# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c974722b-86bd-49bc-ba77-ba6f7e73ff25
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange
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Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 12. Oktober 2020 (FK200011-E)
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Rechtsbegehren:
Des Klägers (Urk. 2 und Prot. S. 16 f.; sinngemäss):
1. Es sei der Kindsmutter die alleinige elterliche Sorge für B._, geboren am tt.mm.2017, zuzuteilen.
2. Es sei B._ unter der alleinigen Obhut der Kindsmutter zu belassen.
3. Es sei der Beklagte zu verpflichten, für den gemeinsamen Sohn B._  ab 1. April 2020, Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'600.– zu bezahlen.
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 12. Oktober 2020:
(Urk. 61 S. 40 ff. = Urk. 66 S. 40 ff.)
1. Dem Beklagten wird die elterliche Sorge für B._, geboren am tt.mm.2017, . B._ steht fortan unter der alleinigen elterlichen Sorge der Kindsmutter, C._.
2. B._, geboren am tt.mm.2017, wird unter der alleinigen Obhut der Kindsmutter .
3. Der Beklagte ist berechtigt, den Sohn B._, geboren am tt.mm.2017, im Rahmen eines begleiteten Besuchsrechts jedes zweite Wochenende in einem Besuchstreff zu betreuen.
Sobald diese Besuche während sechs Monaten positiv verlaufen sind, ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, B._ auf eigene Kosten jedes zweite Wochenende für zwei Stunden zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
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Eine Ausdehnung des Besuchsrechts durch die Beiständin und die zuständige KESB sowie eine weitergehende Besuchsrechtsregelung nach Absprache der Eltern bleibt vorbehalten.
4. Die mit Entscheid der KESB Bezirk Hinwil vom 25. Februar 2020 errichtete  im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB wird fortgeführt. Der Beiständin werden die folgenden zusätzlichen Aufgaben übertragen:
– Organisation (inkl. Einholung Kostengutsprache) und Festlegung der Modalitäten der begleiteten Treffen zwischen dem Beklagten und B._;
– Überwachung der begleiteten Treffen insofern, als sie in regelmässigen Abständen die Einhaltung und Durchführung bei den Mitarbeitenden des Besuchstreffs in  bringt;
– sobald möglich: Festlegung der Modalitäten von unbegleiteten Treffen gemäss Dispositiv-Ziffer 3 und Überwachung dieser unbegleiteten Kontakte insofern, als sie in regelmässigen Abständen mit den Eltern klärt, wie die unbegleiteten Treffen verlaufen sind.
– Antragstellung an die KESB Bezirk Hinwil in Bezug auf eine weitere Ausdehnung des Besuchsrechts gemäss Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 3.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger folgende monatliche Unterhaltsbeiträge  allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Familienzulagen zu bezahlen:
Rückwirkend ab 1. April 2020 bis zum Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten, längstens aber bis 31. Dezember 2021
Fr. 1'480.– Damit ist der Barbedarf von B._ im Umfang von Fr. 285.– nicht .
Manko im Betreuungsunterhalt: Fr. 683.–.
Ab Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten bzw. spätestens ab 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2023
Fr. 2'190.– (davon Fr. 425.– als Betreuungsunterhalt)
Manko im Betreuungsunterhalt: Fr. 258.–.
Ab 1. Januar 2024 bis 31. Oktober 2027
Fr. 1'870.– (davon Fr. 442.– als Betreuungsunterhalt);
Ab 1. November 2027 bis zum Eintritt von B._ in die Oberstufe
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Fr. 1'790.– (davon Fr. 442.– als Betreuungsunterhalt)
Ab Eintritt von B._ in die Oberstufe bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus
Fr. 1'200.– (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an die Mutter des Klägers und zwar je monatlich im Voraus, auch über die Volljährigkeit hinaus, solange der Kläger im Haushalt der Mutter lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen  Zahlungsempfänger bezeichnet.
Der Beklagte ist berechtigt, von den vorstehenden Unterhaltsbeiträgen die für den  vom 1. April 2020 bis heute nachweislich bezahlten Unterhaltsbeiträge in  zu bringen.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, die Kindsmutter über die Aufhebung der derzeit  Kurzarbeit unverzüglich zu orientieren. Der Beklagte wird überdies verpflichtet, der Kindsmutter die Lohnausweise 2020 und 2021 jeweils bis spätestens Ende März des Folgejahres unaufgefordert zur Verfügung zu stellen.
7. Die Kindsmutter wird verpflichtet, den Beklagten innerhalb von zwei Wochen seit , ab welchem Datum B._ in die Oberstufe eintreten wird, über das Eintrittsdatum zu informieren.
8. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamts für Statistik (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte), Stand September 2020 von 101.2 Punkten. Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2022, an den Stand des Indexes per November des Vorjahres . Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index
101.2
9. Der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge liegen folgende finanziellen Verhältnisse :
Kläger:
Einkommen: Fr. 295.– (Kinderzulagen)
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Vermögen: irrelevant
Kindsmutter: (Nettoeinkommen, inkl. 13. Monatslohn)
Ab 1. April 2020 bis zum Eintritt von B._ in die Oberstufe: Fr. 3'425.– (60 % Pensum)
Ab Eintritt von B._ in die Oberstufe: Fr. 4'570.– (80% Pensum)
Ab 1. November 2033 (100% Pensum): Fr. 5'700.–
Vermögen: irrelevant
Beklagter: (Nettoeinkommen, inkl. 13. Monatslohn)
Ab 1. April 2020 bis zum Wegfall der Kurzarbeit, maximal bis 20. Dezember 2021 Fr. 4'760.–
Ab Wegfall der Kurzarbeit bzw. spätestens ab 1. Januar 2022, gegebenenfalls hypothetisch
(100% Pensum) Fr. 5'470.–
Vermögen: irrelevant
10. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'400.– festgesetzt.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Entscheids, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
11. Die Kosten des Entscheids werden zu 1/3 dem Kläger und zu 2/3 dem Beklagten . Der Anteil des Klägers wird jedoch sofort definitiv abgeschrieben.
12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
13. (Schriftliche Mitteilung).
14. (Rechtsmittelbelehrung).
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Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 65 S. 2 ff.):
" 1. Es sei Ziffer 1 Dispositiv Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Be-
zirksgericht Hinwil vom 12. Oktober 2020 (FK200011-E) aufzuheben und B._  der gemeinsamen elterlichen Sorge der Kindsmutter C._ und dem Beklagten und Berufungskläger zu belassen.
2. Es sei Ziffer 5 Dispositiv Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am  Hinwil vom 12. Oktober 2020 (FK200011-E) aufzuheben und wie folgten neu zu fassen resp. durch folgende Regelung zu ersetzen:
Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger folgende monatliche  zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher  zu bezahlen:
Rückwirkend ab 1. April 2020 bis zum Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten, längstens aber bis 31. Dezember 2021:
CHF 1'280.00 Damit ist der Bedarf von B._ im Umfang von CHF 396.00 nicht gedeckt.
Manko im Betreuungsunterhalt: CHF 75.00
Ab Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten bzw. spätestens ab 1. Januar 2022 bis 31. August 2022:
CHF 1'280.00 Damit ist der Bedarf von B._ im Umfang von CHF 396.00 nicht gedeckt.
Manko im Betreuungsunterhalt: CHF 175.00
Ab 1. September 2022 bis 31. Oktober 2027:
CHF 1'280.00 Damit ist der Bedarf von B._ im Umfang von CHF 138.00 nicht gedeckt.
Manko im Betreuungsunterhalt:
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CHF 175.00
Ab 1. November 2027 bis 31. August 2029:
CHF 1'280.00 Damit ist der Bedarf von B._ im Umfang von CHF 38.00 nicht gedeckt.
Manko im Betreuungsunterhalt: CHF 175.00
Ab 1. September 2029 bis 31. August 2033:
CHF 1'056.00
Ab 1. September 2033 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus:
CHF 646.00
Die Unterhaltsbeträge sind zahlbar an die Mutter des Klägers und zwar je monatlich im Voraus, auch über die Volljährigkeit hinaus, solange der Kläger im Haushalt der Mutter lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
Der Beklagte ist berechtigt, von den vorstehenden Unterhaltsbeiträgen die für den Zeitraum vom 1. April 2020 bis heute nachweislich bezahlten  im Gesamtbetrag von CHF 11'520.00 (berechnet per 31.  2020) in Anrechnung zu bringen.
3. Es sei Ziffer 11 Dispositiv Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 12. Oktober 2020 (FK200011-E) aufzuheben und es seien die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich dem Kläger und Berufungsbeklagten zu auferlegen.
4. Eventuell seien Ziffern 1, 5, und 11 des Dispositivs des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 12. Oktober 2020 (FK200011-E) aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz .
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten des Klägers und Berufungsbeklagten."
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Prozessualer Antrag (Urk. 65 S. 4): " Es sei dem Beklagten und Berufungskläger rückwirkend ab 9. Dezember 2020
(Eingang des begründeten Urteils des Bezirksgerichts Hinwil) für das  die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in Person des  [Rechtsanwalt lic. iur. X._] einen unentgeltlichen  zu bestellen".
des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 73 S. 2): " 1. Es sei die Berufung des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen und das
Urteil des BG Hinwil vom 12. Oktober 2020 zu bestätigen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsklägers."
Prozessuale Anträge (Urk. 79 S. 2): " 1. Es sei der Berufungskläger zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten einen Pro-
zesskostenvorschuss für das Berufungsverfahren in der Höhe von einstweilen CHF 7'000.00 zu bezahlen. Eventualiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 117 ZGB zu bewilligen und es sei ihm in der Person der  [Rechtsanwältin lic. iur. Y._] eine unentgeltliche Rechtsbeiständin ab Erstkontakt vorn 19. März 2021 zu bestellen.
2. Es sei der Kindsmutter als Verfahrensbeteiligte ebenfalls die unentgeltliche  zu bewilligen und ihr in der Person der Unterzeichneten eine  Rechtsvertreterin zu bestellen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I. (Parteien und Prozessgeschichte)
1. Der Beklagte und Berufungskläger (fortan Beklagter) und C._ (fort-
an Verfahrensbeteiligte) sind die unverheirateten Eltern des Klägers und Beru-
fungsbeklagten (fortan Kläger), geboren am tt.mm.2017. Der Beklagte und die
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Verfahrensbeteiligte lebten vor der Geburt des Klägers zusammen. Am 16. No-
vember 2017 bestätigte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Be-
zirks Hinwil (fortan KESB Bezirk Hinwil) entsprechend dem Ersuchen des Be-
klagten und der Verfahrensbeteiligten die gemeinsame elterliche Sorge für den
Kläger (Urk. 6/6). Im Februar 2019 lösten der Beklagte und die Verfahrensbetei-
ligte ihre Beziehung auf (Urk. 65 S. 6).
2. Mit Eingabe vom 9. Mai 2020 machte der Kläger, vertreten durch die Ver-
fahrensbeteiligte, unter Beilage der Bestätigung der KESB Bezirk Hinwil (Nichtei-
nigung über Unterhalt i.S.v. Art. 198 lit. bbis ZPO) das vorliegende Verfahren bei
der Vorinstanz hängig (Urk. 1 und 2). Der weitere Prozessverlauf kann dem an-
gefochtenen erstinstanzlichen Entscheid entnommen werden (Urk. 66 S. 2 f.).
Am 12. Oktober 2020 erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen
Entscheid, zuerst in unbegründeter Form (Urk. 54) und auf Ersuchen des Beklag-
ten in begründeter Form (Urk. 61 S. 40 ff. = Urk. 66 S. 40 ff.).
3. Dagegen erhob der Beklagte am 22. Januar 2021 rechtzeitig
(vgl. Urk. 62) Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 65).
Die Berufungsantwort datiert vom 20. April 2021 (Urk. 73). Mit Eingabe vom
11. Mai 2021 (Urk. 80) sowie mit Eingabe vom 11. Juni 2021 (Urk. 88) modifizier-
ten die Parteien ihre Rechtsmittelanträge in Bezug auf den Kindesunterhalt. Die
Eingaben der Parteien wurden der jeweiligen Gegenseite zur Kenntnisnahme
zugestellt (Urk. 70, 76, 78 und 84; Prot. S. 6 - 8). Die Eingabe der Verfahrensbe-
teiligten vom 2. Dezember 2021 (Urk. 95) ist dem Beklagten mit vorliegendem
Entscheid zuzustellen.
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1 - 64). Das Verfah-
ren erweist sich als spruchreif.
II. (Prozessuale Vorbemerkungen)
1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des ange-
fochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Gegen-
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stand des vorliegenden Berufungsverfahrens bildet die elterliche Sorge für den
Kläger (Urk. 66 S. 40 Dispositiv-Ziffer 1), der Kindesunterhalt (Urk. 66 S. 41 f.
Dispositiv-Ziffer 5) sowie die vorinstanzliche Kostenverteilung (Urk. 66 S. 44 Dis-
positiv-Ziffer 11). Die Indexierungsklausel (Urk. 66 S. 42 f. Dispositiv-Ziffer 8) und
die Angaben zu den massgeblichen finanziellen Verhältnissen der Parteien
(Urk. 66 S. 43 f. Dispositiv-Ziffer 9) sind implizit mit dem Unterhalt angefochten.
2. Vorweg ist vorzumerken, dass das vorinstanzliche Urteil in den nicht an-
gefochtenen Dispositiv-Ziffern 2 (Obhut), 3 (Besuchsrecht), 4 (Beistandschaft)
sowie 6 und 7 (Auskunftspflichten) mit Ablauf der Anschlussberufungsfrist am
20. April 2021 (vgl. Urk. 70) in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 315 Abs. 1 ZPO;
vgl. zum Zeitpunkt der Rechtskraft vgl. BK ZPO-Sterchi, Art. 315 N 5). Dies ist
vorzumerken.
Hinsichtlich der ebenfalls nicht angefochtenen Höhe der erstinstanzlichen
Gerichtskosten (Dispositiv-Ziffer 10) und der Entschädigungsfolgen (Dispositiv-
Ziffer 12) erfolgt keine Vormerknahme der (Teil-)Rechtskraft (vgl. Art. 318 Abs. 3
ZPO).
3. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der
Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, ein-schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessen-
heitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen
Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen,
inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als feh-
lerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet. Die Parteien
haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie
auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE
142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abge-
sehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Be-
anstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender
Weise erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist in-
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soweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung er-
forderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1). Sodann ist die Berufungsinstanz bei der
Rechtsanwendung weder an die Argumente der Parteien noch an die Erwägun-
gen der Vorinstanz gebunden (sog. Motivsubstitution; BGE 144 III 394 E. 4.1.4
m.w.H.; ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 318 N 21; Seiler, Die Berufung nach ZPO,
2013, N 1507).
4. Neue Vorbringen sind im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch un-
ter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO statu-
iert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-
gend zu beurteilen sind – aber den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, wes-
halb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht
und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche der
umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im
Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen.
Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit für das vorliegende Verfah-
ren nicht (BGE 144 III 349 E. 4.2.1).
5. Sofern notwendig hat das Gericht die Vertretung des Kindes anzuordnen
(Art. 299 Abs. 1 ZPO). Die Notwendigkeit einer Kindsvertretung i.S.v. Art. 299
ZPO ist vorliegend trotz unterschiedlicher Anträge der Eltern des Klägers betref-
fend die Zuteilung der elterlichen Sorge (Art. 299 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 ZPO) nicht
gegeben. Die anwaltlich vertretenen Eltern stellen keinen entsprechenden Antrag
(Art. 299 Abs. 2 lit. b ZPO) bzw. rügen nicht, im vorinstanzlichen Verfahren sei
keine Kindsvertretung eingesetzt worden. Ausserdem legen der Beklagte und die
Verfahrensbeteiligte ihre Standpunkte zur elterlichen Sorge unter Einbezug der
Interessen des Klägers hinreichend dar, weshalb zusammen mit der vorliegend
zur Anwendung gelangenden Offizial- und der Untersuchungsmaxime (vgl.
E. II.4.) die Kindesinteressen hinreichend gewahrt sind. Ein zusätzlicher Nutzen
durch die Einsetzung einer Kindsvertretung ist nicht ersichtlich. Folglich ist im
vorliegenden Berufungsverfahren auf die Anordnung einer Kindsvertretung i.S.v.
Art. 299 ZPO zu verzichten (vgl. BGer 5A_403/2018 vom 23. Oktober 2018,
E. 4.1.2).
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III. (Materielle Beurteilung der Berufung)
A. Elterliche Sorge
1. Vorinstanzliche Erwägungen
1.1. Die Vorinstanz entzog dem Beklagten die elterliche Sorge für den Kläger
und teilte sie alleine der Verfahrensbeteiligten zu (Urk. 66 S. 40 Dispositiv-Ziffer
1). Ihren Entscheid begründete sie zusammengefasst damit, dass die Familien-
konstellation mit der Trennung der Kindseltern ab Februar 2019 wesentlich und
dauerhaft verändert worden sei. Der Beklagte habe die Trennung bis zum (vor-
instanzlichen) Entscheid weder akzeptiert noch verarbeitet. Im Nachgang zur
Trennung habe die Verfahrensbeteiligte mehrfach gegen den Beklagten Strafan-
zeige wegen Nötigung und Drohung erstattet und es seien mehrere Verfügungen
der Kantonspolizei betreffend Schutzmassnahmen im Sinne des Gewaltschutz-
gesetzes ergangen (Urk. 66 S. 10).
