# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 78ec7efc-4e8d-4695-a58f-ed3ec76f4e8b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
,
deutscher Staatsangehöriger, in Deutschland ausgebildeter
Elektroinstallateur
und
Vater zweier 1988 und 2009 geborener Kinder
, arbeitete zuletzt bis Ende
Februar 2014
als
Elektromonteur bei der
Y._ AG
(vgl.
Urk.
6/
1/
1)
.
N
ach
zwei
anfangs
201
4
bei der Arbeit erlittenen
Stromschläge
n
meldete sich der Versicherte m
it
Datum
vom 21.
August 2014
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
Stelle
,
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
6/3)
. Die IV-Stelle tätigte medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der
Unfall
ver
siche
rung bei (Urk. 6/14/1-86,
Urk.
6/31/1-3
) bei.
Nachdem sich der Versicherte zunächst subjektiv nicht dazu befähigt sah,
an
berufliche
n
Mass
nahmen
teilzu
nehmen
(vgl.
Mitteilung vom 2
1.
Januar 2015,
Urk.
6/18
; Verlaufsprotokoll,
Urk.
6/19/1), ersuchte er Ende 2015
um
Wiederaufnahme der Prüfung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
6/35 f.
).
Im
Februar und Mai
2016
erteilte
ihm
die IV-Stelle
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining
sowie
ein
Auf
bau
training bei der
Z._
,
je
zzgl. eines
Taggeldes (Mitteilungen vom 2
9.
Februar 2016
und
2
7.
Mai 2016,
Urk.
6/48,
Urk.
6/55,
Urk.
6/60, Urk.
6/63
;
Verlaufsprotokoll,
Urk.
6/62;
Absch
lussberichte
der
Z._
vom 1
2.
Mai 2016 und 1
8.
August 2016,
Urk.
6/59
,
Urk.
6/68
). Das Aufbau
training
wurde
per 3
1.
August 2016 vorzeitig abgebrochen
(vgl.
Mit
teilung vom 2
9.
August 2016,
Urk.
6/72, vgl. auch Verlaufsprotokoll der Integrations
mass
nahmen,
Urk.
6/71). Im Hinblick auf die Rentenprüfung
tätigte die IV-Stelle wei
tere Abklärungen. Insbesondere
veranlasste
sie
das psychiatri
sche Gutachten von
Dr.
med
. A._
, Facharzt FMH für P
sychiatrie und Psychoth
erapie,
vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
6/96/1-61).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/106,
Urk.
6/110) wies die IV-Stelle einen Renten
anspruch mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1. Februar
2018
Beschwerde und bean
tragte, es
sei
ihm
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 1
8. Dezember 2017
eine
ganze IV-
Rente zuzusprechen
. Eventualiter
seien der behandelnde
Dr.
med.
B._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
C._
, Case Manager und
D._
, Integrationsbeauftragte
der
Z._
, als Zeugen zu befragen
; zudem sei
er (
der Beschwerdeführer
)
persönlich zu befragen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
27. Februar
2018
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
)
, was dem Beschwerdeführer am 1. März
2018
zur
Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.6
Soweit Einglied
erungsmassnahmen nach
Art.
8
Abs. 3.
i. V. m.
Art.
22
Abs.
1
1
bis
IVG von einem Taggeldanspruch begleitet sind, entsteht der Rentenanspruch nicht (
Art.
29
Abs.
2 IVG) resp. wird ein bereits entstandener Rentenanspruch unterbrochen
(Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum IVG,
3.
Auflage, N 11 f. zu
Art.
29)
. Vorbehalten bleibt
Art.
20
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV):
Hat die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld einschliesslich Kindergeld nach
Art.
23 und 23
bis
IVG, das niedriger wäre als die bisher bezogene Rente, so wird anstelle des Taggeldes die Rente weiterge
währt (
Abs.
1). Hat die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld nach
Art.
23
Abs.
2
bis
IVG, das niedriger wäre als die bisher bezogene Rente, so wird die Rente nach Ablauf der Frist nach
Art.
47
Abs.
1 IVG durch ein Taggeld ersetzt, das einem Dreissigstel des Rentenbetrages entspricht (Abs.
2)
.
1.7
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.8
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 20
06 E. 2.3.2 ̧ je mit Hinweisen).
1.9
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entschei
d erwog die Beschwerdegegnerin, die psychischen Leiden des Beschwerdeführers seien weder schwer ausgeprägt noch therapiere
sistent. Vielmehr sei die bisherige
Therapie nicht optimal gewesen und könne m
ittels kognitiver Verhaltenstherapie eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden.
