# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 551dd53e-8254-4f23-a9ad-33874f32ceb4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1950, arbeitete seit dem 1. November 1994 bei der Firma
Z._
als Betriebsarbeiter im Gebäudeunterhalt (Urk. 7/11/1). Am
10. Februar 1996 rutschte er vor seinem Wohnhaus auf Glatteis aus und fiel da
bei auf den Rücken (
Urk.
7/2/34), weshalb er bis Ende Mai 1996 seiner Arbeit
nicht mehr nachgehen konnte (
Urk.
7/11/6). Am 25. September 1996 löste die Firma
Z._
das Ar
beitsverhältnis wegen „Arbeitsmangels“ per 31. De
zem
ber
1996 auf, wobei sie den Versicherten für die Dauer der Kündigungsfrist von der Arbeit freistellte (Urk. 7/11/4). Wegen Rückenschmerzen und diversen ande
ren Be
schwerden meldete sich der Versicherte am 1
9
. Juni 1997 bei der In
vali
den
ver
sicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue
Tä
tigkeit, Arbeitsvermittlung) an (Urk. 7/3). Die
Sozial
versicherungs
anstalt
des
Kantons Zürich, IV-Stelle, erkundigte sich in der Folge bei der Firma
Z._
nach dem Arbeitsverhältnis des Versicherten (vgl.
Arbeitgeber
be
richt
vom 9. Juli
1997, Urk. 7/11; Ergänzungsbericht vom 18. Juli 1997, Urk. 7/17) und holte die Arztberichte von PD Dr. med.
A._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie
FMH, vom 30. Juni 1997 (Urk. 7/13), von Dr. med.
B._
, Spezialarzt für Innere
Medizin FMH, vom 11. Juli 1997 (Urk. 7/16/1-3; unter Beilage diverser weiterer Arztberichte,
Urk.
7/16/4-10) sowie von Dr. med.
C._
, Spezial
arzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 18. April 1998 (Urk. 7/28) ein. Die Berufsberatung der IV-Stelle klärte die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten des Beschwerde
führers ab und erstattete darüber am 9. Oktober 1997 Bericht
(Urk. 7/21). Dar
aufhin holte die IV-Stelle das Gut
achten von Dr. med.
D._
, Spezial
arzt
FMH
für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 4. Juni 1998
(Urk. 7/34) sowie den weiteren Bericht von Dr.
B._
vom 19. Juni 1998 (Urk. 7/35/1-2, unter Beilage eines Berichtes der
E._
vom 6. März 1998,
Urk.
7/35/3-5) ein.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/41,
Urk.
7/43) wies die IV-Stelle das Leistungs
be
gehren des Versicherten mit Verfügung vom 1. bzw. 12. Oktober 1998 ab (Urk. 7/44, Urk. 7/46). Die gegen diese Verfügung erhobene
Beschwerde wiesen das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Ur
teil
vom 27. April 2000 (Urk. 7/55) und das Eidgenössische
Versicherungs
ge
richt
mit
Urteil vom 15. November 2001 (Urk. 7/73) ab.
1.2
Am 5. Dezember 2001 liess
X._
der IV-Stelle unter Beilage eines
Arzt
zeugnisses
von Dr.
B._
vom 4. Dezember 2001 (Urk. 7/74) mitteilen, dass sich sein gesundheitlicher Zustand wesentlich verschlechtert habe, weshalb über die
Ren
tenfrage
neu zu entscheiden sei (Urk. 7/75). Die IV-Stelle holte die
Arztbe
richte
von Dr.
B._
vom 4. Februar 2002 (Urk. 7/76/1, unter Beilage diverser
wei
terer Arztberichte,
Urk.
7/76/2-12) sowie des
F._
vom
22. März 2002 (Urk. 7/78) ein. Sodann liess sie bei der Medi
zinischen
Ab
klä
rungsstelle
(MEDAS)
G._
das
polydiszip
linäre
Gutachten vom 18. Au
gust 2003 er
stellen (Urk. 7/105). Am 10. Oktober 2003 erstattete schliess
lich Dr.
