# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c233c5f4-60e4-4616-a6de-57f4b152b004
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Ab dem 1. Oktober 2018 bestand zwischen der
CONCORDIA Schweizerische Kran
ken- und Unfallversicherung AG
(kurz: CONCORDIA) und weiteren Versicherun
gen auf der einen Seite sowie der
Klinik Y._
auf der anderen Seite ein Vertrag betreffend Patienten mit einer Spitalzusatzversicherung (Urk. 8/2/1).
Für
X._
, welcher bei der CONCORDIA
obligatorisch krankenpflege
versichert
ist
(Urk. 8/1
), wurde a
m 10. August 2020
Kostengutsprache für einen Spital
aufenthalt in der
Klinik Y._
für fünf Tage
erteilt (Urk. 8/2/4), mit Verlängerung bis am 21. August 2020 (Kostengutsprache vom
31. August 2020
[
Urk. 8/2/7
]
)
. Beim Versicherten wurden
aufgrund einer Krebserkrankung
plastische Operationen an Haut, Unterhaut und Mamma durchgeführt (Urk. 8/2
/8
)
.
Mit Schreiben vom 22. Juli 20
20 kündigte die CONCORDIA den besagten
Vertrag
mit allen dazu gehörenden Anhängen und Nachträgen sowie auch den dazuge
hörigen Vertrag bezüglich OKP-Abgeltung (KVG 49a-Regelung) per 31. Dezem
ber 2020. Die CONCORDIA stellte in Aussicht, Verhandlungen zu führen, um ei
nen gangbaren Weg einer deutlichen Tarifreduktion zu diskutieren (Urk. 8/2/3). Kulanter Weise übernahm die CONCORDIA im Januar 2021 stattfindende Be
handlungen in der
Klinik Y._
noch
im Umfang der bisherigen vertraglichen Regelung
(Urk. 2 S. 2). Mit Schreiben vom 8. Januar 2021 teilte sie der
Klinik Y._
jedoch mit, diese
werde auf die Liste der Spitäler ohne Kostendeckung gesetzt, was konkret bedeute, dass den Versicherten aus der Schweiz für stationäre Behandlungen in der Klinik ab dem 1. Februar 2021 keine Leistungen mehr aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und den Zu
satzversicherungen vergütet würden (Urk. 8/2/12).
Am 27. Januar 2021 erhielt die CONCORDIA von der
Klinik Y._
ein
Kostengutsprache-Gesuch für einen stationären Aufenthalt des Versicherten ab dem 2. Februar 2021
zur Durchführung eines operativen
Eingr
iffs infolge eines Rezidivs
.
Als behandelnde Ärztin wurde Frau Dr. med.
Z._
angege
ben (Urk. 8/2/16 f.; vgl. auch
Urk. 8/2/13
f.). Mit Schreiben vom 28. Januar 2021 teilte die CONCORDIA der
Klinik Y._
unter Hinweis auf die ver
tragslose Situation mit, dem Gesuch könne nicht entsprochen werden
; es werde darum gebeten, den Versicherten darüber zu informieren
(Urk. 8/2/19).
Mit E-Mail-Schreiben vom 11. August 2021 verlangte der Versicherte den Erlass einer
einsprachefähigen
Verfügung
(Urk. 8/2/22)
, welche die CONCORDIA am 2. September 2021 erliess.
Darin hielt sie
fest, dass eine Beteiligung an den Kosten für den stationären Aufenthalt in der
Klinik Y._
nicht möglich sei (Urk. 8/2/23). Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten vom 6. Oktober 2021 (Urk. 8/2/24) wies die CONCORDIA mit Entscheid vom 27. Oktober 2021 ab (Urk. 2 [= Urk. 8/2/25]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 25. November 2021 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 2. September 2021 sowie der
Einspracheent
scheid
vom 27. Oktober 2021 seien aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Namentlich sei sie zu verpflichten, die Kosten für den stationären Aufenthalt in der
Klinik Y._
ab dem 2. Februar 2021 zu übernehmen. Eventuell sei die Beschwer
degegnerin zu verpfli
chten, dem Beschwerdeführer
diejenigen Kosten zu ersetzen, welche für seine Behandlung in einem Listen-/Vertragsspital im Kanton Zürich für die gleiche Behandlung angefallen wäre
n
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25. Januar 2022 angezeigt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid,
die
Klinik Y._
sei auf der Spitalliste des Kantons Zürich, der hier einschlägigen Spitalliste
Akutsomatik
, nicht aufgeführt. Folglich handle es sich um kein Listen
spital im Sinne von Art. 39 Abs. 1
lit
. e
des Bundesgesetzes über die Krankenver
sicherung (
KVG
)
. Damit sei die
Klinik Y._
grundsätzlich nicht zur Tätigkeit zu Lasten der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)
zuge
lassen. Beim in Frage stehenden stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers habe es sich um einen geplanten Aufenthalt gehandelt und um keinen eigentli
chen Notfall. Die erforderlichen, onkologischen Leistungen
wären
auch in meh
reren anderen, auf der zürcherischen Spitalliste aufgeführten Spitälern angeboten
worden
. Für den Beschwerdeführer wäre es möglich gewesen, auf die
Klinik A._
auszuweich
en, an welcher die behandelnde Ärztin Dr.
Z._
ebenfalls praktiziere.
Des Weiteren habe dem Kostengutsprache-Gesuch vom 27. Januar 2021 keine laufende Behandlung zugrunde gelegen, bei deren Beginn die
Klinik Y._
angeblich noch auf der Spitalliste aufgeführt ge
wesen sei, wie dies der Beschwerdeführer vorbringe. Massgeben
d
sei nur der ge
plante Aufenthalt mit Eintritt am 2. Februar 2021. Bei Wegfall des Vertrages nach Art. 49a Abs. 4 KVG sei kein Ersatztarif nach Art. 47 KVG festzulegen, da mit dem Vertrag auch die Zulassung für den betreffenden Leistungserbringer dahin
falle. Auch sei das Abstellen auf etwaige Referenztarife des Standort- oder Wohn
kantons nicht sachgerecht, da d
ies
dem Willen der Parteien nicht entspreche. Da
mit sei auch der Eventualantrag des Beschwerdeführers, wonach i
h
m die Kosten zu ersetzen sei
e
n, die für ihn in einem Vertragsspital (Spitalliste) für die gleiche Behandlung angefallen wären, abzuweisen
. Es liege auch kein Härtefall im Sinne von Art. 25
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (
ATSG
)
vor, da diese Bestimmung nur greife, sofern ein (unrechtmäs
siger) Leistungsbezug
zulasten
der Sozialversicherung respektive in
casu
der OKP stattgefunden habe, was gerade nicht der Fall sei, da die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen von Anfang an und zu Recht
verweigert habe.
1
.2
Unter Verweis auf den von der Beschwerdegegnerin geschilderten Sachverhalt
brachte der Beschwerdeführer vor,
es sei richtig, dass
sich
die
Klinik Y._
nicht auf der Spitalliste befinde. Ob ab dem 1. Februar 2021 ein vertrags
loser Zustand mit dieser Klinik vorgelegen habe, könne er nicht beurteilen, da ihm die diesbezüglichen Unterlagen nicht zugestellt worden seien. Die entspre
chenden Darstellungen würden somit bestritten. Die Unterlagen zu den Tarifver
trägen seien zu edieren. Selbst wenn ein vertragsloser Zustand vorgelegen haben sollte, sei die Behandlung in der besagten Klinik medizinisch notwendig und so
mit klar indiziert gewesen. Es könne daher offenbleiben, ob es sich um einen eigentlichen Notfall gehandelt habe. Fakt sei, dass die Krankheit kein längeres Zuwarten mehr erlaubt hätte, was die behandelnde Ärztin bezeugen könne.
Es sei eine laufende und dringende Behandlung einer gefährlichen Krebserkrankung zur Diskussion gestanden, weshalb eine Berufung auf den Wegfall eines gültigen Ta
rifvertrags mit dem Spital als nicht rechtmässig erscheine. Für solche laufenden Behandlungsfälle hätte eine vertragliche Übergangslösung getroffen werden müssen. Ob eine solche Lösung vorgelegen habe, könne erst nach Sichtung der zur Edition beantragten Vertragsdokumentation überprüft werden. Der komplexe Krankheitsverlauf habe des Vorwissens der behandelnden Ärzte bedurft. Mit Blick auf das Vertrauensverhältnis zwischen Ärztin und Pat
i
ent wäre es für den Be
schwerdeführer nicht zumutbar gewesen, während seiner Behandlung vor dem medizinisch indizierten Eingriff im Februar 2021 das Spital zu wechseln.
Es sei nicht einzusehen, weshalb
ihm
nicht zumindest diejenigen Kosten ausbezahlt würden, welche in einem Vertrags- oder Listenspital im Kanton Zürich angefallen wären (analog Referenztarif).
Dem Argument, Dr.
Z._
hätte den Eingriff auch in der Klinik
A._
durchführen können, sei entgegenzuhalten, dass diese Klinik keinen Leistungsauftrag für Behandlungen von bösartigen Hauttu
moren habe, mithin
die Beschwerdegegnerin
die Kosten für diese Behandlung ebenso wenig übernommen
hätte
(Urk. 1).
2.
2.1
2.1.1
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung
(OKP)
übernimmt die Kosten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25–31 nach Massgabe der in den Artikeln 32–34 fes
tgelegten Voraussetzungen (Art. 24 Abs.
1 KVG).
Die
Leistungen
müs
sen
der Diagnose oder Behandlung einer Krankhei
t und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs.
1 KVG)
und
umfassen unter anderem die Untersuchungen und Be
handlungen, die ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim, sowie die Pflege
leistungen, die in einem Spital von Ärztinnen oder Ä
rzten durchgeführt werden (Art. 25 Abs.
2
lit
.
a KVG), ebenso den Aufenthalt im Spital entsprechend dem Standard
der allgemeinen Abteilung (Art.
25 A
bs. 2
lit
.
e KVG).
Die Versicherer dürfen im Rahmen der
OKP
keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistun
gen nach den Artikeln 25–33 übernehmen
(Art. 34 Abs. 1 KVG)
.
2.1.2
Zur Tätigkeit zu Lasten der OKP sind die Leistungserbringer zugelassen, welche die V
oraussetzungen nach den Art.
36–40
KVG
erfüllen (Art. 35 Abs. 1 OKP). Spitäler sind Leistungserbringer (Art. 35 Abs. 2
lit
. h OKP) und zugelassen,
wenn sie unter anderem auf der nach Leistungsaufträgen in Kategorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind (
vgl.
Art. 39 Abs. 1
lit
. e KVG).
Die versi
cherte Person kann für die stationäre Behandlung unter den Spitälern frei wählen, die auf der Spitalliste ihres Wohnkantons oder jener des Standortkantons aufge
führt sind (Listenspital). Der Versicherer und der Wohnkanton übernehmen bei stationärer Behandlung in einem Listenspital die Verg
ütung anteilsmässig nach Art.
49a
KVG
höchstens nach dem Tarif, der in einem Listenspital de
s Wohn
kan
tons für die betreffende Behandlung gilt
(Art. 41 Abs. 1
bis
KVG)
.
2.1.3
In Frage steht hier
ein stationärer Aufenthalt in einem Spital von sieben Tagen (vgl. das Kostengutsprache-Gesuch vom 27. Januar 2021 [Urk. 8/2/17]). Gemäss Art. 3
lit
. a der Verordnung über die Kostenermittlung und die Leistungserfassung durch Spitäler, Geburtshäuser und Pflegeheime in der Krankenversicherung (VKL) gilt mitunter ein Aufenthalt zur Untersuchung, Behandlung und Pflege im Spital von mindestens 24 Stunden als stationäre Behandlung nach Art. 49 Abs. 1 KVG.
2
.1.4
In der hier einschlägigen Spitalliste
des Kantons Zürich,
Akutsomatik
(Version 2021.4, gültig ab 1. Januar 2021)
,
ist die
Klinik Y._
jedoch
nicht aufgeführt
, was vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten wird (Urk. 1 S. 3 Ziff. 4).
Damit
handelt es sich bei ihr nicht um
eine Leistungserbringerin, welche zur Tätigkeit zu Lasten der OKP zugelassen ist.
2.2
2.2.1
Mit Spitälern oder Geb
urtshäusern, welche nach Art.
39
KVG
nicht auf der Spi
talliste stehen, aber die V
oraussetzungen nach den Art. 38 und 39 Abs.
