# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29d73414-436c-4972-9642-a7a1a72d3b98
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. E. wurde am _ in _ geboren. Er kam im Jahr 1994 als Saisonnier in die Schweiz und erhielt im Jahr 2007 die Niederlassungsbewilligung C. Seit 2005 ist er in zweiter Ehe mit B. verheiratet. Diese brachte A., geboren am 28. Juni 2000, in die Ehe mit. Die Ehepartner haben einen gemeinsamen Sohn, D., geboren am 16. Dezember 2008. Im schweizerischen Strafregister ist E. nicht verzeichnet.
B. Mit Anklageschrift der Staatsanwaltschaft von Graubünden vom 16. Dezember 2008 wurde E. in Anklagezustand versetzt. Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Der Angeklagte ist seit November 2005 mit B. verheiratet und lebt mit deren Tochter A. in Celerina. A. wurde von Anfang 2006 bis zum 19. Februar 2008 regelmässig vom Angeklagten mit der Hand und der Faust an den Kopf wie auch an den gesamten Körper geschlagen. So hatte der Angeklagte A. im April 2006 einen Schlag ans Auge versetzt, sodass das Auge blau und geschwollen war. Im Mai 2006 versetzte der Angeklagte seiner Stieftochter eine Ohrfeige, sodass ihre Lippe blau anlief. Im September 2006 schlug der Angeklagte A. die Faust ins Gesicht, sodass diese einen vorderen Schaufelzahn verlor. In der Folge kam es regelmässig zu Gewaltübergriffen von Seiten des Angeklagten an seiner Stieftochter, insbesondere wenn diese gewisse von ihr täglich verlangte Hausarbeiten wie Staubsaugen, Abwaschen oder Kochen nicht erledigte oder auch einfach nicht den Anweisungen des Angeklagten gehorchte. Der Angeklagte schlug A. regelmässig u.a. auch mit einer Gürtelschnalle. Einzelne Verletzungen sind aufgrund einer gerichtsmedizinischen Untersuchung festgehalten. So konnten anlässlich der Untersuchung vom 22. Februar 2008 zahlreiche, teilweise recht schwere Kontusionen am ganzen Körper von A. festgestellt werden.“
C. Mit Urteil vom 3. März 2009, mitgeteilt am 1. April 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Maloja:
„1. E. wird vom Vorwurf der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB freigesprochen.
2. E. ist schuldig der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB.
3. Dafür wird er zu einer Busse von CHF 800.–, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen verurteilt.
4. (Gesetzliche Kostenfolge).
5. (Rechtsmittel).
6. (Mitteilung).“
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D. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Maloja reichten die Staatsanwaltschaft Graubünden am 21. April 2009 und der Beschuldigte am 22. April 2009 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden ein.
E. Mit Urteil vom 14. Juli 2009, mitgeteilt am 17. August 2009, hob das Kantonsgericht von Graubünden das angefochtene Urteil auf und wies die Sache zwecks Ergänzung des Beweisverfahrens und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück.
F. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 27. Oktober 2009 wurde der Fall zur Ergänzung der Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurückgegeben. Diese führte die erforderlichen Einvernahmen innert angemessener Frist durch. Nach erfolgter Untersuchungsergänzung wurde dem Beschuldigten am 7./8. Juni 2010 die Möglichkeit eingeräumt, allfällige Aktenergänzungs- sowie Ausstandsbegehren zu stellen. Am 24. Juni 2010 beantragte der Beschuldigte die Einvernahme seiner Mutter sowie die Erstellung eines kieferchirurgischen Gutachtens. Am 14. September 2010 wurde die Mutter des Beschuldigten als Zeugin einvernommen; erst am 1. Juni 2011 legte der beauftragte Kieferchirurg sein Gutachten vor. In der Folge fand am 30. August 2011 die Hauptverhandlung statt.
G. Mit Urteil vom 30. August 2011, im Dispositiv eröffnet am 31. August 2011, mitgeteilt am 22. November 2011, erkannte das Bezirksgericht Maloja:
„1. E. wird vom Vorwurf der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 3 StGB freigesprochen.
2. E. ist schuldig der mehrfachen Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. a StGB.
3. Dafür wird er zu einer Busse von CHF 800.–, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen verurteilt.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
 Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 4'350.00
 Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 2'505.00
 amtliche Verteidigung im Untersuchungsverfahren vor 1. HV CHF 4'521.80
 amtliche Verteidigung im Gerichtsverfahren vor 1. HV CHF 6'649.00
 amtliche Verteidigung im Untersuchungsverfahren vor 2. HV CHF 4'743.95
 amtliche Verteidigung im Gerichtsverfahren vor 2. HV CHF 5'378.45
 Gerichtsgebühr CHF 2'000.00
 Barauslagen des Bezirksgerichts Maloja CHF 1'023.00
Total CHF 31'171.20
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werden im Umfang von CHF 10'390.40 E. auferlegt. Die anderen zwei Drittel werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 10'747.15 zulasten des Kantons Graubünden und CHF 10'033.65 zulasten des Bezirksgerichtes Maloja.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung gehen zulasten der Gerichtskasse, vorbehältlich der Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
5. E. wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von CHF 3'374.15 inkl. MwSt. zugesprochen.
6. Die sichergestellten Gegenstände sind dem Angeklagten zurückzuerstatten.

## Considerations