# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd392ac5-f5cc-4634-9cd1-e8a52188cc55
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Teilurteil des Einzelgerichts im summarischen  am Bezirksgericht Meilen vom 19. Mai 2021 (EE200019-G)
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Verbliebene Rechtsbegehren: (vgl. Urk. 181 S. 7 f.)
Teilurteil und Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 19. Mai 2021:
(Urk. 174 S. 52 ff. = Urk. 181 S. 52 ff.)
1. Der Gesuchstellerin wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und ihr
wird in der Person von lic. iur. Y1._, substituiert durch Anwaltssubstitu-
tin MLaw Y2._, eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
2. Die dem Gesuchsgegner erteilte unentgeltliche Rechtspflege wird betreffend
die Person des unentgeltlichen Rechtsbeistandes insofern ergänzt als dem
Gesuchsgegner in der Person von Rechtsanwältin lic. iur X2._ (bis
28. September 2020) und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X1._
(ab 29. September 2020) eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bzw. ein un-
entgeltlicher Rechtsbeistand bestellt wird.
3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche mo-
natliche Unterhaltsbeiträge, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten
eines jeden Monats, wie folgt zu bezahlen:
Phase I (ab 1. April 2020 bis 31. Juli 2020): CHF 1'111.–
Phase II (ab 1. August 2020 bis 31. Dezember 2020): CHF 1'094.–
Phase III (ab 1. Januar 2021 bis 30. April 2021): CHF 1'259.–
Phase IV (ab 1. Mai 2021 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens): CHF 1'689.–
4. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt
des gemeinsamen Sohnes C._ monatliche Unterhaltsbeiträge (Barun-
terhalt), zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten eines jeden Monats,
wie folgt zu bezahlen:
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Phase IV (ab 1. Mai 2021 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens): CHF 300.–
Die Familienzulagen werden vom Gesuchsgegner bezogen und von ihm für
den Kinderunterhalt verwendet.
5. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner für die Periode ab 1. April
2020 bis und mit 31. Mai 2021 im Betrag von CHF 15'216.25 bereits persön-
liche Unterhaltszahlungen an die Gesuchstellerin geleistet hat. Es resultiert
eine offene Unterhaltsschuld für die Periode ab 1. April 2020 bis und mit
31. Mai 2021 von CHF 1'422.75.
6. Diesem Entscheid liegen folgende finanziellen Verhältnisse der Parteien zu
Grunde:
Einkommen netto pro Monat, Familienzulagen separat:
– Gesuchstellerin:
während Phase I
(ab 1. April 2020 bis 31. Juli 2020): CHF 883.–
während Phase II
(ab 1. August 2020 bis 31. Dezember 2020): CHF 1'300.–
während Phase III
(ab 1. Januar 2021 bis 30. April 2021): CHF 1'300.–
während Phase IV
(ab 1. Mai 2021 und für die weitere Dauer
des Getrenntlebens): CHF 2'040.–
– Gesuchsgegner: CHF 8'988.–
– C._: CHF 200.–
Vermögen:
– Gesuchstellerin: CHF 0.–
– Gesuchsgegner: CHF 0.–
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– C._: CHF 0.–
Familienrechtlicher Bedarf:
Phase I
– Gesuchstellerin: CHF 1'994.–
– Gesuchsgegner: CHF 3'120.–
– C._: CHF 1'071.–
Phase II
– Gesuchstellerin: CHF 2'394.–
– Gesuchsgegner: CHF 3'120.–
– C._: CHF 1'071.–
Phase III
– Gesuchstellerin: CHF 2'559.–
– Gesuchsgegner: CHF 2'305.–
– C._: CHF 671.–
Phase IV
– Gesuchstellerin: CHF 3'729.–
– Gesuchsgegner: CHF 2'255.–
– C._: CHF 871.–
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 1'241.25 Übersetzungskosten
CHF 5'741.25 Kosten total.
8. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zu-
folge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen.
Die Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZGB hingewiesen.
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9. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
10. (Schriftliche Mitteilung)
11. (Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 180 S. 2 f.):
"1. Die Ziffern 3, 4, 5 und 6 des vorinstanzlichen Teilurteils der  Meilen vom 19. Mai 2021 (EE200019) seien  und wie folgt neu zu erkennen:
Neu Ziffer 3. 3.1. Der Berufungskläger wird verpflichtet, der Berufungsbeklagten ab
1. April 2020 bis 31. Juli 2020 einen persönlichen Unterhalt von CHF 711.00, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten  jeden Monats zu bezahlen.
3.2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Parteien ab 1. August 2020 gegenseitig keinen persönlichen Unterhalt ;
Neu Ziffer 4. Die Berufungsbeklagte wird verpflichtet, dem Berufungskläger an den Unterhalt des gemeinsamen Sohnes C._ ab 1. August 2020 einen Unterhaltsbeitrag (Barunterhalt) von CHF 1'071.00, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Ersten jeden Monats zu bezahlen;
Neu Ziffer 5. Die Berufungsbeklagte wird verpflichtet, dem Berufungskläger die offene Schuld aus zwischen dem 1. April 2020 und dem 31. Mai 2021 zuviel geleisteten Unterhaltsbeiträgen von CHF 12'372.25 (Gesamtzahlung CHF 15'216.25 abzüglich geschuldeter  von CHF 2'844.00) innert 30 Tagen nach Rechtskraft zu bezahlen.
Neu Ziffer 6. Diesem Entscheid liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien zu Grunde:
Einkommen netto pro Monat in CHF, Familienzulagen separat: Berufungsbeklagte:
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Phase 1 (1. April 2020 bis 31. Juli 2020): 0'883.00 Phase 2 (Ab 1. August 2020): 4'000.00
Berufungskläger: Phase 1 und 2 6'414.20 Ev. 6'620.30 C._: Phase 1 und 2 0'200.00
Vermögen: Berufungsbeklagte 0.00 Berufungskläger 0.00
Familienrechtlicher Bedarf: Berufungsbeklagte Phase 1 (1. April 2020 bis 31. Juli 2020): 1'594.00 Phase 2 (Ab 1. August 2020): 2'340.00
Berufungskläger Phase 1 und 2 3'920.00
C._ Phase 1 und 2 1'071.00
2. Dem Berufungskläger sei auch für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der  Rechtsanwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der  zzgl. 7.7 % MWST."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 190 S. 2):
"1. Die Berufung vom 9. Juni 2021 sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Es sei der Gesuchsgegner und Berufungskläger zu verpflichten,
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten für das  einen Prozesskostenbeitrag von Fr. 5'000.– zu .
3. Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in meiner Person eine unentgeltliche  zu bestellen, dies unter dem Vorbehalt des , falls der Berufungskläger zur Leistung eines Prozesskos-
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tenbeitrags von Fr. 5'000.– verpflichtet wird und selbigen auch bezahlt. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zahlbar an die Rechtsvertreterin zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer) zu Lasten des Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind miteinander verheiratet und haben einen gemeinsamen
Sohn, C._, geboren am tt.mm.2012. Mit Eingabe vom 9. April 2020 machte
die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) ein Ehe-
schutzverfahren anhängig. Am 18. September 2020 wies die Vorinstanz das vom
Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner) gestellte Gesuch
um Gewährung der unentgeltliche Rechtspflege ab (Urk. 84). Mit Teilurteil vom
29. Oktober 2020 stellte die Vorinstanz C._ unter die alternierende Obhut der
Parteien und errichtete eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB. Im
Übrigen genehmigte sie die von den Parteien an der Verhandlung vom
30. September 2020 geschlossene Vereinbarung betreffend die Kinderbelange
(Urk. 128). Mit Urteil vom 3. Dezember 2020 hiess die erkennende Kammer die
vom Gesuchsgegner gegen den abschlägigen Entscheid der Vorinstanz betref-
fend unentgeltliche Rechtspflege erhobene Beschwerde gut und bewilligte die un-
entgeltliche Rechtspflege (Urk. 141). Im Übrigen kann betreffend den Verlauf des
vorinstanzlichen Verfahrens auf die entsprechenden Erwägungen im angefochte-
nen Entscheid (Urk. 181 E. I S. 9 ff.) verwiesen werden. Am 19. Mai 2021 erliess
die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 174 = Urk. 181).
2. Dagegen erhob der Gesuchsgegner am 7. Juni 2021 (Datum Poststempel)
rechtzeitig (vgl. Urk. 175/2; Art. 314 Abs. 1 ZPO) Berufung mit den eingangs auf-
geführten Anträgen (Urk. 180). Die Berufungsantwort datiert vom 14. September
2021 (Urk. 190, Anträge eingangs wiedergegeben). Diese wurde dem Gesuchs-
gegner mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt und
ihm gleichzeitig Frist angesetzt, um zum darin gestellten Gesuch um Zusprechung
eines Prozesskostenbeitrags Stellung zu nehmen (Urk. 193). Mit Eingabe vom
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4. November 2021 nahm der Gesuchsgegner Stellung (Urk. 196), woraufhin sich
die Gesuchstellerin nochmals am 16. Dezember 2021 vernehmen liess (Urk. 202).
Mit Eingabe vom 1. Juli 2022 ersuchte die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin
darum, dass aufgrund ihrer längeren Abwesenheit ("Mini-Sabbatical mit der Fami-
lie") auf nicht dringliche fristauslösende Zustellungen bis und mit 20. August 2022
verzichtet werde (Urk. 206). Weitere Eingaben sind nicht erfolgt.
3. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten
(Urk. 1-179) wurden beigezogen. Auf die Parteivorbringen ist nachfolgend nur in-
soweit einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist.
II.
1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer
von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Beru-
fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich ar-
gumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-
sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-
gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen
sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-
sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl.
BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetz-
lichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird,
braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich –
abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der
Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formge-
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recht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III
413 E. 2.2.4 m.H.; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3;
4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3; 4A_290/2014 vom 1. September
2014, E. 3.1 und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57
ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21
und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).
Nach dem Ausgeführten ist daher auf die allgemeinen Ausführungen des
Gesuchsgegners zum Teilurteil vom 29. Oktober 2020, den Konflikten zwischen
den Parteien sowie der Gesuchstellerin und C._ vor Februar 2021 (Urk. 180
Rz. 8-11) sowie die diesbezüglichen Entgegnungen der Gesuchstellerin (Urk. 190
Rz. 11-13) nicht weiter einzugehen. Abgesehen davon sind sie für das vorliegen-
de Verfahren – wie auch der Gesuchsgegner zutreffend bemerkt – nicht von Re-
levanz.
2. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-
heiten – wie sie vorliegend im Wesentlichen zu beurteilen sind – den Untersu-
chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-
verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-
scheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unter-
stehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und
Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO,
wonach im Berufungsverfahren neue Vorbringen und Beweismittel nur dann zu-
lässig sind, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vor-
gebracht werden konnten und ohne Verzug vorgebracht werden, gilt somit nicht
für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1). Insofern geht die Gesuchstellerin fehl, soweit sie in ihrer Berufungsant-
wortschrift geltend macht, die Vorbringen des Gesuchsgegners zu den tatsächli-
chen Verhältnissen bezüglich der Betreuungssituation seit 1. Februar 2021 sowie
zu seiner Einkommenssituation könnten im vorliegenden Verfahren als unzulässi-
ge Noven nicht gehört werden (vgl. Urk. 190 Rz. 4-8, Rz. 16 und Rz. 21).
3. Soweit die Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin in ihrer Eingabe vom 1. Juli
2022 darum ersucht, es sei aufgrund ihrer längeren Abwesenheit (Mini-Sabbatical
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mit der Familie) auf nicht dringliche fristauslösende Zustellungen bis und mit
20. August 2022 zu verzichten (Urk. 206), ist sie darauf hinzuweisen, dass es sich
vorliegend um ein summarisches Verfahren handelt, welches beförderlich zu be-
handeln ist. Bei einer längeren Abwesenheit wie der vorliegenden ist sie gestützt
auf Art. 12 lit. a BGFA und Art. 398 Abs. 2 OR zudem gehalten, eine Stellvertre-
tung zu bestimmen. Entsprechend ist dem Ersuchen nicht stattzugeben.
III.
1. Teilurteil vom 29. Oktober 2020
1.1. An der Verhandlung vom 30. September 2020 einigten sich die Parteien be-
züglich der Betreuungszeit der Gesuchstellerin wie folgt:
- in geraden Wochen jeweils ab Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis , 19.00 Uhr,
- jeweils am Mittwoch ab Schulschluss bis 19.00 Uhr, - jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr.
Ab 1. Januar 2021: - in geraden Wochen jeweils ab Freitag, Schulschluss, bis Sonntagabend,
19.00 Uhr, - jeweils am Mittwoch ab Schulschluss bis 19.00 Uhr, - jeweils am zweiten Tag des Doppelfeiertags Neujahr, - während vier Wochen Ferien pro Jahr.
Sowie ab 1. Mai 2021: - in geraden Wochen jeweils ab Donnerstag, Schulschluss, bis Sonntagabend,
19.00 Uhr, - jeweils am Mittwoch ab Schulschluss bis 19.00 Uhr, - jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr,
während vier Wochen Ferien pro Jahr.
Die diesbezügliche Vereinbarung wurde von der Vorinstanz in der Folge mit Teil-
urteil vom 29. Oktober 2020 genehmigt (Urk. 128).
