# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 443bfb4d-c6ca-4a96-a389-4a87eb9e5e92
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 9. März 2016 beschlossen die Stimmberechtigten der Gemeinde
E._ eine Teilrevision der Ortsplanung betreffend Pferdesportbetriebe
F._. Dabei wurde unter anderem dem Zonenplan 1:2000
Pferdebetriebe F._ (ZP 2016) und dem Generellen Gestaltungsplan
1:2000 Pferdebetriebe F._ (GGP 2016) zugestimmt. Im
beschlossenen ZP 2016 wurde die in der Landwirtschaftszone gelegene
Parzelle 347 auf dem Gemeindegebiet von E._ der Zone für
Pferdesport (Bauzone gemäss Art. 26ter des Baugesetzes E._ [BG])
zugewiesen. Gleichzeitig sollte die Landschafts- und Uferschutzzone
betreffend die Parzelle 347 aufgehoben werden. Gegen diesen
kommunalen, am 17. März 2016 publizierten Beschluss wurde keine
Planungsbeschwerde im Sinne von Art. 101 KRG erhoben. Anlässlich der
Vernehmlassung bei den kantonalen Amtsstellen im Rahmen des
regierungsrätlichen Genehmigungsverfahrens wurden, wie bereits
anlässlich des Vorprüfungsverfahrens, Vorbehalte gegen die
beschlossene Projektvariante 3 gemäss Planungs- und
Mitwirkungsbericht vom 1. Februar 2016 sowie der Machbarkeitsstudie
vom 18. September 2015 bzw. der Positionierung der Bauten gemäss
GGP erhoben. Dies führte schliesslich dazu, dass ein Gutachten der
Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) eingeholt
wurde, welches diese nach Durchführung eines Augenscheins am 16. Juni
2017 erstattete. Gestützt darauf gelangte das Amt für Raumentwicklung
des Kantons Graubünden (ARE GR) an die Gemeinde E._ und stellte
(immerhin) eine Teilgenehmigung der Ortsplanung in Aussicht, sofern der
Nachweis erbracht werde, dass das Vorhaben auf einen Standort im
Raum F._ und innerhalb des BLN-Objektes Nr. 1908 angewiesen sei
sowie die Bereitschaft zur Projektredimensionierung bestehe bzw. eine
solche vorstellbar sei. Diesem Vorgehen stimmte die Gemeinde E._
am 22. August 2017 grundsätzlich zu. Mit Beschluss vom 24. Oktober
2017 genehmigte die Regierung des Kantons Graubünden den GGP 2016
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nicht und betreffend den ZP 2016 wurde das Genehmigungsverfahren
bezüglich des südwestlichen Teils der von der Gemeinde beschlossenen
Zone für Pferdesport im Umfang von ca. 1.02 ha auf der Parzelle 347
sistiert, bis ein überarbeiteter Genereller Gestaltungsplan vorliege. Im
Bereich der sistierten Genehmigung der Zone für Pferdesport wurde auch
die von der Gemeinde beschlossene Aufhebung der dortigen Landschafts-
und Uferschutzzonen sistiert. Der Generelle Erschliessungsplan (Verkehr)
1:2000 Pferdebetriebe F._ (GEP 2016) wurde hingegen ohne
besondere Bemerkungen genehmigt. Ebenfalls wurde die beschlossene
Teilrevision des BG, nämlich die Ergänzung mit Art. 26ter BG (Zone für
Pferdesport) und Art. 33bis BG, genehmigt. Der ZP 2016 wurde also nur
insoweit genehmigt, als dass die Anordnung von Hochbauten gemäss
Auflagen der ENHK die nordöstliche Fläche der Parzelle 347 im Umfang
von ca. 1.18 ha benötige. Auf Basis eines neuen, in Nachachtung der
landschaftlichen Schutzanliegen sowie der Auflagen der ENHK
erarbeiteten Generellen Gestaltungsplanes könne die Sistierung für die
südwestliche Fläche der Parzelle 347 insoweit aufgehoben werden, soweit
ein genehmigungsfähiger Genereller Gestaltungsplan diese Flächen (für
Aussenanlagen) in Anspruch nehme. Für den nicht sistierten,
nordöstlichen Teilbereich der Parzelle 347 sowie den entsprechenden
Bereich der Kantonsstrassenparzelle 350 wurde auch die beschlossene
Aufhebung der Landschafts- und Uferschutzzone gemäss Art. 33 BG
genehmigt. Am 2. November 2017 wurde der regierungsrätliche
Genehmigungsentscheid öffentlich bekannt gegeben. Der ENHK war der
Genehmigungsentscheid vom 24. Oktober 2017 über das durch das
Bundesamt für Umwelt geführte Kommissionssekretariat direkt mitgeteilt
worden (Adressierung: "Eidgenössische Natur- und
Heimatschutzkommission ENHK, c/o Bundesamt für Umwelt, 3003 Bern").
Der Genehmigungsentscheid vom 24. Oktober 2017 blieb unangefochten.
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2. Am 7. Dezember 2017 beschlossen die Stimmberechtigten der Gemeinde
E._ – nach Durchführung des Vorprüfungs- und des
Mitwirkungsverfahrens gemäss Art. 12 f. KRVO i.V.m. Art. 47 Abs. 3 KRG
– die überarbeitete Teilrevision der Ortsplanung, umfassend einen
Generellen Gestaltungsplan 1:2000 Pferdebetriebe F._ (Stand:
5. Dezember 2017; GGP 2017). Am 12. Dezember 2017 erfolgte die
Beschwerdeauflage. Am 11. Januar 2018 erhoben unter anderem
A._, B._, C._ und D._ dagegen Planungsbeschwerde
an die Regierung. Sie beantragten, den Beschluss der
Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2017 aufzuheben, der sistierte
ZP 2016 wie auch die Aufhebung der Landschafts- und Uferschutzzone
sei nicht zu genehmigen und von der Genehmigung der Teilrevision der
Ortsplanung der Gemeinde E._ (Pferdebetrieb F._ Phase II
[GGP 2017]) sei abzusehen. Mit Stellungnahme vom 29. Januar 2018
wurde seitens von drei Natur- und Heimatschutzorganisationen im
Rahmen des Verfahrens nach Art. 104 KRG im Wesentlichen dasselbe
beantragt.
3. Am 7., mitgeteilt am 8. August 2018, wies die Regierung des Kantons
Graubünden die Planungsbeschwerde ab und genehmigte den GGP 2017
im Sinne der Erwägungen und unter Auflagen und Hinweisen. Ferner
genehmigte sie auch den im ZP 2016 sistierten Abschnitt der Zone für
Pferdesport im Umfang von 0.58 ha im Sinne der Erwägungen. Im
entsprechenden Umfang wurde als Konsequenz auch die Landschafts-
und Uferschutzzone (inkl. die parallele Fortführung über die betroffene
Fläche der Umfahrungsstrasse auf der Parzelle 350) aufgehoben. Der
restliche Teil der im ZP 2016 sistierten Zone für Pferdesport (ca. 0.44 ha)
wurde nicht genehmigt und (wieder) der Landwirtschaftszone zugeordnet.
Im entsprechenden Umfang bleibe auch die Landschafts- und
Uferschutzzone bestehen.
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4. Dagegen erhoben insbesondere A._, B._, C._ und D._
am 14. September 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden und beantragten in der Sache, der
Beschwerdeentscheid und der dazugehörige Genehmigungsentscheid
der Regierung vom 7. August 2018 seien vollumfänglich aufzuheben. Dies
unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das vorinstanzliche Verfahren
und das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren zu Lasten der
Beschwerdegegner.
5. Nach Beiladung der L._ AG, der Durchführung eines doppelten
Schriftenwechsels und Vornahme von Beweiserhebungen wies das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die am 14. September 2018
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 2. Dezember 2019 ab. Die
Gerichtskosten von CHF 9'944.-- auferlegte es zu gleichen Teilen und
unter solidarischer Haftung untereinander den damaligen
Beschwerdeführern. Diese hatten ausserdem die Beigeladene mit
insgesamt CHF 19'472.20 (ohne MWST) aussergerichtlich zu
entschädigen.
6. Mit Urteil 1C_86/2020 vom 22. April 2021, mitgeteilt am 1. Juni 2021, hob
das Bundesgericht das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden R 18 60 vom 2. Dezember 2019 in teilweiser Gutheissung
der dagegen von A._, B._, C._ und D._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) erhobenen Beschwerde vom 10. Februar 2020 auf
und wies die Sache zu neuer Beurteilung im Sinne der Erwägungen an
das Verwaltungsgericht zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab,
soweit es darauf eintrat. Das Bundesgericht hielt in der Erwägung 7 fest,
dass die Abgrenzung des Streitgegenstandes durch die Vorinstanz im
Wesentlichen bundesrechtskonform gewesen sei. Diese habe in der
vorliegend betroffenen Phase II eine Anfechtungsmöglichkeit der
Beschwerdeführer hinsichtlich der in der Phase I genehmigten
Bestandteile der Nutzungsplanung ablehnen dürfen. Soweit die
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Beschwerde ans Bundesgericht diesen Streitgegenstand sprenge, sei
darauf nicht einzutreten. Auch gingen die Rügen der Beschwerdeführer
zum Mitwirkungsverfahren bei der strittigen Planung fehl. Jedoch genüge
die vorinstanzliche Beurteilung der Einzonung von rund 0.58 ha (in die
Zone für Pferdesport) in der Phase II den Anforderungen des
Bundesrechts über den Natur- und Heimatschutz nicht. Ausserdem sei
(durch die Vorinstanz) der Sachverhalt zum Bereich für die
Zufahrtsstrasse gemäss dem GGP 2017 unzureichend abgeklärt worden.
Schliesslich wurde noch festgehalten, dass das angefochtene Urteil (des
Verwaltungsgerichts) zu Unrecht nicht dem Bundesamt für Umwelt
(BAFU) für sich selbst eröffnet worden sei. Demzufolge sei (gestützt auf
Art. 107 Abs. 2 BGG) das angefochtene Urteil aufzuheben und an die
Vorinstanz zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung im
Sinne der vorstehenden Erwägungen zurückzuweisen. Je nach Ergebnis
der Abklärungen zu Alternativstandorten im Rahmen des
Streitgegenstandes und zur Notwendigkeit der Erschliessungslösung
gemäss GGP 2017 werde die Vorinstanz (oder die Kantonsregierung) zu
prüfen haben, ob ein Gutachten oder eine Stellungnahme der ENHK
einzuholen sei. Der diesbezügliche Verfahrensantrag der
Beschwerdeführer müsse daher nicht im bundesgerichtlichen Verfahren
beurteilt werden. Genauso wenig müsse im jetzigen Zeitpunkt auf den
Antrag der Gemeinde betreffend Einholung eines Gutachtens oder
Amtsberichts des Schweizerischen Nationalgestüts eingegangen werden.
Angesichts der Aufhebung des angefochtenen Urteils erübrige es sich, die
weiteren Rügen der Beschwerdeführer zu behandeln. Die Gerichtskosten
von CHF 8'000.-- wurden zu einem Viertel den Beschwerdeführern und zu
Dreiviertel der L._ AG auferlegt. Die Gemeinde und die L._ AG
hatten die Beschwerdeführer reduziert mit je CHF 2'250.-- und somit
insgesamt CHF 4'500.-- für das bundesgerichtliche Verfahren zu
entschädigen.
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7. Mit Schreiben vom 18. Juni 2021 wurde den Beschwerdeführern, dem
Kanton Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegner), der Gemeinde
E._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) sowie der L._ AG
(nachfolgend Beigeladene) die Möglichkeit eingeräumt, sich bis am 8. Juli
2021 zur Frage zu äussern, wie und durch wen die vom Bundesgericht
verlangten Abklärungen zu Alternativstandorten im Rahmen des
Streitgegenstandes und zur Notwendigkeit der Erschliessungslösung
gemäss GGP 2017 konkret vorgenommen werden könnten und welche
Kognition für die erstmalige Beurteilung der Ergebnisse erforderlich sei.
8. Die Beigeladene äusserte sich dazu am 24. Juni 2021 und stellte sich im
Ergebnis auf den Standpunkt, dass die in Ortsplanungssachen
erforderliche Interessenabwägung originär durch den Planungsträger und
somit durch die Beschwerdegegnerin zu erfolgen habe.
9. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich am 25. Juni 2021 primär
dahingehend, dass (aufgrund des Bundesgerichtsentscheids) wohl nichts
anderes übrig bleibe werde, als die Sache zuerst an die Regierung
zurückzuweisen und von dieser sodann zurück an sie.
10. Für den Beschwerdegegner hielt das Departement für Volkswirtschaft und
Soziales (DVS) mit Eingabe vom 6. Juli 2021 fest, dass das Bundesgericht
im Vergleich zu durchaus vergleichbaren Fällen auf eine Rückweisung
gemäss Art. 107 Abs. 2 Satz 2 BGG an die erste Instanz verzichtete habe.
Gleichwohl seien sie der Meinung, dass hier die Gemeinde als
Planungsbehörde vorab über die offenen Fragen befinden müsse und
nicht die Regierung, welche Rechtsmittel- und nicht etwa Planungsinstanz
sei. Denkbar sei aber auch, dass das Verwaltungsgericht die offenen
Punkte abkläre und alsdann einen neuen Entscheid erlasse.
11. Innert erstreckter Frist liessen sich auch noch die Beschwerdeführer am
30. August 2021 vernehmen. In Aufhebung der angefochtenen
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Planungsbeschwerde- und Genehmigungsentscheide vom 7. August
2018 sowie unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das
vorinstanzliche und das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren
zulasten der Beschwerdegegner dränge sich grundsätzlich eine
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin auf. Andererseits führten die
Beschwerdeführer aber auch noch aus, dass aus prozessökonomischen
Gründen im aktuellen Verfahrensstadium vorab eine Rückweisung an die
Regierung angezeigt sei. Dies weil die Kantonsregierung gemäss
bundesgerichtlicher Feststellung den unangefochten gebliebenen
(Genehmigungs-)Entscheid vom 24. Oktober 2017 (Phase I) entgegen der
Verpflichtung in Art. 27 Abs. 2 lit. f NHV dem BAFU nicht rechtsgenüglich
eröffnet habe. Sofern diese Zustellung an das BAFU zwischenzeitlich nicht
erfolgt sei, dürfte diese Phase I gegenüber dem BAFU nach wie vor nicht
rechtskräftig sein. Vor weiteren Schritten in der Phase II sei zunächst die
Phase I vollständig und rechtskonform abzuschliessen. Bei einer
Rückweisung an die Regierung seien auch die Kosten- und
Entschädigungsfolgen im Planungsbeschwerdeverfahren von der
Regierung neu festzulegen.
12. Zu diesen Eingaben liess sich die Beschwerdegegnerin am 2. September
2021 und die Beigeladene am 8. September 2021 vernehmen. Während
die Beschwerdegegnerin feststellte, dass zumindest über das weitere
Vorgehen zwischen den Parteien Einigkeit bestünde, entgegnete die
Beigeladene insbesondere gewissen Ausführungen der
Beschwerdeführer betreffend die weiterhin fehlende Rechtskraft der
Phase I (gegenüber dem BAFU). In diesem Zusammenhang beantragte
sie sinngemäss das Nichteintreten auf die Rüge der Beschwerdeführer,
wonach der Genehmigungsentscheid der Regierung vom 24. Oktober
2017 fehlerhaft sei. Damit seien die (angefochtenen)
Planungsbeschwerde- und Genehmigungsentscheide vom 7. August
2018 betreffend die zusätzlich zur bereits rechtskräftig ausgeschiedenen
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Bauzone (Zone für Pferdesport gemäss Art. 26ter BG) eingezonten ca.
5'000 m2 und den GGP 2017 betreffend Gruppenauslauf, Aussenreitplatz
sowie Zufahrt aufzuheben und die Angelegenheit direkt an die
Beschwerdegegnerin zur Weiterführung des Verfahrens im Sinne der
bundesgerichtlichen Erwägungen zurückzuweisen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in deren Eingaben im
vorliegenden Verfahren wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten ganz oder teilweise gut, kann es reformatorisch
entscheiden, also in der Sache selbst Anordnungen treffen, oder aber
kassatorisch, also den angefochtenen Entscheid bloss aufheben oder die
Angelegenheit an die Vorinstanz oder an die erstinstanzlich verfügende
Behörde zur Neubeurteilung zurückweisen (Art. 107 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110]; vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013,
Rz. 1640; m.w.H. DORMANN, in: NIGGLI/UEBERSAX/
WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 Rz. 12 ff.). Bei einer
Rückweisung sind die Vorgaben, insbesondere die entscheidwesentlichen
Erwägungen, des Bundesgerichts für die Vorinstanz verbindlich bzw. die
mit der Neubeurteilung befasste (kantonale) Instanz hat die rechtliche
Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer
Entscheidung zugrunde zu legen (siehe KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O.,
Rz. 1643; DORMANN, in: NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER,
a.a.O., Art. 107 Rz. 18; vgl. auch BGE 143 IV 214 E.5.3.3 m.H.a. 135 III
334 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 4A_197/2020 vom 10. Dezember
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2020 E.3.2.1 f., 2C_389/2013 vom 26. Oktober 2013 E.2.2.1,
2C_304/2013, 2C_305/2013 vom 22. Oktober 2013 E.2.1 und
2C_1071/2012 vom 7. Mai 2013 E.2).
2.1. Das Bundesgericht gelangte in den Erwägungen 2.1 ff. sowie E.7 des
Urteils 1C_86/2020 vom 22. April 2021 zum Schluss, dass die Abgrenzung
des Streitgegenstandes durch das Verwaltungsgericht im Wesentlichen
bundesrechtskonform erfolgt sei und in der vorliegend betroffenen
Phase II eine Anfechtungsmöglichkeit der Beschwerdeführer hinsichtlich
der anlässlich der Phase I genehmigten Bestandteile der
Nutzungsplanung in zulässiger Weise abgelehnt habe. Ebenso gingen die
Rügen der Beschwerdeführer hinsichtlich der Beschlussfassung auf der
Stufe Gemeinde in der Phase II fehl. Den Vorgaben von Art. 4 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) sei Genüge getan
worden und die Beschwerdeführer brächten nicht substantiiert vor, dass
kantonales Verfahrensrecht in diesem Zusammenhang
bundesrechtswidrig angewendet worden sei (siehe dazu Urteil des
Bundesgerichts 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.3 bis 3.3 und E.7).
2.2. Damit steht fest, dass die Beschwerdeführer im Verfahren R 18 60 weder
im Hinblick auf die gerügten, schwerwiegenden Verfahrensmängel (siehe
Rz. 27 ff. in der Beschwerde vom 14. September 2018) noch auf die
(grossräumige) Standortfestlegung (siehe dazu Rz. 27 ff. in der
Beschwerde vom 14. September 2018) – namentlich im Zusammenhang
mit der in der Phase I genehmigten Einzonung von ca. 1.18 ha in Zone für
Pferdesport – durchzudringen vermochten und das Verwaltungsgericht
somit in diesen Punkten die vorinstanzlichen Entscheide im Ergebnis zu
Recht bestätigt hat.
3.1. Soweit die Beschwerdeführer im bundesgerichtlichen Verfahren rügten,
dass die planerischen Festlegungen hinsichtlich der Redimensionierung
des ursprünglichen Vorhabens die Anforderungen der ENHK nicht
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erfüllten und Art. 6 des Bundesgesetzes über den Natur- und
Heimatschutz (NHG; SR 451) verletzten, stellte das Bundesgericht
eingangs fest, dass infolge der nach dem Inkrafttreten des revidierten
Art. 15 RPG per 1. Mai 2014 erfolgten Einzonungen es sich um die
Erfüllung einer Bundesaufgabe handle. Sollte das Vorhaben das BLN-
Objekt Nr. 1908 bzw. die Schutzziele gemäss ENHK-Gutachten vom
16. Juni 2017 mehr als nur leicht beeinträchtigen, wäre es mangels eines
Interesses von nationaler Bedeutung von vornherein unzulässig. Dabei
schlössen die planerischen Festsetzungen der (vorliegend strittigen)
Phase II an die Einzonung der Phase I an und die sachlich, räumlich und
zeitlich zusammenhängenden Eingriffe in das BLN-Objekt seien gestützt
Art. 6 Abs. 3 der Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften
und Naturdenkmäler (VBLN; SR 451.11) in ihrer Gesamtwirkung zu
beurteilen. Im Rahmen des Streitgegenstandes sei also zu prüfen, ob eine
zusätzliche Einzonung in der Phase II angesichts der (ausserhalb des
Streitgegenstandes liegenden) Einzonung aus der Phase I sich noch im
Rahmen einer höchstens leichten Beeinträchtigung des Schutzobjektes
bewege. Ansonsten müsste es letztlich mit der in der Phase I erfolgten
Einzonung sein Bewenden haben (siehe Urteil des Bundesgerichts
1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.4.1 f. und 4.4).
3.2. Nach der Beurteilung des Bundesgerichts wurden die Anforderungen an
eine gebotene Standortevaluation betreffend die zusätzliche Einzonung in
der Phase II von rund 0.58 ha in die Zone für Pferdesport (durch das
Verwaltungsgericht) nicht erfüllt. Dabei könne betreffend den von der
ENHK angesprochenen Alternativstandort auf dem Gemeindegebiet von
St. Moritz (rund 200 m nordöstlich und ausserhalb des BLN-Objektes)
nicht nur auf die ablehnende Stellungnahme der Gemeinde St. Moritz vom
6. September 2017 verwiesen werden, wobei sich diese Ablehnung auf
die Ansiedlung des ganzen Pferdesportbetriebes bezogen habe.
Vorliegend sei aber zu klären, inwiefern ein teilweises Ausweichen dorthin
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– namentlich für Aussenanlagen – möglich und vorzuziehen sei. Im
Übrigen bringe die beigeladene Projektantin vor Bundesgericht vor, dass
im Rahmen ihres Betriebs zahlreiche Felder als Futtermittelbasis rund um
F._ (bzw. in G._ in einer Distanz von bis zu 10 km) bewirtschaftet
würden, womit auch in dieser Hinsicht als ungenügend abgeklärt
erscheine, ob geeignete Grundstücke anstelle der umstrittenen Einzonung
in Betracht kämen. Dabei seien aber (immerhin) nur ernsthaft in Betracht
fallende Varianten näher zu prüfen und andere Varianten könnten bereits
aufgrund einer summarischen Prüfung ausgeschieden werden (siehe
Urteil des Bundesgerichts 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.2.4 und
4.5.2). Gemäss Bundesgericht, lässt sich auf Basis des
verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 2. Dezember 2019 das Gewicht des
Eingriffs durch die Einzonung der nicht unbedeutenden Fläche von rund
0.58 ha, welche zu bereits ca. 1.18 ha der Zone für Pferdesport
zugewiesenem Land aus der Phase I hinzukomme, nicht genügend
abschätzen. Zu kurz greife die Argumentation des Verwaltungsgerichts,
wonach wesentlich sei, dass mit der Einzonung der Phase II der
Parzellenteil ganz im Westen, der über dem Einschnitt der Strasse liege,
in Nachachtung einer entsprechenden Äusserung der ENHK freigehalten
werde. Das Verwaltungsgericht sei auf die landschaftlichen Qualitäten und
den Schutzbedarf des Geländes beim geplanten Reitplatz und
Gruppenauslauf nicht genügend eingegangen, wobei grundsätzlich
einiges dafür spreche, dass ein Eingriff in einen zentralen freizuhaltenden
Bereich des BLN-Objektes schwer wiege. Bei der Einzonung der Phase II
liege somit möglicherweise eine schwere Beeinträchtigung des BLN-
Objektes vor. Auch wenn der umstrittene Eingriff in das BLN-Objekt nur
von geringfügigem Gewicht sein sollte, fehle es dem angefochtenen Urteil
in dieser Hinsicht an einer genügenden Interessenabwägung. Zwar lasse
sich aufgrund des regionalen Richtplans ein öffentliches Interesse am
Pferdesportbetrieb am Standort ausmachen, doch fehle in Bezug auf den
von den Beschwerdeführern in Frage gestellten Bedarf für die geplanten
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Bauten eine konkrete Bezugnahme auf die Vorgaben des regionalen
Richtplans an die Ausgestaltung des Pferdesportzentrums. Das
Verwaltungsgericht habe nicht geprüft, inwiefern ein öffentliches Interesse
für eine Kumulation von Reithalle und offenem Reitplatz am fraglichen
Standort bestehe. Art. 26ter Abs. 8 des kommunalen Baugesetzes ([BG];
beschlossen von der Gemeindeversammlung am 9. März 2016 und
genehmigt von der Regierung des Kantons Graubünden am 24. Oktober
2017), der die Ausscheidung eines Bereichs für Aussenanlagen wie
Allwetterplatz und Round-Pen in der Zone für Pferdesport ermögliche,
entbinde nicht vom Bestand eines öffentlichen Interesses für solche
Anlagen. Noch weniger sei ein diesbezügliches öffentliches Interesse
gegen das gegenteilige Interesse am Schutz des BLN-Objektes (Gebot
der grösstmöglichen Schonung) abgewogen worden. In dieser Hinsicht sei
auch die Grösse des geplanten offenen Reitplatzes kritisch zu hinterfragen
und in eine Interessenabwägung müssten – wie das BAFU zurecht darlege
– auch die Ergebnisse einer Überprüfung von Alternativstandorten
einfliessen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts sei bereits wegen
Verletzung des Bundesrechts über den Natur- und Heimatschutz bei der
Einzonung der umstrittenen Phase II aufzuheben (siehe Urteil des
Bundesgerichts 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.4.5.3 f.).
