# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4001dff6-4e9b-4687-9e6f-ef6ef469c3d9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1944 geborene
X._
erreichte 2009 das AHV-Rentenalter. Auf entsprechende Anmeldung hin (Urk. 5/1), sprach ihm die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, mit Verfügung vom 12. November 2009 mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine Altersrente im Betrag von Fr. 2’280.-- pro Monat
zu
(Urk. 5/13). Seine Ehefrau, geboren 1954,
hat
ab 1. Mai 2018 Anspruch auf eine AHV-Altersrente (vgl. Urk. 6/1-2). Sie erklärte in ihrer Anmeldung für eine Altersrente
aber
, dass sie deren Bezug auf
schieben wolle (Urk. 6/1/8). Mit Schreiben vom 28. Februar 2018 bestätigte die Ausgleichskasse den Aufschub der Altersrente (Urk. 6/7). Gleichentags verfügte sie die Ausrich
tung einer plafonierten Altersrente für
X._
in der Höhe von Fr. 1’891.-- mit Wirkung ab dem 1. Mai 2018 (Urk. 6/
6
). Dagegen erhob
dieser
am 3. März 2018 Einsprache (Urk. 5/36)
. Mit
Einspracheentscheid
vom 8. März 2018
wies
di
e Ausgleichskasse die
Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 8. März 2018 erhob
X._
am 25. März 2018 Beschwerde (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 20. April 2018
beantragte
die Ausgleichskasse
Abweisung der Beschwerde (Urk. 4, unter Beilage der Kassenakten [
Urk.
5/1-43
sowie
Urk.
6/1-7]
), was dem Beschwerdeführer am 3. Mai 2018 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 7).
Am 15. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein
(Urk. 8-9). Der Beschwerdegegnerin wurde eine Kopie dieser Eingabe zugestellt (Urk. 10).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine ordentliche Altersrente haben Männer, welche das 65. Alters
jahr und Frauen, welche das 64. Altersjahr vollendet haben, sofern ihnen für min
destens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreu
ungs
gutschriften angerechnet werden können (Art. 21 Abs. 1
i.V.m
. Art. 29 Abs. 1
des
Bundesge
setz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVG
). Der Anspruch auf die Altersrente entsteht am ersten Tag des Monats, welcher der Vollendung
des gemäss Art. 21 Abs. 1 AHVG massge
benden Altersjahres folgt. Er erlischt mit dem Tod (Art. 21 Abs. 2 AHVG).
1.2
Für die Rentenberechnung wird laut Art. 29
quinquies
Abs. 3
lit
. a AHVG eine Ein
kommensteilung vorgenommen, wenn beide Ehegatten rentenberechtigt sind. Dabei werden die Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegat
ten angerechnet.
1.3
Nach Abs. 1 des im Rahmen der 10. AHV-Revision neu gefassten, am 1. Januar 1997 in Kraft getretenen Art. 35 AHVG beträgt die Summe der bei
den Altersren
ten eines Ehepaares maximal 150 % des Höchstbetrags der Altersrente, wenn beide Ehegatten Anspruch auf eine Altersrente haben (
lit
. a) oder wenn ein Ehe
gatte Anspruch auf eine Altersrente und der andere Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat (
lit
. b). Die Kürzung entfällt bei Ehepaaren, deren gemeinsamer Haushalt richterlich aufgehoben wurde (Art. 35 Abs. 2 AHVG). Die beiden Renten sind im Verhältnis ihrer Anteile an der Summe der ungekürzten Renten zu kürzen. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten, insbesondere die Kür
zung der beiden Renten bei Ver
sicherten mit unvollständiger Beitragsdauer (Art. 35 Abs. 3 AHVG).
1.
4
Im Rahmen des flexiblen Rentenalters haben Personen, die das ordentliche Ren
tenalter erreicht haben, die Möglichkeit, den Bezug der Altersrente
um
min
des
tens ein Jahr und höchstens fünf Jahre aufzuschieben und innerhalb die
ser Frist die Renten von einem bestimmten Monat an abzurufen (Art. 39 Abs. 1 AHVG). Die aufgeschobene Altersrente und die sie allenfalls ablösende
Hinter
lassenen
rente
wird um den versicherungstechnischen Gegenwert der nicht bezogenen Leistung erhöht (Art. 39 Abs. 2 AHVG), womit eine versi
cherte Person, welche ihre Altersrente aufschiebt, für die Dauer des gesamten Rentenbezugs eine erhöhte Rente erhält (Art. 39 Abs. 2 AHVG
i.V.m
. Art. 55
ter
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVV]).
1.5
Die vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) herausgegebene Weglei
tung über die Renten (RWL) in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Inva
lidenversicherun
g hält in Randziffer 6303 (in der ab
1. Januar 201
8 gültigen Fas
sun
g
) fest, dass die Rente einer rentenberechtigten Person, deren Ehe
gatte die Rente aufschiebt, bereits während der
Aufschubsdauer
der Plafo
nierung nach Art. 35 AHVG unterliegt.
1.6
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Diese soll sie bei seiner Ent
schei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmun
gen zulassen. Das
Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Ver
waltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwal
tung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewähr
leisten, Rechnung getragen (
BGE 140 V 314 E. 3.3 mit weiteren Hin
weisen)
.
2.
D
er Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass seine Ehefrau noch keine Rentenleistungen beziehe, weil sie ihre Altersrente aufgeschoben habe. Für die Plafonierung seiner Altersrente während des Rentenaufschubs durch seine Ehefrau bestehe keine gesetzliche Grundlage (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass die Rente zu plafonieren sei und verweist dabei auf
Art.
35 AHVG und
Rz
. 6303 der RWL (
Urk.
2,
Urk.
4 S. 2). Zwischen den Parteien ist somit strittig, ob die Rente des Beschwerdeführers bereits während der
Aufschubsdauer
der Rente seiner Ehefrau der Plafonierung unterliegt.
3.
3.1
3.1.1
Der Wortlaut von Art. 35 Abs. 1
lit
. a AHVG knüpft die Plafonierung der Alters
rente an den Anspruch auf eine solche („
ont
droit
à
une
rente
de
vieillesse
“, „
hanno
diritto
a
una
rendita
di
vecchiaia
“ in der französischen und italienischen Textfassung) an. Gemäss der Regelung in Art. 21 AHVG besteht Anspruch auf eine Altersrente für Männer mit Vollendung des 65. Altersjahres und für Frauen mit Vollendung des 64. Altersjahres. Folglich ist der Eintritt des Versiche
rungs
falles Alter massgebend und nicht etwa der Beginn des Rentenbezugs. Der Ren
tenanspruch wird bei Erreichen der Alters
grenze auch ausgelöst, wenn die versi
cherte Person nicht aus dem Erwerbsle
ben ausscheidet (
Kieser
, Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
, in: Schwei
zerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage 2016, N 599, und
Binswanger
, Kommentar zum Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, Zürich
1950,
S.
122). Der Renten
anspruch besteht damit unabhängig davon, ob die Rente ausbe
zahlt wird oder nicht. So fällt insbesondere im Falle eines Rentenaufschubs der Zeit
punkt des Anspruchsbeginns auf eine Altersrente und derjenige der effekti
ven Rentenauszahlung auseinander (vgl. Art. 39 Abs. 1 AHVG und Art. 55
bis
bis Art. 55
quarter
AHVV).
3.1.2
Dass die Begriffe des Versicherungsfalls, der Entstehung des Anspruchs bezie
hungsweise des Beginns des Rentenbezugs nicht identisch und vonei
nander zu
unterscheiden sind, geht auch aus BGE 132 V 265 hervor. Darin hat sich das Bundesgericht in Bezug auf Art.
29
quinquies
Abs. 4
lit
. a AHVG zu den betreffenden Begriffsbestimmungen geäussert und diese klar voneinan
der abgegrenzt.
3.1.3
Vor diesem Hintergrund erhellt, dass der Gesetzeswortlaut von Art. 35 Abs. 1
lit
.
a AHVG keinen anderen Schluss zulässt, als dass die Plafonierung der Renten von Ehegatten mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters des zweit
renten
berechtigten Ehepartners zusammenfällt, und zwar unabhängig davon, ob ein Ehegatte den Rentenbezug aufschiebt (vgl. auch
Valterio
,
Droit
de
l’assurance-vieillesse
et
survivants
[AVS] et de
l’assurance-invalidité
[AI], Zürich 2011, N
1012 und N
1021; siehe auch Urteil des Walliser Kantonsge
richts vom 4. Feb
ruar 2014, ZWR 2015 S. 89 ff.
; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AB.2015.00069 vom 3
0.
Mai 2017
E. 3.1
).
3.2
Demnach
wurde die
Altersrente des Beschwerdeführers
zu Recht
bereits
ab 1. Mai 2018
pla
foniert, weil
seine Ehefrau
dann
das AHV-Rentenalter erreicht hat
te
(Urk
. 6/1-2).
D
ie nichtplafonierte AHV-Altersrente der Ehefrau des Beschwerde
führers
(
ohne
Aufschubszuschlag
)
würde
im Jahr 2018
bei
d
e
r
Rentenskala 41 und einem durchschnittlichen Jahreseinkommen
von
Fr.
54‘990
.--
Fr.
1‘822.-- betragen
. Die
unplafo
nierte
AHV-Altersrente des Beschwerdeführers wäre im Jahr 2018 mit
Fr.
2‘218.
-
-
(Rentenskala 44, durchschnittliches Jahreseinkommen:
Fr.
74‘730.--
)
zu bemessen (
Urk.
6/5/9).
Unter Berücksichtigung der für den Beschwerdeführer und seine Ehefrau anwendbaren Rentenskalen 44 und 41 resultiert
vorliegend eine gewich
tete Rentenskala 43
und
eine Plafonierungs
grenze von
Fr.
3‘
4
45.-- (
vgl.
Rz
. 5524 der RWL sowie die Rentenskala mit Plafo
nie
rungsgrenze bei Ehepaaren auf S.
107 der Rententabelle AHV/IV des BSV, gül
tig ab
1.
Januar 2015).
Weil die Summen der
unplafonierten
Renten des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau diese Plafonierungsgrenze übersteigt (
Fr.
2‘218.-- +
Fr.
1‘822.-- =
Fr.
4‘040.--) sind die Renten zu plafonieren. Dies führt im Jahr 2018 zu einer plafonierten Rente des Beschwerdeführers von
Fr.
1‘891
.
-- ([
Fr.
2‘218.-- x
Fr.
3‘
4
45.--
] .
/. [
Fr.
2‘218.-- +
Fr.
1‘822.--]
;
Rz
. 5521 und 5526 der RWL).
3.3
Der Verzicht auf eine Rentenplafonierung
bis zum Beginn des Rentenbezugs durch die Ehefrau würde ausserdem
zu
einer ungerecht
fertigten Besserstel
lung des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau
führen
. Dies zeigt der
Vergleich
mit einem
Ehepaar
,
das von der Möglichkeit des Renten
aufschubs keinen Gebrauch macht
.
Anzunehmen ist
dabei
, dass die Altersrenten in beiden Fällen nach den
selben Parametern (Rentenskalen und durchschnittlichen Jahreseinkom
men) berechnet werden.
Die von der Ehefrau des Beschwerde
führers aufge
scho
bene
Altersrente setzt sich
-
wie erwähnt (vgl. E. 1.4 vor
stehend)
-
aus dem Renten
grundbetrag und dem
Aufschubszuschlag
zusammen. Mit dem Zuschlag zum Rentenaufschub werden die nicht bezogenen Renten abgegolten (Botschaft des Bundesrates zur Volksinitiative „Für ein flexibles AHV-Alter“,
BBl
2007 S. 419; vgl. auch
Rz
. 6304 RWL). Da somit beim vorliegenden Aufschub der Altersrente der Ehefrau des Beschwerdeführers (um mindestens ein bis höchstens fünf Jahre) die Rentenerhöhung die in dieser Zeit nicht bezogene Rente ausgleicht und der Zuschlag beim Rentenaufschub nicht unter die Plafonierung fällt (
Rz
. 6339 RWL; vgl. auch
Rz
. 5519 RWL), resultiert auf den ganzen Zeitraum des Rentenbezugs betrachtet kein finanzieller Vor- oder Nachteil. Der Beschwerde
führer (und seine Ehefrau) sind folglich bezüglich der gesamthaft ausgerichteten Rentenleistungen einem Ehepaar gleichge
stellt, das auf einen Rentenaufschub verzichtet und die Altersrente beim Ein
tritt ins Rentenalter bezogen hat (Urteil des Bundesver
wal
tungsgerichts C-3484/2014 vom 27. Februar 2015 E. 5.6.1 f. und Urteil des Frei
burger Kan
tonsgerichts 608 2015 133 vom 28. September 2016 E. 2c
; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AB.2015.00069 vom 3
0.
Mai 2017 E. 3.2
).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, in seinem Fall sei auch zu berücksich
ti
gen, dass er
seit
Erreichen des AHV-Rentenalters im Jahr 2009 zwar
eine
AHV-Altersrente beziehe, jedoch weiterhin in einem 100%-Pensum erwerbs
tätig gewe
sen sei und dadurch zwischen 2009 und 2017 AHV-Beiträge einbezahlt habe. Eine Gegenüberstellung der bezogenen Altersrenten mit den einbezahlten Beiträ
gen zeige, dass er bereits eine massive Kürzung seiner Rente hinnehmen müsse. Mit der Plafonierung würde seine Rente daher noch einmal gekürzt (Urk. 8).
4.2
Zwar spricht der Beschwerdeführer selbst von Rentenkürzung, die AHV ist jedoch so konzipiert, dass nicht sämtliche von einer versicherten Person “einbezahlten“ AHV-Beiträge auch rentenbildend sind. Dies betrifft insbesondere die AHV-Beit
räge, welche von Erwerbs
tätigen geleistet werden,
die
das AHV-Rentenalter bereits erreicht haben. Gemäss A
rt. 29
bis
Abs. 1 AHVG
werden
f
ür die Rentenbe
rechnung
diejenigen Beitrags
zeiten und Erwerbsein
kommen berücksichtigt, welche die renten
berechtigte Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Ei
ntritt des Versicherungsfalles - im vorliegenden Fall das
Rentenalter
-
aufweist
. Der Bundesrat hat in
Art.
52b
ff.
AHVV Bestim
mungen zur Auffüllung von
“Lücken“ bei unvoll
ständiger Beitrags
dauer erlassen. Eine Erfassung von nach dem Erreichen des AHV-Rentenalters geleisteten Beiträgen ist aber auch dort nicht vorgesehen.
Seit jeher gilt
sodann
,
dass d
ie AHV auf dem Gedanken der Solidarität sämtlicher Versicherter
beruht. Dies hat
namentlich
zur Folge hat, dass auch für den Fall des Nichterlebens der Renten
bezugsberechtig
ung
die Beiträge geschuldet sind. Ferner besteht kein Recht auf eine mit der Beitragsleistung im Total sich deckende Rentenleistung (EVGE 1948 S.
116).
Nach der Sachdarstellung des Beschwerdeführers würde ihn die Rentenplafonierung umso härter treffen, weil nicht sämtliche der von ihm geleisteten
AHV-
Beiträge rentenbilden
d
sind.
Dies ist nach dem hiervor Gesagten jedoch hinzunehmen.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer wie
von ihm
gel
tend gemacht auch nach dem Erreichen des AHV-Rentenalters weiterhin AHV-Bei
trä
ge
ge
leistet
hat
,
hat keinen Einfluss auf die Rentenplafonierung. Er
führt
vor allem
nicht dazu,
dass
in seinem Fall auf die Rentenplafonierung zu ver
zich
ten
wäre
.
5
.
Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 8. März 2018 (Urk. 2) als rechtens, was
zur Abwei
sung der Beschwerde
führt.