# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b945f59d-850f-45e6-a4a9-dc212f5ec05f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
59, war seit
1.
Januar 2000
im Wohnheim
Y._
als Krankenschwester tätig
und
dadurch
bei der Zürich Ver
sicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend Zürich Versicherung) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als sie am
1
6.
Janua
r 2014 bei einer Skiabfahrt
das rechte Knie überdrehte (
Urk.
8/Z1).
Gleichentags liess sich die Ver
sicherte im
Spital Z._
behandeln, wobei eine Kniedistorsion rechts
so
wie eine Subluxation der Patella rechts mit spontaner Reposition diag
nos
ti
ziert
wurde
n
(
Urk.
8/ZM1). Im MRI vom 1
4.
Februar 2014 wurde
n
eine Partialruptur
des vorderen Kreuzbandes, ein begleitender Gelenkserguss mit Zei
chen der chro
nischen
Synovitis
, ein
subchondrales
fokales Knochenmarködem im lateralen
Tibiakopf
, Zeichen einer partiell
rupturierten
Baker-Zyste
und
eine
Chondro
pathie
Grad III retropatellar sowie Grad IV
femorotibial
medial, ohne
Menis
kus
läsionen
,
festgestellt (
Urk.
8/ZM3). Mit
Verfügung vom
5.
Mai 2014
(Urk. 8/Z2
1
)
verneinte die Zürich Versicherung
ihre Leistungspflicht
, da weder ein Unfall noch
eine unfallähnliche Körperschädigung gegeben sei
en
,
und wies die dage
gen am
1
9.
Mai
beziehungsweise am
2
0.
Juni 2014
erhobene Einspra
che (Urk. 8/Z
23,
Urk.
8/Z28)
mit Einspracheentscheid vom
1
3.
Januar 2015
ab (Urk. 8/Z
30
= Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
1
3.
Januar 2015
(Urk. 2) erhob die Versi
cher
te am
1
0.
Februar 2015
Beschwerde und beantragte die Aufhebung des an
ge
fochtenen Entscheides und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen (Urk. 1
S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Juni 2015
(Urk. 7), welche der Versicher
ten
mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2015
zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 9), beantragte die Zürich Versicherung die Abweisung der Be
schwerde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Ge
sund
heit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von Art. 9
Abs.
2
der Ve
r
ordnung über die Unfallversicherung (UVV)
entfällt im Vergleich zu den eigent
lichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Unge
wöhn
lichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des ein
wirkenden äusseren Faktors an sich, wo
runter ein ausserhalb des Körpers lie
gen
der, objektiv feststellbarer, sinnfälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Fak
tors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollier
bar
keit der Vornahme der alltäglichen
Lebensverrichtung führenden Faktors. Die phy
siologische Beanspruchung des Ske
letts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren
Faktor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013
E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiolo
gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbe
sondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014
vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1).
Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Trau
men führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei
heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkon
trollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht
darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Un
fall
versi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der
geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letz
te
ren
zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kau
sal
zusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Ge
schehen eine
Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein
unfallähn
li
ches
Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder mani
fest werden lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschlies
send er
wähn
ten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigs
tens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krank
haf
ten oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine
unfallähnli
che
Kör
perschädigung
vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S.
45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. a
uf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57
S. 373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Mo
ment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ab
liegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn
die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber
keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son be
schriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
1.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus,
dass mangels einer
Programmwidrig
keit
in Bezug auf den geschilderten Bewegungsablauf kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vorliege. Damit fehle ein für den Unfallbegriff wesentliches Merk
mal. Zudem
seien die diagnostizierte chronische
Synovitis
und die dege
ne
rativen
Chondropathien
keine unfallkausalen Beschwerden, sondern stellten in Bezug auf das vorliegende Ereignis einen Vorzustand dar (
Urk.
2 S.
3).
Auch eine unfallähnliche Körperverletzung liege nicht vor, denn eine unkontrollierte Bewegung sei nicht erfolgt, und das Auftreten von Schmerzen als solches sei kein äusserer schädigender Faktor. Dem Tiefschneefahren könne nicht generell ein gesteigertes Gefährdungspoten
z
ial zugesprochen werden, und die Beschwer
de
führerin fahre schon lange Ski, weshalb die Tätigkeit für sie auch nicht un
ge
wohnt gewesen sei (
Urk.
2 S. 5
,
Urk.
7
).
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem entgegen, dass sich der Tiefschnee als uner
wartet schwer
erwiesen habe, weshalb die Ski
beim Versuch eines Schwunges im Schnee stecken geblieben seien. Da sich der Körper aber bereits in einer Dreh
bewegung befunden habe, sei das rechte Knie derart abgedreht worden, dass massive Schmerzen aufgetreten seien, die eine Weiterfahrt verunmöglicht hätten
,
und sie nicht einmal mehr habe aufstehen können.
Die unmittelbar nach dem Skiunfall erhobenen Befunde könnten weder auf eine Erkrankung noch auf eine degenerative Schädigung zurückgeführt werden
(
Urk.
1 S. 3).
Das
Verlet
zungsbild
, vor allem die Ruptur mit Gelenkerguss
,
spreche eindeutig für ein
Un
fallereignis
beziehungsweise eine unfallähnliche Körperschädigung, da sie vor
her
beschwerdefrei gewesen sei. Der normale Bewegungsablauf beim Ski
fahren
sei
offensichtlich durch etwas Programmwidriges gestört worden. Ob beim
Tief
schnee
fahren
mit schwerem Schnee gerechnet werden müsse, spiele keine Rolle, andernfalls bei fast jedem Sportunfall eine Leistungspflicht verneint werden könne. Im Entscheid UV.2006.00057 habe das hiesige Gericht bei einem Sturz beim Versuch, eine Linkskurve zu fahren, die Voraussetzungen des
Un
fallbe
griffs
als erfüllt erachtet. Zudem sei vorliegend von einem gesteigerten
Gefähr
dungspoten
z
ial
(Tiefschnee abseits der Piste) auszugehen, wie auch aus E. 3.4.3
des erwähnten Entscheides hervorgehe (
Urk.
1 S. 4).
Weiter seien eine chroni
sche
Synovitis
und eine
Chondropathie
nicht geeignet, die diagnostizierte
Partial
rup
tur
des vorderen Kreuzbandes beziehungsweise die Kniedistorsion zu erklä
ren.
Selbst wenn von einem Vorzustand auszugehen sei, genüge
rechtspre
chungs
ge
mäss
auch ein leichter Unfall, um die Haftung des obligatorischen
Unfall
ver
sicherers
zu be
gründen (S. 4 f.
).
2.3
Es ist grundsätzlich unbestritten, dass kein Unfall im Rechtssinne vorliegt. Strittig und zu prüfen bleibt, ob ein Leistungsanspruch aus Art. 9 Abs. 2 UVV besteht.
Dabei ist ebenfalls unbestritten, dass eine Körperschädigung im Sinne von Art. 9
Abs. 2 UVV vorliegt (Urk. 2 S. 4 E. 2 b). Zu prüfen ist, ob die übrigen
Tatbe
standsmerkmale
erfüllt sind und der Vorfall vom 16. Januar 2014 als
unfall
ähnliches
Ereignis zu qualifizieren ist.
3
.
3
.1
In der Bagatellunfall-Meldung vom 3
0.
Januar 2014 gab die Beschwerdeführe
rin als Unfa
llhergang bei der Skiabfahrt
eine Überdrehung des rechten Knies, Instabilität, an. D
er Abtransport sei m
it dem Schlitten erfolgt, weiter mit der
Organisation A._
ins Spital
B._
, wo geröntgt und das Knie mit Bandagen stabilisiert worden sei. Die weitere Abklärung sei am 2
7.
Januar 2014 in der Praxis
C._
erfolgt (
Urk.
8/Z1).
3
.2
In der
Hergangsschilderung
vom
5.
Februar 2014 hielt die Beschwerdeführerin fest, dass ihr Knie bei einer Skiabfahrt im Tiefschnee nach einer Kurve instabil und blockiert gewesen sei
. Befragt zur Ungewöhnlichkeit des Bewe
g
ungsablau
fes führte sie aus, dass nur eine sehr kontrollierte Bewegung möglich gewesen und der ganze Ablauf sehr eingeschränkt, aber schnell akzeptierbar gewesen sei. Sie fahre schon sehr lange Ski, und die Beschwerden hätten sich nach
dem Er
eignis sofort manifestiert
(
Urk.
8/
Z5
).
4.
4.1
Der ärztlichen Bestätigung der
Organisation A._
vom 1
6.
Januar 2014 ist als vorläufige Diagnose ein Verdacht auf eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes bei
Kniedis
torsion
rechts zu entnehmen (
Urk.
8/Z10).
4.2
Die Ärzte des
Spitals Z._
diagnostizierten im Notfallbericht vom 1
6.
Janu
ar 2014 eine Kniedistorsion rechts und eine Subluxation mit spontaner Reposition der Patella rechts. In der Anamnese hielten sie fest, dass die Be
schwerdeführerin durch die
Organisation A._
zugewiesen worden sei. Sie habe berichtet, dass sie beim Skifahren im Tiefschnee eine Kniedistorsion rechts erlitten habe. Anschliessend sei kein Weiterfahren mehr möglich gewesen. Schmerzen habe sie nun vor allem beim Gehen mit teilweise einem Schnappgefühl und leichten Schmerzen eher
medialseits
. Bisher habe sie keine Operationen oder
Vorerkran
kungen
des Knies gehabt (
Urk.
8/ZM1).
4.3
Der Ultraschall des rechten Knies vom 2
7.
Januar 2014 ergab einen mässigen
Erguss im oberen
Rezessus
, eine mittelgradige
Bakerzyste
und eine deutliche Ver
dickung des medialen Seitenbandes. Eine Meniskusläsion war nicht erkenn
bar, und die
Fossa
intercondylaris
blieb rechts wie links ohne Befund (
Urk.
8/ZM2).
4.4
Mit Bericht vom 1
4.
Februar 2014 hielt
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Radiologie, fest, dass im Röntgen kein Befund habe erhoben werden können und
dass
sonographisch
ein Erguss vorliege und das mediale Seitenband ver
dickt sei.
In der Beurteilung führte sie aufgrund des gleichentags durchgeführ
ten MRI aus,
dass eine Partialruptur des vorderen Kreuzbandes, ein begleitender
Gelenkser
guss
mit Zeichen der chronischen
Synovitis
, ein
subchondrales
fokales
Kno
chen
marködem
im lateralen
Tibiakopf
, Zeichen einer partiell
rupturierten
Baker-Zyste sowie eine
Chondropathie
Grad III retropatellar sowie Grad IV
femoro
tibial
medial, ohne Meniskusläsionen, festzustellen seien (
Urk.
8/ZM3).
4.5
Der Ultraschall des rechten Knies vom 1
7.
Februar 2014 ergab, dass kein wes
ent
licher Erguss mehr vorhanden sei und eine kleine
Bakerzyste
vorliege. Die
Fossa
intercondylaris
sei zwar in der Tiefe etwas
echoarm
, allerdings auch auf der anderen Seite. Von ventral her sei das vordere Kreuzband rechts
echo
arm
verdickt, jedoch auch links (
Urk.
8/ZM2).
5.
5.1
Was den Unfallhergang angeht, so ist
zwar grundsätzlich
von den zeitnahen
Be
schrei
bungen der Beschwerdeführerin - Überdrehung des rechten Knies bei der
Ski
abfahrt im Tiefschnee beziehungsweise Instabilität des Knies nach einer Kurv
e
(vgl. E.
3.1 und E.
3.2) - auszugehen, da diesen als „Aussagen der ersten Stunde“
praxisgemäss in beweismässiger Hinsicht ein grösseres Gewicht zu
kommt (vgl. E.
1.3).
Jedoch kann auch
die erst in der Einsprache vorge
brachte Darstellung, wonach die Skis und damit die Unterschenkel bis zum Knie die vom Oberkörper
vorgenommene Drehung nicht mitvollzogen hätten, weil der Tiefschnee uner
war
tet schwer gewesen sei und dies verhindert habe, nicht
ohne weiteres als nach
trägliche, von versicherungsrechtlichen Überle
gung
en beeinflusste Aussage der Beschwerdeführerin qualifiziert werden, sondern ist vielmehr als eine späte
re Prä
zisierung zu werten.
5.2
Zwar können beim Skifahren Bewegungsabläufe vorkommen, die mit einer erhöhten Gefahrenlage verbunden sind. Dem Skifahren kann aber nicht generell
ein gesteigertes Gefährdungspotenzial zugesprochen werden, zumal es in der Regel
in Form eines mehr oder weniger gleichmässigen Bewegungsablaufs im
Rahmen einer physiologisch noch normalen und psychologisch noch beherrsch
ten Beanspruchung des Körpers ausgeführt wird.
Die Beschwerdeführerin fuhr indessen gemäss ihren glaubhaften und auch unbe
strittenen Angaben am 16. Januar 2014 durch zum Teil schweren Tiefschnee. Damit trat ein in den Bewegungsablauf hineinspielendes äusseres Moment hin
zu, das zur
Unkontrolliertheit
der Körperbewegung führen konnte. Der „nor
male“
Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin wurde, als sich ihre Körperlage beim Drehen in der Kurve änderte, durch den unerwartet schweren Tiefschnee, der eine „normale“ Drehung der Skis und damit der Unterschenkel verunmöglichte beziehungsweise behinderte, gestört. Dass dabei nicht unerhebliche Kräfte auf das Kniegelenk wirken konnten, ist naheliegend. Indem es unter anderem zu einer Partialruptur des vorderen Kreuzbandes kam, hat sich das vorhandene Gefährdungspotenzial realisiert.
Es trifft damit nicht zu, dass der Beschwerdeführerin nichts anderes passiert wäre
als ein Auftreten von Schmerzen bei einer alltäglichen Lebensverrichtung. Die Einwirkung eines äusseren Faktors (im Sinne eines Geschehens mit einem ge
wissen gesteigerten Gefährdungspotenzial) ist hier daher zu bejahen. Ebenso ist ein unmittelbares, einmaliges und plötzliches Geschehen ausgewiesen.
Im Übrigen bestehen nach Lage der Akten auch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass ein krankhafter Vorzustand vorgelegen hätte. Die Beschwerdeführerin gab auf dem Fragebogen zur Schilderung des Hergangs an, dass sie zuvor unter keinen Beschwerden gelitten habe und auch keine ärztlichen Behandlungen erfolgt seien (Urk. 8/Z5). Wie das Bundesgericht in BGE 123 V 43 erkannt und mit BGE 129 V 466 bestätigt hat, besteht der Zweck des Instituts der
unfall
ähn
lichen
Körperschädigung ohnehin nicht darin, krankhafte oder degenerative
Kör
perschäden
von der obligatorischen Unfallversicherung auszuschliessen, son
dern
darin, die oft schwierige Abgrenzung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Ein degenerativer oder pathologischer
Vorzu
stand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt (BGE 123 V 43 E.
2b S.
44 f.). Es ist nicht abzu
klä
ren, ob eine "eindeutige" krankheits- oder degenerativ bedingte Verursach
ung vorliegt (BGE 129 V 466 E. 2.1 S. 466 f.).
Zusammengefasst ist die Knieverletzung durch eine unfallähnliche
Körperschä
di
gung
im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV verursacht worden und hat der
Un
fall
versicherer
dafür einzustehen. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6.
Ausgangsgemäss ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (§ 61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG, in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungs
gericht
;
GSVGer
).