# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 40290901-6431-4fb6-b033-3a707b86a6f9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, verheiratet und
Mutter
dreier
1989
,
1992
und 1997
geborener Kinder
(Urk. 7/42
, Urk. 7/86
)
, war
von
Januar
1990
bis Ende Mai 1993 (letzter effektiver Arbeitstag: 2. April 1993)
bei der
Y._
AG
als Mit
arbeiterin in der Glasbläserei angestellt und
meldet
e
sich 1995
unter Hinweis auf Kopfschmerzen und Migräne
bei
der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
, Urk. 7/8
). Gestützt auf die durchgeführten Abklärungen (Urk. 7/7 ff.) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten
in der Folge
mit Wirkung ab Februar
1994
eine halbe Rente zu (Urk. 7/4-6).
1996
und 1999
bestätigte die IV-Stelle
revisionsweise
den Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente (Urk. 7/14
,
Urk. 7/23).
Aufgrund einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes erfolgte mit Wirkung ab Februar 2000 die Erhöhung der bisherigen ha
lben auf eine ganze Rente (Urk.
7/34, Urk. 7/42).
Dieser Rentenanspruch wurde in den Jahren
2001 und 2003
revisionsweise
bestätigt
(Urk. 7/47, Urk. 7/52, Urk. 7/54).
Im Rahmen eines weiteren Revisionsverfahrens (Urk. 7/57 ff.) liess die IV-Stelle die Versicherte interdisziplinär (internistisch, neurologisch und psychiatrisch) durch die Ärzte der Begutachtungsstelle
Z._
begutachten (Gutachten vom 17.
Oktober 2007
;
Urk. 7/73). Im Anschluss daran bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf eine ganze Rente mit Mitteilung vom 2. November 2007 (Urk. 7/78).
Im Rahmen eines
weiteren,
im Juli 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk. 7/80 ff.) ordnete die IV-Stelle eine weitere
neurologische und psychiatrische
Begutachtung durch die Experten der Begutachtungsstelle
Z._
an (Gutachten vom 17. Februar 2010; Urk. 7/102). Zuvor, das heisst am 16. November 2008, hatte die Versicherte um die Zusprechung einer Hilflosenentschädigung ersucht (Urk. 7/85).
Mit Vorbescheiden vom 23. April 2010 stellte die IV-Stelle die Verneinung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung und die Herabsetzung
d
er ganzen auf eine halbe Rente in Aussicht (Urk.
7/108, Urk.
7/110).
Im
Einwandverfahren
(Urk. 7/116
ff.) holte die IV-Stelle vom neurologischen Experten des
Z._
eine ergänzende Stellungnahme ein (Urk. 7/118).
M
it Verfügung vom 13. August 2010 setzte sie die ganze auf eine halbe Rente herab (Urk.
7/124
).
Die von der Versicherten
gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde (Urk. 7/127) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2010.00910 vom 21. September 2012 gut und hob die Verfügung auf (Urk. 7/140).
In der Folge richtete die IV-Stelle der Versicherten wiederum eine ganze Rente aus (Urk. 7/147). Den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hatte die IV-Stelle ber
eits zuvor mit Verfügung vom 2.
Aug
ust 2010 verneint (Urk. 7/123). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
Am 24. März 2017 beantragte die Versicherte erneut, es sei ihr eine Hilflosenentschädigung zuzusprechen (Urk. 7/153). Am 24. Mai 2017 führte die IV-
Stelle eine Abklärung bei der Versicherten zu Hause durch (Urk. 7/157).
Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2017 stellte sie die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (Urk. 7/158). An diesem Entscheid hielt sie nach durchgeführtem
Einwandverfahren
(Urk. 7/159 ff.) mit Verfügung vom 13. September 2017 fest (Urk. 2 = Urk. 7/170).
2.
Gegen die Verfügung vom 13. September 2017 erhob die Versi
cherte am 13.
Oktober 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr mindestens eine Entschädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1).
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 15. November 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Dies wurde der Beschwerdeführerin
mit Gerichtsv
erfügung vom 16. November 2017 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38
der
Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung; I
VV)
. Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
—
Ankleiden, Auskleiden;
—
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
—
Essen;
—
Körperpflege;
—
Verrichtung der Notdurft;
—
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
Art. 37
IVV
sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
1.2
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsanspruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen (vgl. auch
Rz
8131 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015). Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den
seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2).
1.3
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheidenden Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es jedoch nicht der Sinn des durch die Rechtsprechung geschaffenen Instituts der Heilung des
rechtlichen Gehörs sein, dass Versicherungsträger sich über den elementaren Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen, dass solche Verfahrensmängel in einem vom durch den Verwaltungsakt Betroffenen allfällig angehobenen Gerichts
verfahren behoben würden. Der Umstand, dass eine solche Heilungsmöglichkeit besteht, rechtfertigt es demnach nicht, auf die Anhörung des Betroffenen vor Erlass eines Entscheides zu verzichten. Denn die nachträgliche Gewährung des rechtlichen Gehörs bildet häufig nur einen unvollkommenen Ersatz für eine unterlassene vorgängige Anhörung. Abgesehen davon, dass ihr dadurch eine Instanz verloren gehen kann, wird der betroffenen Person zugemutet, zur Verwirklichung ihrer Mitwirkungsrechte ein Rechtsmittel zu ergreifen.
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E. 2b, 116 V 182 E. 3c und d).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin bemängelt
e
, die Beschwerdegegnerin habe sich in der Verfügungsbegründung darauf beschränkt, die im Vorbescheid bereits vorgebrachten Argumente zu wiederholen
,
ohne auf di
e erhobenen Einwände einzugehen
. Allein der in zeitlicher Hinsicht zu geringe Hilf
e
bedarf sei angeführt worden
, in
dem die Beschwerdegegnerin festgehalten habe, es träten nur an zwei bis drei Wochentagen während jeweils höchstens zwölf Stunden Dauer Migräneanfälle auf. Dies genüge dem Grundsatz der Begründungspflicht nicht. In der Verfügungsbegr
ündung müssten d
ie Überlegungen dargelegt werden, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid
leiten lasse
(Urk. 1 S. 7
Rz
11).
Die Beschwerdegegnerin nahm zu diesem Einwand in der Beschwerdeantwort nicht Stellung (Urk. 6).
2.2
Zu den von der Beschwerdeführerin nach Erlass des Vorbescheides vom 30. Mai 2017 (Urk. 7/158) mit Eingabe vom 30. Juni 2017 erhobenen Einwände
n
(Urk. 7/166) nahm die Beschwerde
gegnerin
in der angefochtenen Verfügung wie folgt Stellung: Zunächst
führte
sie
aus
, sie halte am Abklärungsergebnis f
est. Sodann wies sie darauf hin,
die Beschwerdeführerin benötige regelmässige Dritthilfe bei der Körperpflege.
In allen anderen Bereichen müsse die Hilflosigkeit verneint werden. Die Beschwerdeführerin benötige lediglich während Migräneanfällen Hilfe. Dieser Zustand halte zwar bereits seit
Jahren an, jedoch werde
die Hilfe nicht in
regelmässigem Ausmass benötigt, sondern punktuell an höchstens 2-3 Wochentagen und dann im Höchstfall während 12 Stunden. Lebenspraktische Begleitung zur Vermeidung eines Heimeintritts werde nicht benötigt. Die Beschwerdeführerin könne ihren Tag
selbst gestalten und die notwen
digen Tagesaktivitäten planen. Es bestehe keine Isolationsgefahr (Urk. 2 S. 1 f.).
2.3
In ihrer Verfügungsbegründung
nannte
die Beschwerdegegnerin
die Aspekte
, von
denen
sie sich bei ihrem Entscheid leiten liess. Mit anderen Wort
en legte sie zumindest kurz die für sie zentralen Überlegungen dar
. Sowohl der Beschwerdeführerin als auch der Rechtsmittelinstanz ist es davon ausgehend möglich, sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild zu machen. Eine ausdrückliche Auseinandersetzung mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ist rechtsprechungsgemäss nicht nötig. Es ist dem Versicherungsträger gestattet, sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte zu beschränken
(vgl. E. 1.3 vorstehend)
. Auch wenn angesichts der bereits im
Einwandverfahren
detailliert begründeten Rügen ein
e einlässlichere
Auseinandersetzung damit in der Verfügung wünschenswert gewesen wäre, so genügt die Verfügungsbegründung zumindest knapp den gesetzlichen Anforderungen, weswegen
-
auch
mit Blick auf die Verfahrensökonomie -
keine Aufhebung des Entscheides aus formellen Gründen
angezeigt ist
.
3.
3.1
Die Darlegungen der Beschwerdegegnerin in der Verfügungsbegründung wurden bereits erwähnt (vgl. E. 2.2 vorstehend). Die Beschwerdeantwort enthält keine zusätzlichen Gesichtspunkte (Urk. 6).
3.2
Die Beschwerdeführerin
liess
in der Beschwerdeschrift vor
bringen
,
es
bestehe
in mindestens zwei der sechs Lebensverric
htungen eine Hilf
s
bedürftigkeit, weswegen eine
Entschädigung für eine Hilflosigkeit in mindestens leichtem Grade auszurichten
sei
.
Der Entscheid der Beschwerdegegnerin sei vor allem aus zwei Gründen mangelhaft. Zum einen erfülle der Abklärungsbericht die Voraussetzung
en
nicht, die an ein Beweismittel zu stellen seien.
