# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15bcb1d5-1cd5-428f-8aba-93f4c206ef4b
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. mit Schreiben vom 30. August 2019 eine Strafanzeige wegen «Versuch des Eindringens in Datenverarbeitungsanlage» erhob; mit Schreiben vom 13. September 2019 A. seine Anzeige ergänzte;
- A. in seiner Anzeige vorbrachte, eine Maschine auf der IP-Adresse 1 greife
seine Webseiten immer wieder an;
- gemäss dem in der Folge in Auftrag gegebenen Berichtsrapport der Kan-
tonspolizei Bern vom 31. Oktober 2019 die Zugriffe von der fraglichen IP durch einen von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung () des Bundes betriebenen Bot stammten (act. 1.2);
- dem Berichtsrapport weiter zu entnehmen ist, dass dieser Bot sämtliche
Schweizer Webseiten besucht und anhand der Antwort der Webserver , u.a. welches Content Management System in welcher Version zum Einsatz kommt und ob die Webseite Malware enthält; der Betreiber  informiert wird, wenn die Webseite mit Malware infiziert ist;  das Ziel ist, die .ch- und .li-Domains möglichst frei von Schadsoftware zu halten;
- abschliessend im Berichtsrapport festgehalten wurde, dass sämtliche in den
eingereichten Serverlogs aufgeführten Zugriffe auf öffentlichen, für  zugänglichen Webseiten stattfanden; bei den Zugriffen keine  umgangen oder ausgehobelt worden;
- die Bundesanwaltschaft in der Nichtanhandnahmeverfügung vom 5. Dezem-
ber 2019 zum Schluss kam, dass die Vorwürfe von A. jeglicher  Relevanz entbehren, und die Strafanzeige nicht anhand nahm (act. 1.1);
- die Bundesanwaltschaft namentlich ausführte, dass gestützt auf die Feststel-
lungen im Berichtsrapport der Tatbestand von Art. 143bis StGB eindeutig nicht erfüllt ist; sie auch bezüglich des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs zum Schluss kam, dass der Tatbestand eindeutig nicht erfüllt ist;
- sie insbesondere auf die Aufgaben von MELANI hinwies, über Gefahren und
Massnahmen im Umgang mit modernen Informations- und  zu informieren und die kritischen Infrastrukturen in der Schweiz zu schützen;
- 3 -
- sie festhielt, dass MELANI mit der Verwendung des Bot die Abwendung von Schaden bezweckte und nicht erkennbar ist, dass jemandem damit ein  verschafft oder ein Nachteil zugefügt werden soll;
- gegen die Nichtanhandnahmeverfügung A. mit Eingabe vom 15. Dezember
2019 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts  (act. 1);
- A. seine Beschwerde gleichzeitig als Bewerbung für eine Stelle als Chef-
Informatiker beim Bund verstanden wissen will und die Weiterleitung seiner Bewerbung an die zuständige Stelle beantragt;
- die Bundesanwaltschaft der Beschwerdekammer auf entsprechende Auffor-
derung hin (act. 2) die Verfahrensakten übermittelte (act. 3);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 390
Abs. 2 StPO e contrario).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- die Staatsanwaltschaft auf die Eröffnung einer Untersuchung verzichtet,
wenn sie sofort eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl  (Art. 309 Abs. 4 StPO); sie die Nichtanhandnahme verfügt, sobald  der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die  Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht  sind (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO); dies voraussetzt, dass sicher ist, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt; eine Nichtanhandnahme nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen darf (BGE 137 IV 285 E. 2.3 m.w.H.);
- auch bei einem tatbestandsmässigen Verhalten, das – etwa aufgrund einer
Amtspflicht – offenkundig erlaubt oder gar geboten ist, kein Anlass besteht, eine Untersuchung zu eröffnen; eine Nichtanhandnahme nach Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO deshalb auch dann erfolgen darf, wenn zwar ein  erfüllt ist, aber offenkundig ein Rechtfertigungsgrund besteht (Urteil des Bundesgerichts 1B_158/2012 vom 15. Oktober 2012 E. 2.6);
- 4 -
- den Tatbestand des unbefugten Eindringens in ein Datenverarbeitungssys-
tems im Sinne von Art. 143bis Abs. 1 StGB erfüllt, wer auf dem Wege von Datenübertragungseinrichtungen unbefugterweise in ein fremdes, gegen seinen Zugriff besonders gesichertes Datenverarbeitungssystem eindringt;
- sich nach Art. 312 StGB strafbar macht, wer als Mitglied einer Behörde oder
als Beamter seine Amtsgewalt missbraucht, um sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufügen; Missbrauch der Amtsgewalt nur vorliegt, wenn der Täter in der Absicht der Erlangung eines unrechtmässigen Vorteils oder Zufügung eines widerrechtlichen Nachteils Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrechtmässig anwendet (ISENRING, in: Donatsch et al. [Hrsg.],  StGB/JStG, 2. Aufl. 2018, Art. 312 StGB N. 6e);
- der Beschwerdeführer in der Beschwerde neu vorbrachte, dass MELANI vor-
wiegend «Penetrationstests» durchführe und dass solche Zugriffe unter Art. 143bis StGB fallen würden (act. 1 S. 2);
- er sich darauf beschränkte, MELANI „Angriffe mit Schadenpotential“ auf sei-
ne Webseiten vorzuwerfen, ohne seine Vorwürfe weiter zu konkretisieren;
- ein konkreter Sachverhalt, welcher einen hinreichenden Tatverdacht im Sin-
ne von Art. 143bis und/oder Art. 312 StGB begründen könnte, der  nicht entnommen werden kann;
- mit Bezug auf den in der Anzeige und deren Ergänzung dargestellten Sach-
verhalt der Berichtsrapport der Kantonspolizei Bern festhielt, dass bei den angezeigten Zugriffen von der fraglichen IP keine Sicherheitsmechanismen umgangen oder ausgehebelt wurden (s.o.); auf diese sowie die weiteren Feststellungen der Kantonspolizei Bern zur Tätigkeit von MELANI im  Zusammenhang ohne weiteres abzustellen ist; vorliegend auch keine ernsthaften Anhaltspunkte für andere Schlussfolgerungen bestehen;  ebenfalls auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin zu MELANI zu verweisen ist (s.o.);
- nach dem Gesagten die Tatbestände von Art. 312 und Art. 143bis StGB in
casu offensichtlich nicht erfüllt sind und die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet hat;
- 5 -
- sich die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung nach dem  als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie ohne weiteren Schriftenwechsel abzuweisen ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e contrario);
- für die Weiterleitung der Bewerbung des Beschwerdeführers die Beschwer-
dekammer nicht zuständig ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- diese auf das gesetzliche Minimum von Fr. 200.-- festzusetzen sind (Art. 73
StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
- 6 -