# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e5520c0-095f-43ee-a91f-824de61dd171
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._, serbischer Staatsangehöriger, wurde 1990 in der Schweiz geboren und ist hier
aufgewachsen. Er besitzt eine Niederlassungsbewilligung. Er ist weder verheiratet noch
hat er Kinder.
A.a.
Erstmals trat X._ in der Jugend strafrechtlich in Erscheinung. Er wurde wie folgt
verurteilt:
A.b.
mit Urteil der Jugendanwaltschaft B._ vom 28. Juni 2004 wegen Diebstahls,
Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Hehlerei zu einer Arbeitsleistung von
zwei Tagen (act. Migrationsamt (nachfolgend: MA) 49 f.);
–
mit Strafentscheid der Jugendanwaltschaft B._ vom 15. Februar 2005 wegen eines
geringfügigen Vermögensdelikts (Sachbeschädigung) mit einem Verweis (act. MA
64);
–
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Seine Haftstrafe verbüsste er vom 29. Mai 2017 bis 28. Mai 2018 in
Halbgefangenschaft in der Strafanstalt C._ (act. MA 207 f.).
c.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das Migrationsamt mit Verfügung
vom 13. Juni 2017 die Niederlassungsbewilligung von X._ und ordnete die
Wegweisung unter Ansetzung einer Ausreisefrist von 60 Tagen nach Rechtskraft der
Verfügung an. Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, dass das
Verhalten von X._ zu schweren Klagen Anlass gegeben habe. Durch die
Verurteilungen sei der Widerrufsgrund gegeben. Das Verschulden wiege äusserst
schwer. Das öffentliche Interesse am der Wegweisung überwiege das private Interesse
– X._ sei unverheiratet und kinderlos (act. MA 209 ff.). Den gegen diese Verfügung
erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 24.
Oktober 2019 ab.
mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes B._ vom 15. Februar 2011 wegen
mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Busse von
CHF 400 (act. MA 77);
–
mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes B._ vom 15. Dezember 2011 wegen
Führen eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (Drogeneinfluss),
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes sowie Führen eines nicht
betriebssicheren/nicht den Vorschriften entsprechenden Fahrzeugs zu einer
Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 80, bedingt aufgeschoben bei einer
Probezeit von zwei Jahren und einer Busse von CHF 1'100 (act. MA 101 ff.);
–
mit Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 24. Januar 2017
wegen fahrlässiger Tötung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifiziert), grober
Verletzung der Verkehrsregeln, Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs
sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe
von 36 Monaten und einer Busse von CHF 1'000. Von den 36 Monaten
Freiheitsstrafe waren zwölf Monate vollziehbar. Bei 24 Monaten wurde der Vollzug
mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben (act. MA 175 ff.).
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B.
X._ (Beschwerdeführer) reichte durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6.
November 2019 gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
(Vorinstanz) vom 24. Oktober 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Er stellte
den Antrag auf Aufhebung des Entscheides der Vorinstanz unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2020 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für
den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...)
2.
Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des (vormaligen)
Ausländergesetzes (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; AuG),
welches neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die
Integration (AIG, SR 142.20) heisst, erfuhr das Gesetz einige Anpassungen. Art. 126
Abs. 1 AIG bestimmt, dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht
worden sind, das bisherige materielle Recht anwendbar bleibt. Das Verfahren richtet
sich demgegenüber nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Das Migrationsamt
leitete Ende März 2017 die Überprüfung der noch gültigen Niederlassungsbewilligung
ein und erliess in der Folge die Widerrufsverfügung am 13. Juni 2017. Folglich ist die
Angelegenheit nach dem bis zum 31. Dezember 2018 geltenden Ausländergesetz (AuG)
in der Fassung vom 1. Oktober 2015 zu beurteilen.
3.
Die Niederlassungsbewilligung kann nach Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit
Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG widerrufen werden, wenn dessen Inhaber zu einer
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Als längerfristig gilt eine
Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr; dabei spielt keine Rolle, ob sie bedingt,
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teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen worden ist (BGE 139 I 16 E. 2.1, 135 II 377
E. 4.2, BGer 2C_450/2019 vom 5. September 2019 E. 2.1). Dieser Widerrufsgrund gilt
auch, wenn sich der Betroffene mehr als 15 Jahre ununterbrochen in der Schweiz
aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.1).