1.2. Der Gesuchsgegner macht im vorliegenden Rechtsmittelverfahren vorab
geltend, die vereinbarte und mit Teilurteil vom 29. Oktober 2020 genehmigte Be-
treuungsregelung sei nie gelebt worden. Diesen aus den Akten hervorgehenden
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Umstand habe die Vorinstanz bei ihrem Unterhaltsentscheid zu Unrecht gänzlich
unberücksichtigt gelassen. Der gemeinsame Sohn C._ lebe zu über 95 %
der Zeit beim Gesuchsgegner und wolle nicht mehr von der Gesuchstellerin be-
treut werden. Sie sehe ihn nur noch im Rahmen des begleiteten Besuchstreffs je-
des zweite Wochenende an einem Tag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr (Urk. 180
Rz. 10). Auch die Gesuchstellerin räumt ein, dass die "momentane" Betreuungssi-
tuation nicht der im Urteil vom 29. Oktober 2020 genehmigten Betreuungsrege-
lung entspreche. Indes sei die Änderung auch massgeblich durch den Gesuchs-
gegner versursacht worden. Es sei daher bei der Unterhaltsfestsetzung auf die
Betreuungsregelung gemäss dem rechtskräftigen Teilurteil vom 29. Oktober 2020
abzustellen. Die Rechtskraft dieses Urteils würde "unterwandert" werden, wenn
aufgrund einer vorübergehenden Änderung in der Betreuungssituation eine ab-
weichende Unterhaltsregelung getroffen werden würde. Dies umso mehr, als eine
stufenweise Ausweitung des Besuchsrechts gemäss Einschätzung der Beiständin
unmittelbar bevorstehen dürfte. Insbesondere der Auszug von D._ Ende
September 2021 aus der von ihm mit der Gesuchstellerin bewohnten Wohnung
dürfte die prekäre Wohnsituation entspannen und die Umsetzung des Besuchs-
rechts gemäss Betreuungsregelung vom 30. September 2021 begünstigen (mit
Verweis auf Urk. 192/1; Urk. 190 Rz. 14 f. und Rz. 58).
1.3. Bei der Festlegung des Unterhaltsbeitrags sind grundsätzlich (auch) die Be-
treuungsverhältnisse zu berücksichtigen (vgl. 147 III 265 E. 7.3). Vorliegend konn-
ten sich die Parteien über die Betreuung des gemeinsamen Sohnes C._
zwar im Rahmen einer Vereinbarung einigen und diese Regelung wurde von der
Vorinstanz in der Folge mit in Rechtskraft erwachsenem Teilurteil vom
29. Oktober 2020 genehmigt. Indes haben sich seit Erlass dieses Entscheids die
Betreuungsverhältnisse in tatsächlicher Hinsicht unbestrittenermassen geändert
(siehe auch Urk. 192/1, wonach seit Februar 2021 keine unbegleiteten Besuche
der Gesuchstellerin mehr stattgefunden hätten). Dies ist – entgegen der Ansicht
der Gesuchstellerin – vorliegend zu berücksichtigen (siehe im Übrigen auch BSK
ZGB I-Fountoulakis/Breitschmid, Art. 286 N 14, wonach die Änderung der Betreu-
ungsanteile oder die Nichtausübung des persönlichen Verkehrs durch den be-
suchsberechtigten Unterhaltsschuldner jeweils einen Grund für die Abänderung
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des Unterhaltsentscheids bilden kann). Denn der zuzusprechende Kinderunterhalt
dient der Deckung der effektiven Bedürfnisse des Kindes. Würde ein Kinderunter-
halt gestützt auf (nachweislich) nicht gelebte Betreuungsverhältnisse zugespro-
chen, so würde dies dem Zweck des Kinderunterhalts und damit auch dem Kin-
deswohl zuwiderlaufen, zumal der zugesprochene Betrag in tatsächlicher Hinsicht
nicht dem Kind, sondern letztlich dem nicht betreuenden Elternteil zur Verfügung
stünde. Soweit die Gesuchstellerin sodann geltend macht, dass eine stufenweise
Ausweitung des Besuchsrechts gemäss fachlicher Einschätzung der Beiständin
"unmittelbar" bevorstehen dürfte, ist festzuhalten, dass bis heute nicht geltend
gemacht wurde, dass das Besuchsrecht zwischenzeitlich ausgeweitet worden ist
oder gar die Betreuungsregelung gemäss dem Urteil vom 29. Oktober 2020 ge-
lebt wird. Zudem erscheint vorliegend auch nicht glaubhaft, dass die Gesuchstel-
lerin mittlerweile alleine wohnt und sich die Wohnsituation damit entspannt hat
(vgl. nachstehend Ziff. 4.5.2.). Damit ist vorliegend auf die tatsächlichen Betreu-
ungsverhältnisse und nicht auf die mit Teilurteil vom 29. Oktober 2020 genehmig-
te Betreuungsregelung abzustellen.
2. Einkommen des Gesuchsgegners
2.1. Die Vorinstanz erwog bezüglich des Einkommens des Gesuchsgegners,
dass dieser im April 2017 die Einzelunternehmung E._ gegründet habe. Seit
August 2018 betreibe er nun ausschliesslich dieses Einzelunternehmen, wobei er
zurzeit in einem Pensum von 60 % bis 70 % arbeite. Der Gesuchsgegner habe
angegeben, im Jahr 2020 voraussichtlich ein monatliches Einkommen in Höhe
von USD 7'500.00 bzw. Fr. 7'220.– sowie Zusatzeinnahmen in Höhe von
Fr. 800.– aus der Belieferung der J._ Verkehrsbetriebe, insgesamt damit
Fr. 8'020.– brutto zu generieren. Nach Abzug der Sozialbeiträge von rund
12.65 % sowie der Kinderzulagen für C._ und für [die aus einer früheren Be-
ziehung stammende Tochter] F._ würde noch ein Nettoeinkommen von
Fr. 7'005.– resultieren. Aus der hierzu eingereichten Einnahmenübersicht der
E._ ergebe sich von Januar bis September 2020 ein durchschnittliches mo-
natliches Einkommen von Fr. 7'468.18 (inkl. Kinderzulagen). Ein Einkommen wie
im Jahr 2019 – so der Gesuchsgegner – sei im Jahr 2020 nicht mehr erzielbar, da
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er weniger in Thailand arbeiten könne. Zudem habe er während der ersten Mona-
te des Jahres von einem von seiner Mutter und Stiefgrossmutter gewährten Dar-
lehen von Fr. 25'000.– gelebt, welches er zurückzahlen müsse.
An der Verhandlung vom 30. September 2020 habe der Gesuchsgegner ein
zwischen der Gesellschaft G._ (Thailand) und der E._ abgeschlossenes
Engineering Services Agreement vom 17. Juli 2020 eingereicht. Daraus gehe
zwar hervor, dass die E._ monatlich eine Entschädigung in Höhe von USD
7'500.00 erhalten solle. Da dieses Dokument aber nicht vollständig eingereicht
worden sei, mithin rund ein Viertel der Seite 5 leer und die Ziffer 7.2 abgedeckt sei
und damit fehle, die Vereinbarung im Übrigen durchnummeriert und einheitlich
formatiert sei, könne nicht ohne Weiteres auf dieses Dokument abgestellt werden.
Es rechtfertige sich vielmehr, das Einkommen des Gesuchsgegners anhand der
im Recht liegenden und dessen Salär und Privatbezüge ausweisenden Bankun-
terlagen zu bestimmen und danach die vom Gesuchsgegner erstellte Aufstellung
über die Einnahmen von Januar bis September 2020 sowie das Einkommen des
Jahres 2019 vergleichsweise heranzuziehen.
Der Gesuchsgegner habe sich in der Zeit von Januar bis August 2020 für
seine selbstständige Tätigkeit bei der E._, über welche er auch seine Tätig-
keit für die J._ Verkehrsbetriebe abrechne, insgesamt Fr. 65'000.– als Salär
ausbezahlt (siehe die diesbezügliche Aufstellung in Urk. 181 E. IV./2.2.7. S. 26).
Zudem habe er – was von der Gesuchstellerin im Detail behauptet und vom Ge-
suchsgegner nicht substantiiert bestritten worden sei – verschiedene als Privatbe-
züge zu qualifizierende Barbezüge oder Zahlungen vom H._-Firmenkonto
der E._ in Höhe von insgesamt Fr. 6'900.– getätigt (siehe die diesbezügliche
Aufstellung in Urk. 181 E. IV./2.2.8. S. 27 f.). Spesen seien keine aufzurechnen,
da er diese an die Kunden weiterverrechnet habe. Ebenso wenig sei die Zahlung
von der eidgenössischen Finanzverwaltung vom 5. Mai 2020 über Fr. 25'000.–
(zur diesbezüglichen Begründung siehe Urk. 181 E. IV./2.2.11. S. 29 f.) sowie die
am 5. Februar 2020 erhaltene Teilauszahlung des Pensionskassenguthabens in
Höhe von Fr. 51'314.42 als Einkommen zu berücksichtigen. Zwar seien in Bezug
auf Letztere die Hintergründe der Auszahlung unklar geblieben. Jedoch sei es
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unwahrscheinlich, dass die Auszahlung gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. b FZG erfolgt
sei, da der Gesuchsgegner bereits seit Mitte 2018 selbstständig sei. Dennoch er-
scheine es aufgrund der Angaben des Gesuchsgegners naheliegend, dass er ei-
ne Barauszahlung habe vornehmen lassen, für welche die Zustimmung der Ge-
suchstellerin als Ehefrau nötig gewesen sei. Damit habe der Ehegatte – sofern es
sich nicht um einen WEF-Vorbezug gehandelt habe – auf die entsprechenden
Ansprüche verzichtet. Die mittels Barauszahlung der zweiten Säule entnomme-
nen Beträge würden bei der Scheidung nicht für die Berechnung der zu teilenden
Austrittsleistung herangezogen, sondern seien erst bei der güterrechtlichen Aus-
einandersetzung zu berücksichtigen und stellten grundsätzlich Errungenschaft
dar. Nach dem Gesagten liesse sich eine Hinzurechnung des Barbezugs zum
Einkommen somit zwar grundsätzlich rechtfertigen. Nachdem der Gesuchsgegner
jedoch zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten bzw. zwecks Sicherstellung der
Liquidität seines Einzelunternehmens zwei Kredite im Umfang von insgesamt
Fr. 50'000.– aufgenommen habe, sei ihm das nämliche Guthaben zur Rückzah-
lung dieser Darlehen zu belassen. Insgesamt ergebe sich für die Zeit von Januar
bis August 2020 damit ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 8'988.–
([Fr. 65'000.– + Fr. 6'900.–] / 8 Monate). Den Bankauszügen des H._-
Firmenkontos der E._ könne überdies entnommen werden, dass die Sozial-
versicherungsbeiträge von jenem Konto beglichen worden seien, und aus den
Auszügen des I._-Privatkontos würden sich keine Zahlungen an die SVA fin-
den. Entsprechend stellten die Überweisungen auf das Privatkonto des Gesuchs-
gegners das Nettoeinkommen (ohne Familienzulagen) dar.
Als Vergleich seien die vom Gesuchsgegner erstellte Aufstellung über die
Einnahmen der E._ von Januar bis September 2020 und das Einkommen
des Jahres 2020 heranzuziehen. Die erwähnte Aufstellung weise ein (Gesamt-
)Einkommen von Fr. 67'219.30 aus, was monatlichen Nettoeinnahmen von
Fr. 7'468.81 (inkl. Familienzulagen) bzw. Fr. 7'018.81 (exkl. Familienzulagen) ent-
spreche. Die Steuererklärung 2019 weise ein (Jahres-)Einkommen Fr. 144'957.–
bzw. ein Monatseinkommen von durchschnittlich Fr. 12'079.75 (inkl. Familienzu-
lagen) oder Fr. 11'629.75 (exkl. Familienzulagen) aus. Dem Einschätzungsvor-
schlag für die Steuern des Jahres 2018 lasse sich ein ähnlich hohes Monatsein-
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kommen von Fr. 11'362.40 (inkl. Familienzulagen) bzw. Fr. 10'912.40 (exkl. Fami-
lienzulagen) entnehmen. In den letzten 2 3⁄4 Jahren habe sich das monatliche Ein-
kommen damit auf durchschnittlich Fr. 9'850.– belaufen. Das zuvor ermittelte Ein-
kommen von Fr. 8'988.– liege rund Fr. 800.– tiefer und sei der Unterhaltsberech-
nung zugrunde zu legen, da die konkrete Berechnung die Einkommensverhältnis-
se genauer abbilde als das Durchschnittseinkommen, die aktuellen wirtschaftli-
chen Verhältnisse eine gewisse Einkommenseinbusse nicht als unwahrscheinlich
erscheinen liessen sowie zu berücksichtigen sei, dass der Gesuchsgegner infolge
der zu einem grossen Teil ihm obliegenden Betreuung von C._ nicht zu
100 % erwerbstätig sein und ein entsprechendes Einkommen generieren könne.
Die Zusammenarbeit mit der G._ werde voraussichtlich bis zum
31. August 2023 dauern, weshalb dem Gesuchsgegner für sämtliche Phasen ein
monatliches Einkommen von Fr. 8'988.– anzurechnen sei (Urk. 181 E. IV./2.2.
S. 23-31).
2.2. Der Gesuchsgegner ist zunächst der Ansicht, die Vorinstanz hätte bei der
Unterhaltsfestsetzung das im Entscheid der erkennenden Kammer betreffend sein
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege festgestellte Einkom-
men zugrunde legen und dieses einzig aufgrund der Währungsschwankungen
noch anpassen müssen (Urk. 180 Rz. 12 und Rz. 20). Ein Entscheid über die un-
entgeltliche Rechtspflege als prozessleitender Entscheid erwächst allerdings nur
formell, nicht jedoch materiell in Rechtskraft und zeitigt keinerlei Bindungswirkung
für das Hauptverfahren. Überdies wird das Verfahren betreffend unentgeltliche
Rechtspflege – wie bereits die Vorinstanz zu Recht festhielt (vgl. Urk. 181
E. IV./E. 2.2.2. S. 24) – nicht kontradiktorisch geführt, sondern es wird einzig auf
die Vorbringen sowie Unterlagen der ansprechenden Person abgestellt. Entspre-
chend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz vorliegend nicht unbesehen
auf die im Rahmen des Entscheids betreffend unentgeltliche Rechtspflege festge-
stellten Einkommenszahlen abstellte.
Auch die weiteren Einwände des Gesuchsgegners erweisen sich als nicht
stichhaltig: Wie vorstehende Erwägungen erhellen, stellte die Vorinstanz – entge-
gen den Vorbringen des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 180 Rz. 13) – gerade nicht
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auf die Situation der "letzten 2 bis 3 Jahre" ab, sondern beurteilte das Einkommen
konkret anhand der Bankunterlagen der Monate Januar bis August 2020. Das in
den Jahren 2018 und 2019 erzielte Einkommen zog die Vorinstanz lediglich ver-
gleichsweise heran. Soweit der Gesuchsgegner im Weiteren der Ansicht ist, die
Vorinstanz hätte einzig auf die Einkommenssituation im Monat August 2020 – und
damit auf das Engineering Service Agreement vom 17. Juli 2020 – abstellen müs-
sen (vgl. Urk. 180 Rz. 13 f.), ist ihm entgegenzuhalten, dass die Vorinstanz ein-
gehend darlegte, weshalb nicht unbesehen auf dieses Dokument abgestellt wer-
den könne. Diesen Erwägungen vermag der Gesuchsgegner nichts entgegenzu-
setzen. Insbesondere legte er auch im Berufungsverfahren nicht glaubhaft dar,
weshalb er kein vollständiges Exemplar des von ihm unterzeichneten Vertrages
eingereicht hat. Zudem lässt er weiterhin offen, was letztlich in der abgedeckten
Ziffer 7.2. vereinbart worden ist (vgl. Urk. 180 Rz. 15, wonach darin "früher" an-
geblich ein Projektbonus festgehalten worden sei). Soweit er geltend macht, bei
Kopien eines Basisvertrags würden üblicherweise nicht relevante Stellen abge-
deckt werden (vgl. Urk. 180 Rz. 15), ist ihm entgegenzuhalten, dass er diesen
Vertrag wohl kaum mit diesen Auslassungen unterzeichnet hat und die Beurtei-
lung darüber, welche Stellen als relevant zu erachten sind und welche nicht, dem
Gericht und nicht ihm obliegt. Ist aber mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass
nicht unbesehen auf den Vertrag vom 17. Juli 2020 abgestellt werden kann, so
gehen auch die Ausführungen des Gesuchsgegners betreffend das von ihm ge-
mäss diesem Vertrag erzielte Einkommen ins Leere (vgl. Urk. 180 Rz. 16). Abge-
sehen davon zahlte sich der Gesuchsgegner im Monat August 2020 insgesamt
Fr. 11'500.– (Fr. 8'000.– + Fr. 3'500.–) mit dem Vermerk "Salär" aus und tätigte
zudem einen Privatbezug in Höhe von Fr. 1'200.– (vgl. Urk. 181 E. IV./2.2.7. S. 26
und E. IV./2.2.8. S. 27; Urk. 104/7), womit sein Einkommen höher als in den vo-
rangegangenen Monaten ausfiel. Sein weiterer Einwand, dass er sich ab Januar
2020 mehr "ausbezahlt" als er eingenommen habe und dies der Grund für die
ständige Aufnahme von Geld bei Dritten gewesen sei (Urk. 180 Rz. 16), stellt eine
pauschale Behauptung dar, welche weder weiter begründet noch durch objektive
Anhaltspunkte untermauert wurde. Im Gegenteil lässt sich den eingereichten Aus-
zügen des Firmenkontos entnehmen, dass in fast sämtlichen Monaten die Gut-
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schriften höher als die Belastungen waren (vgl. Urk. 66/1, Urk. 104/6 und
Urk. 104/7). Soweit der Gesuchsgegner in der Folge geltend machen will, der er-
zielte Zusatzverdienst aus den Aufträgen mit den J._ Verkehrsbetrieben
werde bis Ende 2020 geringer ausfallen (vgl. Urk. 180 Rz. 17), beliess er es er-
neut bei einer blossen Behauptung, welche durch keine objektiven Anhaltspunkte
untermauert wurde (siehe im Übrigen auch Urk. 27 Rz. 91). Ebenfalls als nicht
stichhaltig erweist sich sein Vorwurf, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht ein Brut-
toeinkommen angerechnet (Urk. 180 Rz. 18). Die Vorinstanz hat in ihrem Ent-
scheid begründet, weshalb es sich bei dem von ihr als massgeblich erkannten
Einkommen um ein Nettoeinkommen handelt. Mit den diesbezüglichen Erwägun-
gen setzt sich der Gesuchsgegner aber nicht weiter auseinander, sondern legt
einzig dar, welches Nettoeinkommen resultiert, wenn auf das im Engineering Ser-
vice Agreement vom 17. Juli 2020 vereinbarte Einkommen (zuzüglich des Zusatz-
verdienstes bei den J._ Verkehrsbetrieben) abgestellt wird (vgl. Urk. 180
Rz. 17). Betreffend seinen Vorwurf, die Vorinstanz habe die "aktuellen Betreu-
ungsverhältnisse" in die Berechnung nicht "miteinfliessen" lassen (Urk. 180
Rz. 19), ist ihm schliesslich entgegenzuhalten, dass er nicht darlegt, inwiefern
sich die "aktuellen Betreuungsverhältnisse" auf die Höhe des von ihm erwirtschaf-
teten Einkommens auswirken.
2.3. Die Gesuchstellerin macht in ihrer Berufungsantwortschrift ihrerseits zu-
nächst Ausführungen im Zusammenhang mit der Teilauszahlung des Pensions-
kassenguthabens in Höhe von Fr. 51'314.42. Allerdings setzt sie sich nicht mit
den diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz auseinander, sondern wieder-
holt einzig ihren bereits vor Vorinstanz eingenommenen Standpunkt (vgl. Urk. 190
Rz. 23 und Urk. 134 Rz. 8). Abgesehen davon bleibt auch unklar, ob sie das aus-
bezahlte Pensionskassenguthaben nun als Einkommen angerechnet haben will
oder nicht, zumal sie in Bezug auf einen Betrag von (gerundet) Fr. 35'300.–
(Fr. 51'314.42 ./. Fr. 12'000.– ./. Fr. 4'000.–) zunächst von anrechenbarem Ein-
kommen ausgeht, im nächsten Abschnitt ihrer Berufungsantwortschrift ihn aber –
zugunsten des Gesuchsgegners – dennoch nicht (mehr) als Einkommen anrech-
net (Urk. 190 Rz. 23 f.). Entsprechend bleibt es damit hinsichtlich des ausbezahl-
ten Pensionskassenguthabens beim vorinstanzlichen Entscheid. Was ihre Aus-
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führungen im Zusammenhang mit der am 5. Juni 2020 vorgenommenen Überwei-
sung von Fr. 7'000.– auf das Geschäftskonto des Gesuchsgegners betrifft
(Urk. 190 Rz. 23), ist festzuhalten, dass die Vorinstanz diese Überweisung als
Privatbezug qualifiziert und den Betrag von Fr. 7'000.– als Einkommen angerech-
net hat (vgl. Urk. 181 E. IV./2.2.8. S. 27). Schliesslich macht die Gesuchstellerin
geltend, dem Gesuchsgegner sei ein hypothetisches Einkommen in der Grössen-
ordnung des in den Vorjahren erzielten Lohnes von durchschnittlich Fr. 12'000.–
anzurechnen, da es nicht in seinem freien Ermessen liege, seinen Lohn zu redu-
zieren und er entsprechende Akquise-Bemühungen nicht dargetan habe (Urk. 190
Rz. 30). Nachdem sie jedoch nicht darlegt, inwiefern ihm die Erzielung dieses
Einkommens in tatsächlicher Hinsicht möglich sein soll und dies vorliegend – nicht
zuletzt angesichts der derzeitig bekanntermassen angespannten Wirtschaftslage
– auch nicht ersichtlich ist, ist ihm kein hypothetisches Einkommen in der geltend
gemachten Höhe anzurechnen.
2.4. Damit bleibt es bei einem anrechenbaren (effektiven) Einkommen von
Fr. 8'988.– pro Monat.
3. Einkommen der Gesuchstellerin
3.1. In Bezug auf das Einkommen der Gesuchstellerin erwog die Vorinstanz im
Wesentlichen, die Gesuchstellerin sei nach ihrer Ankunft in der Schweiz im Jahr
2016 keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen, sondern habe den gemeinsamen
Sohn betreut. Sie habe bereits in Thailand Deutschkurse besucht und besuche
diese weiterhin in der Schweiz. Allerdings sei ihr Niveau nach wie vor relativ tief.
Im Oktober 2016 habe sie einen zweiwöchigen Thai-Massagekurs in Thailand ab-
solviert. Ab November 2019 habe sie in einem Massagestudio in K._ gear-
beitet, wo sie von April bis Juni 2020 durchschnittlich Fr. 955.– pro Monat verdient
habe. Am 1. Juli 2020 habe sie die Kündigung erhalten und sei freigestellt wor-
den. Daraufhin habe sie beschlossen, selbstständig zu werden. Seit Mitte Juli be-
treibe sie ein Thai-Massage-Studio in L._, wo sie von Juli bis September
2020 ein monatliches Einkommen von Fr. 1'245.– (monatliche Einnahmen von
durchschnittlich Fr. 2'356.– abzüglich monatlicher Aufwendungen von Fr. 1'111.–)
erwirtschaftet habe. Für den Monat Juli 2020 sei ihr aufgrund von Anschaffungs-
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kosten ein erzieltes Einkommen von Fr. 667.– netto einzusetzen. Insgesamt sei
damit für die Zeit von April bis Juli 2020 von einem Einkommen von Fr. 883.–
auszugehen.
Für die Zeit danach habe die Gesuchstellerin beantragt, es sei ihr maximal
ein Einkommen von Fr. 1'300.– anzurechnen, wohingegen der Gesuchsgegner ihr
bis zum 31. Dezember 2020 ein hypothetisches Einkommen von mindestens
Fr. 2'500.–, danach von Fr. 3'500.– und ab 1. Januar 2022 von Fr. 5'000.– an-
rechnen wolle. Der Durchschnittslohn eines angestellten medizinischen Masseurs
betrage in der Deutschschweiz bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stun-
den Fr. 5'011.– brutto bzw. unter Berücksichtigung von Sozialversicherungsabzü-
gen von schätzungsweise 15 % Fr. 4'260.– netto (mit Verweis auf das Lohnbuch
2020, S. 515). Dieser Lohn sei vorliegend um 20 % nach unten anzupassen, da
die Gesuchstellerin abgesehen von einem zweiwöchigen Kurs in Thailand über
keine Ausbildung verfüge. Damit resultiere bei einem 100 %-Pensum ein erzielba-
res Einkommen von Fr. 3'400.– netto. Für den Ausbau ihrer selbstständigen Tä-
tigkeit sei der Gesuchstellerin – auch angesichts der durch Covid-19 erschwerten
Situation – genügend Zeit einzuräumen. Auch sei zu berücksichtigen, dass die
Gesuchstellerin parallel zwei Mal pro Woche Deutschkurse besuche, welche sie
sowohl für die Ausübung ihres Berufes als auch für die Wahrnehmung ihrer Er-
ziehungsaufgaben benötige. Zudem nehme die Betreuung von C._ seit An-
fang des Jahres 2021 mehr Zeit in Anspruch, da aufgrund des Umzugs des Ge-
suchsgegners nach M._ längere Anfahrts- und Rückfahrzeiten anfallen wür-
den. Vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksichtigung des Umstands, dass
eine Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nur für die Zukunft in Frage
komme, sei ihr bis und mit April 2021 ein Nettoeinkommen von Fr. 1'300.– anzu-
rechnen. Für die Zukunft habe sich die Gesuchstellerin hingegen ein hypotheti-
sches Einkommen anrechnen zu lassen, wisse sie doch seit geraumer Zeit von ih-
rer Pflicht, an den Unterhalt der Familie beizutragen und sei davon auszugehen,
dass sie ihr Massagestudio in den vergangenen Monaten zu etablieren vermocht
habe. Angesichts der ab Mai 2021 geltenden Betreuungsregelung und dem Um-
stand, dass die Gesuchstellerin bei der Betreuung von C._ nach wie vor
fachlicher Unterstützung bedürfe und sie in der Schweiz noch nicht integriert sei,
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erscheine lediglich die Bewältigung eines Pensums von 60 % als möglich und
zumutbar. Entsprechend sei ihr ab Mai 2021 ein monatliches Nettoeinkommen
von Fr. 2'040.– (60 % von Fr. 3'400.–) anzurechnen (Urk. 181 E. IV./2.1. S. 20 ff.).
3.2. Der Gesuchsgegner macht zunächst geltend, die am 1. Juli 2020 erfolgte
Kündigung sei vermutlich nicht von der [damaligen] Arbeitgeberin der Gesuchstel-
lerin unterzeichnet worden (Urk. 180 Rz. 22). Nachdem der Gesuchsgegner aus
diesen Vorbringen jedoch in der Folge nichts Konkretes zu seinen Gunsten ablei-
tet, ist darauf nicht weiter einzugehen.
3.3. Im Weiteren will der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin für die Zeit ab
1. August 2020 ein hypothetisches Einkommen in Höhe von Fr. 4'000.– für ein
90 %-Pensum angerechnet wissen. Die Gesuchstellerin ist hingegen der Ansicht,
ihr dürfe kein hypothetisches Einkommen rückwirkend per 1. August 2020 ange-
rechnet werden. Zudem sei das ihr anzurechnende Einkommen – sollte nicht oh-
nehin auf das tatsächliche Einkommen abgestellt werden – auf maximal
Fr. 1'440.– pro Monat (Pensum von 60 %) festzusetzen.
3.3.1. Der Gesuchsgegner moniert diesbezüglich konkret, die Gesuchstellerin sei
– wie sie seit Jahren eindrücklich unter Beweis stelle – kaum willens, deutsch zu
lernen. Deutschkurse besuche sie nur selten. Zudem nehme die Betreuung von
C._ nicht mehr Zeit in Anspruch, sondern weniger. C._ wolle seit Febru-
ar 2021 aufgrund weiterer Gewaltvorfälle nicht mehr alleine zur Gesuchstellerin,
weshalb der Gesuchsgegner C._ seit Januar 2021 wohl 95 % der Zeit be-
treue. Damit sei die Feststellung der Vorinstanz, der Gesuchstellerin sei lediglich
ein Pensum von 60 % zumutbar, falsch. Es sei zum einen irrelevant, was für die
Gesuchstellerin zumutbar sei – massgeblich sei einzig die Machbarkeit – und zum
anderen habe die Gesuchstellerin vier Jahre Zeit gehabt, sich in der Schweiz zu
integrieren, was sie "selbstbestimmt" nicht getan habe. Damit sei es der Gesuch-
stellerin nebst der marginalen Betreuung des gemeinsamen Sohnes machbar, in
einem Pensum von mindestens 90 % arbeitstätig zu sein (Urk. 180 Rz. 25). Die
Gesuchstellerin hält die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen für zutref-
fend (Urk. 190 Rz. 40).
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Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners kann ein hypothetisches Ein-
kommen nur angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und mög-
lich ist. Es handelt sich mithin um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein
müssen (BGE 144 III 481 E. 4; 143 III 233 E. 3.2; 137 III 118 E. 2.3). Vorliegend
ist die im heutigen Zeitpunkt 46 Jahre alte Gesuchstellerin – wie auch der Ge-
suchsgegner sinngemäss anerkennt – in der Schweiz noch nicht vollständig inte-
griert und spricht nach wie vor lediglich gebrochen deutsch. Ob sie sich dies letzt-
lich selbst zuzuschreiben hat, kann offenbleiben, zumal dies nichts an diesen Tat-
sachen ändert. Zudem verfügt sie – abgesehen von dem zweiwöchigen Massa-
gekurs in Thailand – offenbar über keine Ausbildung und bedarf zudem – insbe-
sondere in finanziellen Angelegenheiten oder im Umgang mit Behörden – der Un-
terstützung (siehe auch Urk. 192/1). Unbestritten ist überdies, dass die Gesuch-
stellerin zweimal pro Woche Deutschkurse besucht, wobei die Aneignung genü-
gender Deutschkenntnisse für die Gesuchstellerin ohne Zweifel – wie auch die
Vorinstanz zutreffend erwog und auch vom Gesuchsgegner nicht in Abrede ge-
stellt wird – für ihr weiteres berufliches Fortkommen essenziell ist. Zutreffend mag
zwar sein, dass C._ von der Gesuchstellerin derzeit in einem weitaus gerin-
geren Umfang als im Teilurteil vom 29. Oktober 2020 vorgesehen betreut wird.
Dennoch finden Kontakte im eingeschränkten Rahmen statt. Unter diesen Um-
ständen ist die vorinstanzliche Feststellung, der Gesuchstellerin sei lediglich eine
Arbeitstätigkeit in einem Pensum von 60 % zumutbar und möglich, zumindest im
Rahmen des vorliegenden Eheschutzes nicht zu beanstanden.
3.3.2. Der Gesuchsgegner macht im Weiteren geltend, die Vorinstanz sei zu Un-
recht von einem Durchschnittseinkommen eines angestellten medizinischen Mas-
seurs in der Deutschschweiz ausgegangen. Die Gesuchstellerin sei selbstständig
erwerbend, weshalb ihre Ausbildung bzw. ihr Werdegang irrelevant sei. Der Kun-
de entscheide, ob er die Dienstleistung der Gesuchstellerin in Anspruch nehme
oder nicht. Es gebe mithin keine Bewertung der Ausbildung wie in einem Ange-
stelltenverhältnis. Wenn somit auf den Durchschnittslohn eines Angestellten ab-
gestellt werde, dann sei dieser Wert zu 100 % zu berücksichtigen und es seien
keine Abzüge für fehlende Ausbildungen vorzunehmen (Urk. 180 Rz. 24 f.).
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Die Gesuchstellerin ist hingegen der Ansicht, dass ihr die Erzielung eines
über die tatsächlichen Einnahmen hinausgehenden Einkommens nicht möglich
sei. Sie verfüge als Ausbildung lediglich über einen zweiwöchigen Massagekurs in
Thailand sowie über einige Monate Berufserfahrung als Praktikantin bzw. Hilfs-
masseurin im Massagestudio N._ in K._. Zudem sei sie bereits 44 Jahre
alt und spreche nur gebrochen Deutsch. Entsprechend habe sie auf dem hiesigen
Arbeitsmarkt kaum Chancen auf eine Anstellung. Die Vorinstanz habe sich so-
dann bei der Festlegung des erzielbaren Einkommens auf den Lohn einer medizi-
nischen Masseurin in der Deutschschweiz abgestützt. Allerdings habe die Ge-
suchstellerin bereits vor Vorinstanz ausgeführt, dass aufgrund ihrer fehlenden
Ausbildung maximal von einem Mittelwert zwischen dem Mindestlohn einer medi-
zinischen Masseurin mit einer zweijährigen Ausbildung (Fr. 3'800.–) und dem
Lohn einer Praktikantin (Fr. 1'000.–) ausgegangen werden könne, namentlich von
Fr. 2'400.– bei einem Pensum von 100 %. Ein in Thailand absolvierter und in der
Schweiz daher nicht anerkannter zweiwöchiger Massagekurs sei in keiner Weise
äquivalent zu einer schweizerischen Ausbildung zur medizinischen Masseurin.
Sollte anstelle des vorgeschlagenen Durchschnitts eine prozentuale Lohnkürzung
vorgenommen werden, so könne keinesfalls der Lohn einer fachlich ausgebilde-
ten medizinischen Masseurin als Ausgangspunkt genommen werden. Die tatsäch-
lichen Einnahmen der Gesuchstellerin würden bereits zeigen, dass das von der
Vorinstanz berücksichtigte Einkommen nicht machbar sei. Die reale Möglichkeit
einer erheblichen Einkommenssteigerung gegenüber dem Status Quo sei nicht
gegeben. Und schliesslich dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass in Be-
zug auf die Corona-Pandemie in den "vergangenen Monaten" günstigere Bedin-
gungen geherrscht hätten, als dies in den kommenden Monaten der Fall sein dürf-
te. So sei zu vermuten, dass mit der Zertifikatspflicht ab 13. September 2021 we-
niger Menschen einen Massagetermin in Anspruch nehmen würden. Damit sehe
sich die Massagebranche mit einer weiteren Hürde konfrontiert. Folglich sei der
Gesuchstellerin maximal ein hypothetisches Einkommen in Höhe von Fr. 1'440.–
für ein 60 %-Pensum anzurechnen (Urk. 190 Rz. 41-45).
Der Gesuchsgegner legt nicht konkret dar, inwiefern es der Gesuchstellerin
mit ihrer selbstständigen Erwerbstätigkeit möglich sein soll, innert absehbarer Zeit
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ein monatliches Einkommen von Fr. 4'000.– (90 %-Pensum) bzw. Fr. 2'667.–
(60 %-Pensum; Fr. 4'000.– dividiert durch 90 multipliziert mit 60) zu erzielen und
dies ist auch nicht ersichtlich. Im Gegenteil erscheint gestützt auf die eingereich-
ten Unterlagen glaubhaft, dass ihre Einnahmen in der Zwischenzeit trotz höherer
zeitlicher Verfügbarkeit und damit höherer Flexibilität gesunken sind (vgl.
Urk. 192/2). Insofern ist nicht davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin mit ih-
rer selbstständigen Tätigkeit innert absehbarer Zeit ein Einkommen erreichen
könnte, welches sie als Angestellte zu verdienen vermöchte. Vor diesem Hinter-
grund und unter Berücksichtigung, dass die vorhandene Arbeitskapazität umfas-
send auszuschöpfen ist und insbesondere im Zusammenhang mit dem Kinderun-
terhalt eine besondere Anstrengungspflicht besteht, welche namentlich auch die
Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und der Realisierung beruflicher
Wunschvorstellungen einschränken kann, hat die Gesuchstellerin daher ihre nicht
genügend einbringliche selbstständige Tätigkeit aufzugeben und sich um eine
Anstellung als medizinische Masseurin zu bemühen. Insofern ist nicht zu bean-
standen, dass die Vorinstanz von einem (durchschnittlichen) Einkommen einer
angestellten Masseurin ausging und bei der Feststellung des erzielbaren Ein-
kommens die persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin (Ausbildung, Sprach-
kenntnisse etc.) berücksichtigte. Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin er-
scheint es aber nicht sachgerecht, den Mittelwert zwischen dem Mindestlohn ei-
ner medizinischen Masseurin und dem Lohn einer Praktikantin zum Aus-
gangspunkt zu nehmen, zumal die Gesuchstellerin vorliegend eine Tätigkeit als
medizinische Masseurin und nicht als Praktikantin anstrebt. Zu berücksichtigen ist
jedoch, dass sich der monatliche Durchschnittslohn einer angestellten medizini-
schen Masseurin (Einsteigerin) im Kanton Zürich nicht auf Fr. 5'011.– brutto, son-
dern auf rund Fr. 4'500.– brutto beläuft (vgl. Lohnbuch Schweiz 2020, S. 38 f. und
S. 515; siehe auch Lohnbuch Schweiz 2021, S. 527). Abzüglich der Sozial-
versicherungsbeiträge in Höhe von rund 15 % resultiert ein Nettoeinkommen von
gerundet Fr. 3'800.–. Der Vorinstanz und auch der Gesuchstellerin ist sodann
beizupflichten, dass einkommensreduzierend zu berücksichtigen ist, dass die Ge-
suchstellerin lediglich einen zweiwöchigen Massagekurs in Thailand absolviert hat
und dieser nicht mit einer in der Schweiz abgeschlossenen Ausbildung zur medi-
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zinischen Masseurin gleichgesetzt werden kann. Die Vorinstanz trug diesem Um-
stand insofern Rechnung, als dass sie den statistischen Durchschnittslohn einer
medizinischen Masseurin um 20 % reduzierte. Dass und weshalb ein Abzug in
dieser Höhe den vorliegenden Umständen nicht angemessen sein soll, wird we-
der von den Parteien konkret dargetan noch ist dies offensichtlich. Entsprechend
ist insgesamt von einem erzielbaren Einkommen der Gesuchstellerin in Höhe von
gerundet Fr. 1'800.– (60 % von Fr. 3'120.– [Fr. 3'800.– ./. 20 %]) auszugehen.
Was die Gesuchstellerin in diesem Zusammenhang mit ihren Ausführungen
zum Vermögen des Gesuchsgegners geltend machen will (siehe Urk. 190
Rz. 44), bleibt unklar. So oder anders wäre das Vermögen eines Ehegatten für die
Bestreitung des laufenden Unterhalts nur in – vorliegend nicht gegebenen – Aus-
nahmefällen heranzuziehen (vgl. BGE 147 III 393 E. 6.1.). Insofern ist der Ge-
suchsgegner – entgegen der Forderung der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 190 Rz. 44,
siehe auch Urk. 202 Rz. 7) – auch nicht anzuhalten, seine aktuellen Vermögens-
verhältnisse zu belegen.
3.3.3. Schliesslich fordert der Gesuchsgegner, der Gesuchstellerin sei ein hypo-
thetisches Einkommen (von Fr. 4'000.– bei einem Pensum von 90 %) bereits
rückwirkend per 1. August 2020 anzurechnen (vgl. Urk. 180 Rz. 25). Indes setzt
er sich hierbei nicht näher mit den diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen
auseinander, womit er den eingangs dargelegten Begründungsanforderungen
nicht rechtsgenügend nachkommt. Abgesehen davon darf ein hypothetisches
Einkommen grundsätzlich nicht rückwirkend angerechnet werden (OGer ZH
LE180018 vom 16. Oktober 2018, E. III./2.2.). Von diesem Grundsatz kann zwar
dann abgewichen werden, wenn es für den Unterhaltsverpflichteten voraussehbar
war, dass er seine Lebensumstände anpassen muss, oder wenn er sich rechts-
missbräuchlich und unredlich verhalten hat (BGer 5P.79/2004 vom 10. Juni 2004,
E. 4.3; 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014, E. 5.1). Solche Umstände legt der
Gesuchsgegner vorliegend jedoch weder dar noch sind sie ersichtlich. Eine rück-
wirkende Anrechnung des hypothetischen Einkommens per 1. August 2020 ist un-
ter diesen Umständen nicht angezeigt. Weitere (konkrete) Beanstandungen wur-
den im Zusammenhang mit dem von der Vorinstanz vorgesehenen Anrechnungs-
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zeitpunkt nicht erhoben, weshalb es dabei bleibt. Damit ist der Gesuchstellerin per
1. Mai 2021 ein hypothetisches Einkommen in Höhe von Fr. 1'800.– anzurechnen.
Für die Zeit vom 1. August 2020 bis 30. April 2021 rechnete die Vorinstanz -
wie gesehen – ein (effektives) Einkommen von Fr. 1'300.– pro Monat an. Die Ge-
suchstellerin macht in ihrer Berufungsschrift geltend, sie habe ab März 2021 ei-
nen Bruttoumsatz von durchschnittlich Fr. 1'328.– pro Monat erzielt. Die Vo-
rinstanz habe zudem monatliche Aufwendungen von Fr. 1'111.– berücksichtigt,
was seitens des Gesuchsgegners unbestritten geblieben sei. Entsprechend habe
die Gesuchstellerin in dieser Zeit lediglich ein (effektives) Nettoeinkommen von
durchschnittlich Fr. 200.– pro Monat erzielt (Urk. 190 Rz. 35). Den hierzu einge-
reichten Kontoauszügen lassen sich zwar tatsächlich Gutschriften von durch-
schnittlich ungefähr Fr. 1'328.– pro Monat entnehmen (vgl. Urk. 192/2). Die von
ihr für diesen Zeitraum geltend gemachten monatlichen Aufwendungen von
Fr. 1'111.– (Urk. 190 Rz. 35) hat sie jedoch weder substantiiert noch liegen hierfür
objektive Anhaltspunkte vor. Der blosse Verweis auf die von der Vorinstanz in
dieser Höhe berücksichtigten Aufwendungen für die Zeit von Mitte Juli bis Sep-
tember 2020 genügt nicht. Unter diesen Umständen bleibt es dabei, dass ihr von
August 2020 bis und mit April 2021 ein Nettoeinkommen von Fr. 1'300.– anzu-
rechnen ist.
Das von der Vorinstanz festgestellte (effektive) Einkommen für die Zeit von
April bis Juli 2020 von durchschnittlich Fr. 883.– pro Monat wird vom Gesuchs-
gegner ausdrücklich anerkannt (Urk. 180 Rz. 23) und auch die Gesuchstellerin
bringt hiergegen keine Beanstandungen vor (vgl. Urk. 190 Rz. 31 ff.). Entspre-
chend bleibt es dabei.
4. Bedarf der Parteien sowie von C._
4.1. Allgemeines
4.1.1. Die Vorinstanz ging hinsichtlich des Bedarfs der Parteien von vier Phasen
aus und zwar vom 1. April bis 31. Juli 2020 (Phase I), vom 1. August bis
31. Dezember 2020 (Phase II), vom 1. Januar bis 30. April 2021 (Phase III) und
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ab 1. Mai 2021 (Phase IV; Urk. 181 E. IV./2.5. S. 32 f.). Der Gesuchsgegner hält
diese Phasenbildung für falsch und geht von lediglich zwei Phasen aus. Dies be-
gründet er damit, dass die Gesuchstellerin – entgegen der Vorinstanz – wohl bis
heute mit D._ zusammenlebe und sich die derzeitige Betreuungssituation
anders als von der Vorinstanz angenommen darstelle (Urk. 180 Rz. 26). Abgese-
hen davon, dass nicht ersichtlich ist, was der Gesuchsgegner daraus konkret zu
seinen Gunsten ableiten will, ist an der vorinstanzlichen Phasenbildung festzuhal-
ten: Die Gesuchstellerin arbeitete per 1. August 2020 als selbständige Masseurin,
womit sich ihr Einkommen grundlegend verändert hat (Phase II). Per Anfang Ja-
nuar 2021 zog der Gesuchsgegner zusammen mit C._ nach M._ (Phase
III), womit sich erneut eine wesentliche Änderung in Bezug auf den Bedarf ergibt
(Wohnkosten). Ab 1. Mai 2021 ist der Gesuchstellerin schliesslich ein hypotheti-
sches Einkommen von Fr. 1'800.– anzurechnen (Phase IV). Auf die Einholung ei-
ner Wohnsitzbestätigung der Gemeinde L._ betreffend D._ sowie eines
Berichts der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde betreffend die derzeitige
Betreuungssituation – wie es der Gesuchsgegner verlangt (vgl. Urk. 180 Rz. 26) –
kann im Zusammenhang mit der Phasenbildung daher verzichtet werden.
4.1.2. Der Gesuchsgegner bemängelt im Weiteren, dass die Vorinstanz bei der
Feststellung des Existenzminimums des Gesuchsgegners das Urteil der erken-
nenden Kammer vom 3. Dezember 2020 betreffend unentgeltliche Rechtspflege
ausser Acht gelassen habe (Urk. 180 Rz. 28). Diesbezüglich kann jedoch im We-
sentlichen auf das unter vorstehender Ziffer III./1.2. Ausgeführte verwiesen wer-
den. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der prozessrechtliche Notbedarf nicht
mit dem familienrechtlichen Bedarf gleichzusetzen ist und sich teilweise anders
berechnet (so letztlich auch der Gesuchsgegner in Urk. 180 Rz. 29).
4.2. 1. April 2020 bis 31. Juli 2020 (Phase I)
4.2.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Gesuchstellerin einen Grund-
betrag von Fr. 1'200.– (Urk. 181 E. IV./2.8.1. S. 34). Der Gesuchsgegner ist der
Ansicht, dass der Gesuchstellerin lediglich ein Grundbetrag von Fr. 800.– anzu-
rechnen sei, da die Gesuchstellerin in dieser Zeit bei einem Bekannten gewohnt
habe und sich der Grundbetrag durch die Teilung "gewisser" Lebenshaltungskos-
- 27 -
ten reduziere (Urk. 180 Rz. 29). Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, dass sie
während dieser Zeit über keinen gefestigten Wohnsitz verfügt habe und daher
nicht von einer Teilung der Lebenshaltungskosten ausgegangen werden könne
(Urk. 190 Rz. 49). Dies blieb in der Folge vom Gesuchsgegner unkommentiert
(vgl. Urk. 196).
Gemäss der bei der Bedarfsermittlung zu berücksichtigenden Richtlinien der
Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz für die Berech-
nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (zuletzt veröffentlicht in:
BlSchK 2009, S. 193 ff.; nachfolgend Richtlinien) ist bei einer kostensenkenden
Wohn-/Lebensgemeinschaft ohne gemeinsame Kinder in der Regel der hälftige
Ehegatten-Grundbetrag einzusetzen, sofern der Partner ebenfalls über Einkom-
men verfügt (Richtlinien, S. 1). Eine solche kostensenkende Wohn-/Lebensge-
meinschaft liegt bei einem Konkubinat vor, da in wirtschaftlicher Hinsicht die Kos-
ten der im Grundbetrag enthaltenen Aufwendungen für die allgemeine Lebenshal-
tung für zwei in einer Hausgemeinschaft von gewisser Dauer lebende erwachse-
ne Personen mit denjenigen vergleichbar sind, die einem Ehepaar entstehen (vgl.
BSK SchKG I- Vonder Mühll, Art. 93 N 24a). Vorliegend ist die Gesuchstellerin in
der streitigen Zeit gemäss der unbeanstandet gebliebenen Feststellung der Vo-
rinstanz bei einem "Bekannten untergekommen" (vgl. Urk. 181 E. IV./2.8.3. S. 35).
Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Grundbetrag für
einen alleinstehenden Schuldner in Höhe von Fr. 1'200.– eingesetzt hat.
4.2.2. In Bezug auf die Wohnkosten des Gesuchsgegners erwog die Vorinstanz,
diese würden insgesamt Fr. 1'915.– betragen und seien belegt. Indes habe die
Gesuchstellerin zu Recht darauf hingewiesen, dass in der Steuererklärung 2019
Fr. 4'800.– der Wohnkosten als Geschäftsaufwand abgezogen worden seien.
Entsprechend sei dem Gesuchsgegner ein monatlicher Mietzins von Fr. 1'515.–
(Fr. 1'915.– abzüglich Fr. 400.– [Fr. 4'800.– / 12]) anzurechnen. Dies werde vom
Gesuchsgegner so anerkannt. Damit seien im Bedarf des Gesuchsgegners
Wohnkosten in Höhe von Fr. 1'015.– und im Bedarf von C._ Wohnkosten in
Höhe von Fr. 500.– zu berücksichtigen (siehe Urk. 181 E. IV./2.8.2. S. 34 f.).
- 28 -
Der Gesuchsgegner bringt in diesem Zusammenhang einzig vor, der "Anteil
Geschäftsmiete" sei nicht abzuziehen und ihm daher Wohnkosten in Höhe von
Fr. 1'415.– anzurechnen (Urk. 180 Rz. 29). Damit setzt er sich indes nicht rechts-
genügend mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander. Insbesondere legt
er nicht dar, weshalb entgegen der Vorinstanz ein Abzug zu unterbleiben hat. Ab-
gesehen davon stellt er auch nicht in Abrede, dass er vor Vorinstanz noch einen
entsprechenden Abzug anerkannt hatte, worauf er folglich zu behaften ist. Dem-
gemäss bleibt es diesbezüglich beim vorinstanzlichen Entscheid.
4.2.3. Schliesslich macht der Gesuchsgegner geltend, im Bedarf sei – wie im
Entscheid der erkennenden Kammer vom 3. Dezember 2020 betreffend Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege – ein Steuerbetrag von Fr. 500.– einzuset-
zen (Urk. 180 Rz. 29). Nachdem er jedoch auch in diesem Zusammenhang nicht
darlegt, weshalb die von der Vorinstanz berücksichtigten Steuerbetreffnisse von
insgesamt Fr. 150.– (Fr. 100.– im Bedarf des Gesuchsgegners sowie Fr. 50.– im
Bedarf von C._, siehe Urk. 181 E. IV./2.8.14. S. 38) nicht korrekt sein sollen
und damit den eingangs dargelegten Begründungsanforderungen erneut nicht
rechtsgenügend nachkommt, bleibt es auch diesbezüglich beim vorinstanzlichen
Entscheid. Abgesehen davon stützte sich die erkennende Kammer im vom Ge-
suchsgegner angeführten Entscheid auf den Einschätzungsvorschlag vom
25. Februar 2020 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2018 (siehe
Urk. 141 E. II./5c i.V.m. Urk. 28/17, wobei Urk. 28/17 auf Urk. 28/16 basiert). In
jenem Jahr erzielte der Gesuchsgegner ein Einkommen von insgesamt
Fr. 136'349.– (siehe Urk. 28/16, Blatt 2), wohingegen für das Jahr 2020 lediglich
von Einkünften in Höhe von gerundet Fr. 110'000.– (12x Fr. 8'988.– zuzüglich der
Familienzulagen für C._ von Fr. 2'400.–) auszugehen ist. Zudem kann der
Gesuchsgegner für das Jahr 2020 zusätzlich die der Gesuchstellerin geschulde-
ten Unterhaltsbeiträge abziehen. Entsprechend erscheint der von der Vorinstanz
vorgesehene Betrag auch nicht als offensichtlich unangemessen.
4.2.4. Weitere Beanstandungen in Bezug auf die von der Vorinstanz für diese
Phase festgesetzten Bedarfe der Parteien sowie von C._ wurden nicht erho-
ben. Entsprechend bleibt es in dieser Zeitspanne in Bezug auf die Gesuchstellerin
- 29 -
bei einem monatlichen Bedarf von Fr. 1'994.–, in Bezug auf den Gesuchsgegner
von Fr. 3'120.– und in Bezug auf C._ von Fr. 1'071.–.
4.3. 1. August bis 31. Dezember 2020 (Phase II)
Die Parteien bringen in Bezug auf diese Phase keine (konkreten) Beanstandun-
gen vor (vgl. auch Urk. 180 Rz. 30). Zwar rechnet der Gesuchsgegner in seiner
Berufungsschrift der Gesuchstellerin die von der Vorinstanz berücksichtigten Kos-
ten für die Zusatzversicherung in Höhe von Fr. 54.– pro Monat nicht mehr an (sie-
he seine Aufstellung in Urk. 180 Rz. 30). Indes macht er hierzu keine weiteren
Ausführungen. Darauf ist folglich nicht weiter einzugehen und es bleibt in dieser
Phase hinsichtlich des Bedarfs beim vorinstanzlichen Entscheid (siehe hierzu
Urk. 181 E. IV./2.9. S. 38 ff. i.V.m. Urk. 181 E. IV./2.7. S. 33 f.).
4.4. 1. Januar bis 30. April 2021 (Phase III)
4.4.1. In Bezug auf die Wohnkosten des Gesuchsgegners erwog die Vorinstanz,
dieser habe seine Wohnung per 31. Januar 2021 gekündigt und sei bereits per
Ende Dezember 2020 in das Haus seines Vaters in M._ gezogen. Die Ge-
suchstellerin habe die Wohnkosten mit Fr. 0.– beziffert. Der Gesuchsgegner be-
haupte hingegen, er habe mit seinem Vater vereinbart, denselben Mietzins wie
zuvor für die Wohnung zu bezahlen, und mache zusätzlich Fr. 300.– für (unbeleg-
te) Nebenkosten geltend. Allerdings habe es der Gesuchsgegner unterlassen, die
angebliche Vereinbarung bzw. die Kosten für das Haus in M._ zu belegen.
Entsprechend seien ihm nur die angemessen erscheinenden Nebenkosten von
Fr. 300.– anzurechnen. Diese seien im Umfang von Fr. 200.– im Bedarf des Ge-
suchsgegners und im Umfang von Fr. 100.– im Bedarf von C._ anzurechnen
(Urk. 181 E. IV./2.10.3. S. 40 f.).
Der Gesuchsgegner bringt in seiner Berufungsschrift vor, er sei in die Lie-
genschaft seines Vaters gezogen und habe – wie er vor Vorinstanz ausdrücklich
festgehalten habe – mit diesem vereinbart, den gleichen "Mietbetrag" wie in
L._ zu bezahlen. Es sei notorisch und gerade auch bezüglich eines Kindes –
hier gelte die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime – klar, dass das Wohnen
- 30 -
in einer Liegenschaft nicht gratis sei und es durchaus verhältnismässig sei, in sei-
nem Bedarf einen Betrag von Fr. 1'415.– (sowie im Bedarf von C._ einen Be-
trag von Fr. 500.–) für Wohnkosten zu berücksichtigen. Er sei denn auch bereit,
auf die Anrechnung der geltend gemachten Nebenkosten zu verzichten, sollte ihm
der Betrag von Fr. 1'415.– angerechnet werden (Urk. 180 Rz. 31). Dem hält die
Gesuchstellerin entgegen, dass eine behauptete "mündliche" Vereinbarung die
geltend gemachten Wohnkosten nicht glaubhaft mache. Auch sei weder behaup-
tet worden, dass die Liegenschaft mit einer Hypothek belastet sei, noch sei darge-
tan worden, wie sich die "Kosten der Liegenschaft" zusammensetzten. Da der Va-
ter des Gesuchsgegners mittlerweile verstorben sei, sei ohnehin anzunehmen,
dass die Liegenschaft mittlerweile im Eigentum des Gesuchsgegners stehe. Auch
die Nebenkosten seien nicht belegt worden, weshalb hierfür kein fiktiver Betrag zu
berücksichtigen sei. Dies umso mehr, als dass der Gesuchsgegner auf eine An-
rechnung der Nebenkosten verzichte und daher die Vermutung naheliege, dass
keine Nebenkosten anfielen. Entsprechend seien die Wohnkosten des Gesuchs-
gegners (und C._) auf Fr. 0.– zu beziffern (Urk. 190 Rz. 51).
Die Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) sind im familienrechtlichen Bedarf als
Zuschlag zum Grundbetrag anzurechnen, wobei primär die effektiv bezahlten
Wohnkosten, namentlich die monatlichen Mietzinse für die Wohnung, massge-
bend sind. Bei selbst bewohntem Eigentum ist anstelle des Mietzinses auf den
tatsächlichen bzw. den angemessenen Liegenschaftsaufwand abzustellen, d.h.
grundsätzlich auf die Hypothekarzinsen (ohne Amortisation), die öffentlich-
rechtlichen Abgaben und die durchschnittlich notwendigen Unterhaltskosten. Bei
Einfamilienhäusern betragen die jährlichen Nebenkosten 1 % des Nettoverkehrs-
wertes der Liegenschaft, bei selbst bewohntem Stockwerkeigentum 0,7 % des
Verkehrswertes der Wohnung pro Jahr (Maier, Die konkrete Berechnung von Kin-
derunterhaltsbeiträgen, in: FamPra.ch 2020, S. 355).
Ob es notorisch ist, dass für das Wohnen stets Kosten anfallen, kann offen-
bleiben. Denn so oder anders ist zumindest die Höhe der entsprechenden Kosten
glaubhaft zu machen. Vorliegend beliess es der Gesuchsgegner jedoch bei der
blossen Behauptung, er habe mit seinem Vater vereinbart, den gleichen Mietzins
- 31 -
wie für die von ihm seit Ende Dezember 2020 bewohnte Liegenschaft zu bezah-
len. Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen, diesen Umstand beispielsweise durch
Kontoauszüge glaubhaft zu machen. Zudem ist sein Vater am tt.mm.2021 ver-
storben und er sowie sein in den USA lebender Bruder haben das Haus geerbt
(vgl. Urk. 196 Rz. 13 und Urk. 198/5). Dass er unter diesen Umständen weiterhin
einen Mietzins bezahlt, hat er ebenfalls weder rechtsgenügend dargetan noch
liegt dies ohne Weiteres auf der Hand. Unter diesen Umständen ist weder dem
Gesuchsgegner noch C._ ein (anteiliger) Mietzins anzurechnen. Was die von
ihm geltend gemachten Nebenkosten von Fr. 300.– pro Monat betrifft, ist der Vo-
rinstanz beizupflichten, dass diese – auch ohne entsprechenden Beleg – als an-
gemessen erscheinen, fallen im Zusammenhang mit selbst bewohntem Wohnei-
gentum doch bekanntermassen Nebenkosten an. Die von der Vorinstanz vorge-
sehene Aufteilung der geltend gemachten Nebenkosten von Fr. 300.– auf den
Gesuchsgegner und C._ blieb unbeanstandet und erweist sich auch nicht als
offensichtlich unangemessen. Entsprechend bleibt es diesbezüglich beim vor-
instanzlichen Entscheid.
4.4.2. In Bezug auf die im Bedarf der Gesuchstellerin berücksichtigten Kosten für
die Betreuungs- bzw. Besuchsrechtsausübung erwog die Vorinstanz, die Gesuch-
stellerin werde C._ in dieser Phase zu rund 20 % betreuen. Entsprechend
seien ihr – analog zum ausgedehnten Besuchsrecht – zusätzliche Kosten für die
Betreuung zuzugestehen. Da die Betreuung nach dem Umzug von C._ nach
M._ aufwändiger geworden sei, sei der Bedarf der Gesuchstellerin um die
zusätzlichen Reisekosten, welche auf Fr. 165.– pro Monat (SBB-
Zonenabonnement) zu beziffern seien, zu ergänzen (Urk. 181 E. IV./2.10.4.
S. 41).
Der Gesuchsgegner macht diesbezüglich geltend, dass keine derartigen
Kosten zu berücksichtigen seien, da die Gesuchstellerin C._ lediglich wäh-
rend wenigen Stunden pro Monat betreue. C._ werde 95 % der Zeit vom Ge-
suchsgegner betreut (Urk. 180 Rz. 31). Die Gesuchstellerin hält dafür, dass
Grundlage für die Berücksichtigung dieser Kosten die Betreuungsvereinbarung
gemäss Teilurteil vom 29. Oktober 2020 sei. Abgesehen davon seien auch die
- 32 -
derzeit in Zürich durchgeführten Besuche mit einem Mehraufwand verbunden,
womit der Gesuchstellerin so oder anders Kosten in Höhe von Fr. 165.– pro Mo-
nat (SBB-Zonenabonnement) entstünden (Urk. 190 Rz. 52).
Vorliegend erscheint glaubhaft, dass die mit Teilurteil vom 29. Oktober 2020
genehmigte Betreuungsregelung zumindest seit Februar 2021 nicht (mehr) gelebt
wird (siehe auch Urk. 192/1; Urk. 190 Rz. 14; vorstehend Ziff. III./1.3.). Dennoch
fanden in dieser Phase – wenngleich in eingeschränktem Rahmen – Besuche
statt und es sind damit auch entsprechende Kosten entstanden (vgl. Urk. 180
Rz. 26; Urk. 190 Rz. 52; Urk. 192/1). Angesichts dessen, dass die Gesuchstellerin
C._ offenbar mindestens zwei Mal pro Monat in einem Besuchstreff in Zürich
sieht (vgl. vorstehend Ziff. III./1.2. und Urk. 192/1), erscheint es angezeigt, der
Gesuchstellerin hierfür – insbesondere für die Kosten für das Bahnticket nach Zü-
rich – einen Betrag von Fr. 50.– zuzugestehen (siehe hierzu www.sbb.ch -> Ti-
ckets; Strecke L._ Post nach Zürich retour inkl. Ticket für die Stadt Zürich).
4.4.3. Soweit die Gesuchstellerin im Weiteren die Kosten für den von ihr besuch-
ten Deutschkurs in Höhe von Fr. 65.– pro Monat berücksichtigt haben will
(Urk. 190 Rz. 52), ist ihr entgegenzuhalten, dass es sich hierbei offenbar nicht um
unumgängliche Weiterbildungskosten oder Berufsauslagen handelt, weshalb sie
nicht im Bedarf zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2).
4.4.4. Nach dem Ausgeführten ist der Bedarf der Gesuchstellerin um Fr. 115.– zu
reduzieren und somit auf Fr. 2'444.– (Fr. 2'559.– ./. Fr. 115.–; vgl. Urk. 181
E. IV./2.7-2.10. S. 33-41 sowie E. IV./2.12.2. S. 43; hinsichtlich der vom Gesuchs-
gegner offenbar nicht mehr berücksichtigten Kosten für die Zusatzversicherung
siehe vorstehend Ziff. III./4.3.) festzusetzen. Im Übrigen bleibt es bei den vor-
instanzlichen Feststellungen, mithin beträgt der monatliche Bedarf des Gesuchs-
gegners Fr. 2'305.– und derjenige von C._ Fr. 671.– (Urk. 181 E. IV./2.10.
S. 40 f. i.V.m. E. IV./2.7. S. 33 f.).
- 33 -
4.5. Ab 1. Mai 2021 (Phase IV)
4.5.1. Für die Zeit ab 1. Mai 2021 ging die Vorinstanz davon aus, dass die Ge-
suchstellerin gestützt auf die mit Teilurteil vom 29. Oktober 2020 genehmigte Be-
treuungsregelung C._ mehr als 25 % der Zeit betreuen werde, weshalb ihr
ein Grundbetrags- und Wohnkostenanteil für C._ anzurechnen sei. In der
Folge berücksichtigte die Vorinstanz im Haushalt der Gesuchstellerin für C._
einen anteiligen Grundbetrag von Fr. 100.– (1/4 des Grundbetrags von Fr. 400.–)
sowie anteilige Wohnkosten von Fr. 200.–. Im Bedarf der Gesuchstellerin rechne-
te die Vorinstanz zudem einen Grundbetrag von Fr. 1'350.– sowie den gesamten
Mietzins von Fr. 1'650.– an. Hierzu erwog sie, dass der mit ihr bis anhin zusam-
menlebende D._ gemäss den Angaben der Gesuchstellerin ausziehen und
sich eine neue Wohnung suchen wolle und der Gesuchstellerin zuzugestehen sei,
diesen Willen umzusetzen und alleine zu leben (Urk. 181 E. IV./2.11. S. 41 f.).
4.5.2. Der Gesuchsgegner bringt diesbezüglich zwar zunächst vor, Ausführungen
zur Phase IV würden sich erübrigen. In der Folge moniert er gleichwohl, dass die
Vorinstanz in dieser Phase zu Unrecht auf die Betreuungsverhältnisse gemäss
der im Teilurteil vom 29. Oktober 2020 genehmigten Vereinbarung abstelle. Zu-
dem lebe "Herr D._" weiterhin mit der Gesuchstellerin zusammen (Urk. 180
Rz. 32).
Dem hält die Gesuchstellerin im Wesentlichen entgegen, dass sie ab
1. Oktober 2021 alleine in der von ihr bis anhin gemeinsam bewohnten Wohnung
leben werde. Aufgrund dessen, dass ein früheres Auseinanderziehen massge-
blich deshalb verunmöglicht worden sei, weil der Gesuchsgegner seiner Unter-
haltspflicht nicht nachgekommen sei, seien die entsprechenden Kosten auch für
die Zeit vor Oktober 2021 nicht zu senken. Die Wohnsituation dürfte sich durch
den Auszug von "Herr D._" spätestens Ende September 2021 entspannen,
was die Umsetzung des Besuchsrechts gemäss Betreuungsregelung vom
30. September 2020 begünstigen dürfte. Umso weniger erscheine es vorliegend
angezeigt, eine überhastete Anpassung der Unterhaltsberechnung basierend auf
einer Momentaufnahme vorzunehmen, die sich innert kürzester Zeit wieder gänz-
lich anders präsentieren dürfte (Urk. 190 Rz. 53 und Rz. 59).
- 34 -
Die Parteien sind sich – wie erwähnt – einig, dass die mit Teilurteil vom
29. Oktober 2020 genehmigte Betreuungsregelung derzeit nicht gelebt wird. Ge-
mäss dem Schreiben der Beiständin vom 9. Juni 2021 hätten seit Februar 2021
keine unbegleiteten Besuche mehr stattgefunden. Am 12. Juni 2021 werde ein
erstes fünfstündiges Treffen im begleiteten Besuchsrecht im O._ in Zürich
stattfinden. Vorerst seien zwei Treffen pro Monat reserviert. Dadurch würden mo-
natlich zwei Treffen zu je fünf Stunden im Besuchstreff sowie zwei Treffen zu je
zwei Stunden bei der Kindsmutter zu Hause in Anwesenheit der sozialpädagogi-
schen Familienbegleitung stattfinden. Sobald sich die Wohnsituation der Gesuch-
stellerin geklärt und beruhigt habe, sollten die Besuche unter Berücksichtigung
des Wohlbefindens von C._ und der psychischen Stabilität der Gesuchstelle-
rin wieder ausgeweitet werden (siehe Urk. 192/1). Die Parteien machen vorlie-
gend nicht geltend, dass das Besuchsrecht zwischenzeitlich ausgeweitet worden
ist oder gar die Betreuungsregelung gemäss dem Urteil vom 29. Oktober 2020
gelebt wird. Es ist daher davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin C._
bis heute maximal in dem von der Beiständin skizzierten Umfang betreut. Ist aber
davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin C._ seit dem 1. Mai 2021 nur in
diesem geringen Umfang betreut, so rechtfertigt es sich nicht, für C._ einen
in ihrem Haushalt anfallenden Anteil am Grundbedarf sowie einen Wohnkosten-
anteil zu berücksichtigen.
Was die von der Vorinstanz angerechneten (vollen) Wohnkosten von
Fr. 1'650.– betrifft, ist Folgendes festzuhalten: Die Glaubhaftmachungslast betref-
fend die Wohnsituation obliegt der Gesuchstellerin. Zur Untermauerung ihrer Be-
hauptungen reicht sie im Berufungsverfahren einen vom 17./23. August 2021 da-
tierenden Mietvertrag mit Mietbeginn 1. Oktober 2021 betreffend die von ihr bis
anhin mit D._ bewohnte Wohnung ein (2 1/2 -Zimmerwohnung DG; Objekt-
nummer ...; vgl. Urk. 60/8 und Urk. 192/3). Darin ist nunmehr lediglich die Ge-
suchstellerin als Mieterin aufgeführt (vgl. Urk. 192/3, Blatt 2). Das dazugehörige
Begleitschreiben der Vermieterin ist allerdings sowohl an die Gesuchstellerin als
auch an D._ adressiert (vgl. Urk. 192/3, Blatt 1). Bereits im vorinstanzlichen
Verfahren legte die Gesuchstellerin ein von D._ verfasstes Schreiben ins
Recht, wonach er den Mietvertrag lediglich solidarisch unterschrieben habe, kei-
- 35 -
nen Wohnanspruch erhebe und die Wohnung zu 100 % der Gesuchstellerin und
ihrem Sohn überlasse (vgl. Urk. 60/9). Entgegen dieser Zusicherung wohnte er in
der Folge mit der Gesuchstellerin in dieser Wohnung zusammen (vgl. Urk. 181
E. IV./2.9.2. S. 39 mit Verweisen auf die entsprechenden Vorbringen der Gesuch-
stellerin). Zudem erklärte die Gesuchstellerin das Zusammenleben mit D._
damit, dass der Gesuchsgegner bislang keine Unterhaltszahlungen geleistet ha-
be. Dass der Gesuchsgegner zwischenzeitlich seiner Unterhaltspflicht nach-
kommt, hat die Gesuchstellerin weder ausgeführt noch ist dies ersichtlich. Zudem
fällt auf, dass die Gesuchstellerin noch am 5. Oktober 2021 – und damit nach
Mietbeginn – über ihr Firmenkonto der Liegenschaftenverwaltung lediglich einen
Betrag von Fr. 850.– überwiesen hat (siehe Urk. 204/2). Diese Umstände erwe-
cken rechtserhebliche Zweifel daran, dass die Gesuchstellerin die Wohnung
nunmehr alleine bewohnt bzw. tatsächlich alleine für den vollen Mietzins auf-
kommt. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass sich den Kontoauszügen für
den Monat November sowie Dezember 2021 je eine Überweisung im Betrag von
Fr. 1'650.– finden lässt (vgl. Urk. 204/2). Ist aber davon auszugehen, dass die
Gesuchstellerin mit D._ zusammenwohnt, so erscheint die Anrechnung des
vollen Mietzinses nicht angemessen. Entsprechend sind ihr weiterhin lediglich an-
teilige Wohnkosten von Fr. 825.– anzurechnen. Weshalb nach Ansicht der Ge-
suchstellerin für die vergangenen Phasen der volle Mietzins angerechnet werden
soll, ist nicht nachvollziehbar. Tatsache ist, dass die Gesuchstellerin in dieser Zeit
mit D._ zusammengelebt hat, und sie macht auch nicht geltend, in dieser
Zeit in tatsächlicher Hinsicht für den vollen Mietzins aufgekommen zu sein. Dass
der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht in dieser Zeit nicht nachgekommen
ist, ändert nichts daran. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, wenn
die Vorinstanz für die Zeit davor lediglich anteilige Mietkosten berücksichtigt hat.
Da davon auszugehen ist, dass die Gesuchstellerin weiterhin mit D._ zu-
sammenlebt, bleibt es auch in dieser Phase bei einem anzurechnenden Grundbe-
trag von Fr. 800.–.
Zusammenfassend ist in Bezug auf die Gesuchstellerin und C._ damit
ab 1. Mai 2021 weiterhin vom Bedarf gemäss der Phase III auszugehen. Von die-
sem Bedarf ist angesichts der beschränkten Geltungsdauer der Eheschutzmass-
- 36 -
nahmen auch für die Zukunft auszugehen, zumal die Parteien nicht vorgebracht
haben und auch keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die von der Beiständin
skizzierte Betreuung der Gesuchstellerin bereits in (nennenswertem) Umfang
ausgedehnt wurde bzw. in absehbarer Zeit ausgeweitet wird.
4.5.3. Der von der Vorinstanz festgestellte monatliche Bedarf des Gesuchsgeg-
ners in Höhe von Fr. 2'255.– ist mangels Änderungen zu übernehmen (bezüglich
der Wohnkosten sowie der Steuern siehe auch vorstehende Ziff. 4.4.1. und
Ziff. 4.2.3.). Zwar geht der Gesuchsgegner offenbar für diese Phase von Kommu-
nikationskosten in Höhe von Fr. 170.– anstelle der von der Vorinstanz berücksich-
tigten Fr. 120.– aus (vgl. Urk. 180 Rz. 34, worin der Gesuchsgegner seinen Be-
darf auf insgesamt Fr. 3'920.– beziffert; Urk. 181 E. IV./2.11.3. S. 42). Da er sich
diesbezüglich aber mit keinem Wort mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausei-
nandersetzt, bleibt es auch in Bezug auf die Kommunikationskosten bei den vor-
instanzlichen Feststellungen.
4.6. Fazit
Zusammenfassend bleibt es damit in den Phasen I und II beim von der Vor-
instanz festgestellten Bedarf. In Bezug auf die Phase III ist einzig der von der Vor-
instanz festgestellte Bedarf der Gesuchstellerin auf Fr. 2'444.– pro Monat zu re-
duzieren. In der Phase IV beträgt der monatliche Bedarf der Gesuchstellerin wei-
terhin Fr. 2'444.–, derjenige von C._ (im Haushalt des Gesuchsgegners)
Fr. 671.– sowie derjenige des Gesuchsgegners Fr. 2'255.–.
5. Unterhaltsberechnung
5.1. Die Vorinstanz erwog bezüglich der Phase I (1. April bis 31. Juli 2020) zu-
sammengefasst, dass dem Gesuchsgegner nach Deckung seines Bedarfs, des
Barbedarfs von C._ (Fr. 871.–) sowie des Mankos der Gesuchstellerin
(Fr. 1'111.–) genügend finanzielle Mittel (Fr. 3'886.–) verbleiben würden, um die
gerichtlich geschuldeten Unterhaltsbeiträge für seine Ex-Ehefrau (Fr. 2'730.–) so-
wie für die volljährige Tochter F._ (Fr. 1'150.–) zu begleichen. Die verblei-
- 37 -
benden Fr. 6.– seien dem Gesuchsgegner und C._ zu belassen (Urk. 181
E. IV./2.12.3. S. 44 f.)
Zwar macht der Gesuchsgegner in seiner Berufungsschrift Ausführungen
zur Unterhaltsberechnung in der Phase I (vgl. Urk. 180 Rz. 35). Indes enthalten
diese weder konkrete Beanstandungen noch setzt sich der Gesuchsgegner darin
auch nur ansatzweise mit den entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz aus-
einander. Da sich auch im Berufungsverfahren keine Änderungen bezüglich der
Berechnungsparameter der Beteiligten ergeben, bleibt es damit für die Zeit vom
1. April bis 31. Juli 2020 beim vorinstanzlich zugesprochenen Ehegattenunter-
haltsbeitrag von Fr. 1'111.– pro Monat.
5.2. Auch bezüglich der Phase II (1. August bis 31. Dezember 2020) ergeben
sich keine Änderungen hinsichtlich der Berechnungsparameter. Da auch die Par-
teien keine konkreten Beanstandungen bezüglich der vorinstanzlichen Unter-
haltsberechnung (Urk. 181 E. IV./2.12.4. S. 45) erheben (vgl. insbesondere
Urk. 180 Rz. 35, worin der Gesuchsgegner lediglich ausführt, er schulde der Ge-
suchstellerin ab dem 1. August 2020 keinen persönlichen Unterhalt mehr), bleibt
es beim vorinstanzlich zugesprochenen Ehegattenunterhaltsbeitrag in Höhe von
Fr. 1'094.– pro Monat.
5.3. In der Phase III (1. Januar bis 30. April 2021) verfügt der Gesuchsgegner
über eine Leistungsfähigkeit von Fr. 6'683.– (Fr. 8'988.– [Einkommen] ./.
Fr. 2'305.– [Bedarf]). Damit vermag er sowohl den in seinem Haushalt anfallen-
den Barbedarf von C._ in Höhe von Fr. 471.– (Fr. 671.– [Bedarf] ./. Fr. 200.–
[Familienzulage]) als auch das Manko der Gesuchstellerin von Fr. 1'144.–
(Fr. 1'300.– [Einkommen] ./. Fr. 2'444.– [Bedarf]) sowie den seiner geschiedenen
Ehefrau geschuldeten nachehelichen Unterhalt in Höhe von Fr. 2'730.–
(Urk. 28/18 Disp. Ziff. 5) und den seiner aus der vorherigen Ehe stammenden voll-
jährigen Tochter F._ von Fr. 1'150.– pro Monat (Urk. 28/18 Disp. Ziff. 4) zu
decken. Den verbleibenden Überschuss wies die Vorinstanz vollumfänglich dem
Gesuchsgegner und C._ zu. Dies wird vorliegenden nicht explizit bean-
standet und erweist sich auch nicht als offensichtlich unangemessen, weshalb es
dabei bleibt. Damit ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, in der Phase III der
- 38 -
Gesuchstellerin einen Ehegattenunterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 1'144.– pro Monat zu bezahlen.
5.4. In der Phase IV (ab 1. Mai 2021) ist von einer Leistungsfähigkeit des Ge-
suchsgegners von Fr. 6'733.– (Fr. 8'988.– [Einkommen] ./. Fr. 2'255.– [Bedarf])
auszugehen. Nach Abzug des von ihm getragenen Barbedarfs von C._ in
Höhe von Fr. 471.– (Fr. 671.– [Bedarf] ./. Fr. 200.– [Familienzulage]) sowie das
von ihm auszugleichende Manko der Gesuchstellerin von Fr. 644.– (Fr. 1'800.–
[Einkommen] ./. Fr. 2'444.– [Bedarf]) resultiert ein Überschuss von insgesamt
Fr. 5'618.– pro Monat. Die Vorinstanz wies den Überschuss vollumfänglich dem
Gesuchsgegner und C._ zu (siehe Urk. 181 E. IV./2.12.6. S. 46), was unbe-
anstandet blieb und sich in Anbetracht der Gesamtumstände auch nicht als offen-
sichtlich unangemessen erweist. Dieser Überschuss ist insbesondere unter Be-
rücksichtigung der Unterhaltsverpflichtungen des Gesuchsgegners gegenüber
seiner geschiedenen Ehefrau und der aus jener Ehe entstammenden (volljähri-
gen) Tochter F._ im Umfang von Fr. 4'400.– dem Gesuchsgegner sowie im
Umfang von Fr. 518.– C._ zuzuweisen. Ein Kinderunterhaltsbeitrag seitens
des Gesuchsgegners ist angesichts der tatsächlichen Betreuungsverhältnisse
nicht geschuldet (siehe hierzu die Ausführungen in vorstehender Ziff. 1.3. und
4.5.2.). Weshalb diesfalls nach Ansicht der Gesuchstellerin der nicht zuzuspre-
chende Kinderunterhaltsbeitrag nunmehr als Ehegattenunterhaltsbeitrag zuge-
sprochen werden soll (vgl. Urk. 190 Rz. 59), erhellt nicht und wird auch von der
Gesuchstellerin nicht näher erläutert. Entsprechend ist der Gesuchsgegner zu
verpflichten der Gesuchstellerin ab 1. Mai 2021 einen Ehegattenunterhaltsbeitrag
in Höhe von Fr. 644.– pro Monat zu bezahlen.
5.5. Überdies ist festzuhalten, dass die Gesuchstellerin mangels Leistungsfähig-
keit derzeit keinen Kinderunterhaltsbeitrag leisten kann.
5.6. Die von der Vorinstanz vorgesehenen Zahlungsmodalitäten blieben unbean-
standet und sind zu übernehmen. Indes sind die in Dispositiv-Ziffer 6 des ange-
fochtenen Entscheids festgehaltenen finanziellen Verhältnisse der Parteien dem
neu zu fällenden Entscheid anzupassen. Die Bestimmung von Art. 301a ZPO ver-
langt allerdings nicht, dass die Angaben zum Bedarf im Dispositiv festgehalten
- 39 -
werden. Zur besseren Lesbarkeit des Dispositivs ist daher auf die Auflistung des
familienrechtlichen Bedarfs zu verzichten.
6. Anrechnung bereits geleisteter Unterhaltszahlungen
6.1. Die Vorinstanz nahm im angefochtenen Entscheid davon Vormerk, dass der
Gesuchsgegner bis Ende Mai 2021 gesamthaft Fr. 15'216.25 an die Gesuchstel-
lerin bezahlt hat. In der Folge stellte sie fest, dass angesichts der von 1. April
2020 bis 31. Mai 2021 geschuldeten Unterhaltsbeiträge in Höhe von Fr. 16'639.–
für diesen Zeitraum noch eine offene Unterhaltsschuld von Fr. 1'442.75 resultiere
(Urk. 181 E. IV./2.14 S. 47 f. und Urk. 181 Disp. Ziff. 5).
6.2. Gemäss vorstehender Unterhaltsberechnung schuldet der Gesuchsgegner
für die Zeit vom 1. April 2020 bis 31. Mai 2021 Unterhaltsbeiträge in Höhe von
Fr. 15'134.– (4x Fr. 1'111.– + 5x Fr. 1'094.– + 4x Fr. 1'144.– + 1x Fr. 644.–). Ge-
mäss unbeanstandet gebliebener Feststellung der Vorinstanz hat der Gesuchs-
gegner bis Ende Mai 2021 gesamthaft Fr. 15'216.25 bezahlt (siehe auch Urk. 180
Rz. 37). Damit ist der Gesuchsgegner seiner Unterhaltspflicht für diese Zeitspan-
ne vollumfänglich nachgekommen. Dies ist vorzumerken. Soweit der Gesuchs-
gegner im Berufungsverfahren erstmals beantragt, die Gesuchstellerin sei zur
Rückzahlung zu viel erhaltener Unterhaltsbeiträge zu verpflichten (Urk. 181 S. 2),
ist darauf nicht einzutreten, zumal die Rechtsmittelinstanz für die erstmalige Beur-
teilung einer (Rück-)Forderung nicht zuständig ist und die Voraussetzungen für
eine zulässige Klageänderung (vgl. Art. 317 Abs. 2 ZPO) nicht gegeben sind.
7. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
7.1. Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch
über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).
7.2. Die Vorinstanz regelte im angefochtenen Entscheid die Kosten sowohl für
das Teilurteil vom 29. Oktober 2020 betreffend Obhut, Betreuung, Beistandschaft,
Wohnungszuteilung und Anordnung der Gütertrennung als auch für das vorlie-
gend angefochtene Teilurteil betreffend Unterhalt (vgl. Urk. 181 E. VI./3.). Dabei
setzte sie die Gerichtsgebühr (für das gesamte Eheschutzverfahren) auf
- 40 -
Fr. 4'500.– zuzüglich der Kosten für die Übersetzung von Fr. 1'241.25 fest und
auferlegte diese den Parteien je zur Hälfte. Die Parteientschädigungen wurden
wettgeschlagen (Urk. 181 E. VI. und Disp. Ziff. 7-9 des angefochtenen Ent-
scheids). Diese Regelung blieb unangefochten und erscheint – insbesondere
auch unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Gefälles zwischen den Parteien
– auch nach erfolgter Anpassung des Unterhaltsbeitrags im Berufungsverfahren
insgesamt als angemessen (Art. 107 Abs. 1 lit. c und f ZPO). Sie ist daher zu be-
stätigen.
IV.
1. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1.1. Die Höhe der Gerichtsgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach
§ 12 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 2, § 5, § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung
des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Unter Berücksichtigung
des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts und der
Schwierigkeit des Falles erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– angemes-
sen.
1.2. Gegenstand des Berufungsverfahrens waren einzig die geschuldeten (Ehe-
gatten- und Kinder-)Unterhaltsbeiträge. Ausgehend von den Berufungsanträgen
und einer Geltungsdauer dieser Regelung von drei Jahren unterliegt die Gesuch-
stellerin in Bezug auf den Unterhalt zu rund 86 % und der Gesuchsgegner zu rund
14 %. Das Unterliegen des Gesuchsgegners hinsichtlich seines Antrages auf
Verpflichtung der Gesuchstellerin zur Rückzahlung zu viel bezahlter Unterhalts-
beiträge ist vernachlässigbar. Allerdings rechtfertigt es sich vorliegend nicht zu-
letzt mit Blick auf das wirtschaftliche Gefälle zwischen den Parteien die Gerichts-
kosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen
wettzuschlagen (Art. 107 Abs. 1 lit. c und f ZPO).
2. Prozesskostenbeitrag/unentgeltliche Rechtspflege
2.1. Der Gesuchsgegner ersucht für das Berufungsverfahren um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 180, Ziffer 2 der Anträge). Die Gesuchstellerin
- 41 -
beantragt ihrerseits, es sei ihr ein Prozesskostenbeitrag in Höhe von Fr. 5'000.–
zuzusprechen. Sinngemäss ersucht sie eventualiter um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (vgl. Urk. 190, Ziffer 3 der Anträge).
2.2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfle-
ge, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbe-
gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Darüber hinaus besteht ein Anspruch
auf unentgeltliche Verbeiständung (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO), wenn dies zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwalt-
lich vertreten ist. Hervorzuheben ist jedoch, dass die aus der ehelichen Bei-
standspflicht fliessende Pflicht zur Bevorschussung der Prozesskosten des ande-
ren Ehegatten der unentgeltlichen Rechtspflege vorgeht (BGE 138 III 672
E. 4.2.1; BGer 5D_83/2015 vom 6. Januar 2016, E. 2.1.; 5A_244/2019 vom
15. April 2019, E. 4). Ein Prozesskostenvorschuss setzt – wie die unentgeltliche
Rechtspflege – voraus, dass die ersuchende Person mittellos ist und das Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Zudem ist vorausgesetzt, dass es der zu
verpflichtenden Gegenpartei möglich ist, der anderen Partei die benötigten Kosten
zu bevorschussen.
Eine Person gilt als bedürftig, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht
aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eige-
nen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich sind.
Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Si-
tuation der gesuchstellenden Person im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs
(BGE 141 III 369 E. 4.1; 135 I 221 E. 5.1). Dazu gehören einerseits sämtliche fi-
nanziellen Verpflichtungen, anderseits die Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse (BGE 124 I 97 E. 3b mit Hinweisen). Ob das Vermögen der ansprechenden
Person bar vorhanden oder in einer Liegenschaft angelegt ist, spielt grundsätzlich
keine Rolle. Die Art der Vermögensanlage beeinflusst allenfalls die Verfügbarkeit
der Mittel, nicht aber die Zumutbarkeit, sie vor der Beanspruchung des Rechts auf
unentgeltliche Prozessführung anzugreifen. Der um unentgeltliche Rechtspflege
ersuchende Grundeigentümer hat sich daher die für den Prozess benötigten Mittel
allenfalls durch Belehnung der Liegenschaft bzw. Aufnahme eines zusätzlichen
- 42 -
Hypothekarkredits, und, wenn zumutbar, nötigenfalls durch Veräusserung der
Liegenschaft zu beschaffen. An den Nachweis des Verkehrswertes und der feh-
lenden Möglichkeit zusätzlicher hypothekarischer Belastung dürfen keine allzu
hohen Anforderungen gestellt werden (vgl. BGer 5A_726/2014 vom 2. Februar
2015, E. 4.2. m.w.H.). Zur Glaubhaftmachung ihrer Bedürftigkeit hat die anspre-
chendende Person ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend
darzustellen und soweit möglich auch zu belegen (vgl. BGE 120 Ia 179 E. 3.a).
Legt eine Partei ihre finanzielle Situation nicht von sich aus schlüssig dar, obwohl
sie um diese Obliegenheit weiss oder wissen muss, kann ihr Gesuch ohne vor-
gängige Ausübung der gerichtlichen Fragepflicht wegen Verletzung der Mitwir-
kungspflicht abgewiesen werden. Das gilt insbesondere bei anwaltlich vertretenen
Parteien, denen das Wissen ihres Rechtsvertreters anzurechnen ist und die des-
halb nicht als prozessual unbeholfen gelten können (vgl. BGer 4D_69/2016 vom
28. November 2016, E. 5.4.3 m.w.Hinw.; 5A_62/2016 vom 17. Oktober 2016,
E. 5.3).
2.3. Der Gesuchsgegner führt in Bezug auf sein Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Wesentlichen aus, er habe sein Gesuch bereits im
vorinstanzlichen Verfahren hinreichend begründet und dieses sei durch die er-
kennende Kammer im Entscheid vom 3. Dezember 2020 auch gutgeheissen wor-
den. Er verfüge nach wie vor nicht über die erforderlichen Mittel, um die Prozess-
kosten zu begleichen, und seine Rechtsbegehren seien nicht als aussichtslos an-
zusehen. Zudem sei er zur Wahrung seiner prozessualen Rechte auf einen
Rechtsbeistand angewiesen, zumal auch die Gegenpartei anwaltlich vertreten sei
(Urk. 180 Rz. 6 f.). In seiner Stellungnahme vom 4. November 2021 zum verlang-
ten Prozesskostenbeitrag der Gesuchstellerin bringt der Gesuchsgegner (unter
anderem) vor, dass sein Vater verstorben sei und er in dessen Liegenschaft woh-
ne. Diese Liegenschaft würde jedoch "selbstverständlich" von zwei Erben gehal-
ten, nämlich von ihm und seinem in den USA lebenden Bruder. Liquide Mittel
würden keine bestehen (Urk. 196 Rz. 13). Hierzu legt er eine Erbbescheinigung
vom 18. Oktober 2021 ins Recht, wonach sein Vater am tt.mm.2021 verstorben ist
und seine beiden Söhne als alleinige Erben anerkannt sind (Urk. 198/5).
- 43 -
Vorliegend verfügt der Gesuchsgegner – unter zusätzlicher Berücksichti-
gung eines unter den vorliegenden Umständen zu gewährenden Zuschlags von
20 % auf dem Grundbetrag – über einen monatlichen Überschuss von gerundet
Fr. 950.– (Fr. 8'988.– [Einkommen] ./. Fr. 2'255.– [familienrechtlicher Bedarf] ./.
Fr. 270.– [Zuschlag von 20 % auf dem Grundbetrag von Fr. 1'350.–] ./. Fr. 989.–
[Barunterhalt C._] ./. Fr. 644.– [Ehegattenunterhalt Gesuchstellerin] ./.
Fr. 2'730.– [Unterhaltsverpflichtung geschiedene Ehefrau] ./. Fr. 1'150.– [Unter-
haltsverpflichtung volljährige Tochter F._]. Die mit vorliegendem Entscheid
festgesetzten Unterhaltsbeiträge sind – entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin
(Urk. 202 Rz. 6) – ebenfalls zu berücksichtigen, zumal keine Anhaltspunkte be-
stehen, dass der Gesuchsgegner sie in Zukunft nicht bezahlen wird (siehe
Wuffli/Fuhrer, Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozess, Zürich/St.
Gallen 2019, N 335). Mit diesem Überschuss ist es dem Gesuchsgegner ohne
Weiteres möglich, die ihm auferlegten Gerichtskosten in Höhe von Fr. 1'500.– so-
wie die ihm im vorliegenden Rechtsmittelverfahren anfallenden Anwaltskosten in-
nert eines Jahres zu tilgen, zumal Letztere in Berücksichtigung von § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 1 und 3, § 11 Abs. 1-3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV einen Betrag in der
Grössenordnung von 4'000.– nicht übersteigen dürften. Mangels Bedürftigkeit ist
das Gesuch des Gesuchsgegners daher abzuweisen.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass das Gesuch auch
aus einem anderen Grund abzuweisen gewesen wäre. So ist gestützt auf die Aus-
führungen und die eingereichten Akten davon auszugehen, dass der Gesuchs-
gegner – zusammen mit seinem Bruder – Gesamteigentümer (Erbengemein-
schaft) einer Liegenschaft in M._ ist (s.a. Urk. 198/5). Der anwaltlich vertre-
tene Gesuchsgegner äussert sich jedoch weder zum Wert der Liegenschaft noch
zu einer allenfalls bereits bestehenden Hypothekarbelastung. Auch macht er nicht
geltend, dass eine (weitere) Belastung der Liegenschaft an der fehlenden Zu-
stimmung seines Bruders scheitern könnte (vgl. Art. 653 Abs. 2 und 3 ZGB). Zu-
dem bleibt mangels entsprechender Behauptungen auch offen, ob bzw. in wel-
chem Umfang ihm durch den Erbanfall (weitere) Vermögenswerte zugekommen
sind. Damit ist aber eine abschliessende Beurteilung der Vermögensverhältnisse
des Gesuchsgegners und damit seiner Mittellosigkeit nicht möglich. Im Ergebnis
- 44 -
ist dem anwaltlich vertretenen und in prozessualer Hinsicht somit nicht unbeholfe-
nen Gesuchsgegner daher vorzuhalten, seine finanzielle Situation (hinsichtlich
seiner Vermögensverhältnisse) nicht schlüssig dargelegt und insoweit seine Mit-
wirkungspflicht verletzt zu haben. Entsprechend wäre die Bedürftigkeit auch auf-
grund der Verletzung der Mitwirkungsobliegenheit zu verneinen und das Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen, ohne dass hierfür
dem anwaltlich vertretenen Gesuchsgegner eine entsprechende Nachfrist anzu-
setzen wäre (vgl. vorstehende Ziffer IV./2.2.).
Da die Vermögensverhältnisse des Gesuchsgegners nicht abschliessend
beurteilt werden können, bleibt es hinsichtlich des im Dispositiv festzuhaltenden
Vermögens bei den entsprechenden vorinstanzlichen Feststellungen (vgl.
Disp. Ziff. 6 des angefochtenen Urteils).
2.4. In Bezug auf die Gesuchstellerin ist bereits mit Blick auf die unter vorste-
hender Ziffer III./5.4. festgehaltenen finanziellen Verhältnisse offensichtlich, dass
sie nicht über genügend Einkommen verfügt, um für ihre Gerichts- und Anwalts-
kosten aufzukommen. Zudem erscheint gestützt auf die eingereichten Unterlagen
glaubhaft, dass sie über kein nennenswertes Vermögen verfügt, welches sie für
die Prozessfinanzierung heranziehen könnte (siehe Urk. 192/2; Urk. 204/2; s.a.
Urk. 28/15 S. 4, wonach die Ehegatten im Jahr 2019 über ein Vermögen von
Fr. 17'906.– verfügt haben). Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte dafür,
dass die Gesuchstellerin noch über weitere, vorliegend nicht offengelegte Bank-
konti verfügt. Allerdings verfügt der Gesuchsgegner über einen monatlichen
Überschuss in Höhe von Fr. 950.– (siehe vorstehende Ziffer). Mit diesem Über-
schuss sollte es dem Gesuchsgegner möglich sein, innert eines Jahres nebst sei-
nen eigenen mutmasslichen Prozesskosten in Höhe von ca. Fr. 5'500.– auch den
von der Gesuchstellerin beantragten Prozesskostenbeitrag von Fr. 5'000.– zu be-
zahlen. Dieser erweist sich denn auch als angemessen, hat die Gesuchstellerin
doch bereits Gerichtskosten in Höhe von Fr. 1'500.– zu tragen und dürften die ihr
anfallenden Anwaltskosten mutmasslich auf mindestens Fr. 3'500.– (vgl. § 5 Abs.
1, § 6 Abs. 1 und 3, § 11 Abs. 1-3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV) zu liegen
kommen. Nachdem die Rechtsmittelanträge der Gesuchstellerin zudem nicht von
- 45 -
vornherein aussichtslos waren, rechtfertigt es sich, den Gesuchsgegner zur Zah-
lung eines Prozesskostenbeitrags von insgesamt Fr. 5'000.– an die Gesuchstelle-
rin zu verpflichten. Dieser Beitrag unterliegt der Anrechenbarkeit im Rahmen der
Abrechnung allfälliger scheidungsrechtlicher Ansprüche bzw. der Rückerstat-
tungspflicht.