# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d3c220ba-a87e-4116-9bd2-3731e9fb4150
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war seit 2010
bei der
Y._
AG
mit Sitz in
Z._
(Messebau-Produktion) tätig und bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherun
gen AG
(nachfolgend: ÖKK)
gegen
Berufs- und Nichtberuf
su
nfälle versichert
. Am
8.
Februar 2012 wurde er zuhause von seinem Hund in den Daumen der rechten Hand gebissen (
Urk.
9/1;
Urk.
9/8-10).
Die Verletzung wurde am 1
0.
Februar 2012 in der Klinik für Handchirurgie
A._
operativ behan
delt. Der Versicherte befand sich dort anschliessend noch bis am 2
1.
Februar 2012 in stationärer Behandlung. In ihrem Austrittsbericht vom 2
1.
Februar 2012 stellte die Klinik die Diagnose Phlegmone rechter Daumen bei Zustand nach Hundebissverletzung vom 08.02.2012 (
Urk.
9/8).
Die ÖKK gewährte in der Folge
ab dem Unfalldatum
bis am 2
0.
April 2012
die gesetzlichen Leistungen. Am
5.
Juli 2012 teilte der Versicherte der ÖKK telefonisch mit, dass er seit dem Unfall an Schulterbeschwerden leide. Die Ärzte der Klinik
A._
hätten gesagt, dass der Daumen sehr entzündet gewesen sei und
die
Entzündung jetzt wahrscheinlich bis in die Schulter gehe (
Urk.
9/13). Die ÖKK legte daraufhin das Dossier
Dr.
med.
B._
, Beratender Arzt ÖKK UVG, zur Prüfung vor.
Dieser kam in seiner Stellungnahme vom 16./1
7.
August 2012 zum Ergebnis, dass zwischen den jetzigen Beschwerden an der Schulter und dem Unfallereignis vom
8.
Februar 2012 kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe (
Urk.
9/18).
Die ÖKK lehnte alsdann mit Verfügung vom
5.
September 2012 eine
Leistungs
pflicht
im Zusammenhang mit
d
en Schulterbeschwerden ab und bestätigte die Einstellung der Versicherungsleistungen per 2
0.
April 2012 (
Urk.
9/20).
Die dagegen erhobene Einsprache
des Versicherten
vom 1
1.
September 2012 (
Urk.
9/24) wies sie mit Entscheid vom
1.
November 2012 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mittels Eingabe per Fax am 1
3.
November 2012 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, es sei die ÖKK zu ver
pflichten, ihm im Zusammenhang mit den Schulterbeschwerden die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen zu gewähren (
Urk.
1). Mit Verfügung vom 2
2.
November 2012 wies das Gericht den Beschwerdeführer darauf hin, seine Beschwerde sei nicht eigenhändig unterzeichnet und es setzte ihm Frist
an, um den Mangel zu beheben
(
Urk.
3).
Der Beschwerdeführer kam dieser Aufforde
rung mit Eingabe vom
3.
Dezember 2012 nach (
Urk.
5). Am
7.
Januar 2013 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Vernehmlassung ein, in welcher sie Abweisung der Beschwerde beantragte (
Urk.
8). Dem Beschwerdeführer wurde dies mit Schreiben vom
9.
Januar 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine
Leistungs
pflicht
für die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schulterbeschwerden verneint hat.
2.
Zunächst ist auf die Frage der örtlichen Zuständigkeit einzugehen. Aus den Akten ergeht, dass der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz in
C._
hat.
Art.
58
Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
(ATSG) bestimmt für den Fall, dass sich der Wohnsitz
der
versi
cherten Person im Ausland bef
indet, das Versicherungsgericht
desjenigen Kantons zuständig ist, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich kei
ner dieser Orte ermitteln, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan seinen Sitz hat. Ein allfälliger
ehe
mals bestehender Wohnsitz in der Schweiz ist vorliegend nicht dokumentiert.
Hingegen war der Beschwerdeführer seit November 2010 für die
Y._
AG
mit Sitz
in
Z._
tätig, wobei ihm diese Arbeitsstelle zwischenzeitlich offenbar gekündigt wurde. Nachdem der letzte schweizerische Arbeit
geber
des Beschwer
deführers
seinen Sitz
im Kanton Zürich
ha
t, ist die Zuständigkeit d
es hiesigen Gerichts gegeben.
3
.
3.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
3.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
3.3
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol
gerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Her
kunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss
gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
4.
Die medizinische Aktenlage stellt sich
im Wesentlichen
wie folgt dar:
4.1
Die Klinik für Handchirurgie
A._
, wo sich der Beschwerdeführer vom 1
0.
bis 2
1.
Februar 2012 in stationärer Behandlung befand, hielt in ihrem
Aus
trittsbericht
vom 2
1.
Februar 2012 fest,
der Beschwerdeführer sei am
7.
(recte: 8.) Februar 2012 von einem Hund in den rechten Daumen gebissen worden. Der Hund sei bekannt, sei tollwutgeimpft. Der Tetanusimpfschutz sei vollständig. Anlässlich der ärztlichen Untersuchung hätten sich eine massive Schwellung und eine 2 cm lange Bisswunde
palmarseitig
mit fauligem Geruch am rechten Daumen präsentiert. Im rechten Daumengrund- bzw.
E
ndgelenk
sei die Beweg
lichkeit schmerzhaft eingeschränkt gewesen. Sodann hätten ein starker
Beuge
sehnendehnungsschmerz
und ein massiver Druckschmerz über dem Grund- und
Interphalangealgelenk
bestanden. I
m Rahmen der am 1
0.
Februar 2012 durch
geführten Operation
sei
en
eine Revision, eine
Abstrichentnahme
, ein
Débride
ment
rechter Daumen, eine Revision der
Beugensehnenscheide
und Einlage einer Saug-Spül-Drainage sowie eine Wundrandexzision der Bisswunde erfolgt
(
Urk.
9/8)
.
4.2
Die Klinik für Schulterchirurgie
A._
stellte in ihrem Arztbericht vom 2
0.
April 2012 die Diagnose
Subacromialsyndrom
linkes Schultergelenk
> rechts bei Bursitis
subacromialis
, AC-Gelenksarthrose und Tendinitis der langen
Bizepssehne
. In der Anamnese wird ausgeführt,
die Tierbissverletzung im Bereich des rechten Daumens sei jetzt abgeheilt. Unverändert bestünden Beschwerden im Bereich beider Schultergelenke, links führend. Der klinische Befund habe sich im Vergleich zur letzten Vorstellung unverändert dargestellt
(
Urk.
9/9)
.
Am 2
3.
April 2012 erfolgte sodann eine Operation an der linken Schulter (Arthroskopie linkes Schultergelenk; partielle
Synovektomie
; offene AC-Resektion;
Tenodese
der langen
Bizepssehne
;
Acromioplastik
;
Bursektomie
) (vgl.
Urk.
9/15).
4.3
Am 16./1
7.
August 2012 nahm der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
B._
, zur medizinischen Sachlage Stellung. Dabei hielt er fest, zwischen den jetzigen Beschwerden an der Schulter und dem Unfallereignis vom
8.
Februar 2012 bestehe kein natürlicher Kausalzusammenhang. Die Schmerzen im linken Schultergelenk seien laut dem Operationsbericht
der Klinik für Schulterchirurgie
A._
auf eine AC-Arthrose, eine Tendinitis der langen
Bizepssehne
und auf eine Bursitis
subacromialis
zurückzuführen. Diese Verän
derungen seien nicht Folge der Daumenverletzung, sondern krankhafter Natur (
Urk.
9/18).
5.
Die Beschwerdegegnerin lehnte die Ausrichtung von Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit den vom Beschwerdeführer geklagten
Schulterbe
schwerden
ab mit der Begründung, es stünden diese gemäss den überzeugenden Einschätzungen von
Dr.
B._
nicht in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis.
Zunächst ist zu beachten, dass den Beurteilungen der Klinik für Schulterchirurgie
A._
nicht schlüssig entnommen werden kann, wann die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schulterbeschwerden eingesetzt hatten. Dem Bericht vom 2
0.
April 2012 ist einzig zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer „seit längerem“ über belastungs- und
bewegungsab
hängige
Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelenks klage. Der Beschwerdeführer selber hatte gegenüber der Beschwerdegegnerin am 2
4.
September 2012 angegeben, dass die Schulterbeschwerden einen Tag nach dem Vorfall mit seinem Hund begonnen hätten
(
Urk.
9/26) und er seit der letz
ten „Krankschreibung“ im Dezember 2011/Januar 2012 beschwerdefrei gewesen sei (
Urk.
9/26 Seite 2)
. Selbst wenn vorliegend davon ausgegangen würde, dass die Schulterschmerzen tatsächlich erst nach dem Unfall aufgetreten waren, kann daraus grundsätzlich nichts zugunsten des Beschwerdeführers abgeleitet wer
den. Die Berufung des Beschwerdeführer auf die Beweisregel
"
post
hoc ergo
propter
hoc" im Sinne der natürlichen Vermutung, Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn bis zum Unfall Beschwerdefreiheit bestanden habe, ist unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich untauglich (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom
11.
Juni 2007 i/S R. [U 290/06], E. 4.2.3 mit Hinweisen; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 460,
Fn
1205).
Davon abgesehen bestehen
keinerlei Anhaltspunkte für die Fehlerhaf
tigkeit der Einschätzungen von
Dr.
B._
. Die Beurteilung, wonach die an bei
den Schultergelenken bestehenden Schmerzen nicht auf die Bissverletzung am rechten Daumen zurückzuführen ist, erscheint ohne weiteres nachvollziehbar. Die Beschwerdegegnerin weist
ausserdem
zutreffend darauf hin, dass die Anga
ben von
Dr.
B._
in den Arztberichten der Klinik für Schulterchirurgie
A._
ihre Stütze finden.
So geht aus keinem der beiden Berichte vom 2
0.
und 2
3.
April 2012 hervor, dass die Bissverletzung
rechts
in irgendeiner Weise als Ursache der
Schmerzen in der operierten linken Schulter
anzusehen s
ind
, wobei anzumerken ist, dass die Klinikärzte Kenntnis von dem
Unfallereig
nis
hatten, wie die Darlegung der Anamnese im Bericht vom
20.
April 2012 deutlich macht. Hinweise für die natürliche Kausalität zwischen
Daumenverlet
zung
und S
chulterbeschwerden ergeben
sich
sodann ebenfalls nicht aus dem Bericht der Klinik für Handchirurgie
A._
vom
21.
Februar 2
01
2.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Schulterbeschwerden des Beschwer
deführers nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den am
8.
Februar
2012 erlittenen Hundebiss
zurückzuführen
sind
und demnach die natürliche Kausa
lität
zu verneinen ist
. Demgemäss erweist
sich
der angef
ochtene
Einsprache
entscheid
als rechtens,
was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Im Übrigen
stellt sich im vorliegenden Fall grundsätzlich – die von den Par
teien nicht aufgeworfene - Frage der sozialversicherungsrechtlichen Unterstel
lung: Der Beschwerdeführer ist
D._
Nationalität und wohnt in
D._
(Urk. 9/1). Zumindest im Zeitpunkt des Nichtberufsunfalles war er in
D._
beschäftigt. Ob er im Rahmen seines Arbeitsvertrages als Messe-Bauer (Schreiner) mit der Arbeitgeberin, welche ihren Sitz in der Schweiz hat, zeitweise auch in der Schweiz oder in einem anderen EU/EFTA-Staat oder allenfalls sogar Nichtvertragsstaat beschäftigt war, lässt sich den vorliegenden Akten nicht entnehmen. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass er zumindest auch in seinem Wohnstaat erwerbstätig war. Demzufolge unterstand er in Anwendung von Art. 13 Abs. 2 Bst. a (Beschäftigungsort ausschliesslich
D._
) wie auch Art. 14 Abs. 2 Bst. b/i (Beschäftigungsort
D._
und andere Mitgliedstaaten einschliesslich der Schweiz) der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozi
alen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienange
hörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (gültig gewesen bis 31. März 2012) grundsätzlich dem
D._
Sozialrecht (vgl. auch BGE 138 V 533). Nach eigener Auskunft soll er auch einer
D._
Krankenversicherung angeschlossen sein (Urk. 9/4 Seite 2). Bei diesem Ausgang des Verfahrens erüb
rigen sich jedoch diesbezüglich weitere Abklärungen.