# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 28530cdf-cfc5-4025-81f1-0b82b890787a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ und X._ sind die unverheirateten Eltern der am _2010 geborenen A._. X._ anerkannte seine Vaterschaft am 9. Dezember 2010 vor dem Zivilstandsamt O.1_. A._ steht unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter.
B. Die getrennt lebenden Kindseltern konnten sich nicht über das Besuchs- und Ferienrecht einigen, weshalb diesbezüglich am 12. September 2011 ein Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde der Kreise O.1_ erging. Demgemäss wurde dem Kindsvater das Recht eingeräumt, A._ bis zu ihrem fünften Altersjahr jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr - in einvernehmlicher Absprache allenfalls auch am Sonntag - und jeden Donnerstagnachmittag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr auf seine Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen. Zudem wurde er berechtigt, mit A._ jeweils eine Woche Ferien im Sommer (Juli/August), eine Woche im Herbst (Oktober) sowie jeweils die Osterfeiertage von Gründonnerstag bis Ostermontag zu verbringen. Ab dem sechsten Altersjahr von A._ soll das Besuchsrecht auf das erste und dritte Wochenende jedes Monats von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 19.00 Uhr sowie auf zwei Wochen Ferien im Sommer und je wahlweise eine Woche Ferien im Frühling oder Herbst erweitert werden.
C. Nachdem sowohl X._ als auch Y._ gegen diesen Beschluss Beschwerde beim Bezirksgericht Maloja erhoben - wobei letztere ihre Beschwerde indes wieder zurückzog -, änderte das Bezirksgericht mit Entscheid vom 14. März 2012 das Besuchsrecht dahingehend ab, dass der Kindsvater A._ jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie jeden Donnerstagnachmittag während mindestens drei Stunden besuchen sowie je eine Woche im Sommer, im Herbst und im Frühling zu sich in die Ferien nehmen darf. Die von der Vormundschaftsbehörde der Kreise O.1_ ab dem sechsten Altersjahr von A._ erlassene Regelung wurde bestätigt. Im Weiteren wies das Bezirksgericht Maloja die damalige Vormundschaftsbehörde an, zur Sicherstellung der korrekten Ausübung des Besuchsrechts eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB zu errichten und hielt ferner fest, dass auf die Einholung eines Gutachtens verzichtet werde. Gegen diesen Entscheid führte Y._ am 7. Mai 2012 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden. Mit Urteil vom 9. Oktober 2012 wies das Kantonsgericht diese ab, da es die getroffene Besuchsrechtsregelung im konkreten Fall als angemessen
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erachtete und auch die Anordnung einer Besuchsrechtsbeistandschaft als indiziert ansah (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 12 27 vom 9. Oktober 2012 E. 3 und 4).
D. Am 19. November 2012 liess X._ dem Bezirksgericht Maloja ein Gesuch betreffend Vollzug eines Urteils einreichen mit dem Begehren, Y._ sei unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB anzuhalten, ihm die Ausübung des richterlich festgesetzten Besuchsrechts zu gestatten (vgl. Akten KESB act. 58). Y._ beantragte mit Eingabe vom 15. Januar 2013 die kostenfällige Abweisung des Gesuchs. Es wurde ein weiterer Schriftenwechsel durchgeführt. Mit Schreiben vom 26. Februar 2013 wandte sich X._ sodann an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler und ersuchte diese um Anordnung von Massnahmen zum Vollzug des gerichtlich festgestellten Besuchsrechts (vgl. Akten KESB act. 65).
E. Die KESB Engadin/Südtäler - welche mit Inkraftsetzung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts am 1. Januar 2013 an die Stelle der vormals zuständigen Vormundschaftsbehörde trat - errichtete mit Entscheid vom 11. März 2013 für A._ eine Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und setzte B._, Berufsbeistandschaft der Kreise O.1_, als Beiständin ein. Im Einzelnen wurden ihr die Aufgaben zugewiesen, die Kontakte zwischen A._ und ihrem Vater entsprechend dem Urteil des Bezirksgerichts zu organisieren und zu überwachen, im Konfliktfall konkrete Lösungen festzulegen, innert drei Monaten sechs Besuche zu begleiten und der Behörde darüber schriftlich Bericht zu erstatten sowie mit den Eltern einen Ferienplan auszuarbeiten.
