# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 194b8235-9749-4eda-8d9b-a6ad7e271862
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Am 1. Juli 2000 begann A._ ihre Tätigkeit als Operatorin im Schichtbetrieb bei der B._ AG. Der bis am 31. Dezember 2000 befristete Arbeitsvertrag wurde am 13. November 2000 bis zum 30. Juni 2001 verlängert. Noch vor Vertragsablauf erfolgte am 17. Mai 2001 die Umwandlung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
2. Im Jahr 2008 verlagerte die B._ AG die Produktion von Airbaganzündern nach Tschechien und kündigte infolgedessen A._ den Arbeitsvertrag mit Schreiben vom 30. Mai 2008 auf den 31. August 2008; für die Zeit vom 31. August 2008 bis zum 31. Dezember 2008 wurde A._ allerdings noch Arbeit zugesichert. In der Folge schloss die C._ AG mit dem Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) eine Vereinbarung ab und wies die Arbeitnehmer an, sich beim RAV als arbeitslos zu melden. Die Personalabteilung der C._ AG stellte A._ am 4. September 2008 die entsprechende Bescheinigung aus. In der Folge bemühte sich A._ um eine neue Arbeitsstelle und erhielt per 1. Oktober 2008 eine Anstellung bei der D._ AG in Z._.
3. Da die Arbeitslosenkasse Y._ die zwischen der C._ AG und dem KIGA getroffene Vereinbarung nicht akzeptierte und auf der Erfüllung des Arbeitsverhältnisses beharrte, forderte die C._ AG die bereits bei der neuen Arbeitgeberin tätige A._ auf, am 8. Oktober 2008 zur Arbeit zu erscheinen. Dieser Aufforderung kam A._ nach, wobei die C._ AG beabsichtigte, sie für die verbleibende Vertragsdauer als Reinigungskraft einzusetzen. In Absprache mit ihrem Vorgesetzten E._ begann A._ im Parterre des Gebäudes 5210, worin sich die Hochtemperaturanlage (HT-Anlage) befindet, mit der Reinigung der Fenster, wofür sie mit (den notwendigen) Putzutensilien und entsprechender Schutzausrüstung versorgt wurde.
4. Am 13. Oktober 2008 ereignete sich vor den Fenstern der Nordfassade der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildende Unfall. Um besagte Fenster zu erreichen, hatte A._ zuvor ein ca. 1.10 Meter hohes Geländer mit Handlauf, Knie- und Fussleiste überstiegen. Zwischen diesem Geländer und den Fenstern befindet sich eine nicht tragfähige Brandabschottung und unmittelbar vor den Fenstern verläuft ein in blauer Farbe gehaltenes Metallkreuz, dessen untere Längsverstrebung aus einem Vierkantrohr besteht. In der Folge durchbrach
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A._ die Brandabschottung und stürzte rund vier Meter auf den Betonboden des sich darunter befindlichen Elektroraums.
5. Als Folge dieses Unfalls erlitt A._ ein Polytrauma und war vom 13. Oktober 2008 bis zum 12. November 2008 im Kantonsspital X._ hospitalisiert, gefolgt von einer bis zum 24. Dezember 2008 dauernden stationären Behandlung in der Klinik W._. In der Folge ergaben sich Komplikationen im Heilungsprozess. Am 21. August 2009 stellte Dr. phil. F._, Psychotherapeut in V._, die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nach einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik U._ vom 18. Januar 2010 bis zum 3. März 2010 erlitt A._ am 7. Juli 2010 einen Herzinfarkt. Seit dem Unfallgeschehen war A._ nie mehr arbeitstätig; am 12. Dezember 2008 meldete sie sich bei der IV-Stelle Y._ an.
B. Am 9. November 2010 meldete A._ die vorliegende Streitsache beim Kreisamt Rhäzüns zur Vermittlung an. Anlässlich der am 22. November 2010 durchgeführten Sühneverhandlung, an welcher A._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, sowie die B._ AG in Liquidation als auch die C._ AG, beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur Thomas Casanova, anwesend waren, konnte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden. Am 8. Dezember 2010 bezog A._ den Leitschein. Mit Vereinbarung und Erklärung vom 30. Dezember 2010 übernahm die C._ AG sodann sämtliche allfällig bestehenden Verpflichtungen der B._ AG in Liquidation gegenüber A._. Aufgrund dessen war in der dem Bezirksgericht Imboden frist- und formgerecht unterbreiteten Prozesseingabe vom 6. Januar 2011 lediglich noch die C._ AG als beklagte Partei aufgeführt. Das Rechtsbegehren lautete dabei wie folgt:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Entschädigung von CHF 50‘000.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 9. November 2010 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich der gesetzlich geschuldeten Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.“
C. In ihrer Prozessantwort vom 15. Februar 2011 beantragte die C._ AG die kostenfällige Abweisung der Klage. In der Folge verzichtete A._ mit Schreiben vom 23. Februar 2011 auf die Einreichung einer Replik, schloss sich aber dem prozessualen Antrag der C._ AG, wonach das Verfahren vorerst auf die Teilfrage der vertraglichen und ausservertraglichen Haftung zu beschränken sei, an. Mit Beweisverfügung vom 4. März 2011 hiess der Bezirksgerichtspräsident Imboden den entsprechenden Antrag der Parteien gut.
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Sollte eine Haftung bejaht werden, werde anschliessend ein Beweisverfahren betreffend Schadenshöhe und -umfang durchgeführt.
D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. September 2011 erfolgte zunächst ein Augenschein im Erdgeschoss jenes Gebäudes, in welchem sich die Hochtemperatur-Anlage der C._ AG befindet und sich der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildende Unfall ereignete. Im Rahmen des Augenscheins erhielten beide Parteien die Gelegenheit zur Erläuterung ihrer Standpunkte und zur näheren Inspizierung der örtlichen Verhältnisse im Unfallbereich. Anwesend waren A._ in Begleitung von Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni und ihres Therapeuten, Dr. phil F._, sowie Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova als Vertreter der beklagten C._ AG. Des Weiteren nahmen die C. G._, H._ und I._ am Augenschein teil. Mit Entscheid vom 13. September 2011, mitgeteilt am 28. November 2011, erkannte das Bezirksgericht Imboden was folgt:
„1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 4‘700.00
- Streitwertzuschlag Fr. 1‘000.00
- einer Schreibgebühr von Fr. 1‘911.80
- Barauslagen von Fr. 388.20
total somit Fr. 8‘000.00
gehen zu Lasten der Klägerin, welche die Beklagte überdies ausseramtlich mit Fr. 20‘627.80 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

## Considerations