# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 174004f4-ded2-5790-a956-79ce2b523fdd
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 19. Februar 2015 bei der Gemeinde Aeschi bei
Spiez ein Baugesuch ein für den Neubau eines runden Gartenpavillons auf Parzelle Aeschi
bei Spiez Grundbuchblatt Nr. Z._. Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone.
Mit dem Baugesuch reichte der Beschwerdeführer daher zusätzlich ein Gesuch um
Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art 24 ff. RPG1 ein.
Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) teilte mit Stellungnahme vom 16. März
2015 mit, dass die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG nicht erteilt werden könne.
1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
2
Mit Entscheid vom 21. April 2015 erteilte die Gemeinde Aeschi bei Spiez dem Vorhaben
mit Verweis auf die negative Stellungnahme des AGR vom 16. März 2015 den
Bauabschlag.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 22. Mai 2015 Beschwerde bei der Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die Aufhebung
des Bauentscheides vom 21. April 2015 und die Erteilung der Baubewilligung. Er macht
geltend, dem Vorhaben sei zu Unrecht die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG
verweigert worden. Weiter sei der Gartenpavillon auch standortgebunden (Art. 24 RPG).
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Mit Stellungnahme vom 22. Juni 2015
beantragt das AGR die Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde stellt in ihrer
Stellungnahme vom 23. Juni 2015 denselben Antrag.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
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b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer, dessen Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen
Entscheid beschwert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
2. Fehlende Verfügung des AGR
a) In seiner Stellungnahme vom 16. März 2015 hielt das AGR fest, dass dem
Bauvorhaben zum jetzigen Zeitpunkt keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG
erteilt werden könne. Es forderte deshalb die Gemeinde auf, dem Baugesuchsteller die
Stellungnahme zu eröffnen und ihm Gelegenheit einzuräumen, dazu Stellung zu nehmen
und allenfalls sein Gesuch zurückzuziehen oder eine Projektänderung einzureichen. Sollte
ein anfechtbarer Entscheid gewünscht werden, habe die Gemeinde die Akten erneut dem
AGR zuzustellen.
Mit Schreiben vom 18. März 2015 stellte die Gemeinde dem Beschwerdeführer die
Stellungnahme des AGR zu und räumte ihm die Möglichkeit ein, innert 30 Tagen dazu eine
Stellungnahme abzugeben, den Gesuchsrückzug zu erklären oder eine Projektänderung
einzureichen. Innert der angesetzten Frist liess sich der Beschwerdeführer nicht
vernehmen. Die Gemeinde ging deshalb davon aus, dass der Beschwerdeführer an
seinem Baugesuch festhalte. Die Gemeinde verfügte sodann am 21. April 2015 den
Bauabschlag, ohne jedoch vom AGR eine Verfügung verlangt zu haben. Der Bauabschlag
wurde ausschliesslich mit Verweis auf die Stellungnahme des AGR vom 16. März 2015
erteilt.
b) Das AGR ist die zuständige kantonale Stelle für die Beurteilung einer
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG (Art. 25 Abs. 2 RPG i.V.m. Art. 12 Bst. e OrV
JGK4). Im Zeitpunkt des Bauentscheides hatte das AGR noch gar nicht mittels Verfügung
über die beantragte Ausnahmebewilligung entschieden. Es lag lediglich eine
Stellungnahme vor. Dem vorinstanzlichen Baubewilligungsverfahren lastet somit ein
formeller Mangel an. Es fragt sich deshalb, ob das Verfahren gestützt auf Art. 40 Abs. 1
4 Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (Organisationsverordnung JGK; OrV JGK).
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VRPG5 aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuschicken ist, damit diese beim AGR die
fehlende Verfügung einholen kann.
c) Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) ist nach Art. 40 Abs. 1 VRPG befugt,
ein bei ihr hängiges Baubewilligungsverfahren von Amtes wegen aufzuheben, wenn
wesentliche Verfahrensgrundsätze derart verletzt sind, dass die richtige Beurteilung
unmöglich oder wesentlich erschwert wird.
