# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5670636f-1990-4a21-b1d4-5f8501fc709e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene X._ war vom 27. Oktober 2003 bis 31. Dezember 2012 als Polymechaniker bei der Y._ in einem 100%-Pensum tätig, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 27. September 2012 war (Urk. 7/12). Am 15. Februar 2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf schwere Depressionen bei der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die IV-Stelle holte in der Folge einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten ein (IK-Auszug, Urk. 7/10 = Urk. 7/11) und tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen. Am 19. November 2013 teilte sie dem Versi
cherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da diese zurzeit nicht möglich sei (Urk. 7/23). Am 27. Juni 2014 ordnete sie eine psychiatrische Untersuchung bei Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie, an (Urk. 7/35). Das Gutachten wurde am 30. August 2014 erstattet (Urk. 7/38). In der Folge reichte der Versicherte einen Bericht der Klinik für Hämatologie des A._ vom 12. Juni 2015 betreffend seine Hospitalisation vom 8. Mai 2015 bis 12. Juni 2015 aufgrund einer autoimmun-hämolytischen Anämie ED 01/2015 und einer chronisch lymphatischen Leukä
mie ED 02.09.2010 ein (Urk. 7/48). Am 6. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/50). Die IV-Stelle klärte sodann den somatischen Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers weiter ab (Urk. 7/55) und sprach dem Versicherten nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügungen vom 22. Juni 2016 und 1. Juli 2017 eine ganze Rente der Invalidenversicherung ab 1. Januar 2015 zu (Urk. 7/72 und Urk 7/73 = Urk. 2/1 und Urk. 7/74 = Urk. 2/2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 22. August 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtenen Verfügungen seien insoweit aufzuheben, als das Ausrichten einer Rente ab August 2013 abgelehnt werde und die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, ihm ab August 2013 eine unbefristete ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter seien für die Zeit vor dem 1. Januar 2015 weitere medizinische Abklärungen zu tätigen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom 28. September 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. September 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, der Beschwerdefüh
rer leide seit dem Jahr 2010 an Depressionen. Diese seien durch Konflikte am Arbeitsplatz ausgelöst worden. Es handle sich um ein reaktives Geschehen infolge der erlebten Kränkung am Arbeitsplatz und im Zusammen
hang mit der erfolgten Kündigung. Es lägen psychosoziale Belastungsfaktoren vor. Laut dem aktuellen Arztbericht des behandelnden Arztes Dr. B._ könne keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert werden. Auch im Gutachten von Dr. Z._ sei eine Fortsetzung der psychotherapeutischen Behandlung emp
fohlen worden, damit eine eventuelle Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Seit Januar 2015 sei dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht keine Tätigkeit mehr zumutbar. Die Erwerbseinbusse betrage somit 100 % (Urk. 2/1 und Urk. 2/2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen im Wesentlichen geltend, der von der Beschwerdegegnerin beauftragte Gutachter Dr. Z._ habe am 30. August 2014 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig chronifizierte zweite Epi
sode, aktuell mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F33.1), und eine Persönlichkeit mit sensitiven und narzisstisch-kränkbaren Zügen (ICD-10 Z73.1) diagnostiziert. In der zuletzt ausgeübten spezifischen Tätigkeit bestehe seit 27. September 2012 und weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bezogen auf eine Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber schätze der Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 40 %. Das Gutachten stehe auch im Einklang mit den Beurteilungen der bis zu diesem Zeitpunkt behandelnden Ärzte. Sämtliche behandelnden psychiatrischen Fachärzte hätten die Arbeitsunfähigkeit als vollständig beurteilt. Daraus folge, dass von einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit ab dem 27. September 2012 res
pektive von einer maximalen Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 40 % ab 30. August 2014 (Datum des Gutachtens) auszugehen sei. Dem
entsprechend habe er angesichts der IV-Anmeldung vom 8. Februar 2013 und unter Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG ab August 2013 Anspruch auf eine ganze Rente. Der Vorwurf der Beschwerdegegnerin, er habe die depressive Stö
rung nicht fachärztlich und adäquat behandeln lassen, werde entschieden zurückgewiesen. Er habe in der vorliegend interessierenden Zeitspanne ohne längere Unterbrüche ständig in psychiatrischer Behandlung gestanden. Ursäch
lich für die depressive Störung seien die Leukämie-Diagnose und nicht psycho
soziale Faktoren (Urk. 1 S. 10 ff.).
2.3
Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer im Januar 2015 aus soma
tischer Sicht aufgrund der Diagnosen einer autoimmun-hämolytischen Anämie ED 01/2015 und einer chronisch lymphatischen Leukämie ED 02.09.2010 zu 100 % arbeitsunfähig geworden ist und ab 1. Januar 2015 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob vor dem 1. Januar 2015 ein psychischer
Gesundheits
schaden vorl
ag
, der
den Beschwerdeführer
derart in der Erwerbsfähigkeit ein
schränkt
e
, dass
er
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
hatte
.
3.
3.1
Dr. med. C._, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 7. Januar 2013 zuhanden der Krankentaggeldversicherung die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung mittel bis starken Aus
masses.
Der Beschwerdeführer leide seit 2010 an rezidivierenden Depressionen, die sich auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Diese seien jeweils
durch Konflikte am Arbeitsplatz ausgelöst und verstärkt
worden. Ihm sei am 27. September 2012 gekündigt worden. Seither sei er wieder stark depressiv und arbeitsunfähig. Er sei an seiner Arbeitsstelle bei der Y._ seit dem 27. September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig. Kurzfristig sei er für alle Arbeitsstellen 100 % arbeitsunfähig.
Längerfristig werde er voraussichtlich nach Besserung der Depression auf seinem Beruf wieder zu 100 % arbeitsfähig sein
(Urk. 7/2 S. 1 f.).
3.2
Im Bericht des D._ vom 21. Mai 2013 zuhanden der IV-Stelle wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
mittelgra
dig depressive Episode
ICD-10 F32.1 und eine chronisch lymphatische Leukämie vom B-Zell-Typ (CLL) ED 09/2010 genannt. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Hypothyreose ICD-10 E03.9 erwähnt. Es wurde ausgeführt, durch die
Ausgrenzung bei der Arbeit
sei es ihm zunehmend psy
chisch schlecht gegangen, so habe er keinen Antrieb mehr gehabt und habe zunehmend schlecht geschlafen. Im Jahr 2010 sei zudem die
chronisch lympha
tische Leukämie diagnostiziert
worden. Im Jahr 2012 seien die Leukozytenzah
len so hoch angestiegen, dass er fast eine chemotherapeutische Behandlung gebraucht hätte. Durch seinen ambulanten Psychiater und seinen Hausarzt sei er in dieser Zeit krankgeschrieben worden. Schliesslich sei am 27. September 2012 die Kündigung ausgesprochen worden. Vor der ganzen Arbeits-Problema
tik habe er nie psychische Probleme gehabt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei gegenwärtig aufgrund der redu
zierten Belastbarkeit, der depressiven Grundstimmung sowie aufgrund der Schlafproblematik nicht fähig, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Es werde weiterhin die Fortführung der Psychotherapie sowie der antidepressiven Medi
kation empfohlen.
Es sei davon auszugehen, dass bei Verbesserung der Depres
sion die Arbeitstätigkeit wieder gesteigert werden könne
(Urk. 7/16).
3.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. E._, Allgemeine Medi
zin FMH, nannte in seinem Bericht vom 28. Mai 2013 zuhanden der IV-Stelle als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
reaktive Depression
bei
Mobbing am Arbeitsplatz
wiederholt seit 2002 und eine Hypothyreose seit 2008. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) bestehend seit Mai 2010. Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 27. September 2012 bis auf weiteres. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen vermindern (Urk. 7/15).
3.4
In der versicherungsmedizinischen Kurzbeurteilung vom 3.
August 2013 zuhan
den der Krankentaggeldversicherung wurde als Diagnose ICD-10: F 33.2 (rezidi
vierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode
ohne psychotische Symptome) genannt. Der Beschwerdeführer werde seit Mai 2012
lege artis unter Einbeziehung psychopharmakologischer Medikation
im Ambulatorium des D._ mit wöchentlichen Terminen behandelt. Aktuell sei eine leichte Stabilisierung von Persönlichkeit und Verhalten, insbesondere im Hin
blick auf die Schlafstörungen und den sozialen Rückzug, erreicht worden. Aktu
ell und bis auf weiteres (2-3 Monate) bestehe keine beruflich verwertbare Arbeitsfähigkeit.
Durch die bestehende psychosoziale Belastungssituation am Arbeitsplatz werde die Ausprägung des depressiven Beschwerdebildes wesent
lich mitbestimmt
(Urk. 7/19).
3.5
Im Verlaufsbericht des D._ vom 12. August 2013 wurde festge
halten, dass der Beschwerdeführer Anfang August 2013 in der Tagesklinik angemeldet worden sei. Die Teilnahme am teilstationären Programm sei indi
ziert, um die Konzentrations- und die Leistungsfähigkeit bzw. die Belastbarkeit zu stärken, so dass der Beschwerdeführer danach möglicherweise eine
Arbeits
anstellung zu 50 %
annehmen könne. Bis zu diesem Zeitpunkt bestehe weiter
hin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Urk. 7/18).
3.6
Im Bericht des D._ vom 27. Dezember 2013 zuhanden der Krankentaggeldversicherung wurde ausgeführt, seit Beginn der Behandlung im Mai 2013 habe sich bereits eine
Verbesserung abgezeichnet
. Der Beschwerde
führer sei im Affekt schwingungsfähiger, schlafe etwas besser und könne sich deutlich besser konzentrieren. Auch der Antrieb habe sich leicht gesteigert. Es würden weiterhin wöchentliche psychiatrisch-psychotherapeutische Gespräche und eine weitere Aktivierung und Tagesstrukturierung empfohlen, ebenso die Fortführung der antidepressiven Medikation.
Es werde von einer weiter
e
n Ver
besserungsmöglichkeit ausgegangen
. Die langjährige
berufliche Belastungssitu
ation
beschäftige den Beschwerdeführer auch heute noch und sei der Hauptfo
kus der Therapie. Er sei seit Beginn der Behandlung im Mai 2013 zu 100 % krankgeschrieben. Eine längerfristige Prognose könne derzeit nicht abschlies
send gestellt werden (Urk. 7/27).
3.7
Im Verlaufsbericht des D._ vom 9. April 2014 zuhanden der IV-Stelle wurde festgehalten, da der Beschwerdeführer in den Einzelsitzungen zunehmend vorwurfsvoll und passiv aggressiv geworden sei und zudem immer wieder geäussert habe, dass die Sitzungen ihm schaden würden und er sich sor
gen würde, dass sich seine Leukämie dadurch verschlechtern würde, sei mit ihm der Abbruch der Therapie besprochen worden. Er habe in den Therapieabbruch eingewilligt. Er sei bis zum letzten Termin am 10. März 2014 100 % krankge
schrieben worden. Da er seither nicht mehr im Ambulatorium in Behandlung sei, könnten zur aktuellen Arbeitsfähigkeit keine Angaben gemacht werden (Urk. 7/31).
3.8
Im psychiatrischen Gutachten vom 30. August 2014 stellte Dr. Z._ die folgen
den Diagnosen (Urk. 7/38 S. 11):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig chronifizierte zweite Epi
sode, aktuell mittelgradigen Ausmasses (ICD-10/F33.1)
-
Persönlichkeit mit sensitiven und narzisstisch-kränkbaren Zügen (ICD-10/Z73.1)
Er führte aus, anlässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung habe der Explorand noch ein
mittelgradiges depressives Syndrom bei anamnestisch bestehender rezidivierender depressiver Störung
(erste Phase 2003 mit damals nur kurzzeitiger psychotherapeutischer und antidepressiver Behandlung) aufge
wiesen. Die aktuelle Phase bestehe seit 2010.
Trotz adäquater medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung habe keine vollständige Remission erreicht werden können.
Die anlässlich der Behandlung im Ambulatorium D._ beschriebenen narzisstischen Persönlichkeitszüge seien auch im Rah
men der aktuellen Untersuchung spürbar gewesen. Der Beschwerdeführer weise
sensitive und narzisstisch-kränkbare Persönlichkeits
anteile
auf. Eine Persön
lichkeitsstörung gemäss ICD-10 bestehe jedoch nicht.
Die erhöhte Sensitivität und Kränkbarkeit des Exploranden habe jedoch mit zur Chronifizierung der depressiven Symptomatik trotz adäquater Behandlung beigetragen
. Die Rück
kehr an den früheren Arbeitsplatz sei für den Beschwerdeführer nicht möglich. Diesbezüglich sei die vollständige Krankschreibung durch die behandelnden Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar. Arbeitsversuche im alten Umfeld dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit rasch zu einer erneuten Verschlechterung der Depression führen. Bezogen auf eine Arbeitstätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber in ruhiger, wohlwollender Umgebung gehe er von einer Teilar
beitsfähigkeit aus.
Die Dekompensation 2010 sei wahrscheinlich auch im Zusammenhang mit der in diesem Zeitraum neu diagnostizierten chronischen lymphatischen Leukämie zu sehen
, die beim Beschwerdeführer verständlicher
weise eine zusätzliche Verunsicherung ausgelöst und seine Widerstandskräfte minimiert habe.
In der zuletzt ausgeübten spezifischen Tätigkeit beim letzten Arbeitgeber bestehe weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Bezogen auf eine
Tätig
keit bei einem anderen Arbeitgeber ohne Vorbelastung durch Konflikte und eventuelles Mobbing
, gehe er von einer
Teilarbeitsfähigkeit von schätzungs
weise 40 %
aus. Diese Beurteilung erfolge medizinisch-theoretisch aufgrund der chronifizierten mittelgradigen depressiven Episode. Halbtagestätigkeit während 4 1/2 Stunden mit längerer Pause von ca. 30 Minuten, so dass leistungsmässige und zeitliche Einbussen integriert beurteilt, eine ca. 40%ige Restarbeitsfähigkeit resultiere.
Der Beschwerdeführer stehe
seit 2010
(mit jeweils kurzen Unterbrüchen im Rah
men der Therapeutenwechsel, die medikamentöse Behandlung sei jedoch naht
los erfolgt)
in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Die antidepres
sive Medikation sei adäquat.
Unter Behandlung sei es zu einer
teilweisen Remission des phasenweise als schwer depressiv beschriebenen Syndromes gekommen.
Die antidepressive Medikation und die psychotherapeutische Behandlung sollten fortgesetzt werden. Darunter sei wahrscheinlich jedoch lediglich eine Realisierung der bereits aktuell medizinisch-theoretisch bestehen
den Restarbeitsfähigkeit von 40 % (
ev. mit Steigerungsmöglichkeit mittelfristig auf 50 %)
erreichbar (Urk. 7/38 S. 10 f.).
3.9
Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in seinem Bericht vom 7. März 2015 zuhanden der IV-Stelle betreffend die ambulante Behandlung vom 28. April bis 1. Dezember 2014 die folgenden Diagnosen:
-
Mittelgradig depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
V.a. sensitiv-paranoische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0)
Dr. med. B._ hielt fest, aus den von ihm gestellten Diagnosen ergebe sich aktu
ell
keine Arbeitsunfähigkeit
mehr. Es bestünden Verstimmungszustände, Unlusterleben, eine Gefühl der Ablehnung und innere Widerstände. Die Arbeits
einstellung sei dadurch verschlechtert und die Motivation stark beeinträchtigt. Die Arbeitsfähigkeit an sich sei aber uneingeschränkt (Urk. 7/43).
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten von Dr. Z._ erfüllt grundsätzlich die rechtspre
chungsgemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl. E.
1.5
).
Es
beruht auf
einer
fachärz
tlichen Untersuchung
durch
den
Gutachter und
wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge ist
im Wesentli
chen
einleuchtend
.
4.2
Dr. Z._ kam in seinem Gutachten in Übereinstimmung mit den übrigen medizi
nischen Akten zum Schluss, dass der Beschwerdeführer ein mittelgradiges depressives Syndrom bei anamnestisch bestehender rezidivierender depressiver Störung aufweist.
4.3
4.3.1
Mit zur Publikation vorgesehenem Urteil 8C_841/2016 vom 30. November 2017 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zu den leichten bis mit
telschweren Depressionen, wonach diese einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3), aufgegeben. Gemäss der neuen bundesgericht
lichen Rechtsprechung ist bei leichten bis mittelschweren depressiven Störun
gen, wie bei jeder geltend gemachten gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit, im Einzelfall (einzig) danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit leis
tungslimitierend auswirkt, wobei eine leistungs-, insbesondere rentenbegrün
dende Invalidität jedenfalls eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose voraussetzt. Denn gerade mit Blick darauf, dass auch bei einem depressiven Lei
den soziale Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, aus
zuklammern sind, setzt die vorzunehmende Abgrenzung zu reaktiven, invalidi
tätsfremden Geschehen auf psychosoziale Belastungen eine nachvollziehbare Diagnosestellung voraus. Nicht zuletzt im Sinne der Einzelfallgerechtigkeit ist es sach- und systemgerecht, solche Leiden ebenfalls einem strukturierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Entscheidend ist dabei, unab
hängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat. Wie bei den somatoformen Schmerzstörun
gen und vergleichbaren psychosomatischen Leiden verbleiben aber Verlauf und Ausgang von Therapien als wichtige Schweregradindikatoren. Dementsprechend ist es Aufgabe der medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzei
gen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungsein
schränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.5.2).
4.3.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 261 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
4.4
Die Ausführungen von Dr. Z._ erlauben zusammen mit den weiteren Berich
ten eine schlüssige Beurteilung auch im Lichte der neu massgebenden Standard
indikatoren. Weitere Abklärungen erübrigen sich daher.
4.5
Was den funktionellen Schweregrad betrifft, wird die depressive Störung vorlie
gend als mittelgradig beschrieben. Aus den medizinischen Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine Therapieresistenz. So wurde im Bericht des D._ vom 27. Dezember 2013 ausgeführt, seit Beginn der Behandlung im Mai 2013 habe sich bereits eine Verbesserung abgezeichnet. Es werde von einer weiteren Verbesserungsmöglichkeit ausgegangen (Urk. 7/27). Auch dem Gut
achten von Dr. Z._ sind keine Anhaltspunkte für eine Therapieresistenz zu entnehmen. Es habe zwar bisher noch keine vollständige Remission erreicht werden können. Unter Behandlung sei es indessen zu einer teilweisen Remission des phasenweise als schwer depressiv beschriebenen Syndroms gekommen. Der letztbehandelnde Psychiater Dr. B._ kommt in seinem Bericht vom 7. März 2015 zum Schluss, dass keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe (Urk. 7/43). Sämtliche behandelnden psychiatrischen Fachärzte und der Gutachter empfeh
len die Fortsetzung der antidepressiven Medikation und der psychotherapeuti
schen Behandlung. Aus keinem Bericht geht hervor, dass keine therapeutische Option mehr bestehen würde und es ist auch nirgends die Rede von einer Behandlungsresistenz. Eine körperliche Begleiterkrankung war zwar gegeben, hatte jedoch vor dem 1. Januar 2015 noch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit. Als psychische Komorbidität bestand lediglich die Diagnose einer Persön
lichkeit mit sensitiven und narzisstisch-kränkbaren Zügen (ICD-10/73.1), welche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fällt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_810/2013 vom 9. April 2014 E. 5.2.2 mit Hinwei
sen).
In Bezug auf die Persönlichkeit des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass lediglich eine Persönlichkeitsakzentuierung besteht, welche als ressourcen
hemmender Faktor nicht stark ins Gewicht fällt. Hinsichtlich des sozialen Kon
textes ist darauf hinzuweisen, dass psychosoziale Belastungsfaktoren die reak
tive Depression ausgelöst haben. Gestützt auf die Akten ist davon auszugehen, dass sowohl Konflikte am Arbeitsplatz und der Verlust der Arbeitsstelle wie auch die Diagnose der chronisch lymphatischen Leukämie zur Dekompensation geführt haben. Die Vorgeschichte ist – bis auf eine kurze depressive Phase im Jahr 2003, die ebenfalls durch Konflikte am Arbeitsplatz ausgelöst wurde - unauffällig und das intakte familiäre Umfeld des Beschwerdeführers lässt auf durchaus vorhandene Ressourcen schliessen. Unter dem Aspekt der Konsistenz ist festzustellen, dass das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers nicht in allen vergleichbaren Lebensbereichen gleichermassen eingeschränkt war. Es waren durchaus Aktivitäten vorhanden. So erledigte der Beschwerdeführer beispiels
weise Haushaltsarbeiten und ging gelegentlich einkaufen.
4.6
Demzufolge sind unter Berücksichtigung der massgeblichen Standardindikato
ren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der rezidivierenden mittel
gradigen depressiven Störung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt. Somit liegt kein invalidenversicherungsrechtlich relevan
ter Gesundheitsschaden vor. Dass Dr. Z._ in seinem Gutachten vom 30. August 2014 von einer Teilarbeitsfähigkeit von lediglich 40 % (mit Steige
rungsmöglichkeit auf 50 %) ausgeht, ändert daran nichts. Ein Abweichen von den durch die Ärzte gezogenen Schlussfolgerungen ist möglich, wenn sich aus rechtlicher Sicht eine andere Einschätzung ergibt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 sowie 130 V 352 E. 3.3). Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht kann vorliegend nicht auf die von Dr. Z._ vorgenommene Einschätzung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden.
Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).