# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a248ad33-dd5d-5fac-9047-57e8ee05068b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Der Sicherheitsverbund Region Gossau lud am 22. August 2019 verschiedene
Unternehmen ein, bis 30. September 2019 ein Angebot für die Lieferung eines
Logistikfahrzeugs für die Feuerwehr (zwölf Tonnen, Pritschenwagen mit
Blachenverdeck) einzureichen. In den Unterlagen zur Einladung wurden die
Zuschlagskriterien ("Preis", "technische Umsetzung, Qualität", "Zweckerfüllung,
Miliztauglichkeit", "Garantie, Kundendienst, Service", "Betriebskosten") ohne
Gewichtung bekannt gegeben. Teil der Unterlagen war ein Pflichtenheft, in welchem
unter anderem ein "automatisches Getriebe", ein "Dieselmotor Euro 6 mit 60-70 Nm/t"
und "Federn für maximale Dauerbelastung ausgelegt" verlangt wurden. Varianten
bezüglich Ausrüstung des Fahrzeugs waren zugelassen (act. 13, Anhang 1). Am
16. Oktober 2019 teilte der Sicherheitsverbund den Unternehmen mit, bei der
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Bewertung habe festgestellt werden müssen, dass ein fairer Vergleich der Angebote
kaum möglich sei. Das Pflichtenheft sei zu wenig präzise und detailliert und berge
dadurch einen hohen Interpretationsspielraum. Das Einladungsverfahren werde
"sistiert" und mit einem angepassten Pflichtenheft ein neues Einladungsverfahren
gestartet (act. 13, Anhang 3).
Am 25. Oktober 2019 lud der Sicherheitsverbund Region Gossau die Unternehmen mit
einem in zahlreichen Punkten bereinigten Pflichtenheft erneut zur Einreichung eines
Angebots ein. Unter anderem wurden neu ein "automatisiertes Schaltgetriebe oder
Automatikgetriebe", ein "Dieselmotor Euro 6, min. 240 PS" und eine "Luftfederung
hinten, wenn möglich auch vorne für maximale Dauerbelastung ausgelegt" verlangt
(act. 7.6). Innert der bis 22. November 2019 offenen Frist reichten drei Unternehmen je
ein Angebot ein. Am 17. Dezember 2019 erteilte der Sicherheitsverbund Region
Gossau den Zuschlag der LARAG AG, deren Angebot zum Preis von netto
CHF 152'934 inklusive Mehrwertsteuer mit 380 von 500 gewichteten Punkten bewertet
worden war.
B.
Die Garagen Guido Casutt AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum Preis von
netto CHF 138'610 inklusive Mehrwertsteuer 370 gewichtete Punkte erzielt hatte, erhob
gegen die Zuschlagsverfügung des Sicherheitsverbundes Region Gossau (Vorinstanz)
vom 17. Dezember 2019 mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem – sinngemässen – Antrag, es sei der Zuschlag aufzuheben
und die Angelegenheit zur neuen Bewertung und zu neuer Entscheidung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Gleichzeitig ersuchte sie darum, ihrer Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu gewähren. Aufgefordert, sich zu diesem Gesuch zu äussern,
liessen sich die LARAG AG (Beschwerdegegnerin) und die Vorinstanz mit Eingaben
vom 2. Januar 2020 und vom 3. Januar 2020 zur Beschwerde, nicht aber zum Gesuch
um aufschiebende Wirkung vernehmen. Da sich die Vorinstanz nicht ausdrücklich
gegen eine Gewährung der aufschiebenden Wirkung zur Wehr setzte, entsprach der
zuständige Abteilungspräsident dem Gesuch der Beschwerdeführerin mit
Zwischenverfügung vom 6. Januar 2020, ohne die Erfolgsaussichten der Beschwerde
näher zu prüfen. Die Kosten der Verfügung verblieben bei der Hauptsache.
Die Beschwerdeführerin nahm am 14. Januar 2020 auf der Gerichtskanzlei Einsicht in
die Akten und mit Eingabe vom 24. Januar 2020 Stellung zu den Vernehmlassungen
der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin. Die Vorinstanz äusserte sich durch ihre
mittlerweile beigezogene Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 10. Februar 2020. Die
Beschwerdeführerin antwortete darauf mit Eingabe vom 22. Februar 2020. Am 18.
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März 2020 verzichtete die Vorinstanz auf eine Stellungnahme zu diesen Vorbringen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.1, EGöB). Die Beschwerdeführerin, deren Offerte gegenüber dem berücksichtigten
Angebot der Beschwerdegegnerin mit einem Rückstand von zehn von 500 gewichteten
Punkten den zweiten Rang erreichte und die unter anderem die Bewertung der
Angebote in verschiedenen Punkten beanstandet, hat reelle Chancen auf den Zuschlag
und ist dementsprechend zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Die Beschwerde gegen die Zuschlagsverfügung vom 17. Dezember 2019 wurde mit
Eingabe vom 23. Dezember 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt die formellen und
inhaltlichen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 der Interkantonalen Vereinbarung über das
öffentliche Beschaffungswesen; sGS 841.32, IVöB). Auf die Beschwerde ist
dementsprechend einzutreten.
2. Rügen betreffend die Einladung
Sachverhalt und Vorbringen
Die Vorinstanz hat das am 22. August 2019 eröffnete Einladungsverfahren am
16. Oktober 2019 "sistiert" und eine neue Einladung in Aussicht gestellt, welche den
Unternehmen am 25. Oktober 2019 samt dem bereinigten Pflichtenheft zugestellt
wurde. – Die Beschwerdeführerin erachtet die erneute Einladung vom 25. Oktober 2019
als vergaberechtswidrig. Sie äussert den Verdacht, das im Vergleich zur Einladung vom
22. August 2019 bereinigte Pflichtenheft – automatisiertes Schaltgetriebe statt
Vollautomat, Luftfederung, wenn möglich auch der Vorderachse, Ladungssicherung
System SafeSide, Motorleistung mindestens 240 PS – sei auf die Offerte der späteren
Zuschlagsempfängerin ausgerichtet worden (dazu nachfolgend Erwägung 2.3). Zudem
sei die Gewichtung der Zuschlagskriterien nicht bekannt gegeben worden (dazu
nachfolgend Erwägung 2.4). Vorab ist allerdings zu klären, ob die Beschwerdeführerin
diese Rügen im Beschwerdeverfahren gegen den Zuschlag noch erheben kann (dazu
nachfolgend Erwägung 2.2).
2.1.
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Verspätung der Rügen
Das Vorgehen der Vorinstanz entspricht im Ergebnis dem Abbruch und der
Wiederholung des Vergabeverfahrens und ist gemäss Art. 38 Abs. 1 der Verordnung
über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11, VöB) aus wichtigen Gründen
zulässig. Im Einladungsverfahren werden Abbruch und Wiederholung den Anbietern
durch Verfügung mitgeteilt (vgl. Art. 38 Abs. 2 VöB). Die Vorinstanz hat Abbruch und
Wiederholung des Verfahrens zwar den betroffenen Unternehmen nicht durch