# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5e4f7c34-c304-591c-b41a-0a970f9d703e
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ C. M., geb. 1962, war der Führerausweis vom 1. bis 30. September 2009 entzogen
worden, weil er am 8. April 2009 beim Manövrieren seines Personenwagens auf einem
Parkplatz mit einer Fussgängerin kollidiert war. Am 26. Januar 2010, um 10.30 Uhr,
lenkte C. M. den Lieferwagen seines Arbeitgebers auf der Bruggereggstrasse in
Herisau abwärts in Richtung Schwellbrunnerstrasse. Es schneite, und die Fahrbahn
war schneebedeckt. C. M. konnte seinen Lieferwagen nicht rechtzeitig vor der
vortrittsberechtigten Schwellbrunnerstrasse anhalten und kollidierte mit dem von links
kommenden, von X. Y. gelenkten BMW 330xd Touring. Der Lieferwagen stiess in die
hintere rechte Seite des BMW; dieser drehte sich hierauf um 180° und stiess in eine
Mauer bzw. einen Gartenzaun. Beide Fahrzeuge und der Gartenzaun wurden
beschädigt; die Lenker blieben unverletzt. Das Verhöramt Appenzell-Ausserrhoden
büsste C. M. mit Strafverfügung vom 10. Mai 2010 wegen Nichtanpassens der
Geschwindigkeit an die gegebenen Strassenverhältnisse sowie Nichtmitführens des
Führerausweises mit Fr. 220.--. Diese Strafverfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
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Das Strassenverkehrsamt des Kantons St. Gallen entzog C. M. mit Verfügung vom
13. September 2010 den Führerausweis für die Dauer von vier Monaten. Es erwog, es
liege eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung vor, weshalb aufgrund des
Ausweisentzugs im Jahr 2009 die gesetzliche Mindestentzugsdauer vier Monate
betrage.
B./ Gegen die Verfügung vom 13. September 2010 erhob C. M. durch seinen
Rechtsvertreter Rekurs mit dem Antrag, die Verfügung vom 13. September 2010 sei
aufzuheben und es sei auf jegliche Massnahme zu verzichten, eventuell sei der
Führerausweis für einen Monat zu entziehen.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 27. Januar
2011 ab. Sie erwog, es sei unbestritten, dass C. M. mit einem Lieferwagen bei der
Kreuzung Bruggereggstrasse/Schwellbrunnerstrasse in Herisau das Signal "Kein
Vortritt" missachtet habe und darauf mit einem vortrittsberechtigten und korrekt
fahrenden Personenwagen kollidiert sei. Das Verschulden des Rekurrenten erscheine
angesichts der Strassenverhältnisse als leicht, aber nicht als besonders leicht. Bei
rechtzeitiger Einleitung des Bremsmanövers hätte das mit einem Antiblockiersystem
ausgerüstete Fahrzeug zum Stillstand gebracht werden können. Weiter hielt die
Verwaltungsrekurskommission fest, dass die Unfallgegnerin nicht nur konkret gefährdet
worden sei, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer eine erhöhte abstrakte Gefahr
bestanden habe, wobei sowohl die konkrete als auch die erhöhte abstrakte
Gefährdung nicht mehr gering gewesen seien. Daher scheide mangels geringer
Gefährdung die Annahme einer leichten Widerhandlung aus.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 14. Februar 2011 erhob C. M.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
27. Januar 2011 und die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 13. September
2010 seien aufzuheben, es sei auf jegliche Massnahme zu verzichten, eventuell sei der
Führerausweis für die Dauer eines Monats zu entziehen und es sei die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu bewilligen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten des Staates. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, es sei zu Unrecht eine geringfügige Gefahr verneint worden. Zudem stehe
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der angefochtene Entscheid im Widerspruch zu einem kürzlich publizierten Urteil des
Verwaltungsgerichts.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. Februar 2011 unter Hinweis
auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde.
