# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dad66586-d21b-40a0-867b-5445b499a873
**Court:** CH_BGer
**Chamber:** CH_BGer_008
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. S._, geboren 1945, war von 1976 bis Februar 2003 für denselben Betrieb zuletzt als Staplerfahrer tätig, bevor er diese Stelle infolge Betriebsaufgabe verlor und von Mai 2003 bis Ende 2004 Arbeitslosenentschädigung bezog. Am 23. März 2005 meldete er sich wegen seit ca. elf Jahren anhaltenden Rücken- und Knieschmerzen beidseits bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Leistungsbezug an. Nach medizinischen Abklärungen und Durchführung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle sowohl einen Rentenanspruch als auch einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Verfügungen vom 29. August 2007).
B. Die hiegegen erhobene Beschwerde des S._ hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 4. März 2009 gut, hob die angefochtenen Verfügungen auf (Dispositiv-Ziffer 1), wies die Sache zur ergänzenden Abklärung und zur anschliessenden Neuverfügung über den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen sowie über "eine allfällige Rentenberechtigung ab 1. Dezember 2007 im Sinn der Erwägungen" an die IV-Stelle zurück (Dispositiv-Ziffer 3) und hielt fest, dass "der Beschwerdeführer [...] vom 1. Mai 2005 bis vorläufig 30. November 2007 im Sinn der Erwägungen Anspruch auf eine ganze Rente" der Invalidenversicherung habe (Dispositiv-Ziffer 2).
C. Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die Aufhebung des angefochtenen kantonalen Gerichtsentscheids, "soweit er über die Rückweisung zur weiteren Abklärung hinausgeht". Weiter ersucht das BSV darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
S._ und die Vorinstanz schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
D. Mit Verfügung vom 9. Juni 2009 hat der Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.

## Considerations

Erwägungen:
1. Das kantonale Gericht legte mit angefochtenem Entscheid für die IV-Stelle verbindlich fest, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf der einjährigen Wartezeit für Dauer vom 1. Mai 2005 bis vorläufig 30. November 2007 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Zur Berechnung dieser Rente sowie zur Durchführung ergänzender Abklärungen im Sinne der Erwägungen hinsichtlich des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen sowie eines allenfalls weiterbestehenden Rentenanspruchs ab 1. Dezember 2007 wies es die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück.
1.1 Die Beschwerde an das Bundesgericht ist zulässig gegen Endentscheide, das heisst gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen (Art. 90 BGG), und gegen Teilentscheide, die nur einen Teil der gestellten Begehren behandeln, wenn diese unabhängig von den anderen beurteilt werden können, oder die das Verfahren nur für einen Teil der Streitgenossen und Streitgenossinnen abschliessen (Art. 91 BGG). Gegen selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist hingegen die Beschwerde nur zulässig, wenn sie die Zuständigkeit oder den Ausstand betreffen (Art. 92 BGG), einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Rückweisungsentscheide, mit denen eine Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, sind Zwischenentscheide, die nur unter den genannten Voraussetzungen beim Bundesgericht angefochten werden können (BGE 133 V 477 E. 4.2 S. 481 f.). Anders verhält es sich nur dann, wenn der unteren Instanz, an welche zurückgewiesen wird, kein Entscheidungsspielraum mehr verbleibt und die Rückweisung nur noch der Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten dient (SVR 2008 IV Nr. 39 S. 131, 9C_684/2007 E. 1.1). Ein nicht wieder gutmachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG liegt für die Verwaltung dann vor, wenn der Rückweisungsentscheid materielle Vorgaben enthält, welche die Verwaltung zwingen würden, eine ihres Erachtens rechtswidrige neue Verfügung zu erlassen (BGE 133 V 477 E. 5.2.4; Urteil 9C_491/2008 vom 21. April 2009 E. 1.2).
1.2 Ein Entscheid, mit welchem eine Vorinstanz des Bundesgerichts eine bestimmte, vorangehende Teil-Periode des Rentenanspruchs materiell abschliessend beurteilt und für eine darauf folgende Teil-Periode die Sache zu neuer Beurteilung an die Verwaltung zurückweist, ist in Bezug auf die materiell abschliessend beurteilte Phase ein Teilentscheid, der selbständig anfechtbar ist, bei Nichtanfechtung selbständig rechtskräftig wird und später nicht mehr angefochten werden kann (BGE 135 V 141 E. 1.4.4-1.4.6 S. 146 ff.).
1.3 In Bezug auf den Rentenanspruch für die Zeit vom 1. Mai 2005 bis vorläufig 30. November 2007 hat die Vorinstanz materiell entschieden. Diesbezüglich handelt es sich beim angefochtenen Entscheid nach dem Gesagten um einen Teilentscheid. Insoweit ist auf die Beschwerde des BSV einzutreten.
1.4 Hinsichtlich des Rentenanspruchs ab Dezember 2007 ist der angefochtene Akt ein Zwischenentscheid, da er die Sache zur ergänzenden Abklärung an die Verwaltung zurückweist. Insoweit steht fest, dass die IV-Stelle nach Massgabe des angefochtenen Rückweisungsentscheides die Restarbeitsfähigkeit durch eine polydisziplinäre (orthopädische, rheumatologische, neuropsychologische und psychiatrische) Untersuchung des Versicherten wird genauer abklären müssen, weil das Gutachten des Dr. med. N._, vom 6. Dezember 2006 gemäss unbestrittener Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nicht überzeugt.
2. 2.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG), und kann deren Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.2 Mit Blick auf diese Kognitionsregelung ist auf Grund der Vorbringen in der Beschwerde ans Bundesgericht zu prüfen, ob der angefochtene kantonale Gerichtsentscheid in der Anwendung der massgeblichen materiell- und beweisrechtlichen Grundlagen (u.a.) Bundesrecht, Völkerrecht oder kantonale verfassungsmässige Rechte verletzt (Art. 95 lit. a-c BGG), einschliesslich einer allfälligen rechtsfehlerhaften Tatsachenfeststellung (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 2 BGG). Hingegen hat unter der Herrschaft des BGG eine freie Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids in tatsächlicher Hinsicht zu unterbleiben (ausser wenn sich die Beschwerde gegen einen Entscheid über die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Militär- oder Unfallversicherung richtet; Art. 97 Abs. 2 BGG). Zur auch unter der Geltung des BGG massgebenden Abgrenzung von Tat- und Rechtsfragen im Bereich der Invaliditätsbemessung wird auf BGE 132 V 393 verwiesen.
3. Streitig ist, ob das kantonale Gericht dem Versicherten zu Recht mit angefochtenem Entscheid für die Dauer vom 1. Mai 2005 bis vorläufig 30. November 2007 eine ganze Invalidenrente zugesprochen hat.
3.1 Gemäss vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung war der Beschwerdegegner in seiner angestammten Tätigkeit als Staplerfahrer vom 6. Mai bis 1. August 2004 zu 100%, vom 2. August 2004 bis 3. April 2005 zu 50% und ab 4. April 2005 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Dies wird vom Beschwerde führenden BSV nicht bestritten. Das kantonale Gericht schloss gestützt auf den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit, dass die einjährige Wartezeit von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der hier anwendbaren (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220), bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung (nachfolgende Gesetzesangaben beziehen sich ohne abweichende Hinweise stets auf diese Fassung) anfangs Mai 2005 abgelaufen war. Weiter hielt es fest, zwar sei dem Versicherten ab Begutachtung durch Dr. med. N._ am 1. Dezember 2006 klar gewesen, dass er bei einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die angestammte Tätigkeit im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht wieder eine entsprechende Teilzeitstelle hätte suchen und annehmen müssen, doch sei er von der IV-Stelle erst mit Verfügung vom 29. August 2007 dazu abgemahnt worden. Auf Grund der vollen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit habe er folglich mit Blick auf Art. 88bis IVV ab Mai 2005 vorläufig bis Ende November 2007 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
3.2 Hiegegen rügt das BSV, die mit angefochtenem Entscheid verfügte Zusprechung der strittigen Invalidenrente für die Dauer vom 1. Mai 2005 bis vorläufig 30. November 2007 verletze Bundesrecht und stehe im Widerspruch zur eigenen Feststellung der Vorinstanz, wonach der Sachverhalt in Bezug auf die trotz Gesundheitsstörungen zumutbarerweise verbleibende Restarbeitsfähigkeit ungenügend abgeklärt sei.