# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12c1cee4-87d9-4647-9ec7-26ce12d79400
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975
, Mutter von drei Kindern (geboren 1993, 1999 und 2000), Hausfrau und
im Jahr
2003 auf Abruf bei der
O._
Reinigung tätig (
vgl.
Urk.
5/
14
Ziff.
6,
Urk.
5/14/6
) meldete sich am
9.
Mai 2006 unter Hinweis auf eine seit der Geburt des dritten Kindes im Jahr 2000 bestehende Depression, eine chronische Sinusitis mit Kopfschmerzen und
ein vegetatives Schmerzsyn
drom
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 5/3
Ziff.
7.2-3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Ver
fügung vom 1
7.
Juli 2008
bei einem Invalidität
sgrad von 40
%
eine Viertels
r
ente ab 1
0.
Mai 2005 zu (Urk.
5/29 und
Urk.
5/32
).
Mit Verfügung
vom 1
3.
Februar
2014
wies
die
IV-Stelle
ein Gesuch
um
eine Er
höh
ung der Invalidenrente
ab
(
Urk.
5/66
).
1.2
Am 3
0.
Mai 2014 stellte die Versicherte sinngemäss
erneut
ein Gesuch um Erhöh
ung der Invalidenrente (
Urk.
5/82). In der Folge
holte die IV-Stelle unter anderem bei
der
Y._
,
ein poly
diszip
linäres Gutachten ein, das am 2
6.
November 2015 erstattet wurde
(Urk. 5/106-107
). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfa
hren (
Urk.
5/110;
Urk.
5/111
,
Urk.
5/114,
Urk.
5/119
)
stellte
di
e IV-Stelle
di
e bisher ausgerichtete Rente
mit Verfügung vom 2
1.
April 2016
ein (Urk. 5/
122
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte er
hob am 2
3.
Mai 2016
Besch
werde gegen die Verfügung vom 2
1.
April 2016
(
Urk.
2) und beantragte, es sei ihr mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung
auszurichten, eventuell sei ihr eine Viertelsrente aus
zurichten
,
und subeventuell sei ein neues polydisziplinäres Gutachten einzu
holen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
6) reichte die Beschwerde
führerin weitere medizinische Berichte (
Urk.
7/1-3) ein.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
August 2016
wurde
der Beschwerdeführerin
die Beschwerdeantwort zur
Kenntnis gebracht
. W
eiter wurde ihr Gesuch um Wie
der
herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 2
1.
April 2016
(
Urk.
1 S. 2)
abgewiesen und der Beschwerdegegnerin die Eingaben der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Juli 2016 zugestellt (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
ren
tenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bun
des
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
li
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen
stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
ge
richtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. Apri
l 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspra
cheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hin
weisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrer Verfügung (
Urk.
2) die Einstellung der Invalidenrente damit, dass auf das
Y._
-Gutachten vom
2
6.
November 2015
abgestellt werden könne
und
d
emnach
im
Februar 2014 eine wesentliche Ver
besserung des Gesundheitszustandes eingetreten
sei
.
Aufgrund von Migräne-Beschwerden resultiere eine generelle Einschränkung in der Leistungsfähigkeit von 20
%
.
Ohne Gesundheitsschaden w
äre die Beschwerdeführerin in einem
Pen
sum von 75
%
im Erwe
rbsbereich als Reinigerin tätig
,
und es resultiere damit ein
Teilinvaliditätsgrad von 0
%
.
Weitere Erwägungen zur Ermittlung der Einschränkung im Haushalt stellten keinen rententangierenden Sachverhalt dar und seien somit obsolet. Eine in psychosozialen Belastungsfaktoren begründete Erwerbslosigkeit begründe
keinen Leistungsanspruch der Invalidenversicherung
(S. 2 f.
).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die Beschwerdegegnerin habe die im
Einwandverfahren
eingereichten medizi
ni
schen Berichte mit keinem Wort gewürdigt und damit den Anspruch auf recht
liches Gehör n
ach
Art.
29
Abs.
2
der Schweizerischen Bundesverfassung (
BV
)
verlet
zt (S.
5
Ziff.
10-11). Das
Y._
-
Gutachten erfülle die in der Praxis ent
wickelten Anforderungen an den Bew
eiswert eines Gutachtens nicht
(S.
6
Ziff.
13)
.
