# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bb930aad-9134-54ee-9a87-9dc89f3e01c9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 198
6
und zuletzt tätig im Kundenservice der
Z._
AG, meldete sich am 1
4.
September 2017 (Eingangs
datum) unter Hinweis auf eine Depression seit Januar 2017 bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7).
Mit Schreiben vom 3
1.
Januar 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten Früh
interventionsmassnahmen in Form einer Laufbahnberatung zu (
Urk.
7/22). Am
8.
Februar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom
5.
Februar bis
6.
Mai 2018 übernähmen (
Urk.
7/28)
, welches im Anschluss daran bis zum
5.
August 2018 verlängert (Mitteilung vom
2.
Mai 2018,
Urk.
7/34) wurde. Am 1
8.
Juli 2018 erteilte die IV
Stelle Kostengut
sprache für ein Aufbautraining vom
6.
August 2018 bis zum
3.
F
ebruar 2019 (
Urk.
7/39), welche
s
allerdings per 1
4.
September 2018
abgebrochen
wurde (
Urk.
7/47).
Nach weiteren Abklärungen seitens der IV
Stelle sowie durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 28.
März 2019,
Urk.
7/64; Einwand vom 2
8.
April 2019,
Urk.
7/66; ergänzende
Einwand
begründung
von
med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von med.
pract
.
B._
vom 1
2.
Juni 2019,
Urk.
7/70)
wies
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
Juni 2019 das Leistungs
begehren ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
6.
August 2019 Beschwerde am hiesigen Gericht und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei eine angemessene Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine Expertise einhole und danach neu entscheide (
Urk.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
September 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-79), worüber die Beschwerdeführerin am 3
0.
Sep
tember 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, dass aus Sicht der Invalidenversicherung keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, da
die Ein
schränkungen
vorübergehend
und
behandelbar
seien
. Die neu genannte Diagnose eines
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms (
ADHS
)
sei nicht invalidisierend, da es der Beschwerdeführerin bis anhin möglich gewesen sei, einer beruflichen Tätig
keit nachzugehen und die kognitive Untersuchung einen Normalbefund gezeigt habe (
Urk.
2 und
Urk.
6).
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
die behandelnden Ärzte den Zusammenhang zwischen ADHS und einer chronischen Depression hervorgehoben hätten. Entsprechende Abklärungen hätten seitens der Beschwer
degegnerin allerdings nicht stattgefunden, was aber nach der neuen Rechtspre
chung zu den Indikatoren bereits aus diesem Grund zur Aufhebung des Leistungs
entscheides führe
n müsse
.
Die Arbeitsunfähigkeit sei unter Berücksichtigung der Arztberichte sowie der gescheiterten beruflichen Massnahmen offensichtlich. Entsprechend sei eine Rente zuzusprechen oder die Sache eventualiter an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese weitere Abklärungen und ins
besondere ein strukturiertes Beweisverfahren durchführe (
Urk.
1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143
V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standard
indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahr
scheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbe
lastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
2.4.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.4.2
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn
schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Dr.
med. univ.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie und
lic.
phil.
D._
,
klinische Psychologin und Fachpsychologin für Psychotherapie FSP,
hielten in ihrem
von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Bericht vom 1
3.
November 2017 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/15/1):
-
Rezidivierende depressive Stö
ru
ng, gegenwärtig mittelgradige Episode, bestehend seit 2005 (ICD-10 F33.2)
-
Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
Borderline
Typ (ICD-10 F60.31)
Eine erstmalige mehrmonatige depressive Episode sei durch die Trennungs
situation der Eltern 2005 aufgetreten. 2011 sei nach Kündigung der Arbeitsstelle eine zweite mehrmonatige Episode aufgetreten. Eine dritte Episode habe im 2013 vorgelegen nach erfolglose
r Stellensuche und dem Versuch,
die
Erwachsenen
matura
nachzuholen. Seither befinde sich die Beschwerdeführerin in regel
mässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung inkl. Psycho
pharma
ko
therapie. D
ie depressive Symptomatik sei in Folg
e von Überfor
derungsgefühlen bei Anforderungen im Alltag (Stellensuche, Kündigung, Arbeits
losigkeit) wiederholt
exa
z
erbaziert
. Seit dem 2
3.
Oktober 2017 befinde sich die Beschwerde
führerin erneut in psychiatrischer Hospitalisation aufgrund einer erneuten depressiven Episode ausgelöst durch den geplanten beruflichen Wieder
einstieg.
Eine Prognose könne derzeit aufgrund des stark schwankenden Befindens nicht abgegeben werden. Die Arbeitsfähigkeit solle nach Klinikaustritt geprüft werden (ca. anfangs 2018).
Als Mi
tarbeiterin im Kundenservice sei
sie vom
1.
September bis zum 3
1.
Oktober 2017 zu 50
%
arbeitsunfähig
gewesen
. Sie fühle sich rasch überfordert mit Alltagsanforderungen und zeige ein ausgeprägtes Au
f
schiebungs- und Vermei
dungsverhalten bei anfallenden Aufgaben, wie z.B. Stellensuche oder admi
nistrative Angelegenheiten wie Anmeldung beim RAV. Sie reagiere
bei
Überfor
derungsgefühlen mit
einer
Exazerbation der depressiven Symptomatik mit starker Ermüdung und Ruhewünschen. Sie sei vermindert leistungsfähig.
Zur Verbesserung des Befinde
n
s sei die psychiatrische Hospitalisation aufgegleist worden. Ziel sei die
Aufgleisung des beruflichen Wiedereinstiegs mit Hilfe des klinikinternen Sozialdienstes sowie mit der Invalidenversicherung.
3.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und med.
pract
.
B._
notierten folgende Diagnosen in ihrem Bericht vom
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/56/1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, chronisch (ICD-10 F33.1)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional-instabilen und abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73)
Vom 2
3.
Oktober bis zum 1
9.
Dezember 2017 sei
die Beschwerdeführerin
zur zweiten Hospitalisation auf der Station A2 der
Klinik
F._
in stationärer Behandlung gewesen. Seitdem erfolge eine ambulante Weiterbehandlung in der Praxis
G._
, der Intervall sei ihnen nicht bekannt.
Die Beschwerdeführerin sei nach stationärer Psychotherapie im 8-wöchigen SITE
Programm in deutlich gebessertem Zustand in die angestammten Wohnver
hältnisse wie geplant ausgetreten mit noch geringen depressiven Restsymptomen.
Die Arbeits
un
fähigkeit sei per Zeugnis für die Dauer des stationären Aufenthaltes und darüber hinaus bis zum 3
1.
Dezember 2017 bescheinigt worden. Im Januar sei der Beginn des begleiteten Arbeitsversuchs mit Case Management geplant. Die depressive Symptomatik verhindere eine quantitativ und qualitativ vollständige Arbeitsaufnahme, jedoch sei im Verlauf mit einer Verbesserung zu rechnen (Urk.
7/56/1 f.).
3.3
Med.
pract
.
B._
konstatierte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingehol
ten Bericht vom
9.
Januar 2019 (
Urk.
7/59), die Beschwerdeführerin nehme etwa alle 14 Tage einen ambulanten Termin wahr. Vom 1
5.
- 1
8.
Mai 2018, 2
6.
- 2
9.
Juni 2018 und vom 1
7.
September - 3
0.
November 2018 habe er eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem
1.
Dezember 2018 sei die Beschwerde
führerin bis auf Weiteres zu 50
%
arbeitsunfähig.
Die Beschwerdeführerin sei erstmals 2005 an einer rezidivierenden depressiven Episode erkrankt, seitdem habe sie mindestens eine Episode pro Jahr gehabt, meist ohne Vollremission. Seit ca. 2015 sei eine klare Chronifizierung festzustellen. Im 2017 hätten zwei stationäre Aufenthalte stattgefunden zur intensiven Psychothe
rapie.
