# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3fe0fdd1-2340-5021-a689-5d7fafc90cdc
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. B. (geboren am 00. August 1955, von R.) zog am 14. Januar 2007 von Thailand
nach Q. und hat Q. im Oktober 2007 wieder in Richtung Thailand verlassen. Am
11. Dezember 2008 kehrte er wieder in die Schweiz zurück. Dort wurde er von der
Polizei aufgegriffen. Das Sozialamt Q. veranlasste in der Folge die Unterbringung von
A. B. in der Herberge U. in der Stadt X. Am 11. Februar 2009 stellte das Sozialamt Q.
dem Heimatkanton Schwyz eine Unterstützungsanzeige nach Art. 31 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (SR 851.1,
abgekürzt ZUG) zu und zeigte einen Kostenersatzanspruch ab dem 11. Dezember 2008
bis auf weiteres an. Am 12. August 2009 musste A. B. die Herberge U. verlassen und
logierte vom 13. August 2009 bis zum 18. Dezember 2009 in der Unterkunft für
Obdachlose in X. Seit dem 19. Dezember 2009 ist er wieder in der Herberge U.
untergebracht.
B./ Mit Schreiben vom 7. Januar 2011 teilte das Sozialamt Q. der Herberge U. mit, dass
ihres Erachtens A. B. die Voraussetzungen für eine Wohnsitzbegründung in X. erfülle.
Das Sozialamt Q. ersuchte daher die Herberge U., dafür besorgt zu sein, dass sich A.
B. in X. ordnungsgemäss anmelde. Mit Schreiben vom 9. Februar 2011 bat das
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Sozialamt Q. die Herberge U. nochmals, dafür besorgt zu sein, dass sich A. B. in X.
anmelde. Wenn er dazu nicht in der Lage sei, solle ihn jemand begleiten, damit er
allfällige Fragen zu seiner Person selbst beantworten könne. Gleichzeitig wurde das
Einwohneramt der Stadt X. durch das Sozialamt Q. über die bevorstehende Anmeldung
von A. B. orientiert. Am 6. April 2011 teilte das Sozialamt Q. der Herberge U. mit, dass
A. B. dem Vernehmen nach nun in X. angemeldet sei und sie würden bis zum 30. April
2011 die Kosten für seine Unterkunft bezahlen. Am 11. April 2011 wurde A. B. in X.
angemeldet.
C./ Mit Schreiben vom 26. April 2011 orientierte das Sozialamt Q. das Sozialamt der
Stadt X. darüber, dass A. B. seinen zivilrechtlichen Wohnsitz und den
Unterstützungswohnsitz in X. begründet habe, weswegen ab Mai 2011 die Stadt X. für
die Übernahme der Aufenthaltskosten zuständig sei. Seit Mai 2011 wird A. B. vom
Sozialamt der Stadt X. subsidiär und ohne Anerkennung von Zuständigkeit und
Unterstützungspflicht sozialhilferechtlich unterstützt. Mit Eingabe vom 18. Mai 2011
erhob das Sozialamt der Stadt X. Einsprache gegen das Schreiben vom 26. April 2011.
Mit Verfügung vom 31. Mai 2011 wies das Sozialamt Q. die Einsprache ab.
D./ Dagegen erhob die politische Gemeinde X., vertreten durch das Sozialamt, mit
Eingabe vom 28. Juni 2011 Beschwerde beim Departement des Innern. Sie beantragte
die kostenpflichtige Aufhebung der Verfügung vom 31. Mai 2011 sowie die
Feststellung, dass A. B. in der Stadt X. anfangs April 2011 keinen
Unterstützungswohnsitz begründet habe. Das Sozialamt Q. beantragte in seiner
Vernehmlassung vom 10. August 2011 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde
und die Feststellung, dass A. B. Ende April 2011 in X. einen Unterstützungswohnsitz
begründet habe.
Das Departement des Innern wies mit Entscheid vom 19. Dezember 2011 die
Beschwerde kostenpflichtig ab und stellte fest, dass A. B. seinen
Unterstützungswohnsitz in X. habe. Der Entscheid wurde hauptsächlich damit
begründet, dass der Unterstützungswohnsitz trotz ununterbrochenen Aufenthalts in
einem Heim wechseln könne. A. B. habe gemäss den Akten die Absicht, im Raum X.
eine Wohnung zu suchen. Zudem habe A. B. durch seinen längeren Aufenthalt in der
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Herberge U. X. zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht, zumal Beziehungen zu Q. aus
den Akten nicht ersichtlich seien.
E./ Mit Eingabe vom 13. Januar 2012 reichte die politische Gemeinde X., vertreten
durch das Sozialamt, Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen
ein:
1. Die vorliegende Beschwerde sei gutzuheissen.
2. Der Entscheid der Vorinstanz vom 19. Dezember 2011 betreffend die Verfügung
des Sozialamtes Q. vom 31. Mai 2011 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass A.
B. in X. anfangs April 2011 keinen Unterstützungswohnsitz begründet habe.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerde wurde im Wesentlichen damit begründet, dass eine
Aufenthaltsgemeinde für eine hilfsbedürftige Person zuständige bleibe, wenn sie diese
in eine andere Gemeinde verbracht habe. Zudem begründe ein Heimaufenthalt keinen
Unterstützungswohnsitz. Eine freiwillige Wohnsitzbegründung in der Stadt X. durch A.
B. läge nicht vor, weswegen die Gemeinde Q. nach wie vor die Unterstützungspflicht
habe.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. Februar 2012 beantragte das Departement des Innern
die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies hauptsächlich damit, dass
vorliegend Art. 11 Abs. 2 ZUG zufolge des Auszuges von A. B. aus der Herberge U. am
12. August 2009 nicht mehr zur Anwendung gelange. Die Stadt Q., vertreten durch das
Sozialamt, beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2012 ebenfalls die
Abweisung der Beschwerde. Als Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht,
dass der durch das Sozialamt Q. organisierte Aufenthalt in der Herberge U. am 12.
August 2009 geendet habe und A. B. nachher ohne Veranlassung des Sozialamtes Q.
in die Unterkunft für Obdachlose und später wieder in die Herberge U. eingetreten sei.
Mit Eingabe vom 1. März 2012 nahm das Sozialamt der Stadt X. Stellung zu den
Vernehmlassungen und hielt an den Anträgen fest. Dies wurde hauptsächlich damit
begründet, dass es für A. B. nach der Kündigung keinerlei Alternativen zur Unterkunft
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für Obdachlose gegeben habe, da er hilfsbedürftig und nicht in der Lage gewesen sei,
sich selber eine Unterkunft zu organisieren.
Auf die weiteren Ausführungen der Beschwerdebeteiligten wird – soweit erforderlich –
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
1.1. (...).
1.2. (...).
1.3. (...).
2. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist der vorinstanzliche Entscheid vom
19. Dezember 2011. Zu beurteilen ist mitunter die strittige Frage, ob der Aufenthalt von
A. B. in der Unterkunft für Obdachlose sowie der Wiedereintritt in die Herberge U.
Auswirkungen auf die Unterstützungspflicht hatten. Es ist unbestritten, dass die
Beschwerdegegnerin bis zum Austritt von A. B. aus der Herberge U. am 12. August
2009 für dessen sozialhilferechtliche Unterstützung aufzukommen hatte. Strittig ist
hingegen, wer ab dem 19. Dezember 2009 resp. spätestens ab der polizeilichen
Anmeldung in X. im April 2011 die Unterstützungspflicht für A. B. trägt.
2.1. Hinsichtlich des Unterstützungswohnsitzes und der Kostentragungspflicht
verweisen die Art. 3 Abs. 2 und Art. 24 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1,
abgekürzt SHG) auf das ZUG. Was zwischen den Kantonen gilt, soll folglich
sinngemäss auch bei Unklarheiten über die Zuständigkeit unter verschiedenen
st. gallischen Gemeinden zur Anwendung kommen, und zwar auch, was das Verfahren
anbelangt (vgl. GVP 2006 Nr. 24 E. 2 f.).
