# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f315109-2f18-4603-a0c5-8639594b7fe9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
war
bis
Ende
Mai 2005 als
Betriebsmit
ar
beiterin
(
Verpackerin
) bei der
Y._
AG angestellt (Urk.
6
/8). Am 19. April 2005
ha
tte
sich die Versicherte bei der Eidge
nös
sischen Invali
denversicherung wegen psychische
r
Beschwerden zum
Leis
tungs
bezug
an
gemeldet
(Urk.
6
/1
). In der Folge klärte die Sozi
alversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), die medizinischen und er
werb
lichen Verhältnisse der Versicherten ab und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 20. April 2006
gestützt auf das Gutachten des
Z._
vom 2
3.
März 2006
ab (Urk.
6
/23). Mit Schreiben vom 4. Mai 2006, ergänzt mit Schreiben vom 9. Juni 2006, erhob die Ver
si
cherte
dagegen Einsprache (Urk.
6
/24, Urk.
6
/28), wel
che die IV-Stelle mit Ent
scheid vom 4. Oktober 2006 abwies (Urk.
6
/39).
Die dagegen erhobene Be
schwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Ver
fahren Nr. IV.2006.00888 mit Urteil vom 2
8.
Januar 2008
bei einem Invaliditäts
grad von 23
%
ab (
Urk.
6/49/
16
).
Das Bundesgericht wies die dagegen erhobene Be
schwerde mit Urteil 9C_224/2008 vom
7.
April 2008
ab (
Urk.
6/51/4).
1.2
Mit Schreiben vom 2.
Februar 2010 meldete sich die Versicherte bei der Invaliden
versicherung erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
6/55
).
Die IV-Stelle holte unter anderem das Gutachten der Medizinischen
Abklärungs
stelle (MEDAS)
A._
vom 1
6.
August 2010 ein
(
Urk.
6/63
).
Gestützt darauf kün
digte sie
mit Vorbescheid vom
25. November 2010 die Ausrichtung einer
Drei
viertelsrente
mit Wirkung ab dem
1.
August 2010 bei einem
Invaliditäts
grad
von 60
%
an (
Urk.
6/74
). Mit Verfügung vom
3.
Februar 2011 sprach sie der Versicherten wie angekündigt eine
Dreiviertelsrente
ab August 2010 zu (Urk.
6/78-79
).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Im Rahmen eines Ende
201
1
eröffneten Revisionsverfahrens
(
Urk.
6/86-87)
holte die IV-Stelle
unter anderem das psychiatrisch-rheumatologische Gutach
ten
des
B._
vom 25.
März 2013
(
Urk.
6/109)
ein
.
Mit Vorbescheid vom 13. September 2013
kün
digte
die IV-Stelle die
wiedererwägungsweise Aufhebung der
Verfü
gung vom 3.
Februar 2011 (
Urk.
6/78-79)
und der
Dreiviertelsrente
auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
an (
Urk.
6/114). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 4. November 2013 Einwände (
Urk.
6/123). Mit Verfügung vom 2
1.
November 2013 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 3. Februar 2011
und die
Dreiviertelsrente
wie angekündigt
wiedererwägungs
weise
auf (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte mit Eingabe vom
2
7.
Dezember 2013
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom
2
1.
November 2013
sei aufzuheben und es sei
ihr
auch nach dem 3
1.
Dezember 2013 eine Invalidenr
ente auszu
richten
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
6. Februar 2014
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 5 S. 1).
In der
Replik vom 2
4
.
Februar
2014 hielt die Be
schwerde
führerin an ihren Anträgen fest (Urk.
8
S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
4. April
2014 auf eine weitere Stellung
nahme (Urk.
10
).
Mit Verfügung vom 5. Mai 2015 wurde die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken (
Swisscanto
) zum Prozess beigeladen (
Urk.
12). Die
Swisscanto
verzichtete mit Eingabe vom 1
2.
Mai 2015 auf eine Stellungnahme mit dem Hinweis, dass die Beschwerdeführerin am 1. August 2005 aus der Vorsorgeeinrichtung ausgetreten sei (
Urk.
13). Gemäss der telefonischen Auskunft
der
Swisscanto
gegenüber dem Gericht wurde das Vorsorgeguthaben
der Beschwerdeführerin
auf ein Konto der
Freizügigkeits
stiftung
der
C._
überwiesen (
Urk.
14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die weiteren eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am
1. Januar 2012
sind d
ie im Rahmen der IV-Revi
sion 6a
vorgenommenen
Än
de
rungen des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In
materiell
rechtlicher
Hinsicht gilt der allge
meine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des an
gefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen füh
rende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Ver
fü
gung ist am
2
1.
November 2013
(Urk. 2) ergangen,
wobei zu
prüfen ist, ob die Verfügung vom
3. Februar 2011
, mit
welcher die Beschwerdegegnerin
der Beschwerde
führerin
eine Dreiviertel
rente zugesprochen
hat
(Urk. 6/
78-79
), zweifellos unrichtig war, was sich nach der in jenem Zeitpunkt gültig ge
wese
nen Sach- und Rechtslage beurteilt
(vgl. BGE 125 V 383
E.
3; Urteil
des Bun
desgerichts
9C_655/2007
vom
4.
Januar 2008 E.
2 mit Hinweis)
.
Im Folgen
den werden die massgeblichen Gesetzes
be
stimmungen - so
weit nichts anderes ver
merkt ist - in der
ab
20
12
gültig
en
Fassung
zitiert
.
2
.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgem
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankhei
t oder Unfall sein (Art. 4 Abs.
