# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 36b0ddaf-8310-5d59-8e9e-5f4f43b9dd98
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963
,
bez
og
seit 1. März 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Verfügung vom 5. Dezember 2005, Urk. 7/79). Nach Durchführung eines Revisionsverfahrens bescheinigte die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten mit Mitteilung vom 25. April 2008 (Urk.
7
/98) einen unveränderten Rentenanspruch. Nachdem der IV-Stelle ein im Auftrag des Haftpflichtversicherers durchgeführtes medizini
sches Gutachten
von Ärzten des
Y._
vom 1
4.
Mai 2009
(
Y._
;
Urk.
7
/107
/2-59
) so
wie Observationsberichte
aus den Jah
ren 2006, 2007 und 2009
(Urk. 7
/110-113) zugega
ngen
waren
, stellte die IV
Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 6. November 2009 die
Rente
n
einstellung
in Aussicht (Urk. 7
/116). Aufgrund der dagege
n vorgebrachten Ein
wände (Urk. 7
/1
20
-121)
holte sie Akten des
Unfall
versicherers
(Urk.
7
/129)
sowie einen Arztbericht (Urk. 7
/131) ein und veran
lasste ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 16. Dezember 2010
erneut
durch Ärzte
des
Y._
erstat
tet wurde (Urk. 7
/142
/2-35
; sowie Ergänzu
ngen vom 28. Januar 2011, Urk. 7/145 und 8. April 2011, Urk. 7
/149). Zwischen März und Mai 2011 erfolgten weitere Observ
ationen
durch den Haftp
flichtversicherer (Urk. 7
/152)
, deren Ergebnisse d
ie IV-Stelle den Ärzten des
Y._
zur Stellungnahme vorlegte
(Urk. 7
/155
;
Urk.
7
/159). Unter Wahrun
g des rechtlichen Gehörs (Urk. 7
/161-162) stellte sie die laufende ganze Rente gestützt auf ihre Abklärungen mit Zwischenverfügung vom 19. August 2011 vorsorglich per sofort
ein (Urk. 7
/164).
1.2
In der Folge klärte die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt weiter ab und holte unter and
erem bei den Ärzten des
Y._
erneut eine Stellungnahme ein (Urk. 7/171
; Urk. 7/174), wozu der Beschwerdeführer am 13. Januar 2012 Stel
lung nahm (Urk. 7/179).
Am 9. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherte
n
mit, zur Klärung der Leistungsansprüche sei eine umfassende polydisziplinäre Untersuchung an der Rehaklinik
Z._
notwendig (Urk. 7/190).
Die
durch den Versicherten
am 16. November 2012 erhobene
Rechtsverzögerungsbeschwerde
(Urk. 7/201/3-9)
gegen die IV-Stelle wurde mit Urteil
des hiesigen Gerichts
vom
1. Februar 2013 abgewiesen (Prozess IV.2012.01201; Urk. 7/
212/1-7), was vom Bundesgericht mit Urteil vom 10. Juli 2013 geschützt wurde (Urk. 7/242).
Am 15. Juli 2013 erstatteten die Ärzte der Rehaklinik
Z._
das interdiszip
li
näre Gutachten (Urk. 7/243/1-12).
Am 3. September 2013 wurde seitens der Rehaklinik
Z._
eine ergänzende Stellungnahme zu neuen Arztberichte
n
eingereicht (Urk. 7/246). Der Versicherte nahm
–
unter
erneuter
Beilage ärztli
cher Berichte (Urk. 7/251)
- Stellung zum Gutachten der Rehaklinik
Z._
(Urk. 7/252).
In der Folge liess
er der IV-Stelle weitere Arztberichte zukommen (Urk. 7/253-256).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/258; Urk. 7/264, Urk. 7/266-267
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
10
.
Dezember 2015
die bisher ausgerichtete Rente
rückwirkend per 1. Januar 2009
auf (Urk.
7/270
= Urk. 2).
Da die IV-Stelle von einer Meldepflichtverletzung aus
ging, forderte sie zu Unrecht bezogenen Rentenleistungen zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Juli 2011 in der Höhe von Fr. 88‘111.-- mit Verfü
gung vom 16. Dezember 2015 zurück (Urk. 10/271 = Urk. 3).
2.
Der
Versicherte erhob am
29. Januar 2016
Beschwerde gegen die Verfügung vom
10. Dezember 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm über das Renteneinstellungsdatum per 31. Juli 2011 hinaus Renten
leistungen zuzusprechen. Eventuell seien ihm bis zum 31. Januar 2016 Renten
leistungen zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1. März 2016
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1. April 2016
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Mit Eingabe vom 11. April 2016 (Urk. 10) reichte der Beschwerdeführer diverse Arztberichte nach (Urk. 11/1-3), welche der Beschwerdegegnerin am 12. April 2016 zugestellt wurden (Urk. 12).
3.
Gegen die Verfügung vom 16. Dezember 2015
betreffend Rückforderung
erhob der Beschwerdeführer ebenfalls am 29. Januar 2016 Beschwerde. Das Verfahren wurde unter der Prozessnummer IV.2016.00157 angelegt und mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Liegt im oben erwähnten Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend („allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei
ten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus,
der Beschwerdeführer beziehe seit dem 1. März 2004 eine ganze Rente. Mit Vorbescheid vom 6. November 2009 sei
ihm
mitgeteilt worden, dass sie gestützt auf das Observationsmaterial sowie das Gutachten des
Y._
zum Schluss gekommen sei, es
sei
ab Datum der gutachterlichen Untersuchung vom 15. Dezember 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in sämtlichen Tätigkeiten ausgewiesen.
Da die weiteren Abklärungen im
Einwandverfahren
längere Zeit in Anspruch genommen hätten, sei die Rente mittels Zwischenverfügung vom 19. Juli 2011 eingestellt worden. Das zweite eingeholte Gutachten habe dem Beschwerdeführer ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (S. 2 Mitte). Aufgrund der zwischenzeitlich eingegangenen weiteren Arztberichte sei ein drittes Gutachten in Auftrag gegeben worden, welches am 15. Juli 2013 von Ärzten der Rehaklinik
Z._
erstattet worden sei. Gestützt auf dieses Gut
achten sei ebenfalls ab Dezember 2008 eine volle Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen (S. 2 unten). Somit bestehe seit dem 1. Januar 2009 kein Rentenanspruch mehr
(S. 3 oben).
Die letzte RAD-Stellungnahme sei am 14. August 2014 erfolgt, wobei eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt worden sei.
Bis zu diesem Datum sei der Sachverhalt als abgeklärt und
entscheidfähig
zu betrachten, weshalb bis und mit August 2014 die Abklärungen abzuschliessen seien. Die danach eingereichten medizi
nischen Unterlagen würden als Zusatzgesuch bearbeitet und über den zukünfti
gen Rentenanspruch würde nach etwaigen weiteren Abklärungen neu ent
schie
den
(S.
3
dritter Abschnitt
).
Die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezuges ergebe sich daraus, dass der Beschwerdeführer zu seinem tatsächlichen Gesundheitszustand,
Funktions
niveau
und zu seinen (sozialen) Aktivitäten nicht wahrheitsgetreue, umfassende und unverzügliche Angaben gemacht habe.
Unter Berücksichtigung der ver
schiedenen Observationsergebnisse aus den Jahren 2006 bis 2008 sowie 2011 seien die Gutachter zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführer in der Explorationssituation seine Beschwerden zumindest
aggraviert
habe (S. 3 Mitte). Das
aggravierte
Verhalten des Beschwerdeführers stelle eine
Meldepflichtverlet
zung
dar.
Mit Blick auf die wiederholt gutachterlich erwähnte „bewusst gesteu
erte Verhaltensmodifikation“ und diesbezüglich insbesondere unter Berücksich
tigung des unterschiedlichen Verhaltens in der Schweiz und im Herkunftsland könne ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer gewusst habe oder hätte wissen müssen, dass er bei seinem tatsächlichen Gesundheitszustand und seiner Funktionsfähigkeit keinen Rentenanspruch mehr gehabt hätte. Die von ihm verübte Meldepflichtverletzung sei daher als schwer und zumindest eventualvorsätzlich begangen zu betrachten (S. 4 unten).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort fest (vgl. Urk. 6).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt (Urk. 1),
am 16. Dezember 2010
hätten Ärzte des
Y._
ein zweites Gutachten erstellt und sei
en
zum Schluss gelangt, aus psychiatrischer Sicht liege eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor, was eine zirka 50%ige Arbeits
unfähigkeit bewirke (S. 7 oben). Nach
Visionierung
des Observationsmaterials seien die
Y._
-Gutachter zum Schluss gelangt, die im Gutachten angegebene Arbeitsunfähigkeit von 50 % lasse sich nicht mehr rechtfertigen. Ein Abstellen auf in dieser Weise
zustande gekommene Gutachteraussagen sei unzulässig, da einerseits das Stellen eine
r
psychiatrischen Diagnose aufgrund von kurzen Filmausschnitten nicht einer Begutachtung lege
artis
entspreche. Andererseits könne auch aufgrund des zeitlichen Aspekts nicht darauf abgestellt werden, lasse das im Frühling 2011 produzierte Observationsmaterial doch keinen Rückschluss auf den Gesundheitszustand vor eineinhalb Jahren zu (S. 7 Ziff. 18). Somit seien die Ausführungen des
Y._
-Gutachtens vom 16. Dezember 2010 nach wie vor als rechtlich relevante Grundlage zu betrachten (Ziff. 19).
Sodann sei das Gutachten der Rehaklinik
Z._
vom 12. Juli 2013 - aus näher dargelegten Gründen - nicht geeignet
,
eine rentenrelevante Verbesserung des Gesundheitszustandes nachzuweisen
, weshalb die Rente nicht rückwirkend einzustellen sei, sondern vielmehr ein weiterwährender Rentenanspruch zu bestätigen sei
(S. 7 f. Ziff. 20 f.).
Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, selbst wenn davon auszugehen sei, dass keine dauerhafte Invalidität vorliege, könne die Renteneinstellung lediglich mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
angeordnet werden. Rückwirkend sei eine Aufhebung nur möglich, wenn er seine Meldepflicht verletzt hätte. Da ihm mehrere Ärzte in der fraglichen Zeit eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, habe er gar keinen Anlass gehabt, eine Verbesserung seines Gesund
heitszustandes der Beschwerdegegnerin zu melden (S. 9 Ziff. 24).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die
Rechtmässigkeit
der rückw
irkenden Aufhebung der ganzen R
ente des Beschwerdeführers für die Zeit ab dem 1. Januar 200
9.
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist demgegenüber die Rückfor
derung der ab dem 1. Januar 2009 ausgerichteten
Rentenbetreffnisse
.
Die dies
bezüglich ergangene Verfügung vom 16. Dezember 2015 (vgl. Urk. 3) wurde ebenfa
lls mit Beschwerde angefochten, worüber im Prozess IV.2016.00157
mit
Urteil
vom heutigen Tag entschieden
wurde
.
3.
3.1
Mit Verfügung vom
5. Dezember 2005
(
Urk. 7/79
)
wurde dem Beschwerdeführer ab 1. März 2004 eine ganze Rente zugesprochen. Die
medizinische Aktenlage
präsentierte sich im Wesentlichen
wie folgt:
3.2
Mit Bericht vom 30. März 2004 (Urk. 7/47/1-4) nannte
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (HWS) mit Distorsion der HWS und Probleme
n
im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS; vgl.
lit
. A und
lit
. D.3). Er attestierte
de
m
Beschwerdeführer
ab 13. März 2003 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
lit
. B).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Neurologie
, diagnostizierte mit Bericht vom 20. Juli
2004 (Urk. 7/50) eine
HWS-Distorsion bei Status nach Schleudertrauma vom 13. März 2004 mit nachfolgender
Impingementsymp
tomatik
der ganzen Wirbelsäule und erheblicher posttraumatischer
Belastungs
störung
mit vegetativer Symptomatik und depressiver Einstellung (S. 1
lit
. A). In seiner letzten Tätigkeit als Bodenleger sei
d
er
Beschwerdeführer
daher zu 70 % arbeitsunfähig (
lit
. B).
Der Beschwerdeführer habe eine schonende Haltung des Kopfes eingenommen und zeige eingeschränkte und schmerzhafte Bewegungen des Kopfes in alle Richtungen. Es sei eine ausgesprochene Hyperästhesie in der linken Gesichts- und Körperseite, Grenze mittlere Linie, und auch der linken Extremitäten festzustellen (S. 2 Mitte).
3.4
Im Auftrag des Unfallversicherers erstellte
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 7. Februar 2005
ein psychiatrisches Gut
achten (Urk. 7/57
/1-5) und nannte folgende Diagnosen (S. 4 ad 4):
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), DD (differentialdiagnostisch) rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2)
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Verdacht auf narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8).
Dr.
C._
führte aus, es handle sich beim Beschwerdeführer um eine
prämor
bid
sehr wenig belastbare Persönlichkeit. Es sei davon auszugehen, dass die all
gemeine Verunsicherung und die Schmerzen in Folge des Unfalls die depressive Störung ausgelöst hätten (ad 5).
Er sei weiterhin für jegliche Tätigkeit auf dem freien Markt zu 100 % arbeitsunfähig (ad 7).
3.5
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte mit Bericht vom 22. April 2005 (Urk. 7/58/2-5) eine schwere depressive Episode mit posttraumatischer Symptomatik (ICD-10 F32.2) nach einer
Auffahr
kollision
am 13. März 2003 sowie ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom. Der Beschwerdeführer sei deshalb zu 100 % arbeitsunfähig (S. 3 unten).
3.6
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die
zuvor genannten
Berichte eine ganze Rente zu (
vgl.
Urk.
7/67/2
-4).
4.
4.1
Mit Mitteilung vom 25. April 2008 wurde dem Beschwerdeführer ein unverän
derter Invaliditätsgrad bescheinigt (Urk. 7/98), nachdem sowohl durch den Beschwerdeführer (Urk. 7/92) als auch durch
Dr.
A._
(Urk. 7/94) ein statio
närer Gesundheitszustand bestätigt
worden
war
.
Von
Dr.
D._
war trotz wiederholter Mahnung (
Urk.
7/96) kein Verlaufsbericht eingegangen (
Urk.
7/97).
In der Folge wurde der Beschwerdeführer während
diversen
Zeiträumen obser
viert (Urk. 7/110-113, Urk. 7/
151-
152
= Urk. 8/1
) und drei Mal medizinisch begutachtet: Am 14. Mai 2009 (Urk. 7/107/2-59) sowie am 16. Dezember 2010 (Urk. 7/142/2-35) erstatteten Ärzte des
Y._
jeweils ein polydisziplinäres Gut
achten und am 15. Juli 2013 folgte ein polydisziplinäres Gutachten durch Ärzte der Rehaklinik
Z._
(Urk. 7/243/1-12; psychiatrisches Teilgutachten Urk. 7/243/13-90; neurologisches Teilgutachten Urk. 7/243/91-110; orthopädi
sches Teilgutachten Urk. 7/243/111-141; neuropsychologisches Teilgutachten Urk. 7/243/143-148; Bericht zur Therapie und Pflege Urk. 7/243/149-154).
Gestützt auf die genannten Unterlagen - insbesondere gestützt auf das Gutach
ten der Rehaklinik
Z._
- erfolgte die am 10. Dezember 2015 verfügte rück
wirkende Rentenaufhebung per 1. Januar 2009 (Urk. 2).
4.2
Zwischen dem 23. Oktober und dem 22. Dezember 2008
wurde der Beschwerde
führer während mehreren Tagen observiert (Urk. 7/113).
Gemäss dem Bericht vom 19. Januar 2009 bestanden d
ie
Aktivitäten
während dieser
Überwachungs
phase
vo
rnehmlich im Zusammenhang mit dem Erledigen von Einkäufen, dem Wahrnehmen von Terminen und dem Chauffieren von Familienmitgliedern (S. 11 Ziff. 6.1.1.). An den Überwachungstagen, welche nicht direkt im Kontext mit dem Aufenthalt im
Y._
gestanden hätten, seien keine körperlichen Behin
derungen und / oder signifikante Einschränkungen beim Beschwerdeführer fest
zustellen gewesen. Der Beschwerdeführer sei insgesamt als „mobil, agil und geschmeidig“ wahrgenommen worden. An den beiden Tagen, als der Beschwer
deführer zur Begutachtung ans
Y._
an- beziehungsweise abgereist sei, habe er sich insbesondere im Bereich des Oberkörpers und des Kopfes als erheblich in der Rotation eingeschränkt gezeigt. Dies habe sich insofern gezeigt, als dass der Beschwerdeführer mit seinem Kopf n
ahezu keine Kopfdrehungen und -
neigun
gen
getätigt und diesen steif und unbewegt gehalten habe. Diese Feststellungen
hätten
in
grobem Gegensatz zu den gemachten Feststellungen vor und nach der Begutachtung gestanden (S. 13 Ziff. 6.1.3 oben).
Abgesehen von den besagten Beobachtungen im Zusammenhang mit der Begut
achtung am
Y._
seien keine signifikanten Einschränkungen des Beschwerde
führers zu
erkennen
gewesen. Die beobachteten alltäglichen körperlichen Bewe
gungsabläufe
seien als uneingeschränkt empfunden und eine offensichtliche Zurückhaltung in der Ausführung sei nicht erkannt worden. Insbesondere sei der Gang augenscheinlich als ungestört, sicher und koordiniert festgestellt wor
den. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, spontane und ausgedehnte Kopfbe
wegungen zu beiden Seiten auszuführen, tief zu kauern und könne den Ober
körper weit nach vorne beugen (Ziff. 6.1.3 Mitte).
4.3
Während der laufenden Observation erfolgten vom 1
5.
bis 19. Dezember 2008 die medizinischen Untersuchungen im Rahmen der im
Y._
durchgeführten polydisziplinären Begutachtung (Gutachten
an den
Haftpflichtersicherer
vom 14. Mai 2009, Urk. 7/107/2-59). Die Ärzte stellten folgende Diagnosen (S. 49 Ziff. 4.4.1):
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
Differentialdiagnose (DD):
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
m
it erheblicher
Somatisierungstendenz
im Sinne der
Schmerzfehl
ver
arbei
tung
anamnestisch depressive Störung, schwere Episode (ICD-10 F33) mit Status nach Suizidversuch Juli 2005
Status nach Traumatisierung der LWS am 2
6.
Juni 2001
Status nach Sturz und LWS-Kontusion und Distorsion am 2
6.
Juni 2001
Status nach HWS-Distorsion am 1
3.
März 2003
Sowohl in der rheumatologischen (S. 26 unten) als auch in der orthopädischen (S. 30 unten) und der neurologischen Untersuchung (S. 36 Mitte)
hätten
sich erhebliche Diskrepanzen zwischen den ausgeprägten subjektiven Beschwerden und den objektiv fassbaren Befunden
ergeben
. Funktionsprüfungen der HWS seien aufgrund der ausgeprägten Gegeninnervation nicht möglich gewesen. Der neurologische Gutachter führte aus, die Intensität der geschilderten Schmerzen lasse nicht zuletzt an eine Verdeutlichungstendenz denken.
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung habe psychopathologisch im Wesentlichen eine Ängstlichkeit, eine depressive Stimmungslage, Klagen über
massive Schmerzen und eine Hilflosigkeit und Verzweiflung dem Leiden gegen
über konstatiert werden müssen. Die Validierung dieser psychischen Beschwer
den habe sich ausserordentlich schwierig gestaltet, da die Klagen des Beschwer
deführers offensichtlich erheblich verdeutlicht, im somatischen
Bereich sicher auch
aggraviert
, wenn nicht vorgetäuscht
seien
. Der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt der Begutachtung observiert worden. Im Rahmen der durchgeführten Observation seien keine der anlässlich der Be
gutachtung gezeigten (
Bewegungs
) Einschränkungen vorhanden gewesen. Der Beschwerdeführer habe dort ohne weiteres Dinge ausgeführt (beispielsweise diskrepante Angaben bezüglich Autofahren), die er gegenüber den Gutachtern als nicht möglich bezeichnet habe. Es müsse somit doch davon ausgegangen werden, dass auch die Angaben bezüglich psychischer Symptome und der Schmerzsymptome bewusstseinsnahe verfälscht worden seien (S. 43 f.).
Andererseits müsse darauf hingewiesen werden, dass mindestens bis ins Jahr 2005 immer wieder von einer Depressivität - teils schwer
en Ausmasses
- ausge
gangen worden sei. Auch die fremdanamnestisch erhobenen Angaben würden auf eine psychische Beeinträchtigung schliessen lassen. Das auf dem Filmmate
rial der Observation zu beobachtende Verhalten lasse sich im psychischen Bereich auch mit einer
Dysthymie
oder einer leichten depressiven Störung ver
einbaren (S. 44 oben).
Der psychiatrische Gutachter kam zum Schluss, dass aktuell eine - vorwiegend auf sozialer und (unbewusster) Konfliktebene begrün
dete - psychische Störung vorliege, welche durch Täuschung ganz erheblich überlagert werde (S. 44 Mitte) und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als gering zu bezeichnen sei (S. 45).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht seien dem Beschwerdeführer aufgrund der
Spon
dylolyse
körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Unter Berücksichtigung auch der unfallfremden Faktoren führten die Gutachter aus, dem Beschwerdeführer sei jede körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne repetitive Überkopfarbeiten zumutbar (S. 56 Ziff. 4.7.4 ff.).
4.4
Am 16. Dezember 2010 erfolgte ein
(
weiteres
)
polydisziplinäres Gutachten der Ärzte des
Y._
an die
Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/142/2-35). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die
Y._
-Gutachter eine rezidivie
rende depressive Störung (gegenwärtig mittelgradige Episode, deutlich ängstlich gefärbt, aktuell ohne Hinweise für psychotische Symptome) und eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung fest (S. 28 f. Ziff. 5.1). In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als
Bodenleger sowie in einer Verweistätigkeit sei der Beschwer
deführer zu 50 % arbeitsfähig (S. 31 Ziff. 6.3 f.).
4.5
Eine weitere Observation
fand
vom 24. März bis 12. Mai 2011
statt
(Urk. 8/
1
).
Der Beschwerdeführer wurde sowohl im Raum Zürich als auch während seinem Urlaub in Bosnien observiert.
Gemäss Ermittlungsbericht vom 20. Mai 2011 über die Ermittlungen in der Schweiz (Urk. 8/1 S. 1-36) sind die getätigten Aktivitäten
allgemein speditiv, zielgerichtet und routiniert ausgeführt worden. Auffälligkeiten seien im Bereich der unteren Extremitäten festzustellen gewesen, wobei sich der Beschwerdeführer zuweilen sichtlich langsam und etwas später in moderaterem Tempo fortbewegt habe. Am 25. März 2011 habe im Schreber
garten beobachtet werden können, dass es ihm aber möglich sei, dünne
latten
ähnliche
Holzstücke geschickt mit dem linken Fuss zu zerkleinern (S. 12 oben).
An den Observationstagen in der Schweiz - mit Ausnahme vom 21. April 2011, als sich der Beschwerdeführer ohne Gehhilfe von einer Tankstelle über eine Treppe zum Shop und zurück zum Fahrzeug verschoben habe - sei der Beschwerdeführer stets mit einer Unterarmgehstütze unterwegs gewesen. Diese habe er alternierend
sowohl
mit dem linken als auch dem rechten Arm zum Einsatz gebracht, wobei keine Period
izität erkennbar gewesen sei. De
s Weiteren habe es den Anschein gemacht, als würde der Beschwerdeführer die Gehstützen
sowohl dezenter als auch intensiver zum Einsatz bringen
. Die beobachteten körperlichen Bewegungsabläufe hätten mehrheitlich frei von gravierenden Defi
ziten, welche vom Nacken-, Schulter- und Rückenbereich herrühren würden, gewirkt. Das Einsteigen in sein Auto habe er teilweise mit seiner Gehilfe unter
stützt
(S. 12 Mitte).
Die Sachbearbeiter hätten einen eher zwiespältigen Eindruck erhalten, was das körperliche Befinden des Beschwerdeführers angehe: Die gezeigten Einschränkungen beim Gehen, die teilweise deutlich verzögerte Schrittfolge (mit Gehhilfe) in Kombination mit gesenktem Kopf und starrem Blick seien als Aggravation empfunden worden (S. 11 f. Ziff. 6.1.3).
Im Zuge der Überwachungen während des Urlaubes des Beschwerdeführers in Bosnien (Bericht vom 9. Mai 2011, Urk. 8/1 im Anhang) habe sich herausge
stellt, dass bei ihm absolut keine Gehbehinderung vorliege. Er habe sich ohne Gehhilfen bewegt und sei in der Lage, seinen PKW zu lenken, den Rasen zu mähen, seinen PKW zu reinigen und am Markt einzukaufen. Der Beschwerde
führer wirke vital und kräftig. Das vom Beschwerdeführer vorgegebene Beschwerdebild könne aufgrund der vorliegenden Überwachungsergebnisse nicht nachvollzogen werden (S. 9 Mitte).
4.6
Nach Sichtung der Observationsunterlagen relativierten die
Y._
-Gutachter ihre Beurteilung vom Dezember 2010 (Stellungnahme vom 8. Juli 2011, Urk. 7/159): Zwar könnten die im Gutachten gestellten Diagnosen auch unter Berücksichti
gung des Observationsmaterials aufrechterhalten werden. Jedoch würden die Aufnahmen innert kurzer Zeit erheblichste Diskrepanzen zeigen, sodass an der Schwere der depressiven Störung doch erheblichste Zweifel entstünden. In den Aufnahmen, die in Bosnien entstanden seien, könne aus der Beobachtung des Gangbildes, der Beweglichkeit und der Agilität keine mittelgradige depressive Episode diagnostiziert werden. Es könne höchstens eine affektive Beeinträchti
gung im Sinne einer leichten depressiven Episode vorliegen (S. 2 unten).
In der Konsensbesprechung sei ein sekundärer Krankheitsgewinn festgehalten worden, welcher ein psychiatrisches Krankheitsbild wesentlich überlagere. Die Aufnahmen würden insgesamt die anlässlich der Begutachtung erhobenen Zweifel bezüglich der
Organizität
der vorhandenen Beschwerden bestätigen. Sie würden jedoch auch Zweifel an der Schwere der somatoformen Überlagerung aufkommen lassen, da der Beschwerdeführer innert kurzer Zeit ganz verschie
dene Verhaltensweisen gezeigt habe, wobei diejenigen in der Schweiz im Sinne des sekundären Krankheitsgewinns überlagert scheinen würden, das Verhalten in Bosnien, soweit beobachtbar, im Wesentlichen als normal zu taxieren sei. Somit lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne des verminderten Rendements von 50 %, wie im Gutachten vom 16. Dezember 2010 angegeben,
gesamtmedi
zinisch
nicht (mehr) rechtfertigen. Vielmehr erscheine der Beschwerdeführer vollschichtig ohne vermindertes Rendement arbeitsfähig, soweit die im Gutach
ten vom Dezember 2008 genannten Einschränkungen bezüglich der Schwere der Tätigkeit berücksichtigt würden (S. 4 Mitte; vgl. auch die Stellungnahme der
Y._
-Gutachter vom 19. Dezember 2011, Urk. 7/174).
4.
7
4.
7
.1
Die Begutachtung in der Rehaklinik
Z._
erfolgte
im April
/Juli
2013
durch
Dr.
med. E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med. F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates,
Dr.
med. G._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie
und Psychotherapie, und durch
M
Sc
H._
,
post
graduierte
Neuropsychologin (
interdisziplinäre Zusammenfassung vom 15. Juli 2013,
Urk. 7/243/1-12).
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen (S. 3)
orthopädische Diagnosen
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit Einstrahlung der Symptomatik in das gesamte rechte Bein ohne klinische Anhalts
punkte für eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik
nach Unfall vom 2
6.
Juni 2001: traumatisierte
Spondylolyse
LWK5 beidseits
Status nach HWS-Distorsion nach Auffahrkollision März 2003 und Januar 2009
neurologische Diagnosen
wahrscheinlich rezidivierendes oder chronisches Kopfschmerzsyndrom vom Spannungstyp, DD
migräniforme
Komponente;
Medikamenten
übergebrauchskopfschmerz
nicht wahrscheinlich
Schwindel und Taumel
unspezifische Sehbeschwerden, am ehesten sogenannte
Mouches
volan
tes
Ohrgeräusche und subjektive Hörminderung rechtsbetont
unspezifisches sensibles
Hemisyndrom
ohne erkennbares organisches Korrelat
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
lumbales Schmerzsyndrom und lumbale
Spondylolyse
, möglicher
weise Status nach Wurzelreizsyndrom L5/S1 rechts
HWS-Distorsion 2003 und 2009
Nackenschmerzen, erstmals 2002 diagnostiziert, ohne Hinweis auf neu
rologische oder orthopädische Ursache
psychiatrische Diagnosen
gegenwärtig keine psychische Störung nachweisbar
neuropsychologische Diagnosen
unspezifische neuropsychologische Störung aufgrund eine
r
wahr
schein
lichen Aggravation der Beschwerden (ICD-10 F68.0)
Keine der genannten Diagnosen habe jedoch Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit oder bezüglich einer denkbaren
Verweistä
tigkeit
. Retrospektiv habe wahrscheinlich in den Jahren 2004 und 2005 einzig aus fachpsychiatrischer Sicht
in einem aus aktueller Sicht nicht genauer defi
nierbaren Zeitraum beziehungsweise Ausmass eine Arbeitsunfähigkeit bestan
den. Ab dem Jahr 2006, spätestens aber ab Dezember 2008, sei psychiatrisch gesehen eine relevante Verbesserung eingetreten
(S. 6 unten
, siehe auch S. 3 jeweils nach den Diagnosen in den jeweiligen Fachgebieten
).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht seien seit der Berentung - welche aus psychi
schen Gründen erfolgt sei - im Bereich Orthopädie und Neurologie auf der gan
zen in Frage kommenden Zeitachse keine dauerhaften und organisch begründ
baren
krankheitswertigen Zustände mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
festzustellen (S. 7 Ziff. 1).
4.
7
.2
4.
7.
2.1
Dr.
E._
führte in seinem psychiatrischen Gutachten (Urk. 7/243/13-90) - nach ausführlicher Darlegung der Aktenlage (S. 3-36) sowie in Kenntnis des
Obser
vationsmaterials
(S. 36-40), nach Durchführung von zwei
Untersuchungsge
sprächen
mit dem Beschwerdeführer (S. 40-55) sowie einem Auskunftsgespräch mit der Tochter des Beschwerdeführers (S. 55-60)
-
Folgendes zu
r Frage betref
fend
aktuell vorliegende
r
psychische
r
Störung
en
aus
(S. 64 ff.):
Der Beschwerdeführer berichte aktuell im Rahmen der Begutachtung über eine lange Liste von depressiv wirkenden Klagen und Zuständen unter Einbezug der Angabe von visuellen Verfolgungserlebnissen und Berichten von
Kollapszu
ständen
mit Amnesie und einem derweil schlafähnlich beschriebenen Zustand, in welchem er spreche und Phänomene wie visuelle Halluzinationen angebe (S. 65 oben). Rein von der objektiven Befundlage und vom beobachtbaren Ver
halten
her
seien verdeutlichende Schmerzäusserungen und ein langsames Gangmuster und ein zeitweiser Stockgebrauch sichtbar, was mindestens in die
ser Art nicht auf den eingereichten Observationsunterlagen sichtbar sei (S. 65 Mitte). Insbesondere sei jedoch die Art, wie sich der Beschwerdeführer gleich einleitend im Gespräch selber präsentiere und in welcher Art er inhaltlich berichte, nicht für eine
schwerergradige
oder gar schwere Depression typisch, auch nicht für eine agitierte Form einer Depression
: Der Beschwerdeführer setze nämlich sogleich zu einer umfangreichen, mit schneller Wortfolge und entspre
chend nicht stockend vorge
brachten Beschwerdeschilderung
an, die sich inhalt
lich in auffallender Weise in Art und Formulierung mit früher dokumentierten Beschwerdeschilderungen decke. Gewisse depressive Kernsymptome würden dabei druckvoll, aber etwas plakativ und unscharf in der Beschreibung oder gemäss
Beispielgebun
g
vorgetragen. Dies kontrastiere
doch in erheblicher Art mit dem Eindruck, den schwerer Depressive in fachpsychiatrisch typischer Weise hinterlassen würden: Bei Depressiven werde üblicherweise die düstere innere Verfassung auch atmosphärisch und im Kontakt spürbar und gleichsam greifbar, über die sie viel eher stockend und in immer gleichen depressiven und schuldgeprägten Gedankenzirkeln befangen wirkend berichten würden, während in vorliegendem Fall vor allem das Bemühen spürbar werde, die Klagen mög
lichst schnell und umfangreich beim Gutachter anzubringen. Sodann
würden
auch die - im Einzelnen näher beschriebene - Mimik
sowie gewisse
Verhaltens
sequenzen
des Beschwerdeführers nicht mit jener eines Depressiven überein
stimmen
(S. 65
f.
).
Sodann führte
Dr.
E._
aus, es seien weder die vorgebrachten Klagen über die visuellen Halluzinationen eines Mannes
mit gezücktem Messer
noch die vom Beschwerdeführer geschilderten Episoden von sogenannten „
Kollapszuständen
“ einer psychischen Störung zuordenbar (S. 66 f.). Derartige Angaben seien eher und häufiger vor dem Hintergrund zu verstehen, wie sich medizinisch ungebil
dete Personen auffällige psychische Störungen vorstellen würden (S. 67 oben).
Ferner habe der Beschwerdeführer angeführt, sich als wertlos und unfähig zu erleben, weil er nicht mehr die einfach
sten Handreichungen im Alltag zu tun im Stande sei, im Speziellen als Beispiele seien Klagen über massive kognitive Leistungsdefizite angeführt worden, die im klaren Kontrast stehen würden zu implizit tadellosen kognitiven Leistungen, eine lange Beschwerdeliste (identisch im Abgleich mit in den Akten geschilderten Beschwerden) so prompt und augenscheinlich ohne wesentliche Auslassungen und nicht gestützt auf eine schriftliche Liste verbal vorzubringen. Es falle auf, wie auch diesbezüglich offenbar immer wieder dieselben Beispiele gebracht worden seien, so zum Bei
spiel nicht im Stande zu sein
,
auch einfachste Speisen zu kochen beziehungs
weise diese zu versalzen, was als wenig einschlägig typisch für depressives Versagen an Aufgaben gelten müsse.
Dr.
E._
führte weiter aus, der Beschwer
deführer habe zwar Schuldgefühle genannt, er habe daneben aber auch Äusse
rungen gemacht, die mit typisch depressiven schuldbeladenen Gedankenzirkeln unvereinbar seien, so zum Beispiel die expressiv vorgetragene Klage an Gott, wieso er den
n
von Gott mit dem Unfall und dessen Folgen so geschlagen wor
den sei, wo er sich doch zuvor in seinem Leben, das bis anhin genussvoll und gut verlaufen sei, letztlich so tadellos betragen habe. So eine Äusserung sei zum Beispiel von einem typischerweise schuldbereiten Depressiven in keiner Weise zu erwarten, der auch seine bisherige Existenz als misslungen und unwert
her
abqualifizieren
würde (S. 67 Mitte).
Alsdann
werde vom Beschwerdeführer eine Variabilität der depressiven Symp
tomatik angegeben, was an sich bei depressiven Patienten mit Schwankungen von Tag zu Tag durchaus vorkommen könne. Die genannte vorwiegende Abhängigkeit vom Wetter würde jedoch viel eher populären Vorstellungen als effektiv nachhaltigen Beo
bachtungen zu Abhängigkeiten vom
Wetterwechsel entsprechen. Auffällig und atypisch für Situationen mit effektiv depressiven Patienten im familiären Rahmen seien auch die
- im einzelnen genannten -
An
gaben, die der
Beschwerdeführer
-
aber auch seine Tochter
-
hinsichtlich der familiären Interaktion rund um depressive, teils suizidale Äusserungen des Beschwerdeführers und angebliche aggressive Reaktionen seinerseits auf die Familienangehörigen
gemacht hatten
(S. 68 oben).
Hinsichtlich der Frage des Bestehens einer somatoformen Schmerzstörung führte
Dr.
E._
aus, der Beschwerdeführer habe spontan und ganz vorrangig über depressiv anmutende Beschwerden berichtet und es sei hinsichtlich der Schmerzen erst zu Angaben gekommen, nachdem der Untersucher diese zum Thema gemacht habe, was für somatoforme Schmerzstörungen atypisch sei. Zudem sei zu beachten, dass beim Vorliegen einer schweren Depression keine gleichzeitig bestehende somatoforme Schmerzstörung gemäss Regeln des ICD
10 diagnostiziert werden sollte (S. 69 Mitte).
Insgesamt sei zu folgern, dass der Beschwerdevortrag des Beschwerdeführers
- und auch seiner Tochter - mehrheitlich nicht authentisch wirke, und dass verschiedenste typische Wesensmerkmale für das Bestehen einer relevanten schweren Depression fehlen würden
,
beziehungsweise dass die geschilderten Klagen und Verhaltensmerkmale mit einer solchen relevant schweren Depres
sion inkompatibel seien (S. 69 f.).
Dasselbe gelte auch für die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung. Sodann würden sich für eine posttraumatische Belastungsstörung keine Anhaltspunkte ergeben (S. 70 oben).
Die Angaben des Beschwerdeführers würden zwar durch die auskunftsgebende Tochter vordergründig eine inhaltliche Bestätigung erfahren, was allerdings die gesamthafte Feststellung nicht widerlegen könne, dass Widersprüche, die medi
zinisch nicht überbrückt werden könnten, bestehen bleiben würden. Es sei hin
sichtlich der Auskünfte der Tochter, die eine abgeschlossene Ausbildung auf dem Sektor Psychiatriepflege und spezifische Erfahrung mit typisch depressiven Zustandsbildern habe, festzuhalten, dass die Tochter im Mindesten die nötige fachlich gebotene Distanz und Urteilskraft hinsichtlich der geschilderten Beschwerdesymptomatik des Vaters vermissen lasse. Eher wahrscheinlich sei die Variante, dass die auffallende Aussagenübereinstimmung zu psychopathologi
schen Phänomenen, die mehr einer naiven Vorstellung von medizinisch nicht ausreichend gebildeten Personen entsprechen würden, das Produkt von Abspra
chen innerhalb der Familie seien (S. 70 Mitte).
Differentialdiagnostisch müsse grundsätzlich auch an die Variante gedacht wer
den, dass Menschen im Laufe von jahrelangen Fehlentwicklungen in Überzeu
gungen und Verhaltensmuster progressiv „hineinrutschen“ könnten, die zum Beispiel an ein sogenanntes Ganser-Syndrom erinnern würden, und wo die Betroffenen mittlerweile in mehr oder weniger hohem Ausmass selber an das zu glauben scheinen, was sie auf der Verhaltensebene über die Jahre darstellen und über sich inhaltlich berichten würden. Einer solchen Interpretation würden jedoch die beobachteten Szenen im Rahmen der Observation entgegenstehen, in welchem Rahmen sich der Beschwerdefüh
r
er
doch jeweils anders verhalten habe und, soweit erkennbar, auch eine deutlich andere Mimik und andere
Kommuni
kationsmuster
gezeigt habe als hier in der gutachterlichen Untersuchung. Es sei somit aufgrund dieser Überlegungen bezüglich der erhaltenen Befunde und Angaben überwiegend wahrscheinlich von einer bewusst gesteu
erten
Verhal
tens
modifikation
aus
zugehen und von Beschwerdeangaben, die ein depressives Zustandsbild glauben machen sollen, jedoch vom Beschwerdeführer nicht so erlebt würden.
Diese Beurteilung könne ebenfalls in Übereinstimmung gebracht werden mit dem Umstand, dass im Rahmen der körperlichen Untersuchung (orthopädische Chirurgie, Neurologie) objektiv relativ geringe Befunde festgestellt worden seien, aber auf der Verhaltensebene Inkonsistenzen zu beobachten gewesen seien. Insbesondere hätten sich auch aus der neuropsychologischen Untersu
chung keine Hinweise ergeben, dass die erhaltenen Testresultate beziehungs
weise die hier gemessene kognitive Minderleistung einer Symptomvalidierung standhalten würde (S. 70 unten).
Aufgrund der Resultate der neuropsychologischen und psychiatrischen
Symp
tomvalidierungstests
sei auch aus diesem Blickwinkel von einer nicht authenti
schen Beschwerdedarstellung auszugehen.
Nichts an dieser Schlussfolgerung vermöge der Umstand zu ändern, dass der erzielte Summenwert von 43 im sogenannten MADRS an sich auf eine schwere Depression verweisen würde. Denn dieser Summenwert sei grösstenteils ein Abbild
der verbalen Angaben der untersuchten Person und somit
verfäl
schungsanfällig
. Dasselbe gelte für den hohen Wert im
Beck-Depressionsinven
tar
.
Ebenso wenig
vermöge der Umstand, dass der Psychopharmaka-Spiegel im therapeutischen Bereich gelegen habe, zu belegen, dass
die
Angaben
des Beschwerdeführers
zum Bestehen der psychischen Beschwerdebilder authentisch gewesen seien (S. 71 oben).
Aussagen zur zugrunde liegenden Persönlichkeitsstruktur seien ebenfalls nicht möglich in Anbetracht der geringen Zuverlässigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers zu sich selber. Verlässliche und detailreiche Angaben wären jedoch Voraussetzung für die Diagnose einer irgendwie gearteten Auffälligkeit der Persönlichkeitsstruktur. Entsprechende Hinweise in früheren medizinischen Akten seien als nicht verlässlich anzusehen (S. 71 unten).
4.
7
.2.2
Schliesslich nahm
Dr.
E._
zu den sich in den Akten befindenden Stellungnah
men hinsichtlich
psychischer
Störungen Stellung
(S. 72 ff.)
:
Die Situation nach dem ersten Unfall vom Juni 2001
(Ausrutschen mit Zementsack)
sei relativ gut nachvollziehbar und es hätten sich bis dahin keine eindeutigen psychiatrischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Heckauffahrunfall vom 1
3.
März 2003 bedeute die Wende im Fallverlauf. Der Beschwerdeführer habe in der Folge zunehmend ein Beschwerdebild angegeben, das an das sogenannte „typische Beschwerdebild“ erinnere
(S. 73 oben).
Aufgrund der Ausführungen von
Dr.
C._
anlässlich der Untersuchung vom 19. Oktober 2004 habe der Beschwerdeführer damals stark schmerzfixiert, leise und monoton sprechend, deprimiert, verängstigt und verunsichert gewirkt und habe damit aus heutiger Optik doch einen anderen, wohl vermehrt depressiven Eindruck erweckt. Aus heutiger Optik erscheine es aufgrund des weiteren Ver
laufs bis im Juli 2005, als er nach einer Mischintoxikation in suizidaler Absicht unter der Diagnose einer schweren Depression und einer somatoformen Schmerzstörung in der Psychiatrischen Klinik
I._
hospitalisiert worden sei, als doch eher wahrscheinlich, dass mindestens bis zum Sommer 2005 eine relevante depressive Komponente bestanden habe. Dies auch und vielleicht vor allem in Zusammenhang mit einer Konflik
t
situation mit der Ehefrau und in schwieriger finanzieller Situation und allenfalls nur als indirekte Folge des Auffahrunfalls vom März 2003 (S. 73 oben).
Danach würden sich in den Akten bis zur Begutachtung beim
Y._
im Dezem
ber 2008 keine medizinischen Akten mehr finden. Der psychiatrische
Y._
-Gut
achter habe damals depressive Störungen im leichten Spektrum unterhalb des Schweregrades einer sogenannten depressiven Störung diagnostiziert und habe befunden, dass eine solchermassen als leichte Depressivität klassifizierte
Stim
mungsstörung
durchaus noch mit dem Verhalten vereinbar sei, das man auf dem Observationsmaterial sehe (S. 73 f.).
Dr.
E._
führte aus, aus aktueller gutachterlicher Optik sei darauf hinzuweisen, dass nun nach einer langen Dokumentationslücke seit Sommer 2005, wo der Beschwerdeführer noch effektiv relevant depressiv erschienen sei, sich anläss
lich der Untersuchungen im Dezember 2008 auch
psychiatrischerseits
erhebliche Diskrepanzen ergeben h
ätt
en. Man müsse davon ausgehen, dass mittlerweile seit Sommer 2005 psychiatrisch effektiv eine Besserung eingesetzt habe
und die depressiven Beschwerden mittlerweile atypischer und
aggraviert
dargestellt worden seien. Die Relativierung des Schweregrades durch die Gut
achter des
Y._
sowie deren Aussage, dass die Observationsunterlagen mit einer leichtgradigen depressiven Störung durchaus vereinbar seien, könne aus heuti
ger Sicht vollumfänglich bestätigt werden (S. 74 oben).
Im Oktober 2010 habe eine
weitere Begutachtung durch Ärzte des
Y._
statt
gefunden. Aus aktueller Sicht habe sich der psychiatrische
Y._
-Gutachter
im Oktober 2010 vorwiegend auf subjektive Angaben des Beschwerdeführers hin
sichtlich Depressivität gestützt und habe als objektivierbaren Befund den allge
meinen Eindruck eines depressiven Verhaltensmusters und einer allgemeinen depressiv wirkenden Erscheinung genannt
. Diese stelle aber offensichtlich eine globale und teils subjektive Bewertung durch den Gutachter dar, die aufgrund der später vorliegenden Observationsergebnisse auch vom
Y._
-Gutachter rela
tiviert worden seien. Auch hätten zur Zeit der zweiten
Y._
-Begutachtung schon etliche Hinweise auf Inkonsistenzen und auf eine ungenügende Compli
ance hinsichtlich Medikamente vorgelegen. Es sei insgesamt aus aktueller Sicht daraus zu folgern, dass zur Zeit der zweiten Begutachtung im Oktober 2010 das Zustandsbild (bei im Wesentlichen deckungsgleichen Klagen des Beschwerde
führers) überwiegend wahrscheinlich gleich gewesen sei, wie es aktuell beurteilt werden müsse (S. 75 oben).
Die diversen Berichte des Medizinischen Zentrums
J._
vom 2
3.
Dezember 2010, vom 2
7.
Oktober 2011 sowie vom 21. Dezember 2010 und das Schreiben von
Dr.
D._
vom 31. Dezember 2011 würden an der ausweisbaren Sachlage nichts ändern
(S. 75 Mitte).
In den Berichte
n
zur zweiten und dritten Hospitalisierung in der Klinik
I._
vom 11. November 2011 bis 8. Februar 2012 sowie vom 17. September bis 28. November 2012 hätten sich die Ärzte offenbar wenig kritisch von den inhaltlichen Angaben des Beschwerdeführers leiten lassen, die im Wesentlichen dem entsprochen hätten, was er aktuell äussere und die als nicht authentisch zu werten seien. Es sei aus
aktueller Sicht davon auszugehen, dass der effektive Zustand des Beschwerdeführers während beiden Hospitalis
ierungen
als im Wesentlichen gleich bewertet werden müssen wie der aktuelle Zustand: Das Bestehen einer relevanten Depression könne damals wie heute nicht belegt wer
den. Die teils atypischen Angaben des Beschwerdeführers hätten die Ärzte der Klinik
I._
dazu bewegen sollen, die Situation neu zu überdenken (S. 75 f.).
Auch der Bericht des Medizinischen Zentrums
K._
vom 25. Juni 2012 nenne vor allem subjektive Verhaltensbeschreibungen durch den Beschwerde
führer (S. 76 oben).
4.
7
.2.3
Aus der Aktenanalyse in Zusammenschau mit der aktuellen Befundlage schluss
folgerte
Dr.
E._
, dass effektiv letztmals im Sommer 2005 mit einiger Wahrscheinlichkeit ein depressives Zustandsbild vorgelegen habe, wobei insbeson
de
re der Kontext der damaligen Depression (erste Hospitalis
ierung
nach Suizid
versuch) intransparent bleibe und Folgen des Unfalls vom 13. März 2003 daran nur möglicherweise beziehungsweise indirekt beteiligt gewesen seien (S. 76 f.).
Beim Beschwerdeführer sei effektiv aktuell keine psychische Störung belegbar, auch wenn seine Stimmung aktuell effektiv missgestimmt sein dürfte angesichts der für ihn zweifellos schwierigen Situation mit Stopp der Rentenleistungen und dem ganzen gutachterlichen Verfahren. Es sei eher unwahrscheinlich, dass der effektive Schweregrad einer solchen unspezifischen, durch psychosoziale Umstände bedingten Missstimmung den Grad einer eigenständigen psychischen Störung erreiche (S. 77 oben).
Eine Einschränkung in der zumutbare
n Arbeitsfähigkeit aus psychiat
r
i
scher Sicht könne nicht attestiert werden. Der Beschwerdeführer habe im Übrigen wahrscheinlich auch erhebliche Ressourcen, die sich auch darin äussern würden, dass er - auch begründet durch eine gute Schulbildung und Intelligenz - erheb
li
che Konsequenz
in der Darstellung der psychischen Beschwerdesymptomatik demonstriere
(S. 77 Mitte).
4.
8
Am 3. September 2013 nahm
Dr.
E._
in Absprache mit dem neurologischen Teilgutachter
Dr.
G._
-
Dr.
F._
arbeite zwischenzeitlich an einem anderen Ort - Stellung zu den zwischenzeitlich eingegangenen Arztberichten (Urk. 7/246): Mit Bericht vom 18. April 2013 habe
Dr.
L._
fest
gehalten, es sei aufgrund der von ihm gestellten Diagnosen die Indikation für ein operatives Vorgehen gegeben (S. 1 unten). Im Gutachten sei von
Dr.
F._
und
Dr.
G._
festgehalten worden, dass die
MRI-Bildgebung des Jahres 2013 keine sichere Tangierung von austretenden Nervenwurzeln zeige. Insbesondere habe
Dr.
F._
folgendes festgehalten: „Der klinische bzw. bildgebende Nach
weis einer
Spondylolyse
lässt also überhaupt keine Aussage betreffend einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit oder verminderten körperlichen Leistungsfä
higkeit treffen. Be
i Herrn
X._
sind sichere Zeichen einer
Nervenwurzelbe
einträchtigung
, welche diese Beschwerden erklären könnten, nicht nachgewie
sen worden (vergleiche MRI HWS/LWS vom 20. März 2013, Klinik
M._
, Institut für Radiologie). Insbesondere konnte auch eine lumbale Diskushernie nicht nachgewiesen werden.“
Es sei somit festzuhalten, dass aus Sicht der Gutachter die aktuelle
Operations
indikation
von
Dr.
L._
den Einschätzungen der aktuellen Gutachter widerspreche, die sich auf aktuelles Bildmaterial h
ätt
en stützen können. A
uch das MRI des Kopfes von 2012
zeige keine wesentlichen Auffälligkeiten.
Insgesamt sei festzuhalten, dass die nachgereichten Unterlagen keine Änderung der gutachterlichen Beurteilung zu begründen vermögen würden (S. 2).
5.
5.1
Die Mitteilung vom 25. April 2008, mit welcher dem Beschwerdeführer ein unver
änderter Invaliditätsgrad von 100 % bestätigt wurde (Urk. 7/98), beruhte nicht auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruches (vgl. vorstehend E. 1.2). Zeitlicher Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Veränderung bildet somit die rentenzusprechende Verfügung vom 5. Dezember 2005, mit welcher dem Beschwerdeführer ab 1. März 2004
eine ganze Rente zugesprochen wo
rde
n war
(Urk. 7/79).
5.
2
Das
Gutachten
der Rehaklinik
Z._
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuch
ungen und berücksichtigt die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und insbesondere den
Obser
vationsunterlagen
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheits
zustand und Arbeitsfähigkeit werden a
usführlich begründet. Es
ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E. 1.4
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Die im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vorliegenden Diagnosen einer schweren Depression und einer anhaltenden somatoformen
Schmerz
störung
- welche damals zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und folglich zur Berentung
ge
führt
hatt
en -
konnte der psychiatrische Gutachter der Rehaklinik
Z._
anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht mehr feststellen.
Er legte nachvollziehbar und begründet dar, dass beim Beschwerdeführer aktuell keine psychische Störung nachweisbar ist.
Im Vergleich zum Gesundheits
zustand im Rahmen der rentenzusprechenden Verfügung
hat sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers aus gesamtgutachterlicher Sicht
nachweislich
erheblich verbessert und ihm ist eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (vorstehend E.
4.
7
.1
).
5.3
5.3
.1
Daran vermögen die übrigen Arztberichte
nichts zu ändern. Der Beschwerde
führer machte geltend, auf das Gutachten der Rehaklinik
Z._
könne nicht abgestellt werden, da mit Blick auf die wiederholten Suizidversuche sowie die zum Teil langdauernden stationären Klinikaufenthalte davon auszugehen sei, dass er eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit aufweise. Der psychiatrische Gutachter hätte Rückfragen bei den behandelnden Institutionen stellen müssen (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 20).
5.3
.2
D
ie Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen können bezüglich
Anforderungsprofil
für die Fachdisziplin Psychiatrie als Standard herangezogen werden. Sie haben zwar nicht verbindlich-behördlichen Charakter, formulieren aber doch den fachlich anerkannten Standard für eine sachgerechte, rechtsgleiche psychiatri
sche Beg
utachtungspraxis in der Schweiz
.
Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen und eröffnet dem be
gutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorge
gangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Beh
andlungs- und Abklärungsauftrag
kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, wel
che im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung
unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundes
ge
richts
8C_
945
/200
9 vom 23. September 2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen
).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Dr.
E._
setzte sich
eingehend
mit den vorhandenen Berichten und
ausdrück
lich
auch
mit jenen der Klinik
I._
(Bericht vom 29. Februar 2012, Urk. 7/187; Bericht vom 10. Dezember 2012, Urk. 7/205)
auseinander und legte aufgrund
seiner erhobenen Befunde und insbesondere der durch den Beschwer
deführer
- weitgehend identisch -
geschilderten subjektiven Angaben dar, dass das Bestehen einer relevanten Depression damals wie heute nicht belegt werden kann. Dies auch vor dem Hintergrund des ihm vorliegenden
Observationsmate
rials
, das den Ärzten der
I._
soweit ersi
chtlich
nicht vorlag.
Auf
fallend ist
im Ü
brigen
, dass der Beschwerdeführer auch gegenüber den Ärzten der
I._
Angaben machte, die sich nicht mit der Realität deckten: So gab der an einer Schlafstörung leidende Beschwerdeführer an, er trage nachts während vier bis fünf Stunden eine Maske. Bei der Auswertung des Geräts habe jedoch lediglich eine Tragedauer von durchschnittlich eineinhalb Stunden objektiviert werden können (Urk. 7/205/4 oben).
5.3
.3
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers seit der
polydis
zi
plinären
Begutachtung in der Rehaklinik
Z._
bis zum 14. August 2014 - bis zu diesem Datum erachtete die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt als abgeklärt und
entscheidfähig
(vgl. Urk. 2 S. 3 oben) -
ver
schlechtert hät
t
e beziehungsweise dass von jener Einschätzung Abstand zu nehmen wäre
, sind nicht ersichtlich
.
Weder der Bericht
von
Dr.
L._
vom 25. November 2013 (Urk. 7/251/20-21), der Bericht
vom 13. Dezember 2013 zur stationären
Rehabilitationsmass
nahme
vom 25. November bis 13. Dezember 2013
im
Rehazentrum
N._
(Urk. 7/251/15-16), der Bericht
der Ärzte der
I._
vom 26. Februar 2014 (Urk. 7/251/4-6; freiwilliger stationärer Eintritt infol
ge starker Suizidimpulse
mit Suizidfantasien)
noch
die Stellungnahme der
Fachpersonen
des Medizinischen Zentrums
J._
(
J._
)
vom 22. April 2014 (Urk. 7/251/1-3)
vermögen eine Verschlechterung zu belegen.
Insbesondere im Rahmen der Rehabilitation
nach
Spo
ndy
lodese
L5/S1 vom 1
5.
November 2013
im
Rehazentrum
N._
wurde festgehalten, dass die (Schmerz)
Angaben des Beschwerdeführers nicht gut verwertbar
und nicht immer schlüs
sige
Befunde zu erheben gewesen seien (Urk. 7/251/16 oben).
Auch hier zeig
t
en sich Diskrepanzen zwischen geklagten und objektivierbaren Beschwerden
, wie sie bereits zuvor
von
etlichen
Ärzten sowie aufgrund d
er Observationen festge
halten wo
rden
waren
.
Während des
Rehabilitationsa
ufenthaltes habe
d
er
Beschwerdeführer
sodann
weder an Panikattacken noch Verfolgungswahn gelitten (Urk. 7/251/18 Bemerkungen).
Schliesslich
wurde weder von
Dr.
L._
noch von den Ärzten des
Rehazentrums
N._
- es wurde über einen komplikationslosen postoperativen Verlauf und eine prob
lemlose
sukzessive
Mobilisation berichtet (vgl. Urk. 7/251/20 unten) - eine Arbeits
unfähigkeit attestiert.
Es fällt
im Weiteren
auf, dass sich die Ärzte der
I._
sowohl betreffend Diagnosestellung als auch bezüglich Einschätzung der Arbeitsfähig
ke
it in erster Linie an den vom Beschwerdeführer
beschriebenen Symptomen orientiert
en
(Urk.
7/251/4-6
).
Eine gesamthafte Würdigung unter Einbezug
der
Vorakten
und insbesondere des Gutachtens der Rehaklinik
Z._
sowie des Observationsmaterials fehlt
vollständig
und soweit ersichtlich waren ihnen diese
V
orakten
auch nicht bekannt.
Ein Abstellen auf diese Berichte fällt damit ohne
hin ausser Betracht.
Sodann vermag die Stellungnahme der
Fachpersonen
des
J._
das psychiatri
sche Teilgutachten der Rehaklinik
Z._
ebenso wenig
in Frage zu stellen: Entgegen der im genannten Bericht aufgeführten Darstellung
hatte
Dr.
E._
fest
gestellt
, dass aufgrund der Aktenlage mindestens bis im Sommer 2005 eine relevante depressive Komponente bestanden habe. Weiter ist nicht zutreffend, dass
Dr.
E._
die im Verlauf weiterhin diagnostizierte schwere Depression und die Suizid
versuche nicht berücksichtigt hät
t
e
.
Dr.
E._
setzte sich
im Gegenteil ausführlich
mit den vorhandenen - diagnostisch abweichenden - Berichten aus
einander und nahm auch zu den
genannten
Suizidversuchen Stellung (vgl.
Urk.
7/243/87-88
sowie vorstehend E. 4.
7
.2.2).
Im Lichte dessen, dass
Dr.
E._
das Vorliegen einer psychisch relevanten Erkrankung nachvollziehbar ausgeschlossen hat und sich gestützt auf dessen Gutachten sowie die Observationsergebnisse die bereits von den
Y._
-Gutach
tern aktenkundig gemachten Zweifel an der Validität der psychischen Beschwerdesymptomatik (E. 4.3; E. 4.6) dahingehend verdichtet haben, dass vielmehr von einer (bewusstseinsnahen) Demonstration der psychischen Beschwerdesymptomatik durch den Beschwerdeführer auszugehen ist (E. 4.7), sind die von den behandelnden Ärzten und Kliniken verfassten Berichte nicht geeignet, die Einschätzung des Gutachters
Dr.
E._
in Zweifel zu ziehen. Dies umso weniger,
als für die geltend gemachten Suizidversuche nachvollziehbare Berichte fehlen und die Klinikeintritte jeweils freiwillig erfolgten (
Urk.
7/187/4 oben;
Urk.
7/205/3;
Urk.
7/251/4).
5.4
5.4.1
Weiter ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Observationsunterlagen sowie insbesondere gestützt auf das Gutachten der Rehaklinik
Z._
retrospektiv von einer seit Dezember 2008 bestehenden Verbesserung
und
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausging.
5.4.2
Vorauszuschicken ist, dass ein
Observationsbericht für sich allein keine
sichere Basis für Sachverhalts
feststellungen betreffend den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person
bietet
. Im Verbund mit einer
– schlüssigen – fachärztlichen Stellungnahme ist er jedoch verwertbar und in eine gesamthafte Beweiswürdigung miteinzubeziehen (Urteil des Bundes
gerich
tes 9C_492/2012 vom 25. September 2012 E. 4.2 und E. 4.3).
5.4.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom 16. Dezember 2010 davon auszugehen, dass er aus psychiatrischen Grün
den weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig sei (Urk. 1 S. 6 f. Ziff. 17 ff.).
Dr.
E._
habe
sodann fest
gehalten
, dass das im Begutachtungszeitpunkt gezeigte Zustandsbild dasselbe gewesen sei wie jenes anlässlich der
Y._
-Begutachtung. Daraus sei aus rechtlicher Sicht zu folgern, dass ein im Wesentlichen gleich gebliebener Gesundheitszustand von einem neuen Gutachter anders beurteilt worden sei. Dies genüge nicht, um eine laufende Rente zu revidieren (Urk. 1 S. 8 Ziff. 21).
5.4.4
Sowohl im
Zeitpunkt
der beiden
Y._
-Begutachtungen als auch im Zeitpunkt
der Begutachtung in
Z._
präsentierte sich der Beschwerdeführer
sehr ähnlich bezüglich der geklagten Beschwerden (vgl.
Urk. 7/107/48-49 Ziff. 4.2;
Urk. 7/142/35 Ziff. 3.6 und Urk. 7/243/55-59
, Urk. 7/243/97-100, Urk. 7/243/129-130
)
.
Dr.
E._
folgerte
deshalb
, dass - mit Blick auf das Observationsmaterial -
im Zeitpunkt
der
zweiten Begutachtung beim
Y._
Ende Oktober 2010
das Zustandsbild bei im Wesentlichen deckungsgleichen Klagen des Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich gleich gewesen sei, wie es aktuell zu beurteilen sei.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers attes
tierten ihm die
Y._
-Gutachter nach Sichtung des Observationsmaterials keine 50%ige Arbeitsunfähigkeit mehr, sondern erachteten
vielmehr
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als gegeben
(vorstehend E.
4.6
)
. Ebenso wenig ist es zutreffend, dass die
Y._
-Gutachter „rein aufgrund von kurzen
Filmausschnitten“ (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 18) eine Beurteilung vornahmen:
Die
Y._
-
Gutachter unter
suchten den Beschwerdeführer
beide Male
eingehend.
I
m Rahmen der
zweiten
Begutachtung
vom Oktober 2010
lag ihnen noch kein aktuelles
Observations
material
vor, sie
wiesen
jedoch bereits gestützt auf die erhobenen Befunde
auf Inkonsistenzen und
eine
Selbstlimitierung hin (vgl. Urk. 7/159/3 und Urk. 7/
142 S. 18 oben, S. 22, S.
31 Ziff. 6.2 Mitte
).
Aufgrund der unterschiedlichen Art und Weise, wie sich der Beschwerdeführer in der Schweiz und in Bosnien verh
a
lt
en hatte
, schlossen
nebst den Gutachtern der Rehaklinik
Z._
auch die
Y._
-Gutachter darauf, dass eine die Arbeitsfähigkeit relevant einschränkende Depression oder Schmerzproblematik nicht vorliegen könne. Eine depressive Problematik
im Zeitpunkt der Begutachtung im Oktober 2010 war
zwar nach Einschätzung der
Y._
-Gutachter aufgrund der Untersuchungsbefunde und des Observationsmaterials nach wie vor nachvollziehbar, jedoch
war
im Vergleich zu den Ausführungen im
Gutachten die Schwere zu korrigieren und lediglich noch von einer leichten depressiven Episode
ohne relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen
(vorstehend E.
4.
6
)
.
Bereits im
Y._
-Gutachten vom Dezember 2008 gingen die Ärzte von vorgetäuschten Beschwerden aus und hielten fest, aufgrund der Untersuchungsergebnisse sowie der damals durchge
führten Observation sei höchstens von einer leichten depressiven Problematik auszugehen (vorstehend E. 4.3).
Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur gelten ohnehin grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesge
richts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivieren
den depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_195/2014 vom 12. Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen).
Somit ist gestützt auf die Ausführungen der Gutachter der Rehaklinik
Z._
und jener der
Y._
-Gutachter spätestens seit der Untersuchung im
Y._
im
Dezember
2008
von einer
gesundheitlichen
Verbesserung auszugehen.
5.
5
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das Gutachten der Rehaklinik
Z._
erstellt
, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert hat und ihm retrospektiv spätestens ab
der Begutachtung Ende Dezember
2008
wie
der eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar ist.
Diese gutachterliche Beurtei
lung vermag
insbesondere
mit Blick auf die im psychiatrischen Fachgutachten
der Rehaklinik
Z._
erhobenen Befunde sowie die weiteren Feststellungen des psychiatrischen
Gutachters
gerade im Zusammenhang mit dem
Observati
onsmaterial
(vorstehend E. 4.
7
.2)
zu überzeugen
.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob die Rentenaufhebung rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung zulässig war. Dies ist der Fall, wenn der
Leis
tungsbezüger
seiner nach Art. 77
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen war (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV).
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist
bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflus
sende Änderung für die Herabset
zung oder Aufhebung der Leistung in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird
. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt im Nor
malfall
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an
(Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a IVV). Rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an darf eine Leistung nur dann aufge
hoben werden, wenn die unrichtige Leistungsausrichtung darauf zurückzufüh
ren ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV).
Gemäss Art. 77 IVV hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesent
liche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirt
schaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle anzuzei
gen. Zur Annahme einer Meldepflichtverletzung gemäss Art. 77 IVV genügt auch ein nur leicht schuldhaftes Verhalten (vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz übe
r die Invalidenversicherung, 3.
Auflage
, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
. 147
zu
Art. 30-31 IVG).
6.2
Ein solches ist vorliegend fraglos gegeben.
Dem Beschwerdeführer musste
bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit bewusst sein, dass er nicht eine ganze Rente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % beziehen konnte, wenn es ihm zeitgleich möglich war, die im Rahmen der Observation dokumentierten Akti
vitäten ohn
e sichtbare
erhebliche
Einschränkungen psy
chischer und/oder phy
sischer Art zu bewältigen. Er hat
es aber nicht nur unterlassen
,
den
– zumindest seit 2008 (vgl. E.
5.5)
verbesserten Gesundheitszustand
zu melden
, sondern er hat – wie mit Blick
auf
die Ausführungen der
Y._
-Gutachter sowie der Gutachter der Rehaklinik
Z._
und
auf die Ergebnisse der
mehrfach
durch
ge
führten Überwachung feststeht –
im Rahmen ärztlicher Untersuchungen
viel
mehr
Beschwerden vorgetäuscht.
So sind Aktivitäten wie
regelmässig
mit Fami
lienmitgl
iedern zusammen
Einkaufen
zu gehen,
sich im Schrebergarten mit den Nachbarn
zu unterhalten, sich
auf einem belebten
Markt in Bosnien
aufzuhalten und sich dort
mit Marktverkäufern
zu
unterhalten
nicht vereinbar mit einem angeblich schwer depressiven Krankheitsbild
(vgl.
vorstehend E. 4.2 sowie
Observationsaufnahmen vom 25. März, 21. April und 6. Mai 2011)
.
Ebenfalls auffällig war
das gezeigte
kontroverse Verhalten bezüglich körperli
chen Einschränkungen: So zeigte
der Beschwerdeführer gemäss
Observations
bericht
zur Überwachung in der Zeit zwischen Oktober und Dezember 2008 an den Tagen, welche nicht im Kontext mit dem Aufenthalt im
Y._
standen, keine signifikanten körperlichen Einschränkun
gen
, am An- und Abreisetag zum
Y._
hielt er
jedoch seinen Oberkörper und Kopf steif und unbewegt (vorstehend E. 4.2).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit war auch der Gebrauch eines Gehstockes während der Observation zwischen März und Mai 2011, welchen er alternierend das eine Mal mit dem linken und ein anderes Mal dem rechten Arm zum Einsatz brachte, nicht aufgrund einer körperlichen Einschränkung nötig: So war es ihm ohne sichtbare Probleme möglich, sich während seines Ferienaufenthaltes in Bosnien
ohne Gehilfe - und trotzdem
ohne Einschränkung beim Gehen
-
zügig f
or
t
zubewegen (vgl. Observationsaufnahmen sowie vorstehend E. 4.5).
Nach Sichtung des Observationsmaterials haben die Ärzte des
Y._
ihre vorma
lige Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit denn auch korrigiert und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten attestiert (E. 4.6; vgl. auch
Urk.
7/174). Es steht damit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer mit für ihn erkennbaren irreführenden anamnestischen Angaben über sein tatsächliches Aktivitätsniveau getäuscht und damit die - spätestens seit 2008 - unrichtige Weiterausrichtung der Rente der Invalidenversicherung bewirkt hat. Hieran vermag entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 9) nichts zu ändern, dass die behandelnden Ärzte
O._
(
Urk.
7/175) und
Dr.
D._
(
Urk.
7/178) trotz Observierung des Beschwerdeführers an ihrer eigenen Ein
schätzung unverändert festhielten, ist doch davon auszugehen, dass auch sie vom Beschwerdeführer über
dessen Aktivitätsniveau getäuscht wurden. So beklagte sich der Beschwerdeführer gemäss Darstellung des Arztes
O._
nach der Rückkehr aus Bosnien bitter darüber, dass ihn seine Ehefrau nicht einmal habe den Rasen mähen lassen; er habe nur ein sehr kleines Rasenstück mähen dürfen, während der eigentliche Rasen von seiner Frau gemäht worden sei (
Urk.
7/175/2). Demgegenüber ergibt sich aus den Ausführungen von
Dr.
D._
, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers ihm in Bosnien Vorwürfe gemacht habe, sie müsse alles alleine machen, woraufhin er wütend den Rasen gemäht habe und danach ganz kaputt gewesen sei (
Urk.
7/178/2). Dass der Beschwer
deführer mit divergierenden Angaben betreffend seinen Tagesablauf die Ärzte im Unwissen über sein effektives Aktivitätsniveau liess, wird damit nachgerade belegt.
6.3
Indem der Beschwerdeführer gegenüber den Gutachtern - in Diskrepanz zu den Observationsbefunden - wiederholt angegeben hatte, er könne nur noch wenig tun beziehungsweise sei unfähig, die einfachsten Handreichungen im Alltag zu erledigen, sei ganz vergesslich und halte sich sehr viel in seinem Zimmer auf, um der Familie nicht zur Last zu fallen (
Urk.
7/107/41-42,
Urk.
7/142/12-13, E. 4.7.2.1), hat er nicht bestehende Einschränkungen vorgetäuscht beziehungs
weise seine effektiven funktionellen Möglichkeiten verheimlicht. Dieses Vortäuschen lässt den einzigen Schluss zu, dass der Beschwerdeführer sehr wohl um die Erheblichkeit der eingetretenen Gesundheitsverbesserung beziehungs
weise um die erwerbliche Verwertbarkeit seiner Fähigkeit wusste, womit eine schuldhafte Meldepflichtverletzung zu bejahen ist (E. 6.1; Urteile des Bundesge
richts 8C_349/2015 vom
2.
November 2015 E.
5.
und 9C_338/2015 vom 1
2.
November 2015 E. 4.2). Nachdem sich die Hinweise auf das irreführende Verhalten des Beschwerdeführers erst durch die Stellungnahme der
Y._
-Gut
achter vom Juli 2011 (E. 4.6) dergestalt verdichteten, dass die
Beschwerdegeg
nerin
von einem erheblich veränderten Gesundheitszustand auszugehen hatte und sich zur vorsorglichen Einstellung der Rente per August 2011 gezwungen sah, ist der Kausalzusammenhang zwischen Meldepflichtverletzung und
Weiter
ausrichtung
der Rente bis im Juli 2011 gegeben. Die Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht die Rente rückwirkend eingestellt und die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit per
1.
Januar 2009 berücksichtigt (vorstehend E. 5.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_1022/2012 vom 1
6.
Mai 201
3.
E. 3.3).
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines spätestens seit Ende Dezember 2008 verbesserten Gesundheitszustandes
keinen Rentenanspruch mehr hat.
Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt bis zum 14. August 2014 abge
klärt und den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im Rahmen der ange
fochtenen Verfügung bis zu diesem Zeitpunkt beurteilt. Die nach dem 14. August 2014 eingegangenen Berichte der
P._
(
P._
) vom 25. November 2014 (Urk. 7/253, vgl. auch Urk. 11/3), der
I._
vom 25. Februar 2015 (Urk. 7/255) und der Ärzte des Medizinischen Zentrums
K._
(
K._
) vom 28. September 2015 (Urk. 7/266) sowie die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingegangenen Berichte der Ärzte der
P._
vom 15. Dezember 2015 (Urk. 11/2) und vom 16. März 2016 (Urk. 11/1
) lassen
auf das bereits B
ekannte - und wie dargelegt mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit bewusst vorgetäuschte - Beschwerdebild
schliessen
. Eine
abschliessende
Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin und insbesondere eine Verfügung darüber ist jedoch noch ausstehend und von der
Beschwerde
gegnerin
an die Hand zu nehmen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 1‘000.--
anzusetzen. Entsprechend dem
Ausgang des Verfahrens sind
sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.