# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 238d8dff-6d3c-4489-90fb-3dca514001d4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wuchs in G. auf. Nach der obligatorischen Schule absolvierte er eine Lehre bei der I. und später eine solche als Verkäufer. In den folgenden Jahren bildete er sich zum eidg. dipl. Handlungsreisenden weiter. Als solcher arbeitete er bei den Firmen J., K., L. L. und M.. Seit 2005 ist A. bei der Firma N., O., angestellt. Sein durchschnittliches Monatseinkommen beläuft sich auf ca. Fr. 6'000.-- netto. Er besitzt ein Haus, auf welchem eine Hypothek lastet. A. ist verheiratet und Vater von vier Kindern (geboren 1979, 1987, 1991 und 1994). Für die drei jüngeren Kinder muss er finanziell noch aufkommen. Seine Ehefrau ist ebenfalls erwerbstätig.
A. ist nicht vorbestraft. Er geniesst einen guten Leumund.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Juli 2009 wurde A. wegen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Juli 2009 folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Mit Schreiben vom 11. November 2008 teilte die Schuldirektion der Stadt G. dem Angeklagten und seiner Ehefrau mit, dass der Versuch, ihrem Sohn B., geb. 4. April 1994, einen Neuanfang in der Stadtschule zu ermöglichen, gescheitert sei. Eine weitere Beschulung und damit eine Reintegration in eine Regelklasse sei nicht möglich. Entsprechend werde die Schuldirektion dem Schulrat einen Antrag auf Schulausschluss stellen.
A. erhielt dieses Schreiben am 19. November 2008. Noch gleichentags begab er sich unangemeldet zum Sozialpädagogen der Vormundschaftsbehörde des Kreises G., C., um mit ihm die neue Situation zu besprechen. C., der mit dem Angeklagten schon vorher verschiedentlich Kontakt gehabt hatte, erklärte diesem, dass die Vormundschaftsbehörde gegen einen Schulausschluss von B. nichts unternehmen könne. A. erwiderte hierauf in einem aggressiven Ton, er werde sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen den Schulausschluss seines Sohnes wehren. Falls dies nicht zum Erfolg führe, habe er zuhause noch eine doppelläufige Flinte. Er sei auch ein guter Schütze. C. fasste diese Aussage als Drohung gegenüber der Schulbehörde auf. Er sah sich deshalb veranlasst, den Schuldirektor der Stadt G., D., über das Gespräch mit dem Angeklagten zu orientieren. Dieser fühlte sich in der Folge massiv vom Angeklagten bedroht und orientierte die Stadtpolizei, die beim Stadthaus eine Eingangskontrolle durchführte.
Schuldirektor D. stellte noch am 19. November 2008 gegen A. Strafantrag wegen Drohung.
Der Angeklagte gibt zu, am Morgen des 19. November 2008 bei der Vormundschaftsbehörde G. an der H.-Strasse1 mit C. eine Besprechung gehabt zu haben, will aber nicht gesagt haben, eine dopperlläufige Flinte zu besitzen bzw. ein guter Schütze zu sein.“
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C. Am 10. November 2009 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur statt, an welcher A. mit seinem privaten Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, anwesend waren.
a) In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte und begründete die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:
„1. A. sei der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu verurteilen
- zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 100.--.
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
- zur Bezahlung einer Busse von Fr. 700.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
b) Der Verteidiger von A., Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann, stellte und begründete den Antrag, A. sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
D. Mit Urteil vom 10. November 2009, mitgeteilt am 17. Dezember 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. A. ist der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig.
2. Dafür wird A. mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à CHF 100.-- bestraft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
4. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'060.00 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'560.00 und Gerichtskosten von CHF 1'500.00) gehen zu Lasten von A. und sind innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu überweisen.

## Considerations