# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bb96b3f6-a2ec-4ef2-bde6-73b2b6087d0b
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ F. F. B., geboren am 18. Dezember 1969, ist Staatsangehörige von A. Sie lebt mit
ihren drei Kindern, F. B. (geboren am 16. Februar 1999), A. C. (geboren am 1. Februar
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2001) und M. K. B. (geboren am 27. Juni 2002), alle Staatsangehörige von Angola, in
der Gemeinde D. und bezieht Nothilfeleistungen. Als Vertreter von F. B., A. C. und M.
K. B., alle gesetzlich vertreten durch F. F. B., fragte K. R.-H. mit Schreiben vom 18. Juli
2010 beim Sozialamt der Gemeinde D. an, ob bei negativem Asylentscheid der Eltern
und abgelaufener Ausreisefrist die ordentlichen Fürsorgeleistungen für die Kinder von
F. F. B. reduziert werden dürften oder ob zur Wahrung des Kindeswohls und in
Gewährleistung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (SR 0.107;
abgekürzt KRK) nicht Sozialhilfe ausgerichtet werden müsste. Mit Schreiben vom
9. August 2010 ersuchte K. R.-H. die Gemeinde D. um eine anfechtbare Verfügung
über das Sozialhilfeersuchen betreffend die Kinder von F. F. B.
B./ Mit Eingabe vom 8. September 2010 erhob K. R.-H. im Namen der drei Kinder F. B.,
A. C. und M. K. B., gesetzlich vertreten durch F. F. B.,
Rechtsverweigerungsbeschwerde an das Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen mit den Anträgen, der Gemeinderat und die Fürsorgebehörde D.
seien kosten- und entschädigungspflichtig anzuweisen, den Antrag auf Sozialhilfe für
die Kinder zu behandeln; und es sei unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
Begründet wurde die Rechtsverweigerungsbeschwerde im Wesentlichen damit, dass
sowohl die Fürsorgebehörde als auch der Gemeinderatspräsident es ausdrücklich und
vorbehaltlos abgelehnt hätten, die am 9. August 2010 beantragte rechtsmittelfähige
Verfügung zu erlassen.
Die Gemeinde D. liess sich durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 28. Oktober
2010 zur Rechtsverweigerungsbeschwerde vernehmen und beantragte unter anderem
die Abweisung der Rechtsverweigerungsbeschwerde und die Anhörung von F. F. B.,
nötigenfalls mit einem Dolmetscher, damit sie explizit bestätige, dieses Verfahren
gegen die eigenen Interessen weiterführen zu wollen. Als Begründung wurde im
Wesentlichen vorgebracht, dass K. R.-H. nicht rechtsgültig als Vertreter ernannt
worden sei, da F. F. B. die Vollmacht nicht habe verstehen können und ihre eigenen
Interessen durch Erlass einer Verfügung über die Nothilfe massiv tangiert würden. F. F.
B. und ihre Kinder würden nämlich weit höhere Leistungen erhalten als dies aufgrund
der Nothilferichtlinien des Kantons St. Gallen vorgesehen sei. Eine Verfügung über die
Nothilfe würde zu einer spürbaren Verschlechterung führen, weil dann die aktuell zu
hohen Kosten für die Unterkunft wesentlich reduziert werden müssten. Mit Eingaben
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vom 21. und 27. November 2010 reichte der Rechtsvertreter der Kinder von F. F. B.
eine Stellungnahme zur Vernehmlassung der Gemeinde D. ein und brachte darin unter
anderem vor, dass die Ausführungen der Gemeinde D. einen nicht hängigen Rekurs
beschlagen würden. Vorliegend läge aber keine Verfügung über den Antrag vom
9. August 2010 vor. Damit bestehe eine formelle Rechtsverweigerung durch den
Gemeinderat D. Am 9. Dezember 2010 erliess der Gemeinderat D. die beantragte
Verfügung, worin er den Anspruch auf Sozialhilfe der Kinder von F. F. B. abwies, aber
die bisherigen Nothilfeleistungen zusprach und gleichzeitig darauf hinwies, dass
aufgrund der zu hoch berechneten Wohnungskosten in der Nothilfe der Umzug in eine
günstigere Wohnung vorbehalten bleibe. In Folge dessen schrieb das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 13. Dezember 2010 in Anwendung von Art. 57
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) die
Rechtsverweigerungsbeschwerde als gegenstandslos ab. Auf die Erhebung amtlicher
Kosten wurde wegen Uneinbringlichkeit nach Art. 97 VRP resp. wegen Art. 95 Abs. 3
VRP verzichtet, und das Begehren um ausseramtliche Entschädigung wurde mit der
Begründung abgelehnt, dass keine Auslagen des nicht berufsmässigen Vertreters
nachgewiesen seien und dass keine besonderen Umstände vorliegen würden, da der
Familie B. von der Gemeinde D. die zustehende Sozialhilfe in Form der
Nothilfeunterstützung immer erbracht worden sei.
C./ Gegen den Abschreibungsentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
erhob K. R.-H. als Vertreter der Kinder von F. F. B. am 26. Dezember 2010 Rekurs bei
der Regierung und beantragte, der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
vom 13. Dezember 2010 sei bezüglich der Abschreibung der
Rechtsverweigerungsbeschwerde und der Abweisung des Begehrens um Ersatz
ausseramtlicher Kosten kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben; das
Sicherheits- und Justizdepartement sei anzuweisen, das
Rechtsverweigerungsbeschwerdeverfahren fortzuführen; eventuell sei F. B., A. C. und
M. K. B., alle gesetzlich vertreten durch F. F. B., eine ausseramtliche Entschädigung
von CHF 1'690.-- für das bisherige Rechtsverweigerungsbeschwerdeverfahren zu
Lasten der Gemeinde D. zuzusprechen; und es sei unentgeltliche Rechtshilfe zu
gewähren. Als Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass es für F. B.,
A. C. und M. K. B. und ihre Mutter vollkommen ausgeschlossen gewesen sei, das
Verfahren selbst zu führen. Im Weiteren gibt die Rekursschrift wie bereits vorherige
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Eingaben im Rahmen des Verfahrens vor dem Sicherheits- und Justizdepartement
materielle Äusserungen zur KRK wieder. Das Sicherheits- und Justizdepartement und
die Gemeinde D. beantragten in ihren Vernehmlassungen vom 6. resp. 22. Januar 2011
die Abweisung des Rekurses. Mit Eingaben vom 23. Januar 2011, 15., 17. und
27. Februar 2011 sowie vom 1. und 5. März 2011 ergänzte der ehemalige
Rechtsvertreter der Kinder von F. F. B. den Rekurs, zog das Begehren um
Weiterführung des Rechtsverweigerungsbeschwerdeverfahrens zurück, beantragte die
Aufhebung des Entscheids des Sicherheits- und Justizdepartements vom
13. Dezember 2010 nur hinsichtlich der Abweisung des Begehrens um ausseramtliche
Entschädigung und stellte einen Antrag auf ausseramtliche Entschädigung für das
Verfahren vor der Regierung von insgesamt Fr. 980.--. Mit Entscheid vom 29. März
2011 wies die Regierung den Rekurs ab.
D./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin B. S., vom 18. April 2011 erhebt
F. F. B. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der Entscheid der
Regierung vom 29. März 2011 sei kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben;
und ihr sei eine angemessene ausseramtliche Entschädigung für das Verfahren
betreffend Rechtsverweigerung vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und für
das Rekursverfahren vor der Regierung zuzusprechen. Zur Begründung wird im
Wesentlichen vorgebracht, dass sich die Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die
Weigerung der Gemeinde D., eine anfechtbare Verfügung über den Anspruch auf
Sozialhilfe zu erlassen, gerichtet habe. Dabei könne für die Frage, ob die
Rechtsverweigerungsbeschwerde zu Recht erhoben wurde, nicht massgeblich sein, ob
der Antrag an die Gemeinde auf Sozialhilfe positiv oder negativ ausfallen würde. Die
Gegenstandslosigkeit während des Verfahrens der Rechtsverweigerungsbeschwerde
sei durch den Erlass einer Verfügung durch die Gemeinde D. eingetreten. Die Kosten
des Verfahrens seien daher der Gemeinde D. zu überbinden. Aufgrund der
Gleichstellung in der Vertretungsbefugnis in Art. 12 lit. d des Anwaltsgesetzes (sGS
963.70, abgekürzt AnwG) sei sodann der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt,
wenn nicht anwaltlich vertretene Personen nicht entschädigt würden oder nur dann,
wenn der Rechtsverfolgungsaufwand das übliche Mass überschreiten würde. Mit
Eingabe vom 9. Mai 2011 wurde zudem die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständigung beantragt.
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Die Vorinstanz und das Sicherheits- und Justizdepartement liessen sich mit Eingaben
vom 25. resp. 30. Mai 2011 zur Beschwerde vernehmen und beantragen deren
kostenpflichtige Abweisung. Mit Stellungnahme ihrer Rechtsvertreterin vom 7. Juli 2011
zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und des Sicherheits- und
Justizdepartements hält F. F. B. an den Rechtsbegehren in der Beschwerdeschrift vom
18. April 2011 fest.
Die weiteren von der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz vorgebrachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde hat ausschliesslich die Weigerung der Vorinstanz, der
Beschwerdeführerin eine angemessene Entschädigung für die Verfahren vor dem
Sicherheits- und Justizdepartement sowie der Vorinstanz auszurichten, zum
Gegenstand. Die Frage der Rechtmässigkeit des Abschreibungsentscheids des
Sicherheits- und Justizdepartements sowie die Rechtmässigkeit der Beschränkung der
Leistungen an die Kinder der Beschwerdeführerin auf Nothilfeleistungen sind daher
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
2.1. Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VerwGE B 2005/106
vom 13. September 2005 i.S. B. C., E. 2b mit Hinweis auf R. Hirt, Die Reglung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen, Gossau
2004, S. 72 und 202). Eine Kontrolle der Ermessensbetätigung ist dem
Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Das
Verwaltungsgericht ist daher nur zur Rechtskontrolle befugt und kann einen
Kostenspruch der Vorinstanz nur aufheben, wenn er auf einer Über- oder
Unterschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht.
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2.2. Die Vorinstanz lehnte einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf ausseramtliche
Entschädigung gänzlich ab und begründete dies im Wesentlichen damit, dass für das
Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement kein Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung bestehe, da diese nach Art. 98bis VRP nach Obsiegen
und Unterliegen auferlegt werde. Vorliegend stehe fest, dass die Kinder der
Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin tatsächlich weit höhere Leistungen
zugesprochen erhalten würden, als dies aufgrund der Nothilferichtlinien vorgesehen
sei. Wäre über die Rechtsverweigerungsbeschwerde zu entscheiden gewesen, hätte
diese abgewiesen werden müssen. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin
im vorinstanzlichen Verfahren durch einen freiwilligen Prozessvertreter vertreten lassen
habe, der nicht als berufsmässiger Vertreter zugelassen sei.
2.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, gilt bei ausseramtlichen Entschädigungen
der Grundsatz, dass diese nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens auferlegt
werden (Art. 98bis VRP). Zu beachten ist aber, dass für das erstinstanzliche Verfahren
nach Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP in der Regel keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen
werden, da es sich dabei um kein eigentliches Parteiverfahren handelt und sich
lediglich die anordnende Behörde und der Private gegenüberstehen. Erstinstanzliche
Verfahren im Sinn von Art. 98 Abs. 3 lit. b VRP sind Verfahren, in denen die
Verwaltungsbehörde eine Verfügung mit dem Zweck erlässt, ein
Verwaltungsrechtsverhältnis verbindlich festzulegen (Hirt, a.a.O., S. 155). Ein solches
erstinstanzliches Verfahren liegt auch vor, wenn sich die Verwaltungsbehörde weigert,
eine angeforderte Verfügung zu erlassen, um ein Verwaltungsrechtsverhältnis
verbindlich festzulegen. Im Verfahren der Rechtsverweigerungsbeschwerde vor dem
Sicherheits- und Justizdepartement standen sich die Beschwerdegegnerin und die
Beschwerdeführerin resp. die Kinder der Beschwerdeführerin gegenüber. Es bestand
also bereits ein eigentliches Parteiverfahren. Auch die Vorinstanz betrachtete in ihrem
Entscheid vom 29. März 2011 das Verfahren vor dem Sicherheits- und
Justizdepartement nicht als erstinstanzliches Verfahren.
2.2.2. Wer gemäss Art. 98bis VRP obsiegt und in welchem Masse, ist aufgrund der im
Verfahren gestellten Anträge zu entscheiden. Grundsätzlich kommen dabei dieselben
Kriterien wie bei der Verteilung der amtlichen Kosten zur Anwendung (U. P. Cavelti/Th.
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren
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vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz. 832). Bei einer Abschreibung
infolge Gegenstandslosigkeit ist hinsichtlich der Kostenverlegung derjenige als
unterlegener Beteiligter zu betrachten, der die Gegenstandslosigkeit verursacht hat
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 773; Hirt, a.a.O., S. 101). Die
Rechtsverweigerungsbeschwerde an das Sicherheits- und Justizdepartement betraf
die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht oder zu Unrecht keine Verfügung über
das Sozialhilfegesuch des ehemaligen Rechtsvertreters der Kinder der
Beschwerdeführerin erliess. Dieses Verfahren konnte in der Folge abgeschrieben
werden, da die Beschwerdegegnerin die angeforderte Verfügung erliess und damit die
Rechtsverweigerungsbeschwerde gegenstandlos wurde. Wie die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin zu Recht ausführt, hat bei einer solchen Gegenstandslosigkeit in
Folge nachträglichem Erlass der angeforderten Verfügung das Gleiche zu gelten wie im
Fall der Gegenstandslosigkeit aufgrund eines Widerrufs der angefochtenen Verfügung
oder bei einer Wiedererwägung.
Nichts anderes ergibt sich, wenn gemäss Art. 98ter VRP sachgemäss die Vorschriften
der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt ZPO) herangezogen
werden. Nach Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO besitzt das Gericht bei Gegenstandslosigkeit
Ermessen über die Frage der Prozesskosten, wozu auch die Parteientschädigung
gehört (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). Bei der Kostenverlegung aufgrund einer
Gegenstandslosigkeit des Streitgegenstands ist nach Lage des Einzelfalls zu
berücksichtigen, welcher Beteiligter Anlass zur Beschwerde gegeben hat, welches der
mutmassliche Prozessausgang gewesen wäre, bei welcher Partei die Gründe
eingetreten sind, die zur Gegenstandslosigkeit des Prozesses geführt haben und
welche Partei unnötigerweise Kosten verursacht hat (V. Rüegg, Basler Kommentar zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Basel 2010, Rz. 8 zu Art. 107 ZPO). Die
Gegenstandslosigkeit des Verfahrens vor dem Sicherheits- und Justizdepartement hat
die Beschwerdegegnerin zu vertreten, da sie nachträglich die angeforderte Verfügung
über das Gesuch um Sozialhilfe erlassen hat. Die Beschwerdeführerin besitzt daher
grundsätzlich auch gemäss Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO
einen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung. Als unbehelflich erweist sich
der erwähnte Einwand der Vorinstanz, dass die Rechtsverweigerungsbeschwerde bei
Nichteintritt der Gegenstandslosigkeit hätte abgewiesen werden müssen, da die Kinder
der Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Sozialhilfe anstelle von Nothilfe besässen
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und bereits mehr Leistungen erhalten würden als die Nothilferichtlinien vorsehen
würden. Es ist im Gegenteil so, dass die Rechtsverweigerungsbeschwerde ohne Eintritt
der Gegenstandslosigkeit gutgeheissen worden wäre, da die Beschwerdeführerin resp.
ihre Kinder einen Anspruch darauf hatten, dass die Beschwerdegegnerin das
Verwaltungsrechtsverhältnis hinsichtlich der Gewährung der Nothilfeleistungen in einer
Verfügung festhält, und zwar unabhängig davon, ob die Kinder nun tatsächlich einen
Anspruch auf Sozialhilfe haben oder nicht. Zudem liesse sich auch ein
Feststellungsinteresse am Festhalten des Verwaltungsrechtsverhältnisses zwischen der
Beschwerdegegnerin und den Kindern der Beschwerdeführerin bejahen (Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 560 mit Hinweisen auf die Praxis), wenn bisher ohne Verfügung Leistungen
ausgerichtet wurden. Falls die Beschwerdegegnerin tatsächlich die Eingabe des
ehemaligen Rechtsvertreters der Kinder vom 9. August 2010 als formell rechtswidrig
betrachtet oder kein Interesse am Erlass einer Verfügung gesehen hat, hätte sie
zumindest einen Nichteintretensentscheid erlassen müssen.
2.2.3. Im weiteren ist zu prüfen, ob der unbestrittene Umstand, dass die Kinder der
Beschwerdeführerin im Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und im
Rekursverfahren durch einen nicht berufsmässigen Vertreter im Sinne des AnwG
vertreten wurden, die Abweisung des Gesuchs um ausseramtliche Entschädigung
rechtfertigt. Art. 10 AnwG sieht vor, dass die berufsmässige Vertretung vor Gerichten
und Strafuntersuchungsbehörden den in einem kantonalen Anwaltsregister
eingetragenen Rechtsanwälten vorbehalten ist. Damit kennt der Kanton St. Gallen
keinen Anwaltszwang, sondern behält nur die Vertretung gegen Entgelt, die
vermutungsweise die Berufsmässigkeit der Vertretung begründet (Art. 10 Abs. 2
AnwG), den Anwälten und Rechtsagenten vor. Eine Vertretung durch nicht in einem
Anwaltsregister eingetragene Personen ist folglich nur zulässig, wenn sie unentgeltlich
erfolgt. Art. 12 lit. d AnwG statuiert indessen ausdrücklich für die Verfahren vor
Verwaltungsbehörden eine Ausnahme zu Art. 10 AnwG, der – wie erwähnt - die
entgeltliche Tätigkeit den Anwälten vorbehält. Zu diesen Verwaltungsbehörden zählen
auch das Sicherheits- und Justizdepartement sowie die Vorinstanz. In diesem Rahmen
sind allgemein alle handlungsfähigen Personen zur entgeltlichen Vertretung berechtigt,
auch wenn keine Vorschriften über die Bemessung von deren Entschädigung bestehen
(VerwGE B 2005/106 vom 13. September 2005 i.S. B. C., E. 2c.bb; Hirt, a.a.O., S. 198).
Auf den ehemaligen Rechtsvertreter der Kinder der Beschwerdeführerin vor dem
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Sicherheits- und Justizdepartement sowie vor der Vorinstanz findet daher Art. 12 lit. d
AnwG Anwendung.
2.2.4. Zudem ist zu berücksichtigen, dass gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP im
Rekursverfahren kein unbedingter Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung
besteht, sondern nur soweit sie aufgrund der Sach- und Rechtslage als notwendig und
angemessen erscheint. Der Verweis auf die Angemessenheit in Art. 98 Abs. 2 VRP lässt
es zu, – selbst wenn sie als notwendig erscheint – lediglich eine reduzierte
Entschädigung zuzusprechen oder von der Zusprechung gänzlich abzusehen, wenn die
konkreten Umstände des Falles dies nahelegen (VerwGE B 2005/106 vom
13. September 2005 i.S. B. C., E. 2c.aa und 2c.cc mit Hinweis auf Hirt, a.a.O., S. 203).
Es bestehen aufgrund der Akten keine Anhaltspunkte, die gegen eine Notwendigkeit
der Vertretung im Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und im
Rekursverfahren sprechen würden, da die Beschwerdeführerin und ihre Kinder mit den
hiesigen Rechtsverhältnissen und Verfahrensabläufen zu wenig vertraut sind. Es wäre
deswegen der Beschwerdeführerin nicht zumutbar gewesen, ohne rechtliche Hilfe für
ihre Kinder eine Verfügung von der Beschwerdegegnerin zu verlangen und gegen den
Nichterlass der angeforderten Verfügung eine Rechtsverweigerungsbeschwerde zu
erheben. Die Vertretung der Beschwerdeführerin resp. ihrer Kinder war also im
Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und im Rekursverfahren
notwendig, da die Verfahrensführung die Fähigkeit der Vertretenen überstieg (vgl. GVP
1998 Nr. 88). Auch in dieser Hinsicht bestand also kein Grund, der Beschwerdeführerin
eine Entschädigung für das Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement wie
auch für das Rekursverfahren gänzlich zu verweigern.
