# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7f0a3c83-741f-45c6-8922-1ccd4a16c66a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
197
2
, arbeitete als Hilfsmaler
und
Lackierer. Am 26.
Mai 1999 rutschte er beim Tragen einer schweren Platte aus und schlug sich dabei den Rücken an, worauf
hin
er sofort Rückenschmerzen verspürte
. Die Diagnose lautete auf ein
lumboradikuläres
Syndrom
L5/S1
(Urk.
7/5/
148). Im Rahmen der anschliessenden medizinischen Abklärungen wurde eine Diskushernie im Seg
ment L5/S1 festgestellt. Es folgten mehrere operative Eingriffe (Urk.
7/4
/
1-2). Am 25.
März 2000 meldete der Versicherte sich bei der
Eidgenössischen
Invali
denversicherung zum Rentenbezug an (Urk.
7/2). Nach medizinischen (Urk.
7/3, Urk.
7/
7) und beruflichen Abklärungen (Urk. 7/3, Urk. 7/
8-9, Urk.
7
/11) sowie dem
Beizug
der Akten des zuständigen Unfallversicherers (Urk.
7/5) sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 5.
September 2000
ab 1. Mai 2000
ei
ne ganze Rente zu (Urk.
7/14).
Von der IV-Stelle durchgeführte amtliche Revisionsverfahren in den Jahren 2000 (Urk.
7/15-18), 2002 (Urk.
7/22-24) und 2004 (Urk.
7/29-36) führten
zur Bestä
tigung des
Leistungsanspruchs.
Am 10.
Oktober 2005 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk.
7/37, Urk.
7/39) und beauftragte zunächst Dr.
med.
Y._
, Leitender Oberarzt Wirbelsäulen- und Rückenmarks
-
chirurgie der
Z._
, mit der Begutachtung des Versicherten (Gutachten vom 27.
November 2006, Urk.
7/5
0
). In der Folge holte die IV-Stelle ein inter
disziplinäre
s
Gutachten
bei
der
A._
ein, welche
s
am 4.
April 200
8
er
stattet wurde (Urk.
7/63). Mit Verfügung vom 8.
Dezember 2008 setzte die IV-Stelle die laufende ganze Invalidenrente aufgrund des errechneten
Invaliditäts
grads
von 63
% per 1.
Februar 2009 auf eine
Dreiviertel
s
rente
herab
, wobei sie von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
für eine angepasste Tätigkeit ausging
(Urk.
7/85).
Die vom
Versicherten am 6.
Januar 2009 dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
7/87/3-5)
hiess das Sozialversicherungsgericht
mit dem unan
gefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteil IV
.
2009.00008 vom 27.
August 2010 in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese
weitere Abklärungen
durch einen Wirbelsäulenspezialist
en
vornehmen lasse
. Nach diesen Abklärungen habe die IV-Stelle über den Rentenanspruch er
neut r
evisionsweise zu verfügen (Urk.
7/98
/11-12
).
1.2
In der Folge holte die IV-Stelle von
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Orthopädi
sche Chirurgie,
das
Gutachten vom 6.
Oktober 2011 ein,
für welches dieser
in Rücksprache mit der IV-Stelle
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurologie, für
die
neurologische Standortbestimmung vom 8.
September 2011 beizog (Urk.
7/120, Urk.
7/
125). Zudem holte die IV-Stelle
Stellungnahme
n
vo
m behandelnden Arzt
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Chirurgie, Wirbelsäulen
leiden, Schleudertraume
n
und orthopädische Traumatologie vom 4.
März 2011
und vom 13.
August 2012 ein
(Urk.
7/111
, Urk.
7/145
)
. Gestützt darauf hielt die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
mit Verfügung vom 19.
November 2012 an einer Reduktion der ganzen Rente auf eine
Dreiviertel
s
rente
per 1.
Februar 2009 fest (Urk.
7/149, Urk.
7/151, Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch
Milosav
Milovanovic, Beratungs
stelle für Ausländer, mit Eingabe vom
18.
Dezember 2012 Beschwerde mit dem Antrag, es sei ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten
und für das Gerichtsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen
(Urk.
1). In der Beschwerdeantwort vom 29.
Januar 2013 schloss die IV-Stell
e auf
A
bwei
sung
der Beschwerde
(Urk. 6). Mit Verfügung vom 5.
Februar 2013 wurde ein zweiter Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk.
8), wobei der Beschwerdeführer
keine Replik einreichte und somit auf eine Stellungnahme verzichtete
(Urk.
14). Mit Verfügung vom 29. April 2013 wurde das Gesuch um unentgeltliche
Prozess
führung
abgewiesen (Urk.
14).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und in den eingereichten Unterla
gen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro
zent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2 IVG).
1
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist d
er Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; B
GE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ve
rändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
R
evisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1
.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin
führte in der Verfügung vom 19.
November 2012 aus, im
orthopädischen Gutachten vom 6.
Oktober 2011
(Urk.
7/125)
werde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, aber auch eine Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit bestätigt. Aus umfassender psychiatrischer und somatischer Sicht
sei
das
A._
-Gutachten
vom 4.
April 2008
(Urk.
7/63)
massgebend, welches eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % in optimal angepasster Tätigkeit ausweise. Aus den weiteren aktualisierten medizi
nischen Berichten ergäben sich keine neuen Tatsachen und Befunde. Es ergebe sich mittels Einkommensverglei
chs ein Invaliditätsgrad von 63
%, weshalb die ganze Rente per 1.
Februar 2009 auf eine
Dreiviertel
s
rente
herabgesetzt bleibe (Urk.
2).
2
.2
Der Beschwerdeführer stellt
e
sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass er weiterhin Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente habe.
Dr.
B._
habe sich mit seinem Bericht als sehr versicherungsfreundlich
erwiesen
und sei kein
Wirbel
säulenspezialist
.
Dr.
D._
sei überzeugt, dass er im jetzigen Zustand nicht arbeitsfähig sei. Dies sei auch im Bericht der Ärzte
des
E._
vom 14.
November 2012
(
Urk.
3/1)
festgestellt worden. Weiter seien seine psychischen Beschwerden ungenügend berücksichtigt und abgeklärt worden, wobei sich sein psychischer Zustand seit 2008 wesentlich verschlechtert habe. Schliesslich seien weitere Oper
ationen wohl unvermeidbar (Urk.
1).
3
.
3
.1
Gemäss dem
Gutachten
der
A._
(
Urk.
7/63) vom 4.
April 2008
war
der Versi
cherte
seinerzeit
aus rein psychiatrischer Sicht zu maximal 30
%
in der Leis
tungsfähigkeit beeinträchtigt
, wobei die Diagnosen einer anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einer
chronifizierten
depressiven Episode leichten
Grades gestellt wurden
(
Urk.
7/63/14)
.
In der angestammten Tätigkeit hielt die
A._
den Versicherten wegen der zu hohen Rückenbelastung für 100
%
arbeitsunfähig, in einer ange
passten Tätigkeit für 50
%
(
Urk.
7/63/18).
Diese Beurteilung wurde im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 27.
August 2010
(
Urk.
7/98)
nicht
in Frage gestellt
, weshalb d
i
e IV-Stelle im Rahmen der Rückweisung keine weite
ren Ab
klärungen hinsichtlich der
psychischen Beschwerden
vorzunehmen hatte
.
Dem
gegenüber
wurde im
A._
-Gutachten
von einem
Neurologen eine aufgrund der Rückenbeschwerden auf 50 % reduzierte Arbeitsfähigkeit
für angepasste Tätig
keiten
festgehalten, was der Einschätzung von
Wirbelsäulenspezialisten wider
sprach.
Das
Gericht wies daher
die IV-Stelle
an
durch einen Wirbelsäulenspezi
alisten fachärztlich abklären
zu
lasse
n
, ob es befundmässig und/oder hinsicht
lich der Schmerzsituation im Zeitraum zwischen der vierten Operation vom 15.
Mai 2001 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8.
Dezember 2008 zu einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gekommen sei. Falls möglich solle der beauftragte Facharzt auch die Frage beantworten, ab wann ungefähr eine all
fällige Änderung eingetreten sei. Der beauftragte Facharzt werde die gesamten medizinischen Akten und verfügbaren
Radiologiebefunde
zu berücksichtigen und falls nötig weitere apparative Abklärungen zu veranlassen haben. An
schliessend habe die IV-Stelle erneut revisionsweise über den Rentenanspruch zu verfügen
(Urk.
7/98
/11-12
)
.
In Nachachtung dieses Urteils holte die Beschwerdegegnerin
bei
Dr.
B._
ein orthopädisches Gutachten ei
n, welches dieser am 6.
Oktober 2011 erstattete (
Urk.
7/125)
.
3
.2
Der Versicherte berichtete
Dr.
B._
, sein Rücken sei immer noch wie aus Stein. Er nehme
Ponstan
,
Dafalgan
,
Cymbalta
am Morgen und
Relax
a
n
sowie ein weiteres Medikament
am Abend ein.
Schlafen könne er
nur drei Stunden, dann sei er wieder wach, schwitze, stehe wieder auf und gehe um drei Uhr morgens wieder ins Bett. Die Steifigkeit befinde sich im Rücken, strahle aber auch in die Beine
aus
, wobei das rechte Bein schlimmer betroffen sei
(
Urk.
125/8)
.
Dr
.
B._
erhob die
Anamnese (persönliche Anamnese, soziale Anamnese,
Krank
heitsgeschichte
), wobei er insbesondere die bisherigen Arztberichte be
rücksichtigte. Mittels Untersuchung klärte er den orthopädischen Status ab und zog die vorhandenen Röntgenbilder in sein Gutachten mit ein
(Urk.
7/125)
.
Dr
.
B._
stellte
folgende Diagnosen
(Urk.
7/125/12)
:
Residuales
lumboradikuläres
Ausfallsyndrom L5 und S1 rechts (
ICD-10
M54.4) bei
Status nach Diskushernie L5/S1 rechts mit Wurzelkompression S1 rechts
Status nach Dekompression der Wurzel S1 rechts durch eine
interla
minäre
Fenestration
L5/S1 am 18.
August 1999
Status na
ch Revision L5/S1 rechts am 23. September 1999 und 6.
Dezember 1999
Status nach dor
saler
Spondylodese
L5/S1 am 11.
Mai 2001
Rezi
di
vi
erende
carpopedale
Spasmen,
differentialdiagnostisch
im Rah
men einer Elektrolytstörung,
differen
tialdiagnostisch
bei Vitamin
-
D
-
Mangel
Lebhaftes Reflexniveau,
differentialdiagnostisch
im Rahmen einer vaskulä
ren
Leukenzephalopathie
bei
Nikotinabusus
,
differentialdiagnos
tisch
Vitamin B
12
-Mangel
Anamnestisch mittelgradige depressive Episode
Anamnestisch
somatoforme
Schmerzstörung
Weiter
führte
Dr.
B._
aus,
dass die vom Versicherten angegebenen chroni
schen invalidisierenden Beschwerden weder bildgebend noch elektrophysiolo
gisch ein Korrelat fänden. Da die
Spon
d
ylodese
im CT klar durchgebaut sei, könne auf eine Skelettszintigraphie mit
der
Frage nach
allfälliger
Aktivität ver
zichtet werden, da die Szintigraphie den
Durchbau
nur bestätigen könne. Eine
somatoforme
Schmerzstörung oder eine depressive Episode bestehe nicht mehr. Der Versicherte sei für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne
Zwangs
haltungen
der Lendenwirbelsäule, ohne
vornübergeneigtes
Arbeiten und ohne
wiederholtes
Heben von Lasten über 15 kg vollzeitig arbeitsfähig. In seiner an
gestammten Tätigkeit als Hilfsmaler und Lackierer best
ehe keine Arbeitsfähig
keit mehr
wegen der Wirbelsäulenbelastung beim Tragen
(Urk. 7/125/12-13)
.
