# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 406e030a-9015-4d3f-82df-8408dc171140
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1969, meldete sich am 18. Dezember
2015 unter Hinweis auf eine
bei einem Unfall zugezogene
Wirbelsäule
nschädigung
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Akten der Suva ein (vgl. Urk. 9/8 und Urk. 9/17) und stellte mit Vorbescheid vom 24. April 2017 in Aussicht, dass sie das Leistungsbegehren abweisen werde (Urk. 9/20).
Nachdem der Versicherte da
gegen
am 16. Mai 2017 Einwände (Urk. 9/22;
Einwandergänzung
vom 19. Juni 2017, Urk. 9/27)
erhoben hatte, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Juni 2017 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 9/30). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 15. März
2018 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 9/36)
und reichte Berichte der behandelnden Ärzte ein (vgl. Urk. 9/40)
. Mit Vorbescheid vom 31. Juli 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie auf sein Leistungsbegehren
nicht eintreten werde
(Urk. 9/45). Dagegen erhob der Versicherte am 6. September 2018 Einwände (Urk. 9/46;
Einwandergänzung
vom 10. Oktober 2018, Urk. 9/48),
worauf die IV-Stelle medizinische Abklärungen vornahm (vgl. Urk. 9/52-55), zu denen der Versicherte unter Beilage
weiterer
ärztlicher Berichte (vgl. Urk. 9/62-63) am 20. Mai (Urk. 9/61) und 3. Juli
20
19
(Urk. 9/64) Stellung nahm.
Am 7. August 2019 wurde der Versicherte zur Eingliederungsberatung eingeladen (Urk. 9/65) und mit Mitteilung vom 29. August 2019 schloss die IV-Stelle die Eingliederungsmassnahmen ab (Urk. 9/66).
Am 30. Januar 2020 ordnete die IV-Stelle die polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten an (Urk. 9/77), welche durch Ärzte des
Begutachtungsinstituts Y._
vorgenommen
wurde (Gutachten vom 11. August 2020, Urk. 9/86).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 11. November
2020 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 9/90), was sie, nachdem der Versicherte am 10. Dezember 2020 Einwände erhoben hatte (Urk. 9/93;
Ein
wand
er
gänzung
vom 13. Januar
2021, Urk. 9/96), mit Verfügung vom 25. Februar 2021 bestätigte (Urk. 9/99 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 25. Februar
2021 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 25. März 2021 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
ergänzende Abklärungen
(S. 2 Ziff. 1 und 2). In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche
Rechtspflege
(S. 2 Ziff. 4). Mit Beschwerdeantwort vom
1
0.
Mai 2021
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 17. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Bundesgesetzt über die Invalidenversiche
rung (IVG) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da das Sozialversicherungsgericht bei der Be
urteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
einge
tretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften an
wendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabe
nbereich von Bedeutung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine un
terschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszu
stand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine ver
änderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblich
en Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
ge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_351/2020 vom 21. September
2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Ana
mnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf Leistungen mit der Begrün
dung (Urk. 2), gemäss dem eingeholten Gutachten sei es dem Beschwerdeführer zumutbar, eine angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 80 % auszuüben (S. 1
unten). Der Beschwerdeführer habe v
or der Einreise in die Schweiz
verschied
ene
Hilfsarbeitertätigkeiten
ausgeübt
. In der Schweiz
sei
er nur für kurze Zeit als Maschinenführer
tätig gewesen
, weshalb er als Hilfsarbeiter zu quali
fizieren sei (S. 2 oben). Bei einem Arbeitspensum von 80 % liege die Erwerbs
einbusse bezie
hungsweise der Invaliditätsgrad bei 20 %, weshalb weder ein Anspruch auf eine Rente noch auf Eingliederungsmassnahmen bestünden (S. 2 Mitte).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer zusammengefasst
ein
(Urk. 1), gemäss sei
nem behandelnden Psychiater leide er an einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11)
,
sowie an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.40
)
mit chroni
scher Schmerzsymptomatik, weshalb ihm aus psychiatrischer S
icht lediglich eine Tätigkeit von maximal 40-50 % zumutbar sei (S. 4 Ziff. 3). Der psychiatrische Gutachter habe sich mit der abweichenden Beurteilung des behandelnden Psy
chiaters nicht auseinandergesetzt, weshalb das psychiatrische Teilgutachten nicht verwertbar sei (S. 7 Ziff. 5). Als Grundlage zur Berechnung der Erwerbseinbusse sei der Verdienst als Betontrennfachmann heranzuziehen, womit der Invaliditäts
grad allein schon deshalb weit über 20 % liege (S. 4 oben).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letztmaligen Abweisung des Leistungsanspruchs im Juni 2017 derart ver
schlechtert hat, dass dieser nunmehr Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung hat.
3.
3.1
Laut Feststellungsblatt
vom 11. Juli 2017 (Urk. 9/29) stützte die Beschwerdegeg
nerin den gleichentags ergangenen leistungsabweisenden Entscheid (vgl. Urk. 9/30) auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
vom 3. April
2017 (S. 2
; vgl. untenstehende E. 3.2
).
3.
2
3.2.1
Der Beschwerdeführer weilte vom 21. Februar bis 28. März 2017 stationär in der Rehaklinik
Z._
. Im Austrittsbericht vom 3. April 2017 (Urk. 9/26
= Urk. 9/55
) wurden folgende
(hier verkürzt dargestellte
)
Diagnosen gestellt (S. 1 f.):
-
Berstungsspaltfraktur LWK3 nach Sturz aus zirka 2-3 m Höhe
a
m 19. März 2015
beim Arbeiten auf dem
Balkon
-
Pro
c
essus
spinosi
BWK4-6-Fraktur
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41
)
-
Angst und depressive Störung
,
gemischt (F41.2)
-
Status nach Cholezystitis mit
-
laparaskopischer
Cholecystektomie
am 20. September 2016
Der Beschwerdeführer habe vor zwei Jahren eine Berstungsfraktur des LWK3 sowie Frakturen der
Pro
c
essus
spinosi
BWK4-
6
erlitten, es seien eine dorsale
Spon
dylodese
LWK2-4, eine Diskektomie L2/3 und L3/4 bei
Korpektomie
LWK3 sowie eine Cage-
Spondylodese
LWK2-4 erfolgt. Vor gut einem Jahr sei das
Osteosyn
thesematerial
entfernt worden. Im weiteren Verlauf habe sich MR
tomo
gra
phisch eine in den Spinalkanal verlagerte Hinterkante mit
mässiggradiger
Spinalkanal
stenose und
rezessaler
Verlagerung der Wurzel L3 beidseits gezeigt, von neuro
logischer Seite sei eine sensible
Radikulopathie
L3 links festgestellt worden. Eine Nervenwurzelblockade L3 links vor 9 Monaten habe keine wesent
li
che Verbesse
rung der Schmerzen gebracht. Aktuell zeige sich MR-tomo
graphisch ein unver
änderter Befund. Der Beschwerdeführer
berichte
über
seit Herbst 2016
zuneh
mende Schmerzen mit Ausweitung auf die obere linke Körper- und Gesichtshälfte. Während des Aufenthal
t
s sei die Erarbeitung von Aktivitäts
zielen nur mit nam
ha
ft
er Unterstützung möglich gewesen. Trotz regelmässiger
edukativer
Gespräche mit Information über die Wichtigkeit der Kräftigung der Rumpfmuskulatur habe keine wesentliche Veränderung des maladaptiven Schmerz
verhaltens bewirkt werden können. Bei den Belas
tungs
tests habe sich
der Beschwerdeführer im Rah
men des Zumutbaren
leistungsbereit gezeigt.
Das Aus
mass der demonstrierten physischen Einschränkungen l
a
sse sich mit den objekti
vierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bild
geben
den Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur teilweise erklären. Bei Angabe einer Zu
nahme explizit auch der in den vorderen linken Oberschenkel ausstrahlenden Schmerzen seit Herbst
2016 und aktuell auffälligem
Lasègue
-Test, vor allem links, sowie unter Berücksichtigung des MRI
Befundes sei eine erneute Vorstellung beim Operateur im Uni
versitäts
spital
A._
zu empfehlen. Sollten sich da
bei keine neuen Erkenntnisse ergeben, könne von einem stationären Zustand aus
gegangen werden
(S. 4 Mitte)
.
Die Tätigkeit als Bauarbeiter sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen, ohne Schläge und Vibrationsbelastung und ohne unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen seien zu 100 % zumutbar (S. 3 oben).
3.2.2
Die Fachleute der Rehaklinik
Z._
führten weiter aus, a
nlässlich des letzten Aufenthalts im Jahr 2016
(vgl. Urk. 9/17/81-90)
sei eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, aktuell in Remission befindlich (F43.22)
,
diagnostiziert worden.
Eigenanamnestisch habe der Beschwerdeführer berichtet, dass seine «Nerven» seit der Gallenblasenentfernung und der Lungener
krankung überstrapaziert seien. Aufgrund der zusätzlichen Ereignisse habe er sich nach dem Austritt erneut mit seiner gesundheitlichen Problematik auseinander
gesetzt. Vor Angst, sich erneut zu verletzen, getraue er sich nicht, seinen Rücken zu belasten
(S. 4 oben).
Gedanklich beschäftige er sich hauptsächlich mit seinen Schmerzen, er könne sich nicht von den negativen Gedanken distanzieren. Er gebe an, dass er vermehrt verunsichert und reizbar sei. Zudem habe das Gefühl
,
wertlos zu sein, zugenommen. Des Weiteren habe er über Sorgen um das finan
zielle Wohlergehen seiner Familie berichtet. Es bestehe eine
Grübelneigung
auf
grund der körperlichen Beschwerden, eine mittelgradige innere Unruhe, eine ge
reizte Stimmungslage, ein reduziertes Selbstvertrauen sowie ein Antriebsmangel.
Zudem seien eine negative Zukunftsperspektive sowie psychosoziale Belastungen aufgrund der sozioökonomischen Faktoren vorhanden. Der Beschwerdeführer habe während der Rehabilitation wenig Introspektionsfähigkeit gezeigt. Seine psychische Verfassung sei bis zum Austritt unverändert gewesen.
In der Zusam
menschau handle es sich aufgrund der anhaltenden Schmerzen und einer ausge
prägten Besorgnis um das Schmerzgeschehen um eine
Chronifizierung
der Schmerzen, was diagnostisch auf eine chronische Schmerzstörung hindeute. Auch könne aufgrund der frei flottierenden Angst mit depressiver Auslenkung eine Angst- und depressive Störung, gemischt, diagnostiziert werden (S. 4 oben).
Aus psychiatrischer Sicht begründe die festgestellte psychische Störung eine leichte arbeitsrelevante Leistungsminderung (zusätzlich zu den
muskuloskelettal
bedingten Einschränkungen; S. 2 unten).
3.
3
Nach dem Aufenthalt in der
Rehaklinik
Z._
fand die empfohlene Untersu
chung im
Universitätsspital A._
,
Klinik für Unfallchirurgie
,
statt. Die untersuchenden Ärzte
berich
teten am 12. Mai 2017 (Urk. 9/26/13-14), von der Operation am Rücken her sei eine definitive Frakturheilung vorhanden, es bestünden jedoch weiterhin Schmer
zen lumbal und in die linke Extremität ziehend. Es sei davon auszugehen, dass e
s
aufgrund der Schmerzproblematik zu einer Haltungsveränderung gekommen sei. Dadurch sei es zu einer zunehmenden Verspannung und Verkürzung der Mus
kulatur gekommen. Zudem bestehe eine nach ventral gerichtete Fehlhaltung im Rücken, was zu einer dauerhaften Dehnung der Rückenmuskulatur
und so zu weiter persistierenden Schmerzen
führe.
Dadurch komme es auch zu einer Ver
steifung und Verkürzung der Muskulatur der unteren Extremitäten und dadurch zu Schmerzen. Bisherige Versuche von Infiltrationen seien nur kurzfristig erfolg
reich gewesen und hätten keine langfristige Verbesserung gebracht. Eine Indika
tion zur Operation bestehe aktuell nicht. Es soll
te
der Ausbau der Physiotherapie und eine Anpassung an eine orthopädische Fussbettung nach Mass beidseits er
folgen
(S. 2 Mitte)
.
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand stellt sich folgendermassen dar:
4.2
Am 23. August 2017 berichteten die Ärzte der Klinik für Traumatologie
am
Universitätsspital A._
(Urk. 9/40/29-30)
, es zeige sich
e
ine unveränderte klinische Verlaufskontrolle. Der Beschwerdeführer
berichte
über unveränderte Beschwerden im Bereich der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
mit ausstrahlenden Schmerzen ins linke Bein zu den Zehen, die keinem bestimmten
Dermatom
zugewiesen werden könnten. Die Phy
siotherapie und Fussbettung nach Mass hätten keine Verbesserung gebra
cht. Bei bestehendem chronischem
lumbalen Schmerzsyndrom ohne Besserung unter mehrfachen Infiltrationen und weder Zeichen für eine Nervenkompression im MRI noch für andere degenerativ-entzündliche Ursachen im SPECT/CT vom 8. Mai 2017 werde der Beschwerdeführer in die interdisziplinäre Schmerzsprech
stunde überwiesen. Die Behandlung in der Traumatologie sei abgeschlossen (S. 2
Mitte).
4.3
Nach der Erstkonsultation im Institut für Anästhesiologie
, Schmerzambulatorium,
am
Universitätsspital A._
berichteten dessen Ärzte am 4. September 2017 (Urk. 9/40/
26-28
), unter Zusammenschau der zur Verfügung stehenden Unterlagen, der Anamnese und der klinischen Präsentation bestehe ein komplexer Rückenschmerz mit
spondy
logenen
,
radikulären
und muskulären Komponenten. In der Vergangenheit seien die der
Spondylodese
anschliessenden Gelenke positiv auf Lokalanästhetika ge
testet worden, jedoch ohne nachhaltige Wirkung. Der Vorschlag laute daher, hin
sichtlich einer RF-Thermokoagulation die Medial
Branches
dieser Gelenke noch einmal diagnostisch zu infiltrieren. Falls dies ebenfalls positiv sein sollte, könnte wenigstens die
spondylogene
Komponente verbessert werden. Bezüglich der neu
ropathischen
radikulären
Komponenten linksseitig könne eine gepulste Radio
frequenztherapie zur Therapie der bekannten L3-Problematik (diese Wurzel sei eben
falls positiv auf eine LA-Infiltration getestet worden) diskutiert werden. Falls sich dadurch die Schmerzsituation nicht bessern sollte, müss
t
e die Option der
Hin
terstrangstimulation
besprochen werden (S. 1 Mitte).
Am
27. September, 4. Oktober, 1. und 8. November sowie am 6. Dezember 2017 fanden diagnostische Infiltrationen statt (Urk. 9/40/12-23). Am 6. Februar 2018 (Urk. 9/40/9-11) berichteten die Ärzte, nachdem die
Fazettengelenksabklärungen
und die Wurzelbehandlung keinen Erfolg gezeigt hätten, sei eine Austestung eines
Hinterstrangstimulators
i
ns Auge zu fassen (S. 1 unten).
Am 28. Januar 2019 wurde berichtet (Urk. 9/54), der Beschwerdeführer leide an einem
failed
-back-
surgery
-syndrom (S. 3 Ziff. 2.5). Es fänden einmal monatlich symptomatische Behandlungen statt (S. 2 Ziff. 1.2 und S. 3 Ziff. 2.8).
Am 13. Mai
2019 wurden Fragen des Rechtvertreters des Beschwerdefü
hrers
(Urk. 9/62/2-3)
beantwortet (Urk. 9/62/1):
Es liege die Diagnose M96.1
(für
Post
laminektomie-Syndrom
)
vor. Zur Arbeitsfähigkeit könne keine Stellung genom
men werden, es sei eine gezielte Abklärung zu empfehlen. Die Implantation eines Simulators sei momentan nicht vorgesehen, da das
rechtliche Verfahren
eine Kontraindikation darstelle. Die Medikamententests hätten ein positives Anspre
chen auf Opioide ergeben, was jedoch das Ansprechen auf andere Stoffklassen nicht ausschliesse (vgl. auch Bericht vom 13. Juni 2019, Urk. 9/63).
4.
4
Dr.
med.
B._
und
Dr.
med.
C._
, Klinik für Neurologie am
Universitätsspital A._
,
gaben am 14. März
2018 eine elektrophysiologische Beurteilung bei persi
stieren
den Rückenschmerzen in das linke Bein ab (Urk. 9/40/6-8) und befanden, dass elek
trophysiologisch keine neurologische Ursache für die Be
schwerden eruiert wer
den könne
. MR-tomographisch zeige sich keine Kompression der L3
Wurzel links, so dass bei fehlenden Paresen und seitengleichen Reflexen eine
Radikulo
pathie
L3 mit rein sensiblem Ausfall unwahrscheinlich scheine (S. 2
unten).
4.
5
Dr.
med.
D._
, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie am
Universitätsspital A._
,
berichtete am 10. April 2018 (Urk. 9/40/4-5) nach bildgebenden Untersuchungen, verglichen mit den Voruntersuchungen von Februar und März 2017
(vgl. Urk. 9/26 S. 10)
liege eine unverändert gering nach dorsal verlagerte Hinterkante LWK3 mit leichtgradiger Spinalkanalstenose und Kontakt zu den Wurzeln L4
rezessal
beid
seits ohne Hinweis auf eine Kompression vor. Auch sonst bestehe keine Neuro
kompression (S. 1 unten). Die Darstellung des Cage
Interponates
von LWK2-4 bei Status nach Berstungsfraktur von LWK3 sei intakt. Das ventrale und dorsale Alignement sei regelrecht erhalten. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine frische Fraktur oder progrediente Sinterung. Es bestehe eine Facettengelenksarthrose LWK1-SWK1 (S. 2 oben).
4.6
Der
seit 2
4.
April
2017
behandelnde
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 23. April
2018 (Urk. 9/40/1-2)
F
olgendes (S. 2 oben):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
-
somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.32)
-
Status nach Unfall vom 19. März 2015 mit bisher begleitenden Beschwer
den
Die depressive Symptomatik habe seit mehr als einem Jahr zugenommen. Der Beschwerdeführer leide unter schlechter Stimmung
,
sei sehr besorgt betreffend sei
ne Zukunft und wirke mit der Situation überfordert (S. 1 Mitte). Er leide unter chronischen Rückenschmerzen, schneller Ermüdbarkeit und Erschöpfung bei leich
ten physischen Aktivitäten und zeige eine depressive Symptomatik mit An
triebslosigkeit, Lustlosigkeit, Konzentrationsschwäche, reduzierte Flexibilität und Durchhaltefähigkeit, Rückzug und reduzierte Kontaktfähigkeit, Unsicherheit und Angstzustände
etc.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 70-80 % (S. 1 unten).
Am 23. Dezember
2019 (Urk. 9/74) berichtete
Dr.
E._
, der Beschwerdeführer leide an
starken
Rückenschmerzen
, depressiver Stimmung, Angst, Unsicherheit, und einer Ein- und Dur
chschlaf
problematik (S. 2 Ziff. 2.2). Er arbeite zu 40 % bei
F._
,
wobei hierbei
von einer angepassten Tätigkeit auszugehen
sei
(S. 3 Ziff. 3.1). Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf über 40-50 % sei auch langfristig nicht zu erwarten (S. 3 Ziff. 2.7). Aufgrund der depressiven- und Schmerzproblematik sei die Leistungsfähigkeit deutlich bis stark reduziert (S. 4 Ziff. 3.4).
4.7
Dr.
med. univ.
G._
, Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik am
Universitätsspital A._
,
äusserte im Bericht vom 21. Dezember 2018 (Urk. 9/52
= Urk. 9/71
) den Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41; S. 4 oben). Der Beschwerdeführer zeige äusserliche Regungen und Anteilnahme am Inhalt des Gesprächs. Er sei kooperativ und auskunftswillig. Er spreche leise, sei wach, örtlich, zeitlich und zur Person sowie situativ voll orientiert. Auffassung, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis seien nicht be
einträchtigt. Subjektiv würden Konzentrationsstörungen beklagt. Der formale Ge
dankengang sei eingeengt auf die Schmerzsymptomatik. Es bestünden keine in
haltlichen Denkstörungen oder Störungen des Ich-Erlebens oder der Wahr
nehmung. Die Stimmungslage sei gedrückt, die affektive Schwingungsfähigkeit re
duziert. Es bestünden keine Ängste, keine Phobien und keine Zwänge. Das Ver
halten sei sozial zurückgezogen, der Antrieb und
der
Schlaf
seien
reduziert. Der Beschwerdeführer sei klar von suizidalen Gedanken oder Handlungsabsichten distanziert. Es lägen keine Hinweise auf Fremd- oder Selbstgefährdung vor (S. 3 Ziff. 2.4).
4.8
4.8
.1
Am 11. August 2020 erstatteten
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, und
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das polydisziplinäre Gutachten des
Y._
(Urk. 9/86). Sie stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
lit
. a):
-
chronische Beschwerden im dorsalen Beckenabschnitt links samt Gefühls
störung am Oberschenkel dieser Seite bei
-
Status nach Berstungsspaltfraktur LWK3 und Fraktur der D
or
nfortsätze BWK4/5/6 am 19. März 2015
-
Status nach dorsal instrumentierter
Spondylodese
LWK2-4 mit Anla
gerung demineralisierter Knochenmatrix am 20. März 2015
-
Status nach retroperitonealer
Minilumbotomie
links, Diskektomie LWK2
-
4,
Korpektomie
LWK3, Cage-
Spondylodese
sowie Anlagerung von Eigenknochen und demineralisierter Knochenmatrix am 31. März 2015
-
Status nach Infiltration der
I
liosak
ralgelenke
sowie
Fazettengel
e
nke
LWK4/5/SWK1 beidseits am 22. Dezember 2015
-
Status nach Entfernung der lumbalen
,
dorsalen Instrumentierung und Infiltration der
Iliosakralgelenke
mit
K
e
nacort
am 21. Januar 2016
-
Status nach Nervenwurzelblock L3 links mit
Kenacort
am 17. Juni 2016
-
Status nach diagnostischer
Fazettengelenksinfiltration
LWK4/5/SWK1 beidseits am 17. September 2017
-
Status nach diagnostischer
Fazettengelenksinfiltration
LWK4/5/SWK1 beidseits am 4. Oktober 2017
-
Status nach diagnostischer Nervenwurzelblockade L3 links am 1. November 2017
-
Status nach diagnostisch-therapeutischer Nervenwu
r
zelblockade L3 links am 8. November 2017
-
Status nach gepulster Ra
d
iofrequenztherapie L3 links am 6. Dezember 2017
-
Status nach
Ketamin
-Test am 5. Dezember 2018
-
Status nach
Lidocain
-Test am 9. Januar 2019
-
Status nach
Ultiva
-Test
intravenös
am 30. Januar 2019
-
radiologisch intakte
Spondylodese
ohne Hinweis auf Neurokompres
sion (MRI 5. April 2018 sowie Röntgen vom 9. April 2018 und 20. Mai 2020
)
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 10
lit
. b):
-
Verdacht auf kom
b
iniertes Lungenemphysem und
Fibrose
gemäss Unter
lagen
-
aktuell klinisch unauffälliger Befund
-
Status nach
laparoskopischer
Cholecystektomie
bei Cholezystitis 2016
-
anamnestisch Allergie auf
Mepivacain
4.8
.2
Aus internistischer Sicht fänden sich retrospektiv gesehen keine Hinweise für eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in der Vergangenheit aufgrund einer allge
meininternistischen Diagnose (S. 25 Ziff. 7.2).
4.8
.3
Auf orthopädischer Ebene seien folgende Befunde objektivierbar: Das Gangbild auf Treppe und ebenem Terrain sei einschliesslich der geprüften Varianten weit
gehend unauffällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule zeige sich die Beweg
lichkeit nach
Spondylodese
lumbal mässig vermindert und in den übrigen Ab
schnitten frei. Auch an den oberen und unteren Extremitäten bestehe eine freie Beweglichkeit.
Die gesamte ausführliche Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen könne bei ausreichender Kooperation problemlos durchgeführt werden. Obwohl der Beschwerdeführer anfangs klar umschriebene Beschwerden an Becken und Oberschenkel der linken Seite beschreibe, zeige sich bereits bei der Palpation ein bezüglich Lokalisation und Intensität ausgeprägtes Schmerzgeschehen, sodass die Berührung im Bereich der Lendenwirbelsäule praktisch nicht mehr toleriert werde. Auch an der linken Schulter bestehe eine massive, unter anderem nonverbal ge
äusserte Schmerzhaftigkeit ohne jegliche anatomische Zuordenbarkeit bei jedoch uneingeschränkter Funktion. Der Beschwerdeführer äussere schli
esslich eine links
seitige
hemik
o
r
porelle
Beschwerdesymptomatik. Während die Prüfung der unteren Extremitäten in Rückenlage zur andauernden und ausgeprägten Schmerzangabe im dorsalen Beckenabschnitt führe, gelinge die forcierte Vor
nahme derselben Manöver in sitzender Position ohne jegliche Beschwerdeäusse
rung.
Auf neurologischer Ebene zeigten sich keine klaren Hinweise für eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervens. Im Schreiben der Klinik für Plastische
Chirurgie
und Handchirurgie des
Universitätsspital
s
A._
vom 8. Juni 2016
(vgl. Urk. 9/17/101-104)
habe der Neurologe
z
war den hochgradigen Verdacht auf eine sensible
Radikulopathie
L3 links geäussert, doch sei im Bericht der Neurologie des
Universitätsspital
s
A._
vom 14. März 2018
(vgl. E. 4.4)
nach elektrophysiologi
scher Untersuchung das Fehlen einer neurologischen Beschwerdeursache doku
mentiert worden.
Auf radiologischer Ebene bestünden an der LWS keine Hinweise für Neurokom
pression,
höhergradige
Degeneration oder
Implantatversagen
.
Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass sich die geklagten Beschwer
den durch die klinischen, radiologischen,
szintigraphischen
, elektrophysiologi
schen und
infiltrativen
Befunde
nicht
klar begründen liessen. Durchaus nachvoll
ziehbar sei eine Minderbelastbarkeit und Bewegungseinschränkung der lumbalen Wirbelsäule nach mittels
Spondylodese
behandelter Fraktur, doch lasse das letzt
lich sehr ausgeweitete Schmerzgeschehen doch an eine nicht-organische Be
schwerdeursache denken (S. 43 Ziff. 7.3.1).
Für körperlich mittelsch
w
ere und schwere sowie überwiegend stehende und gehende Verrichtungen einschliesslich jener auf der Baustelle bestehe aufgrund der Untersuchung eine bleibende und vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 46 Ziff. 8.1.1). Für körperlich leichte, immer wieder auch sitzende Verrichtungen un
ter Wechselbelastung bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, die Einnahme von Zwangshaltungen des Rumpfes sowie das längere Gehen und Ste
hen sollten dabei vermieden werden (S. 47 Ziff. 8.2.1). Es sei von einer vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ab der am 19. März
2015 erlittenen Rückenverletzung, spätestens aber seit dem 28. April 2016
(Austritt aus der Rehaklinik
Z._
nach dem ersten stationären Aufenthalt, vgl. Urk. 9/17/81-90)
von einer zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Ar
beitsfähigkeit für genannte Verweisungstätigkeiten auszugehen (S. 47 Ziff. 8.2.5).
4.8
.
4
In psychiatrischer Hinsicht leide der Beschwerdeführer seit dem Unfall unter Schmerzen und fühle sich nur noch sehr beschränkt arbeitsfähig, wobei es im Laufe der Zeit zu einer Schmerzausbreitung gekommen sei. Das Ausmass der ge
klagten somatischen Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nur noch sehr eingeschränkt arbeiten zu können, könnten durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, sodass eine psychische Überlage
rung angenommen werden müsse. Der Beschwerdeführer habe Mühe zu akzep
tieren, dass er andauernd Schmerzen habe,
und
fühle sich durch die Schmerzen mehr eingeschränkt, als dass es sich objektivieren l
a
sse. Aufgrund der körperli
chen Beschwerden habe er auch keine richtige Anstellung mehr gefunden und arbeite seit zwei Jahren in einem Teilzeitpensum. Er sei nicht mehr der Haupter
nährer der Familie, fühle sich gegenüber seiner Familie minderwertig und schul
dig. Er habe vorgängig nie gesundheitliche Probleme gehabt
,
und es falle ihm sehr schwer, mit den gesundheitlichen Einschränkungen adäquat umzugehen. Er habe sich sozial zurückgezogen und sei etwas unsicher geworden. Er leide unter depressiven Verstimmungen, Minderwertigkeitsgefühlen, leichtgradig ausgepräg
ten Ängsten und unter einem sozialen Rückzug. Die psychische Problematik sei im Rahmen der chronischen Schmerzstörung einzuordnen. Eine eigenständige depressive Erkrankung müsse daher nicht diagnostiziert werden (S. 32 Ziff. 6.3).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
sowie in angepassten Tätigkeiten
könne der Beschwerdeführer 7-8 Stunden anwesend sein. Aufgrund der Schmerzstörung be
stehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit seit dem Aufenthalt in der Rehaklinik
Z._
80 % betrage (S. 34 Ziff. 8.1
und S. 35 Ziff. 8.2
).
4.8
.5
A
us interdisziplinärer Sicht attestieren die Gutachter dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (S. 10 Ziff. 4.6.1). In einer angepassten Tätigkeit sei die tägliche Präsenz von 7-8 Stun
den zumutbar. Es bestehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit aufgrund der Schmerzstörung mit etwas erhöhtem Pausenbedarf und gering reduziertem Rendement
. Die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrage 80 %. Die 20%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit resultiere aus der psychiatrischen Diagnose (S. 11 Ziff. 4.7).
4.9
Dr.
E._
(vgl. E. 4.5) nahm auf Anfrage des Rechtsvertreters des Beschwerde
führers am 8. Dezember
2020 zum psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
Stellung (Urk. 9/92) und diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11)
,
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) mit chronischer Schmerz
prob
lematik (Rückenschmerzen; S. 1 Ziff. 1). Es lägen Rückenschmerzen, schnelle Er
müdbarkeit und Erschöpfung bei leichten physischen Aktivitäten sowie die depressive Symptomatik mit Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Konzentra
tions
schwä
che, reduzierte Flexibilität und Durchhaltefähigkeit, Rückzug und redu
zierte Kon
taktfähigkeit, Unsicherheit und Angstzustände usw. vor
. Der Beschwer
de
führer leide unter starken Schuldgefühlen gegenüber seiner Familie und es seien Gefühle der Wertlosigkeit vorhanden. Zusätzlich leide er an Durch
schlaf
problemen und phasenweise latenten suizidalen Gedanken, aber ohne konkrete Pläne
(S. 1 Ziff. 2).
Neben der medikamentösen Behandlung fänden alle ein bis zwei bis drei Wochen psychiatrisch-psychotherapeutische Gespräche im Einzel
setting statt (S. 2 Ziff. 3). Die im psychiatrischen Teilgutachten attestierte Leistungsfähigkeit sei zu optimistisch und nicht realistisch (S. 2 Ziff. 4). Es sei aus psychiatrischer Sicht von einer maximalen Leistungsfähigkeit von 40-50 % auszugehen. Die Ein
schränkung sei im Rahmen der Diagnosen beziehungsweise funktionellen Ein
schränkungen zu interpretieren (S. 2 Ziff. 5).
5.
5.1
Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.3), ist vorliegend zu prüfen, ob sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verändert hat, mithin ob ein Revisionsgrund vorliegt.
5.2
In somatischer Hinsicht haben die
ausgedehnten Abklärungen am
Universitätsspital A._
keine neuen Erkenntnisse gebracht. Weiterhin lassen sich die demonstrierten physi
schen Einschränkungen mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur teilweise erklären. So stellten die Ärzte der Traumatologie des
Universitätsspital
s
A._
(E. 4.2) fest, dass zwar die Physiotherapie und Fussbettung nach Mass keine Verbesserung gebracht hätten, jedoch im MRI keine Zeichen für eine Nervenkompression und im SPECT/CT keine anderen degenerativ entzündlichen Ursachen hätten gefun
den werden können.
Mit der Überweisung in die Schmerzsprechstunde wurde die Behandlung in der Traumatologie abgeschlossen.
Auch
die
diagnostischen Infiltrationen im Schmerzambulatorium des
Universitätsspital
s
A._
(E. 4.3) brachte keine
objektivierbaren Befunde
. Die elektrophysiologische Be
ur
teilung durch die Neurologen des
Universitätsspital
s
A._
(E. 4.4)
ergab keine neurologische Ursache für die Beschwerden.
Die Fachärzte
erachteten das Vorliegen einer
Radikulopathie
L3 bei MR-tomographisch nicht ersichtliche
r
Kompression der Nervenwurzel L3 und sei
tengleichen Reflexen mit rein sensiblem Ausfall als unwahrscheinlich. Bildge
bende Untersuchungen ergaben verglichen mit den Voruntersuchungen von Februar/März
2017 gemäss
der Einschätzung
des Neurochirurgen
Dr.
D._
(E. 4.4) unveränderte Verhältnisse ohne Anhaltspunkte für eine frische Fraktur oder
eine
progrediente Sinterung. Übereinstimmend kam auch der orthopädische Gutachter des
Y._
zum Schluss (E. 4.7.3), dass
sich
die geklagten Beschwerden durch die klinischen, radiologischen,
szintigraphischen
, elektrophysiologischen und
infiltrativen
Befunde nicht klar begründen liessen. Einzig eine Minderbelast
barkeit und Bewegungseinschränkung der unteren Wirbelsäule nach der mittels
Spondylodese
behandelten Fraktur konnte er nachvollziehen, was zu seinem Schluss führte, dass dem Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht die ur
sprünglich ausgeübte Tätigkeit als Beton
trennfachmann nicht mehr, hingegen eine näher umschriebene angepasste Tätigkeit vollzeitlich zumutbar sei. Damit deckt sich seine Einschätzung mit derjenigen der Ärzte der Rehaklinik
Z._
vom April 2017 (E. 3.2).
5.3
Was d
ie
psychische
n
Beschwerd
en
betrifft, wurde im psychiatrischen Konsilium der Rehaklinik
Z._
(E. 3.2) diagnostisch von einer chronischen Schmerz
störung oder einer Angst- und depressiven Störung gemischt ausgegangen. Der psy
chiatrische
Y._
-Gutachter
(E. 4.7.4)
diagnostizierte eine chronische Schmerz
stö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (F.45.41), während der be
han
delnde Psychiater
Dr.
E._
ausgehend von einer rezidivierenden depres
siven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
mit somatischem Syndrom (F33.11)
,
sowie eine
r
somatoforme
n
Schmerzstörung mit chronischer Schmerz
problematik (F45.4)
dem
Y._
-Gutachter vorwirft,
die von
diesem
gestellten Diagnosen seien nicht korrekt
(E. 4.8).
Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass
grundsätzlich
kein direkter Zusammen
hang besteht zwischen Diagnose und
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
bzw. Invalidität. Viel
mehr sind die Auswirkungen des bestehenden Gesundheitsschadens auf die funk
tionelle Leistungsfähigkeit im Einzelfall für die Rechtsanwendenden nachvoll
ziehbar ärztlich festzustellen (
Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 143 V 409 E. 4.2
).
Keinem der Berichte von
Dr.
E._
ist zu entnehmen,
zu welchen funktionellen Ein
schränkungen
die von ihm gestellten Diagnosen
führen und wie sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
Insofern der Beschwerdeführer vorbrachte, die Beschwerdegegnerin habe den Be
richt von
Dr.
E._
vom 8. Dezember
2020 (E. 4.8) zu Unrecht nicht berück
sichtigt
und der
Y._
-Gutachter habe sich nicht
rechtsgenüglich
mit dessen ab
weichenden Beurteilung auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 7 Ziff. 5), deckt sich der Bericht vom 8. Dezember
2020 (E. 4.8)
bezüglich
Diagnosen und
Psychostatus
mit demjenigen vom 23. April 2018
und bezüglich Arbeitsfähigkeit mit demjeni
gen vom 23. Dezember
2019
(E. 4.5)
.
D
ies
e
Bericht
e
lag
en
dem
Y._
-Gutachter vor, und
dem Gutachten kann hierzu entnommen werden,
dass der Beschwerde
führer ausser seinen Schmerzen keine anderen somatischen oder vegetativen Symptome beschreibe. In der psychiatrischen Untersuchung sei der Antrieb nicht vermindert gewesen und der Beschwerdeführer habe von leichtgradig ausgepräg
ten Ängsten und Schuldgefühlen gesprochen. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, sich alleine in der Öffentlichkeit zu bewegen, er lese gerne und sehe sich Fussballspiele im Fernseher an. Dies seien Hinweise dafür, dass er nicht an einer mittelgradigen oder schweren depressiven Störung leide (Urk. 9/86 S. 34 Ziff. 7.3.3).
Damit hat sich der
Y._
-Gutachter
rechtsgenüglich
mit den Berichten von
Dr.
E._
auseinandergesetzt, indem er dessen Feststellungen seinen eige
nen gegenüberstellte, und es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin zum Schluss kam, dass
dem neu aufgelegten Bericht
des behandelnden Psy
chiaters keine wesentlichen neuen Tatsachen zu entnehmen sind. Auffallend ist, dass den Berichten von
Dr.
E._
keine Anamnese zugrunde liegt und die auf
geführten Symptome nicht näher beschri
e
ben wurden. Dass er dem Beschwerde
führer im Bericht vom 8. Dezember 2020 eine höhere Arbeitsfähigkeit attestiert hat als im Bericht vom 23. April 2018, ohne eine Verbesserung des Psychostatus zu beschreiben, ist überdies nicht nachvollziehbar. Seine Arbeitsfähigkeitsatteste sind demzufolge
von den
Y._
-Gutachtern abweichende Einschätzung
en
, die nicht unabhängig von subjektiven Gesichtspunkten erfolgt
sind,
da von den gegenwär
tigen Verhältnissen
ausgegangen wurde
(Arbeit als MHD-Kontrolleur mit einem Pensum von
zuerst 20 und später
40 %). Da sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszu
standes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gut
achten gemäss BGE 125
V
351 E.
3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass
behandelnde Ärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten a
ussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc
mit weiteren Hinweisen),
vermag der Bericht von
Dr.
E._
die Feststellungen
des
Y._
-
Psychiaters
nicht
in Zweifel zu zie
hen
.
5.4
Im psychiatrischen Konsilium
der Rehaklinik
Z._
(E. 3.2)
wurde
festgehalten, dass der Beschwerdeführer den Rücken vor Angst
,
sich erneut zu verletzen, nicht belaste, er sich gedanklich hauptsächlich mit den Schmerzen befasse und ein Gefühl der Wertlosigkeit empfinde, da er für das finanzielle Wohlergehen der Fami
lie nichts mehr beitragen könne. Im
Y._
-Gutachten wurde festgestellt, der Be
schwerdeführer fühle sich durch die Schmerzen mehr eingeengt als dass sie sich objektivieren liessen, er fühle sich gegenüber der Familie minderwertig und schuldig und es falle ihm schwer, mit den gesundheitlichen Einschränkungen adäquat umzugehen. Bei vom Beschwerdeführer ähnlich geschildertem Psy
chostatus wurde
sowohl im Bericht der Rehaklinik
Z._
als auch im
Y._
Gutachten lediglich von einer leichten Einschränkung der Leistungsfähigkeit aus
gegangen
. Es ist somit davon auszugehen, dass sich
auch
in psychiatrischer Hin
sicht keine wesentliche Veränderung des Ge
sundheitszustandes ergeben hat.
Unter diesen Umständen kann auf ein strukturiertes Beweisverfahren (vgl.
E.
1.6) verzichtet werden.
5.5
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass weder somatisch noch psychia
trisch von einer
wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszust
andes auszu
ge
hen ist. Da sich aus den Akten kein Hinweis auf eine Änderung im erwerblichen Bereich ergibt und der Beschwerdeführer eine solche auch nicht geltend machte, fehlt es an einem Revisionsgrund. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf eine Invalidenrente damit im Ergebnis zu Recht verneint.
Dies führt zur Abwei
sung der Beschwerde.
5.6
Insoweit die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest
gestellt hat, dass bei einem Invaliditätsgrad von 20 % kein Anspruch auf Einglie
derungsmassnahmen bestehe, hat
sie
diesen Anspruch materiell nicht geprüft, sondern die Eingliederungsbemühungen
wurden in gegenseitigem Einvernehmen
am 29. August
2019
abgeschlossen
(Urk. 9/66)
. Dem Beschwerdeführer
bleibt es unbenommen, sich für Eingliederungsmassnahmen wieder anzumelden.
6.
6.1
Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aus
sichtslos erscheint, in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten und Kostenvorschüssen erlassen.
Es wird ihr überdies auf Gesuch eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (Abs. 2).
Die Voraussetzungen
zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung sind vorliegend erfüllt.
6.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art.
69 Abs.
1
bis
IVG sind auf Fr. 7
00.-- festzuset
zen. Ausgangsgemäss sind sie de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.
3
Der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Honorarnote vom
3. Juni
2021 (Urk.
11
) geltend gemachte Zeitaufwand von
6.17
Stunden erscheint
angemessen. Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr.
220.
zuzüglich Mehrwertsteuer (
MWSt
)
und der geltend gemachten Baraus
lagen von Fr.
69.90
ist der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für seine Bemühungen mit Fr.
1'537.20
inklusive Mehrwertsteuer (
MWS
t
) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer
ist auf §
16 Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern
er
dazu in der Lage ist.