# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a4bcc006-bd4c-5c82-9af6-09869580e897
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, meldete sich am 15. Dezember 1997 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach ihm mit Verfügung vom 4. Feb
ruar 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente ab 1. April 1998 zu (Urk. 7/26).
Am 16. Mai 2002 sowie am 10. September 2007 teilte die IV-Stelle dem Ver
si
cherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (Urk. 7/36; Urk. 7/49).
M
it Verfügung vom 27. September 2013
sistierte
die
IV-Stelle die
bisher ausge
richtete Rente
per sofort (
Urk.
7/76). Dies wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 3
0.
Juni 2017 im Verfahren Nr. IV.2017.0269 bestätigt (
Urk.
7/163
).
1.2
M
it
Verfügung vom
3.
September 201
8
sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab Juni 2017 eine ganze Rente zu (
Urk.
7/190).
Mit Verfügung ebenfalls vom
3.
September 201
8
sprach sie ihm von Oktober 2013 bis Mai 2017 eine halbe Rente zu (
Urk.
7/192 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
4.
Oktober 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
September 201
8
betreffend den Anspruch von Oktober 2013 bis Mai 2017 (Urk. 2) und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm für die genannte Zeit eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
November 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Schreiben vom 2
1.
Januar 2019 (
Urk.
14) legte die Beschwerdegegnerin - auf Nachfrage des Gerichts (
Urk.
10) - dar, sie gehe von einem Revisionsgrund aus, da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers spätestens seit Juli 2010 wieder ver
wertbar gewesen sei (S. 1 unten), was auch seitens des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) bestätigt worden sei (S. 2 oben).
Am 1
1.
Februar 2019 nahm der Beschwerdeführer ein weiteres Mal Stellung (Urk. 16), was der Beschwerdegegnerin am 1
4.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
3.
Am 1
9.
September 2012 teilte die zuständige Staatsanwaltschaft der Beschwer
degegnerin mit, sie habe eine Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer zu prü
fen,
in welcher ihm auch vorgewor
fen werde, zu Unrecht eine Rente der Invali
denversicherung erwirkt zu haben (
Urk.
7/55).
Mit Verfügung
en
vom
1
9.
Februar 2015 (
Urk.
7/113)
und vom
1
9.
September 2016
(
Urk.
7/147/6-8)
wurde das Strafverfahren eingestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung zur angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 Beilage) davon aus, der Beschwerdeführer habe von 2010 bis 2012 einen Pflegevertrag mit seinen Pflegeeltern abgeschlossen, weshalb davon auszugehen sei, dass ab 2010 eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
verwertbar geworden sei (S. 1 Mitte). Die bisherige ganze Rente werde deshalb von Juli 2010 bis Mai 2017 auf eine halbe Rente herabgesetzt (S. 1 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), in den die strittige Zeit betreffenden Arztberichten fänden sich keine
Hinweise auf eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit (S. 3 f.
Ziff.
3). Sein Gesundheitszustand habe sich fortwährend verschlechtert und er sei nicht erst seit März 2017 zu 100 % arbeitsunfähig (S. 6
Ziff.
4.3). Er habe auch im Rahmen des Pflegevertrags mit seinen Pflegeeltern lediglich kleinere Handreichungen erbracht, aus denen nicht auf eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden könne (S. 8 f.
Ziff.
5.3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
von Oktober 2013 bis Mai 2017 - wie in der angefochtenen Verfügung festgehalten - Anspruch auf eine halbe Rente oder - wie beschwerdeweise beantragt - auf
eine ganze Rente (gehabt) hat.
3.
3.1
Am 2
0.
Juli 1999 erstatteten die Ärzte der Rheumaklinik des Universitätsspitals
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/14). Anamnestisch führten sie unter anderem aus, am 2
8.
Mai 19
97 sei eine
Hemila
minektomie
L4/5 und L5/S1 links sowie am
8.
Oktober 1997 eine
Rehemila
minektomie
L4/5 rechts erfolgt (s. 2 oben).
Sie nannten die folgenden, hier ver
kürzt angeführten Diagnosen (S. 5
Ziff.
