# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aba28f45-99fd-4541-8fb3-82ad22191076
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
arbeitete
zuletzt vom
1. Juni 2011
bis am 3
0.
Juni 2013 (letzter effektiver Arbeitstag am 2
5.
Januar 2013)
als Chauffeur Kategorie C bei der
Y._
(
Urk. 7/5/1, Urk. 7/20
) und ist seither arbeitslos.
I
m Mai 2013
meldete sich der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf Schmerzen an der linken Schulter
,
zur Früherfassung (Urk. 7/5
) und am
26. Juni 2013 zum Leistungsbezug an (Urk. 7/11).
Die
IV-Stelle zog die Akten des Unfallversicherers
(betreffend eine Schnittverletzung in der linken Ferse am 2
6.
Juli 2009
[
Urk.
7/16/1-81] sowie Rückfallmeldung vom 1
4.
Januar 2013 betreffend linker Schulter [
Urk.
7/25/1-78]
)
sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk. 7/
17) und holte bei
Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
(
Bericht vom
2.
Juli 2013, Urk. 7/18/5-6) sowie bei der
Y._
(
Arbeitgeberbericht
vom
6.
August 2013, Urk. 7/20) Auskünfte ein.
Am 18. Oktober 2013
unterzog sich der Versicherte einem opera
tiven
Eingriff an der rechten Schulter
(Urk. 7/33), worauf
Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traum
atologie des Bewegungs
apparates, Oberarzt an der
B._
,
einen ärztlichen Bericht
vom 1
9.
Dezember 2013
und
den
Sprechstundenbericht vom 3. Februar 2014
nach
reichte
(Urk.
7/34/6-7
, Urk. 7/36
)
. Am 10. März 2014 wurde der Versicherte
vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
orthopädisch und rheumatologisch
unter
sucht (
Untersuchungsbericht vom 11. März 2014,
Urk. 7/39).
Mit Verfügung vom 3. Juli 2014 wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren d
es Versicherten ab (Urk. 7/50).
1.2
Die Suva ihrerseits sprach
X._
aus dem Schadensereignis vom
4.
Juni 2003 mit Verfügung vom
2.
April 2014 gestützt auf eine Erwerbs
unfähigkeit von 10
%
eine Invalidenrente von 10
%
, laufend ab
1.
November 2013, zu (
Urk.
7/44).
1.
3
Mit Eingabe vom 29. September 2014
ersuchte der
Versicherte
um Prüfung von beruflichen Massnahmen
(Urk. 7/52).
Mit Verfügung vom 12. November 2014
verneinte
die IV-Stelle
– wie vorbeschieden (Urk. 7/53) –
einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung
(Urk. 7/54).
1.
4
Am 20. Februar 2015 unterzog sich der Versicherte einem operativen Eingriff an der linken Schulter
(
Urk. 7/59/21-22) und meldete sich in der Folge
a
m 7. Sep
tember 2015 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/57).
Im Rah
men ihrer
erwerblich
-medizinischen Abklärungen zog die IV-Stelle die Akten des
Unfallversicherers
(
Urk.
7/59,
Urk.
7/67)
, darunter die Verfügung vom 2
8.
April 2016, womit die Suva eine revisionsrechtliche Rentenerhöhung
abwies (
Urk.
7/60),
und einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk. 7/63).
Mit Vorbescheid vom 11. Juli 2016 stellte
die IV-Stelle dem Versicherten die
Zuspra
che
einer befristeten ganzen Rente vom 1. Februar bis 31. Dezember 2015 in Aus
sicht (Urk. 7/74).
Dagegen
wandte
der Versicherte am 13. September 2016
unter anderem ein, im Mai 2016 einen weiteren Unfall erlitten zu haben (Urk. 7/82).
Die IV-Stelle zog
daher
die
Suva-
Akten
bezüglich des Treppensturzes in Sri Lanka am
5.
Mai 2016
mit Kontusion der Lendenwirbelsäule
(LWS)
bei (Urk. 7/84, Urk. 7/91), darunter insbesondere die versicherungsärztliche Beurteilung von
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Chirurgie und Kreisärztin der Suva (
Urk.
7/91/47-52) sowie die Verfügung der Suva vom
13.
Februar 2017, mit wel
cher die gesetzlichen Versicherungsleistungen bezüglich des Treppensturzes vom
5.
Mai 2016 per Ende November 2016 eingestellt wurden (
Urk.
7/92).
Mit Eingabe vom 31. August 2017 ergänzte der Versicherte seinen Einwand
hinsichtlich der ergänzten Aktenlage (Urk. 7/107) unter Beilage des Sprechstundenberichts der
B._
vom 2
2.
Juni 2017 (
Urk.
7/107/3-6).
Mit neuem Vorbescheid vom 14. September 2017 wurde dem Versicherten
sodann
die
Verneinung
eines
Ren
ten
anspruchs
in Aussicht gestellt (Urk. 7/112). Am 16. Oktober 2017 erhob der Versicher
te dagegen Einwand (Urk. 7/114) und ergänzte diesen mit
Eingabe vom 1. Dezember 2017
unter Beilage einer zuh
a
nden des Rechtsvertreters erstellten Stellungnahme
von Dr. med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Oberarzt des B
._
,
vom
22. November 2017 (Urk. 7/116, Urk. 7/118).
Mit Verfügung vom 2. März 2018 wurde
das Leistungsbegehren abgewiesen (Urk. 7/123 = Urk. 2).
2
.
Gegen die Verfügung vom 2. März 2018 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 20. April 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf
zuheben. Das Verfahren sei zur ergänzenden Abklärung (Einholung eines umfas
senden medizinischen Gutachtens
)
und zu neuem
Entscheid
an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Eventuell sei
ihm
eine IV-Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der
Versicherte
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts
pflege
und um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten Urk. 7/1-126), was dem
Beschwer
deführer
mit Verfügung vom 28. Mai 2018 mitgeteilt wurde. Zugleich wurde der
Beschwerdeführer
darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels
nicht als erforderlich erachte (Urk. 8).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
vertrat in der angefochtenen Verfügung den Stand
punkt, der
Beschwerdeführer
sei
– nach
entsprechender Erholungszeit nach
der Schulteroperation
vom 20. Februar 2015
–
ab Januar 2016 in einer leidensange
passten Tätigkeit
wieder
zu 100 % arbeitsfähig.
Es seien keine neuen dauerhaften funktionellen Einschränkungen vorhanden, welche zu einer dauerhaften Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit führten. Da keine
Invalidität ausgewiesen
sei
,
bestehe
kein Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen durch die IV
(Urk. 2)
.
2.2
Der
Beschwerdeführer
führt
e
im Wesentlichen
aus, er sei
– losg
elöst von der Unfallfrage – noch nicht umfassend medizinisch abgeklärt worden. Nur durch eine
medizinische Begutachtung lasse sich bestimmen, ob ihm allenfalls Ansprü
che aus dem IVG, insbesondere eine Berentung, zustünden
. Auch bezüglich der behinderungsangepassten Tätigkeit sei Klärungsbedarf gegeben. So sei insbeson
dere die funktionelle (arbeitsbezogene) Leistungsfähigkeit nicht
abgeklärt wor
den.
Ferner sei ausser Acht gelassen worden, dass das
E._
sehr wohl eine Verschlechterung des Gesundh
eitszustandes festgestellt habe. So seien
bei
spielsweise die vollständige Ruptur der
Infraspinatussehne
,
die Wirbelsäulener
krankung und Bandscheiben
de
generation mit Hernie
hinzugetreten
. Aufgrund seiner persönlichen Voraussetzungen sei fraglich, welche Stellen für ihn noch in Frage kämen und ob allenfalls seine
Aussichten auf dem Arbeitsmarkt durch berufliche Massnahmen verbessert werden könnten
(Urk. 1 S. 4
-6
).
3.
3.1
3.1.1
D
ie
abweisende Verfügung vom 3. Juli 2014
basierte
im Wesentlichen
auf fol
genden medizinischen
Unterlagen
(Urk. 7/50, vgl. Urk. 7/49):
3.1.2
Am 27
. August 2013 wurde der
Beschwerdeführer
durch Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, kreisärztlich untersucht (Urk. 7/25/2-7).
Im betreffenden Bericht
wurde eine Belastungsinsuffizienz und Bewegungseinschränkung
des linken
Schultergelenk
s
bei Pseudoparalyse infolge
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
transmural
Supraspinatus
,
Subskapularis
,
Infraspinatus
)
der
linke
n
Schulter (
adominant
) bei Situation nach Schulterarthroskopie links und
offener
Akromio
plastik
sowie
transossärer
Subskapularis
- und
Supraspinatusnaht
am 5. August 2003 (
E._
) diagnostiziert. Ferner bestehe ein leichteres Funktions
defizit des rechten Schultergelenkes nach einem Unfallereignis im August 2012; hierzu gebe es allerdings keine Schadenmeldung. Daher werde im
Folgenden aus
schliesslich die linke Schulter abgehandelt
. Die geklagten Beschwerden (linke Schulter) entspräche
n
den objektivierten klinischen und radiologischen Befun
den. Dennoch sei bei kompletter Ruptur aller Anteile der
Rotatorenmanschette
in allen Freiheitsgraden des linken Schultergelenkes bis zu einer Abduktion von 40° und einer Elevation (
Anteflektion
) von 50° eine ausreichende Kraftentwicklung möglich. Bei einer Abduktion könne bis 40° die
volle Kraft entwickelt werden. Dem Versicherten sei das Bewegen mittelschwerer Lasten bis 15 kg zuzumuten. Das Heben solcher Lasten in eine
r
Abspreizhaltung
des linken Armes über 40° sei zu meiden. Ferner seien Arbeiten im oberen Greifraum auch ohne
Abspreizbewe
gung
des Oberarmes im Schultergelenk zu meiden, da die Elevation (Anteflexion) im linken Schultergelenk nur bis 50° gelinge. Unter Berücksichtigung dieser Aus
schlusskriterien seien dem Versicherten vollschichtig leichte bis mittelschwere Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zuzumuten (Urk. 7/25/6-7).
3.1.3
Am 18. Oktober 2013 wurde ein operativer Eingriff an der rechten Schulter durchgeführt (Schulterarthroskopie,
Bicepstenotomie
, intraartikuläres
Débride
ment
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
subacromiales
Débridement
,
Acro
mioplastik
,
Débridement
AC-Gelenk rechts; Urk. 7/33).
3.1.4
In seinem ärztlichen Bericht vom 19.
Dezember 2013
stellte Dr.
A._
folgende Diagnosen
(
Urk.
7/34/6
)
:
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bicepstenotomie
, intraartikuläres
Débridement
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Subscapularis
2 Storz-Anker,
Supraspinatus
2 Storz-Anker)
subacromiales
Débridement
,
Acromioplastik
,
Débridement
AC-Gelenk rechts am 18. Oktober 2013 bei
-
Status na
ch
Rotatorenmanschettenruptur
(
t
ransmural
Subscapularis
,
transmural
vorderer
Su
praspinatus
) Schulter rechts,
a
dominant
(rich
tig: dominant)
-
Pseudoparalyse bei
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
transmur
al
Sup
raspinatus
,
Subscapularis
,
Infraspinatus
) Schulter
links (
a
dominant
) mit/bei
-
Status nach Schulterarthroskopie links und offener
Acromioplastik
sowie
transossärer
Subscapularis
- und
Supraspinatusnaht
am 5. August 2003 (extern)
-
Status nach
Hämatomevakuation
Schulter links bei postoperativem Hämatom am 9. August 2003 (extern)
Als Befunde erhob er ein symmetrisches Schulterrelief, reizlose
Arthroskopienar
ben
, i
ntakte
Sensibilität im
Axillarisgebiet
, a
ktiv assistierte Schulterbeweglichkeit mit Elevation 100°, passive rein
glenohumerale
Abduktion 60°, Aussenrotation 20°,
endgradig
schmerzh
aft, Innenrotation bis
gluteal
und erachtete den Hei
lungsverlauf
s
echs Wochen postoperativ
als zeitgerecht
(Urk. 7/34/7).
3.1.5
In seinem
Sprechstundenbericht
vom
3.
Februar 2014
(Urk. 7/36/1) hielt
Dr.
A._
fest, e
s sei im weiteren Verlauf zu einer Verminderung der Schulter
beweglichkeit im Sinne einer postoperativen Schultersteife/
Frozen
shoulder
gekommen
. Eine Verlaufskontrolle
sei
in drei Monaten geplant. In der Zwischen
zeit bestehe weiterhin eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit
.
3.1.6
Im
Untersuchungsbericht
von med.
pract
.
H._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, für den
RAD
vom 11
. März 2014
wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk. 7/39
/8
)
:
-
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung beider Schul
tern bei Status nach
Rotatorenmanschettenruptur
beidseits
Daneben wurde folgende Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/39/8):
-
Bewegungseinschränkung der rechten Hüfte, klinisch wahrscheinlich Sta
tus nach
Epiphysiolyse
Anhand der medizinischen Befunde sei eine Funktionsminderung der Schulter
gelenke für Tätigkeiten oberhalb der Horizontalen nachvollziehbar. Eine Unfä
higkeit, die Arme für Tätigkeiten bis zur eigenen Taillenhöhe und ohne dauerhaft angehobene oder abgespreizte Haltung der Arme im Schultergelenk einzusetzen, habe jedoch nicht nachvollzogen werden können. Auch die aus der
B._
vorliegenden Untersuchungsbefunde würden keine Hinweise auf eine
darüberhinausgehende
Einschränkung der Funktion beider Arme bieten. Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersu
chung sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfä
higkeit beeinträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Chauffeur bestehe 0 % Arbeitsfähigkeit seit Januar 201
3.
In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Tätigkeiten über der eigenen Schulterhöhe, ohne Überkopfarbeit, ohne Arbeiten mit dauerhaft ange
hobener oder abgespreizter Haltung der Arme im Schultergelenk, ohne Tätigkei
t
en
mit Vibrations- und Schlagbelast
ungen des Schultergürtels) sei
eine Arbeits
fähigkeit von 100 % seit jeher gegeben (Urk. 7/39/9).
3.2
3.2.1
Aus den im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten und eingeholten medizi
ni
schen Unterlagen ergibt sich Folgendes:
3.2.2
Am
20.
Februar 2015 erfolgte eine Schulterarthroskopie
, eine
Bicepstenotomie
sowie ein
subakromiales
Débridement
an der linken Schulter (Urk. 7/59/21-22).
3.2.3
In seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2015 beurteilte
RAD-Arzt
med.
pract
.
I._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis Ende September 2015
im Rah
men der postoperativen
Rekonvale
szenzzeit
als noch nachvollziehbar.
Es bestünden jedoch
keine neuen dauerhaften funktionellen Einschränkungen, wel
che zu einer dauerhaften Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führen würden (Urk. 7/72/3).
3.2.4
Dr.
C._
stellte in ihrem kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 18. Dezem
ber 2015
folgende Diagnose (Urk. 7/67/14
):
-
Pseudoparalyse der linken Schulter
-
bei Status nach Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
,
Débridement
Februar 2015
-
bei Status nach
Rotatorenmanschettenreruptur
-
bei Status nach
transossärer
Subskapularis
- und
Supraspinatusrefixa
tion
August 2003
Vergleiche
m
an die erhobenen Bewegungsausmasse mit denen der letzten Unter
suchung im B
._
von April und Juli 2015, so habe sich die Beweglichkeit weiter verschlechtert, trotz zweimal Physiotherapie in der Woche. Insgesamt liege ein schlecht
es postoperatives Ergebnis vor (Urk. 7/67/14).
Nach durchgeführtem Verlaufs-MRI
der linken Schulter
(vgl. Urk.
7/67/10)
äus
serte sich
Dr.
C._
in
ihrer
Nachbeurteilung vom
19. Januar 2016 ergänzend zur kreisärztlichen Untersuchung
vom 18. Dezember 2015
(Urk. 7/67/6).
D
abei
stellte si
e
folgende Diagnose
n
:
-
Mässige AC-Gelenksarthrose, Knochenmarködem in der distalen Klavi
kula und angrenzend im
Akromion
.
Akromion
Typ II nach
Bigliani
-
V
ollständige
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
und der
Infra
spinatussehne
.
Retraktion des Sehnenstumpfes auf Höhe d
es
glenohume
ralen
Gelenkspaltes. V
ollständige
transmurale
Ruptur
der
Subskapula
rissehne
und Retraktion des Sehnenstumpfes 1 cm medial derer
glenohu
meralen
Gelenkfläche. Fortgeschrittene Verfettung und Atrophie der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
-
Status nach
Bizepstenodese
. Unauffälliges
Rotatorenintervall
-
Normaler Knorpel
glenohumeral
. Degeneration des Labrums
-
Kräftiger
Musculus
deltoideus
Aufgrund des aktuellen MRI-Befundes sei die
anlässlich
der kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Dezember 2015
dokumentierte Pseudoparalyse im Bereich der linken Schulter
nachvollziehbar.
Eine angepasste Tätigkeit umschrieb sie als
leichte bis mittelschwere Tätigkeit,
der
linke Arm
könn
e auf Tisch
h
öhe Gewicht bewegen von knapp 10 kg, in
axiale Richtung bis Tischhöhe,
Abspre
izbewegun
g
en
seien
zwischen 2 bis 5 kg möglich. Die linke Hand/
der linke
Arm könne vor allem als
Zudien
-
Haltehand fungieren. Nicht zumutbar seien kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen mit links, einseitiges Abstützen mit links, kraftvolles Zupacken, Schläge, Vibrationen und Hämmern mit links (Urk. 7/67/6).
3.2.5
Am
5.
Mai 2016 erlitt der Versicherte einen Unfall in Sri Lanka
,
bei welchem er eine Treppe hinabstürzte
und sich eine Kontusion der
LWS zuzog
(Urk. 7/84/3-5, Urk. 7/84/10
, Urk. 7/84/14
).
Zurück in der Schweiz suchte er wegen persistieren
den Schmerzen lumbal, ohne Ausstrahlung in die untere Extremität, die
B._
auf. Im Spre
chstundenber
icht vom
6.
Juni 20
1
6 wurden die Beschwerden am ehesten muskulär beurteilt (
Urk.
7/84/33).
Nach durchgeführtem MRI der LWS
diagnostizierte
Prof. Dr. med.
J._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, am 4.
Juli 2016
einen
Status nach LWS
-
Kontusion bei Treppenst
urz am 5. Mai 2016 in Sri Lanka
.
Das durchgeführte MRI der LWS habe einen
Anulus
fibrosus
-Riss auf Höhe L5/S1 mit leichter Bandscheibendegeneration gezeigt. Ansonsten bestehe ein altersentsprechender Normalbefund. Es werde von mus
kulär bedingten Schmerzen ausgegangen. Der Versicherte sei vom 21. Juni bis am 17. Juli 2016 zu 100 % arbei
tsunfähig gewesen (Urk. 7/84/14).
Auch in der Verlaufskontrolle vom
9.
August 2016 wird erneut (
Urk.
7/84/33) von einem
hinkfreien
Gangbild, problemlos möglichen Zehenspitzen- und Fersengang sowie
Einbeinstand
berichtet, bei punktueller
Druckdolenz
am Übergang LWS
Sakrum
rechts. Die restliche Wirbelsäule und die ISG-Gelenke seien nicht
druckdolent
, ASR und PSR beidseits lebhaft symmetrisch. Die Sensibilität und Motorik der unteren Extremitäten beidseits sei vollständig intakt,
Babinski
-, Clonus- und
Lasègue
-Test seien beidseits negativ (
Urk.
7/84/37).
3.2
.6
Am
1.
November 2016 erfolgte der Abschlussbericht der Chiropraktik-Sprech
stunde der
B._
(
Urk.
7/91/17-18). Als Diagnosen wurden aufge
führt:
-
ein unfallbedingtes subakutes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
St. n. LWS-Kontusion bei Treppensturz am
5.
Mai 2016 in Sri Lanka
-
segmentaler Dysfunktion L5/S1, ISG rechts
-
Pseudoparalyse bei
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
Subscapularis
,
Sup
raspinatus
), vollständige Ruptur
Infraspinatus
Schulter links
-
St. n. Schulterarthroskopie,
Bicepstenotomie
, intraartikulärem
Débride
ment
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Subscapularis
2 Storz-Anker,
Supraspinatus
2 Storz-Anker)
subacromialem
Débridement
,
Acro
mioplastik
,
Débridement
AC-Gelenk rechts am 18.10.2013
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Arterielle Hypertonie
-
Obstruktives Schlafapnoesyndrom
Die
chiropraktische
Impulsbehandlung habe keine nachhaltige Beeinflussung der bestehenden Beschwerden gebracht. Die Physiotherapie werde weitergeführt, wobei sie baldmöglichst aktivierende Massnahmen empfehlen würden.
3.2.7
In d
e
r
kreis
ärztlichen Beurteilung vom 9. Januar 2017
gestützt auf die gesamten Akten hinsichtlich der LWS-Kontusion (
Urk.
7/91/47-49)
hielt Dr.
C._
fest
,
i
m Untersuchungsbefund
der B
._
vom
3.
Juni 2016
sei bis auf ein
en mus
kulären
Hartspann und massive
Druckdolenzen
sowie Schmerzprovokation bei
Reklination
und Rotation
kein pathologischer Befund erhoben worden.
Die
MRI-Untersuchung vom 21. Juni 2016
habe eine
breitbasige
Diskusprotrusion
LWK4/S1 gezeigt, ohne Neurokompression bei bilateraler
osteodiskogen
beding
ter
foraminaler
Enge im Segment L5/S
2.
G
esamthaft
hätten
keine frischen trau
matischen strukturellen Läsionen im Bereich der Lendenwirbelsäule, weder im
ossären
Bereich noch im
ligamentären
Weichteilbereich nachgewiesen werden könne
n
.
Bei
Fehlen unfallbedingter struktureller Veränderungen
und aus soma
tischer Sicht nicht nachvollziehbarer Beschwerden ergäbe sich aus
traumatologi
scher
Sicht
kein Ansatzpunkt für weitere unfallursächliche therapeutische Bemü
hungen
(Urk. 7/91/50
).
3.2.8
Anlässlich der rheumatologischen Spre
chstunde vom 2
2.
Juni 2017
in der
B._
(
Urk.
7/104)
wurden folgende Diagnosen erhoben:
-
Chronisches
lumbovertebrales
Syndrom
-
Pseudoparalyse bei
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
Subscapularis
,
Sup
raspinatus
), vollständige Ruptur
Infraspinatus
Schulter links
-
Rotatorenmanschettenruptur
(
transmural
Subscapularis
,
transmural
vor
derer
Supraspinatus
) Schulter rechts,
adominant
-
Schmerzhafte Hyperkeratose Ferse links
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Arterielle Hypertonie
-
Obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
Hypercholesterinämie
-
Nikotinabusus 10
py
Radiologisch fanden sich im MRI ISG beidseits vom 1
7.
Juli 2017 keine Hinweise auf
florid
entzündliche Veränderungen der ISG beidseits,
d
ie ISG sei
en
wahr
scheinlich im Rahmen einer DISH in den kranialen Abschnitten breit knöchern durchgebaut bzw.
ankylosiert
, die Bandscheibendegeneration L4/L5 mit fokaler medianer Hernie sei ohne
Neurokom
pression (
Urk.
7/104/3).
3.2.9
Im ärztlichen Bericht
vom 22. November 2017 hielt
Dr.
D._
folgend
e Diagnosen
fest
(Urk. 7/117
):
-
Pseudoparalyse bei irreparabler
Rotatorenmanschetten
-Massen-
Reruptur
(
Subscapularis
,
Supraspinatus
,
Infraspinatus
), Schulter links mit/bei:
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Bicepstenotomie
,
subacromialem
Débridement
Schulter links am 2
0.
Februar 2015
-
Rotatorenmanschettenruptur
(
transmural
Subscapularis
,
transmural
vor
derer
Supraspinatus
) Schulter rechts,
adominant
-
Schulterarthroskopie,
Bicepstenotomie
, intraartikulärem
Débridement
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion (
Subscapularis
2 Storz-Anker,
Supraspinatus
2 Storz-Anker)
subacromialem
Débridement
,
Acromio
plastik
,
Débridement
AC-Gelenk rechts am 18. Oktober 2013
-
Aufgrund dieser Diagnosen, insbesondere der linken Schulter (Diagnose 1), sei der
Beschwerdeführer
aktuell in seiner angestammten Tätigkeit als Lastwa
genchauffeur zu 100 % arbeitsunfähig. Auch in einer adaptierten respektive «lei
densangepassten» Tätigkeit, wie sie von den Versicherungsträgern beschrieben werde, sei er aufgrund der starken Schmerzen zu 100 % arbeitsunfähig. Selbst eine rein administrative Tätigkeit sei aufgrund der Schmerzproblematik aktuell unzumutbar. Dementsprechend werde die Einschätzung der Ve
rsicherungsträger nicht geteilt
. Da von den Versicherungsträgern die Implantation des
Ballonspa
cers
nicht übernommen werde, hätten sie sich auf die Implantation einer inversen Schulterprothese geeinigt, ein Operationstermin sei noch nicht vereinbart worden
(Urk. 7/117).
4.
4.1
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers besteht kein Grund, nicht auf die zahlreichen zuhanden des Unfallversicherers erstatteten Untersuchungsbe
richte sowie auf
d
ie
diese würdigenden
kreisärztlichen
Stellungnahmen, ergänzt durch eigene Untersuchungsbefunde,
abzustellen. Was die im Mai 2016 erlittene Kontusion der LWS betrifft, so hat
Dr.
C._
nicht nur unfallkausale Gesund
heitsschäden an der LWS ausgeschlossen, sondern auch dargelegt, dass keine somatischen Befunde vorliegen, welche die Beschwerden erklären würden, was sich im Übrigen mit der Beurteilung
der Fachpersonen der
B._
deckt, die von muskulären Beschwerden ausgingen und eine Aktivierung emp
fahlen.
Eine Neurokompression wurde klinisch wie bildgebend ausgeschlossen (E. 3.2.5).
Es liegt daher kein Anhalt dafür vor, dass (ausser der rechtsseitigen Schul
terproblematik) invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschäden vorliegen, die unfallversicherungsrechtlich aus Kausalitätsgründen keine Berück
sichtigung fanden. Es kann daher
–
ohne weitere Abklärungen, von denen kein weiterer Erkenntnisgewinn zu erwarten ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. statt vieler:
BGE 124 V 90 E. 4b
)
–
davon
ausgegangen werden
, dass
durch die lumbalen Beschwerden
keine
anhaltenden
zusätzlichen
Leistungseinschränkun
gen
im Rahmen einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit
eingetreten sind
, die über
das
hinausgehen,
was aufgrund der
beidseitigen Schulterproblematik
bereits als limitierend berücksichtigt wurde
.
Dies erschliesst sich auch aus dem Bericht von
Dr.
D._
(E. 3.2.9), der die Schmerzproblematik in beiden Schultern, insbesondere linksseitig, als limitierend erachtete.
Abschliessend
ble
ibt festzuhal
ten
, dass
invalidenversicherungsrechtlich
nicht die Anzahl und Art der Diagnosen im Vordergrund stehen, sondern ausschliesslich deren Auswirkungen
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
zu beachten sind
(vgl. BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12 mit Hinweisen)
.
4.2
Mit dem
Beschwerdeführer
ist
eine Verschlechterung
der funktionellen Leistungs
fähigkeit der linken Schulter ausgewiesen, jedoch wurde die vom Beschwerde
führer als neu angeführte vollständige
Ruptur der
Infraspinatussehne
(Urk. 1 S. 3) anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
Dezember 2015 sowie der Nachbeurteilung am 1
9.
Januar 2016 (E. 3.2.4) berücksichtigt und die sich
insge
samt aus der
Pseudoparalyse
linke
Schulter ergebenden funktionellen Einschrän
kungen
wurden
bei der Umschreibung einer angepassten Tätigkeit
von
Dr.
C._
beachtet
. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist diese Diagnose nicht neu.
D
er
Befund
einer
Pseudoparalyse links
war
bereits im Zeitpunkt
der abwei
senden Verfügung vom 3. Juli 2014
(
Urk.
7/50)
bekannt
. So wurde b
ereits im kreisärztli
chen Untersuchungsbericht vom 27
. August 2013 von einer kompletten Ruptur aller Anteile der
Rotatorenmanschette
der linken Schulter ausgegangen und eine Pseudoparalyse infolge
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
transmural
Supraspinatus
,
Subskapularis
,
Infraspinatus
) an der linken Schulter diagnostiziert (vgl. E. 3.1.2).
Die Schulterarthroskopie vom 18. Oktober 2013
hatte ausschliess
lich eine
Rekonstruktion der
Supraspinatus
- und der
Supscapularissehne
an der rechten Schulter
zum Inhalt
(vgl. Urk. 7/33).
Dr.
A._
diagnostizierte in seinem ärztlichen Bericht vom
19. Dezember 2013
denn auch
eine Pseudoparalyse bei
Rotatorenmanschetten-Reruptur
(
transmural
Supraspinatus
,
Subscapularis
,
I
nfra
spinatus
) Schulter links (
a
dominant
) bei Status nach Schulterarthroskopie links und offener
Acromioplastik
sowie
transossärer
Subscapularis
- und
Supraspi
natus
naht
am 5. August 2003 (E. 3.1.4
). In seinem Sprechstundenbericht vom 3. Februar
2014 bestätigte Dr.
A._
diese
Diagnosen (E. 3.1.5
). Die Diagnose der Pseudoparalyse der linken Schulter mitsamt vollständiger Ruptur der
Infraspi
natussehne
lag
damit bereits der rentenabweisenden Verfügung vom 3. Juli 2014 zugrunde
und wurde bei der Einschätzung der verbliebenen Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit berücksichtigt
, weshalb diesbezüglich
an sich
keine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
gegeben ist
.
Anzumerken bleibt, dass sich der
Unfall vom 5. Mai 2016
nicht auf die Schultern auswirkte (vgl. hierzu auch die Ausführungen des
Beschwerdeführer
s
gegenüber dem Unfallversicherer
anläss
lich der Erhebungen vor Ort mithilfe eines Dolmetschers vom
4.
August 2016,
Urk. 7/84/25).
Dementsprechend bestehen keine Hinweise dafür, dass sich durch den Unfall vom 5. Mai 2016 eine Veränderung des Zustandes der Schultern ergeben hat. Infolgedessen kann auch nach dem Unfall auf den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 18. Dezember 2015 abgestellt werden.
4.3
Wie bereits von der Beschwerdegegnerin ausgeführt (vgl. hierzu Vorbescheid vom 1
4.
September 2017,
Urk.
7/112)
,
erlitt der Beschwerdeführer durch
die Operation
vom 2
0.
Februar 2015
insoweit
eine Verschlechterung,
als der Eingriff jedenfalls
vorübergehend auch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit einschränkte,
was
infolge der erst im September 2015 erfolgten Neuanmeldung
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
jedoch zu keinem (befristeten) Rentenanspruch führte.
4.4
In seiner
Stellungnahme zuhanden des Rechtsvertreters
vom 22. November 2017
attestierte
Dr.
D._
eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % in
der angestammten
Tätigkeit
als Lastwagenchauffeur
und begründete dies insbesondere mit
der Diagnose der Pseudoparalyse bei irreparabler
Rotatorenmanschetten
-Massen-
Reruptur
(
Subscapularis
,
Supraspinatus
,
Infraspinatus
) an der linken Schulter bei Status nach Schulterarthroskopie vo
m 20. Februar 2015 (E. 3.2.9
).
Diese Einschät
zung deckt sich mit derjenigen von RAD-Ärztin
Dr.
H._
anlässlich ihrer Untersuchung vom 1
1.
März 2014 (E. 3.1.6)
und
insofern
liegt
weder eine Verän
derung seit der erstmaligen
rentenabweisenden
Verfügung
noch
eine andere
medizinische Beurteilung vor. Anders schätzt
Dr.
D._
jedoch
die
Arbeits
fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ein, wobei er nicht zusätzlich zu berück
sichtigende spezifische Einschränkungen nennt oder zu den umschriebenen
Limiten
Stellung bezieht bz
w.
diese als ungenügend darlegt. Er
begründet die vollständige Arbeitsunfähigkeit
für sämtliche Tätigkeiten
mit der Schmerzprob
lematik.
Diesbezüglich
handelt es sich
jedoch
nicht um eine im anspruchsrele
vanten Zeitraum eingetretene Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse.
Dem
betreffenden Bericht
sind weder hinsicht
lich Diagnose noch funktioneller
Ein
schränkung neue
medizinischen Erkenntnisse
zu entnehmen
,
die nicht schon der Beurteilung durc
h
Dr.
H._
vom 1
1.
März 2014
(E. 3.1.6)
, vor allem jedoch
(nach dem Eingriff vom Februar 2015) durch
Dr.
C._
vom 1
8.
Dezember 2015,
reevaluiert
am 1
9.
Januar 2016 (E. 3.2.4)
,
zugrunde lagen. Die anderslautende
Einschätzung
von Dr.
D._
vom 22.
November 2017
lässt jedoch keine Zweifel an der Umschreibung einer angepassten Tätigkeit durch
Dr.
C._
auf
kommen. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer
Tätigkeit
, die die
se funk
tione
llen Einschränkungen berücksichtigt, ist nicht dargetan
.
4.5
Nach dem Gesagten ist anhand der vorliegenden medizinischen Akten
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
genügend ausgewiesen, dass d
er
Beschwerdeführer
jedenfalls
ab dem 1. Januar 2016
wiederum
in einer lei
densadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
ist
.
Dabei sollte beachtet werden, dass leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausgeführt werden. Mit dem linken Arm sind Gewichte bis 10 kg in axialer Richtung bis Tischhöhe und
Abspreizbewe
gungen
mit Gewichten zwischen 2 bis 5 kg möglich. Über Tischhöhe kann der linke Arm beziehungsweise die linke Hand vor allem als
Zudien
-
und
Haltehand fungieren. Nicht zumutbar sind kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen mit links, einseitiges Abstützen mit links, kraftvolles Zupacken, Schläge, Vibrationen und Hämmern linksseitig (vgl. Urk. 7/67/6).
5
.
Der Beschwerdeführer hat seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenchauf
feur aus gesundheitlichen Gründen (Schulterprobleme) verloren. Die Beschwer
degegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit
Fr.
59'796.44 (Stand 2016; vgl.
Urk.
7/108), was angesichts des letzten eff
ektiv erzielten Lohnes bei der
Y._
(
Fr.
4'500.-- x 13 =
Fr.
58'500.--;
Urk.
7/20/3)
zugunsten des Beschwerde
führers
nicht zu beanstanden ist. Seither hat der Beschwerdeführer keine Erwerbs
tätigkeit mehr aufgenommen. Mit Blick auf die vom Bundesamt für Statistik her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen
(LSE) 2016, Tabelle TA1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1,
wonach
der Zentralwert (Median) für Männer
Fr.
5'340.--
betrug,
was angepasst an die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden ein Jahreseinkommen von
Fr.
66'803.40
e
rgibt,
ist kein ren
tenbegründender Invaliditätsgrad gegeben. Hierbei
kann
–
mangels Relevanz für den Ausgang
–
offengelassen werden, ob angesichts der erforderlichen Anpas
sungen ein sogenannter Leidensabzug vor
zunehmen wäre, da dieser jedenfalls nicht mehr als 25
%
betragen dürfte (
BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc).
6.
Der Beschwerdeführer
verfügt über keine Berufsausbildung
und arbeitete in ver
schiedenen Hilfst
ätigkeiten (vgl. IK
-Auszug vom
4.
Juli 2013,
Urk.
7/17
). Eine berufliche Massnahme ist
für die Wiederaufnahme einer Hilfstätigkeit nicht not
wendig
, zumal
invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich von einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt auszugehen ist (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2), weshalb der Beschwer
deführer auf die Selbsteingliederung zu verweisen ist.
Infolgedessen ist die Beschwerde
–
soweit sinngemäss auch ein
Anspruch auf Eingliederungsmassnah
men
der Invalidenversicherung
beantragt wird
–
auch diesbezüglich
abzuweisen.
7
.
7
.1
Der
Beschwerdeführer
hat in seiner Beschwerdeschrift ein Gesuch um unentgelt
liche Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Emil Robert Meier gestellt (Urk. 1 S. 2). Die Mittellosig
keit des
Beschwerdeführer
s ist ausgewiesen (Urk. 3/c) und der Prozess kann nicht
als
von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unent
geltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind somit erfüllt. Dem Beschwerdeführe
r
ist daher die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwalt Emil Robert Meier als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das Verfah
ren zu bestellen. Der
Beschwerdeführer
wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewie
sen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Rechtspflegekosten verpflich
tet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
7
.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem
Beschwerdeführer
auf
zuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozess
führung jedoch einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7
.3
Rechtsanwalt Emil Robert Meier ist nach Ermessen
mit Fr.
1’7
00.-- (in
klusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer)
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
(v
gl. Hinweis in Verfügung vom 2
8.
Mai 2018,
Urk.
8
)
.