# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e8abc4e-7807-4dd4-8eb2-e5b3aaa4e484
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1 Der 1955 geborene X._ arbeitete bei der Y._ AG in Z._ als Einrichter in der Duroplastverarbeitung und war über seinen Arbeitgeber bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle versichert, als er am 29. September 2001 bei einem Auffahrunfall ein Hyperextensionstrauma mit Lendenwirbelsäulen-Distorsion erlitt (vgl. Urk. 10/GF1-6). Im Anschluss an den Unfall traten nebst Rückenbeschwerden auch Schmerzen in der linken Schulter auf (vgl. Urk. 10/GF2, Urk. 10/GF5/2, Urk. 10/GF11). Am 1. Oktober 2001 nahm der Versicherte die Arbeit wieder zu 50 % auf; ab 21. November 2001 arbeitete er wieder vollzeitig (vgl. Urk. 10/GF1, Urk. 10/GF5/2, Urk. 10/GF11, Urk. 10/GF18/2, Urk. 10/GF21/2). Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Im November 2002 wurde die medizinische Behandlung abgeschlossen (vgl. Urk. 10/GF18/2).
1.2 Am 12. Oktober 2004 meldete der Arbeitgeber der SUVA einen Rückfall (vgl. Urk. 10/RF1) mit Schmerzexazerbation im Bereich der linken Schulter (vgl. Urk. 10/RF2). Die SUVA bejahte die Unfallkausalität der Beschwerden (vgl. Urk. 10/RF3) und übernahm erneut die Heilbehandlungskosten; eine Arbeitsunfähigkeit bestand nicht (vgl. Urk. 10/RF23/1). Nach Beizug von Berichten der behandelnden Ärzte stellte sie ihre Leistungen gestützt auf Stellungnahmen von Kreisarzt Dr. med. A._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, vom 30. Juni 2006 (vgl. Urk. 10/RF26) sowie vom 13. November 2006 (Urk. 10/RF40) mit Verfügung vom 17. November 2006 (Urk. 10/RF43) rückwirkend per 28. Februar 2005 ein. Die dagegen vom Versicherten (Urk. 10/RF46) sowie vom Krankenversicherer (Urk. 10/RF53 und Urk. 10/RF58) erhobenen Einsprachen wies die SUVA, nach Beizug einer Stellungnahme von Dr. med. B._, Facharzt für Chirurgie vom versicherungsmedizinischen Dienst (vgl. Urk. 10/RF62), mit Entscheid vom 27. März 2008 (Urk. 2) ab.
2. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Bernadette Zürcher, mit Eingabe vom 29. April 2008 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die SUVA zu verpflichten, weiterhin die Heilbehandlung und die Operationskosten zu übernehmen sowie allfällige weitere Versicherungsleistungen (Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung) auszurichten (Urk. 1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 26. August 2008 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Am 28. August 2008 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 11).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im weitern durch den Chiropraktor (lit. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (lit. e).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.
1.2 Wie die SUVA im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend erwogen hat, setzt die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Ebenfalls richtig ist, dass der Unfallversicherer für einen Gesundheitsschaden nur insoweit haftet, als dieser in einem natürlichen sowie in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem versicherten Ereignis steht (vgl. BGE 129 V 181 Erw. 3.1 und 3.2 sowie Urk. 2 S. 2, Urk. 19/A 7). Verwiesen werden kann auch auf die Ausführungen der SUVA zu den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweiskräftige Arztberichte (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c; vgl. zum Ganzen Urk. 2 S. 3 f.).
Zu ergänzen ist, dass die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt werden (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]). Diese schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an und können eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 Erw. 2c in fine).
1.3 Zusätzlich ist darauf hinzuweisen, dass
-
w
ird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest - der natürliche Kausalzusammenhang dahinfällt, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des J._genössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 26. April 1995, U 172/94). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.4 Schliesslich bleibt noch zu erwähnen, dass auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen Beweiswert zukommt, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 161/2 Erw. 1c; vgl. auch 123 V 334 Erw. 1c).
2.
2.1 Vorab festzuhalten ist, dass Streitgegenstand nicht der Anspruch auf Invalidenrente oder Integritätsentschädigung bildet. In der Verfügung vom 17. November 2006 (Urk. 10/RF43) und im diese bestätigenden angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) hat die SUVA nämlich einzig über den Anspruch auf Heilkostenübernahme und Taggelder entschieden.
2.2 Während die SUVA die Einstellung der Versicherungsleistungen im Wesentlichen unter Bezugnahme auf das Aktengutachten des Dr. B._ vom 20. März 2008 damit begründete, dass mit Blick auf Unfallmechanismus und Beschwerdeverlauf feststehe, dass die erstmals auf den Arthro-MRI-Bildern vom 23. Mai 2006 sichtbar gewordene Läsion der Rotatorenmanschette und die übrigen im Rahmen des Rückfalls sichtbar gewordenen Befunde im Bereich der linken Schulter degenerativer Natur und damit nicht unfallkausal seien (vgl. Urk. 2 S. 4 ff., Urk. 9 S. 8 ff.), stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, er habe weiterhin Anspruch auf Versicherungsleistungen. Es sei nicht zulässig, einzig auf das Aktengutachten des versicherungsinternen Arztes Dr. B._ abzustellen. Tatsache sei, dass er vor dem Unfall völlig beschwerdefrei gewesen sei und die behandelnden Ärzte die Unfallkausalität der Beschwerden in der linken Schulter bejaht hätten (vgl. Urk. 1).
Strittig und zu prüfen ist somit einzig, ob die nach der Leistungseinstellung durch die SUVA per 28. Februar 2005 fortbestehenden Schulterbeschwerden noch in einem rechtsgenügenden Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 29. September 2001 standen.
3.
3.1 Die Akten ergeben folgendes Bild über den Ablauf des Unfalls vom 29. September 2001 sowie über Art und Verlauf der Beschwerden in der linken Schulter:
3.2 In der Unfallmeldung des Arbeitgebers vom 1. Oktober 2001 ist festgehalten, dass der Beschwerdeführer am 29. September 2001 im Bereich der Halswirbelsäule sowie des Rückens verletzt worden sei (vgl. Urk. 10/GF1).
Aus dem Polizeirapport zum Unfall ergibt sich hinsichtlich des Unfallablaufs, dass ein angetrunkener Fahrzeuglenker in der Nacht vom 29. September 2001 im Bereich einer Autobahnüberführung mit übersetzter Geschwindigkeit zum Wagen des Beschwerdeführers aufschloss und in der Folge frontal gegen dessen Fahrzeugheck prallte. Weiter findet sich dort unter der Überschrift "Unfallfolgen" für den Beschwerdeführer der Vermerk "nicht verletzt" (vgl. Urk. 10/GF6 S. 5 f., S. 8 und S. 10; vgl. auch Urk. 10/GF3/2).
Am 17. Mai 2002 beschrieb der Beschwerdeführer den SUVA-Mitarbeitern die Umstände, welche am 29. September 2001 zur Verletzung der linken Schulter führten, folgendermassen: "Durch den Druck des Sicherheitsgurtes zog ich mir beim Autounfall auch eine Schulterverletzung zu. Damals war die Druckstelle rot verfärbt. Im Oktober 2001 wurde die Schulter drei Monate therapiert" (vgl. Urk. 10/GF11).
3.3 Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals C._ diagnostizierten in ihrem Bericht vom 30. September 2001 eine Lendenwirbelsäulen-Kontusion nach Hyperextensionstrauma. Die Untersuchung unmittelbar nach dem Unfall ergab eine Druckdolenz über dem thorakolumbalen Übergang sowie der ganzen Lendenwirbelsäule, wobei der Beschwerdeführer den Ärzten angab, rund eine Stunde nach dem Unfall Rückenschmerzen über der ganzen Lendenwirbelsäule verspürt zu haben (Urk. 10/GF2).
Laut Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, welcher den Beschwerdeführer im Anschluss an den Unfall hausärztlich betreute, erlitt der Beschwerdeführer im Rahmen des Autounfalls vom 29. September 2001 eine Distorsion der Wirbelsäule und der linken Schulter. In seinem Bericht vom 5. November 2001 wies er auf eine Besserung der Beschwerden bis zum 23. Oktober 2001 unter Behandlung mit Elektrotherapie, Analgetika, Fango, Massage und Gymnastik hin. Anlässlich der Konsultation vom 23. Oktober 2001 habe der Beschwerdeführer noch über Schmerzen im Bereich der linken Schulter und des linken Schultergürtels geklagt, wobei sich dort Myogelosen gefunden hätten. Darauf habe er erneut physikalische Therapie angeordnet (vgl. Urk. 10/GF5).
Wegen persistierender Beschwerden bei Bewegung des Schultergelenks sowie wegen Druckdolenz über dem AC-Gelenk und über dem Humerus wurde am 18. Dezember 2001 im Spital C._ eine Sonographie der linken Schulter durchgeführt. Der Befund ergab keine Luxation im AC-Gelenk und auch keine Zeichen einer Rotatorenmanschettenruptur. Auch im dorsalen Schulterbereich der Spina scapulae entlang, wo der Beschwerdeführer über Schmerzen klagte, konnten keine Läsionen nachgewiesen werden. Hingegen fand sich eine kleine Flüssigkeitsansammlung im Schultergelenk (vgl. Urk. 10/GF15/2). Von Dr. med. E._ am 28. Dezember 2001 angefertigte Arthro-MRI-Bilder der linken Schulter zeigten wenig Flüssigkeit in der Bursa subacromiale sowie ein leicht degenerativ verändertes AC-Gelenk im Sinne eines Impingement Grad I mit leichter Peritendinose bei etwas eingeengtem Schulter-outlet durch das AC-Gelenk. Im Bereich der Rotatorenmanschette fand sich kein nachweisbarer Substanzdefekt, und auch die Bizepssehne sowie das Labrum glenoidale waren normal (vgl. Urk. 10/GF15/1).
Dr. med. F._, Assistenzarzt Orthopädie der G._ Klinik, untersuchte den Beschwerdeführer am 3. April 2002 und ging im entsprechenden Bericht in diagnostischer Hinsicht von einem posttraumatischen subacromialen Impingement Schulter links sowie einer residuellen AC-Gelenksarthralgie nach stattgehabter AC-Luxation Tossy I links aus. Dr. F._ fand klinisch eine intakte Rotatorenmanschette vor und hielt mit Blick auf die vom Beschwerdeführer mitgebrachten MRI-Bilder fest, möglicherweise bestehe eine traumatisierte AC-Gelenksarthrose, wobei beschwerdemässig nebst dem subacromialen Impingement am ehesten das traumatisierte AC-Gelenk im Vordergrund stehe. In therapeutischer Hinsicht führte er eine Infiltration der Schulter durch. Zur Weiterbehandlung empfahl er Physiotherapie sowie allenfalls weitere Injektionen (Urk. 10/GF16/2). Im Verlaufsbericht zur Konsultation vom 24. April 2002 berichtete Dr. F._ über einen guten Verlauf nach stattgehabter subacromialer Infiltration. Gelegentlich träten noch Restbeschwerden vor allem subacromial auf (Urk. 10/GF16/1). Da auch Dr. D._ am 18. November 2002 über eine Besserung der Beschwerden bis zum 30. September 2002 mit allerdings fortbestehenden leichten Restbeschwerden berichten konnte, schloss er die Behandlung ab (vgl. Urk. 10/GF18/2).
3.4 Dr. med. H._, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, berichtete am 12. November 2004 über eine Schmerzexazerbation in der linken Schulter. Deshalb wurde die medizinische Behandlung wieder aufgenommen (vgl. Urk. 10/RF2) und der SUVA Meldung über den Rückfall gemacht (vgl. Urk. 10/RF1). Kreisarzt Dr. A._ bejahte am 23. November 2004 die Unfallkausalität dieser Beschwerden (vgl. Urk. 10/RF3).
Ein Arthro-MRI der linken Schulter vom 23. November 2004 ergab eine deutliche Insertionstendinose mit bursaseitiger Partialruptur der Supraspinatussehne, eine Bursitis subdeltoidae sowie eine mässiggradige AC-Gelenkarthrose mit einem Impingement der Supraspinatussehne. Die Infraspinatus-, die Subscapularis- und die Bizepssehne waren intakt (Urk. 10/RF23/2). Der von Dr. H._ konsiliarisch zugezogene orthopädische Chirurg Dr. med. I._ wies im Bericht vom 15. Dezember 2004 in anamnestischer Hinsicht darauf hin, dass auch nach Behandlungsabschluss im Jahr 2002 immer noch Restbeschwerden in der linken Schulter fortbestanden hätten. Aufgrund der auf den MRI-Bildern sichtbar gewordenen Läsionen sei eine operative Revision in Betracht zu ziehen, zunächst werde der Beschwerdeführer nun aber konservativ therapiert (vgl. Urk. 10/RF5).
Nachdem Dr. I._ in einer Verlaufskontrolle vom 2. Februar 2005 eine subjektiv deutlich verbesserte Situation unter der konservativen Therapie vorgefunden hatte, musste ihm der Beschwerdeführer im Mai 2006 von Dr. H._ wegen erneuter Zunahme der Schulterschmerzen wieder zur Kontrolle zugewiesen werden (vgl. Urk. 10/RF24/2 S. 2). Am 23. Mai 2006 wurde daraufhin auf Veranlassung von Dr. I._ erneut eine Arthro-MRI-Untersuchung der linken Schulter durchgeführt, welche nunmehr eine sehr tiefe bursalseitige Partialruptur der Supraspinatussehne, eine AC-Arthropathie, eine Tendinopathie der Subscapularissehnen-Insertion sowie eine Degeneration des Bizepsankers ergab (vgl. Urk. 10/RF24/2 S. 1).
Am 11. Dezember 2006 untersuchte Dr. med. J._, Oberarzt Orthopädie der K._, den Beschwerdeführer und kam gestützt auf die klinischen Untersuchungsbefunde sowie die Arthro-MRI-Bilder vom 23. Mai 2006 zum Schluss, dass eine traumatisch bedingte Supraspinatussehnenruptur vorliege, da der Beschwerdeführer vor dem 29. September 2001 beschwerdefrei gewesen sei. Da es sich um eine Bursa-seitige Ruptur handle, sei durchaus denkbar, dass auch eine degenerative Komponente vorhanden sei. Diese Frage könne allenfalls mit einem MRI der Gegenseite geklärt werden. Jedenfalls treffe es überhaupt nicht zu, dass der Status quo ante am 28. Februar 2005 erreicht worden sei (vgl. Urk. 10/RF45).
3.5 In einem Aktengutachten vom 20. März 2008 nahm Dr. B._, leitender Arzt SUVA Versicherungsmedizin, zur Unfallkausalität der Schulterbeschwerden Stellung. Dabei gelangte er zum Schluss, dass ein Kausalzusammenhang der Schulterläsionen zum Unfallereignis vom 29. September 2001 von Beginn an ausgeschlossen werden könne. Der vom Beschwerdeführer geschilderte Unfallmechanismus sei grundsätzlich nicht tauglich, eine Schulterverletzung zu verursachen. Beim kraftvollen Hauptstoss von hinten durch die frontale Kollision mit dem auffahrenden Fahrzeug hätten beide Schultern ausserhalb der Anstosszone gelegen. Erst bei der nachfolgenden passiven Verzögerung des Autos sei der Beschwerdeführer wohl passiv nach vorne in die Sicherheitsgurte hineingefallen. Dies sei aber im Vergleich mit einer energetisch dynamischen Frontalkollision im angegurteten Zustand im Fall des Beschwerdeführers auf eine äusserst energiearme Weise erfolgt, welche in der Regel nicht geeignet sei, strukturelle Schäden zu bewirken. Ferner sei der teilweise Sehnenriss in der Rotatorenmanschette drei Monate und sogar noch drei Jahre nach dem Unfall nicht vorhanden gewesen, weshalb er nicht vom Unfall verursacht worden sein könne. Auch gäbe es - wäre die Schulter am 29. September 2001 tatsächlich verletzt worden - keinen Grund für ein asymptomatisches beschwerdefreies Intervall, wie es sich im Fall des Beschwerdeführers gezeigt habe. Andererseits habe er sich bereits anlässlich des Unfalls in einem Alter befunden, in welchem degenerative Erscheinungen in der Schulter häufig seien. Auch die Tatsache allein, dass die andere Schulter asymptomatisch sei, spreche nicht gegen einen degenerativen Ursprung der Rotatorenmanschettenruptur in der linken Schulter. Dies sei durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt (vgl. Urk. 10/RF62).
4.
4.1 Bereits mit Blick auf den aktenmässig belegten Unfallhergang erscheint es, wie Dr. B._ in seinem Aktengutachten vom 20. März 2008 zu Recht ausführte (vgl. Urk. 10/RF62 S. 2 f.), fraglich, ob der vom Beschwerdeführer geschilderte Ablauf - Druck des Sicherheitsgurtes auf die Schulter nach Heckauffahrkollision - überhaupt geeignet war, eine organisch-strukturelle Läsion der linken Schulter zu verursachen. Dem Polizeirapport (vgl. Urk. 10/GF6 S. 6 und 8) sowie dem Bericht vom 30. September 2001 des Spitals C._ lassen sich denn auch keine Anhaltspunkte für eine äusserlich sichtbare Verletzung der linken Schulter entnehmen. Da der Beschwerdeführer den erstbehandelnden Ärzten des Spitals C._ gegenüber auch keine solchen Beschwerden erwähnte (vgl. Urk. 10/GF2), und er den SUVA-Mitarbeitern am 17. Mai 2002 angab, die Schulter sei im Oktober 2001 therapiert worden (vgl. Urk. 10/GF11; vgl. auch Urk. 10/GF5/2), ist davon auszugehen, dass die Schulterschmerzen erst in einem gewissen zeitlichen Abstand zum Unfallereignis erstmals aufgetreten waren, wobei der genaue Zeitpunkt aufgrund der ungenauen Zeitangaben im Arztbericht des Hausarztes Dr. D._ vom 5. November 2001 (Urk. 10/GF5) sowie im SUVA-Besprechungsrapport vom 17. Mai 2002 (Urk. 10/GF11) nicht eruiert werden kann. Ein unmittelbarer zeitlicher und damit sinnfälliger Zusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis ist unter diesen Umständen nicht erstellt.
Daran knüpft die Argumentation von Dr. B._ an, wonach ein asymptomatisches beschwerdefreies Intervall, wie es sich beim Beschwerdeführer nach dem Unfall gezeigt habe, bei Schulterverletzungen nicht üblich sei (vgl. Urk. 10/RF62 S. 3 f.). Auch Kreisarzt Dr. A._ wies in seiner Stellungnahme vom 13. November 2006 darauf hin, dass zwar möglicherweise eine AC-Gelenkslockerung hinter den Veränderungen im Schultergelenk stehe, dass aber auch nur eine erstgradige AC-Lockerung in der ersten Phase schmerzhaft gewesen wäre und sich bei der medizinischen Erstbehandlung in den Befunden niedergeschlagen hätte (vgl. Urk. 10/RF40 S. 2). Dies war beim Beschwerdeführer nicht der Fall. Den schlüssigen Berichten der Dres. B._ und A._ kommt voller Beweiswert zu, da keine Anhaltspunkte für eine fehlende Objektivität der Versicherungsmediziner bestehen (vgl. vorstehend Erw. 1.4).
Es ergibt sich daher, dass bereits unter Berücksichtigung des Unfallablaufs und der aktenmässig nur spärlich dokumentierten zeitlichen und übrigen Umstände, unter welchen die Schulterbeschwerden erstmals auftraten, fraglich ist, ob ein Zusammenhang der festgestellten Schulterläsionen mit dem Unfall besteht. An diesen Feststellungen vermag auch die vom Hausarzt Dr. D._ in seinem Bericht vom 5. November 2001 gestellte Diagnose einer am 29. September 2001 stattgehabten Distorsion der linken Schulter nichts zu ändern. Dr. D._ begründete den von ihm mit der Diagnose zum Ausdruck gebrachten Zusammenhang der Schulterbeschwerden mit dem Unfall nämlich in keiner Art und Weise (vgl. Urk. 10/GF5/2).
4.2 Durch die MRI-Bilder vom 28. Dezember 2001 objektiviert wurde ein leicht degenerativ verändertes AC-Gelenk mit leichter Eindellung des myotendinösen Überganges der Supraspinatussehne und leicht gebogener Acromionform sowie wenig Flüssigkeit in der Bursa subacromiale (vgl. Urk. 10/GF15/1). Die MRI-Untersuchung vom 23. November 2004 zeigte demgegenüber bereits eine mässiggradige AC-Gelenksarthrose, welche nach Ansicht des untersuchenden Arztes prädisponierend für ein Impingement der Supraspinatussehne sei, sowie eine deutliche Insertionstendinose mit bursaseitiger Partialruptur der Supraspinatussehne (vgl. Urk. 10/RF23/2). Auf den Bildern vom 23. Mai 2006 schliesslich gelangten eine sehr tiefe bursalseitige Partialruptur der Supraspinatussehne sowie neu auch eine Tendinopathie der Subscapularissehnen-Insertion und eine Degeneration des Bizepsankers zur Darstellung (vgl. Urk. 10/RF24/2).
Durch die bildgebenden Befunde ist eine kontinuierliche Verschlechterung des Zustands der linken Schulter über einen Zeitraum von rund viereinhalb Jahren ausgewiesen. Mit Blick auf diese nach dem Unfall innert relativ kurzer Zeit erfolgten strukturellen Veränderungen der zuvor offenbar asymptomatischen linken Schulter kann zwar nicht völlig ausgeschlossen werden, dass der Unfall durch eine Traumatisierung der linken Schulter die Schulterdegeneration beschleunigt und die aktuell fortbestehenden Beschwerden zumindest im Sinne einer Teilkausalität mitverursacht hat. Eine rein degenerative Ursache der Beschwerden in der linken Schulter erscheint aber mindestens genauso wahrscheinlich wie eine Verursachung durch den Unfall vom 29. September 2001. Aufgrund des Alters des Beschwerdeführers, in welchem degenerative Veränderungen bereits vermehrt auftreten (vgl. dazu auch Urk. 10/RF62 S. 4), und der Tatsache, dass er offenbar eine körperlich belastende Arbeit ausübt (vgl. Urk. 1 S. 7 sowie Urk. 10/GF1), können die bereits im Dezember 2001 sichtbar gewordenen Veränderungen im Bereich des AC-Gelenks auch degenerativen Ursprungs sein. Auch für die bereits auf den MRI-Bildern vom 28. Dezember 2001 sichtbar gewordene Bursitis fallen nebst einer Traumatisierung der Schulter verschiedene andere Ursachen in Betracht, etwa ein krankhaftes Geschehen oder eine Überlastung der Schulter im Sinne einer mechanischen Überbeanspruchung. Wie Dr. B._ im Übrigen in einleuchtender Weise dargetan hat, muss die Tatsache allein, dass die Beschwerden einzig linksseitig auftraten, noch nicht gegen das Vorliegen eines degenerativen Prozesses sprechen (vgl. Urk. 10/RF62 S. 4; vgl. auch Urk. 10/RF45 S. 2). Schliesslich spricht auch der Umstand, dass die linke Schulter vor dem Unfall offenbar noch asymptomatisch war, entgegen der Meinung der Dres. F._ (vgl. Urk. 10/GF16), H._ (vgl. Urk. 10/RF33), I._ (vgl. Urk. 10/RF38/2) sowie J._ (vgl. Urk. 10/RF45 S. 2) für sich allein noch nicht für einen kausalen Zusammenhang der Beschwerden mit dem Unfall, da rechtsprechungsgemäss eine gesundheitliche Schädigung nicht schon deshalb als durch den Unfall verursacht gelten kann, weil sie nach diesem aufgetreten ist; denn diese Argumentation liefe auf einen unzulässigen "post hoc, ergo propter hoc"-Schluss hinaus (vgl. dazu BGE 119 V 335 Erw. 2b/bb S. 341 f.).
4.3 In gesamthafter Betrachtung des Unfallhergangs, der Umstände nach dem Unfall und des anschliessenden Beschwerdeverlaufs ergibt sich, dass ein (natürlicher) Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 29. September 2001 und den zur Diskussion stehenden Schulterbeschwerden nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Von weiteren medizinischen Abklärungen (vgl. Urk. 1 S. 7) ist kein näherer Aufschluss über die Kausalität der Beschwerden zu erwarten. Deshalb kann darauf verzichtet werden, wie die SUVA im angefochtenen Entscheid zu Recht festgestellt hat (vgl. Urk. 2 S. 7). Die SUVA durfte die Versicherungsleistungen somit per 28. Februar 2005 einstellen (wobei sie mit Verfügung vom 17. November 2006 auf eine Rückforderung der nach dem 28. Februar 2005 erbrachten Versicherungsleistungen verzichtet hat [vgl. Urk. 10/RF43 S. 2]). Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.