# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3f04a213-7961-50e1-9fcf-73bf8f38eb1e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene
X._
war von 1999 bis 2010 als Kellner im
Y._
in Zürich tätig (Urk. 7/14). Am 1
6.
September 2009 erlitt er einen Unfall (Sturz mit Aufprall auf den linken Ellenbogen und das linke Knie) und ging seither keiner Arbeitstätigkeit mehr nach (Urk. 7/170/47).
Am 2
8.
Dezember 2010 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf diesen Unfall bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4).
Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Vom
4.
Januar bis 3
0.
September 2012 absolvierte der Versicherte ein Arbeits
training (Urk. 7/70).
Mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2013
(Urk. 7/69) wurden die beruflichen Massnahmen wegen weiterer Arbeitsunfähigkeit abgeschlossen und
ein
Anspruch auf Umschulung ab
ge
wiesen (Urk. 7/68)
.
Am
6.
Juni
2014 (Urk. 7/99),
6.
April
2016 (Urk. 7/152) und
a
m 1
5.
sowie
1
7.
November
2016 (Urk. 7/170) wurde
d
er
V
ersicherte
medizinisch begutachtet.
Nach durchgeführ
tem
Vorbe
scheid
verfahren
(Vo
rbescheid vom 1
6.
März 2017 [
Urk. 7/177
], Ein
wand vom 2
0.
April 2017 [Urk. 7/184) sprach
die IV-Stelle
X._
mit Ver
fügung
en
vom 23. August 2017
(Urk. 2/1 und 2/2 [=Urk. 7/200 und 7/201])
eine von Oktober 201
2
bis Mai 2013 befristete ganze Rente
inklusive akzessorischer Kinderrenten
zu und wies sein Leistungsbegehren im Übrigen ab.
2
.
Hiergegen liess der Versicherte am 1
8.
September 2017 Beschwerd
e (Urk. 1) erhe
ben und beantrag
e
n
,
die
angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und es sei ihm auch ab Juni 2013 mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu gewähren. Zunächst seien jedoch berufliche Massnahmen durchzuführen. Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Oktober 2017 (Urk. 6) schloss die Beschwerde
geg
nerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 3
1.
Oktober 2017 (
Urk.
8) mitgeteilt wurde. Mit Eingabe vom 1
3.
November 2017 (Urk. 9) und 2
5.
Mai 2018 (Urk. 11) liess sich der Beschwerdeführer erneut vernehme
n
, was der Beschwerdegegnerin am 1
5.
November 2017 (
Urk.
10) respektive 2
8.
Mai 2018 (Urk. 13) mitgeteilt wurde.
3
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtenen Verfügungen (Urk. 2/1 und 2/2) damit, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit seit dem Unfall am 1
6.
September 2009 nicht mehr arbeitsfähig. Ab Juni 2013 bestehe
jedoch
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Von Januar
bis September 2012 seien Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden. Nach
Abschluss derselben bis Mai 2013 habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente. Ab Juni 2013 betrage der IV-Grad 35 %, weshalb kein Renten
an
spruch mehr bestehe. Der Umschulungsanspruch sei mit Verfügung vom 1
7.
Jan
uar 2013 rechtskräftig abgewiesen worden, da der IV-Grad nur 16
% betragen habe
und der Beschwerdeführer nicht über genügend Deutschkenntnisse verfüge.
Sollten
erneut Umschulung
sansprüche geprüft werden, müss
e der Beschwerdeführer aus
rei
chende Deutschkenntnisse nachweisen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend (
Urk.
1)
, die Beschwerdegegnerin
habe das rechtliche Gehör und die Begründungspflicht verletzt, da sie keine beruflichen Massnahmen installiert habe, obschon solche gefordert worden seien. Der erzielte Nebenverdienst sei in seinem
Validenein
kommen
zu berücksichtigen
, da er eine
n
solche
n
bei guter Gesundheit auch weiter
hin ausüben würde.
Die Verfügung sei anzupassen, da daraus nicht klar ersichtlich werde, dass die Beschwerdegegnerin letztlich einen IV-Grad von 35 % als ausgewiesen erachte.
