# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8980edd3-2afd-457c-aaf2-82560e4479a8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, ist diplomierte Ergotherapeutin HF und
übte diesen Beruf seit mehreren Jahren im Rahmen einer selbständigen Erwerbstätig
keit
in einem Teilzeitpensum aus
(
Urk.
7/2 f
f
.).
Am 1
7.
August 2017 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/4)
, worauf d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/2, 7/11) die Akten des Krankentag
geldversicherers einholte (
Urk.
7/13).
Mit Schreiben vom 1
9.
Februar 2018 teilte sie der Versicherten mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen notwendig seien (
Urk.
7/20). Nach Kenntnisnahme weiterer Unterlagen des Krankentaggeldversi
cherers (
Urk.
7/21) sowie eines Berichtes
der behandelnden Fachpersonen (
Urk.
7/23) stellte sie der Versicherten sodann mit Vorbescheid vom 2
3.
Mai 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/27). Dagegen erhob die Versicherte unter Beilage eines Arztberichtes Einwand (Urk. 7/29, 7/31 und 7/36 f.). Am 3
1.
Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/40 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Dezember 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine externe psychiatri
sche Abklärung in Auftrag gebe (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Januar 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
2) zusammengefasst, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als selbständig erwerbende Ergotherapeutin seit Anfang Februar 2017
erheblich eingeschränkt sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch schwierige Belastungssituati
onen in Verbindung mit der Arbeitslosigkeit des Ehemannes, dessen Pensionie
rung sowie einem möglichen finanziellen Engpass ausgelöst worden. Solche im privaten Umfeld liegenden sozialen Faktoren könnten von der Invalidenversiche
rung bei der Bestimmung eines Anspruchs jedoch nicht berücksichtigt werden. Deshalb liege bei der Beschwerdeführerin keine langandauernde gesundheitliche Einschränkung vor, die einen Anspruch auf Rentenleistungen begründe. Die im Einwand verlangte
Durchführung einer
psychiatrische
n
Begutachtung
sei nicht notwendig. Bei der von den behandelnden Ärzten diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode handle es sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht um eine langandauernde gesundheitliche Einschränkung. Zudem seien leichte bis mittelgradige depressive Episoden grundsätzlich gut therapierbar. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die keine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit zur Folge habe, sei durch die Invalidenversicherung nicht versichert.
2.2
Dieser Argumentation hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom
3.
Dezember 2018 im Wesentlichen entgegen, dass dem Kriterium der Therapieresistenz als Voraussetzung für eine Invalidenrente bei leichten bis mit
telschweren Depressionen nicht mehr die gleiche «rentenausschliessende» Bedeu
tung zukomme. Die Beschwerdegegnerin habe in diesem Kontext die Praxisände
rung des Bundesgerichts verkannt
, wonach auch bei derartigen Krankheitsbildern ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen sei
. Der Verzicht auf eine psychiatrische Begutachtung sei daher keineswegs gerechtfertigt
(
Urk.
1 S. 5).
Vielmehr
sei
eine solche
auch in Anbetracht dessen
angezeigt, dass
im Kontext der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lediglich auf eine neuropsychologische Leis
tungstestung abgestellt worden sei
.
D
ie Beschwerdegegnerin
habe
erstaunlicher
weise
auch im Vorbescheidverfahren darauf verzichtet, eine Stellungnahme
des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es
einzuholen (
RAD;
Urk.
1 S. 7 f.
).
Im Übrigen sei
der Beschwerdegegnerin dahingehend zu widersprechen, dass die Arbeitsunfä
higkeit durch eine
psychosoziale
Belastungssituation ausgelöst worden sei.
Diese habe die Symptomatik aus Sicht der Therapeuten zwar nicht erleichtert, sei aber nicht als ursächlich einzustufen (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Vom
5.
Februar bis
8.
April 2017 befand sich die Beschwerdeführerin in der
Y._
in stationärer Behandlung. Dem Austrittsbericht vom 2. Mai 2017 sind folgende psychiatrische
n
Diagnosen zu entnehmen (
Urk.
7/13/3):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Ausgebranntsein (ICD-10 Z73.0).
