# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 288188cf-01e0-40cc-b7aa-13009c470e79
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war seit dem 1
0.
Oktober 2008 bei der
Y._
GmbH in einem Pensum von 60
%
als Diskjockey beschäftigt und damit bei der
Swica
obligatorisch unfallversichert, als er am
9.
Januar 2009 auf Glatt
eis ausrutschte (
Urk.
7/2
Ziff.
1-6) und
sich
eine Luxation der rechten Schulter zuzog (
Urk.
7/36).
Mit Schreiben vom
8.
November 2011 stellte die
Swica
die Einstellung der
Tag
geldleistungen
per Ende Oktober 2011 in Aussicht (
Urk.
7/171). Gemäss einer ersten Abrechnung vom 3
1.
Juli 2012 erfolgten ab 2
8.
Ju
n
i 2012 wieder
Tag
geldzahlungen
(
Urk.
7/20
6
; vgl.
Urk.
7/207).
Mit Verfügung vom 1
0.
April 2014 verneinte die
Swica
einen Taggeldanspruch vom
1.
November 2011 bis 2
7.
Ju
n
i 2012 (
Urk.
7/288). Dagegen erhob der Ver
sicherte am 2
3.
April 2014 Einsprache (
Urk.
7/292). Die
Swica
wies diese mit Einspracheentscheid vom 2
9.
August 2014 (
Urk.
7/297 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
9.
August 2014 (
Urk.
2) erhob der Versi
cherte am 2
4.
September 2014 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuhe
ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm auch für die Zeit vom
1.
November 2011 bis 2
7.
Juni 2012 Taggeldleistungen nebst Verzugszins zu erbringen (
Urk.
1 S. 2 oben). Am 1
0.
Oktober 2014 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S. 2 oben) zurück (
Urk.
5).
Die
Swica
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Oktober 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
1.
Dezember 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Arbeitsunfähigkeit ist gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt unter anderem mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16
Abs.
1 und 2 UVG i.V.m. Art.
6 ATSG; BGE 137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3)
.
1.
3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
hig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
im
angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, die Einstellung der Taggeldleistung für die betreffende Zeit stütze sich auf das Ergebnis einer im Februar 2011 erfolgten Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), die eine
volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ergeben habe (S. 3
Ziff.
3.1). Zudem habe die Invalidenversicherung ab
1.
Mai 2011 einen Rentenanspruch verneint, was mit Urteil vom 1
5.
November 2012 bestätigt worden sei, womit rechtskräftig feststehe, dass der Beschwerde
führer damals arbeitsfähig gewesen sei (S. 3
Ziff.
3.3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die medizinischen Beurteilungen, auf die sich die Beschwerdegegnerin damals gestützt habe, hätten sich als in einem entscheidenden Punkt als fehlerhaft erweisen, indem (erst) im Februar 2012 die effektive Beschwerdeursache richtig identifiziert worden sei (S. 4 lit. h) und in der Folge mit einer Operation am 28.
August 2012 (S. 5 lit. j) erfolgreich behoben worden sei (S. 6
Ziff.
5). Im invalidenversicherungsrechtlichen Gerichtsverfahren seien nur medizinische Berichte bis Februar 2011 berücksichtigt gewesen (S. 6
Ziff.
6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob vom
1.
November 2011 bis 2
7.
Juni 2012 ein
Tag
geldanspruch
bestand.
2.4
Mit dem Beschwerdeführer ist dabei festzuhalten, dass
im
invalidenversiche
rungs
rechtlichen
Urteil des hiesigen Gerichts
vom 15.
November 2012
(
IV.2011.01140
)
eine Verfügung vom 2
6.
September 2011 zu beurteilen war und im Urteil e
ine volle Arbeitsfähigkeit ab Februar 2011 in angepassten Tätigkeiten festgehalten wurde (S. 9 E. 4.1 am Ende), mithin nichts über die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit in der hier inte
ressierenden Periode ausgesagt wurde.