Mithin
bestünden weder körperliche noch psychische Leiden, welche sich lang
andauernd auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkten.
Damit
bestehe
auch
kein Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein,
es sei gutachterlich lediglich
vage
festgestellt worden, dass bei/nach spezi
fischer
Therapie
mittelfristig
ein volles Pensum möglich sei
.
Der
psychiatrische
Gutachter
habe
nicht konkretisiert, was unter «mittelfristig» genau zu verstehen sei und
die Frage,
für welche Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit erwartet werden könne
, nur teilweise beantwortet
.
Für den Rentenanspruch sei (nach Ablauf der Wartefrist) ein Invaliditätsgrad von min
destens 40
%
erforderlich. Weitere Vorgaben an die Dau
erhaftigkeit des Leidens bestünden
von Seiten des Gesetzes nicht. Ein «Strecken» der Wartefrist, insbeson
dere mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz sei systemwidrig und führe zu inter- und extrasystemischen Verwerfungen, insbesondere im Hinblick auf die Koordination mit der Krankentaggeldversicherung und de
r
beruflichen Vorsorge.
Das «Strecken» der Wartefrist führe a
uss
erdem dazu, dass IV-Fälle
vor
zeitig der Sozialhilfe
überbunden
würden
.
Soweit Ausländer mit einer Aufent
haltsbewilligung in die Sozialhilfea
b
hängigkeit
gerieten
,
komme
weiter
hinzu, dass das Migrationsamt de
re
n
Aufenthalt in Frage stelle
und die
Aufenthaltsbe
willigung
möglicherweise
aus gesundheitlichen Grün
den
nicht erneuere
. Gerade dies habe
mit den bilateralen Verträgen
verhindert werden wollen. Eine Invali
denversicherung, welche dazu führe, dass Ausländer v
or der Berentung ausge
schafft we
rden, verletze
Art.
7 ff. des von der
Schweiz im September 1977 ratifi
zierten ILO-Abkommens 12
8.
Im Übrigen hätten sich die
den fraglichen Leiden zugrundeliegenden
U
nfälle im Jahre 2014 zugetragen. S
either seien vier Jahren
vergangen und
ein Dauerleiden
sei
damit
ausgewiesen.
Dr.
A._
habe die ein
schlägigen Indikatoren im Rahmen seiner
gutachterlichen
Beurteilung berück
sichtigt und
der RAD
habe
festgestellt,
das
auf das psychiatrische
Gutachten von
Dr.
A._
abgestellt werden
könne
.
Vor diesem Hintergrund
erweise si
ch die seitens der «Ressourcenexpertin» der IV zusätzlich vorge
nommene
Indikatoren
prüfung
als unerlaubte Parallelbeurteilung. Ko
mme hinzu, dass die Prüfung der Indikatoren nicht korrekt durchgeführt
worden sei
. Allem voran stelle sich die Frage, welche Ausbildung und Kompetenzen
diese Sachbearbeiterin
dazu befä
higten, mittels Indikatoren ein ärztliches Gutachten zu entkräften
.
Insbesondere
habe sie sich einzig auf das Argument der Therapiere
s
istenz eingeschossen. Aus einer korrekt durchgeführten Ressourcenprüfung ergebe sich
, dass der Beschwer
deführer
in seiner angestammten Tätigkeit als Elektromonteur zu 100
%
arbeits
unfähig und hinsichtlich einer Verweistätigkeit
- im einstweilen geschützten Rahmen
-
zu 50
% arbeitsfähig sei
.
Die prognostizierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
hinsichtlich einer Verweistätigkeit (im ersten Arbeitsmarkt) sei ex
cathedra
erfolgt und zwar ohne tatsächliche Belastung bei einer Teilzeittätigkeit.
Schliesslich seien die offerierten Zeugen mit Blick auf das Fairnessgebot (resp.
den
Grundsatz der Waffengleichheit) zu befragen
(
Urk.
1 S. 10 ff.).
%1.
Im psychiatrischen Gutachten vom 1
5.
Mai 2017 stellte
Dr.
A._
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/96/46):
-
Post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
-
nach drei lebensbedrohlichen Ereignissen 12/2013-1/2014
-
mit ausgeprägtem generalisierten Vermeidungsverhalten
-
Generalisierte Angststörung,
(ICD-10:
F41.1)
-
Reaktive chronische depressive Störung,
(ICD-10:
F33.1)
-
aktuell leichtgradig
-
Migräne (ICD-10: G43.0)
-
mit
Anstrengungsvermeidung, um keine Migräneattacken auszulösen
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkei
t diagnostizierte er eine Nadel
/Spritzen
angst (ICD-F:
40.2,
Urk.
