# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f91a27b1-6128-426d-9942-4995e73a63ec
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1955 in O.1_, von O.2_, und Y._, geboren am _ 1966 in O.3_, von O.4_, heirateten am _ 2001 in O.5_. Die Eheleute sind Eltern der gemeinsamen Tochter A._, geboren am _ 1994.
B. Von 1991 bis 2004 betrieb X._ unter der Einzelfirma "B._" eine Produktionsgärtnerei (Produktion von Topf- und Gruppenpflanzen sowie Gemüsesetzlingen) zunächst in O.6_ und dann in O.7_; zwischen Januar 2002 und Juli 2003 in O.6_ unter der Firma "C._" (Produktion von und Handel mit Pflanzen aller Art). Y._ war bereits an dieser Unternehmung beteiligt und hatte ihr Darlehen gewährt. Im Juli 2003 gründeten die Eheleute die "C._" (mit Sitz zunächst in O.6_, ab Februar 2004 in O.7_; Produktion von und Handel mit Pflanzen aller Art), wobei Y._ eine Stammeinlage von Fr. 19'000.00 und X._ eine solche von Fr. 1'000.00 leisteten. Anlässlich der Gründung der GmbH gewährte die Ehefrau der GmbH verschiedene Darlehen. Beide Ehegatten haben, wie zuvor schon in der Einzelunternehmung, in der Folge als Angestellte der C._ gearbeitet und dort Lohn als unselbständig Erwerbende bezogen. In die Gesellschaft flossen später weitere Darlehen beider Ehegatten sowie allenfalls Sach- und/oder andere Werte der früheren Einzelfirma. Im März 2008 übertrug die Ehefrau ihren Stammanteil von nominal Fr. 19'000.00 auf ihren Ehemann, der seit Mai 2008 als Alleingesellschafter und Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen ist; die Ehefrau hatte bis im November 2012 Einzelprokura.
C. Am 14. November 2012 erhob X._ (nachfolgend: Kläger) Ehescheidungsklage ohne schriftliche Begründung beim Bezirksgericht Hinterrhein (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Viamala). Die am 13. Dezember 2012 durchgeführte Einigungsverhandlung ergab, dass X._ die Klage auf Art. 114 ZGB stützt, die Parteien nach übereinstimmender Darstellung seit dem 1. April 2010 getrennt leben und somit der angerufene Scheidungsgrund gegeben ist. Y._ (nachfolgend: Beklagte) ist mit der Scheidung einverstanden. Bezüglich der Nebenfolgen wurde festgehalten, dass die inzwischen beide anwaltlich vertretenen Parteien in Vergleichsverhandlungen treten. Im Vordergrund standen das Güterrecht und dabei die Bewertung der Unternehmung C._. Die Parteien gaben in der Folge eine privatgutachterliche Unternehmensbewertung der C._ in Auftrag, welche ihnen am 16. April 2013 erstattet wurde. Nachdem hinsichtlich der Nebenfolgen keine Einigung, weder
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umfassend noch teilweise, erzielt werden konnte, reichten die Parteien am 25. Oktober 2013 bzw. am 16. Januar 2014 ihre Begründungen nach mit folgenden Rechtsbegehren:
Rechtsbegehren Kläger:
"1. Die am 6. Juli 2001 vor dem Zivilstandsamt O.5_ geschlossene Ehe der Parteien sei in Anwendung von Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Es sei festzustellen, dass die Ehegatten einander keinen gegenseitigen nachehelichen Unterhalt schulden.
3. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung anzuordnen und zu vollziehen.
4. Die Pensionskasse der Ehefrau sei gerichtlich anzuweisen, einen vom Gericht zu errechnenden Betrag auf das Vorsorgekonto des Klägers zu übertragen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."
Rechtsbegehren Beklagte:
"1. Die am 6. Juli 2001 vor dem Zivilstandsamt O.5_ geschlossene Ehe der Parteien sei in Anwendung von Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Es sei festzustellen, dass die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt schulden.
3. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz vorzunehmen.
4. Die Pensionskasse des Klägers sei anzuweisen, die Hälfte der während der Ehe geäufneten Freizügigkeitsleistung auf das Vorsorgekonto der Beklagten zu überweisen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWSt) zulasten des Klägers."
D. Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet. Ein gerichtliches Gutachten für die Bewertung der C._ wurde nicht eingeholt, nachdem keine Partei dies beantragt hatte. Den Parteien wurde sodann aufgetragen, bis am 18. September 2014 eine Berechnung der während der Ehe erworbenen  sowie Bestätigungen der Pensionskassen über die Durchführbarkeit der Teilung nach Art. 122 ZGB beizubringen. Innert gleicher Frist hatten die Parteien ihre Rechtsbegehren zum Güterrecht zu beziffern.
E. Ihre Rechtsbegehren zum Güterrecht bezifferten die Parteien je mit Eingaben vom 18. September 2014, wie folgt:
Kläger:
"3. X._ sei zu verpflichten, Y._ innert 20 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in der
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Höhe von CHF 8'165.33 zu leisten. Der Aufwand für die Unternehmensbewertung durch die D._ in der Höhe von CHF 2'164.15 ist hälftig zu teilen und mit der güterrechtlichen Forderung zu Gunsten von Y._ zu verrechnen."
Beklagte:
"3.a Es sei festzustellen, dass die Parteien über die Aufteilung von Hausrat und Mobiliar sich bereits geeinigt haben.
b. Es sei festzustellen, dass jeder Ehegatte zu Eigentum übernimmt, was derzeit in seinem Besitz steht oder auf seinen Namen lautet. Jeder Ehegatte übernimmt des Weiteren die auf seinen Namen lautenden Schulden zur alleinigen Rückzahlung und Verzinsung.
c. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils eine Ausgleichszahlung im Betrag von CHF 210'000.00 zu überweisen.
d. Es sei festzustellen, dass die Parteien nach Vollzug der vorstehenden Bestimmungen (Ziffern 3.a - 3.c) in güterrechtlicher Hinsicht per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt sind."
Gleichzeitig reichten die Parteien die angeforderten aktuellen Vorsorgeausweise und Durchführbarkeitserklärungen ihrer Pensionskassen ein.
F. Am 25. September 2014 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein statt. Die Rechtsvertreterin der Beklagten wies auf das Novum hin, dass sich die Beklagte inzwischen selbständig gemacht habe und ab Januar 2015 nicht mehr BVG-versichert sei. Betreffend Vorsorgeausgleich wurde daher seitens der Beklagten eventualiter beantragt, es sei die Erfüllung des Vorsorgeausgleichs auf ein auf die Beklagte lautendes und dem Gericht noch bekannt zu gebendes Freizügigkeitskonto anzuordnen. Im Vergleich zu den Rechtsschriften in der Sache abweichende oder neue Rechtsbegehren wurden ansonsten nicht gestellt. Im Übrigen haben die Parteien einem Vorschlag des Gerichts betreffend numerische Festsetzung der hälftigen Teilung der BVG-Austrittsleistungen zugestimmt.
G. Mit Entscheid vom 4. Dezember 2014, mitgeteilt am 5. März 2015, entschied das Bezirksgericht Hinterrhein, was folgt:
"1. Die zwischen X._, geb. am _ 1955 in O.1_, von O.2_, und Y._, geb. am _l 1966 in O.3_, von Vaz/Obervaz und O.2_, am _ 2001 in O.5_ geschlossene Ehe wird geschieden.
2. Die Parteien schulden sich gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt.
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3.a Die Parteien haben sich über die Aufteilung von Hausrat und Mobiliar bereits geeinigt.
b. Jeder Ehegatte übernimmt zu Eigentum, was sich derzeit in seinem Besitz befindet oder auf seinen Namen lautet sowie die auf seinen Namen lautenden Schulden zur alleinigen Rückzahlung und Verzinsung.
c. X._ ist verpflichtet, an Y._ innert 30 Tagen seit Vollstreckbarkeit vorliegender Entscheidung per Saldo aller güterrechtlichen Ansprüche eine Ausgleichszahlung von CHF 169'000.00 zu leisten.
4. Die Pensionskasse E._, Vorsorge & Vermögen, _strasse, Postfach, O.8_, ist gerichtlich angewiesen, vom BVG-Konto von X._ (Vertrag Nr. _, Versicherten Nr. _), innert 30 Tagen seit Vollstreckbarkeit vorliegender Entscheidung den Betrag von CHF 13'088.00 auf das Freizügigkeitskonto von Y._ bei der F._, O.9_(Konto Nr./IBAN _) zu überweisen.
5. Die Gerichtskosten von CHF 4'500.00 gehen zu 3/5 (CHF 2'700.00) zu Lasten von X._ und zu 2/5 (CHF 1'800.00) zu Lasten von Y._. Sie werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss von CHF 4'500.00 bezogen, und sind damit getilgt. Y._ ist verpflichtet, X._ daran den Betrag von CHF 1'800.00 zu ersetzen.
6. X._ ist verpflichtet, Y._ eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 5'942.80 (Barauslagen und MWST eingeschlossen) zu bezahlen.

## Considerations