# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c2971b1-97ae-4112-91b3-54389e61cd81
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, arbeitete bei
Dr.
med.
dent
.
Z._
als
Zahnmedizinische Assistentin
und war in dieser Eigenschaft bei der Axa Ver
siche
rungen AG
(ehemals Winterthur Versicherungen)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (
Urk.
10/
A4
). Am 1
4.
Sep
tember 1997 wurde sie als Fahrerin in ihrem eigene
n Personenwagen Opfer eines A
uffahr
un
falles (
vgl. Unfallmeldung vom
1.
Ok
tober 1997;
Urk.
10/A2)
und
erlitt
ein
soge
nanntes
Schleu
dertrauma
der
W
irbelsäule (vgl.
Urk.
10/
M3
)
. Es wurde ein
lumbo
verte
bro
ge
nes
und
zervikovertebrogenes
Schmerzsyndrom festgestellt, wobei in der neu
ro
logischen Untersuchung keine objektivierbaren neurologischen Ausfälle hätten nachgewiesen werden können (
Urk.
10/M2,
Urk.
10/M16).
Die Unfallver
sicherung tätigte Abklärungen und veranlasste insbesondere eine unfall
analyti
sche Unter
suchung,
wonach
die Geschwindigkeitsänderung (
Delta-v
)
des Fahr
zeuges der Versicherten zwischen 0 und 4,5km/h gelegen habe, entsprechend eine unfallkausale Halswirbelsäulen
ver
letzung extrem unwahrscheinlich sei (vgl. Gut
achten, vom 1
6.
Januar 1998; Urk. 10/A8a). Am 2
9.
Januar 1998 folgte eine biomechanische Beurteilung, im Rahmen derer eine «Harmlosigkeitsgrenze» von 10km/h Geschwindigkeits
änderung des Fahrzeuges festgehalten wurde. Aus bio
mechanischer Sicht sei eine Traumatisierung der Halswirbelsäule
(HWS)
nicht zu erklären (
Urk.
10/A11a).
Gestützt darauf sowie auf
die
spezialärztliche Untersu
chung bei
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt FMH für Neurologie, wonach ein panvertebrales Schmerz
syndrom mit leichtem Akzelerationstrauma der HWS, eine chronische Haltungs
anomalie der Wirbelsäule bei Beinlängenasymmetrie sowie Spannungs
kopf
schmer
zen diagnostiziert und bei Verdacht auf ängstliche Überbewertung des Unfallgeschehens sowie fehlenden Hinweisen auf eine post
traumatische
Ence
phalose
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (vgl. Arzt
bericht vom 11.
März 1998;
Urk.
10/M9), verneinte die Axa Winterthur
, Direktion Zürich,
mit Ver
fügung vom 1
4.
April 1998 Leistungen aus der obligator
ischen Unfall
versiche
rung (Urk.
10/A17). Da
gegen erhob die
Versicherte mit Eingabe vom 22.
April 1998 Einsprache (Urk. 10/A18)
.
Mit Schreiben vom 1
9.
Oktober 1998 teilte die Ver
sicherte sodann mit, dass sie sich beim Unfall auch eine Knie
ver
letzung zuge
zogen habe, die allenfalls operativ v
ersorgt werden müsse (vgl. Urk.
10/A22). Mit
Einsprache
entscheid
vom
1.
Juli 1999 verpflichtete die Gene
ral
direktion der
Axa Winterthur
die Direktion Zürich
,
die Leistungspflicht im Hin
blick auf die geltend gemachte Knieverletzung neu abzuklären
(
Urk.
10/A48).
Nach
Einholung weiterer
medizi
nisch
e
r Berichte
, im
Rahmen derer eine Patella
bipartita
nach Trauma
ti
sie
rung festgehalten wurde (vgl.
Urk.
10/M12, Urk. 10/M18),
und
gestützt auf die Ein
schätz
ung von
Prof.
Dr.
med.
B._
, Neurologie FMH
(Urk
.
10/M21)
,
sowie Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie, wonach betreffend die traumatisierte Patella
bipartita
am 2
6.
November 1999 die Behand
lung bei praktisch voller Restitution abgeschlossen werden könne (vgl.
ärztlicher Zwischenb
ericht vom 2
0.
Dezember 1999;
Urk.
10/M22),
verneinte
die Axa Win
ter
thur
mit Ver
fügung vom 4. Januar 2000 Leistungen der obligato
risch
en Un
fall
versicherung (
Urk.
10/A78).
Hierge
gen erhob die Ver
sich
erte mit Eingabe vom
31.
Januar 2000
erneut
Ein
sprache (
Urk.
10/A82).
Gestützt auf
die
neuropsycho
logische
Beurteilung
von
Dr.
phil.
D._
vom 25.
März 2002,
gemäss der
die Versicherte in ihrer ange
stammten Tätig
keit als Dental- und Pro
phylaxe Assistentin in ihrer Arbeits
fähig
keit
aus neuro
psycho
logischer Sicht
z
u 10
% eingeschränkt
sei
(Urk.
10/M28),
und
den ärzt
lich
en Zwischenbericht von Dr.
C._
vom 1
0.
März 2005
,
wonach der Heilungsverlauf nach
zwei
maliger Ar
thro
skopie
am
1.
Juli 1999 (vgl. Urk. 10/M13) und 2
9.
Juni 2004 (vgl. Urk. 10/M41)
erfreulich sei und keine Arbeit
sunfähigkeit mehr bestehe (Urk. 10/M47), sowie
nach
weiteren Abklä
rung
en bestätigte die Axa Winterthur m
it Ve
rfügung vom 2
4.
Juni 2004 (Urk.
10/A125) eine Vereinbarung mit der Ver
sicherten vom 2
4.
Mai 2004 (Urk.
10/A123). Demnach sei
dieser rückwir
kend vom 1.
August 1999 bis 30.
Sep
tem
ber 2003 ein Taggeld von 20
%
und ab
1.
Oktober 2003 eine Invaliden
rente bei einem Invaliditätsgrad von 10
%
auszurichten
. Ausserdem sprach die Axa Winterthur der Versicherten eine Integritäts
ent
schädi
gung bei einer Integritäts
einbusse von 15 % zu.
1.2
Im Mai 2016 leitete die Axa Winterthur ein Rentenrevisionsverfahren ein
(Urk.
10/A127)
und
tätigte Ab
klärungen in beruflich-erwerblicher Hinsicht
. In diesem Zusammenhang
erlangte
sie
davon Kenntnis, dass die Ver
sicherte seit September 2007 als Prophylaxe
A
ssistentin bei der
E._
in Zürich
tätig ist
, erst in einem 40%-Pensum und seit Juni 2009 in einem 80%-Pensum (v
gl.
Urk.
10/A154),
und dadurch im Jahr
2015 ein Jahres
ein
kom
men von Fr. 89'173.-- erzielte (vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto der Ver
sicherten, IK-Auszug,
Urk.
8). Diese Änderung der erwerblichen Ver
hältnisse war ihr von der Ver
sicherten nicht mitgeteilt worden. Nach durch
geführten Ab
klä
rungen hob die Axa Winterthur die Invalidenrente der Ver
sicherten mit Ver
fü
gung vom 2
4.
Mai 2017 per
1.
Juli 2017
auf
(
Urk.
10/A156).
Die dage
gen von der Versicherten am 26.
Juni 2017 erhobene Einsprache (Urk. 10/A157) wies die Axa Winterthur mit Entscheid vom 2
0.
Novemb
er 2018 ab (
Urk.
10/A173 = Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
7.
Januar 2019 Beschwerde
und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Be
schwer
degegnerin sei zu verpflichten, ihr weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszu
richten. Eventualiter sei ein unabhängiges medizinisches Gutachten einzuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Anordnung eines zweiten Schriften
wechsels (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
9.
Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage der Akten [
Urk.
10/A1-173; Urk.