Als unbehelflich erweist sich sodann der Einwand der Vorinstanz in ihrer
Vernehmlassung vom 25. Mai 2011, dass inhaltlich oder umfangmässig bescheidene
Eingaben nicht als Umtriebe zählen würden und deshalb nicht zu entschädigen seien.
Hätte sich der Vertreter auf sein Anliegen konzentriert, wäre die Eingabe kürzer
ausgefallen und hätte keine Entschädigung zu begründen vermocht. Das
Verwaltungsgericht hat bereits im Jahr 2005 entschieden, dass es die Gleichstellung in
der Vertretungsbefugnis nach Art. 12 lit. d AnwG zwischen handlungsfähigen Personen
und im Register eingetragenen Anwälten verletzt, wenn nicht anwaltlich vertretene
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Personen nur dann, wenn der Rechtsverfolgungsaufwand das übliche Mass übersteigt,
entschädigt werden, während anwaltlich vertretene Personen regelmässig Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung haben (VerwGE B 2005/106 vom 13. September
2005 i.S. B. C., E. 2c.dd). Die Frage der unerheblichen Ausführungen und Eingaben des
früheren Rechtsvertreters der Kinder der Beschwerdeführerin spielt bei der Frage der
Bemessung der Entschädigung keine Rolle und kann nicht per se den Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung ausschliessen, zumal der ehemalige Rechtsvertreter zu
Recht im Namen der Kinder der Beschwerdeführerin eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde ergriff und zumindest partiell sachgerecht
argumentierte, auch wenn - zugegebenermassen - der grösste Teil der Erwägungen in
den Rechtsschriften für die Frage der Gutheissung der
Rechtsverweigerungsbeschwerde resp. des Antrags auf ausseramtliche Entschädigung
nicht relevant war. Zu berücksichtigen ist auch, dass nicht das Handeln des
ehemaligen Rechtsvertreters den Instanzenzug bis zum Verwaltungsgericht verursacht
hat, sondern das Nichthandeln der Beschwerdegegnerin, die sich geweigert hat, eine
anfechtbare Verfügung zu erlassen. Aus den genannten Gründen rechtfertigt sich die
vollumfängliche Abweisung des Entschädigungsbegehrens nicht.
2.2.5. Aufgrund der Verantwortlichkeit der Beschwerdegegnerin für das Eintreten der
Gegenstandslosigkeit der Rechtsverweigerungsbeschwerde sind sowohl für das
Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement wie auch für das
Rekursverfahren die Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung erfüllt, auch wenn die Vertretung durch einen nicht berufsmässigen
Rechtsvertreter erfolgte. Es liegt mit anderen Worten hinsichtlich des Entscheids über
die ausseramtliche Entschädigung eine Verletzung der Gleichbehandlung zwischen
nicht anwaltlichen Rechtsvertretern gemäss Art. 12 lit. d AnwG und im Register
eingetragenen Rechtsanwälten vor. Diese Rechtsverletzung hat das Verwaltungsgericht
zu korrigieren.
2.3. Nachdem der Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung für das Verfahren
vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und das Rekursverfahren bejaht wird,
stellt sich noch die Frage nach der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung.
Dabei steht den Behörden ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Das
Verwaltungsgericht ist daher grundsätzlich nicht befugt, anstelle der Vorinstanzen das
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freie Ermessen zu betätigen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1031). In solchen Fällen weist
das Verwaltungsgericht in der Regel den Entscheid über die Festsetzung der Höhe der
ausseramtlichen Entschädigung an die Vorinstanz zurück (VerwGE B 2005/106 vom
13. September 2005 i.S. B. C., E. 2c.ee). Vorliegend rechtfertigt es sich indessen
angesichts der Nichtbeteiligung der Beschwerdegegnerin am Beschwerdeverfahren
und des geringen Betrags der ausseramtlichen Entschädigung sowie aus Gründen der
Prozessökonomie, dass das Verwaltungsgericht auch über die Höhe der geschuldeten
ausseramtlichen Entschädigung entscheidet.
2.3.1. Die Beschwerdeführerin legt in der Beschwerdeschrift das Festsetzen der Höhe
der Entschädigung in das Ermessen des Gerichts. Der ehemalige Rechtsvertreter der
Kinder der Beschwerdeführerin reichte im Rekursverfahren eine Kostennote von
Fr. 1690.-- für das Erstellen der Rechtsschrift für die Rechtsverweigerungsbeschwerde
(Zeitaufwand vier Stunden à Fr. 120.--) und für die Erstellung der weiteren Eingaben
(insgesamt 9,75 Stunden à Fr. 120.--) sowie für Postgebühren und Kopierkosten
(insgesamt Fr. 40.--) ein. Im vorinstanzlichen Verfahren machte der ehemalige
Rechtsvertreter zudem für die Rekursschrift (Zeitaufwand vier Stunden à Fr. 120.--) und
Barauslagen (insgesamt Fr. 20.--) sowie für weitere Eingaben (Zeitaufwand insgesamt
vier Stunden à Fr. 120.--) insgesamt nochmals Fr. 980.-- geltend. Durch die
Ausfertigung der Eingaben im Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement
und im Rekursverfahren sind also Arbeitsaufwand und Auslagen entstanden. Nach der
Praxis des Verwaltungsgerichts wird nicht anwaltlich vertretenen Personen lediglich
eine Umtriebsentschädigung zugesprochen (VerwGE B 2005/106 vom 13. September
2005 i.S. B. C., E. 2c.ee mit Hinweisen). Auch die Departemente im Kanton St. Gallen
behandeln die nicht anwaltlich vertretenen Parteien wie Beteiligte, die sich selbst
vertreten, und sprechen ihnen folglich nur eine Umtriebsentschädigung zu (Hirt, a.a.O.,
S. 199 mit Hinweis auf die Praxis des Baudepartements). Gründe, die im vorliegenden
Fall ein Abweichen von dieser Praxis rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich, zumal
auch die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift explizit
von einer Entschädigung im Sinne einer Umtriebsentschädigung spricht. Im Sinne einer
Umtriebsentschädigung (inkl. Barauslagen) für das Verfahren vor dem Sicherheits- und
Justizdepartement sowie für das Rekursverfahren erweist sich die vom ehemaligen
Rechtsvertreter vor der Vorinstanz geforderte ausseramtliche Entschädigung von
gesamthaft Fr. 2670.-- als massiv überzogen, zumal die Honorarnote für das Verfahren
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vor dem Sicherheits- und Justizdepartment erst im Rahmen der Rekursschrift an die
Vorinstanz eingereicht wurde. Hinzu kommt, dass ein grosser Teil der Äusserungen in
den Rechtsschriften sowie die zahlreichen zusätzlichen Eingaben des ehemaligen
Rechtsvertreters nicht sachbezogenen, weitschweifig, unverständlich und zum Teil für
die Prozessführung untauglich sind. Die Verfahrensführung durch den ehemaligen
Rechtsvertreter der Kinder der Beschwerdeführerin erscheint als unnötig kompliziert
und aufwendig. Eine angemessene Entschädigung ist nur insofern zu entrichten, als die
Äusserungen und die zahlreichen Eingaben des ehemaligen Rechtsvertreters für eine
sachgerechte und wirksame Rechtsverfolgung im Sinne der Durchsetzung des Erlasses
einer Verfügung von der Beschwerdegegnerin resp. zur Geltendmachung einer
ausseramtlichen Entschädigung angebracht waren (vgl. GVP 1987 Nr. 91).
2.3.2. Unter Berücksichtigung der soeben dargestellten Faktoren ist die ausseramtliche
Entschädigung für das Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement sowie
für das Rekursverfahren ermessensweise auf gesamthaft Fr. 300.-- festzusetzen. Die
Entschädigungspflicht geht zu Lasten des Staates.
2.4. Es lässt sich somit zusammenfassend festhalten, dass die Beschwerde
gutzuheissen ist und der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben ist, da die
Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Sicherheits- und Justizdepartement und
für das Rekursverfahren einen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung von
gesamthaft Fr. 300.-- hat.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht