# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd369d33-635a-46da-a606-60600b54399f
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Verfügung der Staatssteuer 2011 vom 21. November 2013 wurden die Pflichtigen zu
einem im Kanton Basel-Landschaft steuerbaren Einkommen von Fr. 131‘244.-- veranlagt.
2. Mit Gesuch vom 3. Dezember 2014 beantragte der Vertreter der Pflichtigen, es sei die
Veranlagungsverfügung einer Revision zu unterziehen und die Besteuerung der Eigencourtage
aufzuheben. Zur Begründung machte er geltend, mit Schreiben vom 16. April 2013 habe der
Pflichtige der Steuerverwaltung auf Anfrage hin eine Rechnung vom 6. Juli 2011 für das im Zu-
sammenhang mit der Überbauung am B_-weg in C._ stehende Verkaufshonorar inkl.
Nebenarbeiten über Fr. 200'000.-- eingereicht. Mit Veranlagung der Staatssteuer 2011 vom
21. November 2013 sei diese Eigencourtage der Einkommenssteuer unterworfen worden.
Nachdem sich die Steuerverwaltung in voller Kenntnis aller Umstände für die Einkommensbe-
steuerung der Eigencourtage entschieden habe, könne sie nun konsequenterweise den ein-
schlägigen Betrag nicht nochmals, nämlich mit der Grundstückgewinnsteuer, belasten. Die dar-
aus resultierende Doppelbelastung sei willkürlich, verstosse gegen das verfassungsmässige
Gebot der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und stütze sich auf einen
unzulässigen Methoden-Dualismus, entweder Einkommens- oder Grundstückgewinnsteuer,
aber sicher nicht beides.
3. Mit Revisionsentscheid vom 17. Februar 2017 wurde das Gesuch abgewiesen. Zur Be-
gründung führte die Steuerverwaltung aus, der Pflichtige sei bereits früher darauf hingewiesen
worden, dass Eigencourtagen bei der Grundstückgewinnsteuer nicht abzugsfähig seien.
4. Mit Eingabe vom 21. März 2017 erhob der Vertreter der Pflichtigen mit den Begehren,
1. Es sei das Revisionsgesuch gutzuheissen, 2. Unter o/e-Kostenfolge, Rekurs. Zur Begrün-
dung führte er aus, wenn die Eigencourtage bei der Grundstückgewinnsteuer nicht korrigiert
werde, müsse die Staatsteuer einer Revision unterzogen werden.
5. Mit Vernehmlassung vom 19. April 2017 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, es liege keine neue Tatsache vor.
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6. Anlässlich der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Im ebenfalls vor Steuergericht hängigen Verfahren betreffend die Grundstückgewinn-
steuer wurde entschieden, dass die Mäklerprovision seitens der Steuerverwaltung unter dem
Titel Verkaufsunkosten zu Recht nicht zum Abzug zugelassen wurde. Überdies wurde festge-
stellt, dass die seitens der Steuerverwaltung zugestandenermassen fehlerhafte Besteuerung
der Mäklerprovision als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit nicht über die Grund-
stückgewinnsteuer korrigiert werden kann.
3. Damit unterliegt der Beurteilung, ob die Voraussetzungen der Revision gegeben sind.
a) Gemäss § 132 Abs. 1 StG kann eine rechtskräftige Veranlagung oder ein rechts-
kräftiger Entscheid auf Antrag oder von Amtes wegen zugunsten des Steuerpflichtigen revidiert
werden, wenn erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden (lit. a),
wenn die erkennende Behörde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, die ihr
bekannt waren oder bekannt sein mussten, ausser acht gelassen oder in anderer Weise we-
sentliche Verfahrensgrundsätze verletzt hat (lit. b) oder wenn ein Verbrechen oder Vergehen
die Verfügung oder den Entscheid beeinflusst hat (lit. c). Eine Revision ist gemäss § 132
Abs. 2 StG ausgeschlossen, wenn der Antragsteller als Revisionsgrund vorbringt, was er bei
der ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können.
