# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6e6ec451-6dc3-4fc7-be78-016bbba3ff3c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, meldete sich erstmals am 26. April 2007
unter Hinweis auf
Schulter
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 11/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte ein psychia
trisches Gutachten mit interdisziplinärer Zusammenfassung, welches am 28. Ok
-
tober
2009 (Urk. 11/29), und ein internistisch-rheumatologi
sches Gutach
ten, welches am 14. November 2009 erstattet wurde (Urk. 11/26)
,
ein. Sodann zog
sie ein orthopädisches Gutachten zuhanden der Unfallversicherung
vom 19. Ja
nu
ar 2010 bei (Urk. 11/35/19-28) und liess ei
ne Abklärung über die beein
träch
tigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Urk. 11/43) erstellen.
Mit Verfügung vom 21. Juli 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei ei
nem
Invaliditätsgrad von 100
%
eine befristete ganze Rente vom 1. April 2006 bis zum 31. Dezember 2006 zu (Urk. 11/55-56).
1.2
Am 18. Februar 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/73) und machte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Z
ürich, IV-Stelle, holte
wiederum me
dizinische Berichte (Urk.
11/76, Urk. 11/79) sowie
einen IK-Auszug (Urk.
11/77)
ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/81-87) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 31. März 2014 (Urk. 11/88) einen Anspruch der Ver
sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung. Die von der Versicherten am 29. April 2014 erhobene Beschwerde (Urk. 11/90/3-6) hiess das hiesige Ge
richt im Verfahren Nr. IV.2014.00459
mit Urteil vom 5. September 2014 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung vom 31. März 2014 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen w
urde
, damit diese nach erfolg
ter Abklärung neu verfüge
(Urk. 11/92)
.
1.3
Die IV-Stelle
holte in der Folge weitere medizinische Berichte (Urk. 11/102,
Urk. 11/104) sowie ein polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 28. September 2015 erstattet wurde (Urk. 11/119).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 11/
124-130
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2016 (Urk. 11/131
= Urk. 2
) einen An
spruch der Versicherten auf Leistungen
der Invalidenversicherung.
2.
D
ie Versicherte erhob am
14
.
Februar
201
6
Beschwerde (Urk. 1) gegen die Verfü
gung vom
1
2.
Januar
201
6
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine ganze Rente der Inv
alidenversicherung zuzusprechen.
Gleichzeitig ersuchte sie um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1 unten).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 5. April 2016
(Urk. 10) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführerin am 18
.
April
201
6
zur Kenntnis gebracht (Urk. 12).
Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um unent
geltliche Prozessführung bewilligt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt
(allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
Januar
2016 (Urk. 2) gestützt auf das durchgeführte Gutachten davon aus, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Aufgrund der auf orthopädischem Fachgebiet erhobenen, objektivierbaren Befunde sei die Ar
beitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keiten nicht eingeschränkt.
Von internistischer, urologischer und psychiatri
scher Seite bestehe keinerlei Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, so dass sich zusammenfassend aus interdisziplinärer Sicht eine 100%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit für leichtere bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten er
gebe.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die Haushaltsarbeit sei auf
grund der medizinischen Befunde nicht feststellbar.
Retrospektiv gelte die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Juni 2007, nach Beendigung der in Folge des Unfalls vom 13. März 2005
bestehenden Einschränkungen der Ar
beitsfähigkeit
. Aufgrund der aktuellsten Untersuchungen bestehe kein Anspruch auf Leistungen
(S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1), sie leide
seit 2005 an verschiedenen somatischen und psychischen Beschwerden. Sie sei mehr als 10 Jahre der Arbeit fern geblieben und vollumfänglich
dekonditioniert
. Sie sei heute viel kr
ä
nker als vor einigen Jahren
und könnte nicht im Erwerbsleben eingesetzt werden. Auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden.
Dr.
Z._
sei vom Bundesgericht als versicherungsfreundliche Gutachterin ertappt worden (S. 2).
Sie machte weitere Kritik gegenüber der Gutachterstelle geltend (S. 3 f.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob se
it der
Verfügung
vom 21. Juli 2011 (Urk. 11/55-56) eine erhebliche Veränderung des
Gesund
heitszustandes der Be
schwerdeführerin eingetreten ist und ob ihr infol
ge
dessen ein Anspruch auf eine Rente zusteht.
3.
3.1
Der
ursprünglichen
Verfügung
vom
21
.
Juli
20
11
(Urk. 11/55-56) lagen im We
sentlichen die nachfolgenden medizinischen Berichte zu Grunde:
3.2
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
, spez. Rheumaerkrankungen, erstattete ihr internistisch-rheumatologisches Gutachten am 14. November 2009
(Urk. 11/26) gestützt auf die Untersuchung der Be
schwerdeführerin vom 22. Okto
ber 2009 sowie die Akten. Sie nannte folgende Diagnosen ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 29 Ziff. 5.2):
ausgedehnte chronische Schmerzen
Adipositas Grad I
Status nach
Kontusio
der rechten Schulter am 13. März 2005 mit
Läsion des
superioren
Labrum (MRI November 2005)
die im September 2007 in der Kontroll-MRI-Untersuchung ab
ge
heilt ist
jedoch ansatznahe
Tendinopathie
der
Supraspinatussehnen
und
der
langen
Bizepssehne
, AC-Gelenksarthrose und
subacromiale
Bur
sitis
jetzt normale Beweglichkeit des rechten Schultergelenks
Status nach beginnender
Kapsulitis
der linken Schulter Dezember 2006 bis etwa Juli 2007
mit kleinem Riss der
Supraspinatussehne
(MRI Dezember 2006)
jetzt normale Beweglichkeit des linken Schultergelenks
radiale Läsion des TFCCs der rechten Hand mit
Knochenödem im Os
lunatum
und der angrenzenden distalen
Ulna
mit leichtem
Ulnavorschub
(MRI Dezember 2008)
klinisch ohne wesentliche Relevanz
leichter Vitamin D-Mangel
Sie führte aus, die persistierenden Befunde in der Schulter seien gering und
wür
den eine Arbeitsunfähigkeit nicht rechtfertigen. Die Röntgenuntersuchung der
Schulter vom 26. Oktober 2009 zeige beidseits einen normalen Befund. In der klinischen Untersuchung finde sich kein objektiver Hinweis, dass die Be
schwer
deführerin die rechte Hand und den rechten Arm weniger einsetze als die linke Hand und den linken Arm (S. 30 Mitte). Bei der Messung der Handkraft rechts komme es zu keiner Kraftentwicklung. Sie zeige eine maximale
Hand
kraft
von 37
%
der Norm links. Diskrepant dazu sei der normale Handeinsatz beidseits bei der Untersuchung und die vorhandenen Gebrauchsspuren der Fin
gerkuppen des Daumens und Zeigefingers rechts mehr als links. Hier dürfte eine
Selbst
limi
tie
rung
in der Untersuchungssituation vorliegen. Aus rheumatologi
scher Sicht gebe
es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft. Wie die Daten der Krankenkasse zeigten, habe die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum 29. Mai 2009 kaum Schmerzmittel und keine Anti
depressiva be
zogen. Mit den bezogenen Mengen sei keine adäquate medika
mentöse Therapie möglich gewesen. Im Blut beziehungsweise Urin der Be
schwerdeführerin seien weder das Schmerzmittel
Dafalgan
noch das Antide
pressivum
Surmontil
vor
han
den. Es könne postuliert werden, dass sich die Be
schwerdeführerin selbst als nicht derart krank einschätze, dass sie ohne weiteres zumutbare medizinische Mass
nahmen korrekt durchführen würde (S. 30 unten). Die Beschwerdeführerin
sei zuletzt in einem Restaurant als Service-Angestellte beschäftigt gewesen. Diese
angestammte Tätigkeit könne sie zu 100
%
ausüben (S. 31 Ziff. 7.1). Die Be
schwer
deführerin sei nach dem Unfall vom 13. März 2005 bis zum 31. Mai 2007
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Anschliessend, ab dem 1. Juni 2007 sei sie wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen (S. 31 Ziff. 7.2). Auch in adaptierten Tä
tig
keiten sei sie zu 100
%
arbeitsfähig (S. 31 Ziff. 7.3).
3.3
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
Z._
, Klinik
B._
AG, erstatteten ihr psychiatrisches Gutachten mit interdisziplinärer Zu
sammenfassung am 28. Oktober 2009 (Urk. 11/29) gestützt auf die Untersu
chungen der Beschwerdeführerin vom 22. und 23. Oktober 2009 sowie die Ak
ten. Sie nannten folgende psychiatrische Diag
nose ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 5.2):
Anpassungsstörung mit Zukunftssorgen, Ängsten, Stimmungseinbrüchen und Resignation (ICD-10 F43.23), bestehend in unterschiedlichem Aus
mass seit April 2007
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin leide seit dem Sturz am 13. März 2005 unter Arm- und Schulterschmerzen, die in der Zwischenzeit offensichtlich einen
chronifizierten
Verlauf angenommen hätten. Bei der Beschwerdeführerin seien jedoch die unbewussten emotionalen Konflikte beziehungsweise unbewussten seelischen Schmerzen mit Projektion auf die körperliche Ebene nicht festzustel
len und damit könne die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
nicht gestellt werden. Im Rahmen der veränderten Lebenssituation bei ver
zögertem Krankheitsverlauf sei es bei der Beschwerdeführerin mindestens seit
April 2007 zur Entwicklung einer Anpassungsstörung mit Ängstlichkeit,
Stimm
ungs
einbrüchen
, Zukunftssorgen und Resignation gekommen, die aber ihre Ar
beitsfähigkeit nie beeinträchtigt habe (S. 7 Ziff. 6). Die Beschwerdefüh
rerin sei in
der angestammten sowie jeglicher Tätigkeit ihrem Bildungsniveau ent
spre
chend zu 100
%
arbeitsfähig und sei aus psychiatrischer Sicht auch nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen (S. 7 Ziff. 7). Auch aus interdiszipli
närer Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (S. 9 Ziff. 9.2).
3.4
Dr.
med.
C._
, Handchirurgie, Klinik am
D._
, erstattete sein orthopädisches Gutachten am 19. Januar 2010 (Urk. 11/35/19-28) gestützt auf
die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 14. Januar 2010, die mitge
brach
ten Röntgenbilder, die Anamnese und die klinische Untersuchung. Er nannte folgende Diagnosen (S. 4 Ziff. 4):
Verdacht auf
stenosierende
Tenovaginitis
des I. Strecksehnenfaches rechts
Ellenüberlänge von 3 mm, Haarriss im TFCC
unklare Funktionseinbusse mit praktischem Ausschluss der Hand
Er führte aus, die Anamnese und die Untersuchung seien schwierig und uner
giebig gewesen. Die radial manifesten und demonstrierten Beschwerden würden auf eine Entzündung des I. Strecksehnenfaches rechts hinweisen. Die objekti
vierbaren Änderungen im Bereich
ulnar
, nämlich die Ellenüberlänge und der TFCC seien dokumentiert, dort beschreibe die Beschwerdeführerin jedoch keine Beschwerden. Eine Entzündung im I. Strecksehnenfach könne sehr schmerzhaft sein, könne die Beweglichkeit selbstverständlich deutlich einschränken, erkläre aber die schlechte Beweglichkeit der Finger nicht. Ebenso wenig seien dadurch
die Sensibilitätsstörungen im Bereich der Finger erklärt. Die Funktionseinbusse sei nicht ganz nachvollziehbar. Aufgrund der heute durchgeführten Untersu
chung,
insbesondere im Vergleich zu früheren Untersuchungen, erlaube er sich keine Beurteilung der Handfunktion (S. 5).