3.
3.1
Vor dem hier relevanten Ereignis erlitt der Beschwerdeführer im Jahr 1997 eine Luxation der rechten Schulter, die operativ versorgt w
u
r
de, mit
Beschwerdefrei
heit
nach einer Arbeitsunfähigkeit von 2 Monaten. Im Jahr 2002 erlitt er eine zweite Luxation der rechten Schulter, die
am 1
6.
Februar
2007 operiert w
urde
. Am
1.
April 2008 erlitt er eine weitere Schulterluxation, die
am 3
0.
April 2008
operiert wurde (vgl.
Urk.
7/95 S. 2 ff.,
Urk.
7/233 S. 13 Mitte).
3.2
Am
9.
Januar 2009 rutschte der Beschwerdeführer auf Glatteis aus (
Urk.
7/2
Ziff.
4-6) und wurde gleichentags im Spital
Z._
behandelt, wo folgende Diagnose gestellt wurde (
Urk.
7/36):
vordere, untere Schulterluxation rechts bei
Status nach mehrfachen Schulterluxationen rechts
Status nach Labrumplastik recht
s
Februar 2008
(richtig: 2007)
und Mai 2008
Anamnestisch wurde unter anderem festgehalten, seit der letzten Operation sei es zu keiner erneuten Schulterluxation gekommen.
3.3
Am 1
0.
Dezember 2009 wurde eine Arthroskopie vorgenommen, dies laut
Opera
ti
onsbericht
(
Urk.
7/65), nachdem klinisch eine vermehrte ventrale Insta
bilität
aufgetreten war (S. 1 Mitte). Es wurde zur Verbesserung der Stabili
tät ein
Vastek
-Anker eingesetzt (S. 2 oben).
3.4
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates,
B._
,
erstatte
te
am 11. August 2010
ein Gutachten
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/95), dies
gestützt auf die Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 16. Februar und 17. Juni 2010 sowie gestützt auf die Akten
,
und nannte fol
gende Diagnosen (S. 12 oben):
eingeschränkte Schulterbeweglichkeit und chronische Schulterschmerzen mit leichter
Omarthrose
rechts bei
Status nach dreimaliger Schulterluxation rechts mit Reposition in ver
schiedenen Spitälern
Status nach diversen anamnestischen Teilluxationen mit
Selbstreposi
tion
Status nach viermaliger Stabilisierungsoperation mit
Limbusrefi
xationen
(22. Juli 1997, 30. April 2008 und 12. Dezember 2009) und Kapselplastik nach Neer (16. Februar 2007)
spastische Teilparese linker Arm und verlangsamte Sprache (seit Geburt): unfallfremd
Die Unfallkausalität der aktuellen Beschwerden bejahte sie bezogen auf die Luxa
tion vom 2
7.
Juni 1997 und diejenige vom
8.
Juni 2002 (Vor
zustand 20
%); die dritte Luxation vom
1.
April 2008 sei ein Rückfall zum Ereignis vo
n
2002 mit Vorzustand von 199
7.
Das Unfallereignis vom
9.
Januar 2009 sei bei der durchgehenden Beschwerdesymptomatik
(durchgehende Brückensymptome, zwei
malige Operationen) eher als Rückfall zum Ereignis von 2002 mit
Vorzu
stand
zu 1997 zu werten (S. 14 f.
Ziff.
7).
Zu empfehlen sei eine kurze stationäre Rehabilitation, in deren Rahmen auch anhand einer Evaluation der Funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) ein
Zumut
barkeitsprofil
erstellt und eine fundierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abge
leitet werden könne (S. 15
Ziff.
9.1). Momentan bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die
berufliche Tätigkeit (Verkäufer
/Geschäftsführer); allerdings sollte sich mit einer stationären Rehabilitation eine namhafte Ver
besserung ergeben
(S. 16
Ziff.
9.2
).
Auf Nachfrage quantifizierte die Gutachterin am 1
2.
November 2010 (Urk.
7/111) den Anteil der vier Unfallereignisse am aktuellen Zustand mit zirka 20
%
(1997), 60
%
(2002), 10
%
(2008) und 10
%
(2009).
3.5
Vom 19. Januar bis 8. Februar 2011 hielt sich der Beschwerdeführer stationär in der Rehaklinik
C._
auf. Die Ärzte der Rehaklinik
C._
nannten in ihrem Austrittsbericht vom 14. Februar 2011 (Urk.
7/130
) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
Unfall vom 12. (richtig: 9.) Januar 2009: auf Glatteis ausgerutscht und rechte Schulter ausgekugelt
vordere, untere Schulterluxation rechts bei Status nach mehrfachen Schulterluxationen (Februar 2008
[richtig: 2007]
und Mai 2008 Labrumplastik rechts), aktuell reduzierte Schulterstabilität rechts
15. Januar 2009
Arthro
-MRI der Schulter rechts: kleiner Hill-Sachs-Defekt mit mässigem
Bone
bruise
an üblicher Lokalisation am
Humeruskopf
, kleiner Einriss der
Supraspinatussehne
(kleine Partialruptur am
posterioren
Anteil), leichte AC-Gelenksarthrose
10. Dezember 2009 Arthroskopie am rechten Schultergelenk: keine neue anatomische Schädigung nach dem letzten Sturz. Ventrale Stabilisierung
angeborene Teilparese des linken Armes
Schlafapnoesyndrom (Erstdiagnose 2009),
Continuous
Positive
Airway
Pressure
(
CPAP
)
keine psychische Störung von Krankheitswert, aber ängstliche Verunsi
cherung in Bezug auf weitere Schulterluxationen (
kinesiophobe
Tenden
zen) und leichte psychische Auslenkung mit erhöhter Affekt- und
Stim
mungslabilität
sowie Besorgtheit infolge psychosozialer Belastung, in der ICD-10 als „psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei an
dernorts klassifizierten Krankheiten“ zu codieren (F54)
psychomotorische Verlangsamung infolge eines Geburtsschadens (Hypo
xie), durch Adaption seit Kindheit relativ gut kompensiert
Die Ärzte führten aus, beim Beschwerdeführer lägen beim Austritt
Bewe
gungs
ein
schränkungen
des rechten Arms bei Bewegungen über der Hori
zontalen, ein Instabilitätsgefühl der rechten Schulter, Ruhe- und
Belastungs
schmerzen
der rechten Schulter sowie eine Schmerzausstrahlung in das Schul
terblatt und den Nacken rechts vor.
Die bisherige Tätigkeit als Geschäftsführer beziehungsweise Clubmanager sowie eine andere, leichte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ohne Tätigkeiten über Brusthöh
e sowie lediglich gelegentlichem
Hantieren von Lasten ausnahmsweise bis maximal 15 kg zu 100 % zumutbar (S. 2 Mitte).
3.6
Gleichzeitig wurde über das erfolgte Ergonomie-Trainingsprogramm berichtet (
Urk.
7/129). Bei der Arbeitsbeschreibung wurde
die
Tätigkeit
mit „
Clubmana
ger
“ angegeben und ausgeführt, der Patient habe den Club
„
Limelite
“
,
Discobe
trieb
und Clublounge
,
als Geschäftsführer geleitet (S. 3 unten). Bei den Berei
chen Gästebetreuung, Einkauf und Büroarbeiten wurde angegeben, die Belast
barkeit des Beschwerdeführers entspreche den Anforderungen. Betreffend
Bar
betrieb
wurde angegeben, die Anforderungen seien nur teilweise erfüllt, dies wegen Tätigkei
ten über Kopfhöhe und dem Heben/
Tragen von
Getränke
harassen
. Bei der Tätigkeit als DJ wären die Anforderungen erfüllt, falls der Kli
ent den Inhalt des Plattenkoffers in zwei Koffer aufteilen oder einen Rollkoffer verwenden würde (S. 4).