2.2. Als Erstes ist zu prüfen, ob A. B. nach seiner Rückkehr aus Thailand im Dezember
2008 einen Unterstützungswohnsitz in der Schweiz begründet hat.
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2.2.1. In sachgemässer Anwendung des ZUG ergibt sich, dass der Bedürftige seinen
Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde hat, in der er sich mit der Absicht dauernden
Verbleibens aufhält (Art. 4 Abs. 1 ZUG). Der Wohnsitzbegriff des ZUG orientiert sich
dabei am Zivilrecht und insbesondere am Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt ZGB). Daher kann bei der Beurteilung der Frage,
ob ein Unterstützungswohnsitz begründet worden ist, grundsätzlich auf die Lehre und
Rechtsprechung zum zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff abgestellt werden (GVP 2006
Nr. 24 E. 3a; W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit
Bedürftiger [ZUG], 2. Aufl., Zürich 1994, Rz. 95 mit Hinweisen). Der Wohnsitz ist also an
dem Ort, an dem sich jemand tatsächlich niedergelassen und in der erkennbaren
Absicht eingerichtet hat, hier seinen Lebensmittelpunkt zu haben. Der
Lebensmittelpunkt befindet sich dort, wo sich die Lebensinteressen einer Person nach
den konkreten Umständen objektiv betrachtet konzentrieren (BGE 136 II 405 E. 4.3).
Der Unterstützungswohnsitz beginnt somit mit der tatsächlichen Niederlassung, wobei
weder an die Absicht noch an die Dauer des Verbleibens zu strenge Anforderungen
gestellt werden; massgebend ist vielmehr, dass sich der Lebensmittelpunkt wirklich am
neuen Ort befindet, und zwar auch dann, wenn der Aufenthalt nur von kurzer Dauer ist.
Ein Indiz für die Wohnsitzbegründung von unsteten Personen ist der länger andauernde
Aufenthalt. In der Praxis wird oft eine Dauer von sechs und mehr Monaten verlangt.
Eine kürzere Dauer genügt jedoch, wenn andere Element auf eine Stabilität hinweisen
(GVP 2009 Nr. 19 E. 2.1 mit Hinweisen).
Ein Aufenthalt setzt demgegenüber lediglich voraus, dass sich eine Person tatsächlich
an einem Ort aufhält (Art. 11 Abs. 1 ZUG), gleichgültig, ob nur vorübergehend oder für
längere Dauer (Thomet, a.a.O., Rz. 172 mit Hinweisen).
2.2.2. Nach seiner Rückkehr aus Thailand Ende 2008 hat A. B. in Q. einen Aufenthalt
begründet, was auch die Beschwerdegegnerin eingesteht. Eine objektiv erkennbare
Absicht von A. B., in Q. dauernd zu verbleiben, fehlt angesichts seines kurzen
Aufenthalts in Q., was von keiner Seite bestritten wird. A. B. hat somit nach seiner
Rückkehr aus Thailand am 11. Dezember 2008 in Q. keinen Unterstützungswohnsitz
begründet.
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2.2.3. Nach Art. 4 Abs. 2 ZUG gilt zwar die polizeiliche Anmeldung als
Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, dass der Aufenthalt schon früher
oder erst später begonnen hat oder nur vorübergehender Natur ist. Es ist zu
berücksichtigen, dass die polizeiliche Anmeldung von A. B. nur auf mehrmalige
Veranlassung durch das Sozialamt Q. geschah und nicht aus eigenem Willen (vgl.
act. 8/7-18, 8/7-16 und 8/7-14). Daher kann der polizeilichen Anmeldung kein
besonderes Gewicht zugemessen werden.
Zudem entfällt die Vermutung nach Art. 4 Abs. 2 ZUG, wenn eine besondere
Bestimmung des ZUG greift (GVP 2009 Nr. 19 E. 2.1). Als besondere Bestimmung für
die Begründung eines Unterstützungswohnsitzes kommt Art. 5 ZUG in Betracht. Nach
dieser Bestimmung schliesst auch der freiwillige Eintritt in ein Heim, selbst wenn der
Zweck dabei ist, auf unbestimmte Zeit dort zu wohnen, die Wohnsitzbegründung aus.