6/96/46).
Der Beschwerdeführer
sei
anfangs
2014
zwei
lebensgefährlichen
Stromunfällen
ausgesetzt gewesen
.
Bereits im Dezember 2013
habe
sich bei
der
Arbeit
eine Trennscheibe
vom
Werkzeug gelöst und sei
diese
«haarscharf
»
an dessen
Kopf
vorbeigeflogen.
Aufgrund der somatischen
Vorakten
bestehe
seit dem letzten Unfall eine leichte Schädigung der Augen, eine leichte Inkontinenz
und
Migräne.
Der Beschwerdeführer habe a
uf sämtliche Ereignisse zunächst
mit Verdrängung und Bagatellisierung
reagiert
. Nach
einem Stellenwechsel
sei
er
anfangs
März 2014
am dritten Arbeitstag erstmals wieder an einem Schaltkasten
gestanden. Dabei habe der Beschwerdeführer
eine starke vegetative Angstreaktion mit
dem
Unvermögen, die angebrochene Arbeit fortzusetzen
, erlebt
. Im
weiteren
Verlauf
sei es zur
Vermeidung der traumatischen Trigger bzw. ausgeprägter Vermeidung insgesamt mit Ausweitung und Generalisierung der Ängste weit in den Alltag hinein (Vermeidung von alltäglichen Stromarbeiten, Vermeidung von Lärm, Ver
meidung von
migränetriggernden
Pulsanstiegen durch Bewegung/Anstrengung)
gekommen
.
Mithin bestehe
eine Posttrauma
tische Belastungsstörung (PTSD),
die
sich
aufgrund von ausgeprägtem Vermeidungsverhalten
zu einer
Generalisierten Angst
störung (GAD)
weiterentwickelt
habe. Sekundär sei
es zu
eine
r
reaktiv-depressive
n
Symptomatik
gekommen
. Diese sei
angesichts der
psychosozialen und sozioökonomischen Krankh
eitsfolgen n
achvollziehbar
.
In Anbetracht der
seit den Unfällen eingetretenen Lebensveränderungen sowie
der
aktuell schlech
te
n
Lebensqualität sei die psychische Störung als
mittelschwer
bis
schwer zu taxieren. Gl
eichzeitig werde die Schwere der Störung
mit Blick auf die
theoretisch gut
e Behandelbarkeit
- soweit
am ausgeprägten Vermeidungsverhalten an
gesetzt würde
-
relativiert
.
Der Beschwerdeführer sei
nach den Stromunfällen sowohl somatisch wie auc
h sehr rasch psychiatrisch betreffend das ängstlich-depressive
Syndrom behandelt
worden
.
Eine
[Ende 2015] angefangene
stationäre p
sychiatri
sche Therapie
sei [aus finanziellen Gründen, vgl.
Urk.
6/75]
vorzeit
ig abgebro
chen
worden
. Vorzeitig heisse
hier,
bevor
eine umfassende Diagnostik
habe durchgeführt werden können
[
vgl. Arztbericht v
om 1
1.
Dezember 2015,
Urk.
6/40]
, geschweige denn eine störungsspezifische Therapie. Der
ambulant
behandel
nde Psychiater Prof.
Dr.
B._
sei
im Schwerpunkt analytisch ausgebil
det. Verhaltenstherapeutische Fertigkeiten fehl
t
en offenbar i
n seinem Repertoire;
zumindest
habe der Beschwerdeführer
mit den Begriffen Vermeidung und Expo
sition nichts anfangen
können
und
sei
er
auch nicht instruiert worden, sich angstbesetzten Situationen in kleinen kontrollierten Schritten anzunähern. Angststör
ungen, welche nicht exponierend behandelt wü
rden,
würden sich
bei fortgeführter Vermeidung verschlechtern und generalisier
en
. Die durchgeführte
psychiatrische Therapie sei
lediglich
supportiv
, psychotherapeutisch nicht stö
rungsspezifisch
und insofern nur unzureichend
wirksam;
die
aktuelle
medika
mentöse Therapie
sei
unspezifisch sedierend
(Neuroleptika, Benzodiazepine). E
ine leitliniengerechte
,
konsequente
,
medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva
sei bisher
nicht bzw. zu kurz und in zu nie
driger Dosierung durchgeführt wo
rde
n
. Insofern
sei
die bisherige psychiatr
ische Therapie nicht lege
artis
gewesen.
Die
in Angriff genommene berufliche Wiedere
ingliederung
sei
zwar
grundsätzlich indi
ziert
gewesen. Auch
habe der Beschwerdeführer eine gute
Motivation und Kooperation gezeigt
.
Gleichwohl
sei
en
die
beruflichen Massnahmen
in Abwesen
heit
wirk
same
r
psychotherapeutis
che
r
und medikamentöser Unterstützung
insge
samt
nicht zielführend
ausgefallen.
Mithin seien die beruflichen Massnahmen
letztlich therapie- und störungsbedingt
gescheitert
. Da
bis dato
keine wirksame Therapi
e durchgeführt
worden sei, sei auch nicht von einer
Therapieresistenz auszugehen. Vielmehr gelte es nun,
alle
drei psychiatrischen Störungen
leitlini
engerecht
medikamentös und insbe
sondere störungsspezifisch psychotherapeu
tisch
anzugehen
. Erste Wahl sei
hier die kognitive Verhal
tenstherapie. In
medi
kamentös
er Hinsicht sei
der Einsatz eines Antidepressivums
sowohl in Anbe
tracht der A
ngststörun
g als auch der
reaktive
n
depressive
n
Symptomatik
ange
zeigt
.
In p
sychotherapeutisch
er Hinsicht mü
ss
e
sowohl die PT
BS
wie auch die ge
neralisierte Angst spezifisch angegangen werden. Die Stossrichtung
sei aber die gleiche - es gehe
darum, Vermeidungsverhalten zu erkennen, den
Beschwer
deführer
psychoedukativ
so weit zu bringen, dass er bereit
sei
, das Vermeidungs
verhalten aufzugeben und
die ängst
liche Spannung auszuhal
t
en, um dann die Erfahrung von Habituation un
d Bewältigung machen zu können. Auch die Migräne spiele
psychiatrisch
eine wichtige Rolle, zumal der Beschwerdeführer
körperliche Anstrengung
ängstlich vermeide
, um keine Migräne auszulösen. Die Migränevermeidung
sei Teil eines grösseren und therapeutisch anzugehenden Vermeidungsverhaltens. Diesbezüglich sei
ein stationärer Aufenthalt in einer Rehaklinik nötig, in der einerseits eine ärztlich kontrollierte körperliche Akti
vierung durchgeführt
und
andererseits
die dann zu be
fürchtende Exazerbation der Migräne medikamentös auf
ge
fangen werden
könne
. Körperliche Aktivität, ins
besondere Ausdauertraining
, wäre angstabbauend, antidepressiv und
mittel
fristig
auch
wirksam
gegen
die
Migräne
(
Urk.
6/96/28,
Urk.
6/96/
45 ff.)
.
In seiner
angestammte
n
Tätigkeit
als leitender Elektromonteur auf grossen Bau
stellen
sei der Beschwerdeführer s
eit dem zweiten Stromunfall
(2
0.
Januar 2014)
bis a
ktuell
nicht mehr arbeitsfähig.
Aufgrund der PTBS
vermeide
er
alles,
was mit Strom zu tun
habe
. W
ürde
er
vor einen Schal
tkasten erneut in Angst geraten, würde er
womöglich selbst- und fremdgefährliche Fehler machen.
Dennoch
seien dem Beschwerdeführer einzelne Tätigkeiten im Elektrobereich (aktuell zeitlich limitiert) zuzumuten.
Insbesondere
sei er in der Lage,
se
in berufliches Fachwissen ein
bringen
; so etwa beim Verkauf von
Anlagen
, El
ektroplanungen für Häuser, Beratungen
,
etc
.,
soweit
er nicht direkt mit Stromkabeln in Kontakt komme.
Mit
tels spezi
fischer
Therapie,
lege
artis
durchgeführt,
sei mittelfristig eine vollstän
dige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten im Elektroberei
ch
erreichbar, soweit der Beschwerdeführer nicht eigenhändig an Stromkabeln hantieren mü
ss
e. Auch für Arbeiten mit direktem Kabelkontakt könne die Arbeitsfähigkeit
theoretisch wesentlich verbessert werden
. Hinsichtlich einer
kognitiv einfache
n
bis anspruchsvolle
n sowie gut bis mässig strukturierten
angepasste
n Verweist
ätig
keiten
(z.B.
