# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d3d449ce-2a50-4ca1-a6ba-58792a08ba41
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am Samstag, 21. Juli 2007, um ca. 17.50 Uhr, fuhr die bei der Y._ versicherte A._ mit dem Personenwagen GR _ von O.1_ kommend auf der _strasse in Richtung O.2_. Weiter hinten in der Kolonne befand sich der bei der X._ versicherte Fahrzeuglenker B._. Nach der Abzweigung O.3_ setzte dieser zu einem Überholmanöver an. A._ schwenkte ebenfalls nach links aus. Alsdann wurde deren Fahrzeug instabil und geriet ins Schleudern. Dabei geriet es auf die Gegenfahrbahn, durchschlug den talseitigen Bündnerzaun und stürzte den Abhang hinunter. Gemäss Bericht des Kantonsspitals Graubünden vom 26. Juli 2007 erlitt A._ durch den Unfall eine Lähmung unter dem 5. Halswirbel (Arme und Beine), einen offenen Bruch des Oberarmschaftes rechts, Rippenbrüche links vorne sowie einen Gesichtsschädelbruch.
B. Am 4. Oktober 2007 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen B._ eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, stellte diese aber mit Verfügung vom 7. Januar 2008 wieder ein. Mit Entscheid vom 12. März 2008 hob das Kantonsgericht von Graubünden die Einstellungsverfügung auf entsprechende Beschwerde von A._ auf und wies die Sache zur Beweisergänzung an die Staatsanwaltschaft zurück. Nach erfolgter Beweisergänzung stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 4. Mai 2009 das Verfahren ein zweites Mal ein. Dagegen liess A._ erneut Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben, welches die Einstellungsverfügung ein weiteres Mal aufhob und die Sache zur weiteren Beweiserhebung zurückwies. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beauftragte sodann am 17. Dezember 2009 dipl. Ing. FH C._ des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes St. Gallen mit einer Begutachtung zum Fahrverhalten von A._ und B._, zu einem allfälligen Zusammenhang zwischen diesen beiden Fahrverhalten und zum Ablauf des Verkehrsunfalles. Gestützt auf dieses Gutachten erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden am 7. Dezember 2010 gegen B._ Anklage wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB sowie Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG. Eventuell sei B._ der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB sowie der Verletzung von Art. 35 Abs. 3 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen. Mit Entscheid vom 20. Oktober 2011, ohne schriftliche Begründung am 25. Oktober 2011 mitgeteilt,
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sprach das Bezirksgericht Plessur B._ vom Anklagevorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB frei und verwies die Adhäsionsklage von A._ auf den Zivilweg. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C. Mit Vermittlungsbegehren vom 10. Oktober 2013 gelangte die Y._ an das Vermittleramt Plessur und machte eine Forderung gegen die X._ geltend. Gemäss Klagebewilligung stellte sie anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 21. November 2013 das folgende Rechtsbegehren:
Rechtsbegehren der klagenden Partei:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 173'362.-- zu bezahlen, zuzüglich 5% Verzugszins ab 14. Oktober 2013.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
D. Nachdem die Parteien anlässlich der Schlichtungsverhandlung keine Einigung erzielen konnten, reichte die Y._ mit Eingabe vom 18. Februar 2014 beim Bezirksgericht Plessur Klage ein. Dabei hielt sie an ihrem anlässlich der Schlichtungsverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. Mit Klageantwort vom 2. April 2014 liess die X._ die vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin beantragen. In der nachfolgenden Replik beziehungsweise Duplik hielten beide Parteien an ihren vormals gestellten Anträgen fest.
E. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht Plessur mit Entscheid vom 23. Oktober 2014, mitgeteilt am 2. Dezember 2014, wie folgt:
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die X._ verpflichtet, der Y._ CHF 115'574.75 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 14. Oktober 2013 zu bezahlen.
2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 9'500.00 (Entscheidgebühr CHF 9'000.00, Pauschale Schlichtungsverfahren CHF 500.00 [VA_124/13-462]) gehen zu 2/3 zu Lasten der X._ und zu 1/3 zu Lasten der Y._ und werden mit den geleisteten Vorschüssen in Höhe von insgesamt CHF 9'500.00 verrechnet.
b) Die X._ hat der Y._ eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 14'390.40 zu bezahlen und ihr die geleisteten Vorschüsse in Höhe von CHF 6'333.30 zu ersetzen.

## Considerations