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem Spätsommer erneut in einer schlechteren Phase ihres chronifizierten depressiven Syndroms. Das Erlebnis des erneuten Scheiterns im
b
eruflichen
Umfeld
, konkret bei der Wiedereingliede
rungsmassnahme durch Fehlzeiten aufgrund von vor allem Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und sozialen Ängsten sowie weiteren depressiven Symptomen, habe die Situation verschlechtert. Sie befinde sich bezüglich ihrer
beruflichen Zukunft in einem Zustand des Pessimismus bis Fatalismus. Aktuell werde der Versuch einer medikamentösen Umstellung von Fluoxetin auf Sertralin unternommen, letzteres werde aktuell aufdosiert. Ziel der Psychotherapie sei eine langfristige Stabilisierung und wieder Vorbereitung darauf, zunächst die Tätig
keiten des Haushalts und sozialen Lebens, später die Möglichkeit einer berufli
chen Wiedereingliederung wiederherzustellen.
Aus seiner Sicht
,
nach längerer Beobachtung und ausführlicher Beurteilung der Aktenlage
,
sei von einer dauerhaften quantitativen Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit im ersten Arbeitsmarkt auszugehen. Die Prognose für eine deutliche schnelle Verbesserung sei schlecht.
In stabiler gesundheitlicher Situation könnte in einer angepassten Tätigkeit lang
fristig eine halbtägige Tätigkeit möglich sein.
3.4
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), nahm am 2
6.
Februar 2019 Stellung
(
Urk.
7/67/
5
f.)
. Sie führte aus, dass die
rezividierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) sowie die Per
sönlichkeitsakzentuierung mit emotional-instabilen und abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73) keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigten. Sie
attestierte folgende Arbeitsunfähigkeiten in der angestammten Tätigkeit im Kun
denservice als auch in einer angepassten Tätigkeit:
-
100
%
vom
6.
Januar bis zum 1
6.
März 2017
-
50
%
vom 1
7.
März bis zum 2
2.
Oktober 2017
-
100
%
vom 2
3.
Oktober 2017 bis zum
4.
Februar 2018
-
50
%
vom
5.
Februar 2018 bis zum 1
5.
März 2019
Ab dem 1
6.
März 2019 attestierte sie in der Tätigkeit im Kundenservice eine ver
bleibende 20%ige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit.
Eine Arbeitstätigkeit mit einem angenehmen Arbeitsklima, in einem ehe
r kleinen Betrie
b, mit Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, be
i nur gerin
gem Publikumsverkehr und
ohne Schichtdienst sei als angepasst zu bewerten und wäre medizinisch-theoretisch zunächst zu 50
%
möglich. Bei positivem Krank
heitsverlauf sei ein Vollpensum erreichbar.
Bei konsequenter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung sei eine Remission der Depression zu erwarte
n
. Da die Medikation Anfang Januar 2019 neu eingestellt worden sei, sei mit eine
r Besserung des Zustandes Mitte bis
Ende März 2019 zu rechnen.
Die Beschwerdeführerin nehme die angebotenen Therapien wahr, medikamentöse Veränderungen seien mit den Behandlern abgesprochen worden. Ressourcen seien das Verhältnis zum Ehepartner, viele Freunde
, die verschiedenen Hobbys (baue
gerne Möbel oder gestalte
Geschenke), sie treibe gerne Sport (z.B. Tennis). Psychosozial belastend sei die unsichere Arbeitsplatzsituation. Da die Beschwer
deführerin auch im Haushalt tätig sei, scheine das Aktivitätsniveau im privaten Bereich höher zu sein.
Zusammenfassend sei aus versicherungsmedizinischer Sicht kein dauerhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen.
3.5
Am 1
1.
April 2019 wurde die Beschwerdeführerin von den Neuropsychologinnen
I._
und
J._
untersucht. In ihrem Bericht vom 3
0.
April 2019 führten sie aus (
Urk.
7/71), dass die kognitive Untersuchung einen Normalbefund gezeigt habe. Dennoch hätten sich in der Anamnese und den weiteren Selbstangaben Hinweise auf das Vorliegen eines ADHS
ergeben
, unter
stützt durch die Verhaltensbeobachtung und die vorschnelle und unstrukturierte Arbeitsweise im Rahmen der neuropsychologischen Unter
suchung. Die Leitsymp
tome seien bereits in der Kindheit vorhanden gewesen und seien daher wahr
scheinlich abzugrenzen von der vorliegenden rezidivierenden depressiven Störung. Dennoch sei es möglich, dass das klinische Bild durch die affektive Komponente akzentuiert sei.
Sie
diagnostizierten einen
Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerk
samkeitsstörung (ICD-10 F90.0).
3.
6
Am 1
2.
Juni 2019 nahm
en med.
pract
.
A._
und
med.
pract
.
B._
erneut Stellung zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, nachdem ihr die Leistungsabwe
isung in Aussicht gestellt worden war
.
Sie
konstatierte
n
, dass bei der Beschwerdeführerin neu die Diagnose eines ADHS (ICD-10 F90.0 ADHS vom unaufmerksame
n Typ) gestellt worden sei. In der
therapeutischen Arbeit mit der Beschwerdeführerin sei immer mehr der Verdacht gekommen, dass eine Komor
bidität bei der Aufrechterhaltung ihrer chronischen Depression ü
bersehen worden sein könnte. Auf
Verdacht hin
sei
eine neuropsychologische Abklärung eingelei
tet
worden
, welche gemeinsam mit
der
persönlichen Anamnese und den Fremd
beurteilungen von Angehörigen und einer früheren Bezugsperson der geschützten Arbeitsstelle den Verdacht erhärtet habe. Nach einem positiven Behandlungsversuch mit einer Einzeldosis Methylphenidat habe sich die Diagnose bestätigt. Rückblickend stelle sich die Frage, warum in den bisherigen Behandlungen dieser Verdacht nie soweit aufgekommen sei, dass es eine Abklä
rung gegeben habe. Hierzu sei zu sagen, dass die Beschwerdeführerin nicht die (vor allem für jüngere männliche Patienten) nach aussen sichtbaren typischen Zeichen von motorischer
Unruhe zeige. Die für ihren Typ des erwachsenen ADHS typischen Symptome von innerer Unruhe, Konzentrationsstörung, Vermeidungs
verhalten, Stimmungsschwankungen, geringem Selbstwert und weiterem seien stets auch als Symptome der depressiven Episoden angesehe
n und erklärt worden. Nachdem med.
pract
.
B._
die Beschwerdeführerin als ambulanter Therapeut über längere
Zeit
gekannt habe, habe er die Möglichkeit gehabt, auch Phasen zu erleben, in denen die eigentliche Depression andauernd höchstens leichtgradig ausgeprägt gewesen sei, es aber tageweise deutliche Einbrüche gegeben habe und die oben beschriebenen Symptome
trotzdem kaum verändert weiter
bestanden hät
ten. Dies
habe ihm eine andere
Perspektive ermöglicht. Aus seiner Sicht bestehe das ADHS aktuell neben einer chronischen Depression und einer emotional-instabilen und abhängigen Persönlichkeitsakzentuierung. Diese beein
flussten sich gegenseitig negativ. Von einer medikamentösen Behandlung des ADHS, einem Coaching und gezieltem
Skill
-Training, zusätzlich zur vor kurzem umgestellten antidepressiven Medikation verspreche er sich eine Therapie-Option, welche eine verbesserte Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Wiedereingliederungs
massnahme und im Anschluss eine Chance zur Re-Integration in den Arbeits
markt, zumindest in Teilzeit, bringen könnte. Insofern wäre eine erneute Chance zu einer Wiedereingliederungsmassnahme wie d
i
e im letzten Sommer aktuell die beste Mass
nahme. Die Fortsetzung
der ambulanten psychiatrisch-psycho
thera
peutischen Behandlung sei geplant (
Urk.
7/70).
3.7
Die RAD-Ärztin
Dr.
H._
nahm am 1
9.