Weiter habe die Beschwerdegegnerin die Aufteilung des Erwerbs- und Haushaltsbereiches einfach
wieder
übernommen ohne diese
zu überprüfen
(S. 6
Ziff.
15). Auch habe die Beschwerdegegnerin keine Stellung zum beantragten Leidensabzug von 15
%
genommen (S. 7
Ziff.
16). Der Aufenthalt in der
C._
beweise nicht, das sie nicht erwerbsunfähig gewesen sei (S. 7
Ziff.
20-21).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
Vorab ist zur geltend gemachten Verletzung der Begründungspflicht respektive des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass in der angefochtenen Verfügung vom
April 2016
(
Urk.
2) tatsächlich nicht vertieft auf sämtliche Argumente der Beschwerdefü
hrerin in ihren Einwänden
vom 1
8.
März 2016
(
Urk.
5/119)
eingegangen worden ist. Ob damit eine Verletzung des recht
lichen Gehörs gegeben ist, kann offen gelassen werden. Einerseits ging aus der angefochtenen Verfügung zumindest klar hervor, dass die Beschwerdegegnerin keine
n
wesentlichen Gesundheitsschaden für ausgewiesen
sah und andererseits konnte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
Mai 2016
(
Urk.
1) bei voller Kognition des hiesigen Gerichts alle ihre Argumente vorbringen, womit eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin ohnehin als geheilt anzusehen ist.
4
.
Im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprache mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2008 (
Urk.
5/29 und
Urk.
5/32) ging die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der
Status
frage dannzumal davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 7 % erwerblich und zu 93
%
im Haushalt tätig wäre. Gestützt auf
die Haushalts
abklärung vom
7.
Januar 2008
resultierte
aus diesem Bereich eine Teilinvalidität von gerundet 40
%
(vgl.
Urk.
5/19
Ziff.
8)
, was zur Zusprache der Vierte
ls
rente führte
.
In medizinischer Hinsic
ht stützte
sich
die ursprüngliche Rentenzusprache auf das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Fach
ärztin für P
sychiatrie und Psychotherapie,
vom
1.
Februar 2007 (
Urk.
5/18
, vgl.
Urk.
5/20/3).
Dr.
Z._
schloss aus der diagnostizierten anhaltenden
mit
tel
gradigen
depressive
n
Episode
auf
eine generelle
Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit
von 50
%
(
Urk.
5/18 S. 5 f.
Ziff.
5-6)
.
Da die Bestätigung der Viertelsrente mit Verfügung vom 1
3.
Februar
2014
(
Urk.
5/66) lediglich gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
med. Annette Thommen
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
für
Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 1
2.
März 2013 (
Urk.
5/61/3) erfolgte, welcher keine psychiatrische
n
Fachberichte zu einer verlässlichen Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vorlagen,
und
deren
Einschätzung sich dem
entsprechend
als nicht
nachvollziehbar erweist,
bildet im vorliegenden Revisionsverfahren die ursprünglich
e
leistungszu
sprech
ende Verfügung vom
1
7.
Juli 2008 (
Urk.
5/29 und
Urk.
5/32)
die
Vergleichs
basis für die Beurteilung, inwiefern sich der Gesundheitsz
ustand der Beschwer
deführerin
seither
im
Verlauf
geändert hat.
5
.
5
.1
Im Rahmen des auf Begehren der Beschwerdeführerin vom 3
0.
Mai 2014 (
Urk.
5/82) eingeleiteten Revisionsverfahrens gingen die folgenden Berichte ein:
Die Är
zte der
A._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom
7.
April 2014 (
Urk.
5/81) folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
zervikobrachiales Syndrom
Die Ärzte
der
A._
führten aus, die Beschwerdeführerin sei vom
7.
bis 3
1.
März 2014 in ihrer Klinik hospitalisiert gewesen. Der Eintritt sei
freiwillig auf Zu
weisung
bei depressiver Symptomatik vor dem Hintergrund einer bekannten rezi
divierenden depressiven Störung erfolgt (S. 1 Mitte).
Die Ärzte
der
A._
führten
weiter
aus, am 1
3.
März 2014 sei
aufgrund von
angegebenen linksseitigen Oberbauchschmerzen
ein internistisches
Konsil
durc
h
geführt worden.
Die Beschwerdeführerin
sei seit Jahren wegen Depression und Angstzuständen in Behandlung, habe die Medikamente aber nur für wenige Tage eingenommen
(S. 3 unten). Die Sonographie des Abdomens vom 1
3.
