# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74b787e5-b9d4-4952-9ca7-6a5db55c6cb3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._ (geb. 1990) wurde erstmals im November 2008 von den Sozialen Diensten A._
finanziell unterstützt. Ab dem Jahre 2010 hielt er sich mehrmals zwecks
Suchtmittelentzugs in der psychiatrischen Klinik P._ und im Rehabilitationszentrum
Q._ auf, wobei er von den Sozialen Diensten A._ jeweils als Aufenthalter unterstützt
wurde. Über eine eigene Wohnung in A._ verfügte er nie; er kam jedoch teilweise in
einer Unterkunft für Obdachlose unter.
B. X._ hielt sich letztmals vom 30. September 2015 bis 27. November 2016 im
Rehabilitationszentrum Q._ auf, wobei die Sozialen Dienste A._ Kostengutsprache bis
zum Ende des Lehrjahres am 10. August 2016 erteilt hatten. Mangels Anschlusslösung
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wurde die Kostengutsprache für ein betreutes Wohnen bis maximal 31. Januar 2017
verlängert. Am 28. November 2016 trat X._ für einen Suchtmittelenzug erneut in die
Klinik P._ ein. Im März 2017 erkundigte sich die Sozialarbeiterin der Klinik bei den
Sozialen Diensten A._ über eine Kostengutsprache für eine weiterführende Therapie
bzw. ein betreutes Wohnen. Am 14. März 2017 erteilten die Sozialen Dienste A._ eine
Kostengutsprache für die Reisekosten zur Besichtigung des Rehabilitationszentrums
M._ in B._ ZH. Mit Schreiben vom 22. März 2017 teilten sie sodann mit, jedoch keine
Kostengutsprache für ein weiteres betreutes Wohnen zu leisten. Am 10. April 2017
erteilten die Sozialen Dienste A._ Kostengutsprache für Reisekosten zur Besichtigung
einer Wohnung in A._ und zur erneuten Besichtigung im M._. Mit Schreiben vom
11. April 2017 informierte X._ die Sozialen Dienste A._ darüber, er könne sich nur
schwer vorstellen, in A._ zu wohnen, da er dort zu viele suchtmittelabhängige
Personen kenne; eine Therapie im M._ könne er sich dagegen sehr gut vorstellen. Am
4. Mai 2017 teilte die Sozialarbeiterin der Klinik P._ den Sozialen Diensten A._ mit,
dass X._ am 8. Mai 2017 in das Rehabilitationszentrum M._ übertreten werde. Für die
Fahrt ins M._ wurde wiederum Kostengutsprache erteilt. Am 8. Mai 2017 trat X._ ins
M._ ein, wo er sich nach wie vor (Stand Dezember 2018) aufhält.
C. M._ bzw. X._ ersuchten am 15. Mai 2017 zunächst per E-Mail und mit Eingabe
vom 7. Juni 2017 schriftlich um Kostengutsprache für ein einjähriges
Therapieprogramm ab 8. Mai 2017 mit einem Tagessatz von CHF 236 und einem
monatlichen Taschengeld von CHF 453. Mit Schreiben vom 26. Juni 2017
beantworteten die Sozialen Dienste A._ das Gesuch abschlägig. In der Folge verlangte
X._, vertreten durch M._, am 17. August 2017 eine anfechtbare Verfügung. Mit
Verfügung vom 26. September 2017 lehnten die Sozialen Dienste A._ eine
Kostengutsprache für die stationäre Suchtmitteltherapie von X._ im
Rehabilitationszentrum M._ ab 8. Mai 2017 ab. Einen dagegen erhobenen Rekurs
hiess das Departement des Innern mit Entscheid vom 14. August 2018 gut. Es hob die
Verfügung der Sozialen Dienste A._ auf und verpflichtete Letztere, eine subsidiäre
Kostengutsprache für eine einjährige stationäre Therapie im Rehabilitationszentrum
M._ ab 8. Mai 2017 zu erteilen.
