# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 68d8d853-9a06-467b-868c-2fcfdc23011d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, war bei der
Y._
ange
stellt
und dadurch
bei der Schweizerischen Unfall
versicheru
ngsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versi
chert
.
A
m 1. Juli 2010
stürzte sie in einem Bus
, als dieser mit einem Personenwagen kollidierte. Dabei zog sie sich laut der Unfallmeldung vom 23. Juli 2010 Prellungen am linken Knie sowie am linken Fussgelenk zu (Urk. 8/1).
In der Folge erbrachte die Suva die gesetzlichen Versi
cherungsleistungen (
Urk.
2 S. 2). Mit Verfügung vom 23. Januar 2012 hielt sie fest, die noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt
.
Des
halb schloss
sie den Fall per 1. April 2012 ab
und
stellte
die bisherigen Versi
cherungsleistungen auf diesen Zeitpunkt hin ein
(Urk. 8/15).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Am 21. August
2012 begab sich die Versicherte
aufgrund von Beschwerden im Bereich des linken oberen Sprunggelenks erneut in ärztliche Behandlung (Bericht des
Z._
, Institut für Anästhesiologie, vom 22. August 2012; Urk. 8/46). Am 19. Februar 2013 liess sie einen Rückfall
zum Unfall vom 1. Juli 2010 melden, wobei als Rückfalldatum der 1. November 2012 angegeben wurde (Urk. 8/18).
Am 3. Mai 2013 teilte die Suva der Versicherten mit, gestützt auf die Beurteilung ihres ärztlichen Beraters gehe sie davon aus, dass die gemeldeten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 1. Juli 2010 zurückzuführen seien, weshalb sie keine Leis
tungen ausrichten könne (Urk. 8/34). Am 7. Mai 2013 verfügte die Suva in die
sem Sinne (Urk. 8/37).
Am 5. November 2014
wurde die Versicherte in der Uniklinik
A._
mittels einer
anterolateralen
Osteotomie der distalen Tibia und Rekonstruktion der
tibi
alen
Gelenksfläche
am linken Fuss operiert (Bericht der Uniklinik
A._
vom 10. November 2014, Urk. 8/62). Gleichentags liess sie der Suva einen Rückfall mit Rückfalldatum vom 1. Oktober 2014 melden (Urk. 8/51).
Mit Schreiben vom 20. Mai 2015
(Urk. 8/77)
sowie Verfügung vom 3. Juli 2015
(Urk. 8/81)
hielt die Suva fest, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwi
schen dem Ereignis vom 1. Juli 2010 und den
gemel
-
deten
Beschwerden bestehe. Demzufolge sei die Suva nicht leistungspflichtig.
Die
von der Versicherten gegen die
Verfügung der Suva
vom 3. Juli 2015
erhobene Einsprache (
Urk.
8/
82
) wurde mit Einspracheentscheid vom
6. November
2015 abgewiesen (
Urk.
8/85
=
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid der Suva vom
6. November
2015 erhob die Versi
cherte am
7. Dezember
2015 Beschwerde und beantragte, dieser sei
voll
ständig
aufzuheben und es seien ihr
die gesetzlichen
Leistungen
nach dem Bun
desgesetz
über die Unfallversicherung (UVG)
zuzusprechen
. Des Weiteren sei ihr für das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewil
ligen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie zudem
für das
gerichtliche
Verfahren
um Bestellung
einer unentgeltli
chen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin
Bernadette Zürcher
(
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
2.
Januar 2016
auf
vollumfängliche
Abweisung der Beschwerde
, soweit darauf einzutreten sei
(
Urk.
7
). Die Beschwerdeantwort wurde der Versicherten am
11. Februar 2016
zugestellt (
Urk.
12
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so-weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung; UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfaller
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.4
Da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können, kann der Unfallversicherer bei der Leistungspflicht gemäss
Art.
11 UVV für Rückfälle und Spätfolgen nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall behaftet werden. Vielmehr obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzu
weisen. Nur
wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis eines natürlichen Kausalzusammenhanges zu stellen. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicher
ten Person aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusam
menhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten will
.
Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden,
für
spätere Gesundheits
störungen
kommt sie
dagegen nur
auf
, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind
(Urteil
e
des Bundesgerichts U 163/04 vom 8. Oktober 2004, E. 3.2
; 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010, E. 2.3; 8C_506/2008 vom 5. März 2009, E. 3.1
;
8C_252/2013 vom 8. Juli 2013, E. 2.2
; 8C_163/2013 vom 28. November 2013, E. 2.2
, je mit Hinweisen
)
.
2.
2.1
Die Suva stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Stand
punkt, gemäss in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 23. Januar 2012 seien die damals noch bestehenden Beschwerden nicht mehr durch den Unfall vom 1. Juli 2010 bedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur gewesen
. Seither hätten sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht in relevanter Weise ver
ändert, sodass ein Rückfall zum Unfall vom 1. Juli 2010 nicht wahrscheinlich sei
(Urk. 2 S. 4).
Da das Begehren der Versicherten aussichtslos sei, sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung abzuweisen (Urk. 2 S. 5).
In der Beschwerdeantwort führte sie ergänzend aus, aus dem Bericht des
Stadtspi
tals
B._
vom 5. August 2010 (Urk. 8/4) ergebe sich nicht
nur
der Ver
dacht auf eine frühere
Tibialisfraktur
, sondern es sei festgehalten worden, dass die konsolidierte alte Fraktur
Pilon
tibiale
am oberen Sprunggelenk
(OSG)
links den Heilverlauf ungünstig beeinflussen könnte.
Eine frische
ossäre
Läsion im OSG-Bereich habe mittels CT-Befund vom 5. Juli 2010 verneint werden können (Urk. 7 S. 3).
Aufgrund der gesamten Akten sowie der Angaben der Beschwer
deführerin, wonach sie ein Gipsbein gehabt habe, sei eine frühere Fraktur als wahrscheinlich anzusehen (Urk. 7 S. 4).
Die Uniklinik
A._
habe die Beschwerdeführerin zwar operiert und krankgeschrieben, jedoch sei den Berichten keine Unfallkausalität zu entnehmen (Urk. 7 S. 5).
Eine solche sei nicht gegeben
. Massgebender Zeitpunkt für die Frage, ob ein Rückfall vorliege, sei die letzte rechtskräftige Verfügung vom 7. Mai 2013. Ein Rückfall sei auf
grund der Akten klar zu verneinen, weshalb keine weiteren
Abklärungen
z
u tätigen gewesen seien. Zudem seien bezüglich der im Kindesalter erlittenen Tibia-Fraktur
die kurz nach dem Unfall gemachten Angaben zuverlässiger
(Urk.
7
S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein,
es sei in sämtlichen Arztberichten ungeprüft von einer konsolidierten alten
Tibiafraktur
ausgegangen worden, obwohl unklar sei, ob sie je eine solche erlitten habe. Nach dem Fallabschluss habe sie versucht, weiter zu arbeiten, es sei jedoch eine Rückfallmeldung erfor
derlich geworden. Bei deren Ablehnung sei mit keinem Wort auf die
Arztbe
richte
der Uniklinik
A._
eingegangen worden, welche bereits im Zeitpunkt des Fallabschlusses eine Unfallkausalität bejaht gehabt hätten. Die Ärzte der Uniklinik
A._
hätten sie
nach der Operation vom 5. November 2014 erneut zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben
und als Ursache „Unfall“ angegeben
(Urk. 1 S. 3-
5
).
Eine Veränderung im Vergleich zum Zeitpunkt des Erlasses der den Fall abschliessenden Verfügung vom 23. Januar 2012
sei darin zu sehen, dass sie habe operiert werden müssen und nun seit längerer Zeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei
. Ferner beanstandete sie, die vorliegenden Rückfallmeldungen seien medizinisch ungenügend abgeklärt worden, indem lediglich ein
Kreisarzt
bericht
aus dem Jahr 2012 her
an
gezogen worden sei
(Urk. 1 S. 5-
7
).
3.
3.1
3.1.1
Nach dem Sturz im Bus vom 1. Juli 2010 begab sich die Beschwerdeführerin gleichentags ins Stadtspital
B._
(Urk. 8/4 S. 1).
Dem Bericht über die am 1. Juli 2010 durchgeführte radiologische
Untersuchung
ist zu entnehmen, es hätten
sich keine Hinweise für frische
ossäre
Läsionen des linken Knies sowie
der Patella tangential ergeben. In der Bildgebung des linken oberen Sprung
gelenks habe sich eine intraartikuläre Stufenbildung mit Abbruch eines circa zwei Zentimeter grossen Fragments der distalen
Tibiametaphyse
gezeigt, welches um circa zwei Millimeter nach kranial verschoben sei. Die Ärzte hielten fest, diese Befunde entsprächen einer älteren Fraktur der distalen
Tibiaepiphyse
,
und empfa
hlen zur weiteren Abklärung ein
Computertomogra
mm
(CT; Urk. 8/4 S. 3).
Das CT
des OSG links ergab keinen Nachweis einer frischen
ossären
Läsion (Urk. 8/4 S. 4).
In ihrem Bericht vom 5. August 2010 diagnostizierten die Ärzte des Stadtspitals
B._
eine Kniekontusion links und äusserten den Verdacht auf eine Distorsion des OSG links (Urk. 8/4 S. 1).
3.
1.
2
Am 17. Januar 2012 wurde die Beschwerdeführerin vom Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, untersucht, welcher gleichentags über die Untersuchung berichtete (Urk. 8/13).
Dr.
C._
führte aus, die Beschwerdefüh
rerin könne sich an
den Unfall in ihrer Kindheit, mit etwa 10-jährig, erinnern
. S
ie habe damals eine Behandlung mit einem Gips bekommen (Urk. 8/13 S. 3).
Dr.
C._
gelangte infolge seiner Untersuchungen sowie gestützt auf die
Vorakten
zum Schluss, die Beschwerdeführerin habe anlässlich des Unfalls
von 2010
Kontusionen und Prellungen des linken Knies, des linken OSG sowie der linken Hüfte erlitten. Die bildgebenden Untersuchungen hätten keine frischen traumatischen
ossären
Läsionen ergeben. Die
Verletzungen
am linken Knie seien problemlos abgeheilt (Urk. 8/13 S. 6). Die Beschwerden am OSG links hätten angehalten. Bei den weiteren Abklärungen sei eine alte laterale intraarti
kuläre
Tibiafraktur
zu erkennen gewesen, hingegen keine frische Verletzung (Urk. 8/13 S. 7).
Mittels der bildgebenden Abklärungen seien die verbliebenen Beschwerden nicht mehr erklärbar, ausser mit den leichten Veränderungen im OSG links nach der Fraktur in der Kindheit (Urk. 8/13 S. 8). Zur natürlichen Kausalität führte
Dr.
C._
aus,
am linken O
S
G bestehe ein Vorzustand nach intraartikulärer Fraktur. Durch das Unfallereignis sei eine leichte vorüberge
hende Verschlimmerung des Zustandes klinisch festgestellt worden. Bildgebend lägen indes keine neuen traumatischen Veränderungen vor, sodass mit dem Abschluss der regulären Therapiesequenzen
per
1. April 2012 der Status quo sine als eingetreten anzusehen sei. Eigentlich sei er bereits anlässlich der ortho
pädischen Beurteilung vom 14. Oktober 2011 erreicht gewesen. Ihr 80%iges Arbeitspensum als Grossverteiler-Mitarbeiterin habe sie am 19. Juli 2011 wieder aufgenommen und in verschiedenen Einsatzgebieten durchgehalten
(Urk. 8/13 S. 9).
3.2
3.2.1
Dem Bericht des
Z._,
(
Institut für Anästhesiologie, vom 22.
August 2012
ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe seit der Arbeitswiederaufnahme zwei Wochen nach dem Unfall
über
chronische Schmerzen im Bereich des linken OSG und zeitweise im Bereich des linken Knies sowie manchmal im Bereich der linken Hüfte geklagt.
Die Ärzte diagnos
tizierten chronisch neuropathische Schmerzen bei Verdacht auf Affektion des
Nervus
peronaeus
nach stumpfem Trauma, differentialdiagnostisch nach einem OSG-Distorsionstrauma (Urk. 8/46 S. 2).
Nach weiteren Untersuchungen berich
teten sie am 18. Dezember 2012 wiederum über chronisch neuropathische Beschwerden an der linken unteren Extremität nach stumpfem Trauma mit Ver
dacht auf eine stattgefundene
Syndesmosenruptur
, wobei diese
laut der
Uni
klinik
A._
alt sei. Zudem habe sich im Verlauf der Konsultationen wieder
holt das Bild einer möglichen
radikulären
Symptomatik mit Fussheber- und
Senkerschwäche
und
Hypästhesien
im
Dermatom
L5 und S1 ergeben, weshalb eine Wurzelinfiltration L5 links vorgeschlagen werde (Urk. 8/47 S. 3-4).
3.2.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Uniklinik
A._
,
hielt am 4. Dezember 2012 fest, die
Beschwerdeführerin sei aktuell voll arbeitsfähig. Sie habe sich im Alltag an die Schmerzen adaptiert und diese träten vor allem belastungs- und rotationsabhängig auf (Urk. 8/62 S. 10). A
m 1.
März 2013
berichtete er
über die
Verlaufskontrolle nach der MRI-Untersuchung vom 20. Dezember 201
2.
Er führte aus, wie nun in der
Arthro
-MRI-Untersuchung dargestellt
,
handle es sich wahrscheinlich um eine verpasste ältere
Pilon
tibiale
-Fraktur mit intraartikulärer Stufenbildung
und Knorpelschäden als mögliche Schmerzursache der Beschwerden im OSG. Es werde eine intraartikuläre Infilt
ration ins OSG durchgeführt. Ferner wies er auf schwere degenerative Verän
derungen hin
(Urk. 8/25 S. 2-3).
3.2.3
Der Kreisarzt
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
wurde unter Vorlage der Bilder sowie der Berichte der Uniklinik
A._
angefragt, ob es sich um einen Rück
fall handle. In seiner Stellungnahme vom 3. Mai 2013
verwies
er
auf den Kreis
arzt-Bericht von
Dr.
C._
,
in welchem der Vorzustand mit der Fraktur in der Kindheit, die vorübergehend verstärkten Beschwerden, aber auch der Status quo sine per 1. April 2012 sehr schön dargestellt seien. Eine neue Beurteilung erüb
rige sich (Urk. 8/32).
3.3
.
3.3.1
Dem Bericht des
Z._
, Institut für Anästhesiologie, vom 24. Oktober 2014 sind die Diagnosen eines
lumbospondylogenen
Syndroms links, von gemischt
nozizeptiv
und neuropathischen Schmerzen sowie einer motorischen Dysfunk
tion der unteren Extremität links und eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) zu entnehmen (Urk. 8/50 S. 1).
3.3.2
Im Austrittsbericht vom 10. November 2014
gaben die Ärzte der Uniklinik
A._
an, am 5. November 2014 sei bei der Beschwerdeführerin eine
anterolaterale
Osteotomie der distalen Tibia sowie eine Rekonstruktion der
tibialen
Gelenksfläche operativ durchgeführt worden. Der
peri
- sowie der post
operative Verlauf seien problemlos gewesen (Urk. 8/62 S. 8).
Am 6. Februar 2015 führten die Ärzte aus, drei Monate postoperativ bestünden noch
Rest
beschwerden
bei einem ausgeprägten Rehabilitationsdefizit. Klinische Hinweise auf ein CRPS ergäben sich nicht.
Miacalcic
und
Redoxon
würden aus prophy
laktischen Überlegungen verordnet. Die intensive Physiotherapie sei weiterzu
führen und
die Patientin werde das Schmerzambulatorium weiterhin
besuchen (Urk. 8/69 S. 3).
Im
Bericht der Uniklinik
A._
vom 2
2.
