# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3384a40f-a471-42ef-a1f1-fe0caf305944
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war als selbständiger Chauffeur tätig und meldete sich am 16. Januar 2001 wegen Problemen des linken Knie
gelenkes
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur Berufsberatung und zur Umschulung auf eine neue Tätigkeit an (Urk. 6/7).
Mit Schreiben vom 26.
September 2001 hielt die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, fest, dass der Versicherte zum jetzigen Zeitpunkt auf berufliche Massnahmen verzichte und wieder als Chauffeur tätig sein könne (Urk. 6/25). Am 4. Juni 2004 meldete der Versicherte sich wegen Beschwerden des rechten Knies erneut zur Umschulung an (Urk. 6/33).
Mit Verfügung vom 17. November 2005 wurde dem Versicherten ab
dem
1. Juli 2004 eine
Viertelsrente
zuge
sprochen und festgehalten, dass er zur Zeit keine beruflichen Massnahmen wünsche, da er im angestammten Beruf zu 50 % arbeiten möchte (Urk. 6/54, Urk. 6/61).
Am 6. Januar 2006 erhob der Versicherte Einsprache gegen diese Verfügung (Urk. 6/68)
, welche mit
Entscheid
der
IV-Stelle
vom 26. September 2006 abgewiesen wurde
(Urk. 6/79).
Nach einer von Amtes wegen durch
geführten Rentenrevision wurde die
Viertel
s
rente
mit Verfügung vom 8.
Sep
tember 2008 aufgehoben (Urk. 6/104).
Am 26. November 2011 erlitt der Versicherte einen Unfall: Er wollte sich auf einen Stuhl setzen, verfehlte diesen und schlug mit dem Steissbein voran auf dem Boden auf, wobei er sich eine starke Prellung zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) übernahm die sich daraus ergebenden Leistungen der Unfallversicherung (Urk. 6/125/2).
1.2
Am 23. Januar 2013 meldete der Versicherte sich wegen starken Rücken
schmerzen
wieder
zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug an (Urk.
6/114).
Die IV-Stelle nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (Urk. 6/120, Urk. 6/122
, Urk. 6/124, Urk. 6/127, Urk. 6/131),
insbesondere zog sie die Akten der Krankentaggeldversicherung
Genera
li
Allgemeine Versi
cherungen AG (Urk. 6/121) und der Suva bei (Urk. 6/125). Mit Mitteilung vom 22. April 2013 wurde festgehalten, dass Eingliederungsmassnahmen zur Zeit nicht möglich seien
, worüber man sich dem Versicherten einig sei. Bei Änderung der Verhältnisse könne sich dieser wieder melden
(Urk. 6/128)
.
M
it
Vor
bescheid vom 15. August 2013 stellte die IV-Stelle eine Verneinung eines
Rentenanspruchs in Aussicht (Urk. 6/138). Am 20. September 2013 liess der Versicherte Einwand erheben
und beantragen, ihm sei eine ganze Rente auszurichten. Eventuell seien die medizinische und die berufliche Situation abzuklären
(Urk. 6/142).
Die IV-Stelle gab
in der Folge
ein polydisziplinäres
(orthopädisches, psychiatrisches, neurologisches, allgemein internistisches) Gut
achten
bei der
MEDAS
in Auftrag, welches am 19. Juni 2014 erstattet wurde (Urk. 6/152). Mit Schreiben vom 13. August 2014 nahm der Versicherte Stellung zu diesem Gutachten (Urk. 6/154)
und mit
Verfügung
vom 2. September 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring,
am 30. September 2014 Beschwerde erheben. Er beantragte, ihm sei spätestens ab Januar 2013 wieder eine Invalidenrente auszuzahlen und die IV-Stelle sei zu verpflichten, Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (Urk. 1). Mit Beschwer
de
antwort vom 28. Oktober 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem
Invaliditäts
grad
von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
), so ist im
Beschwerde
verfahren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der ver
min
derten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen
Bemessungs
verfahrens
zur spezifischen Methode (Art. 28a Abs. 2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Ein
schränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche
Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E.
2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die
Schweize
rische
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (
LSE
)
abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Aus
bildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumut
bar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01
vom 12. September 2001 E. 2b).
Für die Bemessung der Invalidität
Selbständigerwerbender
, die zusammen mit Familienangehörigen ein Geschäft betreiben, genügt der blosse
Einkommens
vergleich
nach Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG nicht. Gemäss Art. 25 Abs. 2
IVV ist in diesen Fällen auf die Mitarbeit der invaliden Person im Betrieb vor und nach der Invalidisierung abzustellen. Das bedingt eine Aufteilung des Gesamteinkommens nach Massgabe der Arbeitsleistung der versicherten Person und ihrer Familienangehörigen. Der auf die Mitarbeit der Familienangehörigen entfallende Teil des Einkommens scheidet für den Einkommensvergleich aus. Dabei ist allerdings die Funktion der
betriebs
leitenden
Person angemessen zu berücksichtigen.
1.
4
Hinsichtlich
des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
de
rlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei ps
ychischen Fehlent
wicklungen nötig ist -, in Kenntnis der un
d gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen
Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolg
erungen der
medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
-
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschwe
ren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Versicherten vom 23. Janu
ar 2013 (Urk. 6/114) eingetreten, weshalb zu prüfen ist, ob sich seit der
rentenauf
hebenden
Verfügung vom 8. September 2008 (Urk. 6/104) eine für
den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades
ergeben hat
. Mit Verfügung vom 2. September 2014 verneinte
die IV-Stelle
einen Renten
anspruch. Sie ging von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit aus und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 28 % (Urk. 2). Der Versicherte liess demgegenüber vor allem geltend machen, das
Valideneinkommen
sei unzu
treffend festgelegt worden und die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit sei aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr möglich. Zudem habe es die IV-Stelle unterlassen, nach der Begutachtung die
Wiedereingliederungs
bemühungen
erneut
aufzunehmen (Urk. 1).
Es ist somit zunächst zu prüfen, welche gesundheitlichen Beschwerden vorhanden sind
und
wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
2.2
Die IV-Stelle gab bei der
MEDAS
ein polydisziplinäres (orthopädisches, psychiatrisches, neurologisches, allgemeininternistische
s
) Gutachten in Auftrag, welches diese am 19. Juni 2014 erstattete
(Urk. 6/152)
. In der interdisziplinären Zusammenfassung
des Gutachtens
wurden als Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beidseitige persistierende Knieschmerzen bei medialer Gonar
throse und
retropatellärer
Reizsymp
tomatik sowie ein
lumbospondylo
genes
Syndrom mit beidseitige
n
pseudoradikulären
Ausstrahlungen festge
halten. Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit wurden zudem ein chro
nisches
Zervikalsyndrom
, psychosoziale Belastungen und ein geringer
Hand
tremor
genannt (Urk. 6/152/26). Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur seien nur kurze Fahrten ohne
Be
- und Entladen des Lastwagens zumutbar, während für lange Strecken mit
Be
- und Entladen des Lastwagens keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (Urk. 6/152/26). Für eine angepasste Tätigkeit bestehe
hingegen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der degenerativen
Wirbelsäulenver
änderungen
bestehe eine reduzierte Rückenbelastbarkeit und wegen des Tremors der rechten Hand seien beispielsweise
feinmechanisch anspruchsvolle Tätig
-
keiten
eher ungünstig.
Das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als zehn Kilogramm, das Arbeiten mit überwiegend gehender und stehender Tätigkeit, das ständige Treppensteigen und monotone Haltungen beider Beine in gebeugter Position, Arbeiten mit monotoner Haltung des Kopfes und Arbeiten mit stossenden, schlagenden und vibrierenden Maschinen seien nicht zumutbar.
Vollumfänglich zumutbar seien w
echselseitige Arbeiten
, welche
überwiegend
im Sitzen verrichtet würden und
wenig gehen und stehen
beinhalteten
. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte seit April 2012 (Urk. 6/152/27).
2.3
Das Gutachten der
MEDAS
basierte nicht
,
wie vom Versicherten im Schreiben vom 13. August 2014 (Urk. 6/154) kritisiert
,
lediglich auf seinen mündlichen Aussagen. Vielmehr wurde
n
die
medizinischen
Vorakten
umfassend
berücksichtigt (Urk. 6/152/5-10, Urk. 6/152/15-17, Urk. 6/152/20-22) und fanden klinische Untersuchungen
des Versicherten
statt (Urk. 6/152/13-15, Urk.
