# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f3aeb1f0-d1de-4b0b-8fbd-071796f5dfab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, absolvierte eine Lehre als Kosmetikerin (Urk. 7/4/6).
Seit dem 16. September 1998 ist
sie
Gesellschafterin und Geschäftsführerin der
Y._
GmbH
(Urk. 7/4/7
, Urk. 7/29/4
)
.
Aufgrund einer am 23. Dezember 2009 erfolgten Operation
zwecks Einsatz
es
einer
Hüfttotal
endo
prothese
rechts (Urk. 7/7/11)
wurde die
Versicherte
vom
22
. Oktober 2009 bis zum
10
. März 2010 zu 100 % und
vom
1
1
.
bis zum 28. März 2010
zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 7/4/8
, Urk. 7/7
).
Nach erfolgter Früherfassung vom 1. März 2010 (Urk. 7/1) meldete sich die Ver
sicherte a
m 5. April 2010 unter Angabe einer Hüftd
y
splasie im Kindesalter bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4). In der Folge holte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
erwerbliche
(
Urk. 7/6,
Urk. 7/9, Urk. 7/
31
) und medizinische Auskünfte (Urk. 7/
12
,
Urk. 7/33
) ein und zog die Akten
des Krankenversicherers,
der
Vaudoise
Allgemeine
Ver
sicherung
sgesellschaft AG,
bei (Urk. 7/7).
Am 22. Dezember 2010 wurde auch links eine
Hüfttotal
endo
prothese
implantiert (Urk. 7/25/2).
Die IV
Stelle
liess
die Versicherte
in der Folge
durch das
Z._
(Bericht vom 23. Februar 2011; Urk. 7/25)
und durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
, RAD
(Orthopädische Untersu
chung vom 23. November 2011; Urk. 7/38) medizinisch untersuchen.
Auch holte sie einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 29. August 2011 ein (Urk. 7/29).
Darin
wurde
die Versicherte
als zu 100 % Erwerbstätige qualifiziert (vgl.
Urk.
7/29/5).
Mit
Verfügung
en
vom 1
8
.
De
zember
2012 sprach
die IV
Stelle
der Versicherten rückwirkend ab
dem
1. Okto
ber
2010
eine halbe Invalidenrente, ab dem 1. März 2011 eine ganze Invaliden
rente und
ab dem
1. November 2011
bis zum 31. Juli 2012
wieder eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 7/
58-60
).
Sodann
hatte
sie ihr mit Verfügung vom 29. August 2012 ab August 2012 weiterhin eine halbe Invalidenrente zu
ge
sprochen
(Urk. 7/51).
1.2
Im Januar
2013
leitete
die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs
ein
(vgl.
Urk. 7/61).
Sie liess die Versicherte
wiederum
durch das
Z._
medizinisch abklären
(Berichterstattung des
Z._
vom 27. Januar 2014
; Urk. 7/71
)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/74) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Oktober 2014 die halbe Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (Urk. 7/98 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 22. Oktober 2014
(Urk. 2)
liess die Versicherte, ver
treten durch Rechtsanwalt
Zanotelli
, am 24. November 2014 Beschwerde
erhe
ben
mit de
m Rechtsbegehren
, es sei die Verfügung aufzuheben und es sei ihr auch nach dem 30. November 2014 weiterhin eine Invalidenrente auszurichten
;
a
lles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde, wobei sie sich insbesondere auf
den Bericht
des
Z._
vom 27. Januar 2014 (vgl.
Urk. 7/
71
) und auf die
Bericht
erstattung der
K
linik
A._
vom 8. September 2014
(vgl.
Urk. 7/
88/
6
11
)
stützte (Urk. 6). Mit Verfügung vom 20. Januar 2015 wurde ein zweiter
Schriften
wechsel
angeordnet und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 8).
Mit Schreiben vom 23. Februar 2015 erstattete die
Beschwer
deführerin
die
Replik (Urk. 10)
und reichte weitere Arztberichte ein (Urk. 11/1-
2)
.
Mit Verfügung vom 26. Februar 2015 wurde der IV
Stelle Frist zur Duplik angesetzt (Urk. 12)
, welche diese am 15. April 2015 erstattete (Urk. 13).
Mit Schreiben vom 16. April 2015 wurde der Beschwerdeführerin
die Duplik
zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
Mit Verfügung vom 1
5.
September 2016 (
Urk.
