# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11dfa658-6ac6-4a3f-8641-8833fc42e59b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, zog sich
bei
einem Unfall am
7.
April 2002 eine Knieverletzung zu (
Urk.
7/9/68) und meldete sich am 2
5.
August 2006 (Eingang
3.
November
2006) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein
polydisziplinäres
Gutachten ein, das
von den Ärzten der
Y._
am
6.
Februar 2008 erstattet wurde
(
Urk.
7/29), und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
9.
Novem
ber 2009 von November 2005 bis April 2006 eine halbe Rente, von Mai bis Septem
ber 2006 eine ganze Rente und ab Oktober 2006 eine
Viertels
rente
zu (
Urk.
7/69).
1.2
Nach Eingang eines
bidisziplinäre
n
(orthopädisch-
traumatologische
n
und psy
chiatrisc
hen
)
,
von den Ärzten des
Z._
am 2
0.
Februar 2013 erstatteten
Gutachten
s
(
Urk.
7/87)
- sowie
nach Erlass des
Vorbescheid
s am 1
3.
Oktober 2013
(
Urk.
7/102
) und am 1
4.
November 2013 erhobenen Einwänden (
Urk.
7/110
)
-
stellte die IV-Stelle
die bisherige Rente mit
Verfügung vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
7/115 =
Urk.
2)
ein.
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
Februar 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
2) und beantragte die
Weiterausrichtung der
Vier
tel
s
rente
, eventu
ell eine
Rückweisung zur umfassenden Abklärung des Gesund
heitszustandes
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
1-2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
März 2014 (
Urk.
6)
die
teilweise Gutheissung im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen.
Das Gericht veranlasste daraufhin ein polydisziplinäres Gutachten, das am 1
1.
Dezember 2015 erstattet wurde (
Urk.
36). Dazu nahmen die Parteien am
3.
Februar 2016 (
Urk.
43) und am
4.
Februar 2016 (
Urk.
44) Stellung, was ihnen am
8.
Februar 2016 je zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
45).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
in
validenversicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sundheitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
ziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelabhängigkeit
und psychischer
Begleiterkrankung
Rechnung zu tragen ist (Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November
2002 E.
3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002 E.
2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sundheitsstörung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E.
1.2.2 mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I 130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts
einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese
die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E.
2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E.
3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht
und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die
sucht
bedingten
Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf
der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E.
3c mit Hinweis, 99 V 28 E.
2; SVR 2001 IV Nr. 3 S.
7 E.
2b; AHI 2002 S.
30 E.
2a, 2001 S.
228 f. E.
2b mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E.
2.2 und 4.2 mit Hinweisen und 8C_672/2010 vom 27. September 2010 E. 2).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, aus medizinischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine - näher umschriebene - an
gepasste Tätigkeit in einem Pensum von 80
%
zumutbar, womit kein
rentenbe
gründender
Invaliditätsgrad
mehr
resultiere (
Urk.
2 S. 2 oben).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) stufte sie die medizinische Beurteilung
im
Z._
-Gutachten
, auf welche sie abgestellt hatte, als nicht ohne weiteres nach
vollziehbar ein (S. 1) und erachtete weitere medizinische Abklärungen als ange
zeigt (S. 2
Ziff.
3).
Zum eingeholten Gerichtsgutachten nahm sie wie folgt Stellung (
Urk.
43): Im Februar 2013 sei die depressive Störung vollständig remittiert gewesen und es habe eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Ende 2013 habe der Beschwerde
führer wieder zu trinken be
gonnen und eine erneute depressive Episode sei we
gen der Rentenaufhebung anfangs
2014
entstanden
(S. 1
Ziff.
1). Die diagnosti
zierte depressive Störung basiere im Wesentlichen auf psychosozialen Faktoren, die zudem im Gutachten weder diskutiert noch ausgeklammert worden seien (S.
2 oben). Es finde seit Monaten keine Behandlung mehr statt, was nicht auf ei
nen erheblichen Leidensdruck hindeute beziehungsweise zumindest als inkon
sistentes Verhalten anzusehen sei. Ausserdem habe keine adäquate Behandlung stattgefunden (S. 2
Ziff.
3).
Die festgestellten Störungen könnten auch Folge der Alkoholisierung sein, was nicht für eine vom Alkohol unabhängig bestehende schwere depressive Störung spreche (S. 2
Ziff.
3). Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wieder mehr soziale Kontakte und Aktivitäten pflegen würde, wenn er abstinent wäre (S. 2
Ziff.
4). Die gutachterliche Schlussfolge
rung einer vollen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten sei, zumindest aus versicherungsrechtlicher Sicht, nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerde abzuweisen sei; eventuell wäre die Sache zur Auferlegung einer
Entzugsbe
handlung
zurückzuweisen (S. 3
Ziff.
5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt (
Urk.
44), allein aus psychischer Sicht sei ihm von den Gutachtern eine volle Arbeitsunfähigkeit be
scheinigt worden (S. 2 Mitte). Bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2009
sei der psychische Gesundheitszustand gar nicht berücksichtigt worden (S. 3 oben). Die Knieproblematik sodann habe sich
im Zeitverlauf verschlechtert (S. 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich, wie von der Beschwerdegegnerin angenom
men, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung soweit verbessert hatte, dass kein Rentenanspruch mehr bestand. Massgeblicher Vergleichszeitpunkt (vorstehend E.
1.4) ist dabei die ursprüngliche
Rentenzusprache
im November 2009.
3.
3.1
Am
6.
Februar 2008 erstatteten die Ärzte der
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/29). Darin nannten sie die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 14
Ziff.
6.1):
beginnende
Pangonarthrose
rechts
Status nach Kniedistorsion rechts am
7.
April 2002
Status nach
arthroskopischer
lateraler
Teilmeniskektomie
Hinterhorn
bis mittleres Drittel rechts am
3.
Juni 2002
Status nach
arthroskopischer
Nachresektion lateraler Meniskus, mittleres Drittel bis Vorderrand und
Bridie
-Bohrungen respektive
Mikrofractures
an der
Trochlea
femoris
am
1.
Februar 2005
Distorsion des rechten Knies am
4.
Mai 2006
mittelgradig depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Kon
tusion (eventuell Fraktur) der Nasenwurzel am 2
4.
Oktober 2006 mit Episo
den von Nasen-, Gesichts- und Kopfschmerzen sowie anamnestisch ein Asthma bronchiale (S. 14
Ziff.
6.2).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur eines Kleinlastwagens im Ver
trieb von Zeitungen und sonstigen Kioskartikeln bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Längerfristig scheine diese Tätigkeit aufgrund des
Belas
tungsprofils
für das Knie eher ungünstig (S. 17 f.
Ziff.
7.2).
Für körperlich vorwiegend leichte, insbesondere das rechte Knie nicht übermäs
sig belastende Tätigkeiten bestehe aus gesamtmedizinischer Sicht eine zumut
bare Arbeitsfähigkeit von 75
%
. Die psychische Störung sei unbehandelt und als reaktiv auf das berufliche
Nichtintegriertsein
zu verstehen und somit behandel- und verbesserbar und nicht einer langfristigen, bleibenden Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit entsprechend. Für eine Verweistätigkeit seien näher ausgeführte Einschränkungen zu beachten. Ebenfalls käme jede körperlich leichte Tätigkeit in Frage, die vorwiegend im Sitzen absolviert werden könne, jedoch die Mög
lichkeit biete, gelegentlich die Position zu wechseln oder kurze Pausen einzule
gen, um das Knie zu bewegen (S. 18
Ziff.
7.3).
3.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der Folge, entsprechend der
Stellungnahme des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom
2.
Juli 2008 (
Urk.
7/47), von einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
in leidensangepasster Tätigkeit aus und sprach dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 1
9.
November 2009 von November 2005 bis April 2006 eine halbe Rente, von Mai bis September 2006 eine ganze Rente und ab Oktober 2006
- bei einem Invaliditätsgrad von 45
%
-
eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
7/69).
4.
4.1
Am 1
1.
Dezember 2015 erstatteten
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Oberärztin, und Prof.
Dr.
B._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, Klinikdirektor, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin,
C._
, ein Gutachten im Auftrag des Gerichts (
Urk.
36/1).
Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen
sowie zusätzlich beschaffte
Akten (S.
3 ff.
; vgl.
Urk.
36/
5
), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 14 ff.), die von
ihnen am 1
1.
Mai
2015 erhobenen Befunde (S.
16), ein psychiatrisches (
Urk.
36/2
)
und ein rheumatologisches (
Urk.
36/3
) Teilgutachten sowie ein
pneumologisches
(
Urk.
36/4/6
) und ein
gastroenterologisches
(
Urk.
36/4/7
)
Konsil
.
4.2
Die Gutachterin und der Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17
Ziff.
6.1):
mässige
bis fortgeschrittene aktivierte
Valgusgonarthrose
rechts (
femo
ro
tibial
sowie
femoropatellär
)
Status nach Kniedistorsion rechts am
7.
April 2002
Status nach Meniskusresektion lateral rechts am
3.
Juni 2002 und
1.
Februar 2005
Status nach
Pridie
-Bohrungen an der
Trochlea
femoris
am
1.
Februar 2005
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Epi
sode ohne psychotische Symptome mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.21)
mittelschwere depressive Episode
Erstdiagnose (
ED
)
2008 (
Y._
-Gut
achten)
depressive Episode remittiert 2013 (
Z._
-Gutachten)
zweite mittelschwere depressive Episode
April 2014 (
Hospitalisation
D._
)
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol:
Abhängigkeitssyn
drom
(ICD-10 F10.2)
Als Diagnosen ohne Auswirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit na
n
n
ten sie
ein
Asthma bronchiale (Erstdiagnose anamnestisch 1998), intermittierende Spannungs
kopf
schmerzen, eine Adipositas WHO Grad l, eine Hepatopathie am ehes
ten bei Adipositas (DD
ä
thylisch
, medikamentös bedingt), chronisch intermit
tierende Oberbauchschmerzen, einen Status nach akuter Pankreatitis
April 2011 (DD Aut
oi
mmunpankreatitis,
äthylisch
bedingt), eine
wahrscheinliche
begin
nende Arthrose des linken Knies
,
sowie beginnende Hüftarthrosen beidseits linksbetont
(S. 17 f.
Ziff.
6.2).
4.3
In ihrer Beurteilung
(S. 18 ff.
Ziff.
7.1)
führten sie unter
anderem aus, zwischen November 2009 und Mai 2015 habe der Explorand vorwiegend zu 60
%
als Glasfaserkabel-Leger gearbeitet. Aufgrund der im Juni 2012 und Februar 2013 dokumentierten Befunde sei eine stete Verschlechterung der
Kniegelenksarth
rose
zum Zeitpunkt der Rentenaufhebung im Januar 2014 überwiegend wahr
scheinlich. Die aktuelle rheumatologische Untersuchung bestätige die Diagnose einer mässigen bis fortgeschrittenen Kniearthrose rechts, welche aufgrund Schmerzen und deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Knies zur vollen Arbeitsunfähigkeit für alle kniebelastenden Tätigkeiten (z. B.
Sicher
heitsmitarbeiter
, Kiosk-Lieferant, Taxi-Chauffeur, Glasfaserkabel-Leger) führe (S. 18 Mitte).
4.4
Aus psychiatrischer Sicht ha
be
der Explorand gemäss de
m
Y._
-Gutachten 2008 erstmalig 2007 eine mittelschwere depressive Episode mit damals einer
Arbeitsunfähigkeit
von 40
%
entwickelt
.
Aufgrund einer günstigen Prognose
sei
die depressive Episode bei der interdisziplinären
Arbeitsunfähigkeits
-Beurtei
lung 2008 jedoch nicht mitberücksichtigt
worden
. Zum Zeitpunkt des
Z._
-Gutachtens 2013
sei
die depressive Episode wieder vollständig remittiert und der Patient aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig
gewesen
. Zum Zeit
punkt der Rentenrevision und Rentenaufhebung im Januar 2014
habe
somit überwiegend wahrscheinlich eine Verbesserung des Zustandsbilds vor
gelegen
. Nach der Rentenaufhebungsverfügung
sei
es jedoch zur Dekompensation mit Entwicklung einer zweiten depressiven Episode sowie vermehrtem
Alkohol
konsum
und deshalb stationärer psychiatrischer Behandlung zwischen April und Juni 2014
gekommen
. Nach Wiederaufn
a
hme seiner Arbeit als Glasfaserka
bel-Leger nach Spitalaustritt im Juni 2014
sei
dem Exploranden per Ende Mai 2015 die Stelle gekündigt
worden. Die aktuelle psychiatrische Untersuchung habe die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig
einer schweren Episode und eine Alkoholabhängigkeit feststellen können. Die im Rahmen dieser beider Störungen vorliegenden psychopathologischen Symp
tome führten zur vollen
Arbeitsunfähigkeit
für alle Tätigkeiten (S. 18).
Die psychiatrischen Symptome könnten nicht alle eindeutig der Depression oder dem Alkoholabusus zugeordnet werden. Von den insgesamt dreizehn derzeit vorliegenden psychopathologischen Befunden seien nur die Alkoholentzugs- und Alkoholabhängigkeitssymptome einzig mit der Suchterkrankung assoziiert. Der vollständige soziale Rückzug, die Störung der Selbstpflege und die
Kon
zen
trationsstörungen
könnten durch die Alkoholabhängigkeit, die depressive Epi
sode oder beides bedingt sein. Einzig auf die depressive Störung
zurückführ
bar
seien die Denkstörung mit übermässigem Grübeln, Affektstörung mit de
pressi
ver Stimmung, Interesse- und Freudeverlust, Selbstwertgefühlverlust, aus
ge
prägte Schuld- und Schamgefühle, Hoffnungslosigkeit, Antriebsarmut mit er
höhter Ermüdbarkeit, verminderte affektive Schwingungsfähigkeit, erhöhte
Basis
suizidalität
, Durchschlafstörung, Appetitstörung und
Libidoverlust
(S.
18 f.).
Wenn nur Symptome berücksichtigt würden, welche eindeutig durch die De
pression bedingt seien, bestünden weiterhin mittlere bis schwere Beeinträchti
gungen in verschiedenen Fähigkeitsbereichen, welche die Arbeitsfähigkeit wesentlich einschränkten. Bei einer Alkoholkarenz alleine sei nicht zwingend von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszuge
h
en, sofern sich die
komor
bide
depressive Störung nicht ebenfalls verbessern würd
e. Allerdings sei davon aus
zugeh
en, dass eine Alkoholabstinenz einen günstigen Effekt auf die Prog
nose der depressiven Episode haben würde (S.
19 oben).
4.5
Aus internistischer Sicht bestünden zusammengefasst nur qualitative Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund des Asthma bronchiale mit Empfe
hlung für Arbeiten ohne (Mehl-)
Staub- und Kälte-
Exposition
. Bezüglich der chronisch intermittierenden Bauchbeschwerden seien in erster Linie weitere Abklärungen empfohlen, eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit diesbezüglich sei unwahr
scheinlich. Es bestünden aktuell keine Hinweise auf irreversible Organschäden aufgrund des regelmässigen Alkoholkonsums; ein Entzug werde empfohlen. In
wiefern die Fahrfähigkeit beeinträchtigt sei, müsste gegebenenfalls durch eine verkehrsmedizinische Untersuchung beurteilt werden
(S. 20).
4.6
Gemäss der interdisziplinären Konsensbesprechung stünden die chronischen
Knie
beschwerden
bei progredienter rechtsseitiger Kniearthrose, die rezidivie
rende depressive Störung mit aktuell einer schweren depressiven Episode und die Alkoholabhängigkeit bezüglich Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Vorder
grund und führ
t
en zur vollen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten (S.
20 Mitte).
4.7
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachterin und der Gutachter aus, es bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Knieschmerzen bei
Kniegelenks
arthrose
rechts sowie eine vollständige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
folge der schweren depressiven Episode und der Alkoholabhängigkeit in der zuletzt angestammten Tätigkeit als Glasfaserkabel-Leger, ebenso eine volle Arbeitsunfähigkeit für die früheren Tätigkeiten als Sicherheitsmitarbeiter und als Kiosk-Lieferant (S. 20
Ziff.
7.2).
Zur Arbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten führten sie aus, aus rein rheumato
logischer Sicht wäre medizinisch-theoretisch ei
ne rein sitzende Tätigkeit
wäh
rend 8 Stunden pro Tag zumutbar. Dabei sollten stündlich 5-minütige Pausen zur Entlastung des rechten Kniegelenks im Sinne einer Wechselposition möglich sein. Ob der konditionelle Zustand des Exploranden längeres Sitzen zulasse, müsste jedoch vorher getestet werden (Arbeitsversuch). Die Möglichkeiten eines rein sitzenden Einsatzes dürften aufgrund der fehlenden Ausbil
dung/
Arbeits
erfahrung
des Exploranden jedoch stark limitiert sein. Aus psychi
atrischer Sicht sei der Explorand aufgrund der schweren depressiven Episode und der
Alkohol
abhängigkeit
aktuell für krankheitsadaptierte Tätigkeiten voll arbeitsunfähig. Die psychiatrischen Symptome können nicht alle eindeutig der Depression oder dem Alkoholabusus zugeordnet werden. Bei einer
Alkoholka
renz
alleine sei nicht zwingend von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus
zuge
h
en, sofern sich die
komorbide
depressive Störung nicht ebenfalls verbes
sern würde. Aus
internistischer Sicht seien Tätigkeiten im Tiefkühlbereich sowie mit
(Mehl-)
Staubexposition aufgrund des Asthma bronchiale ungünstig und sollten ver
mieden werden. Interdisziplinär besteht aktuell eine volle Arbeitsun
fähigkeit für alle Tätigkeiten primär aus psychiatrischer Sicht aufgrund der schweren de
pressiven Episode bei rezidivierenden depressiven Störung und der
Alkohol
ab
hängigkeit
(S. 20
Ziff.
7.3).
Aus rheumato
l
ogischer Sicht
habe
die
Arbeitsunfähigkeit
mit kleinen Ausnah
men um die 50
%
für die Arbeit
als Kiosk-Lieferant seit September 2006 (ge
mäss
Y._
-Gutachten) und um die 40
%
für die Arbeit als Glasfaserkabel-Leger seit September 2009 (gemäss der tatsächlichen Arbeitstätigkeit des Exploranden) betragen. Wiederholt sei jedoch darauf hingewiesen worden, dass diese beiden
Tätigkeiten eine vermehrte Belastung für das rechte Knie erforderten und die Prognose schlecht sei. Deshalb sei im orthopädischen Teil des
Z._
-Gutach
tens im Februar 2013 eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Glasfa
ser-Verleger in den nächsten 6 Monaten prognostiziert worden. Aktuell betrage die Arbeitsunfähigkeit für jegliche kniebelastende Tätigkeiten aufgrund der Kniearthrose 100% (S. 20 f.
Ziff.
7.4).
Aus psychiatrischer Sicht
habe gemäss
Y._
-Gutachten aufgrund der ersten depressiven Episode eine
Arbeitsunfähigkeit von
40
%
seit Dezember 2007
bestanden
. Gemäss de
m
Z._
-Gutachten
sei
die Depression
im Februar
2013 re
mittiert
gewesen
und es
habe
keine Arbeitsunfähigkeit bestanden
. Nach der Rentenaufhebungsverfügung
sei
es Anfang 2014 zur erneuten depressiven Episode mit zusätzlich regelmässigem A
l
k
ohol
konsum
und z
ur psychiatrischen
Hospitalisation
mit voller
Arbeitsunfähigkeit
zwischen
April und Juni
2014
gekommen
. Zwischen
Juli
2014 und
Mai
2015
habe
der Explorand zwischen 20
und
50
%
arbeiten
können
. Seit der Kündigung im Mai 2015
sei
aus psychiat
rischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aufgrund der schweren depres
siven Episode und des Alk
o
holabusus überwiegend wahrscheinlich
(S. 21 oben)
.
Es bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für die ursprüngliche Tätigkeit als Chauffeur (S. 23
Ziff.
2.1), als Glasfasernetz-Verleger (S.
23
Ziff.
2.2) und für alle Tätigkeiten (S.
23 f.
Ziff.
2.3), dies primär aus psychiatrischer Sicht auf
grund der schweren depressiven Episode bei rezidivierenden depressiven Stö
rung
en und der Alkoholabhängigkeit (S. 24 oben).
4.
8
Zum Vergleich des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
vom November 2009 führten die Gutachterin und der Gutachter zu den Befun
den (S. 24
Ziff.
3.1) aus,
a
us rheumatologischer Sicht zeichne sich aufgrund der Akten eine zunehmende Verschlechterung der Kniegelenkbefunde
ab; es sei
deshalb von einer steten Verschlechterung
auch nach November 2009 auszuge
h
en, welche sich bis zum heutigen Datum fortgesetzt ha
be
. Aufgrund der Akten erschein
e
es höchst unwahrscheinlich, dass im Januar 2014 eine gegenüber 2009 wesentliche und dauerhafte Besserung der Kniebeschwerden aufgetreten
sei
.
Aus psychiatrischer Sicht
sei im
Y._
-Gutachten 2008 eine erste mittelschwere depressive Episode festgestellt
,
in der interdisziplin
ä
ren Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit im
Y._
-G
utachten
aber
nicht mitberücksichtigt
worden
. Ge
mäss de
m
psychiatrischen Teil des
Z._
-Gutachtens
von
2013
sei
die depres
sive Episode voll remittiert
gewesen
. Zum Zeitpunkt der Rentenrevision und Rentenaufhebung im Januar 2014
habe
somit überwiegend wahrscheinlich eine Verbesserung des Zustandsbilds vor
gelegen
. Nach der Rentenaufhebung
sei
je
doch eine zweite depressive Episode auf
getreten
, so dass aktuell die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt werden k
önne
. Im April 2014
sei
zusätzlich ein Alkoholabhängigkeitssyndrom diagnostiziert
worden
, was den Gesundheitszustand des Exploranden insgesamt verschlechter
e
.
Aus internistischer Sicht ha
be
sich der Gesundheitszustand seit der
Rentenzu
sprache
2009 bis zur Rentenaufhebung in Ausklammerung der Kniearthrose und der psychiatrischer Erkrankungen nicht wesentlich verändert
.
Hinsichtlich der
Diagnosen
führten sie aus
(S. 24 f.
Ziff.
3.2)
, a
us rheu
matologi
scher Sicht bl
ie
ben diese
bezüglich des rechten Knies dieselben, nur ha
be
sich das Ausmass des Schadens verschlimmert.
Aus psychiatrischer Sicht
sei
die erste depressive Episode 2013 remittiert
gewesen
. Nach der
Rentenaufhebungs
verfügung
habe
der Explorand
im Januar 2014
eine zweite depressive Episode
entwickelt
, so dass aktuell die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt werden k
önne
. Zusätzlich besteh
e
zirka seit April 2014 ein
Alko
holabhängigkeitssyndrom
. Aus internistischer Sicht bleib
e
die Diagnose des Asthma bronchiale unverändert bestehen. Neu
habe
der Explorand
2011
eine Episode einer akuten Pankreatitis
gehabt
,
welche im Verlauf ausgeheilt
sei.
4.9
Vom 1
0.
April bis
3.
Juni 2014 hatte der Beschwerdeführer in der
Klinik
D._
geweilt, worüber
am
3.
Juni 2014
berichtet worden war (
Urk.
36/5/6). Im Austrittsbericht wurden folgende psychia
t
rische Diagnosen und Belastungsfaktoren nach ICD-10 genannt (S. 1 Mitte):
mittelgradige depressive Episode, F32.1
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol:
Abhängigkeitssyn
drom
, F10.2
Als somatische Diagnosen wurden ferner genannt ein Verdacht auf abgeheilte Autoimmunpankreatitis (Erstdiagnose 2011, CT Abdomen Oktober 2013 unauf
fällig), eine leichtgradige
Refluxösophagitis
, eine Obstipation vom Slow Transit Typ, eine Gonarthrose rechts bei Status n
ach lateraler Meniskusresektion sowie eine
Lebersteatose (S.
1 Mitte). Gemäss den Angaben des Patienten habe dieser nach der Aufhebung der bisher ausgerichteten Rente sein Arbeitspensum auf 100
%
erhöht, dies aber nicht bewältigen können. Seit Oktober/November sei es zu ei
ner starken Erhöhung des Alkoholkonsums im Zusammenhang mit Existenz
ängsten gekommen (S. 1 unten).
In der diagnostischen Einschätzung wurde unter anderem ausgeführt, diagnos
tiziert werde eine
anbehandelte
mittelgradige depressive Episode; der
Sucht
mittelkonsum
sei als sekundäre Folge der Depression und
Belastungs
proble
matik
erachtet worden (S. 3 oben).
Beim Wiederaustritt sei die Wiederaufnahme einer Arbeit zu 20
%
und der erste Termin einer ambulanten Anschlusstherapie organisiert gewesen (S. 3 Mitte).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin hat gegenüber dem Gerichtsgutachten Einwände erho
ben (vorstehend E.
2.1). Diese beziehen sich aber ausnahmslos auf die Schluss
folgerungen im Gutachten, welche den Begutachtungszeitpunkt betreffen. Auf diese Einwände ist gesondert einzugehen (nachstehend E.
5.
7
). Die Ausfüh
rungen im Gutachten zum vorliegend massgebenden Zeitpunkt der
Rentenauf
hebung
(Januar 2014) wurden hingegen nicht in Frage gestellt.
Nachdem auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass
das Gutachten
diesbezüglich den praxisgemässen Kriterien (vorstehend E.
1.5) nicht genügen würde, ist hinsichtlich der Verhältnisse im Zeitpunkt der Rentenaufhebung auf das Gutachten abzustellen.
5.2
Die Gutachterin und der Gutachter bezeichneten eine stetige Verschlechterung der Kniegelenksarthrose als zum Zeitpunkt
der
Rentenaufhebung im Januar 2014 überwiegend wahrscheinlich
(vorstehend E.
4.3) beziehungsweise im Ver
gleich zu 2009 eine wesentliche und dauerhafte Besserung des Kniebeschwerden als höchst unwahrscheinlich (vorstehend E.
4.8)
.
In psychiatrischer Hinsicht habe zu diesem Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich eine Verbesserung des
Zu
standsbildes
vorgelegen, denn im Februar 2013 sei die frühere depressive Epi
sode remittiert gewesen (vorstehend E. 4.4).
5.3
Bei der
Rentenzusprache
im November 2009 ging die Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
in leidensangepasster Tätigkeit aus (vorstehend E.
3.2). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung im von ihr eingeholten
Y._
-Gutachten.
Dort wurde für körperlich vorwiegend leichte, insbesondere das rechte Knie nicht übermässig belastende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 75
%
attestiert. Dazu wurde ausgeführt, diese Beurteilung erfolge aus
gesamt
medizinischer
Sicht; die diagnostizierte mittelgradige depressive Störung ent
spreche keiner langfristigen, bleibenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 3.1).
Mit der ursprünglichen
Rentenzusprache
wurde somit ausschliesslich den soma
tisch begründeten Einschränkungen aufgrund der Beeinträchtigungen am rech
ten Knie Rechnung getragen; eine mittelgradige depressive Störung wurde zwar diagnostiziert, jedoch beim Beziffern der Arbeitsfähigkeit ausdrücklich unbe
rücksichtigt gelassen.
5.4
In somatischer Hinsicht
ist g
emäss den Feststellungen
im Gerichtsgutachten
seit 2009 eine Verschlechterung - jedenfalls keine Verbesserung - eingetreten
, wo
mit diesbezüglich ein Revisionsgrund ausscheidet. Aus psychiatrischer Sicht war der Gesundheitszustand im massgebenden Zeitpunkt zwar im Vergleich zu 2009 verbessert. Jedoch vermochte schon die 2009 festgestellte psychische Beein
trächtigung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. Wenn nun auch der zusätzlich verbesserte Gesundheitszustand keine Arbeitsunfähigkeit begründet, so besteht
hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit kein Unterschied zwi
schen dem früheren und dem aktuellen Sachverhalt. Mithin ist auch diesbezüg
lich kein Revisionsgrund gegeben.
5.5
Mangels
anspruchsrelevanter Sachverhaltsveränderung fehl es demnach an einem R
evisionsgrund (vorstehend E.
1.3
) und der 2009 zuerkannte Rentenan
spruch besteht weiter.
Mit dieser Feststellung ist, in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde, die angefochtene Verfügung aufzuheben.
5.6
Wie sich Gesundheitszustand, Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad nach Januar 2014 entwickelt haben, wird von der Beschwerdegegnerin zu beurteilen sein und ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Immerhin erscheinen dazu die folgenden Ausführungen anzeigt.
5.7
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, die
im
Gerichtsgutach
ten
diagnostizierte depressive Störung beruhe hauptsächlich auf - im Gutachten nicht diskutierten
- psychosozialen Faktoren, und die festgestellten Beeinträch
tigungen könnten auch Folge der Alkoholproblematik sein (vorstehend E. 2.1).
Dem kann nicht gefolgt werden:
Psychosoziale Faktoren sind dann unbeachtlich, wenn die Beeinträchtigungen darin aufgehen; verdichten sich die Beeinträchtigungen hingegen zu einer fachmedizinisch diagnostizierten Gesundheitsstörung, ist diese sehr wohl
an
spruchsrelevant
(vgl. BGE 127 V 394 E.
5a). Dies trifft hier zu, wurde doch aus psychiatrischer Sicht eine schwere depressive Episode diagnostiziert (vorstehend E. 4.2). Sodann wurde im Gutachten sorgfältig zwischen der depressiven Prob
le
matik und der Alkoholabhängigkeit unterschieden
. Von total 13 psychopa
tho
logischen Befunden waren
nur
deren zwei einzig mit der Suchterkrankung asso
ziiert, deren acht hingegen einzig mit der depressiven Störung, aus denen sich auch unabhängig von der Alkoholproblematik wesentliche Einschränkun
gen ergaben (vorstehend E.
4.4).
Die Behandlung der Thematik entspricht damit voll
umfänglich den entsprechenden Anforderungen der Rechtsprechung (vor
stehend E.
1.2), so dass die getroffenen Feststellungen für die Anspruchsprüfung verwendet werden können. Sie finden übrigens ihre Bestätigung im
Austrittsbe
richt
der Klinik
D._
, wo der Suchtmittelkonsum als sekundäre Folge unter anderem der Depression eingestuft wurde (vorstehend E. 4.9).
5.8
Für die Zeit nach dem Erlass der hier beurteilten Verfügung ist somit davon auszugehen, dass während der
Hospitalisation
in der Klinik
D._
(1
0.
April bis
3.
Juni
2014) und im Zeitpunkt der Begutachtung (Mai 2015) infolge der psychischen Beeinträchtigungen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand. Wie es sich in den weiteren Zeitabschnitten verhalten hat, dürfte sich allenfalls aus den Aufzeichnungen des Hausarztes sowie Berichten über eine allfällige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
erschliessen lassen
.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die
Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine
Pro
zessentschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- bis Ende 2014 und sodann
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessenweise auf
Fr.
3‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
6.3
Die Kosten für das vom Gericht eingeholte Gutachten von
Fr.
7‘483.95 (
Urk.
30),
Fr.
6‘762.40 (
Urk.
31),
Fr.
398.-- (
Urk.
32),
und
Fr.
7‘608.-- (
Urk.
41),
mithin Total
Fr.
22‘252.35
, sind
der Gerichtskasse
von der Beschwerdegegnerin zu er
statten.
Das Gericht
erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
3.
Januar 2014 mit der Feststellung aufgehoben, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
3'200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Gerichtskasse die Kosten für das
Gerichts
gutachten
im Gesamtbetrag von
Fr.
22'252.35
zu erstatten
.
5.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt
Dr.
Marcel Bühler
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage von Kopien der
Urk.
30-32 und 41
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
6.