# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1bf57037-36d1-4af4-b644-4457db558d9a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geb. 1979, Staatsangehöriger von Serbien, reiste im Juni 1992 mit seiner
Mutter und seinen Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs zum Vater aus
Serbien in die Schweiz ein. Er verfügt über eine Niederlassungsbewilligung, deren
Kontrollfrist letztmals bis 15. Oktober 2019 verlängert wurde (act. 16.2). Am 26.
Dezember 1997 heiratete X.Y. in seinem Heimatland K.Y., geb. 1980, Staatsangehörige
von Serbien (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 362-363). Diese reiste am 7. August 1998 im
Rahmen des Familiennachzugs zu ihrem Ehemann in die Schweiz ein. Seitdem verfügt
K.Y. über eine Aufenthaltsbewilligung, die regelmässig verlängert wurde (act. 10/19a,
10/19/Dossier K.Y. S. 5, 9, 77). Die gemeinsamen in der Schweiz geborenen Kinder
A.Y., geb. 1999, B.Y., geb. 2001, und C.Y., geb. 2004, sind wie ihr Vater im Besitz einer
Niederlassungsbewilligung (act. 10/Akten des Migrationsamts Dossier A.Y. S. 3,
Dossier B.Y. S. 3, Dossier C.Y. S. 3). Gestützt auf eine Vereinbarung (act. 2/4) leben die
Ehegatten seit dem 17. September 2013 getrennt, wobei die Kinder unter der Obhut
der Mutter stehen.
Weil X.Y. seinen finanziellen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäss nachgekommen ist
und sich als Arbeitskraft nicht bewährt hat, wurde er mit Schreiben vom 18. August
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2003 (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 276) durch das Ausländeramt (heute Migrationsamt)
verwarnt. Er wurde dazu angehalten, sich künftig in jeder Beziehung klaglos zu
verhalten, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen und die Schulden zu tilgen,
ansonsten er damit rechnen müsse, dass weitergehende ausländerrechtliche
Massnahmen wie die Androhung der Ausweisung oder die Ausweisung selbst geprüft
und gegebenenfalls verfügt würden.
Während seines bisherigen Aufenthalts in der Schweiz gab der Beschwerdeführer in
verschiedener Hinsicht zu Klagen Anlass. Strafrechtlich verurteilt wurde er namentlich
wie folgt:
· diverse Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht (Bussenverfügung
vom 26. Juni 2003 [Busse], act. 10/19/Doss. X.Y., S. 272; Strafbefehl vom 5. April 2006
[Busse], act. 10/Doss. X.Y. S. 266; Strafverfügung vom 21. Januar 2008 [Busse],
act. 10/19/Doss. X.Y., S. 261; Strafbefehl vom 20. April 2011 [Busse], act. 10/19/Doss.
X.Y., S. 204; Strafbefehl vom 19. Oktober 2012 [Busse], act. 10/19/Doss. X.Y., S. 139)
· versuchte Förderung der rechtswidrigen Einreise (Bussenverfügung vom
1. September 2008 [Geldstrafe, Busse], act. 10/19/Doss. X.Y., S. 233)
· bandenmässiger Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und
gewerbsmässiger Betrug (Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom
18./19./20./23./24. Januar 2012 [Freiheitsstrafe von 2 Jahren], act. 10/19/Doss. X.Y.,
S. 161)
· mehrfache Tätlichkeiten zum Nachteil seiner Ehegattin und einfache
Körperverletzung zum Nachteil seines Sohnes (Strafbefehl vom 15. Oktober 2013
[Geldstrafe, Busse], act. 10/17a)
Im Oktober 2012 lagen gegenüber dem Beschwerdeführer 8 Verlustscheine im
Gesamtbetrag von CHF 40'992 beim Betreibungsamt N., 13 Verlustscheine im
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Gesamtbetrag von CHF 19'189 beim Betreibungsamt M. sowie ein Verlustschein im
Betrag von CHF 2'595 und offene Betreibungen in der Höhe von CHF 2'293 beim
Betreibungsamt O. vor (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 147 f., 151). Der Beschwerdeführer
und seine Familie wurden zwischen März und November 2003, in den Jahren 2008 und
2009 sowie zwischen Dezember 2009 und Dezember 2011 durch die Sozialämter der
Gemeinden N., M. und O. im Gesamtbetrag von rund CHF 36'000 finanziell unterstützt
(act. 10/19/Doss. X.Y., S. 142, 144, 150).
B. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs, welches X.Y., vertreten durch
Rechtsanwalt Adrian Fiechter, mit mehreren Stellungnahmen (act. 10/Doss. X.Y.,
S. 50-59, 90-92, 94-118) wahrnahm, widerrief das Migrationsamt mit Verfügung vom
3. April 2013 (act. 10/1a/1) seine Niederlassungsbewilligung und setzte ihm eine
Ausreisefrist bis am 12. Juni 2013 an.
Gegen diese Verfügung legte X.Y. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 18. April
2014 (act. 10/1) Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement ein. Er beantragte,
die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und die
Niederlassungsbewilligung sei zu verlängern, eventualiter eine Aufenthaltsbewilligung
zu erteilen.
Mit Entscheid vom 3. Juni 2014 (act. 2/2) lehnte das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein, X.Y. eine neue Frist
zur Ausreise anzusetzen. Zur Begründung hielt das Sicherheits- und Justizdepartement
im Wesentlichen fest, angesichts der Verurteilung X.Y.s zu einer Gefängnisstrafe von
zwei Jahren und weiterer strafrechtlicher Verfehlungen sowie im Licht der Tatsache,
dass ihn Vorstrafen und eine frühere fremdenpolizeiliche Verwarnung unbeeindruckt
gelassen hätten, sei zu befürchten, dass er auch in Zukunft die öffentliche Sicherheit
und Ordnung verletzen oder gefährden werde. Es bestehe daher ein erhebliches
öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung, welches das private
Interesse, namentlich das Recht auf Familienleben überwiege. Im Übrigen sei es nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ausgeschlossen, anstelle einer widerrufenen
Niederlassungsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
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C. Gegen den Entscheid vom 3. Juni 2014 liess X.Y. (Beschwerdeführer) durch
seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 18. Juni 2014 (act. 1) – ergänzt mit Eingabe
vom 9. Juli 2014 (act. 6, 7) – Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Er
beantragte, der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) sei
vollumfänglich aufzuheben (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 1), dem Beschwerdeführer sei
die Niederlassungsbewilligung zu verlängern (Ziff. 2), eventualiter sei eine ordentliche
Jahresaufenthaltsbewilligung zu erteilen (Ziff. 3), dies alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (Ziff. 4).
Mit Stellungnahme vom 15. Juli 2014 (act. 9) schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde und verwies unter Verzicht auf ergänzende Bemerkungen auf die

## Considerations

Erwägungen im angefochtenen Entscheid.
Mit Schreiben vom 18. September 2014 (act. 12) teilte das Migrationsamt mit, der
Beschwerdeführer sei zwei Tage zuvor vorläufig festgenommen worden und das
Untersuchungsamt Altstätten werde mit grösster Wahrscheinlichkeit beim Kreisgericht
Rheintal einen Haftantrag wegen dringenden Verdachts auf Diebstahl,
Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs sowie eventuell Betrugs und Nötigung
einreichen. Gemäss Schreiben der Gemeindeverwaltung O. (act. 14.2) befand sich der
Beschwerdeführer am 8. Juni 2015 in Untersuchungshaft im Regionalgefängnis
Altstätten.
Auf weitere Darlegungen in den Eingaben der Beteiligten wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Zum Vornherein abzuweisen ist die Beschwerde, soweit verlangt wird, dem
Beschwerdeführer sei eventuell eine ordentliche Jahresaufenthaltsbewilligung zu
erteilen (act. 1 Rechtsbegehren Ziff. 3). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist es ausgeschlossen, anstelle der widerrufenen Niederlassungsbewilligung eine
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Aufenthaltsbewilligung zu erteilen (BGer 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.3 mit
Hinweisen).
3. Streitig ist, ob die Vorinstanz den vom Migrationsamt verfügten Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers im angefochtenen Entscheid zu
Recht bestätigt hat. Die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr
als fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten,
kann nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20; AuG; schwerwiegender Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung oder Gefährdung der inneren oder äusseren
Sicherheit) oder Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
oder Anordnung einer strafrechtlichen Massnahme) widerrufen werden (Art. 63 Abs. 2
AuG).
Als längerfristig gilt eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr (BGE 135 II 377
E. 4.2). Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt
ausgesprochen worden ist (BGer 2C_389/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.1, BGer
2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Die ein Jahr überschreitende Dauer einer
"längerfristigen" Freiheitsstrafe muss sich aber auf ein einziges Strafurteil stützen. Eine
Zusammenrechnung von mehreren kürzeren Strafen, die in ihrer Gesamtheit mehr als
ein Jahr ausmachen, ist grundsätzlich nicht zulässig (BGE 137 II 297 E. 2). Nach der
Rechtsprechung des st. gallischen Verwaltungsgerichts kann allerdings im Fall einer
Zusatzstrafe im Sinn von Art. 49 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR
311.0; StGB) zur Beurteilung, ob der Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe
erfüllt ist, auf die Gesamtstrafe abgestellt werden (VerwGE B 2013/17 vom 8.
November 2013 E. 2.1.1, www.gerichte.sg.ch).
Der Beschwerdeführer wurde vom Kreisgericht Sarganserland-Werdenberg mit
Entscheid vom 18.-24. Januar 2012 wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls,
Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und gewerbsmässigen Betrugs zu einer
bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt (act. 10/Akten des Migrationsamts
X.Y. S. 200). Es steht damit fest, dass der Beschwerdeführer den Widerrufsgrund nach
Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe) gesetzt hat. Ob damit gleichzeitig auch der
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Widerrufsgrund des schwerwiegenden Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gegeben ist, kann offen bleiben, weil die
beiden Gründe als alternative Voraussetzungen für den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung zu verstehen sind (BGer 2C_481/2012 vom 1. März 2013 E.
2.2).
4. Liegt ein Widerrufsgrund vor, so "kann" nach Art. 63 AuG die
Niederlassungsbewilligung widerrufen werden. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen
Behörde einen gewissen Ermessensspielraum. Zu prüfen ist allerdings, ob der Widerruf
der Bewilligung als verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV, und Art. 96 Abs. 1 AuG; BGE 139 I
147 E. 2.2 mit Hinweisen). Zur Beurteilung der Frage, ob dies der Fall ist, sind das
öffentliche Interesse an der Fernhaltung der ausländischen Person und deren Interesse
sowie das ihrer Familie am Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzuwägen.
Namentlich zu berücksichtigen sind dabei die Schwere des Delikts und des
Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten
des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der
bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE
139 I 31 E. 2.3.1). Ausschlaggebend ist die Verhältnismässigkeit der Massnahme im
Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände geprüft
werden muss (BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE
135 II 112 E. 2.1, 2C_160/2009 vom 1. Juli 2009 E. 3.1, 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E.
3.2).
Ausgangspunkt und Massstab für die vorzunehmende Interessenabwägung ist das
Verschulden des Ausländers. Dieses findet vorab im vom Strafrichter verhängten
Strafmass seinen Ausdruck. Die Behörde hat sich mit den Erwägungen des
Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen Gefahrenprognose zu kommen
(VerwGE B 2012/76 vom 11. Dezember 2012 E. 4.1 mit Hinweis auf Nägeli/Schoch, in:
Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 22.188,
www.gerichte.sg.ch). Zu beachten ist dabei, dass das strafrechtliche und das
ausländerrechtliche Verschulden nicht deckungsgleich sind (BGer 2C_1148/2013 vom
8. Juli 2014 E. 4.1.1). Im Unterschied zum strafrechtlichen Verschulden, welches sich
hauptsächlich auf den jeweils verwirklichten Straftatbestand bezieht, beurteilt sich das
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ausländerrechtliche Verschulden anhand der gesamten (strafrechtlich relevanten)
Verfehlungen der betroffenen Person. Das ausländerrechtliche Verschulden ist somit
das Ergebnis einer Gesamtbetrachtung des deliktischen Verhaltens, wobei das Alter
der betroffenen Person bei der (jeweiligen) Tatbegehung ebenso eine Rolle spielt wie
die Art, Anzahl und Frequenz der Delikte (BGer 2C_1076/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.1).
4.1. Die Vorinstanz ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung des deliktischen
Verhaltens des Beschwerdeführers zum Schluss gelangt, es liege ein schweres
ausländerrechtliches Verschulden vor. Diese Beurteilung wird vom Beschwerdeführer
in verschiedener Hinsicht bestritten.
4.1.1. Der Beschwerdeführer lässt zunächst einwenden, bei der Mehrzahl der von ihm
begangenen Strassenverkehrsdelikte handle es sich um vergleichsweise geringfügige
Verfehlungen. Auch wenn dies in tatsächlicher Hinsicht im Wesentlichen zutreffen mag,
kann der Beschwerdeführer daraus vorliegend nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil
die genannten Strassenverkehrsdelikte beim Entscheid über den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung eine nur untergeordnete Rolle gespielt haben. Wesentlich
war vielmehr, dass sich der Beschwerdeführer neben den von ihm als geringfügig
bezeichneten Strassenverkehrsdelikten weitere nicht mehr als leicht zu qualifizierende
Rechtsvorstösse hat zu Schulden kommen lassen. Namentlich der Strafbefehl vom 1.
September 2008 wegen versuchter Förderung der rechtswidrigen Einreise [Geldstrafe
von 10 Tagessätzen zu je CHF 40.-, Busse von CHF 100.-], das Strafurteil vom
18.-24. Januar 2012 wegen Einbruchdiebstählen (gewerbs- und bandenmässiger
Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch) und gewerbsmässigen Betrugs
[Freiheitsstrafe von zwei Jahren] sowie der Strafbefehl vom 15. Oktober 2013 wegen
mehrfacher Tätlichkeiten gegenüber seiner Ehefrau und wegen einfacher
Körperverletzung zum Nachteil seines Sohnes [Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je
CHF 80.-, Busse von CHF 600.-] können in ihrer Gesamtheit als Ausdruck eines
schweren Verschuldens angesehen werden. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung spricht bereits die zweijährige Freiheitsstrafe alleine für ein
gravierendes Verschulden und eine erhebliche Geringschätzung der schweizerischen
Rechtsordnung (BGE 139 I 145 E. 3.4). Zu bedenken ist schliesslich, dass die dem
Beschwerdeführer zur Last gelegten Einbruchsdelikte zu den Anlasstaten gehören, die
gemäss Art. 121 Abs. 3 lit. a der Bundesverfassung der Schweizerischen
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Eidgenossenschaft (SR 101; BV) zum Verlust aller Rechtsansprüche auf Aufenthalt in
der Schweiz führen. Diese Bestimmung ist zwar gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3), doch ist den darin
enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes
insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem
Recht führt (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm: BGE 139 I
31 E. 2.3.2).
4.1.2. Der Beschwerdeführer lässt im Weiteren vortragen, die Vorinstanz habe zu
wenig berücksichtigt, dass er die im Strafurteil vom 18.-24. Januar 2012 beurteilten
Delikte gemäss den Feststellungen des Kreisgerichts allein wegen seiner Spielsucht
und nicht etwa aus Habgier oder vorwiegend krimineller Energie begangen habe.
Darüber hinaus habe die Vorinstanz auch der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei
den Diebstählen keine allzu tragende Rolle eingenommen habe, zu wenig Bedeutung
beigemessen. Zudem habe das Kreisgericht im Strafurteil auch die bereits früher gegen
ihn ausgesprochenen mehrfachen Strafen im Strassenverkehrs- und Ausländerrecht
berücksichtigt. Es sei zur Auffassung gelangt, das Verschulden des Beschwerdeführers
sei als maximal mittelschwer zu qualifizieren. Angesichts dieser Erwägungen des
Kreisgerichts sei die Vorinstanz zu Unrecht von einem schweren Verschulden
ausgegangen.
Mit diesen Vorbringen lässt der Beschwerdeführer unbeachtet, dass das
ausländerrechtliche Verschulden im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung in
erster Linie anhand des Strafmasses und nicht primär aufgrund des strafrechtlichen
Verschuldens bzw. strafmildernder Umstände zu beurteilen ist. Bei der Festsetzung des
Strafmasses durch das Strafgericht werden sämtliche mildernden Umstände bereits
mitberücksichtigt, womit im ausländerrechtlichen Verfahren in der Regel kein Raum
bleibt, die Beurteilung des Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu relativieren
(BGer 2C_836/2013 vom 10. Februar 2014 E. 3.2, 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014
E. 3.2, 2C_542/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.2). Wie bereits in E. 4.1.1 dargelegt
wurde, durfte sich die Vorinstanz vorliegend ohne Weiteres auf den Standpunkt stellen,
das ausländerrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers wiege schwer, nachdem
dieser zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde. In diesem
Zusammenhang hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass die
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strafmildernden Umstände bereits im ausgefällten Strafmass berücksichtigt wurden.
Mit Blick auf die früheren strassenverkehrsrechtlichen und ausländerrechtlichen
Verfehlungen des Beschwerdeführers hat das Kreisgericht im Strafurteil vom
18.-24. Januar 2012 festgestellt, dass diese für die Festlegung des mit dem Strafurteil
auszufällenden Strafmasses nicht einschlägig seien (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 194 f.).
Es ist daher nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer zu seinen Gunsten aus seiner
Behauptung ableiten könnte, dass das Kreisgericht im Strafurteil seine früheren
Verfehlungen berücksichtigt habe.
4.2. Der Vorwurf eines schwerwiegenden ausländerrechtlichen Verschuldens
erscheint schliesslich auch vor dem Hintergrund zutreffend, dass der
Beschwerdeführer zum Tatzeitpunkt der vorliegend relevanten Delikte (vgl. oben
Erwägung 3.1) älter als 25 Jahre war. Er kann sich daher nicht darauf berufen, sein
Verschulden sei aufgrund seines noch jungen Erwachsenenalters milder zu beurteilen.
Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer weder durch seine Vorstrafen und die
frühere ausländerrechtliche Verwarnung noch durch seine Ehe und Vaterschaft von der
Delinquenz abhalten liess. Auch nach dem erstinstanzlichen Widerruf seiner
Niederlassungsbewilligung verhielt sich der Beschwerdeführer in strafrechtlicher
Hinsicht keineswegs tadellos. So wurde er am 15. Oktober 2013 (während des
laufenden Verfahrens vor der Vorinstanz) wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner
Ehefrau und seinem Sohn durch Strafbefehl (act. 10/17a) zu einer Geldstrafe von 40
Tagessätzen und zu einer Busse von CHF 600.- verurteilt. Zudem wurde mit Schreiben
des Migrationsamtes vom 18. September 2014 (act. 12) mitgeteilt, der
Beschwerdeführer sei zwei Tage zuvor wegen dringenden Verdachts auf Diebstahl,
Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch sowie eventuell Betrug und Nötigung vorläufig
festgenommen worden. Gemäss Schreiben der Gemeindeverwaltung O. (act. 14.2)
befand er sich am 8. Juni 2015 noch in Untersuchungshaft, was darauf schliessen
lässt, dass sich der Anfangsverdacht weiteren deliktischen Verhaltens erhärtet hat.
4.3. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz dafür zu halten, dass dem
Beschwerdeführer in ausländerrechtlicher Hinsicht ein schwerwiegendes Verschulden
vorzuwerfen ist. Im Übrigen hat sich die Vorinstanz sowohl mit den strafrichterlichen
Erwägungen im Strafurteil vom 18.-24. Januar 2012 angemessen auseinandergesetzt
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(angefochtener Entscheid E. 2a/aa) als auch eine eigenständige Würdigung der für sie
entscheidwesentlichen Elemente vorgenommen (angefochtener Entscheid E. 2a/bb).
Am Widerruf der Niederlassungsbewilligung besteht damit ein erhebliches öffentliches
Interesse, welches nur durch entsprechend gewichtige private Interessen aufgewogen
werden kann. Zu berücksichtigen ist, dass bei Personen, die sich wie der
Beschwerdeführer nicht auf Freizügigkeitsrecht berufen können, im Rahmen der
Interessenabwägung neben der aktuellen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung, die vom fehlbaren Ausländer ausgeht, auch generalpräventiven
Gesichtspunkten Rechnung getragen werden darf. Es kommt somit nicht in
entscheidender Weise darauf an, dass vermutungsweise keine Rückfallgefahr besteht
bzw. ob sich der Ausländer in Zukunft wohlverhalten werde (VerwGE B 2012/141 vom
24. Januar 2013 E. 4.4, www.gerichte.sg.ch, mit Hinweis auf VerwGE B 75/2012 vom
15. Oktober 2012 E. 3.1 mit Hinweis auf BGer 2C_954/2011 vom 11. Juni 2012 E. 3.3.1
und BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5). Die Vorinstanz hat sich damit zu
Recht darauf berufen, dass bezüglich Rückfallrisiko ein im Vergleich mit den Straf- und
Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab anzulegen sei. Zudem kann ihr
nicht entgegengehalten werden, sie habe dem Einwand des Beschwerdeführers,
wonach dieser sich wegen seiner Spielsucht seit dem Jahr 2011 in psychiatrischer
Behandlung befinde und seither nicht mehr spiele, eine zu geringe Bedeutung
beigemessen. Dies gilt umso mehr, als die Ehefrau des Beschwerdeführers anlässlich
ihrer polizeilichen Einvernahme vom 28. Januar 2013 zu Protokoll gab, ihr Ehemann
gehe seit der Untersuchungshaft im Jahre 2010 nach wie vor regelmässig "privat
zocken" (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 79). Somit bestehen schon an der Darstellung des
Beschwerdeführers hinsichtlich seiner Spielabstinenz erhebliche Zweifel. Hinzu kommt,
dass die Vorinstanz mit Blick auf das Risiko weiterer strafrechtlicher Verfehlungen
angesichts der Ausführungen in der vorangehenden E. 4.2. zu Recht darauf verwiesen
hat, es spreche nicht für die Einsicht des Beschwerdeführers, dass er noch an der
Gerichtsverhandlung seine Teilnahme an den Einbrüchen und die Betrüge bestritt und
nur durch die Aussagen seiner Mittäter überführt werden konnte.
5. An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu
stellen, je länger der ausländische Staatsangehörige in der Schweiz gelebt hat. Auch
wenn der Weiterbestand einer einmal erteilten Niederlassungsbewilligung nicht allein
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vom Kriterium der Integration abhängen kann (BGE 134 II 1 E. 4.2), ist der Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der Beurteilung der
Verhältnismässigkeit des Bewilligungswiderrufs zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1
AuG). Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausländer in die Schweiz
eingereist ist. Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit
langer Zeit hier aufhält, soll nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter
bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er
hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. BGer
2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3).
5.1. Der Beschwerdeführer reiste im Jahr 1992, d.h. im Alter von 121⁄2 Jahren in die
Schweiz ein. Er lebt nunmehr seit rund 23 Jahren in der Schweiz und hat damit mehr
als die Hälfte seines Lebens hier verbracht. Er ist aber nicht in der Schweiz geboren
und hat den überwiegenden Teil seiner Kindheit in seinem Heimatland verbracht. Damit
gilt er nicht als sogenannter "Ausländer der zweiten Generation" (BGer 2C_1076/2013
vom 2. Juni 2014 E. 4.1.4.). Der Beschwerdeführer besuchte nach seiner Einreise
während rund dreier Jahre die Realschule. Eine Berufsausbildung hat er soweit
ersichtlich nicht absolviert. Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz war der
Beschwerdeführer während seines Aufenthalts in der Schweiz – abgesehen von
sporadischen Anstellungen im Rahmen der temporären Arbeitsvermittlung –
mehrheitlich arbeitslos. Aus den Akten ergibt sich das Bild, dass sich der
Beschwerdeführer insgesamt kaum oder nur in geringem Masse ernsthaft um eine
längerfristige Eingliederung in den Arbeitsmarkt bzw. um die Sicherstellung der
finanziellen Existenz seiner Familie bemühte. Vielmehr lebte die Familie des
Beschwerdeführers in den vergangenen Jahren mehrheitlich vom Einkommen der
Ehefrau. Zudem war der Beschwerdeführer während mehrerer Jahre abhängig von der
Sozialhilfe und betrieb eine nicht unerhebliche Schuldenwirtschaft. Zugunsten des
Beschwerdeführers fällt ins Gewicht, dass er nach dem erstinstanzlichen Widerruf der
Niederlassungsbewilligung die bezogenen Sozialhilfeleistungen an die Gemeinden M.
und O. teilweise zurückerstattet hat und sich um einen Abbau der Schulden bemühte.
Allerdings bestehen nach wie vor Verlustscheine im Gesamtbetrag von rund CHF
60'000 (act. 10/19/Doss. X.Y., S. 147 f.). Am Gesamtbild einer nur minimalen
wirtschaftlichen Integration vermag schliesslich auch das Vorbringen nichts zu ändern,
wonach der Beschwerdeführer seit Ende April 2014 bei einem Temporärbüro angestellt
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sei und im Juni 2014 eine Bewerbung um eine Festanstellung bei der Firma Q.
eingereicht habe.
5.2. Weder aus den Akten noch aus seinen Darlegungen ist ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer zu Personen, die nicht aus seinem eigenen Kulturkreis stammen,
enge Kontakte geknüpft hätte bzw. am sozialen oder kulturellen Leben in der Schweiz
über diesen Personenkreis hinaus teilgenommen hätte. Vor diesem Hintergrund kann
trotz der langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz weder in sozialer noch in
wirtschaftlicher Hinsicht von einer gelungenen Integration gesprochen werden. Nach
diesem Befund steht die lange Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers in der
Schweiz einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht entgegen.
6. Hat ein Ausländer nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht
in der Schweiz und wird die intakte familiäre Beziehung tatsächlich gelebt, kann das in
Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101, EMRK) bzw. in Art. 13 Abs. 1 BV garantierte Recht auf Achtung des
Familienlebens verletzt werden, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt
und damit sein Familienleben vereitelt wird. Im Zusammenhang mit der Bewilligung des
Aufenthalts schützt Art. 8 Ziff. 1 EMRK nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
vor allem die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen
Kindern (BGer 2C_197/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.3), wobei nicht in erster Linie
rechtlich begründetes, sondern tatsächlich gelebtes Familienleben geschützt wird.
Neben der eigentlichen Kernfamilie werden auch weitere familiäre Verhältnisse erfasst,
sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Bei
hinreichender Intensität sind daher z.B. auch Beziehungen zwischen nahen Verwandten
wie Geschwistern oder Tanten und Nichten wesentlich (BGE 135 I 143 E. 3.1). Da bei
der gestützt auf Art. 96 Abs. 1 AuG vorzunehmenden Interessenabwägung die
persönlichen und familiären Verhältnisse zu berücksichtigen sind, hält ein
verhältnismässiger Bewilligungswiderruf grundsätzlich auch vor Art. 8 Ziff. 2 EMRK
stand (vgl. BGer 2C_620/2008 vom 16. September 2008 E. 2.2). Der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte verlangt dabei eine Gesamtbetrachtung, wobei der
Grad der konkreten Beeinträchtigung des Familienlebens, der Umstand, ob und
wieweit dieses in zumutbarer Weise im Heimatstaat oder allenfalls in einem Drittstaat
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gelebt werden kann, sowie die Natur der Bindungen zum und im Aufenthaltsstaat ins
Gewicht fallen (BGE 139 I 330 E. 2.3 mit Hinweisen).
6.1. Der Beschwerdeführer trägt vor, sowohl seine Ehefrau und seine drei Kinder
als auch sein Vater und seine fünf Brüder lebten in der Schweiz. Sollte er wider
Erwarten die Schweiz verlassen müssen, hätten sowohl er als auch seine in der
Schweiz lebende Familie mit erheblichen Nachteilen zu rechnen. Sein Interesse an
einem Verbleib in der Schweiz überwiege angesichts seines Anspruchs auf
Familienleben gemäss Art. 8 EMRK das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung.
Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit September 2013 gestützt
auf eine Vereinbarung (act. 4/2) getrennt von seiner Ehefrau lebt. Seitdem wohnen die
Kinder unter der Obhut der Mutter (Ziff. 3 der Trennungsvereinbarung). Dem
Beschwerdeführer steht ein Besuchsrecht in üblichem Umfang (jedes zweite
Wochenende und während zwei Ferienwochen jährlich) zu. Er hat sich verpflichtet, an
den Unterhalt der Kinder monatlich CHF 1'620 zu bezahlen. Auf die Leistung von
gegenseitigen Unterhaltszahlungen haben die Ehegatten verzichtet. Gemäss den
Darlegungen des Beschwerdeführers (act. 1, S. 4) wohnt dieser seit der Trennung von
seiner Ehefrau bei seinem Vater, der wie die Ehefrau und die Kinder des
Beschwerdeführers in der Gemeinde O. lebt. Seine Brüder leben in der näheren
Umgebung; zwei Brüder sind ebenfalls in O. wohnhaft, zwei weitere leben in R. und
einer in S.
6.1.1. Nachdem der Beschwerdeführer schon längst volljährig ist und eine eigene
Familie gegründet hat, bildet seine Beziehung zu seinem Vater und zu seinen Brüdern
keinen Bestandteil der Kernfamilie mehr. Auch wenn er zu ihnen nach wie vor enge
Beziehungen pflegen mag, sind diese im Lichte von Art. 8 EMRK nicht mehr relevant.
Vielmehr wäre dafür ein besonders intensives, über die übliche familiäre
Beziehungspflege hinausreichendes Verhältnis – wie z.B. ein besonderes
Abhängigkeitsverhältnis wegen Betreuungs- oder Pflegebedürfnissen bei körperlichen
oder geistigen Behinderungen und schwerwiegenden Krankheiten – erforderlich (vgl.
BGer 2C_197/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.3). Ein solches ist hier aber weder
dargetan noch sonstwie erkennbar. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer
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derzeit bei seinem Vater wohnt (act. 2/5) und dass ihn eine Wegweisung aus der
Schweiz und die damit verbundene Erschwerung der Kontaktpflege zu seinem Vater
und seinen Brüdern wohl nachhaltig treffen würde. Unter diesen Umständen kann auf
die angebotene Befragung des Vaters und der Brüder des Beschwerdeführers als
Zeugen verzichtet werden.
6.1.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, das Wohl seiner Kinder liege ihm sehr am
Herzen und er nehme seine Vaterrolle ernst. Namentlich wende er fast täglich seine
Freizeit für die Kinder auf, sei bei Schulbesuchen anwesend, gehe zum Elternabend
und begleite den Sohn ins Fussballtraining. Ein weiterer Hinweis auf das enge
Verhältnis zu seinen Kindern liege darin, dass er nur rund einen Kilometer von ihnen
entfernt wohne und ihnen Übernachtungsmöglichkeiten anbieten könne. Für die
Entwicklung der Kinder sei er als Vater sehr wichtig und stelle eine wichtige
Bezugsperson dar, weshalb die Kinder unter seiner Wegweisung sehr leiden würden.
Mit seiner Ehefrau herrsche trotz Trennung eine gute Kommunikation und es liege ein
gutes Verhältnis vor.
Diese Darstellung des Beschwerdeführers seiner selbst als fürsorglicher und
verantwortungsvoller Familienvater widerspiegelt sich in den Akten nur sehr bedingt.
Vielmehr entsteht aufgrund der Aktenlage der Eindruck, dass der Beschwerdeführer –
wie bereits dargelegt – über Jahre keine wesentlichen Anstrengungen zur Sicherung
der finanziellen Existenz seiner Familie unternommen hat. Im Weiteren werfen auch die
beiden polizeilichen Interventionen im häuslichen Bereich vom 28. Januar 2013 und
vom 3. Juni 2013 (act. 10/9a, act. 10/19/Doss. X.Y., S. 72) ein schlechtes Licht auf sein
Verhältnis zu seiner Familie und zeigen auf, dass der Beschwerdeführer seine
Fürsorgepflicht gegenüber seiner Familie wiederholt und grob verletzt hat. Beide Male
wurde der Beschwerdeführer aus der Familienwohnung weggewiesen und mit einem
10-tägigen Rückkehrverbot belegt. Nach beiden Vorfällen stellte die Ehefrau zunächst
einen Strafantrag, den sie jedoch beide Male wieder zurückzog. Trotzdem wurde der
Beschwerdeführer im Rahmen der Strafverfolgung vom Amtes wegen nach dem
zweiten häuslichen Vorfall wegen mehrfacher Tätlichkeiten gegenüber seiner Frau und
wegen einfacher Körperverletzung zum Nachteil seines Sohnes mit Strafbefehl vom 15.
Oktober 2013 (act. 10/17a) verurteilt. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme der
Ehefrau vom 6. Juni 2013 (act. 10/9a/2) hat diese den Wunsch geäussert, sich vom
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Beschwerdeführer scheiden und mit den Kindern alleine leben zu wollen. Als Grund
dafür gab sie an, ihr Ehemann sei nachts immer weg und schlafe tagsüber, er
unternehme nie etwas mit den Kindern und er sei gegenüber ihr und den Kindern
wiederholt gewalttätig geworden. Der Beschwerdeführer selbst hat die Gewaltdelikte
gegenüber seiner Frau und seinen Kindern stets abgestritten. Er hat aber anlässlich
seiner Einvernahme vom 6. Juni 2013 (act. 10/9a/3) bestätigt, dass seit längerem
Eheprobleme bestünden, dass er eine Beziehung zu einer anderen Frau pflege und
dass er sich von seiner Ehefrau scheiden lassen möchte. Auch wenn nicht geklärt ist,
wie weit die teils gegenseitigen Anschuldigungen der Ehepartner im Einzelnen
zutreffen, fügen sie sich in das Bild eines in erheblichem Masse belasteten Ehe- und
Familienlebens, welches nur bedingt schutzwürdig erscheint.
Angesichts der dargestellten familiären Verhältnisse und aufgrund der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer seine Beziehung zu den Kindern nach vereinbarter Trennung
ohnehin nur in beschränktem Ausmass – durch Ausübung des ihm zustehenden
Besuchsrechts – zu pflegen berechtigt ist, stehen einer Wegweisung des
Beschwerdeführers keine überwiegenden Interessen am Familienleben entgegen. Um
das Besuchsrecht wahrnehmen zu können, ist in aller Regel nicht erforderlich, dass der
ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie die Kinder lebt und dort über ein
Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben
gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 13 Abs. 1 BV ist es vielmehr grundsätzlich
ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland
her oder umgekehrt von der Schweiz aus ins Ausland ausgeübt werden kann, wobei
allenfalls die Modalitäten des Besuchsrechts entsprechend auszugestalten sind (BGer
2C_912/2014 vom 22. Juni 2015, E. 2.3).
7. Schliesslich bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass es dem
Beschwerdeführer nicht zumutbar wäre, nach Serbien zurückzukehren. Der
Beschwerdeführer verfügt nach eigenen Angaben sowohl über serbische wie auch
albanische Sprachkenntnisse (act. 8/2). Er lebte bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr
in Südserbien, wo er die Grundschule besuchte. Somit verbrachte er die prägenden
Kinderjahre in seinem Heimatland. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer gemäss
den Feststellungen der Vorinstanz während seines Aufenthalts in der Schweiz sein
Heimatland regelmässig ferienhalber besucht hat und in der Schweiz zu Personen aus
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dem eigenen Kulturkreis innerhalb und ausserhalb der Familie Kontakt gepflegt hat. Es
ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit den sozio-kulturellen
Gegebenheiten in Südserbien nach wie vor vertraut ist. Die Vorinstanz hat den Einwand
des Beschwerdeführers, wonach er in Südserbien niemanden kenne, zu Recht in Frage
gestellt. Nachdem der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in ihrem Heimatland
Serbien und nicht in der Schweiz heirateten, die Verwandten der Ehefrau in Serbien
wohnhaft sind und die Familie regelmässige Ferienaufenthalte in Serbien verbrachte,
erscheint dies wenig glaubwürdig. Obschon eine Rückkehr in die Heimat nach einer
langen Abwesenheit zweifelsohne mit einer gewissen Härte verbunden ist, erscheint
eine soziale und berufliche (Wieder-)Eingliederung in Serbien unter den dargelegten
Umständen als durchaus möglich und zumutbar. Dass die Familie des
Beschwerdeführers nach dessen Darstellung dort keinerlei private Infrastrukturen habe
und die beruflichen und schulischen Möglichkeiten in Serbien amtsnotorisch
beschränkt seien, ändert daran nichts (BGer 2C_764/2013 vom 15. April 2014 E. 3.5.).
8. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat bis zu ihrer Heirat im Alter von 18
Jahren in Südserbien gelebt, sodass auch für sie eine Rückkehr dorthin zumutbar
erscheint. Indessen wäre für die gemeinsamen Kinder (heute 11, 14 und 16 Jahre alt)
eine Ausreise aus der Schweiz nicht ohne Weiteres zumutbar, nachdem diese hier
geboren und insbesondere über den Schulunterricht in den hiesigen Verhältnissen
sozialisiert worden sind. Es ist daher davon auszugehen, dass die Ehefrau und die
Kinder des Beschwerdeführers ein Interesse daran haben, in der Schweiz bleiben zu
können. Gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen verfügen sowohl die Ehefrau
(Aufenthaltsbewilligung) als auch die Kinder (Niederlassungsbewilligung) über ein
gefestigtes Anwesenheitsrecht (angefochtene Entscheidung E. 3c). Der Ehefrau und
den Kindern steht es damit frei, in der Schweiz zu verbleiben. In diesem Fall wäre die
Betreuung durch einen Elternteil gewährleistet, wobei der Kontakt zum Vater durch
gegenseitige Besuche oder mittels Briefverkehr, Telefonaten und anderer Formen
heutiger Kommunikationsmöglichkeiten aufrecht erhalten und gepflegt werden könnte.
Weil das Kindesinteresse, mit beiden Elternteilen Kontakte pflegen zu können, im
Rahmen der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK nur einer von mehreren zu
berücksichtigenden Faktoren (Schutz vor Straftätern, Einwanderungskontrolle usw.),
jedoch nicht der allein ausschlaggebende ist (BGer 2C_298/2012 vom 5. April 2012 E.
2.2.3), und angesichts des vorliegend ohnehin nur bedingt intakten Familienlebens,
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bliebe der rechtlich gebotene Schutz des Familienlebens nach dem Gesagten auch bei
einem Verbleib der Ehefrau und der Kinder in der Schweiz gewahrt.
Im Übrigen wäre eine freiwillige Ausreise von Frau und Kindern zusammen mit dem
Beschwerdeführer möglich und steht in ihrem Ermessen. Die drei Kinder des
Beschwerdeführers haben zwar nie in Serbien gelebt, stehen aber im Falle einer
freiwilligen Ausreise in einer vergleichbaren Situation wie andere Kinder, die zusammen
mit ihren Eltern in ein fremdes Land auswandern (BGer 2C_272/2014 vom 6. Februar
2015 E. 3.3).
9. Unter den dargelegten Umständen entsteht vom Beschwerdeführer das Bild
eines wirtschaftlich und sozial schlecht integrierten, rückfälligen Straftäters, dessen
Verbleiben in der Schweiz aufgrund seiner wiederholten Delinquenz mit den
Sicherheitsinteressen der hiesigen Wohnbevölkerung nicht vereinbar ist. Sein Verhalten
zeigt eindeutige Züge von Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit. Zu Ungunsten des
Beschwerdeführers fällt besonders ins Gewicht, dass ihn auch die Heirat mit seiner
Ehefrau und die Geburten seiner Kinder nicht von der Delinquenz abhalten konnten.
Indem er trotz migrationsrechtlicher Verwarnung und strafrechtlicher Verurteilung weiter
delinquierte, nahm der Beschwerdeführer in Kauf, sein Anwesenheitsrecht in der
Schweiz und damit die regelmässigen Kontakte zu seiner Ehefrau und seinen Kindern
zu verlieren. Es kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass ihn seine hier
lebende Familie inskünftig von der Begehung weiterer Straftaten abhalten wird. Selbst
wenn der Ehefrau und den drei Kindern nicht zugemutet werden könnte, ihr
Familienleben in Serbien zu führen, ist das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers unter diesen Umständen höher zu
gewichten als sein privates Interesse, bei der Familie bleiben zu können. Dies gilt
insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren
nur geringfügig für das wirtschaftliche Wohlergehen der Familie gesorgt hat, das
Verhältnis zu seiner Frau und seinen Kindern nach den Vorfällen im häuslichen Bereich
und aufgrund seiner ausserehelichen Beziehung als erheblich belastet erscheint und er
dieses nach der Trennung von seiner Ehefrau ohnehin nur in beschränktem Umfang zu
pflegen berechtigt ist.
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Nichts zu ändern an dieser Gesamtbeurteilung vermag auch der Hinweis des
Beschwerdeführers auf zwei angeblich vergleichbare Fälle (BGer 2A.422/2005 vom 9.
November 2005, BGE 139 I 16), in denen das Bundesgericht den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig erachtete. Denn der
Beschwerdeführer übersieht, dass sich die von ihm herangezogenen Vergleichsfälle
vom vorliegenden Sachverhalt in wesentlichen Punkten unterscheiden. In beiden
erwähnten Fällen haben sich die Beschwerdeführer – im Gegensatz zum
gegenständlichen Fall – lediglich eine einmalige Straffälligkeit zu Schulden kommen
lassen, wobei sie beide geständig waren und zu einer kürzeren Freiheitsstrafe (18
Monate) verurteilt wurden. Hinzu kommt, dass die straffälligen Ausländer in den
erwähnten Fällen im Vergleich zum Beschwerdeführer beruflich wie sozial gut integriert
waren, in stabilen wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen lebten und seit ihrer
einmaligen Delinquenz nachweislich einen Gesinnungswandel durchliefen. Unter diesen
Umständen ist nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer aus den Vergleichsfällen zu
seinen Gunsten herzuleiten vermöchte, nachdem er mehrfach straffällig wurde,
schlecht integriert ist und sich nicht auf ein intaktes Familienleben berufen kann.
10. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund der erwähnten Umstände
im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismässig ist. Insbesondere bedeutet er für
ihn keine unzumutbare Härte, weshalb ihn die Vorinstanz zu Recht bestätigt hat. Ihr
kann keine mangelhafte Sachverhaltsfeststellung oder Ermessensüberschreitung
vorgeworfen werden. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers ist bundesrechts- und konventionskonform. Die Beschwerde ist
daher abzuweisen.
11. (...).