# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 25da3ec3-572e-4bdb-9992-07fd44448356
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am A. in B. geboren, wo sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Adoptivvater die ersten fünf Lebensjahre verbrachte. Danach kehrte die Familie in die Schweiz zurück. Im Engadin besuchte X. die Primar- und die Sekundarschule. Eine Ausbildung absolvierte sie danach nicht. Im Alter von 20 Jahren verheiratete sich die Genannte mit C., Asylbewerber aus Ghana. Aus dieser Verbindung ging der Sohn D., geboren am E., hervor. Im Jahr 2007 wurde die Ehe geschieden.
Vom 16. Dezember 2005 bis am 4. Januar 2006 war X. aufgrund einer akuten schizophreniformen, psychotischen Störung in der Psychiatrischen Klinik Beverin hospitalisiert. Im Herbst 2008 reiste sie mit ihrem Sohn zu ihrer Mutter, die mittlerweile in F. lebte. Dort befand sie sich auf Veranlassung ihrer Mutter zeitweise in psychiatrischer Behandlung. Am 9. März 2009 kehrte X. in die Schweiz zurück.
B. Mit Beschluss der Vizepräsidentin der Vormundschaftsbehörde der Kreise Oberengadin/Bergell vom 25. März 2009, mitgeteilt am 26. März 2009, wurde X. gestützt auf Art. 397a ZGB per sofort zur Abklärung und Behandlung in die psychiatrische Klinik Waldhaus in Chur eingewiesen. Die Klinik wurde beauftragt, ihren Gesundheitszustand, ihre Erziehungsfähigkeit in Bezug auf den Sohn D. sowie die Notwendigkeit einer vormundschaftlichen Massnahme abzuklären. Gleichzeitig wurde für X. in der Person von Amtsvormund G. ein Vertretungsbeistand nach Art. 392 Ziff. 1 ZGB ernannt.
Ein Gesuch von X. um Entlassung aus der Klinik Waldhaus wurde mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde der Kreise Oberengadin/Bergell vom 21. Juli 2009, mitgeteilt am 24. Juli 2009, abgewiesen. Der Bezirksgerichtsausschuss Maloja schützte diesen Entscheid in seinem Urteil vom 3. September 2009, mitgeteilt am 8. Oktober 2009.
Mit Beschluss vom 21. Juli 2009, mitgeteilt am 18. August 2009, delegierte die Vormundschaftsbehörde der Kreise Oberengadin/Bergell die laufenden Verfahren betreffend X. sowie die Vertretungsbeistandschaft an die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur.
C. Am 17. August 2009 legten die Psychiatrischen Dienste Graubünden das Gutachten über X. vor. Der Expertise von Dr. med. H., Assistenzärztin, mitunterzeichnet von Dr. med. I., Chefärztin, kann im Wesentlichen entnommen werden, dass X. an einer seit Jahren bestehenden chronischen Erkrankung aus
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dem Formenkreis der Schizophrenie leidet. Bei der diagnostizierten psychiatrischen Erkrankung handle es sich um eine Geisteskrankheit. Im Rahmen dieser Erkrankung sei die Genannte nicht mehr in der Lage, ohne Hilfe von Drittpersonen ihr Alltagsleben zu bestreiten. Sie könne durch ihre nicht vorhandene Urteilsfähigkeit die Tragweite ihres Handelns nicht mehr einschätzen und brauche Unterstützung in allen Bereichen (Wohnen, Arbeiten, Versorgung ihres Sohnes). Aufgrund der ausgeprägten Störungen werde entsprechend Art. 369 ZGB eine Vormundschaft empfohlen. Es bestehe eine ausgeprägte Krankheitsuneinsichtigkeit, weswegen von einer Beistandschaft oder Beiratschaft vorerst abzusehen sei.
In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2009 an die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur beantragte der Rechtsvertreter von X., die Genannte sofort aus dem fürsorgerischen Freiheitsentzug zu entlassen und auf die Ergreifung von vormundschaftlichen Massnahmen zu verzichten.
D. Mit Beschluss vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt am 23. Oktober 2009, traf die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur folgende Anordnungen:
"1. X. wird entmündigt und unter Vormundschaft (Art. 369 ZGB) gestellt.
