# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6600664e-28d9-596f-b886-89653ac3c4b5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Z. S., geboren 1961, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro (Kosovo).
Er ist seit 1981 mit seiner Landsfrau P.S. verheiratet. Er hielt sich von 1985 bis 1988 als
Saisonnier in der Schweiz auf. 1989 wurde ihm eine Jahresaufenthaltsbewilligung und
1996 eine Niederlassungsbewilligung erteilt. Die Ehefrau kam 1990 mit den beiden
Kindern F. geboren 1983, und G., geboren 1985, im Rahmen des Familiennachzugs in
die Schweiz. 1992 wurde die Tochter A. geboren. Die Kinder und die Ehefrau besitzen
seit 1996 bzw. 2001 Niederlassungsbewilligungen.
Am 28. März 1997 erschoss Z. S. im Treppenaufgang des Dancings Amnesia an der
Oberen Bahnhofstrasse in Wil den mazedonischen Staatsangehörigen Z. Das
Kantonsgericht St. Gallen sprach Z. S. mit Urteil vom 9. Dezember 1998 der
vorsätzlichen Tötung, der mehrfachen Gefährdung des Lebens und des verbotenen
Waffentragens schuldig und bestrafte ihn mit neun Jahren Zuchthaus und zehn Jahren
Landesverweisung. Das Kassationsgericht wies eine Nichtigkeitsbeschwerde des
Verurteilten mit Entscheid vom 11. August 1999 ab.
Mit Urteilen vom 4. Dezember 1999 wies der Kassationshof des Bundesgerichts eine
Nichtigkeitsbeschwerde und eine staatsrechtliche Beschwerde von Z. S. gegen das
Urteil des Kantonsgerichts und das Urteil des Kassationsgerichts ab, soweit es darauf
eintrat.
Während eines Hafturlaubs lenkte Z. S. am 1. März 2003 in angetrunkenem und
übermüdetem Zustand einen Personenwagen und verursachte dabei einen
Selbstunfall. Das Kreisgericht Rheintal sprach ihn mit Urteil vom 25. September 2003
des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand und der einfachen
Verkehrsregelverletzung schuldig und bestrafte ihn mit vier Wochen Gefängnis und
einer Busse von Fr. 500.--.
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Mit Verfügung vom 9. Juli 2004 wies das Ausländer-amt Z. S. auf unbestimmte Dauer
aus der Schweiz aus. Der Beginn der Ausweisung wurde auf die Entlassung aus dem
Strafvollzug festgesetzt.
B./ Gegen die Ausweisung erhob der Betroffene Rekurs, der vom Justiz- und
Polizeidepartement mit Entscheid vom 29. November 2004 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben vom 14. Dezember 2004 und 12. Januar 2005 erhob Z. S. durch
seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 29. November 2004 und die Verfügung des Ausländeramts vom
9. Juli 2004 seien aufzuheben und von einer Ausweisung sei abzusehen. Zur
Begründung der Beschwerde wird im wesentlichen vorgebracht, die Ausweisung sei
unverhältnismässig. Es sei in bezug auf das Fehlverhalten des Beschwerdeführers im
Strafvollzug lediglich auf Vermutungen abgestellt worden. Eine gegenwärtige und
erhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gehe vom
Beschwerdeführer nicht aus. Zu seinen Gunsten sei weiter zu berücksichtigen, dass er
sich seit sehr langer Zeit in der Schweiz aufhalte und sehr gut integriert sei. Auch hätte
die Ausweisung eine Trennung der Familie zur Folge. Eine Uebersiedlung nach Kosovo
sei für die Ehefrau und die minderjährige Tochter nicht zumutbar. Auf die weiteren
Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
Mit Verfügung vom 14. Januar 2005 wurde Z. S. auf den 18. Februar 2005 bedingt aus
dem Vollzug der Freiheitsstrafe entlassen. Gleichzeitig wurde der Vollzug der
gerichtlichen Landesverweisung angeordnet.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2005 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 14. Dezember 2004
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und 12. Januar 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) kann ein Ausländer aus der Schweiz
ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich
bestraft wurde (lit. a) oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen
darauf schliessen lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im
Gaststaat geltende Ordnung einzufügen (lit. b).
Die Ausweisung kann befristet, aber nicht für weniger als zwei Jahre, oder unbefristet
ausgesprochen werden (Art. 11 Abs. 1 ANAG). Sie soll nur verfügt werden, wenn sie
nach den gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).
Der Beschwerdeführer wurde gestützt auf Art. 55 StGB zu einer unbedingten
Landesverweisung von zehn Jahren verurteilt. Mit Verfügung vom 14. Januar 2005
gewährte die Strafvollzugsbehörde die bedingte Entlassung aus dem Vollzug der
Freiheitsstrafe, sobald der Verurteilte ausgeschafft werden kann, frühestens am 18.
Februar 2005. Die Landesverweisung wurde damit vollziehbar erklärt. Eine unbedingte
Landesverweisung im Sinne von Art. 55 StGB ist nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichtes für die Fremdenpolizeibehörden bindend (vgl. BGE 124 II 289 mit
Hinweis auf Art. 10 Abs. 4 ANAG; VerwGE vom 24. September 1998 i.S. E.S. und vom
14. Dezember 1999 i.S. S.Z.). Die Ausweisung ist daher nur insoweit zu überprüfen, als
sie auf unbestimmte Zeit und damit länger als die Dauer der strafrechtlichen
Landesverweisung angeordnet wurde.
b) Art. 10 Abs. 1 ANAG ist eine typische "Kann-Bestimmung". Das Gesetz schreibt
beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen nicht zwingend die Anordnung einer
Ausweisung vor, sondern es räumt der Verwaltung diesbezüglich einen
Ermessensspielraum ein. Das Verwaltungsgericht ist zur Ueberprüfung der
Angemessenheit einer Verfügung oder eines Entscheides nicht befugt (Art. 61 Abs. 1
und 2 VRP). Es darf daher auch bei der Prüfung der Angemessenheit im Sinne von Art.
11 Abs. 3 Satz 1 ANAG nicht sein eigenes Ermessen - im Sinne einer Prüfung der
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Opportunität bzw. der Zweckmässigkeit der Massnahme - anstelle des Ermessens der
Verwaltung stellen (VerwGE vom 11. November 2003 i.S. M.B.A. mit Hinweis auf
VerwGE vom 17. August 1999 i.S. J. und S.R.; BGE 125 II 107). Es kann nur
überprüfen, ob der Entscheid der Verwaltung auf einer Ueberschreitung bzw. einem
Missbrauch des Ermessens beruht und damit rechtswidrig ist (GVP 1996 Nr. 9 mit
Hinweisen).
Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3
ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens
des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollzugsverordnung
zum ANAG, SR 142.201, abgekürzt ANAV). In der Prüfung der Angemessenheit im
Sinne von Art. 11 Abs. 3 ANAG, d.h. der Verhältnismässigkeit, geht auch diejenige auf,
ob die Massnahme im Sinne von Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(SR 0.101, abgekürzt EMRK) verhältnismässig bzw. als in einer demokratischen
Gesellschaft notwendig erscheint (BGE 120 Ib 130 f.).
c) Der Beschwerdeführer wurde von der Strafkammer des Kantonsgerichts der
vorsätzlichen Tötung und weiterer Delikte schuldig gesprochen und zu neun Jahren
Zuchthaus verurteilt. Aufgrund dieser Verurteilung sind die Voraussetzungen für eine
Ausweisung gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG unbestrittenermassen erfüllt.
d) Im folgenden ist zu prüfen, ob die angeordnete Ausweisung verhältnismässig ist.
aa) Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschuldens und die
fremdenpolizeiliche Interessenabwägung ist die vom Strafrichter verhängte Strafe (BGE
129 II 216).
Das Kantonsgericht hielt in seinem Urteil vom 9. Dezember 1998 fest, der
Beschwerdeführer habe einen ihm bis dahin unbekannten Menschen ums Leben
gebracht, weil er mit diesem eine zufällige Auseinandersetzung gehabt habe. Er habe
bei seiner Reaktion eine weit übertriebene Empfindlichkeit und einen ungehemmten
Geltungsdrang gezeigt. Er habe die Tat mit mehreren gezielten Schüssen konsequent,
ja geradezu im
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Sinne eines "Overkills" zu Ende geführt.
Der Tat ging eine Auseinandersetzung im Dancing Amnesia voraus. Der
Beschwerdeführer war am Abend im Ausgang und ohne besonderen Anlass mit einer
geladenen Pistole bewaffnet, die er in den Hosenbund steckte. Er gab gegenüber der
Polizei an, diese Waffe habe er überall mitgenommen, wo er hingegangen sei. Er stehe
eben mit ein paar Leuten aus dem Kosovo "nicht so gut". Es sei ihm allerdings schon
bekannt, dass man "ohne Schein" keine Schusswaffe tragen dürfe. Vor Gericht erklärte
er dagegen, er habe die Pistole am besagten Abend nur ausnahmsweise und ganz
zufällig dabei gehabt. Nach dem Aufsuchen mehrerer Lokale begab er sich um ca.
21.00 Uhr in das Dancing Amnesia und trank Bier. Eine knappe Stunde später traf dort
das spätere Opfer mit Angehörigen ein. Nachdem der Beschwerdeführer immer wieder
zu dieser Gruppe hinüber geblickt hatte, bemerkte eine dieser Gruppe angehörende
Frau, sie kenne den Beschwerdeführer von ihrem früheren Arbeitsort her; dieser habe
sich schon damals als Frauenheld aufgespielt. Ihr Mann machte daraufhin Anstalten
zum Aufstehen. An seiner Stelle ging dann das Opfer zum Beschwerdeführer hin,
sprach mit ihm und klopfte ihm zuletzt auf die Schulter, so als wolle er ausdrücken, nun
sei alles wieder gut. In der Folge begaben sich der Beschwerdeführer und Personen
aus der gegnerischen Gruppe aus dem Lokal. In einer Mischung aus verletztem Stolz
und der Befürchtung, einer zahlenmässigen Uebermacht in der erwarteten Schlägerei
zu unterliegen, zog er seine Pistole und leerte das ganze Magazin. Das Kantonsgericht
hielt fest, im Bestreben, sich die Flucht rücksichtslos freizuschiessen, liege eine
enorme Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal Unbeteiligter. Umgekehrt seien zwei
Strafmilderungsgründe zu beachten. Im Zweifel sei anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer doch im Glauben war, es entstehe eine Prügelei und diese werde
mit seiner Niederlage enden. Ausserdem habe der Beschwerdeführer bei einem
Blutalkoholgehalt von höchstens 2,22 Gewichtspromillen einen mittelschweren Rausch
gehabt.
Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als
sehr schwer einzustufen. Insbesondere ist bei Gewaltdelikten ein strenger Massstab
anzulegen (BGE 125 II 526). Aufgrund der Straftat bzw. der Verurteilung ist ein überaus
gewichtiges öffentliches Interesse an der Ausweisung des Beschwerdeführers
gegeben.
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Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde ist eine gewisse Rückfallgefahr nicht
von der Hand zu weisen. Das Kantonsgericht hielt fest, der Angeschuldigte weise nicht
beeinflussbare Charakterzüge auf, insbesondere eine gesteigerte Bereitschaft zu
gewaltsamen Konfliktlösungen. Die Tatumstände und das Vorleben sprächen gegen
eine gute Prognose. Diese Beurteilung ist zutreffend. In Betracht fällt auch, dass der
Beschwerdeführer 1989 nach einem Wirtshausstreit einem Landsmann mit einem
Hammer derart heftig auf den Kopf schlug, dass dieser einen Schädelbruch erlitt. Er
machte danach geltend, er sei dazu "praktisch gezwungen" gewesen, weil der andere
ihn tief beleidigt und körperlich bedrängt habe. Das Kantonsgericht hielt fest, der
Beschwerdeführer könne offenbar nicht verstehen, weshalb man "diese alte Sache
wieder ausgräbt". Diese Haltung beweise zugleich seine Rücksichtslosigkeit und die
fehlende Einsicht. Hinzu kommt ausserdem, dass der Beschwerdeführer während eines
Hafturlaubs angetrunken einen Personenwagen lenkte und damit ein weiteres
Vergehen beging.
Offen bleiben kann, inwiefern der Beschwerdeführer sich noch anderweitig im
Strafvollzug ein Fehlverhalten zuschulden kommen liess. Immerhin steht fest, dass er
die wegen der umstrittenen Drohung und der Teilnahme an einer
Unterschriftensammlung ausgesprochene Versetzung akzeptiert hat. Bei der streitigen
Drohung handelt es sich allerdings nicht um eine ausschlaggebende Tatsache,
weshalb weitere Abklärungen nicht erforderlich sind.
bb) Zugunsten des Beschwerdeführers ist der lange Aufenthalt in der Schweiz zu
berücksichtigen. Der Beschwerdeführer kam 1985 im Alter von rund 24 Jahren als
Saisonnier in die Schweiz. 1989 wurde ihm eine Jahresaufenthalts- und 1996 eine
Niederlassungsbewilligung erteilt. Der lange Aufenthalt von rund zwanzig Jahren fällt
bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Ausweisung zu Gunsten des
Beschwerdeführers ins Gewicht. Allerdings ist eine Ausweisung selbst bei Ausländern
der zweiten Generation, welche in der Schweiz geboren wurden und zeitlebens hier
ansässig waren, unter gewissen Umständen zulässig (BGE 122 II 436). Die lange
Aufenthaltsdauer vermag jedenfalls eine Unverhältnismässigkeit der Ausweisung nicht
zu begründen.
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Die Vorinstanz billigte dem Beschwerdeführer eine gewisse Integration zu.
Demgegenüber wird in der Beschwerde geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei in
der Schweiz sehr gut integriert. Er spreche fliessend deutsch, sei mit den Sitten und
Bräuchen in der Schweiz bestens vertraut und betrachte die Schweiz als seine Heimat.
Zweifellos ist nach einem Aufenthalt von rund 20 Jahren in der Schweiz eine gewisse
Integration ohne weiteres anzunehmen. Allerdings fällt auf, dass der Beschwerdeführer
an der Gerichtsverhandlung von einem Dolmetscher unterstützt wurde und er unter
anderem Fehler des Dolmetschers verantwortlich machte, weshalb das Strafmass in
seinen Augen übersetzt ausgefallen war. Daher ist zumindest fraglich, ob der
Beschwerdeführer über fliessende Deutschkenntnisse verfügt, wie in der Beschwerde
behauptet wird. Gegen eine nachhaltige Integration spricht ausserdem der Umstand,
dass der Beschwerdeführer entgegen den ihm bekannten gesetzlichen Vorschriften
eine Waffe trug und eine gesteigerte Bereitschaft zu gewaltsamen Konfliktlösungen
aufweist.
cc) Zugunsten des Beschwerdeführers fällt weiter ins Gewicht, dass seine Ehefrau und
seine dreizehnjährige Tochter über Niederlassungsbewilligungen verfügen.
Demgegenüber kann er aus den Niederlassungsbewilligungen seiner volljährigen
Kinder keinen Rechtsanspruch auf Aufenthalt in der Schweiz ableiten (BGE 120 Ib 261).
dd) Aufgrund der Niederlassungsbewilligung der Ehefrau und der minderjährigen
Tochter kann sich der Beschwerdeführer indessen auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen.
Diese Bestimmung verschafft einem Ausländer einen Anspruch auf Schutz des
Familienlebens, wenn er nahe Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in
der Schweiz hat. Wird ihm selber die Anwesenheit in der Schweiz untersagt, kann dies
Art. 8 EMRK verletzen. Soweit eine familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und
intakt ist, wird das der zuständigen Behörde durch Art. 4 ANAG eingeräumte freie
Ermessen eingeschränkt (BGE 122 II 5 und 293, 127 II 64 f.).
Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das Recht auf Schutz des Familienlebens
statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung und das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung
sowie Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral
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sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die EMRK verlangt somit
ebenfalls ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen
der Bewilligung und dem öffentlichen Interesse an deren Entzug, wobei die öffentlichen
Interessen in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweisen). Bei der Interessenabwägung ist zu fragen, ob den
hier anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem
Ausländer, der ausgewiesen wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage der Zumutbarkeit
beurteilt sich nicht nach den persönlichen Wünschen der Betroffenen, sondern ist unter
Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse und aller Umstände objektiv zu
beurteilen (BGE 122 II 6 mit Hinweis auf BGE 116 Ib 353 und 115 Ib 3). Eine allfällige
Unzumutbarkeit der Ausreise für die hier lebenden Angehörigen ist mitabzuwägen, führt
aber nicht zwingend für sich allein zur Unzulässigkeit einer Ausweisung. Wenn es den
Familienangehörigen zumutbar ist, ihr Familienleben im Ausland zu führen, ist Art. 8
Abs. 1 EMRK zum vornherein nicht verletzt (BGE 122 II 297 mit Hinweisen auf Literatur
und Judikatur).
ee) Den öffentlichen Interessen sind somit die privaten Interessen des
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Je länger ein
Ausländer in der Schweiz lebt und je gewichtiger sein Interesse an der
Aufrechterhaltung der familiären Beziehung einzustufen ist, desto strengere
Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen.
Entscheidend bleibt in jedem Fall die Verhältnismässigkeitsprüfung gestützt auf die
gesamten wesentlichen Umstände des Einzelfalls.
Wie erwähnt, reiste der Beschwerdeführer 1985 im Alter von rund 24 Jahren erstmals in
die Schweiz ein. 1989 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Somit ist er seit rund 16
Jahren dauernd in der Schweiz ansässig. Allerdings ist anzunehmen, dass er mit
seinem Herkunftsland nach wie vor verbunden ist. So verbrachte er seine gesamte
Kindheit und Jugend in Kosovo, weshalb davon auszugehen ist, dass seine
Beziehungen zu seiner Heimat niemals gänzlich abgebrochen sind. Der
Beschwerdeführer baute zudem mit seiner Ehefrau in seinem Geburtsort in Kosovo ein
Haus, das er mit Krediten finanzierte, die er in der Schweiz aufgenommen hatte. Unter
diesen Umständen muss davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
trotz seines langen Aufenthalts in der Schweiz damit rechnete, dereinst nach Kosovo
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zurückzukehren. Wer in seinem Herkunftsstaat ein Haus baut, der rechnet im
allgemeinen damit, sich dort wieder niederzulassen. In der Beschwerde werden
jedenfalls keine anderen Gründe angeführt, weshalb der Beschwerdeführer ein Haus in
Kosovo baute.
ff) Von besonderer Bedeutung sind im vorliegenden Fall die Nachteile, welche eine
Ausweisung für die Ehefrau und die Tochter des Beschwerdeführers hätte. Die Ehefrau
weilt seit rund fünfzehn Jahren in der Schweiz und war bei der Einreise etwa 29-jährig.
Da sie somit den grössten Teil ihres Lebens im Herkunftsstaat verbracht hat, dürfte
eine Rückkehr nicht mit überdurchschnittlichen Schwierigkeiten verbunden sein,
wenngleich nicht zu übersehen ist, dass mit einer Rückkehr schwerwiegende,
namentlich auch wirtschaftliche Nachteile verbunden sind.
Problematischer ist die Zumutbarkeit der Ausreise nach Kosovo für die unmündige
Tochter A.. Diese ist knapp dreizehn Jahre alt und in der Schweiz geboren. Allerdings
ist davon auszugehen, dass sie die Sprache ihrer Eltern spricht und versteht. Jedenfalls
wird in der Beschwerde nicht behauptet, sie sei der Sprache ihrer Eltern nicht bzw.
nicht mehr mächtig. Obwohl sich die Tochter grundsätzlich in einem noch
anpassungsfähigen Alter befindet, muss dennoch davon ausgegangen werden, dass
ein Umzug insbesondere im schulischen Bereich mit schwierig zu überwindenden
Problemen verbunden wäre. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die Tochter die
gesamte bisherige Schulzeit in der Schweiz absolviert hat. Auch ihr Freundeskreis und
ihre älteren Geschwister befinden sich in der Schweiz. Ob eine Rückkehr nach Kosovo
für die Tochter zumutbar ist, erscheint daher zumindest fraglich, kann aber offen
bleiben. Eine allfällige Unzumutbarkeit der Ausreise für die Tochter führt nämlich nicht
zur Unzulässigkeit der Ausweisung (BGE 122 I 6 und 120 Ib 131).
e) Wägt man die öffentlichen Interessen an einer Ausweisung des Beschwerdeführers
mit seinen privaten Interessen, und insbesondere denjenigen seiner Familie, an einem
Verbleib in der Schweiz gegeneinander ab, so ist es nicht zu beanstanden, wenn die
Vorinstanz zum Ergebnis kommt, die öffentlichen Interessen an der Ausweisung seien
stärker zu gewichten. Aufgrund der Schwere der Straftat ist das öffentliche Interesse an
der Ausweisung sehr gewichtig. Dies gilt namentlich deshalb, weil der
Beschwerdeführer ein schwerwiegendes Gewaltverbrechen sowie weitere gravierende
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Straftaten beging. Dieses öffentliche Interesse vermag im vorliegenden Fall auch eine
allfällige Unzumutbarkeit der Uebersiedlung der Familienangehörigen nach Kosovo zu
überwiegen. Aufgrund des Strafvollzugs ist das Familienleben bereits seit mehreren
Jahren stark beeinträchtigt. Dass das familiäre Zusammenleben nach der
Strafverbüssung weiter verunmöglicht wird, wenn die Ehefrau mit dem unmündigen
Kind dem Beschwerdeführer nicht nach Kosovo folgen würde, ist einzig und allein dem
Verhalten des Beschwerdeführers zuzuschreiben. Hinzu kommt, dass der Vollzug der
strafrechtlichen Landesverweisung angeordnet wurde, weshalb es ihm auch aus
diesem Grund nicht möglich ist, mit seiner Familie in der Schweiz zu leben.
Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht daher zum Schluss, dass die
Ausweisung auf unbestimmte Zeit verhältnismässig ist, weshalb die Beschwerde als
unbegründet abzuweisen ist.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).