1
IVG
).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Er
werbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzu
stellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung verein
bar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Er
werbs
unfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2
.2
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2
.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurtei
lung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
2
.4
2
.4.1
Lässt sich eine massgebliche
Sach
verhaltsänderung
als Voraussetzung für eine revisionsweise Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
nicht nachweisen, so kann die Verwaltung eine rechtskräftig zugesprochene Rente nur herabsetzen oder aufheben, wenn die Voraus
setzun
gen für eine Wiedererwägung erfüllt sind. Dies ist dann der Fall, wenn sich eine formell rechtskräftige Rentenverfügung, die nicht Gegenstand einer materiellen richter
lichen Beurteilung gewesen ist, als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berich
tigung von erheblicher
Bedeutung ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG). Nach höchst
richterlicher Rechtsprechung ist die zweifellose Un
richtigkeit als Voraus
setzung für eine Wiedererwägung nur unter restriktiven Bedin
gungen zu
bejahen, da die Wiedererwägung andernfalls zum Instrument für eine jeder
zeitige voraus
setzungslose Neubeurteilung von rechts
kräftig zuge
sprochenen Dauer
leistungen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts
I 551/03 vom 30. Dezem
ber 2003
E. 2.2.1). Nicht jede Unrichtigkeit, sondern nur eine qualifizierte, offen
sichtli
che Un
richtigkeit
berechtigt somit zur
wiedererwä
gungsweisen
Herab
setzung oder Auf
hebung einer rechtskräftig zuge
spro
chenen Dauer
leistung.
2
.4.2
Das Erfordernis der zweifellosen Un
richtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder un
zutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn mass
gebliche Be
stimmungen nicht oder unrichtig an
gewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller
An
spruchs
voraus
setzungen
liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise
Ermes
senszüge
aufweist. Er
scheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststel
lung solcher Anspruchsvoraussetzungen (
Invaliditäts
bemessung
,
Arbeits
un
fähigkeits
schätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeits
fragen) vor dem Hin
tergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen
Leistungs
zusprechung
darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Un
richtigkeit aus. Zweifellos ist die Un
richtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Ver
fügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denk
bar. Eine voraussetzungslose Neubeurteilung der invaliditätsmässigen
Voraus
setzungen genügt nach ständiger Rechtsprechung nicht für ei
ne
wiederer
wä
gungs
weise
Herabsetzung oder Auf
hebung der Invalidenrente (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_347/2011 vom 11. Au
gust 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom
21. November 2013
(Urk. 2) auf den Standpunkt,
die rentenzusprechende Ver
fü
gung vom 3. Februar 2011 sei in Wiedererwägung zu ziehen und die damit ge
währte
Dreiviertelsrente
sei aufzu
heben, da insgesamt keine objektivierbare Veränderung des Gesundheitszustandes seit 2004
eingetreten sei.
D
ie Rente hätte gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 16. August
2010
nicht zuge
spro
chen werden dürfen.
Dort sei von einer Verschlechterung des Gesund
heits
zu
standes
gesprochen worden, weil (zuvor) die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nicht gestellt worden sei. Gleichzeitig sei aus
ge
führt worden, dass die verschiedenartigen
Schmerzen bereits seit dem 25.
Lebens
jahr
bestanden hätten
.
F
ür die
angegebene
Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit
seien
psychische Gründe
genannt worden. Zusätzlich seien aber auch belastende IV-fremde Einflüsse
aufgeführt worden.
Es seien hypochon
dri
sche Ängste, ein primärer Krankheitsgewinn und unbefriedigendes
Behand
lungsbemühen
deutlich geworden. Auch sei
eine eindeutige
(Selbst-)Limi
tie
rung, ein ausgeprägtes
Rentenbegehren und ein Aufmerksamkeit er
heischen
des Verhalten genannt worden.
Zudem
sei
eine rezidivierende de
pres
sive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode, nach der Recht
sprechung ein vorübergehen
des Leiden,
das
keine bleibende oder länger dauernde Er
werbsun
fähigkeit zu bewirken
vermöge
.
Mit der Wiedererwägung wer
de ein grober Fehler korrigiert (
Urk.
2 S. 2 f.). In der Beschwerdeantwort bringt die Be
schwerdeführerin zudem vor,
eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
vermöge nur im Ausnah
mefall eine Invalidität zu begründen. Die Frage der Überwindbarkeit
sei
von ihr, der Beschwerdegegnerin,
nach
Eingang
des (MEDAS-)Gutachtens nicht geprüft worden, sondern es sei ohne weiteres darauf abgestellt worden
, was eine Verlet
zung des Untersuchungsgrundsatzes darstelle
. Wenn die massgeblichen Krite
rien geprüft worden wären, wäre ein Renten
anspruch weiterhin zu ver
neinen gewesen.
Insbesondere seien
mittelgradige depressive Störungen
grundsätzlich
keine von depressiven
Verstim
mungszu
ständen
klar unterscheidbare an
dau
ernde Depres
sionen im Sinne eines ver
selbständigten Gesundheits
zustandes,
der
es der betroffenen Person ver
un
möglichen würde, die Folgen der
Schmerz
stö
rung
zu überwinden. Sie würden denn auch als therapeutisch
angehbar
gelten. Sodann handle es sich bei der neuen Einschätzung von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und
Psychotherapie
,
vom
7. März 2013 (psychiatrisches
B._
-
Teilgutachten,
Urk.
6/108) um eine andere Beurteilung desselben Sachver
haltes. Es sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerde
gegnerin
seit der Verfügung vom 20. April 2006 (
Urk.
6/23) nicht ver
ändert habe (
Urk.
5 S. 2 f.).
3
.2
Die Beschwe
rdeführerin wendet dagegen ein, die Voraussetzungen der
Wieder
erwägung
seien nicht erfüllt. Es fehle am Kriterium der offensich
tlichen Un
rich
tigkeit
der Verfügung vom
3.
Februar 201
1.
Denn sowohl
das
MEDAS-Gutach
te
n
vom 16. August 2010
und die medizinischen Verlaufsberichte als auch die
damalige
Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) seien zum Schluss gekommen, dass im Folgezeitraum seit dem
Einspracheentscheid
vom
4.
Oktober 2006
bis zum Jahr 2009 eine Verschlechterung des Gesund
heits
zu
standes mit einer Arbeitsun
fähigkeit von 60
%
in einer
leidensange
passten
Tätigkeit eingetreten sei. Dies sei insbesondere im MEDAS-Gutachten mit den bei der Untersuchung erhobenen Befunden und mit der Gegenüber
stellung zu den früheren Feststellungen im
Z._
-Gutachten begründet worden. Diese Beur
teilung erscheine zumindest vertretbar. Der Umstand, dass die
B._
-Gutachter denselben Sachverhalt nachträglich unterschiedlich eingeschätzt hätten, führe nicht zur Entkräftung der MEDAS-Beurteilung. Zumindest sei diese nicht zwei
fellos unrichtig und unhaltbar.
Zutreffend sei auch die der Rentenverfügung zugrunde liegende rechtliche Würdigung
gewesen
, wonach die medi
zinisch festgestellte psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit eine längere Zeit anhaltende Erwerbsunfähigkeit bewirke und somit gemäss
Art.
8 Abs.
1 ATSG
invaliden
rechtlich
relevant sei.
D
ie Dauerhaftigkeit und Erheblichkeit der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit werde ebenfalls im psychiatrischen Bericht von
Dr.
D._
mit der Begründung der
Chronifizierung
der psychi
schen Störung ohne Aussicht auf eine nachhaltige Verbesserung ausdrücklich bestätigt. Die Beurteilung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
und deren Umfang sei nach der
Kompe
tenzverteilung
gemäss der zum Zeitpunkt der Rentenverfügung und aktuell weiterhin gel
tenden Rechtsprechung ausschliesslich Aufgabe der Ärzte und nicht die der rechtsanwendenden Behörden oder Gerichte.
Zudem sei die
Invali
ditätsbemessung
zur Rentenverfügung vom
3.
Februar 2011 in erster Linie mit den Auswirkungen der eigenständigen psychischen Leidens der rezidi
vieren
den Depression begründet. Es sei in Medizin und Rechtsprechung anerkannt, dass dieses Krankheitsbild die
längere Zeit dauernde, erhebliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit im Sinne von Erwerbsunfähigkeit zu bewirken vermöge. Die Praxis zur Überwindbarkeit von
pathogenetisch
-ätio
logisch unklaren
syndro
malen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
nische Grundlage komme im vorlieg
enden Fall nicht zur Anwendung
(
Urk.
1 S. 5 ff.
,
Urk.
8 S. 2 ff.
).
3
.3
Die Parteien sind sich zu Recht darin einig,
dass
eine Sachverhaltsänderung,
namentlich eine gesundheitliche Verbesserung,
welche
eine
materielle
Revision im Sinne von
Art.
17 ATSG
rechtfertigen würde, als Grund für die angefochtene Rentenaufhebung nicht gegeben ist, was sich unstrittig aus dem
B._
-Gutachten vom 25. März 2013 (
Urk.
6/109) ergibt.
Denn durch die
B._
-Gutachter
wurde im Vergleich zu den
gemäss
dem MEDAS-Guta
chten vom 16. August 2010 (Urk.
6/63; vgl. dazu Erwägung 4.1.2 hernach)
erhobenen
Befunde
kein erheb
lich veränderter Gesundheitszustand festgestellt. Nebst dem chronischen, un
spe
zifischen Ganzkörperschmerzsyndrom und der zentralen inferioren
Coxarthrose
links wurde ebenfalls eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit
telgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) diagnostiziert (
Urk.
6/109/19).
Strittig und zu prüfen ist, ob die mit der angefochtenen Verfügung
vom
21. November 2013
(Urk. 2) erfolgte wiedererwägungsweise Aufhe
bung der seit
August 2010
geleisteten
Dreiviertelsrente
unter den einschränkenden Voraus
set
zungen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung vom
3. Februar 2011
(Urk. 6/
78-79
) zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeu
tung ist, rech
tens ist. Dabei ist letztere Voraus
setzung der er
heb
lichen Bedeu
tung einer Be
richtigung mit Blick auf den Charakter der zuge
sproche
nen Invali
denrente als periodische Dauerleis
tung rechtsprechungsgemäss ohne Wei
teres zu bejahen (vgl. BGE 119 V 475 E. 1c mit Hinweisen; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2.1).
4
.
4
.1
4.1.1
Die
Z._
-
Gutachter
hatten
gemäss dem
Gutachten vom 23. März 2006
, auf das die Beschwerdegegnerin im gerichtlich bestätigten
(
Urk.
6/49, Urk. 6/51)
, renten
abweisenden
Ein
spracheentscheid
vom 4. Oktober 2006
abgestellt hatte (Urk.
6/39),
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
einzig die Diagnose
einer leichten depressiven Episode (ICD-10: F32.0)
gestellt
. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
waren
im Wesentlichen folgende Diagnosen auf
ge
führt
wor
den
: 1. Chronisches thorakal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.8) bei
Wirbel
säulen
fehl
form
/
Fehl
haltung
(leichte S-förmige Skoliose, betonte Kyphose
zervikothorakal
, Abflachung BWS-Kyphose) und bei mus
ku
lärer
Dekon
ditionierung
mit Abschwächung der ab
domi
nellen und
rücken
stabi
lisieren
den
Muskelgruppen sowie bei diffuser
Myo
ge
lose
im Nacken-/Schul
ter
gürtel sowie
thorakolumbal
, paravertebral; 2. Deutliche zentral/infe
rior betonte
Coxarthrose
links (ICD-10: M16.1) bei Sta
tus nach chirurgischer
Hüft
luxation
und
Débridement
Acetabulum
im Jahr 1999; 3. Chronisches
multi
lokuläres
Schmerz
syndrom
(ICD-10: R52.9) bei einer
Schmerzver
arbeitungs
stö
rung
anam
nestisch. Insgesamt müsse festgehalten wer
den, dass das Ausmass, die Chronizität und die weitgehende Therapieresistenz der Be
schwerden im Ver
gleich zu den objektiv fassbaren Befunden nicht nachzu
vollziehen sei
en
. Für die Diskrepanz zwischen den subjektiv empfundenen Beschwerden und den objekti
vierbaren Befunden sei einerseits eine depressive Episode, die aber als leicht eingestuft werden könne, und andererseits eine
Schmerzverar
beitungs
störung
, die nicht einer Diagnose nach ICD-10 entspreche, verant
wortlich. Bei fehlenden psychosozialen oder emotionalen
Belastungs
fak
toren
könne die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung nicht gestell
t werden. Diese
Schmerzverarbei
tungsstörung
entspreche einer psychischen Über
lagerung der Beschwerden, die aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin habe. Aus rein somatischer Sicht bestehe eine 100%ige Ar
beits
fähigkeit, sofern die Beschwer
de
führerin ihre Arbeitsposition regelmässig wechseln könne, längeres fixiertes Stehen oder längeres Sitzen, das Zurück
legen von längeren
Gehstre
cken
und das Treppensteigen vermieden werden könn
ten
. Gemäss
Arbeitsplatz
schilderung
der Beschwerde
führerin schienen diese Voraus
setzungen am ange
stammten Arbeits
platz erfüllt zu sein. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich bedingt durch die
leichtgradige
depressive Episode eine Ein
schränkung der Leistungs
fähigkeit von 20 %. Insgesamt sei der Beschwerde
führerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit respektive jede andere leidensangepasste Tätigkeit seit Mai 2004 zu 80 % zuzumuten. Körperlich schwer belastende Tä
tigkeiten seien blei
bend nicht mehr zumutbar. Aus internistischer Sicht bestehe aufgrund der vor
liegenden Befunde und Diagnosen keine Eins
chränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk.
6/20/14-17
).
4.1.2
Die Zusprechung der
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 3. Februar 2011 (Urk. 6/78-79)
sodann
war gestützt auf das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 16. August 2010 (Urk. 6/63) erfolgt (vgl. Feststellungsblatt vom 25. November 2010, Urk. 6/71/3-5). Darin wurden als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeits
fähigkeit die folgenden aufgeführt: 1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), bestehend seit 2004,
2.
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung vom
Fibromyalgietyp
(ICD
10: F45.4), sich entwickelnd seit 2004,
3.
chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), sich entwickelnd seit 2004, 4.
chroni
fiziertes
,
zerviko
brachiales
(ICD-10: M54.1) und
zervikozephales
(ICD-10: M54.0)
Schmerz
syndrom
bei einer Fehlhaltung/-belastung und mus
kulärer
Dysba
lance
, bestehend seit 2004, mit/
bei
Diskopathie
C4/C5 rechts und
Th3/4 median ohne Wurzelkompression, begleitende
Cephalgien
vom Typ Spannungs
kopfschmerzen (ICD-10: G44.2), begleitende unspe
zifische
Omalgien
beidseits, 5.
chronifiziertes
, belastungsabhängiges,
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
(ICD-10: M54.3) bei einer Fehlhaltung mit statischer Fehlbelastung und bei einer
Dysba
lance
/Insuffizienz der rump
f
stabilisierenden Muskulatur, bestehend seit 2004,
6.
schwere
Coxarthrose
links (ICD-10: M16.9), sich entwickelnd seit 1999 bei/mit Status nach chirurgischer Hüftluxation mit
Débridement
des
Ace
tabulums
1999 (
Urk.
6/63/25-26).
Die MEDAS-Gutachter attestierten
im Gegensatz zu den
Z._
-Gutachtern
nicht nur aus psychiatrischer sondern auch aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Und zwar seien der Beschwerde
führe
rin in somatischer Hinsicht wegen des
chronifizierten
,
zerviko
brachialen
und
zervikozephalen
Schmerz
syndroms
und des
chronifiziertes
lumbo
spondy
logenen
Schmerzsyndrom sowie wegen der schweren, medial betonten
Cox
arthrose
links schwere und mittel
schwere körperliche Tätigkeiten nicht zumut
bar und es be
stehe aufgrund der erheblichen
Dekonditionierung
eine
Leistungs
ein
schränkung
von 30
%
bei einer Tätigkeit ganztags von 8 bis 8,5 Stunden in der bisherigen Tätigkeit und in einer leidensangepassten Tätigkeit. Aus rheuma
tologischer Sicht sei eine Im
plantation einer Hüftprothese links notwendig. Die internisti
schen Leiden, namentlich der Diabetes mellitus, die Adipositas und die APC-Resistenz bei homozygotem Faktor V seien gut be
handelbar und kein Grund für eine anhal
tende Arbeitsunfähigkeit (Urk.
6/63/32). In psychischer Hinsicht schlossen die MEDAS-Gutachter aufgrund der aktuell mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom im Rahmen von rezidivierenden depressiven Störungen respektive der damit einher
gehen
den Symptome wie Antriebslosig
keit,
Konzen
trations
störun
gen
, erhöhte
Ermüd
- und
Erschöpfbar
keit
auf eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit von 60
%
(
Urk.
6/63/32). Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit sei auf ein psychia
tri
sches Leiden mit Krank
heitswert zurück
zuführen. Aufgrund ihrer psychischen Störungen sei
die Beschwerdeführerin
ihrem Arbeitsumfeld noch knapp zumut
bar. Gemäss den vorliegenden medizinischen Berichterstattungen sei es ab Januar 2009 zu einer zunehmenden psychischen und somatischen Ver
schlech
terung gekommen. Insgesamt bestehe eine Arbeits
fähigkeit von 40
%
seit Januar 2009 in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit der Mög
lich
keit zu regelmässigen Positionswechseln, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 Kilogramm und ohne Arbeiten mit länger dauernden
Zwangs
haltungen
des Rückens und des Kopfes. Zuvor habe seit 2004 eine 20%ige medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 6/63/33-34). Durch Optimierung der
psychopharmakozeutischen
Medi
kation und eine intensive multimodale
Behandlung bei einer psychia
trischen Fachperson sowie durch Implantation einer Hüfttotalprothese links sollte die Arbeitsfähigkeit
(prog
nostisch)
auf 60
70 % erhöht werden können (Urk. 6/63/35).
Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich mit jenem anlässlich der Begutachtung durch das
Z._
vom 2
3.
März 2006 (leichte depressive Episode, Schmerzverarbeitungsstörung,
Urk.
6/20) dementsprechend deutlich ver
schlech
tert. Die Diagnose der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung sei nicht gestellt worden, weil die Beschwerdegegnerin zum damaligen
Begutach
tungs
zeitpunkt
offenbar nicht unter psychosozialen respektive emotionalen
Be
las
tungsfaktoren
gelitten habe. Die Diagnose Entwicklung körperlicher Symp
tome aus psychischen Gründen sei von den
Z._
-Gutachtern
(mit der Begrün
dung)
nicht gestellt worden, weil die Beschwerdeführerin damals ein
(richtig: kein)
ausgeprägtes Rentenbegehren und ein
(richtig: kein)
Auf
merksamkeit erhei
schendes Verhalten gezeigt habe (Urk. 6/63/30,
Urk.
6/63/36
; vgl. zum richtigen Wortlaut: Urk. 6/63/59, Urk. 6/20/12
).
4
.2
4.2.1
Der Vergleich des
Z._
-Gutachtens vom
23. März 2006
(
Urk.
6/20)
mit dem MEDAS-Gutachten vom 16. August 2010
(Urk. 6/63)
zeigt
, dass
die MEDAS-Gutachter eine gewisse Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Be
schwer
de
führerin hinsichtlich der somatischen Leiden und vor allem in Bezug auf den psychischen Gesund
heitszustand feststellten. Diese Beurteilung
fällt in den Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen, deren Beurteilung notwen
di
ger
weise Ermessenszüge aufweist.
4.2.2
Entgeg
en der Ansicht der Beschwerdege
gnerin
war i
ns
besondere die
Schluss
folgerung
, dass sich die depressive Symptomatik seit der Untersuchung durch die
Z._
-Gutachter im Februar (
Urk.
6/20/1)
2006 im Vergleich zu deren Fest
stellungen verschlechtert
habe, vertretbar.
Denn w
ährend
die
Z._
-Gutachter
lediglich
eine
depressive Verstimmung
, Interesse- und
Freud
verlust
, Schlaf
stö
rungen
und Ängste als psychopathologische Befunde auf
geführt
und ent
spre
chend auf eine leichte depressive Episode
geschlossen hatten
(
Urk.
6
/
1
1
-12
)
, bot sich den MEDAS-Gutachter
n
ein gravierenderes
psychisches
Zustands
bild
.
So machte die Beschwerdeführerin
g
emäss
dem psychiatrischen
Teil
gutachten
von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 20. Juni 2010
auf den ersten Blick einen abgelöschten Eindruck,
anfangs kaum spürbar, dann etwas modulierter. Es
seien
leichte
Einbussen
im Bereich Konzen
trationsfähigkeit und Gedächtnisleistungen bei subjektiv
starken
Konzen
trati
onsstörungen
festgestellt worden.
Ausserdem
hätten
eine
deutlich herab
gesetzte Grundstimmung
und ein Gefühl der Hilflos-, Hoffnungs- und Gefühl
losigkeit
bestanden, wobei für die Beschwerdeführerin nach ihren Angaben auch die Ängste nicht mehr spürbar seien. Sie sei
affektiv ka
um spürbar und
kaum schwingungsfähig
gewesen. Subjektiv sei eine innere Unruhe, Anspan
nung, Nervosität und Gereiztheit angegeben worden. Es
seien
ausserdem
eine ausge
prägte
Anhedonie
, deutlich verminderte Vitalgefühle, erhöhte
Erschöpf
barkeit
und Müdigkeit, eine leicht verminderte Psychomotorik und ein deutlich vermin
derter Antrieb festgestellt worden. Auch habe die Beschwerdeführerin über Durchschlafstörungen und
im Sinne einer zirkadianen Besonderheit
eine mor
gendliche deut
liche Verschlechterung ihres psychischen Zustandes berichtet. Ebenfalls bestehe ein starker sozialer Rückzug mit sozialer Isolation,
Appetit
verlust
und stark ausgeprägte
n
Todeswünsche
n
(
Urk.
6/63/57-59).
Vor diesem Hintergrund handelt es sich, insbesondere bezüglich der von den MEDAS-Gutachtern getroffenen Beurteilung einer Steigerung der Arbeitsun
fähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit von insgesamt 20 auf 60
%
um eine vertretbare medizi
nische Einschätzung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
, zumal
nach Feststellung der MEDAS-Gutachter aus rheumatologische Sicht
nebst
der Zunahme der
psychischen Beschwerden
auch
die somatischen
, teilweise als objektivierbar
befundenen
Beschwerden
im Jahr 2010 nunmehr
akzentuiert vorlagen
, wenn
sie
auch weiterhin hauptsächlich durch muskuläre
Dysbalance
und Insuffizienz mit der Folge der Mehrbelastung der
ligamento
-muskulären Strukturen und statischer Fehlbelastung im Achsenskelett ver
ursacht
worden seien
.
Konsekutiv
war
jedoch
die
linke Hüfte mittlerweile
von einer
schwere
n
Cox
arthrose
mit
der Indikation zur Operation
betroffen (Urk. 6/63/
28-29,
Urk.
6/63/48).
Anders als noch anlässlich der
Z._
-Begutachtung (Urk. 6/20/14) waren nunmehr a
uch eine
Diskopathie
der C4/C5 rechts und Th3/Th4 sowie degenerative Verän
derungen (
Spondylarthrose
) auf Höhe der Lendenwirbelsäule (LWS;
Urk.
6/63/47-48
)
feststellbar.
4.2.3
Die
Beurteilung
der MEDAS-Gutachter gemäss dem Gutachten vom 1
6.
August 2010 (
Urk.
6/63/25-38)
gestaltete sich
somit
jedenfalls
nicht derart, dass
vor dem Hin
tergrund der
massgeblichen
Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeit
punkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung
im Februar 2011
darbot,
kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die darauf gestützte Ver
fügung
vom
3.
Februa
r 2011 (
Urk.
6/78-79) deshalb
unrichtig gewesen wäre.
Vielmehr
liess
die
damalige Aktenlage
(im
Februar 2011
)
i
m Rahmen der - mit einem erheblichen Ermessensspielraum behafteten (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 4A_223/2007 vom 30. August 2007 E. 3.2) - freien
Beweis
würdigung
durchaus zu, einen rechtlichen Schluss nach dem Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahr
schein
lichkeit zu ziehen; eine missbräuchliche oder anderweitig quali
fiziert
rechts
fehlerhafte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007
E. 3.2 mit Hinweisen) Ermessensbetätigung kann darin jedenfalls nicht er
blickt werden.
4.2.4
Im Übrigen
i
st festzuhalten
, dass
die Behauptungen der Beschwerdegegnerin, es seien hypochon
drische Ängste
deutlich geworden
und es sei
ein ausgeprägtes Renten
be
gehren
sowie
ein Aufmerksamkeit er
heischen
des Verhalten genannt worden (
Urk.
2 S. 2)
,
teilweise falsch
sind.
Hypochondrische Ängste waren weder im
Z._
-Gutachten noch im MEDAS-Gut
achten fachärztlich als Befunde erhoben worden (Urk. 6/20/11-13, Urk. 6/63/27, Urk. 6/63/57-58). Vielmehr hatte die Beschwerdeführerin gemäss dem Bericht der
F._
vom 2
3.
Juni 2004, mithin Jahre vor der hier massgeblichen MEDAS-Begutachtung, an
agora
phobischen
und hypochon
drischen Ängsten gelitten (Urk. 6/9/13-14).
Auch wurden bei der Beschwerdeführerin e
in „
ausgeprägtes Rentenbegehren
“
und ein
„
Aufmerksamkeit er
heischen
des Verhalten“ nicht festgestellt. Zwar war im Hauptteil des MEDAS-Gutachtens fälschlicherweise aufgeführt worden, im
Z._
-G
utachten sei die Diagnose einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen damals nicht gestellt worden, weil die Beschwerdeführerin „ein ausgeprägtes Rentenbegehren und ein Aufmerksamkeit erheischendes Ver
halten“ gezeigt habe (
Urk.
6/63/30, Urk. 6/63/36, Urk. 6/). Jedoch handelt
es sich
dabei
um einen Redaktionsfehler. Denn sowohl dem psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten als auch dem
Z._
-Gutachten ist zu entnehmen, dass diese beiden Haltungen bei der Beschwerdeführerin
gerade
nicht vorgelegen hatten
. Dort war nämlich festgestellt worden, dass die Diagnose einer Entwick
lung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen damals nicht gestellt worden sei, weil die Beschwerdeführerin (bei der
Z._
-Begutachtung) „kein aus
geprägtes Rentenbegehren und kein Aufmerksamkeit erheischendes Ver
halten“ gezeigt habe (Urk.
6/20/
12
,
Urk.
6/63/
59
).
Vom rheumatologischen
Z._
-Gut
achter war zudem eine gute
Patientencompliance
bescheinigt worden (Urk. 6/20/8). Gemäss dem rheumatologischen MEDAS-Teilgutachten sodann wirkten die Schilderung der Beschwerden leidensbetont, jedoch ohne Verdacht auf Aggravation oder Simulation (
Urk.
6/63/42).
4.
3
4.3.1
Indem die Beschwerdegegnerin (insbeson
dere in der Beschwerdeantwort, Urk. 5) a
ls weiteren Wiedererwägungsgrund
rügt, es sei bei der Rentenverfügung vom 3. Februar 2011 (
Urk.
6/78-79) die
bei anhal
tenden
somatoformen
Schmerz
störungen
recht
sprechungs
gemäss
vorgesehene
Prüfung der Zumut
barkeit zur Überwindung der Beschwerden unterlassen
worden
und
es sei ohne Weiteres
von der im MEDAS-Gutachten attestierten 60%igen Arbeitsun
fähigkeit ausge
gangen worden,
bemän
gelt sie eine falsche Rechts
anwendung.
4.3.2
Es trifft zu, dass die MEDAS-Gutachter
unter anderem
die Diagnose einer an
haltenden
somato
formen
Schmerzstörung vom
Fibromyalgietyp
(ICD-10: F45.4) und zudem
jene
eine
r
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10: F45.41) diag
nostizierten, welche
nach der Recht
sprechung
, welche auch schon im Jahr
2011
gegolten hatte,
als
pat
hogenetisch
-ätiologisch unklare
syndro
male
Beschwerdebilder
ohne nachweisbare orga
ni
sche Grundlage grundsätzlich nur aus
nahmsweise eine Invalidität zu begrün
den vermögen
(Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 A
TSG; grund
legend BGE 130 V 352;
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.1
; vgl. auch BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 mit Hinweisen
)
.
Entscheidend ist
hierbei
, ob und inwiefern die versicherte Person über psychi
sche Res
sourcen verfügt, die es ihr erlauben, trotz ihren subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4; 127 V 294 E. 4b/cc in
fine
und E. 5a unten). Umstände, die bei Vorliegen eines solchen Krankheitsbildes die Verwertung der verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeits
markt als unzu
mutbar erscheinen lassen können, sind die erhebliche Schwere, Intensität, Aus
prägung und Dauer des psychischen Leidens (Komorbidität), chronische körper
liche
Begleiterkran
kun
gen
mit mehrjährigem
Krankheits
ver
lauf
bei unverän
derter oder pro
gredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, sozialer Rückzug, ein verfestigter,
therapeutisch nicht mehr
angeh
barer
inner
seelischer Verlauf einer an sich missglückten,
psychisch aber ent
las
tenden
Kon
fliktbewäl
tigung
(pri
märer Krankheitsgewinn), unbefriedigende Ergebnisse von konse
quent durch
geführten Behandlungen (auch mit unter
schiedlichem thera
peuti
schem Ansatz) und ge
scheiterte
Rehabilitations
mass
nahmen
bei vorhande
ner Motivation und Eigenanstrengung der ver
sicherte
n Person (BGE 132 V 65 E. 4.2.2,
130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_1061/2009 vom 11. März 2010 E. 5.4.3.1.1).
Die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial bil
den unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gege
benenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verblei
benden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.5). Bei ihrer Einschätzung
der psychischen Ressourcen des Exploranden oder der Exploran
din, mit den Schmerzen umzugehen, haben
die begutachtenden Ärzte notwen
digerweise auch die
se
hievor
genannten Kriterien zu beachten (BGE 135 V 20
1
E. 7.1.3, 130 V 352 E. 2.2.4)
. Insbesondere haben sie sich dazu zu
äussern
, ob eine psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, welc
he die Schmerzbewältigung behin
dern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/ 06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist
allerdings
, dass sich eine psychiat
rische Expertise in jedem Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien aus
spricht;
massgeblich
ist eine Gesamtwürdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S. 21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht
publ
. in:
BGE 130 V 396
). Gestützt darauf haben die
rechtsan
wendenden
Behörden zu prüfen, ob eine festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weite
ren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vor
liegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer
Willens
anstren
gung
überwindbare Schmerzstörung zu erlauben (Urteil des Bundes
gerichts 9C_482/2010 vom 21. September 2010 E. 4.3). Die Prüfung
schliesst
die Beur
teilung der Frage ein, inwiefern die ärztliche Ein
schätzung der psychisch be
dingten Arbeitsunfähigkeit
invaliditäts
fremde
Gesichtspunkte (insbesondere psycho
soziale und soziokultu
relle
Belastungs
fak
toren
) mitberücksichtigt (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
richts 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 1.2 mit weiteren Hinweisen).
4.3.3
Aus den Erwägungen zur Rentenverfügung vom
3. Februar 2011
geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin der Einschätzung
der MEDAS-Gutachter folgend von einer 60%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgingen. Eine expli
zite Auseinandersetzung mit der Frage der Überwindbarkeit der
Schmerz
störung
und den genannten Kriterien
findet sich in den Erwägungen nicht
(
Urk.
6/78)
.
Daraus
lässt
sich schliessen, dass d
ie Beschwerdegegnerin
bei ihrem Entscheid
somit davon
ausgegangen war
, dass die
im MEDAS-Gutach
ten
dokumentierten
soma
tischen und psychischen
Beschwerdebilder
und die vor
handenen respektive ver
bleibenden psychischen Ressourcen entsprechend der gutachterlichen Beur
teilung einer vollum
fänglichen Über
windung der
somatoformen
Schmerz
prob
lematik
, aber auch
den Auswirkungen der übrigen Diag
nosen
entgegen
standen.
Massgeblich ist
hier
, dass die von den MEDAS-Gutachtern
im Jahr 2010
attes
tierte Arbeits
un
fähigkeit
zum einen
mit der depressiven Symptomatik begründet wurde
(
Urk.
6/63/
31-32
)
, welche sich
seit der
Z._
-Begutachtung im Jahr 2006
zu einem anhal
tenden Beschwerdebild mit
Krank
heits
wert
entwickelt hatte, wodurch die Beschwerdeführerin einem Arbeitsumfeld gemäss der Ein
schätzung des MEDAS-Gutachter nur noch knapp zumutbar war (Urk. 6/63/33). Es han
delte sich dabei ni
cht mehr nur
um
eine leichte depressive Episode reaktiv zur
Schmerz
symptomatik
und den psycho
sozialen und sozio
kulturellen Umständen.
Auch war von Seiten des psychiatrischen MEDAS-
Experten
s
ein
starker sozialer Rückzug mit sozialer Isolation bescheinigt worden (Urk.
6/63/58). Zum anderen
war zusätzlich die Belastbarkeit des Achsenskeletts durch somatisch objektivier
bare Befunde insbesondere an der linken Hüfte ein
geschränkt und es war auch aus rheumatologischer Sicht eine 30%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert worden (Urk. 6/63/32). Insofern ist
die Annahme eines
mehrjährigen,
chronifizierten
Krankheitsverlauf
s
mit progredienter Symp
toma
tik
vertretbar. Auch war die Beschwerdeführerin
seit 2004
immer wieder
regel
mässig ohne erheblichen Er
folg
in ärztlicher Behandlung und
dabei soweit ak
tenkundig
kooperativ. So liess sie sich
im Dezember 2004 in der
G._
stationär behan
deln (
Urk.
6/6/5). Des Weiteren wurde sie
von Seiten des Hausarztes,
von Fach
ärzten der Rheumatologie
, Neurologie
und Psychiatrie sowie
durch Bewegungs
- und Physiotherapie behandelt (
Urk.
6/6/9-10
, Urk. 6/9/2, Urk. 6/9/13, Urk. 6/10/2, Urk. 6/20/16-17,
Urk.
6/57/1-2,
Urk. 6/58/1-12,
Urk. 6/63/21
, Urk. 6/108/8
)
.
Lediglich
ein Jahr vor der MEDAS-Begutachtung
,
mithin im Jahr
2009,
hatte sie die psychiatrische Behandlung
abgebrochen (Urk. 6/63/42, Urk. 6/63/56-57).
Damit sind auch Elemente des Kriteriums der unbefriedigen
den Ergebnisse trotz Eigenanstrengungen gegeben.
Vor
diesem Hintergrund
ist das Vorliegen einer
offensichtlich fehlerhaften
Beweiswürdigung und eine
offensichtlich fehlerhafte
Berück
sichtigung
der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung
bei
p
athogenetisch
-ätiolo
gisch unklare
n
Gesund
heitsstörungen
zu verneinen, zumal bezüglich der die Arbeitsfähigkeit einschränkenden depressiven und somatischen Sympto
matik eine objektive Nachweismöglichkeit durch
fach
ärztliche Sachver
ständige (vgl. BGE 139 V 547 E.
5.9-6) zu bejahen
ist
und mit dem MEDAS-Gutachten
vorgelegen hatte
.
D
er Umstand allein, dass die Kriterien im Einzelnen in den Erwägungen zur Begründung nicht explizit diskutiert wurden, ist kein Grund für eine
Wiederer
wägung
. Denn in Rechtskraft erwachsen und in Wiederwägung zu ziehen ist
letztlich
allein das Erkenntnis
(Entscheid)
und nicht die Begründung dazu; mit anderen Worten müsste
(auch und insbesondere)
das Ergebnis der Verfügung offen
sichtlich unrichtig sein, was sich hier nach dem Gesagten nicht bestätigen lässt
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_327/2011 vom 1
2.
August 2011
E. 3.3.1)
.
4.
4
Da
die zugrunde gelegte
Arbeitsunfähigkeit
von 60
%
und die
erkannte
Auswir
kung auf die Erwerbsfähigkeit
gemäss
der Verfügung vom 3. Februar 2011 (Urk
. 6/78-79
)
nicht als offen
sichtlich fehlerhaft beurteilt erscheinen, kann im Ergebnis nicht von einer zweifellosen Un
richtigkeit der
Rentenzusprechung ge
sprochen werden.
Eine Wiedererwägung dieser Verfügung gestützt auf Art. 53
Abs.
2 ATSG ist daher unzulässig.
5.
5.1
Sind - wie hier - weder
Rückkommensgründe
der materiellen Revision im Sinne von
Art.
17 ATSG
noch
der Wiedererwägung
gemäss
Art.
53
Abs.
2 ATSG
ge
geben, sind Renten, welche zufolge
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
r
syn
dro
male
r
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage zuge
sprochen wurden,
aufgrund von
l
it
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbe
stimmungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revi
sion, erstes
Mass
nahmenpaket
)
überprüfbar
, es sei denn dass die
Ren
tenzuspre
chung
bereits auf der Grundlage der
massgebenden
Überwindbar
keits
rechtspre
chung
erfolgt ist
.
In diesem Fall
soll die Schlussbestimmung nicht Hand bieten für eine nochmalige Überprüfung unter denselben Vorzeichen
(BGE 140 V 8 E.
2.2.1.3
)
.
Ausserdem
hat das Bundesgericht im Urteil
9C_121/14
vom 3.
Septem
ber 2014
E.
2.6
erkannt, dass in Fällen, in welchen
ein "
Mischsach
verhalt
" gegeben war, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie
gross
der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzu
sprechung
war (
vgl. auch
Urteil
des Bundesgerichts
8C_34/2014 vom
8.
Juli 2014 E.
4.2.1),
sich die (
diesfalls
zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der
Schluss
best
immung
nach folgendem Grundsatz bestimmt:
Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zu
stand eine davon unabhängige organische oder psychische
Gesundheits
schädi
gung
, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere ("
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung die
anspruchs
erheb
liche
Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das
heisst
letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetragen hat (vgl. auch Urteil
des Bundes
gerichts
9C_308/2013 vom 2
6.
August 2013 E. 5.1 und 5.2). Wenn sie die Aus
wirkungen des unklaren Beschwerdebildes
bloss
verstärkte, bleibt eine
Renten
revision
unter diesem Rechtstitel möglich.
5.2
Die Parteien haben sich hierzu nicht
geäussert
. Der Vollständigkeit halber ist
jedoch
festzuhalten, dass
die psychische Gesundheitsschädigung, nämlich die rezidi
vierende
depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10: F33.11),
massgeblich die
anspruchs
erheb
liche
Arbeits
un
fähigkeit
von 60 %
mitverursacht
hatte
, das
heisst
,
letztlich selb
stän
dig zur Begrün
dung
des Rentenanspruchs beigetragen
hatte
.
Die
Schlussbe
stimmung
l
it
. a
Abs.
1
ist somit nicht anwendbar.
6
.
Die angefochtene Verfügung vom
21. November 2013
ist nach dem Gesagten in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Be
schwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
7
.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise auf Fr.
8
00.-- an
zusetzen und ent
spre
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
si
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr. 2‘
5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.