# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfe9199f-3220-555b-bd88-38d7c25f0ea4
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ und B._ heirateten im Jahr 2003. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, C._, geb. im Jahr 2004, und D._, geb. im Jahr 2006, hervor.
Mit Entscheid vom 23. Mai 2012 schied das Regionalgericht Bern-Mittelland die Ehe der Parteien und ordnete namentlich das Folgende an (act. 2):
1. Die zwischen den Ehegatten im Jahr 2003 vor dem Zivilstandsamt E._ (FR) geschlossene Ehe wird auf gemeinsames Begehren der Ehegatten in Anwendung von Art. 112 ZGB geschieden.
2. Die gemeinsamen Kinder C._, geb. im Jahr 2004, und D._, geb. im Jahr 2006, werden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt.
3. Die bestehende Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 bis 3 ZGB wird beibehalten [...].
4. Die zwischen den Ehegatten im Jahr 2012 abgeschlossene Teilvereinbarung über die Scheidungsfolgen (4 Seiten) wird gerichtlich genehmigt [...].
5. Der Kläger wird verurteilt, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils, folgende monatliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich im Voraus, zu leisten, vorbehältlich von Ziffer 5 hiernach: Bis Ende Dezember 2015 CHF 1‘243.- (Phase 1), Januar 2016 bis Ende Dezember 2017 CHF 941.- (Phase 2) und Januar 2018 bis Ende Dezember 2021 CHF 683.- (Phase 3).
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5 sind wie folgt sistiert, solange die aktuelle Lebensgemeinschaft der Beklagten besteht: Um CHF 336.- in Phase 1; um CHF 595.- in Phase 2; um CHF 599.- in Phase 3.
Im Falle der Beendigung der aktuellen Lebensgemeinschaft der Beklagten lebt die Unterhaltspflicht des Klägers gemäss Ziffer 5 hiervor vollumfänglich wieder auf.
Mit ergänzender Vereinbarung vom 21. Januar 2013 kamen die Parteien unter anderem in folgenden Punkten zu einer gerichtlich genehmigten Übereinkunft (act. 3):
2. Die Parteien stellen fest, dass A._ seit Dezember 2008 in einer Lebensgemeinschaft mit F._ lebt. So lange diese Lebensgemeinschaft dauert, wird der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteils sistiert. Diese Sistierung gilt ab 1. Juni 2012.
Besteht die Lebensgemeinschaft am 31. Dezember 2017 weithin, so fällt der Unterhaltsbeitrag endgültig dahin. Wird die Lebensgemeinschaft vor dem 31. Dezember 2017 aufgelöst, so gilt ab dem darauffolgenden Monat Ziff. 5 des erstinstanzlichen Urteils.
3. In Abänderung von Ziff. 7 der Teilvereinbarung vom 19. Januar 2012 werden die Unterhaltsbeiträge für die Kinder für die Dauer der Sistierung wie folgt erhöht: Bis und mit Dezember 2015 auf CHF 1‘250.- pro Kind, anschliessend bis und mit Dezember 2017 auf CHF 1‘100.- pro Kind. Ab 1. Januar 2018 gilt Ziff. 7 der Teilvereinbarung wieder unverändert.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 13
B. Mit Eingabe vom 2. Juli 2014 stellte B._ einen Antrag auf gemeinsame elterliche Sorge (act. 1). Am 15. Oktober 2014 präzisierte er seine Rechtsbegehren namentlich wie folgt (act. 28):
1. Dem Kläger sei zu bewilligen, rückwirkend ab 1. Juli 2014 die Unterhaltszahlungen an die Beklagte auf je CHF 800.00 pro Kind zuzüglich Kinderzulagen zu reduzieren.
3. Die gemeinsamen Söhne seien unter die gemeinsame Sorge der Eltern zu stellen. Ev. sei ein Obhutswechsel vorzunehmen.
C. Mit Entscheid vom 5. März 2015 hiess die Vorinstanz die Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils teilweise gut (Dispositivziffer 1) und änderte Ziffer 2 des Entscheids vom 23. Mai 2012 wie folgt: Die gemeinsamen Kinder C._, geb. im Jahr 2004, und D._, geb. im Jahr 2006, werden unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt (Dispositivziffer 2). Im Übrigen wies die Vorinstanz die Rechtsbegehren ab (act. 74).
D. Mit Eingabe vom 8. Mai 2015 reichte A._ gegen den Entscheid vom 5. März 2015 Berufung ein und beantragte, die Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils sei abzuweisen. Die gemeinsamen Kinder seien weiterhin unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen.
Gleichentags stellte A._ ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege, welches mit Urteil vom 26. Mai 2015 gutgeheissen wurde.
E. Mit Eingabe vom 26. Juni 2015 reichte B._ die Berufungsantwort ein. Gleichzeitig erhob er Anschlussberufung. Er beantragte das Folgende:
1. Die Berufung sei abzuweisen.
2. Die vom Berufungsbeklagten für seine Kinder zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge seien rückwirkend per 1. Januar 2014 auf CHF 1‘100.-/Monat zu reduzieren.
3. Die gemeinsamen Kinder C._, geb. im Jahr 2004, und D._, geb. im Jahr 2006, werden unter die gemeinsame elterliche Sorge gestellt.
Gleichentags stellte B._ ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege. Das Gesuch wurde mit Urteil vom 2. November 2015 gutgeheissen.
F. Am 30. November 2015 reichte die Beiständin G._ aufforderungsgemäss einen aktuellen Situationsbericht zu C._ und D._ ein. Den Parteien wurde eine Kopie zugestellt. Am 4. Januar 2016 reichte B._ dazu eine Stellungnahme ein.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Mit Berufung anfechtbar sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide (Art. 308 Abs. 1 Bst. a ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO).
Vorliegende Berufung betrifft eine nichtvermögensrechtliche Angelegenheit (gemeinsame elterliche Sorge), entsprechend ist sie zulässig.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 13