# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 37396936-493e-479f-9a60-a8c14bf7b9f1
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat sich ergeben:
A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) erwarben per 2004 mit einer Investiti-
on von EUR 376'300.- Anteile des "C" der D, in E. Hierbei handelt es sich nach angel-
sächsischem Recht um ein Versicherungsprodukt, welches hierorts steuerlich un-
bestrittenermassen als Anlagefonds qualifiziert.
In der Steuererklärung 2007 hatten die Pflichtigen den Wert dieser Anteile per
31. Dezember 2007 mit Fr. 604'623.- deklariert. Am 8. Januar 2008 verkauften sie die
Anteile für EUR 441'378.36 (= Fr. 728'274.30). Den dergestalt in der Steuerperiode
2008 erzielten Wertzuwachs im Betrag von Fr. 124'696.- erfasste die Steuerkommissä-
rin nach vorgängigen Abklärungen der steueramtlichen Wertschriftenabteilung mit Ver-
anlagungsverfügung (direkte Bundessteuer) bzw. Einschätzungsentscheid (Staats- und
Gemeindesteuern) vom 20. Januar 2011 als steuerbaren Wertschriftenertrag. Zur Be-
gründung verwies sie auf das Hilfsblatt der Wertschriftenabteilung betreffend Korrektu-
ren zum Wertschriftenverzeichnis der Pflichtigen. Diesem Hilfsblatt war zu entnehmen,
es fehle am Nachweis, dass im vorerwähnten Wertzuwachs steuerfreie Kapitalgewinne
enthalten seien.
Mit dieser Aufrechnung resultierten für die Steuerperiode 2008 die folgenden
Faktoren:
Staats- und Gemeindesteuer Direkte Bundessteuer
Fr. Fr.
Steuerbares Einkommen 283'000.- 280'000.-
Satzbestimmendes Einkommen 287'400.-
Steuerbares Vermögen 434'000.-
Satzbestimmendes Vermögen 551'000.-.
B. Die hiergegen am 17. Februar 2011 erhobenen Einsprachen, mit welchen
sich die Pflichtigen gegen die Aufrechnung von Wertschriftenertrag gewandt und ins-
besondere auch eine Gehörsverletzung wegen ungenügender diesbezüglicher Be-
gründung gerügt hatten, wurden vom kantonalen Steueramt nach Durchführung von
weiteren Schriftenwechseln und einer mündlichen Parteianhörung mit Entscheiden
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vom 16. Februar 2012 abgewiesen; im Wesentlichen nach wie vor mit der Begründung,
dass der Nachweis eines steuerfreien Kapitalgewinns nicht erbracht worden sei.
C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 16. März 2012 liessen die Pflichtigen be-
antragen, die Besteuerung der Wertschriftenerträge sei nach Massgabe ihrer Selbst-
deklaration vorzunehmen. Eventualiter sei im Fall der Besteuerung der streitigen Erträ-
ge aus dem Anlagefonds der D konsequenterweise auch der per 2008 mit einem
weiteren ausländischen Anlagefonds erzielte Verlust steuerlich zu berücksichtigen.
Schliesslich sei auch über die steuerliche Behandlung von Währungsgewinnen und
-verlusten in einer Steuerperiode zu entscheiden.
Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 12. April 2012 auf
Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich
nicht vernehmen.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) Der Einkommenssteuer unterliegen allgemein alle wiederkehrenden und
einmaligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapitalgewinne aus der Veräusserung von
Privatvermögen, welche steuerfrei sind (Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] und § 16 Abs. 1 und 3 des
Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Steuerbar im Sinn dieser Generalklausel sind
insbesondere auch die Erträge aus beweglichem Vermögen (Art. 20 DBG und § 20
StG).
b) Nach der allgemeinen Beweislastregel haben die Steuerbehörden den
Nachweis zu erbringen, dass ein Steuerpflichtiger bestimmte Einkünfte erzielt hat, da
es sich hierbei um einen steuerbegründenden Umstand handelt. Der Nachweis eines
Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-
bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-
den, indem er den Gegenbeweis erbringt, dass die zugeflossenen Einkünfte kein steu-
erbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapitalgewinns
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aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Das Risiko der Beweislosigkeit
liegt somit hinsichtlich jener Tatsachen, aus denen sich die Nichtsteuerbarkeit einer
Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen.
2. a) Unbestritten ist, dass es sich beim "C" der D steuerlich um einen auslän-
dischen Anlagefonds (= kollektive Kapitalanlage) handelt.
aa) Für die Belange der direkten Steuern werden kollektive Kapitalanlagen
grundsätzlich transparent behandelt. Dies folgt aus der in der Praxis entwickelten
so genannten Treuhandlösung und gilt, soweit die Fonds nicht über direkten Grundbe-
sitz verfügen. Diese Fonds sind demzufolge keine Steuersubjekte und entrichten daher
für ihren ausgewiesenen Gewinn keine Gewinnsteuer. Vielmehr werden die Erträge
und das Vermögen solcher Anlagefonds den Anlegern zugerechnet. Entscheidend für
die Qualifikation als Einkommen aus kollektiven Kapitalanlagen ist dabei, dass die
Fondsleitung selbstständig handelt; den Anlegern also kein Weisungsrecht zukommt.
Letzteres führt dazu, dass die Transaktionen dem Anleger nicht als gewerbsmässiger
Wertschriftenhandel zugerechnet und nicht als zum Geschäftsvermögen gehörend be-
handelt werden. Die kollektiven Kapitalanlagen haben ihren Anlegern alle Verhältnisse
zu bescheinigen, die für die Besteuerung massgebend sind (vgl. Kapalle/Tarolli
Schmidt in: Neue Kreisschreiben zu den direkten Bundessteuern – Eine Bewertung
aus Sicht der Praxis, eine Trilogie; II. Teil = Steuerrevue 2009, 634 u. 637).
bb) Betreffend die Besteuerung von kollektiven Kapitalanlagen und ihrer An-
leger hat die ESTV nach der am 1. Januar 2007 erfolgten Inkraftsetzung des neuen
Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) am 5. März 2009 das
Kreisschreiben Nr. 25 erlassen. Diesem gemäss sind ausländische kollektive Kapital-
anlagen – unter hier nicht in Frage stehenden Voraussetzungen – steuerlich schweize-
rischen kollektiven Kapitalanlagen gleichzustellen. In Ziff. 4.6.3 äussert sich das Kreis-
schreiben mit Bezug auf die Anforderungen an das Reporting von ausländischen
kollektiven Kapitalanlagen wie folgt:
Nimmt die ausländische kollektive Kapitalanlage Ausschüttungen vor, so  sich diese für Schweizer Steuerzwecke als ausschüttende kollektive Kapitalanlage; andernfalls als thesaurierende oder gemischte kollektive .
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Für Schweizer Einkommenssteuerzwecke werden ausländische kollektive  (mit Ausnahme von ausländischen kollektiven Kapitalanlagen, welche wirtschaftlich einer schweizerischen SICAF gleichzustellen sind) als transparent betrachtet.
Ausländische Abschlüsse, welche nach einem anerkannten GAAP erstellt und von einer externen Revisionsgesellschaft geprüft wurden, sind für  Einkommens- und Gewinnsteuerzwecke ausreichend.
Folgendes Vorgehen ist für das Reporting notwendig:
a. Einholen des jeweils letzten verfügbaren Abschlusses der kollektiven Kapi-
talanlage, welcher nach einem anerkannten GAAP erstellt und von einer externen Revisionsgesellschaft geprüft worden ist.
b. Die Ertragskonten (Dividenden-, Zins- und übrigen Erträge inklusive das Er-
tragsausgleichs-Konto) nach dem entsprechenden GAAP werden addiert und die Aufwendungen subtrahiert. [...]
c. Dieser Nettoertrag ist durch die Anzahl ausstehender Anteile im Zeitpunkt
des Abschlusses der Rechnungsperiode zu dividieren (Nettoertrag pro ). Alternativ kann auch das betragsmässige Verhältnis (anteiliger NAV des Anlegers/NAV der kollektiven Kapitalanlage) verwendet werden.
d. Feststellung des steuerbaren Ertrags pro Anteil:
- Thesaurierende kollektive Kapitalanlage: Der Nettoertrag pro Anteil stellt bei thesaurierenden ausländischen kollektiven Kapitalanlagen der  steuerbare Ertrag für Schweizer Einkommenssteuerzwecke dar.
- Ausschüttende kollektive Kapitalanlage: Die Qualifikation der Ausschüt-
tung als steuerbarer Ertrag respektive als steuerfreier Kapitalgewinn ist bei ausschüttenden ausländischen kollektiven Kapitalanlagen gemäss der Buchhaltung zu bestimmen.
e. Feststellung des Vermögenssteuerwertes: Für Vermögenssteuerzwecke ist
der NAV per 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres massgebend. Ist dieser nicht erhältlich, ist der letzte verfügbare NAV zu verwenden.
f. Die steuerlich relevanten Informationen sind dem Anleger und der ESTV
zugänglich zu machen.
b) Die Pflichtigen deklarierten den Wert ihrer Anteile am Anlagefonds der D
per Ende 2007 mit Fr. 604'623.- (= EUR 365'188.72). Am 8. Januar 2008, d.h. gut eine
Woche später, verkauften sie ihre Anteile für EUR 441'378.36. Sie erzielten damit den
in Streit liegenden Wertzuwachsgewinn von EUR 76'189.64 bzw. Fr. 124'696.-
(vgl. Berechnung der Wertschriftenabteilung).
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Zu beantworten ist die Frage, ob und inwieweit dieser Wertzuwachs als steu-
erbarer Vermögensertrag qualifiziert bzw. ob darin – wofür die Pflichtigen halten lassen
– steuerfreier Kapitalgewinn auf Privatvermögen enthalten ist.
c) Zu prüfen ist vorab, ob hier eine ausschüttende oder eine thesaurierende
kollektive Kapitalanlage vorliegt:
aa) Beschwerde- und rekursweise wird unter Verweis auf beiliegende Doku-
mente geltend gemacht, die D gebe jeweils zu Beginn des Jahres bekannt, um wie viel
Prozent die Anteile am streitbetroffenen Anlagefonds an Wert zunehmen würden. Wer-
de eine höhere Wertzunahme erzielt, werde die Differenz zum prognostizierten Wert
als "Final Bonus" ausgewiesen. Könne der angegebene Wert nicht erzielt werden,
werde der Bonus reduziert. Nach Ablauf des Vertragsjahrs informiere die Gesellschaft
detailliert über den Stand der Anlage.
bb) Dem vorgelegten "Contract Schedule" ist zu entnehmen, dass die Pflichti-
gen am 24. März 2004 den Betrag von EUR 376'300.- einzahlten ("Initial Investement")
und sie dafür den Anspruch auf den Kauf von Anteilen am "F (Capital Redemption Op-
tion)" im Betrag von EUR 385'708.- erworben haben. Der 2.5%-Aufschlag wird mit der
Höhe des Investments erklärt ("Your allocation has been increased by: 2.5% due to the
size of your payment"). Weiter sind die Gebühren festgelegt (Establishment Charges &
Early Cash-in Charges). Sodann wird festgehalten, dass im Rahmen der "Capital Re-
demption Option" jährliche Rückzahlungen von EUR 5'800.- erfolgen. Schliesslich wird
das Anlageprodukt als Anleihe ("Bond") beschrieben, welche Anspruch auf einen Er-
trag/Nutzen ("Benefit") am Ende der Laufzeit gebe, sofern sie nicht vorher ("Early
Cash-In") aufgelöst werde.
cc) Im ebenfalls eingereichten Jahres-Rapport der D vom 29. März 2007 ist
festgehalten, dass per Stichtag 29. März 2007 mit einem nicht garantierten "Annual
Bonus" von 3.5% zu rechnen sei. Angegeben ist weiter, dass die Gesamtrendite
("Overall Yield") seit dem Kauf der Anteile (24. März 2004) 8.5% betrage. Sodann ist
vermerkt, dass die Pflichtigen insgesamt EUR 376'300.- in den Fonds einzahlten
(= Anfangsinvestition) und dass per 2005 und 2006 Rückzahlungen von jeweils EUR
5'800.- erfolgt sind. Ausschüttungen an die Anteilseigner sind in diesem Rapport nicht
aufgeführt.
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dd) Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass sämtliche vom Anlagefonds
erwirtschafteten Erträge bzw. Wertsteigerungen thesauriert worden sind, mithin eine
thesaurierende kollektive Kapitalanlage vorliegt.
d) Nach den oben erwähnten Vorgaben des Kreisschreibens stellt bei thesau-
rierenden ausländischen kollektiven Kapitalanlagen "der Nettoertrag pro Anteil" den
massgebenden steuerbaren Ertrag für Schweizer Einkommenssteuerzwecke dar
(Ziff. 4.6.3 lit. d). Dabei ist aber grundsätzlich möglich, dass im thesaurierten Ertrag
bzw. Wertzuwachs auch steuerfreie Kapitalanteile enthalten sind; mit "Nettoertrag" sind
damit die Erträge ohne solche Kapitalgewinne gemeint. Dies folgt auch aus der er-
wähnten Gleichstellung mit den inländischen thesaurierenden Anlagefonds, denn mit
Bezug auf diese stellt das Kreisschreiben in Ziff. 4.1.1. fest:
Die thesaurierenden kollektiven Kapitalanlagen haben den Anlegern für die  Steuern die thesaurierten Erträge jährlich zu bescheinigen. Davon  sind die wiederangelegten Kapitalgewinne, sofern sie in der  separat ausgewiesen sind.
Damit steht einstweilen fest, dass die Pflichtigen gestützt auf die eingangs
erwähnte steuerliche Beweislast die thesaurierten Erträge bzw. die damit einhergehen-
de Wertsteigerung ihrer Anlage zu versteuern haben, soweit sie nicht mit entsprechen-
den detaillierten Abschlüssen bzw. Jahresrechnungen des ausländischen Anlagefonds
nachzuweisen vermögen, dass darin steuerfreie Kapitalgewinne enthalten sind.
e) aa) Die Pflichtigen lassen im beweisrechtlichen Zusammenhang einwen-
den, dass im Rahmen der steuerbehördlichen Untersuchung immer wieder die Bilanz
und die Erfolgsrechnung der D verlangt worden seien. Das Einreichen dieser Unterla-
gen sei jedoch nicht möglich gewesen, weil diese nicht existierten. Auch wenn es eine
Jahresrechnung gäbe, hätte diese den Ansprüchen der Steuerbehörde nicht genügen
können. Die ausländische Gesellschaft erstelle nämlich ihre Buchhaltung nach dem
geltenden Recht des Sitzstaates und damit ohne die Aufteilung zwischen Vermögens-
ertrag und Wertzuwachs. Der von der Steuerverwaltung verlangte Nachweis könne
somit auch unter Vorlegung sämtlicher Unterlagen nicht erbracht werden, weil die aus-
ländischen Vorschriften der Rechnungslegung nicht auf die Praxis des schweizeri-
schen Steuerrechts ausgerichtet seien. Unter solchen Umständen sei mit Blick auf die
Beweislast zu bedenken, dass diese dort ihre Grenzen haben müsse, wo der Nachweis
unmöglich sei. Wenn die Steuerbehörde Jahresrechnungen verlange, welche nicht
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existierten, sei dies deshalb unverhältnismässig, denn steuermindernde Tatsachen
könnten auch anderweitig nachgewiesen werden. Weil die D bei der Deklaration
der Anteilswerte keinen Unterschied zwischen Ertrag und Gewinn mache, verlangten
die Pflichtigen von dieser jeweils eine Berechnung betreffend Aufteilung der Wertzu-
nahme der Fondsanteile in Ertrag und Gewinn. Die entsprechende Bestätigung der
D-Geschäftsleitung vom 5. März 2009 eigne sich zum glaubhaften Nachweis, dass es
nicht realistisch sei, den gesamten Wertzuwachs als Einkommen zu erfassen.
bb) Dem ist zunächst zu entgegnen, dass ein in der Schweiz unbeschränkt
Steuerpflichtiger, welcher oftmals gerade auch mit Blick auf Steuervorteile internationa-
le Investments tätigt, den hierorts geltenden steuerlichen Mitwirkungspflichten und Be-
weislastregeln die Besonderheiten ausländischen Rechts nicht entgegenhalten kann.
Ergeben sich dem Steuerpflichtigen in letzterem Zusammenhang Probleme bei der
Beweisführung, ist dies Ausfluss seines speziellen ausländischen Investments und hat
dieser infolgedessen auch die hiesigen beweisrechtlichen Konsequenzen zu tragen.
cc) Zuzustimmen ist den Pflichtigen allerdings darin, dass der Nachweis von
steuermindernden Tatsachen auf verschiedene Weise erbracht werden kann. Denkbar
ist dabei auch, dass beispielsweise ein Grundsachverhalt nachgewiesen ist, jedoch in
quantitativer Hinsicht Fragezeichen verbleiben (Beispiel: im streitigen Wertzuwachs
sind nachgewiesenermassen Kapitalgewinne enthalten, welche im Quantitativen je-
doch nicht bestimmbar sind), denn in solche Fällen können gegebenenfalls die steuer-
mindernden Anteile nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt werden (vgl. Art. 130
Abs. 2 DBG bzw. § 139 Abs. 2 StG).
Die Möglichkeit einer solchen Schätzung scheidet hier jedoch aus: Vorgelegt
haben die Pflichtigen als Beweismittel nämlich lediglich eine Bescheinigung der D vom
5. März 2009, in welcher diese ihre "With Profit Fund Returns" per 2006, 2007 und
2008 in GBP, EUR und USD auflistet. Dabei sind die "Returns", also die Renditen, un-
terteilt in Ertrag ("Total Income") und Kapitalgewinn ("Capital Gain"). Der Bescheini-
gung ist aber zu entnehmen, dass die aufgeführten Kennzahlen nicht denjenigen ent-
sprechen, welche ein individueller Investor erzielt hat. Zum Nachweis, dass der
streitbetroffene Wertzuwachs auf der Investition der Pflichtigen bei der D auch nur teil-
weise auf steuerfreie Kapitalgewinne zurückzuführen ist, eignet sich diese Bescheini-
gung somit von vornherein nicht. Hinzu kommt, dass in der Bescheinigung die Kapital-
gewinne der eurobezogenen "With Profits Funds" wie folgt aufgeführt sind:
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2006 2007 2008
Total Income 3.32% 3.16% 3.91%
Capital Gain 7.9% -2.6% -29.86%
Total Return 11.48% 0.47% -27.04%
Diese Zahlen zeigen auf, dass über diese dreijährige Berichtsperiode hinweg
sogar ein Kapitalverlust eingetreten sein soll. Selbst für den Fall, dass den Kennzahlen
Aussagekraft für die individuelle Anlage der Pflichtigen zugesprochen würde, fehlte
damit ein Nachweis von steuerfreiem Kapitalgewinn im streitbetroffenen Wertzuwachs.
Beizufügen bleibt, dass die Pflichtigen im Einschätzungsverfahren 2007 noch
angegeben hatten, dass vom Wertzuwachs 2007 lediglich 14,245% auf Kapitalerträge
zurückzuführen seien (vgl. Beiblatt zur Steuererklärung 2007), was in Widerspruch mit
den obenstehenden Zahlen des Berichtsjahrs 2007 steht. Die Tabelle zeigt im Übrigen
auf, dass bei ausländischen Anlagefonds die Besteuerung des Nettoertrags (hier "Total
Return") im Sinn des vorerwähnten Kreisschreibens dem Steuerpflichtigen zum Vorteil
gereichen könnte, weil bei Fehlen von transparenten Unterlagen steuerbare Vermö-
genserträge mitunter von steuerlich nicht absetzbaren Kapitalverlusten verdeckt wer-
den (vgl. die Zahlen 2007).
dd) Als Zwischenergebnis ist damit festzuhalten, dass die thesaurierten
"Returns" und damit letztlich der gesamte Wertzuwachs im Anlagefonds der D, in wel-
chen die Pflichtigen anfangs 2004 eine Investition von EUR 376'000.- getätigt haben,
als steuerbarer Vermögensertrag qualifiziert, denn der Nachweis von darin enthaltenen
steuerfreien Kapitalgewinnen wurde nicht erbracht.
3. a) Zu prüfen bleibt, ob anderweitige Gründe der Besteuerung des in Frage
stehenden Wertzuwachses entgegenstehen bzw. ob die Steuerbehörde diesen in
quantitativer Hinsicht korrekt ermittelt hat.
b) Die Pflichtigen machen geltend, dass im streitbetroffenen Wertzuwachs von
Fr. 124'696.- bereits versteuerte Erträge und zudem auch Währungsgewinne enthalten
seien. Dies begründen sie mit einer in der Beschwerde- und Rekursschrift angestellten
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Berechnung, wonach sie die Anteile am Anlagefonds der D am 24. März 2004 für
Fr. 594'554.- zum Wert pro Anteil von EUR 1.07594 sowie zum EUR/CHF-Wechselkurs
von 1.58 gekauft hätten und per 8. Januar 2008 für Fr. 722'382.- zum Wert pro Anteil
von EUR 1.22013 (zuzüglich Final Bonus von EUR 72'631.-; abzüglich Early Cash-in
Charge von EUR 14'475.-) sowie zum EUR/CHF-Wechselkurs von 1.6367 wieder ver-
kauft hätten, was einen Gesamtgewinn von Fr. 127'828.- ergebe. Dieser Gesamtge-
winn entspreche in etwa dem nun von der Steuerbehörde pro 2008 erfassten Gewinn.
Im Gesamtgewinn seien aber in den Vorjahren bereits versteuerte Gewinne sowie
auch ein Währungsgewinn von 3.6% enthalten.
c) Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass die Pflichtigen keine Schlussab-
rechnung der D vorgelegt haben, welche diese rudimentäre Eigenberechnung belegen
würde. Dass die Letztere nicht korrekt bzw. vollständig sein kann, ergibt sich schon
daraus, dass die jährlichen Rückzahlungen von EUR 5'800.- per 2005, 2006 und 2007
unerwähnt geblieben sind.
aa) Auszugehen ist bei der Berechnung des per 2008 steuerbaren Ertrags
davon, dass die Pflichtigen ihre gesamten Anteile am Anlagefonds der D per Ende
2007 mit Fr. 604'623.- deklariert hatten; dies nachdem die einzelnen Anteile per 2007
eine Wertsteigerung von EUR 1.1834 auf EUR 1.2249 erfahren hatten. Die Wertsteige-
rung insgesamt belief sich damals auf EUR 12'372.- bzw. umgerechnet Fr. 20'414.-
und wurde entgegen der ursprünglichen Deklaration der Pflichtigen letztlich einver-
nehmlich ebenfalls als Wertschriftenertrag besteuert (Einschätzungsvorschläge 2007
der Steuerbehörde und Zustimmungserklärungen der Pflichtigen. Daraus folgt zu-
nächst, dass die thesaurierten Erträge pro 2007, welche bis Ende 2007 zu einem Anla-
gewert von Fr. 604'623.- führten, bereits versteuert worden sind. Wenn nun die Anlage
am 8. Januar 2008 für EUR 441'378.36 (= gemäss Umrechnung der steueramtlichen
Wertschriftenabteilung Fr. 728'274.30) verkauft wurde, so hat diese eine zusätzliche
Wertsteigerung im Betrag von Fr. 123'651.- erfahren, welche bis anhin noch nicht ver-
steuert worden ist.
Freilich lässt eine solche Wertsteigerung von rund 20% innerhalb von einer
Woche prima vista nicht an gewöhnlichen Wertschriftenertrag denken. Dass gleichwohl
ein solcher vorliegen kann, erklärt sich jedoch mit dem "Final Bonus", welchen den
Pflichtigen bei der Rückgabe ("Cash-in") oder bei einer allfälligen Auszahlung im To-
desfall zugestanden hat (vgl. Bescheinigung der D vom 29. März 2007). Dieser Bonus
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betrug nach den Angaben der Pflichtigen in Beschwerde bzw. Rekurs EUR 72'631.-,
was bei einem Eurokurs per 8. Januar 2008 von 1.636 (vgl. Kursliste) Fr. 118'824.15
entspricht. Die streitbetroffene Wertsteigerung ist damit nahezu vollständig auf die
Auszahlung dieses Schlussbonus zurückzuführen und eine diesbezügliche Besteue-
rung hat in der Vergangenheit eben noch nicht stattgefunden. Der Final Bonus ist in
den Vorjahren wohl mit Blick auf die Fälligkeit per Cash-In (oder im Todesfall) nie in
den deklarierten Vermögenswert der Anlage eingeflossen. Unter diesen Umständen ist
insoweit auch nicht von einer zum Rentensatz zu besteuernden überjährigen Leistung
auszugehen, was die Pflichtigen denn auch nicht vorbringen lassen.
bb) Dass im streitigen Wertzuwachs steuerfreie Währungsgewinne enthalten
wären, ist ebenfalls nicht ersichtlich.
Per Ende 2007 betrug der Anlagewert der Vermögensanlage EUR 365'188.72,
so dass sich bei einem Verkaufspreis von EUR 441'378.36 per 8. Januar 2008 ein
Wertzuwachs von EUR 76'189.64 ergibt. Diesen Gewinn in EUR rechnete die steuer-
amtliche Wertschriftenabteilung mit dem Wechselkurs per 8. Januar 2008 (= Datum
des Cash-in bzw. der Rückzahlung des Investments inkl. Schlussbonus) von 1.63655
in einen Gewinn von Fr. 124'696.- um. Mit dieser korrekten Berechnungsweise kann
von vornherein kein Währungsgewinn erfasst worden sein. Im Übrigen entwickelte sich
der EUR/CHF-Wechselkurs zwischen dem 1. und 8. Januar 2008 leicht rückläufig (von
1.654 auf 1.636; vgl. Umrechnungstabelle), so dass insoweit kein Währungsgewinn,
sondern nur ein Währungsverlust möglich war. Währungsschwankungen sind jedoch
ohne Bedeutung, wenn – wie vorliegend – der Wertzuwachs zunächst in der Währung
des Investments bestimmt wird und alsdann die Umrechnung in CHF per Zuflussdatum
erfolgt.
cc) Damit steht fest, dass die Besteuerung des gesamten Wertzuwachses
2008 auf der Anlage der Pflichtigen bei der D im Umfang von EUR 76'189.64 =
Fr. 124'696.- auch in quantitativer Hinsicht nicht zu beanstanden ist.
4. a) Die Pflichtigen lassen eventualiter geltend machen, dass sie den Erlös
aus dem Verkauf des Anlagefonds bei der D in einen neuen (ähnlichen) Anlagefonds
der G reinvestiert hätten und mit letzterem per 2008 einen Verlust von über
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Fr. 200'000.- erlitten hätten. Werde der Gewinn aus dem Anlagefonds der D besteuert,
müsse konsequenterweise auch der Verlust aus dem Anlagefonds der G steuermin-
dernd berücksichtigt werden.
b) Ein Steuerpflichtiger, welcher Privatvermögen in einen Anlagefonds inver-
tiert, wird dadurch nicht zum Wertschriftenhändler (vgl. vorstehend Ziff. 2.a.aa). Soweit
mit solchen Fonds ausgewiesene Kapitalgewinne oder -verluste erzielt werden, bleibt
dies folglich einkommenssteuerrechtlich ohne Folgen. Damit kann eine steuermindern-
de Berücksichtigung von Kapitalverlusten, welche die Pflichtigen per 2008 mit ihrer
Neuinvestition in den Anlagenfonds der G erlitten haben, von vornherein nicht in Frage
kommen. Fragen liesse sich höchstens wiederum, ob der letztere Anlagefonds unab-
hängig von Kapitalverlusten Erträge erwirtschaftet hat, welche von den Pflichtigen zu
versteuern wären. Dieser Frage ist die steueramtliche Dienstabteilung Recht im Veran-
lagungsverfahren 2008 bereits nachgegangen, wobei sie zum Schluss kam, dass bei
diesem Anlagefonds per 2008 noch keine Besteuerung von Erträgen zu erfolgen habe
(vgl. Memorandum vom 3. Januar 2011). Damit erübrigen sich weitere diesbezügliche
Untersuchungen.
5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144
Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).