# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0aad9224-c2b8-4a71-9629-9a733c19fde7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wuchs in J. auf und besuchte dort die Primarschule. Anschliessend absolvierte er eine Lehre als Motorradmechaniker. Nachdem er während zwei Jahren auf dem erlernten Beruf gearbeitet hatte, trat er eine Stelle bei der Firma B. an, wo er heut noch tätig ist. A. hat sich an dieser Firma auch finanziell beteiligt.
A. war mit C., geborene D., verheiratet. Aus dieser mittlerweile geschiedenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn wohnt bei A., während die Tochter bei ihrer Mutter lebt.
A. verfügt nach eigenen Angaben über ein Monatseinkommen von Fr. 6'800.-- netto. Davon bezahlt er Fr. 1'700.-- Alimente für seine Tochter und seine frühere Ehefrau. Er hat weder Schulden noch Vermögen.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 13. Oktober 2009 wurde A. wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 13. Oktober 2009 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Im September 2007 – das genaue Datum ist nicht bekannt – teilte der Angeklagte E., der damals Lehrer in I. war, telefonisch mit, er werde mit dem Gewehr in der Schule erscheinen und alle umlegen.
A. hatte sich zu diesem Telefonanruf veranlasst gesehen, weil seiner Meinung nach sein Sohn F., geb. 30. März 1995, von E. beschuldigt worden war, im Schulhaus einen Lichtschalter beschädigt zu haben. Der Lehrer habe – so A. – F. gepackt und gegen die Wand gedrückt.
E. fühlte sich durch die erwähnte Äusserung des Angeklagten nachhaltig bedroht, zumal er wusste, dass A. Jäger ist. In der Folge getraute er sich während einer Woche nicht mehr, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, sondern benützte jeweils das Postauto. Aus Angst vor dem Angeklagten schloss er nach dem Betreten des Schulhauses in I. jeweils die Türen ab. Wenn während des Schulunterrichts ein Fahrzeug vor dem Schulhaus anhielt, schaute er immer sofort zum Fenster hinaus, weil er befürchtete, es könnte der Angeklagte sein.
G. und H. waren damals ebenfalls als Lehrerinnen in I. tätig. Sie hatten zusammen ein volles Pensum und lösten sich gegenseitig ab. Nachdem H. von der Drohung von A. Kenntnis erhalten hatte, blieb sie zuhause und liess den Schulunterricht während eines Tages ausfallen. Wegen der Drohung des Angeklagten waren auch die beiden Lehrerinnen nicht in der Lage, normalen Schulunterricht zu
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erteilen. Während des Unterrichtes mussten sie ständig die Vorgänge vor dem Schulhaus beobachten, weil sie ein Auftauchen von A. befürchteten.
Der Angeklagte will zu E. lediglich gesagt haben, er – E. – müsse sich nicht wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle ummähe. Kurze Zeit vorher sei es nämlich an einer Schule im Ausland zu einem Amoklauf gekommen.
Mit Strafmandat vom 16. Januar 2009 verurteilte der Kreispräsident Schanfigg den Angeklagten zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 60.-- und zu einer Busse von Fr. 700.--. Gegen dieses Strafmandat liess A. am 21. Januar 2009 rechtzeitig Einsprache erheben.“
C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur am 17. Dezember 2009 waren der Angeklagte A. und sein privater Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, anwesend. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hatte auf eine mündliche Anklagevertretung verzichtet.
In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte und begründete die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:
„1. A. sei der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu verurteilen
- zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 110.--.
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
- zur Bezahlung einer Busse von Fr. 800.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Der Verteidiger beantragte in seinem Plädoyer, A. vom Vorwurf der Widerhandlung gegen Art. 285 Ziff. 1 StGB unter Kosten- und Entschädigungsfolge freizusprechen.
D. Mit Urteil vom 17. Dezember 2009, mitgeteilt am 4. Februar 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. A. wird vom Tatvorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB freigesprochen.
2. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'154.00 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'654.00, Gerichtskosten CHF 1'500.00) gehen im Umfang von CHF 2'654.00 zu Lasten des Kantons und im Betrag von CHF
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1'500.00 zu Lasten der Gerichtskasse. A. wird eine Entschädigung in Höhe von CHF 7'153.60 zuzüglich 7.6% MwSt., inkl. Barauslagen, zugesprochen ([29.10 x CHF 240.00] +CHF 169.60). Davon gehen CHF 4'900.00 zuzüglich MwSt. zu Lasten des Kantons Graubünden und CHF 2'253.60 zuzüglich MwSt. zu Lasten der Gerichtskasse.
Die Kosten des Kreisamtes Schanfigg gehen zu Lasten des Kreisamtes.

## Considerations