F. Am 4. Juli 2013 reichte B._ der KESB Engadin/Südtäler einen Zwischenbericht zur Umsetzung des Besuchsrechts ein. Darin führte sie insbesondere aus, dass erst ein kleiner Teil des gerichtlich verfügten Besuchsrechts, nämlich zwei Stunden am Freitagvormittag, umgesetzt werden könne. Die durch die Beiständin begleiteten Besuche hätten grundsätzlich in der Wohnung der Mutter sowie in Anwesenheit derselben stattgefunden. Das Verhalten der Eltern, bestehend aus Abwehr auf der einen und Forderungen auf der anderen Seite, erschwere eine kontinuierliche und konstruktive Umsetzung des Besuchsrechts erheblich. Längere Besuche oder Ferien mit Übernachtungen seien noch nicht möglich. Die Beiständin hielt - unter Hinweis auf die Beratung durch das G._ Institut in O.3_ - fest, dass der Beziehungsaufbau von Grund auf erfolgen müsse und das Besuchsrecht in kleinen Schritten auszubauen und der Wille des Kindes miteinzubeziehen sei (vgl. Akten KESB act. 77/1).
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Anlässlich einer am 12. August 2013 - infolge verschiedener Beanstandungen des Kindsvaters hinsichtlich der Mandatsführung der Beiständin - durchgeführten persönlichen Anhörung äusserte B._ gegenüber der KESB, dass nicht A._, sondern die Eltern das Problem bei der Vereinbarung von Besuchsterminen darstellen würden. So habe die Mutter bei der Planung der Termine sehr viel Gegenwehr gezeigt und sei wenig kooperativ gewesen. Eine Kindeswohlgefährdung verneinte die Beiständin vollumfänglich. Ferner erachtete sie die Unterstützung der Mutter als unerlässlich, damit zukünftig halbe oder ganze Besuchstage beim Vater organisiert werden könnten (vgl. Akten KESB act. 77/5).
G/1. Y._ stellte am 28. August 2013 bei der KESB ein Gesuch um Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs mit den Anträgen, dem Kindsvater bis zum vierten Geburtstag von A._ ein begleitetes Besuchsrecht jeweils für jeden ersten und dritten Samstagmorgen von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr einzuräumen. Ab dem vierten Geburtstag bis zum Schuleintritt sei er zu berechtigen, seine Tochter jeden ersten und dritten Sonntag während dreieinhalb Stunden zu sehen und nach erfolgtem Schuleintritt sei das Recht auf persönlichen Verkehr anzupassen. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2013 forderte X._ das Bezirksgericht Maloja auf, sein Gesuch um Vollstreckung des Gerichtsurteils (vgl. vorstehend D.) möglichst förderlich zu behandeln, und äusserte sich im selben Schreiben ebenfalls zum Abänderungsgesuch von Y._ (vgl. Akten KESB act. 76/2). Auf das Vollstreckungsgesuch wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Maloja vom 28. Oktober 2013 nicht eingetreten, da die KESB für die Anordnung von Vollstreckungsmassnahmen sachlich zuständig sei.
G/2. Am 13. November 2013 ersuchte Y._ die KESB, das Besuchsrecht zwischen A._ und dem Kindsvater superprovisorisch und hernach im Rahmen vorsorglicher Massnahmen bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Abänderung des Besuchsrechts zu sistieren oder eventualiter ab Februar 2014 antragsgemäss (vgl. vorstehend G/1.) neu zu regeln. Die KESB trat mit prozessleitendem Entscheid vom 15. November 2013 mangels Dringlichkeit nicht auf das Gesuch um Erlass (super)provisorischer Massnahmen ein.
H. Zwischenzeitlich reichte X._ am 11. September 2013 beim Kantonsgericht von Graubünden eine Aufsichtsbeschwerde ein, mittels welcher er beantragte, die Angelegenheit sei an eine andere KESB zu übertragen oder die KESB Engadin/Südtäler sei eventualiter darauf hinzuweisen, sich an das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 2012 bzw. dasjenige des
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Kantonsgerichts vom 9. Oktober 2012 zu halten. Da sich das Kantonsgericht hierfür als nicht zuständig erklärte, wandte sich X._ mit seiner Aufsichtsbeschwerde am 20. September 2013 an das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG). Mangels Zuständigkeit verzichtete das DJSG ebenfalls auf eine formelle Bearbeitung der Beschwerde und forderte stattdessen die KESB Engadin/Südtäler mit Schreiben vom 27. September 2013 auf, die Begehren von X._, inklusive dessen Ausstandsbegehren, als justiziable Fragen innert nützlicher Frist zu bearbeiten. Mit entsprechendem Feststellungsentscheid vom 31. Oktober 2013 erkannte die KESB, dass die Vorwürfe bezüglich der fachlichen Arbeit der Behörde unbegründet seien und jeglicher sachlichen Grundlage entbehren würden. Zumal es weder objektive Gründe noch andere konkrete Hinweise auf eine Befangenheit der KESB Engadin/Südtäler gebe, liege kein Ausstandsgrund vor. Hiergegen führte X._ beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde, welche am 18. Februar 2014 vollumfänglich abgewiesen wurde (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 13 125).
I. Die Beiständin B._ gelangte am 13. November 2013 an die KESB Engadin/Südtäler und stellte angesichts des Umstands, dass die Eltern von A._ sehr zerstritten seien und zurzeit keine Besuchskontakte stattfinden würden, den Antrag, beide Elternteile sollten baldmöglichst regelmässige Sitzungen bei lic. phil C._, Fachpsychologe bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie (kjp) Graubünden, in Anspruch nehmen (vgl. Akten KESB act. 80).
J. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2013 liess Y._ bei der KESB ein Präzisierungs-Gesuch zur Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs einreichen, worin sie beantragte, es sei ein kinderpsychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben, welches Auskunft über das zumutbare Besuchsrecht zwischen A._ und dem Kindsvater gebe. Bis zum Vorliegen dieses Gutachtens sei dem Vater ein Besuchsrecht entsprechend den Anträgen im Abänderungsgesuch vom 28. August 2013 zu gewähren. In ihrem Präzisierungs-Gesuch brachte die Mutter - wie auch bereits in diversen anderen Eingaben und Schreiben (vgl. etwa Schreiben vom 31. Januar 2013, Akten KESB act. 65) - insbesondere vor, A._ lehne jeglichen Körperkontakt zu ihrem Vater ab. So könne dieser das Mädchen weder anziehen noch ihre Windeln wechseln, womit ein halb- oder gar ganztägiges Besuchsrecht völlig unrealistisch erscheine.
K. Am 7. April 2014 wurden beide Elternteile von der KESB namentlich betreffend einen Wechsel der Beistandsperson sowie betreffend die Abänderung
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des Besuchsrechts getrennt angehört (vgl. Akten KESB act. 89 und 90). Mit Entscheid der KESB vom 14. April 2014 wurde der seitens von X._ gestellte Antrag auf Wechsel der Beiständin abgewiesen und B._ als Beiständin bestätigt. Nachdem die am 28. April 2014 in Besuchsrechtsangelegenheiten durchgeführte Einigungsverhandlung zwischen den Eltern scheiterte, erkannte die KESB mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 22. Mai 2014, mitgeteilt am 26. Mai 2014, was folgt:
„1. Der persönliche Verkehr zwischen X._ und A._ wird mit einer neuen, ab Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids gültigen Besuchsrechtsvereinbarung geregelt.
2. Ab Vollstreckbarkeit dieses Entscheids wird folgende minimale Besuchsrechtsregelung festgelegt:
a. X._ wird das Recht eingeräumt, seine Tochter A._ jedes erste und dritte Wochenende im Monat an einem Tag während 8 Stunden oder verteilt auf zwei Tage während 4 Stunden zu besuchen oder zu sich auf Besuch zu nehmen;
b. X._ wird das Recht eingeräumt, seine Tochter A._ während drei Wochen im Jahr (Ferien) täglich während mindestens 4 Stunden zu besuchen oder zu sich auf Besuch zu nehmen;
c. Übernachtungen von A._ bei X._ werden explizit ausgeschlossen.
Y._ und X._ vereinbaren gemeinsam mindestens vier Wochen im Voraus die konkreten Besuchszeiten. Dabei beachten sie in erster Linie das Wohl von A._ und die gegenseitigen zeitlichen Ressourcen. Die Beiständin wird über die festgelegten Besuchszeiten im Voraus informiert.
3. (Aufgaben und Kompetenzen der Beiständin)
4. Y._ wird unter Androhung der Straffolgen nach Art. 292 StGB bzw. Art. 343 Abs. 1 lit. b und c ZPO i.V.m. Art. 450g Abs. 1 ZGB aufgefordert, diesem Entscheid vollumfänglich Folge zu leisten.
5. Y._ und X._ wird die Weisung erteilt (Art. 273 Abs. 2 und 3 ZGB) sich ab Vollstreckbarkeit dieses Entscheids regelmässig durch Fachpersonen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (KJP) während mindestens 12 Sitzungen (im Zeitraum von 12 Monaten) beraten zu lassen.
6. Es wird im Moment auf eine kinderpsychiatrische Begutachtung von A._ verzichtet.
7. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'420.– festgesetzt und je zur Hälfte den Eltern von A._ (Y._, Mutter: Fr. 710.– / X._, Vater: Fr. 710.–) auferlegt. Sie sind innert 30 Tagen zu bezahlen.
8. (Unentgeltliche Rechtspflege)

## Considerations