# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8a86de6-26a5-4401-a360-fe54bc9f4050
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 23. März 2009 um 15:40 Uhr von der Kantonspolizei Graubünden auf der Julierpasshöhe angehalten. Es wurde ihm vorgehalten, bei der Julieralp auf dem Gemeindegebiet Silvaplana um 15:30 Uhr mit dem Personenwagen _ eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 23 km/h bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h begangen zu haben. Anlässlich der Einvernahme anerkannte er den ihm vorgehaltenen Tatbestand der Geschwindigkeitsüberschreitung ausdrücklich, wollte sich dazu aber nicht äussern. Gemäss Einvernahmeprotokoll lenkte X. seinen Personenwagen _ auf der Julierstrasse in Richtung Bivio. Sämtliche Angaben des Einvernahmeprotokolls wurden alsdann auf dem Anzeigerapport der Kantonspolizei Graubünden übernommen, mit der wesentlichen Ausnahme, dass unter Fahrtrichtung nicht Bivio, sondern Silvaplana aufgeführt wurde.
B.1. Mit Strafmandat vom 22. April 2009 erkannte das Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden X. der Widerhandlung gegen Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig und auferlegte ihm eine Busse von Fr. 420.--. Die Behörde sah es als erwiesen an, dass X. am 23. März 2009, 15:30 Uhr, als Lenker des Personenwagens _ auf der Kantonsstrasse in Silvaplana, Höhe Julieralp die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h - nach Abzug der Sicherheitsmarge - um 23 km/h überschritten hatte. Dabei wurde als Fahrtrichtung Silvaplana vom Anzeigerapport übernommen.
2. Gegen dieses Strafmandat erhob X. am 24. April 2009 Einsprache beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden und stellte den Antrag, das Verfahren sei abzuschreiben und das Strafmandat zurückzunehmen. Sollte es zu einem Fortgang des Verfahrens kommen, verlange er, dass seine Mitfahrerin als Zeugin zur Sache befragt werde. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, zum Zeitpunkt des Vorfalles habe sich infolge eines langsam voraus fahrenden Fahrzeuges eine Kolonne gebildet. Offensichtlich hätten sich die vor ihm fahrenden Fahrzeuge nicht getraut, den langsamen Lenker zu überholen. Der Abstand zwischen den Fahrzeugen von ca. 15 bis 30 Meter hätten es ihm erlaubt, zu überholen. Zur Veranschaulichung der Verkehrssituation, bzw. des Überholmanövers kennzeichnete X. neben seinem Fahrzeug (1) die auf dem Radarbild erkennbaren überholten Fahrzeuge mit den Ziffern zwei und drei. Er führte weiter aus, dass der Lenker des Fahrzeugs 3, als er dieses überholen wollte, plötzlich beschleunigte und damit die Lücke zu Fahrzeug 2 schloss. Da Gegenverkehr nahte, habe er durch diese Verkehrssituation nur noch die Wahl
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gehabt, durch Bremsen das Überholmanöver abzubrechen oder sein Fahrzeug ebenfalls zu beschleunigen, um zusätzlich auch Fahrzeug 2 im angemessenen Zeitrahmen zu überholen. Aufgrund von Schneeverwehungen am linken Strassenrand habe er sich gegen ein abruptes Abbremsen entschieden, zumal er die Beschaffenheit der Strasse nicht innert Sekundenbruchteilen habe einschätzen können. Stattdessen habe er in einen Geschwindigkeitsbereich beschleunigt, welcher ein zügiges Überholen beider Fahrzeuge ermöglicht habe. Abschliessend rügte er, es werde im Strafmandat behauptet, sein gemessenes Fahrzeug sei zur Tatzeit in Richtung Silvaplana, also bergab vom Julierpass, unterwegs gewesen. De facto sei er am besagten Nachmittag jedoch in der Gegenrichtung unterwegs gewesen, also Fahrtrichtung Savognin/Tiefencastel. Das Strafmandat sei daher fehlerhaft und zu annullieren.
3. Mit Schreiben vom 13. Mai 2009 teilte das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden mit, das Strassenverkehrsamt habe seine Einsprache zuständigkeitshalber überwiesen.
4. Mit Schreiben vom 7. Oktober 2009 wurde X. vom Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden zwecks weiterer Sachverhaltsabklärung als Angeschuldigter für den 16. November 2009, 10:15 Uhr, vorgeladen.
5. Auf das Gesuch von X. vom 13. Oktober 2009 hin, die Vorladung infolge Auslandaufenthaltes zu verschieben, erfolgte am 14. Oktober 2009 die Verschiebungsanzeige, mit welcher die Einvernahme auf den 9. Dezember 2009, 13:30 Uhr festgesetzt wurde.
6. In der Einvernahme vom 9. Dezember 2009 gab X. zu Protokoll, es sei fraglich, ob er überhaupt auf der Passstrasse von Silvaplana in Richtung Julierpass fotografiert worden sei. Er sei zwar Halter des Fahrzeuges _. Auf der Fotoaufnahme sei jedoch die Autonummer nicht ersichtlich. Zudem stimme die Ortsangabe, bzw. die Fahrtrichtung Silvaplana nicht. Er sei daher der Meinung, dass es sich um eine Verwechslung der Fahrzeuge handeln könnte, da in beiden Richtungen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt worden seien. Tatsache sei, dass er von Silvaplana in Richtung Julierpass, Savognin, Chur, Zürich unterwegs gewesen sei.
C. Mit Strafverfügung vom 17. Dezember 2009, mitgeteilt am 21. Dezember 2009, erkannte das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden:
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„1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 750.-- bestraft.
3. Die Busse im Betrage von Fr. 750.-- sowie die Kosten des Verfahrens bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 600.-- Gebühren für Ausfertigung und Mitteilung von Fr. 200.-- Polizeikosten von Fr. 80.-- Total Fr. 1'630.--
werden dem Einsprecher auferlegt und sind innert 30 Tagen seit Erhalt dieses Entscheides mit dem beiliegenden Einzahlungsschein zu überweisen

## Considerations