# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c75a7b6f-97a9-4bfb-be1f-e7026938340b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, ist Betriebsleiter der Sägerei
Y._
und ist in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva
) für die Folgen von
Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufs
krankh
eiten obligatorisch versichert. Am 26. Oktober
2011
rutschte er bei der Gartenarbeit aus und fing den Sturz mit der rechten Hand auf (Unfallmeldung UVG vom
30. Oktob
er 2011,
Urk.
9/1)
.
Wegen
Kältegefühle
n
,
Parästhesien
und Weissverfärbung
im Ringfinger rechts
suchte
er
zwei Tage später den Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgem
eine Medizin, auf (Arztzeugnis U
VG vom 3. Januar 2012,
Urk.
9/14)
,
und dieser wies ihn
dem Gefässzentrum des
A._
zu
.
Dort
wurden Oszillogramme
beider oberen Extremitäten
angefertigt, und eine
Duplexsonographie
ergab
rechts den
Befund eines
Verschlusses der
Arteria
ulnar
is
im
Hypothenarbereich
,
der zur
Diagnose eines
Hypothenar
-Hammer-Syndroms rechts
führte
(Bericht
des
A._
, Gefässzentrum,
vom 1. November 20
11,
Urk.
9/15). Im Rahmen einer kurzzeitigen
Hospitalisation
wurde daraufhin
am 1.
November 2011 eine
interventionell
-radiologische
Lyse
durchgeführt (
Berichte des Instituts für Radi
ologie des
A._
vom 1. und vom 3. Oktober 2011
,
Urk.
9/8
/1 und
Urk.
9/8/2
;
Austrittsbericht des
A._
, Departement Chirur
gie, vom 3. November 2011, Urk.
9/12).
Anlässlich einer Kontrolluntersuchung im
A._
vom 21.
Dezember 2011 berichtete
X._
über fortbestehende Beschwerden
in der rechten Hand
(Bericht vom 21. Dezember 2011,
Urk.
9/20).
Dr.
med.
B._
,
C._
,
Klinik für Plastische Chirurgie und
Hand
chirurgie
,
gab daraufhin am 1
9. Januar 2012 ein
e Zweitmeinung ab
(Urk.
9/25)
, und im
A._
wurden
am 24./25. Januar 2012 Kontrollen und nochmalige
Oszillographien
von beiden
oberen Extremitäten
durchgeführt (Bericht des
A._
, Departement Chirurgie, Klinik für Hand- und Plastische
Chirurgie, vom 25. J
anuar 2012,
Urk.
9/29). Danach
untersuchte
Dr.
B._
den Versicherten am 1
2.
März
2012 nochmals in seiner Sprech
stunde (Bericht v
om 13. März 2012,
Urk.
9/31); arbeitsorientierte
Rehabilitati
onsmassnahmen
waren von der Rehaklinik
D._
am 27. Januar 2012 als verfrüht erachtet worden (
Urk.
9/22).
Der Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, dem die
Suva die
Akten unterbreite
t hatte (Anfrage vom 28.
Februar 2012,
Urk.
9/32),
hielt
namentlich für die Frage der Kausalität eine
angiologische
Beurteilung für erforderlich (Stellungnahme vom 27. März 2012,
Urk.
9/33; vgl. auch die Stellungnahme vom 1. März 2012,
Urk.
9/27)
. Der Ver
sicherte wurde daraufhin am 30. März 2012 von der zuständigen Sachbearbei
terin der Suva telefonisch befragt (
vgl.
die Telefonnotiz in Urk.
9/34), und
in der Folge
erstellte
der Suva-Versicherungsmediziner
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Chirurgie, die Aktenbeurteilung vom 7. August 2012 (
Urk.
9/41).
1.2
Mit Schreiben vom 10. August 2012 teilte die Suva, die vorerst Leistungen er
bracht hatte, dem Versicherten mit, aufgrund der Beurteilung von
Dr.
F._
be
stehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen dem Ereig
nis vom 26. Oktober 2011 und den heute geklagten Handbeschwerden, weshalb ab dem 1. September 2012 keine weiteren Leistungen ausgerichtet werden könnten (
Urk.
9/42).
Auf den Wunsch des Versicherten hin (Brief vom
21. Sep
tember 2012,
Urk.
9/44)
erliess
die Suva die formelle Verfügung vom
27. Sep
tember 2012 (
Urk.
9/46).
X._
erhob am 24. Oktober 2012 Einsprache mit dem Antrag auf weitere Ausrichtung der Versicherungsleistungen (
Urk.
9/51) und b
erief sich auf
einen Berich
t
des neuen Hausarztes
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allge
meine Medizin, vom 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
9/52). Mit Entscheid vom 14.
November 2012 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/55). Dabei verneinte sie nicht nur die (fortbestehende) Unfallkausalität der Beschwerden an der rechten Hand, sondern auch deren Zusammenhang mit der beruflichen Tä
tigkeit des Versicherten und damit
die Qualifikation als Berufskrankheit.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 14. November 2012 liess
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Janine Gö
tte-
Maeder
, mit Eingabe vom 17.
Dezember 2012 Beschwerde erheben
(
Urk.
1) und beantragen, der Entscheid sei aufzuheben, die Suva habe ihm weiterhin die gesetzlichen Versicherungs
leistungen, namentlich Taggelder gemäss ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit sowie die Heilkosten, auszurichten, die Suva habe die Graphik der ärztlichen Beurteilung von
Dr.
F._
vom 7. August 2012 nachzureichen und ihm sei Gele
genheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen, eventualiter sei betreffend die Fra
gen der Unfallkausalität und der Berufskrankheit in Bezug auf die rechte Hand eine neutrale, umfassende, polydisziplinäre, insbesondere
angiologische
und handchirurgi
sche Begutachtung durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Die Suva, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, liess in der Beschwerdeantwort vom
8. Februar 2013 auf Abweisung der Beschwerde schliessen (
Urk.
8)
. In der Replik vom 8.
April 2013 liess der Versicherte an seinen Anträgen festhalten (
Urk.
15), und im Nachgang dazu liess er mit Eingabe vom 11. April 2013 (
Urk.
17) eine Kurzbeurteilung von
Dr.
B._
per E-Mail vom 11. April 2013 nachreichen (
Urk.
18).
Die Suva blieb in der Duplik vom 1
2.
April 2013 bei
ihren Stand
punkten (
Urk.
21), was dem Versicherten am 2
2.
Mai 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
23).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Nach Art. 9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (Art. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bun
desrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Ver
ursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten
Ursa
chenspektrum
mehr als 50 % ausmachen. "Ausschliess
liche" Verursachung hin
gegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach Art. 9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigen
den Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000
Nr. U 408 S. 407
).
Aufgrund der vorstehenden Definitionen ist der Kausalzusammenhang zwischen dem verursachenden Stoff oder der verursachenden Arbeit insofern ein qualifi
zierter, als der Listenstoff oder die Arbeit mindestens 50
%
(Art. 9
Abs.
1 UVG) beziehungsweise mindestens 75
%
(Art. 9
Abs.
2 UVG) aller mitwirkenden Ursa
chen ausmachen müssen. Ob dies so ist, muss mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl.
Rumo-Jungo
, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum UVG, 4. Auflage, Zürich 2012, Art. 9 UVG, S. 93 und S. 97 mit Hinweisen).
1.4
Ist die Unfallkausalität eines bestimmten Gesundheitsschadens einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die deswegen aner
kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr
die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E
. 3b). Ebenso wie der leistungsbegründende na
türliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeu
tung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein,
während
dem
die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswir
kungen nicht genügt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Da es sich hierbei um eine an
spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 76
E
. 4b; vgl. auch R
KUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E
. 3b).
1.5
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Är
ztinnen und Ärzten, angewiesen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Verneinung ihrer Leistungspflicht ab dem 1. September 2012 auf die Akten
beurteilung von
Dr.
F._
vom 7.
August 2012 (
Urk.
9/41)
.
Dr.
F._
s Kausalitätsbeurteilung basiert
neben dem Studium aller
Vorakten
(vgl.
Urk.
9/41 S. 1-3)
in erster Linie auf der Anal
yse des
Angiogra
mms der rechten Hand, das
am 1. November 2011
anlässlich des Eingriffs im
A._
erstellt worden war
(
Urk.
9/41 S. 4 f.; vgl.
auch den Bericht des
A._
vom 1. November 2011,
Urk.
9/8/1).
2.2
2.2.1
Dr.
F._
führte aus, er erkenne im Angiogramm drei Pathologien, nämlich einen Verschluss der distalen
Arteria
ulnaris
im Bereich des Os
hamatum
, Ver
schlüsse der radialen Kollateralarterie des Ringfingers und der
ulnaren
Kollate
ralarterie
des Mittelfingers und das Fehlen eines durchgehenden tiefen
Hohl
handbogens
zwischen der
Arteria
ulnaris
und
radialis
. Dabei seien die
Ver
schlüsse der Digitalarterien am Mittel- und Ringfinger wahrscheinlich auf eine periphere
Embolisation
zurückzuführen, ausgehend von einer
thrombosierten
distalen
Arteria
ulnaris
(
Urk.
9/41 S. 4)
.
2.2.2
Was den Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Oktober 2011 betrifft, so legte
Dr.
F._
dar, es sei
im Bereich des Verschlusses an der distalen
Arteria
ulnaris
am 1. November 2011 bereits ein Kollateralkreislauf
zu erkennen, und nahm deshalb an, der
Verschluss habe schon
vor dem
besagten
Ereignis bestanden, da ein solcher Kreislauf nicht innert weniger Tage entstehen könne. Die Ver
schlüsse an den Fingerarterien
hielt
Dr.
F._
wegen der Beschwerden, die unmittelbar nach dem Ereignis vom 26. Oktober 2011 aufgetreten waren, zumindest
für
Teilfolgen dieses Ereignis
ses, wies aber auch darauf hin, dass beim
Beschwerdefüher
eine erhöhte Thromboseneigung aufgrund einer ange
borenen Gerinnungsstörung bestehe, die möglicherweise durch eine anlagebe
dingte Anomalie des tiefen Hohlhandbogens zusätzlich akzentuiert werden könn
te. Deswegen wären spontane
embo
lische
Verschlüsse von Fingerarterien ebenso ohne eine vorangegangene stumpfe Gewalteinwirkung auf die distale
Arteria
ulnaris
möglich. Auch wenn angenommen werde, die
embolischen
Ver
schlüsse der Fingerarterien seien infolge der Handgelenkprellung frisch aufge
treten, so zeige der spätere Verlauf mit normaler
Oszillographie
dieser Arterien, dass die Verschlüsse zu keiner funktionell relevanten
Dur
chblutungsstörung am Ringfinger geführt hätten
, dies trotz der seit dem Unfall persistierenden
Paräs
thesien
.
Der pathologische Allen-Test
- Methode zum Nachweis von Dur
chblu
tungsstörungen durch Kompression der
Arteria
radialis
oder der
Arteria
ulnaris
(vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 263. Auflage,
2012,
S.
56
) -
wiede
rum dürfte eher mit der vorbestehenden Gefässanomalie mit ungenügender Durchgängigkeit des tiefen Hohlhandbogens zwischen der
Arteria
ulnaris
und der viel kräftiger entwickelten
Arteria
radialis
zusammenhängen und nicht mit einem
embolischen
Verschluss der Fingerarterien (
Urk.
9/41 S. 4 f.).
2.2.3
Hinsichtlich der Frage einer Berufskrankheit bezeichnete
Dr.
F._
einen Zusam
menhang der aktuellen Beschwerden mit der beruflichen Tätigkeit als lediglich möglich, da nicht dokumentiert sei, ob der Beschwerdeführer bei der Arbeit als Schreiner seine rechte, dominante Hand wiederholt als Schlaginstrument ein
setze
,
und zudem anamnestisch eindeutige Hinweise auf eine Raynaud-
Symp
tomatik während der beru
flichen Tätigkeit fehlten (Urk.
9/41 S. 5).
2.2.4
Zusammengefasst hielt
Dr.
F._
fest, das erste Auftreten von Symptomen, die einen Arztbesuch nach sich gezogen hätten, stehe mit grösserer Wahrschein
lichkeit in einem teilkausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 26. Oktober 2011. Dieser habe jedoch nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt, und die im September 2012 diskutierten weiteren Mass
nahmen zielten auf die Behandlung einer vorbestehenden Erkrankung ab und
nicht einer Unfallfolge (
Urk.
9/41 S. 5).
2.3
Dr.
F._
arbeitete eine an sich umfassende Darstellung der verschiedenen
Fakto
ren
aus, die beim zur Diskussion stehenden Beschwerdebild an der rechten Hand eine Rolle spielen oder spielen könnten. Dennoch
fehlen wesentliche
, für die Kausalitätsbeurteilung unter Umständen entscheidende
Punkte,
die
Auf
schluss
über das Gewicht dieser Faktoren
und über deren Zusammenwirken
zu geben in der Lage wären.
Zunächst ist dem Beschwerdeführer d
arin zuzustimmen
(vgl.
Urk.
1 S. 7,
Urk.
15 S. 3)
, dass
unzureichend abgeklärt worden ist, welche
Bedeutung
seiner berufli
chen Tätigkeit
, die
offenbar nur zu etw
a 25
%
aus Büroarbeit und zu 75
% aus Arbeiten in der Schreinerei besteht (vgl. die Anfrage der Suva an den Kreisarzt vom 28. Februar 2012,
Urk.
9/27),
bei der Entstehung oder beim schmerzhaften
Manifestwerden
der verschiedenen Gefässveränderungen zukommt.
Im Be
s
on
deren
wird
das
Hypothenar
-Hammer-Syndrom, von dem die Ärzte des
A._
sprachen
(
Urk.
9/15), in der medizinischen Literatur als „akuter traumatischer Verschluss der Endstrecke der A.
ulnaris
durch Endothelläsion“ definiert, und es wird weiter ausgeführt, das Vorkommen sei häufig bei Handwerkern, beispielsweise Automechanikern oder Tischlern, oder
bei
Sportlern, die Handkantenschläge einsetz
ten (Pschyrembel, a.a.O., S.
956
). Unter diesen
Umständen
ist es unabdingbar, genau abzuklären, ob und mit wel
cher Häufigkeit die Tätigkeit des Beschwerdeführers in der Sägerei
/Schreinerei
mit Verrichtungen verbunden ist, welche die Entwicklung eines
Hypothenar
-Hammer-Syndroms begünstigen oder zu dessen Aufre
chterhaltung beitragen. D
araus, dass der Beschwerdeführer
gemäss seiner eigenen, in einer Telefonnotiz festgehaltenen Aussage (
Urk.
9/34) und gemäss den Angaben von
Dr.
F._
vom 1
2.
Oktober 2012
(
Urk.
9/52)
vor dem Ereignis vom 26. Oktober 2011
nie ein
en Arzt
wegen Handproblemen
konsultiert hatte
, leitete
Dr.
F._
auf jeden Fall nicht ab, es habe vorher keine Probl
ematik bestanden. I
m Gegenteil
ging er
davon aus, es sei ein Vorzustand vorhanden gewesen, der durch das Ereignis vom 26. Oktober 2011 vorübergehend verschlimmert worden sei (
Urk.
9/41
S. 5)
.
Und in Übereinstimmung damit hatte
Dr.
B._
am 19. Januar 2012 die
Vermutung geäussert, dass
ein Raynaud-ähnliches Problem
("durch arterielle Vasokonstriktionen [Gefässkrämpfe] bedingte, anfallsweise auftretende
Ischämiezustände
meist an den Fingern [2.-5.]",
das unter anderem nach ver
schiedenen Traumen, insbesondere Vibrationstraumen, auftreten kann;
Pschyrembel, a.a.O.,
S. 1769
) vorliegen
und
das
Unfalle
reignis nur ein Auslöser eines vorbestehenden Problems sein könnte, ohne allerdings, weder damals noch in der Stellungnahme vom 11. April 2013, von einer lediglich vorüberge
henden Kausalität zu sprechen (
Urk.
9/25,
Urk.
18).
Wie der Beschwerdeführer zutreffend dartun lässt (
Urk.
15 S. 3),
ist es aber ge
rade deshalb unerlässlich, dass der Vorzustand
hinsichtlich
seine
r
Entstehungs
geschichte
und
der in Frage kommenden
beteiligten Faktoren
- namentlich der
angeborene
n Gerinnungsstörung und der
berufliche
n
Tätigkeit -
so
wie hinsicht
lich
seine
r
Eignung
, durch ein Unfallereignis eine dauerhafte, richtunggebende Verschlimmerung zu erfahren, genau analysiert wird.
Nur auf diese Weise kann mit ausreichender Zuverlässigkeit beurteilt werden
, in welchem Mass und mit welchem Beweisgrad das leistungsrelevante Ereignis vom 26. Oktober 2011 und die ebenfalls leistungsrelevante
Berufsarbeit
das Beschwerdebild bestimmen
.
2.4
Für eine
derartige
spezifische
Analyse
reicht ein alleiniges Aktengutachten nicht aus, wie der Beschwerdeführer richtig erkannte (v
gl.
Urk.
1 S. 8 und S. 11, Urk.
15 S. 4). Denn es bedarf eingehender Angaben des Beschwerdeführers zur Beanspruchung der rechten Hand bei seiner beruflichen Tätigkeit
, die nicht telefonisch, sondern nur im Rahmen einer detaillierten persönlichen
Anam
neseerhebung
erfragt werden können.
Zudem wies
Dr.
E._
in der Stel
lungnahme vom 27. März 2012
darauf
hin
,
dass es spezieller Fachkenntnisse bedürfe, um die
angiologisch
komplexe Situation
zu beurteilen (
Urk.
9/33). Dr.
F._
als Facharzt der Chirurgie erscheint damit auch fachlich nicht ohne
Weiteres
als genügend spezialisiert für
die
Kausalitätsbeurteilung.
Vielmehr is
t es angezeigt,
eine
n
Suva-externe
n
Facharzt/
Fachärztin
angiologi
scher
Fachrichtung
damit
zu
betrauen. Diese
Fachperson
wird
auch zu
entschei
den
haben
, ob Fachmediziner weiterer Spezialrichtungen, etwa der Neurologie
und der Handchirurgie
, beizuziehen sind.
In rechtlicher Hinsicht und somit auch für die Fragestellung, die dem Gutachter oder der
Gutachterin zu unterbreiten ist
, wird das Folgende zu beachten sein:
In der Liste, die der Bundesrat gestützt auf
Art.
9
Abs.
1 UVG und
Art.
14 UVV in Ziffer 2 des Anhanges 1 zur UVV erstellt hat, figurieren - unter dem Untertitel "Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen" - unter anderem
die "Er
krankungen durch Vibrationen (nur radiologisch nachweisbare Einwirkungen auf Knochen und Gelenke, Einwirkungen auf den peripheren Kreislauf)". Soweit die beim Beschwerdeführer erhobenen Befunde daher als Schädigung des peri
pheren Kreislaufs zu qualifizieren sind, ist nach der dargelegten Rechtsprechung eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für deren Auswirkungen dann gegeben, wenn der Befund mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu mindes
tens 50
%
auf die Vibrationen zurückzuführen ist, denen der Beschwerdeführer während seiner beruflichen Tätigkeit ausgesetzt war. Zu beachten ist dabei, dass das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung das Vorliegen einer Berufskrankheit vermutet, wenn eine versicherte Person an einer Krankheit leidet, die in Ziffer 2 des Anhanges 1 zur UVV aufgeführt ist, und sie - kumulativ - die dort um
schriebenen Tätigkeiten verrichtet hat; dies mit der Begründung, dass die Zusammenhangsfrage im Bereich der aufgeführten Erkrankungen aufgrund arbeitsmedizinischer Erkenntnisse weitgehend durch den Verordnungsgeber vorentschieden sei. Die betreffende Vermutung kann nach dieser Rechtspre
chung (nur) durch den schlüssigen Gegenbeweis widerlegt werden, dass kon
krete Umstände des Einzelfalles klar gegen eine berufliche Verursachung spre
chen (
vgl. BGE 126 V 183
E. 4a).
2.5
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
4.
November 2012 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie
die Abklärun
gen im
Sinne der Erwägungen treffe und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
3.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungs
krite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
sowie § 8 der Verordnung über die
Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem Beschwerde
-
füh
rer
eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘600.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.