# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5270e65d-faf7-4f79-8e05-65e353f6e247
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
Auf dem in der Reservezone gelegenen Grundstück Kat.-Nr. 01 in F befindet sich ein Rebbaubetrieb, der früher G gehörte und heute von seinem Sohn D bewirtschaftet wird.
B.
1998 erteilte die Baukommission F G unter mehreren Auflagen und Bedingungen die baurechtliche Bewilligung (Nr. 1998/34) für den Abbruch einer bestehenden Scheune und die Erstellung einer Gewerbebaute (Kelterei), von Aussenparkplätzen und eines Zufahrtswegs auf dem Grundstück Kat.-Nr. 02 (H-Strasse/I-Strasse). In den folgenden Jahren erteilten die Baubehörden G bzw. D mehrere weitere Bau- und Nutzungsbewilligungen. Heute besteht der Betrieb aus einem Wohnhaus, in dessen Keller sich ein Degustationsraum befindet (I-Strasse 03), sowie einem Oekonomiegebäude, in dessen Erdgeschoss sich ein Verkaufslokal befindet, das ebenfalls als Degustationsraum genutzt wird (I-Strasse 04).
C.
Im Januar 2007 wurde G die bau- und raumplanungsrechtliche Bewilligung erteilt, auf seinem Rebbaubetrieb Degustationen sowie Anlässe wie Apéros, Geburtstags- und Hochzeitsfeiern, Ausstellungen und dergleichen durchzuführen. Gegen diese Bewilligung erhoben A und B, die auf dem benachbarten Grundstück Kat.-Nr. 05 (I-Strasse 06) wohnen, Rekurs. Diesen hiess die Baurekurskommission am 6. November 2007 teilweise gut; sie hob die Bewilligung in Bezug auf jene Anlässe und Ausstellungen auf, die keinen engen Zusammenhang zum landwirtschaftlichen Gewerbe aufwiesen. Das Geschäft wurde zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Baudirektion Zürich zurückgewiesen. In der Folge erteilten die Baudirektion Zürich (am 15. Mai 2008) und der Bauausschuss F (am 9. Juni 2008) D eine Bewilligung für die Durchführung von drei Grossveranstaltungen, nämlich einer dreitägigen Frühlingsdegustation im April, einem Tag der offenen Weinkeller am 1. Mai und einem Degustationsanlass an einem Abend im September; hingegen verweigerte sie die Bewilligung für die Durchführung einer Weihnachtsausstellung und für die Vermietung von Räumlichkeiten. Dieser Entscheid wurde von der Baurekurskommission am 13. Januar 2009 im Wesentlichen – unter Präzisierung des Dispositivs – bestätigt.
D.
Im Frühjahr und Sommer 2011 gelangten A und B mit mehreren Schreiben an das Bauamt der Gemeinde F und beschwerten sich über baurechtliche Missstände auf dem benachbarten Rebbaubetrieb. Sie beantragten den Erlass einer anfechtbaren Verfügung zur Beseitigung des rechtswidrigen Zustands. Am 22. August 2011 teilte die Baukommission A und B mit, dass die auf dem Rebbaubetrieb Ds durchgeführten Anlässe auf rechts- bzw. bewilligungskonforme Weise erfolgten, weshalb kein baurechtliches Bewilligungsverfahren zu eröffnen sei. Im Übrigen werde die Baukommission sämtliche baurechtliche Korrespondenz in dieser Sache den zuständigen Kantonsbehörden zukommen lassen; ohne Zutun des Kantons würden keine weiteren Schritte unternommen. Dementsprechend werde auf die Forderungen der Gesuchstellenden nicht eingetreten.
II.
A.
Am 28. Oktober 2011 erhoben A und B Rechtsverweigerungsrekurs und machten geltend, dass die Gemeinde F die Einhaltung und Umsetzung baurechtlicher Vorgaben gegenüber D nicht an die Hand nehme und es unterlasse, für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu sorgen. Sie stellten die Anträge, (1.) im Bereich der I-Strasse 04 und 03 sei der rechtmässige Zustand herbeizuführen, insbesondere in Bezug auf a) den von der Gemeinde F in der Baubewilligung Nr. 1998/34 geforderten Wendekreis, b) die Erstellung und Nutzung des Degustationsraums (I-Strasse 03), c) den Umbau und Nutzung des Kellers im Wohnhaus (I-Strasse 04), d) die zonenkonforme Nutzung des Geländes (I-Strasse 04 und 03), e) die baurechtlichen und feuerpolizeilichen Auflagen bezüglich der Scheune (I-Strasse 03); (2.) die Einhaltung dieser Anordnungen sei mit effizienten Massnahmen zu überwachen und kontrollieren; (3.) es sei eine Verfügung zuhanden der Eigentümer der I-Strasse 04/03 zu erlassen, in der festgehalten und verfügt werde, dass a) alle nicht bewilligten Anlässe auf dem Areal eine raumplanerische Bewilligung benötigten, b) die Eigentümer der I-Strasse 04 und 03 aufgefordert würden, alle Anlässe, die ausserhalb der bewilligten Anlässe bisher durchgeführt worden seien, im Detail zu melden, c) für alle nicht bewilligten Anlässe, die nach Rechtskraft des Entscheids der Baurekurskommission vom 13. Januar 2009 stattgefunden hätten, sei eine angemessene Busse auszusprechen; (4.) eventualiter sei der Gemeinde eine Fachperson zur Seite zu stellen, die für die Herbeiführung des rechtmässigen Zustands und dessen Aufrechterhaltung an der I-Strasse 04 und 03 beauftragt werde. Ausserdem sei ein nachträgliches Bewilligungsverfahren einzuleiten; während dieser Zeit und bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens sei die Nutzung des Kellers für Anlässe jeder Art unter Androhung von Busse zu verbieten. Ferner sei der Heimatschutz in das Bewilligungsverfahren mit einzubeziehen. Schliesslich sei G aufgrund des vorsätzlichen Verstosses gegen das Baurecht und wegen Gewinnsucht mit einer Busse von mindestens Fr. 50'000.- zu bestrafen.
B.
Mit Entscheid vom 17. April 2012 hiess das Baurekursgericht den Rekurs von A und B teilweise gut und lud den Bauausschuss von F ein, ein Baubewilligungsverfahren betreffend die im Anschluss an Degustationen durchgeführten Abendessen zu eröffnen. Im Übrigen wies das Gericht den Rekurs ab, soweit es auf diesen eintrat, und stellte fest, (1.) dass die Erfüllung der Auflagen des Bauausschussbeschlusses Nr. 1998/34 mit Beschluss vom 18. Oktober 1999 bewilligt und die Auflagen diesen Plänen entsprechend umgesetzt worden seien, und (2.) dass die Ausdehnung des im Mai 2011 durchgeführten "Tages der offenen Weinkeller" von einem auf zwei Tage von der raumplanungsrechtlichen Bewilligung für diesen Anlass gedeckt gewesen sei bzw. dass diesbezüglich kein neuerliches Bewilligungsverfahren durchzuführen gewesen sei (Disp.-Ziff. I). Die Kosten wurden dem Bauausschuss und den Rekurrenten je zur Hälfte auferlegt.
III.
A.
Am 19. Mai 2012 gelangten A und B mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragten, (1.) im Zusammenhang mit dem angefochtenen Baurekursgerichtsentscheid vom 17. April 2012 sei die Gemeinde F nicht nur
einzuladen
, ein Bewilligungsverfahren zu eröffnen, sondern es sei ihr aufzuerlegen, innerhalb von 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Verfahrens von sich aus bezüglich sämtlicher beantragter Anlässe ein nachträgliches Bewilligungsverfahren durchzuführen, unter Androhung von Ordnungsbusse und Ungehorsamsstrafe für den Fall der Zuwiderhandlung sowie von Ersatzverfügungen durch die zuständige Behörde; (2.) der Entscheid des Baurekursgerichts vom 17. April 2012 sei zu ergänzen, indem die Gemeinde unter Androhung von Ordnungsbusse und Ungehorsamsstrafe sowie Ersatzverfügung zu verpflichten sei, innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieser Verfügung a) für die von D durchgeführten, nicht zonenkonformen Anlässe Bussen wegen Gewinnsucht auszusprechen, b) den Gewinn, den G und D durch die nicht bewilligten Anlässe erzielt hätten, einzuziehen bzw. (falls diese Vermögenswerte nicht mehr vorhanden seien) eine Ersatzforderung festzulegen, c) zu verfügen, dass der Wendekreis nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen befahren werden dürfe bzw. für die Durchsetzung eines Fahrverbots zu sorgen, d) D die Durchführung weiterer Anlässe unter Androhung von Busse und Zwangsmassnahmen zu untersagen, und zwar für so lange Zeit, bis eine rechtskräftige Bewilligung für weitere Anlässe vorliege und sämtliche Räumlichkeiten gemäss geltendem Recht umgebaut worden seien, e) D zu verpflichten, alle geplanten Anlässe in Zukunft jeweils spätestens zwei Monate vor deren Durchführung bei der Gemeinde schriftlich anzumelden und dafür eine vorab zu publizierende Bewilligung einzuverlangen, f) für sämtliche Anlässe auf dem Gebiet der I-Strasse 04 und 03 anzuordnen, dass mindesten drei Toiletten (für Männer, Frauen und Personal) während des ganzen Anlasses zur Verfügung stehen müssten, g) für die Nutzung des Estrichs im Oekonomiegebäude (I-Strasse 04) eine Bau- und Nutzungsbewilligung einzuholen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inklusive Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin. Im Rahmen der Beschwerdebegründung beantragten sie ferner, d
ie Gemeinde F sei anzuweisen, D zu verpflichten, sämtliche Lieferungen und Kundenströme über den Zugang auf der Nordseite (über die H-Strasse) zu organisieren und die Zufahrt zum Untergeschoss für Kunden und Lieferanten zu sperren.
B.
Die Baukommission F (Beschwerdegegnerin) beantragte am 7. Juni 2012 die Beschwerdeabweisung. Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2012 stellte D (Mitbeteiligter 1) das Begehren, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdeführenden. Die Baudirektion des Kantons Zürich (Mitbeteiligte 2) verzichtete am 29. Juni 2012 auf Stellungnahme zur Beschwerde.
C.
Am 3. Juli 2012 reichten A und B mehrere Akten ein und wiesen darauf hin, dass aus diesen hervorgehe, dass D auch während des laufenden Verfahrens regelmässig Anlässe durchführe, die gegen die Bewilligungsvorgaben verstiessen.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist das Verwaltungsgericht zur Behandlung der vorliegend infrage stehenden Angelegenheit grundsätzlich zuständig.
1.2
Vorab stellt sich die Frage, ob das erhobene Rechtsmittel als (formelle) Rechtsverweigerungsbeschwerde aufzufassen ist oder als (materielle) Beschwerde gegen die behauptete Weigerung, den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen. Die Beschwerdeführenden machen geltend, dass die Vorinstanz ihren Rekurs zu Unrecht materiell behandelt habe; korrekterweise hätte sie ihn vollumfänglich gutheissen müssen mit der Begründung, dass die Beschwerdegegnerin keine anfechtbare Verfügung erlassen habe.