# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 224b7aaa-b132-4486-af8d-f0d5a42c72d9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1965, und Y.2_, geboren am _ 1973, schlossen am _ 1998 auf dem Zivilstandsamt O.1_ die Ehe. Sie sind Eltern von Y.3_, geboren am _ 1998, und Y.1_, geboren am _ 2000. Bis zur Trennung der Ehegatten, die anfangs 2008 erfolgte, lebte die Familie in der Liegenschaft der Ehefrau in O.2_. Ende Februar 2011 verlegte Y.2_ seinen Wohnsitz nach L.1_. Am 19. Februar 2016 schloss er mit A._, geboren am _ 1979, in O.3_ die Ehe. Aus dieser Beziehung gingen die Kinder B._, geboren am _ 2011, und C._, geboren am _ 2013, sowie ein weiteres Kind, geboren Ende 2016, hervor. Y.3_ war Ende Juni 2012 und Y.1_ anfangs 2014 zum Vater nach O.4_ gezogen.
B/1. Am 25. Dezember 2007/6. Januar 2008 unterzeichneten die Ehegatten X._/Y.2_ eine Trennungsvereinbarung, in welcher sie sich über die Trennung, die Zuteilung der Obhut über die Kinder an die Mutter, das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters sowie über den Familienunterhalt einigten. Was Letzteren betrifft, so verpflichtete sich Y.2_, an den Unterhalt der Familie monatliche, pränumerando zahlbare Beiträge in der Höhe von Fr. 3’000.-- zuzüglich vertragliche und gesetzliche Kinderzulagen zu leisten, wobei je Fr. 900.- - zuzüglich Kinderzulagen auf die beiden Töchter sowie Fr. 1’200.-- auf die Ehefrau entfielen. Am 11. August 2008 reichte Y.2_ beim Bezirksgerichtspräsidenten Albula sinngemäss ein Gesuch auf Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen ein. Darin beantragte er im Wesentlichen, den Unterhaltsbeitrag an die Ehefrau und die Kinder abweichend von der Trennungsvereinbarung festzulegen. Mit Verfügung vom 11. März 2009, mitgeteilt am 13. März 2009, genehmigte der Bezirksgerichtspräsident Albula die Trennungsvereinbarung bezüglich der Trennung, der Obhutszuteilung und der Regelung des persönlichen Verkehrs. Die in der Vereinbarung getroffene Unterhaltsregelung wurde mit Wirkung bis Ende August 2008 genehmigt. Ab 1. September 2008 wurde der Ehemann verpflichtet, seiner Ehefrau monatlich Fr. 327.-- und seinen Kindern monatlich je Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulagen an Unterhalt zu leisten. Diese Unterhaltsbeiträge wurden auf Rekurs von X._ hin mit Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen des Kantonsgerichts Graubünden vom 7. Mai 2009 (ERZ 09 65) auf Fr. 830.-- für die Ehefrau und je Fr. 700.-- für Y.3_ und Y.1_ erhöht.
B/2. In der Folge kam Y.2_ seinen Unterhaltsverpflichtungen nur teilweise nach, weshalb der Kindesunterhalt wiederholt durch die Gemeinde O.2_
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bevorschusst werden musste. Eine von der Ehefrau im November 2009 angehobene Betreibung für die bis dahin ausstehend gebliebenen Unterhaltsbeiträge endete am 12. August 2011 mit der Ausstellung eines Verlustscheins für die gesamte Forderung. Mit Urteil vom 7. Mai 2014 wurde Y.2_ vom Bezirksgericht Albula des betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB und der Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gemäss Art. 217 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen.