1 Buch
staben a–c und f
KVG
erfüllen, können die Versicherer Verträge über die Vergü
tung von Leistungen aus der
OKP
abschliessen
(Art. 49a Abs. 4 Satz 1 KVG)
.
2.2.2
Die Beschwerdegegnerin legte das Kündigungsschreiben vom 22. Juli 2020 auf. Mit diesem kündigte sie den bestehenden VVG-Tarifvertrag mit der
Klinik Y._
vom 1. Oktober 2018 betreffend Patienten mit einer Spitalzusatz
versicherung mit allen dazu gehörenden Anhängen und Nachträgen
sowie den dazugehörigen Vertrag bezüglich OKP-Abgeltung (KVG 49a-Regelung)
unter Ein
haltung der fünfmonatigen Kündigungsfrist (vgl. Urk. 8/2/1 S. 8 Art. 9) per 31. D
ezember 2020 (Urk. 8/2/3). Aus dem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 8. Januar 2021 geht sodann hervor, dass sie die
Klinik Y._
darauf hinwies, deren Fallkosten seien übermässig hoch und nicht plausibel. Sie seien im Durchschnitt Fr. 7'300.-- höher als in der
Klinik A._
auf der ge
genüberliegenden Seeseite. Die Verhandlungsverantwortlichen hätten der Be
schwerdegegnerin zudem versichert, dass in beiden Kliniken dieselben Mehrleis
tungen angeboten würden, weshalb ein solch grosser Unterschied in den Fallkos
ten gegenüber den Prämienzahlern nicht mehr vertretbar sei. Da von den Verant
wortlichen kein Lösungsweg für die Problematik aufgezeigt worden sei, sei
en so
wohl
der VVG- als auch der OKP-Vertrag mit der
Klinik Y._
per Ende 2020 gekündigt worden. Ab dem 1. Februar 2021 würden den Versicherten der Beschwerdegegnerin aus der Schweiz für stationäre Behandlungen in der
Klinik Y._
keine Leistungen aus der OKP und den Zusatzversiche
rungen mehr vergütet (Urk. 8/2/12).
Ab dem 1. Januar 2021 bestand somit
aus
gewiesenermassen
ein vertragsloser Zustand, wobei die Beschwerdegegnerin erst ab dem 1. Februar 2021 keine Leistungen mehr aus der OKP vergütete.
2.3
2.3.1
Beansprucht die versicherte Person bei einer stationären Behandlung aus medi
zinischen Gründen ein nicht auf der Spitalliste des Wohnkantons aufgeführtes Spital, so übernehmen der Versicherer und der Wohnkanton die Vergütung an
teilsmässig nach Artikel 49a
KVG
. Mit Ausnahme des Notfalls ist
dafür eine Be
willigung des Wohn
kantons notwendig
(Art. 41 Abs. 3 KVG)
.
Eine
solche
Bewilligung
des Kantons Zürich
liegt nicht vor.
2.3.2
Medizinische Gründe nach Art. 41 Abs. 3 KVG liegen
insbesondere
bei einem Notfall vor oder wenn die erforderlichen Leistungen
bei stationärer Behandlung in einem Spital, das auf der Spitalliste des Wohnkantons aufgeführt ist, nicht angeboten werden (Art. 41 Abs. 3
bis
KVG).
Im Bericht von Dr.
Z._
vom 27. Januar 2021 wurde die Diagnose einer Lymphknotenmetastase
cervical
links bei ausgedehntem Rezidiv
Spinaliom
Schläfe links/
Fossa
temporalis
,
ulceriert
, gestellt, weshalb am 2. Februar 2021 eine selektive Neck
dissection
mit nachfolgender Bestrahlung geplant sei (Urk. 8/2/14).
Gemäss der verwendeten Behandlungsnummer
40.41.99
im Kos
tengutsprache-Gesuch vom 27. Januar 2021 handelte es sich um eine Operation am lymphatischen System (40), Untergruppe 40.4 Neck
dissection
, Resektion von zervikalen Lymphknoten bis auf Muskel
und
Fascia
profunda
(vgl.
Schweizer
ische Operationsklassifikation [CHOP], Version 2021, zu finden auf
www.bfs.admin.ch
).
In Frage stand
somit
– nebst
der Bestrahlung und damit
einer Leistung der (Radio-)
Onkologie (
ONK1 Onkologie
,
RAO1 Radio-Onkologie
und
NUK1 Nuklearmedizin
) –
eine Leistung der Dermatologischen Onkologie (vgl.
Spital
planungs-Leistungs
gruppen [SPLG]
Akutsomatik
Definitionen 2021.1.1; Dermatologie [zu finden auf der Website des Kantons Zürich: Gesundheit, Spitäler & Kliniken, Spitalplanung]).
Es trifft zwar zu, dass d
ie beh
andelnde Ärztin Dr.
Z._
auch in der
Klinik A._
als
Belegärztin
tätig ist
(vgl. die Website der Klinik
A._
«...»
als auch die Website von Dr.
Z._
«...»
).
Letztere Klinik
ist jedoch
gemäss der Spitalliste ab 1. Januar 2021
lediglich
als Leistungs
erbringerin im Bereich der (Radio-)Onkologie zugelassen, nicht hingegen im Be
reich der Dermatologischen Onkologie.
2.3.3
Dafür standen i
n
den
beiden
betroffenen
Bereichen
sowohl
das Spital B._
als auch
das
Spital C._
als zugelassene Leistungserbringe
rinnen zur Verfügung.
Dementsprechend ist die Voraussetzung, dass die erfor
derlichen Leistungen bei stationärer Behandlung in einem anderen Spital, das auf der Spitalliste des Wohnkantons aufgeführt ist, nicht angeboten werden, nicht erfüllt.
2.3.4
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers kann nicht offenbleiben, ob es sich um einen Notfall handelte oder nicht.
Nach Verneinung der vorgenannten Voraussetzung (E. 2.3.3) können m
edizinische Gründe nach Art. 41 Abs
.
3
bis
KVG
lediglich
noch bei Vorliegen eines
Notfalls bejaht werden.
Ein
Notfall im Sinne von Art. 41 Abs.
3
bis
KVG
ist n
ach der Rechtsprechung im stationären Fall gegeben, wenn medizinische Hilfe unaufschiebbar und für die notwendige Spitalbehandlung eine Rückkehr in den Wohnkanton nicht möglich oder nicht angemessen ist (
vgl.
Eugster
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Krank
enversicherung, KVG,
2. Auflage,
Zürich 2018,
Art. 41 S. 357 mit Hinweisen
).
Diese Umschreibung differenziert nicht danach, unter welchen Umständen die
Notfallsituation eintritt respektive
worauf der not
fallmässig
behandlungsbedürftige
Gesundheitsschaden zurückzuführen ist. Eben
falls kommt es für die Kostenübernahme durch die
OKP
grundsätzlich nicht auf die Ursachen der gesundheitlichen Beeinträchtigung an
(vgl. das Urteil des Bun
desgerichts
9C_408/2009
vom 3.
September 2009
E. 8 zu
aArt
. 41 Abs.
2 zweiter Satz KVG
)
.
Dass für den operativen Eingriff und die Bestrahlung eine gewisse zeitliche Dring
lichkeit bestand, ist angesichts der beim Beschwerdeführer vorliegenden Erkran
kung nicht in Abrede zu stellen. Ein Notfall im eigentlichen Sinne
ist jedoch zu verneinen.
Der Eingriff war geplant
(Kostengutsprache-Gesuch vom 27. Januar 2021 für den Eingriff vom 2. Februar 2021)
und kann
daher
nicht als unauf
schiebbar
bezeichnet werden
.
Wie bereits erwähnt
,
kommt es auf die Ursachen der gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht an. Dementsprechend vermag der Beschwerdeführer mit dem Argument,
es
stehe hier eine laufende und dringende Behandlung einer gefährlichen Krebserkrankung zur Diskussion (Urk. 1 S. 4 Ziff. 6), nicht durchzudringen.
Dass eine vertragliche Übergangslösung hätte ge
troffen werden müssen, lässt sich
ebenfalls
nicht nachvollziehen. Der Beschwer
degegnerin stand es
frei,
den Vertrag mit der
Klinik Y._
per Ende Dezember 2020
zu kündigen, was sie im Interesse der Prämienzahler auch
tat
;
es
bestand kein Anspruch auf Festhalten am Vertrag durch einzelne Prämienzahler, welche bisher in der
Klinik Y._
behandelt worden waren.
Letztere wusste
hingegen
bereits nach Erhalt der Kündigung vom 22. Juli 2020, dass ab Januar 2021 ein vertragsloser Z
ustand drohen würde. Es wäre somit an ihr gele
gen, die Vertragsverhandlungen so zu führen, dass ab dem 1. Januar 2021
wieder
ein neuer Vertrag hätte
zustandekommen
können.
Zumindest aber hätte sie vorausschauend
dafür sorgen können
, dass eine reibungslose Nachbehandlung
ihrer Patientinnen und Patienten
in einer anderen Klinik gewährleiste
t
gewesen
wäre
.
Immerhin übernahm die Beschwerdegegnerin k
ulanter Weise
noch die Kos
ten
in der
Klinik Y._
bis Ende Januar 2021.
Die
Vertragsverhand
lungen
fruchteten
erst später
, sodass
ab
dem 1. Juli 2021 wieder eine vertragliche Regelung
existiert
e
(Urk. 2 S. 9).
2.3.5
Mit der Beschwerdegegnerin ist
darauf hinzuweisen, dass für jeden Spitalaufent
halt
jeweils
ein neues Kostengutsprache-Gesuch zu stellen ist und auf der Basis der aktuellen Unterlagen sowie der gesetzlichen und tarifvertraglichen Situation eine Prüfung erfolgt. Frühere Kostengutsprachen vermögen keinen Anspruch auf spätere Kostengutsprachen zu begründ
en. Art. 25 ATSG ist
sodann
, wie die Be
sch
werdegegnerin zu Recht ausführt,
nicht einschlägig.
2.4
Der Beschwerdeführer machte
des Weiteren
geltend
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 7)
, ihm seien zumindest diejenigen Kosten auszube
zahlen
, welche in einem Vertrags- oder Lis
tenspital im Kanton Zürich angefallen wären (analog Referenztarif).
Angesichts des vertragslosen Zustandes besteht jedoch keine Grundlage für eine Kosten
pflicht der Beschwerdegegnerin.
Bei Wegfall eines Vertrages nach Art. 49a Abs. 4 KVG ist kein Ersatztarif nach Art. 47 KVG festzulegen, was sich schon daraus ergibt, dass mit dem Vertrag auch die Zulassung für den betreffenden Leistungs
erbringer dahinfällt (BSK KVG-Egli/
Waldner
, Basel 2020, Art. 49a N 84).
Schliesslich ist anzufügen, dass e
ntgegen der Ansicht des Beschwerdeführers der Erfolg des
in Frage stehenden
medizinischen Eingriffs nicht primär von einem intakten Arzt-/Patientenverhältnis (Urk. 1 S. 5 Ziff. 7) ab
hängt
,
sondern von
des
sen fachkompetenter und professioneller
Durchführung, welche nicht bloss in der
Klinik Y._
gewährleistet gewesen wäre.
2.5
Von weiteren Beweismassnahmen, namentlich einer
Befragung des Beschwerde
führers oder der behandelnden Ärztin,
sind keine
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
144 V 361 E. 6.5,
136 I 229 E.
5.3; Urteil des Bundesgerichts 9C
_546/2017 vom 30. April 2018 E.
3.2.2.2).
3.
Au
s dem Gesagten folgt, dass
die Beschwerdegegnerin
in zulässiger Weise für
die geplante siebentäg
ige stationäre Behandlung in der
Klinik Y._
ab dem 2. Februar 2022
keine Kosten
gutsprache zulasten der OKP erteilte.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Da der
Einspracheentscheid
an die Stelle der vorgängig erlassenen Verfügung tritt (BGE 119 V 347 E. 1b), bildet Anfechtungsgegenstand des nachfolgenden Be
schwerdeverfahrens allein der
Einspracheentscheid
. Soweit der Beschwerdeführer die Aufhebung der Verfügung vom
2. September 2021 beantragt (Urk. 1
), ist da
rauf nicht einzutreten.
4.
Die Beschwerdegegnerin beantragte die Zuspre
chung einer Entschädigung (Urk. 6 S.
2).
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Par
teientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieses Grundsatzes hat das Bundesgericht der Suva und den privaten UVG-Versicherern sowie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zu
gesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (vgl. BGE 126 V 143 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 9.2, je mit Hinweis).
Praxisgemäss
ist der Beschwerdegegnerin daher keine Parteientschädigung zuzu
sprechen.