# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a03806b-1d0c-4dec-b333-3b20e8d13f77
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete
zuletzt
vom
9.
April 2001 bis zum 3
1.
Mai 2002 bei
Y._
,
Z._
, als Plattenleger. Das Arbeitsverhältnis wurde vom Arbeitgeber wegen unbe
friedi
gender Arbeitsleistung aufgelöst
(
Urk.
15/17). Wegen Skoliose
bei Spaltwirbel L3 rechts sowie
Gonarthrose
rechts bei Status nach vorderer Kreuzbandruptur rechts meldete sich
X._
am 1
9.
Januar 2005 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug (Umschulung auf eine neue Tätigkeit) an (
Urk.
15/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Stelle, holt
e
die
Arbeit
geberberichte
der
A._
,
B._
, vom 1
0.
Februar 2005 (
Urk.
15/16) und von
Y._
vom 1
7.
Februar 2005 (
Urk.
15/17) sowie die Arztberichte von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 2
8.
Januar 2005 (
Urk.
15/13/1-6, unter Beilage weiterer Arztberichte,
Urk.
15/13/7-13) und der
D._
vom 2
5.
Februar 2005 (
Urk.
15/18) ein. Mit Verfügung vom
9.
Juni 2005 wies sie das Leistungsgesuch des Versi
cherten ab, da er lediglich einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28
%
aufweise und berufliche Massnahmen aufgrund der Erwerbsbiographie nicht erfolgsversprechend seien (
Urk.
15/22). Diesen Entscheid bestätigte die
IV-Stelle mit
E
inspracheentscheid
vom 2
1.
Deze
mber 2005 (
Urk.
15/31). Auf die dagegen erhobene Beschwerde trat das hiesige Gericht mangels Rechtzeitigkeit mit Beschluss vom 2
7.
Februar 2006 nicht ein (
Urk.
15/38).
1.2
Am 2
8.
September 2006 meldete sich
X._
erneut bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/40/1,
Urk.
15/42/1-8). Mit Vorbe
scheid vom
9.
Oktober 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, dass sie nicht auf das Leistungsbegehren eintreten werde (
Urk.
15/48).
Darauf
hin reichte
Dr.
C._
den Bericht vom 1
3.
Oktober 2006 ein (
Urk.
15/66). Die IV-Stelle liess in der Folge das Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Orthopädische Chirurgie FMH/FMS
, vom 1
4.
Dezember 2007 erstell
en (Urk. 15/82). Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
15/85) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit Verfügung vom 4. März 2008 ab, da sich sein Gesundheitszustand nicht in
invaliden
versiche
rungsrechtlich
relevanter Weise verschlechtert habe (
Urk.
15/93).
Diesen Ent
scheid bestätigte das hiesige Gericht mit Urteil vom
7.
Oktober 2009 (Urk. 15/108). Das Bundesgericht trat auf die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde mit Urteil vom
5.
Dezember 2009 mangels genügender Begründung nicht ein (
Urk.
15/109).
1.3
Nach erneuter Anmeldung am 10. Juni 2010 (Urk. 15/110), teilte die IV-Stelle mit Schreiben vom 16. Juni 2010
dem Versicherten mit, die Neuanmeldung zum Leistungsbezug erfordere die Glaubhaftmachung einer Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse seit dem Erlass der letzten Verfügung (
Urk.
15/111). Mit Schreiben vom 2
5.
Juni 2010
informierte Dr.
C._
die IV-Stelle darüber
,
dass sich
sei
t
dem Ber
icht vom Oktober 2006
keine Veränderung der gesundheitli
chen Verhältnisse ergeben
habe (Urk.
15/112). Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(
Urk.
15/117) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
1.
Oktober 2010 nicht auf das Leistungsbegehren ein (
Urk.
15/121).
Das hiesige Gericht trat mit Beschluss vom 1
6.
November 2010 nicht auf die von
X._
erhobene Beschwerde ein (
Urk.
15/129).
1.4
Am 1
5.
August 2011 stellte
X._
ein neues Gesuch um Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
15/137). Die IV-Stelle holte den Arztbericht von Dr.
C._
vom
7.
November 2011 ein (
Urk.
15/143). Sodann liess sie das
poly
disziplinäre
Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
F._
vom 2
4.
Juli 2012 erstellen (
Urk.
15/152). Mit Vorbescheid vom 20. August 2012 teilte sie dem Versicherten mit,
sein Leistungsbegehren müsse abgewiesen werden, da er keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden
aufweise (Urk.
15/155). Dagegen erhob
X._
am 2
2.
August 2012
Einwand (Urk.
15/158). Die IV-Stelle hielt jedoch an ihrem Entscheid fest und wies das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
7.
Oktober 2012 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
am 2
4.
Oktober 2012
(
Urk.
1) bzw. 8. November 2012 (
Urk.
6)
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen.
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Dezember 2012 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
14), was dem Beschwerdeführer am 2
9.
April 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4 Abs. 1 des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen,
erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten
Be
treuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
ge
wissern
,
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invali
di
tätsgrades
oder der Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vor
z
ugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl.
auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der
Inva
li
di
täts
grad
oder die Hilflosigkeit oder der Hilfebedarf seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Ge
such ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilf
losigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu bejahen, und her
nach
zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht
auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, das
s die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Be
s
chwer
deführers im Zeitraum zwischen
der Verfügung vom
4.
März 2008
(Urk. 15/93), mit welcher die Beschwerdegegnerin
einen
Leistungsanspruch letzt
mals nach umfassender Abklärung des Sachverhaltes
verneint
hat,
und der angefocht
enen Verfügung vom 1
7.
Oktober 2012
(Urk. 2) in
an
spruchs
relevan
ter
Weise verschlechtert hat.
2.2
Die Abweisung des Rentenbegehrens im Jahre
2008
stützte sich im Wesentli
chen
auf das Gutachten
von Dr.
E._
vom 14. Dezember 2007 (Urk. 15/82), wonach der Beschwerdeführer unter einem
spondylogenen
Syndrom bei
Lordo
-Skoliose und degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (seit 2004) leidet. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden
ausserdem ein Status nach zwei
maliger Knieoperation (1990 und 2003), ein Asthma bronchiale (seit 2005) und eine Hypertonie (seit 2005). In seiner angestammten Tätigkeit als Plattenle
ger sei der Beschwerdeführer seit 2004 arbeitsunfähig. In ange
passter Tätigkeit bestehe volle Arbeitsfähigkeit mit folgendem Belastungsprofil: leichte bis mit
telschwere Tätigkeit, vornehmlich ausgeübt in Wechselbelastung, ohne Tragen und Heben von schweren Lasten, ohne länger dauernde
vornüber
geneigte
Haltung sowie asymmetrische Lasteinwirkungen. Es sei eine berufliche Umstel
lung angezeigt.
2.3
Die Ärzte der MEDAS
F._
stellten im Gutachten vom 2
4.
Juli 2012 fol
gende Diagnose (
Urk.
15/152/27):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei - Torsionsskoliose der LWS, -
whs
. kongeni
tale Dysplasie LWK3, - muskulärer
Dysbalance
; M54.5, Erstdiagnose 1997
2.
Gonarthrose
links, mit/bei Zustand nach VKB-Resektion und
Meniskektomie
; M17.1, Erstdiagnose 2003
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
3.
Vorbefundlich
arterielle Hypertonie, medikamentös kompensiert, I10, doku
mentiert seit 2006
4.
Anamnestisch Asthma bronchiale, J45.9, dokumentiert seit 2006
5.
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen, F68, seit 2004.
Internistisch seien keine krankheitswerten Befunde zu erheben, anamnestisch seien arterielle
Hypertonie und ein Asthma bronchiale bekannt. Klinisch seien entsprechende Befunde jetzt nicht oder nicht sehr ausgeprägt vorhanden.
Haupt
befunde
bestünden am Bewegungsapparat. Anamnestisch bestünden Rücken
schmerzen seit dem 1
6.
Lebensjahr. Dennoch habe der Beschwerdeführer eine
Anlehre
als Plattenleger machen und diese Arbeit bis zum 4
5.
Lebensjahr ausü
ben können. Dann seien die belastungsabhängigen lumbalen Schmerzen
exazer
biert
und der Beschwerdeführer sei seit 2004 bis heute als Plattenleger arbeitsun
fähig. Kompliziert
habe sich der Verlauf dadurch
, dass der Beschwerdeführer anlässlich einer Untersuchung in der
D._
erfahren haben wolle, dass er aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht einen ganz gefährlichen Befund am Rücken habe, welcher eine körperliche Arbeit unmöglich mache, wobei es sich laut einer Bemerkung von ärztlicher Seit
e
um Unfallfolgen handle. Erklärungen, dass eine angeborene Wirbelsäulendeformität vorliege und dass körperlich nicht belastende Tätigkeiten möglich seien, empfinde der Beschwerdeführer als Infra
gestellung seiner Beschwerden und subjektiven Beeinträchtigungen. Neben dem LWS-Befund bestehe eine linksseitige
Gonarthrose
, welche zu
belastungsabhän
gigen
Beschwerden führe und den Beschwerdeführer beim anhaltenden Gehen, Stehen und Steigen einschränke
(
Urk.
15/152/32-33)
.
In psychischer Hinsicht liege keine Störung mit Krankheitswert vor.
Das auffal
lende Verhalten des Beschwerdeführers mit hartnäckigen Versuchen, einen Unfallschaden an der Wirbelsäule nachzuweisen und zu beweisen, dass die dar
aus resultierenden Defizite von medizinischer Seite, vor allem aber von
Versi
cherungsseite
falsch beurteilt würden, hingen mit nicht-medizinischen Faktoren (Bildungsstand, kulturell- und persönlichkeitsbedingt) zusammen. Der Beschwer
deführer
sei
in der Schweiz schlecht integriert, es fehle ihm scheinbar Wissen und Verständnis für medizinische Zuständigkeiten sowie soziale und
versicherungs
rechtliche
Regelungen. Auf dem Hintergrund solcher Überzeugungen sei
eine
unbewusste Symptomproduktion („Schwäche, Blockierung“) oder Symptomver
stärkung (Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen) möglich. Bewusste Aggravation oder Simulation seien in den verschiedenen Untersuchungssituationen aber nicht festzustellen gewesen.
Die Störung habe keine
n
Krankheitswert resp. keine Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Medizinische Massnahmen würden sich auf die rheumatologisch/orthopädischen Befunde beziehen. Der Beschwerdeführer nehme medizinische Konsultationen spärlich in Anspruch, die praktizierte medi
kamentöse Therapie (Analgetika und
Antihypertensiva
nach Bedarf) sei nicht adäquat. Sinnvoll sei vielmehr eine aktiv orientierte physikalisch-medizinische Behandlung.
Die Prognose sei im Hinblick auf die Beschwerden bedingt günstig. Degenerative Veränderungen würden langsam fortschreiten. Die nachgewiesenen Veränderungen seien nicht reversibel und die Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit in der früheren Tätigkeit nicht möglich. Bezüglich der Wiedereingliede
rung sei die Prognose ungünstig, da der Beschwerdeführer irrationale
n
Vorstel
lungen über seine Krankheit, über die Krankheitsgenese und über die
Krank
heitsfolgen
anhänge und sich nicht für arbeitsfähig und belastbar halte (
Urk.
15/152/33-34).
A
ls Plattenleger sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Eine den körper
lichen Einschränkungen angepasste Tätigkeit sei ihm dagegen prinzipiell vollschichtig zumutbar.
Schmerzchronifizierung
und
Dekonditio
nierung
könnten eine Leistungsminderung von maximal 20
%
begründen. Möglich seien körper
lich leichte bis gelegentlich mittelschwer
e Tätigkeiten
mit
Wechsel
belastung
.
Tätigkeiten in gebückter Position und Vorbeugehaltung oder Tätigkeiten mit Heben von mehr als 10 kg seien nicht mehr zumutbar (Urk. 15/152/36-37).
Die degenerativen Veränderungen und die ausgeprägte Skoliose hätten zwar zwi
schen 2005 und 2009 zugenommen. Von einer massgeblichen Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes könne aber nicht gesprochen werden. Die zumutbare Restarbeitsfähigkeit werde etwas geringer eingeschätzt als
Dr.
E._
dies im Januar 2007 gemacht habe, in der grundsätzlichen Beurteilung, dass die ange
stammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, eine angepasste Tätigkeit jedoch ohne zeitliche Einschränkung, bestehe
Übereinstimmung (Urk. 15/152/39).
2.4
Laut der Stellungnahme von
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin wird eine massgebliche Verschlechterung durch das MEDAS-Gutachten nicht ausge
wiesen. Die genannte
Dekonditionierung
sei behebbar und daher sei keine dau
erhafte Verschlechterung bezogen auf die prozentuale Arbeitsfähigkeit abzulei
ten. Das Arbeitsprofil werde leicht eingeschränkter formuliert. Ein relevantes psychisches Leiden, welches bei
Schmerzchronifizierung
eine verminderte Überwindbarkeit begründen könn
t
e, werde nicht ausgewiesen. Die maximal 20%ige Einschränkung bezogen auf eine angepasste Tätigkeit sei durch medizi
nische Massnahmen behebbar. Daher sei aus medizinischer Sicht keine dauer
hafte Einschränkung ableitbar. Es werde
von den Gutachtern auf die ungenü
gende Integration, die fehlenden Kenntnisse der hiesigen Gepflogen
heiten und d
ie
subjektive Krankheitsüberzeugung verwiesen (
Urk.
15/153/5).
3.
3.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der MEDAS
F._
vom 2
4.
Juli 2012
(Urk.
15/152
) beantwortet die gestellten Fragen um
fas
send, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer
geklag
ten Beein
trächti
gungen, wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
er
stellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend. Ebenso wurden die gezogenen Schluss
folgerungen in nach
voll
ziehbarer Weise hergeleitet. Das Gut
achten wird damit den von der Recht
sprechung entwickelten Anforderungen an eine beweis
kräftige medi
zini
sche Stellungnahme (E. 1.4) gerecht. Ihm ist volle
Beweis
kraft zu
zuerkennen, falls keine kon
kreten Indizien gegen die Zuverläs
sigkeit der Ex
per
tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
).
3.2
Der Beschwerdeführer
macht nichts geltend
, was gegen die Zuverlässigkeit des MEDAS-Gutachtens sprechen würde. Er bringt lediglich seine Überzeugung zum Ausdruck, dass er aufgrund seiner unbestrittenermassen vorhandenen gesund
heitlichen Probleme - insbesondere jener am Rücken - nicht mehr in der Lage
sei
,
irgend einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der von ihm mit der Beschwerde eingereichte Bericht des
H._
vom 1
5.
September 2011
(
Urk.
3/1)
bescheinigt ihm lediglich eine Arbeits
un
fähigkeit für die Zeit
der
Hospitalisation
vom 1
3.
bis zum 16. September 2011 und
hält fest
, dass der Beschwerdeführer nach der
Zertrümmerung eines Nierenbeckensteins rechts in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden konnte. Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer
sodann daraus
ableiten, dass
Dr.
med.
I._
, Oberarzt an der
D._
,
in seinem Bericht über die Behandlung vom 22. Dezember 2009 (
Urk.
3/2) ausführt
e
, die Einnahme von Schmerz
tabletten und die Durchführung von Physiotherapie sei
en
die beste Möglichkeit zur
Schmerz
linderung
,
und eine korrektive Operation
sei
nicht zu empfehlen, stammt dieser Bericht doch einerseits aus dem Jahre 2009 und ent
hält andererseits gar keine Aussagen über die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwerdegegnerin stütze ihren Entscheid lediglich
auf schriftliche Berichte
,
ist festzuhalten, dass das MEDAS-Gutachten auf einer
ausführlichen
persönlichen
Untersuchung
basiert und der Beschwerdeführer Gelegenheit hatte, seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen den medizinischen Experten einlässlich
in Anwesenheit eines Dolmetschers
zu schildern.
3.3
Es ist somit nichts ersichtlich, was am MEDAS-Gut
achten Zweifel aufkommen liesse und es ist vollumfänglich darauf abzustellen.
Eine wesentliche Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist
mithin
nicht
ausgewiesen
.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin damit zu Recht zum Ergebnis ge
langt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit März 2008 nicht wesentlich verändert hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
5.
5.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt.
5.2
Die Gerichtskosten sind auf Fr.
5
00.-- festzusetzen und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.