# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f0e8c5db-684e-4e99-9ba7-d3fb3b2c4a96
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
w
ar in einem Teilzeitpensum
als Lehrer am
Y._
und als
Selbständigerwerbender
im Be
reich
Direktvertrieb von Produkten der
Z._
AG
tätig (Urk.
8/Z9 S. 3)
.
Als
freiwillig Versicherter
war
er
bei der Zürich Versicherungs-Ge
sellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
8/Z1
,
Urk.
8/Z9 S. 3
). A
m 1
3.
November 1997
kollidierte
der Versicherte
mit seinem
Personenwagen
der Marke „Audi Quattro“
seitlich-frontal
mit eine
m
linksabbie
genden
Personenwagen
(
Urk.
8/Z1,
Urk.
8/Z9 S. 2
, Urk. 8/Z46/2, Urk.
8/Z49/1
)
.
Er
begab sich am 1
9.
November 1997 zu seinem Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin FMH, welcher ein Halswirbelsäulen (
HWS
)
-
Schleu
dertrauma
diagnostizierte (
Urk.
9/
Z
M1).
Die Zürich erbrachte
Heilbehand
lung
s
-
sowie
aufgrund der attestierten Arbeitsunfähigkeit
Taggeld
leistungen
(
Urk.
8/Z3)
.
Im
Zuge
ihrer Abklärungen
veranlasste
sie
bei der
Klinik B._
das internistische/rheumatologische/neurologische/neuropsycho
lo
gische Gutachten
vom
1
1.
April 2001 (
Urk.
9/
ZM23
)
.
In der Folge erbrachte die Zürich aufgrund der Beurteilung der
Klinik B._
vorerst weiter
Taggeld
leistun
gen
(Urk. 8/Z125, Urk. 8/Z130-131,
Urk. 8/Z134,
Urk. 8/Z138
-139
, Urk. 8/Z149).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, bei welcher sich
X._
am
2
3
. November 1998
zum Leistungsbezug a
ngemel
det hatte, holte bei der
C._
das psychia
t
rische Gutachte
n
vom
3.
Juli 2002 (Urk.
8/
ZM27
) ein
.
Bei einem festgestellten Invaliditätsgrad von 62 % verfügte die IV-Stelle am 1
0.
Oktober 2003 die Aus
richtung einer halbe Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung mit Wir
kung ab 1. November 1998
(vgl.
Urk.
9/
ZM29
S. 15)
. Diese Rente wurde auf
grund der 4. IV-Revision mit Wirkung ab 1. Januar 2004 auf eine
Dreiviertels
rente
erhöht
.
Die
Zürich
gab bei der
Klinik B._
das Verlaufsgutachten vom 1.
Juni 2004
(Urk.
8/
ZM28
)
in Auftrag. G
estützt auf
dieses
Gutachten
sprach
sie
dem Ver
sicherten
mit Ver
fügung vom 8. September 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % und einem versicherten Verdienst von Fr.
48‘600.-- mit Wirkung ab 1. Juli 2004 eine monatliche Rente von Fr. 1‘347.-- zu und richtete ihm ferner bei einer Integritätseinbusse von 15 % eine
Integritätsent
schädigung
von Fr. 14‘580.-- aus (Urk. 8/Z181).
Im Rahmen eines
Rentenr
evisionsverfahrens veranlasste die IV-Stelle
beim
D._
das Gutachten vom
2
4.
November 2012 (Urk.
9/
ZM29
).
Gestützt auf dieses Gutachten
hob d
ie Zürich
die Rente des Ver
sicherten
m
it Verfügung vom 1
6.
Oktober 2013 per 3
1.
Oktober 2013 auf (
Urk.
8/Z203).
Die dagegen von
X._
am 1
8.
November 2013
erhobene Einsprache
(
Urk.
8/Z209)
wies die Zürich mit
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Mai 2014 ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
Juni 2014 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
3.
Mai 2014 sei ihm weiterhin die mit Verfügung vom
8.
September 2004 zugesprochene Rente bei einem Invaliditätsgrad von 40
%
auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit
Beschwerdeant
wort
vom 2
8.
August 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage ihrer Akten [insbes.
Urk.
8/Z1-Z227, Urk. 9/ZM1-Z
M29
]
), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 1.
Septem
ber 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
4.
Zu ergänzen ist, dass
die IV-Stelle die bisherige
Dreiviertelsrente
des Be
schwerde
führers mit Verfügung vom 8. Oktober 2013 auf den ersten Tag des zweiten Monats nach deren Zustellung aufgehoben hat. Die vom
Beschwerde
führer dagegen am 7. November 2013
beim hiesigen Gericht
erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Prozesses Nr. IV.2013.01012 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialver
sicherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]). Invalidität ist die voraussicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Revision einer Invalidenrente der Unfall
versicherung richtet sich
–
vom vorlie
gend nicht erfüllten Spezialfall von Art.
22 UVG abgesehen
–
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG (vgl. Art 1
Abs.
1 UVG). Gemäss dieser Norm wird die Rente dann von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbe
zügerin
oder eines Rentenbezügers erhe
blich ändert
.
Wird eine IV-Rente als Folge der Revision geändert, so erfolgt auch eine Re
vision der Rente oder Komplementärrente der Unfallversicherung (
Art.
34
Abs.
1
der Verordnung über die Unfallversicherung [
UVV
]).
Eine revisionsrechtliche Rentenherabsetzung im Sinne von
Art.
