# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7500cbd1-f845-4a07-b688-30874cb548e9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1964
geborene
X._
war
zuletzt bis
Oktober 2016
bei
m
Y._
als
Bereichsleiter Packungsgestaltung, Marketing und Kommunikation vollzeitlich angestellt (Urk. 6/63
,
Urk.
6/55 S. 10
)
.
Am
24.
April 2018
meldete er sich beim Regionalen Arbeits
vermittlungszentrum (RAV)
Z._
zu
r Arbeitsvermittlung an (Urk. 6/10
). Mit Verfügung vom
1
3.
August
2018 stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
den
Versicherte
wegen ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen
während der Kontrollperiode Juli 2018
für vier
Tage in der Anspruchsberechtigung ein
(Urk. 6/2
). Die dagegen erhobene Einsprache vom
2
3.
August 2018 (Urk. 6/3
) wies das A
WA mit
Einspracheentscheid
vom 2. November
2018 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
X._
am
3.
Dezember 2018
Beschwerde und be
antragte
in
Aufhebung des angefochtenen Entscheides
die volle Anspruchs
be
rechtigung ohne Einstelltage für den Juli 2018
(Urk. 1). Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerdeantwort vom
7.
Januar 2019
auf
Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 5
), was dem Beschwerdeführer am
1
0.
Januar 2019 mitgeteilt wurd
e (Urk. 7
).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
di
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nöti
genfalls auch
ausserhalb
ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Gemäss
Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genü
gend um zumutbare Arbeit bemüht.
Gemäss
Art. 26 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeits
losenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden
Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV
). Die Arbeitsbemühungen werden nach Art. 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV nicht mehr be
rücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Die
Einstellung
erfolgt, ohne dass eine zu
sätzliche Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(vgl. BGE 139 V 164 E. 3.2).
1.3
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zu
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.4, und 124 V 225 E. 4a je mit Hinweisen).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität derselben (BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1). Die Arbeitsbemühungen müssen zudem umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die
obli
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auf
lage,
Zürich/Basel/Genf 2019, S. 132).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Bewer
bung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzusprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die
blosse
Anmeldung bei einem Stellenvermittlungsbüro (vgl. Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 222 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleute dürfen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeitslosigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).1.4
Die Dauer der
Einstellung
bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens
(Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
2.
2.1
I
m angefochtenen Entscheid
erwog
d
er Beschwerdegegner
,
der Beschwerdeführer
habe
in der Kontrollperiode
vom
Juli 2018
zwar
elf
Arbeitsbemühungen nach
gewiesen
. Allerdings seien deren vier
in qualitativer Hinsicht
un
genügen
d,
da
die
inserierte
n Stellenprozente
höher seien als die
ärztlich attestierte
Arbeitsfähigkeit
.
Folglich
sei der Beschwerdeführer für vier Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen
(
Urk.
2).
2.2
D
agegen wandte d
er Beschwerdeführer
ein
, er habe sich
im Juli 201
8 auf sämt
liche Stellen beworben
, die auch nur
einigermassen
passten; me
hr
habe der Arbeits
markt schlicht nicht hergegeben. Es sei notorisch, dass es kaum Stellen gebe im derart niedrigprozentigen Bereich
-
ausser
im Bereich der Pflege von Menschen oder Objektreinigung. Krankheitsbedingt könne
er
sich indes nicht auf solche Tätigkeiten bewerben
(Urk. 1).
3.
3.1
Fest steht, dass der Beschwerdeführer im Kontrollmonat Juli 2018 insgesamt elf Arbeitsbe
mühungen getätigt hat (Urk. 6/22
, vgl. E. 1.3
), wobei der Beschwerde
gegner die Qualität
deren vier
bemängelt
. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob bei diesen Arbeitsbemühungen eine realistische Möglichkeit auf eine Anstellung bestand
.
3.2
Aufgrund der Akten
war der
Beschwerdeführ
er
im Juli 2018
zu
20
%
a
rbeit
sfähig
(
Urk.
6/17,
Urk.
6/36). Demgegenüber
hat
er sich
vierfach auf eine Stelle bewor
ben, die ein höheres Arbeitspensum voraussetzt
;
auf
eine
30-60
%
-Stelle als
Copywriter
bei «
A._
»,
auf
eine 30-50
%
-Stelle
in der Logistik und Orga
nisation
bei «
B._
»,
auf eine 30
-
%
-
S
telle
in der Kommunikation
bei der
C._
sowie
schliesslich auf
eine 40-6
0%ige Assistenz
für Administration und Kommunikation
in einem Architekturbüro
(Urk.
6/22). Dazu hielt er jeweils fest
, eventuell komme ein Jobsharing in Frage und/oder würde das Pensum seiner Arbeitsfähigkeit angepasst resp. könne er ve
rsuchen, in einem
30
%
Pensum
zu arbeiten (
Urk.
6/22).
Aus dem Beratungsprotokoll
erhellt als
dann
,
dass der Beschwerdeführer seiner persönlichen RAV-Beraterin am
2.
Juli 2018 mit
ge
teilt hat
, die Stellensuche gestalte sich angesichts seiner lediglich 20%igen Arbeitsfähigkeit schwierig. Als «Suchstrategie» hielt die
RAV-
Beraterin daraufhin «hauptsächlich
Spontanbewerbungen» fest (
Urk.
6/17). Soweit der Beschwerde
führer in der Beschwerde vorbringt, Spontanbewerbungen seien ihm explizit ver
boten worden (
Urk.
1), kann ihm
damit
nicht gefolgt werden. Kommt hinzu, dass
er
bereits
in der vorangehenden Kontrollperiode vom Juni 2018
hauptsächlich Spontanbewerbungen nachwies (
Urk.
6/28) – wie er beschwerdeweise selbst aus
führt (
Urk.
1)
-
und dies – soweit ersichtlich – seitens des Bes
chwerdegegners un
beanstandet
b
lieb. Mithin
ist nicht einzusehen, weshalb sich der Beschwerde
führer
entsprechend
dem
Beratungsgespräch
vom
2.
Juli 2018
im Rahmen der Kon
trollperiode Juli 2018 nicht (weiterhin) hauptsächlich spontan
beworben hat
.
Damit geht denn auch seine beschwerdeweise Argumentation ins Leere, wonach der Arbeitsmarkt im Juli 2018
schlicht nicht mehr hergegeben habe
,
ins Leere.
Dass ein
Arbeitgeber das inserierte
Pensum auf die Leistungsfähigkeit des Be
werbers reduziert
, ist
demgegenüber unrealistisch. D
ie
Bereitschaft, die inserierte Stelle im Modell «Jobsharing» zu besetzen,
hätte
der Beschwerdeführer sodann
vorangehend beim Arbeitgeber
erfragen müssen, was er nach Lage der Akten weder getan noch beschwerdeweise behauptet hat. Damit kann auch unter diesem Gesic
htspunkt bei den
vier umstrittenen Arbeitsbemühungen
nicht
von
realis
ti
schen Bewerbungen die
Rede sein
.
Nach dem Gesagten
hat
sich der Beschwerdeführer in
Rahmen der
Kontrollperiode
vom
Juli 2018
in
qualitativer und damit auch in
quantitativer Hinsicht nicht in genügender Wei
se um Arbeit bemüht
, weshalb der
Einstellung
s
grund der unge
nü
genden persönlichen Arbeitsbemühungen im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG gegeben ist. Der Beschwerdegegner hat demnach zu Recht eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügt
.
Die Dauer von 4 Tagen liegt im untersten Bereich des leichten Verschuldens, was den objektiven und subjektiven Umstän
den des Falles angemessen Rechnung trägt und nicht zu beanstanden ist.
3.3
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde.