# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc0021a2-8876-4b57-b8f6-08857313c60b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, Mutter zweier Söhne, meldete sich am 2
0.
August 2008 unter Hinweis auf eine postoperativ inkomplette Läsion de
s
Nervus
tibialis
und
des
Nervus
peronaeus
am linken Fuss
ein erstes Mal zum Bezug von Leis
tun
gen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/2 und
Urk.
9/
11
).
Sie war damals seit dem
1.
Januar 2000 als diplomierte Pflegefachfrau im Pflegeheim
Y._
,
Z._
,
tätig
und übte seit dem
1.
März 2004 ein 80 %-Pensum aus
.
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medi
zinische Abklärungen.
Am
2.
Dezember
20
10
verfügte
sie
einen
rückwirkenden An
spruch auf eine befristet
e
halbe
Invalidenrente ab
1. November 2008
bis
3
0.
Juni 2009 (
Urk.
9/51
und
Urk.
9/46
).
1.2
Am 2
7.
Oktober (falsch datiert mit November)
2011 meldete sich
X._
unter Hinwei
s auf rheumatische sowie Magen- und
Bauchbe
schwerden
erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an (
Urk.
9/57)
. Sie arbeitete
im Zeitpunkt der Neuanmeldung
immer noch als
Pfle
gefachfrau
im Pflegeheim
Y._
und war
laut ärztlichem
Attest ihrer
Hausärz
tin
in dieser Tätigkeit
seit dem 30.
September 2011
arbeitsunfähig
.
Die IV-
Stelle nahm eine
Situations
ana
lyse
der Case Man
a
gerin
der Arbeitgeberin
(
Urk.
9/63)
zu den Akten
.
Zudem holte sie eine Arbeitgeberauskunft (
Urk.
9/69) und
Arzt
berichte
(Urk. 9/74)
ein
und zog die medizinischen Akten des
Krankentaggeld
versicherers
bei (
Urk.
9/72).
Sie gewährte der Versicherten die Kostenübernahme für eine Laufbahnberatung (
Urk.
9/84 vgl. auch
Urk.
9/86)
und
für eine
Bera
tung und Unterstützung bei der Stellensuche (
Urk.
9/88). Das bisherige Arbeits
verhältnis wurde vom Pflegeheim
Y._
auf den
3
1.
Mai 2012 gekündigt;
be
reits
ab dem 2
1.
Mai 201
2
konnte die Versicherte
einen von der IV-Stelle finan
zierten und mit einem persönlichen Support unterstützten
Arbeitsversuch in der Spitalapotheke des Spitals
A._
antreten
(
Urk.
9/102,
Urk.
9/103,
Urk.
9/95 vgl. auch
Urk.
9/98)
. Der
Ar
beits
versuch
wurde per 1
8.
Juli 201
2
ab
gebrochen (
Urk.
9/115 und
Urk.
9/116).
Die IV-Stelle nahm
in der Folge
weitere Arztberichte zu den Akten und holte bei Dr.
med.
B._
,
Fachärztin
Innere Medizin FMH spez.
Rheumaer
kran
kungen
,
ein in
ternistisch-rheumatologisches Gutachten ein, das am
1.
März 2014
erstattet wurde (
Urk.
9/145/1-96)
. Mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2014 wurde
X._
die
Abweisung des
Gesuch
s um eine Invalidenrente in Aussicht gestellt (Urk.
9/153). Auf
Einwand der Versicherten hin
(
Urk.
9/163), dem
ein
Bericht ihres Hausarztes
beilag
(
Urk.
9/162)
,
erkundigte sich die IV-Stelle tele
fo
nisch
,
ob
eine
psychiatrische
Behandlung
stattfind
e
(Urk.
9/165)
. Mit Ver
fügung vom
2
2.
September 2014
wies
sie
das Leistungsbegehren wie angekün
digt ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
2) reichte
X._
am 2
3.
Oktober 2014 Beschwerde ein (
Urk.
1)
. Sie beantragte
,
die Verfügung
sei aufzuheben und
es sei
die
ihr
von Gesetzes wegen zustehende Rente zuzu
sprechen. Zudem ersuchte sie um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels und Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (S.
2). Die IV-Stelle beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom
1.
Dezember 2014, die Beschwerde sei abzu
weisen (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2015 wurde das Gesuch um un
entgeltliche Prozessführung abgewiesen und ein zweiter Schriftenwechsel ange
ord
net (
Urk.
13). Am 1
1.
Juni 2015 erstattete die Beschwerdefüh
rerin ihre Replik (
Urk.
18). Sie
passte darin ihr Rechtsbegehren an
und beantragte
, die Verfügung vom 2
2.
September 2014 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (S. 2).
Mit
der Replik
legt sie
einen Bericht des Rheumatologen
Dr.
med.
C._
vom
8.
Mai 2015 (
Urk.
19/1) und einen Ar
beitsvertrag vom 1. Januar 2015 betreffend eine Anstellung als Pharma-Assis
tentin mit einem Pensum von 20 Stunden pro Wo
che (
Urk.
19/2)
auf
. Die
Be
schwerdegegnerin
verzichtet
e
in der Folge auf
das Einreichen
eine
r
Duplik
(
Urk.
22), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
7.
Juli 2015 zur Kennt
nis gebracht wurde (
Urk.
23)
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
,
das
erneute
Leistungsbegehren abwei
sende Verfügung vom 2
2.
September 2014 damit, dass der Beschwerdeführerin gestützt auf die
getätigten
medizinischen Abklärungen eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit, etwa als Apotheken-Assistentin
,
zu 100
%
zumutbar sei. Die IV-Stelle errechnet
e
einen unter der rentenbegründenden Schwelle liegenden
In
validitätsgrad
von 18
%
. Sie ging
dabei von einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall aus (
Urk.
1; vgl. auch
Urk.
9/67 S.
1
sowie
Urk.
9/152 S.
2 und
8)
.
Auf Einwand der Beschwerdeführerin hin merkte die
Beschwerdegegne
rin
an
, eine
reaktive Depression mittelschweren Ausmasses gelte nicht als IV-rele
vant, da sich die
Versicherte
laut telefonischer Auskunft seit sieben Jahren nicht mehr in einer adäquaten psychiatrischen Behandlung befinde (
Urk.
1).
2.
2
Die Beschwerdeführerin kritisierte die Diagnosestellung sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachterin
Dr.
B._
. Sie verwies auf zu
sätzliche im Bericht des behandelnden Arztes
Dr.
med.
C._
,
D._
vom
8.
Mai 2015
aufgeführte
D
iagnosen,
die von
Dr.
B._
un
be
rücksichtigt geblieben seien. Im Weiteren führte die Beschwerdeführerin aus, die von
Dr.
B._
erwähnte Selbstlimitierung
wäre
– wenn diese, was be
stritten werde, beobachtet worden sei – Anlass für eine
psychiatrische
Begut
achtung
gewesen
, fänden sich in den medizinischen Akten doch zahlreiche Hin
weise auf eine
psychische
Beeinträchtigung
(
Urk.
18
Ziff.
5).
Die
Entschei
dungs
grundlage
sei in dieser Hinsicht
unvollständig (
Urk.
1
Ziff.
3 S. 4).
Die Beschwerdeführerin hielt zusammenfassend fest, dass auf das Gutachten von
Dr.
B._
nicht abgestellt werden könne und es vielmehr angezeigt sei,
mit dem behandelnden Rheumatologen
Dr.
C._
davon auszugehen, dass
sie
ihr Arbeitspotential im Rahmen der
aktuell
ausgeübten Tätigkeit als Pharma-Assistentin mit einem Pensum von 50
%
voll ausschöpfe (
Urk.
18
Ziff.
5). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens sei entsprechend
vom
in dieser Tätigkeit erzielten Lohn im Betrag von Fr. 26‘000.-- im Jahr auszugehen, wo
raus
eine Lohneinbusse von 67.37 % und
ein Anspruch auf eine ganze Rente resultiere.
Grundsätzlich könne ihr in ange
passten Tätigkeiten höchsten
s
noch
ein Hilfsarbeiterlohn angerechnet werden
(
Urk.
1
Ziff.
3 S.
4 und
Urk.
18
Ziff.
6
).
3.
3.1
Nach einer Untersuchung
in
der
interdisziplinären Schmerzsprechstunde des
E._
berichteten PD Dr.
med.
F._
,
Dr.
med.
G._
,
Dr.
med.
H._
und
Dr.
med.
I._
dem Hausarzt der Beschwerdeführe
rin
Dr.
med.
J._
, FMH für Innere Medizin
,
am 13. April 2013
(
Urk.
9/135/9-14).
S
ie gaben an, die heutige Symptompräsentation sei nicht typisch für ein rheu
matisch-entzündliches
Leiden, was sich aber auch nicht völlig ausschliessen lasse.
Eine Polyarthritis oder eine
Spondyl
o
arthritis
se
ien
aufgrund der vorlie
genden Röntgenaufnahmen und Laborbefunde (inkl.
negativem
HLA-B27) je
doch prak
tisch ausgeschlossen (S.
5).
In der psychiatrischen Beurteilung hielten die Be
richterstatter fest, es sei nicht
ganz
einfach, die Beschwerden und den Befund der Beschwerdeführerin in eine eindeutige psychiatrische Erkrankung gemäss
den
Kriterien des ICD-10 umzusetzen. Es sei von einer anhaltenden
so
mato
for
men
Schmerzstörung mit somatische
n und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41)
mit Differenzialdiagnose
Somatisierungsstörung
auszugehen. Zum gegenwär
ti
gen Zeitpunkt müsse von einer leichten bis tendenziell mittel
schweren depressi
ven Episode atypischer Ausprägung (ICD-10 F32.8) ausgegan
gen werden. Aus anästhesiologischer Sicht
hielten die Berichterstatter fest
, es handle sich um eine Patientin mit einer
multi
l
okulären
Schmerzsymptomatolo
gie
, die bei einer wahrscheinlich generell veränderten Schmerzwahrnehmung gedeutet werden
müsse (S.
5). Auf die aktuelle Schmerzsymptomatologie wirk
ten sich die extre
me
funktionelle Beeinträchtigung, der hohe Leidensdruck, das lange Bestehen der Symptome, die starke vegetative Dysregulation, der wahr
scheinlich maxi
male
Chronifi
zierungsgrad
und die
Multilok
u
la
rität
, negativ aus. Die wahr
schein
lich
e
psychiatrische Komorbidit
ät sei ein weiterer negativer Prä
diktor-F
aktor für eine erfolgreiche Behandlung (S. 6).
3.
2
Dr.
J._
berichtete der IV-Stelle am
3.
Juli 2013 (
Urk.
9/135/1-8).
Er gab an, die Beschwerdeführerin stehe bei ihm seit dem 2
9.
März 2012 in Behandlung
(Nachfolger der pensionierten Hausärztin
Dr.
K._
).
Er nannte die folgenden
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
Chronische
Metatars
algien
links > rechts
Status nach
Resekt
ion Os
tibiale
exte
rn
um
links,
Débridement
Sehnenscheide M.
tibialis
posterior
sowie
Refixation
M.
tibialis
posterior
Fuss
links vom
25.02.2008
Status nach
multiplen Infiltrationen bei symptomatischem
Mortonneurom
intertarsal
III
/IV
Fuss
links sowie
Fasziitis
plantaris
links
Knick-
/Se
nkfu
ss links
Nebendiagnosen
a
nhaltende Schulterschmerzen links, DD
tendinopathisch
bei
articularseitiger
leichter
Auffaserung
der
Supraspinatussehne
und leichte
Tendinopathie
der
Subs
capularissehne
(US/RX Schulter 20.10.2011)
ausgeprägte
n
myofasziale
n
Befunde
n
mit
Triggerpunkten
im M.
supraspinatus
,
scalenus
und
infraspinatus
Schu
lterprotraktionshaltung
subacromiale
r
Infiltration Schulter lin
ks 28.10.11: Schmerzreduktion
gemäss
VAS von 8/1
0 auf 6/10
Symptomatische
Rhizarthrose
, aktuell rechts mehr als links
Daumensattelgelenksinfiltration
28.10.11
Schmerzreduktion vo
n 6/10 auf 4/10 gemäss VAS
Anteriore
Knieschmerzen, DD: mechanisch
(degenerative
Menikusläsion
,
beginnende
retro
pa
telläre
Arthrose?) rechts/entzündlich mit/bei:
deutlicher (7/10 auf 0/10) Sch
merzreduktion für einen Tag
intraartikulä
re
r
Steroidinfiltration Knie rechts 15.11.
11:
d
iskrete Schmerz
reduktion
Regrediente
Tendovagini
tis der Beugesehne
Dig
.
III rechts
(Erstmanifestation 12/09)
Chronisches
Panvertebralsyndrom
(Erstmanifestation 9/03), im Vordergrund
l
umbovertebra
les
Schmerzsyn
drom
muskuläre
Dysbalance
; Fehlhaltung
und
Fehlform
der Wirbelsäule
Leichtgradige
Sp
ondylarthrosen
L5/S1 am 22.7.11
lumbosacraler
Übergangswirbel, bi
l
aterale Facettengelenksarthrose
lumbosacraler
Ü
ber
gang (RX LWS 7.7.11)
Chronische
Cervico
bra
chialgien
linksbetont
DISH d
er BWS (Röntgen BWS 25.10.2011)
degenerative Veränderungen mit
O
steochondrosen
der unteren HWS
Höhenminderung des Zwischenwirbelraumes C6/7,
Unkovertebralarthrosen
C5-7 und
Facet
tengele
nksarthrosen
C6/7 und C7/Th1
leichtgradige
konvexe
skoliotische
Fehlhaltung
ausgeprägte
myofaszial
e
Dysbalanc
e
mit multiplen
Triggerpunkten
Schulterprotraktionshal
tung
Arterielle Hypertonie
Anamnestisch
Restless
legs
-Syndrom
Aetiologisch
unklare, entzü
ndliche
Arthropathie
6/08, DD
:
Kristallarthropathie
mit/bei;
wechselnd ausgeprägter
Tendinose
der Handgelenksextensoren rechts,
flüchtig
rezidivieren
den
Synovitiden
im Bereich der MCP-Gelenke, rezidivierende
r
lei
chte
r
Synovi
tis
der Kniegelenke
ANA, Anti-CCP,
Waaler
-Rose unauffäl
lig 6/08 und 5/11
Hyperurikämie
(369mmol/l, 25.10.2011)
Verdacht auf beginnend
e
Coxarthrose
rechts mit/bei:
H
ü
ftinfiltration 19.8.201
1: Schmerzreduktion für 1 Tag
intermittieren
de
n
tendinopathische
n
Beschwerden
vermehrte
r
laterale
r
Ü
berdachung links und
Coxa
profunda
links,
acetabuläre
r
Retroversion
bds
. (Becken
ap
, Hüfte axial rechts 15.8.11)
Anamnestisch
Helicobacter
-assoziierte Gastritis -
Eradikationstherapie
25-OH-Vitamin D 3-Mangel (35,7nmol/l, 25.10.2011)
Cholestasen
- und Transaminasen-Erhöhung, DD medikamentös
Dr.
J._
gab an, es bestünden psychische Einschränkungen im Rahmen ei
ner
mittelschweren Depression. Die körperlichen Einschränkungen würden vor
wie
gend
die
chronifizierte
Schmerzsituation und die funktionellen Einschrän
kung
en aufgrund der rheumatologischen Defizite betreffen
. Die Beschwerde
führerin sei aufgrund einer erneuten Verschlechterung und starken Akzentuie
rung der chronischen Schmerzsituation am angestammten Arbeitsplatz seit Herbst 2012 nicht mehr arbeitsfähig. Die
Arbeits
un
fähigkeit vari
i
er
e zwischen 90-100
%
.
3.
3
Am
Juli/August
2013 wurde in der Rheumaklinik, Physiotherapie Ergotherapie, des
E._
mit der Beschwerdeführerin
ein
Arbeitsassessment
durchgeführt. Im Be
richt
vom 2
8.
August 201
3
wurden die folgenden Diagnosen genannt
(
Urk.
9/145/106-109
S. 2)
:
Arbeitsrelevante Diagnosen
(ICD-10
)
Generalisiertes Schmerzsyndrom
(M79.9)
myofaszial
und
artikulär
betonte Schmerzen
vegetative Dysregulation und Erschöpfung, aktuel
l
Kriterien für CRPS nicht erfüllt
Migräne ohne Aura
(IHS1.1, G43.0)
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung
(Z73)
; deutliche Ein
schrän
kung in den T
ätigkeiten des täglichen Lebens
Panvertebralsyndrom
, EM
zirka 2002
(M54.8)
aktuell
myofa
sziale
Verspannungen Na
cken/Schultergürtel linksbetont
mögliche segmentale Dysf
unktion mittlere BWS und unte
re LWS bei
Wirbelsäulenfehl
form
und Haltungsinsuffizienz
keine Hinweise für ISG-Pathol
o
gie oder
radikuläre
Symptomatik
HLA-B27 negativ
Unfall Sturz im Bus 19.12.2011:
Nasenhäm
atom,
Kontusionen Schultern
bds
.
Polyarthralgien
Status nach
Fersens
pornschmerzen
1993
Anamnestisch CRP
S 2008 nach Stosswellentherapie
symptomatisch
er Knick-Senkfuss links 02/2008
Resektion
os
tibiale
ext
ernum
,
D
é
bridement
Sehnenscheide M.
tibialis
posterior
links und
Refixation
M.
tibialis
posterior
und
Lig
.
tal
onaviculare
links am 25.
02.2008
post
operativ Schmerzzunahme bei Lä
sion
N.
tibi
a
lis
anterior
(ENMG)
anamnestisch symptomatis
ches Morton N
eurom
Fuss
rechts
chronische
Metat
arsalgien
links mehr als rechts
anamnestisch
Restlesslegs
Symp
tomatologie, aktuell kein Anhalt
Tendovaginitis der Beugesehne D3 re
chts, Erstmanifestation 12/2009
Verdacht au
f beginnende
Coxarthrose
rechts
Sympt
omatische
R
h
iz
arthrose
aktuell rechts > links
,
Status nach
Sat
telgelenks
infiltratio
nen
anhaltende Schult
erschmerzen links bei DD
Tendinopathie
und leichter Riss d
er
Suprasca
pularis
Sehne
Andere Diagnosen
A
dipositas Grad l (
B
MI 31 kg/m2)
Arterielle Hypertonie
Helicobacter
indiz
ierte Gastritis anamnestisch
Vit
. D3 Mangel
Cholestase- und Transamin
aseerhöhung bei DD
medikamtentös
Zustand nach chirurgischen Eingri
ff
en
(Z98.8)
,
Varizen-OP
bds
2005
Die Berichterstatter gaben
unter ”Arbeitsbezogene Probleme (ICF) und bei
tra
gende Faktoren” (Ziffer 3 der zusammenfassenden Beurteilung)
an, ein allfälli
ges arbeitsrelevantes Problem habe nicht erhoben werden können, da di
e Be
schwerdeführerin während der Test
s eine ausgeprägte Selbstlimitierung gezeigt habe. Sie habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereitschaft gezeigt,
jedoch
sei
hier die psychiatrische
Diagnose zu berücksichtigen
. Es sei
en
eine deutliche
Selbstlimitierung festgestellt und
ein
In
konsistenz
punkt
beobachtet worden (S. 2).
Bei der Beschwerdeführerin
b
estünden generalisierte
myofasz
iale
und
artikulär
betonte Schmerzen mit Betonung des Rückens und einzelner Gelenke, insbeson
dere der Füsse bei Knicksenkfuss beidseits und Zustand nach
Fersensporn
schmer
zen
, beginnender
Coxarthrose
rechts mit Hüftschmerz und aktuell Knie
schmerz rechts mi
t klinischen Hinweisen auf eine
n leichten Reizerguss rechts. Zudem würden degenerative Veränderungen vor allem im Sinne einer
R
hi
z
ar
throse
und einer beginnenden Fingerpolyarthrose vorliegen. Die Funkti
ons
fähig
keit der Gelenke sei allerdings nicht beeinträchtigt. Die
Rückenbeweg
lichkeit
sei schmerzreduziert
,
aber ansonsten normal. Es bestünden lediglich eine gewisse
Haltungsinsuffizienz und eine Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
, betont im
Brustswirbelsäulenb
ereich
;
r
adikuläre
Zeichen fehlten.
Als Begleitfaktor sei eine psychische Komorbidität der chronischen Schmerzen bekannt, die sich wahrscheinlich in rezidivierenden depressiven Episoden aty
pischer Ausprägung äussere.
Die Berichterstatter führten aus, das Ausmass der demonstrierten phy
s
ischen Ein
schränkungen lasse sich mit den relativ geringfügigen objektivierbaren pa
tho
logischen Befunden der klinischen Untersuchung und
bildgebenden Abklä
rung sowie den
Diagnosen aus somatischer Sicht
„
ungenügend zum Teil erklä
ren
“
. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb primär auf med
izi
nisch-
theoretische
Überlegungen, ergänzt durch Beobachtungen bei den
Leis
tungs
tests
.
Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medi
zinisch aus somatischer Sicht nicht begründen
(S. 3).
Die genaue Qualifizierung der Arbeitsfähigkeit i
n der angestammten Tätigkeit als diplomierte Pf
l
egefachfrau sei aufgrund der
beobachteten Selbstlimitierung
schwierig. Aufgrund
der Untersuchungsbefunde
sei aber
davon auszugehen, dass
überwiegend wahrschein
lich eine Leistungsminderung für das Hantieren von Lasten über 25
kg
sowie für lange dauerndes vorgeneigtes Stehen sowie für Stehen und Gehen bestehe. Daraus resultiere eine Leistungseinbusse von zirka 50
%
, da die bisherige Tätig
keit maximal noch 5-6 Stunden am Tag ausgeführt werden könne mit Limitie
rung beim Hantieren von Lasten. Durch medizinische
Massnahmen könn
t
e die Leistungsfähigkeit zwar bei optimaler Kooperation deut
lich gesteigert werden. Das Wiedererlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit sei abe
r unsicher und primär von den genauen Belastungsanforderungen eine
r
konkre
ten Stelle abhängig (S. 3 f.).
In einer mindestens leichten Arbeit (Gewichtshantierung
von
5 bis maximal 10
kg) mit Stehen und Gehen von maximal drei Stunden im Tag sollte nach
Einschätzung der Berichterstatter eine ganztätige Arbeitsfähigkeit möglich sein. Aktuell betrage die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit
zirka 85
%
wegen der Beschwerdekumulation im Tagesverlauf. Durch adäquate medizinische Mass
nahmen könne diese innert etwa vier bis sechs Wochen auf eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit gesteigert werden (S. 4).
Die Berichterstatter empfahlen wegen der Selbstlimitierung bei den
Belastungs
tests
, die zumutbare Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch im Rahmen einer rheumatologischen-psychiatrischen Begutachtung festzulegen (S. 4).
3.
4
Dr.
B._
stellte
in ihrer
internistisch-rheumatologischen
Expertise vom 1.
März 2014
(
Urk.
9/145/1-96)
die folgenden rheumatologischen
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 88)
:
leichte Fingerpolyarthrosen beidseits (Röntgen 06/2013)
mit
aktivierter STT-Arthrose rechts mehr als links (Szintigraphie 02/2014)
Knick-Senkfüsse beidseits mit
Morton Neurom
intermetatarsal
III/ IV beidseits (MRI 02/2013) und
links
:
Status nach Resekt
i
on Os
tibiale
externum
am 25.02.2008 mit
D
é
bridement
der Sehnenscheide M.
tibialis
pos
terior
links mit
Refixation
und
postoperativer passagerer sehr inkompletter Läsion des
N.
tibialis
anterior
und
des
N.
peroneus
und
bildgebend normalem postoperativen Befund (MRI 02/2013) und
aktuell symmetrischen Beinumfängen
Daneben nannte sie die folgenden Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit
:
ausgedehnte chronische Schmerzen
Adipositas Grad
I
(BMI 33.4 kg/m
2
)
Eisenmangel-Anämie (
Hb
117 g/l, MCV 77.6
fl
,
Ferritin
8
μ
g/l)
arteriel
le Hypertonie (Erstdiagnose 12/
2007)
mit
adäquater medikamentöser Therapie
Dr.
B._
berichtete, die 52-jährige Versicherte klage seit vielen Jahren über ausgedehnte Schmerzen, die sich auf den ganzen Körper ausgedehnt hätten. Am 2
5.
Februar 2008 sei sie am linken Fuss operierte w
o
rden. Dabei sei es posto
pe
rativ zu einer sehr inkompletten Läsion zweier Nerven gekommen, die sich un
terdessen zurückgebildet
habe
(S. 89)
.
Dr.
B._
gab weiter an, es seien in der klinischen Untersuchung Diskrepan
zen vorhanden gewesen. Die Untersuchung des Bewegungsapparates
sei
durch Gegenspannung erschwert
,
aber nicht verunmöglicht
worden
. Der intermittie
rend hinkende Gang
habe
sich unter Ablenkung
normalisiert
. Die wichtigsten Befunde seien die Adipositas Grad I und die Knick-Senkfüsse mit
Hallux
valgus
. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte (HWS, BWS und LWS) seien normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points patholo
gisch sowie alle acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung
(S. 89). Die Beschwer
deführerin
habe
bei der Untersuchung mehrfach spontan den
Langsitz
ein
ge
nommen
. Diskrepant dazu sei, dass sie beim Prüfen des
La
sègues
beidseits be
reits bei 45
° starke Schmerzen geäussert und keine weitere Prüfung des
Lasègues
zugelassen habe. Es handle sich am ehesten um eine
Verdeutli
chungstendenz
(S.
9
0
).
Dr.
B._
berichtete, die im Februar 2014 durchgeführte
Ganzkörper-Ske
lett
s
zintigraphie
habe keine vermehrte Aktivität im Bereich der ganzen Wirbel
säule, beider ISG, beider Hüftgelenke und der Fingergelenke gezeigt. Erkennbar seien diskret vermehrte Aktivitäten im Bereich der AC-Gelenke, der Knie und der G
rosszehengrundgelenke beidseits
. Dies seien altersentsprechende Befunde. Im Bereich der Hände seien leichte altersentsprechende Polyarthrosen vorhan
den mit aktivierten Arthrosen beider STT-Gelenke rechts mehr als links. Die ak
tivierten STT-Arthrosen beidseits hätten einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 89)
,
aber eine deutlich geringere Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit, als es eine aktive entzündliche rheumatische Erkrankung haben würde. Bildgebende Hinweise auf eine aktive
oder durchgemachte entzündlich
rheumatische Erkran
kung seien aktuell nicht vorhanden und auch b
isher nie
dokumentiert worden (S. 90).
Bei der Beschwerdeführerin bestünden strukturelle Befunde im Bereich der Füsse und der STT-Gelenke beider Hände, welche die Leistungsfähigkeit ein
schränkten. Sie könne jedoch eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
ausüben
(S.
90), wobei
sie
wegen der eingeschränkten Funktion der Füsse maximal drei Stunden pro Tag stehen oder gehen könne. Wegen der eingeschränkten Funk
tion der STT-Gelenke der Hände könne sie keine Tätigkeiten ausführen, die re
pe
titiv eine grosse Handkraft benötigten. Sie könne mit den Händen jedoch leichte, repetitive Tätigkeiten mit Hantieren von Lasten bis zu 5 kg uneinge
schränkt ausüben sowie selten Lasten bis 15 kg (leichtes bis mittelschwe
res
Be
lastungsniveau
) hantieren
.
Dr.
B._
gab an, a
ufgrund ihrer Einschätzung und den Resultaten des
Arbeitsassessments
gebe es in der angestammten Tätig
keit im Pflegeheim
Y._
einen Teilbereich, den
die Beschwerdeführerin
nicht mehr machen könne (Heben von Lasten über 15 kg, lange vorgeneigt stehen be
ziehungsweise gehen oder stehen von mehr als drei Stunden pro Tag). Die an
gestammte Tätigkeit als Apotheken-Assistentin sei angepasst.
Die Beschwerde
führerin
könne als Apotheken-Assistentin zu 100
%
arbeiten. In einer ange
passten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 92).
3.5
Im
von der Beschwerdeführerin im
Einwandverfahren
aufgelegten
Bericht vom 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
9/162)
an „
T
o
who
m
it
may
concern
“
führte der Hausarzt
Dr.
J._
die bekannte Diagnoseliste auf und ergänzte diese mit der Diagnose
reaktive Depression mittelschweren Ausmasses.
Dr.
J._
gab an, die Be
schwer
deführerin sei auch seines Erachtens aufgrund der rheumatologischen Beschwerden nicht mehr in der Lage
,
im Bereich der Pflege tätig zu sein. Hier erachte er die Arbeitsfähigkeit als 0
%
. Bezüglich einer angepassten Tätigkeit scheine ihm mittelfristig eine Teilzeitarbeit möglich, wobei zwingend die
Ar
beitsplatzsituation
berücksichtigt werden müsse.
Aufgrund der multiplen Ein
schränkungen, der
chronifizierten
Schmerzsituation und der reaktiv depressiven Entwicklung erachte er eine vollständige Reintegration zu 100
%
auch in einer angepassten Tätigkeit als wenig realistisch und nicht angemessen. Unter opti
malen Voraussetzungen und massvoller Belastung sei seines Erachtens eine maximale Arbeitsfähigkeit bis 50
%
als realistische Zielvorgabe denkbar (
Urk.
9/162).
3.6
Am 1
7.
Juli 2014 erkundigte sich die IV-Stelle telefonisch bei der Versicherten, bei wem sie in psychiatrischer Behandlung sei. Diese erklärte, sie sei zuletzt vor sieben Jahren bei einer Psychia
terin in Behandlung gewesen. Das
habe ihr aber nicht gut getan. Nun sei sie bei
Dr.
J._
in Behandlung, der auf innere Me
dizin und auch auf psychosomatische Beschwerden spezialisiert sei. Zur Be
handlung der Depression nehme sie
Fluxetin
und
Trittico
ein
(
Urk.
9/165).
4.
4.
1
Nicht strittig und ausgewiesen ist, dass
die Beschwerdeführerin seit der befriste
ten
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
2.
Dezember 2010 (
Urk.
9/46 und
Urk.
9/51) eine invaliditätsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes erlitten hat (vgl. E. 1.3).
W
ar
es
ihr damals noch möglich, ihre angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau im Pflegheim
Y._
auszuüben
(vgl.
Urk.
9/39 S. 3 und
Urk.
9/86)
, so
ist ihr dies n
ach Lage der Akten seit Herbst 201
1
nicht mehr zumutbar.
Die Arbeitsstelle wurde
ihr denn auch
per 3
1.
Mai 2012 gekündigt
(
Urk.
9/102). Seit dem 1. Januar 2015 arbeitet sie
mit
einem Pensum von 20 Stun
den pro Woche als Pharma-Assistentin in der
L._
(Urk. 19/2).
4.2
Aus den bisherigen medizinischen Abklärungen geht
zudem
hervor, dass
die
Beschwerdeführerin
unter einer
chronifizierte
n
Schmerzsituation
leidet
, die von den Ärzten nur teilweise mit somatischen Befunden erklärt werden kann.
Rheu
matologisch erhebliche Befunde liegen etwa
im Bereich der Füsse
und
der
STT-Gelenken beider Hände
vor
.
Die Berichterstatter der Schmerzklinik des
E._
diagnostizierten eine
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
.
In anderen
me
di
zinischen Akten
wird auf
ein g
eneralisiertes Schmerzsyndrom
hingewiesen
. Daneben
wird immer wieder ein
e
psychische Komorbidität im Sinne einer de
pressiven Symptomatik diskutiert
(vgl. etwa auch der Bericht der
Klinik M._
vom 2
6.
April 2012,
Urk.
9/122/17-23)
.
Die Be
schwerdeführerin
ist
zwar nicht in
einer eigentlichen
psychiatrische
n
Behand
lung
,
nimmt
aber offenbar
zwei Medikamente
gegen Depression ein
(
E.
3.6
;
Fluxetin
und
Trittico
,
vgl.
auch
der Nachweis im Blut bei der Untersuchung durch Dr.
B._
,
Urk.
9/145/1-96 S. 81, 87 und 90
)
, welche ihr von ihrem Hausarzt Dr.
J._
,
der über einen Fähigkeitsausweis in Psychosomatischer und Psychosozialer Medizin und für de
legierte Psychotherapie verfügt
, verschrieben werden
.
Vor diesem Hintergrund empfahlen
die
Be
richterstatter zum
Arbeitsassessment
im
E._
im Juli/August 2013
eine rheu
matol
ogische-psychiatrische
Begutachtung (E.
3.3).
4.
3
Eine psychiatrische Abklärung hat indessen bis jetzt noch nicht stattgefunden. Der medizinische Sachverhalt erweist sich in dieser Hinsicht
demzufolge
als
nicht ausrei
chend
abgeklärt. Schon vor der mit BGE 141 V 281 eingeleiteten
Recht
spre
chungsänderung
war bei
s
omatoformen
Schmerzstö
rung
en
oder
ver
gleich
baren psychosomatischen Leiden
zur Beurteilung der geltend gemachten Arbeitsunfä
higkeit ein
e
psychiatrische
Begutachtung
erforderlich (vgl. BGE 130 V 352 E.
2.2)
.
Eine solche
ist –
nun unter Beachtung der neuen
Standard
indikatoren
– nachzuholen
. Gleichzeitig
empfiehlt
sich in Anbetracht der seit dem Gutachten von
Dr.
B._
verstrichenen
Zeitspanne und dem im Prozess aufgelegten
Bericht
des Rheumatologen
Dr.
C._
vom
8.
Mai 2015
(
Urk.
19/1) auch eine Aktualisierung der r
heumatologischen Abklärungen
.
4.
4
Anzumerken ist, dass es in den medizinischen Unterlagen Hinweise
auf Inkon
sis
tenzen,
auf
eine deutliche Selbstlimitierung und
auf
Verdeutlichungs
tenden
zen
gibt
. W
ie diese im Rahmen der Schmerzstörung und psychischen Beschwer
den zu
würdigen
sind, blieb bisher aber offen.
Auch diesbezüglich ist eine Stellungnahme einer psychiatris
chen Gutachterperson angezeigt.
4.
5
Aufgrund der Aktenlage
is
t nach dem Gesagten eine ergänzende medizini
sche Abklärung indiziert. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
,
damit diese nach erfolg
ter Abklärung im Sinne der Erwägungen neu verfüge.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zudem ist der Beschwer
deführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘
2
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).