4):
-
chronisches
lumboradikuläres
Syndrom L5/S1 links
-
Status nach traumatischer
Calcaneus
Fraktur rechts (April 1980)
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, aus rheumatologischer Sicht bestehe für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Vermeiden von langem Sitzen und Ste
hen sowie von repetitivem Tragen und Heben von Lasten über 10 kg eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
. Für die früher ausgeübte, eher sitzende Tätigkeit als Fahrlehrer bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 5
Ziff.
5).
3.2
In einer Stellungnahme der Berufsberatung vom 1
2.
Oktober 1999 (
Urk.
7/18) wurde die attestierte Arbeitsfähigkeit von 2 Stunden am Morgen und 2 Stunden am Abend als nicht verwertbar beurteilt (S. 2 oben).
3.3
In der Folge wurde die
Zusprache
einer ganzen Rente mit kurzfristiger Revision in einem Jahr in Aussicht genommen (
Urk.
7/22
Ziff.
2), und am
4.
Februar 2000 wurde dem Beschwerdeführer eine ganze Rente ab April 1998 zugesprochen (
Urk.
7/26).
4.
4.1
Am 1
1.
Oktober 2004 zog sich der Beschwerdeführer beim Hantieren mit einer Holzschneidemaschine ein schweres Quetschtrauma der Finger II-IV rechts zu, das gleichentags operiert wurde (
Urk.
7/42/6,
Urk.
7/42/7). Am 2
0.
Oktober 2004 erfolgte eine Amputation im Mittelglied Ringfinger rechts (
Urk.
7/42/8,
Urk.
7/42/9
).
4.2
Am
5.
November 2004 erfolgte eine weitere Operation im
Wirbel
sä
ulen-
Bereich L5 und S1 links (
Urk.
7/42/5).
4.3
Am 2
4.
August 2006 (
Urk.
7/42/1
0
) und 2
3.
November 2006 (
Urk.
7/42/11) er
folgten weitere Operationen der Finger II und III rechts.
Der Operateur führt auf Nachfrage am 2
0.
Juli 2007 aus, aktuell sei der Patient von Seiten des amputierten Ringfingers beschwerdefrei. Am Zeigefinger bestehe aber nach wie vor eine nicht korrekt durchgebaute Situation. Von Seiten der Hand seien in Zukunft leichte Tätigkeiten zumindest mit halbtägiger Beschäftigung möglich (
Urk.
7/45/2-3 S. 1).
4.4
Am 1
8.
September 2011 erfolgte eine beidseitige zentrale
Thalamotomie
(vgl.
Urk.
7/57/9-11 S. 1).
Bei dieser stereotaktischen Hirnoperation werden laut Wi
kipedia durch
Kauterisation von Kerngebieten des Thalamus sonst unbeeinfluss
bare Schmerzen therapiert.
4.5
Gemäss Bericht vom 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/87; vgl.
Urk.
7/85) nahm PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, a
m 2
3.
Oktober 2013
folgende Operation vor
(S. 1 un
ten):
-
Gastrosoleus
Release
-
medial schliessende und verschiebende
Calcaneus
-Osteotomie (wohl rechts)
-
Débridement
des lateralen Gelenkspaltes und Teilresektion der
Fibu
laspitze
-
Implantation einer OSG-Prothese
Am 1
0.
Dezember 2013 erfolgte die Operation eines
Hallux
rigidus
rechts mittels Fussblock und
Cheilektomie
(
Urk.
7/97) sowie eine
metatarso-phalangeale
(MTP) 1-Arthrodese rechts (
Urk.
8/98)
.
Am
4.
März 2014 berichtete
PD
Dr.
Z._
, der Patient sei sehr zufrieden, er habe die zuvor gehabten
Arthroseschmerzen
nicht mehr (
Urk.
7/99 S. 1 unten).
Am
8.
Mai 2014 nannte PD
Dr.
Z._
als neue Diagnosen eine Jones-Fraktur
Me
tatarsale
V rechts und einen Verdacht auf spinale Kompression (
Urk.
7/100
).
4.6
Gemäss Austrittsbericht
von PD Dr.
