# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad8867e3-9494-480f-a5a8-62c71843594f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959,
erwarb im Jahr
1983
das Diplom zur Kinder
gärtne
rin/Hortnerin. Im Jahr 1991 mel
dete sie sich bei der Ei
dgenössischen Invaliden
versiche
rung zum Bezug einer Invalidenrente aufgrund
diverser chronischer psy
chosomati
scher Leiden an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), sprach ihr
in der Folge wegen einer neuro
tischen Fehlent
wicklung mit absoluter Stressintoleranz, eines
Chronic
fatig
ue
Sy
n
droms respektive einer Neu
rasthenie (ICD-10 F48.0) beziehungsweise wegen einer
schweren multiplen körper
lichen Fehlsteuerung im Sinne einer Somatisi
e
rung mit Verfügung vom 6. Okto
ber 1992 ab dem 1. August 1990 eine halbe Invalidenrente zu. In den Jahren 1994 und 1996 wurde di
e halbe Rente bestätigt.
Im Rahmen des Revisionsverfahrens im Jahr 1999 w
urde der Versicherten mit Verfü
gung vom 12. Mai 2000 ab dem 1. März 1999 eine ganze Rente ausge
rich
tet, welche in den folgenden Revisionsverfahren in den Jahren 2003 und 2007 bestätigt wurde. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2000 hatte die IV-Stelle zudem
dem Begehren um berufliche Mass
nahmen für eine Zusatzausbildung zur Block
flötenlehrerin entsprochen. Im Jahr 2004
ersuchte die Versicherte um
Zu
sprache
von Hilfsmitteln. Die IV-Stelle übernahm die Kosten für eine Hörgeräte-Anpas
sung, welche indes nicht den erwünschten Erfolg brachte (Urk.
8
/328/2).
1.2
Im Juni 2009 beantragte di
e Versicherte eine
Hilflosenent
schädigung
(Urk. 8/116)
. Nach A
bklärung der beruflichen und medizi
nischen Verhältnisse bes
tätigte die IV-Stelle der Versicherten mit Mittei
lung vom 4. September 2009 den
An
spruch auf eine ganze Rente
(
Urk.
8/
130
)
.
Das Begehren um eine
Hilflo
senentschädigung
wies die IV-Stelle
nach der
Ab
klärung betreffend
Hilflosenent
schädigung
vom
19. April 2010
(Abklärungsbericht vom 23.
April 2010;
Urk.
8/135)
und nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/137-139)
mit Verfügung vom 31. August 2010 ab
(Urk. 8/
141
)
. Die dagegen am 28. Sep
tember 2010 erhobene Beschwerde
(
Urk.
8/
142/3-4
)
wies das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 22. August 2012 im Verfahren IV.2010.00935 ab und überwies die Sache z
ur Prüfung eines allfälligen An
spruchs auf
Hilflosenentschädigung
für die Zeit ab dem 1. Septembe
r 2010 an die IV-Stelle (Urk. 8
/
158/14-15
).
1.3
Nach erneuten Abklärungen, namentl
ich der Abklärung für
Hilflosen
entschädi
gung
im
August 2013 (Beri
cht vom 10. Januar 2014
;
Urk.
8/338/12-15
)
, kündigte die IV-
Stelle mit Vorbescheid vom 10. Januar 2014 die Abweisung des
Gesuchs um
Hilf
losenentschädigung
an (
Urk.
8
/207). Dagegen erhob die Versi
cherte mit E-Mail vom 20. Januar 2014
(
Urk.
8/210)
, ergänzt mit Schreiben vom
2. April 2014
(
Urk.
8/
229/1
)
und unter Beilage des Berichts von Dr. med.
Y._
,
Fachärztin für Innere Medizin, vom 26. März 2014
(Urk. 8/229/8-
10
)
, Einwände.
In derselben Zeit leitete die IV-Stelle ausserdem ein Revi
sionsverfahren bezüglich der In
validenrente ein
(
Urk.
8/224)
und holte den Bericht von Dr.
Y._
(ebenfalls datiert)
vom 26. März 2
014 (mit diversen weiteren Arztberichten) ein (Urk. 8
/
227
).
Mit Mitteilung vom 22. Mai 2014 kündigte die IV-Stelle die Durchführung einer polydisziplinären medizinischen Untersuchung
an (Urk.
8
/230-231), wogegen die Versicherte mit
Schreiben vom 31. Mai 2014
Einwände erhob (Urk. 8/237).
Am 9. Oktober 2014 verfügt
e die IV-Stelle, dass an der Ab
klärung durch
die
mittels Zufallsprinzip
s
bestimmte
Mediz
inische Abklärungsstelle, MEDAS
Z._ in A._
(
Urk.
8/250-252)
mit den festge
legten Fac
hrichtungen fest
gehalten werde
(Urk.
8
/282). Die dagegen erho
bene Beschwerde vom 6. November 2014 (Urk.
8
/294/3-5) hiess das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 27. Februar 2015 im Verfahren Nr. IV.2014.01180 teilweise gut und
stellte fest, dass durch die Be
schwerdegegnerin im Sinne der Erwägungen eine polydisziplinäre Begutachtung in ein
er MEDAS-Stelle in
B._
einzu
holen
sei (Urk.
8
/328/18).
1.4
In der Zwischenzeit hatte die IV-Stelle ausserdem mit Verfügung vom 18. Dezember 2014 das (Vorbescheid-
)Verfahren betreffend
Hilflosenentschä
di
gung
sistiert (Urk.
8
/302). Dagegen
erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 28. Januar 2015 Beschwerde und beantragte
die
Wiedererwägung des Gerichts
urteils
vom 22.
August 2012
und die
Zusprache
von
Leistungen der lebensprak
tischen Begleitung
(Urk.
8
/319
/3-9
). Das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
wies
im Verfahren IV.2015.00148
das
Revisionsgesuch betreffend das Urteil vom 22. August 2012 im
Ver
fahren Nr.
IV.2010.00935
mit Urteil vom 1
3.
März 2015
ab und trat auf die Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 18
. Dezember 2014 nicht ein (Urk. 8
/
338/11
).
1.5
Zur Umsetzung des Urteils IV.2014.01
180 vom 27. Februar 2015 (Urk. 8
/328) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 2
3.
Juni 2015 mit, dass eine umfassende medizinische Untersuchung mit al
lgemeininternistischer, rheu
ma
tologischer, neurologischer und psychiatrischer Fachrichtung in der MEDAS-Stelle des
Zentrums C._
vorgesehen sei (Urk. 8
/347). Dagegen erhob die Versicherte mit
Schreiben vom 2. Juli 2015 Einwände (Urk.
8
/355). Mit Schreiben vom 14. Juli 2015 wies die IV-Stelle sie auf ihre
Mit
wirkungspflicht hin (Urk. 8
/357
/1-2
) und erteilte mit Schreiben vom 3. August 2015 der MEDAS
C._
den Auftrag zur polydisziplinären Abklärung (Urk.
8
/369). Mit Schreiben vom 5. August 2015 teilte die MEDAS
C._
der IV-Stelle mit, dass nach Durchsicht des Auftrages eine ambulante Begutachtung der Versicherten nicht möglich sei und dass eine stationäre Begutachtung in
der psychiatrischen K
linik
D._
empfohlen werde (Urk. 8
/372). Daraufhin stor
nierte die IV-Stelle den Begutachtungsauftrag an die MEDAS
C._
mit Schrei
ben vom 27. August 2015 (Urk. 8
/374) und fragte mit Schreiben vom 28. August 2015 das Sanatorium
E._
bezüglich einer stationären psychiat
rischen Begutach
tung an (Urk. 8
/376). Dieses lehnte den Auftrag mit Schreiben vom 8. September 2015
aus Kapazitätsgründen ab (Urk. 8
/380/1).
Mit Mitteilung vom 11. September 2015 orientierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass in Bezug auf das Gesuch vom 1
0.
Januar 2014 (
gemeint wohl:
Vor
bescheid vom 10. Januar 2014
betreffen
d
das Gesuch
um
Hilflosenentschä
digung
,
Urk.
8
/207
)
die medizinische Begutachtung stationär in der
Reha
klinik
F._
bei Dr. med.
G._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, vorgesehen sei (Urk. 8
/384). Ausserdem teilte s
ie der Ver
sicherten mit Schrei
ben gleichen Datu
ms in Bezug auf die (Renten-)Re
vision mit, dass zur Klärung der Leistungs
ansprüche eine umfassende polydis
ziplinäre, allgemeininternistische, rheumato
lo
gische und neurologische Untersuchung notwendig sei (Urk.
8
/385). Gegen diese Mitteilungen brachte die Versicherte
mit zwei Schrei
ben vom 29. September 2015 je Einwä
nde vor (Urk. 8/397, Urk. 8
/399). Mit Schreiben vom 5. Oktober 2015 beauftragte die IV-Stelle die Rehaklinik
F._
mit der stationären psychiatrischen Begutachtung (Urk.
8
/400) und die
H._
, in der Klinik
I._
mit der (ambulanten) polydisziplinären,
allgemeininternistischen, rheumatolo
gischen und n
eurolo
gischen Abklärung (Urk. 8
/401), dies je mit der Bemerkung, dass hernach eine Konsensbeurte
ilung stattfinden solle (Urk. 8/400/1, Urk. 8
/401/1). Mit Zwischen
verfügung vom 15. Oktober 2015 hielt die IV-
Stelle fest, dass sie an der Ab
klärung durch die Rehaklinik
F._
,
Dr.
G._
, festhalte (Urk. 8/404
).
Hierge
gen erhob die Versicherte mit Schreiben
vom 18. November 2015 Beschwerde (Urk
.
8/418/3-10
), welche das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 31. Mai 2016 im Verfahren Nr. IV.2015.01195 abwies (
Urk.
8/448/16).
Auf die dagegen am
8.
September 2016 erhobene Beschwerde (
Urk.
8/463/2-20) trat das Bundesgerich
t mit Urteil 9C_577/2016 vom 3.
Oktober 2016 nicht ein (Urk. 8/465/5).
1.6
In der Folge stornierte die IV-Stelle am
4.
November 2016 den Gutachtensauftrag an die
H._
(Urk. 8/470) und beauftragte die Rehaklinik
F._
mit einer polydisziplinären
(
stationären
)
Begutachtung der Versicherten (
Urk.
8/471), was sie der Versicherten mit Schreiben vom 2
8.
Dezember 2016 anzeigte (
Urk.
8/474). Mit Schreiben
vom 5.
Januar 2017 stornierte die IV-Stelle auch ihren Auftrag gegenüber der Rehaklinik
F._
(
Urk.
8/485). Des Weiteren holte sie den Ver
laufsber
icht von
Dr.
Y._
vom 10.
Januar 2017 ein (
Urk.
8/486).
Mit Mit
teilung vom 13.
Januar 2017
schloss die IV-Stelle das Anfang 2014 eröffnete Rentenrevisionsverfahren (
Urk.
8/224
)
ab und bestätigte die bisherige ganze Invalidenrente (
Urk.
8/490).
Mit Vorbescheid vom 2
0.
Juni 2017 kündigte die IV-Stelle ausserdem
erneut
die Abweisung des Gesuchs um
Hilflosenentschädigung
an (
Urk.
8/507).
Dagegen erhob die Versicherte am
5.
Juli und 2
6.
August 2017 Einwände (
Urk.
8/509, Urk. 8/528). Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2017 wies die IV-Stelle das Gesuch um
Hilflosenentschädigung
wie angekündigt ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
6.
November
2017 Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
,
die Verfügung vom
5.
Oktober 2017 sei auf
zuheben
und es sei
ihre eine
Hilflosenentschädigung
zuzusprechen. In prozessualer Hin
sicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestel
lung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt P. Stutz
(Urk. 1 S. 2
ff.
). In der
Beschwerdeantwort
vom
1
4.
Dezember 2017
schlos
s die Beschwerdegegnerin auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
7
).
Mit Ver
fügung vom 22.
Dezember 2017 wurde der
Beschwerdeführerin
die unentgeltliche Prozessführ
ung gewährt und Rechtsanwalt P.
Stutz als u
nentgeltlicher Rechts
vertreter
für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 9 S. 2).
Mit Eingaben vom
3
0.
Dezember 2017,
8.
Februar, 8. und 9. März 2018 reichte die
Beschwerdefüh
rerin
weitere Beweismittel ein
(Urk.
10-11, Urk. 14/1/2,
Urk.
16-19
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
5. April 2018
auf eine Stellungnahme (Urk. 21).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefoch
tene Verfügung ist am
5.
Oktober 2017 (Urk. 2)
– und somit nach Inkrafttreten der
5.
IV-Revision
und
der Revision 6a – ergangen, wobei
ein
Sachverhalt
ab September 2010 (Urk. 8/158/15)
zu beurteilen ist, der
mithin
vor dem Inkrafttre
ten der revidierten Bestimmungen der
Revision 6a
am 1. Januar 20
12
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allge
meinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember
2011
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Nor
men der Revision
6a
abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
.; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
Da die IV-Revision
6a
hinsichtlich
Hilflosenentschädigung
keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 3
1.
Dezember 20
11
gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (
vgl.
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2), werden die massgeblichen Gesetzesbestimmungen – soweit nichts anderes vermerkt ist – im Folgenden in der seit dem
1.
Januar 2008 geltenden und mit der Revision 6a unverändert gebliebenen Fassung zitiert.
2.
2.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als
hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38 IVV).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
—
Ankleiden, Auskleiden;
—
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
—
Essen;
—
Körperpflege;
—
Verrichtung der Notdurft;
—
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
2.2
2.2.1
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewie
sen ist.
2.2.2
Gemäss Abs. 2
von
Art.
37 IVV
gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
2.2.3
Die Hilfe ist regelmässig von
Art.
37 IVV, wenn sie die versicherte Person täglich benötigt oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich nötig hat.
Gelegentliche Zwischenfälle der Hilfsbedürftigkeit können nicht zur Annahme einer Notwen
digkeit regelmässiger Dritthilfe führen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2016 vom 1
3.
Januar 2017 E. 5.2).
2.3
2.3.1
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person aus
serhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (
Art.
38
Abs.
3 IVV).
2.3.2
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Elter
n zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und
E.
5).
M
assgebend
ist allein, ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche Dritthilfe benötigen würde (Urteile des Bundesge
richts
9C_410/2009 vom 1. April 2010 E. 5.1, 9C_782/2010 vom 10. März 2011 E. 2.2).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche
benötigt wird (BGE 133 V 450 E.
6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon abhän
gig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
2.4
2.4
.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
(
nach Vollendung des ersten Lebensjah
res
)
entgegen dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente zur Anwendung (BGE 137 V 351 Regeste und E. 5.1 unter Hinweis auf die – vom Bundesgericht als rechtmässig bezeichnete und seit dem 1. Januar 2008 unveränderte – Randziffer 8092 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). Der Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
entsteht demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines War
tejahres in sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
(vgl. auch
Art.
35
Abs.
1 IVV)
.
2.4
.2
Die Revision einer
Hilflosenentschädigung
richtet sich nach Art. 17 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 IVV; das gesamte Rentenrevisionsrecht ist sinn
gemäss anwendbar (BGE 137 V 424 E. 2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundesge
richts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 3.2 und 8C_30/2010 vom 8. April 2010 E. 2.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage 2014,
Rz
139 zu Art. 30–31).
Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird jede andere (als eine Invalidenrente) formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Gemäss Art. 35 Abs. 2 Satz 1 IVV finden die Art. 87–88
bis
IVV Anwendung, wenn sich in der Folge – nach Entstehung des
Hilflosenentschädigungsanspruchs
(Art. 35 Abs. 1 IVV; BGE 125 V 256 E. 3b) – der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise ändert.
Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung einer
Hilflosenentschädigung
gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt folglich einen Revisionsgrund voraus.
Darunter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, unter anderem Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der Hilflo
sigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (BGE 137 V 424 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 3.2). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prü
fung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfü
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2014 vom 9. September 2014 E. 3.2 und E. 3.3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Anspruch auf
Hilflosenent
schädigung
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_72/2017 vom 23. Mai 2017 E. 1).
2.5
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsan
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfs
bedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfra
gen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (vgl. BGE 133 V 450 E. 11.1.1). Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich
muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsper
son näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 140 V 543
E. 3.2.1 mit Hinweisen; SVR 2012 IV Nr. 54 S. 195, Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichts
punkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2016 vom 6. September 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2).
3
.
3.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
es hätten sich seit August 2010
(
Urk.
8/141)
und der Erstabklärung (im April 2010, Urk. 8/135)
keine wesentlichen Veränderungen des Gesundheits
zustandes und in der Betreuung ergeben. Die
Beschwerdeführerin
sei in ihren alltäglichen Lebensverrichtungen nicht regelmässig und erheblich auf Dritthilfe angewiesen.
Da sie den Haushalt weiterhin selbst organisieren könne und die Arbeiten einteilen oder delegieren könne, sei die Mithilfe im Haushalt nicht zu berücksichtigen.
Die Herstellung von Hilfsmittel
n
(durch Dritte) sei nicht als lebenspraktische Begleitung anzusehen. Die
Beschwerdeführerin
sei
ferner
in der medizinische
n Pflege selbständig und es bestünden
auch keine Eins-zu-Eins-Überwachung
oder ein drohender Heimeintritt
.
Die
Voraussetzungen
der Regel
mässigkeit, der Dauer und der Intensität
bezügli
ch lebenspraktischer Begleitung
seien nicht erfüllt
, zumal
die Abklärungen ergeben hätten, dass die anrechenbare leb
enspraktische Begleitung unter zwei
Stunden pro Woche liege
.
Der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
sei daher weiterhin zu verneinen
(
Urk.
2 S. 2)
.
3.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein,
es sei bei unveränderten Diagnosen gemäss dem Bericht von
Dr.
Y._
vom 1
0.
Januar 2017 (
Urk.
8/486/4
) eine Veränderung im Sinne einer Verschlechterung eingetreten.
Schon allein diese Diagnoseliste weise klar in Richtung eines zwingenden Anspruchs auf
Hilflo
senentschädigung
.
Des Weiteren habe
Dr.
Y._
festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand zufolge fehlender körperlicher und physischer Belastbarkeit mit einer Leistungsfähigkeit im Haushalt von lediglich 30 bis 50
%
verschlechtert habe und sie auf fremde Hilfe angewiesen sei. Mit anderen Worten sei sie zu mindestens 50 bis 70
%
auf Dritthilfe im Haushalt angewiesen, was ein Pensum von zwei Stunden pro Woche bei Weitem übersteige.
Auch aus Berichten von Dr.
Y._
vom 2
3.
Mai 2017 (Urk. 3/6-7) lasse sich schlussfolgern, dass sie auf Hilfe angewiesen sei, welche weit mehr als 2 Stunden pro Woche ausmache.
In den neueren Arztberichten von Dr.
Y._
vom 16. und 24. Oktober 2017 we
rde festgehalten, dass sie
in körperlicher und psychischer Hinsicht und folge
richtig
auch
die Leistungsfähigkeit immer noch massiv eingeschränkt sei, dass sie für die meisten Tätigkeiten sehr viel Zeit und Hilfsmittel benötige sowie dass der Zustand der Wohnung chaotisch und unordentlich sei und sich die Gegenstände türmen würden.
Aufgrund der aktenkundigen Umstände und
Lebensverhältnisse
sei bei ihr
ausserdem
schon
seit Langem
der Status der Vereinsamung und Isolation eingetreten.
Die
Beschwerdegegnerin
stütz
e sich mit dem Abklärungsbericht vom 2
3.
August 2013
(
Urk.
8/135) dagegen
auf veraltetes Beweismittel ab, das nicht mehr verwertbar sei. Die Abklärung für eine
Hilflosenentschädigung
setze zwingend aktuelle und zeitnahe Abklärungen voraus. Ausserdem sei
der
Hauptwohnsitz
in
der
Zweizimmerwohnung
J._
und nicht an der Adresse
K._
,
auf welche sich die
Abklärung im August 2013
beschränkt habe
.
Die veraltete Abklärung erweise sich somit auch noch als unvollständig und nicht aktuell
.
Mit einer aktuellen Abklärung hätten die wahren und aktuellen Verhältnisse, namentlich die chaotischen und unordentlichen Zustände an der Adresse
J._
festgestellt werden können, was nun mittels Fotomaterial belegt werden müsse.
