinder, nämlich Y._, geboren am _1956, und Z._, geboren am _1972. Die öffentliche letztwillige Verfügung von A._ wurde am 25. Juli 2008 eröffnet. Darin bestimmte A._ Rechtsanwalt Dr. AG._ als Willensvollstrecker (Ziff. 4) und bestätigte seine beiden Kinder als alleinige Erben (Ziff. 2). Hinsichtlich seines künstlerischen Nachlasses hielt er Folgendes fest:
„3. Es liegt mir daran, dass mein künstlerischer Nachlass bestmöglich betreut wird. Ich erlasse dazu die folgenden Weisungen:
3.1 X._, geb. _1944, wohnhaft _, O.1_, soll wie bisher auch weiterhin mein künstlerisches Werk betreuen. Sie soll Ausstellungen in Museen etc. organisieren, geeignete Galerien auswählen und auf der Basis der heute bestehenden Preisliste und aufgrund der jeweiligen Marktsituation und den bisherigen Verkaufsergebnissen die Verkaufspreise für meine Werke festlegen.
X._ soll auch für die logistischen Belange zuständig sein, das heisst für das Organisieren von Transporten, Beschaffung und Verwaltung geeigneter Aufbewahrungsorte etc.
3.2 Die Betreuung meines Werkes durch X._ sowie der Verkauf durch Dritte sollen gemäss den heutigen marktüblichen Ansätzen wie folgt honoriert werden:
- Bei Direktverkauf durch X._ erhält sie 40% des Nettoverkaufspreises als Provision;
- Bei Verkauf durch eine Galerie erhält die Galerie 40% und X._ 30% des Nettoverkaufspreises;
- Bei einem Verkauf durch ein Museum in der Schweiz erhält das Museum 22% und X._ 30% des Nettoverkaufspreises;
- Bei einem Verkauf, welchen meine Kinder vermitteln, erhält X._ 30% des Nettoverkaufspreises.
Das bereits bestehende Konto bei der Bank._, O.1_, mit welchem die Unkosten für die Betreuung des künstlerischen Werkes bezahlt werden (Miete, Lagerkosten, Transporte, Versicherungen etc.), soll beibehalten und durch X._ verwaltet werden. 5% des Nettoverkaufspreises für jedes Werk sollen auf dieses Konto einbezahlt werden. Sollte der Guthabensaldo des Kontos den Betrag von
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CHF 80‘000.-- unter- bzw. überschreiten, ist der Satz von 5% entsprechend zu erhöhen bzw. zu vermindern.
Soweit der Nettoverkaufspreis die obigen Provisionen und den Beitrag an das Verwaltungskonto übersteigt, ist er je zur Hälfte an meine beiden Kinder auszubezahlen.
3.3 Schenkungen einzelner Werke an Museen oder ähnliche Institutionen können dann erfolgen, wenn meine beiden Kinder und X._, so lange sie die Betreuung innehat, zustimmen.
3.4 Meine beiden Kinder sind berechtigt, einzelne Werke für eigene Wohnzwecke wie eine „Leihgabe“ zu beanspruchen. Soweit aber solche Werke verkauft werden, hat X._ auch in diesem Fall Anspruch auf eine Provision von 40%.
3.5 X._ soll die Betreuung meines Werkes solange innehaben, als sie dazu bereit und in der Lage ist.
Sollte ich nicht bereits eine Person als Nachfolger von X._ bestimmt haben, soll X._ ihren Nachfolger zusammen mit meinen beiden Kindern einvernehmlich bestimmen.“
B. Die Erben von A._, Y._ und Z._, einerseits, und X._ andererseits konnten sich in der Folge nicht über die Ausgestaltung der Werksbetreuung durch X._ einigen. Im Zuge dieser Auseinandersetzung ersuchten die Erben den Willensvollstrecker am 12. Dezember 2008, X._ anzuweisen, bis zum Zustandekommen einer schriftlichen Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit der Erbengemeinschaft mit Ausnahme der Ausstellung in O.3_ vom 20. Dezember 2008 jegliche Verwertungshandlungen des Werks von A._ zu unterlassen. Am 10. März 2009 begründeten Y._ und Z._ eine fortgesetzte Erbengemeinschaft und schlossen eine  ab, mit der sie auf eine Teilung des Nachlasses ihres verstorbenen Vaters verzichteten. Dem Willensvollstrecker wurde dies am 11. März 2009 beigebracht und mitgeteilt, dass sein Mandat damit beendet sei und er dieses abschliessen solle. Im Oktober/November 2009 schliesslich zügelten Y._ und Z._ die Werke aus dem von X._ gemieteten Atelier/Lager in O.4_ in ein neues Lager in O.5_.
C. Nachdem sich die Erben von A._ und X._ nicht über das Ausmass der Letzterer zustehenden Vertretung und Betreuung des künstlerischen Werks verständigen konnten, liess X._ am 20. März 2010 beim Kreisamt Cadi
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ein Vermittlungsbegehren einreichen. Nach erfolgloser Sühneverhandlung bezog sie am 9. September 2010 den Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftung zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 200‘000.00 zuzüglich Zins zu 5% seit 1. Juni 2010 zu bezahlen.
2. Teilklagevorbehalt: Die Klägerin behält sich ausdrücklich vor, weitere Ansprüche aus dem Testament von A._ vom 20. Juli 2005 nach Abschluss des Klageverfahrens klageweise geltend zu machen (Durchsetzung der Weisungen im Testament betreffend Werksvertretung und betreffend Honoraransprüche und weiteren vermögensrechtlichen Ansprüchen, Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen aus der Verweigerung der testamentarischen Ansprüche der Klägerin durch die Beklagten, insbesondere die am 1. Juni 2010 noch nicht fälligen (Schadenersatz-)Ansprüche).
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.“
D. Mit Prozesseingabe vom 30. September 2010 prosequierte die Klägerin die Streitsache an das Bezirksgericht Surselva. Dabei hielt sie am anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. X._ ging insbesondere davon aus, dass ihr die Werksvertretung und -betreuung im Sinne eines Vermächtnisses mit weitreichenden Vollmachten überlassen worden sei. Im Zusammenhang mit dem Verkauf von Werken für die Zeit nach dem Tod von A._ und teilweise auch für die Zeit vor dessen Dahinscheiden machte sie ein Guthaben aus Provisionen, Rückerstattung von selbst getätigten Auslagen und Inventarisierungsarbeiten von Fr. 97‘263.20 geltend. Zudem verlangte sie den Ersatz eines Schadens im Umfang von Fr. 103‘000.--, den sie in der Zeit vom 12. Dezember 2008 bis zur Vermittlungsverhandlung vom 1. Juni 2010 erlitten habe, weil die Erben ihr mit dem Entzug der Werksbetreuung die Realisierung ihres Anspruchs auf Provisionen verunmöglicht hätten. In ihrer Prozessantwort vom 17. November 2010 hielten die Beklagten ebenfalls an ihren an der Sühneverhandlung gestellten Anträgen fest. Sie waren der Auffassung, als alleinige Erben und Eigentümer des Werks von A._ hätten sie in den wesentlichen Zügen darüber zu bestimmen, wie die Betreuung künftig zu erfolgen
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habe. Am 20. Januar 2011 reichte X._ eine Replik ein, worauf Y._ und Z._ am 9. März 2011 duplizierten.
E. Am 30. Mai 2011 erliess der Bezirksgerichtspräsident die Beweisverfügung, wogegen Y._ und Z._ Beschwerde ergriffen. Aufgrund des daraufhin am 16. August 2011 ergangenen Beiurteils wurde am 25. August 2011 eine neue Beweisverfügung erlassen. Am 16. Januar 2012 reichten schliesslich X._ und Z._ nach Massgabe von Art. 98 Ziff. 1 GR-ZPO noch neue Urkunden nach.
F. Mit Entscheid vom 31. Januar 2012, mitgeteilt am 19. April 2012, erkannte das Bezirksgericht Surselva wie folgt:
“1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Beklagten einen Anspruch der Klägerin auf zwei Gouachen anerkennen.
2. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, der Klägerin CHF 59‘263.20 zuzüglich 5% Zins seit 1. Juni 2010 zu bezahlen und ihr eine zusätzliche Gouache auszuhändigen.
3. Die Kosten des Kreisamtes Cadi von Fr. 250.00 sowie die Kosten des Bezirksgerichts Surselva, bestehend aus:
- der Gerichtsgebühr (inkl. Streitwertzuschlag) von CHF 17‘565.00
- der Schreibgebühr von CHF 2‘520.00
- den Barauslagen von CHF 915.00
total somit CHF 21‘000.00
gehen zu zwei Dritteln zu Lasten der Klägerin und zu einem Drittel - unter  Haftbarkeit - zu Lasten der Beklagten.
Die Klägerin hat die Beklagten ausseramtlich mit CHF 67‘828.35 zu entschädigen.

## Considerations