# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 939b94de-71d2-4d48-97da-849cca08573f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1963, und Y._, geboren am _1963, schlossen am 5. Juli 1996 vor dem Zivilstandsamt O.1_ die Ehe. Aus ihrer Ehe gingen die beiden Söhne A._, geboren am _1996, und B._, geboren am _1999, hervor.
B. Y._ reichte am 15. April 2013 beim Bezirksgericht Plessur ein Gesuch um Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen ein, worin er unter anderem beantragte, die gemeinsamen Kinder A._ und B._ seien unter seine Obhut zu stellen, die eheliche Liegenschaft C._ in O.1_ sei ihm und den Kindern zur alleinigen Benützung zuzuweisen und es sei die Gütertrennung per 15. April 2013 anzuordnen. In der Folge wurde das Verfahren auf Ersuchen der Ehegatten hin vorerst bis am 30. Juni 2013 und alsdann bis Ende Juli 2013 sistiert.
C. Am 28. August 2013 wurden die Eheleute vom Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur jeweils getrennt und gemeinsam angehört. Mit Entscheid vom 28. August 2013 wurde die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) Graubünden beauftragt, ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit der Eltern zu erstellen sowie eine Empfehlung bezüglich des Besuchs- und Ferienrechts abzugeben. Ferner wurde der Ehefrau eine Frist angesetzt, um zum Gesuch des Ehemannes vom 15. April 2013 schriftlich Stellung zu nehmen. In ihrer Eingabe vom 9. September 2013 beantragte X._ die kostenfällige Abweisung des Gesuchs. Als Eventualbegehren stellte sie die Anträge, dass ihr die Obhut über die beiden Söhne zu übertragen sei, die Regelung des Besuchs- und Ferienrechts nach richterlichem Ermessen erfolgen solle, die eheliche Liegenschaft in O.1_ ihr und den beiden Kindern zur alleinigen Benützung zugewiesen werde und der Ehemann zu verpflichten sei, an den Unterhalt der Familie monatlich CHF 4'300.-- (inkl. Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen. Der Ehemann seinerseits beantragte mit Stellungnahme vom 19. September 2013 die vollumfängliche Abweisung dieser Begehren und hielt im Übrigen an seinen im Eheschutzgesuch vom 15. April 2013 gestellten Anträgen fest.
D. Das Gutachten der KJP Graubünden wurde am 28. November 2013 erstattet, wobei es dem Gericht in einer Gesamtbeurteilung empfohlen hat, die Obhut über die beiden Söhne A._ und B._ dem Vater zu übertragen und der Mutter ein grosszügiges und flexibles Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren. Die Mutter sei eine wichtige Bezugsperson, weshalb regelmässige und häufige
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Kontakte als wichtig erachtet würden. Des Weiteren wurde die Empfehlung abgegeben, eine Besuchsbeistandschaft zur Konfliktminimierung zwischen den Eltern einzurichten. Abschliessend wurde im Gutachten festgehalten, dass A._ und B._ Gespräche bei einer psychologischen Fachperson ermöglicht werden sollten und auch für die Mutter eine Therapie indiziert sei.
E. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur sah sich am 5. Dezember 2013 veranlasst, bei der KESB Nordbünden eine Gefährdungsmeldung zu erstatten. Darin führte er aus, der Gutachter lic. phil. E._ habe ihm mitgeteilt, massive Suiziddrohungen von X._, welche wohl in alkoholisiertem Zustand gewesen sei, erhalten zu haben. Der Gutachter habe die Situation in Bezug auf einen möglichen Suizid als prekär und zudem als unerträglich für den Ehemann und die Kinder beurteilt. In der Folge wurde X._ erneut – zuvor wurde sie bereits im März 2011 in die psychiatrische Klinik D._ eingewiesen – fürsorgerisch untergebracht.
F. Nachdem sich beide Parteien zum Gutachten vernehmen liessen, fand am 5. Februar 2014 die mündliche Verhandlung vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur in Anwesenheit der Parteien und ihren Rechtsvertretern statt. Mit gleichentags gefälltem Entscheid, mitgeteilt am 7. April 2014, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur was folgt:
„1. X._ und Y._ werden berechtigt, getrennt zu leben.
2. Die eheliche Wohnung wird für die Dauer des Getrenntlebens Y._ zugeteilt. X._ wird berechtigt, ihre persönlichen Effekten sowie Mobiliar und Inventar für die Einrichtung einer 1 1⁄2 Zimmerwohnung mit sich zu nehmen. X._ hat die eheliche Wohnung, unter Mitnahme ihrer persönlichen Sachen, bis spätestens am 15. Mai 2014 zu verlassen.
3. Die elterliche Obhut über A._, geboren am _1996, und B._, geboren am _1999, wird für die Dauer des Getrenntlebens Y._ übertragen.
4. X._ ist zur Zeit nicht in der Lage Kindesunterhalt zu bezahlen.
5. Es wird für A._ und B._ eine Beistandschaft im Sinne von [Art.] 308 Abs. 2 ZGB errichtet und die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB Nordbünden) beauftragt, eine geeignete Person zu ernennen, welche insbesondere die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechtes in Berücksichtigung des Gutachtens der KJP Graubünden vom 28. November 2013 zu begleiten hat.
6. X._ ist berechtigt, ihre Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag 18:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen und sie für drei Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Einvernehmlich kann das Besuchsrecht in Absprache mit dem Beistand ausgedehnt werden.
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7. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._ für die Dauer des Getrenntlebens im Voraus monatlich CHF 1'800.00 zu bezahlen, beginnend ab 15. Mai 2014, resp. mit dem Auszug der Ehefrau aus der Wohnung.
8. Es wird die Gütertrennung ab dem 15. April 2013 angeordnet.
9.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 6'750.00 (Entscheidgebühr CHF 1'500.00, Kosten Gutachten CHF 5'250.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten beider Parteien. Die jeweils CHF 3'375.00 sind dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
b) Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

## Considerations