# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e298faac-dfb3-4bda-b36b-5940f6463cbc
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Veruntreuung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 4. September 2013 (GG130019)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 3. Juni 2013
(Urk. 61) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 1.1) sowie
− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB ( 1.1).
2. Vom Vorwurf einer weiteren Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB
(Anklageziffer 1.2) wird der Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu
Fr. 50.– , wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt, sowie mit einer
Busse von Fr. 2'500.–.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 25 Tagen.
6. Die Privatklägerin B._ wird mit ihrem Schadenersatz- und ihrem Genug-
tuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. Auslagen Vorverfahren (ausstehend)
Fr. 11'911.60 amtl. Verteidigungskosten
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils,
ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten zu vier Fünfteln auferlegt, zu einem Fünftel werden die Kos-
ten auf die Staatskasse genommen - davon ausgenommen sind die Kosten
der amtlichen Verteidigung, welche zu einem Fünftel definitiv und zu vier
Fünfteln einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von
der Gerichtskasse übernommen werden.
Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 77 S. 2 f.)
1. Es sei Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom
4. September 2013 vollumfänglich aufzuheben und der Berufungs-
kläger sei von der Urkundenfälschung i.S.v. Art. 251 Ziff. 1 StGB sowie
von der Veruntreuung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1StGB freizusprechen;
2. Es seien als Folge davon auch Dispositivziffern 3, 4 und 5 des Urteils
des Bezirksgerichts Bülach vom 4. September 2013 vollumfänglich
aufzuheben;
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3. Es sei als Folge davon auch Dispositivziffern 8 des Urteils des Bezirks-
gerichts Bülach vom 4. September 2013 vollumfänglich aufzuheben
und es seien die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Ver-
fahrens, inklusive der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die
Staatskasse zu nehmen, und es sei dem Berufungskläger eine ange-
messene Entschädigung für die erstandene Untersuchungshaft von
einem Tag zuzusprechen;
4a. Eventualiter sei Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts
Bülach vom 4. September 2013 abzuändern und der Berufungskläger
sei mit einer Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu je Fr. 30.–, unter An-
rechnung der erstandenen Untersuchungshaft von einem Tag zu be-
strafen, wobei auf die Ausfällung einer Busse zu verzichten sei;
4b. Eventualiter sei Dispositivziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts
Bülach vom 4. September 2013 abzuändern und die Kosten der Unter-
suchung und des gerichtlichen Verfahrens seien mit Ausnahme der
Kosten der amtlichen Verteidigung zur Hälfte dem Berufungskläger auf-
zuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien definitiv auf die
Staatskasse zu nehmen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwert-
steuerzusatz zu Lasten der Staatskasse.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:
(Urk. 81, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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I. Gegenstand des Berufungsverfahrens
Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 4. September 2013
wurde der Beschuldigte der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB (An-
klageziffer 1.1.) und der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB
(Anklageziffer 1.1.) schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der weiteren Veruntreuung
im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.) wurde er freigesprochen. Er
wurde bestraft mit einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu Fr. 50.–
unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren und mit einer Busse von
Fr. 2'500.–. Die Privatklägerin B._ wurde mit ihrem Schadenersatz- und Ge-
nugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Urk. 76).
Mit Eingabe vom 10. September 2013 hat der Beschuldigte fristgerecht Berufung
gegen das Urteil angemeldet (Urk. 71) und mit Eingabe vom 22. Oktober 2013 die
Berufungserklärung eingereicht (Urk. 77). Er beantragt vollumfänglichen Frei-
spruch, Übernahme der Kosten auf die Staatskasse und Zusprechung einer an-
gemessenen Entschädigung für die erstandene Untersuchungshaft von einem
Tag (Urk. 77). Eventualiter beantragt er Bestrafung mit einer Geldstrafe von 220
Tagessätzen zu je Fr. 30.–, Verzicht auf Ausfällung einer Busse und hälftige Kos-
tenauflage (Urk. 77).
Die Staatsanwaltschaft hat weder selbständige Berufung noch Anschlussberufung
erhoben. Sie beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 81). Sei-
tens der Privatklägerschaft wurde das Urteil ebenfalls nicht angefochten.
Vorweg ist daher davon Vormerk zu nehmen, dass der Teilfreispruch gemäss
Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils sowie Dispositiv-Ziffer 3 betreffend
die Zivilansprüche der Privatklägerin B._ und Dispositiv-Ziffer 7 betreffend
die Kostenfestsetzung in Rechtskraft erwachsen sind.
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II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
In der Anklageschrift vom 3. Juni 2013 (Urk. 61) wird festgehalten, dass
C._ am 13. April 2005 einen Vermögensverwaltungsvertrag zwischen der
ihm gehörenden Firma D._ S.A. und der E._ GmbH unterzeichnet hat
und dass der Beschuldigte gestützt auf diesen Vermögensverwaltungsvertrag in
den Jahren 2006 und 2007 in drei Malen von C._ insgesamt Euro
161'000.– bar übernommen hat.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe diese Geldbeträge nicht abma-
chungsgemäss auf das Konto der D._ S.A. bei der UBS ... [Ort] überwiesen,
sondern habe sich diese Beträge zwischen den jeweiligen Übergaben (25. Okto-
ber 2006, 27. Juni 2007 und 13. November 2007) und dem 3. Juni 2008 angeeig-
net in der Absicht, diese für sich persönlich zu verwenden.
Er habe C._ immer wieder gefälschte UBS-Vermögensausweise übergeben,
welche auf dem fraglichen Konto nicht vorhandene Vermögenswerte auswiesen,
um C._ über den Vermögensstand zu täuschen und ihn dazu zu veranlas-
sen, ihm immer wieder neue Geldbeträge anzuvertrauen.
Anfangs Juni 2008 habe der Beschuldigte unter Verwendung einer vorgängig von
C._ erhältlich gemachten Blankounterschrift eine Quittung/Empfangsbestä-
tigung vom 3. Juni 2008 betreffend einen Betrag von Euro 235'000.– erstellt, um
zu vertuschen, dass er die Geldbeträge unrechtmässig bezogen und für seine
persönlichen Bedürfnisse verwendet habe.
Kurz zusammengefasst geht der Anklagevorwurf dahin, dass sich der Beschuldig-
te ihm von C._ gestützt auf einen Vermögensverwaltungsauftrag übergebene
Gelder im Gesamtbetrag von Euro 161'000.– aneignete in der Absicht, diese für
sich persönlich zu verwenden und dass er eine Urkunde fälschte, indem er eine
Blankounterschrift von C._ verwendete für die Erstellung einer vom 3. Juni
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2008 datierenden Quittung/Empfangsbestätigung betreffend den Betrag von Euro
235'000.–.
2. Wahrung des Anklageprinzips
Unter dem Aspekt der Wahrung des Anklagegrundsatzes (Art. 9 StPO und Art.
325 StPO) ist zu beachten, dass der Vorwurf, der Beschuldigte habe C._ ge-
fälschte UBS Vermögensausweise übergeben, um ihn über seinen effektiven
Vermögensstand zu täuschen und ihn dazu zu veranlassen, ihm immer wieder
neue Geldbeträge anzuvertrauen, zwar Elemente des Betrugstatbestandes ent-
hält, jedoch die Anforderungen an eine dem Anklageprinzip genügende Um-
schreibung nicht erfüllt. Im Ingress der Anklage findet sich neben der Umschrei-
bung des Vorwurfes der Veruntreuung und der Urkundenfälschung keine Um-
schreibung des Betrugstatbestandes. Entsprechend beantragt die Staatsanwalt-
schaft denn auch keinen Schuldspruch betreffend Betrug. Dieser Abschnitt des
Anklagesachverhaltes ist daher unter dem Aspekt der Urkundenfälschung zu prü-
fen. Dabei ist vorweg zu beachten, dass in der Anklageschrift bezüglich der Ur-
kundenfälschung – anders als bei der Veruntreuung – keine mehrfache Tatbege-
hung Erwähnung findet. Eindeutig bezieht sich der Vorwurf der Urkundenfäl-
schung auf den Sachverhaltsabschnitt 1.1. c, in welchem dem Beschuldigten vor-
geworfen wird, er habe eine unter falschen Angaben erhältlich gemachte Blanko-
unterschrift von C._ verwendet und eine vom 3. Juni 2008 datierte Quit-
tung/Empfangsbestätigung betreffend Euro 235'000.– erstellt. Betreffend die Vor-
lage gefälschter Vermögensausweise fehlen dagegen Angaben in der Anklage-
schrift über Anzahl der Vermögensausweise, Zeitpunkt, in welchem der Beschul-
digte diese C._ vorgelegt hat, sowie darüber, in welcher Hinsicht die Vermö-
gensausweise falsche Angaben enthielten. Betreffend gefälschte Vermögens-
ausweise ist dem Anklageprinzip daher auch mit Bezug auf den Tatbestand der
Urkundenfälschung nicht Genüge getan.
3. Standpunkt des Beschuldigten
Der Beschuldigte macht geltend, bei der auf der Quittung/Empfangsbestätigung
vom 3. Juni 2008 ersichtlichen Unterschrift von C._ handle es sich nicht um
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eine Blankounterschrift. Aus dem Umstand, dass C._ geltend mache, er un-
terschreibe zu 99% mit seinem Namen über der gedruckten Schrift und nicht un-
ter der Schrift, wie auf der fraglichen Quittung, lasse sich nichts betreffend das
Vorliegen einer Blankounterschrift ableiten, zumal in den Akten auch Belege zu
finden seien, bei welchen C._ unter der Schrift unterschrieben habe. Als Bei-
spiel führt der Beschuldigte die polizeiliche Einvernahme von C._ vom 2. Ap-
ril 2009 an, bei welcher dieser unterhalb der Schrift unterzeichnete. Auch könne
aus der Tatsache, dass die Unterschrift sich auf der Quittung unten links befindet,
an jenem Ort, an welchem sich auch die Blankounterschriften befinden, nichts ge-
schlossen werden, da auch F._ eine Quittung/Empfangsbestätigung unten
links unterzeichnet habe und nie geltend gemacht habe, dass er den quittierten
Betrag nicht erhalten habe und es sich um eine missbräuchlich verwendete Blan-
kounterschrift handle (vgl. Urk. 77 S. 6 ff.).
Da er den Betrag von EUR 235'000.– zurückbezahlt habe und die entsprechende
Quittung/Empfangsbestätigung echt sei, fehle es von vornherein an den objekti-
ven Tatbestandsvoraussetzungen für die Annahme einer Veruntreuung. Der Um-
stand, dass er im Zeitraum, in welchem er von C._ die Barbeträge erhalten
habe, von seinem Patenonkel G._ mehrere Darlehensbeträge erhalten habe,
und über genügend finanzielle Mittel verfügte, um seine persönlichen Bedürfnisse
zu decken, könne als Indiz dafür herangezogen werden, dass er kein Interesse
daran gehabt habe, Vermögenswerte unrechtmässig zu verwenden und sich da-
ran unrechtmässig zu bereichern (vgl. Urk. 77 S. 14 f.).
Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass er das von C._ übernommene Geld
entgegen dem Vermögensverwaltungsvertrag nicht renditebringend angelegt hat,
er macht geltend, er habe es in seinem Tresor deponiert. Er habe das Geld aus
dem Grunde nicht angelegt, weil H._ (Geschäftsführer der E._ GmbH)
mit seiner Fehl-Anlagestrategie in Behring Titel auch im Falle C._ Totalver-
luste erzielt habe und er H._ und dessen Anlagestrategie nicht mehr vertraut
habe (Urk. 77 S. 15). Er habe sicherstellen wollen, dass dem Rückforderungsan-
spruch von C._ jederzeit nachgekommen werden könne. C._ habe ihm
gegenüber erwähnt, die Gelder zu einem späteren Zeitpunkt für ein Bauvorhaben
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zu benötigen. Dies habe ihn darin bestärkt, das Geld nicht spekulativ anzulegen,
sondern für C._ jederzeit liquide im Tresor bereit zu halten. C._ sei Fir-
meninhaber eines erfolgreichen Bäckereiunternehmens, welches im Jahre 2009
einen Umsatz von 26 Millionen Euro erzielt habe. Er sei auf überdurchschnittliche
Renditegeschäfte gar nicht angewiesen gewesen. C._ habe widersprüchliche
Aussagen im Zusammenhang mit den festgelegten Renditezielen gemacht. Pri-
mär sei es ihm um die Ausschaffung des Schwarzgeldes aus Deutschland ge-
gangen, was sich darin zeige, dass er ihm die Gelder bar übergeben habe, ihn als
Transporteur über die Grenze eingesetzt habe und das Konstrukt einer panamai-
schen Gesellschaft gewählt habe (Urk. 77 S. 16).
Nicht bestritten wird vom Beschuldigten, dass er UBS-Vermögensauszüge selbst
herstellte und teilweise auch fiktive Titel im Depot aufführte (Urk. 77 S. 17). Er
macht geltend, er habe dies nicht getan, um seine Vereitelungshandlungen zu
verschleiern, vielmehr habe er die Gelder im Tresor deponiert und C._ damit
zeigen wollen, dass seine Gelder nicht verloren gewesen seien. Ausserdem er-
scheine es aufgrund der Geschäftserfahrenheit von C._ nicht glaubhaft, dass
er nicht erkannt habe, dass die ihm vorgelegten Vermögensausweise nicht Origi-
nale der UBS gewesen seien. Bei Anwendung minimaler Sorgfalt hätte er dies
ohne Weiteres erkennen können und müssen (Urk. 77 S. 18). C._ habe auch
gewusst oder hätte wissen müssen, dass es sich bei den in den Vermögensaus-
weisen aufgeführten Bering-Titeln um non-valeur Titel handelte, welche über den
Zeitraum von rund zwei Jahren jeweils konstant mit demselben Wert angegeben
worden seien. Dass C._ gewusst habe, dass er mit den Behring-Titeln einen
Totalverlust erlitten hatte, sei das einzig plausible Motiv für die Erhebung einer
Strafanzeige (Urk. 77 S. 19).
4. Beweismittel
4.1. Aussagen des Beschuldigten
In der ersten polizeilichen Befragung vom 3. August 2009 bestätigte der Beschul-
digte, dass er am 25. Oktober 2006 Euro 67'500.–, am 27. Juni 2007 Euro
50'000.– und am 13. November 2007 Euro 43'500.– von C._ in bar empfan-
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gen hat (Urk. 4/1 S. 1 f.). Er räumte ein, dass er die Gelder nicht auf das UBS
Konto von C._ bzw. seiner Firma D._ einbezahlt, vielmehr in seinen
Tresor bei der UBS in ... gelegt hat. Dies habe er getan, weil er kein Vertrauen
mehr in H._, den Vermögensverwalter der E._, gehabt habe. H._
habe den grössten Teil für seine Kunden in Behring Fonds investiert und er habe
nicht gewollt, dass die neuen Gelder von C._ durch H._ weiterverwaltet
werden. Das Geld sei in seinem Tresor gelegen bis er es im Frühling 2008 an
C._ zurück bezahlt habe. Insgesamt habe er ihm über Euro 300'000.– zu-
rückbezahlt, wofür er Quittungen habe (Urk. 4/1 S. 2). Auf die Frage, ob er Blan-
ko-Unterschriften von C._ gehabt habe, sagte er aus, es sei möglich, dass er
eine Blankounterschrift gehabt habe (Urk. 4/1 S. 2). C._ habe dieses Geld
bei der E._ anlegen wollen. Er habe gewusst, dass C._ dieses Geld
später für einen Neubau benötigen würde, deshalb habe er das Geld in seinem
Tresor parkiert und habe es ihm bei Bedarf für seinen Neubau zurückgegeben.
Der Beschuldigte räumte ein, Vermögensausweise selber erstellt und C._
übergeben zu haben. Es sei jedoch nicht darum gegangen, C._ über den
Stand des Vermögens zu täuschen, vielmehr habe er den Zusammenzug ge-
macht aufgrund der Anlagen, die C._ bei der CS und der UBS gehabt habe
(Urk. 4/1 S. 4). Er habe einfach einen alten Vermögensausweis der CS mit dem
aktuellen der UBS zusammengezogen und einen neuen UBS Ausweis hergestellt.
Der von ihm hergestellte UBS Ausweis per Juni 2008 enthalte die aktuellen UBS
Depotwerte und die CS Werte von 2004 (Urk. 4/1 S. 4).
In der Hafteinvernahme vom 3. August 2009 wiederholte der Beschuldigte, dass
er am 13. November 2007 Euro 43'500.–, am 27. Juni 2007 Euro 50'000.– und
am 25.Oktober 2006 Euro 67'500.– von C._ erhalten habe, welche Beträge
er in seinen Tresor gelegt habe, ohne dass C._ dies gewusst habe. Er habe
gewusst, dass C._ das Geld bald für sein Bauvorhaben brauche. Er vermu-
te, dass C._ ihm das Geld nicht gegeben hätte, wenn er ihm gesagt hätte,
dass er das Geld nicht anlege (Urk. 4/2 S. 4). Das Geld von C._ habe er ca.
Mai/Juni 2008 aus dem Tresorfach herausgenommen. Auch in dieser Einver-
nahme bestätigte der Beschuldigte, dass er Vermögensausweise zusammen-
stellte in der bereits in der polizeilichen Einvernahme geschilderten Weise. Dabei
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habe er die Daten aus den alten Depotauszügen ca. aus 2004 und 2005 ent-
nommen, wobei der Nettoinventarwert der Behring Papiere immer gleich mit
Fr. 1'000.– ausgewiesen worden sei (Urk. 4/2 S. 5). Da das Ganze eine
Schwarzgeldanlage gewesen sei, habe C._ alles auf einem einzigen Auszug
haben wollen (Urk. 4/2 S. 5). Das Geld, welches sich im Tresor befunden habe,
habe er nicht auf diesen Vermögensausweisen aufgeführt, da er ja nicht etwas
habe eintragen können, was nicht auf der Bank gelegen sei. Der Beschuldigte
bestätigte, dass er sich von Kunden Blankounterschriften geben liess, da er kei-
ne Vollmachten mit dem ganzen Text haben wollte, für den Fall, dass er an der
Grenze oder in Deutschland kontrolliert würde, denn es habe sich ja um
Schwarzgeld gehandelt (Urk. 4/2 S. 9).
In der polizeilichen Befragung vom 22. März 2010 bestritt der Beschuldigte, die
Quittung/Empfangsbestätigung vom 3. Juni 2008 mit einer Blankounterschrift von
C._ erstellt zu haben (Urk. 4/3 S. 2). Er habe für C._ das Geld für das
Konto D._ entgegengenommen, habe es aber nicht auf dem Konto angelegt,
sondern in seinen Tresor gelegt. Darüber habe er C._ nicht informiert. Er
blieb bei seiner Aussage, dass er die vier bei den Akten befindlichen Vermögens-
ausweise selber erstellt und dem Kunden C._ vorgelegt habe, wobei er dies
getan habe, um die beiden Depots bei der CS und bei der UBS für den Kunden
C._ zusammengefasst auf einem Vermögensausweis darzustellen (Urk. 4/3
S. 3). Insbesondere gestand der Beschuldigte ein, dass er auf den Vermögens-
ausweisen per 23. Oktober 2006 und per 9. November 2007 verschiedene Titel
frei erfunden habe oder Stückzahlen einfach erhöht habe, er erklärte, er habe Ti-
tel fiktiv im Depot aufgeführt, damit er gegenüber C._ auch die Beträge, die
er von ihm bar erhalten habe, habe begründen/bewerten können, denn er habe
das Geld in seinem Tresor gehabt und habe es ihm gegenüber ausweisen müs-
sen (Urk. 4/3 S. 5). Er habe C._ einen zu hohen Wert vorgegaukelt, er habe
dem Kunden zeigen wollen, dass seine Gelder nicht verloren sind (Urk. 4/3 S. 5).
In der untersuchungsrichterlichen Schlusseinvernahme vom 11. Februar 2013
(Urk. 1/19) beschränkte sich der Beschuldigte darauf, die Anklagevorwürfe zu
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bestreiten und erklärte, keine weiteren Aussagen machen zu wollen (Urk. 1/19
S 7 f.).
Er anerkannte in der Befragung vor Vorinstanz, von C._ insgesamt Euro
161'000.– erhalten zu haben. Er erklärte, er habe C._ Euro 235'000.– zu-
rückgebracht und bestritt den Anklagevorwurf sowohl mit Bezug auf die Verun-
treuung als auch auf die Urkundenfälschung (Urk. 67 S. 3 f.). C._ habe ge-
sagt, die Gelder seien nicht anzulegen, er brauche sie für ein Bauvorhaben (Urk.
67 S. 5). Er (Beschuldigter) habe das Geld nicht auf Risiko setzen wollen und
habe es nicht auf das Konto D._ einbezahlt, sondern bei sich im Tresor ge-
habt (Urk. 67 S. 5). Auf die Frage, ob er Blankounterschriften von C._ ge-
habt habe, erwiderte der Beschuldigte, er denke nicht, sei sich aber nicht sicher
(Urk. 67 S. 8). Er räumte jedoch ein, dass es in Deutschland üblich gewesen sei,
mit Blankounterschriften zu arbeiten, es habe sich jeweils um eine Unterschrift
für die Auszahlung bei der UBS gehandelt, der Betrag sei nachträglich in der
Schweiz eingesetzt worden, um bei der Grenze nichts dabei zu haben (Urk. 67 S.
8). Schliesslich sagte er auf entsprechende Frage der Verteidigung aus, er habe
von Herrn C._ eine Blankounterschrift erhalten, damit er die Vollmacht zum
Bargeldbezug habe erstellen können (Urk. 67 S. 15 f.). Betreffend Vorlage ge-
fälschter Vermögensausweise bestätigte der Beschuldigte, er habe die Auszüge
erstellt (Urk. 67 S. 9). Ferner räumte er ein, es könne sein, dass die Belege ma-
teriell nicht der Wahrheit entsprachen (Urk. 67 S. 11).
Auch in der Befragung vor Berufungsgericht anerkannte er, von C._ insge-
samt Euro 161'000.– erhalten zu haben (Prot. II S. 12). C._ habe ihm gesagt,
er solle vorsichtig sein beim Anlegen, da er das Geld für ein Bauvorhaben brau-
che. Er habe deshalb für sich gedacht, er nehme das Geld in Empfang, bringe es
in die Schweiz, tue es in einen Tresor bei der UBS und warte mal ab, was passiert
(Prot. II S. 12 und 16). Der Beschuldigte machte geltend, dass er das Geld zum
Schutz C._s aufbewahrt (und nicht angelegt) habe, und räumte ein, dass er
dies C._ nicht gesagt habe (Prot. II S. 16 f.). Betreffend Vorlage gefälschter
Vermögensausweise bestätigte der Beschuldigte wiederum, er habe die Auszüge
erstellt (Prot. II S. 17).
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4.2. Aussagen C._
C._ erstattete am 2. April 2009 auf dem Polizeiposten ... Strafanzeige gegen
den Beschuldigten wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung und Betrug. Er warf
dem Beschuldigten vor, Gelder von ihm veruntreut zu haben und ihn mit gefälsch-
ten Depotauszügen über seinen wahren Vermögensstand irregeführt zu haben
(Urk. 1/1 S. 3). In der gleichentags durchgeführten polizeilichen Befragung sagte
C._ aus, der Beschuldigte habe ihm immer wieder Vermögensauszüge über-
bracht, gemäss welchen sein Vermögen angestiegen sei, was ihn veranlasst ha-
be, dem Beschuldigten weitere Geldbeträge zu übergeben, am 25. Oktober 2006
Euro 67'500.–, am 27. Juni 2007 Euro 50'000.– und am 13. November 2007 Euro
43'500.– (Urk. 1/5 S. 2 ff.). Im Herbst 2007 habe er dem Beschuldigten erklärt,
dass er beabsichtige, im Sommer 2008 Euro 100'000.– für ein Bauvorhaben von
seinem Konto D._ abzuziehen. Im April 2008 sei der Beschuldigte zu ihm
nach I._ gekommen und habe ihn einen Blanco-Brief unterschreiben lassen,
damit er ihm die Euro 100'000.– auszahlen könne bzw. überbringen könne. Am 4.
Juni 2008 habe ihm der Beschuldigte dann Euro 50'000.– überbracht mit der Be-
gründung, dass er nicht mit einer höheren Summe nach Deutschland einreisen
könne, da dies zu heiss sei. Er wolle ihm aber in nächster Zeit die restlichen Euro
50'000.– bringen. Dies sei nicht erfolgt, der Beschuldigte habe ihn in der Folge
immer mit Ausreden vertröstet (Urk. 1/5 S. 4).
In der Zeugeneinvernahme vom 30. Oktober 2012 sagte C._ aus, der Be-
schuldigte habe den Auftrag gehabt, die ihm übergebenen Geldbeträge auf das
Konto D._ einzubezahlen und entsprechend dem Vermögensverwaltungsver-
trag anzulegen. Er habe erstmals Mitte 2009 vom Beschuldigten die Rückzahlung
eines Geldbetrages, Euro 100'000.–, verlangt. Er habe dem Beschuldigten 2 oder
3 Blankounterschriften gegeben, die er ihm unter dem Titel Gründung der
D._ SA abgefordert habe. Er habe dann nur Euro 50'000.– erhalten, der Be-
schuldigte habe erklärt, es sei wegen der Versicherung des Geldes nicht möglich,
die ganze Summe zu überbringen, er werde ihm die andere Hälfte noch bringen
(Urk. 1/9 S. 6). Es treffe nicht zu, dass der Beschuldigte ihm am 3. Juni 2008 ei-
nen Betrag von Euro 235'000.– ausgehändigt habe. Bei der Unterschrift auf der
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Quittung vom 3. Juni 2008 handle es sich um eine der Blankounterschriften, die er
geleistet habe. Er schreibe zu 99% seine Unterschrift über den maschinenge-
schriebenen Namen. Er würde das nie so tun wie auf der Quittung (Urk. 1/9 S. 7).
4.3. Quittung/Empfangsbestätigung vom 3. Juni 2008 (Urk. 21/5)
Der Beschuldigte beruft sich auf eine Quittung/Empfangsbescheinigung vom
3. Juni 2008 (Urk. 5/10 und Urk. 21/6). Gemäss dieser Urkunde, welche die Un-
terschrift von C._ trägt, bestätigt dieser, vom Beschuldigten am 3. Juni 2008
in I._ den Betrag von Euro 235'000.– in bar erhalten zu haben. Es ist unbe-
stritten, dass diese Urkunde eine Originalunterschrift von C._ aufweist. Wäh-
rend C._ geltend macht, der Beschuldigte habe eine Blankounterschrift zur
Erstellung dieser Quittung missbraucht, bestreitet dies der Beschuldigte und
macht geltend, die Übergabe der Euro 235'000.– an C._ sei tatsächlich er-
folgt.
5. Beweiswürdigung
5.1. Verwertbarkeit der Aussagen
Vorweg ist festzuhalten, dass sich C._ nicht als Privatkläger konstituiert hat.
Er wurde daher zu Recht als Zeuge einvernommen, nicht als Auskunftsperson
(Art. 162 StPO und Art. 178 StPO). Der Verwertbarkeit seiner Aussagen steht
nichts entgegen. Auch die Aussagen der Beschuldigten sind verwertbar.
5.2. Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und von C._
Der Beschuldigte hat anerkannt, dass ihm C._ am 25. Oktober 2006 Euro
67'500.–, am 27. Juni 2007 Euro 50'000.– und am 13. November 2007 Euro
43'500.– übergeben hat. Insofern stimmen seine Aussagen mit denjenigen des
Zeugen C._ überein und ist der Sachverhalt erstellt. Unbestritten ist auch,
dass die Übergabe der Gelder im Rahmen eines Vermögensverwaltungsauftrages
zwecks Einzahlung auf das Konto D._ und weiter zur Vermögensanlage er-
folgte.
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Der Beschuldigte hat ferner konstant ausgesagt, dass er diese von C._
übergebenen Geldbeträge nicht auf das Konto D._ einbezahlt hat. Er machte
stets geltend, er habe die Gelder in seinem Banktresor aufbewahrt, und räumte
ein, C._ nicht darüber informiert zu haben. Ausserdem anerkannte der Be-
schuldigte, dass er C._ selbst erstellte Vermögensausweise vorlegte, welche
fiktive Titel aufwiesen und einen zu hohen Wert seiner Gelder/Anlagen vorgaukel-
ten. Dies erklärte er damit, dass er dem Kunden habe zeigen wollen, dass seine
Gelder nicht verloren sind. Der Beschuldigte hat C._ somit vorgetäuscht, sein
Geld sei angelegt, und hat ein höheres als das effektive Guthaben ausgewiesen.
Die Erklärung des Beschuldigten für sein Vorgehen wirkt konstruiert und macht
wenig Sinn. Es ist in keiner Weise einzusehen, weshalb er C._ nicht hätte
darüber informieren können, dass er dessen Gelder im Banktresor aufbewahrte,
da die vorgängige Investition in Behring-Titeln zu Verlusten geführt hatte und er
C._ vor weiteren Verlusten schützen und die Rückzahlung des Geldes si-
cherstellen wollte. Der Beschuldigte will ein Vorgehen, welches im Interesse von
C._ erfolgt sein soll, mit konstruierten Vermögensaufstellungen vertuscht ha-
ben, anstatt den Kunden über die wahre Situation zu informieren. Es ist schlicht
nicht einzusehen, weshalb er C._ nicht über die Deponierung der Gelder im
Tresor hätte informieren können, wenn eine solche tatsächlich erfolgt wäre. Da-
gegen machen fingierte Vermögensaufstellungen zur Vertuschung des Umstan-
des, dass der Beschuldigte sich die Gelder von C._ angeeignet und für seine
persönlichen Bedürfnisse verwendet hatte, durchaus Sinn. Die unglaubhafte Er-
klärung des Beschuldigten für sein Vorgehen und der Umstand, dass er Vermö-
gensaufstellungen konstruierte, um C._ über den Vermögensstand zu täu-
schen, stellen gewichtige Indizien dafür dar, dass er etwas zu vertuschen ver-
suchte und weisen auf eine unrechtmässige Aneignung der Gelder hin. Dass der
Beschuldigte sich dessen bewusst war, zeigt sich in seinem inkonstanten Aussa-
geverhalten zur Frage der Anfertigung gefälschter Vermögensaufstellungen. Zu-
erst sagte er aus, es sei nicht darum gegangen, C._ über den Stand des
Vermögens zu täuschen, vielmehr habe er den Zusammenzug gemacht aufgrund
der Anlagen, die C._ bei der CS und der UBS gehabt habe (Urk. 4/1 S. 4).
Dann erklärte er, er habe das Geld, welches sich im Tresor befunden habe, nicht
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auf diesen Vermögensausweisen aufgeführt, da er ja nicht etwas eintragen kön-
ne, was nicht auf der Bank liege (Urk. 4/2 S. 6). Schliesslich gestand er in der
Einvernahme vom 22. März 2010 ein, dass er auf den Vermögensausweisen per
23. Oktober 2006 und per 9. November 2007 verschiedene Titel frei erfunden ha-
be oder Stückzahlen erhöht habe, da er die Beträge, die er im Tresor gehabt ha-
be, gegenüber C._ habe ausweisen müssen. Er habe C._ einen zu ho-
hen Wert vorgegaukelt, da er dem Kunden habe zeigen wollen, dass seine Gelder
nicht verloren sind (Urk. 4/3 S. 5).
C._ sagte gleichbleibend aus, dass er keine Quittung/Empfangsbestätigung
betreffend den Betrag von Euro 235'000.– unterzeichnet habe und diesen Betrag
auch nicht erhalten habe. Er machte geltend, bei der entsprechenden Quittung
handle es sich um eine Fälschung, der Beschuldigte habe eine Blankounterschrift
verwendet, welche er von ihm abgefordert habe. Er habe vom Beschuldigten für
ein Bauvorhaben die Rückzahlung von Euro 100'000.- verlangt, der Beschuldigte
habe ihm jedoch lediglich Euro 50'000.– überbracht, die weiteren Euro 50'000.–
sei er ihm schuldig geblieben. Ein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldig-
ten ist bei C._ nicht erkennbar. Entgegen der Argumentation der Verteidi-
gung stellt auch der Umstand, dass C._ mit Investitionen in Behring-Papiere
Verluste erlitten hat, kein nachvollziehbares Motiv dafür dar, den Beschuldigten
wahrheitswidrig einer Veruntreuung und Urkundenfälschung zu bezichtigen und
als Zeuge unter der strengen Strafandrohung im Sinne von Art. 307 StGB falsch
auszusagen.
Den Aussagen von C._ stehen diejenigen des Beschuldigten gegenüber. Der
Beschuldigte hat konstant bestritten, eine Blankounterschrift von C._ für die
Erstellung der Quittung/Empfangsbestätigung über Euro 235'000.– verwendet zu
haben. Dass die Aussagen des Beschuldigten im Zusammenhang mit der Erstel-
lung gefälschter Vermögensausweise unglaubhaft erscheinen, wurde vorstehend
dargelegt. Der Umstand, dass der Beschuldigte solche nicht den effektiven Wer-
ten entsprechende Aufstellungen konstruierte, dokumentiert, dass das Erstellen
von Urkunden mit unwahrem Inhalt kein dem Beschuldigten fremdes Vorgehen
ist. Hinzukommt, dass der Beschuldigte selber einräumte, es habe dem üblichen
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Vorgehen im Zusammenhang mit Schwarzgeld deutscher Kunden entsprochen,
Bargeldbezüge über Blankounterschriften der Kunden abzuwickeln. Dass in Ge-
schäften, wie denjenigen des Kunden C._ Blankounterschriften verwendet
wurden, hat der Beschuldigte somit ebenfalls anerkannt. Seine Aussagen zur
Frage, ob er auch im Besitze von Blankounterschriften von C._ gewesen sei,
fielen inkonstant aus. Während er in der ersten polizeilichen Einvernahme dazu
erklärte, es sei möglich, dass er von C._ eine Blankounterschrift gehabt habe
(Urk. 4/1 S. 2), sagte er in der Hafteinvernahme aus, die Kunden hätten ihm Blan-
kounterschriften für Barbezüge gegeben (Urk. 4/2 S. 9) und in der Einvernahme
vor Vorinstanz sagte er auf die Frage, ob er Blankounterschriften von C._
gehabt habe, er denke nicht, sei sich aber nicht sicher (Urk. 67 S. 8), um dann auf
Befragen durch die Verteidigung wieder auszusagen, er habe von C._ eine
Blankounterschrift erhalten (Urk. 67 S. 15 f.). Diese widersprüchlichen Aussagen
des Beschuldigten mit Bezug auf Blankounterschriften von C._ lassen an der
Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zweifeln.
Das inkonstante und ausweichende Aussageverhalten des Beschuldigten zu ihn
belastenden Punkten (Besitz einer Blankounterschrift von C._ und Anfertigen
von falschen Vermögensausweisen), seine nicht glaubhafte Erklärung betreffend
Aufbewahren der Gelder im Tresor und Fälschung von Vermögensausweisen, mit
dem Zweck, das Handeln im Interesse von C._ vor diesem zu vertuschen,
der Umstand, dass er im Besitze von Blankounterschriften von C._ war und
mit der Erstellung gefälschter Vermögensausweise seine Bereitschaft dokumen-
tierte, falsche Urkunden zu erstellen, sind klare Indizien, welche dafür sprechen,
dass der Beschuldigte unter Verwendung einer Blankounterschrift von C._
die Quittung/Empfangsbestätigung vom 3. Juni 2008 erstellte. Zusammen mit den
konstanten glaubhaften Aussagen von C._ und dem Umstand, dass kein
vernünftiger Grund für eine Falschbelastung des Beschuldigten erkennbar ist,
verdichtet sich die Indizienlage in einer Weise, dass keine rechtserheblichen
Zweifel mehr daran bestehen, dass der Beschuldigte unter Verwendung einer
Blankounterschrift von C._ eine gefälschte Quittung/Empfangsbestätigung
erstellte, um damit zu vertuschen, dass er die von C._ empfangenen Gelder
unrechtmässig für seine eigenen Bedürfnisse verwendete.
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Der Anklagesachverhalt ist somit erstellt; mit der nachfolgenden Modifikation be-
treffend die Deliktssumme.
C._ sagte konstant aus, dass er vom Beschuldigten im Juni 2008 eine Tran-
che von Euro 50'000.– zurückerhalten habe. In welchem Kontext diese Rückzah-
lung erfolgte, lässt sich nicht mehr eruieren. Nach dem Grundsatz in dubio pro reo
ist diese Rückzahlung deshalb an die streitgegenständlichen Euro 161'000.– an-
zurechnen, womit noch von einer Deliktssumme von Euro 111'000.– auszugehen
ist.
III. Rechtliche Würdigung
1. Urkundenfälschung
Hinsichtlich der Urkundenfälschung, insbesondere der Blankettfälschung kann
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 76 S. 6 f.). Es ist ihr auch darin zu folgen, dass der
Beschuldigte eine Blankounterschrift von C._, welche er sich für die Einzah-
lung und Auszahlung von Geld auf der Bank hatte geben lassen, ohne Erlaubnis
von C._ bzw. gegen dessen Anordnung für die Verwendung, einsetzte, um
eine Quittung für eine nicht erfolgte Bezahlung von Euro 235'000.– zu erstellen.
Dies tat er, um sich einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, indem er mit
dem gefälschten Beleg vertuschen wollte, dass er die ihm übergebenen Gelder
unrechtmässig für sich persönlich verwendet hatte. Damit ist der Tatbestand der
Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB in objektiver und in subjek-
tiver Hinsicht erfüllt und ist der Beschuldigte entsprechend schuldig zu sprechen.
2. Veruntreuung
2.1 Allgemeines
Bezüglich der Ausführungen zum Tatbestand der Veruntreuung kann auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 76 S. 9 f.).
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2.2. Würdigung
Festzuhalten ist, dass C._ dem Beschuldigten am 25. Oktober 2006 Euro
67'500.–, am 27. Juni 2007 Euro 50'000.– und am 13. November 2007 Euro
43'500.– übergab. Die Übergabe des Geldes erfolgte gestützt auf einen Vermö-
gensverwaltungsvertrag. C._ ging davon aus, dass das Geld auf das Konto
der D._ S.A. bei der UBS ... einbezahlt wird, was der Beschuldigte wusste
und letztlich auch nie bestritten hat. Dass der Beschuldigte diese Beträge nicht
auf dieses Konto einbezahlt hat, hat er stets anerkannt. Er machte geltend, er ha-
be den gesamten Betrag in seinem Banktresor aufbewahrt und C._ zurück-
bezahlt, wobei er sich auf die gefälschte Quittung vom 3. Juni 2008 berief. Daran,
dass der Beschuldigte die ihm anvertrauten Gelder abredewidrig für eigene
Zweck verwendete und nicht in der Lage war, die Gelder zurückzubezahlen, be-
stehen keine rechtserheblichen Zweifel, denn er hätte sonst keine Veranlassung
gehabt, eine gefälschte Quittung herzustellen. Damit ist mangels Ersatzbereit-
schaft auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherung erfüllt. Der Beschuldigte ist
somit der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu
sprechen.
IV. Strafzumessung
1. Strafrahmen
Der Strafrahmen erstreckt sich vorliegend sowohl für die Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff.1 Abs. 2 StGB als auch für die Urkundenfälschung gemäss
Art. 251 Ziff. 1 StGB von Geldstrafe bis 5 Jahre Freiheitsstrafe.
2. Strafzumessung innerhalb des Strafrahmens
2.1. Allgemeines
Die Vorinstanz hat die Grundsätze für die Strafzumessung gemäss Art. 47 StGB
korrekt dargelegt, es kann vorab darauf verwiesen werden (Urk. 76 S. 16).
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2.2. Tatkomponente
Die objektive Tatschwere wiegt bezüglich der Veruntreuung nicht mehr leicht. Der
Beschuldigte hat Gelder im Betrag von über Euro 110'000.– veruntreut, was einen
bedeutenden Deliktsbetrag darstellt. Zudem hat er erhebliche kriminelle Energie
an den Tag gelegt, indem er sein Handeln unter Vorlage konstruierter Vermö-
gensaufstellungen vertuschte und C._ zu weiteren Geldübergaben veran-
lasste. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte vorsätzlich
handelte und aus rein finanziellen Motiven. Eine Einsatzstrafe von 210 Tagen er-
scheint dem nicht mehr leichten Tatverschulden betreffend die Veruntreuung an-
gemessen.
Bezüglich der Urkundenfälschung ist festzuhalten, dass dieses Delikt dazu diente,
die Veruntreuung zu vertuschen. Mit der Verwendung einer Blankounterschrift von
C._ hat der Beschuldigte das ihm entgegengebrachte Vertrauen ein zweites
Mal missbraucht. Zu beachten ist jedoch, dass die Urkundenfälschung einzig da-
zu diente, das Delikt der Veruntreuung zu vertuschen und der zusätzliche dem
Geschädigten dadurch verursachte Schaden darin bestand, ihm den Beweis für
seine Darstellung zu erschweren, wogegen der Vermögensschaden selber bereits
durch die Veruntreuung entstanden war. Auch bezüglich der Urkundenfälschung
liegt direktvorsätzliches Handeln vor. Bezüglich dieses Deliktes wiegt das Ver-
schulden noch leicht. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzipes erscheint
eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 210 Tagen auf 270 Tage als angemessen.
2.3. Täterkomponente
Unter Hinweis auf die zutreffende Darlegung der persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten durch die Vorinstanz (Urk. 76 S. 16 f.) – welche vom Beschuldigten
an der persönlichen Befragung vor Berufungsgericht als im Wesentlichen unver-
ändert geschildert wurden (vgl. Prot. II S. 6 ff.; zu den finanziellen Verhältnissen
vgl. Ziff. 2.4.) – ist festzuhalten, dass sich daraus keine strafzumessungsrelevan-
ten Faktoren ergeben. Strafminderungs- und Straferhöhungsgründe liegen keine
vor.
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2.4. Fazit
Demzufolge erweist sich die von der Vorinstanz ausgefällte Sanktion von 270 Ta-
gen als angemessen und ist zu bestätigen. Eine andere Sanktionsart als Geld-
strafe fällt allein schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2
StPO) ausser Betracht.
Betreffend die Bemessung der Höhe des Tagessatzes und die finanziellen Ver-
hältnisse des Beschuldigten kann vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 76 S. 17). Mit Datenblatt vom 14. November 2013 gab
der Beschuldigte an, kein Erwerbseinkommen mehr zu erzielen (Urk. 83/1). An-
lässlich der persönlichen Befragung in der Berufungsverhandlung führte der Be-
schuldigte aus, dass er seit März 2014 wieder erwerbstätig sei und als Medien-
consultant für eine Mediengruppe arbeite. Da er die Stelle gerade erst angetreten
habe, könne er noch keine Angaben zur Höhe seines Verdienstes machen, wel-
cher provisionsabhängig sei (Prot. II S. 7 f.). Seine Frau arbeitet weiterhin in der
zuvor zusammen mit ihm betriebenen Einzelfirma im Textilbereich und überdies
neu auch in der Promotion einer Kosmetikkette (Prot. II S. 8). Vor diesem Hinter-
grund ist insgesamt nicht von einer Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse
des Beschuldigten auszugehen, zumal auch die Verteidigung nicht begründet,
weshalb der Tagessatz auf Fr. 30.– herabzusetzen sei (Urk. 77 S. 21).
Der Beschuldigte ist daher, wie schon vor Vorinstanz, mit einer Geldstrafe von
270 Tagessätzen zu Fr. 50.– zu bestrafen.
Die Vorinstanz hat zudem gestützt auf Art. 42 Abs. 4 StGB eine Verbindungsbus-
se von Fr. 2'500.– ausgefällt und dies damit begründet, dass bezüglich der Geld-
strafe der bedingte Strafvollzug zu gewähren ist (Urk. 76 S. 17). Die Ausfällung
einer Verbindungsbusse kommt ausserhalb der Schnittstellenproblematik (Busse
für Übertretungen und bedingte Geldstrafe für Vergehen) in Betracht, wenn das
Gericht dem Täter den bedingten Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewäh-
ren will, aber aus spezialpräventiven Zwecken auch einen spürbaren Denkzettel
verabreichen möchte (BGE 135 IV 189 E. 3.3.). Vorliegend erscheint die Ausfäl-
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lung einer Verbindungsbusse unter dem spezialpräventiven Aspekt nicht als an-
gezeigt, weshalb darauf zu verzichten ist.
V. Aufschub des Vollzuges
Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug gewährt unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Diese Anordnung steht aufgrund des
Verschlechterungsverbotes nicht zur Diskussion und ist zu bestätigen.
VI. Kostenfolgen
Der Beschuldigte wurde bezüglich die Vorwürfe in Anklageziffer 1.2. freigespro-
chen, betreffend Anklageziffer 1.1. erfolgt ein Schuldspruch. Die Delikte gemäss
Anklageziffer 1.1. (Veruntreuung von über Euro 110'000.– und Urkundenfäl-
schung) wiegen viel schwerer als die Veruntreuung von Euro 10'000.– gemäss
Anklageziffer 1.2.. Dieser Gewichtung hat die Vorinstanz in angemessener Weise
Rechnung getragen, indem sie dem Beschuldigten die Kosten zu vier Fünfteln
auferlegt hat und zu einem Fünftel auf die Staatkasse genommen hat. Es besteht
keine Veranlassung, davon abzuweichen. Die vorinstanzliche Kostenregelung
(Dispositiv-Ziffer 8) ist daher zu bestätigen.
Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren praktisch vollumfänglich. Der
Verzicht auf die Ausfällung einer Verbindungsbusse rechtfertigt kein Abweichen
von einer vollumfänglichen Kostenauflage betreffend die Kosten des Berufungs-
verfahrens (Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Beru-
fungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, vorbehalten bleibt die
Rückforderung gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO.
Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren ist (entspre-
chend seiner Honorarnote vom 1. April 2014 [Urk. 85] zuzüglich 3 Stunden für Be-
rufungsverhandlung inkl. Weg) auf Fr. 7'681.60 festzulegen.
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## Considerations