15) wurde die
BVG
Sammel
stiftung
Swiss Life zum Prozess beigeladen. Mit Eingabe vom 25. November 2016 verzichtete sie auf eine Stellungnahme (
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kommensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel
nach der Einkommensvergleichsmethode
zu erfolgen
.
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der
konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches
Be
messungs
verfahren
; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E.
2b je mit Hin
weisen).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet die
am 2
2.
Oktober 2014
verfügte Aufhebung der halben Rente (Urk. 2). Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der getroffenen Abklärungen
eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung
, welche eine Rentenaufhebung rechtfertigt, gegeben ist. Zeitliche Vergleichsbasis
ist die Verfügung vom 29. August 2012, womit
der Beschwerdeführerin
ab
August 2012
weiterhin
eine halbe Invalidenrente zugesprochen
worden war
(Urk. 7/
51
).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung davon aus, der Beschwerdeführerin sei ab dem Zeitpunkt der Begutachtung durch das
Z._
im Juli 2013 die angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin und jede andere körper
lich angepasste Tätigkeit wieder zu 75
%
möglich und zumutbar, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad führe (
Urk.
2).
2.3
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin zur Hauptsache einwenden, seit der Verfügung vom
29. August 2012
sei keine erhebliche
Verbesserung des Gesund
heitszustands
eingetreten.
Im Gegenteil sei es
aufgrund der neu diagnostizierten entzündlichen Polyarthralgie an beiden Handgelenken und an den Fingern sowie de
r
entzündlichen Veränderungen an beiden Schultergelenken
zu einer Verschlechterung
gekommen. Zudem sei die Arbeitsunfähigkeit
damals
lediglich wegen der
Rückenschmerzen
auf 50 %
festgelegt
worden
und diesbezüglich sei bis zur Untersuchung im
Z._
im Juli 2013 keine Besserung eingetreten (Urk. 1).
3.
3.1
Die IV-Stelle stützte sich bei der ursprünglichen Rentenzusprechung (eine halbe Rente ab
1.
Oktober 2010, eine ganze Rente ab
1.
März 2011 und erneut eine halbe Rente ab
1.
November 2011;
Urk.
7/51 und 7/58-60) auf das Gutachten des
Z._
vom 2
3.
Februar 2011 (
Urk.
7/25) und insbesondere auf den Bericht von RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, vom
6.
Dezember 2011 über die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 2
3.
November 2011 (
Urk.
7/38).
Aus dem Gutachten des
Z._
(
Urk.
7/25) ergibt sich, dass die Beschwerdeführe
rin seit ihrer Kindheit wegen beidseitiger Hüftgelenksdysplasien an
Hüftge
lenksschmerzen
litt und aus diesem Grund Kosmetikerin, einen den gesundheit
lichen Einschränkungen angepassten Beruf, erlernte. Ungefähr 2004 sei es aufgrund der Fehlstatik wegen der Beinlängendifferenz zu lumbalen Rücken
schmerzen gekommen. 2009 hätten die Hüftschmerzen
exazerbiert
, so dass im Dezember 2009 in der rechten Hüfte und im Dezember 2010 in der linken Hüfte je eine Totalprothese implantiert worden sei. Der Heilungsprozess sei beidseitig gut verlaufen und die Schmerzen in den Hüften seien markant zurückgegangen. Die Beschwerdeführerin leide jedoch nach wie vor an dauernden lumbalen Schmerzen, die sich beim Bücken, beim Sitzen und beim längeren Stehen ver
stärkten. Die Untersuchung ergab eine Fehlstatik der Wirbelsäule bei
Bein
längendifferenz
mit konsekutiver Skoliose, einen Schulterhochstand rechts, leichte Fingerarthrosen beidseits, reizlose Narben an den Hüften und eine freie Beweglichkeit der Kniegelenke. Die Diagnosen lauteten im Wesentlichen auf ein
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits bei Wirbelsäulenfehlstatik, muskulärer
Dysbalance
lumbal und
segementalen
Dysfunktionen am
lumbosakralen
Über
gang mit wahrscheinlich degenerativen Veränderungen L5/S1 (
aktenanam
nestisch
Diskushernie L5/S1) und auf einen Status nach Implantation einer Hüfttotalprothese beidseits. Auf eine Evaluation des funktionellen Leistungsver
mögens (EFL) wurde wegen der erst kürzlich erfolgten Hüftoperation verzichtet. Die Ärzte empfahlen Physiotherapie zum
Auftrainieren
der noch bestehenden muskulären Defizite und eine
Reevaluation
in vier bis sechs Monaten und attestierten noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Gestützt auf die Untersuchung der Beschwerdeführerin am 2
3.
