# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 21b5b059-1731-4908-9fa2-8b744381dbeb
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Betrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom 6. Februar 2019 (GB180050)
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Anklage:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 21. September 2018
(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 39 S. 19 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB;
− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu
Fr. 30.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz in der Höhe
von Fr. 85'360.55 zu bezahlen.
5. Die von der Kantonspolizei Zürich sichergestellte Barschaft in der Höhe von
Fr. 1'393.80 (eingebucht bei der Kasse der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,
Belege Nr. 1728 und 1729), wird definitiv beschlagnahmt und zur Deckung der Ver-
fahrenskosten verwendet.
6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.–; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 800.– Gebühr für das Vorverfahren
7. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 3'774.40 (inkl. Baraus-
lagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
10. [Mitteilungen]
11. [Rechtsmittel]"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 6 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 41 S. 2; Prot. II S. 8)
1. In Gutheissung der Berufung seien die Dispositiv-Ziffern 1, 2, 3, 4, 5, 8 und 9
des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Dietikon vom 6. Februar
2009 aufzuheben;
2. Herr A._ sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen;
3. das sichergestellte Bargeld und die sichergestellten Gegenstände seien
Herrn A._ herauszugeben;
4. die Zivilforderung der Privatklägerin sei vollumfänglich abzuweisen, eventua-
liter auf den Zivilweg zu verweisen;
5. die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, des
Berufungsverfahrens sowie diejenigen der amtlichen Verteidigung seien
vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 45; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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c) Der Privatklägerschaft B._ AG:
(Urk. 47; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Verfahrensgang
1.1. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal /
Albis vom 21. September 2018 des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB
und der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig gespro-
chen und mit einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 40.–, unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 600.–
bestraft (Urk. 13). Der Beschuldigte liess dagegen fristgerecht Einsprache er-
heben (Urk. 16). Die Staatsanwaltschaft hielt nach Ergänzung der Untersuchung
am Strafbefehl fest und überwies die Akten am 11. Dezember 2018 an die
Vorinstanz zur Durchführung des Hauptverfahrens (Urk. 19).
1.2. Mit eingangs wiedergegebenem Urteil der Vorinstanz vom 6. Februar 2019
wurde der Beschuldigte nach Durchführung der Hauptverhandlung des Betrugs im
Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB und der Urkundenfälschung im Sinne von
Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von
180 Tagessätzen zu Fr. 30.–, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren,
bestraft. Zudem wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin B._
AG Schadenersatz von Fr. 85'360.55 zu bezahlen und die sichergestellte Bar-
schaft in der Höhe von Fr. 1'393.80 wurde definitiv beschlagnahmt und zur teil-
weisen Kostendeckung verwendet (Urk. 39 S. 19 f.).
1.3. Mit Eingabe vom 7. Februar 2019 liess der Beschuldigte fristgerecht Beru-
fung gegen das vorinstanzliche Urteil anmelden (Urk. 31) und am 12. Juni 2019
ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung erstatten (Urk. 41). Die Staats-
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anwaltschaft teilte mit Schreiben vom 20. Juni 2019 mit, die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils zu beantragen (Urk. 45). Die Privatklägerschaft verzichtete
mit Eingabe vom 9. Juli 2019 auf Anschlussberufung und beantragte die vollum-
fängliche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 47).
1.4. Die Berufungsverhandlung wurde zunächst auf den 7. November 2019
angesetzt (Urk. 51). Da der Beschuldigte erkrankte, wurde einem Verschiebungs-
gesuch (vgl. Urk. 53) stattgegeben, die Ladungen zur Berufungsverhandlung vom
7. November 2019 am 6. November 2019 abgenommen und die Berufungs-
verhandlung auf den 27. Februar 2020 angesetzt (Urk. 57). Zufolge einer Hospita-
lisation der Ehefrau des Beschuldigten (weshalb jener das Kind zu betreuen hat-
te) mussten auch die Ladungen zur Berufungsverhandlung vom 27. Februar 2020
abgenommen werden (vgl. Urk. 60-62; Urk. 67/1-2). Schliesslich wurden dem
Beschuldigten mit Beschluss vom 14. April 2020 diverse sichergestellten Gegen-
stände herausgegeben (Urk. 70) und die Berufungsverhandlung auf den
3. September 2020 angesetzt (Urk. 72).
1.5. Zur heutigen Berufungsverhandlung ist der Beschuldigte in Begleitung
seiner amtlichen Verteidigung erschienen (Prot. II S. 6). Vorfragen waren keine zu
entscheiden und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 80)
– auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 7). Das Urteil erging im Anschluss
an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 9 ff.).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Kosten-
festsetzung (Dispositivziffer 6) vollumfänglich an (Urk. 41). Anlässlich der Beru-
fungshandlung zog die amtliche Verteidigung zudem den Antrag auf Anfechtung
ihres Honorars zurück (Prot. II S. 8; Dispositivziffer 7), wovon Vormerk zu nehmen
ist. Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerschaft beantragen die Bestätigung
des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 45 und Urk. 47).
2.2. Damit kann festgehalten werden, dass das vorinstanzliche Urteil – abge-
sehen von der Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 6) und der Entschädigung der
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amtlichen Verteidigung (Dispositivziffer 7) – in keinem Punkt in Rechtskraft er-
wachsen. Mithin steht der angefochtene Entscheid in diesem Umfang im Rahmen
des Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes zur
Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO).
3. Formelles
3.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet.
3.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-
des einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1
mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid
wesentlichen Punkte beschränken.
II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor,
jeweils über einen nicht näher bekannten Kreditvermittler, zunächst am 18. Juli
2017 einen Online-Privatkreditantrag in der Höhe von Fr. 100'000.– sowie am
2. August 2017 einen zweiten Online-Privatkreditantrag in der Höhe von
Fr. 90'000.– bei der B._ AG gestellt zu haben. Dabei habe der Beschuldigte
am 2. August 2017 zusammen mit dem von ihm unterzeichneten Online-
Privatkreditantrag, folgende ebenfalls von ihm unterzeichnete Dokumente einge-
reicht: den Privatkreditvertrag, das Berechnungsblatt Kreditfähigkeitsprüfung, den
Zahlungsauftrag Privatkredit, eine Kopie des Aufenthaltstitels, sowie zwei Betrei-
bungsregisterauszüge vom 26. Juli 2017, Lohnausweise der C._ GmbH für
die Monate April, Mai und Juni 2017 und Kontoblätter der D._ AG, auf wel-
chen die Lohnzahlungen der C._ GmbH für die Monate April, Mai und Juni
2017 ersichtlich gewesen seien.
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In den genannten Dokumenten sei ein Nettolohn des Beschuldigten von
Fr. 6'021.50 angegeben, welcher jeweils monatlich auf sein Konto bei der
D._ AG überwiesen werde, wobei dem Beschuldigten nach Abzug der Le-
benskosten ein Budgetüberschuss von Fr. 2'728.95 verbleiben würde. In Wirklich-
keit seien die Lohnabrechnungen der C._ GmbH und die Über-
weisungsbelege der D._ AG von einer unbekannten Täterschaft hergestellt
worden, mit dem Ziel, die finanzielle Situation des Beschuldigten besser darzu-
stellen, damit der Beschuldigte den Kredit in beantragter Höhe erhalten würde.
Der Beschuldigte habe das besagte D._ Konto jedoch erst am 17. Juli 2017
im Hinblick auf den Kreditantrag eröffnen lassen, weshalb für die Monate April,
Mai und Juni 2017 noch gar kein Geld darauf hätte überwiesen werden können.
1.2. Der Beschuldigte habe die genannten Dokumente, insbesondere den
Online-Privatkreditantrag, das Berechnungsblatt Kreditfähigkeitsprüfung und den
Privatkreditvertrag, nach erfolgter Zustellung durch den Kreditvermittler ohne zu
prüfen unterzeichnet und die gefälschten Lohnabrechnungen und Kontoauszüge
der D._ AG nicht korrigiert, weshalb er zumindest in Kauf genommen habe,
dass die Angaben nicht den Tatsachen entsprochen hätten, sondern seine finan-
ziellen Verhältnisse wesentlich besser dargestellt worden seien. Der Beschuldigte
habe gewusst, dass er entgegen der Angabe im Kreditantrag und Berechnungs-
blatt Kreditfähigkeitsprüfung nicht einen Nettolohn von Fr. 6'021.– gehabt habe,
sondern lediglich Teilzeit gearbeitet und monatlich zwischen Fr. 600.– bis
Fr. 2'000.– verdient habe, weshalb er bei Angabe seiner tatsächlichen finanziellen
Verhältnisse keinen Kredit bzw. nicht in der beantragten Höhe erhalten hätte.
1.3. Durch diese Vorkehrungen des Beschuldigten seien die Mitarbeiter der
B._ AG in die falsche Annahme versetzt worden, dass der Beschuldigte über
ein wesentlich höheres Nettoeinkommen bzw. über den angegebenen Budget-
überschuss verfüge, weshalb er in der beantragen Höhe kreditwürdig sei. Dem
Beschuldigten sei gestützt auf diese Angaben der Kredit in der Höhe von
Fr. 90'000.– bewilligt worden und am 24. August 2017 der Kreditbetrag von
Fr. 90'000.– auf sein Konto bei der D._ AG überwiesen worden.
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1.4. Der Beschuldigte sei aufgrund seiner effektiven finanziellen Verhältnisse,
was er mindestens in Kauf genommen habe, nicht in der Lage gewesen, die
Raten für den in einem viel zu hohen Umfang bewilligten und ausbezahlten Kredit
fristgerecht zu leisten, sodass der B._ infolge nicht erfolgter Rückzahlung
des Kredits bzw. aufgelaufener Zinsen ein Schaden in der Höhe von Fr. 84'117.20
entstanden sei. In diesem Umfang habe sich der Beschuldigte, was er mindestens
in Kauf genommen habe, bereichert (zum Ganzen Urk. 13 S. 3 ff.)
2. Standpunkt des Beschuldigten bzw. der amtlichen Verteidigung
2.1. Der Beschuldigte zeigte sich von Beginn an geständig, die Kreditanträge
vom 18. Juli 2017 bzw. 2. August 2017 und weitere, insgesamt drei bis vier Papie-
re unterschrieben zu haben (Urk. 5/2 Fragen 5 und 11; Urk. 5/3 Fragen 26, 79,
86, 113, 120 ff.; Prot. I S. 6; Urk. 80 S. 5). Er habe die Anträge jedoch nicht selber
ausgefüllt, sondern es sei alles über den Kreditvermittler "E._" gelaufen
(Urk. 5/2 Fragen 14 und 20; Urk. 5/3 Fragen 80, 85, 87, 92 f.; Urk. 80 S. 5). Er
habe "E._" eine Passkopie, eine Ausweiskopie mit Echtheitsbestätigung, ei-
nen Betreibungsregisterauszug und drei Lohnabrechnungen gegeben (Urk. 5/2
Frage 5; Urk. 5/3 Frage 22; Prot. I S. 7). "E._" habe ihm lediglich (bei einem
weiteren Treffen der beiden) einen Stapel Papiere hingehalten und unten die Sei-
ten für die Unterschrift angehoben (Urk. 5/3 Frage 114; Prot. I S. 7; Urk. 80 S. 6
f.). Er habe nicht gedacht, dass etwas nicht stimme und ihm vertraut (Urk. 80 S.
7). Die (gefälschten) Lohnabrechnungen von April, Mai und Juni 2017 habe er
noch nie gesehen (Urk. 5/2 Frage 16). Er [der Beschuldigte] habe weder die ge-
fälschten Lohnabrechnungen noch die (gefälschten) D._ Kontoauszüge bei
der B._ eingereicht (Urk. 5/3 Fragen 129 f., 132 f.).
2.2. Die Verteidigung räumte ebenfalls ein, dass unbestritten sei, dass der
Beschuldigte den Online-Privatkreditantrag (vom 2. August 2017), das Berech-
nungsblatt Kreditfähigkeitsprüfung und den Privatkreditantrag unterzeichnet habe,
jedoch ohne deren Inhalt zu prüfen. Der Kreditvermittler sei darauf bedacht gewe-
sen, dem Beschuldigten zu verheimlichen, dass seine Angaben in den Dokumen-
ten nicht den Tatsachen entsprochen hätten (Urk. 29 S. 4). Dem Beschuldigten
würden – so die Verteidigung – in der Anklageschrift zudem nur Unterlassungen
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vorgeworfen werden. Die Anklagebehörde lege jedoch nicht dar, inwiefern den
Beschuldigten eine Garantenstellung getroffen hätte, die gefälschten Lohnab-
rechnungen und Kontoauszüge zu korrigieren und den Inhalt der Dokumente auf
den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Die Anklageschrift genüge damit den gesetz-
lichen Anforderungen nicht (Urk. 29 S. 3, S. 10).
Es lasse sich im Weiteren nicht erstellen, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der
Unterzeichnung des Privatkredits Kenntnis von den unechten respektive unwah-
ren Urkunden gehabt habe, welche der Kreditvermittler zur Beschönigung der
Zahlungsfähigkeit verwendet habe. Es könne dem Beschuldigten daher auch
nicht vorgeworfen werden, er habe die B._ AG arglistig getäuscht (Urk. 29 S.
10).
An der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte sei
mangels Arglist vom Vorwurf des Betruges freizusprechen. Die Privatklägerin
hätte aufgrund des angegebenen Gehaltes von Fr. 6'900.– brutto für einen
Chauffeur / Teamleiter misstrauisch werden müssen und sei dies auch tatsächlich
geworden, indem sie sich am 26. Juli bei der C._ GmbH erkundigt habe (Urk.
81 S. 3 f., S. 12). Die Privatklägerin hätte unter dem Aspekt der
Opfermitverantwortung zudem auch die Höhe der Entschädigung überprüfen
müssen (Urk. 81 S. 5 und 12). Überdies fehle es auch am subjektiven Tatbestand
(Urk. 81 S. 12). Der Beschuldigte habe keine Kenntnis von den gefälschten Lohn-
abrechnungen und Bankbelegen gehabt und es auch nicht wissen können
(Urk. 81 S. 9 und S. 14 f.), weshalb er auch vom Vorwurf der Urkundenfälschung
freizusprechen sei.
3. Sachverhaltserstellung
3.1. Allgemeines zur Beweiswürdigung
Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpf-
ten Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Eine strafrecht-
liche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hin-
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reichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein vernünftiger Zweifel
darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorge-
worfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt, dass das Gericht
eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn die vorliegenden
Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeuten, das Gericht
aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrakte theoretische
Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute
Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn vernünftige
Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Die
blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen. Nur
wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der
Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu
überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in
dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu
unterdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage auf-
drängen), so muss es den Beschuldigten freisprechen (Urteil des Bundesgerichts
6B_804/2017 vom 23. Mai 2018 E. 2.2.1 ff. m.w.H.).
3.2. Beweislage
Zur Erstellung des Anklagevorwurfs liegen neben den Aussagen des Beschuldig-
ten (Urk. 5/1-3; Prot. I S. 5 ff.; Urk. 80) folgende objektive Beweismittel im Recht:
die Privatkreditanträge vom 18. Juli bzw. 2. August 2017 (Urk. 2/1+2), die
(gefälschten) Lohnabrechnungen der C._ GmbH für die Monate April, Mai
und Juni 2017 (Urk. 2/6), der Privatkreditvertrag vom 2. August 2017 (Urk. 2/7),
das Berechnungsblatt Kreditfähigkeitsprüfung vom 26. Juli 2017 (Urk. 2/8), der
Zahlungsauftrag Privatkredit (Urk. 2/9), die Belastungsanzeige der B._
(Urk. 2/10), die (gefälschten) D._ Kontoauszüge für Mai, Juni und Juli 2017
(Urk. 2/12) und der richtige Kontoauszug der D._ von 1. April bis 31. August
2017 (Urk. 7/6).
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3.3. Aussagen des Beschuldigten
3.3.1. Der Beschuldigte sagte an der ersten polizeilichen Einvernahme vom
25. Januar 2018 aus, er arbeite bei der C._ GmbH als Chauffeur und Um-
zugsmitarbeiter auf Abruf, cirka ein bis zwei Tage in der Woche (Urk. 5/1 Fragen
8 f.). In den Monaten April, Mai und Juni 2017 habe er auch für die C._
GmbH gearbeitet (Urk. 5/1 Frage 12). Er verdiene im Monat zwischen Fr. 900 bis
Fr. 4'000.– (Urk. 5/1 Frage 13). Er habe seit 2017 ein Konto bei der D._ mit
der IBAN 1 (Urk. 5/1 Frage 6). Auf Vorhalt, dass die B._ eine Strafanzeige
wegen Online-Privatkreditbetrug und Urkundenfälschung mittels gefälschter
Lohnabrechnungen gegen ihn erstattet habe, wurde der Beschuldigte zunächst
nervös und verweigerte in der Folge jegliche Aussagen (Urk. 5/1 Fragen 15 ff.).
3.3.2. Gleichentags erschien der Beschuldigte nochmals bei der Polizei zur Ein-
vernahme und gab zusammengefasst zu Protokoll, er habe den Privatkreditantrag
vom 18. Juli 2017 nicht selber gestellt. Er sei im Frühling 2017 in F._ [Ort] in
einer Bar mit einer unbekannten Person namens "E._" ins Gespräch ge-
kommen. Er [der Beschuldigte] habe ihm erzählt, dass er etwas Geld brauche, um
eine Firma zu gründen. Die unbekannte Person habe ihm gesagt, dass er ihm hel-
fen könne und für ihn alles besorge, um einen Kredit aufnehmen zu können. Er
[der Beschuldigte] habe ihm bei einem erneuten Treffen in G._ [Ort] eine
Passkopie, eine Ausweiskopie [wohl des Ausländerausweises], eine Echtheitsbe-
stätigung des Ausweises, eine Lohnabrechnung und einen Betreibungsregister-
auszug gegeben. Nach ein bis zwei Wochen hätten sie sich nochmals in G._
getroffen. Er [der Beschuldigte] hätte mehrere Papiere unterschreiben müssen,
die er aber gar nicht gelesen habe. Er habe einfach unterschrieben. Er habe ihm
[dem Kreditvermittler] nach Erhalt des Kredits von Fr. 90'000.– zunächst davon Fr.
5'000.– und dann nochmals Fr. 13'000.–, insgesamt Fr. 18'000.– gegeben (Urk.
5/2 Frage 5 f.). Er [der Beschuldigte] habe nichts machen müssen, ausser unter-
schreiben (Urk. 5/2 Frage 9). Den Privatkreditantrag vom 2. August 2017 habe er
persönlich unterschrieben. "E._" habe ihm gesagt, wo er unterschreiben
müsse (Urk. 5/2 Frage 11). Vom Kredit habe er noch Fr. 0.27 auf dem Konto, da
er damit Schulden, Rechnungen und den Lebensunterhalt bezahlt habe (Urk. 5/2
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Fragen 7 f.). Die (gefälschten) Lohnausweise [recte: Lohnabrechnungen) für die
Monate April, Mai und Juni 2017 habe er noch nie gesehen. Er wisse nicht, wer
diese ausgestellt habe (Urk. 5/2 Frage 16). Er habe nicht gewusst, dass mit den
Kreditanträgen etwas nicht stimme. Er habe gedacht, es sei normal, dass er den
Kredit erhalte und jeden Monat etwas zurückbezahle (Urk. 5/2 Frage 17). Er habe
die Formulare nicht selber ausgefüllt (Urk. 5/2 Frage 20). Es sei ihm in keiner
Weise bewusst gewesen, dass etwas gefälscht sei. Er habe gedacht, es sei alles
rechtens (Urk. 5/2 Frage 22). Er [der Beschuldigte] arbeite Teilzeit und verdiene
zwischen Fr. 600.– bis Fr. 2'000.– (Urk. 5/2 Frage 26).
3.3.3. In der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 11. Dezember 2018 gab der
Beschuldigte zusammengefasst nochmals zu Protokoll, "E._" eine Passko-
pie, einen Betreibungsregisterauszug, eine Beglaubigung und eine Lohnabrech-
nung gegeben zu haben, damit er [der Beschuldigte] einen Kredit von
Fr. 100'000.– beantragen könne (Urk. 5/3 Frage 16). Später ergänzte der Be-
schuldigte, er habe "E._" drei Lohnabrechnungen der C._ GmbH gege-
ben (Urk. 5/3 Frage 22). "E._" habe ihm auch gesagt, er müsse ein neues
Konto eröffnen (Urk. 5/3 Frage 20 f.). Sie hätten sich nochmals getroffen, als er
[der Beschuldigte] einen Brief von der B._ erhalten habe. "E._" habe
den Brief geöffnet, alles durchgelesen und ihm [dem Beschuldigten] die Unterla-
gen zum Unterschreiben hingehalten. Er habe drei bis viermal unterschrieben.
"E._" habe die Unterlagen mitgenommen. Bei einem erneuten Treffen habe
"E._" gesagt, er müsse nochmals unterschreiben, da der Kredit wegen des
Leasings nur in der Höhe von Fr. 90'000.– bewilligt worden sei (Urk. 5/3 Frage
26). Nach drei Wochen habe er nochmals einen Brief erhalten, dass der Kredit
bewilligt worden sei (Urk. 5/3 Frage 29). Er [der Beschuldige] habe nie (selber) ei-
nen Brief der B._ geöffnet (Urk. 5/3 Frage 32).
Auf Nachfrage, was er unterschrieben habe, gab der Beschuldigte an, er habe nur
die erste Seite angeschaut, dort seien die Angaben der Bank und der B._
gestanden, den Rest habe er nicht gelesen. Er habe gesehen, dass seine Anga-
ben und die Kreditsumme in der Höhe von Fr. 90'000.– darauf gewesen seien
(Urk. 5/3 Fragen 33 f.). Die Unterlagen habe er nicht angeschaut, bevor er unter-
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schrieben habe (Urk. 5/3 Frage 36). Er habe "E._" 20 % des Kredits geben
müssen, insgesamt Fr. 18'000.–, für die Vorbereitung und Einreichung der Unter-
lagen (Urk. 5/3 Frage 40, 43 und 46).
Cirka im Juli 2017 habe er ein Konto eröffnet. Die Fr. 90'000.– seien dorthin
überwiesen worden (Urk. 5/3 Fragen 55 ff.). Das Geld habe er gebraucht, um
Schulden von Fr. 36'000.–, offene Mieten, Rechnungen und die Kreditraten der
B._ zu bezahlen. Der Zins des Kredites habe monatlich Fr. 1'320.– betragen
(Urk. 5/3 Frage 66). Davon seien cirka Fr. 84'000.– noch offen (Urk. 5/3 Frage
74). Da die monatlichen Ausgaben so hoch gewesen seien, sei das Projekt einer
eigenen Firma nicht zustande gekommen (Urk. 5/3 Frage 58 und 61).
Auf Vorhalt der Online-Privatkreditanträge vom 18. Juli und 2. August 2017 gab
der Beschuldigte an, er habe diese Anträge nicht ausgefüllt (Urk. 5/3 Frage 82
und 87). Er habe im damaligen Zeitpunkt nicht Fr. 6'021.– verdient (Urk. 5/3 Frage
83 und 90). Auf Vorhalt der Lohnabrechnungen der C._ GmbH für die Mona-
te April, Mai und Juni 2017 gab der Beschuldigte an, er habe in diesen Monaten
dort gearbeitet, aber nicht Fr. 6'021.– verdient. Auf den Lohnabrechnungen, die er
"E._" gegeben habe, sei cirka Fr. 1'500.– bis Fr. 2'000.– als monatlicher
Lohn gestanden (Urk. 5/3 Fragen 101 ff.). Danach habe er seine Lohnabrechnun-
gen nie wieder gesehen (Urk. 5/3 Frage 109). Er habe die gefälschten Lohnab-
rechnungen nicht bei der Geschädigten eingereicht (Urk. 5/3 Frage 130) Das
D._ Konto (IBAN 2) habe er erst im Juni oder Juli 2017 eröffnet (Urk. 5/3
Frage 106). Die Kontoauszüge des genannten D._ Kontos würden nicht der
Wahrheit entsprechen (Urk. 5/3 Frage 132). Er [der Beschuldigte] habe diese
Auszüge nicht bei der B._ eingereicht (Urk. 5/3 Frage 135).
Auf Vorhalt des Berechnungsblattes Kreditfähigkeitsprüfung vom 2. August 2017
gab der Beschuldigte an, dieses unterschrieben zu haben. "E._" habe ihm
einfach eine Stapel Papiere hingehalten und die Seite unten angehoben für seine
Unterschrift (Urk. 5/3 Fragen 113 f.). Der Freibetrag in der Höhe von Fr. 2'728.95
stimme nicht. Er habe dies ebenfalls nicht bei der B._ eingereicht (Urk. 5/3
Fragen 118 f.).
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Auf Vorhalt des Zahlungsauftrages Privatkredit vom 2. August 2017 gab der Be-
schuldigte an, diesen sehe er zum ersten Mal. Es sei seine Unterschrift darauf.
Kurz darauf korrigierte er, es könne sein, dass er die Kontonummer ausgefüllt
habe (Urk. 5/3 Frage 121, 124). Es könne sein, dass "E._" ihm gesagt habe,
er müsse unterschreiben und die IBAN ausfüllen (Urk. 5/3 Frage 125).
3.3.4. An der Hauptverhandlung hielt der Beschuldigte an seinen bisherigen Aus-
sagen fest und betonte nochmals, er habe nichts durchgelesen. "E._" habe
ihm gesagt, es sei alles seriös bei der Bank und er [der Beschuldigte] müsse nur
unterschreiben (Prot. I S. 11). "E._" habe alles markiert, wo er habe unter-
schreiben müssen. Auf einem Blatt habe er [der Beschuldigte] seine Kontonum-
mer angegeben müssen, was er gemacht habe (Prot. I S. 7). Er habe zwischen
acht bis zehn Raten mit dem Kredit zurückbezahlt, da er damals keine andere
Möglichkeit gehabt und nur höchstens Fr. 2'000.– verdient habe (Prot. I S. 8). Er
habe im Monat etwa Fr. 3'000.– bis Fr. 4'000.– an Ausgaben gehabt (Prot. I S. 9).
3.3.5. An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte erneut an, alle Unter-
lagen, die von ihm unterschrieben worden und von "E._" der Bank einge-
reicht worden seien, auf Geheiss von "E._" unterschrieben zu haben, wobei
"E._" ihm durch Farbnotizen gezeigt habe, wo er unterschreiben müsse. Auf
einem Dokument habe er die IBAN Nummer hingeschrieben. Ansonsten habe er
praktisch nichts gelesen. Er habe gedacht, es stimme alles und habe "E._"
vertraut. Er habe nicht gewusst, dass gefälschte Lohnausweise und gefälschte
Gutschriftanzeigen der D._ eingereicht worden seien. Er wisse nicht, wer die
gefälscht habe. Die Frage, ob er als Mitarbeiter einer Bank einem Kunden, der
monatlich maximal Fr. 2'000.– verdiene, einen Kredit von Fr. 90'000.– ohne
irgendwelche Sicherheiten gegeben würde, verneinte der Beschuldigte. Er habe
jedoch versucht, die Raten zu bezahlen und zwar über 8 Monate (Urk. 80).
- 15 -
3.4. Sachliche Beweise
Die Privatklägerin B._ erstattete am 25. Oktober 2017 eine Strafanzeige ge-
gen den Beschuldigten wegen Betrugs und eventualiter wegen Urkunden-
fälschung (Urk. 1). Als Beilagen zur Strafanzeige reichte die B._ unter ande-
rem die beiden Online-Privatkreditanträge vom 18. Juli und 2. August 2017 (Urk.
2/1+2) ins Recht. Auf dem Online-Privatkreditantrag vom 18. Juli 2017 ist ersicht-
lich, dass der Beschuldigte diesen am 18. Juli 2017 unter dem Hinweis "Mit mei-
ner Unterschrift bestätige ich, dass meine Angaben vollständig sind und der
Wahrheit entsprechen" unterzeichnete (Urk. 2/1 S. 3). Darin wird als Nettoein-
kommen Fr. 6'021.–, als Auslagen insgesamt Fr. 1'514.– und als Kreditwunsch
Fr. 100'000.– angegeben. Auf dem Online-Privatkreditantrag vom 2. August 2017
findet sich ebenfalls auf der letzten Seite die Unterschrift des Beschuldigten mit
dem soeben genannten Hinweis der Richtigkeit der Angaben (Urk. 2/2 S. 3). Als
Nettoeinkommen wird Fr. 6'021.–, als Auslagen insgesamt Fr. 1'514.–, als Kredit-
wunsch Fr. 90'000.– und ein monatliches Leasing von Fr. 542.– aufgeführt. Die
(gefälschten) Lohnabrechnungen der C._ GmbH vom April, Mai und Juni
2017 mit einem ausgewiesenen Nettolohn von Fr. 6'021.– (Urk. 2/6) und die (ge-
fälschten) D._ Kontoauszüge über die Überweisung des Salärs in der Höhe
von Fr. 6'021.50 für die Monate Mai, Juni und Juli 2017 (Urk. 2/12) finden sich
ebenfalls in den Akten. Im Weiteren liegt der beidseitig unterzeichnete Privat-
kreditvertrag vom 2. August 2017 vor (Urk. 2/7). Der Beschuldigte unterschrieb
diesen wiederum unter Hinweis "[...] dass die im Antrag für den Privatkredit ge-
machten Angaben wahrheitsgetreu und vollständig sind." Das Berechnungsblatt
Kreditfähigkeitsprüfung der Privatklägerin B._ wurde mit der Angabe eines
Nettoeinkommens von Fr. 6'021.– und eines Freibetrags von Fr. 2'728.95 und ei-
ner monatlichen effektiven Rückzahlungsrate von Fr. 1'303.85 ebenfalls vom Be-
schuldigten am 2. August 2017 unterzeichnet (Urk. 2/8). Den Zahlungsauftrag Pri-
vatkredit, mithin die handschriftliche Anweisung an die B._, den Kredit von
Fr. 90'000.– auf das Bankkonto der D._ mit der IBAN 2 zu überweisen, un-
terschrieb der Beschuldigte auch (Urk. 2/9), wobei der Beschuldigte, wie bereits
erwähnt, zusätzlich angab, die Kontonummer sei von ihm persönlich ausgefüllt
worden (Urk. 5/3 Frage 125; Prot. I S. 7). Schliesslich liegt ein Kontoauszug der
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D._ über das Bankkonto des Beschuldigten mit der erwähnten IBAN Num-
mer für die Monate April bis Ende August 2017 vor, woraus ersichtlich ist, dass
die erste Kontobewegung tatsächlich erst am 21. August 2017 erfolgte und die
Privatklägerin am 24. August 2017 die Kreditüberweisung in der Höhe von Fr.
90'000.– zugunsten des Beschuldigten vornahm (Urk. 7/6). Die Überweisung des
entsprechenden Betrages auf das Konto des Beschuldigten ergibt sich auch aus
der Belastungsanzeige der Privatklägerin vom 24. August 2017 (Urk. 2/10).
3.5. Beweiswürdigung
Aufgrund der Zugabe des Beschuldigten und der genannten objektiven Be-
weismittel ist ohne Weiteres erstellt, dass der Beschuldigte die Online-
Privatkreditanträge vom 18. Juli bzw. 2. August 2017 (Urk. 2/1+2), den Privatkre-
ditvertrag vom 2. August 2017 (Urk. 2/7), das Berechnungsblatt Kreditfähigkeit
vom 2. August 2017 (Urk. 2/8) und den Zahlungsauftrag Privatkredit vom
2. August 2017 (Urk. 2/9) unterschrieb, sowie die von ihm unterzeichneten Unter-
lagen über den Kreditvermittler "E._" bei der Privatklägerin zwecks Kredit-
gewährung einreichen liess. Der Beschuldigte räumte zudem ein, dass er auf dem
Zahlungsauftrag Privatkredit nicht nur unterschrieben, sondern auch das
Bankkonto und den Namen der Bank angegeben habe (vgl. Urk. 2/9). Das
D._ Konto habe er erst im Juni oder Juli 2017 eröffnet (Urk. 2/3 Frage 106).
Ebenfalls erstellt ist, dass die Privatklägerin gestützt auf die ihr vorgelegenen Un-
terlagen, d.h. in der wahrheitswidrigen Annahme, dass der Beschuldigte Fr.
6'021.50 verdiene und über einen monatlichen Überschuss von Fr. 2'728.95 ver-
füge, ihm einen Kredit in der Höhe von Fr. 90'000.– gewährte und diesen Betrag
am 24. August 2017 auch auf das D._ Konto des Beschuldigten überwies
(Urk. 2/10). Aus den Aussagen des Beschuldigten ergibt sich zudem im äusseren
Sachverhalt, dass er die Raten des Kredits mit dem Kredit bezahlen musste, mit-
hin seine tatsächliche finanzielle Situation einen Kredit in der Höhe von
Fr. 90'000.– nicht zugelassen hätte (vgl. Prot. I S. 8). Der Beschuldigte gab ferner
an, der Privatklägerin rund Fr. 84'000.– zuschulden (Urk. 5/3 Frage 74). Die Höhe
der Forderung der Privatklägerin betrug inklusive aufgelaufener Zinsen per
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15. Januar 2019 Fr. 85'360.55 (Urk. 25; vgl. zur Schadenersatzforderung hernach
Ziffer VI).
Im Weiteren stellt der Beschuldigte nicht in Abrede, dass die mit dem Privat-
kreditantrag eingereichten Lohnabrechnungen der C._ GmbH und die Kon-
toauszüge der D._ AG, welche die Lohnzahlungen in der Höhe von
Fr. 6'021.50 ausweisen, nicht der Wahrheit entsprachen. Der Beschuldigte
bestreitet indessen konstant, diese (gefälschten) Lohnabrechnungen und korres-
pondierenden Kontoauszüge vom Kreditvermittler jemals vorgelegt erhalten zu
haben. Die Vorinstanz prüfte daher folgerichtig, ob dem Beschuldigten das Einrei-
chen der gefälschten Lohnabrechnungen und Bankauszüge angerechnet werden
könne (vgl. dazu Urk. 39 S. 9 f.). Darauf ist nachfolgend im Rahmen der recht-
lichen Würdigung des Sachverhaltes einzugehen.
III. Rechtliche Würdigung
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz kam in ihren Erwägungen zum Schluss, dass sich der
Beschuldigte des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig gemacht habe. Im
Wesentlichen begründete die Vorinstanz dies damit, dass sich der Beschuldigte
die Handlungen des Kreditvermittlers "E._" bezüglich beider Deliktsvorwürfe
anrechnen lassen müsse und zudem unbestritten sei, dass er die beiden Privat-
kreditanträge vom 18. Juli bzw. 2. August 2017 und das Berechnungsblatt Kredit-
fähigkeitsprüfung unterzeichnet habe (Urk. 39 S. 4 ff., S. 8 ff.). Es hätte vom
Beschuldigten erwartet werden dürfen, dass er die Unterlagen, welche "E._"
der Privatklägerin einzureichen gedacht habe, vorgängig nochmals durchlesen
würde. Dann wäre ihm (auch) ohne Weiteres aufgefallen, dass die Lohnabrech-
nungen und Bankauszüge einen wahrheitswidrigen Inhalt aufweisen würden
(Urk. 39 S. 11).
2. Betrug
2.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
- 18 -
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in ei-
nem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt,
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Der Tat-
bestand erfordert eine arglistige Täuschung. Betrügerisches Verhalten ist
strafrechtlich nur relevant, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder
Durchtriebenheit täuscht. Dieses Erfordernis ist erfüllt, wenn der Täter ein ganzes
Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe
bedient. Ob die Täuschung arglistig ist, beurteilt sich unter Berücksichtigung der
jeweiligen Schutzbedürftigkeit des Täuschungsopfers bzw. seiner allenfalls vor-
handenen besonderen Fachkenntnis und Geschäftserfahrung im Einzelfall. Der
Tatbestand erfordert indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche
Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren zu seinem Schutz trifft.
Arglist scheidet nur ausnahmsweise aus, nämlich wenn das Opfer leichtfertig die
grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet, so dass das täuschende
Verhalten des Täters in den Hintergrund tritt (Urteil des Bundesgerichts
6B_777/2017, 6B_778/2017 vom 8. Februar 2018 E. 2.2. m.w.H.).
Das Bundesgericht führte im genannten Entscheid sodann weiter aus, dass von
besonderen Machenschaften auszugehen sei, wenn im Zusammenhang mit
Kreditgesuchen gefälschte Lohnabrechnungen zur Täuschung der Bank ver-
wendet werden (E. 2.4.2). Der dortige Beschwerdeführer stellte sich, wie der
Beschuldigte vorliegend, ebenfalls auf den Standpunkt, der Finanzierungsantrag
und die gefälschten Lohnabrechnungen seien nicht von ihm eingereicht worden.
Er habe sie lediglich vorab unterschrieben (E. 2.1). Das Bundesgericht hielt fest,
es handle sich beim Einreichen eines Finanzierungsantrag zusammen mit
gefälschten Lohnabrechnungen um eine arglistige Täuschung. Indem der
Beschwerdeführer die Budgetberechnung unterzeichnet habe, habe er die
falschen Angaben des Finanzierungsantrages bestätigt und damit den Irrtum der
Bank bestärkt (E. 2.4.2.).
2.2. Die Vorinstanz hielt zunächst zutreffend fest, dass diese bundesgericht-
liche Rechtsprechung auf den vorliegenden Vorwurf des Betrugs anzuwenden ist
(Urk. 39 S. 4). Der Beschuldigte unterzeichnete unbestrittenermassen die beiden
- 19 -
Privatkreditanträge vom 18. Juli bzw. 2. August 2017, das Berechnungsblatt
Kreditfähigkeitsprüfung vom 2. August 2017 und den Privatkreditvertrag vom
2. August 2017, welche allesamt auf den Angaben in den gefälschten Lohnab-
rechnungen und korrespondierten Kontoauszügen basierten. Damit liegt entgegen
der Auffassung der Verteidigung keine Unterlassung des Beschuldigten vor, son-
dern vielmehr ein Handeln, indem er die falschen Angaben bestätigte und damit
den Irrtum der Privatklägerin bestärkte. Der Vorinstanz ist daher zu folgen, dass
der Beschuldigte das Handeln des Kreditvermittlers mit zu verantworten hat, in-
dem er mit seinen Unterschriften den Irrtum der Privatklägerin bestärkte (Urk. 39
S. 5). Dass, (auch) der Kreditvermittler "E._" durch die Einreichung der ge-
fälschten Lohnabrechnungen und Kontoauszüge tatbestandsmässig gehandelt
hatte, mithin eine arglistige Täuschung beging, hat die Vorinstanz zutreffend
dargelegt. Darauf kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, verwiesen
werden (Urk. 39 S. 5 ff.).
2.3. Die Verteidigung beanstandet, dass die Täuschung arglistig sei. Die Privat-
klägerin sei ihrer Opfermitverantwortung nicht genügend nachgekommen. Nach
Auffassung der Verteidigung hätten die Angaben in den gefälschten Lohnabrech-
nungen der C._ GmbH zur Höhe des Monatslohnes von brutto Fr. 6'900.–
trotz der damit korrespondierenden Bankbelege der D._ AG die
Privatklägerin skeptisch machen müssen. Es gebe zwar Handnotizen auf dem
Online-Privatkreditantrag vom 18. Juli 2017, welche darauf schliessen lassen,
dass die Privatklägerin am 26. Juli 2017 den Chef der C._ GmbH angerufen
und sich danach erkundigt habe, ob der Beschuldigte dort angestellt sei. Hätte die
Privatklägerin auch nach der Höhe des Lohnes gefragt, wäre der Schwindel sofort
aufgefallen (Urk. 29 S. 6 f.). Der Anruf bei der C._ GmbH zeige zudem, dass
die geschäftserfahrene Privatklägerin auch tatsächlich misstrauisch geworden sei,
da ein Monatslohn von Fr. 6'900.– brutto in keiner Weise der angegebenen Funk-
tion des Beschuldigten "Chauffeur / Teamleiter" entspreche (Urk. 80 S. 3).
Diese Ausführungen der Verteidigung gehen fehl. Es entspricht der gängigen
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass zwar das Kriterium der Überprüfbar-
keit auch bei besonderen Machenschaften von Bedeutung ist, aber es dennoch
- 20 -
dabei bleibt, dass im Geschäftsverkehr auf die Echtheit von Urkunden vertraut
werden darf. Eine Ausnahme davon ist nur zu machen, wenn sich aus den vorge-
legten Urkunden selbst ernsthafte Anhaltspunkte für deren Unechtheit ergeben
(Urteile des Bundesgerichts 6B_777/2017, 6B_778/2017 vom 8. Februar 2018
E. 2.5.2; 6B_163/2016 vom 25. Mai 2016 E. 3.4.2.).
Vorliegend wurden der Privatklägerin zur Verifizierung der Angaben in den Privat-
kreditanträgen drei gefälschte Lohnabrechnungen der C._ GmbH und drei
gefälschte Kontoauszüge des Privatkontos des Beschuldigten, welche die Lohn-
überweisung aufzeigten, eingereicht. Für die Privatklägerin bestand demzufolge
kein ernsthafter Anhaltspunkt, dass die Höhe der Lohnzahlung nicht zutreffend
wäre. Der Strafanzeige der Privatklägerin vom 25. Oktober 2017 lässt sich denn
auch entnehmen, dass sie am 26. Juli 2017 weitere Dokumente verlangte (Urk.
1). Entsprechendes ergibt sich aus dem Schreiben der Privatklägerin vom 26. Juli
2017 (Urk. 2/13). Die Privatklägerin forderte den Beschuldigten unter anderem
auf, Post- oder Bankkontoauszüge mit Lohneingängen der letzten drei Monate
einzureichen. Es lässt sich demnach festhalten, dass der Privatklägerin zunächst
nur die Lohnabrechnungen zur Verfügung standen und sie zur Prüfung der Lohn-
angaben zusätzlich Bankbelege nachforderte. Sodann telefonierte die Privatklä-
gerin mit der Arbeitgeberin des Beschuldigten, der C._ GmbH, um zu über-
prüfen, ob der Beschuldigte dort Mitarbeiter sei. Auch mit dem Beschuldigten
nahm sie persönlich Kontakt auf, um das Leasing zu verifizieren, und reduzierte
anschliessend infolge des Leasingvertrags die Kreditsumme von Fr. 100'000.– auf
Fr. 90'000.–. Auf dem Online-Privatkreditantrag vom 18. Juli 2017 ist ersichtlich,
dass die Privatklägerin die geprüften Angaben des Beschuldigten schliesslich mit
einem Haken versah (vgl. Urk. 2/1).
Die Privatklägerin verhielt sich mithin nicht leichtfertig, wenn sie davon ausging,
dass die eingereichten Lohnabrechnungen und korrespondierten Bankauszüge
echt seien, d.h. tatsächlich von den C._ GmbH bzw. der D._ AG ausge-
stellt worden seien, und gestützt darauf annahm, sie seien auch inhaltlich wahr.
Daran ändert die Berufsbezeichnung des Beschuldigten als Chauffeur nichts, zu-
mal er auch als Teamleiter aufgeführt ist und sich in einem festen Anstellungsver-
- 21 -
hältnis befinden soll (Urk. 2/1 S. 2 und 2/2 S. 2). Für die Privatklägerin bestand
kein Anlass, an den Angaben des Beschuldigten zu zweifeln.
Nach dem Gesagten ist das Vorliegen der Arglist zu bejahen.
2.4. Durch diese arglistige Täuschung wurde die Privatklägerin in einen Irrtum
über die tatsächliche finanzielle Situation des Beschuldigten versetzt und gewähr-
te dem Beschuldigten in der Folge einen Kredit in der Höhe von Fr. 90'000.– zu
monatlichen Rückzahlungsraten von Fr. 1'303.85, welchen der Beschuldigte bei
tatsächlicher Kenntnis seiner Einkommens- und Bedarfssituation nicht bzw. nicht
in der beantragten Höhe erhalten hätte. Die Vorinstanz hat zudem zutreffend
festgehalten, dass beim sogenannten Darlehensbetrug Täuschungen über die
Rückzahlungsfähigkeit zu einer Schädigung im Zeitpunkt der Auszahlung des
Darlehens führen, weil dem Darlehensnehmer ein geringeres Ausfallrisiko vor-
gespiegelt wird, als in Wirklichkeit besteht, was den Wert der Rückzahlungsforde-
rung unter den Nominalwert vermindert (Urk. 39 S. 7, vgl. dazu auch BSK StGB II-
MAEDER/NIGGLI, 4. Aufl. 2019, Art. 146 N 206). Massgebend für den Zeitpunkt der
Schädigung - und die Vollendung des Betrugs - ist das Verpflichtungsgeschäft.
Eine vorübergehende Schädigung genügt. Späterer Ersatz schliesst Betrug mithin
nicht aus; selbst eine vertragsgemässe Rückzahlung kann die schon beim Ver-
tragsabschluss eingetretene Vermögensminderung nicht ungeschehen machen
(BGE 123 IV 17 E. 3d; 122 II 422 E. 3b/aa; 120 IV 122 E. 6b/bb; 102 IV 84 E. 4;
Urteile 6B_480/2018 vom 13. September 2019 E. 1.1.2, 6B_150/2017 vom
11. Januar 2018 E. 3.3, nicht publ. in BGE 144 IV 52; 6B_462/2014 vom
27. August 2015 E. 8.1.2, nicht publ. in BGE 141 IV 369; zum Ganzen Urteil
6B_112/2018 vom 4. März 2019 E. 6.2.2). Der Beschuldigte war vorliegend unbe-
strittenermassen aufgrund seiner tatsächlichen Situation bereits im Zeitpunkt der
Auszahlung des Darlehens nicht in der Lage den Ratenzahlungen nachzukom-
men und musste von Beginn an die Raten mittels des erhaltenen Kreditbetrages
bezahlen (Prot. I S. 8). Eine Vermögensschädigung ist ohne Weiteres zu bejahen,
weshalb die objektiven Tatbestandsmerkmale des Betrugs allesamt erfüllt sind.
2.5. In subjektiver Hinsicht bringt der Beschuldigte vor, er habe nichts von den
gefälschten Lohnabrechnungen und Bankkontoauszügen gewusst. Er habe die
- 22 -
Online-Privatkreditanträge, die Kreditprüfung und den Privatkreditvertrag einfach
nur unterschrieben. Im Rahmen der staatsanwaltschaftliche Einvernahme räumte
er dann ein, er habe auf dem Zahlungsauftrag auch die Kontonummer eingefüllt.
Der Beschuldigte ist mit diesem Einwand nicht zu hören. Er hätte schon beim
oberflächlichen Lesen der Dokumente erkennen können, dass manche der darin
enthaltenen Angaben (z.B. Lohnhöhe, 13. Monatslohn, angebliche Festan-
stellung, angebliche Kinderlosigkeit, Verneinung früher Betreibungen) nicht der
Wahrheit entsprachen. Eine Kontrolle wäre ihm ohne weiteres möglich und auch
zumutbar gewesen. Der Beschuldigte hat denn auch nicht bloss jeweils blind un-
terschrieben, sondern eingeräumt, die erste Seite gelesen zu haben (Urk. 5/3
Frage 33 f. und 82). Zwecks Unterzeichnung lag ihm jeweils auch die dritte Seite
vor. Dass er bei den wiederholten Unterzeichnungen gehindert worden wäre, alle
Seiten der zu unterschreibenden Dokumente sowie Beilagen – "E._" habe
ihm einen Stapel Papiere hingehalten (vgl. Urk. 5/3 Frage 114) – anzuschauen
und zur Kenntnis zu nehmen, wenn er das denn gewollt bzw. verlangt hätte,
machte der Beschuldigte nicht geltend. Die Einsichtnahme war möglich. Ebenso
wenig war es dem Beschuldigten untersagt, die an ihn selbst adressierte Post der
Privatklägerin zu öffnen und zu sichten. "E._" hat ihm lediglich gesagt, er sol-
le bzw. müsse den Brief nicht öffnen, sondern direkt ihm ["E._"] übergeben,
er erledige alles (Urk. 5/2 Frage 5; Urk. 5/3 Fragen 23 und 28). Auch erklärte der
Beschuldigte auf entsprechende Frage, Deutsch lesen zu können. Wenn er es
durchgelesen hätte, hätte er sicher einiges, wenn auch nicht alles, verstehen kön-
nen (Prot. I S. 12). Damit korrespondiert, dass der Beschuldigte schon zu Beginn
verneinte, eine Übersetzung zu benötigen und in allen Einvernahmen ohne
Dolmetscher befragt werden konnte. Dabei hätte es ihm ins Auge springen
müssen, dass die in mehreren von ihm unterzeichneten Dokumenten genannte
Zahl von Fr. 6'021.50 das von ihm mit drei Lohnabrechnungen ausgewiesene
Einkommen von höchstens Fr. 2'000.– (vgl. Urk. 5/2 Frage 25; 5/3 Frage 103,
Prot. I S. 8) um das Dreifache überstieg. Gleiches gilt zum deklarierten Budget-
überschuss (Freibetrag) von Fr. 2'728.95 gemäss Berechnungsblatt Kreditfähig-
keitsprüfung (Urk. 2/8). Da dieses zudem nur eine einzige Seite umfasst, konnten
die genannten falschen Zahlen schon bei einem Blick auf Anhieb erkannt werden.
- 23 -
Hinzu kommt, dass der Beschuldigte gemäss seinen Angaben bereits im Zeit-
punkt der Antragsstellung überschuldet war angesichts seines tatsächlichen Ein-
kommens von maximal Fr. 2'000.– und monatlichen Ausgaben von Fr. 3'000.– bis
Fr. 4'000.– bei bestehenden Schulden gegenüber Freunden von ca. Fr. 36'000.–,
welche er nur mittels des Kredites zurückzahlen konnte (Urk. 5/3 Fragen 59 ff.;
Prot. I S. 9 f.). Dass er unter diesen Umständen keinen Kredit bzw. nicht in der
beantragten Höhe erhalten hätte, war ihm fraglos klar. Wer, wie der Beschuldigte,
bewusst ungelesene Urkunden unterzeichnet, kann sich nicht darauf berufen,
ihren Inhalt nicht gekannt zu haben.
Der Beschuldigte hat im Ergebnis mit der Vorinstanz zumindest in Kauf genom-
men, dass er mit seiner Unterschrift möglicherweise falsche Angaben bestätigt
und damit die Privatklägerin über seine finanziellen Verhältnisse täuscht. Auf-
grund seiner tatsächlichen finanziellen Situation musste er auch damit rechnen,
dass er den monatlichen Rückzahlungsraten, die ihm auch von "E._" voraus
gesagt worden waren (Prot. I S. 9), nicht nachkommen kann. Damit nahm er auch
eine Schädigung der Privatklägerin in Kauf, um sich unrechtmässig zu bereichern.
Schliesslich gilt darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte die Online-
Privatkreditanträge mit dem Hinweis unterzeichnete, die Angaben seien voll-
ständig und wahrheitsgemäss. Der Beschuldigte kann sich somit nicht aus der
Verantwortung ziehen, dem Kreditvermittler "E._" vertraut zu haben und von
dessen Machenschaften nichts gewusst zu haben. Ein eventualvorsätzliches
Handeln des Beschuldigten ist in jedem Fall zu bejahen.
2.6. Der Beschuldigte hat sich demnach des Betruges im Sinne von Art. 146
Abs. 1 StGB strafbar gemacht. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist zu bestäti-
gen.
3. Urkundenfälschung
3.1. Dem Beschuldigten wird seitens der Anklagebehörde zudem der Gebrauch
unechter Urkunden vorgeworfen, indem er die gefälschten Lohnabrechnungen
und damit korrespondierenden Kontoauszüge der D._ AG nicht korrigiert ha-
be, sondern zuliess, dass der Kreditvermittler "E._" diese der Privatklägerin
- 24 -
zusammen mit dem Privatkreditantrag einreichte (Urk. 29 S. 4 unten). Angeklagt
ist mithin der Gebrauch von durch eine andere Person gefälschten (unechten)
oder verfälschten (unwahren) Urkunden durch den Beschuldigten zur Täuschung
im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 3 StGB.
3.2. Der Gebrauch setzt die Verwendung der Urkunde(n) im Rechtsverkehr ge-
genüber einem Dritten voraus. Die Tat ist vollendet, wenn die fragliche Urkunde in
den Machtbereich der zu täuschenden Person gelangt. Das kann durch Versand
an den Empfänger oder Vorzeigen geschehen (BSK StGB II-Boog, 4. Auflage,
Basel 2019, Art. 251 N 165; PK StGB Trechsel/Erni, 3. Auflage, Bern 2018,
Art. 251 N 11; Donatsch/Wohlers, Strafrecht IV, 4. Auflage, 2011, S. 162). So
erfüllt etwa die Vorlage eines gefälschten Kontoauszuges den Tatbestand
(BSK StGB II-Boog, a.a.O., Art. 251 N 167). Vorliegend sind die unwahren Urkun-
den, die drei Lohnabrechnungen und die drei D._-Bankauszüge (Urk. 2/6
und Urk. 2/12) der Privatklägerin, wie von dieser verlangt, zugestellt worden. An-
sonsten wäre sie nicht in der Lage gewesen, die Online-Privatkreditanträge und
das Berechnungsblatt Kreditfähigkeitsprüfung mit der Zahl des unwahren Netto-
einkommen von Fr. 6‘021.50 zu versehen (Urk. 2/1, 2/2, 2/8 und 2/13).
3.3. In subjektiver Hinsicht ist neben (Eventual-)Vorsatz, eine Täuschungsab-
sicht erforderlich, wobei die Eventualabsicht genügt (PK StGB Trechsel/Erni,
a.a.O., Art. 251 N 12; Donatsch/Wohlers, a.a.O., S. 163). Der subjektive Tatbe-
stand ist ebenfalls erfüllt. Dazu kann vorab auf die Erwägungen im angefochtenen
Urteil (Urk. 39 S. 9 ff.) und auf die Ausführungen zum Betrug (Erw. III. 2.5) ver-
wiesen werden. Wenn man dem Beschuldigten das nicht selber vorgenommene
Einreichen der für die Krediterlangung erforderlichen, von ihm nur unterzeichne-
ten, aber bewusst ungelesenen Dokumente inhaltlich anrechnen kann, so muss
das auch hinsichtlich der Beilagen gelten. Deren Kerninhalt – hier der Betrag des
dem Beschuldigten (angeblich) zustehenden bzw. ausbezahlten Nettolohns –
floss nämlich in die vom Beschuldigten unterschriebenen Dokumente. Dabei ist
nochmals hervorzuheben, dass der Beschuldigte mehrmals mit seinen Unter-
schriften die aus den gefälschten Urkunden stammenden unwahren Angaben
namentlich zu seinem monatlichen Nettoeinkommen als wahr bestätigte. Er nahm
- 25 -
dazu einen erheblichen Aufwand in Kauf, indem er zu diesem Zweck mehrmals
von seinem Wohnort H._ ins mehrere Dutzend Kilometer entfernte G._
reiste, um dort den Kreditvermittler „E._“ zu treffen und seine Unterschriften
unter die von ihm selber mitgebrachten Dokumenten anzubringen und die Doku-
mente dann „E._“ zu überlassen. Auch geht es um den Gebrauch von meh-
reren unwahren Urkunden. Gemäss seinen Aussagen hat der Beschuldigte dem
Kreditvermittler „E._“ drei Lohnabrechnungen übergeben müssen, welche al-
le in der Folge verfälscht und mit dem unwahren Nettoeinkommen versehen wur-
den. Sodann konnte und musste der Beschuldigte aufgrund des Schreibens der
Privatklägerin, in welchem drei Bankauszüge mit seinen monatlichen Lohnein-
gängen verlangt wurden, vgl. Urk. 2/13, auch wissen, dass zur Vervollständigung
des Kreditantrages auch noch drei Kontoauszüge eingereicht werden mussten.
Indem der Beschuldigte den Inhalt des Kreditantrages und der Beilagen nicht zur
Kenntnis nahm und kontrollierte, nahm er in Kauf, dass der Privatklägerin unwah-
re Urkunden eingereicht würden. Ebenso nahm er zumindest in Kauf, dadurch ei-
nen unrechtmässigen Vorteil zu erlangen. Er strebte im Ergebnis einen hohen
fünfstelligen Betrag an, welchen er aufgrund der unwahren Urkunden auch erhielt.
3.4. Der Beschuldigte hat sich demnach auch der Urkundenfälschung im Sinne
von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig gemacht. Der vorinstanzliche Schuld-
spruch ist ebenfalls zu bestätigen.
IV. Strafzumessung
1. Anwendbares Recht
Per 1. Januar 2018 ist eine Revision des Sanktionenrechts in Kraft getreten. Die-
se betrifft unter anderem eine Neuregelung von Geldstrafen und Freiheitsstrafen
im Bereich bis zu einem Jahr sowie die Strafzumessung bei Nichtbewährung.
Grundsätzlich ist ein Täter gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB nach dem geänderten
Recht zu beurteilen, wenn dieses für ihn milder ausfällt.
Da wie nachfolgend gezeigt wird, vorliegend eine Geldstrafe von 180 Tages-
sätzen auszusprechen ist, ist das neue Recht nicht milder, weshalb das bis
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31. Dezember 2017 geltende Recht zur Anwendung kommt, was im Übrigen von
keiner Seite beanstandet wurde.
2. Allgemeines zur Strafzumessung
2.1. Die Vorinstanz hat die allgemeine Grundsätze der Strafzumessung korrekt
wiedergegeben. Ebenfalls hat die Vorinstanz zutreffend dargelegt, wie bei der
Strafzumessung konkret vorzugehen ist (Urk. 39 S. 12 f.). Darauf kann verwiesen
werden. Ergänzend das Folgende:
Zur Strafzumessung gehört auch die Wahl der Sanktionsart. Kommt das Gericht
nach der sog. konkreten Methode im Rahmen der Strafzumessung bei der (ge-
danklichen) Festsetzung der Strafe für den einzelnen Normverstoss (nach dem
hier anwendbaren alten Sanktionenrecht) auf "360 Strafeinheiten" oder weniger –
was vorliegend der Fall ist – , ist ausser einer Freiheitsstrafe auch die Ausfällung
einer Geldstrafe möglich (Art. 34 Abs. 1 aStGB). Im überschneidenden Bereich
gilt das Primat der Geldstrafe. Der Täter soll so wenig Strafe als möglich, aber so
viel wie nötig erfahren (BGE 144 IV 217 E. 3.5.2). Eine Freiheitsstrafe wiegt
immer schwerer als eine Geldstrafe, unabhängig von der Dauer der Freiheits-
strafe bzw. der Höhe des Geldstrafenbetrages (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3 und
3.4.1 je mit Hinweisen).
Wesentliche Kriterien für Wahl der Strafart sind die Zweckmässigkeit der Sank-
tion, die Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die präven-
tive Effizienz (BGE 134 IV 82 E. 4.1 S. 85; BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 100). Zu berücksichtigen ist deshalb namentlich das Vorleben des Täters. Vorstrafen, v.a.
einschlägige, und ausgefällte Freiheitsstrafen sprechen meist dafür, dass die
nötige präventive Wirkung durch eine blosse Geldstrafe nicht erzielt werden kann.
Dem Verhältnismässigkeitsprinzip folgend, gebührt wie erwähnt der Geldstrafe im
Zweifel der Vorrang. Die Freiheitsstrafe wird denn auch als ultima ratio bezeich-
net. Hält das Gericht im konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Ver-
hältnismässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldangemessen und
zweckmässig, hat es dies wie erwähnt zu begründen.
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2.2. Der Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sieht als Strafandrohung
eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe bis 360 Tagessätzen
vor. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die Urkundenfälschung zwar die
gleich hohe Strafandrohung hat, jedoch als Mittel zum Zweck diente, weshalb es
angemessen ist, zunächst die Einsatzstrafe für den Betrug festzulegen und als-
dann für die Urkundenfälschung eine Asperation vorzunehmen (vgl. Urk. 39 S. 13
f.). Innerhalb dieses ordentlichen Strafrahmens ist nachfolgend die konkrete
Strafzumessung vorzunehmen, zumal keine aussergewöhnlichen Umstände für
eine Erweiterung und/oder Unterschreitung des Strafrahmens vorliegen.
3. Konkrete Strafzumessung
3.1. Zur objektiven Tatschwere lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte
ursprünglich den maximalen Kreditbetrag von Fr. 100'000.– erwirken wollte, die
Privatklägerin ihm jedoch aufgrund des bereits bestehenden Leasings nur
Fr. 90'000.– gewährte. Deshalb gibt es auch zwei Privatkreditanträge (vgl.
Urk. 2/1+2). Dabei handelt es sich um einen im Vergleich zur Finanzlage des
Beschuldigten sehr hohen Deliktsbetrag. Zugunsten des Beschuldigten ist jedoch
zu berücksichtigen, dass er offenbar auf einen Kreditvermittler namens "E._"
hereinfiel, der sein Unwissen in Finanzfragen ausnütze, um eine möglichst hohe
Provision zu erzielen. Der Beschuldigte bezahlte dem Kreditvermittler insgesamt
eine Provision von Fr. 18'000.– (vgl. Urk. 3/3 Fragen 43 und 57; Urk. 7/6). Der
Beschuldigte vertraute dem Kreditvermittler eigenen Angaben zufolge blind. Dass
er die ihm vorgelegten Dokumente einfach unterzeichnete, ohne den Inhalt noch-
mals zu prüfen, widerspiegelt dieses blinde Vertrauen. Die objektive Tatschwere
wiegt noch leicht.
3.2. Der Beschuldigte handelte lediglich eventualvorsätzlich. Er wollte mit dem
Geld eine Firma gründen, verwendete das Geld jedoch letztlich zur Schulden-
begleichung und Bestreitung seines Lebensunterhaltes. Leicht zugunsten des
Beschuldigten fällt zudem ins Gewicht, dass er immerhin zu Beginn versuchte, die
Raten noch zurückzubezahlen. Allerdings musste ihm von Beginn an klar sein,
dass dies mit seiner tatsächlichen finanziellen Situation nicht lange möglich sein
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wird. Das subjektive Tatschwere vermag das objektive Tatverschulden leicht zu
mindern, weshalb insgesamt von einem leichten Verschulden auszugehen ist.
3.3. Es erscheint eine Strafe von 120 Strafeinheiten dem Verschulden des
Beschuldigte angemessen.
3.4. Bezüglich der Urkundenfälschung kann auf die Erwägungen zum Betrug
verwiesen werden. Die Urkundenfälschung war letztlich Mittel zum Zweck. Die
von der Vorinstanz vorgenommene Asperation um 60 Strafeinheiten ist ohne
Weiteres angemessen und so zu übernehmen (Urk. 39 S. 15).
3.5. Zur Täterkomponente kann zunächst auf die Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 39 S. 15). An der Berufungsverhandlung führte der Be-
schuldigte aus, sich von seiner Frau scheiden zu lassen und aktuell arbeitslos zu
sein (Urk. 80). Der Beschuldigte zeigte sich von Beginn an geständig, die Privat-
kreditanträge, den Privatkreditvertrag, die Kreditfähigkeitsprüfung und den
Zahlungsauftrag unterschrieben zu haben. Diese Zugabe ist indessen neutral zu
werten, da dies aufgrund der objektiven Beweislage ohnehin erwiesen war. Der
Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 40).
Insgesamt ist die verschuldensangemessene Strafe aufgrund der Täterkompo-
nente weder zu erhöhen noch zu reduzieren. Es bleibt bei den 180 Strafeinheiten.
3.6. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Ersttäter. Für die Ausfällung
einer kurzen Freiheitsstrafe nach altem Sanktionsrecht (vgl. Art. 40 f. aStGB)
besteht mithin kein Raum. Die Ausfällung einer Geldstrafe in der Höhe von
180 Tagessätzen erscheint zweckmässig und schuldangemessen.
3.7. Die von der Vorinstanz festgelegte Höhe des Tagessatzes auf Fr. 30.– ist
nicht zu bestanden und ist zu bestätigen. Auf die diesbezüglichen Erwägungen
der Vorinstanz kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 39 S. 15 f.).
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V. Strafvollzug
Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit
auf 2 Jahre festgesetzt. Der Beschuldigte ist wie erwähnt Ersttäter. Dieser Ent-
scheid ist demnach ebenfalls zu bestätigen.
VI. Zivilforderung
1. Allgemeines
Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze zur adhäsionsweisen Geltendma-
chung von Zivilforderungen und Konstituierung als Privatkläger im Strafverfahren
zutreffend wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 39 S. 16 f.).
2. Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._ AG
2.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, der Privatklägerin
Schadenersatz von Fr. 85'360.55 zu bezahlen (Urk. 39 S. 18 f.).
2.2. Die von der Privatklägerin geltend gemachte Schadenersatzforderung ist
hinreichend belegt und ausgewiesen (Urk. 25). Der Schaden wurde natürlich und
adäquat kausal durch den Beschuldigten eventualvorsätzlich verursacht. Der vor-
instanzliche Entscheid ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.
VII. Beschlagnahme / Einziehung
1.1. Gestützt auf Art. 268 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 263 Abs. 1 lit. b
StPO können Vermögenswerte des Beschuldigten zur Kostendeckung beschlag-
nahmt werden, wenn zu erwarten ist, dass der Beschuldigten den zu erwartenden
Zahlungspflichten nicht nachkommt, die Vermögenswerte den Zugriff des Staates
entziehen könnte und Ersterer nicht aus einem Delikt stammen (vgl. SCHMID/
JOSITSCH, Praxiskommentar 3. Aufl., Art. 268 N 2).
1.2. Im Rahmen der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten wurden am
25. Januar 2018 seitens der Kantonspolizei Zürich Fr. 600.– und EUR 700.–
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sichergestellt und dieses Geld am 31. Januar 2018 an die Kasse der Staatsan-
waltschaft Limmattal / Albis überwiesen (Urk. 8/5+6).
VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliches Verfahren
1.1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes
wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden,
wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet.
1.2. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfah-
renskosten, wenn sie verurteilt wird. Ausgenommen sind die Kosten der amtlichen
Verteidigung, unter Vorbehalt der Nachforderung.
1.3. Nach dem Dargelegten sind dem Beschuldigten aufgrund des zu ergehen-
den Schuldspruchs die Kosten vollumfänglich aufzuerlegen.
2. Berufungsverfahren
2.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Da der Beschuldigte
vollumfänglich unterliegt, sind ihm die Kosten aufzuerlegen.
2.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zulässig, für das
Anwaltshonorar Pauschalen vorzusehen (BGE 143 IV 453 E. 2.5.1). Angesichts
der konkreten Bedeutung und Schwierigkeit des Falles, der Durchführung des
schriftlichen Berufungsverfahrens sowie unter Berücksichtigung der getätigten
Bemühungen des Verteidigers ist vorliegend für das Berufungsverfahren, inner-
halb des weiten Rahmens von Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, eine Grundgebühr von
Fr. 5'200.– pauschal festzusetzen.
Entsprechend ist die amtliche Verteidigung mit Fr. 5'200.– (inkl. MwSt.) aus der
Gerichtskasse zu entschädigen.
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