# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 19522473-3273-4c7a-b346-efbeb0881aae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1972 geborene
X._
war
bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet
, als sie am 14. September 2010 in ihrer Wohnung über eine Schwelle stolperte und sich dabei an der rechten Schulter verletzte (Urk.
11
/16/161). Am 18. Oktober 2011 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
11
/9). In der Folge nahm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erwerbliche Unterlagen (Urk.
11
/1-2,
11
/8,
11
/13,
11
/18), Berichte der behandelnden Ärzte (Urk.
11
/15,
11
/20,
11
/24) sowie die Akten der
Suva (
Urk.
11
/16) zu den Ak
ten. Mit Vorbescheid vom 6. Feb
ruar 2012 stellte
sie
der Versicherten mangels invalidenversiche
rungsrechtlich relevanter Einschränkun
gen die Abweisung des Leistungsbegeh
rens in Aussicht (Urk.
11
/27). Hiergegen liess die Versicherte unter Beilage eines Unfallscheines, eines Arbeitsvertrags sowie dessen Kündigung und weiterer medizinischer Berichte (Urk.
11
/28-29,
11
/33/1-13) Einwand erheben (Urk.
11
/30,
11
/34). Daraufhin wurde die Versi
cher
te am 27. April 2012 von med.
pract
.
Y._
, Fachärztin für Or
tho
pädische Chirurgie und Traumatologie, Ärztin des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
, untersucht (Urk.
11
/40),
es wurden weitere Arztberichte zu den Akten genommen (Urk.
11
/41,
11
/48-53) und hernach wurde eine weitere Stel
lung
nahme der RAD-Ärztin eingeholt (Urk.
11
/62/3). Sodann wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 20. Juni 2012 ab (Urk.
11
/64).
Die dagegen am
23. August 2012
erhobene
Beschwerde
(Urk.
11/
78/3-10)
wies
das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil
IV.2012.00825
vom 7. August 2014 ab
(Urk. 11/
105).
1.2
Im Dezember 2015
meldete sich
die
Versicherte
unter Hinweis auf einen am 28. März 2014 erfolgten Treppensturz mit Verletzung beider Schultern
erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
(Urk. 11/
113,
Urk.
11/122). Die IV-Stelle holte daraufhin die Akten der Suva
(Urk. 11/
116-118), einen aktuellen Auszug
aus dem individuellen Konto der Versicherten
(
IK-Aus
zug;
Urk. 11/
124) sowie Berichte der behandelnden Ärzte
(Urk. 11/
125-126) ein.
Dazu nahm med.
pract
.
Y._
am 1. Juli 2016 Stellung
(Urk. 11/
129/3). Mit Vorbescheid vom 17. August 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk. 11/
130). Dagegen erhob die
Versicherte
am 16. September 2016 Einwand
(Urk. 11/
135). Nach dem Einholen der RAD-Stellungnahme vom 21. September 2016
(Urk. 11/
139/2-3) verfügte die IV-Stelle am 18. Oktober 2016 im angekündigten Sinne
(Urk. 11/
140 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die
Versicherte
am 21. November 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente gemäss dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zuzusprechen. Eventualiter sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ein medizinisches, externes Gutachten durch das Gericht in Auftrag
z
u geben und es sei anschliessend über ihren Rentenanspruch zu entscheiden.
In prozessualer Hinsicht beantragte
sie
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
)
, so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt
auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
mit dem Treppensturz vom März 2014 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht wesentlich verändert. Eine Hilfstätigkeit sei ihr weiterhin vollzeitlich zumutbar
, wobei nun repetitive Belastungen auch für den linken Arm auszuschliessen seien. Selbst die behandelnde Ärztin
Dr. med.
Z._
, Fach
ärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
halte
laut ihrem Bericht vom 29. März 2016 ab dem 14. März 2016
eine angepasste Tätigkeit für zu 100
Prozent
zumutbar
. Sodann habe der Kreisarzt der Suva überzeugend dargelegt, dass seit 2010 keine Verschlechterung der rechten Schulter eingetreten sei
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte demgegenüber
mit näherer Begründung
vor,
der Aktenbeurteilung des RAD komme kein Beweiswert zu. Die Ärzte der Uniklinik
A._
hätten eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit für manuelle Tätigkeiten festgehalten und Dr.
Z._
attestiere eine stark eingeschränkte Resterwerbsfähigkeit
von 30 bis 40 Prozent
(Urk. 1 S. 4
ff.
).
Da ihr lediglich noch leichte Arbeiten mit erheblichen Einschränkung
en
zuzumuten seien
sowie
wegen längerer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sei ein leidensbedingter Abzug von 25 Prozent vorzunehmen. Es resultiere ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Eventualiter bestehe Anspruch darauf, die Leistungsfähigkeit mittels Gutachten abklären zu lassen (Urk. 1 S. 7).
3.1
3.1.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen)
, mithin die
mit Gerichtsurteil vom 7. August 2014
(Urk.
11/105)
bestätigte
Verfügung
der IV-Stelle
vom
20. Juni 2012
(Urk.
11/
64
).
3.1.2
Diese Verfügung basierte
namentlich
auf folgenden Entscheidungsgrundlagen:
Nach dem Unfall vom 14. September 2010 stellte Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom
11.
November 2010 die Diagnose einer posttraumatischen Periarthritis
humeros
capularis
(PHS) rechts bei kompletter Läsion der
Supraspinatussehne
, einer par
tiellen Läsion der
Infraspinatussehne
sowie einer AC-Gelenkarthrose und ei
nes
subakromialen
Impingements
(Urk.
11
/16/91).
In ihrem Bericht vom 14.
November 2011 nannte Dr.
Z._
als Diagnosen eine
Frozen
Shoulder
nach inkompletter
Supraspinatussehnen
-Ruptur rechts mit Kalkdepots, ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
subligamentärer
Diskushernie L4/5 und
Protrusion
L5/S1 sowie Knieschmerzen links bei
Valgus
-Stellung. Arbeiten mit manueller Belastung, insbesondere Belastung der oberen Extremitäten, seien der Beschwerdeführerin nicht zumutbar, weshalb sie in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit dem 14. September 2010 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk.
11
/15/1-2). Zumutbar seien ihr einzig wechselbe
lastende Tätigkeiten (Urk.
11
/15/4).
Die Kreisärztin Dr. med.
B._
, Fachärztin für Chirurgie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 23. November 2011. Das rechte Schultergelenk betreffend hielt Dr.
B._
fest, die klinisch gezeigte Bewegungseinschränkung lasse sich nicht objektivieren und das demonstrierte Ausmass der
g
eklagten Beschwerden sei nicht nachvollziehbar. Die Lendenwirbelsäule sei frei beweg
lich und Schmerzen seien nur beim Aufrichten angegeben worden. Das linke Kniegelenk sei reizlos, frei beweglich und es bestünden keine Anhaltspunkte für einen intraartikulären Erguss. Eine leichte bis mittelschwere manuelle Tätigkeit bis zur Horizontalen ohne Überkopfarbeit, ohne körperfernes Hantieren von Gewichten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und ohne Bedienen von vibrationserzeugenden Maschinen sei
der Versicherten
ganztags zumutbar (Urk.
11
/16/19).
Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
der a
m 9. Mai 2011 bei der Beschwerdeführerin eine Schulterarthroskopie rechts durch
geführt hatte
(Urk. 11/16/44
),
diagnostizierte in seinem Bericht vom 20. Januar 2012 eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter sowie je ein Schmerzsyn
drom an beiden Knien sowie an der rechten Schulter. Die Beschwerdeführerin sei letztmals am 28. November 2011 bei ihm gewesen (Urk
. 11
/24/6). Es bestün
den Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter. Diese würden Überkopf
arbeiten verunmöglichen. Auch könne die Beschwerdeführerin als Reinigungs
frau nicht sicher auf Leitern steigen oder mit dem rechten Arm Fenster putzen. Als Reinigungskraft sei sie daher während seiner Behandlung vom 28. März bis am 28. November 2011 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (Urk.
11
/24/8). Zumut
bar seien hingegen behinderungsgerechte leichte Arbeiten unter Beachtung der Schonkriterien für den rechten Arm beziehungsweise für die rechte Schulter. Nicht zumutbar seien Überkopfarbeiten, das Besteigen von Leitern und Putzar
beiten mit dem rechten Arm (Urk.
11
/24/11).
Am 27. April 2012 wurde die Beschwerdeführerin von der RAD-Ärztin med.
pract
.
Y._
orthopädisch und rheumatologisch untersucht (Urk.
11
/40). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
dies
e eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der rechten Schulter,
währenddem
sie der
Gonalgie
links keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass (Urk.
11
/40/8). Sie hielt fest, objektive Hinweise auf eine vollständige Gebrauchsunfähigkeit des rechten Armes seien nicht zu finden gewesen. Mit den somatischen Beeinträchtigungen sei
die Beschwerdeführerin
in ihrer bisherigen Tätigkeit als Service- oder Reinigungskraft seit Sep
tember 2010 zu 100 % arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über zehn Kilogramm, ohne Heben über Brust- und Schulterhöhe, ohne häufige repetitive Belastungen des rechten Armes, ohne Überkopf- und Überschulterarbeit, ohne Arbeiten in Armvorhalte und ohne Arbeiten mit Vibrations- und Schlageinwir
kungen auf den Schultergürtel sei seit der kreisärztlichen Untersuchung vom
23.
November 2011 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit gegeben (Urk. 1
1
/40/9).
Auf diese Einschätzung hat das Gericht in seinem Urteil, das rechtskräftig wurde, abgestellt.
3.2
3.2.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der nun zu beurteilenden angefochtenen Verfügung präsentierte sich die Aktenlage wie folgt:
Die Beschwerdeführerin
führt
e in ihrer Neuanmeldung
vom 12. Dezember 2015 aus, dass sie sich am 28. März 2014 bei
einem Treppensturz Verletzungen an beiden Schultern zugezogen habe und nun immer noch vollumfänglich arbeitsunfähig sei
(Urk. 11/
122/5).
3.2.2
Im Bericht vom 16. Oktober 2015 nannten die Ärzte der Uniklinik
A._
die Diagnosen globaler Schulterschmerzen links bei einer
Supraspinatussehn
e
nruptur
und einer kleinen
bursaseitigen
Partialrupt
u
r der
Infraspinatussehne
links sowie chronische Restbeschwerden an der
Schulter
rechts nach durchgemachter adhäsiver
K
apsulitis
mit stationärer gelenkseitiger kleiner Partialruptur der
Supraspinatussehne
(Urk. 11/
125/11).
Am 30. März 2016
gaben sie an
, bei deutlicher Beweglichkeitseinschränkung beider Schultern, rechts mehr als links, sei von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in manueller Tätigkeit auszugehen. Für eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bedürfe es einer arbeitsmedizinischen Untersuchung
(Urk. 11/
125/8-9).
3.2.3
Dem Bericht von Dr.
Z._
vom 29. März 2016 ist zu entnehmen, es bestünden stark ausgeprägte
Druckdolenzen
subakromial
beidseits mit stark eingeschränkter Beweglichkeit vor allem rechts.
D
ie linke Schulter sei etwas besser beweglich, jedoch mit Endphasenschmerzen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit attestierte sie der Beschwerdeführerin eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100 % für die Zeit vom 28.
März 2014 bis zum 13. März 2016
, da sämtliche für die oberen Extremitäten belastenden Arbeiten nicht zumutbar seien. Für die Zeit ab dem 14. März 2016 nannte Dr.
Z._
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 0 %, wobei die letzte Kontrolle am 23. März 2016 stattgefunden hatte
(Urk. 11/
126/1-3).
Zumutbar seien der Beschwerdeführerin wechselbelastende sowie vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten. Nicht zumutbar seien dabei Über
kopfa
rbeiten, Kauern, Heben/Tragen sowie
das Besteigen von Leitern und
Gerüste
n
(Urk. 11/
126/5).
3.2.4
Suva
-Kreisarzt
Dr.
med.
D._
,
Facharzt
für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gelangte in seiner Beurteilung vom
3. Dezember 2015
betreffend die rechte Schulter
zum Schluss,
es seien keine Folgen des Unfalls vom 28. März 2014 ausgewiesen. Sowohl vor als auch nach dem Unfall habe
die Versicherte
über - subjektiv gleich starke - Schmerzen geklagt, welche keinem morphologischen Korrelat zuzuordnen seien.
Durch die an der Uniklinik
A._
dokumentierten körperlichen Untersuchungsbefunde sowie magnetresonanztomographisch zeige sich keine Veränderung der Befunde
(Urk. 11/
116/31).
3.2.5
Med.
pract
.
Y._
führte am 21. September 2016 aus, repetitive Belastungen seien nun auch für den linken Arm auszuschliessen. Die übrigen den Schultergürtel betreffenden Einschränkungen seien bereits im Jahr 2012 beidseitig berücksichtigt worden, indem beispielsweise Überkopfarbeiten grundsätzlich ausgeschlossen worden seien
. Die wesentlichste Abweichung in der Beurteilung von Dr.
Z._
,
wonach rein sitzende und rein stehende Tätigkeiten nicht zumutbar seien, sei nicht mit der Schulterschädigung zu begründen. Sodann habe sich der Zustand der rechten Schulter laut der kreisärztlichen Beurteilung vom 3. Dezember 2015 nicht verschlechtert
(Urk. 11/
139/2-3)
.
3.2.6
Mit ärztlichem Zeugnis vom 1
8
. November 2016
, das von der Versicherten eingeholt worden war,
attestierte Dr.
Z._
der Beschwerdeführerin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
ab 1. September 2016 (
Urk.
3
/3). Am 18. November 2016 berichtete sie, die Beschwerdeführerin sei wegen permanenter Schmerzen in ihrem Alltag deutlich behindert. Sämtliche Belastungen der oberen Extremitäten führten sowohl zu lokalen Schulterschmerzen wie auch zur Ausdehnung der muskulären Verspannungen bis zur zervik
a
len Region. Die Beweglichkeit beider Schultergelenke sei stark einges
chränkt, insbesondere die Elevation führe zu star
ken Phasenschmerzen, wobei die Beschwerdeführerin keine Arbeiten über der Schulterlinie ausüben könne. Die repetitiven Bewegungen sowie auch Heben und Tragen leichter Gegenstände führten zu
eine
r Zunahme der Sch
merzen. Jegliche Überbelastung
führe
zu Ruheschmerzen
(Urk.
3/4 S. 1).
Unter diesen Umständen sei die Beschwerdeführerin ausschliesslich für schulteradaptierte Tätigkeiten einsetzbar. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr stundenweise bis zu einem Pensum von 30 bis 40 % zumutbar, allerdings bestehe in der Praxis kaum eine verwertbare Arbeitsfähigkeit
(Urk. 3/
4 S. 2).
4.
4.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob zur Ermittlung des medizi
nischen Sachverhalts auf die Stellungnahme des RAD vom
21. September
2016 abge
stellt werden kann. Bei den Ausführungen der RAD-Ärztin med.
pract
.
Y._
handelt es sich um eine reine Aktenbeurteilung, da sie die Beschwerdeführerin nach der Neuanmeldung nicht mehr persönlich untersuchte
(Urk.
11/139/2-3).
4.2
Eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann
beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver
halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (
vgl. das
Urteil
des Bundesgerichts
9C_335/2015
vom
1. September 2015
E.
3
.1
mit Hinweis
).
4.
3
Der Sachverhalt hat sich
seit der
Verfügung vom 20. Juni 2012
insofern verändert, als die Beschwerdeführerin nun
laut den behandelnden Ärzten
zusätzlich zu den chronischen Beschwerden an der rechten Schulter
an globalen Schulterschmerzen links bei einer
Supraspinatusinnenruptur
und
bursaseitiger
Partialruptur der
Infraspinatussehne
leidet
(
Urk. 11/125/11,
Urk.
11/126/1).
Dass
der Zustand
an der rechten Schulter
im Wesentlichen
unverändert ist, ergibt sich aus dem kreisärztlichen Bericht vom 3. Dezember 2015
und
ist
vor dem Hintergrund
der unveränderten magnetresonanztomographischen Befunde
schlüssig
(Urk.
11/116/31).
4.4
Angesichts dessen, dass die Beweglichkeit links besser ist als jene rechts
(Urk.
11/125/8, Urk. 11/125/12, Urk. 11/126/2)
, überzeugt die RAD-Beurteilung, wonach bezüglich der linken Schulter keine weitergehenden Einschränkungen bestehen als im Zusammenhang mit der rechten Schulter, sondern einzig mit dem linken Arm nun auch keine repetitiven Belastungen mehr möglich sind
(Urk.
11/139/2).
Da es sich dabei nur um eine unwesentliche Veränderung des zumutbaren Belastungsprofils handelt und der Beschwerdeführerin nach wie vor ein breites Spektrum an Hilfstätigkeiten offensteht, ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle diese Veränderung als nicht anspruchserheblich qualifiziert hat.
Falls die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall teilweise im Aufgabenbereich tätig zu qualifizieren wäre,
was sie bestreitet (Urk. 1 S. 7 Ziff. 16),
könnten ihre Einschränkungen im Haushalt etwas zugenommen haben
, da sie bisher teilweise - zum Beispiel beim Fensterputzen - auf eine Verrichtung mit dem linken Arm ausweichen konnte
. Unter Berücksichtigung der bei der Bemessung der Invalidität im Haushalt tätiger Versicherten
zu beachtenden
weitgehenden
Schadenminde
rungs
pflicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen) ist jedoch auch im Haushaltsbereich nicht von einer relevanten Verschlechterung auszugehen.
4.5
Das von Dr.
Z._
im Bericht vom 29. März 2016 beschriebene Zumutbarkeitsprofil weicht nur insoweit von der RAD-Beurteilung ab, als Dr.
Z._
nur wechselbelastende und vorwiegend im Gehen auszuübende Tätigkeiten für zumutbar hielt
(Urk.
11/126/5). Daraus lässt sich allerdings nicht auf eine wesentliche Verschlechterung schliessen, zumal Dr.
Z._
das Zumutbarkeitsprofil bereits im Vergleichszeitpunkt auf wechselbelastende Tätigkeiten beschränkt gehabt hatte
(Urk.
11/
15/4
).
Auch die von den Ärzten der Uniklinik
A._
angegebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bei manuellen Tätigkeiten
(Urk.
11/125/8) stellt keine Verschlechterung dar,
wo doch
Dr.
Z._
bereits im Vergleichszeitpunkt festgehalten hatte, Tätigkeiten mit manueller Belastung seien nicht mehr zumutbar
(Urk.
11/15/2).
4.6
In den
neue
n, zusammen mit der Beschwerde eingereichten
Berichte
n von Dr.
Z._
(Urk. 3/3-4) ist
nicht von einer Verschlechterung die Rede
, sondern
Dr.
Z._
führte aus, im Bereich der Schultergelenke seien keine neuen Läsionen zu sehen gewesen mittels MRI-Untersuchungen (Urk. 3/4 S. 1). Mithin
erfolgte
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts
, wobei sich Dr.
Z._
unkritisch auf die Angaben der
Beschwerdeführerin bezüglich
ihr
er Schmerzen stützte (vgl. Urk. 3/4)
.
Sofern
der beschwerdeweise geltend gemachte Einwand zutrifft (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 9), wonach Dr.
Z._
zuhanden der IV-Stelle nur deshalb ab dem 14.
März 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
bescheinigt
hatt
e
, damit
letztere
sich beim
regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
anmelden
konnte
, liegt der Schluss nahe, dass
ihr Attest einer
(
teilweisen
)
Arbeitsun
fähigkeit auch
für angepasste Tätigkeiten
zuhanden des Rechtsvertreters
der Beschwerdeführerin
nun
- ebenfalls im Interesse der Beschwerdeführerin -
z
wecks Rentenbezug
s erfolgt
e
.
