# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dba65f88-1063-4dc7-ae0b-f9a18ecf1c87
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 26. Januar 2011 offerierte die X._GmbH anhand eines vom Ingenieurbüro A._ am 23. Januar 2011 erstellten Leistungsverzeichnisses (Devis) die Baumeisterarbeiten für den Stallneubau des Y._ in O.1_ für den Betrag von Fr. 853'724.90 netto (inkl. MwSt.).
B. Mit Werkvertrag vom 3. April 2011 vergab Y._ der X._GmbH die Baumeisterarbeiten für den Stallneubau auf Parzelle Nr. _ in O.1_. Darin wurde hinsichtlich des Umfangs der Arbeiten auf das soeben erwähnte Devis abgestellt. Es folgte indessen eine andere Berechnung der Unternehmervergütung als in der Offerte vom 26. Januar 2011. So sollte zunächst eine Pauschale von Fr. 65'000.00 für die Bauplatzinstallation, für die Maschinen und Geräte, für die Miete von Schalungen, Bauholz usw. und für die Maschinen von Baugrubenaushub, Zufahrtswege und Baumeisteraushub entrichtet werden. Sodann wurden die Arbeiten nach Aufwand zu einem Stundenansatz für sämtliche Bauarbeiter von Fr. 65.00 zuzüglich 8 % MwSt. vergeben, wobei das Kostendach für den Arbeitsaufwand auf Fr. 387'000.00 (ohne MwSt.) festgelegt wurde. Es sollten täglich Rapporte über die Stunden und das Material geführt werden. Als verbindlich und zugleich als Kostendach wurden die Totalbaukosten von Fr. 880'000.00 angesehen. Die Materiallieferungen sollten zum Selbstkostenpreis in Rechnung gestellt werden, welche direkt vom Bauherrn beglichen würden.
C. Während der Bauausführung schlossen Y._ und die X._GmbH am 17. September 2011 folgende zusätzliche Vereinbarung:
"1. Die Bauleitung übernimmt ab 19.9.2011 A._, Ing.büro, O.2_.
2. Die Tagesrapporte müssen wöchentlich der Bauleitung abgegeben werden.
3. Fallen zusätzliche Arbeiten an, die nicht im Devis oder im Werkvertrag aufgeführt sind, ist die Bauleitung unverzüglich zu benachrichtigen.
4. Für die zusätzlichen Arbeiten bis zum 19.9.2011 werden der Fa. X._GmbH mit Fr. 65'000.00 entschädigt, gemäss den vorhandenen Regierapporten. Es werden keine Nachforderungen akzeptiert.
5. Für die zusätzlichen Arbeitsstunden für die Baumeisterarbeiten, die bis zur Bauvollendung erforderlich sind, werden mit Fr. 30'000.00 entschädigt. Es werden bezüglich Stundenaufwands keine weiteren Entschädigungen ausgerichtet. Der Werkvertrag ist diesbezüglich verbindlich.
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6. Die offene Teilzahlung von Fr. 75'000.00 wird nach der Aufnahme der Arbeiten an Fa. X._GmbH überwiesen (Woche 38).
7. Die restlichen Aufwendungen bis zur Bauvollendung betragen ab 19.9.2011 Fr. 230'000.00, zuzüglich der Entschädigung für Betonaufbereitung, Diesellieferung usw. gemäss Vertrag (inkl. Pos. 4 und Pos. 5).
8. Ab der Woche 39 werden pro Woche Fr. 20'000.00 als à-Konto Zahlungen an Fa. X._GmbH ausgerichtet. Natürlich muss der Baufortschritt entsprechend dieser à-Konto-Zahlung erfolgen. Es werden keine Vorauszahlungen ausgerichtet.
9. Die Fa. X._GmbH nimmt am 19.9.2011 die Bauarbeiten auf und zwar mit einer leistungsfähigen Gruppe von 5-6 Mann.
10. Der Baukran wird dem Bauherrn für die Holzarbeiten unentgeltlich zur Verfügung gestellt, wobei die X._GmbH jegliche Haftung ablehnt. Der Bauablauf für die Baumeisterarbeiten darf dabei nicht beeinträchtigt werden. Die Vorhaltezeit des Baukrans ist bis zur Bauvollendung der Baumeisterarbeiten gewährleistet.
11. Als Ziel für den Terminrahmen für die restlichen Baumeisterarbeiten sind 7 bis 8 Wochen Bauzeit einzuhalten."
D. Am 22. März 2012 ersuchte die X._GmbH den Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva um die vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts auf dem Grundstück Nr. _. So sollte das Grundbuchamt O.3_ angewiesen werden, auf dem Grundstück Nr. _, Plan _, in der Gemeinde O.1_, ein Bauhandwerkerpfandrecht für die Summe von CHF 210'599.35 zugunsten der X._GmbH vorläufig als Vormerkung einzutragen.
Die X._GmbH führte in ihrem Gesuch aus, dass die letzten Arbeiten für den Stallneubau in O.1_ am 16. Dezember 2011 erfolgt seien. Von den Baumeisterarbeiten in der Höhe von insgesamt Fr. 727'137.35 habe Y._ bis anhin Fr. 516'538.00 geleistet, so dass noch eine Restforderung von Fr. 210'599.35 offen sei.
E. Mit gleichentags mitgeteiltem Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Surselva vom 4. April 2012 wurde das Gesuch der X._GmbH gutgeheissen und das Grundbuchamt O.3_ wurde im Sinne einer superprovisorischen Massnahme angewiesen, zu Gunsten der gesuchstellenden Partei auf der Parzelle Nr. _, Plan _, Gemeinde O.1_, ein Bauhandwerkerpfandrecht von Fr. 210'599.35 zuzüglich Zins von 5% seit dem 24. Januar 2012 vorläufig einzutragen. Der gesuchsgegnerischen Partei wurde Frist bis zum 27. April 2012 angesetzt, um zum Gesuch schriftlich Stellung zu nehmen.
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F. Mit Entscheid vom 1. Mai 2012 hiess der Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva das Gesuch der X._GmbH gut und die mit Entscheid vom 4. April 2012 zu Gunsten der X._GmbH angeordnete superprovisorische Vormerkung der vorläufigen Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts für eine Pfandsumme von Fr. 210'599.35 zuzüglich 5% Zins seit dem 24. Januar 2012 auf dem Grundstück Nr. _, Plan _, O.1_, wurde bestätigt. Gleichzeitig wurde der X._GmbH zur Anhebung des Hauptprozesses eine Frist von 2 Monaten ab Erhalt des Entscheides gesetzt, verbunden mit der Androhung, dass nach unbenutztem Fristablauf die Vormerkung im Grundbuch gelöscht werde.
G. Die Klage vom 4. Juli 2012 ging am 6. Juli 2012 beim Bezirksgericht Surselva frist- und formgerecht ein und enthielt folgende Rechtsbegehren:
"1. Das Grundbuchamt O.3_ sei gerichtlich anzuweisen, zugunsten der Klägerin und zulasten des Grundstückes in der Gemeinde O.1_, Nr. _, Plan Nr. _, ein Bauhandwerkerpfandrecht für den Betrag von CHF 210'599.35 zuzüglich 5% Verzugszins seit dem 24. Januar 2012 im Grundbuch der Gemeinde O.1_ definitiv einzutragen.
2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten des Beklagten."
H. Die Klageantwort vom 15. Oktober 2012 ging frist- und formgerecht am 16. Oktober 2012 beim Bezirksgericht Surselva ein und enthielt folgende Rechtsbegehren:
"1. Die Klage sei abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 8% Mehrwertsteuer, zu Lasten der Klägerin."
I. Mit Replik vom 17. Dezember 2012 sowie mit Duplik vom 8. April 2013 wurde an den Begehren unverändert festgehalten.
J. Am 11. Juni 2014 wurde den Parteien der Entscheid des Bezirksgerichts Surselva ohne schriftliche Begründung mitgeteilt. Dabei wurde festgehalten, dass eine schriftliche Begründung des Entscheids nachgeliefert werde, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Entscheids verlange. Mit Schreiben vom 19. Juni 2014 suchte Y._ und mit Schreiben vom 20. Juni 2014 die X._GmbH um Zustellung einer schriftlichen Begründung nach.
K. Mit Entscheid vom 20. Mai 2014, schriftlich und begründet mitgeteilt am 22. August 2014, erkannte das erstinstanzliche Zivilgericht am Bezirksgericht Surselva wie folgt:
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"1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Grundbuchkreis O.3_, Geschäftsstelle O.3_, wird gerichtlich angewiesen, auf dem Grundstück Nr. _, Plan _, in der Gemeinde O.1_ ein Bauhandwerkerpfandrecht mit einer Pfandsumme von CHF 74'477.20 zuzüglich Zins zu 5% seit 24. Januar 2012 zu Gunsten der X._GmbH definitiv einzutragen.
2. Die Gerichtskosten des summarischen Verfahrens betreffend vorläufige Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts von CHF 2'000.00 werden in Abweichung von Dispositiv-Ziffer 3 des Entscheids des Einzelrichters vom 1./2. Mai 2012 der Klägerin zu 2/3 und dem Beklagten zu 1/3 auferlegt. Der Anteil der Klägerin von CHF 1'333.35 wird mit dem von ihr geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Überschuss von CHF 666.65 wird ihr erstattet. Der Beklagte erlangte die Befugnis zur unentgeltlichen Prozessführung. Sein Anteil von Fr. 666.65 geht – unter Vorbehalt der Verpflichtung zur Nachzahlung gemäss Art. 123 ZPO – zulasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt (vgl. Art. 122 ZPO i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EGzZPO).
3. a)Die Gerichtskosten des vorliegenden Verfahrens in Höhe von CHF 12'000.00 (Entscheidgebühr) gehen zu 2/3 zu Lasten der Klägerin und zu 1/3 zu Lasten des Beklagten. Der Anteil der Klägerin von CHF 8'000.00 wird mit dem von ihr geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Überschuss von CHF 4'000.00 wird ihr durch das Gericht erstattet. Der Beklagte erlangte die Befugnis zur unentgeltlichen Prozessführung. Sein Anteil von Fr. 4'000.00 geht dabei – unter Vorbehalt der Verpflichtung zur Nachzahlung gemäss Art. 123 ZPO – zulasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt (Art. 122 ZPO i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EGzZPO).
b) Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten ausseramtlich mit CHF 17'580.00 (inkl. MWST und Barauslagen) zu entschädigen.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand Dr. iur. Silvio C. Bianchi wird zudem – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 15'483.05 (inkl. MWST und Barauslagen) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations