# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ccf2691-b3a9-4efe-9769-8dd9bae798d4
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.
Die Einwohnergemeinde Q. (nachfolgend: Gesuchstellerin) beabsichtigt
die Sanierung der A im Dorfteil R. im Abschnitt von der D BB bis zum E.
Die entsprechende kommunale Baubewilligung wurde mit Auflagen am
9. März 2020 erteilt.
B.1.
Mit Eingabe vom 18. Dezember 2019 ersuchte der Gemeinderat Q. das
Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen
(SKE), um vereinfachte Einleitung des Enteignungsverfahrens gegen den
Landeigentümer A..
B.2.
In Absprache mit dem Präsidenten des SKE (Telefon vom 7. Januar 2020)
wurde das Verfahren bis Ende März 2020 formlos sistiert, da noch Ver-
tragsabschlüsse ausstehend waren.
B.3.
Mit Schreiben vom 26. März 2020 teilte der Präsident des SKE der Gesuch-
stellerin mit, dass aufgrund des Friststillstands im Zusammenhang mit der
Coronapandemie vom 21. März 2020 bis 19. April 2020 die Frist bis 30. Ap-
ril 2020 verlängert werde.
B.4.
Die Gesuchstellerin hatte dem Gericht mitgeteilt, dass die Aufbereitung der
notwendigen Unterlagen bis Ende Mai 2020 dauern werde (E-Mail vom
25. März 2020). Mit Schreiben vom 27. März 2020 wurde die Frist vom SKE
bis 2. Juni 2020 erstreckt
C.
Mit Eingabe vom 8. April 2020 beantragte die Gesuchstellerin in Erweite-
rung des ursprünglichen Begehrens die Einleitung eines ordentlichen Ent-
eignungsverfahrens gegenüber allen betroffenen Grundeigentümern zur
Gewährleistung der Gleichbehandlung bei der Festlegung der Entschädi-
gung.
D.1.
Da kein Enteignungstitel vorliegt, teilte das SKE der Gesuchstellerin mit
Schreiben vom 28. April 2020 mit, dass ein Anordnungs- und Enteignungs-
verfahren eingeleitet werden müsse, in welchem auch Einwendungen ge-
gen die Enteignung an sich möglich sein werden. Die Gesuchstellerin
wurde ersucht, die Enteignungsakten vom 11. Mai 2020 bis 9. Juni 2020 in
der Gemeindekanzlei öffentlich aufzulegen sowie die Auflage im amtlichen
Publikationsorgan der Gemeinde anzukündigen. Planänderungsbegehren
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dagegen würden nicht mehr zulässig sein, da mit der kommunalen Baube-
willigung vom 9. März 2020 ein rechtskräftiges Projekt vorhanden sei.
D.2.
Die kommunale Baubewilligung, der Landerwerbsplan sowie die Enteig-
nungstabelle lagen vom 11. Mai 2020 bis 9. Juni 2020 öffentlich auf. Die
betroffenen Grundeigentümer wurden mit Schreiben vom 7. Mai 2020 auf
die Auflage aufmerksam gemacht. Diese wurde zudem im General-Anzei-
ger publiziert und in der Gemeinde ausgehängt.
E.1.
A. ist als Alleineigentümer der Parzelle F im Halte von 1'504 m2, von der
nach Landerwerbsplan ca. 70 m2 abgetreten werden sollen, sowie der Par-
zelle G im Halte von 10'449 m2, von der ca. 13 m2 abgetreten werden sol-
len, von der Enteignung betroffen. Zudem sollen von Parzelle F ca. 22 m2
und von Parzelle G ca. 30 m2 vorübergehend beansprucht werden.
E.2.
A. (nachfolgend: Gesuchgegner) meldete mit Eingabe vom 26. Mai 2020
innert der Auflagefrist beim Gemeinderat Q. eine Entschädigungsforderung
zuhanden des SKE an und beantragte eine Abgeltung von Fr. 850.00/m2.
Weiter seien alle Nachteile zu entschädigen, die sich daraus ergäben, dass
die Parzellen infolge der Enteignung eine ungünstigere Form erhielten.
F.
Mit Schreiben vom 26. Juni 2020 orientierte das SKE den Gesuchgegner
über den Verfahrensstand und teilte ihm mit, dass die Rechtserwerbsver-
fahren für die Sanierung der A koordiniert vorangetrieben würden.
G.1.
Die Eingabe des Gesuchgegners wurde der Gesuchstellerin mit Schreiben
vom 14. August 2020 zur Kenntnis gebracht und es wurde ihr eine Frist zur
Stellungnahme bis 7. September 2020 gesetzt, um sich schriftlich zur Ein-
gabe des Gesuchgegners zu äussern.
G.2.
Die Gesuchstellerin nahm innert erstreckter Frist am 21. September 2020
zur Eingabe des Gesuchgegners Stellung. Sie hielt an ihrem Entschädi-
gungsangebot von Fr. 250.00/m2 fest und beantragte die Abweisung aller
weiteren Entschädigungsforderungen.
H.1.
Mit Schreiben vom 29. September 2020 brachte das SKE die Stellung-
nahme dem Gesuchgegner zur Kenntnis und stellte ihm frei, sich bis
22. Oktober 2020 nochmals abschliessend dazu zu äussern.
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H.2.
Der Gesuchgegner erstattete mit Schreiben vom 21. Oktober 2020 eine
Duplik und hielt an seinen Entschädigungsforderungen fest.
I.
Die Duplik wurde der Gesuchstellerin mit Schreiben vom 23. Oktober 2020
zur Kenntnis gebracht und es wurde ihr freigestellt, sich bis 16. November
2020 zu allfälligen Neuerungen der Duplik zu äussern.
J.
Mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 teilte das SKE der Gesuchstellerin
mit, dass in den vier streitigen Parallelverfahren ausschliesslich Entschädi-
gungsbegehren gestellt wurden. Daher werde auf einen vorgängigen Eini-
gungsversuch verzichtet. Weiter wurde die Gesuchstellerin zur Einreichung
von Handänderungen in der Zeitspanne zwischen Januar 2019 und De-
zember 2020 bis Ende November 2020 aufgefordert. Dieses Schreiben
wurde den restlichen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zugestellt, um sie
über den Verfahrensstand zu informieren.
K.
Am 2. November 2020 teilte die Gesuchstellerin dem SKE mit, dass sie auf
eine weitere Stellungnahme verzichte.
L.1.
Die Gesuchstellerin reichte aufforderungsgemäss mit Eingabe vom 13. No-
vember 2020 die mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 verlangten Handän-
derungsanzeigen ein.
L.2.
Mit Schreiben vom 24. November 2020 teilte das SKE dem Gesuchgegner
mit, dass die Gesuchstellerin der angeordneten Beweisauflage nachge-
kommen ist.
M.
Mit Eingabe vom 8. März 2021 ersuchte der zwischenzeitlich vom Gesuch-
gegner beigezogene Rechtsvertreter um Zustellung der vollständigen vom
Gemeinderat Q. eingereichten Liste der Handänderungen zwischen Januar
2019 und Dezember 2020.
Der Präsident des SKE teilte ihm daraufhin am 9. März 2021 telefonisch
mit, dass diese aus Datenschutzgründen praxisgemäss nicht im Detail of-
fengelegt werden können. Die Vergleichspreise würde jedoch an der Ver-
handlung vorgestellt und mit den Parteien diskutiert.
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N.1.
Das SKE führte am 14. April 2021 eine Verhandlung mit Augenschein
durch (Präsenz vgl. Protokoll, S. 2). Die Örtlichkeiten wurden besichtigt, die
Parteien angehört sowie die Sach- und die Rechtslage besprochen. Die
Gesuchstellerin wurde aufgefordert, sich bis 23. April 2021 zu den von ihr
an der Verhandlung geltend gemachten Aspekten (Grünflächenziffer und
Umgebungswirkung des Denkmalschutzes) zu äussern.
N.2.
Mit Eingabe vom 15. April 2021 ersuchte der Rechtsvertreter des Gesuch-
gegners um Bekanntgabe der Ergebnisse der Abklärungen in Bezug auf
Parzelle H sowie um Ansetzung einer Frist von mindestens 30 Tagen zur
Stellung weiterer Beweisanträge und eine abschliessende Stellungnahme
zum Beweisergebnis.
Das SKE teilte ihm mit Schreiben vom 21. April 2021 das Beweisergebnis
betreffend Parzelle H und J mit und setzte ihm eine Frist bis 25. Mai 2021
für eine abschliessende Stellungnahme zu den Beweisergebnissen.
N.3.
Die Gesuchstellerin reichte aufforderungsgemäss am 21. April 2021 die
Beweisergänzungen zur Grünflächenziffer und zur Umgebungswirkung des
Denkmalschutzes ein. Diese wurden daraufhin der Gegenpartei zur Kennt-
nis gebracht.
N.4.
Mit Eingabe vom 22. Mai 2021 nahm der Rechtsvertreter des Gesuchgeg-
ners zu den Beweisergebnissen Stellung und stellte weitere Beweisbegeh-
ren.
Die Eingabe wurde der Gesuchstellerin mit Schreiben vom 27. Mai 2021
zur Kenntnis gebracht und sie wurde darüber informiert, dass die Eingabe
dem Gericht am 9. Juni 2021 vorgelegt werde. Weiter wurde sie darüber
informiert, dass auch ein Entscheid in der Sache - sofern möglich - vorbe-
halten bleibe.
O.1.
Das Gericht hat den Fall an der Sitzung vom 9. Juni 2021 ein weiteres Mal
beraten.
Gestützt darauf wurde die Gesuchstellerin am 11. Juni 2021 bezüglich Ein-
wände hinsichtlich des Einbezugs der vom Gesuchgegner angesproche-
nen Parzellen N und O als Vergleichsobjekte angefragt. Ihr wurde Gele-
genheit zur Stellungnahme eingeräumt.
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O.2.
Mit Protokollauszug der Sitzung vom 12. Juli 2021 nahm die Gesuchstelle-
rin dazu sowie generell zu den Beweisanträgen des Gesuchgegners Stel-
lung. Sie beantragte die Abweisung der Beweisanträge sowie die Nichtbe-
rücksichtigung der Parzellen N, J und AC (recte: H) sowie O als Vergleichs-
objekte.
O.3.
Die Stellungnahme der Gesuchstellerin wurde dem Rechtsvertreter des
Gesuchgegners am 21. Juli 2021 zur Kenntnis gebracht. Dieser nahm dazu
unaufgefordert mit Schreiben vom 27. Juli 2021 Stellung.
O.4.
Das Gericht hat die Streitsache am 18. August 2021 nochmals abschlies-
send beraten und das nachfolgende Urteil gefällt. Auf weitere Beweiser-
gänzungen wurde verzichtet.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.