D. Mit Eingabe vom 30. August 2018 erhob die politische Gemeinde A._
(Beschwerdeführerin) durch die Sozialen Dienste A._ gegen den Rekursentscheid des
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Departements des Innern (Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
beantragte, unter Kostenfolge sei die Beschwerde gutzuheissen und eine
Kostengutsprache ab dem 8. Mai 2017 sei unter Bestätigung der Verfügung vom
26. September 2017 abzulehnen. Die Vorinstanz beantragte am 13. September 2018
die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2018 trug X._
(Beschwerdegegner) ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde an. Am 15. November
2018 verzichtete die Beschwerdeführerin ausdrücklich auf eine Stellungnahme zu den
Vernehmlassungen.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die

## Considerations

Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP räumt der zuständigen Behörde einer öffentlich-
rechtlichen Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt das
Recht zur Beschwerde ein, wenn diese im umstrittenen Bereich öffentliche Interessen
zu wahren hat. Praxisgemäss setzt die Legitimation eines Gemeinwesens voraus, dass
dieses den streitigen Entscheid durch Setzen eines Rechtsaktes im eigenen
Aufgabenbereich erlassen und damit bestimmte öffentliche Interessen vertreten hat
(GVP 1992 Nr. 43). Das ist nur der Fall, wenn es im Bereich einer ihm obliegenden
Aufgabe tätig wurde und dabei lokale Interessen wahrgenommen hat. Unerheblich ist,
ob es sich dabei um autonome Belange oder übertragene Befugnisse handelt. Der
Aufgabenkreis der öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Anstalten ergibt sich aus
der Zuständigkeitsordnung des kantonalen Rechts. Massgebend ist letztlich, ob der
betreffenden Körperschaft oder Anstalt eigene Verfügungskompetenz zukommt
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 453 f.). Die
Beschwerdeführerin, von der der Beschwerdegegner eine Kostengutsprache für den
Aufenthalt im M._ verlangt, ist demnach zur Beschwerde legitimiert. Die Eingabe vom
30. August 2018 entspricht in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den
bis
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gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP).
2.
2.1. Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz
vom 25. April 2017 (sGS 381.1, SHG; IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft in: ABl
2016 2707 ff.) wurden die gesetzlichen Grundlagen betreffend die Gewährung
finanzieller Sozialhilfe teilweise revidiert. Nach den allgemein gültigen
intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten
mangels einer anderslautenden übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage
im Zeitpunkt ihres Ergehens zur beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E.
2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit Hinweisen). In anderen Urteilen des Bundesgerichts (vor
allem zum Sozialversicherungsrecht) findet sich die Formulierung, es seien jene
Rechtssätze massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw.
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V
1 E. 1.2 S. 4 mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene übergangsrechtliche Regelung
besteht im vorliegenden Fall nicht. Dementsprechend finden die oben dargestellten
Grundsätze Anwendung, und die Streitsache ist nach der bis zum 31. Dezember 2017
geltenden Fassung des SHG (im Folgenden mit „aSHG“ bezeichnet) und der dazu
ergangenen Rechtsprechung zu beurteilen (vgl. VerwGE B 2016/212 vom 14. Juli 2018
E. 2, www.gerichte.sg.ch).
2.2. Persönliche Sozialhilfe bezweckt, der Hilfebedürftigkeit vorzubeugen, deren Folgen
nach Möglichkeit zu beseitigen oder zu mildern und die Selbsthilfe der Hilfebedürftigen
zu fördern (Art. 2 Abs. 1 aSHG). Sie wird geleistet, soweit keine Hilfeleistungen durch
unterstützungspflichtige Verwandte, andere Private oder private Sozialhilfeinstitutionen
gewährt werden oder diese nicht rechtzeitig verfügbar sind, oder soweit kein Anspruch
auf Sozialversicherungsleistungen oder auf Sozialhilfe nach der besonderen
Gesetzgebung besteht (Art. 2 Abs. 2 aSHG). Das Gesetz unterscheidet zwischen
betreuender und finanzieller Sozialhilfe. Auf Letztere hat Anspruch, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann (Art. 9 aSHG). Finanzielle Sozialhilfe umfasst Geld- und
Naturalleistungen sowie Kostengutsprachen (Art. 10 Abs. 1 aSHG).