Dies entspricht auch der Erfahrungstatsache, dass Haus
ärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
4.7
Die Ärzte der Uniklinik
A._
hielten zwar - wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht (Urk. 1 S. 5 Ziff. 11) -
fest, für eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bedürfe es einer detaillierten arbeitsmedizinischen Untersuchung
(Urk.
11/125/8-9). Bei
Inkonsistenzen und Aggravationstendenzen aufweisendem
Verhalten, wie die Beschwerdeführerin es aufweist
(Urk.
11/16/18-19, Urk. 11/24/7, Urk. 11/40/9
, Urk. 11/129/3
), ist indes von arbeitsmedizinischen Untersuchungen
erfahrungsgemäss
kein weiterer Erkenntnisgewinn zu erwarten (vgl. auch die Ausführungen von Dr.
D._
zur Frage nach zusätzlichen spezialärztlichen Untersuchungen
, Urk. 11/116/33)
, da die Arbeitsmediziner in diesen Fällen ebenfalls auf eine medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zurückgreifen müssen.
Demnach ist dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, ihr persönliches Leistungsvermögen sei zu testen (Urk. 1 S. 5 Ziff. 11), nicht stattzugeben. Vielmehr
erweist sich
die Anpassung des Zumut
barkeitsprofils aufgrund der vorhandenen Akten
als
ausreichend.
4.8
Dass die RAD-Ärztin das Zumutbarkeitsprofil erst
, aber immerhin,
nach entsprechendem Insistieren der Beschwerdeführerin anpasste (vgl. den Einwand in Urk. 1 S. 6
), weist nicht auf eine Befangenheit hin, sondern ist
wohl darauf zurückzuführen
, dass die RAD-Ärztin die zusätzliche Einschränkung nicht als relevant beziehungsweise als vernachlässigbar erachtete (vgl. Urk. 11/
129/3
, Urk. 11/139/2).
Hinzu kommt, dass die Einschränkung an der linken Schulter geringer ist als jene an der rechten
(Urk.
11/125/8), sodass nicht gerade ins Auge sprang, dass das Zumutbarkeitsprofil angepasst werden musste.
Mithin schmälert auch dieses Argument die Beweiskraft der RAD-Stellungnahme nicht
.
4.9
Zusammengefasst ist nach dem Ausgeführten eine
anspruchsrelevante gesund
heitliche Verschlechterung
im hier
massgebenden
Beurteilungsz
eitraum nicht
erstellt und von weitere
n Abklärungen ist in antizipiert
er Beweiswürdigung
(
vgl.
BGE
124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d und 136 I 229 E.
5.3
)
kein anderes Ergebnis zu erwarten. Damit erweist sich die
angefochtene
Verfüg
ung der Beschwerde
gegnerin als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Mit der Beschwerde vom
21
. November 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung von Rechtsanwalt
MLaw
Markus
Loher
zum unentgeltli
chen Rechtsvertreter (Urk. 1 S.
2). Vorliegend sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der
unentgeltlich
en Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsvertretung
gemäss
§ 16 Abs. 1
und 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt, weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
5
.2
Die Kosten des Verfahrens
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
sind auf Fr.
7
00.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der
unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gericht
s
kasse zu nehmen.
5
.3
Rechtsanwalt Markus
Loher
mac
hte mit Honorarnote beziehungsweise
„
Timesheet
“
vom 15. Mai 2018
einen Aufwand von
13,1 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 117.90
geltend
(Urk. 20)
.
Dies
er Aufwand
ist unter Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Dementsprechend ist die
E
ntschädigung
für die unent
geltliche Rechtsvertretung
beim gerichtsüblichen Stundenansatz
von Fr. 220.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer)
auf Fr.
3'229.
90
(enthaltend Fr.
2'882.--
sowie
Mehrwertsteuer
von 8 %
auf Fr.
2'684.--
[entsprechend Fr.
214.72
] und
von
7,7 % auf Fr.
198.--
[entsprechend Fr.
15.25
] sowie Barauslagen von Fr.
117.90
)
festzusetzen.
5
.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanwalt
Markus
Loher
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.