B._
einen Verlaufsbericht (Urk. 7/108/1-2). Mit Verfügung vom 24. No
vember 2003 wies die IV-Stelle das
Leistungs
begehren
des Versicherten ab, da kein
anspruchs
begründender
Invali
ditätsgrad
von mindestens 40 % be
stehe (Urk. 7/112). Diesen Entscheid bestätigten die IV-Stelle mit
Ein
spracheentscheid
vom 21. Januar 2004 (Urk. 7/121), das hiesige Gericht mit Urteil vom 13. Okto
ber
2004 (
Urk.
7/126) sowie das Eidgenössische
Versiche
rungsgericht
mit Urteil vom
24. Mai 2005 (
Urk.
7/129).
1.3
Am 21. November 2011 (Eingang bei der IV-Stelle) meldete sich
X._
ein
weiteres Mal zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/139). Die IV-Stelle holte die
Arzt
berichte
von
Dr.
B._
vom 28. November 2011 (
Urk.
7/143/1-5, unter Beilage
diverser weiterer Arztberichte,
Urk.
7/143/6-30), vom
H._
vom 9. Dezember 2011 (
Urk.
7/148) sowie von
Dr.
med.
I._
,
Spezialarzt FMH für Chirurgie,
vom 1
2.
März 2012 (Urk. 7/156) ein. Am
26. März 2012 nahm
Dr.
med.
J._
, Facharzt Orthopädie und Trau
ma
tologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Stellung (
Urk.
7/157/3). Mit Vorbescheid vom 27. März 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sein
Leistungsbegehren müsse abgewiesen werden, da die Ab
klärungen ergeben hätten,
dass aus versicherungsmedizinischer Sicht seit 2003 keine relevante Än
de
rung des Gesundheitszustands eingetreten sei (Urk. 7/159). Dagegen erhob
X._
durch die AXA-ARAG Rechtsschutz
AG
am 26. April 2012 Ein
wand (
Urk.
7/
161). Am
2.
Mai 2012 nahm
en
Dr.
J._
und am 8. Mai 2012 RAD-Arzt
Dr.
med.
K._
, FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, Stellung (
Urk.
7/164/2). Mit Verfügung vom 27. Juni 2012 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch die AXA-ARAG Rechtsschutz
AG
am 23. August 2012 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 27. Juni 2012 aufzuheben.
2.
Es seien zusätzliche medizinische Abklärungen durchzuführen.
3.
Gestützt darauf seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2012 um Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Versicherten am 3. Oktober 2012 mit
geteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen,
erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten
Be
treuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
ge
wissern
,
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invali
di
tätsgrades
oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vor
z
ugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl.
auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der
Inva
li
di
tätsgrad
oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ge
such ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilf
losigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu bejahen, und her
nach
zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht
eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände,
welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wie
dereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che
Be
gleiterkrankungen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit un
ver
änderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung;
ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera
peutisch
nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
"Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeu
tischen
Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kri
te
rien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen,
desto eher sind - ausnahmsweise - die Vo
raussetzungen für eine zumutbare Willens
anstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
1
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, das
s die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989,
S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl.
1994, S.
24 f.).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Be
s
chwer
deführers im Zeitraum zwischen dem
Einspracheentscheid
vom 21. Janu
ar 2004 (Urk. 7/121) und der angefochtenen Verfügung vom 27. Juni 2012 (Urk. 2) in
an
spruchs
relevanter
Weise verschlechtert hat.
2.2
Die Abweisung des Rentenbegehrens im Jahre 2004 stützte sich im Wesentli
chen
auf das Gutachten der MEDAS
G._
vom 18. August 2003 (Urk. 7/105).