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2.3. Die Kostengutsprache dient dazu, Leistungen Dritter sicherzustellen. Sie wird von
den Sozialhilfebehörden zugunsten des Leistungserbringers erteilt und ist
betragsmässig oder zeitlich limitiert. Sinn und Zweck der Gutsprache liegt darin, den
zuständigen Organen angemessene Mitwirkungsmöglichkeiten einzuräumen. Sie sollen
nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern möglichst frühzeitig an einer
für alle Beteiligten vorteilhaften Lösung mitarbeiten können. Sozialhilfebehörden sind
grundsätzlich nicht verpflichtet, im Nachhinein für eine an sich vertretbare Ausgabe
aufzukommen. Sie haben vielmehr ein Anrecht darauf, im Voraus zu geplanten
Aufwendungen Stellung zu nehmen. Von diesem Grundsatz kann abgewichen werden,
wenn eine Leistung vom Grundrecht auf Existenzminimum erfasst wird, beispielsweise
die notfallmässige oder unerlässliche medizinische Betreuung. Hier kann die
Sozialhilfebehörde verpflichtet sein, eine Kostengutsprache im Nachhinein zu erteilen
(SOG 1998 Nr. 38 E. 2; F. Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, Bern 1993, S. 130
f.). Der Grundsatz, dass bei fehlender oder verspäteter Gesuchseinreichung kein
Anspruch auf Kostenübernahme besteht, gilt folglich nicht absolut. Die nachträgliche
Einreichung eines Kostengutsprachegesuchs hat jedenfalls bei Behandlungen von
Krankheiten und krankheitsähnlichen Erscheinungen nicht zur Folge, dass der
Gesuchsteller den Anspruch auf Fürsorgeleistung von vornherein verwirkt. Vielmehr ist
zu berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Hilfe auch die notwendige ärztliche oder
therapeutische Behandlung und die notwendige Pflege in einem Spital, in einem Heim
oder zu Hause sicherstellen soll, und dass die Finanzierung des Aufenthalts in einer
spezialisierten Therapieeinrichtung eine situationsbedingte Leistung oder eine
Massnahme zur sozialen und beruflichen Integration darstellen kann, auf die Anspruch
besteht. Demnach darf die Fürsorgebehörde die Übernahme von Kosten für einen
solchen Aufenthalt nur verweigern, sofern dieser nicht erforderlich ist oder wenn die
Behörde eine vertretbare geeignetere oder günstigere Alternative anbieten kann. Im
letzteren Fall kann sie die Beitragsgewährung davon abhängig machen, dass die
Platzierung in der geeigneten, kostengünstigeren Einrichtung erfolgt (Entscheid des
Verwaltungsgerichts Zürich VB.2010.00661 vom 21. April 2011 E. 2.3; vgl. auch
C. Hänzi, Leistungen der Sozialhilfe in den Kantonen, in: C. Häfeli [Hrsg.], Das
Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 110).
3. Zunächst ist zu prüfen, in welcher Form ein Gesuch um Erteilung von
Kostengutsprache einzureichen ist.
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3.1. Das kantonale Sozialhilfegesetz enthält weder in der bis 31. Dezember 2017 noch
in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung eine Norm dazu. Sinn und Zweck des
Gutsprachegesuchs ist, dass sich die Gemeinde wie dargelegt über die geplante
Ausgabe ins Bild setzen und dazu Stellung nehmen kann. Dies ist nur möglich, wenn
das Gesuch schriftlich eingereicht wird und die Entscheidbehörde über Art, Dauer und
Kosten der Therapie orientiert; eine Dokumentation der Therapieinstitution sollte nach
Möglichkeit beiliegen. An die Schriftform des Gutsprachegesuchs dürfen – da das
Begehren in der Regel von juristischen Laien gestellt wird – keine allzu hohen
Anforderungen gestellt werden (vgl. SOG 1998 Nr. 39 E. 6).
