# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab252769-231a-49c7-95dd-84b7486b1979
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
war seit dem 1. Juni 2011 bei der
Y._
AG als kaufmännische Angestellte angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom 23. August 2017 verspürte die Versicherte am 17. August 2017 beim Rennen plötzlich einen starken Stich im Knie
. Die medizinische Erstvorstellung erfolgte am
19. August 2017 bei Dr.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
(Urk.
9/1
).
Die Suva
übernahm
daraufhin die
Kosten der konservativen Behandlung
(Urk. 9/2).
Am 4. Oktober 2017 wurde im Spital
A._
ein MRI des linken Kniegelenks durchgeführt (Urk. 9/17).
Hernach wurde die Versicherte von Dr.
B._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, ambulant betreut (Urk. 9/10-12) und nahm
regelmässig
Physio
therapie in Anspruch
(Urk. 9/3, Urk. 9/4
).
A
m
22. Juni 2018
führte Dr.
B._
am linken Kniegelenk eine Arthroskopie mit
Adhäsiolyse
Narbenresektion,
Osteo
phytenresektion
sowie laterale
r
Meniskusnaht
durch
(Urk. 9/20
/2-3, vgl. Aus
tritts
bericht vom 22. Juni 2018 [Urk. 9/20
/4-5
]).
Nach
Beizug
der intraope
rativen Videoprints (vgl. Urk. 9/26-27, Urk. 9/30) erstattete Dr.
C._
, Fachärztin für Chirurg
ie, am 12
. Juli 2018 eine krei
särztliche Stellungnahme (Urk. 9
/31).
Mit Schreiben vom 12. Juli 2018 teilte die Suva der
Versicherten mit, dass sie
die Kosten für den operativen Eingriff nicht übernehme
(Urk.
9/32
),
wo
mit sich die Versicherte nicht einverstanden erklärte
(
Urk. 9/37,
vgl.
Urk. 9/34
).
Mit Verfügung vom 24.
J
uli
2018 verneinte die Suva
eine
Leistungspflicht (Urk. 9/39).
Nachdem die Versicherte am 9. August 2018 dagegen Einsprache er
ho
ben hatte (Urk. 9/42), legte die Suva das Dossier erneut ihrer Versicherungs
medizin
zur Stellungnahme
vor (Ärztliche Beurteilung von Dr.
C._
vom 14. August 2018 [Urk. 9/45]).
Mit
Einspracheentscheid
vom 18. Dezember 2018 wies die Suva die erhobene Einsprache ab. Der
Ei
nspracheentscheid
wurde auch dem
Krankenversicherer zugestellt
(Urk. 2 = Urk. 9/51).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 30. Januar 2019 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom 18. Dezember 2018 aufzuheben und es seien ihr Unfallversicherungsleistungen auszurichten. Eventuell sei die Streitsache zu weiteren Abklärungen (insbesondere einem orthopädischen Gutachten) an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (Urk. 1).
Ihrer Beschwerde legte die Ver
sicher
te eine Beurteilung von Dr.
B._
vom 22. Januar 2019 bei (Urk. 3). Mit Be
schwer
deantwort vom 6. März 2019 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 7,
unter Beilage
einer
Stellungnahme von Dr.
C._
vom
26. Februar 2019 [Urk. 8]
und ihrer Akten [Urk. 9/1-55]
).
Im Rahmen eines zwei
ten Schriftenwechsels (Urk. 10) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest (Replik vom
29. April 2019
[
Urk. 13
]
,
Duplik vom
16. Mai 2019
[Urk. 16])
.
Auf
die Vorbringen
der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwä
gung
en eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV
) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis trat
am
17. August 2017
ein
, weshalb die
ab
dem 1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden
und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.2.1
Ein Unfall ist
gemäss
Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors auf den menschlichen Kör
p
er, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Das Ereignis vom 17. August 2017 wird in der Bagatellunfall-Unfallmeldung vom 23. August 2017 (Urk. 9/1) wie folgt geschildert: «Übriger Sport: Beim Rennen verspürte die Versicherte plötzlich einen starken Stich im Knie. Das Knie schwoll
sofort an und konnte nicht mehr ganz durchgestreckt werden». Im nicht unter
zeichneten Arztzeugnis vom 15. Mai 2018 (Urk. 9/13) wird geschildert, dass die Beschwerdeführerin auf der Chinawiese das linke Knie verdreht habe; danach sei es zu Blockaden gekommen. Frau Dr.
B._
führte im Arztbericht am 2.
November 2017 aus (Urk. 9/12), die Beschwerdeführerin habe über ein leichtes Distorsionstrauma beim Rennen auf dem Rasen mit anschliessend plötzlich auf
ge
tretenem Knacken im
anterolateralen
Gelenkaspekt und seitdem rezidivierende Episoden berichtet. Der erstbehandelnde Arzt Dr.
Z._
gab im Bericht vom 30.
Juli 2018 (Urk. 9/41) an, die Beschwerdeführerin habe beim Rennen auf dem Rasen am 17. August 2017 ein Distorsionstrauma mit stichartigen Schmerzen, Schwellung und Streckhemmung im Knie links erlitten.
1.2.3
Hieraus ergibt sich, dass sich kein Unfall im Rechtssinne ereignete, da eine plötz
liche, nicht beabsichtigte Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Fak
tors, worunter beispielsweise auch ein Sturz fallen würde, fehlt. Ob sich die erst später geschilderte (leichte) Distorsion auf unebenem Gelände ereignet hat oder nicht und wann (ob unmittelbar vor dem einschiessenden Schmerz oder nachher), kann dabei offenbleiben.
1.3
1.3.1
Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädi
gung
en, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sin
d (
Art. 6
Abs. 2
UVG
): Knochenbrüche (lit.
a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusri
sse (lit. c), Muskelrisse (lit.
d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Ausserdem
er
bringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3.2
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG ge
nannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organi
sation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil 8C_22/2019 vom 24. September 2019 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegen
beweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallver
sicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der
abnütz
ungs
- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerl
ichen
und benennbaren Ereignis –
nicht zuletzt auch auf
grund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungs
deck
ung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Ver
diens
tes; intertempo
ralrechtliche Fragestellungen) –
auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu be
rücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstma
ligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indi
zien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medi
zinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskrä
ftige ärztliche Einschätzungen –
mit dem Beweisgrad der üb
erwiegenden Wahrscheinlichkeit –
nachzuweisen, dass die frag
liche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfall
ver
sicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit
schliessen
(BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2
.1
Dem
Bericht über die
MRI-Untersuchung vom
4.
Oktober 2017
im Spital
A._
lassen sich folgende Befunde entnehmen: Diskretes,
subchondrales
Knochen
marks
ödem angrenzend an einen diskreten Knorpeleinriss im mittleren Drittel des lateralen
Femurcondyls
bei ausgedünntem Knorpel.
Signalinhomogenitäten
auch im Knorpel
retropatellär
. Intakte Kreuzbänder, intakte Kollateralbänder und intakte
Retinaculae
. Bei Status nach
Teilmeniskektomie
im lateralen Meniskus sei dieser in der Pars
intermedia
deutlich verkürzt, der verbleibende Meniskus sowie der mediale Meniskus seien intakt. Kein Gelenkserguss. Regelrechter
Hoffa’s
cher
Fettkörper. Intaktes
Lig
.
p
atellae
. Oberflächliche Knorpelrisse des retropatellaren Knorpels. Gering ausgeprägte Baker-Zyste mit 2,8 x 1,5 x 0,6 cm. Kein freier Gelenkskörper.
Bis auf die Volumenreduktion des lateralen Meniskus bei
Teilmeniskektomie
(ca. 1997) bestünden regelrechte
Meniski
. Es bestehe eine signifikante
Chondropathie
am lateralen
Femurcondyl
bei Status nach
Teilmeniskektomie
(Urk. 9/17)
.
2
.2
Dr.
B._
diagnostizierte im
Operationsbericht vom 26. Juni 2018
eine
Post
ero
laterale
Meniskusläsion
,
Osteophyten
intercondylär
sowie ventral des
vorde
ren Kreuzbandes (
VKBs
)
und Vernarbung
infrapatellär
Knieg
elenk links. Intra
operativ zeig
e sich eine
mässiggradige
Synovitis
im oberen
Recessus
sowie eine Vernarbung
infrapatellär
bei Status nach bereits erfolgtem Knieeingriff. Im medi
alen Kompartiment
zeige
sich eine Knorpelschädigung an der medialen
Femur
kondyl
e
nahe zur
Eminencia
hin
. In der
Eminencia
zeig
e sich rund um das
VKB
ein deutlicher
Osteophyt
, welcher in Streckstellung auch
impigiere
und den Knorpelschaden der
Femurkondyle
verursache. Zudem
zeige
sich in der dyna
mischen Untersuchung auch ein
Ost
eophyt
ventral des
VKB
-Ansatzes
, welcher ebenfalls in Streckstellung ein
Impingement
ver
ursache
und zu einer Knorpel
eindellung an de
r
anteromedialen
Femurkondyle
füh
re
. Im lateralen Kompar
timent
zeige
sich ganz
posterior
am
Tibiaplateau
und an der
Femurkondyle
ein deutlicher Knorpelschaden zwe
i- bis lokal
drittgradig
. Ursächlich hierfür sei eine longitudinale Läsion des Meniskus. Der Meniskus sei bereits voroperiert und vor
reseziert und deutlich verschmälert. Es resultiere noch eine knappe Randleiste.
Diese sei jedoch komplett gelockert. Daher
erfolge der Entscheid
, den Meniskus zu
refixieren
(Urk. 9/20/2)
.
2
.3
In ihrer kreisärztlichen Stellungnahme vom
12
. Juli 2018
führte Dr.
C._
aus,
der erhobene Befund würde eine
Listendiagnose, nämlich Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG darstellen. Die diagnostizierte Körperschädigung sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen, da intraoperativ bereits ein Status nach Meniskus-Operation und ein Knorpel
scha
den von 2-3° festgestellt worden sei
en
(Urk. 9/31)
.
In
der
Beurteilung
vom 14. August 2018 führte Dr.
C._
aus,
im vorliegenden Fall würde
n
ein Status nach
Teilmeniskektomie
1997 sowie ein vorbestehendes
Genu
valgum
bestehen. Entsprechend zeigte sich im MRI des Kniegelenkes links vom 4. Oktober 2017, knapp
sechs
Wochen nach
Ereignisd
atum, im Bereich des lateralen
Femurkondylus
eine ausgedehnte Knorpelveränderung/
Chondropathie
, welche gut mit dem Status nach
Teilmeniskektomie
lateral und anlagebedingter X-Beinstellung erklärt und nachvollzogen werden könne. Im vorliegenden MRI,
sechs
Wochen nach angegebenem Datum, seien keine frischen traumatischen struk
tu
rellen Läsionen im Bereich der Kreuzbänder, Kollateralbänder nachweis
bar. Auch liege bildmorphologisch kein intraartikulärer Erguss vor. Die Verände
rungen im Bereich des Meniskus seien ausreichend durch die degenerativen Veränderungen bzw.
den
Status nach
Teilmeniskektomie
erklärt. Im vorliegenden Operations
bericht vom 22. Juni 2018 mit den intraoperativ angefertigten Video
prints zeigten sich Vernarbungen
infrapatellär
bei Status nach erfolgtem Knie
eingriff sowie Knorpelschädigung im Bereich des medialen
Femurkondylus
, deut
licher
Osteophyt
um das vordere Kreuzband, des Weiteren Knorpelschaden im lateralen Kompartiment, zweit- bis
drittgradig
bei voroperiertem/vorreseziertem und deut
lich verschmälertem Meniskus –
diese Befunde würden allesamt degene
rativen Veränderungen und keiner frischen Läsion entsprechen. Entsprechend halte
sie an ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2018 fest, wonach zwar eine Listen
diagnose c vorliege, diese jedoch vor allem auf Abnutzung, degenerative Verän
de
rung bei Status nach
Teilmeniskektomie
vor Jahren mit Ausbildung von zweit- bis
dritt
gra
digem
Knorpelschaden, vor
allem lateral, zurückzuführen sei (Urk. 9/45/3).
2
.4
In ihrer ärztlichen Beurteilung
vom 22. Januar 2019
wertete Dr.
B._
die Läsion des lateralen Meniskus als unfallbedingte Schädigung. Die übrigen intra
operativen Befunde seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Ursache, wobei bei den Knorpelläsionen im lateralen Kompartiment nicht sicher ausgeschlossen werden könne, dass auch hier ein gewisser Zusammenhang mit der traumatisch bedingten Meniskusläsion bestehe. Ein instabiler Meniskus könne
im Zeitverlauf bekanntermassen zu einer lokalen Knorpelschädigung führen. Für eine unfallbedingte Ursache der Meniskusläsion
sprächen zum einen die Riss
for
mation (kapselnaher Abriss), die Tatsache, dass keine degenerativen Verände
rung
en des Meniskus in der MRI-Untersuchung vom 4. Oktober 2017
als auch intra
operativ
am 22. Juni 2018 festzustellen gewesen
seie
n (lediglich eine Ver
schmälerung bei Status nach
Teilmeniskektomie
) und auch die Klinik der Pati
entin mit Schilderung von Gelenksblockaden als Folge des Unfallereignisses. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden, welche letztendlich zur
Vor
stellung beim Hausarzt, dann in der Orthopädischen Sprechstunde und schlu
ss
endlich zur Operation
ge
führt
hätt
en
,
seien Gelenksblockaden gewesen. Die Be
schwerden der Beschwerdeführerin mit rezidivierenden Gelenksblockaden seien damit direkt auf die laterale Meniskusläsion und diese wiederum auf das Unfall
ereignis vom 17. August 2017 mit Distorsion des linken Kniegelenks zurück
zu
führen
(Urk. 3)
.
2
.5
In ihrer kreisärztlichen
Stellungnahme vom 26. Februar 2019
führte
Dr.
C._
aus,
ein Distorsionsereignis sei dann in der Lage, eine Meniskusverletzung zu verursachen, wenn vorliege: (1) fluchtartige Ausweichbewegung unter Drehung des Oberkörpers bei fixiertem Fuss, (2) schwungvolle Körperdrehung bei Hängen
bleiben des Standbeines im Sport oder (3) plötzliche Streckung des gebeugten
und rotierten Unterschenkels (Drehsturz). Entsprechend der dokumentierten Anam
nese im Erstbehandlungsbericht seitens Dr.
B._
s sei kein geeigneter Ereignisab
lauf beschrieben. Entsprechend sei ihre erste Arbeitsdiagnose auch ein Verdacht auf Subluxationsereignisse der Patella gewesen. Weder der in der Schadens
meldung dokumentierte Ereignisablauf noch der in der in der Anamnese von Dr.
B._
beschriebene seien geeignet, eine isolierte Meniskusverletzung aus pathophysiologischer Sicht zu bewirken.
Intraoperativ werde eine longitudinale Läsion des Meniskus beschrieben. Aus pathophysiologischer Sicht seien Längsrisse am häufigsten, entsprechend dem Aufbau der Längsrichtung der Kollagenfasern des Meniskus,
welche
bei geeig
neter rezi
di
vierender
Einwirkung
/Auseinanderweichen und vor allem bei degene
rativ verändertem Meniskus auftreten
würden.
D
er Restmeniskus sei bereits durch die frühere
Teilmeniskektomie
verändert gewesen
. Intraoperativ werde des Wei
teren eine gelockerte knappe Randleiste am Aussenmeniskus beschrieben und es werde kein durchgehender Riss beschrieben. Nach dieser Zeit sei diese Verände
rung nicht eindeutig auf das Ereignis von vor 10 Monaten zurückzuführen, da im MRI 7 Wochen nach Ereignis, kein Kontinuitätsunterbruch oder eine Lockerung des Gewebsrandes oder Signalalterationen, welche auf frische Veränderungen hin
deuteten, beschrieben würden
.
Auch die
intraoperativ
beschriebenen Veränderungen
wie
Vernarbungen, Adhä
sio
nen, Knorpelschädigungen am medialen lateralen
Femurcondylus
,
Osteophyt
im Bereich des vorderen Kreuzbandes, wobei intraoperativ auch der
impigierte
Knorpelschaden der
Femurkondylen
aufgrund des
Osteophyten
beschrieben werde
, seien eindeutig degenerativer Natur.
Es werde an der Beurteilung festgehalten, wonach die diagnostizierte Meniskus
läsion mit überwiegender Wahrscheinl
ichkeit vorwiegend auf Abnutzung
bzw. Erkrankung zurückzuführen sei
(Urk. 8)
.
3
.
3
.1
Ausgewiesen
und von Seiten der
Beschwerdegegnerin
anerkannt
ist
, dass
eine
Listendiagnose
gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG
vorliegt
(
Urk. 2 S. 4-5, E. 3.3 und
Urk. 9/31/1).
Damit ist die
Beschwerdegegnerin
grundsätzlich leistungspflichtig (Art. 6 Abs. 2 UVG).
Zu klären
bleibt
, ob sich die
Beschwerdegegnerin
im ange
fochtenen Entscheid
zurecht auf den Standpunkt stellte, die
Meniskusläsion
sei vor allem auf Abnutzung und degenerative Veränderungen zurückzuführen, wo
mit eine Leistungspflicht
für den operativen Eingriff
entfalle
.
3.2
3.
2.
1
Der angefochtene Entscheid basiert massgeblich auf der kreisärztlichen Beur
tei
lung
von Dr.
C._
vom
14. August 2018
(Urk. 9/45/3, E. 3.3, vgl. Urk. 2 S. 4-5
)
.
Dr.
C._
verfügt als Fachärztin für Chirurgie
einerseits über eine für die Beur
teilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung.
Andererseits berücksichtigte sie s
ämtliche medizinischen
Vorakten
einschliesslich
Bildern
und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch
sowie intraoperativ
erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusammenhängen auseinander. In ihre Be
ur
teilung bezog sie einerseits mit ein,
dass es sich um einen
zirka
1997
vorope
rierten bzw. vorresezierten Meniskus handelt und sich intraoperativ Vernar
bung
en
infrapatellär
bei Status nach erfolgtem Knieeingriff sowie Knorpelschädi
gungen im Bereich des medialen
Femurkondylus
, ein deutlicher
Osteophyt
um da
s vordere Kreuzband sowie ein zweit- bis
drittgradiger
Knorpelschaden im lateralen Kompartiment ergaben, welche sie allesamt degenerativen Verände
rungen und nicht einer frischen Läsion zuschrieb.
Zudem
wies Dr.
C._
darauf
hin, dass im 6 Wochen nach dem angegebenen Ereignis erstellten MRI keine frischen trau
matischen strukturellen Läsionen im Bereich der Kreuzbänder/Kollateralbänder nachweisbar waren und bildmorphologisch kein intraartikulärer Erguss vorlag.
Dr.
C._
legte somit
grundsätzlich
in nachvollziehbarer Weise dar, weshalb
sie
zur Einschätzung gelangte,
die
Meniskusläsion
sei vorwiegend auf Abnützung
und degenerative Veränderungen
zurückzuführen.
3.2
.2
Den Befunden widersprach Dr.
B._
in ihrer
Beurteilung vom 22. Januar 2019
grundsätzlich nicht, beurteilte
die Läsion des lateralen Meniskus
jedoch
als unfallbedingt
,
möglicherweise sekundär auch
die Knorpelläsionen
.
Als Begrün
dung ihrer Kausalitätsbeurteilung
führte sie
einerseits die Rissformation (kapsel
naher Abriss) und
andererseits
die Tatsache, dass
weder
in der MRI-Untersuchung vom 4. Oktober 2017
noch
intraoperativ
degenerative
Veränderungen des Menis
kus festzustellen gewesen seien (lediglich eine Verschmälerung bei
Status nach
Teilmeniskektomie
), sowie
die Klinik der Beschwerdeführerin mit Schilderung von Gelenksblockaden
an
. Weder eine Knorpelläsion ohne freien Gelenkkörper noch ein stationärer ventraler
Osteophyt
seien geeignet, eine Gelenksblockade zu ver
ursachen. Typischerweise verursache jedoch eine instabile Meniskusläsion rezidi
vie
rende Gelenksblockaden (Urk. 1 S. 4-5, vgl. E. 3.4).
Zu
diesen Vorbringen
nahm Dr.
C._
am 26. Februar 2019
ergänzend
Stellung (Urk. 8).
Dabei wies sie daraufhin,
dass im MRI 7 Wochen nach dem Ereignis kein Kontinuitätsunterbruch oder eine Lockerung des Geweberandes oder Signalal
tera
tionen, welche auf frische Veränderungen hindeuten würden, beschrieben würden.
Auch die gelockerte knappe Randleiste am Aussenmeniskus
sei
erst
intra
operativ festgestellt
worden
.
Zudem
gab Dr.
C._
zu bedenken, dass
die
longitudinale Meniskusläsion
– bei längsverlaufenden Kollateralfasern –
vor allem
bei
einem
degenerati
v veränderten
Meniskus auftrete
, wobei der Meniskus vorliegend bereits durch eine frühere
Teilmeniskektomie
verändert worden sei (Urk. 8 S. 2
-3
).
Damit hat Dr.
C._
schlüssig widerlegt, dass die Rissformation gegen eine überwiegend degenerative Verursachung der Meniskusläsion spricht.
Davon, dass
– wie von der
Beschwerdeführerin
vorgebracht –
weder in der MRI-Untersuchung vom 4. Oktober 2017 noch intraoperativ
degenerative
Verände
rungen des Meniskus festgestellt
worden
sein sollen
, kann keine Rede sein, zumal
Dr.
B._
selber
am 14. Dezember 2017 eine dem MRI vom 4. Oktober 2017 zu entnehmende degenerative Veränderung
festhielt
(Urk. 9/10
/1
). Ferner wurden i
ntraoperativ
neben Narbenformationen unter anderem eine Knorpelschädigung im Bereich des lateralen Knorpelkompartiments sowie
Osteophyten
im ventralen vorderen Kreuzband festgestellt (vgl. E.
3.2).
Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdeführerin
sind
keine
(befundmässig untermauerten)
dem Ereignis
vom 17. August 2017
folgenden Gelenksblockaden ausgewiesen.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass Dr.
Z._
in seiner retrospektiven Beurteilung
vom 30. Juli 2018
pauschal
festhielt, die
Beschwerde
führerin
habe nach dem Ereignis
an
anterolateralen
Schmerzen und intermittie
renden Knieblockaden links gelitten (
vgl.
Urk. 9/41).
Aus dem Bericht von Dr.
B._
vom 2. November 2017
geht
eine im Liegen soweit freie Knie
gelenksbeweglichkeit hervor. Beim Durchbewegen fiel eine
Lateralisation
der Patella auf und eine leichte Subluxation der Patella in leichten Flexionsgraden (Urk. 9/12/1).
A
m 15. Dezember 2017
berichtete
die
Beschwerdeführerin
gegen
über
Dr.
B._
zwar über
Schmerzen über dem
anterolateralen
Gelenksaspekt, ziehend über den lateralen Oberschenkel und auch Einklemmungserscheinungen.
Sie verspürte aber keine Befundänderung und beklagte
keine formellen Gelenks
blockaden
. Die mechanische Irritation begründete
Dr.
B._
mit einer Kombi
nation aus einem kleinen
anterolateralen
Tibiaosteophyt
sowie einer gewissen Entzündungsreaktion im Bereich des
anterolateralen
Meniskus bei degenerativer Veränderung und bei Status nach lateraler
Teilmeniskektomie
(vgl. Urk. 9/10/1).
Anlässlich
der
Verlaufskontrolle vom 28. Februar 2018 berichtete die
Beschwer
de
führerin
von blockadeähnlichen Phänomenen des Kniegelenkes, die unabhän
gig von der Belastung seien und sogar eher mehr in Ruhe auftreten würden. Dr.
B._
begründete die Symptomatik wiederum mit einem
posteror
-late
ralen Knorpelschaden und einer
posterolateralen
Meniskusläsion sowie einer deut
lichen Entzündungsreaktion im Bereich
d
es
anterolateralen
Meniskusvorder
hornes bei vorliegendem
Tibiaosteophyt
(Urk. 9/11).
Bei diesem Verlauf
mutet
es widersprüchlich
an
, wenn Dr.
B._
in ihrer
Beurteilung vom 22. Januar 2019 Gelenksblockaden als Auslöser für die Operation vom 22. Juni 2018 benennt und den Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 17. August 2017 und der Meniskusläsion mit hernach aufgetretenen Gelen
ksblockaden begründet (vgl. E. 2
.4).
So steht denn auch ihre Aussage, wonach eine instabile Meniskusläsion typischerweise rezidivierende Gelenksblockaden verursache, einer vorwiegend degenerativ bedingten Verursachung der Meniskusläsion nicht entgegen.
Die vorgebrachten
Gelenksblockaden vermögen eine überwiegend auf Degeneration
zurückzuführende Meniskusläsion
damit nicht in Zweifel zu ziehen.
Auf das
wes
entliche
Argument, dass das geschild
erte Ereignis physio
logisch grund
sätzlich nicht geeignet sei, eine entsprechende Meniskusläsion zu verursachen, geht Dr.
B._
nicht ein.
3.
2.3
Damit vermag auch die gegenteilige Beurteilung der behandelnden Ärztin keine
auch nur
geringen Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver
sicherungsinternen ärztlichen Abklärungen
zu wecken
(vgl. E. 1.4
)
.
Es ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die Veränderungen im Bereich des Meniskus überwiegend auf degenerative Verän
de
rungen zurückzuführen sind.
Bei dieser Aktenlage
sind w
eiter
gehende medizi
nische Erhebungen
nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
4
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.