# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f95db4e-0d59-4014-8d9c-19a01bb8c311
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, war seit dem
3.
August 2015 für die
Z._
tätig
(
Urk.
7/194-197). Am 2
9.
April 2019 stellte er bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (ALK) Antrag auf Insolvenz
ent
schädigung für im Zeitraum vom 2
9.
November 2018 bis 2
9.
März 2019 nicht erhaltenen Lohn in der Höhe von insgesamt
Fr.
56'513.6
0.
Zur Begründung führte er an
, am 2
4.
April 2019
sei über die
Z._
der Konkurs eröffnet worden (
Urk.
7/201-202). Mit Verfügung vom
7.
Juni 2019 verneinte die ALK den Anspruch des Versicherten auf
eine
Insolvenzentschädigung (
Urk.
7/121-122). Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Juli 2019 Einsprache (
Urk.
7/106-117)
. Die
ALK
holte daraufhin das
Einvernahmeprotokoll
betreffend Konkurseröffnung der
Z._
ein (
Urk.
7/105, 7/86-104) und wies danach die Einsprache mit Entscheid vom 1
6.
Oktober 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
8.
November 2019 Beschwer
de und beantragte, der
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Oktober 2019 sei vollum
fänglich aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen
(Insolven
z
ent
schä
digung)
im vollen Umfang an ihn auszurichten, eventualiter sei der
Einsprache
entscheid
vom 1
6.
Oktober 2019 aufzuheben und die Sache zu weiteren Abklä
rungen des Sachverhaltes und zur Neubeurteilung
an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2019,
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer am
3.
Dezember 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 51 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn:
a)
gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder
b)
der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen
sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger
bereit findet
, die Kosten vorzuschiessen, oder
c)
sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben
oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub (
Art.
58 AVIG).
Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in
Art.
51
Abs.
1 und
Art.
58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196).
1.2
Die Insolvenzentschädigung deckt für das gleiche Arbeitsverhältnis Lohnfor
de
rungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach
Art.
3
Abs.
2 AVIG. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zulagen (
Art.
52
Abs.
1 AVIG).
1.3
Keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung haben Personen, die in ihrer Eigen
schaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mit
arbeitenden Ehegatten (Art. 51
Abs.
2 AVIG; BGE 126 V 134; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2011 vom
1.
Juni 2011).
In aller Regel ist die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen Entscheidungsgre
mi
um angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unter
nehmensentscheidungen nehmen kann, auf Grund der internen betriebli
chen Struktur zu beantworten (BGE 122 V 270 E. 3).
Nach der Rechtsprechung stimmt der Personenkreis nach den gleichlautenden Art. 31 Abs. 3
lit
. c AVIG und Art. 51 Abs. 2 AVIG überein, weshalb die zur ersten Bestimmung entwickelte Rechtsprechung auch auf Art. 51 Abs. 2 AVIG anwend
bar ist. In SVR 1997 ALV 101 S. 310 E. 5c hat das Eidgenös
sische Versiche
rungsgericht dargelegt, dass Art. 31 Abs. 3
lit
. c AVIG vor allem an der faktischen Möglichkeit zur
Einflussnahme
anknüpft. Diese wird zwar bei einem Verwal
tungsrat begriffsnotwendig vorausgesetzt (BGE 122 V 273), bei leitenden Ange
stellten auf tieferen Ebenen der Organisation jedoch häufig durch entsprechende Umschreibung
des Aufgaben- und Kompe
tenzbereichs eingeschränkt. Wo dabei im Einzelfall die Grenze zwischen dem obersten betrieblichen Entschei
dungsgre
mium und den unteren Führungsebe
nen verläuft, lässt sich anhand formaler Kriterien allein nicht beurteilen. Das Mass der Entscheidungsbefugnis ist vielmehr anhand der konkreten Gegeben
heiten zu ermitteln (Urteil des
Bundes
ge
richts C 261/01 vom 17. Mai 2002 E. 4b).
Die
Einflussmöglichkeit muss sich entweder auf Gesetz, Vertrag oder Statuten abstützen. Je weniger Vorgesetzte der leitende Angestellte hat, desto eher spricht dies für die (widerlegbare) Vermutung, er habe eine massgebliche Einflussmöglichkeit auf die Entscheidungen seines Arbeit
ge
bers. Weitere Indizien sind etwa die Höhe des Einkommens, der Handelsregi
ster
ein
trag, das Mass der Vertretungsbefugnis oder die Möglichkeit der Einsicht
nahme in die Bücher des Betriebes. Einen erheblichen Einfluss auf die Willens
bildung einer Unternehmung kann auch das Fachwissen (Know-how) besonders qualifi
zierter leitender Angestellter haben, welche im Betrieb nicht leicht zu ersetzen sind und deshalb faktisch den Kurs der Firma bestimmen können (Urs Burgherr, Die Insolvenzentschädigung,
Diss
. Zürich 2004, S. 43 ff.
, vgl. auch AVIG-Praxis ALE,
Rz
B19
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies
den Anspruch auf Insolvenzentschädigung
unter Hinweis auf eine arbeitgeberähnliche Stellung, welcher der Beschwerdeführer als CEO der
Z._
wahrgenommen habe
, ab
. So
gehe aus den
Schilderungen
des Verwaltungsratspräsidenten hervor, dass der Beschwerde
füh
rer das Tagesgeschäft als CEO selbständig geführt und die Gesellschaft gegen aussen
auch
vertreten habe. Zudem habe er die
Rechnungen zusammengetragen und dokumentiert
.
Alsdann
habe
er
in
regelmässige
m
Kontakt
zur
Buchhaltung
gestanden
. Sodann habe er
sich
die (einzustellenden) Mitarbeiter aussuchen können. An
seiner
arbeitgeberähnlichen Stellung ändere auch nicht, dass er keine Zahlungen habe auslösen und die Arbeitsverträge nicht selbst habe unterzeichnen können (
Urk.
2).
2.2
Der Besch
werdeführer
machte demgegenüber geltend, sein rechtliches Gehörs sei verletzt worden. So habe die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid
auf ein (nachträglich) eingeholtes Dokument abgestellt, ohne ihm zuvor Einsicht
darin
zu gewähren. Da eine Heilung ausgeschlossen sei, sei die Sache an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen.
Unabhängig davon sei zu berücksichtigen, dass
er nicht Mitglied des obersten betrieblichen
Entscheidgremiums
gewesen
sei. Er
habe
die
Entscheidung
en
we
der bestimmen noch massgeblich
beeinflussen können. So sei er
zwar
CEO
gewesen und formell
mit der Führung des
Tagesgeschäft
s
sowie
d
e
r
Einarbeitung neuer Mitarbeiter beauftragt
gewesen
(
Urk.
1 S. 5). Klassische Kompetenzen eines CEO wie beispielsweise die Vertretung der Gesellschaft gegenüber Dritten, die Finanz
planung und das Cash-Managem
ent
seien ihm hingegen vollständig verwehrt gewesen
(
Urk.
1 S. 5)
.
Überhaupt habe er keinerlei
Entscheidbefugnisse
gehabt und entsprechend
keinen
Einfluss auf den Geschäftsgang nehmen können. Viel
mehr sei er den Aktionären und Mitgliedern des Verwaltungsrates
, zu welchen er nicht gehört habe,
unterstellt gewesen (
Urk.
1
S. 14).
Insbesondere
habe er
auch
keine Zahlungen auslösen können (
Urk.
1 S. 12) und keinen Zugriff auf die Konten gehabt (
Urk.
1 S. 11). Sodann
habe
ihm auch keine Zeichnungs
berech
ti
gung zugestanden (
Urk.
1 S. 6
). Auch sei
ihm verwehrt gewesen, Arbeitsverträge selbständig zu verhandeln und zu unterzeichnen (
Urk.
1 S. 6)
. Ein Missbrauchs
risiko könne deshalb ausgeschlossen werden,
weshalb
er
Anspruch auf
eine
Insol
venzentschädigung
habe
.
3.
3.1
Aus dem Handelsregisterauszug der
Z._
(in Liquidation) geht hervor
, dass der Beschwerdeführer weder über eine Zeichnungsberechtigung verfügte noch Mitglied des Verwaltungsrates war (
Urk.
7/31-32). Gemäss Arbeits
vertrag vom 1
0.
April
2015 wurde er als CEO angestellt, wobei eine einjährige Kündigungsfrist vereinbart wurde. Der Beschwerdeführer wurde sodann
für die Führung des operativen Geschäfts verantwortlich
erklärt
.
Auch
wurde ihm die Führung und Unterweisung der Mitarbeiter übertragen
sowie
die Kompetenz
zu
teil
, in Absprache mit dem Verwaltungsrat und unter vorgängiger Bekanntgabe Verträge und Dokumente zu unterzeichnen, die das Tages-, Kunden- und Airline-Geschäft betreffen würden. Als Entschädigung wurde ein monatliches Netto
ge
halt von
Fr.
10'000.-- (x 13) sowie monatliche Pauschalspesen von
Fr.
500.
--
ver
einbart. Sodann erklärte sich die Arbeitgeberin zur vollumfänglichen Über
nahme der gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge bereit. Als
dann wurde
n
dem Beschwerdeführer ein Mobiltelefon sowie ein Laptop zur Ver
fügung gestellt
(ebenfalls zur privaten Nutzung)
.
Schliesslich
erklärte sich die Arbeitge
berin bereit, jährlich einmal
die Kosten eines
Businessclassfluges
für den Be
schwerdeführer und seine Familie (Ehefrau und Kinder)
zu übernehmen
(
Urk.
7/194-197).
Dem Arbeitszeugnis ist zu entnehmen
, dass der Beschwerdeführer als Geschäfts
führer für fünf Mitarbeiter verantwortlich
gewesen
war
.
Sodann
habe er - in enger Abstimmung mit dem Verwaltungsrat - die Formulierung, Beschreibung und nachhaltige Massnahmenergreifung aller Unternehmensziele wahrgenommen. Ebenfalls sei er für die Planung und Durchführung von Gesprächen mit Kunden und Vertragspartner
n
verantwortlich gewesen und habe
an Kundenanlässen und
internationalen
Messen
teilgenommen
. Auch habe er
für die Akquise neuer Kunden/Partner sowie die Marketingstrategie und Werbung verantwortlich ge
zeichnet.
Seinem
Bekanntheitsgrad im Tourismus
sei auch geschuldet, dass
seine Arbeitgeberin die IATA-Akkreditierung und die Mitgliedschaft der Reisegarantie
habe
erlangen
können
(
Urk.
7/173-174).
3.
2
Anlässlich der Einvernahme durch das Konkursamt vom
2
5.
April
2019
(
Urk.
7/86-100)
teilte
Z._
, Verwaltungsratspräsident der
Z._
,
mit,
der Beschwerdeführer sei «Geschäftsführer Tagesgeschäft (CEO)»
gewesen. Als «Manager
Director
» hätten zwei Verwaltungsräte fungiert (
Urk.
7/93
).
In
einem separaten Schreiben vom 2
5.
April 2019 (
Urk.
7/101-103)
erklärte der Verwaltungsratspräsident sodann
,
die Gesellschaft hätte von Beginn an Verluste geschrieben, was insbesondere auf einen zu geringen Umsatz und zu hohe Kosten (insbesondere Miete und Löhne) zurückzuführen gewesen sei. Im Quervergleich zur Reis
ebranche seien auch hohe Löhne b
ezahlt worden (
Urk.
7/101). Die drei (im Ausland wohnhaften) Verwaltungsräte hätten die alleinige Zahlungs
be
rech
tigung für die Konten der Gesellschaft gehabt. Auch seien zwei
von ihnen
für die Lohnzahlungen verantwortlich gewesen (
Urk.
7/102).
In seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom
5.
Juni 2019 (
Urk.
7/71-74) hielt der Verwaltungsratspräsident sodann (auf Nachfrage hin) fest, der Be
schwer
deführer sei
als
Geschäftsführer der
Z._
und selbstverant
wortlicher Leiter des Tagesgeschäfts angestellt gewesen
. Er
habe das Mitarbeiter
team aufgebaut. Dabei habe er als ehemaliger Abteilungsleiter bei
A._
auf
fachlich versierte Mitarbeiter zurückgreifen können. Diese Sachbearbeiter seien auf seine Empfehlung hin angestellt worden. Die Arbeitsverträge habe indes nicht der Beschwerdeführer unterzeichnet
. So sei dem Beschwerdeführer auch keine im Handelsregister publizierte Unterschriftsberechtigung zugekommen. Indes habe man ihm eine Handlungsvollmacht ausgestellt. Auch habe der Be
schwer
deführer an Veranstaltungen und Messen der Reisebranche teilgenommen sowie seine Arbeitgeberin da vertreten
(
Urk.
7/71
-72
).
Mehrfach habe der Be
schwerdeführer auch
Reisegruppen aus dem Ausland empfangen und diese in der Schweiz oder auf Kreuzfahrten begleitet
,
beziehungsweise
betreut.
Betreffend die
Bereiche Tagesgeschäft (Reisen, Touren und neue Absatzmärkte), Umsatzstei
ge
rung, Mitarbeiterbelange, Teamführung, Marketing,
«
Incentives für die Mitar
bei
ter
»
und Organisation von Anlässen sei ihm
zudem
ein Mitspracherecht
zuge
kommen
. Auch sei er für die Umsatzzahlen verantwortlich gewesen (
Urk.
7/73).
Sodann habe er mit Kreditoren in Kontakt gestanden und deren Rechnungen entgegengenommen.
Im Weiteren
habe er die Zahlungen
vorbereitet/vorerfasst und diese fr
eigeben. Auch sei
der Beschwerdeführer
für di
e Fakturierung zu
stän
dig gewesen. Sodann habe die Buchhaltung in Rücksprache mit dem Beschwer
deführer die Verbuchung der Debitoren vorgenommen
. Infolge dessen sei der Be
schwerdeführer
über die Einkünfte und die Ausgaben seiner Arbeitgeberin im Bild gewesen
. Dabei habe er auch
Einblick
in die Bankkonten,
die Buchhaltung
und
die Reisebuchungssysteme (
Trave
lport
)
erlangt
.
Dies gehe auch daraus hervor, da
ss ihn der Beschwerdeführer
über die schlechte Situation im Tagesgeschäft infor
miert
habe
, insbesondere, dass die Mitarbeiterlöhne nicht mehr hätten bezahlt werden können.
I
n Absprache mit ihm
habe der Beschwerdeführer
die notwen
digen Massnahmen
am Schluss vor dem Konkurs der Gesellschaft
ergriffen,
nach dem die Aktionäre die dringend benötigten und versprochenen Darlehen nicht mehr
bedient hätten
(
Urk.
7/73
-74
).
4.
Vorweg zu prüfen ist die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verlet
zung seines rechtlichen Gehörs
(
Urk.
1 S. 15-17)
.
Das
angerufene Sozialversicherungsgericht
verfügt
über volle Kognition und
überprüft
d
en Sachverhalt
und
die Rechtslage frei (
§
18a des Gesetzes über das Sozia
lversicherungsgericht [
GSVGer
],
vgl.
auch
Art. 61
lit
. c un
d d
des
Bundesge
setz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
, BGE 132 V 387 E. 5.1).
Dem Beschwerdeführer war es somit möglich, umfassend Stellung
zu
nehmen und sich zu allen Aspekten des Verfahrens
zu
äussern. Unter diesen Umständen ist
von einer Heilung auszugehen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
C
120/03 vom 1
3.
November 2003 E.
3.2)
,
sofern
eine Gehörsverletzung über
h
aupt
vorliegt
. So
können
dem Protokoll
, welches dem Beschwerdeführer vor Erlass des
Einspracheentscheids
nicht unterbreitet wurde (E. 2.2),
hauptsächlich
Auskünfte
betreffend die
Aktionäre und Verwaltungsräte
entnommen werden. Zu diesen gehörte
der
Besch
werdeführer
aber
gerade nicht
.
Informationen zum
Beschwerde
führer
sowie der von ihm
ausgeübten Funktion
sind im Protokoll demgegenüber nur spärlich
vorhanden
(vgl.
Urk.
7/86-103)
und zudem
auch
in anderweitigen Dokumenten zu finden
,
welche dem
Beschwerdeführer
bekannt
waren
(vgl.
Urk.
7/71-74)
.
5.
Strittig und zu prüfen ist im Folgenden, ob dem Beschwerdeführer eine arbeit
geberähnliche Stellung zugekommen war,
womit er keinen Anspruch auf eine Insolvenzentschädigung
hätte
(E. 1.3)
.
Vorweg
ist festzuhalten, dass auf das Schreiben des Verwaltungsratspräsidenten vom
5.
Juni 2019 (
Urk.
7/71-74
)
abge
stellt werden kann. So
stimmen dessen Schilderungen mit
dem Arbeitsvertrag
(
Urk.
7/194-197)
und dem Arbeitszeugnis
(
Urk.
7/173-174)
überein
.
Sie
erschei
nen
auch
glaubwürdig.
Die (blosse) Behauptung des Beschwerdeführers,
der Verwaltungsratspräsident
habe ihm mit seinem Schreiben schaden wollen
(Urk. 1 S. 9 f.)
, vermag demgegenüber nicht zu überzeugen
, zumal keine Anhaltspunkte
dafür
vorhanden sind
.
Als unumstritten
zu gelten hat
, dass der Beschwerdeführer CEO der
Z._
war und repräsentative Aufgaben wahrzunehmen sowie neue Mit
arbeiter einzuarbeiten hatte (E. 3.1, vgl. auch E. 2.1 und 2.2). Sodann ist bekannt, dass die
Z._
nebst dem Beschwerdeführer fünf weitere Mit
arbeiter beschäftigte (E. 3.1).
Entgegen
der im Beschwerdeverfahren vertretenen
Auffassung
muss
der Beschwerdeführer
zudem
für das
Tagesgeschäft
mitver
ant
wortlich
gewesen sein
.
So geht aus dem im
Arbeitsvertrag
umschriebene
n
Auf
gabenbereich, welcher sich mit den
Schilderungen
des Verwaltungsrats
präsi
den
ten sowie
den Angaben im
Arbeitszeugnis deckt
,
hervor, dass
ihm ein
diesbe
züglich
es
Mitspracherecht
eingeräumt wurde
(E. 3.2).
Eine Mitarbeiterin, welche die Funktion einer «Managerin Inbound» versah (
Urk.
7/63), bestätigte denn auch, dass der Beschwerdeführer den Verwaltungsräten Vorschläge
habe
unterbreiten können (
Urk.
7/53).
Dass dem Beschwerdeführer mehr als nur repräsentative Auf
gaben
zugekommen waren
, ergibt sich
auch daraus, dass dank seinen
Anstren
gungen
branchenspezifische Zertifizierungen erlangt werden konnte
n
(E.
3.2,
Urk.
7/173-174,
vgl. auch
Urk.
7/170, worin der Beschwerdeführer als «verant
wortlicher Geschäftsführer» aufgeführt
wurde
).
Sodann hatte
der Beschwerde
führer
auch Reisegruppen aus dem Ausland empfangen und diese in der Schweiz ode
r auf Kreuzfahrten begleitet beziehungsweise
betreut
(E. 3.2).
Dass der Be
schwerdeführer über das Tagesgeschäft Bescheid gewusst und um die schwierige finanzielle Situation der
Z._
Kenntnis hatte, weshalb er mit einer Insolvenz rechnen musste, ergibt sich denn nicht nur aus den Schilderungen des Verwaltungsratspräsidenten (E. 3.2), sondern auch aus
seinen eigenen
. So teilte er anlässlich seiner Anmeldung zur Insolvenzentschädigung am
8.
Mai 2019 mit, er habe stets proaktiv gehandelt und
den Verwaltungsrat über die aktuelle Situation der
Z._
informiert. Über Monate hätten die Aktionäre stets versprochen, die offenen Zahlungen zu leisten. Er sei immer wieder auf ein neues Datum vertröstet worden. Als die Situation sehr prekär geworden sei, habe er die Reisegarantie über die Situation informiert (
Urk.
7/203).
Ebenfalls Indiz dafür, dass der Beschwerdeführer über umfassende Kenntnisse seiner Arbeitgeberin verfügte, ist,
dass er über die Honorarhöhe des Verwal
tungs
ratspräsidenten Bescheid wusste (
Urk.
7/112).
Daran ändert a
uch das Schreiben der Buch
haltungsstelle (
Urk.
7/54) nichts
. So nahm der Beschwer
deführer
, wie dargele
g
t,
weit mehr als - wie in diesem
Schreiben geschildert - repräsentative Aufgaben wahr. Auch vermag die Behauptung, wonach dem Beschwerdeführer keinerlei
Entscheidkompetenz
zugekommen sei, nicht zu überzeugen. Vielmehr ist aufgrund der betrieblichen Struktur der
Z._
, mithin des geringen Mitarbeiterbestand
e
s und dass der Beschwerdeführer vor Ort als CEO
Ranghöchster war
,
anzunehmen, dass ihm auch
Entscheidbefugnisse
zugekom
men
war
e
n.
So
bestätigte
auch
eine Mitarbeiterin
, dass dem Beschwerdeführe
r
Befug
nisse bezüglich Budgetierung und Ausgaben zugekommen seien (
Urk.
7/53). Dass die Verwaltungsräte weisungsberechtigt waren und einzelne Geschäfte auch ab
zusegnen hatten, führt nicht dazu, dass der Beschwerdeführer als gewöhnlicher Arbeitnehmer zu betrachten
wäre
.
A
uch nicht, dass er keine Zahlungen auslösen konnte oder ihm keine im Handelsregister publizierte Zeichnungsberechtigung zuteil kam (vgl.
Ziff.
5 des Arbeitsvertrages [
Urk.
7/194-197]). Dies, zumal sich
diese
nur
auf die
im Aussenverhältnis
eingeräumt
en Kompetenzen
bezieh
t.
Nachdem die Verwaltungsräte ihren Wohnsitz
nicht an dem der Geschäftsstelle
hatten
(vgl.
Urk.
7/31, 7/151)
, musste der Beschwerdeführer auch - entgegen der Behauptungen der Mitarbeitenden (
Urk.
7/52-53) -
als ranghöchster
Mitarbeiter
vor Ort
für die Personalführung verantwortlich gewesen sein.
Das Vorbringen
des Beschwerdeführers, er habe
keine Mitarbeiter anstellen können, was daraus ersichtlich sei, dass die Arbeitsverträge nicht von ihm unterzeichnet worden seien (
Urk.
7/55-70), vermag
nicht zu einem anderen Schluss zu führen
. Vielmehr ist
die
Aussage des Verwaltungsratspräsidenten, der Beschwerdeführer habe als ehe
maliger Mitarbeiter eines anderen Reiseveranstalters bei der Suche nach Mitar
beitenden auf sein Netz zurückgreifen können
und bei Personalbelangen ein Mit
spracherecht gehabt
(E. 3.2),
zu berücksichtigen
.
Dem stehen auch die Ausfüh
rungen des Beschwerdeführers nicht entgegen, s
tellte
dieser
lediglich in Abrede,
dass er
Mitarbeiter selbständig
habe
aussuchen und anstellen können
(
Urk.
1 S.
14
und 17
).
Sodann
vermögen
auch
die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er
nahezu
keine Einsicht in die Bücher und Zahlen gehabt habe,
nicht
zu
über
zeugen
.
Zwangsläufig musste er
nämlich
- nachdem ihm die fachkompetente Leitu
ng eines Reisebüros anvertraut wo
rde
n war
-
Einblick in die Bankkonten, die Buchhaltung und die Reisebuchungssysteme (E. 3.2) erlangt haben
.
So
hatte
er sich
auch
mit
den
Debitoren und Kreditoren
befasst
(E. 3.2).
Auch
hatte er Rechnungen zu dokumentieren und diese zusammenzutragen, was eine Mitar
beitende bestätigte (
Urk.
7/53).
Zu berücksichtigen ist weiter, dass der Beschwerdeführer über ein besonderes Fachwissen
in der Reisebranche verfügte
(
Urk.
7/71, 7/173)
,
was ebenfalls Indiz für die Teilhabe des Beschwerdeführer
s
im
obersten bet
rieblichen Entscheidungs
gremium
ist
(E. 1.3). Das besondere Fachwissen dürfte denn auch ausschlag
ge
bend gewesen sein, dass der Beschwerdeführer als
CEO
des
Reiseunternehmens
angestellt wurde
(vgl.
Urk.
7/108-109).
Schliesslich gilt es
die (lange) Kündigun
gsfrist von einem Jahr (E. 3.1) und
das
als hoch zu bezeichnende
Jahresgehalt von n
etto
Fr.
130'000.--
(der
mittlere
Jahresbruttolohn in der Reisebranche im höchsten Kompetenzniveau beträgt
Fr.
96'000.--
[vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2018, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweige
n
, Tabelle T1.1.10, Nomi
nallohnindex, Männer 2011-2018,
Ziff.
77, 79-82, Sonstige wirtschaftliche Dienst
leistungen, Kompetenzniveau 4)
zu berücksichtigen.
So sind diese wie auch die Zusatzleistungen, welche
den übrigen Mitarbeitenden nicht zuteilwurde
n
(Über
nahme der gesamten Sozialversicherungsbeiträge sowie der Ko
sten eines
Busi
nessclassflug
e
s
[E. 3.1,
Urk.
7/55-70])
ebenfalls
klare
Hinweis
e
für die vom Be
schwerdeführer
wahrgenommene
arbeitgeberähnliche Stell
ung (E. 1.3)
.
6.
Nach dem Gesagten
steht
fest, dass der Beschwerdeführer als CEO der
Z._
Einfluss auf die Willensbildung seiner Arbei
t
geberin nehmen konnte
und Einblick in die Bücher hatte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin eine arbeitgeberähnliche Stellung des Beschwerdeführers be
jaht hat.
Von weiteren
Sachverhaltsabklärungen
(
Urk.
1) kann abgesehen werden
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
In Anbe
tracht dessen, dass für den Aus
schluss vom Anspruch auf Insolvenzent
schä
digung a
ufgrund einer arbeitge
berähnli
chen Stellung nicht
massgebend
ist, ob eine versicherte Person für die
Gründe, welche
schliesslich
zum Konkurs führten, verantwortlich oder mitver
antwortlich ist oder ob ihr eine Missbrauchsabsicht vorgeworfen kann (vgl. Kupfer Bucher,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und Insolvenzentschädigung,
5.
Auflage,
S.
320
mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_705/2007 vom 6. Mai 2005 E. 3.2), erweist es sich
deshalb
als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwer
deführers auf Insolvenzent
schädigung verneint hat. Die Beschwerde ist dement
sprechend abzuweisen.