# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f654cbd0-03cb-5fa7-83ed-47b29f9e17f8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, arbeitete seit
dem 2
7.
Mai
2002
als
Pro
duktionsmitarbeiter
bei
Y._
(
Urk.
7/20
Ziff.
2.1, 2.7
)
und
meldete sich
am 1
1.
August 2008 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) an (
Urk.
7/14)
.
Nach Ablauf der krankheitsbedingten Sperrfrist sprach die Arbeitgeberin per 3
1.
Oktober 2008 die Kündigung des Arbeitsver
hältnisses aus
(
Urk.
7/
20
Ziff.
2.1-2.3
; letzter effektiver Arbeitstag:
3
1.
Oktober 2008
)
.
In der Folge holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Arztberichte (
Urk.
7/17,
Urk.
7/19), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/20) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/16) ein und zog die Akten des Taggeldversicherers bei (
Urk.
7/18). Mit Vorbescheid vom
2.
März 2009 (
Urk.
7/22) und Verfügung vom
4.
Mai 2009 (
Urk.
7/23) wies sie das
Leis
tungsbegehren
des Versicherten ab.
1.2
Am 1
3.
Februar 2010 meldete sich der Versicherte
wegen psychischer Beschwer
den erneut
zum Leistungsbezug
(berufliche Massnahmen, Rente)
an (
Urk.
7/26), worauf die IV-Stelle Arztberichte einholte (
Urk.
7/30,
Urk.
7/32) und die Akten des Taggeldversicherers beizog (
Urk.
7/34). Mit Vorbescheid vom
7.
Mai 2010 (
Urk.
7/36) und Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
7/39) verneinte sie einen Leistungsanspruch des Versicherten.
1.3
Aufgrund
einer weiteren
Anmeldung des Versicherten am
6.
April 2011 (
Urk.
7/50) holte die IV-Stelle Arztberichte (
Urk.
7/
63
,
Urk.
7/
72-73
) sowie einen
IK-Auszug (
Urk.
7/66,
Urk.
7/74)
ein
und liess beim
Z._
ein Gutachten erstellen, welches am 3
1.
Januar 2012 erstattet wurd
e (
Urk.
7/79). Mit Vorbescheid vom 2
3.
Februar 2012 (
Urk.
7/82) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die dage
gen am
3.
Mai und am
2.
Juli 2012 erhobenen Einwände (
Urk.
7/96,
Urk.
7/100) wies sie mit Verfügung vom
5.
Dezember 2012 ab und verneinte
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 20
%
einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
7/108 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
Dezember 2012 (
Urk.
2)
erhob der Versicherte am
2
1.
Januar 2013
Beschwerde
mit dem Antrag, es sei diese aufzuheben und es sei ihm eine
Dreiviertelsrente
ab Oktober 2011 auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 2
5.
Februar 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung des hiesigen Gerichts vom 1
2.
April 2013 wurde die Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer zur Kennt
nis gebracht, und es wurde ihm antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Voraussetzungen für die
Zusprache
einer Invalidenrente legte die
Beschwer
degegnerin
in der Begründung der angefochtenen Verfügung zutreffend dar (
Urk.
2). Darauf kann, mit nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
8
ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkran
kungen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein aus
gewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, thera
peu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behand
lungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigen
anstrengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kri
terien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere
Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei hand
elt
es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vierbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung
wird
für Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen seit jeher vorausgesetzt und ha
t
im Rahmen der 5.
IV-Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art.
7 Abs.
2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung
beziehungsweise
einer Diskriminierung der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne
beziehungsweise
nach
Massgabe
der EMRK k
a
nn daher nicht gesprochen wer
den (Urteil des Bundesgerichts
8C_142/2013 vom 20.
November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und
E.
5.7).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf das Gutachten des
Z._
vom Fehlen einer Schizophrenie und einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer beliebigen Tätigkeit aus, womit sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20
%
ergebe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen ein,
dass
dem Gutachten des
Z._
kein voller Beweiswert zukomme und dass gestützt auf die Arztberichte von
Dr.
A._
,
Dr.
B._
und der
C._
von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen sei
. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 20
%
ergebe sich ein
einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
begründender
Invaliditätsgrad von 60
%
(
Urk.
1 S. 4 ff.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali
denrente hat und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob sich sein Gesund
heitszustand seit der letzten, nicht angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
7/39) verschlechtert hat. Strittig ist dabei insbesondere, ob der Beschwer
deführer an einer paranoiden Schizophrenie leidet.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 2
2.
Juni 2010
(
Urk.
7/39) lag laut Arztberichten folgender
Gesundheitszustand
vor:
3.2
Vom 2
4.
April bis zum 1
0.
Juni 2008 hielt sich der Beschwerdeführer stationär in der Klinik
D._
auf. Mit Bericht vom
8.
August 2008
(
Urk.
7/18/4-7 =
Urk.
7/34/13-16 =
Urk.
7/79/29-32) stellten deren
Ärzt
e
folgende psychiatrische Diagnosen (
Urk.
7/18/6):
Angst und Depression gemischt (ICD-10: F41.2)
Verdacht auf Soziale Phobie (ICD-10: F40.1)
Im psychopathologischen Befund führten sie aus, dass der Beschwerdeführer im formalen Denken auf Atembeschwerden, Bauchschmerzen und Angst eingeengt sei und von Angst vor Hunden und Höhe berichte. Im Affekt sei er ratlos, deprimiert, ängstlich, innerlich unruhig
und
nervös und habe Insuffizienzge
fühle. Motorisch sei er sehr unruhig, und es liege ein starker sozialer Rückzug vor. Im Übrigen hielten sie einen unauffälligen psychopathologischen und neurologischen Status fest (
Urk.
7/18/5).
In der Beurteilung legten
d
ie
Ärzte
dar, dass die anfänglich geäusserten psycho
tisch anmutenden Ängste, den Teufel in der Brust zu haben, nach Exploration mit einem Dolmetscher als
Engegefühl
zu interpretieren seien; eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis sei ausgeschlossen worden (
Urk.
7/18/6).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt mit Bericht vom 3
1.
Juli 2008 (
Urk.
7/17/9) fest, dass
beim Beschwerdeführer
reak
tiv auf seine Arbeitsstelle eine psychosoziale Belastungssituation vorliege, die sich mit ausgeprägter
Somatisation
zeige. Trotz stationärem Aufenthalt in der Klinik
D._
und ambulanter psychiatrischer Behandlung sei der Beschwer
deführer überzeugt, dass alles nichts helfe und er nicht arbeiten könne. Bei der letzten Konsultation habe er unmissverständlich gesagt, dass er eine Invaliden
rente wolle. Er nehme keine Medikamente, habe keine Tagesstruktur und sei ab dem 1
2.
Juli 2008 zu 100
%
arbeitsfähig.
Mit Bericht vom 2
2.
August 2008 (
Urk.
7/17/7-8) diagnostizierte
Dr.
