# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e79948d-77c4-4324-bdfb-af09860db918
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene X._
, ohne A
usbildung und zuletzt vollzeitlich als
Hilfsarbeiter bei der Y._
AG tätig
, meldete sich am 11. Juni 2020 wegen Rückenschmerzen, Depressionen und Schlafproblemen
bei der Invalidenversicherung
zum
Leistungsbezug an (Urk. 8/7
,
Urk.
8/11/2
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizi
nische Abklärungen vor und zog unter anderem die Akten des Kranken
taggeldversicherers (Urk. 8/14
/1-99
) bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 8/22)
verneinte
die
IV-Stelle
einen Rentenanspruch
des Versi
cherten mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte
unter Auflage
diverser
Arztberichte (Urk. 3/3-
6)
am 30. November 20
20
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 30. Oktober 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die gesetzlich vorgeschriebenen Eingliederungsmassnahmen im Sinne von Art. 8 ff. und Art. 49 des Bundesgesetzes über die Invali
d
enversicherung (IVG) und Art. 1
novies
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zu prüfen und innert Frist einen qualifizierten Entscheid über die Durchführung von Eingliede
rungsmassnahmen
und den IV-Taggeldanspruch
zu treffen
. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Grad der Invalidität ab
zuklären und eine entsprechende
IV-Rente festzulegen. Subeventuell sei eine Invalidität festzu
stellen und
dem Beschwerdeführer
eine entsprechende IV-Rente zuzugestehen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2021 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 14. Januar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung,
wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Die Beschwerde
gegnerin entschied mit der Verfügung vom 3
0.
Oktober 2020 einzig über den Anspruch auf
eine Invalidenrente.
Demgegenüber nicht Anfechtungsgegenstand bilden
Ansprüche auf Eingliederungsmassnahmen und Eingliederungsmass
nahmen
vorangehende oder begleitende Taggelder. Auf
die entsprechenden Begehren des Beschwerdeführers ist
daher
nicht einzutreten.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG)
.
2
.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsscha
dens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.3
Anspruch auf eine Re
nte haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres z
u mindestens 40 % invalid (Art. 8
ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs.
2
IVG
).
2
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der E
xperten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V
351 E. 3a mit Hinweis).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung vom 30. Oktober 2020 (Urk. 2) damit, dass gemäss den Unterlagen des Krankentag
geldversicherers keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter zu 100 % arbeitsfähig (S. 1).
3
.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Beschwerdegegnerin habe sich bei ihrem Entscheid lediglich auf die Berichte des Krankentaggeldversicherers respektive dessen Vertrauensärzte gestützt und zu keinem Zeitpunkt die Unterlagen der ihn seit längerem behandelnden Ärzte -
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin
FMH Rheumatologie und Innere Medizin, und die
Fachpersonen des Zentrums A._
- eingeholt und konsultiert. Dr.
Z._
und die
A._
-Fachpersonen
attestierten
je
eine 100%ige
A
rbeitsunfähigkeit, womit sie den Schlussfolgerungen der Vertrauensärztin des
Krankentaggeldversicherers, Dr. med.
B._
, Orthopädi
e und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH
,
widersprächen. Es wäre zwingend notwendig gewesen, dass sich die
Beschwerdegegnerin mit dieser Diskrepanz fachärztlich auseinandergesetzt hätte, w
as sie indes nicht gemacht
und deshalb den Sach
verhalt unrichtig und ungenügend festgestellt habe (S. 3 f. Ziff. 7 ff.).
Im Weiteren
entspreche
das vom Krankentaggeldversicherer eingeholte psychiat
rische Gutachten
von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
gemäss den
A._
-Fachpersonen nicht den Realitäten
und es bestehe
gemäss deren Auffassung
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätig
keiten. Somit liege auch
hier
eine diametral entgegengesetzte Diagnose und Einschätzung vor, weshalb sich die Beschwerdegegnerin nicht einseitig auf die Beurteilung von Dr.
C._
hätte abstützen dürfen (S. 6 ff. Ziff. 15 ff.).
4
.
4
.1
D
r.
B._
stellte in ihrer vom Krankentaggeldversicherer veranlassten ortho
pädischen
B
eurteilung
vom 30. Juni 2020
(Urk. 8/14/85-9
2
) folgende Diagnosen (S. 5):
-
freie Funktionen der grossen/kleinen Gelenke der oberen/unteren Extremi
täten wie auch der Wirbelsäule in allen drei Abschnitten ohne Angabe von Schmerzen
-
in der Vergangenheit rezidivierende Beschwerden
im Bereich der
Hals
-
und Lendenwirbelsäule
bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hart
spann und
verschmächtigter
Rumpfmuskulatur
-
kein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit
-
beidseits verkürzte
I
s
chi
o
kruralmuskulatur
Dr.
B._
führte aus, dass a
uf orthopädischem Fachgebiet altersentsprechende Normalbefunde an den Extremitäten und am Achsorgan
der Wirbelsäule bestün
den
. Ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit liege nicht vor
. Alle Voraussetzungen für Bewegung seien gegeben und e
s
ergebe sich eine Indikation zur Dehnung und Kräftigung, geeignet über Freizeitsport. Die Prognose sei abhängig von der Mitarbeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf den Freizeit
sport, wobei er über seine schlechte Haltung
so
wie die frühere Empfehlung zum Freizeitsport
informiert sei
. Die aktuell bestehende Arbeits
un
fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei orthopädisch nicht ausgewiesen und der Beschwer
deführer könne mittelschwere und zeitweise auch sch
w
ere Tätigkeiten des allge
meinen Arbeitsmarkts in vollem Umfang ohne Einschränkungen der Leistungs
fähigkeit verrichten
(S. 5
f.)
.
4
.
2
Dr.
C._
führte in seiner vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebenen psychiatrisch
en B
eurteilung vom 30. Juni 2020 (
Urk. 3/3) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf
(S.
12):
-
keine psychiatrische Symptomatik von Krankheitswert, insbesondere keine klinisch manifeste a
ffektive Störung (Depressionen,
Ängste, Zwänge)
-
affektiv leicht depressiv gefärbte (im subklinischen Bereich) emotionale Reaktion/Anpassungsstörung aufgrund
von mehreren familiären psycho
sozialen
Belastungen (durch chronische Krankheiten von Ehefrau und Tochter; ICD-10 Z63.6, Z63.7)
-
emotionale Belastung durch Verlust der Arbeitsstelle durch Betriebs
schliessung per 30. Juni 2020
(ICD-10 Z56)
-
Verdacht auf somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung mit körperlichen und psychischen Problemen (ICD-10 F45.41)
-
c
hronisches lumbales Schmerzsyndrom bei anamnestisch
seronegativer
Spon
dylarthropat
h
ie
Dr.
C._
führte aus,
dass es dem Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben durch die Therapien und Tabletten körperlich wieder bessergehe. Psychisch gehe es ihm noch nicht gut,
aufgrund von mehreren familiären
Belastungen (S. 5
f.
). Der Beschwerdeführer habe
weiter
angegeben, dass seine Arbeitsfähigkeit wegen körperliche
r
und psychische
r
Probleme eingeschränkt sei, zum einen durch die Rückenschmerzen, zum anderen
aufgrund der belastenden Probleme
in der Familie
, wobei letztere nicht veränderbar seien, da seine Frau und Tochter chronisch krank seien (S. 9).
Im Weiteren hielt d
er Gutachter fest, dass
sich in der psychiatrischen Unter
suchung nur
minimgradige
, im subklinischen Bereich liegende, leicht depressiv gefärbte Symptome, mit ebenfall
s nur leichtgradigem somatischem
Syndrom (leichte Antriebsminderung sowie anamnestisch Schlafstörungen, die mit
Saroten
gut
hätten behandelt werden können
)
zeigten
. Psychiatrisch-diagnostisch seien die geringfügigen depressiv gefärbten Symptome Ausdruck einer emotionalen Reaktion/Anpassungsstörung auf die vielfältigen familiä
ren psychosozialen Belastungen
mit den chronischen Erkrankungen
der Ehefrau und Tochter
. Zudem bestehe eine emotionale Belastung durch den Verlust der Arbeitsstelle durch Betriebsschliessung. Wahrscheinlich nicht zufällig sei die erneute Krankschrei
bung just im Januar 2020 erfolgt, als die neuen Besitzer des Arbeit
gebers
die Betriebsschliessung per 30. Juni 2020 bekannt gegeben hätten. Objektiv sei die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit durch die nur geringfügige klinische psychiat
rische Symptomatik nicht wesentlich eingeschränkt
und es bestehe aus
rein psychiatrischer Sicht eine 100%ige Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Psychoso
ziale familiäre Belastungen seien versicherungsmedizinisch per se kein Grund für
Krankschreibungen. Therapeutisch bestehe kein weiterer Handlungsbedarf als die Fortsetzung der bisherigen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Begleitung (mit monatlichen Gesprächen) und antidepressiver Psychopharmako
therapi
e (mit 20 mg
Fluoxetin
am
Tag und 50 mg
Saroten
zum Schlafen
; S. 14).
Im Weiteren hielt Dr.
C._
fest, dass nicht all
e
subjektiv geklagten Beschwerden objektiviert werde
n
könnten und eine Neigung zur Verdeutlichung und Aggra
vation vorliege. Die objektiven Befunde lägen im subklinischen Bereich, ohne Relevanz für die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit (S. 15).
Die Prognosen seien
theoretisch
gut, da es sich nur um eine
minimgradige
psychische Anpassungsstörung handle.
Gegen
einen
positiven Verlauf
spreche
der Umstand einer anhaltenden sozialen familiären Belastung durch die chroni
schen Krankheiten der Ehefrau und Tochter, auf die der Beschwerdeführer mit passivem Coping
,
selbstlimitierendem Schon-/Vermeidungsverhalten sowie einer somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung reagiere.
Die familiären Belas
tungen seien seit vielen Jahren chronisch und unverändert (bei der Ehefrau seit 15 Jahren, bei der Tochter seit neun Jahren) und würden die emotionale Situation des Beschwerdeführers nicht neu und zusätzlich belasten. Vielmehr stehe aktuell die emotionale Reaktion auf den Stellenverlust
nach 19 Jahren
per 30. Juni 2020
im Vordergrund
. Diesbezüglich habe der Beschwerdeführer subjektiv keine Perspektive für eine andere körperlich angepasste, rückenadaptierte Tätigkeit. Aus vertrauensärztlich-psychiatrischer Sicht gebe es diesbezüglich objektiv keine Einschränkungen bezüglich einer solchen Verweistätigkeit, auch nicht betreffend Rahmenbedingungen eines künftigen Arbeitsplatzes. Aus rein psychiatrischer Sicht liege die
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
bei uneingeschränkt 100 % (S. 16).
Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit führte Dr.
C._
aus, dass
aus psychiatrischer Sicht
in der bisherigen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
und die
Leistung (Rendement) in Bezug auf ein volles Pensum nicht eingeschränkt sei
(S. 17).
Zusammenfassend hielt Dr.
C._
fest, dass beim Beschwerdeführer primär eine emotionale Reaktion/Anpassungsstörung auf den Stellenverlust sowie zusätzlich auf die psychosozialen familiären Belastungen
vorliege. Diese
habe aus versiche
rungsmedizinischer Sicht keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, so dass sich der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2020 eine neue Tätigkeit zu 100 % suchen könne. Dies sei nicht nur zumutbar, sondern auch therapeutisch sinnvoll und dringend
indiziert, um nicht weiter in eine Abwärtsspirale mit passivem Coping, selbst
limitierendem Schon-/Vermeidungsverhalten sowie somatoformer Schmerzverar
beitungsstörung zu geraten (S. 18).
4
.
3
Die Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr.
Z._
, nannte in ihrem Bericht vom 10. August 2020 (Urk. 8/18
/1-7
) fo
lgende Diagnosen (S. 4 Ziff. 2.5 f.
):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
depressive Störung
-
chronische Knieschmerzen beidseitig, linksbetont
-
Gonarthrose
-
MRI Knie links vom 21. Juli 2020
(
vgl. Urk. 8/18/8)
: horizontaler und vertikaler Riss des Innenmeniskus im Bereich des
Hinterhorn
s
bis Pars
intermedia
,
Läsion des medialen und lateralen
Femurcondylus
, insbe
sondere des lateralen
Femurcondylus
Grad III/IV
.
Chondralläsion
retro
patellar Grad III. Geringer Gelenkserguss
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
(1)
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 rechts
-
Status nach CT-gesteuerter
epiduraler
In
filtration LWK
5/SWK
1.
06/2019
-
Status nach
Sacralblock
,
6. September 2019
,
ohne Erfolg
-
(2)
seronegative
Spondylarthropathie
, am ehesten Morbus Bechterew
-
chronische tieflumbale Rückenschmerzen mit entzündlichem Schmerz
charakter
-
Morgensteifigkeit mehr als eine Stunde
-
gutes Ansprechen auf NSAR
-
keine humorale Aktivität
-
HLAB 27 negativ
-
MRI LWS und ISG vom 4. September 2017: Befunde am Ligamentum
interspinosum
L3-L5, an den Wirbelkörperkanten L3-L5 sowie rechts
betont an den ISG suspekt auf geringe Veränderungen im Rahmen einer Spondylarthritis. Degenerative Veränderungen mit mässigen
Spondylar
throsen
L3-S1 sowie Dehydrierung und eher geringe
Protrusionen
der
Disci
an der unteren LWS. Konsekutive geringe
rezessale
Stenosen L5/S1 rechtsbetont mit diskreter Irritation der Nervenwurzel S1 rechts
-
Status nach Therapie mit
Simponi
50mg
/Monat vom 8. Januar 2018 bis 10
/2018
-
(3)
chronisches
cervicospondylogenes
und
cervicocephales
Schmerzsyn
drom
-
bei Diagnose 1
-
myofasziale
Komponente mit aktivierten
Triggerpunkten
-
Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz
-
(4)
chronische Müdigkeit unklarer Genese
-
(5)
Darstellung eines solitären 2 mm grossen, soliden nicht verkalkten
Nodulus
im
posterioren
Oberlappensegment rechts (CT-Thorax vom 31. August 2018)
Dr.
Z._
führte aus, dass die Prognose betreffend Menisku
s
läsion sowie d
er
Diagnosen 1 bis 3 aus rheumatologischer Sicht günstig sei (S. 4 Ziff. 2.7).
Im Zusammenhang mit der Frage nach den aktuellen Funktionseinschränkungen nannte die Ärztin Arbeiten über der Schulterebene und in Inklinationsstellung der
Lendenwirbelsäule
, das
Heben/Tragen von schweren Lasten von meh
r als 20 kg sowie Treppensteige
n (S. 5 Ziff. 3.4). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der aktuellen Beschwerden wegen der Meniskusläsion in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.
Für
eine leichte, wechselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeit
sei er aus rheumatologischer Sicht indes
arbeitsfähig.
Im Übri
gen sei er auch
wegen der depressiven Störung arbeitsunfähig (S. 6 Ziff. 4.1 f.).
4
.
4
Die
A._
-Fachpersonen
nannten
am
3. September 2020 (Urk. 8/24/7-10) folgende Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 2
Ziff. 2.5
):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
chronische Knieschmerzen, links mit/bei:
-
Gonart
h
r
ose
-
horizontalem
und
vertikalem
Riss des Innenmeniskus
-
seronegative
Spondyloarthropathie
anammestisch
-
chronisches
cervicospondylogenes
und
cervicocephales
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
m
yofaszialer
Komponente mit aktivierten
Triggerpunkten
-
ausgeprägte
r
Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz
-
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyn
d
rom S1 rechts mit/bei:
-
Status nach CT-gesteuerter
e
piduraler
Infiltration LWK
5
/SWK
1 06/2019
-
Status nach Sakralblock am 6. September 2019, ohne Erfolg
Di
e
A._
-Fachpersonen beschrieben unter anderem eine depressiv-resignierte Stimmung, eine Verlangsamung in der Aufmerksamkeit, Konzentration und der Merkfähigkeit sowie eine Gedächtnis-Verlangsamung. Der Beschwerdeführer fühle sich körperlich und psychisch stark krank und seine Leistungsfähigkeit sowie Belastbarkeit seien deutlich eingeschränkt (S. 2 Ziff. 2.4, Ziff. 2.7).
Der Beschwerdeführer könne keine schweren physische
n
Tätigkeiten ausführen und leide zusätzlich an Konzentrationsschwierigkeiten, mangelnder Ausdauer und ständiger Müdigkeit
. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit
sei
un
zumutbar
.
Eine angepasste Tätigkeit sei anfänglich für die Dauer von zwei Stunden möglich und mit der Zeit zu steigern.
Momentan sei a
ufgrund der medizinischen Symp
tomatik und der aktuellen 100%igen Arbeits
un
fähigkeit seit Februar 2020 mit einer ungünstigen Prognose zu rechnen (S. 3
Ziff. 3.4, Ziff. 4.1 ff.
)
.
4
.
5
Am
26.
November 2020
äusserte sich Dr.
Z._
erneut zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und erwähnte – zusätzlich zu den am 10. August 2020 aufgeführten Diagnosen (vgl. E. 3.3)
–
folgende Diagnosen (
Urk. 3/5
/1-2
S. 1):
-
Status nach
Sacrum
-Kontusion bei Sturz am 14. August 2020
-
Status nach Synkope am 14. August 2020 unklarer Genese
Dr.
Z._
führte aus,
der
Beschwerdeführer
leide
seit dem Sturz am 14. August 2020 über stark immobilisierende Schmerzen im linken
glutealen
Bereich mit Schmerzausstrahlung ins linke Bein. In der MRI-Untersuchung habe sich eine subtile unspezifische ödematöse Veränderung an der Massa
lateralis
sacralis
rechts
anterior
gezeigt
. Bei persistierenden Beschwe
rden trotz Ausbau der Anal
gesie
sei bei Verdacht auf eine intermittierende Reizung der Nervenwurzel S1 links eine
Epiduralinfiltration
vorgenommen
worden, welche indes nur eine leichte Verbesserung der Beinschmerzen gebracht habe. Die Schmerzen im
glutealen
Bereich seien unverändert geblieben, weshalb der Beschwerdeführer seit dem Sturz am 14. August 2020 zu 100 % arbeitsunfähig sei.
A
ufgrund der Synkope sei eine neurologische Abklärung durchgeführt worden, welche keine Hinweise für eine zentrale Ursache gezeigt habe. Die Ursache für die Synkope sei am ehesten im Rahmen einer
Orthostase
zu sehen
. Im Weiteren leide der Beschwerdeführer an Knieschmerzen links bei Meniskusläsion und Gonarthrose, weshalb er beim Gehen und insbesondere beim Treppensteigen eingeschränkt sei
(S. 2).
5
.
5
.1
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die
Gesetzmässigkeit
der Verwaltungsverfügungen beziehungsweise der
Einsprache
entscheide
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs
verfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
Gemäss den
vorliegenden
Unterlagen
trat
die
geltend gemachte
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit
am
8.
Januar 2020
(
Urk.
8/
14/39,
Urk.
8/14/
85-92
S. 1,
Urk.
8/7 S. 4
; vgl. auch
Urk.
3/3 S. 13
) ein
; dies n
ach einem 30 Tage überstei
genden
Unterbruch
ab
2.
Dezember 2019 (
Art.
29
ter
IVV
)
. Das Wartejahr
nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
konnte somit im Zeitpunkt der Verfügung vom 30. Oktober 2020
rein kalendarisch
noch nicht erfüllt sein. Zudem war
im Zeit
punkt der Verfügung auch die Karenzfrist
von sechs Monaten seit der Anmeldung
(
Art.
29
Abs.
1 IVG
)
noch nicht abgelaufen
. Die
Beschwerdegegnerin
hat
bereits
aus diesen Gründen
am 30.
Oktober 2020
einen Re
ntenanspruch
zu Recht
verneint.
5
.2
5
.2.1
Im Zeitpunkt der Verfügung
lag zudem auch keine rentenbegründende Invalidität vor.
D
ie
orthopädische
n
und psychiatrische
n
Gutachten
von Dr.
B._
und Dr.
C._
vom
30. Juni 2020
(vgl. E.
3.1
f.
)
entsprechen
den praxisgemässen Anforde
rungen an den Beweiswert
von
Expertise
n
. So
sind sie
für die streitigen Belange umfassend,
geben sie
doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwerdefüh
rer
s
.
Sie beruhen
sodann auf den notwendigen orthopädischen und psychiatrischen Untersu
chungen. Die Gutachter berücksich
tigten detailliert die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (
Urk. 8/14/85-92 S. 2 f., S. 5 f.
; Urk. 3/3
S. 4 f., S.
12 ff.
). Die Expertise
n
wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahmen (
Urk. 8/14/85-92
S. 1
ff.
; Urk. 3/3 S. 2 ff.
, S. 5 ff.
). Schliesslich leuchte
n
die Expertise
n
in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen i
n den
Gutachten sind begründet.
In diesem Sinne ging Dr.
B._
unter Hinweis auf
altersentsprechende Normal
befunde an den Extremitäten sowie das Fehlen eines nervenwurzelbezogenen neurologischen Defizits
nachvollziehbar
von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Produktions
mitarbeiter
aus (Urk. 8/14/85-92 S. 5
f.
).
Der psychi
atrische Gutachter Dr.
C._
beschrieb
in einleuchtender Weise eine affektiv leicht depressiv gefärbte
und
im subklinischen Bereich
liegende
emotionale Reaktion respektive Anpassungsstörung aufgrund mehrerer psychosozialer Belastungen sowie eine emotionale Belastung durch Verlust der Arbeitsstelle durch Betriebsschliess
ung
,
welche keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zur Folge haben (Urk. 3/3 S. 12, S. 14
, S. 17
).
Die Expertise
n erfüllen
demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert
von
ärztlichen Gut
achten (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
grundsätzlich darauf abzustellen ist.
5
.2
.2
An dieser Beurteilung vermögen die Berichte
der behandelnden
A._
-Fachpersonen
und
der Hausärztin
nicht
s
zu ändern
.
Die
im
A._
-Bericht vom
3. September 2020 (
Urk. 8/24/7-10
) diagnostizierte mittelgradige depressive Episode ist
nicht vollends nachvollziehbar, nachdem
sich
die
A._
-Fachpersonen
im Wesentlichen
auf den Hinweis auf eine
depressiv-resignierte
Stimmung, eine Verlangsamung der Aufmerksamkeit
,
Konzentration
und
Merkfähigkeit
respek
tive des Gedächtnis
ses
sowie eine Vergesslichkeit
beschränkten
(S
. 2 Ziff. 2.4
).
Als Funktionseinschränkungen in psychischer Hinsicht
wurden
Konzentrations
schwierigkeiten,
eine
mangelnde Ausdauer und ständige Müdigkeit
genannt
(
S. 3
Ziff. 3.4)
,
wobei
nicht
näher
dargelegt wurde
, weshalb aufgrund dieser
Limitie
rungen
in einer angepassten Tätigkeit – zumindest zu Beginn - eine Arbeits
fähigkeit von
lediglich zwei Stunden pro Tag
zumutbar ist
(S. 3 Ziff. 4.3)
.
In
den von den
A._
-Fachpersonen im Jahre 2020 ausgestellten Arbeitsunfähigkeits
z
eugnissen
(Urk. 3/4 S. 4, S. 7, S. 10-14)
fehlt
sodann
jegliche Begründung für die darin attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Was die
A._
-Stellungnahme vom 30. November 2020 betreffend die psychiatrische Expertise von Dr.
C._
(U
rk. 3/6
; vgl. auch Urk. 1 S. 6 f. Ziff. 15 f
f
.
)
betrifft, ist
Folgendes zu bemerken: Ein Gutachten ist
nicht stets in Frage zu stellen, bloss weil es zu anderen Einschätzungen als die behandelnden Ärzte gelangt; vorbehalten bleiben Fälle, in welchen sich eine klärende Ergänzung oder direkt eine abweichende Beurtei
lung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärzt
licher Interpretation entspringende Aspekte benennen. Diesbezüglich ist auf die unterschiedliche Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag zu verwei
sen (Urteil des Bundesgerichts 8C_820/2016 vom 27. September 2017
E. 5.3 mit weiteren Hinweisen). Solche Aspekte sind im hier zu beurteilenden Fall nicht ersichtlich und werden im Übrigen von den
A._
-Fachpersonen
respektive dem Beschwerdeführer
auch nicht geltend gemacht.
Es ist schliesslich
die Erfahrungs
tatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135
V
465
E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Im Zusammenhang mit den Berichten
von
Dr.
Z._
vom 10. August 2020 und
vom
26. Nov
ember 2020, in welchen
unter anderem
ein
Riss des Innenmeniskus (Urk. 8/18/1-7 S. 2 Ziff. 2.1) sowie eine
Sacrum
-Kontusion bei
Synkope mit anschliessendem
Sturz am 14. August 2020
erwähnt
wurde
n
(Urk. 3/5
/1-2
S. 1), ist Folgendes
festzuhalten: Die Kniebeschwerden bestanden bereits im Juni 2020 (Ur
k. 8/17/1-7 S. 2 Ziff. 2.1) und wurden im Rahmen der orthopädischen Unter
suchung
vom
29. Juni 2020 berücksichtigt
,
wobei
der Beschwerdeführer
damals
über Probleme
am
linken Kniegelenk – beispielsweise beim Aufstehen nach Knien – berichtete und die Gutachterin
insbesondere
auch
die unteren Extremitäten inklusive Knie
klinisch
untersucht
e
und dabei altersentsprechende Normal
befunde feststellte
(Urk. 8/14/85-92
S. 2
, S. 4, S. 7
)
.
Die Hausärztin
erwähnte
sodann
im Zusammenhang mit den Kniebeschwerden eine Einschrän
kung beim
Gehen (insbesondere Treppengehen;
Urk. 3/5
/1-2
S. 2)
, was zumindest die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht automatisch ausschliesst
.
Betref
fend die
Sacrum
-Kontusion vom 14. August 2020 ist
vorerst zu bemerken, dass der V
ersicherte ebenfalls bereits am 2
9.
Juni 2020 über Schmerzen am Kreuzbein geklagt hatte (
Urk.
8/14/85-92 S. 2). G
emäss dem MRI vom 27. August 2020 (Urk. 3/
5/3-4 S.1)
zeigte sich
eine unauffällige Darstellung des
Sacrums
ohne Fraktur, Fissur, degenerative Veränderungen und Stressreaktion. Im Weiteren
präsentierten sich
lediglich mehrsegmentale leichte degenerative Veränderungen ohne schwere
Stenosierung
und
ohne
Kompression neurogener Strukturen
sowie
subtile ödematöse Veränderungen an der Massa
lateralis
sacralis
rechts
anterior
kranial und ohne
erosive
andersartige postentzündliche Veränderungen
(vgl. auch den Vorbefund vom
1.
Juni 2019,
Urk.
8/18/19)
.
Eine wie
vom Neuro
chiru
r
gen am 4. Februar 2020 erwähnte
klare
bilaterale S1-Kompression (Urk. 8/18/11-12 S. 1)
wurde im besagten MRI
nicht
befundet
. Eine neurologische Abklärung zeigte
sodann
keine zentrale Ursache für die Synkope vom 14. August 2020 und
Letztere
erfolgte gemäss der Hausärztin am ehesten im Rahmen einer
Orthostase
(Urk. 3/5/1-2
S. 2). Vor diesem Hintergrund ist die von der Hausärztin am 26. November 2020 in rheumatologischer Hinsicht attestierte Arbeitsun
fähigkeit von 100 % nicht nachvollziehbar
, da insbesondere Hinweise auf eine relevante
und länger andauernde
Veränderung der gesundheitlichen Situation im Anschluss an die orthopädische Begutachtung fehlen
und Dr.
Z._
nicht darlegte
, weshalb in einer angepassten Tätigkeit nicht zumindest ein teilzeitlic
her Arbeitseinsatz möglich ist.
Nichts anderes folgt aus den von der Hausärztin ausgestellten Arbeitsunfähigkeits
z
eugnissen
, in welchen sie ohne weitere Begrün
dung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausging
(Urk. 3/4 S. 1-3, S. 5-6, S. 8-9, S. 15-18
; vgl. auch Urk. 1 S. 4 Ziff. 10
).
Im Übrigen ist auch hier
daran zu erinnern
, dass Hausärzte und Hausärztinnen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
.
5
.
2.
3
Was den Einwand des Beschwerdeführers
angeht, die Beschwerdegegnerin habe zu keinem Zeitpunkt die Unterlagen der behandelnden Ärzte eingeholt oder konsultiert (Urk. 1 S. 4 Ziff. 9), ist Folgendes zu bemerken: Die Beschwerde
gegnerin
forderte
– nachdem sie beim Krankentaggeldversicherer die
entspre
chende
Krankenakte
eingeholt
hat
te
-
, die Hausärztin und den behandelnden Psychiater
zur Einreichung
der medizinischen Berichte
auf (Urk. 8/15-16)
,
wobei ihr der hausärztliche Bericht vom 10. August 2020
(Urk. 8/18/1-7)
bei Erlass der
leistungsabweisenden
Verfü
gung
vorlag (vgl. Urk. 8/21/2). Von der psychiat
rischen Expertise von Dr.
C._
vom 30. Juni 2020 (Urk. 3/3) und vom
A._
-Bericht vom 3. September 2020 (Urk. 8/24/7-10) hatte die Beschwerdegegnerin zwar erst nach
dem 30. Oktober 2020
Kenntnis, was indes
– wi
e bereits dargelegt (vgl. E.
5
.
2
.1
)
-, nichts daran ändert, dass beim Beschwerdeführer keine orthopä
dischen und psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsf
ähig
keit vorliegen
. Im Weiteren geht auch der Hinweis des Beschwerdeführers ins Leere, bei
den Gutachten der
Dres
. B._
und
C._
handle es sich
um partei
liche Aussagen der vom Krankentaggeldversicherer beauftragten Ärzte
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 12). Die in Frage stehenden Expertisen wurden von externen Spezial
ärzten eingeholt, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersu
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatteten
und bei der Erörte
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangten, weshalb diesen Gutach
ten volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 351 E. 3b
/
bb
; vgl. auch E. 1.4). In diesem Zusammenhang ist darauf hin
zu
weisen, dass selbst bei versicherungs
internen Ärzten
und Ärztinnen
der
Umstand, dass
die betreffende Person
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, nicht automatisch auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen lässt und es vielmehr besonderer Umstände bedarf, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3.b
/
ee
).
5
.
2.4
Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer
im massgebenden Zeit
punkt
in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
war und mithin keine rentenbegründende Invalidität vorlag
.
In Anbetracht der beweiskräftigen medizi
nischen Grundlagen sind von weiteren Untersuchungen keine anderen
ent
scheid
relevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (
antizi
pierte
B
eweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3). An diesem Ergebnis würde sich nichts ändern, wenn gestützt auf den hausärztlichen Bericht vom 10. August 2020 (Urk. 8/18/1-7 S. 6 Ziff. 4.2) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ausgegangen
würde
. G
estützt auf den Einkommensvergleich – bei welchem sowohl das Validen- (
wegen der Betriebsschliessung, Urk. 8/11 S. 3)
als auch das Invalideneinkommen
aufgrund der Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln wäre
n
–
und
unter Berücksichti
gung
eines (im vorliegenden Fall nicht gerechtfertigten)
maximalen Leidensab
zugs
von 25 %
resultierte
ein rentenaus
s
chliessender Invaliditätsgrad von unter 40 % (vgl. E. 1.3).
In diesem Sinne ist die Beschwerde abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.