November 2011 erhob
Dr.
B._
im Bericht vom
6.
Dezember 2011 (
Urk.
7/38) die Diagnosen einer schmerzhaften Bewegungs- und Belastungsbeschränkung der LWS
und Hüftregion beidseits mit chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzen bei ausgeprägter
Osteochondrose
L4/L5 und L5/S1 sowie paramedianer
Dis
kusprotrusion
L5/S1 links mit intermittierender
radikulärer
Reizsymptomatik, einen Status nach beidseitiger Hüfttotalprothese und eine
symtomatische
humeroradiale
Epikondylopathie
beidseits. Ferner stellte er eine beginnende Fingerpolyarthrose beidseits fest, in der dominanten linken Hand stärker als rechts. Der Gesundheitszustand habe sich seit Oktober 2009 tendenziell gebes
sert, es bestehe aber ein dauerhafter somatischer Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Diesbezüglich führte er aus, wie die Ärzte des
Z._
erachte er die angestammte Tätigkeit als selbständige Kosmetikerin als angepasste Tätigkeit; seit August 2011 liege wieder eine 50%ige Arbeitsfähig
keit vor, welches Pensum die Beschwerdeführerin seit diesem Zeitpunkt auch ausübe.
3.2
Im Gutachten des
Z._
vom 2
7.
Januar 2014, das die IV-Stelle im Rahmen des Revisionsverfahrens einholte und das auf einer Untersuchung der Beschwerde
führerin vom 22./2
3.
Juli 2013 beruht (
Urk.
7/71), wurde ausgeführt, nach den Angaben der Beschwerdeführerin hätten sich die Hüftbeschwerden seit der Operation um mindestens 50
%
reduziert. Hingegen hätten sich die
Rückenbe
schwerden
nicht wesentlich verändert. Diese stünden mit dauernden Schmerzen eindeutig im Vordergrund. Die Beschwerdeführerin erhalte alle sechs bis neun Monate eine Infiltration, auf die sie gut anspreche. Ausserdem würden Schmerzmittel und Rückenübungen helfen.
In der Untersuchung wurden deutliche belastungsabhängige Beschwerden in der rechten Hüfte, links nur
geringgradige
, deutlich im Vordergrund stehende belastungsabhängige Rückenschmerzen, eine erhebliche
Beweglichkeitsein
schränkung
im Bereich der Wirbelsäule ohne Instabilität oder
radikuläre
Prob
lematik, belastungsabhängige Fingerbeschwerden und eine leichte Einschrän
kung der Gehfähigkeit durch ein Reiben in beiden Knien festgestellt. Die Funktionseinschränkungen seien plausibel und die subjektiven Beschwerden würden durch die objektiven Befunde bestätigt. Vor allem die
Beweglichkeits
einschränkung
in der rechten Hüfte und in der Lendenwirbelsäule wirke sich auf die Arbeitsfähigkeit aus, längeres Sitzen oder längeres Stehen mache Mühe. Mittelschwere Arbeiten, wozu auch die weitgehend ideale Tätigkeit als Kosme
tikerin zähle, seien indes zu 75
%
oder während 6 Stunden am Tag zumutbar. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit lasse sich aufgrund der bei der EFL erzielten positiven Resultate und der positiven Entwicklung nicht mehr begründen.
Diese Formulierung interpretierte der RAD-Arzt
Dr.
B._
in seiner
Stellung
nahme zum
Z._
-Gutachten vom
1.
Februar 2014 (
Urk.
7/72/3) dahingehend, dass gesamthaft gesehen von einer funktionellen Besserung auszugehen und auf die attestierte Arbeitsfähigkeit von 75
%
abzustellen sei.
3.3
Nach Erhalt des Vorbescheids vom
7.
Februar 2014 (
Urk.
7/74), mit dem die Rentenaufhebung angekündigt wurde, liess sich die Beschwerdeführerin zur nochmaligen gesamthaften Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Rheumatologi
schen Abteilung der Klinik
A._
zuweisen (vgl.
Urk.
7/92/5). Im Bericht vom 1
4.
Mai 2014 erhob
Dr.
med.
C._
, Leitende Oberärztin Rheumatologie, als Diagnosen im Wesentlichen ein chronisches
lumbovertebrales
, intermittierend
lumbospondylogenes
Syndrom rechtsbetont bei
Fehlform
/Fehlhaltung mit thorakaler Hyperkyphose, lumbaler Hyperlordose, Beckenschiefstand und lumbaler Rotationsskoliose, bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen mit hypertrophen
Spondylarthrosen
L3-S1 und
Osteochondrosen
L4/L5 und L5/S1 beidseits sowie - gemäss einem MRI vom 23.
Juni 2011 - bei einer
erosiven
Ostechondrose
und
Spondylarthosen
L4/L5 und L5/S1, sodann
residuelle
Hüftschmerzen rechtsbetont, beginnende
Gonarthrosen
und be
ginnende Fingerpolyarthrosen. Aufgrund der komplexen Problematik und zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liess
Dr.
C._
am 2
6.
Juni 2014 eine 3-Pha
sen-Skelett-Szintigrafie der Lendenwirbelsäule erstellen, die aktiv entzündliche Veränderungen in beiden Schultergelenken und im linken Handgelenk, akti
vierte
Gonarthrosen
, degenerative Veränderungen in beiden Ellbogen- und Handgelenken sowie in einzelnen Fingergelenken, eine
Rotatorenmanschetten
läsion
rechts,
Osteochondrosen
der unteren Lendenwirbelsäule und eine
Spon
dylarthrose
auf dem Niveau L3/L4 zeigte und
Dr.
C._
veranlasste, ein MRI der Hände anfertigen zu lassen (Bericht von Dr.
C._
vom
3.
Juli 2014,
Urk.
7/83/6-7). Gestützt darauf stellte sie im Bericht vom
8.
September 2014 die Diagnose von Polyarthralgien in den Händen mit den Differentialdiagnosen einer beginnenden Fingerarthrose und einer milden
seronegativen
rheumatoiden
Arthritis (
Urk.
7/88/6-11). Weiter führte sie aus, die Einschränkungen und Behinderungen bezüglich der Hüftgelenke, der Kniegelenke und der
Lendenwir
belsäule
hätten sich seit der Untersuchung im
Z._
im Juli 2013 nicht substan
ziell verändert. Die aktuellen Abklärungen hätten bezüglich dieser Regionen keine neuen Aspekte ergeben, so dass keine Veranlassung bestehe, von der Beurteilung im Gutachten des
Z._
abzuweichen. Bezüglich der Beschwerden in den Händen hätten die bildgebenden Untersuchungen das Vorliegen von milden entzündlichen sowie allenfalls
leichtgradigen
degenerativen Veränderungen ergeben. Aus diesem Grund seien achsenabweichende und mit erhöhter Schwerkraft in den Handgelenken einhergehende Belastungen zu vermeiden. Eine Änderung der im Gutachten des
Z._
attestierten Gesamtarbeitsfähigkeit resultiere daraus jedoch nicht. Bezüglich der Schultergelenke wäre aufgrund des Ergebnisses der Skelettszintigraphie eine
Ultrasonographische
Untersuchung zu diskutieren. Da die Beschwerdeführerin jedoch keine die Schultergelenke übermässig belastende Tätigkeit ausübe, sei es unwahrscheinlich, dass die Ultraschallbefunde neue, sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Aspekte ergeben würden. Zusammenfassend lägen aus ihrer Sicht verglichen mit der Beurteilung im Gutachten des
Z._
und der dort vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keine neuen Gesichtspunkte vor (
Urk.
7/88/10).
4.
Es ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass aufgrund der medizinischen Berichte keine auf objektiven Befunden beruhende Verbesserung des Gesund
heitszustands ersichtlich ist. Gegenteils scheinen die Beschwerden in den Fingergelenken und möglicherweise auch jene in den Schultergelenken etwas zugenommen zu haben, was sich gemäss der überzeugenden Darstellung von
Dr.
C._
jedoch nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.
Ebenso richtig ist ihr Einwand, dass die halbe Invalidenrente im Anschluss an die vorübergehende ganze Rente vorwiegend wegen der Rückenbeschwerden zugesprochen wurde. Die Beschwerden in den Hüftgelenken hatten sich durch die im Dezember 2009 und im Dezember 2010 eingesetzten Totalprothesen massgeblich gebessert und der postoperative Verlauf hatte sich problemlos gestaltet, so dass
Dr.
B._
diesbezüglich keine Diagnosen mehr erhob und insbesondere keine weitere Besserung erwartete beziehungsweise keinen noch auf die Operationen zurückzuführenden, verbesserbaren Zustand beschrieb.
Hinsichtlich der Rückenschmerzen stellte er eine schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule fest und attestierte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der als angepasst beurteilten angestammten Tätigkeit
als Kosmetikerin. Mit Blick auf die Behandlung der Beschwerdeführerin in der Wirbelsäulensprechstunde der Klinik
A._
erachtete er eine Besserung als möglich und empfahl eine neue Beurteilung in einem Jahr, wobei mindestens für die nächsten sechs bis zwölf Monate von der attestierten 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen sei.
Anlässlich der im Juli 2013 erfolgten gutachterlichen Untersuchung im
Z._
gab die Beschwerdeführerin unveränderte, im Vordergrund stehende Rücken
schmerzen an, obwohl sie alle sechs bis neun Monate eine
Fazettengelenksin
filtration
erhielt, auf sie gut ansprach. Die Gutachter erachteten die subjektiven Angaben als durch die objektiven Befunde und die Resultate der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit bestätigt und beschrieben keine auf somati
schen Veränderungen beruhende Verbesserung des Rückenleidens. Sie kamen indes zum Schluss, dass aus medizinischer Sicht nichts mehr gegen eine Aus
weitung der Arbeitstätigkeit auf 6 Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche spreche.
Ebenso hielt
Dr.
C._
von der Klinik
A._
im Bericht vom
8.
September 2014 fest, die Einschränkungen und Behinderungen bezüglich der Hüftgelenke, der Kniegelenke und der Lendenwirbelsäule hätten sich seit der Untersuchung im
Z._
im Juli 2013 substanziell nicht verändert (
Urk.
7/88/9), und bestätigte dementsprechend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter des
Z._
.
Wohl kann nach der Rechtsprechung eine anspruchserhebliche Änderung auch dann gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Inten
sität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2011 vom
9.
Februar 2012 E.4.2.1 mit Hinweis). Eine solche Änderung muss indes aufgrund der medizinischen Aussagen hinrei
chend nachvollziehbar sein. An dieser Voraussetzung fehlt es hier.
Dr.
B._
hatte am
6.
Mai 2013, als er die Einholung eines Verlaufsgutachtens beim
Z._
empfahl, ausdrücklich darauf hingewiesen, das
Z._
sei nach einer Veränderung des Gesundheitszustands zu fragen und habe dies anhand objek
tiver Befunde zu begründen (
Urk.
7/72/2). Diese Frage wurde dem
Z._
offenbar nicht gestellt und von diesem auch nicht von sich aus beantwortet. Der einzige Hinweis für die nun attestierte Arbeitsfähigkeit von 75
%
war, dass sich eine höhere Arbeitsunfähigkeit aufgrund der doch positiven Resultate und Ent
wicklung nicht begründen lasse (
Urk.
7/71/8). Inwiefern eine positive Entwick
lung und eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus objektiver Sicht vorlägen, wurde nicht dargelegt. Eine positive Entwicklung seit der Beurteilung durch
Dr.
B._
im November 2011 kann auch nicht durch einen Vergleich mit dem früheren Gutachten des
Z._
vom 2
3.
Februar 2011 begründet werden, weil damals - zwei Monate nach der zweiten Hüftoperation - noch
operations
bedingte
Einschränkungen bestanden und zudem eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert wurde. Auch die Prognose von
Dr.
B._
im November 2011 hilft nicht weiter, denn es ist nicht dargetan, dass die Infiltrationen und das regelmässig absolvierte Rückentraining einen Rückgang der Intensität der Rückenschmerzen bewirkten, und nicht nur dazu dienten, dass die Beschwerden erträglich blieben. Ebenso sind keine subjektiven Faktoren ersichtlich, die sich auf die
Regredienz
des Rückenleidens positiv auswirken könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_747/2011 vom
9.
Februar 2012 E.
4.2.1).
Ist damit weder aufgrund von objektiven Befunden noch in Würdigung der gesamten Umstände von einer Besserung der Rückenbeschwerden auszugehen, so kann die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das
Z._
im Gutachten vom 2
7.
Januar 2014 und durch
Dr.
C._
, die ebenfalls keinerlei objektive Besserung beschrieb, nur als andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts gewürdigt werden. Eine anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustands ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, weshalb sich die Aufhebung der bisherigen Invalidenrente nicht rechtfertigt. Dies führt zur Gut
heissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
Zudem hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). In
Würdigung dieser Kriterien resultiert eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘600.-
-.