# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fe8c002a-4a94-4b00-8c3e-7ed2a2ee86b7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, Mutter von zwei Kindern, geboren 198
9 und
1992, hat keine Berufsausbildung abgeschlossen (Urk. 8/1).
Sie war zuletzt als Office-Mitarbeiterin
bei der Firma Y._ (Gastro
no
miegruppe)
in Zürich
in einem 100%-Pensum
angestellt (Urk. 8/
8
/1-3). Das Arbeitsverhältnis
begann im
Januar 2012
und dauerte bis
Ende Oktober 2015
, als es durch die Arbeitgeberin
aufgelöst
wurde
(Urk.
8/1,
8/
8
/
7
).
Ab 1. Novem
ber 2015 bezog die Versicherte bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich Arbeitslosentaggelder (Urk. 8/11). Am 8. Januar 2016 erlitt die Versicherte einen Hirnschlag (Urk. 8/6/6). Sie wurde deshalb vorübergehend voll arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Urk. 8/6/9).
Unter Hinweis auf
den
Hirnschlag mit sensomo
torischem Hemisyndrom links meldete sich d
ie
Versicherte am 16. Februar 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizinische Abklärungen.
Sie besorgte einen IK-Auszug (Urk. 8/5), liess einen Arbeitgeber
-
(Urk. 8/8)
und einen Arbeitslosenversicherungsfragebogen (Urk. 8/11)
ausfüllen,
holte diverse Arztberichte ein (Urk. 8/6
,
Urk. 8/13
,
Urk. 8/14
,
Urk. 8/16
,
Urk. 8/21,
Urk. 8/22
,
Urk. 8/31
,
Urk. 8/32) und liess die
Versicherte neurologisch begutachten durch Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Neurologie
(Gutachten vom 8. Februar 2017 [Urk. 8/41]).
Darin wurde
aus neurologischer Sicht
infolge Abklingen
s
der Folgen des Hirnschlags ab Januar 2017 wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit attestiert (Urk. 8/41/1
1 und Urk. 8/41/14
).
Gestützt auf ihre Abklärungen, insbesondere das
neurologische
Gutachten vom 8. Februar 2017 (Urk. 8/41
),
stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2. März 2017 (Urk. 8/44) die Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen und
auf
eine Invalidenrente in Aussicht.
Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Erdös,
am 12. Mai 2017
innert erstreckter Frist Einwand erheben (Urk. 8/48). Mit Verfügung vom 30. Juni
2017 (Urk. 2 = Urk. 8/52) verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Invalidenrente wie angekündigt.
2.
Hiergegen liess die Versicherte am 4. September 2017 Beschwerde führen mit den Rechtsbegehren, die Verfügung vom 30. Juni 2017 sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen gemäss Bundesgesetz über die Invalidenver-sicherung (IVG) zuzusprechen. Eventualiter sei der Streitgegenstand an die Inva
lidenversicherung zurückzuweisen, mit der Verpflichtung, den Sachverhalt, die Arbeitsfähigkeit und das Belastungsprofil rechtskonform abzuklären und zu benennen und anschliessend neu zu entscheiden. Eventualiter seien berufliche Massnahmen durchzuführen, anschliessend sei der rechtserhebliche Sachverhalt festzustellen und es sei neu zu entscheiden. Ferner sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Ihr sei eine angemessene Partei
entschädigung zuzusprechen – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulas
ten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1).
Die Beschwerdeführerin liess zudem ein
psychiatrisches Schreiben des
A._
vom 17. August
2017 (Urk. 3/3) und einen neurologischen
Bericht des B._
vom 23. August 2017 (Urk. 3/4) einreichen.
Mit
Vernehmlassung
vom
11. Oktober
2017 (Urk.
7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be
schwe
rde, was der Beschwerdeführerin
am 8. November 2017 unter gleichzei
tiger Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und unter Bestellung von Rechtsanwalt Christoph Erdös als unentgeltlicher Rechtsvertreter
zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk. 13). Mit Eingabe vom 5. Februar 2018 (Urk. 15) liess die Beschwerdeführerin eine psychiatrische Stellungnahme des A._ vom 4. Januar 2018 (Urk. 16) einreichen, in welcher Kritik am neurologischen Gutachten von Dr. Z._ vom 8. Februar 2017 (vgl. Urk. 8/41) geäussert wurde.
Auf die Vorbringen
und die eingereichten Unterlagen
der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
-
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heits
wert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Aus
mass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
-
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Unter den Voraussetzungen von Art. 15 ff. IVG besteht sodann Anspruch auf berufliche Massnahmen.
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der entscheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass
gestützt auf die Akten von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auszugehen sei. Das Validenein
kommen in der Gastronomie habe für das Jahr 2016 Fr. 45'730.30 betragen. Das Invalideneinkommen für Hilfsarbeiten sei demgegenüber gestützt auf statis
tische Erhebungen und auf ein zumutbares 80%-Pensum auf Fr. 43'465.80 festzusetzen, womit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 5 % resul
tiere. Unter diesen Umständen bestehe auch kein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen. Unter Bezugnahme auf die durch die Beschwerdeführerin im Vorbe
scheid
verfahren erhobenen Einwände führte die Beschwerdegegnerin im Wes
ent
lichen aus, sie habe den medizinischen Sachverhalt ausreichend abgeklärt. Weder befinde sich die Beschwerdeführerin aktuell in psychiatrischer Behand
lung, noch nehme sie nachweislich eine antidepressive Medikation zu sich. Die angeführten psychischen Leiden würden somit die Arbeitsfähigkeit aus Sicht der Invalidenversicherung nicht massgeblich einschränken. Weiter könne die im Jahre 2012 erlittene leichte Psychose bei der Beurteilung der Rest-Arbeitsfähig
keit nicht berücksichtigt werden. Ferner seien der Beschwerdeführerin sämt
liche, an ihre gesundheitliche Situation angepassten Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt zumutbar, weshalb eine genaue Auflistung der noch zumutbaren Tätigkeiten entfalle (Urk. 2).
2.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
lässt in ihrer Beschwerde
demgegenüber im Wesent
lichen geltend
machen
,
dass sie am 8. Januar 2016 einen Hirnschlag erlitten habe, was unter anderem zu spastischen Reaktionen und in der Folge zur Arbeits
unfähigkeit geführt habe. Schon vor diesem Hirnschlag habe sie unter
einer chronischen Schmerzstörung und einer depressiven Störung gelitten. Einer
seits falle hinsichtlich der festgestellten somatoformen Schmerzstörung auf, dass die Beschwerdegegnerin die einschlägige Rechtsprechung nicht berück
sichtigt habe. Andererseits sei aufgrund der vorliegenden gesundheitlichen
Leiden von Komorbidität auszugehen. Daher könne nicht nachvollzogen we
rden, weshalb die Beschwerdegegnerin in allen Verweisungstätigkeiten eine Arbeits
fähigkeit von 100 % annehme. Vielmehr sei gestützt auf die Auskunft des A._ (Urk. 3/3) und den psychiatrischen Bericht des B._ (Urk. 3/4) von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit auszugehen, weshalb ihr eine ganze Rente zuzusprechen sei. Eventualiter sei von einer unzureichenden Sachverhaltsabklärung auszugehen, weshalb die Sache zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei
.
