# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 38ea7792-79f9-4bb8-82ad-c23486d216f4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene und bis Ende April 2010 als Gipser tätig
g
e
wesene
(
Urk.
7/9)
X._
meldete sich am
3.
April 2012 unter Hinweis auf eine Arthrose am linken Knie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen an (
Urk.
7/1). Diese tätigte erwerblich-berufliche und medizinische Abklärungen und liess den Ver
sicherten am
1.
April 2014 vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopä
disch-rheumatologisch untersuchen (Bericht vom
2.
April 2014, Urk.
7/38). Die zwischenzeitlich ergriffenen
M
assnahmen
betreffend Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/5, 17-18) waren au
f Wunsch des Versicherten (Urk.
7/24) mit Mitteilung vom
5.
Dezembe
r 2012 abgebrochen worden (Urk.
7/25). Mit Verfügung vom
2.
September 2014 (
Urk.
7/46, Vorbescheid vom 1
8.
Juni 2014,
Urk.
7/42) wurde das Leistungsbegehren von
X._
abgewiesen.
Betreffend sein als „Einsprache” bezeichnete
s
Schreiben (
Urk.
7/47), der
IV-Stelle am
8.
September 2014 zugegangen, liess er sich nicht mehr vernehmen.
1.2
Am
5.
April 2016 (
Urk.
7/
54)
machte
X._
unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses vom 1
9.
Januar 2016 (
Urk.
7/53) eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend (
Urk.
7/54). Die IV-Stelle nahm das Gesuch als Neuanmeldung entgegen und auferlegte dem Versicherten, mit aktuellen Beweismitteln eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft darzulegen (
Urk.
7/55). Mit Eingabe vom 1
7.
Mai 2016 liess
X._
weitere
ärztliche
Berichte (
Urk.
7/56) einreichen und gleichzeitig
um Durchführung beruflicher Massnahmen
ersuchen
(
Urk.
7/57).
Mit Mitteilung vom 1
9.
Mai 2016 zeigte die IV-Stelle dem Versi
cherten an, dass berufliche Massnahmen
derzeit
nicht durchführbar seien (
Urk.
7/58) und aktualisierte
sodann
die medizinische Aktenlage (
Urk.
7/
59-
60, 62). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid vom
3.
Oktober 2016,
Urk.
7/68
,
und Einwand vom
8.
Dezember 2016,
Urk.
7/73
)
wies die
IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2016
das
Renten
begehren mangels erheblicher Verschlechterung
seit der letzten Verfügung
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am
1.
Februar 2017 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei die „Einsprache” vom
8.
September 2014 als Beschwerde zu behandeln sowie die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Ver
sicherungsleistungen (berufliche Massnahmen/Invalidenrente) auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte der
Beschwerdeführer um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege, wobei Rechtsanwalt Dominique
Chopard
zum unent
geltlichen Rechtsvertreter zu ernennen sei (
Urk.
2 S. 2-3). Mit Beschwerdeant
wort vom
8.
März 2017 (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-78) ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom
9.
Mai 2017 (
Urk.
10) zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwech
sels hielt
der Beschwerdeführer
replicando
(
Urk.
13 vom 1
2.
Juni 2017) an sei
nen Anträgen fest beziehungsweise verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Erstatten einer Duplik (
Urk.
15 vom
8.
August 2017), was dem Beschwerdefüh
rer mit Verfügung vom
9.
August
2017 (
Urk.
16) angezeigt wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
,
IVV
,
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
,
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid hielt die Beschwerdegegnerin zusammengefasst fest, zwar hätten seit der Verfügung vom
2.
September 2014 weitere medizini
sche Behandlungen und Operationen stattgefunden; eine wesentliche
und lang
andauernde
Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes sei aber nicht ausgewiesen. Unverändert sei dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit zumutbar, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer dafür,
die Verfügung vom 2.
September 2014 sei nie in Rechtskraft erwachsen. Er habe seinerzeit „Ein
sprache” erhoben, welches Schreiben die Beschwerdegegnerin ohne Weiterungen dem zuständigen Gericht hätte überweisen müssen. Mithin sei der Sachverhalt ab Leistungsbegehren vom 2
9.
März 2012 zu beurteilen (
Urk.
2 S. 6). In der Verfü
gung vom
2.
September 2014 habe die Beschwerdegegnerin übersehen, dass dem
Valideneinkommen
1
3.
Monatslöhne zugrunde zu legen seien, weshalb von einem Jahreslohn per 2010 von
Fr.
64'610.-- auszugehen
sei.
Sodann belege die am
5.
April 2016 erfolgte Mitteilung einer Verschlechterung durch zusätzliche Beschwerden an den Händen zumindest eine temporär eingeschränkte Arbeits
unfähigkeit. Zudem sei am
7.
September 2015 eine Knietotalprothese links ein
gesetzt worden und habe vom 1
1.
September 2015 bis zum 1
0.
Juli 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden, wobei mittel- bis
langfristig die Wiederaufnahme belastender Tätigkeiten nicht möglich sei. Schliesslich sei gestützt auf den Bericht des
Angiologen
eine 50-70%ige
Rezidivstenose
erstellt.
Die Beschwerdegegnerin habe es insbesondere versäumt, von der Klinik
Y._
zu erfragen, ob beziehungsweise gegebenenfalls ab wann und in welchem Aus
mass eine angepasste Tätigkeit bestehe. Mithin habe die Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachverhalt nicht festgestellt, womit sich die Verfügung vom 2
0.
Dezember 2016 als unbegründet erweise (
Urk.
1).
3.
Nach Erlass der Verfügung vom
2.
September 2014 gelangte der Beschwerde
führer in einer undatierten Eingabe (der Beschwerdegegnerin am 8. September 2014 zugegangen,
Urk.
7/47) an die Beschwerdegegnerin mit
dem Titel „Ein
sprache Verfügung vom 0
2.
September 2014” und
folgender Formulierung: „Ich erhebe hiermit Einsprache auf die oben erwähnte Verfügung. Ich bitte Sie hier
mit um eine Kopie meiner Akten damit ich diese mit meinem Anwalt bespr
e
chen kann. Des Weiteren bitte
ich Sie um eine Fristerstreckung für die Begrün
dung der Einsprache bis zum 1
5.
Oktober 2014.” Mit Schreiben vom
9.
September 2014 (
Urk.
7/48) teilte die Beschwerdegegnerin
X._
mit, die fragliche Verfügung sei rechtens
und ersuchte den Versicherten bis zum 2
4.
September 2014 um Mitteilung, ob sein Schreiben als Beschwerde
an die zuständige Beschwerdeinstanz
weiterzuleiten sei. Am 1
1.
September 2014 (Urk.
7/49) stellte sie ihm die Akten zu. Nachdem
X._
in der Folge weder die von der Beschwerdegegnerin gesetzte Frist nutzte, noch - wie von ihm in Aussicht gestellt – bis zum 1
5.
Oktober 2014 eine Begründung seiner „Einsprache” auflegt
e und damit kei
nerlei Anzeichen für einen Beschwerdewillen auszumachen waren,
durfte die Beschwerdegegnerin das fragliche Schreiben ohne Weiteres als blosses Akten
einsichtsgesuch
betrachten
und die Verfügung vom
2.
September 2014
erwuchs
unangefochten
in Rechtskraft.
So wenig wie dem Vorbringen des Beschwerdeführers
(E. 2.2)
diesbezüglich zu folgen ist, vermag die Ansicht der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beschwerdeantwort, wonach das fragliche Schriftstück hätte weitergeleitet wer
den müssen, weshalb die Verfügung nicht in Rechtskraft erwachsen sei (
Urk.
6),
hieran etwas zu ändern. Erst mit Eingabe vom 5. November 2015 (
Urk.
7/50) – und damit über ein Jahr später - liess der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers um Zustellung der Akten ersuchen
. Einen Hinweis darauf, dass im Schreiben vom September 2014 ein Beschwerdewillen hätte erblickt werden müssen, ist weder dieser Eingabe, noch jener vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
7/57)
,
vom
4.
Oktober 2016 (
Urk.
7/69)
oder vom
3.
November 2016 (
Urk.
7/71) zu entnehmen. Erst
mals in der Einsprache vom
8.
Dezember 2016 (
Urk.
7/73)
gegen
die mit Vorbe
scheid vom
3.
Oktober 2016 (
Urk.
7/68) in Aussicht gestellte Abweisung des Leistungsbegehrens
liess
der Beschwerdeführer geltend machen, die Verfügung vom
2.
September 2014 sei nicht in Rechtskraft erwachsen
, da es die Beschwer
degegnerin versäumt habe, seine Eingabe dem zuständigen Gericht zu überwei
sen
.
Sein mit der
vorliegenden
Beschwerde erneuerter, gleichlautender
Einwand geht – wie vorstehend aufgezeigt - infolge offensichtlich
fehlenden Beschwer
dewillens
fehl.
D
ie Beschwerdegegnerin
qualifizierte mithin
das Gesuch des Beschwerdeführers vom
5.
April 2016 (
Urk.
7/54)
zu Recht
als Neuanmeldung
, weshalb
nachfol
gend zu prüfen
ist
, ob seit der Verfügung vom 2. September 2014 eine relevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist (E. 1.1).
4.
4.1
4.1.1
Mit Bericht vom 3
0.
April 2012 (
Urk.
7/8/5-7) machte
Dr.
med.
Z._
, FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, eine am 2
6.
September 2011 an der Uniklinik
Y._
durchgeführte
Valgisationsosteotomie
an der proximalen Tibia links aktenkundig. Der Arzt hielt fest, der Beschwerdeführer
leide
trotz durchgeführter Operation an persistierenden deutlichen belastungsabhängigen verstärkt linksseitigen Knieschmerzen beim Gehen sowie an einer konsekutive
n
Gangunsicherheit.
Aufgrund der persistierenden schweren
Gonarthrosebe
schwerden
sei eine die Knie belastende Arbeit, insbesondere eine solche mit längerem Gehen auf unebenem Gelände oder auf Leitern aktuell nicht möglich. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Gipser sei mithin aktuell
nicht zumut
bar
. Wahrscheinlich werde auch nach der Entfernung des
Osteosynthesemateri
als
(OSME) eine vollständige oder zumindest grössere Teil-Arbeitsunfähigkeit bestehen bleiben.
4.1
.2
Die Hausärztin de
s Beschwerdeführers,
Dr.
med.
A._
, Allgemei
ne Medizin FMH, nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine deutliche Gonarthrose medial Knie links mit invalidisierenden chronischen Schmerzen bei Status nach
Teilmeniskektomie
2007 in Portugal und Open-
wedge
Valgisationsosteotomie
im September 2011 (Bericht vom 1
9.
Juni 2012,
Urk.
7/12/1-3)
und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit als Gipser von 100
%
vom 2
6.
September 2011 bis zum 2
9.
Februar 2012 und eine solche von 50
%
ab 1. März 201
2.
Sie hielt fest, es bestehe eine verminderte Belastbarkeit, womit körperlich schwere Arbeiten nicht mehr möglich seien.
Das Arbeiten in
unebe
nem Gelände und beim Besteigen von Treppen
sowie
Leitern
verursache
Schmerzen (
Urk.
7/12/2).
Leichte, vorzugsweise sitzende Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer mit einem Pensum von 50
%
zumutbar.
4.1
.3
Mit Bericht vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
7/21)
hielten
die Ärzte der Uniklinik
Y._
fest
, da der
Osteotomiespalt
noch nicht komplett konsolidiert sei, sei die Plattenentfernung noch nicht möglich. Wegen der Beschwerdepersistenz könne aktuell eine Bescheinigung der Arbeitsfähigkeit noch nicht erfolgen.
4.1
.4
Gemäss Bericht von
Dr.
A._
vom
2
9.
Januar 2013 (
Urk.
7/26/1-4) bestand ein sehr prolon
g
ierter Verlauf mit anhaltenden Schmerzen. Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter sei dem Beschwerdeführer nicht möglich. Demgegen
über sei in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit ein Pensum von ca. 80
%
zumutbar; diese Angabe habe seit 2012 Gültigkeit.
Am 1
8.
März 2013 (
Urk.
7/29/2)
präzisierte
Dr.
A._
zu Händen der Beschwerdegegnerin
,
beim
Beschwerdeführer
bestehe
seit dem
1.
März 2012
eine Arbeitsfähigkeit von
50
%
. In angepassten Tätigkeiten sei – allerdings erst nach der geplanten Metallentfernung - eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100
%
sicher möglich beziehungsweise anzustreben.
4.1
.5
Di
e Ärzte der Uniklinik
Y._
notierten am 2
8.
März 2013 (
Urk.
7/31), die OSME könne nun erfolgen. Die vom Beschwerdeführer noch weiterhin berichte
ten Beschwerden seien wahrscheinlich ein Mischbild aufgrund der medial betonten Gonarthrose und des störenden
Osteosynthesematerials
. Auf Wunsch des Beschwerdeführers werde die OSME erst im September durchgeführt.
Den
weiteren
Angaben der Ärzte der Uniklinik
Y._
vom 1
4.
November 2013 zufolge (
Urk.
7/34/6-7) erfolgte die OSME am 1
1.
November 2013, wobei sich der
peri
- als auch der postoperative Verlauf problemlos gestaltet habe. Ebenso
sei
die Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung problemlos
erfolgt
. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand,
afebril
und schmerz
arm nach Hause entlassen werden können.
4.1
.6
Am
1.
April 2014 erfolgte eine orthopädisch/rheumatologische Untersuchung des Beschwerdeführers durch med.
pract
.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, RAD (Untersuchungsbericht vom
2.
April 2014,
Urk.
7/38). Der Ärztin gegenüber beklagte der Beschwerde
führer anhaltende Schmerzen im linken Kniegelenk, welche sich trotz Operation nicht verbessert hätten. Er könne nicht mehr längere Strecken zu Fuss gehen, nicht mehr längerfristig stehen und habe auch in Ruhe Beschwerden. Seine Gehstrecke sei auf 200 m begrenzt, stehen könne er für maximal 30 Minuten bis zu einer Stu
nde, sitzen sei für maximal 15 bis
30 Minuten möglich. Med.
pract
.
B._
erhob am linken Kniegelenk eine deutliche Kapselschwellung
, ein leichtes Gelenkreiben sowie eine aufgehobene
P
atellaverschieblichkeit
,
während ein Erguss oder
eine
Überwärmung nicht festg
estellt werden konnte (
Urk.
7/38/6). An der rechten Hand zeigte sich in der
Hohlhand
über dem III. bis V. Strahl eine Einziehung im Sinne einer
Dupuytren
-Kontraktur mit beginnen
dem Streckdefizit der Finger von etwa 15 Grad. An der linken Hand war eine beginnende Verhärtung der Haut in der
Hohlhand
über dem III.
bis
V. Strahl im Sinne einer beginnenden
Dupuytren
-Kontraktur ohne Streckdefizit der Finger zu erheben
. Die
Beschwielung
der Hände war seitengleich
(
Urk.
7/38/5).
Die
Ärztin führte aus, es könn
e aufgrund der aktuellen Untersuchung nachvollzo
gen werden, dass beim fast 57-jährigen Versicherten eine deutliche Funktions
minderung des linken Kniegelenks bei sonst im Wesentlichen altersgerecht unauffälligen Befunden bestehe. Die Selbsteinschätzung des Versicherten, zu keinerlei Tätigkeit mehr in der Lage zu sein, könne demgegenüber nicht nach
vollzogen werden. Ebenso wenig sei die Einschätzung von
Dr.
A._
nach
vollziehbar, wonach auch für sitzende Tätigkeiten nur noch eine Arbeitsfähig
keit von 50
%
bestehen sollte. Sodann sei ihrer Einschätzung, gemäss welcher für die angestammte Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe, aus orthopädischer Sicht nicht zu folgen. Die angestammte Tätigkeit
sei mit stark kniebelastenden Arbeiten verbunden und dem Beschwerdeführer daher nicht mehr zumutbar. Med.
pract
.
B._
hielt weiter fest, dass sich die Schmerz
mittel
Diclofenac
, Paracetamol und Tramadol im Blut nicht hätten nachweisen lassen. Der Versicherte sei ausserdem eindringlich darauf hingewiesen worden, dass
mit Blick auf die bestehende arterielle
Verschlusskrankheit Aspirin
Cardio
nicht dauerhaft abgesetzt werden sollte.
Zusammenfassend notierte die Ärztin, anhand der medizinischen Berichterstat
tung sowie der aktuellen körperlichen Untersuchung sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Für die bisherige Tätigkeit als Gipser bestehe eine vollständige Arbeitsunfähig
keit. In angepassten Tätigkeiten (mit körperlich leichter wechselbelastender
Tätigkeit, ohne regelmässige
Hebe
- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige kniegelenksbelastende Arbeiten) sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit dem
1.
März 2012 (Beginn der 50%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit gemäss Bericht
Dr.
A._
vom 1
9.
Juni 2012) gegeben.
4.1.7
Gestützt auf die orthopädisch/rheumatologische Untersuchung durch den RAD
wies die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
2.
September 2014 mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades das Leistungsbegehren des Beschwerde
führers ab (
Urk.
7/41/7, 7/46).
4.2
4.2.1
Mit Brief vom 2
7.
April 2016 (
Urk.
7/56/1-2) an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bestätigte
Dr.
A._
eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes bei einem Status nach Knie-
Totalendoprothese
links (September 2015, Uniklinik
Y._
) mit anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschrän
kung postoperativ sowie bei neu aufgetretener
Dupuytren’schen
Kontraktur der Hände beidseits, Strahl III/IV rechts mehr als links, rasch progredient. Zudem
bestünden
eine PAVK mit aktueller
Rezidivstenose
innerhalb des Stent (Septem
ber 2013) sowie ein metabolisches Syndrom. Trotz Physiotherapie sei der Ver
lauf sehr unbefriedigend. Das
operierte
Knie sei überwärmt, die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt und die Schmerzen seien tagsüber und nachts anhaltend. Eine Arbeitsfähigkeit sei nicht gegeben.
4.2.2
Am
1.
Juni 2016
(
Urk.
7/60)
nannten die Ärzte der Uniklinik
Y._
als Diag
nose persistierende Schmerzen Knie links mit/bei Status nach computer-assistierter Knie-
Totalendoprothese
links am
7.
September 201
5.
Sie hielten fest, klare Hinweise auf eine mechanische Schmerzursache hätten sich nicht finden lassen. Insgesamt sei mit einem nicht vollständig zufriedenstellenden Resultat auch im Langzeitverlauf zu rechnen. Zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit in bis
he
riger und angepasster Tätigkeit
notierten die Ärzte, es bestehe eine schmerz
hafte Knieprothese mit Bewegungseinschränkungen.
Der Beschwerdeführer sei aktuell arbeitslos, weshalb die Auswirkungen auf die Arbeit nicht vollständig beurteilt werden könnten. Betreffend Wiederaufnahme einer beruflichen Tätig
keit ist ihrem Bericht schliesslich zu entnehmen, dass nicht davon auszugehen sei, dass beim Beschwerdeführer mittel- bis langfristig eine Wiederaufnahme einer belastenden Tätigkeit möglich sein werde (Urk. 7/60/7).
4.2.3
Dr.
A._
hielt mit Verlaufsbericht vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
7/62/1-4) fest, es bestehe eine verminderte körperliche Belastungsfähigkeit wegen Knieschmerzen, eine Einschränkung der Beweglichkeit und eine Gehbehinderung sowie eine Einschränkung der Hände durch massive Strangbildung bei Morbus
Dupuytren
. Die Frage, ob die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, beantwortete sie mit Ankreuzen von „nein”, die Frage nach dem zumutbaren Umfang einer behinde
rungsangepassten Frage liess die Ärztin unbeantwortet (
Urk.
7/62/3). Hinsicht
lich der detaillierten Fragestellung nach noch zumutbaren Tätigkeiten (Tabelle,
Urk.
7/62/5) notierte sie, dies sei aktuell durch sie nicht beurteilbar. Dennoch hielt sie gleichzeitig fest, „leichte, sitzende Tätigkeit; eingeschränkt durch Behinderung der Hände”.
5
.
5.1
Es ist unbestritten und von der Beschwerdegegnerin
ausdrücklich
anerkannt (
Urk.
7/74/3), dass beim Beschwerdeführer eine deutliche Funktionsminderung des linken Kniegelenks besteht, welche ihn dauerhaft daran hindert, seiner
angestammten
Tätigkeit als Gipser nachzugehen. Während die Beschwerdegeg
nerin davon ausgeht, dass dem Beschwerdeführer
unverändert
eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
zumutbar ist (
Urk.
7/74/3; E. 2.1), macht dieser eine Verschlechterung seines gesundheitlichen Zustandes
(E. 2.2) und (implizit) einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
1 S. 7) geltend.
Nach der im September 2011 erfolgten
Valgisationsosteotomie
links (E. 4.1.1)
wurde der Beschwerdeführer am
1.
April 2014 durch den RAD umfassend unter
sucht
(E. 4.1.6)
, wobei – abgesehen von der Funktionsminderung am linken Knie
sowie von Einziehungen beziehungsweise Verhärtungen an den Händen im Sinne von
Dupuytren
-Kontrakturen
– im Wesentlichen altersgerecht unauffälli
ge Befunde erhoben wurden (
Urk.
7/
38/3-6).
Anhaltspunkte dafür, dass zwi
schenzeitlich
eine relevante Verschlechterung eingetreten wäre
, sind entgegen den
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht auszumachen
.
Gegenteils ist davon auszugehen, dass die gesundheitliche Situation und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unverändert fortbestehen.
Wie bereits gegenüber med.
pract
.
B._
(E. 4.1.6)
beklagt
der Beschwerdeführer
nach wie vor
Schmer
zen im linken Kniegelenk, woran auch das Einsetzen einer Prothese
im Herbst 2015
offensichtlich nichts zu ändern vermochte. So ergibt sich aus dem Bericht der Uniklinik
Y._
vom 2
3.
Juli 2015 (
Urk.
7/62/11-12), dass der Beschwer
deführer unverändert an Knieschmerzen links leide und ein aktives Vorgehen wünsche.
Dr.
med.
C._
, Facharzt F
MH für
Angiologie
, berichtete am 1
1.
April 2016 (
Urk.
7/62/6) unter anderem, im Herbst 2015 sei erneut eine Knieoperation links
erfolgt mit seither aber
unvermindert
starken Knieschmer
zen.
Bereits im Dezember 2013
war
im Bericht von
Dr.
C._
von invalidisieren
den Knieschmerzen die Rede (
Urk.
7/36/1).
Auch die Hausärztin
Dr.
A._
hatte im Juni 2012 notiert, es bestünden invalidisierende chronische Schmerzen im linken Knie (E. 4.1.2).
Nachdem
sich sodann auch
mittels
weitergehende
r
Abklärungen eine k
lare Schmerzursache nicht hatte
ben
en
nen
lassen (E. 4.2.2)
und im Mai 2016 eine gut
funktionierende Prothese ohne Anhalt für einen Gelenksinfekt
erhoben worden war (
Urk.
7/62/13-16),
ist
mit Blick auf diese Aktenlage
eine
relevante
, über die postoperative Dauer
hinausgehende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes am linken Knie nicht ausgewiesen. Die Einschätzung der Ärzt
e der Uniklinik
Y._
vom 1.
Juni 2016, wonach nicht davon auszugehen sei, dass mittel- bis langfristig eine Wiederaufnahme einer belastenden Tätigkeit möglich sein werde (E. 4.2.2), steht dem nicht entge
gen, hatte doch bereits der RAD die kniebelastende Tätigkeit als Gipser für nicht mehr zumutbar erachtet
und das Anforderungsprofil auf
körperlich
leichte Tätigkeiten beschränkt
(E.
4.1.6).
Demgegenüber lässt die Einschätzung der behandelnden Ärzte der Klinik
Y._
hinsichtlich
angepasster Tätigkeiten
nur den Schluss zu, dass eine solche als möglich zu erachten ist
, zumal auch die Hausärztin Dr.
A._
bei leichten sitzenden Tätigkeiten nur eine Einschrän
kung von Seiten der Hände
für gegeben erachtete
(E. 4.2.3).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die behandelnden Ärzte nur bis am 1
0.
Juli 2016 eine Arbeitsunfähigkeit bestätigten (
Urk.
7/60/6), was einen (auch befristeten) Ren
tenanspruch ohnehin ausschliessen würde (
Art.
29
Abs.
1 IVG; Neuanmeldung: April 2016).
5.2
Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer durchzudringen, soweit er eine Verschlechterung an den Händen und damit eine (allenfalls vorübergehende) Arbeitsunfähigkeit geltend macht (E. 2.2). Die bereits im April 2014 aktenkun
dig gemachten Einziehungen an den Händen im Sinne von
Dupuytren
-Kontrakturen
(vgl. Untersuchung durch den RAD, E. 4.1.6)
sind zwischenzeit
lich operativ saniert (
Urk.
7/62/17). Die von
Dr.
A._
attestierte Einschränkung „durch Behinderung der Hände” (E. 4.2.3), hat mithin
jede
Gültigkeit verloren.
Ausserdem
würde es
diesbezüglich
ohnehin
- da
vorbestehend
-
an ei
nem Revi
sionsgrund mangeln
.
Schliesslich fehlt es auch
entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers an einer relevanten Verschlechterung
betreffend
die Gefässs
tenose.
Mit Bericht vom 1
1.
April 2016 (
Urk.
7/62/7
)
hielt
Dr.
C._
fest, die
Rezidivstenosse
habe gegenüber der Voruntersuchung vor einem Jahr nur leicht zugenommen
,
und am
4.
Juni 2016
notierte er
auf die entsprechende Frage der Beschwerdegegnerin
, von Seiten der Gefässe liege eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit
von weniger als
20
%
vor
(
Urk.
7/59/2
).
Im Rahmen der vor
liegenden Neuanmeldung ausschlaggebend ist im Übrigen, dass
die Stenose der linken
Arteria
femoralis
superficialis
bereits im Dezember 2013 aktenkundig und von
Dr.
C._
als
asymptomatisch
bezeichnet
worden war
(
Bericht vom 1
9.
Dezember 2013,
Urk.
7/36/1-2
; vgl. auch den Hinweis von med.
pract
.
B._
, wonach der Beschwerdeführer im April
2014 mit Blick auf die beste
hende arterielle Verschlusskrankheit
auf die Wichtigkeit der korrekten Einnah
me von Aspirin
Cardio
hingewiesen
worden war
, E. 4.1.6
).
Eine relevante Ver
änderung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten lässt sich damit auch aus dieser Sicht nicht begründen.
5.3
Zusa
mmenfassend besteht damit keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers
längerdauernd
in relevanter Weise verschlechtert hätte. Unverändert ist daher auf die Einschätzung der
RAD
Ärztin
med.
pract
.
B._
abzustellen, wonach dem Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit als Gipser nicht mehr,
dem Leiden
angepasste Beschäftigun
gen demge
genüber vollumfänglich zumutbar sind.
6.
Soweit der Beschwerdeführer
die Ausrichtung
berufliche
r
Massnahmen
bean
tragt
, ist vorab festzuhalten, dass jegliche Ausführungen hierzu fehlen. Da der Antrag
auf berufliche Massnahmen
ohnehin
nicht den Anfechtungsgegenstand beschlägt, ist
so oder anders
darauf nicht einzutreten.
7.
Dies
e Erwägungen führen
zur
Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzu
treten ist.
8.
Die Kosten d
es Verfahrens sind auf
Fr.
600.--
festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).