# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e9118177-4c47-4724-ba12-078ac16116f4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Sozialhilfebehörde W. hielt am 27. März 2006 gegenüber X.Y. schriftlich fest, es
seien ihm in der Zeit von Oktober 2005 bis Februar 2006 übersetzte
Sozialhilfeleistungen von Fr. 5'592.30 ausbezahlt worden, da er es unterlassen habe,
den Zufluss von Taggeldern einer Versicherung anzugeben. Dieses Geld müsse dem
Sozialamt zurückerstattet werden. Diese Anordnung blieb unangefochten.
Die Sozialhilfebehörde regelte mit Präsidialverfügung vom 6. Dezember 2006 die
Sozialhilfeleistungen für die Eheleute X. und W. Z. sowie deren Kinder ab 1. Dezember
2006. Sie legte die monatliche Unterstützung auf Fr. 2'176.10 fest (Ziff. 3). Sodann
reduzierte sie die Leistungen mit Wirkung ab 1. Dezember 2006 um monatlich
Fr. 286.-- zwecks Verrechnung mit der Rückerstattungsforderung von Fr. 5'592.30 bis
zur vollständigen Tilgung (Ziff. 2). Die Verfügung wurde als sofort vollstreckbar erklärt
und einem Rekurs die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 10 und 13).
Mit Eingabe seines Vertreters vom 20. Dezember 2006 erhob X.Y. beim Gemeinderat
W. Rekurs mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei in verschiedenen Punkten
aufzuheben, dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung einzuräumen, die
Sozialhilfeleistungen seien ab 1. Dezember 2006 auf mindestens Fr. 3'500.--
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
festzusetzen und es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Der
Gemeinderat wies den Rekurs am 21. Februar 2007 ab, soweit er darauf eintrat und
soweit er nicht gegenstandslos geworden war.
B./ Gegen den Entscheid des Gemeinderats erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingaben vom 7. März und 4. April 2007 Rekurs. Das Departement des Innern
entschied die Streitsache am 5. November 2007. Es hob den gemeinderätlichen
Entscheid vom 21. Februar 2007 in Ziff. 2 und 3 auf und wies die Politische Gemeinde
W. an, die Bedarfsrechnung rückwirkend ab 1. Dezember 2006 insoweit anzupassen,
als der mit der Rückerstattungsforderung monatlich verrechnete Betrag von Fr. 286.--
zu streichen sei. Ausserdem erhöhte es die als Erwerbsunkosten angerechneten
Fahrkosten der Ehefrau (Ziff. 2). Im übrigen wies es den Rekurs ab, soweit es darauf
eintrat (Ziff. 1).
C./ Mit Eingaben vom 16. und 21. November 2007 erhob die Politische Gemeinde W.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, Ziff. 2 des Entscheids des
Departements des Innern sei mit Bezug auf die gestrichene monatliche Verrechnung
zur Tilung der Rückerstattungsforderung aufzuheben und mit Wirkung ab 1. Dezember
2006 sei die monatliche Kürzung der laufenden Sozialhilfeleistungen um Fr. 286.--
zwecks Verrechnung mit der Rückerstattungsforderung von Fr. 5'592.30 bis zur
vollständigen Tilgung zuzulassen und zu bestätigen, eventuell sei Ziff. 2 des Entscheids
des Departements des Innern mit Bezug auf die gestrichene monatliche Verrechnung
zur Tilgung der Rückerstattungsforderung aufzuheben und die monatliche Kürzung der
laufenden Sozialhilfeleistungen mit Wirkung ab 1. Dezember 2006 um Fr. 286.-- sowie
mit Wirkung ab 1. November 2007 um Fr. 199.-- zwecks Verrechnung mit der
Rückerstattungsforderung von Fr. 5'592.30 bis zur vollständigen Tilgung zuzulassen
und zu bestätigen, unter Kostenfolge.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2007, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Verfügung vom 21. Dezember 2007 gewährte der Präsident des
Verwaltungsgerichts dem Beschwerdegegner die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Mit Eingabe seines Vertreters vom 18. Februar 2008 beantragte
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
der Beschwerdegegner, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie
abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen der
Vorinstanz und des Beschwerdegegners zu äussern. Sie reichte jedoch keine
Stellungnahme ein.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Politische Gemeinde W. ist in ihren eigenen finanziellen Interessen berührt und daher
gemäss Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur Beschwerdeführung
legitimiert. Die Beschwerdeeingaben vom 16. und 21. November 2007 wurden
rechtzeitig eingereicht und enthalten einen Antrag, eine Darstellung des Sachverhalts
und eine Begründung. Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
1.1. Der Beschwerdegegner wendet ein, die Beschwerde sei unzulässig. Gegenstand
des Beschwerdeverfahrens sei die Durchsetzung bzw. Vollstreckung einer
Verpflichtung zur Rückerstattung unrechtmässig bezogener finanzieller Sozialhilfe
durch ratenweise Verrechnung mit laufenden finanziellen Leistungen. Rekursentscheide
über Vollstreckungsmassnahmen seien endgültig.
Nach Art. 44 Abs. 1 VRP können Vollstreckungsmassnahmen der
Verwaltungsbehörden bei der in der Hauptsache zuständigen Rekursinstanz
angefochten werden. Rekursentscheide über Vollstreckungsmassnahmen sind
endgültig (Art. 44 Abs. 3 VRP). Wäre davon auszugehen, dass mit der Verfügung vom
27. März 2006 formell rechtskräftig über die Pflicht des Beschwerdegegners zur
Rückerstattung finanzieller Sozialhilfe verfügt wurde, dann wäre die in der Verfügung
der Sozialhilfebehörde vom 6. Dezember 2006 angeordnete Verrechnung mit laufenden
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Leistungen als Vollstreckung der Verfügung vom 27. März 2006 zu betrachten. Damit
wäre der Entscheid des Departements des Innern in diesem Punkt ein Rekursentscheid
über eine Vollstreckungsverfügung und damit endgültig, weshalb nicht auf die
Beschwerde eingetreten werden könnte. Nicht massgebend wäre hingegen, dass die
Beschwerde nicht innert der fünftägigen Frist nach Art. 47 Abs. 2 VRP für die
Anfechtung von Vollstreckungsmassnahmen erhoben wurde, da der