# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 44dbdd33-277b-4a9d-8731-87b72d3b4d0e
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Mit Zahlungsbefehl Nr. [...] des Betreibungsamtes Q. vom 22. November
2021 betrieb der Kläger die Beklagte für den Betrag von Fr. 126.05 nebst
Zins zu 2.5 % seit 10. November 2021 ("Rest Steuern + Zinsen Kantons-
steuer 2019"), Fr. 51.65 ("Verzugszinsen berechnet bis 09.11.2021") und
Zahlungsbefehlskosten von Fr. 33.30.
Die Beklagte erhob Rechtsvorschlag.
2.
2.1.
Am 16. März 2022 beantragte der Kläger beim Bezirksgericht R. die defini-
tive Rechtsöffnung für Fr. 52.10 ("Rest Nebenkosten und Zinsen"), unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen.
2.2.
In ihrer Stellungnahme vom 12. April 2022 beantragte die Beklagte sinnge-
mäss die Abweisung des Rechtsöffnungsbegehrens.
2.3.
Der Kläger erstattete am 25. April 2022 (italienisch) bzw. am 4. Mai 2022
(Eingang bei der Vorinstanz [deutsch]) eine Stellungnahme.
2.4.
Mit Entscheid vom 2. August 2022 erkannte das Bezirksgericht R., Präsi-
dium des Zivilgerichts:
"1.
Das Rechtsöffnungsgesuch wird abgewiesen.
2.
Die Entscheidgebühr von Fr. 60.00 wird der Gesuchstellerin auferlegt und
mit ihrem Kostenvorschuss in der gleichen Höhe verrechnet.
3.
Die Parteikosten werden wettgeschlagen."
Dieser Entscheid wurde dem Kläger am 3. August 2022 zugestellt.
3.
3.1.
Der Kläger richtete am 4. September 2022 eine Eingabe an das Bezirksge-
richt R. mit im folgendem Inhalt:
- 3 -
"SOLLECITIAMO LA DOMANDA DI RIGETTO DELL'OPPOSIZIONE DEL
16.03.22
N. ESECUZIO E: [...]
DEBITORE: B.
[...]
[...]
[...]
CREDITO: IMPOSTA CANTONALE 2019"
3.2.
Die Eingabe wurde vom Bezirksgericht R. an das Obergericht übermittelt.

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Wird eine Beschwerde versehentlich beim erstinstanzlichen Gericht (iudex
a quo) eingereicht, hat dieses das Rechtsmittel unverzüglich an die zustän-
dige Rechtsmittelinstanz weiterzuleiten (BGE 140 III 636 E. 3.7). Die Vor-
instanz hat entsprechend die Eingabe des Klägers vom 4. September 2022
mit Schreiben vom 9. September 2022 an das Obergericht übermittelt. Der
Kläger ist der Aufforderung des Obergerichts, einen Kostenvorschuss zu
leisten, nachgekommen und hat damit nicht in Abrede gestellt, dass die
Eingabe vom 4. September 2022 als Beschwerde gegen den Entscheid
vom 2. August 2022 zu verstehen ist.
2.
2.1.
Die Beschwerde gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen
Rechtsöffnungsentscheid (Art. 251 lit. a ZPO) ist bei der Rechtsmitte-
linstanz innert 10 Tagen seit der Zustellung des begründeten Entscheids
schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO).
Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses aus-
gelöst werden, beginnen mit dem folgenden Tag zu laufen (Art. 142 Abs. 1
ZPO). Zur Wahrung der Frist müssen Eingaben spätestens am letzten Tag
der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-
schen Post übergeben werden (Art. 143 Abs. 1 ZPO).
2.2.
Der Entscheid vom 2. August 2022 wurde dem Kläger am 3. August 2022
per Post zugestellt (act. 30). Die Beschwerdefrist von 10 Tagen begann am
4. August 2022 zu laufen (Art. 142 Abs. 1 ZPO). Der letzte Tag der Frist
- 4 -
(13. August 2022) fiel auf einen Samstag, weshalb die Frist am nächsten
Werktag endete (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Der Montag, 15. August 2022, war
ein vom aargauischen Recht anerkannter Feiertag (Mariä Himmelfahrt
[§ 21 EG ZPO]), weshalb die Beschwerdefrist am 16. August 2022 endete.
Die Beschwerde des Klägers datiert vom 4. September 2022 und ging bei
der Vorinstanz am 8. September 2022 ein. Bei der Beschwerdeeinreichung
war die Beschwerdefrist somit abgelaufen. Auf die Beschwerde ist nicht
einzutreten.
3.
Selbst wenn die Beschwerde fristgerecht eingereicht worden wäre, könnte
auf diese aus den nachfolgenden Gründen nicht eingetreten werden.
3.1.
Mit der gegen Rechtsöffnungsentscheide gegebenen Beschwerde
(Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO) können die unrichtige Rechts-
anwendung sowie die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver-
haltes geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde ist schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). Damit die Be-
schwerde dem Begründungserfordernis genügt, muss sie sich mit dem Ent-
scheid der Vorinstanz auseinandersetzen (KUNZ, in: ZPO-Rechtsmittel Be-
rufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Basel
2013, N. 39 zu Art. 321 ZPO). Es ist konkret aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid fehlerhaft ist. Blosse Verweise auf die Vorakten
oder ganz allgemein gehaltene Kritik genügen nicht. Genügt eine Be-
schwerde diesen Begründungsanforderungen nicht, ist keine Nachfrist zur
Verbesserung anzusetzen, sondern auf die Beschwerde ist nicht einzutre-
ten (vgl. SUTTER-SOMM/SEILER, in: Handkommentar zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2021, N. 14 und 16 zu Art. 321
ZPO).
3.2.
In der Beschwerde führt der Kläger einzig aus, dass er am Rechtsöffnungs-
begehren festhält. Die Beschwerde enthält aber keinerlei Begründung und
keine Auseinandersetzung mit dem Entscheid der Vorinstanz. Auch aus
diesem Grund wäre somit nicht auf die Beschwerde einzutreten.
4.
Die Rechtsmittelinstanz stellt der Gegenpartei die Beschwerde zur schrift-
lichen Stellungnahme zu, es sei denn, die Beschwerde sei offensichtlich
unzulässig oder unbegründet (Art. 322 Abs. 1 ZPO). Vorliegend ist die Be-
schwerde offensichtlich unzulässig. Auf die Zustellung zur Stellungnahme
an die Beklagte wurde deshalb verzichtet.
- 5 -
3.
Die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 90.00 (Art. 48 GebV SchKG i.V.m.
Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG) ist ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen
(Art. 106 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO). Der Beklagten ist im ober-
gerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen, so dass ihr keine Partei-
entschädigung zuzusprechen ist.