Z._
vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
7/107) war der Beschwerde
führer vom
7.
bis 1
2.
Januar 2015 hospitalisiert. Es wurden folgende Diagnosen genannt:
-
mediales
Impingement
, laterales
Impingement
,
Taluszysten
bei Status nach OSG-Prothese vom 2
3.
Oktober 2013
-
Hallux
valgus-Stellung mit dystrophem Zehennagel mit rezidivierenden Entzündungen bei Status nach MTP I-
Arthrodese
Am
7.
Januar 2015 wurde die folgende Operation vorgenommen:
-
anteriore
Arthrotomie
,
Débridement
und
Malleolus
medialis
Teilresektion und
Talusabtragung
-
laterales
Gelenksdébridement
mit
Débridement
von Fibula und Talus
-
Anbohren der Zysten, Resektion an der
Exostose
an der Fibula lateral
-
minimal-invasive Akin-Osteotomie
-
Grosszehennagelentfernung und Entfernung des Nagelbetts
Am 1
8.
Februar 2015 (
Urk.
7/109-110) berichtete PD
Dr.
Z._
, betreffend Grosszehennagelentfernung sei der Patient komplett beschwerdefrei (S. 1 Mitte). Die Akin-Osteotomie sei noch nicht durchgeheilt (S. 1 unten).
Mit Bericht vom
7.
April 2015 (
Urk.
7/117) nannte PD
Dr.
Z._
folgende neue Diagnosen:
-
delayed
union
der Akin-Osteotomie
-
Achillessehnen-Tendinitis
Mit Bericht vom
4.
August 2015 (
Urk.
7/123) nannte PD
Dr.
Z._
als Diagnose weiterhin eine Achillessehnen-Tendinitis und führte aus, die dem Patient
en
ver
ordneten Spezialschuhe hätten eine massive Verbesserung erbracht.
4.7
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Anästhesiologie, nannte in seinem Be
richt vom 1
0.
November 2015 (
Urk.
7/134/1-2) als Befunde ein therapierefraktä
res
lumbosakrales
Schmerzsyndrom nach dreimaliger Rückenoperation und ein
failed
back
surgery
syndrome
(FBSS)
, und berichtete über die Einlage eines
epi
duralen
Kathetersets
zur endoskopischen
Epidurolyse
(S. 1 oben).
PD
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 1
4.
April 2016 (
Urk.
7/145/6-7) aus, er schliesse seine Behandlung ab, da es dem Patienten aufgrund der Implantation eines Neurostimulators viel besser gehe (S. 2 oben).
4.8
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, der den Be
schwerdeführer jedenfalls seit 2007 hausärztlich betreut (vgl.
Urk.
7/46
Ziff.
8),
schilderte
mit Bericht vom 1
7.
April 2016 (
Urk.
7/150) unter anderem
den Verlauf seit 2010 mit weit über 100 ärztlich indizierten Konsultationen (S. 2 f.). Die Ge
samtsituation habe sich in dieser Zeit leider verschlechtert. Aus seiner Sicht sei eine Arbeitstätigkeit nie möglich gewesen und werde auch in Zukunft mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht möglich sein (S. 2 unten).
4.9
Am 1
1.
Mai 2016 berichtete
Dr.
A._
über die Implantation eines Hochfre
quenz-Neurostimulators und
von
zwei
epiduralen
Stimulationselektroden (
Urk.
7/139).
Im Bericht vom 2
2.
Oktober 2016 (
Urk.
7/146/6-11)
führte
Dr.
A._
unter an
dere
m
aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
5.
Oktober 2015 (Ziff. 1.2). Zum Befund führte er aus, nach der am 1
1.
Mai 2016 erfolgten Im
plantation eines definitiven
epiduralen
Neurostimulationssystems habe der Pa
tient eine signifikante
Beschwerderegredienz
geäussert. Er habe die Opiate abset
zen können und könne nun 30 Minuten ohne Unterbrechungen gehen. Zur Prog
nose führte er aus, der Patient werde kaum jemals beschwerdefrei werden. Es dürfe als grosser Erfolg gewertet werden, wenn eine akzeptable Lebensqualität erreicht werde (Ziff. 1.4). Der Patient werde kaum mehr arbeitsfähig werden (Ziff. 1.6).
4.10
PD
Dr.
Z._
(vorstehend E. 4.5) führte mit Bericht vom 2
0.
März 2017 (
Urk.
7/158) aus, am
8.
März sei folgende Operation erfolgt (S. 1 Mitte):
-
Prothesenentfernung
-
Débridement
-
OSG
Interpositionsarthrodese
mit
Femurkopf
Allograft und Tibia
axis
Am 2
3.
März 2017 berichtete er über einen Staphylokokken-Infekt (
Urk.
7/159).
Am
1.
Juni 2017 berichtete er, dem Patienten gehe es gut (
Urk.
7/162/4-5).
Am 1
4.
November 2017 berichtete er,
es zeige sich ein
Durchbau
proximal von 80
%
und distal von 60
%
. Der Patient spüre monatlich leichte Fortschritte (
Urk.
7/165/5-6 S. 2 oben).
Am
6.
März 2018 berichtete er, es sei zum Bruch von einer von zwei Platten gekommen (
Urk.
7/174).
Die Gesamtsituation sei unter Berücksichtigung aller Ne
bendiagnosen eher schlechter geworden, daher sei der Patient lang andauernd ohne zu erwartende Änderung zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2).
4.11
Die Ärzte der Gastroenterologie des Spitals
C._
führten mit Bericht vom 5.
März 2018 (
Urk.
7/173/6-7) aus, 2013 sei erstmals eine mikroskopische Colitis (Kollagen Colitis) diagnostiziert worden (
Ziff.
1.2). Seit Dezember 2017 sei ein erneutes schweres Rezidiv aufgetreten (
Ziff.
1.3).
4.12
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), bejahte am 2
2.
März 2017 die Frage, ob eine Veränderung vorliege. Er führte aus, es sei mindestens seit dem 1
0.
Februar 2017 (Untersuchung bei PD
Dr.
Z._
) von einer somatischen Verschlechterung mit aktuell 100%iger Arbeitsunfähigkeit auszuge
hen. Auch in 3-6 Monaten sei ein gesamthaft verbesserter Gesundheitszustand eher unwahrscheinlich (
Urk.
7/177 S. 7 unten).
Am 1
2.
Januar 2018 führte
Dr.
D._
aus, ab
1.
April 1998 habe die Ar
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 50
%
betragen, ab März 2017 (Operation des rechten Fusses) habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden und ein Jahr später, mithin ab März 2018, werde die Arbeitsfähigkeit wieder 50
%
betra
gen (
Urk.
7/177 S. 11 oben). Aufgrund der von der Sachbearbeitung dargelegten Aktenlage könne anhand der aufgezeigten Aktivitäten des Beschwerdeführers ge
mäss Pflegevertrag mit seinen Pflegeeltern ab 2010 von einer mindestens zu 50
%
verwerteten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/177 S. 11 Mitte).
Gemäss Telefonnotiz vom 2
4.
April 2018 erklärte
Dr.
D._
, die Chance, dass der Beschwerdeführer in absehbarer Zeit wieder eine verwertbare Arbeitsfä
higkeit erreichen werde, sei nicht gegeben, worauf seitens der Sachbearbeitung eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
von 2010 bis März 2017 und eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
ab März 2017 angenommen wurde (
Urk.
7/177 S. 14 unten).
5.
5.1
Zu prüfen ist der Umfang des Rentenanspruchs.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. Feb
ruar 2000 eine ganze Rente ab April 1998 und mit Verfügungen vom 3. Septem
ber 2017 eine halbe Rente von Oktober 2013 bis Mai 2017 und eine ganze Rente ab Juni 2017 zugesprochen (Sachverhalt
Ziff.
1).
Strittig ist, ob die per Oktober 2013 erfolgte Herabsetzung der ursprünglich zu
gesprochenen ganzen Rente auf eine halbe Rente gerechtfertigt ist, was der Fall ist, wenn
bezogen auf diesen Zeitpunkt
ein Revisionsgrund (vorstehend E. 1.2) ausgewiesen ist.
Keine Rolle spielt die erfolgte zeitweilige Sistierung, da sie nicht den Anspruch als solche beschlägt, sondern lediglich die Auszahlungsmodalitä
ten.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, vom Beschwerdeführer in den Jahren 2010 bis 2012 ausgeübte
n
Aktivitäten liessen den Schluss zu, es habe ab 2010 eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden (vorstehend E. 2.1). Worauf ihre Annahme gründet, dies sei auch im Zeitpunkt der verfügten Herabsetzung (Oktober 2013) der Fall gewesen, lässt sich nicht erkennen.
Wie es sich mit den genannten Aktivitäten - die sich jedenfalls als strafrechtlich nicht relevant erwiesen haben - näher verhält,
ist für die
zu entscheidende
Frage, ob per Oktober 2013 ein Revisionsgrund ausgewiesen war, nicht massgebend, denn auf diesen Zeitpunkt bezogen sind Aktivitäten, die auf eine Arbeitsfähigkeit schliessen liessen, weder ersichtlich noch geltend gemacht worden.
5.3
Zu prüfen bleibt somit, ob es andere Anhaltspunkte, insbesondere solche aus me
dizinischer Sicht, gibt, welche im Sinne der Beschwerdegegnerin als Revisions
grund per Oktober 2013 in Frage kommen könnten.
Die Beschwerdegegnerin hat die Frage nach einer allfälligen Veränderung des Gesundheitszustandes dem RAD unterbreitet (vorstehend E. 4.12).
Der RAD-Arzt führte aus, ab April 1998 habe die Arbeitsfähigkeit 50
%
betragen und seit Feb
ruar 2017 sei von einer Verschlechterung und einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen. Zum Verlauf zwischen 1999 (vorstehend E. 3) und 2017 äus
serte er sich nicht. Insbesondere nahm er keinerlei Bezug auf die doch zahlreich vorhandenen Arztberichte sowohl vor 2013 (vorstehend E. 4.1-4.4) als auch ab 2013 (vorstehend E. 4.5-4.11).
5.4
Dass 1999 aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert wurde, trifft zu (vgl. vorstehend E. 3.1). Diese wurde aus damals als zutreffend erachteten Gründen als nicht verwertbar erachtet (vorstehend E. 3.2), was zur
Zusprache
einer ganzen Rente führte (vorstehend E. 3.3). Sodann erachtete der RAD-Arzt eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
als angesichts der dem Beschwerdeführer zugeschriebenen Aktivitäten von 2010 bis 2012 als gegeben.
Wie es sich aus medizinischer Sicht mit der Arbeitsfähigkeit im Jahr 2013 und insbesondere im Oktober 2013 verhielt, thematisierte der RAD-Arzt nicht. Insbe
sondere äusserte er sich auch nicht zum zeitlich einschlägigen Bericht von PD
Dr.
Z._
über die im Oktober 2013 erfolgten Operationen.
Dass sich daraus hätte ableiten lassen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Ok
tober 2013 im Vergleich zum Gesundheitszustand im Zeitpunkt der
Rentenzu
sprache
(1999) in revisionsrelevanter Weise verbessert habe, wurde also weder vom RAD postuliert noch von der Beschwerdegegnerin substantiiert geltend ge
macht. Solches wäre angesichts des dokumentierten Verlaufs der gesundheitli
chen Beeinträchtigungen auch kaum plausibel begründbar gewesen.
Dies führt zum Schluss, dass eine anspruchsrelevante Verbesserung des Gesund
heitszustands bezogen auf den Zeitpunkt der verfügten Rentenherabsetzung we
der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch überhaupt ausgewiesen ist.
Damit fehlt es an einem Revisionsgrund, die Herabsetzung erweist sich als nicht gerechtfertigt und es bleibt bei der ursprünglich zugesprochenen ganzen Rente.
Dahingehend ist die angefochtene Verfügung, in Gutheissung der dagegen erho
benen Beschwerde, abzuändern.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Pro
zessentschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.
(zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen ist.