# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa24babf-0b80-4e6a-ab60-31a11617e8d1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, absolvierte eine Lehre zur Pharmaassistentin (Urk. 14/2/4). Vom 1. Mai 1984 bis 30. November 2009 war sie bei der
Y._
tätig. Sie war von 1. Januar 1985 bis 30. April 2005 bei der
Caisse
de
pension
de la
Société
suisse
de
Pharmacie
und nach einem Eigen
tümer- beziehungsweise Anschlusswechsel vom 1. Mai 2005 bis 30. No
vember 2009 bei der
Bâloise
-Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge
(nachfolgend:
Bâloise
)
berufsvorsorgeversichert (vgl. Urk. 1 S. 4, Urk. 9 S. 2, Urk. 10 S. 3). Seit 1. Dezember 2009 arbeitete sie für die
Z._ Dr. A._
und war in dieser Eigenschaft bei
der
Perso
nalvorsorge
stif
tung der Ärzte und Tierärzte PAT-BVG berufsvorsorge
ver
sichert (Urk. 14/11/1, 4).
Am 2. Juli 2013 meldete sich
X._
unter Hinweis auf seit dem 7. September 2011 bestehende gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Multiple Sklerose
(MS)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 14/2/4-5, Urk. 14/6). Nach durchgeführten Ab
klä
rungen sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. Juni 2014 mit Wirkung ab dem 1. März 2014 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 14/21).
Nach
der Einstellung der
Zahlungen durch die
Krankentaggeld
versicherun
g per 27. März 2015
erbrachte
die
Personalvorsorge
stif
tung der Ärzte und Tierärzte PAT-BVG
X._
im Rahmen von Vorleistungen
ab 27.
März 2015 Invalidenleistungen (vgl.
Urk.
2/6
-7
)
. Mit Schreiben
vom 28.
April 2015
ge
langte sie an die
Bâloise
. Sie stellte sich auf den Standpunkt
, dass die
Bâloise
leis
tungspflichtig sei, weil eine relevante Arbeitsunfähigkeit von
X._
zumindest seit dem Jahr 2006 bestehe (
Urk.
2/
8 S. 2).
Die
Bâloise
lehnte ihre
Le
istungspflicht mit Schreiben vom
2.
September 2015 ab, da der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der später eingetretenen Invalidität unterbrochen sei (
Urk.
2/10).
Eine Einigung konnte nicht erzielt wer
den (vgl.
Urk.
2/9,
Urk.
2/11).
2.
2.1
Mit Eingabe vom 16. August 2016 erhob die Personalvorsorge
stif
tung der Ärzte und Tierärzte
PAT-BVG Klage gegen die
Bâloise
(Beklagte 1) und die
Caisse
de
pension
de la
Société
suisse
de
Pharmacie
(Beklagte 2) und
stellte folgende Anträge
(Urk. 1 S. 2):
“
1.
1.1
Es sei festzustellen, dass die Beklagte 1 die für die Ausrichtung der Invali
denleistungen aus beruflicher Vorsorge zuständige Vorsorgeeinrichtung ist.
1.2
Es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, der Klägerin die unter dem Titel Vor
leistung ab dem 27. März 2015 erbrachten
Rentenbetreffnisse
(Valuta per 31. Juli 2016: Fr. 8‘760.--) vollumfänglich zurückzuerstatten nebst 5 % Verzugszins spätestens seit Klageeinreichung.
2.
2.1
Eventualiter sei festzustellen, dass die Beklagte 2 die für die Ausrichtung der Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge zuständige Vorsorgeein
richtung ist.
2.2
Eventualiter sei die Beklagte 2 zu verpflichten, der Klägerin die unter dem Titel Vorleistungen ab dem 27. März 2015 erbrachten
Rentenbetreffnisse
(Valuta per 31. Juli 2016: Fr. 8‘760.--) vollumfänglich zurückzuerstatten nebst 5 % Verzugszins spätestens seit Klageeinreichung.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.“
2.2
Mit Klageantwort vom 23. September 2016 beantragte die Beklagte 2 Abwei
sung der Klage. Eventualiter sei festzustellen, dass die Beklagte 1 die für die Ausrichtung der Invalidenleistungen zuständige Vorsorgeeinrichtung sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin (Urk. 9 S. 2).
Die Beklagte 1 beantragte mit Klageantwort vom 28. Oktober 2016 (Urk. 10 S. 2):
“
1.
Die Klage gegen die Beklagte 1 auf Rückzahlung der Vorleistungen der Klä
gerin sei abzuweisen. Demgemäss sei die Klage auf Feststellung der Zuständigkeit der Beklagten 1 zur Ausrichtung von Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge abzuweisen und es sei festzustellen, dass die Klä
gerin für die Ausrichtung von Invalidenleistungen aus beruflicher Vor
sorge zuständig ist.
2.
Eventualiter sei festzustellen, dass die Beklagte 2 die für die Ausrichtung der Invalidenleistungen aus beruflicher Vorsorge zuständige Vorsorge
ein
richtung ist.