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b) Unabhängig vom Revisionsgrund darf der Gesuchsteller es nicht während des
ursprünglichen Verfahrens an der gebotenen Sorgfalt fehlen lassen (Ziegler in: Nefzger/Simo-
nek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, § 132 N 42). An die
Sorgfalt der steuerpflichtigen Person bei der Wahrung ihrer Rechte im Veranlagungsverfahren
dürfen einige Anforderungen gestellt werden. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sie
ihre eigenen finanziellen Verhältnisse kennt, und dass sie die Veranlagungsverfügung nach
Erhalt überprüft und allfällige Mängel rechtzeitig rügt. Sie kann nicht die Revision verlangen, um
im Rechtsmittelverfahren Versäumtes nachzuholen (Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom
26. Oktober 2012, 510 12 22; Entscheid des Bundesgerichts [BGE] vom 21. Mai 1997, E. 3d, in:
Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA], Bd. 67, S. 398). Die Revision ist beispielsweise
ausgeschlossen, wenn aus Nachlässigkeit des Steuerpflichtigen oder seines Vertreters wesent-
liche Sachverhaltselemente im ordentlichen Veranlagungs- oder Rechtsmittelverfahren nicht
vorgebracht worden sind oder wenn der Steuerpflichtige bei Prüfung der ihm eröffneten Veran-
lagung, allenfalls unter Beizug eines Sachverständigen, den Sachverhalts- oder Rechtsirrtum
der Behörde sofort hätte entdecken können (Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfah-
rensrecht, § 26 N 54). Die Revision ist demnach ausgeschlossen, wenn der Steuerpflichtige
sich bei der Deklaration seiner Steuerfaktoren schlicht geirrt hat (StGE vom 14. Dezember
2007, 510 07 35, E. 3d; Ziegler, a.a.O. § 132 N 42). Das Revisionsverfahren kann nicht dazu
dienen, von der steuerpflichtigen Person zu verantwortende Nachlässigkeiten nachträglich zu
bereinigen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zürich
2013, § 155 N 29).
4. Es stellt sich zunächst die Frage, ob ein Revisionsgrund gemäss § 132 Abs. 1 lit. a StG
gegeben ist.
a) Gemäss § 132 Abs. 1 lit. a StG kann eine rechtskräftige Veranlagung revidiert
werden, wenn erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel entdeckt werden. Als
Tatsachen gelten Zustände oder Vorgänge, die den gesetzlichen Steuertatbestand betreffen.
Anlass für eine Revision sind nicht irgendwelche Tatsachen, sondern nur erhebliche (Looser in:
Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Art. 51 StHG N 11).
Eine Tatsache ist erheblich, wenn sie geeignet ist, den dem angefochtenen Entscheid seinerzeit
zugrunde gelegten Sachverhalt wesentlich zu verändern, und dadurch zu einer andern Ent-
scheidung Anlass zu geben (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 23; Ziegler, a.a.O.,
§ 132 N 30; BGE 101 Ib 220, E. 1). Die Tatsachen, welche geeignet sind, eine Revision auszu-
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lösen, müssen grundsätzlich im Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids oder Urteils bereits
gegeben sein (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 24; Ziegler, a.a.O., § 132 N 31).
Nachträglich eingetretene Tatsachen können nur berücksichtigt werden, wenn sie auf die tatbe-
ständliche Grundlage der zu revidierenden Verfügung zurückwirken. Um im Sinne der Bestim-
mung als neu zu gelten, dürfen die Tatsachen erst nachträglich entdeckt worden sein (BGer
2A.530/2004 vom 9. November 2004, E. 4.2). Als erheblich gilt demnach eine Tatsache, die
früher unbekannt war, aber bereits bestanden hat, und die zu einer rechtserheblichen Verände-
rung des Sachverhalts führt.
b) Beweismittel sind Erkenntnisquellen, die sich dazu eignen, den rechtserheblichen
Sachverhalt festzustellen, also die Behörden vom Vorliegen der rechtserheblichen Tatsachen
zu überzeugen. Neue Beweismittel können geeignet sein, das Vorliegen erheblicher Tatsachen
im Zeitpunkt der Verfügung oder Entscheidung oder von Tatsachen zu beweisen, die zwar im
Veranlagungsverfahren schon behauptet worden waren, aber keine Berücksichtigung fanden,
weil sie unbewiesen blieben (Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 13). Die
neu angebotenen Beweismittel müssen von entscheidender Bedeutung sein, um die frühere,
auf mangelhafter Grundlage getroffene Entscheidung umzustossen (Ziegler, a.a.O., § 132
N 33). Der Gesuchsteller hat zudem darzutun, dass er die neuen Beweismittel im früheren Ver-
fahren nicht beibringen konnte (Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 13).
