# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b533787e-6991-44df-9931-c493c77d95d8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 22. November 2017 erstattete X._ Strafanzeige gegen Y._, Leiter A._, wegen Diebstahls gemäss Art. 139 StGB, Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 StGB und Erschleichung einer falschen Beurkundung gemäss Art. 253 StGB. In seiner Begründung bezog sich X._ auf eine Verfügung des Strassenverkehrsamtes Graubünden vom 23. Juli 2008. Darin werde auf ein Strafmandat des Kreispräsidenten Domleschg vom 29. November 2006 betreffend einen Vorfall vom 16. Juni 2006 verwiesen und ausgeführt, das Strafmandat sei in Rechtskraft erwachsen. Dies treffe aber nicht zu. Vielmehr sei die besagte Verfügung des Strassenverkehrsamtes Graubünden erlassen worden, bevor am 12. November 2008 das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden betreffend den Vorfall vom 16. Juni 2006 ergangen sei.
B. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2017 wurde X._ von der Staatsanwaltschaft Graubünden aufgefordert, fehlende Unterlagen nachzureichen. Am 22. Dezember 2017 reichte X._ einen Teil der einverlangten Unterlagen nach.
C. Mit Schreiben vom 12. Januar 2018 wurde Y._ von der Staatsanwaltschaft Graubünden um Zustellung der Akten des Administrativverfahrens Ref. Nr. _ in Sachen X._ und um Stellungnahme zu den Vorwürfen in der Strafanzeige ersucht. Am 15. Januar 2018 reichte Y._ die angeforderten Akten und seine Stellungnahme ein.
D. Am 16. Januar 2018, mitgeteilt am 17. Januar 2018, erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Nichtanhandnahmeverfügung. In ihrer Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass die Eröffnung einer Strafuntersuchung das Vorliegen eines konkreten bzw. hinreichenden Tatverdachts voraussetze. Beim Entscheid über die Eröffnung eines Strafverfahrens sei der zur Anzeige gebrachte Sachverhalt ausschliesslich unter strafrechtlichen Gesichtspunkten und allein im Hinblick auf konkrete Anhaltspunkte für einen hinreichenden Tatverdacht zu beurteilen. Im Strafverfahren könne es nicht darum gehen, vorausgegangene Streitigkeiten zivil- oder verwaltungsrechtlicher Natur im Nachhinein auf deren Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. Das Y._ vorgeworfene Verhalten erfülle die von X._ geltend gemachten Tatbestände nicht.
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E. Hiergegen erhob X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 19. Januar 2018 (persönlich überbracht am 22. Januar 2018) Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden und beantragte sinngemäss, die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung sei aufzuheben und eine Strafuntersuchung sei anhand zu nehmen. Des Weiteren bezichtigte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde weitere Personen strafbarer Handlungen und verwies wiederholt auf andere Angelegenheiten.
F. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 23. Januar 2018 wurde die Staatsanwaltschaft Graubünden aufgefordert, bis am 31. Januar 2018 sämtliche Akten einzureichen. Auf die Einholung von Stellungnahmen wurde indessen verzichtet.
G. Mit Schreiben vom 03. Februar 2018 (Poststempel 09. Februar 2018) reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert eine weitere (verspätete) Eingabe ein.
H. Mit Schreiben vom 28. Februar 2018 (Poststempel 01. März 2018) an das Kantonsgericht von Graubünden ersuchte der Beschwerdeführer um Einsicht in die staatsanwaltlichen Verfahrensakten EK._ und bemängelte, dass diese anlässlich seines Vortritts beim Kantonsgericht von Graubünden nicht vorgelegen seien. Sinngemäss beantragte er deren Beizug.
I. Mit Schreiben des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 05. März 2018 an den Beschwerdeführer wurde dem Begehren um Beizug und Einsicht in die besagten Verfahrensakten nicht stattgegeben. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass weder die Ausführungen in der Beschwerde, noch jene im  nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten  Schreiben vom 03. Februar 2018 (Poststempel 09. Februar 2018), noch jene im neuerlichen Schreiben vom 28. Februar 2018 (Poststempel 01. März 2018) nachvollziehen liessen, inwieweit diese Akten für das Verfahren gegen Y._ von Relevanz sein sollen (vgl. dazu auch nachfolgend E. 6).
J. Am 08. März 2018 und am 21. April 2018 reichte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht von Graubünden  erneut unaufgefordert  weitere Eingaben ein.
K. Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde sowie in der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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II. Erwägungen
1.1. Nach Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Beschwerde erhoben werden. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 22 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) das Kantonsgericht von Graubünden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.100]). Nach Art. 396 Abs. 1 StPO beträgt die Beschwerdefrist zehn Tage seit der schriftlichen oder mündlichen Eröffnung des Entscheids.
1.2. Die vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde richtet sich gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Januar 2018 und damit gegen ein taugliches Anfechtungsobjekt. Die besagte Nichtanhandnahmeverfügung wurde dem Beschwerdeführer am 17. Januar 2018 mitgeteilt (vgl. act. B.1). Mit Einreichen der Beschwerde am 22. Januar 2018 ist die Beschwerdefrist somit gewahrt (vgl. act. A.1).
2.1. Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO kann die Nichtanhandnahmeverfügung von den Parteien angefochten werden. Parteien sind im Haupt- und Rechtsmittelverfahren neben der Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sowie der Privatkläger (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger gilt der Geschädigte, der ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). In der Erklärung (Konstituierung) kann die geschädigte Person kumulativ oder alternativ die Verfolgung und Bestrafung der für die Straftat verantwortlichen Personen verlangen (Strafklage) bzw. adhäsionsweise privatrechtliche Ansprüche geltend machen (Zivilklage), die aus der Straftat abgeleitet werden (Art. 119 Abs. 2 StPO). Es ist Aufgabe der Behörde und damit vorab des Staatsanwalts, den Geschädigten zu eindeutigen Erklärungen zu veranlassen, in welche Richtung er sich als Partei im Strafverfahren beteiligen will. Die Konstituierung ist bis zum Abschluss des Vorverfahrens möglich. Dieses wird entweder durch Nichtanhandnahmeverfügung, Einstellung des Verfahrens, Anklageerhebung oder Erlass eines Strafbefehls beendet. Die Legitimation zur Ergreifung eines Rechtsmittels gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung setzt im Regelfall eine Konstituierung vor dem Erlass der Verfügung voraus. Eine Ausnahme muss für den Fall gelten, in welchem sich der Geschädigte nicht
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rechtzeitig konstituieren konnte, beispielsweise weil er von der Staatsanwaltschaft nicht auf die Möglichkeit der Konstituierung im Sinne von Art. 118 Abs. 4 StPO hingewiesen wurde oder wenn eine Nichtanhandnahmeverfügung ganz zu Beginn des Vorverfahrens ergeht (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 11 zu Art. 118 StPO; Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011 [zit. Patrick Guidon, Beschwerde], N 280 ff.).
2.2. Vorliegend ist in Anbetracht der in der vom Beschwerdeführer erhobenen Strafanzeige enthaltenen Erklärungen fraglich, ob er sich mit genügender Klarheit als Privatkläger konstituiert hat. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass es die  offenbar aufgrund des Verfahrensstadiums (Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung zu Beginn des Vorverfahrens) unterlassen hatte, den Beschwerdeführer auf das Konstituierungsrecht hinzuweisen. Jedenfalls ist ein solcher Hinweis den Akten nicht zu entnehmen. Der Beschwerdeführer könnte sich somit immer noch im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens rechtsgültig konstituieren (vgl. Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, a.a.O., N 12a zu Art. 118 StPO). Aufgrund der Ausführungen in der Beschwerdeschrift ist  jedenfalls unter Berücksichtigung, dass es sich dabei um eine Laieneingabe handelt  davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer zumindest als Strafkläger rechtsgenügend konstituiert hat, womit die Beschwerdelegitimation zu bejahen ist.
3. Mit der Beschwerde können nach Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden. Die Beschwerde stellt somit ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel dar. Die Rechtsmittelinstanz verfügt über eine volle Kognition und kann die angefochtene Verfügung vollständig in allen Rechts- und Tatfragen überprüfen (vgl. Patrick Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014 [zit. Patrick Guidon, BSK-StPO], N 15 zu Art. 393 StPO).
4.1. Nach Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde zu begründen. Der Beschwerdeführer hat zunächst genau anzugeben, welche Punkte des Entscheids er anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO). Der Beschwerdeantrag muss auf Änderung
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oder Aufhebung einer oder mehrerer Dispositivpunkte lauten, sofern solche vorhanden sind. Beschwerde kann nur gegen das Dispositiv der angefochtenen Verfahrenshandlung, nicht aber gegen die Erwägungen geführt werden. Dabei hat der Beschwerdeführer zum Ausdruck zu bringen, in welchem Sinne er die angefochtene hoheitliche Verfahrenshandlung geändert haben möchte. Zu beachten bleibt, dass die Anträge bzw. die Angabe der angefochtenen Punkte durch die fragliche hoheitliche Verfahrenshandlung begrenzt werden. Der Streitgegenstand kann vom Beschwerdeführer nicht frei bestimmt werden, sondern wird durch die angefochtene Verfahrenshandlung grundsätzlich verbindlich festgelegt; die Beschwerde-instanz soll nicht Gegenstände beurteilen, über welche die vorinstanzliche Strafbehörde nicht entschieden hat. Sodann hat der Beschwerdeführer genau anzugeben, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). In der Begründung ist schlüssig zu behaupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist (vgl. Patrick Guidon, BSK-StPO, N 9b f. zu Art. 396 StGB). Die Anforderungen an die Beschwerdebegründung dürfen zwar nicht überspannt werden, doch hat sich die Begründung zumindest in minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Verfahrenshandlung auseinanderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Beschwerde, N 392 mit Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 1.3). Daran mangelt es, wenn die Richtigkeit der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur pauschal bestritten wird. Die Gründe, welche einen anderen Entscheid nahelegen, müssen sich im Prinzip aus der Beschwerdeschrift selbst ergeben. Folglich genügen allgemeine Verweise auf Ausführungen in Rechtsschriften anderer Verfahren oder gar auf die Gesamtheit der Akten nicht, da es nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz sein kann, in Eingaben an andere Behörden oder anderen Verfahren nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte bzw. auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt beruhen soll (vgl. Patrick Guidon, , N 9c zu Art. 396 StPO). Schliesslich ist genau anzugeben, welche Beweismittel angerufen werden (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO).
4.2. Die Anforderungen an die Begründung der Beschwerde sind relativ hoch. Dies ändert nichts daran, dass bereits die Beschwerdeschrift selbst die Begründung im vorstehend umrissenen Sinne zu enthalten hat und eine nachträgliche Ergänzung, Vervollständigung oder Korrektur grundsätzlich nicht zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_183/2012 vom 20. November 2012 E. 2). Namentlich von fachkundigen Personen wie Rechtsanwälten kann erwartet werden, dass sie die Beschwerde formgerecht einreichen. Entsprechend hat in
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## Considerations