10/M1-52] sowie des IK-Auszugs der Beschwerdeführerin [
Urk.
8]). Mit Verfügung vom
1
3.
Mai 2019
wurde der Beschwerdeführerin die Be
schwerde
antwort
zur Kenntnisnahme
zugestellt
und das Gesuch um Durch
führung eines zweiten Schriftenwechsels abge
wiesen
(Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
4.
September 1997
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
des
UVG, i
n der bis zum 3
1.
Dezember 2016 geltenden Fassung). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts [ATSG]
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
1.3
.1
Die Revision einer Invalidenrente der Unfallversicherung richtet sich – vom vor
liegend nicht erfüllten Spezialfall von
Art.
22 UV
G abgesehen – nach
Art.
17 Abs.
1 ATSG (vgl. Art 1
Abs.
1 UVG).
Gemäss dieser Norm wird die Rente dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Renten
bezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert.
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine Verände
rung der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung bestehen – Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V
108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung ist die erforderliche Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung gegeben, wenn
sich der Invaliditätsgrad um 5
% ändert (BGE 140 V 85 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
1.3
.2
Eine erhebliche Änderung der erwerblichen Auswirkungen bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand liegt auch dann vor, wenn die versicherte Person eine besser
entlöhnte
Stelle gefunden hat. Das daraus resultierende höhere Invalideneinkommen ist im Vergleich zum
Valideneinkommen
als revisions
recht
liche Tatsachenänderung zu berücks
ichtigen (SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E.
3a, 3c;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., 2015, N 32 zu
Art.
17 ATSG mit Hinwei
sen).
1.3
.3
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1).
1.4
1.4.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.4.2
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
1.4.3
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
eine berufliche Weiter
ent
wick
lung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mit
be
rück
sichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Ein
kommen tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Blosse Ab
sichts
erklärungen der versicherten Person genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009 E. 4.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwicklung
können unter Umständen aus einer besonderen beruf
lichen Quali
fi
zierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Ent
wick
lung ge
zogen werden, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesund
heitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter an
de
rem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall weiter
geführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen In
validenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die ver
si
ch
erte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im an
ge
stammten Tätigkeitsgebiet erreicht
(RKUV 2005 Nr. U 554 S. 315, U
340/04; Urteile des Bundesgerichts U 183/02 vom 2
6.
Mai 2003 E. 6.2; 8C_557/2010 vom 1
5.
Dezember 2010 E. 3.3.).
1.4.4
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werb
lichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und er
scheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali
den
lohn (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdeführer
in
auch über den
1.
Juli 2017
hinaus Anspruch auf die bisherige Invalidenrente b
ei einem Invaliditätsgrad von 10
%
hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog in ihrem
Einspracheentscheid
vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
2),
im Rahmen der vergleichsweisen Fallerledigung im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im Juni 2004
sei festgehalten worden, dass aufgrund der Unfall
folgen ein Stellenwechsel in die Stadt unmöglich sei, was in der Zwischen
zeit nicht mehr der Tatsache entspreche.
Die
Beschwerdeführerin gehe
seit September 2007
einer Erwerbs
tätigkeit in der Stadt Zürich nach
und erziele seit Juli 2009 ein renten
aus
schliessendes Erwerbs
einkommen.
Die Beschwerdegegnerin präzi
sierte, n
achdem im Rahmen des Ver
gleichs vom
2
4.
Juni 2004
von einer
9
0%igen Arbeitsfähigkeit als
Prophylaxe A
ssistentin
ausgegangen worden sei,
handle es sich bei der über diese Ein
schränkung von 10
%
hinausgehende
n
Reduktion des Arbeitspensums um eine selbst gewählte, welche bereits im Jahr 2003 praktiziert worden sei. Entsprechend sei das ab Juli 2009 bei der
E._
in einem 80%-Pensum erzielte Ein
kommen auf ein 90%-Pensum hochzurechnen.
Mithin belaufe sich das ab Juli 2009 erzielte Invalideneinkommen auf
Fr.
81'900.--. Verglichen mit dem an den Nominallohnindex angepassten
Valideneinkommen
von Fr.
79'537.20 im Jahr 2009, resultiere ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
In
der Be
schwerdeantwort vom
9.
Mai 2019 (
Urk.
7)
führte
sie
aus
,
es sei zu unterscheiden zwischen dem Einkommensvergleich zur Prüfung der Frage, ob sich die er
werb
lichen Verhältnisse in einer Weise verändert hätten, die eine Rentenrevision nach Art. 17
Abs.
1 ATSG begründeten
,
und
dem Einkommensvergleich zur Be
stim
mung des IV-Grades, bei welchem beim Invalideneinkommen nicht un
be
sehen das tatsächliche Einkommen, sondern das der effektiven Leistungs
fähigkeit ent
sprechende Invalideneinkommen zu berücksichtigen sei. G
emäss IK-Auszug habe die Beschwerdeführerin in den Jahren 2013 bis 2015 folgende Einkommen erzielt: Fr. 85'625.-- (2013); Fr. 88'464.-- (2014) und Fr. 89'173.-- (2015).
Dies stelle – im Vergleich zu den Verhältnissen bei der Rentenverfügung vom
2
4.
Juni 2004
– eine wesentliche Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen dar, weshalb eine Rentenrevision durchzuführen sei. Beim Einkommens
vergleich (
Validenein
kommen
2015
: Fr.
81’892
.--,
durchschnittliches
Invalideneinkommen 201
5:
Fr.
87
‘
754
.--) resultiere
k
ein
Invaliditätsgrad
mehr
, womit kein Renten
anspruch mehr bestehe.
2.3
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2019 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, der Vergleich habe zu einer end
gültigen Einigung geführt. Im Übrigen habe sich weder in gesundheitlicher noch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Änderung des Sachverhalts ergeben. Ferner könne auch nicht auf den Einkommensvergleich
abgestellt werden. Die B
eschwer
de
führerin würde
heute ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 20
%
mehr ver
dienen, was nicht berücksichtigt worden sei. Schliesslich b
eruhe
die Annahme der Beschwerdegegnerin, dass es sich bei dem 80%-Pensum um ein selbst ge
wähltes Pensum handle, auf reinen Mutmassungen, wofür keine Anhaltspunkte vor
liegen würden.
3.
Die Beschwerdeführerin widersetzt sich
der Rentenrevision unter Hinweis darauf, dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
in
Bestätigung eines zwischen de
r
Ver
sicherten und der Unfallversicherung abgeschlossenen Vergleiches
erfolgte. Dies
bezüglich ist darauf hinzuweisen, dass praxisgemäss
auch rentenzu
sprech
ende Verfügungen, welche auf einem Vergleich beruhen, ohne Weiteres in An
wen
dung von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidierbar
sind
(
vgl.
Urteil
e des Bundes
gerichts
8C_716/2012 vom
3.
Mai 2013 E. 4.1,
8C_739/2011 vom 2
0.
August 2012 E. 4.1 mit weiterem Hinweis, 8C_457/2014 vom
5.
September 2014 E. 2.4).
Es besteht kein Grund, bezüglich Revision nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG Rentenzusprachen, welche auf einem Vergleich beruhen, anders zu behandeln als andere Renten
zu
sprachen.
Art.
17 ATSG betrifft die «formell rechtskräftige» Ent
schei
dung und bezieht sich auf eine nachträgliche Änderung des massgebenden Sach
verhalts (Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015
Art.
17 N 4).
4.
Mit Einreichung des Fragebogens zur Rentenrevision im September 2016 gab die Beschwerdeführerin an, dass sich an ihrem Gesundheitszustand nichts verändert habe (vgl.
Urk.
10/A154). Dies bestätigte sie sowohl in ihrer Einsprache vom 26. Juni 2017 (vgl.
Urk.
10/A157)
,
als auch in ihrer Beschwerde vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
2), wonach sich der Sachverhalt weder in gesundheitlicher noch in wirtschaftlicher Hinsicht geändert habe. Die Beschwerdegegnerin nahm im Rah
men der Rentenrevision keine neuen medizinischen Abklärungen vor
.
M
ithin ist
unbestritten
, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Ren
tenzusprache
mit Verfügung vom 2
4.
Juni 200
4 an sich
gleich geblieben
ist. Wei
tere Abklärungen erweisen sich
damit
als nicht notwendig.
Indes haben sich d
ie erwerblichen Verhältnisse seit der
Rentenzusprache
im Juni 2004
erheblich geändert.
Im Rahmen der auf der
vergleichsweisen Vereinbarung
beruhenden Verfügung vom 2
4.
Juni 2004 sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bei einer ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 90
%
in ange
stammter Tätigkeit als Pro
phylaxe Assistentin
(vgl.
Urk.
10/M
28
) eine Invaliden
rente
aufgrund einer Inva
li
dität von 10
%
bezogen auf einen ver
sicherten Verdienst von
Fr.
75'000.-- zu
(Urk.
10/A125), wobei der versicherte Verdienst
- auf Wunsch der Beschwerde
führerin -
basierend auf dem im Jahr 2003 in einem 80%-Pensum erzielten Einkommen in der Höhe von
Fr.
58'500.--
errechnet wurde (vgl.
Urk.
10/A121).
Ab dem
1.
Januar 2009 erzielte die Beschwerdeführerin
als Prophylaxe Assistentin
aber e
in Einkommen von min
destens Fr.
76'181.-- (Urk.
8), was eine wesent
liche Änderung darstellt (E. 1.3
.1). Es ist daher ein
Revi
sionsgrund gegeben und ein
neuer Ein
kom
mensvergleich vorzunehmen.
5.
5.1
Strittig ist
die Frage, ob das
Valideneinkommen
auf der Basis
des zum Zeitpunkt des Vergleiches angenommenen
Valideneinkommens
zu bestimmen ist
(wovon
die Beschwerdegegnerin ausgeht) oder ob
der Auffassung der
Beschwerdeführerin
zu
folgen
ist, und entsprechend
von
einer
Validenkarriere
im Sinne eines
20 % höhe
ren Erwerbseinkommen
s
auszugehen ist.
5.2
5.2.1
Grundsätzlich bleibt beim
Valideneinkommen
der zuletzt erzielte Verdienst als Bezugsgrösse bestehen, ausser es finden sich ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine berufliche Weiterentwicklung
.
Im Falle einer jungen Versicherten, die am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn von einem versicherten Ereignis betroffen wurde, entzieht sich die hypothetische Tatsache
einer Jahre
später ohne In
validi
tät ausgeübten bestimmten Tätigkeit naturgemäss einem strikten Beweis, zumal das lebenslange Ausüben eines einmal erlernten Berufes in den derzeitigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen immer weniger die Regel bildet, die ständige berufliche Qualifizierung hingegen weit verbreitet ist. Die An
for
de
run
g
en an den massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dürfen daher nicht überspannt werden. Gleichwohl muss der hypothetische beruf
liche Werdegang dem
Gericht
wahrscheinlicher erscheinen als die Weiteraus
übung der angestammten Arbeit (
vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungs
gerichts U 340/04 vom
9.
März 2005 E. 2.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Im Zeitpunkt der Vereinbarung war die Beschwerdeführerin zu 80
%
als Prophy
laxe Assistentin bei
Dr.
med.
dent
.
F._
tätig (
Urk.
10/M120).
Seit dem 1
7.
September 2007 ist die Beschwerdeführerin bei
Dr.
med.
dent
.
G._
bei der
E._
als Prophylaxe Assistentin angestellt. Anfänglich war sie in einem 40%-Pensum
erwerbs
tätig, seit
8.
Juni 2009 zu 80
%
.
Im Fol
gen
den absolvierte sie diverse Weiterbildungskurse (
vgl.
Urk.
10/M162) und wurde p
er
1.
Mai 2011 auf Abruf als Springerin zusätzlich zur Einsatzplanung einge
setzt. Ab dem
1.
April 2013 übernahm sie die Betreuung des Dentalhygiene- und Pro
phy
laxe-Teams (vgl.
Urk.
10/M154)
.
5.2.3
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung können aus den beruflichen Qualifi
zie
rungen, welche die Beschwerdeführerin als Invalide
in ihrer angestammten Tätig
keit
erreichen konnte, Rück
schlüsse auf eine mögliche berufliche Entwick
lung im Gesundheitsfall gezogen werden
(vgl. E. 1.4.3)
.
Dass sich die Beschwer
deführerin unbestrittenermassen mit Erfolg in ihrem neuen Tätigkeitsgebiet als
L
eiterin
des Dentalhygiene- und
Prophylaxe
-Teams
etabliert hat, lässt vermuten, sie hätte sich im Gesundheitsfall ebenfalls gewissenhaft und interessiert um ihre Weiterbildung gekümmert.
Die Beschwerdeführerin machte geltend, im Gesund
heitsfall würde sie heute 20
%
mehr verdienen
. Wie die nachfolgenden Erwägun
gen zeigen, kann
offen bleiben
, ob diese von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Karrierehypothese überwiegend wahrscheinlich ist.
Gemäss Auszug aus dem IK verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 2003 Fr. 58'500.--.
Hochgerechnet auf 100
%
und unter Berücksichtigung einer hypo
thetischen
Validenkarriere
ergibt sich ein Einkommen von
Fr.
87'750.-- (Fr. 73'125.-- x 120 %),
was als Basis für die Festsetzung des
Valideneinkommens
heranzuziehen ist
. Unter Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung (Bun
des
amt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2018,
Frauen; Stand 2003
:
2334
, Stand 2015:
2686
) ist das
Valideneinkommen
mit Fr.
100'983.95
zu beziffern (
Fr.
87’750
.
-- :
2334
x
2686
).
5.3
Für die Festlegung des Invalideneinkommens sind die tatsächlichen Ein
kom
mens
verhältnisse, wie sie sich heute präsentieren, hinzuzuziehen. Seit dem 1. April 2013 ist die Beschwerdeführerin bei der
E._
als Teamleiterin tätig (vgl.
Urk.
10/M154). Gemäss IK-Auszug erzielte die Beschwerdeführerin in einem 80%-Pensum Einkommen in der Höhe von
Fr.
85'625.-- (im Jahr 2013), Fr. 88'464.-- (2014) und Fr. 89'173.-- (2015). Durchschnittlich ist von einem Jahres
einkommen in der Höhe von
Fr.
87'754.-- auszugehen
.
Die Beschwerdeführerin arbeitete lediglich zu 80
%
, obwohl ihr aus medizinischer Sicht eine 90%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit attestiert wurde (vgl.
Urk.
10/M
28
). Gesundheitlich hat sich laut Beschwerdeführerin nichts ver
ändert (vgl.
E. 4 hiervor). Mithin schöpft die Beschwerdeführerin die ihr verblei
ben
de
Resta
rbeits
fähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll aus, was im Rahmen der Festsetzung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen ist.
Ihr ist das hypothetisch mögliche Einkommen in einem 90%-Pensum anzurechnen und d
as
Invaliden
ein
kommen
ist auf
Fr.
98'723.25
festzusetzen
(Fr. 87'754.
-- :
80 x 90).
5.4
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
100'983.95
(vgl. E.
5.2
.3
) mit diesem Invalideneinkommen resultie
rt eine Erwerbseinbusse von Fr. 2'260.70
oder ein Invaliditätsgrad von gerundet 2
%
. Somit besteht auch unter der Annahme, dass im Gesundheitsfalle
die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Karriere erfolgt wäre, k
ein Anspruch auf eine Invalidenrente
mehr
.
6.
Die Beschwerde erweist sich somit
im Erge
b
nis
als unbegründet und ist abzuwei
sen.