# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f620ea65-abb3-42cd-8c57-66a10e8365d3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war seit September 2006 als Sachbearbeiter und Lagermitarbeiter bei der
Y._
in
Z._
angestellt (
Urk.
7/13/1
Ziff.
2.1 und 2.2).
Mit Verweis
auf einen akuten ischämischen
c
ere
brovaskulären
Insult meldete
er sich
am 1
9.
März 2018 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische (
Urk.
7/
12,
Urk.
7/16
) und erwerbliche (
Urk.
7/11,
Urk.
7/13) Abklärungen.
Nachdem ein geplanter Arbeitsversuch
des Versicherten
beim bisherigen Arbeit
geber nicht
zustande gekommen war
, stellte
die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom
3.
September 2018 (
Urk.
7/37) die Ablehnung von Eingliederungsmassnahmen in Aussicht. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
7/38,
Urk.
7/42) vor. Mit Verfügung vom 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
7/48 =
Urk.
2) lehnte die IV-Stelle Eingliederungsmassnahmen ab.
2.
Der Versicherte erhob am 2
9.
Januar 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm berufliche Eingliederungsmassnahmen, namentlich Arbeitsvermittlung, zu gewähren (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
März 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
8.
März 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Der Anspruch auf konkrete berufliche Massnahmen unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Art.
8 IVG, namentlich der Geeignetheit, Er
forderlichkeit und Eingliederungswirksamkeit. Es muss gewährleistet sein, dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; zudem muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmassnahme stehen, schliesslich muss die konkrete Massnahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (Urteil des Bundesge
richts I 794/02 vom 1
9.
November 2003 E. 2 mit Hinweisen).
Die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person muss in subjektiver, aber auch in objektiver Hinsicht
rechtsgenüglich
erstellt sein (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 f. E. 3).
1.3
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, ha
ben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese
Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.4
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben
bereich berücksichtigt (
Art.
6 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
fest
, die
ge
plante
Massnahme «Arbeitsplatzerhalt» inklusive Job-Coaching und Begleitung wäre
bei der bisherigen Arbeitgeberin
grundsätzlich möglich gewesen. Der Ar
beitsplatzkonflikt, welcher bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens bestan
den habe, sei nicht IV-relevant.
D
ie
Arbeitgeber
in
sei offen für Gespräche gewe
sen. Nach
ihren
Abklärungen seien andere beziehungsweise weitere Eingliede
rungsmassnahmen aufgrund IV-fremder Faktoren weder geeignet noch zielfüh
rend
. Die Dauer und
die Kosten der Massnahmen sowie der wirtschaftliche Erfolg stünde
n
zudem nicht in einem vernünftigen Verhältnis (S. 2 oben).
Weiter führte die Beschwerdegegnerin aus, sie und d
ie Arbeitgeberin seien im Rahmen der Frühinterventionsphase bereit gewesen
, einen therapeutischen Ar
beitsversuch zu unterstützen. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht gewillt ge
wesen, einen
solchen
zu wagen (S. 2 unten).
Dem Erhalt eines noch bestehenden Arbeitsplatzes komme ein sehr grosser Stel
lenwert zu (
Urk.
6 S. 1).
Eine Arbeitsvermittlung könne nur bei klarer gesund
heitlicher Situation und Arbeitsfähigkeit durchgeführt werden. Die Einschrän
kungen auf kognitiver Ebene seien nach wie vor unklar. Daran vermöge auch der Bericht des Psychiaters nichts zu ändern (
Urk.
6 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
vor seiner Erkrankung habe er in einem Job mit hoher Arbeitsbelastung gearbeitet. Zur Erprobung wären vorerst nur einzelne definierte Arbeiten mit Selbstkontrollmöglichkeit sinnvoll, die ohne Zeitdruck und ohne häufige Unterbrüche durchgeführt werden könnten (zum Beispiel
im
backoffice
). Wie sich im Verlauf gezeigt habe, sei eine Eingliederung am bisheri
gen Arbeitsplatz
aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Dies sei ärzt
lich/therapeutisch bescheinigt worden (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5 und 6 unten).
Die Beschwerdegegnerin habe sich in der Folge darauf versteift, dass es
ih
m le
diglich an der nötigen Motivation fehle, an seinen angestammten Arbeitsplatz zurückzukehren (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob ein Anspruch
auf berufliche Massnahmen besteht.
Der Beschwerdeführer ersuchte in der Beschwerde insbesondere um Arbeitsver
mi
ttlung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2 oben).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erlitt am 1
3.
Februar 2018 einen akuten ischämischen
ce
rebrovaskulären
Insult. Die Ärzte des
A._
stellten nach der
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
im
A._
im Bericht vom 2
0.
Feb
ruar 2018 (
Urk.
7/12/11-15) folgende Diagnosen (S. 1):
-
akuter ischämischer
cerebrovaskulärer
Insult vom 1
3.
Februar 2018
-
unter ASS
cardio
-
Klinik: Drehschwindel, frontale Kopfschmerzen, Falltendenz nach links
-
Lokalisation: Cerebellum rechts
-
Ätiologie: wahrscheinlich
kardioembolisch
-
Sekundärprophylaxe: ASS und
Atovastation
-
vRF
: Reinfarkt und arterielle Hypertonie
-
Status nach
zerebellärem
Infarkt, rechts, Oktober 2017
-
persistierendes
Foramen
ovale, Erstdiagnose 1
4.
Februar 2018
-
transthorakale Echokardiografie: Nachweis eines grossen persistieren
den
Foramen
ovale
-
neuro-kardiologisches Kolloquium vom 2
0.
Februar 2018: PFO-
Ver
-
schluss empfohlen
-
fragliche Migräne, Erstdiagnose September 2017
-
arterielle Hypertonie
3.2
Vom 2
1.
Februar bis 2
7.
März 2018 war der
Beschwerdeführer
in der
B._
hosp
italisiert (
Urk.
7/12/16 oben).
Dipl. Psych.
C._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, Klinischer Neuropsychologe
GNP
, und M. Sc.
D._
,
B._
, nannten in einem psychologischen Bericht vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
7/12/16-20) als psychiatrische Diagnosen eine leichte kognitive Störung, aktuell leichter Ausprägung
(ICD-10 F07.6)
,
bei
einem
akutem ischämischem
ze
rebrovaskulärem
Insult vom 1
3.
Februar 2018 und
einem
Status nach
zerebellä
rem
Infarkt rechts vom Oktober 2017
sowie eine
Anpassungsstörung mit depres
siven und ängstlichen Symptomen (ICD-10 F43.22).
Weiter wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer kehre nach intensiver stationärer
Rehabilitation in sein häusliches Umfeld zurück. Limitierend dürfte sich vor allem die noch deutlich reduzierte psychomentale Belastbarkeit auswirken. Die
festge
stellten
Aufmerksamkeitsdefizite könnten im Alltag zu Problemen
führen
durch eine verlangsamte Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Dies könne zu einem erhöhten Zeitbedarf bei längerer Aufgabendauer führen. Die gedankli
che und emotionale Beschäftigung mit der Erkrankung nehme derzeit noch um
fangreiche Ressourcen in Anspruch. Es werde
dem Beschwerdeführer
empfohlen, im häuslichen und später im beruflichen Umfeld, so gut es gehe,
sich
einer Sache nach der anderen zu widmen und auf eine ausgewogene Pausenstruktur zu ach
ten. Situationen unter Zeitdruck und parallel geschaltete Tätigkeiten sollten zu Beginn möglichst vermieden werden (S. 4 unten). Von Patienten ohne offenkun
dige körperliche Behinderung werde innert kurzer Zeit das prämorbide Leistungs
niveau gefordert, welches jedoch, falls überhaupt, nur durch eine erhöhte An
strengung aufrechterhalten werden
könne
(S. 4 f.).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom
5.
April 2018
(
Urk.
7/12/1-7) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen akuten ischämischen
zerebrovaskulären
Insult vom 1
3.
Februar 2018 und einen Status nach
zerebellärem
Infarkt rechts, Oktober 2017 (
S. 3
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
einen Verschluss eines PFO, eine arterielle Hypertonie, und einen Status nach
Cholezystektomie
(
S. 3
Ziff.
2.6).
Der Hausarzt gab zur Arbeitsfähigkeit an, vom 1
3.
Februar bis 3
0.
April 2018 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Anschliessend sei vorgese
hen,
mit
einer
Arbeitsunfähi
gkeit von 100
%
fortzufahren. Gleichzeit solle ein
Arbeitsversuch von zwei Mal zwei Stunden pro Woche mit schrittweiser Steige
rung
unternommen werden
(S. 2
Ziff.
1.3). Die Prognose der Arbeitsfähigkeit sei offen. Der Patient sei motiviert und eine schrittweise Reintegration sollte versucht werden (S. 3
Ziff.
2.7).
3.4
Die Ärzte der
B._
führten im Austrittsbericht vom 1
0.
April 2018 (
Urk.
7/16/6-12) aus,
e
ine ambulante psychotherapeutische Weiterbehand
lung unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Symptomatik sei drin
gend indiziert. Ziele seien der Umgang mit Belastungsfaktoren und alte Glaubens- und Verhaltensmuster zu durchbrechen, um eine berufliche Reintegration zu ge
währleisten (S. 4 unten).
3.5
Die behandelnde Therapeutin,
F._
,
lic
. phil. I, Fachpsy
chologin für Psychotherapie FSP
,
führte in einem am 2
9.
August 2018 (
Urk.
7/35) eingegangen Bericht aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 1
3.
Februar 2018 und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
Zum Befund gab sie an, die Belastungs- und
die
Konzentrationsfähigkeit seien eingeschränkt. Der Patient sei nach relativ kurzer Zeit erschöpft und benötige längere Erholungsphasen. Trotz Medikation leide er unter massiven Schlafstörun
gen. Der Kontakt zum Arbeitsplatz löse Angst und Herzrasen aus. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz sei aufgrund der nicht nachvollziehbaren Haltung und des Verhaltens der Vorgesetzten und des Personalverantwortlichen nicht zumutbar.
Wenn die rechtlichen Grundlagen gelöst seien, sei mit einer allmählichen Ver
besserung der depressiven Verstimmung zu rechnen.
3.6
Der Beschwerdeführer reichte im vorliegenden Verfahren
zudem
einen Bericht von
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
8.
Januar 2019 (
Urk.
3)
ein
. Der
G._
führte aus, der Beschwerde
führer stehe seit dem
6.
August 2018 in
seiner
psychotherapeutischer
n
und psy
chiatrischen
Behandlung.
Der Beschwerdeführer
leide unter einer depressiven Störung. Die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode seien erfüllt (ICD-10 F32.1).
Es bestehe deshalb eine
Arbeitsunfähigkeit von zirka 50
%. Die angemessenen Tätigkeitsbereiche lä
gen im Bereich Allrounder im Innendienst. Aufgrund der Symptomatik bestehe eine verminderte Stresstoleranz, was eine hektische Tätigkeit ausschliesse. Das Pensum sollte auf fünf Wochentage verteilt werden. Aufgrund der erlebten stress
reichen Konflikte bestehe beim angestammten Arbeitgeber keine Arbeitsfähigkeit. An diesem Arbeitsplatz wäre mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustan
des zu rechnen. Neben der aktuellen Behandlung könne durch berufliche Mass
nahmen und in kleinen Schritten eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden.
4.
4.1
Am
1
3.
Juni 2018
fand
eine Besprechung zwischen
dem Beschwerdeführer
,
den
Verantwortlichen der
Y._
und weiteren Person
en
statt. Über den Ver
lauf der Besprechung
findet sich
ein
e
E-Mail von
H._
, CEO
der
Y._
, vom 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
7/20/1-2) in den vorinstanzlichen Akten.
Er gab unter anderem an
,
d
em
Beschwerdeführer
sei
bewusst gewesen, dass sein Arbeits
einsatz
in der Vergangenheit
zu Spannungen geführt habe. In der «Wieder-Ein
gliederungsphase» müsse es möglich
sein, über «Eigenheiten und Spannungen» in der schwierigen Integrationsphase sachlich zu diskutieren (S. 1 Mitte).
Durch ei
nen besonderen Einsatz der Mitarbeiter
, weit über die üblichen Arbeitsstunden hinaus,
habe man
dem Beschwerdeführer
den Arbeitsplatz fr
ei
halten können, mit einem erfreulichen Wachstum von 30
%
(S. 1 unten).
H._
formulierte
in der Folge
fünf
Voraussetzungen, unter denen sich der Arbeitgeber eine weitere Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer vorstel
len
könnte
(S. 2 oben).
4.2
Die Beschwerdegegnerin fasste im Verlaufsprotokoll
«Job Coach»
vom 1
8.
August 2018
(
Urk.
7/28)
das
Erstgespräch
mit dem Beschwerdeführer und
der Case Ma
nagerin, Frau
I._
,
vom 1
8.
Juli 2018
zusammen.
Sie
führte aus, als
gesund
heitliche
Schwierigkeiten
bestünden die
im Oktober 2017 und im Februar 2018
erlitten
en Hirninfarkte
, wobei
das erste Ereignis
erst im Nachhinein
festgestellt worden sei. Der Beschwerdeführer könne sich schwer konzentrieren und sei ver
gesslich. Er müsse ei
nes nach dem anderen erledigen. Zudem sei er
depressiv geworden (S. 3
Ziff.
4 oben).
Für die aktuelle
Arbeitss
telle bei der
Y._
sei er von der Therapeutin zu 100 % krankgeschrieben. An einer anderen
Arbeitss
telle halte er sich
selber
für arbeitsfähig im Umfang von drei Mal drei Stunden täglich mit Tagespausen dazwischen.
Dabei dürften
kein Druck und keine Störungen bestehen. Sein Ziel
sei es,
langsam aufzubauen und wieder zu 100
%
arbeiten zu können. Der Be
schwerdeführer arbeite seit 12 Jahren bei der
Y._
. Er sei dort
gemäss
seinen eigenen Angaben
ständig beleidigt worden. Die Arbeit habe er span
nend gefunden, d
ie Zusammenarbeit aber nicht. Es sei
seiner Meinung nach
etwas Fal
sches erzählt worden. Es sei wohl aus einem Gespräch mit dem Arbeitgeber her
ausgelaufen, weil er emotional am Anschlag gewesen sei. Er sei
dann
aber zu
rückgekehrt und habe Klärungsversuche unternommen. Es werde ihm wohl ge
kündigt werden (S. 3
Ziff.
4 oben).
Der Beschwerdeführer wolle wissen, wie belastbar er sei.
Von der Beschwerde
gegnerin wünsche er sich
Unterstützung beim Aufbau und bei der St
ellensuche (S. 3
Ziff.
4 Mitte).
Die Rückkehr an den bestehenden Arbeitsplatz sei aus gesund
heitlichen Gründen nicht möglich. Der Beschwerdeführer habe von einer entspre
chenden ärztlichen Einschätzung berichtet. Das Arbeitsverhältnis sei seit längerer Zeit nicht mehr zufriedenstellen
d
gewesen.
Er suche seit
mehreren Jahren, bisher erfolglos, eine neue Arbeitsstelle (S. 3
Ziff.
4 unten).
4.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in einer Notiz über eine
interne
Fallbesprechung
mit der Eingliederungsberatung
vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
7/28 S. 5 oben) fest,
es bestehe eine
Mitwirkungspflicht der versicherten Person
betreffend den Einglie
derungsplan
an der
bisherige
n
Arbeitsstelle
. Andere Eingliederungsbemühungen seien aufgrund IV-fremder Faktoren wie Alter, verbleibende Erwerbsdauer und gemäss den Angaben im Austrittsbericht
der
B._
vom 1
0.
Ap
ril 2018 zur Persönlichkeit des Beschwerdeführers nicht erfolgsversprechend.
4.4
Im
Verlaufsprotokoll
Eingliederungsberatung
vom 1
5.
August 2018
(
Urk.
7/31)
führte die Beschwerdegegnerin
ergänzend
aus,
gemäss den Angaben der Ärzte der
B._
hätte ein therapeutischer Arbeitsversuch stattfinden sollen.
Die Beschwerdegegnerin
habe den Beschwerdeführer am 2
4.
Juli 2018 aufgefordert, seine Mitwirkungspflicht wahrzunehmen und einen Arbeitsversuch zu wagen.
Dieser fühle sich
dazu subjektiv
aber
nicht in der Lage (S. 1 unten).
Es habe sich um einen Arbeitsplatzkonflikt gehandelt, der bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens bestanden habe. Der Arbeitgeber hätte dem Beschwerde
führer die Möglichkeit fü
r einen Arbeitsversuch
eingeräumt
(S. 2 oben).
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
5.2
Die Ärzte der
B._
nannten im Bericht vom 2
7.
Februar 2018 als psychiatrische Diagnosen eine leichte kognitive Störung und eine Anpas
sungsstörung mit depressiven und ängstlichen Symptomen.
Dr.
G._
di
agnostizierte eine
mittelgrad
ige depressive Episode (
vorstehend E. 3.2 und
3.6
).
Die Ärzte der
B._
und der Hausarzt des Beschwerdeführers
empfahlen
einen Arbeitsversuch
, wobei sie gleichzeitig eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestierten
(
E. 3.3,
Urk.
7/16/10 unten).
F._
und
Dr.
G._
erachteten
eine Rückkehr des Beschwerdeführers an den bisherigen Arbeitsplatz
jedoch
als nicht zumutbar (E. 3.5
und 3.
6
).
5.3
Der
Mitwirkungspflicht der versicherten Person
kommt im Rahmen von Einglie
derungsleistungen der Invalidenversicherung unbestritten eine erhebliche Bedeu
tung zu
.
Der Verlauf
der Besprechung
mit
den
Vorgesetzten
der
Y._
vom 1
3.
Juni 2018
kann jedoch
nicht alleine dem Beschwerdeführer zur Last ge
legt werden.
Gemäss
dem
E-Mail vom
H._
vom 2
7.
Juni 2018
ist von
Spannungen
und Konflikten
zwischen
dem Beschwerdeführer
und seinen Vorge
setzten
auszugehen
.
Entscheiden
d
sind jedoch die
Atteste von
F._
und
Dr.
G._
, die
für den angestammten Arbeitsplatz
eine Arbei
tsunfähigkeit von 100
%
bestätig
t
en.
Es ist daher zumindest fraglich, ob dem Beschwerdeführer e
ine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz aus gesund
heitlichen Gründen zugemutet werden
konnte
. Damit kann
ihm
auch der Einglie
derungswille nicht
per se
abgesprochen werden.
Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort vom
7.
März 2019
selber ausdrücklich
auf
die
unklare medizinische Situation hingewiesen.
Bei dieser Aus
gangsla
nge hat die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers
weiter
abzuklären
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.4
Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend ab
geklärt. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklä
rung des medizinischen Sachverhaltes zurückzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die
K
osten sind
vorliegend auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der unterliegenden Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Vorliegend ist der anwaltlich vertretene
Be
schwerdeführer bei einem
praxisgemässen
Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) mit
Fr.
2'0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.