# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8fcaaadc-6294-47eb-93e7-495bcdd31d98
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- mit Strafbefehl vom 10. Dezember 2014 die Bundesanwaltschaft (nachfol-
gend „BA“) A. wegen Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz be-
strafte; A. in der Folge am 22. Dezember 2014 Einsprache erhob; die BA am
Strafbefehl festhielt und am 30. April 2015 die Akten an die Strafkammer des
Bundesstrafgerichts (nachfolgend "Strafkammer") zur Durchführung des
Hauptverfahrens überwies;
- im Rahmen des Hauptverfahrens SK.2015.18 Einzelrichter B. am 18. August
2015 die Beweisanträge A.s im Zusammenhang mit der Praxis des Staats-
sekretariats für Wirtschaft (nachfolgend „Seco“) betreffend Bewilligungsver-
fahren für Kriegsmaterialgeschäfte ablehnte;
- A. die obgenannten Beweisanträge im Rahmen der Hauptverhandlung vom
25. September 2015 erneut stellte, worauf Einzelrichter B. diese nochmals
ablehnte;
- A. mit Urteil SK.2015.18 vom 25. September 2015 der Strafkammer wegen
Widerhandlung gegen das Kriegsmaterialgesetz schuldig gesprochen und
entsprechend bestraft wurde;
- das Bundesgericht mit Urteil 6B_1262/2015 vom 18. April 2016 das obge-
nannte Urteil der Strafkammer aufhob und die Sache zur neuen Entschei-
dung an die Strafkammer zurückwies; die Kassation im Wesentlichen damit
begründet wurde, dass die obgenannte Praxis des Seco bundesrechtswidrig
unberücksichtigt blieb;
- im Rahmen der Neubefassung des Falles durch die Strafkammer diese A.
am 25. April 2016 den Spruchkörper bekannt gab;
- mit Eingabe an die Strafkammer vom 4. Mai 2016 Fürsprecher Gerrit Straub
im Namen von A. den Ausstand des Einzelrichters B. aus dem Verfahren
verlangte;
- der sich dem Ausstandsgesuch widersetzende Bundesstrafrichter B. am
10. Mai 2016 das Ausstandsgesuch mitsamt Stellungnahme im Sinne von
Art. 58 Abs. 2 StPO bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
einreichte;
- gestützt auf diese Stellungnahme A. im Rahmen der Gesuchsreplik vom
7. Juni 2016 einen neuen Ausstandsgrund geltend machte;
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- mit Beschluss BB.2016.105 vom 21. Juni 2016 das obgenannte Gesuch ab-
gewiesen wurde; zudem das neue Ausstandsbegehren an Einzelrichter B.
zuständigkeitshalber weitergeleitet wurde;
- der sich auch diesem Ausstandsgesuch widersetzende Bundesstrafrichter
B. am 23. Juni 2016 seine Stellungnahme im Sinne von Art. 58 Abs. 2 StPO
bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts einreichte (act. 1);
- der Gesuchsteller mit Replik vom 8. Juli 2016 am Ausstandsgesuch festhielt
(act. 5); die Replik dem Gesuchsgegner am 11. Juli 2016 zur Kenntnis zuge-
stellt wurde (act. 6).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO eine Partei, die den Ausstand einer in einer
Strafbehörde tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Ver-
zug ein entsprechendes Gesuch zu stellen hat, sobald sie vom Ausstands-
grund Kenntnis hat;
- der Gesuchsteller die Befangenheit des Gesuchsgegners durch die Stellung-
nahme vom 10. Mai 2016 begründet sieht (act. 1); diese dem Vertreter des
Gesuchstellers am 12. Mai 2016 zugestellt wurde (act. 7); der Gesuchsteller
das Ausstandsgesuch am 7. Juni 2016 stellte;
- das Ausstandsgesuch so früh wie möglich, d.h. in den nächsten Tagen nach
Kenntnisnahme des Ausstandsgrundes, zu stellen ist (BOOG, Basler Kom-
mentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 58 N. 5 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 1B_689/2012 vom 20. Dezember 2012, E. 3; Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.23 vom 14. März 2011, E. 1.4);
- falls die geltend gemachte Voreingenommenheit mit einer richterlichen
Verfügung bzw. einem richterlichen Schreiben begründet wird, ein Zuwarten
von zwei Wochen als zu lange einzustufen ist (Beschlüsse des Bundesstraf-
gerichts BB.2016.111 vom 7. Juli 2016; BB.2011.23 vom 14. März 2011,
E. 1.4; KELLER, in Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur
Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014,
Art. 58 N. 3);
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- selbst bei Berücksichtigung der Ferienabwesenheit von Fürsprecher Gerrit
Straub bis 16. Mai 2016 (BB.2016.105, act. 1) das vorliegende Ausstands-
gesuch erst 22 Tage nach Kenntnisnahme der Stellungnahme vom 10. Mai
2016 erfolgte;
- dieses mithin als verspätet zu qualifizieren ist;
- nach dem Gesagten auf das Gesuch nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Gesuchsteller
aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie Art. 5
und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren, BStKR; SR 173.713.162).
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