3.3. Im Hinblick auf den GGP 2017 erachtete das Bundesgericht die dortige
Festsetzung des Bereichs für die Zufahrtsstrasse, welche teilweise durch
eine (provisorische) Grundwasserschutzzone S2 im Sinne von Art. 20 des
Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20) und
Art. 29 Abs. 2 der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung (GSchV;
SR 814.201) führt, als nicht mit dem Bundesrecht vereinbar. Das
Bundesgericht hielt dazu fest, dass der in der Phase I genehmigte
GEP 2016 eine verkehrsmässige Erschliessung von der Brücke über den
Suvrettabach bei der südöstlichen Parzellenecke eingeführt, aber eine
weitere Erschliessungsmöglichkeit über die bestehende Quartierstrasse
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im Nordwesten beibehalten habe. Beide Zufahrtsmöglichkeiten führten zu
dem in der Phase I der Zone für Pferdesport zugewiesenen Parzellenteil.
Der GGP 2017 setze eine Erschliessung von Südosten her um. Während
das kantonale Amt für Umwelt (ANU) in seiner gewässerschutzrechtlichen
Bewilligung vom 21. Dezember 2018 nach Art. 19 GSchG die Erstellung
und die Änderung von Anlagen sowie Grabungen, Erdbewegungen und
ähnliche Arbeiten in den Zonen S2 und S3 unter Vorbehalt der
Baubewilligung sowie zahlreichen Auflagen bewilligte, weil namentlich
eine andere Zufahrt als von Südosten her mit Tangierung der
(provisorischen) Grundwasserschutzzone S2 geprüft und als nicht möglich
beurteilt wurde, hält das BAFU eine Erschliessung über die bestehende
Quartierstrasse von Norden (bzw. Nordwesten) her für denkbar. Das
Verwaltungsgericht habe sich – soweit ersichtlich – nicht mit den
Erschliessungsmöglichkeiten gemäss GEP 2016 befasst. Es sei somit
wohl ebenfalls von einer Unmöglichkeit einer Zufahrt von Nordwesten her
ausgegangen. In diesem Punkt beruhe das Urteil hinsichtlich des
gebotenen Standortnachweises (für eine Zufahrt von Südosten her mit
Tangierung der [provisorischen] Grundwasserschutzzone S2) auf einer
ungenügenden Abklärung des Sachverhalts gemäss Art. 97 Abs. 1 BGG.
Für eine umfassende Interessenabwägung zu der nach dem GGP 2017
absehbar notwendigen gewässerschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung
seien die sachverhaltlichen Grundlagen nicht erstellt. Die Vorinstanz hätte
sich nicht mit der positiven Beurteilung durch das ANU begnügen dürfen.
Vielmehr hätte bei der Überprüfung des GGP 2017 in den Grundzügen
beurteilt werden müssen, ob ein überwiegendes Interesse für eine
gewässerschutzrechtliche Ausnahmebewilligung (im Sinne von Art. 19
Abs. 2 GSchG i.V.m. Art. 32 und Anhang 4 Ziffer 222 lit. a GSchV)
gegeben sei. Dabei sei die gemäss GEP 2016 offenstehende
Alternativerschliessung mit einer Zufahrt über die bestehende
Quartierstrasse einzubeziehen, weil letztere ohne eine solche
gewässerschutzrechtliche Ausnahmebewilligung auskomme. Auf weitere
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Überprüfungen der Festlegungen im GGP 2017 verzichtete das
Bundesgericht im jetzigen Verfahrensstand (siehe zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts 1C_86/2020 vom 22. April 2021 E.5.2 ff.).
3.4. Nach den verbindlichen Vorgaben des Bundesgerichts genügte also die
Beurteilung des Verwaltungsgerichts zur Einzonung von rund 0.58 ha auf
der Parzelle 347 in die Zone für Pferdesport nicht den Anforderungen des
Bundesrechts über den Natur- und Heimatschutz (siehe vorstehende
Erwägungen 3.1 f.). Ausserdem ist der Sachverhalt zum Bereich für die
Zufahrtsstrasse im GGP 2017 unzureichend abgeklärt (siehe vorstehende
Erwägung 3.3). Das Bundesgericht wies dementsprechend die
Angelegenheit unter Aufhebung des angefochtenen Urteils zur Ergänzung
des Sachverhalts und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an
das Verwaltungsgericht zurück. Weiter hielt das Bundesgericht fest, dass
je nach Ergebnis der Abklärungen zu Alternativstandorten im Rahmen des
Streitgegenstandes und zur Notwendigkeit der Erschliessungslösung
gemäss GGP 2017 die Vorinstanz (oder die Kantonsregierung) zu prüfen
haben, ob ein Gutachten oder eine Stellungnahme der ENHK einzuholen
sei. Zum konkreten Vorgehen, wie das Verwaltungsgericht bei dieser als
notwendig erachteten Sachverhaltsergänzung vorzugehen habe, schwieg
sich das Bundesgericht hingegen aus.
3.5. Wie den Parteien mit Schreiben vom 18. Juni 2021 bereits angekündigt,
sind aufgrund des bundesgerichtlichen Urteils – im Rahmen des
bundesgerichtlichen Streitgegenstandes – also weitere Abklärungen zu
Alternativstandorten betreffend die in der Phase II zur Diskussion
stehenden Einzonung von rund 0.58 ha in der Zone für Pferdesport,
namentlich in Bezug auf die Aussenflächen und -anlagen, sowie auch zur
Notwendigkeit einer Erschliessung der Pferdesportzentrums gemäss
Vorgaben des GGP 2017 von Südosten her erforderlich. Die
Rückmeldungen der Parteien zum weiteren Vorgehen gehen
grundsätzlich in die Richtung, dass die notwendigen
- 17 -
Sachverhaltsabklärungen und die damit untrennbar verbundenen
Abwägungsentscheidungen nur durch die zuständige Planungsbehörde
vorgenommen werden könnten (siehe dazu die Stellungnahme der
Beigeladenen vom 24. Juni 2021, die Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin vom 25. Juni 2021, die Stellungnahme des
Beschwerdegegners vom 6. Juli 2021 und auch die Stellungnahme der
Beschwerdeführer vom 30. August 2021). Der Beschwerdegegner bringt
vor, dass die Gemeinde als zuständige Planungsbehörde vorgängig über
die erforderlichen Abklärungen zu Alternativstandorten und
Erschliessungslösungen zu befinden habe. Die Regierung sei hingegen
Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz, wobei sie sich bei der
Überprüfung von lokalen Anliegen, bei deren Wahrnehmung Sachnähe,
Ortskenntnisse und örtliche Demokratie von Bedeutung seien und keine
wichtigen kantonalen oder eidgenössischen Interessen zur Debatte
stünden, zurückzuhalten habe. Zugleich wurde aber auch darauf
hingewiesen, dass das Bundesgericht auf die gemäss Art. 107 Abs. 2
Satz 2 BGG grundsätzlich mögliche Rückweisung an die erste Instanz im
Vergleich zu anderen, durchaus vergleichbaren Fällen verzichtet habe.
Dazu ist zu bemerken, dass das Bundesgericht sich nicht spezifisch dazu
geäussert hat, weshalb es auf eine direkte Rückweisung an die erste
Instanz bzw. die Beschwerdegegnerin als Planungsbehörde verzichtet hat
und weshalb speziell das Verwaltungsgericht für die ergänzenden
Abklärungen zwingend zuständig sein soll. Die Beschwerdegegnerin führt
im Wesentlichen aus, dass wohl nichts anderes übrigbleibe, als die Sache
vom Verwaltungsgericht zunächst an die Regierung zurückgewiesen
werde und von dieser dann an die Gemeinde, damit diese dann
ordnungsgemäss die Bereinigung der zur Diskussion stehenden
projektbezogenen Nutzungsplanung vornehmen könne. Die mit dem
Bundesgerichtsentscheid verbundenen Änderungen seien dermassen
gravierend, dass der diesbezügliche Entscheid nicht bei der Regierung
und erst Recht nicht beim Verwaltungsgericht verbleiben könne.
