# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc246ec7-14fb-4e03-b758-6d320e774b17
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Wiedereintragung im Handelsregister und Wiedereröffnung des Konkurses
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren /
des Konkursgerichtes des Bezirksgerichtes Zürich vom 30. April 2020
(EO200009)
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Rechtsbegehren:
1. Es sei das Handelsregisteramt des Kantons Zürich anzuweisen, die mit Tagebucheintrag vom tt.mm.2019 in Anwendung von Art. 230 SchKG gelöschte A._ GmbH in Liquidation (CHE-...) im Handelsregister wieder einzutragen.
2. Es sei die Liquidatorin oder der Liquidator sowie die  ermessensweise durch das Gericht zu bestimmen.
3. Die Kosten seien der Gesuchstellerin aufzuerlegen.
Urteil des Einzelgerichtes:
1. Die Wiedereintragung der A._ GmbH in Liquidation ins Handelsregister
zwecks Durchführung des Konkursverfahrens wird angeordnet.
2. Das mit Urteil vom 7. März 2019 eingestellte Konkursverfahren über die
A._ GmbH in Liquidation wird wiedereröffnet und es wird das summari-
sche Konkursverfahren angeordnet.
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 3'000.–, der Gesuchstellerin
auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss bezogen.
4. Der von der Gesuchstellerin für das Konkursverfahren geleistete Kostenvor-
schuss von CHF 10'000.– wird an das Konkursamt D._-Zürich überwie-
sen.
5. Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittel
Beschwerdeanträge:
1. Dispositivziffern 1 und 2 des Urteils seien vollumfänglich .
2. Das Begehren der Gesuchstellerin um Wiedereintragung der A._ GmbH in Liquidation sei abzuweisen.
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3. Es sei das Notariat, Grundbuch- und Konkursamt D._-Zürich anzuweisen, das wiedereröffnete Konkursverfahren einzustellen.
4. Es sei das Handelsregisteramt des Kantons Zürich anzuweisen, die A._ GmbH in Liquidation im Handelsregister wieder zu löschen.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .

## Considerations

Erwägungen:
1.
1.1. Die C._ AG schloss am 20. September 2016 mit der E._ GmbH
(später umbenannt in A._ GmbH) einen Vertrag über den Aufbau einer IT-
Infrastruktur und die darauf folgende Erbringung von IT-Dienstleistungen (vgl. act.
3/10). Das Projekt verzögerte sich zunächst und scheiterte schliesslich. Am 31.
Mai 2018 reichte die C._ AG beim Handelsgericht des Kantons Bern Klage
ein gegen die E._ GmbH und verlangte Schadenersatz wegen Nichterfüllung
des Vertrags. Gleichzeitig reichte sie Klage ein gegen die E'._ B.V. (Mutter-
gesellschaft) und gegen die E._ Inc. (Konzernobergesellschaft); diese hätten
Garantien für die Vertragserfüllung der Tochtergesellschaft abgegeben und wür-
den deshalb ebenfalls haften (vgl. act. 33/4). Mit Urteil vom 31. Januar 2019 er-
öffnete das Konkursgericht Zürich den Konkurs über die A._ GmbH (vgl.
act. 3/4). Das Konkursverfahren wurde mit Urteil vom 7. März 2019 mangels Akti-
ven eingestellt (vgl. act. 3/6), woraufhin die Gesellschaft in Anwendung von
Art. 159 Abs. 5 lit. a HRegV am tt.mm.2019 von Amtes wegen aus dem Handels-
register gelöscht wurde (vgl. act. 3/4).
