# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7852dc67-d1c2-47ae-b6d7-5abe440f0c3a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953, war bis zum 18. April 2008 (letzter effektiver Arbeits
tag) als Speditionsmitarbeiter bei der
Y._
AG tätig
und durch seine Arbeitgeberin bei der
Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft
(nachfolgend: Allianz)
berufsvorsorgeversi
chert
(Urk. 16/5 und Urk. 16/10). In Rahmen seiner Tätigkeit musste er gele
gentlich auch mittelschwere und schwere Lasten heben (Urk. 16/10
).
Nach längerer Arbeitsunfähigkeit
wegen rheumatologischer
Gesundheitsprob
leme
meldete er sich am 10. September 2008
bei der IV-Stelle des Kantons Zürich zum Leistungsbezug an (Urk. 16/5).
Im Rahmen der
Sachverhalts
abklä
rungen
durch die IV-Stelle wurde am
18. Juni/5. September 2008 ein
Arbeits
assessment
in der Rheumaklinik des
Z._
durchgeführt (Bericht vom 26. September 2008, Urk. 16/11). Aufgrund der fachärztlichen Beurteilung
der rheumatologischen Problematik
war die bisherige Tätigkeit nur noch beschränkt
(nicht genau bestimmbar, aber deutlich über 50 %)
zumutbar; leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, sofern sie wech
s
elbelastend
und
nicht mit
länger dauernde
n
Zwangshaltungen des Rückens (vorgeneigter/verdrehter Ober
körper) und des rechten Knies (kauernd/
kniend
)
verbunden seien,
jedoch
unein
geschränkt
(Urk. 16/11/4).
Da die Arbeitgeberin
X._
keine
leidensange
passten
Arbeiten
zuweisen
konnte
(Urk. 16/15)
, wurde das Arbeitsverhältnis per 28. Februar 2009 aufgelöst (
Urk. 1 S. 4). Nachdem der
R
egionale ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung am 24. Februar 2009 festgestellt hatte, dass dem Versicherten eine angepasste Tätigkeit seit dem 1. Oktober 2008
uneingeschränkt zumutbar gewesen wäre, ermittelte die IV-Stelle durch
Ein
kommensvergleich
(unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % beim Invalideneinkommen)
einen Invaliditätsgrad von 11 % (Urk. 16/27/5) und teilte
X._
am 6. April 2009 mit, dass sie zufolge des nicht
anspruchsbegrün
denden
Invaliditätsgrads bzw. mangels
behinderungsbe
dingter
Einschränkungen bei der Stellensuche sowohl den
anbegehrten
Rentenanspruch als auch den Anspruch auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung abzulehnen gedenke
(Urk. 16/31 und Urk. 16/32)
. Am 25. August 2009 verwarf die IV-Stelle die von
X._
vorgebrachten Einwände und erliess die diese Ansprüche abweisenden Verfügungen (mit Kopie an die Allianz, Urk. 16/43 und Urk. 16/44).
1.2
Ab dem
1.
Juli 2009
war
X._
bei der Arbeitslosenversicherung zum
Leis
tungsbezug
angemeldet und bezog Leistungen als voll Vermittlungsfähiger (Urk. 2/10). In diesem Umfang war er für die Risiken Tod und Invalidität bei der
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
(nachfolgend: Auffangeinrichtung)
berufs
vorsorgeversichert
.
Am 7. Februar 2011 meldete er sich unter Hinweis auf seine bereits
vorbestande
nen
rheumatologischen Gesundheitsprobleme sowie
zusätzlich psy
chische Einschränkungen erneut bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (Urk. 16/47). Gemäss den Abklärungen der IV-Stelle befand sich
X._
seit dem 31. August 2009 in psychiatrischer Behandlung (Bericht
Dr.
med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 4. März 2011
, Urk. 16/51/3
).
Die rheumatologische Problematik hatte sich gemäss dem
Ver
laufsbericht
der Rheumaklinik bzw. des Instituts für Physikalische Medizin des
Z._
vom 4. März 2011 nicht verändert (Urk. 16/54/1-3).
Gestützt auf das psychiatrische Gutachten des
Dr.
med.
B._
, Psychi
atrie und Psychotherapie FMH, vom 7. Juli 2011 (Urk. 16/64) bestätigte der RAD am 14. Juli 2011
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter sowie angepasster Tätigkeit seit August 2009 und eine solche von 100 % seit März 2011 (Urk. 16/70/4).
Der dies bestätigende Vorbescheid erging am 21. Dezember 20
1
1 (mit Kopie an die Allianz, vgl. Urk. 16/71).
D
a keine Einwände erhoben wurden, sprach
die IV-Stelle
X._
mit Wirkung ab 1. August 2011 (sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs, vgl.
Art.
29 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) eine ganze Rente der Invaliden
versicherung zu (Urk.
16/90).
2.
2.1
Nach Vorliegen des Leistungsentscheids der Invalidenversicherung machte
X._
sowohl gegenüber der Allianz
(mit
Schreiben vom 4. Juni 2012, Urk. 2/5)
als auch gegenüber der Auffangeinrichtung
(mit Schreiben vom 22. Mai 2012, vgl. Urk. 27/7)
einen
Rentenanspruch
aus der beruflichen Vorsorge geltend
. Nachdem beide Vorsorgeeinrichtungen ihre Zuständigkeit verneint hatten (Urk. 1 S. 5 f., Urk. 2/6 und Urk. 2/7), erhob
X._
am 5. März 2013 Klage gegen die Allianz (Beklagte 1) und die Auffangeinrichtung (Beklagte 2) mit dem Rechtsbegehren,
es sei die Beklagte 1, eventualiter die Beklagte 2, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, dem Kläger eine Invalidenrente aus
der beruflichen Vorsorge auszurichten. In prozessualer Hinsicht verlangte der Kläger, es seien die vollständigen Akten der Invalidenversicherung beizuziehen (Urk. 1 S. 2).
2.2
In ihren Klageantwortschrif
ten vom 16. Mai 2013 (Beklagte 1, Urk. 8) und vom 14. Juni 2013 (Beklagte 2, Urk. 11) beantragten beide Beklagten, es sei die Klage abzuweisen, soweit diese sich gegen sie richte.
2.3
In dem nach
Beizug
der Akten der Invalidenversicherung durchgeführten zwei
ten Schriftenwechsel hielten alle Beteiligten an ihren
initialen
Anträgen fest (vgl. Urk. 19, Urk. 22 und Urk. 24). Am 16. September 2013 wurden die Parteien mit den
duplicando
eingereichten Eingaben bedient (Urk. 25).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen
Vorsorgeein
richtung
geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorge
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invaliden
ver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf
Invalidenleistun
gen
nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vor
sorge
einrichtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeit
punkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte. Damit eine
Vorsorgeeinrich
tung
, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitneh
mer beim Eintritt der Arbeits
unfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des
Vorsorgever
hältnisses
eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kommen hat, ist indes erforder
lich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang
besteht (BGE 130 V 275 E. 4.1).
Der sachliche Konnex ist zu bejahen, wenn der
Gesundheitsscha
den
, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, von der Art her im Wesentlichen derselbe ist, welcher der Erwerbsunfähigkeit zugrunde liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2). Der zeit
liche Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig ge
worden ist (BGE 134 V 20 E. 3.2.1). Massgebend ist die Arbeitsfä
higkeit in einer der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit; diese muss bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines
renten
aus
schliessen
den
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3). Bei der Prü
fung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berück
sichtigen, na
mentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognos
tische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versi
cherte Person zur Wie
deraufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umstän
den zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezieht (Urteile des damaligen EVG B 100/02 vom 26. Mai 2003 E. 4.1 und B 18/06 vom 18. Oktober 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen wer
den wie Zei
ten ef
fektiver Erwerbstätigkeit (Urteil des damaligen EVG B 23/01 vom 21. November 2002 E. 3.3). Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unter
brechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) als Richt
schnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Ver
besserung der Er
werbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ge
dauert hat und voraussichtlich wei
terhin andau
ern wird. Bestand während min
destens drei Monaten wieder eine volle Arbeits
fähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiederer
langung der Er
werbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein ge
wichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar. An
ders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätig
keit als
Eingliede
rungsversuch
zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Er
wägungen des Ar
beitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung aber unwahr
scheinlich war (BGE 123
V
262 E. 1c sowie 120 V 112 E. 2c/
aa
und
bb
, mit Hinweisen; Urteil des damali
gen EVG B 23/01 vom 21. November 2002 E. 3.3;
Brühwiler
, Obligatorische berufli
che Vorsorge, in: Schweize
risches
Bundesver
waltungsrecht
[SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel, Genf und München 2007, S. 2043,
Rz
. 109; Stauffer, Berufli
che Vorsorge, Zürich, Basel, Genf 2005, S. 279 f.;
Hür
zeler
, in: Schnei
der/Geiser/
Gächter
[Hrsg.], Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, Art. 23 BVG N 27 ff.; vgl. zum Ganzen BGE 134 V 20 E. 3.2 und 3.2.1).
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) ein
bezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und
z
eitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Hinsichtlich des
für den Entscheid
massgeblichen
medizinischen Sachverhalts ist im Wesentlichen auf
die Akten der Invalidenversicherung
abzustellen.
Sowohl der Kläger (Urk. 1 S. 3) als auch die Beklagte 1 (Urk. 8 S. 5) berufen sich explizit darauf
, und die Beklagte 2 verweist zur Begründung ihres eigenen Antrags auf den Hauptantrag des Klägers und dessen Begründung
(Urk. 11),
womit sie
implizit
die Massgeblichkeit der IV-Akten anerkennt. Ergänzt wurden die medizinischen Akten nur durch den Kläger (Krankenkarte des
Krankentag
geldversicherers
mit Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen des Hausarztes des Klägers für die Zeit vom 25. November 2008 bis zum 16. Juni 2009, Urk. 2/8)
.
2.2
Für die Beurteilung des klägerischen Hauptantrags (auf Verpflichtung der Beklag
ten 1)
ist der medizinische Sachverhalt per 28. Februar 2009 (Beendigung des bei der Beklagten 1 versicherten Arbeitsverhältnisses, vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1) bzw. - unter Berücksichtigung der gesetzlichen Nachdeckungsfrist von
Art.
10 Abs. 3 BVG - per 31. März 2009 massgeblich.
Gemäss der
Beurteilung des RAD vom
24. Februar 2009
war der Kläger seit dem 1. Oktober 2008
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zeitlich und leistungsmässig uneinge
schränkt arbeitsfähig (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.1).
Da die sich auf diese Beurtei
lung
abstützende
Verfügung der IV-Stelle vom 25. August 2009
unangefochten in Rechtskraft erwuchs, ist davon auszugehen, dass sich daran bis zum
Verfü
gungserlass
nichts geändert hat.
Tatsächlich ist eine Einschränkung der Arbeitsfähigke
it in der angepassten Tätigkeit auch erst ab dem
Behandlungsbe
ginn
bei
Dr.
A._
am 31. August 2009 durch eine echtzeitliche ärztliche Beurteilung ausgewiesen (vgl. Sachverhalt Ziff. 1.2)
.
Durch die
rund
elfmonatige uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, welche
fast sechs Monate über die Auflösung des
bei der Beklagten 1 versichert gewesenen
Arbeitsverhältnisses hinaus andauerte, wurde
der zeitliche Konnex
im Sinne von Erwägung 1.3 mit der während der Versicherungszeit bei der Beklagten 1 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit in der ab dem
1.
Juli 2009 bei der Beklagten 2 versichert
en
angepassten Tätigkeit
klarerweise unterbrochen.
Daran ändert der Umstand
nichts
, dass der Hausarzt des Klägers echtzeitlich eine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bescheinigte (vgl. E. 2.1, w
as
- dem Grundsatz, aber nicht dem Umfang nach -
mit der RAD-Beurteilung vom 24. Februar 2009 übereinstimmt, aber gemäss der in E. 1.3 dargelegten höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht massgebend ist). Ebenso wenig vermögen di
e vom Kläger erwähnten
(nicht echtzeitlichen)
ärztlichen
Mutmassungen
über einen kausalen Zusammenhang zwischen
den rheumatologischen Beschwerden, welche die berufliche
Neuaus
richtung
des Klägers erforderten, und der
(echtzeitlich) erst per
31. August 2009 diagnostizierten
psychischen Erkrankung
(Urk. 1 S. 4 und Urk. 19 S. 3 f.) einen zeitlichen Konnex
von aus der Verbindung
d
er Krankheitsbilder resultierenden
Arbeitsunfähigkeiten im Sinne von Erwägung 1.3 zu belegen.
S
elbst wenn
- was mit den ärztlichen Spekulationen nach der Wiederanmeldung zum
Leistungsbe
zug
aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist -
vor
dem
31. August 2009
bzw. vor dem Erlass der anspruchsabweisenden IV-Verfü
gung vom 25. August 2009
eine larvierte Depression
mit im Vor
d
er
gr
und ste
henden rheumatologischen Symptomen
- und damit ein sachlicher Konnex
zwischen rheumatologischen und psychischen Beschwerden
-
bestanden hätte
,
hätte
sie
aber jedenfalls
gemäss der (echtzeitlichen) RAD-Beurteilung vom 24. Februar 2009 bis zu jenem Zeitpunkt
(bzw. bis zum Erlass der IV-Verfügung vom 25. August 2009
)
noch
keine wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähig
keit des Klägers in
angepasster
Tätigkeit
zur Folge gehabt.
Dies wurde auch vom Kläger als zutreffend anerkannt. Hat er doch nicht nur die IV-
Verfügung vom 25. August 2009
unangefochten
in Rechtskraft erwachsen lassen, sondern
mit Schreiben vom 21. August 2009 sogar den Rückzug seines Rentenbegehrens wegen Aussichtslosigkeit erklärt (vgl. Urk. 16/41).
Bei dieser Sachlage kann dem klägerischen Hauptantrag, die Beklagte 1
zu ver
pflichten, dem Kläger eine Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge auszu
richten (vgl. Sachverhalt
Ziff.
2.1), nicht entsprochen werden.
2.3
Hinsichtlich des klägerischen Eventualantrags auf Verpflichtung der Beklag
ten 2 ist unbestritten (Urk. 11 S. 2) und urkundlich nachgewiesen (Urk. 2/10), dass
der Kläger von
Juli 2009
bis März 2011
bei der Beklagten 2 für die Risiken Tod und Invalidität vorsorgeversichert war. Aus den sowohl vom Kläger als auch von der Beklagten als massgeblich anerkannten Akten der Invalidenversi
cherung (vgl. E.
2.1), ergibt sich, dass
der Kläger
gemäss dem nach der Wieder
anmeldung zum Leistungsbezug bei
der Invalidenversicherung
ergangenen Vor
bescheid vom 21. Dezember 2011
, wegen der psychischen Erkrankung, welche einen Invaliditätsgrad von 57 % ab August 2010 zur Folge hatte, ab August 2009 erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war (Urk. 16/73).
Damit ist ausgewiesen, dass der Beginn der vorsorgerechtlich relevanten Arbeits
unfähigkeit in die Versicherungszeit bei der Beklagten 2 fiel, und ist diese zu verpflichten, dem Kläger eine Invalidenrente aus der beruflichen Vor
sorge auszurichten.
3.
Da somit die gegen die Beklagte 2 gerichtete Klage
gutzuheissen
und die gegen die Beklagte 1 gerichtete Klage abzuweisen ist, hat die Erstere als Unterliegende den anwaltlich vertretenen Kläger für seinen prozessualen Aufwand angemes
sen zu entschädigen.
Nach der Bedeutung der Streitsache
und der Schwierigkeit des Prozesses (vgl.
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
) recht
fertigt sich eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2‘700.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
).