Das Strassenverkehrsamt verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Die einzelnen Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die weiteren
Vorbringen des Beschwerdeführers werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 14. Februar 2011
wurde rechtzeitig eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Fest steht, dass der Beschwerdeführer am 10. Mai 2010 wegen
Verkehrsregelverletzung mit Fr. 220.-- gebüsst wurde. Die Busse ist rechtskräftig. Das
Verhöramt Appenzell-Ausserrhoden sprach den Beschwerdeführer des Nichtanpassens
der Geschwindigkeit an die gegebenen Strassenverhältnisse sowie des
Nichtmitführens des Führerausweises schuldig.
Das Strassenverkehrsamt hielt in seiner Verfügung vom 13. September 2010 fest, der
Beschwerdeführer habe infolge nicht angepasster Geschwindigkeit das Signal "Kein
Vortritt" missachtet und dadurch einen Verkehrsunfall verursacht (Art. 27 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt SVG). Die Vorinstanz erwog, es sei in
tatsächlicher Hinsicht unbestritten, dass der Beschwerdeführer das Signal "Kein
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Vortritt" missachtet habe und in der Folge mit einem vortrittsberechtigten und korrekt
fahrenden Personenwagen kollidiert sei. In subjektiver Hinsicht warf die Vorinstanz (vgl.
E. 4c aa) dem Beschwerdeführer vor, seine Geschwindigkeit nicht angepasst zu haben.
Der Beschwerdeführer habe einen Fahrfehler begangen. Bei rechtzeitiger Einleitung des
Bremsmanövers hätte das mit einem Antiblockiersystem ausgerüstete Fahrzeug zum
Stillstand gebracht werden können. Gleichwohl hielt die Vorinstanz aber fest, es gehe
nicht um eine Geschwindigkeitsüberschreitung, sondern um die Missachtung des
Vortrittrechts.
Ob dem Beschwerdeführer unangepasste Geschwindigkeit oder Missachtung des
Vortrittrechts zur Last gelegt wird, ist nicht von ausschlaggebender Bedeutung. In
objektiver Hinsicht steht fest, dass der Tatbestand der Missachtung des Vortrittsrechts
erfüllt ist. Eine allenfalls unangepasste Geschwindigkeit führte dazu, dass der
Beschwerdeführer das Vortrittsrecht nicht gewährte bzw. nicht gewähren konnte.
Jedenfalls steht fest und wird in der Beschwerde grundsätzlich nicht bestritten, dass
von einer schuldhaften Verkehrsregelverletzung auszugehen ist.
2.1. Nach Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und schweren
Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei
nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer leichten
Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, wenn in
den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere
Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 SVG). Die fehlbare Person wird
verwarnt, wenn in den voran-gegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war
und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 3 SVG). In
besonders leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4
SVG).
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Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für
mindestens vier Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der
Ausweis einmal wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen
war (Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG).
2.2. Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG setzt die Annahme einer leichten Widerhandlung
voraus, dass der Lenker durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen hat und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes
Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138 E. 2.2.3 mit Hinweisen).
2.3. Der Beschwerdeführer äusserte gegenüber der Polizei, er sei im ersten Gang, ganz
langsam, auf der Bruggereggstrasse abwärts gefahren. Er habe vor der Kreuzung
anhalten wollen. Sein Wagen sei jedoch nicht zum Stillstand gekommen und das
Antiblockiersystem habe gearbeitet. Danach sei er in die Schwellbrunnerstrasse
hineingerutscht. Dort sei er frontal mit der hinteren rechten Fahrzeugseite des anderen
Personenwagens kollidiert. Die Fahrerin des BMW sagte aus, sie sei auf der
Schwellbrunnerstrasse mit ca. 40 km/h unterwegs gewesen. Auf der Höhe der
Verzweigung habe sie ein Fahrzeug gesehen, welches von der Bruggeregg her auf die
Schwellbrunnerstrasse zugefahren sei. Sie habe das Gefühl gehabt, dass das Fahrzeug
zum Stillstand komme und sei weitergefahren. Dabei habe sie gemerkt, dass das
andere Fahrzeug nicht gebremst habe, als ob er (der Fahrer) sie nicht gesehen hätte.