Juni 2019 Stellung und gab an, das ADHS habe sicher bereits im Kindesalter bestanden. Trotzdem sei die Beschwer
deführerin bisher in der Lage gewesen, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Es liege einzig aufgrund der neu gestellten Diagnose ein neuer Behandlungsan
satz vor. Der bisherige Verlauf werde als positiv beschrieben. Es könne daher weiterhin davon ausgegangen werden, dass die Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit vorübergehend seien. Die Diagnose ADHS sei gut behandelbar (
Urk.
7/73/2).
4
.
Die medizinische Aktenlage erweist sich als ungenügend:
4.1
Dr.
C._
und
lic.
phil.
D._
konstatierten in ihrem Bericht vom 13.
November 20
17
, dass
die
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nach erfolgter psychiatrischer Hospitalisation
zu prüfen
sei - entsprechend lässt dieser Bericht keine abschliessende Beurteilung zu
(E. 3.1;
Urk.
7/15/4)
.
4.2
In den Berichten der behandelnden Ärzte und Psychologen der
Klinik
F._
vom
9.
Februar, 1
8.
Mai, 1
0.
Juli, 1
9.
Oktober 2017 und
6.
Februar 2018 (Urk.
7/56) wurden jeweils keine detaillierten Angaben dazu gemacht, ob eine angepasste
Tätigkeit zumutbar wäre und falls ja, wie das ent
sprechende Belastungsprofil auszusehen hätte
.
Die funktionellen
Auswirkungen
der psychiatri
schen Diagnosen
auf die Ar
beitsfähigkeit insbesondere in
eine
r
ange
passte
n
Tätigkeit
sind
gestützt auf diese Berichte nicht abschliessend zu beurtei
len.
4.3
Med.
pract
.
B._
hat in seinem Bericht vom
9.
Januar 2019 festgehalten, dass die Beschwerdeführerin sich seit dem Spätsommer erneut in einer schlechteren Phase ihres chronifizierten depressiven Syndroms befinde. Das Erlebnis des erneuten Scheiterns im beruflichen
Umfeld
, konkret bei der Wiederein
gliede
rungs
massnahme durch Fehlzeiten aufgrund von vor allem Antriebs
losigkeit, Konzentrationsschwäche und sozialen Ängsten sowie weiteren depressiven Symptomen
,
habe die Situation verschlechtert. Sie befinde sich bezüglich ihrer beruflichen Zukunft in einem Zustand des Pessimismus bis Fatalismus (
Urk.
7/59; E. 3.3).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass j
e stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Bes
chwerdebild mitbestimmen,
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert
umso
ausgeprägter
vorhanden sein muss (vgl.
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2).
Eine kritische Abgrenzung der psychosozialen Faktoren hat med.
B._
nicht vorge
nommen. Hinzu kommt, dass er in diesem Bericht ebenfalls keine Stellung bezieht, ob und allenfalls in welchem Pensum ihr eine angepasste Tätigkeit zumutbar ist und wie ein allfälliges Belastungsprofil aussehen könnte.
Die funktionellen Auswirkungen der psychiatrischen Diagnosen lassen sich gestützt auf diesen Bericht nicht zuverlässig feststellen.
4.4
Im
Bericht von med.
pract
.
B._
und med.
pract
.
A._
vom 1
2.
Juni 2019
wird
lediglich
behauptet
, dass neu die Diagnose eines ADHS gestellt worden sei (
Urk.
7/70;
Urk.
7/71) und dies
einen andere
n Behandlungsansatz ermögliche, welche
r
eine verbesserte Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Wiedereingliederung und im Anschluss eine Chance zur Re-
Intregration
im Arbeitsmarkt bringe.
Ob diese neu gestellte Diagnose allerdings überhaupt eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nach sich zieht, ist unklar, da die neuropsychologische Untersu
chung einen kognitiven Normalbefund gezeigt hat (
Urk.
7/71) und e
ine Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit
nicht vorgenommen wurde (
Urk.
7/70 und
Urk.
7/71).
4.5
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht auf die Beurtei
lungen von RAD-Ärztin
Dr.
H._
vom 2
6.
Februar und 1
9.
Juni 2019 (E.
3.4 und E. 3.7).
Dr.
H._
führte
aus, dass
die
Beschwerdeführerin die angebotenen Thera
pien wahrnehme und medikamentöse Veränderungen mit d
en Behandlern abge
sprochen habe
,
und zählte als
Ressourcen das Verhältnis
zum Ehepartner, viele Freunde und die verschiedenen Hobb
y
s auf. Darüber hinaus stellte sie fest, dass die unsichere A
rbeitsplatzsituation
psychosozial belastend sei sowie die Beschwerdeführerin
auch im Haushalt tätig sei,
so dass das
das Aktivitätsniveau im privaten Bereich höher zu sein
scheine
(
Urk.
7/67).
Nach Hinzutreten der Diagnose des (Verdachts auf) ADHS konstatierte sie, dass das ADHS gut behan
delbar sei und sicher bereits im Kindesalter bestanden habe, die Beschwerde
führerin trotzdem in der Lage gewesen sei, einer beruflichen Tätigkeit nachzuge
hen (
Urk.
7/73).
Diese Ausführungen lassen keine abschliessende Beurteilung der funktionellen Auswirkungen des Gesundheitsschadens zu:
Dr.
H._
nahm keine Stellung zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und äusserte sich nicht
zum Einfluss der
den Komorbiditäten, was allerdings gerade im Hinblick auf die Aus
führungen von med.
pract
.
B._
, dass
das ADHS aktuell neben einer chronischen Depression und einer emotional-instabilen und abhängig
en Persönlichkeits
akzentuierung bestehe und sich d
iese gegenseitig negativ
beeinflussten (E. 3.6), unabdingbar gewesen wäre, um den Komplex Gesundheitsschädigung hinrei
chend beurteilen zu können
.
Hinzu kommt, dass die Ausführungen von
Dr.
H._
, dass das Aktivitäts
niveau im privaten Bereich höh
er zu sein scheine, nicht ohne w
eitere Abklärun
gen nachvollziehbar
sind
.
So führte med.
pract
.
B._
in seinem Bericht vom
9.
Januar 2019 aus, dass sie ausserhalb der depressiven Schwankungen fit sei und nach Möglichkeit Sport treibe (
Urk.
7/59/4) - daraus kann nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass sie
aktuell regelmässig dazu in der Lage ist
. Im Bericht über das
Belastbarkeitstraing
vom 2
2.
Mai 2018 wird festgehalten, dass die Besch
werdeführerin d
en Haushalt besorge (
Urk.
7/37).
M
ed.
pract
.
B._
konsta
tierte in seinem Bericht vom
9.
Januar 2019 allerdings,
dass das Ziel der Psycho
therapie sei, zunächst die Tätigkeiten des Haushalts und des sozialen Lebens wiederherzustellen (
Urk.
7/59/3) - dies lässt eine Einschränkung auch im privaten Bereich
möglich
erscheinen.
Auch ob sie ihre weiteren Hobb
y
s effektiv regel
mässig ausübt
,
geht aus den vorliegenden Akten nicht hervor. Das Aktivitäts
niveau kann vorliegend nicht abschliessend beurteilt werden.
Damit
fehlt es an einer genügenden medizinischen Aktenlage zur Beurteilung des Leistungsanspruches
(vgl. E. 2.4.2).
4.6
Die Sache ist daher in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen, damit sie
den Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin mittels psychiatrische
n
Gutachten
s
abklärt. Da die Beschwerdeführerin die letzte Tätigkeit im Kundenservice - soweit aus den Akten ersichtlich - in einem Pensum von 80
%
ausübte
(
Urk.
7/3/2)
, ist bei Bedarf die s
ozialversicherungs
rechtliche Qualifizierung unter Berücksichtigung der ehelichen Rollenverteilung
mittels Haushaltsabklärung festzustellen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) unte
r Berück
sichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1’4
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.