# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** baad9450-0aaf-4e40-9488-4e46e2e6fe8a
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Prof. F (als Bereichsleiter) und Dr. G (als Versuchsleiter; heute Prof. Dr.) reichten am 2. April 2014 ein Gesuch (Nr. 01; datiert vom 15. März 2014) um Bewilligung eines Tierversuchs mit dem Titel "Neural population dynamics underlying higher brain function in non-human primates" bzw. dem Kurztitel "Higher brain function in monkeys" ein. Es handelte sich um die zweite Version eines zuvor zurückgezogenen Gesuchs. Gegenstand der Untersuchung soll der präfrontale Cortex sein, ein Teil der Grosshirnrinde, der für die Entscheidfindung, das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Kontrolle verantwortlich sein dürfte. Untersucht werden soll der Zusammenhang des Verhaltens von Neuronenpopulationen im präfrontalen Cortex mit kontextabhängigem Verhalten. Der Versuch bezweckt Erkenntnis im Bereich der Grundlagenforschung sowie Hinweise für die Behandlung
neuropsychiatrischer Störungen. Im Experiment sollen neuronale Ableitungen im präfrontalen Cortex von Rhesusaffen während des Lösens visueller Aufgaben, die kontextabhängige Entscheidungen verlangen, gemessen werden. Zu diesem Zweck sollen zwei Tieren in je zwei Operationen eine Kopfhalterung in den Schädel sowie neu entwickelte Multielektrodenarrays, welche die Aktivität der Neuronen aufzeichnen, implantiert werden. Nach der ersten Operation sollen die Tiere daran gewöhnt werden, mittels der Kopfhalterung im sogenannten Primatenstuhl fixiert zu sitzen, und sie sollen in einer mehrmonatigen Trainingsphase die von ihnen zu lösenden Aufgaben erlernen. Auf die zweite Operation soll die mehrmonatige Versuchsphase folgen, in der die Tiere die erlernten Aufgaben lösen und die Messungen durchgeführt werden sollen. Die Tiere sollen zur Arbeit angehalten werden, indem ihnen bei korrekter Ausführung der Aufgaben ihr Lieblingsgetränk tropfenweise verabreicht wird, was bedingt, dass die Flüssigkeitsaufnahme ausserhalb der Versuche beschränkt wird. Falls die gesammelten Daten nicht ausreichen, sollen in einer weiteren Operation Multielektrodenarrays auch in die zweite Gehirnhälfte implantiert werden; zudem soll bei Bedarf noch ein drittes, als Reserve bezeichnetes Tier eingesetzt werden.
Die zur Begutachtung des Gesuchs beigezogene kantonale Tierversuchskommission
entschied am 17. Juni 2014 mit 7 gegen 4 Stimmen, das Gesuch sei bewilligungsfähig. Mit Verfügung vom 22. Juli 2014 erteilte das Veterinäramt die Bewilligung (Nr. 02) unter Auflagen.
II.
Am 19. August 2014 erhoben drei Mitglieder der Tierversuchskommission (Dr. A, Dr. B und lic. iur. C) bei der Gesundheitsdirektion Rekurs gegen die Tierversuchsbewilligung Nr. 02 und verlangten deren Aufhebung. Die Gesundheitsdirektion überwies die Akten der Staatskanzlei, welche sinngemäss die Zuständigkeit des Regierungsrats bejahte. Mit Entscheid vom 2. Dezember 2015 wies der Regierungsrat den Rekurs ab.
III.
Hiergegen erhoben Dr. A, Dr. B und lic. iur. C am 25. Januar 2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Materiell beantragten sie, es sei der Entscheid des Regierungsrats vom 2. Dezember 2015 aufzuheben und die Tierversuchsbewilligung Nr. 02 nicht zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner bzw. des Kantons Zürich.
Das Veterinäramt (Beschwerdegegner 1) beantragte in seiner Beschwerdeantwort vom 7. April 2016 Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Prof. F und Prof. Dr. G (Beschwerdegegner 2 und 3) beantragten in ihrer Beschwerdeantwort vom 15. April 2016, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführenden, eventualiter zulasten des Kantons Zürich. Der Regierungsrat beantragte in seiner Vernehmlassung Abweisung der Beschwerde. An ihren materiellen Anträgen hielten die Parteien in ihren weiteren Eingaben fest.
In der Replik vom 1. Juni 2016 stellten Dr. A, Dr. B und lic. iur. C den Verfahrensantrag, es sei für die Beurteilung der Güterabwägung und der für diese relevanten Sachverhaltselemente wie auch zur Frage der Tierwürde je ein unabhängiges Fachgutachten einzuholen. Das Veterinäramt nahm in seiner Duplik vom 13. Juli 2016 dazu nicht Stellung; Prof. F und Prof. Dr. G verzichteten in ihrer Duplik vom 22. Juli 2016 auf einen expliziten Antrag zu dieser Frage.
Dr. A, Dr. B und lic. iur. C reichten am 25. August 2016 eine Triplik ein. Das Veterinäramt äusserte sich nicht mehr zu dieser Stellungnahme; Prof. F und Prof. Dr. G teilten am 27. September 2016 unter Verweisung auf ihre früheren Eingaben den Verzicht auf eine weitere Stellungnahme mit.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) zuständig.
1.2
Die Beschwerdelegitimation der drei Beschwerdeführenden ergibt sich aus § 12 Abs. 2 des Kantonalen Tierschutzgesetzes vom 2. Juni 1991 (KTSchG; LS 554.1), wonach neben der Tierversuchskommission auch mindestens drei gemeinsam handelnde Mitglieder der Kommission rekurs- und beschwerdeberechtigt sind.
1.3
Die Beschwerdefrist ist unter Berücksichtigung des Fristenstillstands gemäss § 71 VRG in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (SR 272) gewahrt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1