# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ea484e3e-f9b9-47c4-934f-538a3a746ecd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. A., geboren am _ in Z., und B., geboren am _ in Y. heirateten am 7. August 1975 vor dem Zivilstandsamt in X.. Aus der Ehe gingen die Kinder C., geboren am _, D., geboren am _, und E., geboren am _, hervor.
2. Nachdem A. am 19. September 2008 beim Kreisamt Davos das Vermittlungsbegehren eingereicht und auch B. anlässlich der daraufhin angesetzten obligatorischen Aussöhnungsverhandlung vom 5. November 2008 die Scheidung ihrer Ehe verlangt hatte, überwies das Kreisamt Davos die Akten zur Fortsetzung des Verfahrens an den Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos.
3. Am 10. Dezember 2008 fand auf der Kanzlei des Bezirksgerichts Prättigau/Davos die Anhörung der Parteien gemäss Art. 112 Abs. 2 ZGB statt. Dabei bestätigten beide ihren Scheidungswillen und erklärten hinsichtlich der Nebenfolgen der Ehescheidung, dass sie sich diesbezüglich nicht einig seien, weshalb hierüber das Gericht zu befinden habe.
B. Nach Ablauf der zweimonatigen Bedenkzeit unterbreitete A. dem Bezirksgericht Prättigau/Davos mit Prozesseingabe vom 4. Februar 2009 folgende Anträge:
„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz vorzunehmen.
Die Parteien seien zu verpflichten, das im hälftigen Miteigentum stehende Haus an der F., W., gemeinsam zu verkaufen. Der Kläger habe den Verkauf unter laufender Information der Beklagten zu organisieren. Der Verkaufserlös sei nach Abzug der Hypothekarschulden, Stand 19. September 2008, und der Kosten (z.B. Makler, Notariat, Grundbuch, Handänderungssteuer, noch anfallender Instandsetzungskosten) hälftig zu teilen.
3. Es sei festzustellen, dass jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des andern Ehegatten hat (übereinstimmend mit dem Antrag der Beklagten).
4. Im Übrigen sei das vor dem Vermittler deponierte Rechtsbegehren der Beklagten abzuweisen (keine Unterhaltszahlung).
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. Mehrwertsteuer.“
C. Im Rahmen ihrer Prozessantwort vom 17. März 2009 liess B. folgende Anträge stellen:
„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
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2. a) Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz vorzunehmen.
b) Das im je hälftigen Miteigentum der Ehegatten stehende Wohnhaus F. in W., nämlich Grundstücknummer _ Plan _ im Grundbuch der Gemeinde W., sei B. zu Alleineigentum zuzuweisen.
3. a) Es sei festzustellen, dass jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten hat.
Nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils sei die  von Amtes wegen an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zu überweisen.
b) Falls Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge, die während der Dauer der Ehe erworben worden sind, nicht geteilt werden können, sei A. zu verpflichten, B. eine angemessene Entschädigung zu bezahlen; A. sei zu verpflichten, die geschuldete Entschädigung sicherzustellen. Eventuell sei die G., V., anzuweisen und zu verpflichten, im Vorsorgefall von A. die Vorsorgeleistungen (Kapital oder Rente) zur Hälfte an B. auszurichten.
4. Die H., U., sei anzuweisen, das Guthaben per Rechtskraft des Scheidungsurteils des 3. Säule-Vorsorgekontos _ von A. auf das 3. Säule-Vorsorgekonto _ von B. bei der H., U., zu übertragen.
5. A. sei zu verpflichten, B. monatliche, monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
- ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Eintritt der AHV-Rentenberechtigung von B. CHF 4'000.—;
- ab Eintritt der AHV-Rentenberechtigung von B. CHF 2'000.—, wobei dieser Unterhaltsbeitrag B. lebenslänglich zu entrichten sowie aktiv und passiv unvererblich sei.
Die Unterhaltsbeiträge seien praxisgemäss zu indexieren.
6. Sofern sich die Anträge von A. nicht mit jenen von B. inhaltlich decken, seien erstere abzuweisen.
7. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten von A..“
D. Mit Replik vom 20. Mai 2009 ergänzte A. Ziffer 2 seines Rechtsbegehrens gemäss Prozesseingabe vom 4. Februar 2009 dahingehend, als er beantragte, eventualiter sei das Miteigentum an der Liegenschaft gemäss Art. 650 f. ZGB zu teilen. B. hielt in ihrer Duplik vom 25. Juni 2009 unverändert an ihren Anträgen gemäss Prozessantwort vom 17. März 2009 fest.
E. Mit Urteil vom 11. Februar 2010, mitgeteilt am 12. März 2010, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
„1. Die am 7. August 1975 vor Zivilstandsamt X. zwischen A. und B. geschlossene Ehe wird geschieden.
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2. Das im hälftigen Miteigentum der Ehegatten AB. stehende Grundstück Nr. _ Plan _ im Grundbuch der Gemeinde W., Wohnhaus Vers.-Nr. _ und Doppelgarage Vers.-Nr. _ mit 563 m2 Gebäudegrundfläche, Umschwung und Fussweg „Feld“, F., samt Hypothekardarlehen bei der I. von Fr. 518'000.00 wird B. zu Alleineigentum sowie zur alleinigen Schuld- und Amortisationspflicht ab Rechtskraft dieser Dispositiv-Ziffer zugewiesen (= Übertragung des hälftigen Miteigentumsanteils von A. auf B.), sofern A. vom Kredit gebenden Geldinstitut I. aus der Solidarhaftpflicht entlassen wird. Die aus dieser Übertragung entstehenden Grundbuchgebühren gehen zu Lasten von B..
B. wird verpflichtet, A. Fr. 71'499.00 zu bezahlen. Dies ist innert 60 Tagen zu vollziehen, nachdem die hälftige Teilung der gegenseitigen Vorsorgeguthaben aus der II. Säule vollzogen wurde (siehe dazu Dispositiv Ziffer 3). Die Ehefrau muss dann ihr BVG-Geld für die Erhöhung der Hypothek einsetzen (Wohneigentumsförderung), und mit den dadurch frei gewordenen, d.h. von der Bank erhaltenen Mitteln kann sie den güterrechtlichen Ausgleichsbetrag von Fr. 71'499.00, zuzüglich Zins, an den Ehemann bezahlen. Bis zum Zeitpunkt der Tilgung der Fr. 71'499.00 ist dieser Geldbetrag mit 5% per annum zu verzinsen.
Mit Vollzug dieser Anordnungen sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt. Jede ist Alleineigentümerin jener Güter und Forderungen, die sie besitzt bzw. die auf sie lauten und Schuldnerin jener Verpflichtungen, die auf sie lauten.
3. Das von A. und B. in der Zeit zwischen dem Eheschluss (7. August 1975) und der Rechtskraft des Scheidungspunktes (Dispositiv Ziffer 1) geäufnete und als solches noch vorhandene Vorsorgeguthaben (II. Säule) ist je hälftig zwischen den Parteien zu teilen (Stand der Guthaben: Rechtskraft des Scheidungspunktes [Dispositiv Ziff. 1 vorstehend]). Dem Verwaltungsgericht von Graubünden wird mit Rechtskraft dieses Urteils die Angelegenheit zur Erledigung übertragen. Mit Vollzug dieser Bestimmung – durch das Verwaltungsgericht Graubünden – sind die Parteien vorsorgerechtlich auseinandergesetzt.
4. A. wird verpflichtet, an den nachehelichen Unterhalt von B. monatlich Fr. 2'300.00 zu bezahlen, zahlbar im Voraus bis zum Ersten eines jeden Monats.
Diese Unterhaltspflicht beginnt mit Rechtskraft dieser Dispositiv-Ziffer und dauert bis zum Ende jenes Monats, in dem A. das ordentliche AHV-Alter erreicht hat. Alsdann erlischt diese Rentenleistungspflicht; dies jedoch nur, wenn die AHV, also der Rentenanspruch A. aus seiner I. Säule in Holland, zwischen den Parteien hälftig gesplittet wird. Sollte solches nicht der Fall sein, wird A. dazu verpflichtet, die Hälfte jenes Geldbetrages, der ihm monatlich von der holländischen I. Säule ausbezahlt wird, monatlich an B. weiterzuleiten. A. ist B. hierunter umfassend auskunftspflichtig (mit Belegen).
5. Der in Dispositiv Ziffer 4 erwähnte Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Januar 2010 von 103.5 Punkten (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar
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2011, nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres anzupassen, es sei denn, A. beweise, dass sein Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen sei. Die Anpassung des Unterhaltsbeitrages erfolgt nach der Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = (Fr. 2'300.00 x Index November) : 103.5. Bei einer geringeren Lohnerhöhung wird der Unterhaltsbeitrag in entsprechend tieferem Masse angepasst, während bei unverändertem Lohn eine Anpassung entfällt.
6. Die Kosten des Kreisamtes Davos in Höhe von Fr. 250.00 werden unter den Parteien je hälftig geteilt. B. hat somit A., der dem Kreisamt die ganzen Fr. 250.00 bezahlt hat, Fr. 125.00 zu erstatten.
Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.00
- Schreibgebühren von Fr. 1'000.00
total somit von Fr. 6'000.00
gehen je hälftig zulasten der Parteien. Der Anteil von A. (= Fr. 3'000.00) wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Anteil von B. (= Fr. 3'000.00) wird mit Rücksicht auf die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Prättigau/Davos vom 13. Februar 2009 betreffend Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege und Ernennung eines Rechtsbeistandes (Proz. Nr. _) direkt bei der Gemeinde W. erhoben.
7. Die ausseramtlichen Entschädigungen werden wettgeschlagen.

## Considerations