c) Im Regelfall sollen neue Beweismittel Tatsachen beweisen, die zum Zeitpunkt
der Verfügung oder des Entscheids schon bestanden haben. Daher kann je nach Standpunkt
dieser Revisionsgrund als mit dem der neuen Tatsache verknüpft gesehen werden (Looser in:
Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 13). Somit liegt der Revisionsgrund der erhebli-
chen, neuen Tatsache vor, wenn zum Nachweis einer neuen Tatsache ein neues Beweismittel
angerufen wird (BGE 92 IV 177, E. 1a).
d) Vorliegend sind der Erfolgsrechnung des Pflichtigen aus dem Geschäftsjahr
2011, Konto 3000, Honorare ein Betrag von total Fr. 240‘740.75 bzw. dem entsprechenden
Kontodetail per 12. Juli 2011 die Courtage für den B._-weg in C._ von Fr. 200‘000.-- zu
entnehmen. Dieser Betrag stimmt mit der an sich selbst gerichteten Rechnung vom 6. Juli 2011
betreffend Verkaufshonorar inkl. Nebenkosten in Sachen Überbauung B._-weg in C._
über denselben Betrag von Fr. 200‘000.-- überein. Der Pflichtige deklarierte ein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 109‘025.--, welches mit der Erfolgsrechnung überein-
stimmt. Mit Verfügung der Staatssteuer 2011 vom 21. November 2013 wurde seitens der Steu-
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erverwaltung ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 57‘202.-- veranlagt.
Dieser Betrag ermittelte sich wie folgt: Gestützt auf den Revisionsbericht der Steuerverwaltung
Nr. 2013-147 betreffend die Steuerjahre 2010 und 2011 vom 29. August 2013, Ziff. 3.1.2 erfolg-
te unter dem Titel Pauschalspesen eine Aufrechnung von Fr. 9‘600.--. Weiter aufgerechnet
wurden Fr. 19‘147.-- (Hypothekarzins D._), Fr. 14‘925.-- (Liegenschaftsunterhalt D._)
und Fr. 470.-- (Unterhalt Liegenschaft E._). Abgezogen wurden Fr. 88‘387.-- (Ertrag F._
-rain D._), Fr. 6‘038.-- (Nebenkosten F._-rain D._) und Fr. 1‘540.-- (Ertrag Liegen-
schaft E._). Betreffend die hier strittige Courtage erfolgte keine Korrektur. Diese wurde also
verbucht, deklariert und seitens der Steuerverwaltung veranlagt. Die Veranlagung ist unange-
fochten in Rechtskraft erwachsen.
e) Mit Revisionsbericht der Steuerverwaltung Nr. 2014-267 vom 29. Oktober 2014
betreffend Grundstückgewinnsteuer in Sachen Überbauung B._-weg in C._ hat die
Steuerverwaltung nicht nur hinsichtlich der hier strittigen Grundstückgewinnsteuer Stellung be-
zogen, sondern auch betreffend die wie hiervor gesehen bereits rechtskräftige Staatssteuer
2011. So hat sie in Ziff. 4.2, Eigencourtage festgehalten, im Geschäftsjahr 2011 seien in der
Firma des Pflichtigen Fr. 200'000.-- als Verkaufshonorar als Ertrag verbucht worden. Es handle
sich um eine Eigencourtage, welche bei der Grundstückgewinnsteuer steuerlich nicht akzeptiert
werden könne. Damit dieser Ertrag, welcher somit gar keiner sei, nicht als Einkommen besteu-
ert werde, müsste das Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit eigentlich um
Fr. 200‘000.-- reduziert werden. Da die entsprechende Veranlagung jedoch bereits in Rechts-
kraft erwachsen sei, wäre eine Korrektur nur im Revisionsverfahren möglich. Eine Revision sei
jedoch ausgeschlossen, wenn der Steuerpflichtige als Revisionsgrund vorbringe, was er bei der
ihm zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hätte geltend machen können. lm
Zusammenhang mit der Grundstückgewinnsteuer für die vom Pflichtigen erstellte Überbauung
G._ in E._ sei im Jahr 2004 bereits schon einmal eine Buchprüfung vorgenommen wor-
den. Mit Revisionsbericht der Steuerverwaltung Nr. 2004-024, Ziff. 5 lit. a sei ebenfalls eine gel-
tend gemachte Eigencourtage steuerlich nicht akzeptiert worden, so dass dem Pflichtigen be-
wusst hätte sein sollen, dass diese bei der Grundstückgewinnsteuer aufgerechnet würde. Dass
die Eigencourtage nicht akzeptiert worden sei, stelle damit keine neue Tatsache dar, so dass
das Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit nicht revisionsweise korrigiert werden
könne.
f) Der Vertreter der Pflichtigen macht zu Recht keine Doppelbesteuerung geltend.
Eine unzulässige Doppelbesteuerung setzt nämlich begriffsnotwendig eine Kollision von kanto-
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nalen Steuerhoheiten voraus (Mäusli-Allenspach, in: Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach [Hrsg.],
Kommentar zum Interkantonalen Steuerrecht, § 3 N 19, m.w.H.), welche vorliegend nicht gege-
ben ist. Aber selbst wenn dem so wäre, ist im Umstand, dass ein Provisionsempfänger die er-
haltenen Zahlungen selbst dann vollumfänglich als Einkommen zu versteuern hat, wenn diese
vom Veräusserer nicht oder nicht vollständig als Aufwendungen in Abzug gebracht werden
kann, auch im interkantonalen Verhältnis keine unzulässig Doppelbesteuerung zu erblicken
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 221 N 101, m.w.H.).
g) Dass, wie der Vertreter der Pflichtigen geltend macht, eine Doppelbelastung vor-
liegt, ist insofern richtig, als die Pflichtigen auf dem Mäklerhonorar Einkommenssteuern zu be-
zahlen haben, bei der Grundstückgewinnsteuer das Mäklerhonorar, wie hiervor festgestellt wur-
de, aber unter dem Titel Verkaufsunkosten nicht abziehen können. Solche Konstellationen sind
keine Einzelfälle. So kann beispielsweise auch im Fall, in welchem ein Steuerpflichtiger bei der
Staatssteuer unter dem Titel Liegenschaftsunterhalt die Hälfte der Umbaukosten als werterhal-
tend deklariert, später, beim Verkauf der Liegenschaft, wenn die andere Hälfte als wertvermeh-
rende Aufwendungen geltend gemacht und von der Steuerverwaltung nur teilweise oder gar
nicht akzeptiert wird, auch nicht beantragt werden, die daraus resultierende Doppelbelastung
müsse korrigiert werden. Weder kann die Staatssteuer, infolge Rechtskraft, berichtigt, noch
können bei der Grundstückgewinnsteuer werterhaltende Aufwendungen akzeptiert werden. In
einem ähnlich gelagerten Fall hat das Steuergericht entschieden, dass Hypothekar- bzw. Bau-
kreditzinsen nicht zwischen der Grundstückgewinn- und Staatssteuer verschoben werden dürf-
ten, da das nachträgliche Verschieben von Steuersubstrat von einer Steuerart auf die andere
unzulässig sei (StGE vom 15. August 2014, 510 12 51, E. 2e). Dass das Mäklerhonorar bei der
Grundstückgewinnsteuer nicht abgezogen werden kann, bildet damit keinen Revisionsgrund für
die Staatssteuer.
h) Weiter ist zu prüfen, ob aufgrund des vorgenannten Revisionsberichts, in wel-
chem die Steuerverwaltung zum Schluss kam, dass die Besteuerung der Mäklerprovision unter
dem Titel Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zugestandenermassen falsch war,
da es sich bei diesem Ertrag um gar keinen gehandelt habe, so dass das Einkommen aus der
selbständigen Erwerbstätigkeit eigentlich um Fr. 200‘000.-- reduziert werden müsste, ein Revi-
sionsgrund gegeben ist. Wie der Vertreter der Pflichtigen richtig ausführt, ist die Steuerverwal-
tung in voller Kenntnis aller Umstände, d.h. insbesondere der Tatsache, dass die Mäklerprovisi-
on in der Erfolgsrechnung des Pflichtigen verbucht und von diesem deklariert worden war, zum
Schluss gelangt, dieselbe als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu besteuern.
