# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7b506c5e-cbf2-45d5-9af9-67494026034a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Civil
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. G._ wurde von den Erben des A._ sel., D._, B._ und C._, auf den Betrag von CHF 38'000.00 betrieben. Gegen den ihm vom Betreibungs- und Konkursamt der Region Viamala (nachfolgend: Betreibungsamt Viamala) ausgestellten Zahlungsbefehl (Betreibung Nr. I._) erhob G._ innert Frist Rechtsvorschlag. Nach Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung durch die Einzelrichterin des Regionalgerichts Viamala stellten D._, B._ und C._ am 8. Juli 2019 das Fortsetzungsbegehren.
B. Auch E._ wurde mit Entscheid des Zivilgerichts des F._ vom 4. Januar 2019 in der Betreibung Nr. H._ des Betreibungsamtes des F._ gegen G._ die provisorische Rechtsöffnung erteilt. Die gegen diesen Rechtsöffnungsentscheid gerichteten Beschwerden von G._ an das Kantonsgericht Freiburg und an das Bundesgericht wurden abgewiesen. Am 17. Juni 2019 hat E._ beim Betreibungsamt Viamala die Fortsetzung der Betreibung beantragt (Betreibung Nr. J._).
C. Nach Eingang des Fortsetzungsbegehrens von E._ vollzog das Betreibungsamt Viamala am 1. Juli 2019 die Pfändung in der Betreibung Nr. J._ und schloss sodann die Betreibung Nr. I._ dieser Pfändung unter der Gruppennummer M._ an. Die entsprechende Pfändungsurkunde wurde am 20. August 2019 ausgestellt. Gepfändet wurde einzig der Anspruch von G._ am Liquidationsanteil an der unverteilten Erbschaft seines am 6. Juni 2019 in K._ verstorbenen Vaters, L._ sel. Die Pfändung sowie die Pfändungsurkunde blieben unangefochten. Infolge des von G._ am 24. Juni 2019 eingeleiteten Aberkennungsverfahrens blieb die Pfändung in der Betreibung Nr. I._ provisorisch. Demgegenüber erfolgte die Pfändung von E._ in der Betreibung Nr. J._ definitiv.
D. Am 4. Dezember 2020 verfügte das Betreibungsamt Viamala gegenüber den Erben A._ sel. was folgt:
Verfügung – Aufhebung Pfändungsurkunde vom 20. August 2019
Betreibung Nr. I._ Pfändungsgruppe Nr. M._
Schuldner G._, geb. _ 1976, _, N._ Gläubiger D._, B._, C._
Sehr geehrter Herr Rey
Wir beziehen uns auf den Pfändungsvollzug vom 1. Juli 2019 bzw. auf die Pfändungsurkunde vom 20. August 2019 (Versanddatum).
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In Bezug auf die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft des verstorbenen Vaters des Schuldners, nämlich L._ sel., zuletzt wohnhaft gewesen in K._, gestorben am _ 2019 haben wir weitere Abklärungen getroffen und es hat sich herausgestellt, dass der Liquidationsanteil aus folgendem Grund nicht pfändbar ist: Für die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft sind wir örtlich nicht zuständig (Territorialprinzip), da Herr L._ seinen letzten Wohnsitz in K._ hatte und es sich somit um einen ausländischen Liquidationsanteil handelt. Somit besteht kein Pfändungssubstrat für die Pfändung.
Hiermit wird die Pfändungsurkunde der Pfändungsgruppe Nr. M._ vom 20. August 2019 aufgehoben.
Den Verlustschein nach Art. 115 SchKG und unsere Gebührenrechnung für die effektiv entstandenen Kosten, welche noch nicht in Rechnung gestellt wurden, werden wir Ihnen sobald diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist, zustellen. Die ungerechtfertigt entstandenen Kosten über CHF 256.15 aus der Rechnung Nr. 5067147 werden wir Ihnen dann ebenfalls zurückerstatten.
Hiermit entschuldigen wir uns für diesen Fehler und die dadurch entstandenen Umstände.
[...]
E. Dagegen liessen die Erben von A._ sel., D._, B._ und C._ (nachfolgend Beschwerdeführer 1), vertreten durch Rechtsanwalt Jonathan Rey, am 17. Dezember 2020 Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG an das Kantonsgericht von Graubünden erheben mit folgenden Anträgen (KSK 20 136):
I. Die betreibungsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen.
II. Der Entscheid des Betreibungs- und Konkursamtes der Region Viamala wird dahingehend abgeändert, dass die Zuständigkeit des Betreibungs- und Konkursamtes Viamala für die Pfändung und den Vollzug der Pfändung des Liquidationsanteils des Schuldners G._, wohnhaft _strasse, N._ an der Erbschaft von L._ sel., verstorben am _ 2019 und zuletzt wohnhaft in K._, festgestellt und die bereits vollzogene Pfändung beibehalten wird.
Eventualbegehren:
II. Der Entscheid des Betreibungs- und Konkursamtes der Region Viamala vom 4. Dezember 2020 wird aufgehoben und die Sache ist ihm zu erneuter Entscheidung im Sinne der Erwägungen des zu ergehenden Urteils zurückzuverweisen.
III. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
F. Das Betreibungs- und Konkursamt der Region Viamala sandte am 4. Dezember 2020 auch eine entsprechende Widerrufsverfügung an E._. Deren Inhalt lautet wie folgt:
Verfügung – Aufhebung Pfändungsurkunde vom 20. August 2019
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Betreibung Nr. J._ Pfändungsgruppe Nr. M._
Schuldner G._, geb. _ 1976, _strasse, N._
Sehr geehrter Herr E._
Wir beziehen uns auf den Pfändungsvollzug vom 1. Juli 2019 bzw. auf die Pfändungsurkunde vom 20. August 2019 (Versanddatum).
In Bezug auf die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft des verstorbenen Vaters des Schuldners, nämlich L._ sel., zuletzt wohnhaft gewesen in K._, gestorben am _ 2019 haben wir weitere Abklärungen getroffen und es hat sich herausgestellt, dass der Liquidationsanteil aus folgendem Grund nicht pfändbar ist: Für die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft sind wir örtlich nicht zuständig (Territorialprinzip), da Herr G._ seinen letzten Wohnsitz in K._ hatte und es sich somit um einen ausländischen Liquidationsanteil handelt. Somit besteht kein Pfändungssubstrat für die Pfändung.
Hiermit wird die Pfändungsurkunde der Pfändungsgruppe Nr. M._ vom 20. August 2019 aufgehoben.
Den Verlustschein nach Art. 115 SchKG und unsere Gebührenrechnung für die effektiv entstandenen Kosten, welche noch nicht in Rechnung gestellt wurden, werden wir Ihnen sobald diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist, zustellen. Die ungerechtfertigt entstandenen Kosten über CHF 381.65 aus der Rechnung Nr. 5067148 werden wir Ihnen dann ebenfalls zurückerstatten.
Hiermit entschuldigen wir uns für diesen Fehler und die dadurch entstandenen Umstände.
[...]
G. Die Verfügung wurde in der Folge als unzustellbar an das Betreibungs- und Konkursamt der Region Viamala retourniert. Nachdem E._ (nachfolgend Beschwerdeführer 2) am 15. Dezember 2020 via Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1 über den Widerruf des Pfändungsvollzuges informiert worden war, liess auch er, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Julien Francey, mit Eingabe vom 17. Dezember 2020 aufsichtsrechtliche Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erheben (KSK 20 137). Die darin formulierten Rechtsbegehren sind mit den Anträgen in der Beschwerde der Beschwerdeführer 1 (KSK 20 136) identisch.
H. Mit Einschreiben vom 21. Dezember 2020 übermittelte das Betreibungsamt Viamala dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 2 ein weiteres Schreiben mit beinahe identischem Inhalt wie die Verfügung vom 4. Dezember 2020. Dessen Inhalt lautet wie folgt:
Verfügung – Aufhebung Pfändungsurkunde vom 20. August 2019
Betreibung Nr. J._
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Pfändungsgruppe Nr. M._
Schuldner G._, geb. _ 1976, _strasse 4, N._
Sehr geehrter Herr Francey
Wir beziehen uns auf den Pfändungsvollzug vom 1. Juli 2019 bzw. auf die Pfändungsurkunde vom 20. August 2019 (Versanddatum).
In Bezug auf die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft des verstorbenen Vaters des Schuldners, nämlich L._ sel., zuletzt wohnhaft gewesen in K._, gestorben am _ 2019 haben wir weitere Abklärungen getroffen und es hat sich herausgestellt, dass der Liquidationsanteil aus folgendem Grund nicht pfändbar ist: Für die Pfändung des Liquidationsanteils an der unverteilten Erbschaft sind wir örtlich nicht zuständig (Territorialprinzip), da Herr G._ seinen letzten Wohnsitz in K._ hatte und es sich somit um einen ausländischen Liquidationsanteil handelt. Somit besteht kein Pfändungssubstrat für die Pfändung.
Hiermit wird die Pfändungsurkunde der Pfändungsgruppe Nr. M._ vom 20. August 2019 aufgehoben.
Den Verlustschein nach Art. 115 SchKG und unsere Gebührenrechnung für die effektiv entstandenen Kosten, welche noch nicht in Rechnung gestellt wurden, werden wir Ihnen sobald diese Verfügung in Rechtskraft erwachsen ist, zustellen. Die ungerechtfertigt entstandenen Kosten über CHF 381.65 aus der Rechnung Nr. 5067148 werden wir Ihnen dann ebenfalls zurückerstatten.
Hiermit entschuldigen wir uns für diesen Fehler und die dadurch entstandenen Umstände.
[...]
I. Auch dagegen liess der Beschwerdeführer 2 mit Eingabe vom 28. Dezember 2020 aufsichtsrechtliche Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erheben (KSK 20 138), wobei sowohl die darin enthaltenen Anträge als auch die Begründung mit der Beschwerdeschrift vom 17. Dezember 2020 (KSK 20 137) übereinstimmen.
J. Mit Schreiben vom 11. Januar 2021 (Poststempel) ersuchte der Beschwerdeführer 2 den Vorsitzenden der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, den beiden Beschwerden (KSK 20 137 und KSK 20 138) die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Dem Antrag wurde mit Verfügung vom 15. Januar 2021 bezüglich beider Verfahren stattgegeben und die aufschiebende Wirkung erteilt.
K. Das Betreibungsamt Viamala beantragte in seinen Vernehmlassungen zu den Beschwerdeverfahren KSK 20 136, 137 und 138 vom 13. Januar 2021, die Beschwerden abzuweisen.
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L. In seinen Stellungnahmen vom 26. März 2021 liess G._ (nachfolgend Beschwerdegegner), in den Verfahren KSK 20 137 und 138 vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Europa Hunger, die kostenfällige Abweisung der Beschwerden (KSK 20 137 und 138) beantragen.
M. Mit Eingabe vom 14. April 2021 liess der Beschwerdegegner, im Verfahren KSK 20 136 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Flavia Buchli, die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (KSK 20 136) beantragen.
II. Erwägungen
1. Wie noch zu zeigen sein wird, weisen die Beschwerdeverfahren KSK 20 136, KSK 20 137 und KSK 20 138 einen engen Sach- und Rechtszusammenhang auf. Um sich widersprechende Entscheide zu vermeiden, drängt sich vorliegend eine gemeinsame Beurteilung der Verfahren auf. Die erwähnten Beschwerdeverfahren sind zu vereinigen (vgl. Art. 125 lit. c ZPO i.V.m. Art. 20a Abs. 3 SchKG i.V.m. Art. 17 Abs. 4 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs [EGzSchKG; BR 220.000]).
2.1. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer 2 eingeleiteten Beschwerdeverfahren KSK 20 137 und 138 ist vorab noch das Folgende festzuhalten:
2.2. Die angefochtenen Verfügungen des Betreibungsamtes Viamala vom 4. Dezember 2020 bzw. 21. Dezember 2020 beschlagen in materieller Hinsicht den gleichen Gegenstand, wird mit beiden doch die Pfändungsurkunde vom 20. August 2019 bzw. der dieser zugrundeliegende Pfändungsvollzug hinsichtlich des Liquidationsanteiles an der Erbschaft L._ sel. aufgehoben (vgl. dazu Sachverhalt F. und H. sowie E. 6.). Der eigentliche (rechtsgestaltende) Verfügungstext ("Hiermit wird die Pfändungsurkunde der Pfändungsgruppe Nr. M._ vom 20. August 2019 aufgehoben.") ist denn auch beide Male identisch formuliert. Es fragt sich nun, ob beide eigenständige Verfügungen darstellen oder ob es sich bei der auf den 21. Dezember 2020 datierten Verfügung lediglich um eine (nachträgliche) Zustellung der (eigentlichen) Verfügung vom 4. Dezember 2020 handelt. Angesichts der Tatsache, dass das Betreibungsamt es nicht bei einer rein erneuten Zustellung der als unzustellbar retournierten Verfügung vom 4. Dezember 2020 (KSK 20 138, BA act. 1.40 und 1.42) belassen hat, worum der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ursprünglich ersucht hatte, sondern unter dem neuen Datum (21. Dezember 2020) eine gleichlautende Verfügung mit neuem Empfangsadressaten erlassen hat, gelangt die
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Beschwerdeinstanz zur Ansicht, dass es sich – zumindest in formeller Hinsicht – um zwei eigenständige Verfügungen handelt. Es liegen mithin zwei Anfechtungsobjekte vor. Aus dem Gesagten folgt, dass sich der Beschwerdeführer zu recht mit zwei separaten Beschwerden (KSK 20 137 und 138) gegen die beiden – materiell identischen – Verfügungen wendet.
3.1. Gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes kann nach Art. 17 Abs. 1 SchKG bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden, sofern keine gerichtliche Klagemöglichkeit besteht. Die Beschwerde muss binnen zehn Tagen seit dem Tage, an welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, angebracht werden (vgl. Abs. 2). Die Nichtigkeit einer Verfügung kann jederzeit geltend gemacht werden und ist von der Aufsichtsbehörde von Amtes wegen zu beachten (Art. 22 Abs. 1 SchKG).
3.2. Die Beschwerdeführer 1 wie auch der Beschwerdeführer 2 wenden sich in ihren Beschwerden (KSK 20 136 und 137 sowie 138) gegen den vom Betreibungsamt Viamala am 4. Dezember 2020 bzw. am 21. Dezember 2020 (wiedererwägungsweise) verfügten Pfändungswiderruf (vgl. auch E. 6.). Der Widerruf einer Verfügung stellt selbst eine Verfügung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG dar (vgl. Franco Lorandi, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, Basel 2000, N 324 zu Art. 17 SchKG). Da darüber hinaus keine gerichtliche Klage zur Verfügung steht, ist die angefochtene Widerrufsverfügung grundsätzlich beschwerdefähig.
3.3. Die angefochtene Widerrufsverfügung vom 4. Dezember 2020 wurde dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1 am 7. Dezember 2020 zugestellt (KSK 20 136, act. B.2). Die Beschwerdefrist wurde demnach mit Aufgabe der Beschwerdeschrift zuhanden der Schweizerischen Post am 17. Dezember 2020 gewahrt. Als Gläubiger im von der Widerrufsverfügung betroffenen Betreibungsverfahren (Betreibung Nr. 20183259) werden die Beschwerdeführer 1 durch die Verfügung in ihren rechtlichen Interessen tangiert, womit sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert sind. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde KSK 20 136 ist einzutreten.
3.4. Wie bereits erläutert, wurde die an den Beschwerdeführer 2 gerichtete Widerrufsverfügung vom 4. Dezember 2020 infolge Unzustellbarkeit an das Betreibungsamt Viamala retourniert (vgl. KSK 20 137, BA act. 1.40 und 1.42). Trotz dieser formell ungenügenden Eröffnung erhielt er von deren Inhalt am 15.
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Dezember 2020 Kenntnis (vgl. KSK 20 137, act. A.1, S. 2, Lit. C). Der Beschwerdeführer 2 wird gleich wie die Beschwerdeführer 1 von der Widerrufsverfügung in seinen rechtlichen Interessen tangiert und ist damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Die Beschwerdefrist begann mit der tatsächlichen Kenntnisnahme der Verfügung zu laufen (vgl. Art. 17 Abs. 1 SchKG). Die Beschwerde vom 17. Dezember 2020 erfolgte mithin fristgerecht. Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde im Verfahren KSK 20 137 ist folglich einzutreten.
3.5. Die Verfügung vom 21. Dezember 2020 wurde dem Beschwerdeführer 1 bzw. seinem Rechtsvertreter erst am 24. Dezember 2020 formell (korrekt) per Post zugestellt. Die erhobene Aufsichtsbeschwerde vom 28. Dezember 2020 (vgl. KSK 20 138) erweist sich als fristgerecht. Auch auf diese Beschwerde ist einzutreten, geben die weiteren formellen Eintretensvoraussetzungen doch zu keinen Bemerkungen Anlass.
4. Gemäss Art. 17 Abs. 1 und 3 SchKG können mit der Aufsichtsbeschwerde Gesetzesverletzung, Unangemessenheit und Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung geltend gemacht werden. Der Begriff "Gesetz" i.S.v. Art. 17 SchKG ist dabei weit auszulegen, sodass auch Verordnungen, Reglemente und Weisungen des Vollstreckungsrechts mitgemeint sind (Philippe Maier/Ivan Vagnato, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Auflage, Zürich 2017, N 20 zu Art. 17 SchKG). In jedem Fall können aber lediglich Verfahrensfehler gerügt werden; über materiell-rechtliche Fragen wird im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht entschieden (vgl. BGer 7B.11/2002 v. 5.3.2002 E. 3a).
5. Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde richtet sich prinzipiell nach den kantonalen Verfahrensbestimmungen (Art. 20a Abs. 3 SchKG), wobei die bundesrechtlichen Minimalvorschriften zu beachten sind (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 1 bis 5 SchKG). Letztere geben unter anderem vor, dass die Aufsichtsbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG). Die damit gesetzlich festgeschriebene Untersuchungsmaxime verpflichtet die kantonale Aufsichtsbehörde, das Verfahren zu leiten, die rechtserheblichen Tatsachen und erforderlichen Beweismittel zu bezeichnen, die Beweise zu erheben und sie zu würdigen. Sie hat die relevanten Tatsachen selbst festzustellen. Die Beweise sind durch die Aufsichtsbehörde frei zu würdigen (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 3 SchKG) und sie darf unter Vorbehalt der Nichtigkeit der Verfügung nicht über die Anträge der Parteien hinausgehen (sog. Dispositionsmaxime; vgl. Art. 20a Abs. 2 Ziff. 3, 2. Teilsatz SchKG). Der
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## Considerations