Er habe in seiner angestammten Tätigkeit als Kellner deutlich weniger verdient als seine Kollegen, weshalb eine Parallelisierung vorge
nommen werden müsse. Darüber hinaus müsse ihm ein leidensbedingter Abzug gewährt werden. Zudem bestehe ein
Anspruch auf Umschulung, wobei bestritten werde, dass er über ungenügende Deutschkenntnisse verfüge. Im
Übrigen verfüge er über sehr
gute Englischkenntnisse, was eine Integration in einer adäquaten Bürotätigkeit in einem internationalen Logistikunternehmen
n
ahelege
.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin
ergänzend
aus,
f
ür den Einkommensvergleich sei der Nebenerwerb nicht zu berücksichtigen, da
jene Tätigkeit im Rahmen eines
befristete
n
Projekt
s
geleistet worden sei
.
Hin
sichtlich Eingliederungsmassnahmen
stehe
es
dem Beschwerdeführer frei, sich erneut bei der Invalidenversicherung anzumelden.
2.4
In seiner Stellungnahme vom 1
3.
November 2017 (Urk. 9) liess der Beschwer
de
führer die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung beantragen. Weiter liess er ausführen, er beherrsche die deutsche Sprache fliessend. Entgegen den Ausfüh
rungen der Beschwerdegegnerin bestreite er die Arbeitsfähigkeit von 70
%
sehr wohl. Im Gegenteil sei er der Ansicht
,
es handle sich um eine medizinische Schön
schreibung, die auf einen einhändigen Versicherten nicht zutreffen könne. Es treffe ausserdem nicht zu, dass die Nebentätigkeit eine Ausnahme gewesen sei.
2.5
Mit Stellungnahme vom 2
5.
Mai 2018 (Urk. 11) zog der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde
a
m 1
5.
und
1
7.
November 2016 von Ärzten der
Z._
in den Fachbereichen Orthopädie, Psychiatrie, Neurologie und innere Medizin medizinisch begutachtet
. Im Gutachten vom
9.
Januar 2017 (
Urk. 7/170)
werden die zu diesem Zeitpunkt aufliegenden Akten zusammen
ge
fasst (Urk. 7/170/6-46), weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
Dr.
med. A._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, stellte anlässlich ihrer Untersuchung fest,
der Beschwerdeführer könne sich unter (zwar vermindertem) Einsatz des linken Armes entkleiden. In der Lenden
wirbelsäule bestehe ein leichter Druck- und Klopfschmerz. Im Bereich des linken Oberarmes bestehe eine deutliche Muskelminderung und das linke Ellenbogen
gelenk sei in der Kontur deformiert mit Instabilität im Bereich des Radiu
s
köp
f
chens (Urk. 7/170/50).
Die Schultergelenksbeweglichkeit sei beidseits frei, ebenso die Ellenbogenbeweglichkeit rechts, und die Beweglichkeit der Unterarme, Hände und Finger. Am linken Ellenbogen bestehe eine Narbe und es werde eine Min
derung der Gefühlswahrnehmung beschrieben. Im Bereich der unteren Extre
mitäten sei
en
ein Druck- und Verschiebeschmerz und ein Knorpelreiben im linken Knie feststellbar, das Bewegungsausmass sei jedoch beidseits frei.
Entlang der Narbe am linken Knie werde ebenfalls eine Minderung der Gefühlswahrnehmung beschrieben (Urk. 7/170/51). Die bildgebenden Befunde hätten im linken Ellen
bogen diskrete postoperative Irregularitäten und insbesondere im Seitenbild aty
pi
sche Projektionsverhältnisse gezeigt. Im linken Knie seien allenfalls diskrete
randosteophytäre
Anbauten, möglicherweise bei
dezenter
Femoropatellararthrose
erkennbar (Urk. 7/170/53).
Dr.
A._
schloss
,
der Beschwerdeführer sei aus orthopädisch
er Sicht seit dem Unfall am 16.
September 2009 in seiner ange
stammten Tätigkeit nicht mehr einsetzbar. Eine adaptierte Tätigkeit ohne wes
ent
liche Belastung des linken Armes und der linken Hand sei jedoch ohne wesent
lic
he Einschränkung möglich (
Urk.
7/170/81).
3.3
In der psychiatrischen Exploration
stellte
m
ed. prakt. B._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
fest
,
d
er Beschwerdeführer wirke in seinem Verhalten demonstrativ und verdeutlichend und stelle sich schwerkrank dar. Wäh
rend des 80-minütigen Explorationsgesprächs
hätten
keine Defizite in der Aufmerksamkeit und dem Gedächtnis fest
ge
stell
t werd
en
können
. Das Denken sei teilweise ausweichend und auf die Krankenrolle eingeschränkt. Es bestünde
n
keine inhaltlichen Denkstörungen. Der affektive Rapport sei herstellbar, die Grund
stimmung leicht heruntergesetzt und die Schwingungsfähigkeit leicht einge
schränkt. Der Beschwerdeführer
berichte
über eine Einschränkung der Lebenslust und Lebensfreude, von Ein- und Durchschlafstörungen sowie Appetitverlust. Er wirke im Antrieb nicht eingeschränkt. Psychomotorisch sei er zwar etwas ange
spannt und unruhig, aber nicht wesentlich eingeschränkt. Todeswünsche seien manchmal vorhanden
.
Auf Nachfrage habe der
Beschwerdeführer berichtet,
2014 habe er einen Suizidversuch unternommen, indem er ein Messer in die Hand genommen habe; zurzeit bestünden aber keine Hinweise auf Selbst- und Fremd
gefährdung
(Urk. 7/170/56).
Der Beschwerdeführer zeige eine Verdeutlichungs
tendenz mit entsprechender Selbstlimitierung. Es sei davon auszugehen, dass früher eine Anpassungsstörung bestanden habe
. Da diese nach ICD-10 nur zwei Jahre dauern könne
und
danach mit einer anderen K
odierung zu versehen sei
,
sei
heute eine leichte depressive Störung mit somatischem Syndrom
zu diagnosti
zieren
.
Zudem sei von der Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit psy
chischen und somatischen Anteilen auszugehen.
Aus dem Gesundheitsschaden resultiere eine Funktionseinschränkung im Sinne
einer geringen Belastbarkeit (
Urk.
7/170/59-60).
Der Beschwerdeführer schildere
,
er sei seit 2008 mit seiner Frau verheiratet und sie hätten zwei gemeinsame Söhne. Seine Frau kümmere sich um den Haushalt und die Kinder (
Urk.
7/170/55). Heute habe er noch drei bis vier sehr gute Freunde, welche ihm helfen würden. Zu seinem zwischenzeitlich verstorbenen The
rapeuten habe er ebenfalls einen guten Kontakt gehabt.
Hinsichtlich Tages
struktur gebe der Beschwerdeführer an, er
erwache um 6 Uhr, danach warte er
,
bis die Kinder in die Schule gegangen seien oder er lese ein Buch. Manchmal helfe er mit einem Arm seiner Frau im Haushalt. Wenn er zu depressiv sei, ziehe er sich in sein Zimmer zurück. Abends sitze er mit seinen Kindern und seiner Frau zusammen.
Einschlafen könne er nur sehr schlecht, er gehe um etwa 2 Uhr nachts zu Be
tt und brauche rund 2-3 Stunden
um
e
inschlafen zu können.
Im Sommer sei er mit seinen K
indern auch spazieren gegangen und n
ach dem Freitagsgebet treffe er sich jeweils mit Kollegen.
Zudem müsse er regelmässig Termine bei Ärzten und
T
herapeuten wahrnehmen (
Urk.
7/170/54).
Facharzt
B._
notierte,
d
ie bisherige Therapie sei nicht lege
artis
erfolgt und zurzeit befinde sich der Beschwerdeführer in keiner psychiatrisch
-
psycho
thera
peutischen Behandlung
.
Es seien Diskrepanzen festzustellen; so berichte der Be
schwerdeführer etwa, dass er seinen linken Arm nicht einsetzen könne, zugleich bestätige er aber
,
mit einem geschalteten Auto fahren zu können, was die Frage aufwerfe
,
wie er während des Schaltvorgangs das Steuer halte. Die geltend ge
machte Einschränkung betreffe vor allem die Erwerbstätigkeit und weniger den Haushalt, die Freizeit und die sozialen Aktivitäten. Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers werde von psychosozialen Faktoren überlagert. Aus rein psy
chiatrischer Sicht bestehe eine verminderte Belastbarkeit
,
wodurch die ange
stammte wie auch eine angepasste Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt werde (
Urk.
7/170/60-61).
3.4
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
stellte keine Diagnosen mit Auswirkung auf di
e Arbeitsfähigkeit
, notierte jedoch
, es bestünden
eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas. Aus rein allgemein-internistischer Sicht erachtete sie den Beschwerdeführer als vollständig arbeitsfähig (
Urk.
7/170/65-66).
3.5
Dr.
med. D._
, Facharzt für Neurologie und
Dr.
med. E._
, Assistenzärztin für Neurologie, diagnostizierten eine posttraum
a
tische sensomotorische
Ulnarisneuropathie
links, welcher
sie Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit beimassen und ein
zerviko
- und
lumbo
-vertebrales Schmerzsyndrom ohn
e
radikuläre
Auswirkung, welche
s keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zeitige
(
Urk.
7/170/76).
Die Ärzte notierten, der Beschwerdeführer klage seit dem Unfallereignis am 1
6.
September 2009 insbesondere über eine Instabilität mit Fehl
stellung und schmerzhafter Bewegungseinschränkung des linken Ellen
bo
gens. In der Untersuchung habe eine Nervenschädigung des
Nervus
ulnaris
auf Höhe des linken Ellenbogens nachgewiesen werden können.
Hierbei habe sich eine lediglich leichte
axonale
Schädigung mit Nachweis von wenig Spontan
aktivität im
Musculus
inteross
e
us
dorsalis
I
bei ansonsten normalen motorischen Potentialen gezeigt. Das gesamte Ausmass der klinischen Beschwerden mit subjektiver Kraftlosigkeit
des gesamten Armes und ausgeprägter funktioneller schwäche der Hand
und
Fingerkraft
lasse sich dadurch jedoch nicht ausreichend erklären. Klinisch l
ie
sse
n
sich über die
Schmerzsymptomatik hinausgehend nur wenige funktionelle
Einschränkung
en
objektivieren. Insbesondere spreche das Fehlen einer Atrophie der Handmuskulatur (Krallenhand) gegen das Vorliegen einer schweren
axonalen
Schädigung des
Nervus
ulnaris
.
Die Atrophien des linken Oberarmes liessen sich neurologisch nicht erklären und seien überwiegen
d
wahrscheinlich auf eine schonungsbedingte Immobilität des linken Armes zu
rück
zuführen. Die angegebenen Sensibilitätsdefizite könnten keinem
radikulären
, peripheren Nerven
versorgungsgebiet oder zentralen
Ausfallmuster zugeordnet werden. Die Diskrepanz zwis
c
hen dem präsentierten, deutlich ausgeprägten Be
schwerdebild
und den objektivierbaren Befunden spreche für einen zusätzlichen Symptomausbau im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung und ei
ne
zumindest
gewisse Aggravationstendenz (Urk. 7/170/75).
Auch
bezüglich der
zer
vi
kalen und lumbalen
Beschwerden
bestünden keine Anhaltspunkte für eine
radi
kuläre
Ausfallsymptomatik.
Aus neurologischer Sicht sei ein sensomotorisches Defizit im
Ulnarisversorgungsgebiet
links nachvollziehbar, jedoch ohne relevante funktionelle Einschränkung. In der angestammten
wie auch in einer angepassten
Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung der Neuropathie des
Nervus
ulnaris
links seit dem Unfallereignis eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %
. Die Arbeitstätigkeit müsse dabei so ausgestaltet sein, dass sie vorwiegend mit der dominanten rechten Hand ausgeübt werden könne und keine
bima
nuelle
Fein
motorik, festes Greif
en oder schw
eres
Heben mit der linken Hand respektive
des linken Armes, oder Stützpositionen des Ellenbogens erforderlich mache
(
Urk.
7/170/76
-77
).
3.6
In der polydisziplinären Gesamtwürdigung
nann
ten die Gutachter eine schmerz
hafte
endgradige
Bewegungseinschränkung des linken Ellenbogens, eine post
trau
matische sensomotorische
Ulnarisneuropathie
links
, belastungsabhängige Schmerzen bei freiem Bewegungsausmass am linken Knie
gelenk, eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom und eine chronische Schmerz
stö
rung mit psychischen und körperlichen Faktoren, welche die zumutbare Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers einschränken würden (
Urk.
7/170/78). In seiner angestammten Tätigkeit als Serviceangestellter sei der Beschwerdeführer aus poly
disziplinärer Sicht seit dem 1
6.
September 2009 nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit Juni 2013 aufgrund der psychischen Ein
schränkungen und der Neuropathie des
Nervus
ulnaris
eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Diese müsse in qualitativer Hinsicht leichte Tätigkeiten ohne regelmässiges Heben über 10 kg umfassen und ohne anspruchsvolle
bimanuelle
Tätigkeiten ausgestaltet sein. Zudem sei der linke Arm nur vermindert einsetzbar, wobei die Funktion der linken Hand nicht gestört sei. Der linke Arm sei daher nach Mög
lichkeit auf einen Tisch abzustützen
(
Urk.
7/170/
83-84).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten basiert auf umfassenden, rheumatologischen, psychiatrischen, internistischen und neurologischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/170/
6-46
).
Der Beschwerde
führer konnte seine Beschwerde
n
vor den Gutachtern eingehend schildern und wurde von diesen
jeweils – soweit fachspezifisch erforderlich - detailliert befragt
(
Urk.
7/170/46-50
, 7/170/53-55, 7/170/63-64, 7/170/67-69
). Die geklagten Leiden
wie die objektiven Befunde fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl
diese als auch die aus medizinischer Sicht
resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden. Ausserdem
erfolgte eine ausführliche Auseinandersetzung mit den vorange
gangenen
ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
7/170/57-59, 7/170/65,
7/170/72-75, 7/170/79-80)
.
Mith
in erfüllt das Gutachten die
rechtsprechungsgemässen
Anfor
de
rungen an
eine beweis
taugliche Entscheidungsgrundlage
(vgl. E.
1.4
), weshalb darauf
abzustellen ist.
Im Zusammenhang mit der eingangs erwähnten – nach Erlass der angefochtenen Verfügung ergangenen – Rechtsprechungsänderung zur Beurteilung der Arbeits
fähigkeit bei sämtlichen psychischen Erkrankungen (BGE 143 V 409 und 143 V 418) ist übergangsrechtlich bedeutsam, dass die vor der Rechtsprech
ungsän
de
rung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
Vorliegend wurde die Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht vom psychiatrischen Gutachter nicht explizit anhand der in BGE 141 V 281 statu
ierten Indikatoren
begründet, weshalb nachfolgend zu prüfen sein wird, ob die psychiatrische Beurteilung auch mit Blick auf die Rechtsprechung von BGE 141 V 281 den Anforderungen an die Beweiskraft genügt.
Das Gutachten enthält Angaben zu sämtlichen dieser Standardindikatoren, weshalb
es grundsätzlich als Beweisgrundlage heranzuziehen ist
.
4.2
Facharzt
B._
stellte anlässlich seiner Exploration einen weitgehend unauf
fälligen Psychostatus fest.
Soweit er objektive Befunde erheben konnte -
wie etwa eine
herabgesetzte Schwingungsfähigkeit – waren diese lediglich leicht ausge
prägt (vgl. E. 3.3). Die wenig ausgeprägten diagnoserelevanten Befunde fanden
entsprechend
ihre Berücksichtigung in der Diagnose einer leichten depressiven Störung. Diese wurde bislang nicht lege
artis
therapiert (vgl. E. 3.3), weshalb keine Behandlungsresistenz ausgewiesen ist. Als Komorbidität wirkt sich die Funk
tions
einschränkung des linken Armes ressourcenhemmen
d
aus; weitere
ressourcen
hemmende
Komorbiditäten sind den aufliegenden Akten nicht zu entnehmen.
Der Beschwerdeführer ist weiterhin in der Lage
,
im Haushalt mitzuhelfen, Bücher zu lesen, das Freitagsgebet zu besuchen oder auch Auto zu fahren, was auf vor
handene persönliche Ressourcen schliessen lässt.
Er
lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zusammen
und hat
drei bis vier enge Freunde
, welche er
regelmässig
trifft
(E.
3.3). Im Lebenskontext sind damit mobilisierbare Res
sourcen, welche sich positiv auf den Beschwerdeführer auswirken, auszumachen. Facharzt
B._
hielt ausdrücklich fest, dass sich die geltend gemachten Einschränkungen
des Beschwerdeführers vor allem in dessen Erwerbs
tätigkeit
und weniger im Haushalt, der Freizeit und den sozialen Aktivitäten bemerkbar mach
t
e
n
(E. 3.3). Es besteht demnach keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in sämtlichen Lebensbereichen
und
mithin
eine mangelnde Konsistenz
.
Zurzeit befindet sich der Beschwerdeführer in keiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (E. 3.3), was auf einen fehlenden Leidens
druck schliessen lässt.
Einem leistungsbegründenden Anspruch steht
sodann
auch
d
ie
vom Beschwerdeführer gezeigte
Aggravations
tendenz
(E.
3.3, E.
3.5)
ent
gegen.
Zudem machte Facharzt
B._
psychosoziale Belastungsfaktoren
(Urk.
7/170/60)
aus, welche von der gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit auszuklammern sind.
Zusammenfassend lassen die Standardindikatoren nicht auf eine erhebliche funktionelle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit schliessen. Vor dem Hintergrund, dass Facharzt
B._
aber – wenn auch wenige – Befunde erheben konnte und ausserdem aufgrund der Einschränkung
a
m linken Arm eine
ressourcenhemmende
Komorbidität besteht, ist seine
-
zwar wohlwollende
–
Ein
schätzung einer 30%
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
infolge einer geringeren Belastbarkeit
letztlich
nicht zu beanstanden.
4.3
Ebenso erweisen sich die Einschätzungen der restlichen Gutachter als schlüssig. So stellte
Dr.
A._
fest, dass am linken Arm
funktionelle
Einschränkungen bestünden, schloss jedoch
unter Ausklammerung einer Belastung des linken Armes
nachvollziehbar auf eine zumutbare Arbeit
stätigkeit
(E. 3.2).
Dr.
C._
konnte aus internistischer Sicht keine relevanten Diagnosen erheben, weshalb ihr Schluss auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit ebenfalls nachvollziehbar ist (E. 3.4). Die neurologischen Fachärzte konnten zwar eine Nervenschädigung des
Nervus
ulnaris
feststellen, notierten jedoch auch, dass sich hierdurch das Ausmass
der geklagten Beschwerden nicht erklären lasse. Unter Berücksichtigung der dur
ch sie festgestellten Symptomausweitung im Rahmen einer somatoformen Schmerz
störung und der Aggravationstendenz
ist
ihre Einschätzung einer 20%
igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
schlüssig
.
Die Schlussfolgerung aus polydiszi
plinärer Sicht, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner geringeren Belastbar
keit in psychischer und somatischer Hinsicht in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, dass ihm aber unter Berücksichtigung qualitativer Einschränkungen
(vgl. E. 3.6)
eine angepasste Arbeitstätigkeit
ab Juni 2013
zu 70 % zu
mutbar ist
, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf seine Erwerbsfähigkeit auswirkt.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Die Beschwerde
gegn
erin bezifferte das
Valideneinkommen
des Beschwerde
füh
rers in den angefochtenen Verfügungen (
Urk.
2/1 und 2/2) mit Fr. 63'915.6
0, woran nicht festzuhalten ist.
Entgegen den Beanstandungen des Beschwerde
füh
rers
ist ein Nebenverdienst
nur zu berücksichtigen, wenn er bereits im Gesund
heitsfall erzielt wurde und auch weiter
hin
erzielt werden würde (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_45/2008 vom
3.
Juli 2008 E. 4.2).
Das
F._
existiert seit Dezember 2009 nicht mehr
(vgl.
Urk.
7/10
; vgl. auch die
gleich
l
autende
Angabe des Beschwerdeführers selber, Urk. 7/4
/
6
)
. Der Beschwerde
führer hätte
mithin
auch im Gesundheitsfall diese Nebenbeschäftigung nicht mehr ausüben können
, weshalb dieser Nebenverdienst nicht zu berücksichtigen ist
. Dass
er
eine
andere
Nebenbeschäftigung ausgeübt hätte, ist nicht erstellt
, zumal vor seiner Beschäftigung bei der
F._
keine weiteren
Nebenbe
schäf
tigungen aktenkundig sind
(Urk. 7/
8
)
. In seiner Tätigkeit als Kellner erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2009 ein durchschnittliches monatliches Einkommen von
Fr.
4'300.
, was bei dreizehn Monatslöhnen einem Jahreseinkommen von
Fr.
55'900.
entspricht (vgl.
Urk.
7/12/9). Ein Jahreseinkommen von
annähernd
rund
Fr.
55'900.
erzielte der Beschwerdeführer gemäss seinem Auszug aus dem individuellen Konto bereits seit dem Jahr 2005
(vgl.
Urk.
7/8/2)
.
A
ngepasst
an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Ange
stellte von 2‘136
Punkten im Jahr 20
09
auf 2‘
204 Punkte im Jahr 2013
ergibt dies ein
Bruttoeinkommen von rund Fr. 57‘680
.-- (Fr. 5
5
‘
900
.-- / 2‘
136
x 2‘2
04
), welches dem Einkommens
ver
gleich zugrunde zu legen ist.
Dieses für eine
T
ätigkeit
im Gastgewerbe
durch
schnittliche Einkommen ist
– mangels unüblich tiefer, kaum erwerbssichernder
Entlöhnung
-
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu paral
le
lisieren.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist
vorliegend
ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen
, da der Beschwerdeführer seine Rest-Arbeitsfähigkeit nicht verwertet
. Vor dem Hintergrund, dass Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist auf den branchenunabhängigen Lohn für
Hilfstätigkeiten
(Zentralwert), Kompetenzniveau
1
, abzustellen und somit von einem standar
di
sierten monatlichen Einkommen von Fr. 5'
210
.-- auszugehen (LSE 201
2
, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau
1
, Männer). Aufgerechnet auf die
durchschnitt
liche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Ange
stellte von 2‘188
Punkten im Jahr 201
2
auf 2‘2
04 Punkte im Jahr 2013
ergibt dies bei einem – dem Beschwerdeführer ab
Mai 2013
zumutbaren - Beschäf
tigungsgrad von 70
% ein Bruttoeinkommen von rund Fr.
45‘
9
58
.-- (Fr. 5‘
210
.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2‘
188
x 2‘2
04
x 0.7).
Aufgrund der Einschränkung in
ein
er
bimanuellen
Tätigkeit (vgl. E. 3.6) gewährte die Beschwerde
gegn
erin einen Abzug auf diesen Tabellenlohn im Umfang von 10 %. Hinweise auf andere Faktoren, welche einen weiteren Abzug vom Tabellen
lohn rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich; insbesondere wurde den
ge
sun
d
heitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers mit der Berücksichti
gung einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70
%
bereits ausreichend Rechnung ge
tragen. Unter Berücksichtigung des leidensbedingten Abzuges von 10 % resultiert daher ein Invalideneinkommen von
Fr.
41'
36
2.
, welches dem Einkommens
vergleich zugrunde zu legen ist.
5.5
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 57‘680
.--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
41'36
2.
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
16'31
8.
und somit ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 2
8
%.
Dass die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers per Ende Mai 2013 (vgl. E. 4.3) befristet hat, ist damit rechtens.
6
.
Nebst dem Rentenanspruch
beantragt
e der Beschwerdeführer die Ausrichtung beruflicher Massnahmen (vgl.
Urk.
1 S. 2).
Hierzu ist festzustellen, dass berufliche Massnahmen nicht Teil der angefochtenen Verfügung bildeten. Die Beschwerde
gegnerin wies in ihrer Begründung wohl darauf hin, dass ein Umschulungs
an
spruch mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2013 (vgl.
Urk.
7/68) verneint wurde
.
E
ine
aktuelle
Prüfung
,
ob ein
Anspruch
auf berufliche Massnahmen im
allgemeinen
oder auf
eine
Umschulung
im Besonderen
bestehe,
fand bislang jedoch nicht statt
. Dies lässt sich etwa
auch der Formulierung der Beschwerdegegnerin «sollte heute erneut ein Umschulungsanspruch geprüft werden» entnehmen
.
Nachdem Eingliederungsmassnahmen einem Rentenanspruch nur solange vor
gehen, als von ihnen eine rentenbeeinflussende Änderung erwartet werden kann – was vorliegend klarerweise nicht zutrifft – kann eine V
erletzung der
Unter
suchungs
- und Begründungspflicht durch die Beschwerdegegnerin nicht erblickt werden.
Da berufliche Massnahmen nicht Teil der angefochtenen Verfügungen bildete
n
, ist eine Anfechtung im Beschwerdeverfahren nicht möglich. Auf das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers in Bezug auf berufliche Massnahmen ist daher nicht einzutreten. Dem Beschwerdeführer ist es jedoch selbstredend unbe
nommen
,
ein
entsprechendes
Gesuch
bei der Beschwerdegegnerin anhängig zu machen.
7.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 700.--
festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
, soweit darauf eingetreten wird
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
(im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.