3.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin, eventualiter der Beklag
ten 2.“
2.3
Mit Verfügung vom 1. November 2016 (Urk. 12) hat das hiesige Gericht die IV-Akten in Sachen
X._
(Urk. 14/1-38) beigezogen.
2.4
Die Klägerin und die Beklagten hielten
replicando
(Urk. 18) und
duplicando
(Urk. 23, Urk. 26) jeweils an ihren Anträgen fest. Am 2. Mai 2017 wurde
n
den Verfahrensbeteiligten die Dupliken je wechselseitig zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk. 27).
2.5
Mit Verfügung vom
6.
Juni
2017 wurde
X._
zum Prozess bei
ge
laden (
Urk.
28). Die Beigeladene liess sich mit Eingabe vom
2.
Juli 2017 verneh
men (
Urk.
30,
Urk.
31/1-3). Die Beklagte 1 und die Klägerin nahmen dazu
jeweils
mit Eingaben vom 1
4.
Juli 2017 (
Urk.
35) beziehungsweise 2
4.
August 2017 (Urk. 38) Stellung. Am 2
2.
September 2017 reichte die Beklagte 1 eine Ver
nehmlassung zur Stellungnahme der Klägerin vom 2
4.
August 2017 ein (Urk.
40). Diese Eingabe wurde den übrigen Verfahrensbeteiligten am 25. Sep
tember 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
41).
3.
Auf die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten
und die eingereichten Unter
lagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen
-
und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war, wobei die klagende Partei den Gerichts
stand wählen kann (Urteil des Bundesgerichts B 93/04 vom 9. August 2005 E. 2.3 mit Hinwei
sen).
1.2
Der Arbeitsort
der Beigeladenen
war
vom 1. Mai 1984 bis 30. November 2009 die
Y._
sowie ab
1.
Dezember 2009
die
Z._
(
Urk.
2/2-3
, 5
). Das
angerufene Gericht
ist
für die Beur
tei
lung der vorliegenden Klage
daher
örtlich und
gestützt auf
§
2
Abs.
2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (
GSVGer
)
sachlich zu
ständig.
2.
2.1
2.1.1
Anspruch auf Invaliden
leistungen haben gemäss
Art.
23
lit
. a BVG Personen, die im Sinne der Invali
denversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Ver
sicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gege
ben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Ein
klang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehme
rinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
-
während der Versicherungsdauer auf
ge
tretene
-
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vor
sorge
einrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
;
BGE
123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.1.2
Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich;
sie ist relevant, wenn sie mindestens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_536/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen).
2.1.3
Ob eine Person trotz Lohnzahlung tatsächlich erheblich arbeitsunfähig ist, ob sie mithin im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses ihre übliche oder aber eine ge
sundheitsbedingt eingeschränkte Leistung erbringt, ist mit aller Sorgfalt zu prü
fen
. Nach der Rechtsprechung muss eine Einbusse an Leistungsvermögen arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, so etwa durch einen Abfall der Leistun
gen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsaus
fälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_849/2012 vom 18. März 2013 E. 2.1.2 mit weiteren Hinweisen).
2.1.4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf hinsichtlich des Eintritts der berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit nicht auf einen hinrei
chend klaren Nachweis verzichtet werden. Er darf nicht durch spekulative An
nahmen und Überlegungen ersetzt werden, sondern hat nach dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts B 35/00 vom 22. Februar 2002 E. 1b mit Hin
weis auf BGE 126 V 360 E. 5b).
2.2
2.2.1
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE
130
V
270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person
nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeits
fähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spät
folgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsun
fähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichti
gen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, nament
lich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurtei
lung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.2.2
Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als Vorausset
zung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vor
sorgeeinrichtung beurteilt sich nach der Arbeitsunfähigkeit respektive Arbeits
fähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zu
mutba
ren Tätigkeit. Diese Beschäftigung muss jedoch bezogen auf die angestammte Arbeit die Erzielung
eines rentenausschliessenden Einkom
mens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3; Urteil
des Bundesgerichts 9C_536/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
3
Mit Urteil B
12
/
03
vom
12
.
November 2003
führte das Bundesgericht zum zeit
li
chen Zusammenhang bei Schubkrankheiten
- wie zum Beispiel der Multi
ple
n
Sklerose -
in E.
3
.
2.
1 folgendes aus: Ein allzu strenger Massstab bei der Beurtei
lung der zeitlichen
Konnexität
im Falle einer Schubkrankheit würde dazu füh
ren, dass regelmässig jene Vorsorgeeinrichtung, die bei Ausbruch der Krankheit leistungspflichtig war, bei späteren invalidisierenden Schüben Rentenleistungen zu bezahlen hätte, selbst wenn unter Umständen längere Abschnitte mit wieder
hergestellter und in meh
reren, wenn auch kurzen, Anstel
lungsverhältnissen verwerteter Arbeits
fähigkeit dazwischen l
äg
en. Ein solches Ergebnis wäre unter dem Gesichtspunkt des Versicherungsschutzes in der beruflichen Vorsorge in jenen Fällen unerwünscht und gar als stossend zu bezeichnen, in welchen die Schub
krank
heit zu einem Zeitpunkt ausbr
äche
, in welchem eine Versicherungs
deckung fehlt.
Gerade beim Krankheitsbild der MS, das sich nicht immer gleich
manifestier
e
und unterschiedliche Verläufe
aufweise
,
komm
e
den
gesam
ten Umständen des Einzelfalles besondere Bedeutung zu.
2.
4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar er
scheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Über
legung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete An
meldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungs
gemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbstän
diges Beschwerderecht im Verfahren nach
dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zu. Unterbleibt ein solches Ein
beziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Fest
setzung des Inva
liditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufs
vorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Ver
fahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
5
Befindet sich die versicherte Person beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung, so ist jene
Vorsorgeein
trichtung
vorleistungspflichtig, der sie zuletzt angehört hat. Steht die leistungs
pflichtige Vorsorgeeinrichtung fest, so kann die vorleistungspflichtige Vor
sorgeeinrichtung auf
diese Rückgriff
nehmen (
Art.
26
Abs.
4 BVG).
3.
3.1
Die Klägerin bringt im Wesentlichen vor,
dass
d
er Anspruch der Beigeladenen auf Leistungen der beruflichen Vorsorge
aus den Folgen (Arbeitsun
fähigkeit und In
vali
dität) ihrer MS
-Erkrankung
resultiere
(
Urk.
1 S.
5).
Die Beigeladene habe im Ju
li 1999 einen ersten, im Septem
ber 2006 einen zweiten und im April und September
2011
einen dritten beziehungsweise vierten MS-Schub erlitten (
Urk.
1 S. 6 ff., S. 20).
Nach dem
zweite
n
MS-Schub im September 200
6
hätten
durchgehend erhebliche
gesundheitliche Einschränkun
gen
des Leistungs
ver
mögens der
Beigeladene
bestanden
(
Urk.
1 S. 8-13, 15
, 18-19
)
.
Aus dem Bericht des behandelnden Arztes
Dr. med. B._
, Chefarzt Neurologie,
C._
,
vom 3
1.
Juli 2013 gehe hervor, dass bei der Beigeladenen zu
mindest seit dem zweiten MS-Schub im Jahr 2006
eine Einbusse der Leistungs
fähigkeit von mindestens 20
%
bestehe (
Urk.
1 S. 17
, 19
;
Urk.
18 S. 17
).
Den echtzeitlichen medizinischen Berichten sei sodann zu entnehmen, dass die Beigeladene zwar anfangs Dezember 200
6
die 70%ige Arbeitstätigkeit wiederaufgenommen habe, jedoch weiterhin unter starker Er
müdbarkeit gelitten und auch längere Erho
lungszeiten
nach Er
schöpfungs
zustä
nden benötigt habe (
Urk.
1 S. 18
, 22
-23
;
Urk.
18 S. 3
-5
, 7
, 15
, 21
;
Urk.
38 S. 7
).
S
ie habe
einzig wegen finanziellen Ex
is
tenz
ängsten
ihr ange
stammtes Arbeits
pen
sum von 70
%
fortgefüh
rt (
Urk.
1 S.
15
, 19
).
In der Folge seien die Beschwerden de
s
zweiten MS-Schube
s
nicht vollständig abgeklungen und die Beigela
dene habe an erheb
lichen Rest
synd
ro
men gelitten (
Urk.
1 S. 23).
Des Weiteren habe die Bei
ge
ladene versucht, noch wäh
rend der Berufsausbildung ihres 1991 gebo
renen Sohnes ihr Pensum von 70
% auf 100
% zu steigern (
Urk.
1 S.
22
;
Urk.
18 S.
10
;
Urk.
38 S.
8
).
Die
se
Versuche
seien aber wegen
der MS-Erkrankung
gescheitert
(
Urk.
1 S.
14-15
, 19
, 22
;
Urk.
18 S.
8
, 12-13
, 16
, 18
;
Urk.
38 S.
9
).
Nach den im Jahre 2011 erlittenen dritten und vierten MS-Schüben sei die Beschwer
de
symptomatik der Beigelade
nen weiter eskaliert (
Urk.
1 S.
23).
Wie aufgezeigt, sei d
ie vorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 20
%
aber schon
vor der Zeit des Versiche
ru
ngsverhältnisses bei der Kläger
i
n
, das heisse vor
dem
1. Dezember
2009
eingetreten (
Urk.
1 S.
19).
Als Mitarbeiterin
in
der
Y._
sei die Beigeladene vom 1. Mai 2005 bis 30. Novem
ber 2009 bei der Beklagten 1 berufsvorsorgeversichert ge
wesen (Urk. 1 S. 13).
Daher sei nicht
sie (die Kläge
rin), sondern die Beklagte 1 die leistungs
pflichtige Vorsorgeeinrichtung (
Urk.
1 S. 15).
Allen
falls
wäre
, da
die Bei
geladene nach der ersten MS-Schuber
krankung 1999
nie mehr voll leistungs
fähig gewesen sei, die Beklagte 2 leis
tungspflichtig (
Urk.
1 S. 24-25
;
Urk.
18 S. 21
).
3.2
Die Beklagte 1 macht im Wesentlichen geltend, dass die Beigeladene als allein
erziehende Mutter
jahrelang
freiwillig in einem konstanten Pensum von 70
%
gearbeitet habe.
So
sei
dies
vor und jewei
ls auch nach dem ersten und zweiten MS-Schub gewesen
(Urk. 10 S. 3
)
. Alsdann
habe
sie mit dem Stellen
wechsel per
1.
Dezember 2009
ein Arbeitsverhältnis mit einem
80%-Pensum angetreten
.
Sie habe ferner beabsichtigt, nach dem Lehrab
schluss des
im Jahr 1991 geborenen
Sohnes
das
Pensum auf 100
%
zu erhöhen. Dies sei nach dem dritten und insbesondere nach dem vierten MS-Schub
im Jahr 2011
indes
sen nicht
mehr möglich gewesen (
Urk.
10 S. 3-4
, 10
-11
, 14-16
;
Urk.
26 S. 3
-4
)
.
Jedenfalls sei in der Zeit, als die Beigeladene bei ihr (der Beklagten 1) berufs
vorsorgeversichert gewesen sei, ke
ine länger
fristige Arbeits
unfähigkeit doku
mentiert, auch wenn die Beigelade
ne
unter Ermüdungser
scheinungen gelitten habe (
Urk.
10 S. 11
, 14
).
In den echtzeitlichen Akten fän
den sich
insbesondere
keine Hinweise darauf, dass die Beigela
dene aus gesundheitlichen Gründen weniger gearbeitet hätte als gewünscht, am Arbeitsplatz überfordert gewesen wäre, Probleme mit dem Arbeit
geber gehabt hätte, ihre Arbeit hätte umstellen müssen, die 80%ige Tätig
keit beim Stellenwechsel nur als leidensan
gepasste Tätigkeit angetreten hätte oder im Arbeitsalltag mehr als
erheblich
einge
schränkt gewesen wäre (
Urk.
26 S. 3).
Aufgrund der Stellungnahme der Beigela
denen vom
2.
Jul
i 2017 stehe sodann fest, dass s
ie
ihr Arbeitspensum
wegen der Betreuungspflichten gegen
über dem Sohn
auf 70 % be
ziehungs
weise ab 1. März 2008 auf 80 % begrenzt habe. Das Arbeitspensum sei somit
nicht aus gesund
heitlichen Gründen reduziert
worden
(
Urk.
35 S. 1).
Ferner werde aus den
zahl
reichen krankheits
beding
ten Abwesenheiten ab dem Jahr 2011 ersichtlich, dass
es
der Beige
ladenen erst nach dem dritten und insbesondere nach dem vierten MS-Schub
im Jahr 2011
nicht mehr möglich gewesen sei, das freiwillig gewähl
te Arbeits
pensum von 80
%
längerfristig aufrechtzuerhalten (
Urk.
10 S. 12).
Falls bereits vor dem dritten be
ziehungsweise
vierten
MS-Schub
im Jahr 2011
von einer mani
festen Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre, wäre jedenfalls zu beachten, dass sich die MS-Diagnose samt Müdigkeit sowie die Migräne und das
Zervikal
syndrom
bereits 1999 leistungs
einschränkend ausgewirkt hätten (Urk. 10 S.
10
, 18
).
3.3
Die Beklagte 2
stellt sich
im Wesentlichen
auf den Standpunkt
, dem Bericht der
C._
vom 3
1.
Juli 2013 sei zu entnehmen, dass die ersten Beschwerden der invalidi
sierenden MS-Krankheit
im Jahr
1999 aufgetreten seien. Damals habe die Beigeladene in einem 70%-Pensum ge
arbeitet. Grund für dieses Teilzeitpensum sei nicht die Krankheit der Beige
ladenen, sondern ihre persönliche Situation als alleinerziehende Mutter ge
wesen. Nach den Aussagen der Ärzte der
C._
sei der Verlauf der MS-Krankheit bis ins Jahr 2006 insgesamt sehr gut gewesen. Die Beigeladene habe ihre Arbeit offenbar trotz der aufgetretenen Symptome gut bewältigen können. Entsprechend seien aus der Zeit bis am 3
0.
April 2005 (Austritt bei der Beklagten 2) keine rele
van
ten, krankheitsbedingten Absenzen dokument
iert. Der Beginn der vor
sorge
rechtlich massgebenden Arbeitsunfähigkeit falle somit in den Zeitraum nach dem 3
0.