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Zwischenzeitlich haben sich weder neue Tatsachen noch neue Beweismittel ergeben, was sei-
tens des Vertreters der Pflichtigen im Übrigen auch nicht geltend gemacht wird. Neu ist ledig-
lich, aber immerhin die rechtliche Würdigung des Sachverhalts durch die Steuerverwaltung. Die
Revision bezweckt die Berichtigung prozessualer Mängel oder tatsächlicher Unrichtigkeiten und
nicht die Durchsetzung eines anderen Rechtsstandpunkts. Eine neue rechtliche Würdigung ei-
nes Sachverhalts, eine neue Rechtsprechung oder auch die Änderung einer bestehenden
Rechtsprechung bilden keinen Revisionsgrund (BGer vom 23. Mai 2007, 2A.710/2006, E. 3.2,
m.w.H.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 28, m.w.H.). In einem Revisionsbericht,
der in der Regel vor der Veranlagung erstellt wird, werden Empfehlungen abgegeben, wobei die
veranlagende Person nicht an diese gebunden ist. Vorliegend wurde der Revisionsbericht erst
nach Rechtskraft der Veranlagungsverfügung der Staatssteuer angefertigt. Um auf die rechts-
kräftige Veranlagungsverfügung zurückkommen zu können, müssen bei einer Revision von Am-
tes wegen dieselben Revisionsgründe gegeben sein, wie wenn diese von der steuerpflichtigen
Person beantragt wird. Damit ist die Steuerverwaltung an die eingangs erwähnten Vorausset-
zungen gebunden, so dass die von ihr im Revisionsbericht gezogene Schlussfolgerung, wonach
das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nicht revisionsweise korrigiert werden kön-
ne, richtig ist, da die neue rechtliche Würdigung keinen Revisionsgrund bildet.
i) Festzustellen ist damit, dass seit der Veranlagung weder erhebliche Tatsachen
noch entscheidende Beweismittel entdeckt wurden und die nun geltend gemachte fehlerhafte
Besteuerung der Mäklerprovision bereits im ordentlichen Veranlagungs- bzw. Einsprachever-
fahren hätte geltend gemacht werden müssen.
5. Weiter ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund gemäss § 132 Abs. 1 lit. b StG vorliegt.
a) Gemäss § 132 Abs. 1 lit. b StG kann eine rechtskräftige Veranlagung revidiert
werden, wenn die erkennende Behörde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismit-
tel, die ihr bekannt waren oder bekannt sein mussten, ausser acht gelassen oder in anderer
Weise wesentliche Verfahrensgrundsätze verletzt hat. Damit wird die Möglichkeit der Korrektur
qualifizierter Verfahrensfehler vorgesehen. Die Bestimmung soll die Berichtigung von prozessu-
alen Versehen ermöglichen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 31). Die Zulassung
eines Verfahrensmangels als Revisionsgrund setzt voraus, dass es sich um einen wesentlichen
Mangel handelt, der zudem geeignet war, die Entscheidung negativ zulasten des Steuerpflichti-
gen zu beeinflussen (Ziegler, a.a.O., § 132 N 35). Als praktisch bedeutsame Revisionsgründe
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im Sinne dieser Bestimmung sind namentlich die Verweigerung des rechtlichen Gehörs, die
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Entscheid des Steuergerichts Solothurn vom 2. Juli
2001, publ. in: Der Steuerentscheid [StE], 2002, B 97.11 Nr. 20), die unrichtige Besetzung des
Gerichts oder die Verletzung von Ausstandspflichten zu nennen (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-
ter, a.a.O., § 155 N 31). Ein Revisionsgrund liegt insbesondere vor, wenn die entscheidende
Behörde erhebliche Tatsachen oder Beweismittel, die ihr bekannt waren oder hätten bekannt
sein müssen, nicht berücksichtigt hat. Dieser Revisionsgrund ergibt sich u.a. aus dem Untersu-
chungsgrundsatz (Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 14). Der Untersu-
chungsgrundsatz berechtigt und verpflichtet die Einschätzungsbehörde, von sich aus mit allen
ihr gesetzlich zur Verfügung stehenden Mitteln den steuerrelevanten Sachverhalt zu erforschen
(Meier in: Nefzger/Simonek/Wenk, a.a.O., § 109 N 2, m.w.H.). Die Untersuchungspflicht der
Veranlagungsbehörde ist im Prinzip eine umfassende (Zweifel/Hunziker in: Zweifel/Beusch
[Hrsg.], a.a.O., Art. 46 StHG N 4). Eine gewisse Einschränkung erfährt der Untersuchungs-
grundsatz indessen durch die Mitwirkungspflicht des Steuerpflichtigen (Looser in: Zwei-
fel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 14). Diese gebietet dem Pflichtigen, alles vorzuneh-
men, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen (Zweifel/Hunziker in: Zwei-
fel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 42 StHG N 3). Der Steuerpflichtige hat bestimmte Beilagen ein-
zureichen, und er trägt die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Steuererklä-
rung. Ist er sich über die steuerrechtliche Bedeutung einer Tatsache im Unklaren, darf er diese
nicht einfach verschweigen, sondern hat er auf die Unsicherheit hinzuweisen. Jedenfalls muss
er die Tatsache als solche vollständig und zutreffend darlegen (BGer 2C.26/2007 vom 10. Ok-
tober 2007, E. 3.2; BGer 2C_21/2008 vom 10. Juni 2008, E. 2.2). Die Behörde darf sich auf die
Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben der Steuerpflichtigen in der Steuererklärung verlas-
sen, wenn es keine Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit derselben gibt
(Klöti-Weber/Siegrist /Weber, Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. A. Bern 2015, § 201
N 10; Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 15). Sie ist ohne besonderen
Anlass nicht verpflichtet, Quervergleiche mit Akten anderer Steuerpflichtiger vorzunehmen
oder selber im Steuerdossier des Betroffenen nach ergänzenden Unterlagen zu suchen. Aller-
dings darf die Veranlagungsbehörde nicht im gleichen Masse unbesehen auf die in der Steuer-
erklärung gemachten Angaben abstellen, wie sie dies bei einer Selbstveranlagungssteuer tun
könnte. Sie hat insbesondere zu berücksichtigen, dass vom Steuerpflichtigen nicht bloss Tat-
schen in die Formulare einzutragen sind, sondern sich beim Ausfüllen der Steuerklärung auch
eigentliche Rechtsfragen stellen. Eine Pflicht zur Vornahme ergänzender Abklärungen besteht
für die Veranlagungsbehörde aber nur dann, wenn die Steuererklärung Fehler enthält, die klar
ersichtlich bzw. offensichtlich sind (StGE vom 23. Oktober 2009, 510 09 42, E. 3b; BGer
Seite 10
2C.26/2007 vom 10. Oktober 2007, E. 3.2.2.; BGer 2C_21/2008 vom 10. Juni 2008, E. 2.3).
Folglich müssen die fraglichen Tatsachen beim Entscheid aus den Akten hervorgegangen
bzw. - ohne aktenmässig erfasst zu werden - der Behörde zur Kenntnis gebracht worden sein.
Tatsachen, die den Behörden hätten bekannt sein müssen, sind anzunehmen, wenn die steu-
erpflichtige Person bestimmte Anhaltspunkte geliefert hatte, die Steuerbehörde jedoch in Ver-
letzung ihrer Untersuchungspflicht nähere Abklärungen unterliess (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-
ter, a.a.O., § 155 N 32). Der Steuerpflichtige darf die aktenkundige Tatsache, die zur Revision
Anlass geben soll, nicht gekannt haben, weil er sie andernfalls mit einem ordentlichen Rechts-
mittel hätte geltend machen können (Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG
N 16). Eine weitere Schranke der Untersuchungspflicht bilden die natürlichen Vermutungen.
Vermutet werden dürfen Tatsachen, mit deren Verwirklichung nach der Lebenserfahrung ge-
rechnet werden darf, sofern keine Umstände nachgewiesen sind, welche diese Annahme wider-
legen (Zweifel/Hunziker in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 46 StHG N 5). Die Veranla-
gungsbehörde ist zur Vermutung befugt, dass Tatsachenvorbringen des Steuerpflichtigen, wel-
che Tatsachen betreffen, die zu seinen Gunsten sprechen, vollständig sind. Die Behörde darf
infolgedessen ohne gegenteilige Anhaltspunkte davon ausgehen, dass der Steuerpflichtige alle
steueraufhebenden und –mindernden Tatsachen (z.B. solche, die zu Abzügen vom Einkommen
führen), geltend gemacht hat. Sie ist auch zur Annahme berechtigt, dass der Steuerpflichtige
nicht mehr Einkommen bzw. Gewinn angegeben als er tatsächlich erzielt hat, und dass jeden-
falls insoweit die betreffenden steuerbegründenden oder -mehrenden Tatsachen wahr sind
(Zweifel/Hunziker in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 46 StHG N 6).
b) Vorliegend wurde der Pflichtige wie hiervor gesehen bereits in einem Revisions-
bericht im Jahr 2004 darauf hingewiesen, dass eine geltend gemachte Eigencourtage bei der
Grundstückgewinnsteuer nicht akzeptiert werden kann. Trotzdem hat er im Jahr 2011 erneut
eine Mäklerprovision verbucht, dies im Bewusstsein bzw. unter Inkaufnahme, dass die Möglich-
keit einer späteren Aufrechnung bei der Grundstückgewinnsteuer besteht. Spätestens aufgrund
der Anfrage der Steuerverwaltung, gestützt auf welche der Pflichtige die fragliche Rechnung
nachgereicht hat, hätte für ihn das Risiko einer Überbesteuerung, insbesondere aufgrund sei-
nes Vorwissens, erkennbar sein müssen. Überdies muss sich der Pflichtige den Vorwurf gefal-
len lassen, dass er die Veranlagung der Staatssteuer unangefochten in Rechtskraft erwachsen
bzw. das Verfahren nicht wenigstens bis zur Klärung der Sachlage hinsichtlich der Grundstück-
gewinnsteuer sistieren liess. Entgegen dem Vertreter der Pflichtigen kann daher der Behörde
auch kein Vorwurf gemacht werden, es liege eine willkürliche Doppelbelastung vor. Zudem sind
auch der gerügte Verstoss gegen das verfassungsmässige Gebot der Besteuerung nach der
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wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ein unzulässiger Methoden-Dualismus nicht erkennbar.
Damit liegen keine qualifizierten Verfahrensfehler vor, welche revisionsweise korrigiert werden
müssten.
6. Schliesslich unterliegt der Beurteilung, ob ein Revisionsgrund gemäss § 132 Abs. 1 lit. c
StG gegeben ist.
a) Gemäss § 132 Abs. 1 lit. c StG kann eine rechtskräftige Veranlagung revidiert
werden, wenn ein Verbrechen oder Vergehen die Verfügung oder den Entscheid beeinflusst
hat. Unter Verbrechen oder Vergehen sind grundsätzlich die in Art. 10 Abs. 2 und 3 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB) normierten Begriffe zu
verstehen (Ziegler, a.a.O., § 132 N 36). Gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB sind Verbrechen Taten,
die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind. Vergehen werden mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht (Art. 10 Abs. 3 StGB). Das Vergehen oder
Verbrechen muss auf den betroffenen Entscheid zulasten des Steuerpflichtigen einen nachteili-
gen Einfluss gehabt haben. Diese Einflussnahme kann grundsätzlich auf zwei Arten geschehen
sein. Einerseits kann sich die Handlung auf den zu beurteilenden Sachverhalt ausgewirkt ha-
ben, so dass der dem Entscheid zugrunde gelegte Sachverhalt unzutreffend war, oder aber der
Einfluss der strafbaren Handlung hat sich auf den Steuerpflichtigen bezogen und ihn daran ge-
hindert, seine Verfahrensrechte in vollem Umfang geltend zu machen (Ziegler, a.a.O., § 132
N 37). Die strafbare Handlung muss nicht durch strafgerichtliches Urteil oder Strafbefehl festge-
stellt sein. Vielmehr genügen allenfalls auch andere Beweismittel (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-
ter, a.a.O., § 155 N 36; Looser in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], a.a.O., Art. 51 StHG N 22). Es reicht
sodann aus, dass die Erfüllung des Tatbestands in objektiver Hinsicht festgestellt wurde (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 155 N 36).
b) Dass ein Revisionsgrund gemäss § 132 Abs. 1 lit. c StG gegeben sein könnte,
wird vom Vertreter der Pflichtigen zu Recht nicht geltend gemacht, zumal ein solcher auch nicht
erkennbar ist.
7. Aus alledem ergibt sich, dass die seitens der Steuerverwaltung zugestandenermassen
fehlerhafte Besteuerung der Mäklerprovision als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätig-
keit nicht revisionsweise korrigiert werden kann.
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8. Da die Korrektur nicht über die Revision vorgenommen werden kann, sind nachfolgend
die weiteren Rechtsgründe, welche es erlauben, auf die rechtskräftige Veranlagung zurückzu-
kommen, zu prüfen.
a) Da vorliegend eine Abänderung der ursprünglichen Verfügungen zugunsten der
Pflichtigen infrage steht, fällt das Nachsteuerverfahren ausser Betracht, da gemäss § 146
Abs. 1 StG eine rechtskräftige Veranlagung nur zuungunsten des Steuerpflichtigen geändert
werden kann.
b) Weiter stellt sich die Frage, ob der Berichtigungstatbestand erfüllt ist. Gemäss
§ 140 Abs. 1 StG können Rechnungsfehler und Schreibversehen in rechtskräftigen Verfügun-
gen und Entscheiden innert 5 Jahren seit der Eröffnung auf Antrag oder von Amtes wegen von
derjenigen Behörde berichtigt werden, der sie unterlaufen sind. Der Berichtigungstatbestand
soll sicherstellen, dass rechtskräftige Verfügungen und Entscheide, die aufgrund eines Kanzlei-
fehlers den wirklichen Willen der Behörde unzutreffend zum Ausdruck bringen, möglichst form-
los korrigiert werden können. Der Tatbestand räumt der Behörde das Recht ein, auf eine
rechtskräftige Verfügung oder einen rechtskräftigen Entscheid zurückzukommen, begrenzt die-
se Befugnis indessen in zeitlicher (absolute Verwirkungsfrist von fünf Jahren) wie sachlicher
(Kanzleifehler) Hinsicht. Die Bestimmung trägt damit auch den Charakter einer Schutznorm
zugunsten der steuerpflichtigen Person. Berichtigungsfähige Kanzleifehler haben den Ausdruck
des Verfügungsinhalts und des behördlichen Willens, also die Willensäusserung zum Gegen-
stand. Bei der Berichtigung geht es damit um die Klarstellung eines Erklärungsirrtums, in wel-
chem sich die Steuerbehörde befand. Kennzeichnend für Kanzleifehler ist, dass sie bei der be-
hördlichen „Handarbeit“ auftreten (BGer vom 19. März 2013, 2C_596/2012, publ. in: BStPra,
Bd. XXI, S. 278 ff., E. 2.4, m.w.H.). Die von den Kanzleifehlern abzugrenzenden Verfügungsfeh-
ler entspringen dagegen der „Kopfarbeit“. Ein inhaltlicher Fehler der Verfügung und damit der
Willensbildung der Behörde liegt vor, wenn die Verfügung auf einer unzutreffenden tatbeständli-
chen oder rechtlichen Würdigung beruht, ungeachtet dessen, ob für die steuerpflichtige Person
erkennbar ist, dass sich die Behörde in einem Sach- oder Rechtsirrtum und damit einem eigent-
lichen Grundlagenirrtum befand. Veranlagungsfehler sind nicht berichtigungsweise, sondern auf
dem Rechtsmittelweg geltend zu machen. Hierzu verfügt auch die öffentliche Hand über die
erforderlichen Rechtsmittelmöglichkeiten (Art. 50 Abs. 3 StHG) und sehen die Kantone mitunter
die Möglichkeit der „Staatseinsprache“ (für den Kanton Basel-Landschaft § 122 Abs. 1 StG) vor
(BGer vom 19. März 2013, a.a.O., E. 2.5, m.w.H.). Dass vorliegend ein Kanzleifehler gegeben
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wäre, wird seitens des Vertreters der Pflichtigen zu Recht nicht geltend gemacht, zumal ein sol-
cher auch nicht erkennbar ist. Vielmehr ist der materielle Fehler der „Kopfarbeit“ entsprungen.
c) Schliesslich ist zu prüfen, ob die Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2011
vom 21. November 2013 nichtig ist. Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in aller Regel nicht nich-
tig, sondern bloss anfechtbar, und sie erwachsen dementsprechend durch Nichtanfechtung in
Rechtskraft. Nichtigkeit der Verfügung oder des Entscheids tritt nach ständiger bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung ein, wenn der ihnen anhaftende Mangel besonders schwer ist, er offen-
sichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und zudem die Rechtssicherheit durch die Annah-
me der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab funktionelle
und sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in
Betracht. Inhaltliche Mängel einer Verfügung oder eines Entscheids führen nur ausnahmsweise
zur Nichtigkeit. Fehlt einer Verfügung oder einem Entscheid zufolge Nichtigkeit jegliche Rechts-
verbindlichkeit, so ist das durch die Behörde, die mit der Sache befasst ist, jederzeit und von
Amtes wegen zu beachten (BGer vom 19. März 2013, a.a.O., E. 2.1, m.w.H.). Dass vorliegend
Nichtigkeit gegeben wäre, wird seitens des Vertreters der Pflichtigen zu Recht nicht geltend
gemacht, zumal eine solche auch nicht erkennbar ist.
d) Zusammenfassend ist damit keiner der vorgenannten weiteren Rechtsgründe gegeben,
um auf die rechtskräftige Veranlagung zurückkommen zu können.
Der Rekurs erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
9. Ausgangsgemäss haben die Rekurrenten gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1
und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- zu bezahlen und es ist ihnen gestützt auf
§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO keine Parteientschädigung auszurichten.
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