# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15571f97-a2ae-481a-83bf-3d94f9033198
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1991, arbeitete seit 1. April 2014 bei der Y._ als Verkäuferin von Luxusgütern und war in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert (Urk. 10/A1). Mit Bagatell-Unfallmeldung vom 9. Oktober 2015 liess sie der AXA melden, dass sie am 28. Juli 2015 durch eine IPL-Laserbehandlung zur Haarentfernung am ganzen Körper leichte Verbrennungen erlitten habe (Urk. 10/A1-2). Mit Schreiben vom 28. Oktober 2015 lehnte die AXA ihre Leis
tungs
pflicht ab, da das gemeldete Ereignis den Unfallbegriff nicht erfülle und auch keine unfallähnliche Körperschädigung vorliege (Urk. 10/A6). Nach
dem
die Versicherte am 12. November 2015 eine anfechtbare Verfügung ver
langt hatte (Urk. 10/A9), verfügte die AXA am 11. Dezember 2015 ent
sprechend ihrem
Schreiben vom 28. Oktober 2015 (Urk. 10/A16). Dagegen liess die Ver
sicherte am
16. Dezember 2015 Einsprache erheben (Urk. 10/A17). Mit Ein
gabe vom 5. Februar
2016 (Urk. 10/A22) liess sie sodann den Bericht von Dr. med. Z._
, Hautarzt-Venerologie-Allergologie (DE), vom 19. Januar 2016 (Urk. 1
0/M1) einreichen. Am 12. April 2016 nahm Dr. Z._ erneut Stellung (Urk. 10/M2). Die AXA wies die Einsprache der Versicherten mit Einsprache
entscheid vom 18. April 2016 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2. Mai 2016 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 18. April 2016 sei die Be
schwerdegegnerin zu verpflichten, ihr für die Folgen des Unfallereignisses vom 28. Juli 2015 die gesetzlichen UVG-Leistungen (insbesondere Heilbehand
lung) zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Zusätzlich beantragte sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung mit "Hautbesichtigung" (Urk. 1 S. 4).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2016 beantragte die Beschwerde
geg
nerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage ihrer Akten [Urk. 10/A1-2
4, Urk. 10/M1-2]), was der Beschwerdeführerin am 20. September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Am 10. Mai 2017 teilte die Beschwerdeführerin dem hiesigen Gericht mit, dass sie auf die beantragte öffentliche Verhandlung verzichte (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin am 28. Juli 2015 einen Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung erlitten hat.
1.2
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. April 2016 erwog die Beschwe
r
degegnerin im Wesentlichen, dass der Unfallbegriff mangels eines unge
wöhn
lichen äusseren Faktors nicht erfüllt sei. Die Beschwerdeführerin habe sich
bewusst der Laserbehandlung zur dauerhaften Haarentfernung unterzogen. Zwar
sei dies nicht mit der Absicht erfolgt, eine Schädigung herbeizuführen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch zumindest das Risiko einer Schädigung in Kauf genommen. Der äussere Faktor sei daher nicht ungewöhnlich gewesen. Die Un
gewöhnlichkeit müsse sich aber auf den äusseren Faktor beziehen. Die ausser
gewöhnliche Wirkung eines äusseren Faktors alleine genüge nicht. Aus dem Bericht von Dr. Z._, gemäss welchem Hautveränderungen nach Laserbe
hand
lungen auftreten könnten, könne die Beschwerdeführerin mithin nichts zu ihren Gunsten ableiten (Urk. 2 S. 3). Mangels einer Listenverletzung liege so
dann auch keine unfallähnliche Körper
schädigung vor (Urk. 2 S. 4).
1.3
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, sie habe zur dauerhaften Haarentfernung eine Laserbehandlung durchführen lassen (Urk. 1 S. 2). Beim letzten Termin am 28. Juli 2015 sei die Behandlerin alkoholisiert und sehr unkonzentriert gewesen. Sie habe bei der Laserbehandlung zu viel Energie verwendet und dadurch bei ihr (der Beschwerdeführerin) Hautverbren
nungen und Narben verursacht (Urk. 1 S. 3). Der Dermatologe Dr. Z._ sei der Auf
fassung, dass durch eine falsche Laserbehandlung, insbesondere mit viel zu hoher Energie, auf die Haut eingewirkt worden sei (Urk. 1 S. 4). Die Unge
wöhn
lichkeit des äusseren Faktors müsse somit bejaht werden. Weil sie zudem die Behandlung nach dem letzten Termin sofort abgebrochen habe, könne nicht gesagt werden, sie hätte eine Körperverletzung in Kauf genommen (Urk. 1 S. 5). Schliesslich sei auch auf die Gefahr allfälliger späterer Hauttumore wegen der falschen Laseranwendung hinzuweisen. Deswegen rechtfertige es sich, die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Unfallfolgen zu bejahen (Urk. 1 S. 4).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis
hat sich am
28. Juli 2015
ereignet
(vgl. Urk.
10/A1)
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Gemäss Art. 6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2).
2.3
2.3.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen K
örper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.3.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
2.4
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person
glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
voll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen ein
es unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwen
digen
Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heran
ziehen. Ist
aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigs
tens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der ver
sicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
2.5
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
ze
risches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie sei bei der Haarentfernung mittels IPL-Technik zu Schaden gekommen (vgl. Urk. 10/A1).
IPL steht für Intense Pulsed Light und stellt ein Verfahren zur permanenten Haarentfernung be
zieh
ungsweise -reduktion dar. Mit der IPL-Technik kann eine vergleichsweise große Fläche zügig mit einem Einzelimpuls behandelt werden. Zudem verwen
det die IPL-Technik im Unterschied zur Lasertechnik, welche mit einer einzel
nen, festen Wellenlänge arbeitet, das komp
lette Spektrum einer Xenon-Licht
quelle, welches durch Einsatz von Filtern auf den notwendigen und für die Behandlung wirk
samen Wellen
längenbereich ein
geschränkt wird. Die Epila
tionsergebnisse sind von der Hautpigmentierung und der Pigmentintensität der Haare abhängig (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Epilation#IPL-Technik).
3.2
Die Bestrah
lung mittels IPL-Technik während der Haarentfernung, welcher sich die Beschwerdeführerin freiwillig unterzogen hat, stellt als solche noch keinen
unge
wöhnlichen äusseren Faktor dar. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn
er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen über
schreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50 mit Hinweis; E. 2.3.2 vorstehend). Unter Hinweis auf die Stellungnahmen von Dr. Z._ stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, dass der Unfall
begriff deswegen erfüllt sei, weil sie am 28. Juli 2015 einer Laser
bestrah
lung mit zu hoher Energie ausgesetzt gewesen sei (E. 1.3). Gemäss ihren wei
te
ren Ausführungen sind auf von ihr eingereichten Fotos am 28. Juli 2015 erlittene Verbrennungen am Bauch, an der linken Schulter sowie an einem Arm sichtbar (Urk.
3/5). Bei der Untersuchung vom 13.
Januar 2016 war gemäss Dr.
Z._ an den entsprechenden Stellen kaum noch eine Pigmentierung zu erkennen. Laut Dr.
Z._ zeigen die Bilder der Beschwerdeführerin "Haut
veränderungen, wie sie nach Laserbehand
lung zum Beispiel zur Enthaarung auf
treten, wenn infolge der Anwendung einer zu hohen Energie Entzün
dungen auftreten". Je nach Hauttyp könn
ten Hyperpigmentierung ent
stehen, die nur sehr langsam abklingen wür
den (Urk.
10/M1). In seiner zweiten Stellungnahme vom 12. April 2015 hielt Dr.
Z._ sodann fest, dass während der Laser
be
handlung eine nicht Hauttyp-gerechte, zu hohe Energie angewendet worden sei, mit der Folge, dass sich akut Entzündungen ausgebildet hätten. Diese hätten zu fleckenförmiger über
schiessender Pigmentierung geführt (Urk.
10/M2). Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass seine Annahme, bei der Behandlung sei es zu einer Über
dosierung des IPL-Lasers gekommen, einzig auf den subjektiven An
gaben der Beschwerdeführerin beruht. Der Umstand allein, dass bei der Be
schwer
deführerin nach der Bestrahlung mit dem IPL-Gerät Hyper
pig
mentierungen auf
getreten sind, spricht jedoch noch nicht für das Vor
liegen eines ungewöhn
li
chen äusseren Faktors wegen einer Überdosierung der Bestrahlung. Die Unge
wöhnlichkeit als Begriffsmerkmal des Unfalls bezieht nur auf diesen selber, nicht
aber dessen Wirkung bei der betroffenen Person (BGE 112 V 201 E. 1; E. 2.3.2 vorstehend). Der Nachweis eines Unfalles lässt sich nur selten durch medizini
sche Feststellungen ersetzen (RKUV 1990 Nr. U 86 S.
51). Die Stellungnahmen von Dr. Z._ genügen mithin nicht, um von einer falschen Anwendung des IPL-Gerätes auszugehen. Dies lässt sich im Nachhinein aber nicht mehr fest
stellen, da das fragliche Gerät seit am 28. Juli 2015 weiterhin in Gebrauch war und die Einstellungen seither verändert wurden. Das IPL-Gerät ist je nach Haut
typ des zu Behan
delnden anders einzustellen (vgl. E. 3.1, Urk. 10/M2). Zudem dürfte sowohl der Beschwerde
führerin wie auch Behand
lerin heute die exakte Geräte
ein
stellung vom 28. Juli 2015 nicht mehr erinnerlich sein. Auch die übrigen Vorbringen der Beschwerde
führerin, wonach die Be
handlerin während der Behand
lung alkoholisiert und sehr unkonzentriert gewirkt habe (Urk.
3/4), lassen sich nachträglich nicht mehr belegen.
3.3
Aufgrund der vorliegenden Akten kann mithin nicht mit dem notwendigen Be
weisgrad der überwiegend Wahrscheinlichkeit erstellt werden, dass es am 28. Juli
2015 zu einer Überdosierung des IPL-Lasers gekommen wäre, wodurch die Be
schwer
deführerin Hyperpigmentierungen der Haut erlitten hat. Die genaue Ein
stellung des IPL-Gerätes vom 28. Juli 2015 lässt sich nachträglich nicht mehr feststellen. Von weiteren Abklärungen sind daher keine zusätzlichen Erkennt
nisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 127 V 491 E. 1b).
Die Beweislosigkeit hinsichtlich des Vorliegens eines Unfallereignisses wirkt sich
zulasten der Beschwerdeführerin aus, die aus dem unbewiesenen geblie
benen Sachverhalt Rechte ab
leiten wollte (vgl. BGE 140 V 220 E. 5.4.3).
3.4
Schliesslich ist das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung zu ver
neinen, da Hyperpigmentierungen der Haut nicht zu den in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgezählten Körperschädigungen gehören (E. 2.5 vorstehend).
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.