Die Arbeitsfähigkeit bestehe seit dem 15.
April 2009, denn zu diesem Zeitpunkt seien das MRI und CT der Lendenwirbelsäule anlässlich der neu
r
ologischen Un
tersuchung bei
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für
Neurologie,
genau gleich wie
die neurologische Beurteilung unauffällig
ausgefallen
. Die im
A._
-Gutachten postulierte Arbeitsfähigkeit von 50 % mit Beginn ab Gutachtensdatum sei nicht vertretbar, da damals verpasst worden sei
, die Diskussion um die
Pseud
arthrose
abzuschliessen und da auch keine eindeutige neurologische Di
agnose erhoben worden sei (Urk.
7/125/13-14).
Auch
Dr.
D._
gehe von ei
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
wirbelsäu
lenadaptierten
Tätigkeit aus. Doch dessen Einschätzung, dass kein He
ben von schweren Lasten mit mehr als 5 kg kurzfristig und mehr als 2 kg lang
fristig
möglich sei, treffe nicht zu.
Die von
Dr.
D._
geforderte Abklärung mittels
eines
funktionelle
n
Leistungstest
s
sei aufgrund der bereits vorliegenden
A._
-Begutachtung und der jetzigen eindeutigen
Diagnosenstellung
unnötig
(Urk. 7/125/13)
.
3
.3
Die von
Dr.
B._
in Rücksprache mit der IV-Stelle
für die Erstellung des Gutach
tens
beigezogene
Neurologin
Dr.
C._
hielt am 8.
September 2011 fest, die Untersuchungsbefunde entsprächen
,
unter Berücksichtigung des von
Dr.
F._
vor einem Jahr erhobenen
nadelmyographischen
Befundes
,
Resi
duen eines
lumboradikulären
Ausfallssyndroms L5 und S1 rechts.
Dr.
C._
führte eine
Elek
t
r
oneuromyographie
durch, welche keine Hinweise auf eine
Polyneuropathie der Beine ergab. Zudem führte sie
eine
somatosensibel
-evo
zierte Potentiale
durch
.
Sie hielt fest, passend
zum letzten MRI-Befund, welcher keine Hinweise auf Nervenwurzelkompressionen ergeben habe, seien aktuell die Wurzeldehnungszeichen negativ und fänden sich keine Hinweise auf Atrophien oder
Faszikulationen
infolge einer
radikulären
Läsion. Als Nebenbefund sei ein lebhaftes Reflexniveau inklusive
Masseterreflex
als möglicher Hinweis auf eine vaskuläre
Leukenzephalopathie
aufgefallen. Differentialdiagnostisch könne auch eine Hypovitaminose B
12
oder eine Hyperthyreose in Erwägung gezogen werden
(Urk.
7/125/17-23)
.
4
.
4
.1
Die Ärzte
des
E._
, bei welchem sich der Versicherte in Behandlung befindet, verfasste
n
am 23.
Januar 2011 einen Bericht zuhanden des Vertreters des Versi
cherten.
Dr.
D._
hielt in diesem Bericht fest, der Versicherte sei aus soma
tischer Sicht für leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten mit wahlweise Sitzen oder Stehen und insbesondere ohne Heben von schweren Lasten (mehr als 5 kg kurzfristig und mehr als 2 kg langfristig), ohne Überkopfarbeit und ohne Arbeit in vornübergebeugter Haltung teilweise arbeitsfähig. Um die prozentuale Arbeitsfähigkeit feststellen zu können, müsse ein Lei
stungstest durchgeführt werden
(
Urk.
3/1/5)
.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Dr.
med.
H._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie, hielten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit wurde auch als Ergebnis der somatischen und psychiatrischen Konsensbeurteilung
, an welcher sich neben den erwähnen Ärzten auch med.
pract
.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie, sowie
Dr.
phil.
K._
, Klinischer Psychologe, beteiligten,
festgehalten
(Urk.
3/1
/5-6
)
.
Die
se
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
D._
deckt sich weitestgehend mit derjenigen von
Dr.
B._
,
da
auch er aus rein somatischer Sicht von einer Arbeitsfähigkeit für bestimmte Tätigkeiten ausg
ing
, allerdings
ohne sich hinsichtlich des
möglichen Arbeitspensums festzulegen.
Was die
Arbeitsb
elast
barkeit
betrifft, vermag die
Einschätzung von
Dr.
B._
aufgrund der
schlüssigen
Begründung mehr zu überzeugen.
Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit
durch das
E._
sind
ungenügend begründet
, wobei sich
namentlich
Fachärzte mehr
fach zu gesundheitlichen Beschwerden aus Gebieten äusserten
, die nicht zu ihren Fachgebieten gehören,
und
teilweise
auf die
subjektive
Einschätzung des Versicherten
abstellen
. Der Bericht des
E._
vermag somit das Gutachten von
Dr.
B._
nicht in Frage zu stellen.
4
.
2
Med.
pract
.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des versicherungspsychiatrischen Dienstes der Suva, befürwortete in seiner Stellungnahme vom
12.
Mai 2011 einen stationären Aufenthalt des Versicherten
in der
M._
mit dem Ziel einer besseren Einstellung der Medika
tion sowie
einer Wiederherstellung von
Vertrauen für
manualtherapeutische
Massnahmen
(
Urk.
7/118/2-4)
.
Wie bereits erwähnt, ist betreffend die psychi
schen Beschwerden au
f
das
A._
-
Gutachten abzustellen, wobei
die
erwähnte
Stellungnahme vo
n med.
pract
.
L._
(Urk.
7/118/2-4)
und der
Austrittsbericht der
M._
vom 22.
Juli 2011 (Urk.
3/2)
bezüglich der Schmerzproblematik
nichts Neues
ent
halten
. Auch die Berichte von
Dr.
D._
vom
4.
März 2011 (Urk.
7/113/2-7),
16. Januar 2012 und 14. November 2012 (Urk.
3/3)
enthalten nichts, was sich nicht bereits aus den
übrigen
Akten ergibt.
Diese ärztlichen Berichte e
ntkräften das Gutachten von Dr.
B._
nicht
.
4
.
3
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Allgemeine Medizin
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt am 1.
Oktober 2012 fest, bei der nun aktualisierten medizi
nischen Aktenlage seien insbesondere im relevanten psychiatrischen Bereich keine neuen
Tatsachen und Befunde mehr vorgebracht worden. Im orthopädi
schen Bereich lege auch
Dr.
D._
keine neuen medizinischen Diagnosen vor, welche in Art, Schwere und Dauer vom massgeblichen orthopädischen Gutachten von
Dr.
B._
abrücken liessen. Das aktuelle orthopädische Gutachten weise zwar eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit aus, doch aus umfassender psychiatrischer und somatischer Sicht sei immer noch das
A._
-Gutachten von 2008 massgebend, welches nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangep
asster Tätigkeit ausweise (Urk.
7/147/7).
4
.
4
Der Beschwerdef
ührer liess geltend machen, Dr.
B._
sei
kein Facharzt für
Wir
belsäulen
leiden
(Urk. 1)
. Das medizinische Fachgebiet Orthopädie befasst sich
jedoch
mit der Entstehung, Erkennung, Verhütung und Behandlung angebore
ner oder erworbener Störungen und Anomalien in
Form oder Funktion des Stütz- und Bewegungsapparates (Pschyrembel, 259.
Auflage, Berlin/New York 2002, S.
1219)
, wozu auch die Wirbelsäulen gehören
.
Die Facharztprüfung in
orthopädischer Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates umfasst unter anderem ausdrücklich die Region Wirbelsäule (
vgl.
www.sgotssot.ch
).
Dr
.
B._
ist somit als
Spezialarzt
für Orthopädische Chirurgie
als kompetent für die
Beurteilung
von Wirbelsäulenbeschwerden zu erachten.
Es
bestehen
überdies
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1) keinerlei Hinweise dafür, dass es
Dr.
B._
an der notwendigen Objektivität fehlen könnte.
Wie dargestellt, wurde der Beschwerdeführer von
Dr.
B._
gründlich untersucht und wurden die
Vorakten
sowie persönlichen Aussagen des Beschwerdeführers umfassend berücksichtigt und gewürdigt
(vgl. Erwägung
3
.2)
.
Nicht zu
berück
sichtigen sind
die Ausführungen
von
Dr.
B._
,
soweit er
die depressive Episode
und
die
somatoforme
Schmerzstörung
in Abrede stellt
,
da er weder Facharzt für Psychiatrie ist noch Untersuchungen in diesem Bereich vornahm
.
Ansonsten sind die
medizinischen Beurteilungen einleuchtend
und
widerspruchsfrei darge
stellt
,
und
die gezogenen Schlussfolgerungen
sind
nachvollziehbar. Das Gut
achten erweist sich als schlüssig und die von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an ein ärztliches Gutachten
(vergleiche Erwägung
1
.5)
sind er
füllt
.
4.5
Die IV-Stelle stützte sich
somit
zu Recht auf das Gutachten von
Dr.
B._
ab, welches sich mit demjenigen de
s
A._
in den wesentlichen Punkten deckt, so
weit
es um die Beschwerden der Wirbelsäule geht. Doch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ist auf die im
A._
-Gutachten festgehaltenen 50
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
abzustellen, da in jenem Gutachten sämtliche gesundheitlichen Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
gesamthaft
berücksichtigt wurden, wobei sich dieses Gutachten mit Aus
nahme des fehlenden
Beizugs
eines Spezialisten für Wirbelsäulenbeschwerden als überzeugend erwies. Diese fehlende Fachmeinung wurde nun noch
nach
träglich
eingeholt.
Zudem hielt
Dr.
B._
klar
fest, dass eine Verbesserung des gesundheitlichen Zustands sowie der Arbeitsfähigkeit des Versicherten
spätes
tens
per
15.
April 2009 eingetreten sei
(Urk.
7/125/13-14)
.
De
m
Versicherte
n
ist daher
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule, ohne vornüber geneigtes Arbeiten und ohne repetitives Heben von Lasten über 15 kg
ab 15.
April 2009 zumutbar
.
5
.
5.
1
Das
Valideneinkommen
wurde von der IV-Stelle basierend auf der
Entlöhnung
im letzten Anstellungsverhältnis auf das Jahr 2012 hochgerechnet und mit Fr.
72‘147.20 beziffert
(Urk.
2)
. Dies ist unbestritten und erweist sich als richtig. Als Invalidenlohn wurde mangels
eines
konkret erzielten Einkommens richtig
erweise auf einen Tabellenwert abgestellt. Es wurde auf den Lohn
von monat
lich
Fr.
4‘109.
--
im Anforderungsniveau 4
für einen Hilfsarbeiter (
Lohnstruk
turerhebung
[
LSE
2010]
, Tabelle
TA
1, Durchschnitt aller Branchen, hochge
rechnet
von 40 auf die 2012 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden und
die Erhöhung des Nominalindexes von 2150 im Jahr 2010 auf 2188 im
Jahr 2012) abgestellt und dieser auf ein Pensum von 50
% umge
rechnet, was
ein Jahreseinkommen von
Fr.
31‘
198
.-- erg
a
b. Von diesem
Invali
denlohn
wurde ein behinderungsbedingter Abzug in der Höhe von 15
% vorge
nommen
,
um dem Umstand des eingeschränkten Tätigkeitsspektrums genügend Rechnung zu tragen, so dass sich das
errechnete
Invalideneinkommen auf Fr.
26‘
518
.
-- bel
ief
(Urk.
2).
Sowohl der eingesetzte Tabellenlohn als auch der leidensbe
dingte Abzug in der Höhe von 15
% erweisen sich als korrekt und sind im Übrigen auch unbestritten geblieben. Es resultiert somit ein
e
Erwe
rbsein
busse
in der Höhe von Fr.
45‘
629.--
und ein
Invaliditätsgrad von
gerundet
63
%.
5
.2
Wie ausgeführt wurde die IV-Stelle im Rahmen der Rückweisung angewiesen, den beauftragte
n
Facharzt die Frage beantworten zu lassen, ab wann eine all
fällige Änderung des Gesundheitszustands eingetreten sei
(Urk.
7/98
/12-13
)
. Diese
Frage wurde durch
Dr.
B._
beantwortet, welcher die
Besserung
spätes
tens
auf den 15. April 2009 datierte, weil zu diesem Zeitpunkt das MRI und
das
CT der Lendenwirbelsäule anlässlich der neurologischen Untersuchung bei
Dr.
F._
unauffällig waren und auch die neurologische Beurteilung unauf
fällig ausfiel
(Urk.
7/125
/13-14
)
. Auf diese überzeugende Stellungnahme ist so
mit abzustellen, insbesondere da die IV-Stelle es unterliess, in ihrer Verfügung einen anderen Änderungszeitpunkt zu begründen
und im Rahmen einer
Ren
tenrevision
eine Besserung des Gesundheitszustands
konkret
nachgewiesen werden muss
. Im
A._
-Gutachten vom 4.
April 2008 wurde der Zeitpunkt der Arbeitsfähigkeit zwar auf den Zeitpunkt d
ieses
Gutachtens datiert (Urk.
7/63
/18
)
.
Doch da die stattgefundene Besserung des Gesundheitszustands
, welche die Rentenrevision begründet,
die Rückenbeschwerden betrifft und das
A._
-
Gutachten in dieser Hinsicht mangels
Beizugs
eines dafür spezialisierten Facharztes nicht zu überzeugen vermochte, kann
nicht auf diese Datierung der Arbeitsfähigkeit abgestützt werden, sondern muss auf die entsprechenden schlüssigen Darlegungen von
Dr.
B._
abgestellt werden.
Gemäss
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
.
a IVV
erfolgt die
Herabsetzung
einer
Rente
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung de
r Verfügung folgenden Monats an. Diese Frist kann trotz ihres Wortlauts nicht verlängert werden (BGE 135 V 433). Da die IV-Stelle ihre Verfügung betreffend Reduktion der Rente
nach Vorliegen der Befunde vom 15.
April 2009
erst in der zweiten Aprilhälfte 2009 hätte versen
den können, hätte
die
ganze Rente erst ab 1.
Juni 2009
und n
icht bereits ab 1.
Februar 2009
auf eine
Dreiviertel
s
rente
reduziert werden dürfen.
6
.
Die Beschwerde ist insofern
teilweise
gutzuheissen
,
als dass der Versicherte für die Zeit von
1.
Februar bis
31.
Mai 2009 noch Anspruch auf eine ganze Rent
e hat und die Verfügung vom 19.
November 2012 in diesem Sinne abzuändern ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen und hat der Versicherte
ab 1.
Juni 2009 nur noch Anspruch auf eine
Dreiviertel
s
rente
.
7
.
7
.
1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig v
om Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
700.-- anzusetzen.
Aufgrund des überwiegenden Unterliegens des Beschwer
deführers
sind die
sem die
Gerichtskosten
im Umfang von Fr.
500.-- und sind der Beschwerdegegnerin die G
erichtskosten im Umfang von Fr.
200.--
aufzuer
legen.
7
.2
Die Beschwerdegegnerin
ist
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
eine
auf
grund seines überwiegenden Unterliegens entsprechend
reduzierte
Prozessen
t
schädigung
in der Höhe von Fr.
25
0.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer)
zuzusprechen.