1.2. Aufgrund der wesentlichen Veränderung der Verhältnisse prüfte die Vor-
instanz, ob die Neuregelung der elterlichen Sorge zur Wahrung des Kindeswohls
notwendig sei (Urk. 66 S. 10). Hierzu führte sie aus, der Kern des Eltern-
Konfliktes sei die fehlende Verarbeitung der Trennung seitens des Beklagten und
dass er die Paarbeziehung nicht von der Elternbeziehung trennen könne. Selbst
als der Kläger aufgrund einer Erkrankung besonders betreuungsbedürftig gewe-
sen sei und die Verfahrensbeteiligte sich am 31. Januar 2020 an den Beklagten
gewandt habe, sei dieser nur für ein Gespräch bereit gewesen, wenn die Verfah-
rensbeteiligte (auf der Beziehungsebene) auf ihn zukomme. Aus den darauf fol-
genden Nachrichten gehe deutlich hervor, dass der Beklagte nur das Ziel verfol-
ge, die Verfahrensbeteiligte zurückzugewinnen oder ihr zumindest das Leben
ohne ihn so schwer wie möglich zu machen (Urk. 37/4). Eine Kommunikation mit
dem Beklagten über alltägliche Dinge wie die Erziehung des Klägers sei offen-
sichtlich nicht möglich. Der Beklagte scheine nicht in der Lage zu sein, sich den
Bedürfnissen des Klägers anzunehmen. Jeglichen Kontakt zum Kläger mache er
davon abhängig, dass die Verfahrensbeteiligte die Beziehung mit ihm wieder
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aufnehme bzw. dass die Besuche unbegleitet oder im Beisein der Verfahrensbe-
teiligten stattfänden (Urk. 66 S. 10 f.).
1.3. Problematisch sei zudem, dass der Beklagte seine eigenen Bedürfnisse
vor diejenigen des Klägers stelle und die elterliche Kooperation verhindere, in-
dem er sich der Zusammenarbeit mit der Verfahrensbeteiligten verweigere, so-
bald es nicht nach seinem Willen laufe. Dies zeige sich beispielhaft bereits bei
Banalitäten, als es um den Austausch von Fotos des Klägers gegangen sei.
Während der Beklagte der Verfahrensbeteiligten vorgehalten habe, ihn nicht am
Leben des Klägers teilhaben zu lassen, da sie ihm keine Fotos zuschicke, sei
diese bereit gewesen, ihm Zugriff auf ihre Dropbox mit den Fotos des Klägers zu
gewähren. Anstatt einen Kompromiss einzugehen, habe es der Beklagte vorge-
zogen, keine Fotos des Klägers zu bekommen (Urk. 66 S. 12).
1.4. Mit seiner Alles-oder-nichts-Strategie habe der Beklagte bewirkt, dass
der Kläger seit September 2019 kein einziges Mal mit dem Beklagten in irgend
einer Form in Beziehung habe treten können. Bereits davor sei es trotz einver-
nehmlich festgelegter Besuchsrechtsregelung anlässlich des Gewaltschutzver-
fahrens im März 2019 (Urk. 6/18) nur zu sporadischen Treffen gekommen, weil
dem Beklagten die getroffene Regelung gemäss eigenen Angaben "zu viel" ge-
worden sei und er auf unbestimmte Zeit keinen Kontakt gewünscht habe
(Urk. 6/29 S. 2). Die Vater-Kind-Beziehung sei im Herbst 2019 schliesslich gänz-
lich abgebrochen. Anhand seiner Argumentation, er habe eine Pause gebraucht
bzw. er habe keine Beistandschaft gewollt (Prot. I S. 19), werde deutlich, dass
der Beklagte mit seinen Aufgaben als Kindsvater überfordert sei, die emotionale
Aufgabe einer Trennung nicht bewältigt habe und es ihm bis anhin nicht gelun-
gen sei, eine neue Rollenfindung anzugehen. Der Beklagte blende vollständig
die Bedürfnisse des Klägers aus. Für die Entwicklung einer starken und bestän-
digen Beziehungen zu einem Elternteil sei ein regelmässiger Kontakt unabding-
lich. Ein Kontaktabbruch gegenüber einem zweijährigen Kleinkind während meh-
rerer Monate (mittlerweile schon mehr als einem Jahr) führe unweigerlich dazu,
dass die Beziehung massiven Schaden erleide und das Kind sich nach solch
langer Zeit nicht mehr an den Beklagten erinnere, mithin auch ein Trauma entwi-
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ckeln könne (Verlustängste). Aussagen des Beklagten, er wolle seinen Sohn am
liebsten jeden Tag sehen, ihn ins Bett bringen und mit ihm möglichst viel Zeit
verbringen, erschienen im Gesamtkontext als leere Worthülsen bzw. brächten
primär zum Ausdruck, dass er die Beziehung zur Kindsmutter zurück wolle und
damit auch den bis zur Trennung gelebten Familienalltag (Urk. 66 S. 12 f.).
1.5. Ferner habe sich der Beklagte im Gerichtsverfahren als auch in der Zu-
sammenarbeit mit der Beiständin des Klägers als wenig bis gar nicht kooperativ
gezeigt. Der Beklagte sei zu zwei Verhandlungen unentschuldigt nicht erschie-
nen und die zu edierenden Unterlagen habe er erst nach mehrfacher Aufforde-
rung und unter Androhung von Säumnisfolgen eingereicht. Vergleichsgespräche
seien nicht möglich gewesen, da er zu den Verhandlungen nicht erschienen sei.
Gegenüber der Beiständin habe er mehrfach verlauten lassen, dass er zu Termi-
nen aufgrund seiner Arbeit nicht erschienen sei und Termine nur freitags wahr-
nehmen könne (Urk. 46/4 und 46/5). Der Beklagte zeige sowohl in der Kommuni-
kation als auch in der Zusammenarbeit rigide Tendenzen, was bereits im Abklä-
rungsbericht vom 27. September 2019 festgestellt worden sei (Urk. 6/43 S. 7). Es
entstehe sodann der Eindruck, der Beklagte verweigere seine Mitwirkung, sobald
es aus seiner Sicht nicht mehr möglich erscheine, seinen Willen durchzusetzen
(Urk. 66 S. 13 f.).
1.6. Schliesslich kommt die Vorinstanz zum Schluss, eine Zusammenarbeit
zwischen dem Beklagten und der Verfahrensbeteiligten bzw. dem Beklagten so-
wie den zuständigen Behörden, um eine adäquate Lösung im Sinne des Kindes-
wohls zu finden, sei offensichtlich im Zeitpunkt der Urteilsfällung nicht möglich.
Eine Fortführung der gemeinsamen elterlichen Sorge wäre nicht zum Wohle des
Kindes. Aufgrund des "Streiks" des Beklagten habe die Verfahrensbeteiligte in
den letzten zwölf Monaten faktisch bereits alle anstehenden Entscheidungen in
Bezug auf den Kläger alleine treffen müssen. Entsprechend ändere sich mit der
rechtlichen Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Verfahrensbeteiligte
(bzw. mit dem Entzug der elterlichen Sorge seitens des Beklagten) tatsächlich
nichts. Die formale Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge würde
sich mit dem Grundgedanken des Kindesrechts nicht vereinbaren lassen. Aus-
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serdem seien auf Seiten der Verfahrensbeteiligten keinerlei Anhaltspunkte für
Defizite bezüglich ihrer Erziehungsfähigkeit erkennbar (Urk. 66 S. 14).
2. Vorbringen des Beklagten
2.1. Der Beklagte rügt, aus der von der Vorinstanz zitierten Protokollstelle
(Prot. I S. 28) gehe nicht hervor, dass er keine Trennung zwischen der Elternbe-
ziehung und der Paarbeziehung vornehmen könne. Er habe lediglich ausgeführt,
der Kläger verdiene seiner Meinung nach eine Familie und damit einen Vater und
eine Mutter, die er jeden Tag sehen könne (Urk. 65 S. 7).
2.2. Er habe Ende Januar 2020 nicht gewusst, dass der Kläger krank und die
Verfahrensbeteiligte mit dieser Situation überfordert gewesen sei. Dies sei ihm in
den E-Mails der Verfahrensbeteiligten vom 31. Januar 2020 und vom 1. Februar
2020 nicht mittgeteilt worden (Urk. 37/4). Die Vorinstanz habe diese Informatio-
nen vielmehr der Notiz der Verfahrensbeteiligten entnommen (Post-it-Zettel an
Urk. 37/4 angeheftet), die offensichtlich für das Gericht gedacht gewesen sei.
Ausserdem sei die Frage der Betreuung von der Frage der elterlichen Sorge zu
trennen (Urk. 65 S. 8 f.).
2.3. Die Vorinstanz habe keinen Vorfall angeführt, wonach die Verfahrensbe-
teiligte aufgrund des Verhaltens des Beklagten bzw. der derzeit noch fehlenden
Kommunikation zwischen den Eltern Schwierigkeiten gehabt hätte, einen wichti-
gen Entscheid für den Kläger zu treffen (Urk. 65 S. 8 und 12). Mit Ausnahme des
angeblichen Vorfalles vom 31. Januar 2020 im Zusammenhang mit der Erkran-
kung des Klägers führe die Vorinstanz keine wesentlichen Ereignisse auf, in de-
nen er (der Beklagte) seine Mitwirkung in Bezug auf einen konkreten Entscheid
betreffend den Kläger verweigert hätte. Ebenso sei den Akten keine Verweige-
rung seiner Mitwirkung zu entnehmen (Urk. 65 S. 9 f.).
2.4. Die Vorinstanz sei zum Schluss gekommen, die Verfahrensbeteiligte ha-
be wegen seiner "Alles-oder-nichts-Strategie" kein einziges Mal mit ihm richtig
kommunizieren können, ohne zu berücksichtigen, dass die einjährige Phase mit
Kontaktschwierigkeiten zwischen den Eltern in keinem Verhältnis zur Dauer der
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elterlichen Sorge für ein gemeinsames Kind stehe (Urk. 65 S. 10). Hinsichtlich
des Kontaktabbruchs zwischen ihm und dem Kläger sei zu beachten, dass der
persönliche Verkehr so aufgebaut sei, dass eine allmähliche behutsame Annähe-
rung zwischen ihnen stattfinden solle (Urk. 65 S. 10 f.). Dass bisher wichtige Ent-
scheidungen für die Entwicklung des Klägers wegen der schwierigen Kommuni-
kation zwischen den Eltern nicht hätten getroffen werden können, werde von der
Vorinstanz nicht dargetan (Urk. 65 S. 12).
2.5. Die Frage, ob ein Elternteil sich in Bezug auf die Beistandschaft koopera-
tiv zeige und aktiv mitwirke, sei nur teilweise eine Frage der elterlichen Sorge.
Ausserdem habe er die Behördenmitglieder bei sich zu Hause empfangen und
damit zumindest eine gewisse Mitwirkung gezeigt (Urk. 65 S. 11). Auch der Um-
stand, dass er an der zweiten Verhandlung vom 7. Oktober 2020 nicht erschie-
nen sei, dürfe in Bezug auf die elterliche Sorge nicht zu seinen Lasten gewertet
werden, da er die Vorladung nicht erhalten habe (Urk. 65 S. 12).
2.6. Zusammengefasst sei den Akten keine Gefährdung des Kindswohls zu
entnehmen und die Vorinstanz führe keine Gründe an, die eine alleinige Zutei-
lung der elterlichen Sorge an die Verfahrensbeteiligte rechtfertigen würden
(Urk. 65 S. 11 f.).
3. Vorbringen der Verfahrensbeteiligten
3.1. Die Verfahrensbeteiligte hält dagegen, es sei nicht im Interesse des Klä-
gers, dass sie als Obhutsberechtigte nicht in der Lage sei, wichtige Entscheidun-
gen für ihn zu treffen, wenn sich der Beklagte immer dagegen wehre (Urk. 73
S. 4 Rz 7).
3.2. Der Beklagte akzeptiere nicht, dass die Beziehung zwischen ihnen ge-
scheitert sei und er dennoch Kontakt zum gemeinsamen Sohn haben könne
(Urk. 73 S. 4 Rz 8). Aufgrund des Kontaktabbruches sei der Beklagte keine Be-
zugsperson für den Kläger und auch für den Beklagten sei der Kläger ein frem-
des Kind, das er nicht mehr kenne (Urk. 73 S. 4 f. Rz 9). Ab dem Tag der Tren-
nung sei der Beklagte nur noch selten und schliesslich gar nicht mehr für den
- 17 -
Kläger da gewesen. Dem Beklagten gehe es primär darum, sie (die Verfahrens-
beteiligte) als Partnerin zurückzugewinnen, was er mit Selbstmorddrohungen, ei-
nem Suizidversuch und mit Drohungen sowie Nötigungen gegen sie zu erreichen
versucht habe (Urk. 73 S. 5 Rz 10).
3.3. Die Verfahrensbeteiligte bestreitet nicht, dass der Beklagte sich – mit
Ausnahme der begleiteten Besuche, die er nicht habe wahrnehmen wollen – nie
einer Anordnung oder einer nötigen Massnahme zum Schutze des Klägers wie-
dersetzt habe. Sie fügt aber hinzu, er habe gar nichts unternommen. Seit mehr
als anderthalb Jahren habe sich der Beklagte nicht um den Kontakt oder um eine
Beziehung zum Kläger gekümmert und er habe in keinen Entscheid bezüglich
den Kläger involviert werden wollen (Urk. 73 S. 5 f. Rz 12). Hinzu komme, dass
es bis anhin erst wenige Entscheidungen mit grosser Auswirkung auf das Leben
des Klägers gegeben habe (Urk. 73 S. 7 Rz 16).
3.4. Der Beklagte könne dem Kläger als Vater keine Konstanz, Stabilität und
Verlässlichkeit bieten. Auch wenn sich der Kläger normal entwickle, so könne er
sich nicht mehr bewusst an den Beklagten erinnern, den er zum letzten Mal im
Alter von zwei Jahren gesehen habe (Urk. 73 S. 8 Rz 20). All die Drohungen, die
der Beklagte gegen sie (die Verfahrensbeteiligte) und ihr Umfeld ausgesprochen
habe, hätten auch beim Kläger ihre Spuren hinterlassen (Urk. 73 S. 9 Rz 22). Der
Beklagte sei nicht in der Lage einzuschätzen, welches Handeln richtig und wel-
ches falsch sei. Schon während des Zusammenlebens sei der Beklagte game-
süchtig gewesen und habe damals teilweise Probleme gehabt, Fiktion und Reali-
tät auseinander zu halten (Urk. 73 S. 9 Rz 23). Der Beklagte habe sie nach der
Trennung oftmals und auch in Anwesenheit des Klägers verbal angegriffen. Sie
sorge sich um das Wohl und die Sicherheit des Klägers, denn sie könne nicht
davon ausgehen, dass der Beklagte den Kläger in Ruhe lassen werde, wenn er
aggressiv werde. Die psychische Verfassung des Beklagten sei schlecht. Er ha-
be sich nach der Trennung komplett von seinem sozialen Umfeld zurückgezogen
und pflege seither keine einzige Freundschaft mehr. Ebenso habe er keinen Kon-
takt zu seiner Familie (Urk. 73 S. 9 Rz 24).
- 18 -
3.5. Seit der Einsetzung der Besuchsbeiständin sei mehr als ein Jahr vergan-
gen. Bis anhin zeige der Beklagte kein Interesse, den Kläger in Begleitung zu
sehen oder etwas an seinem Verhalten zu ändern, damit wieder ein Kontakt zwi-
schen ihm und dem Kläger hätte hergestellt werden können. Es sei nicht ersicht-
lich, weshalb er nun dafür bereit sein sollte (Urk. 73 S. 10 Rz 25).
3.6. Mit der Zuteilung des alleinigen Sorgerechts solle nicht bezweckt wer-
den, dass der Beklagte den Kläger nicht sehen dürfe. Vielmehr sollen damit die
negativen Auswirkungen auf den Kläger und seine Entwicklung wegbedungen
werden. Ohne das alleinige Sorgerecht sei sie (die Verfahrensbeteiligte) hand-
lungsunfähig, da sie jede wichtige Entscheidung für den Kläger mit dem Beklag-
ten absprechen müsste und dieser in der Vergangenheit noch nie konstruktiv ge-
antwortet habe (Urk. 73 S. 10 Rz 26).
3.7. Es treffe zu, dass dem Beklagten wegen seinem Nichterscheinen an der
Verhandlung vom 7. Oktober 2020 nicht die elterliche Sorge entzogen werden
könne, doch sein Fernbleiben sei Teil seiner nicht vorhandenen Verantwortung
gegenüber seinem Sohn. Der Beklagte sei bereits der Verhandlung vom 8. Juni
2020 ferngeblieben und auch an keinem Treffen mit dem Kinder- und Jugendhil-
fezentrum (kjz) bzw. der KESB oder der Beiständin erschienen. Bei vielen dieser
Gespräche und Treffen habe man auf freie Tage des Beklagten Rücksicht ge-
nommen, seine Terminwünsche respektiert und Besprechungsdaten entspre-
chend terminiert. Obwohl sich sämtliche Behörden nach den Zeiten des Beklag-
ten gerichtet hätten, habe er es nicht für notwendig erachtet, an diesen Gesprä-
chen teilzunehmen (Urk. 73 S. 11 Rz 28).