3.2. Aus den Akten geht hervor, dass sich die Sozialarbeiterin der psychiatrischen
Klinik, in welcher sich der Beschwerdegegner am Therapieprogramm zur
Drogenentwöhnung beteiligt hatte, am 10. März 2017 bei der Beschwerdeführerin
erkundigte, wie die Chancen auf weitere finanzielle Unterstützung in Bezug auf eine
betreute Wohnform stünden. Hintergrund der Anfrage war, dass eine Anschlusslösung
bzw. Nachbetreuung frühzeitig aufgegleist werden sollte, nachdem der Aufenthalt in
der Klinik noch bis Ende April 2017 geplant war und für den Beschwerdegegner eine
Rückkehr in das Rehabilitationszentrum Q._ keine Option mehr darstellte (vgl. act. 6/8
Beilage 39). Am 14. März 2017 ersuchte die Sozialarbeiterin der Klinik für den
Beschwerdegegner um Kostengutsprache für die Reisekosten ins M._, welche von der
Beschwerdeführerin übernommen wurden (vgl. act. 6/8 Beilage 2 S. 25). Mit Schreiben
vom 22. März 2017 teilte die Beschwerdeführerin sodann mit, keine Kostengutsprache
mehr für ein weiteres betreutes Wohnen zu leisten (vgl. act. 6/8 Beilage 40). Mit E-Mail
vom 10. April 2017 ersuchte die Beschwerdeführerin die Sozialarbeiterin, bei
Alternativangeboten die Kosten und die Verfügbarkeit zu klären (vgl. act. 6/8 Beilage 2
S. 23). Am 12. April 2017 informierte die Sozialarbeiterin darüber, dass der
Beschwerdegegner nochmals das M._, welches über einen freien Platz verfüge,
besichtigen werde; genaueres wisse er erst in einer Woche. Die Beschwerdeführerin
wies die Sozialarbeiterin in diesem Zusammenhang darauf hin, sie solle den Antrag erst
stellen, wenn klare Verhältnisse geschaffen worden seien (vgl. act. 6/8 Beilage 2 S. 21).
Mit E-Mail vom 4. Mai 2017 teilte die Sozialarbeiterin sodann mit, dass der
Beschwerdegegner am 8. Mai 2017 ins M._ übertreten werde, wobei er ohne
Kostengutsprache aufgenommen werde (vgl. act. 6/8 Beilage 2 S. 19). Am 8. Mai 2017
trat der Beschwerdegegner schliesslich im M._ ein.
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3.3. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass vor Eintritt kein schriftliches Gesuch mit
konkreten Angaben über Art, Dauer und Kosten der Therapie vorlag. Erst mit Schreiben
vom 7. Juni 2017 stellte das M._ ein Gesuch um Kostengutsprache mit den Angaben
der Dauer (mind. 6 Monate) und Kosten (Tagesansatz CHF 236; Taschengeld CHF 453
monatlich) der Therapie samt Dokumentation der Institution (vgl. act. 6/8 Beilage 42).
Die Vorgeschichte vermittelt weiter nicht den Eindruck, dass die Einweisung in das
M._ zeitlich so dringlich war, dass nicht rechtzeitig vor dem Therapiebeginn bei der
Beschwerdeführerin um Kostengutsprache ersucht hätte werden können. Immerhin
besichtigte der Beschwerdegegner das M._ vor Eintritt zweimal, wobei am 11. April
2017 ein ausführliches Vorstellungsgespräch stattgefunden hatte (vgl. act. 6/8 Beilage
42). Es wäre daher möglich gewesen, die Beschwerdeführerin bei der Wahl der
Therapieeinrichtung mitwirken zu lassen. Dass das Gesuch um Kostengutsprache
verspätet gestellt wurde, bedeutet nach dem Gesagten aber nicht, dass die
Beschwerdeführerin Leistungen ohne weiteres ablehnen kann.
4. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die Übernahme der Kosten für den Aufenthalt
im M._ erforderlich ist bzw. war.
