# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d58ee531-97e0-5f23-b732-4ff2fb45a647
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegner 1-6, vertreten durch die Einwohnergemeinde Roggwil,
reichten am 16. August 2016 bei der Gemeinde Roggwil ein Baugesuch ein für eine "neue
Erschliessungsanlage mit Ver- und Entsorgungsanlagen, Strassenbau" auf Parzellen
RA Nr. 110/2017/31 2
Roggwil Grundbuchblatt Nrn. D._, E._, F._, G._,
H._, I._, J._, K._ und L._. Die Parzellen liegen
in der Zone mit Planungspflicht ZPP "M._", mit Ausnahme der Strassenparzelle
Nr. H._, welche auf der nördlichen Seite an die ZPP "M._" heranführt.
Gegen das Bauvorhaben erhob unter anderen der Beschwerdeführer Einsprache.
Mit Gesamtbauentscheid vom 16. Februar 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt
Oberaargau die Baubewilligung unter Vorbehalt der Genehmigung der
Überbauungsordnung (ÜO) zur ZPP "M._ weg" ohne Änderungen durch das Amt
für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und unter diversen Auflagen. Die Einsprache
wies es ab.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 10. März 2017 Beschwerde bei der Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt sinngemäss die
Aufhebung des Gesamtbauentscheides vom 16. Februar 2017 und die Erteilung des
Bauabschlags. Eventuell sei das Baugesuch mit zusätzlichen Auflagen zu bewilligen. Von
der Rechtsverwahrung des Beschwerdeführers sei Protokoll zu nehmen.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Es wies die Verfahrensbeteiligten mit
Verfügung vom 14. März 2017 darauf hin, dass Erschliessungsgemeinschaften nicht
prozessfähig sind. Ihre Mitglieder müssen grundsätzlich persönlich und zusammen
Prozesshandlungen vornehmen. Es bat daher die C._, in ihrer Beschwerdeantwort
Namen und Adressen ihrer Mitglieder bekannt zu geben. Die Beschwerdeantwort müsse
zudem von allen Mitgliedern der Erschliessungsgemeinschaft unterzeichnet werden.
Das Regierungsstatthalteramt Oberaargau beantragt mit Stellungnahme vom 5. April 2017
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Auch die
Einwohnergemeinde Roggwil schliesst mit Stellungnahme vom 7. April 2017 auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie nennt – nebst sich selbst –
die Beschwerdegegner 2-6 als Mitglieder der C._ und will ihre Stellungnahme
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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gestützt auf eine Bevollmächtigung durch diese zugleich als Beschwerdeantwort der
C._ verstanden haben. Das Rechtsamt machte mit Verfügung vom 9. Mai 2017
darauf aufmerksam, dass eine Prozessvertretung im Beschwerdeverfahren nur durch
Anwältinnen und Anwälte erfolgen kann, die nach der Anwaltsgesetzgebung zur
Parteivertretung im Kanton Bern berechtigt sind. Die Beschwerdegegner haben innert der
zur Nachbesserung der Beschwerdeantwort angesetzten Frist ein Doppel der Eingabe vom
7. April 2017 mit zusätzlichen Unterschriften eingereicht. Mit Verfügung vom 23. Mai 2017
teilte das Rechtsamt mit, dass für die Beschwerdegegnerinnen 3 und 6
(Erbengemeinschaften) und für den Beschwerdegegner 5 Stellvertreter unterzeichnet
haben, die nicht zur Prozessvertretung im Beschwerdeverfahren berechtigt sind. Es
verzichtete auf eine erneute Fristansetzung zur Verbesserung.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen,
die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer,
dessen Einsprache abgewiesen wurde, ist formell und als Nachbar auch materiell durch
den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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b) Eine Erschliessungsgemeinschaft bildet eine einfache Gesellschaft, sofern sich ihre
Mitglieder nicht zu einer besonderen Rechtsform zusammengeschlossen haben.4 Bei der
C._ handelt es sich mangels anderer Rechtsform um eine einfache Gesellschaft.
Diese ist nicht handlungs- und prozessfähig. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren bilden
die Mitglieder der C._ eine notwendige Streitgenossenschaft, da die zugunsten
der Erschliessungsgemeinschaft erteilte Baubewilligung angefochten ist und der
Beschwerdeentscheid für deren Mitglieder nur in gleichem Sinn ausfallen kann.5
Prozesshandlungen für die Erschliessungsgemeinschaft müssen daher von den
Mitgliedern der Erschliessungsgemeinschaft persönlich und gemeinsam vorgenommen
werden.
Im Beschwerdeverfahren vor der BVE sind nur Anwältinnen und Anwälte zur
Prozessvertretung zugelassen. Diese müssen nach der Anwaltsgesetzgebung zur
Parteivertretung im Kanton Bern berechtigt sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG6 i.V.m. Art. 7 Abs. 1
KAG7 und Art. 4 BGFA8). Dies trifft auf die Einwohnergemeinde Roggwil nicht zu. Trotz
Bevollmächtigung durch die anderen Mitglieder der Erschliessungsgemeinschaft kann
daher die Einwohnergemeinde Roggwil diese im vorliegenden Verfahren nicht vertreten.
Dies bedeutet namentlich, dass die Einwohnergemeinde Roggwil ohne Mitwirkung der
übrigen Mitglieder keine Prozesseingaben im Namen der Erschliessungsgemeinschaft
machen kann. Die Stellungnahme der Gemeinde vom 7. April 2017 konnte daher nicht
zugleich als Beschwerdeantwort entgegengenommen werden. Das Rechtsamt gab den
Beschwerdegegnern Gelegenheit zur Nachbesserung. Die Beschwerdegegner reichten
innert Frist ein Doppel der Stellungnahme vom 7. April 2017 mit zusätzlichen Unterschriften
ein. Die Beschwerdeführenden 2 und 4 haben diese Eingabe persönlich unterzeichnet. Für
den Beschwerdeführer 5 unterzeichnete jedoch eine Stellvertreterin, die nicht zur
Prozessvertretung im vorliegenden Beschwerdeverfahren berechtigt ist. Die
Beschwerdeführenden 3 und 6 sind Erbengemeinschaften; ihre Mitglieder können dem
Eintrag im Grundstücksinformationssystem Grudis entnommen werden. Für beide
Erbengemeinschaften hat jeweils nur ein Mitglied unterzeichnet. Da Erbengemeinschaften
4 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 109-110 N. 19 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 13 N. 4 6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 7 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) 8 Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61)
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nicht prozessfähig sind, müssen ihre Mitglieder Prozesshandlungen persönlich und
gemeinsam vornehmen. Aufgrund des Anwaltsmonopols können sie im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht durch einzelne Erben vertreten werden, selbst wenn diese
bevollmächtigt sind.
c) Die Eingabe vom 7. April 2017 genügt demnach auch mit den innert
Nachbesserungsfrist ergänzten Unterschriften den Anforderungen an eine
Beschwerdeantwort nicht. Die Beschwerdegegner 1 - 6 sind als Adressaten des
angefochtenen Entscheids unabhängig von der Einreichung einer Beschwerdeantwort
notwendige Parteien im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Ihnen können jedoch die
Anträge und Begründungen der Stellungnahme vom 7. April 2017 nicht zugerechnet
werden.
Die Eingabe vom 7. April 2017 wurde durch zwei zur Vertretung der Gemeinde ermächtigte
Gemeindemitarbeiter unterzeichnet (vgl. Art. 15 Abs. 5 VRPG). Sie ist demnach als
Stellungnahme der Gemeinde entgegenzunehmen.
2. Fehlende Überbauungsordnung
a) Nach den unbestrittenen Ausführungen des Beschwerdeführers ist die
Überbauungsordnung zur ZPP "M._ weg" noch nicht rechtskräftig erlassen
worden. Die Gemeinde räumt in ihrer Stellungnahme ein, dass die Genehmigung des AGR
(Art. 94 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 BauG) noch aussteht. Die Vorinstanz hat die angefochtene
Baubewilligung unter der Bedingung erteilt, dass die Überbauungsordnung ZPP
"M._ weg" vom AGR ohne Änderungen genehmigt wird.
Der Beschwerdeführer zieht in Zweifel, dass das Baugesuch beurteilt werden durfte, weil
die baurechtlichen Vorschriften, auf die es sich stützt, dahinfallen könnten. Die Vorinstanz
führt dagegen an, das Risiko des Dahinfallens der Baubewilligung in dem Fall, dass die ÜO
nicht oder mit Änderungen genehmigt werde, liege bei der Baugesuchstellerin.
b) Für Zonen mit Planungspflicht muss die baurechtliche Grundordnung den
Planungszweck, die Art der Nutzung, deren Mass als Planungswert und die
Gestaltungsgrundsätze für Bauten, Anlagen und Aussenräume festlegen (Art. 92 Abs. 1
BauG). Die Gemeinde Roggwil hat in ihrem Baureglement vom Februar 2007 (GBR)
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Anhang A, Ziff. 3 eine entsprechende Regelung für die ZPP "M._ weg" getroffen.
Diese enthält u.a. folgende Festlegung: "Die Erschliessung erfolgt vom M._weg
und von der Bahnhofstrasse. Die Strassen sind verkehrsberuhigt und mit einer
Baumbepflanzung zu gestalten, damit sie sich zum Spielen eignen."
c) Das Bauen in einer Zone mit Planungspflicht setzt eine rechtskräftige
Überbauungsordnung voraus. Vor Erlass der Überbauungsordnung kann eine Bewilligung
unter den Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BauG mit Zustimmung der
Gemeindebehörde erteilt werden. Dies ist allerdings nur möglich, so lange die ÜO noch
nicht öffentlich aufgelegt wurde. Sind die neuen Vorschriften bekannt und öffentlich
aufgelegt worden, findet nicht mehr Art. 93 BauG Anwendung, sondern Art. 36 f. BauG, wo
Baugesuche im Hinblick auf vorgesehene neue Vorschriften oder Pläne geregelt werden.9
Wird ein Baugesuch eingereicht, nachdem die ÜO öffentlich aufgelegt wurde, ist nämlich
der Ausgang des Baubewilligungsverfahrens vom Ausgang des Planerlassverfahrens
abhängig. Für diesen Fall sehen sowohl Art. 38 VRPG als auch die Spezialregelung von
Art. 36 Abs. 3 BauG die Sistierung des Baubewilligungsverfahrens vor.10 Damit wird
insbesondere vermieden, dass im Planerlassverfahren noch Einwände der betroffenen
Dritten geprüft werden müssten, nachdem bereits ein Bauvorhaben nach der umstrittenen
Regelung bewilligt worden wäre. Diese Abfolge würde den Absichten des Gesetzgebers
zuwiderlaufen.11
Nach Art. 36 Abs. 3 BauG sind Baugesuche, die im Hinblick auf vorgesehene neue
Vorschriften oder Pläne eingereicht werden, nach deren Genehmigung aufgrund dieser
Vorschriften und Pläne zu beurteilen. Damit ist gemeint, dass die Genehmigung durch das
AGR (Art. 61 BauG) rechtskräftig geworden sein muss.12 Auf das Abwarten der
rechtskräftigen Genehmigung kann nur verzichtet werden, wenn nach Art. 37 BauG eine
vorzeitige Baubewilligung erteilt werden kann. Letzteres setzt voraus, dass das zuständige
Gemeindeorgan die Bauvorschriften beschlossen hat, die das Bauvorhaben betreffenden
Bauvorschriften unbestritten sind und das AGR der Erteilung der vorzeitigen
Baubewilligung zustimmt (Art. 37 BauG, Art. 102 Abs. 2 BauV13).
9 BVR 1999 S. 504 ff. 10 BVR 1999 S. 505 f. 11 BVR 1999 S. 505 12 BVR 1999 S. 506; vgl. BGE 135 II 22 E. 1.2.1 13 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
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d) Nach dem angefochtenen Entscheid hat die öffentliche Planauflage für die ÜO zur
ZPP "M._weg" stattgefunden und es sind keine Einsprachen dagegen eingelegt
worden. Eine rechtskräftige Genehmigung des AGR liegt aber noch nicht vor. Daher hätte
die Erteilung der Baubewilligung vorausgesetzt, dass die Voraussetzungen von Art. 37
BauG erfüllt sind.14 Es wird von keiner Seite behauptet und geht auch aus den Akten nicht
hervor, dass das AGR nach Art. 37 Bst. c BauG seine Zustimmung zur vorzeitigen
Bewilligung erteilt hat. Die Voraussetzungen für eine vorzeitige Baubewilligung sind
demnach nicht erfüllt. Nach dem Gesagten muss daher das Bewilligungsverfahren sistiert
werden, bis der rechtskräftige Entscheid des AGR betreffend Genehmigung der ÜO zur
ZPP "M._weg" vorliegt.
e) Art. 37 BauG regelt abschliessend, unter welchen Voraussetzungen ein Baugesuch
im Hinblick auf neue Bauvorschriften oder Pläne vorzeitig, d.h. vor deren rechtskräftiger
Genehmigung, bewilligt werden kann. Das kantonale Recht lässt keinen Spielraum für die
Erteilung vorzeitiger Baubewilligungen nach alternativen Kriterien. Insbesondere kann
Art. 37 BauG nicht umgangen werden, indem die Bewilligung mit der Suspensivbedingung
der künftigen Genehmigung der neuen Vorschriften oder Pläne verknüpft wird. Nach dem
Gesagten sollen die Vorschriften von Art. 36 Abs. 3 und Art. 37 BauG den sauberen Ablauf
des gesetzlich vorgesehenen Verfahrens gewährleisten. Grundsätzlich gilt, dass zuerst die
möglichen Einwände gegen die Planung bereinigt sein müssen, bevor darauf gestützte
Projekte beurteilt werden können. Eine andere Reihenfolge könnte zu Konflikten bzw. einer
Präjudizierung des Planerlassverfahrens führen, was nicht den Absichten des
Gesetzgebers entspricht.
Dass vorliegend gegen die ÜO keine Einsprachen eingelegt wurden, ändert daran nichts.
Unter bestimmten Voraussetzungen (bspw. Publikationsmängel im Planerlassverfahren)
können Betroffene zur Beschwerde gegen die Genehmigung einer ÜO legitimiert sein,
auch wenn sie keine Einsprache gegen diese eingereicht haben.15 Ob hier eine solche
Beschwerdemöglichkeit besteht, ist nicht zu prüfen. Wesentlich ist, dass das Ergebnis des
Genehmigungsverfahrens noch offen ist. Die Bewilligung konkreter Vorhaben vor
Abschluss des Planerlassverfahrens kann auch dann eine erhebliche Signalwirkung
14 BVR 1999 S. 506 15 BVR 1993 S. 38 ff. (Sachverhalt siehe S. 33 ff.), S. 43 ff.
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entfalten, wenn die formelle Verbindlichkeit noch suspensiv bedingt ist. Ein solches
Vorgehen ist daher nicht statthaft.
3. Ergebnis und Kosten
a) Die vorangegangenen Erwägungen ergeben, dass die nachgesuchte Baubewilligung
auch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der ÜO ZPP "M._" zur Zeit nicht
erteilt werden kann. Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben und die Sache zur
Fortsetzung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird zu klären
haben, ob die Bauherrschaft eine vorzeitige Baubewilligung nach Art. 37 BauG beantragt,
und gegebenenfalls über dieses Gesuch entscheiden. Andernfalls muss die Vorinstanz das
Verfahren bis zur rechtskräftigen Genehmigung der ÜO zur ZPP "M._weg"
sistieren und das Bauvorhaben erst danach beurteilen. Im Rahmen der neuen
Entscheidung ist gegebenenfalls auch die Rechtsverwahrung des Beschwerdeführers zu
vermerken.
b) Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG sind die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei
aufzuerlegen, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Die Beschwerdegegner sind notwendig am Verfahren beteiligt. Nach dem in Ziffer
1 hiervor Gesagten haben sie keine Beschwerdeantwort eingereicht, die den dafür
geltenden Anforderungen entspricht. Mangels zurechenbaren Anträgen gelten sie nicht als
unterliegend und können nicht mit Verfahrenskosten belastet werden.16 Die Gemeinde
Roggwil hat in ihrer Stellungnahme vom 7. April 2017 Anträge gestellt, mit denen sie
unterlegen ist. Da sie als (Mit-) Bauherrin in ihren Vermögensinteressen betroffen ist,
können ihr nach Art. 108 Abs. 2 VRPG Kosten auferlegt werden. Sie hat daher die
Verfahrenskosten zu tragen. Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von
Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV17). Die vorinstanzlichen Kosten
sind im Rahmen der neuen Entscheidung der Vorinstanz neu zu verlegen.
16 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 108 N. 3 17 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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c) Die Gemeinde Roggwil hat zudem dem Beschwerdeführer die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Anwalt des Beschwerdeführers macht Parteikosten
im Umfang von Fr. 1'870.15 (Honorar Fr. 1'620.–, Auslagen Fr. 111.60, Mehrwertsteuer
Fr. 138.55) geltend. Dies gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Gemeinde Roggwil hat
somit dem Beschwerdeführer die Parteikosten von Fr. 1'870.15 zu ersetzen.