Die von der Vorinstanz ausgeführten Feststellungen hinsichtlich der strafrechtlichen
Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe von 36 Monaten – wovon 12 Monate
vollziehbar; die weiteren 24 Monate wurde der Vollzug mit einer Probezeit von 3 Jahren
aufgeschoben – werden vom Beschwerdeführer nicht bestritten. Ebenso wenig, dass er
insbesondere durch seine Anfang 2017 gezeigte Delinquenz (u.a. fahrlässige Tötung,
Fahren in fahrunfähigem Zustand [qualifiziert]) den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1
lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt hat. Streitgegenstand bildet
einzig noch die Frage, ob die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib
in der Schweiz das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung überwiegen.
4.
Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds führt nicht zwingend zum Widerruf der
Niederlassungsbewilligung. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung muss stets
verhältnismässig sein, was aus Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) hervorgeht und im
Anwendungsbereich des Ausländergesetzes von Art. 96 Abs. 1 AIG verdeutlicht wird.
Die Prüfung der Verhältnismässigkeit der staatlichen Anordnung des Widerrufs
entspricht inhaltlich jener, welche bei eröffnetem Schutzbereich für die rechtmässige
Einschränkung der konventionsrechtlichen Garantie gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK
vorausgesetzt wird. Massgebliche Kriterien sind die Schwere des Delikts, wobei
besonders ins Gewicht fällt, ob diese Taten als Jugendlicher oder als Erwachsener
begangen wurden und ob es sich dabei um Gewaltdelikte handelte, das Verschulden
des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum und das Verhalten des
Betroffenen während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die sozialen, kulturellen
und familiären Bindungen zum Aufenthaltsstaat und zum Heimatstaat, die Dauer der
bisherigen Anwesenheit, die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile, insbesondere
unter gesundheitlichen Aspekten, sowie die mit der aufenthaltsbeendenden
Massnahme verbundene Dauer der Fernhaltung (BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3,
BGer 2C_861/2018 vom 21. Oktober 2019 E. 2.2, BGer 2C_26/2017 vom 25. April 2017
E. 3.2 mit Hinweisen).
4.1.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2c_861%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-377%3Ade&number_of_ranks=0#page377
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Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit im
Land aufhält, soll praxisgemäss nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Dies gilt
angesichts ihrer besonderen Verwurzelung in den hiesigen Verhältnissen vor allem für
ausländische Personen der zweiten Generation (BGer 2C_41/2019 vom 18. September
2019 E. 4.3, 2C_99/2019 vom 28. Mai 2019 E. 5.4.5, 2C_877/2017 vom 26. September
2018 E. 3.2). Die Zumutbarkeit der Rückkehr ist für sich genommen noch kein Grund,
das Aufenthaltsrecht zu entziehen; ebenso wenig das öffentliche Interesse an einer
Steuerung der Zuwanderung. Erfüllt die betroffene ausländische Person einen
Widerrufsgrund, liegt hierin ein besonderer Umstand, der – unter Einhaltung der
weiteren Voraussetzungen (öffentliches Interesse, Verhältnismässigkeit usw.) – einen
Eingriff in den Schutzbereich des Anspruchs auf Privatleben rechtfertigt (BGer
2C_786/2018 vom 27. Mai 2019 E. 3.2.4). Insbesondere bei schweren Straftaten,
Rückfall und wiederholter Delinquenz besteht ein schutzwürdiges öffentliches Interesse
daran, die Anwesenheit des Ausländers zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw.
Verhütung von (weiteren) Straftaten zu beenden (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.1, BGer
2C_634/2018 vom 5. Februar 2019 E. 4.2, 2C_112/2017 vom 14. September 2017
E. 2.2 mit Hinweisen). Handelt es sich um ausländische Personen, die nicht in den
Anwendungsbereich des Abkommens zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) fallen,
dürfen dabei auch generalpräventive Gesichtspunkte mitberücksichtigt werden (BGer
2C_1077/2018 vom 6. Juni 2019 E. 3.4).
Die Vorinstanz stufte das migrationsrechtliche Verschulden des Beschwerdeführers
durch das wiederholte Lenken eines Fahrzeugs unter Einfluss von Alkohol und Kokain
(2011 und 2017) mit überhöhter Geschwindigkeit und insbesondere die Verursachung
eines tödlichen Unfalls Anfang 2017 als schwer ein. Es bestehe ein erhebliches
öffentliches Interesse am Widerruf, welches die privaten Interessen überwiege. Bei den
privaten Interessen berücksichtigte sie, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz
geboren und eine Ausbildung absolviert habe. Sie erachtete indes eine Rückkehr nach
Serbien jedoch nicht unzumutbar, da er die Sprache beherrsche, mit dem Vater nach
der Lehre vier Monate dort gelebt habe und mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sei.
Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, dass die Vorinstanz seinen persönlichen
Verhältnissen und seinem Grad der Integration zu wenig Rechnung getragen habe. Er
habe sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht und sei hier verwurzelt. Sie
übersehe, dass er der serbischen Sprache nur mündlich mächtig sei, schriftlich mache
4.2.
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er viele grammatikalische Fehler. Somit hätte er grosse Mühe in der Arbeitswelt. Auch
habe er kein erspartes Vermögen, um sich in Serbien ein neues Leben aufzubauen. Er
wisse nicht einmal, wo er Unterkunft, geschweige denn Arbeit finden würde. Seine
Eltern und seine beiden Schwestern würden in der Schweiz leben. Hier würden enge
Beziehungen zu Familie und Verwandtschaft bestehen, hingegen nicht in Serbien. Seit
seiner letzten Verurteilung habe er ein einwandfreies Verhalten gezeigt. Er mache eine
Weiterbildung und arbeite über die Adecco bei der PostFinance. Überdies sei er seit
dem Unfall abstinent und unterziehe sich halbjährlich einer Haarprobe und monatlich
einer Urinprobe. Seit März 2018 sei ihm auch der Führerausweis wiedererteilt worden.
Ausgangspunkt für die vorzunehmende ausländerrechtliche Interessenabwägung ist
die gravierende strafrechtliche Verurteilung des Beschwerdeführers und die Schwere
seines Verschuldens. Nachdem der Beschwerdeführer als Jugendlicher zweimal wegen
geringfügigeren Delikten für schuldig gesprochen wurde, wurde er mit Entscheid des
Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 24. Januar 2017 wegen fahrlässiger
Tötung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifiziert), grober Verletzung der
Verkehrsregeln, Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs sowie Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt;
zwölf Monate waren vollziehbar.
Der Beschwerdeführer war gemäss den Akten am 19. März 2015 um 6.30 Uhr auf der
Staatsstrasse in D._ mit stark überhöhter Geschwindigkeit – minimale
Geschwindigkeit 126 km/h und maximale Geschwindigkeit von 130 km/h – bei einer
erlaubten Geschwindigkeit von 80 km/h unterwegs, verlor die Kontrolle über sein
Fahrzeug und kollidierte seitlich frontal mit einem korrekt entgegenkommenden
Kleinmotorrad. Durch die Kollision verstarb der Kleinmotorradfahrer auf der Unfallstelle
(act. MA 118 ff., 190). Zum Zeitpunkt des Unfalls wurde im Blut des Beschwerdeführers
Kokain nachgewiesen. Zudem hatte er eine Blutalkoholkonzentration von mindestens
1,41 Gewichtspromille (act. MA 159, 190). Bei einem Promillewert von 1,6 besteht der
Verdachtsgrund einer verkehrsrelevanten Alkoholproblematik (vgl. Art. 15d Abs. 1 lit. a
des Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, SVG). Bereits eine Blutalkoholkonzentration
von 1,3 Gewichtspromille wird als nicht mehr mit dem in gesellschaftlichen Rahmen
üblichen Alkoholkonsum vereinbar erachtet (J. Brenner-Hartmann, Einfluss auf die
Fahreignung. Chronischer Einfluss, in: Madea/Musshoff/Berghaus [Hrsg.],
Verkehrsmedizin, Köln 2012, S. 471). Der damals im Blut des Beschwerdeführers
nachgewiesene Promillewert ist entsprechend als hoch einzustufen. Erschwerend hinzu
kommt die überhöhte Geschwindigkeit von mindestens 46 km/h ausserorts. Wenn die
4.3.
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signalisierte oder allgemeine Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h oder mehr
überschritten wird, liegt eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften vor (vgl. BGer 1C_454/2018 vom 21. Dezember 2018 E.
3.3, 1C_87/2016 vom 13. Juni 2016 E. 2.1.2). Zwar erfüllt der Beschwerdeführer die
Voraussetzung für ein "Raserdelikt" knapp nicht (Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG: mindestens
60 km/h, in Bereichen, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt),
doch zeigt der Unfall mit Todesfolge das Ausmass der Gefährlichkeit und das
Verschulden des Beschwerdeführers. Überdies wurden technische Mängel bei der
Profiltiefe des Pneus vorne rechts festgestellt. Entgegenhalten lassen muss sich der
Beschwerdeführer den Umstand, dass er bereits mit Strafbefehl des
Untersuchungsamtes B._ vom 15. Dezember 2011 einmal unter anderem wegen
Führen eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (Cannabiseinfluss) schuldig
gesprochen wurde. Trotz jener Verurteilung liess sich der Beschwerdeführer nicht
davon abhalten, erneut ein Fahrzeug unter Drogen- und Alkoholeinfluss zu lenken und
die daraus bekanntermassen resultierende Gefährdung – wobei es beim Unfall mit
Todesfolge im März 2015 tragischerweise nicht nur bei einer Gefährdung blieb – gegen
Leib und Leben auf sich zu nehmen, was insgesamt auf eine ihm anzulastende
Unbelehrbarkeit hindeutet. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, ist das Verschulden des
Beschwerdeführers migrationsrechtlich als schwer einzustufen, und es besteht
entsprechend ein erhebliches und gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen aufgewogen werden könnte. Solcherart gewichtige
entgegenstehende private Interessen sind indes aufgrund der Vorbringen des
Beschwerdeführers und der Akten keine ersichtlich.
Zwar wurde der bald 30-jährige Beschwerdeführer in der Schweiz geboren, ist hier
aufgewachsen, genoss die obligatorische Schulbildung mit Lehrabschluss als
Kaufmann und spricht fliessend Deutsch. Angesichts der langen Aufenthaltsdauer und
der damit verbundenen Verwurzelung in die hiesigen Verhältnisse verfügt der
Beschwerdeführer durchaus über ein gewichtiges privates Interesse an seinem
weiteren Verbleib in der Schweiz. Dies auch, weil sich seine engsten familiären
Bezugspersonen (Eltern und Schwestern) in der Schweiz aufhalten. Abgesehen von
diesen familiären Beziehungen bestehen indes in der Schweiz jedoch praktisch keine
anderen Bindungen im ausserfamiliären Bereich. Die nächsten Bezugspersonen sind
seine Schwester und ein Kollege. Die Freundin habe Ende August 2017, als er im
Gefängnis gewesen sei, Schluss gemacht (act. Vorinstanz 6.2, S. 3). Er ist nicht
verheiratet und hat auch keine Kinder.
4.4.
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Aus beruflicher Sicht ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer durchaus um
Verbesserung bemühte. So hat er eine Weiterbildung zum Logistikfachmann begonnen
und er ist aktuell in diesem Arbeitsbereich denn auch, wenn auch temporär, angestellt.
Nach seinem Lehrabschluss im Jahr 2009 hatte er verschiedene temporäre
Anstellungen; gemäss den Akten hatte er allerdings nie eine Festanstellung inne.
Obwohl der Beschwerdeführer im 30. Lebensjahr steht, scheint es ihm daher noch
nicht gelungen zu sein, beruflich richtig Fuss zu fassen und sich dauerhaft in die
Berufswelt zu integrieren.
Zu Gunsten des Beschwerdeführers gilt es zu berücksichtigen, dass er im Nachgang
zum Unfallereignis mit Todesfolge – soweit ersichtlich – aus eigenem Antrieb alkohol-
und drogenabstinent wurde, aufgrund der Akten weiterhin auch bezüglich seines
Substanzkonsums ist und sich darüber hinaus auch psychologische Hilfe und
Unterstützung holte. Dr. phil. M._ hielt in seiner verkehrspsychologischen
Untersuchung der charakterlichen Fahreignung vom 19. Januar 2018 fest, dass beim
Beschwerdeführer sowohl positive als negative Faktoren bestehen würden. Insgesamt
beurteilte er die Situation aber aus verkehrspsychologischer Sicht als positiv (act.
Vorinstanz 6.2). Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 8. Februar 2018
befürworteten sodann Dres. N._ und O._ die Fahreignung des Beschwerdeführers
unter Beachtung von Auflagen (Abstinenz, act. Vorinstanz 6.3). Der
verkehrspsychologischen Untersuchung ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
günstige Veränderungen in der Freizeit und im sozialen Umfeld eigenleitet hat. Negativ
gewertet wurde, dass der Beschwerdeführer bei der verkehrspsychologischen
Untersuchung diverse sozial erwünschte Antworten angab. Insbesondere aufgrund des
durch den Beschwerdeführer verursachten Delikts ausschlaggebend wären die
Wertung der Fragebogenprofile in den Bereichen "emotionales Autofahren",
"Selbstkontrolle", "Gefahrenbewusstsein" und "alkoholspezifische Dissimulation"
gewesen (act. Vorinstanz 6.2, S. 8). Sowohl diese als auch der grösste Teil der weiteren
Tests konnten jedoch aufgrund der Verfälschungstendenz nicht abschliessend
interpretiert werden. Bei den Fragebogen betreffend die alkoholaffine Einstellung und
das alkoholaffine Umfeld zeigten sich eine erhöhte Alkoholaffinität und
Gefährdungsmomente für den Strassenverkehr (act. Vorinstanz 6.2, S. 9). Garantien,
dass sich der Beschwerdeführer auf Dauer bezüglich seiner aktenkundigen
verkehrsrelevanten Alkohol- und Drogenabhängigkeit wohlverhalten wird, bestehen
demnach noch nicht (vgl. BGer 2C_450/2019 vom 5. September 2019 E. 5,
2C_846/2018 vom 26. März 2019 E. 5.4 mit Hinweis).
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Bei dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Wohlverhalten seit dem
Unfallereignis mit Todesfolge im März 2015 ist zu berücksichtigen, dass in dieser Zeit
einerseits das ausländerrechtliche Widerrufsverfahren bereits hängig war, er
andererseits ab Mai 2017 ein Jahr im Strafvollzug (Halbgefangenschaft) verbrachte und
die 3-jährige Probezeit (Entscheid des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom
24. Januar 2017) erst im Januar 2021 (vgl. BGE 143 lV 441) ablaufen wird. Ein korrektes
Verhalten nach Begehung einer Straftat im Sinne des vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Wohlverhaltens ist sodann auch keine ausserordentliche Leistung, sondern
bildet vielmehr Teil der erwarteten sozialen Eingliederung (BGer 2C_508/2019 vom 10.
September 2019 E. 4.4.4, 2C_450/2019 vom 5. September 2019 E. 5.1). Die Zeit nach
der Haftentlassung ab Ende Mai 2018 und sein Verhalten während noch (bis im Januar
2021) laufender Probezeit reicht für einen Nachweis, dass er sich ohne äusseren Druck
oder Überwachung über eine längere Zeit hinweg bewährt, noch nicht aus (vgl. BGer
2C_1077/2018 vom 6. Juni 2019 E. 4.7). Auch der Führerausweis wurde ihm frühestens
im März 2018 wiedererteilt (Schreiben rechtliches Gehör des Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamtes vom 16. Februar 2018, act. Vorinstanz 6.1).
Ein hinreichender Beleg, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen einer
"biographischen Kehrtwende" (offensichtlich glaubwürdig gemachte besonders
tiefgreifende Veränderung des bisherigen Verhaltens, welche geeignet ist, eine
Rückfallgefahr praktisch auszuschliessen; vgl. BGer 2C_1077/2018 vom 6. Juni 2019 E.
4.6, 2C_846/2018 vom 26. März 2019 E. 5.5 und 2C_634/2018 vom 5. Februar 2019
mit zahlreichen Hinweisen zur Rechtsprechung bezüglich Verneinung und Bejahung
einer biographischen Kehrtwende) erfüllt, ist folglich in der kurzen Zeit seit der
Haftentlassung und während noch laufender 3-jähriger Probezeit noch nicht gegeben.
Der vorliegende Fall unterscheidet sich daher wesentlich von den in jüngerer
Rechtsprechung ergangenen Bundesgerichtsurteilen (2C_116/2017 vom 3. Oktober
2017, 2C_532/2017 vom 26. März 2018, 2C_50/2018 vom 14. August 2018), in welchen
die Voraussetzungen einer biographischen Kehrtwende bejaht wurden. In den
massgebenden Urteilen waren zudem die ausgesprochenen Strafen milder und/oder
diese lagen schon über längere Zeit (zehn Jahre) zurück; die Ausländer befanden sich
in gefestigten familiären Verhältnissen und waren mit Festanstellungen beruflich
integriert.
Der Beschwerdeführer bringt zwar zu Recht vor, dass die Eingliederung in Serbien
nicht einfach sein wird, allerdings macht dies die Rückkehr dorthin nicht automatisch
unzumutbar. Der Beschwerdeführer ist noch jung. Soweit nötig kann er seine
4.5.
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5. (...)