C/1. Am 24. August 2010 reichte Y.2_ beim Bezirksgerichtspräsidium Albula ein Gesuch auf Abänderung der Eheschutzmassnahmen ein. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. November 2010 zog er sein Gesuch zurück, worauf das Verfahren mit Verfügung vom 20. Mai 2011 infolge Rückzugs als erledigt abgeschrieben wurde. Die Ehegatten stellten an der erwähnten Verhandlung aber ein gemeinsames Scheidungsbegehren und unterzeichneten eine , in der sie sich über die Zuteilung der elterlichen Obhut und Sorge über Y.3_ und Y.1_ an die Mutter, über ein flexibles Besuchsrecht des Vaters sowie über Unterhaltsbeiträge des Vaters an die Töchter von monatlich je Fr. 950.-- zuzüglich Kinderzulagen einigten. Darüber hinaus erklärten sie gegenseitig den Verzicht auf nachehelichen Unterhalt und beantragten die hälftige Aufteilung der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge. Keine Einigung konnten die Ehegatten bezüglich des Güterrechts erzielen, doch erhielten sie Gelegenheit, bis Ende 2010 eine Lösung zu finden. Da entsprechende Einigungsbemühungen in der Folge erfolglos blieben, wurde Y.2_ mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Albula vom 7. April 2011 aufgefordert, im Rahmen eines kontradiktorischen Verfahrens seine Anträge zu den noch streitigen Nebenfolgen der Scheidung mit der entsprechenden Begründung und den Beweisunterlagen einzureichen.
In der Folge stellte Y.2_ in seiner Eingabe an das Bezirksgericht Albula vom 28. April 2011 folgende Rechtbegehren:
„A. Materielle Anträge
1. Es sei die Ehe der Parteien zu scheiden.
2. Es sei die Teil-Ehescheidungskonvention vom 12.11.2010 richterlich zu genehmigen.
3.a. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gemäss Gesetz vorzunehmen.
b. Es seien die im Miteigentum der Ehegatten befindlichen Originalgemälde mit den Titeln "Der göttliche Kuss" und "Abendsonne"
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der Ehefrau zuzuweisen und es sei diese zu verpflichten, dem Ehemann eine diesbezügliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 11’750.00 zu bezahlen.
4.a. In Genehmigung der Teil-Ehescheidungskonvention vom 12.11.2010 seien die im Zusammenhang mit der Teil-Ehescheidungskonvention entstandenen amtlichen Kosten unter den Parteien hälftig aufzuteilen und es seien die ebenfalls in diesem Zusammenhang entstandenen ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen.
b. Im Übrigen unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.
B. Formelle Anträge
1. Nach Vorliegen der zur Edition beantragten Akten sei vom Instruktionsrichter ein zweiter Rechtsschriftenwechsel zwecks exakter Formulierung des Güterrechtsanspruchs des Ehemannes anzuordnen.”
X._ bestätigte in ihrer Eingabe vom 23. Mai 2011 ihren Scheidungswillen, stellte jedoch Antrag auf Nichtgenehmigung sowie Überarbeitung der . Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten beide Parteien unverändert an den bisher gestellten Rechtsbegehren fest.
C/2. Mit Schreiben vom 29. August 2011 wandte sich Y.3_ an das Gerichtspräsidium Albula mit der Bitte, bei ihrem Vater in L.1_ leben zu dürfen. Überdies sprach sie am 2. September 2011 persönlich beim Bezirksgerichtspräsidenten vor. Am 5. Oktober 2011 wurden Y.3_ und Y.1_ durch eine Fachperson angehört. Dabei äusserte Y.3_ den Wunsch, bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in O.4_ zu wohnen. Ihre Mutter und ihre Schwester Y.1_ wolle sie regelmässig in O.2_ besuchen. Y.1_ führte aus, vorläufig noch bei ihrer Mutter bleiben zu wollen. Daraufhin reichte Y.2_ am 2. November 2011 eine Eingabe mit folgenden neuen Anträgen ein:
„1. Elterliche Sorge
a. Es sei die Tochter Y.3_, geb. _.1998, unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut von Herrn Y.2_ zu stellen.
b. Es sei die Tochter Y.1_, geb. _ 2000, unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut von Frau X._ zu stellen.
2. Besuchs- und Ferienrecht
a. Es sei Frau X._ das Recht einzuräumen, Y.3_ 2 Wochenenden pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihr zu verbringen.
b. Es sei Herrn Y.2_ das Recht einzuräumen, Y.1_ einen Tag pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen.
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3. Kinderunterhalt
Es sei auf die gegenseitige Zusprechung eines Kinderunterhaltsbeitrags zu verzichten.
4. Kosten- und Entschädigungsfolge
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Frau X._ zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer.”
X._ stellte mit Eingabe vom 16. Januar 2012 folgende neue Rechtsbegehren:
„1. Die zwischen den Parteien am 06.03.1998 vor dem Zivilstandsamt O.1_ geschlossene Ehe sei zu scheiden.
2. Die beiden aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder Y.3_ (geboren am _ 1998) und Y.1_ (geboren am _ 2000) seien unter die elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.
3. a. Dem Vater sei gegenüber seinen Kindern Y.3_ und Y.1_ ein minimales Besuchsrecht einzuräumen, wonach er die Kinder jeweils an jedem zweiten Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch nehmen darf.
b. Weiter sei der Vater zu berechtigen, die Kinder Y.3_ und Y.1_ auf eigene Kosten für insgesamt vier Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei Ferien der Kinder mit dem Vater grundsätzlich mindestens drei Monate im Voraus bekannt zu geben sind.
4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der beiden Kinder Y.3_ (geboren am _ 1998) und Y.1_ (geboren am _ 2000) monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeträge zuzüglich vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen von je Fr. 950.00 zu bezahlen, welche ordentlich zu indexieren seien.
5. Die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sei nach Gesetz zu vollziehen.
6. Die güterrechtliche Auseinandersetzung habe nach Gesetz zu erfolgen.
7. Im Übrigen seien die Anträge der Gegenpartei vollumfänglich abzuweisen.
8. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei.”
Anlässlich einer Referentenaudienz am 14. Februar 2012 konnten sich die Eheleute bezüglich des Güterrechts einigen. Ausserdem anerkannte der Ehemann, der Ehefrau per Ende Februar 2012 Fr. 31’000.-- an Unterhalt zu schulden. Keine Einigung konnte bezogen auf die Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut erzielt werden.
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Nachdem sich Y.3_ am 29. März 2012 erneut an den Bezirksgerichtspräsidenten Albula gewandt hatte, mit der dringlichen Bitte, bei ihrem Vater leben zu dürfen, wurde ihr am 18. April 2012 Filip Dosch als Prozessbeistand bestellt. Der Genannte wurde zu einer Stellungnahme zur Obhuts- bzw. Sorgerechtsregelung aufgefordert. In seinem Schreiben vom 4. Mai 2012 ersuchte er das Gericht, bezüglich der elterlichen Sorge und Obhut über Y.3_ den Rechtsbegehren von Y.2_ stattzugeben. Zu dem von Y.3_ in der Folge eingeleiteten Massnahmeverfahren vgl. lit. D nachstehend.
C/3. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Albula vom 15. November 2012 wurde das Scheidungsverfahren hinsichtlich der streitig gebliebenen Scheidungsfolgen an die Zivilkammer des Bezirksgerichts Albula überwiesen.
C/4. Am 18. Oktober 2013 stellte X._ ein Gesuch um Auskunft gemäss Art. 170 ZGB (Proz. Nr. 135-2013-182), in dem sie beantragte, dass Y.2_ vollständige Auskunft über seine finanziellen Verhältnisse zu erteilen sowie diesbezüglich dem Bezirksgericht verschiedene Urkunden einzureichen habe, und dass das Gericht die entsprechenden Ämter in der Schweiz und in L.1_ zu verpflichten habe, ihm Steuererklärungen von Y.2_ einzureichen. In seiner Stellungnahme vom 4. Dezember 2013 beantragte Y.2_ die Abweisung des Gesuchs, soweit es nicht anerkannt werde, und verlangte im Sinne einer Widerklage die Verpflichtung von X._, vollständige Auskunft über ihre finanziellen Verhältnisse zu erteilen und verschiedene Unterlagen zu edieren. X._ liess in der Stellungnahme vom 23. Januar 2014 den Antrag auf Edition weiterer Unterlagen aus Händen von Y.2_ stellen und beantragte, auf die Widerklage nicht einzutreten, eventuell diese abzuweisen. Beide Ehegatten reichten in der Folge verschiedene Urkunden zu den Akten. Eine formelle Erledigung des Auskunftsverfahrens erfolgte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht.
