# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ec41564c-e9fe-5589-9e2c-6affb141edc8
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Z. ist Eigentümer des Grundstücks Grundbuch St. Gallen Nr. C1140 an der
Speicherstrasse 9 in St. Gallen. Das Grundstück misst 112 m und liegt gemäss
Zonenplan der Stadt St. Gallen vom 1. Dezember 2001 in der Wohn-Gewerbe-Zone
WG4a und am Rand des geschützten Ortsbilds Linsebühl. Die Ortsbildschutzzone wird
von einem Gebiet mit besonderem baulichen Erscheinungsbild umschlossen. Südlich
an das Grundstück Nr. C1140 grenzt das Trottoir, welches der Speicherstrasse entlang
2
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
führt. In deren Fahrbahn verlaufen die Schienen der Trogener Bahn. Westlich, nördlich
und östlich grenzen die Grundstücke Nrn. C1141, C1125 und C1126 an die
Liegenschaft Nr. C1140. Diese ist mit einem auf der Westseite an das Nachbarhaus
angebauten und auf der Ostseite bis an die Grundstücksgrenze reichenden,
zweistöckigen Biedermeierhaus überbaut. Dieses bildet mit den auf den westlich
angrenzenden Liegenschaften Speicherstrasse 5, 5a, 7 und 7a eine schräg zur
Speicherstrasse stehende Häuserzeile. Das dem Wohnhaus auf dem Grundstück Nr.
C1140 vorgelagerte Land besteht aus einem Vorgarten und ist zum Trottoir und den
Nachbargrundstücken durch einen hölzernen Lattenzaun und eine Hecke abgetrennt.
Die den westlich angrenzenden Gebäuden zur Strasse hin vorgelagerte Fläche nimmt
nach Südwesten hin stetig ab und wird teils als Parkplatz und teils als Grünfläche
genutzt. Östlich an das Grundstück Nr. C1140 grenzt eine asphaltierte und mit vier
Parkplätzen versehene Fläche.
Z. reichte am 28. November 2006 beim Amt für Baubewilligungen der Stadt St. Gallen
ein Baugesuch für die Umnutzung des Vorgartens bzw. die Erstellung eines
Autoabstellplatzes ein. Er beabsichtigte, in der Rasenfläche zwei rund 5 m lange
Streifen aus Rasengittersteinen zu verlegen. Das Baugesuch lag vom 6. bis
19. Dezember 2006 öffentlich auf. Gegen das Baugesuch erhoben A. und H. als
Eigentümer der benachbarten Grundstücke Nrn. C1124 und C1141 am 7. Dezember
2006 Einsprache und machten geltend, der Neubau von Autoabstellplätzen bedeute
die Aufhebung der charakteristischen Vorgärten und somit einen wesentlichen
Substanzverlust im geschützten Ortsteil Linsebühl. Sie hätten bei der Gestaltung der
Vorgärten ihrer Liegenschaft ebenfalls Auflagen beachten müssen.
Die Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen wies das Baugesuch von Z. mit
Entscheid vom 12. Januar 2007 ab. Gleichzeitig ordnete sie an, dass der Holzzaun
binnen 30 Tagen nach Rechtskraft ihres Beschlusses wieder auf der ganzen
Grundstückslänge anzubringen ist. Die Einsprache von A. und H. wurde im Sinne der
Erwägungen geschützt, soweit aufgrund des Verfahrensausgangs noch darauf
einzutreten war. Die Baubewilligungskommission hielt fest, nach Auffassung des
zuständigen Strasseninspektors könne der Autoabstellplatz aus Gründen der
Verkehrssicherheit nicht bewilligt werden. Das Rückwärtsfahren über das Trottoir an
der stark belasteten Speicherstrasse führe unweigerlich zu gefährlichen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Verkehrsmanövern, wodurch eine Verkehrsgefährdung im Sinn von Art. 63 Abs. 2 des
Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) resultiere. Zudem werde mit dem
geplanten Autoabstellplatz der Vorlandbereich des Grundstücks Speicherstrasse 9
derart verschnitten, dass der Charme dieses charakteristischen Vorgartens zerstört
werde. Das Grundstück sei Teil des geschützten Ortsbilds Linsebühl und damit
Schutzgegenstand im Sinne des Baugesetzes. Neu- und Umbauten sowie
Veränderungen des Aussenraumes müssten sich in das Ortsbild in allen Belangen
besonders gut einordnen. Dies gelte insbesondere für die Umgebungsgestaltung. Mit
der teilweisen Aufhebung der Zaunanlage werde der Vorgarten kaum mehr als solcher
wahrgenommen. Mit der Erstellung des Autoabstellplatzes würde ein wesentlicher
Substanzverlust im geschützten Ortsbild Linsebühl einhergehen. Von einer guten
Einordnung des Autoabstellplatzes könne keine Rede sein. Wohl treffe es zu, dass im
Vorlandbereich der angrenzenden Grundstücke ebenfalls Autoabstellplätze bestünden.
Diese würden jedoch die Bestandesgarantie geniessen bzw. hätten im Rahmen ihrer
Erneuerung zu einer wesentlichen grünräumlichen Aufwertung des damals vollständig
versiegelten Vorlandbereichs geführt, zumal strenge gestalterische Auflagen
einzuhalten gewesen seien, welche den besonderen ästhetischen Anforderungen im
geschützten Ortsbild gerecht worden seien.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 26. Januar 2007 erhob Z. Rekurs beim
Baudepartement mit dem Antrag, der Beschluss der Baubewilligungskommission sei
aufzuheben und die öffentlich-rechtliche Einsprache sei abzuweisen, das Bauvorhaben
sei - eventuell unter Ansetzung der erforderlichen Auflagen und Bedingungen - zu
bewilligen und die Bewilligung für die Zufahrt ab der Speicherstrasse sei zu erteilen,
eventuell sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu neuem Entscheid an die
Vorinstanz zurückzuweisen. In der innert mehrfach erstreckter Frist eingereichten
Rekursergänzung vom 30. April 2007 hielt Z. an seinem Rekursantrag fest. Zur
Begründung brachte er im wesentlichen vor, die Verkehrssicherheit werde nicht stärker
gefährdet, als dies bei den Parkplätzen auf den westlich benachbarten Liegenschaften
Speicherstrasse 5 bis 7a der Fall sei. Diese Parkplätze seien ausdrücklich
strassenpolizeilich bewilligt worden. Für die rechtsgleiche Anwendung des
Strassengesetzes sei die Dauer des Bestandes der Zufahrten irrelevant. Im weiteren
erfahre der Garten durch den Abstellplatz keine optisch wahrnehmbare Veränderung.
Die Grünfläche sei Wiese, nicht Rasen, so dass die beiden Rasengitterstein-Streifen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vom Gras normalerweise verdeckt würden. Der Gartenhag würde belassen und
lediglich mit einer Verschiebevorrichtung versehen, welche als solche nur bei genauem
Hinsehen überhaupt erkennbar sei. Eine Beeinträchtigung ergebe sich lediglich, wenn
der Abstellplatz mit einem Auto belegt sei. Diese Beeinträchtigung falle jedoch nicht
unter den Ortsbildschutz. Der Aussenraum bzw. die geschützte Bausubstanz werde
durch die alltägliche Nutzung mit Gegenständen der täglichen Lebenshaltung nicht
tangiert. Im übrigen bestehe ein öffentliches Interesse, dass Motorfahrzeuge auf
Privatgrund und nicht auf der öffentlichen Strasse abgestellt werden.
Die Einsprecher A. und H. beteiligten sich am Rekursverfahren nicht.
Das Baudepartement führte am 17. August 2007 einen Augenschein durch.
Mit Entscheid vom 26. Mai 2008 wies das Baudepartement den Rekurs von Z. ab. Es
erwog, der geplante Autoabstellplatz beeinträchtige das geschützte Ortsbild, weshalb
die Baubewilligung zu Recht verweigert worden sei. Auch sei ein gefahrloses Zu- und
Wegfahren zum bzw. vom fraglichen Grundstück nicht möglich, weshalb die
Verkehrssicherheit nicht gewährleistet werden könne und die Bewilligung für die
Parkfläche auch aus strassenrechtlichen Gründen zu Recht verweigert worden sei.
Auch die Berufung auf die Gleichbehandlung im Unrecht gehe fehl. Hinsichtlich der
Verkehrssicherheit seien zwar bestehende und geplante Zufahrten in Staatsstrassen
entgegen der Auffassung der Baubewilligungskommission nach denselben
Grundsätzen zu beurteilen. Sowohl die Zufahrt zum geplanten Autoabstellplatz als auch
die Parkplatzsituation auf den unmittelbar benachbarten Grundstücken seien mit den
Anliegen der Verkehrssicherheit nicht vereinbar. Es sei daher nicht einzusehen,
weshalb die Baubewilligungskommission im Jahr 2001 die Zustimmung für die
vorbestehenden Parkplätze auf dem Grundstück Nr. C1141 vorbehaltlos erteilt habe
und weshalb sie bezüglich der Abstellflächen auf dem Grundstück Nr. C1126 nicht
eingeschritten sei. Nachdem die Baubewilligungskommission im vorliegenden
Verfahren angezeigt habe, wie sie künftig Zufahrten in Kantonsstrassen beurteilen
werde und da im Rekursentscheid aufgezeigt werde, wie mit neuen und bestehenden
Zufahrten zu verfahren sei, sei davon auszugehen, dass die Rechtsanwendung in
Zukunft richtig und rechtsgleich erfolgen werde. Dem Rekurrenten sei somit
beizupflichten, soweit er die ungleiche Beurteilung der Zufahrten auf den benachbarten
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Grundstücken bezüglich der Verkehrssicherheit geltend mache. Aufgrund der
betroffenen öffentlichen Interessen könne er allerdings eine Gleichbehandlung im
Unrecht nicht einfordern.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. Juni 2008 erhob Z. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 26. Mai 2008 und der
Beschluss der Baubewilligungskommission vom 12. Januar 2007 seien aufzuheben
und die Streitsache sei zur Erteilung der Baubewilligung und der strassenrechtlichen
Bewilligung sowie zur Abweisung der Baueinsprache der Beschwerdegegner, eventuell
zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz bzw. an
die Beschwerdebeteiligte zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
In der innert angesetzter Nachfrist am 18. August 2008 eingereichten
Beschwerdeergänzung hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Er macht
geltend, hinsichtlich der Bewilligung von neuen und der Aufhebung von bestehenden
Zufahrten seien qualitativ und quantitativ die gleichen Kriterien anzuwenden, weshalb
beide Tatbestände juristisch wesensgleich seien. Er könne sich daher auf den
Grundsatz der Gleichbehandlung berufen. Eine nennenswerte Gefährdung der
Verkehrssicherheit ergebe sich durch den streitigen Parkplatz bzw. dessen Zufahrt
ebensowenig wie durch die bewilligten bzw. geduldeten Parkplätze und deren
Zufahrten auf den Nachbarparzellen. Im übrigen werde der Vorgarten nicht
aufgehoben, sondern in minimalistischer Art für die Funktion als Abstellplatz
angepasst. Die baulichen Massnahmen seien praktisch nicht erkennbar für den
unbefangenen Betrachter. Eine Beeinträchtigung des Ortsbildes durch diese baulichen
Massnahmen könne mit Fug ausgeschlossen werden. Das zeitweise Abstellen eines
Fahrzeuges im Garten sei unter rein baurechtlichen Gesichtspunkten ebenso
bedeutungslos wie das Aufstellen einer Scheiterbeige, einer Plastikrutschbahn oder
eines Gartengrills. Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 2. September 2008 die
Abweisung der Beschwerde.
Auch die Baubewilligungskommission der Stadt St. Gallen schliesst in ihrer
Vernehmlassung vom 11. September 2008 auf Abweisung der Beschwerde.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A. und H. haben keine schriftliche Stellungnahme zur Beschwerde eingereicht.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen der
Vorinstanz und der Beschwerdebeteiligten zu äussern. Dies tat er mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 20. Oktober 2008.
Vor seinem Entscheid hat das Verwaltungsgericht an Ort und Stelle einen Augenschein
durchgeführt, an dem auch der kantonale Strassenkreisinspektor teilnahm. Die
Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und erhielten Gelegenheit, sich dazu zu
äussern.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 10. Juni 2008 und
deren Ergänzung vom 18. August 2008 entsprechend zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Einsprecher A. und H. haben sich am Rekursverfahren nicht beteiligt. Da der
Beschwerdeführer explizit beantragte, die Sache sei zur Abweisung der Baueinsprache
der Beschwerdegegner an die Vorinstanz bzw. an die Baubewilligungskommission
zurückzuweisen, wurden die Einsprecher eingeladen, sich zur Beschwerde vernehmen
zu lassen. Sie haben allerdings auch im Beschwerdeverfahren keine schriftliche
Stellungnahme eingereicht. Da sie sich am Rekursverfahren nicht beteiligt haben, fehlt
es ihnen an der Befugnis, Anträge zum Rekursentscheid zu stellen. Da sie anlässlich
des Augenscheins lediglich die Abweisung der Beschwerde beantragten und keine
einlässlichen Ausführungen in der Sache machten, ist nicht weiter darauf einzugehen.
3. Der massgebende Sachverhalt ist unbestritten. Der Beschwerdeführer hält
ausdrücklich fest, dass die Sachverhaltsdarstellung in Erw. A des angefochtenen
Entscheids zutreffend sei und anerkannt werde. Südlich des Hauses des
Beschwerdeführers befindet sich ein Vorgarten. Dieser besteht aus einer Rasen- bzw.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Wiesenfläche. Westlich und östlich befinden sich Stauden bzw. eine Hecke. Gegen das
Trottoir an der Speicherstrasse ist der Vorgarten mit einem Zaun abgeschlossen. Die
westlich angrenzenden Grundstücke Speicherstrasse 5, 5a, 7 und 7a weisen als
Vorplatz Parkflächen auf. Ebenso befinden sich im Osten des Grundstücks des
Beschwerdeführers Parkflächen.
Auch über die anwendbaren Rechtsnormen bestehen keine
Meinungsverschiedenheiten. Insbesondere steht fest, dass die Erstellung des
Autoabstellplatzes bewilligungspflichtig ist (Art. 78 Abs. 1 lit. d des Baugesetzes,
sGS 731.1, abgekürzt BauG). Weiter steht fest, dass im Streitfall die Vorschriften der
städtischen Bauordnung vom 29. August 2000/15. November 2005 (sRS 731.1,
abgekürzt BO) über geschützte Ortsbilder zur Anwendung gelangen. Nach Art. 48 BO
müssen sich Neu- und Umbauten sowie Veränderungen des Aussenraumes in das
Ortsbild in allen Belangen besonders gut einfügen. Dies gilt insbesondere für die
Umgebungsgestaltung (lit. c). Das im Zonenplan der Stadt St. Gallen bezeichnete
Ortsbild Linsebühl stellt nach Art. 47 BO einen Schutzgegenstand im Sinn von Art. 98
BauG dar. Art. 72bis Abs. 1 lit. b BauG bestimmt sodann ausdrücklich, dass die
Erstellung von Abstellplätzen für Motorfahrzeuge untersagt oder beschränkt werden
kann, wenn die Benützung der Anlage den Verkehr erheblich stört (lit. a) oder wenn die
Baute oder die Anlage oder die Benützung Schutzgegenstände nach Art. 98 BauG
beeinträchtigt (lit. b).
3.1. Die Vorinstanz erwog, Art. 48 BO stelle ein Einordnungsgebot dar, mit dem
gehobene Ansprüche an die Gestaltung durchgesetzt werden sollten. Im Vergleich zum
Verunstaltungsverbot nach Art. 93 Abs. 1 BauG stelle das Einordnungsgebot höhere
Anforderungen an die bauliche Gestaltung. Das Bauvorhaben sei für sich allein und im
Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung zu beurteilen.
Herauszuarbeiten seien die typischen Merkmale der Umgebung, mit der das
Bauvorhaben in einem gewissen Einklang stehen solle. Das Einordnungsgebot wirke
umso stärker, je einheitlicher die Umgebung, und umso schwächer, je heterogener die
Umgebung sei. Einzelne vorbestehende Bauten oder Anlagen vermöchten ein
insgesamt homogenes Gesamtbild nicht zu stören, denn ausschlaggebend sei der
Gesamteindruck (B. Zumstein, Die Anwendung der ästhetischen Generalklauseln des
kantonalen Baurechts, Diss. St. Gallen 2001, S. 30 f und 144 f.). Das Ortsbild Linsebühl
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
werde vorab durch die mit Zäunen und Hecken eingefassten Vorgärten geprägt. Durch
die charakteristischen Vorgartenbereiche werde der öffentliche vom privaten Bereich
abgetrennt. Gerade dem Umstand, dass auf den unmittelbar angrenzenden
Grundstücken bestandesgeschützte Autoabstellplätze bestünden, sei Rechnung zu
tragen. Die Aufhebung des fraglichen Vorgartens würde demnach zu einem erheblichen
Substanzverlust und einer unerwünschten Aushöhlung des Schutzgegenstandes
führen. Zum Vorbringen des Rekurrenten, dass der Vorgarten keine optischen
Veränderungen erfahren werde und er damit zu keiner Beeinträchtigung des
Schutzgegenstandes führe, sei anzumerken, dass bereits die Umnutzung des
Vorgartens zu einem Autoabstellplatz eine erhebliche Beeinträchtigung des
Schutzgegenstands darstelle und der ursprüngliche Charakter des Gartens zerstört
würde.
3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass das Ortsbild Linsebühl durch
charakteristische mit Zäunen und Hecken eingefasste Vorgärten geprägt wird. Die
Häusergruppe Speicherstrasse 5, 5a, 7, 7a und 9 bilde ein in sich geschlossenes
Erscheinungsbild innerhalb des einen grösseren Perimeter umfassenden Ortsbildes
Linsebühl. Ursprünglich sei einzig sein Biedermeierhaus Speicherstrasse 9, während
die angebaute Häuserzeile Speicherstrasse 5, 5a, 7 und 7a im Jahr 2001/2002 neu
gebaut worden sei. Sein Garten bilde den einzigen Vorgarten im ganzen Ensemble. Er
sei vielleicht das letzte Überbleibsel der früheren Umgebungsgestaltung der Vorstadt
Linsebühl; von einem heute sinnlich wahrnehmbaren Charakteristikum könne bei
diesem etwas verloren wirkenden Gärtchen nicht die Rede sein. Dass dieses Gärtchen
die wesentliche aussenräumliche Substanz des Ortsbildes Linsebühl darstellen solle,
sei masslos übertrieben. Im übrigen sei es eine geradezu böswillige Unterstellung,
wenn die Vorinstanz von einer Aufhebung des Vorgartens spreche. Der Garten werde
eben gerade nicht aufgehoben, sondern in minimalistischer Art für die Funktion als
Abstellplatz angepasst. Die baulichen Massnahmen seien für den unbefangenen
Betrachter praktisch nicht erkennbar. Durch diese baulichen Massnahmen könne eine
Beeinträchtigung des Ortsbildes Linsebühl mit Fug ausgeschlossen werden. Das bloss
zeitweise Abstellen des Fahrzeuges im Garten sei unter rein baurechtlichen
Gesichtspunkten ebenso bedeutungslos wie das Aufstellen einer Scheiterbeige, einer
Plastikrutschbahn oder eines Gartengrills etc. Im Baugesuchsverfahren des
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Wassersportvereins St. Gallen, seinem Rechtsvorgänger, sei übrigens der Abstellplatz
vom Chef der Baupolizei als bewilligungsfähige Lösung betrachtet worden.
3.3. Möglicherweise wurde das Ortsbild Linsebühl vor Jahren bzw. Jahrzehnten durch
die mit Zäunen und Hecken eingefassten Vorgärten geprägt. Heute ist eine solche
Beurteilung aufgrund der objektiven Umstände nicht mehr haltbar. Die Vorinstanz legt
nicht näher dar, wo sie, abgesehen vom Grundstück des Beschwerdeführers, solche
typischen Vorgärten feststellte. Im Augenscheinprotokoll hielt sie zwar fest, die
Liegenschaft Speicherstrasse 17 sei gegen Westen und Süden von einem teilweise mit
einer Hecke umzäunten Vorgarten umgeben. Auch die östlich anschliessenden Häuser
hätten entlang ihrer Fronten zur Speicherstrasse hin einen wenn auch teilweise nur sehr
bescheidenen, mit Sträuchern besetzten Vorgartenbereich, sodass beim Blick nach
Osten auf dieser Seite der Strasse ein grüner Streifen sichtbar sei.
Der eingezäunte Bereich der Liegenschaft Speicherstrasse 17 lässt sich schwerlich als
typischer Vorgarten einstufen. Die Fläche bildet keine Trennung des Gebäudes von der
Strasse, wie sie bei den typischen städtischen Vorgärten charakteristisch ist bzw. war.
Auch Rabatten mit Sträuchern zwischen Häusern und Trottoir sind keine Vorgärten,
und der durch solche Anpflanzungen gebildete Grünstreifen mag für einen Strassenzug
prägend sein, stellt aber keinen Vorgarten dar. Das Gebiet der Speicherstrasse wird im
fraglichen Bereich jedenfalls nicht durch Vorgärten charakterisiert.
In der engeren Umgebung der Liegenschaft des Beschwerdeführers wurden ehemalige
Vorgärten zu Parkplätzen umgestaltet. Diese sind zum Teil mit Rabatten eingefasst,
haben aber ihre ursprüngliche Funktion vollumfänglich verloren. Die westlich
angrenzenden Liegenschaften verfügen auf dem Vorgelände gegen die Speicherstrasse
hin über mehrere Parkplätze. Auch östlich angrenzend an das Grundstück des
Beschwerdeführers befinden sich zahlreiche Autoabstellplätze. Diese sind zum Teil
verschieden ausgestaltet, einzelne Flächen weisen eine Pflästerung ohne
eingezeichnete Parkfelder auf, andere sind mit Verbundsteinen belegt und verfügen
über markierte Parkfelder. Der Vorgarten des Beschwerdeführers erscheint als letztes
Relikt einer längst vergangenen Zeit. Eine das Ortsbild prägende Funktion hat er indes
nicht. Prägend sind vielmehr die verschiedenen Bauten, welche sich bezüglich der
Baustile zum Teil markant voneinander unterscheiden und die einzelnen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Entwicklungsepochen dokumentieren. Die Nutzung des Vorgartens als Autoabstellplatz
würde daher weder zu einem erheblichen Substanzverlust noch zu einer
unerwünschten Aushöhlung des Schutzgegenstandes führen. An der äusserlichen
Gestaltung der Baute bzw. der Umgebung würde sich praktisch nichts ändern. Die
Rasengittersteine sind schlecht sichtbar, und der grösste Teil des Rasens bzw. der
Wiese bleibt erhalten. Ein wesentlicher Unterschied würde lediglich darin bestehen,
dass künftig wie vor den anderen Liegenschaften im ehemaligen Vorgartenbereich ein
Auto abgestellt werden könnte. Ist kein Auto abgestellt, bleibt der ehemalige
Vorgartencharakter im wesentlichen unverändert. Hinzu kommt, dass die Umgebung
sehr heterogen ist. Es fehlen typische Merkmale, welche im gesamten Quartierbereich
prägend sind und nach einer erheblichen optischen Einordnung rufen.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Erstellung eines Autoabstellplatzes mittels zweier
Streifen aus Rasengittersteinen nicht zu einer Verletzung von Art. 98 BauG bzw. 48 BO
führt.
3.4. Hinsichtlich einer allfälligen Verkehrsgefährdung durch die Zu- bzw. Wegfahrt vom
Autoabstellplatz in die Speicherstrasse geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass
die Beurteilung einer Verkehrsgefährdung bei bestehenden und bei neuen Ein- und
Ausfahrten nach demselben Massstab zu erfolgen hat. Sie erwog in bezug auf das
Grundstück des Beschwerdeführers, rückwärtige Verkehrsmanöver über das Trottoir
gefährdeten die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf dem Trottoir und auf der
Speicherstrasse erheblich. Die Beurteilung der Verkehrssicherheit auf den westlich und
östlich angrenzenden Grundstücken Nrn. C1141 und C1126 müsse gleich ausfallen. Es
sei daher nicht einzusehen, weshalb die Baubewilligungskommission im Jahr 2001 die
Zustimmung für die Parkplätze auf dem Grundstück Nr. C1141 vorbehaltlos erteilt
habe. Ebensowenig nachvollziehbar sei das Nichteinschreiten bezüglich der
Abstellflächen auf dem Grundstück Nr. C1126, obschon die von beiden Zufahrten
ausgehende Gefährdung der Verkehrssicherheit offensichtlich habe festgestellt werden
können und mit Art. 63 und 65 StrG hinreichende gesetzliche Grundlagen zur
Ergreifung der notwendigen Massnahmen bestünden. Nachdem die
Baubewilligungskommission im vorliegenden Verfahren angezeigt habe, wie sie künftig
Zufahrten in Kantonsstrassen beurteilen werde und da im Rekursentscheid aufgezeigt
werde, wie mit neuen und bestehenden Zufahrten zu verfahren sei, sei davon
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
auszugehen, dass die Rechtsanwendung in Zukunft richtig und rechtsgleich erfolgen
werde. Dem Rekurrenten sei somit beizupflichten, soweit er die ungleiche Beurteilung
der Zufahrten auf den benachbarten Grundstücken bezüglich der Verkehrssicherheit
geltend mache. Aufgrund der betroffenen öffentlichen Interessen könne er allerdings
eine Gleichbehandlung im Unrecht nicht einfordern.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Ein- und Ausfahrten von Parkplätzen und
Abstellplätzen direkt in die Speicherstrasse nicht ohne jegliche Probleme ist. Allerdings
muss auch berücksichtigt werden, dass die Speicherstrasse im besagten Abschnitt
übersichtlich und gerade verläuft. Insbesondere ist die Übersicht stadtauswärts sehr
gut, was beim Ein- und Ausfahren auf die nördlich der Strasse gelegenen Parkplätze
bedeutsam ist. Hinzu kommt, dass im gesamten Stadtgebiet zahlreiche Ausfahrten
unmittelbar auf Staatsstrassen führen, welche weitaus problematischer sind.
Namentlich bei den am Augenschein zum Vergleich herangezogenen Parkplätzen im
Gebiet der Liegenschaft Rosenbergstrasse 22 (Haus Washington) sind zumindest
vergleichbare Verhältnisse zu finden, wobei sich in jenem Bereich sogar noch
Fussgängerstreifen und Inselschutzpfosten befinden. Unbestritten ist im weiteren, dass
es sich beim fraglichen Abschnitt der Speicherstrasse nicht um einen Streckenteil mit
einem überdurchschnittlichen Unfallgeschehen handelt. Dem Strassenkreisinspektorat
sind keine Unfallereignisse auf jener Strecke bekannt. Soweit die Vorinstanz auf
Fussgänger und Benützer fahrzeugähnlicher Geräte hinweist, wird deren Sicherheit
durch den zusätzlichen Abstellplatz nicht wesentlich beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass
für die Bewilligung von Ausfahrten auf Kantonsstrassen nicht ausschliesslich die
tägliche Anzahl Fahrzeuge massgebend sein kann. Die Verkehrsdichte ist im Bereich
der Rosenbergstrasse übrigens erheblich höher als auf der Speicherstrasse.
Die Parkplätze westlich und östlich des Grundstücks des Beschwerdeführers wurden
teils ausdrücklich bewilligt bzw. teils seit Jahren toleriert. Die Vorinstanz hielt zwar fest,
es sei nicht einzusehen, weshalb die Baubewilligungskommission im Jahr 2001 die
Zustimmung für die Parkplätze auf dem Grundstück Nr. C1141 vorbehaltlos erteilt
habe. Ebensowenig nachvollziehbar sei das Nichteinschreiten bezüglich der
Abstellflächen auf dem Grundstück Nr. C1126.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die Parkplätze auf den westlich angrenzenden Grundstücken wurden nach
eingehender Prüfung der konkreten Umstände im Rahmen von Korrekturgesuchen
bewilligt. Inwiefern im Zeitraum 2001 andere Grundsätze und Vorschriften für die
Zulassung von Ausfahrten in Kantonsstrassen massgebend waren, ist nicht ersichtlich
und wird weder von der Vorinstanz noch von der Beschwerdebeteiligten näher
dargelegt. Bei jenen Parkplätzen ist die Übersicht auf die Speicherstrasse sogar
deutlich ungünstiger als vom Abstellplatz des Beschwerdeführers aus. Hinzu kommt,
dass offenbar ungeachtet der Zahl von drei bewilligten Plätzen vier Autos abgestellt
werden, was anlässlich des Augenscheins angesichts der Zahl der vom Schnee
geräumten Plätze unschwer zu erkennen war.
Der vom Beschwerdeführer geplante Abstellplatz unterscheidet sich nur in Details von
den Parkplätzen westlich und östlich seines Grundstücks. In bezug auf die
Verkehrssicherheit sind wie erwähnt die geplanten Parkplätze zumindest nicht
gefährlicher als die auf den Nachbargrundstücken. Auch von jenen Parkplätzen kann
nur rückwärts auf die Speicherstrasse gefahren werden, oder es muss bei der Einfahrt
auf den Abstellplatz von der Speicherstrasse aus rückwärts gefahren werden. Das
Tiefbauamt hielt im Bewilligungsverfahren der Rechtsvorgängerin des
Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 28. November 2002 fest, die
Parkplätze auf den Nachbargrundstücken würden solange geduldet, als keine
Verkehrssicherheitsprobleme auftauchen bzw. keine baulichen Veränderungen
vorgenommen werden. Diese Parkplätze werden nach wie vor benutzt, und weder
seitens der Baubewilligungsbehörde noch seitens des Strassenkreisinspektorats wird
eine Aufhebung in Erwägung gezogen. Auch dies zeigt, dass offensichtlich seit Jahren
keine Sicherheitsprobleme bestehen.
Angesichts der konkreten Situation gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass
der geplante Autoabstellplatz auf dem Grundstück des Beschwerdeführers für die
Speicherstrasse bzw. den dort zirkulierenden Verkehr keine Gefährdung im Sinn von
Art. 63 Abs. 2 StrG zur Folge hat. Folglich besteht keine Grundlage, um die Bewilligung
aus Gründen der Verkehrssicherheit zu verweigern.
Aufgrund der vorstehenden Ausführungen kann offen bleiben, ob sich der
Beschwerdeführer im Streitfall auf eine Gleichbehandlung im Unrecht berufen kann. Da
die Einfahrten rechtmässig sind, stellt sich diese Frage nicht.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist. Der
Rekursentscheid vom 26. Mai 2008 sowie der Beschluss der
Baubewilligungskommission vom 12. Januar 2007 sind aufzuheben. Die Angelegenheit
ist an die Baubewilligungskommission zur Erteilung der Bewilligung, allenfalls mit
Auflagen und Bedingungen, zurückzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Politischen Gemeinde St. Gallen aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP). Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.--
zurückzuerstatten.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 2'500.-- trägt ebenfalls die
Politische Gemeinde St. Gallen, wobei auf die Erhebung zu verzichten ist (Art. 95 Abs.
1 VRP). Dem Beschwerdeführer ist der im Rekursverfahren geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das
Rekurs- und das Beschwerdeverfahren (Art. 98bis VRP). Im Rekursverfahren reichte
sein Vertreter eine Kostennote von Fr. 6'000.-- zuzügl. Barauslagen und MWSt ein. Er
hielt dazu fest, es seien 35 Stunden Aufwand seit 23. Januar 2007 entstanden. Dieser
Aufwand sei wegen des doppelten Schriftenwechsels, des Augenscheins, des
Studiums der Akten der anderen Verfahren, der Vergleichsverhandlungen mit dem
Strassenkreisinspektor, der Vorinstanz und einem Nachbarn (er sei fünf Mal vor Ort
gewesen) sowie dem Studium der nicht ganz einfachen Rechtsfragen entstanden. Im
Beschwerdeverfahren reichte der Vertreter eine Kostennote von Fr. 4'000.-- zuzügl.
Barauslagen und MWSt ein.
Im Rekursverfahren wurde zwar ein zweifacher Schriftenwechsel durchgeführt. Die
Beschwerdegegner beteiligten sich aber nicht am Verfahren, die Beschwerdebeteiligte
verwies in ihrer schriftlichen Vernehmlassung lediglich auf ihren Entscheid und das
Tiefbauamt reichte eine kurz gefasste Stellungnahme ein. Umfangreiche Schriftsätze
lagen nicht vor. Zudem waren keine komplexen Rechtsfragen zu beurteilen; die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Streitsache betraf im wesentlichen die Anwendung von zwei unbestimmten
Gesetzesbegriffen. Unter diesen Umständen ist das Maximmalhonorar nicht
gerechtfertigt. Das Verwaltungsgericht erachtet für das Rekurs- und das
Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 6'000.-- zuzügl. Barauslagen von 4
% sowie MWSt angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b und Art. 29bis der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Die
Entschädigung geht zulasten der Beschwerdebeteiligten, da sich die
Beschwerdegegner am Verfahren nicht beteiligt haben.
Demnach hat das Verwaltungsgericht