# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5c7d71ca-eeab-4cf7-9ab0-281a42e6cb7e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, meldete sich am 22. März 2005 unter Hinweis auf eine Thrombose sowie Fibromyalgie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2 Ziff. 7.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Y._
, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 29. Februar 2008
bei einem Invaliditätsgrad von 47 % eine
Viertelsrente
ab 1. Dezember 2004 zu (Urk. 6/79).
Die dagegen am 14. April 2008 beim hiesigen Gericht erhobene Be
schwerde wurde mit Beschluss vom 18. April 2008 mangels örtlicher Zuständig
keit an das Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
überwiesen (Urk. 6/139) und von diesem mit Urteil vom 25. Januar 2011 abgewiesen (Urk. 6/140).
Nach Eingang des
Revisiongesuches
vom 20. Juni 2011 (Urk. 6/114) holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter anderem bei der Medizinischen Abklärungsstelle MEDAS
Z._
ein
polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 10. Juli 2012 erstattet wurde (Urk. 6/120). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/124, Urk. 6/127) sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügung vom 19. September 2013
mit Wirkung ab 1. Juni 2011 eine halbe Rente zu (Urk. 6/144, Urk. 6/149).
1.2
Nach Eingang eines am
27. Oktober 2016
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
6/151
)
sowie nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/160-161, Urk. 6/166, Urk. 6/169, Urk. 6/172-173) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Februar 2018 die bisherige Rente rückwirkend per 1. September 2015 auf eine
Viertelsrente
herab und forderte die zu viel bezogenen Leistungen zurück (Urk. 6/180 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
13. April 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
27. Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die seit dem 1. Juni 2011 geleistete halbe Invalidenrente weiter auszubezahlen, rückwir
kend auf den Einstellungszeitpunkt
(
Urk.
1 S. 2
Ziff. 2
).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2018 (Urk. 5) auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführer
in
am 5. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Nach Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuer
statten.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2018 (Urk. 2) aus, in der letzten materiellen Verfügung vom 19. September 2013 sei der Beschwerdeführerin ein zumutbares Einkommen mit gesundheitlicher Ein
schränkung von Fr. 22'860.-- angerechnet und sie auf die Meldepflicht hinge
wiesen worden. Seit 17. August 2015 arbeite die Beschwerdeführerin 15 Stunden pro Woche bei der Familie
A._
und erziele ein Jahreseinkommen von Fr. 19'530.--. Zusätzlich arbeite sie sei
t
1. September 2015 sechs Stunden pro Woche bei
B._
, das Jahreseinkommen aus dieser Tätigkeit betrage Fr. 8'393.--. Die Beschwerdeführerin wäre verpflichtet gewesen, diese Einkommen zu melden, ihre Untätigkeit stelle zumindest eine leichte Fahrlässig
keit dar. Da die Einkommensverbesserung mehr als Fr. 1'500.-- betragen habe, habe bereits im September 2015 ein erwerblicher Revisionsgrund vorgelegen. Der Leistungsanspruch sei damit in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig neu
zu prüfen (S.
5
).
Gesamthaft sei von keiner höheren Arbeitsfähigkeit als 50 % auszugehen. Diese zumutbare Arbeitsfähigkeit verwerte die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer beiden Tätigkeiten als Haushälterin beziehungsweise Tagesmut
ter. Bei guter Gesundheit würde die Beschwerdeführerin zu 100 % im Bereich Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie arbeiten. Da sie sich nach ihrem Umzug von
C._
nach
D._
auch bei guter Gesundheit eine neue Anstellung hätte suchen müssen, sei das
Valideneinkommen
gestützt auf die sta
tistischen Werte des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln. Für das Invaliden
einkommen sei das effektiv erzielte Einkommen massgeblich. Der Einkommens
vergleich ergebe damit einen Invaliditätsgrad von 41 %. Seit September 2015 habe die Beschwerdeführerin damit nur noch Anspruch auf eine
Viertelsrente
. Da eine Meldepflichtverletzung vorliege, erfolge die Herabsetzung der Rente rück
wirkend (S. 6).
Praxisgemäss sei eine Invalidenrente auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes erheblich verändert habe. Eine Parallelisierung
sei nicht notwendig, da sich die Beschwerdeführerin nach ihrem Umzug in den Kanton Zürich auch bei guter Gesundheit eine neue Anstellung hätte suchen müssen (S. 7).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, zeitlicher Referenzpunkt für die Beurteilung bilde die letzte rechtskräftige Verfügung vom 19. September 2013 (Urk. 1 S. 5 f.
Rz
10). Unbestritten sei, dass sich seit der letzten Rentenver
fügung im September 2013 bezüglich des gesundheitlichen Zustandes im Ergeb
nis nichts verändert habe (S. 6
Rz
11). Ebenso sei unbestritten, dass die Auswir
kungen der multiplen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit unverändert seien. Diese zumutbare Arbeitsfähigkeit werde von ihr im Rahmen ihrer beiden Tätig
keiten als Haushälterin und Tagesmutter verwertet (S. 6
Rz
12). Als Revisions
grund falle somit einzig eine Veränderung des Validen- und/oder Invalidenein
kommens in Betracht. Durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im September 2015
sei das vormals hypothetisch veranschlagte Invalideneinkommen von Fr. 22'860.-- durch das neu tatsächlich erzielte
,
die Restarbeitsfähigkeit voll aus
schöpfende Invalideneinkommen von Fr. 27'922.-- zu ersetzen. Die Höhe dieses Invalideneinkommens sei nicht mehr strittig (S. 6 f.
Rz
13). Gerügt werde einzig die revision
s
weise neu berechnete Höhe des
Valideneinkommens
. Die Beschwer
degegnerin habe dieses gestützt auf die Tabellenlöhne auf Fr. 47'361.-- festgelegt. Damit liege dieses tiefer als das im letzten Revisionsverfahren für das Jahr 201
1.
Die mit der vorliegenden Verfügung nunmehr bewirkte Herabsetzung des
Valideneinkommens
könne selbstverständlich nicht angehen und widerspreche jeglicher (Lohnentwicklungs-)Logik. Zumindest müsste das aus der ursprüngli
chen Tätigkeit berechnete Einkommen von Fr. 50'692.-- auf das Jahr 2015 hoch
gerechnet werden, womit im Ergebnis ein Invaliditätsgrad von rund 45 % erreicht
würde (S. 7
Rz
14). Allerdings sei zu bedenken, dass angesichts der gänzlich neuen einkommensmässigen Ausgangslage auch die Festlegung des
Validenein
kommens
von Grund auf neu vorzunehmen sei. Das
Valideneinkommen
könne sachgerechter und präziser aus dem heute tatsächlich erzielten Invalideneinkom
men abgeleitet werden. Die Tätigkeit
en
als Haushalthilfe, Reinigungsfrau und Ta
gesmutter, mit welche
n
sie ihr heutiges Erwerbseinkommen erziele, sei denn auch vergleichbar mit der ursprünglichen Tätigkeit als Zimmerfrau in der Hotellerie. Könnte sie also als Gesunde zu 100 % arbeiten, würde sie zumindest das Doppelte verdienen wie als Kranke mit einem Pensum von 50 %. Die beschwerdegegneri
sche Annahme, dass sie als Invalide hochgerechnet auf 100 % einen höheren Verdienst erzielen könnte als Gesunde, sei im Ergebnis schlechterdings stossend.
Sie schöpfe lediglich die ihr zugestandene Restarbeitsfähigkeit von 50 % aus. Zu einer Rentenkürzung dürfe diese Konstellation - ohne dass sich der Gesundheits
zustand geändert und die Arbeitsfähigkeit erhöht hätte - nicht führen (S. 7 f.
Rz
15).
2.3
Unbestritten und aufgrund der medizinischen Akten
auch
ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Hotelangestellte nicht mehr arbeitsfähig ist
, ihr jedoch eine leidensangepasste, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in einem Pensum von 50 % zugemutet werden kann (vgl.
Medas
-Gutachten vom 10. Juli 2012, Urk. 6/120
S. 23 f.
). Ebenso unbestritten ist sodann das Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 27'922.-- (vorstehend E. 2.1-2). Strittig und zu prüfen bleibt damit die Höhe des
Valideneinkommens
.
3.
3.1
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerdeführerin im Mai 2012 durch
Ärzte der medizinischen Abklärungsstelle
Medas
Z._
internis
tisch, psychiatrisch, rheumatologisch sowie neurologisch begutachtet. Gestützt auf die vorhandenen Akten, eigene Untersuchungen und Befragungen nannten die verantwortlichen Ärzte in ihrem Gutachten vom 10. Juli 2012 (Urk. 6/120) im Wesentlichen folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 4.1):
-
Panvertebralsyndrom
-
Fehlform
/Fehlstatik der Wirbelsäule
-
Dekonditionierung
-
Chondrose
C4/5,
Osteochondrose
Th11/12
-
Spondylarthrosen
L4/5 und L5/S1
-
mittelgradige depressive Episode
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
generalisiertes Schmerzsyndrom ohne adäquates objektivierbares so
matisches Korrelat am Bewegungsapparat
-
Agoraphobie
-
Meningeom
im Sinus
cavernosus
, partiell operiert am 26. Januar 2011
-
Sehschwäche links bei
Optikuskompression
Die jahrelang ausgeübte Tätigkeit als Zimmerfrau und Hotelange
s
tellte sei der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, auch die zeitweise ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin könne ihr nicht mehr zugemutet werden. Limitierend seien dafür insbesondere die neurologischen Befunde mit Sehstörung links, teilweise auch die psychiatrischen und rheumatologischen Befunde (S. 24 Ziff. 5.1). Es seien nur noch Tätigkeiten zumutbar, welche körperlich leicht bis mittelschwer, wirbelsäulenadaptiert und in Wechselposition ausführbar seien. Zudem dürften diese wenig Ansprüche an die Sehfähigkeit stellen. Solche Arbeiten seien zu ma
ximal 50 % zumutbar (S. 24 Ziff. 5.2). Es sei mit einem stationären Krankheits
verlauf zu rechnen (S. 25 Ziff.
5.5).
3.2
Der Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 25. November 2016 (Urk. 6/154/1-4) folgende Diagnosen (Ziff. 1.2):
-
Status nach operativer Entfernung und Protonenbestrahlung eines tem
poralen
Meningeomes
linksseitig
-
Fibromyalgie
-
Depression
-
Blasentum
o
r
-
Haemangiom
/Lipom BWK 8
-
c
hronische Gastritis
-
Hypothyreose
-
Asthma bronchiale
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (Ziff. 1.1). Es seien lediglich noch leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar (Ziff. 2.2). Die Prognose sei auf das Überleben bezogen gut (Ziff. 3.3), die Arbeits
fäh
igkeit könne durch medizinische
Massnahmen jedoch nicht mehr verbessert werden (Ziff. 4.1).
3.3
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 23. Dezem
ber 2016 (Urk. 6/156/1-4) insbesondere eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0; Ziff. 1.1).
Die Beschwerdeführerin leide unter schneller körperlicher Ermüdbar
keit, Schmerzen, Schwindelgefühlen
und
Reizbarkeit
, sie sei kaum belastbar bei Stress. Die
bisherige Tätigkeit sei ihr noch in einem Pensum von 50 % zumutbar, sie könne sich die Arbeiten selber einteilen, müsse sich gelegentlich am Arbeitsort hinlegen (Ziff. 1.7). Mit einer weiteren Erhöhung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9).
3.4
Dem Bericht von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie, vom 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
6/157) sind als rheumatologische Diagnosen ein
thorako
lumbalbetontes
Panvertebralsyndrom
, eine Fibromyalgie und ein Karpaltunnel
syndroms links zu entnehmen. Als weitere Diagnosen nannte er eine Depression und ein Keilbeinflügel-
Meningeom
links (S. 1
Ziff.
1). Der Zustand der Versicher
ten sei stabil (S. 2
Ziff.
1.4). Sie arbeite zu 50
%
(S. 3
Ziff.
1.6).
3.
5
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einem unveränderten Gesundheitszustand beziehungsweise von unveränder
ten Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Leistungsfä
higkeit und damit weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausging.
Der medizinische Sachverhalt ist in diesem Sinne als erstellt zu betrachten.
4.
4.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Zeitliche Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die Verfügung vom
19. September 201
3
, mit welcher die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ausgehend von einer Arbeitsun
fähigkeit von 50 % mit Wirkung ab 1. Juni 2011 eine halbe Rente zusprach (Urk. 6/149). In erwerblicher Hinsicht wurde
das vom Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
im Urteil vom 25. Januar 2011 ermittelte
Valideneinkom
men
der Nominallohnentwicklung angepasst und auf Fr. 50'692.-- festgesetzt (Urk. 6/144 S. 2). Das Invalideneinkommen
wurde gestützt auf die Tabellenlöhne auf Fr. 22'860.-- bemessen (Urk. 6/144 S. 1). Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob beziehungsweise inwieweit sich die Verhältnisse seither verändert haben.
4.2
Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerdeführerin
s
eit 17. August 2015 in einem Pensum von 35 % als Tagesmutter bei Familie
A._
arbeitet
und dabei ein Monatseinkommen in der Höhe von
brutto
Fr. 1'627.50 erzielt
, mithin Fr.
19'530.-- pro Jahr
(Urk. 6/151/8-9
; vgl. auch
Urk.
6/168
). Seit 1. September 2015 ist sie zudem während
rund
sechs Stunden pro Woche als Haushälterin bei
B._
tätig und erzielt dabei ein
E
inkommen von Fr.
699.40
pro Monat
, mithin
Fr. 8’39
2
.
80
pro Jahr
(Urk. 6/151/5
-6 Ziff. 4
).
Dabei handelt es sich bei den
Fr.
8'392.80 gemäss dem Lohnausweis 2016 (ausgestellt am
4.
März 2017,
Urk.
6/168/2) ebenfalls um das Bruttoeinkommen.
Entsprechend dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin kann vorliegend bei der Ermittlung des Invalideneinkommens auf das effektiv erzielte Einkommen
von
Fr.
27’92
3
.--
abgestellt werden, da von stabilen Arbeitsverhältnis
sen
auszugehen ist, die Beschwerdeführerin die
ihr
verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemes
sen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, BGE 126 V 75 E. 3.b/
aa
mit Hinweisen).
Mit dem Erzielen dieses Invalideneinkommens liegt zu
dem unbestrittenermassen ein Revisionsgrund vor (vgl. vorstehend E. 1.4,
Urk.
1 S. 7 oben,
Urk.
2).
4.3
4.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
4.3.2
Die Beschwerdeführerin
besuchte vom 1
0.
bis zum 14. Lebensjahr die Schule und begann danach als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt zu arbei
ten. Im Jahre 1988 reiste sie in die Schweiz ein und war in der Folge während 13 Jahren in einem Hotel
im Kanton
Y._
als Zimmermädchen sowie in der Lingerie tätig (vgl. Urk. 6/120 S. 12 Ziff.
1.2.2).
Die Beschwerdegegnerin machte geltend, die Beschwerdeführerin würde bei guter Gesundheit nach wie vor zu 100 % im Bereich Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie arbeiten. Da sie sich nach dem Umzug vom
Kanton Y._
in den Kanton Zürich auch bei guter Gesundheit eine neue Anstellung hätte suchen müssen, sei das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln (vgl. vorste
hend E. 2.1).
Demgegenüber wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass das gestützt auf die Tabellenlöhne errechnete
Valideneinkommen
tiefer liege als das im letzten Revi
sionsverfahren im Jahre 2011 ermittelte. Zumindest müsse
das aus der ursprüng
lichen Tätigkeit berechnete Einkommen von Fr. 50'692.-- auf das Jahr 2015 hochgerechnet werden, womit ein Invaliditätsgrad von rund 45 % erreicht würde
. Sachgerechter und präziser könne das
Valideneinkommen
jedoch aus dem tat
sächlich erzielten Invalideneinkommen abgeleitet werden. Die
aktuelle Tätigkeit sei denn auch sehr vergleichbar mit der ursprünglichen Tätigkeit als Zimmermäd
chen
(vgl. vorstehend E. 2.2).
4.3.3
Die Beschwerdeführerin hat während 13 Jahren im Kanton
Y._
als Ho
telangestellte gearbeitet. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann
die
ses früher
erzielte Einkommen der aktuellen Berechnung nicht zugrunde gelegt werden,
da
sie im Dezember 2006 in den Kanton Zürich umgezogen ist und die frühere Stelle in
C._
im Engadin damit definitiv aufgeben musste. Der Umzug erfolgte im Übrigen nicht aus gesundheitlichen Gründen, vielmehr wollte die Fa
milie der Kälte und
dem lange liegenden Schnee
entfliehen und erhoffte sich ein höheres Einkommen für den Ehemann, welcher auf dem Bau arbeitete (vgl. Urk. 6/120 S. 12 Ziff. 1.2.2).
Auch die
Argumentation
der Beschwerdeführerin
, wonach das
Valideneinkommen
ausgehend vom aktuellen Verdienst
zu berech
nen sei, vermag insgesamt nicht zu überzeugen
. Die Tätigkeit als Zimmermäd
chen in einem Hotel beziehungsweise als Angestellte in der
Hotellingerie
kann nicht mit derjenigen einer Tagesmutter vergleichen werden, bei welcher die Be
schwerdeführerin die Verantwortung für die drei Kinder der Familie zu tragen hat (Urk. 6/151/8) und dementsprechend auch besser
entlöhnt
wird. Unter Berück
sichtigung der gesamten
Umstände
sowie
der Gegebenheiten des vorliegenden Falles erweist sich die Ermittlung des
Valideneinkommens
gestützt auf die Tabel
lenlöhne
damit
als sachgerecht.
Auszugehen ist demnach vom durchschnittlichen Lohn für Frauen, welche
im Bereich
Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
einfache Tätigkeiten kör
perlicher oder handwerklicher Art ausüben. Dieser belief sich im Jahre 2014 auf monatlich Fr. 3'767.-- (LSE 2014, TA1,
Ziff. 55-56,
Frauen, Niveau 1), mithin Fr. 45'204.-- im Jahr (Fr. 3'767.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von
42.4
Wochenstunden (betriebsübli
che Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Ar
beitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Stand 2014: 2’673, Stand 2015: 2’686;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte
Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2015 ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 48'149.-- (Fr. 45'204.-- : 40 x 42.4 : 2'673 x 2'686).
4.4
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 27'923.-- (vorstehend E. 4.2) sowie einem
Valideneinkommen
von Fr. 48'149.-- (vorstehend E. 4.3.3) ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 20'226.--, was einem Invaliditätsgrad von 42 % entspricht
und damit einen Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründet.
5.
5.1
Gemäss
Art. 77
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV
)
haben die Versicherten jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, unter ande
rem eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrläs
sigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a; SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_245/2012, E. 4.1 und 8C_127/2013 vom 22. April 2013, E. 4.1).
5.2
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt gemäss
Art.
88
bis
Abs. 2 IVV:
a.
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats an;
b.
rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn
die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach
Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig
davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige
Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (seit dem
1. Januar 2015 geltende Fassung).
5.3
Die Beschwerdeführerin wurde in der Verfügung vom 19. September 2013 ausdrücklich auf die ihr obliegende Meldepflicht für Änderungen in den persön
lichen und erwerblichen Verhältnissen, welche den Leistungsanspruch beeinflus
sen können
und wozu insbesondere Änderungen in den Einkommensverhältnis
sen beispielsweise durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gehören,
hingewiesen (Urk. 6/144 S. 3).
Zudem wurde die Versicherte darin darauf aufmerksam ge
macht, dass sie bei Verletzung der Meldepflicht rückerstattungspflichtig werden könne.
Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin erst
im Rahmen des amtlichen Revisionsverfahrens
von Oktober 2016 (Urk. 6/151)
von den neuen Arbeitsverträgen der Beschwerdeführerin per 17. August beziehungs
weise 1. September 2015 erfahren hat
.
Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, sie habe die Aufnahme der Arbeitstätigkeiten früher mitgeteilt. Unbestritten ist sodann, dass diese Anstellungen eine wesentli
che Änderung in den für die Leistung massgebenden Verhältnissen im Sinne von Art. 31 ATSG darstellt, so dass entsprechend den Ausführungen der Beschwerde
gegnerin von einer
mindestens leicht fahrlässigen
Verletzung
der Meldepflicht und damit von einem unrechtmässigen Leistungsbezug in der Zeit vom 1. Sep
tember 2015 bis 27. Februar 2018 auszugehen ist (vgl. dazu auch
Kieser
, ATSG-Kommentar
, 3. Auflage,
Rz
14 zu Art. 25), welcher rückerstattungspflichtig ist.
5.4
Insgesamt erweist sich damit die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2018 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.