# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 33788ec5-51b0-42ce-8b39-b988ae8f63db
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963 (Urk.
8
/
10
), absolvierte in Deutsch
land eine Ausbildung zur Physiotherapeutin (Urk.
8
/66/4).
Im September 2008 meldete sie sich e
rstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/9).
Diese
sprach
i
hr
mit Verfügung vom 9. Dezember 2010
infolge
einer depressiven Störung (vgl.
Urk.
8/46/5)
eine befristete
Viertelsrente
für den Zeitraum
vom
1.
April 2009 bis
3
0.
September 2010 zu (Urk.
8
/62 und
8
/53).
Auf das
nach
folgende Leistungsbegehren der Versicherten vom 2
5.
September 2012 (Urk.
8
/66)
trat die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
1.
November 2012
nicht ein.
D
en Entscheid begründete
sie mit der fehlenden Glaubhaftmachung einer wesentlichen Änderung der Tatsachen
seit der letzten Rentenverfügung
(Urk.
8
/70).
1.
2
Im April 2013 (
Urk.
8/76) ging bei der Invalidenversicherung eine
Neuanmeldung
der Versicherten
wegen
Schulter-, Kehlkopf-, Rücken- und Gesichtsbeschwerden
ein
(Urk.
8
/74).
Nach ersten
Abklärungen auferlegte
ihr
diese
m
it Schreiben vom 19. Dezember 2013 eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer sechs
mona
tigen fachärztlichen psychologischen Behandlung (Urk.
8
/98) und gab alsdann
ein internistisches, neurologisches, orthopädisches und psychiatrisches Gut
achten bei der
Y._
in Auftrag, das vom 12. April 2016 datiert (Urk.
8
/141). Gestützt auf die diesbezügliche Stellungnahme
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD
;
Urk.
8
/142/8-10) auferlegte
die IV-Stelle
der Versicherten am 22. April 2016
neu
eine Schadenminderungspflicht
im Sinne
eines
ein- bis dreimonatigen
Medikamentenentzugs (Urk.
8
/143)
. Mit Vorbescheid
gleichen Datums
kündigte sie
ihr
überdies
die Verneinung eines Rentenanspruchs an (Urk.
8
/144). Gegen beides erhob die Versicherte Einwand (Urk.
8
/145). Am 8. Juni 2016 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (Urk.
8
/148).
Mit Urteil IV.2016.00867 vom 2
9.
März 2018 hiess das Sozialversicherungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten
(
Urk.
8/150
und 8/155
)
in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach Einholung eines neuen neurologisch-orthopädischen Gutachtens neu über den Rentenanspruch verfüge (
Urk.
8/172 ff., insbesondere S. 8/172/18 f.).
1.3
In der Folge ersuchte
die IV-Stelle
die behandelnden Ärzte wiederholt, Verlaufs
berichte einzureichen
(vgl. insbesondere
Urk.
8/194/1; aktuelle Kranken
geschichte
Urk.
8/191).
Im Juni 2019
beauftragte sie
schliesslich die
Z._
mit einer
bidisziplinären
Begutachtung der Versicherten.
Das Gutachten samt
interdisziplinärer Gesamtbeurteilung
wurde von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Neurologie, und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am
9.
September 2019
erstattet
(
Urk.
8/200).
In
seiner
Stellungnahme
vom 30.
September 2019 erachtete der RAD das Gutachten als schlüssig und empfahl darauf abzustellen (
Urk.
8/201/4 f.).
Gegen die m
it Vorbescheid vom
2.
Dezember 2019
in Aussicht gestellte Ve
rneinung eines
Leistungsanspruchs gegenüber der Invaliden
versicherung (
Urk.
8/202)
erhob die Versicherte
Einwand (
Urk.
8/205)
und
legte eine Stellungnahme ihres Hausarztes bei (Urk. 8/204).
Die IV-Stelle holte eine weitere
Stellungnahme des RAD
ein
(
Urk.
8/207/2)
, bevor sie
am 13. Februar 2020 wie angekündigt verfügte
(
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung richtete sich das Schreiben der Versicherten vom 1
3.
März 20
20
betreffend «Widerspruch/Beschwerde» (
Urk.
1), das a
m 1
7.
März 2020
bei der IV-Stelle einging (vgl.
Aktenverzeichnis Verwaltungsakten,
Dok
-
Eing
-Datum
von
Urk.
8/
210)
. Darin beantragte
die Versicherte
sinngemäss
,
den Entscheid
auf
zuheben und nach weiteren Abklärungen neu über ihren Rentenspruch zu verfügen (
Urk.
1).
Mit
Schreiben vom 25. März 2020
teilte ihr die IV-Stelle
mit, dass sie am beanstandeten Entscheid festhalte und
ihr Schreiben als
Beschwerde an das zuständige
G
ericht überweise
n werde
(
Urk.
5).
Die
Ü
berweisung ans Sozialversicherungsgericht des Kantons Züric
h erfolgte mit Schreiben vom 3.
April 2020 (
Urk.
4).
In der Beschwerdeantwort vom
2
0.
Mai 2020
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
7
). Mit Eingaben vom
2
6.
Mai 2020
(
Urk.
9
)
und
2
8.
Mai 2020 (
Urk.
11)
reichten die Parteien weitere Arzt
berichte ein (
Urk.
10/1-2 und 12),
die
der jeweiligen Gegenpartei mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2020 zur Stellungnahme zugestellt wurden (
Urk.
13). Während die Versicherte die Frist ungenutzt verstreichen liess,
reichte die
IV-Stelle
eine kurze Stellungnahme, datiert vom
8.
Juli 2020
, ein
(Urk.
15)
, welche
der Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2020 zur Ken
nt
nis gebracht
wurde (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
D
ie Sache wurde zuletzt mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.
2016.00867
vom
2
9.
März 2018
, Dispositivziffer 1, an die Beschwerdegegnerin zurück
gewiesen, damit diese
nach Einholung eines neuen Gutachtens über den
Renten
anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge (
Urk.
8/
172/19
). Dabei wurden den Parteien die
vorliegend
relevanten
rechtlichen Grundlagen
im Zusammenhang mit der Prüfung eines erneuten
Rentenanspruch
s
der Beschwerdeführerin
nach Auslaufen der befristeten Rente am 3
0.
September 20
1
0 erläutert (
vgl. dazu E. 1,
Urk.
8/172/3 f.
; E. 3.1,
Urk.
8/172/6
; E. 4.
2
,
Urk.
8
/172/9
; E. 4.4.5,
Urk.
8/172/12
)
. Darauf wird verwiesen. Soweit erforderlich
, finden sich in den nachstehenden Erwägungen jeweils spezifische Ergänzungen
.
2.
2.1
In materieller Hinsicht hielt
das Sozialversicherungsgericht im obgenannten Rückweisungsentscheid
fest, dass die IV-Stelle auf die Neuanmeldung eingetreten sei
.
Es sei somit
in analoger Anwendung der für die Rentenrevision geltenden Regeln eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu prüfen
,
wobei die letzte
,
auf einer materiellen
Anspruchsprüfung
beruhende
Verfügung vom
9.
Dezember 2010 den Ausgangspunkt bilde
(vgl. E. 3.1,
Urk.
8/172/6)
. Die Zusprechung der befristeten Rente sei
damals
wegen ei
ner depressiven Störung erfolgt
(vgl. E. 3.2,
Urk.
8/172/6 f.)
2.2
A
lsdann setzte sich das Gericht eingehend mit dem Gutachten
der
Y._
vom 1
2.
April 2016
(
Urk.
8/141)
auseinander. Es fasste dessen Inhalt zusammen (E. 3.3,
Urk.
8/172/7 f.) und stellte hernach unter Einbezug der übrigen medizinischen Akten
im Wesentlichen
fest,
dass sich keine Anhaltspunkte für eine mögliche Arbeitsunfähigkeit aus internis
tischer
(vgl. E. 4.3,
Urk.
8/172/9 f.)
oder
psychiatrischer Sicht ergäben. Fachärztlich sei der Beschwerdeführerin nur bis Dezember 2011 und von Januar bis Juni 2014 eine psychisch bedingte Arbei
tsunfähigkeit attestiert worden.
Ein
massgeblicher
Leidensdruck sei weder behandlungsanamnestisch ausgewiesen
,
noch mit der gezeigten
guten Bewältigung des
Alltags vereinbar. Zudem sei die depressive Symptomatik jeweils durch eine
akute
Belastungssituation ausgelöst
worden und bei fachärztlicher Behandlung innert kurzer Zeit wieder abgeklungen. Dementsprechend hätten Gutachter und Behandl
er
einen direkten Einfluss der psychosozialen Faktoren bejaht
(vgl. E. 4.4,
Urk.
8/172/010 f.).
Hinsichtlich der orthopädischen Begutachtung
habe
die Beschwerdeführerin nicht
bestritten
, dass ihr trotz des eingeschränkten Belastungsprofils ein genügend breites Spektrum an physiotherapeutischen Arbeiten
offenstehe
, um
ihren
Beruf weiter auszuüben.
Aus fachärztlicher Sicht sei ihr für die Armbeschwerden keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die
bis Beginn des Gerichtsverfahrens
fehlende Inan
spruchnahme einer Behandlung
und
das Arbeiten
ganztags würden ihre Schmerzangaben zudem
relativier
en
.
Zu beanstanden sei, dass sich die Gut
achter nicht mit der
wiederholt thematisierten
Impingement
-Symptomatik aus
einandergesetzt
hätten, inde
ssen
würden die objektiven Befunde
bisher nur
ein
e Verdachtsdiagnose erlauben (
vgl.
E. 4.5,
Urk.
7/172/13 f.).
Zu wenig schlüssig seien die
Schlussfolgerungen im neurologischen
Teil
gutachten
. Es sei unklar, ob bereits eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe respektive mit medizinischen Massnahmen erreicht werden könne.
Dabei sei
im Bericht der
C._
auch
auf gute
Copingstrategien
der Beschwerdeführerin bei Schmerzen hingewiesen worden,
wobei
die
Beschwerdeführerin
–
wenn auch
ohne fachärztliche Begleitung – bereits mit
Triptane
n
behandelt werde und selbständig physiotherapeutische Übungen durchführe.
Weiter habe d
ie
begutachtende Neurologin
weder eine Migräne an mehreren Tagen pro Monat in Abrede gestellt, noch konkret dargetan oder nachgewiesen, inwiefern ein Über
gebrauch von Medikamenten bestehe (vgl. E. 4.6,
Urk.
8/172/16 f.).
2.3
Das Gericht kam zum Schluss,
bei der gegenwärtigen Aktenlage seien das inter
nistische und das psychiatrische Teilgutachten in sich schlüssig und stünden mit den Akten im Einklang. Aus orthopädischer Sicht seien gewisse schmerzbedingte Einschränkungen des Belastungsprofils bildgebend nachgewiesen. Nicht zu über
zeugen vermöchten indes die Schlussfolgerungen in der neurologischen Begutachtung, wobei eine Wechselwirkung zwischen den aus orthopädischer Sicht festgestellten Beeinträchtigungen und den aus neurologischer Sicht derzeit nicht auszuschliessenden Beeinträchtigungen möglich bzw. wie üblich eine Gesamtwürdigung der Beschwerden erforderlich sei (vgl. E. 4.7,
Urk.
8/172/18).
3
.
3
.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin
, es
könne
voll
um
fänglich auf das neue Gutachten
der
Z._
abgestellt werden
.
Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei nur geringfügig um 10
%
eingeschränkt, was
keinen
Rentenanspruch begründe
. Die nachgereich
ten Berichte würde hieran gemäss RAD nichts ändern
(vgl.
Urk.
2)
.
3
.2
Die Beschwerdeführerin hielt
demgegenüber
dafür, der Sachverhalt sei nach ihren Einwänden im
Vorbescheidverfahren
nicht sorgfältig
weiter
abgeklärt worden. Insbesondere seien ihre Ärzte nicht erneut befragt und ihre aktuelle
n Ein
kommensverhältnisse nicht erfragt
worden. Aufgrund ihres Zustandes müs
se sie viele Patienten ablehnen. Sie könne die Anschrift vieler Patienten bekannt geben, die ihre Situation jahrelang verfolgt hätten (vgl.
Urk.
1).
Im
Vorbescheidverfahren
hatte die Beschwerdeführerin moniert, dass im neuen Gutachten ein höheres Gewichtslimit festgestellt worden sei. Zudem könne sie unter Belastung keine Rotationsbewegung tätigen, ohne dass die linke Schulter schmerze. Selbst einfache Bewegungen ohne Lasten seien schmerzhaft und würden ihre Arbeit beeinträchtigen, den
n
Physiotherapeutin sei eine körperlich
schwere und anspruchsvolle Tätigkeit. Eine Schulter rotiere immer bei sämtlichen Bewegungen. Die Schultermuskulatur sei nämlich nicht nur aktiv, wenn man die Schulter bewege (
Urk.
8/206/1 f.).
4.
4.1
Der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des neurologisch-orthopädischen Gut
achtens der
Z._
vom
9.
September
2019 ist als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine geringe Funktionsstörung des linken Schultergelenkes bei Schulterengpass (
Impingement
) und Partialläsion des
Musculus
subscapularis
links zu entnehmen.
Als ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit beurteilt wurden eine Migräne mit Aura, ein episodischer Spannungs
kopfschmerz, ein muskulär kompensierter K
n
ick-Senkfuss links und eine
vorübergehende Funktionsstörung des unteren Rückens und der unteren Hals
wirbelsäule bei
chirodiagnostisch
nachweisbarer
Blockierung
(
Urk.
8/200/9).
Retrospektiv nicht mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verifizieren liessen sich die
vormals
im Gutachten der
Y._
gestellte
n
Verdachtsdiagnose
n
eines
chronische
n
Kopfschmerz
es
bei Medikamentenübergebrauch
, zumal die damals begutachtende Neurologin den Sachverhalt zu wenig erfragt und den Medikamentenspiegel nicht bestimmt
habe
,
und
eines
Harlekin-Syndrom
s
(
Urk.
8/200/5
f
.
).
4.2
Dazu
erläuterten die Gutachter
,
die
Beschwerdeführerin habe berichtet, nach selbständiger Reduktion der angeblich täglich einge
n
ommenen Schmerz- und Migränemittel seit Ende 2017 monatlich nur noch ein bis zwei Attacken einer Migräne oder eines
Spannungskopfschmerzes zu haben. Diese seien im Falle einer stärkeren Migräne
maximal von zweitägiger Dauer. Objektivierbare neurologische Ausfälle seien weder in den aktenkundigen Voruntersuchungen noch
aktuell
feststellbar gewesen. Die dreimalige MR-Untersuchung des Schädels sei ebenfalls ohne pathologischen Befund geblieben.
Auch im Hinblick auf die sich durch die Akten ziehende Diagnose einer
Distorsion der
Halswir
belsäule
(HWS) seien weder klinisch noch in der damaligen MRI strukturelle traumatische Läsionen objektivierbar
(ferner
Urk.
8/200/7:
auch
keine Wurzelkompression nachweisbar)
. Die sporadisch auftretende Sensibilitätsstörung im Gesicht trete nach Angaben der Beschwerdeführerin nur sehr selten, teils
mit
mehrmonatigen Abstä
nden
auf und halte dann nur für ein bis zwei Stunden an
(
Urk.
8/200/6
f.
).
Auf fachorthopädische
m
Gebiet
bekannt
sei
en
eine sog
enannte
Engpasssituation am linken Schultergelenk (Outlet
Impingement
) sowie eine geringe Verschleiss
erkrankung der Schulterdrehmanschette mit kleiner Teilläsion
des Oberrandes der vorn am Schultergelenk gelegenen Unterschulterblattsehne. Die Behandlung sei
bislang konservativ mit physiotherapeutischen Anwendungen erfolgt. Be
i der aktuellen Untersuchung habe sich
die
Bemuskelung
beider Arme seitengleich
gezeigt
, so dass keine wesentliche Schonung der linken oberen Extremität
im Alltag vorliegen könne.
Reproduzierbar seien Schulterengpasszeichen links bei schmerzhaftem Bogen beim aktiven Anheben des gestreckten linken Armes gegen Widerstandsgabe durch den Untersucher. Eine Instabilität des linken Schulter
gelenks liege nicht vor
; auch hätten be
deutsame, dem Alter vorauseilende Verschleissveränd
erungen
kernspintomografisch mehrfach ausgeschlossen werden können. Die im MRI nachgewiesene Partialläsion der Unterschulter
blattseh
n
e
sei ohne klinische Bedeutung und werde bei der Diagnose nur der
Vollständigkeit halber erwähnt.
Der geringfügige Knicksenkfuss sei muskulär vollkommen kompensiert und der optimal angepassten orthopädischen Einlagenversorgung sehr gut zugänglich (
Urk.
8/200/6 f.).
H
insichtlich Kopfschmerzen und Schulterbeschwerden könnten
also
anhand der aktuellen Begutachtung nachvollziehbare Diagnosen gestellt werden. Von Seiten des linken Fusses ergebe sich keine Behinderung bei der Tätigkeit als Physio
therapeutin. Die weiteren
,
genannten
polytopen
Beschwerden seien einvernehmlich mit der aktuellen Einschätzung der behandelnden Neurologin
Dr.
med.
D._
(nachgeforderter Bericht vom 1
2.
Juli 2019) nicht organisch-neurologisch erklärbar (
Urk.
8/200/9).
4.3
Zur Arbeitsfähigkeit schlussfolgerten die Gutachter
, auf neurologischem Gebiet seien lediglich punktuelle, tageweise Einschränkungen der Leistungsfähigkeit durch Kopfschmerzen zu erwarte
n
. Es handle sich jeweils um in aller Regel medikamentös gut behandelbare primäre Kopfschmerzformen mit hoher Spontanprävalenz in der Normalbevölkerung, die k
eine dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen würden (
Urk.
8/200/9
f.
).
Orthopädischerseits
resultiere in der angestammten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 10
%
seit dem 2
4.
September 2012, dem Datum des
MRI der linken Schulter mit Nachweis einer Sehnenläsion und
eines
Outlet
Impingement
links. So würden
bei der physiotherapeutischen Tätigkeit
in geringem Umfang auch Überkopfarbeiten anfallen,
weshalb
eine 10%ige Einschränkung der Leistung bei voller zeitlicher Präsenz
bestehe
(
Urk.
8/200/10)
. Es stünden keine Massnahmen zur Verfügung, um die Arbeitsfähigkeit von 90
%
zu steigern
(
Urk.
8/200/
11
)
.
Eine darüber
hinausgehende Limitation der beruflichen Einsetzbarkeit der Beschwerdeführerin sei angesichts der ansonsten sehr guten Schulterfunktion links
(vgl. auch
Urk.
8/200/50: keine Kraftminderung, Bewegungseinschränkung oder Muskel
minderung in der klinischen Untersuchung)
nicht plausibel begründbar (
Urk.
8/200/8).
Eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit sollte keine
Überkopftätigkeiten und kein Hebe
n und Tragen von Lasten über 15
kg beinhalten. In einer derartigen Tätigkeit
wäre
die Beschwerdeführerin seit jeher voll arbeitsfähig (
Urk.
8/200/10).
Im Übrigen wies der begutachtende Orthopäde in seinem Gutachten darauf hin, dass in Ergänzung zum Vorgutachten sowohl für die damalige wie auch die heutige Einschätzung der beruflichen Einsetzbarkeit das Engpasssyndrom ausschlaggebend sei (vgl.
Urk.
8/200/52).
5
.
5
.1
Das Gutachten der
Z._
beruht im Sinne der vom Bundes
gericht postulierten beweisrechtlichen Anforderungen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c) auf allseitigen Untersuchungen
und setzt sich mit den geklagten Beschwerden sowie den wes
entlichen
Vorakten
auseinander.
Wie die
vorstehende Zusammenfassung zeigt
, nahmen
die Gutachter
i
m Rahmen einer
Gesamtw
ürdigung der klinischen Befunde, Bilddokumente und subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
(
vgl.
Urk.
8/200/27
und 8/200/45
)
ausführlich
zu den
massgeblichen
(vgl.
Urk.
8/200/28 unten)
Schulter-
,
Fuss
-
und Kopf
beschwerden
Stellung. Dabei beseitigten sie
die
Lücken und Ungereimtheiten
in der Begründung des Vorgutachtens, die zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin geführt hatten.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
haben i
hre medizinischen Überlegungen
sowie die
daraus gezogenen
Schlussfolgerungen
detailliert,
nachvollziehbar
und
einleuchtend
begründet
.
5
.
2
5.2.1
Was die Beschwerdeführerin dagegen
in der Beschwerde
einwendete
,
überzeugt nicht.
Einerseits hat die Beschwerdeführerin – wenn auch erst im Nachgang zur Begutachtung –
selbst Berichte ihrer behandelnden Ärzte eingereicht (zu diesen vgl. E. 5.4 und 5.5). Andererseits ist eine
Fremdanamnese
zwar häufig wünschenswert, ind
es nicht zwingend erforderlich.
Besondere Gründe, weshalb vorliegend
(
weitere
)
fremdanamnestische Auskünfte
bei den
sie
behandelnden
Ärzten
oder ihren
Patienten
einzuholen
sind
, werden
von der Beschwerdeführerin
nicht
hinreichend
substantiiert vorgebracht und sind aufgrund der weitestgehend stimmigen medizinischen
Vorakten
, insbesondere der
klaren
Befunde,
auch
nicht ersichtlich (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
9C_
395/20
16 vom 25. August 2016 E. 4.1).
Der
begutachtende Orthopäde
hielt
denn auch
explizit
fest, dass Angaben von Drittpersonen
bzw.
eine Fremdanamnese vorliegend nicht weiter
führend sei
en
(
Urk.
8/200/50).
5.2.2
Konkret tat die
Beschwerdeführerin
in der Beschwerde
nicht dar, welche Befunde oder Funktionseinschränkungen
in den Begutachtungen
bislang
übersehen wurden und
eine höhere, als die
von den Gutachtern
attest
ierte Arbeits
unfähigkeit von 10
%
als Physiotherapeutin
zu begründen vermöchten.
Ihre A
usführungen zur Anatomie der Schulter
im
Vorbescheidverfahren
sind allgemeiner Natur und zeigen
ebenfalls
keinen konkreten, weiteren medizinischen Abklärungsbedarf auf
(vgl. Urk. 8/205/2).
Die in den bildgebenden Verfahren schon vor Jahren
konkret
nachgewiesene
Partialläsion des
Musculus
subscapularis
wurde
nämlich
in beiden orthopädischen Begutachtungen berücksichtigt (vgl. E. 4.2 und
Urk.
8/172/13).
Zum
im
Vorbescheidverfahren
ebenfalls
monierten Umstand, dass im aktuellen Gutachten ein Limit von 15 kg für das Heben und Tragen von Gewichten gegen
über einem solchen von 10 kg im
vorangehenden Gutachten
festgelegt wurde
,
äusserte
sich
der RAD-Arzt
Dr.
E._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
gegenüber
der Sachbearbeiterin
der Beschwerdegegnerin
,
wie folgt: D
ie 15 kg würden im Ermessen des Gutachters liegen; der begutachtende Neurologe habe Bezug auf die von ihm beschriebene Schulterproblematik genommen und die Aktenlage, insbesondere die Testung mit 10 kg im Gutachten der
Y._
, berücksichtigt und deshalb nicht auf eine quantitative Einschränkung geschlossen (vgl. Urk. 8/207/2).
Es stellt sich
folglich
das gängige Problem, dass zwischen ärztlicher Diagnose und attestierter Arbeitsunfähigkeit letztlich auch bei somatisch dominierten Leiden keine Korrelation besteht, weshalb die medizinische Folgenabschätzung notwendigerweise eine hohe Variabilität auf
weist und unausweichlich Ermessenzüge trägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1).
Der RAD–Arzt beurteilte die
Diskrepanz
von 5 kg
ohne weiteres als
vertretbar
.
Darüber hinaus
lag das Augenmerk
bei
m
gutachterlichen Belastungsprofil
auf den
Überkopfarbeiten
. Das Gewichtslimit führte weder
in der aktuellen noch der vorangehenden gutachterlichen Einschätzung
zu
einer
Einschränkung
der
zumut
baren Arbeitsleistung
in zeitlicher Hinsicht.
D
ie Beschwerdeführerin
selbst gibt spontan
e
Schmerzen selbst im Ruhezustand an
, räumte aber ein,
dass die Kraft
letztlich
vorhanden und gut sei
(
Urk.
8/200/45).
5.2.3
Zum Nachweis eines invalidisierenden Leidens respektive einer
höheren
Arbeits
unfähigkeit untauglich sind d
ie in der Beschwerde erstmals offerierte Befragung
von
Patienten
oder auch d
as
Erfrag
en
der
aktuellen
Einkünfte
der Beschwerde
führerin
. So kann
aus Terminabsagen und
Einkommenseinbussen
nicht
unbesehen der
medizinischen
Befunde
auf starke Schulterbeschwerden geschlossen werden. Dies würde selbst dann gelten, wenn die Beschwerdeführerin überhaupt nicht mehr arbeiten würde. Es kommt hinzu, dass bei diesen beiden
Aspekten auch zahlreiche, aus Sicht der Invalidenversicherung unbeachtliche Faktoren
wie etwa das eigene Freizeitbedürfnis, die Kinderbetreuung, psychische Beschwerden als direkte Folge einer psychosozialen Belastungssituation
,
die
Auf
tragslage (vgl. etwa
Urk.
8/118)
oder
die beantragte
Berentung
hineinspielen
können
.
Im Übrigen hat es die Beschwerdeführerin selbst zu verantworten, dass ihre Einkommensverhältnisse nicht restlos geklärt sind, zumal sie dazu aufgefordert wurde, diese zu belegen und innert
erstreckter
Frist einzig das Barcodeblatt der Steuererklärung 2016 einreichte (vgl.
Urk.
8/174/1, 8/177 und 8/179-182)
5.3
Hervorzuheben ist
deshalb
vielmehr
, dass
die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
,
einschliesslich
des von ihnen definierten
Belastungs
p
rofils, mit den
relevanten
fachärztlichen Einschätzungen in den
Vorakten
gut vereinbar
ist
. Es bestehen
keine
Divergenzen
, die auf eine weitaus stärker
e
–
als die gutachterlich festgestellte
–
quantitative oder qualitative Einschränkung der Leistungsfähigkeit als Physiotherapeutin hinweisen würden.
So kamen auch die Gutachter der
Y._
vom
12. April 2016
letztlich zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils zu 100 % als Physiotherapeutin arbeitsfähig sei. Als nicht mehr zumutbar erachteten sie hierbei das Heben und Tragen von schweren Lasten über 10 kg links, das Hantieren mit schweren, vibrierenden oder schlagenden Instrumenten wie auch Arbeiten verbunden mit langen Hebelarmen links sowie überwiegend Überkopf
arbeiten links (vgl.
Urk.
8/141/31). Im Bericht der
F._
,
Abteilung
Orthopädie, vom 1
2.
Dezember 2012 wurde bei klinisch eindeutigen Zeichen eines
Impingementsschmerzes
mit Reizung der Bursa
subacromialis
explizit fest
gehalten, dass keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 8/85/17 f.). Implizit eine volle Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht ergibt sich aus dem von den Gut
achtern beigezogenen Bericht der Neurologin
Dr.
med.
D._
, vom 1
2.
Juli 201
9.
Diese konnte bei unauffälligem Untersuchungsbefund und fehlendem pathologischen Befund im aktuellen MRI des Kopfes keine Anhaltspunkte für eine somatische neurologische Erkrankung finden (vgl. Urk. 8/200/58 f.).
5.4
5.4.1
Die
nachgereichten
Berichte
von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vermögen daran nichts zu ändern. Es fällt vorab auf, d
ass die Beschwerdeführe
rin die Behandlung bei
ihm
erst
am
1.
Juni 2016 aufnahm, nach
dem sie aufgrund des Gutachtens der
Y._
(
Urk.
8/141) sowie des Vor
bescheids vom 22. April 2016 mit einer Verneinung des Rentenanspruchs rechnen
musste (
Urk.
10/1-2
Ziff.
1.1).
5.4.2
Seine
Arztsekretärin führte im
an die Beschwerdeführerin gerichteten
E-Mail vom 2
5.
Mai 2020
sodann
aus, anbei sei der angepasste
Eintrag in
der
Kranken
geschichte vom 5. Mai 202
0.
Sie hoffe, es sei so ok für sie. Im Eintrag konstatierte
Dr.
G._
, die Beschwerdeführerin habe
eine gute Beweglichkeit der Schulter, doch es bestehe eine Schwäche, vor allem beim Heben von Gewichten.
Auch bei Rotationen etwa 90
° Abduktion bestehe eine Schmerzhaftigkeit
. Es bestünden Ruheschmerzen und Schmerzen p
rinzipiell
bei allen Bewegungen, vor allem bei Belastung mit Gewichten bzw. Ausführung von Druck.
Die Beschwerdeführerin
erreiche momentan etwa eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Gewisse Patienten mü
sste sie an sich ablehnen
, therapiere diese aber mittlerweile mit Schmerzen.
Das
Heben von Gewichten von max. 5 kg scheine ihm teilweise, wenn auch ni
cht repetierbar, entsprechend.
Momentan habe die Beschwerdeführerin immer noch Migräneattacken, die teilweise sicher mit der Schulterproblematik zusammen
hängen würden.
Die nächste
Kontrolle sei in spät
estens zwei Monaten geplant. Es folge
gelegentlich eine Standortbestimmung mittels
Arthro
-MRI.
Es
sei
ihr
Novalgin
abgegeben worden (
Urk.
12).
D
amit wieder
g
ab
Dr.
G._
im Wesentlichen die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, ohne diese kritisch – etwa im Hinblick auf die objektiven Befunde, die
geringe
Behandlungsintensität oder die gute Alltagsbewältigung
(z.B.
Urk.
10/1-2
Ziff.
4.5: Haushalt knapp selbständig
erledigbar
)
–
zu hinter
fragen und
würdigen. Soweit er überhaupt eine eigene medizinische Einschätzung
vornahm
,
was beispielweise auf die Arbeitsfähigkeit nicht zutrifft, bei der er bloss
die aktuelle Arbeitstätigkeit
beschr
ieb
, erfolgt
e
diese vage, ohne Begründung und sichtlich wohlwollend. Dies gilt sowohl für das Gewichtslimit von 5 kg als auch den Zusammenhang
zwischen den
Schulterbeschwerden und den ausserhalb seines Fachgebiets diagnostizierten
, im Ausmass
nicht näher bestimmten
Migräneattacken.
Obschon
Dr.
G._
über
orthopädische
Fachkenntnisse ver
fügt,
zeigte er
letztlich
keine
medizinischen
Aspekte auf,
die in den bisherigen Begutachtungen übersehen wurden.
5.4.3
D
er Formularbericht
datiert
vom 1
2.
Ma
i 2020 und muss somit
auf
derselben Konsultation wie der vorstehende Eintrag in der Krankengeschichte
basieren
, womit sich weitere Ausführungen zu den Schulterbeschwerden erübrigen
.
Es bleibt anzumerken,
dass
die Beschwerdeführerin gemäss Angaben von
Dr.
G._
nur selten Medikamente einnimmt (vgl.
Urk.
10/1-2
Ziff.
2.3) und
zumindest
in einer angepassten Tätigkeit in
einem
Büro theoretisch mehr als 50
%
arbeiten könnte
. Dass er dies unter Hinweis auf die fehlende
Ausbildung, Einstiegs
möglichkeit bzw. Vorbildung
ausschliesst
(vgl.
Urk.
10/1-2
Ziff.
4.2)
, ist wiederum Ausdruck
seines Wohlwollens und aus versicherungsmedizinischer Sicht ohne Belang.
Im Übrigen
hielt
Dr.
G._
in diesem Bericht
einen
Status nach Fussdistorsion links
fest. Als einzigen Befund gab er ein
e
Druckdolenz
im Sprunggelenk
an
.
Er
kam zum Schluss
,
die Tätigkeit als Physiotherapeutin
setze
mögliches längeres Stehen
voraus
. Hierbei
sei
die Beschwerdeführerin durch Beschwerden im linken Sprunggelenk beeinträchtigt
(vgl.
Urk.
10/1-2
Ziff.
E. 2.4
, 2.5, 3.3 und 3.4
).
Wie der
oberwähnte E
intrag zeigt, waren d
ie Fussbeschwerden bei der Konsultation
am
5.
Mai 2020
kein Thema
. Die Beschwerdeführerin beanstandete
weder im Vor
bescheid- noch im Gerichtsverfahren, dass
Dr.
B._
den Fussbeschwerden in Kenntnis
der diesbezüglichen Einträge in ihrer Krankengeschichte
(vgl.
Urk.
8/191 und 8/200/44) keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass
(vgl. E.
3
.2).
Dr.
G._
schlug ihr ferner
bereits im Oktober 2018
,
nach einer MRT-Abklärung
und weil die konservativen Massnahmen die Symptomatik nicht definitiv zu beeinflussen vermochten
,
eine operative Revision des Rückfusses vor
(vgl. E. 8/191/3)
,
die
sie
(
soweit
aus den Akten
ersichtlich
)
bis heute nicht durch
führen liess. Darüber hinaus zeigte
er ihr
schon im November 2017 die Möglich
keiten auf, den Fuss bei der Arbeit mittels Hocker zu
entlasten (vgl.
Urk.
8/191/1).
Es besteht daher kein Anlass, an der gutachterlichen Beurteilung der Fuss
beschwerden zu zweifeln.
5.5
5.5.1
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
m
ed.
H._
,
vertrat
in
seinem Bericht, datiert
vom 14.
Februar 2018
und eingegangen bei der Beschwerdegegnerin am 2
3.
Dezember 2019
(
Urk.
8/204/1-3)
,
die Auffassung, der Beschwerdeführerin sei die Tätigkeit als Physiotherapeutin seit
1.
Juni 2012 und bis auf Weiteres auf
grund ihres physischen Zustandes sowie des posttraumatischen Belastungs
syndroms mit rezidivierenden Depressionen maximal zu 50
%
zumutbar.
Sie könne weiterhin nur leichte Tätigkeiten in ihrem Beruf umsetzen. Das Heben und Tragen von Lasten über 4 kg sei zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr zumut
bar. Schmerzhaft seien nach wie vor die Rotationsbewegungen in der linken Schulter. Diesbezüglich sei die Beschwerdeführerin bei
Dr.
G._
in Behandlung gewesen und in
dessen
Praxis physiotherapeutisch behandelt worden. Nach An
gaben der Beschwerdeführerin stehe eine Operation bevor, die momentan jedoch aufgrund der hohen Franchise nicht durchgeführt werden könne. Aufgrund der linken Schulter leide sie aktuell wieder sehr stark unter Migräne. Es bestehe der Verdacht, dass sich die Schulter entzündet habe.
Die Beschwerdeführerin leide weiterhin und erneut unter depressiven Störungen, Kopfschmerzen/Migräne, Schlafstörungen, starken Gewichtsschwankungen von bis zu 10 kg, Konzentrationsstörungen und Angstzuständen. Sie neige oftmals zu manischen Depressionen und Antriebslosigkeit. Grund für die Depressionen seien der Tod des Ex-Partners und Vaters ihres Sohnes im Oktober 2016 im Gefängnis (wo er sich aufgrund ihrer Anzeige wegen häuslicher Gewalt befunden habe, weshalb sie sich nun schwerste Vorwürfe mache) sowie ihrer Mutter im Januar 201
7.
Ein weiterer Grund für ihren momentanen gesundheitlichen Zustand sei ein bei ihrem derzeitigen Partner diagnostizierter Gehirntumor. Die Beschwerde
führerin habe unter sehr starken Belastungssituationen gestanden und stehe es noch. Es sei anzunehmen, dass sich ihr Zustand durch die stetige Belastung weiterhin verschlechterte. Es sei unbedingt eine psychologische Dauertherapie anzustreben. Seit Oktober 2016 werde die Beschwerdeführerin von der
I._
kostenlos psychologisch betreut und beraten.
5.5.2
Der Bericht ist möglicherweise falsch datiert
.
Bedeutsam ist jedoch einzig, dass ih
m
nich
ts zu entnehmen
ist
, was Zweifel an
den fachärztlichen Einschätzungen der Gutachter
wecken würde
. Ohne über entsprechende Fachkenntnisse zu verfügen
oder neue Befunde zu nennen,
sprach
der Allgemeinme
d
i
ziner
von einem Gewichtslimit von 4 kg
, b
eschrieb schmerzhafte Rotationsbew
egungen
der Schulter
,
äusserte
den
blossen
Verdacht auf eine Entzündung
in der linken Schulter
und
postulierte einen
diesbezüglichen
Zusammenhang zu einer sehr starken Migräne
.
Der Aufbau des Berichts suggeriert ferner eine bevorstehende Schulteroperation. In den vorliegenden medizinischen Akten wurde indessen einzig eine
Fussoperation
thematisiert.
Bezüglich der
Fussbeschwerden
kann
alsdann
auf das
in E. 5.4.3
Ausgeführte verwiesen werden.
5.5.3
Ferner
diagnostizierte
Dr.
H._
eine
ausserhalb
seiner Kernkompetenzen liegende
manisch-depressive Erkrankung
.
Wie bereits
im Rückweisungs
entscheid IV.2016.00867 vom 29.
März 2018 erörtert,
wurden die
psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin
bisweilen
durch akute Belastungssituation ausgelöst und
klangen
bei fachärztlicher Behandlung innert kurzer Zeit wiede
r ab
(vgl. E. 4.4.5, Urk. 8/172/12)
.
Als
Ursache
der aktuellen Beschwerden
sieht
Dr.
H._
wieder
um
solch
belastende psychos
o
ziale Faktoren, nämlich
den Tod und die schwere Erkrankung nahestehender Persone
n.
Die Beschwerdeführerin machte
im Rahmen der
ergänzenden
Abklärungen
keine
psychische Beeinträchtigung
geltend
und listete – gefragt nach Ärzten, Institutionen, Spitälern etc., bei denen sie sich der
zeit in Behandlung befinde (
Urk.
8/194/1) - weder einen Psychi
ater noch einen Psychologen oder eine psychiatrische Klinik auf
(
Urk.
8/196/1).
Eine
im Bericht angetönte „psychologische“
Beratung und Betreuung durch die
I._
vermag
eine konsequente psychotherapeutische und psychopharmakologische
Therapie beim Facharzt indessen
nicht zu e
rsetzen.
Es mag
somit
allenfalls zutreffen
, dass die Beschwerdeführerin aufgrund neu auf
getretener
Belastungen
abermals
in eine depressive Krise
geriet, wie im
Bericht der
C._
vorhergesehen
(vgl. E. 4.4.2, Urk. 8/172/10).
Es fehlen aber Anhaltspunkte dafür, dass das
klinische Beschwerdebild
s
eine Erklärung nicht einzig in psychosozialen Umständen findet.
Es mangelt
vorab an einer fach
ärztlich nachvollziehbar begründeten Diagnose
.
Hinzu
kommt,
dass
ein
renten
begründende
r Invaliditätsgrad
nur anerkannt werden darf
, wenn die funk
tionel
len Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An
spruchs
grundlage im Einzelfall anhand der vom Bundesgericht definierten Standard
indikatoren
für psychische Erkrankungen
schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Beweisrechtlich entscheidend ist
dabei
der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Ein
relevanter
Leidens
druck
ist vorliegend
weder
behandlungs
an
a
m
ne
stisch
ausgewiesen, noch fand ein solcher sei
nen
Niederschlag im
gegenüber dem Gutachter
geschilderten Alltag.
Die Beschwerdeführerin verfügt über einen gut strukturierten Tag
ohne sichtliche psychisch bedingte Einschränkungen
.
Nach eigenen Angaben
verlässt
sie
kurz vor 8 Uhr das Haus und arbeitet an zwei Standorten, nämlich in
J._
und
K._
, zu insgesamt 60
%
als Physiotherapeutin. Im Laufe des Nachmittags kehrt sie nach Hause zurück, erledigt den Haushalt und hilft ihrem Sohn bei den Hausaufgaben. Ihr Hobby sind Sprachen. Um 22 Uhr geht sie zu Bett. In der Regel schläft sie 7 bis 8 Stunden, nur an 2 bis 3 Tagen pro Monat hat sie Einschlaf
störungen (vgl.
Urk.
8/200/29). Das Einkaufen übernimmt der Sohn.
Sport kann sie aufgrund
ihrer Fussbeschwerden keinen machen (
Urk.
8/200/46).
5.6
Die von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
verfassten Berichte bestätigten somit die Erfahrungstatsache,
dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Dies zeigt sich bereits im Umstand, dass beide eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50
%
postulierten, obschon die
Beschwerdeführerin in der Begutachtung angab, ihre Schmerzen würden zunehmen, wenn sie mehr als 60 % [als Physio
therapeutin] arbeite. Im Übrigen räumte diese auch selbst ein, in einer körperlich leichten, überwiegend sitzenden Tätigkeit eventuell ein höheres Pensum bekleiden zu können (vgl. Urk. 8/200/29).
Es kann somit dem RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie
,
gefolgt werden, der das
bidisziplinäre
Gutachten der
Z._
in seiner Stellungnahme vom 3
0.
September 2019 als schlüssig beurteilte und empfahl, darauf abzustellen (vgl.
Urk.
8/201/4).
Da der Anspruch auf eine Invalidenrente
einen Mindest
invaliditätsgrad von 40
%
(
Art.
28
des
Bundesgesetz
es
über die Invaliden
versicherung
,
IVG
)
voraussetzt
,
begründet die gutachterlich festgestellte
Arbeitsunfähigkeit von 10
%
in der angestammten Tätigkeit
seit dem Jahr 2012
kein
en
Rentenanspruch.
6
.
Es ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfü
gung gestützt auf die nach der Rückweisung ergänzten Abklärungen
einen
rentenrelevanten,
inval
idisierenden Gesundheitsschaden und
damit einen
erneuten
Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
verneinte. Die Beschwerde ist
folglich
abzuweisen.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert i
m Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen. Die Kosten sind entsprechend dem Verfahrensausgang de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.