# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3cf3dbf4-d61b-516d-811a-4fa9e0893b48
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die O. AG mit Sitz in A. ist ein Unternehmen der Malerbranche. Aktionäre und
Geschäftsführer sind X., Y. und Z., alles eidg. dipl. Malermeister. In der Steuererklärung
aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2005 deklarierte die O. AG
einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 1'406.-- und ein steuerbares Eigenkapital von Fr.
84'125.--. Die Veranlagungsbehörde rechnete insgesamt Fr. 16'480.-- zum steuerbaren
Gewinn hinzu und begründete die Aufrechnung damit, die gemäss den Lohnausweisen
verbuchten Pauschalspesen würden lediglich im Umfang von Fr. 6'000.-- je Aktionär
anerkannt. Die O. AG wurde mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 17'800.-- und
einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 84'000.-- veranlagt. Gegen diese Veranlagung
erhob die O. AG Einsprache. Sie machte geltend, bei den umstrittenen Pauschalspesen
handle es sich um Entschädigungen für Büroräumlichkeiten und Garagen der Aktionäre
sowie diverse Kleinstspesen. Die Aufrechnung dieser Kleinstspesen werde akzeptiert.
Die Aufrechnung von geldwerten Leistungen für Büro- und Garagenmiete sei aber
fallen zu lassen und der steuerbare Gewinn auf Fr. 7'166.-- zu reduzieren. Das
kantonale Steueramt wies die Einsprache mit Entscheid vom 28. September 2006 ab.
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B./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 3. Oktober 2006 erhob die O. AG Rekurs
mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die den Aktionären für
Garagen- und Büromiete vergüteten Beträge seien als geschäftsmässig begründeter
Aufwand anzuerkennen
Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 15. Mai 2007
teilweise gut und hob den Einspracheentscheid auf. Die O. AG wurde aufgrund des
Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2005 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr.
14'200.-- und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 84'000.-- veranlagt. Die
amtlichen Kosten von Fr. 1'600.-- wurden zu drei Vierteln der O. AG auferlegt. Die
Verwaltungsrekurskommission erwog, häufig würden Geschäftsautos an Arbeitnehmer
zur Verfügung gestellt, auch wenn diese nicht an der Unternehmung beteiligt seien. Der
Grund liege vielmehr darin, dass der Arbeitnehmer für die Ausübung seiner
geschäftlichen Tätigkeit auf ein Fahrzeug angewiesen sei. Dies sei auch vorliegend der
Fall, wo die drei geschäftsführenden Aktionäre als Malermeister ständig auf
verschiedenen Baustellen unterwegs seien. Wenn ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer
ein Geschäftsauto zur Verfügung stelle und sämtliche Kosten für Benzin, Reparaturen
und Versicherung bezahle, sei nicht ersichtlich, weshalb die Uebernahme der
Garagekosten nicht auch geschäftsmässig begründet sei, insbesondere wenn wie
vorliegend in der Unternehmung keine Garage zur Verfügung stehe. Die private
Nutzung der Fahrzeuge werde mit der Aufrechnung entsprechender Privatanteile
berücksichtigt. Der Ansatz von Fr. 100.-- pro Monat je Garage sei angemessen. In
diesem Punkt sei der Rekurs gutzuheissen und die Aufrechnung im Betrag von Fr.
3'600.-- fallen zu lassen. Anders verhalte es sich dagegen bei der Entschädigung für
die Büromiete in den Privatliegenschaften der Aktionäre im Betrag von Fr. 3'600.-- pro
Jahr. Sie sei nicht betrieblich bedingt und daher nicht geschäftsmässig begründet.
C./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 11. Juni 2007 erhob die O. AG Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid sei teilweise
aufzuheben, indem nebst der anerkannten Entschädigung für die Garagen auch ein Teil
der Entschädigungen für die Büros anerkannt werde und den drei Geschäftsführern pro
Jahr eine Entschädigung für die Büromiete im Privathaus von je Fr. 2'400.--
zuzugestehen und in der Unternehmung als geschäftsmässig begründeter Aufwand
gelten zu lassen sei; ausserdem seien ihr lediglich ein Viertel der amtlichen Kosten
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aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Rekursinstanz verkenne die
wirkliche Sachlage. Bei bis zu 25 Beschäftigten nehme die Arbeitsvorbereitung, Offert-
stellung, Auftragseinholung und -abwicklung sowie die allgemeine Verwaltungsarbeit
viel mehr Zeit in Anspruch als die Vorinstanz annehme. Der Büroraum im
Geschäftshaus sei neben den Arbeitsplätzen für die drei Geschäftsführer auch mit
einem Arbeitsplatz für eine Sekretärin belegt. Er diene gleichzeitig als Empfangsraum,
Archiv und Besprechungszimmer. Es sei deshalb vertretbar, dass ausserhalb des
Geschäftshauses Büroräumlichkeiten zugemietet seien. Es könne sich lediglich noch
um das Ausmass der Entschädigung handeln, indem diese gegenüber dem Rekurs auf
Fr. 2'400.-- reduziert werde. Auf die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 13. Juli 2007 die Abweisung der
Beschwerde.
Auch das kantonale Steueramt beantragt in seiner Vernehmlassung vom 14. August
2007 die Abweisung der Beschwerde. Es hält fest, ein gewisser Büroaufwand sei sicher
gegeben, jedoch sei anzunehmen, dass diese alltäglichen Arbeiten im Betriebsgebäude
in A. verrichtet würden. Dort befinde sich ein Büro im Ausmass von 45 m2. Es sei
offensichtlich, dass den drei Geschäftsführern in der Unternehmung ein Büro zur
Verfügung stehe. Zudem werde die Auffassung der Vorinstanz geteilt, dass einem nicht
beteiligten Dritten kein zusätzliches Büro zu Hause entschädigt würde, wenn in der
Unternehmung ein Büro zur Verfügung stehe. Damit halte die Entschädigung einem
Drittvergleich nicht stand.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen Stellung zu
nehmen. Sie liess sich jedoch nicht mehr vernehmen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die Beschwerdeeingabe erfüllt zeitlich,
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formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 StG
in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Nach Art. 82 Abs. 1 lit. a und b StG setzt sich der steuerbare Reingewinn einer
Aktiengesellschaft aus dem Saldo der Erfolgsrechnung und aller vor Berechnung
dieses Saldos ausgeschiedener Teile des Geschäftsergebnisses zusammen, die nicht
zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, wie
inbesondere offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und Gewinnvorwegnahmen
(Ziff. 5) sowie geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (Ziff. 6).
Art. 84 Abs. 1 StG bestimmt, dass Aufwendungen erfolgswirksam berücksichtigt
werden, wenn sie geschäftsmässig begründet sind.
2.1. Streitig ist im vorliegenden Fall ausschliesslich, ob die Beschwerdeführerin
Aufwendungen für Büroräumlichkeiten in den Privatliegenschaften der
geschäftsführenden Aktionäre als geschäftsmässig begründeten Aufwand zum Abzug
bringen darf. Im Beschwerdeverfahren beansprucht sie einen Aufwand von Fr. 2'400.--
für jeden der drei Geschäftsführer, also insgesamt Fr. 7'200.--.
2.2. Die Verwaltungsrekurskommission erwog, die Geschäftstätigkeit der Pflichtigen
spreche gegen die geschäftsmässige Begründetheit. Als Malerunternehmung bestehe
die eigentliche und hauptsächliche Arbeit in der Erbringung der handwerklichen
Dienstleistung. Die Büro- und Verwaltungstätigkeit stehe dabei nicht im Vordergrund.
Es erscheine daher wenig wahrscheinlich, wenn behauptet werde, dass alle drei
Aktionäre beinahe täglich sowie an den Wochenenden zu Hause administrative
Arbeiten erledigen müssten. Zudem sei im Betriebsgebäude Büroraum vorhanden.
Unter diesen Umständen halte die Mietentschädigung für drei zusätzliche private
Büroräumlichkeiten dem Drittvergleich nicht stand. Sie sei daher nicht betrieblich
bedingt und daher nicht geschäftsmässig begründet.
2.3. Die Unterscheidung zwischen Unternehmungsaufwand und verdeckten
Gewinnausschüttungen bzw. Gewinnvorwegnahmen zugunsen der an der
Unternehmung beteiligten Personen ist grundsätzlich klar, gibt aber in Grenzfällen
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häufig Anlass zu Auseinandersetzungen. Eine verdeckte Gewinnausschüttung im Sinne
von Art. 82 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 StG liegt vor, wenn eine Kapitalgesellschaft einem
Beteiligten (oder einer diesem nahestehenden Person) eine als Aufwand verbuchte
Leistung erbringt, welche sie im normalen Geschäftsverkehr einem unbeteiligten Dritten
nicht erbringen würde (z.B. übersetzte Löhne, Spesenvergütungen etc.). Soweit die
Leistung das im Verkehr mit Dritten übliche Mass übersteigt, handelt es sich nicht um
geschäftsmässig begründeten Aufwand, sondern um eine geldwerte Leistung. Dies
bedeutet, dass sie in diesem Umfang der Verrechnungssteuer unterliegt und dem
Gewinn der Gesellschaft zugerechnet wird (vgl. statt vieler Cagianut/Höhn,
Unternehmungssteuerrecht, 3. Aufl., Bern/ Stuttgart/Wien 1993, § 12, Rz. 63). Eine
typische Erscheinungsform einer verdeckten Gewinnausschüttung liegt vor, wenn die
Kapitalunternehmung für eine vom Beteiligten gemietete Liegenschaft einen über dem
marktüblichen Ansatz liegenden Mietzins bezahlt (Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 281) oder
wenn sie den Beteiligten, die in der Unternehmung angestellt sind, übersetzte
Spesenvergütungen erbringt (vgl. Brülisauer/Kuhn, Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht I/2a, Basel 2000, Rz. 199 zu Art. 58 DBG).
Nicht bei jeder Zahlung einer Gesellschaft an ihre Aktionäre wird eine verdeckte
Gewinnausschüttung vermutet. Es ist aber bei Zahlungen an nahestehende Personen
genau zu prüfen, ob die Aufwendungen geschäftsmässig begründet sind und einem
Drittvergleich standhalten.
2.4. Aus der Gebäudeschätzung ergibt sich, dass das Betriebsgebäude der
Beschwerdeführerin im Obergeschoss Büroraum von 45 m2 aufweist. Damit steht den
Geschäftsführern grundsätzlich im Betriebsgebäude Büroraum zur Verfügung, was
unbestritten ist. Die Beschwerdeführerin hält ausdrücklich fest, dass im Büroraum
Arbeitsplätze für die drei Geschäftsführer sowie für eine Sekretärin eingerichtet sind. Ihr
Einwand, das Büro sei eher knapp bemessen und es sei daher vertretbar, ausserhalb
des Geschäftshauses Büroräumlichkeiten zuzumieten, ist nicht stichhaltig. Zum einen
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin beim Bau ihres neuen
Betriebsgebäudes, das sie im Jahr 2004 bezog, ihren Ansprüchen nicht nur bezüglich
der betrieblichen Räume und Einrichtungen, sondern auch hinsichtlich des Büroraumes
Rechnung trug, sodass nicht bereits im ersten Jahr nach dem Bezug des Neubaus die
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Miete von externem Büroraum notwendig wurde. Wie es sich verhalten würde, wenn
Büroraum von Drittpersonen zugemietet wäre, ist nicht massgebend. Grundsätzlich
verhält es sich in einem solchen Fall gleich. Wenn aber Mietkosten an Personen
geleistet werden, die der Gesellschaft nahe stehen, so stellt sich die Frage nach dem
Drittvergleich. Zum andern mag es wohl zutreffen, dass die Geschäftsführer auch zu
Hause hin und wieder Arbeiten für die Beschwerdeführerin verrichten. Ein mittelgrosser
Handwerks- bzw. Gewerbebetrieb bezahlt aber einem Geschäftsführer, der nicht als
nahestehende Person zu betrachten ist, erfahrungsgemäss keine besondere
Entschädigung für ein Büro im eigenen Haus, wenn er am Arbeitsort über ein Büro
verfügt und nur gelegentlich Arbeiten zu Hause erledigt. Die Beschwerdeführerin macht
im übrigen geltend, dass es sich bei den Geschäfsführern um Familienväter handle, die
ihre Arbeit mindestens abends aus familiären Gründen zu Hause sollten verrichten
dürfen. Dies zeigt, dass die Erledigung von Arbeiten zu Hause in erster Linie aus
privaten Motiven erfolgt. Nicht stichhaltig ist auch der Einwand, es sei nicht im Sinne
des Umweltschutzes, wenn abends Büroarbeiten ausschliesslich im Geschäftshaus
gemacht werden müssten und dadurch unverhältnismässige zusätzliche Fahrten mit
dem Geschäftsauto notwendig würden. Wie der Beschwerdegegner zutreffend
einwendet, wohnen die Geschäftsführer in der Nähe des Betriebs, weshalb es aus der
Sicht der Beschwerdeführerin nicht zwingend ist, dass sie den Weg zum Büro mit dem
Auto zurücklegen.
2.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass aufgrund
der Art und der Grösse des Betriebs, der Anzahl Mitarbeiter sowie der aus drei
Personen bestehenden Geschäftsleitung die Büroräumlichkeiten im Betriebsgebäude
ausreichend sind und Leistungen für zusätzliche Bürokosten in den privaten
Wohnungen der Geschäftsführer zu Recht als verdeckte Gewinnausschüttungen
qualifiziert wurden. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
2.6. Die amtlichen Kosten sind nach Massgabe von Obsiegen und Unterliegen zu
verlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Im Rekurs beantragte die Beschwerdeführerin die
Reduktion des steuerbaren Gewinns von Fr. 17'800.-- um Fr. 14'400.-- auf Fr. 3'400.--.
Da die Beschwerde abzuweisen ist, wird die Veranlagung gemäss Rekursentscheid mit
einem Reingewinn von Fr. 14'200.-- bestätigt. Dies rechtfertigt die Auflage der
amtlichen Kosten des Rekursverfahrens zu drei Vierteln zulasten der
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Beschwerdeführerin. Die Beschwerde gegen den voristanzlichen Kostenspruch ist
daher ebenfalls abzuweisen.
3. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dem Verfahrensausgang
entsprechend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf eine
ausseramtliche Entschädigung (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).