# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d28269f2-3078-4508-97c2-e7a77cdee1cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1991 geborene X._
arbeitete a
b dem 23. Januar
2018
als Bauarbeiter
bei der Z._
AG in einem
Temporärarbeitsver
hält
nis
längstens für drei Monate
vermittelt
durch
die A._
AG (Urk. 7/6) und war
über letztere
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung vom 28. März 2018 teilte die
A._
AG
mit, dass der Versicherte am 25. Februar
2018 als Beifahrer eines Personenwa
gens in Portugal einen Autounfall erlitten
habe
. Dabei habe er sich einen Bruch des linken Fussgelenks zugezogen und die rechte Schulter verdreht/verstaucht (Urk. 7/1; vgl. auch Urk. 7/39
, 7/104
). Am
8.
März 2018 unterzog sich der Versi
cherte
im Spital
B._
einer Zugschrauben- und Plattenosteosynthese der Fibula
und des medialen
Malleolus
bei
Bimalleolarfraktur
des
oberen Sprungge
lenks (
OSG
)
links (Urk. 7/13).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (
Urk. 7/10
7
).
Am 1
0.
Oktober 2018 meldete sich der Versicherte bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/72
; vgl. auch Urk. 7/136
).
Vom
14. Januar
bis 8. Februar
2019 unterzog sich der Versicherte einer berufli
chen Grundabklärung in der Rehaklinik
C._
(Urk. 7/108
, 7/123
).
Gemäss Schadenmeldung vom 8. Februar 2019 kam es am
4.
Februar 2019 beim Versi
cherten zu einem
Misstritt
in der Schreinerei in der Rehaklinik
C._
, wobei er sich eine Verdrehung/Verstauch
ung des linken Fussgelenkes zu
zog (Urk. 7/119).
Am
11. Juli 2019
wurde beim
Versicherte
n eine
Oste
o
synthesematerialentfernung
in toto am OSG links
durchgeführt
(Urk. 7/163)
.
Nachdem
Dr.
med. D._
, Fachärztin Chirurgie,
am 4. November 2019
eine
kreisärztliche Untersu
chung
durchgeführt
hatte
(Urk. 7/190)
, teilte die Suva
dem Versicherten
m
it Schreiben vom 6. November
2019 mit, die Heilkosten- und Taggeldleistungen
würden
per 3
0.
November
2019
eingestellt
(Urk. 7/192). Mit Verfügung vom 27. Novem
ber 2019 verneinte die Suva bei einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 7.9 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Mit genannter Verfügung
verneinte sie
ausserdem
einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Urk. 7/200).
Da
gegen liess der Versicherte am 27. Dezember
2019 Einsprache erhe
ben
und dabei insbesondere den Fallabschluss beanstanden
(Urk. 7/208).
Die
Einsprache
wurde mit E
ntscheid vom 4. Mai
2021 abgewiesen (Urk. 2 [=
Urk. 7/226]).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
liess der Versicherte am 4. Juni 2021 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen (Unfalltaggelder, Heilkosten, Invalidenrente und Integritätsentschädigung) auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort
vom 18. Juni
2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Gutheissung der Be
schwer
de und Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 4. Mai
2021
mit der Begründung, aufgrund neu eingegangener Unterlagen sei davon auszugehen, dass am Abschluss des Falles per 3
0.
November
2019 nicht festgehalten werden könne
(Urk. 6)
.
Auf telefonische Aufforderung (vgl. Urk. 9) reichte die Beschwer
degeg
nerin die gemäss Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2021 neu bei ihr einge
gange
nen Unterla
gen als Urk. 11/1-2, welche der Beschwerdeantwort irrtümlich nicht beigelegt worden sei
e
n,
zu den Akten (vgl. Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Mit
Ein
spracheentscheid
vom 4. Mai 202
1 (Urk. 2) hielt die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Leistungseinstellung per 30. November 2019 fest,
die Frage, ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung bezüglich des Gesundheitsschadens am oberen Sprunggelenk links erwartet wer
den könne, sei prognostisch zu verneinen (S. 3 f.).
1.2
Wie bereits erwähnt, beantragte der Beschwerdeführer
mit s
e
i
ner Beschwerde die Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 4. Mai 2021 und die Ausrichtung von Unfalltaggeldern, Heilkosten sowie eine Invalidenrente und eine Integritätsent
schädigung (Urk. 1 S. 2).
Dabei
machte er
insbesondere
geltend, es sei
fraglich
, ob der medizinische Endzustand bereits erreicht sei
;
der Fallabschluss erweise sich aber bereits angesichts der erst am
1.
Juni 2021 abgeschlossenen Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung als verfrüht.
Die Beschwerdegeg
nerin hätte die Heilkosten- und Taggeldleistungen nicht per 30. November
2019 einstellen dürfen. Die Besc
h
werdegegnerin sei anzuweisen, die Heilkosten und Taggeldleistungen auch nach dem 3
0.
November 2019 zu erbringen (Urk. 1 S. 9).
1.3
Die Beschwerdegegnerin beantragte die Gutheissung der Beschwerde mit der Be
gründung, aufgrund neu eingegangener Unterlagen könne am Fallabschluss nicht festgehalten werden
, da dieser verfrüht erfolgt sei
(Urk. 6 und 10).
2.
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
des Bundesgesetzes ü
ber die Unfallversicherung, UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2020 vom 2. Novem
ber 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellun
gen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurtei
lung dieser Rechts
frage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Mög
lichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
mes
sung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklärungen zu
grunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
3
.
Da
nunmehr
sowohl
der
Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin
von einem verfrühten Fallabschluss ausgehen und
aus diesem Grund die
Aufhebung des
Einspracheentscheides
beantrag
en, liegen
dies
bezüglich übereinstimmende Parteianträge vor
(Urk. 1 S. 2, Urk. 6 und 10
)
.
D
iese
stehen
mit der Akten- und Rechtslage in Einklang
: Denn gestützt auf die aktuelle Aktenlage lässt sich die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses nicht ab
schliessend beurteilen, nachdem sich aus den von der Beschwerdegegnerin nach
träglich eingereichten neurologischen Berichten des Spitals
B._
vom 1
9.
Februar und 1
7.
April 2020 ergibt, dass klinisch und
neurosonographisch
eine fachärztlich auf den versicherten Unfall zurückgeführte Läsion des
Nervus
pero
neus
superficialis
links und ein Neurom desselben festgestellt werden konnten und eine nervenchirurgische Beurteilung und Evaluation einer Therapie ausste
hend war
en
(
Urk.
11/1-2), was beides in der kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
D._
vom
4.
November 2019, welche sowohl dem Fallabschluss als auch der Rentenprüfung respektive der Prüfung der Integritätsentschädigung zugrunde lag, noch keine Berücksichtigung fand (vgl. 7/190). Entsprechend
lassen
sich ge
stützt auf die Akten der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
respektive die unfallkausalen Einschränkungen und deren Behandlungsbedürftigkeit
nicht abschliessend beurteilen und damit auch nicht, ob eine allfällige Behandlung des Neuroms eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes nach sich ziehen könnte. Nach dem Gesagten
ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefo
chtene
Einspracheentscheid
vom 4
. Mai
202
1
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese
, soweit zwi
schen
zeitlich keine weiteren,
rechtsgenüglichen
medizinischen Berichte hierzu ein
ge
gangen sind,
nach Vornahme weiterer
medizinischer
Abklärungen über
die ent
sprechenden Ansprüche des Beschwerdeführers
ab 1. Dezember
2019
(Heil
kos
ten, Taggeldleistungen sowie Invalidenrente und Integritätsent
schädi
gung)
neu ent
scheide.
4
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese wird gemäss § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
D
e
r
Beschwerdef
ührer ist vorliegend mit Fr. 1
'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.