# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a284b245-0a54-50ee-8145-4b4bd35677a2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, meldete sich am 1
1.
März 1998 bei der Invaliden-versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 2
4.
Oktober 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 42
%
eine halbe (Härtefall-) Re
nte ab September 1998 (
Urk.
7
/50) sowie mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2003 eine ganze Re
nte ab Dezember 2001 (
Urk.
7/102
)
zu.
Mit Verfügung vom
6.
Januar 2014 hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente auf (
Urk.
7
/20
9
), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
3.
Juni 2014 im Verfahren Nr. IV.2014.00090 bestätigt wurde (
Urk.
7/213
).
1.2
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten in der Folge mit Verfügung
en
vom 29.
September 2014 berufliche Massnahmen zu (
Urk.
7/
224
)
und bestätigte den Anspruch auf Weiterausrichtung der aufgehobenen Rente (
Urk.
7/225; vgl.
Urk.
7/232,
Urk.
7/235)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/
273
,
Urk.
7/
278
=
Urk.
3
) wurden die
Massnahmen
per 3
0.
September 2009 abge
brochen und die bisher weiterausgerichtete g
anze Rente eingestellt (
Urk.
7/284
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
5.
Januar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
Dezember 2015 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung, die
Weiter
ausrichtung
der aufgehobenen Rente längstens auf die Dauer von zwei Jahren und die Wiederaufnahme der abgebrochenen Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Februar 2016 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
1.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente gestützt auf
lit
. a
Abs.
1 der
Schlussbestimmungen der Ände
rung
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
vom 1
8.
März 2011
(
SchlB
6a) herabgesetzt oder aufgehoben, so hat die Bezügerin oder der Bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Artikel 8a
IVG (
lit
. a
Abs.
2
SchlB
6a)
,
und die Rente wird bis zum Abschluss der Mass
nahmen weiter ausgerichtet, längstens aber während zwei Jahren ab dem Zeit
punkt der Aufhebung oder Herabsetzung (
lit
. a
Abs.
3
SchlB
6a).
1.2
Gemäss
Art.
8a IVG haben Rentenbezügerinnen und -bezüger Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung (
Abs.
1), so - untern anderem -
Integra
tions
massnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach
Art.
14a
Abs.
2 IVG sowie Beratung und Begleitung (
Abs.
2).
1.3
Der Anspruch auf Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Aufhebung der Rente gestützt auf
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6a ist auf Versicherte ausgerichtet, bei denen solche Massnahmen als sinnvoll und nutzbringend einzustufen sind (BGE
141 V 385
E. 5.3)
; mit den Massnahmen
und mit der Weiterausrichtung der (auf
gehobenen) Rente wird de
n (eingliederungswilligen) Betroffenen nach erfolgter Rentenrevision gleichsam eine maximal zweijährige Anpassungsfrist zugestanden, während derer sie sich befähigen können, ihr Leben durch den Einsatz ihrer Erwerbsfähigkeit und damit ohne Rente zu bestreiten
(BGE 141 V 385 E. 5.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, mittlerweile sei die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers für ein
Arbeits
pensum
von mindestens 80
%
aufgebaut und auch die
Bewerbungs
kompetenzen
genügten, um sich selbständig auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bewerben (S. 1 unten).
Zur Begründung
führte sie unter anderem a
us
, der Beschwerdeführer werde seit dem
1.
Oktober 2015 durch die Arbeitslosenversi
cherung unterstützt, wo seine Vermittlungsfähigkeit 100
%
betrage (S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), weder sei er aktuell in der Lage, selbst eine Bewerbung mit Aussicht auf Erfolg
zu
erstellen, noch habe er seine Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt von mindestens 80
%
stabilisieren können. Wohl sei das Potential vorhanden, der Verlauf zeige jedoch, dass er die vorauszusetzende Stabilität der Belastbarkeit noch nicht erreicht habe, weshalb es auch immer wieder nach relativ kurzer Zeit zu krankheitsbedingten Ausfällen gekommen sei (S. 6 Mitte).
Daran änderten die
Anmeldung bei
der Arbeitslosen
versicherung mit einer
Vermittlungsfähig
keit
von 100
% nichts
, sei diese doch aufgrund der Vorgaben des
Eingliede
rungsberaters
der Beschwerdegegnerin und aus finanzieller Not erfolgt
(S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin die Eingliederungs
massnahmen und die Rente zu Recht eingestellt hat.
3.
3.1
Nach der
im Juni 2014 erfolgten
gerichtlichen Bestätigung der
im Januar 2014 verfügten
A
ufhebung der Rente (
Urk.
7/213) sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer folgende Massnahmen zu:
2
9.
September 2014: Potenzialabklärung (
Urk.
7/224)
1
0.
November 2014: Aufbautraining (
Urk.
7/243)
4.
März 2015
: Beratung und Begleitung in Form von Arbeitstraining (
Urk.
7/253)
4.
März 2015: Beratung und Begleitung in Form eines
Bewerbungs
technik
kurses
(
Urk.
7/254)
2
3.
Juni 2015 (Verlängerung von) Beratung und Begleitung in Form von Arbeitstraining (
Urk.
7/264)
3.2
Am
6.
Oktober 2014 unterzeichnete der Beschwerdeführer im Hinblick auf die Potenzialabklärung
bei
der
Y._
AG eine Zielvereinbarung (
Urk.
7/229), die zum Inhalt hatte, eine stabile minimale Präsenzzeit von 3 Stunden pro Tag, ohne unbegründete Fehlzeiten, zu erreichen (S. 2 oben).
Im Abschlussbericht der
Y._
AG vom
2.
November 2014 über die
Potenzial
ab
klärung
(
Urk.
7/245) wurde unter anderem ausgeführt, aufgrund der gut absolvierten Präsenzzeit in der fünfwöchigen Potenzialabklärung ohne Fehltage könne ein weiterführendes Aufbautraining empfohlen werden (S. 3
Ziff.
6).
3.3
Am 1
4.
November 2014 unterzeichnete der Beschwerdeführer im Hinblick auf ein Aufbautraining bei der
Y._
AG eine Zielvereinbarung (
Urk.
7/246), die zum Inhalt hatte,
nach drei Monaten eine stabile Präsenz von 50
%
bei einer Leistungsfähigkeit von 80
%
zu erreichen (S. 1 unten), dies bei einer Präsenz von anfangs 4 Stunden und sodann 5 Stunden an 5 Tagen pro Woche (S. 2 oben).
Gemäss Bericht vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/249) wurde die Massnahme per
7.
Januar 2015 abgebrochen, nachdem die Ziele infolge Verschlechterung des gesundheitlichen und psychosozialen Zustandes nur teilweise hatten erreicht werden können. Im Vordergrund stünden momentan die Bewältigung der psy
chosozialen Belastung und der Aufbau von Strategien zur Schmerzüberwindung (S. 3
Ziff.
5).
3.4
Am 1
3.
Februar 2015 trafen der Beschwerdeführer und der
Eingliederungs
ver
ant
wortliche
der Beschwerdegegnerin folgende
Zielvereinba
rungen
(
Urk.
7/250):
Herr
Z._
ist aus seiner Sicht für ein Arbeitspensum von 80
%
zu 100
%
leistungsfähig.
Herr
Z._
wird sich ab sofort auf offene Stellen bewerben.
IV-Stelle unterstützt Herrn
Z._
für maximal 6 Monate (Ende August 2015), danach Abschluss.
Am 1
0.
März 2015 unterzeichnete der Beschwerdeführer im Hinblick auf ein Arbeitstraining inklusive Bewerbungstechnikkurs eine Zielvereinbarung
(
Urk.
7/257), die folgenden Inhalt hatte (S. 1 unten):
Stabilisierung der Leistungsfähigkeit für ein Arbeitspensum von mindestens 80
%
Aufbau der Arbeitsstrukturen und Gewöhnung an den
1.
Arbeitsmarkt
Aufbau der Bewerbungskompetenzen und Stellenbewerbung
Festanstellung im
1.
Arbeitsmarkt per Ende August 2015
Das Arbeitstraining fand in einer Institution (Einsatzbetrieb) statt, begann am
2.
März 2015 und war bis am 2
9.
Mai 2015 vorgesehen (S. 1 Mitte).
3.5
Laut Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung (
Urk.
7/274) erklärte der Leiter des Einsatzbetrieb
s am 1
2.
Juni 2015, er sei mit der
Leistung und
dem
Verhalten
des Beschwerdeführers
sehr zufrieden. Er sei nie zu spät zur Arbeit erschienen und habe
,
ohne sich beklagen,
wo immer nötig zugepackt, teilweise auch mit schwereren Lasten bis 25 kg. Das Arbeitstraining könne bis maximal Ende September 2015 verlängert werden (S. 7 unten).
Am 2
3.
Juni 2015 verfügte die Beschwerdegegnerin entsprechend (
Urk.
7/264).
3.6
Am
8.
September 2015 teilte der Leiter der Beschwerdegegnerin mit, das
Arbeits
training
werde vorzeitig beendet. Der Beschwerdeführer habe bis zu sei
nem Ferienantritt eine einigermassen konstante Arbeitsleistung erbracht. Während der Ferienzeit scheine sich jedoch in der Arbeitsmoral etwas verändert zu haben. Er sei verspätet aus den Ferien zurückgekommen und habe danach immer über leichte Bauchschmerzen und Durchfall geklagt; nun sei er bereits mehrere Wochen krank geschrieben
. Sie unterstützten gerne
Wiedereingliede
rungsmassnahmen
von IV-Bezügern, bei denen sie ein Interesse und einen Willen feststellen könnten
(S. 8 unten).
3.7
Im Rahmen eines Gesprächs am 1
6.
September 2015 erklärte der Beschwerde
führer laut Beratungsprotokoll
(
Urk.
7/274)
,
er wünsche den Arbeitsversuch per sofort zu beenden, um sich bis Ende September 2015 no
c
h intensiver auf die Stellensuch
e
zu konzentrieren. E
s sei ihm gelungen, seine Leistungsfähigkeit für ein Arbeitspensum von 80
%
aufzubauen und zu stabilisieren. Ebenfalls verfüge
er über genügend Bewerbungskompetenzen, um sich künftig selbständig zu bewerben
. Es sei vereinbart worden, dass er sich beim Regionalen
Arbeitsver
mittlungszentrum
(RAV) melde, um weiterführende Unterstützung zu beantra
gen (S. 9 Mitte).
4.
4.1
Im November 2014 absolvierte der Beschwerdeführer erfolgreich eine fünfwö
chige Potenzialabklärung (vorstehend E. 3.2), worauf ein Arbeitstraining folgte, das Anfang Januar abgebrochen wurde (vorstehend E. 3.3)
. Anfang März 2015 wurde ein weiteres Arbeitstraining aufgenommen, das in einem Einsatzbetrieb erfolgte und bis Ende Mai 2015 dauerte (vorstehend E. 3.4) und sodann bis Ende September 2015 verlängert wurde (vorstehend E. 3.5).
A
m
8.
September 2015 wurde das Arbeitstraining vorzeitig beendet (vorstehend E. 3.6), dies auf Veranlassung des Leiters des Einsatzbetriebs, der - so die For
mulierung
in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 5 unten) - eine nur noch teilweise vor
handene Arbeitsmoral des Beschwerdeführers bemängelte.
4.2
Für das vorzeitige Beenden des Arbeitstrainings wurden unterschiedliche Begrün
dungen angeführt. Der Beschwerdeführer machte sinngemäss gesund
heitliche Gründe geltend und wies darauf hin, dass er
vom 2
4.
August bis 1
0.
September 2015
krankgeschrieben gewesen sei (
Urk.
1 S. 6 oben), was sozusagen belege, dass seine Arbeitsfähigkeit noch nicht stabilisiert verbessert gewesen sei (
Urk.
1 S. 6 unten).
Der Leiter des Einsatzbetriebs hat offensichtlich die krankheitsbegründeten Absenzen des Beschwerdeführers mit einem Frage
zeichen versehen (vorstehend E. 3.6) und daraus den in der Beschwerde genannten Schluss gezogen. Der Eingliederungsverantwortliche der Beschwer
degegnerin
sodan
n führte im Verlaufsprotokoll aus, der Beschwerdeführer selber habe - zugunsten einer intensiveren Stellensuche - den Arbeitsversuch zu been
den gewünscht (vorstehend E. 3.7).
4.3
Beim genannten Arbeitstraining handelte
es
sich - nach dem Scheitern
des ersten Versuches Ende 2014/
Anfang 2015 - um den zweiten Anlauf, der ursprünglich für eine Dauer von drei Monaten geplant gewesen war,
und
dank der gewährten Verlängerung sodann auf sieben Monate aus
ge
dehnt
wurd
e. Beendet wurde es vorzeitig, dies aber lediglich
rund drei Wochen vor dem geplanten Ende, was angesichts der Gesamtdauer
wenig dramatisch erscheint.
4.4
Welche Begründung für
die leicht vorzeitige Beendigung der Massnahmen die zutreffende ist, kann offen bleiben. Entscheidend ist nämlich der
Umstand, dass
der Beschwerdeführer seither mit einer Vermittlungsfähigkeit von 100
%
bei der
Arbeitslosenversicherung angemeldet ist. Er hat auch nicht - was zur Bekräfti
gung seiner Argumentation nahe liegen würde - geltend gemacht, seine
Ver
mittlungsfähigkeit
sei von den Organen der Arbeitslosenversicherung in Frage gestellt oder gar verneint worden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei der Arbeitslosenversicherung als zu 100
%
vermittlungs
fähig
angemeldet ist.
Damit haben die von der Beschwerdegegnerin gewährten
Wiedereingliederungs
massnahmen
genau ihren gesetzgeberisch intendierten Zweck
(vorstehend E.
1.3)
erfüllt, indem sie die Arbeitsmarktfähigkeit des Beschwerdeführers wieder hergestellt haben. Soweit er noch immer ohne Anstellung sein sollte, sind dafür nicht mehr gesundheitliche
, sondern invaliditätsfremde
Gründe
verantwortlich, weshalb dafür auch nicht mehr die Beschwerdegegnerin, sondern
konzeptions
gemäss
die Arbeitslosenversicherung zuständig ist.
Somit erweist sich die Beendigung der Wiedereingliederungsmassnahmen - und damit auch des akzessorischen Anspruchs auf Weiterausrichtung der an sich aufgehobenen Rente - als rechtens. Mithin ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerle
gen.