# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e65e5347-ecae-4b39-8173-20e761d64b70
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
73,
war zuletzt von 2007 bis 2013
als Hilfskoch tätig
(
Urk.
7/3
Ziff.
5.4,
Urk.
7/6,
Urk.
7/19/1
)
.
Unter Hinweis auf starke Rücken
schmerzen seit 2015 meldete er sich am 2
5.
April 2019 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3
Ziff.
6.1).
Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und stellte mit Vorbescheid vom
5.
Oktober 2019 (
Urk.
7/30) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte am
4.
November 2019 Einwände erhob (
Urk.
7/34).
Mit Verfügung vom 1
9.
November 2019 verneinte die IV -Stelle einen Renten
anspruch (
Urk.
7/37 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
6.
Januar 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
9.
November 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzuspre
chen. Eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um den m
edizinischen Sachverhalt weiter
abzuklären (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Februar 2020 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
8.
Februar 2020 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdefüh
rer die Beschwerde
antwort zu
gestellt (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolge
rungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht
abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon
aus, dem Beschwerdeführer sei aus ärztlicher Sicht eine Tätigkeit zu 90
%
zumut
bar. Das Belastungsprofil beinhalte körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
kei
ten, ohne langes Stehen, vor allem in vornüber gebeugter Haltung, ohne häufi
ges Bücken un
d ohne Arbeit über Kopf. Es wäre
ihm möglich, ein rentenaus
schlies
sendes Einkommen zu erzielen
, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(S. 1). Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum zuständig (S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Februar 2020 (
Urk.
6) führte die Beschwer
de
gegnerin aus
, beim Beschwerdeführer sei
unbestrittenermassen ein chronisches thorakolumbales Schmerzsyndrom
ausgewiesen
.
Dr.
Z._
sei grundsätzlich von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für körperlich belastende Tätigkeiten ausge
gangen. In prognostischer Hinsicht
habe sie festgehalten, in einer leichten Tätig
keit könne eventuell eine 75-80%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden
. Dement
sprechend sei
selbst
die behandelnde Ärztin von einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Sogar wenn man von einer Arbeits
fähigkeit von 75
%
ausginge, ergäbe sich kein Rentenanspruch. Weiter sei nicht ersichtlich, wie die genannten funktionellen Einschränkungen den Beschwerde
führer in einer angepassten Tätigkeit über den erhöhten Pausenbedarf hinaus beeinträchtigen sollten. Die fehlende Ausbildung und berufliche Erfahrung des Beschwerdeführers seien
ferner
invaliditätsfremd und daher nicht zu berücksich
tigen (S. 2
Ziff.
2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
, die durch den RAD-Arzt attestierte Arbeitsfähigkeit von 90
%
für angepasste Tätig
keiten sei weder nachvollziehbar noch schlüssig. Er sei 46 Jahre alt, habe keine Ausbildung absolviert und sei in der Schweiz immer als Hilfsarbeiter respektive Hilfskoch tätig gewesen. Für eine Anstellung in der Schweiz müsse er also primär auf seine körperlichen Ressourcen zurückgreifen. Es bestünden aber prakt
isch keine Anstellungschancen auf dem
ersten Arbeitsmarkt, auch unter Berücksich
tigung von Nischenarbeitsplätzen nicht. Die Asylorganisation sowie die Sozialen
Dienste hätten mehrere Jahre versucht, ihn beruflich einzugliedern.
Hinzu komm
e, dass auch für angepasste Tätigkeiten keine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. So
atte
stiere d
ie
behandelnde Ärztin in ihrer Stellungnahme vom 1
0.
Dezember 2019 eine Arbe
itsfähigkeit von 50
%
.
Der Verweis auf eine Restarbeitsfähigkeit von 90
%
in einer angepassten Tätigkeit erscheine angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als nicht nachvollziehbar (S. 8). Er habe
rückwirkend mindestens Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (S. 9
Ziff.
5).
2.3
Streitig und zu prüfen
ist,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva
lidenrente hat
und ob diesbezüglich der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
3.
3.1
Im Bericht vom 2
0.
Oktober 2016 (
Urk.
3/4) stellte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie,
Klinik B._
, die folgende Diagnose (S. 1):
-
segmentale Dysfunktion/Blockierungen der Brustwirbelsäule (BWS) und angrenzenden Rippen beidseitig sowie der Lendenwirbelsäule (LWS)
-
thorakolumbaler Flachrücken mit leichtgradiger lumbaler rechts
kon
vexer Skoliose
-
Waddel
-Zeichen positiv als Hinweis für beginnende nicht-somato
forme Schmerzstörung
-
Triggerpunktbildungen
im Musculus infraspinatus beidseitig sowie Pars descendens Musculus trapezius beidseitig mit Ausstrahlungen in die ipsilateralen Arme von bekanntem Schmerzcharakter
Die aktuelle Untersuchung zeige segmentale Dysfunktionen im Sinne von Wirbel
körper
-
und Rippenblockierungen im Bereich der BWS und LWS. Die Schmerzen bestünden schon seit einem Jahr und zeigten bereits ein positives Ausfallen der
Waddel
-Zeichen, was ein Hinweis für eine beginnende nicht-somatoforme Schmer
z
störung sei. Die aktuelle klinische Untersuchung zeige keine Hinweise für eine radikuläre Symptomatik. Aufgrund der seit einem Jahr bestehenden Be
schwerden sei ein Röntgen in Auftrag gegeben worden, was bis auf degenerative,
altersentsprechende Veränderungen am lumbosakralen Übergang und der Wirbel
säulenfehlhaltung unauffällig ausgefallen sei (S. 2)
3.
2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabili
ta
tion
, Assistenzärztin Rheumatologie
,
und
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, Leitende Ärztin Rheu
matologie,
Klinik B._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
7/8/7-8
=
Urk.
7/15/7-8
) die folgende Diagnose (S. 1):
-
chronisches thorakolumbales Schmerzsyndrom links
-
abgeflachte Brustkyphose, leichtgradige lumbale rechtskonvexe Skoliose
-
Triggerpunkte in autochthoner Rückenmuskulatur paravertebral links sowie
interskapulär
-
Übergangsanomalie mit persistierender Bandscheibe SWK1/2
-
kaudal betonte Spondylarthrose,
dorsomediane
Bandscheibenextrusion LWK5/SWK1, mögliche Irritation der Wurzel S1 beidseitig (MRI der
LWS
vom 1
9.
Juli 2018)
Die letzte Vorstellung bei ihnen sei vor 2 Jahren zur Beurteilung des
lumbo
spon
dylogenen
Schmerzsyndroms erfolgt. Die Rückenschmerzen seien seit 6 Jahren
in etwa unverändert. Die Therapien würden jeweils kurzfristig eine Linderung brin
gen, sobald der Patient wieder einer Arbeitsbeschäftigung mit erhöhter körperli
cher Tätigkeit nachgehe, würden die Schmerzen gegen
den
Abend wieder stark
zunehmen
. Das Hauptproblem sei für den Patienten aktuell die erschwerte Arbeit
s
suche infolge der Rückenschmerzen sowie die längerfristig fehlende Schmerz
freiheit (S. 1 unten). Beim Patienten bestehe ein chronisches, thorakolumbales Schmerzsyndrom. Die aktuelle klinische Untersuchung habe keine Hinweise für eine radikuläre Symptomatik ergeben. Es bestehe eine leichte Wirbelsäulenfehl
haltung mit altersentsprechenden, degenerativen Veränderungen. Die im MRI be
schriebene Diskusextrusion im Segment LWK5/SWK1 entspreche aktuell keinem klinischen Korrelat. Die Schmerzen würden am ehesten im Zusammenhang mit der Wirbelsäulenfehlhaltung sowie
der
segmentalen Dysfunktionen gedeutet
.
3.
3
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
, führte in ihrem Bericht vom 2
9.
Mai 2019 (
Urk.
7/8
/
2-6) aus, dass sie den Beschwerde
führer seit Juli 2017 ambulant behandle (
Ziff.
1.1),
und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein chronisches thorakolumbales Schmerz
syn
drom seit November 2015 (
Ziff.
2.5). Sie habe dem
Patienten
vom
1.
Juni bis 3
1.
August 2018 sowie vom 2
1.
Mai bis 1
9.
Juni 2019 eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit attestiert. Die Arbeitsunfähigkeit habe sie für langes Stehen und schweres Heben attestiert
. Aus ihrem allgemeinen Schreiben sei ferner ersichtlich, dass immer wieder Pausen eingelegt werden müssten (
Ziff.
1.3). Prognostisch sei eine körperlich belastende Arbeit maximal in einem 50%-Pensum möglich (
Ziff.
2.7). Aktuell sei der Patient nur
wenige Stunden pro Woche im Sinne einer Sozialarbeit im Abfall-Recycling tätig (
Ziff.
3.1-3.2). Als Funktionsein
schrän
kungen nannte sie Schmerzen nach längerem Stehen
und
kein schweres Heben.
Ferner seien
aufgrund der Schmerzen
Pausen notwendig, weshalb
sich die nor
male Arbeitssuche so schwierig
gestalte
(
Ziff.
3.4).
Die bisherige Tätigkeit sei 4
Stunden pro Tag und eine dem Leiden angepasste Tätigkeit 6 Stunden pro Tag zumutbar. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erreichen. In einer nicht schwer körperlichen Arbeit sei prognostisch eventuell ein 75-80%-Pensum möglich (
Ziff.
4.1-4.3).
In
ihrer medizinischen Stellungnahme zur aktuellen Gesundheitssituation v
om 1
8.
Juni 2019 (
Urk.
7/16) hielt
Dr.
Z._
fest,
beim Patienten
bestehe
eine chro
ni
sche Rückenproblematik
. Aus diesem Grund sei er körperlich nicht voll belast
bar und benötige am Arbeitsplatz spezielle Massnahmen (Pausen, Wechselbe
las
tung
en). Aufgrund dieser Einschränkung sei es zu wiederholtem Verlust des Arbeits
p
latzes gekommen. Aktuell werde versucht, eine Verbesserung der Schmerz
prob
lematik zu erreichen. Eine vollständige Genesung sei aber eher unwahrscheinlich, sodass aktuell mit einem Fortbestehen der Einschränkung bei körperlicher Arbeit gerechnet werden müsse.
3.
4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am
3.
Oktober 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
7/29 S. 4-5). Bei dem 46-jährigen Versicherten sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewie
sen einschliesslich einer sich daraus ableitenden Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Der Gesundheitsschaden sei stabil. In Bezug auf körperlich belastende, schwere und regelmässig mittelschwere Tätigkeiten seien die akten
kundigen Angaben zur Arbeitsunfähigkeit aus versicherungsmedizinisch-ortho
pä
discher Sicht nachvollziehbar. E
ine wesentliche Änderung respektive Verbesse
rung sei medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlich nicht zu erwarten. Für
eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit bestehe jedoch medizintheo
retisch
überwiegend wahrscheinlich keine wesentliche Einschränkung. Eine ganztägige Präsenz mit einer geringen Leistungsminderung von etwa 10
%
sei möglich und zumutbar (S. 4). Das Belastungsprofil beinhalte körperlich leichte, wechselbelas
tende Tätigkeiten, ohne langes Stehen, vor allem in vornüber gebeugter Haltung, ohne häufiges Bücken und ohne Arbeit über Kopf (S. 5).
3.
5
In ihrem Schreiben vom 3
0.
Oktober 2019 (
Urk.
7/31
=
Urk.
7/34
) führte
Dr.
Z._
aus
, der Patient leide unter chronischen Rückenschmerzen, welche ein längeres Arbeiten nicht ermöglichten. In diversen sozialen Arbeitsversuchen, die aufgrund einer fehlenden Grundausbildung jeweils in körperlichen Tätigkeiten erfolgt seien, sei realistischerweise maximal eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichbar. Eine höhere Arbeitsbelastung
,
wie die von der IV-Stelle vorgeschlagenen 90
%
,
wäre beispielsweise nur in einem Bürojob erreichbar, welchen der Patient auf
grund mangelnder Ausbildung jedoch nicht erhalten könne. Da realistischerweise nur ein Beruf
im Bau- und Gastgewerbe in Frage komme und der Patient in diesem Bereich auch Chancen hätte, genommen zu werden, müsse hierfür aber mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden.
Im Schrei
ben vom 1
0.
Dezember 2019 (
Urk.
7/43
=
Urk.
3/8
) hielt
Dr.
Z._
fest, sie unterstütze aus ärztlicher Sicht den Einspruch des Beschwerdeführers betref
fend Ablehnung der Invalidenrente. Auch bei Wechselbelastung bestehe keine Arbeitsfähigkeit von 90
%
. Eine maximale Arbeitszeit von 4 Stunden pro Tag sei realistisch, was in etwa einem 50%-Arbeitspensum entspreche. Aus ihrer Sicht sei der Patient maximal
zu 50
%
arbeitsfähig.
4.
4.1
Für die Beurteilung des Leistungsanspruchs ging d
ie Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2) gestützt auf die Aktenb
eurteilung durch RA
D-Arzt
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4
) davon aus,
dem Beschwerdeführer sei eine angepasste Tätigkeit zu 90
%
zumutbar
, womit er
ein rentenausschl
iessendes Einkommen erzielen könne.
4.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung k
ann auch einer Aktenbeurteilung voller Beweiswert zukommen,
wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhalts geht (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018
E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Aufgrund der Akten
(vgl. vorstehend E. 3.1-3.5
)
sowie unter den Parteien
ist
un
bestritten, dass der Beschwerdeführer an
einem chronischen thorakolumbalen
Schmerzsyndrom
leidet
.
Der RAD-Arzt konnte sich a
nhand
d
er ihm
zur Verfü
gung
gestellten Akten ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Krankheits
verlauf
sowie den gegenwärtigen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ver
schaffen
.
Seine Stellungnahme leuchtet ferner in der Beurteilung der
medizini
schen Situa
tion ein und
enthält nachvollziehbare Begründungen
.
Die Beurteilung durch
RAD
-
Arzt
Dr.
E._
erfüllt
demzufolge
die an
eine beweiskräftige ärztliche Entschei
dungs
grundlage gestellten An
forderungen (vorstehend E. 1.4-1.5
), womit
ihr voller Beweiswert zu
kommt
.
4.3
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten aus
zugehen (
Urk.
1 S. 8), kann ihm nicht gefolgt werden.
Die
behandeln
de Ärztin
erachtete
in ihrem Bericht vom
Mai 2019 (vorstehend E.
3.3
)
in prognostischer Hinsicht eine
körperlich belastende Arbeit in einem maximal 50%-Pensum und eine nicht schwere körperliche Arbeit eventuell in einem 75-80%-Pensum als umsetzbar
.
In ihrer Stellungnahme v
om Oktober 2019 (vorstehend E. 3.5
) hielt sie sodann explizit fest,
es sei
in diversen sozialen
Arbeitsversuchen realistischerweise maximal eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreich
bar
, da diese aufgrund der
fehlenden Grundausbildung
des Beschwerdeführers
jeweils in kö
rperlichen Tätigkeiten erfolgen würden.
Eine höhere Arbeitsbe
las
tung
,
wie die von der IV-Stelle vorgeschlagenen 90
%
,
wären nur beispielsweise in einem Bürojob erreichbar, welchen
er aufgrund
mangelnder Ausbildung jedoch nicht erhalten könne
.
Da der Beschwerdeführer realistischerweise nur für Tätig
keiten
in
Bereichen wie dem Bau- oder Gastgewerbe in Frage komme, müsse hierfür jedoch mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden.
Somit
erachtete
auch
Dr.
Z._
mindestens eine
75-80%ige (vorstehend E. 3.3
) respektive
sogar
die vom RAD-Arzt attestierte
90%ige Arbeitsfähigkeit
in ange
passten
Tätigkeiten als
aus medizinischer Sicht
grundsätzlich zumutbar
(vgl. vor
ste
hend E. 3.5
).
Aus ihren Ausführungen in Bezug auf die fehlende Ausbildung des Beschwerdeführers und entsprechend unzugäng
liche Anstellungsmöglich
keiten
i
st zu schliessen
, dass sie bei der
attestierten
50%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten vorwiegend invaliditätsfremde Faktoren miteinfliessen liess.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
aus inva
lidenversicherungsrechtlicher Sicht indessen
ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Wenn auch
gemäss Verwaltungspraxis die zweckmässige Ausnützung der verbliebenen Arbeits
fähigkeit von der beruflichen Ausbildung, den physischen und geistigen Fähigkeiten und dem Alter des Versicherten abhängt, so handelt es sich hierbei nicht um zusätzliche Faktoren, welche neben der Zumutbarkeit weiterer Erwerbs
tätigkeit das Ausmass der Invalidität mitbestimmen würden
.
Eine sich insbe
son
dere aus fehlender Ausbildung oder mangelnden Sprachkenntnissen ergeben
de Arbeitsunfähigkeit ist nicht invaliditätsbedingt und demzufolge bei der Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht zu lassen
(vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundes
gesetz über die Invalidenversich
erung,
3.
Auflage 2014,
Rn
53 zu
Art.
4; BGE 107 V 17 E. 2c
).
4.4
Als Funktionseinschränkungen führte
Dr.
Z._
in ihrem Beric
ht vom Mai 2019 (vorstehend E. 3.3
)
Schmerzen nach längerem Stehen
sowie kein schweres Heben auf.
Ferner seien aufgrund der Schmerzen Pausen notwendig, weshalb sich die normale Arbeitssuche so schwierig gestalte.
Die 50%ige Arbeitsunfähigkeit habe sie sodann für langes Stehen und schweres Heben attestiert.
Dass
die behandelnde Ärztin
im Bericht vo
m Dezember 2019 (vorstehend E. 3.5
)
nunmehr
auch für
wechselbelastende Tätigkeiten
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
ausging
, ist
in Anbetracht der von ihr
vormals
festgestellten Funktionseinschränkungen und
mangels einer diesbezüglich
en
Begründung nicht nachvollziehbar
.
Überdies
ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer aufgrund seines im Vorder
grund stehenden Rückenleidens für entsprechend adaptierte Verweistätigkeiten über den
erhöhten Pausenbedarf hinaus arbeitsunf
ähig sein sollte
.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist sodann auf die Erfahrungstat
sache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die sich aus den vorhandenen Beschwerden ergebenden Einschränkungen wurden
in der durch den RAD-Arzt attestierten Arbeitsfähigkeit
sowie
dem von ihm genannten
zumutbare
n
Belastungsprofil
somit vollumfänglich berücksichtigt. Ferner vermögen auch die bereits durchgeführten Eingliederungsversuche die schlüssig begründete
medizinisch-theoretische
90%ige
Arbeitsfähigkeit
in ange
passten Tätigkeiten
nicht per se in Zweifel zu ziehen.
4.5
Nach dem Gesagten erweisen sich das von RAD-Arzt
Dr.
E._
genannte zumut
bare Belastungsprofil
sowie seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf die geklagten Beschwerden und vorhandenen Befunde als umfassend dargelegt und schlüssig begründet.
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theore
tische Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sind aufgrund der medizinischen
Akten der behandelnden Fachpersonen und der zuverlässigen medizinischen Beur
teilung durch den RAD-Arzt hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersu
chungen
wären diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne langes Stehen, vor allem in vornüber ge
beugter Haltung, ohne häufiges Bücken und ohne Arbeit über Kopf, bei einer ganztägigen Präsenz eine 90%ige Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
5.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invaliden
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirk
same Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rec
hnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Da ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
5.
April 2019 (
Urk.
7/3) und mithin frühestens im Oktober 2019 entstehen könnte (
Art.
29
Abs.
1 IVG), sind beim Einkommensvergleich die Verhältnisse des Jahres 2019 massgebend.
Dem Auszug
aus dem individuellen Konto (IK
-Auszug
) vom
1
6.
Mai 2019
(
Urk.
7/6
) ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
vor Eintritt des Gesund
heitsschadens im Jahr 2015 (vgl.
Urk.
7/3
Ziff.
6.1)
zuletzt
von 2007 bis
2013
auf dem ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig war. Aufgrund der bereits einige Jahre zurückliegenden
Erwerbstätigkeit erscheint
es sachgerecht - analog des Einkom
mensvergleichs durch die Beschwerde
gegnerin
vom
5.
Oktober 2019 (
Urk.
7/28) - für die Bemessung des
Valideneinkommens
die
Tabellenlöhne der Lohnstruk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen.
Der Beschwerdeführer verfügt über keine Berufsausbildung und war
einige Jahre
vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Hilfskoch tätig.
Der von Männern im Jahr 2018 für
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
monat
lich durchschnittlich erzielte Lohn belief sich g
emäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018
, Tabelle TA1,
Total,
Kompetenzniveau 1
,
auf
Fr.
5'417.--.
Unter Berück
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02)
sowie
der
Nominallohnentwicklung
von 2'
260 Indexpunkten
im Jahr 2018
auf 2'279
Indexp
unkte im Jahr 2019
(
www.bsf.admin.ch, Entwicklung der Nominallöhne
der Konsumentenpreise und der Reallöhne
,
T 39),
resultiert
aufge
rechnet auf ein Jahr
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
68‘336.--
(
Fr.
5‘417.-- x 12 : 40.0 x 41.7 :
2‘260 x 2‘279).
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Ren
tenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.
1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.6
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote,
bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
ge
richtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
5.7
Aus medizinisch-theoretischer Sicht sind dem Beschwerdeführer körperlich leichte
, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne langes Stehen, vor allem in vornüber ge
beugter Haltung, ohne häufiges Bücken und ohne Arbeit über Kopf bei einer ganztägigen Präsenz z
u 90
%
zumutbar (vorstehend E. 4.5
). An die Konkre
ti
sierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 1
1.
Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat auch wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 2
2.
Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen).
Angesichts des insbesondere leichte und wechselbelastende Tätigkeiten umfas
sen
den Belastungsprofils ist von einem genügend breiten Spektrum an möglichen V
erweisungstätigkeiten auszugehen
, auch wenn der Beschwerdeführer über keine Berufsausbildung verfügt und bisher
nur Hilfstätigkeiten ausübte.
Somi
t
ist ent
gegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 8) die
ihm
zumutbar
e
Tätigkeit nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausge
glichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgesc
hlossen erscheint (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 582/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 5.11 mit
Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_712/2017 vom 1
2.
Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Im Übrigen
führt der Umstand
, dass
die durch die Asylorganisation und Sozialen Dienste durchgeführten Eingliederungsversuche erfolglos blieben,
nicht automa
tisch
zu einer
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
. So ist f
ür die Invalidi
tätsbemessung nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichge
wicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde
(vgl. vorstehend E. 5.6
), was vorliegend zu bejahen ist. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung schliesst
sodann auch
eine
verbleibende Aktivitätsdauer von rund fünf Jahren bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters die Verwertbarkeit der verblei
benden Restarbeitsfähigkeit für sich alleine nicht aus (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 5.2 mit Hinweis).
Bei
dem 47-jährigen Versicherten
ergeben sich nach dem Gesagten
keine Anhaltspunkte für eine Unverwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit.
5.
8
In Anbetracht des zumutbaren Belastungsprofils, welches insbesondere leichte und wechselbelastende Tätigkeit
en umfasst (vgl. vorstehend E. 4.5
), ist auch das Invalideneinkommen
anhand des
gemäss LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompe
tenzniveau 1 von Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art durchschnittlich erzielte
n Lohn
s
zu ermitteln
(vgl. vorstehend E. 5.4
)
.
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1).
Mit der Beschwerdegegnerin ist von der Gewährung eines zusätz
lichen Leidens
ab
zuges abzusehen, was vom Beschwerdeführer im Übrigen nicht beanstandet wurde.
Somit ergibt sich bei
der festgestellten
90%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passten Tätigkeite
n
ein Invaliditätsgrad von 10
%
.
Damit wird ein für den An
spruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invaliditätsgrad von mindes
tens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2
)
nicht erreicht.
5.9
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausg
ang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
8
) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen. Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.