# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7e304e19-a97f-4943-ae42-46055fe1564a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am _ in Z. geboren. Er schloss eine Lehre als Huf- und Fahrzeugschmied ab und arbeitet heute als Sozialtherapeut und Landwirt. Gemäss Auskunft des Steueramts seines Wohnorts erzielt er ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 26'000.--. A. ist verheiratet und Vater von fünf minderjährigen Kindern.
Im Schweizerischen Strafregister ist A. nicht verzeichnet.
B. Am 6. Oktober 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden ein Strafverfahren gegen A. wegen Hinderung einer Amtshandlung und wies die Untersuchung dem Untersuchungsrichteramt Samedan zu. Nach abgeschlossener Untersuchung versetzte die Staatsanwaltschaft Graubünden A. mit Verfügung vom 11. Mai 2010 wegen Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB in Anklagezustand und überwies den Fall zur Beurteilung dem Bezirksgerichtsausschuss Inn. Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden liegt der Anklage folgender Sachverhalt zugrunde:
„Am Donnerstag, 25. Juni 2009, hatten Mitarbeiter des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kantons Graubünden, unter Beizug von drei Polizeibeamten, den Auftrag, die über den Tierbestand von B. verhängte Sperre 1. Grades durchzusetzen. Dazu sollten die nicht gegen die Blauzungenkrankheit geimpften und daher widerrechtlich zur Sömmerung auf die Alp gebrachten Schafe von B. von den geimpften Tieren der anderen Landwirte getrennt und ins Tal verbracht werden. Als sich die kantonalen Mitarbeiter mit einem Transportfahrzeug dem Verladeplatz unterhalb von Y. näherten, stellten sie fest, dass eine Gruppe von 40-50 Personen, welche sich als Gegner der Blauzungenimpfung zu erkennen gaben, die Zufahrtsstrasse blockierte. Unter diesen befand sich auch A.. Trotz deutlicher Aufforderungen des Kantonstierarztes und der ihn begleitenden Polizeibeamten, die Strasse und die Durchfahrt freizugeben und das Verladen der Tiere nicht zu behindern, weigerten sich A. und weitere Gegner der Blauzungenimpfung, den Aufforderungen Folge zu leisten. Vielmehr blockierten sie die Strasse weiter und verunmöglichten so den Abtransport der Schafe.
Der Angeklagte ist geständig, den Abtransport der Tiere gemeinsam mit Gesinnungsgenossen verhindert zu haben, bestreitet aber, den Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung erfüllt zu haben.“
C.1. Am 23. Juli 2010 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Inn statt, an welcher A. sowie drei weitere Angeklagte teilnahmen. A. war nicht privat verteidigt.
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2. In Ergänzung zur Anklageschrift stellte und ergänzte die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:
„1. A. sei der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu einer Geldstrafe von 7 Tagessätzen zu je CHF 30.-- zu verurteilen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
3. Der Angeklagte stellte den Antrag, die Untersuchung sei so lange einzustellen, bis geklärt sei, ob die Impfung zulässig sei oder nicht; die anderen Angeklagten seien alle freizusprechen. Er begründete seinen Antrag im Wesentlichen damit, dass zur Klärung der Zulässigkeit der Impfung vorerst ein Virusnachweis sowie die Wirksamkeit des Impfstoffes erbracht sein müssten.
D. Mit mündlich eröffnetem Urteil vom 23. Juli 2010, im Dispositiv mitgeteilt am 26. Juli 2010, schriftlich mitgeteilt am 28. März 2011, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Inn wie folgt:
„1. A. ist der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB schuldig.
2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 7 Tagessätzen zu je CHF 30.-- bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
3. Die Kosten, bestehend aus
Gerichtsgebühr Fr. 1'500.00
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Fr. 1'035.00
Barauslagen der Staatsanwaltschaft Fr. 83.00
Total Fr. 2'618.00
gehen zulasten des Verurteilten. Die Verfahrenskosten und die Busse von insgesamt Fr. 2'618.00 sind innert 30 Tagen seit Rechtskraft dem Bezirksgericht Inn, C., X., _, zu überweisen.

## Considerations