# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6df7f74b-e266-4703-b0a2-8f27c1b87665
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 28. Mai 1999 starb A.. In einem Testament, datiert vom 4. November 1996, hatte sie verfügt, nach ihrem Tode solle ihr Mann, B., ein lebenslanges Nutzniessungsrecht über ihr Vermögen ausüben können. Nach dessen Tod wiederum solle dieses jedoch zurück an die Erben ihrer Eltern fallen. Am 21. Januar 2006 starb B., ohne selbst eine letztwillige Verfügung hinterlassen zu haben.
B. Mit Schreiben vom 9. Juni 2009 richteten X4., X1., X5., X2., X3. und X6. – allesamt gesetzliche Erben des verstorbenen B. – ein Gesuch an den Kreispräsidenten Surses, es sei eine Vermittlungsverhandlung in einer Streitsache der Gesuchsteller gegen die Erben der A. und die Erben des B. anzuberaumen. Die Streitsache wurde umschrieben mit „Anfechtung des Testamentes vom 4. November 1996, Feststellung des Nachlasses sowie Zuweisung nach BGBB“. Im Gesuch wurde festgehalten, die Anhängigmachung der Klage erfolge vorliegend nur zur Fristwahrung, da davon ausgegangen werden könne, es werde den Parteien gelingen, den Streit ausseramtlich beizulegen.
C. Da die darauf folgenden Verhandlungen unter den Erben jedoch nicht von Erfolg gekrönt waren, lud das Vermittleramt Surses mit Schreiben vom 20. Oktober 2009 auf Begehren einiger der Beklagten die Parteien zur Durchführung einer Vermittlungsverhandlung auf den 10. November 2010 vor.
D. Nach deren Durchführung einigten sich die Parteien darauf, das Verfahren bis auf Weiteres zu sistieren, resp. das Protokoll offen zu halten. Als im weiteren Verlauf jedoch ersichtlich wurde, dass keine Einigung unter den Beteiligten erfolgen könne, wandte sich das Vermittleramt Surses mit Schreiben vom 7. April 2010 an alle Parteien des Verfahrens und hielt fest, da an der Vermittlungsverhandlung vom 10. November 2009 nicht alle Beklagten erschienen seien respektive sich hätten rechtsgenüglich vertreten lassen, sei im Prinzip nach Art. 76 Abs. 2 ZPO-GR eine zweite Vermittlungsverhandlung anzusetzen. Aus prozessökonomischen Gründen werde jedoch auf diesen Schritt verzichtet und es den Parteien anheim gestellt, unter Wahrung einer Frist bis zum 15. Mai 2010 an das Vermittleramt Surses zu gelangen und um die Durchführung einer zweiten Vermittlungsverhandlung zu ersuchen. Unterbleibe dies, so werde auf die Durchführung einer zweiten Verhandlung verzichtet und es werde direkt der
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Leitschein ausgestellt. Die Kläger und die Beklagten hätten in diesem Falle mit Frist ebenfalls bis zum 15. Mai 2010 ihre Rechtsbegehren einzureichen.
E. Aufgrund des Abbruchs der Verhandlungen legten Rechtsanwalt Dietmar Blumenthal, Rodels, und Kreisnotar Patric Vincenz, Surses, die zuvor von den Parteien beauftragt worden waren, einer gütlichen Einigung unter denselben zum Durchbruch zu verhelfen, mit Schreiben vom 13. respektive 20. April 2010 ihr Mandat in der Sache nieder.
F. Da von keiner Seite der Parteien der Wunsch geäussert worden war, es sei vom Vermittleramt Surses eine zweite Vermittlungsverhandlung in der Streitsache durchzuführen, stellte dieses am 31. Mai 2010, mitgeteilt am 1. Juni 2010, den Leitschein aus, unter Aufführung der folgenden Rechtsbegehren:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass das Testament der A. vom 4. November 1996 ungültig ist
2. Feststellung des Nachlasses der A., gestorben 28.5.1999 und des B., gestorben am 21.1.2006
3. Feststellung der Erbquoten und der Erbanteile der Erben der A. und des B.
4. Es seien die landw. Parzellen in der Gemeinde N., nämlich die Parzellen _, _, _, _ sowie die Parzelle _ und die Parzelle _ dem Miterben X3. zum doppelten Ertragswert zuzuweisen und das Grundbuch N. sei anzuweisen, die vorgenannten Parzellen auf den Miterben X3. zu Eigentum einzutragen
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagtschaft
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Abweisung der Klage
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Kläger“
G. Mit Prozesseingabe vom 23. Juni 2010 prosequierten X4., X1., X5., X2., X3. und X6., nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Robert K. Däppen, Chur, die Klage gegen die Erben der A. und die Erben des B. an das Bezirksgericht Albula. Die Rechtsbegehren lauteten:
1. „Es sei gerichtlich festzustellen, dass das Testament der A. vom 4. November 1996 ungültig ist.
2. Es sei der Nachlasses [sic] von A., gestorben 28.5.1999 und der Nachlass von B., gestorben am 21.1.2006, festzustellen.
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3. Es seien die Erbquoten und die Erbanteile der Erben der A. und des B. festzustellen.
4. Es seien die landw. Parzellen in der Gemeinde N., nämlich die Parzellen _, _, _, _ sowie die Parzelle _ und die Parzelle _ dem Miterben X3. zum doppelten Ertragswert zuzuweisen und das Grundbuch N. sei anzuweisen, die vorgenannten Parzellen auf den Miterben X3. zu Eigentum einzutragen.
5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass folgende Beklagten die Klage anerkannt haben:
- C.
- D.
6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass folgende Beklagten auf die Erbschaft verzichtet haben:
- E.
- F.
- G.
- H.
- I.
- J.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.“
Weiterhin wurde der Verfahrensantrag gestellt, es sei das Prozessthema einstweilen auf die Gültigkeit des Testaments von A. vom 4. November 1996 zu beschränken.
H. In seiner Prozessantwort begehrte Y46., Erbe der A., bereits anlässlich des Vermittlungsverfahrens vertreten gewesen und weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Théo Portmann, Chur, auf die Klage sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, da an der durchgeführten Vermittlungsverhandlung vom 10. November 2009 vor dem Vermittleramt Surses die Beklagten nicht vollzählig erschienen respektive zum Teil nicht rechtsgenüglich vertreten gewesen seien, was die Ansetzung einer zweiten Vermittlungsverhandlung notwendig gemacht hätte. Da eine solche nicht stattgefunden habe und dennoch der Leitschein ausgestellt worden sei, könne infolge Ungültigkeit desselben auf die diesbezügliche Klage auch nicht eingetreten werden. Ferner enthielten die klägerischen Rechtsbegehren Punkte, über die gar nie eine Vermittlungsverhandlung durchgeführt worden sei. Schliesslich sei auch die Frist zur Anfechtung des Testaments bereits abgelaufen, weshalb auf Ziffer 1 des klägerischen Rechtsbegehrens nicht eingetreten werden könne.
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I. In der Replik vom 14. Oktober 2010 ergänzten die Kläger Ziffer 6 ihrer Rechtsbegehren der Prozesseingabe vom 23. Juni 2010 dahingehend, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass auch K. auf die Erbschaft verzichtet habe. Des Weiteren führten sie aus, das Vermittleramt Surses habe mit Schreiben vom 7. April 2010 allen Verfahrensbeteiligten die Durchführung einer zweiten Vermittlungsverhandlung angeboten. Keiner der Beklagten hätte aber die Durchführung einer solchen zweiten Verhandlung verlangt. Es erscheine deshalb rechtsmissbräuchlich, wenn Y46. nun vor Bezirksgericht die Einrede erhebe, es sei vorgängig kein ordentliches Vermittlungsverfahren durchgeführt worden, obwohl er es selber durch einfache Mitteilung an das Vermittleramt in der Hand gehabt hätte, ein solches zu verlangen.
J. In der darauf am 30. November 2010 eingereichten Duplik legte Y46. hinsichtlich des Vorwurfs, sich rechtsmissbräuchlich zu verhalten, dar, aus dem Gesetz ergebe sich zwingend, dass bei nicht vollständiger Anwesenheit der Beklagten bei der Vermittlungsverhandlung eine zweite solche anzusetzen sei. Zudem liege die ordnungsgemässe Durchführung des Vermittlungsverfahrens im Interesse der Klägerschaft, weshalb es nicht Aufgabe der Beklagten gewesen sei, die Durchführung einer zweiten Vermittlungsverhandlung zu verlangen.
K. Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juli 2011 teilte das Bezirksgericht Albula den Parteien mit, das Verfahren werde in Anwendung von Art. 93 und Art. 94 ZPO-GR zunächst auf die Fragen allfälliger Mängel im Vermittlungsverfahren, der Fristwahrung für die Erhebung der Ungültigkeitsklage sowie der Gültigkeit des Testaments der A. vom 4. November 1996 beschränkt. Am 14. Dezember 2011 wurde daraufhin vor Bezirksgericht eine Verhandlung über die erwähnten Sachbereiche durchgeführt, an welcher Y46. nunmehr durch Rechtsanwalt Diego Quinter, Chur, vertreten wurde.
L. Mit Urteil vom 15. Dezember 2011, mitgeteilt am 29. März 2012, erkannte das Bezirksgericht Albula das Folgende:
„1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Das Vermittleramt Surses wird angewiesen, innert 60 Tagen seit Zustellung des Urteils eine zweite Sühneverhandlung anzusetzen.
3. Die Kosten des Kreisamtes Surses von Fr. 2‘188.90 sowie die Gerichtskosten des Bezirksgerichtes Albula bestehend aus einer Entscheidgebühr in der Höhe von Fr. 7‘000.- gehen unter solidarischer Haftung zulasten der Kläger.
4. Die Kläger haben den Beklagten Y46. unter solidarischer Haftung überdies ausseramtlich mit Fr. Fr [sic] 26‘713.-- inkl. Mehrwertsteuer
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und Barauslagen zu entschädigen. Weitere ausseramtliche Entschädigungen werden nicht zugesprochen.

## Considerations