4. Würdigung
4.1. Die Neuregelung der elterlichen Sorge nach Art. 298d ZGB ist nur bei
wesentlicher Änderung der Verhältnisse und zur Wahrung des Kindeswohls mög-
lich. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher
Umstände des konkreten Einzelfalls. Grundsätzlich ist eine solche aber zu beja-
hen, wenn die bisherige Regelung sich auf das Zusammenleben bezog und die
Eltern sich inzwischen getrennt haben (BSK ZGB-Schwenzer/Cottier, Art. 298d N
- 19 -
2). Die Beurteilung im Lichte des Kindeswohls beinhaltet ihrerseits, dass die Ver-
änderung der Verhältnisse eine Neuregelung der elterlichen Sorge gebietet, weil
die aktuelle Regelung dem Kind mehr schadet als der mit der Änderung verbun-
dene Verlust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen (vgl.
BGer 5A_239/2021 vom 29. November 2021, E. 3.4.). Die elterliche Sorge ist nur
dann auf einen Elternteil zu übertragen, wenn es zur Wahrung des Kindeswohls
nötig erscheint (vgl. Art. 298 Abs. 1 ZGB). Auf einen kurzen Nenner gebracht
wird vorausgesetzt, dass ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder eine
anhaltende Kommunikationsunfähigkeit vorliegt, dieser Mangel sich negativ auf
das Kindeswohl auswirkt und der Konflikt durch das Alleinsorgerecht entschärft
wird (KUKO ZGB-Cantieni/Vetterli, Art. 298 N 3; BGE 141 III 472 E. 4.5 f.).
4.2. Die Vorinstanz hielt bereits zutreffend fest, dass aufgrund der Trennung
der Eltern des Klägers eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse i.S.v.
Art. 298d ZGB zu bejahen sei (Urk. 66 S. 10), was in der Berufung auch nicht
beanstandet wurde. Somit bleibt zu prüfen, ob – wie von der Vorinstanz erwogen
– die Zuteilung der alleinigen Sorge an die Verfahrensbeteiligte zur Wahrung des
Kindeswohls notwendig ist.
4.3. Dass der Beklagte Mühe hatte, zwischen dem Paarkonflikt und der El-
ternebene zu differenzieren, zeigt sich deutlich in seinem Verweigerungsverhal-
ten gegenüber dem Kläger. Es wiegt äusserst schwer, dass der Beklagte seine
eigenen Wünsche bis anhin nicht hinter die Bedürfnisse des Klägers resp. einer
konstanten Vater-Sohn-Beziehung zu stellen vermochte. Der Beklagte hat sich
dadurch seiner Verantwortung als Elternteil resp. seiner Rolle als Sorgeberech-
tigter entzogen.
4.4. Die Vorinstanz legte ihrer Entscheidung, der Verfahrensbeteiligten die al-
leinige elterliche Sorge zuzuweisen, ausschliesslich Erwägungen zugrunde, wel-
che auf die Erziehungsfähigkeit des Beklagten abzielen, namentlich die fehlende
Verarbeitung der Trennung und die fehlende Kooperationsbereitschaft mit der
Verfahrensbeteiligten oder den Behörden, ohne aber die Erziehungsfähigkeit im
Ergebnis zu verneinen. Ebenso hält die Verfahrensbeteiligte dem Beklagten feh-
lendes Interesse für den Kläger sowie Fehlverhalten ihr gegenüber entgegen.
- 20 -
Obgleich der noch andauernde schwerwiegende elterliche Konflikt sich ganz all-
gemein negativ auf das Kindeswohl des Klägers auswirkt, ist weder den Erwä-
gungen der Vorinstanz noch den Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zu ent-
nehmen, dass mit der Alleinzuteilung des Sorgerechts eine Verbesserung einträ-
te. Es wurde kein Vorfall angeführt, wonach es zwischen dem Beklagten und der
Verfahrensbeteiligten zu Streitigkeiten betreffend Belange der elterlichen Sorge
gekommen sei resp. die Kindesschutzbehörde oder das Gericht diesbezüglich
Entscheidungen anstelle der Eltern hätten treffen müssen. Entsprechend wurde
auch nicht belegt, dass die Verfahrensbeteiligte ohne Zuteilung der alleinigen
Sorge in Bezug auf den Kläger handlungsunfähig wäre. Die Alleinzuteilung der
elterlichen Sorge ist aber als eng begrenzte Ausnahme zu verstehen (BGE 141
III 472 E. 4.7), weshalb sie nicht anzuordnen ist, nur um möglichen Streitigkeiten
vorzubeugen.
4.5. Selbst wenn sich der Beklagte seit längerer Zeit nicht um eine Beziehung
zum Kläger gekümmert hat und die gemeinsame elterliche Sorge während dieser
Zeit zu einer leeren Worthülse verkam, wurde dennoch nicht dargetan, inwiefern
sich dies dergestalt auf das Kindeswohl ausgewirkt haben soll, dass sich eine
Änderung der elterlichen Sorge aufdrängen würde.
4.6. Vor diesem Hintergrund ist die erstinstanzliche Dispositiv-Ziffer 1 aufzu-
heben und der Kläger unter der gemeinsamen elterlichen Sorge des Beklagten
und der Verfahrensbeteiligten zu belassen.
B. Unterhalt
1. Streitgegenstand
1.1. Basierend auf der zweitstufigen Unterhaltsberechnung mit Überschuss-
verteilung (Urk. 66 S. 20 f.) verpflichtete die Vorinstanz den Beklagten zu folgen-
den Unterhaltsbeiträgen für den Kläger (Urk. 66 S. 41 f. Dispositiv-Ziffer 5):
Rückwirkend ab 1. April 2020 bis zum Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten, längstens aber bis 31. Dezember 2021 Fr. 1'480.– Manko im Barunterhalt: Fr. 285.– Manko im Betreuungsunterhalt: Fr. 683.–.
- 21 -
Ab Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten bzw. spätestens ab 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2023 Fr. 2'190.– (davon Fr. 425.– als Betreuungsunterhalt) Manko im Betreuungsunterhalt: Fr. 258.–. Ab 1. Januar 2024 bis 31. Oktober 2027 Fr. 1'870.– (davon Fr. 442.– als Betreuungsunterhalt); Ab 1. November 2027 bis zum Eintritt von B._ in die Oberstufe Fr. 1'790.– (davon Fr. 442.– als Betreuungsunterhalt) Ab Eintritt von B._ in die Oberstufe bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus Fr. 1'200.– (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
1.2. Der Beklagte beanstandet zusammengefasst, die Vorinstanz habe bei
der Unterhaltsberechnung mehrere Bedarfspositionen sowie das Einkommen des
Klägers und der Verfahrensbeteiligten falsch festgesetzt und dadurch zu hohe
Unterhaltsbeiträge berechnet (Urk. 65 S. 12 ff.; Urk. 80 S. 11 f.). Mit seinen modi-
fizierten Rechtsbegehren vom 11. Mai 2021 beantragt der Beklagte sodann die
Reduktion der monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge ab 1. April 2020 bis
31. August 2033 auf Fr. 1'280.– und ab 1. September 2033 bis zur Volljährigkeit
des Klägers bzw. bis zum Abschluss der Erstausbildung auf Fr. 571.– (Urk. 80
S. 2 f.). Dabei ergäben sich folgende Unterhaltsmankos für den Kläger (Urk. 80
S. 2 f.):
– 1. April 2020 bis 31. Dezember 2021 [recte 2020]: Fr. 471.– (Fr. 396.– Barunterhalt und Fr. 75.– Betreuungsunterhalt);
– 1. Januar 2021 bis zum Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten, längstens bis 31. Dezember 2021: Fr. 522.– (Fr. 0 Betreuungsunterhalt);
– Wegfall der Kurzarbeit des Beklagten spätestens 1. Januar 2022 bis 31. August 2022: Fr. 589.– (Fr. 0 Betreuungsunterhalt);
– 1. September 2022 bis 31. Oktober 2027: Fr. 456.– (Fr. 0 Betreuungsunterhalt); – 1. November 2027 bis 31. August 2029: Fr. 386.– (Fr. 0 Betreuungsunterhalt) – 1. September 2029 bis 31. August 2033: Fr. 139.– (Fr. 0 Betreuungsunterhalt)
1.3. Der Kläger hält dagegen und beantragt, es sei das vorinstanzliche Urteil
in Bezug auf den Unterhalt zu bestätigen (Urk. 73 S. 2). Eventualiter sei der Be-
klagte zu folgenden monatlichen Unterhaltsbeiträgen für ihn zu verpflichten
(Urk. 88 S. 2 f.):
- 22 -
– Rückwirkend ab 1. April 2020 bis 31. Dezember 2021 bzw. bis zum Wegfall der  des Beklagten: Fr. 1'280.–
– Ab Wegfall der Kurzarbeit des Berufungsklägers, spätestens ab 1. Januar 2022 bis 31. August 2030: Fr. 1'891.–
– Ab 1. September 2030 bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung: Fr. 1'200.–.
2. Einkommen des Klägers
2.1. Die Vorinstanz rechnete dem Kläger in allen Phasen ein Einkommen von
Fr. 295.– an und führte hierzu aus, dem Lohnausweis 2019 der Verfahrensbetei-
ligten seien Kinderzulagen von insgesamt Fr. 3'540.– (monatlich Fr. 295.–) zu
entnehmen, was darauf schliessen lasse, dass sie von ihrem Arbeitgeber nicht
nur die gesetzlich geschuldeten Kinderzulagen erhalte, sondern auch vertragli-
che Zulagen von monatlich Fr. 75.– (Urk. 66 S. 22 f.).
2.2. In seiner Berufungsantwort hielt der Kläger dem entgegen, die Verfah-
rensbeteiligte beziehe seit 2021 Kinderzulagen von Fr. 230.– für ihn. Ursprüng-
lich habe der Beklagte die Kinderzulagen bezogen. Als sich die Verfahrensbetei-
ligte vom Beklagten getrennt habe, habe sie um rückwirkende Auszahlung der
Kinderzulagen bei ihrem Arbeitgeber ersucht, da diese im Kanton Schwyz höher
seien als im Kanton Zürich. Ab April 2019 habe die Verfahrensbeteiligte die Kin-
derzulagen direkt und die Differenz ab Geburt des Klägers zuzüglich einer Ge-
burtenzulage von Fr. 1'000.– und somit gesamthaft Fr. 3'540.– (9 x Fr. 220.– +
Fr. 1'000.– + 28 x Fr. 20.–) erhalten. Den Lohnausweisen der Verfahrensbeteilig-
ten sei zu entnehmen, dass die Kinderzulagen für das Jahr 2020 Fr. 220.– und
für das Jahr 2021 Fr. 230.– betragen hätten. Entsprechend sei ihm (dem Kläger)
ab dem Jahr 2020 ein Einkommen von monatlich Fr. 220.– und ab dem Jahr
2021 ein solches von Fr. 230.– anzurechnen (Urk. 73 S. 13).
2.3. Auch der Beklagte rechnete dem Kläger anfänglich in seiner Berufung für
alle Phasen ein Einkommen von Fr. 295.– an (Urk. 65 S. 23), stellte in seinem
modifizierten Rechtsbegehren vom 11. Mai 2021 (Urk. 80 S. 2 f.) aber nur in der
ersten Phase ab 1. April 2020 bis 31. Dezember 2020 auf diesen Betrag ab
(Urk. 80 S. 11). Für die folgenden Phasen bis 31. August 2033 rechnete er dem
- 23 -
Kläger Kinderzulagen von Fr. 230.– als Einkommen an. Für die letzte Phase ab
1. September 2033 seien dem Einkommen des Klägers Fr. 280.– anzurechnen,
da dieser Betrag den gegenwärtigen Ausbildungszulagen in Schwyz entspreche
(Urk. 80 S. 11 und 17 ff.).
2.4. Da die Nachzahlung der Kinderzulagen für die Zeit seit der Geburt des
Klägers bis zur Geltendmachung ausbezahlt wurden, sind sie entsprechend auch
auf diese Zeit anzurechnen. Ebenso bezieht sich die einmalige Geburtenzulage
auf die Vergangenheit und kann nicht dem Einkommen des Klägers ab 1. April
2020 angerechnet werden.
2.5. Zutreffend hielt der Beklagte fest, dass die Ausbildungszulage im Kanton
Schwyz Fr. 280.– beträgt (§ 7 Abs. 1 Einführungsgesetz vom 26. Juni 2008 zum
Bundesgesetz über die Familienzulagen [SRSZ 370.100] i.V.m. Beschluss des
Regierungsrats des Kantons Schwyz Nr. 437/2020 vom 9. Juni 2020 sowie Art. 3
Abs. 1 lit. b FamZG). Sie wird ab dem Beginn des Monats ausgerichtet, in dem
das Kind eine nachobligatorische Ausbildung beginnt, jedoch frühestens ab dem
Beginn des Monats, in dem es das 15. Altersjahr vollendet; besucht das Kind
nach Vollendung des 16. Altersjahrs noch die obligatorische Schule, so wird die
Ausbildungszulage ab dem Beginn des darauffolgenden Monats ausgerichtet
(Art. 3 Abs. 1 lit. b FamZG). Vorliegend kann noch nicht gesagt werden, wann
der Kläger die obligatorische Schule beenden wird (regulär wäre dies am
1. September 2033). Zur Vermeidung einer zusätzlichen kurzen Phase erscheint
es jedoch angemessen, dem Kläger ab seinem vollendeten 16. Altersjahr und
damit ab dem 1. November 2033 eine Ausbildungszulage von Fr. 280.– anzu-
rechnen.
2.6. Zusammengefasst sind dem Kläger monatlich ab 1. April 2020 bis
31. Dezember 2020 Fr. 220.– ab 1. Januar 2021 bis 31. Oktober 2033 Fr. 230.–
und ab dem 1. November 2033 Fr. 280.– als Einkommen anzurechnen.
- 24 -
3. Einkommen der Verfahrensbeteiligten
3.1. Für die Verfahrensbeteiligte ging die Vorinstanz bei einem Erwerbspen-
sum von 60 % von einem monatlichen Einkommen von Fr. 3'425.–, exkl. Kinder-
zulagen und inkl. 13. Monatslohn aus (Urk. 14/2). Weiter hielt sie fest, die Verfah-
rensbeteiligte werde ab Eintritt des Klägers in die Oberstufe ihre Erwerbstätigkeit
auf 80 % auszudehnen haben. Ab diesem Zeitpunkt sei ihr entsprechend den
heutigen Verhältnissen ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 4'570.– anzu-
rechnen. Ab dem 1. November 2033 (nach Vollendung des 16. Altersjahres des
Klägers) sei ihr ein Arbeitspensum von 100 % zuzumuten und dabei ein monatli-
ches Nettoeinkommen von Fr. 5'700.– anzurechnen (Urk. 66 S. 23).
3.2. Mit seiner Stellungnahme zur Berufungsantwort bringt der Beklagte vor,
der Kläger habe im Berufungsverfahren weitere Unterlagen eingereicht, denen
zu entnehmen sei, dass die Verfahrensbeteiligte aktuell über ein monatliches
Einkommen von Fr. 4'266.80 (ohne Kinderzulagen) verfüge (Urk. 75/6/1-3). Unter
Berücksichtigung des 13. Monatslohnes resultiere ein monatliches Nettoeinkom-
men der Verfahrensbeteiligten von Fr. 4'622.35. Zusätzlich sei der Verfahrensbe-
teiligten für das Jahr 2019 ein Bonus von Fr. 4'800.– in monatlichen Raten aus-
bezahlt worden. Auch wenn geltend gemacht werde, die Verfahrensbeteiligte ha-
be im Jahr 2020 keinen Bonus erhalten, so werde ihr in den folgenden Jahren
mit Erholung der Wirtschaft sicherlich ein solcher von mindestens Fr. 4'800.– an-
fallen. Entsprechend sei für die Verfahrensbeteiligte von einem Einkommen bis
31. Dezember 2020 von monatlich Fr. 3'425.–, ab 1. Januar 2021 von Fr. 4'622.–
(Pensum 70 %) zzgl. einem Bonusanteil von Fr. 400.– und ab 31. August 2029
von Fr. 5'280.– (Pensum 80 %) zzgl. einem Bonusanteil von Fr. 400.– auszuge-
hen. Selbst wenn die Verfahrensbeteiligte ihr Pensum wieder auf 60 % reduzie-
ren würde, verfüge sie aufgrund der Lohnerhöhung und der Bonuszahlung ab
Januar 2021 bis zum Übertritt des Klägers in die Oberstufe über ein Einkommen
von monatlich Fr. 4'360.– (Urk. 80 S. 11 f.).
3.3. Der Kläger hält dagegen, im Jahr 2019 habe die Verfahrensbeteiligte ein
Dienstaltersgeschenk und keinen Bonus erhalten. Ausserdem zahle der Arbeit-
geber der Verfahrensbeteiligten keine Boni. Seit dem 1. Januar 2021 betrage das
- 25 -
Einkommen der Verfahrensbeteiligten Fr. 4'622.– bei einem Arbeitspensum von
70 %. Die Verfahrensbeteiligte wolle ihr Arbeitspensum aber wieder auf 60 %
und damit auf ein Einkommen von Fr. 3'960.– reduzieren (Urk. 88 S. 8). Ihr Ar-
beitgeber sei auch mit einer sofortigen Reduktion des Arbeitspensums auf 60 %
einverstanden (Urk. 88 S. 9).
3.4. Gemäss dem Lohnausweis für das Jahr 2020 betrug das monatliche Ein-
kommen der Verfahrensbeteiligten bei einem Erwerbspensum von 60 %
Fr. 4'090.–, exkl. Kinderzulagen und inkl. 13. Monatslohn (Urk. 75/7; [Fr. 51'722.–
Nettolohn - Fr. 2'640.– Kinderzulagen] / 12), was ihr für das Jahr 2020 entspre-
chend anzurechnen ist.
Den Lohnabrechnungen der Verfahrensbeteiligten für die Monate Januar
bis März 2021 ist ein Nettolohn abzüglich Kinderzulagen von Fr. 4'266.80 zu ent-
nehmen (Urk. 75/6/1-3). Dem Kläger ist soweit zu folgen, als er vorbringt, die
Verfahrensbeteiligte habe ihr Arbeitspensum aus finanzieller Not auf 70 % auf-
gestockt (Urk. 73 S. 12) und strebe eine baldige Reduktion des Arbeitspensums
an, da die gleichzeitige alleinige Betreuung eines Kleinkindes und das hochpro-
zentige Arbeitspensum unverhältnismässig anstrengend seien (Urk. 88 S. 8). Ei-
ne Verbesserung der finanziellen Verhältnisse der Parteien ergibt sich jedoch
erst mit dem Eintritt des Klägers in den Kindergarten und den damit einherge-
henden tieferen Fremdbetreuungskosten (vgl. E. III.B.5.7.) Dass die Verfahrens-
beteiligte ihr Arbeitspensum vor diesem Zeitpunkt reduzieren wird, ist daher nicht
anzunehmen.
Somit ist der Verfahrensbeteiligten ab 1. Januar 2021 bis 31. August 2022 ein
monatliches Einkommen inkl. 13. Monatslohn von gerundet Fr. 4'620.–
(Fr. 4'266.80 x 13 / 12) bei einem Arbeitspensum von 70 % anzurechnen.
Ab dem 1. September 2022 bis zum Übertritt des Klägers in die Oberstu-
fe und damit bis 31. August 2030 ist der Verfahrensbeteiligten ausgehend von ih-
rem gegenwärtigen Einkommen (Fr. 4'620.– bei einem Arbeitspensum von 70 %)
ein solches von rund Fr. 3'960.– bei einem Arbeitspensum von 60 % anzurech-
nen. Ein tieferes Arbeitspensum der Verfahrensbeteiligten wird vom Kläger nicht
- 26 -
geltend gemacht und den Ausführungen des Beklagten, wonach ihr ein höheres
Arbeitspensum zuzumuten sei, kann nicht gefolgt werden. Der Beklagte lässt mit
seiner Behauptung, die Verfahrensbeteiligte könne weiterhin 10 % von zu Hause
aus arbeiten, während der Kläger schläft (Urk. 93 S. 2), ausser Acht, dass der
Alltag der Verfahrensbeteiligten nicht nur aus Arbeit und Kinderbetreuung be-
steht. Allein aus dem Umstand, dass die Verfahrensbeteiligte bis anhin für den
Unterhalt des Klägers Leistungen über dem gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung Zumutbaren (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6.) erbrachte, lässt nicht den
Schluss zu, dass sie dies auch in Zukunft zu erbringen hat.
Dem Schulstufenmodell folgend (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6.) ist der
Verfahrensbeteiligten ab dem 1. September 2030 bis zum 31. Oktober 2033
ausgehend von ihrem gegenwärtigen Einkommen und bei einem Arbeitspensum
von 80 % ein monatliches Einkommen von gerundet Fr. 5'280.– und danach ab
1. November 2033 bei einem Arbeitspensum von 100 % ein solches von
Fr. 6'600.– anzurechnen.
4. Einkommen des Beklagten
4.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten aufgrund der von ihm geltend
gemachten Kurzarbeitsregelung ab 1. April 2020 bis zum Wegfall der Kurzarbeit,
maximal bis 20. [recte 31.] Dezember 2021 ein Einkommen von Fr. 4'760.– an
und hernach (allenfalls ein hypothetisches Einkommen) von Fr. 5'470.– (Urk. 66
S. 43 Dispositiv-Ziffer 9). Dies wurde weder vom Beklagten noch vom Kläger ge-
rügt (Urk. 65 S. 22; Urk. 88 S. 12 ff.).
4.2. Weder der Beklagte noch der Kläger brachten vor, die Arbeitgeberin des
Beklagten hätte die Kurzarbeit vor dem 31. Dezember 2021 aufgehoben, wes-
halb dem Beklagten bis zu diesem Datum ein Einkommen von Fr. 4'760.– und
hernach ein hypothetisches Einkommen bei einem Arbeitspensum von 100 %
von Fr. 5'470.– anzurechnen ist (vgl. Urk. 65 S. 23 ff.).
- 27 -
5. Fremdbetreuungskosten des Klägers
5.1. Die Vorinstanz rechnete dem Bedarf des Klägers in der ersten Phase für
die Betreuungskosten einen Betrag von Fr. 947.– an. Sie begründet die Anrech-
nung zusammengefasst damit, dass der Kläger auf eine Fremdbetreuung wäh-
rend drei Tagen pro Woche angewiesen und die Kosten ausgewiesen seien
(Urk. 50 und 51). Weiter hielt die Vorinstanz fest, der Kläger werde ab dem Jahr
2024 aufgrund seines Eintritts in den Kindergarten weniger Fremdbetreuung be-
nötigen, wenngleich diese aufgrund der Arbeitstätigkeit der Verfahrensbeteiligten
nach wie vor über Mittag sowie nach Schulschluss sowie während den Schulferi-
en notwendig sein werde. Es erscheine daher angemessen, dem Kläger pau-
schal Fr. 600.– für Fremdbetreuungskosten anzurechnen. Mit fortschreitendem
Alter werde die schulische Betreuungszeit länger bzw. die durch die Tagesmutter
abzudeckenden Randzeiten kürzer, weshalb es sich rechtfertige, ab dem
1. November 2027 die Fremdbetreuungskosten weiter auf Fr. 300.– zu reduzie-
ren. Mit Eintritt des Klägers in die Oberstufe sei davon auszugehen, dass er die
schulfreie Zeit, in der die Verfahrensbeteiligte arbeite, selbst und ohne Betreuung
bestreiten könne (Urk. 66 S. 26 und 27).
5.2. Der Beklagte moniert, die Vorinstanz habe in Bezug auf die Betreuungs-
kosten des Klägers in der Zeit vom 1. April 2020 bis 31. August 2022 lediglich auf
die Behauptungen der Verfahrensbeteiligten (Urk. 50) abgestellt, ohne diese zu
prüfen. Bei einem Arbeitspensum von 60 % müsse der Kläger während drei Ta-
gen pro Woche resp. während 12 Tagen pro Monat durch die Tagesmutter
fremdbetreut werden. Bei 12 Stunden Fremdbetreuung pro Tag und einem Stun-
denansatz von Fr. 5.50 sowie Verpflegungskosten von Fr. 12.– pro Tag (Früh-
stück: Fr. 3.–, Mittagessen: Fr. 5.– sowie "Znüni" und "Zvieri": je Fr. 2.–) beliefen
sich die Fremdbetreuungskosten für einen Tag auf Fr. 78.– (12 x Fr. 5.50 +
Fr. 3.– + Fr. 5.– + 2 x Fr. 2.–) bzw. für einen Monat auf Fr. 936.– (3 x 4 x Fr. 78.–
). Unter Beachtung der Ferien der Verfahrensbeteiligten (vier Wochen) seien
dem Kläger in der ersten Unterhaltsphase daher monatliche Fremdbetreuungs-
kosten von Fr. 858.– (11 x Fr. 936.– / 12) anzurechnen (Urk. 65 S. 14).
- 28 -
5.3. Der Kläger setzt sich in der Berufungsantwort nicht mit den Vorbringen
des Beklagten auseinander. Er ergänzt jedoch, dass die Fremdbetreuungskosten
ab seinem 10. Lebensjahr nicht einfach halbiert werden können, da auch Kinder
in diesem Alter eine umfassende Betreuung benötigen würden. Die allfälligen
Mehrstunden in der Schule würden hauptsächlich durch Frühstunden gefüllt.
Demzufolge könnten die Fremdbetreuungskosten sicherlich nicht halbiert, allen-
falls auf 2/3 der Kosten in der Unterstufe reduziert werden. Der Monatsabrech-
nung März 2021 sei zu entnehmen, dass der Verfahrensbeteiligten ein höherer
Subventionsbeitrag gewährt worden sei. Sobald ihr Einkommen (inkl. den Unter-
haltsbeiträgen für den Kläger) steige, werde sie in eine andere Tarifstufe kom-
men und die Stundentarife würden sich auf mindestens Fr. 6.15 pro Betreuungs-
stunde erhöhen, was bei der Kalkulierung der Kosten der Fremdbetreuung ent-
sprechend zu berücksichtigen sei (Urk. 73 S. 11).
In seiner Eingabe vom 14. Juni 2021 bringt der Kläger vor, der Betreu-
ungstarif betrage seit dem 1. Juni 2021 Fr. 7.45 pro Betreuungsstunde. Die mo-
natlichen Fremdbetreuungskosten würden sich somit unter Berücksichtigung von
vier Ferienwochen der Verfahrensbeteiligten auf Fr. 1'223.– belaufen (Urk. 88
S. 9).
5.4. Der Berechnung des Beklagten ist insoweit zu folgen, als in der Phase
vom 1. April 2020 bis 31. Dezember 2020 die Fremdbetreuungskosten des Klä-
gers pro Woche im Umfang von Fr. 234.– ([12 x Fr. 5.50 + Fr. 3.– + Fr. 5.– + 2 x
Fr. 2.–] x 3) zu berücksichtigen sind. Der wöchentliche Betrag ist jedoch nicht mit
dem Faktor 4, sondern mit dem Faktor 4.33 (52 Wochen pro Jahr / 12 Monate)
zu multiplizieren, um zu den durchschnittlichen Fremdbetreuungskosten des Klä-
gers pro Monat zu gelangen. Demzufolge sind dem Bedarf des Klägers für die
Zeit vom 1. April 2020 bis 31. Dezember 2020 unter Berücksichtigung der Ferien
der Verfahrensbeteiligten monatliche Fremdbetreuungskosten von rund Fr. 930.–
(Fr. 234.– x 4.33 x 11 / 12) anzurechnen.
5.5. Für den März 2021 wies der Kläger im Berufungsverfahren Betreuungs-
kosten von Fr. 1'026.25 aus (Urk. 75/5). Dabei ist davon auszugehen, dass die
Verfahrensbeteiligte jeweils montags, donnerstags und freitags auf eine Fremd-
- 29 -
betreuung für den Kläger angewiesen war (Urk. 50a) und zusätzlich im Umfang
von 10 % von zu Hause aus arbeitete (vgl. Urk. 88 S. 9). Somit betrugen die
Fremdbetreuungskosten für den Kläger im März 2021 pro Fremdbetreuungstag
rund Fr. 78.– (Fr. 1'026.25 / 13) und waren damit gleich hoch, wie in der Zeit vom
1. April 2020 bis 31. Dezember 2020. Entsprechend hatte die Erhöhung des Ar-
beitspensums der Verfahrensbeteiligten keinen Einfluss auf die Fremdbetreu-
ungskosten, weshalb die Einwände des Beklagten zu den geltend gemachten
Kosten (Urk. 80 S. 13) ins Leere gehen.
5.6. Zu berücksichtigen ist aber die vom Kläger im Berufungsverfahren vor-
gebrachte und ausgewiesene Erhöhung des Stundenansatzes für die Fremdbe-
treuung ab 1. Juni 2021. Ab diesem Datum bis zum Übertritt des Klägers in den
Kindergarten ist unter Berücksichtigung der vier Wochen Ferien der Verfahrens-
beteiligten von monatlichen Fremdbetreuungskosten von Fr. 1'207.– ([12 x
Fr. 7.45 + Fr. 3.– + Fr. 5.– + 2 x Fr. 2.–] x 3 x 4.33 x 11 / 12) auszugehen. Der
vom Kläger vorgebrachte Betrag von Fr. 1'223.– (Urk. 88 S. 9) wurde nicht näher
substantiiert, weshalb darauf nicht abzustellen ist.
5.7. In den darauf folgenden Phasen wirken sich die Kindergartenstunden
resp. die Schulstunden, in denen der Kläger im Kindergarten oder der Schule be-
treut wird, reduzierend auf die Fremdbetreuungskosten aus. Der Unterricht im
ersten Kindergartenjahr findet im Kanton Zürich morgens jeweils von 8.00 Uhr bis
12.00 Uhr statt. Im zweiten Kindergartenjahr kommen zwei Nachmittage mit je
zwei Unterrichtsstunden hinzu. Bis zur 3. Klasse sind – wie im zweiten Kindergar-
ten – wöchentlich 24 Schullektionen vorgesehen. Erst in der 3. und 4. Klasse er-
höht sich die Schulzeit auf 27 Stunden pro Woche und in der 5. und 6. Klasse
sind 30 Lektionen vorgesehen
(vgl. www.zh.ch/de/bildung/schulen/volksschule/volksschule-unterricht.html; zu-
letzt besucht am 22. Februar 2022).
Folglich verkürzt sich die Fremdbetreuungszeit im ersten Kindergarten-
jahr des Klägers unter Berücksichtigung der Ferien der Verfahrensbeteiligten um
468 Stunden (12 h x [52 - 13]) und die Fremdbetreuungskosten um rund
Fr. 3'487.– (468 h x 7.45 Fr./h). Entsprechend betragen die monatlich anrechen-
- 30 -
baren Fremdbetreuungskosten des Klägers im ersten Kindergartenjahr rund Fr.
916.– (Fr. 1'207.– - [Fr. 3'487.– / 12]). Im zweiten Kindergarten entfallen mindes-
tens zwei zusätzliche Nachmittagsstunden auf die Kindergartenzeit (vgl. Urk. 50
A). Um die Kosten der Fremdbetreuung sicherzustellen, ist von einer Reduktion
der Fremdbetreuungszeit von 546 Stunden (14 h x [52 - 13]) und der Fremdbe-
treuungskosten von Fr. 4'068.– (546 h x 7.45 Fr./h) auszugehen. Die monatlich
anrechenbaren Fremdbetreuungskosten im zweiten Kindergartenjahr betragen
demnach Fr. 868.– (Fr. 1'207.– - [Fr. 4'068.– / 12]).
In der 1. bis zur 3. Klasse bleibt die Anzahl der (Schul-)Lektion pro Wo-
che gegenüber dem zweiten Kindergartenjahr gleich hoch. Unter Berücksichti-
gung des zu diesem Zeitpunkt noch hohen Betreuungsbedürfnisses des Klägers
kann auf die gleichen Fremdbetreuungskosten abgestellt werden, wie im zweiten
Kindergartenjahr. Aufgrund des geringfügigen Unterschieds zwischen den
Fremdbetreuungskosten im ersten und zweiten Kindergarten resp. der 1. bis zur
3. Klasse rechtfertigt es sich, auf die Durchschnittskosten für die Fremdbetreu-
ung für die Zeit vom 1. September 2022 (Eintritt in den Kindergarten) bis 31. Au-
gust 2026 (Übertritt in die 3. Klasse) abzustellen. Demnach sind dem Bedarf des
Klägers für besagte Zeitspanne Fremdbetreuungskosten von jeweils Fr. 880.– ([3
x Fr. 868.– + Fr. 916.–] / 4) anzurechnen.
Nebst den zusätzlichen Schulstunden in der 3. bis zur 6. Klasse werden
sich vermehrt auch betreute Freizeitaktivitäten des Klägers (Sport- oder Musik-
stunden) reduzierend auf seine Fremdbetreuungskosten auswirken. Ebenso
kann davon ausgegangen werden, dass kaum Fremdbetreuungskosten für "Znü-
ni und Zvieri" anfallen werden, da der Kläger diese von zu Hause in die Schule
mitnehmen wird. Demzufolge erscheint die vorinstanzliche Reduktion der Fremd-
betreuungskosten auf monatlich Fr. 600.– für die 3. Klasse und bis zum vollende-
ten 10. Lebensjahr des Klägers angemessen (vgl. Urk. 66 S. 27). Dass sich die
Betreuungskosten jedoch mit vollendetem 10. Lebensjahr sogleich halbieren
werden, wie es die Vorinstanz in Erwägung zog, erscheint einhergehend mit der
Argumentation des Klägers nicht wahrscheinlich. Vielmehr ist eine Reduktion von
1/3 anzunehmen (vgl. auch Urk. 73 S. 11), weshalb dem Kläger vom
- 31 -
1. November 2027 bis zum Übertritt in die Oberstufe resp. bis zum 31. August
2030 Fremdbetreuungskosten von Fr. 400.– anzurechnen sind. Zutreffend rech-
nete die Vorinstanz dem Bedarf des Klägers sodann ab Übertritt in die Oberstufe
keine Fremdbetreuungskosten mehr an (Urk. 66 S. 25), was von den Parteien
auch nicht gerügt wurde.
6. Mobilitätskosten des Klägers
6.1. Die Vorinstanz rechnete dem Bedarf des Klägers ab Eintritt in die Ober-
stufe monatlich Mobilitätskosten von Fr. 50.– an, ohne dies näher zu begründen
(Urk. 66 S. 25 f.).
6.2. Hiergegen wendet der Beklagte ein, der Schulweg zwischen dem ge-
genwärtigen Wohnort und dem Sekundarschulhaus in D._ betrage zu Fuss
12 Minuten, weshalb keine Notwendigkeit bestehe, Mobilitätskosten in die Be-
darfsrechnung des Klägers aufzunehmen. Sollte der Kläger den Übertritt in ein
Gymnasium machen oder ab 2033 eine Lehrstelle antreten, könne er die Mobili-
tätskosten in einem Abänderungsverfahren geltend machen bzw. in letzterem
Fall diese mit seinem Lehrlingslohn begleichen (Urk. 65 S. 14 und 15).
6.3. Der Kläger äusserte sich hierzu nicht (Urk. 73 S. 11).
6.4. Die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der
Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums se-
hen einen Zuschlag zum monatlichen Grundbetrag für besondere Auslagen für
die Schulung der Kinder vor und listen insbesondere die Kosten für die öffentli-
chen Verkehrsmittel sowie das Schulmaterial auf. Vorliegend ist nicht ersichtlich,
weshalb dem Bedarf des Klägers zusätzliche Mobilitätskosten ab Eintritt in die
Oberstufe anzurechnen sind, zumal der vom Beklagten behauptete und vom
Kläger unbestritten gebliebene Schulweg innert 12 Minuten zu Fuss und damit
ohne zusätzliche Kosten zurückgelegt werden kann. Die Mobilitätskosten wäh-
rend der Freizeit hat der Kläger aus seinem Grundbetrag resp. seinem Über-
schussanteil zu bestreiten.
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7. Kommunikationskosten der Verfahrensbeteiligten
Die Vorinstanz rechnete dem Bedarf der Verfahrensbeteiligten in allen
Phasen einen Betrag von Fr. 150.– für Kommunikationskosten an (Urk. 66
S. 28 f.). Wie noch zu zeigen sein wird, vermag die Verfahrensbeteiligte in der
Zeit vom 1. März 2022 bis 30. September 2023 ihre Lebenshaltungskosten nicht
vollständig mit ihrem Einkommen zu decken (vgl. E. III.B.18.3.2. und
III.B.18.4.2.). Dies hat zur Folge, dass ihr in der Zeit vom 1. März 2022 bis
31. August 2022 keine und in der Zeit vom 1. September 2022 bis 30. September
2023 eine reduzierte Kommunikationspauschale von Fr. 90.– anzurechnen ist
(vgl. E. III.B.11).
8. Mobilitätskosten der Verfahrensbeteiligten
8.1. Zu den Mobilitätskosten der Verfahrensbeteiligten führte die Vorinstanz
aus, die Verfahrensbeteiligte wohne in D._ und arbeite während drei Tagen
die Woche in E._ (SZ). Für den Hin- und Rückweg von gesamthaft 38 Kilo-
metern sei sie auf ihr Auto angewiesen, dem Kompetenzqualität zukomme. Der
Verfahrensbeteiligten entstünden für die Dauer, in der sie in einem 60 %-Pensum
tätig sei, unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Kilometerpreises von
Fr. 0.70 monatliche Fahrtkosten von Fr. 300.– und ab Aufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit von 80 % Fahrtkosten von Fr. 400.– (Urk. 66 S. 28 und 29).
8.2. Hiergegen wendet der Beklagte ein, ein Arbeitsweg der Verfahrensbetei-
ligten betrage gemäss Google Maps 17,1 Kilometer. Unter Berücksichtigung der
Ferien von vier Wochen lege sie somit pro Monat 376,2 Kilometer für ihren Ar-
beitsweg zurück. Entsprechend seien der Verfahrensbeteiligten bei Fahrtkosten
von Fr. 0.70 pro Kilometer Mobilitätskosten von Fr. 263.– bei einem Arbeitspen-
sum von 60 Prozent (April 2020 bis 1. September 2029), von Fr. 351.– bei einem
Arbeitspensum von 80 Prozent (1. September 2029 bis 31. August 2033) und
von Fr. 439.– bei einem Arbeitspensum von 100 Prozent (ab 1. September 2030)
anzurechnen (Urk. 65 S. 16).
8.3. Der Beklagte berücksichtigt in seiner Berechnung nicht, dass die Verfah-
rensbeteiligte den Kläger an ihren Arbeitstagen zur Tagesmutter in F._ fah-
- 33 -
ren und ihn auch dort wieder abholen muss (Urk. 73 S. 12 f.), weshalb entspre-
chend den vorinstanzlichen Erwägungen auf einen Arbeitsweg von 38 Kilometern
pro Arbeitstag abgestellt werden kann. Pro Woche ergibt dies ein Arbeitsweg von
114 Kilometern (3 x 38 Km), pro Monat sind es rund 494 Kilometer (4.33 x 114
Km) und unter Berücksichtigung der Ferien beläuft sich der durchschnittliche
monatliche Arbeitsweg auf 453 Kilometer (494 Km x 11 / 12). Ausgehend von ei-
nem gerichtsüblichen Kilometerpreis von Fr. 0.70 ergeben sich monatliche Fahrt-
kosten von Fr. 317.– bei einem Arbeitspensum von 60 % (494 Km x 0.70 Fr./Km)
und von rund Fr. 423.– bei einem Arbeitspensum von 80 % (Fr. 317 / 3 x 4),
weshalb die vorinstanzlich der Verfahrensbeteiligten angerechneten Mobilitäts-
kosten nicht übersetzt sind.
9. Leasingkosten der Verfahrensbeteiligten
9.1. Die Vorinstanz rechnete der Verfahrensbeteiligten unter dem Titel "Zu-
sätzliche berufsbedingte Kosten" die noch bis Ende 2023 ausstehenden Leasing-
raten für das Auto von Fr. 541.– an, da es sich beim Fahrzeug um ein Kompe-
tenzstück handle (Urk. 66 S. 28 und 30).
9.2. Hierzu rügt der Beklagte, die Verfahrensbeteiligte könnte auch die öffent-
lichen Verkehrsmittel für ihren Arbeitsweg nutzen. Dabei müsste sie zwar mehr-
mals umsteigen, der Zeitaufwand sei aber nicht viel grösser, als wenn sie mit
dem Auto zur Arbeit fahre. Die Kosten für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs
würden aber mit Fr. 209.– deutlich tiefer ausfallen. Ausserdem gehe aus den
eingereichten Belegen hervor, das sich die monatliche Leasinggebühr auf
Fr. 405.– belaufe (Urk. 14/7). Die zusätzlichen Versicherungen "Motor Insurance"
von monatlich Fr. 128.40 und "Payment Protection Insurance" von monatlich
Fr. 7.90 (Urk. 14/7) gehörten nicht zur Leasinggebühr und dürften nicht berück-
sichtigt werden. Mit Blick auf die möglichen geringeren Kosten bei Benutzung
des öffentlichen Verkehrs seien der Verfahrensbeteiligten die monatlichen Lea-
singgebühren nur im Umfang von Fr. 360.– in der ersten Phase anzurechnen
(Urk. 65 S. 17 f.).
- 34 -
9.3. Der Kläger hält dagegen, die Verfahrensbeteiligte habe das während der
Beziehung zum Beklagten geleaste Fahrzeug nicht aus dem Leasingvertrag her-
auslösen können. Da sie aber auf ein Auto angewiesen gewesen sei, habe sie
einen neuen Leasingvertrag abschliessen müssen. Auf das Auto sei die Verfah-
rensbeteiligte insbesondere deshalb angewiesen gewesen, da sie zum damali-
gen Zeitpunkt den Kläger regelmässig zur Mutter des Beklagten habe fahren
müssen, damit diese die Betreuung für ihn habe übernehmen können. Gegen-
wärtig könnte die Verfahrensbeteiligte für den Arbeitsweg die öffentlichen Ver-
kehrsmittel benutzen. Sie müsse den Kläger aber an ihren Arbeitstagen zur Ta-
gesmutter in F._ fahren und ihn auch dort wieder abholen, was mit den öf-
fentlichen Verkehrsmitteln unter Beachtung ihres Arbeitspensums nicht zu be-
werkstelligen sei (Urk. 73 S. 12 f.).
9.4. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Leasingraten für ein
bedarfsgerechtes Auto mit Kompetenzcharakter zum Grundnotbedarf zu rech-
nen, weil es sich dabei wirtschaftlich gesehen um zeitlich gestaffelte Anschaf-
fungskosten von nicht pfändbarem Vermögen handelt (BGE 140 III 337 E. 5.2).
Dem Beklagten ist beizupflichten, dass die im Leasingvertrag aufgeführte "Pay-
ment Protection Insurance" nicht dem Bedarf der Verfahrensbeteiligten ange-
rechnet werden können, da es sich hier um eine Zusatzversicherung handelt. Bei
der "Motor Insurance" handelt es sich zwar um eine Motorfahrzeugversicherung,
ohne die die Leasinggeberin kaum den Leasingvertrag mit der Verfahrensbetei-
ligten abgeschlossen hätte. Zu berücksichtigen ist aber, dass in der Kilometer-
pauschale von Fr. 0.70 auch die Versicherungskosten für das Fahrzeug enthal-
ten sind (vgl. Medienmitteilung TCS vom 19. März 2021: Kilometerkosten 2021
leicht tiefer; www.tcs.ch/de/der-tcs/presse/medienmitteilung-
2021/kilometerkosten-2021.php; besucht am 3. März 2022). Folglich werden die
Kosten für die "Motor Insurance" bereits mit den Mobilitätskosten im Bedarf der
Verfahrensbeteiligten berücksichtigt.
Wie sich dem eingereichten Leasingvertrag vom 21. September 2019
entnehmen lässt und auch von den Parteien übereinstimmend vorgebracht wur-
- 35 -
de, wird das Leasing Ende September 2023 auslaufen (Urk. 14/7; Urk. 65 S. 18;
Urk. 73 S. 12).
Nach dem Gesagten sind dem Bedarf der Verfahrensbeteiligten bis Ende
September 2023 die Leasingkosten von monatlich Fr. 405.– (Urk. 14/7) anzu-
rechnen.
10. Verpflegungskosten der Verfahrensbeteiligten
10.1. Die Vorinstanz führte aus, bis zum Eintritt des Klägers in die Oberstufe
seien der Verfahrensbeteiligten keine Kosten für die berufsbedingte auswärtige
Verpflegung anzurechnen, da sie ihr Mittagessen jeweils von Zuhause mitnehme.
Ab Eintritt des Klägers in die Oberstufe rechnete die Vorinstanz der Verfahrens-
beteiligten hierfür einen Betrag von Fr. 176.– an, was 80 Prozent des Maximalbe-
trages von Fr. 220.– gemäss dem Kreisschreiben der Verwaltungskommission
des Obergerichts des Kantons Zürich über die Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009 entspreche.
Die Vorinstanz begründete dies damit, dass sich die Verfahrensbeteiligte bis an-
hin nur aus finanziellen Gründen habe einschränken müsse (Urk. 66 S. 28 und
29).
10.2. Hierzu rügt der Beklagte, die Verfahrensbeteiligte habe vorinstanzlich
nicht geltend gemacht, dass sie bei Aufnahme eines Erwerbspensums von 80
Prozent ihr Mittagessen nicht mehr von Zuhause mitnehmen würde (Prot. I
S. 25). Aus diesem Grund seien der Verfahrensbeteiligten in allen Phasen keine
Kosten für auswärtige Verpflegung anzurechnen (Urk. 65 S. 18).
10.3. Der Kläger äussert sich hierzu nicht, sondern rechnet dem Bedarf der
Verfahrensbeteiligten für die auswärtige Verpflegung vom 1. April 2020 bis
31. August 2030 Kosten von 132.– und danach von Fr. 176.– an (Urk. 88 S. 11).
10.4. Mangels entsprechender Begründung (vgl. Urk. 88 S. 11) sind dem Be-
darf der Verfahrensbeteiligten keine Kosten für auswärtige Verpflegung anzu-
rechnen.
- 36 -
11. Kommunikationskosten des Beklagten
11.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Beklagte habe Kommunikationskosten von
Fr. 200.– ohne Berücksichtigung der Serafe-Gebühren ausgewiesen (Urk. 33/1-
2). Dieser Betrag übersteige den in knappen Verhältnissen gerichtsüblich zu be-
achtenden Betrag von Fr. 150.– (inkl. Fr. 30.– für die Serafe-Gebühren) deutlich.
Es sei nicht ersichtlich, weshalb dem Beklagten so hohe Kosten entstünden bzw.
notwendig seien. Folglich stehe ihm nicht mehr als ein Betrag von Fr. 150.– zu.
Dabei sei aber zu berücksichtigen, dass er von seinem Arbeitgeber Spesen von
monatlich Fr. 100.– für das Mobiltelefon vergütet erhalte (Urk. 33/4 und Prot. I
S. 23), die seinen Kommunikationskosten anzurechnen seien. Folglich seien ihm
lediglich monatliche Kommunikationskosten von Fr. 50.– anzurechnen (Urk. 66
S. 32).
11.2. Der Beklagte rügt, er erhalte von seiner Arbeitgeberin monatlich einen
Pauschalbetrag von Fr. 99.– an die Kosten seines Mobiltelefons. Seine monatli-
chen Telefonkosten würden stets mehr als Fr. 200.– betragen. Zusammen mit
den gerichtsnotorischen Konzessionsgebühren von Fr. 30.– und nach Abzug der
Spesenentschädigung entstünden ihm monatliche Kommunikationskosten von
Fr. 130.– (Urk. 65 S. 19).
11.3. Der vom Beklagten eingereichten Rechnung der Swisscom vom 4. Juni
2020 sind für den Monat Mai 2020 Abonnementskosten von Fr. 200.– zu ent-
nehmen. Dabei entfallen aber nur Fr. 80.– auf das Telefon. Die weiteren Kosten
betreffen das Internet- und das Fernsehabonnement sowie die Nutzung einer zu-
sätzlichen TV-Box (Urk. 33/2). Demzufolge vermögen die auch während der
Kurzarbeit ausbezahlten monatlichen Telefonspesen von Fr. 99.– die Telefon-
kosten des Beklagten zu decken. Die geltend gemachte gerichtsnotorische Sera-
fe-Gebühr hat der Beklagte aufgrund der beschränkten Mittel bis zum 31. August
2022 (vgl. E. III.B.18.2. und III.B.18.3.) aus seinem Grundbedarf zu begleichen.
Vom 1. September 2022 bis 30. September 2023 verbleiben den Partei-
en und der Verfahrensbeteiligten von ihrem Gesamteinkommen nach Abzug ihrer
betreibungsrechtlichen Existenzminima, ihrer Steuern und einer Versicherungs-
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pauschale für den Beklagten und die Verfahrensbeteiligte ein Betrag von Fr. 92.–
([Fr. 230.– + Fr. 3'960.– + Fr. 5'470.–] - Fr. 1'993.– - Fr. 3'921.– - Fr. 3'199.– -
Fr. 56.– - Fr. 114.– - Fr. 225.– - [2 x Fr. 30.–]). Da dem Beklagten für dessen Mo-
biltelefon bereits Spesen im Umfang von rund Fr. 100.– von seinem Arbeitgeber
ausbezahlt werden, rechtfertigt es sich, den Überschuss von rund Fr. 90.– dem
Bedarf der Verfahrensbeteiligen für die Kommunikationskosten anzurechnen.
Dem Bedarf des Beklagten sind folglich in dieser Zeitspanne keine zusätzlichen
Kommunikationskosten anzurechnen.
Für die darauf folgenden Phasen, das heisst ab dem 1. Oktober 2023, ist
auf die zutreffende Erwägung der Vorinstanz abzustellen und es sind dem Bedarf
des Beklagten lediglich Fr. 50.– an Kommunikationskosten anzurechnen. Die
weiteren Kosten hat er aus seinem Überschuss zu begleichen (vgl. Philip Maier,
Die konkrete Berechnung von Kinderunterhaltsbeiträgen, FamPra 2020, S. 361).
12. Mobilitätskosten des Beklagten
12.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf des Beklagten keine Mobilitäts-
kosten mit der Begründung, der Beklagte mache monatliche Betriebskosten für
sein Auto von Fr. 1'270.– (Urk. 30/1) geltend, was indes nicht belegt sei. Der Be-
klagte erhalte zudem von seinem Arbeitgeber eine Spesenentschädigung für das
Auto in der Höhe von monatlich Fr. 1'400.– bzw. seit April 2020 von monatlich
Fr. 1'120.– (Kurzarbeit, Spesenreduktion von 20 %; Urk. 33/4 und 41/1), welche
ihm nicht als Einkommen angerechnet würde. Dass dem Beklagten bei Kurzar-
beit über die Spesenentschädigung hinausgehende Kosten entstehen würden,
sei weder belegt noch anzunehmen. Im geltend gemachten Betrag von Fr.
1'270.– seien eine Fahrleistung von jährlich 50'000 Kilometern und damit einher-
gehend Dieselkosten von Fr. 4'800.– und nicht näher definierte "Nebenkosten"
von Fr. 4'500.– (total Fr. 9'300.–/Jahr bzw. Fr. 775.– [pro Monat]) als variable
Kosten enthalten, die entsprechend auf 40 % gekürzt werden müssten. Somit sei
es eher wahrscheinlich, dass der Beklagte gar nicht die gesamten Autospesen
für tatsächlich anfallende Auslagen benötige (Urk. 66 S. 32 f.).
- 38 -
12.2. Dem hält der Beklagte entgegen, er lege in Ausübung seiner beruflichen
Tätigkeit mit seinem privaten Fahrzeug jährlich ca. 50'000 Kilometer zurück.
Gleich wie für die Verfahrensbeteiligte seien ihm pro Fahrkilometer Fahrzeugbe-
triebskosten von Fr. 0.70 anzurechnen. Dementsprechend entstünden ihm jährli-
che Fahrzeugkosten von Fr. 35'000.– bzw. Fr. 2'917.– pro Monat. Abzüglich der
Spesenentschädigung seiner Arbeitgeberin müsse er von diesen Kosten
Fr. 1'517.– selbst tragen. Entsprechend der Plafonierung gemäss dem Kreis-
schreiben (des Obergerichts des Kantons Zürich) für das betreibungsrechtliche
Existenzminimums seien seinem Bedarf lediglich Fr. 600.– anzurechnen (Urk. 65
S. 20).
12.3. Die als gerichtsnotorisch geltenden Kilometerkosten von Fr. 0.70 beru-
hen auf den Gesamtkosten eines Durchschnittsfahrzeugs bei einem durchschnitt-
lichen Betrieb. Für Fahrzeuge, mit denen jährlich weite Distanzen zurückgelegt
werden oder die mit Diesel betrieben werden, können sie nicht einfach über-
nommen werden. Dies zeigt sich bereits anhand der vom Beklagten eingereich-
ten Kostenaufstellung, mit welcher er gegenüber der Vorinstanz Kosten von
Fr. 0.31 pro Kilometer geltend machte (Urk. 30/1). Mit seiner im Berufungsverfah-
ren neu vorgebrachten Kostenrechnung vermag der Beklagte daher die vo-
rinstanzliche Kostenberechnung basierend auf den vom ihm selbst geltend ge-
machten Kosten nicht umzustossen. Folglich ist auch der Schluss der Vorinstanz
nicht zu beanstanden, wonach die Fahrspesen des Beklagten seine Fahrkosten
zu decken vermögen und seinem Bedarf keine Kosten für sein Automobil anzu-
rechnen sind.
13. Verpflegungskosten des Beklagten
13.1. Die Vorinstanz rechnete dem Bedarf des Beklagten keine Kosten für
auswärtige Verpflegung an und begründete dies damit, dass er geltend gemacht
habe, eine Entschädigung hierfür zu erhalten (Prot. I S. 21 und 23). Hierbei
handle es sich mutmasslich um den in der Lohnabrechnung unter Spesen aufge-
führten Betrag von Fr. 250.– (Urk. 33/4; Urk. 66 S. 31 und 33).
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13.2. Der Beklagte rügt, er habe bereits gegenüber der Vorinstanz ausgeführt,
diese Spesen dienten auch zur Begleichung von Kundenessen. Es sei aber nicht
näher geklärt worden, welcher Betrag auf die Kundenessen entfalle. Ginge man
davon aus, dass er zwei Mal pro Monat einen Kunden zum Essen einlade und
dabei Fr. 75.– bezahle, dann verblieben ihm von den Spesen für seine eigene
auswärtige Verpflegung noch Fr. 100.–. Gemäss dem Kreisschreiben zur Be-
rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums sei für die auswärtige
Verpflegung ein Betrag von Fr. 15.– pro Arbeitstag angemessen. Bei ca. 22 Ar-
beitstagen pro Monat und unter Berücksichtigung der acht Arbeitstage, die er
Zuhause verbringe, und die zwei Tage, die er mit einem Kunden esse, sei sei-
nem Bedarf nach Abzug der Ferienzeit sowie der Spesenvergütung von monat-
lich Fr. 1'200.– ein Betrag von Fr. 60.– für auswärtige Verpflegung anzurechnen
(Urk. 65 S. 21).
13.3. Wie der Kläger dem Beklagten zutreffend entgegenhielt (Urk. 73 S. 13 f.),
legte dieser keinen Nachweis von Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung vor.
Auch die Anzahl monatlicher Kundenessen wird von ihm lediglich als Mutmas-
sung formuliert. Die Vorbringen des Beklagten reichen somit nicht aus, um sei-
nem Bedarf vergangene oder zukünftige Mehrauslagen für auswärtige Verpfle-
gung anzurechnen.
14. Hausrat- und Haftpflichtversicherung
Die Kosten für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung können dem Be-
darf der Verfahrensbeteiligten und des Beklagten nur soweit angerechnet wer-
den, als die Mittel hierfür vorhanden sind bzw. kein Mankofall vorliegt (vgl.
BGE 147 III 265 E. 7.2). Entsprechend sind unter Berücksichtigung der vo-
rinstanzlichen Erwägungen (vgl. Urk. 66 S. 29 und 32) der Verfahrensbeteiligten
und dem Beklagten ab 1. Januar 2022 bis 28. Februar 2022 und ab
1. September 2022 hierfür monatlich pauschal Fr. 30.– anzurechnen.
- 40 -
15. Steuern
15.1. Die Vorinstanz berücksichtigte in der Phase vom 1. April 2020 bis
31. Dezember 2030 auf Seiten des Beklagten sowie der Verfahrensbeteiligten
eine Steuerbelastung von monatlich Fr. 300.– und hernach beim Beklagten von
monatlich Fr. 400.– und bei der Verfahrensbeteiligten von Fr. 450.– (Urk. 66
S. 28 und S. 31). Dem Bedarf des Klägers rechnete die Vorinstanz keine Steuern
an (Urk. 66 S. 25).
15.2. Gestützt auf die jüngst ergangene bundesgerichtliche Rechtsprechung
zur Kinderunterhaltsberechnung (BGE 147 III 265) rügt der Beklagte, dass dem
Bedarf des Klägers keine und demjenigen der Verfahrensbeteiligten zu hohe
Steuern angerechnet worden seien (Urk. 80 S. 14 ff.).
15.3. Angesichts der im vorliegenden Berufungsverfahren vorzunehmenden
Korrekturen und unter Berücksichtigung der aktuellen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung rechtfertigt es sich, die Steuerbelastung der Parteien und der
Verfahrensbeteiligten unter Zuhilfenahme des kantonalen Steuerrechners erneut
zu berechnen. Trotz der nachfolgenden Auflistung der für die Steuerberechnung
erforderlichen Parameter ist aber zu bedenken, dass auch hier in gewissem Um-
fang ein Ermessensentscheid vorliegt und nicht das exakte Ergebnis einer quasi
wissenschaftlich genauen mathematischen Berechnung (vgl. BGer 5A_90/2017
vom 24. August 2017, E. 9.1).
15.4. In der Zeit vom 1. April 2020 bis 31. Dezember 2021 reichte das Ein-
kommen des Beklagten nicht aus, um sein betreibungsrechtliches Existenzmini-
mum und dasjenige des Klägers zu decken. Dementsprechend sind dem jeweili-
gen Bedarf der Parteien während dieser Zeitspanne keine Steuerlasten anzu-
rechnen.
15.5. Für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. August 2022 verbleiben vom
Einkommen des Beklagten nach Abzug seines betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums sowie dem Barunterhalt des Klägers je ohne Berücksichtigung der
Steuern Fr. 180.–. Die Verfahrensbeteiligte verfügt ohne Berücksichtigung der
Steuern über einen Überschuss von Fr. 648.– (Fr. 4'620.– - Fr. 3'972.–). Ausge-
- 41 -
hend von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 51'596.– für die Staats-
und Gemeindesteuer resp. Fr. 57'596.– für die direkte Bundessteuer (Erwerbs-
einkommen von Fr. 55'440.–, Unterhaltsbeiträge von Fr. 25'080.– und
Kinderzulagen von Fr. 2'760.– minus Abzüge von rund Fr. 31'684.– für die
Staats- und Gemeindesteuer resp. 25'684.– für die direkte Bundessteuer [Kin-
derabzug, Abzug für Versicherungsprämien, Abzug der Fremdbetreuungskosten
etc.; vgl. Urk. 3/8]) resultiert für die Verfahrensbeteiligte gestützt auf den kantona-
len Steuerrechner (D._, konfessionslos, ledig) ein Steuerbetrag von rund
Fr. 3'405.– pro Jahr (hiervon entfallen Fr. 107.– auf die direkte Bundessteuer)
bzw. Fr. 284.– pro Monat. Gemäss neuester bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung ist im erweiterten Bedarf der Kinder ein Steueranteil vorzusehen (vgl. BGE
147 III 457 E. 4.2.3.5). Dem Einkommensanteil entsprechend ist der Steueranteil
der Verfahrensbeteiligten somit gerundet auf Fr. 180.– pro Monat und derjenige
des Klägers auf gerundet Fr. 104.– pro Monat zu beziffern.
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 30'938.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 31'838.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 34'702.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 33'802.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner (Gemeinde: G._, Konfession: reformiert, Zivilstand: ledig) re-
sultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'286.– pro Jahr (hiervon entfallen Fr. 151.–
auf die direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 190.– pro Monat.
Die Verfahrensbeteiligte verfügt über einen hinreichenden Überschuss,
um daraus ihre Steuern (inkl. den Steueranteil des Klägers) zu begleichen
(Fr. 648.– - Fr. 180.– - Fr. 104.–). Demgegenüber vermag der Beklagte mit sei-
nem Überschuss nicht, seine gesamten Steuern zu tragen (Fr. 180.– - Fr. 190.–).
Es erscheint daher angemessen, den Überschuss von Fr. 180.– im Bedarf des
Beklagten für seine Steuern und im Bedarf der Verfahrensbeteiligten ihre Steu-
ern zusammen mit dem Steueranteil des Klägers anzurechnen (Fr. 180.– +
Fr. 104.–). Dem Kläger sind für diese Phase im Bedarf keine Steuern anzurech-
- 42 -
nen, da sie von der Verfahrensbeteiligten aus ihrem Überschuss zu begleichen
sind.
15.6. Vom 1. September 2022 bis 30. September 2023 ist auf Seiten der Ver-
fahrensbeteiligten von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 41'996.– für
die Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 47'996.– für die direkte Bundessteuer
auszugehen (Erwerbseinkommen von Fr. 47'520.–, Unterhaltsbeiträge von
Fr. 23'400.– und Kinderzulagen von Fr. 2'760.– minus Abzüge von rund
Fr. 31'684.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp. 25'684.– für die direkte
Bundessteuer [Kinderabzug, Abzug für Versicherungsprämien, Abzug der
Fremdbetreuungskosten etc.; vgl. Urk. 3/8]). Steuerrelevantes Vermögen wies
die Verfahrensbeteiligte nicht aus (vgl. Urk. 3/8), was auch für die kommenden
Phasen zu beachten ist. Gestützt auf den kantonalen Steuerrechner (D._,
konfessionslos, ledig) resultiert für sie ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'167.– pro
Jahr bzw. rund Fr. 180.– pro Monat für die Staats- und Gemeindesteuer. Für die
direkten Bundessteuern fällt kein Betrag an. Dem Einkommensanteil entspre-
chend ist der Steueranteil der Verfahrensbeteiligten somit gerundet auf Fr. 118.–
pro Monat und derjenige des Klägers auf gerundet Fr. 62.– pro Monat zu bezif-
fern.
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 32'618.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 33'518.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 33'022.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 32'120.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner (Gemeinde: G._, Konfession: reformiert, Zivilstand: ledig) re-
sultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'482.– pro Jahr (hiervon entfallen Fr. 148.–
auf die direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 206.– pro Monat.
15.7. Vom 1. Oktober 2023 bis 31. August 2026 ist auf Seiten der Verfahrens-
beteiligten von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 41'084.– für die
Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 47'084.– für die direkte Bundessteuer
auszugehen (Erwerbseinkommen von Fr. 47'520.–, Unterhaltsbeiträge von
- 43 -
Fr. 22'488.– und Kinderzulagen von Fr. 2'760.– minus Abzüge von rund
Fr. 31'684.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp. 25'684.– für die direkte
Bundessteuer [Kinderabzug, Abzug für Versicherungsprämien, Abzug der
Fremdbetreuungskosten etc.; vgl. Urk. 3/8]). Gestützt auf den kantonalen Steuer-
rechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'070.– pro Jahr bzw. rund
Fr. 170.– pro Monat für die Staats- und Gemeindesteuer. Für die direkten Bun-
dessteuern fällt kein Betrag an. Dem Einkommensanteil entsprechend ist der
Steueranteil der Verfahrensbeteiligten auf Fr. 110.– pro Monat und derjenige des
Klägers auf Fr. 60.– pro Monat zu beziffern.
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 33'530.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 34'430.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 32'110.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 31'210.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'607.– pro Jahr (hiervon
entfallen Fr. 217.– auf die direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 217.– pro Monat.
15.8. Vom 1. September 2026 bis 31. August 2030 ist auf Seiten der Verfah-
rensbeteiligten von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 38'636.– für die
Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 44'636.– für die direkte Bundessteuer
auszugehen (Erwerbseinkommen von Fr. 47'520.–, Unterhaltsbeiträge von
Fr. 20'040.– und Kinderzulagen von Fr. 2'760.– minus Abzüge von rund
Fr. 31'684.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp. 25'684.– für die direkte
Bundessteuer [Kinderabzug, Abzug für Versicherungsprämien, Abzug der
Fremdbetreuungskosten etc.; vgl. Urk. 3/8]). Gestützt auf den kantonalen Steuer-
rechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 1'809.– pro Jahr bzw. rund
Fr. 150.– pro Monat für die Staats- und Gemeindesteuer. Für die direkten Bun-
dessteuern fällt kein Betrag an. Dem Einkommensanteil entsprechend ist der
Steueranteil der Verfahrensbeteiligten auf rund Fr. 100.– pro Monat und derjeni-
ge des Klägers auf rund Fr. 50.– pro Monat zu beziffern.
- 44 -
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 35'978.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 36'878.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 29'662.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 28'762.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'967.– pro Jahr (hiervon
entfallen Fr. 177.– auf die direkte Bundessteuer) bzw. rund Fr. 247.– pro Monat.
15.9. Vom 1. September 2030 bis 31. Oktober 2033 ist auf Seiten der Verfah-
rensbeteiligten von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 61'636.– für die
Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 67'636.– für die direkte Bundessteuer
auszugehen (Erwerbseinkommen von Fr. 63'360.– [12 x Fr. 5'280.–], Unterhalts-
beiträge von Fr. 17'100.– und Kinderzulagen von Fr. 2'760.– minus Abzüge von
rund Fr. 21'584.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 15'584.– für die
direkte Bundessteuer [Kinderabzug, Abzug für Versicherungsprämien etc.; vgl.
Urk. 3/8]). Gestützt auf den kantonalen Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag
von rund Fr. 4'605.– pro Jahr bzw. rund Fr. 383.– pro Monat für die Staats- und
Gemeindesteuer. Für die direkten Bundessteuern fällt ein Betrag von Fr. 401.–
resp. von Fr. 33.– pro Monat an. Dem Einkommensanteil entsprechend ist der
Steueranteil der Verfahrensbeteiligten auf Fr. 316.– pro Monat und derjenige des
Klägers auf Fr. 100.– pro Monat zu beziffern.
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 38'918.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 39'818.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 26'722.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 25'822.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 2'696.– pro Jahr (hiervon
entfallen Fr. 162.– auf die direkte Bundessteuer) bzw. rund Fr. 225.– pro Monat.
15.10. Ab 1. November 2033 ist auf Seiten der Verfahrensbeteiligten von einem
steuerbaren Einkommen von rund Fr. 73'108.– für die Staats- und Gemeinde-
- 45 -
steuer resp. Fr. 79'108.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbsein-
kommen von Fr. 79'200.– [12 x Fr. 6'600.–], Unterhaltsbeiträge von Fr. 12'132.–
und Kinderzulagen von Fr. 3'360.– [12 x Fr. 280.–] minus Abzüge von rund
Fr. 21'584.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp. Fr. 15'584.– für die direkte
Bundessteuer [Kinderabzug, Abzug für Versicherungsprämien etc.; vgl.
Urk. 3/8]). Gestützt auf den kantonalen Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag
von rund Fr. 6'370.– pro Jahr bzw. rund Fr. 531.– pro Monat für die Staats- und
Gemeindesteuer. Für die direkten Bundessteuern fällt ein Betrag von Fr. 784.–
resp. von Fr. 65.– pro Monat an. Dem Einkommensanteilen entsprechend ist der
Steueranteil der Verfahrensbeteiligten auf Fr. 453.– pro Monat und derjenige des
Klägers auf Fr. 143.– pro Monat zu beziffern.
Für den Beklagten ist für die gleiche Zeitperiode von einem steuerbaren
Einkommen von rund Fr. 43'886.– für die Staats- und Gemeindesteuer resp.
Fr. 44'786.– für die direkte Bundessteuer auszugehen (Erwerbseinkommen von
Fr. 65'640.– minus Abzüge von Fr. 21'754.– für die Staats- und Gemeindesteuer
resp. Fr. 20'854.– für die direkte Bundessteuer [Berufsauslagen, Unterhaltsbei-
träge, Versicherungsprämien etc.; vgl. Urk. 68/14]). Gestützt auf den kantonalen
Steuerrechner resultiert ein Steuerbetrag von rund Fr. 4'211.– pro Jahr (hiervon
entfallen Fr. 305.– auf die direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 351.– pro Monat.
16. Grundlagen der Unterhaltsberechnung
16.1. Für die Unterhaltsberechnung ist auf folgende monatliche Einkommen
der Parteien und der Verfahrensbeteiligten abzustellen:
Einkommen des Klägers (vgl. E. III.B.2.):
– 1. April 2020 bis 31. Dezember 2020 Fr. 220.– (Kinderzulagen); – ab 1. Januar 2021 bis Oktober 2033 Fr. 230.– (Kinderzulagen) und – ab 1. November 2033 Fr. 280.– (Ausbildungszulagen).
Einkommen der Verfahrensbeteiligten (vgl. E. III.B.3.):
– 1. April 2020 bis 31. Dezember 2020 Fr. 4'090.– (Arbeitspensum von 60 %); – 1. Januar 2021 bis 31. August 2022 Fr. 4'620.– (Arbeitspensum von 70 %);
- 46 -
– 1. September 2022 bis 31. August 2030 Fr. 3'960.– (Arbeitspensum 60 %); – 1. September 2030 bis 31. Oktober 2033 Fr. 5'280.– (Arbeitspensum 80 %) und – ab 1. November 2033 Fr. 6'600.– (Arbeitspensum 100 %).
Einkommen des Beklagten (vgl. E. III.B.4.):
– 1. April 2020 bis 31. Dezember 2021Fr. 4'760..– (Kurzarbeit) – ab 1. Januar 2022 Fr. 5'470.– (hypothetisches Einkommen; Arbeitspensum 100 %).
16.2. Der Bedarf des Klägers setzt sich unter Berücksichtigung der vorgenann-
ten Korrekturen sowie der übrigen vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 66 S. 25
ff.) wie folgt zusammen:
Positionen / Zeitraum
1.4.2020 bis
31.12.2020
1.1.2021 bis
31.5.2021
1.6.2021 bis
31.12.2021
1.1.2022 bis
31.8.2022
1.9.2022 bis
30.9.2023
Grundbetrag Fr. 400 Fr. 400 Fr. 400 Fr. 400 Fr. 400
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680
Krankenkasse (KVG und VVG, abzgl. IPV) Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Mobilitätskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Fremdbetreuungskosten Fr. 930 Fr. 930 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 880
Steuern Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 62
Total Fr. 2 Fr. 2 Fr. 2 Fr. 2 Fr. 2
- 47 -
Positionen / Zeitraum
1.10.2023 bis
31.8.2026
1.9.2026 bis
31.10.2027
1.11.2027 bis
31.08.2030
1.9.2030 bis
31.10.2033
ab 1.11.2033
Grundbetrag Fr. 400 Fr. 400 Fr. 600 Fr. 600.– Fr. 600.–
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680 Fr. 680
Krankenkasse (KVG und VVG, abzgl. IPV) Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33 Fr. 33
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 25
Mobilitätskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Fremdbetreuungskosten Fr. 880 Fr. 600 Fr. 400 Fr. 0 Fr. 0
Steuern Fr. 60 Fr. 50 Fr. 50 Fr. 100 Fr. 143
Total Fr. 2 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
16.3. Der Bedarf der Verfahrensbeteiligten setzt sich unter Berücksichtigung
der vorgenannten Korrekturen sowie der übrigen vorinstanzlichen Erwägungen
(Urk. 66 S. 28 ff.) wie folgt zusammen:
Positionen / Zeitraum
1.4.2020 bis
31.12.2020
1.1.2021 bis
31.5.2021
1.6.2021 bis
31.12.2021
1.1.2022 bis
31.8.2022
1.9.2022 bis
30.9.2023
Grundbetrag Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Krankenkasse (KVG) Fr. 367.– Fr. 367.– Fr. 367.– Fr. 367.– Fr. 367.–
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 150 Fr. 90
Hausrat / Haftpflicht Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 30 Fr. 30
Mobilitätskosten Fr. 300 Fr. 300 Fr. 300 Fr. 300 Fr. 300.–
Auswärtige Verpflegung Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Zusätzliche berufsbedingte Kosten Fr. 405 Fr. 405 Fr. 405 Fr. 405 Fr. 405
Steuern Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 284 Fr. 118
Total Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 4 Fr. 4
- 48 -
Positionen / Zeitraum
1.10.2023 bis
31.8.2026
1.9.2026 bis
31.10.2027
1.11.2027 bis
31.08.2030
1.9.2030 bis
31.10.2033
ab 1.11.2033
Grundbetrag Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Krankenkasse (KVG) Fr. 367 Fr. 367 Fr. 367 Fr. 367 Fr. 367
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 150 Fr. 150 Fr. 150 Fr. 150 Fr. 150
Hausrat / Haftpflicht Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30
Mobilitätskosten Fr. 300 Fr. 300 Fr. 300 Fr. 400 Fr. 400
Auswärtige Verpflegung Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Zusätzliche berufsbedingte Kosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Steuern Fr. 110 Fr. 100 Fr. 100 Fr. 316 Fr. 453
Total Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 4
16.4. Der Bedarf des Beklagten setzt sich unter Berücksichtigung der vorge-
nannten Korrekturen sowie der übrigen vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 66
S. 31 ff.) wie folgt zusammen:
Positionen / Zeitraum
1.4.2020 bis
31.12.2020
1.1.2021 bis
31.5.2021
1.6.2021 bis
31.12.2021
1.1.2022 bis
31.8.2022
1.9.2022 bis
30.9.2023
Grundbetrag Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Krankenkasse (KVG) Fr. 299 Fr. 299.– Fr. 299.– Fr. 299.– Fr. 299.–
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Hausrat / Haftpflicht Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 30
Mobilitätskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Auswärtige Verpflegung Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Steuern Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 180 Fr. 206
Total Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3
- 49 -
Positionen / Zeitraum
1.10.2023 bis
31.8.2026
1.9.2026 bis
31.10.2027
1.11.2027 bis
31.08.2030
1.9.2030 bis
31.10.2033
ab 1.11.2033
Grundbetrag Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Wohnkosten (inkl. ) Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1 Fr. 1
Krankenkasse (KVG) Fr. 299 Fr. 299 Fr. 299 Fr. 299 Fr. 299
Franchise / zusätzliche Gesundheitskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Kommunikationskosten Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Hausrat / Haftpflicht Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30 Fr. 30
Mobilitätskosten Fr. 50 Fr. 50 Fr. 50 Fr. 50 Fr. 50
Auswärtige Verpflegung Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0 Fr. 0
Steuern Fr. 217 Fr. 247 Fr. 247 Fr. 225 Fr. 351
Total Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3 Fr. 3
17. Phasen
17.1. Der Unterhaltsberechnung liegen verschiedene Unterhaltsparameter
(Einkommen und Bedarf resp. Bedarfspositionen) zugrunde, die sich über die
Zeit hinweg stetig verändern. Entsprechend ist die Unterhaltsfestsetzung in un-
terschiedliche zeitliche Phasen aufzuteilen, wobei jede Änderung eines Parame-
ters grundsätzlich eine Neuberechnung erforderlich macht (Raphael Fisch, Tech-
nik der Unterhaltsbemessung, FamPra.ch 2019 S. 450, 477).
17.2. Die Vorinstanz setzte fünf Phasen fest, beginnend ab dem 1. April 2020
(Urk. 66 S. 34). Der Beginn der Phasen wurde von den Parteien nicht bean-
standet. Dementsprechend kann auch vorliegende die erste Phase ab diesem
Datum angesetzt werden. Zwischenzeitlich traten mehrere Veränderungen bei
den Parteien und der Verfahrensbeteiligten ein, die sich auf die Höhe des Kin-
desunterhalts auswirken. Seit dem 1. Januar 2021 beträgt das Arbeitspensum
der Verfahrensbeteiligten 70 %, ab dem 1. Juni 2021 fallen für den Kläger höhere
Fremdbetreuungskosten an. Da diese Ereignisse in der Vergangenheit liegen,
rechtfertig es sich, eine einzelne Phase zu bilden. Ab dem 1. Januar 2022 ist
dem Beklagten ein hypothetisches Einkommen bei einem Arbeitspensum von
100 % anzurechnen, weshalb es sich rechtfertigt, die zweite Phase ab diesem
- 50 -
Datum bis zum Eintritt des Klägers in den Kindergarten am 1. September 2022
festzulegen (vgl. Urk. 65 S. 12 f. und S. 22; Urk. 73 S. 11). Mit dem Eintritt in den
Kindergarten fallen dem Kläger erheblich tiefere Fremdbetreuungskosten an. Die
dritte Phase endet am 30. September 2023. Ab diesem Datum fallen der Verfah-
rensbeteiligten keine Leasingkosten mehr an. Ab dem Übertritt des Klägers in die
3. Primarklasse (1. September 2026) reduzieren sich die Fremdbetreuungskos-
ten und die vierte Phase endet. Die fünfte Phase dauert bis zum Übertritt des
Klägers in die Oberstufe am 1. September 2030 (Urk. 73 S. 11). Die Änderungen
des Grundbetrags des Klägers und dessen Frembetreuungskosten ab dem 1.
November 2027 gleichen sich im Bedarf des Klägers aus, weshalb in dieser Zeit-
spanne keine zusätzliche Phase erforderlich ist. Die sechste und die siebten
Phase ergeben sich schliesslich aufgrund des höheren Einkommens der Verfah-
rensbeteiligten, welches ihr gestützt auf das Schulstufenmodel anzurechnen ist.
Dementsprechend dauert die sechste Phase vom 1. September 2030 bis
31. Oktober 2033 und ab dem 1. November 2033 läuft die siebte Phase.
18. Unterhaltsberechnung
18.1. Gestützt auf die vorgenannten (Berechnungs-)Grundlagen resultieren
folgende Unterhaltsansprüche:
18.2. Phase I: 1. April 2020 bis 31. Dezember 2021
18.2.1. Für die Parteien und die Verfahrensbeteiligte ist in der ersten Phase von
folgenden monatlichen Durchschnittswerten auszugehen:
Einkommen: Kläger: Fr. 226.–
([9 x Fr. 220.– + 12 x Fr. 230.–] / 21) Verfahrensbeteiligte Fr. 4'393.–
([9 x Fr. 4'090.– + 12 x Fr. 4'620.–] / 21) Beklagter: Fr. 4'760.– Bedarf: Kläger: Fr. 2'135.–
([14 x Fr. 2'043.– + 7 x Fr. 2'320.–] / 21) Verfahrensbeteiligte Fr. 3'792.–
- 51 -
Beklagter: Fr. 3'199.–
18.2.2. Der Beklagte hat in der ersten Phase eine durchschnittliche monatli-
che Leistungsfähigkeit von Fr. 1'561.– (Fr. 4'760.– - Fr. 3'199.–). Der durch-
schnittliche Barbedarf des Klägers beträgt nach Abzug der Kinderzulagen
Fr. 1'909.– (Fr. 2'135.– - Fr. 226.–). Demzufolge ist der Beklagte zu verpflichten
dem Kläger in der ersten Phase Fr. 1'561.– (Barunterhalt) zu bezahlen. Dabei ist
der Barbedarf des Klägers im Umfang von Fr. 348.– (Fr. 1'909.– - Fr. 1'561.–)
nicht gedeckt, was festzuhalten ist.
18.2.3. Die Verfahrensbeteiligte vermag ihren Bedarf in der ersten Phase mit ih-
rem Einkommen selbst zu decken (Einkommen von Fr. 4'393.– abzüglich Bedarf
von Fr. 3'792.–), weshalb kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.
18.3. Phase II: 1. Januar 2022 bis 31. August 2022
18.3.1. In der Zeit vom 1. Januar 2022 bis 31. August 2022 verfügt der Beklagte
über eine monatliche Leistungsfähigkeit von Fr. 2'091.– (Einkommen von
Fr. 5'470.– abzüglich Bedarf von Fr. 3'379.–). Der Barbedarf des Klägers beträgt
nach Abzug der Kinderzulagen Fr. 2'090.– (Fr. 2'320.– - Fr. 230.–), entsprechend
ist der Beklagte in der Lage, diesen vollumfänglich zu decken (Fr. 2'091.– -
Fr. 2'090.–).
18.3.2. Die Verfahrensbeteiligte vermag ihren Bedarf mit ihrem Einkommen
selbst zu decken (Fr. 4'620.– - Fr. 4'256.–), weshalb kein Betreuungsunterhalt
geschuldet ist. Trotz ihrer Leistungsfähigkeit hat die Verfahrensbeteiligte abge-
sehen vom Steuerbetreffnis nicht für den Unterhalt des Klägers aufzukommen,
da sie die Erziehung und Betreuung des Klägers erbringt.
18.3.3. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger für die Phase vom
1. Januar 2022 bis 31. August 2022 monatlich Fr. 2'090.– zu bezahlen.
18.4. Phase III: 1. September 2022 bis 30. September 2023
18.4.1. In der Zeit vom 1. September 2022 bis 31. August 2023 verfügt der Be-
klagte über eine monatliche Leistungsfähigkeit von Fr. 2'035.– (Einkommen von
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Fr. 5'470.– abzüglich Bedarf von Fr. 3'435.–). Der Barbedarf des Klägers beträgt
nach Abzug der Kinderzulagen Fr. 1'825.– (Fr. 2'055.– - Fr. 230.–), entsprechend
ist der Beklagte in der Lage, diesen vollumfänglich zu decken (Fr. 2'035.– -
Fr. 1'825.–).
18.4.2. Die Verfahrensbeteiligte kann ihre Lebenshaltungskosten von Fr. 4'030.–
nicht mit ihrem Einkommen von Fr. 3'960.– decken, weshalb der Beklagten im
Umfang der Unterdeckung Betreuungsunterhalt von Fr. 70.– zu leisten hat.
18.4.3. Der verbleibende Überschuss von Fr. 143.– (Fr. 2'035.– - Fr. 1'825.– -
Fr. 70.–) ist nach grossen und kleinen Köpfen zwischen dem Beklagten und dem
Kläger aufzuteilen. Auf den Kläger entfallen vom Überschuss Fr. 47.– (1/3 x
Fr. 140.–).
18.4.4. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger für die Phase vom
1. September 2022 bis 31. August 2023 monatlich Fr. 1'942.– (Barunterhalt
Fr. 1'825.– + Fr. 47.– und Fr. 70.– Betreuungsunterhalt) zu bezahlen.
18.5. Phase IV: 1. Oktober 2023 bis 31. August 2026
18.5.1. Vom 1. Oktober 2023 bis 31. August 2026 verfügt der Beklagte über eine
monatliche Leistungsfähigkeit von Fr. 1'974.– (Einkommen von Fr. 5'470.– abzü-
glich Bedarf von Fr. 3'496.–). Der Barbedarf des Klägers beträgt nach Abzug der
Kinderzulagen Fr. 1'823.– (Fr. 2'053.– - Fr. 230.–), entsprechend ist der Beklagte
in der Lage, diesen vollumfänglich zu decken (Fr. 1'974.– - Fr. 1'823.–). Der ver-
bleibende Überschuss von Fr. 151.– ist nach grossen und kleinen Köpfen zwi-
schen dem Beklagten und dem Kläger aufzuteilen. Auf den Kläger entfallen vom
Überschuss rund Fr. 50.– (1/3 x Fr. 151.–).
18.5.2. Die Verfahrensbeteiligte vermag in dieser und den zukünftigen Phasen
ihre Lebenshaltungskosten selbst zu tragen, weshalb ab dem 1. Oktober 2023
kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. Trotz ihrer Leistungsfähigkeit hat die
Verfahrensbeteiligte bis zum 16. Altersjahr des Klägers nicht für dessen Unterhalt
aufzukommen, da sie seine Erziehung und Betreuung erbringt.
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18.5.3. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger für die Phase vom
1. Oktober 2023 bis 31. August 2026 monatlich Fr. 1'873.– (Barunterhalt;
Fr. 1'823.– + Fr. 50.–) zu bezahlen.
18.6. Phase V: 1. September 2026 bis 31. August 2030
18.6.1. Vom 1. September 2026 bis 31. August 2030 verfügt der Beklagte über
eine monatliche Leistungsfähigkeit von Fr. 1'944.– (Einkommen von Fr. 5'470.–
abzüglich Bedarf von Fr. 3'526.–). Der Barbedarf des Klägers beträgt nach Ab-
zug der Kinderzulagen Fr. 1'533.– (Fr. 1'763.– - Fr. 230.–), entsprechend ist der
Beklagte in der Lage, diesen vollumfänglich zu decken (Fr. 1'944.– - Fr. 1'533.–).
Der verbleibende Überschuss von Fr. 411.– ist nach grossen und kleinen Köpfen
zwischen dem Beklagten und dem Kläger aufzuteilen. Auf den Kläger entfallen
vom Überschuss Fr. 137.– (1/3 x Fr. 411.–).
18.6.2. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger für die Phase vom
1. September 2026 bis 31. August 2030 monatlich Fr. 1'670.– (Barunterhalt;
Fr. 1'533.– + Fr. 137.–) zu bezahlen.
18.7. Phase VI: 1. September 2030 bis 31. Oktober 2033
18.7.1. Vom 1. September 2030 bis 31. August 2033 verfügt der Beklagte über
eine monatliche Leistungsfähigkeit von Fr. 1'966.– (Einkommen von Fr. 5'470.–
abzüglich Bedarf von Fr. 3'504.–). Der Barbedarf des Klägers beträgt nach Ab-
zug der Kinderzulagen Fr. 1'183.– (Fr. 1'413.– - Fr. 230.–), entsprechend ist der
Beklagte in der Lage, diesen vollumfänglich zu decken (Fr. 1'966.– - Fr. 1'183.–).
Der verbleibende Überschuss von Fr. 783.– ist nach grossen und kleinen Köpfen
zwischen dem Beklagten und dem Kläger aufzuteilen. Auf den Kläger entfallen
vom Überschuss Fr. 261.– (1/3 x Fr. 783.–).
18.7.2. Der Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger für die Phase vom
1. September 2030 bis 31. Oktober 2033 monatlich Fr. 1'444.– (Barunterhalt;
Fr. 1'183.– + Fr. 261.–) zu bezahlen.
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18.8. Phase VII: ab 1. November 2033
18.8.1. Ab 1. November 2033 hat die Verfahrensbeteiligte gemäss dem Schulstu-
fenmodell einer Erwerbstätigkeit von 100 % nachzugehen, weil der Kläger ab
dem 16. Altersjahr nur noch in geringem Umfang betreuungsbedürftig sein wird.
Dadurch verfügt sie über eine Leistungsfähigkeit von Fr. 2'480.– (Einkommen
von Fr. 6'600.– abzüglich Bedarf von Fr. 4'120.–), während diejenige des Beklag-
ten Fr. 1'840.– (Einkommen von Fr. 5'470.– abzüglich Bedarf von Fr. 3'630.–) be-
trägt. Aufgrund der höheren Leistungsfähigkeit der Verfahrensbeteiligten und ih-
rer geringeren Betreuungslast rechtfertigt es sich, dass der Beklagte in dieser
Phase zu zwei Dritteln und die Verfahrensbeteiligte zu einem Drittel für den un-
gedeckten Bedarf des Klägers aufkommen.
18.8.2. Der Kläger vermag seinen Bedarf von Fr. 1'481.– mit seiner Ausbildungs-
zulage von Fr. 280.– im Umfang von Fr. 1'201.– nicht selbst zu decken, weshalb
der Restbetrag zu einem Drittel (Fr. 400.–) von der Verfahrensbeteiligten und zu
zwei Dritteln (Fr. 801.–) vom Beklagten zu tragen ist. Ausserdem steht dem Klä-
ger entsprechend der Verteilung nach grossen und kleinen Köpfen ein Fünftel
am Gesamtüberschuss zu. Der Gesamtüberschuss beträgt Fr. 3'119.– wovon Fr.
2'080.– (Fr. 2'480.– -Fr. 400.–) von der Verfahrensbeteiligten und Fr. 1'039.–
(Fr. 1'840.– - Fr. 801.–) vom Beklagten herrühren. Entsprechend ihrem Anteil am
Gesamtüberschuss haben sich die Verfahrensbeteiligte zu 66 % (Fr. 2'080.– /
Fr. 3'119.–) bzw. Fr. 411.– (Fr. 3'119.– / 5 x 0.66) und der Beklagte zu 34 %
(Fr. 1'039.– / Fr. 3'119.–) bzw. Fr. 212.– (Fr. 3'119.– / 5 x 0.34) am Überschuss
des Klägers zu beteiligten.
18.8.3. Entsprechend den vorangegangen Ausführungen ist der Beklagte zu ver-
pflichten, dem Kläger ab dem 1. November 2033 Fr. 1'013.– (Barunterhalt;
Fr. 801 + Fr. 212.–) zu bezahlen.
19. Indexierung
Zufolge Zeitablaufs ist die Indexierung der Unterhaltsbeiträge anzupas-
sen. Die Unterhaltsbeiträge basieren demnach auf dem Landesindex der Kon-
- 55 -
sumentenpreise des Bundesamts für Statistik (Basis Dezember 2020 = 100
Punkte), Stand Januar 2022 von 101.7 Punkten. Sie sind jeweils auf den
1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2023, an den Stand
des Indexes per November des Vorjahres anzupassen.
20. Geleistete Unterhaltszahlungen
20.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Beklagte habe bislang Unterhaltsbeiträge
geleistet, indes nicht in der geschuldeten Höhe. Er sei indes berechtigt, die seit
dem 1. April 2020 geleisteten Unterhaltsbeiträge an die geschuldeten Unter-
haltsbeiträge anzurechnen (Urk. 66 S. 38). In welchem Umfang diese Zahlungen
erfolgten, kann dem angefochtenen Entscheid nicht entommen werden (Urk. 66
S. 38 und 42).
20.2. Der Beklagte macht berufungsweise geltend, er habe ab 1. April 2020 bis
Ende April 2021 Unterhaltszahlungen von gesamthaft Fr. 15'360.– getätigt
(Urk. 80 S. 3). Dies wird seitens des Klägers nicht bestritten.
20.3. Wird ein Unterhaltsschuldner – wie vorliegend – rückwirkend zur Leis-
tung von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet, sind schon erbrachte Unterhaltszah-
lungen zu berücksichtigen bzw. anzurechnen, zumal der Unterhaltsschuldner
nicht zu Zahlungen verpflichtet werden darf, welche zur Zeit der Festsetzung der
Unterhaltsbeiträge bereits durch Tilgung untergegangen sind. Wenn ein Unter-
haltsschuldner bereits erbrachte Unterhaltsleistungen geltend macht, ist gestützt
auf die Behauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise zu prüfen, in-
wieweit die Beträge an die ausstehende Schuld angerechnet werden können
(vgl. ZR 107 Nr. 60 mit weiteren Hinweisen; siehe auch OGer ZH LE180050 vom
8. Februar 2019, E. III.9.6).
20.4. Der Beklagte reichte für die Monate April 2020 bis Ende April 2021 zwölf
Zahlungsnachweise von Fr. 1'280.– an die Verfahrensbeteiligte mit dem Vermerk
"Unterhalt" ein (Urk. 68/11; Urk. 82/7), was einem Gesamtbetrag von Fr. 15'360.–
(12 x Fr. 1'280.–) entspricht. Die Zahlungen blieben unbestritten, weshalb festzu-
- 56 -
halten ist, dass der Beklagte in der Zeit vom 1. April 2020 bis 30. April 2021 Un-
terhaltszahlungen an den Kläger von Fr. 15'360.– geleistet hat.
21. Erziehungsgutschriften
Von den Parteien nicht bestritten wurde, dass die Erziehungsgutschriften
ausschliesslich der Verfahrensbeteiligten anzurechnen sind (vgl. Urk. 66 S. 38).
Da Letztere Hauptbetreuungsperson ist, ist dieser Entscheid zu bestätigen und
angesichts der zu belassenden gemeinsamen elterlichen Sorge über den Kläger
auch ins Dispositiv aufzunehmen.
IV. (Kosten- und Entschädigungsfolgen)
1. Erstinstanzliche Gerichtskosten
1.1. Trifft die Rechtmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr für ihr Verfahren auf Fr. 5'400.–
fest (Urk. 66 S. 44 Dispositiv-Ziffer 10). Die Höhe der erstinstanzlichen Gerichts-
kosten wurde nicht angefochten. Sie erscheint aufgrund des tatsächlichen Streit-
interesses der Parteien, des Zeitaufwandes des Gerichts sowie der Schwierigkeit
des Falles angemessen und ist entsprechend zu bestätigen.
1.2. Hinsichtlich der Prozesskostenverteilung verwies die Vorinstanz auf die
diesbezüglichen allgemeinen Grundsätze (Art. 106 ff. ZPO). Daraufhin erwog sie,
dass die Offizialmaxime in allen zu regelnden Punkten greife, weshalb es sich
rechtfertige, die Gerichtskosten hälftig zu teilen. Indes habe der Beklagte durch
sein unentschuldigtes Nichterscheinen insbesondere zur Verhandlung vom 15.
Juni 2020 sowie durch sein verzögertes und nur nach mehrmaligem Nachfordern
(per Email und mittels Verfügung) Einreichen der benötigten Unterlagen unnöti-
gen Mehraufwand generiert, welchen der Kläger nicht mitzutragen habe. Zudem
seien die angeordneten Kindesschutzmassnahmen allein dem gefährdenden
Verhalten des Beklagten zuzuordnen. Entsprechend erscheine es angemessen,
- 57 -
die Gerichtsgebühr zu zwei Dritteln dem Beklagten und zu einem Drittel dem
Kläger aufzuerlegen.
1.3. Hiergegen bringt der Beklagte vor, aufgrund der im Berufungsverfahren
zu erfolgenden Korrektur der Unterhaltsregelung sowie der Beibehaltung des
gemeinsamen Sorgerechts hätte er im vorinstanzlichen Verfahren obsiegt, wes-
halb die vorinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich dem Kläger aufzuerle-
gen seien (Urk. 65 S. 27).
Die Vorinstanz verteilte die Prozesskosten nicht nach Obsiegen und Un-
terliegen, sondern nach Ermessen. Weiter legt sie dar, weshalb sie dies tat und
führt die Tatsachen an, gestützt auf die sie ihr Ermessen ausübte. Mit diesen Er-
wägungen setzte sich der Beklagte nicht auseinander, weshalb seine Rüge nicht
verfängt. Anzufügen ist, dass keine Verletzung des der Vorinstanz zustehenden
Ermessens ersichtlich ist. Entsprechend ist die erstinstanzliche Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolge (Urk. 66 S. 44 Dispositiv-Ziffern 11 - 12) zu
bestätigen.
2. Zweitinstanzliche Gerichtskosten und Parteientschädigung
2.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren richtet sich
nach § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2 und § 5 Abs. 1 der Gebührenver-
ordnung des Obergerichts des Kantons Zürich vom 8. September 2010 (GebV
OG, LS 211.11). Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des
Zeitaufwands des Gerichts sowie der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Ge-
richtsgebühr von Fr. 6'000.– angemessen.
2.2. Strittig im vorliegenden Verfahren waren die elterliche Sorge sowie der
für den Kläger zu leistende Unterhalt. Beide Streitigkeiten sind gleich zu gewich-
ten. In nicht vermögensrechtlichen Kinderbelangen wie der elterlichen Sorge sind
die Kosten praxisgemäss den Parteien je hälftig aufzuerlegen (Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). In Bezug auf den strittigen Kinderunterhalt unterliegt
der Beklagte vollständig. Die weiteren Anträge fallen nicht ins Gewicht. Nach der
Praxis der entscheidenden Kammer werden in Verfahren der vorliegenden Art
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Kindern keine Prozesskosten auferlegt (vgl. OGer ZH LZ190022 vom 20. No-
vember 2019, E. D.2). Insgesamt rechtfertigt es sich daher, die Kosten des vor-
liegenden Verfahrens in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO zu 75 % dem Be-
klagten und zu 25 % der Verfahrensbeteiligten aufzuerlegen (vgl. OGer ZH
LZ20006 vom 18. Mai 2020, E. IV.2.2.).
Zufolge der dem Beklagten und der Verfahrensbeteiligten zu gewähren-
den unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. IV.3.6. und IV.3.8) sind die Gerichts-
kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO vorbehalten bleibt.
2.3. In Anwendung der massgeblichen Bestimmungen (§ 2, § 5 Abs. 1, § 11
Abs. 1 und § 13 Abs. 1 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom
8. September 2010 [AnwGebV]) ist die volle Parteientschädigung auf Fr. 5'800.–
festzusetzen. Auf eine Ermässigung nach § 13 Abs. 2 AnwGebV ist zu verzich-
ten, weil auf beiden Seiten die Vertretung erst im Rahmen des Berufungsverfah-
rens erfolgte. Aufgrund seines Unterliegens ist der Beklagte zu verpflichten, dem
Kläger eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'900.–– zu
bezahlen. Zusätzlich zur Parteientschädigung ist ein Mehrwertsteuerzusatz von
7.7%,
Fr. 224.–, geschuldet (vgl. Urk. 73 S. 2).
3. Prozesskostenbeitrag und unentgeltliche Rechtspflege
3.1. Der Kläger beantragte, es sei der Beklagte für das Berufungsverfahren
zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses von einstweilen Fr. 7'000.– zu
verpflichten. Eventualiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren
und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine unentgeltliche
Rechtsbeiständin ab Erstkontakt vom 19. März 2021 zu bestellen (Urk. 79 S. 2).
3.2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-
pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat
- 59 -
ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit dies zur
Wahrung seiner Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
Ein Prozesskostenbeitrag ist unter denselben Voraussetzungen wie die
dazu subsidiäre unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Als weitere Voraus-
setzung muss es dem Angesprochenen möglich sein, die Kosten zu bevorschus-
sen (vgl. BGer 5P.441/2005 vom 9. Februar 2006, E. 1.2 m.w.H.).
3.3. Wie im Folgenden noch auszuführen ist, verfügt der Beklagte nicht über
die notwendigen finanziellen Mittel, um dem Kläger einen Prozesskostenbeitrag
zu leisten (vgl. E. IV.3.7.), weshalb dessen Begehren bereits aus diesem Grund
abzuweisen ist.
3.4. Das Eventualbegehren des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ist als gegenstandslos abzuschreiben, zumal ihm keine Gerichts-
kosten auferlegt werden und er im Berufungsverfahren durch seine Mutter vertre-
ten wurde.
3.5. Der Verfahrensbeteiligten werden im vorliegenden Verfahren Gerichts-
kosten auferlegt und sie war anwaltlich vertreten, weshalb über ihr Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege zu entscheiden ist. Die Verfahrensbeteiligte begrün-
dete ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege in Bezug auf ihre Mittellosigkeit
nicht hinreichend (vgl. Urk. 79). Indes ist ihre fehlende Solvenz bis 30. Septem-
ber 2023 bereits im Rahmen der Unterhaltsberechnung erörtert worden (vgl. E.
III.B.18.3.2. und III.B.18.4.2.) und der eingereichten Steuererklärung für das Jahr
2019 sind keine nennenswerten Vermögenswerte zu entnehmen (Urk. 3/8). Es
wäre daher überspitz formalistisch, ihre Prozessarmut zu verneinen. Ihre Pro-
zessstandpunkte erwiesen sich nicht von vornherein als aussichtlos. Demzufolge
ist ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutzuheissen
und es ist ihr für das Berufungsverfahren in der Person von Rechtsanwältin lic.
iur. Y._ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
3.6. Der Beklagte beantragt ebenfalls, es sei ihm für das Berufungsverfahren,
rückwirkend ab 9. Dezember 2020 (Eingang des begründeten Urteils des Be-
- 60 -
zirksgerichts Hinwil), die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der
Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu
bestellen (Urk. 65 S. 4). Als Begründung fügt er an, es sei ihm nicht möglich, mit
seinem gegenwärtigen Einkommen (Fr. 4'760.–) nach Abzug seines Existenzmi-
nimums (Fr. 3'989.–) und den von ihm geleistete Unterhaltsbeiträgen von monat-
lich Fr. 1'280.– zusätzlich Rückstellungen zu bilden, um die Gerichtskosten zu
übernehmen und eine Rechtsverbeiständung zu honorieren. Er verfüge zwar
über zwei Konti bei der Zürcher Kantonalbank. Das Gesamtguthaben per Ende
Dezember 2020 von Fr. 6'457.– sei ihm aber als Notgroschen zu belassen. Seine
Anträge seien zudem nicht aussichtslos und der Beizug einer Rechtsvertretung
sei erforderlich gewesen (Urk. 65 S. 27).
3.7. Die Mittellosigkeit des Beklagten ist ausgewiesen. Bis zum 30. Septem-
ber 2023 hat der Beklagte seinen Überschuss (Einkommen abzüglich Bedarf)
dem Kläger als Unterhalt zu leisten (vgl. E. III.B.18.3.3. und III.B.18.4.3.). Das
von ihm ausgewiesene Vermögen ist ihm als Notgroschen zu belassen. Da die
Berufung ausserdem nicht von vornherein als aussichtslos erschien und er auf
eine Rechtsvertretung angewiesen war, ist ihm die unentgeltliche Prozessfüh-
rung und Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt lic. iur.
X._ zu gewähren.