4.1. Die Existenzsicherung, Förderung der wirtschaftlichen und persönlichen
Selbständigkeit und die Gewährleistung der sozialen und beruflichen Integration sind
die primären Ziele der Sozialhilfe. Im Rahmen der sozialen Integration soll die
Sozialhilfe Menschen mit Suchterkrankungen unterstützen und ihnen den Ausstieg aus
der Abhängigkeit ermöglichen um dadurch eine Stabilisierung ihrer allgemeinen
Situation zu ermöglichen. Dabei kann die suchtkranke Person verschiedene
Behandlungsformen in Anspruch nehmen. Es besteht die Möglichkeit der ambulanten
Behandlung, des rein körperlichen Entzugs oder der stationären Rehabilitation in einer
spezialisierten Institution (vgl. E. 2.5.2 der Richtlinien und Praxishilfe der St. Gallischen
Konferenz der Sozialhilfe, Stand Januar 2018, nachfolgend: KOS-Praxishilfe). Der
Fürsorgebehörde steht das Recht zu, die Übernahme von Kosten ganz oder teilweise
zu verweigern, sofern ein Heimaufenthalt nicht erforderlich ist oder sie eine vertretbare
geeignetere oder günstigere Alternative anzubieten vermag. Diese Alternative muss
grundsätzlich geeignet sein, das bestehende Problem angemessen anzugehen (vgl.
Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich VB.99.00058 vom 20. Mai 1999 E. 2, in:
RB 1999 Nr. 85). Zu berücksichtigen ist weiter, dass für Drogentherapien in der Regel
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Gutsprachen gewährt werden. Nur besondere oder triftige Umstände begründen die
Verweigerung von Gutsprachen, beispielsweise fehlende Erfolgsaussichten, mangelnde
Therapiebereitschaft des Süchtigen oder ungenügende Rahmenbedingungen der
Therapieeinrichtung (vgl. SOG 1998 Nr. 38 E. 2).
4.2. Der Beschwerdegegner ersucht um Kostengutsprache für eine stationäre
Langzeittherapie, mit der die psychische Entwöhnung von seiner Drogensucht erreicht
werden soll. Abzustellen ist dabei auf die im Verfügungszeitpunkt vorhandenen
Berichte des Rehabilitationszentrums Q._ und der psychiatrischen Klinik P._.
4.2.1. Vom 30. September 2015 bis 27. November 2016 hielt sich der
Beschwerdegegner im Rehabilitationszentrum Q._ auf. Im Abschlussbericht vom
11. April 2017 hielt der Berichterstatter fest, der Aufenthalt des Beschwerdegegners sei
geprägt gewesen von ausgedehnten Phasen, in denen es ihm nicht möglich gewesen
sei, auf den Konsum von Drogen zu verzichten. Dem Beschwerdegegner sei es nicht
gelungen, trotz vieler Lösungsansätze, Rehabilitationsangeboten und anschliessend
individuell gestaltetem Setting über einen längeren Zeitraum einen gelingenden Alltag
zu generieren. Es werde daher die Prüfung der Teilnahme am heroin- oder
substitutionsgestützten Angebot der Stiftung Suchthilfe St. Gallen empfohlen (vgl.
act. 6/1 Beilage 3). Am 28. November 2016 trat der Beschwerdegegner zwecks
Suchtmittelentzugs zum dritten Mal in die psychiatrische Klinik P._ ein. Im Bericht der
Klinik vom 29. Juni 2017 führen die Berichterstatter aus, dass der Beschwerdegegner
nach qualifiziertem Entzug die Entwöhnungsbehandlung wahrgenommen habe. Er
habe sich alternative Bewältigungsstrategien zu seinem bisherigen Suchtmuster
angeeignet. Ausserdem habe er neue Perspektiven hinsichtlich seiner weiteren
Lebensführung entwickelt, sich ein grosses Stück aus seiner erlernten Hilflosigkeit
befreit und durch aktive Gestaltung seiner Zukunft sein Selbstvertrauen gesteigert. Die
Berichterstatter erachten im Sinn einer Festigung und weiterer Vertiefung der in der
Klinik erworbenen Kompetenzen eine weiterführende stationäre Therapie und
Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung für äusserst sinnvoll. Gelinge es im
Rahmen einer Therapie die teilweise brachliegenden Ressourcen des
Beschwerdegegners verstärkt zu aktivieren, könne die Prognose hinsichtlich der
Suchterkrankung als vorsichtig günstig angesehen werden (act. 6/1 Beilage 4).
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Zwar empfiehlt das Rehabilitationszentrum Q._ eine Prüfung der Teilnahme am heroin-
oder substitutionsgestützten Angebot der Stiftung Suchthilfe St. Gallen und spricht
sich damit eher gegen eine stationäre Therapie aus. Zu berücksichtigen ist jedoch,
dass das Angebot der Suchthilfe St. Gallen unter anderem auch die Weitervermittlung
an Suchtkliniken und die Zusammenarbeit mit solchen Institutionen vorsieht (vgl.
www.stiftung-suchthilfe.ch). Zudem weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass sich
der entsprechende Bericht auf den Zustand des Beschwerdegegners im Zeitraum vom
30. September 2015 bis 27. November 2016 bezieht und damit vor dem (erneut)
durchgeführten Drogenentzug in der psychiatrischen Klinik P._. Diese erachtet eine
weiterführende stationäre Therapie und Unterstützung bei der beruflichen
Eingliederung wiederum als äusserst sinnvoll, wobei die Prognose hinsichtlich der
Suchterkrankung als vorsichtig günstig angesehen werden könne.
4.2.2. Es besteht kein Zweifel darüber, dass Heilungserfolge bei Abhängigen von
harten Drogen schwer zu erreichen sind. Trotzdem dürfen sie nicht von vornherein
ausgeschlossen werden, zumal primär dem Süchtigen die Fähigkeit vermittelt werden
soll, mit der Sucht umzugehen, das heisst diese zu beherrschen, um weitere Abstürze
vermeiden zu können. In diesem Sinn ist die beabsichtigte Langzeittherapie für den
Beschwerdegegner durchaus als notwendig zu erachten. Nach dem körperlichen
Entzug ist eine kontrollierte Therapie erforderlich, die ambulant nicht durchgeführt
werden kann, da zu wenig schnell und wohl auch zu wenig intensiv auf den
therapiebedürftigen Beschwerdegegner eingewirkt werden kann, sodass Rückfälle
kaum vermieden werden können. Diese Gefahr ist bei einer stationären Betreuung weit
geringer (vgl. zum Ganzen auch Entscheid des Regierungsrats Schwyz RRB Nr. 407
vom 4. März 1992 E. 3, in: Entscheide der Gerichts- und Verwaltungsbehörden des
Kantons Schwyz [1980 – heute]). Tatsache ist, dass die meisten Menschen mit einer
Abhängigkeit einen oder mehrere Rückfälle erleben. Sie zeigen, dass die Betroffenen
noch am Lernen sind. Zu berücksichtigten ist, dass eine Abhängigkeit sich über eine
gewisse Zeit entwickelt, weshalb der Weg daraus meist auch eine Weile dauert. Es ist
daher nicht realistisch zu erwarten, das Problem lasse sich schnell lösen. Die Zeit nach
dem Entzug ist zudem besonders heikel. Das in dieser Zeit erhöhte Rückfallrisiko hängt
unter anderem damit zusammen, dass viele Probleme noch da sind und die
Fähigkeiten noch fehlen, mit diesen umzugehen. Der letzte Drogenkonsum während
des Aufenthalts in der Klinik beweist, dass der Beschwerdegegner für ein ambulantes
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Setting noch nicht bereit ist, wie der Rückfall mit Heroin im Zusammenhang mit dem
ersten Vorstellungsgespräch im M._ vom 21. März 2017 gezeigt hat. Weiter wies der
Beschwerdegegner mit Schreiben vom 11. April 2017 darauf hin, dass er sich nur
schwer vorstellen könne, in einer Wohnung in A._ zu wohnen. Er kenne dort zu viele
Süchtige und habe Angst, wieder so zu werden wie zuvor. Auch bei einem Aufenthalt in
einer Unterkunft für Obdachlose sei das Risiko sehr gross, dass er wieder auf die
schiefe Bahn gerate. Er habe tags zuvor eine Wohnung in A._ besichtigten können,
wobei er beim Vorbeifahren am C._-Platz wieder Suchtdruck bekommen habe. Aus
dem Schreiben geht ebenfalls hervor, dass der Beschwerdegegner aufgrund des
Aufenthalts in der psychiatrischen Klinik P._ dem Suchtdruck wiederstehen konnte,
indem er dort erlernte Skills angewendet hatte (vgl. act. 6/16 Beilage 47). Die Vor
instanz erkannte damit zu Recht, dass sich der Beschwerdegegner in der
Stabilisierungsphase befindet. Von fehlenden Erfolgsaussichten zu sprechen, wäre
daher zu verfrüht, insbesondere auch unter Berücksichtigung des jungen Alters des
Beschwerdegegners.
4.2.3. Es kann zudem nicht alleine deswegen von einer mangelnden
Therapiebereitschaft die Rede sein, weil in der Vergangenheit mit den Aufenthalten in
Q._ keine Entwöhnung von der Drogensucht erreicht wurde. Wie dargelegt sind
Rückfälle nicht selten. Die psychiatrische Klinik P._ bejaht eine hohe Motivation des
Beschwerdegegners, nachdem er nach einer ersten Stabilisierungsphase Mitte Januar
2017 für eine weiterführende, vertiefende Behandlung seiner langjährigen
Abhängigkeitserkrankung auf die Entwöhnungsstation der Klinik übertreten konnte.
Während des Klinikaufenthalts arbeitete er intensiv sein bisheriges Rückfallmuster auf
und entwickelte Strategien zur Aufrechterhaltung der Abstinenz (vgl. act. 6/1 Beilage 4
S. 2 f.). Die Sozialarbeiterin der Klinik nahm den Beschwerdegegner zudem als sehr
veränderungsmotiviert wahr (vgl. act. 6/8 Beilage 39). Im Schreiben vom 11. April 2017
setzte sich der Beschwerdegegner sodann mit seiner Suchtproblematik auseinander,
gestand Fehler in der Vergangenheit ein und äusserte klar den Wunsch, (nochmals)
eine stationäre Langzeittherapie in Angriff nehmen zu wollen (vgl. act. 6/16 Beilage 47).
Damit ist durchaus eine Therapiebereitschaft des Beschwerdegegners zu erkennen, die
es im Rahmen der sozialen Integration zu unterstützen gilt, um ihm den Ausstieg aus
der Abhängigkeit und dadurch eine Stabilisierung seiner allgemeinen Situation zu
ermöglichen. Die Therapiebereitschaft scheint im Übrigen nach wie vor vorhanden zu
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sein, indem ihm im Zwischenbericht des M._ vom 6. Oktober 2017 eine positive
Entwicklung und eine hohe Zielmotivation, die Therapie erfolgreich zu absolvieren,
attestiert wird (vgl. act. 6/1 Beilage 5). Schliesslich ist er mittlerweile seit zwei Jahren
suchtmittelabstinent (vgl. act. 8).
4.2.4. Die KOS-Praxishilfe empfiehlt in der aktuellen Fassung zwar, für weiterführende
sozialtherapeutische Behandlungen nach Abschluss der körperlichen
Entzugsbehandlung den der Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen
(sGS 381.31, IVSE) unterstellten Einrichtungen den Vorrang zu geben (vgl. B.2.5.2 der
KOS-Praxishilfe, Stand Januar 2018). Unbestritten ist, dass das Rehabilitationszentrum
M._ nicht dazu gehört. In der Fassung von Januar 2017 wird jedoch festgehalten,
dass in erster Linie Einrichtungen berücksichtigt werden, die über eine kantonale
Betriebsbewilligung verfügen. Weiter dürfe davon ausgegangen werden, dass es sich
um ein seriöses Angebot handelt, wenn eine Institution mit einer
Qualifikationszertifikation des Bundesamts für Gesundheit (BAG) aufwarten kann (vgl.