März 2014
und
die am 2
8.
März 2014 im Spital
B._
durchgeführte Gastros
kopie
seien
unauffällig gewesen
(S. 4 Mitte).
In ihrer Beurteilung führte
n
die Ärzte der
A._
aus, bei der Patientin habe eine schwere depressive Symptomatik mit diffuser Schmerzsymptomatik bestanden. Sie habe Antriebs- und Kraftlosigkeit geäussert und häufige Schmerzen ange
geben, die sie an alltäglichen Routinetätigkeiten hindern würden. Im stationären Rahmen habe sie viel Zeit im Bett verbracht und nur schwer motiviert werden können, an Ergo- u
nd Physiotherapie teilzunehmen
. Im Verlauf sei es
ihr
ge
lungen, sich auf psychotherapeutische Gespräche einzulassen, und sie habe Wochenendurlaube mit ihren Kindern wahrnehmen können.
Sie habe ange
geben, sie wolle die Behandlung weiter verfolgen und einige Zeit bei ihrer Familie in der
C._
verbringen. Auf ihren Wunsch hin sei sie entlassen worden
(S. 4 unten f.).
5.2
Die Ärzte der
A._
stellten in ihrem Bericht vom
8.
September 2014 (
Urk.
5/85) die
gleiche
n
Diagnosen
wie in ihrem Austrittsbericht vom
7.
April 2014 (vgl.
Ziff.
1.1 und vorstehend E. 5.1
). Sie führten aus
, vom
7.
bis
3
1.
März 2014 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden.
Eine Beurteilung der langfristigen
Arbeitsfähigkeit sollte im Verlauf gegebenenfalls durch die ambulanten Be
hand
ler neu geprüft werden (S. 1).
Beeinträchtigungen im Arbeitsprozess bestün
den auf
grund von Einschränkungen der Konzentrationsfähigk
eit, der Auffassungs
gabe und des
reduzierten Belastungsniveau
s
mit daraus resultierender Über
for
derung und Unsicherheit
. Des Weiteren seien auch die körperlichen Symptome in Form von Rücken-, Kopf- und Magenschmerzen als deutliche Einschränkung bezüglich der Arbeitsfähigkeit zu sehen. Aufgrund der genannten psychischen Einschränkungen und der Erkrankung sei die Leistungsfähigkeit während des gesamten stationären Aufenthalts zu 100
%
eingeschränkt gewesen. Nach Aus
tritt der Patientin sei die Arbeitsfähigkeit immer noch zu 100
%
reduziert gewe
sen. Leichte behinderungsangepasste Tätigkeiten (zwei bis vier Stunden pro Woche)
könnten im Verlauf erwogen werden.
Die Ärzte führten aus, e
ine Aus
sage über das aktuelle und tatsächliche Belastungsprofil sei von ihrer
Seite her nicht möglich
(
Ziff.
1.7).
5.3
Dr.
med.
D._
,
nannte in
seinem
Bericht vom 2
2.
Oktober 2014 (
Urk.
5/86) als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit etwa 14 Jahren bestehende
rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symp
tome
; ICD-10
F33.2
(
Ziff.
1.1).
Die Beschwerdeführerin sei s
eit dem 1
4.
Februar 2014 bei ih
m
in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle sei am 2
1.
Oktober 2014 erfolgt
.
Zuvor sei sie bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neuro
logie, in Behandlung gewesen
(
Ziff.
1.2).
Wegen der depressiven Sympto
matik bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Verminderung der Leistungs
fähig
keit von 60
%
. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit ohne hohe Konzentra
tions
an
forderungen sei bis zu vier Stunden am Tag möglich (
Ziff.
1.7). In etwa drei bis sechs Monaten könne mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem Umfang von etwa 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
Dr.
D._
führte im Rahmen der Anamnese aus, seit dem Herbst 2013, nach der Scheidung vom Ehemann, sei es bei der Beschwerdeführerin zu einer Zunahme der depressiven Beschwerden gekommen. In der Folge sei sie aufgrund der Schwere der depressiven Symptomatik und ihres hohen Leidensdruckes in die
A._
zugewiesen worden. Sie sei als alleinerziehende Mutter nicht mehr in der Lage gewesen, ihren Haushalt zu führen und ihre Kinder zu betreuen.
Zum Befund führte
Dr.
D._
aus, die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die
Aufmerksamkeit und Konzentration seien subjektiv
reduziert
. Die Patientin sei formalgedanklich geordnet
,
und es bestünden keine inhaltlichen Auffälligkeiten.
Es werde über Existenz- und Zuku
nftsängste be
rich
tet. Im Affekt
sei sie ausgeprägt deprimiert, ziemlich
klagsam und hoffnungs
los. Die a
ffektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert. Psychomotorisch sei sie unruhig
.
Nach der stationären Behandlung habe sich der depressive Zustand relativ stabilisiert
,
und die Beschwerden seien teils zurückgegangen. Im An
schluss sei sie mehrere Wochen in der Heimat im Elternhaus gewesen, w
a
s auch zur psychischen Besserung beigetragen habe
(
Ziff.
1.4).
5.4
Am 2
6.
November
2015
erstatteten die Gutachter der
Y._
das von der Be
schwerde
gegnerin
in
Auftrag gegebene
polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
5/106
-107
). Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine seit etwa 20 Jahren bestehende Migräne mit Aura (
Urk.
5/106
S.
14
Ziff.
6.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit nannten sie
eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4),
einen Verdacht auf ein Restless-
legs
-Syndrom, ein c
hronisches
Zervikozephalsyndrom
ohne fokal-neurologische Defizite, eine Adipositas, eine leichte Hepatopathie unklarer Ätio
logie (Differenzialdiagnose: nicht alkoholische
Steatohepatose
, chronisch-viral),
ein C
arpaltunnelsyndrom (C
TS
)
beidseits und am ehesten funktionell-bedingte Oberbauchschmerzen und Polyarthralgien unklarer Genese bei Rheuma-Abklä
rung 2012 ohne Erklärung der Beschwerden (S. 14
Ziff.
6.2).
Die Gutachter der
Y._
führten zur Arbeitsfähigkeit aus, die Beschwerdeführerin verfüge über keine abgeschlossene Berufsausbildung und habe in der Schweiz leidglich in einem Teilzeitpensum als Putzfrau gearbeitet.
Für diese Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
. Auch im Haushalt sei von einer Einschränkung von etwa 20
%
auszugehen (S. 16
Ziff.
7.2.1).
Für sämtliche körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeiten bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Körperlich schwere Tätigkei
ten sollten der Explorandin nicht zugemutet werden (S. 16
Ziff.
7.2.2
).
Zum zeitlichen Verlauf führten die Gutachter
der
Y._
aus, eine retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei nicht konklusiv möglich, so dass die aus psychiatrischer Sicht aktuell attestierte volle Arbeits
fäh
ig
keit mit S
icherheit erst ab Gutachtenszeitpunkt gelte. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Migräne mit Aura bestehe wohl bereits seit Jahren unverändert (S. 16
Ziff.
7.3).
Aus psychiatrischer Sicht könne
aktuell keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt werden. Die in der Vergangenheit diagnostizierte
depressive Episode sei aktuell remittiert und führe nicht mehr zu einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 15
Ziff.
7.1.3).
Der psychiatrische Gutachter
der
Y._
führte aus, die Versicherte habe sich in der aktuellen Untersuchung in starker Diskrepanz zwischen den Angaben über die Alltagsgestaltung, über psychische Beschwerden und den beobachtbaren Teilen des psychopathologischen Befundes präsentiert
. Ihre
n
Schilderungen über den Tagesablauf sei eine unauffällige, sogar eher aktive Lebensführung zu ent
nehmen
,
und die Versicherte führe ihren Haushalt als Mutter zweier Kinder.
Ferner pflege sie regelmässige Kontakte zu ihrer Familie, ihrer Nachbarschaft sowie im türkischen Kulturverein. Konform dazu hätten sich in objektivierbaren Teilen des psychopat
hologischen Befundes keinerlei
Auffälligkeiten gezeigt, mit Ausnahme einer Episode der ausgeprägten
Klagsamkeit
und Weinerlichkeit, was sich allerdings auf die gezielte Befragung zu psychischen Beschwerden begrenzt und nicht authentisch gewirkt habe
.
In der Gesamtschau habe sich das
Bild einer remittierten depressiven Episode mit guter Remissionsqualität gezeigt.
Die anderen von der Versicherten beklag
ten Momente seien normalpsychologischer Natur und nicht durch eine psy
chische Störung von Krankheitswert bedingt (S. 11
Ziff.
5.1).
Der psychiatrische Gutachter hielt fest, seit der Leistungszusprache sei es zu einer bedeutenden Besserung des psychischen Zustandsbildes gekommen, sodass die Arbeitsfähig
keit aktuell nicht beeinträchtigt sei. In der aktuellen Untersuchung hätten sich Anhaltspunkte für
Malingering
ergeben (S. 12 oben).
5.5
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
5/118)
zum Schreiben des Rechtsanwaltes der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Januar 2016
(
Urk.
5/116)
aus, die Beschwerdeführerin habe seit seinem letzten Bericht im Oktober 2014 während seiner Behandlung insgesamt phasenweise psychische relativ bessere Zustände, aber inzwischen eine Periode mit zunehmenden de
pressiven Beschwerden gezeigt.
Nach der stationären Behandlung in der
A._
habe sie mehrere Wochen im Elternhaus in der Heimat verbracht, wo sie sich etwas erholt habe.
Ihre Situation als alleinerziehende Mutter, die finanziellen Probleme, die Betreuung der Kinder und die Konflikte mit dem arbeitslosen 22-jährigen Sohn belasteten die Patientin dauerhaft sehr. Sie
klage
weiterhin
über
Schlaf
beschwerden, Müdigkeit
,
Antriebsminderung und zeitweise Stimmungs
tiefe. Sie habe auch noch über körperliche Beschwerden berichtet.
Im weiteren Verlauf seien die psychischen Beschwerden teilweise zurückge
gangen. Man könne diese Phasen als Teilremission bezeichnen, eine psychisch
ganz
beschwerdefreie Periode habe nicht beobachtet werden könn
en. Die Be
schwerdeführerin habe
im Februar 2015 für eine Woche und im Sommer für vier Wochen in die Ferien in die Heimat fliegen können. Im September 2015 habe sie dann einen Streit und heftiges Randaliere
n des 22-jährigen Sohnes erlebt.
Dies
er Vorfall
habe
sie mehrere Wochen sehr negativ beeinträchtigt. Sie sei in der Beziehung mit ihrem Sohn ganz ratlos gewesen (S. 1).
Nachdem sie anfangs 2016 den Vorbescheid der IV über die Aufhebung ihrer Viertelsrente erhalten habe, habe sie ihre einzige Sicherheit in die
sem Land verloren und mit Panik,
existenziellen und zukünftigen Ängsten und einer massiven Zunahme der depressiven Beschwerden reagiert. Sie sei dann auf die Tagesklinik der
A._
zugewiesen worden (S. 2 oben).
5.6
Die Ärzte der
A._
nannten in ihrem Bericht vom 2
2.
März 2016 (
Urk.
7/3) als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2) und ein Zervikobrachial-Syndrom. Die Patientin sei vom 1
0.
Februar bis
3.
März 3016 in der teilstationären Behandlung in der Tages
klin
ik gewesen
.
Der Eintritt sei auf
Selbstzuweisung bei Exazerbation
einer schweren depressi
ven Episode im Rahmen einer
psychosozialen Belastungssituation
vor dem Hinter
grund einer bekannten rezidivierenden depressiven Störung erfolgt (S. 1).
Die Beschwerdeführerin habe derzeit berichtet, sich depressiv zu fühlen und antriebs- und lustlos zu sein. Zudem bestünden ausgeprägte Konzentrations
störungen, Schuldgefühle, negative Zukunftsperspektiven und Suizidgedanken. Sie habe sich von akuter Suizidalität distanzieren können.
Im Dezember habe die Patientin erfahren, dass ihre Viertelsrente gestrichten werden solle
,
und vor wenigen Tagen habe ihr ambulanter Psychiater
Dr.
D._
die Therapie abgebrochen, was sie zusätzlich gekränkt habe (S. 2 oben).
Die Ärzte
der
A._
führten zum Befund aus, die Beschwerdeführ
erin sei wach, bewusstseinsklar und
die Konzentration sei subjektiv gestört. Formalgedanklich sei sie leicht eingeengt, umständlich, kohärent, ohne inhaltliche Denkstörungen. Sie sei im Affekt deprimiert, labil, auslenkbar und der Rapport sei gut mögl
ich. Der Antrieb sei vermindert (S. 3 Mitte). Aufgrund der sich häufenden Absenzen sei sie am
3.
März 2016 entlassen worden (S. 3 unten).
5.7
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom 2
8.
Juni 2016 (
Urk.
7/1) aus, er betreue die Patientin nach einem zweijährigen Unterbruch seit dem 2
0.
Januar 2016 wieder regelmässig. Seiner Beurteilung nach befinde
sie
sich tatsächlich in einer schweren depressiven Episode, weil sie weiterhin in sehr ungünstigen Verhält
nissen lebe und als geschiedene Mutter mit drei heranwachsenden grossen Kinder
n
, welche ihr ebenfalls Probleme bereiteten
, diversen Belastungen aus
ge
setzt sei
. Ausserdem habe sie ihre Viertelsrente verloren, was sie zusätzlich be
laste.
E
r könne selber auch nicht nachvollziehen, warum die Rente aufgeho
ben worden sei
,
und er werde sich bei Gelegenheit persönlich bemühen, um dieses Unrecht korrigieren zu lassen (S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei nun von der Sozialhilfe abhängig, was sie ebenfalls erheblich belaste. Nach ihren Angaben seien unter dies
en Belastungen
zusät
z
liche Beschwerden neben ihren seit Jahren vorhandenen psychischen Be
schwer
den,
den
chronifizierten Kopfschmerzen und
dem
generalisiertem Schmerz
syndrom entstanden. Namentlich leide sie nun unter unruhig
en Beinen (S. 2 oben). Unter medikamentöser Behandlung habe sie angeblich weniger Kopf
s
chmer
zen als früher
,
und bei der letzten Konsultation am 2
7.
Juni 2016 habe sie zusätzlich über störende wandernde Juckreize geklagt (S. 2 Mitte).
Dr.
E._
hielt fest, man müsse sich bei dieser Patientin als Mediziner nicht nur auf medikamentöse Behandlungen konzentrieren, sondern versuchen
,
ihre Lebensumstände etwas erträglicher und fröhlicher
zu
gestalten. Aus seiner Sicht sei sie aktuell und möglicherweise auf länger Sicht für jegliche einfachen in Frage kommenden körperlichen Tätigkeiten in der freien Wirtschaft zu über 60
%
arbeitsunfähig (S. 2 unten).
6.
6
.1
Die Beschwerdegeg
nerin ging gestützt auf di
e Einschätzung der Gutachter der
Y._
vom Nov
ember 2015 (vgl. vorstehend E. 5
.4
)
von einer seit
der ursprüng
lichen
Leistungszusprache eingetretenen wesentlichen Verbesserung des
psychi
schen
Gesundheitszustandes aus. Die Gutachter befanden die
ursprünglich von
Dr.
Z._
im Februar 2007 (vgl. vorstehend E.
4) diagnostizierte
de
pressive Episode für gegenwärtig remittiert und
erachteten die Beschwerde
füh
rerin einzig
aufgrund der Migränebeschwe
rd
e
n
sowohl in der angestammten als auch
in einer angepassten Tätigkeit
um 20
%
in der Arbeitsfähigkeit einge
schränkt. Von derselben Einschränkung gingen die Gutachter der
Y._
im Haus
halt aus.
6.2
Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann
auf
das
Y._
-
Gutachten vom
November 2015 abgestellt werden.
E
s
ist
für die Beantwortung der
gestellten Fragen umfassend
,
beruht
auf den erforderlichen a
llseitigen Untersuchungen
,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und
setzt
sich mi
t diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
. Schliesslich wurde das Gutach
ten in Kenntnis der
wesentlichen
Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darle
gung der medizinischen Situation ein und die
Schlussfolgerungen der Experten
sind begründet. Es erfüllt daher die praxisgemäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.5
)
vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann
.
Einhergehend mit der psychiatrischen Einschätzung
im
Y._
-
Gutachten
, dass
die depressive Episode remittiert sei
, ergab auch die Laboru
ntersuchung vom 3
1.
August
2015
, dass der Serums
piegel der angegebenen Medikation mit
Ven
la
faxin
nicht nachweisbar war (
vgl.
Urk.
5/106 S. 9 unten, S. 10 unten) und demnach die Beschwerdeführerin keine Psychopharmaka einnahm.
Zudem geht aus den
Bericht
en
des behandelnden Arztes
Dr.
D._
vom Oktober 2014 und vom Februar 2016 (vgl. vorstehend E. 5.3 und E.
5.5
) hervor und wird
auch in den Akten bestätigt
(vgl.
Urk.
5/92)
, dass die Beschwerdeführerin
nach d
em stationären Aufenthalt in der
A._
im März 2014 und erneut im Februar 2015 für eine Woche und
im Sommer 2015
für
knapp vier Wochen in den
Ferien bei der Familie weilte, was ebenfalls gegen das Vorliegen einer schweren psychischen Problematik spricht, zumal es gemäss den
diagnostischen Leitlinien zu einer schweren depressiven Episode
sehr unwahrscheinlich ist
, dass
jemand
während einer
schweren depressiven Episode in der Lage ist
,
unter anderem sozia
le und
häusliche
Aktivitäten fortzuführen
(vgl. hie
r
zu
Dilling
,
Mombour
,
Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer St
örungen, 1
0.
Auflage, S.
174
)
.
Überdies
bestätigte
Dr.
D._
in seinem Bericht vom Februar 2016, dass die Beschwerdeführerin sich zwischenzeitlich immer wieder etwas hat erholen können und die psychischen Beschwerden teils zurückgegangen seien, es jedoch im Zusammenhang mit den Problemen mit dem Sohn und dem anfangs 2016 erhaltenen Vorbescheid der IV-Stelle
, worauf
sie mit Panik und existenziellen und zukünftigen Ängsten reagiert habe
,
zu einer massiven Zunahme der de
pressi
ven Beschwerden gekommen sei.
In der Folge sei ein weiterer stationärer Aufenthalt in der
A._
erfolgt
(vgl. vorstehend E. 5.6)
.
Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass zur
Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG
– auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar
ist
, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beein
trächtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispiels
weise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finan
zieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerde
bild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psy
chische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psy
chi
schen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, da
mit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psycho
sozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigent
lichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
– unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
Bereits der Klinikaufenthalt in der
A._
vom März 2014 erfolgte
, wie aus dem Bericht von
Dr.
D._
vom Oktober 2014 hervorgeht,
nach der Zunahme
der
depressiven Beschwerden aufgrund
der im Herbst 2013 erfolgten Scheidung vom
Ehemann und
der
Überforderung
mit der Situation als alleinerziehende Mutter
(vgl. vorstehend E. 5.3).
Gleich
wohl erfolgte dann der nächste teil
s
tationäre Aufenthalt in der
A._
anfangs
2016 infolge
der Zunahme der depressiven Be
schwerden im Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation im Zusammen
hang mit der in Aussicht gestellten Streichung der Rentenleistungen
(vgl. vor
stehend E. 5.5-6)
.
Dass es im Zusammenhang mit diesen psychosozialen Belastungssituationen zu vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten und auch stationären bis teilstationären
Aufenthalten gekommen ist, ist nachvollziehbar. Ein
aus invalidenver
siche
rungs
rechtlicher Sicht relevantes eigenständiges psychische
s Leiden (vgl. vorstehend E. 1.2
)
lässt sich jedoch daraus nicht ableiten.
Daran vermag auch der nachträglich eingereichte Bericht des Neurologen
Dr.
E._
vom Juni 2016 (vgl. vorstehend E. 5.7) nichts zu ändern, zuma
l es sich um keine fachärztlich psychiatrische
Einschätzung handelt
und er überdies die von i
h
m gestellte psychiatrische Diagnose ebenfalls auf die ungünstigen Ver
hält
nisse
, auf
die
diversen Belastungen als alleinerziehende Mutter und auf die finanziellen Probleme im Zusammenhang mit dem Verlust der Invalidenrente zurückführte.
6.3
Aufgrund des Gesagten ist gestützt auf das Gutachten der
Y._
vom November 2015 der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit
der
erstmalige
n
Leis
tungszusprache insoweit verbessert hat, als dass sie
sowohl in ihrer ange
stam
m
ten Tätigkeit als auch in jeder angepassten Tätigkeit aufgrund ihrer Migräne
beschwerden
nur noch
zu 20
%
eingeschränkt ist. Von einer solchen Einschrän
kung ist auch im Haushalt auszugehen.
7.
Bei einer Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsmit
ar
bei
terin und in jeder angepassten Tätigkeit
sowie im Haushalt von lediglich 20
%
kann die Frage der Qualifikation der Beschwerdeführerin
offen gelassen werden,
da
ohnehin kein rentenanspruchsbegründender
Invaliditätsgrad
resultieren würde
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwer
de
führer
in aufzuerlegen.