# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 682e1431-c13f-57a4-9d01-ba276e82a490
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1963, absolvierte eine Ausbildung als Pflegeassistentin
(
Urk.
7/1)
.
Vom 15. März 2008 bis am 30. September 2010 war
sie
als
Pflegeas
sistentin
im
Y._
in einem 80%igen Pensum tätig, wobei sie ab dem 16. Juni 2010 krankgeschrieben war (
Urk.
7/30
/2
).
Am 14. Dezember 2011 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen seit dem Jahr 2000 bestehende
r rheumatoider
Art
h
ritis und Polyarthrose zur berufli
chen Integration und zum Rentenbezug an (
Urk.
7/1).
Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
7/6,
Urk.
7/7,
Urk.
7/8), insbesondere gab sie ein
bidiszipli
näres
(rheumatologisch-psychiatrisches) Gutac
hten in Auftrag, welches am 17.
und 24. April 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/20,
Urk.
7/21).
Mit dem Vorbescheid vom 28. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle eine Verneinung des Rentenan
spruchs in Aussicht, da der Versicherten eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 65
%
zumutbar sei und so ein Invaliditätsgrad von lediglich 32
%
resultiere (
Urk.
7/35). Am 11. Januar 2013 liess die Versicherte hiergegen Einwand erhe
ben (
Urk.
7/37)
, wobei sie diesen
Einwand am 18. Februar 2013
unter Einrei
chung eines
Berichts
ihres Hausarztes
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 11. Februar 2013
begründen liess (
Urk. 7/44, Urk.
7/45).
Die IV-Stelle holte einen Bericht
des behandelnden Arztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 26. Juni 2013 ein (
Urk.
7/46) und liess die Gutachter am 4. und 30. Juli 2013 zu den neuen medizinischen Berichten Stel
lung nehmen (
Urk.
7/48
,
Urk.
7/49
). Mit
Verfügung vom 24. März 2014 ent
schied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch
die
Sozialen Dienste der Stadt Zürich, am 8. Mai 2014 Beschwerde erheben (
Urk.
1).
Sie beantragte, ihr sei ab Mai 2012 eine ganze Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die Sache zur erneuten Begutachtung (rheumatologisch, psychiatrisch, neuropsychologisch) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem stellte sie den Antrag, ihr sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. In der Beschwerdeantwort vom 16. Juni
2014 schloss die IV-Stelle auf
Abweisu
ng der Beschwerde (
Urk.
6). Mit
Verfügung vom 20. Juni 2014 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung gewährt (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgerichts über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte in ihrer Verfügung vom 24. März 2014 insbesondere aus, seit März 2012 bestehe für eine angepasste Tätigkeit nur noch eine Einschrän
kung
der Arbeitsfähigkeit
von 35
%
.
Auf das Gutachten vom 24. April 2012 könne abgestellt werden, da die
aktuelleren
Arztberichte nichts Neues enthiel
ten. Es
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 32
%
, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2)
.
2.2
Die Versicherte liess in der Beschwerde vom 8. Mai 2014 vor allem vorbringen, das Gutachten vom 24. April 2012 beruhe auf mangel
haften
beziehungsweise nicht aktuellen Untersuchungen. Gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen sei ab Mai 2012 eine ganze Rente auszurichten. Even
tu
aliter sei die Sache zur erneuten rheumatologischen, ps
ychiatrischen und neuropsycholo
g
ischen Begutachtung an die Verwaltung zurückzuweisen (
Urk.
1).
3.
3.1
Die IV-Stelle
zog
Bericht
e
der Klinik
B._
vom 19. Oktober 2007 (
Urk.
7/8/9-11)
über die stationäre Behandlung vom 3. August bis
am
19.
Oktober 2007 wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), ein
en
Bericht des behandelnden Arztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie
, physikalische Medizin und Rehabilitation, welcher am
18. April 2011
den Ver
dacht auf eine rheumatoide Arthritis festhielt (
Urk.
