# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b3e42459-10a6-433b-bff6-8f4bc21abd96
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. L._, Staatsangehöriger von Kroatien, wurde 1983 in der Schweiz geboren (Vorakten
Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 7 ff.). Abgesehen von einem Unterbruch von
sieben Jahren zu Beginn seiner Kindheit, während dem er in Kroatien lebte, lebte er in
der Schweiz. Er verfügt über eine Niederlassungsbewilligung, deren Kontrollfrist
letztmals bis am 17. September 2013 verlängert wurde.
B. Am 4. Januar 2007 heiratete L._ die ungarische Staatsangehörige M._, geboren
1980. Diese reiste am 20. April 2007 in die Schweiz ein und verfügt über eine
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Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA (gültig bis 19. April 2022). Ihr gemeinsames Kind N._,
geboren 2007, verfügt über eine Niederlassungsbewilligung. Seit 29. Februar 2008 lebt
das Ehepaar getrennt. Mit Eheschutzentscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom
23. April 2009 wurde die Obhut über das Kind der Mutter zugeteilt und L._ zur
Leistung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von CHF 600 verpflichtet (Dossier M._,
S. 77 ff.).
C. L._ wurde seit seinem 15. Altersjahr (erstmals mit Urteil der Jugendanwaltschaft
St. Gallen vom 2. Dezember 1998) mehrfach verurteilt, zunächst wegen eines
Ladendiebstahls, später wegen mehrfachen Raubs, Raubversuchs und Diebstahls,
etlicher Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz, unter anderem auch wegen
Führens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand, mehrerer Widerhandlungen
gegen das Betäubungsmittelgesetz, des Angriffs, wegen Nichteinhaltung der
Schliessungszeit (Restaurant), falscher Anschuldigung, Raufhandels, Vergehens gegen
das Waffengesetz und mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und
schliesslich mit Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 19. Mai 2015
beziehungsweise des Kantonsgerichts St. Gallen vom 14. Oktober 2016 wegen
mehrfacher schwerer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,
Freiheitsberaubung und Entführung unter erschwerenden Umständen sowie
Vernachlässigung von Unterhaltspflichten. L._ wurde mit dem Entscheid zu einer
Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Er war am 15. Februar 2012 festgenommen
worden und befand sich seit dem 27. Dezember 2012 im vorzeitigen Strafvollzug. Nach
der Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug im November 2015 lebte er kurz bei
seiner Ehefrau; per 24. Dezember 2015 trennten sich die Ehegatten definitiv. Die Ehe
wurde am 18. November 2016 geschieden (act. 7/36.3).
D. Mit Schreiben vom 19. April 2004 war L._ aufgrund seiner strafrechtlichen
Verurteilungen ausländerrechtlich verwarnt und angehalten worden, sich künftig in
jeder Beziehung klaglos zu verhalten. Am 2. November 2015 widerrief das
Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von L._. Den dagegen durch seine
damalige Rechtsvertreterin erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 12. Januar 2018 ab (act. 2/1).
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E. L._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 15. Januar 2015 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 30. Januar 2018 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid, soweit er den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die
Ansetzung einer Ausreisefrist betreffe, aufzuheben und ihm die
Niederlassungsbewilligung zu belassen, eventualiter die Angelegenheit an die
Vorinstanz zur neuen Prüfung und zu neuem Entscheid zurückzuweisen.
Subeventualiter sei mit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung keine
Einreisesperre zu verfügen. Der zuständige Abteilungspräsident entsprach am
31. Januar 2018 dem Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung im Beschwerdeverfahren.

## Considerations

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2018 auf die Erwägungen
in ihrem Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Entgegen ihrem
Antrag auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtete der
Beschwerdeführer stillschweigend auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 15. Januar 2018 versandten Rekursentscheid
wurde mit Eingabe vom 30. Januar 2018 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal wie
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich einzutreten.
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Der Beschwerdeführer beantragt, es sei von einer Einreisesperre abzusehen. Die
anfechtbare Verfügung bildet objektive Voraussetzung und sachliche Begrenzung des
Anfechtungsverfahrens (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 579). Anfechtungsgegenstand ist einzig der Entscheid der
Vorinstanz vom 12. Januar 2018, mit welchem der Rekurs gegen den vom kantonalen
Migrationsamt am 2. November 2015 verfügten Widerruf der
Niederlassungsbewilligung abgewiesen wurde. Insbesondere lag und liegt zurzeit kein
Antrag der kantonalen Behörden zuhanden der zuständigen Bundesbehörden vor, es
sei gegenüber dem Beschwerdeführer ein Einreiseverbot zu verhängen (vgl. Art. 67 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, Ausländergesetz, SR 142.20,
AuG, in Verbindung mit Art. 81 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE). Auf dieses Begehren kann dementsprechend
nicht eingetreten werden.
2. Bei der Nichtverlängerung beziehungsweise beim Widerruf von
Niederlassungsbewilligungen ausländischer Personen ist das Ausländergesetz
anwendbar, soweit keine günstigeren Bestimmungen des Bundesrechts oder
völkerrechtlicher Verträge zur Anwendung gelangen (vgl. Art. 2 AuG; VerwGE
B 2013/118 vom 11. März 2014 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend ist aufgrund
der kroatischen Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers das Abkommen zwischen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit anwendbar
(SR 0.142.112.681, FZA).
Die Niederlassungsbewilligung kann nur widerrufen werden, wenn der Ausländer zu
einer längerfristigen Freiheitsstrafe, das heisst zu einer solchen von mehr als einem
Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht kumuliert werden
(vgl. Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG; BGE 137 II 299
E. 2). Unerheblich ist, ob die ausgefällte Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt
ausgesprochen worden ist (vgl. dazu BGer 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1).
Ein Widerrufsgrund ist sodann gegeben, wenn der Ausländer in schwerwiegender
Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat oder diese
gefährdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Eine ausländische Person verstösst in der Regel
dann in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung, wenn
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durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die
körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet
werden. Vergleichsweise weniger gravierende Pflichtverletzungen können als
schwerwiegend bezeichnet werden, wenn sich eine ausländische Person von
strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch
künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II
304 E. 3.3 mit Hinweis auf BBl 2002 3709 zu Art. 62 AuG).
Diese Widerrufsgründe gelten auch für Niederlassungsbewilligungen ausländischer
Personen, die sich wie der Beschwerdeführer seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen
und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Die
Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich seit langem hier aufhält, soll aber
nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter beziehungsweise schwerer
Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausländer
hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. etwa
BGE 139 I 16 E. 2.2.1). Im Gegensatz zur früheren Rechtsprechung (vgl. BGer 2A.
297/2006 vom 14. August 2006 E. 2) fordert das Bundesgericht heute also nicht mehr
Gewaltdelikte beziehungsweise wiederholte schwere Straffälligkeit.
Unter dem Gesichtspunkt des FZA ist zu berücksichtigen, dass Art. 5 Anhang I FZA
besagt, dass die auf Grund des FZA eingeräumten Rechte nur durch Massnahmen
eingeschränkt werden dürfen, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit
und Gesundheit gerechtfertigt sind. Art. 5 Anhang I FZA steht – anders als das
Landesrecht – aufenthaltsbeendenden Massnahmen entgegen, die allein aus
generalpräventiven Gründen verfügt werden (BGer 2C_221/2012 vom 19. Juni 2012
E. 3.3.2). Von der ausländischen Person muss eine hinreichend schwere und
gegenwärtige Gefährdung der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit
ausgehen (vgl. BGer 2C_845/2009 vom 17. August 2010 E. 3; BGE 130 II 493 E. 3.2;
BGE 130 II 176 E. 3.4.1). Es kommt also wesentlich auf das Rückfallrisiko an. Verlangt
wird eine nach Art und Ausmass der möglichen Rechtsgüterverletzung zu
differenzierende, hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass der Ausländer auch künftig die
öffentliche Sicherheit und Ordnung stören wird. Je schwerer die möglichen
Rechtsgüterverletzungen wiegen, desto niedriger sind die Anforderungen, die an die
hinzunehmende Rückfallgefahr zu stellen sind (BGer 2C_839/2011 vom 28. Februar
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2012 E. 2.3). Nicht vorausgesetzt ist, dass der frühere Straftäter mit Sicherheit wieder
delinquieren wird (BGer 2C_1071/2016 vom 30. März 2017 E. 4.5.2). Umgekehrt ist für
das Verneinen der Rückfallgefahr nicht erforderlich, dass kein Restrisiko mehr besteht
(BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015 E. 4.2). Massgeblich für die Beurteilung der
Rückfallgefahr ist grundsätzlich der Zeitpunkt der Verfügung der
aufenthaltsbeendenden Massnahme (BGer 2C_1071/2016 vom 30. März 2017 E. 4.5.2).
2.1. Vorliegend sind die Widerrufsgründe von Art. 63 Abs. 1 lit. a und b AuG
grundsätzlich gegeben, denn der Beschwerdeführer wurde über eine lange Zeit hin
wiederholt straffällig und selbst diverse strafrechtliche Verurteilungen sowie eine
ausländerrechtliche Verwarnung hielten ihn nicht von weiteren Delikten ab. Zudem
verurteilte ihn das Kantonsgericht St. Gallen mit Entscheid vom 4. Oktober 2016 zu
einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und ging dabei von einem beträchtlichen
Verschulden aus (act. 7/20.1 S. 25).
2.2. Es stellt sich aufgrund der Anwendbarkeit des FZA allerdings die vom
Beschwerdeführer aufgeworfene Frage der Rückfallgefahr.
In diesem Zusammenhang bringt der Beschwerdeführer vor, dass das Kantonsgericht
mit Entscheid vom 2. November 2015 eine Wiederholungsgefahr klar verneint habe
(vgl. act. 1 S. 10 ff.). Einer bedingten Entlassung hätte das Kantonsgericht nicht
zugestimmt, wenn angenommen worden wäre, dass der Beschwerdeführer weitere
Verbrechen oder Vergehen begehen würde. Zudem habe der Beschwerdeführer
erstmals eine lange Freiheitsstrafe verbüsst; sie habe ihm die Augen geöffnet. Seit der
Entlassung aus dem Strafvollzug sei er nicht mehr straffällig geworden. Er führe zudem
inzwischen ein Unternehmen, das er selbst aufgebaut habe. Trotz der anfänglich nicht
rosigen Startphase sei er standhaft geblieben und nicht mehr straffällig geworden. Die
meisten seiner Delikte seien zudem Bagatelldelikte gewesen. Diese Strafen würden
weit zurückliegen und seien deshalb für das migrationsrechtliche Verfahren nicht mehr
massgebend. Die Vorinstanz habe sich mit den spezifischen Tathergängen der
relevanten Taten nicht eingehend auseinandergesetzt. Zum Beispiel habe die
Freiheitsberaubung und Entführung im Jahr 2011 lediglich wenige Stunden gedauert.
Und beim im Jahr 2002 verübten Raub seien keine Waffen verwendet worden. Der
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Cannabis-Handel liege zudem mehr als zehn Jahre zurück. Es sei in seinem Fall von
einer günstigen Prognose auszugehen.
Der Beschwerdeführer verkennt beim Heranziehen des Entscheids vom 2. November
2015, dass sich die ausländerrechtliche Rückfallgefahr von der haftrechtlichen
Wiederholungsgefahr massiv unterscheidet. Denn bei der Annahme von
Wiederholungsgefahr ist Zurückhaltung geboten, zumal die Präventivhaft einen
schwerwiegenden Eingriff in das Recht der persönlichen Freiheit darstellt (vgl. BGE 123
I 268; BGE 105 Ia 26). Bei der haftrechtlichen Wiederholungsgefahr ist eine erhebliche
Gefährdung der Sicherheit anderer erforderlich, wie dies das Kantonsgericht in seinem
Entscheid zurecht ausführt (act. 7/1.3 S. 4). Ausserdem erfordert die
Wiederholungsgefahr eine sehr ungünstige Rückfallprognose (act. 7/1.3 S. 10). Die
ausländerrechtliche Rückfallgefahr ist demgegenüber nicht an dieselben hohen
Voraussetzungen gebunden. Haftrechtlich ist eine hohe Wahrscheinlichkeit der
Rückfälligkeit erforderlich, während ausländerrechtlich auch im Anwendungsbereich
des FZA bei ausreichend schwerer beziehungsweise sehr gehäufter Delinquenz eine
weit weniger hohe Rückfallgefahr nicht in Kauf genommen werden muss. Die
Rückfallgefahr ist vorliegend aber hoch. Denn der Beschwerdeführer verübte in seiner
Jugend nicht ein paar wenige Bagatelldelikte, die ihm als Jugendsünden verziehen
werden könnten, sondern war laut den vorliegenden Akten vom 15. Altersjahr an
konstant straffällig, in unterschiedlichem Ausmass. Dabei gefährdete er die öffentliche
Sicherheit und Ordnung teilweise schwer (z.B. mehrfacher Raub). Zudem liess er sich
in der Vergangenheit durch nichts von seiner Delinquenz abhalten, weder durch
strafrechtliche Verurteilungen noch eine ausländerrechtliche Verwarnung. Mit Entscheid
des Kantonsgerichts vom 8. Dezember 2014 wurde ihm deshalb eine schlechte
Prognose ausgestellt; der Beschwerdeführer zeige weder Einsicht noch Reue und sei
unbelehrbar. Und auch im Vollzugsbericht vom 21. Dezember 2015 bescheinigt man
dem Beschwerdeführer ungünstige Faktoren in Bezug auf die Legalprognose
(Einbindung in ein prokriminelles Umfeld, gewisser Dominanzanspruch) (act. 7/1.4).
Dies alles deutet ausländerrechtlich auf eine signifikante Rückfallgefahr hin. Dass sich
der Beschwerdeführer seit 2012 wohl verhielt, ist angesichts dessen, dass er vom
15. Februar 2012 bis November 2015 gar keine Möglichkeit zu weiteren Straftaten hatte
(Haft, vorzeitiger Strafvollzug), gleichzeitig mit seiner Entlassung aus dem vorzeitigen
Strafvollzug das vorliegende ausländerrechtliche Verfahren eröffnet wurde und bis
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Herbst 2016 das Strafurteil erwartet wurde, keine Überraschung und deutet nicht auf
eine grundlegende Veränderung hin, zumal die Verharmlosung seiner Straftaten in der
vorliegenden Beschwerde (z.B. lediglich wenige Stunden der Entführung, keine Waffen
beim Raub) weiterhin eine fehlende Einsicht in den Unrechtsgehalt derselben
ausdrückt. Es ist deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft mit
strafrechtlich auffälligem Verhalten des Beschwerdeführers in allen Kategorien seiner
vergangenen Delinquenz zu rechnen. Seine beträchtliche kriminelle Energie ergibt sich
vorliegend vor allem aus der Anzahl der von ihm trotz ausländerrechtlicher Verwarnung
und diverser Strafurteile begangenen Delikte. Zu bedenken gilt dabei, dass angesichts
der Schwere gewisser Delikte vorliegend auch eine mittlere Rückfallgefahr ausreichen
würde, um den verhältnismässig strengen Voraussetzungen des FZA zu genügen.
2.3. Ein Widerrufsgrund ist damit gegeben.
3. Ist das Vorliegen eines Widerrufsgrunds zu bejahen, ist sodann zu prüfen, ob der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung verhältnismässig ist (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG;
Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101,
BV). Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Delikts
und das Verschulden des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das
Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration
beziehungsweise die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen.
Vorliegend ist das öffentliche Interesse am Entzug der Niederlassungsbewilligung
angesichts der hohen Rückfallgefahr des Beschwerdeführers sowie seines straf- und
ausländerrechtlichen Verschuldens beträchtlich und in Kombination mit seiner überdies
ausgewiesenen (offene Verlustscheine und Betreibungen im Bereich einer halben
Million Schweizer Franken) desolaten wirtschaftlichen Situation insgesamt sehr hoch,
auch wenn der Beschwerdeführer sich laut den von ihm eingereichten
Lohnabrechnungen von Juli bis Dezember 2017 einen Lohn auszahlen konnte, der
jeweils um CHF 3‘000 netto betrug (act. 1 S. 9; act. 7/36.6). Denn rund CHF 3‘000
können auf die Dauer nicht zur Bestreitung seines Bedarfs, eines angemessenen
Unterhalts für sein Kind und zur (relevanten) Abtragung seines immensen
Schuldenbergs ausreichen. Es muss bei dieser Einkommenshöhe vielmehr damit
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gerechnet werden, dass weitere Schulden anfallen, sobald die nicht nachhaltig
etablierte selbständige Geschäftstätigkeit einen Einbruch erleidet oder sich seine
private Situation verändert. Solche Veränderungen sind nicht ausgeschlossen,
substantiiert doch der Beschwerdeführer in keiner Weise konkrete Gründe für die
Annahme, dass das Unternehmen nun mit dem Vertrieb von CBD-Tabak mit Sicherheit
florieren werde (act. 1 S. 9). Aber auch ohne solche Veränderungen dürfte dieses
Einkommen nicht ausreichen, denn bei der Festlegung des Unterhaltsbetrags ging man
von einem leicht höheren Einkommen aus (rund CHF 3‘500 netto). Ausserdem wurden
in die Bedarfsberechnung des Beschwerdeführers die Ausgaben für den Grundbedarf
(Essen, Kleider etc.) nicht einbezogen, die laut Kreisschreiben über die Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) der kantonalen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs bei einem in Wohngemeinschaft
(ohne Kinder) lebenden Schuldner CHF 1‘050 und bei einem alleinstehenden Schuldner
CHF 1‘230 betragen. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde die Privat/
Haftpflichtversicherung. Mit diesen zusätzlichen Beträgen sowie den vom
Beschwerdeführer selbst behaupteten monatlichen Ausgaben von CHF 1‘904 (ohne
Steuern, ohne die Schuldentilgung von CHF 100 pro Monat und ohne Selbstbehalte im
Zusammenhang mit anfallenden Gesundheitskosten [vgl. 2/6]) wird schnell klar, dass
dem Beschwerdeführer auf Dauer keine (relevante) Schuldentilgung aus eigener Kasse
möglich ist und dass die Gefahr neuer Schulden die Wahrscheinlichkeit eines
relevanten Schuldenabbaus deutlich übersteigt. Dies bestätigt das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege; der Beschwerdeführer ist weiterhin bedürftig und auf
staatliche Unterstützung angewiesen.
Demgegenüber stehen die privaten Interessen des Beschwerdeführers, der hier
geboren wurde und den grössten Teil seines Lebens in der Schweiz verbracht hat und
damit selbstverständlich des Schweizerdeutschen mächtig ist. Angesichts der sich
noch im Aufbau befindlichen Unternehmung im Fürstentum Liechtenstein (nicht in der
Schweiz) sind die wirtschaftlichen Interessen des Beschwerdeführers an einem
Verbleib in der Schweiz praktisch inexistent; sein Interesse an einem allenfalls besseren
Lebensstandard in der Schweiz kann nach ständiger Rechtsprechung nicht
berücksichtigt werden. Das Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der
Schweiz beschränkt sich damit vor allem auf seine (erweiterte) Familie, die laut seiner
Beschwerdeschrift das Wichtigste für ihn ist, und seinen Freundeskreis, der allerdings
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trotz weitreichender Mitwirkungspflicht nicht weiter substantiiert wurde und
demzufolge zu vernachlässigen ist. Auch der Kontakt zu seiner erweiterten Familie ist in
der Intensität trotz der weitreichenden Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers
weder umschrieben noch belegt. Der Beschwerdeführer behauptet insbesondere eine
innige, stark affektive Beziehung zu seinem Sohn, der unter der Obhut von dessen
Mutter steht. Angesichts der Tatsache, dass weder Angaben zu Modalitäten, Art und
Häufigkeit der Ausübung des Besuchsrechts gemacht und belegt werden, noch ein
Schreiben von N._ zur Intensität der Beziehung im Recht liegt, darf an der Intensität
dieser Beziehung gezweifelt werden. Doch selbst wenn diese Beziehung eng wäre,
vermöchte sie alleine die öffentlichen Interessen nicht aufzuwiegen, zumal die
Beziehung (wenn auch nicht im vom Beschwerdeführer gewünschten Ausmass)
weiterhin gelebt werden kann, einerseits in Form von Besuchsaufenthalten N._s beim
Beschwerdeführer (Busfahrten nach Kroatien sind für sehr wenig Geld zu haben;
ausserdem wäre es dem Beschwerdeführer zuzumuten, auch in Kroatien einer Arbeit
nachzugehen und seinem Sohn diese Busfahrten zu bezahlen) und anderseits via
elektronische Hilfsmittel. Wenn dem Sohn die Beziehung zu seinem Vater wichtig ist,
wie Letzterer behauptet, wird er die Begleitung der Mutter oder Verwandter des
Beschwerdeführers für die Reise einfordern. Ausserdem ist der Sohn bald in einem
Alter, in dem er eine solche Busfahrt zu seinem Vater und zurück alleine antreten kann.
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang auch, dass dem Beschwerdeführer
aufgrund der ausländerrechtlichen Verwarnung im Jahre 2004 die möglichen
Konsequenzen auf sein Privatleben lange vor der Geburt seines Sohnes bekannt waren
und er damit bereits bei dessen Geburt wusste, dass er die Beziehung zu seinem Sohn
durch strafrechtliches Verhalten gefährden könnte. Dennoch gilt es zu anerkennen,
dass das private Interesse am Verhältnis zu seinem Sohn gewichtig ist. Es vermag aber
die bedeutenden öffentlichen Interessen nicht zu überwiegen, zumal einige der
gewichtigen Nachteile für die Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinem
Sohn dank moderner Kommunikationsmittel usw. abgeschwächt werden können. Art. 8
der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101, EMRK) ist aufgrund des weiterhin möglichen Kontakts in dieser Art und
Weise nach ständiger Rechtsprechung nicht verletzt. Der Beschwerdeführer verbrachte
nach seiner Geburt sieben Jahre in Kroatien. Damit ist er mit der kroatischen Sprache
und Kultur ausreichend vertraut, dass es ihm als unternehmerisch denkendem
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Menschen zugetraut werden kann, sich in Kroatien eine neue Existenz aufzubauen. Im
Übrigen war er bereits während seines Aufenthalts in der Schweiz an Grundstücken mit
wirtschaftlichen Zwecken in Bosnien beteiligt.
Die Nichtverlängerung der Niederlassungsbewilligung ist daher mit Art. 8 EMRK
vereinbar und verhältnismässig.
4. Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV)
umfasst das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung
eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern sowie das Recht auf Abnahme der
angebotenen rechtserheblichen Beweismittel. Das Recht der betroffenen Person auf
Äusserung schliesst indes keinen Anspruch auf mündliche Anhörung ein. Auch lässt
sich daraus keine allgemeine Pflicht der Behörde zur Abnahme aller angebotenen
Beweise ableiten. So kann ein Beweisantrag abgelehnt werden, wenn die Verwaltungs-
oder Gerichtsbehörde sich ihre Meinung aufgrund zuvor erhobener Beweise bilden
konnte und sie ohne Willkür in vorweggenommener, antizipierter Beweiswürdigung
annehmen darf, die gewonnene Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen
nicht erschüttert (vgl. BGer 2C_564/2014 vom 20. April 2015 E. 3.1 mit weiteren
Hinweisen). Nichts anderes ergibt sich aus dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. VerwGE
B 2012/21 vom 15. Oktober 2012 E. 4.1.2, www.gerichte.sg.ch). Gestützt auf Art. 47
Abs. 4 AuG und Art. 73 Abs. 3 VZAE hat eine Anhörung der Kinder zu erfolgen, „sofern
dies erforderlich ist“. Das entspricht auch Art. 12 des Übereinkommens über die
Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention; SR 0.107, KRK). Eine solche persönliche
Anhörung ist nicht in jedem Fall unerlässlich; wenn die Kinder durch ihre Eltern
vertreten werden und beider Interessen gleichläufig sind, kann die Ansicht der Kinder
auch ohne persönliche Anhörung durch die Eltern eingebracht werden, sofern der
rechtserhebliche Sachverhalt auch ohne diese Anhörung rechtsgenüglich festgestellt
werden kann (BGer 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 5.1 mit Hinweisen).
Die geforderten Anhörungen beziehungsweise Zeugenaussagen sind vorliegend nicht
erforderlich. Es ist nicht zu erwarten, dass dadurch zusätzliche Erkenntnisse gewonnen
werden könnten, welche sich nicht bereits aus den Akten ergäben. Damit durften auch
das Migrationsamt und die Vorinstanz von einer persönlichen Anhörung und den
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angebotenen Zeugenaussagen absehen, ohne Art. 12 KRK, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 12
VRP und Art. 47 Abs. 4 AuG zu verletzen.
5. Die Vorinstanz hat demzufolge recht- und verhältnismässig entschieden; die
Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten war.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Zufolge bewilligter unentgeltlicher
Prozessführung gehen die Kosten zulasten des Staates (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272,
ZPO). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Vor Verwaltungsgericht wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt
(Art. 99 Abs. 1 VRP). Damit wird die staatliche Honorarordnung für die Vorbereitung
und Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewandt (Art. 30
lit. b Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher
Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1'000 bis 12'000 (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten
Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach
Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den
wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Angemessen erscheint vorliegend
ein gekürztes Honorar von CHF 1‘600 zuzüglich Barauslagen von CHF 80 (pauschal
vier Prozent von CHF 2‘000; Art. 28 HonO) und 7,7 Prozent Mehrwertsteuer (Art. 29
HonO).