# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 69e488cb-ac73-4938-afe3-2b81d12a67a0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1959, und Y._, geboren am _1981, heirateten am _2008 in L.1_. Sie sind Eltern der gemeinsamen Tochter A._, geboren am _2007. Y._ hat aus früheren Ehen zwei weitere Töchter, mit welchen sie seit anfangs 2012 in L.1_ lebt. Einen gemeinsamen Haushalt haben die Ehegatten nur während den ersten drei Monaten des Jahres 2009 geführt. Ab April 2009 bis Mitte Januar 2012 befand sich Y._ - zunächst aufgrund einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung und anschliessend im Rahmen eines strafrechtlichen Massnahmevollzugs - in der Psychiatrischen Klinik B._, nachdem sie am 1. April 2009 im Zustand einer paranoiden Schizophrenie die eheliche Wohnung in Brand gesetzt hatte. Die gemeinsame Tochter A._ lebt seit dem Klinikeintritt von Y._ beim Vater und wird während dessen Arbeitszeit von der im gleichen Haushalt lebenden Grossmutter betreut.
B. Nachdem Y._ am 16. Juli 2014 beim Bezirksgerichtspräsidium Imboden ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen gestellt hatte, wurde X._ zur Vernehmlassung eingeladen. Diese wurde am 28. August 2014 erstattet, wobei der Ehemann darin ausführte, zeitgleich gestützt auf Art. 198 lit. c ZPO in Verbindung mit Art. 290 ZPO die Scheidungsklage beim Bezirksgericht Imboden eingereicht zu haben. Am 20. Oktober 2014 wurde die Hauptverhandlung betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren durchgeführt. Mit gleichentags ergangenem Entscheid, mitgeteilt am 17. Dezember 2014, stellte die Bezirksgerichtsvizepräsidentin die Tochter A._ unter die alleinige Obhut des Kindsvaters, räumte der Kindsmutter ein Besuchsrecht von sechs Wochen pro Jahr ein und liess eine Besuchsrechtsbeistandschaft errichten. Die Ausrichtung von Ehegattenunterhalt durch den Gesuchsgegner wurde infolge fehlender Lebensprägung der Ehe abgelehnt. Auf Berufung der Ehefrau hin hob das Kantonsgericht diesen Entscheid im Unterhaltspunkt auf und verpflichtete X._ mit Wirkung ab 16. Juli 2014 bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens zur Leistung eines Unterhaltsbeitrages in Höhe von Fr. 800.-- an seine Ehefrau. Der kantonsgerichtliche Entscheid vom 29. Juni 2015 (ZK1 14 154) erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C. Aufgrund des zunehmend auffälligen Verhaltens der Tochter A._ im Schulalltag, welchem auch mittels eines Wechsels vom Schulhaus C._ in das Schulhaus D._ nicht begegnet werden konnte, erstattete der Schulrat O.2_ am 19. November 2015 eine Gefährdungsmeldung an die KESB
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Nordbünden. Letztere leitete die Angelegenheit zuständigkeitshalber an das bereits mit der Ehescheidung befasste Bezirksgericht Imboden weiter.
D. Mit Beweisverfügung vom 9. Dezember 2015 verfügte die Vizepräsidentin des Bezirksgerichts Imboden im Rahmen des Hauptverfahrens betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen die Einholung einer schriftlichen Auskunft bei der Beiständin E._ über die Ausgestaltung und den Verlauf der persönlichen Kontakte von A._ mit ihrer Mutter. Des Weiteren ordnete sie eine kinderpsychiatrische Begutachtung von A._ betreffend die Erziehungsfähigkeit des Vaters, den Entwicklungsstand des Kindes aufgrund der in der Schule festgestellten Auffälligkeiten, einer möglichen Gefährdung und allfällig anzuordnender Kindesschutzmassnahmen an. Auf Antrag der Mutter wurde der Gutachtensauftrag auf die Regelung der Obhut über A._ sowie die persönlichen Kontakte von A._ mit der Mutter inklusive Abgabe einer Empfehlung zur künftigen Regelung und Durchführung der persönlichen Kontakte ergänzt. Mit der Ausarbeitung des Gutachtens wurde in der Folge die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (kjp) beauftragt. Die Expertise wurde am 27. April 2016 erstattet und den Parteien am 2. Mai 2016 zur Vernehmlassung zugestellt. Gleichzeitig erfolgte die Vorladung zu einer mündlichen Verhandlung auf den 25. Mai 2016. Y._ wurde aufgrund ihrer Landesabwesenheit von der Teilnahmepflicht dispensiert.
E. Mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2016 liess X._ unter anderem den Antrag stellen, es sei die Tochter A._ durch das Gericht anzuhören, sollte eine Fremdplatzierung ernsthaft in Betracht gezogen werden.
F. An der mündlichen Hauptverhandlung vom 25. Mai 2016 nahm neben X._ und den Rechtsvertretern beider Parteien auch lic. phil. F._, Fachpsychologin für Rechtspsychologie FSP, teil, welche als Vertreterin der kjp einleitend Gelegenheit erhielt, um die Ergebnisse der Expertise näher zu erläutern. Sie führte aus, dass A._ im schulischen Bereich Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme sowie Schwierigkeiten im sozialen Bereich (auffälliges Verhalten im Klassenverband oder auf dem Schulweg) habe. Die Auffälligkeiten seien in einem solchen Ausmass vorhanden, dass der Fokus intensiver auf sie ausgerichtet werden müsse, als im jetzigen Schulalltag möglich sei. In einer Regelklasse könne A._ nicht optimal gefördert werden. Im Schulheim O.1_, das für A._ sehr zu empfehlen sei, gebe es eine sehr enge Betreuung in verschiedenen Bereichen, wobei auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern stattfinde. Das Ziel sei, auf eine Reintegration in
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den normalen Schulverband hinzuarbeiten. Bei der empfohlenen neuropädiatrischen Untersuchung würden allfällige Krankheiten oder Schädigungen des Nervensystems untersucht, wobei es darum gehe, genauer differenzieren und somatische Ursachen erforschen zu können. X._ führte demgegenüber aus, das Gutachten sei aus seiner Sicht sehr einseitig formuliert. Ihm fehle die Berücksichtigung des gesamten Umfelds. Es sei oftmals so, dass A._ von Mitschülern negativ angesprochen und provoziert werde. A._ würde leiden, wenn sie von ihm weg müsste. Zu einer Unterstützung von A._ sage er ja, eine Fremdplatzierung würde sie jedoch als Strafe empfinden.
G. Nach Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung erkannte die Einzelrichterin am Bezirksgericht Imboden mit Entscheid vom 25. Mai 2016, mitgeteilt am 8. Juni 2016, wie folgt:
"1. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht von X._ bezüglich seiner Tochter A._, geboren am _2007, wird insoweit eingeschränkt, als das Kind mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 im Schulheim der Stiftung G._ hilft in O.1_ eingeschult wird und unter der Woche dort verweilt.
2. Die KESB Nordbünden wird beauftragt, die gestützt auf Art. 308 Abs. 2 ZGB bestehende Besuchsrechtsbeistandschaft um eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB zu erweitern. Der Aufgabenbereich der Beiständin soll insbesondere auch darin bestehen,
a) eine neuropädiatrische Untersuchung von A._ zeitnah zu veranlassen;
b) den Eintritt des Kindes ins Schulheim der Stiftung G._ hilft in O.1_ vorzubereiten und zu begleiten.
3. Die Kosten dieses Verfahrens in Höhe von CHF 9'644.00 (inkl. Gutachten von CHF 6'644.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten der Parteien. Der auf Y._ anfallende Teil geht infolge der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt der Rückforderungsanspruch des Gemeinwesen (Art. 123 ZPO). Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

## Considerations