# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac3aee8a-f0ae-5e2c-bfc3-ea8bf1407ab2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Für
X._
, geboren 1974, besteht eine Rahmenfrist für den
Leis
tungs
bezug
in der Zeit vom
1.
Juli 2013 bis zum 3
0.
Juni 2015 (
Urk.
6/54). Mit Verfügung
vom 2
1.
Februar 2014
bewilligte ihm
das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
zur Förderung einer selbständigen Erwerbstätigkeit
90 Taggelder
für die Planungsphase in der Zeit vom
3.
März
bis zum
6.
Juli 2014 (
Urk.
6/4
).
Für
die Zeit ab
7.
Juli 2014
wurde er
von der Arbeitsvermittlung abgemeldet (Schreiben des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums
[RAV]
Y._
vom 1
3.
August 2014,
Urk.
6/52). Am 1
9.
August 2014 meldete sich der Versicherte wieder zur Arbeitsvermittlung an (
Urk.
6/52).
In der Folge stellte ihn das AWA m
it Verfügung vom 1
9.
September 2014
wegen ungenügender per
sönlicher Arbeitsbemühungen
in der
Zeit
vom 1
9.
Mai
bis zum 1
8.
August 2014
für
18
Tage ab
1
9.
August 2014
in der Ans
pruchsberechtigung ein (Urk. 6/2
).
In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen
Einsprache
(
Urk.
6/4)
reduzierte das AWA mit Entscheid vom 2
0.
November 2014 die Einstellung in der
An
spruchsberechtigung
auf sieben Tage (
Urk.
2)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
2
3.
Dezember 2014
Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochte
nen Entscheids (Urk. 1). Mit Be
schwerdeantwort vom
2
0.
Januar 2015
beantragte das AWA die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Ins
besondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können. Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht.
2.2
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a mit Hinweis).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität der
selben (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 E. 2). Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wie
sen wer
den (vgl. Gerhards, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsge
setz
, Band I, Bern/Stuttgart 1987, N 15 zu Art. 17 AVIG).
2.3
Nach konstanter Praxis des Bundesgerichts muss sich die versicherte Person
entsprechend
ihrer Schadenminderungspflicht auch die vor der Meldung auf dem Arbeitsamt unterlassenen Stellenbewerbungen entgegenhalten lassen.
D
i
e
versicherte Person
hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündi
gungsfrist, aber auch generell wäh
rend der Zeit vor der Anmeldung unaufge
fordert um Stellen zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts C 138/05 vom 3. Juli 2006, E. 2.1).
Die Pflicht zur Arbeitssuche ergibt sich direkt aus dem Gesetz (Art. 17 Abs. 1 AVIG). Die versicherte Person kann sich daher ins
besondere nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor Aufnahme der Stempelkontrolle zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei (Urteil des Bundesgerichts C 200/03 vom 15. Dezember 2003, E. 3.2).
2.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung, AVIV).
3
.
3
.1
Gemäss
einer Zielvereinbarung
vom 2
4.
Juni
2013 (
Urk.
6/19)
hatte der Versi
cherte ab
1.
Juli 2013
monatlich acht bis zehn persönliche Arbeitsbemühungen zu tätigen
.
W
ährend der Planungsphase
war er
vom
3.
März bis
6.
Juli 2014
von den
Kontrollpflichten nach
Art.
17 AVIG befreit (
Urk.
6/4
)
.
Ebenfalls steht fest und ist unbestritten, dass er im folgenden Zeitraum vom
7.
Juli bis zum 1
9.
August 2014 (Zeitpunkt der Wiederanmeldung zur Arbeitsvermittlung,
Urk.
6/52
) elf persönliche
Arbeitsbemüh
ungen getätigt hat (
Urk.
6/31).
Strittig ist nun im Wesentlichen die Frage (
Urk.
1-2), ob sich die erforderliche Anzahl an Bewerbungen im Zeitraum vom
7.
Juli bis zum 1
9.
August 2014
nach der Zielvereinbarung vom 2
4.
Juni
2013 richtete oder nach der
praxisge
mäss
erforderlichen Anzahl von mindestens zehn bis zwölf monatlichen
Ar
beits
bemühungen
.
3.2
.
Grundlage für die
Zielvereinbarung
vom 2
4.
Juni
2013
war der Umstand, dass
d
er
Beschwerdeführer im massgebenden Zeitraum
der Arbeitsvermittlung zur Verfügung
stand
. Di
es
kommt
deutlich
zum Ausdruck in der entsprechenden Protokollnotiz
des
Beratungsgespräc
h
s
vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
6/19), gemäss welcher
der Versicherte „8-10 persönliche Arbeitsbemühungen im Monat jeweils zu den Gesprächen mitzubringen“
hatte
. Im vorliegend zu beurteilenden Zeit
raum
vom
7.
Juli bis zum
1
9.
August 2014
stand der Beschwerdeführer jedoch der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung,
woran
der Umstand, dass
die
Abmeldebestätigun
g vom 1
3.
August 2014 (
Urk.
6/52
)
rückwirkend per
7.
Juli 2014 vorgenommen wurde,
nichts ändert.
Im Zeitraum vom
7.
Juli bis zum 1
9.
August 2014 richtete sich die erforderliche Quantität der Bewerbungen
daher
nach der Rechtslage für Personen vor der Anmeldung zu
r Arbeitsvermitt
lung.
Diese Zusammenhänge musste
n
dem Beschwerdeführer umso klarer sein, als er bereits mit Entscheid vom
5.
November 2013 (
Urk.
6/25) in einer analo
gen Situation in der Anspruchsberec
htigung eingestellt worden war
(
Urk.
2,
Urk.
1).
Da die im Zeitraum vom
7.
Juli bis zum 1
9.
August 2014 getätigten elf Arbeitsbemühungen
gemessen an der erforderlichen Anzahl von monatlich mindestens zehn bis zwölf Arbeitsbemühungen
ungenügend
sind
,
ist die Ein
stellung in der
Anspruchsberechtigung
nicht zu beanstanden
.
4
.
Mit der Einstellung von sieben Tagen, welche im mittleren Bereich des leichten Verschuldens liegt, hat der Beschwerdegegner den besonderen Verhältnissen des Beschwerdeführers und den übrigen Umständen ausreichend Rechnung getra
gen und sein Ermessen korrekt ausgeübt.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.