# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6255e1e5-e72b-4ab3-a2eb-7e8edd966a42
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.a. X._ wurde am _ 1994 in O.1_geboren. Er wuchs mit drei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester bei seinen Eltern auf. Das Familienverhältnis ist sehr gut. Wegen des Krieges floh die Familie im Januar 2001 in die Schweiz. In der Schweiz hielt sich die Familie zunächst im Transitzentrum A._ in O.2_ auf. Ab dem _ 2014 wohnte die Familie X._ in O.3_. Dort besuchte X._ im Schulhaus B._ die Kleinklasse, wobei er die zweite Klasse wiederholte. Von Januar 2009 bis April 2010 wohnte die gesamte Familie in O.4_. Im April 2010 kam die Familie nach O.3_ zurück. Nach der zweiten Realschulklasse verliess X._ die Schule und absolvierte zwischen dem 17. September 2010 und dem 31. Juli 2012 in O.5_ bei der Firma C._ eine zweijährige Anlehre als Maurer. Dort war er als Wochenaufenthalter gemeldet. Er kündigte, fand in O.3_ aber keine Anstellung. Zwischen dem 1. April 2013 und dem 23. Juli 2013 arbeitete er temporär als Eisenleger bei der inzwischen liquidierten Firma D._ in O.3_. Über ein Arbeitsprogramm des E._ konnte er zwischen dem 27. März 2014 und dem 1. Oktober 2014 bei der Firma F._ in O.3_ arbeiten. Ab dem 2. März 2015 war er wieder für die Firma F._ in O.3_ tätig. Ab 1. April 2013 wohnte er alleine in einer 1-Zimmerwohnung an der _gasse in O.3_. Zwischen März 2015 und März 2016 arbeitete er für G._. Er erhielt für seine Tätigkeit monatlich CHF 350.00 und wurde im Übrigen von den Sozialen Diensten der Stadt O.3_ finanziell unterstützt. Inzwischen ist X._ nach O.6_ gezogen. Er muss weiterhin durch die öffentliche Hand unterstützt werden. Vermögen hat X._ keines. Seine Schulden betragen ca. CHF 2'000.00. X._ ist ledig und hat keine Unterhaltspflichten zu erfüllen. Er war nie ernsthaft krank und hatte keinen schweren Unfall erlitten.
In den letzten Jahren beschäftigte er immer wieder die Stadtpolizei O.3_ und die Kantonspolizei Graubünden, was seinen Leumund arg trübt.
A.b. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ mit einer Verurteilung der Jugendanwaltschaft des Kantons Graubünden vom 10. Juli 2012 wegen Angriffs gemäss Art. 134 StGB zu einem Freiheitsentzug von 30 Tagen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von CHF 150.00 verzeichnet.
B.a. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eröffnete am 23. November 2012 die Strafuntersuchung gegen X._ wegen versuchten Raubes. Mit Verfügung vom 18. Februar 2013 wurde die
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Strafuntersuchung wegen mehrfacher Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgedehnt.
B.b. Mit Verfügung vom 20. August 2013 wurde das Verfahren gegen X._ wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz und wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte ausgedehnt.
B.c. Am. 30. September 2013 wurde das Verfahren betreffend versuchter Raub oder Drohung eingestellt.
B.d. Am 20. Januar 2014 erstattete Y.5_ Strafanzeige gegen X._ wegen Diebstahls. Gleichzeitig konstituierte er sich als Privatkläger im Zivilpunkt und machte eine Zivilforderung in Höhe von CHF 1'100.00 geltend.
B.e. Am 13. März 2014 erstattete H._, die Mutter von Y.6_, bei der Kantonspolizei Graubünden Strafanzeige gegen X._ wegen Vergewaltigung. Y.6_ konstituierte sich am 14. März 2014 gegenüber der Staatsanwaltschaft als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.f. Am 14. März 2014 stellte I._ Strafantrag gegen X._ wegen sexueller Belästigung. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.g. Mit Verfügung vom 21. März 2014 ernannte die Staatsanwaltschaft MLaw Stephan Bachmann als amtlichen Verteidiger von X._.
B.h. Im Zusammenhang mit Handlungen gegen die sexuelle Integrität zum Nachteil von Y.3_ konstituierte diese sich am 25. März 2014 als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.i. Am 27. März 2014 stellte M._ Strafantrag gegen X._ wegen sexueller Belästigung. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.j. Am 11. April 2014 stellte Y.2_ Strafantrag gegen X._ wegen strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
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B.k. Am 15. April 2014 stellte Y.3_ Strafantrag gegen X._ wegen strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.l. Am 18. April 2014 stellte J._ Strafantrag gegen X._ wegen sexueller Belästigung und Tätlichkeit. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.m. Am 25. Juni 2014 erstattete Y.1_ Strafanzeige gegen X._ wegen sexuellen Handlungen mit Kindern etc. Gleichzeitig konstituierte sie sich als Privatklägerin im Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.n. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 dehnte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen X._ wegen Vergewaltigung und weiteren Sexualdelikten aus.
B.o. Am 1. November 2015 erstattete K._, die Mutter von L._, Strafanzeige gegen X._ wegen sexuellen Handlungen mit Kindern etc. zum Nachteil ihrer Tochter. Am. 2 November 2015 konstituierte sich L._, vertreten durch K._, als Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt, wobei sie angab, sie werde die Forderung spätestens im Parteivortrag vor Gericht beziffern und begründen.
B.p. Am 5. Januar 2016 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen X._ wegen sexueller Belästigung zum Nachteil von I._, M._ und J._ ein.
B.q. Mit Befehl vom 19. Juli 2016 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft die von der Polizei zuvor sichergestellten 0.1 Gramm Kokain.
B.r. Am 4. August 2016 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen X._ wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 31. Dezember 2013 sowie wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind zum Nachteil von L._ ein.
C. Am. 23. August 2016 erhob die Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht Plessur (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Plessur) Anklage gegen X._. Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
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1.1 Mehrfache Schändung gemäss Art. 191 StGB und mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB
1.1.1 Am 30. November 2012 begaben sich Y.3_, N._ und zwei ihrer Schwestern zusammen mit ein paar Kollegen ins Lokal O._ im _ in O.3_. Später gesellten sich der Beschuldigte und P._ dazu. Es wurde reichlich Alkohol konsumiert. Mit der Zeit war Y.3_ so stark alkoholisiert, dass sich die Gruppe entschloss, mit ihr in die nahe gelegene elterliche Wohnung von N._ im _ zu gehen. Auf dem Weg dorthin musste Y.3_ wegen ihres alkoholisierten Zustandes gestützt werden. In der Wohnung angekommen, ging die Gruppe in N._s Zimmer, in dem Y.3_ zu Bett gebracht wurde. Etwas später begaben sich, mit Ausnahme von Y.3_ und dem Beschuldigten, alle anderen in ein anderes Zimmer. Y.3_ erwachte nach 01.00 Uhr des 1. Dezember 2012, weil sie Schmerzen in der Intimgegend verspürte. Es war Y.3_s erster Geschlechtsverkehr. Der Beschuldigte hatte sie ausgezogen, lag auf ihr und penetrierte sie vaginal in Ausnützung der dem Beschuldigten bekannten Tatsache, dass Y.3_ wegen des konsumierten Alkohols widerstandsunfähig war und sich nicht zur Wehr setzen konnte. Y.3_ sagte zum Beschuldigten mehrmals "nein", was dieser ignorierte.
Nach Angaben des Beschuldigten wollte auch Y.3_ den Geschlechtsverkehr.
[...]
1.1.2 Am 1. März 2014 war Y.1_ zusammen mit Q._ im _ in O.3_ an der Fasnachtsparty. Y.1_ trank sehr viel Alkohol. Ihr war schwindlig und sie wollte an die frische Luft. Draussen trafen Y.1_ und Q._ den Beschuldigten. Q._ sagte zu ihm sinngemäss, er solle auf Y.1_ aufpassen, damit ihr nichts passiere. Der Beschuldigte brachte Y.1_ in der Nacht auf den 2. März 2014 in seine Studiowohnung an der _gasse in O.3_, wobei er sie wegen deren konsumierten Alkohols stützen musste. Ohne Hilfe konnte sie nicht mehr gut laufen und stützte ihren Arm auf der Schulter des Beschuldigten ab. In seiner Wohnung legte der Beschuldigte Y.1_ aufs Bett. Ihr wurde schlecht. Sie musste sich übergeben. Danach legte er sie erneut aufs Bett. Von da an fehlt Y.1_ die Erinnerung bis zum Zeitpunkt, als sie bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr Schmerzen im Vaginalbereich verspürte, weil der Beschuldigte in seiner Wohnung, nachdem er Y.1_ deren Hosen und Unterhosen zumindest heruntergezogen hatte, zwischen ihren gespreizten Beinen kniete und sie vaginal penetrierte. Sie sagte zu ihm, er solle aufhören, weil er ihr Schmerzen bereite. Dies ignorierte der Beschuldigte. Er wusste, dass Y.1_ wegen ihres alkoholisierten Zustandes zum
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Widerstand unfähig war, es ihr nicht gelang, ihn wegzuschubsen und sich gegen den mit ihr vollzogenen Geschlechtsverkehr erfolgreich zu wehren. Die nächste Erinnerung von Y.1_ ist die, dass sie bei sich zuhause erwachte.
Der Beschuldigte, geboren am 1. Februar 1994, vollzog den geschilderten Geschlechtsverkehr mit Y.1_, geboren am 6. November 1998, obwohl sie noch nicht 16 Jahre alt war und der Altersunterschied zwischen ihnen mehr als drei Jahre betrug. Bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte dem Beschuldigten bewusst gewesen sein müssen, dass Y.1_ das Schutzalter von 16 Jahren noch nicht überschritten hatte.
Der Beschuldigte steckte beim genannten Geschlechtsverkehr Y.1_ mit dem Hepatitis-Virus Typ B an, wobei der Beschuldigte zu jenem Zeitpunkt nicht wusste, dass er Träger dieses Virus war.
Der Beschuldigte bestreitet, mit Y.1_ den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben.
[...]
1.1.3 Y.3_, geboren am 6. April 2000, hielt sich Mitte Dezember 2013 oder Mitte Januar 2014 um ca. 16.00 Uhr zusammen mit ihrer Schwester Y.2_ und Kolleginnen gegenüber der Schliessfächer im Erdgeschoss des Bahnhofs O.3_ auf. Der Beschuldigte befand sich bereits dort, als die Gruppe dazukam. Nach ein paar Minuten packte der Beschuldigte Y.3_ mit den Händen unter deren Achselhöhlen und hob sie in die Luft. Um nicht hinunterzufallen, schlang Y.3_ ihre Beine um die Hüfte des Beschuldigten. In dieser Position machte der Beschuldigte in Andeutung eines Geschlechtsverkehrs Vor- und Rückwärtsbewegungen und sagte zu Y.3_, dass sie ihn anrufen solle, sobald sie 18 Jahre alt sei. Dann würde er sie "bumsen". Y.3_ wehrte sich durch Zappeln und hiess den Beschuldigten, sie in Ruhe zu lassen. Er liess von ihr ab. Der Beschuldigte wusste, dass Y.3_ noch nicht 16-jährig war.
Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
[...]
1.2 Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB
Y.6_ befand sich am 12. März 2014 in O.3_ auf dem Bahnhof und verpasste den letzten Zug nach O.7_. Für den teureren Nachtbus hatte sie zu wenig Geld dabei. Der Beschuldigte bot Y.6_ an, bei ihm an der _gasse in O.3_ zu
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übernachten. Sie nahm das Angebot an, gab dem Beschuldigten jedoch zugleich zu verstehen, dass sie nicht mehr wolle. In der Wohnung schloss der Beschuldigte die Türe ab und nahm den Schlüssel ab. Später nahm er ihr deren Mobile ab und legte es auf das Tablar am Kopfende des Bettes. Sie erhielt von ihm eine Trainerhose, die sie, ohne sich dabei etwas zu denken, anzog. Sie setzten sich aufs Bett und schauten fern. Er begann sie zu küssen. Sie drehte den Kopf weg. Er fasste sie, ohne zu würgen, am Hals und küsste sie auf den Mund. Sie gab ihm zu verstehen, dass sie dies nicht wolle, sie habe einen Freund. Sie ging zur Toilette in der Absicht, die Nacht dort zu verbringen. Die Toilette hatte aber keinen Schlüssel. Deshalb ging sie zurück ins Zimmer und setzte sich neben den Beschuldigten aufs Bett. Er fasste sie wieder am Hals und begann sie zu küssen und überall anzufassen. Sie drückte immer wieder seine Hand weg. Mit der Hand glitt er unter ihre Trainer- und Unterhose und drang mit den Fingern in ihre Vagina ein. Y.6_ drückte immer wieder seine Hand weg und sagte, dass sie dies nicht wolle. Aus Angst hat sie nicht geschrien, weil sie nicht wusste, wie er reagieren würde, wenn sie ihn angeschrien oder geschlagen hätte. Sie wehrte sich durch das Wegstossen seiner Hand und indem sie ihm sagte, dies nicht zu wollen. Der Beschuldigte nahm Y.6_s Hand und drückte sie über den Hosen an seinen Intimbereich. Sie wollte dies nicht und sagte ihm dies. Sie sagte ihm auch, dass sie einen Freund habe. Er zog seine Hose herunter, packte sie bei den Haaren und drückte ihren Kopf zu seinem Penis. Sie schaute darauf, dass ihre Zähne vorne und dadurch für ihn unangenehm waren, damit er aufhöre. Der Beschuldigte äusserte sich, dass ihm dies nicht gefalle und liess los. Er drückte dann die Hand von Y.6_ auf seinen Penis und begann, ihre Hand rauf und runter zu bewegen. Er sagte ihr, dass er sie nachher in Ruhe lasse. Als er seine Hand wegzog, machte sie noch eine Zeit lang selber weiter. Sie nahm ihre Hand vom Penis weg. Er ejakulierte ihr auf ihre Haare sowie auf den Schulter- und Brustbereich ihres T-Shirts. Danach blieben die beiden eine Zeit lang auf dem Bett sitzen. Unerwartet öffnete der Beschuldigte mit seinen beiden Händen Y.6_s BH und legte sich angezogen bäuchlings auf sie, begann sich zu bewegen, zog ihr T-Shirt und BH aus, warf beides zu Boden und begann sie an Hals und Brüsten zu küssen. Sie sagte dem Beschuldigten, dass sie dies nicht wolle und versuchte mehrmals erfolglos, ihn wegzustossen. Dann ging der Beschuldigte weg, kam kurze Zeit später nackt zurück, kniete vor Y.6_ nieder und versuchte, ihr die Trainer- und Unterhose auszuziehen. Y.6_ versuchte durch Festhalten der Trainerhose erfolglos, dies zu verhindern. Der Beschuldigte kniete in der Folge auf dem Bett, drückte Y.6_s Beine auseinander, hob sie hoch, legte sie über seine Schultern und drang mit seinem Penis in ihre Vagina ein. Zu ihr sagte er, sie solle locker bleiben. Ihre wiederholte Äusserung, dass sie dies nicht möchte und einen Freund habe, ignorierte er. Danach legte sich der Beschuldigte auf den Rücken und verlangte von Y.6_, dass sie auf ihn draufsitze. Sie sagte, dass sie dies nicht wolle, kam aber seiner Aufforderung dennoch für kurze Zeit nach. Dann sagte sie ihm, dass sie dies nicht könne und ging weg. Nach dem Geschlechtsverkehr ging er in die Küche. Y.6_ zog sich möglichst schnell an. Er brachte ihr ein Glas Wasser ans Bett. Zusammen schauten sie noch etwas fern. Der
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Vorfall ereignete sich ca. zwischen 01.00 Uhr und 03.00 Uhr. Um 06.15 Uhr klingelte der Wecker von Y.6_s Mobile. Sie stand auf, begab sich ins Badezimmer und zog sich fertig an. Der Beschuldigte stand ebenfalls auf, schloss die Wohnungstüre auf und verabschiedete sich von Y.6_ mit einer Umarmung. Am Arbeitsplatz in O.7_ musste Y.6_ sich mehrmals übergeben und wurde deshalb nach Hause geschickt, wo sie bis ca. 18.00 Uhr schlief.
Der Beschuldigte macht geltend, Y.6_ sei mit dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen.
[...]
1.3 Sexuelle Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 1 StGB
Y.2_, geboren am 28. Juli 1997, hielt sich anfangs September 2013 mit R._ auf dem Bahnhof in O.3_ auf. Dort begegneten sie dem offensichtlich stark alkoholisierten Beschuldigten. Er fuhr, wie Y.2_ und R._, im Zug von O.3_ nach Felsberg. Nach der Haltestelle _ O.3_ stand der Beschuldigte auf, öffnete den Gurt an seiner Jeanshose, zog die Hose ein Stück hinunter, entblösste sein Geschlechtsteil, packte den Kopf von Y.2_ und drückte diesen an seinen entblössten Penis.
Y.2_s Mutter S._ erfuhr am 9. April 2014 von diesem Vorfall und stellte am 18. April 2014 Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen strafbarer Handlungen gegen die sexuelle Integrität.
Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.
[...]
1.4 Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB
Am Abend des 8. Mai 2013 stieg der Beschuldigte an der Kasernenstrasse in O.3_ zwischen der Gitterabsperrung zum HIGA-Gelände durch. Der mit orangem Polizei-Gilet diensthabende Stadtpolizist Gfr T._ forderte ihn mehrmals auf, das Areal wieder zu verlassen und stiess ihn mit der flachen Hand leicht zurück. Dieser Aufforderung leistete der mit 1.6 ‰ alkoholisierte Beschuldigte keine Folge und sagte, der Polizist solle ihn nicht
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anfassen, andernfalls würden sie sich auf der Strasse wiedersehen. Dabei trat der Beschuldigte mit aggressivem Gesichtsausdruck bis auf ca. 10 cm zum Kopf des Polizisten heran. Dieser wich zurück und nahm den Beschuldigten am Arm, um ihn auf die Strasse hinauszuführen. Der Beschuldigte wollte sich losreissen und drohte T._, dass er ihn fertig machen werde. Der Beschuldigte behinderte ihn in der Ausübung einer Amtshandlung, zu der der Polizist befugt war. Zu dritt gelang es der Stadtpolizei, den Beschuldigten zu Boden zu bringen, ihm Handfesseln anzulegen und auf den städtischen Polizeiposten zu bringen.
Der Beschuldigte bestreitet, dem Stadtpolizisten gedroht zu haben.
[...]
1.5 Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB
Am Abend des 18. November 2013 befand sich Y.5_ in O.3_ im Imbiss Babylon im _ und ass etwas. Seine Jacke hing über der Stuhllehne. Während er am Essen war, kam der Beschuldigte in den Imbissladen. Er griff hinter Y.5_ in die Innentasche seiner Jacke, in der sich eine lose Banknote zu CHF 50.00 sowie ein weisses iPhone 5 befanden Danach rannte der Beschuldigte in Begleitung einer Person aus dem arabischen Raum weg. Y.5_ gelang es nicht, dem Beschuldigten zu folgen. In der Folge vermisste Y.5_ sein iPhone 5 im Wert von CHF 899.00 sowie eine Banknote à CHF 50.00. Der Beschuldigte griff in die Jackentasche, um sich einen ihm nicht gebührenden Vermögensvorteil zu verschaffen.
Der Beschuldigte bestreitet den Diebstahl.
[...]
1.6 Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG
Der Beschuldigte arbeitete vom 4. März 2013 bis ca. 7. Juni 2013 während ca. 3 Monaten bei der Firma D._ in O.3_. Aufgrund seines Ausweises F, der bereits zuvor bei jeder Arbeitsaufnahme und -aufgabe stets erneuert worden war, musste er wissen, dass der Antritt einer Arbeitsstelle vorgängig der Bewilligung bedurfte und diese zum Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme am 4. März 2013 noch nicht vorlag.
[...]
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1.7 Mehrfache Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19bis BetmG sowie Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG
1.7.1 U._, geboren am _ 1996, erfuhr am 13. Oktober 2012 vom Beschuldigten, wie Kokain geschnupft wird. Der Beschuldigte schätzte damals das Alter von U._ auf 16 Jahre. Am 13. Oktober 2012, ca. 17.30 Uhr, und am 27. Oktober 2012, ca. 19.00 Uhr, stellte der Beschuldigte am Bahnhof in O.3_ U._ jeweils eine geringe Menge Kokain zur Verfügung, welches sie beide Male umgehend auf der Damentoilette schnupfte.
Der Beschuldigte bestreitet, U._ Kokain zur Verfügung gestellt zu haben.
[...]
1.7.2 Zwischen dem 01. Februar 2014 und dem 08. Mai 2014 schenkte der Beschuldigte Q._, geboren am _ 1998, eine Linie Kokain. Zudem traf sich der Beschuldigte mit Q._ und deren damaligen Schwager V._ im genannten Zeitraum in O.3_ beim _. Dieser gab dem Beschuldigten ca. CHF 120.00. Für dieses Geld besorgte der Beschuldigte bei einem Dealer an der _strasse ca. 1 Gramm Kokain, welches die drei genannten Personen gemeinsam konsumierten. Anlässlich der Konfronteinvernahme am 12. Mai 2016 schätzte der Beschuldigte Q._ auf 20 Jahre.
Der Beschuldigte bestreitet, Q._ eine Linie Kokain geschenkt und Betäubungsmittel zum Gemeinschaftskonsum mit ihr und ihrem Schwager besorgt zu haben.
[...]
1.7.3 Am 31. Oktober 2015 kaufte der Beschuldigte für sich, K._ und W._ für CHF 30.00 im O.3_er _ von einem unbekannten Schwarzafrikaner 0.2 - 0.3 Gramm Kokain, welches die drei Personen um 05.00 Uhr gemeinsam in der Wohnung von K._ an der Rheinstrasse 169 in O.3_ konsumierten.
[...]
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1.8 Mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG
Zwischen dem 10. November 2013 und dem 31. Oktober 2015 konsumierte der Beschuldigte in O.3_ an verschiedenen Orten nicht quantifizierbare Mengen Marihuana und Kokain. Zudem war er am 10. November 2013 bei einer Personenkontrolle im Besitz von 0.1 Gramm Kokain, welches für den Eigenkonsum bestimmt war.
[...]
1.9 Rauchen in einem Gebäude des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. i des Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen
Am 1. März 2015 rauchte der Beschuldigte im Bahnhof O.3_ um 13.40 Uhr in der _halle trotz signalisiertem Rauchverbot eine Zigarette.
[...]
D. Mit Eingabe vom 9. November 2016 bezifferte und begründete Y.6_ ihre Zivilklage und machte eine Genugtuungsforderung in Höhe von CHF 14'000.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 13. März 2014 geltend.
E. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 29. November 2016 vor dem Bezirksgericht Plessur stellten die Parteien folgende Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft 1. X._ sei
- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB,
- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB,
- der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB,
- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB,
- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB,
- der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG,
- des Vergehens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG,
- des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19bis BetmG,
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- der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie
- des Rauchens in einem Gebäude des öffentlichen Verkehrs gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. i des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen
schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 66 Monaten, unter Anrechnung der Polizei- und Untersuchungshaft von 29 Tagen, zu bestrafen.
3. X._ sei zudem mit einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, zu verurteilen.
4. Das beschlagnahmte Kokain von 0.1 Gramm sei gerichtlich einzuziehen und zu vernichten.
5. Kostenfolge sei die gesetzliche.
Anträge Beschuldigter 1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Schändung
gemäss Art. 191 StGB und mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, vom Vorwurf der Vergewaltigung z.N. von Y.6_, vom Vorwurf der sexuellen Belästigung z.N. von Y.2_, vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, vom Vorwurf des Diebstahls, vom Vorwurf der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung und vom Vorwurf des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz in zwei Fällen freizusprechen.
2. Im Übrigen beantragen wir, dass der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe und einer Busse zu bestrafen sei, wobei die erstandene Haft anzurechnen ist.
3. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung nach richterlichem Ermessen (für Haft etc.) zuzusprechen.
4. Die Zivilforderungen seien abzuweisen resp. auf den Zivilweg zu verweisen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Anträge Privatklägerin Y.6_ 1. X._ sei zu verpflichten, Y.6_ unter Nachklagevorbehalt eine
Genugtuung in Höhe von Fr. 14'000.-, zuzüglich Zins von 5 % seit 13. März 2014, zu bezahlen.
2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von X._.
Anträge Y.5_ (sinngemäss) X._ sei zu verpflichten, Y.5_ einen Betrag von CHF 1'100.00 als Schadenersatz zu bezahlen.
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F. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2016, mitgeteilt am 16. Januar 2017, wurde auf entsprechendes Gesuch hin MLaw Stephan Bachmann aus seinem Amt als amtlicher Verteidiger von X._ entlassen und neu Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg als amtlicher Verteidiger ernannt.
G. Mit Urteil vom 29. November 2016, mitgeteilt am 15. Februar 2017, erkannte das Bezirksgericht Plessur, was folgt:
1. Das Verfahren gegen X._ wird bezüglich der Vorwürfe
a. gemäss Ziff. 1.3 der Anklageschrift (sexuelle Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 1 StGB) sowie
b. gemäss Ziff. 1.8 der Anklageschrift teilweise (mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 für den Zeitraum vom 10. November 2013 bis 29. November 2013)
eingestellt.
2. X._ ist schuldig:
- der Vergewaltigung gemäss Art. 190 StGB (recte: Art. 190 Abs. 1 StGB),
- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB,
- der mehrfachen sexuellen Handlung mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB,
- der versuchten Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
- des versuchten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
- der Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. c AuG,
- der Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG,
- der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG,
- der mehrfachen Übertretung gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie
- der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. i.
3. a) Dafür wird X._ mit einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten sowie einer Busse von CHF 300.00 bestraft.
b) An die Freiheitsstrafe ist die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 30 Tagen anzurechnen.
c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 3 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
4. Der bedingte Vollzug der mit Urteil der Jugendanwaltschaft des Kantons Graubünden vom 10. Juli 2012 gegen X._ ausgesprochenen Freiheitsentzugs von 30 Tagen wird widerrufen.
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5. Das beschlagnahmte Kokain (0.5 g; Referenz _; act.1.1.9/6) wird gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich eingezogen und ist zu vernichten.
6. a) X._ wird verpflichtet, Y.6_ CHF 14'000.00 nebst 5% Zins seit 13. März 2014 zu bezahlen.
b) Die Zivilklage von Y.5_ gegen X._ wird auf den Zivilweg verwiesen.
7. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 23'122.75 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 15'622.75, Gerichtsgebühren CHF 7'500.00) gehen zu Lasten von X._.
b) Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft von CHF 5'040.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. X._ hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.
8. X._ wird verpflichtet, Y.6_ mit Fr. 2'526.10 zu entschädigen.
9. a) Der amtliche Verteidiger, MLaw Stephan Bachmann, wird für das erstinstanzliche Verfahren mit CHF 14'710.35 (88.16 Std., inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Diese Entschädigung der amtlichen Verteidigung geht zu Lasten des Kantons Graubünden und wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von X._ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
b) X._ wird gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO verpflichtet, der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar von Fr. 33.25 pro Stunde multipliziert mit der Stundenzahl gemäss Ziff. 9.a) hiervor zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.
10. a) Es wird davon Vormerk genommen, dass X._ gegen dieses Urteil am 29. November 2016 beim Bezirksgericht Plessur die strafrechtliche Berufung angemeldet hat.

## Considerations