B.2.5.2 der KOS-Praxishilfe, Stand Januar 2017). Beim Rehabilitationszentrum M._
handelt sich um ein nach der Qualitätsnorm QuaTheDA – die Qualitätsnorm des
Bundesamts für Gesundheit für die Suchthilfe, Prävention und Gesundheitsförderung
(vgl. www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-gesundheit/
suchtberatung-therapie/mod-referenz-quatheda.html; www.quatheda.ch/de/ueber-
quatheda.html) – zertifiziertes Rehabilitationszentrum für suchtmittelabhängige
Personen. Das individualorientierte Therapieprogramm basiert auf einem vierstufigen
Konzept. Neben Einzel- und Gruppentherapien werden die Felder der Persönlichkeits-
und Sozialentwicklung, Arbeit und Freizeit bearbeitet (vgl. act. 6/1 Beilage 5, act. 6/2
Beilage 42). Das M._ erweist sich damit auch als geeignete Therapiestation. Dass das
Rehabilitationszentrum Q._ auf der IVSE-Liste aufgeführt und damit grundsätzlich
geeignet ist, den Beschwerdegegner zu therapieren, ändert daran nichts. Die
Langzeittherapie scheiterte dort bereits mehrmals, weshalb aufgrund des subjektiven
Empfindens des Beschwerdegegners nachvollziehbar ist, dass er nicht mehr dorthin
zurückkehren möchte. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, der Kanton
St. Gallen verfüge über diverse Stellen, welche suchtmittelabhängige Personen im
ambulanten Rahmen zur Verfügung stehen und betreuen, ist ihr entgegenzuhalten,
dass die vorliegend erforderliche kontrollierte Therapie eben gerade nicht ambulant
durchgeführt werden kann (vorstehend E. 4.2.2).
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4.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen der Notwendigkeit einer
stationären Therapie, der Therapiewille des Beschwerdegegners und der Geeignetheit
der Institution zur Durchführung der Therapie gegeben sind. Der Schluss der
Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin die Kostengutsprache für die stationäre
Langzeittherapie im Rehabilitationszentrum M._ zu Unrecht nicht erteilt worden sei, ist
daher nicht zu beanstanden.
5. Zu klären bleibt, ab welchem Zeitpunkt – ab Eintritt oder ab Gesuchstellung – die
Beschwerdeführerin die Kosten für den Aufenthalt im M._ zu übernehmen hat. Die
Beschwerdeführerin erhielt bereits im März 2017 Kenntnis davon, dass per Ende April
2017 der Austritt des Beschwerdegegners geplant war und die psychiatrische Klinik
P._ deshalb die Aufgleisung einer Anschlusslösung bzw. Nachbetreuung planen
wollte. Ausserdem war ihr bekannt, dass für den Beschwerdegegner eine Rückkehr in
das Rehabilitationszentrum Q._ keine Option mehr darstellte. Dennoch unterliess sie
ihrerseits Abklärungen hinsichtlich einer möglichen Platzierung, insbesondere nachdem
der Beschwerdegegner mit Schreiben vom 11. April 2017 mitgeteilt hatte, eine eigene
Wohnung komme aufgrund des Suchtdrucks für ihn nicht in Frage und er sich ein
Aufenthalt im M._ gut vorstellen könne. Sie beharrte lediglich lapidar darauf, keine
Kostengutsprachen mehr zu erteilen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz, welche
sich dazu ausführlich dazu äusserte (vgl. E. 6.1 des angefochtenen Entscheids)
rechtfertigt es sich daher, die Leistungspflicht der Beschwerdeführerin auf den
Zeitpunkt des Eintritts ins M._, mithin dem 8. Mai 2017, festzulegen. Da im Gesuch
um Kostengutsprache für mindestens sechs Monaten ab Eintritt ersucht worden war
und sowohl der Beschwerdegegner als auch die Beschwerdeführerin von einem
einjährigen Therapieprogramm ausgingen, ist schliesslich nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz die Beschwerdeführerin verpflichtete, eine subsidiäre Kostengutsprache
für eine einjährige stationäre Therapie im Rehabilitationszentrum M._ zu erteilen.
6. [...]