Die Gutachter gelangten darin zum Ergebnis, dass beim Beschwer
deführer keine
gesundheitliche Beeinträchtigung habe diagnostiziert werden können, welche di
e Arbeitsfähigkeit wesentlich einschränke. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert bestehe ein chro
nisches lumbales und zervikales Schmerzsyndrom bei leichter Fehlstatik der Wirbelsäule, bei Status
nach thorakalem Morbus Scheuermann sowie bei leicht
gradigen
Osteochon
dro
sen
C 5/6 und L 3/4 und
Diskus
protrusion
L5/S1. Ausserdem leide der Beschwerde
füh
rer unter Übergewicht (82,9 kg/173 cm; BMI 28). Unter der Rubrik "
Neben
befunde
" wird festgehalten, dass aktuell keinerlei psychiatrische Störung von Krankheitswert fassbar sei bei Status nach mehrfacher psychiatri
scher
Hospitali
sation
mit Diagnose auf "dissoziative Am
nesie und anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung im
lumbovertebralen
Be
reich mit psychoreaktiver depressiv ge
färbter Verstimmung,
Dysthymie
". Als weiterer Nebenbefund wird eine Schwer
hörigkeit rechts angegeben. Die ange
stammte Tätigkeit als
Be
triebsmitarbeiter
im
Gebäude
unterhalt
wie auch jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit
seien
dem Beschwerdefüh
rer zu 100 % der Norm zumutbar. Nicht ge
eignet sei der Beschwerdeführer da
gegen für körperliche Schwerarbeit.
2.3
Gemäss dem Bericht von
Dr.
B._
vom 2
8.
November 2011 (
Urk.
7/143/1-5) leidet
der Beschwerdeführer unter einer rezidivierenden depressiven Episode, ge
genwärtig mittelgradig depressive Episode (ICD-10 F33.1), einer anhaltenden so
mato
formen Schmerzstörung (ICD-10 F
45.4) bei
leichtgradiger
Osteo
chond
rose
C5/6 und L3/4,
Diskusprotrusion
L5/S1 und Status nach
thoracalem
Mor
bus Scheuermann sowie eine
r
Schwerhörigkeit rechts bei
Mittelohratelektase
und
trockenen unübersichtlichen Retraktionstaschen. Der Beschwerdeführer leide seit
seinem Sturz auf gefrorener Strasse am 1
0.
Februar 1996 an lumbalen Rü
cken
schmerzen. Seit dem 1
5.
Oktober 1997 sei er deshalb
vollständig
arbeitsunfähig.
Di
verse Behandlungen hätten keine Besserung gebracht. Es sei dem Beschwer
de
führer jegliche Erwerbstätigkeit nicht möglich.
2.4
Die Ärzte des
H._
diagnostizierten im Bericht vom
9.
Dezember 2011 (
Urk.
7/148) eine rezidivierende depressive Episode, ge
gen
wär
tig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), eine anhaltende so
mato
for
me
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) bei Status nach thorakalem Morbus Scheuer
mann und
leichtgradigen
Osteochondrosen
C5/6 und L3/4 und
Dis
kusprotrusion
L5/S1 (Diagnose Bundesgerichtsurteil vom 19.10.04, S. 7/12). Der Beschwerde
führer sei 100% arbeitsunfähig seit dem
1.
Januar 1996 in die Be
handlung ge
kommen. Die gegenwärtige Leistungsfähigkeit dürfte den An
for
derungen im Be
ruf für angepasste Tätigkeiten nicht entsprechen. Die Prognose sei in Anbe
trach
t der
Chronifizierung
schlecht. Der Beschwerdeführer habe auf
grund der Schmer
zen kein Durchhaltevermögen, könne keinen Stress und keine Arbeitsan
wei
sung
en
ertragen, müsse selbstbestimmt immer wieder liegen bzw. gehen können. Er könne keine längeren einseitigen Tätigkeiten ausüben. Eine Beschäftigung in ge
schütztem Rahmen wäre allenfalls über zwei Stunden mög
lich.
2.5
Laut dem Arztbericht von
Dr.
I._
vom 1
2.
März 2012 (
Urk.
