# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6923876-3119-4600-b52c-ac6299809030
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1968,
erlitt am 24. September 2003 einen Unfall, als er während seiner Tätigkeit als Maler auf einer Treppe ausrutschte und auf den Rücken fiel. Er meldete dieses
(Urk. 8/1/41)
sowie zwei weitere
Ereignis
se
- je
nes
vom 5. Oktober 2003
(Urk.
8/91/454) und
jenes
vom 3. November 2004
(
Urk.
8/12/3 unten
)
-
bei seiner Unfallversicherung an.
Am 27. Januar 2005 meldete er sich
ausserdem
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 8/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog Akten des Unfallversicherers bei (Urk. 8/1, Urk. 8/7, Urk. 8/12-13, Urk. 8/15, Urk. 8/23, Urk. 8/
52-53
, Urk. 8/61, Urk. 8/91-92)
und
holte einen Arbeitgeberbericht (Urk. 8/8), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 8/9)
sowie
Arztberichte (Urk. 8/10-11,
Urk. 8/28) ein
.
Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten schliesslich berufliche Massnahmen
in Form einer Vorabklärung
sowie
einer Berufsabklärung am
Y._
(
Verfügung vom 7. November 2005,
Urk. 8/30,
und vom 12. Dezember 2005,
Urk. 8/37
)
. Die Berufsabklärung wurde
jedoch infolge
der vom
Versicherten
beklagten
Schmerzzunahme abgebrochen (vgl. Verfügung vom 10. Januar 2006, Urk. 8/50
; vgl. auch Urk. 8/58
)
.
1.2
Mit
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2008
bestätigte
der Unfallversicherer
die
dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2007
ab 1. Januar 2007
zugesprochene
Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 46 % (Urk. 8/61).
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom
31. Mai 2010
des hiesigen Gerichts abgewiesen (
UV.2008.00315
, Urk. 8/91/50-67
)
.
1.3
Mit Mitteilung vom 23. Juni 2011 (Urk. 8/98) veranlasste die IV-Stelle ein
poly
disziplinäres
Gutachten, welches am 3. November 2011 durch
Ärzte des
Y._
erstattet wurde (Urk. 8/101).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/105-106, Urk. 8/112, Urk. 8/118) verneinte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 16. Mai 2012 sowohl einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (Urk. 8/121 = Urk. 2/2) als auch auf eine Invalidenrente (Urk. 8/122 = Urk. 2/1).
2.
Gegen die Verfügungen vom 16. Mai 2012
(Urk. 2/1-2)
erhob der Versicherte am 9. Juli 2012 Beschwerde und beantragte,
diese seien aufzuheben und
ihm sei nach Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen sowie einer
Berufs
abklärung
bei der zuständigen
A._
-Stelle eine Invalidenrente zuzusprechen, sodann sei ei
n leidensbedingter Abzug von 20-
25 % zu berücksichtigen und
eventuell sei ergänzend eine Kostengutsprache für Berufsberatung zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Nachdem der Beschwerde
führer nach mehrfach
gewährter
Frist sein Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege (vgl. Urk. 1 S. 2) nicht hinreichend substantiiert hatte
(vgl. Urk. 9-17)
, wurde dieses sowie der Antrag auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels mit Verfügung vom 10. Dezember 2012 abgewiesen (Urk. 18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grund
lagen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2/1 S. 1). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der strittigen Verfügung
betreffend Invaliden
rente (Urk. 2/1)
davon aus, dem Beschwerdeführer sei seine ursprüngliche Tätigkeit
als Maler seit 2003 nicht mehr zumutbar. Hingegen sei eine
leidens
angepasste
Tätigkeit seit September 2004 zu 100 % zumutbar (S. 1). Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 34 % (S. 2).
In der angefochtenen Verfügung betreffend Anspruch auf Berufsberatung hielt die Beschwerdegegnerin fest, Anspruch auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe nur, wenn eine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche be
stehe, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei (Urk. 2/2).
Dazu fügte sie mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2012 ergänzend hinzu, es seien bereits vor der Rentenprüfung berufliche Massnahmen durchgeführt worden, wel
che abgebrochen worden seien. Zudem bezeichne sich der Beschwerdeführer selbst als Wrack und gehe von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. In subjektiver Hinsicht fehle es folglich an der Voraussetzung zur Bereitschaft für eine berufliche Massnahme (Urk. 7 S. 2 Ziff. 3d).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
, er sei nicht in der Lage, einer leidensangepassten Tätigkeit nachzugehen. Insbesondere sei er aufgrund seiner Beschwerden im Hüft- und Schulterbereich sowie wegen einer
Herzkrankheit eingeschränkt
, gesamthaft sei er ein „körperliches Wrack“
. Auf das
Y._
-
Gutachten sei nicht abzustellen, da es nicht schlüssig sei und den Charakter eines Gefälligkeitsgutachtens zugunsten der Beschwerdegegnerin aufweise. Daher sei ein neues Gutachten
einzuholen
. Sodann müsse zur ver
bindlichen Feststellung, dass er tatsächlich und nicht nur theoretisch in der Lage sei, noch ein Einkommen zu erzielen, eine Berufsabklärung stattfinden.
Ausserdem
sei
en ihm
berufliche Massnahmen zu gewähren. Bei der
Invaliditäts
bemessung
sei ein leidensbedingter Abzug von 20-25 % zu
berück
sichtigen
(Urk. 1 S. 4 ff.
Ziff. 9 ff.
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin sowohl den Rentenan
spruch
ab September 2004 (Ablauf Wartejahr)
als auch den Anspruch auf be
rufliche Massnahmen zu Recht verneinte.
Unbestritten ist dabei, dass dem Beschwerdeführer seit September 2003 seine bisherige Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar ist.
3.
3.1
3.1.1
Mit Bericht vom 24. März 2005
(Urk. 8/12/2-7)
hielt Kreisarzt
Dr.
med
.
B._
,
Facharzt FMH für Chirurgie,
eine weiterhin andauernde 100%ige Ar
beitsunfähigkeit fest aufgrund der unfallbedingten Restfolgen, so bestehe auf
grund der HWS-Problematik (degenerative Veränderungen sowie unfallbedingte zervikale
Spondylodese
nach
Discectomie
)
eine erhebliche Belastungsintoleranz, eine leichte Bewegungseinschränkung, belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen, linksseitige
radikuläre
Einschränkungen an Schulter und Arm sowie Sensibilitäts- und Kraftminderung. Sodann sei die Rehabilitation in Bezug auf den linken verletzten Fuss noch nicht abgeschlossen
. Es sei eine umfassende Rehabilitation durchzuführen, in welchem Rahmen ein mögliches
Zumutbar
keitsprofil
festzulegen sei
(S. 5)
.
3.1.
2
Ebenso attestierten Ärzte der
C._
mit Austrittsbericht vom 21. Juni 2005
(Urk. 8/13/3-10)
eine weiterhin bestehende 100%ige Arbeitsunfä
higkeit
als Maler (S. 2 oben).
Der Beschwerdeführer sei sodann zur
Ev
aluation von noch möglichen beru
flichen Alternativen
im Rahmen eines
Organisations
gesprächs
vorgestellt worden
. Aufgrund der reduzierten Gesamtbelastbarkeit sowie der Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit habe keine berufliche Massnahme empfohlen werden können. Sollte sich die Gesamtbelastbarkeit im Verlaufe bessern, müssten berufliche Massnahmen nochmals evaluiert werden (S. 3).
3.1.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 11. Juli 2005 eine 50%ige Arbeitsfähig
keit für praktisch jede leichtere Tätigkeit (Urk. 8/15/1-2).
3.1.4
Anlässlich einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung vom 23. Februar 2006 (Urk. 8/
52)
hielt
Dr.
B._
fest, dass
die Beweglichkeit im Schulter-, Nacken- und HWS-Bereich eindeutig eingeschränkt sei. Der Beschwerdeführer ziehe die linke Schulter ständig nach oben, auch während des Gesprächs, im Sessel sit
zend. Das Ausziehen der Kleider sei bei sehr guter Beweglichkeit praktisch symmetrisch unauffällig. Beim Gehen im Korridor in den Halbschuhen mit Ein
lage und Abrollrampe bestehe ein unauffälliges
Gangbild
. Beim Gehversuch ohne Schuhe sei das normale Gehen leicht hinkend (S. 4 Mitte).
Eine vollzeitliche Belastung sei unter den heutigen Bedingungen nicht denkbar. Hingegen scheine ein 2/3-Engagement mit der notwendigen Pause mit
Stun
denbelastungen
von je drei Stunden vormittags und nachmittags möglich. Als Zumutbarkeitsprofil
nannte Dr.
B._
eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit gehend, stehend, sitzend, bei freier Arbeitsposition. Zusatzbelastungen von ver
einzelt 5-10 kg im vollen möglichen Bewegungsumfang seien zumutbar, sicher bis Hüfthöhe, vermindert zwischen Hüft- und Schulterhöhe. Gehstrecken von 300 bis 400 Meter seien mehre
re Male pro Arbeitszeit möglich
. Nicht zumutbar seien Schläge, Vibrationen, strenge Arbeiten, Zwangshaltungen für den Ober
körper oder das linke Bein, krä
ftige Stoss-, Zug- und Drehbewe
gungen mit dem Körper oder dem Bein, ausschliessliches Gehen auf unebenem Untergrund,
Lei
ternarbeit
, Treppensteigen, Ge
rüstarbeit, Überkopfarbeit, aus
schliesslich kniende, kauernde, Bodenarbeiten
(S. 6 unten f.)
.
3.1.5
Der Unfallversicherer erachtete mit
Einspracheentscheid
vom 18. Juli 2008 (Urk. 8/61) insbesondere gestützt auf die Beurteilung ihres Kreisarztes
Dr.
B._
vom 23. Februar 2006 (vgl. E. 3.1.4) eine Arbeitsunfähigkeit von 28 % (zumut
bare Arbeitsfähigkeit von 6 Stunden pro Tag an fünf Tagen in der Woche) in einer angepassten Tätigkeit als ausgewiesen, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 31. Mai 2010
bestätigt
wurde (vgl. Urk. 8/91/50-67).
3.2
Am 20. November 2008 unterzog sich der Beschwerdeführer wegen
Schulterbe
schwerden
einer Schulterarthroskopie mit
Akromioplastik
und
AC-Gelenksre
sektion
links (Urk. 8/77)
.
3.
3
Mit Bericht vom 8. Dezember 2008 (Urk
. 8/70/6-9) diagnostizierten
Ärzte der
E._
ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, chronische
Cervi
kobrachialgie
, einen Verdacht auf symptomatische beginnende
Coxarthrose
links sowie eine AC Gelenksarthrose links (S. 1). Der Beschwerdeführer sei grundsätzlich gewillt, ein grösseres Arbeitspensum wieder aufzunehmen. Auf
grund der Schmerzen sei er aber zu sehr eingeschränkt. Es bestehe vor allem eine Einschränkung bezüglich der Gehstrecke und des Hebens von schweren Lasten. Bezüglich des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms sei
in Zukunft
eine leichte wechselbelastende Tätigkeit
ohne Gehen von langen Wegstrecken oder auf unebenem Gelände sowie ohne Tragen von mittelschweren bis schwe
ren Lasten zumindest in einem Teilzeitpensum denkbar. Die chronische
Cervi
kobrachialgie
schränke den Beschwerdeführer in manuellen Tätigkeiten ein (S. 4).
3.4
Am 8. Juli 2009 wurde der Beschwerdeführer aufgrund der beginnenden
Coxarth
rose
bei
cam
-betontem Hüft-
Impingement
links
in der
E._
an der linken Hüfte operiert
. Während vier Wochen postoperativ sei er zu 100 % arbeitsunfähig in einem Bürojob, „anschliessend theoretisch 50%ige Arbeitsfähigkeit“ (Urk. 8/91/30-31
; vgl. auch Urk. 8/91/41, Urk. 8/91/45-46, Urk. 8/91/49
).
3.5
Aus den Berichten der
E._
der Jahre 2009 und 2010 gehen unver
ändert folgende Diagnosen hervor
(Bericht vom 21. August 2009, Urk. 8/91/21-22, Bericht vom 10. März 2010, Urk. 8/95)
:
Status nach zentraler Hüftarthroskopie links
subacromiales
Impingement
bei
Mikrokalzifikation
der
Supraspinatus
sehne
und AC-
Athralgie
links
chronische
Zervikobrachialgie
links
chronische
Lumboischialgie
links
Status nach zervikaler
anteriorer
Discectomie
C5/6 am 19. Dezember 2006
Status nach
anteriorer
zervikaler
Spondylodese
C5/6 mit
Beckenspanin
terponat
am 16. Juni 2004
beginnende Bandscheibendegeneration L3/4, L4/5
Mit Bericht vom 21. August 2009
(Urk. 8/91/21-22)
wurde festgehalten, dass die Schmerzen in der linken Leiste bei weitem nicht mehr so ausgeprägt seien wie präoperativ (S. 1). Auch im Röntgenbefund sei eine deutliche Verbesserung ersichtlich. Gesamthaft liege ein „sehr erfreulicher postoperativer Verlauf“ vor (S. 2).
Am 10. März 2010
(Urk. 8/95)
wurde der Beschwerdeführer wegen zunehmen
den belastungsabhängigen
Lumboischialgien
beidseits mit Schmerzen über das Gesäss bis zum Sprunggelenk (eher links- als rechtsbetont) vorstellig (S. 1). Es sei eine stärkste
Druckdolenz
auch bei leichten Berührungen in der mittleren Lendenwirbelsäule (LWS) aufgefallen bei insgesamt noch relativ gut erhaltener Beweglichkeit. In Flexion und
Reklination
komme es zu einer
Schmerzverstär
kung
, sonst zeige der Beschwerdeführer ein flüssiges
Gangbild
, der Zehen- und Fersenstand sei problemlos (S. 2 oben). Die genaue Genese der Beschwerden sei unklar, die degenerativen Veränderungen haben sich im Vergleich zu den Bil
dern vom Jahr 2007 nur unwesentlich verändert
, so dass keine
wirbelsäulen
chirurgische
Indikation vorliege
(S. 2 Mitte)
.
3.
6
Im
zuhanden der Beschwerdegegnerin erstatteten
polydisziplinären
Gutachten vom 3. November 2011 (Urk. 8/101
/1-
48
) diagnostizierten die Gutachter des
Y._
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 37
lit
. E.1):
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
Status nach
cervicaler
Diskushernienrevision
C5/6
am
19. Dezember 2003 und nach
Spondylodese
C5/6
am
16. Juni 2004
neurologisch seit der
Spondylodese
C5/6
vom
16. Juni 2004 keine Hin
weise für ein Wurzelreiz- oder sensomotorisches Defizitsyndrom
im MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) vo
m 1. Dezember 2010 beschrie
bene
Protrusion
/Diskushernie L3/4 und Diskushernie L4/5 mit Tangierung der L5-Wurzel links, kein neurologisches Defizit
anamnestisch 2005 Kalkschulter rechts und Status nach
arthroskopischer
Revision eines
subacromialen
Impingement
und einer
AC-Gelenk
arth
rose
Schulter links
am
20. November 2008
am 30. Januar 2009 dokumentiertes CAM-
Impingement
beider Hüften links mehr als rechts mit erfolgreicher
arthoskopischer
Revision links
am
8. Juli 2009 und erfreulichem Ergebnis, beginnende
Coxarthrose
beid
seits, klinisch aktuell unauffällig
Der orthopädische Gutachter führte aus, die klinisch funktionelle Untersuchung habe sich zweitweise schwierig gestaltet. Der Beschwerdeführer habe bei diver
sen Funktionsprüfungen e
her widerstrebend hantiert. B
ei einer forcierten Prü
fung und unter Ablenkungsmanövern seien die Funktionsuntersuchungen durchführbar gewesen
. Dabei habe sich weder im Bereich der Halswi
rbelsäule (HWS) und de
s
Rumpfes
noch im Bereich des Schultergürt
els und der oberen Extremitäten
noch im Bereich des Beckengürtels und der unteren Extremitäten ein Defizit gezeigt. Der Beschwerdeführer verfüge über eine kräftige und balan
cierte Rumpfmuskulatur und ebenso über eine kräftige und seitengleich ent
wickelte Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten. Ein vor dem ortho
pä
dischen Funktionsablauf links vorgeführtes leichtes Hinken sei
am
Ende der Untersuchung nicht mehr fest
zu
stell
en
. Ein klinisches Funktionsdefizit der Knie
gelenke sei aktuell
ebenfalls
nicht feststellbar, die MRI-Abklärungen aus dem Jahr 2010 seien bis auf diskrete degenerative und altersassoziierte
Chond
ropa
thien
und Innenmeniskusdegenerationen allesamt unauffällig. Für die rela
tiv umfangreich und intensiv mitgeteilten Beschwerden im Sinne von komple
xen Nacken- und Rückenschmerzen, schmerzbedingt die Nachtruhe raubend und im Sinne beidseitiger Kniegelenksbeschwerden mit Einschränkung der Gehstrecke von 5-10 Minuten, seien keine objektiv korrelierenden Befunde zu finden.
Zu beachten sei eine bereits am 12. Oktober 2004 und am 20. Mai 2005
doku
mentierte Symptomausweitung und
Somatisierungstendenz
sowie ein
seitens der
C._
am 28. September 2006
mitgeteiltes maladaptives Überzeugungs- und
Bewältigungsmuster
bei seinerz
eit beschriebener auffälliger Persönlichkeit mit
hyperthymen
Zügen und Tendenzen zur einseitigen Wahr
nehmung des
Selbstbildes. Darüber hinaus sei über einen schadhaften Gebrauch von Alkohol und Drogen, insbesondere Cannabis
,
berichtet worden, letzteres habe der Beschwerdeführer jedoch abgestritten.
Aus orthopädischer Sicht sei dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Maler nicht mehr zumutbar. Hingegen sei ihm eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar
(S. 32 ff. Ziff. 1.3)
.
Aus neurologischer Sicht ergebe sich keine über das orthopädische Fachgebiet hinausgehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bezüglich des
Belastungs
profils
seien lediglich längerdauernde Überkopfarbeiten nicht empfehlenswert (S.
3
5).
Sodann sei sowohl aus psychiatrischer (S.
36
) sowie aus
kardiologischer Sicht
(Urk. 8/101/64-65) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten auszugehen.
Aus
gesamtgutachterischer
Sicht sei dem Beschwerdeführer folgendes
Belas
tungsprofil
für angepasst
e Tätigkeiten zumutbar (S. 38
):
Geeignet seien leichte und gelegentlich mittelschwere wechselbelastbare Tätigkeiten, ohne repetitive Bewegungsanforderungen an die HWS und den Rumpf, ohne Arbeiten in
Zwangs
haltungen
und das Heben, Tragen und Be
wegen von Lasten sei mit 15
kg limitiert.
Länger dauernde Überkopftätigkeiten seien zu vermeiden, gele
gentliche Arbeiten in Überschulterhöhe seien möglich.
Gesamthaft beinhalte die bisherige Tätigkeit als Maler Merkmale, die dem
vorbe
schriebenen
Belastungsprofil nicht mehr gerecht werden, weshalb
dem Beschwerdeführer diese
Tätigkeit aus überwiegend präventiven Gründen und zur Vermeidung von Beschwerdeverschlimmerungen nicht mehr zumutbar sei
(S. 40)
.
Dies gelte seit dem Jahr 2003
(S. 45
Ziff. 3
)
.
In einer angepassten Tätig
keit entsprechend dem Belastungsprofil sei er
spätestens drei Monate nach der erfolgreich durchgeführten
Spondylodese
C5/6
vom 16. Juni
2004
ab dem 16. September 2004
- mit Unterbrüchen infolge der notwendigen und erfolg
reich durchgeführten Behandlungen der Schulter- und der Hüftgelenke - zu 100 % arbeitsfähig (
S. 41
lit
. G.1 sowie
S. 45 Ziff. 3).
4.
4.1
Das
Y._
-
Gutachten
(Urk. 8/101/1-
48
)
entspricht den erforderlichen Kriterien, weshalb darauf abzustellen ist
: Der Beschwerdeführer wurde seinen geltend ge
machten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen (S. 28 ff.,
Urk.
8/101/
49
-
57,
Urk.
8/101/58-63,
Urk. 8/101/64-65
), berücksichtigt die geklagten Besc
hwerden
und wurde in
Kenntnis der
Vo
rakten
(Anamnese) abgegeben (S. 4
ff.). Sodann sind die Darle
gungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind
in Bezug auf die Situation im Zeitpunkt der Begutachtung
begründet
und nach
vollziehbar
.
Aus dem Gutachten sowie aus den diesem zugrunde liegenden me
dizinischen
Vorakten
ist ersichtlich, dass sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers im Vergleich zum Unfall vom 24. September 2003
laufend leicht und
spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt
erheblich
verbessert hat.
4.2
Was die retrospektive Beurteilung
der
Y._
-Gutachter betrifft
, ergeben sich Widersprüche zu den echtzeitlichen medizinischen Berichten.
Wie in Erwägung 3.
1
festgehalten, attestierten sämtliche Ärzte, welche sich
im Zusammenhang mit der Rentenprüfung des Unfallversicherers
zur Arbeitsfähigkeit äusserten, höchs
tens eine Teilarbeitsfähigkeit: Bis Juni 2005 wurde
dem Beschwerdeführer
aufgrund der erhobenen Befunde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab Juli 2005 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche leichte Tätigkeiten und ab Februar 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 30 Stunden pro Woche - entsprechend einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 72 % - für l
eidensangepasste Tätigkeiten.
Demgegenüber
führten di
e
Y._
-Gutachter
aus,
de
r
Beschwerdeführer
sei
be
reits
seit
dem 16. September
2004
in einer angepassten Tätigkeit
wieder
zu 100 % arbeitsfähig (vgl. E. 3.
6
).
Die Gutachter
wiesen lediglich darauf hin,
dass bereits am 12. Oktober 2004
sowie am 20. Mai 2005 eine
Symptomausweitung und
Somatisierungstendenz
dokumentiert worden sei und Ärzte der
C._
mit
Bericht vom 28. September 2006 ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuster bei seinerzeit beschriebener auffälliger Persönlichkeit festhielten (Urk. 8/101/34 Mitte).
Sodann wies insbesondere der neurologische Gutachter darauf hin, es habe in den früheren MRI-Abklärungen und Funkti
onsaufnahmen der HWS kein korrelierender Befund für die zervikalen Be
schwerden
inklusive
der
radikulären
Reizsymptome C6 gefunden werden kön
nen (S. 39 sowie
Urk.
8/101/54-56
).
Damit fehlt es jedoch an einer eigentlichen Auseinandersetzung mit den abweichenden früheren Arztberichten sowie ins
besondere an einer nachvollziehbaren Erklärung für
die
anderslautende
-
rund 7 Jahre später erfolgte
-
retrospektive Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähig
keit.
Insbesondere war die Frage, ob
radikuläre
Reizsymptome vorlagen oder nicht, nicht alleine entscheidend für die attestierte Arbeitsunfähigkeit, lagen beim Beschwerdeführer doch verschiedenste Beschwerden im Bereich des Rückens, der Schulter, der Hüfte sowie des linken Fusses vor
, welche gesamthaft zu einer (Teil-)Arbeitsunfähigkeit führten
.
Ebenso wenig
lässt die Tatsache, dass bereits früher vereinzelt über eine Symptomausweitung und
Somatisierungsten
denz
berichtet wurde, darauf schliessen, dass die damalige
n
Arbeitsfähigkeits
beurteilung
en
falsch war
en
.
Zusammenfassend ist daher auf die retrospektive Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
der
Y._
-Gutachter nicht abzustellen. Aufgrund der echtzeitlichen
Arztbe
rich
te
ist ab Ablauf
des Wartejahres im September
2004
von folgendem Verlauf d
er Arbeitsfähigkeit auszugehen:
Bis Juni 2005
war der Beschwerdeführer
100 % arbeitsunfähig, ab
Juli 2005 zu 50 % arbeitsfähig und
ab Februar 2006
war er
zu 72 % arbeitsfähig
in angepassten Tätigkeiten
.
Zwischen der Beurteilung
von
Dr.
B._
vom Februar 2006
und dem
Y._
-Gutachten liegen keine konkreten Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen vor.
Aus den Berichten der
E._
gehen lediglich eine unspezifische und nicht abschliessende Stellungnahme (teilarbeitsfähig in
einer angepassten Tätigkeit, vgl. E. 3.3) sowie eine vorübergehend attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % nach der Hüftoperation und eine vage Prognose am Operationstag, dass der Beschwerdeführer vier Wochen postoperativ wieder zu 50 % arbeitsfähig sei, hervor (vgl. E. 3.4).
Aus den Akten ist jedenfalls nicht ersichtlich, dass sich der Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähig
keit nach der kreisärztlichen Untersuchung im Februar 2006 verschlecht
ert hät
t
e
.
Im Gegenteil: So bewirkten
die durchgeführten Operationen
an der linken Schulter
im November 2008
und der linken Hüfte
im Juli 2009
eine Verbesse
rung der Beschwerden (vgl. Urk. 8/77/1
und
E. 3.5
)
.
4.3
Soweit der Beschwerdeführe
r weitere Arztberichte (Urk. 3/3
-6
) einreichte und anführt, gestützt darauf sei eine nach wie vor bestehende vollständige Arbeits
unfähigkeit ausgewiesen (Urk. 1 S. 6 Ziff. 11 ff.), kann ihm nicht gefolgt wer
den.
Wie dargelegt ist eine
vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
spätestens ab
dem Zeitpunkt der Begutachtung
im
Y._
(September
2011, vgl. Urk. 8/101/1)
ausgewiesen. Der Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
F._
vom 26. Juni 2012 stellt ausschliesslich das vom Beschwerdeführer ihm gegenüber geschilderte subjektive Befinden dar und enthält weder eine objektive Befunderhebung noch eine Diagnose (vgl. Urk. 3/3).
Ebenso kann der Be
schwerdeführer aus dem Bericht
des Herzzentrums vom 2. Juli 2012 (Urk. 3/6) nichts zu seinen Gunsten ableite
n, wurde
aus kardiologischer Sicht doch über eine stabile kardiale Situation mit gut erhaltener linksventrikulärer Pumpleistung ohne Hinweise auf eine
myokardiale
Minderversorgung berichtet.
Die Ausbelastung war aufgrund der vom Beschwerdeführer - wie auch im
Y._
-Gutachten
-
beklagten
Hüftschmerzen nicht möglich und nicht etwa
we
gen
einer kardiologischen Problematik.
Was den Bericht vom 30. Mai 2012 der
G._
(Urk. 3/5) betrifft, wird darin eine deutliche Besserung der
Armbeweglichkeit beschrieben und angefügt, die aktuelle Situation könne trotz den Schmerzen gut toleriert werden. Die sechs Monate zuvor Ende November 2011 durchgeführte Schulterarthroskopie rechts brachte somit eine weitere Ver
besserung der objektiven Befunde (Verbesserung der Beweglichkeit und Eleva
tion des Armes).
4.4
Inwiefern es sich
beim
Y._
-Gutachten
um ein „Gefälligkeitsgutachten“
zu Gunsten der Beschwerdegegnerin
(vgl. Urk. 1 S. 4
Ziff. 9
) handeln soll, wurde vom Beschwerdeführer weder dargelegt noch ergeben sich nach Durchsicht des Gutachtens Anhaltspunkte dafür. Allein aufgrund der Tatsache, dass das Gut
achten von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegeben wurde, kann nicht von einem Gefälligkeitsgutachten ausgegangen werden.
Im Übrigen legten
die
Y._
-
Gutachter ein ausführliches Anforderungsprofil für eine zumutbare Arbeitstätigkeit dar, weshalb der Einwand des Beschwerde
führers, aus dem Gutachten sei nicht ersichtlich, was er mit seinen Beschwerden arbeiten solle
(vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 9)
, nicht
nachvollziehbar ist.
4.5
Zusammenfassend ergibt sich nach dem Gesagten folgende Abstufung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit:
Arbeitsfähigkeit
von
0 % ab Ende de
s Wartejahres im September 2004
,
von
50 % ab Juli 2005,
von
72 % ab Februar 2006
und von
100 % ab September 201
1.
Wenn der Beschwerdeführer diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist er trotzdem nach dieser, mithin nach dem ihm objektiv zu
mutbaren Arbeitsausmass, zu beurteilen (BGE 127 V 294 E. 4c mit Hinweisen und AHI 2001 S. 228 E. 2b).
Soweit der Beschwerdeführer verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinrei
chend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen vorzunehmen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wo
chenarbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.4
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit,
des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die
anspruchs
beeinflussende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
5.5
Für den Zei
traum von September 2004 bis Juni 2005 war der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten.
5.6
5.6.1
Für die Zeit ab Jul
i 2005 gilt Folgendes:
Der Beschwerdeführer ist gelernter Maler (
Urk.
8/4/4
Ziff.
6.2). Zuletzt war er vom 20. Juni bis 15. November 2003 bei der
H._
als Maler tätig, wobei der Arbeitgeber bereits vor dem erlittenen Unfall vom 24. September 2003 auf
grund mangelhafter Arbeitsqualität und Nichteinhaltung der Arbeitszeit die Kündigung aussprach (Urk. 8/8/6-7). Da das Arbeitsverhältnis folglich nicht aus gesundheitlichen, sondern aus invaliditätsfremden Gründen aufgelöst wurde,
kann das bei der
H._
erzielte Einkommen
nicht für die
Invaliditätsbe
messung
herangezogen werden.
Demnach erscheint es vorliegend angemessen, für die Bestimmung des
Validen
einkommens
auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen. Dabei darf aufgrund der fachlichen Qualifikation des Beschwerdeführers (abgeschlossene Lehre als Maler) angenommen werden, dass dieser im Gesundheitsfall eine ent
sprechende Arbeit als Maler verrichten würde.
Gemäss
Tabelle TA1 erzielten Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen im Baugewerbe ein monatliches Ein
kommen von
Fr.
5‘358.-- (LSE 2004, Tabelle TA 1,
Ziff.
45, Männer Niveau
3). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen branchenüblichen wöchentlichen Arbeits
zeit im Jahre 2004
von 41.8 Stunden (Die Volkswirtschaft 9
/2013 S. 9
4
Tab. B9.2
lit
.
F
)
sowie einer Nominallohnerhöhung vo
n
1.1 % für das Jahr 2005
(Nominallohnindex
Männer
2002-2010, Tabelle T1.
1.
93, Baugewerbe
; auf www.bfs.admin.ch
)
resultiert für das Jahr 20
0
5
ei
n
Valideneinkommen
von
rund Fr. 67‘
928
.--
(Fr.
5‘
358
.-- x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.
8
Stunden
x 1.011
)
.
5.6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sind ebenfalls die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen
. Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der Löhne für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) der Tabelle A1 der LSE 20
04 (Total) und
einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 20
04 von 41.7
Stunden
würde bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
ein Invalideneinkommen von rund
Fr.
57
‘
396
.-- (
Fr.
4’
588
.--
x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7
Stunden
)
resultieren
.
Unter Berücksichtigung
der Nominallohnerhöhung von
0.9
%
für das Jahr 200
5
(
Nominallohnindex
Männer
2002-2010, Tabelle T1.
1.
93
, Total) ergibt
sich für das Jahr 2005 bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
2
8
‘
956
.--
(Fr.
57‘396
.--
x
1.0
09
x 0.5)
.
Da der Beschwerdeführer, wie das Anforderungsprofil zeigt
(vgl. E. 3.1.4 und E. 3.6)
,
in einer leidensangepassten Tätigkeit erheblich
eingeschränkt ist, recht
fertigt sich der von der Beschwerdegegnerin gewährte volle leidensbedingte Abzug von 25 %. Somit ergibt sich für das Jahr 2005 ein Invalideneinkommen von Fr.
21‘717
.--
.
5.6.3
Aus der Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
und Invalideneinkommen resultiert für das Ja
hr 2005 eine Einbusse von Fr. 46
‘
211
.--, was einem
Invali
ditätsgrad
von
68
% (
ab
gerundet von
68.03
%
)
entspricht.
Damit
ist die bishe
rige ganze Rente des
Beschwerdeführer
s
unter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
1 IVV per 1. November 2005
auf eine
Dreiviertelsrente
herabzusetzen
.
5.7
Ab Februar 2006 verbesserte sich der Gesundheitszustand
erneut
und dem Be
schwerdeführer war eine Arbeitsfähigkeit von 72 % zumutbar.
Gemäss
Tabelle TA1 der LSE 2006 erzielten Männer mit Berufs- und Fachkennt
nissen im Baugewerbe ein m
onatliches Einkommen von
Fr.
5‘422
.-- (LSE 2006, Tabelle TA 1,
Ziff.
45, Männer Niveau 3). Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen branchenüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 200
6
von 41.
7
Stunden (Die Volkswirtschaft 9/2013 S. 94 Tab. B9.2
lit
. F)
resultiert für das Jahr 2006 ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 67‘829.-- (Fr. 5‘422.-- x 12 ÷ 40 x 41.7).
F
ür einfache und repetitive Tätigkeiten (
Total,
Anforderungsniveau 4) der Ta
belle A1
ergibt sich gestützt auf die
LSE 20
06 und
unter Berücksichtigung
einer durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 20
06 von 41.7
Stunden
, einer Arbeitsfähigkeit von 72 % sowie einem
leidensbeding
ten
Abzug von 25 %
ein
Invalideneinkommen von rund Fr.
31‘967.--
(Fr.
4’
732
.--
x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden x 0.72 x 0.75
)
resultie
ren
.
Für das Jahr 2006 ergibt sich
somit
eine E
rwerbse
inbusse von
Fr.
35
‘
862
.-- und dementsprechend ein Invaliditätsgrad von
53 % (aufgerundet von 52.87
%
).
Unter Berücksichtigung von Art. 88a
Abs.
1 IVV
ist die Verbesserung erst ab Juni 2006 zu berücksichtigen und dem Beschwerdeführer ist ab diesem Zeit
punkt eine halbe Invalidenrente auszurichten.
5.
8
Ab September 2011 (Zeitpunkt der Begutachtung) ist dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar. Unter Berücksichtigung
einer
durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahre 20
10 von 41.6
Stunden
, der
Nettolohnerhöhung
fürs Jahr 2011
von
1.0 % (Nominallohnindex 2011-2012, Tabelle T1.1.10, Männer, Total)
sowie des leidensbedingten Abzuges
von 25 %
ergibt sich
gestützt auf die Tabelle A1 der LSE 2010
(Total, Niveau 4 Männer)
ein Invalideneinkommen von rund
Fr. 46‘332.-- (Fr. 4‘901.-- x 12
÷
40 x 41.6 x 1.01 x 0.75
)
. Im Vergleich zum
Valideneinkommen
(LSE 2010, TA1,
Ziff.
41-43 Baugewerbe, Niveau 3 Männer)
von
Fr. 72‘377.--
(
5‘742.-- x 12
÷
40 x 41.6 x 1.
01)
resultiert eine
Erwerbsein
busse
von
Fr. 26‘045.--
und damit ein Invaliditätsgrad von
36 % (aufgerundet von 35.99 %).
Demnach hat der Beschwerdeführer ab Januar 2012 keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV).
5.9
Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer folgenden Rentenanspruch:
von 1. September 2004 bis 31.
Oktober
200
5
eine ganze Rente
von 1. November 2005 bis 31. Mai 2006 eine
Dreiviertelsrente
von 1. Juni 2006 bis 31. Dezember 2011 eine halbe Rente
ab 1. Januar 2012 keinen Rentenanspruch mehr.
6.
Soweit der Beschwerdeführer
ausserdem geltend macht
,
ihm seien ber
ufliche Massnahmen
zu gewähren
und es sei eine Berufsabklärung durchzuführen
, ist dagegenzuhalten, dass er sich selbst nach wie vor als
vollständig arbeitsunfähig einstuft und sich als
körperliches Wrack
bezeichnet
(E. 2.2)
.
Damit fehlt es aus Sicht des Beschwerdeführers an der Bereitschaft, an beruflichen Massnahmen mitzuwirken. Unter diesen Voraussetzungen lehnte d
ie Beschwerdegegnerin
die Durchführung
berufliche
r
Massnahmen
zu Recht ab
.
7.
7.1
Zusammenfassend ist die Beschwerde hinsichtlich des Rentenanspruchs teil
weise gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ist rückwirkend eine befristete abgestufte Rente zuzusprechen. Betreffend den Anspruch auf berufliche Mass
nahmen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.3
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien ist die
Parteient
schädigung
vorliegen
d
auf Fr.
1‘
9
00.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.