# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c2a747ba-9795-441e-8efc-9620c1082776
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Zur Vorgeschichte ist zunächst auf die Ziffern 1.1 -1.3 der
Sachverhaltsschilde
rung
im Urteil IV.2004.0495 des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 27. April 2005 zu verweisen (vgl. nachfolgende Ziffern 1.1.1 - 1.1.3 unter Weglassung der Quellenangaben, Urk. 10/189/2).
1.1.1
X._
, geboren
1968 und Mutter von 2 Kindern (geboren 1989 und 1999), arbeitete seit dem 13.
August 1990 in der
Z._
als
sie im Mai 1991 bei der Arbeit ein
Verhebetrauma
des rechten Handgelenks erlitt. Per Ende Februar 1994 wurde ihr von der Arbeitge
berin gekündigt. Seither ging sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Mit Verfü
gung vom 6. Dezember 1994 sprach ihr
die Ausgleichskasse
A
._
eine
ganze
Invalidenrente
ab
dem
1. März
1994
zu. Anläss
lich einer Rentenrevision hob die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, diese Rente mit Verfügung vom 28. August 1996 auf den 30. September 1996 auf. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 9. April 1999 (Prozess Nr. IV.1996.00619) ab. Das Bundesgericht hiess in der Folge die dagegen erhobene
Verwaltungsgerichts
beschwerde
in dem Sin
ne gut, dass es den Entscheid aufhob und die Sache zur Einholung einer Exper
tise über die Handgelenksverletzung an die Vorinstanz zurückwies (Urteil vom 9. August 2000). Gestützt auf das eing
eholte Gutachten von
Prof. Dr. B._
,
Abtei
lung Handchirurgie des
Spitals C._
, vom 2. Oktober 2001 wurde der
Anspruch von
X._
auf Leistungen
der Invalidenversicherung mit Urteil vom 18. April 2002 (Prozess Nr. IV.2000.00500) erneut ab
gewiesen. Das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid mit Urteil vom 15. Januar 2004.
1.1.2
Auf ein zwischenzeitlich gestelltes neues Gesuch um Ausrichtung einer Rente war die IV-Stelle mit Verfügung vom 31. August 1998 nicht eingetreten. Ein Anspruch auf berufliche Massnahmen war davor mit Verfügung vom 10. Oktober 1997 abgewiesen worden.
1.1.3
Mit Schreiben vom 26. Mai 2002
meldete sich
X._
erneut
zum Leistungsbezug an, nachdem
bereits Dr.
Y._
, Allgemeine
Innere Medizin FMH, am 8. Februar 2002 sich diesbezüglich an die IV-Stelle gewandt hatte. In der Folge liess die IV-Stelle beim
D._
, ein Gutachten erstellen (Gutachten vom 26. März 2004) und wies mit Verfügung vom 14. April 2004 das Leistungsbegehren mit der Begrün
dung ab, dass keine
renten
anspruchsbe
gründende
Verschlechterung des Ge
sund
heitszustandes eingetreten sei. Die da
gegen am 24. Mai 2004 erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 13. Juli 2004 ebenfalls abgewiesen.
1.1.4
Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wurde vom
Sozialversi
cherungsgericht
mit dem bereits erwähnten Urteil vom 27. April 2005 abge
wie
sen (Prozess Nr. IV.2004.0495). Diesen Entscheid bestätigte das Bundesge
richt mit dem Urteil I 329/05 vom 10. Februar 2006 (Urk. 10/192).
1.2
Am 22. Februar 2010 wurde die Versicherte vom Krankentaggeldversicherer ihres Arbeitgebers unter Beilage des ärztlichen Berichts Dr.
Y._
vom 3. November 2009 (Urk. 10/194/3) zur Früherfassung gemeldet (Urk. 10/193). Gemäss den Angaben auf dem Meldeformular war die Versicherte seit dem 1. Januar 2007 in einem 60%-Pensum als Abendaushilfe im Textilien-Versand
handel angestellt und bestand seit dem 12. August 2009 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines
zervikobrachialen
Schmerzsydroms
und einer
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts (Urk. 10/196). In der Folge zog die IV-Stelle die ärztlichen Berichte Dr. med
.
E._
, Physikalische
Medizin und Reha
bilitation sowie Rheumatologie
FMH, vom 20. April 2010 (Urk. 10/204), Dr.
Y._
vom 20. April 2010 (Urk. 10/206), Dr. med.
F._
,
Neurologie
FMH, vom 9. Mai 2010 (Urk. 10/212), der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
Spitals G._
vom 21. Mai 2010 (Urk. 10/219) sowie der
Klinik H._
vom 31. Januar 2011 (Urk. 10/222) bei. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) äusserte sich am 19. Oktober 2010 dahingehend, dass zur Festlegung der Restarbeitsfähigkeit auf die
Beurteilung Dr.
E._
abzustellen sei, wonach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit im Versandhandel seit Oktober 2009 ausgewiesen ist und in einer
behin
derungsangepassten
körperlich leichten Tätigkeit mit Wechselpositionen, ohne Überkopfarbeiten, ohne ständiges Stehen oder ständiges Sitzen sowie mit einer
Gewichtslimite
von 9-12 kg eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht (Urk. 10/228/4-5). Am 5. April 2011 liess die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten durchführen, welche zeigte, dass die Versicherte ohne ge
sundheitliche Einschränkung zu je 50 % im erwerblichen und im häuslichen Bereich tätig wäre und dass die leidensbedingte Einschränkung im
Haushalts
bereich
7,25 % betrug (Bericht vom 7. April 2011, Urk. 10/226). Der
Einkom
mensvergleich
für den erwerblichen Bereich ergab, dass die Versicherte bei Ausübung einer dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Hilfstätigkeit selbst dann, wenn die Beschränkung auf nur noch leichte Tätigkeiten mit einem Leidensabzug von 10 % berücksichtigt wird, im Vergleich mit dem im Versand
handel erzielten Lohn als
Valideneinkommen
keine Erwerbseinbusse erleiden würde und somit keine Invalidität im erwerblichen Bereich bestand (Urk. 10/227). Dementsprechend teilte die IV-Stelle der Versicherten im Vorbe
scheid vom 18. Mai 2011 mit, dass sie deren Rentenbegehren zufolge eines gewichtet lediglich 3,63 % betragenden und
damit für einen Rentenanspruch un
genügenden Invaliditätsgrades abzuweisen gedenke (Urk. 10/230). Dagegen opponierte die Versicherte mit ihren Eingaben vom 23. Mai 2011 (Urk. 10/231) und 18. Juni 2011 (Urk. 10/234), in denen sie auf ihre lange Leidensgeschichte hinwies und geltend machte, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Mit Verfügung vom 1. Juli 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab, da die Versicherte keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht habe, welche das Abklärungsergebnis in Frage stellen könnten (Urk. 10/236).
2.
Am 6. Juli 2011 erhob Dr
.
Y._
namens
der Versicherten und unter Beilage der ärztlichen Berichte der
Klinik I._
vom 22. Februar 2011 (Urk. 3/1), der
Klinik H._
vom 22. November 2010 (Urk. 3/2) sowie der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
Spitals G._
vom 21. Mai 2010 (Urk. 3/3) Beschwerde gegen die anspruchsabweisende Verfügung und verlangte sinngemäss die
Zusprache
einer Rente (Urk. 1).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 13. September 2011 mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 9). Davon wurde die Be
schwer
deführerin am 14. September 2011 in Kenntnis gesetzt (Urk. 11).
Mit Eingabe vom 26. November 2012 (Urk.
13) wies Dr.
Y._
darauf
hin, dass die Beschwerdeführerin „seit einigen Monaten“ auch an einer
Visusmin
de
rung
leide. Die aktuelle Diagnose laute
Optikusneuritis
unklarer Ätiologie. Differentialdiagnostisch könnte es sich um den Beginn einer multiplen Sklerose handeln. Sobald diagnostische Klarheit vorliege, werde er wieder berichten.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Erwerbsein
kommen
, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durch
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der
Einkommens
differenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Bei Versicher
ten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der
Invalidi
tätsbemessung
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich
mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.2
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung er
füllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
inva
liditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Per
son in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Ver
waltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
ge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revi
sionsfall
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinwei
sen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinwei
sen). Stellt sie fest, dass der
In
validitätsgrad
oder die Hilflosigkeit oder der
Hil
febedarf
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stell
te Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invali
dität oder Hilflosigkeit oder einen
anspruchsbe
gründenden
Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwer
defall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Der mit dem Bundesgerichtsurteil I 329/05 vom 10. Februar 2006 (Urk. 10/192)
letztinstanzlich
bestätigten anspruchsabweisen Verfügung der
Beschwerdegeg
nerin
vom 14. April 2004 (Urk. 10/163) lag das Gutachten des
D._
vom 26. März 2004 (Urk. 10/162) zugrunde. Darin diagnostizieren die Ärzte mit Ein
fluss auf die Arbeits
fähigkeit eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), ein chronisches
Schmerz
syndrom
des rechten Armes,
Beinbe
schwerden
rechts sowie eine rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Da die Beschwerdeführerin seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr erwerbstätig sei, würden sie sich bei ihrer Einschätzung auf die medizinisch-theoretische Ar
beitsfähigkeit beziehen. Eine adaptierte Tä
tig
keit (kein regelmäs
siges Abstützen des rechten
ulnaren
Handgelenks, keine repetitiven und erheblich belastenden Pro- und
Supinationsbewegungen
, ohne
Abwinkelung
des rechten Handgelenks ins äusserste Drittel und ohne mechani
sche Belastung über 5 kg und ohne habi
tuelles Abstützen des rechten Ellbogens am
Epicon
dylus
medialis
) sei der Be
schwerdeführerin aus somatischer Sicht ganztags zumutbar, mit einer Leistungseinschränkung von allerhöchstens 20 %. Die Einschrän
kungen aus so
matischer und psychiatrischer Sicht würden sich ergänzen, hingegen nicht addieren. Die Selbsteinschätzung der Beschwerde
füh
re
rin stehe praktisch dia
metral zur medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeits
fähigkeit. Insbesondere bei der psychiatrischen Grundproblematik sei ihr die Willensanstrengung zu
mutbar, das erwähnte Pensum auch wahrzunehmen (Urk. 10/162, S. 27 ff.).
2.2
Gemäss dem Bericht Dr.
E._
vom 20. April 2010 (Urk. 10/204), welcher der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts durch den RAD vom 19. Oktober 2010 (Urk. 10/228/4-5) bzw. der angefochtenen Verfügung vom 1. Juli 2011 (Urk. 10/236) zugrunde lag, litt die Beschwerdeführerin an einem chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom rechtsseitig, einer
Schmerzverarbei
tungsstörung
mit Symptomausweitung bei Status nach
Hemiresektionsarthro
plastik
des
Radioulnargelenks
rechts sowie
Armmyotendinosen
und bestand aufgrund der Auswirkungen dieser Krankheiten im Zeitpunkt der Untersuchung eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit im Versand
handel (mit Tragen von schweren Kleiderstapeln und Arbeiten über Kopf, Urk. 10/204/8) sowie eine Restarbeitsfähigkeit von 75 % für eine körperlich leichte Tätigkeit mit Wechselpositionen, ohne Überkopfarbeiten, ohne ständiges Stehen oder ständiges Sitzen sowie mit einer
Gewichtslimite
von 9-12 kg (Urk. 10/204/9).
2.3
Seitens der Beschwerdeführerin wird nicht in Abrede gestellt, dass der medizini
sche Sachverhalt durch
Dr.
E._
korrekt
abgeklärt wurde. Sie verweist nur auf ihre trotz intensiver Behandlung persistierenden Beschwerden und verlangt die zusätzliche Berücksichtigung der mit der Beschwerde zu den Akten gereichten ärztlichen Berichte (vgl. Urk. 1).
2.3.1
Der Bericht der Interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
Spitals G._
vom 21. Mai 2010 (Urk. 3/3) befand sich im Zeitpunkt der zusammen
fassenden Beurteilung des medizinischen Sachverhalts durch den RAD am 19. Oktober 2010 bereits bei den Akten der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/219) und wurde vom
RAD berücksichtigt (vgl. Urk. 10/228/4). Er bestätigt die Diag
nosen Dr.
E._
und
enthält keine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit.
2.3.2
Der Bericht der
Klinik H._
vom 22. November 2010, in welchem der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert wird (Urk. 3/2), lag im Zeitpunkt der zusammenfassenden Beurteilung des medizini
schen Sachver
halts durch den RAD am 19. Oktober 2010 noch nicht vor. Die von der
Beur
teilung Dr.
E._
abweichende
Schätzung der Arbeitsfähigkeit bezieht sich jedoch auf jene Tätigkeit im Versandhandel, für die die Beschwer
deführerin bis zum Mai 2010 angestellt war (vgl. Urk. 3/2 S. 5). Als die Aktivität der Beschwerdeführerin limitierend nennt auch dieser Bericht nur
belastungsab
hän
gige
Schmerzen im rechten Arm (vgl. Urk. 3/2 S. 2), welche offensichtlich nicht genügen, um eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit zu begründen. Neue Befunde, welche eine weitergehende Einschrän
kung in angepasster Tätigkeit begründen könnten, sind dem Bericht nicht zu entneh
men. Der Bericht der
Klinik H._
vom 22. November 2010 ist daher nicht geeignet, die Beurteilung Dr
.
E._
in Frage
zu stellen.
2.3.3
Auch die von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde zu den Akten ge
reichte Beurteilung der
Klinik I._
vom 22. Februar 2011 (Urk. 3/1) stellt die
Beurteilung Dr.
E._
nicht in
Frage. Wird doch - ohne Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit - vom vorläufigen Abschluss der rheumatologischen Behandlung mangels Befunden, welche eine solche indizieren könnten, berich
tet.
2.3.4
Was den vom Hausarzt und Vertreter der Beschwerdeführerin mehr als ein Jahr nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingereichten Hinweis vom 26. November 2012 auf eine „seit einigen Monaten“ bestehende
Visusminde
rung
anbelangt (vgl. Urk. 13), handelt es sich - sofern diese
Visusminderung
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken sollte - um eine anspruchsrelevante Veränderung des Gesundheitszustands, welche Anlass für ein neues
Revisions
verfahren
geben kann, aber nichts am hier zu überprüfenden medizinischen Sachverhalt per 1. Juli 2011 ändert.
2.4
2.4.1
Zusammenfassend ist zunächst festzuhalten, dass der ärztlich dokumentierte medizinische Sachverhalt per 14. April 2004 (vgl. E. 2.1) die Referenzgrösse für die Beantwortung der Frage bildet, ob bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. Juli 2011 eine Änderung des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zufolge einer Verschlechterung des Gesundheitszustands vorlag. Sodann ist der im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung massge
blich gewesene Sachverhalt medizinisch korrekt erhoben worden (vgl. E. 2.2) und bestehen keine unauflösbaren Widersprüche zu anderen fachärztlichen Be
urteilungen (vgl. E. 2.3).
Für den Entscheid darüber, ob zwischen dem 14. April 2004 und dem 1. Juli 2011 eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, sind dem
nach die den Verfügungen mit den vorgenannten Daten zugrunde gelegenen fachärztliche Beurteilungen zu vergleichen.
2.4.2
Dieser Vergleich zeigt, dass sich zwar das Zumutbarkeitsprofil für angepasste Tätigkeiten leicht verändert hat (2011 höhere
Gewichtslimite
, hingegen keine Überkopfarbeiten mehr), aber eine gesundheitliche Einschränkung im Wesentli
chen nach wie vor nur beim Einsatz des rechten Arms bzw. der (
adominanten
) rechten Hand besteht. Im Übrigen wurde 2004 wegen dieser Einschränkung eine Limitierung der Leistungsfähigkeit von maximal 20 % bei ganztägigem Einsatz festgestellt, wogegen 2010 eine zeitliche Limitierung von 25 % auch in ange
passter Tätigkeit attestiert wurde.
Die neue zeitliche Limitierung ist invalidenversicherungsrechtlich ohne Belang, da der der Beschwerdeführerin noch zumutbare Einsatz von 75 % eines Ganz
tagespensums höher ist als das 50%-Pensum, welches sie auch ohne gesund
heit
li
che Einschränkung leisten würde (vgl. Urk. 10/226). Hinsichtlich der er
werbli
chen Auswirkungen der Einschränkung hat sich lediglich gezeigt, dass die Tätig
keit, welche die Beschwerdeführerin von 2007 bis 2009 ausübte (vgl. Urk. 10/196) nicht optimal behinderungsangepasst war. Durch die 2010 neu ver
ordnete Vermeidung von Überkopfarbeiten wurde sodann das Spektrum von der Beschwerdeführerin nach wie vor zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten nicht wesentlich eingeschränkt.
Insgesamt ist aufgrund der Aktenlage keine Verschlechterung des Gesund
heits
zu
stands und keine wesentliche Veränderung seiner invalidisieren
den Auswir
kungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG ausgewiesen, weshalb die Beschwer
de gegen die einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin vernei
nende Verfügung der Beschwerdegegnerin abzuweisen ist.
3.
Ausgangsgemäss sind die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem
Verfahrens
auf
wand
zu bemessenden und hier auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Verfahrens
kosten
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.