# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b12710f8-fb37-4c86-ae9c-f5bfc0669b80
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Mit Eingabe vom 6. Juli 2016 ersuchte der Verein X. bei der Stadt Y. um Bewilligung
einer Tierschutzkundgebung mit Durchführung am 17. Juli 2016, von 9.30 bis 10 Uhr
auf einem Gehsteig, unter Mitwirkung von rund 10-15 Personen. Der Verkehr sowie
Personen würden nicht behindert. Die Teilnehmer würden Schilder und Transparente
halten und es würden Flugblätter an Passanten verteilt (act. G 3/1). Die Stadt Y.
übermittelte das Gesuch der Kantonspolizei, Abteilung Verkehrstechnik, die es
zuständigkeitshalber an das Sicherheits- und Justizdepartement (SJD) weiterleitete. Mit
Verfügung vom 8. Juli 2016 bewilligte das SJD die Durchführung der Kundgebung und
legte die Bewilligungsgebühr auf CHF 500.-- fest (act. G 2).
B.
a. Gegen diese Verfügung erhob der Verein X., vertreten durch seinen Präsidenten, mit
Eingabe vom 14. Juli 2016 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die Verfügung sei im
Kostenentscheid aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, die Gebühr nach dem
tatsächlichen Verwaltungsaufwand zu bemessen, jedoch nicht höher als CHF 80.--
(act. G 1).
b. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 16. August 2016 Abweisung
der Beschwerde (act. G 7).
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c. In der Stellungnahme vom 18. August 2016 bestätigte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt (act. G 10).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden

## Considerations

Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Der
Beschwerdeführer ist in seinen eigenen finanziellen Interessen berührt und daher
gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur Beschwerde legitimiert. Die
Beschwerdeeingabe vom 14. Juli 2016 wurde rechtzeitig eingereicht und entspricht
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1. Nach Art. 21 Abs. 1 lit. a des Strassengesetzes (sGS 732.1; StrG) bedarf der
gesteigerte Gemeingebrauch öffentlicher Strassen durch Veranstaltungen einer
Bewilligung. Nach Art. 5 Abs. 1 der Strassenverordnung (sGS 732.11; StrV) bewilligt
das Sicherheits- und Justizdepartement (SJD) politische Veranstaltungen auf
öffentlichen (Kantons-)Strassen (vgl. Art. 6 StrG). Bei einer Bewilligungserteilung durch
das SJD nach Art. 5 StrV ist eine zusätzliche Bewilligung durch die
Strassenaufsichtsbehörde für die Benützung des öffentlichen Grundes nicht
erforderlich (G. Germann, Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12.
Juni 1988, Rz. 2 zu Art. 21). Gemäss Art. 94 Abs. 1 VRP hat die vorgeschriebene
Gebühr zu entrichten, wer eine Amtshandlung zum eigenen Vorteil veranlasst. Besteht
für eine Gebühr ein Mindest- und ein Höchstansatz, so ist sie gemäss Art. 11 der
Verwaltungsgebührenverordnung (sGS 821.1) innerhalb dieses Rahmens nach dem
Wert und der Bedeutung der Amtshandlung, dem Zeit- und Arbeitsaufwand und der
erforderlichen Sachkenntnis zu bemessen. Ziff. 10.01 des Gebührentarifs für die
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Kantons- und Gemeindeverwaltung (sGS 821.5; GebT) sieht als Gebühr für den Erlass
von Verwaltungsverfügungen einen Kostenrahmen von CHF 500.-- bis 5‘000.-- vor.
2.2. Die Auferlegung von Kosten im Zusammenhang mit der Ausübung der Meinungs-
und Versammlungsfreiheit kann einen Grundrechtseingriff darstellen (vgl. Christoph
Errass, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014,
Rz. 53 zu Art. 22 BV). Grundrechtseingriffe bedürfen einer gesetzlichen Grundlage und
müssen durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt sowie verhältnismässig sein (Art.
36 BV). Mit den in E. 2.1 aufgeführten Bestimmungen ist eine gesetzliche Grundlage für
die Gebührenauferlegung gegeben. Als öffentliches Interesse im Sinne von Art. 36 Abs.
2 BV kommt, wie im vorliegenden Fall, insbesondere der Schutz der öffentlichen
Ordnung und Sicherheit in Betracht. Das Gebot der Verhältnismässigkeit gemäss Art.
36 Abs. 3 BV verlangt, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des im
öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderlich ist und sich für die
Betroffenen als zumutbar erweist (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 554).
Das Kostendeckungsprinzip besagt, dass der Gebührenertrag die gesamten Kosten
des betreffenden Verwaltungszweigs nicht oder nur geringfügig übersteigen soll (BGE
141 I 105 E. 3.3.2 S. 108). Das Äquivalenzprinzip konkretisiert das
Verhältnismässigkeitsprinzip und das Willkürverbot für den Bereich der Kausalabgaben
(Art. 5 Abs. 2 und Art. 9 BV). Es bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem
offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich
in vernünftigen Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung bemisst sich nach dem
wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem Kostenaufwand
der konkreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des
betreffenden Verwaltungszweigs, wobei schematische, auf Wahrscheinlichkeit und
Durchschnittserfahrungen beruhende Massstäbe angelegt werden dürfen (vgl. zum
Ganzen BGE 141 I 105 E. 3.3.2 S. 108 f.). Das Äquivalenzprinzip bezieht sich somit
grundsätzlich auf das Verhältnis von Abgabe und Leistung im konkreten Einzelfall
(Individualäquivalenz; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 2785 ff.).
3.
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3.1. In der angefochtenen Verfügung auferlegte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer
eine Bewilligungsgebühr von Fr. 500.--. Der Beschwerdeführer beanstandet diesen
Betrag als masslos überrissen. Der Staat dürfe sich nicht an Verwaltungsgebühren
bereichern, sondern höchstens den effektiven Verwaltungsaufwand decken. Die
prohibitiv hoch angesetzte Gebühr verletze die Kundgebungsfreiheit gemäss Art. 16
und 22 der Bundesverfassung (SR 101; BV) und Art. 10 EMRK (SR 0.101). Die
Bewilligungsgebühren für solche Kleinkundgebungen lägen üblicherweise rund
zehnmal tiefer (vgl. Beilagen in act. G 3/3 und 3/4). Die Kundgebung sei so organisiert
gewesen, dass weder Fahrzeuge noch Fussgänger gestört würden. Auf laute
Aktivitäten sei mit Rücksicht auf die Sonntagsruhe verzichtet worden. Eine polizeiliche
Begleitung sei deshalb offensichtlich nicht nötig gewesen und könne jedenfalls nicht
als Rechtfertigung der Gebührenhöhe dienen (act. G 1).
3.2. Die Vorinstanz begründet die auferlegte Gebühr dahingehend, dass das der
Kantonspolizei übermittelte Gesuch sehr kurz vor dem vorgesehenen Termin
eingereicht worden sei und widersprüchliche Angaben („Auf dem Gehsteig...“, „...
Personen werden nicht behindert.“) enthalten habe. Deshalb habe - auch im Hinblick
auf die Zuständigkeit zur Gesuchsprüfung - die Möglichkeit in Betracht gezogen
werden müssen, dass der dahinterliegende Parkplatz als Kundgebungsort gemeint sein
könnte. Die Ortswahl und der Zeitpunkt der Veranstaltung hätten sodann nicht
offengelegte Zwecke annehmen lassen, was Kontaktaufnahmen durch die
Kantonspolizei und die Bewilligungsbehörde erforderlich gemacht habe, die aus den
Akten nicht ersichtlich seien. Insbesondere hätten bei der Stadt Y. Abklärungen im
Hinblick auf möglichen Koordinationsbedarf gemacht werden müssen. Die zeitliche
Dringlichkeit habe Unterbrechungen anderer Arbeiten sowohl bei der Kantonspolizei als
auch bei der Bewilligungsbehörde verlangt. Nachdem der eigentliche Zweck der
Kundgebung in Erfahrung gebracht worden sei, seien auch mögliche Reaktionen Dritter
zu berücksichtigen und die zuständigen Polizeistellen in Bereitschaft zu bringen
gewesen (act. G 7).
3.3. Aufgrund der Beteiligung mehrerer Verwaltungsstellen (Stadt Y., Polizei,
Vorinstanz) im streitigen Bewilligungsverfahren ergab sich vorliegend, wie die
Vorinstanz zutreffend festhält, ein nicht unerheblicher Koordinationsaufwand. Allein für
den Polizei-Einsatz fielen sodann (pro Einsatz-Person) mindestens Fr. 150.-- an (vgl.
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Ziff. 27.62.03 GebT). Der Polizei-Einsatz war in Anbetracht des Zwecks der
Kundgebung, welcher sich gegen einen konkret bezeichneten Kaninchenhalter richtete
(vgl. act. G 1 und G 10 [mit Namen des Kaninchenhalters auf den Transparenten]), auch
gerechtfertigt. Dies umso mehr, als entsprechende Reaktionen von Seiten des
Betroffenen oder von Dritten nicht gänzlich auszuschliessen waren und von einer
„unproblematischen Kleinkundgebung“ (act. G 10) nicht von vornherein ausgegangen
werden konnte. Weiterer Aufwand entstand durch die Erstellung der angefochtenen
Verfügung; dieser dürfte sich im Bereich von Fr. 200.-- bewegt haben. Der entstandene
Kostenaufwand lässt daher den in Rechnung gestellten Betrag insgesamt als plausibel
erscheinen. Ein Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung im erwähnten Sinn
(vorstehende E. 2.2 zweiter Absatz) kann jedenfalls nicht als dargetan gelten. Die vom
Beschwerdeführer angeführten Rechnungsstellungen (act. G 3/3 f.) lassen sich soweit
ersichtlich mit den vorliegenden Gegebenheiten nicht vergleichen. Für das
Verwaltungsgericht liegt unter den geschilderten Umständen weder ein konkreter
sachlicher Anlass noch eine rechtliche Möglichkeit vor, den vorinstanzlichen Entscheid
im Kostenpunkt zu korrigieren.
4. (...).