# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8a5055c-a632-41a5-a31c-f17f5310a1fc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972
,
zog sich bei einem Unfall beim Fussballspielen am 21. Juli 2002 eine Ruptur de
s vorderen Kreuzbandes (VKB) sowie
eine Meniskus
läsion im lateralen
Hinterhorn
im linken Knie zu und wurde am 3. Oktober 2002 unter anderem mit einer Kreuzbandplastik operativ versorgt. Die Suva als zuständige Unfallversicherung
des dannzumal arbeitslosen Versicherten
er
brachte hierfür die gesetzlichen Leistungen. Bei protrahiertem Verlauf folgte am 11. September 2003 eine Revisionsarthroskopie. Am 28. September 2003 knickte der Versicherte auf einer Treppe ein und fiel auf
das linke Knie, worauf ein
Radi
är
riss
im lateralen Meniskus festgestellt wurde. Am 5. Oktober 2004 unterzog er sich im Spital
Y._
einem
arthroskopischen
Débridement
am VKB-Transplantat und einer Resektion am lateralen Meniskus. Am 8. März 2010
folgte
in der Klinik
Z._
in
A._
bei pe
r
sistie
rendem Schmerzsyndrom eine weitere
Arthroskopie mit Entfernen der Hoffa-
Fibrose
, einem
Shrinking
des vorderen Kreuzbandes, einer partiellen
Synovectomie
sowie einer Metallent
fernung. Auch hierfür erbrachte die Suva die gesetzlichen Leistun
gen
.
1.2
Mit Formular vom 8. Juli 2015 meldete der Versicherte, welcher seit
September
2011 als Geschäftsführer
bei
der
B._
GmbH in
C._
angestellt ist
und über die Arbeitgeberin bei der
Generali
Allgemeine Versicherungen AG (im Folgenden:
Generali
) obligator
isch unfallversichert war/ist
,
der Suva
rückfall
weise
, dass er am 4. Juli 2015 eine weitere Schädigung am linken Knie erlitten habe
.
Im MRI des Spitals
D._
vom 6. Juli 2015 zeigte
sich unter anderem
eine Partialruptur des VKB-
Interponates
. Mit Schreiben vom 2. September 2015 anerkannte die Suva ihre Leistungspflicht als Rückfall zum Ereignis vom 21. Juli 200
2.
Am
6.
Dezember 2017 unterzog sich der Versicherte einer
arthro
skopischen
Reoperation
der Kreuzb
andplastik links
.
Nach
mehrfachen Schriftwechseln zwischen der Suva
und der
Generali
zur Frage
der
Leistungsz
uständigkeit
respek
tive dem Vorgehen im Falle eines negativen Kompetenzkonflikts
verneinte die
Generali
mit
Einspracheentscheid
vom 1
9.
September 2017 ihre Leistungspflicht mit der Begründung, das Ereignis vom
4.
Juli 2015 erfülle weder den Unfall
begriff, noch liege ein unfallähnliches Geschehen vor. Die darauf von der Suva erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
2
4.
April 2019 ab (vgl. zum Sachverhalt: Urteil UV.2017.00241 vom 2
4.
April 2019,
Urk.
1
5/360), worauf die Suva ihre rückfallweise Leistungspflicht nicht mehr in Frage stellte und die gesetzlichen Leistungen erbrachte (vgl. unter anderem: Leistungs
zusammenstellung Taggeld in:
Urk.
15/393
/15 ff.
).
Gestützt auf eine kr
eisärztliche Untersuchung vom 2
7.
Februar 2019 (
Urk.
15/348) teilte
sie
dem Versicherten
am
3
0.
April 2019 die Einstellung der Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 3
1.
Mai 2019 mit (
Urk.
15/359)
. Mit Verfügung vom
2
3.
Mai 2019 verneinte die Suva
sowohl einen Anspruch auf eine Invalidenrente
als auch
auf
eine Integritätsentschädigung (
Urk.
15/369). Die Ein
sprache des Versicherten vom 1
7.
Juni 2019 (
Urk.
15/376; ergänzende Be
gründung vom
3
0.
August 2019,
Urk.
15/392
)
wies die Suva mit Entscheid vom 1
2.
Mai 2020 in materieller Hinsicht ab und verwies den Entscheid über das mit der Einsprache gestellte Gesuch um
un
entgeltliche
Verbeiständung
in ein separates Verfahren (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
am 1
1.
Juni 2020 B
eschwerde mit dem Antrag auf
Zu
sprache
einer
Invalidenrente
auf der Basis einer noch fest
zulegenden Arbeitsunfähigkeit. Zudem sei ihm eine angemessene Integritäts
entschädigung und seinen sechs Kindern eine Kinderrente auszurichten
. Pro
zessual liess er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und
Bestellung von Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Werner Kam
m
zum unentgeltlichen Rechtsbeistand ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Mit Eingaben vom
1.
u
nd 2
4.
Juli 2020 liess er sodann Belege zur Substantiierung seiner prozessualen Bedürftigkeit
einreichen (
Urk.
5, 6/1-3, 10,
11-12). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
August 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13). Mit Eingaben vom
7.
und
9.
September 2020 liess der Beschwerdeführer weitere Unterlagen zur Sub
stantiierung seines prozessualen Gesuchs einreichen (
Urk.
19-22), worauf ihm mit Verfügung vom
9.
September 2020
Kenntnis von der Beschwerdeantwort ge
geben und eine
Frist zum Beleg der behaupteten Unterhaltszahlungen an
seine
im
E._
wohnhafte
n Kinder angesetzt wurde (
Urk.
23). Mit Eingaben vom 1
4.
u
nd 2
8.
Oktober 2020 liess der Beschwerdeführer weitere Unterlagen hierzu einreichen (
Urk.
25-28).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Da vorliegend
die Leistungspflicht aus eine
m
Rückfall im Jahr 2015
zum Unfall
vom 2
1.
Juli 2002 zu prüfen ist
, finden die bis
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf d
en vorliegenden Fall Anwendung
und
werden
in
dieser Fassung zitiert
.
1.2
1.2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch
psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.2.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG)
, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 1
8 Abs. 1 UVG).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.2.4
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16
ATSG
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegeg
nerin stützte die Verneinung d
es Rentenanspruchs des Beschwerdeführers im angefochtenen Entscheid in medizinischer Hinsicht auf den Kreisarztbericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsap
parates, vom 2
8.
Februar 201
9.
Nach der zuletzt im Jahr 2017 durchgeführten Re-Rekonstruktion des Kreuzbandes sei von weiteren Behandlungen keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes
mehr
zu erwarten. Aufgrund der Zustandes des linken Kniegelenkes seien dem Beschwerdeführer nur leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar. Das Heben und Tragen von Autoreifen und
-
felgen entspreche einer mittelschweren Tätig
keit; der Beschwerdeführer könne die angestammte Tätigkeit voll verrichten. Der grosse Teil der Räder liege gewichtsmässig im mittelschweren Bereich. Zudem könne der Beschwerdeführer Hilfsmittel benützen oder als Geschäftsführer ent
sprechende Arbeiten delegieren
. Abgesehen davon könnte der Beschwerdeführer auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne weiteres ein rentenaus
schliessendes Einkommen erzielen, ergebe doch die Gegenüberstellung des gestützt auf die
vom Bundesa
mt für Statistik herausgegebene
Schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE)
2018 ermittel
ten Invalideneinkommens von Fr.
71'022.-- mit dem unbestritten gebli
ebenen
Valideneinkommen
von Fr.
75'362.--
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 5.75
%
.
Gemäss der kreisärztlichen Beurteilung fehle es sodann an einer erheblichen und dauernden Schädigung der körperlichen Integrität, weshalb kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (
Urk.
2
S.
3 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die kreis
ärztliche Untersuchung liefere kein umfassendes Bild seines Gesundheits
zustandes, die Zumutbarkeitsbeurteilung sei wirklichkeitsfremd
. A
uch werde in Zweifel gezogen, dass von weiteren Behandlungen keine Verbesserung mehr zu erwarten sei
. Das Tragen von Autoreife
n und -
felgen sei
zudem
Schwerarbeit, welche ihm nicht mehr zugemutet werden könne, wögen doch Autoreifen im Schnitt 31 kg. Er sei nicht in der Lage, diese Tätigkeit alleine auszuführen, sondern müsse andere Leute beiziehen. Bestritten werde, dass
er
Geschäftsführer der
B._
GmbH sei; er sei vielmehr ein einfacher, ungelernter Autokäufer und
-
verkäufer. Die Stellung als Geschäftsführer hab
e er lediglich pro forma inne. I
n Tat und Wahrheit sei er ein gewöhnlicher Mitarbeiter dieser Firma ohne jeg
liche berufliche Vorbildung. Der von der Arbeitgeberin weiterhin ausgerichtete volle Lohn entspreche nicht seinem Auskommen
, seien davon doch die Taggelder der Suva abzuziehen, was zu einem Invaliditätsgrad von 45.42
%
führe. Unter zusätzlicher Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 25
%
resultiere
gar
ein noch höherer Invaliditätsgrad.
Auch
habe er durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität erlitten, weshalb ihm eine an
gemessene Integritätsentschädigung zustehe (
Urk.
1 S.
2
ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
aus dem
am
8.
Juli 2015 gemeldeten und von der Beschwerdegegnerin anerkannten
Rückfall zum Unfall vom 2
1.
Juli 2002 über den
Fallabschluss per
3
1.
Mai 2019 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat. Dabei umstritten und zu prüfen ist zu
nächst die Zulässigkeit des Fallabschl
usses sowie die Resta
rbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers respektive deren erwerbliche Verwertbarkeit in der
seit September 2011 und anhaltend ausgeübten Tätigkeit in der
B._
GmbH.
3.
3.1
Die Diagnosen im kreisärztlichen Untersuchungsbericht von
Dr.
F._
vom 2
8.
Februar 2019
lauten wie folgt (
Urk.
15/348/16):
-
Ereignis vom 21.7.2003 (richtig: 21.7.2002) mit
-
Ruptur des vorderen Kreuzbandes links und
-
S
tatus nach Kniearthroskopie am 3
.10.2002, Kreisspital
G._
-
Status nach Kniearthroskopie 11.09.2003, Operateur
Dr.
H._
-
Status nach
arthroskopischem
Débridement
am vorderen Kreuz
bandtransplantat und minimer Resektion am
lateralen Meniskus links am 5.
10.2004, Spital
Y._
-
Status nach Arthroskopie, Entfernen der Hoffa-
Fibrose
,
Shrinking
des vorderen Kreuzbandes, partielle
Synovektomie
und Metallentfernung linkes Knie am 8.03.2010, Klinik
Z._
-
Ereignis vom Juli 2015 mit Sturz
-
Bildgebend dokumentier
te
mindestens Partialruptur des vorderen
Kreuzbandinterponates
, Knochenmarksödem, Meniskusriss Innen
meniskus und Aussenmeniskus laut MRI vom 6.07.2015
-
Status nach Arthroskopie und
arthroskopisch
assistierter Kreuzband
plas
t
ik Knie links am 6.12.2017 und
-
p
ersistierende Schmerzen in der linken Kniegelenksregion mit minimer Funktionseinschränkung ohne Hinweis auf Instabilität
Anamnestisch führte
Dr.
F._
aus, der Beschwerdeführer habe über an
haltende Beschwerden im linken Kniegelenk geklagt. Das Gelenk «lasse nicht mehr aus», er habe jedoch Mühe beim Treppensteigen, insbesondere abwärts. Manchmal schmerze das Knie aus heiterem Himmel, manchmal sei er vollständig beschwerdefrei.
Die aktuelle Physiotherapie täte ihm gut, bei hochintensiven Kräftigungsübungen verspüre er vermehrt Schmerzen. Er arbeite wieder zu 50
%
als Autohändler, mache An- und
V
erkäufe.
Manchmal müsse er schwer
heben und tragen, wenn er Autoreifen und Felgen tragen müsse.
Im klinischen Befund zeigte
sich
gemäss
Dr.
F._
ein
hinkfreies
Gangbild, beim Treppenaufwärts- und
-
abwärtssteigen im Wechselschritt ein diskretes Schonhinken. Im Bereich der Ober- und Unterschenkelmuskulatur erscheine das Relief seitengleich symmetrisch. Das linke Kniegelenk weise eine
Druckdolenz
medialseitig
distal der Patella über dem
Tibiakopf
auf. Dieses Areal sei gering
synovitisch
verdickt, nicht überwärmt und nicht gerötet. In diesem Bereich gebe der Beschwerdeführer eine Hypersensibilität und lateral der longitudinalen para
medianen Narbe über dem Kniegelenk eine Hypästhesie an. Die Narbe sei
bland
verheilt und nicht
druckdolent
. Es fände sich kein Schubladen
phänomen,
das vordere wie auch das hintere Kreuzband wiesen eine gute Stabilität mit hartem Anschlag in beide Ric
htungen
und das
Innen- und das Aussenseitenband
die
selbe
Hyperlaxizität
wie die Gegenseite aus. Das Meniskuszeichen sei negativ, das
Zohlenzeichen
auf beiden Seiten ++ mit deutlichem retropatellarem
Krepitieren
bei Extensions-/Flexionsbewegungen. Die Beweglichkeit des linken Kniegelenks sei
geringgradig
eingeschränkt mit fehlender Überstreckbarkeit und Schmerz
haftigkeit in endphasiger Beugung und Streckung. Die periphere Zirkulation
bezeichnete
Dr.
F._
als
unauffällig. Der Zehenspitzengang und
der
Fersen
gang seien beidseits durchführbar, beim Fersengang würden vermehrt Beschwerden im Bereich des vorderen Kniegelenks links angegeben. Bei der Um
fangmessung fände sich eine diskrete Umfangvermehrung über dem linken Knie
gelenk im Seitenvergleich.
Die MR-Aufnahmen vom 1
3.
Dezember 2018 hätten ein intakt imponierendes
Interponat
gezeigt. Der Knorpelbezug im medialen
femorotibialen
Kompartiment sei intakt und ohne wesentliche Signalalteration. Ein vermehrt
mukoid
degeneriertes
Hinterhorn
des medialen Meniskus mit n
eu kleinen
parameniskalen
Gangli
en nach
dorsomedial
lege eine zusätzliche horizontale Risskomponente nahe. Ein Gelenkerguss liege nicht vor.
In seiner Beurteilung sprach sich
Dr.
F._
dafür aus, dass sich
die
funktionellen Einschränkungen des Beschwerdeführers in einer Beschwerde
zunahme beim Treppensteigen sowie in einer minimen Bewegungseinschränkung im Seitenvergl
eich zeigen würden. Aufgrund dieser
Funktionse
inschränkungen und des
Zustand
s
nach vorderer Kreuzbandplastik und Kreuzband-Re-Ruptur 2015 mit Kreuzband-Re-Rekonstruktion 2017 seien dem Beschwerdeführer nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar. Das Heben und Tragen von Autoreifen und
-
felgen entspreche einer mittelschweren Tätigkeit.
Ein Jahr
und zwei Monate nach der letzten Operation sei von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu er
warten. Die geplante Entfernung des
Endobuttons
beeinflusse den Gesundheits
zustand nicht massgeblich, eine bis zu vierwöchige Rekonvaleszenz könne nach der
Endobuttonentfernung
bei komplikationslosem Verlauf
berücksichtigt werden (
Urk.
15/348/14 ff.).
3.2
Dr.
med.
I._
, Chefarzt Orthopädische Chirurgie de
r
Klinik
Z._
,
in A._
, bestätigte mit Kurzbericht vom 1
9.
Juni 2019, dass die
Blauth
-Schr
au
be nach VKB-Plastik am 2
9.
März 2019 entfernt worden sei und der Beschwerde
führer aufgrund dessen vom 2
9.
März bis 1
9.
April 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei (
Urk.
15/386).
3.3
Mit Bericht vom selben Tag stellte
Dr.
I._
die Diagnose einer beginnenden post
traumatischen Gonarthrose bei Status nach mehreren Knieoperationen, letztmals Metallentfernung nach vorderer Kreuzbandplastik links
. Der Verlauf sei nun seit mehreren Monaten gleichbleibend, der Beschwerdeführer habe durch die Metallentfernung nach eigenen Angaben eine gewisse Besserung erfahren. Ausser einer exquisiten erheblichen
Druckdolenz
im Bereich
anteromedialer
Gelenkspalt
und
anteromediale
Tibiakante
sowie
einer leichten At
rophie der Oberschenkel
muskulatur links
notierte
Dr.
I._
einen
unauffälligen Befund.
Sodann führte er
an, dass er sich zum x-ten Mal wiederhole: Vorderhand seien keine weiteren operativen Massnahmen vorgesehen. Der Beschwerdeführer spreche über einen allfälligen prothetischen Ersatz, welcher angesichts der noch überhaupt nicht fortgeschrittenen degenerativen Veränderung sicherlich aktuell nicht indiziert sei. Der Beschwerdeführer sei im Alltag recht gut unterwegs, gebe aber an, dass er bei Belastung vermehrt Schmerzen habe. Er arbeite zu 50
%
, offenba
r werde eine 50%ige Rente bejah
t. Sicherlich wäre dies für den Beschwerdeführer eine ideale Lösung. Er
,
Dr.
I._
, habe nochmals ein
Zeugnis für
eine 50
%
ige
Arbeits
unfähigkeit bis Ende September und eine Physiotherapieverordnung mitgegeben. Eine weitere Therapie sei seines Erachtens nicht mehr indiziert (
Urk.
15/387). Mit Bericht vom 1
5.
Oktober 2019 erklärte
Dr.
I._
, das Beschwerdebild sei persistierend. Der Beschwerdeführer habe ihn wahrscheinlich hauptsächlich auf
grund der Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit aufgesucht. Offenbar sei immer noch ein Rechtsstreit vorhanden.
Dr.
I._
attestierte wiederum eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bis 3
1.
Dezember 2019 und empfahl das Weiterfahren mit längerfristiger Physiotherapie, um das muskuläre Gleichgewicht beizubehalten (
Urk.
15/395).
4.
4.1
Was zunächst die Rechtmässigkeit des Fallabschlusses und damit die Frage, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (3
1.
Mai 2019) von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte, anbelangt, standen Einglie
de
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung unstreitig
und ausweislich der Akten
nicht zur Diskussion
. Im Übrigen deckt sich die Beurteilung von
Dr.
F._
vom 2
8.
Februar 2019, wonach von einer weiteren Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr zu erwarten sei (E. 3.1
), offenkundig
mit derjenigen des behandelnden Orthopäden
Dr.
I._
, welcher abgesehen von weiterer Physio
therapie zur Beibehaltung des muskulären Gleichgewichts keine weiterführenden, insbesondere keine operativen Massnahmen als angezeigt erachtete.
Dass von der Physiotherapie
zur Beibehaltung des muskulären Gleichgewichts
eine nach
Art.
19
Abs.
1 UVG relevante gesundheitliche Verbesserung
nach dem 3
1.
Mai 2019 zu
erwarten
war, wird zu Recht nicht behauptet
, weshalb
sich
der Fall
abschluss durch die Suva
als rechtens erweist.
4.2
Soweit der Beschwerdeführer die Beweiskraft des kreisärztlichen Untersuchungs
berichts vom 2
8.
Februar 2019 (E. 3.1)
, wenn auch nicht
substanziiert
,
in Zweifel zieht, ist ihm entgegen zu halten, dass die Beurteilung von
Dr.
F._
für die streitigen Belange umfassend ist, auf
einer eingehenden orthopädischen Unter
suchung beruht,
die gekla
gte
n Beschwerden berücksichtigt,
in
umfassender
Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist
und damit die formalen Anforderungen an einen beweiswertigen Arztbericht erfüllt (E. 1.2.5)
.
Angesichts der bescheidenen klinischen
und bildgebenden Befunde
erweist sich sodann der Schluss von
Dr.
F._
auf eine
zeitlich uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit als nachvollziehbar und begründet. Inwiefern der
Beschwerdeführer
aufgrund seiner Knieprobleme in zeit
licher
oder qualitativer
Hinsicht in einer
solchen
Tätigkeit
dauerhaft
ein
geschränkt sein sollte, erschliesst sich weder aus den medizinischen Akten, noch geben die vom Beschwerdeführer
geklagten Einschränkungen beim Treppen
steigen
oder
seine
Schmerzangaben (manchmal aus heiterem Himmel ohne Belastung
Schmerzen
, manchmal völlig beschwerdefrei, vermehrte Schmerzen
erst
bei hochintensiven Kräftigungsübungen, E. 3.1) Anlass hierzu.
Vielmehr findet die
kreisärztliche
Beurteilung in den Be
richten des
behandelnden Ortho
päden
Dr.
I._
,
welcher im Bericht vom
1
9.
Juni 2019 ausser
einer
exquisiten erheblichen
Druckdolenz
im
Bereich des
anteromedialen
Gelenkspalts
und der
anteromediale
n
Tib
iakante
sowie einer leichten At
rophie der Oberschenkel
muskulatur links ebenfalls keinen pathologischen Befund erheben konnte und die degenerativen Veränderungen als überhaupt nicht fortgeschritten bezeichnete (E. 3.3), Bestätigung
. Sodann erachtete
Dr.
I._
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden im
anteromedialen
Gelenkspalt auch nach Einsicht in den MRI-Befund des Spitals
D._
vom 1
3.
Dezember 2018 (
Urk.
15/334) als nicht ganz erklärbar
(
Urk.
15/337) und ging
bereits am 3
1.
Oktober 2018 davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit in sitzender und zum Teil wechselnder Arbeitsstellung ohne schwere Gewichte sicher
lich möglich wär
e (
Urk.
15/324). I
m Zusammenhang mit der Materialentfernung vom 2
9.
März 2019
attestierte er
lediglich vom 2
9.
März bis 1
9.
April 2019 eine 100%ige Ar
beits
unfähigkeit (
E.
3.2). Dass
Dr.
I._
mit Bericht vom 1
9.
Juni 2019 bis Ende September 2019 und mit demjenigen vom 2
8.
Oktober 2019 bis 3
1.
Dezember 2019
dennoch
weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (E. 3.3)
, kann mit einer von
Dr.
F._
abweichenden Einschätzung der angestammten Tätig
keit
in Bezug auf deren körperliches
Belastungsniveau zusammenhängen
, stellt aber die von
Dr.
F._
attestierte 100%ige Restarbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit nicht in Frage
.
Angesichts der Bemerkungen von
Dr.
I._
in
seinen
Berichten vom 1
9.
Juni und 2
8.
Oktober 2019, wonach die 50%ige Rente, welche der Beschwerdeführer
ge
mäss seinen (unzutreffenden) Angaben erhalte,
eine Ideallösung für letzteren dar
stelle
,
und dass
ihn
der Beschwerdeführer
wahrscheinlich hauptsächlich noch zur Bestätigung der
Arbeitsunfähigkeit aufsuche (E. 3.3),
ist bei der Würdigung
der Atteste
durch
Dr.
I._
ohnehin und offensichtlich
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass Hausärztinnen und Hausärzte
wie überhaupt behandelnde
Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Weder d
essen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit noch das im
Einspracheverfahren
eingereichte, unbegründete und entsprechend nicht nachvollziehbare Arbeits
unfähigkeitszeugnis von
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 1
2.
Februar 2020 (
Urk.
15/400) bilden Indizien, welche die Zu
verlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung in Frage stellen.
Entsprechend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer spätestens seit dem Fall
abschluss per 3
1.
Mai 2019 in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätig
keit uneingeschränkt arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
Was die erwerblichen Auswirkungen der unfallkausal auf eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit eingeschränkten Arbeitsfähigkeit anbelangt, gingen
offen
sichtlich
beide Parteien – anders als die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in ihrer Verfügung vom 2
0.
März 2019 (vgl.
Urk.
15/354) –, davon aus, bei der angestammten Tätigkeit in der
B._
GmbH handle es sich um
eine
unselbständige
. Mit Blick auf die seit Beginn der Anstellung im Jahr 2011 gemäss IK-Auszug als arbeitsvertraglichen Lohn abgerechneten Einkommen (
Urk.
15/237
/2-3
und 15/358
/2
) sowie
Art.
1a UVG in Verbindung mit
Art.
10 ATSG, wonach eine Person, welche in der AHV als unselbständi
g erwerbend betrachtet wird,
– von hier nicht einschlägigen Ausnahmen und Sonderfällen ge
mäss
Art.
1a und 2
UVV
abgese
hen – immer auch Arbeitnehmer
im
Sinne des UVG ist
, ist dies nicht zu beanstanden.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Hauptbegründung auf den Stand
punkt, der Beschwerdeführer könne ausgehend von der kreisärztlichen Zu
mutbarkeitsbeurteilung seine bisherige und weiterhin ausgeübte Täti
gkeit bei der
B._
GmbH grundsätzlich unei
ngeschränkt ausüben und
, soweit das Ge
wicht der Räder überhaupt den mittelschweren Bereich übersteige, Hilfsmittel be
nützen oder aber als Geschäftsführer entsprechende Arbeiten delegieren. Ent
sprechend
stützte
sie
sich für die Ermittlung des
Valideneinkommens
wie auch des Invalideneinkommens
sinngemäss
auf den vom Beschwerdeführer im Jahr 2015 vor dem Rückfall erzielten Lohn bei der
B._
GmbH von unbestritten
Fr.
73'800.-- (vgl.
Urk.
15/237/3
, vgl. auch
Urk.
15/86
),
welcher der
Nominal
lohnentwicklung bis ins Jahr 2019 angepasst zu einem Einkommen von
Fr.
75'362.-- führt (
Urk.
2 S. 4,
15/368/4
)
.
5.3
Der Beschwerdeführer liess dieses Vorgehen von Seiten des
Valideneinkommens
zu Recht unbestritten. Soweit er geltend macht,
er sei de facto nicht Geschäfts
führer der
B._
GmbH, sondern ein einfacher und ungelernter Autokäufer und
-
verkäufer, welcher seine Tätigkeit nur no
ch eingeschränkt ausüben könne
(
Urk.
1 S. 4 ff.),
ist Folgendes zu beachten
:
5.4
5.4.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
5.4.2
Der Beschwerdeführer, welcher
vor seiner Tätigke
it in der
B._
GmbH ab 200
5 selbständig erwerbend im Bereich Occasionsverkauf von Autos tätig war
(
Urk.
14/144, vgl. auch: IK-Auszug, in:
Urk.
15
/
237/2
), schloss mit der letzteren
am
1.
August 2011 einen Arbeitsvertrag, gemäss welchem er ab
1.
September 2011 als Geschäftsführer
zu einem Bruttolohn von jährlich
Fr.
65'000.-- an
gestellt wurde
(
Urk.
12/4). In der gemäss Tagesregister-Eintrag vom 1
2.
August 2011 neu gegründeten und im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragenen
B._
GmbH mit Sitz in
C._
war der Beschwerdeführer von Anbeginn als einziger Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eingetragen
. Zweck der Gesellschaft ist der internationale Handel mit Waren aller Art, insbesondere der Handel, Import, Export und Transport von Fahrzeugen, der Betrieb einer Auto
reparaturwerkstatt und einer Waschanlage
(vgl.
Handelsregisterauszug, abrufbar unter www.zefix.ch
[6.07.2021]). In der Rückfallmeldung
vom
8.
Juli 2015, vom Beschwerdeführer selber unterzeichnet (
Urk.
14/II/237), führte er als ausgeübten Beruf «Verkäufer» an und zwar in der Stellung als «Höheres Kader».
Anlässlich einer Aussendienst-Besprechung am Wohnort des Beschwerdeführers erklärte er
am 1
8.
März 2016
sodann, er sei Geschäftsführer
B._
GmbH. Die Firma beschäftige neben ihm drei weitere Mitarbeiter und handle mit Occasionen für den Export. Die Fahrzeuge würden hauptsächlich aus Zeitungsinseraten ein
gekauft und an weitere Personen, welche die Autos exportierten, weiterverkauft.
Reparaturarbeiten würden keine ausgeführt.
Er arbeite in einem 100
%
-Pensum, hauptsächlich im Bereich Ein- und Verkauf. Aktuell arbeite er zu 40
%
jeden Tag 3-4 Stunden, trage aber keine Gewichte (wie Pneu
s
) mehr umher (
Urk.
15/152).
Auch in der Steuererklärung 2018
gab
e
r
als Beruf «Geschäftsführer» an (
Urk.
12/11).
Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung erklärte der Beschwerdeführer am 2
7.
Februar 2019 sodann, er sei Autohändler, mache An- und Verkäufe. Manchmal müsse er schwer heben und tragen, wenn er Autoreifen und Felgen tragen müsse (
Urk.
15/348/14).
Als Versicherungsnehmer der Police Nr.
«...»
betreffend die
obligatorisch
e Unfallversicherung mit Ver
sicherungsbeginn
1.
Januar 2014 führte die
Generali
sodann die
B._
GmbH,
X._
, auf (
Urk.
15/167/2).
Angesichts dieser unmissverständlichen Aktenlage
rechtfertigen sich keine
Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer seit September 2011 als Geschäfts
führer bei der
B._
GmbH arbeitet und in dieser Funktion in erster Linie als Autohändler tätig ist,
mit
hin
Autokäufe
und
-
verkäufe
tätigt, wobei
das gelegent
liche Tragen und Heben von Autoreifen wohl zum
ursprünglichen
Stellenprofil gehörte
, nicht dagegen Reparaturarbeiten oder anderweitige körperlich schwere Tätigkeiten
. Die nachträgliche, erstmals in diesem Verfahren vorgebrachte Behauptung, er sei lediglich pro forma als Geschäftsführer angestellt (
Urk.
1 S. 4 f.),
erweist sich zum vornherein
als
nachgeschobene Begründung
und
gibt
an
gesichts der vorherigen Angaben, auf welche als Aussagen der ersten Stunden abzustellen ist (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis),
keinerlei An
lass
zu Weiterungen des Verfahrens
, hatte sich
der B
eschwerdeführer doch wiederholt
und gegenüber unterschiedlichen Adressaten (Suva,
Generali
, Steuer
behörden, Handelsregister)
konsequent
als Geschäftsfü
hrer ausgewiesen.
5.4.3
Nachdem
d
er
Beschwerdeführer
seit September 2011
als Geschäftsführer arbeitet und diese Stellung weiterhin innehat, liegt offensichtlich ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis im Sinne der zit
ierten Rechtsprechung vor (E. 5.4.1
).
Sodann fehlen Anhaltspunkte dafür, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit bei dieser Tätigkeit nicht voll
ausschöpft oder dass das Einkommen seiner Leistung nicht angemessen wäre. Soweit er geltend macht, der ausbezahlte Lohn ent
spreche nicht seinem effektiven Lohn, seien davon doch die Taggelder der Suva und die Kinderzulagen abzuziehen (
Urk.
1 S. 9),
zeigt die vom Beschwerdeführer in diesem Verfahren zum Beleg seiner Prozessarmut eingereichte Lohn
abrechnung J
uni 2020, dass der Beschwerdeführer auch nach der Einstellung der Taggeldleistungen per 3
1.
Mai 2019 einen
im Vergleich zu
2015
unveränderten
Lohn
von monatlich
Fr.
6'000.-- (exklusive Kinderzulagen,
Urk.
12/9),
erzielen konnte
(vgl. auch Lohnausweis 2019,
Urk.
12/10
, mit demselben Einkommen
)
. Hinweise, welche auf eine Soziallohnkomponente desse
lben schliessen liessen, fehlen nicht nur in den Akten; auch der Beschwerdeführer verzichtet
e
auf
jegliche Vorbringen
hierzu.
Entsprechend
ist davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer seine angestammte Tätigkeit dahingehend anpassen konnte, dass er
–
was er denn auch
selbst vorbringt (
Urk.
1 S. 8) –
körperlich schwere Tätigkeiten durch M
itarbeiter ausführen lässt
respektive an diese delegiert
.
Aktenausweislich musste er dadurch
k
eine Lohnminderung in Kauf nehmen,
sondern scheint offensichtlich seine Restarbeitsfähigkeit
als geschäftsführender Autohändler
ohne schwerere
körperliche Arbeiten voll ausschöpfen zu können. Entsprechend gilt der
tat
sächlich erzielte Verdienst
als I
nvalidenlohn, was der Annahme eines renten
begründenden In
validitätsgrades
angesichts
der Höhe des ersteren
entgegensteht und zur Abweisung
d
er Beschwerde
in Bezug auf den Rentenantrag
führt.
Ein Anspruch auf Kinderrenten existiert in der Unfallversicherung nicht, weshalb in
soweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
5.4.4
Weiterungen zur von der Beschwerdegegnerin ergänzend durchgeführten Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf d
ie
LSE 20
18
erübrigen sich demgemäss ebenso, wie Ausführungen zu den angeblichen Durchschnitts
gewichten von Kompletträdern, welche der Beschwerdeführer gestützt auf
An
gaben in einem Internet-Forum zu 20- und 21-Zoll Kompletträdern für einen Audi Q7/SQ7 (
Urk.
3/5)
und
damit
ausgehend von
überdurchschnittlich grossen und
schweren
Kompletträder
n
ermittelt haben will. Anzufügen bleibt in diesem Zusammenhang, dass
g
emäss Internet-Angaben zum Sperrgut-Versand in Deutschland (abrufbar unter:
https://versandrechner.de
-
/sperrgut-autorad.html
[12.07.2021])
kleinere Kompletträder auf Alufelgen unter 15 kg wiegen
können
, grössere Räder auf Stahlfelgen auch über 20 kg. Kleiner
e
Räder lägen damit
sogar
noch im Bereich der Belastungsgrenze im Belastungsniveau «leicht bis mittel
schwer» gemäss der von der Swiss Insurance
Medicine
(SIM) herausgegebenen Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit, Ausgabe April 2013, grössere Räder wohl zumeist noch im Bereich eines mittelschweren Belastungsniveaus von 25 kg
(S. 10 der zitierten Weg
leitung).
6.
Hinsichtlich des Anspruchs auf Integritätsentschädigung ist
auf die im angefochtenen Entscheid unter E. 2.1 richtig wiedergegeben Rechtsgrundlagen zu verweisen
(
Urk.
2 S. 5)
.
Sodann stellte die Beschwerdegegnerin auch diesbezüglich zu Recht auf die Beurteilung
des Krei
sarztes
Dr.
F._
ab, welcher das Vorliegen einer erheblichen und dauernden Schädigung der körper
lichen Integrität verneinte (
Urk.
15/348/17)
. Die
se Beurteilung wurde
–
soweit ersichtlich – von keiner medizinischen Fachperson in Frage gestellt, womit
sich
auch keine Zweifel an der
en Zuverlässigkeit
aufdrängen
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_541/2012 vom 3
1.
Oktober 2013 E. 4.1
und 4.2). Ein Vergleich mit den
Suva-Tabelle
n
2
(Integritätsschaden bei
Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten
)
und 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen)
bestätigt
denn auch
die Einschätzung von
Dr.
F._
. So
rechtfertigt weder die leichtgradige Beweglichkeitseinschränkung des linken Kniegelenks (
von 0-0-130:
Urk.
15/348/15
, sowie Suva-Tabelle 2
) die Annahme eines Integritätsschadens, noch lässt die erst beginnende, gemäss
Dr.
I._
überhaupt nicht weit fort
geschrittene Gonarthrose (E. 3.3) auf das Vorliegen eines anspruchsrelevanten
Integritätsschaden
s schliessen, wird doch in Suva-Tabelle 5.2 erst ab einer mässigen
Pangonarthrose
ein I
ntegritätsschaden von 10 bis 30
% postuliert, bei leichten Arthrosen aber einleitend eine Entschädigung explizit ausgeschlossen.
Damit
besteht kein
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung, was zur voll
umfänglichen Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Der Beschwerdeführer ersuchte in der Beschwerde vom 1
1.
Juni 2020 um Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
(
Urk.
1 S. 2).
7
.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winn
aussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
7
.3 Der Beschwerdeführer brachte im vorliegenden Verfahren zur medizinischen Ent
scheidungsgrundlage im Wesentlichen lediglich vor, Teil seiner Tätigkeit in der
B._
GmbH sei das Tragen und H
e
ben von durchschnittlich 31 kg schweren Rädern, was ihm nicht mehr zumutbar sei.
Die
Würdigung der medizinischen Akten
führte
zum klaren Schluss auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten
leichten bis mittelschweren
Tätigkeit (
E. 4
), ohne dass eine hiervon abweichende ärztlich
e
Einsch
ätzung in den Akten lag. Der Einwand des Beschwerdeführers, de facto nicht Geschäftsführer der
B._
GmbH
zu sein
und entsprechend, wenn auch nur sinngemäss, keine Arbeiten delegieren zu können
, erwies sich sodann ohne Weiteres als haltlos.
Bei der Frage nach den erwerblichen Auswirkungen
d
er unfallbedingten Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
und dabei
im Besonderen
der Frage, ob für die Bestimmung des Invalideneinkommens
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen ist, in welcher der Beschwerdeführer
konkret steht, verka
nnt
e
der Beschwerdeführer, dass auf seinen nach
Fallabschluss
tatsächlich verdienten Verdienst abzustellen ist, wenn – wie vorliegend
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass er
die
verbliebene Arbeitsfähigkeit
als geschäfts
führender Autohändler
in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
wovon nach dem unter E. 5.4.3 G
efolgerten ohne W
eiteres auszugehen ist,
zumal weder die Akten noch die Vorbringen des Beschwerdeführers Hinweise auf das Vorliegen eines S
oziallohns
er
ga
ben. Dass
der effektive
Lohn bis zum Fallabschluss möglicher
weise um die
bis dahin geleisteten
Unfalltaggelder
geschmälert ausfiel, ist
für die Frage nach einem Rentenanspruch ab
1.
Juni 2019
nicht
von B
elang. Sodann führte die Würdigung der kreisärztlichen Beurteilung des Integritätsschadens im Lichte der einschlägigen Suva-Tabellen
ohne
Weiterungen zum Ausschluss eines entsprechenden Entschädigungsanspruch
s
; der Beschwerdeführer
verzichtete
denn auch darauf, den behaupteten Integritätsschaden durch eine ärztliche Stellungnahme zu untermauern oder die
Einschlägigkeit
einer Suva-Tabellen
position zu behaupten.
Aufgrund dieser Akten- und Rechtslage müssen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) als beträchtlich geringer als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden. Entsprechend ist seine Beschwerde als offensichtlich aussichtslos anzusehen und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen.
7
.4
O
ffenbleiben kann
demgemäss, ob die prozessuale Bedürftigkeit
des Beschwerde
führers
zu bejahen wäre, nachdem
dieser
zur Substantiierung der behaupteten Unterhaltszahlungen für seine
i
m
E._
wohnhaften
minderjährigen
Kinder im Nachgang zur Verfügung vom
9.
September 2020
einzig einen Zahlungsbeleg über eine einmalige Zahlung vom
3.
August 2018 (
Urk.
26/2), eine Transaction
History
der
K._-Bank
über
Transaktionen die Mutter seiner im
E._
wohnenden Kinder betreffend
(
Urk.
26/3)
und eine Erklärung der letzteren vom 1
2.
Oktober 2020
(
Urk.
26/4) einreichte
.