# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f944d94-90bf-4793-9754-06f1e2cf2ef9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ reiste gemäss eigenen Angaben am 5. September 2014 illegal in die Schweiz ein und reichte am 6. September 2014 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des Staatssekretariats für Migration (SEM) in O.1_ unter dem Namen A._ ein Asylgesuch ein. Mit Zuweisungsentscheid des SEM vom 16. September 2014 wurde A._ alias X._ für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Graubünden zugewiesen. Mit Schreiben vom 17. Februar 2015 teilte ihm das SEM mit, dass aufgrund der Aktenlage das  beendet worden sei und nun das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren durchgeführt werde. Nach Durchführung einer Befragung per Telefonkonferenz wurde das Asylgesuch mit Entscheid des SEM vom 21. Dezember 2015 abgelehnt. Gleichzeitig wurde A._ alias X._ aufgefordert, die Schweiz bis zum 15. Februar 2016 zu verlassen. Eine von ihm gegen diesen Asylentscheid erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht am 24. Februar 2016 vollumfänglich ab. Mit Schreiben vom 29. Februar 2016 bestätigte das SEM die Rechtskraft des Asylentscheids und räumte A._ alias X._ eine Ausreisefrist bis zum 28. März 2016 ein. Des Weiteren wurde er auf seine Mitwirkungspflicht betreffend Papierbeschaffung hingewiesen. Am 2. März 2016 wurde A._ alias X._ mitgeteilt, dass seitens des Bundes und Kantons ab sofort keine Fürsorgeleistungen mehr ausgerichtet würden. Im Rahmen eines Gespräches betreffend Vorbereitung der Ausreise äusserte sich A._ alias X._ dahingehend, dass er erneut eine Beschwerde gegen den negativen Entscheid einreichen werde. Er sei nicht bereit, die Schweiz zu verlassen. Ausserdem verfüge er über keine heimatlichen Dokumente.
B. Am 30. März 2016 meldete A._ alias X._ dem Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden, dass er eine Rückkehr in sein Heimatland ausschliesse. Gleichzeitig beantragte er Nothilfe, welche ihm gewährt wurde. Noch gleichentags wurde er der Nothilfestruktur B._ zugewiesen. Ebenfalls am 30. März reichte das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden beim SEM ein Gesuch um Vollzugsunterstützung ein.
C. Am 20. Mai 2016 wurde A._ alias X._ in Zürich durch die Stadtpolizei Zürich angehalten und kontrolliert. Wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz (AuG) wurde er verhaftet und im Anschluss an die polizeilichen Handlungen zuständigkeitshalber in den Kanton Graubünden zurückgeführt. Kurz darauf reichte er dem Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden eine L.1_
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Identitätskarte und einen Führerschein ein. Eine Kontrolle des SEM ergab jedoch, dass es sich dabei um eine Totalfälschung handelte. Zudem sei A._ alias X._ gemäss der Lingua-Analyse vom 14. Juli 2015 eindeutig nicht dem L.1_ Milieu zuzuordnen. Als wahrscheinliche Herkunft werde L.2_ angegeben. A._ alias X._ stritt in der Folge ab, dass die Identitätskarte gefälscht sei und schwor, aus L.1_ zu stammen. Eine Rückkehr in sein Heimatland schloss er nach wie vor aus.
D. Am 17. Oktober 2016 erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden einen Strafbefehl gegen A._ alias X._ und verurteilte ihn wegen rechtswidrigen Aufenthalts gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG und der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG als Zusatz zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 21. Mai 2016 zu einer Geldbusse von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.--. Auf den Widerruf der mit dem früheren Strafbefehl bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- wurde verzichtet, hingegen wurde die Probezeit von zwei Jahren um ein Jahr verlängert. Gegen diesen Strafbefehl ist weiterhin eine Einsprache hängig.
E. Am 24. Oktober 2016 liess X._ unter seinem richtigen Namen durch seinen Rechtsvertreter ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung einer Eheschliessung stellen. Mit dem Gesuch reichte er eine Übersetzung des registrierten Familienstandes, eine Übersetzung des Staatsangehörigkeitsausweises sowie eine Kopie seines Passes ein. Alle eingereichten Dokumente stammten aus L.2_. Abklärungen seitens des Amtes für Migration und Zivilrecht Graubünden ergaben, dass X._ beabsichtigt, eine in O.1_ wohnhafte Schweizerin zu heiraten. Zwecks Einleitung eines Ehevorbereitungsverfahrens hinterlegte er beim Zivilstandsamt in O.1_ einen gültigen tunesischen Pass. Dieser wurde weisungsgemäss an das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden und sodann an das SEM weitergeleitet. Daraufhin wurde das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden aufgefordert, bei der zuständigen Flugbuchungsstelle des Bundes einen Flug nach L.2_ zu buchen.
F. Am 19. Dezember 2016 erliess das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden gegen X._ einen Haftbefehl und versetzte ihn in Ausschaffungshaft. Als Haftgrund wurde einerseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 75 Abs. 1 lit. a AuG (Weigerung der Offenlegung der Identität, Einreichung mehrerer Asylgesuche unter verschiedenen Identitäten, wiederholtes Nicht-Folge-Leisten einer Vorladung oder Missachten von Anordnungen der
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Behörden im Asylverfahren) und andererseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 (Vorliegen konkreter Anzeichen für eine Entziehung der Ausschaffung, insbesondere Verletzung der Mitwirkungspflicht und für ein Widersetzen gegen behördliche Anordnungen) angegeben. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung, an welcher auch X._ teilnahm, erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 22. Dezember 2016, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, was folgt:
"1. Die vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden bis zum 18. März 2017 angeordnete Ausschaffungshaft ist rechtmässig sowie angemessen und wird geschützt.
2.a) X._ hat die Verfahrenskosten von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind, gehen diese Kosten - unter dem Vorbehalt der Rückforderung - zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Kosten des Übersetzers von CHF 60.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
3. X._ kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AuG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations