# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0b92cb73-c017-43e6-bf52-b53676e6d3c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
85, war
zuletzt
befristet von Januar bis Februar 2009
als Heizungsmonteur
tätig
(
Urk.
6/1
Ziff.
5.7
). Un
ter Hinweis auf die Folgen zweier Unfälle
vom September 2009 und vom Januar 2010
meldete er sich erstmals am 2
3.
Juni 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische u
nd erwerbliche Situation ab,
zog
die Akten
des Unfallversicherers
(
Urk.
6/12
)
bei und verneinte mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2011 einen Renten
anspruch (
Urk.
6/29).
1.2
Mit am
9.
Juli 2018
bei der IV-Stelle eingegangener erneuter Anmeldung bean
tragte der Ve
rsicherte unter Hinweis auf
S
chulterbeschwerden
Leistungen de
r In
validenversicherung (
Urk.
6/34
).
Die IV-Stelle tätigte medizinische
und erwerbli
che Abklärungen,
zog die Akten
des
Unfallversicherers
(
Urk.
6/35
,
Urk.
6/47,
Urk.
6/49-52
) bei
und teilte
dem Versicherten
am
8.
Oktober 2018 mit, dass a
uf
grund seines
Gesundheitszustands keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
6/44).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/55,
Urk.
6
/63) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
6/65 =
Urk.
2) einen Rentenan
spruch.
2.
Der Versicherte erhob am 2
0.
August 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1) und es seien ihm sinngemäss
von Januar bis Juli 2019
eine ganze Rente
auszu
richten sowie berufliche M
assnahmen zu gewähren
(vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4 und S. 4
Ziff.
6)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
5) beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Ren
ten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.5
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten
(Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.7
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkun
gen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.8
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen ge
mäss Abs. 3 in medizinischen Massnahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
mittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
Drohende
Invalidität liegt gemäss
Art.
1
novies
IVV vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfä
higkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbs
unfähigkeit ist unerheblich.
1.9
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass dem Beschwerdeführer seit November 2018 eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit
ohne Überkopfarbeiten
und
repetitive Arbeiten
mit dem rechten Arm sowie
ohne Heben von Gewichten ab 5 kg körpernah bis zur Gürtelhöhe
ganztags zumutbar sei
(S. 2 oben)
. Der Einkommensvergleich habe ergeben, dass keine Erwerbseinbusse und somit auch kein Anspr
uch a
uf eine Rentenleistung bestehe
(S. 2 Mitte). Die Einschränkungen im Belastungsprofil seien nicht so gross, dass weitere Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung not
wendig seien. Dass der Beschwerdeführer über keine Ausbildung verfüge und dadurch in der Stellensuche eingeschränkt sei, gelte als krankheitsfremder Faktor und begründe keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1), dass er für den Zeitraum von Januar bis Juli 2019 Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente habe (S. 2
Ziff.
4). Aus dem Einkommensvergleich resultiere unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 20
%
ein Invaliditätsgrad von 25
%
(S. 4
Ziff.
5 c). Die Auswahl an möglichen Verweistätigkeiten sei aufgrund des eingeschränkten Leistungsprofils äusserst klein, weshalb der Anspruch auf berufliche Massnahmen neu zu prüfen sei
(S. 4
Ziff.
6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob seit Erlass der
anspruchsverneinenden
Verfügung vom 2
0.
Januar 2011 (
Urk.
6/29) und der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
2)
eine
anspruchs
relevante
Veränderung eingetreten ist,
wie es sich mit einem allfälligen Rentenanspruch
verhält
und
ob ein
Anspruch
au
f
Einglie
derungsmassnahmen
besteht.
3.
Die Ärzte der
Y._
nannten in ihrem Austrittsbericht vom 1
5.
April 2010 über den
Rehaaufenthalt
vom 2
4.
Februar bis 3
1.
März 2010 (
Urk.
6/4
/6-8
) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Heckaufprallu
nfall vom 1
2.
Januar 2010
-
HWS-Distorsion
-
p
anvertebrales Syndrom
-
Spannungskopfschmerz
-
Personenwagens
elbstunfall vom 1
8.