C/5. Anfangs Januar 2014 kehrte Y.1_ aus ihren Ferien beim Vater nicht zu ihrer Mutter nach O.2_ zurück und äusserte gegenüber dem Bezirksgerichtspräsidenten Albula den Wunsch, ebenfalls zum Vater nach L.1_ zu ziehen. Auf ein seitens von X._ am 14. Januar 2014 beim Bezirksgericht Albula eingereichtes Vollstreckungsgesuch mit dem Begehren, dass Y.2_ unter Androhung der Bestrafung gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten sei, Y.1_ umgehend zu ihrer Mutter nach O.2_ zurückzubringen, wurde mit in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 12. November 2014, mitgeteilt am 13. November 2014, mangels Zuständigkeit nicht eingetreten.
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Mit Schreiben vom 24. Januar 2014 wurde Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen als Prozessbeiständin für Y.1_ eingesetzt. Zum von Letzterer in der Folge eingeleiteten Massnahmeverfahren vgl. lit. E nachstehend.
Am 19. Juni 2014 reichte Y.2_ folgende Klageänderung ein:
„1. Kinderbelange betreffend Y.1_
1.1. Die Obhut über die der Ehe entsprossene Tochter Y.1_ sei dem Kläger zuzuweisen.
1.2. Die elterliche Sorge über die der Ehe entsprossene Tochter Y.1_ sei dem Kläger zuzuweisen.
1.3. Der Beklagten sei das Recht einzuräumen, Y.1_ auf eigene Kosten für zwei Wochenenden pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihr zu verbringen.
1.4. Die Beklagte sei zu verpflichten, an die Tochter Y.1_ einen monatlichen pränumerando je auf den ersten eines jeden Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.00 zuzüglich gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen.
2. Kinderbelange betreffend Y.3_
2.1. Die Beklagte sei zu verpflichten, an die Tochter Y.3_ einen monatlichen pränumerando je auf den ersten eines jeden Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.00 zuzüglich gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen.
3. Kosten- und Entschädigungsfolge
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten zuzüglich 8.0% Mehrwertsteuer.”
In ihrer Stellungnahme vom 15. September 2014 beantragte X._, was folgt:
„1. Das klägerische Rechtsbegehren sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Das beklagtische Rechtsbegehren gemäss Prozessantwort vom 16. Januar 2012 sei gutzuheissen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.”
Y.1_ stellte in ihrer Stellungnahme vom 15. September 2014 folgende Anträge:
„1. Es seien die Rechtsbegehren Ziff. 1.1 bis 1.3 gutzuheissen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Eltern, eventualiter zu Lasten des Kantons Graubünden.”
C/6. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula fand am 28. Januar 2015 statt. Bei dieser Gelegenheit stellten die Parteien folgende Rechtsbegehren:
Rechtsbegehren Y.2_:
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„1. Scheidungspunkt
Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Kinderbelange
2.1. Die Töchter Y.3_ und Y.1_ seien unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut des Klägers zu stellen.
2.2. Der Beklagten sei das Recht einzuräumen, ihre Töchter Y.3_ und Y.1_ für zwei Wochenenden pro Monat zu sich auf Besuch zu nehmen sowie die Hälfte der Schulferien mit ihnen zu verbringen.
2.3. Die Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Töchter Y.3_ und Y.1_ einen monatlichen pränumerando je auf den ersten eines jeden Monats zu leistenden Beitrag von je Fr. 800.00 zuzüglich vertraglicher und gesetzlicher Kinderzulagen zu bezahlen.
3. Nachehelicher Unterhalt
Die in der Teilehescheidungskonvention vom 12.11.2010 vereinbarte Regelung hinsichtlich nachehelicher Unterhalt sei zu genehmigen und ins Dispositiv des Scheidungsurteils aufzunehmen.
4. Güterrecht
Die in der Teilehescheidungskonvention vom 14.02.2012 vereinbarte Regelung hinsichtlich Güterrecht sei zu genehmigen und ins Dispositiv des Scheidungsurteils aufzunehmen.
5. BVG-Guthaben
Die in der Teilehescheidungskonvention vom 12.11.2010 vereinbarte Regelung hinsichtlich BVG-Guthaben sei zu genehmigen und ins Dispositiv des Scheidungsurteils aufzunehmen.
6. Kostenfolge
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.”
Rechtsbegehren X._:
„1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Das Sorgerecht für die Kinder Y.3_, geboren am _ 1998, und Y.1_, geboren am _ 2000, sei den Parteien gemeinsam zu übertragen.
3. Die Obhut über die Kinder Y.3_ und Y.1_ sei dem Kläger zuzuweisen.
4. Der Beklagten sei das Recht zuzusprechen, die Kinder Y.3_ und Y.1_ jedes zweite Wochenende von Freitag 19.00 Uhr bis Sonntag 19.00 Uhr sowie jährlich für drei Wochen Ferien zu sich auf Besuch zu nehmen.
5. Das Begehren des Klägers auf Verpflichtung der Beklagten zur Leistung von Kindesunterhaltsbeiträgen sei abzuweisen.
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6. Die güterrechtliche Auseinandersetzung habe nach Gesetz zu erfolgen, wobei die Teil-Konvention betreffend Güterrecht vom 14. Februar 2012 gerichtlich zu genehmigen und der Kläger zu verpflichten sei, der Beklagten ausstehende Unterhaltsschulden für sie und das Kind Y.1_ von total CHF 68’789.40 nebst 5 % Verzugszins seit dem 1. Januar 2013 zu bezahlen.
7. Die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sei nach Gesetz zu vollziehen.
8. Im Übrigen seien die Anträge der Gegenpartei vollumfänglich abzuweisen.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.”
Rechtsbegehren Y.3_:
„1. Y.3_, geb. _ 1998, sei unter die elterliche Obhut des Kindsvaters zu stellen;
2. Die elterliche Sorge sei alleine dem Kindsvater zu übertragen;
3. Das Recht auf persönlichen Verkehr (Besuchsrecht) sei gemäss den übereinstimmenden Parteianträgen festzusetzen;
4. Dem Kind Y.3_ seien keine Kosten aufzuerlegen.”
Rechtsbegehren Y.1_:
„1. Es sei die elterliche Sorge für Y.1_ dem Vater alleine zuzuweisen.
2. Es sei Y.1_ unter die Obhut des Vaters zu stellen.
3. Es sei festzustellen, dass Y.1_ und die Mutter das Recht auf angemessenen persönlichen Verkehr haben, jedoch angesichts des Alters von Y.1_ auf die Anordnung eines Besuchs- und Ferienrechts zu verzichten.
4. Es seien die Kosten der Kindsvertretung den Eltern, eventualiter dem Kanton Graubünden, aufzuerlegen.”
C/7. Mit Urteil vom 28. Januar 2015, mitgeteilt am 7. Mai 2015, erkannte das Bezirksgericht Albula wie folgt:
„1. Die zwischen Y.2_ und X._ am _ 1988 vor dem Zivilstandsamt O.1_ GR geschlossene Ehe wird geschieden.
2. Die gemeinsamen Töchter Y.3_, geboren am _ 1998, und Y.1_, geboren am _ 2000, werden unter die Obhut und die alleinige elterliche Sorge von Y.2_ gestellt.
3.a) X._ und Y.3_ sowie Y.1_ haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts soll in erster Linie in gegenseitiger Absprache möglichst flexibel und unter gebührender Berücksichtigung der Interessen, Bedürfnisse und Wünsche aller Familienmitglieder ‒ insbesondere von Y.3_ und Y.1_ ‒ ausgeübt werden.
b) Im Konfliktfall gilt folgende Minimalregelung: X._ hat das Recht, ihre Töchter Y.3_ und Y.1_ an jedem zweiten Wochenende
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von Freitag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen und drei Wochen Ferien pro Jahr mit ihnen zu verbringen.
4.a) X._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y.3_ und Y.1_ einen monatlich im Voraus auf den ersten des Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag von je CHF 500.00 (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinder- sowie Ausbildungszulagen) zu bezahlen, dies bis zur Mündigkeit. Art. 277 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten.
b) Die Unterhaltsbeiträge nach Ziffer 5.a) basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende Januar 2015 von 98.2 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2016, nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung des Unterhaltsbeitrags (UB) erfolgt nach folgender Formel:
neuer UB = 500.00 x neuer Index
98.2
Bei negativer Teuerung erfolgt keine Anpassung.
5. Die Vereinbarung, wonach Y.2_ und X._ gegenseitig auf nachehelichen Unterhalt verzichten, wird gerichtlich genehmigt.
6. Folgende bezüglich der güterrechtlichen Auseinandersetzung zustande gekommene Vereinbarung wird gerichtlich genehmigt:
„Güterrecht:
a) Die Ehefrau anerkennt, dem Ehemann aus Güterrecht CHF 20’000.00 zu schulden.
b) Die Ehefrau verkauft im Auftrag beider Parteien die beiden Bilder, „Der göttliche Kuss” und „Die Abendsonne”. Sie nimmt Rücksprache mit Herrn Y.2_, sobald die Offerten für die Bilder vorliegen. Der Erlös der beiden im Miteigentum stehenden Bilder steht den Parteien je zur Hälfte zu.
c) Darüber hinaus behält jede Partei diejenigen Sachen zu Alleineigentum, welche diese heute besitzen.
d) Allfällige Schulden werden von jener Partei übernommen, welche sie verursacht hat.
e) Mit Vollzug der Vereinbarung erklären sich die Parteien güterrechtlich als auseinandergesetzt.
Ausstehende Unterhaltszahlungen:
Der Ehemann anerkennt, der Ehefrau per Ende Februar 2012 CHF 31’000.00 zu schulden.”
7.a) Die Vereinbarung der Parteien bezüglich der beruflichen Vorsorge wird gerichtlich genehmigt und die D._ für Personalvorsorge, _, O.5_, wird angewiesen, nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils zu Lasten von Y.2_ (Personalvorsorge-Vertrag _, Police Nr. 5, Y.2_, geb. _ 1973) CHF 7’086.85 zu
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Gunsten von X._ (geb. _.1965) auf ein von X._ zu bezeichnendes Konto (Freizügigkeitseinrichtung, Bank-/Postkonto) zu überweisen.
b) X._ hat der D._ für Personalvorsorge mitzuteilen, wohin (Freizügigkeitseinrichtung, Bank-/Postkonto) diese den Betrag zu überweisen hat.
8. Im Übrigen werden die Anträge abgewiesen.
9. Die Kosten des Bezirksgerichtes Albula bestehend aus:
Gerichtsgebühren CHF 10’500.00
Kosten Kindesvertreter CHF 4’208.05
insgesamt CHF 14’708.05
gehen je zur Hälfte (CHF 7’354.00) zulasten von Y.2_ und von X._.
Da Y.2_ und X._ je mit einer Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege prozessieren, werden die Kosten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils vorläufig der Gemeinde O.8_ in Rechnung gestellt.
10. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
Die Kosten der Rechtsvertretung werden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils vorläufig für Y.2_ und X._ der Gemeinde O.8_ in Rechnung gestellt.
11. Den Parteivertretern wird eine Frist von 10 Tagen ab Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzureichen und ihre diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nichteinhaltung der Frist wird der Vorsitzende den Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

## Considerations