6/152/31-32, Urk. 6/152/37
, Urk. 6/152/42-43
)
.
Weiter wurden
die radiolo
gischen Befunde (MRI der Hals- und Lendenwirbelsäule) vom 4. Februar 2014 (Urk. 6/152/36) und die Laborwerte vom 22. April 2014 (Urk. 6/152/43) berück
sichtigt.
2.4
D
ie Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
erscheint schlüssig und wurde über
zeugend begründet
. Die Gutachter setzten sich dabei nachvollziehbar mit der Einschätzung im Gutachten von
Dr. med.
Y._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
vom 26. August 2008
(Urk. 6/101)
auseinander und führten aus,
dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aufgrund eines degenerativen Verlaufs der Knie- und Rückenbeschwerden
seither
abgenommen habe, während in einer Verweistätigkeit weiterhin eine 100%ige Arbeits
fähigkeit bestehe (Urk. 6/152/28).
Die Einschätzung der behandelnden
Fach
ärztin
für Neurologie, Dr. med.
Z._
, welche im Bericht vom 10.
September 2013 ausführte, der Versicherte könne nicht mehr im bisherigen Beruf als Chauffeur tätig sein und es sei auch nach der besten chirurgischen Sanierung keine Arbeitsintegration mit einem 100%igen Pensum möglich (Urk.
6/141), vermag das Gutachten der
MEDAS
nicht in Frage zu stellen. Einerseits ist unklar, ob sich Dr.
Z._
in ihrer Aussage, es sei auc
h nach einer Operation kein 100
%
iges
Pensum mehr möglich, nur auf die bisherige oder auch auf eine leidensangepasste Tätigkeit bezog. Andererseits setzte der neurologische Gutachter der
MEDAS
sich mit den von der behandelnden Neurologin
Z._
gestellten Diagnosen in schlüssiger Weise kritisch auseinander (Urk. 6/152/39)
und ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen auf die
Erfahrungstatsache hinzuweisen
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
2.
5
Es
kann folglich auf das im
Gutachten der
MEDAS
vom 19. Juni 2014 (Urk.
6/152)
erstellte
Tätigkeitsprofil für eine zumutbare angepasste Tätigkeit abgestellt werden
, welcher der Versicherte zu 100 % nachgehen kann
.
Dies wird im Übrigen in der Beschwerde vom 30. September 2014 auch nicht bestritten (Urk. 1)
.
3.
3.1
Es stellt sich
sodann
die Frage, ob die verbleibende Restarbeitsfähigkeit des Versicherten verwertbar ist. Die Rechtsprechung hat das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor (AHI 1999 S. 240, Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 29. August 2002 in Sachen S., O
97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der
versicherten Person verbliebene
Restarbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr gefragt ist,
und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Für die
Beurteilung der Verwertbarkeit der
Restarbeits
fähigkeit
bei vorgerücktem Alter ist auf den Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der
Arbeits
fähigkeit abzustellen (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3-4).
3.2
Massgeblich für diese medizinische Beurteilung ist das Gutachten vom 19. Juni 2014. Zu diesem Zeitpunkt war der Versicherte 58 Jahre alt und daher nicht leicht vermittelbar. Die verbleibende Aktivitätsdauer bis ins AHV-Alter betrug aber immer noch
mehr als
sechs Jahre. Es bestehen für den Beschwerdeführer mit Bezug auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt vor diesem Hintergrund noch genügend Möglichkeiten, eine
Stelle zu finden. Zum einen sind Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Eidge
nössischen Versicherungsgericht
s vom 20. Juli 2004 in Sachen D.
,
I 39/04 E.
2.4) und zum anderen ist der Versicherte nach wie vor im Rahmen eines
Voll
zeitpensums
arbeitsfähig, wobei die ihm zumutbaren körperlich leichten Tätig
keiten nicht derart vielen Einschränkungen unterliegen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre (vgl. demgegenüber die Situation eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeits
fähigkeit ein
schränkenden Beschwerden und einer 50%igen, durch ver
schiedenste Auf
lagen zusätzlich limitierten Arbeitsfähigkeit im Urteil des Eidge
nössischen
Versiche
rungs
gerichts
vom 4. April 2002 in Sachen W., I 401/01).
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der Versicherte bereits länger unter gesundheitlichen Problemen leidet, welche ihn in seiner angestammten Tätigkeit
als
Lastwagen
c
hauffeur
behindern
,
und diese nicht erst im Alter von 58 Jahren auftraten. Dies zeigt sich an den jahrelang regelmässig erfolgten
Kranken
taggeldbezügen
des Versicherten (Urk. 6/102/6) und ergibt sich auch aus dem Gutachten von Dr.
Y._
vom 26. August 2008, in welche
m
für die
Chauffeur
tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % und für die Tätigkeit als Transportunternehmer eine Arbeitsfähigkeit von 75 % festgehalten wurde (Urk.
6/101/7). So hätte
für den
Versicherte
n
durchaus die Möglichkeit
bestanden
, sich
wegen der gesund
heitlichen Beschwerden bereits
zu einem früheren Zeitpunkt
beruflich umzu
orientieren.
3.3
Die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten ist somit verwertbar.
Den Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit ist im Rahmen der Gewährung einer Reduktion
beim
hypothetischen Invalideneinkommen Rechnung zu tragen (vgl.
E. 4.
3.3
).
Der Beschwerdeführer arbeitet in seinem ehemals eigenen Geschäft, welches per 1. Januar 2011 auf seine Ehefrau übertragen w
orden ist
,
inzwischen in einem Anstellungsverhältnis zu 60 %
. Dabei war er vor allem als Chauffeur tätig,
denn
Büroarbeiten werden
vorwiegend
durch seine Ehefrau erledigt. Damit ist erstellt, dass ihm die Aufgabe dieser für ihn gesundheitlich ungeeigneten Chauffeurtätigkeit trotz des Familienbetriebs zu Gunsten einer anderen Tätigkeit auch aus persönlichen Gründen zumutbar ist.
4.
4
.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln
(vgl. E. 1.3)
.
Die I
V-Stelle
berechnete einen Invaliditätsgrad von 28 % (Urk. 1). Der Versicherte liess sowohl das von der IV-Stelle berechnete Validen- als auch
das
Invalide
neinkommen bestreiten (Urk. 1).
4.2
4.2.1
Am 8. Juli 2008 fand
durch die IV-Stelle
die Erhebung für den
Abklärungs
bericht
für
Selbständigerwerbende
statt (Urk. 6/102). Gemäss der Abklärung bezog der Versicherte spätestens seit 1997
Krankent
aggeldleistungen in
erhebli
chem, jedoch unterschiedlichem Ausmass. Deshalb sei es
nicht möglich, auf dieser Grundlage das
Valideneinkommen
aus den
Auszügen aus dem Indi
viduellen Konto
zu bestimmen
,
da die dort aufgeführten Einkommen
diese Krankentaggeldleistungen beinhalte
te
n
. Entsprechend wurde das
Validenein
kommen
anhand von Tabellenwerten gemäss
der
LSE
2010
bestimmt (Urk.
6/102/8
, Urk. 2
).
Der Versicherte liess
demgegenüber
geltend machen, dass für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von den
im Jahr 2002 erzielten
Fr.
84‘823.95
Gewinn
auszugehen
sei
, welche noch der Teuerung anzupassen sei
en
(Urk. 1 S. 4).
4.2.2
Für die Invaliditätsbemessung dürfen grundsätzlich nur Einkünfte in Anschlag gebracht werden, welche die versicherte Person aus einer auf die Erzielung von Erwerbseinkommen gerichteten Tätigkeit gewinn
t
und die dergestalt der AHV
rechtlichen Beitragspflicht unterliegen würde
n
(Meyer/
Reichmuth
, Bun
des
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28a N 15). Doch im Hinblick auf das versicherte Risiko der
renten
begründenden
Invalidität sind in Abweichung von Art. 5 Abs. 2 des Bun
desgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
und Art. 6 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
Leistungen des Arbeitgebers im Rahmen seiner Lohnfortzahlungspflicht bei Unfall oder Krankheit ausgenommen, soweit die Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist (Art. 25 Abs. 1
lit
. a IVV). Ferner sind die aus sozialpolitischen Gründen der
AHV
Bei
tragspflicht
unterstellte
n
Arbeitslosen- und
Erwerbsausfallent
schädi
gungen
sowie die Taggelde
r
der Invalidenversicherung in Abweichung der ent
sprechen
den gesetzlichen Bestimmungen (Art. 3 des Bundesgesetzes über die Arbeits
losenversicherung, Art. 10 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz, Art. 25 IVG) bei der Invaliditätsbemessung nicht zu berücksichtigen (Art. 25 Abs. 1
lit
.
c IVV).
In zeitlicher Hinsicht ist bei sehr starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung tretenden Einkommensschwankungen für den
Vali
den
lohn
auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durch
schnitts
verdienst
abzustellen (ZAK 1985
S.
464).
4.2.3
Die IV-Stelle hat somit zu Recht festgehalten, dass die bezogenen
Kranken
t
aggelder
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
nicht berücksichtigt werden können.
Weiter fällt es ausser Betracht, nur den taggeldbereinigten Reingewinn des Jahres 2002 zu berücksichtigen, welcher den Reingewinn sämtlicher anderer
Jahre deutlich übertrifft (Urk. 6/102/6).
Eine Berechnung des Durchschnitts
einkommens der Jahre 2000 bis 2002
unter Ausschluss der bezogenen
Kranken
taggelder
ergibt
Fr. 47‘728.--
(vgl. Urk. 6/102/6)
. Die Tatsache, dass das
Valideneinkommen
in der
am 27. November 2005 gewährten
Viertelsrente
(Urk. 6/54, Urk. 6/61) offenbar fälschlicherweise unter Einbezug der Krankentaggelder bestimmt worden ist, ändert nichts daran, dass das
Valideneinkommen
nun korrekt festzulegen ist.
W
egen der
Krankheitsausfälle des Versicherten sowie der bezogenen
Tagge
lder
ist dieses
Valideneinkommen
schwierig zu ermitteln. Zudem
ist seit den
Jahre
n
2000
bis 2002 bereits
verhältnismässig viel Zeit vergangen
.
4.2.4
Auf die Einträge im Individuellen Kontoauszug der Jahre 2009 und 2010 (Urk.
6/127) kann entgegen den Ausführungen des Versicherten (Urk. 1
S. 5)
auch
nicht abgestellt werden.
Einerseits war er in der angestammten Tätigkeit gemäss der Verfügung vom
8. September 2008
nur noch im Umfang von
75 %
arbeitsfähig
.
Zudem
gab seine Ehefrau
, seit 1. Januar 2011
Geschäftsinhaberin
,
im Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 25. Februar 2013 an, dass wegen des schlechter werdenden Gesundheitszustands des Versicherten bereits im Sep
tember 2004 ein Chauffeur habe eingestellt werden müssen, dass der Versicherte zwischenzeitlich immer wieder versucht habe, sich im Beruf zu integrieren und dass sie ihn schlussendlich per 1. Januar 2011 zu 60 % als Springer eingestellt habe (Urk. 6/120/4).
Auch
der Versicherte selbst
liess
in der Beschwerde geltend machen, er sei vor dem Unfallereignis vom 26. November 2011
(Urk. 6/125)
nicht vollständig arbeitsfähig gewesen und seine Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit habe seit 2008 kontinuierlich abgenommen (Urk. 1 S. 6).
A
ndererseits geht aus
den Akten nicht hervor
, ob der Versicherte in den Jahren 2009 und 2010
erneut
Krankentaggelder bezog
, welche in den
Erfolgs
rechnungen
der Jahre 2009 und 2010 berücksichtigt wurden
.
Zudem wurde die Unternehmung zwar
erst
auf den 1. Januar 2011 auf die Ehefrau d
es
Versicherten übertragen,
es
ist jedoch durchaus möglich, dass sie faktisch die Leitung
bereits
zu einem früheren Zeitpunkt übernahm
und
unabhäng
ig
davon jedenfalls
erheblich zu den Gewinnen der Jahre 2009 und 2010 beitrug
, zumal sie schon immer die anfallenden Büroarbeiten inklusive
Buchhaltungs
führung
erledigt hatte (Urk. 6/125/3)
.
Aufgrund dieser
komplexen
Ausgangs
lage, welche die konkrete Bestimmung des
Valideneinkommens
nicht erlaubt,
ist dieses
ausnahmsweise
aufgrund von Tabellenwerten festzulegen.
4.2.5
Der Abklärungsdienst
der IV-Stelle
hielt im Bericht vom 16. Juli 2008 fest, dass der Versicherte 22,5
% seiner Arbeitszeit mit Transportfahrten, 55 % mit Auf
- und
Abladen und 22
,
5 % mit Disposition verbrin
ge. Unter
Beizug
der Tabelle TA
7 der LSE 2006 ordnete der Abklärungsdienst diese Tätigkeiten
im Umfang
von 77,5 %
de
r
Ziffer 31 (Transport von Personen, Waren, Nachrichten) und
im Umfang von 22,5 % der Ziffer
24 (Logistik, Stabsaufgaben
)
zu. Bezüglich dem Transport ging der Abklärungsdienst
vom
Anforderungsniveau 3 aus und bezüglich Logistik/Stabsaufgaben
vom
Anforderungsniveau 4 (Urk. 6/102/8).
Der Versicherte liess demgegenüber geltend machen, dass er selbständig tätig
gewesen
sei, weshalb er nicht nur über Berufskenntnisse verfüge, sondern aufgrund der Verrichtung selbständiger Tätigkeiten das Anforderungsniveau 2
zur Anwendung gelange
(Urk. 1 S. 5).
4.2.6
Der Versicherte war
tatsächlich ab
1995
mit seiner Einzelunternehmung
selb
ständig
erwerbs
tätig. Allerdings
nahm
seine Unternehmung
aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung
einzig Aufträge
der
Firma A._
entgegen
(Urk.
6/102/3
), was die Anforderungen an die Geschäftsführung reduzier
t
e
. Mit zwei angestellten Chauffeuren sowie der angestellten Ehefrau, welche sich um die Administration kümmerte (Urk. 6/102/4-5), handelte es sich um einen Kleinbetrieb. Dennoch waren die Anforderungen an den Versicherten höher als bei
reinen
Hilfstätigkeiten und sind
deshalb
sämtliche seiner Tätigkeiten im Anforderungsniveau 3 anzusiedeln.
Dies ergibt
gemäss der TA
7 LSE 2010
bei einem Pensum von 77,5 % im Tätigkeit
s
bereich Ziffer 31 (Transport von Personen, Waren und Nachrichten) und einem solchen von 22,5 % im Bereich Ziffer 24 (Logistik, Stabsaufgaben)
ein jährliches Bruttoeinkommen in der Höhe von Fr.
68‘548.20
(Fr.
5‘58
5
.-- x 0,775 x 12 + Fr. 6‘151.-- x 0,225 x 12)
. Dieses Brutto
jahres
einkommen ist
gemäss der Nominallohnentwicklung
auf das Jahr 2013 hochzurechnen
(
Bundesamt für Statistik [BFS],
Schweizerischer Lohnindex nach Branche,
N
ominallohnindex Männer, T1.1.10, im Internet abrufbar
;
Basis
2010 = 100
, Veränderung gegenüber dem Vorjahr 2011
:
1 %, 2012: 0,8 %, 2013: 0,
8 %).
Der Versicherte liess
zur
Stundenzahl zwar geltend machen, er habe als gesunder
Selbständigerwerbender
regelmässig viel mehr
als 41,7
Stunden
gearbeitet,
nämlich
mindestens 50 Stunden pro Woche (Urk. 1 S.
5). Doch diese Behauptung bl
ieb
unbelegt. Zudem wird das
Validen
einkommen
vorliegend aufgrund von Tabellenwerten bestimmt, weshalb der Bruttolohn auch tabellarisch auf die
im Jahr 2013
betriebsübliche
wöchentliche Arbeitszeit
von 41
,7
Stunden
(
BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schafts
abteilungen
,
Periode 1990 bis 2014, im Internet abrufbar
)
aufzurechnen
ist
. Dies ergibt
für das Jahr 2013
als
Valideneinkommen
ein
Jahres
brutto
einkommen
in der Höhe von Fr
.
73
‘
335.55
(
Fr.
68‘548.20
: 40 x 41,
7
x 1,010 x 1,008 x 1,008).
Anzumerken ist, dass
der so bestimmte
Validenlohn
jedenfalls deutlich höher liegt, als die im Lohn- und Spesenreglement 2014 zwischen der ASTAG Sektion Kanton Zürich und den Les
Routiers
Suisses
Sektion Zürich, Sektion Zürich Oberland und Sektion Schaffhausen/Nordostschweiz festgelegten
Monatslöhne, welche für Chauffeure der Kategorie B ab dem 4. Berufsjahr einen Mindestbruttomonatslohn in der Höhe von Fr. 4‘100.-- festhalten (
vgl.
http://www.astag.ch/upload/docs/ASTAG/Sektion%20ZH_Lohnregulativ.pdf
).
4.
3
4.3.1
Was das Invalideneinkommen betrifft, wurde dieses von der IV-Stelle aufgrund der Tabellenwerte der Tabelle TA1 der LSE 2010 festgelegt
, wobei von eine
m
standardisierte
n
Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeits
stunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (
Anforderungs
niveau
4) für Männer
ausgegangen wurde
. Dieser Tabellenwert
wurde sodann ebenfalls gemäss der Einkommensentwicklung
sowie der
übliche
n
wöchentli
che
n
Arbeits
zeit
für das Jahr 2013
hochgerechnet
(Urk. 6/135, Urk. 2)
.
Der Versicherte liess vorbringen, dass zwar ein medizinisches Zumutbarkeitsprofil
für eine angepasste Verweistätigkeit
vorhanden s
ei
, jedoch eine
berufsbe
raterische
Würdigung dieses Profils fehle. Auch seien
seine
Persönlichkeits
struktur sowie
seine
Begabungen und Fertigkeiten nicht berücksichtigt worden. Unter diesen Umständen sei eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrads sowieso nicht gewährleistet (Urk. 1 S. 7).
4.3.2
Gemäss dem Profil
für eine leidens
angepasste
Tätigkeit sind
dem Versicherten
körperlich leichte wechselbelastende Arbeiten
, welche
überwiegend sitzen
d verrichtet werden
sowie wenig
g
ehen und stehen
beinhalten,
zu 100 % zumutbar (Urk. 6/152/27). Die IV-Stelle hat als Beispiele für zumutbare Tätig
keiten in der angefochtenen Verfügung
vom
2
. September 2014
Konfektions-, Kontroll- oder leichte Betriebsarbeiten aufgeführt (Urk.
2
). Tatsächlich sind angepasste Tätigkeiten in solchen Bereichen denkbar.
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind
praxis
gemäss
nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des
Invaliditäts
grades
gewähr
leistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist
weiter
nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktver
hältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfüg
baren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000).
Die angepasste Tätigkeit wurde von der IV-Stelle zur Bestimmung des Invalideneinkommens genügend konkret umschrieben, weshalb sich der
Beizug
der
Fachleute der
Berufsberatung als nicht notwendig erwies.
4.3.3
Das
aufgrund der Tabellenwerte berechnete
Jahresbruttoinvalideneinkommen
im Jahr 2013
betr
u
g
somit
Fr. 62‘919.38 (Fr.
4‘901 x 12 : 40 x 41,7 x 1.010 x 1,008 x 1,008). Die IV-Stelle nahm von diesem Tabellenwert einen leidensbedingten Abzug in der Höhe von 20 % vor
(Urk. 6/135, Urk. 2)
. Dies
er verhältnismässig hohe Abzug
erweist sich angesichts der Tatsache der vorange
gangen jahrelangen Selbständigkeit des Versicherten
, des Alters des Ver
sicherten
sowie in Berücksichtigung, dass der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht sämtliche Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben kann, als angemessen. Dies ergibt ein Jahresbruttoinvalideneinkommen in der Höhe von Fr. 50‘335.50 (Fr. 62‘919.38 x 0,8).
4.
4
Es ergibt sich somit ein
invaliditätsbedingter Minderverdienst
in der Höhe von Fr. 23‘000.05 (Fr. 73‘335.55 -
Fr. 50‘335.50) und ein Invaliditätsgrad von rund 31 %. Es besteht
folglich
kein Rentenanspruch, weshalb die Beschwerde vom 30. September 2014 abzuweisen ist.
5.
5.1
Anlässlich des Gesprächs zur Eingliederungsberatung vom 10. April 2013 führte der Versicherte aus, da er ab dem 15. April 2013 zu 50 % arbeitsunfähig sei und die anderen 50 % im Büro seiner Frau arbeiten könne, verzichte er aus gesundheitlichen Gründen auf Eingliederungsmassnahmen (Urk. 6/129). Mit Mitteilung vom 22. April 2013 hielt die IV-Stelle fest, dass die
Ein
gliede
rungs
beratung
zur Zeit nicht möglich sei und der Versicherte jederzeit ein neues Gesuch einreichen könne, wenn sich die Verhältnisse geändert hätten (Urk.
6/128). Ein neues Gesuch um Eingliederungsberatung stellte der Ver
sicherte bisher soweit ersichtlich nicht und beantragte auch im
Vorbe
scheid
verfahren
nichts Entsprechendes (Urk. 6/142, Urk. 6/154). Mit Verfügung vom
2
. September 2014 wurde der Rentenanspruch verneint, jedoch
kein Entscheid
betreffend Eingliederungsmassnahmen
gefällt
(Urk. 2).
5.2
In der Beschwerde vom 30. September 2014 beantragte der Versicherte, es seien Eingliederungsmassnahmen durchzuführen (Urk. 1 S. 2). Er führte aus, es sei für die Verwertung einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit, unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände, ins
besondere des Alters, eine Wiedereingliederung unumgänglich (Urk. 1 S.
7
8). Dazu ist zunächst anzumerken, dass es beim Versicherten nicht um eine Wieder
eingliederung nach Art. 8a IVG geh
en kann
, da er lediglich für die Zeit vom 1.
Juli 2004 (Urk. 6/54, Urk. 6/61) bis im Jahr 2008 (Urk. 6/104) eine
Viertels
rente
bezog
und
stets erwerbstätig war.
5.3
Es kommt häufig vor, dass die Verwaltung nur über den Rentenanspruch verfügt, nicht dagegen über Massnahmen beruflicher Art. In dieser Situation können im nachfolgenden Beschwerdeverfahren letztere nur Gegenstand der erstinstanzlichen gerichtlichen Beurteilung bilden, wenn die
rechtsprechungs
gemässen
Voraussetzungen für eine Ausdehnung des Prozesses über den Streit
gegenstand hinaus - Beschwerdeantrag, Prozesserklärung der Verwaltung,
Tat
bestands
gesamtheit
und Spruchreife - erfüllt sind. Anders verhält es sich jedoch, wenn die Verwaltung aus
materiellrechtlichen
Gründen, insbesondere wegen des Grundsatzes „Eingliederung
vor
Rente“, auch über die beruflichen Mass
nahmen hätte verfügen müssen, dies jedoch in Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
und/oder der Rechtsanwendung von Amtes wegen unterlassen hat.
Diesfalls
ist die berufliche Eingliederung
auch
Prozessthema des gegen die Ren
ten(
ablehnungs
)
ver
fügung
eingeleiteten Beschwerdeverfahrens
(Meyer/
Reich
muth
, a.a.O., Art. 15 ff. N 2)
.
5.4
Der Versicherte unterliess es, nach der Mitteilung vom 22. April 2013
(Urk.
6/122)
,
erneut Eingliederungsmassnahmen zu beantragen. Die IV-Stelle prüfte
daher
den Anspruch auf solche Massnahmen vor Verfügungserlass nicht
mehr
. Dazu war sie, da
nur noch
ein Rentenanspruch
geltend gemacht
wurde, auch nach dem Grundsatz „Eingliederung
vor
Rente“ nicht verpflichtet.
Auf de
n
Antrag betreffend Eingliederungsmassnahmen ist daher nicht einzutreten.
Dem
Versicherten
steht es
jedoch
offen, bei der IV-Stelle ein neues Gesuch betreffend die Durchführung solcher Massnahmen zu stellen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) auf Fr. 700.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.