17 ATSG setzt eine anspruchserhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus, wel
che entweder in einer objektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes mit entsprechend gesteigerter Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im Wesentlichen gleich gebliebenen
Gesundheitsbe
ein
trächtigung
liegen kann. Demgegenüber stellt eine bloss abweichende Be
ur
tei
lung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine
revisions
rechtlich
relevante Än
derung dar (BGE 112 V 371 E. 2b; Urteil
des Bundes
ge
richts 9C_603/2008 vom
4.
Februar 2009 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen be
urteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ur
sprüng
lichen Rentenverfügung bestanden hat (beziehungsweise der letzten rechts
kräf
tigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
rung eines Einkommensvergleichs beruht), mit demjenigen zur Zeit der strei
tigen Revisionsverfügung (BGE 130 V 71 E. 3.2.3 und 133 V 108).
1.2.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine neue medizinische Be
urteilung, die mit der Entwicklung der Rechtspraxis zur Invalidität bei psycho
somatischen Leiden (BGE 131 V 49; 130 V 352; 136 V 279) begründet wird, weder unter dem Gesichtspunkt von
Art.
17 ATSG noch unter einem an
deren Anpassungstitel eine neue Beurteilung des Anspruchs veranlassen
(BGE
135
V
201
; 135 V 215
; vgl. aber für den Bereich der
Eidg
.
Invalidenver
sicherung nunmehr die Schlussbestimmung
lit
.
a der Änderung des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[IVG]
vom 18.
März 2011)
. Im Rahmen
einer
festge
stellten erheblichen Tatsachenänderung darf eine zwischenzeitlich ver
änderte Rechtspraxis
indes
berücksichtigt werden
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_766/2012
vom 1
8.
Februar 2013
E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Diese Grund
sätze gelten auch für den Bereich der Unfallversicherung. Ist von einer erheb
li
chen Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der erlittenen HWS-Distor
sion mit
entsprechendem
Beschwerdebild auszugehen, ist nicht zu beanstanden, wenn in
sinnge
mässer
Anwendung der Rechtsprechung
gemäss
BGE
130 V 352
(vgl. hierzu E.
1.3 nachstehend)
geprüft wird, ob dem verbliebenen
Beschwerde
bild
nach er
litte
nem Schleudertrauma invalidisierende Wirkung zukommt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_666/2013 vom 2
5.
März 2014 E. 3.3
mit weiteren Hin
weisen
).
1.3
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Aus
prä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Inten
sität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiter
kran
kun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unverän
derter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausge
wiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Be
handlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind
–
ausnahmsweise
–
die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze
werden
rechtsprechungsgemäss bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsfälle (BGE 136 V 279, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2013
vom 16. Februar 2014 E. 4.1-2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch nach dem 3
1.
Oktober 2013 Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat.
2.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Mai 2014 (
Urk.
2) führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass es gemäss den
D._
-Gutach
tern seit der
Rentenzusprache
zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
gekommen sei
, welche insbesondere durch die Verbesserung in Bezug auf die narzisstische Persönlichkeitsstörung begründet sei (
Urk.
2 S. 8).
Nach der Recht
sprechung des Bundesgericht
s
könne der Unfallversicherer, wenn von einer er
heblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes nach einer erlittenen HWS-Distorsion mit entsprechendem
Beschwerdebild auszugehen sei,
eine Prüfung in sinngemässer Anwendung der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung
zur
anhal
ten
den
somatoformen
Schmerzstörung vornehmen. Die Kriterien, die aus
nahmsweise auf eine
Nicht-
Überwindbarkeit der psychischen
Schmerzproble
matik
schliessen lassen würden, seien
vorliegend
nicht
erfüllt
(Urk. 2 S. 10)
.
2.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber vor, dass
er an
eine
r
schweren
depressiven
Episode
leide
, was bereits aus den von den
D._
-Gutachtern erhobe
nen Symptomen ersichtlich sei (
Urk.
1 S. 4 bis 5).
Das
D._
-Gutachten vom
2
4.
November 2012
sei nicht nachvollziehbar
und – weil das Gutachten der
Klinik B._
vom
1.
Juni 2004 nicht berück
sichtig
t
worden sei –
unvoll
ständig, und es könne ihm kein Beweiswert beige
messen werden (Urk. 1 S. 8).
Würde
dennoch auf
dieses
Gutachten abgestellt
, so müsste, da die
D._
-Gut
achter von einer 20%igen Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit ausgehen
wür
den
, weiterhin mindestens eine 20%ige Rente ausgerichtet werden (
Urk.
1
S.
19).
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin ging bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
mit Ver
fügung vom
8.
September 2004 (
Urk.
8/Z181)
davon aus, dass der Beschwerde
führer
– unfallbedingt – zu 40
%
arbeitsunfähig sei
. Mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer mit einem Berufswechsel vermutlich keine höhere Ar
beitsfähigkeit erreichen könne,
setzte
sie
den Invaliditätsgrad auf 40
%
fest (Prozentvergleich).
Sie berief sich
auf das
Verlaufsgutachten der
Klinik B._
vom
1.
Juni 2004 (
Urk.
9/
ZM28
) [
Urk.
8/Z181 S. 2
]
.
Vor diesem Gutachten
hatte sie bei der
Klinik B._
das Gutachten vom 11.
April 2001 (
Urk.
9/
ZM23
)
und
die
IV-Stelle
bei der
C._
das psychiatrische Gutachte
n
vom
3.
Juli 2002 (Urk. 8/
ZM27
) ein
ge
holt
.
3.1.2
Das
Gut
achten der
Klinik B._
vom 1
1.
April 2001
stützte sich insbe
sondere auf
internistisch
e
, rheumatologische
, neurologische und
neuro
psycho
logische
Untersuchungen des Beschwerdeführers am 27., 2
8.
und 29.
März 2000
,
die Akten der Beschwerdegegnerin und die anamnestischen An
gaben des Beschwerdeführers (
Urk.
9/
ZM23
S. 1). Die Gutachter stellten die fol
gende Diag
nose
(
Urk.
9/
ZM23
S. 35-36)
:
Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule und frontal links
seitige Schädelkontusion nach Kollision am 1
3.
November 1997 mit
leichtem
zervikovertebralem
Syndrom, respektive
zervikospondylogener
Komponente rechts bei leichten degenerativen Veränderungen C5/C6
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
chronischem
Lumbovertebralsyndrom
bei mässigen
Osteochondrosen
der lumbalen Segmenten sowie leichter degenerative
r
Listhesis
L3/4 und L4/5
möglichen neuropsychologischen Funktionsstörungen unklarer Aus
prä
gung bei differentialdiagnostisch nicht verwertbaren testpsychologischen Befunden, leichter Wesensveränderung
reaktivem subdepressivem Zustandsbild
anhaltender posttraumatischer Anpassungsstörung mit erheblich ver
min
derter psychophysischer Belastbarkeit
Residuen eines Morbus Scheuermann (unfallfremd)
Hinsichtlich der als Folgen des Unfalls vom 1
3.
November 1997 noch vorhan
denen gesundheitlichen Beeinträchtigungen hielten die Gutachter fest, dass das Beschwerdebild inzwischen
chronifiziert
sei. Der Beschwerdeführer sei stark auf seine Symptome eingeengt und in subdepressiver Grundstimmung
(Urk. 9/
ZM23
S. 46)
. Sicher sei die
Chronifizierung
teilweise auch auf die Persönlichkeits
struktur des Beschwerdeführers mit gewissen narzisstischen Zügen zurück
zu
führen. Bei der Untersuchung sei eine deutlich herabgesetzte psycho-physische Belastbarkeit feststellbar, welche bei der Beurteilung der gesamthaften Folgen des Unfallereignisses im Vordergrund stehe und wohl auch die subjektive Wahr
nehmung aller Symptome beeinflusse.
Die objektivierbaren Zeichen somatischer Folgeerscheinungen im Sinne neurologischer und rheumatologischer Syndrome seien relativ wenig ausgeprägt.
Die beschriebene Hauptsymptomatik sei über
wiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis zurückzuführen
(
Urk.
9/
ZM23
S.
47).
Als unfallfremde Faktoren sei neben den degenerativen Veränderungen als weite
rer gewichtiger Fremdfaktor die Persönlichkeitsstruktur des Beschwerde
führers verbunden mit starker Abwehr einer reflektierenden Auseinandersetzung mit seine
n
Beschwerden und Verhaltensmuster
n
bei der Gesamtbeurteilung in Be
tracht zu ziehen. Insgesamt seien die Fremdfaktoren auf mindestens 50
%
zu schätzen (
Urk.
9/
ZM23
S. 47-48).
Die Gutachter beurteil
t
en die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab der Be
gutachtung in der
Klinik B._
(27., 2
8.
und 2
9.
März 2000) mit min
destens 50
%
in der Tätigkeit als
Selbständigerwerbender
im Aussendienst.
D
ie Arbeitsfähigkeit sollte langsam weiter erhöht werden, längerfristig auf mindes
tens 75 bis 80
%
(
Urk.
9/
Z
M
23 S.
49).
3.1.3
Der Beurteilung des psychiatrischen Gutachtens der
C._
vom
3.
Juli 2002 ist zu entnehmen, dass die Lebensgeschichte des Beschwerdeführers und der psy
chi
sche Befund deutlich auf das Vorliegen einer narzisstischen
Persönlichkeits
stö
rung
hinweisen würden. Beim Beschwerdeführer sei es zu einem neuro
tischen Zusammenbruch bei ohnehin brüchigem Selbstwertgefühl, das zuvor durch nar
zisstische Mechanismen habe kompensiert werden können, gekom
men (
Urk.
9/
ZM27
S. 8).
Auch wenn manches am Verhalten des Beschwerdeführers etwas demonstrativ wirke,
worauf auch frühere Untersucher einschliesslich Neuropsycholog
en
hingewiesen hätten, so
sei
doch eine
leichtgradige
depressive
Symptomtik
vor allen Dingen hinsichtlich affektiver Verarmung festzustellen. Die Diagnose einer depressiven Episode (ICD-10: F32.0) rechtfertige sich aber nicht. Da im Befinden des Beschwerdeführers vor allen Dingen Müdigkeit und Energielosigkeit dominieren würden, sei am ehesten die zusammenfassende Einordung ins Störungsbild d
er Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
angemessen
. Z
u diesem Störungsbild würde
n
auch die vom Beschwerdeführer geklagten Kopf
schmerzen, die geringe Belastbarkeit und der soziale Rückzug passen (Urk.
9/
ZM27
S. 9).
Vom Beschwerdeführer könne erwartet werden, dass er etwa vier bis fünf Stun
den am Tag arbeite (
Urk.
9/
ZM27
S. 9). In Anbetracht des nun schon über län
gere Zeit
chronifizierten
Verlaufs sei nicht damit zu rechnen, dass der Be
schwerdeführer seine berufliche Leistungsfähigkeit über ca. 60
%
hinaus werde steigern können (
Urk.
9/
ZM27
S. 10).
3.1.4
Im Verlaufsgutachten vom
1.
Juni 2004 stellten die Gutachter der
Klinik B._
die Diagnose (
Urk.
9/
ZM28
S. 26):
Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule und frontal links
seitige
Schä
delkontusion
nach Kollision am 1
3.
November 1997 mit
chronifiziertem
ten
d
omyotischem
Zervikovertebralsyndrom
bei mässigen
Osteochondrosen
der lumbalen Segmente sowie leichter degenerative
r
Listhesi
s
L3/4 und L4/5
Kopfschmerzen wahrscheinlich vom Spannungstyp
möglichen neuropsychologischen Funktionsstörungen unklarer Aus
prä
gung bei differentialdiagnostisch nicht verwertbaren testpsychologischen Befunden
anhaltender posttraumatischer Anpassungsstörung
bei narzisstischer
Per
sönlichkeitsstörung
Neurasthenie
Die Gutachter hielten fest, dass
es bezüglich der
als Unfallf
olgen noch vorhan
den
en
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
im Vergleich
den Ausführungen
im
Gutachten vom 11. April 2001 (Urk. 9/
ZM23
) zu keiner
Änderung
gekommen sei (
Urk.
9/
ZM28
S. 32).
Die narzisstische Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers, verbunden mit der starken Abwehr einer reflektorischen Auseinandersetzung mit seinen Be
schwerden und Verhaltensmustern
, müsse in der Gesamtbeurteilung
mit in Betracht gezogen werden
. Diese
r
unfallfremde Faktor sei nach wie vor auf min
destens 50
%
einzuschätzen
(
Urk.
9/
ZM28
S. 33).
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei mit Gutachten vom 11. April 2001 (Urk. 9/
ZM23
) auf mindestens 75 bis 80
%
geschätzt
worden. Der Psychia
ter der
C._
rechne jedoch nicht damit, dass der Beschwerde
führer
in Zukunft
seine berufliche Leistungsfähigkeit über 60
%
hinaus werde steigern können. Wahrscheinlich bringe es mehr, wenn der Beschwerdeführer diese 60%ige Arbeitsfähigkeit auch kontinuierlich bewältigen könne
. Eine ihm at
testierte höhere Arbeitsfähigkeit würde wahrscheinlich zu vermehrten
beschwer
debe
dingten
Arbeitsausfällen führen und insgesamt wäre dann möglicherweise die Arbeitsleistung unter 60
%
mit weiterer
Chronifizierung
des gesamten
Be
schwerdebildes
(
Urk.
9/
ZM28
S. 34).
3.2
3.2.1
Bei der rentenaufhebenden Verfügung vom 1
6.
Oktober 2013 (
Urk.
8/Z203) stützte
sich
die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das
D._
-Gutachten vom 2
4.
November 2012 (
Urk.
9/
ZM29
) ab
.
3.2.2
Am
D._
-Gutachten vom
2
4.
November 2012
waren die
Dres
. med.
E._
, FMH für Allgemeine Innere Medizin, SIM zertifizierter medizinischer Gutachter, Fallführer,
F._
, FMH für Neurologie, SIM zertifizierter medizinischer Gutachter,
G._
, FMH für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, SIM zertifizierter Gutachter und
H._
, FMH für Rheumatologie, be
teiligt
(
Urk.
9/
ZM29
S. 57
).
Gestützt auf die von der IV-Stelle zur Verfügung ge
stellten Unterlagen (vgl.
Urk.
9/
ZM29
S. 7-19), dem
von den Gutachtern
zusätz
lich beigebrachten Röntgenbericht HWS,
Densaufnahme
und Lendenwirbelsäule (LWS) vom 21.
Oktober 2010 (vgl. Urk.
9/
ZM29
S. 20) und ihre eige
nen Abklä
rungen
stellten
die
D._
-Gutachter
als Diagnose mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine
leicht
gradige
depressive Episode ohne somatisches Syn
drom (ICD-10: F 32.00)
fest
(
Urk. 9/
ZM29
S. 52)
.
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten sie
(
Urk.
9/
ZM29
S. 52)
:
Unspezifische Nacken- und Kreuzschmerzen mit deutlichem Hinweis auf ein s
ogenannt vermehrtes Schmerzgeba
ren und eine
Schmerzfehlverar
beitung
bei radiologisch nur
leichtgradigen
altersentsprechenden de
ge
nerativen Veränderungen (Röntgenaufnahmen der HWS und LWS vom 2
1.
Oktober 2010)
Beschwerdebeginn am 1
3.
November 1997 bei einem Autounfall mit Kontusion des Kopfes und damit HWS-Distorsion
Teilruptur der
Supraspinatussehne
links mit aktuell
periarthropat
h
ischen
Schulterbeschwerden links
AC-Gelenksarthrose und
ossär
eingeengter
Subacromialraum
links (
Arthro
-MRI links Schulter vom 1
6.
Februar 2012)
Beginn der Symptome nach einem Treppensturz am
9.
Oktober 2011
Status nach Operation einer traumatischen AC-Gelenksluxation rechts ca. 1986 (Velosturz)
Status nach distaler
Fibulafraktur
links ca. 2006 mit Osteosynthese
Spannungskopfschmerz
Verdacht auf zusätzlich Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen (MÜKS)
Narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8)
In ihrer Beurteilung führten die
D._
-Gutachter aus, dass aufgrund der Be
schwerden von Seiten der als
leichtgradig
zu beurteilenden depressiven Episode aus rei
n
psychiatrischer Sicht von einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
sowohl in der aktuellen wie auch in einer alternativen Tätigkeit von 10
%
aus
zugehen sei. Eine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht (
Urk.
9/
ZM29
S. 53)
. Bezogen auf den rein rheumatologischen Fachbereich bestehe weder klinisch noch radiologisch ein Krankheitsbild, dass die Arbeits
fä
higkeit des Beschwerdeführers in dessen bisherige
r
Tätigkeit ein
schränken würde (
Urk.
9/
ZM29
S. 54). Die fachärztlich neurologische Beurteilung ergebe zusammenfassend ebenso das vom Rheumatologen beschriebene chro
nische, im Wesentlichen therapierefraktäre, ausgedehnte Schmerzsyndrom, wobei sich anamnestisch, klinisch und auch aktenmässig nie Zeichen einer
radikulären
Reiz- und Ausfallsymptomatik gefunden hätten und auch eine anderweitige somatisch-neurologische Fun
ktionsstörung nicht fassbar sei. Beim chronischen Schmerzgeschehen sei es Ermessensache, eine leidensbedingte
Leistungsein
schränkung
von maximal 20
%
einzuräumen (
Urk.
9/
ZM29
S. 55).
Gesamtmedizinisch sei aufgrund der chronischen Schmerzproblematik eine
Leis
tungseinschränkung
von 20
%
zu attestieren
. Darin sei die 10%ige Einschrän
kung aus psychiat
rischer Sicht bereits enthalten
. Die
Leistungsein
schränkung
gelte sowohl für die angestammte als auch für jegliche Ver
weisungstätigkeit ohne Arbeiten wiederholt oder längerdauernd auf oder über der
Schulterhori
zontalen
(Urk. 9/
ZM29
S. 56).
3.2.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FHM, und
Dr.
phil.
J._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, vom
K._
diagnostizierten am
8.
Juli 2013 eine schwere depressive Epi
sode (ICD-10:
F32.2)
, eine organische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F07.0
) bei Status nach HWS-Distorsion, ein
lumbovertebrales
Syndrom und eine fort
ge
schrittene AC-Gelenksarthrose links mit auch kaudalen
Osteophyten
(Urk. 3/6
S.
3)
und attestierten dem
Beschwerdeführer auch für angepasste Tätigkeiten
eine
100
%
ige
A
rbeitsunfähig
keit
(
Urk.
3/6 S. 4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die am
vom 16. Oktober 2013
verfügte
(Urk. 8/Z203)
und mit angefochtenem
Eins
pracheentscheid
vom 2
3.
Mai 2014 bestätigte (
Urk.
2) Aufhebung der bisherigen Invalidenrente der Unfallversiche
rung im Wesentlichen
damit, dass beim
Beschwerdeführer
gemäss
D._
-Gut
achten vom 24. November 2012 (Urk. 9/
ZM29
) vo
n einer
wesentlichen Verbes
serung des psychischen Gesundheitszustandes auszugehen sei und die festge
stellte Restsymptomatik der HWS-Distorsion und die leichte depressive Episode keine invalidisierende Wirkung mehr hätten (Urk. 8/Z203 S. 4).
4.2
4.2.1
Das
D._
-Gutachten
vom 2
4.
November 2012 (Urk. 9/
ZM29
)
umfasst
insbeson
dere
die
vorliegend interessierenden
gesundheitlichen Folgen des Unfalles vom 1
3.
November 199
7.
Neben einer internistischen Untersuchung
(vgl. Urk. 9/
ZM29
S. 21-25)
wurde der Beschwerdeführer im
D._
psychia
t
risch
(vgl.
Urk.
9/
ZM29
S. 26-34)
, rheumatologisch
(vgl.
Urk.
9/
ZM29
S.
34-43)
und neurologisch
(vgl.
9/
ZM29
S. 43-51)
unter
sucht
.
Die
D._
-Gutachter haben die geklagten Beschwerden und das Verhalten des Be
schwerdeführers berücksichtigt
(insbes. Urk. 9/
ZM29
S. 22-23, S. 26-29, S.
34-36, S. 43-45).
Für den
Begutachtungsauf
trag
erhielten die
D._
-Gutachter
die Akten
der
IV-Stelle
(vgl.
Urk.
9/
ZM29
S. 6)
,
und sie hatten
auch
Kenntnis vom
Gutachten der
Klinik B._
vom 11.
April 2001 (Urk. 9/
ZM23
)
und dem
jenige
n
der
C._
vom 3. Juli 2002 (Urk. 9/
ZM27
)
[
vgl.
Urk. 9/
ZM29
S. 12-15
]
.
Demgegenüber wird d
as
Verlaufsgutachten der
Klinik B._
vom
1. Juni 2004 (Urk.
9/
ZM27
)
in der Aktenzusammenfassung der
D._
-Gutachter
(Urk. 9/ZM29
S.
7
-
20
)
nicht erwähnt.
Der Beschwerdeführer
macht
an sich
zu Recht geltend,
dass
die
Be
schwerdegegnerin
bei der
ursprünglichen
Rentenver
fügung
vom 8. September 2004 (
Urk.
8/Z181) auf
dieses
Verlaufs
gutachten
der R
ehaklinik abgestellt hat (
Urk.
1 S.
9).
Da
die Gutachter
der
Klinik B._
im Verlaufsgutachten vom 1. Juni 2004 (
Urk.
9/
ZM27
) aber im Wesentlichen erklärten, dass in somatischer Hinsicht keine Änderung zu ihren Feststellungen im ersten Gutachten vom 11. April 2001 (Urk. 9/
ZM23
)
eingetreten sei und
sie
sich in psychiatrischer Hinsicht bei der
Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Einschätzung des
C._
-Gutachters angeschlossen haben (vgl. E. 3.1.4)
,
schadet es nicht, dass die
D._
-Gutachter nicht im Ein
zelnen auf das
Verlaufs
gut
achten
der
Klinik B._
vom 1. Juni 2004 (
Urk.
9/
ZM27
)
eingegangen sind.
Auch
aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach der psy
chiatrische
D._
-Gutach
ter die Befunde im Gutachten unrichtig wieder
gege
ben
habe
und keine Überein
stimmung bezüglich der Befunde
bestehe
(
Urk.
1
S.
5-6), besteht
kein An
lass an den im Gutachten wiedergegebenen Befunde z
u zweifeln, denn
d
iese Kritik am psychia
trischen Gutachter findet in den Akten keine Stütze.
4.2
.2
Gegen das
D._
-Gutachten vom 24. November 2012 (Urk. 9/
ZM29
) wendet der Beschwerdeführer
in materieller Hinsicht
im Wesentlichen ein, dass er
– entgegen der Beurteilung der
D._
-Gutachter – gemäss
K._
an einer schweren depressiven Episode leide (
Urk.
1 S. 4).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die psychia
trische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Der begutachtenden Person ist deshalb prak
tisch ein gewisser Spielraum – innerhalb dessen
verschiedene medizinische Inter
pretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind – zu gewähren,
sofern dabei lege
artis
vorgegangen worden ist. Daher und unter B
eachtung der Divergenz von medi
zinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGE 124
I
170 E. 4) kann eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht stets in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen wer
den, wenn die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen ge
lan
gen oder an vor
gängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn diese
objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Be
gutach
tung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 11. Juli 2012 E. 7.4 mit weite
ren Hinweisen).
Letzteres ist mit Bezug auf die vom Beschwerdeführer aufgelegte Stellungnahme des
K._
vom
8.
Juli 2013 (
Urk.
3/6) nicht der Fall.
Mit dieser
Stellungnahme
werden die
vom psychiatrischen
D._
-Gutachter
erhobenen Befunde anders gewürdigt (
Urk.
3/6 S. 2) und die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und seiner Lebenspartnerin wiedergegeben (
Urk.
3/6 S. 3), jedoch keine objek
ti
vierbaren Befunde genannt, welche Zweifel an der Einschätzung des psychia
t
rischen
D._
-Gutachters begründen
könnten
.
Dies gilt ebenfalls für das Schreiben des
K._
vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
3/12). Auch dort werden einzig die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wiedergegeben, was da
raus ersichtlich wird, dass die genannten Einschränkungen angeblich „seit Jahren“ bestehen, der Beschwerdeführer sich aber nicht seit Jahren im
K._
in Behand
lung befindet
, sondern sich nach Lage der Akten am
8.
Juli 2013 erstmals ins
K._
begeben hat (
Urk.
8/Z221
S. 1,
Urk.
8/
Z
21
6
S. 1
). Es kommt hinzu, dass das
K._
mit de
n
am
8.
Juli und 2
9.
Oktober 2013 festgehaltenen Diagnosen einer schweren depressiven Episode und einer organischen
Per
sönlichkeitsstö
rung
(
Urk.
3/6,
Urk.
3/12)
auch
von seinem eigenen Bericht an
Dr.
A._
vom 23.
August 2013 abweicht, wo eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.1) und ein Verdacht auf eine organische
Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10: F07.0) diagnostiziert wurde
, ohne dass dieser Wider
spruch vom
K._
erklärt
worden wäre
.
Der Beschwerdeführer
nennt weiter sein
„Tick-äh
nliche
s
Zucken“ und den Tin
nitus und verweist diesbezüglich auf das
D._
-Gutachten vom 2
4.
November 2012 (
Urk.
1 S. 7). Die
D._
-Gutachter haben dies
e
Beschwerden
mithin berück
sich
tigt. Dass sie diese
– anders als der Beschwerdeführer – nicht als Zei
chen für seinen schlechten psychiatrischen Zustand beziehungsweise eine schwere depressive Episode interpretierten
, vermag ihr Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen.
Gleiches gilt für die Behauptung des Beschwerdeführers, dass die Aussage, wo
nach weder klinisch noch radiologisch ein Krankheitsbild bestehe, welches seine Arbeitsfähigkeit einschränke, unzutreffend sei (
Urk.
1 S. 11).
Schliesslich
kann der Beschwerdeführer auch aus seinem
allgemeine
n
und un
begründete
n
Vorbringen, das
D._
– welches
vorliegend
den nach dem Zufallsprinzip vergebenen Begutachtungsauftrag von der IV-Stelle erhalten hatte
(vgl.
Urk.
9/
ZM29
S. 5)
–
sei auf die Auftragserteilung durch die
Be
schwer
degegnerin
angewiesen und werde entsprechend den vermuteten Er
war
tungen der Beschwerdegeg
nerin entscheiden (
Urk.
1 S. 8), nicht
s zu seinen Gunsten ableiten
.
4.2.3
D
as
D._
-Gutachten vom 24. November 2012 (Urk. 9/
ZM29
)
ist
schlüssig und überzeugend begründet, wes
halb darauf abzustellen ist.
4.3
4.3.1
Zu prüfen
ist
bleibt
,
ob
sich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der
ursprünglichen
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
8. September 2004
(
Urk.
8/Z181)
erheblich
v
erbesse
rt hat
.
4.3.2
Diesbezüglich geht die Beschwerdegegnerin davon aus, sich der psychische Ge
sundheitszustand verbessert habe (Urk. 8/Z203 S. 4).
Der klinisch-psycho
logi
schen Beurteilung im
Gutachten der
Klinik B._
vom 1
1.
April 2001
ist zu entnehmen, dass der Persönlichke
it des Beschwerde
führers etwas Zwang
haf
tes, Rigides anmute. Seine Selbsteinschätzung bezüglich
des
Umgang
s
mit den Schmerzen sei nicht nachvollziehbar. Seine Einsichts- und
Reflexions
fähigkeit
bezüglich
des
Umgang
s
mit seiner Situation sei deutlich eingeschränkt. Seine Be
schreibung seiner früheren Persönlichkeit und insbesondere seiner sportlichen Aktivitäten und berufliche
n
Erfolge wiederum würden auf einen Mann hin
wei
sen, der gern im Mittelpunkt stehe und auf Erfolge und Anerkennung sowie Bestätigung von aussen viel Wert lege und seine Leistun
gen allgemein
hoch einstufte (
Urk.
9/
ZM23
S. 41-42
). Dies lasse sich auch in der Schilderung seiner heutigen beruflichen Tätigkeit, die er, trotz sehr be
schränk
tem zeitlichen Ein
satz, als wichtige Führungs- und
Organisations
auf
gabe
darstelle und der Beto
nung seiner Eigenleistung sowie seiner Tapferkeit im Um
gang mit der Situation erkennen (
Urk.
9/
ZM23
S. 42). Darauf wies auch der
C._
-Gutachter
hin, wel
cher in seinem psychiatrischen Gutachten vom
3.
Juli 2002 ausführte, der Beschwerdeführer sei in seinem Denken und Selbsterleben stark und starr auf sich selber bezogen, differenzierteren Betrachtungen würde er keinen Raum geben. Gewissermassen sei ihm jetzt sein Motto „ganz oder gar nicht“ zum Ver
hängnis geworden. Wo es ihm nicht mehr möglich sei, für alle der „Sonnyboy“ zu sein, erlebe er sich al
s
Belastung und Zumutung für andere Personen. Er
habe sich schon
bald nach dem Unfall in das Selbsterleben eines vollständig Leidenden hineinbegeben und sich jetzt in der Rolle des chronisch Kranken und Behinderten eingerichtet. E
s
sei
beim Beschwerdeführer zu einem neurotischen Zusammenbruch
bei ohnehin brüchigem Selbstwertgefühl, das zuvor durch nar
zisstische Mechanismen habe kompensiert werden können
, gekommen
(Urk. 9/
ZM27
S. 8).
Er
könne nicht als vollständig arbeitsfähig bezeichnet wer
den, denn die Störungsentwicklung auf dem Hintergrund einer narzisstischen Persönlichkeit habe bei ihm sicher Krankheitswert (Urk. 9/
ZM27
S. 9).
Im
Ver
laufsgutachten
der
Klinik B._
vom
1.
Juni 2004 hielten die Gutach
ter als klinisch-psychologische Befunde fest, dass das Beschwerdebild sowie die beruflich
e
und private Lebenssituation des Beschwer
deführers – im Vergleich zur ersten Begutachtung – weitgehend unverändert geblieben seien. Durch seine narzisstische Persönlichkeitsstruktur sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, sich auf Veränderungsprozesse einzulassen seine Verhaltensmuster zu hinter
fra
gen und adäquate
Copingstrategien
zu ent
wickeln (
Urk.
9/
ZM28
S.
25).
Unter Hinweis auf die Beurteilung des
C._
-Gutachters attestierten sie dem Beschwer
deführer eine 40%ige Arbeitsunfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit (
Urk.
9/M
28 S.
34). Darauf stellte die
Beschwerdegeg
nerin
bei der ursprünglichen
Rentenver
fügung
vom
8. September 2004 (Urk. 8/Z181)
ab.
Nach dem neurotischen Zusammenbruch nach dem Unfall vom 1
3.
November 1997 ist
es
gemäss dem psychiatrische
n
D._
-Gutachter aber zu einer Ver
bes
serung des Gesundheitszustandes gekommen.
Die Dekompensation der nar
ziss
tischen Persönlichkeitsstruktur durch den Unfall habe sich – obwohl der Be
schwerdeführer keine Psychotherapie gemacht habe – offenbar spontan wieder bis
zu
eine
m
gewissen Grad gebessert. Es sei dem Beschwerdeführer doch gelungen, sich vor fünf Jahren in eine Beziehung mit seiner heutigen
Lebens
partnerin
einzulassen, mit welcher er einen vierjährigen Sohn habe, und sowohl mit ihr, wie auch mit dem Sohn eine tragfähige und intakte Beziehung
zu füh
ren
. Darüber hinaus pflege er auch eine intakte Beziehung mit seiner Mutter und einer Nachbarin. Zudem sei er nach wie vor in der Lage, sein eigenes Ge
schäft, wenn auch in kle
inerem Umfang, weiter zu führen. Unter Berücksich
ti
gung all dieser Faktoren, sei der Schweregrad der narzisstischen
Persönlich
keitsstörung
aktuell als
leichtgradig
zu beurteilen, ein Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit bestehe diesbezüglich nicht mehr (
Urk.
9/
ZM29
S. 32-33)
.
Mit dem psychiatrischen
D._
-Gutachter ist somit davon auszugehen, dass es zu einer erheblichen Verbesserung des
psychischen
Gesundheitszustandes ge
kommen ist.
Die
D._
-Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer aufgrund der chronischen Schmerzproblematik eine Leis
tungseinschränkung von maxi
mal
20
%
, worin die 10%ige Einschränkung aus psychiatrischer Sicht be
reits eingeschlossen sei (
Urk.
8/
ZM29
S. 56).
4.4
4.4.1
Nachdem
die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente gestützt auf das Gutachten der
Klinik B._
vom
1.
Juni
2004
(
Urk.
9/M28)
aufgrund des Gesamt
bilds der gesundheit
lichen Beeinträchtigungen nach dem Unfall vom 13.
November 1997 zuge
sprochen hatte und
eine erhebliche Verbesserung des
psychischen
Gesund
heits
zustande
s
aufgrund des
D._
-Gutachtens erstellt ist
(E. 4.3),
ist – im Lichte der eingangs zitierten
Rechtsprechung des Bundes
ge
richts
(E. 1.2.2)
–
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
in An
wendung der Recht
spre
chung
gemäss
BGE 130 V 352 (vgl. E. 1.3)
geprüft hat
,
ob dem
nach dem Unfall vom 13.
November 1997
heute noch
verbliebenen Beschwerdebild
invali
disierende Wirkung
zukommt
.
4.4.2
Dabei steht fest, dass keine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliegt
.
Rechtsprechungsgemäss sind leicht
-
bis mittel
gradige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episode
n
regelmässig nicht als
eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesund
heitsschadens
zu betrachten
, die es der betroffenen Person verunmöglich
en würde
, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden (Urte
il des Bun
desgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit weiteren Hin
weisen).
Als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bezeichneten
die
D._
-Gutachter vorliegend
einzig eine
leichtgradige
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (
Urk.
9/
ZM29
S.
52).
Wo
hl
stellte das
K._
unter an
derem die Diagnose einer schweren depressiven Episode (
Urk.
3/6
S. 3
). Auf die Berichte des
K._
ist
indes
aus den
bereits
genannten Gründen (E.
4.2.2
)
nicht abzustellen.
Sodann
sind
dem
D._
-Gutachten vom 24. November 2012 (
Urk.
9/
ZM29
)
keine Hinweise auf eine chronische körperliche Begleiterkrankung, welche die Überwindbarkeit der geklagten Beschwerden beein
flussen könnte, zu ent
neh
men.
Es kann auch keine Rede davon sein, dass ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens erfolgt
wäre
.
Der Beschwerdeführer hat regel
mässigen Kontakt zu seiner Lebenspartnerin und zu seinem Sohn, zur Mutter und einer Nachbarin
(
Urk.
9/
ZM29
S. 28-29; vgl. etwa Urteil des Bundes
gericht 9C_527/2013 vom 1
1.
Juli 2014 E. 3.3.4, wo das Kriterium des sozialen Rück
zugs bei Kontakten zur Tochter und deren Kindern sowie zu wenigen Freunden verneint wurde). Er u
nterhält
auch
geschäftliche Beziehungen im Rahmen seiner selbständigen Erwerbstätigkeit
.
Ferner geht
er im
nahe gelegenen
Laden ein
kaufen und regelmässig
ins Schwimmbad
(
Urk.
9/
ZM29
S.
28-29
, Urk.
8/Z198
).
Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinfluss
barer innerseelischer Ver
lauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewälti
gung
liegt ebenfalls nicht vor, zumal d
er
Beschwer
deführer
,
obschon ihm dies bereits nach dem stationären Aufenthalt in der
Klinik B._
vom 1
6.
Juni bis 1
4.
Juli 1998 empfohlen wurde (Urk.
9/M10 S. 2),
bislang
keine
Psychot
herapie
absolvierte
beziehungsweise eine solche wieder abgebrochen hat (vgl.
Urk.
8/Z
82)
und das
K._
gemäss Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 1
1.
Juni 2014 nur für eine Behandlung vom
8.
Juli bis 1
7.
August 2013
(fünf psychotherapeutische Behandlungen; vgl. Urk.
8/Z216)
Rechnung stellte (
Urk.
8/Z227).
Demnach ist auch das Kriterium des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung nicht erfüllt. Es sind somit weder das Kriterium der psy
chischen
Komorbidität
noch die weiteren oben erwähnten Kriterien erfüllt. Damit kann die Prüfung des mehrjährigen,
chronifizierten
Krankheitsverlaufs mit unverän
derter oder progredienter Symp
tomatik ohne längerdauernde Rück
bildung unterbleiben. Denn dieses Kriterium müsste in sehr ausgeprägter Form vorliegen, um trotz allem die Unüberwind
barkeit des geklagten Symptomen
komp
lexes zu begründen, und es wäre mit Blick auf die vo
m
psychiatrischen
D._
-Gutachter festgestellte Verbesserung des psychischen Gesundheits
zustandes (
Urk.
9/
ZM29
S.
32-34
) wohl ohnehin zu verneinen.
Mit einer zumutbaren Willensanstrengung könnte
der Beschwerdeführer die
Schmerzstörung überwinden, weshalb diese keine Arbeitsunfähigkeit zu begrün
den vermag.
Ferner kann nach der Rechtsprechung aus der Diagnose einer mit
telgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) allein nicht ohne
Weiteres
gesch
l
ossen werden, sie bewirke eine
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_366/2013 vom 1
8.
Juni 2013 E. 3.5.1 mit Hinweis auf das Urteil
8C_484/2012 vom 26.
April 2013 E. 4.3.2.2).
Davon ist auch vorliegend be
züg
lich der von den
D._
-Gutachtern diagnostizierten
leichtgradigen
depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.00) auszugehen,
zumal gemäss den
D._
-Gutachtern
mittelfristig mit einer weiteren Verbes
serung des
Gesund
heitsschadens
und dadurch der Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht gerechnet werden
kann
(
Urk.
9/
ZM29
S. 56), mithin keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit gegeben ist (vgl.
Art. 8 Abs. 1 ATSG).
4.5
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene
E
inspracheentscheid
vom 23. Mai 2014 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.