# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76b45e61-145b-4e31-85ed-1e897a269c28
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
(vormals
Y._
),
1964 in
Z._
geboren und ohne Berufs
ab
schluss, war nach seiner Einreise in die Schw
eiz im Oktober 1996 (Urk. 8/3) –
unterbrochen dur
ch Phasen der Arbeitslosigkeit –
im Rahmen von mehreren kürzeren Arbeitsverhältnissen tätig (Urk. 8/2
/1-3
, Urk. 8/13, Urk. 8/21/1), zu
letzt von Mai bis September 2002 als Lagermitarbeiter bei der
A._
AG (Urk. 8/15).
Am 30. November 2004 meldete er sich unter
Hinweis auf Gelenk- und
Muskel
probleme
erstmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an (Urk. 8/6).
Mit Verfügung vom 23. September 2005 (Urk. 8/33) ver
neinte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Ren
tenanspruch gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 20 %
, was unangefochten blieb
.
Hin
ge
gen erteilte sie am 20. Dezember 2005 (Urk. 8/46) Kostengutsprache für ein sechs
monatiges Arbeitstrainin
g im
B._
, wel
ches
indes
wegen mangelhafter Mitwirkung des Versicherten bereits nach kurzer Zeit wieder beendet wurde (Urk. 8/51).
Dessen weitere Gesu
che um Unter
stütz
ung bei der beruflichen Eingliederung (Urk. 8/55, Urk. 8/62) wies die IV-Stelle mit Verfügungen vom 15. März 2006 (Urk. 8/56) und 11. Feb
ruar 2010 (Urk. 8/79) ab.
Sodann
trat sie
a
m 31. Oktober 2011 (Urk. 8/89) auf die Neuan
meldung
des Versicherten
vom 28. Juni 2011 (Urk. 8/84) nicht ein.
1.2
Am 17. September 2012
(Urk. 8/90)
erneuerte
X._
sein
Rentenbe
geh
ren
unter Hinweis auf verschiedene gesundheitliche Beschwerden (Depressionen, pa
ra
no
ide Schizophrenie, Diabetes
m
ellitus, arterie
lle Hypertonie und Gonar
throse)
.
Nach
erwerblich-berufliche
n
und medizinische
n
Abklärungen
sowie Durchfüh
rung des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk. 8/101
), in dessen Verlauf weitere
Arztbe
richte
ergingen (Urk. 8/113-114),
lehnte
d
ie
IV-Stelle den geltend ge
machten Rentenanspruch
mit
Verfügung vom 29. November 2013 (Urk. 2)
abermals
ab.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 14. Januar 2014 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 29. November 2013 sowie die
Zu
sprache
von Leistungen der Invalidenversicherung. Zudem ersuchte er um Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2014 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer tags darauf zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Mit Zuschrift vom 20. Januar 2015 (Urk. 12) reichte die
Beschwerdegegnerin
den
psychiatrischen
Bericht der behandelnden
Fachärztin
vom 14. Januar 2015
(Urk. 11) ein, wozu der Beschwerdeführer am 28. Januar 2015 (Urk. 15) und sie selb
er
am 5. Februar 2015 (Urk. 18) Stellung nahmen.
Am 26. Juni 2015 (Urk. 20)
setzte
der Beschwerdeführer
das Gericht
über die erfolgte Namensänderung (vgl. Urk. 21)
in Kenntnis
und reichte einen weiteren Arztbericht (Urk. 22)
zu den Akten
.
Von der Namensänderung ist unter An
pas
sung des Rubrums
V
ormerk
zu nehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit k
önnen in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objek
tiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei
sen).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Für die Bejahung eines Rentenanspruchs im Rahmen einer Neuanmeldung nach vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenrevision gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades ver
langt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 V 108 E.
5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung eingetreten ist, be
ur
teilt sich durch Vergleich des Sachverhalte
s im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demjenigen zur Zeit des auf die Neuanmeldung hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E.
2 mit Hin
weis, 130 V 71 E.
3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be
einflussen (BGE
130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesen
tlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art.
17 Abs.
1 ATSG dar (BGE
112 V 371 E.
2b; vgl. auch BGE
133 V 545 E.
6.1, 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berück
sich
tigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zusammenhang ste
hen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beein
flussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
abermalige
Rentenablehnung
damit
(Urk. 2
,
Urk. 7
),
dass
de
r
Beschwerdeführer
– analog ihrer Verfügung vom 23. September 2005 –
aus rheumatologischer Sicht
eine
r
der Behinderung ange
passte
n
Tätigkeit weiterhin zu 100
%
nachgehen
könne
und dabei
keine
renten
begrü
ndende
Erwerbseinbusse
verzeichne
.
Die internistischen und psychiatri
schen Diagnosen begründeten keine längerdauernde Einschränkung der Arbeits
fähigkeit. Gemäss den im Rahmen des
Einwandverfahrens
erhaltenen ärztlichen Unterlagen habe sich der Gesundheitszustand nur vorübergehend verschlechtert.
Eine medizinische (psychiatrische) Begutachtung sei nicht notwendig (Urk. 18).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, seit der Verfügung vom 23. Septem
ber 2005
habe sich sein Gesundheitszustand
in psychischer Hinsicht
dergestalt ver
schlechtert, dass ihm – allenfalls nach
ergänzenden fachärztlichen Abklä
rung
en, welche
bezüglich
des Krankheitsverlaufs
der rezidivierenden depressi
ven Stö
rung
und der noch vorhandenen Ressourcen Klarheit schaff
t
e
n
– Leis
tungen der In
validenversicherung zuzusprechen seien (Urk. 1 S. 3 f., Urk. 15). Mit Eingabe vom 26. Juni 2015 (Urk. 20)
machte
er
sodann
in
somatischer Hin
sicht eine
Ver
schlechterung
geltend
.
3.
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet
unstreitig
die Ver
fügung vom 23. September 2005 (Urk. 8/33). Diese beruhte in medizinischer Hinsicht massgeblich auf dem Bericht der Ärzte der
Klinik C._
vom 14. Dezember 2
004 (Urk. 8/12/3; vgl. auch
Berichte vom 8. Juli 2003 sowie 13. April und 26. Oktober 2004 [Urk. 8/14/7-12]), worin ausgehend von einer beidseitigen Retropatellar-Arthrose aktuell rechtsbetont eine Tätigkeit mit star
ker körperlicher Belastung als kaum möglich erachtet worden war.
Nach Rück
spra
che mit ihrem regionalen ärztlichen Dienst (RAD; Stellung
n
ahme vom 30. Mai 2005 [Urk. 8/31 S. 2]) ging die Beschwerdegegnerin damals davon aus, dass de
r
Beschwerdeführer eine
r
behinderungsangepasste
n
,
körperlich
leichte
n
bis mittel
schwere
n
, vorwiegend sitzende
n
Tätigkeit zu 100 %
nachgehen könne
, was zu einem
Invaliditätsgrad
von 20 % (Einkommensvergleich vom
2
3. Sep
tember 2005 [Urk. 8/32])
führe
.
4.
Unter Berücksichtigung der
im weiteren Verlauf
ergangenen
Arztb
erichte
(vgl. Berichte des
Spitals D._
vom 16. Februar 2006, 9. Juli und 28. Novem
ber 2007 [Urk. 8/71/13-16]; Berichte der
Klinik C._
vom 28. Novem
ber 2005, 9. April und 6. Mai 2008 [Urk. 8/40, Urk. 8/59-60] sowie vom 7. Juli und 4. September 2009 [Urk. 8/61, Urk. 8/72/6-7]; Bericht von Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 14. August 2009 [Urk. 8/71/1-6]; Bericht
von Dr. med.
F._
, Allgemeine Innere Medi
zin FMH, vom 11. Okto
ber 2012 [Urk. 8/93/1]; Bericht des
G._
vom 7. November 2013 [Urk. 8/116/4-6; vgl. auch Urk. 8/116/7-13])
ist
davon auszugehen
, dass
dem Beschwerdeführer von somatischer Seite eine sol
che Tä
tigkeit weiterhin
uneingeschränkt
zumutbar ist, sofern damit keine Ar
beiten auf Leitern und Ge
rüsten, kein häufiges Treppensteigen, keine
kniebelas
tenden
Zwangshaltungen und kein häufiges Gehen auf unebenem Gelände
ein
herge
hen
. In diesem Zu
sam
menhang ist insbesondere auf die fachärztlichen Stel
lungnahmen des RAD vom 26. Oktober 2009 (Urk. 8/76 S. 2 f.) sowie 4. und 18. März 2013 (Urk. 8/100 S.
3 f.
) zu verweisen.
Der Beschwerdeführer brachte nichts vor, was gegen diese Schlussfolgerung spräche.
Soweit er in seiner Eingabe vom 26. Juni 2015 (Urk. 20) eine Ver
schlechterung des somatischen Gesundheitszustandes postulierte, ist dem
entge
genzuhalten
, da
ss
praxisgemäss
(vgl. E. 1.6 hiervor) der Zeitraum bis zum
Ver
fü
gungserlass
(vorliegend:
29.
November 2013) die Grenze der richterlichen
Über
prüfungsbefugnis
bildet und
mit dem Bericht betreffend das MRI der LWS vom 10. Juni 2015 (Urk. 22)
kein
Arztb
ericht beigebracht wurde, welcher sich auf den massgeben
den Beurteilungszeitraum beziehen
oder Rückschlüsse darauf zu
lassen würde und daher in die Beurteilung miteinzubeziehen wäre.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist der psychische Gesundheitszustand und die daraus allenfalls resultierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Diesbezüglich prä
sen
tiert sich die Aktenlage wie folgt:
5.2
5.2.1
Die
Ärzte der
H._
, wo der
Beschwer
deführer
auf Zuweisung des Hausarztes wegen
einer
akute
n
depressive
n
Symp
tomatik
vom 29. Juni bis 13. Juli 2012
erstmals
hospitalisiert war,
gingen
im Austrittsbericht vom 25. Juli 2012 (Urk. 8/93/2-6)
von
eine
r
mittelgradige
n
de
pressive
n
Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.1)
aus und zogen d
ifferentialdiagnos
tisch eine
paranoide Schizophrenie
in Betracht
(S. 1).
Anam
nes
tisch
hielten sie fest
, dass
der Beschwerdeführer
seit mehreren Jahren in der Praxis von med.
pract
.
I._
, Facharzt Allgemeinmedizin FMH, bei
J._
eine Gesprächspsychotherapie wahrnehme, jedoch keine medikam
en
töse antidepressive Therapie (S. 2). Im Verlauf
des Klinikaufenthalts
habe sich die
Symptomatik unter Gabe von 400
mg/d
Solian
und bis zu 45
mg/d
Remeron
gebessert und der Be
schwerdeführer habe erweiterten Ausgang bekommen, wo
bei er sich
jedoch
nicht an die abgemachte Rückkehrzeit habe halten können und zweimal habe ausgeschrieben werden müssen. Er sei dann jeweils von al
leine zurückgekom
men und habe angegeben, er könne in der Klinik nicht gut schlafen und sei deswegen über Nacht zu Hause geblieben.
Nun
wolle
er
sich in einem ambu
lanten Setting behandeln lassen
(S. 4). Die Ärzte enthielten sich einer
Arbeits
fä
higkeitseinschätzung
.
5.2.2
Der
Psychotherapeut
J._
berichtete am 6. Januar 2013 (Urk. 8/97)
, dass der Beschwerdeführer seit dem Erstgespräch vom Juni 2009 nach Bedarf und zeitweise sporadisch eine
psychosoziale Gesprächstherapie
wahrnehme.
Er diag
nostizierte eine r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Epi
sode/
Ängste (ICD-10 F33.0)
, n
ichtorganische Schlafstörungen, Alb- und Angst
träume (ICD-10 F51.5)
sowie
Angst und depress
ive Störung gemischt (ICD-F41.2; S. 1) und
erklärte
, der Beschwerdeführer sei durch die körperliche und depressive Er
krankung mit Ängsten nicht in der Lage, sich um seine berufliche Situation zu kümmern. Es fehle ihm an Lebensperspektiven, um diese anzuge
hen. In den letzten zwei Jahren seien drei Versuche, den Beschwerdeführer in einen gere
gelten Tagesablauf zu integrieren, gescheitert (dieser sei jeweils für einige Wo
chen verschwunden, als alles o
rganisiert gewesen sei [
vgl. Urk. 8/93/3 Mitte
]
).
Die psychischen Beeinträchtigungen wirkten sich zu mindestens 50 % auf
die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus (S. 3).
5.2.3
Die Ärzte der
K._
der
H._
konnten im März 2013 zuhanden des RAD (
vgl.
Stellungnahme vom 21. März 2013, Urk. 8/100 S. 4) keine
weiter
en
An
gaben machen, da die letzte Vorstellung
des Beschwerdeführers
am 10. August 2012 erfolgt sei (Urk. 8/98/5+7)
. Daraufhin
hielt
der
RAD-Arzt
med.
pra
c
t
.
L._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
am 11.
Juli 2013 (Urk. 8/100 S. 4 f.) fest,
aus psychiatrischer Sicht liege eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
,
vor, welche die Arbeitsfähigkeit nicht respektive nicht dauerhaft einschränke.
5.2.4
V
om 18. Juli bis 22. Juli 2013
war der Beschwerdeführer zum zweiten Mal
in der
H._
hospitalisiert
,
wo die
Ärzte
auf
eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3),
D
ifferentialdiagnos
e
paranoide Schizophrenie,
schlossen
(
Austrittsbericht vom 24. Juli 2013 [Urk. 8/113
S. 1
]
).
Sie vermerkten
(S. 2 oben), dass der Beschwerdeführer vor zwei Monaten die Dauermedikation abgesetzt und vor einer Woche eine deutliche
Zustandsver
schlechterung
(depressive Stimmung, Stimmenhören) verspürt habe. Er habe seine Medika
mente
vor einigen Tagen wieder eingenommen, was ihm jedoch bis
her nicht geholfen habe. Nach anfänglicher Intensivbetreu
ung und Anpas
sung der
Medikation
habe sich der Beschwerdeführer bereits am vierten Tag des
sta
tio
nären Aufenthalts deutlich zustandsverbessert gezeigt
. Er höre keine Stim
men mehr, zudem sei die Stimmung viel besser geworden und er fühle sich nur noch zeitweise
leichtgradig
deprimiert, dies hauptsächlich aufgrund seines Le
bens ohne familiären Anschluss. Er habe
den Austritt aus dem stationären Set
ting ge
wünscht, um sich auf eine Weiterbehandlung in der Tagesklinik der
H._
einzulassen, an welche er bereits im Jahr 2011 angebunden gewesen sei (S. 3 f.). Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten sich die Ärzte nicht.
5.2.5
Dr. med.
M._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, be
rich
tete am 3. September 2013 zuhanden des
zuständigen
Sozialamtes (Urk. 8/114 S. 3) über die
ab 24. Juli 2013
erfolgte Behandlung
. N
achdem der Beschwerde
führer anfänglich seine Beschwerden mit Nachdruck vertreten habe, habe die Neigung, die Beschwerden betonen zu müssen, zwischenzeitlich deut
lich abge
nommen. Es zeige sich kein Hinweis für eine Störung des Bewusstseins und die Orientierung sei in allen Qualitäten erhalten. Der Beschwerdeführer könne sich im Grossen und Ganzen auf die Gesprächsinhalte konzentrieren und finde sich dann, wenn er sich von der von ihm beschriebenen Stimme gestört gefühlt
habe
und seine Aufmerksamkeit scheinbar intermittierend reduziert ge
wesen sei, be
merkenswerterweise jeweils rasch und komplikationslos wieder in die
Gesprächs
situation
zurück. Er sei möglicherweise auch wegen der margina
len
Deutsch
kenntnisse
eher wortkarg und spreche kurze Sätze und mit leiser St
imme. In
halt
lich sei er –
zwischenzei
tlich etwas weniger ausgeprägt –
einge
engt auf seine trostlos empfundene Situation. Bezüglich des geklagten
Stim
menhörens
bestün
den insoweit Diskrepanzen, als er dessen Dauer mit zwei res
pektive zehn Jahren unterschiedlich beziffere. Er wirke in der Affektivität nie
dergeschlagen, mit deutlich verminderter Schwingungsfähigkeit und ver
min
dertem Antrieb. Er leide sehr unter einer sozialen Isolation, wobei
er sich
nach einem Wochenendbesuch bei seiner Schwester deutlich aufgehellter und schwingungsfähiger gezeigt habe. Der affektive Kontakt sei meistens recht gut.
Dr.
M._
konstatierte, i
hre diagnostische Einordnung entspreche bis anhin am ehesten derjenigen der
Ärzte der
H._
.
Es
liege seit mindestens zirka
anderthalb
Jahren eine schwere depressive Störung vor.
Psychiatrischer
seits
erscheine ihr ausreichend belegt, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage sei, eine angepasste Tätigkeit – und sei es in einem Projekt des Sozialam
tes – auszuüben. Gegenwärtig mit zweimal einer Stunde Tagesklinikbesuch (und zirka zwei bis drei Konsultationen bei ihr) pro Woche entspreche dies dem Leistungsniveau des Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht (S. 4).
Daran hielt Dr.
M._
am 22. November 2013 (Urk. 8/116/1-3) fest.
5.2.6
RAD-Arzt med. prakt.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte am 21. November 2013 (Urk. 8/118 S. 2) aus, die Beurteilung des RAD vom 11. Juli 2013 (vgl. E. 5.2.3 hiervor)
treffe weiterhin zu, nachdem
die
Dauer
medi
kation
zwei Monate vor dem erneuten Eintritt in die
H._
im Juli 2013 abgesetzt worden und es im Rahmen des nur viertägigen stationären Auf
ent
halts zu einer Remission der Symptomatik gekommen sei, so
dass der Be
schwerde
führer „bei vollständiger Remission der Sinnestäuschungen und noch
leichtgra
di
ger
affektiver Niedergestimmtheit“ habe austreten können. Soweit seitens der behandelnden Fachärzte ein Leiden „aufgrund seines Lebens ohne familiären An
schluss“ respektive „unter einer sozialen Isolation“ beschrieben und ange
geben werde, dass ein Wochenendkontakt mit der Schwester den Be
schwerde
führer „deutlich aufgehellter, schwingungsfähiger“ gemacht habe, handle es sich um iv-fremde Faktoren. Eine anhaltende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit liege nicht vor.
5.2.
7
Zuhanden der
Beschwerdegegnerin
führte Dr.
M._
a
m 14. Januar 2015 (Urk. 11)
aus, wenngleich der Beschwerdeführer chronisch Symptome ei
ner rezidivierenden depressiven Störung, schwere Episode mit psychotischen Symp
to
men, beklage, falle in seiner
Psychopathologie
im Verlauf
auf, dass er
über
Pha
sen luz
ide
Momente
habe
.
Trotz der fortgesetzt geklagten depressiven Symp
tomatik sei er in der Lage, sich ein selbstgesetztes Ziel
, welches
komplexe Hand
lungsabläufe und auch
eine
Umstellungsfähigkeit erfordere (zum Beispiel das Geld für eine Reise nach
Z._
zu organisieren),
relativ gradlinig zu ver
fol
gen
. Er gehe dann seinem Anliegen über mehrere Tage
,
ja
Wochen nach und habe in den meisten Fällen überraschenden Erfolg.
Manchmal verreise er für Wochen, meistens relativ überraschend.
Er gebe zwar an, die Medika
mente
(
Sero
quel
300
mg und
Remeron
45
mg)
fortgesetzt einzunehmen,
wobei die ihm zur Verfügung stehenden Medikamente gemäss
Abgleich mit
ihrer
Dokumenta
tion über die Rezeptausstellung
mehrfach nie und nimmer gereicht hätten.
Es müsse Phasen von drei bis sechs Wochen geben, in denen
ihm
keinerlei Medi
kamente
zur Verfügung stünden
und er dennoch überraschend
gut
zurecht
komme. Befragt nach diesen Unregelmässigkeiten präsentiere sich der Be
schwer
deführer erfinderisch. So habe er zum Beispiel angegeben, eine Apotheke habe ihm doppelt so viele Medikamente abgegeben wie
sie
verordnet
habe
, was bei Nachprüfung von der Apotheke
jedoch
verneint worden sei. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer subjektiv keine Besserung seiner schweren depressi
ven Symptomatik mit
halluzinatorischen
Symptomen beklage, auf der
Handlungs
ebene
jedoch Besonderheiten zu finden seien, welche mit diesem Befund nicht in Übereinstimmung stehen könn
t
en,
ersuche sie um eine unab
hängige Begut
ach
tung
.
5.3
Aus der dargelegten medizinischen Aktenlage geht hervor, dass
in psychischer Hinsicht
insbesondere
die Diagnose
eine
r
rezidivierende
n
depressiven
Störung
mit psychotischen Symptomen
im Raum
steht
,
deren Schweregrad
seitens der involvierten Fachärzte
unterschiedlich beurteilt wurde
.
Hingegen ist das Vorlie
gen einer
Schizophrenie nicht
rechtsgenüglich
erstellt
, was unbestritten ist
und keiner weitere
n
Ausführungen bedarf
.
Die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers sprach sich zuletzt
(Eingabe vom 28. Januar 2015 [Urk. 15])
– nach Kenntnisnahme des Berichts von Dr.
M._
vom 14. Januar 2015 (vgl. E. 5.2.7 hiervor) – für eine psychiatrische Begutachtung aus zur Klärung des Krankheitsverlauf der rezidivierenden Stö
rung und der noch vorhandenen
Ressourcen.
Von einer solchen kann jedoch ab
gesehen werden. Denn n
ach
Lage
der Akten
wird das Beschwerdebild mass
geblich durch
belastende Lebensumstände
–
namentlich die soziale Isolation respektive de
n
fehlende
n
familiäre
n
Anschluss sowie die Ungewissheit über die berufliche Zukunft
–
geprägt. Insofern erscheint es als
zweifelhaft
, ob eine von der Belastungssituation unterscheidbare und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störung vorliegt und ein invalidisierender Gesundheitsschaden an
genommen werden kann (vgl. dazu BGE 127 V 294 E. 5a).
Vielmehr enthält die Aktenlage deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sich die invaliditätsfremden Ele
mente nicht klar vom medizinischen Leiden selbst trennen lassen.
Ausschlaggebend ist zudem
, dass der Beschwerdeführer
zunächst
ab Juni 2009
nach Bedarf und sporadisch einer psychosozialen Gesprächstherapie bei
m
Thera
peuten
J._
nachging
(
vgl.
E. 5.2.2
hiervor
)
und sich schliesslich
im Juli 2013
zu Dr.
M._
in ambulante
fachärztliche
Behandlung
begab
,
wel
che er indes
wiederholt
während
einigen
Wochen
sistierte
(vgl. E. 5.2.7 hier
vor
; vgl. auch Berichte des
Spitals D._
vom 9. Juli und 28. November 2007 [Urk. 8/71/13-15], wonach
auch im Rahmen der
damaligen
somatischen
Ab
klärungen
längere [Landes-]Abwesenheiten
zu verzeichnen
waren).
Das do
ku
mentierte Aktivitätsverhalten spricht klar gegen ein gravierendes psychisches Leiden. Sodann legte der Beschwerdeführer a
uch
hinsichtlich der
Psychophar
maka-Therapie
eine schlechte Compliance an den Tag
und versuchte diesen
Um
stand
gegenüber der behandelnden Fachärztin
mittels Ausflüchten zu
ver
bergen
(vgl. E. 5.2.7 hiervor)
.
Augenfällig ist auch, dass die zweite
Hospitalisa
tion
in der
H._
(18. Juli bis 22. Juli 2013) unmittelbar an den Erlass des ab
schlägigen Vorbescheids vom 16. Juli 2013 (Urk. 8/101) schloss und der Be
schwer
deführer bereits am vierten Tag – in deutlich verbessertem Zustand – den Austritt aus der Klinik wünschte.
Mithin
fehlt es an einer konsequenten
Depres
sionstherapie
, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde. Daher ist der rezidivierenden depressiven Störung praxisgemäss keine invalidisierende
Wirkung zuzuerkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 8. Ok
tober 2015 E. 4.4 mit Hinweisen).
5.4
Zusammenfassend steht fest, dass
eine
anspruchsrelevante Verschl
echterung des Gesundheitszustandes
seit der Verfügung vom 23. September 2005 (Urk. 8/33) weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht ausgewiesen ist
.
Dementsprechend
erübrigen sich Weiterungen zur Invaliditätsbemessung und insbesondere zum bislang diskussionslos gebliebenen Umstand, dass sich die Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers – soweit sie die Schweiz betrifft und im Auszug aus dem individuellen Konto (IK; Urk. 8/13) ihren Niederschlag gefun
den hat – als ausgesprochen bescheiden präsentiert.
6.
Folglich
erweist sich die
einen Rentenanspruch verneinende
Verfügung
vom 29. November 2013 (Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7.1
Da vorliegend die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt sind (
vgl.
Urk. 3), ist dem Beschwerdeführer
antragsgemäss
(Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
Der Beschwerde
führer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen
, wonach
er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
7.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig, wo
bei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt werden.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzenden Gerichtskosten de
m
unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuches vom
14. Januar 2014
wird de
m Beschwerdeführer
die
unent
geltliche Prozessführung
bewilligt.
Sodann
erkennt
das Gericht
:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen
.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Stadt Zürich Soziale Dienste
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage des Doppels von Urk. 20 und je einer Kopie von Urk. 21 und Urk. 22
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.