# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ade21631-ff59-4eaf-b105-9e72c64c749a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Civil
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 17. Dezember 2019 stellte das Betreibungs- und Konkursamt der Region Imboden (nachfolgend: Betreibungsamt Imboden) einen Zahlungsbefehl mit der Y._ als Gläubigerin von X._ als Schuldner für einen Betrag von CHF 950.40 zuzüglich Zinsen und Spesen aus.
B. Nach mehreren Zustellversuchen konnte der Zahlungsbefehl am 16. Januar 2020 dem Mitbewohner des Schuldners ausgehändigt werden, was auf dem Zahlungsbefehl entsprechend vermerkt wurde (Art. 72 SchKG).
C. X._ wandte sich daraufhin mit Schreiben vom 2. Februar 2020 (eingegangen am 5. Februar 2020) an das Betreibungsamt Imboden und machte geltend, dass er sich während eines Monats in L.1_ aufgehalten habe, weshalb er erst jetzt Rechtsvorschlag erheben könne.
D. Mit Verfügung vom 5. Februar 2020 stellte das Betreibungsamt Imboden fest, dass der Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl verspätet erfolgt sei. Ein unverschuldetes Hindernis liege nicht vor.
E. Am 17. Februar 2020 erhob X._ beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass er vom Betreibungsamt Imboden einen ungerechtfertigten Zahlungsbefehl erhalten habe. Gegen diesen habe er am 27. Januar 2020 Einspruch erhoben, wobei er angegeben habe, dass er sich zum Zeitpunkt der Übergabe des Zahlungsbefehls im Ausland befunden habe. Deshalb habe er den Zahlungsbefehl zwei Tage verspätet erhalten. Eine Fristerstreckung sei ihm nicht gewährt worden.
F. Das Betreibungsamt Imboden liess sich am 20. Februar 2020 vernehmen und verlangte die Abweisung der Beschwerde. Der Zahlungsbefehl Nr. _ sei nach mehreren Zustellversuchen am 17. Dezember 2019 (Abholungsaufforderung zugestellt) und am 9. Januar 2020 (Abholungsaufforderung im Briefkasten hinterlassen) dem Mitbewohner des Beschwerdeführers am 16. Januar 2020 zugestellt worden. Laut Schreiben des Beschwerdeführers, eingegangen am 5. Februar 2020, habe er sich während eines Monats in L.1_ aufgehalten. Infolge dessen sei er zum Zeitpunkt, als ihm die erste Abholungsaufforderung (17. Dezember 2019) zugestellt worden sei, noch an seinem Wohnort gewesen und hätte auf diese reagieren können.
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G. Mit Schreiben vom 5. März 2020 an das Kantonsgericht von Graubünden ergänzte der Beschwerdeführer seine am 17. Februar 2020 erhobene Beschwerde.
H. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie in den Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1. Gegen jede Verfügung eines Betreibungs- beziehungsweise Konkursamtes kann innert einer Frist von zehn Tagen bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (vgl. Art. 17 Abs. 1 und 2 SchKG). Das Kantonsgericht von Graubünden ist die einzige kantonale Aufsichtsbehörde und folglich Beschwerdeinstanz für Beschwerden gemäss Art. 17 Abs. 1 SchKG (Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 13 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs [EGzSchKG; BR 220.000]), wobei die Beurteilung in die Zuständigkeit der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer fällt (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). Die Beschwerde vom 17. Februar 2020 erweist sich somit als fristgerecht. Der Beschwerdeführer ist als Schuldner durch den angefochtenen Zahlungsbefehl offensichtlich beschwert, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 129 III 595 E. 3).
2. Der Beschwerdeführer rügt zunächst sinngemäss, der Zahlungsbefehl sei nicht richtig zugestellt worden. Diese Rüge ist unbegründet. Gemäss Art. 64 SchKG ist die Betreibungsurkunde dem Schuldner in seiner Wohnung oder an dem Orte, wo er seinen Beruf auszuüben pflegt, zuzustellen. Wird er dort nicht angetroffen, so kann die Zustellung an eine zu seiner Haushaltung gehörende erwachsene Person oder an einen Angestellten erfolgen. Die fehlerhafte Zustellung eines Zahlungsbefehls, der dem Betriebenen nicht zur Kenntnis gelangt, ist nichtig (Jolanta Kren Kostkiewicz, SchKG Kommentar, 19. Auflage, Zürich 2016, N 4 zu Art. 22 SchKG; BGE 128 III 101 E. 1b; BGE 120 III 117 E. 2c). Demgegenüber ist eine mangelhafte Zustellung eines Zahlungsbefehls gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht nichtig, sondern bloss anfechtbar. Ein mangelhafter Zahlungsbefehl ist nur dann nichtig, wenn er nicht in die Hände des Schuldners gelangt ist; hat der Schuldner davon Kenntnis erhalten, so beginnt die Beschwerdefrist und die Frist für die Erhebung des Rechtsvorschlags zu diesem Zeitpunkt (BGE 128 III 101, 104 E.2; BGer 5A_548/2011, E.2.1; Daniel Staehelin, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Ergänzungsband zur 2.
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Auflage, Basel 2017, ad N 23 zu Art. 64 SchKG; Jolanta Kren Kostkiewicz, SchKG Kommentar, 19. Auflage, Zürich 2016, N 4 zu Art. 22 und N 16 zu Art. 64 SchKG).

## Considerations