# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a95deb0-086a-5325-a0ea-3b34af762641
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Anlässlich der Geburt erlitt der am 28. November 2005 zu früh geborene
X._
(33 5/7 Schwangerschaftswoche [SSW]) ein Atemnotsyndrom bei verzöger
ter Lungenflüssigkeitsresorption, eine diabetische Fetopathie mit Hypo
glykämie sowie eine Hyperbilrubinämie (Urk. 7/3/3). Seine Eltern meldeten ihn am
3. Juli
2006 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/1). PD Dr. med.
A._
, Leitender Arzt der Klinik für Neoantologie des Univer
sitätsspitals
B._
, bezeichnete das Atemnotsyndrom in seinem Bericht vom 24. August 2006 als Ziff. 497 des Anhangs zur Verordnung über die Geburtsgebrechen (GgV) und die diabetische Fetopathie mit Hypoglykämie als Ziff. 498 GgV Anhang (Urk. 7/3/3). Am 18. Dezember 2006 teilte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Mutter des Versicherten mit, dass sie die Kosten für die Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 497 und Ziff. 498 GgV Anhang ab dem 28. November 2005 bis zum Abschluss der In
tensiv
behandlung, längstens bis zum 12. Dezember 2005, übernehme (Urk. 7/6). Am 3. Februar 2006 stellte das Stadtspital
C._
der Kranken
versiche
rung des
X._
, Helsana Versicherungen AG (im Folgenden kurz: Helsana) für den an die Intensivbehandlung im
B._
anschlies
senden Spital
aufenthalt vom 12. bis 23. Dezember 2005 Rechnung in Höhe von Fr. 4'347.-- (Urk. 3/6). Mit Schreiben vom 24. Mai 2007 (Urk. 3/7) gelangte die Helsana an die IV
Stelle und ersuchte im Rahmen des Regresses um Erstattung des von ihr als Vorleistungspflichtige bezahlten Aufenthaltes des
X._
im Stadtspital
C._
in Höhe von Fr. 4'347.--. Nachdem die IV-Stelle mit Brief vom 4. Juni 2007 (liegt nicht bei den Akten) eine Kostenübernahme abgelehnt hatte, ersuch
te die Helsana am 7. Juni 2007 (Urk. 7/7) um nochmalige Prüfung der Rück
forderung. Mit Vorbescheid vom 13. Juni 2007 wurde der Helsana (Urk. 3/8) und der Mutter des Versicherten (Urk. 7/8) die Ablehnung der Kostengutsprache für den Spitalaufenthalt vom 12. bis zum 23. Dezember 2005 in Aussicht ge
stellt. Die IV-Stelle begründete ihren Entscheid damit, dass die Rückforderung seitens der Helsana am 24. Mai respektive 7. Juni 2007 bean
tragt worden sei, der Spital
aufenthalt indessen bis am 23. Dezember 2005 gedauert habe, womit eine Kosten
übernahme nicht mehr möglich sei, weil diese über zwölf Monate nach Entstehen des Leistungsanspruches beantragt worden sei (Urk. 7/8). Dage
gen erhob die Helsana am 29. Juni 2007 Einwendungen (Urk. 7/10). Mit Ver
fügung vom 21. August 2007 hielt die IV-Stelle an ihrer ablehnenden Haltung fest (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung erhob die Helsana am 4. September 2007 Beschwerde mit dem Antrag, die IV-Stelle sei zu verpflichten, im Zusammenhang mit den Geburts
gebrechen Ziff. 497 und Ziff. 498 GgV Anhang die Kosten für den an die Intensivbehandlung anschliessenden stationären Aufenthalt des Versicher
ten im
B._
vom 12. bis zum 23. Dezember 2005 zu übernehmen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 17. September 2007 ersuchte die Beschwerde
gegne
rin
um
Abweisung
der
Beschwerde
(Urk. 6). Mit
Verfügung
vom
20. Sep
tem
ber 2007 lud das Gericht den Versicherte zum Prozess bei und setze ihm Frist an, um zur Beschwerde und zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen (Urk. 8). Nachdem er sich innert Frist nicht hatte vernehmen lassen, schloss das Gericht den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 8. November 2007 (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die Übernahme der Kosten für die Spitalpflege des Versicherten vom 12. bis zum 23. Dezember 2005 im Stadtspital
C._
zu Recht verweigert hat.
2.1
Zur Begründung ihres Entscheides bringt die Beschwerdegegnerin vor, sie habe mit Mitteilung vom 18. Dezember 2006 über die Anmeldung vom 5. Juli 2006 entschieden und die gesamten damals beantragten Leistungen zugesprochen, indem die Kosten für den stationären Aufenthalt für den Zeitraum vom 28. Novem
ber bis zum 12. Dezember 2005 übernommen worden seien. Es sei ihr
damals nicht bekannt gewesen, dass der stationäre Aufenthalt über den 12. Dezem
ber 2005 hinaus angedauert habe, da weder in der Anmeldung noch im Arztbericht des
B._
etwas Entsprechendes erwähnt worden sei. Wäre mit der Mitteilung vom 18. Dezember 2006 das Leistungsgesuch der Eltern (des Versicher
ten) oder der Beschwerdeführerin nicht oder nur teilweise befriedigt worden, wäre es Sache der Parteien gewesen, die Mitteilung rechtzeitig anzu
fechten und eine beschwerdefähige Verfügung zu verlangen. Erwachse eine ergangene Mitteilung
hingegen in Rechtkraft, gelte die Anmeldung damit als erledigt. Würden nach Abschluss des Verfahrens neue Ansprüche ange
meldet, könne die Leistung nur für die der neuen Anmeldung vorangegangenen zwölf Kalendermonate rückwirkend zugesprochen werden. Weil die Beschwer
de
gegne
rin nicht gewusst habe, dass der stationäre Aufenthalt über den 12. Dezember 2005 hinaus angedauert habe, müssten die Schreiben der Be
schwer
de
führerin vom 24. Mai und vom 7. Juni 2007 erst Recht als Neu
anmeldungen eingestuft werden, womit eine Kostenübernahme unter Berück
sichti
gung
von
Art. 48
Abs. 2 des Gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) ausser Betracht falle. Die Kosten für den gesamten stationären Aufenthalt könnten von der Beschwer
de
gegnerin nicht übernommen werden, auch wenn dies in Art. 64 Abs. 3 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) so vorgesehen wäre (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ein Urteil des hiesigen Gerichts vom 15. März 2006 auf den Standpunkt, dass die Be
schwer
de
gegnerin die gesamten Kosten für die Behandlung der Geburtsgebre
chen hätte übernehmen müssen, d.h. auch die Kosten im Zusammenhang mit dem an die Intensivbehandlung anschliessenden stationären Aufenthalt. Dies gehe im Übrigen auch aus Art. 64 Abs. 3 ATSG hervor. Alsdann hätte die Beschwerdegegnerin gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vornehmen müssen. Deren Vorbringen, es sei ihr nicht bekannt gewesen, dass der Versicherte nach der Intensivpflegebehandlung stationär weiterbehandelt worden sei, sei nicht stichhaltig, weil die Beschwerde
gegnerin im Rahmen des Abklärungsverfahrens verpflichtet sei, Erfahrungs
tatsachen abzurufen, worunter hier die Tatsache falle, dass ein Neugeborenes, welches nach der Geburt intensivmedizinisch behandelt werden müsse, nach Abschluss dieser Behandlung stationär weiterbehandelt werden müsse. Mit der Anmeldung im Sinne von Art. 48 Abs. 2 IVG sei nicht die Geltendmachung der Forderung, sondern die Anmeldung des Geburtsgebrechens gemeint, womit die Anmeldung vorliegend innerhalb der Frist von Art. 48 Abs. 2 IVG erfolgt sei. Rechtmässig entschieden sei hier nur über einen Teil der beantragten Leistung worden. Das Verfahren sei daher gar nicht vollständig abgeschlossen. Für den vorliegend zu beurteilenden Zeitraum habe die Beschwerdegegnerin keine ablehnende Verfügung erlassen, womit die Anmeldung vom 3. Juli 2006 in die
sem Umfang ihre Wirkung nicht verloren habe. Selbst wenn davon ausgegan
gen werden müsste, dass das Verfahren abgeschlossen worden wäre, käme dennoch Art. 24 Abs. 1 ATSG und nicht Art. 48 Abs. 2 IVG zur Anwendung. Denn eine verspätete Anmeldung liege dann nicht vor, wenn die Verwaltung anlässlich einer ersten Anmeldung einen hinreichend geltend gemachten Leistungsanspruch übersehe und diesbezüglich keine Verfügung getroffen habe. Das Kreisschreiben über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invaliden
versiche
rung (KSIH) halte ergänzend dazu fest, dass, wenn sich die versicherte Person zu einem späteren Zeitpunkt erneut anmelde, die spätere Nachzahlung von Leistungen einer absoluten Verwirkungsfrist von fünf Jahren, rückwärts gerechnet ab dem Zeitpunkt der Neuanmeldung, unterliege (Urk. 1 S. 4 ff.).