2. Zum Vormund von X. wird J. (Amtsvormundschaft Chur) ernannt.
3. J. wird als Vormund gemäss Art. 369 ZGB von X. beauftragt, die gesamten persönlichen und vermögensrechtlichen Interessen der Bevormundeten zu wahren.
4. J. wird ersucht, zuhanden der Behörde in spätestens zwei Monaten ein Eingangsinventar über die Vermögenswerte von X. einzureichen, welches Grundlage der vormundschaftlichen Verwaltungsrechnung bildet, und alle zwei Jahre einen schriftlichen Bericht über die Mandatsführung und die jährlich abgeschlossene Verwaltungsrechnung samt Belegen einzureichen. Für das Jahr 2010 ist zudem ein Budget einzureichen.
5. Die Ernennung von J. zum Vormund gemäss Art. 369 ZGB von X. kann innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses schriftlich bei der unterzeichneten Behörde nach Art. 388 ZGB abgelehnt oder als gesetzeswidrig angefochten werden.
6. Die Bevormundung von X. ist gestützt auf Art. 375 Abs. 1 und Art. 387 Abs. 2 ZGB zu publizieren.
7. Die für X. geführte Beistandschaft in bestimmten Angelegenheiten (Art. 392 Ziff. 1 ZGB) wird mit Rechtskraft des Bevormundungsbeschlusses aufgehoben und G. (Amtsvormundschaft Oberengadin/Bergell) als Beistand entlassen. G. wird aufgefordert, im Hinblick auf seine Entlastung einen Schlussbericht einzureichen.
8. Die fürsorgerische Freiheitsentziehung über X. wird aufrechterhalten. Die Entlassungskompetenz bleibt bei der Vormundschaftsbehörde
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Chur. Die Psychiatrischen Dienste Graubünden werden beauftragt, (allenfalls über den Mandatsträger) Antrag auf Entlassung zu stellen, sobald diese aus medizinisch therapeutischer Sicht angezeigt und ein entsprechendes Anschlussprogramm in Zusammenarbeit mit dem Mandatsträger gefunden worden ist. Gegen die Aufrechterhaltung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung kann innert 10 Tagen seit Mitteilung beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur, Theaterweg 1, 7000 Chur, Beschwerde erhoben werden.
9. Auf die Erhebung von Kosten wird verzichtet (Art. 46 Abs. 2 EGzZGB)."
E. Am 5. November 2009 liess X. gegen diesen Beschluss beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur Beschwerde erheben. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
"1. Der angefochtene Beschluss betreffend Aufrechterhaltung des FFE und Errichtung der Vormundschaft sei per sofort aufzuheben.
2. Der FFE sei ab Eingang der Beschwerde bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens auszusetzen und Frau X. auf freien Fuss zu setzen.
3. Es sei ein Obergutachten über die Frage der Bevormundung und des begleitenden Wohnens zu erstellen.
4. Eventualiter sei die Angelegenheit zur rechtsgenüglichen Durchführung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5. Das Gesuch um URP liegt dieser Beschwerde gesondert bei.
6. Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz."
Die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur beantragte in ihrer Stellungnahme vom 20. November 2009 die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Ebenfalls mit Schreiben vom 20. November 2009 ging eine Stellungnahme von Dr. med. I. und Dr. K., Psychiatrische Dienste Graubünden, ein.
F. Die mündliche Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur fand am 26. November 2009 statt, wobei das Gericht die Verhandlung nach der persönlichen Befragung der Beschwerdeführerin und dem Parteivortrag ihres Rechtsvertreters zum Zweck der Beweisergänzung vertagte. Nach dem Vorliegen eines ärztlichen Berichts der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 4. Dezember 2009 wurde die Hauptverhandlung am 7. Dezember 2009 fortgeführt. Mit Urteil vom 7. Dezember 2009, im Dispositiv mitgeteilt am 8. Dezember 2009 und schriftlich mitgeteilt am 15. Dezember 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur, wie folgt:
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„1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die fürsorgerische Freiheitsentziehung (FFE) bzw. Ziff. 8 der angefochtenen Verfügung aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dem Parteivertreter wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen und seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei  dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

## Considerations