# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b718a4aa-1168-4a4c-8f95-fd999e2dbf0c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
Exhibitionismus
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom 17. Juni 2014 (GG140006)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 25. März 2014 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24).
Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 51)
1. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Exhibitionismus im Sinne von
Art. 194 StGB freigesprochen.
2. Auf den Antrag der Anklagebehörde, wonach anhand der abgenommenen
DNA-Proben ein DNA-Profil im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes zu
erstellen und die Kantonspolizei Zürich mit dem entsprechenden Vollzug zu
beauftragen sei, wird nicht eingetreten.
3. Auf den Antrag des Beschuldigten, die erstellte DNA-Probe sei zu ver-
nichten, wird nicht eingetreten.
4. Auf den Antrag der Verteidigung, wonach die Kantonspolizei Zürich zu ver-
pflichten sei, dem Rechtsvertreter des Beschuldigten zu bestätigen, dass
das DNA-Profil des Beschuldigte nicht mehr in der DNA-Datenbank aufge-
führt ist und dass das vom Beschuldigten erstellte Profil samt Wangen-
schleimhautabstrich vernichtet ist, wird nicht eingetreten.
5. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen heraus-
gegeben:
- 1 Tube Sonnencreme "Sun Look Kids";
- 1 Zutrittskarte "B._".
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6. Die Gerichtskosten fallen ausser Ansatz. Die weiteren Kosten, bestehend
aus:
CHF 1'500.– ; Gebühr Strafuntersuchung
CHF 455.20 Auslagen Untersuchung CHF 1'955.20 TOTAL
werden auf die Gerichtskasse genommen.
7. Der Beschuldigte wird für seine Aufwendungen für die Ausübung seiner
Verfahrensrechte aus der Gerichtskasse mit CHF 27'333.85 (8% MWST in
diesem Betrag eingeschlossen) entschädigt.
8. Der Beschuldigte wird für seine wirtschaftlichen Einbussen, die ihm aus
seiner notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind, aus der
Gerichtskasse mit CHF 1'200.– entschädigt.
9. Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Prot. II S. 8, Urk. 71; Urk. 56):
1. Der Freispruch der Vorinstanz sei zu bestätigen.
2. In Abänderung des angefochtenen Urteils, Ziff. 3 des Dispositivs, sei auf den
Antrag des Beschuldigten einzutreten, wonach die erstellte DNA-Probe zu
vernichten sei.
3. In Abänderung von Ziff. 4 des angefochtenen Urteils sei auf den Antrag des
Beschuldigten einzutreten und seinem Rechtsvertreter zu bestätigen, dass
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er nicht mehr in der DNA-Datenbank aufgeführt ist und dass das Profil samt
Wangenschleimhautabstrich vernichtet ist.
4. Ziff. 5 und 6 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.
5. In Abänderung von Ziff. 7 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei der
Beschuldigte für seine Kosten der erbetenen Vertretung mit Fr. 36'758.25
inkl. MwSt. zu entschädigen.
6. Ziff. 8 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei zu bestätigen.
7. In Abänderung von Ziff. 9 des Dispositivs sei dem Beschuldigten eine
Genugtuung von Fr. 2'000.-- zulasten der Staatskasse zu bezahlen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 70):
1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen des Exhibitionismus im Sinne
von Art. 194 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen
zu Fr. 180.-- sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.--.
3. Der Vollzug der Geldstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer
Probezeit von 2 Jahren.
4. Für den Fall der Nichtbezahlung der Busse sei eine Ersatzfreiheitsstrafe von
12 Tagen festzusetzen.
5. Es sei anhand der DNA-Probe ein DNA-Profil im Sinne von Art. 5 lit. b des
DNA-Profil-Gesetzes zu erstellen und die Kantonspolizei Zürich damit zu
beauftragen.
6. Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten (worunter eine Gebühr für
das Vorverfahren von Fr. 1'500.--) aufzuerlegen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Verfahrensgang
1.1. Das Bezirksgericht Meilen, Einzelgericht in Strafsachen, sprach den
Beschuldigten mit Urteil vom 17. Juni 2014 vom Vorwurf des Exhibitionismus im
Sinne von Art. 194 StGB frei (Dispositiv-Ziffer 1). Die Vorinstanz nahm die Ver-
fahrenskosten auf die Gerichtskasse (Dispositiv-Ziffer 6) und entschädigte den
Beschuldigten für seine Aufwendungen für die Ausübung seiner Verfahrensrechte
(Verteidigung, vgl. Dispositiv-Ziffer 7) sowie für seine wirtschaftlichen Einbussen
(vgl. Dispositiv-Ziffer 8), sprach ihm aber keine Genugtuung zu (vgl. Dispositiv-
Ziffer 9). Gleichzeitig ordnete sie die Herausgabe von Gegenständen an den
Beschuldigten an (vgl. Dispositiv-Ziffer 5). Auf die Anträge der Anklagebehörde
und des Beschuldigten bzw. seines Verteidigers betreffend Erstellung eines
DNA-Profils bzw. Vernichtung der erstellten DNA-Probe bzw. Bestätigung derer
Vernichtung (vgl. Dispositiv-Ziffern 3-5) trat die Vorinstanz nicht ein. Sie veran-
lasste aber die diesbezüglich vorgesehenen Mitteilungen an die Koordinations-
stelle VOSTRA und KOST (Dispositiv-Ziffer 10).
1.2. Mit Eingaben vom 27. und 30. Juni 2014 meldeten sowohl die Staatsanwalt-
schaft See / Oberland (vgl. Urk. 45) als auch die Verteidigung (vgl. Urk. 46) gegen
das oben erwähnte Urteil Berufung an.
1.3. Die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft datiert vom 22. September
2014 (vgl. Urk. 54). Darin stellte sie die folgenden Anträge (vgl. Urk. 54 S. 6 f.):
1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 180.-- sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.--.
3. Der Vollzug der Geldstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
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4. Für den Fall der Nichtbezahlung der Busse sei eine  von 12 Tagen festzusetzen.
5. Es sei über die beschlagnahmten Gegenstände zu entscheiden.
6. Dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten (Gebühr für das Vorverfahren Fr. 1'500.--) aufzuerlegen.
Weiter stellte die Staatsanwaltschaft für den Fall eines Freispruches den
Eventualantrag, dem Beschuldigten seien die Verfahrenskosten mindestens teil-
weise aufzuerlegen. Beweisanträge wurden keine gestellt.
1.4. Die Verteidigung erstattete mit Eingabe vom 22. September 2014 ihre Beru-
fungserklärung (vgl. Urk. 56). Sie stellte dabei folgende Anträge (vgl. Urk. 56
S. 2):
1. Der Freispruch der Vorinstanz sei zu bestätigen. 2. In Abänderung des angefochtenen Urteils, Ziff. 3 des Dispositivs
sei auf den Antrag des Beschuldigten einzutreten, wonach die erstellte DNA-Probe zu vernichten sei.
3. In Abänderung von Ziff. 4 des angefochtenen Urteils sei auf den Antrag des Beschuldigten einzutreten und seinem Rechtsvertreter zu bestätigen, dass er nicht mehr in der DNA-Datenbank  ist und dass das Profil samt Wangenschleimhautabstrich vernichtet ist.
4. Ziff. 5 und 6 des Dispositives des angefochtenen Urteils seien zu bestätigen.
5. In Abänderung von Ziff. 7 des Dispositives des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte für seine Kosten der erbetenen Vertretung mit Fr. 36'758.25 inkl. MwSt. zu entschädigen.
6. In Abänderung von Ziff. 8 des Dispositives des angefochtenen Urteils seien dem Beschuldigten Fr. 3'000.-- aus der  zu bezahlen.
7. In Abänderung von Ziff. 9 des Dispositives sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 2'000.-- zulasten der Staatskasse zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der .
1.5. In der Folge wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung vorgeladen.
Diese fand am 5. Februar 2015 in Anwesenheit des Beschuldigten und seines
Verteidigers sowie des Vertreters der Staatsanwaltschaft statt (Prot. II S. 6).
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2. Umfang der Berufung
Angesichts der oben wiedergegebenen Berufungserklärungen und der dort auf-
geführten, bzw. anlässlich der Berufungsverhandlung leicht modifizierten (vgl.
Prot. II S. 7ff.) Anträgen ist einzig die Herausgabe der beschlagnahmten Gegen-
stände (Dispositiv-Ziffer 5) des angefochtenen Entscheids nicht angefochten und
damit in Rechtskraft erwachsen, was vorweg festzustellen ist (Art. 402 i.V.m.
Art. 437 StPO). Im Übrigen stehen gestützt auf beide Berufungen sämtliche
Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Urteils zur Disposition.
II. Prozessuales
1. Strafanträge
Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid korrekt festgehalten, dass das dem
Beschuldigten vorgeworfene Delikt des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194
Abs. 1 StGB nur auf Antrag verfolgt wird und dass die erforderlichen Strafanträge
vorhanden sind (vgl. Urk. 51 S. 6 unter Hinweis auf Urk. 3 und 4).
2. Privatklägerschaft
Weiter ist mit der Vorinstanz vorzumerken, dass sich die Geschädigte C._
nicht als Privatklägerin konstituierte und die Privatklägerin D._ auf die
Geltendmachung von Zivilansprüchen verzichtete (vgl. Urk. 51 S. 6 unter Hinweis
auf Urk. 14/5 und 14/6).
3. Beweisantrag
Die Verteidigung zog ihren in der Berufungserklärungsschrift gestellten Beweis-
antrag auf Befragung des Beschuldigten zu seinem Arbeitsausfall zufolge Teil-
nahme an diversen Einvernahmen, anlässlich der Berufungsverhandlung zurück
(vgl. Urk. 56 S. 3, Prot. II S. 8).
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III. Anklagevorwurf und Ausgangslage
1. Anklagevorwurf
Die Anklageschrift wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am
21. November 2011 im Garderobenbereich des Hallenbades E._ in F._
vor den Mädchen D._ und C._ seine Badeshorts heruntergezogen, sein
Glied aus dem darunter zusätzlich getragenen, ausgeleierten Badeslip hervorge-
nommen und es vor den Mädchen zur Schau gestellt zu haben. Er habe diese
Handlung dreimal vor D._ und C._ zusammen und einmal vor D._
alleine im Bewusstsein und mit dem Willen vorgenommen, sein Geschlechtsteil
aus sexuellem Antrieb diesen Mädchen zu zeigen (vgl. Urk. 24 S. 2).
2. Ausgangslage
2.1. Die Vorinstanz erwog nach Würdigung sämtlicher Aussagen sowie der
weiteren Beweismittel, es bestehe zu viel Raum für Zweifel, ob sich der äussere
Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift umschrieben sei, ereignet habe oder
nicht. Es sei durchaus möglich, dass der Beschuldigte sein entblösstes Glied
absichtlich und aus einer sexuellen Motivation gezeigt habe. Hierfür sprächen die
im Entscheid im Einzelnen aufgeführten äusseren Umstände, aber auch die
glaubhaft geschilderten Empfindungen von C._ und D._. Gleichwohl
verblieben erhebliche und nicht überwindbare Zweifel bezüglich der Motivation
des Beschuldigten, zumal dieser die äusseren Umstände (das Tragen zweier Ba-
dehosen, das sich häufige Aufhalten in der gemischten Garderobe und den Ver-
such, eine besetzte Garderobe zu betreten) doch glaubhaft zu erklären vermoch-
te. Von den Empfindungen der beiden Mädchen alleine lasse sich sodann nicht
auf die sexuelle Motivation des Beschuldigten schliessen. So sei auch durchaus
möglich, dass die beiden Mädchen das entblösste Glied des Beschuldigten bloss
zufällig aufgrund des ausgeleierten Badeslips oder während des
Umziehvorgangs wahrgenommen hätten. Weil der Anklagesachverhalt nicht
rechtsgenügend erstellt werden könne, sei nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“
von der für den Beschuldigten günstigeren Sachverhaltsversion auszugehen,
nämlich, dass dieser sein entblösstes Glied nicht absichtlich und aus einer sexuel-
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len Motivation gezeigt habe. Als Folge davon fehle es an einer subjektiven Tat-
bestandsvoraussetzung, weshalb der Beschuldigte freizusprechen sei (vgl.
Urk. 51 S. 29).
2.2. Die Staatsanwaltschaft hält unter Aufzählung diverser Argumente in ihrer
Berufungserklärung daran fest, dass auch der subjektive Tatbestand des Exhibiti-
onismus rechtsgenügend erstellt sei. Das Verhalten des Beschuldigten lasse
keinen anderen Schluss zu, als dass er sein Geschlechtsteil aus sexueller Motiva-
tion präsentiert habe (vgl. Urk. 54 S. 5). Daran hielt die Staatsanwaltschaft auch
im Rahmen der Berufungsverhandlung fest (vgl. Urk. 70 S. 2f.).
2.3. Der Beschuldigte bestritt sowohl während der Untersuchung als auch vor
beiden Gerichtsinstanzen den ihm gemachten Vorwurf (vgl. Urk. 5/1, 5/7, 5/10,
Prot. I. S. 8 ff. und Urk. 69). Entsprechend verlangt er im Berufungsverfahren die
Bestätigung des vorinstanzlichen Freispruchs.
IV. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Sachverhalt
1.1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass aufgrund der Bestreitungen
des Beschuldigten vorerst zu prüfen ist, ob ihm der in der Anklageschrift wieder-
gegebene Sachverhalt mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden
kann (vgl. Urk. 51 S. 7). Sie hat weiter die vorhandenen Beweismittel im Einzel-
nen aufgezählt (vgl. Urk. 51 S. 7 f.) und sich korrekt zu deren Verwertbarkeit
geäussert, insbesondere - was die Depositionen der Mädchen C._ und
D._ betrifft - auf die Massgeblichkeit der Bild- und Tonaufzeichnungen hin-
gewiesen (vgl. Urk. 51 S. 8). Sodann hielt die Vorinstanz die Grundsätze der
Beweiswürdigung, namentlich auch jene der Aussagewürdigung, ausführlich fest
(vgl. Urk. 51 S. 8 ff.). Darauf kann hier zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen
vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). In ihrem Entschied hat
die Vorinstanz weiter die Aussagen der Geschädigten C._ (vgl. Urk. 51
S. 13), der Privatklägerin D._ (vgl. Urk. 51 S. 14 f.), der Zeugin G._
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(Urk. 51 S. 15 f.), des Beschuldigten (vgl. Urk. 51 S. 16 ff.) und dessen Ehefrau,
die als Auskunftsperson befragt wurde (vgl. Urk. 51 S. 20 f.),
korrekt zusammengefasst, worauf wiederum verwiesen werden kann. Auch die
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz hinsichtlich Glaubwürdigkeit der Befrag-
ten sind hier nicht zu wiederholen (vgl. Urk. 51 S. 11 f.), einerseits weil darin die
Interessen der Befragten am Verfahren sowie deren Beziehungen zueinander
korrekt festgehalten wurden und andererseits weil es bei der Würdigung von Aus-
sagen primär auf deren inneren Gehalt ankommt, worauf die Vorinstanz ebenfalls
korrekt hinwies (vgl. Urk. 51 S. 12). Ergänzend ist hier darauf hinzuweisen, dass
zum eigentlichen Tatvorwurf nebst den Aussagen des Beschuldigten lediglich
diejenigen von C._ und D._ als einzige direkt Beteiligte von Belang sind.
1.2. Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte am Nachmittag des 21. November
2011 das Hallenbad E._ in F._ aufsuchte und sich dort u.a. in der
Garderobe, welche eine gemischte Nutzung (Männer / Frauen / Kinder) zulässt
(vgl. Urk. 1 S. 4), aufhielt (vgl. Urk. 5/1 S. 2, Urk. 69). Weiter schilderte der
Beschuldigte, an jenem Tag die von beiden Mädchen beschriebenen sowie
fotografisch dokumentierten beiden Badehosen (vgl. Urk. 2, Urk. 69) getragen zu
haben. Schliesslich räumte der Beschuldigte ein, es sei nicht auszuschliessen,
dass aufgrund der Tatsache, dass sein unter den Badeshorts getragener Badeslip
ausgeleiert gewesen sei oder während seines Umziehvorgangs sein Glied zu
sehen gewesen sei (vgl. u.a. Prot. I. S. 17, Urk. 69). Konstant bestritt er, absicht-
lich sein Glied entblösst und in exhibitionistischer Art zur Schau gestellt zu haben
(vgl. u.a. Prot. I. S. 17, Urk. 69).
1.3. Die Vorinstanz wies in ihrer Würdigung der Aussagen in Bezug auf den
objektiven Sachverhalt auf die Depositionen der beiden Mädchen hin, welche
übereinstimmend darüber berichteten, das Glied des Beschuldigten wahr-
genommen zu haben, es habe unten bzw. seitlich aus dem Badeslip hervor-
geschaut bzw. sei herausgehangen (vgl. Urk. 51 S. 21, vgl. auch Urk. 1 S. 6 f. und
DVD Nr. 2189 und Nr. 2190, Urk. 5/2 und Urk. 5/3 sowie Urk.37A/9 und 37A/10).
Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass sich diese Darstellung beider Mädchen
ohne Weiteres mit den Fotos des Beschuldigten im ausgeleierten Badeslip, bei
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welchem seitlich die Hoden zu sehen sind (vgl. Urk. 2 S. 5), in Einklang ge-
brachten werden kann.
1.3.1. Zu Recht ortete die Vorinstanz indessen in Bezug auf die Art und die
Modalitäten der Tathandlung, d.h. die Zurschaustellung, Unstimmigkeiten in den
Aussagen von C._ und D._ (vgl. Urk. 51 S. 21).
1.3.2. Vorerst verwies die Vorinstanz in diesem Zusammenhang auf die Diskre-
panz zwischen der Darstellung der Mädchen gemäss Polizeirapport und in den
Videobefragungen: Während die von der Polizei sinngemäss rapportierten Aus-
sagen der beiden Mädchen den Eindruck vermittelten, der Beschuldigte habe
seine Hosen heruntergelassen bzw. aufgemacht und sein Glied gezeigt bzw. her-
vorgenommen (vgl. Urk. 1 S. 6), hätten sowohl C._ als auch D._ in ihrer
Videobefragung angegeben, das Glied habe unten bzw. seitlich aus der
Badehose hervorgeschaut (so Vorinstanz in Urk. 51 S. 21 unter Verweis auf die
entsprechenden Akten). Entgegen der diesbezüglich von der Staatsanwaltschaft
erblickten, indessen konstruierten Übereinstimmung (vgl. Urk. 70 S. 4), ist der
Vorinstanz zuzustimmen, dass die Darstellungen im Polizeirapport ein aktives
Verhalten des Beschuldigten nahelegen, welches in beiden Videobefragungen
keine Bestätigung findet. Eine weitere Diskrepanz zwischen den Darstellungen
ergibt sich daraus, dass der Beschuldigte aufgrund der im Polizeirapport fest-
gehaltenen Aussage von D._ bei seinem Tun geschaut haben soll, ob
beide Mädchen ihn angesehen hätten (vgl. Urk. 1 S. 6 unten), währenddem beide
Mädchen in ihrer Videobefragung übereinstimmend ausführten, der Beschuldigte
habe sie dabei nie angeschaut oder angesprochen (C._: DVD ab 12:45, ab
18:28; D._: DVD ab 15:30, bzw., 16:00 bzw. 24:38). Nachdem die
Anklageschrift festhält, der Beschuldigte habe seine Badeshorts herunter-
gezogen, sein Glied aus dem darunter zusätzlich getragenen, ausgeleierten
Badeslips hervorgenommen und es vor den Mädchen D._ und C._ zur
Schau gestellt (vgl. Urk. 24 S. 2), diese Darstellung aber - wie gezeigt - von kei-
nem Mädchen wiedergegeben wird, ist der Verteidigung zuzustimmen, dass der
objektive Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift umschrieben ist, lediglich dem
Polizeirapport entnommen werden kann (vgl. Urk. 37 S. 10).
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1.3.3. Dass nun die ausdrücklich „sinngemäss“ wiedergegebenen Aussagen der
beiden Mädchen im Polizeirapport nicht massgebend sein können, hat bereits die
Vorinstanz festgehalten. Zutreffend erwog sie, dass sich der Polizeirapport nicht
eignet, um satzgenaue Vergleiche mit später anlässlich der Videobefragung
gemachten Aussagen vorzunehmen und dass eine gewisse Interpretation der
ursprünglichen Aussagen durch den rapportierenden Polizeibeamten nicht auszu-
schliessen ist (vgl. Urk. 51 S. 22). Folgerichtig kommt den auf DVD aufgezeichne-
ten Aussagen der beiden Mädchen betreffend die Art und die Modalitäten der
Tathandlung, d.h. die Zurschaustellung, ein höherer Beweiswert zu (so auch Vor-
instanz in Urk. 51 S. 22). Ohne Belang muss bleiben, dass zwischen dem
Ereignis und der Videobefragung ein Dreivierteljahr verstrich. Denn dem Beschul-
digten kann die durch die Staatsanwaltschaft klar zu spät vorgenommene
Beweiserhebung, die er in keiner Weise verschuldete, ja sogar rügte, nicht ent-
gegen gehalten werden und schon gar nicht zum Nachteil gereichen.
1.4. Die Staatsanwaltschaft behauptet in ihrer Berufungserklärung, die Aussagen
der beiden Mädchen seien widerspruchsfrei (vgl. Urk. 54 S. 2). Das trifft - worauf
die Vorinstanz bereits hinwies - nicht zu.
1.4.1. Wie schon oben dargelegt, kann sich die Staatsanwaltschaft nicht zulasten
des Beschuldigten allein auf die im Polizeirapport sinngemäss protokollierten
Aussagen der beiden Mädchen berufen, auch wenn sie tatsächlich tatzeitnäher
als die Videobefragungen waren. Wenn die Staatsanwaltschaft behauptet, betref-
fend das Kerngeschehen seien in der Videobefragung insbesondere von D._
keine massgeblichen Widersprüche zu den ersten nur indirekt wider-gegebenen
Aussagen vorhanden, worauf sie anlässlich der Berufungsverhandlung erneut
hinwies (vgl. Urk. 54 S. 2, Urk. 70 S. 2), so ist das aktenwidrig.
1.4.2. D._ - dies aufgrund ihrer Videobefragung - sah den Beschuldigten im
Garderobenraum in einer Umziehkabine mit aus den Badehosen hängendem Pe-
nis bereits vor ihrem Gang zum Schwimmen (vgl. DVD ab 5:50), welche nicht un-
wesentliche Beobachtung in ihren im Polizeirapport festgehaltenen Aussagen
nicht aufscheint (vgl. Urk. 1 S. 6). Nach dem Polizeirapport soll der Beschuldigte
bei der Rückkehr beider Mädchen nach dem Baden in die Garderobe zuerst seine
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Shorts hinuntergezogen, dann auch die darunter liegende kurze Badehose
irgendwie aufgemacht und seinen „Pimmel“ hervorgenommen haben, wobei er
geschaut habe, ob die Mädchen ihn dabei auch ansehen würden (vgl. Urk. 1
S. 6). Ganz anders präsentiert sich ihre Aussage in der Videobefragung. Dort
erklärte D._, sie glaube nicht, dass der Beschuldigte sie (beide Mädchen)
angeschaut habe (vgl. DVD ab 16:00), sie wisse nicht, ob er etwas an sich
gemacht habe (vgl. DVD ab 16:15), eigentlich wisse sie nicht mehr genau, ob er
etwas gemacht habe oder nicht (vgl. DVD ab 16:45). Auf die Frage, ob er etwas
an seinem Geschlechtsteil, das wie sie vorher erklärt hatte, aus der Badehose
hinaushing (vgl. DVD ab 11:51), gemacht habe, erklärte sie: „Ja, er hetts einmal
so chli überegschobe.“ „Zerst hetts eifach so useglampet, denn hett er’s so chli
übereschobe...“ „.. und das isch alles gsi, was er a sim Gschlecht gmacht hett.“
(vgl. DVD ab 18:30). Gesamthaft "glaubt" sie vier Mal den Beschuldigten mit aus
den Badehosen heraushängendem Penis gesehen zu haben, nämlich drei Mal mit
C._ zusammen und einmal allein (vgl. DVD ab 18:10, bzw. Zusammenfas-
sung ab 29:20). Bereits diese - entgegen der Staatsanwaltschaft das Kern-
geschehen durchaus betreffende - Differenzen lassen gewisse Zweifel über die
Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen aufkommen. Zu berücksichtigen ist zudem,
dass die Darstellung von D._ auch nicht mit derjenigen von C._ über-
einstimmt.
1.4.3. C._ erklärte in ihrer Videobefragung, sie habe gesehen, dass das
Glied des Beschuldigten aus dem Badeslip heraus geschaut habe (vgl. DVD 2190
ab 8:48). Diese Feststellung habe sie nach ihrer Rückkehr in die Garderobe nach
dem Baden gemacht, als sie den Garderoberaum wieder betreten und der
Beschuldigte vor seinem Kästchen gestanden und darin etwas gemacht habe
(vgl. DVD 2190 ab 10:20). Wie es dazu gekommen sei, dass der Penis aus der
Badehose geschaut habe, wisse sie nicht (vgl. DVD 2190 ab 10:10). Sie sei dann
dies D._, die sich zu diesem Zeitpunkt bei den Föhns aufgehalten habe, be-
richten gegangen (vgl. DVD 2190 ab 11:00), welche dann mitgekommen sei, um
nachzuschauen. Der Beschuldigte sei bei ihrer Rückkehr mit D._ immer noch
dort gewesen und habe etwas bei seinen Kleidern gesucht, sein Penis sei immer
noch sichtbar gewesen (vgl. DVD 2190 ab 12:00). Auf Nachfrage bestätigte sie
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diese Schilderung, nämlich den Penis des Beschuldigten (erst) nach dem Baden
zwei Mal gesehen zu haben (vgl. DVD 2190 ab 29:30).
1.4.4. Damit steht fest, dass die Schilderungen der beiden Mädchen hinsichtlich
der Tatsache auseinander gehen, wie viele Male sie das Glied des Beschuldigten
zusammen und/oder je alleine sahen, auf welche Divergenz in den Aussagen
beider Mädchen denn auch die Vorinstanz bereits hinwies (vgl. Urk. 51 S. 22).
Aber nicht nur das: Auffallend ist insbesondere, dass D._ diejenige sein will,
die C._ auf den Umstand, dass der Penis des Beschuldigten aus den Bade-
hosen heraushing, aufmerksam machte (DVD 2189 ab 5:50), während dem
C._ schilderte, sie habe zuerst (allerdings erst nach ihrer Rückkehr vom
Schwimmen) den Penis gesehen und habe darauf D._, welche sich zu
jenem Zeitpunkt bei den Föhns aufgehalten habe, darüber orientiert (vgl. DVD
2190 ab 11:05). Sodann spricht D._ immer wieder davon, der Beschuldigte
habe ihnen "sis Gschlecht zeigt" (vgl. DVD 2189), während C._ erklärte, der
Mann sei die ganze Zeit so dagestanden, nämlich vor seinem Kästchen und habe
etwas darin gemacht, wobei zu sehen gewesen sei, wie sein Penis unten aus der
Badehose geschaut habe (vgl. DVD 2190 11:05 - 14:00). Es trifft nun zu, dass die
Tatsache allein, dass die beiden Mädchen den zeitlichen Ablauf in der Garderobe
im freien Bericht sprunghaft und nicht chronologisch schildern und auf Fragen hin
Ergänzungen sowie Präzisierungen anbringen, grundsätzlich für die subjektive
Wahrheit spricht (so Vorinstanz in Urk. 51 S. 22). Indessen sind die aufgeführten
Abweichungen in den Darstellungen nicht einfach ohne Belang, denn sie betreffen
sehr wohl auch das Kerngeschehen und nicht nur die Frage, ob von Zehnjährigen
erwartet werden kann, dass sie sich rund ein Jahr nach dem Vorfall an die Rei-
henfolge einzelner Handlungen während eines bestimmten von zahlreich erlebten
Umziehvorgängen im Hallenbad erinnern (vgl. Vorinstanz in Urk. 51 S. 22). Dass
der Zeitablauf zwischen Ereignis und Videobefragung vom Beschuldigten nicht zu
vertreten ist, wurde schon oben dargelegt. Unter diesem Aspekt hat insbesondere
die Schilderung von D._, der Beschuldigte habe einmal "sis Gschlecht", das
"eifach so useglampet" sei, "so chli übereschobe", (und auf Frage) "meh zu ois"
(vgl. DVD Nr. 2189 ab 19:10), die im Widerspruch zu den Aussagen von C._
steht und selbst in der Zusammenfassung der Aussagen von D._ gemäss
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Polizeirapport keine Bestätigung findet, ent-gegen der Auffassung der Staatsan-
waltschaft (vgl. Urk. 54 S. 3 Ziff. 1.4., Urk. 70 S. 3f.) nicht als erstellt zu gelten (so
auch Vorinstanz in Urk. 51 S. 23). Ganz abgesehen davon, ist diese Handlung in
der Anklageschrift nicht erwähnt.
1.4.5. Die Aussagen der beiden Mädchen stimmen demgegenüber darin überein,
dass der Penis des Beschuldigten, als er sich im Garderobenraum aufhielt, aus
dem Badeslip heraushing und dass sie dem Beschuldigten so mehrmals begeg-
neten. Dies schilderte nicht nur C._ (vgl. DVD 2190), sondern auch D._.
Letztere sprach zwar wiederholt davon, der Beschuldigte habe ihnen "das
Gschlecht" gezeigt. Ihre Beschreibung lässt indessen keine Zweifel offen, dass
auch sie damit den aus dem Badeslip heraushängenden Penis des Beschuldigten
beschrieb (vgl. DVD 2189).
1.5. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz und entsprechend dem Fazit der
Verteidigung (vgl. Urk. 71 S. 7) festzustellen, dass der objektive Sachverhalt inso-
fern erstellt ist, als dass die beiden Mädchen das teilweise entblösste Sexual-
organ des Beschuldigten mehrmals wahrnahmen (vgl. Urk. 51 S. 23). Demgegen-
über lässt sich der in der Anklageschrift aufgeführte Sachverhaltsvorwurf nicht
erhärten, der Beschuldigte habe vor diesen beiden Mädchen D._ und
C._ seine Badeshorts heruntergezogen und daraufhin sein Glied aus dem
darunter zusätzlich getragenen, ausgeleierten Badeslip hervorgenommen und es
vor den Mädchen zur Schau gestellt. Nachdem hier der Sachverhalt gemäss
Anklageschrift in objektiver Hinsicht nicht erstellt werden kann, liesse sich fragen,
ob eine Verurteilung des Beschuldigten bereits deshalb nicht mehr in Frage käme.
Wie im Folgenden aber zu zeigen sein wird, kommt eine Verurteilung des
Beschuldigten auch aus subjektiven Gründen nicht in Betracht.
1.6. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die Frage, ob der Beschul-
digte sein (teil)entblösstes Sexualorgan absichtlich zeigte, oder ob die beiden
Mädchen dieses bloss (zufällig) während des Umziehvorgangs des Beschuldigten
wahrnahmen, mit der für die Erfüllung des Tatbestandes des Exhibitionismus ent-
scheidenden Frage einher geht, ob der Täter aus einer sexuellen Motivation
handelte (vgl. Urk. 51 S. 23).
- 16 -
1.6.1. Der Beschuldigte bestritt konstant, eine solche Motivation gehabt zu haben
(vgl. Urk. 51 S. 23 unter Hinweis auf die verschiedenen Aussagen des Beschul-
digten), was er auch im Berufungsverfahren tut (vgl. Urk. 69 S. 6).
1.6.2. Die Vorinstanz hat erwogen, ob der Beschuldigte aus einer sexuellen
Motivation gehandelt habe, könne im Rahmen der rechtlichen Würdigung erläutert
werden. Zwar betrifft das, was der Täter wusste und wollte innere Tatsachen, auf
welche anhand der Würdigung des äusseren Verhaltens des Täters sowie allen-
falls weiterer Umstände geschlossen werden kann, und ist damit eine Tatfrage.
Rechtsfrage ist indessen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss
auf eine Absicht (wie hier erforderlich) als berechtigt erscheint (vgl. BGE 137 IV 1
E. 4.2.3., BGE 135 IV 152 E 2.3.2 mit Hinweisen, Entscheid des Bundesgerichtes
6B_388/2012 vom 12. November 2012 E. 2.2.4). Das gilt grundsätzlich auch
dann, wenn bei Fehlen eines Geständnisses des Täters aus äusseren Umständen
auf innere Tatsachen geschlossen werden muss. Insoweit überschneiden sich
Tat- und Rechtsfragen (vgl. BGE 130 IV 62 f., 133 IV 17). Um betreffend den
subjektiven Sachverhalt Rückschlüsse ziehen zu können, müssen also die
äusseren Umstände des Tathergangs hinzugezogen und analysiert werden.
Aufgrund der fast untrennbaren Verknüpfung des subjektiven Sachverhaltes und
dessen rechtlicher Würdigung ist hier der subjektive Tatbestand - wie die Vor-
instanz dies tat - nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen
(Vorinstanz in Urk. 51 S. 23).
2. Rechtliche Würdigung
2.1. Dem Beschuldigten wird Exhibitionismus nach Art. 194 Abs. 1 StGB vorge-
worfen.
2.1.1. Tatbestandsmässig ist eine exhibitionistische Handlung nach Art. 194
Abs. 1 StGB dann, wenn die bewusste Zurschaustellung von entblössten Sexual-
organen aus einer sexuellen Motivation, jedoch ohne weitere deliktische Absich-
ten erfolgt. Das Delikt ist mit der Wahrnehmung der Handlung durch dasjenige
Opfer, auf welches es der Täter abgesehen hatte, vollendet. In subjektiver Hin-
sicht ist Absicht erforderlich, d.h. der Täter muss ausdrücklich wollen, dass das
- 17 -
Opfer ihn und die exhibitionistische Handlung sieht. Blosser Eventualvorsatz
reicht nicht aus (zum Ganzen Meng, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler
Kommentar zum Strafgesetzbuch II, Art. 111–392 StGB, 3. Aufl., Basel 2013, N 9,
13 und 24 zu Art. 194).
2.1.2. Die Vorinstanz hat bereits darauf hingewiesen, dass das Gesetz keine
Definition "exhibitionistischer" Verhaltensweisen enthält. Sie hielt sodann im Ein-
zelnen die Rechtsprechung und die Lehre dazu in ihrem Entscheid fest. Demnach
setzt die Anwendung von Art. 194 StGB jedenfalls voraus, dass die Handlung
sexuell motiviert ist bzw. aus sexuellen Beweggründen erfolgt (vgl. Vorinstanz in
Urk. 51 S. 24 unter Hinweis auf BGE 138 IV 13 E. 3.1 S. 15; Meng, a.a.O., N 7, 9
und 14 zu Art. 194; Trechsel / Bertossa, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommen-
tar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1 f.
zu Art. 194; Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 10. Aufl.,
Zürich 2013, S. 529 f.; Stratenwerth / Jenny / Bommer, Schweizerisches Straf-
recht, Besonderer Teil I, Straftaten gegen Individualinteressen, 7. Aufl., Bern
2010, § 10 N 27 f.; vgl. bereits Botschaft über die Änderung des Schweizerischen
Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes vom 26. Juni 1985,
BBl 1985 II 1009 ff., 1080). Daraus schloss die Vorinstanz zutreffend, dass der
Täter sein Geschlechtsteil gerade deshalb vorzeigen muss, um sich dadurch oder
zusätzlich durch die Reaktion seines Gegenübers sexuell zu erregen oder zu
befriedigen. Weiter wies die Vorinstanz darauf hin, dass in Lehre und Recht-
sprechung insofern Einigkeit darüber besteht, dass ein rein objektiver Vorgang,
also das Entblössen des Geschlechtsteils gegenüber Dritten ohne sexuellen
Bezug, bspw. beim Nacktbaden oder -wandern, nicht tatbestandsmässig ist
(vgl. Urk. 51 S. 24 f.). Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft, lässt sich
somit allein aus einem rein objektiven Vorgang nicht auf eine sexuelle Motivation
schliessen (vgl. Urk. 70 S. 6).
2.2. Im Rahmen der Würdigung der Aussagen in Bezug auf den subjektiven
Sachverhalt ist vorerst nicht zu übersehen, dass der Beschuldigte an jenem 21.
November 2012 mit seinem Verhalten sowohl den Mädchen C._ und
D._ sowie der Zeugin G._ - und zwar unabhängig
- 18 -
voneinander - auffiel, was sie veranlasste, ihre Beobachtungen dem Bademeister
bzw. der Kassiererin zu melden (vgl. Urk. 1).
2.2.1. Fest steht, dass der Beschuldigte sich längere Zeit im gemischten
Garderobenraum aufhielt und dort mit teilentblösstem Penis von den Mädchen
C._ und D._ beobachtet wurde. Gestützt auf die Aussagen beider
Mädchen steht sodann fest, dass der Beschuldigte sie in diesem Zustand weder
anschaute, noch ansprach, welche Tatsache - mit der Vorinstanz - gegen das
Vorliegen einer sexuellen Motivation für sein Tun spricht (so Vorinstanz Urk. 51
S. 26), worauf auch der Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung korrekt
hinwies (Urk. 71 S. 8).
2.2.2. Auffällig ist, dass die ihn an jenem Tag beobachtenden Personen (beide
Mädchen und die Zeugin G._) bei der Schilderung ihrer Beobachtungen von
der Prämisse ausgingen, dass der Beschuldigte nie gebadet habe, welche An-
nahme durch die Überwachungsvideos des Hallenbades, welche den Beschuldig-
ten beim Verlassen des Wellnessbeckens zeigen (vgl. Urk. 8/4 um 15.12 Uhr),
widerlegt wird (vgl. auch Vorinstanz in Urk. 51 S. 25). Damit kann nicht gesagt
werden, der Beschuldigte habe an jenem Nachmittag nicht gebadet bzw. habe
sich lediglich im Garderobenraum aufgehalten, wovon die Mädchen und die Zeu-
gin ausgingen. Zur Schilderung der Zeugin G._, der
Beschuldigte habe an jenem Nachmittag versucht, die (nicht abgeschlossene)
Umziehkabine zu betreten, in welcher ihre Tochter gewesen sei (vgl. Urk. 5/8
S. 5 f.) ist sodann zu erwähnen, dass aus diesem Vorfall, der übrigens in der
Anklageschrift auch keine Erwähnung findet, nichts zulasten des Beschuldigten
abgeleitet werden kann, zumal der Beschuldigte - wie er selber erklärte (vgl.
Urk. 5/1 S. 4 ff) - durchaus in der irrigen Meinung, die bereits besetzte aber nicht
abgeschlossene Umkleidekabine sei frei gewesen, zu betreten versucht haben
kann. Dies entgegen der Darstellung der Staatsanwaltschaft (Urk. 70 S. 4f.).
2.2.3. Mit der Vorinstanz ist einzuräumen, dass beide Mädchen ihre Begegnun-
gen mit dem Beschuldigten an jenem Nachmittag unangenehm, ja angst-
einflössend empfanden, was sie auch übereinstimmend wiedergaben. Die erstell-
te Tatsache, dass sie den Beschuldigten mehrfach mit teilentblösstem Glied
- 19 -
sahen, kann indessen bereits zu solchen Gefühlsregungen geführt haben, was
bei 10-jährigen Mädchen nicht überrascht und somit auch durchaus nachvollzieh-
bar wäre. Damit lässt sich auch daraus nicht zwingend auf eine sexuelle Motivati-
on des Beschuldigten schliessen.
2.3. Der Beschuldigte konzedierte, dass er an jenem Mittwochnachmittag im
Hallenbad E._ in F._ war und sich dort in der gemischten Garderobe
aufhielt. Weiter gab er an, Badeshorts und darunter einen ausgeleierten Badeslip
getragen zu haben, bei welchem seitlich die Hoden zu sehen waren, welchen
Umstand er selber nach seiner Verhaftung fotografisch dokumentieren liess (vgl.
Urk. 2 S. 5). Sodann mutmasste der Beschuldigte bereits in seiner ersten Einver-
nahme durch die Polizei, es könne sein, dass man beim Umziehen "eventuell
etwas gesehen", einfach "das Glied" gesehen habe, was damit zu tun haben
könne, dass er den ausgeleierten Badeslip getragen habe (Urk. 5/1 S. 1 f.,
Urk.69 S. 7). Konstant bestritt er während sämtlicher Einvernahmen, bewusst
seine Hosen herunterzogen zu haben, um sein Geschlechtsteil zu zeigen (vgl.
Urk. 5/1 S. 6), bzw. sich in sexueller Absicht in der Garderobe des Hallenbads vor
zwei Mädchen entblösst zu haben (vgl. Urk. 5/1 S. 7, vgl. auch Urk. 5/7 S. 9 f. und
S. 17 f.; Urk. 5/10 S. 3, Prot. I. S. 17, Urk. 69 S. 6).
2.3.1. Im Rahmen der Untersuchung konnte nun der Beschuldigte durchaus
plausible Erklärungen zu seinem Hallenbad-Besuch und zu seinem Verhalten im
Garderobenraum abgeben: So geschah die Auswahl des ihm bekannten und mit
Massagedüsen ausgestatteten E._-Hallenbads an jenem Mittwochnachmit-
tag spontan (mit jenen zwei Badehosen) wegen seiner Rückenbeschwerden (vgl.
u.a. Urk. 5/7 S. 5 f.). Die Dauer seines Aufenthaltes im Garderobenraum bzw. das
wiederholte Aufsuchen seines Kästchens vermochte er mit seinen aus der ca.
eine Woche zuvor erfolgten Extraktion von zwei Weisheitszähnen resultierenden
Zahnschmerzen zu erklären, welche einerseits die Einnahme von Schmerzmitteln
erforderlich gemacht hätten, wozu er die Medikamente aus dem Kästchen geholt
und deren Beipackzettel beim Kästchen konsultiert habe (vgl. Prot. I. S. 14). Die
geschilderte Zahnextraktion habe aber auch hygienische Massnahmen nötig
gemacht, namentlich das Ausspülen der Wunden mit einer Plastikspritze zwecks
- 20 -
Entfernung der in den durch den Eingriff entstandenen Zahnfleischlöchern gelang-
ten Essensreste, welchen Vorgang er mehrmals vorgenommen habe, wozu er -
wie für die Einnahme der Schmerzmitteln und um auszutreten - die Toilette habe
aufsuchen müssen (vgl. u.a. Prot. I. S. 14, Urk. 69 S. 5, vgl. auch Vorinstanz
Urk. 51 S. 27 f.).
2.3.2. Die Staatsanwaltschaft rügt in ihrer Berufungserklärung die diversen Unge-
reimtheiten in den Aussagen wie auch im Verhalten des Beschuldigten (vgl.
Urk. 54 S. 2), ohne diese Vorwürfe indessen zu konkretisieren. Zwar hat auch die
Vorinstanz auf einen Widerspruch in den Aussagen des Beschuldigten hinge-
wiesen (vgl. Urk. 51 S. 28 unter Hinweis auf Prot. I. S. 11 mit Verweis auf Urk. 5/1
S. 5 vs. Urk. 5/7 S. 6). Indessen erwog bereits die Vorinstanz zu Recht, dass die-
se Ungereimtheit, die übrigens allein die Tatsache, ob der Beschuldigte nach der
Medikamenteneinnahme nochmals ins Aussenbecken ging oder nicht und damit
nicht das Kerngeschehen beschlägt, darauf zurückgeführt werden kann, dass die
staatsanwaltschaftliche Einvernahme beinahe ein Jahr nach der polizeilichen
Befragung bzw. dem angeklagten Vorfall statt fand, was dem Erinnerungs-
vermögen für Details nicht zuträglich war (so Vorinstanz in Urk. 51 S. 28). Weitere
Widersprüche sind in den Aussagen des Beschuldigten nicht auszumachen. Denn
die Tatsache, dass er auf die Frage in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme,
er habe die beiden betroffenen Mädchen bei der Videobefragung gesehen, ob er
sich an eine Begegnung mit diesen am 21. November 2012 erinnern könne, ant-
wortete, er könne sich "gut" daran erinnern (vgl. Urk. 5/7 S. 8), lässt aufgrund
seiner weiteren Ausführungen in derselben Einvernahme keinen Zweifel offen,
dass er damit lediglich seine Erinnerung an die beiden Mädchen anlässlich der
Videobefragung bejahte (so auch Vorinstanz in Urk. 51 S. 19).
2.3.3. Wenn die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungserklärungsschrift und
gleichermassen in ihrer Berufungsbegründung davon spricht, die Aussagen des
Beschuldigten seien teilweise äusserst unglaubhaft und widersprüchlich, sie stell-
ten Schutzbehauptungen dar und seien stets dem jeweiligen Untersuchungser-
gebnis angepasst worden, dies allerdings ohne nähere Konkretisierung (vgl.
Urk. 70 S. 4f.), so ist dem aufgrund der Aktenlage zu widersprechen. Weiter kann
- 21 -
der Staatsanwaltschaft der Vorwurf nicht erspart bleiben, sich insbesondere um
eine Verifizierung der medizinischen Vorbringen des Beschuldigten für sein Ver-
halten nicht gekümmert zu haben, obwohl er in der staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahme an mehreren Orten Arzt- und Zahnarztbesuche und die mitgenomme-
nen Medikamente erwähnte (vgl. Urk. 5/7 S. 12 f. und S. 5), den Zahnarzt
namentlich erwähnte und ihn vom Arztgeheimnis entband (vgl. Urk. 5/7 S. 19), die
behaupteten Defekte an den Badehosen, die der Beschuldigte an der Einver-
nahme mitgenommen hatte (vgl. Urk. 5/7 S. 22), nicht aktenkundig machte,
obwohl der Beschuldigte die ausdrückliche Frage des Staatsanwaltes, ob den ent-
lastenden Aspekten genügend nachgegangen sei, mit ausführlicher und zu-
treffender Begründung verneinte (vgl. Urk. 5/7 S. 21 f). Wollte die Staatsanwalt-
schaft, aus welchen Gründen auch immer, diesen Vorbringen nicht nachgehen, so
kann zulasten des Beschuldigten nicht davon ausgegangen werden, bei seinen
Erklärungen handle es sich allesamt um Schutzbehauptungen. Ganz abgesehen
davon, ist auch aufgrund des Effektenverzeichnisses, welches anlässlich der Ver-
haftung des Beschuldigten aufgenommen wurde (vgl. Urk. 7/2), erstellt, dass
er - allerdings eine Woche nach dem Vorfall - immer noch diverse Medikamente
und eine Einwegspritze mit sich führte, was seine Erläuterungen untermauern und
erst recht nicht als Schutzbehauptung erscheinen lassen.
2.3.4. Bei diesem Stand der Dinge kann zu guter Letzt, entgegen den Ausführun-
gen der Staatsanwaltschaft in der Berufungserklärungsschrift und anlässlich des
Vortrags in der Berufungsverhandlung, nicht gesagt werden, dass nicht nachvoll-
ziehbar sei, weshalb der Beschuldigte, der in H._ wohnhaft ist, das mit
öffentlichen Verkehrsmitteln (schwer?) erreichbare Hallenbad F._ aufgesucht
habe (vgl. Urk. 54 S. 4, Urk. 70 S. 5), zumal er - wie er erklärte - das aufgesuchte
Bad kannte und die sich dort befindenden Massagedüsen als Grund für seine
Wahl plausibel kund tat. Ebenso wenig von Belang ist, dass der Beschuldigte -
nota bene bei seiner Verhaftung, welche eine Woche nach dem hier eingeklagten
Vorfall stattfand (!) - eine Zutrittskarte zu B._ in H._ und eine
Kindersonnencrème auf sich trug (vgl. Urk. 54 S. 4, Urk. 70 S. 5). Nichts zulasten
des Beschuldigten ist im Übrigen davon abzuleiten, dass er an einem Mittwoch-
nachmittag das Hallenbad aufsuchte, zumal er zu jener Zeit arbeitslos war und
- 22 -
sein Hallenbad-Besuch damit auch nicht mit seiner Arbeitszeit kollidierte (vgl.
Urk. 70 S. 5).
3. Ergebnis
3.1. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder erstellt ist, dass sich der
äussere Sachverhalt so ereignet hat, wie er in der Anklageschrift umschrieben ist,
noch kann dem Beschuldigten sodann mit Bezug auf die Tatsache, dass er im
Garderobenraum vielfach mit teilentblösstem Glied zu sehen war, eine sexuelle
Motivation nachgewiesen werden. Wie oben dargetan, vermochte er das Tragen
zweier Badehosen, den Grund dafür, dass sein Glied sichtbar war und das häufi-
ge sich Aufhalten in der gemischten Garderobe plausibel und damit glaubhaft zu
erklären. Mit der Vorinstanz lässt sich sodann von den Empfindungen der beiden
Mädchen alleine nicht auf die sexuelle Motivation des Beschuldigten schliessen
(vgl. Urk. 51 S. 29). Der Beschuldigte ist daher vom Vorwurf des Exhibitionismus
im Sinne von Art. 194 StGB freizusprechen.
V. DNA-Probe und DNA-Profil
1. Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erstellung eines DNA-Profils
1.1. Die Voraussetzungen für die Erstellung eines DNA-Profils bei einem Frei-
spruch liegen nicht vor (vgl. Art. 5 DNA-Profil-Gesetz ). Damit ist der diesbezügli-
che Antrag der Staatsanwaltschaft abzuweisen.
2. Anträge der Verteidigung betreffend Löschung der DNA-Probe
2.1. Der Beschuldigte verlangt die Vernichtung der erstellten DNA-Probe (vgl.
Urk. 37 S. 22 und Urk. 56 S. 2).
2.2. Die Vorinstanz erwog, die Vernichtung von DNA-Proben werde durch die
anordnende Behörde veranlasst, die Löschung von DNA-Profilen obliege dem
zuständigen Bundesamt (vgl. Urk. 51 S. 30 unter Hinweis auf Art. 9 Abs. 1 und
Art. 16 Abs. 1 DNA-Profil-Gesetz). Gestützt darauf trat sie auf die Anträge des
- 23 -
Beschuldigten auf Vernichtung der DNA-Probe, Löschung des DNA-Profils und
Verpflichtung der Kantonspolizei, diese Vorgänge dem Rechtsvertreter des
Beschuldigten gegenüber zu bestätigen, nicht ein.
2.3. Die StPO äusserst sich nicht darüber, wann Proben und Profile, die bei einer
Person genommen bzw. erstellt wurden, vernichtet werden müssen. Es gilt mithin
das DNA-Profil-Gesetz, welches in Art. 9 Abs. 1 lit. a - c sowie Abs. 2 bzw. Art. 16
die Vernichtung bzw. Löschung regelt. Es ist nun klar, dass die Voraussetzungen
für die Löschung zufolge Freispruchs gemäss DNA-Profil-Gesetz gegeben sind.
Die Vorinstanz hat denn auch gemäss § 8 der kantonalen DNA-Verordnung eine
Mitteilung des Urteils an die Koordinationsstelle KOST Zürich zwecks Vernichtung
des allfällig erstellten DNA-Profils und des ED-Materials vorgesehen (vgl. Urk. 51
S. 34 Dispositiv Ziffer 10). Damit ist sie aber auch dem entsprechenden Antrag
des Beschuldigten nachgekommen, was auch in diesem Verfahren zu tun ist.
Entsprechend dem Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts
des Kantons Zürich vom 17. Januar 2007, ist der KOST Zürich das ausgefüllte
Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zu-
sammen mit einem rechtskräftigen Urteil zwecks Löschung des DNA-Profils und
Vernichtung des ED-Materials durch die hiesige Kammer zuzustellen.
2.4. Mit Bezug auf den Antrag des Beschuldigten auf Bestätigung, dass er nicht
mehr in der DNA-Datenbank aufgeführt ist und dass das Profil samt Wangen-
schleimhautabstrich vernichtet ist, ist der Beschuldigte darauf hinzuweisen, dass
ihm - wie er selber ausführt - ein Recht auf Auskunft nach Art. 15 des DNA-Profil-
Gesetzes zusteht, welche Auskunft er entweder schriftlich oder aber elektronisch
beim Bundesamt für Polizei (vgl. Auskunfts-, Berichtigungs- oder Löschungs-
gesuche für Informationssysteme von fedpol) bzw. bei der Kantonspolizei Zürich
(Formular "Gesuch um Akteneinsicht in Polizeirapporte") anfordern kann.
- 24 -
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Verfahrenskosten
1.1. Die Vorinstanz nahm zufolge Freispruchs die Verfahrenskosten gemäss
Art. 426 Abs. 1 StPO auf die Gerichtskasse (vgl. Urk. 51 S. 31).
1.2. Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Berufungserklärungsschrift und in ihrer
Berufungsbegründung dafür, es sei vorliegend zumindest eine teilweise Kosten-
auflage angezeigt (vgl. Urk. 54 S. 5, Urk. 70 S. 7f.).
1.3. Eine Kostenauflage kommt bei Freispruch nach Art. 426 Abs. 2 StPO nur
dann in Frage, wenn der Beschuldigte rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung
des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat. Diese Bestim-
mung übernimmt die frühere Praxis von Bundesgericht sowie EMRK-Organe und
Lehre. Nach der Praxis des Bundesgerichtes ist es mit dem verfassungsmässigen
Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht vereinbar, einem nicht verurteilten
Beschuldigten Verfahrenskosten aufzuerlegen oder ihm eine Parteientschädigung
zu verweigern, gestützt auf den - direkten oder indirekten - Vorwurf, er habe sich
strafbar gemacht bzw. es treffe ihn ein strafrechtliches Verschulden. Dagegen ist
es zulässig, dem Betroffenen die Kosten dann zu überbinden, wenn er - nach
früher gebräuchlicher Formel - in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise (d.h. im Sinne
einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze)
gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die aus der
gesamten schweizerischen Rechtsordnung stammen kann, klar verstossen und
dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat
(vgl. BGE 1P.470/2002 mit Hinweisen). Widerrechtlich im Sinne von Art. 41 Abs. 1
OR ist ein Verhalten dann, wenn es gegen Normen verstösst, die direkt oder
indirekt Schädigungen untersagen bzw. ein Schädigungen vermeidendes Ver-
halten vorschreiben. Das Verletzen einer bloss moralischen oder ethischen
Pflicht, welche zur Einleitung des Verfahrens Anlass gab, stellt kein die Kosten-
auflage rechtfertigendes leichtfertiges oder verwerfliches Verhalten dar (vgl.
N. Schmid, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich / St. Gallen 2013, N 6 zu Art. 426
StPO).
- 25 -
1.4. Ein kumulativ rechtswidriges wie auch schuldhaftes Verhalten des Beschul-
digten, welches Voraussetzung für eine auch nur teilweise Kostenauflage wäre,
liegt hier nicht vor. Allzu offensichtlich versucht der Staatsanwalt aus verschiede-
nen Argumenten, auf welche er sich u.a. für die Bejahung des subjektives Tat-
bestandes berief, eine Kostenpflicht zu konstruieren (vgl. Urk. 54 S. 5 f.). Keine
einziger der Befragten sagte, den Beschuldigten im Garderoberaum ganz nackt
gesehen zu haben. Unklar ist sodann, weshalb es ein rechtswidriges und schuld-
haftes Verhalten darstellen soll, dass der Beschuldigte sich in der gemischten
Garderobe umzog bzw. dies zu tun versuchte, zumal die vom Staatsanwalt be-
hauptete, dem Beschuldigten (auch) nicht bekannte Vorschrift, das Umziehen ha-
be in der Umziehkabine zu geschehen, nicht einmal aktenkundig ist. Dass der
vom Beschuldigten geschilderte Abtrocknungsvorgang nicht aussergewöhnlich ist,
stellte der Staatsanwalt selber fest. Ebenso wenig kann die Kostenauflage damit
begründet werden, der Beschuldigte habe ausgeleierte Badehosen getragen,
zumal er - was feststeht - für das eigentliche Baden zusätzlich Badeshorts
darüber anzog. Vorliegend ist weder eine Verletzung moralischer noch ethischer
Prinzipien - was für eine Kostenauflage nicht genügen würde - auszumachen.
Umso weniger ist ein Verstoss gegen Art. 28 ZGB (vgl. Staatsanwaltschaft
Urk. 54 S. 6) zu bejahen. Damit ist das erstinstanzliche Kostendispositiv zu be-
stätigen (Dispositiv-Ziffer 6).
1.5. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft
unterliegt mit ihrer Berufung vollumfänglich. Der Beschuldigte erhob auch
Berufung, diese betraf indessen nur Nebenpunkte, weshalb eine Kostenauflage
nicht angezeigt ist. Damit sind auch die Kosten des Berufungsverfahrens auf die
Gerichtskasse zu nehmen.
2. Entschädigung
2.1. Gemäss Art. 429 Abs. 1 StPO hat der Beschuldigten bei einem Freispruch
Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Aus-
übung seiner Verfahrensrechte (lit. a) und auf Entschädigung der wirtschaftlichen
- 26 -
Einbussen, die ihm aus seiner notwendigen Beteiligung am Strafverfahren ent-
standen sind (lit. b).
2.2. Der Beschuldigte wurde vor Vorinstanz für die Kosten seiner Wahlverteidi-
gung mit Fr. 27'333.85 (inkl. 8% MwSt.) entschädigt (vgl. Urk. 51 S. 31). Mit
Berufung verlangte er die Zusprechung des bereits vor Vorinstanz verlangten
Betrags von Fr. 36'758.25 (vgl. Urk. 56 S. 2, Urk. 71 S. 1). Weiter beantragt der
Beschuldigte im Berufungsverfahren die Bestätigung der ihm von der Vorinstanz
für seine wirtschaftlichen Einbussen zugesprochenen Entschädigung von
Fr. 1'200.-- (Prot. II S. 8).
2.3. Was die Entschädigung für die Verteidigung betrifft, so wird der Anspruch
durch die oben erwähnte Gesetzesbestimmung dadurch eingeschränkt, dass nur
die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte zu entschädigen ist. Für die
Festsetzung der Verteidigungskosten ist sodann grundsätzlich die Verordnung
des Obergerichts über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) massgebend. Nach der
seit dem 1. Januar 2011 in Kraft stehenden Fassung vom 8. September 2010
beläuft sich der Stundenansatz für Strafverteidigungen im Vorverfahren in der
Regel auf Fr. 150.-- bis Fr. 350.-- (§ 16 Abs. 1 in Verbindung mit § 3 AnwGebV).
Nach der zitierten Verordnung beträgt die Grundgebühr für die Führung eines
Strafprozesses einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme
an der Hauptverhandlung vor den Einzelgerichten in der Regel Fr. 600.-- bis
Fr. 8'000.-- (§ 17 Abs. 1 lit. a), für das Berufungsverfahren wird die Gebühr grund-
sätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln unter Berücksichtigung des
Umfanges der Berufung bemessen (§ 18 Abs. 1).
2.3.1. Die Anwaltskosten für das Vorverfahren und das bezirksgerichtliche Verfah-
ren beziffert der Beschuldigte auf Fr. 36'758.25 (vgl. Urk. 37 S. 24, vgl. Urk. 56).
2.3.2. Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass die Bemühungen des
erbetenen Verteidigers im Zusammenhang mit der DNA-Probe und dem DNA-
Profil im Betrag von Fr. 9'424.40 (Rechnung Nr. 386 und 387 vom 21.8.2013,
Urk. 37A/6 und 7) nicht zu entschädigen sind, zumal dies Bemühungen sind, die
in den erfolglos geführten Rechtsmittelverfahren vor der III. Strafkammer bzw. vor
- 27 -
dem Bundesgericht entstanden sind. Was die weiteren Bemühungen betrifft, so
macht der Beschuldigte solche im Betrage von Fr. 27'333.85 inkl. MwSt geltend
(Fr. 3'334.20 gemäss Rechnung Nr. 388 [Urk. 37A/4], Fr. 22'418.55 gemäss
Rechnung Nr. 460 [Urk. 37A/5] und Fr. 1'581.10 resultierend aus der Rechnung
Nr. 440 im Betrage von Fr. 4'154.45 [Urk. 37A/8] abzüglich den Betrag von
Fr. 2'573.35 gemäss Entschädigung ausgerichtet durch die Staatsanwaltschaft
mit Einstellungsverfügung vom 25. März 2014 [vgl. Urk. 20 S. 2]). Unter Berück-
sichtigung der Tatsache, dass sämtliche Einvernahmen im Vorverfahren aufge-
rundet einen Zeitaufwand von 15 Stunden (reine Einvernahmedauer und Warte-
zeiten etc.) beanspruchten, wobei sie an 5 Tagen stattfanden, was einen Weg-
zuschlag von insgesamt maximal 10 Stunden rechtfertigt, und dass für übrige
Besprechungen mit dem Beschuldigten und Ämtern zusätzlich weitere 15 Stun-
den in Rechnung gestellt werden können, ergibt sich für das Vorverfahren ein
Stundenaufwand von 40 Stunden. Gestützt auf den geltend gemachten Stunden-
ansatz von Fr. 280.--, der sich im Rahmen des Anwaltsgebührentarifs bewegt und
nicht zu beanstanden ist, ergibt dies eine Entschädigung von Fr. 11'200.--. Für
das erstinstanzliche Verfahren ist, angesichts der Tatsache, dass ein Einzel-
richterfall vorlag und die Akten nicht umfangreich sind, die Grundgebühr auf Fr.
7'000.-- festzusetzen. Die geltend gemachten Berufsauslagen bis und mit erstin-
stanzlichem Verfahren belaufen sich auf Fr. 755.80 (Fr. 125.50 gemäss Rech-
nung Nr. 440 [Urk. 37A/8], Fr. 141.60 gemäss Rechnung Nr. 388 [vgl. Urk. 37A/4]
und Fr. 488.70 gemäss Rechnung Nr. 460 [vgl. Urk. 37A/5]), erscheinen nicht
übersetzt und sind zuzusprechen. Zu diesem Betrag ist die Mehrwertsteuer von
8% hinzuzuzählen. Alles zusammen ergibt den Betrag von Fr. 20'472.30
(Fr. 11'200.-- Vorverfahren, Fr. 7'000.-- erstinstanzliches Verfahren, Fr. 755.80
Barauslagen = Fr. 18'955.80 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer).
2.3.3. Für das Berufungsverfahren macht der Beschuldigte Beträge von
Fr. 20'195.55 (Urk. 65/2) und Fr. 2'758.95 (Urk. 71A) geltend. An der Berufungs-
verhandlung führte der Verteidiger dazu aus, der Beschuldigte sei sensitiv bezüg-
lich Registereinträgen. Eine "kaufmännische Erledigung" des Verfahrens habe
sich deshalb von Anfang an verboten (Urk. 71 S. 23). Auch mit Bezug auf die für
das Berufungsverfahren zuzusprechende Entschädigung gilt die oben erwähnte
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Verordnung über die Anwaltsgebühren. Vorliegend erhob der Staatsanwalt in der
Hauptsache Berufung, während dem die Berufung des Beschuldigten lediglich
Nebenpunkte betraf. Auch für das Berufungsverfahren gilt, dass es sich um einen
einfachen Fall mit bescheidenem Aktenmaterial handelt. Für das Berufungs-
verfahren inkl. Zuschlag für die Eingabe betreffend Ausschluss der Öffentlichkeit
erscheint eine Entschädigung von Fr. 7'000.-- angemessen. Für Barauslagen
werden Fr. 220.-- geltend gemacht, die zuzusprechen sind. Zuzüglich 8% Mehr-
wertsteuer ist für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 7'797.60
(Fr. 7'000.-- + Fr. 220.-- Barlauslagen = Fr. 7'220.--, zuzüglich 8% MwSt) ange-
bracht.
2.3.4. Zusammenfassend ergibt dies eine Gesamtentschädigung von
Fr. 28'269.90 (Fr. 20'472.30 und Fr. 7'797.60).
2.4. Die von der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung für die Lohn- und
Erwerbseinbusse des Beschuldigten in der Höhe von Fr. 1'200.-- ist unter Verweis
auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz (Urk. 51 S. 31f.) und den Bestäti-
gungsantrag des Beschuldigten ohne Weiteres zu übernehmen.
3. Genugtuung
3.1. Weiter hat der freigesprochene Beschuldigte Anspruch auf Genugtuung für
besonders schwere Verletzung seiner persönlichen Verhältnisse, insbesondere
bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO lässt
eine Verweigerung der Genugtuung zu, wenn die Aufwendungen des Beschuldig-
ten geringfügig sind.
3.2. Der Beschuldigte verlangt eine Genugtuung von Fr. 2'000.- (vgl. Urk. 37
S. 20 f., Urk. 56).
3.3. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO die Zu-
sprechung einer Genugtuung verweigert (vgl. Urk. 51 S. 32 f.).
3.4. Eine angemessene Geldsumme als Genugtuung ist zu leisten, wenn der
Beschuldigte durch das Strafverfahren in seinen persönlichen Verhältnissen
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schwer verletzt worden ist, mithin muss eine gewisse Intensität der Verletzung
vorliegen. Die Genugtuung hat zum Ziel, eine vom Beschuldigten erlittene im-
materielle Unbill auszugleichen (Wallimann Baur Ruth, Entschädigung und
Genugtuung durch den Staat an unschuldig Verfolgte im ordentlichen zürcheri-
schen Untersuchungsverfahren, Diss., Zürich 1998, S. 3). Die Verletzung in den
persönlichen Verhältnissen kann verschiedenen Ursprungs sein. Sie kann bei-
spielsweise durch Zwangsmassnahmen hervorgerufen werden, grundsätzlich
aber in allen Umständen liegen, welche durch die Untersuchung bzw. das Straf-
verfahren kausal verursacht worden sind. Je einschneidender ein bestimmtes,
durch das Verfahren verursachtes Ereignis für den Beschuldigten ist, desto eher
ist ihm eine Genugtuung auszurichten. Die Frage, ob eine Beeinträchtigung
genügend intensiv ist, muss anhand des konkreten Falles beantwortet werden,
wobei auf einen Durchschnittsmassstab abgestellt werden kann (Wallimann Baur,
a.a.O., S. 129-131). Die Höhe der Genugtuung richtet sich nach der Schwere der
Verletzung in den persönlichen Verhältnissen und deren Einwirkung auf die
Persönlichkeit des Beschuldigten. Nicht massgebend für die Höhe der Genug-
tuung sind die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten (vgl. BSK-StPO,
Wehrenberg/Frank, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 429 N 29).
3.5. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte in der gemischten
Garderobe des Hallenbads verhaftet wurde (vgl. Urk. 7/1 S. 2). Er verbrachte
einen Tag in Untersuchungshaft (vgl. Urk. 7/1 und 7/4), zudem wurde ihm ein
Wangenschleimhautabstrich abgenommen (vgl. Urk. 7/3). In der Strafunter-
suchung, die in der Anfangsphase auch den Vorwurf der sexuellen Handlungen
mit Kindern umfasste, wurde auch seine Ehefrau behelligt. Darüber hinaus erfolg-
te am 2. Juli 2013 (!) eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde seines Wohnkreises, was Abklärungen zur Frage veranlasste,
ob das Wohl seines Sohnes gefährdet sei, und was den Gang des Beschuldigten
zusammen mit seiner Frau zu dieser Behörde erforderlich machte (vgl. u.a.
Urk. 37A/3). Auch wenn der Beschuldigte damals arbeitslos war, was eine
Benachrichtigung des Arbeitgebers erübrigte, kann entgegen der Vorinstanz nicht
davon gesprochen werden, die Strafuntersuchung, während welcher er mehrmals
an diversen Einvernahmen teilnehmen musste, würde keine Zusprechung einer
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Genugtuung rechtfertigen. Damit lag vielmehr eine schwere Verletzung in der
Persönlichkeit des Beschuldigten vor. Die von ihm verlangte Genugtuung im
Betrag von Fr. 2'000.-- ist angemessen und ihm daher zuzusprechen.