Bei Eintritt habe die Beschwerdeführerin berichtet, seit mehreren Jahren insbe
sondere an zunehmender Erschöpfung, Energielosigkeit, «existenziellen Ängsten», Nervosität und innerer Anspannung sowie Konzentrations- und Gedächtnisprob
lemen zu leiden. Im Jahr 2016 sei sie zudem an einer Gürtelrose und an einer Lungenentzündung erkrankt. In der Folge sei die berufliche und alltägliche Funk
tionsfähigkeit deutlich beeinträchtigt gewesen. Es bestünden sowohl gesund
heit
liche als auch berufliche, biographische und zwischenmenschliche Belastungs
faktoren. Die seit 2009 mit Unterbrüchen wahrgenommene ambulante psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung habe die Verschlechterung der Sympto
matik zuletzt nicht mehr auffangen können (
Urk.
7/13/4).
Bei Austritt aus der Klinik habe sich die
Beschwerdeführerin in einem körperlich und psychisch stabilen Zustand befunden. Die depressive Symptomatik sei reduziert erschienen, jedoch weiterhin behandlungsbedürftig.
Für die Dauer des stationären Aufenthalts und anschliessend bis zum 3
0.
April 2017 habe eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bestanden. Ab Mai sei ein schrittweiser Wiedereinstieg in die selbständige Praxistätigkeit geplant (Urk. 7/13/5).
3.2
In seinem im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstellten Bericht hielt Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 4. Sep
tember 2017 fest, dass die Beschwerdeführerin kongruent und glaubhaft die Krankheitsentwicklung und ihre aktuelle Situation geschildert habe. Auf eine motivationspsychologische Beschwerdevalidierung habe bei guter Offenheit und nachvollziehbaren Ausführungen
zur Psychodynamik der Konfliktsituation, der Symptombelastung und dem Alltagsaktivitätsspektrum verzichtet werden können. Hinweise für forcierte Aggravation oder simulative Tendenzen hätten sich nicht eruieren lassen.
Aus therapeutisch-rehabilitativen Gründen bestehe in Absprache mit der Beschwerdeführerin unverändert eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als vorläufiges Leistungsoptimum bei glaubhaft beschriebener und klinisch-objektiv einsehbarer depressiver Restsymptomatik (
Urk.
7/21/24).
3.3
Ebenfalls im Auftrag des Krankentaggeldversicherers untersuchte
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie, die Beschwerdeführerin am 3. Novem
ber 2017
in
neuropsychologisch-verhaltensneurologischer
Hinsicht. Gemäss ihrem Bericht vom
1.
Dezember 2017
habe eine am 2
1.
September 2017 durch
geführte neuropsychologische Abklärung in der
B._
diskrete Störungen in Teilaspekten der Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen ergeben, die im Rahmen der depressiven Symptomatik beur
teilt worden seien. Subjektiv-eigenanamnestisch stünden Konzentrationsschwie
rigkeiten, eine fehlende Belastbarkeit und eine rasche Erschöpfbarkeit im Vorder
grund.
Derzeit
arbeite die Beschwerdeführerin an zwei Tagen pro Woche als Kinderergotherapeutin, was 50
%
ihres angestammten Pensums entspreche.
Im Zuge der aktuellen Untersuchung
hätten sich insbesondere keine Antriebs-, Initiations- oder Impulskontrollstörungen und auch keine psychomotorische Hemmung oder anderweitige affektpathologische Störungsbilder feststellen las
sen. Unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Vorbefunde und der aktuellen Prüfung der Aufmerksamkeitsbelastbarkeit sei ausgehend von einem prämorbid mittleren bis hohen Leistungsprofil noch von einer leicht einge
schränkten Belastbarkeit bei aber durchwegs intakter kognitiver Leistungsfähig
keit auszugehen.
Die normativ-kriterienorientierte Beurteilung der Arbeitsfähig
keit nach heute anerkannten Modellen lasse auf keine Einschränkung schliessen.
Sozial-praktisch und aus therapeutisch rehabilitativen Gründen sei das derzeitige 50%-Pensum noch während zwei Monaten zu belassen. Ab dem 1. Januar 2018 sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit respektive dem Erreichen des angestammten Arbeitspensums auszugehen (
Urk.
7/21/11 f.).
3.4
In ihrem Bericht vom
9.
Januar 2018 wiesen
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie, und lic. phil.
D._
darauf hin, dass sie die Einschätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit ab Januar 2018 aufgrund der noch ungenügenden psychischen Stabilität nicht teilen würden.
Nach einem Arbeitstag sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage, etwas Sinnvolles zu unternehmen
,
und sei vollkommen ausgelaugt. In solchen Momen
ten leide sie unter massiven Wortfi
ndungsstörungen, Konzentrations
schwierig
keiten sowie einer starken inneren und äusseren Unruhe inklusive Tremor. Des Weiteren seien weiterhin deutliche Symptome einer Erschöpfungsdepression
wie eine allmorgendliche Müdigkeit und verstärkte Reizbarkeit
vorhanden.
Hinzu kämen unter anderem starke Schwierigkeiten, Entscheidungen zu fällen, Nervo
sität, emotionale Blockaden, kognitive Unstrukturiertheit sowie mnestische Störungen. Vor diesem Hintergrund könne die Beschwerdeführerin aktuell noch knapp eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichen
(
Urk.
7/21/6 f.).
3.5
Dr.
A._
hielt mit Bericht vom 2
8.
März 2018 fest, dass sich im Ver
gleich zur Erstuntersuchung im November 2017 insgesamt eine verbesse
rte Belastbarkeit gezeigt habe. Ein depressionsassoziiertes kognitives Ausfallmuster lasse sich nicht objektivieren. Gesamthaft ergebe die normativ-kriterienorien
tierte Beurteilung aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dies gelte sowohl für die angestammte als auch für jede andere bildungsadäquate Tätigkeit (
Urk.
7/35/20).
3.6
Mit Bericht vom 1
9.
April 2018 betonten
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
, dass sich die Beschwerdeführerin mit dem von ihr ausgeübten 50%-Pensum stark an ihrer Leistungsgrenze befinde. Darin enthalten seien auch nicht vergütete admi
nistrative Aufgaben. Wenn lediglich die vergüteten Aufgaben berücksichtigt wür
den, liege die aktuelle Leistungsgrenze zwischen 35 und 40
%
.
Nach wie vor seien namentlich Konzentrations- und mnestische Störungen vorhanden. Ferner seien der Antrieb reduziert und der Nachtschlaf beeinträchtigt. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin nur sehr leicht dysthym, aber immer wieder niedergeschla
gen, hilflos und blockiert. Die zudem latent vorhandene Gereiztheit, welche im Zusammenhang mit der
erschöpfungsdepressiven Symptomatik vorhanden sei, erschwere die ergotherapeutische Aktivität mit Kindern. Es koste viel Energie, die Professionalität aufrechtzuerhalten, was der Beschwerdeführerin aber stets gelinge.
Diese zusätzliche Anstrengung führe allerdings dazu, dass sie sich immer erschöpft fühle und grösste Mühe habe, sich in Bezug auf das Berichtswesen zu organisieren (
Urk.
7/23/3 f.).
Auch mit Bericht vom 2
8.
Mai 2018 attestierten die behandelnden Fachpersonen weiterhin eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/35/12).
3.7
Dieser Einschätzung widersprach
Dr.
A._
wiederum mit S
tellungnahme vom 1
8.
Juli 2018 und hob erneut hervor, dass sie anlässlich ihrer letzten Unter
suchung kein depressionsassoziiertes kognitives Ausfallmuster und keine ander
weitigen kognitiven Einschränkungen habe eruieren können, die sich auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auswirken würden (Urk. 7/35/5). Im Bericht der behandelnden Fachpersonen fehle insbesondere eine Beurteilung des objektiv einsehbaren Schweregrades der depressiven Symptomatik. Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zu den Ergebnissen der verhaltensneurologischen
-leistungspsychologischen Untersuchung
. So habe sich weder eine Antriebsmin
derung noch eine psychomotorische Hemmung oder eine verminderte affektive Modulations- und Resonanzfähigkeit eruieren lassen, wie dies für ein manifestes depressives Störungsbild objektiv gefordert werde (Urk. 7/35/6).
3.8
Mit Bericht vom
4.
September 2018 äusserten sich
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
dahingehend, dass
sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mit geringfügigen Variationen ungefähr unverändert darstelle. In diagnostischer Hinsicht lägen weiterhin eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie ein Ausgebranntsein (ICD-10 Z73.0) vor. Die Arbeitsfähigkeit habe sich seit April 2018 ebenfalls nicht verändert.
Wohl verfüge die Beschwerdeführerin über sehr viele interne Ressourcen, welche positiv wirken könnten. Sie habe aber auf
grund der fast schon chronisch anmutenden erschöpfungsdepressiven Sympto
matik häufig keinen Zugriff darauf, was prognostisch eher als negativ einzustufen sei. Im Übrigen sei festzuhalten, dass klar nicht davon auszugehen sei, dass die erschöpfungsdepressive Symptomatik durch psychosoziale Faktoren verursacht
worden sei
. Allerdings hätten diese Belastungsfaktoren die Symptomatik mit Bestimmtheit nicht gemildert (
Urk.
7/36 =
Urk.
3).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die Beschwerdegegnerin verneinte einen solchen im Wesentlichen mit der Begründung, dass
kein
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei.
In diesem Zusammenhang ver
wies sie einerseits auf
psychosoziale Belastungsfaktoren
, welche für die Arbeits
unfähigkeit
ursächlich
seien, und andererseits auf den Umstand der fehlenden Therapieresistenz
(vgl. E. 2.1 vorstehend).
4.2
Soweit die Beschwerdegegnerin auf die Therapierbarkeit des psychischen Leidens Bezug nimmt, greift ihre Argumentation zu kurz. Die Beschwerdeführerin
bringt
zu Recht
vor
, dass die
Beschwerdegegnerin auf eine überholte bundesgerichtliche Praxis Bezug genommen hat, wonach bei leichten bis mittelschweren Störungen aus dem depressiven Formenkreis
seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch
ausgehend von einer regelmässig guten Therapierbarkeit
grundsätz
lich
angenommen werde, dass hieraus keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere (Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2016 vom 1
5.
Mai 2017 E. 4.3; vgl.
Urk.
7/38/
3).
Entscheidend ist
aber
, welche Auswirkungen eine gesundheitliche Beeinträchtigung auf das funktionelle Leistungsvermögen hat. Gemäss der seit November 2017 geltenden bundesge
richtlichen Praxis (BGE 143 V 409 und 418) gelangt in diesem Zusammenhang grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden das indikatorengeleitete Beweis
verfahren im Sinne von BGE 141 V 281 zur Anwendung. Dabei bilde
n
die Behandlungs- und Eingliederungsresistenz nur einen der einzubeziehenden Fak
toren
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1).
Weder die Berichte der behandelnden Fachpersonen noch die von
Dr.
A._
welche über keinen Facharzttitel im Bereich Psychiatrie und Psychothe
rapie verfügt
zuhanden des Krankentaggeldversicherers
verfassten Stellungnah
men
ermöglichen jedoch eine abschliessende Beurteilung der massgebenden Indikatoren.
In Nachachtung des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) erweisen sich weitere psychiatrische Abklärungen
nur schon
aus diesem Grund
als unumgänglich.
Dies gilt umso mehr in Anbetracht dessen,
dass die Beschwerdegegnerin
trotz erheblich divergierender Beurteilungen der Arbeits
fähigkeit darauf verzichtete, die medizinischen Unterlagen dem RAD zur Stel
lungnahme
zu unterbreiten
(vgl. Urk.
7/38).
Darüber hinaus wird
von fachärztli
cher Seite
zu klären sein,
welche Bedeutung
den
von den Parteien thematisierten
psychosoziale
n
Belastungsfaktoren wie
dem
Jobverlust des Ehemannes
,
den
part
nerschaftliche
n
Schwierigkeiten
und
den
Zukunftsängste
n
in f
inanzieller Hinsicht (vgl. Urk.
7/13/4, 7/13/10 und 7/23/2) im konkreten Fall
zukommt.
Dr.
C._
und lic. phil.
D._
hielten zuletzt mit Bericht vom 4. September 2018 fest, dass die Belastungsfaktoren die
erschöpfungsdepressive Symptomatik zwar nicht ver
ursacht, aber mit Bestimmtheit nicht gemildert hätten (
Urk.
7/36/3).
Auf die einzelnen invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Faktoren gingen sie jedoch nicht
detailliert
ein und klammerten diese bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht aus, obwohl dies geboten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom
7.
Mai 2019 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
Bei
m
derzeitige
n
Stand der medizinischen Akten kann
allerdings
entgegen der Auffassung der Beschwer
degegnerin
auch
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass
sich
die
psychosozialen
Belastungsfaktoren
mittelbar invaliditäts
begründend ausgewirkt haben, indem sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflusst haben
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen
)
.
So berichtete die Beschwerdeführerin bei Eintritt in die
Y._
davon, bereits seit mehreren Jahren namentlich an zuneh
mender Erschöpfung, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen
sowie
innerer Anspannung zu leiden.
Zudem habe sie seit 2009 mit Unterbrüchen eine ambu
lante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung wahrgenommen (
Urk.
7/13/4).
Es bestehen somit gewisse Anhaltspunkte dafür, dass eine verselb
ständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit vorliegen könnte.
5.
Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass sich die medizinische Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin und damit des Invaliditätsgrades als unzureichend erweist. Folglich ist die angefochtene Verfügung vom 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
2) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsan
spruch der Beschwerdeführerin neu entscheide.
6.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6
.2
Nach
Art.
61 lit. g ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermessens
weise festzusetzen. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe von
Fr.
1'
4
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.