# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 88804a31-883b-4fe1-b45b-9900f96e6881
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil des Bezirksgerichts
A._
vom 27. Juni 2014 wurde die am 23. Mai 1997 geschlossene Ehe zwischen
X._
(im vorliegenden Verfahren
Kläger und Beklagter 2.1; nachfolgend: Kläger) und
Y._
(im vorliegenden Verfahren Klägerin und Beklagte 1.1; nachfolgend: Klägerin) geschieden. Dabei wurde in Dispositiv-Ziffer 14 des Urteils, den diesbezüglichen Anträgen der Scheidungsparteien entsprechend (vgl. Urk. 1 E.
II.E.1.2), die hälf
tige Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge festgelegt. Nach
Ein
tritt der Rechtskraft am 2. September 2014 überwies das Bezirksgericht
A._
am 5. Dezember 2014
einen Auszug des Urteils
(Urk. 1) sowie einen Teil der
Scheidungsakten (Urk. 2/102-142) zur Durchführung der Teilung der während de
r Ehe erworbenen Vorsorgeguthaben
an das hiesige Gericht (
Urk. 1 Dispo
si
tiv-Ziffer 19
).
2.
2.1
Im Scheidungsverfahren tätigte das Bezirksgericht
A._
aufwendige Abklä
rungen
,
welche ergaben, dass beim
Kläger auf Freizügigkeitskonten bei der
Rendita
Freizügigkeitsstiftung
(nachfolgend:
Rendita
) und bei der
Z._
Freizügigkeitsstiftung 2. Säule
(nachfolgend:
Z._
) Guthaben vorhan
den sind, deren Teilbarkeit auch bestätigt wurde (Urk. 2/124 und Urk. 2/137). Betreffend die Vorsorgeguthaben
der
Klägerin gab die AXA
Leben AG
(nach
folgend: AXA) gegenüber dem Bezirksgericht an, es bestünden zwei
Frei
zügig
keitskonten
, welche allerdings ein tieferes Guthaben per Ende August 2014 als
im Zeitpunkt der Heirat auswiesen. Weiter
e
Informationen dazu konnte die AXA
nicht mehr liefern (Urk. 2/126). Letztlich blieb im Scheidungsverfahren unklar, wie es zur Verringerung der Guthaben der Klägerin gekommen sein soll (ein
Vorbezug
habe nicht stattgefunden) und was mit den vorehelichen Guthaben
des
Kläger
s
geschehen ist (vgl. Urk. 2/140-142).
2.2
Mit Schreiben vom 26. März 2015 ersuchte das hiesige Gericht die AXA um eine vollständige Dokumentat
i
on sämtlicher jemals bei der AXA oder ihr zuge
höriger Firmen geführte Vorsorgekonten des Klägers, insbesondere um Unter
lagen zur Freizügigkeitsleistung bei Heirat
sam
t
Zinsberechnung bis zum Datum der Rechtskraft der Scheidung (Urk. 3). Die AXA beschied dem Gericht per E-Mail am 13. Mai 2015 unter Verweis auf die bereits gegenüber dem
Schei
dungs
gericht
gegebenen Informationen (E-Mail von Frau
B._
vom 27. Juni 2014 an Rechtsanwältin
Gisler
und an das Bezirksgericht
A._
, Urk. 2/142), weitere Unterlagen lägen keine mehr vor (Urk. 5).
Mit Ve
rfügung vom 20. Mai 2015 (Urk. 6
) wurde
der
Rendita
und der
Z._
aufgegeben, dem Gericht per Rechtskraft der Scheidung aktualisierte Auszüge der Freizügigkeitskonten des Klägers einzureichen und sich zur Durch
führbarkeit der Teilung zu äussern. Die Durchführbarkeitserklärungen gingen beim
Gericht am 27. bzw. 28. Mai 2015 ein (Urk. 8-9). Da die
Rendita
angab, beim Guthaben auf ihrem Konto handle es sich um die voreheliche
Freizügig
keitsleistung
des Klägers
,
bestand weiterhin eine Diskrepanz zur im
Scheidungs
verfahren
geäusserten gegenteiligen Auffassung der AXA (vgl. Urk. 2/142). Klä
rung brachte auch eine weitere Nachfrage bei der
Rendita
nicht (Urk. 11), teilte
diese doch lediglich mit, das Freizügigkeitskonto sei am 8. Juli 2013 eröffnet und
das Guthaben vom Konto
C._
der AXA überwiesen worden (vgl. Urk. 11-12).
Mit einer weiteren Verfügung vom 18. Juni 2015 (Urk. 13) wurde die AXA unter
Hinweis auf die gesetzliche Aufbewahrungspflicht und -frist gemäss Art. 27i und Art. 27j der Verordnung über die beru
f
liche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVV2) nochmals aufgefordert, sämtliche Unterlagen betref
fend
d
i
e bei ihr geführten Vorsorgekonten der Scheidungsparteien, für welche
die Aufbewahrung
s
frist noch nicht abgelaufen ist, einzureichen oder darzu
legen,
aus welchen Gründen dies nicht mehr möglich ist. Den Scheidungsparteien wurde zudem aufgegeben, schriftlich zu bestätigen, dass sie keine weiteren Ansprüche gegen Vorsorge- oder Freizügigkeitseinrichtungen haben. Daraufhin reichte die AXA
die
Vorsorge
ausweise für das Konto
C._
des Klägers mit einer Übersicht über die Entwicklung des Altersguthabens und der
Austrittsab
rechnung
ein (Urk. 16-17/1-11). Zuhanden der Klägerin hatte die AXA bereits am 9.
Januar
2015 einen korrigierten Kontoauszug mit
Durchführbarkeitser
klärung
ausgestellt, welche am 24. Juni 2015 auch dem Gericht zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18-19). Diese Unterlagen wurde den Scheidungsparteien am 26. Juni 2015 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 20).
Am 2. Juli 2015 (Urk. 24) teilte die Klägerin dem Gericht mit, sie verfüge über keine weiteren Ansprüche gegenüber einer Vorsorge- oder
Freizügigkeits
ein
richtung
. Am 10. Juli 2015 ging beim Gericht per Fax ein erneut korrigierter Kontoauszug der beiden Freizügigkeitspolicen samt neuer
Durchführbarkeits
er
klärung
ein (Urk. 28-29; vgl. auch das Schreiben der Klägerin vom 14. Juli 2015 mit Beilagen Urk. 26-27/1-3). Auch diese Unterlagen wurden dem Kläger zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 30).
Der Kläger liess am 18. September 2015 durch seine Rechtsvertreterin zu den eingereichten Unterlagen Stellung nehmen (Urk. 33) und weitere Unterlagen (Urk. 34/1-7), namentlich Ausweise zu den vorehelich vorhandenen
Altersgut
haben
einreichen (Urk. 34/6). Zudem erklärte er, dass ihm nebst denjenigen bei
der
Rendita
und der
Z._
keine weiteren Freizügigkeitsguthaben be
kannt seien (Urk. 34/1). Weiter liess er beantragen, es sei namentlich die
Rendita
zu einer Parteientschädigung zu verpflichten, da sie immer wieder falsche Aus
künfte gegeben habe. Das gleichzeitig eventualiter gestellte Gesuch um unent
geltliche Prozessführung wurde mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 abge
wiesen, nachdem es innert Frist nicht substantiiert worden war (Urk. 41).
2.3
Mit Verfügung vom 13. November 2015 teilte das Gericht den Parteien mit, aufgrund der vorliegenden Unterlagen resultiere ein auszugleichender Betrag zugunsten der Klägerin von Fr. 80'454.25 und gab ihnen Gelegenheit, hierzu Anträge zu stellen, ansonsten das Gericht von der Richtigkeit und Vollständig
keit der Angaben der beteiligten Freizügigkeitseinrichtungen ausgehe (Urk. 35). Mit Schreiben vom 16. November 2015 (Klägerin) und vom 8. Dezember 2015 (Kläger) erklärten sich die Parteien mit der vorgesehenen Teilung einverstanden (Urk. 39-40).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
122
Abs.
1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgeset
z (Bundesgesetz über die Frei
zü
gigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, FZG)
für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten, wenn ein Ehegatte einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angehört oder beide Ehegatten einer solchen angehören und bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten ist. Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (
Art.
122
Abs.
2 ZGB).
1.2
Kommt keine Vereinbarung zustande, steh
en jedoch die massgeblichen
Aus
tritts
leistungen
fest, so entscheidet das (S
cheidungs-)Gericht nach den Vor
schriften des ZGB über das Teilungsverhältnis (Art. 122 und 12
3 ZGB in Ver
bindung mit den Art. 22 und 22a FZG), legt den zu überweisenden Betrag fest und holt bei den beteiligten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge unter Ansetzung einer Frist die Bestätigung über die Durchführbarkeit der in Aussicht genommenen Regelung ein (Art. 281 Abs. 1 Z
PO). In den übrigen Fällen über
weist das Gericht bei Rechtskraft des Entscheides über das Teilungsverhältnis die Streitsache von Amtes wegen dem nach dem FZG zuständigen Gericht und teilt diesem ins
besondere den Entscheid über das Teilungsverhältnis (
lit
. a), das Datum der Ehe
schliessung und das Datum der Ehescheidung (
lit
. b), die Ein
richtungen der beruf
lichen Vorsorge, bei denen den Ehegatten voraussichtlich Guthaben zu
stehen (
lit
. c), und die Höhe der Guthaben der Ehegatten, die diese Einrich
tungen gemeldet haben (
lit
. d), mit (Art. 281 Abs. 3 ZPO).
2.
2.1
Das
Bezirksgericht
A._
meldete dem hiesigen Gericht mit Urteilsauszug vom
27. Juni 2014
die Eckdaten für die Teilung der Austrittsleistungen.
Aus den getätigten weiteren gerichtlichen Abklärungen und den von den Verfahrens
beteiligten eingereichten zusätzlichen Unterlagen resultierte
ein auszuglei
chender Betrag von Fr. 80'454.25 zugunsten der Klägerin. Dazu
kann auf die unbe
stritten gebliebene Berechnung in der Verfügung vom
13
.
November 2015
ver
wiesen werden
(Urk. 35; Zustimmung
en
vgl. Urk. 39-40
).
2.2
Mangels einer entsprechenden Erklärung des Klägers zu Lasten welches seiner beiden Freizügigkeitskonten der Betrag ausgeglichen werden soll (vgl. Urk. 35 und Urk. 40), legt das Gericht als ausgleichsverpflichtetes Konto dasjenige mit dem höheren Kontostand bei der
Z._
fest.
Demnach ist die
Z._
Freizügigkeitsstiftung 2. Säule
zu verpflichten, den Betrag von
Fr.
80'454.25
zulasten des Freizügigkeitskontos
Nr.
D._
von
X._
, geb.
27. September 1963
, auf das Freizügigkeitskonto
Nr.
E._
von
Y._
,
geboren 12.
Dezember 1963, bei der
AXA Leben AG
zu überweisen.
3.
3.1
Rechtsprechungsgemäss (vgl. Urteil des dam
aligen Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
vom
6.
Juni 2006, B 17/06) ist die einem ausgleichsberechtigten Ehegatten im Falle der Scheidung zustehende
Austrittsleistung vom massge
ben
den Stichtag der Teilung an (Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils) bis zum Zeitpunkt der Überweisung oder des Beginns der Verzugszinspflicht zu verzinsen. Dabei hat die Vorsorgeeinrichtung den Mindestzinssa
tz von Art. 12 BVV
2 (
bis 31. Dezember 2015
1.75 %
, ab 1. Januar 2016 1.25 %
p.a.) oder den allenfalls höheren reglementarischen Zins zu vergüten. Für den Fall des Eintritts der Verzugszinspflicht (nach Ablauf von dreissig Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids) beliefe sich der anzuwendende Zinssatz auf den BVG-Mindestzinssatz plus ein Prozent (
Art.
2
Abs.
4 FZG und
Art.
26
Abs.
2 FZG in Verbindung mit
Art.
7 der Freizügigkeitsverordnung).
3.2
Demzufolge ist die
Y._
geschuldete
Freizügigkeits
leis
tung
im Sinne der Erwägun
gen zu verzinsen, und zwar vom 2. September 2014 bis 31. Dezember 2015 zu mindestens 1.75 % und
ab 1. Januar 2016
zu min
d
estens 1.2
5 %
beziehungsweise nach Eintritt eines allfälligen Verzugsfalles nach dem genannten höheren Verzugszins.
4.
4.1
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten.
In der vorliegenden Konstellation kann nicht v
on einem Obsiegen oder Unterlie
gen ausgegangen werden, da sich das Verfahren auf den Vollzug
der vom Scheidungsgericht angeordneten Teilung der Austrittsleistung be
sc
hränkt.
Allfälligen
Verfahrensa
ufwand haben die Verfahrensbeteiligten grund
sätzlich selber zu tragen.
4.2
Im vorliegenden Fall obsiegt
indessen
der Kläger insofern, als die AXA die im Scheidungsverfahren aufgelegten Kontoauszüge der Klägerin (
welche kein teilbares Guthaben auswiesen vgl.
Urk. 2/126)
,
zweimal korrigieren musste (Urk. 18-19 und Urk. 28-29
, vgl. auch Urk. 26 und 27/1-3)
. Diesen Fehler hat die AXA zu vertreten, weshalb sie zu einer auf Fr. 1'000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu bemessenden Prozessentschädigung an
den Kläger
zu ver
pflich
ten ist.
E
ine weitergehende Entschädigung
wie vom Kläger verlangt, namentlich für den
durch
angebliche
falsche Auskünfte der
Rendita
verursachten Mehraufwand
(vgl. Urk. 33)
, setzte ein
als rechtswidrig
zu qualifizierendes
Verhalten
der
Rendita
im Sinne von
§ 6
Abs. 3 der Verordnung über die Gebühren, Kosten
und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) voraus
. Der
Rendita
kann eine solches Verhalten nicht vorgeworfen werden, stützte sie sich doch bei ihren Angaben auf die Abrechnung der AXA für das Freizügig
keitskonto
C._
(Urk. 12 und 17/11).