Der Abklärungsberi
cht sei ohne Rücksprache mit der primären Hilfsperson
, dem Ehemann, erstellt worden. Ein weiterer Mangel
s
ei, dass im Bericht nur von zwei bis drei Migräneanfällen pro Woch
e die Rede sei.
Tatsächlich träten seit Jahren durchschnittlich fünf Anfälle pro Wo
che auf, weswegen der Hilf
e
bedarf effektiv grösser sei als von der Beschwerdegegnerin angenommen
(Urk. 1 S. 7 ff.
Rz
11 ff.)
.
Es bestehe aufgrund der seit Jahrzehnten bestehenden Migräne ein dauernder Hilfebedarf.
Hilfe
sei beim An- und Auskleiden nötig.
Die Kleider müssten jeweils
von
ihrem Mann
geholt und
gereicht werden und er
müsse
ihr
beim Ankleiden h
e
lfen.
Vor zwei Jahren sei zusätzlich zur
Migräne ein klinisch isoliertes Syndrom (
clinically
i
solated
s
ynd
rome
; CIS)
aufgetreten. Der seit Jahren bestehende Gesundheitsschaden habe sich damit ausgeweitet. Die schlechte körperliche Verfassung wirke sich bei allem aus,
auch
beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen. Da die Migräneattacken häufig aufträten, sei die Hilfe regelmässig nötig. Während der Attacken werde auf die Aufnahme von Nahrung verzichtet, um eine
m
allfälligen Erbrechen vorzubeugen.
Daraus könne aber nicht geschlossen werden
, bei der Essenszubereitung bestünden keine Schwierigkeiten. Auch eine selbständige Körperpflege sei nicht mehr
möglich. Der Ehemann müsse
sie
ins Bad begleiten
, wa
s
chen und abtrocknen. Bei einer Migr
äneattacke sei dies alles nötig
. Zudem sei
aufgrund des
CIS
die Kraft in den Beinen sehr gering.
Auch b
ei der Verrichtung der Notdurft sei
sie
auf Hilfe angewiesen. Es treffe nicht zu, dass sie während einer Migräneattacke die Toilette nicht aufsuchen müsse. Folge der Migräneattacken sei auch
eine
Einschränkung der sozialen Kontakte. Das Haus könne
sie
nur in Begleitung verlassen. Zudem könne sie nur noch kürzeste Distanzen z
u Fuss zurücklegen. Hinzu komme
, dass
sie auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei.
Erst recht
sei dies
der Fall, seit zusätzlich zur Migräne
das
CIS
aufgetreten sei und jederzeit die Gefahr eines Schubes oder der Ausbruch von
m
ultipler Sklerose
(MS)
drohe.
Durch die Erkrankung und
die
aktuelle Verschlechterung sei
sie
auch psychisch
nicht mehr in der Lage, ihr Leben zu strukturieren. Selbständig könne sie ihren Alltag weder organisieren noch strukturieren. Sie
sei
umfassend
auf die
Hilfe
des Ehemannes angewiesen
(Urk. 1 S. 12 ff.
Rz
20
ff.).
4.
4.1
In der
Beschwerdes
chrift
werden
durchschnittlich fünf
wöchentlich
e
Migräneanfälle
erwähnt
(Urk. 1 S. 9 f.
Rz
16). Anlässlich der Abklärung
vom
24.
Mai 2017
hatte
die Beschwerdeführerin
hingegen
von zwei bis drei Anfällen
pro Woche
gesprochen (Urk. 7/157/1). I
m
Einwandverfahren
hatte
sie
sich zu diesem
Aspekt nicht
geäussert
(vgl. Urk. 1 S. 9 f.
Rz
16).
E
ine
nachvollziehbare Erklärung für den in
diesem
zentralen Aspekt
erst jetzt erhobenen
Einwand, beispielsweise eine
seit der Abklärung eingetretene
Verschlechterung
,
wird nicht behauptet
.
Es wird lediglich auf
Arztberichte
aus den Jahren 2008 und 2
010
verwiesen
,
in denen von
mindestens fünf Anfällen pro Woche
die Rede ist
(Urk.
3/4-5; vgl. auch Urk. 7/88).
Dass es sich
seinerzeit
so verhielt, schliesst eine zwischenzeitliche
Abnahme der Anfälle
nicht aus.
D
ie Beschwerdeführerin
ist der Auffassung
, die Beschwerdegegnerin hätte sich angesichts der Diskrepanz zwischen den Angaben
bei
der Abklärung
und
den
jenigen
in den
früheren
Arztberichten
veranlasst s
ehen müssen,
neue
Arztbericht
e
einzuholen
(Urk. 1 S. 9
f.
Rz
16). Die Beschwerdeführerin machte anlässlich der Abklärung unmissverständliche und vorbehaltlose Angaben, an denen richtigerweise wed
er die Abklärungsbeauftragte
noch die Beschwerdegegnerin zweifelten.
Von Relevanz
war
en
nicht medizinische Aspekte der Migräneerkrankung, sondern die Häufigkeit der
Anfälle
.
Es
muss daher
mit den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung sein Bewenden
haben
.
Eine allfällige (erneute) Zunahme der Kopfschmerzattacken seit Erlass der angefochtenen Verfügung
ist
nicht in d
iesem Verfahren zu überprüfen. Zeitliche Grenze der richterlichen Prüfungsbefugnis bildet der Verfügungserlass.
4.2
Die Beschwerdeführerin macht
e
sodann geltend,
seit dem Jahr 2016 leide sie unter einem
CIS
. Es seien Pa
resen nachweisbar und
es drohe jederzeit ein Schub und
sogar
der Ausbruch
von M
S
(Urk. 1 S
. 13
Rz
21 u. S. 16
Rz
26).
Das Auftreten eines
CIS
ist durch Berichte von Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für
Neurologie
, und Prof. Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Neurologie, Ärzte des Neurozentrums
O._
, vom 2. Juni 2016
und
21. Juni 2017
dokumentiert
(Urk. 3/3
,
Urk. 3/6; vgl. auch Urk. 7/164)
.
D
as Leiden fand anlässlich der Abklärung am 24. Mai 2017 Erwähnung
(Urk. 7/157/1 f.)
. Die Abklärungsbeauftragte wusste darum und konnte die
in diesem
Zusammenhang geltend gemachte Beeinträchtigung
in ihre Beurteilung einbeziehen
.
G
emäss dem
Bericht
von Dr.
A._
und Prof.
Dr.
B._
vom 2. Juni 2016
erwähnte die
Beschwerdeführerin, anfänglich
ein Gefühl von Kälte
und später ein
Gefühl von
Ameisenlaufen sowie ein Taubheits- und Härtegefühl in beiden Füssen
verspürt zu haben
.
Bei der Untersuchung
h
abe s
ie ferner
eine strumpfförmige Hypästhesie
beidseits
bis zu
den
Knien beschrieben und darauf hingewiesen, dass s
ie Mühe beim längeren Stehen und Gehen
habe
, da sich die Füsse hart anfühlten. Ansonsten sei sie bis auf die Migräne gesund. Gestützt auf die erhobenen Befunde stell
t
en die Ärzte die Di
agnose eines
CIS
und hielten fest, d
er Befund
sei hochsuspekt für eine
demyelinis
ieren
de
Erkrankung.
Nicht erfüllt sei d
as
Kriterium einer räumlichen Dissemination bei ausschliesslich spinale
r
Beteiligung und das Kriterium der zeitlichen Dissemination, weshalb noch keine M
S
diagnostiziert werden könne. Bis zum 25. Mai 2016 sei eine Behandlung mit
Solu-Nedr
ol
über 5 Tage dur
chgeführt worden, wodurch die Symptome
regredient
gewesen seien
(Urk. 3/3 S. 1 f.). Im Bericht vom 21. Juni 2017 führte
Prof
.
Dr.
B._
ergänzend aus,
aus seiner Sicht bestehe die Indikation zu einer erneuten
Cortisongabe
, nachdem sich
das Befinden
zumindest subjektiv verschlechtert habe.
Gemäss Bildgebung sei der Zustand
aber an sich
stabil und ohne neue Läsionen, weswegen an der gestellten Di
agnose eines
CIS
festgehalten werde
(Urk. 3/6 S. 1).
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass
die Beschwerdeführerin
gemäss den vorhandenen Arztberichten
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
in erster Linie
unter
einem Taubheits- u
nd Härtegefühl in beiden Füssen sowie
unter
strumpfförmige
n
Hypästhesien
bis zu
den
Knien litt
, Mühe beim längeren Stehen und Gehen hatte und sich die Füsse hart anfühlten.
Von diesen Beeinträchtigungen ist bei der Beurteilung der Hilflosigkeit auszugehen.
A
nlässlich der Abklärung
vom 24.
Mai 2017 erwähnte
,
weitergehende Beeinträchtigungen
mit
ausgeprägter körperlicher Schwäche, insbes
ondere im Rahmen einer B
ehandlung
mit Cortison
(Urk.
7/157/2)
, betrafen einen beschränkten
und bereits vergangenen
Zeitraum
und
sind
daher nicht geeignet
,
die
jetzige
Beurteilung der
Hilflosigkeit zu
beeinflussen
.
4.3
Zu der
seit vielen Jahren bestehende
n
Migräne
machte die Beschwerdeführerin
anlässlich der letzten Begutachtung durch die Ärzte
der Begutachtungsstelle
Z._
im Juni 2009
detaillierte Angaben. Sie gab an, bei einer Attacke würden die Schmerzen seitlich im Kopf wie eine Art Hämmern beginnen und sic
h dann
aus
breiten. Die Schmerzen würden länger als einen halben Tag anhalten, manchmal während sechs bis acht Stunden, teilweise auch
während
zehn Stunden. Die Kopfschmerzen würden
dann langsam abklingen. W
enn sie Kopfschmerzen habe, müsse sie sich ins Schlafzimmer begeben, die Türe schliessen und sich möglichst wenig bewegen. Wenn sie sich bewege,
werde
der Kopfschmerz stärker. Zudem komme es zu Übelkeit und Erbrechen. Es handle sich immer um denselben Kopfschmerz. Er sei über die Jahre unverändert geblieben. Während einer Attacke sei sie gefühls- und interesselos. Sie habe keinen Hunger und keinen
Durst und sie sei extrem licht- und geräuschempfindlich
(Urk. 7/102/13 f.).
Dies
e Angaben werden durch den
von der Beschwerdeführerin eingereichte
n
Be
richt von Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Neurologie,
vom
14. Januar 2010 (Urk. 3/4)
bestätigt
. E
ine
seither
ige
Veränderung des Ablaufs der Migräneattacken wird nicht geltend gemacht.
Abgesehen vom stritt
ig
en Aspekt der Anfallshäufigkeit, wozu bereits Stellung genommen wurde
(vgl.
vorstehende E.
4.1
)
, ist
somit
von einer unveränderten Situation auszugehen, insbesondere was
die Intensität und
den Ablauf einer Migräneattacke betrifft.
4.4
Die Beschwerdeführerin
macht
e
sodann geltend, sie sei nicht
nur aus rein körperlichen Gründen nicht mehr in der Lage, ihr Leben zu strukturieren (Urk.
1 S. 17
).
Gemäss
Z._
-Gutacht
en vom 17. Februar 2010 leidet s
ie
als Folge der Migräneattacken
unter rezidivierenden kurzzeitigen depressiven Episoden leichten bis mittleren Grades (
Urk. 7/102/6 ff.)
. Eine
vergleichbare
Diagnose
hatten
die
Z._
-Gutachter bereits im früheren Gutachten vom 17. Oktober 2007
gestellt
(Urk. 7/73/
12 ff.).
Andere
psychische Leiden sind weder davor noch danach aktenkundig geworden.
Auch die Beschwerdeführerin selber wies anlässlich der
Abklärung auf keine schwerwiegenden psyc
hischen Probleme hin (vgl. Urk.
7/157/2).
5.
5.1
Zu prüfen ist
,
ob in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen ein Hilfe
bedarf besteht.
In Bezug auf das An- und Auskleiden ist dem
Abklärungsbericht zu entnehmen, abgesehen
von
den Akutphasen
bestehe in diesem Bereich S
elbständig
keit. Die Beschwerdeführerin habe angegeben
,
sie
treffe die Kleiderwahl selber
und ziehe sich selber an
. Wie bei allen anderen Handlungen müsse sie
aber
ruhig vorgehen. Jeder Stre
ss lö
se Migräne aus.
D
ie Abklärungsbeauftragte
hielt
sodann
fest,
damit die Hilflosigkeit ausgewiesen sei, müsse der Hilfebedarf regelmässig sein und über ein Jahr hinweg angedauert haben. Diese Voraussetzung sei beim An- und Auskleiden nicht erfüllt. Die
durch die
Migräne
bedingte Hilfebedürftigkeit trete im Höchstfall dreimal wöchentlich auf und
halte
dann insgesamt maximal 12 Stunden
an
(Urk. 7/157/3). Die Beschwerdeführerin stellt diese Beurteilung
in ihrer Beschwerde
in Frage
,
indem sie geltend macht, ohne ihren Ehemann könne sie sich nicht an- und auskleiden. Der Ehemann müsse die Kleider holen
, reichen
und
ihr
beim An-und Auskleiden helfen
(Urk. 1 S. 12 f.
Rz
20).
Gemäss ihren eigenen Angaben bei der Abklärung ist die Beschwerdeführerin i
n der anfallsfreien Zeit beim An- und Auskleiden nicht beeinträchtigt
. Sie zieht sich selber an
und trifft auch die Kleiderwahl selbst
(Urk. 7/157/3)
. Die Migräneanfälle kündigen sich laut Schilderung der Beschwerdeführerin mit zunächst geringen Schmerzen
an
, die sich dann innerhalb der folgenden Stunde
n steigern. Im Kern des Anfalls
liegt die Beschwerdeführerin jeweils im Bett und
muss
sich ganz ruhig verhalten (Urk. 7/157/2 f.).
Eine
regelmässige
Notwendigkeit, sich
in dieser
jeweils
beschränkten Zeit
an- oder auszukleiden
ist aus objektiver Sicht nicht erkennbar.
Davor oder danach
ist die Beschwerdeführerin
wieder
in der Lage,
dies selbst zu tun
.
Auch die angegebenen Symptome im Zusammen
hang mit dem
CIS
(
Taubheits- und Härtegefühl in
den
Füssen, strumpfförmig
e
Hypästhesien
, Mühe beim längeren Stehen und Gehen, vgl. vorstehende E. 4.2) begründen
bei objektiver Betrachtung keine Hilflosigkeit in diesem Bereich.
S
elbständige
s
An- und Auskleiden setzt keine völlige Beschwerdefreiheit voraus. Zudem ist es der Beschwerdeführerin möglich, sich weitgehend im Sitzen an- und auszukleiden (Urk. 7/157/2).
5.2
In der Beschwerdeschrift wird auf
die
mit dem
CIS
verbundene schlechte körperliche Verfassung hingewiesen
, weswegen für Positionswechsel Hilfe nötig sei
(Urk. 1 S. 13
Rz
21).
Eine weitreichende funktionelle Beeinträchtigung ist indessen aufgrund der
in den ärztlich
en Berichten erwähnten Symptome
(vgl.
vorstehende E. 4.2)
nicht
überwiegend wahrscheinlich
.
Übereinstimmen
d
damit fielen
auch
die Angaben der
Beschwerdeführerin und die Beobachtungen der Abklärungsbeauftragten aus.
Die Beschwerdeführerin gab bei der Abklärung an, im Normalfall könne sie Positionswechsel selbständig vornehmen. Allein
«
im Kern des Migräneanfalls
»
müsse sie sich
ganz
ruhig verhalten. Die Abklärungsbeauftragte hielt sodann fest, die Beschwerdeführerin habe sich in ihrem Beisein selbständig aufs Sofa gesetzt. Sodann sei sie beim Einstecken eines Kabels behilflich gewesen. Die Steckdose habe sich am Boden befunden. Die Beschwerdeführerin habe sich dafür auf den Boden gesetzt und sei geschmeidig wieder aufgestanden. Nur nach längerem Sitzen habe die Beschwerdeführerin sich langsam erhoben und sei beim Stehen im ersten Moment unsicher gewesen. Sie habe dazu bemerkt, das seien Anlaufschwierigkeiten nach langem Sitzen (Urk. 7/147/3).
Somit ist nicht davon auszugehen, dass das
CIS
die im Alltag
erforderlichen
Positionswechsel verunmöglicht
(Urk. 7/157/3)
.
Gleiches gilt in Bezug a
uf die Kopfschmerzproblematik. Auch d
ie Migräneanfälle führen nicht zu einer Bewegungsunfähigkeit. Vielmehr
verhält sich
die
Beschwerdeführerin währ
end der Akutphase eines Anfalls
ruhig und meidet
Positionswechsel
,
weil Bewegung
en
in diesem Moment die Schmerzen verstärken
(Urk. 7/157/2).
Eine Hilflosigkeit im Zusammenhang mit dem Aufstehen, Absitzen und Abliegen hat die Beschwerdegegnerin
somit
richtigerweise verneint.
5.3
Bei der Abklärung gab die Beschwerdeführerin an, ausserhalb der Migräneanfälle sei
die selbständige
Nahrungsaufnahme
nicht beeinträchtigt
. Sie könne zerkleinern, kauen und schlucken
(Urk. 7/157/3)
.
Während der Migrä
neanfälle
verzichte
sie
auf Mahlzeiten. Sie vermeide
damit ein allfälliges Erbrechen
(Urk. 1 S. 14
Rz
22). Da die
zwei bis drei Mal pro Woche auftretenden
Anfälle jeweils nach Stunden wieder abklingen,
kann auf
eine Na
hrungsaufnahme in diesen Phasen
verzichtet werden
.
Bezüglich
des
Trinken
s
fällt in Betracht, dass
die Anfälle sich in der Regel mit zunächst noch nicht so intensiven
Schmerzen ankündigen,
was
eine
Flüssigkeitsaufnahme
vor der Akutphase
gewährleistet
.
In der Akutphase verzichtet die Beschwerdeführerin auf eine Flüssigkeitszunahme, da in dieser Phase jede Bewegung die Schm
erzen verstärkt
.
Bewegungsunfähig ist sie allerdings auch dann nicht.
Eine Hilflosigkeit beim Essen und Trinken ist somit nicht gegeben.
Die im Zusammenhang mit der Essenszubereitung geltend gemacht
e
Hilfe sodann is
t nicht Teil der
alltäglichen Lebensverrichtung.
Hierzu zählt
das
Essen und Trinken.
5.4
Im Zusammenhang mit der Körperpflege gab die Beschwerdeführerin
bei
der Abklärung an, sie dusche seit Jahren nur, wenn der Ehemann zu Hause sei. Dampf und Wärmentwicklung täten ihr nicht gut und sie sei zweimal in der Dusche gestürzt. Die ersten beiden Monate
nach
Beginn der M
S
seien schlimm gewesen. Damals und auch später noch einmal im November 2016 habe sie umfassend Dritthilfe benötigt. Davon habe sie sich aber weitgehend wieder lösen können. Beim Duschen aber
helfe
der Ehemann weiterhin. Der Einstieg gelinge selbst und sie dusche jeweils im
Sitzen. Soweit möglich wasche sie sich selbst. Die Haare müsse aber der Ehemann waschen und trocknen.
Dazu fehle ihr die Kraft (Urk.
7/157/3 f.).
In der Anfangsphase
des
CIS
(von der Beschwerdeführerin bei der Abklärung als M
S
bezeichnet, wohingegen von den Ärzten diese Diagnose noch nicht gestellt werden konnte; vgl. Urk. 3/3, Urk. 3/6)
sah sich die Beschwerdeführerin
in erhöhtem Mass
veranlasst
,
umfassende Hilfe zu beanspruchen. Jedoch war dies nur vorübergehend der Fall.
Von diesen Angaben ist auszugehen.
Die
längerfristig
verbliebenen Symptome der Erkrankung (
Taubheits- und Härtegefühl in beiden Füssen,
Hypästhesien
beidseits
bis zu
den
Knien, Mühe beim längeren Stehen und Gehen
;
vgl. vorstehende E. 4.2)
lassen
objektiv betrachtet
aber
k
eine dauernde Hilfe bei der Körperpflege
als
notwendig
erscheinen, zumal
in den
vorhandenen
Arztberich
ten die geltend gemachte Kraftlosigkeit der Arme keine Erwähnung fand.
Auch die
Kop
fschmerzattacken
begründen keinen dauernden
Hilfebedarf. Die
Körperpflege
kann in der anfallsfreien Zeit vorgenommen werden.
Dass die Abklärungsbeauftragte
gleichwohl
von einem Hilfebedarf ausgegangen ist (Urk. 7/157/4)
,
ist
somit
nicht ohne Weiteres nachvollziehbar.
Eine schlüssige Begründung findet sich nicht.
5.5
Bei der Abklärung gab die Beschwerdeführerin an, sobald die Migräne ihre volle Kraft entfalte, benötige sie Hilfe bei einem allfälligen Toilettengang. Indessen sei dies nicht oft notwendig, da sie in dieser Zeit kaum etwas zu sich nehme
(Urk.
7/157/4).
In
der Beschwerdeschrift
wies sie darauf hin
,
zumindest das Wasserlösen
lasse sich während einer M
igräneattacke ni
cht
stets vermeiden
(Urk. 1 S. 15
Rz
24).
Es ist nachvollziehbar, dass
ein Toilettengang während einer
Migräneattacke
nicht stets vermeidbar ist
. Jedoch
wies
die Beschwerdeführerin bei der Abklärung
darauf hin
, dies sei nicht oft notwendig.
Sodann
ändert auch
eine
Unterstützung
beim Toilettengang nichts am Umstand, dass dies ei
nen Positionswechsel erfordert,
was
zu einer Schmerzzunahme führt.
Deswegen vermeidet sie nach Möglichkeit einen Toilettengang während eines Anfalls.
Bewegungsunfähig ist
d
ie Beschwerdeführerin
aber
auch bei einem Migräneanfall nicht. Eine Hilflosigkeit im objektiven Sinne besteht nicht.
5.6
Auch b
etreffend
Fortbewegung und Kontaktaufnahme kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, es sei
keine Hilflosigkeit
gegeben.
Sie begründete dies damit, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, kurze Wegstrecken selber zurückzulegen. Auch Treppen könne sie selbständig überwinden. Die geistigen Fähigkeiten seien intakt. Die Begleitung ausser Haus habe schon immer bestanden und habe invaliditätsfremde Gründe (Urk. 7/157/4).
Ausgehend von den
Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung ist dies
e Beurteilung
nachvollziehbar. Die
Beschwerdeführerin teilte der
Abklärungsbeauftragten mit,
freies Gehen in der Wohnung und im Freien sei möglich. Im Freien gehe sie aber nur kurze Strecken. Sie könne auch nicht lange
s
tehen. Der Arzt rate ihr zu Spaziergängen. Sobald
sie sich an der frischen Luft
aufhalte
,
spüre sie, dass ihr dies gut
tue. Öffentliche Verkehrsmittel habe sie auch bei guter Gesundheit nicht alleine benützt. Auch zum Einkauf
en habe sie sich schon immer beg
leiten lassen. Termine könne sie selber vereinbaren
(Urk. 7/157/4).
Die in der Beschwerde erhobenen Einwände
(Urk. 1 S. 16
Rz
25) vermögen nicht zu überzeugen. Ohne Weiteres nachvollziehbar ist, dass die häufigen Migräneanfälle das gesellschaftliche Leben der Beschwerdeführerin beeinträchtigen. Dies änder
t aber nichts am Umstand, dass s
ie grundsätzlich weiterhin in der Lage ist, sich aus eigenen Kräften ausser Haus zu bewegen und Kontakt zur Umwelt aufzunehmen und zu unterhalten. Die geschilderte ausserhäusliche Begleitung durch den Ehemann lässt sich medizin
isch nicht begründen. We
der die Migräneproblema
tik noch das
CIS
in der aktenkundigen Ausprägung schliessen eine eigenständige Fortbewegung und Kontaktaufnahme ohne die Hilfe Dritter aus.
5.7
Die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung verneinte die Beschwerdegegnerin mit der Begründung, die Beschwerdeführerin
könne
ihren Alltag selbständig planen und strukturieren. Sie sei in der Lage, ihre Handlungen zu steuern und sich Alltagsschwierigkeiten zu stellen. Sie treffe
ihre E
ntscheidungen selbst und könne auch amtliche Formulare ausfüllen.
Es seien weder Motivation noch Kontrolle durch Dritte erforderlich
(Urk. 7/157/4 f.).
Die Angaben der Beschwerdeführerin bei der Abklärung ergaben keine Anhaltspunkte für eine verwirklichte oder eine konkret drohende Isolation
oder Verwahrlosung ohne die Hilfe oder Anleitung von aussen
.
Angesichts des Krankheitsbildes mit
wöchentlich bis zu dreimal auftretenden Migräneattacken und
den
nicht
schwerwiegend
ausgeprägten Symptome
n
im Zusammenhang mit dem
CIS
ist
das
Abklärungsergebnis ohne Weiteres nachvollziehbar.
In der Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin bedürfe
in so erheblichem Umfang
der Betreuung
durch den Ehemann, dass
dieser
nur einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit
nachgehen könne. Dies erlaube es ihm,
jeweils um 14.00 Uhr zu Hause
zu sein, um im Falle einer Migräneattacke für das Trinken,
das Aufsuchen der
Toilette und andere existenzielle Bedürfnisse besorgt zu sein
(Urk. 1 S. 16 f.
Rz
26).
Angesichts
der
nicht näher substantiierten
A
usführungen
bleibt offen, für welche existenziellen Bedürfnisse der Ehemann Hilfestellungen
zu leisten hat
. Hilfe beim Trinken während eines Migräneanfalles oder die Hilfe beim Aufsuchen der Toilette betreffen
sodann
nicht den Bereich der lebenspraktischen Begleitung, sondern die alltäglichen Lebensverrichtungen, auf die bereits einge
gangen wurde (vorstehende E. 5.3 und 5.
5).
Dass die nicht näher genannte Hilfe und Entlastung
durch den Ehemann aufgrund nötiger lebenspraktischer Begleitung erfolgt
,
steht nicht fest. Damit ist auch in diesem Kontext eine Hilflosigkeit nicht ausg
e
wiesen.
5.8
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die
für die Annahme einer Hilflosigkeit
in zumindest leichtem Grad
erforderlichen Voraussetzungen
nicht
erfüllt
sind
.
Weder ist die Beschwerdeführerin in
mindestens zwei
der alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd und in erheblichem Ausmass auf Hilfe angewiesen, noch bedarf sie einer lebenspraktischen Begleitung.
Unstrittig ist im Übrigen, dass sie keiner dauernden persönlichen Überwachung und auch keiner durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf.
Die am 2
4
. Mai 2017 bei der Beschwerdeführerin zu Hause durchgeführte Abklärung und die darauf basierenden Schlussfolgerungen der Abklärungsbeauftragten sind nachvollziehbar. In die Beurteilung flossen in erster Linie die Angaben der Beschwerdeführerin ein.
Im Beschwerdeverfahren relativierte sie
diese
, nannte aber keine stichhaltigen Gründe
oder Beweise
,
die eine abweichende Betrachtung erfordern
. Ferner kritisierte sie die
Ermessensausübung der Abklärungsbeauftragten
.
Das Gericht grei
ft, sofern der Bericht eine zuve
rlässige Entscheidungsgrundlage darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen.
Dies
ist weder ersichtlich noch ergibt
es
sich aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin.
Vor diese
m
Hintergrund stellt es auch keinen erheblichen Mangel dar, dass der Ehemann bei der Abklärung nicht befragt worden ist. Bei der gegebenen eindeutigen Sachlage war dies nicht geboten.
Zusätzliche Beweisvorkehren sind daher nicht erforderlich.
Die Beschwerdegegnerin hat richtigerweise auf den Abklärungsbericht abgestellt und gestützt darauf eine Hilflosigkeit verneint. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, was deren Abweisung zur Folge hat.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
800
.-- als angemessen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.