1.2. Mit Eingabe vom 11. März 2020 ersuchte die C._ AG (nachfolgend
Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz um Wiedereintragung der A._ GmbH in
Liquidation (nachfolgend Gesellschaft) ins Handelsregister. Die Gesuchstellerin
begründete ihr Gesuch mit Aktiven in Form von Verantwortlichkeitsansprüchen
der Gesellschaft gegenüber ihrem Geschäftsführer B._ als formelles Organ
sowie gegenüber der Muttergesellschaft als faktisches Organ. Diese hätten der
Gesellschaft pflichtwidrig die notwendigen Ressourcen für das genannte IT-
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Projekt verweigert und dieses Projekt pflichtwidrig gekündigt bzw. die Kündigung
pflichtwidrig nicht verhindert (vgl. act. 1). Gemäss Gesuchstellerin ermögliche ihr
die Wiedereintragung, ihren Anspruch gegenüber der Gesellschaft im wiederer-
öffneten Konkurs kollozieren zu lassen und anschliessend für die neu geltend
gemachte Forderung der Gesellschaft die Abtretung des Prozessführungsrechts
nach Art. 260 SchKG zu verlangen bzw. den Anspruch auf Ersatz des mittelbaren
Gläubigerschadens nach Art. 757 Abs. 2 OR geltend zu machen (vgl. act. 1 N 14).
Mit Urteil vom 30. April 2020 ordnete die Vorinstanz die Wiedereintragung der
Gesellschaft ins Handelsregister an, wiedereröffnete zeitgleich das eingestellte
Konkursverfahren und ordnete das summarische Konkursverfahren an (vgl. act.
29). Dagegen erhoben die Gesellschaft und B._ als Organ der Gesellschaft
rechtzeitig Berufung und Beschwerde und verlangten mit beiden Rechtsmitteln die
Abweisung des Wiedereintragungsgesuchs, die Einstellung des wiedereröffneten
Konkurses und die erneute Löschung der Gesellschaft im Handelsregister.
1.3. Gegen die Wiedereintragung ist hier die Berufung das richtige Rechtsmit-
tel, da der Streitwert über Fr. 10'000.– liegt (vgl. Art. 308 ZPO). Dies weil die Ge-
suchstellerin mit ihrem Gesuch um Wiedereintragung das Ziel verfolgt, eine For-
derung der Gesellschaft aus Verantwortlichkeitsansprüchen in der Höhe von
EUR 2'758'797.– bzw. CHF 2'945'374.– durchzusetzen (vgl. act. 1 N 79 [Umrech-
nung zum Kurs am 11. März 2020, dem Datum der Rechtshängigkeit des Gesu-
ches]). Gegen die Wiedereröffnung des Konkurses ist wegen der Ausnahmebe-
stimmung von Art. 309 lit. b Ziff. 7 ZPO hingegen die Beschwerde das richtige
Rechtsmittel. Entsprechend wurden zwei Geschäfte angelegt: Das Berufungsge-
schäft LF200034-O sowie das vorliegende Beschwerdegeschäft PF200055-O.
Mit Verfügung vom 20. Mai 2020 und Beschluss vom 12. Juni 2020 wurde der
Beschwerde zunächst einstweilen und danach definitiv die aufschiebende Wir-
kung erteilt (vgl. act. 34 und act. 38), weshalb der Konkurs zurzeit nicht wiederer-
öffnet ist. Der Kostenvorschuss von Fr. 750.– für das Beschwerdeverfahren wurde
auf erste Aufforderung hin geleistet (vgl. act. 38-40). Die Gesuchstellerin beant-
wortete die Beschwerde innert Frist (vgl. act. 42-44). Die Akten der Vorinstanz
wurden im Berufungsverfahren beigezogen. Das Verfahren ist spruchreif.
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2.
2.1. Die Wiedereröffnung des Konkurses ist wie die Konkurseröffnung anfecht-
bar, wobei die wieder in Liquidation stehende Gesellschaft bzw. deren Organe zur
Anfechtung legitimiert sind (vgl. BGer 5A_306/2014 vom 17. Oktober 2014
E. 3.3.3 und Lorandi, Wiedereröffnung des Konkurses, in: AJP 2018, S. 62). Die
Gesellschaft wurde von der Vorinstanz zu Unrecht nicht in das Verfahren über die
Konkurswiedereröffnung einbezogen (vgl. Lorandi, a.a.O., S. 62) und sie wurde
nicht vor, sondern erst sechs Tage nach der Konkurseröffnung wieder in das
Handelsregister eingetragen (vgl. act. 45/1). Aus diesem falschen Vorgehen der
Vorinstanz darf der Gesellschaft jedoch kein Nachteil erwachsen. Damit sind ent-
gegen der Ansicht der Gesuchstellerin (vgl. act. 44 N 2, 3, 4 und N 11 ff.) sowohl
die Gesellschaft als auch B._ zur Beschwerde gegen die Wiedereröffnung
des Konkurses legitimiert. Die Tatsache, dass sich der neu geltend gemachte An-
spruch gegen B._ richtet, reicht sodann nicht, um Letzterem ein rechtsmiss-
bräuchliches Verhalten vorwerfen zu können (vgl. act. 44 N 8 und 44 ff.).
2.2. Gemäss Gesuchstellerin liege keine gültige Anwaltsvollmacht vor, da die
eingereichte Vollmacht nicht datiert sei (vgl. act. 44 N 29). Eine Bevollmächtigung
ist dann gültig, wenn eine aktuelle Anwaltsvollmacht vorliegt. Dies ist hier der Fall,
da die eingereichten Vollmachten explizit auf das vorinstanzliche Urteil vom
30. April 2020 Bezug nehmen (vgl. act. 32/A und 32/B).
3.
Voraussetzung für die Wiedereröffnung des Konkurses war hier die gültige Wie-
dereintragung der Gesellschaft in das Handelsregister. Mit heutigem Urteil im Be-
rufungsverfahren LF200034-O wurde entschieden, dass die Vorinstanz die Vor-
aussetzungen der Wiedereintragung zu Unrecht als gegeben erachtet hat, und
das Gesuch um Wiedereintragung wurde abgewiesen (vgl. OGer ZH LF200034
E. 3). Damit hätte die Vorinstanz auch den Konkurs nicht wiedereröffnen können,
denn dafür bedarf es eines konkursfähigen Subjektes. Soweit sich die Beschwer-
de auf die Wiedereröffnung des Konkurses bezieht, ist sie demnach gutzuheis-
sen. Soweit sich die Beschwerde hingegen auf die Wiedereintragung bezieht, ist
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auf sie nicht einzutreten; die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids hinsicht-
lich der Wiedereintragung wurde bereits mit heutigem Urteil im Berufungsverfah-
ren LF200034-O angeordnet.
4.
4.1. Betrachtet man sowohl das Beschwerde- als auch das Berufungsverfah-
ren, dringen die Rechtsmittelkläger mit ihren Anträgen vollumfänglich durch, wes-
halb es sachgerecht ist, wenn in beiden Verfahren trotz des teilweisen Nichteintre-
tens die Kosten vollumfänglich der Gesuchstellerin auferlegt werden. Bei der
Festsetzung der Gerichtsgebühren und Parteientschädigungen ist jedoch zu be-
achten, dass sich beide Verfahren im Wesentlichen um die gleichen Fragen dre-
hen.
4.2. Gestützt auf einen Streitwert von CHF 2'945'374.– (vgl. E. 1.3.) sind die
Gerichtskosten in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2, § 8 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1
und 2 GebV OG für beide Verfahren zusammen auf Fr. 5'000.– festzusetzen, wo-
von Fr. 750.– dem Beschwerdeverfahren zuzuordnen sind. Die Parteientschädi-
gung ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2, § 9 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV
für beide Verfahren zusammen auf Fr. 7'500.– festzusetzen, wovon Fr. 1'125.–
dem Beschwerdeverfahren zuzuordnen sind.
4.3. Gemäss vorinstanzlichem Urteil wurde der von der Gesuchstellerin für das
Konkursverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 10'000.– an das Kon-
kursamt D._-Zürich überwiesen. Das Konkursamt ist anzuweisen, der Ge-
suchstellerin den nach Abzug seiner Kosten verbleibende Restbetrag auszuzah-
len.