7/156) leidet der Beschwerdeführer unter einem zervikal- und lumbalbetonten
Panvertebral
syndrom
bei degenerativen Veränderungen der HWS und LWS, einer rezidivie
renden depressiven Episode, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bei Status nach thorakalem Morbus Scheuermann sowie
leichtgradigen
Osteochondrosen
C5/6 und L3/4 und
Dis
kusprotrusionen
L5/S1 (Diagnose Bundesgerichtsurteil vom 19.4.04) sowie einer Schwerhörigkeit rechts 80
%
(Diagnose
Bundesgerichts
urteil
vom 19.10.04). Die Abklärungsuntersuchungen mit bildgebenden Ver
fahren hätten den Befund von leichten degenerativen Veränderungen mit
Osteochondrose
und
Spondylarth
rose
im Bereich der HWS sowie degenerativen Veränderungen mit
Osteochond
rose
,
Spondylarthrose
und Spondylose sowie multisegmentaler
Discopathie
im Bereich der LWS ergeben. Der Beschwerde
führer sei seit 1996 zu 100
%
arbeits
unfähig in seiner angestammten Tätigkeit. Es bestehe eine verminderte Belast
barkeit des Achsenorganes. Für alle Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tra
gen von Lasten sowie in allen wirbelsäulenbelastenden Tätigkeiten in
Zwangs
haltungen
, für langandauerndes reines Stehen, insbesondere in
vornüberge
neig
ter
Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repetitivem Rumpf- oder HWS-ro
tierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich sei der
Beschwerdeführer aufgrund der medizinischen Diagnose nicht geeignet. Zumut
ba
r erschienen körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in
wir
bel
säulen
adaptierten
Wechsel
positionen
mit der Möglichkeit zum Wechsel zwi
schen Sitzen
, Steh
en und Gehen; insbesondere kein
Heben von schweren Las
ten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg längerfristig. In einer solchen der Behinderung an
gepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aus soma
tischer Sicht zu 50
%
ar
beits
fähig.
2.6
2.6.1
Dr.
J._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
März 2012 (
Urk.
7/157/3) aus, versicherungsmedizinisch weise die Beurteilung in den aktuellen
Arzt
be
richten
von
Dr.
I._
und
Dr.
L._
(vom
H._
) anhand der objektiven Befunde keine relevante Änderung des Gesundheitszu
standes im Vergleich zum Feststellungsblatt vom 24. November 200
3
aus
.
Bis auf
muskuläre Verspannungen habe
Dr.
I._
keine pathologischen Unter
such
ungsbefunde erheben können. Die im MRI vom 2
8.
Mai 2010 diagnosti
zierten möglichen Irritationen der Nervenwurzeln L3 und L4 fänden bis auf den Befund der muskulären Verspannungen keinen Niederschlag in den Untersu
chungs
be
fun
den. Es könnten aus den jetzt vorliegenden Arztzeugnissen keine wesent
lichen
Veränderungen des Gesundheitszustandes hergeleitet werden. Die Arbeits
fähig
keit sei unverändert.
2.6.2
Am
2.
Mai 2012 (
Urk.
7/164/2) hielt
Dr.
J._
zum Einwand des Beschwerde
führers, er leide auch unter Kniebeschwerden und sei deshalb auf Gehhilfen an
gewiesen, fest, Kniebeschwerden seien bis anhin nicht aktenkundig. Der ent
sprechende Einwand entbehre deshalb
je
der Grundlage.
2.6.3
Bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes führte
Dr.
K._
am 8. Mai 2012 (
Urk.
7/164/2) aus, der Bericht des
H._
, welcher dem Beschwerdeführer bei einem Behandlungsbeginn am 14. No
vem
ber 2009 eine Arbeitsunfähigkeit seit 1996 attestiere, könne nicht über
zeu
gen
und die Einschätzung nachvollziehbar und schlüssig begründen. Der Bericht
stütze sich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und nehme sogar
eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor, als sie das Bundesgericht 2005
als medizinisch begründet beurteilt habe. Der Bericht ver
möge keine ge
sund
heit
liche Veränderung seit 2003 zu be
leg
en.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer lässt geltend machen, es sei bei ihm bereits seit Jahren
die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung kombiniert mit einer De
pression
bekannt. Er sei deswegen auch regelmässig in Behandlung und meh
rere Male hospitalisiert gewesen. Die nunmehr vom behandelnden
H._
festgestellte mittelschwere Depression stelle im Ver
gleich mit der im MEDAS-Gutachten von 2003 diagnostizierten leichten psychoreaktiven Störung durchaus eine Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes dar. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie die Belast
barkeit seien stark eingeschränkt. Selbst
wenn eine
somatoforme
Schmerz
stö
rung
vorliege, sei zu prüfen, ob nicht die Kriterien gegeben seien, bei welchen ausnahmsweise von einer Unüberwindbarkeit der Schmerzen auszugehen sei, insbesondere die psy
chi
sche Komorbidität
(Urk. 1)
.
