# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a1d7d6f1-f9be-418c-9286-552a8d701914
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1961
, war
zuletzt von
März
2007 bis
März 2011
als Sach
bearbeiterin in einem 80%-Pensum tätig
, wobei der letzte Arbeitstag am 3
0.
September 2010 erfolgte (
Urk.
7/19
Ziff.
2.1, 2.3).
Insbesondere u
nter Hinweis auf eine Depression
meldete sie sich
am
2
9.
August 2010
erstmals
bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/4
Ziff.
1.3,
5.4
,
6.1
).
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und teilte
der Versicherten
am 1
7.
Dezember 2010 mit, dass
aufgrund ihres
Gesundheitszustands
keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (
Urk.
7/18).
In der Folge holte die IV-Stelle
ein psychiat
risches Gutachten ein, welches am
2
4.
Januar 2
011 erstattet wurde (
Urk.
7/26) und
stellte mit Vorbescheid vom 2
8.
Februar 2011 die Abweisung des Leistungs
anspruchs in Aussicht
(
Urk.
7/32), wogegen die Versicherte Einwände erhob (
Urk.
7/41).
Am
3
1.
Oktober 2011
wurde der
Versicherten
eine Abklärungsmassnahme in
Form einer Potenz
ialabklärung zu
gesprochen
(
Urk.
7/48)
, welche per 2
5.
Novem
ber 2011 vorzeitig beendet
wurde (
Urk.
7/57).
Die IV-Stelle verneinte
schliesslich
mit Verfügung
vom
1.
Oktober 2012
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/65).
1.2
Mit erneuter Anmeldung vom 2
8.
Juli 2017 beantragte die Versicherte unter Hinweis auf
chronische körperliche Beschwerden und psychische Probleme Leis
tungen der Invalidenversicherung (
Urk.
7/79
Ziff.
6.1).
Am 3
1.
Januar 2018 sprach die IV-Stel
le der Versicherten eine
Potenzial
abklärung zu (
Urk.
7/92)
.
N
ach
deren
Durchführung
schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen
mit Mitteilung vom 2
0.
April 2018 ab
(
Urk.
7/97).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/107,
Urk.
7/110,
Urk.
7/117), in welchem die Versicherte einen weiteren medizinischen Bericht einreichte (
Urk.
7/116), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
September 2019 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/119 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
7.
Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
September 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine volle Invalidenrente zu erbringen.
Eventuell sei ein gerichtliches psychiatrisches Gutachten zu erstellen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
November 2019 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
1
5.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Mit Eingabe vom 2
4.
März 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin zufolge laufender Abklärungen um Zuwarten mit dem Urteil (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente
haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prü
fungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtene
n
Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
eine
Einschränkung
der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer
Sicht nicht
na
chvollziehbar sei. Es sei
nicht einleuchtend, dass bei einer schweren Depression keine Notwendigkeit für eine adäquate medikamentöse Therapie gesehen werde.
Eine Belastungsstörung sei ferner nicht ausgewiesen, da weder e
in Trauma
genannt werde, das zu einer solchen Diagnose führen würde, noch die Befunde erklärt würden.
Die Belastung durch die langjährige Arbeitslosigkeit
sei nachvollziehbar,
begründe indes keine Leistungen der Invalidenversicherung (S. 1).
Zudem bestünden erhebliche Diskrepanzen zwischen dem angegebenen Vermeidungsverhalten und der durchgeführten Ausbildung zur Tantra-Masseurin (S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
eine posttraumatische Belastungsstörung sei bereits 2017 fachärztlich diagnostiziert wo
rden und es
sei von einem erheblichen Schweregrad des Traumas auszugehen
(S. 5
f.
Ziff.
2.2.1
Rz
. 9
f.
)
. Ihre Biogr
afie zeige
, dass sie die
Einschränkungen nach dem traumatisierenden Ereignis ihr ganzes bisheriges Leben in untersch
iedlicher Intensität begleitet hätten
. Der Beurteilung, wonach die Diagnosekriterien nach ICD nicht erfüllt
seien, könne insbesondere nicht gefolgt werden, da diese durch einen medizinischen Laien und nicht durch eine versicherungsinterne medizini
sche Fachperson erfolgt sei (S.
7
Ziff.
2.2.1
Rz
. 12 f.). Überdies
habe sich die depressive Störung verschlimmert, indem heute von einer schweren Episode der rezidivierenden depressiven Störung ausgegangen werden müsse (S. 7 Ziff.
2.
2.
2.
Rz
. 14).
2.3
Die
Beschwerdegegnerin ist auf die
Neuanmeldung
vom
2
8.
Juli 2017
(
Urk.
7/79)
materiell eingetreten. Streitig und zu prüfen ist
daher
, ob
seit der
am
1.
Oktober 2012
erlassenen Verfügung (
Urk.
7/65
) und der angefochtenen Verfügung vom
6.
September 2019
(
Urk.
2) eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheits
zustands einget
reten ist
, welche nunmehr einen Rentenanspruch begründet und ob diesbezüglich
der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde.
3.
3.1
Dr.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie,
erstattete am 2
4.
Januar 2011 ein psychiatrisches Gutachten
zuhanden der Invalidenversiche
rung
über die gleichentags erfolgte Untersuchung
(
Urk.
7/26) und nannte die folgenden Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 21
, S. 22
Ziff.
1.2
):
-
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
-
somatoforme autonome Funktionsstörung, unteres Verdauungssystem beziehungsweise psychogenes Colon irritable (ICD-10 F45.23)
-
anamnestisch rezidivierende depressive Anpassungsstörungen (mit Angst, Depressivität und Neurasthenie), stets in Zusammenhang mit psychosozi
alen Belastungen (in der Partnerschaft, durch Schwangerschaftsabbruch, am Arbeitsplatz) zuletzt 2010, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F43.22)
-
narzisstisch-
dysthym
akzentuierte Persönlichkeitszüge
Die Prüfung der Förster-
Kriterien h
abe ergeben, dass weder
eine erhebliche psy
chische Komorbidität, noch eine körperliche Begleiterkrankung, ein sozialer Rückzug in allen Lebenslagen
oder ein therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewälti
gung, vorliege. Zusammenfassend sei daher eine Arbeitsunfähigkeit beziehungs
weise ein andauernder arbeitsmedizinisch relevanter Gesundheitsschaden aus psychiatrischer Sicht nicht gegeben (S. 21 f.). Die
im Jahr
2010 aufgrund von Problemen am Arbeitsplatz entstandene depressive Störung sei remittiert und die somatoformen Störungen und akzentuierten Persönlichkeitszüge hätten keine IV-Relevanz (S. 23
Ziff.
2).
3.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, und
B._
, Psychologin,
C._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
1.
April 2011 (
Urk.
7/40) als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
,
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
. Ferner diagnostizierten sie eine Persönlichkeitsakzentu
ierung mit narzisstischen Zügen, welche keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 2).
Die von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1
) gestellten Diagnosen seien widersprüchlich und nicht schlüssig. So entspreche insbesondere die von der Beschwerdeführer
in beschriebene Symptomatik
einer depressiven Störung und nicht einer Neurasthenie (S. 1 unten).
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit derzeit als nicht arbeitsfähig einzu
schätzen. Es sei davon auszugehen, dass in einer angepassten, einfachen, nicht erheblich stressbelasteten Verweistätigkeit die
Arbeitstätigkeit wieder
aufgenom
m
en werden könne und
die
Arbeits
fähigkeit
vorerst
im Rahmen von 40-50
%
anzusiedeln sei
(S. 2 unten). Eine Unterstützung zur Wiedereingliederung durch die Invalidenversicherung sei
zudem
wünschenswert (S. 3).
In ihrem Bericht vom 2
2.
Januar 2012 (
Urk.
7/62/2-8) nannte
Dr.
A._
als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung
,
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) bei akzentuiert narzisstischen Persönlichkeitszügen, eine Migräne mit Aura und eine starke Lärmempfindlichkeit (S. 1
Ziff.
1.1). Die Prognose bleibe vorsichtig positiv (S. 2
Ziff.
1.4). Ab 1
9.
Sept
ember 2011 bestehe
eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 f.
Ziff.
1.6-1.7). Es sei wohl eher unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit wieder erreichen könne (S. 4
Ziff.
1.11).
4.
4.1
Im Austrittsbericht des
D._
über die
Hospitalisation
vom 2
7.
bis 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
7/87/1-4)
wurde
ausgeführt, dass die notfallmässige Auf
nahme aufgrund einer akut aufgetretenen Gleichgewichtsstörung, Sehen von Doppelbilder
n
und einer
Hemihypästhesie
rechts erfolgt sei. Zusammenfassend sei von einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) im
Posteriorstromgebiet
links
am 2
7.
Mai 2016
auszugehen (S. 1)
.
4.2
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatr
ie und Psychotherapie, und
F._
, Psychologin,
C._
, führten in ihrem Bericht vom 1
3.
Januar 2019 (
Urk.
7/105) aus,
dass sie die
Beschwerdeführerin
seit April 2018 ambulant behandelt hätten (S. 3
Ziff.
3.1), und nannten als Diag
nose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) im Rahmen der ersten Nebendiagnose. Als psychiatrische Nebendiagnosen nannten sie eine posttraumatische Belas
tungsstörung (
PTBS,
ICD-10 F43.1) und eine ängstlich (vermeidende) Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F60.6
; S. 1
Ziff.
1.2
).
Für die bisherige Tätigkeit liege eine vollschichtige Arbeitsunfähigkeit vor. In angepassten Tätigkeiten, beispielsweise in einer Bürotätigkeit, sei b
ei Vorliegen optimaler
Arbeitsbedingungen ein 20
-
bis maximal 30%iges Arbeitspensum mög
lich (S. 2 f.
Ziff.
2.1). Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit entspreche auch der Prognose
. Aufgrund des komplexen Krankheitsbildes könne die Beschwerde
führerin keinem höheren Pensum nachgehen
(S. 3
Ziff.
3.3).
F
ür Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens 2 Stunden pro Tag
bestehe derzeit keine Belastbarkeit
(S. 4
Ziff.
4.2).
4.3
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in ihrer Stellungnahme v
om
3.
April 2019 (
Urk.
7/106/4-6) aus
, d
ass aus dem von
Dr.
E._
im
J
anuar 2019 (vgl. vorstehend E. 4.2
)
erwähnten Befund
keine schwere depressive Epis
ode nachvoll
ziehbar sei. So würden die aufgeführten Symptome
keine
schwergradige
depres
sive Episode begründen
.
Zudem fehle die für
einen psychopathologischen Befund erforderliche Fremdbeurteilun
g durch den Untersuchenden
.
E
in Leidensdruck
der Beschwerdeführerin
, sich einer adäquaten medikamentösen Therapie z
u unterzie
hen
, sei nicht vorhanden, wobei d
urch eine leit
linie
ngerechte Behandlung
ein Rückgang der vorhandenen depressiven Symptomatik zu erwarten
wäre
(S. 5 oben). Der als Nebendiagnose aufgeführten posttraumatischen Belastungsstörun
g könne nicht gefolgt werden. Es
werde kein Trauma beschrieben, das den Voraus
setzungen nach ICD-10 entspreche
,
und es fehle eine Befundvalidierung. Die Diagnose einer ängstlich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung
könne anhand des Gutachtens von
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.1
) ausgeschlossen werden, da eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 bereits im späten Kindesalter oder
in
der Adoleszenz und damit im Zeitpunkt der Gutachtene
rstellung vorgelegen hätte
. Die Diagnose eines Status nach TIA sei nachvollziehbar, auch wenn die medikamentöse Prophylaxe nicht durchgeführt werde (S. 5 Mitte).
Zusammenfassend fehle der depressiven Episode der Charakter der Dauerhaf
tigkeit. Es bestünden erhebliche psychosoziale Belastungsfak
toren. Aus versiche
rungsmedizin
i
s
cher Sicht sei daher kein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (S. 5 unten).
4.4
Dr.
E._
und P
sychologin
F._
(vorstehend E. 4.2
) führten in ihrer ärztlichen Stellungnahme
vom 2
0.
Juni 2019
zum Vorbescheid vom
4.
April 2019 (
Urk.
7/116 =
Urk.
3/6)
aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Vergewal
tigung durch zwei Männer
im Jahr
1979 einem Geschehen von aussergewöh
nli
cher Bedrohung ausgesetzt gewesen sei
(A-Kriterium). Entsprechend leide sie an wiederkehrenden Gedanken und Erinnerungen (B-Kriterium). Weiter vermeide sie Handlungen, die sie an das traumatische Ereignis erinnern
würden
sowie Gedan
ken und Gefühle, die mit der traumatischen Erfahrung verknüpft seien (C-Krite
rium). Es bestehe insbesondere eine teilweise Unfähigkeit, sich an Teile des traumatischen Ereignisses erinnern zu können (D-Kriterium). Retrospektiv sei nicht sicher zu rekonstruieren, ob die Gesamtsymptomatik innert 6 Monaten oder mit verzögertem Beginn aufgetreten sei
(E-Kriterium)
. Nach heutigem medizi
nisch-wissenschaftlichen Kenntnisstand sei das Zeitkriterium jedoch nicht mehr haltbar (S. 1 f.).
Verschiedene
Antidepressiva seien aufgrund von
Unverträglichkeitsreaktionen wieder sistiert worden
, da unter Einnahme insbesondere
Suizidgedanken zuge
nommen
hätten
. Dagegen
habe die Beschwerdeführerin
komplementärmedizini
sche Präparate, welche auf
ihren
ausdrücklichen
Wunsch
verordn
et worden seien, gut vertragen
. Relevant erscheine in diesem Zusammenhang, dass
sie
An
tidepres
siva als Trigger erlebe
, da sie damit in einem missbräuchlichen Zusammenhang sehr negative Erfahrungen als junge Frau gemacht habe (S. 3).
4.5
RAD-Ärztin
Dr.
G._
führte am
4.
September 2019 (
Urk.
7/118/3) au
s
, dass die Stellungnahme des Vorbescheids insofern anzupassen sei, dass nun ein Trauma benannt werde, das sich im Sommer 1979 ereignet habe. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei zu vergeben, wenn die Sym
ptome innerhalb von sechs Monaten
nach dem belaste
nden Ereignis aufgetreten seien, was
vorliegend
retros
pektiv nicht sicher zu eruieren
sei. Eine anhaltende Symp
tomatik sei
jedoch
nicht ausgewiesen. Eine PTBS-typische Symptomatik sei weder im Gutachte
n von 2011 (vgl. vorstehend E. 3.1
) noch in anderen Arztberichten vor 2017 geschildert
worden. Z
udem
bestünden Diskrepanzen zwischen dem
angegebenen Vermeidungsverhalten und den Schilderungen über sexuelle Kon
takte im Gutachten
von 2011 sowie der Ausbildung als Tantra-Masseurin. Der Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung könne demnach nicht gefolgt werden (S. 3).
5.
5.1
Im Rahmen der erstmaligen Rentenprüfung
diagnostizierten die behandelnde Ärztin
Dr.
A._
und die Psychologin
B._
im
April 2011 und
Januar 2012
eine rezidivierende depressive Störung
,
gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) bei akzentuiert narzisstischen Persö
nlichkeitszügen (vorstehend E. 3.2
).
Demgegenüber ging die Beschwerde
gegnerin gestützt
auf das G
utachten von
Dr.
Z._
vom Januar 2011
(vorste
hend E. 3.1
)
von einer Neurasthenie,
einer
somatoformen Schmerzstörung sowie
einer
remittierten depressiven Anpassungsstörung aus
(vgl.
Urk.
7/64/3-4)
und verneinte
im Oktober 2012
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/65).
In den seit der Neuanmeldung im Juli 2017 eingegangenen medizinischen Berichten ist neu
eine
TIA im
Posteriorstromgebiet
links
aktenkundig (vorstehend E. 4.1
)
, welche
mangels entsprechender Hinweise in den medizinischen Berichten
langfristig keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigte.
Eine fachärztlich
attestierte Arbeitsunfähigkeit
aufgrund des Stat
us nach TIA ist den Akten
nicht zu entnehmen
- eine solche wurde
von der Beschwerdeführerin
auch
nicht gel
tend gemacht
.
In
somatischer Hinsicht
liegt
damit
unstreitig
keine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustands
vor
.
Da die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin im Vordergrund stehen, stellt sich folglich
die Frage,
ob in psychiatrischer Hinsicht eine rechtsrelevante Veränderung eingetreten ist und ob die vorhandenen Berichte ausreichen, um den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
zu erstellen.
5.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des
Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.4
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahmen von RAD-Är
ztin
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.3, 4.5
) davon aus, dass die geltend gemachte schwere depressive Episode sowie die PTBS nicht nachvollziehbar seien und verneinte eine gesundheitliche Verschlechterung beziehungsweise einen Renten
an
spruch.
Ein Vergleich mit den seit
der erstmaligen Rentenprüfung
eingegangenen medi
zinischen Berichte
n
zeigt,
dass die behandelnden Fachpersonen des
C._
nunmehr
von
eine
r
gegenwärtig
schweren
Episode e
iner depressiven
Störung
ausgeh
en
.
N
eu
diagnostizierten sie
überdies
eine PTBS (ICD-10 F43.1)
sowie eine
ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
und
nicht mehr bloss eine Persönlichkeitsakz
entuierung (vgl. vorstehend E. 3.2, 4.2, 4.4
)
. Die von ihnen angenommene gesundheitliche Verschlechterung
schlug
sich auch in der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nieder. Im April 2011 siedelten sie die Arbeitsfähigkeit
noch
im Rahmen von 40-50
%
an, während sie im Januar 2019 ein
20
-
bis maximal 30%iges Arbeitspensum
als
zumutbar
erachteten (vgl. vorstehend E. 3.2, 4.2
).
Damit bestehen gewichtige Hinweise auf eine relevante Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
im massgeblichen Zeitraum
.
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit kann indes auf die Berichte der erwähnten behandelnden Ärzte nicht abgestellt werden, zumal einerseits in
Bezug auf Berichte von Hausärztin
nen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen
ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Andererseits ist gestützt auf die erwähnten Berichte keine Beurteilung der rechtsprechungsgemäss geforderten Standardindi
katoren möglich
(vgl. vorstehend E. 5.2-5.3)
.
5.5
Demgegenüber
führte
RAD-Ärztin
Dr.
G._
aus
, dass die geltend gemach
ten Diagnosen der PTBS und der Persönlichkeitsstörung die erforderlichen ICD-10 Kriterien nicht zu erfüllen vermögen
und daher nicht nachvollziehbar seien. Ferner würden die von den behandelnden Fachpersonen erwähnten Symptome keine
schwergradige
depressive Episode begründen und der diagnostizierten depressiven
Episode fehle insgesamt der Charakter der Dauerhaftigkeit, weshalb kein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
aus
gewiesen sei (vorstehend E. 4.3
).
Diese Argumentation
vermag
nicht zu
überzeugen und insbesondere nicht zu
entkräften, dass mit den
Diagnosen und attestierten Arbeitsunfähigkeiten in den
Berichten der behandelnden Fach
personen
(vgl. vorstehend E. 4.2 und E. 4.4)
gewichtige und auch begründete Hinweise auf eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vorliegen. Wie erwähnt, kann auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen nicht abschliessend abgestellt werden
(vorstehend E. 5.4)
. Indes überzeugt auch die Einschätzung von
Dr.
G._
nicht
, zumal
sie
sich lediglich punktuell und knapp zu
den gestellten Diagnosen und
einzelnen Indikatoren
-
beispielsweise zu der verord
neten Medikation
– äussert,
welche
jedoch
nach geltender Rechtsprechung im Rahmen einer umfassenden Ressourcenprüfung zu beurteilen
sind
. Des Weiteren
erscheint
ihre Auffassung
, dass die aufgeführten Symptome auf keine schwere depressive Episode hindeuten würden und eine depressive Störung aufgrund der fehlenden Dauerhaftigkeit zu verneinen sei,
mangels einer diesbezüglich
plausib
len
Begründung
als nicht nachvollziehbar
. Ausserdem sind
auch leichte und mittelschwere Depressionen einem strukturierten Beweisverfahren zu unterziehen (vgl. vorstehend E. 5.2).
Somit stehen weder
der konkrete Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin beziehungsweise
die konkreten Diagnosen fest, noch ist die Beurteilung der funk
tionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
möglich.
Insbesondere hat eine
rechtsgenügliche
Ausei
nandersetzung mit den massgeblichen Standardindikato
ren
bis anhin nicht stattgefunden
.
5.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den
Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
ex
pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entschei
denden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwal
tung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (
BGE 139 V 99 E. 1.1,
B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
5.7
Nach dem Gesagten ist ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich
. Da
es die IV-Stelle unterlassen hat, den
Gesundheitszustand und
die Arbeitsfähigkeit
in psychiatrischer Hinsicht und
insbesondere
bezüglich der
systematisierten Indikatoren gemäss
BGE 141 V 281 E. 4.1.3
rechtsgenüglich
abzuklären, hat eine Rückweisung
, nicht jedoch die Anordnung eines Gerichtsgutachtens (vgl.
Urk.
1 S. 2),
zu erfolgen
.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) ist folglich aufzuheben und die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
ein psychiatrisches Gutachten einhole und
die Frage nach einer in revisionsrechtlicher Hinsicht erheblichen gesundheitlichen Veränderung neu beurteile und anschliessend über den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge
.
Ausgangsgemäss drängt sich das mit Eingabe vom 2
4.
März 2020 beantragte Zuwarten
mit dem Erlass eines Urteils
zufolge veranlasster medizi
nisch/psychologischer Abklärungen (
Urk.
9) nicht auf. Vielmehr werden die Ergebnisse der von der Beschwerdeführerin veranlassten Abklärungen im Rahmen des von der IV-Stelle einzuholenden Gutachtens Berücksichtigung fin
den können.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
6.3
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'400.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen
, welche aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen ist
.