Die Aufhebung (Kassation) eines Verfahrens von Amtes wegen soll die korrekte
Verfahrensabwicklung gewährleisten mit dem Ziel, materiell richtige Erkenntnisse zu
ermöglichen.6 Nicht jeder Verfahrensfehler kann zur Kassation führen. Es muss sich um
gravierende Mängel handeln, welche die richtige Beurteilung ausschliessen oder
wesentlich erschweren. Ausgeschlossen ist die korrekte Entscheidfindung z.B. dann, wenn
die Justizbehörde Versäumtes nicht nachholen kann. So verhält es sich insbesondere,
wenn sie nicht die gleiche Überprüfungsbefugnis hat wie die Vorinstanz und die
Verfahrensfehler den weiteren Entscheidspielraum der Vorinstanz beschlagen. Weniger
wichtige prozessuale Mängel soll die Rechtsmittelbehörde aus prozessökonomischen
Gründen heilen.7
d) Vorliegend hat die Vorinstanz zwar einen formellen Fehler begangen, indem sie vom
AGR keine Verfügung eingeholt hat. Dieser Mangel hat aber nicht zur Folge, dass die
richtige Beurteilung ausgeschlossen wäre oder wesentlich erschwert würde. So hat sich
das AGR – nach Vornahme eines Augenscheins am 12. März 2015 – in der Stellungnahme
vom 16. März 2015 detailliert mit der Frage der Bewilligungsfähigkeit des Gartenpavillons
unter Art. 24 ff. RPG auseinandergesetzt. Im Rechtsmittelverfahren hat es mit
Stellungnahme vom 22. Juni 2015 nochmals bestätigt, dass eine Ausnahmebewilligung
nicht erteilt werden kann. Damit ist klar, dass das AGR – bei korrektem Verfahrensablauf –
auch in seiner Verfügung nicht zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre. Weiter hatte
der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren Gelegenheit, zur Einschätzung des
AGR Stellung zu nehmen. Unter diesen Umständen macht es aus prozessökonomischer
Sicht keinen Sinn, das Verfahren von Amtes wegen aufzuheben und an die Vorinstanz
zurückzuweisen, nur um die fehlende Verfügung einzuholen. Die Rückweisung würde
5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 6 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 40 N. 1. 7 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 40 N. 5.
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einen unnötigen prozessualen Leerlauf darstellen. Dazu kommt, dass der BVE als
Beschwerdeinstanz die volle Überprüfungsbefugnis zukommt (Art. 40 Abs. 3 BauG) und
der Mangel mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache geheilt werden kann. Eine
Aufhebung von Amtes wegen ist damit nicht angezeigt.
3. Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG
a) Beim Hauptgebäude auf der Parzelle Aeschi bei Spiez Grundbuchblatt
Nr. Z._ (A._strasse 22) handelt es sich um ein erhaltenswertes
Bauernhaus, welches im Jahr 2011 gestützt auf eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c
RPG umfassend saniert wurde (Baubewilligung vom 22. Februar 2011, "Teilabbruch
Wohnteil Bauernhaus und Neuaufbau in bisheriger Höhe mit geringfügiger
Wohnraumerweiterung nach Osten"). Das Wohnhaus verfügt über zwei Wohnungen, wobei
eine vom Beschwerdeführer selber bewohnt wird und die andere vermietet ist. Der
projektierte Gartenpavillon soll in einer Distanz von ca. 46 m von diesem Hauptgebäude
erstellt werden und einen Durchmesser von 3.3 m, eine Stehwandhöhe von 2.1 m und eine
Gesamthöhe inkl. Haube von 3.33 m aufweisen.8 Gemäss Angaben im Baugesuch ist die
Materialisierung der Fassaden in Glas und diejenige des Dachs in Alu/Plexiglas
vorgesehen.9 Zwischen dem Hauptgebäude und dem vorgesehenen Standort des
Gartenpavillons befindet sich ein Lagertunnel, welcher fremdvermietet ist und als
Einstellraum für Gerätschaften dient. Auf dem Anwesen A._strasse 22 wird
gemäss Angaben des AGR (Stellungnahme vom 22. Juni 2015) eine hobbymässige
Landwirtschaft betrieben.
b) Das AGR kam in seinen Stellungnahmen vom 16. März 2015 und vom 22. Juni 2015
zum Schluss, dass dem Vorhaben keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG erteilt
werden kann. Aufgrund der Distanz zwischen dem geplanten Gartenpavillon und der
Hauptbaute fehle es am geforderten räumlichen Zusammenhang. Der Pavillon müsse
daher als eigenständige Baute beurteilt werden.
8 Situationsplan vom 13. Februar 2015 und Beispielfoto, beide mit Stempel "ungültig" der Gemeinde Aeschi vom 21. April 2015, in den Vorakten. 9 Baugesuchsformular 1.0 vom 19. Februar 2015, in den Vorakten.
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Der Beschwerdeführer bringt vor, das AGR habe den räumlichen Zusammenhang
zwischen der Hauptbaute und dem Gartenpavillon zu Unrecht verneint. So habe die
Behörde bei dieser Prüfung den zwischen der Hauptbaute und dem geplanten
Gartenpavillon befindliche Lagertunnel gänzlich ausser Acht gelassen. Sämtliche Bauten
auf der betroffenen Parzelle würden in einem engen räumlichen Zusammenhang zur
Hauptbaute stehen. Der jeweilige Standort der einzelnen Bauten sei so gewählt, dass die
Betriebsabläufe effizient abgewickelt werden können. Die gesamte Garten- und Hofanlage
stelle eine ästhetisch und optisch ansprechende Einheit dar, welche durch den geplanten
Gartenpavillon optimal ergänzt würde. Der räumliche Zusammenhang des geplanten
Gartenpavillons mit der Hauptbaute sei im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der örtlichen
Gegebenheiten somit klar gegeben. Ausserdem habe die Vorinstanz seiner Mieterin im Juli
2014 erlaubt, unmittelbar neben dem Standort des geplanten Gartenpavillons ohne
Baubewilligung ein Gartenhaus zu errichten. Dementsprechend habe die Vorinstanz
bezüglich des Gartenhauses den räumlichen Zusammenhang mit der Hauptbaute offenbar
bejaht. Dass die Vorinstanz hinsichtlich des geplanten Gartenpavillons im Rahmen des
erteilten Bauabschlages nun den räumlichen Zusammenhang verneint habe, erweise sich
vor diesem Hintergrund als willkürlich.
c) Nach Art. 24c RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen
ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand
grundsätzlich geschützt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der
zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder
wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Abs.
2). In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung
vorbehalten (Abs. 5). Nach Art. 42 RPV10 gilt eine Änderung als teilweise und eine
Erweiterung als massvoll, wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer
Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt (Abs. 1). Ob die Identität der Baute
gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen (Abs. 3). Für
Erweiterungen sind dabei die quantitativen Grenzen zu beachten (Abs. 3 Bst. a und b).
Für die Beurteilung von baubewilligungspflichtigen Änderungen in der Umgebung unter
Art. 24c RPG sind nach dem AGR folgende Grundsätze zu beachten11:
10 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1). 11 Amt für Gemeinden und Raumplanung, Wegleitung für das Bauen ausserhalb der Bauzonen (Wegleitung), Version V2 vom 15. September 2008, S. 26 (abrufbar auf der Internetseite der JGK).
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"Baubewilligungspflichtige Änderungen in der Umgebung sind in der Regel als eigenständige
Bauvorhaben zu behandeln, wenn sie nicht einen körperlichen Zusammenhang mit der bestehenden
Baute haben. [...] Ein körperlicher Zusammenhang ist [...] dann gegeben, wenn die Nebenfläche
direkt an die Hauptbaute anstösst. Vom Erfordernis des (direkten) körperlichen Zusammenhangs
kann ausnahmsweise dann abgewichen werden, wenn ein direktes Anbauen aus konstruktiven oder
topografischen Gründen nicht möglich ist. Die Nebenfläche muss in diesem Fall organisatorisch und
konzeptionell so angeordnet sein, dass sie eindeutig der Hauptbaute zugeordnet ist und nur dieser
dienen kann. In Bezug auf das Erscheinungsbild hat sich die Nebenfläche der Hauptbaute
unterzuordnen und einzufügen. Die Nebenfläche soll nicht als eigenständiges Bauwerk in
Erscheinung treten. Je grösser die Distanz zwischen der Hauptbaute und der Nebenfläche ist, desto
wesentlicher sind in der Regel die Auswirkungen auf das Erscheinungsbild und umso eher muss von
einem eigenständigen Bauvorhaben ausgegangen werden. Liegt ein eigenständiges Bauvorhaben
vor, muss dieses nach den Grundsätzen von Art. 24 RPG beurteilt werden."
d) Es ist unbestritten, dass das Wohnhaus grundsätzlich in den Anwendungsbereich
von Art. 24c RPG fällt. Erweiterungen ausserhalb des Gebäudevolumens sind damit unter
den Voraussetzungen von Art. 42 Abs 3 RPV möglich, wobei bei den flächenmässigen
Erweiterungsmöglichkeiten nach Art. 42 Abs. 3 Bst. b RPV die bereits vorgenommenen
Erweiterungen mit zu berücksichtigen sind (etwa diejenige aus dem Jahr 2011).
Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, der körperliche Zusammenhang sei vorliegend
vorhanden. Dies ist jedoch bei einem Bauvorhaben in 46 m Entfernung vom relevanten
Hauptbau klar zu verneinen, wie dies das AGR richtig festgestellt hat. Daran ändert auch
der dazwischen liegende Lagertunnel nichts, ist doch einzig der körperliche
Zusammenhang zwischen dem Art. 24c RPG unterstehenden Hauptgebäude und dem als
Erweiterungsfläche geplanten Bauvorhaben relevant. Aufgrund der erwähnten Distanz ist
es ausgeschlossen, dass der Gartenpavillon dem Wohnhaus zugeordnet werden könnte.
Er tritt als eigenständiges Bauvorhaben in Erscheinung und kann entsprechend nicht als
Erweiterungsfläche des Wohnhauses im Sinne von Art. 24c RPG gelten.
Das vom Beschwerdeführer angesprochene (letztlich nicht realisierte) Gartenhaus der
Mieterin wurde von der Gemeinde als baubewilligungsfrei eingestuft. Der räumliche
Zusammenhang zwischen diesem Gartenhaus und dem Wohnhaus wurde daher –
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – gar nie geprüft und damit auch nie bejaht.
Daraus kann der Beschwerdeführer damit nichts zu seinen Gunsten ableiten.
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e) Insgesamt kann der geplante Gartenpavillon nicht als Erweiterungsfläche des
Wohnhauses gelten. Damit kann offen bleiben, ob die quantitativen Grenzen einer
Erweiterung gemäss Art. 42 Abs. 3 RPV eingehalten sind. Auch muss nicht geprüft
werden, ob das Vorhaben mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist (Art.
24c Abs. 5 RPV). Der Beurteilung des AGR folgend kann dem Vorhaben keine
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG erteilt werden.
4. Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG
a) Der Beschwerdeführer bringt vor, der umstrittene Gartenpavillon sei
standortgebunden. Das Bauvorhaben lasse sich aufgrund des abfallenden Terrainverlaufes
und den betrieblich erforderlichen Bauten und Anlagen an keinem anderen Standort auf
seinem Grundstück verwirklichen.
Das AGR verweist in seiner Stellungnahme vom 22. Juni 2015 auf die Ausführungen in der
Stellungnahme vom 16. März 2015. Darin hält es fest, es sei kein Grund erkennbar, der
eine Standortgebundenheit begründen würde.
b) Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG setzt voraus, dass der Zweck der
Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert
(Standortgebundenheit, Art. 24 lit. a RPG) und keine überwiegenden Interessen
entgegenstehen (Art. 24 lit. b RPG). Die Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 lit. a
RPG ist nach ständiger bundesgerichtlicher Praxis zu bejahen, wenn eine Anlage aus
technischen oder betriebswirtschaftlichen Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit
auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist (positive
Standortgebundenheit), oder wenn ein Werk aus bestimmten Gründen in einer Bauzone
ausgeschlossen ist (negative Standortgebundenheit). Dabei genügt eine relative
Standortgebundenheit: Es ist nicht erforderlich, dass überhaupt kein anderer Standort in
Betracht fällt; es müssen jedoch besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die
den vorgesehenen Standort gegenüber anderen Standorten innerhalb der Bauzone als viel
vorteilhafter erscheinen lassen. Auf subjektive Vorstellungen und Wünsche von Einzelnen
kann es ebensowenig ankommen wie auf die persönliche Zweckmässigkeit und
Bequemlichkeit. Angesichts der vom RPG bezweckten Trennung zwischen Bau- und
https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fa https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fb https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fa https://www.swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReference=CH%2F700%2F24%2Fa
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Nichtbaugebiet stellt die Praxis an die Voraussetzungen der Standortgebundenheit generell
strenge Anforderungen.12
c) Ein Gartenpavillon ist als solcher in keiner Weise auf einen Standort ausserhalb der
Bauzonen angewiesen. Es sind weder technische noch betriebswirtschaftliche Gründe
ersichtlich, welche die Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 RPG begründen
könnten. Gleiches gilt für den vom Beschwerdeführer geltend gemachten, abfallenden
Terrainverlauf auf der Parzelle. Die Bodenbeschaffenheit kann nur zu einer positiven
Standortgebundenheit führen, wenn ein Vorhaben aufgrund von besonderen
Bodeneigenschaften an einem bestimmten Standort ausserhalb der Bauzone nur dort
realisiert werden kann (klassisches Beispiel: Anlagen zur Rohstoffgewinnung, die nur am
Standort eines Rohstoffvorkommens möglich sind13). Ebenso wenig ist das Vorhaben aus
objektiven Gründen in einer Bauzone ausgeschlossen.
Der Gartenpavillon stellt keine objektive Notwendigkeit dar, sondern dient einzig der
Komfortsteigerung und der besseren Nutzbarmachung eines vom Beschwerdeführer
beabsichtigten Sitzplatzes. Mit diesen Vorstellungen und Wünschen des
Beschwerdeführers kann keine Standortgebundenheit begründet werden. Würden diese
subjektiven Gründe berücksichtigt, so liesse sich praktisch jedes zonenfremde
Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen rechtfertigen.
d) Der Gartenpavillon ist damit nicht standortgebunden und eine Ausnahmebewilligung
gestützt auf Art. 24 RPG kann ebenfalls nicht erteilt werden.
5. Zusammenfassung, Beweismittel und Kosten
a) Dem geplanten Gartenpavillon kann weder eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24
RPG noch eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG erteilt werden. Auch die übrigen
Ausnahmen nach Art. 24 ff. RPG kommen nicht in Frage; diesbezüglich kann auf die
unbestritten gebliebenen Ausführungen des AGR in der Stellungnahme vom 16. März 2015
verwiesen werden. Da im vorinstanzlichen Verfahren keine Verfügung des AGR erging
12 VGE 100.2012.456 vom 11. Juni 2014, E. 8.1; BGE 136 II 214, E. 2.1; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, Art. 24 N. 8 ff. 13 Muggli, in Kommentar RPG, 1999, Art. 24 N. 8.
10
(vgl. E. 2), wird im Dispositiv des vorliegenden Entscheids (erstmals) ausdrücklich verfügt,
dass die Ausnahmebewilligung nach den Artikeln 24 ff. RPG zu verweigern ist. Der
Bauabschlag der Gemeinde ist in Abweisung der Beschwerde zu bestätigen.
b) Die massgeblichen Sachverhaltselemente konnten anhand der zur Verfügung
stehenden Akten genügend überprüft bzw. festgestellt werden. Auf die vom
Beschwerdeführer beantragten Beweismittel (Augenschein, Parteiverhör) kann daher
verzichtet werden, da von diesen Beweismitteln keine neuen relevanten Erkenntnisse zu
erwarten waren.
c) Gemäss Stellungnahme des AGR vom 16. März 2015 wurde die Grundfläche für den
geplanten Sitzplatz bereits erstellt (Waschbetonplatten). Die Gemeinde als zuständige
Baupolizeibehörde wird diesen Sachverhalt zu prüfen haben. Falls notwendig hat sie
diesbezüglich ein Wiederherstellungsverfahren im Sinne von Art. 46 BauG einzuleiten.
d) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 1'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV14). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).