# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2740dce8-bca3-5f97-befe-2f62bd25f7f0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, meldete sich am 1. Februar 2006 unter Hinweis auf eine Depression, ein chronisches Schmerzsyndrom sowie eine Nieren
insuffizienz bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 11. Juli 2007 (Urk. 9/21), welche die Verfügung vom 4. Juli 2007 (vgl. Urk. 9/19) ersetzte, bei einem Invaliditätsgrad von 61 % eine Drei
viertelsrente ab dem 1. September 2005 zu.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 2. Mai 2008 und am 22. Juli 2011 mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 9/29; Urk. 9/41).
1.2
Nach Eingang eines am 23. Dezember 2014 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 9/48) klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation ab und führte eine Haushaltabklärung vor Ort durch, worüber am 6. Januar 2016 berichtet wurde (Urk. 9/73). Zudem holte die IV-Stelle bei
m Y._
ein polydisziplinäres Gutach
ten
inklusive einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
ein, das am 9. September 2016 erstattet wurde (Urk. 9/72/1-56).
Am 3. Februar 2017
auf
erlegte die IV-Stelle der Versicherten eine Schadenminderungspflicht und hielt sie an, die psychiatrische Therapie fortzusetzen und die antidepressive Medikation zu intensivieren (Urk. 9/76). Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren (Urk. 9/77; Urk. 9/81) hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Drei
viertelsrente mit Verfügung vom 21. Februar 2017 (Urk. 9/85 = Urk. 2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am
27. März 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 21. Februar 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr auch für die Zeit ab dem 1. April 2017 die bisherige Invalidenrente zuzu
sprechen. Eventuell sei die Haushaltabklärung zu wiederholen und es sei ein Obergutachten zu den medizinischen Einschränkungen der Beschwerde
führerin anzuordnen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2017 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde, worüber die Beschwerdeführerin am 29. Mai 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 12. Juli 2017 (Urk. 14) verzichtete die Beschwerdeführerin auf die Einreichung einer Replik. Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 15).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sions
grund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht
erwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungs
ver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesund
heitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällig
e Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditäts
be
messungs
methode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willens
entscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
De
zember 2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
1.5
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a
Abs.
2 IVG in Verbin
dung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E.
3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten ins
besondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27 IVV).
1.6
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
gaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts
grad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der bisher ausgerichteten Dreiviertelsrente in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Abklärungen ergeben hätten, dass der Beschwerdeführerin die frühere Tätigkeit als Verpackerin wieder in einem 50%-Pensum möglich sei. Eine angepasste Tätigkeit sei ihr in einem 60%-Pensum zumutbar. Zudem habe sich die Situa
tion im Haushaltsbereich verbessert, wobei die Einschränkung, verglichen mit der erstmaligen Abklärung vom November 2006, viel geringer sei, weshalb ein Revisionsgrund vorliege. Dadurch könne die Situation, ohne Bindung an frühere Entscheide, neu geprüft werden (S. 1 unten f.).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (Urk. 8) grund
sätzlich fest.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass sie in mehrfacher Hinsicht unter schwerwiegenden gesundheitlichen Ein
schränkungen leide und sich ihr Krankheitszustand weiter chronifiziert habe. Ausserdem habe die Haushaltabklärung insgesamt zu einer unrealistischen Ein
schätzung ihrer Möglichkeiten geführt. Es gebe keinen Grund für einen Ent
zug der bisher ausgerichteten Rente im Rahmen einer Revision (S. 3 f. Ziff. 4 f.).
2.3
Streitig ist die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten Dreiviertels
rente, wobei namentlich zu prüfen ist, ob eine wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Zu vergleichen ist dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt der erstmaligen Renten
zusprache
mit Verfügung vom 11. Juli 2007 (Urk. 9/21)
– da im Rahmen der Rentenbestätigungen im Mai 2008 und Juli 2011 nur eine rudimentäre Prüfung erfolgte – mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2017 zugrunde lag.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Leistungszusprache mit Verfügung vom 11. Juli 2007 (Urk. 9/21) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Berichte zugrunde.
3.2
Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in ihrem Bericht vom 3. März 2006 (Urk. 9/6/3-4) eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. A). Seit dem 11. April 2005 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. B).
3.3
Dr. med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi
zin und Hausärztin der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 3 S. 1 Mitte), nannte in ihrem Bericht vom 7. März 2006 (Urk. 9/7/3-4) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. A):
-
mittelschwere – schwere, therapieresistente Depression, seit Sommer 2004 langsame, progrediente Entwicklung
-
chronisches Schmerzsyndrom
-
leichte Niereninsuffizienz bei Schrumpfniere links seit März 2005
-
arterielle Hypertonie, Erstdiagnose 1999
-
Adipositas per magna
Seit Herbst 2004 habe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungs
angestellte beziehungsweise als Hausfrau eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab zirka Herbst 2004 sei die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage gewesen, einer geregelten Tätigkeit ohne Beschwerde nachzugehen und habe somit keine Arbeit suchen können (Ziff. B).
3.4
Eine Ärztin des B._
nannte in ihrem Bericht vom 8. März 2006 (Urk
. 9/8/3-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
f
ähigkeit (Ziff. A):
-
Flankenschmerzen rechts seit zirka 3 Jahren, Differentialdiagnose: muskulo-skelettal
-
chronische Kopfschmerzen seit zirka 6 Jahren, psychosoziale Über
be
lastung mit vermehrter Nervosität und Depression seit Jahren
-
Adipositas per magna
Die Arbeitsunfähigkeit sei aus ihrer Sicht nicht beurteilbar (Ziff. B).
3.5
Am 18. Oktober 2006 fand eine Haushaltabklärung vor Ort statt, worüber am 1. November 2006 berichtet wurde (Urk. 9/10). Die Abklärungsperson führte aus, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben auch bei voller Gesund
heit weiterhin für die Kinder zu Hause sein würde. Sie kenne die Sprache nicht und könne sich nicht vorstellen, auswärts zu arbeiten. Zudem kämpfe das jüngste Kind seit der Geburt (Jahrgang 2002) mit gesundheitlichen Problemen (
S. 2
Ziff. 2.5). Die Beschwerdeführerin sei immer für den Haushalt und für die Kindererziehung verantwortlich gewesen (
S. 4
Ziff. 6). Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 100 % im Haushalt Tätige (
S. 2
Ziff. 2.4) und ermittelte eine Einschränkung von 61.1 % im Haushalt (
S. 4 ff.
Ziff. 6).
3.6
In ihrem Bericht vom 3. März 2007 (Urk. 9/11/3-4) führte Dr.
Z._
aus, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bei unveränderter Diagno
se (vgl. vorstehend E. 3.2) stationär sei (Ziff. A, Ziff. C.1).
3.7
Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache einer Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 11. Juli 2007 (Urk. 9/21) damit, dass die Beschwerdeführerin seit September 2004 in ihrem Aufgabenbereich Haushaltsführung und Kinder
betreuung zu 61 % eingeschränkt sei. Diese Einschränkung entspreche dem Invaliditätsgrad (vgl. Verfügungsteil 2, Urk. 9/17 S. 1 Mitte).
3.8
Der Rentenbestätigung vom 2. Mai 2008 (Urk. 9/29) lag der Bericht von Dr. A._ vom 10. April 2008 (Urk. 9/27/7-8) zugrunde (vgl. Fest
stellungs
blatt vom 5. Mai 2008, Urk. 9/28).
Dr.
A._
legte dar, dass seit ihrem letzten Bericht vom 7. März 2006 (vgl. vorstehend E. 3.3) keine wesentliche Veränderung eingetreten sei, ausser dass neu die Diagnose eines sekundären Hyperparathyreoidismus dazu
gekommen sei (Ziff. A, Ziff. C.3).
3.9
Der Rentenbestätigung vom 22. Juli 2011 (Urk. 9/41) lagen die Berichte von Dr. A._ vom 7. Juni 2011 (Urk. 9/38/5-6) und Dr. Z._ vom 18. Juli 2011 (Urk. 9/39) zugrunde (vgl. Feststellungsblatt vom 22. Juli 2011, Urk. 9/40).
Dr.
A._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin unter chro
nischen Schmerzen sowie unter einer mittelschweren Depression leide, die sie im Alltag stark behinderten. Sie sei auf Hilfe
der
Angehörigen angewiesen (Ziff. D.3).
Dr.
Z._
führte aus, dass eine unveränderte psychische Verfassung vor
liege. Die Prognose sei ungünstig, da die Beschwerdeführerin bereits bei übli
chen Lebensschwierigkeiten schnell mit Anzeichen der psychischen Dekompen
sation reagiere (Ziff. 1.4). Seit dem 11. April 2005 bestehe eine dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfs
arbeiterin (Ziff. 1.6).
4.
4.1
Ein Arzt des
C._
nannte in seinem Bericht vom 25. Juni 2015 (Urk. 9/50/6-7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Knie-Totalprothese (TP) rechts am 25. Oktober 2013
-
Knie-TP links am 2. August 2013
Von Seiten der Knieprothesen beidseits liege ein zufriedenstellender Verlauf vor. Im Alltag sei die Beschwerdeführerin bezüglich der Kniegelenke nicht mehr ein
geschränkt (Ziff. 1.4). Bezüglich der Knie-TP-Operationen in Kombination mit einer Adipositas per magna sei eine abwechselnd stehend-gehender und sitzen
der Arbeitseinsatz ohne körperliche Belastung denkbar. Allerdings müssten die anderen Krankheitsursachen mitberück
sichtigt werden, hierzu könne
keine Stellung
genommen werden
(Ziff. 1.8).
4.2
Dr. med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, nannte in seinem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 26. Juni 2015 eingegangen Bericht (Urk. 9/49/2-5) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mässige chronische Niereninsuffizienz bei Schrumpfniere links bei Refluxnephropathie mit rezidivierenden Harnwegsinfekten links und wahrscheinlich zusätzlich hypertensiven/ischämischen Nephropathie in der verbleibenden Niere
-
Mikrohämaturie unklarer Ätiologie
-
renale Hypertonie, Hyperurikämie
-
sekundärer
Hyperparathyreoidismus in Remission (Januar 2015)
-
Vitamin D-Mangel (Januar 2015)
-
Flankenschmerzen beidseits, aktuell rechts betont und lumbal beidseits unklarer Ätiologie
-
chronisches Schmerzsyndrom bei mittelschwerer Depression
-
psychosoziale Problematik
-
Hypothyreose unter Substitutionstherapie
-
Adipositas II
-
medialbetonte Pangonarthrose beidseits
4.3
Dr.
A._
nannte in ihrem Bericht vom 3. Juli 2015 (Urk. 9/51/1-
2) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. A):
-
mittelschwere therapieresistente Depression, seit Sommer 2004 lang
same, progrediente Entwicklung
-
chronisches Schmerzsyndrom
-
leichte Niereninsuffizienz bei Schrumpfniere links, seit März 2005
-
arterielle Hypertonie, Erstdiagnose 1999
-
Adipositas per magna
-
Verdacht auf Minderintelligenz
Gegenüber ihrem Bericht vom
Jahr
2011 (vgl. vorstehend E. 3.9) liege keine Ver
änderung vor, der Verlauf sei stationär. Die Depression bestehe weiterhin mit zeitweise Verschlechterung bei familiären und sozialen Belastungs
situationen (Ziff. D.3).
4.4
Dr.
Z._
nannte in ihrem Bericht vom 31. Juli 2015 (Urk. 9/53) eine seit
dem Jahr
2005 bestehende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1). Seit ihrem letzten Bericht vom 18. Juli 2011 (vgl. vorstehend E. 3.9) liege praktisch keine Veränderung der chronisch depressiven Verfassung der Beschwerdeführerin vor. Die Beschwerdeführerin sei im Alltag überfordert und mache im Haushalt nur das Allernotwendigste. Die Prognose sei schlecht, da seit Jahren eine unveränderte Verfassung vorliege. Die Beschwerdeführerin habe ausserdem keine Ressourcen, um mit ihrer chronisch depressiven Verfassung zurecht zu kommen (Ziff. 1.4). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfs
arbeiterin sei die Beschwerdeführerin seit April 2005 zu 100 % arbeitsun
fähig, dies voraussichtlich dauernd (Ziff. 1.6).
4.5
Am 5. Januar 2016 fand eine
erneute
Haushaltabklärung vor Ort statt, worüber am 6. Januar
2016 berichtet wurde (Urk. 9/73
). Die Abklärungsperson führte aus, dass die
zu Hause lebende
Tochter der Beschwerdeführerin als Übersetzerin fungiert habe. Im Gegensatz zum Vorbericht sei die Wohnung in einem sehr sauberen und aufgeräumten Zustand gewesen (S. 1 unten f. Ziff. 1). Nach eige
nen Angaben würde die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 100 % arbeiten, dies müsste sie aus fina
nziellen Gründen tun, weil man n
ie wisse, wie viel ihr Ehemann verdiene und massive Schulden bestünden. Den Haushalt würde sie nicht alleine schaffen und sei auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen, der Ehemann könne aufgrund der langen Arbeitszeiten nicht viel helfen. Viel
leicht würde sie deshalb auch nur zu 80 % arbeiten (S. 4 Ziff. 2.5). In der Folge qualifizierte die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu 80 % Erwerbs
tätige und zu 20 % im Haushalt Tätige. Von einer 100%igen Erwerbs
tätigkeit könne aufgrund der Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie den Haus
halt mit einem 100%-Pensum nicht schaffen würde, nicht überwiegend wahr
scheinlich ausgegangen werden. Es sei somit höchstens von einer 80%igen Erwerbstätigkeit auszugehen (S. 4 f. Ziff. 2.6). Zudem ermittelte die Abklärungs
person eine Einschränkung im Haushalt vom 19.2 %, was bei einem Anteil im Haus
halt v
on 20 % einem Invaliditätsgrad von 3.84 % entspreche
(S. 6 ff. Ziff. 6-7).
4.6
Die Ärzte der
Y._
erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre
Gutachten inklusive einer EFL
am 9. September 2016 (Urk. 9/72/1-56) gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 f. Ziff. 2, S. 23 ff. Ziff. 9.2, S. 45 Ziff. 10), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 3 ff. Ziff. 3, S. 28 ff. Ziff. 9.3.2) und die durchgeführten orthopädischen (S. 5 f. Ziff. 5), psychiatrischen (S. 34 f. Ziff.
9.
5; vgl. Urk. 9/72/74-101) und inter
nistischen (S. 47 Ziff. 10.2; vgl. Urk. 9/72/69-73) Untersuchungen.
Die Gutachter nannten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig anhaltende mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 52 Ziff. 12.1). Zudem nannten sie fol
gende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 53 Ziff. 12.2):
-
akzentuierte, vermeidende, einfach strukturierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Schmerzpersistenz nach Knietotalprothese links August 2013 und rechts Oktober 2013 bei Nullachse
-
Senk-/Spreizfüsse
-
Adipositas
-
chronische Niereninsuffizienz Stadium III bei Schrumpfniere links
-
renale Hypertonie
-
renale Anämie
-
sekundärer Hyperparathyreoidismus
-
Hyperthyreose
-
Nebenschlussvarizen an beiden Unterschenkeln
-
Status nach submuköser Antirefluxplastik links Februar 2010
Die Gutachter legten dar, dass aus orthopädischer
und
internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 49 f. Ziff. 11.1). Die Arbeits
fähigkeit sei jedoch aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt (S. 54 Ziff. 13.5). So betrage die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin und Verpackerin aufgrund der anhaltenden mittelgradigen depressiven Störung mit Beeinträchtigung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Motivation, der Kontakt
fähigkeit und der Dauerbelastbarkeit gesamthaft bei voller Stunden
präsenz seit Januar 2011 50 % (Arbeitsunfähigkeit 50 %). Von August 2013 bis Januar 2014 habe im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 0 % (Arbeitsunfähigkeit 100 %) bestanden. Als Hausfrau mit freier Zeiteinteilung betrage die Arbeits
fähigkeit seit Januar 2011 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 75 % (Arbeits
un
fähig
keit 25 %, S. 53 Ziff. 13.1). Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne ver
mehrte Kun
den
kontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie geistig ein
fache Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Konzentration und Merk
fähigkeit könnten der Beschwerdeführerin gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2011 zu 60 % (Arbeitsunfähigkeit 40 %) zugemutet werden. Auch für adaptierte Tätigkeiten habe im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen von August 2013 bis Januar 2014 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz eine Arbeits
fähigkeit von 0 % (Arbeitsunfähigkeit 100 %) bestanden (S. 53 f. Ziff. 13.2).
Aus psychiatrischer Sicht erscheine die Prognose nach dem bisherigen Krank
heitsverlauf nur begrenzt günstig. Die Beschwerdeführerin erhalte seit Jahren eine psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung kombiniert mit einer antidepressiven Medikation. Die Therapie sei konsequent fortzusetzen und auf
grund des chronifizierten Verlaufs sei eine Intensivierung der anti
depressiven Medikation zu empfehlen. Unter diesen therapeutischen Mass
nahmen sei inner
halb eines Jahres eine Besserung des psychischen Zustands
bildes mit Leistungs
steigerung und gesamthaft etwa 70%iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit bei voller Stundenpräsenz theoretisch zu erwarten (S. 54 Ziff. 13.4).
4.7
Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellung
nahme vom 1. November 2016 (Urk. 9/75/4) aus, dass das
Y._
-Gutachten ins
gesamt schlüssig, nachvollziehbar und in seinen Feststellungen plausibel sei. Es handle sich im Wesentlichen um einen unveränderten Gesundheitszustand.
4.8
Dr.
A._
legte in ihrem – nach Verfügungserlass erstellten – Bericht vom 15. März 2017 (Urk. 3) dar, dass die Beschwerdeführerin psychisch wie auch körperlich eingeschränkt sei und sich der Zustand in den letzten Jahren nicht verbessert habe. Zudem würden sich die aus dem Haushalt
ab
klärungsbericht (vgl. vorstehend E. 4.5) gemachten Schlussfolge
rungen nicht mit ihren Beobachtungen decken. Die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihrer Einschränkungen nicht zu 80 % arbeiten (S. 2).
5.
5.1
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einem 80%-Pen
sum nachgehen würde und zu 20 % im Haushalt tätig wäre (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3; Urk. 2 S. 2 oben; vgl. auch vorstehend E. 4.5).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen (vgl. vorstehend E. 1.3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, wozu etwa der Gesundheitszustand und der invaliden
ver
sicherungs
recht
liche Status (vollerwerbstätig, nichterwerbstätig oder teil
erwerbs
tätig mit oder ohne Aufgabenbereich im Gesundheitsfall) gehören (Urteil des Bundes
gerichts 9C_410/2015 vom 13. November 2015 E. 2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin wurde bisher, mithin
sowohl
bei der ursprünglichen Renten
zusprache im Juli 2007 (vorstehend E. 3.1, E. 3.5, E. 3.7) als auch bei den Rentenbestätigungen im Mai 2008 (vorstehend E. 3.8) und im Juli 2011 (vorste
hend E. 3.9) als zu 100 % im Haushalt Tätige beziehungsweise als Nicht
erwerbstätige qualifiziert, weshalb der Invaliditätsgrad anhand eines Betäti
gungs
vergleiches bemessen wurde (vgl. vorstehend E. 1.5). Da die Beschwer
de
führerin nun aufgrund der geänderten familiären Verhältnissen bei guter Gesund
heit in einem 80%-Pensum tätig wäre, ist sie neu als Teil
erwerbs
tätige mit Aufgabenbereich zu qualifizieren und der Invaliditätsgrad ist neu anhand der gemischten Methoden (vgl. vorstehend E. 1.6
) zu bemessen.
Somit ist ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG zu bejahen, weshalb eine umfassende Prüfung des Rentenanspruchs vorzunehmen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3).
5.2
Am
1.
Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der IVV vom 1. De
zember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Fest
legung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3 IVG) in
Art.
27
bis
Absatz 2 – 4 IVV ein neues Berech
nungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE
130 V 445 E.
1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinwei
sen).
Die angefochtene Verfügung ist am
21. Februar 2017 (Urk. 2)
und somit vor dem Inkrafttreten
der Verordnungsänderung am 1.
Januar 2018 ergangen, wes
halb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen. Nach
folgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Recht
sprechung Bezug genommen.
5.3
Das polydisziplinäre
Y._
-Gutachten vom September 2016 (vorstehend E. 4.6) umfasst die Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie. Die Gutachter verfügen über den entsprechenden Facharzttitel (vgl.
Urk. 9/72/1-56 S. 55 f.) und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beur
teilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin befähigt.
Das
Y._
-Gutachten erscheint denn auch für die streitigen Belange umfas
send, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
Y._
-Gutachten die bundesgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vorstehend E. 1.7), so dass für die Entscheidfindung grundsätzlich darauf abzustellen ist.
5.4
Der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
hat
sich im Ver
gleich zur medizinischen Situation, wie
sie
sich im Zeitpunkt der erst
maligen Rentenzusprache im Jahr 200
7
beziehungsweise im Rahmen der Renten
bestätigungen in den Jahren 2008 und 2011 präsentie
rte, nicht wesentlich ver
ändert
.
Die Gutachter diagnostizierten eine Schmerzpersistenz nach Knietotalprothese links (August 2013) und rechts (Oktober 2013) bei Nullachse, Senk-/Spreizfüsse, eine Adipositas, eine chronische Niereninsuffizienz im Stadium III bei Schrumpf
niere links, eine renale Hypertonie, eine renale Anämie, ein sekun
därer Hyperparathyreoidismus, eine Hyperthyreose, Nebenschlussvarizen an beiden Unterschenkeln sowie einen Status nach submuköser Antireflux
plastik links Februar 2010, jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vor
stehend E. 4.6).
Die volle Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht (vorstehend E. 4.6) begrün
de
ten die Gutachter
unter Berücksichtigung der EFL
in schlüssiger und nach
vollziehbarer Weise damit, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Kniegelenksschmerzen und das Ausmass der subjektiven Reduktion der kör
perlichen Leistungsfähigkeit bei normalem radiologischem Befund nicht nach
vollzogen werden könnten (Urk. 72/1-56 S. 49 Ziff. 11.1, vgl. S. 5 f. Ziff. 5.2
5.3). Die aus internistischer Sicht ebenfalls bestehende volle Arbeits
fähigkeit (vor
stehend E. 4.6) begründeten die Gutachter damit, dass die inter
nistischen Erkrankungen die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen würden (S. 49 f. Ziff. 11.1, vgl. S. 48
f.
Ziff. 10.4). Die vorübergehende 100%ige Arbeits
un
fähigkeit im Rahmen der postoperativen Rehabilitationen von August 2013 bis Januar 2014 (vorstehend E. 4.6) vermag daran nichts zu ändern.
5.5
Diese Einschätzung stimmt denn auch mit der Beurteilung des Arztes des
C._
vom Juni 2015 (vorstehend E. 4.1) überein, wonach er eine abwechselnd stehend-gehende und sitzende Tätigkeit ohne körperliche Belastung als zumut
bar erachtete. Dem Bericht von Dr.
D._
vom Juni 2015 (vorstehend E. 4.2) sind keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu entnehmen, weshalb dieser Bericht nicht geeignet ist, an der Einschätzung der
Y._
-Gutachter etwas zu ändern.
In Bezug auf den Bericht von Dr.
A._
vom Juli 2015 (vor
stehend E. 4.3) ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise The
rapiekräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Ausserdem legte Dr.
A._
nicht näher dar, weshalb die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll. Bezüglich des nach Verfügungs
erlass erstellten Berichtes von Dr.
A._
vom März 2017 (vorste
hend E. 4.8) gilt, dass nach ständiger Rechtsprechung das Sozialversiche
rungs
gericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungs
verfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E.
1b).
Der genannte Bericht von Dr.
A._
äussert sich zum Sachverhalt vor und kurz nach Ver
fügungserlass, weshalb er grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheits
zustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin herangezogen wer
den kann.
Jedoch
gilt
au
ch hier, dass Dr.
A._
nicht näher darge
legt hat, weshalb die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll.
5.6
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in somatischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeits
fähigkeit nicht eingeschränkt ist.
5.7
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierten die Gutachter eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig anhaltende mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
sie akzentuierte, vermeidende, einfach strukturierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Sie attestierten der Beschwerde
führerin in der angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin und Ver
packerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und in angepasster Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 4.6).
Die Gutachter legten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass die Beschwerdeführerin etwa im Jahr 2005 im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden, Partnerproblemen und familiären Problemen eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen depressiven Episoden entwickelt habe, wobei nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2011 eine Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes eingetreten sei. Lediglich nach der Geburt ihres Enkelkindes im Jahr 2013 sei über etwa 4 Wochen eine vorübergehende Besse
rung des psychischen Zustandsbildes eingetreten. Trotz der subjektiven Ver
schlechterung des psychischen Zustandsbildes lasse sich aus psychiatrischer Sicht weiterhin eine anhaltende mittelgradige depressive Episode erheben (Urk. 9/72/1-56 S. 50 Mitte Ziff. 11.1, vgl. S. 36 Ziff. 9.7.1). Aufgrund der ungünstigen Kindheits- und Persönlichkeitsentwicklung fänden sich bei der Beschwerdeführerin Hinweise für akzentuierte, vermeidende und einfach struk
turierte Persönlichkeitszüge. Trotzdem erreichten die Persönlichkeitsdefizite nicht die Intensität einer Persönlichkeitsstörung. Zudem fänden sich Hinweise für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und es würden anhaltende schwere und quälende Schmerzen angegeben, die durch eine körperliche Störung nicht ausreichend erklärt werden könnten und in Verbindung mit emo
tionalen Konflikten und psychosozialen Belastungen stünden (Urk. 9/72/1-56 S. 51 Ziff. 11.1, vgl. S. 36 f, Ziff. 9.7.1). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der anhaltenden mittelgradigen depressiven Störung in ihrer Arbeitsfähigkeit dahingehend beeinträchtigt sei, dass ihr die angestammte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin und Verpackerin seit Januar 2011 zu 50 % möglich sei. Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kun
denkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie geistig ein
fache Tätigkeiten ohne Anforderungen an di
e Konzentration und Merkfähigkeit seien ihr seit Januar 2011 zu 60 %
zumutbar (vorstehend E. 4.6).
Aus psychiatrischer Sicht liegt demnach ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand vor,
es handelt sich mithin um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes
(vgl. Urk. 9/72/1-56 S. 55 Ziff. 13.6, vgl. S. 42 Ziff. 9.8.1.2)
.
Die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeits
fähigkeit stel
lt für sich allein genommen
keinen Revisionsgrund dar (vgl.
vor
stehend E. 1.3), da jedoch mit dem Statuswechsel der Beschwerde
führerin ein Revisionsgrund ausgewiesen ist, steht einer umfassenden Prüfung des Renten
anspruchs ohne Bindung an frühere Beurteilungen nichts entgegen (vorstehend E. 5.1).
Es ist nachfolgend aus rechtlicher Sicht zu beurteilen, ob aufgrund der psychiatrischen Diagnosen eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
5.8
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Stan
dard
indika
toren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen ein
zuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
5.9
In E. 8.1 von BGE 143 V 418 hat das Bundesgericht festgehalten, dass das strukturierte Beweisverfahren wie es in
BGE 141 V 281
definiert wurde (vgl. vor
stehend E. 5.8), einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegensteh
t
, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in Berück
sichtigung der Wechselwirkungen basier
t
. Demnach
fallen
Störungen unab
hängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komor
bidität in Betracht
, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hemmende Wirkung bei
zumessen
ist
.
Bei der Prüfung des funktionellen Schweregrades des Leidens de
r Beschwerde
führerin is
t somit von
allen psychiatrischen Diagnosen, namentlich einer
rezidi
vierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig anhaltende mittelgradige depressi
ve Episode
, von
akzentuierte
n
, vermeidende
n
, einfach strukturierte
n
Pe
rsönlich
keitszügen sowie von
eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n Schmerz
störung, auszu
gehen.
5.10
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Aus
prägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten, dass die Beschwerde
führerin
, insbesondere
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung mit anhaltender mittelgradiger depressiver Episode
,
in ihrer emotionalen Belast
barkeit, geistigen Flexibilität,
im
Antrieb,
in den
Interessen,
in der
Motivation, Kontaktfähigkeit und Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt ist (vorstehend E. 4.6; vgl. Urk. 9/72/1-56 S. 40 Ziff. 9.7.3). Es bestehen zwar psychosoziale Faktoren, namentlich die Arbeitslosigkeit, finanzielle Belastungen sowie mangelnde Deutsch
kenntnisse, jedoch kommen diese psychosoziale Faktoren nicht als alleinige Ursache der depressiven Störung in Betracht (Urk. 9/72/1-56 S. 39 Mitte Ziff. 9.7.2, S. 54 Ziff. 13.5). In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde
führerin seit dem Jahr 2005 in regelmässiger psychiatrischer und psychothera
peutischer Behandlung befindet und eine antidepressive Medikation erhält. Es liegt keine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz vor
(Urk. 9/72/1-56 S. 39 unten
Ziff. 9.7.2, vgl. S. 29 Ziff. 9.3.2.2). Unter Fort
setzung der therapeutischen Massnahmen ist
jedoch
nach Ansicht des psychiatri
schen Gutachters durchaus eine Besserung des psychischen Zustands
bildes zu erwarten (Urk. 9/72/1-56 S. 39 oben Ziff. 9.7.2; vgl. vorstehend E. 4.6). Dies deutet auf eine positive Prognose hin. In Bezug auf die Komor
bidität ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Schmerzsymptomatik und psychosozialen Problemen eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradigen
depressiven Episoden entwickelt hat
.
Die depressive Störung und die Schmerzsymptomatik beeinflussen sich gegenseitig
(Urk. 9/72/1-56 S. 38 unten f. Ziff. 9.7.2)
. Zudem weist die Beschwerdeführerin
akzentuierte, vermeidende, einfach strukturierte Pe
rsönlichkeitszüge auf (vgl. vorstehend E. 5.9). Weitere Komorbiditäten sind nicht ersichtlich.
Zum Komplex Persönlichkeit ist festzuhalten, dass sich bei der Beschwerde
führerin aufgrund der ungünstigen Kindheits- und Persönlichkeitsentwicklung zwar Hinweise für akzentuierte, vermeidende und einfach strukturierte Persön
lichkeitszüge mit Hinweisen für grenzwertige intellektuelle Fähigkeit
en und
mit Vermeidung von berufliche
n und sozialen Kontakten finden. D
iese Per
sönlich
keitsdefizite erreichen jedoch nicht die Intensität einer Persönlichkeits
störung und die Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Realitätsprüfung und Urteilsbil
dung,
die
Affektsteuerung und Impulskontrolle sowie
die
Intentionali
tät
sind
nicht wesentlich beeinträchtigt (Urk. 9/72/1-56 S. 38 Mitte Ziff. 9.7.2
; vgl. vor
stehend E. 5.7
).
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
trotz der rezidivierenden depressiven Störung mit anhaltender mittelgradiger depressiver Episode
über Ressourcen verfügt. So zeigt sie zahlreiche Aktivitäten im Tagesablauf mit
der
Versorgung
ihres Sohnes und der
grösstenteils selbstän
digen
Versorgung des Haushaltes,
wobei sie bei den Haushalt
arbeiten auch von der zu Hause lebenden Tochter und ihrem Sohn unterstützt
wird.
S
ie räumt auf,
saugt Staub,
kocht das Mittagessen
,
macht die Wäs
che, geht nach
mittags l
au
fen,
e
inkaufen und Kaffee trinken, kocht das Abendessen, hat Kontakt mit der Familie und sieht fern. Zudem lassen sich zumindest wenige soziale Kontakte mit relativ guter Kontaktfähigkeit erheben und es bestehen auch Hinweise für Motivation
und Interessen
(Urk. 9/72/1-56 S. 39 Mitte Ziff. 9.7.2,
S. 4 f.
Ziff. 9.7.3, vgl. S. 30 f. Ziff. 9.3.2.4.4-9.3.2.6).
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleich
mässigen Einschränkungen des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebens
bereichen ist festzuhalten, dass
diesbezüglich
keine gleichmässige
n
Ein
schränkung
en
bestehen
.
D
ie Beschwerdeführerin
geht
seit Jahren keiner berufli
chen Tätigkeit nach und fühlt sich nicht arbeitsfähig. Daneben zeigt sie zahlrei
che Aktivitäten im Tagesablauf, indem sie sich um die Kinder kümmert, den Haushalt mit Pausen versorgt,
kocht, l
aufen geht, einkauft, Kaffee trinkt und die Wäsche macht. Zudem lassen sich gute familiäre Kontakte und zumindest weni
ge soziale Kontakte mit Bekannten, Freunden und Kolleginnen erheben. Auch zeigt sie gewisse Motivation und Interessen, sieht fern und wirkte zum Untersu
chungszeitpunkt relativ gut kontaktfähig, jedoch erschwert kommunikationsfä
hig.
V
or dem Eintritt der Gesundheitsstörung
lassen sich hingegen
berufliche Aktivitäten erheben, jedoch ging die Beschwerdeführerin auch früher keinen Hobbies ausser Laufen nach (Urk. 9/72/1-56 S. 40 oben Ziff. 9.7.2, vgl. S. 29 ff. Ziff. 9.3.2.4-9.3.2.6).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungs
anam
nestisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten, dass die Beschwer
deführerin im Rahmen der therapeutischen Massnahmen aus
reichende Kooperation und Compliance zeigt (Urk. 9/72/1-56 S. 39 unten Ziff. 9.7.2). Die therapeutischen Optionen
zur Behandlung der rezidivierenden depressiven Störung
wurden jedoch bisher nicht
ausreichend
ausgenützt und neben der Intensivierung der ambulanten therapeutischen Massnahmen
wären
auch teil
stationäre tagesklinische Behandlungen möglich. Dabei zeigt die Beschwerde
führeri
n einen Leidensdruck und dürfte – nach Ansicht des psychiatrischen Gut
achters –
auch therapeutische Angebote in Anspruch nehmen
(Urk. 9/72/1-56 S. 40 Mitte
Ziff. 9.7.2). Dies weist auf eine positive Prognose hin (vgl. auch vorstehend E. 4.6).
5.1
1
Das von den Gutachtern
aufgrund der damaligen Rechtsprechung nur für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung
anhand eines strukturierten, normati
ven Prüfrasters beurteilte tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin
in dem Sinne, dass die anhaltende somatoforme Schmerz
störung die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt, vermag zu überzeugen. Die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit von 60 % in angepasster Tätigkeit beziehungs
weise der Arbeitsunfähigkeit von 40 % aufgrund der depressiven Störung durch die Gutachter erfolgte jedoch ohne Prüfung der Standard
indikatoren. Wie vorstehend gezeigt, kann die nunmehr auch für die depressive Störung durchzuführende Prüfung der Standardindikatoren indes ebenfalls gestützt auf das Y._-Gutachten erfolgen. Die erwähnte Arbeitsfähigkeit von lediglich
60 % in angepasster Tätigkeit (vorstehend E. 5.7) überzeugt nach dem Dargelegten
jedoch
nicht, sprechen doch all die genannten Faktoren
insbe
sondere die Ressourcen
gegen eine Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise für das Vorliegen einer vollen Arbeits
fähigkeit der Beschwer
de
führerin. Die Beschwer
deführerin verfügt über genügende Ressourcen, um wieder einer Erwerbs
tätigkeit nachzugehen.
Da die Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes ist (Art. 6 ATSG), kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt hierzu Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2). Im vorliegenden Fall ist insofern vom
Y._
-Gutachten abzuweichen, als dass festgehalten werden kann, dass der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kun
denkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie geistig ein
fache Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Konzentration und Merkfähigkeit zu 100 % zumutbar sind.
5.1
2
In Bezug auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr.
Z._
vom Juli 2015 (vorstehend E. 4.4) sowie der Hausärztin Dr.
A._
vom Juli 2015 (vorstehend E. 4.3) und vom März 2017 (vorstehend E. 4.8), wobei sich Letzterer zum Sachverhalt vor und kurz nach Verfügungserlass äussert (vgl.
vorstehend E. 5.5), ist
erneut
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Haus
ärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati
enten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Die diagno
stische Einschätzung von Dr.
Z._
, wonach seit dem Jahr 2005 eine anhal
tende mittelgradige depressive Episode bestehe (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.6, E. 3.9, E. 4.4), stimmt
zwar
mit der Beurteilung der
Y._
-Gutachter überein. Die beschriebenen Auswirkungen, wonach die Beschwerdeführerin im Alltag
chro
nisch überfordert sei und
im Alltag nur das Allernotwendigste mache (vorste
hend E. 4.4), konnten im Rahmen der Begutachtung nur teilweise erhoben wer
den. So führte die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung aus, dass sie zwar den Haushalt nur mit Mühe besorge und dabei
auch
von ihrer Tochter und dem Sohn unterstützt werde, sie würde jedoch selbst aufräumen, staubsaugen,
kochen, die Wäsche machen sowie Kleinigkeiten selber einkaufen (Urk. 9/72/1-
56 S. 41 f. Ziff. 9.7.5, vgl.
vorstehend E. 5.9
).
Dies ergibt sich auch aus dem Haus
haltsbericht vom 6. Januar 2016 (Urk. 9/73).
Ausserdem äusserte sich Dr.
Z._
nicht näher dazu, weshalb die Beschwerdeführerin nicht arbeits
fähig oder nur beschränkt arbeitsfähig sei
n soll
. Der Bericht von Dr.
Z._
vermag deshalb an de
n
Ausführungen der Y._-Gutachter betreffend die Haushaltsführung
nichts zu ändern
.
In Bezug auf die Berichte der Hausärztin Dr. A._ ist festzu
halten, dass sie nicht über den entsprechenden Facharzttitel verfügt, um den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin fachärztlich zu beurteilen. Ausser
dem legte sie nicht näher dar, weshalb die Beschwerdeführerin nicht arbeits
fähig oder nur beschränkt arbeitsfähig sein soll.
5.1
3
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu betrachten, dass der Beschwerdeführerin eine ange
passte Tätigkeit seit Januar 2011 zu 100 % zumutbar ist.
5.14
Es kann festgehalten werden, dass aus somatischer als auch psychiatrischer Sicht ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand vorliegt, mithin handelt es sich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes.
Wie bereits festgehalten wurde, stellt d
ie bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zustand
es auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen
keinen Revisions
gr
und dar
, da jedoch mit dem Statuswechsel der Beschwerdeführerin ein Revi
sions
g
rund ausgewiesen ist, steht einer umfassenden Prüfung des Renten
anspruchs ohne Bindung an frühere Beurteilungen nichts entgegen (
vorstehend E. 5.7
). Der diesbezügliche Einwand der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 4 Ziff. 5) erweist sich somit als unbegründet.
6.
6.1
Nachfolgend ist
der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich aufg
rund eines
Einkommensvergleiches zu ermitteln.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruktur
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt und war bis zur Geburt ihrer zweiten Tochter im Jahr 1995 in einer Textilfabrik tätig. Danach war sie in den Jahren 1998 bis 2004 unregelmässig und in einem niedrigen Pensum bei der F._, der G._ und der H._ tätig und bezog zwischendurch Arbeitslosen
ent
schädigung. Danach war die Beschwerdeführerin nicht mehr erwerbstätig und war Hausfrau und Mutter (vgl. hierzu den Auszug aus dem individuellen Konto, IK-Auszug, Urk. 9/66 S. 6 und S. 11; vgl. auch Urk. 9/73 S. 2 f. Ziff. 2.2-2.3). Anlässlich der polydisziplinären Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, zuletzt in den Jahren 2001 bis 2005 als Verpackerin bei der I._ tätig gewesen zu sein (vgl. Urk. 9/72/1-56 S. 4 Ziff. 3.2.4). Diese Tätigkeit lässt sich jedoch dem IK-Auszug nicht entnehmen (Urk. 9/66 S. 6), ein Beleg hierzu fehlt in den Akten und auch in der Anmeldung wurde diese Tätigkeit nicht erwähnt (Urk. 9/3/5), weshalb auf die Angaben im IK-Auszug abzustellen ist.
Aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin keinen Beruf erlernt hat, unregelmässig und bei verschiedenen Arbeitgebern tätig war und die letzte Arbeitstätigkeit im Jahr 2004 nur über zwei Monate dauerte (vgl. Urk. 9/66 S. 11), rechtfertigt es sich, zur Ermittlung des Valideneinkommens auf den
standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten
Sektors gemäss LSE heranzuziehen.
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4’300.-- (LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Total Frauen, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/ Arbeits
kosten, Lohnniveau - Schweiz), mithin Fr. 51’600.-- pro Jahr. Unter Berück
sichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7 % (
Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Total
Frauen
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Er
werbs
einkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung
) sowie der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden (Be
triebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) er
gibt dies ein Validen
ein
kommen
von rund Fr. 54’386.-- (Fr. 51’600.-- x 1.004 x 1.007 : 40 x 41.7) für das Jahr 2016 bei einem 100
%-Pensum, mithin rund Fr. 43’509.-- für ein 8
0%-Pensum.
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (
vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchs
chnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
higkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen
).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E.
5.2 und 126 V 75 E.
6).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E.
3.2 und
8C_808/2013 vom 14.
Februar 2014 E.
7.1.1 mit Hinweisen).
6.5
Der Beschwerdeführerin sind nur noch
Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie geistig einfache Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Konzentr
ation und Merkfähigkeit
zumutbar
(vorstehend E. 5.10).
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich deshalb
ebenfalls, auf
den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten
Sektors gemäss LSE abzustellen. Das Invalideneinkommen entspricht deshalb dem Vali
deneinkommen und beträgt für das Jahr 2016
Fr. 54’386.
-- für ein
100
%-Pen
sum und Fr. 43’509.-- für ein 80%-Pensum (vorstehend E. 6.3).
6.6
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist.
Eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenstän
diger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundesgerichts
9C_366/2015 vom 22. September 2015 E.
4.3.1 mit Hinweisen),
weshalb sich diesbezüglich kein leidensbedingter Abzug rechtfertigt.
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt betrifft das Kriterium der Dienstjahre, dessen Bedeutung im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforde
rungsprofil ist. Mit Blick auf das Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforde
rungs
niveau 4) kommt diesem Aspekt keine ins Gewicht fallende Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 29.
Februar 2016 E
. 3.4.2 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.3 unter Hinweis auf 8C_
351/2014 vom 14. August 2014 E. 5.2.4.2), weshalb auch diesbezüglich kein leidens
bedingter Abzug gerechtfertigt ist.
Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt besteht ein genügend grosses Spektrum an möglichen angepassten Tätigkeiten, weshalb unter Berücksichtigung aller Umstände kein leidensbedingter Abzug zu gewähren ist.
6.7
Aufgrund des Umstandes, dass das Valideneinkommen dem Invaliden
ein
kommen entspricht (vorstehend E. 6.3, E. 6.5) resultiert bei einem Anteil von 80 % im erwerblichen Bereich ein Teilinvaliditätsgrad von 0 %.
6.8
Zu prüfen bleibt die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushaltsbe
reich.
Der Haushalt
abkl
ärungsbericht (vorstehend E. 4.5
)
wurde
von einer qualifi
zierten Abklärungsperson bei der Beschwerdeführerin zu Hause
im Beisein der zu Hause lebenden
Tochter
, die als
Übersetzerin fungiert
e, sowie
unter Berück
sichtigung der medizinischen Diagnosen und der Angaben der Bes
chwerde
führerin erstellt.
Der Abklärungsbericht ist sodann plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen und in Über
einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben. Damit erfüllt der Abklärungsbericht die praxisgemässen Kriterien an einen beweiskräftigen
Bericht (vgl.
AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl.
auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit)
, weshalb darauf abge
stellt werden kann.
Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die Haus
haltabklä
rung insgesamt zu einer unrealistischen Einschätzung ihrer Möglich
keiten geführt habe (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 4), erweist sich somit als unbegründet.
Die
von der Abklärungsperson ermittelte
Einschränkung
von
19.2 %
im Haus
haltsbereich ist schlüssig und nachvollzieh
bar begründet (vorstehend E. 4.5; vgl. Urk. 9/73 S. 6 ff. Ziff. 6
) und insbesondere im Hinblick auf die bundes
gerichtli
che Rechtsprechung, wonach die versicherte Person Verhaltens
weisen zu entwi
ckeln hat, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirt
schaftlichen Bereich reduzieren und ihr eine möglichst vollständige und unab
hängige Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen, nicht zu bean
standen.
So b
egründet der Umstand, dass diese Arbeiten nur mühsam und mit höherem Zeitaufwand bewältigt werden können, nicht ohne Weiteres eine Invalidität. Zudem wird eine Unterstützung durch Familienangehörige voraus
gesetzt, wel
che weiter geht als im Gesundheitsfall (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.3.3).
Demnach steht fest, dass im Haushalt eine Einschränkung von 19.2 % besteht, was bei einem Anteil im Haushalt von 20 % einem Invaliditätsgrad von 3.84 % entspricht (vorstehend E. 4.5).
6.9
Die Addition der Teilinvaliditätsgrade von 0 % im erwerblichen Bereich (vorste
hend
E. 6.7) und von 3.84
% im Haushalt
sbereich (vorstehend E. 6.8
) ergibt einen rentenausschliessenden Invalidit
ätsgrad von gesamthaft rund 4
%.
Selbst wenn keine Änderung der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdeführerin vorliegen würde und sie weiterhin als zu 100 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren wäre, würde kein rentenbegründender Invalidi
tätsgrad resultieren. War die Beschwerdeführerin bei der Rentenzusprache im Juli 2007 noch zu 61.1 % im Haushalt eingeschränkt (vorstehend E. 3.5, E. 3.7), lag zum Verfügungszeitpunkt nur noch eine Einschränkung von 19.2 % vor (vorstehend E. 4.5, E. 6.8), weshalb im Haushaltsbereich eine wesentliche Ver
besserung ausgewiesen ist. Ausserdem liegt die von der Abklärungsperson fest
gestellte Einschränkung im Haushaltbereich im Bereich dessen, was die Gutach
ter attestierten, gingen doch diese davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Hausfrau zu 25 % eingeschränkt sei (vorstehend E. 4.6).
6.10
Die revisionsweise Aufhebung der bisher ausgerichteten Dreiviertelsrente ist somit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen.