# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7ad71947-1e9f-4bbd-8979-b2a34662adc1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene und als Reinigungsangestellte erwerbstätige
X._
meldete sich am
6. Juni 2012
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
Knie- und Rücken-Arthrose
sowie
auf
eine
reaktive Depression
zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/8)
.
Daraufhin führte die IV-Stelle Abklärungen in beruflicher und erwerblicher Hinsicht
durch
. Ins
besondere liess sie die Versicherte internistisch-rheumatologisch sowie psychi
atrisch begutachten. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 8/34 ff.)
verneinte sie mit Verfügung
vom 20. Juni 2013
den Anspruch der Versi
cherten auf eine Invalidenrente
(Urk. 2)
. Gleichentags verfügte sie auch die Abweisung des Begehrens
um
Arbeitsvermittlung (Urk. 8/48).
2.
Gegen die rentenablehnende Verfügung vom 20. Juni 2013 erhob
X._
am 23. Juli 2013 Beschwerde mit dem sinngemässen Rechtsbegehren um Zusprechung einer ganzen Invalidenrente, eventualiter um
Rückweisung
der Sache an die Verwaltung
zur weiteren medizinischen Abklärung
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. September 2013 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber die Beschwerdeführerin am 1. Oktober 2013 orientiert wurde (Urk. 9).
Am
1.
Oktober 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein Arztzeugnis nach (
Urk.
10-11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Die Beschwerdegegnerin geht
gestützt auf
das
eingeholte
bidisziplinäre
Gutach
ten
davon aus, dass der im Gesundheitsfall
mutmasslich
voll erwerbstätigen Beschwerdeführerin eine
behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar
sei (Urk. 2
, Urk. 7
).
Demgegenüber b
emängelt
die Beschwerdeführerin
das
bidisziplinäre
Gutachten
in verschiedener Hinsicht
und macht unter Hinweis auf die Ausführungen der
behandelnden Ärzte
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit geltend (Urk. 1 S. 3 ff.
,
Urk.
11
).
3.
3.1
D
ie
umstrittene
bidisziplinäre
Expertise
umfasst das
internistisch-rheumatologi
sche Gutachten
von
Dr. med. und Dr. sc. nat.
Y._
, Fachärztin für Innere Medizin, spez. Rheumaerkrankungen, vom 8. Februar 2013 (Urk. 8/29)
sowie
das
psychiatrische Gutachten von Dr. med.
Z._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. Februar 2013
mit
interdis
ziplinärer
Zusammenfassung
(Urk. 8/31)
.
Dr.
Y._
stellte
folgende
Diagnose
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 8/29
S. 23)
:
-
Knieschmerzen beidseits bei
-
rechts: aktivierter medial betonter
Pangonarthrose
-
links
:
kongenitaler
patella
bipartita
und
Pangonarthrose
und aktivierte
r
Retropatellar-Arthrose (Röntgen und Szintigraphie 01/2013)
Keine
Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit mass sie dagegen folgenden Diagno
sen
bei
(S. 23):
-
Ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Adipositas Grad II
-
Vitamin
-
D-Mangel (21
nmol
/l)
-
Subklinische Hypothyreose (Erstdiagnose 05/2009)
-
Hypercholesterinämie
(6 mmol/l)
Weiter führte die Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin habe über allseitige Schmerzen
, Kraftlosigkeit
und Anschwellen der
Arme
geklagt (S. 29).
In der kli
nischen Untersuchung sei die Adipositas Grad
II
der wesentlichste Befund
gewesen
. Wegen kraftvoller Gegenspannung
habe
die Beweglichkeit der
Len
denwirbelsäule
nicht geprüft werden
können
. Brust- und Halswirbelsäule sowie alle grossen peripheren Gelenke, insbesondere auch beide Knie, seien normal beweglich. Die Beschwerdeführerin nehme bei der Untersuchung spontan den
Langsitz
ein. Damit könne eine wesentliche lumbale neurale Kompression aus
geschlossen werden.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Nirgends seien
Synovitiden
oder Gelenksergüsse sichtbar oder palpabel. In der
Dolorimetrie
seien sämtliche 18 Tender Points wie auch alle acht Kontrollpunkte
patholo
gisch
, was auf eine
Schmerzausweitung
hinweise
. Da die Mehrheit der Kontroll
punkte pathologisch sei, könne keine
Fibromyalgie
diagnostiziert werden. Die im Januar 2013 durchgeführten Röntgenuntersuchungen beider Knie (S. 36)
zeigten
die oben beschriebenen Befunde. Die Röntgenuntersuchung der
Len
denwirbelsäule
(S. 31) zeige eine mittelgradige
Osteochondrose
L2/L
3.
Diese
Osteochondrose
sei
szintigraphisch
nicht mehr aktiv. Daher handle es sich um einen nicht gravierenden Befund
und es sei
kein
Lumbovertebralsyndrom
zu
diagnostizier
en
. Die im Januar 2013 aufgenommene
Ganzkörper-Skelettszinti
graphie
(S. 30) zeige ausser in beiden K
nien keine wesentlichen vermehrten Aktivitäten, insbesondere keine Arthritiden.
Aufgrund der klinischen und
bild
gebenden
Befunde sowie der Laborresultate könne eine entzündliche rheumati
sche Erkrankung ausgeschlossen werden. Bei der Beschwerdeführerin bestünden degenerative Veränderungen beider Knie, die
die
Arbeitsfähigkeit einschränkten. Die vorhandenen Befunde erklärten jedoch das Ausmass der Beschwerden nicht. Diese seien im Rahmen von ausgedehnten Schmerzen zu interpretieren. Mus
kelschmerzen könnten ein Symptom des Vitamin-D-Mangels
sein
, welcher durch Substitution in der Regel gut behoben werden könne (S. 24).
Beim Ausziehen der Socken
habe
die Beschwerdeführerin spontan den
Langsitz
auf der Untersuchungsliege ein
genommen
. Diskrepant dazu sei, dass sie unmit
telbar danach beim Prüfen des
Lasègues
rechts bereits bei 30° und links bei 25° starke Schmerzen
geäussert
und keine Fortsetzung dieser Untersuchung zuge
lassen habe. Da kein reflektorischer Bewegungswiderstand feststellbar gewesen sei, handle es sich keinesfalls um einen pathologischen
Lasègue
, sondern am ehesten um eine Verdeutlichungstendenz.
Es
seien zahlreiche Diskrepanzen bei der Beweglichkeit in der direkten Untersuchung und unter Ablenkung vorhan
den gewesen. Sogar der Gang habe sich normalisiert, wenn die Beschwerde
führerin abgelenkt gewesen sei.
Auch bei der Untersuchung der Handkraft
hät
ten sich
auf eine Selbstlimitierung hindeutende Diskrepanzen
ergeben (S. 25).
Die Beschwerdeführerin könne leichte Reinigungsarbeiten ganztags ausführen. Diesbezüglich sei sie nie langfristig arbeitsunfähig gewesen. Infolge des
Knielei
dens
könne sie seit
dem
Bericht von Prof. Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Anästhesiologie,
vom
25. April 2012 (
Urk. 8/7 S. 1) schwere Reinigungsarbeiten mit Hantieren von Lasten über 10
k
g nicht mehr ausüben (S. 26).
3.2
Im
p
sychiatri
schen
Gutachten von Dr.
Z._
vom 18. Februar 2013 (Urk. 8/31)
wurden
folgende
Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt (S.
6
)
:
-
Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
Akzentuierung der ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Laut dem Gutachten leide die Beschwerdeführerin seit etwa sechs Jahren unter gesundheitlichen Problemen. Sie habe damals allein ein
en
Kindergarten gerei
nigt.
Eines Morgens sei s
ie an den Arbeitsplatz gekommen
und
habe
gemerkt, dass jemand ins Gebäude eingedrungen sei und alle Wände mit Farbe ver
schmiert habe. Sie habe grosse Angst bekommen und ihren Chef informiert, der die Polizei kontaktiert habe. Sie habe im Gebäude niemanden gesehen
;
s
either habe sie aber immer Angst. Sie sei auch vergesslicher geworden und habe nicht mehr
gut schlafen können (S. 3
f.).
Während der Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin auf den
Gesprächs
inhalt
konzentrieren können und insbesondere ihre Beschwerden fliessend und genau geschildert, was auf unauffällige
mnestische
Funktionen hindeute. Im formalen Denken sei sie geordnet gewesen, wenngleich
stark
auf die eigenen Sorgen, Befürchtungen und Unfähigkeiten
eingeengt. Inhaltlich
hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen ergeben. Im Affekt sei die Beschwerdeführerin vordergründig stark verängstigt, innerlich unruhig und zittrig gewesen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert, affektiv sei die Beschwerdeführerin aber modulierbar gewesen. Ein affektiver Rapport sei gut herstellbar gewesen. Im Antrieb sei die Beschwerde
führerin unauffällig, motorisch wenig lebhaft gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbst- ode
r Fremdgefährdung ergeben (S. 5
).
Weiter
führte
Dr.
Z._
aus
,
bei der Beschwerdeführerin bestünden keine Hin
weise auf eine genetische Vulnerabilität oder Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung einer psychiatrischen Erkrankung. Die Kindheit sei ohne gra
vierende traumatische Ereignisse verlaufen. Damit ergäben sich keine Hinweise auf die Bildung einer Persönlichkeitsstörung. Die Beschwerdeführerin habe im Heimatland die Grundausbildung abgeschlossen, womit sowohl eine
Intelli
genzminderung
als auch Verhaltensstörungen oder sonstige psychische Prob
leme mit Krankheitswert in der Kindheit oder Pubertät ausgeschlossen würden. Die Beschwerdeführerin habe
weiter
19-jährig geheiratet und eine eigene Fami
lie gegründet. Sie sei seitdem über Jahre den sozialen Anforderungen ohne Probleme gewachsen gewesen.
Sie
habe jahrelang eine konstante Arbeits
leistung erbracht und konstante zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt. Anhaltende Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle seien weder anamnes
tisch erhoben
worden
noch aktenmässig dokumentiert
. D
amit könnten
prämor
bide
psychische Probleme mit Krankheitswert inklusive eine
Persönlichkeits
störung
auch im Erwachsenenalter klar ausgeschlossen werden. Aufgrund der anamnestischen Angabe leide
die Beschwerdeführerin seit sechs bis sieben Jahren an einer generalisierten Angststörung. Trotzdem habe sie weiterhin über Jahre eine konstante Arbeitsleistung erbracht
.
D
amit könne sozialmedizinisch von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit trotz gestellter Diagnose einer generalisierten Angststörung ausgegangen werden. Abgesehen von subjektiven Konzentrationsstörungen habe die Beschwerdeführerin während der Exploration keine weiteren Einschränkungen der psychokognitiven Funktionen aufgewiesen.
A
us psychiatrischer Sicht
könne ihr somit
weiterhin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Nach dem Verlust einer sinnvol
len Tagesstruktur aufgrund der s
chmerzbedingten Vermeidungshaltung sei es zu einer erheblichen
Dekondi
tionierung
in
F
orm von
v
erminderter Psychomotorik und körperlicher Er
schöpfung bei fehlenden Antriebsstörungen gek
ommen. Deswegen sollten die etablierten therapeutischen Massnahmen
zur Erhaltung der vollen Arbeitsfähig
keit
mit regelmässigen körperlichen Aktivitäten und gezielter Entspannung ergänzt werden (S. 6).
Abschliessend
hielt
Dr.
Z._
dafür,
die Beschwerde
führerin sei aus psychiatrischer Sicht nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen (S. 7).
In der
interdis
ziplinären
Zusammenfassung kamen
Dr.
Z._
und Dr.
Y._
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen sei. A
us rheumatologischer Sicht
könne sie die
nicht adaptierte
n
Tätigkeiten
am letzten Arbeitsplatz seit April 2012 nicht
mehr ausüben.
Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit ohne Heben oder Tragen von Lasten über 10
k
g s
owie leichte Reinigungsarbeiten
sei
en dagegen
ganztags zumutbar (S. 8)
.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten
von Dr.
Y._
und Dr.
Z._
erfüllt sämtliche Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht auf einer eingehenden
internistisch-rheumatologischen
und psychi
atrischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
was hin
sichtlich der
auf eine
Schmerzausweitung
hindeutenden Diskrepanzen
von Bedeutung ist
und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
4.2
Gegen das
bidisziplinäre
Gutachten von Dr.
Y._
und Dr.
Z._
wendet die Beschwerdeführerin
zwar
ein, es beruhe auf einer
unvollständigen Akten
lage
.
So seien die Angaben des behandelnden Psychiaters, Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
im
ärztlichen Zeugnis vom 6. Juni 2012 (Urk. 8/17 S. 2) lediglich mit „schlecht leserlich“ kommentiert worden.
V
on
Dr.
C._
, Facharzt für Chirurgie, sei kein
Bericht angefordert
worden.
Sodann
sei auf d
en bereits ein halbes Jahr alten
Bericht von
Prof
.
A._
vom 1. Juli 2012 (Urk. 8/14), abgestellt worden
(Urk. 1 S.
3 f.
,
S. 5)
.
Weiter s
ei die Beurteilung der Gutachter
nicht einleuchtend. Insbesondere bestehe eine Diskrepanz zwischen der Schwere der
Gonarthrose
und der
Annahme
einer
voll
zeitlichen
Arbeitsfähigkeit für leichte Reinigungsarbeiten. Schliesslich habe der
psychiatrische Gutachter das Vorliegen einer Depression ungenügend abgeklärt (Urk. 1 S. 4 f., S. 6).
4.3
Dem ist
indes
zu entgegnen, dass sich die Beschwerdeführerin zur Zeit der gut
achterlichen Untersuchungen noch nicht in der erst am 20. Februar 2013 aufge
nommenen psychiatrischen Behandlung durch Dr.
B._
befand (vgl. Urk. 3/6).
Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Dr.
B._
s Angaben
im ärztlichen Zeug
nis vom 6. Juni 2012
war somit nicht angezeigt.
Trotzdem gab Dr.
Z._
des
sen
wenig aussagekräftige
n
Inhalt
i
n seinem
Gutachten vollumfänglich wieder (vgl. Urk. 8/31 S. 2). Die
von Dr.
B._
erwähnten Ängste fanden im Gutachten
mit der
Diagnose einer generalisierten Angststörung gebührend Niederschlag.
Dr.
Y._
hingegen hatte ihre Beurteilung
auf
die
Fachgebiet
e
der Rheumatologie und der Inneren Medizin
zu beschränken
. D
ie
Nichtberück
sichtigung
von Dr.
B._
s psychiatrische
m
Attest vom 6. Juni 2012
schmälert den Beweiswert
ihrer Beurteilung nicht
.
4.
4
Weiter vermögen Dr.
B._
s Angaben in dem vom Rechtsvertreter eingeholten Bericht vom 2. Juli 2013
(Urk. 3/6)
die Beweiskraft des
bidisziplinären
Gutach
tens nicht in Frage zu
stellen
. Insbesondere ist davon auszugehen, dass Dr.
Z._
die Sym
ptome
einer
mittel
- bis
schwergradigen
depressive
n
Störung
während des
lediglich einen Monat vor Behandlungsaufnahme
stattgefundenen
Explorationsgesprächs
festgestellt
hätte
.
Der im Gutachten
ausführlich
wieder
gegebene Psychostatus weist
in keiner Weise
auf ein schwere
re
s affektives Leiden hin
, wie
es
Dr.
B._
diagnostiziert
hat
.
Leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten
ferner
als
grundsätzlich
therapeutisch
angeh
bar
(
vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
9C_302/2012 vom 13.
August 2012 E. 4.3.2 mit Hinweisen [nicht
publ
. in: BGE 138 V 339])
.
Eine
leichte
re
depressive Symptomatik
vermag
keinen invalidi
sierenden psychischen Gesundheitsschaden darzustellen.
Auch vermochte der
psychiatrische
Gutachter das Vorliegen einer
Persönlich
keits
störung
unter Hinweis auf den unauffälligen Lebenslauf
der Beschwerde
führerin nachvollziehbar verneinen
.
Die in sogenannter ICD-10-Z-Kodierung gestellte Diagnose einer Akzentuierung der
ängstlich-abhängigen
P
ersön
lich
keits
züge
stellt
rechtsprechungsgemäss keine invaliditätsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung dar (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_
605/2012 vom 23. Januar 2013 E.
3.3 mit Hinweisen).
Dr.
B._
hingegen unterliess es im Bericht vom 2. Juli 2013, eine plausible Begründung für die
von ihm
gestellte Diagnose einer selbstunsicheren Persönlichkeitss
törung (ICD
10 F60.6) anzu
geben, weshalb seine Angaben auch diesbezüglich nicht zu überzeugen ver
mögen.
Schliesslich erscheint
auch
die von Dr.
B._
gestellte
Diagnose einer
post
trauma
tische
n
Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1) als
fragwürdig
.
D
er
von der Beschwerdeführerin be
schriebene
Vorfall am Arbeitsplatz
(
offenbar
Entde
ckung eines bereits vollendeten Einbruchs mit Sachbeschädigung) mag
zwar belastend
gewesen zu sein, ihm fehlt jedoch
die
für die Qualifikation als trau
matisches Erlebnis in ICD-10 F43.1 geforderte Schwere. Als Auslöser einer Traumati
sierung wird
ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass
vorausgesetzt
,
welche
bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervor
rufen würde.
Hie
zu
gehören durch Naturereignisse oder von Menschen verur
sachte Katastrophe
n
, Kampfhandlung
en
, ein schwerer Unfall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terro
rismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein (
vgl. dazu
Weltge
sund
heitsorganisation,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V
[
F
]
, Klinis
ch-diagnostische Leitlinien, 9.
Au
flage, Bern 2014, S.
207). Weitere traumatische Erlebnisse lassen sich
auch Dr.
B._
s Bericht vom 2. Juli 2013
nicht entnehmen, weshalb das Vorliegen einer posttraumati
schen
Belastungs
störung
nicht erstellt ist.
4.
5
Zwar ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen,
dass
es fraglich erscheinen mag, ob
die vollzeitliche Ausübung einer
leichte
n
Reinigungstätigkeit angesichts der unbestrittenermassen fortgeschrittenen
beidseitigen
Pangonarthrose
(vgl. dazu auch Bericht von Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 3. September 2012, Urk. 3/4, sowie
Bericht des Chirurgen Dr.
C._
vom 10. Juli 2013, Urk. 3/3) zugemutet werden könnte
(Urk. 1 S. 4)
.
Geeigneter als
diese
stehend und gehend auszuübende Tätigkeit erscheint eine
knieschonende,
über
wiegend sitzende Tätigkeit
.
Wie unten darzustellen sein wird, wird sich d
iese
Anpassung des
Anforderungsprofil
s bei weite
rhin ganztags zumutbarem Pen
sum jedoch
nicht
entscheidend
auswirken
.
4.
6
Hinsichtlich der geklagten Rückenbeschwerden ist keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erstellt.
Die von Dr.
C._
im Bericht vom 10. Juli 2013 (Urk. 3/3) angegebene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge
degenerativer
Veränderungen
an
der Lendenwirbelsäule ist
nicht weiter begründet und ver
mag die von Dr.
Y._
nach Auseinandersetzung
mit den geklagten Rückenschmerzen
und
den Befunden der im Januar 2013 veranlassten Rönt
genuntersuchung der Lendenwirbelsäule
beziehungsweise
Ganzkörper-Skelettszintigraphie (Urk. 8/29 S. 24)
abgegebene Einschätzung
nicht in Zweifel zu ziehen
.
4.
7
Schliesslich vermögen auch die Angaben
von
Prof
.
A._
in den Berichten vom 1. Juli 2012 (Urk. 8/14) und 29. April 2013 (Urk. 8/43) sowie in den
(
unbe
gründeten
)
Arztzeugnissen vom 16.
November 2012, 17. Februar 2013 und
17. Mai 2013 (Urk. 8/40, Urk. 8/43, Urk. 8/45; vgl. auch das als Urk. 10
im
Pro
zess eingereichte undatierte Arztzeugnis)
eine höhere
Arbeitsunfähigkeit
nicht
zu belegen.
Prof.
A._
attes
tiert
der
Beschwerdeführer
in
eine
nahezu
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 %, ohne auf die Frage einzugehen,
auf
welchen (medizinischen)
Grundlagen
diese Einschätzung beruhen soll. Vielmehr scheint er den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin von
„
anhaltenden
“,
„
unerträglichen
“
Schmerzen
(Urk. 8/14 S. 2)
deutlich
mehr Gewicht beigemessen zu haben als die Gutachterin
Dr.
Y._
. Bei der Würdigung seiner Beurtei
lung
rechtfertigt
es sich
sodann
, der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Auch
Prof.
A._
s
Intervention
bei der Beschwerdegegnerin
nach Erlass der rentenablehnenden Verfügung
(Urk. 8/50)
zeugt von einer über die ärztliche Behandlung hinausgehende Wahrnehmung
der
Interessen
der
im damaligen Zeitpunkt
bereits
rechtlich
vertretenen
Beschwerdeführerin.
4.
8
Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
die
angestammte Tätigkeit
als Reinigungsangestellte
zwar
seit April 2012 nicht mehr zumutbar ist. Für eine leidensangepasste leichte
(
knieschonende
)
Tätigkeit besteht dagegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
5.
In erwerblicher Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des hypothetisch
en
Valideneinkommens
(angesichts der
Teilzeitanstellungen ohne existenzsicherndes Einkommen
)
von den statistischen Daten der vom Bundes
amt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktu
rerhebung (LSE 2010, Tabelle TA7
, Ziff.
35, Anforderungsniveau 4,
Frauen
) aus.
D
as Invalideneinkommen ermittelte sie anhand des Tabellenlohnes
für Hilfsarbeiten
unter Vornahme eines
leidensbedingten Abzuges von 1
5
% (
LSE 201
0
,
Tabelle TA1, Ziff. 1-96,
Anfor
derungsniveau
4, Frauen;
Urk. 8/32
, Urk. 2
S. 2
).
Dieses Vorgehen
gibt zu kei
nen Bemerkungen Anlass
und wurde von der Beschwerdeführerin
denn auch
nicht gerügt.
Selbst
bei
Vornahme des
trotz Einschränkung des
Anforderungs
profils
auf knieschonende Tätigkeiten nicht in dieser Höhe
gerechtfertigten
höchstzulässigen
leidensbedingten Abzuges von
25 %
(BGE 135 V 297 E. 5.2)
würde sich kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad ergeben (
Valideneinkommen
:
Fr.
47‘626.10; Invalideneinkommen:
Fr.
53‘787.85 x 75 % =
Fr.
40‘340.90;
In
va
liditätsgrad
: (
Fr.
47‘626.10
-
Fr.
40‘340.90
) /
Fr.
47‘626.10
x 100 =
15.30 %). Die rentenablehnende Verfügung vom 20. Juni 2013 ist demzufolge im Ergebnis nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der
dagegen erhobenen
Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
600
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).