Schliesslich wurde angemerkt, die beschriebene Stelle bestehe nicht mehr (S. 4 Mitte).
3.7
Von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, für Intensivmedizin und für Handchirurgie, befinden sich in den Akten Atteste einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für Januar 2011 (
Urk.
7/122), August 2011 (
Urk.
7/165) und Sep
tember 2011 (
Urk.
7/170).
3.8
Am 2
5.
November 2011 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, gemäss den Zeugnissen von
Dr.
D._
sei er immer noch zu 100
%
arbeitsunfähig. Bezüglich Rest-Arbeitsfähigkeit und allenfalls noch vorhandener therapeutischer Optionen werde er bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, eine Z
weitmeinung einholen (
Urk.
7/172).
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom
7.
Dezember 2011 (
Urk.
7/174) über die Konsultation vom
5.
Dezember 2011 unter anderem aus, leider fehlten ihm sämtliche Operations- und Verlaufsunterlagen sowie alle bildgebenden Doku
mente (S. 1 Mitte). Der Patient zeige in der rechten Schulter eine hochgradige schmerzhafte Bewegungseinschränkung und nach wie vor eine beträchtliche Instabilität (S. 1 unten). Seines Erachtens handle es sich eindeutig um ein unfallkausales Geschehen, da die Schulter eigentlich nie über längere Zeit genügend stabil geblieben, sondern immer wieder
reluxiert
gewesen sei und in letzter Zeit auch die Schmerzen intensiv geworden seien (S. 2 Mitte).
3.9
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom 1
3.
Februar 2012 (
Urk.
7/176) aus, die unterdessen erfolgte
Arthro
-MRI-Untersuchung
zeige zwei
Metall-Anker; bei allen Rotationsbewegungen reibe der
humerale
Knorpel an den beiden
Metall
stücken
, was notgedrungen sehr schmerzhaft sei. Das Metall müsse unbedingt entfernt werden.
3.10
Am 1
6.
April 2012
beantwortete
Dr.
E._
Fragen der Beschwerdegegnerin und führte unter anderem aus, auf die Arbeitsfähigkeit sei er schon im vorigen Bericht eingegangen; der Patient sei nicht arbeitsfähig (
Urk.
7/178 = Urk.
7/189).
3.11
Am 2
9.
Juni 2012 teilte
Dr.
E._
mit, die empfohlene Operation werde
am
2
8.
August 2012 erfolgen
. Es handle sich um eine Folge der Erstluxationen mit folgenden Operationen und Nichtwiedergewinnen der normalen
gleno-humera
len
Stabilität, weswegen die Beschwerdegegnerin eigentlich nur
vorleistungs
pflichtig
wäre
(
Urk.
7/184 =
Urk.
7/188).
3.12
Am 2
7.
August 2012 fand die geplante Operation statt und es wurde ein vorste
hender Schraubenanker entfernt (
Urk.
7/195 S. 1 f.).
Am 1
2.
Oktober 2012 berichtete
Dr.
E._
, 6 Wochen postoperativ zeige sich ein guter Verlauf; der Patient sei noch zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/196 = Urk.
7/239).
Am 1
9.
November 2012 berichtete
Dr.
E._
, 2 1⁄2 Monate postoperativ zeige sich ein guter Verlauf (
Urk.
7/198).
Am 1
7.
November 2012 führte
Dr.
E._
unter anderem aus, eine Wiederauf
nahme der Arbeitsfähigkeit sei erst nach fortgeschrittener Rehabilitation der rechten Schulter diskussionswürdig, dies werde mindestens zwischen 6 und 12
Mo
nate in Anspruch nehmen (
Urk.
7/210 =
Urk.
7/240).
Am 2
2.
Januar 2013 berichtete
Dr.
E._
, 5 Monate postoperativ begännen sich jetzt die inneren Bremsen etwas zu lösen. An sich sei die rechte Schulter stabil.
In der Physiotherapie müsse nicht auf eine spezielle Luxationsgefahr geachtet werden, da das Gelenk sehr stabil sei und kaum mehr luxieren werde (Urk.
7/211 =
Urk.
7/241).
Am
1.
März 2013 berichtete
Dr.
E._
über einen guten Verlauf 1⁄2 Jahr post
opera
tiv; der Beschwerdeführer sei noch zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk.
7/242).
Am
8.
April 2013 berichtete
Dr.
E._
, 7 Monate postoperativ mache der Beschwer
deführer jetzt doch Fortschritte (
Urk.
7/222 =
Urk.
7/243).
3.13
Am 1
7.
Mai 2013 erstattete
Dr.
A._
,
B._
, ein weiteres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/233). Sie führte unter anderem aus, bei der aktuellen Untersuchung 9 Monate postoperativ hätten chronische
belas
tungsabhängige
Schmerzen in der rechten Schulter im Vordergrund gestanden; zudem sei der Beschwerdeführer überzeugt, dass die rechte Schulter nicht halten würde, da er immer wieder das Gefühl von beginnenden Luxationen habe (S. 14 oben). Der
Rehaprozess
könne noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden, sondern müsse im Gegenteil entsprechend dem Vorschlag von
Dr.
E._
intensi
viert werden; zurzeit sei noch kein medizinischer Endzustand erreicht (S. 14 Mitte).
3.14
Vom 2
0.
August bis 2
5.
September 2013 weilte der Beschwerdeführer stationär in der Klinik
F._
, worüber am 1
4.
Oktober 2013 berichtet wurde (Urk.
7/258).
Betreffend Rehabilitationsverlauf seien gute Fortschritte erreicht worden (S. 2 Mitte). Für die Dauer des stationären Aufenthaltes und bis auf weiteres bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 3 oben).
3.15
Am 1
1.
November 2013 berichtete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirur
gie, über seine im Auftrag der Beschwerdegegnerin erfolgte Untersuchung (
Urk.
7/265). Er führte unter anderem aus, die beschriebenen subjektiven Insta
bilitäten könnten bei sämtlichen Tests nicht nachvollzogen werden; die Schulter scheine perfekt stabil zu sein (S. 1
Ziff.
2).
Aufgrund der Schultersituation scheine ihm eine Arbeitsfähigkeit
in
einem Pen
sum von 60
%
als DJ voll gegeben zu sein. Die vom Patienten beschriebenen Beschwerden könnten bei einer Arbeit auf Tischhöhe eigentlich keine Verstär
kung
erfahren; die unspezifischen Verspannungen
nuchal
könne er nicht beur
teilen (S. 2
Ziff.
5). Seines Erachtens habe der Patient - bei einem äusserst (ereignislosen, mithin) deprimierenden Tagesablauf
-
vor allem ein psychiatri
sches oder soziales Problem, welches das Schulterproblem eindeutig überlagere (S. 2 unten).
3.16
Dr.
E._
äusserte sich am 2
6.
November 2013 unter anderem zu dem von Dr.
G._
vorgeschlagenen weiteren Vorgehen (
Urk.
7/269).
Am 2
1.
Januar 2014 berichtete
Dr.
E._
, bei der MRI-Untersuchung der
Hals
wir
bel
säule
hätten keine wesentlichen pathologischen Befunde gefunden werden können. Die Arbeitsfähigkeit sei sicher noch nicht gegeben (
Urk.
7/273).
Am 2
0.
März 2014 äusserte sich
Dr.
E._
ablehnend gegenüber bestimmten von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Untersuchungen (
Urk.
7/283). Am 31.
März 2014 äusserte er sich unter anderem zur Versicherungssituation (Urk.
7/285), ebenso am
4.
April 2014 telefonisch (
Urk.
7/289).
Am 1
2.
August 2014 berichtete
Dr.
E._
, der Patient zeige eine deutlich bessere Beweglichkeit und auch die Kraft sei besser. Er habe aber immer zeitweise eine bei bestimmten Bewegungen einschiessende Schmerzhaftigkeit
. Es empfehle sich, die dies
wohl
verursachende Schraube zu entfernen, was am 2
8.
August 2014 stattfinden werde (
Urk.
7/296).
4.
4.1
Am
3.
August 2011 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin per Mail mit, aufgrund der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit sei seine
Ver
mittlungsfähigkeit
in der Arbeitslosenversicherung nicht gegeben; im beigefüg
ten Zeugnis wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für August 2011 attes
tiert (
Urk.
7/164
-165
).
4.2
Mit Schreiben vom
8.
November 2011 (
Urk.
7/171)
- mit „Gewährung des rechtli
chen Gehörs“ betitelt -
teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer mit, sie habe ein Gutachten bei
m
B._
und eine EFL in der Rehaklinik
C._
veranlasst (S. 1 Mitte).
Dem Bericht über die EFL könne entnommen werden, dass er die ursprüngliche Tätigkeit als Clubmanager ganztags wieder vollumfänglich ausüben könne; Einschränkungen bestünden einzig darin, dass er nur gelegentlich und ausnahmsweise Lasten bis 15 kg heben dürfe und Tätig
keiten mit dem rechten Arm über Brusthöhe vermieden werden sollten (S. 1).
Aus den genannten Gründen und „in Anlehnung an die beiden Schreiben der AXA Winterthur vom 2
3.
März 2011 und vom 1
9.
April 2011“ würden die
Tag
geldleistungen
definitiv per Ende Oktober 2011 eingestellt (S. 1 unten).
Eine Übergangsfrist werde nicht gewährt, da der Beschwerdeführer seit den erwähnten Schreiben der AXA Winterthur „über den Entscheid informiert“ sei (S. 2 oben).
Für die medizinischen Behandlungen werde vorerst weiter aufge
kommen; die Prüfung bezüglich eine
s
allfälligen Endzustand
s
sowie der
Integ
ritätsentschädigung
erfolge zu einem späteren Zeitpunkt (S. 2).
4.3
Der Beschwerdeführer wandte dagegen am 2
5.
November 2011 ein, er sei n
a
ch wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig. Er habe
Dr.
E._
mit einer Zweitmeinung be
züglich Rest-Arbeitsfähigkeit und allenfalls noch vorhandener therapeutischer Optionen
beauftragt (
Urk.
7/172).
4.4
Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer am 1
2.
Dezember 2011 mit, gerne werde sie die Beurteilung von
Dr.
E._
abwarten und anschliessend zu ihrer Leistungspflicht Stellung nehmen (
Urk.
7/173).
Am 1
4.
Dezember 2011 ging der Bericht von
Dr.
E._
vom
7.
Dezember 2011 bei der Beschwerdegegnerin ein (
Urk.
7/174 S. 1 Eingangsstempel).
Nach Eingang eines weiteren Berichts von
Dr.
E._
vom 1
3.
Februar 2012 (Urk.
7/176) unterbreitete ihm die Beschwerdegegnerin am 1
2.
März 2012 ver
schiedene Fragen (
Urk.
7/177). Zu diesen nahm
Dr.
E._
am 1
6.
April 2012 Stellung (
Urk.
7/178).
4.
5
Am 2
5.
April 2012
teilte die
Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer mit, ihre Abklär
ungen seien nun abgeschlossen. S
ie sei für den von
Dr.
E._
vorge
schlagenen Eingriff leistungspflichtig. In der Beilage erhalte der Beschwerde
führer zudem einen Unfallschein. Bei Arbeitsunfähigkeiten von mehr als 30 Ta
gen möge er monatlich eine Kopie des ausgefüllten Unfallscheins einreichen, damit sie entsprechende Teilzahlungen vornehmen könne (Urk.
7/181).
Ab dem 2
8.
Juni 2012 leistete die Beschwerdegegnerin wieder
Taggeldzahlun
gen
(
Urk.
7/206).
5.
5.1
Im Geltungsbereich des UVG sind d
ie Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
anwendbar, soweit das UVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vorsieht (
Art.
1
Abs.
1 UVG).
Die Versicherung hat unter anderem über Leistungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen (
Art.
49
Abs.
1 ATSG). Eine Abweichung von dieser Vorschrift ist im UVG nicht vorgesehen.
5.2
Nach Lage der Akten hat d
ie Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen
ab 1.
November 2011 eingestellt, ohne darüber verfügt zu haben (und sie ab 28.
Juni 2012 ebenso formlos wieder aufgenommen).
Ihre entsprechende Ankündigung vom
8.
November 2011 war ausdrücklich als Gehörsgewährung bezeichnet (vorstehend E. 4.2), und nachdem der Beschwer
deführer diesbezüglich Einwände erhob
en hatte
(vorstehend E. 4.3),
teilte sie ihm mit, sie werde gerne die von ihm angekündigte Zweitmeinung von
Dr.
E._
abwarten und anschliessend zu ihrer Leistungspflicht Stellung nehmen (vorste
hend E. 4.4). Mi ih
r
er sodann am 2
5.
April 2012 erfolgten Mitteilung, sie sei für den von
Dr.
E._
vorgeschlagenen Eingriff leistungspflichtig (vorstehend E.
4.5), nahm sie zwar zur Leistungspflicht
Stellung, dies aber nur
für die Zukunft
. Die angekündigte Stellungnahme zur erst formlos in Aussicht gestellten - aber dennoch faktisch bereits vollzogenen - Leistungseinstellung erfolgte damit nicht.
5.3
Ein solches Vorgehen gegenüber einem Versicherten erscheint als nachgerade stossend, insbesondere zumal der Beschwerdeführer im damaligen Zeitpunkt nicht anwaltlich vertreten war. Es kann mithin nur schon unter dem Aspekt der korrekten Verfahrensführung keine Bestätigung finden. Daran ändert der Um
stand nichts, dass die Beschwerdegegnerin dann schliesslich - rund zwei Jahre später -
doch noch eine Verfügung erlassen hat.
5.4
Auch inhaltlich ist die faktische vorübergehende Leistungseinstellung nicht über
zeugend begründet.
Die Beschwerdegegnerin
nahm - nachdem der Beschwerdeführer im August 2011 eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht hatte (vorstehend E.
4.1)
- in ihrem Schreiben im November 2011 Bezug auf ein im August 2010 erstattetes Gutachten und die im Februar 2011 erfolgte EFL. Im Gutachten von 2010 war weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit für die
berufliche Tätigkeit (Verkäufer/
Geschäftsführer) festgehalten worden (vorstehend E. 3.4), und die EFL-Beurteilung bezog sich auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Geschäftsführer eines Clubs, dies mit dem Hinweis, die beschriebene Stelle gebe es nicht mehr (vorstehend E. 3.6).
Als der Beschwerdeführer den bei der Beschwerdegegnerin versicherten Unfall erlitt, war er nicht (mehr) als Geschäftsführer eines Clubs tätig, sondern - seit Oktober 2008 - als Diskjockey (
Urk.
7/2
Ziff.
1). Zwar wurde in der EFL
Beur
teilung auch auf diese Tätigkeit (als Teil des Aufgabenspektrums der nicht mehr vorhandenen Stelle) Bezug genommen.
Aber die
Beschwerdegegne
rin
scheint die berufliche Veränderung des Beschwerdeführers gar nicht bemerkt zu haben; sie bezog sich in ihrer Ankündigung der Leistungseinstellung aus
drücklich auf die Tätigkeit als Clubmanager, und nicht auf die vom Beschwer
deführer im Zeitpunkt des bei ihr versicherten Unfalls ausgeübte
Tätigkeit. Inwieweit
sich
aus den von ihr angeführten ärztlichen Beurteilungen etwas zur Arbeits
fähigkeit in der bei ihr versicherten Tätigkeit ergebe, führte sie dement
sprechend nicht aus.
5.5
Gemäss
Art.
6 Satz 2 ATSG wird
b
ei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit auch die zumutbare T
ätigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigt (vorstehend E.
1.1). Dabei wird praxisgemäss eine Anpassungszeit von drei bis fünf Monaten gewährt (vgl. BGE 129 V 460 E. 4.2, 114 V 281 E. 5b).
D
ie Beschwerdegegnerin
verwies
zur Frage einer allfälligen Anpassungszeit auf
zwei
Schreiben der AXA an den Beschwerdeführer.
Die AXA war der
für den Unfall von 2008 zuständig gewesene Unfallversicherer.
Die Beschwerdegegnerin selber hat den Beschwerdeführer bezogen auf den bei ihr versicherten Unfall zu keinem Zeitpunkt, weder nach Eingang der EFL
Beur
teilung vom Februar 2011 noch
vorgängig zur in Aussicht gestellten (beziehungs
weise faktisch auch vollzogenen) Leistungseinstellung
,
auf die Anpassungszeit hingewiesen und dementsprechend keine solche berücksichtigt.
5.6
Schliesslich
erklärte
sich die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Beschwerde
führer gerne bereit, die von
ih
m - unter anderem betreffend Arbeitsfähigkeit - in Aussicht gestellte Z
w
eitmeinung abzuwarten (vorstehend E.
4.4).
Sodann setzte sich die Beschwerdegegnerin effektiv mit dieser von
Dr.
E._
als Zweitmeinung erstatteten Beurteilung auseinander, wie die diesbezüglichen Ergänzungsfragen zeigen (vorstehend E. 4.4), und kam zum Schluss, dass sie für den von ihm vorgeschlagenen Eingriff leistungspflichtig sei (vorstehend E. 4.5). Dass
Dr.
E._
auch zur aktuellen Arbeitsfähigkeit Stellung genommen (und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert) hatte, blieb unerwähnt. Dementspre
chend ist nicht ersichtlich, warum die Beschwerdegegnerin - sollte sie sich mit der Frage der Arbeitsfähigkeit befasst haben - zum Schluss gekommen sein könnte, es könne der Beurteilung durch
Dr.
E._
zwar punkto
Behandlungsbe
darf
, nicht aber punkto Arbeitsfähigkeit gefolgt werden. Die
Beschwerdegegne
rin
hat mit anderen Worten für ihr nur teilweises Abstellen auf die von
Dr.
E._
erstattete Beurteilung keinerlei Begründung angeführt, so dass nicht einmal überprüfbar ist, inwiefern
eine solche
nachvollziehbar gewesen sein könnte.
Nachdem
sich auch aus den Akten keine solche Begründung er
sehen lässt, ist festzuhalten, dass nicht einleuchtet, weshalb auf die von
Dr.
E._
2012 abgege
bene Beurteilung nur punkto Behandlungsbedarf, nicht aber punkto Arbeitsfä
higkeit abzustellen sein sollte.
Damit ist für die strittige Periode auf die von
Dr.
E._
attestierte Arbeits
unfähig
keit abzustellen.
5.7
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die von der Beschwerdegegnerin form
los vorgenommene und zwei Jahre später mit Verfügung festgehaltene vorüber
gehende Leistungseinstellung als unbegründet und unzulässig zu beur
teilen ist.
Der angefochtene Entscheid ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung aufzuheben, dass der Beschwerdeführer auch vom
1.
November 2011 bis 2
7.
Juni 2012 taggeldberechtigt war.
6.
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine
Partei
enentschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für bis Ende 2014 getätigten Aufwand ermessensweise auf
Fr.
2‘200.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.