3.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmun
gen des IVG vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) vom 28. September 2007, des ATSG sowie das Bundesgesetz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanz
aus
gleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) vom 6. Okto
ber 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechts
normen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Ent
scheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den mate
riel
len Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Weil die angefochtene Verfügung am 21. August 2007 erging, gelangen die revidierten materiellen Vorschriften des IVG, der IVV und des ATSG im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2007 in Kraft gewesen sind
.
3.1
3.1.1
Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen medizini
schen Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat bezeichnet die Gebre
chen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG). Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei vollende
ter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GgV).
3.1.2
Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG umfassen die von der Invalidenversicherung gestützt auf Art. 12 oder 13 IVG übernommenen medizinischen Eingliederungs
massnahmen die Behandlung, die vom Arzt oder von der Ärztin selbst oder auf ihre Anordnung durch medizinische Hilfspersonen in Anstalts
oder Hauspflege vorgenommen wird.
3.2
Nach Art. 64 Abs. 1 ATSG wird
d
ie Heilbehandlung, soweit die Leistungen gesetz
lich vorgeschrieben sind, ausschliesslich von einer einzigen Sozial
versiche
rung übernommen. Nach Abs. 2 geht, wenn die Voraussetzungen des jeweiligen Einzelgesetzes erfüllt sind, die Heilbehandlung im gesetzlichen Umfang und in
nachstehender Reihenfolge zu Lasten: der Militärversicherung (lit. a), der Unfallversicherung (lit. b), der Invalidenversicherung (lit. c), der Krankenversicherung (lit. d). Der leistungspflichtige Sozialversicherungsträger übernimmt auch dann allein und uneingeschränkt die Heilungskosten bei stationärer Behandlung, wenn der Gesundheitsschaden nur zum Teil auf einen von ihm zu deckenden Versicherungsfall zurückzuführen ist (Abs. 3). Der leistungspflichtige Sozialversicherungsträger kommt ferner für ausserhalb seines Leistungsbereichs liegende Gesundheitsschäden auf, die während einer stationä
ren Heilbehandlung auftreten und nicht getrennt behandelt werden können (Abs. 4).
3.3
Wer auf Leistungen der Versicherung Anspruch erhebt, hat sich mit einem amtlichen Formular anzumelden (Art. 65 Abs. 1 IVV).
3.4
Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärun
gen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
3.5
Gemäss Art. 48 Abs. 1 IVG richtet sich der Anspruch auf Nachzahlung nach Art. 24 Abs. 1 ATSG. Dieser lautet wie folgt:
Der Anspruch auf ausstehende Leistungen oder Beiträge erlischt fünf Jahre nach dem Ende des Monats, für welchen die Leistung, und fünf Jahre nach dem Ende des Kalenderjahres, für welches der Beitrag geschuldet war. Art. 48 Abs. 2 IVG statuiert, dass, wenn sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs anmeldet, die Leistungen in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet wird. Weiter
gehende Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchs
begründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach Kenntnisnahme vornimmt.
3.6
Nach Art. 49 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger über Leistungen, Forde
rungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffe
ne Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Leistun
gen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können nach Art. 51 Abs. 1 ATSG in einem formlosen Verfahren be
handelt werden; Art. 51 Abs. 2 ATSG räumt der betroffenen Person die Möglich
keit ein, den Erlass einer Verfügung zu verlangen.
4.
4.1
Aus den Versicherungspolicen der Beschwerdeführerin vom 6. Januar 2006 geht hervor, dass der Versicherte bei der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2005 obligatorisch krankenpflegeversichert ist (Urk. 3/2 und Urk. 3/3). Der
Schlussrechnung des Stadtspitals
C._
vom 3. Februar 2006 ist zu entneh
men, dass im Zusammenhang mit dem stationären Aufenthalt des Versicherten vom 12. bis zum 23. Dezember 2005 Kosten im Betrag von Fr. 4'347.-- entstan
den waren (Urk. 3/6).
4.2
Mit Mitteilung vom 18. Dezember 2006 eröffnete die Beschwerdegegnerin sowohl der gesetzlichen Vertreterin des Versicherten als auch der Beschwer
de
führerin, dass sie die Kosten für die Behandlung der (von PD Dr.
A._
diagnostizierten) Geburtsgebrechen Ziff. 497 GgV Anhang (schwere respirato
rische Adaptationsstörungen [wie Asphyxie, Atemnotsyndrom, Apnoen], sofern sie in den ersten 72 Lebensstunden manifest werden und eine Intensiv
behand
lung begonnen werden muss) und Ziff. 498 GgV Anhang (schwere neonatale metabolische Störungen [Hypoglykämie, Hypocalcämie, Hypomagnesiämie], sofern sie in den ersten 72 Lebensstunden auftreten und eine Intensiv
behand
lung begonnen werden muss) ab dem 28. November 2005 bis zum Abschluss der Intensivbehandlung, längstens bis zum 12. Dezember 2005, übernehme. Da
bei übernehme sie die Kosten für die Behandlung im Spital und für eine Nachkontrolle. Weitere Massnahmen könne sie übernehmen, wenn deren Not
wendigkeit und voraussichtliche Dauer vom Spital begründet und beantragt würden (Urk. 7/6).
4.3
Gemäss Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (KSME), gültig ab 1. November 2005, Ziff. 495 und 497-499, bedeutet schwer im Sinne von Ziff. 495 und 497 ff. GgV Anhang die Notwendigkeit besonderer ärztlicher Massnahmen (bspw. Intensivpflege
behand
lung). Eine Behandlung gilt als intensiv, wenn der normale Aufwand einer Wöchnerinnenstation erheblich überschritten wird, also wenn beispielsweise besonders aufwendige Massnahmen wie dauernde Apparateüberwachung, be
son
ders häufige ärztliche und pflegerische Interventionen usw. notwendig sind. Laut Art. 64 ATSG hat die IV dabei den gesamten stationären Aufenthalt zu übernehmen, sofern dieser nicht durch ein nicht IV-pflichtiges Leiden verlängert wird. Im Anschluss daran kann die IV in der Regel eine einmalige Nach
kontrolle übernehmen und allfällige weitere Leistungen nur erbringen, wenn sie in direktem Zusammenhang mit einer der Ziff. 495-499 GgV Anhang stehen. In BGE 129 V 210 f. führte das Eidgenössische Versicherungsgericht aus, dass b
ei Geburtsgebrechen, bei welchen der Verordnungsgeber die Leistung für das Geburts
gebrechen selbst beschränkt hat (so genannte limitierte Geburtsgebre
chen), sich die Frage der Leistungspflicht der Invalidenversicherung für sekun
dä
re Folgen nur im Rahmen der dort festgeschriebenen zeitlichen Limitierung stelle. In Ziff. 395 (leichte zerebrale Bewegungsstörungen) bzw. Ziff. 494 (Unter
gewicht des Neugeborenen) GgV Anhang wird die Leistungspflicht auf die Behandlung bis zum 2. Lebensjahr bzw. bis
zur Erreichung eines Gewichts von 3 kg beschränkt. Solche Beschränkungen liegen bezüglich der Ziff. 497 und Ziff. 498 GgV Anhang nicht vor, woraus e contrario zu BGE 129 V 210 zu schliessen ist, dass es sich dabei um unlimitierte Geburtsgebrechen handelt, weshalb die Beschwerdegegnerin grundsätzlich die Kosten der ganzen stationä
ren Behandlungsdauer, d.h. bis zum 23. Dezember 2005 zu übernehmen hat.
4.4
Diese Schlussfolgerung steht im Übrigen im Einklang mit Art. 64 Abs. 3 ATSG, wobei festzuhalten ist, dass sich die Frage, welche Leistungen von welchem Sozialversicherungsträger zu übernehmen sind, nach dem Kriterium des Be
hand
lungskomplexes bestimmt. Danach ist das Schicksal der gesamten the
rapeu
tischen Behandlung vom überwiegenden Zweck abhängig zu machen (Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 64 Rz. 18).
4.5
Die Tatsache, dass von der Beschwerdegegnerin die Form einer ”Mitteilung” und somit ein formloses Verfahren für die Kostenzugsprache für die Zeit vom 28. November bis zum 12. Dezember 2005 gewählt worden war, ist angesichts dessen, dass davon auszugehen war, dass sowohl der Versicherte als auch die Beschwerdeführerin mit dem Entscheid der Kostenübernahme durch die Beschwer
degegnerin einverstanden sein würden, nicht zu beanstanden ist (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 51 ATSG Rz. 2 ff.). Für die Beschwerdeführerin bestand in diesem Zeitpunkt daher kein Anlass, den Erlass einer formellen Verfügung zu verlangen. Aufgrund der Akten ist sodann davon auszugehen, dass sie erst nach Zugang der Schlussrechnung des Stadtspitals
C._
vom 3. Februar 2006 (Urk. 3/6) davon Kenntnis erhielt, dass über den 12. Dezember 2005 hinaus bis zum 23. Dezember 2005 eine stationäre Behandlung des Versicherten statt
gefunden hatte. Der Hinweis der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin hätte (noch) in diesem Stadium des Verfahrens grundsätzlich die Möglichkeit gehabt, im Hinblick auf die Mitteilung vom 18. Dezember 2006 eine anfecht
bare Verfügung zu verlangen (vgl. BGE 129 V 110) und weitere Leistungen geltend zu machen, ändert nichts an der grundsätzlichen Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin (Art. 64 ATSG). Zwar muss sich die Beschwerdeführerin wegen Unterlassens des Gesuches um Erlass einer anfechtbaren Verfügung die Mitteilung vom 18. Dezember 2006 entgegenhalten lassen (vgl. BGE 126 V 294). Dies spielt indessen insofern keine Rolle, als
Verwaltungsverfügungen – dies gilt sinngemäss auch für formlose Entscheide – grundsätzlich nicht nach ihrem (zuweilen nicht sehr treffend verfassten) Wortlaut zu verstehen sind, sondern nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Gehalt zu fragen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgericht in Sachen I. vom 25. August 2006, I 41/06, Erw. 3.2 mit Hinweisen). Aus der Mitteilung vom 18. Dezember 2006 geht zwar hervor, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten bis zum Abschluss der
Intensivbehandlung, längstens bis 12. Dezember 2005 übernehmen werde, über die Kostenübernahme einer weitergehenden Behandlung entschied sie aber nicht. Im Gegenteil wies sie darauf hin, dass weitere Massnahmen übernommen werden könnten, wenn deren Notwendigkeit und voraussichtliche Dauer vom Spital begründet und beantragt würden. Dass es sich beim Aufenthalt des Versicherten vom 12. bis 23. Dezember 2005 um einen medizinisch indizierten und wegen der fraglichen Geburtsgebrechen auch notwendigen handelte, ist ausgewiesen und im Übrigen unbestritten.
4.6
Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Ausführungen zu den von der Be
schwer
de
gegnerin vorgebrachten weiteren Einwendungen hinsichtlich des An
rufens von Erfahrungstatsachen im Sinne von Art. 43 ATSG, der Anmeldung der Leistungen und deren Auswirkungen im Sinne von Art. 65 IVV, des Erlöschens von Leistungen gemäss Art. 24 ATSG sowie der Nachzahlung von Leistungen gemäss Art. 48 IVG. Im Hinblick auf Art. 48 IVG ist indessen darauf hinzuweisen, dass die Anwendung von Art. 24 Abs. 1 ATSG im Bereich der Invalidenversicherung in weiten Bereichen ausser Kraft fällt, was beispielsweise gerade auf Eingliederungsmassnahmen, die vor der Anmeldung zum Leistungs
bezug durchgeführt wurden, zutrifft (vgl. Art. 48 Abs. 3 IVG und Art. 78 Abs. 3 IVV; Kieser, a.a.O., Art. 24 ATSG Rz. 26). Der Botschaft zur Änderung des IVG (5. Revision, BBl 2005 4570) ist im Übrigen zu entnehmen, dass Art. 48 IVG
aufgrund der neuen Anmelde- und Anspruchsvoraussetzungen gestrichen werden könne (was mit dem Inkrafttreten der 5. Revision auch geschehen ist). Sofern sich Fragen im Zusammenhang mit Nachzahlungen von Leistungen ergeben würden, gelte grundsätzlich Artikel 24 ATSG. Es brauche keine abweichen
den Regelungen mehr im IVG. Dies deckt sich mit der bis anhin zurückhaltenden Anwendung von Art. 48 IVG.
4.7
Dass - wie in der Beschwerdeantwort geltend gemacht wurde (Urk. 6) - dem Arztbericht des
B._
vom 24. August 2006 keine Hinweise über weitergehende Behandlungen zu entnehmen waren, vermag die Beschwerdegegnerin nicht von ihrer Leistungspflicht für die stationäre Behandlung des Versicherten im Stadt
spital
C._
für die Zeit vom 12. bis zum 23. Dezember 2005 zu entbinden. Im Gegenteil: Da der Bericht "nur" die Diagnose enthielt und die Rubrik "Behand
lungs
plan" leer gelassen wurde (Urk. 8/3), konnte die Beschwerdegegnerin auch nur über den Zeitraum der Intensivbehandlung im
B._
befinden. Andernfalls wäre sie gehalten gewesen, sich über die Weiterbehandlung beim
B._
zu erkundigen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und auf Fr. 500.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.