# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ec2b2d13-3097-5140-bbb3-5a2a0343a630
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die für die Ausbildung der Feuerwehren zuständigen Organe der Kantone
St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell führten einen Wettbewerb für die
Projektierung des Ostschweizerischen Feuerwehr-Ausbildungszentrums in Bernhardzell
durch. Die Aufgabenstellung umfasste die Projektierung eines Logistikgebäudes mit
Schulungsräumen, Kantine und Übernachtungsmöglichkeiten sowie eines Brandhauses
für Feststoff- und Gasbefeuerung. Als Veranstalter des Wettbewerbs wurde das
Hochbauamt des Baudepartements des Kantons St. Gallen bestimmt. Der
Projektwettbewerb wurde als offenes, anonymes, einstufiges Verfahren ausgeschrieben
und durchgeführt. In der Ausschreibung wurde auf Art. 12 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.32,
abgekürzt IVöB), Art. 39 f. der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen
(sGS 841.11, abgekürzt VöB) sowie auf die subsidiär geltende Ordnung 142 für
Architektur und Ingenieurwettbewerbe des SIA (abgekürzt Ordnung SIA 142)
verwiesen. Zur Beurteilung der Projekte wurde ein im Wettbewerbsprogramm
namentlich bekanntgegebenes Preisgericht eingesetzt. Die Auftraggebergemeinschaft
beabsichtigte gemäss Wettbewerbsprogramm, entsprechend der Beurteilung und der
Empfehlungen des Preisgerichts den Verfasser des vom Preisgericht zur Ausführung
empfohlenen Projekts mit der Weiterbearbeitung zu beauftragen. Als Vorbehalte
wurden die privatrechtliche Einigung über den Honorarvertrag sowie die Projekt- und
Kreditgenehmigung durch die zuständigen Stellen angebracht.
Innert der Ausschreibungsfrist wurden 51 Projekt-arbeiten eingereicht. Zwölf Projekte
wurden von einer Preiserteilung ausgeschlossen, namentlich wegen Verstössen gegen
das Baurecht sowie gegen die Rahmenbedingungen betr. Raumprogramm. Am 28. Mai
2010 genehmigte das Preisgericht seinen abschliessenden Bericht. Es beantragte der
Auftraggebergemeinschaft, das Projekt Nr. 19, "locus foci", der Streiff Architekten,
Zürich, zur Weiterbearbeitung und Ausführung zu empfehlen.
Mit Verfügung vom 30. Juni 2010 entschied die Auftraggebergemeinschaft, die Streiff
Architekten mit der Weiterbearbeitung des Projekts gemäss Wettbewerbsprogramm zu
beauftragen und hielt fest, für die Detailplanung der Brandhäuser sei ein vom
Auftraggeber bestimmter Spezialist beizuziehen.
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B./ Gegen die am 30. Juni 2010 versandte Zuschlagsverfügung erhoben Armin Benz
und Martin Engeler, St. Gallen, mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 9. Juli 2010
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten, die Zuschlagsverfügung vom
30. Juni 2010 sei aufzuheben und den Beschwerdeführern sei der Zuschlag zu erteilen
bzw. die Vorinstanz sei anzuweisen, den Zuschlag den Beschwerdeführern zu erteilen,
eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, die Beurteilung der Projekte aufgrund der
von ihr abgeänderten Rahmenbedingungen neu vorzunehmen, subeventualiter sei die
Vorinstanz anzuweisen, das Verfahren abzubrechen und neu auszuschreiben,
subsubeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der Zuschlagsverfügung festzustellen und
den Beschwerdeführern Schadenersatz von Fr. 83'491.10 zuzusprechen; ausserdem
sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 16. Juli 2010, das Gesuch um
aufschiebende Wirkung sei abzuweisen und auf die Beschwerde sei wegen Verspätung
nicht einzutreten, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen.
Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut und
untersagte der Vorinstanz bis zu einem anderslautenden Entscheid über die
aufschiebende Wirkung bzw. bis zum Entscheid des Gerichts einen Vertragsabschluss.
In ihrer Stellungnahme vom 20. August 2010 hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag fest,
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen. Ausserdem
beantragte sie, die mit Verfügung vom 19. Juli 2010 erteilte aufschiebende Wirkung sei
zu entziehen.
