# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c66fbce8-72dc-435f-a24e-d9e61b80ecaa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1955, meldete sich am 4. Dezember 2007 unter Hinweis auf seit Februar 2007 bestehende Rücken- und Beinschmerzen sowie Schwindel bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 11/1). Nach der Anmeldung zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 11/6/1-25), den Arbeitgeberfragebogen vom 3. Januar 2008 (Urk. 11/7/1-7) sowie die ärztlichen Berichte des Hausarztes, Dr. med.
lic
. phil.
Y._
,
Allgemeine Medizin FMH, vom 10. Januar 2008 (Urk. 11/8) und der Rheumapoliklinik
des
Z._
vom 8. April 2008 (Urk. 11/9) bei. Die ärztlichen Berichte wurden vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD, Dr. med.
A._
,
Facharzt für Chirurgie) am 16. Juni 2008 dahingehend gewürdigt, dass sich aufgrund der in der
Rheu
maklinik
des
Z._
erhobenen Befunde keine entzündlichen Veränderungen im Rückenbereich und somit auch keine invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachweisen liessen (Urk. 11/13/3). Dementsprechend teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Juni 2008 mit, dass sie sein Leistungsbegehren abzuweisen gedenke (Urk. 11/15).
Dagegen liess der Versicherte am 28. August 2008 unter Beilage von Berichten der
Klinik
B._
(vom 3. und 16. Juni 2008, Urk. 11/21-22) und eines weiteren Aufgebots zur Untersuchung in der Rheumaklinik des
Z._
(vom 5. August 2008, Urk. 11/23) einwenden, die getroffenen Abklärungen seien ungenügend (Urk. 11/20). Dr.
Y._
liess sich am 19. Juli 2008 dahingehend vernehmen, dass noch diverse Stoffwechselprobleme des Versicherten und des
sen erhöhter Body-Mass-Index (BMI) zu berücksichtigen seien (Urk. 11/19 und Urk. 11/26). Ferner ging der IV-Stelle im
Einwandverfahren
der Bericht der Rheumaklinik des
Z._
vom 30. Oktober 2008 über das
Arbeitsassessment
vom 17. September/3. Oktober 2008 zu (Urk. 11/29). Am 9. Februar 2009 nahm der Versicherte Stellung zu den im
Einwandverfahren
erfolgten Ergänzungen des medizinischen Sachverhalts, wobei er die Anordnung eines interdisziplinären Gutachtens, bzw. zusätzliche internistische und psychiatrische Abklärungen verlangte (Urk. 11/37). Daraufhin holte die IV-Stelle die ärztlichen Berichte des Dr.
Y._
vom 27. Juli 2009 (Urk. 11/43), der Klinik für Innere Medizin des
Z._
vom 4. August 2009 (Urk. 11/44) und der den Versicherten behandelnden Psychiaterin, Dr. med.
C._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, vom 22. September 2009 (Urk. 11/45) ein. Schliesslich liess die IV-Stelle den Versicherten durch Dr. med.
D._
,
Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 29. März 2010, Urk. 11/53). Dazu liess sich der Versicherte am 1. Juni 2010 (Urk. 11/59 unter Beilage des Berichts von Dr.
C._
vom 11. Mai 2010 (Urk. 11/60) verneh
men. Auch Dr.
Y._
konnte mit seinen Berichten vom 30. Juli 2010 (Urk. 11/64) und 1. September 2010 (Urk. 11/66) zu den ergänzten Abklärungen Stellung nehmen. Aufgrund der Stellungnahme des Versicherten vom 16. Dezember 2010 (Urk. 11/72) zog die IV-Stelle noch den Bericht des Dr. med.
E._
,
Innere Medizin, Allergologie und klinische Immu
nologie sowie Pneumologie FMH, vom 21. Dezember 2010 (Urk. 11/73) bei. Nach einer weite
ren Stellungnahme des Versicherten zur Aktenlage vom 10. Februar 2011 (Urk. 11/81) befand der RAD (med.
pract
.
F._
,
Innere Medizin FMH) am 15. Februar 2011, es bestehe kein weiterer
Abklärungsbe
darf
und – unter Hin
weis auf frühere RAD-Beurteilungen (u.a. Dr. med.
G._
,
Chirurgie FMH, vom 1. Dezember 2009, Urk. 11/82/5, und Dr. med.
H._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie vom 6. Januar 2010, Urk. 11/82/9) - ein invalidisierender Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen (Urk. 11/82/10).
Dementsprechend wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1. März 2011 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1./19. April 2011 Beschwerde mit dem sinnge
mässen Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, nach Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen erneut über den Leistungsanspruch zu verfügen (Urk. 1 in Verbindung mit Urk. 5). Zur Begründung verwies er auf die Ausfüh
rungen seines Hausarztes, Dr.
Y._
,
in dessen Eingabe an das Gericht vom 18. April 2011 (Urk. 6 und Urk. 7).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 25. Mai 2011 (Urk. 10) unter Beilage ihrer Akten (Urk. 11/1-86) mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde ver
nehmen.
Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer am 26. Mai 2011 zur Kennt
nisnahme zugestellt (Urk. 12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geis
tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand
lung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
mög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG in der seit 1. Januar 2008 gel
tenden Fassung).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustel
len ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung verein
bar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-prak
tisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnosti
zierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerz
störung
oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwind
bar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzu
mutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beein
flussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraus
setzungen für eine zumutbare
Willens
anstrengung
zu verneinen (BGE 130 V 352). Diese im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidi
sierenden Charakters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziati
ven Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chronic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches
Müdigkeits
syndrom
) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (
Schleu
dertrauma
) ohne organisch nachweis
bare Funktionsfälle (BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinwei
sen) analog angewendet.
1.3
1.3.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli
che und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261
Erw
. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261
Erw
. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70
Erw
. 4b.cc).
1.3.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188
Erw
. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztli
chen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und
sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231
Erw
. 5.1; 125 V 352
Erw
. 3a, 122 V 160
Erw
. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fre
denhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.3.3
In Erwägung 3.3 von BGE 136 V 279 umschrieb das Bundesgericht sodann spezi
fische beweisrechtliche Anforderungen für den Nachweis von Einschrän
kungen der (Rest)Arbeitsfähigkeit durch
somatoforme
Schmerz
störung
en
und ähnliche
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
:
„Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebe
nenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihres Leidens und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar (E. 3.2.2) ist. Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen [BGE 125 V 351 E. 3a S. 352] genügenden) medizinischen Tatsachenfest
stellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest)Arbeits
fähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung oder eines vergleichbaren Leidens eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch
invaliditäts
fremde
Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit berücksichtigt, wel
che vom
sozialversicherungs
rechtlichen
Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; AHI 2000 S. 153, I 554/98 E. 3), und ob die von den Ärzten anerkannte (Teil
)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen Krite
rien standhält (BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355 f.).“
2.
2.1
Der
entscheidrelevante
medizinische Sachverhalt bis zum Erlass der angefochte
nen Verfügung präsentiert sich wie folgt:
2.1.1
In seinem von der Beschwerdegegnerin zu Beginn des
invalidenversicherungs
rechtlichen
Abklärungsverfahrens eingeholten Bericht vom 10. Januar 2008 wies Dr.
Y._
darauf hin, dass die lumbale Schmerzproblematik des Beschwerdeführers bereits im
S
pital
I._
und in der Neurologischen Klinik des
Z._
(vgl. dazu auch Urk. 11/6/17-21) abgeklärt worden sei, ohne dass Befunde für eine strukturell-organische Ursache der ausgeprägten Symp
tomatik erhoben werden konnten (Urk. 11/8/7-9). Zum gleichen Ergebnis führ
ten die Untersuchungen in der Rheumapoliklinik des
Z._
(Urk. 11/9). Auch während des Rehabilitationsaufenthalts des Beschwerdeführers in der
Klinik
B._
vom 15. Mai bis zum 10. Juni 2008 (Urk. 11/21-22) sowie im
Arbeitsassessment
der Rheumaklinik des
Z._
(Urk. 11/29) konnte keine strukturell-organische Ursache der Beschwerden festgestellt werden.
2.1.2
Die verschiedenen internistischen Probleme des Beschwerdeführers wurden von keinem medizinischen Experten - ursprünglich auch von Dr.
Y._
nicht (vgl. Urk. 11/8/8) – als unter adäquater Behandlung dauerhaft und die Arbeitsfähig
keit einschränkend angesehen. Erst nachdem der RAD im Hinblick auf den Vor
bescheid vom 17. Juni 2008 (Urk. 11/15) das Fehlen jeglicher Befunde für eine invalidisierende rheumatologische Problematik festgestellt hatte (vgl. Urk. 11/13/3), verlangte Dr.
Y._
eine genauere Abklärung allfälliger Auswir
kungen der diversen Stoffwechselprobleme auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 11/19). Die verlangten zusätzlichen Abklärungen wurden in der Folge in der Klinik für Innere Medizin des
Z._
durchgeführt, ergaben aber keine Hinweise auf eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Erkrankung (vgl. Urk. 11/44).
2.1.3
Bei dieser Befundlage aus den somatischen Abklärungen diagnostizierte die den Beschwerdeführer behandelnde Dr.
C._
aus psychiatrischer Sicht eine mit
telgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (Urk. 11/45). Ihre Diagnosen wurden von dem von der Beschwerdegegnerin beauftragten Gutachter jedoch nicht bestätigt; vielmehr verneinte dieser das Vorliegen einer invalidisierenden psychiatrischen Erkrankung (Urk. 11/53).
2.1.4
Auch die von der Beschwerdegegnerin veranlasste fachärztliche Überprüfung der bei dieser medizinischen Sachlage von Dr.
Y._
neu gestellten Diagnosen eines Schlafapnoe- sowie eines
Chylomikronämiesyndroms
(Urk. 11/64) durch Dr.
E._
ergab keine Hinweise auf eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Erkrankung (vgl. Urk. 11/73).
2.2
Zu den Vorbringen Dr.
Y._
in seiner die Beschwerde begründenden Eingabe vom 18. April 2011 (Urk. 6) sowie deren medizintheoretischem Anhang (Urk. 7) ist Folgendes zu sagen:
2.2.1
Soweit Dr.
Y._
auf seiner Ansicht nach für rheumatologische Erkrankungen
relevante internistische Befunde
(Vitamin D-Mangel,
Hämochromatose
) hinweist (Urk. 6 S. 4), ergibt sich daraus kein weiterer Abklärungsbedarf. Denn allfällige Auswirkungen internistischer Störungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers wurden bereits fachärztlich abgeklärt (vgl. vorstehende Erwägungen 2.1.2 und 2.1.4). Hinweise auf auch unter adäquater medizinischer Behandlung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers dauerhaft ein
schränkende Störungen ergaben diese Abklärungen aber nicht. Um unter diesen Umständen weitere Untersuchungsmassnahmen im
invalidenver
sicherungs
rechtlichen
Abklärungs
verfahren
zu provozieren, genügt es nicht, unter Hinweis auf die medizinische Literatur (vgl. Urk. 7) einen möglichen Einfluss inter
nistischer Befunde auf rheumatologische Erkrankungen aufzuzeigen, sondern sind bei den bereits erfolgten medizinischen Abklärungen noch nicht bekannt gewesene Befunde nachzuweisen, welche nach Art und Ausmass geeignet sind, – entgegen den vorliegenden fachärztlichen Beurteilungen – mit überwiegender Wahrschein
lichkeit eine die Arbeitsfähigkeit dauerhaft einschränkende Sympto
matik zu bewirken.
2.2.2
Ebenso wenig bedarf es weiterer Abklärungen hinsichtlich „einer allfälligen Pathologie im Lumbalbereich“ (Urk. 6 S. 3). Denn auch (und vor allem) diesbe
züglich wurde der Beschwerdeführer bereits eingehend fachärztlich abgeklärt (vgl. vorstehende Erwägung 2.1.1). Mit dem „Vorschlag“, noch eine Szintigra
phie sowie ein „funktionelles MR im Hinblick auf eine segmentale Instabilität“ durchzuführen (Urk. 6 S. 4), vermag der Internist Dr.
Y._
keine diagnostische Unterlassung der Rheumatologischen Klinik des
Z._
nachzuweisen. Vielmehr ist mangels einer hinreichenden fachärztlichen Begründung für die Notwendig
keit der zusätzlich verlangten Abklärungen in beweisrechtlicher Hinsicht – mit dem RAD (vgl. Urk. 11/82/10) - davon auszugehen, dass die rheumatologischen Experten des
Z._
diejenigen bildgebenden Untersuchungen durchführten, wel
che sie für ihre fachärztliche Beurteilung benötigten.
2.2.3
Schliesslich erfordern auch die nach der Beurteilung Dr.
Y._
„extrem diver
gierenden fachärztlichen Beurteilungen“ (Urk. 6 S. 5) der psychiatrischen Experten Dr.
C._
und Dr.
D._
keine weiteren medizinischen Abklä
rungen.
Denn zunächst ist unter Hinweis auf Erwägung 1.2.2 daran zu erinnern, dass die fachärztliche Diagnose einer Erkrankung zwar Voraussetzung für die Beja
hung einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist, aber als solche noch keine Invalidität begründet. Eine invalidenver
sicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus ärztlicher Sicht kann nicht einfach aus der Diagnose abgeleitet werden, sondern ist aufgrund der klinischen und anamnestischen Befunde über krankheitsbedingte Einschränkungen jener persönlichen Ressourcen abzuschätzen, welche die versicherte Person vor der Erkrankung für die Erbringung ihrer Arbeitsleistung mobilisieren konnte und musste.
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatri
scher Sicht ist daher nicht entscheidend, dass Dr.
C._
im Gegensatz zur Dr.
D._
(welcher gar keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
hig
keit stellen konnte, vgl. Urk. 11/53/9) eine – mit einer mittelgradig (Urk. 11/45/2) bzw. leicht- bis mittelgradig (Urk. 11/60/1) depressiven Episode vergesellschaftete - anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung diagnostizierte. Massgebend ist vielmehr, dass Dr.
C._
sich in ihrer Stellungnahme vom 11. Mai 2010 zur (vom damaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers so zusammengefassten, vgl. Frage 15 in Urk. 11/61/3) Feststellung Dr.
D._
, dass im Zeitpunkt seiner Exploration des Beschwerdeführers (am 22. März 2010, Urk. 11/53/1) keine relevanten psychopathologischen Befunde oder psychische Funktionsstörungen mehr vorlagen, die für eine (die Arbeits
fähigkeit einschränkende) akute oder chronische psychische Erkrankung gesprochen hätten, dahingehend äusserte, dass sie zwar ihre Diagnosen per Ende September 2009 bestätigen könne (die
somatoforme
Schmerzstörung allerdings nur noch als Verdachtsdiagnose, vgl. Urk. 11/60/1), aber gleichzeitig auf eine Verringerung der depressiven Symptomatik unter (niederfrequenter) Gesprächs- und Medikamententherapie hinwies (Beantwortung der Frage 15, Urk. 11/60/3, unter Verweisung auf die Antwort zu Frage 5, Urk. 11/60/1). Dr.
C._
stellte auch die von Dr.
D._
dokumentierten psychischen Res
sourcen des Beschwerdeführers (Urk. 11/53/11 unten) nicht in Frage, son
dern betonte sogar, dass deren Mobilisierung auch den Heilungsprozess fördert (Urk. 11/60/2 ad 12).
Selbst wenn – der Diagnostik Dr.
C._
folgend – auch im Zeitpunkt der Begut
achtung durch Dr.
D._
noch eine mit einer leicht- bis mittelgradi
gen depressiven Episode vergesellschaftete anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
zu diagnostizieren gewesen wäre, wären jeden Fall keine Umstände im Sinne von Erwägung 1.2.2 vorgelegen, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behinderten und den Wiedereinstieg des Beschwerdeführers in den Arbeitsprozess unzu
mutbar machten. Insbesondere diagnostizierte auch Dr.
C._
keine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprä
gung
und Dauer. Weiter werden weder durch den von Dr.
Y._
in der
Beschwer
debegründung
geltend gemachten (behandelbaren) Vitaminmangel (Urk. 6 S. 6) noch durch die von ihm genannte psychosoziale Belastungs
si
tuation (Urk. 6 S. 6) oder das (ebenfalls behandelbare) Schlafapnoe-Syndrom (Urk. 6 S. 7) die Kriterien einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung, eines verfestig
ten, therapeutisch nicht mehr beein
flussbaren innerseelischen Verlaufs einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbe
wältigung
oder eines mehrjährigen,
chronifizierten
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbil
dung erfüllt. Vom Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person kann angesichts der bereits unter niederfrequenter Therapie eingetretenen Zustandsverbesserung keine Rede sein. Und Dr.
Y._
Behauptung eines sozialen Rückzugs in allen Belangen des Lebens (Urk. 6 S. 7) steht in Widerspruch zu den fachärztlichen Feststel
lungen über die Pflege fami
liärer Kontakte durch den Beschwerdeführer (Urk. 11/53/11 unten, Urk. 11/60/2 ad 12).
Insgesamt lassen sich aufgrund der psychiatrisch-fachärztlichen Beurteilungen Dr.
C._
und Dr.
D._
keine Umstände nachweisen, welche - aus
nahmsweise - die Unzumutbarkeit der Überwindung einer
somatoformen
Schmerzstörung im Sinne der Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 352 als über
wiegend wahrscheinlich erscheinen lassen könnten. Auch unter Berücksichti
gung der Fachkompetenz Dr.
Y._
als klinischer Psychologe (Urk. 6 S. 5)
vermögen
dessen Vorbringen zur Überwindungsproblematik daran nichts zu ändern.
2.3
Zusammenfassend erscheint dem Gericht die Feststellung des RAD vom 15. Februar 2011, dass der Beschwerdeführer umfassend abgeklärt wurde, diese Abklärungen keine genügenden Hinweise auf eine invalidisierende
Gesund
heitsbeeinträchtigung
ergaben und von weiteren Untersuchungen keine wesent
lichen neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind (Urk. 11/82/10), als überzeu
gend. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 25. Mai 2011 zutreffend festgehalten hat (Urk. 10) und durch die vorstehenden Erwägungen bestätigt wird, sind der im Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnahme des behandelnden Arztes, Dr.
Y._
,
keine neuen medizinischen Fakten zu entnehmen, welche weitere Abklärungen erfordern. Demzufolge ist die Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, weitere Untersuchungen anzuordnen, abzuweisen.
3.
Ausgangsgemäss sind die gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem
Verfahrens
auf
wand
zu bemessenden und hier auf Fr. 600.-- festzusetzenden
Verfahrens
kosten
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.