Dabei sei sein Fahrzeug jedoch auf der glatten Fahrbahn weiter in den
Verzweigungsbereich gerutscht. Als sie dies realisiert habe, sei es auch schon zur
Kollision gekommen. Ihr Fahrzeug sei an der hinteren rechten Türe gerammt worden.
Dabei habe sich ihr Fahrzeug um 180° auf der Fahrbahn gedreht und sie sei
anschliessend mit der vorderen rechten Fahrzeugecke mit der Mauer entlang der
Schwellbrunnerstrasse kollidiert. Dort sei ihr Fahrzeug stehengeblieben.
In subjektiver Hinsicht erachtete die Vorinstanz das Verschulden des
Beschwerdeführers als leicht, wenn auch nicht als besonders leicht. Auch der
Strafrichter habe das Verschulden als eher leicht beurteilt. Dies erscheine sachgerecht,
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denn der Beschwerdeführer habe einen Fahrfehler begangen, der bei ungünstigen
winterlichen Strassenverhältnissen auch einem vorsichtigen und besonnenen Fahrer
passieren könne. Gemäss Polizeirapport sei die Strasse rutschig und mit
Schneematsch bedeckt gewesen; dies gehe auch aus den Polizeifotos hervor. Bei
rechtzeitiger Einleitung des Bremsmanövers hätte aber das mit einem
Antiblockiersystem ausgerüstete Fahrzeug zum Stillstand gebracht werden können.
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer im Strafverfahren nicht nur wegen des
Unfalls bzw. wegen Missachtens des Vortrittsrechts, sondern auch wegen
Nichtmitführens des Führerausweises gebüsst wurde. Im Lichte der Bussenhöhe von
insgesamt Fr. 220.-- steht somit fest, dass der Strafrichter bzw. das Verhöramt das
Verschulden des Beschwerdeführers ebenfalls als leicht qualifizierte. Es ist davon
auszugehen, dass dem Beschwerdeführer subjektiv ein gewisses Fehlverhalten
vorzuwerfen ist bzw. er vom Vorwurf eines Fehlverhaltens nicht freigesprochen werden
kann. Unabhängig davon, dass die Busse rechtskräftig ist, erscheint naheliegend, dass
bei noch stärker reduzierter Geschwindigkeit und noch vorsichtigerer Fahrweise der
Unfall wohl hätte vermieden werden können. Darauf ist allerdings nicht mehr weiter
einzugehen, da wie erwähnt das Verschulden als leicht zu beurteilen ist.
Hinsichtlich der Gefährdung hielt das Strassenverkehrsamt in seiner Verfügung fest,
diese könne aufgrund der Unfalldynamik nicht mehr als gering eingestuft werden. Die
Vorinstanz hielt fest, es habe für die Unfallgegnerin aufgrund der seitlich frontalen
Kollision aufgrund der Masse des Lieferwagens eine konkrete Verletzungsgefahr
bestanden. Die Unfallgegnerin hätte sich einerseits Verletzungen wegen der Kollision
als solche zuziehen können; zu berücksichtigen sei aber auch, dass sie als Folge der
Kollision zusätzlich seitlich in eine Mauer gestossen sei. Die Beschädigungen der
Fahrzeuge, wie sie aus den Polizeifotos hervorgingen, liessen darauf schliessen, dass
der Aufprall nicht gering gewesen sei. Aufgrund der schwierigen Strassenverhältnisse
habe die Unfallgegnerin sofort die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, weshalb es
auch möglich gewesen wäre, dass sie auf die Gegenfahrbahn gestossen worden und
dort mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert wäre. Im Unfallzeitpunkt
(10.30 Uhr) hätte mit anderen Fahrzeuglenkern auf der Strasse gerechnet werden
müssen. Unter diesen Umständen sei nicht nur die Unfallgegnerin konkret gefährdet
worden; es habe für andere Verkehrsteilnehmer auch eine erhöhte abstrakte Gefahr
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bestanden, wobei sowohl die konkrete als auch die erhöhte abstrakte Gefährdung nicht
mehr gering gewesen seien.
Fest steht, dass die Fahrzeuge bei der Kollision eine relativ geringe Geschwindigkeit
hatten. Entgegen der Begründung des Strassenverkehrsamts in der angefochtenen
Verfügung kann die Aussage des Beschwerdeführers, er sei mit Schrittempo gefahren,
nicht widerlegt werden. Auch die Unfalldynamik als solche bildet kein hinreichendes
Merkmal, dass der Beschwerdeführer mit übersetzter Geschwindigkeit gefahren ist.
Aufgrund des Polizeirapports und der Polizeifotos steht fest, dass die Strasse stark mit
Schneematsch bedeckt war. Die Polizei hielt ausdrücklich fest, die Strasse sei rutschig
gewesen. Im Polizeirapport sind auch keine Angaben ersichtlich, wonach die Polizei die
Angaben des Beschwerdeführers als Schutzbehauptungen einstufte. Bei sehr
rutschigen Strassen ist es nicht aussergewöhnlich, dass sich ein Fahrzeug, welches
hinten seitlich einen Aufprall erfährt, dadurch um die eigene Achse dreht. Wenn die
Bodenhaftung aufgrund der glitschigen Fahrbahn sehr gering ist, genügen bereits
relativ kleine Kräfte, um ein Schleudern oder Rutschen des Fahrzeuges auszulösen. Es
ist im vorliegenden Fall aber offensichtlich, dass für die Lenkerin des beteiligten
Fahrzeuges eine konkrete Gefahr bestand. Die Unfallgegnerin und ihr im Fahrzeug
befindlicher Hund blieben aber unverletzt, und es öffnete sich kein Airbag. Auch wurde
der Aufprall dadurch gemildert, dass das Fahrzeug der Unfallgegnerin auf der
schneebedeckten Strasse wegrutschte. Die Beschädigungen der Fahrzeuge
erscheinen aufgrund der Fotos zwar erheblich. Bei genauerer Betrachtung wird aber
klar, dass bei beiden Autos im wesentlichen die vorderen Kunststoffverkleidungen
weggerissen wurden. Gravierende Beschädigungen der Karosserie sind nicht
ersichtlich. Zudem ist die Beschädigung des BMW auch auf den Anprall an der
Gartenmauer zurückzuführen. Wie in der Beschwerde zutreffend festgehalten wird,
können aufgrund der Fahrzeugkonstruktion bereits bei leichten Kollisionen deutliche
Deformationen auftreten, wenn Teile der Aussenverkleidung beschädigt werden. Es
handelt sich im vorliegenden Fall um einen seitlichen Aufprall zweier Fahrzeuge bei
relativ geringer Geschwindigkeit. Aufgrund der dargelegten Umstände kann die
konkrete Gefahr, in der sich die Unfallgegnerin befand, noch als leicht qualifiziert
werden. Soweit überhaupt zusätzlich von einer erhöhten abstrakten Gefährdung
gesprochen werden kann, muss diese ebenfalls als gering eingestuft werden. Bei der
Schwellbrunnerstrasse in Herisau handelt es sich aufgrund der Verkehrszählungen des
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Tiefbauamts Appenzell-Ausserrhoden (vgl. www.ar.ch) um eine eher schwach
befahrene Strasse, die von Herisau in ein ländliches Gebiet führt. An den beiden
Zählstellen der Schwellbrunnerstrasse ist ein durchschnittlicher täglicher Verkehr (DTV)
von 4300 bzw. 1900 Fahrzeugen vermerkt, während z.B. die Hauptachsen in Herisau
tägliche Frequenzen von weit über 10'000 Fahrzeugen aufweisen. Die
Wahrscheinlichkeit, dass gerade zu jenem Zeitpunkt, als das Fahrzeug der
Unfallgegnerin über die Fahrbahn schleuderte, ein anderes Fahrzeug die fragliche Stelle
befuhr, ist damit als vergleichsweise gering einzustufen. Im übrigen hätte sich auch ein
Fussgänger auf dem Trottoir aufhalten können. Doch hätte ein solcher angesichts des
Unfallverlaufs noch die Möglichkeit gehabt, aus dem Gefahrenbereich zu fliehen. Daher
ist eine allfällige abstrakte Gefährdung ebenfalls als gering zu betrachten.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Widerhandlung nicht als mittelschwer im
Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG zu qualifizieren ist. Aufgrund der dargelegten
Umstände kann die vom Beschwerdeführer verursachte konkrete Gefährdung als leicht
eingestuft werden. Dies entspricht der Praxis des Bundesgerichts, welches
ausdrücklich in einem unlängst ergangenen Urteil festhielt, es liege ein leichter Fall vor,
wenn bei angepasster Geschwindigkeit die mit Schneematsch bedeckte Strasse falsch
eingeschätzt worden sei (BGE 1C_267/2010 vom 14. September 2010, E. 3.2 mit
Hinweisen auf BGE 1C_3/2008). Eine solche Situation liegt im Streitfall vor, während
das Bundesgericht für einen mittelschweren Fall das Verhalten eines Lenkers anführt,
der ausserorts mit 80 km/h auf einer kurvenreichen abfallenden Strasse ins Schleudern
gerät (BGE 1C_267/2010 vom 14. September 2010, E. 3.2 mit Hinweis auf
BGR 1C_3/2008). Von einem solch gravierenden Fall kann aber vorliegend nicht
gesprochen werden (vgl. auch den ähnlich gelagerten Fall in VerwGE B 2010/94 vom
16. Dezember 2010, in: www.gerichte.sg.ch).
Von einem besonders leichten Fall kann entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers aber nicht gesprochen werden. Dies namentlich deshalb, weil die
Gefährdung aufgrund der Geschwindigkeit der Unfallgegnerin von rund 40 km/h und
der Beschädigungen der Fahrzeuge nicht gerade ausserordentlich geringfügig war.
Somit ist der Führerausweis gestützt auf Art. 16a Abs. 2 SVG für mindestens einen
Monat zu entziehen, da dem Beschwerdeführer in den vorangegangenen zwei Jahren
der Ausweis bereits für einen Monat entzogen worden war. Eine Erhöhung der
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gesetzlichen Mindestentzugsdauer rechtfertigt sich nicht, zumal der Beschwerdeführer
als Lieferwagenchauffeur beruflich auf den Führerausweis angewiesen ist.
2.4. Somit ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die Beschwerde
teilweise gutzuheissen ist. Dem Eventualantrag ist zu entsprechen. Der
Rekursentscheid vom 27. Januar 2011 und die Verfügung des Strassenverkehrsamts
vom 13. September 2010 - mit Ausnahme des Kostenspruchs - sind aufzuheben. Dem
Beschwerdeführer ist der Führerausweis für die Dauer eines Monats zu entziehen.
3. Der Beschwerdeführer stellte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Diesem Begehren ist stattzugeben, da die Beschwerde nicht
aussichtslos war und die Bedürftigkeit glaubhaft erscheint.
Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen aufgrund der unentgeltlichen
Rechtspflege vollumfänglich zulasten des Staates. Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Im Rekursverfahren hatte der Beschwerdeführer kein Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung gestellt. Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 1'200.--
sind daher dem Verfahrensausgang entsprechend zu drei Vierteln dem Staat und zu
einem Viertel dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Ungeachtet der nur teilweisen Gutheissung der Beschwerde ist eine volle
ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen bzw. ist der Anspruch des
unentgeltlichen Rechtsbeistands im Beschwerdeverfahren auf den üblichen Betrag
festzusetzen. Aufgrund des überwiegenden Obsiegens rechtfertigt es sich, auch für
das Rekursverfahren eine volle Entschädigung zuzusprechen. Eine Aufteilung in eine
ordentliche ausseramtliche Entschädigung für das Rekursverfahren und eine
Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands für das Beschwerdeverfahren
erschiene verfehlt. Die Entschädigung ist gesamthaft für beide Verfahren festzusetzen.
Für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren ist eine Entschädigung von Fr. 2'500.--
zuzügl. MWSt angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten, sGS 963.75).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht