# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1d3f2400-6b83-4866-bb3e-8fd32832d66d
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Aufschub des Strafvollzugs zwecks ambulanter Massnahme (Rückweisung des Schweizerischen Bundesgerichtes)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 12. Januar 2012 (DG110023); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 11. Mai 2012 (SB120139); Urteil des Schweizerischen Bundesgerichtes vom 19. November 2012 (6B_425/2012)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 20. September
2011 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 42).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32
Abs. 2, Art. 34 Abs. 2 SVG, Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 43 Abs. 3 SVG,
Art. 4a Abs. 1 lit. b und Abs. 5 VRV, Art. 8 Abs. 3 VRV, Art. 41b Abs. 1
und 2 VRV, Art. 22 Abs. 1 SSV, Art. 24 Abs. 4 SSV, Art. 36 Abs. 1 SSV
und Art. 68 Abs. 1bis SSV,
− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 und
Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und 2 lit. a VRV,
− der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB,
− der Entwendung zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1
SVG,
− des Fahrens trotz Entzug des Führerausweises im Sinne von Art. 95
Ziff. 2 SVG,
− der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff.
1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, 32 Abs. 1 SVG, Art. 39
Abs. 1 lit. a und c SVG, Art. 4 Abs. 1 VRV, Art. 13 Abs. 4 VRV, Art. 18
Abs. 1 SSV, Art. 19 Abs. 1 lit. a SSV und Art. 34 Abs. 1 SSV,
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− der mehrfachen Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäu-
bungsmittel und die psychotropen Stoffe (BetmG) im Sinne von dessen
Art. 19a Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. d.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis
und mit heute 257 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von
Fr. 500.–.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 15 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate), ab-
züglich 257 Tage, die durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden
sind, wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
5. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63
StGB (Suchtbehandlung: Alkohol und Betäubungsmittel) angeordnet. Die
ambulante Behandlung ist bereits während dem Vollzug durchzuführen und
ist nach bedingter Entlassung soweit nötig gemäss Anweisung der Vollzugs-
behörden fortzusetzen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 20'081.20 Untersuchungskosten
Fr. 2'240.00 Kosten der Stadtpolizei Zürich
Fr. 2'000.00 Gebühr Führung Strafuntersuchung
Fr. Kosten der amtlichen Verteidigung (noch ausstehend)
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
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Berufungsanträge:
a) Der Staatsanwaltschaft See / Oberland:
(Urk. 119 S. 1)
1. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 30 Mo-
naten und einer Busse von Fr. 500.
2. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 124 und Urk. 81 S. 1 f.)
Die Berufung der Staatsanwaltschaft See/Oberland sei vollumfänglich ab-
zuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
Anschlussberufung:
1. Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 12. Januar
2012 sei aufzuheben und es sei A._ mit einer Freiheitsstrafe von
maximal 18 Monaten und einer Busse von Fr. 500.-- zu bestrafen.
2. Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 12. Januar
2012 sei aufzuheben.
3. Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 12. Januar
2012 sei teilweise aufzuheben und es sei die ausgesprochene Frei-
heitsstrafe zu Gunsten der ambulanten Massnahme im Sinne von Art.
63 Abs. 2 StGB aufzuschieben.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staats-
kasse.
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Mit Urteil vom 12. Januar 2012 sprach das Bezirksgericht Uster den Beschul-
digten der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln, des Fahrens in
fahrunfähigem Zustand, der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Fest-
stellung der Fahrunfähigkeit, der Entwendung zum Gebrauch, des Fahrens trotz
Entzug des Führerausweises sowie der mehrfachen Übertretung des SVG und
des BetmG schuldig und bestrafte ihn mit 30 Monaten Freiheitsstrafe und einer
Busse von Fr. 500.–. Die Freiheitsstrafe wurde teilbedingt ausgefällt, überdies
wurde eine ambulante Suchtbehandlung des Beschuldigten angeordnet ohne
Aufschub des Strafvollzugs (Urk. 67).
2. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 23. Januar 2012 Beru-
fung an (Urk. 58). Am 16. März 2012 liess der Beschuldigte Anschlussberufung
erklären (Urk. 72). Angefochten wurde das Strafmass und der Vollzug. Mit Urteil
der erkennenden Kammer vom 11. Mai 2012 wurde der Beschuldigte bestraft mit
einer unbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten, wovon 377 Tage durch Haft
und vorzeitigen Strafvollzug erstanden waren, und mit einer Busse von Fr. 500.–.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zugunsten einer ambulanten Behandlung
des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB aufgeschoben (Urk. 84).
3. Die Staatsanwaltschaft erhob mit Zuschrift vom 19. Juli 2012 bundesrechtliche
Beschwerde in Strafsachen (Urk. 101/2). Das Bundesgericht kam zum Schluss,
vorliegend lasse sich der gewährte Strafaufschub nicht mit Bundesrecht vereinba-
ren (Urk. 112 S. 5 f.). Mit Urteil des Bundesgerichts, Strafrechtliche Abteilung,
vom 19. November 2012 wurde deshalb das Urteil der erkennenden Kammer auf-
gehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewie-
sen.
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4. Nachdem sich der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft See/Oberland mit
der schriftlichen Durchführung des Verfahrens einverstanden erklärt hatten (Urk.
115 und 116), wurde mit Präsidialverfügung vom 19. Dezember 2012 der Staats-
anwaltschaft Frist angesetzt, um Anträge zu stellen und zu begründen (Urk. 117).
Die Staatsanwaltschaft stellte die eingangs erwähnten Anträge und begründete
ihre Berufung mit Eingabe vom 8. Januar 2013 (Urk. 119). Nach Eingang der Be-
rufungsantwort der Verteidigung (Urk. 124), mit der vollumfänglich auf deren Plä-
doyer vom 11. Mai 2012 (Urk. 81) verwiesen wurde, erweist sich der Prozess als
spruchreif.
II.
1. Gegenstand der von der Staatsanwaltschaft erhobenen bundesrechtlichen Be-
schwerde in Strafsachen war der Aufschub der Freiheitsstrafe zugunsten einer
ambulanten Massnahme (Urk. 101/2 S. 1 f.). Der bundesgerichtliche Entscheid
bezog sich demnach nur auf diesen Punkt. Hinsichtlich des Strafmasses und der
Verweigerung des bedingten Strafvollzuges erfolgte keine Korrektur. Unter diesen
Umständen und da auch die Verteidigung zu diesen Punkten nur ihre Ausführun-
gen im zweitinstanzlichen Plädoyer vom 11. Mai 2012 wiederholte (Urk. 124), auf
welche bereits im Urteil der erkennenden Kammer vom gleichen Tag (Urk. 84 S. 6
ff.) eingegangen worden war, rechtfertigt es sich, hierzu auf die Erwägungen der
Kammer im genannten Urteil zu verweisen. Gleiches gilt für die ohnehin unstrittige
Anordnung einer ambulanten Suchtbehandlung für den Beschuldigten. Der Über-
sichtlichkeit halber bzw. aus Praktikabilitätsgründen wird im heutigen Entscheid
allerdings praxisgemäss das vollständige Dispositiv wiedergegeben.
2. Ausdrücklich hielt das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 19. November
2012 fest, dass die primäre Empfehlung des Gutachters, die Massnahme unter
Strafaufschub durchzuführen, ausschliesslich im Hinblick auf die allgemeinen
Nachteile eines Freiheitsentzuges ausgesprochen worden sei, was nicht ausrei-
che, um einen Aufschub des Strafvollzuges zugunsten einer Massnahme zu
rechtfertigen. Ferner liegen gemäss dem die erkennende Kammer bindenden
Entscheid des Bundesgerichts keine Anhaltspunkte, auch nicht im Gutachten vom
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29. August 2011, dafür vor, dass der Strafvollzug im vorliegenden Fall die Erfolgs-
chance der angeordneten ambulanten Massnahme erheblich vermindern würde
(Urk. 113 S. 5). Die unbedingte Freiheitsstrafe ist daher nicht zugunsten der Mas-
snahme aufzuschieben.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte sich seit dem 14. Sep-
tember 2012 im vorzeitigen Vollzug der mit inzwischen rechtskräftigem Urteil des
Geschworenengerichts des Kantons Zürich vom 17. Juli 2010 ausgesprochenen
Freiheitsstrafe von 7 Jahren befindet (Urk. 120 S. 2). Auch ein Aufschub der im
vorliegenden Berufungsverfahren ausgesprochenen Freiheitsstrafe würde dem-
nach nicht dazu führen, dass die angeordnete ambulante Massnahme, die zwi-
schenzeitlich begonnen hat, ausserhalb des Strafvollzugs durchgeführt werden
könnte.
III.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten für das erste Beru-
fungsverfahren (SB120139), mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidi-
gung, dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im
ersten Berufungsverfahren (SB120139) von Fr. 3'514.30 (inkl. MwSt.) sowie
Fr. 129.60 (Haftentlassungsverfahren, Leistungen vom 17. und 19. Juli 2012 inkl.
MwSt.) sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderung
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
Der Beschuldigte hat nicht zu vertreten, dass infolge der Rückweisung durch das
Bundesgericht ein weiteres Berufungsverfahren durchgeführt werden musste. Die
Kosten für das zweite Berufungsverfahren, inklusive derjenigen der amtlichen
Verteidigung von Fr. 683.65 (inkl. MwSt.), sind daher auf die Gerichtskasse zu
nehmen.
Die vom Verteidiger eingereichte Rechnungs-Nr. ... in der Höhe von Fr. 873.70
bezieht sich mit Ausnahme von Fr. 129.60 (Fr. 120.-- zzgl. Fr. 9.60 Mehrwertsteu-
er, Leistungen vom 17. und 19. Juli 2012) nur auf einen Entscheid des Zwangs-
massnahmengerichts mit Bezug auf das vor dem Geschworenengericht geführte
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Verfahren (Vorfall vom 1. Mai 2008). Hierüber wurde mit Entscheid der III. Straf-
kammer vom 23. August 2012 rechtskräftig entschieden (vgl. Urk. 103 und 104/1).
Für die Entschädigung des amtlichen Verteidigers im damaligen Haftverfahren ist
die erkennende Kammer nicht zuständig.
Die Entschädigung für das erste Berufungsverfahren von Fr. 3'514.30 wurde dem
amtlichen Verteidiger bereits am 3. August 2012 ausbezahlt.