# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a1f9e587-cf1a-5797-b54a-1fd33216c7fd
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 1. November 2010 bei der Gemeinde Eggiwil ein
Baugesuch ein für die Installation einer aussen aufgestellten Luft-Wasser-Wärmepumpe
auf Parzelle Eggiwil Grundbuchblatt Nr. C._. Die Parzelle liegt in der Wohnzone
W2. Gegen das Bauvorhaben wehrte sich der Beschwerdeführer mit einer als
„Rechtsverwahrung“ betitelten Eingabe. Mit Entscheid vom 13. Dezember 2010 erteilte die
Gemeinde Eggiwil die Baubewilligung.
2
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 12. Januar 2011 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt
sinngemäss die Aufhebung des Gesamtentscheides vom 13. Dezember 2010 und die
Installation der Wärmepumpe auf einer anderen Hausseite. Dabei macht er insbesondere
störende Lärmimmissionen auf der Schlafzimmerseite seines Hauses geltend.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar
2011 beantragte der Beschwerdegegner die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde.
In ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2011 äusserte sich die Gemeinde zur
Angelegenheit, ohne einen ausdrücklichen Antrag zu stellen. Das beco, Berner Wirtschaft,
Abteilung Immissionsschutz, nahm mit Fachbericht vom 22. März 2011 zur Lärmbelastung
Stellung. Die Parteien erhielten Gelegenheit, zum Beweisverfahren Stellung zu nehmen.
4. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht beco wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintreten
Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die
Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde
(Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen als „Rechtsverwahrung“ betitelte
Eingabe auch als Einsprache zu qualifizieren ist (vgl. E. 2), ist durch den vorinstanzlichen
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191). 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
3
Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Anforderungen an Parteieingaben, rechtliches Gehör
a) Der Beschwerdeführer hält in seiner Beschwerde vom 12. Januar 2011 fest, in
seinem Einspracheschreiben sei ein Antrag gestellt worden. Er gibt zu verstehen, dass er
mit dem als „Rechtsverwahrung“ betitelten Schreiben auch Einsprache erhoben habe und
macht dadurch sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, indem die
Gemeinde darauf in ihrem Entscheid vom 13. Dezember 2010 nicht eingegangen ist.
b) Parteieingaben müssen gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG3 bestimmten
Mindestanforderungen an die Form genügen. Antrag, Begründung und Unterschrift
gehören zu den eigentlichen Gültigkeits- und Prozessvoraussetzungen. An Laieneingaben
sind dabei keine hohen Anforderungen zu stellen. Es ist ausreichend, wenn sich aus dem
Zusammenhang sinngemäss ergibt, was beantragt wird. Die unrichtige Bezeichnung einer
Eingabe darf nicht schaden.4 Was die Begründung betrifft, so muss sinngemäss erkennbar
sein, welche Rechtsnorm oder Grundsätze der Ermessungsausübung nach Auffassung der
opponierenden Partei verletzt oder inwiefern Sachverhaltselemente unrichtig oder
unvollständig festgestellt worden sind5.
Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 27. November 2010 im
Baubewilligungsverfahren vor der Gemeinde6 ist zwar als „Rechtsverwahrung“ betitelt. Aus
den darin gemachten Ausführungen wird jedoch klar, dass der Beschwerdeführer nicht nur
eine Rechtsverwahrung anmelden, sondern sich gegen die umstrittene Luft-Wasser-
Wärmepumpe auch mittels Einsprache wehren wollte. So rügt er darin eine Verletzung der
Lärmschutzvorschriften und stellt den Antrag, die Wärmepumpe sei an die strassenseitige
Hauswand zu versetzen. Antrag, Begründung und auch die Unterschrift sind vorhanden, so
dass die oben umschriebenen Formvoraussetzungen an eine Laieneingabe erfüllt wurden.
Die falsche bzw. unvollständige Bezeichnung der Eingabe darf dabei dem
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 10 ff. 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 15. 6 Vorakten, Register 4.
4
Beschwerdeführer, welcher nicht anwaltlich vertreten ist, wie erwähnt nicht angelastet
werden. Die Eingabe vom 27. November 2010 ist damit sowohl als Einsprache als auch als
Rechtsverwahrung zu qualifizieren.
c) Der in Art. 29 Abs. 2 BV7 und Art. 26 Abs. 2 KV8 verankerte Anspruch der Parteien
auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung
Betroffenen sorgfältig prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Die Behörden sind
verpflichtet, ihre Entscheide zu begründen. Nach Art. 36 Abs. 2 BewD9 enthält die
Begründung eines Bauentscheides unter anderem die Stellungnahme zu den Einsprachen.
Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen den Entscheid sachgerecht
anfechten können. Deshalb muss die Behörde mindestens kurz die Überlegungen nennen,
von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Sie muss sich
dabei nicht ausdrücklich mit jeder Behauptung zum Sachverhalt und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzen. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken.10
Der Entscheid der Gemeinde vom 13. Dezember 2010, mit welchem die Baubewilligung
erteilt wurde, geht mit keinem Wort auf die Einsprache des Beschwerdeführers und den
darin gestellten Antrag ein und setzt sich nicht im Geringsten mit der Frage der gerügten
Lärmgrenzwerte auseinander. Eine Begründung der Baubewilligung fehlt vollständig. Es
werden lediglich verschiedene Bedingungen und Auflagen aufgeführt. Die Gemeinde
Eggiwil ist daher ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen und hat den Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt.
d) Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Seine Verletzung führt
grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides, ungeachtet der
Erfolgsaussichten in der Sache selbst. Nach der Praxis des Bundesgerichts kann allerdings
eine Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren „geheilt“ werden, sofern die obere Instanz
dieselbe Überprüfungsbefugnis hat wie die verfügende Behörde, den
7 Bundesverfassung (BV; SR 101). 8 Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1). 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 10 BGE 134 I 83 E. 4.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 52 N. 6 ff.
5
Beschwerdeführenden daraus kein Nachteil erwächst und es sich nicht um eine besonders
schwere Verletzung der Parteirechte handelt.11
Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als Beschwerdeinstanz die volle
Überprüfungsbefugnis zu. Es ist nicht ersichtlich, dass dem Beschwerdeführer durch die
Heilung der Gehörsverletzung ein Nachteil erwachsen würde. Das Rechtsamt holte zur
Frage der Einhaltung der massgebenden Lärmgrenzwerte einen Fachbericht beim beco ein
und gab dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. März 2011 Gelegenheit, sich dazu
zu äussern, worauf dieser aber verzichtete. Auf die vom Beschwerdeführer gerügte
Verletzung der Lärmschutzvorschriften geht der vorliegende Entscheid ausführlich ein (E.
5). Die Gehörsverletzung konnte so geheilt werden. Damit hat der Beschwerdeführer seine
Rechte im Beschwerdeverfahren vollumfänglich wahrnehmen können; ihm ist durch die
Verfahrensmängel kein materieller Nachteil entstanden.12 Die im Baubewilligungsverfahren
begangene Gehörsverletzung ist jedoch bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.13
3. Rechtsverwahrung
Die Rechtsverwahrung bezweckt die Orientierung der Gesuchstellenden und der Behörden
über Privatrechte, welche durch das Bauvorhaben berührt werden, und über
Entschädigungsansprüche, die daraus abgeleitet werden können (Art. 32 Abs. 1 BewD).
Gestützt auf 36 Abs. 3 Bst. f BewD ist die Rechtsverwahrung ins Dispositiv aufzunehmen,
unabhängig davon, ob die geltend gemachten Vorbringen zutreffen oder nicht. Dies ist
vorliegend nicht erfolgt. Die vom Beschwerdeführer in seiner Einsprache aufgeführte
Rechtsverwahrung wird daher von Amtes wegen (Art. 20a Abs. 1 VRPG, Art. 40 Abs. 3
BauG) im vorliegenden Entscheid vorgemerkt. Dadurch kann auch dieser Mangel geheilt
werden.
4. Standort der Wärmepumpe
11 BGE 129 I 129 E. 2.2.3, 126 I 68 E. 2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 16. 12 Vgl. dazu VGE 21717 vom 21. Mai 2004, E. 3.3.2. 13 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 21 N. 16 mit Hinweisen.
6
Nach Ansicht des Beschwerdeführers wurde im Baubewilligungsverfahren der genaue
Standort der Wärmepumpe nicht angegeben. Diesem Einwand kann nicht gefolgt werden,
ist doch aus dem Auflageplan14 klar ersichtlich, dass die Wärmepumpe auf der Nordseite
des Hauses, unmittelbar angrenzend an das Geländer der Aussentreppe zum
Kellergeschoss, vorgesehen ist. Der Standort war damit im Baubewilligungsverfahren
eindeutig definiert.
5. Lärmimmissionen und Vorsorgewerte
a) Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die umstrittene Wärmepumpe
führe zu übermässigen Lärmimmissionen auf der Schlafzimmerseite seines Hauses. Dies
sei darauf zurückzuführen, dass die Einfamilienhäuser zu nahe beieinander stehen würden
und „der Lärmpegel dadurch nicht entweichen könne“. Die Wärmepumpe sei daher auf die
Strassenseite zu verlegen.
b) Bei der geplanten Wärmepumpe handelt es sich um eine ortsfeste Anlage im Sinne
von Art. 7 Abs. 2 USG15 und Art. 2 Abs. 1 LSV16, bei deren Betrieb Lärm verursacht wird.
Gemäss Art. 11 Abs. 1 und 2 USG sind Einwirkungen auf die Umwelt durch Massnahmen
an der Quelle zu begrenzen, und zwar im Rahmen der Vorsorge unabhängig von der
bestehenden Umweltbelastung so weit, als dies technisch und betrieblich möglich und
wirtschaftlich tragbar ist. Diesem Vorsorgeprinzip liegt der Gedanke der Prävention
zugrunde. Aus dem Vorsorgeprinzip lässt sich jedoch nicht ableiten, von einer Anlage
Betroffene hätten überhaupt keine Belastungen hinzunehmen. Soweit die Entstehung
bestimmter Emissionen nicht verhindert werden kann, dienen die gestützt auf das
Vorsorgeprinzip zu ergreifenden Massnahmen dazu, Mensch und Umwelt gegen die
Einwirkungen abzuschirmen. Das Vorsorgeprinzip hat somit hinsichtlich der Einwirkungen
nicht zwingend eliminierenden Charakter, doch leistet es jedenfalls einen Beitrag zu deren
Begrenzung.17 Die Massnahmen, die gestützt auf dieses Prinzip verfügt werden, müssen
verhältnismässig sein.18
14 Auflageplan Baugesuch 901-2980 vom 1.11.2010, Vorakten Register 7. 15 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01). 16 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41). 17 BGE 124 II 517 E. 4a. 18 BGE 127 II 306 E. 8.
7
c) Nach Art. 25 Abs. 1 USG dürfen ortsfeste Anlagen nur errichtet werden, wenn die
durch diese Anlagen allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der
Umgebung nicht überschreiten. Beim Lärmschutz bilden diese Planungswerte bereits ein
Element des vorsorglichen Immissionsschutzes19. Sind die Planungswerte eingehalten,
rechtfertigen sich zusätzliche emissionsbegrenzende Massnahmen deshalb nur, wenn mit
relativ geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreicht
werden kann20. Für bestimmte Anlagen, so auch für Wärmepumpen, wird die Forderung
nach zusätzlichen emissionsbegrenzenden Massnahmen mit einem Vorsorgewert
konkretisiert, der strenger ist als die Planungswerte. Die Liegenschaften des
Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners befinden sich in der Wohnzone W2.
Damit gilt für sie die Empfindlichkeitsstufe (ES) II21. Der Vorsorgewert beco für
Wärmepumpen in der hier betroffenen ES II beträgt während der akustischen Tageszeit
(07.00 - 19.00 Uhr) 43 dB(A) und während der Nachtzeit (19.00 - 07.00 Uhr) 33 dB(A)22.
Diese Werte gelten bezüglich der nächsten lärmempfindlichen Räume (Räume in
Wohnungen, ausgenommen Küchen ohne Wohnanteil, Sanitärräume und Abstellräume)
und werden in der Mitte des offenen Fensters ermittelt (Art. 39 Abs. 1 LSV).
d) Mit Fachbericht vom 22. März 2011 äusserte sich das beco zur Lärmbelastung der
geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Aussengerät sei bei der Aussentreppe zum
Kellergeschoss des Hauses des Beschwerdeführers geplant. Die Distanz vom
vorgesehenen Standort zum Dachfenster der Liegenschaft des Beschwerdeführers (als
relevanter lärmempfindlicher Raum) betrage gemessen mit dem Laser-Distanzmessgerät
14.40 m. Vom Hersteller der Luft-Wasser-Wärmepumpe sei ein Schalldruckpegel von 39
dB(A) in 5 m angegeben. So wie die Platzierung der vorliegenden Wärmepumpe an der
Hausfassade geplant sei, sei ein Richtfaktor Q = 4 zu berücksichtigen, was einer Addition
von 3 dB zum errechneten Pegel entspreche. Durch eine einfache Abstandsberechnung
(geometrische Dämpfung) könne der verbleibende Schalldruckpegel beim Immissionsort
errechnet werden. Dieser Wert beträgt gemäss dem Fachbericht beco 33 dB(A). Die
Vorsorgewerte in der ES II von 43 dB(A) während des Tages (07.00 - 19.00 Uhr) und die
19 Art. 23 USG. 20 BGE 127 II 306 E. 8. 21 Art. 37 Abs. 2 Baureglement Gemeinde Eggiwil vom 15. 5.1998, genehmigt vom AGR am 28.8.1998. 22 http://www.vol.be.ch/site/beco-publ-imm-mb-laerm-einzelanlagen.pdf.
http://www.vol.be.ch/site/beco-publ-imm-mb-laerm-einzelanlagen.pdf
8
Vorsorgewerte während der Nachtzeit (19.00 - 07.00 Uhr) von 33 dB(A) werden damit von
der geplanten Luft-Wasser-Wärmepumpe eingehalten.
e) Der Gesuchsteller, dessen Bauvorhaben den gesetzlichen Anforderungen entspricht,
hat grundsätzlich Anspruch auf eine unbefristete, unwiderrufliche, bedingungslose und
unbelastete Baubewilligung23. Das Bauvorhaben des Beschwerdegegners hält die
Vorsorgewerte des beco für Wärmepumpen ein. Damit entspricht es den gesetzlichen
Bestimmungen und ist zu bewilligen. Gemäss Fachbericht beco sind zudem unter dem
Blickwinkel der vorsorglichen Emissionsbegrenzung von Art. 11 Abs. 2 USG keine weiteren
Massnahmen angezeigt, da der Vorsorge mit dem Einhalten der Vorsorgewerte bereits
Rechnung getragen worden sei. Auch eine Verschiebung der Wärmepumpe auf die der
Strasse zugewendete Hausfassade – wie dies vom Beschwerdeführer gefordert wird –
kann somit nicht verlangt werden.
5. Kosten
a) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, die
Vorinstanz habe sein rechtliches Gehör verletzt, da sie seine Eingabe vom 27. November
2010 nicht als Einsprache entgegennahm und nicht auf die darin vorgebrachten Rügen
einging. Diese Gehörsverletzung konnte aber im Beschwerdeverfahren geheilt werden.
Ansonsten erweisen sich die Rügen des Beschwerdeführers als unbegründet. Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.
b) Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden
Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Hier unterliegt zwar der Beschwerdeführer. Der angefochtene Entscheid verletzt
aber das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers. Behördliche Fehlleistungen stellen
besondere Umstände im Sinn von Art. 108 Abs. 1 VRPG dar, die sich auf die
Kostenverlegung auswirken24. Vorliegend konnte der Beschwerdeführer seine Rechte
erstmals im Beschwerdeverfahren geltend machen. Diese Umstände rechtfertigen, keine
Verfahrenskosten zu erheben.
23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 38/39 N. 15a. 24 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 03.09.2003, E. 3.2, in BVR 2004 S. 138.
9
c) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).