# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 03138c25-4b6c-4f6c-8390-51750a171c5d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984,
begann im
August 2004
im Rahmen eines Berufsintegrationsprojekts des Vereins
Y._
in
Z._
eine KV-Lehre
. Die Lehre wurde
Ende November 2005
abgebrochen
(
Urk.
6/1/4)
; a
b
Dezember 2005
war der Versicherte arbeitslos (
Urk.
6/5 und
Urk.
6/18/4).
Am 23. April 2008 ging bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die An
meldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung ein und d
er Versicherte beantragte aufgrund von
psychischen und körperlichen Beeinträch
tigungen (Trauma und Rückenbeschwerden) berufliche Massnahmen und eine Rente (
Urk.
6/1).
Die IV-Stelle nahm erwerbliche (
Urk.
6/5,
Urk.
6/18) und medi
zinische (
Urk. Urk.
6/4 und
Urk.
6/8) Abklärungen vor und veranlasste eine psy
chiatrische Abklärung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(Gutachten vom 9. November 2008;
Urk.
6/17
).
Weiter ver
anlasste die IV-Stelle eine
orthopädische
Abklärung bei
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orth
opädische Chirurgie
, welcher das Gutachten
am
2.
März 2009 erstattet
e
(
Urk.
6/25).
Die IV-Stelle zog zudem Berichte der
psychiatrisch-psychologischen Abklärung
en
im Schulalter bei (
Urk.
6/27)
. Mit Schreiben vom 3. Juni 2009 kündigte die IV-Stelle
X._
die
Ausrichtung einer halben Invalidenrente an und
wies ihn gleichzeitig darauf hin, dass er
sich
in fachärzt
liche
psychosomatische Behandlun
g
zu
begebe
n habe
, da erwartet werden könne
, dass mit einer adäquaten medizinischen Behandlung eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes
erreicht werde
n könne
. Bei der im April 2010 durchzuführenden Revision werde die Beurteilung - wenn die empfohlene Be
handlung nicht durchgeführt worden sei - so erfolgen, als wäre diese durchge
führt worden
(
Urk.
6/31
=
Urk.
6/35
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
6/33), verfügte die IV-Stelle mit Wirkung ab April 2007 die Aus
richtung einer halben Invalidenrente (Verfügung vom 15. Juli 200
9;
Urk.
6/36 und Verfügung vom 10. September 2009;
Urk.
6/43).
Am 24. September 2009 führte die IV-Stelle mit dem Versicherten ein
Standort
gespräch
zur Eingliederungsberatung durch (
Urk.
6/45)
und
teilte
ihm
am
7. April 2010 mit, dass er Anspruch auf Arbeitsvermittlung habe und
ihm
wäh
r
end eines Jahres durch die
C._
AG Beratung und Unterstützung bei der
Stellen
suche
gewährt werde (
Urk.
6/54).
Mangels Teilnahme am Projekt wurde die ge
währte Arbeitsvermittlung am 4. Juni 2010
wieder
aufgehoben (
Urk.
6/60).
Da
raufhin
leitete die IV-Stelle
im Oktober 2010
ein Revisions
-
verfahren ein,
nahm
erneut
erwerbliche (
Urk.
6/64) und medizinische Abklärun
gen vor (
Urk.
6/68),
stellte dem Versicherten den Revisionsfragebogen zu (
Urk.
6/62) und forderte ihn mit Schreiben vom 24. November 2010 (
Urk.
6/63) zudem auf mitzuteilen, ob und
bejahendenfalls
bei welchem Arzt er sich
auf
grund der
2009 auferlegten Schadenminderungspflicht in psychosomatische
Behandlung begeben habe.
Die Aufforderung w
iederholte die IV-Stelle am 27.
Dezember 2010 verbunden mit dem Hinweis, dass im Unterlassungsfalle aufgrund der Akten entschieden wer
den müsse (
Urk.
6/70
-71). Zudem veran
lasste die IV-Stelle ei
ne psychiatrisch-internistische
Abklärung durch den Regi
onalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
6/73-74), welche am 11. Mai 2011
durch
geführt wurde (
Urk.
6/79-80). Der Bericht wurde am 24. Mai 2011 erstattet (
Urk.
6/81). Mit Schreiben vom 25. Mai 2011 (
Urk.
6/82)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die Abklärungen
hätten
ergeben, dass er bisher seine
r
Scha
denminderungspflicht
nicht nachge
kommen sei, seine Erwerbsfähigkeit mit einer psychiatrisch-psychotherapeuti
schen Behandlung unter Berücksichtigung des Cannabiskonsums wesentlich verbessert werden könne und er daher aufge
fordert werde, diese Massnahme umzusetzen und sich in psychiatrisch-fachärzt
liche Behandlung zu begeben. Die IV-Stelle
wies ihn
erneut
darauf hin, dass die Beurteilung - wenn die empfoh
lene Behandlung nicht durch
geführt worden sei - so erfolge
, als wäre diese durchgeführt worden. Die IV-Stelle setzte dem Versi
cherten eine Frist von zwei Monaten an um mitzuteilen, wann und wo er die erwähnte Massnahme durch
führen werde (
Urk.
6/82).
Am 7. Juni 2011 klärte die IV-Stelle den Versicherten
auch im Rahmen eines Telefongesprächs
über die Schadenminderungspflic
ht auf (
Urk.
6/84) und forderte
ihn mit Schreiben vom 9. August und vom 29. August 2011 (
Urk.
6/85 und
Urk.
6/86
-87
) auf,
ihr
mit
zuteilen
,
ob und bejahendenfalls bei wem er die Psychotherapie durchgeführt habe.
Die von der IV-Stelle vorge
nommene Abk
lärung bei dem vom Versicher
ten
im Rah
men des Telefonge
sprächs vom 7.
Juni 2011
als vor
gesehenen Psychiater genannten Arzt,
Dr.
D._
,
ergab keine Hinweise auf eine dort
oder anderswo
aufgenommene Behandlung (
Urk.
6/91
).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
6/96) hob die
IV-Stelle mit Verfügung vom 4.
Januar 2012 die bisherige halbe Rente auf das Ende des der Zustellun
g folgenden Monats auf und entzog einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
Januar 2012 Beschwerde
und machte sinngemäss geltend, dass er die ihm auferlegte Schadenminderungspflicht nicht verletzt habe
, da er einerseits bei einem von der IV-Stelle empfohlenen
Psychosomatiker
und im Dezember 2011 zudem in der
E._
in stationärer Behandlung gewesen
sei
,
und die Aufhe
bung der Rente daher zu Unrecht erfolgt sei (
Urk.
1).
Mit Eingabe vom 20. Februar 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2013 (
Urk.
8) forderte das hiesige Gericht den Beschwerdeführer auf, dem Gericht innert einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt der Verfügung schriftlich mitzuteilen
,
bei welchem Arzt er seit der Auferlegung der Schadenminderungspflicht durch die IV-Stelle am 3. Juni
2009 und am 25. Mai 2011 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei
,
und anzugeben, von wann bis wann er bei dem betreffende
n Arzt in Behandlung gewesen
beziehungsweise seit wann er dort in Behandlung sei. Der Beschwerdeführer wurde zudem aufgefordert, dem Gericht innert Frist die Erklärung zur Entbindung vom Berufsgeheimnis für denjenigen Arzt, bei wel
chem er sich zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht behandeln liess, so
wie für die Ärzte der
E._
unterzeichnet zu retournieren.
Innert Frist ging weder eine Stellungnahme ein noch wurden Erklärungen
zur Entbindung vom Berufsgeheimnis oder andere
Unterlagen ein
gereicht, was den Parteien am 28. November 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägun
gen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die versicherte Person muss gemäss Art. 7 IVG alles ihr Zumutbare unterneh
men, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern (
Abs.
1). Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Massnahmen, die zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben dienen, aktiv teil
nehmen. Dies sind insbe
sondere:
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf
die berufliche Eingliede
rung
(Art. 14a
IVG
);
Massnahmen beruf
licher Art (Art. 15–18 und 18b
IVG
)
;
medizinische Behandlungen nach Artikel 25
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
sowie
Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Rentenbezügern nach Art. 8a Abs. 2
IVG
.
Als zumutbar gilt gemäss Art. 7a IVG jede Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht angemessen sind.
1.
5
Die Leistungen können gemäss Art. 7b IVG nach Art. 21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43
Abs.
2 ATSG nicht nachgekommen ist (
Abs.
1).
2.
Der Beschwerdeführer
bestreitet nicht, dass ihn die IV-Stelle
auf seine
Schaden
minderungspflicht
hingewiesen
und ihn aufgefordert hatte, sich zur Verbesse
rung seiner Erwerbsfähigkeit einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen.
Er
macht vielmehr geltend, dass er die
Schaden
minderungspflicht
nicht verletzt habe, da er bei einem Arzt in
Z._
(ein
em von der IV-Stelle empfohlenen
Psychosomatiker
)
in Behandlung gewesen sei. Dieser habe zu
Handen
der IV-Stelle einen Bericht verfasst, er selbst sei nicht im Besitz
dieses Berichts. Zudem sei er von Anfang Dezember 2011 bis kurz vor Weihnachten
2011
in der
E._
in Behandlung gewesen, weshalb er um Prüfung seiner Beschwerde gegen die rentenaufhebende Verfügung ersuche.
3.
3.1
Streitgegenstand bildet die verfügte Einstellung der laufenden Rente. Zu prüfen ist dahe
r einzig, ob eine psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfä
higkeit gebracht hätte. Eine Unzu
mutbarkeit wird
nicht geltend gemacht
,
und auch aufgrund der Akten ergeben sich keine diesbezüglichen Hinweise
,
zumal
auch der Beschwerdeführer selbst behauptet, sich einer solchen Therapie unter
zogen zu haben.
Es ist daher festzustellen, dass die
von der IV-Stelle angeord
nete
schadenmindern
de
Vorkehrung, welcher gerade im Falle der Ausrichtung erheblicher Renten
zahlungen erhöhtes Gewicht beizumessen ist,
zumutbar
war
.
3.2
Fest steht sodann, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zwar behauptet hat, sich in fachärztliche Behandlung begeben zu haben, hingegen trotz mehrfacher Aufforderung sowohl durch die Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/63,
Urk.
6/70-71 und
Urk.
6/85-86)
als auch durch das Gericht
(
Urk.
8)
weder den Namen seines behandelnden
Arztes genannt hat
noch irgendwelche Unterlagen oder eine entsprechende Erklärung zur Entbindung von der ärztli
chen Schweigepflicht eingereicht hat, gestützt auf welche die IV-Stelle oder das Gericht hätte
n
weitere Abklärungen vornehmen können. Auch die von der IV-Stelle getroffenen Abklärungen bei dem vom Beschwerdeführer im Telefonge
spräch vom
7.
Juni 2011 als vorgesehenen Psychiater genannten Arzt
Dr.
D._
ergab
en
keine Hinweise auf eine dort oder anderswo aufgenommene Behand
lung (
Urk.
6/91).
Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen ist.
3.3
Eine Kürzung oder Verweigerung der Leistungen ist nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sodann davon abhängig, dass die fragliche Massnahme eine wesentliche Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit verspricht. Vorausgesetzt wird also, dass die medizinische oder erwerbliche Vorkehr geeignet ist, eine erhebliche Minderung des versic
herten Schadens zu bewirken. Der Beschwerdeführer
selbst
bestreitet
nicht, dass eine fachärztlich
e
psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung zu
eine
r
Steigerung der Arbeitsfähigkeit
geführt hätte
.
Die Frage, ob die verweigerte Vorkehr zu einer Steigerung der Erwerbsfähigkeit beigetragen hätte, wird zuweilen unter dem Aspekt der Zumutbarkeit, jedenfalls
aber als Problem des Kausal
zusam
menhangs zwischen der Verweigerung und dem Ausbleiben der Zustands
verbesserung behandelt. Die Kausalität muss not
wendigerweise prospektiv und damit hypothetisch beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 1
4. Januar 2008, 8C_128/2007, E
. 3.2). Es bedarf keines strikten Beweises, dass die verweigerte Massnahme tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt hätte; es genügt, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahr
scheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre. Der erforderliche Grad an Wahrschein
lichkeit ist wiederum unter Berücksichtigung der Schwere des mit der Mass
nahme verbundenen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte zu beurteilen. Bei therapeutischen Massnahmen, welche mit einem nur geringen Eingriff verbun
den sind, dürfen an die Wahrscheinlichkeit der zu erwartenden Besserung keine hohen Anforderungen gestellt werden.
3.4
Dr.
A._
hatte in seinem Gutachten vom
9.
November 2008
,
gestützt auf welches dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zugespr
ochen worden war
(
Urk.
6/30/6f.)
,
ausgeführt, dass eine
psychiatrisch-psychotherapeutische Be
handlung aller Voraussicht nach zu einer Verbesserung der (medizinisch-
theo
retischen) Arbeits
fähigkeit (auch bezogen auf ein
theoretisches Ganztages
-
pen
sum
in leidensadaptierter Tätigkeit) führen könne (
Urk.
6/17/16
und
Urk.
6/17/18-19
). Die Begutachtung habe gezeigt, dass es durchaus möglich sei, mit dem Versicherten in einen offenen und konstruktiven Diskurs einzutreten, der dann in einem längeren therapeutischen Prozess (mit einem erfahrenen Therapeuten) fortgesetzt werden könne, um das durchaus erkennbare
Verände
rungspotential
auszubauen und nutzbar zu machen, wenn es eben gelinge, zum Beschwerdeführer eine tragfähige Beziehung herzustellen.
Weiter hatte
Dr.
A._
aus
geführt
, dass es in der psychotherapeutischen Arbeit auch weniger darum zu gehen brauche, beim Versicherten grundlegende Strukturver
änderungen in der Persönlichkeit herbeizuführen, es vielmehr die Aufgabe der Psychotherapie sei, die mit der bestehenden Persönlichkeitsstruktur „gegebenen komplexen Störungen des Beziehungsverhaltens oder des Verhaltens selbst“ positiv zu beeinflussen.
Diese Einschätzung wurde am 3
0.
März 2009
vom RAD,
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigt (
Urk.
6/30/7).
3.5
Nach Durchführung
der
psychiatrische
n
Abklärung
im Rahmen der RAD-Unter
su
chung
vom
1
1.
Mai 2011
hielt
Dr.
F._
in seinem Bericht fest, dass eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
unter der Voraussetzung, dass der Be
schwerdeführer der Schadenminderungspflicht nachgekommen wäre,
sehr schwierig
sei,
er jedoch davon ausgehe, dass
die festgestellten
neurotische
n
Störungen behandelbar seien und die Behandlung sich günstig auf berufliche Tätigkeiten und das Durchhaltevermögen auswirke. Er schlug deshalb vor
, dem
Versicherten eine zweite Chance zu geben
,
um die 2009 auferlegte
Schaden
minderungspflicht
unmittelbar zu erfüllen. Weiter hielt
Dr.
F._
fest, dass sich der Versicherte im Rahmen der Untersuchung nach längerem Gespräch dazu
bereit erklärt habe, sich in psychiatrisch-fachärztliche Behandlung zu begeben (
Urk.
6/80/5).
3.6
Nachdem der Versicherte die IV-Stelle trotz mehrfacher Aufforderung nicht
dar
über
informiert hatte, ob und bei welchem Psychiater er die auferlegte Psycho
therapie umgesetzt habe, nahm
Dr.
F._
am 2
6.
September 2011
auf Ersu
chen
der IV-Stelle hin
erneut
eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor, wie wenn der Beschwerdeführer die Schadenminderungspflicht erfüllt hätte
(
Urk.
6/94/5)
.
Dr.
F._
kam zum Schluss, dass
das
psychoreaktive psychiatrische
Beschwer
debild
mit einer neurotischen Störung (ICD-10 F 48.9), einer Verhal
tensauffälligkeit mit Essstörungen (ICD-10 F50) und den akzentuierten
Persön
lichkeitszügen
(ICD-10 Z73.1), wobei letztere die Arbeitsfähigkeit nicht einzu
schränken vermö
chten
, keine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung
dar
stelle
, welche nicht behandelt werden könnte. Er ging deshalb davon aus, dass
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit
bei Einhaltung der Schadenminderungspflicht nach einem halben Jahr und bei Cannabisabstinenz
auf
weniger als 20 %
ge
sunken wäre, so
dass
ab Ende November 2011 in der körperlich angepassten Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung
von mehr als
20 %
mehr gegeben sei
.
3.7
Da sowohl
Dr.
B._
in seinem orthopädischen Gutachten vom
2.
März 2009 (
Urk.
6/25
/7
) als auch
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, im RAD-Untersuchungsbericht vom 1
1.
Mai 2011 (
Urk.
6/81) zum Schluss kamen, dass dem Beschwerdeführer aufgrund des festgestellten
lumbovertebralen
Syn
droms, der
Dekonditionierung
und
der Neigung zu Untergewicht le
d
i
glich eine körperlich leichte bis maximal mittelschwere, wec
hselbelastende,
rückenadap
tierte
Tätigkeit zumutbar sei, der Beschwerdeführer diese hingegen vollumfäng
lich ausüben könne, bestehen keine Hinweise für eine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht. Für die Beurteilung der Einschränkun
gen der Arbeitsfähigkeit ist daher auf die hypothetische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nach Durchführung der Schadenminderungspflicht von
Dr.
F._
vom 2
6.
September 2011 abzustellen.
4.
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass d
ie
schuldhafte
Verletzung der Schadenminderungspflicht erstellt
ist
und davon auszugehen ist, dass beim Be
schwerdeführer ab Ende November 2011 in einer körperlich angepassten Tätig
keit
eine psychisch bedingte
Einschränkung
von maximal
20
%
vorlag
.
Di
e
Bemessung des Invaliditätsgrades ist aufgrund der Akten ausgewiesen und vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Es ist daher von einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad auszugehen, die Verfügung vom 4. Januar
20
12
,
mit der
die ursprüngliche Rente aufgeho
ben wurde, ist demnach zu bestätigen und die Beschwerde ist abzuwei
sen.
5.
Abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.--bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 500.--anzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.