Mit Verfügung vom 24. August 2010 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Begehren um Entzug der aufschiebenden Wirkung ab.
Die Beschwerdeführer erhielten Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz
Stellung zu nehmen. Dies
taten sie mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 7. September 2010.
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Der Beschwerdegegner liess sich zum Begehren um aufschiebende Wirkung und zur
Beschwerde nicht vernehmen.
Die von den Beschwerdeführern und der Vorinstanz vorgebrachten Ausführungen
werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und
gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der Streitsache
ist gegeben (Art. 2 Abs. 2 und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung
über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die
Beschwerdeführer sind grundsätzlich zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, da
sie am Wettbewerb teilgenommen haben und ihr Projekt nicht zur Weiterbearbeitung
bestimmt wurde (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeeingabe vom
9. Juli 2010 wurde innerhalb der gesetzlichen Frist von zehn Tagen seit Eröffnung der
Zuschlagsverfügung eingereicht und enthält Anträge sowie Ausführungen zum
Sachverhalt und zur Begründung. Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt
(Art. 15 Abs. 3 IVöB).
2. Die Vorinstanz beantragt im Hauptbegehren, auf die Beschwerde sei wegen
Verspätung nicht einzutreten. Dieses Begehren wird damit begründet, die von den
Beschwerdeführern vorgebrachten Rügen hätten in einer Beschwerde gegen die
Ausschreibung vorgebracht werden müssen. Damit sind ungeachtet des Antrags auf
Nichteintreten materielle Aspekte des Zuschlags zu prüfen.
2.1. Im Wettbewerbsprogramm (Ziff. 2.1) war zur Wettbewerbsart und zum
Wettbewerbsverfahren festgehalten, der Projektwettbewerb werde als offenes,
anonymes, einstufiges Verfahren in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 lit. a und Abs. 3
IVöB sowie Art. 39 f. VöB ausgeschrieben und durchgeführt. Für den
Projektwettbewerb gelte die Ordnung SIA 142 (2009) subsidiär.
In Ziff. 6, S. 21 des Wettbewerbsprogramms wurde ausserdem festgehalten, dass der
Projektverfasser bei einem Verstoss gegen die Randbedingungen den Ausschluss von
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der Preiserteilung riskiere. Als Randbedingungen wurden die unter Ziff. 6 genannten
Punkte, die in direktem Zusammenhang mit der Realisierung der Bauaufgabe stehen,
bezeichnet. Diese seien als Randbedingungen zwingend einzuhalten. Die notwendigen
Räume seien im Hauptprogramm Logistikgebäude und im Projekt "Brandhäuser"
definiert. Diese seien in entsprechender Anzahl und Fläche nachweislich einzuhalten.
Die unter "5 Aufgabe" definierten Anforderungen seien zu erfüllen. Zum
Wettbewerbsgebiet wurde festgehalten, dass der in der Abbildung rot gekennzeichnete
Wettbewerbsperimeter zur Verfügung stehe. Alle gemäss Wettbewerbsaufgabe zu
projektierenden Bauten und Anlagen seien innerhalb dieses Planungsgebietes zu
realisieren.
2.2. Art. 19.1 lit. b Ordnung SIA 142 schreibt vor, dass ein Wettbewerbsbeitrag von der
Preiserteilung ausgeschlossen werden muss, wenn von den Programmbestimmungen
in wesentlichen Punkten abgewichen wurde. Art. 20 Abs. 1 Ordnung SIA 142 bestimmt,
dass sich das Preisgericht bei der Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge an das
Wettbewerbsprogramm und die Fragenbeantwortung hält. Gemäss Art. 20 Abs. 2
Ordnung SIA 142 sind Wettbewerbsbeiträge so zu beurteilen, wie sie vorliegen und
nicht, wie sie zu verbessern wären. Art. 22 Abs. 2 Ordnung SIA 142 bestimmt, dass bei
Planungs- und Gesamtleistungswettbewerben hervorragende Wettbewerbsbeiträge,
die wegen wesentlichen Verstössen gegen die Programmbestimmungen von der
Preiserteilung ausgeschlossen wurden, angekauft werden können. Nach Art. 22 Abs. 3
Ordnung SIA 142 können angekaufte Wettbewerbsbeiträge durch das Preisgericht
rangiert und derjenige im ersten Rang auch zur Weiterbearbeitung empfohlen werden.
Dazu seien die ausdrückliche Festlegung dieser Möglichkeit im Wettbewerbsprogramm
sowie ein Preisgerichtsentscheid mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln der
Stimmen und die Zustimmung aller Vertreter des Auftraggebers notwendig.
2.3. Unbestritten ist, dass das Projekt des Beschwerdegegners den Randbedingungen
insoweit widerspricht, als ein Teil der Anlage, nämlich die Erschliessung, nicht in dem
als Wettbewerbsperimeter bezeichneten Gebiet situiert ist.
Die Vorinstanz hält fest, das Projekt des Beschwerdegegners sei einstimmig zur
Weiterbearbeitung empfohlen worden. Diesem Antrag hätten sämtliche Vertreter der
Auftraggebergemeinschaft zugestimmt. Durch den bereits in der Ausschreibung
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vorgenommenen integralen Verweis auf die Ordnung SIA 142, deren Regelungen den
im Wettbewerbsprogramm angesprochenen Teilnahmeberechtigten ohne Zweifel
bestens bekannt seien, sei sämtlichen Teilnehmern die Konsequenz mehr als
hinreichend klar gewesen, dass auch ein Zuschlag an einen Wettbewerbsbeitrag in
Frage kommen könne, der nach Beurteilung der Jury in bezug auf die
Wettbewerbsaufgabe trotz Verstosses selbst gegen wesentliche Randbedingungen
eine hervorragende Lösung darstelle. Sofern ein Wettbewerbsteilnehmer diese
Konsequenz als unzulässig und als Verstoss gegen die Grundsätze des Vergaberechts
hätte rügen wollen, hätte er dies im Rahmen einer Beschwerde gegen die
Ausschreibung tun müssen. Die erst gegen die Zuschlagsverfügung erhobene
Beschwerde sei daher verspätet, weshalb nicht darauf eingetreten werden könne.
2.4. Es entspricht der ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts, Rügen in einer
Beschwerde gegen den Zuschlag nicht mehr zuzulassen, wenn sie in einer Beschwerde
gegen die Ausschreibung hätten vorgebracht werden können. Eine Ausschreibung
kann aber Anordnungen enthalten, deren volle Bedeutung und Tragweite auch bei
objektiver Betrachtungsweise noch wenig klar ist und sich für die Interessenten erst im
Verlauf des weiteren Verfahrens mit genügender Eindeutigkeit ergeben, wobei die
Anfechtungsmöglichkeit in einem späteren Verfahrensabschnitt, gegebenenfalls sogar
erst im Rahmen der Zuschlagsverfügung, erhalten bleibt (vgl. statt vieler VerwGE B
2005/149 vom 20. Dezember 2005 mit Hinweis, in: www.gerichte.sg.ch).
Im Wettbewerbsprogram wurde hinsichtlich Wettbewerbsart und -verfahren auf die
Bestimmungen der IVöB und der VöB hingewiesen. Die Geltung der Ordnung SIA 142
wurde als subsidiär bezeichnet. Dies bedeutet, dass in erster Linie die Bestimmungen
der IVöB sowie der VöB massgebend sind. Subsidiäre Anwendung von Bestimmungen
bedeutet, dass diese hilfsweise zur Anwendung kommen.
IVöB und VöB sind Erlasse des öffentlichen Rechts. Die Ordnung SIA 142 ist
grundsätzlich dem Bereich des Privatrechts zuzuordnen. In ihrer Präambel wird zwar
festgehalten, dass sie sowohl von öffentlichen als auch von privaten Auftraggebern
angewendet werden könne. Auch wird in Art. 40 VöB bestimmt, dass bei Planungs-
und Gesamtleistungswettbewerben auf Bestimmungen und Empfehlungen von
Fachverbänden verwiesen werden kann, soweit solche der VöB nicht widersprechen.
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Im Wettbewerbsprogramm werden also die öffentlich-rechtlichen Bestimmungen als
übergeordnetes Regelwerk und die Ordnung SIA 142 als subsidiäre, d.h. hilfsweise
anwendbare Ordnung bezeichnet. Daraus ergibt sich bei einer Widersprüchlichkeit der
beiden Ordnungen, dass die öffentlich-rechtlichen Bestimmungen Vorrang haben.
Hinzu kommt, dass die VöB den Verweis auf Empfehlungen von Fachverbänden nur
zulässt, wenn sie den Bestimmungen der VöB nicht widersprechen.
Wird in einem Projektwettbewerb, der den öffentlich-rechtlichen Vorschriften unterliegt,
auf ein Regelwerk des Privatrechts verwiesen, so verdrängt dieses das öffentliche
Recht nicht. Vielmehr werden die privatrechtlichen Bestimmungen, auf die verwiesen
wird, dadurch zum Bestandteil des Verwaltungsrechts und erlangen öffentlich-recht-
lichen Charakter (vgl. Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Basel 1976, Nr. 2 B III mit Hinweisen). In der Präambel zur Ordnung SIA 142 wird weiter
festgehalten, bei Wettbewerben, welche dem öffentlichen Beschaffungswesen
unterstellt seien, hätten die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften Vorrang vor
dieser Ordnung. Unter diesen Umständen mussten die Wettbewerbsteilnehmer nicht
damit rechnen, dass bei widersprechenden Bestimmungen in den Vorschriften des
öffentlichen Rechts einerseits und der Ordnung SIA 142 anderseits die dem
öffentlichen Recht widersprechenden Normen zur Anwendung kommen. Dies bedeutet,
dass den Beschwerdeführern nicht vorgehalten werden kann, sie hätten die
Ausschreibung mit Beschwerde anfechten müssen, obwohl dies grundsätzlich möglich
gewesen wäre. Auch bildet die Anerkennung der Wettbewerbs- und
Programmbestimmungen keinen Grund, einem Teilnehmer das Ergreifen eines
Rechtsmittels als widersprüchliches Verhalten anzulasten, wenn er eine Entscheidung
als rechtswidrig rügt. Die Anerkennung von Ausschreibungs- und
Wettbewerbsunterlagen bedeutet keinen Verzicht auf das Ergreifen von Rechtsmitteln
gegen anfechtbare Verfügungen. Dem Wettbewerbsteilnehmer können keine mit dem
öffentlichen Recht im Widerspruch stehende Verpflichtungen auferlegt werden, selbst
wenn dieser zugestimmt haben sollte (vgl. B. Messerli, Der Planungs- und
Gesamtleistungswettbewerb im öffentlichen Beschaffungsrecht, Bern 2004, S. 59).
Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde einzutreten.
3.
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3.1. Wie erwähnt, wurden die Vorschriften der IVöB und der VöB als massgebende
Bestimmungen angeführt und die Anwendung der Ordnung SIA 142 als subsidiär
bezeichnet. "Subsidiär" bedeutet behelfsweise oder aushilfsweise. Die subsidiäre
Anwendung der Ordnung SIA 142 bedeutet, dass die Vorschriften der IVöB und der
VöB Vorrang haben, wenn Bestimmungen der Ordnung SIA 142 im Widerspruch zu
IVöB und VöB stehen. Andernfalls hätte der Grundsatz aufgestellt werden müssen,
dass die Ordnung SIA 142 integral gilt und subsidiär die Vorschriften der IVöB und der
VöB zur Anwendung gelangen. Ob dies im Lichte von Art. 40 Abs. 1 VöB zulässig
gewesen wäre, kann offen bleiben. Die Massgeblichkeit der beiden Regelwerke wurde
nicht als gleichwertig vermerkt, sondern den gesetzlichen Vorschriften wurde
ausdrücklich der Vorrang vor allfälligen abweichenden Regelungen der Ordnung SIA
142 zugemessen. In deren Präambel wird denn auch ausdrücklich festgehalten, dass
bei Wettbewerben, welche dem öffentlichen Beschaffungswesen unterstellt sind, die
entsprechenden gesetzlichen Vorschriften Vorrang vor dieser Ordnung haben (vgl. S.
Ulrich, Die neue SIA Ordnung 142 für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe, in: AJP
1999, S. 254). Die Ordnung SIA 142 kann zur Auslegung der öffentlich-rechtlichen
Beschaffungsvorschriften oder zur Lückenfüllung herangezogen werden (vgl. Messerli,
a.a.O., S. 55).
3.2. Im Bereich des öffentlichen Beschaffungsrechts stehen der
Gleichbehandlungsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot im Zentrum der
massgebenden Vorschriften (Art. 5 VöB; Art. 11 lit. a IVöB). Diese Grundsätze bilden
Richtschnur des öffentlichen Beschaffungswesens und bedeuten, dass keinem
Anbieter Nachteile auferlegt werden dürfen, die für andere Anbieter nicht gelten, und
dass keinem Anbieter ein Vorteil gewährt werden darf, der anderen Anbietern nicht
gewährt wird (vgl. grundlegend GVP 2002 Nr. 32 mit Hinweisen).
Der Grundsatz der Gleichbehandlung wird verletzt, wenn in einem Vergabe- oder
Wettbewerbsverfahren nur einzelnen Anbietern Vorteile gewährt werden, andere
Teilnehmer aber nicht in deren Genuss kommen. Wenn bei den eingereichten Projekten
Abweichungen von den Rahmenbedingungen akzeptiert werden, welche in den
Ausschreibungsunterlagen ausdrücklich als Ausschlussgründe bezeichnet sind, so
stellt dies eine grundlegende Änderung der Entscheidgrundlagen dar, welche aufgrund
des Gebots der Gleichbehandlung allen Wettbewerbern gewährt werden muss.
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Die Vorinstanz wendet ein, bei einem Projektwettbewerb würden Besonderheiten
gelten, da ein Bauherr bewusst mehrere verschiedene Lösungsvorschläge erhalten
wolle, unter denen er die für ihn ästhetisch, wirtschaftlich und vor allem funktionell
beste Lösung wählen könne. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Mit der
Rahmenbedingung, dass die Bauten und Anlagen innerhalb eines bestimmten
Wettbewerbs-perimeters projektiert werden müssen, wurde eine grundlegende
Vorgabe gemacht. Von dieser wurde nach Einreichung der Projekte zugunsten eines
einzelnen Wettbewerbers abgewichen. Dass das Projekt des Beschwerdegegners
gegen eine wesentliche Randbedingung verstiess, ist denn auch unbestritten. Es kann
daher nicht gesagt werden, die Zuschlagskriterien wie auch Randbedingungen hätten
unveränderte Geltung. Die Randbedingungen wurden nachträglich aufgrund weiterer
Abklärungen mit der Armee geändert, doch wurden diese Abklärungen bzw. diese
Änderungen einzig und allein auf das Projekt des Beschwerdegegners ausgerichtet.
Die Änderung des Wettbewerbsperimeters stellt eine grundlegende Abweichung von
den ursprünglichen Wettbewerbsbedingungen dar, welche für die Teilnehmer von
wesentlicher Bedeutung war. Fehl geht auch das Argument der Vorinstanz, die
Zweckmässigkeit der Erschliessung erscheine lediglich als eines von insgesamt sechs
Unterkriterien des mit 40 % gewichteten Kriteriums "Architektur". Die Umgrenzung des
Wettbewerbsgebietes war in Ziff. 6 der Ausschreibungsunterlagen nicht als
Zuschlagskriterium aufgeführt, dessen mehr oder weniger gute Einhaltung bei der
Bewertung besser oder weniger gut gewichtet werden würde. Vielmehr wurde die
Einhaltung dieser Bedingung ausdrücklich als Ausschlussgrund bezeichnet. Anders
verhält es sich dort, wo zur Wirtschaftlichkeit und Ökologie vermerkt wurde, es würde
auf gewisse Eigenschaften grossen Wert gelegt. Wenn ein Kriterium nur deshalb besser
gewichtet werden kann, weil es die definierten Randbedingungen missachtet, so
handelt es sich nicht um eine Frage der besseren Bewertung, sondern um eine Frage
der Einhaltung der Randbedingungen.
Die Vorinstanz verkennt die Rangordnung der IVöB und der VöB im Verhältnis zur
Ordnung SIA 142. Verstösse gegen die Randbedingungen sind nach der Ordnung SIA
142 unter gewissen Bedingungen zulässig. Dies mag unter dem Gesichtspunkt der
Förderung der Kreativität gerechtfertigt sein. Bei der Anwendung der öffentlich-
rechtlichen Beschaffungsnormen hat aber wie erwähnt der Grundsatz der
Gleichbehandlung einen wichtigen Stellenwert. Dieser gebietet, dass sämtliche
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Wettbewerbsteilnehmer gleich behandelt werden müssen und dass Änderungen der
Ausschreibungsunterlagen bzw. der Ausschreibungsbedingungen sämtlichen
Wettbewerbsteilnehmern kommuniziert werden müssen. Es verstösst gegen den
Grundsatz der Gleichbehandlung, wenn lediglich bei einem einzelnen
Wettbewerbsteilnehmer nachträglich Abklärungen getroffen werden, ob ein Projekt
trotz Abweichungen von den Randbedingungen realisiert werden kann. Hätten die
anderen Wettbewerbsteilnehmer davon ausgehen können, dass die Erschliessung auch
ausserhalb des Wettbewerbsperimeters situiert werden kann, hätten sie ihre Projekte
entsprechend anpassen und gestalten können. Nicht ausschlaggebend ist, inwiefern
der Grad der Aufgabenerfüllung unter dem Aspekt der bekanntgegebenen
Zuschlagskriterien geprüft wird. Die Zuschlagskriterien sind hinsichtlich der Bewertung
der einzelnen Projekte von entscheidender Bedeutung. Wenn die Vergabebehörde aber
Rahmenbedingungen definiert, so hat sie diese einzuhalten und darf nur
Wettbewerbsbeiträge in die Beurteilung aufnehmen, welche die Randbedingungen
einhalten. Falls sie davon abweichen will, muss sie alle Teilnehmer gleich behandeln
und ihnen Gelegenheit geben, ihre Beiträge auf der Grundlage der veränderten
Randbedingungen einzureichen.
3.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Zuschlag gegen Art. 5 VöB und Art. 11 lit.
a IVöB verstösst. Daher ist die Beschwerde gutzuheissen, und die Verfügung der
Vorinstanz vom 30. Juni 2010 ist aufzuheben.
3.4. Die Beschwerdeführer beantragen, der Zuschlag sei ihnen zu erteilen bzw. es sei
die Vorinstanz anzuweisen, ihnen den Zuschlag zu erteilen.
Das Verwaltungsgericht nimmt nur in Ausnahmefällen in einem Beschwerdeentscheid
einen Zuschlag vor. Im Regelfall wird die angefochtene Verfügung bei Gutheissung der
Beschwerde kassiert und die Angelegenheit zum neuen Entscheid an die Vorinstanz
zurückgewiesen. Im vorliegenden Fall wurde zwar das Projekt der Beschwerdeführer im
zweiten Rang bewertet. Aufgrund des Juryberichts liegen aber dem Verwaltungsgericht
keine detaillierten Informationen vor, die es ermöglichen, direkt über den Zuschlag zu
entscheiden. Die Angelegenheit ist daher praxisgemäss gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP an die Vorinstanz zurückzuweisen.
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Nicht weiter einzugehen ist auf die Frage, ob die Begründung des Zuschlags genügend
ist. Dazu kann auf VerwGE B 2010/32 vom 8. Juni 2010 (www.gerichte.sg.ch)
verwiesen werden.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Vorinstanz (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- ist angemessen (inkl. der Kosten der Verfügungen
vom 19. Juli und 24. August 2010; Art. 13 Ziff. 611 und 622 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Auf die Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Den
Beschwerdeführern ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.--
zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführer haben Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Die Rechtsvertreterin hat eine Kostennote mit einem
Honorar von Fr. 5'250.-- zuzügl. Barauslagen von Fr. 42.50 zuzügl. MWSt für die Zeit
vom 5. Juli bis 26. Juli 2010 und von Fr. 7'103.-- zuzügl. MWSt für die Zeit bis 13.
September 2010 eingereicht. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, abgekürzt HonO) beträgt das Honorar
im Beschwerdeverfahren Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Das mittlere Honorar pro Stunde
beträgt Fr. 250.-- (Art. 24 Abs. 1 HonO). Das vorliegende Verfahren war nicht
aussergewöhnlich kompliziert im Sinn von Art. 22 Abs. 2 HonO. Die Honorarnote ist
daher zu reduzieren. Angemessen erscheint ein Honorar von Fr. 5'000.--. Die
Barauslagen sind nach Art. 29bis HonO pauschal auf 4 Prozent festzulegen, da ein Teil
der Barauslagen nach der Aufstellung per 13. September 2010 noch nicht gesondert
abgerechnet wurde. Die Vorinstanz hat daher die Beschwerdeführerin für das
Beschwerdeverfahren mit Fr. 5'200.-- zuzügl. MWSt ausseramtlich zu entschädigen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht