# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 092b4d8e-e23e-4764-a970-336c81896f42
**Court:** SO_VG
**Chamber:** SO_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SO / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

In Sachen
A._
Beschwerdeführer
gegen
1.
Departement des Innern,
2.
Amt für Justizvollzug,
Beschwerdegegner
betreffend
Versetzung
zieht das Verwaltungsgericht in
Erwägung:
I.
1. Am 17. August 2022 verfügte das Amt für Justizvollzug, A._ werde per 18. August 2022 in die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie, versetzt.
2. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 22. August 2022 beim Departement des Innern (DdI) Beschwerde. Er rügte eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts. Sie könnten dies überprüfen, ins Detail wolle er nicht gehen. Er stelle lieber den Antrag, es sei in der Nähe seiner Familie eine geeignete Einrichtung zu finden. Die Klinik Königsfelden wäre das Beste für ihn.
3. Mit Entscheid vom 11. Oktober 2022 trat das DdI auf die Beschwerde nicht ein, ohne Kosten zu erheben. Mit der angefochtenen Verfügung sei ausschliesslich die Versetzung des Beschwerdeführers per 18. August 2022 in die PUK angeordnet worden. Die in der Verfügung genannte Begründung für die Versetzung sei grundsätzlich nicht anfechtbar. Indem der Beschwerdeführer die sofortige Versetzung in eine andere Massnahmeeinrichtung beantrage, stelle er zudem ein neues Begehren, welches vorliegend nicht erstinstanzlich durch das DdI zu behandeln sei. Entsprechend mache der Beschwerdeführer somit keine Rügen betreffend die verfügte Versetzung geltend. Überdies gehe aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer der Versetzung in die PUK zugestimmt habe.
Das DdI äusserte sich im Sinne einer Eventualbegründung auch in materieller Hinsicht und legte dar, weshalb die Versetzung in die PUK gerechtfertigt sei.
4. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 12. Oktober 2022 Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Als er in den Arrest gekommen sei, sei ein Psychiater der PD
Bern
zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, dass er ihn in Königsfelden anmelde oder für ihn Druck mache. Dann sei er einfach in die PUK versetzt worden. Für seine Angehörigen sei dies zu weit weg. Er bitte daher um eine Verlegung.
5. Sowohl das DdI als auch das Amt für Justizvollzug beantragten mit Eingaben vom 18. Oktober 2022 resp. 20. Oktober 2022 die Abweisung der Beschwerde. Auf Vernehmlassungen wurde verzichtet.
6. Der Beschwerdeführer wandte sich in der Folge mit weiteren Schreiben an das Verwaltungsgericht.
II.
1. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht erhoben worden. Sie ist zulässiges Rechtsmittel und das Verwaltungsgericht zur Beurteilung zuständig (vgl. § 36 Abs. 2 Gesetz über den Justizvollzug [JUVG, BGS 331.11] sowie § 49 Gerichtsorganisationsgesetz [GO, BGS 125.12]). A._ ist durch den angefochtenen Entscheid beschwert, hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung und ist damit
zur Beschwerde
legitimiert. An eine Laienbeschwerde, wie sie hier vorliegt, sind sodann keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Frage, ob das DdI zu Recht auf die Beschwerde nicht eingetreten ist, kann vorliegend offen gelassen werden, weil die Beschwerde aus nachfolgenden Gründen abzuweisen ist:
Strafen und Massnahmen werden in Einrichtungen des Konkordats der Kantone der Nordwest- und Innerschweiz über den Vollzug von Strafen und Massnahmen, in Vollzugseinrichtungen anderer Kantone, in psychiatrischen Kliniken oder in anderen geeigneten privaten oder öffentlichen Einrichtungen vollzogen (vgl. § 13 f. des Strafvollzugskonkordats, BGS 333.111; §§ 5 Abs. 1 und 7 Abs. 1 der Verordnung über den Justizvollzug, JUVV, BGS 331.12). Das Amt für Justizvollzug ist Vollzugsbehörde im Sinne des Strafgesetzbuches und der Strafprozessordnung. Ihm obliegt die Erfüllung sämtlicher mit dem Vollzug und der Sicherung von Strafen und Massnahmen verbundener Aufgaben (§ 7 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a
ter
JUVG). Gemäss § 11
octies
Abs. 1 JUVG können das Amt sowie die übrigen Vollzugsbehörden die Verlegung von Gefangenen in eine andere Vollzugseinrichtung anordnen, wenn dies ihr Zustand, ihr Verhalten, Platzgründe oder die Sicherheit notwendig machen (lit. a), ihre Behandlung erfordert (lit. b) oder ihrer Wiedereingliederung förderlich ist (lit. c).
Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Amtsgerichts von Bucheggberg-Wasseramt vom 6. April 2022 wegen schwerer Körperverletzung, Gewaltdarstellungen, mehrfachen Diebstahls, Hehlerei, Nötigung, Hausfriedensbruchs, Brandstiftung, Irreführung der Rechtspflege, Verletzung der Verkehrsregeln, Fahren ohne Berechtigung und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 39 Monaten und einer Busse von CHF 200.00, ersatzweise zu zwei Tagen Freiheitsstrafe, verurteilt. Gleichzeitig wurde eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB angeordnet, dies im Sinne des Gutachtens von Dr. med.
Karen Fürstenau
vom 27. November 2020 (vgl. Ziff. 6 des Urteilsdispositivs). Die Gutachterin diagnostizierte beim Beschwerdeführer eine dissoziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F602), einen schädlichen Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1) sowie – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit – eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), welche zusätzlich durch den (damaligen) Cannabiskonsum verstärkt werde (bzw. worden sei). Nur eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB sei geeignet, die Legalprognose zu verbessern. Die Behandlung müsse medikamentös und psychotherapeutisch sowie delikt- und störungsspezifisch sein und in einer forensischen Klinik wie beispielsweise Königsfelden oder in der UPK Basel vollzogen werden (Urteil S. 59 f.).
Gestützt darauf erfolgte die rechtmässige Versetzung in die psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie, handelt es sich bei dieser Klinik doch um eine geeignete Einrichtung. Daran ändert nichts, dass die Gutachterin Königsfelden (PDAG) und die UPK Basel erwähnte, stellte dies doch lediglich eine beispielhafte Aufzählung dar. Zu berücksichtigen ist zudem, dass das Gutachten vom 27. November 2020 datiert, es in der Zwischenzeit (am 5. August 2022) jedoch in der Justizvollzugsanstalt Thorberg zu einem Vorfall gekommen ist, der ein Strafverfahren wegen einfacher Körperverletzung und Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte nach sich zog. Angesichts des Gewaltpotentials des Beschwerdeführers erweist sich die PUK geeigneter als die PDAG, da diese über eine Sicherheitsabteilung verfügt, während es in der PDAG keine entsprechende gibt (vgl. Stellungnahme des Amtes für Justizvollzug vom 27. September 2022 an das DdI). Ferner ist darauf hinzuweisen, dass das Amt für Justizvollzug sowohl die UPK Basel wie auch die PDAG um Aufnahme des Beschwerdeführers ersucht hatte. Beide genannten Institutionen verfügten indessen über keine Kapazitäten, um den Beschwerdeführer aufzunehmen. Es ist festzuhalten, dass bei der Platzierung von Eingewiesenen nicht in jedem Fall auf deren Wünsche eingegangen werden kann, richtet sich eine Platzierung im geschlossenen Setting doch massgeblich nach freien Plätzen innerhalb dieser Institutionen. Die PDAG konnte dem Beschwerdeführer in den letzten eineinhalb Jahren offenbar keinen Platz zur Verfügung stellen und es ist im Moment nicht absehbar, wann und ob überhaupt mit einem Eintritt in diese Institution gerechnet werden kann (vgl. Stellungnahme des Amtes für Justizvollzug vom 27. September 2022 an das DdI).
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit einer Versetzung in die PUK Zürich einverstanden gewesen war (vgl. Anhörungsprotokoll vom 11. August 2022), und er bringt in seiner Beschwerde – ausser der Distanz nach Zürich für seine Angehörigen – denn auch nichts gegen diese Einrichtung vor. Er kann sich auch nicht auf allfällige Aussagen eines Psychiaters der PD
Bern
berufen, steht es doch nicht in dessen Kompetenz, eine geeignete Einrichtung für den Beschwerdeführer zu suchen.
3. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde folglich als unbegründet und sie ist entsprechend abzuweisen.
4. Die weiteren Schreiben, die der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren eingereicht hat, sind nicht Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer dessen Kosten zu bezahlen, die einschliesslich der Entscheidgebühr auf CHF 800.00 festzusetzen sind.
Demnach wird
erkannt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
A._hat die Kosten des Verfahrens vor Verwaltungsgericht in der Höhe von CHF 800.00 zu bezahlen.

## Considerations