7/8/12-14)
,
und einen Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
Z._
vom 5. Januar 2012, welcher wegen der chronischen rheumatologischen und depressiven Leiden davon ausging, dass die Versicherte nur noch im geschützten Rahmen einer Tätigkeit nachgehen könne (
Urk.
7/8/5-8).
3.2
Daraufhin gab die
IV-Stelle zur Abklärung des Leistungsanspruchs ein
bidi
s
zipli
näres
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag.
D
ie
Gut
achter
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen
,
unter
suchte
n
die Versicherte am 29. März 2012
und e
rstatteten ihr Gutachten am 17.
und 24. April 2012 (
Urk.
7/20,
Urk.
7/21)
.
Interdisziplinär wurden als Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Gonarthrosen
, eine
Fin
gerpolyarthrose
, ein rezidivierendes
lumbovertebragenes
Syndrom und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige
Episode mit soma
tischem Syndrom
(ICD-10 F33.01)
, festgehalten. Zudem wurden ein
Hypermobi
litätssyndrom
(Polyarthralgien, rezidivierende Rückenschmerzen, chronisch ve
nöse Insuffizienz der Beine), eine gestörte
Gluconeogenese
und
ein Zustand nach
eine
r anamnestisch
entzündliche
n
Systemaffektion unklarer
Aetiologie
als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgehalten (
Urk.
7/20
/6
,
Urk.
7/21/8
).
Dr.
E._
führte
zu den Diagnosen insbesondere
aus,
a
ufgrund der geschilderten Beschwerden, der vorliegenden Dokumentation und der Ergebnisse der aktuellen Begutachtung
habe
gemäss den international gülti
gen
Diagnosekri
terien
zu keinem Zeitpunkt eine rheumatoide Arthritis
bestan
den
. Aufgrund der aktuellen Begutachtung bestehe kein Hinweis
auf eine
Ent
zündungsaktivität
(
Urk.
7/20/6-7).
Die Gutachter hielten als interdisziplinäre Einschätzung fest,
die Versicherte
sei
in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50 bis 55
%
und in einer angepassten Tätigkeit nach Umsetzung der
beschwerdelin
de
r
nden
Massnahmen zu 40 bis 45
%
arbeitsunfähig. Die angepasste
Verweistä
tigkeit
finde in einem temperierten Raum statt, beschränke sich auf
leicht- bis mittelgradig körperlich belastende Arbeiten und lasse die Möglichkeit
zu,
zwi
schen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln. Das Ein
halten der Rückenergonomie sei wünschenswert
(
Urk.
7/20/12)
.
3.
3
Im
kurz nach dem
bidisziplinären
Gutachten verfassten
Austrittsbericht der
F._
vom
2.
Mai 2012 wurde festgehalten, die Versicherte
sei
vom 17. Februar bis
am
2.
April 2012 stationär behandelt worden. Es wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psy
chotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) diagnostiziert.
Bei der neuropsychologi
schen Testung hätten sich multiple Leistungseinbussen gezeigt, die im Rahmen der depressiven Symptomat
ik interpretiert werden könnten
. Es werde eine
neu
ropsychiatrische
Kontrolle empfohlen und eine neuropsychologische
Verlaufs
kontrolle
nach Behandlung der Depression respektive längerfristiger Remission der Depression als sinnvoll erachtet. Abschliessend wurde festgehalten, die Ver
sicherte trete in psychisch weitestgehend stabilisiertem Zustand und ohne Hin
weise auf psychotische Symptome in ihre Weiterbehandlung aus (
Urk.
7/21/14-18)
.
Im Nachtrag vom 7. Mai 2012 hielt
Dr.
D._
fest,
d
er günstige Zustand der Versicherten bei der Entlassung aus der Klinik stimme mit seinen Befunden anlässlich der Untersuchung vom 29. März 2012 überein (
Urk.
7/21/13).
Am 14.
Juni
2012
hielten die Gutachter
in einer
von der IV-Stelle angeforderten
Zusammenstellung der Arbeitsunfähigkeiten
fest, dass ab März 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit und von 35
%
in der Verweistätigkeit bestehe.
Dabei gaben sie an
, dass diese
Werte
sich auf den Zustand vor Umsetzung
von
therapeutischen Massnahmen bez
ögen
(
Urk.
7/2
5
).
3.
4
Pract
. med.
G._
,
Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 7. August 2012 fest, das
bidis
ziplinäre
Gutachten sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolge
rungen, weshalb
darauf abgestellt werden könne
(
Urk.
7/33/5).
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht
vom
11. Februar
2013 fest
,
die Versicherte sei in
der ange
stammten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig und aufgrund der langjährigen psychischen Beschwerden
könne
keine dem Leiden angepasste Tätigkeit benannt werden. Der Versuch einer
Pensumss
teigerung
sei selbst bei einer Tätigkeit im geschützten Rahmen gescheitert
(
Urk.
7/44).
Im Bericht
vom
26. Juni
2013
führte
Dr.
A._
aus
,
es bestehe
seit 1993 eine rezidivierende
depressive Störung, zeitweise schwer mit psychotischen Syndromen
(ICD-10 F33.3),
und z
ur Zeit
liege
eine Remission auf tiefem Niveau
vor.
S
eit September 2010
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
und die Arbeit in einer geschützten Werkstat
t sei nur mit Mühe
bewältigbar
(
Urk.
7/46).
D
ie
Gutachter
Dr.
E._
und
Dr.
D._
erklärten
am
4.
beziehungsweise
am
30. Juli 2013
,
dass die aktu
ellen Arztberichte nichts an ihrer Einschätzung änderten
(
Urk.
7/48,
Urk.
7/49).
Pract
. med.
G._
vom RAD hielt am
2.
November 2013 fest, die Gutachter äusserten sich umfassend, nachvollziehbar und plausibel zu den vorliegenden Arztberichten, weshalb sich nichts an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und funktionellen Leistungsfähigkeit
ändere
(
Urk.
7/54/3).
4.
4.1
I
m
bidisziplinären
Gutachten vom 24. April 2012
w
urde
als interdisziplinäre Einschätzung eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 55
%
in der bisherigen und
nach Umsetzung von beschwerdelindernden Massnahmen
von maximal 40 bis 45
%
in einer angepassten Tätigkeit festgehalten (
Urk.
7/20/12). Die IV-Stelle
ersuchte die Gutachter
am 6. Juni 2012
um Klärung
zu den Arbeitsfähigkeiten im Zeitraum vom Juni 2010 bis März 2012
(
Urk.
7/23)
. Daraufhin hielten die Gutachter
am
14. Juni 2012
eine
ab März 2012
bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der zuletzt ausgeübten und von 35
%
in e
iner angepassten Tätig
keit fest, wobei sich diese
Angaben auf den Zustand vor
Umsetzung der thera
peutischen Massnahmen bez
ögen
(
Urk.
7/25).
Die Einschätzungen der Arbeits
un
fähigkeit im Gutachten vom 24. April 2012 und in der Ergänzung vom 14. Juni 2012 weichen somit voneinander ab.
Die Arbeitsunfähigkeit wu
rd
e
in
der
Stellungnahme vom 14. Juni 2012
ohne Begründung
tiefer eingeschätzt als im Gutachten vom 24. April 2012
- 50
%
statt 50 bis 55
%
in der bisherigen Tätigkeit und 35
%
statt 40 bis 45
%
in einer angepassten Verweistätigkeit. Zudem wurde im Gutachten
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ausgeführt, dass
beschwerdelin
dernde
Massnahmen bereits berücksichtigt seien und in der Ergänzung wurde das Gegenteil ausgeführt. Es
ist nicht nachvollziehbar
,
warum die Angaben überhaupt verschieden sind und schon gar nicht,
dass die Arbeitsunfähigkeit nach Durchführung therapeutischer Massnahmen
höher sein sollte
als zuvor
. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich die Gutachter zur Arbeitsf
ä
higkeit widersprüchlich äusserte
n
und deshalb nicht auf diese Angaben abgestellt werden kann.
4.2
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass das
Gutachten
vom
17.
u
nd
24. April 2012 stammt
(
Urk.
7/20,
Urk.
7/21)
und die
darauf abstützende
angefochtene Verfü
gung am 24. März 2014
(
Urk.
2)
, also beinahe zwei Jahre danach,
erging
. Der
psychiatrische Gutachter
Dr.
D._
hielt
am 30. Juli 2013
aus nachvollzieh
baren Gründen
fest, er könne den Zustand
de
r
Versicherten
am
26. Juni 2013
, das heisst am
Datum des Arztberichts von
Dr.
A._
(
Urk.
7/46
)
nicht beurteilen
(
Urk.
7/49)
.
Zum Zeitpun
kt
der Untersuchung durch
Dr.
D._
befand d
ie Versicherte
sich in einem stationären Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik
F._
.
Während des stationären Klinikaufenthaltes
konnte die Episode
einer schweren Depression
offenbar relativ erfolgreich behandelt wer
den
, wie sich auch aus dem Austrittsbericht der Klinik
F._
vom
2.
Mai 2012
ergibt
, welcher einen Austritt in psychisch weitestgehend stabili
siertem Zustand festhielt (
Urk.
7/21/17)
.
Doch
Dr.
D._
hielt in seinem Gut
achten vom 17. April 2012 fest, er könne den Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten aufgrund eher ungenügender medikamentöser Compliance und da ein Verzicht auf eine spätere ambulante Nachbehandlung zu vermuten sei, nicht eindeutig bestimmen (
Urk.
7/21
/7
)
.
Ebenfalls ist
nicht gutachterlich beurteilt
worden
, wie sich der
gesundheitliche
Zustand nach dem stationären Aufenthalt
und bis zum Erlass der Verfügung vom 24. März 2014 (
Urk.
2)
entwickelte. Unter
Einbezug de
r
Bericht
e
von
Dr.
A._
vom 26. Juni 2013 (
Urk.
7/46) und
von
Dr.
Z._
vom 11. Februar 2013 (
Urk.
7/44)
kann
jedenfalls
eine negative
statt positive
Entwicklung
im Zeitraum nach der Begutachtung
keineswegs
ausge
schlossen werden.
Dr.
D._
Argumentation ist zudem nicht durchwegs überzeugend und schlüssig. So räumte er begreiflicherweise ein, im Moment, das heisst während des Klinikaufenthaltes, wenig über den aktuellen Tagesab
lauf der Versicherten aussagen zu können, und er begnügte sich mit der Fest
stellung, die Beschwerdeführerin zeige einige Tendenzen zum sozialen Rückzug, gehe aber ihren sozialen Verpflichtungen nach. Hingegen hielt er fest, die Beschwerdeführerin interessiere sich für fremde Kulturen, koche gerne, lese viel, walke und unternehme ausgedehnte Reisen, und folgerte daraus, „dies alles“ könne mit einer bedeutenden depressiven Episode nicht in Übereinstimmung gebracht werden, ohne jedoch die genannten Lebensumstände der Beschwerde
führerin differenziert und konkret darzustellen (
Urk.
7/21/7). „Sich
für fremde Kulturen
interessieren“
,
„gerne
koche
n“ und „viel lesen“ sind zwar Vorlieben, welche mehr oder weniger intensive Aktivitäten auslösen können
,
aber keines
wegs müssen.
Was
für ausgedehnte Reisen die Versicherte zum Beispiel in der hier in Bezug auf ihren Gesundheitszustand massgeblichen Zeit unternommen hat, wird indessen nicht ausgeführt. Konkrete Informationen dazu wären jedoch darum unabdingbar gewesen, weil die
F._
in ihrem Bericht vom
2.
Mai 2012 ein deutlich weniger positives Bild über die Auswirkungen der Depression auf den Alltag der Versicherten vermittelt hat
als der Gutachter
Dr.
D._
(
Urk.
7/21/14 f., insbesondere Ziffern 1 bis 3).
4.3
Fern
er ist während
des stationären Aufenthaltes in
der
Klinik
F._
eine neuropsychologische Test
ung durchgeführt worden, welche
auf neu
ropsychologische Störungen
hinwies
.
Die Klinik
F._
empfahl im Bericht vom
2.
Mai 2012 (
Urk.
7/21/14-18)
,
nach der Remission der depres
siven Episode erneut eine solche Testung durchzuführen
, was
soweit ersichtlich nicht erfolgt
e
. Die geschilderten
neuropsychologischen
Defizite
(verminderte Daueraufmerksamkeitsleistung mit ungenügender Fehlerkontrolle sowie unge
nügende geteilte Aufmerksamkeitsleistung)
könn
t
en
hinsichtlich der
Arbeitsfä
higkeit
bedeutsam s
ein
.
Die behandelnden Ärzte
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
wiesen
in den Beric
hten vom 11.
Februar und vom 26. Juni 2013
bemerkenswerterweise
darauf hin, dass die Versicherte
nun
an einem geschützten Arbeitsplatz tätig sei und
sogar
dort mit einem Teilzeitpensum an ihre Grenzen stosse
(
Urk.
7/44,
Urk.
7/46)
.
Aufgrund dieser Informationen hätte die IV-Stelle einen Bericht der Institution
, in welcher die Versicherte
in einem geschützten Rahmen einer Beschäftigung
nachgeht, einholen sollen. Ein solcher Bericht hätte den medizinischen
Gutachtern
vorge
legt
, von der IV-Stelle gewürdigt
und in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
sowie der
Um
schreibung
einer angepassten Tätigkeit einbezogen werden müs
sen
.
4.4
D
e
r
behandelnde
Rheumatologe
Dr.
C._
hielt am 18. April 2011 ledig
lich eine bis am 30. April 2011 dauernde Arbeitsunfähigkeit und einen Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis fest
(
Urk.
7/7/6-8
)
.
A
m 11. Februar 2013
nannte
Dr.
Z._
eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
, welche seines Erachtens haupt
sächlich aufgrund der schweren chronischen psychischen Erkrankung bestehe
(
Urk.
7/44
)
. Hierzu ist
relativierend
anzumerken, dass es sich bei
Dr.
Z._
um keine psychiatrische Fachperson handelt.
Zwar hielt auch
der
Psychiater
Dr.
A._
am
26. Juni 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest, dies jedoch in einem
kurzen und daher äusserst knapp begründeten
Bericht (
Urk.
7/46).
Die behan
delnden Ärzte
haben
somit die Arbeitsunfähigkeit der Versicherten
unterschied
lich oder ausserhalb ihres Fachbereiches eingeschätzt. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb die Sache noch nicht Spruchreif ist.
5.
5.1
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
das
bidisziplinäre
Gutach
ten vom 17.
und 24. April 2012
mit den Ergänzungen vom 14. Juni 2012
zu wenig
über
zeug
t
, da die Äusserungen der Gutachter zur Arbeitsfähigkeit
teilweise
wider
sprüchlich sind. Ausserdem ist es ungeklärt, wie sich die Beschwerden der Ver
sicherten
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in den knapp zwei Jahren zwischen der Begutachtung vom 29. März 2012 und dem Entscheid der
IV-Stelle am 24. März 2014 entwickelten
. Weiter bestehen Hinweise
auf
neu
ropsychologische Störungen, welche nicht hinreichend abgeklärt wurden
und
sind
keine
Informationen
über die
von der Versicherten offenbar ausgeübte
Tä
tigkeit
im geschützten Rahmen eingeholt
worden
.
5.2
Die Beschwerde ist daher in dem Sinne gutzuheissen, dass die Verfügung vom 24. März 2014 auf
zuheben
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist
, damit diese
nach weiteren Abklärungen neu verfüge. Notwendig sind
insbesondere
ein
den zeitlichen Ablauf berücksichtigendes
poly
disziplinä
res
medizinisches Gutachten (psychiatrisch, rheumatologisch, neuro
psycholo
gisc
h, allgemeininternistisch) und Abklärungen
zur
erwähnten
Be
schäftigung im geschützten Rahmen, welche
allenfalls
auch den Gutachtern
zur Stellung
nahme
vorzulegen sein werden.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklä
rung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesge
richts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3). Die Kosten sind der unterliegenden
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen.