# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 61903282-46f1-4920-be32-4a1b36e39291
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1976, gelernte Innendekorateurin (Urk. 9/2/7), arbeitete zuletzt vom 24. August bis 17. Dezember 2004 als Aushilfe bei der Y._ AG, wobei der letzte effektive Arbeitstag am 27. Oktober 2004 war (vgl. Urk. 9/12 S. 1 Ziff. 1, Ziff. 4-5). Am 21. April 2005 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Multiple Sklerose bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (vgl. Urk. 9/3 S. 6 Ziff. 7.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische sowie erwerbliche Situation ab und ver
neinte daraufhin einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (vgl. Mitteilung vom 21. Dezember 2005, Urk. 9/27). Nach weiteren Abklärungen sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 15. März 2007 (Urk. 9/48; Urk. 9/51) bei einem Invaliditätsgrad von 51 % eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Ok
tober 2005 zu.
1.2
Im April 2007 informierte die Versicherte die IV-Stelle über einen verschlechter
ten Gesundheitszustand (vgl. Urk. 9/52), woraufhin diese die medizinische Situa
tion abklärte. Mit Verfügung vom 4. September 2007 (Urk. 9/64) wies sie das Rentenerhöhungsgesuch ab.
Aufgrund des im Dezember 2008 gestellten Gesuchs um berufliche Massnahmen (Urk. 9/72) erteilte die IV-Stelle der Versicherten allerdings Kostengutsprache für ein Arbeitstraining (vgl. Mitteilungen vom 20. Juli und 9. November 2009; Urk. 9/78, Urk. 9/91), welches im Februar 2010 erfolgreich abgeschlossen wurde (vgl. Urk. 9/98). Ausserdem erteilte sie der Versicherten Kostengutsprache für eine Umschulung zur Fachfrau Betreuung EFZ (vgl. Mitteilungen vom 29. April 2013 und 23. Oktober 2014; Urk. 9/116, Urk. 9/131). Nach erfolgreicher Umschulung wurden die beruflichen Massnahmen abgeschlossen (vgl. Mitteilung vom 28. Juli 2015, Urk. 9/136).
Mit Mitteilung vom 8. Dezember 2015 (Urk. 9/146) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestätigt.
1.3
Im Rahmen des im Jahr 2017 eingeleiteten Revisionsverfahrens erklärte die Ver
sicherte unter anderem, dass sie ihr Arbeitspensum von 40 % auf 56 % erhöht habe (vgl. Urk. 9/152/1-3 S. 3 Ziff. 4.2; Urk. 9/152/7). Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere Abklärungen.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 9/156; Urk. 9/160) hob die IV
Stelle die bisherige halbe Invalidenrente mit Verfügung vom 12. Juni 2017 (Urk. 9/164 = Urk. 2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 14. Juli 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 12. Juni 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr über den 31. Juli 2017 hinaus eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei ihr ab diesem Zeitpunkt eine Viertelsrente auszurichten. Subeventuell sei die Sache zur Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzu
weisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 19. September 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sin
ne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Bei der Festsetzung des Valideneinkommens ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hin
weisen).
1.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
den
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE
143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenhei
ten des Einzelfalles nicht möglich ist (
vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
1.5
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss Art. 31 Abs. 1 IVG nur dann im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Ein
kommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1'500.-- beträgt.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Renteneinstellung damit, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum per 1. Februar 2017 auf 56 % erhöht habe. Das Invalideneinkommen sei gestützt auf die Angaben des Arbeitgebers zu ermitteln. Das Valideneinkommen sei nun gestützt auf den Zentralwert für Hilfsarbeiten zu ermitteln. Die Beschwerdeführerin habe die gelernte Arbeit aufgrund verschiede
ner familiärer Probleme aufgeben und danach eine Stelle als Baumonteurin angenommen. Diese Stelle habe sie aufgegeben, um sich beruflich neu zu orien
tieren. Es sei nicht nachgewiesen, dass sie eine Matura begonnen und aufgrund ihrer Erkrankung abgebrochen habe. Die Stellenwechsel wären auch bei guter Gesundheit erfolgt. Somit ergebe sich ein nicht mehr rentenbegründender Inva
liditätsgrad von 32 % (vgl. Urk. 2 S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), das ermittelte Invalideneinkommen sei unbestritten. Strittig sei einzig, von welchem Valideneinkommen auszugehen sei (S. 6 Ziff. 14). Sie habe die Auf
nahme eines Psychologiestudiums geplant und daher auch die Aufnahmeprüfung zur Erwachsenenmatur erfolgreich abgelegt. Eine Weiterverfolgung dieses beruf
lichen Ziels sei aufgrund der beginnenden Krankheit nicht mehr möglich gewe
sen. Das Valideneinkommen sei daher gestützt auf die LSE 2014, TA1, Ziff. 86
88, Kompetenzniveau 3 zu bestimmen. Dies ergebe einen Invaliditätsgrad von 54 %, womit ihr weiterhin eine halbe Invalidenrente zustehe (S. 8 f. Ziff. 19-20). Falls nicht von einer solchen beruflichen Entwicklung ausgegangen werde, so sei das Valideneinkommen gestützt auf die vormalige berufliche Tätigkeit als Bau
gruppenmonteurin zu bestimmen, womit sie Anspruch auf eine Viertelsrente habe (S. 9 ff. Ziff. 21-23).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe Invali
denrente der Beschwerdeführerin zu Recht eingestellt hat. Dabei umstritten ist einzig die Höhe des hypothetischen Valideneinkommens.
3.
3.1
Anhand der vorhandenen Akten ist ausgewiesen und unbestritten, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin unverändert darstellt und sie aus medizinischer Sicht aufgrund der Multiplen Sklerose in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig ist (vgl. Urk. 9/48 S. 1; Urk. 9/64 S. 1 f.; Urk. 9/142 S. 3; Urk. 9/154 S. 1 Ziff. 1.1).
3.2
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zur Fachfrau Betreuung EFZ (Urk. 9/133) ist die Beschwerdeführerin nun seit dem 1. April 2016 als Fachperson Kinderbetreuung beim Verein Z._ tätig, wobei sie zunächst in einem Pensum von 40 % angestellt war. Per 1. Februar 2017 erfolgte eine Erhöhung des Arbeitspensums auf 56 % (vgl. Urk. 9/150; Urk. 9/152/7). Das Invalideneinkommen ist daher unbestritte
ner
massen anhand des tatsächlich erzielten Verdienstes in der Höhe von Fr. 2'828.-- pro Monat zu bemessen, sind doch besonders stabile Arbeits
verhältnisse gege
ben und schöpft die Beschwerdeführerin damit die ihr ver
bleibende Arbeitsfähig
keit in zumutbarer Weise voll aus (vorstehend E. 1.4). Der Beschwerdeführerin stehen gemäss Arbeitsvertrag 13 Monatsgehälter zu, womit sich ein Invaliden
einkommen von Fr. 36'764.-- (Fr. 2'828.-- x 13) ergibt (vgl. Urk. 9/150 S. 2; Urk. 9/152/7). Dieser Verdienst übersteigt das der ursprünglichen Invaliditätsbe
messung zu Grunde gelegte hypothetische Invali
den
einkommen von Fr. 20'779.50 pro Jahr (vgl. Urk. 9/32 S. 5) in massgeblicher Weise (vorstehend E. 1.5). Mit dieser wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhältnisse liegt ein erwerblicher Revisionsgrund vor, der zur umfassenden Prüfung des Rentenan
spruchs in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht führt (BGE 141 V 9 E. 2.3).
3.3
Zwischen den Parteien umstritten ist einzig die Höhe des hypothetischen Vali
deneinkommens. Hinsichtlich der Berufsanamnese der Beschwerdeführerin ist aktenkundig, dass sie im Jahr 1998 die Ausbildung zur Innendekorateurin erfolg
reich abschloss, jedoch nie in dieser Branche tätig war, da ihr der Beruf nicht gefallen habe (vgl. Urk. 9/2/5; Urk. 9/2/7; Urk. 9/23 S. 1 ff.). Nach zwei kurzen Temporäreinsätzen bei der A._ AG war sie ab September 1999 während vier Jahren bei der B._ ag als Baugruppenmonteurin tätig. Diese Anstellung kündigte sie per Ende Juli 2003 aufgrund des Bedürfnisses nach einer neuen Herausforderung (vgl. Urk. 9/2/1-4; Urk. 9/9 S. 1 Ziff. 1-6). Am 13. Okto
ber 2003 meldete sich die Beschwerdeführerin als arbeitslos und bezog von Oktober 2003 bis November 2004 Taggelder (Urk. 9/10). Im Hinblick auf die geplante Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erfolgte im Frühjahr 2004 eine Standortbestimmung. Dabei habe sich an erster Stelle eine Arbeit im sozialen Bereich herauskristallisiert. Als Berufswunsch ergab sich eine Ausbildung oder ein Studium im psychologischen/therapeutischen Bereich. Hierfür sei als Vorbe
reitung ein einjähriges Grundstudium an der C._ erforderlich (vgl. Urk. 3/3 S. 2). Sodann war die Beschwerdeführerin während der Zeit des Taggeldbezuges der Arbeitslosenversicherung vom 24. August bis 17. Dezember 2004 als Aushilfe bei der Y._ AG angestellt, wobei der letzte effektive Arbeitstag am 27. Oktober 2004 war (vgl. Urk. 9/12 S. 1 Ziff. 1-5). Den Akten ist schliesslich zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Aufnahmeprüfung für die D._ bestanden habe, diese gesundheitsbedingt allerdings nach einer Woche habe abbrechen müssen. Das Ziel sei gewesen, dass
sie danach wahrscheinlich Psychologie studiere (vgl. Urk. 9/11 S. 4; Urk. 9/14/5-
6 S. 2; Urk. 9/23 S. 1; Urk. 9/28 S. 5).
3.4
Bei der ursprünglichen Rentenzusprache stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Bestimmung des hypothetischen Valideneinkommens auf den bei der Y._ AG erzielten Verdienst (vgl. Urk. 9/22; Urk. 9/32 S. 5). Da es sich hierbei allerdings um eine befristete Aushilfstätigkeit während dem Bezug von Arbeits
losentaggeldern gehandelt hat, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin einer solchen Hilfstätigkeit nachgegangen wäre. Die Aufgabe der Tätigkeit bei der B._ ag als Bau
gruppenmonteurin erfolgte vielmehr im Hinblick auf eine neue berufliche Her
ausforderung, wobei es nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass dies
e Neuorientierung in einer schlechter bezahlten Hilfstätigkeit gesehen wurde. Daher kann der Beschwerdegegnerin auch beim aktuellen Einkommensvergleich (vgl. Urk. 9/155) nicht gefolgt werden, wenn sie das hypothetische Validen
einkommen nun anhand des standardisierten Durchschnittslohnes für Frauen in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Natur in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors des Kompetenzniveaus 1 bestimmte, zumal die Beschwerdeführerin insbesondere auch über eine abgeschlossene Berufslehre ver
fügt.
Noch bevor bei der Beschwerdeführerin Ende des Jahres 2004 eine Multiple Skle
rose diagnostiziert wurde, äusserte diese den Wunsch, eine soziale Tätigkeit aus
zuüben und hierfür eine Ausbildung oder ein Studium im psycholo
gi
schen/therapeutischen Bereich zu absolvieren. Zur Verfolgung dieses Ziels bestand sie auch die Aufnahmeprüfung für die D._, welche sie jedoch gesund
heitsbedingt abbrechen musste (vorstehend E. 3.3). Es liegen demnach konkrete Anhaltspunkte vor, dass die Beschwerdeführerin eine soziale Tätigkeit anstrebte und hierfür die notwendige Ausbildung absolvieren wollte, weshalb es sich recht
fertigt, dass hypothetische Valideneinkommen anhand des standardisierten Monatslohn im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen zu bestimmen (vgl. LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86-88). Dass sie konkret einen Hochschulab
schluss in Psychologie geplant hat, ist anhand der spärlich vorhandenen Hinwei
sen zwar möglich, allerdings nicht überwiegend wahrscheinlich. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 9 Ziff. 20) ist daher nicht das Kompetenzniveau 3, sondern das Kompetenzniveau 2 beizuziehen. Dies ergibt angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und der Nomi
nallohnentwicklung der Jahre 2014 (Index: 2'673) bis 2016 (Index: 2'709) ein hypothetisches Valideneinkommen von rund Fr. 65'522.-- im Jahr 2016 (Fr. 5'168.--: 40 x 41.7 x 12 : 2'673 x 2'709).
3.5
Wird das Valideneinkommen von Fr. 65'522.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 36'764.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 28'758.-- und somit ein Invaliditätsgrad von gerundet 44 %. Damit steht der Beschwerde
führerin eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu (vorstehend E. 1.1).
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung dahin
gehend abzuändern, dass die bisherige halbe Invalidenrente auf eine Viertelsrente herabzusetzen ist.
4.
4.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt (vgl. nachstehend E. 4.2), sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschädigung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beein
flusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führe
rin eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen. Unter Berücksichtigung dieser Bemessungskriterien und beim für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich MWSt) ist die Prozess
entschädigung vorliegend auf Fr. 2'300.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzu
setzen.
4.3
Damit erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (vgl. Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.