3.2
Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass der damals behandelnde Psychiater
Dr.
med.
C._
bereits im Bericht vom 1
2.
Februar 2001 (
Urk.
7/66) festgehalten hat
te
, der Beschwerdeführer leide unter einer depressiven Störung bei
chronifi
zierten
Schmerzen auf dem Boden einer ängstlichen, vermeidenden Persönlich
keit. Es handle sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert. Der Zustand habe sich
chronifiziert
und einen invalidisierenden Verlauf genommen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Entsprechend der seinerzeitigen Einschätzung von
Dr.
C._
gehen die Ärzte des
H._
von eine
r
ununterbrochenen Arbeitsun
fähig
keit von 100
%
seit 1996 aus. Wohl halten sie in ihrem zu Händen der
Rechts
vertreterin
des Beschwerdeführers erstellten Bericht von 8. Oktober 2011
(
Urk.
7/143/17-20) fest, dass im Gegensatz zum Jahr 2005 gemäss Aktenlage heute klar eine rezidivierende depressive Störung vorliege. Es sei klar nicht mehr
aufrechtzuerhalten, dass der Beschwerdeführer keine psychiatrische Störung habe.
Mit den abweichenden Einschätzungen von Dr.
D._
und der MEDAS
G._
setzen sich die Ärzte des
H._
indessen gar
nicht auseinander und bei der Arbeitsfähigkeit nehmen sie, obwohl sie den Be
schwerdeführer erstmals am 14. November 2009 gesehen haben
(Urk. 7/143/28)
, ohne Begründung eine abweichende Einschätzung vor, indem sie auf Grund des
positiven und negativen Leistungsbildes sowie der psychometrisch ermittelten de
pressiven Störung dem Beschwerdeführer seit 1996 auch für an
gepasste Tätig
keiten eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bescheinigen. Der Be
richt des
H._
legt mithin in keiner Art und Weise eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes und der damit verbundenen Arbeits
fähig
keit des Beschwerde
führers seit Januar 2004 dar, sondern er nimmt ledig
lich eine abweichende Beurteilung des unverändert gebliebenen Sachver
haltes vor. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruht nicht auf objektiven Ge
sichts
punkten, sondern es wird die Selbsteinschätzung des Beschwerde
führers
übernommen, welcher der festen Überzeugung ist, seit dem Verlust seiner letz
ten
Arbeitsstelle im Jahre 1996 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen zu können.
Wie RAD-Arzt
Dr.
K._
zutreffend festhält
(E. 2.6.3)
, kann die Einschät
zung
des
H._
daher
nicht überzeugen und erscheint nich
t als nachvollziehbar und schlüssig.
3.4
Was den somatischen Gesundheitszustand anbelangt, so ist mit RAD-Arzt Dr.
J._
(E. 2.6.2)
darauf zu verweisen, dass
objektivierbare
Kniebeschwerden
beim Beschwerdeführer nicht aktenkundig sind. Ebenso ist übereinstimmend mit
Dr.
J._
festzu
hal
ten, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
I._
angesichts kaum vorhandener pathologischer Untersuchungs
be
funde nicht zu überzeugen ver
mag
(E. 2.6.1)
.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin damit zu Recht zum Ergebnis ge
langt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Januar 2004 nicht wesentlich verändert hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG (in der seit dem 1. Juli 2006 gültigen Fassung) ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt.
5.2
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.