# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 08c55ce7-6eb2-45c3-a293-d9461d7dfd37
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, bezog eine Witwenrente
d
er Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
(
AHV
), als sie sich am 23. März 2009 bei der Gemeinde Bassersdorf, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, zum Bezug von Zusatzleistungen anmeldete (vgl. Urk. 10/143). Mit Verfügung vom 30. März 2010 (Urk. 10/143) sprach die Gemeinde Bassersdorf der Versicherten monatliche Zusatzleistungen per 1. November 2008 zu.
1.2
Die Gemeinde Bassersdorf teilte der Versicherten mit Verfügung vom 19. April 2016 (Urk. 10/85/2-4 = Urk. 10/104/1-3) mit, dass die Zusatzleistungen per 1. November 2016 infolge Anrechnung eines hypothetischen Einkommens neu berechnet werden müssten. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2016 (Urk. 10/71) setzte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), Zusatzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle), an welche die Gemeinde Bassersdorf die Ausrichtung von Zusatzleistungen ab Oktober 2016 übertragen hatte (vgl. Urk. 10/97), die Herabsetzungsverfügung vom 19. April 2016 um und rechnete der Versicherten ab dem 1. November 2016 ein hypothetisches Einkommen von
jährlich
Fr. 19'290.-- an
(vgl. Berechnungsblatt in
Urk. 10/68 = Urk. 10/69 = Urk. 10/70). Dagegen erhob die Versicherte am 9. November 2016 Einsprache (Urk. 10/18 = Urk. 10/44). Mit Verfügung vom 15. Dezember 2016 (Urk. 10/35) berechnete die Durchführungsstelle die Zusatzleistungen per 1. Januar 2017 neu, wobei sie an der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von
jährlich
Fr. 19'290.-- f
esthielt (vgl. Berechnungsblatt in
Urk. 10/33 = Urk. 10/34). Die Durchführungsstelle berechnete mit Verfügung vom 24. Januar 2017 (Urk. 10/28) die Zusatzleistungen von September und Oktober 2016, von November und Dezember 2016 sowie per 1. Januar 2017 neu, wobei sie an der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von
jährlich
Fr. 19'290.-- ab dem 1. November 2016 fes
thielt (vgl. Berechnungsblätter in Urk. 10/21 = Urk. 10/22,
Urk. 10/23 = Urk. 10/24). Am 2. Februar 2017 erhob die Versicherte
Einsprache
gegen die Verfügung vom 24. Januar 2017 (Urk. 10/17). Mit Entscheid vom 26. Mai 2017 (Urk. 10/7 = Urk.
2)
wies die Durchführungsstelle die Einsprachen der Versi
cher
ten ab.
2.
Die Versicherte erhob am 22. Juni 2017 Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
scheid
vom 26. Mai 2017 (Urk. 2) und beantragte, es sei ihr ab dem 1. November 2016 kein hypothetisches Einkommen anzurechnen (Urk. 1 S. 1 Ziff. 1-2).
Die Durchführungsstelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2017 (Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).
Mit Eingaben vom 29. August (Urk. 13) und 4. September 2017 (Urk. 15) reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein (Urk. 14/1-12; Urk. 16), die der
Beschwerdegegnerin am 11. September 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk
. 17). Mit Verfügung vom 19. September 2018 (Urk. 18) wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung beigezogen (vgl. Urk. 20/1-95), die den Parteien am 2
9.
November
2018 zur Stellungnahme zugestellt wurden
(Urk. 25). Mit Eingabe vom 14. Dezember 2018 (Urk. 26) verzichtete die Beschwer
degegnerin
auf das Einreichen einer Stellungnahme. Die
Beschwerdeführerin
nahm innert Frist Stellung und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 27; Urk. 28/12). Die Eingabe der
Beschwerdegegnerin
vom 14. Dezember 2018
(Urk. 26) und die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 19. Dezember 2018 (Urk. 27
; Urk. 28/12) wurde der jeweiligen Gegenpartei am 7. Januar 2019 zur
Kenntnis
zugestellt (Urk. 29).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
2
Abs.
1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach
Art.
4-6 ELG erfüllen.
1.2
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1 ELG).
1.3
Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören nach
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG unter anderem Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist.
1.
4
Nicht invaliden Witwen und Witwern wird als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im massgebenden Zeitpunkt tatsächlich verdient haben (Wegleitung über die Ergänzungsleitungen zur AHV und IV, WEL, Stand 1. Januar
2016,
Rz
3425.01). Gemäss Art. 14b der Verordnung über Ergän
zungs
leistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist nicht
invaliden Witwen ohne minderjährige Kinder je nach Alter (bis zur Voll
endung des 4
0.
Altersjahres, vom 4
1.
bis zum 5
0.
Altersjahr, vom 5
1.
bis zum 6
0.
Altersjahr) als Erwerbseinkommen mindestens ein bestimmter Betrag anzu
rechnen, für dessen Bemessung der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Allein
stehenden nach Art. 10 Abs. 1 Ziff. 1 ELG massgebend ist. Für nicht
in
va
lide Witwen zwischen dem 4
1.
und dem 5
0.
Altersjahr beläuft sich dieser Betrag ab Januar 2015 auf Fr. 19'290.-- (Art. 14b
lit
. b ELV in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1
lit
. a Ziff. 1 ELG
)
.
Art. 14b
ELV
stellt eine gesetzliche Vermutung dar, wonach nicht invalide Witwen
und Witwer
die festgelegten Grenzbeträge grundsätzlich erzielen können. Diese Vermutung kann durch den Nachweis von objektiven und subjektiven inva
liditätsfremden Gründen, welche die Realisierung eines Einkommens verhindern oder erschweren, umgestossen werden (
WEL
Rz
3425.06 in Verbindung mit
WEL
Rz
3424.06).
1.5
Die EL-Organe und die Sozialversicherungsgerichte sind mit Bezug auf die invaliditätsbegründenden Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich an die Feststellungen der Invalidenversicherung bei der Invaliditätsbemessung gebunden. Diese Bindung ist deshalb angezeigt, weil die EL-Durchfüh
rungs
organe zum einen nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selb
stän
dige Beurteilung der Invalidität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der gleiche Sachverhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen Instanzen unterschiedlich beurteilt wird (BGE 140 V 267 E.
5.1). Diese Recht
sprechung bezieht sich auf Fälle, in denen sich die Invalidenversicherung mit der versicherten Person bereits befasst und diese rechtskräftig als
(
teil
-)
invalid quali
fiziert hat. Davon ausgenommen ist eine nach dem rechtskräftigen IV-Entscheid
eingetretene oder geltend gemachte gesundheitliche Veränderung.
Diesfalls
haben
die
EL
-Organe den Gesundheitszustand der versicherten Person im Rahmen des
Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbständig zu prüfen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_172/2007 vom
6.
Februar 2008 E. 7.1-7.2).
1.6
Die Herabsetzung einer laufenden Ergänzungsleistung infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach Art. 14b ELV wird erst sechs Monate nach Zu
stellung der entsprechenden Verfügung wirksam (Art. 25 Abs. 4 ELV).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Anrechnung eines hypothetischen Ein
kommens im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit, dass nichtin
validen Witwen ein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei. Gemäss Ver
fügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 20. Februar 2012 (vgl. Urk. 10/59/17-18 = Urk. 10/159) betrage der Invaliditäts
grad der Beschwerdeführerin 5 %. Im Jahr 2016 sei eine Neuanmeldung zum Bezug einer IV-Rente erfolgt, auf welche mit Entscheid vom 4. Januar 2017 (vgl. Urk. 10/29) nicht eingetreten worden sei.
Die Durchführungsstelle sei
an die Ein
schätzung der IV-Stelle gebunden. Die eingereichten Arztzeugnisse würden keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes zeigen, weshalb davon aus
zu
gehen sei, dass die Beschwerdeführerin ein Erwerbseinkommen erzielen könne (S. 2 f. Ziff. 3).
Ausserdem sei darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin
kurzzeitig
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
zur Stellensuche angemeldet gewesen sei. Die
Beschwerdeführerin
habe sich in den Monaten November und Dezember 2016 um einige Teilzeitstellen bemüht und ent
spre
chen
de Belege eingereicht. Die eingereichten Arbeitsbemühungen würden jedoch in quantitativer und qualitativer Hinsicht nicht ausreichen, um von der Anrech
nung eines hypothetischen Einkommens abzusehen. Auch die Abmeldung aus der Datenbank des RAV entbinde die
Beschwerdeführerin
nicht von der Pflicht zur Stellensuche (S. 3 Ziff. 4).
2.
2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (Urk. 1) geltend, dass sie gesundheitlich sehr beeinträchtigt und deshalb erwerbsunfähig sei (S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab dem 1. November 2016 zu Recht ein hypothetisches Einkommen von jährlich Fr. 19'290.-- angerechnet hat.
St
reitgegenstand bildet
somit die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von jährlich Fr. 19'290.-- für die Zeitdauer vom 1. November 2016 bis zum 31. Dezember 2017.
3.
3.1
Den Akten lässt sich entnehmen, dass die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Juni 2011 (Urk. 10/177 = Urk. 20/33) bei einem Invaliditäts
grad von 72 % (Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 50 % und im Haus
haltsbereich von 21.90 %) eine ganze Rente ab dem 1. Januar 2011 zugesprochen hat (vgl. Verfügungsteil 2, Urk. 10/59/26-28 =
Urk. 10/179 =
Urk. 20/30).
Die
Rentenzusprache
erfolgte aufgrund einer seit mindestens 2009 bestehenden mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Syndrom (ICD-10 F32.11) vor dem Hintergrund einer abno
r
men länger dauernden Trauerreaktion
und einer dadurch seit dem 2
3.
Januar 2009 bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
(vgl. Feststellungsb
latt vom 31. Januar 2011, Urk. 2
0/26 S. 2
f.
).
3.2
Im Rahmen einer im Jahr 2012 durchgefüh
rten Rentenrevision (vgl. Urk. 2
0/35) holte die IV-Stelle bei
Dr.
med. Z._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 30. Aug
ust 2012 erstattet wurde (Urk. 2
0/41).
Dr.
Z._
diagnostizierte eine
chronische Depression
mittle
ren Schweregrades (ICD-10 F32.11), eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), einen Diabetes mellitu
s, eine
Adipositas und eine arterielle Hypertonie (S. 10 Ziff. 5). Er
attestierte der
Beschwerdeführerin aufgrund der diag
nostizierten psychischen Störungen mit Krankheitswert
eine
50
%
ige A
rbeits
fähig
keit
, wobei es mit Ausnahme einer allgemein herabgesetzten psychischen Belastbarkeit kein weiteres Belastungsprofil zu berücksichtigen gebe. Für die Haushaltsarbeiten würden keine invaliditätsrelevante
n
psychische
n
Einschrän
kungen mehr existieren (S. 12 Ziff. 6). Somit habe sich der psychopathologische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit 2010 stabilisiert und leicht ge
bessert (S. 12 Ziff. 7).
In der Folge hob die IV-Stelle m
it Verfügung vom 20. Februar
201
3
(Urk. 10
/59/17-18 =
Urk. 10/159 =
Urk. 20/54) die bisher ausgerichtete Rente auf, da nur noch ein Invaliditätsgrad von 5 % (Teilinvaliditätsgrad von 5 % im Er
werbs
bereich
[weiterhin 50 %]
und im Haushaltsbereich
[weiterhin 50 %]
von 0 %) vorliege
.
Dies begründete die IV-Stelle damit, dass sich der Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
verbessert habe und sie ab dem Begutachtungszeitpunkt auf dem freien Arbeitsmarkt zu 50 % arbeitsfähig sei. Im Haushaltsbereich seien hingegen keine Einschränkungen mehr anzunehmen. Im Erwerbsbereich berechnete die IV-Stelle nach Durchführung eines Einkommensvergleiches eine
Einschränkung von 10 % (S. 2; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 16. November 2012, Urk. 20/45 S. 3).
3.3
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 22. Juli 2016 erneut bei der Invali
den
versicherung zum Leistungsbezug an (vgl. Urk. 10/52 = Urk. 10/54
,
vgl. auch
Urk. 20/56), wobei die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Januar 2017 (Urk. 10/29 = Urk. 20/81) auf das neue Leistungsbegehren nicht eintrat.
Das Nichteintreten begründete die Beschwerdegegnerin damit, dass die Beschwerdeführerin in ihrem neuen Gesuch nicht glaubhaft dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Ver
hältnisse
seit der letzten Verfügung
wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor (S. 1; vgl. das
Feststel
lungs
blatt vom
7.
November 2
016, Urk. 20/77).
3.4
Am 24. April 2018 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 20/86
; vgl. Urk. 20/88). Zum Zeit
punkt des
Beizugs
der IV-Akten
(September 2018, vgl. Urk. 18-19)
war das Ver
fahren bezüglich d
ies
er Neuanmeldung noch pendent (vgl. das Aktenverzeichnis der IV-Stelle in Urk. 20/88).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin machte beschwerdeweise geltend, sie sei gesundheitlich sehr beeinträchtigt und könne deshalb keine Erwerbstätigkeit ausüben (vorsteh
end E. 2.2).
Zur Begründung
ihrer Arbeitsunfähigkeit stützte sich
die Beschwer
deführerin
auf
diverse
- teilweise bereits im
Einspracheverfahren
eingereichte -
Arztberichte un
d ärztliche Zeugnisse.
4.2
Der von der Beschwerdeführerin eingereichte Austrittsbericht der Ärzte
des A._
,
B._
, vom 3
0.
September
2014 (Urk. 10/48 = Urk. 20/62/2-5), der Bericht von
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. August 2016 (Urk.10/49 = Urk. 20/62/6-7), der Bericht von
Dr.
med. D._
vom 25. August 2016 (Urk. 10/50/1 = Urk. 20/62/1)
sowie das ärztliche Zeugnis von
Dr.
D._
vom 1. Juni 2016 (
Urk.
14/1 =
Urk.
20/55)
lagen
der IV-Stelle
im Rahmen der
IV-
Neua
nmeldung
vo
m 22. Juli 2016 vor und wurden
daher bereits
im Rahmen des am 4. Januar 2017 verfügten Nichteintretens gewürdigt, wobei die IV-Stelle der Ansicht war, die Beschwerdeführerin habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor (vorstehend E. 3.3).
Aufgrund des Umstandes, dass die EL-Organe und die Sozialversicherungsgerichte mit Bezug auf die inva
lidi
tätsbegründenden Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich an die Feststellungen der Invalidenversicherung bei der
Invaliditätsbemessung gebun
den sind
(vgl. vorstehend E. 1.5)
, vermögen die genannten Berichte nichts an der Einschätzung der IV-Stelle zu ändern.
4.3
Die
Beschwerdeführerin
reichte weitere
Berichte
ein
, die der IV-Stelle nicht im Rahmen der Neuanmeldung vom
22. Juli 2016 vorgelegen haben, weshalb nach
folgend zu pr
üfen ist, ob diese Berichte
geeignet sind, an der Beurteilung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
durch
d
i
e IV-Stelle
mit
Nichtein
tretensentscheid
vom
4. Januar 20
17
(vgl. vorstehend E. 3.3)
etwas zu ändern.
Dem Bericht eines Arztes
der
E._
des
A._
vom 10. September 2015 (Urk. 10/46), ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einer milden diabetischen Retinopathie mit klinisch
signifikatem
Makulaödem
leidet. Angaben zur Arbeitsfä
higkeit fehlen
.
Der genannte
Bericht ist
angesichts der Diagnose und mangels Angaben zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit
nicht geeignet, ein
e wesentliche
Veränderung
des Gesundheitszustandes
zu begründen.
Dr.
med. F._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, diagnos
tizierte in seinem Bericht
vom 14. Juni 2016 (
Urk.
10/47) eine Dysphagie für Flüssigkeiten und feste Speisen, Differentialdiagnose primäres Schnarchen, obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom und eine normal grosse Schilddrüse (S. 1). Er machte jedoch keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
, weshalb auch dieser Bericht
unter Berücksichtigung der gestellten Diagnosen
nicht geeignet ist,
eine wesentliche
Ver
schlecht
erung
des Gesundheitszustandes
zu begründen.
Dr.
D._
diagnostizierte sodann in seinem Bericht vom 25. Oktober 2016 (
Urk.
10/45), wie bereits in seinem Bericht vom 25. August
2016 (
vgl.
Urk. 10/50/1 = Urk. 20/62/1
; vorstehend E. 4.2), eine d
epressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode
, ein metabolisches Syndrom bei
Diabetes mellitus Typ II, arterielle
r
Hyperto
nie, Adipositas Grad II und
Dyslipidämie
sowie eine d
iabetische
Makulopathie
und Polyneuropathie
. Er attestierte der Beschwerde
führerin aus somatischer Sicht
, wie bereits in seinem Bericht vom 25. August
2016 (
vgl.
Urk. 10/50/1 = Urk. 20/62/1; vorstehend E. 4.2),
eine
30-40
%ige Arbeit
s
fähigkeit
.
Dieser Bericht vermag somit
ebenfalls
keine
wesentliche
Verän
derung
des Gesundheitszustands zu begründen.
Dr.
C._
führte in ihrer E-Mail an die ehemalige
Beiständin
der Beschwerdeführerin vom 1. November 2016 (Urk. 10/50/2) aus, dass aus psychia
trischer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit vorhanden sei, möglicherweise theoretisch im Umfang von 30-40%, eine zuverlässige Angabe zur Quantifizierung jedoch nicht möglich sei.
Bereits in ihrem früh
ere
n Bericht vom 12. August 2016
(vgl. Urk.10/49 = Urk. 20/62/6-7; vorstehend E. 4.2)
konnte Dr.
C._
bei bestehender medizinisch-theoretischer Restarbeitsfähigkeit
keine
genaue
Ein
schät
z
ung der Arbeitsfähigkeit vornehmen. De
r
genannte Bericht vermag somit
ebenfalls keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands zu begründen.
Zusammenfassend vermögen die genannten Berichte keine wesentliche
Verände
rung
des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin und daher keine andere Einschätzung
als diejenige
der IV-Stelle im Rahmen des verf
ügten Nichteintretens vom 4. Januar 2017
zu begründen.
4.4
Die Beschwerdeführerin reichte zudem weitere
Berichte und ärztliche Zeugnisse ein, die nach der
Nichteintretensverfügung
vom 4. Januar 2017 erstellt wurden. Nachfolgend ist deshalb zu prüfen ist, ob sich der G
esundheitszustand der Be
schwerdeführerin nach dem
Nichteintretensentscheid
wesentlich
verändert hat (vgl. vorstehend
E. 1.5
).
Ein Arzt
der
E._
des
A._
diagnostizierte
in seinem Bericht
vom 3. März 2017 (Urk. 14/5 = Urk. 14/12/8)
, wie bereits ein anderer Arzt der
E._
des
A._
am 10. September 2015 (vgl. vorstehend E. 4.3),
unverändert
eine
milde diabetische Retinopathie mit klinisch
signifikatem
Makulaödem
. Ang
aben zur Arbeitsfähigkeit machte
er
keine
. Der genannte Bericht ist demnach nicht geeig
net, ein
e
Veränderung des Gesundheitszustandes
seit Januar 2017
zu begrün
den.
Die Ärzte
des
G._
des
A._
diagnostizierten
in ihrem Bericht vom 26. April
2017 (Urk.
14/
9 =
Urk.
14/12/12-14)
einen ungeklärten
Schwankschwindel
(D
ifferentialdiagnos
e
sekundär somatoformer Schwindel nach Neuritis
vestibularis
, Erstmanifestation 2015, Differentialdiagnose
vestibuläre Migräne
) und
legten dar, dass sich i
n der klinischen Untersuchung
im MRI
sowie in der vestibulären Funktionsdiagnostik keine wegweisenden Befunde gefunden
hätten (S.
1 f.
)
.
Angaben zur Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit machten sie keine. In ihrem Bericht vom 22. August 2017 (Urk. 16) legten die Ärzte des
G._
des
A._
dar, dass gemäss der Anamnese und der heutigen Untersuchung die Ätiologie der Symptomatik noch
offenbleibe
, wobei davon auszugehen sei, dass die aktuelle Gleichgewichtsstörung am ehesten im Rahmen einer somatoformen Schwindelerkrankung
zu sehen
sei. Die Be
schwerdeführerin werde ab dem 28. August 2017 eine Psychotherapie beginnen, eine solche habe bisher nicht stattgefunden
(S. 2)
. Angaben zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit machten
die Ärzte
keine.
Inwiefern sich der ungeklärte
Schwankschwindel
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken sollte, lässt si
ch den beiden Berichten
somit
nicht
entnehmen.
Wesentlich ist ferner, dass sich der Schwindel bereits 2015 erstmals manifestierte, wobei schon in einem Bericht
von September 2014 „etwas Schwindel”
Erwähnung
fand (vgl. Urk. 20/62/4). Damit sind die Berichte vom April und August 2017 nicht
geeignet
, eine wes
entliche
Veränderung des Gesundheitszustands
seit Januar 2017
zu be
grün
den.
Dr.
D._
nannte in seinem Bericht vom
19. August
2017 (Urk. 14/12/1-3 = Urk. 28/12)
- zu den bereits in seinem Bericht vom 25. Oktober 2016 genannten
Diagnosen (
vgl.
vorstehend
E. 4.3
) - neu einen
S
chwankschwindel
unklarer Genese
, eine d
epressive Störung, gegenwärtig mittelgradig- bis schwere Episode mit frag
lichem somatischem Syndrom
sowie eine
Migräne ohne Aura
als Diag
nosen (S. 1)
.
Er war der Ansicht, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund der Polymorbidität
nicht in der Lage sei, in der freien Wirtschaft eine Tätigkeit aufzunehmen und diese auf längere Zeit beizubehalten. Sie könne höchstens in einem geschützten Arbeitsplatz zu 20-30
% beschäftigt werden, wobei mit
öfteren
Absenzen zu rechnen sei (S. 2 f.).
Dabei ist einerseits darauf hinzuweisen, dass Dr.
D._
über keinen Facharzttitel
für Psychiatrie
verfügt u
nd
demnach
auch nicht be
fähigt war
, den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht zu beurteilen.
In seinen früheren Berichten nahm er denn auch immer nur eine Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes vor (vgl. vorstehend
E. 4.3
). Andererseits vermag
Dr.
D._
nicht darzulegen, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin s
eit seinem letzten Bericht vom 25. August 2016
(vgl. vorstehend
E. 4.3)
wesentlich
verschlechtert haben soll
.
Im Weiteren
attestierte
Dr.
D._
der Beschwerdeführerin
in seinen ärztlichen Zeugnissen
vom 20. Januar 2017 (Urk. 14/2)
, vom 8. Februar 2017 (Urk. 14/4
),
vom 5. April 2017 (Urk. 14/8), vom 30. Mai 2017 (Urk. 14/10) und vom
22. August
2017 (Urk. 14/11) eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Januar 2017 bis zum
31. Oktober 2017
,
ohne dies
e
jedoch
näher
zu begründen
, so dass nicht darauf abgestellt werden kann. So handelt es sich lediglich um pauschale Arztzeugnisse, welche weder eine Diagnose enthalten, noch eine durch Befunde untermauerte und nachvollziehbare Begründung für die angeblich vollständige andauernde Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vom 20. Januar bis zum 31. Oktober 2017 abgeben.
Schliesslich stellte
Dr. med. H._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, bei welchem die Beschwerdeführerin seit 28. August
2017 in Behandlung steht, im Bericht vom 26. Juni 2018 (Urk. 20/94 S. 2 Ziff. 1.1)
die näher spezifizierten Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), einer generalisierten Angst
störung (F41.1), einer somatoformen autonomen
Funktionsstörung des Ver
dau
ungs
systems (F45.31 und 32), einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (F61) und eines Low-Dose Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndroms (F13.2; S. 4 Ziff. 2.6
).
Dr. med.
H._
führte aus, es sei im August 2017 zu einer Ver
schlechterung des psychischen Zustands gekommen, weshalb die Behandlung bei ihm begonnen worden sei (S.
2 f. Ziff. 1.2 und 2.2
).
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei nicht möglich (S. 7 Ziff. 4.2). Auch dieser Bericht vermag indes für
den
massgeblichen
Zeitraum
bis Dezember 2017 keine im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigende Verschlechterung des Gesundheitszustands zu begründen. Zum einen machte die Beschwerdeführerin bereits in der Neuanmeldung vom
22.
Juli 2016 (auf welche mit Verfügung vom Januar 2017 nicht eingetreten wurde
) geltend, sie leide an einer schweren Depression, Panikattacken und an lautem Schnarchen (Urk. 20/56). Im Wesentlichen dieselben Diagnosen gehen sodann auch aus den Berichten von Dr.
D._
vom 25. August 2016 (Urk. 20/62), von Dr.
C._
vom 12. August 2016 (Urk. 20/62/1-2 und 6-7) und aus dem Gutachten von Dr.
Z._
vom 30. August 2012 (Urk. 20/41/10) hervor, wo
mit sich für vorliegendes Verfahren keine Verschlechterung des Gesundheits
zu
standes bis 31. Dezember 2017 ergibt.
Zusammenfassend
ist keine
wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin
seit der
Nichteintretensverfügung
vom 4. Januar 2017 ausgewiesen.
4.5
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die von der
Beschwerdeführerin
eingereichten Berichte und A
rztzeugnisse
keine wesentliche Veränderung
ihres
Gesundheits
zustandes
ausgewiesen, weder z
um Zeitpunkt der
Nichteintretens
verfügung
vom 4. Januar 2017 noch danach beziehungsweise bis Ende 2017.
Sollte die IV-Stelle im Rahmen des noch pendenten Verfahrens bezüglich Neu
anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug (vgl. vorstehend E. 3.4) zum Schluss kommen, es liege eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor, so wird dies die Beschwerdegegnerin - auch rückwirkend - zu berück
sich
tigen haben.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, ob invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte
Aus
bildung und Sprachkenntnisse oder
persönliche Umstände
vorliegen
oder
ob
die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit übermässig er
schwe
ren oder verunmöglichen,
w
elche die gesetzliche Vermutung von Art. 14b ELV
wiederlegen können (BGE 141 V 343 E. 3.3
; vgl. vorstehend E. 1.4
). Dabei besteht eine verstärkte Mitwirkungspflicht des EL-Ansprechers oder -Bezügers bei der Sachverhaltsabklärung durch das Durchführungsorgan der EL (
Art.
43
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) in dem Sinne, dass er die Umstände geltend zu machen hat, welche nach seiner Auffassung geeignet sind, die Vermutung eines Einkommensverzichts um
zustossen (Urteil des Bundesgerichts 9C_505/2013 vom 3
1.
Juli 2013 E. 2.2). Als Beweis gelten insbesondere Belege über erfolglose Stellenbemühungen, womit die EL-berechtigte Person nachweisen kann, dass es ihr trotz Aufbietung allen guten Willens praktisch unmöglich ist, die in der ELV festgelegten hypothetischen Erwerbseinkommen tatsächlich zu realisieren (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleis
tungen zur
AHV
/IV,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 156)
. Werden solche Umstände nicht geltend gemacht und sind sie auch nicht ohne Weiteres ersicht
lich, oder führen die Abklärungen zu keinem schlüssigen Ergebnis, hat der (inva
lide) Bezüger von Ergänzungsleistungen die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 9C_600/2009 vom
8.
Oktober 2009, E. 3.2 mit Hinwei
sen).
5.2
Die Beschwerdeführerin selbst machte keine invaliditätsfremden Gründe geltend (vgl. vorstehend E. 2.2).
Den Akten ist
jedoch
zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin am 3. November 2016 beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet und Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 3. November
2016 erhoben hat (vgl. Urk. 10/40/1
;
Urk. 10/51/2
).
Mit Verfügung vom 8. Februar 2017 (Urk. 10/16 =
Urk. 14/3
) verneinte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 3. November 2016, da die
Beschwerde
füh
rerin
weder die Beitragszeit erfüllt habe noch von deren Erfüllung befreit werden könne. In der Folge wurde die
Beschwerdeführerin
von der Arbeitsver
mittlung im RAV abgemeldet (Urk. 10/14 = Urk. 14/7; Urk. 14/6).
Von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nach
Art.
14b ELV kann insbesondere
dann
abgesehen werden, wenn die versicherte Person trotz ausrei
chender Arbeitsbemüh
ungen keine Stelle findet (
vorstehend E. 5.1). Diese Vor
aus
setzung gilt als erfüllt, wenn die Person beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qualitativ und quantitativ ausreichende Stellenbemühungen nachweist (
WEL
Rz
3425.06 in Verbindung mit
Rz
3424.07). Die von der Beschwerdeführerin im November 2016
nachgewiesenen
fünf
persönlichen
Arbeits
be
mühungen
(Urk. 10/40/3-4)
und
im
Dezember 2016
nachgewiesenen
sechs
per
sönlichen
Arbeitsbemühungen (Urk. 10/32)
genügen im Hinblick auf die
praxis
ge
mäss von der Arbeitslosenversicherung geforderten quantitativen Arb
eits
be
müh
ungen von mindestens zehn bis zwölf Arbeitsbemühungen pro Monat (vgl.
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_91
7/2013 vom
4.
März 2014 E. 2.2) schon in quantitativer Hinsicht nicht.
Weitere invaliditätsfremde Gründe sind nicht ersichtlich.
Es liegen somit keine invaliditätsfremden Gründe vor, welche die gesetzliche Vermutung von Art. 14b ELV umstossen könnten.
6.
Aufgrund der Aktenlage sowie
der Vorbringen
der
Beschwerdeführerin
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie das angerechnete jährliche hypothetische Ein
kommen
von Fr. 19'290.--
nicht erzielen könnte. Dementsprechend hat die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwerdeführerin
ab November 2016 zu Recht ein jährliches hypothetisches Einkommen von Fr. 19'290.
--
(beziehungsweise unter Berücksichtigung des Freibetrags 2/3 davon
)
angerechnet.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.