# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 73294f1f-7858-55a4-8bfd-d65ad0518cdb
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Vorinstanz liess im Jahr 2016 für die Kantonsstrasse Nr. 235.1 in den
Gemeinden Orpund, Safnern und Meinisberg das Sanierungsprojekt (SP) Nr. 159.1
erstellen. Gemäss Prognose werden im Jahr 2030 (Sanierungshorizont) im
Sanierungsperimeter des SP bei 133 von insgesamt 394 untersuchten Gebäuden die
massgebenden Belastungsgrenzwerte nicht eingehalten sein. Zu den Gebäuden mit einer
Grenzwertüberschreitung gehört auch die Liegenschaft der Beschwerdeführerin
B._ in der Gemeinde Orpund (Parzelle Nr. C._).
2. Die Vorinstanz stellte beim Kanton für die Liegenschaft der Beschwerdeführerin
sowie für mehrere weitere Gebäude mit einer Grenzwertüberschreitung
Erleichterungsanträge. Die Fachstelle Lärmschutz des Kantons Bern stimmte diesen im
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Prüfbericht vom 18. Juli 2016 zu. Sie führte aus, die Anträge seien nachvollziehbar
begründet. Die Fachstelle hielt zudem fest, die untersuchte Strecke befinde sich im
zukünftigen Einzugsgebiet des Vollanschlusses Orpund, einem Bestandteil der neuen N5
Umfahrung Biel (Ostast). Werde eine wahrnehmbare Lärmzunahme oder eine
Überschreitung der Immissionsgrenzwerte Folge dieser Nationalstrasse sein, sei das
Bundesamt für Strassen (ASTRA) als Eigentümer dieser neuen Anlage verpflichtet,
Lärmschutzmassnahmen zu ergreifen.
3. In der Folge erliess die Vorinstanz am 21. August 2018 eine Verfügung, in der sie
den Kanton Bern von der Pflicht befreite, Lärmsanierungsmassnahmen zum Schutz der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin vorzunehmen. Zur Begründung führte sie
zusammengefasst aus, es seien sämtliche Massnahmen an der Quelle und auf dem
Ausbreitungsweg geprüft worden. Die Voraussetzungen für Erleichterungen hätten sich
dabei als erfüllt erwiesen. Der Grenzwert für Schallschutzfenster werde ebenfalls nicht
erreicht.
4. Gegen die Verfügung vom 21. August 2018 erhob die Beschwerdeführerin mit
Eingabe vom 1. September 2018 Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung macht sie geltend, der Verkehr und damit
auch der Lärm würden stetig zunehmen. Vor ihrem Haus befinde sich zudem eine
Busstation. Das An- und Abfahren des Buses bringe wesentlich mehr Lärm. Die
Beschwerdeführerin verlangt die neue Überprüfung der Sachlage und eine Entschädigung
für die Lärmbelastung in Form von neuen Fenstern bzw. einer Pauschalentschädigung.
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die Bau-, Verkehrs- und
Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) leitet1, führte den Schriftenwechsel durch und
holte die Vorakten ein. Neben dem SP Nr. 159.1 zog es auch den darin erwähnten
Umweltverträglichkeitsbericht 3. Stufe vom Oktober 2014 bei. In der Vernehmlassung vom
26. September 2018 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde, soweit
darauf eingetreten werden könne. Mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 forderte das
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Rechtsamt die Vorinstanz auf, genauere Angaben zur Berücksichtigung von
Bushaltestellen zu machen. Die Vorinstanz reichte daraufhin am 25. Oktober 2018 eine
entsprechende Stellungnahme ein. Anschliessend gab das Rechtsamt den Beteiligten mit
Verfügung vom 11. Dezember 2018 Gelegenheit zu Schlussbemerkungen. Die Beteiligten
reichten keine Schlussbemerkungen ein.
6. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Gemäss Art. 19 Abs. 1 KLSV2 können Verfügungen kantonaler Behörden betreffend
den Vollzug des öffentlich-rechtlichen Lärmschutzes nach den Vorschriften des VRPG3
angefochten werden. Nach Art. 60 Abs. 1 Bst. a VRPG unterliegen Verfügungen
grundsätzlich der Verwaltungsbeschwerde. Die BVE ist zur Beurteilung der Verfügung des
Tiefbauamts zuständig (Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1
Bst. f OrV BVE).
b) Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin und Eigentümerin der
betroffenen Liegenschaft B._ in Orpund durch die angefochtene Verfügung
beschwert. Sie hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Auf
die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde wird eingetreten.
2. Lärmermittlung
2 Kantonale Lärmschutzverordnung vom 14. Oktober 2009 (KLSV; BSG 824.761) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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a) Die Beschwerdeführerin bringt sinngemäss vor, bei der Lärmermittlung ihrer
Liegenschaft seien die Verkehrszunahme sowie die Bushaltestelle, die sich vor ihrem Haus
befinde, zu wenig berücksichtigt worden.
b) Mit der Ausarbeitung von Lärmsanierungsprojekten soll der Umfang und das
Erfordernis von Sanierungen von Strassenabschnitten, die zur Überschreitung der
gesetzlich relevanten Belastungsgrenzen beitragen, untersucht werden.4 Der Schall, der
von einer Anlage ausgeht oder auf einen Ort einwirkt, kann durch Messungen oder
Berechnungen ermittelt werden (Art. 38 Abs. 1 LSV5). Die beiden Methoden gelten
grundsätzlich als gleichwertig. Zur Beurteilung bestehender Lärmbelastungen wird sehr oft
eine Kombination von Mess- und Berechnungsverfahren angewandt. Es ist möglich, die
voraussichtliche Belastung durch typische Lärmquellen relativ genau zu berechnen. Dabei
werden insbesondere das durchschnittliche Verkehrsaufkommen, der Anteil an
Schwerverkehr, eine allfällige Steigung der Fahrbahn und die gefahrene Geschwindigkeit
berücksichtigt. Zudem werden Umstände beachtet, welche die Schallausbreitung
beeinflussen, wie der Abstand des Empfangspunktes von der Lärmquelle und die
vorhandene Überbauung (Abschirmungen, Reflexionen).6 Belagskorrekturen können
ebenfalls berücksichtigt werden.7 Um die absehbaren Entwicklungen von Lärmimmissionen
berechnen zu können, ist zudem eine Prognose betreffend die zu erwartende jährliche
Verkehrszunahme zu treffen.8 Mit den heutigen Lärmberechnungsmodellen können sowohl
Einzellärmsituationen als auch ganze Lärmbelastungskataster berechnet werden.
Üblicherweise werden die Lärmimmissionen jeweils für jede Liegenschaft anhand eines
bestimmten Modells berechnet. Anschliessend werden bei einzelnen Liegenschaften
Lärmmessungen durchgeführt und auf die jahresdurchschnittlichen Verkehrsverhältnisse
kalibriert. Stimmen die Messresultate gut mit den Modellberechnungen überein, sind keine
weiteren Lärmmessungen notwendig und es darf davon ausgegangen werden, dass die
Modellrechnungen korrekt sind.
4 Vgl. Bundesamt für Umwelt BAFU und Bundesamt für Strassen ASTRA (Hrsg.), Leitfaden Strassenlärm. Vollzugshilfe für die Sanierung, Umwelt-Vollzug Nr. 0637, Stand: Dezember 2006, Bern (nachfolgend: Leitfaden Strassenlärm), S. 8, 16 f. 5 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41) 6 Vgl. Robert Wolf, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: Mai 2000, Vorbemerkungen zu Art. 19-25 N. 11 f. 7 Leitfaden Strassenlärm 26 f., S. 33 f. 8 Vgl. Leitfaden Strassenlärm, S. 8, 16 f.
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c) Im Rahmen des SP Nr. 159.1 wurden die Lärmbelastungen entsprechend dem
beschriebenen Vorgehen für sämtliche Liegenschaften berechnet. Die Berechnungen
wurden mit der Lärmberechnungssoftware Cadna(A), Modell STL-86+, durchgeführt, die
vom BAFU für die Berechnung des Strassenlärms empfohlen wird.9 Bei insgesamt sieben
Liegenschaften, wovon sich drei in der Gemeinde Orpund befinden, wurden die
Berechnungsergebnisse mit Messungen stichprobeweise überprüft.10 Die berechneten
Werte stimmen gut mit den messtechnisch ermittelten Lärmbelastungen überein.11 Bei der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin wurde die Lärmbelastung im Sanierungshorizont
ausschliesslich mittels Berechnungen ermittelt. Dies entspricht den gesetzlichen
Bestimmungen und ist nicht zu beanstanden. Für den Abschnitt der Liegenschaft der
Beschwerdeführerin ging die Projektverfasserin bei den Berechnungen entgegen den
Ausführungen der Vorinstanz nicht von einer jährlichen Verkehrszunahme von 1.5 %,
sondern von 0.5 % pro Jahr aus, wie sich aus den Unterlagen des SP Nr. 159.1 ergibt.
Diese Prognose erfolgte in Absprache mit dem Tiefbauamt des Kantons Bern und trägt
dem Einfluss durch die Umfahrung Biel der Autobahn A5 Rechnung.12 Solche für die
mittelfristige Zukunft ausgelegten Prognosen sind zwangsläufig mit einer gewissen
Unsicherheit behaftet. Massgeblich ist, dass die Prognosen auf sachlich begründeten
Annahmen beruhen – was vorliegend der Fall ist – und periodisch überprüft werden. Die
Verkehrsentwicklung auf Kantonsstrassen wird im Kanton Bern daher in regelmässigen,
mehrjährigen Abständen überprüft. So ist sichergestellt, dass eine allfällige Abweichung
von der zulässigen Lärmbelastung frühzeitig erkannt würde. Sollten sich bei einer solchen
Überprüfung wesentliche Abweichungen ergeben, ist die zuständige Behörde gemäss
Art. 37a Abs. 2 LSV verpflichtet, Massnahmen zu treffen.13
d) Zur Bushaltestelle vor der Liegenschaft der Beschwerdeführerin hält die Vorinstanz in
der Stellungnahme vom 25. Oktober 2018 zusammengefasst fest, Busse würden wie
LKWs oder Motorräder und somit als lärmige Fahrzeuge berücksichtigt. Zudem sei bei der
Ermittlung der Lärmpegel die signalisierte Höchstgeschwindigkeit massgebend, obwohl
Busse bei Bushaltestellen langsamer und damit leiser fahren würden. Die Überschätzung
9 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, S. 17; Leitfaden Strassenlärm, S. 26 10 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, Anhang 3.1 11 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, S. 17 12 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, S. 8 und Anhang 2.2 13 Vgl. auch BDE vom 15. Dezember 2015, RA-Nr. 140/2012/60, E. 4.h
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der Fahrgeschwindigkeit ersetze im Bereich der Bushaltestelle eine zusätzliche
Berücksichtigung der Störwirkung durch Brems- und Beschleunigungsmanöver.
Die Vorinstanz führt zutreffend aus, dass Busse in Lärmsanierungen üblicherweise als
Lastwagen und damit als lärmintensive Fahrzeuge behandelt werden. Der Anteil
lärmintensiver Fahrzeuge inkl. Busse beträgt im SP Nr. 159.1 am Tag 9 % und in der Nacht
7 %.14 Die Vorinstanz weist weiter zu Recht darauf hin, dass Busse gerade im Bereich von
Haltestellen langsamer als die signalisierte Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind.
Dennoch wird in Lärmsanierungsprojekten jeweils mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit
gerechnet. Die Störwirkung von Bussen wurde vorliegend in Übereinstimmung mit diesen
geltenden Grundsätzen und somit angemessen berücksichtigt. Die Vorinstanz ermittelte
die Lärmimmissionen korrekt.
3. Schallschutzfenster
a) Anlagen, die den Vorschriften des USG oder den Umweltvorschriften anderer
Bundesgesetze nicht genügen, müssen saniert werden (Art. 16 USG15, Art. 13 Abs. 1 LSV).
Sie sind grundsätzlich so weit zu sanieren, als dies technisch und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist und dass die IGW nicht überschritten werden (Art. 13 Abs. 2 LSV).
Wäre eine Sanierung im Einzelfall unverhältnismässig, gewähren die Behörden
Erleichterungen (Art. 17 Abs. 1 USG, Art. 14 Abs. 1 LSV).16 Können bei öffentlichen oder
konzessionierten ortsfesten Anlagen wegen Erleichterungen die Alarmwerte nicht
eingehalten werden, so verpflichtet die Vollzugsbehörde die Eigentümerinnen und
Eigentümer der lärmbelasteten Gebäude, die Fenster lärmempfindlicher Räume gegen
Schall zu dämmen oder andere bauliche Schallschutzmassnahmen zu treffen (Art. 20 Abs.
1 USG und Art. 15 Abs. 1 LSV). Die Kosten für die notwendigen Schallschutzmassnahmen
trägt grundsätzlich die Inhaberin bzw. der Inhaber der lärmigen ortsfesten Anlage (Art. 20
Abs. 2 USG und Art. 16 Abs. 2 LSV). Nach der bundesrechtlichen Regelung besteht ein
Anspruch auf Schallschutzfenster somit erst beim Erreichen bzw. Überschreiten der
14 Sanierungsprojekt Nr. 159.1, Anhang 2.2 15 Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01) 16 Vgl. zum Ganzen Schrade/Wiestner, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: März 2001, Art. 17 N. 27 f.; BDE vom 8. August 2012, RA-Nr. 140/2012/17, E. 4.b
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Alarmwerte.17 Den Kantonen ist es jedoch erlaubt, den Einbau von Schallschutzfenstern
bereits bei Lärmwerten zwischen dem Immissionsgrenzwert und dem Alarmwert
anzuordnen bzw. zu subventionieren.18 Im Kanton Bern werden Schallschutzfenster in
Wohngebieten gestützt auf die BUWAL-Mitteilung Nr. 2 und den Regierungsratsbeschluss
Nr. 1207 vom 27. Mai 1998 bereits ab 68 dB(A) tags bzw. 58 dB(A) nachts eingebaut. Die
Massnahme dient der Vorsorge mit Blick auf den weiter zunehmenden Strassenverkehr.19
b) Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin liegt in der Zone mit Empfindlichkeitsstufe
(ES) III. Hier gilt gemäss Anhang 3 LSV ein IGW von 65 dB(A) tags bzw. 55 dB(A) nachts.
Im SP Nr. 159.1 wurde bei der Liegenschaft der Beschwerdeführerin für den
Sanierungshorizont im Jahr 2030 eine Lärmbelastung von 66 db(A) am Tag und 55 db(A)
in der Nacht berechnet. Wie obenstehend ausgeführt, erfolgte die Ermittlung der
Lärmpegelwerte korrekt und es kann auf die Werte abgestellt werden. Der IGW bei der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin wird somit in der Nacht eingehalten sein. Am Tag
wird er dagegen um 1 db(A) überschritten sein. Die Vorinstanz prüfte daher das Ergreifen
von Lärmschutzmassnahmen sowohl an der Quelle als auch auf dem Ausbreitungsweg
und gelangte zum Schluss, dass die Voraussetzungen für Erleichterungen erfüllt sind. Dies
wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Sie verlangt allerdings, für die
Lärmbelastung mit neuen Fenstern entschädigt zu werden. Wie dargelegt, betragen die
Fenstergrenzwerte 68 dB(A) am Tag und 58 dB(A) in der Nacht. Der Lärmpegel bei der
Liegenschaft der Beschwerdeführerin liegt tags 2 dB(A) und nachts 3 dB(A) unter diesen
Werten. Aufgrund des aktuellen Wissensstands ist folglich davon auszugehen, dass im
Jahr 2030 die bernischen Fenstergrenzwerte nicht erreicht sein werden. Die
Voraussetzungen für Schallschutzmassnahmen am betroffenen Gebäude auf Kosten des
Strasseneigentümers sind damit nicht erfüllt. Sollten in Zukunft die Immissionen die
massgeblichen Werte dennoch überschreiten, wird die Angelegenheit neu beurteilt und
gegebenenfalls im Rahmen einer Nachsanierung Schallschutzmassnahmen auf Kosten
des Anlageinhabers durchgeführt werden müssen.20
17 Vgl. auch Zäch/Wolf, in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, Stand: März 2001, Stand: Mai 2000, Art. 20 N. 29; Schrade/Wiestner a.a.O., Art. 16 N. 58 18 BVR 2005 S. 365 E. 4.6; Leitfaden Strassenlärm, S. 24 19 Vgl. Richtplan des Kantons Bern, Massnahmeblatt B_08 20 Wolf, a.a.O., Art. 25 N. 49 und 50
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4. Entschädigungspflicht
Die Beschwerdeführerin verlangt eine Pauschalentschädigung für die Lärmbelastung. Das
USG bildet zusammen mit der LSV die Rechtsgrundlage für den Lärmschutz in der
Schweiz. Wie dargelegt, beurteilt sich die Lärmbelastung anhand der LSV. Die
gesetzlichen Grundlagen definieren Massnahmen zum Schutz vor einer übermässigen
Lärmbelastung, die bei erfüllten Voraussetzungen umgesetzt werden müssen. Nicht dazu
gehören monetäre Entschädigungen. Soweit die Beschwerdeführerin die geltend gemachte
«Pauschalentschädigung» als Ausgleichmassnahme für die Lärmbelastung verlangt, fehlt
es für eine solche Forderung daher an einer gesetzlichen Grundlage. Sofern die
Beschwerdeführerin allerdings sinngemäss geltend macht, im Falle eines Verzichts auf
Lärmschutzmassnahmen sei sie für die Wertverminderung ihrer Liegenschaft zu
entschädigen, beruft sie sich im Kern auf einen Anspruch aus Enteignung
nachbarrechtlicher Abwehransprüche. Ob die Voraussetzungen für eine solche
Entschädigung gegeben wären, ist eher fraglich. Die Beschwerdeführerin müsste einen
solchen Anspruch aber in einem separaten Enteignungsverfahren geltend machen. Im
vorliegenden Beschwerdeverfahren kann darauf nicht eingetreten werden. Im
Beschwerdeverfahren vor der BVE kann der Beschwerdeführerin somit so oder anders
keine Entschädigung zugesprochen werden.
5. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat somit
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 500.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 1 GebV21).
b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 108 Abs. 3 in Verbindung mit
Art. 104 VRPG).
21 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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