4.
4.1
Für die Zeit nach der ursprünglichen Verfügung vom 21. Juli 2011 finden sich in den Akten die folgenden medizinischen Berichte:
4.2
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin, berichtete am 31. Dezember 2012
(Urk. 11/72) und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1):
posttraumatisch massivste Schulterschmerzen rechts
chronisches Schulter-/Armsyndrom rechts seit Sturz auf der Treppe am 13. März 2005 mit
Supraspinatus
-Sehnenläsion
MRI tomographisch Verdacht auf Bursitis
subacromialis
(1. Februar 2012)
Verdacht auf
Malunion
einer distalen Radiusfraktur rechts mit konse
kuti
vem
Ulnavorschub
und symptomatischem
ulnokarpalem
Impakti
onssyndrom
ödematöse Veränderungen am
os
lunatum
und
os
triquetrum
, Perfo
ra
tion des TFCC
symptomatisches Karpaltunnelsyndrom rechts
rezidivierende Tendovaginitis der
Quervain
rechts
panvertebrale Schmerzen mit wesentlicher funktioneller Überlagerung
Er führte aus, es komme wiederkehrend zu starken Schulter-Armschmerzen rechts
mit Schmerzen bis zum Handgelenk (S. 1 unten). Neu seien auch Be
schwerden in der linken Schulter aufgetreten (S. 2 oben). Die Arbeitsfähigkeit sei deutlich eingeschränkt. Für körperliche Tätigkeiten sei die Beschwerdeführe
rin zu zirka 50
%
arbeitsunfähig. Auch längerfristig sei nicht mit einer Ände
rung hinsicht
lich der Diagnosen und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 2 unten).
4.3
Dr.
E._
berichtete am 3. März 2013 (Urk. 11/74) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin am 15. Februar 2013 wegen der chronischen lumbalen
Schmerzen mittels MRI untersucht worden sei. Als Beschwerdeursache habe eine
Osteochondrose
L4/5 mit
Modic
I Veränderungen der Bodenplatte L4 ventral mit entsprechenden Ödemen nachgewiesen werden können. Daneben habe auch eine flachbogige Diskushernie L4/5 ohne signifikante
Duralsackkom
pression
im Liegen bestanden. Weiter hätten leichte bis mässige
Spondylarth
rosen
L4/5 und L5/S1 rechtsbetont nachgewiesen werden können. Die nachge
wiesenen Ver
än
de
rungen in der MRI-Untersuchung könnten die Beschwerden der Beschwer
de
führerin erklären.
4.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
lo
gie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 15. März 2013 Stellung (Urk. 11/80/3) und führte aus, zusammenfassend sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes unter Berücksichtigung der be
schriebenen Schulterbefunde nicht auszuschliessen, weshalb eine plausibili
sie
ren
de orthopädische Untersuchung im RAD anberaumt werde.
4.5
Die Ärzte der Psychiatrischen
G._
berichteten am 3. Juni 2013 über die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin vom
20. April 2010 bis 7. Mai 2013 (Urk. 11/76/7-8) und nannten folgende Diag
no
sen
(S. 1):
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2)
Differentialdiagnose:
somatoforme
Schmerzstörung
Persönlichkeit mit ängstlichen Zügen
Sie führten aus, dass sich im Wesentlichen nichts an der Situation geändert habe seit Januar 2013. Die Beschwerdeführerin leide unter multiplen körperli
chen Beschwerden. In den letzten Monaten habe sich zusätzlich eine
Urinin
kontinenz
entwickelt (S. 1). Bei der Beschwerdeführerin liege seit Jahren eine
de
pressive Stimmungslage vor. Im Vordergrund stünden die multiplen somati
schen
Schwierigkeiten. Hinzu komme die finanziell sehr schwierige Situa
tion.
4.6
Dr.
E._
berichtete am 11. Juni 2013 (Urk. 11/76/1-4), nannte die bekannten Diagnosen und führte aus, die Beschwerdeführerin sei in der angestammten Tä
tigkeit seit März 2011 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.6). Die körperliche Belastbarkeit sei aufgrund der multiplen gesundheitlichen Ein
schränkungen deutlich eingeschränkt. Sekundär sei auch die psychische Belast
barkeit deutlich reduziert (S. 3 Ziff. 1.7). Für körperlich leichte Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin zu 50
%
arbeitsfähig (S. 4 Ziff. 1.7).
4.7
Dr.
F._
, RAD der Beschwerdegegnerin, nahm am 16. Juli 2013 Stellung (Urk. 11/80/4-5) und führte aus, bei Vergleich der zum Zeitpunkt der massgeblichen RAD-Stellungnahme vom 13. Juli 2011 (vgl. Urk. 11/54/2-4) bekannten Diag
nosen sei erkennbar, dass mit Ausnahme der sogenannten Mischinkontinenz – welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe – aktuell keine neue Di
agnose vorliege, allerdings die bestehenden Gesundheitsstörungen teilweise an
ders formuliert seien. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für die
bisherige Tätigkeit, wonach die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig sei, ergebe sich keine Differenz. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für eine an
g
epasste Tätigkeit werde jedoch nunmehr lediglich noch eine 50%ige Ar
beits
fä
hig
keit postuliert. Eine derartig reduzierte Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Ver
s
chlechterung des Gesundheitszustandes sei bei der inzwischen 58-jährigen Be
schwerdeführerin angesichts der aufgezählten Gesundheitsstörungen durch
aus plau
sibel und müsse im Hinblick darauf, dass auch im Juli 2011 nur eine 100%ige Arbeitsfähigkeit über eine schrittweise Steigerung für möglich erachtet worden sei, als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffend angese
hen
werden, weshalb auf die Einschätzung des Hausarztes
Dr.
E._
abzustel
len sei.
Die Beschwerdeführerin sei demnach ab dem 26. September 2012 in ei
ner kör
per
lich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne
Arbeiten über dem Kopf, ohne
das Steigen auf Leitern und Gerüsten und ohne häufiges Bücken, Kauern oder Knien zu 50
%
arbeitsfähig.
4.8
Dr.
med.
H._
,
Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, be
rich
tete am 13. November 2013 (Urk. 11/79) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.10)
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung Cluster-Gruppe B (ICD-10 F60.4)
posttraumatisch massive Schulterschmerzen rechts
chronisches Schulter- und Armsyndrom rechts seit Sturz auf der Treppe am 13. März 2005 mit
Supraspinatus
-Sehnenläsion
Bursitis
subakromialis
MRI vom 1. Februar 2012
panvertebrales Schmerzsyndrom mit
Osteochondrose
L4/5
Verdacht auf
Malunion
einer distalen Radiusfraktur rechts mit konse
kuti
vem
Ulnavorschub
und symptomatischem
ulnokarpalem
Impaktati
onssyndrom
Sie führte aus, die Beschwerdeführerin sei vom 17. Mai 2013 bis zum
12. Dezem
ber 2013 von ihr behandelt worden (S. 1 Ziff. 1.2). Die Prognose sei aus
psychiatrischer Sicht noch nicht absehbar. Es handle sich um eine schon
chronifizierte
Schmerzproblematik und depressive Antriebs- und
Stimmungs
lag
e
, die im Rahmen einer Anpassungsstörung begonnen habe und sich inzwi
schen in eine depressive Episode entwickelt habe. Aufgrund der Kürze der Be
handlung
sei eine Persönlichkeitsstörung noch nicht mit Sicherheit zu diagnos
tizieren (S. 4
Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei in der angestammten Tätig
keit seit dem 17. Mai 2013 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 4 Ziff. 1.6). Eine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit im Sinne einer leichten kör
perlichen Tätigkeit in
geschütztem Rahmen ohne Zeitdruck und Stress, welche nicht an der Kälte und in der Nacht durchgeführt werde, sei der Beschwerde
führerin aus rein psychia
t
rischer Sicht seit dem 17. Mai 2013 zu 50
%
mit ei
nem 70%igem
Belastungs
profil
zumutbar (S. 4 Ziff. 1.7, S. 6 unten). Die 59-jährige Beschwerdeführerin sei ohne Unterstützung der Invalidenversicherung nicht imstande, eine Tätigkeit im geschützten Rahmen anzunehmen. Sie könne aufgrund der verminderten Kon
zentration und der starken Schmerzen in der rechten Hand und im linken Brustbereich keiner geregelten Tätigkeit nachgehen (S. 5 Ziff. 1.11).
4.9
Dr.
F._
, RAD der Beschwerdegegnerin, nahm am 3. Februar 2014 erneut Stel
lung
(Urk. 11/87/2) und führte aus, die Angaben zur Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen wie auch einer angepassten Tätigkeit würden mit den entsprechenden Angaben in der letzten RAD-Stellungnahme korrelieren, weshalb aus medizini
scher Sicht empfohlen werde, an dieser festzuhalten.
4.10
Dr.
H._
berichtete am 28. Januar 2015 (Urk. 11/102) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.10)
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung Cluster-Gruppe B (ICD-10 F60.4)
posttraumatisch massive Schulterschmerzen rechts
chronisches Schulter- und Armsyndrom rechts seit Sturz auf der Treppe am 13. März 2005 mit
Supraspinatus
-Sehnenläsion
Bursitis
subakromialis
MRI vom 1. Februar 2012
panvertebrales Schmerzsyndrom mit
Osteochondrose
L4/5
Verdacht auf
Malunion
einer distalen Radiusfraktur rechts mit konse
kuti
vem
Ulnavorschub
und symptomatischem
ulnokarpalem
Impaktati
onssyndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine
leicht
gradige
Mischin
kontinenz mit/bei Belastungsinkontinenz mit tröpfchenweisem Abgang bei leichteren Tätigkeiten, Störungen im Zusammenhang mit der Me
nopause und dem
Klimaktierium
, einen Zustand nach zwei Geburten
und fünf artifiziellen Aborten, eine Adipositas sowie einen Zustand nach Verkehrsunfall in einem Bus 2007 (S. 1
Ziff.
1.1).
Sie führte aus, dass trotz der konsequenten psychotherapeutischen Behandlung und der Einnahme von Psychopharmaka im ambulanten Setting keine Besserung der depressiven Antriebs- und
Stim
mungslage
sowie der Schmerzproblema
tik habe erzielt werden können
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Die bestehende Schmerzproblematik, die sich im bisherigen jahrelan
gen Verlauf
chronifiziert
habe, sei genauso wie die depressive Antriebs- und Stimmungslage therapieresistent
geblieben
.
Eine Verbesserung der Arbeitsfähig
keit durch die psychiatrische Behandlung sei kaum zu erwarten. Die aktuelle stützende, ressourcenorientierte
psychiatrische Behandlung habe den Zweck, eine weitere Verschlechterung zu verhindern (S. 2
Ziff.
1.4).
Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Servicekraft
vom
17. Mai 2013 bis zum 1
2.
März 2015 (S. 3
Ziff.
1.6). Aufgrund von starken Schmer
zen und depressiver Antriebs- und Stimmungslage sei die Beschwerde
-
führerin nicht mehr in der Lage, ihre
bisherige
Tätigkeit auszuüben
(S. 3
Ziff.
1.7)
.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus rein psychi
atrischer Sicht zu 50
%
möglich mit einem 70%igen Belastungsprofil seit dem 17. Mai 2013 (S. 3
Ziff.
1.7).
Aufgrund der chronischen Schmerzen und der de
pressiven Problematik sei die Beschwerdeführerin nicht imstande, irgendeiner geregelten Tätigkeit nachzugehen (S. 4
Ziff.
1.9).
4.1
1
Dr.
E._
berichtete am 23. Februar 2015 (Urk. 11/104/2-5) und nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
posttraumatisch Schulterschmerzen rechts
chronisches Schulter-/Armsyndrom rechts seit Sturz auf der Treppe am 13. März 2005 mit
Supraspinatus
-Sehnenläsion
MRI tomographisch Verdacht auf Bursitis
subacromialis
(1. Februar 2012)
Haltungsinsuffizienz mit
Schulterprotraktion
und
Hyperkyphosierung
der oberen Brustwirbelsäule (BWS)
m
uskuläre
Dysbalance
der Nacken-/Schultermuskulatur
Verdacht auf
Malunion
einer distalen Radiusfraktur rechts mit konse
kuti
vem
Ulnavorschub
und symptomatischem
ulnokarpalem
Impakti
ons
-
syndrom
ödematöse Veränderungen am
os
lunatum
und
os
triquetrum
, Perfo
ra
tion des TFCC
symptomatisches Karpaltunnelsyndrom rechts
rezidivierende Tendovaginitis der
Quervain
rechts
panvertebrale Schmerzen mit
Osteochondrose
L4/5 mit
Modic
I Veränderung der Bodenplatte L4 ventral und entsprechenden
Oedemen
flachbogige Diskushernie L4/5
leichte
bis mässige
Sp
ondylarthrosen
L4/5 und L5/S1 rechts
anteriore
Spondylose L2/3
Mischinkontinenz mit/bei
Belastungsinkontinenz mit tröpfchenweisem Abgang bei leichteren Tä
tigkeiten, Differentialdiagnose (DD) in der Regel einer
Beckenbo
denschwäche
, DD Zystozele
leichtgradige
Drangbeschwerden mit störender
Frequency
ohne Inkonti
nenz
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
Er führte aus,
dass sich im Vergleich zum Bericht vom 11. Juni 2013
zwischen
zeitlich keine wesentliche Veränderung ergeben habe
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Aufgrund der langjährigen Beschwerden bestehe eine ungünstige Prognose (S. 3
Ziff.
1.4).
Es bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunf
ä
higkeit seit März 2011 bis auf
w
eiteres
. Die körperliche Belastbarkeit sei aufgrund der oben genannten Erkrankungen deutlich eingeschränkt
. Sekundär sei auch die psychische Belastbarkeit deutlich reduziert
(S. 3
Ziff.
1.6)
.
Für körperlich leichte Tätigkeiten sei aus somatischer Sicht mit einer 50%ige Arbeitsfähigkeit zu rech
nen (S.
3
Ziff.
1.7).
4.12
Die Ärzte des
I._
erstatteten
ihr
polydiszi
-
pli
näres
Gutachten am 28. September 2015 (Urk. 11/119) gestützt auf die Akten, die Untersuchungen der Beschwerdeführerin sowie die Schlussfolge
rungen des interdisziplinären Konsensus. Sie
nannten folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25
Ziff.
5.2):
chronische Nacken-Schulter-Arm-Handbeschwerden der dominanten rech
ten Seite
Status nach Schulterkontusion am 13. März 2005
radiologisch keine relevante Veränderung an der Schulter (MRI
9. Juni 2010)
radiologisch Haarriss im TFCC (MRI 1
2.
Dezember 2008)
kein objektivierbarer Hinweis für längerdauernde Schonung dieser Ext
remität
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
ohne fassbare
radikuläre
Symptomatik
radiologisch
Osteochondrose
LWK4/5 und
Spondylarthrose
LWK4/5/SWK1 (MRI und Röntgen 15. Dezember 2013)
freie Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS)
Belastungsinkontinenz, klinisch und
urodynamisch
objektivierbar mit/bei
Urgency
(DD konditionierte Reizblase)
normosensitive
, hypokapazitive Har
n
blase
Zystozele I-II
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Verdacht auf dysfunktionale Schmerzverarbeitung (ICD-10 F54)
chronisches unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom
Adipositas
Der internistische
G
utachter führte aus,
dass ausser der Adipositas unauffällige Befunde erhoben worden seien. Die Laborwerte seien ebenfalls im Normalbe
reich. Die Arbeitsfähigkeit sei aus allgemeininternistischer Sicht nicht beein
trächtigt. Es ergäben sich auch keine Hinweise für eine frühere,
höhergra
dige
, länger andauernde Arbeitsunfähigkeit durch ein internistisches Leiden
(S. 11
Ziff.
3.4 und 3.5)
.
Der psychiatr
ische Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin gebe an, sie nehme etwa ein- bis zweimal pro Monat Termine bei ihrer Psychiaterin wahr und sei noch nie in
stationärer Behandlung gewesen (S. 12
Ziff.
4.1.1.2).
Psychomotorisch imponiere die Beschwerdeführerin weder agitiert noch ge
hemmt. Im Affekt habe sie sich zunächst ausgeglichen und gefasst gezeigt. Als das Gespräch auf ihre Mutter komme, beginne die Beschwerdeführerin bitterlich zu weinen. Zuvor sei keine bedrückte Stimmungslage erkennbar gewesen, Hin
weise für eine vitale Traurigkeit, für eine Antriebsstörung oder für
Suizidim
pulse
würden ebenfalls fehlen (S. 14 oben).
Die Beschwerdeführerin sei mit den aktuellen Medikamenten ausreichend suffizient eingestellt. In der heutigen Un
tersuchung habe sich ein zweigeteiltes Bild ergeben, wo sich die Beschwerde
führerin zunächst ausgeglichen und gefasst mit
euthymer
Stimmung präsentiert habe, freundlich und auskunftsbereit gewesen sei. Später habe die Beschwerde
führerin mit verstärkter Weinerlichkeit verbunden mit Schuldgefühlen reagiert.
Eine vitale Traurigkeit sei nicht erkennbar gewesen. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin in erster Linie aufgrund der Tendenz zum sozia
len Rückzug, den Verlust der Libido, der verminderten
Gesprächigkeit, der Nei
gung zum Weinen, der Reizbarkeit und der Schlafstörung die Diagnose einer
Dysthymie
gestellt werden.
Die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmer
zen, welche anlässlich der Untersuchung kaum in Erscheinung getreten seien und in dieser Ausprägung organisch nicht abgestützt werden könnten, seien als dysfunktionale Schmerzverarbeitung einzuordnen.
Der funktionelle
Schwere
grad
der Schmerzmanifestation sei als eher gering einzustufen. Er könne an
hand der aufrechterhaltenen Alltagsaktivitäten nicht als einschneidend bezeich
net werden
(S. 15 oben)
.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführerin könne weder aktuell noch rückblickend eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden
(S. 15 Mitte)
.
Der orthopädische Gutachter führte aus,
dass die
Beschwerdeführerin während der Untersuchung mit grosser Überzeugung aufgebracht wirkend und sehr wortreich spreche, wobei sie trotz wiederholter Bitten kaum auf die von ihm gestellten Fragen eingegangen sei. Das Entkleiden in stets stehender Position gelinge flüssig und ohne relevante Einschränkung (S. 17 unten).
Die Beschwer
deführerin beklage chronische Schmerzen an Nacken und dominanter rechter oberer Extremität, während die Symptomatik an der linken Schulter weitgehend abgeheilt sei. Zusätzlich bestünden lumbale Rückenschmerzen mit linksseitiger Ausstrahlung
zum Aussenknöchel. Der ebene Gang sei mitsamt den geprüften Varianten unauffällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule zeige sich unter Verspannung eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte, doch könne der initial vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch eine freie Auslenkung im
Langsitz
relativiert werden. Auch die bei der expliziten Prüfung verminderte Kopfrotation erweise sich unter Ablenkung als frei. An den oberen und unteren Extremitäten bestehe gleichfalls eine weitgehend freie Beweglich
keit mit Ausnahme einer deutlichen Einschränkung an Schultern und rechtem Ellbogen unter Gegenspannung. Zu betonen sei dabei, dass eine klar fassbare Pathologie un
ter
anderem im Schulterbereich sowie objektivierbare Hinweise für eine längerdauernde Schonung der rechten oberen Extremität fehlen würden
(S. 20 oben).
Auf neurologischer Ebene zeigten sich keine klar fassbaren Hinweise für eine Pathologie im Bereich des peripheren
Nervensystems.
Die
Halswirbel
säule
sei unauffällig. In Anbetracht des klinisch objektiv weitgehend
blanden
Befundes werde auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet. Zusam
menfassend liessen sich die diffus an rechter oberer und linker unterer Extre
mität sowie an der Wirbelsäule angegebenen Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls vollständig begründen. Möglich sei ein gewisser Leidensdruck bei genannten diskreten Veränderungen an Schulter und Handgelenk der rechten Seite sowie angesichts tieflumbaler Degeneration
(S. 20 unten)
.
Für die
angestammte Tätigkeit im Gastgewerbe bestehe aufgrund der heutigen Untersuchung ebenso wie für andere körperlich leichte bis mittel
schwere Verrichtungen unter Wechselbelastung eine zeitlich und
leistungsmäs
sig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg bis gelegentlich 15 kg sowie der wiederholte Einsatz der rechten Hand oberhalb Schulterniveau sollten dabei vermieden werden.
In An
betracht der heute erhobenen Befunde sollte es bei einer derartigen Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum zu einer wesentlichen
Schmerzpro
vokation
kommen, so dass diese auch zumutbar sei. Aufgrund der an der lum
balen Wirbelsäule dokumentierten Veränderungen seien lediglich körperlich an
dauernd schwere Verrichtungen eher ungeeignet und sollten der Beschwerde
führerin nicht zugemutet werden (S. 20 f.).
Der urologische Gutachter führte aus,
dass sich aktuell ein
blander
Urinbefund zeigte, sowie eine restharnfreie Blasenentleerung. Die Nieren stellten sich
sono
grafisch
unauffällig dar. Die Beschwerdeführerin trage keine Einlagen.
Aus urologischer Sicht bestehe aktuell keine Arbeitsunfähigkeit (S. 24).
Zusammenfassend führten die Gutachter aus, dass bei der orthopädischen Un
tersuchung chronische Nackenschulterarmbeschwerden ohne klinisch nachweis
bare Einschränkung festgestellt worden seien. Radiologisch hätten sich ebenfalls keine wesentlichen pathologischen Veränderungen gefunden. Auch bei einem chronischen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom habe sich nur eine leichte
Osteochondrose
bei klinisch freier Beweglichkeit der Wirbelsäule
finden lassen
.
Im Wesentlichen bestehe ein chronisches unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom. Bei der urologischen Untersuchung sei eine
Belastungsinkon
tinenz
bei hypokapazitiver Harnblase festgestellt worden. Die Beschwerden seien kompensiert. Eine Verbesserung mittels Operation wäre allenfalls noch möglich.
Zusammenfassend sei die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig
. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente
sowie der früher at
testierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vorübergehend nach dem Unfall vom 1
3.
März 2005 eingeschränkt gewesen sei. Im weiteren Verlauf sei ab dem
1.
Juni 2007 wieder eine uneingeschränkte A
rb
eitsfähigkeit festgestellt worden.
Für die Zeit danach ergäben sich keine Hinweise, dass die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten weiter über eine längere Zeit
spanne
höhergradig
eingeschränkt gewesen sei
(S. 26)
.
Auch im Haushalt be
stehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 27).
5.
5.1
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ist auf das Gutachten
des
I._
(vorstehend E. 4.
12
) abzustellen. Das Gutachten
umfasst
die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin,
Psychiatrie, Orthopädie und Urologie
, wobei
sich das Gutachten für die zu beurteilenden Fra
gen als umfassend erweist.
Die Ärzte
berücksichtigte
n
die geklagten Beschwer
den und das Verhalten der Beschwerdeführerin
in angemessener Weise
und erstellte
n
das Gutachten in Kenntnis der
sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, wozu sie auch Stellung nahm
en
. Die Beurteilung leuch
tet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorge
nom
menen Schlussfolgerun
gen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemäs
sen Kriterien
(vorstehend E. 1.4) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf ab
ge
stellt werden kann.
Es wurde keine
Diagnose mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt
. Körperliche schwere Tätigkeiten sind
der Beschwerdeführerin
nicht mehr zu
mutbar. In einer körper
lich leichten
bis mittelschweren
, wechselbelastenden Tä
tigkeit ist die Beschwerdeführerin hingegen
zu 100
%
leistungs- und
arbeitsfä
hig. Insoweit ist eine Verschlechterung
des Gesundheitszu
standes
zu verneinen,
ging die Beschwe
rdegegnerin doch bereits in der
Verfügung vom
2
1.
Juli
201
1 (
Urk.
11/55-56
)
– gestützt auf die Beurteilung
von
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) und
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3) - von keiner Ein
schränkung der Ar
beitsfähigkeit
ab Oktober 2006
aus.
5.2
Aus
psychischer Sicht ist – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie
Dr.
H._
- weiterhin keine Diagnose mit Krankheitswert ausge
wiesen.
Die Ärzte des
I._
führten
unter Bezugnahme auf die ICD-Kriterien (vgl. Kli
nisch-diagnostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer
Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dil
ling
/
Mom
bour
/
Schmidt (Herausgeber), 9. Auflage, Bern 2014, S. 169 ff.) nach
voll
zieh
bar au
s
, weshalb
keine depressive Episode vorliegt.
So
konnte weder eine
Konzent
rations
- noch eine Gedächtnisstörung objektiviert werden und auch eine An
triebsstörung wurde nicht gefunden.
Die Ärzte des
I._
führten aus, dass zuvor nie eine erhebliche psychiatrische Störung festgestellt werden konnte.
Die Be
schwerde
führerin beklagte zwar einen Lebensüberdruss
und berichtete von früheren Suizidgedanken, ohne je einen Suizidversuch unternommen zu haben
, distanzierte sich
aktuell jedoch
explizit von
Suizidimpulsen (Urk. 11
/1
29
S. 1
2 ff.
).
D
ie Beschwerdeführerin
leiste
leichtere Arbeiten im Haushalt
und gehe r
e
gelmässig alleine oder
mit dem Ehemann
spazieren. Die Beziehung zu ihrem Ehemann und den Kindern sei gut und sie habe auch regelmässigen Kontakt
zu
zwei
Nachbarin
nen sowie zum Bruder und zur Schwägerin
(Urk.
11
/
119 S. 13
).
Die Beschwerdeführerin sei mit der aktuellen Medikation ausreichend suffizient eingestellt. Eine vitale Traurigkeit konnte von den Ärzten des
I._
trotz ver
stärkter Weinerlichkeit der Beschwerdeführerin nicht festgestellt werden.
Viel
mehr wurde die demonstrative
Klagsamkeit
und Weinerlichkeit der Beschwer
deführerin im Sinne einer Symptomverdeutlichung
gesehen.
Gestützt auf die aktuellen Befunde wurde
n
die Diagnose einer
Dysthymie
sowie ein Verdacht auf eine dysfunktionale Schmerzverarbeitung
gestellt
.
Ferner wurde der funktionelle Schweregrad der Schmerzmanifestation als gering eingestuft, zumal er anhand der aufrechterhaltenen Alltagsaktivitäten nicht als einschneidend bezeichnet werden könne (
Urk.
11/119 S. 14 f.).
Zumal aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht, kann keine für die Annahme einer Invalidität massgebende Verschlechterung angenommen werden.
Der Be
richt der behandelnden Psychiaterin
Dr.
H._
vermag
die
Beurteilung der Ärzte des
I._
nicht
in
Zweifel
zu
ziehen
.
Im Übrigen gilt es zu berücksichti
gen, dass
das Gericht nach der Rechtspre
chung
Gutachten externer Spezialärzte, wel
che von Versicherungsträgern im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholt wur
den und den einschlägigen Anforderungen ent
sprechen, vollen Beweiswert zu
erkennt, solange keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen. Demgegenüber stehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte ver
folgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheits
zustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderun
gen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehun
gsweise regelmässig behandelnde
Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung im Zwei
felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein di
rektes Abstellen einzig gestützt auf
die Angaben der behandeln
den Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits lässt es nicht zu, ein Admi
nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bezie
h
ungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor
be
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der
Begutachtung un
er
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2). Solche Gesichtspunkte sind vorliegend nicht er
sichtlich.
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Explora
tion von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
ach
tenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel
raum, inner
halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretatio
nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/
2008 vom 5. März 2009
E. 5.1).
5.3
Aus somatischer Sicht leidet d
ie
Beschwerdeführer
in
weiterhin an
Beschwerden am Nacken sowie an der dominanten rechten oberen Extremität, während die Symptomatik an der linken Schulter weitestgehend abgeheilt sei. Zusätzlich be
stehen lumbale Rückenbeschwerden. Die Beschwerden liessen sich jedoch durch die klinischen und radiologischen Befunde nicht vollständig erklären. Ein ge
wisser Leidensdruck sei bei den genannten diskreten Veränderungen an der Schulter und am Handgelenk der rechten Seite sowie angesichts der
tieflumba
len
Degeneration möglich
. Die Ärzte des
I._
führten sodann aus, dass sich auf neurologischer Ebene keine klar fassbaren Hinweise für eine Pathologie im Be
reich des peripheren Nervensystems
gezeigt hä
tten
(
Urk.
11/119 S. 20).
Standen vor der Begutachtung im
I._
noch Hinweise bezüglich einer Verschlechterung zur Diskussion, so kann dies nun mit Gewissheit verneint werden. Der Be
schwerdeführerin sind in Anbetracht der aktuellen Befunde lediglich körperlich andauernd schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Ansonsten besteht auch aus somatischer Sicht eine 100%ige Arb
e
its- und Leistungsfähigkeit
in ange
passten Tätigkeiten mit entsprechendem Belastungsprofil, so dass auch aus so
matischer Sicht keine für die Annahme einer Invalidität massgebende Verän
derung angenommen werden kann
(
Urk.
11/119 S. 2
0 f.
).
5.4
Wenn
die Beschwerdeführerin vorbringt,
die von ihr beklagte Inkontinenz sei zu wenig berücksichtigt worden
(
Urk.
1 S. 4)
, ist ihr entgegen zu halten, dass an
lässlich der Begutachtung im
I._
auch eine urologische Untersuchu
ng stattge
funden hat. Die Ärzte des
I._
stellten jedoch
–
insbesondere
auch unter Be
rücksichtigung sämtlicher bis anhin ergangenen urologischen Berichte -
in nachvollziehbarer Weise fest, dass
die diesbezüglichen Beschwerden kompen
siert seien und
die
festgestellte Belastungsinkontinenz bei hypokapazitiver Harnblase die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtige.
Diese
Beurteilung erscheint
auch
aufgrund de
r Umstä
nde,
dass sich ein
blander
Urinbefund sowie eine
rest
harnfreie
Blasenentleerung sowie unauffällige Nieren darstellten und
die Be
schwerdeführerin bei der Untersuchung keine Einlagen getragen ha
tte
, nach
vollziehbar und überzeugend
(vgl.
Urk.
11/119 S. 23 f
.
).
Die Einwände der Be
schwerdefüh
r
erin vermögen nichts
daran zu ändern.
5.5
Soweit die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, es könne nicht auf das
man
gel
- und fehlerhaft I._
-Gutachten abgestellt werden (
Urk.
1 S. 3),
kann sie aus den vor
gebrachten Rügen nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Bezüglich der Kritik an der Gutachterstelle
I._
bleibt zu erwähnen, dass
am
1
1.
März 2015 (
Urk.
11/107) und am 17
.
Juni
20
15
(Urk.
11
/
111) je eine Mit
teilung
über die Notwendigkeit der medizinischen Abklärung und die Wahl der Abklärungsstelle erlassen
wurden
,
wobei auf die Möglichkeit bezüglich triftiger Einwendungen hingewiesen wurde. Aus den Akten geht hervor, dass die Be
schwerdeführerin keine Einwendungen gegen einen oder mehrere der mit Mit
teilung vom 1
7.
Juni 2015 genannten Gutachter geltend machte.
Die Beschwer
deführerin erklärte sich demnach mit der
Abklärungs
stelle
sowie den einzelnen Gutachtern des
I._
als einverstanden. Eine Befangenheit respektive Voreinge
nommenheit ein
zelner Gut
achter
kann deshalb nicht weiter geltend gemac
ht werden. Daran vermag auch das
von der Beschwerdeführerin beigelegte
Urteil
des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 2
0.
November 2014 (
Urk.
3/2) nichts zu ändern, zumal
diesem ein ganz anderer Sachverhalt zu Grunde liegt.
D
as Bundesgericht
hat
im besagten Urteil die Gutachten des
I._
nicht per se als mangelhaft
bezeichnet, vielmehr genügte das dort aufgelegte Gutachten den
Anforderungen
an ein sorgfältig abgefasstes Gutachten nicht. Daraus kann für das vorliegende Verfahren
jedoch
nichts abgeleitet werden, zumal das
I._
-Gut
achten in Sachen der Beschwerdeführerin sämtliche
praxisgemäs
sen Kriterien
(
vgl.
vorstehend E. 1.4) vollumfänglich
erfüllt (vgl. vorstehend E. 5.1).
Nach dem Gesagten lassen die Vorbringen der Beschwerdeführerin keine Zwei
fel am schlüssigen und nach
vollziehbaren Gutachten des
I._
aufkommen.
5.6
Z
usammenfassend ist gest
ützt auf das Gutachten des
I._
mit dem im Sozialver
sicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass weiterhin
weder eine
psychiatrische
noch eine somatische
Di
agnose mit Auswirkung auf
die Ar
beitsfähigkeit ausgewiesen ist.
In
ihrer ange
stammten Tätigkeit als Servicekraft sowie in jeder anderen
körperlich leichten
bis mittelschweren
,
wech
selbelastenden
Tätigkeit ist die Beschwerdeführerin
weiterhin zu 100 % arbeitsfähig.
Der Gesundheitszustand hat sich so
mit
nicht wesentlich verschlechtert.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur
Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten
sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzu
erlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.