# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74966c43-6cde-4350-8a6f-eacf676dd097
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1951, war als Pflegehelferin bei der SWICA Versiche
rungen AG (
im Folgenden:
S
wica
) und als Raumpflegerin bei der Suva versichert, als sie sich bei einem Nichtberufsunfall am 25. November 2012 (vgl.
Urk.
8
/1) eine
Fraktur des Fersenbeins (
Calcaneusfraktur
) links
zuzog (Urk.
8/16
). Die Suva sprach ihr mit Verfügung vom 2. Februar 2015 eine Integritätsentschädigung
auf der Grundlage einer Integritätseinbusse
von 15 % (Urk.
8
/245) und mit Verfügung vom 5. März 2015 eine Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad
von 37 %
ab
Januar
2015
(Urk.
8
/253) zu. Die
Swica
beantrag
te mit am 11. März 2015 vorsorg
lich erhobener (Urk.
8
/256) und am 2
1
. Mai
2015 ergänzter (Urk.
8
/260) Ein
sprache, es sei der Versicherten keine Rente und eine
Integritätsentschädi
gung von lediglich
einer 10
%
igen Integritätseinbusse
zuzusprechen. Mit
Einsprache
entscheid vom 17. De
zember 2015 trat die Suva auf die Einsprache nicht ein (Urk.
8
/269).
In Gutheissung der dagegen
am 18. Februar 2020
erhobenen Beschwerde
(Urk. 8/360)
hob das hiesige Gericht den Einspracheentscheid vom 17.
Dezember 2015 mit Urteil vom 4.
April 2017 im Verfahren Nr. UV.2016.00011
auf
und wies die Sache an die Suva zurück, damit diese auf die Einsprache eintrete (Urk.
8/276
= Urk. 8/286
). Dies wurde vom Bundesgericht
am 1. Februar 2018 bestätigt (
BGE 144 V 29
,
Urk.
8/284).
1.2
In der Folge veranlasste die Suva eine chirurgische Beurteilung, die von med. pract.
Y._
,
Suva
Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin, am 25.
März 2019 erstattet wurde (Urk.
8/310)
,
und holte
das
Gutachten
von
Prof.
Dr.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom
18.
Januar 2020
(Urk. 8/342) ein.
Mit Einsprache
entscheid
vom
3.
Februar 2020 bestätigte
sie
die Integritätsentschädigung von 15
%
und setzte den Invaliditätsgrad von 37
%
auf 29
%
herab (Urk.
8/347 =
Urk.
2).
2.
Die Swica erhob am 1
8.
Februar 2020 Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom
3.
Februar 2020 (Urk.
2) und beantragte, es sei dieser aufzuheben, die Integ
ritätsentschädigung auf 10
% herabzusetzen und ein Rentenanspruch zu verneinen (Urk.
1 S.
2 Ziff.
I).
Die Versicherte erhob am
4.
März 2020
gegen den Einspracheentscheid vom 3.
Februar 2020 (Urk. 5/2)
Beschwerde
(Urk. 5/1) mit dem Antrag (
S. 2), dieser sei
aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Ziff.
1), eventuell sei ein orthopädisches Gerichtsgutachten einzuholen (Ziff.
2), subeven
tuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (Ziff.
3).
Mit Gerichtsverfügung vom 9.
März 2020 wurden die beiden Verfahren vereinigt
(
Urk.
6).
M
it Beschwerdeantwort vom 5.
März 2020 (Urk.
7) und vom 24.
März 2020 (Urk.
11)
schloss die Suva auf
Abweisung der Beschwer
den.
Mit Replik vom 7. April 2020 (Urk. 14) beziehungsweise vom 28. April 2020 (Urk. 17) sowie mit Duplik vom 29. Juni 2020 (Urk. 21) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest, was ihnen gegenseitig zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk.
22).
Mit Beschluss vom 25. August 2020 ordnete das Gericht ein orthopädisch-traumatologisches Gutachten an (Urk. 23), welches am 16. April 2021 von
Dr.
med.
A._
und
med. pract
.
B._
, Fachärzte für orthopä
dische Chirurgie, erstattet wurde (Urk. 34). Die Beschwerdeführerinnen nahmen hierzu am 10.
Mai 2021
(Urk. 37) und 19. Mai 2021 (Urk. 38) und die Beschwer
degegnerin am
28. Juni 2021 (Urk. 42)
Stellung
. Die Stellungnahmen wurden den Parteien am 29. Juni 2021 gegenseitig zur Kenntnis gebracht (Urk. 43).
Am 18. August 2021 stellte das Gericht
Dr.
A._
und med. pract.
B._
Ergän
zungsfragen (Urk. 44), welche diese am 17. September 2021 beantworteten (Urk. 47), und
zog
am 25. Oktober 2021 die Akten der Invalidenversicherung (Urk. 56/1-57)
bei
(Urk. 51). Dazu
liessen sich
die Beschwerdegegnerin am 25. Februar
2022 (Urk. 65) und die Beschwerdeführerin 2 am 7. März 2022
vernehmen
(Urk. 66). Die Stellungnahmen wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (Urk. 67).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Grundsätzlich ist zum Beschwerdeverfahren nur zugelassen, wer am Einsprache
verfahren teilgenommen hat. Gemäss BGE 127 V 107 kann jedoch, sofern eine Partei rechtsgültig Einsprache erhoben und damit verhindert hat, dass der Verwaltungsentscheid in Rechtskraft erwachsen ist, auch eine andere, zuvor passiv gebliebene Partei beim Versicherungsgericht gegen den Einspracheent
scheid Beschwerde erheben. Das Bundesgericht erachtete
jüngst
die Vorauss
etzungen für eine Rechtsprechungsänderung als nicht erfüllt (BGE 148 V 2 E. 5.4).
1.2
Die Beschwerdeführerin 1 erhob gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin Einsprache, wohingegen die Beschwerdeführerin 2 dagegen keine Einsprache
erhob. Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 3. Feb
ruar 2020 die der Beschwerdeführerin 2 mit Verfügung vom 5. März 2015 zugesprochene Rente von 37 % auf 29 % herabgesetzt hatte, erhob diese gegen den Einspracheentscheid Beschwerde (Urk. 5/1). Nach höchstrichterlicher Recht
sprechung ist sie unabhängig davon, dass sie am Einspracheverfahren nicht teilgenommen hat, beschwerdelegitimiert
(vgl. vorstehende E. 1.1)
. Dement
sprechend ist auch die Verfügung vom
2.
Februar 2015
ihr gegenüber nicht
- wie von der Beschwerdegegnerin behauptet (vgl. Urk. 11 S. 6
Ziff.
19.3 und 20.1) -
in Teilrechtskraft erwachsen, sondern es ist eine umfassende Prüfung des Einspracheentscheids vom 3. Februar 2020 vorzunehmen. Dass es dabei zu einer Schlechterstellung der Beschwerdeführerin 1 kommen kann, ist unerheblich.
2.
2.1
Gemäss Art.
29 Abs.
2
der Bundesverfassung (
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E.
3.1 mit Hinweisen).
2.2
Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass die Verfügungsadressaten vor Erlass eines für sie nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das Aktenein
sichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die Betroffenen können sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs
recht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seiner Verfügung zu stützen gedenkt, grund
sätzlich
verpflichtet ist, die Beteiligten über den
Aktenbeizug
zu informieren. Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrens
ausgang belanglos. Es muss vielmehr den Betroffenen selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3 mit Hinweisen).
2.3
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförder
lichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
2.4
Nachdem das Bundesgericht
mit Urteil vom 1. Februar 2018 (BGE 144 V 29, Urk. 8/284)
den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts
vom 4. April 2017 (Urk. 8/276 = Urk. 8/286)
, mit welchem dieses den Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2015
(Urk. 8/269)
auf
hob
und die Sache an die Beschwe
rdegegne
rin zurückwies
, damit diese auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 eintrete,
geschützt hatte,
liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 2 von med. pract.
Y._
, Facharzt für Chirurgie, Suva Kompetenzzentrum Versicherungs
medizin,
erneut untersuchen (Bericht vom
1
5.
Mai
2018, Urk. 8/292) und ordnete, nachdem sich der von der Beschwerdeführerin 1 zu Rate gezogene Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
am 25. September 2018 (Urk. 8/305) dessen Beurteilung nicht anschliessen konnte, ein orthopädisches Gutachten an, das von Prof.
Z._
am 18. Januar 2020 erstattet wurde (Urk. 8/342).
Die Beschwerdeführerin 2 konnte sich weder zum Gutachter noch zu den dem Gutachter gestellten Fragen äussern.
Gestützt auf
das
Gutachten
von Prof.
Z._
erliess die Beschwerdegeg
nerin den Einspracheentscheid vom 3. Februar 2020 (Urk. 2 = Urk. 5/2), ohne dass sie der Beschwerdeführerin 2 jemals Gelegenheit zur Stellungnahme zu den
nach dem Bundesgerichtsurteil eingeholten
ärztlichen Berichten eingeräumt hätte.
Da die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid auf die Beurteilung
durch
Prof.
Z._
abstellte, ohne der Beschwerdeführerin 2 die neu eingeholten oder eingegangenen ärztlichen Berichte vorgängig zuzustellen, verletzte sie ihr Recht auf Akteneinsicht beziehungsweise ihren Anspruch auf rechtliches Gehör. Nachdem
sie
aber im Rahmen des Beschwerdeverfahrens Einsicht in sämtliche Akten nehmen konnte und das Gericht zur Klärung ihres Anspruchs auf Versicherungsleistungen ein Gerichtsgutachten eingeholt und ihr Gelegenheit eingeräumt hatte, sowohl zu den Gutachtensfragen als auch zum Gutachten sowie zur ergänzenden Stellungnahme der Gutachter Stellung zu nehmen,
führte
die Rückweisung
der Sache
zu einem formalistischen Leerlauf und d
amit zu unnöti
gen Verzögerungen,
die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein
baren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
Im Übrigen wurde
die Rückweisung der Sache
von der Beschwerdeführerin 2 lediglich mit Subeven
tualantrag gestell
t (Urk. 5/1 S. 2 Ziff. 3).
G
emäss
Rechtsprechung ist
eine verfügungsweise Anordnung eines Gutachtens nur bei fehlendem Konsens notwendig
(BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6)
. Die Beschwer
deführerin 2 wurde am 23. September 2019 unter Beilage des Fragekatalogs an den Gutachter darüber informiert, dass sie durch Prof.
Z._
begutachtet werden soll (Urk. 8/326). Dagegen erhob sie keine Einw
ände.
Selbst wenn ihr die Gutach
tensfragen - wie behauptet (Urk. 17 S. 3 Ziff. 11) - nie zugestellt worden wären, weist das Schreiben vom 23. September 2019 auf
den Fragekatalog hin, womit
es an der Beschwerdeführerin gelegen
hätte
, diese
n
von der Beschwerdegegnerin nachzufordern. Im Übrigen machte sie auch beschwerdeweise keine
Ausstands
gründe
gegen Prof.
Z._
geltend und bemängelte auch den Fragekatalog nicht substanziell.
Eine fehlerhafte Gutachtensanordnung ist nicht zu erblicken.
Von einer Rückweisung der Sache allein aus formellen Gründen ist daher abzusehen.
3
.
3
.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor,
dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
5.
November 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
3
.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche
rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
3
.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3
.4
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt (Abs. 4 Satz 1).
3
.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte
ihren Einspracheentscheid (Urk. 2)
auf das Gutach
ten von Prof.
Z._
vom 18. Januar 2020
(S. 9 E. 2.2.3). Das Validenein
kommen bezifferte sie mit Fr. 84'928.
(
S. 7
E. 2.1.4) und ermittelte das Invalideneinkommen
,
indem sie davon ausging, dass d
ie
Beschwerdeführerin
2
eine
angepasste Tätigkeit
im ursprünglich ausgeübten Pensum
von
1
25 % ausüben könnte. Unter Berücksichtigung der Tabellenlöhne und eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10 % ermittelte sie ein Invalideneinkommen von Fr. 60'517.
(
S. 10
E. 2.3.5-7), was einer Erwerbseinbusse von Fr. 24'411.
beziehungsweise 28.74 % entspricht (
S. 11
E. 2.4.1)
. Dementspre
chend sprach sie der Beschwerdeführerin 2
eine Invalidenrente aufgrund eines
Invaliditätsgrades von 29 % ab 1. Januar 2015
zu
(
S. 11
E. 2.4.2).
Bei der Zusprache der Integritätsentschädigung von 15 % stützte sich die Beschwerde
gegnerin auf die medizinische Einschätzung von Prof.
D._
. Zwar habe
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme festgehalten, dass bei der Beurteilung des Integritätsschadens nicht begründet worden sei, weshalb bei der gegebenen Funktion und den radiologischen Befunden die obere Grenze des Ermessensspiel
raumes zur Anwendung gelangt sei (E. 4.1.2), dieser nehme aber selber zur Höhe des Integritätsschadens nicht Stellung, sondern betreibe nur Beweiswürdigung.
Jedenfalls lasse sich aus dessen Stellungnahme nicht ableiten, dass er die Schätzung durch Prof.
D._
als zu hoch erachtet habe (E. 4.2.1).
In der Stellungnahme zum Gerichtsgutachten brachte die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
vor (Urk. 42),
es bestehe
über die klinischen Befunde und die Diag
nosen Einigkeit mit Prof.
Z._
, nicht aber über die daraus gezogenen Schlüsse. Es werde aber nicht begründet, weshalb den von Prof.
Z._
gezogenen Schlüssen nicht gefolgt werden könne. Das Gerichtsgutachten vermöge in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen, da primär von der subjektiven Darstellung der Beschwerdeführerin 2 ausgegangen werde
.
Weder die 10 Minuten Pausen pro Arbeitsstunde seien nachvollziehbar, noch sei ersichtlich, weshalb das Gutachten nicht mindestens von einem 125%igen Pensum ausgehe, sondern auf einem 100 % Pensum basiere. Zudem werde eine mögliche Verschlechterung vorweggenommen (S. 1).
Bezüglich Integritätsentschädigung bekräftigte sie ihre Auffassung, wonach eine Integritätsentschädigung von 15 % angemessen sei (Urk. 42 S. 2).
Mit Stellungnahme zu den gestellten Ergänzungsfragen hielt sie an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
65).
4
.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen ein (Urk. 1), die Beschwerdeführerin 2 habe ihre Tätigkeit in der Reinigung uneingeschränkt
zu 25 %
wieder aufgenommen und
habe
zumindest in dieser Tätigkeit keinen Erwerbsausfall erlitten. Diesbezüglich schöpfe sie
die verbleibende Arbeitsfähig
keit vollumfänglich aus (S. 7 Ziff. 9). Rechne man das uneingeschränkt erzielte Einkommen auf, resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 81'634.
. Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 84'928.
ergebe sich kein rentenbegründen
der In
validitätsgrad (S. 7 Ziff. 10).
In Bezug auf die Integritätsentschädigung h
i
elt die Beschwerdeführerin 1 fest, es sei nur die Arthrose im hinteren Sprunggelenk und dem
Calcaneocuboidal
-Gelenk links zu berücksichtigen. Prof.
D._
habe auch die Arthrosen im Mittelfuss links und im Fuss rechts, die gemäss Prof.
Z._
ausschliesslich krankheitsbedingt seien, berücksichtig
t
. Aus diesem Grund sei die Integritätsentschädigung auf 10 % zu reduzieren (S. 8 Ziff. 12).
In der Stellungnahme
zum Gerichtsgutachten
führte
die Beschwerdeführerin 1
aus (Urk. 37)
, das Gerichtsgutachten sei ohne die Akten der Invalidenversiche
rung erstellt worden
,
und
es werde
in keiner Weise
berücksichtigt
, dass nebst einem unfallbedingten Gesundheitsschaden auch ein krankheitsbedingter Gesundheitsschaden vorhanden sei, weshalb es nur bedingt beweistauglich sei (S. 1)
.
Es werde fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Beschwerdefüh
rerin ihr Pensum als Reinigungskraft nur zu 12.5 % ausgeübt habe, tatsächlich habe diese aber die Tätigkeit als Reinigungskraft nur
acht
Monate nach dem Unfall vollumfänglich und die Tätigkeit als Pflegerin zu 50 % wieder aufgenom
men
(S. 2 Mitte)
.
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Jahr 2020 sei nicht ersichtlich, ob und inwiefern auch der nicht versicherte krankheitsbedingte Gesundheitszustand dazu beitrage (S. 2 unten). Insofern die Gutachter den Endzustand als noch nicht erreicht hielten, sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 2 nur acht Monate nach dem Unfall wieder eine Erwerbs
tätigkeit von insgesamt 75 % aufgenommen habe und kurz darauf pensioniert worden sei (S.
2 unten). Auf weitere medizinische Eingliederungsmassnahmen, die zu einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit geführt hätten, sei verzichtet worden (S. 3 oben). Insgesamt sei die
Rentenzusprache
nicht gerechtfertigt (S. 3 Mitte).
4
.3
Die Beschwerdeführerin 2 brachte neben
den
formellen Rügen (
vgl. vorstehende E. 2
) zusammengefasst vor (Urk. 5/1), das Gutachten von Prof.
Z._
vom
18. Jan
ua
r 2020 sei aus näher dargelegten Gründen nicht beweiskräftig (S. 8 ff.). Auch auf das Aktengutachten von
Dr.
C._
vom 26. März 2015 könne aus näher dargelegten Gründen nicht abgestellt werden (S. 10 f
.
).
Sollte dennoch auf eines dieser Gutachten abgestellt werden, sei b
ei der Bemessung des Invaliditäts
grad
es
von einem Valideneinkommen von Fr. 86'896.30 auszugehen (S. 12 Ziff. 48). Das Invalideneinkommen sei ausgehend von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit gestützt auf die Tabellenlöhne und unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 15 % auf Fr. 44'383.10 festzu
setzen (S.
12 f. Ziff. 51-56). Hieraus resultiere ein Invaliditäts
grad von 49 % (S. 13 Ziff. 57).
Zur Frage der Quantifizierung des Integritätsschadens sei
Dr.
Z._
nicht befragt worden. Dennoch habe er sich implizit dazu geäussert, indem er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgehend von einer schweren Arthrose im USG gestützt auf die SUVA-Tabelle betreffend Integrationsschaden bei Arthrose mit 30 %
eingeschätzt habe
. Diese ärztliche Beurteilung habe folg
lich auch bezüglich Integritätsentschädigung zu gelten (S. 14 Ziff. 59). Mit Stellungnahme zum Gerichtsgutachten beantragte die Beschwerdeführerin 2, entsprechend der Einschätzung der Experten sei ihr eine Integritätsentschädigung von 25 % auszurichten (Urk. 38 S. 5 Ziff. 14 f.).
In ihrer Stellungnahme
zum Gerichtsgutachten
machte die Beschwerdeführerin 2 geltend
(Urk. 38)
, der Invaliditätsgrad sei gestützt auf das beweiskräftige Gerichtsgutachten zu berechnen (S. 3 Ziff. 4).
Bei einer
Arbeitsfähigkeit
in leidensangepasster Tätigkeit
von 80 %
im Januar 2015 und von 65 % im Januar 2020 und unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 15 % betrage die Erwerbseinbusse
59
% im Januar 2015
und
67 %
im Januar 2020
(S. 4 Ziff. 12 f.).
Mit Stellungnahme zu den gestellten Ergänzungsfragen hielt sie an den gestellten Begehren fest (
Urk.
66).
4
.4
Z
u prüfen ist,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin 2 arbeitsfähig ist
,
ob
sie
Anspruch auf eine Invalidenrente hat
und
in welcher Höhe ihr eine Integri
tätsentschädigung auszurichten ist.
5
.
5
.1
Im Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom 1
8.
August 2014 (Urk. 8/185) führte Kreisarzt Prof.
Dr.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, es bestehe eine geringe Bewegungseinschränkung des linken unteren Sprunggelenks
(USG)
und eine mässiggradig ausgeprägte Belastungsintoleranz des linken Sprunggelenks bei Zustand nach osteosynthetisch versorgter
Calcaneusfraktur
links mit nachfol
gender Wundheilungsstörung und Operationen am 7.
Dezember 2012 und 22.
Januar 2013 (S.
4 Ziff.
5).
Am 9. Oktober 2014 (Urk. 8/208) hielt Prof.
D._
fest, von der Weiterführung medizinischer Massnahmen sei keine namhafte Verbesserung des Gesundheits
zustandes zu erreichen. Aus kreisärztlicher Sicht sei ein medizinischer Endzu
stand bezüglich des linken Fusses erreicht (S. 1 Ziff. 3).
Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt könne die Beschwerdeführerin leichte bis zeitweise mittelschwere Arbeiten ganztags bewältigen. Ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeiten seien ebenso wie häufiges Treppensteigen und Arbeiten in unebenem Gelände aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen. Die Tätigkeit als Pflegerin sei
der
Beschwerdeführerin in einem Pensum von 50 % und diejenige als Raumpflegerin zu 25 % zumutbar (S. 2 oben).
Bezüglich Integritätsentschädigung hielt Prof.
D._
im
Bericht vom 21. Oktober 2014 (Urk. 8/205) fest, die Röntgenaufnahmen vom 22. Februar 2013 zeigten eine mässige USG-Arthrodese nach operativer Revision einer
Kalkaneusfraktur
, die mit 15 % ausreichend bewertet sei.
5
.
2
Dr.
C._
erstattete am 26.
März 2015 ein Aktengutachten im Auftrag der Beschwerdeführerin
1
(Urk.
8/261) und nannte folgende Diagnosen
(S.
17 Ziff.
1):
-
s
ubjektive Restbeschwerden und minimale Dysfunktion (eingeschränkte Funktion gegenüber der Altersnorm/Gegenseite) im USG links mit/bei
-
Status nach komplexer Calcaneusfraktur am 25.
November 2012
-
Status nach Plattenosteosynthese mit
Spongiosaplastik
am 7.
Dezember 2012
-
Status nach Wundheilungsstörung und verfrühter Osteosynthese
materialentfernung (OSME) am 21.
Januar 2013
-
Status nach konservativer Behandlung einer Weber-A-Fraktur links am 21.
Dezember 2012
Er führte unter anderem aus, die von Prof.
D._
am 18.
August 2014
erhobenen Befunde
(vgl. vorstehend E.
5
.1) liessen keine klinisch relevante Einschränkung erkennen (S.
14 unten). Beide angestammten Tätigkeiten würden zwar praktisch ausschliesslich stehend ausgeübt, aber ebenso ausschliesslich auf ebenem Boden, weshalb das festgestellte USG-Beweglichkeitsdefizit die Belastbarkeit bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit nicht messbar einschränke (S.
15 Mitte). Es würden keine hinreichenden Gründe
für die Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 50
% in der Pflege und
von
25
% als Raumpflegerin genannt (S.
15 unten).
E
ine mit unfallkausalen Folgen am Bewegungsapparat (hier speziell
am
USG links) hinreichende Begründung
oder
Erklärung für eine leistungsmässig oder zeitlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit an den beiden angestammten Arbeitsplätzen (Pflegeassistentin und Raumpflegerin) in jeweils dem angestammten Pensum sei aus orthopädisch-traumatologischen Gründen in den Akten nicht ausgewiesen
(S. 1
7
Mitte)
.
Bei der Beurteilung des Integritätsschadens sei (von Prof.
D._
) nicht begründet worden, weshalb bei der gegebenen Funktion und den radiologischen Befunden die obere Grenze des Ermessenspielraumes der Tabelle 5 (5-15 %) zur Anwendung komme respektive massgebend sein soll (S. 16 Mitte).
5
.
3
Am 15.
Mai 20
18 berichtete med. pract.
Y._
über seine am 27.
April 2018 erfolgte Untersuchung (S.
15 unten) der Versicherten (Urk. 8/292).
Er nannte die folgenden unfallkausalen Diagnosen (S.
13 f.):
-
mehrfragmentäre, dislozierte
Calcaneusfraktur
links mit Beteiligung der Gelenkflächen zum Tal
us und zu den Fusswurzelknochen
-
Operation am 7.
Dezember 2012, offene Reposition und Osteosynthese mit einer Platte und autologer
Spongiosaplastik
vom linken vorderen Beckenkamm
-
Wundheilungsstörung
-
vorzeitige Entfernung des Osteosynthesematerials am 21.
Januar 2013
-
sekundäre Wundheilung mit Ausbildung einer tief eingezogenen Narbe
-
komplette Einsteifung des USG mit den radiologischen Zeichen einer leicht- bis mittelgradigen Arthrose
-
Funktionseinschränkung des oberen Sprunggelenks (OSG)
-
Notwendigkeit des Tragens von orthopädisch zugerichtetem Schuhwerk mit halbhohem Schaft
Als nicht unfallkausale Diagnosen nannte er eine gastro-
ösophageale
Refluxkrankheit (GERD), einen
Hallux
valgus beider Seiten, eine leichte Coxarth
rose beider Seiten und eine mässiggradige Gonarthrose recht
s
(S.
14 oben).
Dr.
C._
sei in seiner Beurteilung vom März 2015 (vorstehend E.
5
.
2
) davon aus
gegangen
, dass eine körperli
c
he Untersuchung der Versicherten nicht erfor
derlich sei und auf weitergehende Abklärungen verzichtet werden könne. Die nachvollziehbare Verschlechterung der Befunde im Verlauf, insbesondere der funktionellen Einschränkungen, stehe dieser Einschätzung entgegen. Die Einschätzung
durch den
Kreisarzt Prof.
D._
(vorstehend E.
5
.
1)
wie auch
durch
Dr.
C._
, dass der medizinische Endzustand
im
Zeitpunkt der Untersuchung durch Prof.
D._
(18.
August 2014)
erreicht gewesen sei, bestätige sich nicht. Nach Vorliegen der aktuellen Untersuchungsbefunde könne seine Einschätzung, dass keine relevanten Einschränkungen vorlägen, nicht bestätigt werden (S.
17 Mitte).
Als Schlussfolgerung hielt med. pract.
Y._
fest, der Unfall vom 25.
November 2012 habe zu einer dislozierten mehrfragmentären
Calcaneusfraktur
links geführt. Als Folge dieser - operativ rekonstruierten - Verletzung bestehe eine Einschränkung der Funktion im OSG und USG links, verbunden mit einer verminderten Belastungsfähigkeit der linken unteren Extremität, belastungs
abhängigen Schmerzen und einer Beeinträchtigung des Gangbilds. Die
Tätigkeit
in den angestammten Berufen einer Pflegerin und einer Raumpflegerin sei dadurch nicht mehr zumutbar
,
und die Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei herabgesetzt, was seinen Ausdruck in Einschränkungen der Zumutbarkeit find
e
(S.
18
Mitte
).
Den Beruf einer Pflegehelferin könne die Versicherte nicht mehr ausüben. Es handle sich
um
eine Tätigkeit überwiegend im Stehen und Gehen, zudem müss
t
en öfters
sch
were Lasten (Patienten) gehoben oder
gehalten werden. Die Tätigkeit einer Raumpflegerin
sei auch
nicht
mehr zumutbar. Auch diese Tätigkeit
werde
fast ausschliesslich im Stehen und Gehen ausgeübt. Mit
dem Jobprofil
am aktuellen Arbeitsplatz wür
den Kniebeugen und Arbeiten im Knien (selten) genannt, aber auch Arbeiten
im vorgeneigten Stehen,
auf
Leitern und selten auch in unebenem Gelände
beschrieben. Die Ausübung der Tätigkeit einer Raumpfle
gerin
am aktuellen Arbeitsplatz sei
der Versicherten nur
mit dem Entgegen
kommen des Arbeitgebers möglich, der ihr eine freie Zeiteinteilung,
auf das Erdgeschoss beschränkte Arbeiten und
den Verzicht
auf schweres Heben und Arbeiten
- wobei
diese Einschränkungen
ein Pensum von 25
% bedeute
ten
-
offerier
e
. Das
entspreche
nicht den allgemeinen Anforderungen
an den Beruf einer Raumpfl
egerin (S.
19 Mitte).
Das Belastungsprofil einer Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt umschrieb
er
wie folgt:
Die Versicherte könne leichte und zeit
weise mittelschwere Tätigkei
ten
in Wechselbelastung, jedoch vorwiegend im Sitzen
,
ausüben. Bedingt durch die belastungsabhängigen, im Tagesverlauf zunehmenden Schmerzen und die funktionellen Einschränkungen sei diese Tätigkeit in zeitlicher Hinsicht auf 60
% limitiert, wahlweise über einen erhöhten Pausenbedarf oder eine Verkürzung des Pensums (S.
20 oben
). Die Versicherte könne nicht längere Strecken gehen und längere Zeit am Stück stehen. Der typische Anlaufschmerz stehe häufigen Wech
seln von sitzender
Stellung
in gehende oder stehende Positionen entgegen. Sie könne nicht au
f unebenem Boden gehen, häufig
Treppen besteigen oder abwärts
gehen, Leitern oder Gerüste besteigen, mittelschwere und schwere Lasten tragen und heben, repetitive Bewegungen des linken Fusses ausführen, mit dem linken Fuss längere Zeit in einer starren Position verweilen oder kraftvolle Bewegungen ausführen (z.B. Kuppeln beim Autofahren)
sowie
Vibrationen und Stössen ausgesetzt sein. Das Alter der Versicherten spiele dabei keine entscheidende Rolle (
S. 17 oben, S. 19 oben,
S.
20 Mitte
).
Die Versicherte könne unter Beachtung der genannten Einschränkungen mit einer Leistung von 100
% in einem zeitlichen Pensum von 60
% arbeiten. Die zeitliche Einschränkung ergebe sich aus den unter Belastung im Tagesverlauf zunehmen
den Schmerzen und der Schwellneigung (S.
20).
Die Frage, ob in Anbetracht der unfallbedingten Gesundheitsschäden angepasste Tätigkeiten in einem Pensum von 125
% zumutbar seien, verneinte er (S.
20 unten).
5
.4
Dr.
C._
(vorstehend E.
5
.2
) nahm am 25.
September 2018 zur Beurteilung durch med.
pract.
Y._
(vorstehend E.
5
.3
) Stellung (Urk.
8/305) und kritisierte diese in einzel
n
genannten Punkten
.
5
.5
Med. pract.
Y._
(vorstehend E.
5
.3)
erstattete am
25.
März 2019 eine weitere Beurteilung (Urk. 8/310). Er wies unter anderem auf Literatur hin, die
bestätige, dass es durch
Calcaneusfraktur
en
mit Gelenkbeteiligung zu einer Fehlstellung des Talus komme, und dass die
Calcaneusfraktur
en
, die neben den
subtalaren
Gelen
ken auch das
calcaneo-cuboidale
Gelenk beträfen (was hier zutreffe), das Outcome
in besonderem Masse
negativ beeinflussten (S. 3 Mitte). Mit den Röntgenbildern vom 27.
April 2018 werde im Seitenvergleich deutlich, dass die mehrfragmentäre Fraktur des Calcaneus links ni
cht folgenlos geblieben sei (S.
3
f.)
.
5
.
6
Prof.
Z._
nannte im Gutachten vom
18.
Januar 2020
(Urk. 8/342)
folgende Diagnosen (S.
3 unten):
-
deutlich aktive posttraumatische Arthrose im hinteren unteren Sprung
gelenk links
-
wenig aktive posttraumatische Arthrose im
Calcaneocuboidal
-Gelenk links
-
nicht aktive idiopathische Arthrose Naviculare-Cuneiforme l links
-
aktive
osteochondrale
Läsion
(idiopathisch-degenerativ) der medialen
Talusdomkante
rechts
-
aktive
osteochondrale
Läsion (idiopathisch-degenerativ) des Os naviculare rechts
Als durch den Unfall von 2012 verursacht bezeichnete er die Arthrose im hinteren unteren Sprunggelenk und diejenige im
Calcaneocuboidal
-Gelenk links (S.
4 Ziff. 1a), als ausschliesslich krankheitsbedingt
die
Arthrosen im Mittelfu
ss
links und
im
Fu
ss
rechts
(S.
4 Ziff.
1b).
Die Behinderung der muskuloskelettalen Akti
vitäten durch die Arthrose des unteren Sprunggelenks dürfte aus orthopädischer Sicht in den Altersgruppen 42 und 64 gleich sein (S.
4 Ziff.
2a).
Die Einschränkungen in leistungsmä
ssi
ger Hinsicht in den angestammten Berufen als Pflegehelferin und als Raumpflegerin
seien
aufgrund der unfallbedingten Gesundheitsschäden auf 30
%
zu schätzen
, dies in Anlehnung an die Suva-Tabelle «Integritätsschaden bei Arthrosen». Die Argumentation sei jedoch sehr schwierig, da die Korrelation zwischen objektivierbarer entzündlicher Aktivität der Arthrose (SPECT-CT) und Intensität der Schmerzwahrnehmung (subjektiv und individuell wahrscheinlich unterschiedlich) sowie daraus folgender funktioneller Behinderung (ebenfalls sehr wahrscheinlich gro
ss
e individuelle Variabilität) nicht quantifiziert werden könne (S.
4 Ziff.
2b). In Anbetracht der unfallbedingten Gesundheitsschäden könne
die Versicherte die gleichen Tätigkeiten mit reduzier
tem Pensum oder nicht-fussbelastende Tätigkeiten mit vollem Pensum ausüben (S.
4 f. Ziff.
2e). Zur Frage, ob in Anbetracht der unfallbedingten Gesundheits
schäden angepasste Tätigkeiten in einem Pensum von 125
% zumutbar seien, führte er aus, es sei auch zu bedenken, dass die
Beschwerdeführerin 2
nach einer erfolgreichen Versteifungsoperation mit einem weitgehend beschwerdefreien und belastbaren Fuss hätte rechnen können und die angestammten Tätigkeiten wahrscheinlich wieder uneingeschränkt hätte ausüben können (S.
5
Ziff.
2g).
5
.7
5.7.1
Am 16. April 2021 erstatteten
Dr.
A._
und med.
pract.
Y._
das vom Gericht in Auftrag gegebene Gutachten
(
Urk. 34).
Sie
stellten
folgende Diagnosen
mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
(S.
41 Ziff. IV lit. a):
-
Status nach
Calcaneustrümmerfraktur
links vom 25. November 2012 mit/bei
-
Status nach Osteosynthese vom 7. Dezember 2012
-
Entnahme eines autologen Knochenspans vom Beckenkamm links
-
Status nach Wundheilungsstörung mit
Infektsituation
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung vom 21. Januar 2013
-
Status nach prolongierter sekundärer Wundheilung
-
hierdurch: sekundäre posttraumatische USG-Arthrose links mit Zeichen der
Arthroseaktivierung
und sekundäre posttraumatische Arthrose des
Calcaneo
-
Cuboidal
-Gelenks links
-
o
steochondrale
Läsion mediale
Talusdomkante
links (fraglich traumatisch)
Als Diagnosen ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (S. 41 Ziff. IV lit. b):
-
primäre Arthrose des Naviculare-Cuneiforme I links
-
beginnende posttraumatische OSG-Arthrose links
-
osteochondrale
Läsion des Os naviculare rechts
Es liessen sich bei der Beschwerdeführerin 2 eine schmerzhafte Bewegungsein
schr
änkung des
USG
links mit herabgesetzten Bewegungsausmassen, eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des
OSG
links mit herabgesetzten Bewegungsausmassen, eine schmerzhafte Bewegungseinschrä
nkung des Gross
zehengrundgelenk
s links mit herabgesetzten Bewegungsausmassen, Druck
schmerzen im Bereich des Fersenbeins links aussenseitig führend sowie Druckschmerzen im Verlauf der linksseitigen Achillessehne, ein ausgeprägtes Schonhinken mit einem unphysiologis
chen Gangbild sowie eine Umfang
minde
rung der linken unteren Extremität im Seitenvergleich feststellen (S. 44 Mitte).
Zusammengefasst stünden die linksseitigen Fussbeschwerden im Vordergrund. Klinisch führend seien dabei die Beeinträchtigungen der linken Fersenregion mit einer deutlichen Bewegungseinschränkung des linken
USG
und der damit verbundenen Minderbelastbarkeit der ehemals verletzten Extremität vor allem auf unebene
m Untergrund
. Diese seien aufgrund der Schwere der damaligen Verletzung und der daraus entstandenen und immer noch bestehenden Unfall
folgen nachvollziehbar. Insbesondere könne den Ausführungen der
Beschwerde
führerin 2
gefolgt werden, dass das vollständige linke Bein in der Belastbarkeit deutlich beeinträchtigt sei. Ebenso könne aufgrund der erhobenen Befunde ihren Ausführungen gefolgt werden, dass regelmässig belastungsabhängige und belastungsunabhängige Schmerzen bestünden. Durch die deutlich reduzierten Bewegungsausmasse des linken
USG
sei es ebenso schlüssig, dass sie in diversen Haushaltstätigkeiten nicht unerheblich eingeschränkt
sei
beziehungsweise diese gar nicht durchführen k
önne
. Ferner könne ihren Ausführungen gefolgt werden, dass
sich
bedingt durch die vorherrschende Fehlbelastung Schmerzen im
USG
und der Ferse als Anlaufschmerz mit teilweise bestehendem Blockierungsgefühl eingestellt hätten. Diese seien als Beeinträchtigung der in Folge entstandenen
Sekundärarthrose zu werten. Schlussendlich habe
die Explorandin
eine Wund
heilungsstörung im Bereich des eingebrachten Osteosynthesematerials erlitten, so dass hier zusätzlich die
Hauttrophik
und auch die Gewebebeschaffenheit mit Veränderungen der Schweisssekretion und der Temperaturregulation gestört sei.
Klinische Anhaltspunkte für ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS, M. Sudeck) hätten sich anlässlich der Untersuchung nicht finden lassen (S. 44 unten).
Die heute
n
och feststellbaren Beeinträchtigungen der linken Sprunggelenksregion seien mit hoher beziehungsweise überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfallereignisses zu werden. Dabei seien die Bewegungseinschränkungen des li
nken
USG
und die Minderbelastbarkeit der linken unteren Extremität als führende noch feststellbare klinisch fassbare Veränderungen zu werten. Radiographisch zeig
t
e
n
sich insbesondere in diesem Bereich fortgeschrittene
sekundär
arthrotische
Veränderungen (S. 45 Mitte).
Der medizinische Endzustand sei aktuell nicht erreicht. Dies aufgrund der Tatsache, dass sich nach solchen Verletzungen im Verlauf regelmässig eine sekundäre, das heisst unfallbedingte, Arthrose der beteiligten Gelenke einstelle. Diese Arthrose sei in nicht unerheblichem Ausmass anlässlich der aktuellen Rönt
gendiagnostik vom Gutachtenstag nachvollziehbar. Aufgrund der noch vorhan
denen Restbeweglichkeit des Gelenks und der nun auch beginnenden verschleiss
bedingten Veränderungen des b
enachbarten
OSG
sei von einer weiteren Verschlechterung der Gelenksituation innerhalb der nächsten Jahre auszugehen (S. 51 oben).
Die
Frage, ab welchem Zeitpunkt von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr habe erwarten werden können, lasse sich nicht eindeutig beantworten, da der medizinische Endzustand nicht erreicht sei. Das vorherrschende klinische und radiologische Erscheinungs
bild, welches in der überwiegenden Summe der Gesamterscheinungen als Unfall
folgen zu werten sei, sei wechselhaft. Wechselhaft dahingehend, dass die klinischen und radiologischen Phänomene in wellenhaften Phasen verliefen. Noch durchzuführende ärztliche Massnahmen könnten allenfalls zu einer Verzö
gerung des Fortschreitens der klinischen und der damit verbundenen radiolo
gischen Phänomene führen (S. 56 Ziff. 6).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus,
in der bisherigen
Tätigkeit als Pflegehilfe sei
die Explorandin
im Januar 2015 zu 50 % (in Bezug zum Arbeits
pensum im Angestelltenverhältnis von 100 %)
arbeitsfähig gewesen (S. 49 lit. a).
In ihrer ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin
habe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (in Bezug auf das Arbeitspensum von 25 %) bestanden (S. 51 lit. a).
Im Zeitpunkt der Erstellung des Fachgutachtens von Prof.
Z._
(
vorstehende
E.
5
.
6
) im Januar 2020
habe die beschriebene Einschränkung des Belastbarkeitsprofils bereits bestanden (S. 49 lit. b). Es sei davon auszugehen, dass die
Explorandin
aufgrund des aktenkundig dokumentierten Beschwerdeverlaufs im Januar 2020 in ihrer ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin zu 30 % (bezogen auf eine 100%ige Tätigkeit) arbeitsfähig gewesen sei (S. 50 unten).
Als Raumpflegerin habe eine Arbeitsfähigkeit von 30 % bezogen auf das Arbeitspensum von 25 % bestanden (S. 52 oben).
Das Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit sollte aufgrund der Bewegungs- und Belastungseinschränkung so gestaltet sein, dass idealerweise eine wechsel
belastende Tätigkeit (Stehen, Laufen, Sitzen) möglich sei. Hierbei sollte jedoch eine sitzende Tätigkeit präferiert werden. Ein allfälliger Schreibtischarbeitsplatz sollte ergonomisch gestaltet sein. Aufgrund der Sprunggel
e
nksproblematik sei Laufen auf ebenem Untergrund günstiger als auf unebenem Terrain. Ferner sollten grössere Zug- und Stossbelastungen gemieden werden (z.B. Transfer von Patientenbetten im Spitalbetrieb). Ebenso sollte das Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg aufgrund der Veränderungen
im Sprunggelenk vermieden werden. Das Arbeiten auf Leitern sei nur in zeitlich begrenztem Umfang und nicht regelmässig zumutbar (S
.
52 unten). Es sei davon auszugehen, dass die
Exploran
din
eine optimal angepasste
Tätigkeit gegenüber den ursprünglichen Tätigkeiten namhaft hätte ausweiten können, allerdings habe im Januar 2015 aufgrund der Schmerzsituation und der Belastungseinschränkung ein erhöhter Pausenbedarf von etwa 10 Minuten pro Arbeitsstunde bestanden, so dass eine Arbeitsfähigkeit von 80 % erreichbar gewesen wäre (S. 53 Mitte). Im Januar 2020 sei von einem erhöhten Pausenbedarf von 15-20 Minuten pro Arbeitsstunde auszugehen, was zu einer Arbeitsfähigkeit von 65-70 % führe (S. 54 Mitte).
In Auseinandersetzung mit den Berichten von
Dr.
C._
(E.
5
.2 und
5
.4
) führten die Gutachter aus, dass sie mit dessen Ausführungen und Schlussfolgerungen
aus näher dargelegten Gründen nicht übereinstimmten (S. 58). Überwiegende Über
einstimmung bestehe mit den Ausführungen von med. pract
.
Y._
(E.
5
.3 und
5
.5; S. 59 lit. b). Mit dem Gutachten von Prof.
Z._
(E.
5
.6) bestehe keine Übereinstimmung (S. 59 lit. c).
Aufgrund des vorherrschenden klinischen Beschwerdebildes, der gemessenen Beweglichkeit und de
r
radiographischen Veränderungen sei von einem Integri
tätsschaden an der unteren linken Extremität von 25 % auszugehen. Massgeblich sei die deutliche Bewegungseinschränkung, welche Ausdruck einer posttrauma
tischen Sprunggelenksarthrose sei (S. 55 unten). Es sei davon auszugehen, dass mit fortschreitender Arthrose im USG und weiter abnehmender Gelenksbeweg
lichkeit
sowie bestehender Belastungseinschränkung auch der Grad der Integri
tätseinbusse im Verlauf zunehmen w
ü
rden (S. 56 oben).
5.7.2
In der ergänzenden Stellungnahme vom 17. September 2021 (Urk. 47) führten die Gutachter aus,
i
m Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns im Januar 2015 wäre eine 80%ige angepasste Tätigkeit bezogen auf das initial absolvierte gesamthafte Arbeitspensum von 125 % zumutbar gewesen (S. 3 lit.
aa
). Im Januar 2020 hätte im Unterschied zum Jahr 2015 aufgrund der Schmerzsituation und der vermin
derten Bewegungs- sowie Belastungseinschränkung ein erhöhter Pausenbedarf von etwa 10-15 Minuten pro Arbeitsstunde bestanden, so dass ein maximales Arbeitspensum von 65-70 % bezogen auf das Ausgangspensum von 125 % erreichbar gewesen wäre (S. 3 lit. ab).
6
.
6
.1
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (
BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2, 125 V 351 E.
3b/
aa
).
6
.
2
6.
2
.1
Was die Beschwerdeführerin 1 gegen das Gerichtsgutachten vorbringt, verfängt nicht. Die Gutachter berücksichtigten bei der Beurteilung des Gesundheits
schadens ausschliesslich die durch die
Calcaneustrümmerfraktur
links
erfolgte Gesundheitsschädigung
, welche zu einer sekundären posttraumatischen USG-Arthrose und einer posttraumatischen Arthrose des
Calcaneo
-
Cuboidal
-Gelenks führte
.
Dass die USG-Arthrose und die Arthrose des
Calcane
o
-
Cuboidal
-Gelenks auf den Unfall zurückzuführen sind, wird von sämtlichen Medizinern und insbe
sondere auch von dem von der Beschwerdeführerin 1 beauftragt
en Gutachter
Dr.
C._
(E. 5.2)
anerkannt.
Die Beschwerdeführerin vermochte
denn auch
die nicht
unfallkausalen Gesundheitsschäden, die von den Gerichtsgutachtern in ihrer Beurteilung mitberücksichtigt worden sein sollen, nicht zu benennen.
S
ollte
ihre
Kritik
aber
auf die von Prof.
Z._
(E. 5.6)
als ausschliesslich krankheits
bedingt bezeichnete Arthrosen im Mittelfuss links und im Fuss rechts
zielen
, haben die Gerichtsgutachter die Arthrose des Naviculare-Cuneiforme I links sowie die
osteochondrale
Läsion des Os naviculare rechts als ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit
bezeichnet.
6.
2
.2
D
ass
den Gutachtern die Akten der Invalidenversicherung nicht vorgelegen haben, vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht in Zw
ei
fel zu ziehen
,
stützte sich doch die
Invalidenversicherung
bei der Beurteilung des Rentenanspruchs, welchen sie im Übrigen mit Verfügung
vom
2
3.
Oktober
2014
verneinte
(
vgl.
Urk. 56/
48
),
auf die von der Beschwerdegegnerin beigezogenen Akten (Urk. 56/19/1-
1
53)
und insbesondere
auf die Arztberichte des behandelnden Hausarztes
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
vom 25. Juni 2013 (Urk. 56/24/1-4) sowie auf diejenigen der Ärzte der Chirurgie am
Kantonsspital F._
vom 9. Juli 2013 (Urk. 56/28) und 9. August 2013 (Urk. 56/29;
vgl. Feststellungsblatt
, Urk. 56/52). Diese wieder
um
sind
auch
in den Akten
der Beschwerdegegnerin
zu finden
(Urk. 8/
168/30-42 und Urk. 8/168/56-59). Damit standen den Gutachtern sämtliche medizinischen Akten zur Verfügung, die von den involvierten Versicherungen zusammengetragen wurden.
6.2
.3
Laut Arbeitgeberbericht der
O._
vom 2. Juni 2014 (Urk. 56/44) nahm die Beschwerdeführerin 2 die Arbeit als Raumpflegerin am 17. Juni 2013 zu einem Pensum von 50 % bezogen auf ihr Pensum von 25 % wieder auf.
Ihr
Vorgesetzter
legte gegenüber der Beschwerdegegnerin dar, dass
sie
die Tätigkeit zusammen mit ihrer Schwägerin ausübe, wobei sie sich überwiegend um die Reinigung der Büros und der WC-Anlagen kümmere
und st
rengere Arbeiten
der
Schwägerin
überlasse
(Urk. 8/194).
Auch
wenn
die Beschwerde
führerin 2
ab Mitte Juni 2013
am ursprünglichen Arbeitsplatz wieder
zu den
vor dem Unfall
üblichen Arbeits
zeiten
tätig war
, kamen ihr die Arbeitgeberin und die Arbeitskollegin dahin
gehend entgegen,
dass
sie nur noch die ihr
körperlich zumutbaren Arbeiten zu bewältigen ha
tte. Damit
hat die Beschwerdeführerin 2 ihre Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf als
R
aumpflegerin nicht mehr vollständig erreicht. Dass die Gerichtsgutachter die Leistungseinbusse medizinisch-theoretisch mit 50 % bezifferte
n
, ist angesichts der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 2 auch ihre andere, körperlich ähnlich anstrengende Tätigkeit nur noch zu 50 % zu verrichten vermag, nicht zu beanstanden.
6.
2
.4
Aber auch das Gutachten von Prof.
Z._
(
E.
5.6)
vermag das Gerichtsgutachten nicht
in Zweifel zu ziehen
. Prof.
Z._
nahm zwar die Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin 2 in das Gutachten auf, verzichtete jedoch darauf, sich damit auseinanderzusetzen und darzulegen, ob
er
die geklagten Beschwerden
als
nachvollziehbar
erachtet
e
, sondern
er
verlor sich in einer allgemeinen
Erklärung
, dass die Korrelation zwischen objektivierbarer entzündlicher Aktivität der Arthrose und
I
ntensität der Schmerzwahrnehmung und die sich daraus ergebende funktionelle Einschränkung nicht qualifizierbar sei.
Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit begründete er nicht mit allfälligen funktion
ellen
Einschränkun
gen, sondern in Anlehnung an die
S
uva-Tabe
llen zu den Integritätsschäden und beantwortete die Frage, ob eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 125 % zumutbar sei, damit, dass nach einer erfolgreichen Versteifungsoperation mit einem weitgehend beschwerdefreien und belastbaren Fuss hätte gerechnet werden können, was zumindest dahingehend interpretiert werden könnte, dass
er von glaubhaften Beschwerden ausging und
im Untersuchungszeitpunkt
auch eine angepasste Tätigkeit im ursprünglich ausgeübten Pensum von 125 % nicht mehr
als
zumutbar
erachtete
.
Insgesamt ist seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht
schlüssig
und
daher
nicht geeignet, diejenige der Gerichtsgutachter in
Frage zu stellen
.
6.2
.5
Die Gerichtsgutachter attestierten der Beschwerdeführerin
im Januar 2015 in den ursprünglichen Tätigkeiten je eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf die vor dem Unfall jeweilig ausgeübten Pensen, was eine Arbeitsfähigkeit als Pflege
helferin von 50 % und eine solche von 12.5 % als Raumpflegerin ergibt, und führten die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in diesen Tätigkeiten auf die Bewegungseinschränkungen insbesondere des linken unteren Sprunggelenks, einer Minderbelastbarkeit des linken Beines und ein klinisches Schonhinken zurück. Aufgrund dieser Einschränkungen sollte eine angepasste Tätigkeit ideal
erweise wechselbelastend sein, wobei eine sitzende Tätigkeit vorzuziehen sei. Angesichts der Schmerzen
gingen
sie
von einem erhöhten
Pausenbedarf von etwa 10 Minuten pro Arbeitsstunde
aus,
woraus sich insgesamt eine Arbeitsfähigkeit von 80 % ergebe, dies bezogen auf eine 100%ige als auch auf eine 125%ige Tätigkeit.
Dass diese Argumentation widersprüchlich sein soll, trifft nicht zu, diese erläutert lediglich, dass die Beschwerdeführerin 2 mit
regelmässigen kürze
ren
Pausen auch in einem Pensum von 125 % zu 80 % leistungsfähig ist, mithin wöchentlich eine Arbeit von
etwa 42
Stunden zu verrichten vermag. Bei einer durchschnittlichen
Tagesarbeitszeit von 8.5 Stunden ergäbe dies zugegebener
massen lange Arbeitstage, müsste
doch
zu den effektiv verrichteten Arbeitsstun
den die Pausenzeit
von
etwa
5/4 Stunden
hinzugerechnet werden. Allerdings verrichtete die
Beschwerdeführerin 2 bereits vor dem Unfall ihre
Tätigkeiten
auch an den Wochenenden, weshalb nicht einzusehen ist, weshalb
sie nach dem Unfall ihre Arbeitsleistung nicht ähnlich einteilen sollte
.
6.2.6
Die Gerichtsgutachter hielten fest, dass sich bei Verletzungen wie sie die Beschwerdeführerin 2 erlitten habe
,
posttraumatische Arthrosen im Sinne von Sekundärarthrosen einstellten, welche in der Regel zu einer weiteren Funktions
verschlechterung führten. Dies sei auch vorliegend geschehen und als Ausdruck dessen zeige sich bei den objektivierbaren Bewegungsprüfungen auch eine Verminderung der gemessenen Bewegungsausmasse.
Dass die Gutachter mit dieser Argumentation eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorweg
genommen haben, trifft nicht zu, haben sich doch die Sekundärarthrosen zwischen 2015 und 2020 nachweislich verschlechtert.
Dementsprechend attes
tierten die Gutachter im Januar 2020 eine Arbeitsfähigkeit als Pflegehelferin und als Raumpflegerin von 30 % bezogen jeweils auf das vor dem Unfall ausgeübte Pensum, mithin eine Arbeitsfähigkeit von 30 % als Pflegehelferin und von 8.5 % (richtig: 7.5 %)
als Raumpflegerin
. In behinderungsangepasster Tätigkeit gingen sie davon aus, dass ein erhöhter Pausenbedarf von zirka 15-20 Minuten pro Arbeitsstunde bestehe,
was einem Arbeitspensum von 65-70 %
entsprech
e.
6.
2.7
Als Zwischenergebnis ist z
usammenfassend festzuhalten,
dass die gegen das Gerichtsgutachten erhobenen Einwände dessen Beweistauglichkeit nicht zu entkräften vermögen, weshalb
bezüglich Arbeitsfähigkeit
vollumfänglich darauf abgestellt werden kann.
6
.
3
Zwar hielten die Gerichtsgutachter dafür, der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht und führten aus,
dass sich nach solchen Verletzungsmustern im Verlauf regelmässig eine sekundäre (unfallbedingte) Arthrose der beteiligten Gelenke einstelle. Eine solche Arthrose sei in nicht unerheblichem
A
usmass anlässlich der aktuellen Röntgendiagnostik nachvollziehbar
,
und es sei von einer weiteren Verschlechterung der Gelenksituation auszugehen.
Die Gutachter gingen somit davon aus, dass sich die Gelenksituation im Verlaufe der Zeit aufgrund der Arthrose verschlechtern wird
.
In diesem Sinn
ist
auch
ihre Aussage
zu verstehen
, der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht
.
I
m juristischen Sinn
jedoch
gilt
der medizinische Endzustand so lange noch nicht
als
erreicht, als von medi
zinischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Dass durch eine Arthrodese eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist, stellten die
Gerichtsg
utachter nicht in Aussicht. Auch Prof.
Z._
(E. 5.6)
, der erstmals eine Arthrodese erwähnte, schlug in seinem Gutachten die Durchführung einer solchen nicht vor, sondern stellte sich lediglich retrospektiv auf den Stand
punkt, dass
damit
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit hätte erreicht werden können,
sofern
diese erfolgreich
verlaufen
wäre.
Nachdem keiner der behandeln
den Ärzte
eine Arthrodese als durchzuführende medizinische Massnahme vorgeschlagen ha
t
, ist es müssig darüber zu spekulieren,
ob
eine solche mög
licherweise zu einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit steigernde
n
Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt hätte
.
Es ist daher davon auszugehen, dass der Endzustand
im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung
durch
Dr.
D._
vom 18. August 2014 (E. 5.1) erreicht war
.
6
.
4
Die Gerichtsgutachter legten dar, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit 2015 verschlechtert hat, indem die posttraumatische Arthrose am
USG
fortgeschritten sei, und attestierten ab Januar 2020 in den ursprünglichen Tätigkeiten und in einer angepassten Tätigkeit eine höhere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Da die Beschwerdeführerin im Mai 2015 das ordentliche Rentenalter erreicht hat, kann die Rente ab diesem Datum nicht mehr revidiert werden (vgl. Art. 22 UVG)
, weshalb die Verschlechterung des Gesundheits
schadens vorliegend nicht mehr relevant ist
.
7
.
7.1
7.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Bei der Bestimmung des zuletzt erzielten Einkommens sind grundsätzlich sämt
liche Bestandteile des Erwerbseinkommens, mithin Nebeneinkünfte und geleistete Überstunden oder Einkommenszusätze, zu berücksichtigen. Derartige Zuschläge sind auch bei der Berechnung des Invalideneinkommens miteinzubeziehen, wenn feststeht, dass die versicherte Person im Hinblick auf ihren Gesundheitszustand in der Lage ist, Arbeiten zu verrichten, die zu solchen Zuschlägen führen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_922/2012 E. 5.3
).
7.
1.2
Laut Angaben der Wohn- und Pflegeheim
G._
AG vom 1. September 2014 hätte die Beschwerdeführerin 2
bei einem Arbeitspensum von 100 %
einen Monatslohn von Fr. 5'049.
zuzüglich einer Gratifikation in gleicher Höhe und sonstiger Zulagen von Fr. 247.
erzielt (Urk. 8/196). Dieser Lohn wäre auf das Jahr 2015 nicht erhöht worden (Urk. 8/223). Für die Tätigkeit als Pflegehilfe hätte die Beschwerdeführerin somit ohne Unfall im Jahr 2015 ein Jahresgehalt von Fr.
68'601.
erzielt.
Die
O._
gab am 25. August 2014 an
(Urk. 8/195)
, dass sich der Lohn der Beschwerdeführerin ohne Unfall seit 2012 nicht verändert hätte und Fr. 14'495.
im Jahr betragen würde. Hinzu komme eine Ferien- und Feiertags
entschädigung von Fr. 152.65 pro Monat. Das mutmassliche Einkommen im Nebenerwerb als Raumpflegerin hätte ohne Unfall im Jahr 2015 somit Fr. 16'326.80 betragen
(Urk. 8/212)
.
Auf eine Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015, wie von der Beschwerdeführerin 2 gefordert (
vgl.
E. 4.3)
,
ist vorliegend zu verzichten, da beide Arbeitgeberinnen angaben, die Beschwerdeführerin 2 wäre auch ohne Unfall
bis zum
Jahr 2015
nicht in den Genuss einer Lohnerhöhung gekommen. Damit beträgt das Valideneinkommen unter Berücksichtigung der Löhne aus Haupterwerb und Nebenerwerb rund Fr. 84'928.
(Fr. 68'601.
+ Fr. 16'326.80)
.
7.
2
7.
2
.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V
297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
7.
2.
2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur,
wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Das durchschnittliche Einkommen für Frauen im untersten Kompetenzniveau betrug im Jahr 2014 Fr. 4'300.
(LSE 2014 Tabelle TA1_tirage_skill_level). Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (BSF, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) und unter Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne der Frauen von 2'673 Punkten im Jahr 2014 und 2'686 Punkten im Jahr 2015 ergibt dies
bei einem 100%-Pensum
ein hypothetisches Jahreseinkommen von rund
Fr.
54'055.
.
Unter Berücksichtigung des von der Beschwerdeführerin 1 gewährten Tabellen
lohnabzuges von 10 % ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 48’650.
(0.9
x
Fr. 54'055.
).
7.2.3
In ihrer ursprünglichen
und nach dem Unfall weiterhin ausgeübten
Tätigkeit als Hilfspflegerin erzielte die Beschwerdeführerin
2
im reduzierten Pensum von
50
%
ein jährliches Einkommen von rund Fr. 34'301.
(0.5 x Fr. 68'601.
). Bezüglich Tätigkeit als Raumpflegerin geht aus dem Protokoll über die Besprechung zwischen der Beschwerdeführerin 2, ihrem Vorgesetzten und einem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin vom 29. September 2014 (Urk. 8/202) hervor, dass die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit nach dem Unfall trotz körperlicher Einschrän
kungen im ursprünglichen Umfang von zirka 10 Stunden pro Woche (Pensum von 25 %) wieder
aufnahm
. Zwar übt
e
sie diese Tätigkeit zusammen mit ihrer Schwägerin aus
,
und diese übern
ahm
mutmasslich die schwereren Arbeiten.
Aus
den Ausführungen der Beschwerdeführerin
2
und ihrem Vorgesetzten
ist
zu schliessen, dass ihr auch nach Einstellung der an die Arbeitgeberin ausgerichteten Taggelder weiterhin das volle Gehalt
von Fr. 16'326.80
ausbezahlt wurde
. Damit konnte sie trotz Gesundheitsschädigung ein Einkommen von Fr.
50'628.
(Fr. 34'301.
+ Fr. 16'326.80)
erzielen
.
Dieses liegt über dem Tabellenlohn
von Fr. 48'650.
, weshalb
es
für die Festsetzung des
Invaliden
ein
kommens massgebend ist.
Die Differenz zum Valideneinkommen von Fr. 84'928.
beträgt Fr. 34'300.
beziehungsweise 40.4
%
. Damit hat die Beschwerdeführerin
2
Anspruch auf eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40 %, was zur teilweisen Gutheissung
ihrer
Beschwerde und zur Abweisung der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 führt.
8.
8.1
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
Gemäss Suva-Tabelle 5 beträgt die Integritätseinbusse bei mässiger USG-Arthrose 5-15 %, bei schwerer USG-Arthrose 15-30 %.
8.2
Zur Integritätseinbusse äusserten sich lediglich Prof.
D._
(E. 5.1) sowie die Gerichtsgutachter (E. 5.7).
Dr.
C._
(E. 5.2) kritisierte zwar die von Prof.
D._
abgegebene Einschätzung, unterliess es aber, selber eine begründete Einschätzung abzugeben. Prof.
Z._
(E. 5.6) äusserte sich mit keinem Wort zur Integritätsein
busse, weshalb entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 2 (vgl. vorstehende E. 4.3) aus dem Umstand, dass er die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mithilfe der Suva-Tabelle vorgenommen hat, nicht geschlossen werden kann, er habe auch die Höhe der Integritätsentschädigung mit 30 % beziffert.
Keine Anhaltspunkte sind dafür vorhanden, dass Prof.
D._
bei der Einschätzung der Integritätseinbusse auch gesundheitliche Beeinträchtigungen mitberücksich
tigt haben soll, die nicht auf den Unfall zurückzuführen sind (vgl. vorstehende E. 4.2). In
der Begründung seiner Einschätzung bezog er sich allein auf eine mässige USG-Arthrodese (wohl eher: Arthrose) nach der operativen Revision der
Kalkaneusfraktur
. Dies passt auch zu seiner Aussage im Bericht vom 9. Oktober 2014
(
Urk.
8/208)
, wonach die geklagten Hüftbeschwerden beidseits sowie die Kniegelenksschmerzen rechts nicht in eine
m
kausalen Zusammenhang zum Unfallereignis stünden.
Insoweit die Gerichtsgutachter
die
Integritätsentschädigung mit 25 % höher einschätzten als Prof.
D._
, steht dies
damit
im Zusammenhang, dass sich die S
ekundärarthrose
6 1/2 Jahre nach der Untersuchung durch Prof.
D._
nachweis
lich verschlechtert ha
t
(vgl. vorstehende E. 6.2.6). Eine mögliche Verschlechte
rung wurde von Prof.
D._
nicht in Betracht gezogen und demnach bei der Bemessung der Integritätsentschädigung auch nicht berücksichtigt. Da eine (voraussehbare) Verschlimmerung
mitzuberücksichtigen
und eine solche bis zur Festsetzung der Invalidenrente (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG) sogar eingetreten ist, erscheint eine Integritätsentschädigung von 25 % angesichts der mittlerweile doch fortgeschrittenen Sekundärarthrose als angemessen.
9
.
9
.1
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat d
ie
anwaltlich vertretene Beschwerdeführer
in 2
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierig
keit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer). Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Ansatzes von Fr.
220.
pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
9
.2
Mit BGE 139 V 496 E.
4.4 hat das Bundesgericht für den Bereich der Invaliden
versicherung Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage zu berück
sichtigen sind, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle. Diese Kriterien sind auch im Bereich der Unfallversicherung anzuwenden (BGE 140 V 70 E. 6
.2
;
vgl. BGE
143 V 269 E. 3.3 und E. 7.2
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
auf
das Gutachten von Prof.
Z._
(E. 5.6)
, welches sie aufgrund der divergierenden Einschätzungen von
Dr.
C._
(E. 5.2 und
E. 5.4)
und
med. pract.
Y._
(E. 5.3 und E. 5.5)
in Auftrag gegeben hatte
.
Dementsprechend wäre zu erwarten gewesen, dass sich Prof.
Z._
mit diesen unterschiedlichen Einschätzungen auseinander setzt, was er indessen nicht getan hat. Auch lässt sein Gutachten eine klare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermissen (vgl. vorstehende E. 6.
2.4
), weshalb das Gutachten von Vornherein nicht geeignet war, Klarheit über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin 2 zu verschaffen. Dies musste der
Beschwerdegegnerin bereits im Verwaltungs
verfahren
aufgefallen sein, fehlt doch auch im Einspracheentscheid
(Urk. 2)
eine
hinreichende
Begründung, weshalb auf das Gutachten abgestellt werden könne
(S. 9 E. 2.2.2)
, sondern es wurden lediglich die Antworten des Gutachters auf die gestellten Fragen wörtlich in die
Erwägungen
kopiert
(S. 10 E. 2.2.1)
. Damit ist der Beschwerdegegnerin eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 44 ATSG) vorzuwerfen, weshalb sie die Kosten des Gerichtsgutachtens im Betrag von Fr. 8'846.75 (vgl. Urk. 35) zu übernehmen hat.