- 18 -
3.6. Der Verzicht des Bundesgerichts auf eine direkte Rückweisung an die
erste Instanz gemäss Art. 107 Abs. 2 Satz 2 BGG steht einer
Weiterverweisung der Abklärungsaufträge seitens des
Verwaltungsgerichts an die Beschwerdegegnerin, welche gemäss Art. 3
und Art. 22 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.000) die zuständige Planungsbehörde ist,
nicht entgegen. Nach Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) kann das
Verwaltungsgericht reformatorisch oder kassatorisch entscheiden. Art. 56
Abs. 3 in fine VRG beschränkt die Rückweisungsbefugnis des
Verwaltungsgerichts nach seinem Wortlaut nicht auf die direkte
Vorinstanz, sondern es kann aufgrund der Umstände des konkreten
Einzelfalls entscheiden, an welche Instanz die Sache zurückzuweisen ist
(siehe auch Botschaft der Regierung des Kantons Graubünden an den
Grossen Rat vom 30. Mai 2006 zur Optimierung der kantonalen
Gerichtsorganisation [Justizreform], Heft Nr. 6/2006-2007, S. 553).
Vorliegend amtet das Verwaltungsgericht als zweite kantonale
Rechtsmittelinstanz, womit in solchen raumplanungsrechtlichen
Angelegenheiten bloss die (ordentliche) Kognition nach Art. 51 Abs. 1
VRG gilt. Als erste Rechtsmittelinstanz im Sinne von Art. 33 Abs. 3 lit. b
RPG amtete die Regierung, da sie vorliegend nicht bloss Genehmigungs-,
sondern auch (erste) Beschwerdeinstanz gemäss Art. 101 Abs. 1 KRG
war. Dabei steht ihr grundsätzlich die volle Überprüfungsbefugnis zur
Verfügung (siehe Art. 101 Abs. 3 KRG), auch wenn sie sich
rechtsprechungsgemäss ihrer Funktion als Rechtsmittelbehörde bewusst
sein darf. Denn sie ist namentlich in Ermessensfragen nicht
Planungsbehörde. Demnach überprüft das Verwaltungsgericht aber nur
den Sachverhalt und Rechtsfragen frei. Der Prüfungsumfang beschränkt
sich bezüglich der Ermessensausübung hingegen auf eine
Rechtskontrolle, das heisst insbesondere auf die Prüfung, ob die
Ermessensausübung mit Rechtsfehlern im Sinne der
- 19 -
Ermessensüberschreitung bzw. eines Ermessensmissbrauchs behaftet ist
(vgl. zum Ganzen Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden [VGU] R 20 2 vom 15. Dezember 2020 E.2, R 18 69 vom
7. Januar 2020 E.2, R 17 44 vom 2. Dezember 2019 E.1.2, R 17 50 vom
2. Dezember 2019 E.1.2, R 17 63 vom 14. November 2017 E.4a f., R 16
51 vom 10. Januar 2017 E.1b und R 14 3 vom 21. Oktober 2014 E.2d
m.w.H.; vgl. auch zur Frage der im Lichte von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG
nötigen Kognition der zweiten kantonalen Rechtsmittelinstanz: Urteil des
Bundesgerichts 1C_229/2019 vom 27. August 2020 E.3.2). Auch wenn bei
konkreten Regelungen einzelner Aspekte der
(Gesamt-)Interessenabwägung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 RPG und Art. 3
der eidgenössischen Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) durch
positives Verfassungs- oder Gesetzesrecht vorgängig die Vereinbarkeit
eines Vorhabens oder einer planerischen Festsetzung mit diesen
Bestimmungen (als Beantwortung bzw. Auslegung einer Rechtsfrage) zu
prüfen ist (siehe BGE 146 II 347 E.3.5 und 134 II 97 E.3.1), ist sowohl die
vom Bundesgericht verlangte Prüfung des (grundsätzlichen) Bedarfs für
die Aussenflächen und -anlagen sowie von Alternativstandorten im
Zusammenhang mit der zusätzlichen Einzonung von rund 0.58 ha wie
auch die bei einem nur geringfügigen Eingriff im Sinne von Art. 6 Abs. 1
VBLN in das BLN-Objekt gebotene, umfassende und gesamthafte
Interessenabwägung im Hinblick auf deren relative Gewichtung bzw.
Beurteilung und Optimierung der Interessen nicht ermessensfrei
durchführbar. Zwar hat das Bundesgericht die Interessenabwägung auch
schon generell als Rechtsfrage qualifiziert (siehe BGE 146 II 97 E.3.5 und
145 II 70 E.3.2; Urteile des Bundesgerichts 1C_442/2019 vom 17. Juni
2020 E.2.4, 1C_248/2019 vom 3. Februar 2020 E.3.3 und 1C_528/2018,
1C_530/2018 vom 17. Oktober 2019 E.4.4; siehe auch TSCHANNEN, in:
AEMISEGGER/MOOR/RUCH/TSCHANNEN, Praxiskommentar RPG: Richt- und
Sachplanung, Interessenabwägung, Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 3
Rz. 41), andererseits aber auch unterschieden, ob es um die Frage nach
- 20 -
der vollständigen Erfassung der Interessen oder der relativen Gewichtung
von potenziell widerstreitenden Interessen gehe. Ersteres sei Rechtsfrage,
das zweite hingegen weitgehend Ermessenfrage (siehe Urteile des
Bundesgerichts 1C_460/2020 vom 30. März 2021 E.4.2.4, 1C_270/2019
vom 27. Februar 2020 E.3.2, 1A.9/2007 vom 4. Dezember 2007 E.3.4 und
1A.79/2002 vom 25. April 2003 E.6.1). Angesichts des vorstehend
dargestellten Kognitionsgefälles zwischen der Planungs- und der
kantonalen Rechtsmittelbehörden, ist somit einzig die
Beschwerdegegnerin für die vom Bundesgericht verlangten Abklärungen
und erstmaligen (Wertungs-)Entscheide im Zusammenhang mit der
zusätzlichen Einzonung von rund 0.58 ha in der Phase II sowie der
Festlegungen des GGP 2017 betreffend die von Südosten her geführte
Zufahrt prädestiniert (vgl. dazu auch DORMANN, in:
NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER, a.a.O., Art. 107 Rz. 17,
wonach eine Rückweisung an die erste Instanz namentlich dann in Frage
komme, wenn diese über einen weiten Ermessensspielraum verfüge).
SPÜHLER geht davon aus, dass eine direkte Rückweisung an die erste
Instanz durch das Bundesgericht in Anwendung von Art. 107 Abs. 2 Satz 2
BGG dann sinnvoll ist, wenn das Bundesgericht abschätzen könne, dass
die Vorinstanz die Sache höchst wahrscheinlich ihrerseits weiter
zurückweisen werde, weil beispielsweise umfangreiche
Beweiserhebungen notwendig seien (siehe SPÜHLER, in
SPÜHLER/AEMISEGGER/DOLGE/VOCK, Praxiskommentar zum
Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 107 Rz. 6). Er
geht also implizit ebenfalls davon aus, dass eine bundesgerichtliche
Rückweisung an die direkte Vorinstanz diese nicht zwingend an einer
weiteren Rückweisung hindert, solange sie die rechtliche Beurteilung des
Bundesgerichts ihrer Entscheidung zugrunde legt. Vorliegend also – unter
Berücksichtigung der Vorgaben des eidgenössischen Natur-,
Heimatschutz- und Gewässerschutzrechts – den weiteren
Abklärungsbedarf hinsichtlich der zusätzlichen Einzonung in der Phase II
- 21 -
sowie der im GGP 2017 vorgesehenen Erschliessungslösung. Abhängig
von den Ergebnissen wird sowohl im Hinblick auf den zusätzlichen
Einzonungsbedarf im Rahmen der Phase II als auch die gesamten
Festsetzungen des GGP 2017 (inkl. Dimensionierung und
Nutzungsfestlegung der Bauten und Anlagen sowie der Flächenbereiche)
sich wohl auch noch die Frage nach einer erneuten Konsultation der ENHK
stellen. Eine solche Beurteilung wird sich – aufgrund der
bundesgerichtlichen Erwägungen – wohl sicher dann aufdrängen, wenn
hinsichtlich der Dimensionierung der Bauten und Anlagen sowie der
(Nutzungs-)Flächen, deren Anordnung sowie der betrieblichen
Ausgestaltung des Pferdesportbetriebs (umfassend auch die in Art. 26ter
Abs. 4 und 5 BG vorgesehene Tierarztpraxis und die Wohnräume)
gestützt auf eine Fachbeurteilung betreffend Pferdehaltung keine weitere
Redimensionierung oder Verlegung des Vorhabens in Frage kommt.
4.1. Auch nach Ansicht der Beschwerdeführer können die ergänzenden
Abklärungen alleine durch die Beschwerdegegnerin als zuständige
Planungsbehörde vorgenommen werden. Das Ergebnis dieser
Abklärungen ermöglicht nach der beschwerdeführerischen Ansicht
überhaupt erstmals sowie unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte und
Interessen einen sorgfältigen Entscheid des Gemeindevorstands, ob und
in welcher Form an der strittigen Planung festgehalten werde. Zugleich
verlangen sie aber gleichzeitig, dass aus prozessökonomischen Gründen
vorab eine Rückweisung an die Regierung zu erfolgen habe. Denn das
Bundesgericht habe festgestellt, dass der unangefochten gebliebene
(Genehmigungs-)Entscheid vom 24. Oktober 2017 betreffend die Phase I
in Verletzung der gesetzlich verankerten Pflicht von Art. 27 Abs. 2 lit. f der
eidgenössischen Verordnung über den Natur- und Landschaftsschutz
(NHV, SR 451.1) dem BAFU nicht rechtsgenüglich mitgeteilt worden sei.
Sollte diese Zustellung zwischenzeitlich nicht erfolgt sein, dürfte die
Phase I (der Teilrevision der Ortsplanung) gegenüber dem BAFU nach wie
- 22 -
vor nicht rechtskräftig sein. Weil das BAFU in seiner Stellungnahme vom
9. Juli 2020 sich generell kritisch zur Ortsplanungsrevision geäussert
habe, sei eine (nachträgliche) Beschwerde des BAFU gegen den
Genehmigungsentscheid vom 24. Oktober 2017 betreffend die Einzonung
in der Phase I nicht ausgeschlossen und angesichts der kritischen
Erwägungen des Bundesgerichts auch erfolgsversprechend. Vor weiteren
Schritten in der Phase II müsse zunächst die Phase I vollständig und
rechtskonform abgeschlossen werden.
4.2. Die Beigeladene stellte in ihrer Eingabe vom 8. September 2021 in
Abrede, dass für das BAFU noch eine Rechtsmittelfrist an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden im Sinne von Art. 52 VRG
gegen den Genehmigungsbeschluss vom 24. Oktober 2017 laufe. Das
BAFU habe sich am 9. Juli 2020 im Rahmen des bundesgerichtlichen
Verfahrens 1C_86/2020 zur Ortsplanungsrevision geäussert. Spätestens
in diesem Zeitpunkt habe es Einblick in die Verfahrensakten vor
Bundesgericht gehabt und vom (Genehmigungs-)Entscheid vom
24. Oktober 2017 Kenntnis genommen, nehme es doch in seiner
Stellungnahme selbst darauf Bezug. Spätestens ab dem Zeitpunkt hätte
es gegen den aus der Sicht BAFU mangelhaft eröffneten Entscheid beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden führen können und – wollte
es ihn nicht in Rechtskraft erwachsen lassen – auch müssen. Weder aus
Art. 52 VRG, Art. 102 KRG, Art. 33 RPG noch Art. 112 Abs. 4 BGG oder
Art. 1 lit. c der Verordnung über die Eröffnung letztinstanzlicher kantonaler
Entscheide in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten könne gefolgert
werden, dass bei mangelhafter Eröffnung die Beschwerdefrist überhaupt
nicht zu laufen beginne, selbst wenn der Adressat von der Verfügung
Kenntnis erhalten habe. Dem BAFU wäre es angesichts der konkreten
Umstände (und der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung;
BGE 102 Ib 91) durchaus zumutbar gewesen, spätestens mit der Eingabe
an das Bundesgericht vom 9. Juli 2020 beim Verwaltungsgericht des
- 23 -
Kantons Graubünden gegen den (Genehmigungs-)Entscheid vom
24. Oktober 2017 Beschwerde einzulegen. Weil das BAFU darauf aber
verzichtet habe, sei die Ortsplanungsrevision Phase I auch gegenüber
dem BAFU in Rechtskraft erwachsen. Konsequenterweise trete das
Verwaltungsgericht im neuerlich zu erlassenden Entscheid auf die Rüge
der Beschwerdeführer, wonach der Genehmigungsentscheid der
Regierung vom 24. Oktober 2017 fehlerhaft sei, nicht ein. Der
Genehmigungsentscheid vom 7. August 2018 betreffend die zur bereits
rechtskräftig ausgeschiedenen Bauzone zusätzlich eingezonten ca.
5'000 m2 und den Gestaltungsplan betreffend Gruppenauslauf und
Aussenreitplatz sowie Zufahrt sei aufzuheben und die Angelegenheit
direkt an die Gemeinde E._ zur Weiterführung im Sinne der
bundesgerichtlichen Erwägung zurückzuweisen. Ein neuerlicher
Entscheid der Regierung des Kantons Graubünden betreffend Phase II
bedürfe es nicht, hinsichtlich Phase I angesichts dessen Rechtskraft
ohnehin nicht.
4.3. Das Bundesgericht hielt im Zusammenhang mit der durch das
Verwaltungsgericht vorgenommenen Zustellung des Urteils vom
2. Dezember 2019 an die "Eidgenössische Natur- und
Heimatschutzkommission (ENHK), c/o Bundesamt für Umwelt (BAFU),
3003 Bern" fest, dass der Kritik des BAFU zugestimmt werden könne. Das
BAFU hatte in seiner Stellungnahme vom 9. Juli 2020 in Bezug auf das
Thema "Natur- und Landschaftsschutz" darauf hingewiesen, dass es sich
bisher weder explizit noch implizit zum Projekt geäussert habe. Es habe
keine Kenntnis über das Projekt gehabt, obwohl gemäss Art. 27 Abs. 2 lit. f
NHV die zuständigen Behörden dem BAFU Verfügungen mit
Genehmigungen von Nutzungsplanungen mitzuteilen hätten, wenn
Landschaften, Naturdenkmäler, Biotope und Moorlandschaften von
nationaler Bedeutung beeinträchtigt würden. Eine Mitteilung an die ENHK
gelte nicht bereits als Mitteilung an das BAFU, auch wenn das BAFU
- 24 -
gestützt auf Art. 24 Abs. 3 NHG (recte Art. 24 Abs. 4 NHV) das Sekretariat
der vom BAFU unabhängigen Kommission führe. Diese Ausführungen
stehen wohl im Zusammenhang mit den Überlegungen des
Verwaltungsgerichts in den Erwägung 4.4.2, 5.4 und 5.5.3 des Urteils R 18
60 vom 2. Dezember 2019, wonach weder von Seiten der informierten
ENHK noch des BAFU das Vorgehen vom 24. Oktober 2017 mit einer
Teilgenehmigung des ZP 2016 mit Bestätigung des grossräumigen
Standortes, der Festsetzung der zulässigen Bauten, Anlagen und
Nutzungen (Tiermedizinpraxis sowie Wohnnutzungen im Zusammenhang
mit dem Reitbetrieb bzw. der Tierarztpraxis) gemäss dem genehmigten
Art. 26ter BG sowie Rückweisung des GGP 2016 zur Überarbeitung sowie
auch die vorliegend strittige Genehmigung des GGP 2017 vom 7. August
2018 beanstandet worden sei. Das Bundesgericht führte in diesem
Zusammenhang aus, dass gemäss Art. 12g Abs. 2 i.V.m. Art. 12 NHG das
zuständige Bundesamt zur Beschwerde gegen kantonale Verfügungen
berechtigt sei, wobei es die Rechtsmittel des eidgenössischen und
kantonalen Rechts erheben könne. Dem BAFU stehe diese
Beschwerdebefugnis für den Natur- und Landschaftsschutz zu. Zur
Ausübung dieses Beschwerderechts seien die Bundesbehörden auf die
Mitteilung von kantonalen Entscheiden angewiesen, wobei gemäss
Art. 112 Abs. 4 BGG und Art. 1 lit. c der Verordnung über die Eröffnung
letztinstanzlicher kantonaler Entscheide in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten (SR 173.110.47) solche Entscheide – vorliegend also
das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 2. Dezember 2019 – den
beschwerdeberechtigten Bundesbehörden zu eröffnen seien. Die ENHK
sei ein unabhängiges, beratendes Fachorgan des Bundes. Die
Sekretariatsführung durch das BAFU sei damit grundsätzlich vereinbar.
Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Wahrnehmung der
Beschwerdebefugnis gemäss Art. 12g Abs. 2 NHG des BAFU durch "die
direkte Zustellung" eines Entscheides an die ENHK beeinträchtigt werde,
sei es nötig, kantonal letztinstanzliche Entscheide jeweils dem BAFU
- 25 -
direkt und unabhängig von einer allfälligen Zustellung an die ENHK
mitzuteilen. Aus Art. 27 Abs. 2 lit. f NHV, wonach die
Genehmigungsbehörde nach Art. 26 RPG dem BAFU Genehmigungen
von Nutzungsplanungen mitzuteilen seien, wenn Landschaften,
Naturdenkmäler, Biotope und Moorlandschaften von nationaler
Bedeutung beeinträchtigt würden, ergebe sich nichts anderes. Auch wenn
Art. 27 Abs. 3 NHV vorsehe, dass solche Entscheide (bei Vorhaben im
Sinne von Art. 2 NHG) auf entsprechendes Begehren der mitwirkenden
ENHK mitzuteilen seien, ändere dies nichts an der Pflicht zur Eröffnung an
das BAFU (siehe zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1C_86/2020 vom
22. April 2021 E.6.1 f. und 7).
4.4. Aus der Argumentation der Beschwerdeführer, wonach zuerst die Phase I
vollständig und rechtskonform abzuschliessen sei und somit vorab eine
Rückweisung an den Beschwerdegegner aus prozessökonomischen
Gründen angezeigt sei, können sie keine Verpflichtung des
Verwaltungsgerichts zur vorgängigen Rückweisung der Angelegenheit an
die Regierung ableiten. Denn das Bundesgericht beurteilte im Verhältnis
zu den Beschwerdeführern die Abgrenzung des Streitgegenstandes im
kantonalen Verfahren, namentlich die teilweise Genehmigung der
Einzonung der Parzelle 347 im nordöstlichen Bereich in die Zone für
Pferdesport und somit auch die grossräumige Festlegung (zumindest)
eines Teils des Pferdesportzentrums in Übereinstimmung mit dem Eintrag
im Regionalen Richtplan, als im Wesentlichen bundesrechtskonform.
Damit ist für das Verwaltungsgericht der mögliche Streitgegenstand auch
für das vorliegende Verfahren gegenüber den Beschwerdeführern
verbindlich fixiert, auch wenn das Urteil R 18 60 vom 2. Dezember 2019
infolge der Kassation durch das Bundesgericht in diesem Punkt formell
nicht in Rechtskraft erwachsen konnte (vgl. BGE 135 III 334 E.2.1; Urteile
des Bundesgerichts 4A_197/2020 vom 10. Dezember 2020 E.3.2.1 f. und
3.7.1 ff, 6B_16/2016 vom 28. Dezember 2016 E.2.3.2 und 6B_1302/2015
- 26 -
vom 28. Dezember 2016 E.3.2.2; DORMANN, in: NIGGLI/UEBER-
SAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER, a.a.O., Art. 107 Rz. 18). Das
Bundesgericht machte dem Verwaltungsgericht hinsichtlich einer
nachträglichen Eröffnung des Genehmigungsbeschlusses vom
24. Oktober 2017 betreffend die Phase I an die eigene Adresse des BAFU
aber keine Vorgaben bzw. äusserte sich dazu in der Konklusion des Urteils
überhaupt nicht. Das Bundesgericht konstatierte in der Erwägung 7 denn
auch nur, dass das angefochtene Urteil R 18 60 vom 2. Dezember 2019
zu Unrecht nicht dem BAFU für sich selbst eröffnet worden sei.
Anweisungen an das Verwaltungsgericht betreffend die nicht korrekte
Mitteilung des verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 2. Dezember 2019
lassen sich dem Urteil des Bundesgerichts ebenso wenig entnehmen und
sind nach der Aufhebung des Urteils R 18 60 vom 2. Dezember 2019
durch das Bundesgericht ohnehin nicht angezeigt. Namentlich erscheint
eine Nachholung der Eröffnung des aufgehobenen Urteils an das BAFU
also sinnlos. Damit besteht für das Verwaltungsgericht aber auch keine
Verpflichtung zur zwingenden Rückweisung der vorliegenden Sache an
die Regierung mit der Anweisung, den Genehmigungsentscheid vom
24. Oktober 2017 betreffend die Phase I dem BAFU für sich selbst zu
eröffnen und vor einem weiteren Entscheid betreffend die Phase II die
(allenfalls noch ausstehende) Rechtskraft der Phase I auch gegenüber
dem BAFU abzuwarten. Wie die Regierung mit der – sich ausserhalb des
Streitgegenstandes des vorliegenden Verfahrens befindlichen – Frage der
Folgen einer Missachtung von Art. 27 Abs. 2 lit. f NHV im Hinblick auf die
Rechtkraft des Genehmigungsbeschlusses vom 24. Oktober 2017
betreffend die Phase I gegenüber dem BAFU umgehen will, obliegt deren
Beurteilung, ohne dass eine Rückweisung der vorliegenden Sache an die
Regierung erforderlich wäre.
5. Auch wenn die Beschwerdegegnerin – ohne spezifische Begründung dazu
– eine Rückweisung vorab an die Regierung und dann von dieser weiter
- 27 -
an sie vorschlägt, rechtfertigt sich somit in der vorliegenden Angelegenheit
doch die Rückweisung in der Sache direkt an die Beschwerdegegnerin,
damit sie gemäss den bundesgerichtlichen Erwägungen ergänzende
Abklärungen trifft und gestützt darauf über das weitere Vorgehen
entscheidet. Dazu gehören namentlich die (nochmalige) Überprüfung des
Einzonungsbedarfs von rund 0.58 ha im südwestlichen Bereich der
Parzelle 347 aufgrund der dort im GGP 2017 vorgesehenen
Aussenflächen und -anlagen und damit zusammenhängend allfällige
Alternativstandorte dafür. Ebenso ist der im GGP 2017 festgesetzte
"Bereich Erschliessung/Parkierung" von Südosten her, welcher teilweise
durch eine (provisorische) Grundwasserschutzzone S2 führen soll auf
Basis der Festlegungen des GEP 2016, namentlich im Hinblick auf eine
alternative Erschliessung über die bestehende Quartierstrasse von
Nordwesten her, noch einmal unter Einbezug der zuständigen Fachstelle
zu überprüfen. Abhängig von den Abklärungsergebnissen wird sowohl im
Hinblick auf den zusätzlichen Einzonungsbedarf im Rahmen der Phase II
als auch die gesamten Festsetzungen des GGP 2017 (inkl.
Dimensionierung und Nutzungsfestlegung der Bauten und Anlagen sowie
der Flächenbereiche) sich auch die Frage nach einer erneuten
Konsultation der ENHK hinsichtlich der Auswirkung des
(redimensionierten) Projektes auf das BLN-Objekt Nr. 1908 stellen. Dafür
sind der Planungsbeschwerde- und Genehmigungsentscheid, jeweils vom
7. August 2018 aufzuheben. Damit befände sich das Phase II-Verfahren
auf Teilrevision der Ortsplanung von E._ formell wieder in der
Situation, in welchem es sich nach dem Beschluss der
Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2017 und vor der
(Planungs-)Beschwerdeauflage im Sinne von Art. 48 Abs. 4 KRG sowie
der Einleitung des Genehmigungsverfahrens gemäss Art. 49 KRG und
Art. 14 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden
(KRVO; BR 801.110) befand.
- 28 -
6. Mit der Aufhebung des Planungsbeschwerdeentscheides vom 7. August
2018 in der Beschwerdeangelegenheit J._ ist auch über die Kosten
und Entschädigungen in diesem Planungsbeschwerdeverfahren vor der
Regierung nach Massgabe der regierungsrätlichen Praxis sowie der
bundesgerichtlichen Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit neu zu
entscheiden. Denn die Beschwerdeführer hatten bereits in ihrer
Beschwerde vom 14. September 2018 die Auferlegung der Kosten des
vorinstanzlichen Planungsbeschwerdeverfahrens an den
Beschwerdegegner und die Beschwerdegegnerin verlangt. Ebenso hatten
sie eine Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren beantragt.
Diese Begehren wiederholten sie in ihrer Eingabe vom 30. August 2021.
Die Beigeladene stellt sich in der Eingabe vom 8. September 2021 auf den
Standpunkt, dass das Verwaltungsgericht die Kosten "dieses Verfahrens"
selbst verlegen könne. Dabei sei zu berücksichtigen, dass auf einen Teil
der Rechtsbegehren der Beschwerdeführer bereits vor der Regierung
nicht eingetreten worden sei. Dies sei bei der Auferlegung von
Verfahrenskosten und der Zusprechung einer allfälligen ausseramtlichen
Entschädigung zu berücksichtigen. Denn die Beschwerdeführer seien
weder vor der Regierung noch vor dem Verwaltungsgericht noch vor dem
Bundesgericht vollumfänglich durchgedrungen. So sei die Phase I der
Ortsplanungsrevision betreffend die Ausscheidung von 1.1 ha Zone für
Pferdesport in Rechtskraft erwachsen. Der Beschwerdegegner äussert
sich in seiner Vernehmlassung vom 6. Juli 2021 nicht zur Kosten- und
Entschädigungsfrage für das vorinstanzliche
Planungsbeschwerdeverfahren. Auch nachdem mit Schreiben vom
1. September 2021 die Vernehmlassungen den Parteien gegenseitig
zugestellt worden waren, äusserte sich der Beschwerdegegner nicht dazu.
Gemäss Art. 73 Abs. 3 VRG kann die Rechtsmittelbehörde bei Aufhebung
eines Entscheides über die Zuteilung der Kosten des Verfahrens vor der
Vorinstanz entscheiden. Vorliegend ist die Neufestlegung der Kosten- und
Entschädigungsfolge für die Beschwerdeangelegenheit J._ aber
- 29 -
wiederum erstinstanzlich durch die Regierung des Kantons Graubünden
vorzunehmen, womit die Sache insoweit gestützt auf Art. 56 Abs. 3 VRG
an diese zurückzuweisen ist (vgl. auch VGU R 06 21 vom 16. Juni 2006
E.2b).
7.1. Schliesslich ist auch noch über die Kosten- und Entschädigungsregelung
für das verwaltungsgerichtliche Verfahren R 18 60 zu befinden. Gemäss
Art. 73 Abs. 1 VRG hat in einem Rechtsmittel- oder Klageverfahren in der
Regel die unterliegende Partei die Kosten zu Tragen. Mehrere Parteien
tragen ihre Kosten zu gleichen Teilen, soweit die Behörde nichts anderes
entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Nimmt eine beigeladene Dritte am
Verfahren teil, stehen ihr zwar die gleichen Rechte wie den Hauptparteien
zu, sie kann im Gegenzug aber auch mit Kosten belegt werden (siehe
Art. 40 Abs. 2 VRG). Namentlich aus dieser Gleichstellung in den
Parteirechten leitet die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung auch
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG
im Falle des Obsiegens ab (vgl. dazu etwa VGU R 17 44 vom 2. Dezember
2019 E.28.3.2, R 17 46 vom 2. Dezember 2019 E.18.3, U 17 8, U 16 5
vom 19. April 2018 E.11.3.1, R 15 86 vom 2. Februar 2017 E.8c, R 13 134
vom 1. Oktober 2013 E.9b sowie R 07 29 vom 12. Oktober 2007 E.4a). In
Art. 78 Abs. 1 VRG wird nämlich vom Oberbegriff der unterliegenden bzw.
obsiegenden "Partei" gesprochen, während in Art. 40 Abs. 2 erster Satz
VRG der Begriff der "Hauptpartei" im Verhältnis zu den Beigeladenen
verwendet wird. Daraus ist zu folgern, dass auch die Beigeladene insoweit
zu den Parteien im Sinne von Art. 78 Abs. 1 VRG zu zählen ist. Für die
Verpflichtung zur Leistung einer Parteientschädigung kann nicht anderes
gelten (vgl. etwa VGU R 20 10 vom 11. März 2020). In diesem
Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht im
Urteil 1C_86/2020 vom 22. April 2021 festgehalten hat, dass die Situation
der Beigeladenen als Projektantin in einer solchen Nutzungsplanung jener
einer notwendigen Gegenpartei nahe komme, wobei sie sich auch
- 30 -
tatsächlich wie eine Partei verhalten habe. Sie habe Anträge gestellt und
sei aus vermögenwerten Interessen für den Bestand der umstrittenen
Nutzungsplanung eingetreten. Dementsprechend betrachtete sie das
Bundesgericht für die Kostenverlegung für das bundesgerichtliche
Verfahren als teilweise unterliegende Partei, auch wenn übrigen
Verfahrensbeteiligten nach Art. 102 Abs. 1 BGG grundsätzlich keine
Parteistellung zukomme (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_86/2020
vom 22. April 2021 E.8). Der Kanton Graubünden (Regierung) amtete
vorliegend als Planungsbeschwerde- und Genehmigungsbehörde im
Sinne von Art. 26 RPG bzw. Art. 49 und Art. 101 Abs. 1 KRG. In diesem
Zusammenhang ist festzuhalten, dass der Kanton bzw. die Regierung in
dieser Eigenschaft in der Regel keine Verfahrenskosten zu tragen hat und
auch nicht entschädigungspflichtig wird (vgl. dazu etwa VGU R 20 33 vom
16. Juni 2020, R 09 109 vom 2. März 2010 E.3, R 07 116 vom 26. August
2008 E.3b und R 07 58 vom 11. September 2007 E.3).
7.2. Wie in der vorstehenden Erwägung 2.1 bereits erwähnt, stützte das
Bundesgericht das Urteil R 18 60 vom 2. Dezember 2019 betreffend die
Abgrenzung des Streitgegenstandes im Wesentlichen. Ebenfalls waren
die Rügen der Beschwerdeführer betreffend den (formellen) Ablauf der
Ortsplanung unbegründet (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_86/2020
vom 22. April 2021 E.2.1 ff. und E.7). Das Bundesgericht auferlegte den
Beschwerdeführern einen Viertel der bundesgerichtlichen Gerichtskosten.
An diesem Kostenverteiler ist auch für die Neuverteilung der Kosten für
das verwaltungsgerichtliche Verfahren R 18 60 anzuknüpfen. Denn eine
Rückweisung kann dann als nur teilweises Obsiegen gewertet werden,
wenn auch nach der vorzunehmenden Neubeurteilung das ursprüngliche
Begehren der Beschwerdeführer höchstens teilweise gutgeheissen
werden könnte. Für ein vollständiges Obsiegen müsste also das Verfahren
noch (vollständig) offen sein (siehe Urteile des Bundesgerichts
1C_541/2017 vom 15. Mai 2018 E.3.2, 2C_809/2015 vom 16. Februar
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2016 E.6.2 und 1C_597/2014 vom 1. Juli 2015 E.6.1; vgl. auch HERZOG,
in: HERZOG/DAUM (Hrsg.), Kommentar zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 108
Rz. 6 und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 100.2015.19U
vom 7. Januar 2016 E.4.1, in: BVR 2016/5 S. 222 ff.). Die Gerichtskosten
des Verfahrens R 18 60 von CHF 9'944.-- gehen somit zu einem Viertel,
ausmachend CHF 2'486.--, und untereinander zu gleichen Teilen sowie
unter solidarischer Haftung zulasten von A._, B._, C._ und
D._. Der Gemeinde E._ und der L._ AG werden je drei
Achtel der Gerichtskosten (jeweils ausmachend CHF 3'729.--) auferlegt.
7.3. Das Bundesgericht sprach den Beschwerdeführern für das
bundesgerichtliche Verfahren zulasten der Beschwerdegegnerin und der
Beigeladenen insgesamt eine reduzierte Entschädigung von CHF 4'500.--
zu. Die von den Beschwerdeführern in ihrer Eingabe vom 30. August 2021
in Aussicht gestellte Ergänzung der Honorarnote für das Verfahren R 18
60, reichten sie – trotz der Zustellung der Eingaben der
Beschwerdegegnerin und der Beigeladenen vom 2. bzw. 8. September
2021 zur Kenntnisnahme – bis zum Urteilsdatum nicht ein. Ohnehin wäre
der geltend gemachte Zusatzaufwand für das (ausführliche) Studium des
Urteils R 18 60 vom 2. Dezember 2019 den notwendigen Aufwendungen
für das bundesgerichtliche Verfahren zuzuordnen, wofür die
Beschwerdeführer bereits mit Urteil 1C_86/2020 vom 22. April 2021
entschädigt wurden. Für den Zeitraum vom 9. August 2018 bis zum
30. September 2019 machen die Beschwerdeführer einen Aufwand von
insgesamt CHF 16'198.70 (54.0833 h à CHF 270.-- zzgl. 3 %
Spesenpauschale und 7.7 % MWST) geltend. Gemäss Art. 2 Abs. 1 und
2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (HV; BR 310.250) wird die
Parteientschädigung an die obsiegende Partei nach Ermessen des
Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote
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geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand
sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Als üblich wird in Art. 3 Abs. 1
HV ein Stundensatz bis zu CHF 270.-- festgelegt. Honorarvereinbarungen
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 HV über einen Stundenansatz von CHF 270.--
liegen vor. Aufgrund des bereits bei der Kostenverteilung berücksichtigten
bloss teilweisen Obsiegens der Beschwerdeführer, ist der grundsätzlich
als angemessen und für die Prozessführung erforderlich zu beurteilende
Aufwand für das verwaltungsgerichtliche Verfahren entsprechend zu
kürzen. Die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene entschädigen
somit die Beschwerdeführer gestützt auf Art. 78 Abs. 1 VRG jeweils mit
CHF 6'074.50 (inkl. Spesen und MWST; 0.75 x CHF 16'198.70 : 2).
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