# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2c16e75b-bcf1-469a-a8d6-e775e3ebba88
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene X._
war seit dem 1.
September 2001 bei der Y._
AG als Gärtner tätig und damit bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert (Urk. 8/1). Mit Schadenmeldung UVG vom 29. März
2010 liess er der Suva mitteilen, dass er bei Winterschnittarbeiten
am 9. März 2010
auf der gesicherten Leiter von einem Ast getroffen
worden
und auf die Füsse gefallen sei
.
Dabei brach er
sich das rechte Fussgelenk
(Urk. 8/1), was
drei
Ope
ration
en
nach sich zog (Urk. 8/3 und Urk. 8/6
/2-3
). Die Suva erbrachte in der Folg
e die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Ab dem
1. Septem
ber 2011 war der Versicherte
wieder
zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8/71 und Urk. 8/74).
1.2
Mit Schadenmeldung
UVG vom 14. Mai 2018 (Urk. 8/95)
meldete der Versicherte der Suva, dass er aufgrund des Unfalls aus dem Jahr 2010 in letzter Zeit sehr starke Schmerzen habe und der Fuss geschwollen sei, so dass er kaum laufen könne.
Die Suva holte diverse Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/112
,
Urk.
8/117
und 8/127
) ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(Urk. 8/121)
.
Nach Eingang
der
Stellungnahme eines
Versicherungsmediziners (Urk. 8/159)
teilte
die Suva
dem Versicherten
mit
Schreiben
vom 14. Januar 2019 (Urk. 8/160)
mit, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht unfallbedingt sei und er in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hauswart 100 % arbeitsfähig sei. Die Taggeldleistungen
würden
daher per 31. Januar 2019 eingestellt
.
Nachdem sich der Versicherte da
mit nicht einverstanden erklärt hatte (Urk. 8/168),
verfügte
die Suva
am
19. Febru
ar 2019
(Urk. 8/169)
förmlich im gleichen Sinne.
Die dagegen
am 22.
März
2019 (Urk. 8/170
)
erhobene Einsprache
hiess
die Suva
nach einer kreisärztlichen Untersuchung vom 20. August 2019 (Urk. 8/186) gut
(Urk.
8
/187)
und erbrachte weiterhin die gesetzlichen Leistungen.
Mit Schreiben vom 2. September 2019 (Urk.
8/196) teilte die Suva dem Versicherten mit, dass keine wesentliche Besse
rung am rechten Sprunggelenk
mehr
erreicht werden könne, der Abschluss des Leistungsfalles vorgenommen werde
,
die Taggeldleistungen per 31. Oktober 2019 eingestellt
w
ü
rden
und geprüft werde, ob ihm eine Suva-Teilrente zustehe.
Nach Einholung der Akten der Invalidenversicherung (Urk. 8/209 und Urk. 8/214-215) und einer neurologischen Beurteilung durch
Suva Versicherungsmediziner
Dr.
Z._
, Facharzt für Neurologie,
vom 2. März 2020 (Urk. 8/234)
sprach
die Suva
dem Versicherten
mit Verfügung vom 6. März 2020
(Urk. 8/243)
gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 16 % ab dem 1. November 2019 eine Invaliden
rente zu und verneinte den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.
Die am 15. April 2020 (Urk. 8/251) dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Ent
scheid vom 18. Juni 2020 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 21. August 2020 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, ihm sei ab 1. November 2019 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 33 % eine Invalidenrente sowie ausgehend von einem Integritätsschaden von
mindestens 10 % eine Integritätsentschädigung zuzusprechen (S. 2).
Mit Beschwer
deantwort vom 26. Oktober 2020 (Urk. 7) beantragte die Beschwerdegegnerin
unter Auflage einer ärztlichen Beurteilung durch Kreisarzt Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. Oktober 2020 (Urk. 10)
respektive 1. April 2021 (Urk. 11)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 (Urk. 14) nahm der Beschwerdeführer Stellung zur ärztlichen Beurteilung von Dr.
A._
und hielt an den gestellten Anträgen fest.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9. März 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 %
invalid
, so hat sie Anspruch auf eine
Invalid
enrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworde
n wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rung
sinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Ei
n
spracheentscheid
(Urk. 2) damit, dass
auf die
Beurteilung von Dr.
Z._
abgestellt werden könne. De
r
gutach
ter
liche
n
Beurteilung von Prof.
B._
, wonach der Verdacht auf eine Neuropathie des
Ramus
profundus
des
Nervus
peronaeus
bestehe, könne
-
aus näher darge
legten Gründen
-
nicht gefolgt werden (S. 6 f.).
Der Umstand, da
ss Dr.
Z._
den Beschwerdeführ
er nicht persönlich untersucht habe, mindere
den Beweiswert seiner Beurteilung
nicht. Es
sei
auf die schlüssige versicherungsmedizinische
Beurteilung abzustellen, weshalb sich weitere medizinische Abklärungen erübri
gen würden (S. 8)
.
Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit habe der Kreisarzt Dr.
A._
nach seiner Untersuchung festgehalten, diese sei in der angestammten Tätigkeit unfallbedingt weiterhin nicht vorhanden. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien dem Ver
sicherten mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar, mit Ausnahme von Arbeiten auf unebenem Gelände sowie Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und repetitivem Treppensteigen (S. 9 f.).
Da mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit keine Schädigung des
Nervus
peronaeus
profundus
vorliege, könne auch nicht auf die Beurteilung von Prof.
B._
und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 80 % abgestellt werden.
Für die Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sei ein Einkommensvergleich durchgeführt worden. Nach einem leidensbedingten Abzug von 5 % resultiere eine Erwerbsunfähigkeit von aufgerundet 16 %, womit der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente habe
(S. 12 f.).
B
eim Beschwerdeführer
sei
kein erheblicher und dauernder Integritätsschaden im Sinne des Unfallversicherungsgesetzes entstanden,
da er lediglich an einer leich
ten Arthrose im oberen Sprunggelenk leide
(S. 14 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 7) hielt die Beschwerdegegnerin ergänzend fest, dass
hinsichtlich der Integritätsentschädigung eine voraussehbare Verschlimme
rung nur berücksichtigt werden könne, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung eine Verschlimmerung als überwiegend wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt werden könne. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des Inte
gritätsschadens genüge hingegen nicht. Beim Beschwerdeführer sei nicht mit einer überwiegend wahrscheinlichen Progression bis hin zu einer mässigen oder gar schweren Arthrose zu rechnen (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
dass dem Teilgutachten von Prof.
B._
ein erhöhter Beweiswert zukomme
.
Die
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % beruhe auf der Schmerzsymptomatik und nicht auf der Verdachtsdiagnose einer Nervenverletzung. Bei der Beurteilung von Dr.
Z._
handle es sich um eine blosse Aktenbeurteilung und sie habe damit eine reduzierte Beweiskraft (S. 5).
Beim Einkommensvergleich seien daher die reduzierte 80%ige Arbeitsfähigkeit und der 5%ige Leidensabzug zu berück
sich
tigen, womit ein Invaliditätsgrad von 33 % resultiere (S. 6).
Hinsichtlich der Inte
gritätsentschädigung sei der Kreisarzt Dr.
A._
von einer Progression der zu erwartenden Sprunggelenksarthrose ausgegangen. Gemäss Suva-Tabelle 5 werde eine OSG-
Arthro
de
se
mit einem Integritätsschaden von 15 % bewertet. Es sei
nicht nachvollziehbar, weshalb beim Verzicht auf eine grundsätzlich indizierte
Arthrodese
der Integritätsschaden tiefer gewichtet werden soll als wenn die
Arthrodese
tatsächlich durchgeführt werden würde. Die Zusprechung einer Inte
gritätsentschädigung ausgehend von einem Integritätsschaden von 15 % scheine vorliegend angemessen. Zumindest sei im Sinne des Mittelwerts einer mässigen ORG-Arthrose von einem Integritätsschaden von 10 % auszugehen (S. 6).
2.3
Die Unfallkausalität der Befunde am rechten Fussgelenk, welche sich unmittelbar nach dem Ereignis vom 9. März 2010 in den radiologischen Aufnahmen zeigten (vgl. Urk. 8/3), ist unbestritten. Unbestritten
und ausgewiesen
ist damit auch, dass die Ope
ratio
nen im Universitätsspital C._
im
März 2013 (vgl. Urk
.
8/3)
und der Zustand des rechten Fussgelenks, wie er sich danach entwickelte, auf den be
sagten Unfall zurückzuführen waren. Unbestritten
und zutreffend
ist
ferner
, dass der medizinische Endzustand im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG erreicht ist und der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig ist.
Strittig und zu prüfen bleibt somit, in welchem Umfang der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist, wie sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit auswirkt und ob ihm aufgrund seiner gesundheitlichen Situation eine Integritätsentschädigung zusteht.
3.
3.1
Der leitende Arzt Neurologie an der
Klinik
D._
, Dr. med.
E._
, hielt in seinem Bericht vom 29. Januar 2019 (Urk. 8/162) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Verdacht auf Neuropathie
N
ervus
peronaeus
ramus
profundus
über dem OSG rechts mit/bei
-
Anamnestisch nach einer Sonographie gesteuerten Infiltration im OSG rechts mit Steroiden und
Ostenil
vom 22. November 2018
-
Weichteilsonographisch
: Auftreiben des
N
ervus
peronaeus
profundus
im Bereich des OSG rechts
-
Klinisch-neurologisch:
Tinel
über dem OSG-Bereich mit Ausstrahlung in den IV. und III. Strahl des
dorsum
pedis
rechts (
Ramus
peronaeus
superfizialis
ramus
intermedius
)
-
Elektrophysiologisch: normale Neurographie
N
ervus
peronaeus
super
fizialis
,
Ram
u
s
cutaneus
dorsalis
medialis
und
intermedius
rechts
-
Posttraumatische Schmerzsymptomatik des OSG rechts
-
Status nach
trimalleolärer
Luxationsfrak
t
ur rechts am 9. März 2010
-
Status nach geschlossener Reposition und Anlage
eines Fixateurs
externe am 10. März 2010
-
Status nach offener Reposition, Osteosynthese mittels Drittelrohrplatte des
Volkmann’schen
Dreiecks und der Fibula, Stellschraube sowie 8-Loch-Drittelrohrplatte medial sowie Schrauben- und Spickdraht
osteo
synthese medialer
Malleolus
am 18. März 2010
-
Status nach Stellschraubenentfernung am 26. Mai 2010
Zudem gab Dr.
E._
an, der Beschwerdeführer klage nach einer OSG-Infil
tration über neu auftretende Schmerzen im OSG-Bereich mit Ausstrahlung in den III. und IV. Strahl des
dorsum
pedis
. Klinisch zeige sich eine schmerzhafte OSG-Palpation mit einem
Tinelphänomen
über der OSG-Gabelung mit Ausstrahlung in den III. und IV. Strahl entsprechend der Innervation des
Nervus
peronaeus
superfizialis
ramus
intermedius
.
Klinisch
zeige sich kein Hinweis für eine Neuropathie des
Nervus
peronaeus
profundus
motorisch wie auch sensibel. Elek
troneurographisch
bestehe eine
normale motorische Neurographie des
Nervus
peronaeus
rechts mit schöner Ableitung auch der sensiblen Anteile
des
Nervus
peronaeus
mit den beiden Hauptästen
ramus
cutaneus
dorsalis
medialis
und
intermedius
rechts.
Sonographisch
zeige sich eine leichte
Auftreibung
des
Nervus
peronaeus
profundus
im Bereich der OSG-Gabelung lateral der A.
dorsalis
pedis
. Differenzialdiagnostisch sei eine mögliche Irritation nach erfolgter OSG-Infil
tration denkbar, wobei eine Diskrepanz zwischen der Angabe des Beschwerde
führers und der
sonographisch
dargestellten
Auftreibung
des
ramus
profundus
bestehe
(S. 2).
3.2
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. August 2019 (Urk. 8/186) hielt Dr. med.
A._
, Facharzt Orthopädie und Traumatologie des Bewe
gungs
apparates FMH, fest,
die klinische Untersuchung habe einen altersgemässen un
auffälligen Gelenksstatus an beiden Hüftgelenken, beiden Kniegelenken und dem linken Sprunggelenk ergeben. Am rechten Sprunggelenk habe sich eine mittel
gradige Bewegungseinschränkung mit endphasiger Schmerzhaftigkeit im oberen und unteren Sprunggelenk gefunden. Das muskuläre Relief des rechten Unter
schenkels sei im Seitenvergleich
geringgradig
verschmächtigt
, das muskuläre Relief im Bereich der Oberschenkel erscheine
inspektorisch
seitengleich. Über dem rechten Sprunggelenk finde sich eine deutliche Schwellung über dem Gelenks
spalt des oberen Sprunggelenks mit einem Verstreichen der
paraachillären
Gruben
beidseits dorsalseitig, eine Verbreiterung der
Malleolengabel
und eine
Druck
dolenz
über dem distalen Ende der Fibula, dem oberen Sprunggelenk
ventralseitig
und dorsalseitig sowie über dem distalen Ende der Tibia. Das bildgebend dar
gestellte
Osteosynthesematerial
sei unter der Haut tastbar. Die
periphere Durch
blutung sei unauffällig, die Mikrozirkulation erscheine physiologisch, die
Nagel
rekapillarisierungszeit
sei im Normalbereich, die
Fusssohlenbeschwielung
erscheine
seitengleich symmetrisch ausgeprägt. Zeichen einer muskulären
Dekonditio
nie
rung
im Bereich der unteren Extremitäten hätten sich nicht gefunden (S. 5).
In seiner Beurteilung hielt Dr.
A._
fest, b
eim Beschwerdeführer liege eine beginnende posttraumatische obere Sprunggelenksarthrose nach
trimalleolärer
Fraktur vor knapp 10 Jahren vor. Die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei unfallbedingt weiterhin ausgewiesen, da die Belastungen zu hoch seien. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt seien dem Beschwerdeführer bis mittel
schwere wechselbelastende Tätigkeiten vollzeitig zumutbar, dies mit Ausnahme von Arbeiten auf unebenem Gelände sowie dem Arbeiten auf Leitern und Ge
rüsten und dem repetitiven Treppensteigen. Eine namhafte Besserung des Ge
sundheitszustandes im Sinne einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr zu erwarten. 10 Jahre nach dem Ereignis sei die natürliche Progression der zu erwartenden oberen Sprunggelenksarthrose soweit fortgeschritten, dass Ruhe-, Bewegungs- und Belastungsschmerzen, einem
läsional
üblichen Schmerz dem posttraumatischen degenerativen Verschleissleiden entsprechend,
vorlägen
. Da
der Beschwerdeführer gegenwärtig keine
Sprunggelenksarthrodese
wünsche, diese
auch zu keiner Steigerung der Arbeitsfähigkeit führen würde und er im Alltag unter Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils mit unregelmässiger Einnahme von
Dafalgan
gut schmerzkompensiert sei, sei der medizinische stabile Endzustand erreicht (S. 6 f.).
3.3
Auf Veranlassung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wurde am 18. Oktober 2019 (Urk. 8/214
/5-60
) ein polydisziplinäres Gutachten erstellt.
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
na
nnten die Gutachter der F._
AG die folgenden
(S. 9):
-
Verdacht auf Neuropathie
N
ervus
peronaeus
ramus
profundus
über dem OSG rechts mit/bei
-
Posttraumatischer Schmerzsymptomatik des OSG rechts
Der neurologische Teilgutachter,
Prof
.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, stellte anlässlich seiner Untersuchung ein freies Gangbild mit normaler
Arm
mit
bewegung
beidseits fest, der
Einbeinstand
sei möglich gewesen, das
Einbein
hüpfen
nur links. Der Zehengang/Fersengang mit Absinken sei beidseits erfolgt, linksbetont mit kaum Abrollen beim Fersengang. Das Hockengehen und der Romberg seien normal gewesen.
Trophik
, Tonus und Kraft der Beine sei ebenfalls normal gewesen, der Muskeleigenreflex symmetrisch schwach auslösbar und es hätten sich keine Pyramidenbahnzeichen gezeigt. Am rechten Unterschenkel bestehe eine zirkuläre Hypästhesie, an den Füssen eine Normästhesie und an der
Metatarsale
I rechts ein positives
Tinelzeichen
(S. 5
1
).
Prof
.
Dr.
B._
führte zudem aus, die Schmerz- und Fühlstörung sei gut vereinbar mit den Folgen des
Unfalls
aus dem Jahr
2
010
und es bestünden zur Aktenlage keine anamnestisch
en
bzw.
befundlichen
Inkonsistenzen. Hingegen sei das angegebene Ausmass der Fussschmerzen nicht glaubwürdig
(S. 52)
. In einer optimal angepassten Tätigkeit in sitzender Position ohne Heben/Tragen von mittelschweren/schweren Lasten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
(S. 55).
3.4
Suva Versicherungsmediziner
Dr.
Z._
hielt in seiner neurologischen Beurtei
lung vom 2. März 2020 (Urk. 8/234) fest, der im Teilgutachten (E. 3.3) geäusserte Verdacht auf eine Neuropathie des
Ramus
profundus
des
Nervus
peronaeus
werde aus neurologischer und versicherungsmedizinischer Sicht nicht mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit bestätigt. Dazu nannte er folgende Gründe (S.
3
f.):
-
Bereits in der neurologischen Untersuchung vom 29. Januar 2019 sei aufgrund diskrepanter Angaben des Versic
herten mit Schmerzangabe am 3. u
nd 4. Metacarpale recht
s
und einer vollständig
unauffälligen neu
rophysiologischen Untersuchung nur aufgrund einer
sonographisch
nach
ge
wiesenen
Auftreibung
des
Nervus
peronaeus
profundus
der Verdacht auf eine entsprechende Läsion geäussert worden.
-
Im neurologischen Teilgutachten sei
die
bereits in der Aktenlage bekannte Diagnose eines Verdachts auf eine Läsion des
Ramus
profundus
des
Nervus
peronaeus
übernommen worden, ohne auf die Einschränkung hin
sichtlich diskrepanter Angaben und einer unauffälligen neurophysiolo
gischen Untersuchung einzugehen.
-
Die Beurteilung von Prof.
Dr.
B._
sei aus neurologischer und versiche
rungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar bei unauffälligen klini
schen Befunden in der eigenen Untersuchung und diskrepanter Sensibili
tätsstörung zirkulär im Unterschenkelbereich ohne sensible Störungen im Fussbereich.
Aus den dargelegten Gründen liege aus neurologischer und versicherungs
medi
zinischer Sicht nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine neuropathische Schädigung des
Nervus
peronaeus
profundus
vor und eine daraus resultierende Minderung im neurologischen Teilgutachten sei nicht über
zeugend und nachvollziehbar begründet, so dass eine Bestätigung der 20%igen Einbusse der Erwerbsfähigkeit nicht bestätigt werde (S. 4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem
Einspracheentscheid
gestützt auf die Aus
führungen des
Suva Versicherungsmediziners
Dr.
Z._
(E. 3.4)
davon aus, dass in angepasster Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.
4.2
Beim Beschwerdeführer
besteht nach
dem
im
Jahr 2010
erlittenen Unfall mit
Trimalleolarluxationsfraktur
am rechten Fussgelenk eine Schmerzsymptomatik des OSG (E. 3.1 bis 3.4).
Der
geäusserte
Verdacht auf eine Neuropathie des
Nervus
peronaeus
ramus
profundus
liess
sich bis anhin jedoch nicht bestätigen
So hielt wohl Dr.
E._
zwar
als erster einen solchen Verdacht
fest
,
konnte aber
an
lässlich seiner Untersuchung motorisch wie auch sensibel kein
en
Hinweis für eine Neuropathie des
Nervus
personaeus
profundus
erkennen
. Auch
e
lektroneuro
gra
phisch
zeigte
sich eine motorische Neurographie des
Nervus
peronaeus
rechts mit schöner Ableitung auch der sensiblen Anteile des
Nervus
peronaeus
mit den beiden Hauptästen
ramus
cutaneus
dorsalis
medialis
und
intermedius
rechts. Lediglich
sonographisch
zeigte sich eine leichte
Auftreibung
des
Nervus
pero
naeus
profundus
im Bereich der OSG-Gabelung lateral der A.
dorsalis
pedis
. Dazu
führte er jedoch no
ch eine Differenzialdiagnose auf
, nach welcher
eine mögliche Irritation nach erfolgter OSG-Infiltration denkbar
ist.
Aus diesen Angaben kann jedenfalls nicht auf eine Neuropathie des
Nervus
peronaeus
ramus
profundus
geschlossen werden, zumal
Dr.
E._
auf
eine Diskrepanz zwischen de
n
Anga
be
n
des Beschwerdeführers und der
sonographisch
dargestellten
Auftreibung
des
ramus
profundus
verwies
(E. 3.1)
und damit eine Neuropathie am Nerven implizit anzweifelte
.
Prof
.
Dr.
B._
übernahm in seinem Teilgutachten den Verdacht auf eine Neuro
pathie des
Nervus
peronaeus
ramus
profundus
schliesslich relativ undifferenziert.
Aus den im Teilgutachten geschilderten Befunden wie normale
Trophik
, Tonus und Kraft der Beine, der symmetrisch schwach auslösbare Muskeleigenreflex und das nicht Vorhandensein von Pyramidenbahnzeichen ist der Verdacht auf eine Neuropathie
- wie Suva Versicherungsmediziner Dr.
Z._
schlüssig darlegte -
nicht nachvollziehbar. Insbesondere l
iess
Prof
.
Dr.
B._
offen, weshalb durch
einen solchen Verdacht die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers um 20 % redu
ziert sein beziehungsweise wie sich eine solche Diagnose funktionell
e
in
schrän
kend auswirk
en soll
.
Was auch im Teilgutachten auffällt ist, dass das durch den Beschwerdeführer angegebene Ausmass der Fussschmerzen für
Prof
.
Dr.
B._
ebenfalls nicht glaubwürdig erschien (E. 3.3).
Diesbezüglich erscheint
vielmehr
die neurologische Stellungnahme von Dr.
Z._
(E. 3.4)
weit mehr nachvollziehbar
, wonach aufgrund der unauffälligen neuro
phy
siologischen Untersuchungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
auf
eine neuropathische Schädigung des
Nervus
peronaeus
profundus
geschlossen werden kann.
Dr.
Z._
stützte sich dabei auf objektive Befunde und würdigte die au
g
enfälligen Di
skrepanzen - im Gegensatz zu Prof. Dr.
B._
- plausibel.
4.3
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass
der Beschwerdeführer in seine
r angestammten Tätigkeit zu 100
% arbeitsunfähig ist
und a
ufgrund mangelnder neurologischer Nachweise und lediglich einer Verdachtsdiagnose nicht davon ausgegangen werden
kann
, dass beim Beschwerdeführer eine Schädigung des
Nervus
peronaeus
ramus
pro
fundus
vorliegt. In einer angepassten Tätigkeit in sitzender Position ohne Heben/
Tragen von mittelschweren/schweren Lasten ist daher von einer 100%igen Arbeit
s
fähigkeit auszugehen.
Die geklagte Schmerzsymptomatik ist in weiterge
hendem Ausmass nicht objektivierbar und damit vorliegend nicht zu berücksich
tigen.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf di
e
Angaben der Y._
AG (Urk.
8/
203/2
) von einem
Valideneinkommen
von Fr. 76’700.-- (vgl. Urk. 2 S. 11) aus
, was zu Recht nicht bestritten wurde
.
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei
Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wie bereits festgehalten, ist dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Hauswart unfallbedingt nicht mehr zumutbar. Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
realisierbaren Einkommens (Invaliden
ein
kommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da der Beschwerdeführer vorliegend noch keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit ausübt, kommt ein Abstellen auf den effektiven Verdienst nicht in Frage. Die Beschwerdegegnerin entschied sich zur Ermittlung des Invalideneinkommens für ein Abstützen auf die LSE-Tabellen
löhne, was nicht zu beanstanden ist.
Für das Invalideneinkommen ist deshalb auf das standardisierte monatliche Einkommen für männliche Arbeitskräfte (LSE 2018, TOTAL in der Tabelle TA1_tirage_skill_level) abzustellen.
Im Jahre 2018 belief sich der mittlere Lohn für Männer,
die einfache Tätigkeiten
körperlicher oder handwerklicher Art aus
führen, auf Fr. 5’417.-- monatlich. Unter Berücksichtigung einer durchschnitt
lichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten)
sowie der Nominal
lohn
entwicklung
vo
n
Indexstand 2018 (101.
5
) auf Indexstand 2019 (102.
4
,
Nominallohnindex Männer 2016-2019, Bundesamt für Statistik, Tabelle T1.1.15
) ergibt sich für das Jahr 2020
ein Invalideneinkommen von Fr. 68'3
6
8
.-- (Fr
.
5'417.-- x 12 : 40.0 x 41.7 : 101.
5
x 102.
4
)
.
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnit
ts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
ein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche
seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE
137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merk
mals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Be
schwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundes
gericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Der Beschwerdeführer ist in seiner Arbeitsfähigkeit aufgrund der Beschwerden dahingehend eingeschränkt, dass ihm bis mittelschwere wechselbelastende Tätig
keiten, mit Ausnahme von Arbeiten auf unebenem Gelände sowie Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und repetitiven Treppensteigen, zu 100 % zumutbar sind.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfolgt ein leidensbedingter Abzug nicht automatisch, sondern er wird unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt.
Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Die Beschwerde
gegnerin nahm einen Abzug von 5 % vor (Urk. 2 S. 12), was angesichts der ge
samten Umstände als
grosszügig
erscheint
, ist doch
der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind,
praxisgemäss
kein Grund
für einen leidens
bedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine
Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bun
desgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Der Abzug wurde
vom Beschwerdeführer
denn auch
nicht beanstandet (Urk. 1 S. 6).
Da keine zusätz
lichen Merkmale ersichtlich sind, welche einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden, besteht kein Anlass, in das diesbezügliche Ermessen der Beschwerde
geg
nerin einzugreifen. Gestützt auf das zuvor festgesetzte Invalideneinkommen von Fr. 68'36
8
.-- ergibt dies bei einem leidensbedingten Abzug von 5 % ein Invali
den
einkommen von Fr. 64'949.-- (Fr. 68'36
8
.-- x 0.95).
5.4
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbseinbusse beträgt Fr. 11'751.-- (
Valideneinkommen
von Fr. 76'700.-- abzüglich Invalidenein
kom
men von Fr. 64'949.--), was einem Invaliditätsgrad von 15.3 % entspricht.
Die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Erwerbsunfähigkeitsrente von 16 % ist demgemäss nicht zu beanstanden.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt
auf die Einschätzung durch Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.2
und Urk. 9
) einen Anspruch des Beschwer
deführers auf
eine Integritätsentschädigung
.
Dagegen machte der Beschwerdeführer
geltend (vgl. Urk. 1 S. 6
), dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb vorliegend
die voraussehbare Verschlimmerung der momentan leichten Arthrose nicht berücksichtigt wurde, da auch bereits die Frage einer
Sprunggelenksarthrodese
diskutiert worden sei.
6.2
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Fallen
mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Vor
aussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rück
sichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlim
merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschlies
senden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typi
sche Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schä
den entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die ge
mäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6
.3
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Feststellung des Integritätsscha
dens eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat. Demgegenüber gehört
es zur Aufgabe der rechtsanwendenden Behörde bzw. des Gerichts, die
Bewei
-
se
- hier die kreisärztliche Beurteilung des Integritätsschadens - frei zu würdigen (Art. 61
lit
. c ATSG) und nötigenfalls weitere medizinische Abklärungen zu ver
anlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_762/2019 vom 12. März 2020 E. 6.3).
6.4
6.4.1
Vorliegend ist unbestritten, dass eine unfallbedingte dauernde Schädigung des rechten oberen Sprunggelenks vorliegt. Voraussetzung für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wäre indes, dass diese Schädigung erheblich
ist
.
6.4.2
Gemäss der Suva-Tabelle 2 (
Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten
) wird bei Funktionsstörungen der oberen Sprunggelenke eine Integritätsentschädigung ausgerichtet, wenn Verstei
fungen vorgenommen werden müssen (oberes steif im rechten Winkel, steif in starkem Spitzfuss).
Eine Versteifung hat nicht stattgefunden.
In seiner Stellungnahme vom 29. September 2020 (Urk. 9)
zeigte
Dr.
A._
sodann
auf
, dass eine Funktionsbehinderung im unteren Sprunggelenk zweifach ausgeschlossen werden konnte und keine Luxa
tionsfraktur im
Lisfranc
oder Mittelfuss vorliegt. Im Jahr 2018 lag bildgebend höchstens eine leichte Arthrose vor (S. 2).
Dass die Funktionsfähigkeit einem
arthrodierten
OSG entspricht, ergibt sich sodann nicht aus den Akten.
Anlässlich der Untersuchung vom 20. August 2019 (Urk. 8/186/5) ergab sich eine - wenn auch eingeschränkte - Beweglichkeit des OSG. Eine funktionelle Steifigkeit liegt damit nicht vor und
eine Leistungspflicht unter diesem Titel
entfällt
.
6.4.3
Eine Integritätsentschädigung ist nach Tabelle 5 (
Integritätsschaden bei Arthro
sen
) auch bei mässiger bis schwerer Arthrose des OSG geschuldet.
Dr.
A._
legte
in seiner Beurteilung vom 19. September 2019 (Urk. 8/202)
diesbezüglich
dar
,
dass
dem Beschwerdeführer aufgrund des Ereignisses kein erheblicher und dauernder Integritätsschaden im Sinne des Unfallversicherungsgesetzes entstan
den
ist
. Gemäss Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen,
ist
bei leichten Arthro
sen keine Entschädigung ausgewiesen. Der derzeitige Zustand des Be
schwerde
führers entspr
icht
einer leichten Arthrose im oberen Sprunggelenksbereich.
Im Rahmen seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 20. August 2019
konstatierte
Dr.
A._
zudem
in nachvollziehbarer Weise
, dass die natürliche Progression der zu erwartenden oberen Sprunggelenksarthrose soweit fortgeschritten
ist
, dass Ruhe-, Bewegungs- und Belastungsschmerzen
vorliegen,
dies
einem
läsional
üblichen Schmerz dem posttraumatischen degenerativen Verschleissleiden
entsprechend
(E. 3.2).
In seiner Stellungnahme vom 29. September 2020 (Urk. 9) legte er
zudem schlüssig dar, dass bei Einhaltung des Zumutbarkeitsprofils, unter Berücksichtigung des zu erwartenden Lebensalters bei Risikofaktoren Nikotin
konsum, Status nach Myokardinfarkt, Hypertonie und
Hyperlipidämie
, und der in den acht Jahren seit dem Ereignis objektivierten fehlenden Progression einer posttraumatischen Arthrose nicht mit einer überwiegend wahrscheinlichen Pro
gression bis hin zu einer mässigen oder gar schweren Arthrose zu rechnen ist.
Als Referenz führte er die Beurteilung der Progression der angeborenen Hüftdysplasie
auf, welche regelhaft zu einer Arthrose führt und wobei es sich ebenfalls um ein gewichtstragendes Gelenk handelt. Dabei ist frühestens mit einer Progression hin zu einer mässigen Arthrose nach 30 Lebensjahren zu rechnen
(S. 3)
.
Vor dem Hintergrund, dass keine weiteren Anhaltspunkte oder bildgebende Befunde vor
liegen, welche eine mässige oder schwere Arthrose begründen würden
,
ist die Einschätzung von Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung basierend auf der Tabelle 5 entfällt daher ebenfalls.
Soweit der Beschwerdeführer
nicht auf die Einschätzung von Dr.
A._
ab
stellen will und einen Widerspruch darin erblickt, dass er im Bericht vom 29.
September 2020 eine Progression der Arthrose verneinte und in jenem vom 21. August 2019 eine so weit fortgeschrittene Progression, welche einen Schmerz verursacht, bejahte, ist Folgendes anzumerken. Dr.
A._
verneinte
nicht gene
rell
eine Progression der Arthrose als Folge des Unfalls.
So
stellte er
zunächst
fest, dass im Jahr 2018 - mithin zehn Jahre nach dem Unfall - eine leichte Arthrose vorlag
(Urk. 8/186/6-7)
.
Im Bericht vom 29. September 2020 (Urk. 9)
verneinte er die Progression im Zusammenhang mit der Ausprägung im Sinne einer mässi
gen oder gar schweren Arthrose. Mit der Angabe, dass der Beschwerdeführer etwa 90 Jahre alt werden müsse, damit die Arthrose ein leistungsbegründendes Ausmass annimmt, zeigte Dr.
A._
auf, dass die Arthrose wohl fortschreitet, aber nur sehr langsam. Dass eine schnellere Progression zu erwarten ist, machte auch der Beschwerdeführer selber nicht geltend. Damit ist die Berichterstattung von Dr.
A._
nicht zu beanstanden und besteht auch unter diesem Titel kein An
spruch auf eine Integritätsentschädigung.
6.
5
Anzufügen bleibt, dass es dem Beschwerdeführer unbenommen ist, sich bei einer schnelleren als der erwarteten Progression bei der Beschwerdegegnerin wieder anzumelden.
7.
Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen über 16 % hinausgehenden Rentenanspruch des Beschwerdeführers ver
neinte.
Auch der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wurde zu Recht verneint,
weshalb
die Beschwerde
vollumfänglich
abzuweisen ist
.