# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ba76ebdc-454c-4725-b057-273da6ee01b3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
Mutter einer 1997 geborenen Tochter und seit Juli 2002 verwitwet (vgl.
Urk.
8/17),
arbeitete vom
1.
August 2001 bis zum 3
0.
April 2015 (letzter effektiver Arbeitstag: 2
1.
Juni 2014) bei der
Y._
als Customer Relations Co-Worker zu einem Arbeitspensum von 40
%
(
Urk.
8/31). Wegen eines Burnouts meldete sie sich am 8. Januar 2015 (Eingangsdatum) bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/17).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht der
Y._
vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
8/31)
sowie d
ie
Arztbericht
e
von
Dr.
med. Z._
, Innere Medizin FMH, vom 21.
Januar 2015 (
Urk.
8/27)
und von
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psychother
apie vom 2
4.
März 2015 (Urk.
8/35)
ein. Ausserdem nahm sie das von der Krankentaggeldversicherung
Groupe
Mutuel
in Auftrag gegebene psychiatr
ische Gutachten von
Dr.
med. B._
, Psychiatrie und Psychotherapie F
MH, vom 2
2.
Dezember 2014 (Urk.
8/30) zu den Akten.
Mit Schreiben vom
6.
Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass derzeit nicht abschlies
send beurteilt werden könne
, ob die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit bleibend sei oder zumindest längere Zeit andauere. Der Gesundheitszustand könne mit einer leitliniengerechten, fachpsychiatrischen teilstationären Behand
lung (Tages
klinik) wesentlich verbessert werden. Bis die Versicherte eine solche Behandlung absolviert habe, könne kein Entscheid über einen allfälligen Rentenanspruch gefällt werden. Sie werde aufgefordert, im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht eine entsprechende Behandlung zu absolvieren und der IV-Stelle mitzuteilen, bei welchem Arzt oder welcher Ärztin sie diese durchführen werde (
Urk.
8/37).
Mit Schreiben vom 1
8.
Mai 2015 (
Urk.
8/40) teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie habe per 3
0.
März 2015 eine teilstationäre Behandlung bei der Tagesklinik de
s
C._
aufgenommen
,
und stellt
e
de
re
n Eintrittsbericht
vom 25.
Februar 2015 (
Urk.
8/39) zu. Am 2
8.
Mai 2015
verfasst
e
das
C._
einen Verlaufsbericht über die teilsta
tio
nä
re Behandlung (Urk. 8/43).
In der Folge h
olte die IV-Stelle den
Arzt
bericht von
Dr.
A._
vom
3.
Augu
st 2015 ein (
Urk.
8/47). Am 17.
März 2016 teilte die IV-Stelle
X._
mit, sie übe
rnehme die Kosten für
eine
Potential
abklärung in Zusammenarbeit mit der
D._
(
Urk.
8/58).
Am 29.
April 2016 erstattete die
D._
ihren Abschlussbericht über die Potential
abklärung (Urk.
8/71). D
ie IV-Stelle
übernahm
darauf
auch die Kosten für ein
Belastbar
keitstraining (vgl. Mitteilung vom
2.
Mai 2016,
Urk.
8/69)
sowie für ein Aufbautraining (vgl. Mit
teilung vom 1
3.
Juli 2016,
Urk.
8/79). Am 2
5.
Juli 2017
erstattete die
D._
einen Zwischenbericht über den Verlauf des Belastbar
keitstrainings (
Urk.
8/84)
und am 1
1.
November 2016 über den Verlauf des Aufbautrainings (
Urk.
8/94).
Am 1
3.
Januar
2017 (
Urk.
8/99) reichte die Versicherte den Bericht vom 2
1.
Dezem
b
er 2016 (Urk. 8/100) der
E._
über die Autismus-Spektrum-Abklärung zu den Akten. Am 3
0.
Januar 2017 erstattete die
D._
den Abschlussbericht über die von ihr durchge
führten Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
8/106). Am 31.
Januar 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Kosten für ein Arbeitstraining bei der
F._
übernehme (
Urk.
8/104). Da die Versicherte sich aber nicht mehr im Stande sah, weiter am Arbeitstraining teilzunehmen, wurde dieses per
2.
März 2017 beendet (
Urk.
8/118). Am 1
1.
April 2017 erstattete die
F._
den Ab
schlussbericht über das Arbeitstraining (
Urk.
8/120). Am
8.
Mai 2017 teilte die
IV-Stelle mit, dass die Eingliederungs
aktivitäten abge
schlossen seien (
Urk.
8/125
).
Die IV-Stell
e holte den Arztbericht von Dr.
A._
vom 1
9.
Juni
2017 ein (
Urk.
8/
128). Sodann liess sie das psychiatrische Gutachten
G._
vom 21.
Dezember
2017 erstellen (
Urk.
8/136).
Am 2
9.
Dezember 2017 nahm
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle Stellung zum Gutachten (
Urk.
8/138/6-7).
Mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie
ihr
Leistungsbegehren
abwei
sen werde (
Urk.
8/141). Gegen diesen Vorbescheid erhob die Vers
icherte
am 1
9.
Juni 2018 (
Urk.
8/145) durch die Gewerkschaft
Unia
bzw. am 1
7.
August 2018 (Urk. 8/148) durch Rechtsanwältin Lotti Sigg Einwand. Am
5.
November 2018 (
Urk.
8/153) reichte die Versicherte zudem die St
ellung
nahme von
Dr.
A._
vom 3.
September 2018 (
Urk.
8/152) ein. Mit Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwältin Sigg
am 20.
Febru
ar 2019 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 2
1.
Januar 2019 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei eine Rente zuzusprechen.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
3.
Es sei die Möglichkeit zur Beschwerdeergänzung einzuräumen oder ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
4.
Es seien medizinische Abklärungen durch das Gericht
anzuordnen.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am 1
7.
Juni 2019 um Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
7). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
8.
Juni 2019 mitge
teilt. Ein zweiter
Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet, die Beschwerde
führerin wurde aber darauf hingewiesen, dass es ihr unbenommen bleibe, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzu
reichen (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arzt
es oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
anwendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträchti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann
(BGE 141 V 281 E.
5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen
. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
tu
rierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den nor
mativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozial
versicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andau
ernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleis
tet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Januar 2019 (
Urk.
2) aus, laut den medizinischen Unterlagen bestehe bei der Beschwerde
führerin für sämtliche Tätigkeiten im freien Arbeitsmarkt eine Einschränkung von 33
%
. Entsprechend liege auch der Invaliditätsgrad bei 33
%
und die Beschwerde
führerin habe keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seien sämtliche Einschränkungen berücksichtigt worden. Ein Ein
kommensvergleich müsse nicht vorgenommen werden, da die Einschränkung in angestammter und angepasster Tätigkeit gleich sei.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdegegnerin geltend, die Annahme einer 67%igen Arbeitsfähigkeit berücksichtige den einschränkenden Hinweis, dass die Verminderung der Leistungsfähigkeit mindestens 10
%
betrage, nicht. Tatsächlich sei die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin nämlich viel höher.
Die Gut
achter hätten ausdrücklich auf Schwierigkeiten bei der Beurteilung des Beschwer
debildes hingewiesen. Insbesondere hätten sie ihre Vermutung des Vorliegens einer psychischen Störung mit erheblichem Krankheitswert geäussert, welche anlässlich der Begutachtung nicht genügend habe qualifiziert werden können. Es sei deshalb zu prüfen, ob weitere Abklärungen vorzunehmen seien. Dies gelte umso mehr, als die Gutachter davon ausgegangen seien, dass die Beschwer
de
führerin dissimuliere. Zu beachten sei ausserdem, dass die Eingliede
rungsbe
mühungen trotz langer Dauer gescheitert seien. Deren Verlauf habe gezeigt, dass die Annahme eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 33
%
zu optimistisch sei. Die Ein
schätzung sei denn auch prognostisch zu verstehen, eine
r
Arbeit müsse zwingend eine Eingliederungsphase vorausgehen. Jedenfalls sei aber ein Leidensabzug von mindestens 10
%
vorzunehmen, womit bereits ein renten
erheblicher Invaliditäts
grad resultiere.
Die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht keinen Einkommens
vergleich vorgenommen (
Urk.
1).
3.
3.1
Laut dem von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen psychia
trischen Gutachten von
Dr.
B._
vom 2
2.
Dezember 2014 (
Urk.
8/30) besteht bei der Beschwerdeführerin in erster Linie ein Stottern (Stammeln) (ICD-10: F98.5). Vorbestehend sei ausserdem wohl von einer selbstunsicher-abhängig-akzentu
ier
ten Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1) auszugehen, wobei möglicherweise schon das Ausmass einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0 erreicht sein könnte.
Auffällig sei das schon bei den ersten Sätzen zu Tage tretende Stottern. Die Beschwerdeführerin erwähne, dass sie täglich mindestens zwei Stunden Sport treibe und jede Woche 40 bis 60 km laufe. Sie notiere sich auch jedes Gramm, dass sie esse. Den letzten Versuch zum Wiedereinstieg in eine Tätigkeit bei
Y._
habe sie abgebrochen, da sie gemobbt worden sei.
Die a
ktuelle psychogene Stö
rung habe sich
schon in Form von Magen- und Verdauungs
problemen im Jahr 2012 geäussert
und sich 2014 wiederholt und vielgestaltig manifestiert (Schmerz
persistenz nach Steissbeinfraktur, Magenbeschwerden, sonstige Rückenbeschwer
den). Seit September 2013 bestehe durchgehend eine Zwangsstörung in Form von vorwiegend Zwangshandlungen (Sport), so dass insgesamt von einer rezidivie
ren
den und fluktuierend auftretenden, kombinierten Anpassungsstörung (ICD-10: F43.28) auszugehen sei. Das exzessive Sporttreiben habe für die Beschwerde
füh
rerin Bestätigungs- und für den Gutachter Kompen
sationscharakter.
Der akute Be
ginn und die persev
er
i
e
re
nde Penetranz der Symp
tomatik sei so ausserge
wöhn
li
ch, dass dies einer kontinuierlichen Beobachtung
im Rahmen einer vollzeitigen psychiatrisch-tagesklinischen Behandlung
unter
zogen werden sollte.
Für die Dauer einer solchen Behandlung könne von einer krankheitsbedingten Arbeitsun
fähigkeit ausgegangen werden, andernfalls lasse sich aufgrund der gestellten Diagnosen keine weitergehende Arbeitsunfähigkeit begründen.
Es sei jedoch von mangelnder Belastbarkeit bei Drucksituationen auszugehen.
3.
2
Laut dem Arztbericht
des Hausarztes
Dr.
Z._
vom 2
1.
Januar 2015 (Urk.
8/27) hat die Beschwerdeführerin wegen Magen-/Darmproblemen und dann wegen Problemen
a
m Bewegungsapparat nicht mehr arbeiten können. Später sei noch ein psychologisches Problem hinzugekommen, weil sich die Beschwerde
führerin nicht verstanden gefühlt habe.
Sie
sei immer wieder krank gewesen und es seien auch Unfälle
dazwischen gekommen
, so dass sie über lange Zeit arbeits
unfähig gewesen sei.
Jetzt sei ihr die Stelle gekündigt worden, was die weitere Prozedur erschwere. Die Beschwerdeführerin habe relativ fixe Vorstellungen
, wie es weitergehen solle. Sie möchte sich weiterbilden und im Büro arbeiten. Dies zu erreichen, dürfte aber eher schwierig werden.
Ob die Beschwerdeführerin An
spruch auf eine Invalidenrente habe, sei schwierig zu beurteilen. Die Beurteilung sei durch andere Ärzte vorzunehmen.
3.3
3.3.1
Gemäss dem Arztbericht der behandelnden Psychiaterin
Dr.
A._
vom 2
4.
März 2015 (
Urk.
7/35) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Anpassungsstörung in psychosozialer Belastungssit
uation (ICD-10: F43.2)
seit Dezember 2013, eine
Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10: F42.1), Differen
tial
diagnose: nicht näher bezeichnete Essstörung, Differentialdiagnose:
im Rah
men Cluster C Persönlichkeit sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (Cluster C), Differentialdiagnose F6-Diagnose.
Die Beschwerdeführerin habe seit ihrer Kind
heit diverse einschneidende lebensgeschichtlich
e
Erfahrungen erlitten. Aktuell werde sie belastet durch eine Schmerzsymptomatik nach Steissbeinbruch sowie die berufliche Situation nach Wechsel des Vorgesetzten. Ein beruflicher Wieder
einstieg sei ni
cht möglich gewesen, mittlerweil
e habe der Arbeitgeber die Stelle
gekündigt. Zusätzlich koste die Beschwerdeführerin der Umgang mit ihrer Tochter,
welche unter anderem an einem
Aspergersyndrom
leide, viel Energie. Die Be
schwerdeführerin treibe exzessiv Sport und achte sehr darauf, ihr Gewicht stabil zu halten. Die ambulante psychiatrische Behandlung habe keine Verbesse
rung
erbracht. Die Diagnostik sei erschwert, es
sei
deshalb eine teilstationäre Behand
lung geplant. Mittelfristig bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Längerfris
tige Prognosen seien nicht möglich.
3.3.2
Im Bericht vom
3.
August 2015 (
Urk.
8/47) führte
Dr.
A._
aus, anlässlich der teilstationären Behandlung im
C._
sei eine kurzzeitige Zustandsbesserung eingetreten. Seit dem Austritt aus der Tagesklinik bestehe allerdings eine stärker denn je ausgeprägte Zwangssymptomatik.
Diese stehe im Dienste der Selbstwertstabilisierung und der
Psychoseabwehr
. Aktuell betrage die Kapazität für ein Aufbautraining maximal 2 Stunden pro Tag. Für den regulären Arbeitsmarkt sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig.
Die Prognose sei belastet. Eine berufliche Perspektive könnte aber zur Selbstwertstabilisierung beitragen.
3.3.3
Im Bericht vom 1
9.
Juni 2017 (
Urk.
8/128) gab
Dr.
A._
an, durch eine am
bulante Abklärung der
E._
habe eine Autismus-Spektrum-Störung bei der Be
schwerde
führerin ausgeschlossen werden können. Berufliche Massnahmen hätten abge
brochen werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie sich nach einem Gebäudewechsel bei der Integrationsfirma ausgeschlossen, im Leeren gelassen und vom Lärm überflutet gefühlt habe. Im Vordergrund stehe die Zwangssymptomatik mit einer rigiden Alltagsgestaltung. Die Besc
hwerdeführerin habe eine Vorlieb
e für Repetitives und grosse Schwierigkeiten, sich auf Neues einzustellen.
Sie zeige ein restriktives und rigides Essverhalten. Sie beschäftige sich stark mit Regeln und Ordnung, habe hohe Ansprüche an sich selbst und eine starke Selbstwertproblematik. Die sozialen Kontakte seien eingeschränkt, die Beschwerdeführerin habe zeitweise Mühe, das Haus zu verlassen. Klare Angaben zur Prognose seien nicht möglich. Im angestammten Bereich sei die Beschwerde
führerin zu 100
%
arbeitsunfähig. In
angepasster Tätigkeit bestehe eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
. Die Einschätzung sei aber unsicher und vielleicht zu opti
mistisch. Es werde die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens empfoh
len.
3
.4
3
.4.1
Laut dem Eintrittsbericht des
C._
vom 2
5.
Februar 20
15 (
Urk.
8/39) bestehen bei der Beschwerdeführerin eine Zwangsstörung mit vor
wiegend
Zwangshandlungen
(ICD-10: F42.1) sowie akzentuierte Persönlichkeits
züge (ICD-10: Z73.1) mit selbst-unsicheren und abhängigen Merkmalen.
3
.4.2
Im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
9.
Juni 2015 (
Urk.
8/43) hielten die Ärzte des
C._
fest,
es
sei vom 30. März 2015 bis zum 2
8.
Mai 2015
eine
tei
lstationäre
Behandlung durchgeführt
worden
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kinderbetreuerin bei
Y._
sei die Beschwerdeführerin bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig. Insbesondere die unsicheren und zwang
haften Persönlichkeitsanteile führten zu einer ausgeprägten Verunsiche
rung in der Ausübung ihres Berufes. Unter Einbezug ihrer psychosozialen Belas
tungssituation habe eine reduzierte Ausdauer und Belastbarkeit resultiert, die in einer psychischen Erschöpfung gemündet habe. Die Beschwerdeführerin habe ihrem hohen Leistungsanspruch nicht mehr gerecht werden können. Eine beruf
liche Tätigkeit im Bereich der Kinderbetreuung sei nicht realistisch. Es werde die Durchführung eines Aufbau- und Belastbarkeits
trainings empfohlen mit dem Ziel einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit.
3.5
Laut dem Abschlussbericht der
F._
vom 1
1.
April 2017 (
Urk.
8/120) über das Arbeitstraining zeigte die Beschwerd
eführerin grosse Schwierigkeiten, weil sie in ein neues Büro habe wechseln müssen
. Sie berichte von starken Zwängen (Essen, Sport, Gewichtskontrolle), welche ein pünktliches Erscheinen sowie eine
längere Arbeitszeit erschwerten bzw. verunmöglichten. Auffällig sei
en
die man
geln
de
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sowie Einschränkungen in der Zu
sam
menarbeit hinsichtlich sozialer Kompetenzen. Die Beschwerdeführerin fühle sich nicht in der Lage, in einem Umfeld zu arbeiten, welches durch die Präsenz anderer Personen geprägt sei (Grossraumbüro mit 5-10 weiteren Personen). Denk
bar sei eine isolierte, geordnete, repetitive Tätigkeit ohne weitreichende Sozial
kontakte. Zu empfehlen seien einfache Arbeiten aus dem kaufmännischen oder im deko
rativen Bereich ohne Kundenkontakt bei einer Präsenz von 50
%
. Eine
rele
vante Leistungsfähigkeit sei momentan nicht vorhanden. Die Ziele des Arbeits
trainings hätten nicht erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin sehe ihre berufliche Zukunft im kaufmännischen Bereich. Da sie
aber über keine entspre
chende Ausbildung und Erfahrung verfüge, ein Teilzeitpensum benötige und nicht
im Front-Office-Bereich arbeiten könne, sei die Stellensuche schwierig ge
wesen.
Die Beschwerdeführerin sei
ausserdem gegenüber den meisten Vor
schlägen skep
tisch gewesen, da diese die Anpassung an ein neues Umfeld erforderlich gemach
t hätten. Sie
habe den wiederholten Vorschlag, den Arbeits
platz zu wechseln, abge
lehnt und habe stattdessen wieder ihren alten Arbeitsplatz während des Auf
bautrainings haben wollen. Die Rahmen
bedingungen habe si
e
auch nicht einge
halten. Morgens sei sie nicht zur verein
barten Zeit erschienen, sondern erst nach Absolvierung ihres Sportprogramms. Zudem habe sie viele und unregelmässige Pausen gemacht. Insgesamt sei sie während eines Drittels der Arbeitstage nicht in der Lage gewesen, das Arbeits
training zu absolvieren. Die angebotenen Arbeits
inhalte habe sie grösstenteils abgelehnt und stattdessen lieber Schwedisch gelernt. Aufträge, welche
sie ausgeführt habe, habe sie aber auffallend schnell, termin
gerecht und gründlich erledigt. Sie habe sich gut strukturiert, aber wenig eigenständig gezeigt. Aufgrund der gesundheitlichen Verschlechterung sei das Arb
eitstraining rückwirkend per 1.
März 2017 abge
brochen worden.
3.6
Laut dem Gutachten der
G._
vom 2
1.
Dezember 2017 (
Urk.
8/136) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Zwangs
störung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10: F42) und ein Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit
anankastischen
, ängst
lich
dependenten
und leicht paranoiden Zügen sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Stottern (ICD-10: F98.5) und eine Agoraphobie (ICD-10: F40.0) und spezifisch isolierte Phobie (I
CD-10: F40.2),
(
Akrophobie
/Höhenangst und Tierphobie/Angst vor Schlangen)
(
Urk.
8/136/21-22)
. Die Beschwerde
füh
rerin wirke im Gespräch als intelligente und belesene Person, welche sich Mühe gebe, die Fragen gut zu beantworten. Sie habe aber kompromisslos darauf be
harrt, keine klaren Informa
tionen über ihr früheres Leben und die Entwicklung ihrer psychischen Störung zu erteilen. Dies habe sie mit ihren schlechten Erfah
rungen während des IV-Verfahrens ihrer Tochter begründet. Aus ihrer Vorge
schichte wisse man deshalb sehr wenig, es sei aber zu vermuten, dass die Be
schwerdeführerin in einem sehr strengen Elternhaus aufgewachsen sei und sie m
öglicherweise nicht ausreichend
Copingstrategien
habe
entwickeln können, um den eigenen Willen und ihre Bedürfnisse zu äussern.
Mangelndes Selbst
wert
gefühl und gleichzeitig hohe Ansprüche an sich selbst hätten zu erhöhter Kränk
barkeit und Einschränkungen in der Kritikfähigkeit geführt. Dies äussere sich in einem passiv-aggressiv wirkenden Verhalten.
Die zwanghaften
Sportaktivitäten und das überkontrollierte Essverhalten dienten möglicherweise dazu, ihr das Ge
fühl zu geben, endlich etwas unter Kontrolle zu haben. Das Gesamtbild der Beschwerdeführerin sei hochauf
fällig, aber auch höchst unklar.
Es gelinge nicht, diagnostische Klarheit zu erhal
ten. Es bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen den Aussagen der Beschwerde
führerin, wonach im Moment die Situation ganz ordentlich sei und sie nichts von der IV brauche
,
und dem von ihr erzählten Leben, welches aus einer Zwangs
störung, starkem sozialen Rückzug und ver
schie
denen Ängsten zu bestehen scheine. Diese Dissimulation sei schwer ver
ständlich und führe zum Gefühl, dass im Hintergrund Vorgänge mit hoher pathologischer Bedeutung ablaufen würden
(
Urk.
8/136/15-16)
.
Die Schwere und Dauer der Zwangsstörung habe eine direkte Auswirkung auf die Fähigkeit, einer regelmässigen Arbeitstätigkeit nachzugehen. Zudem bestehe eine Einschränkung in der Anpassungsfähigkeit, eine verminderte
Konflikt
fähig
keit sowie eine rasche Erschöpfungstendenz. Diese Symptomatik werde durch die zusätzliche Selbstwertproblematik verstärkt und führe durch eine Kränkung zu passiv-aggressivem Verhalten. Auch wenn möglicherweise versicherungs
medizi
nisch nicht relevant, bestehe das Gefühl, dass eine schwerwiegende Störung zu
grunde liege. Die Beschwerdeführerin wolle oder könne dies jedoch offensichtlich nicht wahrnehmen. Es bestehe der Eindruck von etwas Fremden, das im Verbor
genen lieg
e. Da dieser ganze Komplex nicht fassbar sei, sei er aber versiche
rungsmedizinisch irrelevant
(
Urk.
8/136/22-23)
.
Es bestünden schwere Widersprüche in fast sämtlichen Bereichen. In den eigenen Schilderungen beschreibe sich die Beschwerdeführerin als eigentlich ganz ordentlich zufrieden mit ihrem aktuellen Leben. Sie schaue die Ausübung eines Arbeitspensums von 60 bis 70
%
als realistisch an. Daneben schildere sie jedoch Schwierigkeiten, das Haus
mehr als
einmal täglich zu verlassen. Sie schildere den Zwang zur Sportausübung. Ausserdem ge
be sie
eine massive Zustandsver
besse
rung der Zwangsstörung bei einem Aufenthalt in Schweden an. Dies seien Inkon
sisten
zen. Es liege eine Dissimulation vor, die Beschwerdeführerin scheine sich besser darzustellen als es der Realität entspreche. Gemäss eigenen Aussagen habe die Beschwerdeführerin eine gute Struktur und einen Tagesablauf aufge
baut, wo sie ihren Sport und ihr Essverhalten gut integrieren könne.
Objektiv zeige sich aber ein anderes Bild. Sie schaffe es kaum, aus dem Haus zu
gehen, müsse stundenlang Sport treiben und ihr Essen kontrollieren. Teile ihres Lebens würden kontrolliert von der Zwangsstörung. Die Beschwerdeführerin zeige eine
n
sozialen Rückzug und ihre Stresstoleranz sei stark
eingeschränkt.
Es zeigten sich in allen Lebens
bereichen vergleichbare Einschränkungen, welche aber nicht qualifiziert werden könnten, so lange die Beschwerdeführerin keinen Einblick in ihr inneres Erleben gebe
(
Urk.
8/136/25)
.
Die Beschwerdeführerin sei vermindert belastbar. Zusätzlich liege eine vermin
derte Konfliktfähigkeit vor, was zu Problemen in der Kommunikation und Pla
nung
der Arbeit führe. Neben dem
sozialen Rückzug schränkten die Beschwer
de
führerin die Angst in Menschenmengen, Unverträglichkeit von vielen Reizen und die Unfähigkeit, ohne Begleitung des Partners mehrmals aus dem Haus zu gehen, ein.
Diese Einschränkungen seien grundsätzlich für alle Tätigkeiten mass
gebend.
Sie könnten jedoch aufgrund der teilweise widersprüch
lichen Angaben nicht wir
k
lich quantifiziert werden. Aufgrund der mangelnden Angaben der Beschwer
de
führerin könne die psychische Störung nicht diagnostiziert und nicht beurteilt werden, ob die Einschränkungen überwindbar seien. Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführe
rin sowie der
erhebbaren
psychopathologischen Befunde bestehe nur eine geringe Einschränkung der zeitlichen Belastbarkeit. Die Beschwerde
füh
rerin könne grundsätzlich alle Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt, deren Anfor
derungen sie mit ihrem Ausbil
dungsstand genüge, ausüben.
Medizinisch-theore
tisch sei aufgrund des Zeitbe
darfs, den die Zwangsstörung beanspruche (mindes
tens zwei bis drei Stunden Sport pro Tag) von einem maximal 75%igen zeitlichen Pensum bei der Arbeit auszugehen.
Zusätzlich sei von einer mindestens 10%igen Verminderung der Leistungsfähigkeit auszugehen, welche aus der stark einge
schrän
kten Flexibilität bzw. der erheblichen Rigidität resultiere, welche die Arbeits
geschwindigkeit senke.
Es ergebe sich bei einem Pensum von 75
%
und einer Leistungsfähigkeit von 90
%
eine Gesamtarbeits
fähigkeit von 67.5
%
(Arbeitsun
fähigkeit 32.5
%
).
Im April 2013 sei es zum ersten Mal zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit gekommen, nach verstärkten Verdau
ungsproblemen und einer Steissbeinfraktur. Nach mehreren Arbeitsversuchen sei das Arbeitsverhältnis von
Y._
nach längerer Pause aufgelöst worden. Seither habe die Beschwerdeführerin keine Arbeit mehr im ersten Arbeitsmarkt ausgeübt. Rückblickend sei die Arbeits
un
fähigkeit ebenso limitiert zu be
urteilen
wie aktuell.
Es fehlten die Infor
mationen. Objektiv bestehe die Zwangsstörung sei
t
mindestens 201
4.
Somit sei ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 67
%
in der ange
stammten Tätigkeit auszugehen. Behinderungs
angepasst sei eine Tätigkeit in einem
möglichst kleinen Team oder selbständige Arbeit. Die Beschwerdeführerin brauche
klare und konkrete Arbeitsverfahren und Instruktionen, wenig Zeitdruck, mög
lichst geduldige Vorgesetzte und vorherseh
bare Arbeit mit klaren St
rukturen. Sie
würde gerne als Sachbearbeiterin im Büro arbeiten. Bei guter Arbeitshinführung und verständnisvollen Vorgesetzte
n wäre dies eine Option, welche
ihrem Leistungs
pro
fil entsprechen könnte. Eine Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit sei allerdings nicht zu erwarten
(
Urk.
8/136/26-28)
.
3.7
Laut der Stellungnahme von RAD-Ärztin
Dr.
H._
vom 2
9.
Dezember 2017 (
Urk.
8/138/6-7) liegt gemäss dem Gutachten der
G._
vom 2
1.
Dezember 2017 ein Gesundheitsschaden vor,
der die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 32.5
%
einschränkt. Das Gutachten erfülle die Anforderungen, weshalb da
rauf abzustellen sei.
4.
4.1
Das
psychiatrische
Gutachten
der
G._
vom 2
1.
Dezember 2017 (
Urk.
8/136) ba
siert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung
und wurde in Kennt
nis und in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die begut
achtenden Ärzte haben – soweit anhand der Angaben der Beschwerde
führerin möglich - detaillierte
Befunde erhoben,
nachvollzieh
bare Diag
nosen
gestellt
und sich mit den
von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben
auseinander
ge
setzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammen
hänge
, aber auch die besteh
enden Unklarheiten,
und die medizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerun
gen nachvollziehbar be
grün
det. Dem Gutach
ten kommt da
her grund
sätzlich volle Be
weis
kraft zu (vgl. E. 1.
4
).
4.2
Die Beschwerdeführerin rügt primär nicht das Gutachten selbst, sondern dessen Auslegung durch die Beschwerdegegnerin
, welche wichtige gutachterliche Hin
weise ausser Acht gelassen h
abe (
Urk.
1 S. 5). Soweit sie
geltend macht, mit der Annahme einer 67%igen Arbeitsfähigkeit berücksichtige die Beschwerde
gegnerin den einschränkenden Hinweis nicht, dass die Verminderung der Leistungsfähig
keit mindestens 10
%
betrage, ist festzuhalten, dass diese Annahme von den Gut
achtern getroffen und von der Beschwerdegegnerin übernommen wurde (Urk. 8/136/27).
Selbst wenn die Gutachter festhalten, dass die Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit mindestens 10
%
beträgt, scheint es nicht zwingend, diese in einem über 10
%
hinausgehenden Umfang zu berück
sichtigen, was umso mehr gilt, als es sich um eine Gesamteinschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Mitein
bezug der der Beschwerdeführerin aufgrund des
Zwanges zur Ausübung von sportlichen Aktivitäten von 2 bis 3 Stunden pro Tag
attestierten
Einschrän
kung der Arbeitsfä
higkeit von 25
%
in zeitlicher Hinsicht handelt. Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe nicht berücksichtigt, dass die Gutachter ausdrücklich auf
die Schwierig
keiten bei der Beurteilung de
r
Aus
wirkungen des Beschwerdebildes hingewiesen hätten (
Urk.
1 S.
5
).
Hierzu ist fest
zuhalten, dass es den Gutachtern
– trotz zwei Explorationsterminen im Abstand von zwei Wochen mit einer Untersuchungsdauer von insgesamt dreieinhalb Stun
den sowie dem Einholen fremdanamnestischer Angaben der behandelnden Psy
chia
terin –
tatsächlich nicht möglich war, diagnostische Klarheit zu erhalten. Dieser Umstand war aber darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerin nicht bereit war, bei der Begutachtung umfassend mitzu
wirken. Sie informierte den Gutachter schon deutlich zu Beginn der Begutach
tung, keine Auskünfte über manche Lebens
bereiche geben zu wollen, besonders über ihre persönliche Lebens
situation. Mit
dem ganzen IV-Verfahren sei sie
nicht einverstanden, sie nehme nur aus Pflichtgefühl an der Begutachtung teil und benötige weder eine Inva
liden
rente noch andere Massnahmen der Invalidenver
sicherung (
Urk.
8/136/8). Sie bereitete sich gezielt auf die Begutachtung vor und selektionierte bereits im Voraus Fragen, welche sie
nicht beantworten wollte (Urk.
8/136).
Dies tat die Be
schwerdeführerin, obwohl sie von der Beschwerde
gegnerin ausdrücklich auf ihre Auskunfts- und Mitwirkungspflichten bei der Abklärung ihrer Leistungsan
sprü
che gegenüber der Invalidenversicherung hingewiesen
wo
rde
n war
(
Urk.
8/132). Selbst
re
dend kann es nicht angehen und erscheint als rechtsmissbräuchlich, wenn die Beschwerde
führerin unter anderem mit dem Hinweis, dass sie gar keine Invali
den
rente benötige, die Beantwortung wichtiger Fragen in der Begutachtung ver
wei
gert, dann aber mit der Begründung, die
Beschwerdegegnerin habe
ihren Ge
sundheitszustand nicht genügend abge
klärt, beschwerdeweise die Ausrichtung einer Invalidenrente bzw. die Vornahme weiterer medizinischer Abklärung
en
verlangt.
Fehlt es an einem Beweis für ein
e
(höhere) Arbeitsunfähigkeit und ist dieser nicht zu erbringen, wirkt sich dies nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der Beschwerdeführerin aus. Soweit die Beschwerde
füh
rerin Angaben gemacht hat, ergibt sich, dass sie durchaus über erhebliche Res
sourcen verfügt,
namentlich die als sehr unterstützend erlebte Partnerschaft und die positive Einstellung gegenüber der Zukunft
.
Die sportlichen Aktivitäten sind gemäss den Gutachtern nicht nur als Belastungsfaktoren, sondern auch als Res
source im Sinne einer Coping-Strategie zu werten (Urk. 8/136/20-21).
Sodann hat sie eine grosse Affinität zu Schweden
, sie unternimmt oft Reisen in dieses Land und erlernt die sch
wedische Sprache. Während ihrer Aufenthalte in Schweden fühlt sich die Beschwerdeführerin
ausserdem
deutlich besser.
Übereinstimmend mit den Gutachtern der
G._
(
Urk.
8/136/25) ist festzuhalten, dass bei der Be
schwerdeführerin deutliche Inkonsistenzen vorhan
den sind.
Insgesamt ist damit festzuhalten, dass sich keine über
die von den Gutachtern der
G._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 32.5
%
hinausgehende Arbeitsunfähigkei
t beweisen lässt. Es ist somit
mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin in sämtlichen Tätigkeiten zu 33
%
arbeitsunfähig ist.
5.
5.1
5.1.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG
grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig
nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäh
erungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so
muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäh
e
rung
s
werten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zent
zahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
ein
kommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalidenein
kom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bun
desgerichts
9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil
8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
5.1.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
ten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
be
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betä
ti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen wer
den (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5.2
Sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit besteht
bei der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von 67
%
.
Dass die Beschwerde
gegnerin einen Prozentvergleich vorgenommen hat, ist nicht zu beanstanden. Andernfalls hätte sie noch abklären müssen, in welchem Umfang die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde, ob sie daneben noch im
Aufgabenbereich (Haushalt) tätig wäre und gegebenenfalls wie sich die Einschränkungen im Haushalt auswirken. Eine genaue Ermittlung hätte jedenfalls keinen höheren, vermutlich aber einen tieferen Invaliditätsgrad erge
ben, denn die Akten
enthalten
keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerde
führerin zu 100 % erwerbstätig wäre. Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete sie lediglich zu einem Pensum von 40
%
(
Urk.
8/31
), obwohl die Betreu
ungspflichten gegenüber der Tochter ein höheres Pensum zugelassen hätten; zu
dem bezieht sie eine Witwenrente (Urk. 8/17/3), womit sie nicht auf ein Ein
kom
men aus einer vollen Erwerbstätigkeit angewiesen ist (vgl. auch Urk. 8/136/11). Sofern die Beschwerd
eführerin weiterhin teilweise im Haushalt tätig wäre, dürfte sich der Gesundheitsschaden dort weit weniger einschränkend auswirken
als im Erwerbsbereich, da sie die Arbeit frei einteilen und diese selbständig – ohne Aus
einandersetzung mit Team oder Vorgesetzten – verrichten kann (vgl. Urk. 8/136/2
6).
Beim Einkommens
vergleich
l
iegen
sodann
keine
Gründe für einen leidensbedingten Abzug vor, zumal namentlich bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 2
0.
April 2018 E. 2.2 mit Hinweis). Im Übrigen kommt auch dem fortgeschrittenen Alter im Zusammenhang mit dem Leidensabzug keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.3.2).
Der Invaliditätsgrad liegt somit
höchstens
bei 33 %.
5.3
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.