Das Gesetz nimmt es bewusst in Kauf, dass jemand, der freiwillig in ein Heim eintritt
und am Ort des Heims zivilrechtlichen Wohnsitz begründet, bei Bedürftigkeit seinen
Unterstützungswohnsitz dort hat, wo er vor dem Heimeintritt seinen Lebensmittelpunkt
hatte (Thomet, a.a.O., Rz. 109; GVP 2009 Nr. 19 E. 2.3.2). Die Vorinstanz führte
zutreffend nach den anerkannten Beurteilungskriterien für den Heimbegriff aus, dass
die Herberge U. aufgrund ihres Zwecks (kostengünstige Unterkunft für Menschen in
Not und Bedrängnis), ihres Betreuungs- und Hilfeangebots sowie ihrer Strukturen
(Aufenthaltsvereinbarung mit den Bewohnern, strikte Hausordnung,
Betriebsbewilligung gemäss dem Kantonsratsbeschluss über Einrichtungen für
Menschen mit Behinderungen [sGS 387.4] etc.) ein Heim im Sinne von Art. 5 ZUG ist.
Ebenfalls ein Heim im Sinne von Art. 5 ZUG stellt die Unterkunft für Obdachlose dar,
wie der vorinstanzliche Entscheid ebenfalls zutreffend ausführt.
Da sich A. B. bisher in X. durchwegs in Heimen aufhielt, entweder in der Herberge U.
oder in der Unterkunft für Obdachlose konnte er aufgrund von Art. 5 ZUG keinen
Unterstützungswohnsitz in X. begründen. Daran vermag auch die von der Vorinstanz
zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung nichts zu ändern, wonach der bestehende
Unterstützungswohnsitz trotz unterbrochenen Aufenthalts in einem Heim wechseln
kann (BGer 2A.714/2006 vom 10. Juli 2007 E. 3.3). Vorab ist festzuhalten, dass A. B.
bei seinem Eintritt in die Herberge U. keinen Unterstützungswohnsitz hatte und damit
auch keine Änderung eines Unterstützungswohnsitzes möglich war. Ungeachtet
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dessen, enthalten die Akten keine Anhaltspunkte für nicht medizinische, insbesondere
familiäre Gegebenheiten im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur
Änderung des Unterstützungswohnsitzes trotz ununterbrochenen Heimaufenthalts. Die
von der Vorinstanz der Unterstützungsanzeige vom 11. Februar 2009 entnommene
Absicht von A. B., sich im Raum X. eine Wohnung zu suchen, wird in den Akten
nirgends weiter konkretisiert. Zudem lässt sich die Aussage "Raum X." weit
interpretieren und könnte auch Q. umfassen. Eine Manifestierung dieser Absicht lässt
sich auch nicht im Wiedereintritt in die Herberge U. erkennen, da die Dauer des
Aufenthalts im Heim nicht massgebend ist. Eine Bezugsperson für A. B. in X. ist mit
Ausnahme der Personen aus den Heimen nicht ersichtlich, zumal in der
Aufenthaltsvereinbarung über den Wiedereintritt in die Herberge U. am 19. Dezember
2009 ein Mitarbeiter des Sozialamtes Q. als Bezugsperson genannt wird (act. 8/7-20).
Hinzu kommt, dass in den übrigen Akten immer wieder die Rede davon war, dass sich
A. B. eine Wohnung in Q. suchen werde, z.B. im Schreiben des Betriebsleiters der
Herberge U. vom 21. Juli 2009 (act. 8/1-10 und 8/7-22). Aus einem Schreiben vom
4. Februar 2011 ergibt sich zudem, dass sich der behandelnde Arzt von A. B. in Q.
befand (act. 8/1-16 und 8/7-15).
2.2.4. Mangels der Begründung eines Unterstützungswohnsitzes in der Schweiz nach
seiner Rückkehr aus Thailand, obliegt die Unterstützung für A. B. grundsätzlich seiner
Aufenthaltsgemeinde (Art. 12 Abs. 2 und Art. 13 ZUG).