Januar 2015
wurde der
Beschwerdeführerin bis zum 21. Januar 2015
eine 100
%
ige
A
rbeitsunfähig
keit attestiert
. Auf längere Sicht könne die Arbeitsfähigkeit noch nicht abge
schätzt werden. Bei der letzten Untersuchung sechs Wochen postoperativ hätten noch deutliche körperliche Einschränkungen bestanden. Zur Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit könne erst etwa drei Monate postoperativ
näheres gesagt werden. Ab dem dritten postoperativen Monat sei vermutlich eine Beschäfti
gung zu 50
%
möglich, wobei eine vorwiegend sitzende Tätigkeit sicherlich besser geeignet sei.
Die Arbeitsunfähigkeit sei unfallbedingt (Urk. 8/82
S. 11-13).
3.3.3
Kreisärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Chirurgie, verneinte am 18. Mai 2015
die Unfallkausalität des im November 2014 gemeldeten Rückfalls
unter Hinweis auf den kreisärztlichen Bericht vom 17. Januar 2012,
wonach nach dem Unfallereignis vom 1. Juli 2010 keine frische strukturelle Verletzung vorhanden
gewesen
und die erlittene Prellung/Zerrung bereits damals folgenlos abgeheilt
gewesen sei
(Urk. 8/75).
3.3.4
In ihrem Bericht vom
2.
Juni 2015 äusserten die Ärzte der Uniklinik
A._
den hochgradigen Verdacht auf ein CRPS am linken Fuss.
Differentialdiag
nostisch
handle es sich um ein neuropathisches Schmerzsyndrom (Urk. 8/78 S. 1). Die Beschwerdeführerin habe über verstärkte Schmerzen im
Sprung
gelenksbereich
links seit drei bis vier Wochen nach läng
erem Gehen oder Sitzen geklagt. Gelegentlich trete vor allem im Narbenbereich eine rötliche Verfärbung auf, es bestehe eine Hyperhidrose sowie eine
leichtgradige
Schwellung im Sprunggelenksbereich. Ferner gebe sie eine Berührungsempfindlichkeit sowie teilweise einschiessende stechende Schmerzen im
Malleolus
lateralis
sowie
medialis
an (Urk. 8/78 S. 2).
3.3.5
In ihrem Bericht vom 11. Juni 2015 nannten die Ärzte des
Z._
neu ebenfalls die Diagnose eines CRPS am linken Fuss. Sie gaben an, Symptome und Befunde mit Ödem,
Hautkoloritveränderung
, motorische Einschränkung sowie die senso
rischen Veränderungen würden die Budapester Kriterien eines CRPS 1 erfüllen (Urk. 8/80 S. 1).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass d
ie Meldung eines Rückfalls oder von Spätfolgen nicht dazu führen
kann
, dass eine neue Überprüfung der bereits im Zeitpunkt des Fallabschlusses bestehenden Leiden bezüglich der Unfallkausalität oder deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erfolgt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
U 109/01
vom 24. Juni 2002
,
E. 4.c
).
Somit steht fest, dass die am 1. April 2012 noch vorhandenen Beschwerden am linken OSG
(vgl. E. 3.1.2 vorstehend) nicht mehr unfallbedingt waren.
Ebenso verhält es sich gemäss der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 7. Mai 2013 (Urk. 8/37) mit den damals vorhandenen Beschwerden.
Dem Einwand der Beschwerdeführerin, wonach unsicher sei, ob sie früher über
haupt eine Fraktur am linken OSG erlitten gehabt habe, ist daher nicht zu fol
gen
, zumal im Zeitpunkt des Fallabschlusses ein krankhafter Vorzustand vor
lag
. Abgesehen davon
gingen nicht nur die Ärzte von einem als Kind erlittenen Fusstrauma aus (Urk. 8/8 S. 2, Urk. 8/26), sondern auch
die Beschwerdeführerin
hatte angegeben
,
nach einem Unfall als Kind habe sie eine Behandlung mit einem Gips bekommen (Urk. 8/13 S. 3). Ferner waren nach dem versicherten Unfallereignis vom 1. Juli 2010 bildgebend keine frischen
ossären
Läsionen a
usz
umachen
gewesen
(Urk. 8/4 S. 4).
4.2
Wird eine erneute Verschlechterung eines Vorzustandes im Rahmen eines Rück
falls geltend gemacht, handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatfrage,
für die
die
versicherte Person die Beweislast
trägt
(vgl. E. 1.4 vorstehend).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine Verschlechterung sei darin zu sehen, dass sie habe operiert werden müssen und nun seit längere
r
Zeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Diese Arbeitsunfähigkeit sei laut der Uniklinik
A._
auf den Unfall zurückzuführen. Zudem leide sie nun an einem CRPS am linken Fuss sowie an einer Fusshebeschwäche (Urk. 1 S. 5-
7).
4.3
Nachdem im Zeitpunkt des Fallabschlusses noch krankheitsbedingte, jedoch keine unfallbedingten Beschwerden am linken OSG mehr bestanden,
ist die kreisärztliche Beurteilung nachvollziehbar,
dass
kein natürlicher Kausalzusam
menhang zum Unfall
erstellt werden kann.
Der Unfall vom 1. Juli 2010 führte lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung und nicht zu bildgebend nachweisbaren traumatischen Veränderungen (E. 3.1.2 vorstehend). Dabei sah auch
Dr.
D._
, Uniklinik
A._
, die ältere Fraktur als Ursache der verblie
benen Beschwerden und wies auf schwere degenerative Veränderungen hin
(E. 3.2.2 vorstehend).
B
ei dieser Ausgangslage, bei welcher die unfallbedingten Beschwerden
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
bereits abgeklungen waren, hin
gegen noch krankheitsbedingte Beschwerden bestanden, ist es plausibel, dass höchstens noch ein möglicher, jedoch kein überwiegend wahrscheinlicher Kau
salzusammenhang zum Unfall erstellt werden kann. In diesem Sinne sind auch v
on weiteren Abklärungen keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (
antizipierte
Beweiswürdi
gung
, BGE 122 V 157 E. 1d)
.
Der kreisärztlichen Beurteilung entgegenstehend gaben zwar die Ärzte der Uniklinik
A._
eine Unfallbedingtheit der über vier Jahre nach dem Unfall eingetretenen Arbeitsunfähigkeit an,
erläuterten
indes
nicht, weshalb sie die Arbeitsunfähigkeit für unfallbedingt hielten
oder ob als Ursache auch der in der Kindheit erlittene Unfall in Frage komme
, sodass der Bericht der Uniklinik
A._
nicht gegen eine bloss mögliche Kausalität spricht
.
Nach dem Gesagten ist die Verneinung der Unfallkausalität ohne die Vornahme weiterer Ab
klärungen nicht zu beanstanden. Demzufolge ist die Beschwerde betreffend die UVG-Leistungen abzuweisen.
5.
Zu beurteilen ist sodann der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltli
che Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren (vgl. Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Entscheids).
Die Beschwerdegegnerin verneinte diesen wegen Aussichtslosigkeit des Begehrens (Urk. 2 S. 5-6).
Gemäss
Art.
37
Abs.
4
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
wird der gesuchstellenden Person im Sozial
versicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche
Verbeiständung
im Verwaltungs
-
ver
fahren wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl.
Art.
29
Abs.
3
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos
senschaft; BV
).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechts
-
vorkehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundes
-
gerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex
ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Ver
lustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Angesichts der nur sehr knappen Abklärungen durch die Suva im Rahmen der Rückfallmeldung hatte die Beschwerdeführerin ex ante betrachtet zumindest reale Chancen, im Einspracheverfahren
die Vornahme
weitere
r
Abklärungen zu erreichen. Ihr Ansinnen, sich
gegen die Verfügung der Suva vom
3. Juli 2015 zu wehren, war demnach berechtigt und nicht aussichtslos im Sinne der Recht
sprechung.
Zu
beachten ist
, dass
sich e
ine anwaltliche Mitwirkung
im
Verwaltungsver
fahren
nur in Ausnahmefällen auf
drängt
, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeistän
dung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauens
leute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hin
weisen; BGE 125 V 32
E. 2 mit Hinweisen
).
Der Einsprache vom 27. August 2015 (Urk. 8/82 S. 1-7) sind nur
sehr wenige rechtliche Ausführungen zu entnehmen (S. 5
Ziff.
5), weshalb die Vertretung nicht wegen schwieriger rechtlicher Fragen notwendig war. Der Sachverhalt bedurfte zwar einiger Erklärungen, doch ist nicht ersichtlich, dass
es ihr nicht möglich gewesen wäre
, die tatsächlichen Verhältnisse selber darzustellen.
Die Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
in
einer derart gelagerten
Angelegenheit liefe darauf hinaus, dass der Anspruch in praktisch allen oder zumindest in den meisten Vorbescheid
- oder Verfügungserlass
verfahren der
Invaliden- sowie der
Unfall
versicherung bejaht werden müsste, was ein
em generellen Anspruch auf eine unentgeltliche
Vertret
ung
im
Verwaltungsverfah
ren
gleichkäme und der von einem "sehr strengen Massstab" ausgehenden gesetzlichen Konzeption widerspräche (Urteil des Bundesgerichts 8C_847/2010 vom 1
0.
Mai 2011, E. 2.1).
N
ach dem Ausgeführten
ist nicht zu beanstanden, dass
der
Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Rechtsver
tret
ung im
Ve
rwaltungs
ver
fahren
verneint wurde
. Folglich ist die Beschwerde
auch in diesem Punkt
abzu
weisen.
6.
P
raxisgemäss
ist
im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren an die Voraussetzung der sachlichen Notwendigkeit einer
Rechtsvertretung
ein strengerer Massstab anzulegen al
s im kantonalen Gerichtsprozess, weshalb der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche Rechtsvertretung für das vorliegende Verfahren
dennoch
zu prüfen bleibt.
Den genannten
Grundsatz hat der Gesetzgeber dadurch zum Ausdruck gebracht, dass im
Verwaltungsver
fahren
der
gesuch
stellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt wird, wo die Verhältnisse es erfordern (
Art.
37
Abs.
4 ATSG), im kantonalen Prozess dagegen, wo die Verhältnisse es rechtfertigen (
Art.
61 lit. f Satz 2 ATSG; Urteil des Bundesgericht
s 8C_892/2009 vom 15.
April 2010
,
E. 3.2 mit Hinweis).
Die rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse sind nicht derart auffallend ein
fach, dass sich eine unentgeltliche Rechtsvertretung im kantonalen Prozess nicht rechtfertigen würde. Zudem
sind
auch
sämtliche
übrigen
Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt.
Infolgedessen ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung ihres Gesuchs vom
7.
Dezember 2015 Rechtsanwältin
Bernadette Zürcher, Zürich,
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
Mit Kostennote vom
3
0.
Juni
2016
machte
Rechtsanwältin
Bernadette
Zürcher
für das Beschwerdeverfahren vor dem hiesigen Gericht
einen Aufwand von
7,5
Stunden und Fr.
15.-- Bar
auslagen geltend (Urk. 1
4)
. Unter Berücksichtigung de
s
praxisgemäss
geltenden Stunden
ansatzes von
Fr.
220.--
resultiert
eine Ent
schädigung von Fr.
1‘798.20
(
7,5
Stunden x Fr. 2
2
0.--
[Fr. 1‘
650
.--]
zuzüglich Barauslagen von Fr.
15.--
und
Mehr
wertsteuer von 8 %
)
.
Der geltend gemachte Aufwand ist angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen.
D
ie als
unentgeltliche Rechtsvertreter
in einzusetzende Rechtsanwältin Bernadette Zürcher
ist
demgemä
ss
für
ihre
Bemühun
gen und Bar
auslagen mit
Fr.
1‘798.20
(Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
7.
Dezember 2015 wird der Beschwerdeführerin Rechts
anwältin Bernadette Zürcher, Zürich, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das
vorliegende Verfahren bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Bernadette Zürcher, Zürich,
wird mit
Fr.
1‘798.20
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die
Nachzahlungs
pflicht
gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Bernadette Zürcher
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
Gerichtskasse
5.