Zusätzlich
sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die Durchführung von beruflichen Massnahmen zu gewähren, da
sie ihre bisherige Tätigkeit im Gastronomiebereich nicht mehr durchführen könne
und sie andernfalls keine reale Chance habe, ein Invalideneinkommen zu erzie
len
(Urk. 1).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin lässt sich anhand der Akten
lage im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen:
Am 8. Januar 2016 stellte sich die Beschwerdeführerin notfallmässig beim C._ vor, weil sie Kribbelparästhesien im linken Arm und im Verlauf zunehmend auch im Bein hatte. Wegen des Verdachts auf einen Schlaganfall erfolgte eine Computertomographie (CT) des Schädels, in welcher eine hämodynamisch relevante Stenose der Arteria carotis interna rechts
,
knapp distal des Abgangs mit circa 70 % durch Softplaque dargestellt werden konnte. Unmittelbar distal der Stenose konnte auch ein ins Gefässlumen hineinragender zapfenförmiger Plaqueanteil, z.B. bei endothelialem Einriss im Sinne einer instabilen Plaque, dargestellt werden. Weiter habe sich eine flaue, knapp 1 cm messende Hypodensität im Marklager der rechten Hemisphäre finden lassen, am ehesten im Versorgungsgebiet der Arteria cerebri media (ACM) rechts entspre
chend, vereinbar mit einem frischeren Infarkt im Centrum semiovale rechts. Am 9. Januar 2016 sei eine Carotisendarteriektomie durchgeführt worden. In der Duplexsonographie hätten sich postoperativ regelrechte Strömungsverhältnisse ohne Anhalt für Rest-Stenosen gezeigt. Im Verlauf des stationären Aufenthalts, der bis am 20. Januar 2016 gedauert habe, sei es zu einer guten Rückbildung der Symptome gekommen. Bei Austritt sei noch eine armbetonte Hemiparese links nachweisbar gewesen. Die Ärzte des C._ diagnostizierten insgesamt einen cerebrovaskulären Insult (CVI) im Centrum semiovale rechts (Urk. 8/13/1-2).
Während der Hospitalisation habe die Beschwerdeführerin ferner über Schmer
zen im Bereich der linken Schulter,
des linken Ellenbogens und des linken Unter
arms berichtet. Radiologisch habe beim Punctum maximum im Bereich des Ellbogens eine frische ossäre Läsion
ausgeschlossen
werden können. Ursäch
lich werde von einer muskuloskelettalen Ursache mit aktuell psychoso
matischen Komponenten im Bereich der Parese ausgegangen. Als Differen
tial
diagnose nannten die Ärzte hierzu ein Schulter-Arm-Syndrom. Im Weiteren sei eine sehr traurige und weinerliche Beschwerdeführerin beobachtet worden, wes
halb überdies die Verdachtsdiagnose einer reaktiven depressiven Episode ge
stellt worden sei. Letztlich bestünden eine substituierte Hypothyreose und eine pathologische Glukosetoleranz (Urk. 8/13/1-2).
3.2
Am 20. Januar 2016 trat die Beschwerdeführerin ins D._ für Neurorehabilitation ein, wo sie bis am 27. Februar 2016 blieb (Urk. 8/6/6-12). Im diesbezüglichen Bericht vom 10. März 2016 wurde festge
halten, dass sich die Beschwerdeführerin im Verlauf des stationären Aufenthalts gute Kompensations- und Explorationsstrategien habe erarbeiten können, um ihren Alltag wieder selbständiger und damit sicherer zu gestalten. Das Gangbild und die Sicherheit beim Gehen hätten sich gebessert. Die Hemiparese links habe sich während des Aufenthaltes
regredier
n
t
gezeigt. Die betroffene Hand sei zunehmend aktiver im Alltag eingesetzt worden. Die Grob- und Feinmotorik des linken Armes beziehungsweise der linken Hand habe sich deutlich gebessert. Defizite bestünden aber noch in der armbetonten Hemiparese sowie aufgrund der Schmerzen des linken Arms, der linken Schulter und der linken Hüfte. Am 27. Februar 2016 habe die Beschwerdeführerin nach umfassender Koordination und Organisation der weiteren Versorgung in Begleitung ihres Ehemannes in das häusliche Milieu entlassen werden können. Die Prognose sei gut. Vom 8. Januar bis 12. März 2016 wurde die Arbeitsunfähigkeit mit 100 % veran
schlagt. Ab 13. März 2016 betrage die Arbeitsunfähigkeit 70 %. Es sei eine schritt
weise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess beginnend mit 30 % anzu
streben.
3.3
Am 19. Mai 2016 berichtete das E._ (Urk. 8/21/1-2) nebst den bekannten Diagnosen im Wesentlichen von einem unklaren generalisierten links
betonten Schmerzsyndrom, dem Verdacht auf eine leichtgradige armbe
tonte Hemiparese links und einem anamnestischen Status nach leichter Psy-chose im Jahr 2012. Bei einem Status nach rechtshemisphärischer Ischämie, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine symptomatische Carotisstenose zurück
zuführen sei, zeige sich eine leichtgradige armbetonte Hemiparese links, welche jedoch aufgrund der angegebenen Schmerzen bei den Kraftprüfungen nur eingeschränkt beurteilbar sei. Diese Schmerzen, welche auch in geringem Aus
mass rechts angegeben würden, seien mit einem Schlaganfall kaum zu erklären, weshalb eine rheumatologische Untersuchung zu empfehlen sei. Da bei der Beschwerdeführerin vor 4 Jahren die Diagnose einer „leichten Psychose” gestellt worden sei, sei eine psychiatrische Beurteilung erforderlich.
3.4
Am 17. Juni 2016 fand eine klinisch-neurologische Untersuchung im C._ statt. Danach stellte Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie und Oberarzt dieses Spitals, die Diagnosen eines Hirninfarkts im Stromgebiet der Arteria cerebri media rechts am 8. Januar 2016 (ICD-10 I63). Ausserdem führte er die Diagnose eines chronischen muskuloskelettalen Schmerzsyndroms an (Urk. 8/16/1).
Im klinischen Untersuchungsbefund erwähnte er eine rechtshändige Beschwer
de
führerin, die eine diskrete faziale Mundastschwäche links
zeige. Es liege eine leichte Tonuserhöhung im Bereich des linken Armes vor. Es bestehe eine Hemiparese links mit Absinken im Arm- und Bein-Vorhalteversuch. Die Be
schwer
deführerin habe eine Hemihypästhesie links angegeben. Das Gangbild sei etwas breitbasig mit einer Zirkumduktion des linken Beines. Es seien Angaben von Schmerzen in beiden Schultergelenken sowie in der Wirbelsäule gemacht worden (Urk. 8/16/8).
Dr. F._ beurteilte die Befunde dahingehend, dass es zu kortikalen embo
lischen Infarkten im Mediastromgebiet rechts gekommen sei. Ätiologisch sei bei signifikanter Abgangsstenose in der Arteria-carotis-interna (ACI) rechts mit instabilem Plaque von einer arterio-arteriell embolischen Infarktgenese auszu
gehen. Aktuell zeige sich duplexsonographisch ein gutes Ergebnis nach Carotis-Thrombendarteriektomie (TEA) rechts. Zu neuen schlaganfallverdächtigen Ereig
nissen sei es nicht mehr gekommen. Darüber hinaus bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom, welches nicht ausreichend durch den stattgehabten Schlagan
fall erklärt werden könne (Urk. 8/16/8).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt der Neurologe fest, die bisherige beruf
liche Tätigkeit als Küchenaushilfe könne ab sofort wieder zu 30 % aufge
nommen und je nach Verlauf gesteigert werden. Die noch bestehende Arbeits
unfähigkeit sei mit verminderter Kraft, reduzierter Ausdauer und einer beein
trächtigten Konzentration sowie einer deutlich motorischen Einschränkung durc
h die vaskuläre Hemiparese rechts und durch das Schmerzsyndrom zu begründen (Urk. 8/16/2-3).
3.
5
Im Sprechstundenbericht vom 19. August 2016
diagnostizierten
die Psychiater der Klinik für Psychiatrie des
G._
(Urk. 8/32)
Anpassungs
störungen (ICD-10 F43.2) und differentialdiagnostisch eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0). Sie erklärten, dass
die Beschwerdeführerin seit Januar 2016 infolge eines Schlaganfalles unter teils erheblichen Anpassungsstörungen mit leicht depressiver Symptomatik
,
Ängsten
, Schlafstörungen und Traurigkeit
reagiert habe.
Im psychopathologischen Befund stellten die Ärzte eine formale Denkstörung im Sinne von häufigem Grübeln und Gedankenkreisen um die aktuelle Situation fest. Psychomotorisch sei die Beschwerdeführerin im Antrieb schwungvoll, weise einen energischen Gang auf und zeige einen mitschwin
gen
den, mimisch modulierten Ausdruck. Es würden Ängste vor Uniformen, vor
krie
gerischen Auseinandersetzungen und Bomben auffallen. Es bestünden leichte
Insuffizienzgefühle. Sie sei sorgenvoll, hilfesuchend, traurig und habe affektive Einbrüche mit Weinen. Es seien Ein- und Durchschlafstörungen mit Tages-müdigkeit sowie gelegentliche Alpträume berichtet worden: gelegentlich schlafe die Beschwerdeführerin nur wenige Stunden. Ihr Appetit und ihre Libido seien reduziert (Urk. 8/32/1-2).
Die Psychiater erwähnten in ihrer Beurteilung, dass sie die einmalige kurze Phase einer psychotischen Reaktion im Jahre 2012 als damals stattgehabte Anpassungsstörung an eine tatsächlich vorhandene Bedrohungssituation inter
pretierten. Durch vermehrte Einbrüche in der Umgebung habe die Beschwerde
führerin geglaubt, Einbrecher würden auch in ihre Wohnung eindringen. Seither habe es nie wieder Anzeichen einer psychotischen Symptomatik gegeben. Be
günstigend wirke hier eine schon seit der Jugend bekannte erhöhte Neigung zur Ängstlichkeit und das traumatische Erleben von Bombenangriffen bezieh
ungs
weise –anschlägen in Sri Lanka, bei deren Folge sogar ihr Bruder verstor
ben sei. Für eine ausgeprägte Angststörung oder gar eine generalisierte Angst
störung würden sich jedoch keine ausreichenden Anhaltspunkte finden (Urk. 8/32/7).
Bei weiteren zunehmenden Verbesserungen im Bereich der neurologischen Reha
bilitation sowie gegebenenfalls bei Wahrnehmung einer Psychotherapie und der regelmässigen Einnahme von Antidepressiva und spannungslösender Medikation sei von einer grundsätzlich guten Prognose auszugehen, was heisse, dass die vorbeschriebene Anpassungsstörung sich mit grosser Sicherheit zurück
bilden werde.
Aufgrund der psychiatrischen Diagnose „Anpassungsstörung” lasse sich
jedoch
nach dem einmaligen Abklärungsgespräch keine Aussage über eine mögliche Arbeitsunfähigkeit
mache
n
(Urk. 8/32/2)
.
3.
6
Mit Stellungnahme vom 3. November 2016 (Urk. 8/43/7) hielt der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) PD
Dr.
med. univ.
H._
, Fach
arzt für Neurologie, fest, es bleibe bei der Resthemisymptomatik links deren behin
derndes Ausmass zu bestimmen. Ebenso seien die Therapiemöglichkeiten und die Arbeitsfähigkeit zu klären. Es empfehle sich daher die
Einholung
eines neurologischen Gutachtens.
3.7
Am
2
.
Januar
2017
fand durch die Gutachterin Dr. Z._ die neu
rologische Untersuchung statt (Gutachten vom 8. Februar 2017 [
Urk. 8/41
]
).
Am 2. Februar 2017 fand eine Befundbesprechung der Magnetresonanztomographie (MRI) vom 13. Januar 2017 statt (vgl. Urk. 8/41/18). Der behandelnde Neurologe Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, stellte im Vergleich zur letzten
Magnetresonanztomographie (MRI)-Untersuchung vom 30. Mai
2016 (Urk. 8/21/3-4)
kein Befundwandel fest. Klinisch seien keine sicheren Residuen zu finden; die angegebene Sensibilitätsstörung der linken Extremitäten sei möglichweise als Residuum der zerebralen Ischämie einzustufen. Hier könne jedoch auch eine Symptomausweitung bei Fibromyalgiesyndrom vorliegen. Die Paresen links seien schmerzbedingt und kaum durch kortikale Infarkte zu erklären. Diagnostiziert wurde neu ein generalisiertes linksbetontes Schmerz
syndrom unklarer Ätiologie und differentialdiagnostisch ein Fibromyalgiesyn-drom (Bericht des J._ vom 2. Februar 2017 [Urk. 8/41/19-20]).
Die begutachtende Neurologin Dr. Z._ stellte in ihrem Gutachten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Infarkt cerebral rechts im Centrum semiovale und parietal bei Carotisstenose rechts am 8. Januar 2016 fest. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Status nach Carotisendarteriektomie rechts am 9. Januar 2016 und einen Verdacht auf eine Periarthritis links (Urk. 8/41/10
).
Als neurologische Befunde erwähnte Dr. Z._ im Wesentlichen, dass Halteversuche an den Armen nicht durchführbar seien. Die Beschwerdeführerin bewege den linken Arm wegen ausserordentlichen Schmerzen nicht. Ein Halte
versuch an den Beinen sei kurz möglich gewesen. Der Stand sei unauffällig, der Gang hingegen auffällig hinkend mit dem linken Bein. Eine Zirkumduktion des Fusses sei nicht erfolgt. Der Fuss-vor-Fussgang sei nach Angabe der Beschwer
deführerin aus Angst nicht richtig durchgeführt worden. Der Zehen- und Fer
sen
gang habe wegen Schmerzen nicht stattgefunden. Zeigeversuche hätten beids
eits mit (funktionellem) Danebengreifen an den Armen geendet. Es sei eine Einschränkung der Diadochokinese links
festzustellen gewesen. An den Beinen seien Zeigeversuche mit Mühe, aber ziemlich korrekt durchgeführt worden. Es sei eine massive Einschränkung der Beweglichkeit der linken Schulter festzuhalten (Urk. 8/41/8-9).
Aktuell würden Schmerzen auf der linken Seite im Schulterbereich und im linken Bein die Situation beherrschen. Die Beschwerdeführerin bewege den linken Oberarm nicht, humple mit dem linken Bein und fühle sich invalidisiert. Diagnostisch habe es sich um einen Insult in der rechten Hemisphäre bei einer erfolgreich operierten Carotisstenose gehandelt. Die Risikofaktoren seien behan
delt worden. Aus neurologischer Sicht sei davon auszugehen, dass heute keine sichere Hemiparese links mehr vorliege. Die sensiblen Störungen links würden wohl einer leichten Symptomausweitung entsprechen und seien funktionelle Störungen ohne Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit. Die Problematik an der linken Schulter könnte einer Periarthritis humeroscapularis entsprechen, die einer intensiven Behandlung bedürfe und auf lange Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen würde. Die Problematik mit der hinkenden Gangstörung sei aus neurologischer Sicht unklar. Ebenfalls unklar sei die Beurteilung der psychischen Situation. Es bestehe eine Passivität und Antriebsarmut; wahr-scheinlich auch eine Selbstlimitation (Urk. 8/41/10-11).
Die Arbeitsfähigkeit betrage in der ausgeübten Tätigkeit unter Berücksichtigung einer mittelschweren Tätigkeit (Arbeitsplatz unklar beschrieben) seit dem 8. Januar 2016 0 %. Eine leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit sei hingegen seit Januar 2017 zu 80 % durchführbar. In zeitlicher Hinsicht habe sich die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit dahingehend entwickelt, dass diese vom 8. Januar bis 17. Juni 0 %, vom 17. Juni bis Ende September gestützt auf den Bericht von Dr. F._ (vgl. Urk. 8/16) 30 % und ab Oktober 2016 50 % betragen habe, und seit Januar 2017 wie erwähnt 80 % betrage (Urk. 8/41/11 und Urk. 8/41/14).
Die Neurologin erklärte ferner, dass eine funktionelle Überlagerung beim Gang nicht auszuschliessen sei und spezialärztlich orthopädisch oder rheumatologisch abzuklären sei (Urk. 8/41/12). Auf die Frage, mit welchen medizinischen Mass
nahmen eine Verbesserung des Gesundheitszustands erreicht werden könne, erklärte die Ärztin, mit einer Physiotherapie für die linke Schulter, mit einer Abklärung und Therapie des linken Beins, und allenfalls mit einer psychia
trischen Abklärung (Urk. 8/41/15).
3.8
RAD-Arzt Dr. H._ hielt in der Stellungnahme vom 13. Februar 2017 fest, auf die Ausführungen der Gutachterin könne abgestellt werden. Es sei von der im Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 8/43/7-8).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist primär strittig, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht gestützt auf das neurologische Gutachten von Dr. Z._ vom 8. Februar 2017 (Urk. 8/41) verneint hat. Die Gutachterin attestierte der Beschwerde
führerin aus neurologischer Sicht aufgrund eines Status nach Infarkt cerebral rechts im Centrum semiovale und parietal bei Carotisstenose rechts am 8. Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Küchenaushilfe und eine Arbeitsfähigkeit von 80 % für leichtere und mittel
schwere Tätigkeiten in einem angepassten Beruf (vgl. Urk. 8/41/14).
Während die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt als ausreichend abge
klärt erachtet (vgl. Urk. 2), sieht die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
eine chronische Schmer
zstörung und weitere psychische
Leiden als nicht genügend berücksichtigt (vgl. Urk. 1). Im Vordergrund steht
daher
die Frage, ob die medizinische Sachlage hinreichend abgeklärt
worden ist.
4.2
Mit Blick auf die Gesamtsituation lassen sich einige Hinweise für eine Schmerz
störung feststellen, die sich
nicht allein durch den Hirnschlag erklären lassen
. So berichtete das C._ am 20. Januar 2016 zu den beschriebenen Schmerzen im Bereich der Schulter, des Ellenbogens und des Unterarms, dass am ehesten von einer muskuloskelettalen Ursache mit aktuell psychosoma
tischen Komponenten im Bereich der Parese und differentialdiagnostisch von einem Schulter-Arm-Syndrom auszugehen sei (Urk. 8/13/2). Am 17. Juni 2016 präzisierte das C._ diese Feststellungen im Wesentlichen mit der Diagnose eines chronischen muskuloskelettalen Schmerzsyndroms. Ausserdem erklärte es, dass das chronische Schmerzsyndrom nicht ausreichend durch den Schlaganfall erklärt werden könne (vgl. Urk. 8/16/8). Diese Feststellung steht im Einklang mit jener im Bericht des J._ vom 19. Mai 2016, in welchem erwähnt wurde, dass die linksbetonten generalisierten Schmerzen kaum mit einem Schlaganfall erklärbar seien, und ausserdem eine rheuma
to
logische Untersuchung empfohlen wurde (vgl. Urk. 8/21/2). Das E._ bestätigte diese Feststellungen am 2. Februar 2017 nochmals, indem es festhielt, dass die Paresen links schmerzbedingt und kaum durch kortikale Infarkte zu erklären seien (vgl. Urk. 8/41/20). Die gleiche Tendenz zeigen letzt
lich auch die Feststellungen der begutachtenden Neurologin, welche die Be
schwer
deführerin am 2. Januar 2017 untersucht hatte. Sie berichtete, dass aktu
ell mitunter Schmerzen im linken Bein die Situation beherrschen würden, was sich in einer hinkenden Gangstörung zeige, jedoch die Ursache aus neurolo
gische Sicht unklar sei (vgl. Urk. 8/41/10). Nach der Gutachterin kann eine Verbesserung des Gesundheitszustands unter anderem mit einer Abklärung und Therapie des linken Beins erreicht werden (vgl. Urk. 8/41/15). Die bisher ange
führten Inhalte machen deutlich, dass zahlreiche Anhaltspunkte für eine neben dem Hirnschlag bestehende Schmerzursache bestehen. Letztere erscheint aber aufgrund diverser neurologischer Unklarheiten, insbesondere der hinkenden Gangstörung, noch nicht ausreichend abgeklärt, weshalb von mehreren Ärzten rheumatologische Untersuchungen empfohlen wurden.
Dieser Empfehlung ist Folge zu leisten, zumal hinzukommt, dass sich Aus
wirkungen des Schmerzsyndroms auf die Arbeitsfähigkeit derzeit nicht aus
schlies
sen lassen. Denn nicht nur erachtet das C._ die Arbeits
fähigkeit durch das Schmerzsyndrom als beeinträchtigt (vgl. Urk. 8/16/3). Auch die neurologische Gutachterin schliesst funktionelle Auswirkungen der Schmer
zen im Bein nicht aus (vgl. Urk. 8/41/12) und die Ärzte des J._ erwähnten ein generalisiertes linksbetontes Schmerzsyndrom unklarer Ätiologie (vgl. Urk. 8/41/19). Um die Arbeitsfähigkeit letztlich abschliessend beurteilen zu können, benötigt es eine fachärztliche Einschätzung eines Rheumatologen.
Mit der Beschwerdeführerin ist daher insgesamt festzuhalten, dass in rheuma
tologischer Hinsicht weitere Abklärungen erforderlich sind.
4.3
Es stellt sich weiter die Frage, ob die Beschwerdegegnerin trotz der Anhalts
punkte für ein psychisches Leiden gestützt auf die vorhandenen Akten zu Recht auf eine invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebliche Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 2) geschlossen hat.
Die Psychiater des G._ diagnostizierten am 19. August 2016 Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2) und differentialdiagnostisch eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0 [Urk. 8/32/7]). Die neurologische Gut-ach
terin ging von einer Beeinträchtigung des psychischen Zustandes aus und empfahl eine psychiatrische Abklärung, namentlich auch mit Blick auf die dadurch bessere Behandlungsmöglichkeit (Urk. 8/41/10-11 und Urk. 8/41/15). Auch die vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte der Medizinischen Zentren O._ und P._ enthalten Hinweise auf das Vorliegen einer seit längerer Zeit bestehenden psychischen Erkrankung (Urk. 3/3-4). Namentlich mit Blick auf die jüngste Rechtsprechung des Bundesgerichts, gemäss der nun
mehr in der Regel bei sämtlichen psychischen Leiden eine ergebnisoffene Beur
teilung der Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit stattzufinden hat (Urteile des Bundesgerichts 8C_841/2016 und 8C_130/2017 vom 30. November 2017) sind aus psychiatrischer Sicht weitere Abklärungen angezeigt. Der Bericht der Psychiater des G._ genügt nicht. Sie vermochten die Ar
beits
fähigkeit nach einem einmaligen Abklärungsgespräch nicht abzuschät
zen (vgl. Urk. 8/32/2). Somit fehlt es an einer erforderlichen psychiatrischen Stel-lungnahme zur Arbeitsfähigkeit.
4.4
Der
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen setz
t einen Eingliederungswillen beziehungsweise
eine subjektive Eingliederungsfähigkeit voraus
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_469/2016 vom 22.
Dezember
2016
E. 7). Die Beschwerde
führerin hat im neurologischen Gutachten angegeben, dass sie sich nicht vor
stellen könne, wieder eine Stelle in einem Arbeitsprozess zu besetzen (vgl. Urk. 8/41/6). Auch im Beschwerdeverfahren äusserte die Beschwerdeführerin, sie könne keiner Erwerbsfähigkeit nachgehen (Urk. 1 S. 8 Rz 22). Die Beschwer
degegnerin war unter diesen Umständen berechtigt von der Anordnung beruf
licher Massnahmen abzusehen. Strebt die Beschwerdeführerin eine berufliche Eingliederung konkret an, kann sie erneut einen Antrag stellen.
4.5
Zusammenfassend erweist sich die medizinische Sachlage insbesondere in rheu
matologischer und psychischer Hinsicht als nicht hinreichend abgeklärt. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 30. Juni 2017 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Beschwerde
geg
nerin zurückzuweisen ist,
damit diese
im Sinne der Erwägungen weitere Ab-klärungen
hinsichtlich
des
Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit
der Versicherten
vornimmt. Nach der Vornahme der erforderlichen Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin erneut über den Leistungsanspruch der Versicherten zu entscheiden.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invaliden
versiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangs
gemäss sind die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
er
legen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Da die Sache zurückgewiesen wird, hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese wird vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt
(Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§ 34 Abs. 1 u
nd
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
Unter Berück
sichtigung dieser Kriterien ist die Prozessentschädigung auf Fr. 1‘800.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.