2.3. Weiter stellt sich die Frage, welche Folgen der Eintritt von A. B. in die Herberge U.
in der Stadt X. auf die Unterstützungspflicht seines bisherigen Aufenthaltsortes Q.
hatte. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die Regelungen von Art. 5 und Art. 9 Abs. 3
ZUG über die Aufrechterhaltung des Unterstützungswohnsitzes in analoger Weise auch
auf einen Unterstützungsaufenthaltsort anwendbar sind.
2.3.1. Gemäss Art. 9 Abs. 3 ZUG beendigt der Eintritt in ein Heim, ein Spital oder eine
andere Anstalt sowie die behördliche oder vormundschaftliche Versorgung einer
mündigen oder entmündigen Personen in Familienpflege einen bestehenden
Unterstützungswohnsitz nicht. Das Prinzip, dass der Unterstützungswohnsitz durch
Wegzug aufgegeben werden kann, erfährt durch diese Bestimmungen eine
Einschränkung. Auch im Unterstützungsrecht gibt es somit unter Umständen einen
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fiktiven Wohnsitz, der nicht dem objektiv erkennbaren Lebensmittelpunkt entspricht
(VerwGE B 2011/154 vom 20. März 2012 E. 2.1.3, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Das Verwaltungsgericht hat in einem Entscheid gestützt auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung (BGer 2A.345/2002 vom 9. Mai 2003 E. 3.2) ausgeführt, dass sich die
Unterstützungspflicht des Aufenthaltsortes im Gegensatz zur Unterstützungspflicht am
Unterstützungswohnsitz nicht auf den Aufenthalt im Heim erstrecke. Der Wortlaut von
Art. 9 Abs. 3 ZUG lasse die entsprechende Gleichbehandlung nicht zu. Im Gegensatz
zur Unterstützungspflicht am Unterstützungswohnort erlösche diejenige am
Aufenthaltsort also, wenn sich der Bedürftige in eine andernorts gelegene Anstalt
begebe. Die Unterstützungspflicht falle dann der Standortgemeinde der Einrichtung zu,
weil sich der Bedürftige nach seiner Unterbringung in dieser Gemeinde aufhalte. Eine
Gleichstellung mit der Rechtslage bei einem bestehenden Unterstützungswohnort sei
nicht notwendig, da der Aufenthaltsort regelmässig auf den Heimatkanton Rückgriff
nehmen könne und damit die Unterstützungsleistungen bloss vorzuschiessen habe
(VerwGE B 2011/154 vom 20. März 2012 E. 2.3.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Die Anwendung der genannten Rechtsprechung auf den vorliegenden Sachverhalt hat
zur Folge, dass sich die Beschwerdeführerin nicht sachgemäss auf Art. 9 Abs. 3 ZUG
berufen kann. Die Unterstützungspflicht wird also grundsätzlich am Ort des Heims, des
Spitals und dergleichen begründet, wenn kein Unterstützungswohnsitz vorhanden ist.
2.3.2. Das Gleiche gilt auch hinsichtlich Art. 5 ZUG, da Art. 9 Abs. 3 ZUG das
notwendige Gegenstück zu Art. 5 ZUG darstellt, der bestimmt, dass durch den
Aufenthalt in einer der besagten Einrichtungen kein Unterstützungswohnsitz begründet
werden kann (VerwGE B 2011/154 vom 20. März 2012 E. 2.1.3, abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Art. 5 ZUG ist also nicht in analoger Weise auf einen
Unterstützungsaufenthaltsort anwendbar, sondern gilt nur hinsichtlich des
Unterstützungswohnsitzes. Der Aufenthalt in einem Heim, Spital oder einer andern
Anstalt begründet daher beim Fehlen eines Unterstützungswohnsitzes grundsätzlich
eine Unterstützungspflicht am Ort des Heims und dergleichen.
2.3.3. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin wie auch der Vorinstanz ist
Art. 5 ZUG auf einen Unterstützungsaufenthaltsort nicht sachgemäss anwendbar. Nach
dem bisher Dargelegten hat A. B. mit dem Eintritt in die Herberge U. am 11. Dezember
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2008 einen Aufenthalt in X. und damit auch die Unterstützungspflicht der Stadt X.
begründet.
2.4. Schliesslich ist noch zu prüfen, ob Art. 11 Abs. 2 ZUG am bisher Dargelegten
etwas ändert.
Gemäss Art. 11 Abs. 2 ZUG gilt derjenige Kanton als Aufenthaltskanton, von dem aus
die Zuweisung erfolgte, wenn eine offensichtlich hilfsbedürftige Person auf behördliche
Anordnung in einen anderen Kanton verbracht worden ist. Sinngemäss auf Gemeinden
angewendet, hat Art. 11 Abs. 2 ZUG zur Folge, dass diejenige Gemeinde, die eine
offensichtlich hilfsbedürftige Person in eine andere Gemeinde verbringen lässt, als
Aufenthaltsort gilt. Damit wird entgegen Art. 11 Abs. 1 ZUG nicht die Gemeinde, in
welcher die offensichtlich hilfsbedürftige Person verbracht wird, zum Aufenthaltsort,
sondern die die Einweisung anordnende Gemeinde bleibt Aufenthaltsort.
2.4.1. A. B. wurde aufgrund seines Zustandes vom Sozialamt Q. am 11. Dezember
2008 mangels einer geeigneten Notwohnung in Q. in die Herberge U. überstellt. Am 12.
August 2009 musste A. B. die Herberge U. verlassen und in der Folge hielt er sich in
der Unterkunft für Obdachlose bis zum Wiedereintritt in die Herberge U. am
19. Dezember 2009 auf.
Unbestritten ist, dass die erste Einweisung von A. B. am 11. Dezember 2008 in die
Herberge U. auf behördliche Anordnung durch das Sozialamt Q. geschah. Die
Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin machen indessen geltend, dass die
Aufenthalte in der Unterkunft für Obdachlose und der Wiedereintritt in die Herberge U.
nicht auf behördliche Anordnung des Sozialamtes Q. geschehen seien, sodass Art. 11
Abs. 2 ZUG keine Anwendung mehr finde. Ab dem 12. August 2009 sei die behördliche
Anordnung nach Art. 11 Abs. 2 ZUG als beendet zu betrachten.
2.4.2. Im Unterschied zu Art. 5 und Art. 9 Abs. 3 ZUG wird der bisherige Aufenthaltsort
der unterstützungspflichtigen Person nach Art. 11 Abs. 2 ZUG nur aufrechterhalten,
wenn die betroffene Person offensichtlich hilfsbedürftig (z.B. erkrankt oder verunfallt) ist
und sie deswegen auf ärztliche oder behördliche Anordnung (zum Zwecke der
Hilfeleistung) in einen anderen Kanton verbracht wird. Soweit aber eine offensichtlich
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hilfsbedürftige Person von sich aus in einem anderen Kanton resp. sinngemäss in einer
anderen Gemeinde als dem bisherigen Aufenthaltsort um Hilfe nachsucht, findet Art. 11
Abs. 2 ZUG keine Anwendung (Thomet, a.a.O., Rz. 173).
2.4.3. Es stellt sich somit die Frage, welche Folgen die Kündigung und der damit
verbundene Auszug von A. B. aus der Herberge U. am 12. August 2009 auf die
Unterstützungspflicht hatten. Die Vorinstanz bringt in ihrer Vernehmlassung vor, dass
sich aus den Akten keine Hinweise ergeben würden, dass die folgenden Aufenthalte
nach dem Auszug aus der Herberge U. auf behördliche Anweisung des Sozialamtes Q.
erfolgt seien.
2.4.4. Aus den Akten ergeben sich indessen zahlreiche Hinweise. Vorab ist
festzuhalten, dass A. B. die Herberge U. nicht freiwillig verlassen hat, sondern er
musste sie wegen ungebührlichen Verhaltens verlassen (vgl. act 8/7-19 und 8/7-23).
Weiter lässt sich aus den zahlreichen Briefen des Betriebsleiters der Herberge U., die
jeweils auch das Sozialamt Q. erhalten hat, entnehmen, dass A. B. auch nach seinem
Auszug aus der Herberge U. nach wie vor offensichtlich hilfebedürftig war. Eine
Aktennotiz in den Vorakten des Sozialamtes Q. vom 8. Januar 2009 hält beispielsweise
fest, dass A. B. Alkohol- sowie Leberprobleme hat (act. 8/7-32). Auch im
Kündigungsschreiben vom 26. Juni 2009 werden die Alkoholprobleme von A. B. als
Grund für die Kündigung des Zimmers in der Herberge U. genannt (act. 8/7-23). Die
Alkoholprobleme von A. B. manifestieren sich zudem in der Aktennotiz vom 21. Juli
2009 in den Vorakten des Sozialamtes Q., wonach das Taschengeld von A. B. ab
August 2009 auf täglich Fr. 8.-- gekürzt werde, damit er keinen Alkohol mehr kaufen
könne. Weiter wird in einer Aktennotiz vom 21. April 2009 in den Vorakten des
Sozialamtes Q. festgehalten, dass der Betriebsleiter den Verdacht habe, dass A. B.
unter Alzheimer leide (act. 8/7-32). Die Hilflosigkeit von A. B. zeigt sich auch darin, dass
er während seines ersten Aufenthalts in der Herberge U. trotz mehrfachen
Aufforderungen (z.B. act. 8/7-31 oder 8/7-22) nicht fähig war, eine eigene Wohnung zu
suchen. Dies kommt deutlich in einer Aktennotiz über ein Telefonat mit dem
Betriebsleiter der Herberge U. vom 6. Mai 2009 in den Akten des Sozialamtes Q. zum
Ausdruck. Demnach könne A. B. vermutlich nicht mehr alleine wohnen, sondern müsse
voraussichtlich in einem Wohnheim untergebracht werden (act. 8/7-32). Schliesslich
illustriert eine Aktennotiz des Sozialamtes der Stadt X. vom 21. Juni 2011 über ein
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Telefonat mit dem Betriebsleiter der Herberge U., dass A. B. weder wohn- noch
arbeitsfähig sei und dass das Sozialamt Q. registriert habe, dass A. B. nicht alleine
wohnen könne (act. 8/1-12). Diese relevanten Hinweise auf die weiterhin bestehende
offensichtliche Hilflosigkeit von A. B. hat die Vorinstanz in ihrem Entscheid übergangen.
2.4.5. Für die Anwendung von Art. 11 Abs. 2 ZUG reicht die offensichtliche Hilflosigkeit
alleine nicht aus, sondern es ist jeweils eine ärztliche oder behördliche Anordnung
dafür erforderlich. Wie bereits erörtert, geschah der erste Aufenthalt in der Herberge U.
auf behördliche Anordnung des Sozialamtes Q. Am 12. August 2009 wechselte A. B. in
die Unterkunft für Obdachlose, wofür es formell weder eine ärztliche noch eine
behördliche Anordnung gab. Es stellt sich aber die Frage, ob dies überhaupt
erforderlich war. Aus einer Aktennotiz vom 12. August 2009 in den Vorakten des
Sozialamtes Q. ist nämlich ersichtlich, dass der Betriebsleiter der Herberge U. am 12.
August 2009 das Sozialamt Q. über den Auszug von A. B. informierte, also am Tag des
Auszuges (act. 8/7-32). Zudem wurde auch die Kündigung vom 11. August 2009 mit
der Aufforderung an A. B., die Herberge U. am 12. August 2009 zu verlassen, dem
Sozialamt Q. zugestellt (act. 8/1-11). Zugleich wurde das Sozialamt Q. gemäss der
genannten Aktennotiz vom 12. August 2009 darüber informiert, dass A. B. bereits ab
dem 12. August 2009 in der Unterkunft für Obdachlose übernachten könne. Weiter hält
die Aktennotiz fest, dass das Sozialamt Q. für die Unterbringung in der Unterkunft für
Obdachlose eine Kostengutsprache von Fr. 100.-- pro Übernachtung abgegeben habe
(act. 8/7-32). Aus einer undatierten Nachtragsmeldung gemäss ZUG des Sozialamtes
Q. ergibt sich, dass das Sozialamt Q. A. B. ab dem 1. September 2009 für das
Mittagessen bei der Gassenküche angemeldet hat. Im gleichen Formular wird Q. als
Wohn- oder Aufenthaltsgemeinde festgelegt (act. 8/1-5 und 8/7-28). Aus den
genannten Aktenstücken ergibt sich, dass das Sozialamt Q. damit einverstanden war,
dass A. B. in die Unterkunft für Obdachlose ging, zumal es dafür auch die
Kostengutsprache gewährte. Das Sozialamt Q. hätte andernfalls intervenieren und eine
andere Unterkunft für A. B. suchen können. Der Austritt von A. B. aus der Herberge U.
ist aufgrund des Darlegten als Verlegung in die Unterkunft für Obdachlose zu
interpretieren, wofür keine erneute behördliche Anordnung erforderlich war. Auf die
Verlegung von A. B. in die Unterkunft für Obdachlose findet daher Art. 11 Abs. 2 ZUG
weiterhin Anwendung.
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Das Gleiche gilt aufgrund der Aktenlage auch für den Wiedereintritt von A. B. in die
Herberge U. am 19. Dezember 2009. So lässt sich der Nachtragsmeldung des
Sozialamtes Q. zuhanden des Heimatkantons vom 19. Februar 2010 entnehmen, dass
A. B. seit dem 19. Dezember 2009 wieder über ein Zimmer in der Herberge U. verfüge
und dafür eine Unterstützung von Fr. 80.-- pro Tag erforderlich sei. Gleichzeitig nannte
das Sozialamt Q. wiederum Q. als Aufenthaltsgemeinde (act. 8/1-6 und 8/7-28). Auch
die Aufenthaltsvereinbarung sowie die Zusatzvereinbarung vom 17. Dezember 2009
über den Wiedereintritt von A. B. am 19. Dezember 2009 in die Herberge U. wurde dem
Sozialamt Q. zugestellt. Zudem nennt die neue Aufenthaltsvereinbarung vom
17. Dezember 2009 den Sozialarbeiter von Q. als Bezugsperson (act. 8/1-23, 8/7-20
und 8/7-21). Wäre das Sozialamt Q. mit dem Wiedereintritt von A. B. in die Herberge U.
nicht einverstanden gewesen, hätte sie intervenieren können, zumal sie bereits vor
seinem Eintritt über den Abschluss der Aufenthaltsvereinbarung informiert wurde. Aus
den genannten Aktenstücken ist somit ersichtlich, dass das Sozialamt Q. konkludent
mit dem späteren Wiedereintritt von A. B. in die Herberge U. einverstanden war. Sie
bezahlte auch stets die dazugehörigen Rechnungen und hat diese nicht an das
Sozialamt X. weitergeleitet.
2.4.6. Aus dem Dargelegten folgt, dass die Stadt Q. A. B. nach seiner Entlassung aus
der Herberge U. anderswo hätte unterbringen können. Sie liess aber den Umzug in die
Unterkunft für Obdachlose zu und war dementsprechend mit dieser Verlegung
einverstanden. Das gilt auch für die Rückkehr in die Herberge U. am 19. Dezember
2009. Deshalb dauerte die behördliche Anordnung des Sozialamtes Q. vom
11. Dezember 2008 zur Unterbringung des offensichtlich hilfebedürftigen A. B. bis über
den April 2011 an, da die an die Kündigung unmittelbar folgende Verlegung in die
Unterkunft für Obdachlose sowie der Wiedereintritt in die Herberge U. die behördliche
Anordnung nicht unterbrachen.
3. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet. Die politische
Gemeinde Q. trägt aufgrund ihrer behördlichen Anordnung vom 11. Dezember 2008 im
Sinne von Art. 11 Abs. 2 ZUG weiterhin die Unterstützungspflicht für A. B. Der Wechsel
von A. B. in die Unterkunft für Obdachlose sowie der anschliessende Wiedereintritt in
die Herberge U. hat die Unterstützungspflicht der politischen Gemeinde Q. nicht
unterbrochen resp. beendet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/30
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4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht