# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 403fc5e0-b26d-4cf9-a363-65dc3645fb66
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1967, war seit 1. Juli 2004 bei der A._ als Mechaniker tätig (Urk. 9/39/1-2), als er am 4. Dezember 2010 auf das rechte Knie stürzte (Urk. 9/72/210). Am 30. Oktober 2012 meldete er sich wegen Kniebeschwerden bei der Invalidenversicherung an (Urk. 9/5). Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medi
zi
nische Abklärungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 9/14/1
58, Urk. 9/72/1-210). Sodann gewährte sie dem Versicherten Früh
inter
ventions
massnahmen (Urk. 9/43; Urk. 9/50; Urk. 9/53). Die Unfallver
siche
rung ver
anlasste eine polydisziplinäre Begutachtung am B._, dessen Gutachten am 8. Mai 2015 erstattet wurde (Urk. 9/88), stellte ihre Leistungen mit Verfügung vom 15. Juli 2015 per 4. Dezember 2012 ein, sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 10 % zu und verneinte wei
tere Ansprüche (Urk. 9/92/5-11).
Die IV-Stelle verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/101; Urk. 9/106; Urk. 9/128, Urk. 9/143), in dessen Rahmen eine
bidisziplinäre
Unter
suchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) stattfand (Urk. 9/136
137), mit Verfügung vom 30. Juni 2017 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 9/145 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 4. September 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. Juni 2017 (Urk. 2) mit dem Antrag auf deren Aufhebung,
Zusprache
der gesetzlichen Leistungen nach IVG sowie eventuell Rückweisung der Sache zur erneuten Beurteilung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2017 (Urk. 8) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. Oktober 2017 unter gleichzeitiger Bewilligung der beantragten (Urk. 1 S. 2) unentgeltlichen Rechtspflege mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folge
rungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (Urk. 2) wie folgt: Die Eingliederungsmassnahmen seien aufgrund der gesundheitlichen Situ
ation des Beschwerdeführers abgeschlossen worden. Gestützt auf das
Medas
-Gut
achten sei davon auszugehen, dass ihm die bisherige Tätigkeit als Mechaniker nicht mehr zumutbar sei. Eine seinen gesundheitlichen Einschränkungen optimal angepasste Tätigkeit sei ihm zu 100 % zumutbar. Beim Einkommensvergleich seien 10 % vom Invalideneinkommen abzuziehen. Nach Beurteilung des RAD liege eine leicht ausgeprägte depressive Erkrankung vor, die die Arbeitsfähigkeit jedoch nicht einschränke (S. 1 f.).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen (Urk. 1), es sei nicht nachvollziehbar, weshalb der RAD lediglich von einer leichten depressiven Symptomatik ausgehe, denn seine behandelnden Ärzte hätten eine schwere Depression diagnostiziert. Auf die RAD-Einschätzung könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden (S. 6 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen sind die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und die Frage, ob ihm ein Rentenanspruch zusteht. Dabei ist unbestritten, dass ihm aus somatischer
Sicht eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist (vgl. Urk. 1). Zu prüfen ist somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in psychischer Hinsicht verhält. Dementsprechend werden nachfolgend die Arztberichte wiedergegeben, welche zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Stellung nehmen.
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie am Universitätsspital C._ stellten mit Bericht vom 9. April 2014 (Urk. 9/72/21-25) folgende, verkürzt wiedergegebene Diagnosen (S. 2):
-
persistierende Knieschmerzen rechts nach Kniedistorsion
-
Distorsionstrauma am 5. (richtig: 4.) Dezember 2010 (Sturz auf Glatteis)
-
Anpassungsstörung mit leichter bis mittelgradiger depressiver Symptoma
tik
-
Differentialdiagnose: Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung
Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den relativ geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden nicht erklären (S. 3 Mitte). Der Beschwerdeführer sei angestammt nicht mehr, angepasst aber zu 100 % arbeitsfähig. Ob zusätzlich eine Leistungsminderung aus psychischen Gründen bestehe, müsse aus fachärztlicher Sicht beurteilt werden. Aktuell stehe die psychotherapeutische Behandlung im Vordergrund (S. 3 f.).
3.2
Die Ärztinnen und Ärzte des B._ stellten in ihrem am 8. Mai 2015 unter Berück
sichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer inter
nistischen, einer psychiatrischen und einer orthopädischen Untersuchung erstatte
ten Gutachten (Urk. 9/88) folgende, nachfolgend verkürzt wiedergegebene Diagnosen (S. 18 f.):
-
persistierende Beschwerden Knie rechts bei Status nach Sturz am 4. Dezember 2010
-
mediale Überlastung mit Knorpelschaden und Innenmeniskusdegenera
tion am Knie links
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode mit Somatisierung (ICD-10 F32.0)
-
histrionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.0)
-
Lumbalgien
Die Kniebeschwerden seien organisch erklärbar. Die daraus abgeleiteten anam
nestischen Beschwerdeangaben, das hinkende Gangbild und die vollständige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit könnten aufgrund dieser Befunde jedoch in ihrer Gesamtheit und dem geschilderten Schweregrad nicht ohne weiteres nachvollzo
gen werden. Die retropatellare
Chondropathie
könne durchaus zu Beschwerden beim Bergablaufen, Treppensteigen, teilweise auch beim Bergauflaufen oder Tra
gen sehr schwerer Gewichte führen, aber ein permanentes Hinken und eine so stark ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit und Druckschmerzhaftigkeit während der Untersuchung sei aus der klinischen Praxis so nicht bekannt. Dies sei noch schwieriger nachzuvollziehen, wenn sich wie hier bei der Messung der unteren Extremitäten fast keine Umfangsdifferenzen zeigten, was dafür spreche, dass beide unteren Extremitäten nahezu gleichermassen während des Alltags benutzt würden. Auch erscheine es ausgesprochen schwierig nachvollziehbar, wie zum Ausziehen der Hose und der Schuhe das Kniegelenk ohne Schmerzreaktion oder -angaben über 100° gebeugt werden könne und die Schmerzen während der klinischen Untersuchung ab ca. 50° sehr heftig zu sein schienen. Es bestünden also zwar klinische und radiologische Befunde, welche eine gewisse Einschrän
kung begründen könnten, aber nicht derart ausgeprägt seien, dass sie die vom Exploranden beklagten Beschwerden und Einschränkungen im Alltag und in der Arbeitsfähigkeit in dem geschilderten Ausmass erklären könnten (S. 16).
In der psychiatrischen Untersuchung wurde festgestellt, dass die somatischen Beschwerden dramatisch geschildert würden, es werde eine deutliche psychische Überlagerung mit Ausweitung und Selbstlimitierung erkennbar, welche bewusst
seinsnah anmute und bei eher histrionischen Persönlichkeitszügen zu diskrepan
ten Bewertungen der eigenen Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Beurteilungen durch somatische Fachgutachter führten. Der Beschwerdeführer wirke über
wiegend niedergeschlagen und beginne bei emotional belastenden Beschwerden wiederholt zu weinen (S. 17 Mitte). In der Ausgestaltung des Schmerzerlebens seien bewusstseinsnahe Tendenzen zur Verdeutlichung erkenn
bar. In der psychiatri
schen Exploration formuliere der Explorand für sich die geäusserten psychischen Einflüsse auf den Krankheitsverlauf als Unterstellung einer Aggra
vation oder Simulation und lehne diese ab. Im Verlauf der psychiatri
schen Untersuchung habe sich der Eindruck bewusstseinsnaher Verdeutlichung ver
stärkt. Bei zeitweilig spürbarem Leidensdruck sei er mit seinen hochdrama
tischen Schilderungen, unterbrochen durch wiederholtes Weinen, manipulativ erschienen (S.17 unten f.).
Seit dem Unfall seien weitere psychische Belastungsfaktoren hinzugetreten, wel
che die depressive Störung mit unterhalten würden; hier seien der Tod des Vaters im Jahr
2012, der Arbeitsplatzverlust und die sich anbahnenden Eheprobleme zu nennen. Diese führten zu einer Verstärkung und Verlängerung der depressiven Episode, da der Arbeitsplatzverlust mit einem Perspektivenverlust einhergehe und die Trauer um den Tod des Vaters an sich eine längerdauernde depressive Reak
tion auslösen könne, was die bereits bestehenden depressiven Symptome ver
stärke (S. 20 Mitte). Eine leitliniengerechte Therapie habe bisher noch nicht statt
gefunden (S. 21 unten).
Im angestammten Beruf als Automechaniker bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % aufgrund des verstärkten Schon- und
Vermeideverhaltens
sowie aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs, bedingt durch die anhaltende Schmerzstörung sowie die leichte bis mittelgradige depressive Episode (S. 22). In einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Die aktuell noch vorhandene Einschränkung sei auf die behandelbare depressive Störung zurückzuführen; aus orthopädischer Sicht bestehe bereits jetzt eine angepasste volle Arbeitsfähigkeit (S. 23 Mitte).
Es liege ein allenfalls begrenzter sozialer Rückzug vor. Der Beschwerdeführer ver
füge nur über wenige und aktuell nicht ausreichend zugängliche Ressourcen, der Zugang sei durch mangelndes Selbstwirksamkeitserleben mit Selbstli
mitierung begrenzt. Deutlich im Wege stehend sei der Verlust des Arbeitsplatzes, der einen stufenweisen Einstieg in einem vertrauten Umfeld verunmögliche, sowie eine mangelnde Qualifizierung, die einen Wechsel erschwere. Der sozio
kulturelle Hin
tergrund mit geringer Bildung sowie einem eher
soziomatischen
Krankheitspro
zess erschwere dies zusätzlich (S. 24).
Zum Tagesablauf sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben um 7 Uhr aufstehe, seine persönliche Hygiene erledige, seinen Sohn
dusche
und ihn zu Fuss in den Kindergarten bringe. Danach erledige er seine Hausaufgaben. Wenn er mit den Hausaufgaben für den Deutschkurs fertig sei, bereite er das Mittagessen für die Familie zu. Anschliessend hole er seinen Sohn aus dem Kindergarten ab und nehme mit ihm und seiner Frau das Mittagessen ein. An den Nachmittagen versorge er seinen Sohn. Befragt, was er mit dem Sohn unternehme, weine er wieder, er könne mit ihm nichts unternehmen. Er treffe Verabredungen für ihn, damit er andere Kinder sehe. Auch das Abendessen werde gemeinsam eingenommen. Nachdem das Kind im Bett sei, würde er gemeinsam mit der Ehefrau fernsehen. Die leichteren Einkäufe erledige er selbst. Die Wäsche und die schwereren Einkäufe erledige die Ehefrau. Bis auf eine Arbeitstätigkeit bestehe somit ein normaler Tagesablauf (S. 27 unten f.).
3.3
D._, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, hielt am 22. Dezember 2015 (Urk. 9/105) zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers fest, dieser leide an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) sowie histrionisch akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.0) und an einer schweren depressiven Episode mit Somatisierung, ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2; S. 1 f.). Er kenne den Patienten seit Langem. Bei der B._-Begutachtung habe es sich um eine Momentaufnahme gehandelt. Es werde ein stationärer Aufenthalt vorbereitet, falls die medikamen
töse Behandlung keine Verbesserung bringe (S. 2 f.).
3.4
Mit Bericht vom 1. März 2016 (Urk. 9/109) stellte D._ folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
schwere anhaltende depressive Episode mit Somatisierung, ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F32.2)
Der Beschwerdeführer stehe seit 24. Juni 2015 bei ihm in Behandlung; es handle sich um die erste psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, welche wöchentlich stattfinde und medikamentös unterstützt werde (Ziff. 1.2; Ziff. 1.5). Aktuell sei er nicht in der Lage, mehr als die 20 %, die er im ehemaligen Betrieb in einer geschützten Umgebung leiste, zu arbeiten (Ziff. 1.7).
3.5
Vom 8. Juni bis 21. September 2016 hielt sich der Beschwerdeführer stationär in der Psychiatrischen Klinik E._ auf. Mit Austrittsbericht vom 17. Oktober 2016 (Urk. 9/123) wurden folgende, verkürzt wiedergegebene Diagnosen gestellt (S. 1):
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Status nach essentieller Hypertonie
-
persistierende Schmerzen nach Kniedistorsion rechts
Der Beschwerdeführer berichte, dass seit zwei Jahren durchgehend depressive Symptome bestehen würden, wobei seit sechs Monaten (seit dem Bezug von Sozialhilfe) eine deutliche Verschlechterung eingetreten sei. Besonders belastend empfinde er seine finanzielle Situation und die Tatsache, dass er seit dem Unfall vor sechs Jahren nicht mehr in der Lage sei, Vollzeit zu arbeiten. Laut Zuwei
sungsschreiben sei die familiäre Situation angespannt, es gebe viele Konflikte betreffend Erziehung (S. 2). Bei ausbleibender Response sei ein Medikationswech
sel erfolgt und die Indikation zur Elektrokrampftherapie (EKT) gestellt worden. Wenige Tage nach Absetzen der unverträglichen Medikation habe sich der Patient energisch und motiviert gezeigt, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Er sei ent
schlossen gewesen, die stationäre
Behandlung abzu
brechen, mit einem Pensum von 30 % arbeiten zu gehen und seine Familie finanziell zu unterstützen, was als möglicher Beginn der Remission zu werten sei (S. 5 unten f.).
3.6
D._ nahm am 14. Dezember 2016 (9/130) erneut Stellung und diagnostizierte eine schwere anhaltende depressive Episode, ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2), welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (Ziff. 1.2). Im ersten Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführer zur Zeit zu 100 % arbeitsunfähig. Sein Vorhaben, das Pensum von 20 auf 30 % zu steigern, sei gescheitert, was zu einer weiteren Verschlechterung geführt habe. Er überlege sich deshalb, wieder in die Klinik einzutreten, um die infolge Medikamentenre
sistenz empfohlene Elektrokrampftherapie zu beginnen. Er arbeite in einer geschützten Anstellung zwei Stunden täglich als Portier beim bisherigen Arbeit
geber, wobei das Anforderungsprofil sehr tief sei (Ziff. 1.3 und Ziff. 2). Der Zustand sei stationär (Ziff. 4.1). Die familiäre Situation sei infolge der schweren depressiven Entwicklung äusserst angespannt. Die Vorwürfe der Ehefrau kon
zentrierten sich auf sein Versagen als Ernährer, was die schwere Schuldproble
matik verschärfe (Ziff. 4.4).
3.7
Am 26. April 2017 erfolgte eine orthopädische Untersuchung durch RAD-Ärztin F._, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie. Mit Bericht vom 15. Mai 2017 (Urk. 9/136) hielt sie fest, es hätten sich keine Muskelatrophien oder andere Hinweise auf eine dauerhafte Schonung des rechten Beines gefunden. Die geklagten Einschränkungen seitens des Kniegelenks seien mit dem klinischen Befund nicht vollständig erklärbar. Es hätten sich keine objektiven Befunde gezeigt, die eine verminderte Belastung des rechten Kniege
lenks im Alltag nahelegen würden. Schmerzmittel benutze der Beschwerdeführer nicht. Diejenigen Arbeiten eines Automechanikers, die sich mit den zu beachten
den Einschränkungen (keine dauerhaften Zwangshaltungen, Tätigkeiten im Hocken, Knien und Kriechen, mit dauerhaftem Gehen auf unebenem Grund, mit häufigem Besteigen von Leitern und Gerüsten, mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und mit Bewegen von schweren oder andauernd mittelschweren Lasten) vereinbaren liessen, seien zu 50 % zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (S. 6 f.).
3.8
Ebenfalls am 26. April 2017 wurde der Beschwerdeführer von RAD-Ärztin Dr. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. Im Bericht vom 15. Mai 2017 (Urk. 9/137) diagnostizierte Dr. G._ eine reaktive Depression mit leichter depressiver Symptomatik (ICD-10 F 32.0), welche Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Weiter
bestehe eine Persönlichkeits
akzen
tuierung mit narzisstischen und histrionischen Zügen sowie ein Verdacht auf eine beginnende
Benzodiazepinabhängigkeit
. Beides habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei angepasst und angestammt zu 20 % arbeitsunfähig. Nach einem langsamen Einstieg in den Arbeitsprozess könne die Arbeitsfähigkeit auf 100 % gesteigert werden. Eine leichte depressive Episode habe grundsätzlich eine gute Prognose, allerdings wirke sich die ausge
prägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung sowie die Persönlich
keits
akzen
tuierung negativ auf den Genesungsprozess aus. Dringend notwendig sei das sofortige Ausschleichen der Benzodiazepine (S. 10).
Der Beschwerdeführer berichte, wegen der Schmerzen seit 2012 nicht mehr im Fussballverein zu sein und sich seit 2013 generell sozial mehr zurückgezogen zu haben. Er habe guten Kontakt zum Bruder der Ex-Ehefrau, telefoniere häufig mit seinen Schwestern in Brasilien, welche ihn auch besucht hätten. Weiter melde sich ein guter Kollege von früher immer wieder bei ihm und besuche ihn. Früher habe er Fussball gespielt, heute schaue er vielleicht TV und mache sonst häufig gar nichts (S. 1 unten f.).
Bei der orthopädischen Untersuchung habe er angegeben, im Sitzen und beim Schlafen keine Schmerzen zu haben, ansonsten habe er Schmerzen beim Laufen. Stehen gehe, da er das andere Bein belasten könne. Die Schmerzen könnten durch nichts gebessert werden. Schmerzmittel nehme er keine ein, auch werde keine andere Therapieform wahrgenommen. Bezüglich psychischen Beschwerden habe er spontan keine Symptome angegeben. Auf die Frage, warum er sich denn in psychiatrische Behandlung gegeben habe, habe er angegeben, dass ihm dies 2015 in Basel empfohlen worden sei. Bis dahin habe er nicht gedacht, dass er psychisch krank sei, heute glaube er dies schon. Er habe keine Lust mehr für nichts, sei am liebsten alleine, zudem habe er auch schon an Suizid gedacht, was er aber wegen seines Sohnes nicht machen würde. Zudem habe er einmal im Monat Streit mit seiner Ehefrau, wenn diese nicht wisse, wie sie die Rechnungen bezahlen könne. Überhaupt würden die ganzen finanziellen Probleme einen grossen Druck auf ihn ausüben (S. 2).
Der Tagesablauf sehe wie folgt aus (Urk. 9/136/2-3): Er stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf, mache sich fertig, frühstücke und gehe zur Arbeit. Arbeitsbeginn sei um acht Uhr. Zur Arbeit fahre er mit dem Zug. Er arbeite auf Abruf, so dass er nicht jeden Tag zur gleichen Zeit zur Arbeit gehe. Er arbeite bis etwa 10 Uhr und komme gegen 11 Uhr wieder zu Hause an. Dann lege er sich ins Bett; er sage wörtlich: Ich verstecke mich dort. Wenn sein Sohn mittags aus der Schule komme, bereite er für sie beide das
Mittagessen zu. Nachmittags tue er nichts, schaue aber zu seinem Sohn oder schaue fern. Mittwochs gehe er zum Psychiater. Wenn seine Frau abends nach Hause komme, esse die Familie zusammen. Das Abendessen bereite der Beschwerdeführer vor. Nach dem Essen betreue seine Frau den Sohn. Er selbst beteilige sich nicht an der Abendgestaltung, sondern ziehe sich in sein Zimmer zurück und bleibe allein. Zwischen Mitternacht und ein Uhr gehe er zu Bett.
Dr. G._ hielt fest, bei der
Hospitalisation
sei nach Indikation zur EKT eine plötz
liche Zustandsbesserung eingetreten. Der Beschwerdeführer habe seine Arbeit wieder aufnehmen wollen (S. 3 Mitte). Es bestünden starke Hinweise auf zumin
dest Verdeutlichung und Selbstlimitierung. Er sehe sich zu krank, um jemals wieder arbeiten zu können. Gleichzeitig bejahe er, einer sitzenden Tätigkeit nach
gehen zu können, allerdings gebe ihm niemand einen Job (S. 6).
Aufgrund der aktuellen Untersuchung habe eine leichte depressive Symptomatik festgestellt werden können. Ein somatisches Syndrom sei nicht zu eruieren. Die Depression könne als reaktiv, vor allem auf die Kündigung und die darauffol
gende Arbeitslosigkeit, die eine erhebliche Kränkung darstellten, interpretiert werden (S. 6 unten f.). Warum in den Berichten von D._ die Diagnose einer schweren anhaltenden depressiven Episode mit Somatisierung, ohne psychotische Symptome, diagnostiziert worden sei, nachdem der Beschwer
deführer nur kurz zuvor anlässlich der B._-Begutachtung wie auch nach Austritt aus der E._ eine lediglich leichte depressive Symptomatik gezeigt habe, könne nicht nachvollzogen werden. Aufgrund von fehlenden ICD
10-Kriterien könne keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mehr diagnostiziert werden. Der Beschwerdeführer beklage ausschliesslich die Knie
schmerzen rechts, die jedoch nicht quälend ständig vorhanden seien. Es bestünden eindeutige Anzeichen für schwere Kränkbarkeit, Abschieben der Ver
ant
wortung auf andere, starkes Selbst
mitleid und theatralisches, manipulatives Einsetzen bestimmter emotionaler Ver
haltensweisen. Während der Untersuchung hätten sich Diskrepanzen zwischen den angegebenen Symptomen und den objektiven psychopathologischen Befun
den ergeben. So hätten die objektiven Befunde grösstenteils nicht den subjektiv geschilderten Beschwerden entsprochen. Er habe angegeben, nicht aus dem Haus zu gehen, habe aber berichtet, dass er vor Kurzem mit der Familie mit dem Tram zum See gefahren sei. Zudem fahre er immer wieder mit dem Auto nach Sprei
tenbach, obwohl er Beruhigungsmittel konsumiere. Es bestehe eine Krankheits- und Behinderungs
überzeugung, welche die Wiedereingliederung erschwere. Bis auf die heute nicht mehr
feststellbare somatoforme Schmerzstörung entsprächen die Befunde in etwa denjenigen im B._-Gutachten (S. 8 f.).
4.
4.1
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie am Universitätsspital C._ diagno
sti
zierten im April 2014 eine Anpassungsstörung mit leichter bis mittelgradiger depressiver Symptomatik sowie als Differentialdiagnose einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung und verwiesen hinsichtlich einer allfälligen Leistungs
minderung aus psychischer Sicht auf eine fachärztliche Beurteilung (vorstehend E. 3.1), weshalb diesem Bericht für die hier interessierende Frage nach einer psychisch bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit keine Angaben zu entnehmen sind.
4.2
Das B._-Gutachten vom 8. Mai 2015 (vorstehend E. 3.2) erging unter Berück
sichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung der notwendi
gen fachärztlichen Untersuchungen. Es ist für die streitigen Belange umfassend und wurde konsensual begründet. Damit wurde den praxisgemässen Anforderun
gen (vorstehend E. 1.4) Genüge getan, weshalb grundsätzlich auf das Gutachten abgestellt werden kann. Diese Voraussetzungen wurden auch im
bidisziplinären
RAD-Gutachten (vorstehend E. 3.7 und 3.8) erfüllt, weshalb auch diesem zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Beweiswert zukommt. Diesen medizinischen Berichten können - im Gegensatz zu den Berichten der E._ und von D._ - umfassende Angaben zu den Lebensumständen, den Ressourcen und zur Konsistenz entnommen werden.
4.3
Im B._-Gutachten wurden in psychiatrischer Hinsicht eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung, eine leichte bis mittelgradige depressive Episode mit Somatisierung sowie histrionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge diagnostiziert. Die somatischen Beschwerden würden dramatisch geschildert und es sei eine deutliche psychische Überlagerung mit Ausweitung und Selbstlimitierung erkennbar geworden, welche bewusstseinsnah anmute. Der Beschwerdeführer habe bei emotional belastenden Beschwerden wiederholt zu weinen begonnen. Es seien bewusstseinsnahe Tendenzen zur Verdeutlichung erkennbar gewesen; der Beschwerdeführer sei gar manipulativ erschienen. Die Gutachter massen der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sowie der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu, welcher zusammen mit dem verstärkten Schon- und
Vermeideverhalten
angestammt und angepasst 25 % betrage. Somit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 75 % aufgrund der behandelbaren depressiven Störung (vorstehend E. 3.2).
RAD-Ärztin Dr. G._ ging ebenfalls von einer Beeinträchtigung der Arbeits
fä
hig
keit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit aus psychischen Gründen aus, welche sie beinahe übereinstimmend mit den B._-Gutachterinnen und Gutachtern auf 20 % veranschlagte. Diese Arbeitsun
fähigkeit begründete sie mit der Diagnose einer reaktiven Depression mit leicht ausgeprägter depressiver Symptomatik und ging von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % bei einem langsamen Einstieg aus (vorstehend E. 3.8).
4.4
G
emäss der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter entwickel
ten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE
140 V 8 E. 2.2.1.3, 142 V 342
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Krite
rien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 49 E. 1.2, je wiedergegeben BGE 139 V 547 E. 5 mit weiteren Hinweisen).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen strukturierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tat
sächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis,
hat die materiell beweisbelastete ver
sicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 142 V 106 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2017 vom 2
8.
Feb
ruar 2018 E. 6.3).
Gemäss BGE 143 V 418 (E. 7) sind neu sämtliche psychischen Leiden, laut BGE 143 V 409 (E. 4.5.2) namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressio
nen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen)
.
4.5
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
Das B._-Gutachten wie auch die RAD-Begutachtung lassen eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren (dazu nachfolgend) zu.
4.6
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit erhebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
re
sistenz
unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarer
weise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurück
zuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versi
cherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte
Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE
141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
4.7
Zur Kategorie "funktioneller Schweregrad" ist hinsichtlich des Komplexes "Gesundheitsschädigung" festzuhalten, dass die Ausprägung der diagnoserele
vanten Befunde gering ist (vgl. die Befunderhebung auf S. 9 unten f. des B._-Gutachtens sowie ausführlich auf S. 4 f. des Gutachtens von Dr. G._). Es ist zu berücksichtigen, dass Hinweise auf bewusstseinsnahe Tendenzen zur Verdeutli
chung gefunden wurden.
Zum Behandlungserfolg und zur Behandlungsresistenz ist festzuhalten, dass zwar nach der Begutachtung im B._ eine Behandlung stationär in der E._ und ambulant bei D._ erfolgte beziehungsweise weiterhin erfolgt. Es bestehen Hinweise auf ein geringes Ansprechen auf die Medikation (vgl. vorste
hend E. 3.5), was einen Belastungsfaktor darstellt. Die Therapie
optionen sind jedoch nicht ausgeschöpft. Der vorgeschlagenen Elektrokrampf
therapie - welche angesichts der in der E._ festgestellten, nicht sehr ausge
prägten Befunde und der dort beschriebenen deutlichen Hinweise auf psycho
soziale Faktoren (vgl. vor
stehend E. 3.5 und S. 4 des Berichts) als doch eher drastisch anmutet - unterzog sich der Beschwerdeführer zwar nicht, er brach jedoch den begonnenen Klinikau
fenthalt aus freien Stücken ab und zeigte sich energisch und motiviert, seine Arbeit wieder aufzunehmen (vgl. vorstehend E. 3.5). Damit ist ein gewisser Erfolg der stationären Therapie ersichtlich.
Komorbiditäten bestehen in Form der Kniebeschwerden, welche jedoch innerhalb der Gesundheitsschädigung aus objektiver Sicht nicht im Vordergrund stehen, liessen sich die Beschwerden doch nach übereinstimmender medizinischer Beur
teilung nicht in vollem Umfang auf ein organisches Korrelat zurückführen (vgl. vorstehend E. 3.2, 3.7). Schmerzmittel werden nicht verwendet (vgl. vor
stehend E. 3.7). In einer angepassten Tätigkeit besteht aus somatischer Sicht eine Arbeits
fähigkeit von 100 %.
Im Komplex Persönlichkeit ist auf die akzentuierten Persönlichkeitszüge mit histrionischen und narzisstischen Zügen hinzuweisen, welche einen Belastungs
faktor darstellen. Persönliche Ressourcen waren im Zeitpunkt der B._-Begut
achtung gering, bestehen aber durchaus: So lebt der Beschwerdeführer im Familienverbund mit seinem Sohn und seiner Frau und nahm in der Folge eine Teilzeittätigkeit bei seinem früheren Arbeitgeber auf (vgl. vorstehend E. 3.6), wel
che er auf Abruf ausübt (vgl. vorstehend E. 3.8). Er habe guten Kontakt zum Bruder der Ex-Ehefrau und zu seinen Schwestern in Brasilien sowie zu einem Kollegen (vorstehend E. 3.8). Es besteht ein tragfähiges soziales Netz.
Im sozialen Kontext bestehen einige Belastungen: Genannt wurden der Tod des Vaters im Jahr 2012, der Arbeitsplatzverlust und Eheprobleme (vorstehend E. 3.2) sowie der Bezug von Sozialhilfe (vorstehend E. 3.5).
4.8
Hinsichtlich der Konsistenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer einen sehr regelmässigen Tagesablauf einzuhalten vermag. So stehe er jeden Morgen auf, erledige seine persönliche Hygiene, mache seinen Sohn bereit und begleite ihn zum Kindergarten, erledige seine eigenen Hausaufgaben für den Deutschkurs, bereite das Mittagessen zu und hole den Sohn ab. Er ist fähig, sein Kind zu beaufsichtigen und zu versorgen. Die leichteren Einkäufe erledige er selbst (vgl. vor
stehend E. 3.2). Zusätzlich geht er mittlerweile vormittags mit dem Zug zur Arbeit, bereitet danach das Mittagessen für sich und seinen nunmehr zur Schule gehenden Sohn zu und schaut den Rest des Tages zu seinem Sohn, dann bereite er das Abendessen zu. Er fährt auch Auto. Wenngleich er sich zwischen
durch im Bett "versteckt" und sich abends in sein Zimmer zurückzieht (vgl. vor
stehend E. 3.8), ist keine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
ersichtlich. Dieses steht in keiner Weise im Einklang mit der von ihm selbst postulierten vollen Arbeitsunfähigkeit und lässt sich im Übrigen auch nicht mit der von D._ und den Ärzten der E._ gestellten Diagnose einer schweren depressiven Episode vereinbaren. Ein Leidensdruck ist zu bejahen, der Beschwer
de
führer begibt sich denn auch wöchentlich zu D._ in die Thera
pie (vgl. vorstehend E. 3.4).
4.9
Nach dem Gesagten sind gewisse
leistungshindernde
Belastungsfaktoren
vorhan
den. Der beweisrechtlich entscheidende Aspekt der Konsistenz fällt vorliegend jedoch massgeblich ins Gewicht, so dass in Gesamtwürdigung der Indikatoren schlüssig von einer lediglich geringgradigen funktionellen Auswirkung der psy
chischen Beeinträchtigung auszugehen ist, welche auf 20 bis 25 % zu veranschla
gen ist.
An diesem Ergebnis vermögen die Berichte von D._ (vorstehend E. 3.3-3.4, E. 3.6) nichts zu ändern, insbesondere da ihnen - dem Behandlungs
auftrag entsprechend - keine genügenden Angaben hinsichtlich der zu prüfenden Indikatoren zu entnehmen sind. Unklar ist auch, ob die von D._ beschriebenen Symptome auf rein subjektiven anamnestischen Angaben beruh
ten (vgl. Urk. 9/109/2-3), lassen sich diese sowie die von D._ genannte Diagnose einer schweren depressiven Episode doch, wie beschrieben, nicht ohne weiteres mit dem Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers in Überein
stimmung bringen. Dies gilt auch für den Bericht der E._ (vgl. vor
stehend E. 3.5). Di
e behandelnden Ärztinnen und Ärzte
stehen
in einem auftrags
rechtlichen Ver
hältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungs
ansprüche erlauben
den objektiven Beurteilung des Gesundheits
zustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfah
rungstatsache, dass Hausärzte
beziehungs
weise regelmässig behandelnde Spezialärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behan
delnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
5.
5.1
Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit
überwiegender Wahrschein
lich
keit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf die Angaben im individuellen Konto des Beschwerdeführers einen hypothetischen
Validenlohn
von Fr. 70'727.25 (vgl. Urk. 9/99), was nicht zu beanstanden und im Übrigen unbe
stritten ist.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Dies ist vorliegend der Fall, da der Beschwer
deführer seine Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft.
5.4
Die Beschwerdegegnerin errechnete gestützt auf die LSE einen hypothetischen Invalidenlohn von Fr. 66'621.50 bei einem Pensum von 100 % und gewährte einen behinderungsbedingten Abzug von 10 % (vgl. Urk. 9/99). Auch dies ist grundsätzlich unbestritten. Geht man jedoch von einer Arbeitsfähigkeit von 75 % (vgl. vorstehend E. 4.9) statt 100 % aus, so ergibt sich, selbst wenn der Abzug von 10 % weiterhin gewährt würde, auch damit kein rentenbegründender Invali
di
täts
grad: Es resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 44'969.50 (Fr. 66'621.50 x 0.75 x 0.9) und eine Erwerbseinbusse von Fr. 25'757.75 (Fr. 70'727.25 - Fr. 44'969.50), somit ein Invaliditätsgrad von 36.4 %.
Der angefochtene Entscheid ist nach dem Gesagten rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der von Rechtsanwältin Elisabeth
Tribaldos
mit Eingabe vom
12. Dezember 2017 (Urk. 12
) geltend gemachte Au
fwand von 9.4 Stunden (Urk. 13
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
grundsätzlich angemessen, jedoch beträgt der gerichtsübliche Stundenansatz Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer). Damit ergibt sich ein Betrag von Fr. 2'068.--. Unter Berücksichtigung der Barauslagen im Umfang von pauschal 3 % und der bis Ende 2017 geltenden Mehrwertsteuer von 8 % ist
di
e Entschädigung von Rechtsanwältin Elisabeth
Tribaldos
, Aarau, auf Fr. 2'300.40 festzusetzen.
6.
3
Der Beschwerdeführer
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung
der Gerichtskosten und
der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.