# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b560580c-e1a7-5ce3-9994-e95476bed878
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Am 21. Mai 2020 wurden die Steuerpflichtigen für das Steuerjahr 2018 ordentlich veranlagt. Das steuerbare Einkommen wurde auf CHF 346‘620.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 44‘965.45) resp. CHF 343‘512.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 31‘217.-) und das  Vermögen auf CHF 376‘568.- (satzbestimmendes Vermögen: CHF 381‘062.-; geschuldete : CHF 941.25) festgesetzt. In den Bemerkungen findet sich zu Code 4.140 (Einkauf von  in die 2. Säule / Pensionskasse) folgender Hinweis: „Ein Kapitalbezug (einschliesslich für Wohneigentumsförderung) kann nicht innerhalb der nächsten drei Jahre erfolgen. Dieser Einkauf kann nicht in Abzug gebracht werden, infolge Kapitalauszahlung am 30.12.2019.“
Gegen diese Steuerveranlagung, namentlich die Verweigerung des Steuerabzugs für den Einkauf von Beitragsjahren in die 2. Säule, erhoben die Steuerpflichtigen am 2. Juni 2020 schriftlich Einsprache. Sie wiesen darauf hin, dass dem Pensionskasseneinkauf mehrere Diskussionen mit dem ehemaligen Vizedirektor der Pensionskasse des Staatspersonals (PKSPF) vorangegangen seien. Um die finanzielle Situation nach Erreichen des Rentenalters zu verbessern, sei , auf dessen Anraten, ein Einkauf von etwas mehr als eine halbe Million Schweizer Franken in die PKSPF getätigt worden, womit die Altersrente von CHF 75‘930.- auf über CHF 105‘000.- habe angehoben werden können. Dabei sei auch ein Betrag von insgesamt CHF 340‘000.- aus eigenen Mitteln erbracht worden, wovon CHF 220‘000.- im Jahr 2018 und CHF 120‘000.- im Jahr 2019. Da die PKSPF nur Lohnbestandteile bis zu einer Obergrenze von CHF 85‘320.- versichere, sei im Jahr 2003 zusätzlich zur obligatorischen beruflichen Vorsorge bei der PKSPF eine  Alterskapitalversicherung bei der Stiftung für die berufliche Vorsorge der Leitenden  der Schweiz (nachfolgend: Vorsorgestiftung VLSS) abgeschlossen worden. Diese ermögliche es, die über das Obligatorium hinausgehenden Einkommensbestandteile gegen die Risiken Alter, Invalidität und Tod zu versichern. Da diese überobligatorische Alterskapitalversicherung nicht über das 65. Altersjahr hinaus beibehalten werden könne, hätten sich die Steuerpflichtigen im Jahr 2019 einen Betrag von CHF 541‘925.- auszahlen lassen (müssen). Entscheidend sei nun aber, dass die beiden Versicherungsmodelle – PKSPF für den obligatorischen Bereich und  VLSS für den überobligatorischen Bereich – vollständig voneinander getrennt seien und verschiedene Risiken abdecken würden, weshalb der Kapitalbezug aus der Vorsorgestiftung VLSS keine rechtlichen Wirkungen auf den zuvor getätigten Einkauf in die PKSPF haben könne. Dies umso mehr, als mit dem Einkauf in die PKSPF die Altersvorsorge der Steuerpflichtigen dauerhaft verbessert worden sei und die Rente aus dieser Versicherung in Zukunft vollumfänglich der Einkommenssteuer unterliege. Der Kapitalbezug aus der Vorsorgestiftung VLSS führe auch nicht zu einer Schmälerung der von der PKSPF garantierten Altersrente.
Unter Hinweis auf die konsolidierte Betrachtungsweise in der beruflichen Vorsorge, den Grundsatz der Gleichbehandlung der Steuerpflichtigen sowie das im Steuerrecht gemeinhin geltende  wies die Kantonale Steuerverwaltung Freiburg (nachfolgend: ) die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 30. Juli 2020 ab.
B. Mit Eingabe vom 6. August 2020 (Datum der Postaufgabe) erhoben die Steuerpflichtigen Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren:
„1. Der ablehnende Entscheid der Kantonalen Steuerbehörde vom 30.07.2020 gegen die Einsprache vom 06.02.2020 (recte: 02.06.2020) ist aufzuheben.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 9
2. Unserer Einsprache vom 06.02.2020 (recte: 02.06.2020) gegen die ordentliche Steuerveranlagung des Jahres 2018 ist stattzugeben. Der Steuerabzug von CHF 220‘000.- für die Einkäufe in die staatliche Pensionskasse im Jahr 2018 ist in der Steuerklärung des Jahres 2018 zuzulassen.
3. Unter gleicher Rechtsanwendung soll ein nochmaliger Steuerabzug von CHF 120‘000.- für Einkäufe in die staatliche Pensionskasse im Jahr 2019 zum Steuerabzug für das Jahr 2019 zugelassen werden.
4. Wir bitten darum, juristisch zu klären, ob das Kapital in der Höhe von CHF 541‘925.30, welches in die Fondation de Libre Passage der C._ einbezahlt worden ist, wirklich noch einer dreijährigen Sperrfrist unterliegt.
Dieser Kapitalanteil war bereits vor der ersten Einzahlung in die staatliche Pensionskasse gemäss Gesetz frei verfügbares Alterskapital und könnte somit ausbezahlt werden.“
In der Begründung der Beschwerde wird erneut auf die verbesserte berufliche Vorsorgesituation hingewiesen, welche durch die Einkäufe in die PKSPF erreicht worden sei. Die teilweise  des Alterskapitals aus der Vorsorgestiftung VLSS schmälere die verbesserte berufliche  durch den Einkauf in die PKSPF in keiner Weise. Während die Steuerersparnis nur temporär sei, werde die höhere Steuerbelastung bleiben. Daraus erhelle, dass Ziel dieser  nicht die Steueroptimierung gewesen sei; diese sei bloss ein positiver Nebeneffekt.  müsste also, sollte der Steuerabzug für den Einkauf in die 2. Säule nicht akzeptiert werden, auf eine Besteuerung des durch den Einkauf bewirkten, zusätzlichen Renteneinkommens verzichtet werden. Komme hinzu, dass mit der teilweisen Auszahlung des Vorsorgeguthabens aus der Vorsorgestiftung VLSS die dreijährige Sperrfrist nicht verletzt worden sei (letzte Einzahlung in die Vorsorgestiftung VLSS am 27. Dezember 2016, Auszahlung am 30. Dezember 2019).  sei nach wie vor ein Betrag von CHF 541‘925.30 bei der Fondation de Libre Passage der C._ blockiert, um die Einhaltung der dreijährigen Sperrfrist bezüglich der in den Jahren 2018 und 2019 getätigten Einkäufe in die PKSPF von etwas mehr als eine halbe Million Schweizer Franken sicherzustellen.
Der am 12. August 2020 einverlangte Kostenvorschuss von CHF 4‘500.- wurde am 26. August 2020 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 29. Oktober 2020 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der Beschwerde.
Am 6. November 2020 reichten die Beschwerdeführer Gegenbemerkungen ins Recht, in welchen sie an ihren Standpunkten festhielten. Diese wurden der Vorinstanz am 13. November 2020 zur Kenntnisnahme zugesandt.

## Considerations

C. Die weiteren Elemente des Sachverhalts finden sich, soweit für die Urteilsfindung , in den folgenden rechtlichen Erwägungen.
Erwägungen
Prozessuales
1.