E._
eine
Angst und reaktive Depression gemischt (ICD-10: F 41.2) sowie eine
So
ma
ti
sie
rungsstörung
(ICD-10: F45.0). Seit dem 1
2.
Juli 2008 betrage die Arbeits
un
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht 0
%
(
Urk.
7/17/7
Ziff.
1.1 und
Ziff.
2).
3.4
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte in seinem Gutachten vom
8.
September 2008 (
Urk.
7/34/3-12) eine ängst
lich und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2; S. 8).
Objektiv zeige sich ein leicht- bis mittelgradig depressives, ängstlich agitiertes Zustandsbild. Die affektive Modulationsfähigkeit sei leicht vermindert, und for
mal gedanklich zeigten sich eine deutliche Einengung auf die empfundenen körperlichen Beschwerden, besonders die Beklemmungsgefühle, Atembeschwer
den
,
Bauchschmerzen
und
verschiedenen Ängste. Psychometrisch habe sich in den Fremdbeurteilungsskalen ein leicht- bis mittelgradig depressives
Zustands
bild
abgebildet. Differentialdiagnostisch sei eine organisch bedingte,
schizo
affektive
, bipolare oder Persönlichkeitsstörung zu erwägen; die Kriterien nach ICD-10 seien dafür nicht erfüllt (S. 8).
Unter Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und Anpassung der medikamentös-antidepressiven Therapie sei eine Remission in den nächsten sechs Wochen zu erwarten, und ab Oktober 2008 sollte eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer den Fähigkeiten des Besch
werdeführ
ers entsprechenden Arbeitstätigkeit erreichbar sein, wobei in den darauffolgenden vier bis sechs Wochen die Arbeitsfähigkeit wieder auf 100
%
gesteigert werden sollte (S. 9).
3.5
Die Ärzte der Klinik
D._
stellten
mit Bericht vom 2
6.
September 2008 (
Urk.
7/79/26-28)
die Diagnose
(S. 1
Ziff.
1)
einer Angst und Depression ge
mischt (ICD-10: F41.2) und nannten als Belastungsfaktoren Probleme in Ver
bindung mit Berufstätigkeit
(Z56)
.
Anamnese und Befunde sprächen für eine Erkrankung aus dem neurotischen Formenkreis, wobei die ängstlichen und depressiv anmutenden Symptome vor allem bei Überforderung bei der Arbeit aufträten. Die Ausprägung dieser Symptome
würden
jedoch nicht aus
reichen
, um die Kriterien für die einze
lnen Stö
rungsbilder einer Depression, einer Angststö
rung oder einer
Somatisie
rungs
s
t
ö
r
u
ng
zu erfüllen. Weiter lägen auch keine Anhaltspunkte für eine Stö
rung aus dem schizophrenen Formenkreis vor, die die Verdachtsdiagnose einer paranoiden Schizophrenie stützen würden. Die teilweise bizarr anmutenden Ideen „durch den Teufel besessen zu sein“, sei im Rahmen des kulturellen und religiösen Hintergrundes des Beschwerdeführers zu sehen (
S. 1
Ziff.
1).
Der Beschwerdeführer ge
b
e
massive Probleme beim Atmen und einen starken Druck auf der Brust und im Kopf an. Er sei deswegen schon mehrfach in der Notaufnahme gewesen, wo man ihn auf deren psychische Ursache hingewiesen habe. Ausserdem habe er Durchschlafstörungen. Einmal monatlich gehe er zum Imam, welcher ihm aus dem Koran vorlese. Dort zittere er immer sehr stark und
müsse erbrechen (
S. 1
Ziff.
2). Alle zwei Wochen sei er in Therapie bei seinem ambulanten Psychiater. Die früher vorhandene Angst habe sich gebessert (
S. 2 oben
).
Bei einem
ansonsten
unauffälligen psychopathologischen Befund
stellten die Ärzte leichte Aufmerksamkeits-, Auffassungs- und Konzentrationsstörungen und einen unauffälligen neurologischen Status fest
; der Beschwerdeführer sei im Denken auf körperliche Beschwerden eingeengt. Stimmenhören verneine er, manchmal höre er, wie sein Name gerufen werde und habe bizarr anmutende Wahnvorstellungen. Ich-Störungen seien wegen Sprachproblemen nicht sicher
erfragbar
gewesen, im Affekt sei er ängstlich agitiert, nervös und leicht
herab
gestimmt
und habe Ein- und Durchschlafstörungen
(
S. 2
Ziff.
4).
Zum Therapieverlauf hielten die Ärzte unter anderem fest, dass wegen der anfäng
lichen Verdachtsdiagnose einer beginnenden paranoiden Schizophrenie eine Einstellung auf
Amisulprid
mit schrittweiser
Aufdosierung
erfolgt sei. Da es hierunter zu keiner wesentlichen Besserung der Symptome gekommen sei und sich im Verlauf durch genaue Exploration und Beobachtung während des Auf
enthaltes herauskristallisiert habe, dass der Beschwerdeführer nicht an einer schizophrenen Psychose leide, sei
Amisulprid
reduziert worden (
S. 3
Ziff.
5).
Mit Bericht vom
2.
Oktober
2008 (
Urk.
7/19)
wiederholten
die
Ärzte
der Klinik
D._
diese Diagnose und attestierten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die Dauer des Klinik
a
ufenthalts vom 3
1.
August bis zum 2
6.
September 2008 und danach eine Arbeitsunfähigkeit von anfangs 50
%
(
Ziff.
1.2 und
Ziff.
6.2).
3.6
Die Ärzte der Klinik
D._
nannten in ihrem Bericht vom
1
8.
Juni 2009 (
Urk.
7/79/33-35)
als
Austritts-
Hauptdiagnose
nach dem stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 1
9.
Mai bis 1
8.
Juni 2009
eine paranoide Schizo
phrenie (ICD-10: F20.0) und als Nebendiagnose und Belastungsfaktor ein
Ben
zodiazepinabhängigkeitssyndrom
, gegenwärtig in beschützender Umgebung abstinent. Sie revidierten ihre Diagnose im Vergleich zum letzten Aufenthalt aufgrund einer Exploration in der Muttersprache des Beschwerdeführers und führten aus, dass er alle Anzeichen einer paranoiden Schizophrenie mit klassi
schem Beginn im Alter von 22 Jahren mit deutliche
m
Lebensknick zeige. Im Verlauf seien Ichstörungen, Gedanke
ne
ingebungen und Sinnestäuschungen
aufgetreten. In der Vergangenheit habe sich eine Besserung der Symptome unter Einnahme von
Antipsychotika
, nicht jedoch unter Antidepressiva oder Benzodiazepinen gezeigt. Als krankheitsaufrechterhaltend sei die fehlende Tagesstruktur sei
t
dem Einstellen der Arbeitstätigkeit und die zumindest teil
weise bestehende soziale Isolation anzusehen
(
S. 1
Ziff.
1)
.
Im psychopathologischen Befund vermerkten sie keine Aufmerksamkeits-,
Auf
fassungs
- und Konzentrationsstörungen
sowie
eine Einengung des Denkens auf körperliche Beschwerden, Körperwahrnehmungsstörungen und
halluzinationen
. Im Affekt sei der Beschwerdeführer
dysthym
, die emotionale
Schwingungs
fähigkeit
und der Antrieb seien etwas reduziert, die Psychomotorik sei gestei
gert, er habe Angst, dass er krank bleiben könne und gelegentlich
Panikat
tacken
(
S. 2
Ziff.
4).
Die derzeit vorherrschenden Körperhalluzinationen seien unter
Aripiprazol
un
verändert geblieben. Daher hätten sie sich zu einer Umstellung auf
Amisulprid
entschlossen, womit sich in der Vergangenheit die psychotischen Symptome gebessert hatten, so auch dieses Mal (
S. 2
Ziff.
5). Da der Beschwerdeführer angegeben habe, dass das Wichtigste für ihn sei, wieder eine Arbeitsstelle zu fin
den, sei er im Arbeitszentrum angemeldet worden. Leider habe sich erst in der letzten Woche herausgestellt, dass er dort nie einen ernsthaften Arbeits
versuch gemacht habe (
S. 2 f.
Ziff.
5). Die lebenslängliche Einnahme eines
Antipsychoti
kums
sei notwendig (
S. 3
Ziff.
6).
3.
7
Dr.
E._
beschrieb in seinem Bericht vom
2
2.
März 2010 (
Urk.
7/30/1-2)
den Krankheitsverlauf und hielt fest, dass die Diagnose nach den ersten zwei statio
nären Aufenthalten im Jahre 2008 in der Klinik
D._
auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1) beziehungsweise auf Angst und Depression ge
mischt (ICD-10: F41.2) gelautet habe.
Damals habe er eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
attestiert.
Nach der dritten
Hospitalisation
im Jahre 2009 sei erstaun
li
cherweise eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden. Aufg
rund dieser bestehenden Diskrepanz in der Diagnostik und der Arbeitsfähigkeit bestehe aus seiner Sicht eine Angstsymptomatik, welche den Beschwerdeführer nicht zu 100
%
invalidisier
t
en
.
3.
8
Im Bericht vom
1
9.
April
2010 (
Urk.
7/32/5
-
9)
hielten die Ärzte der Klinik
D._
an der revidierten Diagnose einer paranoiden Schizophrenie fest (vgl. vorstehend E. 3.7) und attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die Dauer des stationären Aufenthalts vom 1
9.
Mai bis zum 1
8.
Juni 2009 (
Urk.
7/79/32
Ziff.
3).
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung gingen folgende Arztberichte ein:
4.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte mit Schreiben vom
5.
Mai 20
11
mit, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
7.
Dezember 2010 wegen einer schweren depressiven Episode und einer chro
nisch paranoiden Schizophrenie mit Atembeschwerden in ihrer Behandlung stehe und
m
indestens seit Behandlungsbeginn voll arbeitsunfähig
sei
(
Urk.
7/63/1).
4.3
Am
8.
Juli 2011 (
Urk.
7/92 =
Urk.
7/79/22-25 =
Urk.
7/98/6-9) berichteten die Ärzte der
C._
, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
F._
,
Krankenstation
en
, über den vom 2
1.
Januar bis zum 1
2.
April 2011 dauernden stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers und nannten als Diagnosen eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) und einen Verdacht auf paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0;
Urk.
7/92 S. 1).
In der Beurteilung
der psychologischen Befunde vom 1
5.
März 2011
hielten sie fest, dass die kognitive Leistungsfähigkeit beim Beschwerdeführer mit einer ausgeprägten Minussymptomatik stark vermindert sei. Bei stark vermindertem Antrieb und eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit seien die Verarbeitung von neuen Informationen und das Generieren von Lösungen nicht möglich.
Zum Verlauf gaben sie an, dass der Beschwerdeführer weiterhin die gleichen Symptome wie Druck auf der Brust und am Kopf zeige, begleitet
von
Atemnot und Hyperventilation. Nach einer regelmässigen Einnahme von
Seroquel
und
Risperdal
habe er über eine Besserung der Symptomatik auf der Brust berichtet, zudem sei die Atemnot seltener vorgekommen (S. 3). Die arbeitstherapeutische Diagnostik habe ihn nicht einmal im Rahmen eines geschützten Arbeitsplatzes als arbeitsfähig angesehen. Die neuropsychologische Testung habe auf eine Negativsymptomatik hingewiesen. Der MRI-Befund sei unauffällig gewesen. Der Beschwerdeführer habe problemlos Belastung
swochenenden in seiner Man
sar
denwohnung verbracht, von wo er oft Spaziergänge unternommen habe. Am 1
4.
April 2011 werde er in die Tagesklinik des Zentrums für Psychiatrische Rehabilitation eintreten (S. 4)
.
4.4
Mit Bericht vom
1
4.
Juli 20
11 (7/72)
diagnostizierten die Ärzte der
C._
, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
F._
,
Zentrum für Psy
chiatrische Rehabilitation
,
eine
retrospektiv vermutlich seit 2004 bestehende
paranoide Schi
zophrenie (ICD-10: F20.0). Es bestehe eine
durch sie seit April 2011 beurteilbare
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, wobei nach weiteren vier bis fünf Monaten intensiver psychiatrischer Behandlung im teilstationären und ambulanten Rahmen ein Arbeitstraining an einem geschützten Arbeitsplatz mit anfänglich reduziertem Pensum von maximal 50
%
empfohlen werde (
Urk.
7/72 S. 1
Ziff.
1.1)
.
Im Befund hielten sie fest, dass der Beschwerdeführer wach und zu allen Quali
täten hin voll orientiert
und Aufmerksamkeit und Gedächtnis unauffällig seien. Konzentrationsstörungen seien vorhanden und das formale Denken sei auf kör
perliche Symptome eingeengt. Befürchtungen oder Zwänge seien keine
eruier
bar
. Aktuell im Vordergrund stünden die Symptome einer paranoiden Schizo
phrenie: Stimmenhören, Körperha
lluzinationen und Ich-Störungen.
Er spüre nachts eine Person im Zimmer, die
auf seinen Körper drücke, er sp
üre den Teufel in sich. Er habe ausgeprägte Ängste, Panikattacken und Phobien (Höhe, Fliegen, Menschen, Hunde, Auto und Zug fahren). Es sei ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl vorhanden und die Stimmung sei besorgt und gedrückt. Die Schwingungsfähigkeit sei reduziert, und es bestünden Durchschlafstörungen und ein reduzierter Antrieb. Eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung liege nicht vor (
Urk.
7/72 S. 3
Ziff.
1.4).
Gegenwärtig besuche der Beschwerdeführer zwei Therapien pro Woche der verhaltenstherapeutisch orientierten rehabilita
tiven Tagesklinik und zusätzlich ambulante psychiatrische Einzeltermine bei
Dr.
B._
(S. 4
Ziff. Ziff.
1.5).
4.5
Die Ärzte der
C._
, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
F._
,
Krankenstationen
, nannten mit Bericht vom
1
7.
August 20
11 (7/73)
als Diagnosen eine depressive Symptomatik mit einem Verdacht auf
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) und einen Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie (ICD-10: F 20.0)
. Im Wesentlichen wiederholten sie die bereits bekannten Befunde und Beurteilungen (
Urk.
7/92;
vgl. vorstehend E. 4.
3
)
. Die Arbeitsfähigkeit vom 2
1.
Januar bis zum 1
2.
April 2
0
11 betrage 0
%
; die Auf
nahme einer Arbeit in geschütztem Rahmen sei momentan indiziert (
Urk.
7/73 S. 1
Ziff.
1.1).
4.6
Die Ärzte des
Z._
stellten in ihrem Gutachten vom 3
1.
Januar 2012
(
Urk.
7/79/2-18)
folgende Diagnosen:
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10: F41.2)
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0)
Im psychopathologischen Befund vermerkte der psychiatrische Teilgutachter unter anderem das Fehlen von Konzentrationsschwächen und eine intakte Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung. Es best
ünden
kein eingeengtes Denken, kein Gedankenabreissen, keine Neologismen, keine Gedankenleere, keine Hinweise auf überwertige Ideen. Der Beschwerdeführer habe einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu seiner Person und habe sich gegenüber der Umgebung klar abgrenzen können. Eine Gedankenausbreitung sei nicht vor
handen (S. 11
Ziff.
4.1.2).
In der psychiatrischen Beurteilung hielt
der
psychiatrische
Teilgutachter
fest, dass der Beschwerdeführer über Schmerzen in der Brust- und Magengegend und über Kopfschmerzen klage. Wiederholt und eingehend sei er nach dem Vorhan
densein von Halluzinationen, Ängsten, Verfolgungsideen oder Wahnvorstel
lungen befragt worden.
Auf alle entsprechenden Fragen habe er negativ geant
wortet
; er
leide also gemäss seinen Angaben nicht unter Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Verfo
l
gungsideen oder ausgeprägten Ängsten.
Die Ursache seiner Schmerzen könne
d
er
Beschwerdeführer
nicht erklären; diese und die Atemnot seien seiner Ansicht nach aber der Grund dafür, dass er nicht arbeiten könne. Die angegebenen Schlafstörungen seien schwierig einzuordnen und würden in keinem Klinikaufenthalt erwähnt. Der Beschwerdeführer lebe allein in seiner Wohnung und führe gemäss seinen Angaben den Haushalt selbstän
dig. Auffällig sei, dass er zahlreiche und intensive soziale Kontakte pflege; so treffe er sich täglich mit einem seiner etwa zehn Kollegen. Sie besuchten ihn, und er mache mit ihnen Spaziergänge und gehe mit ihnen etwas trinken. Wenn er unter Kollegen sei, fühle er sich sicherer. Alleine leide er ver
mehrt unter sei
nen Schmerzen, w
obei er auch beim Zusammensein mit seinen Kollegen unter körperlichen Beschwerden leide. Bei der psychiatrischen Untersuchung habe er kooperativ mitgearbeitet, affektiv sei er wenig spürbar gewesen, die Stimmung sei herabgesetzt und leicht depressiv gewesen. Der affektive Kontakt zum Untersucher sei distanziert geblieben.
Die psychiatrische Störung des Beschwer
deführers sei schwierig einzuordnen. Es bestünden keine sicheren Hinweise auf
das Vorliegen einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis. Der Beschwerdeführer leide weder unter optischen, akustischen oder kinästhetischen Halluzinationen noch unter Verfolgungsideen oder Wahnvorstellungen. Vor allem aber entspreche es keineswegs der klinischen Erfahrung
, dass ein an
einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis
leidender Mensch derart
intensive soziale Kontakte
pflege. Typischerweise würden sich an einer Schizo
phrenie leidende Menschen sozial zurückziehen, immer mehr in ihre Innenwelt, in ihre Fantasien und in ihre Wahrnehmungen flüchten, und auch reaktiv wen
deten sich Kollegen und Bekannte ab, da sie mit den eigentümlichen Verände
rungen der Persönlichkeit eines an Schizophrenie Erkrankten kaum zurecht kämen. Der Beschwerdeführer leide also weder an positiven Sym
p
tomen noch negativen Symptomen einer Schizophrenie, und aufgrund der vorliegenden Untersuchungen könne also einzig die Diagnose einer ängstlich-depressiven Störung und einer
Somatisierungsstörung
gestellt werden
(S. 11 f.
Ziff.
4.1.4
).
Der psychiatrische Teilgutachter führte
zur Arbeitsfähigkeit
aus,
dass die aktive Gestaltung des Tagesablaufes, insbesondere die intensiven sozialen Kontakte, die er täglich über Stunden pflege, in deutlichem Widerspruch zu der ausge
prägten subjektiven Krankheitsüberzeugung stehe. Gemäss seinen eigenen Angaben sei er auch in
der Lage, seinen Haushalt selb
ständig zu führen. Daher sei es ihm auch zumutbar, einer geregelten beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Die Schlafstörungen würden bei den Klinikaufenthalten nicht erwähnt, und
schwere Schlafstörungen liessen sich erfahrungsgemäss medikamentös gut be
handeln; die Angaben einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Schlafstörung seien daher nicht nachvollziehbar. Die geklagten körperlichen Sym
p
tome seien durch eine somatische Erkrankung nicht objektivierbar und se
i
en wesentlich psychisch überlagert.
Die Klagen über Schmerzen in der Brust- und Magen
gegend hätten begonnen, als er noch gearbeitet und unter den Spannungen zwischen ihm und seinen Arbeitskollegen gelitten habe. Das Scheitern aller
ther
a
peutischer
Bemühungen hänge damit zusammen, dass der Beschwerde
führer aufgrund der ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, trotz allfälliger Restbeschwerden sich aktiv um se
ine Gene
sung zu bemühen (S. 13
Ziff.
4.1.5).
Zu den abweichenden
ärztlichen Einschätzungen
durch
Dr.
B._
und
die Ärzte
der
C._
, welche das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie und eine volle Arbeitsunfähigkeit bejahten,
sei zu bemerken,
dass der Beschwerdeführer wie
derholt und intensiv nach dem Vorhandensein von Halluzinationen befragt worden sei und er alle entsprechenden Fragen negativ beantwortet habe. Eine Negativsymptomatik sei entgegen dieser Einschätzungen nicht erkennbar. Als wichtigstes gegen eine Schizophrenie sprechendes Merkmal sei die Pflege intensiver sozialer Kontakte zu nennen. Im Übrigen
habe der Beschwerdeführer bereits Ende 2008 ausdrücklich gesagt, dass er eine Invalidenrente wolle. Auch dieses Ansinnen sei nicht typisch für einen schizophrenen Patienten, bei dem die sozialen und wirtschaftlichen Umstände kaum von Bedeutung seien
(S. 13 f.
Ziff.
4.1.8).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass aus somatischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Aus psychiatrischer Sicht sei die Belastungsfähigkeit leicht beeinträchtigt, weshalb
ab Mai 2009
von einer
Leis
tungseinbusse
von 20
%
ausgegangen werden könne. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe für jegliche Erwerbstätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähig
keit von 80
%
, wobei das Pensum vollschichtig umgesetzt werden könne mit einem etwas erhöhten Pausenbedarf von 5-10 Minuten pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement (S. 15
Ziff.
6.2). Während der verschiedenen
Hos
pitalisationen
habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 15
Ziff.
6.3).
4.7
Die Ärzte
der
C._
, Klinik für Soziale Ps
ychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
F._
,
Station A0 für Akutpsychiatrie
, diagnostizierten
nach dem statio
nären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 3
0.
Januar bis zum 1
0.
Februar 2012
im Austrittsbericht vom 2
0.
Februar 2012
(
Urk.
7/93 =
Urk.
7/98/10-12)
eine chronische paranoid-
halluzinatorische
Schizophrenie (ICD-10: F20.0
;
Urk.
7/93 S. 1
)
.
Im psychischen Befund hielten sie fest, dass Konzentration und Auffassung leicht gestört seien und dass eine Gedankenzunahme und sonst keine formalen Denkstörungen bestünden. Der Beschwerdeführer habe Ängste vor Hunden und Gebäuden und sei besorgt über die körperliche Beeinträchtigung und die „man
gelnde“ Wirksamkeit der Medikamente. Ein Beeinträchtigungs- und
Verfol
gungserleben
verneine er. Er habe regelhaft akustische Halluzinationen - die Stimme seiner Mutter rufe seinen Namen - was beängstigend für ihn sei, wenn er alleine sei. Die bekannten Körperhalluzinationen nähmen zu, mit Atemnot, Druck in der Brust und im Bauch, was er nachts teilweise erlebe als der Teufel, der ihm von hinten die Brust zusammendrücke. Er habe keine Ich-Störungen und sei vom Affekt
her
deprimiert, ängstlich, und verneine eine innere Unruhe. Antrieb und Psychomotorik seien normal, der Schlaf sei gestört. Es liege keine akute Suizidalität vor (
Urk.
7/93 S. 2).
4.8
Dr.
B._
führte in ihrer Stellungnahme vom
1
0.
April 20
12 (
Urk.
7/95 =
Urk.
7/98/4-5)
aus, dass nach der Klassifikation der psychischen Störungen ge
mäss ICD-10 für die Diagnose einer Schizophrenie mindestens ein eindeutiges Symptom der Gruppe 1-4 oder mindestens zwei Symptome der Gruppe 5-8 notwendig seien. Diese müssten - wie beim Beschwerdeführer - fast ständig während eines Monats oder länger vorhanden sein. Er habe ständig Juckreiz als anhaltende Halluzination als Symptom der Gruppe 5 und auch Druck in der Brust und im Bauch und Atemschwierigkeiten als Wahnwahrnehmung im Sinne eines Symptoms der Gruppe 2 (
Urk.
7/95 S. 2
Ziff.
8).
In
behinderungs
ange
pass
ter
Tätigkeit, zum Beispiel als Nachtwache in einem Asylheim, sei er zu maxi
mal 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/95 S. 2
Ziff.
5
).
Zum Gutachten hielt sie fest, dass die Minussymptomatik beim Beschwerde
führer nicht ausgeprägt sei und die Halluzinationen eine Plussymptomatik im Sinne eines
florid
psychotischen Erlebens bildeten. Unklar sei, weshalb von intensiven sozialen Kontakten ausgegangen werde, wenn der Beschwerdeführer es in der Moschee auch dann
nur
knapp aushalte, wenn wenige Leute dort seien. Auch in der Tagesklinik habe er es nicht ausgehalten, weshalb er nicht regelmässig hingegangen sei
,
und
es
bestehe
eine Rückzugstendenz (
Urk.
7/95 S. 2
Ziff.
7
).
4.9
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 3
0.
Mai 2012
(
Urk.
7/98/1-3)
hielten die Gutachter des
Z._
an den gestellten Diagnose
n und an der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit fest. Sie führten aus, dass die diskrepanten Einschät
z
ungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vor allem damit zusammenhängen würden, dass er anscheinend während der letzten
K
linikaufenthalte und gegen
über der behandelnden Psychiaterin andere
Angaben mache als ihnen gegen
über.
Dabei entspreche es nicht der klinischen Erfahrung, dass schizophrene Patienten bei den einen Ärzten andere Angaben machten als bei anderen.
Im Rahmen ihrer Untersuchung sei er intensiv über seinen Tagesablauf befragt worden und habe berichtet, dass er nachts keine Angst habe. Auch habe er nicht von Halluzinationen, Ängsten und Verfolgungsideen berichtet; dazu sei er wiederholt befragt worden. Hingegen habe er erzählt, dass er sich täglich, vor allem abends, mit seinen zahlreichen Kollegen treffe und mit ihnen unterwegs sei, und dass er diese Kontakte geniesse
.
Aufgrund der während der psychiatri
schen Untersuchung gemachten Angaben, der psychopathologischen Untersu
chungsbefunde - vor allem des Fehlens von Denkstörungen, welche bei Schizo
phrenien praktisch regelhaft vorkämen - habe die Diagnose einer Schizophrenie nicht bestätigt werden können. Es falle auch auf, dass der Beschwerdeführer während des letzten Klinikaufenthaltes vom 3
0.
Januar bis zum 1
0.
Februar 2012 trotz Erhöhung der Neuroleptika-Dosis
weiterhin unter Halluzinationen gelitten habe
n solle
, denn es entspreche nicht der klinischen Erfahrung, dass bei Halluzinationen nicht auf die Behandlung mit Neuroleptika angesprochen werde. Es stelle sich daher die Frage, ob der Beschwerdeführer mit seinen Symptomen nicht eine Rentenleistung erhalten wolle, wie er dies bereits 2008 geäussert habe (
Urk.
7/98/3).
4.10
Die Ärzte der
C._
,
Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie
F._
,
Station C2 für Akutpsychiatrie, nannten mit Bericht vom
2
4.
August 20
12 (
Urk.
7/103)
nach der vom 2
7.
Juli bis zum 2
4.
August 2012 dauernden
Hospitalisation
des Beschwerdeführers
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
p
aranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0)
Verdacht auf
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0)
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika:
Ab
hängigkeitssyndrom
(ICD-10: F13.2)
p
sychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Schädlicher Gebrauch (ICD-10: F17.1)
Im psychischen Befund
vermerkten die Ärzte, dass der Beschwerdeführer wach, voll orientiert und bewusstseinsklar sei. Ein affektiver Rapport sei gut herstell
bar. Die Konzentration sei reduziert, das Auffassungsvermögen und die Gedächtnisleistung seien erhalten. Formalgedanklich w
ü
rde
n
Grübeln und ver
langsamte Denkabläufe angegeben. Es lägen Ängste vor Hunden vor. Zwänge und inhaltliche Denkstörungen bestünden keine. Sinnestäuschungen in Form von Körperhalluzinationen (Druck und Schmerz in der Brust- und Magen
gegend) und akustische Halluzinationen (Stimme der Mutter) lägen vor. Ich-
Störungen bestünden nicht. Der Beschwerdeführer sei im Affekt beunruhigt, ängstlich und deprimiert. Psychomotorisch sei er angespannt und nervös; der Antrieb sei reduziert und der Appetit regelrecht. Es lägen Ein- und
Durch
schlafstörungen
vor. Der Beschwerdeführer distanziere sich von suizidalen Ab
sichten, und es bestehe kein Hinweis auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung
(S. 3).
Im Vordergrund stünden Wahrnehmungsstörungen des Körpers mit einem
Be
klemmungsgefühl
in der Brust und subjektiver Dyspnoe; zugleich berichte der Beschwerdeführer über das Hören der Stimme seiner Mutter mehrfach am Tag. Diagnostisch sei von Sinnestäuschungen (Körperhalluzinationen und akustische Halluzinationen) auszugehen, die am ehesten im Rahmen der vorbeschriebenen Schizophrenie einzuordnen seien. Differentialdiagnostisch sei eine affektive depressive Störung mit psychotischen Symptomen diskutiert worden. Medika
mentös sei eine Umstellung der
neuroleptischen
Medikation von
Risperdal
auf
Fluanxol
erfolgt. Die eindeutige Besserung der Beschwerdesymptomatik unter
Fluanxol
spreche für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis
(
S.
4
).
In der Beurteilung hielten sie fest, dass von einer paranoiden Schizophrenie auszugehen sei. Unter konsequenter medikamentöser Therapie sowie durch die Fortführung der psychiatrischen
-
psychotherapeutischen Behandlung sei eine klinische Stabilisierung möglich. Längerfristig sei die Klärung beziehungsweise der Aufbau einer guten Tagesstruktur notwendig. Aktuell sei der Beschwerde
führer im Tageszentrum angemeldet und such
e
regelmässig seine ambulante Therapeutin
Dr.
B._
auf (S. 4).
Die
se
Diagnosen, Befunde und Beurteilung
bestätigten
sie in ihrem
Bericht vom
2
9.
August 20
12 (
Urk.
7/102)
.
5.
5.1
Vorliegend ist in erster Linie strittig, ob
der Beschwerdeführer an
einer gemisch
ten Angst
- und depressiven S
törung sowie einer
Somatisierungsstörung
leidet
, wovon
die Ärzte der Klinik
D._
,
Dr.
E._
, die Ärzte der
C._
(
Abteilung Krankenstationen
)
und die Gutachter des
Z._
aus
gingen (vgl. vorstehend E. 3.2-3.5, E. 3.7, E. 4
.
3
, E. 4.5-4.6, E. 4.9)
,
oder ob eine paranoide
Schizophrenie
vor
lieg
t, wie dies die Ärzte der Klinik
D._
in ihre
r revidierten Diagnose
,
Dr.
B._
sowie die Ärzte der
C._
(
Zentrum für Psychiatrische Rehabilitation
und Abteilung Akutpsychiatrie
) annahmen
(vgl. vorstehend E. 3.6, E. 3.8
,
E.
4.
2.
E. 4.4
, E. 4.7-4.8, E. 4.10
)
.
Anzumerken ist, dass
die
Diagnose
einer paranoiden Schizophrenie
erstmals
bereits vor Erlass der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
7/39) durch die Ärzte der Klinik
D._
gestellt
worden war, die
Be
schwerdegegnerin
in Würdigung der
damals aktenkundigen Arztberichte
jedoch nicht darauf abstellte
.
5.2
Die diagnostischen Leitlinien der ICD-10 geben
bei den schizophrenen Störun
gen
neun Symptomgruppen an, wovon über einen Zeitraum von mindestens einem Monat beinahe ständig mindestens ein Symptom aus den Gruppen a)-d) oder wenigstens zwei Symptome aus den Gruppen e) bis h) zutreffen müssen:
(a) Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug,
Ge
dankenausbreitung
(b) Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten,
Wahn
wahrnehmungen
(c) k
ommentierende oder dialogische Stimmen
(d)
a
nhaltender, kulturell unangemessener und völlig unrealistischer Wahn
(e)
a
nhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität, begleitet von flüchti
gen Wahngedanken oder überwertigen Ideen
(f)
Gedankenabrei
ss
en
oder Einschiebungen in den Gedankenfluss, was zu Zerfahrenheit, Danebenreden oder
Neologismen
führt
(g)
k
atatone
Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien oder wäch
serne Biegsamkeit, Negativismus,
Mutismus
und Stupor
(h) „
n
egative“ Symptome wie auffällige Apathie, verflachte oder inadä
quate Affekte
(i)
d
eutliche und konstante Veränderung im persönlichen Verhalten (Intere
ssensverlust, Ziellosigkeit,
Müss
igkeit
, sozialer Rückzug)
5.
3
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Gutachten
des
Z._
vom
3
1.
Januar 2012
(
Urk.
7/79/2-18; vorstehend E. 4.6
) mit ergänzender Stel
lungnahme vom
3
0.
Mai 2012
(
Urk.
7/98/1-3; vorstehend E. 4.9
) für die Beant
wortung der
gestellten Fragen umfassend ist:
Das Gutachten
(
Urk.
7/79/2-18)
mit ergänzender Stellungnahme
beruht auf den erforderlichen allseitigen
, insbesondere psychiatrischen,
Untersuchungen
(
S. 8
Ziff.
3.3, S. 10 f.
Ziff.
4.1.2
)
, berücksichtigt die vo
m
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
(
S. 6 f.
Ziff.
3.2.1, S. 8 ff.
Ziff.
4.1.1
)
und ist in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet
(S. 3 ff.
Ziff.
2, S. 13 f.
Ziff.
4.1.8,
Urk.
7/98/1-3)
.
Mit den Arztberichten der
C._
, Abteilung
Kranken
stationen
, wo sich der Beschwerdeführer stationär aufhielt, stimmt es zudem insofern überein, als dass darin eine paranoide Schizophrenie lediglich als
Ver
dachtsdiagnose
genannt wurde (vorstehend E. 4.3, E. 4.5).
Weiter leuchtet
das
Gutachten
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein
. Insbeson
dere
begründeten
die Gutachter überzeugend
, dass
mangels eines
typischen so
zialen Rückzugs
und mangels
regelhaften Denkstörungen und Halluzinationen eine schizophrene Störung auszuschliessen sei
(S. 11 ff.
Ziff.
4.1.4,
Ziff.
4.1.8)
und dass mit dem Beschwerdebild der Schizophrenie nicht erklärbar sei, dass
d
er
Beschwerdeführer die
Halluzinationen
betreffend gegenüber anderen Ärzten
offenbar
divergierende
Angaben gemacht habe (
Urk.
7/98/3).
Insgesamt
schlos
sen
die Gutachter
erst nach
gezielter
Suche
nach
entsprechende
n
Anhaltspunk
te
n
und unter Berücksichtigung der
relevanten
Symptomgruppen (vgl. vorste
hend E. 5.3)
eine Schizophrenie
aus.
Die von den
Gutachter
n
vorgenommenen Schlussfolgerungen sind
damit
aus
führlich und nachvollziehbar begründet
.
Das Gutachten genügt den
praxisge
mässen
A
nforderungen (vgl. vorstehend E
. 1.
5
) vollumfänglich, weshalb darauf abzustellen ist.
Damit ist von einer Angst und
depressive
n
Störung,
gemischt
(
ICD-10: F41.2
)
sowie einer
Somatisierungsstörung
(
ICD-10: F45.0
)
und von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
für jegliche Erwerbstätigkeiten auszugehen, wobei das Pensum vollschichtig umgesetzt werden kann mit einem etwas erhöhten Pausenbedarf von fünf bis zehn Minuten pro Stunde und einem leicht reduzierten Rendement (S. 12 f.
Ziff.
4.1.5, S. 15
Ziff.
6.2).
5.
4
Auch die
abweichenden
Beurteilungen na
mentlich
durch die
Ärzte der
C._
und
Dr.
B._
, wonach von
einer paranoiden Schizophrenie und einer daraus resul
tierenden Arbeitsunfähigkeit von
50
%
in leidensangepasster Tätigkeit auszuge
hen
sei
,
vermögen das Gutach
ten nicht in Zweifel zu ziehen
.
Auffällig sind
in diesem Zusammenhang
die unterschiedlichen Angaben des Beschwerdeführers zum Erleben von Halluzinationen und die bei
gleichlautenden Befunden
abwei
chenden ärztlichen Diagnosen
.
Was zunächst die
körperlichen Beschwerden
angeht,
so wurden diese u
r
sprüng
lich
als
Brust- und Magenschmerzen
beschrieben
, wobei der Beschwerdeführer d
ies als Teufel erlebte, der ihm auf die Brust drücke
. Diese Vorstellung wur
de jedoch bereits von den
Ärzten der Klinik
D._
nicht als Halluzination, sondern - nach Exploration mittels Dolmetscher - als
Engegefühl
in der Brust
interpretiert
beziehungsweise im Rahmen des kulturellen und religiösen Hinter
grundes des Beschwerdeführers gesehen
, weshalb
eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis
ausdrücklich
ausgeschlossen
wurde
(vorstehend E.
3.3, E. 3.5).
Den
Z._
-Gutachtern gegenüber gab der Beschwerdeführer an, dass er früher gemeint habe, dass er verhext worden sei und dass er zu Pfarrern und Imamen gegangen sei, die ihm aber nicht hätten helfen können (
Urk.
7/79/2-18 S. 9). Trotz eingehender Befragung gab er bei der Begutachtung
aber
keine Halluzinationen an.
Dass die
Z._
-Gutachter
angesichts dessen
die
nach eingehender Abklärung nicht objektivierbare
n
Schmerzen als
Somatisie
rungsstörung
und nicht als Halluzination einordne
te
n,
ist
mit der
unterschiedli
che
n
Beschwerdeschilderung
und einer im Übrigen
unterschiedliche
n
Beurtei
lung des gleichen Befundes
erklärbar
.
Mangels genauerer
Begründung
wenig plausibel erscheinen
sodann
die von
Dr.
B._
erstmals als Körperhalluzination
aufgeführten Juckreize
(vorstehend E.
4.8)
.
A
uch a
kustische Halluzinationen -
Stimmenh
ören der Mutter, die ihn rufe -
gab der Beschwerdeführer
g
egenüber den Gutachtern des
Z._
trotz mehrfacher Nachfrage
unbestrittenermassen nicht
an
.
Die Gutachter wiesen
dabei
darauf hin
,
es
sei
nicht zum Krankheitsb
ild der Schizophrenie zu zählen
, dass der Beschwerdeführer offenbar gegenüber verschiedenen Ärzten unterschiedliche Angaben mache
. Ob
, wie sie weiter ausführten,
eine Renten
begehrlichkeit eine Rolle spiele, kö
nn
e
offen
bleiben;
richtig ist
jedenfalls
, dass
der
Beschwerde
führer
laut
Dr.
E._
bereits
im Jahre
2008 unmissverständlich eine Invaliden
rente
forderte
(vorstehend E. 3.3)
.
Denkstörungen - l
aut Gutachten
für
eine schizophrene Erkrankung ebenfalls
regelhaft
-
wurden sodann
von den Gutachtern des
Z._
in Übereinstimmung mit
den
Ärzten der
Akutpsychiatrie der
C._
eindeutig
vernei
nt (vorstehend E.
4.7, E. 4.10)
.
Was das M
erkmal
eines
sozialen Rückzugs
anbelangt, so
wurde
ein solcher
auch in anderen Arztberichten nicht beschrieben. Einzig
Dr.
B._
hielt
einen sozialen Rückzug
für gegeben, führte dies
en indessen
lediglich darauf zurück, dass der Beschwerdeführer es in der Moschee auch dann
nur
knapp aushalte, wenn wenige Leute dort seien, und es auch in
der
Tagesklinik nicht ausgehalten habe, weshalb er nicht regelmässig hingegangen sei
(vorstehend E. 4.
8
)
. Angesichts des gegenüber den
Z._
-Gutachtern geschilderten und in de
s
Folge unbestritt
en gebliebenen Tagesablauf
s
liegt
ein sozialer Rückzug offensichtlich nicht
vor
: Der Beschwerdeführer bewältigt den Alltag
selbständig
, wohnt alleine, kocht selber und trifft sich täglich mit
seinen Kollegen
(vorstehend E. 4.6, E. 4.9)
.
W
idersprüchlich
und
als
Anhaltspunkt
un
geeignet
sind die Berichte über die Wirksamkeit der Neuroleptika.
Während die Ärzte
der Klinik
D._
zunächst festhielten,
dass unter
Amisulprid
keine Besserung eingetreten sei,
gingen
sie
später
vom Gegenteil aus
(vorstehend E. 3.5-3.6).
Die Ärzte der
C._
wiederum
berichteten von einer eindeutigen Besserung nach einer Umstellung der
neuro
leptischen
Medikation von
Risperdal
auf
Fluanxol
, was für eine Erkrankung aus
dem schizophrenen Formenkreis spreche (vorstehend E. 4.10).
Laut dem
Regio
nalärztlichen
Dienst
(RAD) begründet e
in Ansprechen auf ein Neuroleptikum allein noch nicht die Richtig
keit der Diagnose Schizophrenie
, weil dieses auch bei einer depressiven Erkrankung wirksam sein könne (
Urk.
7/107 S. 4 oben).
Gemäss
Z._
-Gutachtern
entspricht es nicht der klinischen Erfahrung, dass Halluzinationen nicht auf die Behandlung mit Neuroleptika ansprächen (
Urk.
7/98/3). Daher falle auf, dass
der Beschwerdeführer während des letzten Klinikaufenthaltes von Januar bis Februar 2012 trotz Erhöhung der Neuro
leptika-Dosis weiterhin unter Halluzinationen gelitten habe
n solle
.
Unter diesen Umständen lässt sich nicht schlüssig beurteilen, o
b und inwiefern die beim Beschwerdeführer durchgeführte Medikation eine Besserung
bewirkte
,
doch
erscheint
dies
für die
Diagnose einer
Schizophrenie
letztlich
nur
begrenzt
aus
sagekräftig
.
Angesichts dieser Umstände ist die (revidierte) Diagnose einer Schizophrenie auf eine unterschiedliche Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und auf un
terschiedliche Angaben des Beschwerdeführers zurückzuführen und vermag die im Gutachten des
Z._
erfolgte Beurteilung, wonach eine Schizophrenie auszu
schliessen sei, nicht umzustossen. Anzumerken ist, dass sich selbst die
Arztbe
richte
der verschiedenen Abteilungen der
C._
widersprechen,
in dem die Ärzte der
Krankenstationen eine paranoide Schizophrenie lediglich als
Verdachtsdiag
nose
aufführten (vorstehend E. 4.3, E. 4.5), während
die Ärzte des
Zentrum
s
für Psychiatrische Rehabilitation und die Akutpsychiatrie diese als Diagnose nann
ten (vorstehend E. 4.4, E. 4.7, E. 4.10).
Zusammenfassend vermögen d
ie
abwei
chenden ärztlichen
Einschätzungen
das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen
, sodass ihnen e
ntgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (S. 7
Ziff.
7-8) nicht zu folgen
ist
.
5.
5
Der Beschwerdeführer wandte weiter ein, dass
dem Gutachten des
Z._
unter anderem deswegen kein voller Beweiswert zukomme, weil kein Bericht der be
handelnden Psychiaterin
Dr.
B._
eingeholt
worden sei
(
Urk.
1 S. 5 f
Ziff.
5)
. D
em ist entgegen zu halten,
dass den Gutachtern bei Erstellung des Gutachtens zwei Kurzberichte von
Dr.
B._
vorlagen (
Urk.
7/79/36-37)
, zu welchen sie auch Stellung bezogen (
Urk.
7/79/2-18 S. 14). Überdies äusserten s
ich
die Gut
achter
in
ihrer
ergänzenden Stellungnahme zu einem weiteren Bericht von
Dr.
B._
(
Urk.
7/
95; vorstehend E. 4.8
)
sowie
z
um
Austrittsbericht der
C._
vom 2
0.
Februar 2012, der den Gutachtern im Zeitpunkt der Erstellung des Gutach
tens noch nicht vorlag
(
Urk.
7/98/1-3; vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
6)
.
Ob sodann, wie der Beschwerdeführer geltend macht (
Urk.
1 S. 5 f
Ziff.
5),
nur
ein Teil der Betroffenen
einen
sozialen Rückzug
zeigt
, ist unerheblich, da es nur
eines von mehreren
möglichen Merkmalen einer schizophrenen Störung darstellt
(vorste
hend E. 5.
2
)
.
5.
6
Mit der diagnostizierten Angst und Depression gemischt liegt zwar ein psychi
scher Gesundheitsschaden vor
, mit welchem jedoch d
ie Verwertung der verblei
benden Leistungsfähigkeit ohne weiteres
im von den
Z._
-Gutachtern festge
stellten Umfang
von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
vereinbar
ist
. Darüber hinaus besteht keine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevant
e
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 1.3).
Was die
Som
a
tisierungsstörung
angeht, so vermögen
Beeinträchtigungen auf
grund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebil
des
ohne nachweisbare organische Grundlage nur dann eine Invalidität
zu
be
gründen, wenn entweder eine erhebliche psychische
Komorbidität
besteht oder bestimmte andere Kriterien erfüllt sind (vorstehend E. 1.4). Die Würdigung der Akten
ergibt
, dass vorliegend beides nicht der Fall ist; weder ist eine erhebliche psychische
Komorbidität
gegeben
- es
liegt lediglich
eine die Arbeitsfähigkeit leicht einschränkende Angst und
depressive Störung
gemischt
vor
-
noch sind die alternativen Kriterien
mit genügender Intensität
erfüllt
:
So ist insbesondere ein sozialer Rückzug a
ngesichts des beim
Z._
geschilderten Tagesablaufs, der dem Beschwerdeführer
bei der Erledigung des
Haushalt
s
noch
verbleibenden Ressourcen und der regelmässigen Treffen mit Kollegen
zu verneinen
.
Auch k
örperlich objektivierbare Begleiterkrankungen w
urden nicht diagnostiziert. An
Therapien
sind zwar die verschiedenen stationären Aufenthalte aktenkundig sowie der Besuch von Gesprächstherapien in der Tagesklinik der
C._
und
bei
Dr.
B._
, doch gehen dabei - mit Ausnahme der Anpassung der Medikation - kaum unterschiedliche Ansätze oder die konsequente Durch- und Weiterführung der Therapien hervor, und angesichts der subjektiven Krankheitsüberzeugung und fehlenden Motivation erscheint auch die kooperative Haltung des Be
schwerdeführers als fraglich. Insgesamt
vermögen
damit die
genannten Beein
träch
tigungen keine versicherungsrelevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
5.
7
Zusammenfassend
vermögen die gegen das
Z._
-Gutachten mit ergänzender Stellungnahme
(vorstehend E. 4,6, E. 4.9)
vorgebrachten Einwände und die ab
weichenden ärztlichen Einschätzungen nicht zu überzeugen
, weshalb auf
die im Gutachten des
Z._
erfolgte Beurteilung (vorstehend E. 5.3)
abzustellen ist.
6.
Beim Einkommensvergleich erweist sich d
ie Berücksichtigung eines
Leidens
abzugs
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
8)
als nicht angezeigt,
womit
aus einem
Prozentvergleich
in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2)
aufgrund der
festgestellten
Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von 80
%
in angestammter und behinderungsangepasster Tätig
keit
(vorstehend E. 5.3)
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad
von 20
%
resultiert
.
7
.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG) und auf
Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
m
Beschwerde
führ
er aufzuerlegen
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen
.