# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 56379a72-f412-4ccb-ab02-5aee45c0c613
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1960, arbeitete seit 7.
März 1995 als Hilfsarbeiter im
Y._
und war damit bei der Schweizerischen Unfallversi
cherungsanstalt (SUVA) ve
rsichert, als er am 30.
Mai 1996 beim Treppensteigen mit Material den Tritt verfehlte und mit der rechten Schulter in
den Türrahmen prallte (Urk. 2/9/1
Grundfall
) und sich an der rechten Schulter eine R
otatoren
manschettenruptur (Urk. 2/
9/2
Grundfall
Ziff.
5) zuzog. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und schloss den Fall Ende April 1997 ab (
Urk.
2/
9/23/1 Grundfall). Der Versicherte schied in der Folge aus dem Einzelunternehmen aus und machte sich nach einer kurzen Beschäftigung und dem Bezug von Arbeits
losengeldern ab 2002 selbständig, indem er sich einen Lieferwagen kaufte und Transporte von und nach
Z._
durchführte (IK
Auszug
Urk.
2/
9/62,
Urk.
2/
9/8).
Nach einer Rückfallmeldung vom 4. Juni 2008 (Urk. 2/9/2)
sprach die SUVA dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Juli 2010 (Urk. 2/9/123) rückwirkend ab 1. Mai 2008 eine 10%ige Invalidenrente sowie eine Entschädi
gung für eine 20%ige Integritätseinbusse zu. Mit Einspracheentscheid vom 1. Februar 2011 (Urk. 2/9/152 = Urk. 2/2) erhöhte sie den der Rente zugrunde gelegten Invaliditätsgrad auf 22 %.
Die dagegen vom Versicherten am
21. Februar 2011
erhobene Beschwerde
(Urk. 2/1)
wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
28. Februar 2012
im Verfahren Nr.
UV.201
1.00059 ab (Urk. 2/12
).
2.
Das Bundesgericht hiess die dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde mit Urteil vom 8. Januar 2013 (Urk. 2/15 = Urk. 1) in dem Sinne gut, dass es den Entscheid aufhob und die Sache an das hiesige Gericht zurückwies, damit es nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen neu entscheide (S. 9 Ziff. 1).
Das hiesige Gericht holte einen medizinischen Bericht (Urk.
6)
sowie
eine
Stel
lungnahme
des Beschwerdeführers dazu (Urk. 8) ein und veranlasste ein ortho
pädisch/traumatologisches Gutachten, das am 14. Januar 2014 erstattet wurde (Urk. 10).
Die Stellungnahmen
des Beschwerdeführers vom 5. März 2014 (Urk. 15) und der Beschwerdegegnerin vom 7. März 2014 (Urk. 16) zum Gut
achten wurde
n
am 12. März 2014 der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (Urk. 17)
sowie
ein ergänzender Bericht zum Gutachten (Urk. 18) ein
geholt
.
Dieser wurde den
Parteien am 22. April 2014 zugestellt
(Urk. 19).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen sind im Urteil des hiesigen Gerichts
von 2
2.
November 2011 (Urk. 2/12 S. 2 ff. E.
1) und im Urteil des Bundesge
richts vom
8. Januar 2013 (Urk. 1 S.
3
E. 2
) angeführt. Darauf wird verwiesen.
2.
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Stellungnahme (Urk. 15) auf den Standpunkt,
das Gerichtsgutachten bestätige die erhebliche Schädigung des rechten Schultergelenks und die erhebliche Bewegungseinschränkung, welche nicht nur schmerzbedingt sondern auch funktionell durch die Rupturen der verschiedenen Sehnen und weiteren Verletzungen
bedingt
sei (S. 1).
Ausserdem gehe hervor, dass er seit dem 25. April 2008 aufgrund der Unfallfolgen nicht nur als Gipser, sondern auch als Hilfsarbeiter und Chauffeur zu 100 % arbeits
unfähig sei und es zeige sich, dass aufgrund
des
im Gutachten beschriebenen Anforderungsprofil
s
keine der von der Beschwerdegegnerin bez
eichneten Arbeiten zumutbar sei. Ferner seien die Gutachter nicht auf die Auswirkungen der Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit eingegangen, was sie nachzuholen hät
ten (S. 2 f.).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete
mit Schreiben vom 7. März 2014
auf eine Stellungna
hme zum Gerichtsgutachten (Urk.
16).
3.
3.1
Am
8.
Februar 2010 (Urk. 2/9/109) fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. Dabei gelangte PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, im Hinblick auf die Zumutbarkeit infolge unfallbedingter Beschwerden zur Beur
teilung, dass das Ausmass der Beschwerdeschilderung des Beschwerdeführers insbesondere vor dem Hintergrund der seitengleichen Armumfänge und sym
metrischen Gebrauchsspuren an beiden Händen nicht gänzlich nachvollziehbar sei, weshalb eine neuerliche Beurteilung durch einen Schulterorthopäden zu erfolgen habe (S. 6).
Dr.
med.
B._
, Chefarzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie,
C._
, untersuchte daraufhin den Beschwerdefü
hrer schulterorthopädisch am 9.
A
pril 2010 und berichtete am 21.
April 2010 (Urk. 2/9/114) bei gleichbleibender Diagnose
(massive Funktionseinschränkung Schulter rechts bei irreparabler Rotatorenmanschetten Massenruptur, Status nach Rotatorenmanschettenrekon
struktion rechts 1996,
chronisches s
ubacromiales Impingement Grad II links, Hypothyreose, psychosoziale Belastungssituation)
, dass dieser weiterhin eine massive, wahrscheinlich schmerzbedingte funktionelle Einschränkung seiner rechten Schulter zeige. Klinisch imponiere eine klare Schwäche für die Aussen-
und vor allem auch Innenrotationen. MR
tomografisch habe bereits vor zwei Jahren eine ausgedehnte Läsion des Supra- und Infraspinatus als auch Subsca
pularis nachgewiesen werden können. Therapeutisch könne dem Beschwerde
führer tatsächlich nur der endoprothetische Ersatz des Gelenkes mit einem inversen Implantat angeboten werden, wobei er weiterhin der Meinung sei, dass dies in keiner Art und Weise die Arbeitsfähigkeit verbessern würde. Er halte den Beschwerdeführer in seinem ursprünglichen Job als Lastwagenchauffeur für nicht mehr arbeitsfähig. Für eine optimal adaptierte Arbeitsstelle könnte der Beschwerdeführer zumindest 50 % arbeitsfähig geschrieben
werden (S.
2 Mitte).
3.2
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1)
hielt in seiner kre
isärztlichen Beurteilung vom 6.
Mai 2010 (Urk.
2/
9/119) fest, die Ausführungen von
Dr.
B._
seien schlüssig und nachvollziehbar, und erachtete eine ganztägige Arbeit mit Heben und Tra
gen von Lasten bis 10 kg
bis Lendenhöhe für zumutbar (S.
2 oben).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, führte in seiner versicherungs
medizinischen Beurteil
ung vom 10. November 2010 (Urk. 2/
9/139) aus, nach Studium der Akten und Röntgenbilder bestätige er die Beurteilung vo
n Dr.
A._
vollumfänglich. Trotz unbestrittener Reruptur der Rotatorenman
schette rechts bei Status nach Rekonstruktion 1996 sehe er keinen angemesse
nen körperlichen Grund, warum eine angepasste Tätigkeit nicht zu 100
%
zumutbar sein sollte. Von der wahrscheinlichen Symptomausweitung und der krankhaften Pathologie an der linken Schulter müsse man abstrahieren. Das Ausmass der geltend gemachten Schmerzen sei bei zentriertem Gelenk und Fehlen einer Omarthrose (Knorpel im MRI
intakt) nicht plausibel. Eine volle Arbeitsfähigkeit bei leichter Tätigkeit habe übrigens der Rheumatologe Dr.
E._
(
vgl.
Urk. 2/9/85/2) schon bestätigt (S.
1 Abschnitt 1). Aus der kon
siliarischen Untersuchung des Orthopäden
Dr.
B._
vom
9.
April 2010 ergäben sich keine neuen Erkenntnisse. Dabei sei es lediglich um die Frage einer mögli
chen Operation gegangen.
Dr.
B._
habe keinen Auftrag für eine gutachterliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gehabt. Es sei ihm nicht das voll
ständige Dossier zur Verfügung gestanden und die Bemerkung „zumindest 50
%
arbeitsfähig“ sei unverbindlich und unpräzis. Dass man mit einer einseitigen Affektion an der Rotatorenmanschette generell (auch angepasst) nur 50
%
arbeiten könne, stehe jedenfalls in kei
nem Lehrbuch der Orthopädie (S. 1 Abschnitt
2).
3.4
Im Urteil vom 28. Februar 2012 (Urk. 12) wurde auf die ärztliche Zumut
bar
keits
beurteilung von Dr.
A._
abgestellt, wonach
der
Beschwerde
führer a
uf
grund der unfallbedingten Schulterverletzung in der angestammten Tätigkeit als Gipser und Chauffeur arbeitsunfähig
und f
ür eine andere berufliche Tätigkeit
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei
, sofern Arbeiten verbunden mit
Heben und Tragen von Lasten bis
10 kg bis Lendenhöhe anfallen (
vgl. E. 4.2
).
3.5
Das Bundesgericht führte in seinem Urteil vom 8. Januar 2013 (Urk. 1) unter anderem aus:
3.2.3
Der Auffassung der SUVA in ihrem Einspracheentscheid vom 1. Februar 2011 kann indessen insoweit nicht ohne Weiteres gefolgt werden, als sie unter Berufung auf
Dr.
med
.
D._
trotz der Angabe des
Dr.
med.
B._
vom 21. April 2010, wonach der Beschwerdeführer „für eine optimal adaptierte Arbeitsstelle
... zumindest 50 % arbeitsfähig geschrieben werden könnte“, auf das weitestgehend uneingeschränkte Leistungsvermögen gemäss kreisärztliche
r Beurteilung abstellen möchte
.
(...)
Auch Dr.
med.
B._
konnte im Anschluss an seine Untersuchung vom 9. April 2010 aller
dings keine medizin
i
sch-therapeutisch indizierte Massnahme empfehlen, von welcher sich eine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit hätte erwarten lassen, sodass einem Fallabschluss nichts im Wege stand
.
(...) Kreisar
z
t
Dr.
med.
A._
gelangte am 6. Mai 2010 im Sinne einer abschliessenden kreisärztlichen Beurteilung zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer unfallbedingt eine ganztägige A
rbeit mit Heben und Tra
gen von
Lasten bis 10 kg bis Lendenhöhe zuzumuten wäre, wofür auch die seitenglei
che Beschwielung beider Hände und die symmetrische muskuläre Trophik sprächen. Dr.
med.
D._
schloss sich dieser Auffassung am 10. November 2010 an, wobei er zum abweichenden Ergebnis der konsiliarischen Untersuchung durch Dr.
med.
B._
bemerkte, die Angabe einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit sei unverbindlich und unpräzise (...).
Auch wenn
Dr.
med.
D._
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
med.
B._
am 10. November 2011 als „unverbindlich und unpräzise“ qualifizierte, erweckt sie doch gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit des von den Dres.
med.
A._
und
D._
bescheinigten, praktisch uneingeschränkten Leistungsvermögens bei leidensange
passten Tätigkeiten. Immerhin besteht doch eine erhebliche Diskrepanz, wenn
Dr.
med.
B._
von „zumindest 50 % arbeitsfähig
“ spricht und die von der SUVA
bei
gezogenen Ärzte die Arbeitsfähigkeit auf 100 % veranschlagen. Hätte
Dr.
med.
B._
ein uneingeschränktes Leistungsvermögen als
gerechtfertigt erachtet, darf
ange
nommen werden, dass er sich in seinem Bericht vom 21.
April 2010 auch unmiss
verständlich geäussert hätte. Die bestehende Diskrepanz zwischen den ärztlichen Einschätzungen lässt sich auch nicht mit der Erklärung beseitigen,
Dr.
med.
B._
sei nicht mit einer Begutachtung hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit beauftragt worden, sondern habe sich ausschliesslich zum weiteren medizinischen Vorgehen zu äussern gehabt, hat
Dr.
med.
A._
Dr.
med.
B._
doch lediglich telefonisch
kontak
tiert, sodass die diesem letztlich unterbr
eitete Fragestellung gar nicht
aktenkundig ist.
Unter diesen Umstände
n
wäre die Vorinstanz angesichts des in ihrem Verfahren gelten
den Untersuchungsgrundsatzes zu einer Klärung der offensichtlichen Unge
reimtheiten verpflichtet gewesen. Dies wird sie nachzuholen haben. Das kantonale Gericht wird zunächst versuchen, mittels gezielter Fragen an
Dr.
med.
B._
Aufschluss über die Bedeutung seiner Aussage zur Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Sollte dies nicht den gewünschten Erfolg zeitigen, wird es angesichts der bestehenden Zweifel nicht ledig
lich auf die Beurteilungen
der Dres. med.
A._
und
D._
abstellen können, sondern (...) eine Begutachtung durch nicht zur SUVA gehörende und von dieser beauftragte Fachärzte zu veranlassen haben.
4.
4.1
Mit Bericht vom 5. März 2013 (Urk. 6)
beantwortete
Dr.
B._
die Fragen des Gerichts
(vgl. Urk. 3)
und führte zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, die Hauptanforderung sei die Begrenzung der Funktion sowie der Belastung der rechten Schulter. Diese sei in ihrer Funktion eingeschränkt bis Lendenhöhe und
mit maximal
5-10 kg
belastbar
(S. 1). Die rein hypothetische Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit beziffer
t
e er
neu
auf 100 % (S. 2).
4.2
Am
14. Januar 2014 erstatteten Prof.
Dr.
med. C.M.L.
F._
, Leitender Arzt und Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, und Dr. med. univ.
G._
, Assi
s
tenzarzt, Klinik für Unfallchirurgie,
H._
,
das Gerichtsgutachten (Urk. 10), welches auf einem Aktenauszug
(S. 3
ff.), den Angaben des Beschwerdeführers (S.
39 ff.
)
und
einer orthopädischen Befunderhebung
(S. 46 ff.)
basierte.
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen (S. 61 Ziff. 6):
irreparable
Massenruptur der rechten Rotatorenmanschette
Cuff-Arthropathie rechts Hamada Grad II
s
ubacromiales Impingement-Syndrom
AC-Gelenksarthrose rechts
Status nach Endgliedamputation Dig. II rechts bei Status nach Quetschtrauma am 25. Mai 1999
Die Gutachter führten aus, n
ach Zusammenschau der Befunde bestehe eine irre
parable Massen-Reruptur der Rotatorenmanschette der rechten dominanten Schul
ter, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusam
men
hang mit dem Sturz auf die rechte Schulter
im
Mai 1996 stehe. Die gemäss Unfallakten ordentlich durchgeführte primäre Rotatorenmanschettenrekon
struktion hätte gemäss den Angaben des Beschwerdeführers zu einer Besserung geführt
. Bei
der gutachterlichen Vorstellung habe sich der Beschwerdeführer mit
der Symptomatik einer erneuten Massenruptur der rechten Rotatorenmanschette präsentiert. Ein weiteres Unf
allereignis, welches für die Rer
uptur verantwortlich gemacht werden könn
t
e, sei vom Beschwerdeführer verneint worden. Dies stehe im Widerspruch zu dem vorliegenden ärztlichen Notfallbericht der interdiszipli
nären Notfallstation des
C._
vom 6. Februar 2003, in welchem ein Sturz auf die linke Schulter festgehalten worden sei. Unabhängig von diesem Ereignis seien spontane Rerupturen im Verlauf nach einer primären offenen Rotatorenmanschettenrekonstruktion häufig auch ohne Trauma zu beo
bachten.
Die massive Rer
uptur der Rotatorenmanschette werde als irrepara
bel beurteilt (S. 62).
Die bei der gutachterlichen Untersuchung im Vordergrund stehende Schmerz
symptomatik der rechten
Schulter werde neben der rechts
eitigen Rota
toren
ma
nschettenruptur auch durch das s
ubacromiale Impingement-Syndrom der rechten Schulter unterstützt. Eine implantierte inverse Schulterprothese würde zwar die Funktionsfähigkeit der Schulter und somit die Arbeitsfähigkeit nicht verbessern,
aber dafür
das ausgeprägte Schmerzsyndrom in der rechten Schul
ter.
Das Im
pingement
-Syndrom der linken Schulter und die Endgliedam
putation des Zeigefingers der rechten Hand würden die Restarbeitsfähigkeit negativ beein
flussen
(S. 63)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, seit dem Zeitpunkt der Diagno
se
si
cherung am 25. April 2008 bis zum heutigen Tag bestehe eine ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit aufgrund der unfallbedingten Verletzung der rechten Schulter. In der zum Unfallzeitpunkt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Gipser/Hilfsarbeiter/Chauffeur bestehe seit diesem Datum bis heute eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Von einer Verbesserung der Schulterfunktion sei nicht mehr auszugehen
(S. 63 unten)
.
Aus medizinsicher Sicht verbleibe in angepasster Tätigkeit mit körperlich leich
ten Tätigkeiten, bei denen Schulterbewegungen (Schulterflexion,
innenrotation, -aussenrotation, -abduktion) nicht notwendig seien und die Arbeiten vornehm
lich aus dem Ellbogengelenk beziehungsweise Handgelenk verrichtet werden können, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastung bis 5
kg, ohne Arbeiten über Brustniveau oder Arbeiten in Armvorhalteposition, ohne Arbeiten auf Lei
tern und Gerüsten, ohne Vibrations-, Stoss- oder Drehbelastungen
,
eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit (S. 63 f.).
Auftragsgemäss nahmen die Gutachter auch zu den in den von der Beschwerde
gegnerin ausgewählten DAP-Blättern beschriebenen Tätigkeiten Stellung (S. 77 ff.).
4.3
Mit ergänzendem Bericht vom 20. März 2014 (Urk. 18) hielten die Gutachter zu den
Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 15) fest, die Schmerzintensität sei ein subjektiver Parameter, der aus der Anamnese und während der Untersu
chung eines Patienten erhoben werden könne. Beim Beschwerdeführer seien die Schmerzen in der rechten Schulter durch die Rotatorenmanschettenverletzung nachvollziehbar. Die angegebenen Schmerzintensitäten während rechtsseitiger Schulterbelastung seien ebenfalls schlüssig. Die Schmerzempfindung des Beschwerdeführers weiche nicht von der durchschnittlichen Patientenpopulation mit Rotator
enmanschetten-Massenrupturen ab (S. 3).
Während der gesamten gutachterlichen Untersuchung habe kein erhöhter Leidens
druck in Ruhe oder Nichtbelastung der rechten Schulter festgestellt wer
den können. Die angegebenen Schulterschmerzen entsprächen nicht wahr
nehmbaren bis sehr leichten Schmerzen, die nicht mit einem erhöhten Leidens
druck verbunden seien und daher eine 100%ige Arbeitstätigkeit in angepasster Tätigkeit wie zum Beispiel
als Telefonist mit Head-Set, Rez
eptionist oder Arbei
ten
am Computer ermöglichen würden (S. 4).
5.
5.1
Das Bundesgericht taxierte die vorangegangene Sachverhaltsabklärung als unzu
reichend, weil die Klärung der Diskrepanz zwischen den ärztlichen Arbeits
fähigkeitseinschätzungen nicht näher abgeklärt, sondern einseitig auf die Beur
teilungen von Dr.
A._
abgestellt worden
sei
.
5.2
Bezogen auf diese vom Bundesgericht erwogene und der näheren Abklärung überantworteten Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit führten sowohl das Gerichtsgutachten (vgl. vorste
hend E. 4.2) wie auch der eingeholte Bericht von Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 4.1) zum klaren Ergebnis, dass eine vollständige Arbeitsfähigkeit
des Be
schwerdeführers
in einer dem Leide
n angepassten Tätigkeit besteht.
D
ie Gutachter des
Gerichtsgutachten
s
, welches
die medizinischen Vorakten ebenso wie die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
berücksichtigt, in der
Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung
einleuchtet
und
dessen
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet sind
, mithin die sei
tens der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen (
BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c
) vollumfänglich erfüllt,
nahmen Bezug auf die gestellten Diag
nosen sowie die erhobenen Befunde und
begründe
te
n ausführlich
sowie
nach
vollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer
in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig ist.
Sie nahmen dabei Stellung zu den Ein
schränkungen des Beschwerdeführers
mittels Zumutbarkeitsprofils und beant
worteten damit die gestellte Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit umfassend.
Ebenfalls legte auch Dr.
B._
in seinem Bericht
vom 5. März 2013
dar, dass dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar ist (vgl. vorstehend E. 4.1).
5.3
Sowe
it der Beschwerdeführer aufgrund des Zumutbarkeitsprofils realitätsfremde Annahmen über die effektiven Einsatzmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt vor
bringt
, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Gutachter detailliert zur Frage der Zumutbarkeit der Verrichtung der von der Beschwerdegegnerin bezeichneten Arbeiten (DAP-Profile) Stellung genommen und ausgeführt haben, dass
abgesehen von der Hilfsarbeitertätigkeit als
Thermostatenm
onteur
diese
von der Beschwerdegegnerin
ausgesuchten Tätigkeiten zumutbar seien (Urk. 10 S. 77 ff.). Ebenfalls nahmen sie
mit Bericht vom 20. März 2014 (Urk. 18)
umfassend Stellung zur Rüge des Beschwerdeführers, wonach sie nicht auf die Auswirkun
gen der Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit eingegangen seien (Urk. 15 S. 2)
. Darin
hielten
sie
fest, die vom Beschwerdeführer angegebenen Schulterschmer
zen würden eine 100%ige Arbeitstätigkeit in angepasster Tätigkeit ermöglichen. Ferner wiesen sie darauf hin, dass
sich
mittels Schulterprothese die Schmerzsi
tuation der rechten Schulter bei Belastung auch in Ruhe verbesser
n liesse
und gegebenenfalls zur Schmerzfreiheit führen
könnte
(Urk. 18 S. 4).
5.4
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass
die auftragsgemäss durchgeführten zusätzlichen Abklärungen zum Schluss
führen
, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit
unter Berücksichtigung des a
n
geführten
Belastungsprofil
s
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
6.
6.1
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mens
differenz der Invaliditätsgrad bestimme
n lässt (BGE 130 V 349 E.
3.4.2
).
6.2
Das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen im Jahr 2008 von Fr. 73‘500.-- (vgl. Urk. 2/2 S. 5 lit. d) wurde vom Bundesgericht bestätigt (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. 4)
und auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet
, wes
halb
auf diesen Betrag abgestellt werden kann
.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise reali
sier
baren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-
erwerb
li
chen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da der Beschwerdeführer vorliegend noch keine ihm zumutbare Erwerbs
tätigkeit ausübt, können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herangezogenen Lohn
struk
tur
erhebungen (LSE) oder DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 129 V 472).
6.3.2
Die fünf ausgewählten DAP-Stellen beinhalten die Tätigkeiten Montagearbeiter, Produktionsmitarbeiter, Verdrahter und
zwei Hilfsarbeiterstellen (Urk. 2/
9/126). Der Beschwerdeführer hat gegen die Auswahl der Stellenprofile
weder substan
tiierte
Einwände vorgebracht, noch liegen Anhaltspunkte vor, welche dagegen sprechen würden
, was auch das Bundesgericht in seinem Urteil
ausgeführt
hatte (Urk. 1 S. 7 Ziff. 3.3)
.
Die Gutachter erachteten den Beruf als Produktionsmitar
beiter, Hilfsarbeiter Abpacker, Montagearbeiter und Verdrahter als zumutbar, verneinten jedoch die Zumutbarkeit beim DAP-Profil Hilfsarbeiter
Thermosta
ten
m
ontage
. Ferner
hielten sie fest
, für Arbeiten, die mit Bewegungen aus dem rechten Handgelenk und rechten Ellbogengelenk zu verrichten seien ohne dabei das Schultergelenk zu beanspruchen, sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit zumutbar (Urk. 10 S. 77 ff.).
Berücksichtigt man die
vorgenannten und entspre
chend den Möglichkeiten des Beschwerdeführers in Frage kommenden
vier DAP-Profile
,
errechnet sich ein Durchschnittslohn von Fr. 57‘615.--, was bei einer möglichen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100 % das Invali
deneinkommen darstellt.
6.4.
Der Vergleic
h des Valideneinkommens von Fr.
73'750.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr. 57‘615.--
ergibt eine Lohneinbusse von Fr.
16‘135.-- bezie
hungsweise
einen Invaliditätsgrad von gerundet 22
%.
D
emnach
ist
der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. Februar 2011
(Urk. 2/2)
,
mit welchem dem Beschwerdeführer ab 1. Mai 2008 eine Rente auf
grund eines Invaliditätsgrades von 22 % zugesprochen wurde
,
zu bestätigen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Der Sachverhalt war gemäss verbindlicher Feststellung des Bundesgerichts ungenügend abgeklärt, und im Lichte von BGE 137 V 210 hätte das hiesige Gericht, was es nunmehr nachgeholt hat, zur Behebung des Mangels ein
en schriftlichen Bericht und gegebenenfalls ein
Gutachten einholen sollen. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, das erforderlich wurde, weil (gemäss Bundesge
richt) der Sachverhalt ungenügend abgeklärt
war
, sind rechtsprechungsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (BGE 139 V 496 E.
4.4).
7
.2
Somit sind die Kosten des Gerichtsgutachtens im Betrag von
Fr. 11‘500.--
(Urk. 14) von der Beschwerdegegnerin dem Gericht zu erstatten.