April 2005, weshalb sie (die Beklagte 2) nicht leistungspflichtig sei (
Urk.
9 S. 2
;
Urk.
23 S. 3
).
4.
Dem Bericht von
Dr.
B._
vom 3
1.
Juli 2013 zuhanden der IV-Stelle
sind die folgenden (Haupt-)Diagnosen zu ent
nehmen
(
Urk.
14/10/2-3)
:
-
Enzephalomyelitis
disseminata
(“M
ultiple Sklerose“; Erstdiagnose:
August 1999, Erstsymptome
: Juli 1999;
2.
Schub
:
1
7.
September 2006;
3.
Schub:
2.
April 2011;
4.
Schub
:
3.
September 2011)
-
Zervikobrachiales
und
zervikozephales
belastungsabhängig zunehmen
des Syndrom
-
Status nach
Zervikalsyndrom
links mit linkskranial genau lokalisierten Schluckschmerzen betont für leeres Schlucken und stechende Schmerzen bei Husten
Zur Arbeitsfähigkeit der Beigeladenen hielt
Dr.
B._
fest, dass
auch nach dem zweiten MS
-
Schub nur die Möglichkeit einer MS
-
bedingten und als alleiner
ziehende Mutter
(ein Sohn)
betreuungsbedingten Tätigkeit von 70
%
bestanden habe
. Auch hier seien schon für die
(Arbeits-)
Tätigkeit selbst und insbesondere auch den Haushalt für zwei Personen bezüglich Leistungsfähigkeit und Er
müdung Grenzen gesetzt gewesen. Nachdem die Notwendigkeit zur Betreuung des Sohnes während der Lehre abgenommen habe, habe die Beigeladene ver
sucht, auch aus finanziellen Gründen, die Arbeitstätigkeit zu steigern, was bis 100
%
MS
-
bedingt nicht möglich gewesen sei. Bei
m
Stellenwechsel sei dann deswegen eine 80%ige Anstellung realisiert worden, welche bis zum
3.
und ins
besondere
4.
Schub noch habe durchgehalten werden können. Dies mit der Akzeptanz der längeren Erholungszeit
,
aber noch möglichen Erholung, was nach dem
4.
Schub bei doch erheblicher Zunahme der Symptomatik und neuer Symptome, insbesondere im linken Körperbereich, nicht mehr möglich gewesen
sei
. Mit der nach längerer 100%ige
r
Arbeitsunfähigkeit realisierten 50%igen Arbeits
tätig
keit vermehre sich im Rahmen der Arbeit nach Stunden die ständig vorhandene Grundsymptomatik. Die Beigelade
ne
könne sich aber bei einer 50%-Tätigkeit bis zum anderen Morgen wieder erholen, insbesondere auch von der Ermüdung und
der
Erschöpfung
(
Urk.
14/10/1).
Dr.
B._
attestierte der Beigeladenen in ihrem Beruf als Pharmaassistentin ab dem 2
7.
März 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (bei einem 100%-Pensum).
Dazu hielt er fest, dass b
ei sehr günstigem Verlauf
vermutlich langfristig eine 50%ige Arbeitstätigkeit möglich
sei
(
Urk.
14/10/5).
5
.
5
.1
Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2014 sprach die IV-Stelle der Beigeladenen mit Wirkung ab
1.
März
2014
bei
einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Inva
lidenrente zu
(
Urk.
14/21/1,
Urk.
14/19/1).
Den Beginn der einjähri
gen Warte
zeit gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
setzte sie
auf den
2
7.
März 2013
fest
, da
die
Beigelade
ne
ab diesem Datum in ihrer Arbeits
fähigkeit erheblich einge
schränkt gewesen sei (
Urk.
14/19/1)
.
Dem Feststel
lungsblatt für den Beschluss der IV-Stelle
vom
7.
März 2014
ist zu entnehmen, dass sie dies
bezüglich auf die Berichte von
Dr.
B._
vom 3
1.
Juli und 4.
Dezember 2013 (
Urk.
14/10
/1-6
,
Urk.
14/13/5-8)
sowie auf den Bericht
der behandelnden Psychiaterin,
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Psychia
trie und Psychotherapie, vom 1
8.
September 2013
(
Urk.
14/12/2)
ab
gestellt hat (
vgl.
Urk.
14/15; ins
besondere die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom
1.
März 2014 [
Urk.
14/15/3]).
Die
IV-
Verfügung
vom 1
8.
Juni 2014
wurde der
Klägerin
eröffnet (Urk.
14
/2
1/1
).
Mithin ist
sie
grundsätzlich an die Betrachtungsweise der In
vali
de
n
versicherung gebunden (E. 2.
4
)
.
Zu berücksichtigen ist aber, dass sich die Beigeladene, trotz bereits früher bestehenden Gesundheitsstörungen (vgl. Urk. 14/10/2-3), erst a
m 2. Juli 2013
bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Sachverhalt
,
Ziff.
1).
Der Rentenanspruch hätte daher so oder anders frühestens sechs Monate nach der Geltendmachung entstehen können (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Damit bestand für
die
IV-Stelle keine Notwendigkeit, den Zeitpunkt, ab welchem sich die gesund
heit
lichen Beeinträchtigungen
der
Beigeladenen
auf
deren
Arbeits
fähig
keit ausge
wirkt haben, präzise festzulegen
, weshalb eine Bindungswirkung für die Klägerin entfällt.
5.2
5.2.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beklagte 1 oder die Beklagte 2 eine Leistungspflicht trifft, weil
aufgrund der MS-Erkrankung
der Beigeladenen
eine relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist, als sie
bei
der Beklagten 1 oder der Beklag
ten 2
berufsvorsorgeversichert war.
5.2.2
Die Beigeladene
war vo
m
1. Januar 1985 bis 30. April 2005 bei der
Beklagten 2
berufsvor
sor
geversichert (Sachverhalt,
Ziff.
1). Mit ihrer Stellungnahme vom
2.
Juli 2017 äusserte sich die Beigeladene zu ihrer früheren Arbeitstätigkeit (Urk.
30 S. 1,
Urk.
31/3). Ihrer
diesbezüglichen
Zusammenstellung ist zu ent
nehmen, dass sie
in der
Y._
vom
1.
Mai 1984 bis
1.
Juli 1991
in einem 100%-Pensum tätig
war (
Urk.
31/3
S. 1
).
Nach der Geburt ihres Sohnes am
4.
März 1991 reduzierte sie ihr Arbeitspensum
beim selben Arbeitgeber
zunächst
vom
1.
Juli 1991 bis 3
1.
März 1993
auf 50
%
. Danach
erhöhte
sie
ihr Arbeitspensum für die Zeit
vom
1.
April 1993 bis
1.
Mai 2005
auf
60
%
. Dane
ben widmete sie sich der Be
treu
ung und Erziehung ihres Sohnes, welcher
wegen Koordinationsproblemen
zwei Mal pro Woche Ergotherapie
benötigte
(
Urk.
31/3 S. 1).
Die Beigeladene
führte weiter aus, dass sie nach dem ersten MS-Schub im Jahr 1999 nach meh
reren Wochen mit einem “kleineren Arbeitspensum“ wieder zu 60
%
gearbeitet habe (
Urk.
31/3 S. 1)
. In den Berich
ten der
C._
vom 1
3.
August und
3.
September 1999 wurde
in diesem Zusammenhang
fest
gehalten, dass bei der Beigeladene
n
seit dem 1
9.
Juli
1999 unter anderem eine Koordinationsstörung am distalen Arm rechts sowie feinmotorische Störungen der rechten Hand aufgetreten seien (Urk.
14/10/7,
9
). In seinem Bericht vom 2
3.
September 1999 führte
Dr.
B._
sodann
aus,
dass die im Vordergrund gestandene
n Störungen
(
Koordinationsstörung und Schreib
störung der rechten Hand) nicht mehr bestehen würden
(
Urk.
14/10/11). Es
ist
mithin davon aus
zugehen, dass die Beigeladene nach dem ersten MS-Schub ihr bisheriges 60%-Arbeitspensum
wieder
aufnehmen
konnte
.
5.2.
3
In der Folge arbeitete die Beigeladene weiterhin in
d
er
Y._
. Nach
dem die Eigentümerin dieser Apotheke per
1.
Mai 2005 gewechselt hatte, war
sie
ab diesem Tag bei der Beklagten 1
berufsvorsorgeversichert (
Sachverhalt,
Ziff.
1
).
Die Beigeladene führte
aus, dass sie ihr Arbeits
pensum am
2.
Mai 2005 auf 70
%
erhöht habe.
Dazu
hielt
s
ie fest, dass bei ihrem Sohn bei einer Unter
suchung in der
E._
Schwierigkeiten bei der räumlichen Wahr
nehmung und bei der Konzentration festgestellt worden seien. Daraus habe
eine Zusatzbelastung für die Erziehung und ein grösserer Zeitaufwand
für die
Unter
stützung
bei den Hausaufgaben resultiert (
Urk.
31/3 S. 1). Zur MS-Erkrankung schrieb
Dr.
B._
im Bericht zur Konsultation vom
5.
Juli 2005
,
dass der
Gesamtverlauf sehr gut gewesen sei
und sich bislang keine Hinweise
auf einen weiteren Schub gezeigt hätten
(
Urk.
14/10/18).
Am 1
7.
September 2006 kam es zum zw
eiten MS-Schub mit einem unvollstän
digen
Hemisyndrom
rechts und die Beigelade
ne
be
gab sich am folgenden Tag zu
Dr.
B._
(
Urk.
14/10/20)
. Dieser attestierte
ihr vorerst bis zum 2
4.
September 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
14/10/21).
Dr.
B._
untersuchte die Beigeladene
sodann
am 1
4.
November 2006 und hielt in seinem Bericht vom selben Tag fest,
dass
nach dem zweiten MS-Schub aktuell ein Restsyndrom nach rascher Verbesserung des unvollständigen
Hemi
syndroms
bestehe
. In die
sem Bericht führte er ferner aus, dass die Beigeladene bei der 50%igen Arbeits
tätig
keit (70%-Anstellungsvertrag) gegen Mittag ver
mehrt müde
sei
und vermehrt auch Beschwerden mit dem rechten Arm bestün
den (
Urk.
14/10/22).
Die 50%ige Arbeitstätigkeit (20%igen Arbeitsunfähigkeit bei einem 70%-Anstellungs
vertrag) sei vorläufig bis
2.
Dezember 2006 bei
zubehal
ten. Ab dem
3.
Dezember 2006 sei die 70%ige Arbeitstätigkeit als Arbeitsver
such wieder
auf
zunehmen
. Bei zu starker Müdigkeit müss
e die Beige
lade
ne
aber weiterhin zu 50
%
arbeiten (
Urk.
14/10/23).
Z
um weiteren Verlauf
ist den Aus
führungen der Beigeladenen zu entnehmen
, dass
sie
ab dem
4.
De
zember 2006 wieder zu 70
%
arbeitstätig gewesen sei (
Urk.
31/3 S. 1).
Gemäss
den Ausführungen von
Dr.
B._
vom 31. Juli 2013
wollte die Beigeladenen dann, als
der Betreuungs
bedarf des Sohnes während der Lehre ab
genommen ha
tte,
aus finan
ziellen Gründen ihr Arbeitspensum erhöhen. Sie habe indes “MS bedingt“ keine Er
höhung des Pensums bis 100
%
erreichen können. Weiter führte
Dr.
B._
aus, dass “
deswegen“ beim Stellenwechsel (per
1. Dezember 2009
)
eine 80%ige Anstel
lung realisiert worden sei (E. 4 vorstehend)
.
Diese
Aus
führungen lassen darauf schliessen, dass die Beigeladene wegen ihrer MS-Er
krankung
bereits während der Zeit
,
als s
ie
bei der Beklagten 1 berufsvorsorge
versichert
war
(
1. Mai 2005 bis 30. No
vember 2009
; Sachverhalt
Ziff.
1)
,
nur in einem 80%-Pensum hat arbeiten können.
Auch
wenn diese Ausführungen dem
Bericht
von
Dr.
B._
vom 31. Juli 2013 zuhanden der IV-Stelle (Urk.
14/10/1-6)
entnom
men wurde
n
, so ist doch zu berück
sichtigen, dass
Dr.
B._
die Bei
geladene wegen der MS-Erkrankungen seit 1999
behandelt
(vgl.
Urk.
14/10/10)
und damit aufgrund seiner eigenen echtzeitlichen Wahr
nehmungen berichten
konn
te.
Des Weiteren ist dem Bericht von
Dr.
B._
vom 2
7.
M
ärz
2007 zu ent
nehmen, d
ass die 70%ige Arbeitstätigkeit zwar
wie geplant ab anfangs De
zember 2006 wieder
habe er
reicht werden können. Dies allerdings immer noch unter starker Ermüdbarkeit und auch längerer Erholungszeit nach
Er
müdungen
(
Urk.
14/10/24).
Dem Be
richt
von
Dr.
B._
vom 1
9.
August 2008 ist
wiederum
zu entnehmen, dass es der Beigela
denen im Jahr 2007 und bis in das Jahr 2008
hinein sehr gut gegangen sei. Danach hätten Umbauarbeiten in der Apotheke die Ruhe und Kontinuität gestört. Ab April 2008 habe die Beige
ladene mit Beginn der Umbauarbeiten in ihrer Wohnung keine Ruhe mehr fin
den können. Diese Verhältnisse hätten
ein
zervikobrachiales
und
zervikozep
hales
Syndrom ausgelöst, welches belastungsabhän
g
ig zugenommen habe (
Urk.
14/10/27-28).
Die Beigeladene selbst hat in ihrer
Stellung
nahme vom 2. Juli 2017
indes aus
geführt
, dass sie - wegen der MS-Erkrankung
-
zeit
weise zu 100 % arbeitsun
fähig gewesen sei und mehrere Wochen in einem reduzierten Arbeitspensum habe arbeiten müssen, ansonsten ihr Arbeitspensum aber “immer normal er
füllt“ habe (Urk. 30 S. 1).
Entscheidend ist dabei, dass sich diese Aussage auf das von ihr gewählte Arbeitspensum bezieht. Sie hat ihr
Arbeitspensum bei der
Y._
ab dem
1.
März 2008
von 70
%
auf 80
%
erhöh
t
(
Urk.
31/1). Dies sei, so die Beigeladene
weiter
, möglich gewesen
,
weil
damals
ge
sund
heit
lich keine
Einschränkungen bestanden hätten, welche sich auf ihre
Arbeit
aus
gewirkt
hätten.
Grund für das 80%-Arbeitspensum sei gewesen, dass i
hr Sohn damals die Sekundar
schule
besucht
habe
und danach eine Lehre als Gebä
ude
planer Fachrichtung Lüftung begonnen
habe
. Weil bei
ihrem
Sohn im
mer noch Konzentrationsstörungen und Einschränkungen der Hirnleistungen bestanden hätten, habe
sie
sich zu 20
%
seiner Betreuung
und der Haushaltführung
gewidmet (
Urk.
31/
3
S.
1).
Das Arbeitspensum war
von der Beigeladenen
somit
nicht
aus gesund
heitlichen Gründen auf 80
%
begrenzt worden. Weil sie dieses wegen der Betreuungspflichten gegenüber ihrem Sohn damals so oder anders nicht erhöht hätte, und folglich bei der Beklagten 1 nur in einem 80%-Pensum versichert gewesen wäre, braucht nicht geprüft zu werden, ob in einem hypo
thetischen 100%-Pensum eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden hätte.
Aus den Ausführungen von
Dr.
B._
im Bericht vom 31. Juli 2013 (Urk.
14/10/1) kann die Klägerin jedenfalls nichts zu ihren Gunsten ablei
ten, da er mit den eigenen Ausführungen der Beigeladenen bezüglich de
r
Gründe für deren reduziertes Pensum nicht übereinstimmt.
Es
ist
daher
nicht
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass
die Beige
ladene aufgrund ihrer MS-Erkrankung während der Versicherungsunter
stellung bei der Beklagten 1 vom
1. Mai 2005 bis 30. No
vember 2009
(Sachverhalt
Ziff.
1)
dauernd für zumindest 20
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen war.
Der zeitliche Zusammenhang zwischen der vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit im Herbst 2006 und der spä
ter eingetretenen Invalidität ist unterbrochen worden, weil die Beigeladene danach bis zum dritten MS-Schub im Jahr 2011 wieder in ihrem Beruf im von ihr gewählten 70%- beziehungsweise 80%-Pensum arbeiten konnte (vgl. Urk.
31/3 S. 1).
5.2.
4
Nach dem dritten und vierten MS-Schub verschlechterte sich der Gesundheits
zustand der Beigeladenen und sie ist gemäss
Dr.
B._
wegen ihrer MS-Erkrankung im angestammten Beruf als Pharmaassistentin ab dem 27. März 2013 langfristig nur noch zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 14/10/5).
5.
2
.
5
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Beigeladene beim ersten MS-Schub
im Jahr 1999 bei der Beklagten 2
berufsvorsorgeversichert war. Die Bei
geladene
konnte
danach aber
das von ihr aufgrund der Betreuungspflichten gegenüber ihrem Sohn
und ihrer Tätigkeit in einem Zweipersonenhaushalt
auf
60
%
beziehungsweise
später auf
70
%
reduzierte
Arbeitspensum während meh
rerer Jahre
erfüllen
. Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetreten
en
Inva
lidität ist
so
mit unterbrochen. Nach dem zweiten MS-Schub ist echtzeitlich
bis 3. Dezember 2006
eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
und mehr do
kumentiert. In der Folge konnte die Arbeitsfähigkeit aber abermals gesteigert werden.
Gemäss den Ausführungen der Beigeladenen bestanden bei der
Pensumserhöhung
auf 80
%
per
1.
März 2008 keine gesund
heitlich Ein
schränkungen, welche sich auf ihre Arbeitstätigkeit ausgewirkt hätte
n
.
Die Beigeladene beschränkte ihr Arbeits
pensum damals auf 80
%
, damit sie sich der Betreuung ihres Sohnes
und der Haushaltführung
widmen konnte. In der Folge arbeitete die Beigeladene in diesem Pensum bis zum dritten MS-Schub im Jahr 201
1.
Aufgrund dessen besteht keine zeitliche
Konnexität
zwischen der vorüber
gehenden Arbeitsunfä
higkeit im Jahr 2006 und der späteren Invalidität.
Ab dem
1.
Dezember 2009 war die Beigeladene bei der Klägerin berufsvorsorge
versichert. Nach Lage der Akten ist die Arbeits
unfähigkeit, welche später zur Invalidität geführt hatte, während der Versiche
rungsunterstellung bei der Klägerin eingetreten
.
D
emnach ist die Klage a
b
zu
weis
en.
6
.
6.1
Den
Beklagten
1 und
2 steht in ihrer Funktion als Trägerin
nen
der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt viele
r: BGE 128 V 124 E. 5b).
6.2
Die in eigener Sache prozessierende Beigeladene, welche für den vorliegenden Prozess keine Kosten für eine Rechtsvertreterin oder einen Rechtsvertreter gel
tend macht, hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Prozessentschädigung (zum Anspruch von Beigeladenen auf eine Prozessentschädigung:
Wilhelm,
in: Gesetz über das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 3 zu § 34
GSVGer
).