September 2009
-
HWS-Distorsion
-
Schulterkontusion links
-
Kontusion des o
beren Sprunggelenks (OSG) rechts
-
zervikales Syndrom,
regredient
-
Spannungskopfschmerz
-
psychosoziale Belastungssituation
Es sei eine erhebliche Sympt
omausweitung beobachtet worden, welche
teilweise auf eine psychische Störung zurückzuführen
sei
. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklä
rung sowie den Diagnosen nicht erklären. Es liege keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Lei
stungsminderung begründen könnte
. Die Tätig
keit als Heizungsmonteur sei dem Beschwerdeführer aktue
ll nicht zumutbar, m
it
telschwere Arbeiten seien
hingegen aktuell
ganztägig möglich (S. 2 oben)
.
4.
4.1
Dr.
med. Z._
und
Dr.
med.
A._
, Fachärztinnen für Neurologie,
B._
, nannten in ihrem Bericht vom 1
1.
Mai 2018 über die am
3.
Mai 2018 erfolgte Untersuchung (
Urk.
6/35/216-218) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
axonale
Schädigung des
Nervus
axillaris
rechts im Rahmen einer Inakti
vitätsneuropathie, schmerzbedingt
-
fokale traumatische Schädigung des
Musculus
trabezius
rechts nach schwerem Anpralltrauma mit Nachweis
von
leichtgradiger Spontanakti
vität
-
Schädigung der
Rotatorenmanschette
bei Status nach Ruptur der Supra- und
Infraspinatussehne
, aktuell operativ Kontinuität
wiederhergestellt
, fettige Degeneration des
Musculus
teres
minor
In der Zusammenschau der Befunde sei von einer vollständigen
Restitutio
ad
in
tegrum
auszugehen. Es würden weiterhin phys
i
otherapeutische Massnahmen empfohlen (S. 2 unten).
4.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurochirurgie
, Kreisärztin der
Suva, führte in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Juni 2018
(
Urk.
6/35/247)
zuhanden des Unfall
versicherers aus, dass sie entgegen der Beurteilung der Ärzte der Neurologie des
B._
angesichts des bereits ausgedehnten fettig degenerier
ten
Musculus
teres
minor nicht von einer
Restitutio
ad
integrum
ausgehe, sondern höchstwahrscheinlich von einem zwischenzeitlich erreichten Endzustand ein Jahr nach Rekonstruktion des
Musculus
infraspinatus
rechts (S. 1 unten).
In ihrem Bericht vom
6.
Juli 2018 über die am Vortag erfolgte kreisärztliche Un
tersuchung (
Urk.
6/35/252-258) nannte
Dr.
C._
die folgenden Diagnosen (S. 6):
-
belastungsabhängige Schulterschmerzen rechts und persistierende Bewe
gungseinschränkung mit/bei:
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts mit Rekonstruktion der
Infra
spinatussehne
am 2
9.
Mai 2017
-
kernspintomografischem Nachweis einer hochgradigen fettigen Dege
neration des
Musculus
teres
minor bereits im Februar 2017
-
elektrophysiologischem Verdacht auf eine
axonale
Schädigung des
Nervus
axillaris
rechts (Elektropsychologie vom
3.
Mai 2018)
Der aktuelle Untersuchungsbefun
d entspreche im Wesentlichen jen
em von
Dr.
Z._
vo
m Mai 2018 (vgl. vorstehend E. 4.1
). Entgegen der Beurteilung
durch
Dr.
Z._
sei
jedoch bei kernspintomografischem Nachweis einer hochgradigen fettigen Degeneration des
Musculus
teres
minor nicht mehr von einer
Restitutio
ad
integrum
aus
zugehen
. Angesichts der Tatsache, dass dreizehn Monate postoperativ nach wie vor eine deutliche Bewegungseinschränkung und Belastungsintoleranz im Bereich des rechten Schultergelenks bestehe,
könne eine vollumfängliche Aufnahme der
Tätigkeit als Heizungsmonteur, die mit gewichts
belasteten Überkopfarbeiten verbunden sei,
nicht angenommen werden. M
it blei
benden Einschränkungen für Überkopfarbeiten und wahrscheinlich auch für schwere Gewichte
sei
zu rechnen
. Von der Fo
rtsetzung der Physiotherapie und der medizinischen Trainingstherapie
sei eine
bessere Belastbarkeit des rechten Schultergelenks
zu erwarten
bei
Erreichung des
Endzustand
s wahrscheinlich
im Herbst 2018 (
S. 7).
Im Bericht vom 2
3.
November 2018 über die kreisärztliche Untersuchung vom 2
0.
November 2018 (
Urk.
6/47/11-17) nannte
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
im We
sentlichen dieselben Diagnosen wie im Bericht vom Juli 2018 (vgl. S. 6). Seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung sei es zu einer Verbesserung der Beweglich
keit im rechten Schultergelenk gekommen. Von weiteren Therapien erwarte sie keine versicherungsmedizinisch relevante Verbesserung des Gesundheitszustands mehr. Dem Beschwerdeführer seien ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, Überkopfarbeiten rechts
sollten dabei gemieden werden und
Arbeiten in Brusthöhe nicht repetitiv erfolgen. Gewichte zwischen 15 und 20 kg könnten körpernah bis Gürtelhöhe gehoben beziehungsweise getragen werden (S. 6 unten).
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
B._
,
nannte in seinem Bericht vom 3
1.
Dezember 2018 über die am 1
4.
Dezember 2018 erfolgte Sprechstunde (
Urk.
6/49/57-58) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
persistierende Funktionseinschränkung der rechten Schulter mit
-
residuellen
Schulterschmerzen,
mässiggradiger
Schulterdyskinesie
bei
axonaler
Schädigung des
Nervus
axillaris
rechts im Rahmen einer In
aktivitätsneuropathie
-
Status nach Schulterarthroskopie,
subakromialer
Dekompression, Rekon
struktion des
Infraspinatus
rechts am 2
9.
Mai 2017 bei Sta
tus nach direk
tem Anpralltrauma
der rechten Schulter vom 2
2.
Dezember 2016
Eine klar strukturelle Schädigung im Sinne einer
Rotatorenmanschettenläsion
oder einer relevanten
Kapsulitis
habe MR-tomographisch ausgeschlossen werden können. Die funktionelle Einschränkung bleibe jedoch erheblich und die Wieder
aufnahme der Arbeit für körperlich strenge Tätigkeiten wie beispielsweise
das
Heben von 20 kg Gewicht erscheine seines Erachtens illusorisch. Aus seiner Sicht se
i von Seiten der Suva und der Invalidenversicherung
alles zu unternehmen, um den Beschwerdeführer im Arbeitsprozess wieder integrieren zu können. Er wäre auch für eine Umschulung motiviert (S. 2).
4.4
Suva-Kreisärztin
Dr.
C._
berichtete am
5.
April 2019 (
Urk.
6/50/20-23), dass in Zusammenschau der kreisärztlichen Untersuchung und der zwischenzeitlich durchgeführten Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit dem Beschwer
deführer weiterhin ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien. Nach Einschätzung von
Dr.
D._
und
der
Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) übersteige eine Belastung auch selten zwischen 15 bis 20 kg die Belastbarkeit des Beschwerdeführers. Daher solle die Tätigkeit ausschliesslich leicht bis mittelschwer für beidhändige Tätigkeiten sein. Eine unfallbedingte Ein
schränkung oder
Gewichtslimite
für die linke obere Extremität bestehe weiterhin nicht. Entgegen der EFL bestehe auch keine unfallbedingte Einschränkung für
kniende
Tätigkeiten, Kriechen und Treppensteigen. Zusammenfassend seien dem Beschwerdeführer weiterhin leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganztags zu
mutbar. Überkopfarbeiten sollten maximal selten und
ohne Gewichtsbelastung erfolgen, Arbeiten in Brusthöhe
nicht repetitiv notw
endig sein und
Ge
wichte von mehr als 5 kg
lediglich bis Gürtelhöhe und körpernah gehoben bezieh
ungsweise getragen werden
müssen
(S. 3 f.).
5.
5.1
Im Rahmen der erstmaligen Rentenabklärung wurde
n
von den Ärzten der
Y._
nach den Unfällen vom September 2009 und Januar 2010
eine HWS-Distorsion, ein panvertebrales Syndrom, eine Schulterkontusion links, eine Kontusion des OSG, ein zervikales Syndrom sowie Spannun
gskopfschmerzen diagnostiziert, wobei sich d
as Ausmass der demonstrierten physischen Einschrän
kungen mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der kli
nischen Untersuchung und bildgebenden
Abklärung
nicht erklären
liess
.
D
ie bis
herige Tätigkeit als Heizungsmonteur
erachteten
sie
aufgrund des Hantierens mit schweren Lasten als aktuell nicht zumutbar,
für
mittelschwere Arbeiten
wurde hingegen von einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen
(vorstehend
E. 3
)
.
Anlässlich der seit der erneuten Anmeldung
vom Juli 2018
erfolgten medizini
schen Abklärungen
wurde
nach einem Anpralltrauma vom Dezember 2016
neu eine persistierende Funktionseinschränkung der rechten Schulter
mit
residuellen
Schulterschmerzen,
mässiggradiger
Schulterdyskinesie
bei
axonaler
Schädigung des
Nervus
axillaris
rechts im Rahmen einer I
naktivitätsneuropathie sowie ein
Status nach Schulterarthroskop
ie,
subakromialer
Dekompression und
Rekon
struktion des
Infraspinatus
rechts
diagnostiziert
(vgl. vorstehend E. 4.3
)
.
Das
vom Unfallversicherer genannte
Belastungsprofil beinhaltet leichte bis mittelschwere Tätigkeiten,
ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, ohne repetitive Arbei
ten in Brusthöhe und ohne Gewichtsbelastung körpernah bis zur Gürtelhöhe über 10 kg (
Urk.
6/50/14-15).
(
Die
vom Beschwerdeführer
neu
geklagten Schulterbe
schwerden
konnten
klinisch und bildgebend
durchweg
objektiviert
werden und
bedingten
eine im Vergleich
zum Zeitpunkt der
Erst
anmeldung zusätzliche
Ein
schränkung des Belastungsprofils.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers hat sich
demnach
im massgeblichen Zeitraum zwischen der rentenablehnen
den Verfügung vom
2
0.
Januar 2011 (
Urk.
6/29)
und der angefochtenen Verfü
gung vom
1
9.
Juni 2019
(
Urk.
2) durch den erlittenen Unf
all vom Dezember 2016
ver
ändert, worin ein Revisionstatbestand zu erblicken ist
.
A
ufgrun
d der Aktenlage ist ausgewiesen
, dass für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Heizungsmonteur
eine volle Arbeitsunfähigkeit
be
steht. Als unstreitig erweist sich ferner
die attestierte vollschichtige Arbeitsfähig
keit für
angepasste Tätigkeit
en
unter Berücksichtigung des vom Unfallversicherer aufgeführten Belas
tungsprofils
(vgl. vorstehend E.
4.2
-4.4
,
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5
).
5.2
Der Beschwerdeführer machte
unter
Hinweis auf die
vom Unfallversicherer bis Ende April 2019 erhaltenen
Taggeldleistungen
geltend, es sei ihm für den Zeit
raum von Januar bis Juli 2019 eine volle Rente der Invalidenversicherung zu gewähren
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4)
.
Ein
Anspruch auf Taggeldleistungen im UV-Verfahren
erfolgt gemäss
Art.
16
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
i.V.m
.
Art.
6 ATSG
gestützt auf die
Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit in der anges
tammten Tätig
keit. Für die Ermittlung des Invaliditätsgrads und damit den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung ist hingegen die Erwerbsunfähigkeit
gemäss
Art.
7 ATSG
massgebend, welche
den verbleibenden ganzen oder teilweisen Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
betrifft
und damit
die Arbeitsfähigkeit
für
jegliche zumutbaren
an
gepassten Tätigkeiten umfasst
(vgl. vorstehend E. 1.1
).
Das Vorliegen eines An
spruchs
auf Taggeld
er
der Unfallversicherung
ist demnach
für die Beurteilung eines
allfälligen invalidenversicherungsrechtlichen Rentenanspruch
s unerheb
lich. Der Invaliditätsgrad und damit die F
rage, ob ein Anspruch auf eine Invali
denr
ente besteht, bemisst sich
gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG
anhand eines Einkommensvergleichs (vgl
. vorstehend E. 1.3
).
5.3
Als unstreitig erweist sich, dass f
ür die Bestim
mung des
Valideneinkommens
am zuletzt erzi
elten
, der Teuerung angepassten
Verdienst als Heizungsmonteur an
geknüpft werden
kann
(
vgl.
Urk.
6/36/2)
.
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 2
4.
Juli 2018
erzielte der Beschwerdeführer
als Heizungs
monteur
im
Jahr 2016 ein Eink
omme
n von
Fr.
65'000.--
(
Urk.
6/36/2).
Unter Be
rücksichtigung
der Entwicklung der Nominallöhne (von 2’239 Punkten im Jahr 2016 auf 2'260 Punkte im Jahr 2018)
resultiert ein
Valideneinkommen
von
Fr.
65'610.--.
5.4
Angesichts der Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Arbeitstätigkeit von 100
%
ist für
die Ermittlung des Invalideneinkommens auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1,
abzustellen
, was
der Beschwerde
führer im Grundsatz nicht bestreitet
.
Unter Berücksichtigung der durchschnittli
chen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02)
, der Entwicklung der Nominal
löhne (von 2’239 Punkten im Jahr 2016 auf 2'260 Punkte im Jahr 2018)
und aufgerechnet
auf ein Jahr resultiert
daraus
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
67'430.--
(
Fr.
5'340.-- x
12 :
40.0 x 41.7: 2'239 x 2'260).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013
vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausser
ordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht ab
zugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7
).
5.6
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien erscheint vorliegend ein Ab
zug als nicht angemessen.
Das zumutbare Belastungsprofil umfasst
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, ohne repetitive Arbeiten in Brusthöhe und ohne Gewichtsbelastung körpernah bis zur Gürtelhöhe über 10 kg
(vorstehend E. 5.1
), was
den Beschwerdeführer nicht zu
sätzlich derart ein
schränkt
, dass das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten wei
t
er eingegrenzt wird. Es ist ferner davon auszugehen, dass
entsprechende Ver
weistätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmark
t bestehen
, die dem
Anfor
derungs
- und Belastungsprofil des Beschwerdeführers entsprechen
. Die gesund
heitlichen Beeinträchtigungen haben sich demnach sowohl im eingeschränkten Tätigkeitsprofil als auch in der sich daraus ergebenden Beurteilung der Arbeits
fähigkeit vollumfänglich niedergeschlagen, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin keinen leidensbedingten Abzug gewährte.
5.7
Zusammenfassend ergibt sich, dass, s
elbst wenn
-
wie vom Besch
werdeführer geltend gemacht -
ein massgebliches
Validen
einkommen
von
Fr.
70'980
.--
ange
nommen w
ü
rd
e
(vgl.
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5 a),
die Einkommenseinbusse
bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
67'430.--
lediglich
Fr.
3
'
550
.
—betragen würde
.
Daraus
würde
ein Invaliditätsgrad von
rund
5
%
resultieren
, womit die
Erheb
lichkeitsgrenze
von 40
%
(vgl. vorstehend E.
1.2
)
bei Weitem nicht erreicht wird und
demnach
kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
6.
6.1
Der Anspruch auf konkrete berufliche Massnahmen unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des
Art.
8
Abs.
1 IVG. Die Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hinsichtlich der Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessenheit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen; so
dann muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraus
sichtlich von einer gewissen Dauer ist; des Weiteren muss der zu erwartende Er
folg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliede
rungsmassnahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BG
E 142 V 523 E. 2.3
).
6.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, es seien umfassende Abklärungen zu tref
fen, um seine Ressourcen und Neigungen zu eruieren. Je nach Abklärungsergeb
nis stelle sich dann die Frage nach weiteren Massnahmen, zum Beispiel im Um
schulungsbereich (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
6
b
). In Betracht fallen damit Integrations
massnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung sowie Massnah
men beruflicher Art im Sinne von
Art.
14a ff. IVG.
Seit der Erstanmeldung im Juni 2010 ist
nachgewiesenermassen eine Verände
rung
der gesundheitlichen Situation eingetreten.
In der
angestammten Tätigkeit als Heizungsmonteur
besteht weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In an
gepassten Tätigkeiten ist der Beschwerdeführer 100
%
arbeitsfähig, wobei das zu
mutbare Belastungsprofil aufgrund der ausgewiesenen Schulterbeschwerden eine weitere Einschränkung erfuhr
(vorstehend E. 5.1
)
.
Demnach ist erstellt, dass der Beschwerdeführer
zum Verfügungszeitpunkt in seiner
Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt und deshalb zumindest von einer Invalidität bedroht war
(vgl. vorste
hend E. 1.8
).
Das Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit im Sinne von
Art.
7 ATSG ist keine Anspruchsvoraussetzung für Integrationsmassnahmen und Massnahmen
beruflicher Art
, womit der in der angestammten Tätigkeit arbeitsunfähige Be
schwerdeführer die diesbezüglichen Anforderungen erfüllt.
Sowohl im Einwand- als auch im Beschwerdeverfahren (
Urk.
6/63,
Urk.
2)
war der Eingliederungswille des Beschwerdeführers erkennbar
, der bei der Beschwer
degegnerin
wiederholt
um Unterstützung bei der Eingliederung bat.
Ferner li
egt aus medizinis
cher Sicht
Eingliederungspotenzial vor.
So beurteilte
Dr.
D._
den Beschwerdeführer als motiviert und führte au
s
, dass von Seiten der Invalidenver
sicherung
alles zu unternehmen
sei, um seine
Integration in den Arbeitsprozess zu ermöglichen
(vorstehend E. 4.3
).
Auch die Beschwerdegegnerin erachtete Eingliederungsmassnahmen
zunächst
als geeig
net und erforderlich und bot dem Beschwerdeführer
am
8.
Oktober 2018 (
Urk.
6/45 S. 1)
und am
1
7.
Januar 2019 (
vgl. Telefonnotiz
Urk.
6/48)
Arbeitsver
mittlung sowie
einfache Weiterbildungen
an.
Weshalb sie später bei Vorliegen derselben Bedingungen
unter Hinweis auf ein wenig eingeschränktes Belastungs
profil die
Eingliederungsmassnahmen als nicht
mehr
notwendig erachtete, er
schliesst sich
nicht, zumal der
35-
jährige
Beschwerdeführer bei
ausgewiesener
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit über
Eingliederungswille und -potenzial
verfügt.
Die Tatsache schliesslich, dass der Beschwerdeführer über keine Ausbildung verfügt und dadurch in der Stellensuche eingeschränkt ist, ver
mag mit Blick auf die in den medizinischen Berichten beschriebene Befundlage das Vorliegen eines Gesundheitsschadens
sowie die Notwendigkeit von Einglie
derungsmassnahmen
nicht in Frage zu stellen.
6.3
Damit ist festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer
die Anspruchsvoraussetzungen für
Eingliederungsmassnahmen
erfüllt
.
Mangels
weitergehender Erhebungen durch die Beschwerdegegnerin bleibt allerdings unklar, welche konkreten In
tegrationsmassnahmen
respektive Massnahmen
beruflicher Art vorliegend geeig
net sind.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach entsprechender Abklärung die geeigneten Eingliederungsmassnahmen prüf
e
und durchführ
e
.
7.
Zusammenfassend ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der Be
schwerdeführer Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen hat
, wobei die Be
schwerdegegnerin im Rahmen der Rückweisung der Sache die erforderlichen Ab
klärungen zu tätigen und über die konkreten Massnahmen zu befinden hat
. Hin
sichtlich eines Rentenanspruchs ist die Beschwerde abzuweisen.
8
.
8
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen
.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie den Parteien je hälftig aufzuerlegen.
8
.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Damit ist gesagt, dass praxisgemäss auch bei teilwei
sem Obsiegen ein Anspruch auf eine Prozessentschädigung zu bejahen ist, wobei bei einem Teilerfolg, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheides, grundsätzlich ein Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädi
gung besteht (BGE 117 V 401).
Dem anwaltlich vertretenen und bezüglich
der Eingliederungsmassnahmen
teilweise obsiegenden Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) ermessensweise auf
Fr.
2
'000.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
ist.
Davon hat die Beschwer
-
degegnerin
zufolge teilweisen Obsiegens de
s
Beschwerdeführer
s
einen Betrag von
Fr.
1'000.--
als Prozessentschädigung zu
bezahlen
.