Die
Beschwerdegegnerin
habe mit ihrem Vorgehen elementare Beweisführungsvorschriften, insbesondere
Art.
43 ATSG, verletzt, da sie selbst eine korrekte Beweiserhebung verhindert habe. Die Behauptung in der angefochtenen Verfügung, sie, die
Beschwerdeführerin
, habe sich der Begutachtung verweigert, sei falsch. Sie habe sich lediglich mit legalen Mitteln auf dem Rechtsweg dagegen zur Wehr gesetzt, auswärts begutachtet zu werden. Bei sich zu Hause hätte sie eine Begutachtung schon immer akzeptiert. Darauf sei die
Beschwerdegegnerin
jedoch nie
eingegangen. Diese selbst habe den Auftrag zur Begutachtung storniert
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
3.3
Mit Urteil
des Sozialversicherungsgericht
s
des Kantons Zürich
IV.2010.935 vom 2
2.
August 2012 wurde der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für die Zeit
bis
zum Erlass der Verfügung vom 3
1.
August 2010 (Urk. 8/141)
beurteilt und verneint
. Zur
Prüfung einer allfälligen anspruchsrelevanten Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes ab September 2010
wurde die Sache
an die
Beschwerdegegnerin
überwiesen
(
Urk.
8/158/14-15)
. Diese hat in der Zeit bis zur angefochtenen Verfügung vom 5. Oktober 2017
(Urk. 2
) keinen
weiteren
Ent
scheid über den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
gefällt.
Es
gilt
hier daher de
n
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für die Zeit ab September 2010
zu klären.
Z
eitlicher Referenzpunkt für die
hierzu massgebliche
Prüfung einer
allfälligen
anspruchserheblichen
Sachverhaltsä
nderung
bildet
folg
lich
die Verfügung vom 3
1.
August 2010 (Urk. 8/141) respektive
das mit Urteil IV.2010
.935 vom 22.
August 2012 Festgestellte.
Die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 2017 (Urk. 2) bildet
rechtsprechungsgemäss
zudem
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis
in diesem Verfahren
(B
GE 134 V 392 E.
6, 130 V 445 E.
1.2, 122 V 77 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 1
9.
Mai 2009 E.
2, je mit Hinweis)
. Die von der
Beschwerdeführer
in in diesem Verfahren neu eingereichten medizinischen Berichte (Urk. 3/3-5
), welche je nach dem 5.
Oktober 2017 ausgestellt wurden, sind hier daher insoweit zu berücksichtigen, als sie Rückschlüsse auf den Sachverhalt bis zu diesem Zeitpunkt erlauben.
4.
4.1
Im
Urteil IV.2010.935 vom 22.
August 2012 wurde
festgehalten,
die Beschwerde
führerin leide gemäss dem Bericht des Spitals
L._
vom 1
2.
August 2009 (unterzeichnet von Dr.
Y._
; Urk. 8/127) an einer Stress
insuff
izienz (bei Belastung sofort Infek
te, Migräne), an chronisch rezidivie
rend
en langanhaltenden Cluster-Kopf
schmerzen und Migräne, an chronischen Lumb
al
gien, Fibromyalgie,
Hyperlaxi
tät
, an rezidivierenden
Iliosakralgelenks
-Blockaden, an belastungsabhängigen Hüft-, rechtsbetonten Schulter- und Fuss
sch
merzen, an linksbetonten und be
lastungsabhängigen Knieschmerzen sowie an chronisch rezidivierenden Infekten der oberen Luftwege und vaginal oft mit sch
werem
Infektverlauf
und bleiben
den Schädigungen (zum Beispiel Hörvermin
de
rung infolge
wiederholter schwerer Sinusitiden; Urk. 8/127/6
). Die
Beschwer
deführerin habe
seit 1998 an einer Primars
chule circa acht Stunden pro Wo
che Flötenunterricht
gegeben
(
Urk.
8/126
,
Urk.
8
/12
7/
8). Nach krankheitsbedingten Unterbrüchen von November 2007 bis August 2008 (
Urk.
8
/12
7/7-8
)
habe
sie die Tätigkeit
wieder auf
genommen
und zwischen Mai und September 2009 acht Lektionen Privatflötenunterricht
gegeben
(U
rk. 8/139/6
).
Die Spitex
helfe
der
Beschwerdeführerin
alle zwei
Wochen für zwei Stunden im Haus
halt.
Die Kosten
würden
von de
r obligatorischen Krankenpflegeversicherung über
nommen (
Urk.
8
/
109/4,
Urk.
8
/13
5/
3, Urk.
8
/136
/12; vgl.
E. 2.2 des Urteils;
Urk.
8/158/6-7).
Das Gericht erkannte in Erwägung 4.2 des Urteils
,
es sei aufgrund des Berichts des Spitals
L._
vom 12. August 2009 (Urk. 8/12
7
), der Anga
ben im Fragebogen zur
Hilflosenentschädigung
vom 19. Juni 2009 (Urk. 8/1
2
4
) sowie aufgrund des
Abklärungsbericht
s
für
Hilflosenentschädigung
vom 2
3.
April 2010
(
Urk.
8/135) davon auszugehen,
dass
die
Beschwerdeführerin
in den
sechs alltäglichen Lebensverrichtungen
(
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
K
ö
rperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fo
rtbewe
gung [im oder ausser Haus]
, Kontaktaufnahme
) mit Ausnahme vom
Zehennägel
schneiden
zweifellos nicht eingesc
hränkt sei.
Dass sie sich die Zehennägel nicht selber schneiden könne, genüge nicht, um eine
Hilflosenentschädigung
zu begründen. Denn die Versicherte benötige – trotz der genannten Einschrän
kung –
für
die
alltägliche
n
Lebensverrichtungen
nicht
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
. Auch bedürfe sie keiner
durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege
. Schliesslich könne sie gesellschaftliche Kontakte -
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens
– zweifellos nicht
nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter pflegen
(
vgl.
E. 4.2 des Urteils; Urk. 8/158/9).
Sodann
erkannte das Gericht, dass
ein
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
aufgrund benötigter lebenspraktischer Begleitung
(im Sinne von
Art.
38 IVV) ebenfalls zu verneinen sei.
So gehe a
us dem Bericht des Spitals
L._
vom 12. August 2009 nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin auf
lebenspraktische Begleitung an
gewiesen
sei
(Urk.
8
/
127/6-9
). Insbesondere
sei
nicht festgehalten
worden
, dass sie ohne Begleitung einer Drittperson nicht selb
ständig wohnen
könne, sie für die Ver
richtungen und Kontakte ausserhalb der Woh
nung der Begleitung einer Dritt
person
bedürfe
od
er die ernsthafte Gefahr bestehe
, dass sie sich dauernd von der Aussenwelt isolier
e
. Vielmehr
sei
lediglich angeführt
worden, es bestehe eine
ver
minderte Selbständigkeit im Bewältigen de
r Haushaltarbeiten und an gewis
sen Tagen eine beschränkte Mobilität (Urk.
8
/
127/7-8
). Dies genüg
e
indes für die Bejahung der lebenspraktischen Begleitun
g nicht, zumal auch die Hausärz
tin
den Bedarf nach einer lebensprakti
schen Begleitung in ihrem Bericht vom 30. Mai 2007 ausdrücklich verneint
habe
(Urk.
8
/
116/5
). Des Weiteren
sei
auch gestützt auf den Beweisgrundsatz der
„Aus
sagen der ersten Stunde“
der Be
schwerdeführerin im Fr
agebogen zur
Hilflo
senentschädi
gung
vom 19. bezie
hungsweise 21. Juni 2009 (Urk. 8
/
124
), welchen
in beweismässiger Hinsicht
ein
grösseres Gewicht zu
komme
als späteren Darstel
lungen
, ein Bedarf an lebensprakti
scher Begleitung nicht ausgewie
sen. Denn die Versicherte
habe
in erwähntem Formular festgehalten, sie sei lediglich sporadisch auf Begleitung angewiesen. Entsprechend
habe sie auf die entspre
chende Frage "Nein" an
gekreuzt
und das ebenfalls angekreuzte "Ja" in Klammern
gesetzt
(Urk.
8
/
124/4
). Sporadische Hilfe erfülle
indes die für die Bejahung einer
Hilflo
senentschädigung
vorausgesetzte Regelmässigkeit nicht. Aus den medizinischen Berichten und den Angaben der Beschwerdeführerin
gehe
damit klar hervor
, dass sie ohne Begleitung einer Drittperson selbständig
woh
nen
könne
und für Verrich
tungen und Kontakte
ausserhalb der Wohnung nicht
in der geforderten Regel
mässigkeit von durchschnittlich zwei Stunden pro Woche auf Begleitung einer Drittperson angewiesen
sei
. Ebenso
sei
sie nicht ernsthaft gefährdet, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren, zumal sie
in der Lage
sei
, diverse Arzt- und Physiotherapietermine wahrzunehmen (vgl. Urk.
8
/
109/4
, Urk.
8
/
127/8
, Urk.
8
/
135
/3
), Flö
tenunterricht zu geben (Urk. 8
/
126
, Urk.
8/139/6
), Kontakt mit ihren Eltern zu pflegen und auch sonstige Verabredungen wahrzunehmen. So
habe
sich die
Beschwerdeführerin
nicht darüber
beklagt
, keine Beziehungen zu haben, sondern – aufgrund der Migräneattacken und der Infektionsgefahr – oft nicht fähig zu sein, Abmachungen wahrzunehmen und Einladungen nachzukom
men (vgl. Urk.
8
/
139/10
).
I
m
Zusammenhang
mit der von der Beschwerdeführerin beanspruchten Spitex-Hilfe im Haushalt
sei
sodann
festzuhalten
, dass bereits organisierte und gewährte Dritthilfe
zwar grundsätzlich
nicht zum Verneinen des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
führen
könne. Denn mass
gebend
sei
alleine, ob die versicherte Person, wäre s
ie auf sich allein gestellt, er
hebliche Dritthilfe benötigen würde (Urteil des Bundesgerichts
9C_410/2009
vom 1. April 201
0
E
. 5.1).
Mit der Spitex-Hilfe von vier Stunden pro Mon
at (jede zweite Woche zwei Stun
den)
werde
indes die geforderte Regelmässigkeit
von durchschnittlich zwei Stun
den pro
Woche nicht erreicht (
E. 4.3 des Urteils; Urk. 8/158/10-11).
Hiervon ist als Vergleichsbasis auszugehen.
4.2
4.2.1
In medizinischer Hinsicht ist den Akten für die Zeit
ab September 2010
das Folgende zu entnehmen:
Im ärztlichen Zeugnis vom 15. November 2011
hielt
die
Hausärztin
der
Beschwer
deführerin
Dr.
Y._
von der
Klinik
M._
fest
, dass die Beschwerdefüh
rerin aus medizinischen Gründen grosse Menschenansammlungen, insbesondere im Winter meiden sollte. Ihre Immunabwehr sei deutlich reduziert und sie sei schon bei geringen Kontakten
infektgefährdet
(
Urk.
8/199/8).
In der ärztlichen Bestätigung von
Dr.
Y._
vom 2
1.
Februar 2012, welche die
Beschwerdeführerin
im Gerichtsverfahren IV.2010.00935 eingereicht hatte (
Urk.
8/158/14-15), führte die Ärztin aus, die
Beschwerdeführerin
sei wegen verschiedener körperlicher Behinderungen invalid und massiv eingeschränkt, weshalb sie auf verschiedene Hilfsmittel und personelle Unterstützung bei den Alltagsarbeiten angewiesen sei (zirka 80 bis 90 Stunden pro Monat durch verschiedene Hilfspersonen). Dazu sei die separate Auflistung der
Beschwerde
führerin
zu beachten (
Urk.
8/158/18).
Am 19. September 2012 führte Dr.
Y._
aus, die
Beschwerdeführerin
leide an verschiedenen Krankheiten, es müsse mit häufigen, nicht voraussehbaren und plötzlich auftretenden Ausfällen gerechnet werden (
Urk.
8/189/7).
Im Bericht vom 1
5.
Januar 2013 hielt
Dr.
Y._
die folgenden Diagnosen fest:
Chronisches Schmerzsyndrom mit chronischen
Cervicobrachialgien
, chroni
schen Spannungskopfschmerzen und Migränen, chronische
Lumboischialgien
rechtsbetont mit
Myogelosen
, intermittierende ISG-Blockaden rechts, chronische intermittierende Knieschmerzen linksbetont bei
Chondropathia
patellea
sowie rezidivierende
Plantarsehnenentzündungen
und Polyarthrose, inklusive
Spon
dylarthrose
. Ein- bis dreimal pro Woche würden Migräne mit einem darauffol
genden Erschöpfungstag und fast täglich seit Januar 2011 Schwindel unter
schiedlicher Art und Intensität auftreten. Auch lägen eine reduzierte Immunab
wehr mit erhöhter Infektanfälligkeit (die Beschwerdeführerin stecke sich sofort an und erleide schwere Infekte, welche mit bleibenden Schäden wie Gehörverlust einhergegangen seien), Schwächezustände mit geringer körperlicher Belastbarkeit (verstärkt seit März 2010), Phonophobie (verstärkt seit November 2007) und Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen (mit allen darauffolgenden Konse
quenzen; verstärkt seit 2006)
vor. Es sei bei der
Beschwerdeführerin
seit langem regelmässige Unterstützung/Hilfeleistung bei der
Bewältigung des Alltags und des Haushaltes (Kochen, Einkaufen, Bettwechsel, Putzen, Bedarf an verschiedener Hilfsmittel etc.) im Sinne eines Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung medizi
nisch indiziert (
Urk.
8/199/1).
Am 2
5.
März 2013 erstellte
Dr.
Y._
das ärztliche Zeugnis für Hilfe im Haushalt und erklärte darin, die
Beschwerdeführerin
benötige Unterstützung beim Einkaufen und bei Transporten verschiedenster Art, beim Kochen, im Haushalt (Estrich, Keller und Wohnung) sowie beim Gartensitzplatz und bei vielem anderen mehr, da sie aus gesundheitlichen Gründen viele Arbeiten nicht mehr selbst durchführen könne (
Urk.
8/189/1).
4.2.2
Am 23.
August 2013 wurde eine Erhebung vor Ort zur Erstellung eines Abklä
rungsberichts für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene durchgeführt.
Der daraufhin erstellte Abklärungsbericht vom 17. Oktober 2013 (Urk. 8/505) wurde von der Abklärungsperson nach
Einholung der
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
1.
Oktober 2013 (Urk. 8/338/15-16)
überarbeitet. Die
ergänzte,
im Ergebnis
aber
unveränderte Version datiert vom 10. Januar 2014 (Urk. 8/338/12-15).
Dem
Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene
vom
10.
Januar
201
4
ist zu entnehmen,
dass
das Abklärungsgespräch
vom
23.
August
2013 im Beisein
einer Betreuungsperson der
Beschwerdeführerin
von der Pro
Infirmis
stattgefunden
habe
. Die
Beschwerdeführerin
habe erklärt, dass sich ihre gesundheitliche Situation geg
enüber dem Erstgespräch vom 19.
April 2010 nicht verändert habe. In den alltäglichen Lebensverrichtungen sei sie nicht auf Dritt
hilfe angewiesen. Aber ohne die von ihr organisierte Hilfe, wäre sie nicht in der Lage, selbständig zu wohnen. Das Hauptproblem sei die Migräne.
Es gebe ganz schlimme Phasen. In dieser Zeit sei die Empfindlichkeit auf Reize gross. Im Juni 2013
habe sie eine schlimme Attacke erlitten und sei deshalb eine Woche ausge
fallen. Durchschnittlich leide sie wöchentlich zwischen ein bis drei Tage an Migräne und benötige dann mindestens einen Tag Erholung. Auch bei starkem Kopfweh, welches ebenfalls eine Migräne auslösen könne, ertrage sie keinen Lärm. Aufgrund der Reizüberflutung und Lärmempfindlichkeit sei sie bei ihren Einkäufen sowie beim Kochen beeinträchtigt.
Aufgrund dieser gesundheitlichen Einschränkungen sei sie seit Jahren auch nicht in der Lage ihren Haushalt selber zu erledigen. Die Immunschwäche habe ebenfalls zugenommen, was ihren Alltag ebenfalls beeinträchtige
(
Urk.
8/338/1
2-13
, Urk. 8/505/
1-2
)
.
In Bezug auf die
alltäglichen Lebensverrichtungen
(
Art.
37 IVV)
An- und Aus
kleiden,
Aufstehen
,
Absitzen
und
Abliegen
sowie
Essen
sei die
Beschwerdeführe
rin
selbständig und sei keine Dritthilfe nötig. Für die
K
ö
rperpflege
und Verrich
tung der Notdurft bedürfe sie je keine regelmässige Dritthilfe.
Betreffend die
F
o
rt
bewegung (im oder ausser Haus) sowie die
Pflege gesellschaftlicher Kontakte sei die
Beschwerdeführerin
motorisch nicht eingeschränkt. Wegen Reizüberflutung würden die öffentlichen Verkehrsmittel nicht in Frage kommen. Autofahren sei möglich, wenn sie nicht an Migräne leide. Sie fahre wöchentlich mit dem Auto nach Oerlikon in die Physiotherapie. Durchschnittlich könne sie einmal pro Monat den Physiotherapietermin wegen Migräne nicht wahrnehmen. Wegen Immunschwäche verlasse sie die Wohnung im Winter nicht. Wegen Reizüberflu
tung und Immunschwäche könne s
ie keine Einkäufe tätigen. Die Abklärungsper
son bemerkte
zu diesen Ausführungen
, es
hätten
sich gegenüber dem Vorbericht
(vom 23.
April 2010,
Urk.
8/
135/1-3) und dem Urteil des Sozialversicherungsge
richts (
IV.2010.00935 vom 22.
August
2012, Urk.
8/158)
keine
wesentlichen
Änderung
en
ergeben
; die
Beschwerdeführerin
sei weiterhin nicht regelmässig und erheblich in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen auf Dritthilfe angewiesen
(
Urk.
8/338/13
, Urk. 8/338/15
, Urk. 8/505/2).
Sodann wurde im Abklärungsbe
richt zu den Aspekten der dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe und der persönlichen Überwachung (vgl.
Art.
37 IVV) ausgeführt,
die
Beschwerdeführerin
verwalte die Medikamente selber. Sie lebe alleine und es bestehe weder Fremd- noch Selbstgefährdung (
Urk. 8/338/14-15, Urk. 8/505/4)
.
Die
Frage, ob die
Beschwerdeführerin
wegen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung dauernd und regelmässig auf eine lebenspraktische Begleitung (
Art.
42
Abs.
3 IVG,
Art.
38 IVV) angewiesen sei,
verneinte
die Abklärungsperson
nach Prüfung der
drei Kategorien gemäss
Art.
38
Abs.
1
lit
. a bis c IVV mit der Begründung, dass die
Beschwerdeführerin
in der Planung/Organisation nicht ein
geschränkt sei und eine Tagesstruktur habe sowie kein Heimeintritt drohe
(Urk. 8/338/14)
.
Die Wäsche erledige die Kundin selber. Die Bettwäsche werde durch Dritte gewechselt und gewaschen, da dies sehr aufwändig sei und dazu sieben Stunden benötigt würden. Administrative Angelegenheiten erledige die Kundin selbständig. Seit der Lehrzeit koche die Mutter vier Mal pro Woche und seit 2001 sechs bis sieben Mal pro Woche.
Ein bis zwei Stunden wöchentlich besorge die Spitex
die Reinigung und Abfallentsorgung
.
Bezüglich Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten führte die Abklärungsperson aus, die Mutter (83 Jahre alt) der
Beschwerdeführerin
gehe seit
2007 mehrheitlich ein
kaufen. Sie kaufe zweimal wöchentlich für die Kundin ein und erledige Boten
gänge wie Apotheke oder ähnliches. Sporadisch würden Bekannte helfen. Das Aufsuchen der Bank oder eines
Bankomat
e
s
sei unregelmässig möglich. Nach Anmerkung der Abklärungsperson könne sich die
Beschwerdeführerin
dabei nach ihrem Befinden richten, was ihr zumutbar sei. Zu Arztterminen
mit einer Konsul
tationszeit von zirka einer Stund
e
und mit einem Fahrweg von zirka drei Stunden
in die
Klinik
M._
zirka drei Mal Jahr werde sie begleitet.
Sie stehe in regelmässigem Telefon- oder Mailkontakt. Das Aufsuchen von Amtsstel
len maximal einmal pro Jahr erfolge ebenfalls mit Begleitung. Die Termine zur Physiotherapie nehme die
Beschwerdeführerin
mit dem Auto wahr. Seit einem Jahr werde die
Beschwerdeführerin
in rechtlichen Fragen von der Pro
Infirmis
unterstützt
, was nicht anrechenbar
sei
. Sie erhalte Beratung in Versicherungsan
gelegenheiten,
zur Zeit
bei IV-Angelegenheiten bezüglich Ansprüche bei den Sozialversicherungen und der finanziellen Möglichkeiten für Hilfsmittelanschaf
fung.
Zum Titel der regelmässigen Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinde
rung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt wurde im Abklärungsbericht festgehalten, die
Beschwerdeführerin
pflege Kontakte zur Aussenwelt. Ihre Eltern würden in der Nachbarschaft wohnen und sie habe bei ihnen zusätzlich noch eine weitere kleine Wohnung gemietet. Sie gehe regelmässig zur Physiotherapie und regelmässig organisiere sie für zu Hause Massagen/Akupunktur. Sie pflege Tele
fon- und Mailkontakt
(
Urk.
8/338/14, Urk. 8/505/3-4)
.
Die Abklärungsperson merkte
ab
schliess
end
an,
im Haushalt sei die
Beschwerdeführerin
wie damals auf Leistungen der Spitex für die Reinigung, für den Einkauf und die Ernährung auf die Hilfe der Mutter und für die Hilfsmittelherstellung auf Dritte angewiesen.
Hausarbeiten, die stellvertretend übernommen würden, würden keine lebensprak
tische Begleitung darstellen. Die Herstellung von Hilfsmitteln würden ebenfalls keine lebenspraktische Begleitung begründen.
Die Mithilfe im Haushalt könne im Zusammenhang mit dem Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
gemäss Rand
ziffer 8047.2 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über Invalidität und Hilflosigkeit
(KSIH)
,
gültig ab
1.
Januar 2013
,
berück
sichtigt werden, wenn die versicherte Person den Haushalt nicht selber organi
sieren könne. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt. Die
Beschwerdeführerin
könne den Haushalt weiterhin selber organisieren und die Arbeiten einteilen. Sie sei bei der Tagesstruktur nicht auf Dritthilfe angewiesen. Im Haushalt sei sie weder angeleitet noch überwacht worden.
Dies habe das Sozialversicherungsge
richt ebenfalls bestätigt. Eine Änderung habe sich in der Zwischenzeit nicht ergeben. Die
Beschwerdeführerin
lebe weiterhin in demselben Rahmen wie bereits im Erstgespräch von April 201
0.
Es
drohe weiterhin kein Heimeintritt. Nach wie vor erfülle die
Beschwerdeführerin
die Voraussetzungen zur Anerkennung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung nicht
(
Urk.
8/338/14).
4.2.3
Nach der Abklärung vor Ort vom August 2013 wurden die folgenden medizi
nischen Berichte eingeholt
respektive zu den Akten gegeben:
Im ärztlichen Zeugnis vom 2. Juli 2013 attestierte
Dr.
Y._
eine voraussichtlich andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2011 (Urk. 8/193/1).
Laut dem Bericht von
Dr.
Y._
vom 2
6.
März 2014 bestehe eine zuneh
mende Verschlechterung der Beschwerden sowohl in körperlicher als auch psy
chischer Hinsicht. Zusätzlich zu den Beschwerden gemäss dem Bericht von August 2009 sei die Beschwerdeführerin wegen des seit der
Synkope am 29. Januar 2011 (mit Rippenfraktur und Kontusionen) konstant bestehenden Schwindels in drei Jahren rund sechs Mal gestürzt.
Das MRT vom 2
4.
Mai 2011 (vgl.
Urk.
8/199/6) habe mehrere
subcortical
lokalisierte hyperintensive Markla
gerläsionen und eine kleine fokale Läsion im Pons rechts gezeigt. Es bestehe fer
ner ein
zunehmender Gehörverlust
nach Erkältungen und Ohrenschmerzen im November 2011, im August und im
Dezember 201
3.
Auch die
Phonophobie sei zunehmend
, so dass bereits kleinste Geräusche oft Kopfschmerzen provozieren würden. Daher könne sie nicht lange Zug fahren und sich auch nicht in Einkaufs
häusern oder an anderen Orten mit erhöhtem Lärmpegel aufhalten. Das Koordi
nieren von Handlungen, Konzentrieren und das Sehen von Bewegungen (Men
schen, die gestikulieren) könnten ebenfalls Kopfschmerzen auslösen. Es bestehe eine ausgeprägte Belastungsintoleranz physischer und psychischer/sensorischer Natur. Auch könne sie nur noch selten Menschen besuchen, einerseits wegen der Schmerzen, andererseits da sie sofort krank werde, wenn andere Personen auch nur leicht erkältet seien, und
sie leide zunehmend an Darminfekten mit Durchfall mit anschliessend zweimonatiger Erholungszeit.
Es sei auch eine
Zunahme der sehr langen Migränephasen (2012 und 2013: fünf- bis sieben Mal pro Jahr, früher: ein- bis zweimal pro Jahr)
zu verzeichnen. Im 2013 habe sie
zirka acht Mal eine invalidisierende
Lumboischialgie
erlitten, während deren sie tagelang habe zuhause bleiben müssen und kaum mehr sowie nur noch mit Stock ein paar Schritte habe gehen können.
Es bestehe ein zunehmender sozialer Rückzug und eine Verwahrlosung, da sie es wegen ihrer Infektanfälligkeit schon gar nicht mehr wage, irgendwelche Menschen zu treffen. Die
Beschwerdeführerin
benötige drin
gendst Unterstützung, um im Alltag klarzukommen (
Hilflosenentschädigung
). Auch ihre
Wohnung versinke zunehmend im Chaos
, da sie es nicht mehr schaffe aufzuräumen.
Die betagte Mutter kümmere sich um einen grossen Teil des Haus
halts und des Kochens.
Wenn die Mutter ausfalle, könne sich die
Beschwerdefüh
rerin
nicht mehr versorgen, da sie kein Geld habe, um die Unterstützung zu bezahlen. Da die Wohnung den Eltern gehöre und diese in einem desolaten Zustand und vollkommener Unordnung sei, würden diese ihr ein Wohnrecht absprechen, wenn die Mutter sterbe. Diese existentiellen Ängste würden der
Beschwerdeführerin
sehr zu schaffen machen und die körperlichen Probleme ver
stärken. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (
Urk.
8/227/2-5).
Im Bericht
vom 2. April 2014 erklärte Dr.
Y._
ergänzend, die
Beschwer
deführerin
leide an vier Arten von Migränen, an Phonphobie und chronischem Spannungstypkopfschmerz. Und zwar seien diesbezüglich die folgenden Diagno
sen gegeben: Status
Migränosus
(ICD-10 G43.2; Migräne 72 Stunden und länger mit hoher Schmerzintensität), chronische Migräne (ICD-10 G43.3; mindestens 15 Tage pro Monat Migräne), Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0) und Migräne mit Aura (ICD-10 G43.1) je mit Schmerzphasen von 24 bis 48 Stunden, auch nachts, mit anschliessendem
Katertag
mit Benommenheit, Erschöpfung, Überreizung und Konzentrationsunfähigkeit sowie chronische Spannungstypkopfschmerzen (ICD-10 G44.2). Oft habe sie Migräne und Spannungskopfschmerz gleichzeitig. Die Phonophobie (ICD-10 H93.2) sei durch die jahrzehntelangen, starken Schmerzen sehr ausgeprägt geworden. Schwindel (ICD-10 R42) könne zur Migräne gehören, jedoch auch unzählige andere Ursachen haben. Während der Migräne und am Katertrag steige die Schwindelintensität markant an. Da die
Beschwerdeführerin
deshalb an dermassen vielen Tagen ausfalle, könne sie ihre regelmässigen Arbei
ten nicht bewältigen. Es mache keinen Sinn, selbst einkaufen zu gehen und damit in einen Migräneauslöser hineinzulaufen. Sie koche sich durchschnittlich ein bis drei Mal pro Monat selber und könne nicht kochen, wenn sie Migräne habe. Sie wisse, dass Mangelernährung Migräne und Infektanfälligkeit sowie andere Krankheiten fördere. Sie erbreche nicht bei jedem Migräneanfall, oft habe sie Durchfall ohne zu erbrechen. Sie lebe seit 15 Jahren zunehmend im Chaos, Staub und Schmutz, weil ihre Leistungsfähigkeit infolge diverser chronischer Schmer
zen ausfalle. Sie benötige dringend jemanden, der im
J._
aufräume (
Urk.
8/228/6-7).
Mit Schreiben vom 12. September 2014 attestierte Dr.
Y._
eine einge
schränkte Reisefähigkeit. Und zwar könnten öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzt werden wegen Reizüberflutung (bei Stressinsuffizienz, Phonophobie) und wegen der Ansteckungsgefahr wegen Infektanfälligkeit. In fremden, nicht ergo
nomisch
eingerichteten Autos als Mitfahrerin leide die Beschwerdeführerin regel
mässig an Übelkeit. Sie habe dies viele Jahre ausprobiert (zum Beispiel mit dem Rotkreuz-Taxi) und habe regelmässig Migräne bekommen nach solchen Fahrten. Mit dem eigenen Auto könne sie maximal 20 Minuten, mithin für eine Fahrt von 15 Kilometer schmerzfrei Sitzen. Danach würden die verschiedenen Schmerzen beginnen (Rücken-, Nacken-, Kopfschmerzen, was schnell Migräne und andere Schmerzschübe auslöse;
Urk.
8/277/5).
Ergänzend zum bereits in den obgenannten Berichten Ausgeführten erklärte Dr.
Y._
zur eingeschränkten Reisefähigkeit im Bericht vom
3.
November 2014 ausserdem, an Tagen mit migränebedingten Schlafstörungen sei die
Kon
zentrations
- und Reaktionsfähigkeit massiv reduziert. Die Beschwerdeführerin könne dann unmöglich Autofahren. Normale Gespräche würden nach zirka 30 Minuten, Hundegebell, lautes Rufen, das Zuknallen von Auto- und Wohnungs
türen würden bereits nach drei bis fünf Minuten (Phonophobie) und ebenso das Aufnehmen von vielen Informationen mit den Augen in kurzer Zeit (etwa beim Fahren durch eine Stadt mit vielen Schildern und Verkehr; Photophobie) Migräne auslösen. Normale Reize würden verstärkt und schmerzhaft wahrgenommen (Hochsensibilität). Die Infekte, welche wegen der deutlich reduzierten Immunab
wehr schon bei geringen Kontakten mit fremden Viren und Bakterien entstehen könnten, würden jeweils schwer verlaufen und kaum auf Medikamente anspre
chen. Nach über vierzig irreversiblen Gehörschädigungen nach ORL-Infekten betrage die Hörfähigkeit nur noch 50
%
. Die
Beschwerdeführerin
habe erfolglos zehn Hörgeräte getestet. Allein in den letzten 6 Jahren habe die Vertaubung links um 14
%
und rechts um 16
%
zugenommen. Die spürbare Verschlechterung der Hörfähigkeit erfolge immer unmittelbar während eines Infektes der oberen Atem
wege. Die Beschwerdeführerin lese von den Lippen ab. Die Gesprächspartner sollten sie anschauen, langsam und möglichst in gleichbleibender Lautstärke sprechen, damit sie etwas verstehe. In Räumen ohne Teppiche und ohne Vorhänge verstehe die Beschwerdeführerin kaum, was gesprochen werde, selbst wenn sich der Gesprächspartner bemühe. Die Infekte würden fast immer gepaart auftreten. Wenn sie einen Infekt der oberen Atemwege habe, dann folge der Magen-Darminfekt meistens zwei Tage später parallel dazu. Die gesamte Infekt- und
Rekonvaleszenzzeit
dauere im Schnitt zwei- bis drei Monate. Bei einem Magen-Darminfekt könne sie nicht ausser Haus, dann falle auch die Physiotherapie aus, denn sie müsse innert zwei Minuten Zugang zu einem WC habe. In dieser Zeit sei sie sehr geschwächt und könne auch nicht essen wie vor dem Infekt. Aufgrund der neurotischen Fehlentwicklung mit
absoluter Stressintoleranz und multipler neurovegetativer Symptomatik, Neurasthenie, könne die Beschwerdeführerin nicht mehrere Termine in wenigen aufeinanderfolgenden Tagen wahrnehmen, ansonsten
dekompensiere
ihr ganzes System. Ihre Leistungsfähigkeit sei deutlich eingeschränkt. Überlastung löse schnell Infekte, tage- bis wochenlange Kräfte
zusammenbrüche, Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit, Migräne und Insomnie aus. Sie leide an immer wiederkehrenden Schwächezuständen und dann fahre sie nicht Auto. Da sie chronisch unter nicht erholsamem Schlaf leide, brauche sie täglich eine lange Anlaufzeit. Aufgrund der
Lumboischialgie
könne sie nur mit Keilkissen auf Stühlen sitzen und diese müssten mindestens 55 cm hoch sein, anderenfalls würden wochenlang
Lumboischialgien
auftreten. Eine Fahrstrecke sollte daher nicht länger als 20 Minuten am Stück dauern. In ihrem Leihauto habe sie mit ihrem Physiotherapeuten eine Sitzeinstellung so optimal als möglich ein
gerichtet. Im Winter könnten wegen der Infektanfälligkeit keinerlei Termine aus
ser Haus abgemacht werden. Die neurologischen Probleme seien vielfältig und hätten sich seit 2011 verschlechtert (Schwindel, Migränen, etc.;
Urk.
8/294/14-16).
Gemäss dem
Bericht von Dr.
Y._
vom 24. August 2015 hat die
Beschwer
deführerin
einen Grossteil der Telefontermine wegen Migräne oder anderen Beschwerden abgesagt respektive verschoben. In die Praxis
M._
oder
N._
habe diese im Jahr 2015 (bis August 2015) nie fahren können, sondern sie habe
um Hausbesuche gebeten (Urk. 8
/375/1).
Dem Bericht von Dr.
Y._
vom 1
7.
November 2015 ist zu entnehmen, seit dem Bericht vom 3. November 2014 habe sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
nach einer monatelangen dauernden
Durchfallserkrankung
Ende 2014 bis April 2015 nochmals deutlich verschlechtert. 2014 habe sie noch 55 Kilogramm gewogen, nach diesen monatelangen Durchfällen im April 2015 noch 48 Kilogramm, aktuell 47 Kilogramm bei einer Grösse von 163 cm. Dieser zunehmende Gewichtsverlust habe ihren bereits vorher sehr eingeschränkten Gesundheitszustand - sowohl der körperlichen Beschwerden und Schmerzen als auch der mangelnden Belastbarkeit - auf den verschiedenen Ebenen weiter verschlechtert (
Urk.
8/418/55).
Im Verlaufsbericht vom 1
0.
Januar 2017 hielt Dr.
Y._
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
fest, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Psychisch und körperlich sei sie überhaupt nicht belastbar. Jede kleinste Anfor
derung führe zu tagelangem Liegen mit Migräne und anderen Beschwerden. Es könne keine berufliche Tätigkeit ausgeübt werden. Sie könne knapp den Haushalt erledigen, wo eine 30- bis
50%ige Leistungsfähigkeit bestehe und wo sie oft auf Hilfe angewiesen sei. Sie benötige fast überall Unterstützung. Prognostisch sei eine langsame Verschlechterung zu erwarten (
Urk.
8/486/1-3).
Dr.
Y._
legte ausserdem eine Diagnoseliste bei, die nicht abschliessend sei. Nebst den bereits zuvor genannten Diagnosen zur Migräne und zum chronischen Schmerzsyndrom ordnete sie insbesondere die Beschwerdebilder wie folgt dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 zu: Allgemeiner Schwächezustände (ICD-10 R53) mit geringer körperlicher Belastbarkeit (verstärkt seit März 2010), Immunschwäche (ICD-10 D84.9) bei reduzierter Immunabwehr mit erhöhter Infektanfälligkeit (stecke sich sofort an, schwere Infekte mit bleibenden Schäden wie zum Beispiel Gehörverlust), Insomnie (ICD-10 G47.0, G47.2) mit Ein- und Durchschlafstörungen mit folgenden Konsequenzen (verstärkt seit 2006), Nyktu
rie (ICD-10 R35),
Reizdarm
(ICD-10 K58), Untergewicht (ICD-10 R63.4), Hörver
lust (ICD-10 H90), Phonophobie (ICD-10 H93.2), verstärkt seit November 2007 (
Urk.
8/486/4).
Am 23. Mai, 12. Juni und 2
3.
August 2017 führte Dr.
Y._
in ärztlichen Zeugnissen aus, die
Beschwerdeführerin
leide an verschiedenen körperlichen Erkrankungen. Der Gesundheitszustand verändere sich von Tag zu Tag und sei auch in besseren Zeiten nicht vorhersehbar. Es müsse daher jederzeit mit häufigen und kurzfristigen Ausfällen gerechnet werden (Urk. 8/527/1). Die Immunabwehr sei deutlich reduziert und die
Beschwerdeführerin
stecke sich schnell an mit lang
wieriger Rekonvaleszenz (
Urk.
8/527/2). Aus gesundheitlichen Gründen könne sie Gegenstände von maximal 4 bis 5 Kilogramm tragen (
Urk.
8/527/3) und benötige Unterstützung beim Kochen (zirka 4 Mal pro Woche, wenn dabei vorgekocht werde). Weil sie eine Spezialdiät brauche, könne sie nicht den Mahlzeitendienst in Anspruch nehmen (Urk. 8/527/4). Sie brauche aus gesundheitlichen Gründen ausserdem Unterstützung beim Einkaufen (Urk. 8/527/5) und eine Spezialbett
lagerung mit vielen Kissen und anderen Bestandteilen, die regelmässig an der frischen Luft gelüftet und die dazugehörigen Bezüge alle zwei bis drei Wochen gewaschen werden müssten (Urk. 8/527/6).
4.2.4
In den von der
Beschwerdeführerin
in diesem Verfahren eingereichten ärztlichen Bestätigu
ngen von
Dr.
Y._
vom 16.,
2
4.
Oktober und 1
8.
Dezember
2017 hielt diese fest, die
Beschwerdeführerin
weise noch immer eine massiv einge
schränkte körperliche und psychische Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit auf. Sie benötige wegen ihren vielen körperlichen Beschwerden für die meisten Tätig
keiten sehr viel Zeit und für gewisse zudem Hilfsmittel. Zum Beispiel könne sie die Wäsche nur mit einer Greifzange aus der Waschmaschine nehmen. Da sie nur sehr wenig Gewicht
tragen könne, müsse sie oft hin und her gehen, was sie auch nur langsam könne (
Urk.
3/3). Bei den letzten Hausbesuchen im
J._
sei der Zustand der Wohnung jeweils chaotisch
und unordentlich gewesen (Urk.
3/4).
Die
Beschwerdeführerin
leide seit Jahren an Vereinsamung und sozialer Isolation auf
grund ihrer gesundheitlichen Beschwerden (
Urk.
11/2).
Gemäss dem ärztlichen Zeugnis von
Dr.
med.
O._
, Facharzt für allgemeine Medizin, vom
1.
November 2017,
unterzeichnet
in Vertretung durch
Dr.
med. P._
, erlitt die
Beschwerdeführerin
am 2
0.
Oktober 2017 einen Unfall, wodurch die Leistungsfähigkeit stark vermindert sei. Auch die Konzentrations
fähigkeit sei gestört, so dass sie bis zirka Ende November 2017 in ihrer Einsatz
fähigkeit stark reduziert sei (
Urk.
3/5).
Im Bericht vom 2
8.
November 2017 erklärte
Dr.
O._
respektive
Dr.
P._
ausserdem, die Folgen des Unfalls seien noch nicht ausgeheilt und die
Beschwerdeführerin
könne bis mindestens Dezember 2017 keine administrativen Aufgaben erledigen (
Urk.
11/1).
5.
5.1
5.1.
1
Die
ab dem August 1990
zugesprochene,
mehrmals bestätigte Rente der Beschwerdeführerin
wurde
aufgrund einer psychisch überlagerten Schmerz- respektive Somatisierungsstörung (neurotische Fehlentwicklung mit abs
oluter Stressintoleranz, Urk. 8
/11/2,
Chronic
fatigue
Syndrom respektive Neur
asthenie [ICD-10 F48.0], Urk. 8
/22/9, schwere multiple körperliche Fehlsteuerung im Sinne ein
er Somatisierung, Urk. 8
/25/5) zugesprochen.
Der Anspruch auf eine ganze Rente wurde zuletzt mit Mitteilung
vom 13.
Januar 2017 bestätigt (
Urk.
8/
490).
Dabei verzichtete die
Beschwerdegegnerin
auf
eine Begutachtung, namentlich auch auf die geplante stationäre multidisziplinäre Begutachtung in der Rehaklinik
F._
. Gemäss dem Feststellungsblatt vom 1
3.
Januar
2017
wur
den aufgrund der langen
Rent
enzusprache
seit 1990, des Alters der
Beschwerdeführerin
(von damals
fast
58 Jahren) sowie angesichts der sehr hohen Begutachtungskosten auf weitere Abklärungen verzichtet
(
Urk.
8/
488/9
).
Die
Beschwerdegegnerin
verzich
tete auch auf weitere Abklärungen hinsichtlich des Anspruchs auf eine
Hilflo
senentschädigung
.
Die
Bemerkung im angefochtenen Entscheid
zum Anspruch auf
Hilflosenentschä
digung
,
es fehle an einer fundierten medizinischen Begründung und Antworten hätten mit der angestrebten medizinischen Begutachtung gefunden werden sollen,
wozu
sich
die
Beschwerdeführerin
indes
ge
weigert habe
(Urk. 2 S.
2), ist somit unzutreffend.
Der
Beschwerdeführerin
darf
mithin
keine Mitwirkungs
pflicht
verletzung
(
Art. 43 Abs. 3 ATSG,
Art.
7b IVG)
vorgeworfen werden
, welche (
nach Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
) zur Folge hätte, dass abschliessend aufgrund
der
vorliegenden
Akten über den Anspruch auf
Hilflo
senentschädigung
ab September 2009
zu entscheiden wäre
.
Es gilt
weiterhin
der
Untersuchung
sgrundsatz (
Art.
43
Abs.
1 ATSG).
5.1.2
E
ntgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
kann bei vorliegender Aktenlage indes
nicht abschli
essend
ausgeschlossen werden, dass für die Zeit von September 2010 bis Anfang Oktober 2017 ein Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
besteht.
Denn es haben sich seither Veränderungen eingestellt, welche bei der Begründung des Urteils IV.2010.00935 vom 2
2.
August 2012 (
Urk.
8/158) massgeblich waren.
So
musste
i
m Vergleich zum Sachverhalt bis Ende August 2009, wie er
diesem
Urteil vorgelegen hatte,
die Erwerbstätigkeit als Flötenlehrerin
(
Urk.
8/158/7,
Urk.
8/158/11)
Anfang
2011
aus gesundheitlichen Gründen
gänzlich aufgegeben
werden (Urk.
8/193/1, Urk. 8/226/1)
.
Im Urteil war
dazu
der Bericht von
Dr.
Y._
(damals vom Spital
L._
)
vom
12.
August
2009
berücksichtigt worden
, wonach eine wechselbelastende Tätigkeit an einem ruhi
gen Arbeitsplatz mit der Möglichkeit
, sich alle drei bis vier Stunden hinzulegen, als zumutbar beurteilt worden
sei
(Urk.
8/127/5,
Urk.
8/158/13
). Für die Zeit
ab Februar 2011 attestierte Dr.
Y._
dagegen
nunmehr
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit (
Urk.
8/193/1
).
Ausserdem wurde d
ie Hilfe im Haushalt durch die Spitex von
bisher
zwei
Stunden alle zwei Wochen (Urk. 8/158/7, Urk. 8/158/
11
) gemäss dem Abklärungsbericht vom
1
0.
Januar 2014
bis zur Erhebung im August 2013
auf
ein bis zwei Stunden pro Woche für die Reinigung und Abfallentsorgung
erhöht
(Urk. 8/338/14)
.
Aus
serdem ist die
Entwicklung der
Spitexhilfe
bis Oktober 2017
nicht bekannt.
Die
Beschwerdegegnerin
hat von der Spitex
hierzu bisher
keinen Bericht eingeholt.
Auch i
n
medizinischer
Hinsicht
sind Veränderungen ausgewiesen.
Zu den
bekannten
Beschwerdebildern (Stressinsuffizienz
mit Migräne und Infekt bei Belastung
,
chronisch rezidivierende Cluster-Kopfschmerzen und Migräne
,
chro
nisch rezidivierende Infekte mit bleibenden Schädigungen [Hörverminderung],
Lumbalgien
, rezidivierende
Il
iosakralgelenks
-Blockaden
, belastungsabhängige Schulter-, Hüft-, Knie- und Fussschmerzen
;
Urk.
8/158/6-7
)
trat
seit einen Sturz
am 2
9.
Januar 2011
bei kurzer Bewusstlosigkeit
mit
Rippenfraktur und Kontu
sionen gemäss dem Ber
icht
von
Dr.
Y._
vom 26.
März 2014
ein
konstant bestehender
Schwindel
variabler, oftmals intensiver Ausprägung
hinzu
, der seit
her zu wiederholten Stürzen geführt habe
(Urk.
8/227/2-3
).
Der Sch
w
indel
wurde
aus neurologischer Sicht von Dr.
Q._
, Fachärztin für Neurologie,
gemäss dem
Bericht vom 26. September 2011 als unklarer
Schwankschwindel
(differentialdiagnostisch: phobischer Schwindel)
beurteilt
(Urk. 8
/227/13
, Urk. 8/294/16).
Des Weiteren
attestierte
Dr.
Y._
in ihren Berichten
von 2009 bis 2017
eine
über die Jahre
zunehmende Verschlechterung in Bezug auf den Gesamtzustand und die bisherigen Beschwerden (
zunehmender
Gehörverlust
nach Erkältungen im November 2011, August und Dezember 2013
sowie zuneh
mende Phonophobie mit verstärkter Lärmunverträglichkeit
;
zunehmende
Darminfekte mit Durchfall und langer Rekonvaleszenz
sowie
mit Gewichtsverlust von Ende 2014 bis April 2015
, Zunahme der sehr langen Migränephasen ab 2012 und der
Lu
m
boischialgien
ab 2013, der Verwahrlosung und des sozialen Rück
zugs;
Urk.
8/227/2-3
, Urk. 8/294/16, Urk. 8/418/55
)
. Dabei sind
die
Feststellun
gen
von
Dr.
Y._
zumindest
teilweise
durch
objektive
Befunde
belegt (
Gewichtsverlust
mit Untergewicht
von 55 Kilogramm auf Kilo 47 Kilogramm
[BMI 18 kg/m
2
]
vom Sommer 2014 bis März 2015 [Berichte vom 3
0.
März,
2
4.
August,
15. September
,
17. November 2015
,
Urk.
8
/342/1
, Urk. 8/375/1, Urk. 8/398
, 8/418/55
]
; Gehörverlust
per
2014: rec
hts 50,3 %, links 44,9 %, Urk. 8
/294/19;
per
2015: rechts 53,6 %, links 45,6 %, Urk.
8/418/68
).
Auch im
Verlaufsb
ericht von
Dr.
Y._
vom 1
0.
Januar 2017 wurde nochmals eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
bei einer
verbleibenden
Leistungs
fähigkeit im Haushalt von 30 bis 50
%
aufgeführt
(
Urk.
8/486/1-2).
5.1.3
Vor diesem Hintergrund
kann nicht
ausgeschlossen werden, dass die Verände
rungen anspruchsrelevant sein könnten.
Hierbei
ist
insbesondere
auch
der Abklä
rungsbericht vom 10.
Januar
2014 betreffend die Erhebung vor Ort vom 2
3.
August 2013
(
Urk.
8/338/12-15)
nicht
ausreichend
, um
den massgeblichen Sachverhalt bis Oktober 2017 zu erheben
. Auf eine aktuelle Abklärung vor Ort kann daher nicht verzichtet werden.
5.2
5.2.1
E
ntgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin
ist
der im August 2013 erhobene Abklärungsbericht
indes
nicht
schon
deshalb als Beweismittel untauglich, weil er nicht aktuell ist. Denn es ist hier ein Anspruch auf eine Dauerleistung rückwir
kend ab September 2010 und nicht erst ab 2017 zu beurteilen. Ein aktueller Abklärungsbericht bietet für die damaligen Jahre keine gleich verlässliche Grund
lage
und wird daher
ergänzend massgeblich sein
. Der vorliegende Bericht gibt
dagegen
insbesondere
Auskunft über die Verhältnisse, wie sie sich nach der rechtskräftigen Verfügung vom 31. August 2010 (Urk. 8/141) bis Mitte 2013 (Urk. 8/338/12, Urk. 8/505/1) entwickelt haben und ist als Beweismittel insofern grundsätzlich beachtlich
.
Daran vermag nichts zu ändern, dass der Abklärungsbericht die Adresse der
Beschwerdeführerin
an der
K._
aufführte und die weitere Wohnungsadresse
J._
(rund 70 Meter von der ersten Adresse entfernt) nicht erwähnt
e (Urk. 8/338/12, Urk. 8/505/1). Denn zum einen wurde im Abklärungsbericht
festgehalten, dass die
Beschwerdeführerin
von ihren Eltern eine weitere kleine Wohnung gemietet habe (Urk. 8/338/14, Urk. 8/505/3).
Zum anderen war d
ie Adresse
K._
schon im Abklärungsbericht vom 23. April 2010 aufgeführt gewesen (Urk. 8/135/1), ohne dass dies damals beanstandet worden wäre. Auch aus dem Abklärungsbericht ergibt sich kein Hinweis darauf, dass die
Beschwerdeführerin
mit dem Ort der Erhebung nicht einverstanden gewesen wäre. Diese Adresse verwendete die
Beschwerdeführerin
zudem
durchwegs
auch im Verwaltungs- und Gerichtsver
fahren im Jahr 2010 bis 2012 gegenüber der
Beschwerdegegnerin
und dem Gericht (Urk. 8/132, Urk. 8/142/2, Urk. 8/142/23, Urk. 8/142/32, Urk. 8/144/1, Urk. 8/147/2, Urk. 8/155, Urk. 8/157/2, Urk. 8/15/21-23, Urk. 8/162, Urk. 8/168, Urk. 8/195/1).
Im Schreiben vom 1
8.
August 2013 führt
e
die
Beschwerdeführerin
ausserdem aus, dass
sich
der aufwändige
Bettwäschenwechsel
vier Mal pro Jahr
bei der
im Elternhaus gemietete
n
Zweizimmerwohnung (
Urk.
8/187/3)
J._
auf ein
Sofabett
beziehe (hinlegen tagsüber sei notwendig). Bezüglich der W
ohnung an der Adresse
K._
sprach die
Beschwerdeführerin
dagegen von eine
m Bett (Urk.
8/195/
8, Urk. 8/195/10
). Auch dies lässt nicht darauf schliessen, dass sich die Hauptadresse im August 2013
in der Wohnung
J._
befand.
Bei der Beurteilung des Anspruchs auf
Hilflosenent
schädigung
ist
im Übrigen
das Führen von zwei Haushalten und
das
Bewohnen von
zwei Wohnun
gen mit dem dadurch entstehenden (Mehr-)Aufwand durch eine alleinstehende versicherte Person grundsätzlich nicht
beachtlich
.
5.2.2
In rechtlicher Hinsicht
ist indes zu beachten, dass im Abklärungsbericht vom 10. Januar 2014
bezüglich der
lebenspraktische
n
Hilfe im Sinne von
Art.
38 Abs. 1
lit
.
a IVV (selbständiges Wohnen)
die
Dritt
hilfe im Haushalt bei der Anspruchsprüfung
mit der Begründung
nicht berücksichtigt
wurde
,
dass d
ie
in Randziffer 8047.2 KISH
genannte Voraussetzung, nämlich
die Fähigkeit,
den Haushalt selbständig zu organisieren, nicht erfüllt sei
. Die
Beschwerdeführerin
könne den Haushalt weiterhin
selber organisieren, sei bei der Tagesstruktur nicht auf Dritthilfe angewiesen und werde im Haushalt weder angeleitet noch über
wacht (Urk. 8/338/15
).
Die Randziffer 8047.2 KISH wurde indes per
1.
Januar 2014 aufgehoben
und unter der Randziffer 8050.2 KSIH
(
gültig
von
Januar
bis Dezember
2014) wie folgt aufgenommen:
"
Eine lebenspraktische Begleitung kommt jenen Versicherten zu, welche aus gesundheitlichen Gründen nur mit einer Begleitung durch eine Dritt
person selbständig Wohnen können
(
9C_28/2008). Kann eine versicherte Person beispielweise die Fenster
nicht putzen oder nicht bügeln, muss sie trotzdem nicht in
ein Heim. Deswegen können solche Hilfeleistungen nicht
als lebenspraktische Begleitung anerkannt werden. Die
Summe aller notwendigen Hilfeleistungen, unter Berücksichtigung
der Schadenminderungspflicht, muss dazu führen,
dass mit Ausbleiben der Dritthilfe-Unterstützung ein
Heimeintritt zwingendermassen die Folge wäre.
"
In
der ab Januar 2015 gültigen Fassung wurde diese Weisungsbestimmung
ohne Be
i
spiel (
2.
und
3.
Satz)
,
aber ansonsten unverändert neu unter der Randziffer 8050.3 KSIH (gültig ab Januar 2015 bis
Ende 2017
) aufgeführt. Zusätzlich wurde in Randziffer 8050.1 KSIH das Folgende vorgesehen: "Sofern die versicherte Person Hilfe/Unterstützung in mindestens einem der Bereiche gemäss
Rz
. 8050 benötigt,
kann zusätzlich auch ein Hilfebedarf im Haushalt anerkannt
werden.
Die Berücksichtigung des Haushaltes ist somit immer nur
kumulativ möglich."
Randziffer 8050 KSIH (in der von Januar 2015 bis Februar 2016 gültig gewesenen Fassung) lautete: "Die lebenspraktische Begleitung ist notwendig, damit der All
tag selbstständig bewältigt werden kann. Sie liegt vor, wenn die betroffene Person auf Hilfe bei mindestens einer der folgenden Tätigkeiten angewiesen ist: – Hilfe bei der Tagesstrukturierung; – Unterstützung bei der Bewältigung von Alltags
situationen
(z.B. Fragen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene,
einfache admi
nistrative Tätigkeiten, etc.);
"
.
Im
IV-Rundschreiben Nr. 365
des Bundesamtes für Sozialversicherungen
(BSV)
vom 28. Juli 2017
wurde
jedoch z
u
r
Weisung
in Randziffer 8050
.1
KSIH
bestimmt, dass die KSIH
entsprechend den Ausführungen gemäss dem Urteil des Luzerner Kantonsgerichts 5V 16
443
vom 3. Mai 2017 (LGVE 2017 III Nr.
2
; abrufbar unter
https://gerichte.lu.ch/recht_sprechung/lgve
), wonach die seit 1.
Janua
r 2015 geltende Fassung von
Rz
.
8050.1
KSIH
mit BGE 133 V 450 nicht vereinbar
und daher nicht anzuwenden sei,
mit sofortiger Wirkung angepasst werde und der Passus, wonach die Berücksichtigung des Haushaltes nur kumula
tiv möglich sei per 2018 wieder gestrichen werde.
Die Randziffer 8050 bis
8050.3
KSIH
wurden
in der Folge
ab
1.
Januar 2018
dahingehend geändert, dass die direkte Dritthilfe im Haushalt auch anzurechnen ist, wenn Dritte Leistungen wie die Wohnung putzen und aufräumen, Wäsche erledigen, Mahlzeiten vorbereiten, usw. übernehmen, wobei die erforderlichen Hilfeleistungen unter dem Gesichtspunkt einer Verwahrlosung zu evaluieren sind und mithin zu prüfen ist, ob die versicherte Person ohne die entsprechende Hilfe in ein Heim eingewiesen werden müsste. Randziffer 8050.1 KSIH wurde aufge
hoben.
Dabei darf die Mithilfe von Familienangehörigen
vorausgesetzt
werden, sofern sie im gleichen Haushalt wohnen.
5.2.3
Da d
ie s
eit
1.
Januar 2015 geltende
Rz
8050.1 KSIH sich mit BGE 133 V 450
somit
nicht vereinbaren
liess
(vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich IV.2015.00185 vom 1
5.
März 2016 E.
6.2
) und das Bundesgericht bereits in die
sem Entscheid
vom 2
3.
Juli 2007
betont hatte, dass
das selbständige Wohnen auch die Erledigung des Haushalts
umfasst (BGE 133 V 450 E. 9)
,
sind die ab Januar 2018 in
Ziff.
8050 bis 8050.3 KSIH aufgeführten, vom BSV aber bereits am 28. Juli 2017 angeordneten Verwaltungsweisungen auch für die Zeit der ersten Abklärung massgeblich.
Die Begründung der Abklärungsperson
(
Urk.
8/338/15)
, aber auch
die gleichlau
tende Begründung der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2 S. 2)
zur lebenspraktischen Begleitung
und
Haushaltsführung (Erfordernis der gesundheitsbedingten Einschränkung in Planung und Organisation des Haushal
tes)
,
entbehrt
in dieser Form somit
einer
Rechtsgrundlage
und ist
folglich
unter Berücksichtigung der rechtskonformen Weisung
neu zu beurteilen
.
5.3
5.3.1
N
ach dem Gesagten kann bei gegebener
Akten- und Rechtslage nicht ab
schlies
send über
den Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Art.
42 ff. IVG)
entschieden werden.
Die
Beschwerdegegnerin
hat eine
n
aktuellen Abklärungsbericht für
Hilflosenent
schädigung
für Erwachsene einzuholen, der den
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen
(vgl. E. 2.5 hiervor; BGE 133 V 450 E. 11.1.1)
genügt und
mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 133 V 450 E. 9) und
aktuellen
Verwal
tungsw
eisungen
(vgl. E. 5.2.2 hiervor)
übereinstimmt
.
Der Abklärungsbericht hat
im Übrigen
auch
die
besonderen
Wohnverhältnisse
der
Beschwerdeführerin
, namentlich aufgrund
der
Z
weitwohnung
(Abgrenzung Mehraufwand),
und
die
von Dr.
Y._
aufgeführte zunehmende Verwahrlosung
zu
berück
sichtigen
, welche die
Beschwerdeführerin
mit diversen Fotos doku
mentierte (Urk. 8/228/37-41,
Urk. 8/319/25-88,
Urk.
17-
18, Urk. 19/1-7).
Sachdienlich, insbesondere da
die
Beschwerdegegnerin
auf eine
medizinische
Begutachtung verzichtet
hat
, wäre ausserdem
eine Begleitung der Abklärungs
person durch eine medizinische Fachperson respektive eine Begutachtung durch eine medizinische Fachperson vor Ort sowie
(vorab)
die Einholung eines
Bericht
s
der von der
Beschwerdeführerin
beauftragen Spitex
über die Art, Dauer und Regelmässigkeit ihrer Leistungen
(
möglichst
nach chronologischer Darstellung in den letzten Jahren seit 2009
und aktuell
).
Ergänzend
ist (ebenfalls vorab) die Ein
holung eines Berichts
d
e
s
behandelnden
Arztes Dr.
O._
vorzunehmen
.
5.3.2
Die an
gefochtene Verfügung vom 26. September
2016 (Urk. 2) ist somit aufzu
he
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur
ergänzenden
Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung
ab September 2010
zurück
zuweisen
.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 9
00.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzu
erlegen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter
Rechtsanwalt
Patrick Stutz, Baden,
reichte trotz Aufforderung (Urk.
9
S. 2
) keine Honorarnote ein. Angesichts der Bedeutung der Streitsache
, des Zeitaufwandes
und der Schwierigkeit des Falles sowie unter Berücksichtigung des praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 220.-- ist seine Entschädigung von Amtes wegen auf Fr.
2'500
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.