Bedienung und Überwac
hung von Maschinen oder Prod
uk
tionsein
heiten
in der industriellen Fertigung) sei der Beschwerdeführer täglich
zu
vier
Stunden
mit voller Leistungsfähigkeit arbeitsfähig
.
Diese Einschätzung gelte ab Juni
2016, zumal damals [anlässlich des Aufbautrainings]
ein Pensum von 4h/täglich an vier
Wochentagen
habe
erreicht
werden können
. Durch medizini
sche Massnahmen lasse
sich mittelfristig
hinsichtlich einer
angepass
ten
Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreichen
(
Urk.
6/96/52
f.).
4.
4.1
Das
psychiatrische
Gutachten vom
15
.
Mai
2017
erging in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen.
Dr.
A._
hat seine
Diagnosen ausführlich und differenziert begründet
(
Urk.
6/69/36 ff.)
, zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung bezogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – abweichende Einschätzungen plausibel begründet
(vgl. Urk.
6/69/44)
. Mithin genügt das Gutachten den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen (vgl.
E. 1.10
).
4.2
Strittig und zu prüfen
bleibt die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
, welche auch unter juristischen Gesichtspunkten zu beurteilen ist.
4.3
Wie in BGE 141 V 281 festgehalten (E. 5.2.1), hat sich das Bundesgericht ver
schiedentlich, so auch jüngst, über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsanwendung geäussert. Danach ist es sowohl den begut
achtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit
im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorgegebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwen
dung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht (BGE 137 V 64 E. 5.1). Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2; Ulrich Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähig
keit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für den Ein
kommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schmerz und Arbeitsunfä
higkeit, Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], 2003, S. 49).
In diesem Sinne lautet die normativ bestimmte Gutachterfrage, wie die sachver
ständige Person das Leistungsvermögen einschätzt, wenn sie dabei den ein
schlä
gigen Indikatoren folgt. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden Anga
ben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funk
tionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versiche
rungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage er
folgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; vgl. BGE 137 V 64 E. 1.2 in
fine
). Dies sichert die einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (BGE 140 V 290 E. 3.3.
1, 135 V 201 E. 7.1; E. 5.2.2).
4.4
Dr.
A._
kam zum Schluss, der
Beschwerdeführer
sei
primär
aufgrund der
fest
gestellten
PTBS und generalisierten Angststörung
in seiner Arbeitsfähigkeit
ein
geschränkt
;
zufolge
der PTBS
reagiere
er
auf alles
,
was mit dem Stromunfall zu tun habe (Knall/Lärm, Kabel, etc.) vermeidend bzw.
- soweit
er nicht vermeiden könne
-
mit inadäquaten Ängsten.
W
ürde
er gezwungen
, trotzdem am Strom zu arbeiten, w
äre er ängstlich aktiviert
mit hohem Risiko für Fehler
, wodurch er sich selbst gefährden würde
.
Sodann
bestehe durch die generalisierten Ängste eine
stä
ndige vegetative
Aktivierung
, in deren Folge der Beschwerdeführer
häufig an
Schwankschwindel
, Mundtrockenheit, Herzklopfen, Mik
tionsstörungen und
muskuläre
n
Verspannungen
leide. Diese
würden
wiederum die
Migräne triggern und den
Organismus
insgesamt
ermüden
.
Überhaupt sei
die Ermüdung das Haupt
problem bei den generalisierten Ängsten.
Komme hinzu, dass Migräne-bedingte Fehlzeiten
(anamnetisch aktuell 1-2 Attacken pro Woche)
die Arbeitsfähigkeit
zusätzlich
einschränkt
en
.
Daneben
schwächten auch die
depressive
n
Beschwer
den den Antrieb und führten zu vorzeitiger Ermüdung.
Ausserdem
beeinträchtig
ten sie die Konzentration und die Motivation.
Allerdings sei die
reaktiv-depressive Symptomatik aktuell
lediglich
leicht
gradig
ausgeprägt
und
lasse sich über
die psychosozialen und sozi
o
ökonomischen Krankheitsfolgen
nachvoll
ziehen
.
Bei alle
dem
lieg
t
insgesamt
eine mittelschwer
e
bis schwere
psychische Störung
vor
(
Urk.
6/96/42,
Urk.
6/96/46,
Urk.
9/96/49
f,
Urk.
6/96/55 ff.
)
, welche Einschätzung sich
auch
mit Blick
auf die einschlägigen Indikatoren
begründen
lässt.
Insbesondere
ergibt sich aus dem Gutachten
,
dass
das
Aktivi
tätsniveau des Beschwerdeführers auch in vergleich
baren Lebensbereichen
gleichmässig
eingeschränkt ist
.
Der alleinstehende Beschwerdeführer
lebt
sozial zurückgezogen
und empfängt
nach eigenen Angaben
nur ca. all
e
drei
Monate
Besuch
. Ausser
h
äus
liche
n
Aktivitäten
geht er kaum mehr nach.
Familienveran
staltungen vermeidet der Beschwerdeführer auch an
den
Feiertage
n.
Mit dem in Deutschland lebenden Sohn tel
efoniert
er
gelegentlich, zur
Tochter
hat er den
Kontakt
aus Angst vor unangenehmen Fragen
abgebrochen
.
Mithin
verbringt der Beschwerdeführer
seinen Alltag vornehmlich
allein
zu Hause
, wobei er
TV,
Inter
net/YouTube-Videos
konsumiert
und
seine E
Mails
checkt
. Sport
lichen Aktivitä
ten oder anderen Hobbies
geht
er
kaum mehr nach
, wohingegen
er früher
immer sportlich
und aktiv
war
(Tennis, Triathlon
, Reisen, Motorrad
)
.
Tätigkeiten im Haushalt
beschränkt der Beschwerdeführer
auf das
Mi
nimum, die
Mahlzeiten nimmt er unregelmässig
ein
.
Im
November 2013
war er zuletzt in den Ferien
(
Urk.
6/96/
19
f
f.
).
Anlässlich der beiden Explorationen (
von
ca. 2,5 Stunden und 3,45 Stunden)
-
so
Dr.
A._
- zeigte
der Beschwerdeführer
zwar
insgesamt eine gute Präsenz, Aktivität und Ausdauer, ohne wesentliche Ermüdungszeichen. Allerdings gelte es
bei punktuell guter Performance zu prüfen, inwieweit eine Leistung dauerhaft durchhaltbar sei. Die
im Rahmen der Exploration durchge
führten
Konzentrationstests seien nach drei Stunden
und
mit sehr guten Ergeb
nissen
durchgeführt worden
.
Danach
hätten sich
indes
verstärkte Nackenschmer
zen eingestellt
und seien Positionswechsel notwendig
geworden
.
Damit konkordant sei anlässlich
des Aufbautrainings eine Steigerung des Einsatz
pensums auf
mehr als
vier Stunden pro Tag nicht möglich gewesen.
Diese
krankheitsbedingte
n Leistungsgrenzen seien
-
bei fehlenden Hinweisen auf gravierende Inkonsistenzen -
zu respektieren, um
eine
r
psychophysische
n
Dekompensation
vorzubeugen.
Damit
kam Dr.
A._
zur begründeten Einschätzung,
die Belastungsgrenze
für angepasste Verweistätigten
liege
bei
ca.
vier
Stunden
pro
Tag
(
Urk.
6/96/48,
Urk.
6/96/50 f.
,
Urk.
6/96/53
)
.
Entgegen
dem Dafürhalten
des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 16
und S. 20
) bezieht sich die psychiatrisch
festgestellte
Erwerbs
fähigkeit
nach
dem
klaren Wortlaut
im Gutachten
nicht ausschliesslich auf Tä
tigkeiten im geschützten Rahmen.
Zwar wurde dem Beschwerdeführer im
Abschnitt «6.5.6 Tätigkeiten im geschützten Rah
men/Eingliederungsmassnahmen» folgende Arbeitsfähigkeit
attestiert
: «Im geschützten Rahmen ist aktuell ein Pensu
m von 4 Stunden täglich möglich». Unter
separatem Abschnitt
«
6.5.5
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten» hielt
Dr.
A._
indes
ebenso
fest: «Herr X
.
_
ka
nn täglich 4 Stunden arbeiten
In dieser Zeit bringt er eine Leistung. Diese Ein
schätzung gilt ab Juni 2016»
(
Urk.
6/96/53).
Damit ist – entgegen dem Beschwer
deführer (vgl.
Urk.
1 S. 16) - auch gesagt, dass
Dr.
A._
eine 50%ige
Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit
nicht progno
stizierte, sondern retrospektiv
ab Juni 2016 feststellte. Die mittelfristig in Aussicht gestellte Prog
nose betrifft vielmehr eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, und zwar (auch) im unge
schützten Rahmen (vgl.
Urk.
6/96/53).
Im Übrigen sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine über
mässigen Anforderungen zu stellen (
vgl.
Urk.
1 S. 12,
BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hin
weis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
Schliesslich trifft es
-
wie bereits gesagt -
zwar zu, dass
Dr.
A._
in Anbetracht der
prinzipiell gute
n
Therapierbarkeit
und
vorhandenen
(
therapierelevanten
)
Ressourcen des Beschwerdeführers
mittelfristig
eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit
hinsichtlich einer angepassten Verweistätigkeit
prog
nostizierte
(
Urk.
6/96/47
f.
,
Urk.
6/69/53
). Soweit die Beschwerdegegnerin daraus ableitet, die psychischen Leiden des Beschwerdeführers seien
nicht
therapie
resistent resp. langandauernd und damit
nicht invalidisierend
,
kann ihr
indes
nicht gefolgt werden; einerseits ist eine
wirksame Therapi
e
nach der überzeugen
den
gutachterlichen Einschätzung
bis dato ausgeblieben
,
andererseits wurde eine vollständige
Remission
erst
mitte
lfristig in Aussicht gestellt.
Demgegenüber erweist es sich
unter den gegebenen Umständen
als
angezeigt,
eine allenfalls zuzusprechende Rente (vgl.
nachfolgend E. 5)
mittelfristig einer revisionsweisen Überprüfung zu unterziehen.
4.5
Zusammenfassend ist gestützt auf
das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
A._
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
der Beschwerdeführer seit
anfangs 2014
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Elektromont
eur
nicht mehr arbeitsfähig
,
jedoch
seit Juni 2016
in
eine
r
– näher beschriebene
n
– Verweistätigkeit
während rund
vier
Stunden pro Tag
arbeitsfähig war
, was einer
50%igen
Arbeitsfähigkeit hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit
gleichkommt
.
Vor diesem Hintergrund
erübrigen sich
Weiterungen zu den
übrigen
Einwänden des Beschwerdeführers
sowie
im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung zu
den
beantragten
persön
lichen Befragungen
(vgl.
Urk.
1
S. 2
).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Zur
Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versiche
rte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginn
s nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfall
s der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tä
ti
gkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.).
5
.3
Der
Beschwerdeführer
war vor Eintritt
des Gesundheitsschadens als
leitender Elektro
monteur
bei der
Y._
AG
tätig, weshalb das
Valideneinkommen
auf
grund der Angaben der Arbeitgeberin festzusetzen ist, zumal
der Beschwerde
führer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohne körperliche Beeinträchtigung weiterhin als
E
lektromonte
u
r
tätig wäre.
Dem aktenkundigen Lohnausweis der
Y._
AG zufol
ge erzielte der Beschwer
deführ
im Jahre 2013 ein Jahreseinkommen von
Fr.
96'737.70 (Urk.
6/14/55)
. Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung für
Männer
bis ins mass
geblich
e Jahr 2016
(
vgl. E.
1.6 f. sowie nachfolgend E. 5.5.3
; Index
stand 2204 [2013
]
2239 [2016]
;
vgl. Bundesamt für
Statistik, Schweizerischer Lohnin
dex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsument
enpreise und der Reallöhne, 2010
-
2017
, Nominallöhne Männer
) resul
tiert
ein
Valideneink
ommen
von
rund
Fr.
98'27
4
.
--
(Fr. 96'737.70
: 2204 x 22
39
) für das
Jahr 201
6.
5
.4
5.4.1
Da der Beschwerdeführer die ihm seit Juni 2016 verbliebene Restarbeitsfähigkeit nicht ausgeschöpft hat, sind für die Ermittlung des Invalidenei
n
kommens die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
heranzuziehen
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
Mit Blick
auf das medizinische Belastungsprofil
ist
auf den Tabellenwert für einfache Hilfsarbeiten (LSE 2014, Tabelle
TAl
, TOTAL, Kom
petenzniveau l, Männer
) von monatlich
Fr.
5’312
.-- abzustellen.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2017, A-S 01-96)
sowie der Nominallohnentwick
lung bis ins Jahr 201
6 (Indexstand 22
20
[201
4] auf 2239 [2016]; vgl. Bundes
amt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnind
ex, Landesindex der Konsumenten
preise, T
39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2017, Nominal
löhne Männer
) resultiert ein I
nvalideneinkommen von rund Fr. 33’5
11
.--
für ein Pensum von
5
0 %
(
Fr.
5’312: 40 x 41.7 x 12
: 22
2
0 x 2239
x 0.50
].
5.4.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich auf den Standpunkt
, es sei ihm angesichts seines Alters sowie der Tatsache, dass sich
die
psychischen Beeinträchtigungen auf das gesamte Tätigkeitsprofil auswirkten,
ein
15%iger Abzug vom Tabellen
lohn
zu gewähren (Urk.
1 S. 20
).
Zunächst ergeben sich m
it
Blick auf das medizinische Belastungsprofil
keine
qualitativ
schwerwiegende
n
Einschränkungen
, welche einen zusätzlichen Abzug zu rechtfertigen vermöchten.
Insbesondere ist der Beschwerdeführer in somati
scher Hinsicht unbestrittenermassen funktionell unbeeinträchtigt.
Soweit der Beschwerdeführer in
Anbetracht seiner p
sychischen Leiden
auf das Entgegen
kommen eines verstä
ndnisvollen Arbeitgebers
angewiesen sein sollte, so
stellt
dies
praxisgemäss
kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium
dar (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. Sep
tember 2012 E. 8, 8C_91/2013
vom
22.
August 2013 E. 3.3.4).
Sodann
führt das
fortgeschrittene
Alter nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im
Anforderungsni
veau 4
(resp. Kompetenzniveau 1 gemäss LSE 2014)
sogar eher lohnerhöhend auswirkt (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2).
Im Übrigen werden Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor schliesslich unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bun
desgerichts 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3).
Mit Blick auf die Einkommensver
hältnisse
des Beschwerdeführers
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
(
Urk.
6/
14/55
) kann denn auch nicht davon ausgegangen werden, dass
er
seine
Restarbeitsfähigkeit
zufolge seines Ausländersta
t
us
auf dem Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittli
chem Ein
kommen verwerten könnte.
Der Vollständigkeit halber ist endlich darauf hinzuweisen, dass ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunk
tion) l
aut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäfti
gungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen
Median
bruttolöhnen keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug
rechtfertigt
(Bun
desamt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem
Median
lohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem
Median
lohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz und somit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berücksichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--[Vollzeitpensum]) eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale Lohneinbusse (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Mithin besteht vorliegend kein Anlass, vom ermittelten Tabellenlohn einen Abzug vorzunehmen.
5.5
5
.5.1
Dem Beschwerdeführer
wurde für
seine
bisherige Tätigkeit eine
100%ige Arbeits
unfähigkeit seit dem 2
0.
Januar 2014 attestiert (Urk.
6/96/52
)
. Damit bestand für die
Daue
r des Wartejahrs bis zum 2
0.
Januar 2015
eine durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit
von mindestens 40 % (vgl. E. 1.5
).
5.5.2
Nac
h Ablauf der Wartezeit am 2
0.
Januar
2015 w
ar der Beschwerdeführer
zu 100 % arbeitsunfähig hinsichtlich einer adaptierten Verweistätigkeit
.
U
nter Berücksichtigung der Anmeldefrist
(Art. 29 Abs. 1 IVG
)
hat der Beschwerdeführer
somit
ab dem
1. Februar
2015 (Art. 29 Abs. 3 IVG) A
nspruch auf eine ganze Rente.
Da
er
vom
1.
März 2016 bis 3
1.
August 2016 ein IV-Taggeld bezogen
hat
(vgl.
Urk.
6/55,
Urk.
6/63,
Urk.
6/72)
, wird der Rentenanspruch in diesem Zeit
raum unterbrochen (
Art.
29
Abs.
2 IVG, E. 1.6).
5.5.3
Seit Juni 2016 wurde dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert.
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen
(im Jahr 2016)
resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
64'520.--,
was einen Invaliditätsgrad von
65.
90
%, gerundet
66
%, ergibt.
Damit hat der Beschwerdeführer
ab dem 1. September 2016 (Art. 88a Abs. 1 IVV, E. 1.8) Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(E. 1.5)
.
5.6
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde
ist die angefochtene Verfügung
vom
18
.
Dezember
2017
daher
aufzuheben
und es ist festzustellen,
dass der Beschwer
deführer
vom
1.
Februar
2015 bis
2
9.
Februar
2016 Anspruch auf eine ganze Rente und ab dem
1.
September 20
16 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen
ist
die Beschwerde
abzuweisen
.
6
.
6.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem
Verfah-rensaufwand
festzulegen und vorliegend auf Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Da der Beschwerdeführer
bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere (Teil-) Rente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschä
digung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E.
5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
m Beschwer
defüh
rer
eine
volle Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist nach Art. 61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht auf Fr.
1‘7
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen.