# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd29af37-fe57-4454-bee5-6b74cd7b96c4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geb. 1963, war der Führerausweis am 8. April 2003 für einen Monat wegen
Nichteinhaltens eines genügenden Sicherheitsabstandes entzogen worden (act. 8-8/35
und 36). Am 2. November 2006 war er wegen einer Unaufmerksamkeit verwarnt
worden (act. 8-8/24). Wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, Vereitelung einer
Massnahme zur Feststellung der Fahrunfähigkeit und Verletzung der Verkehrsregeln
war ihm der Führerausweis vom 13. Januar 2008 bis 12. April 2008 erneut entzogen
(act. 8-8/26).
Am 25. April 2011, um 9.58 Uhr, fuhr X.Y. auf seinem Motorrad Aprilia auf der
Rapperswilerstrasse von Neuhaus herkommend in Richtung Wattwil mit einer rechtlich
relevanten Geschwindigkeit von 123 km/h (auf Höhe Eggweid/Ricken) bei einer
zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Bei der Einvernahme durch die
Kantonspolizei St. Gallen anerkannte er, die zulässige Höchstgeschwindigkeit
überschritten zu haben, bezweifelte aber das Ausmass der Überschreitung (act. 8-8/7).
Das Untersuchungsamt Uznach verurteilte X.Y. mit Strafbefehl vom 10. Mai 2011
wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer unbedingten Geldstrafe von
vierzig Tagessätzen zu je Fr. 60.-- (act. 8-8/12-14). Eine dagegen erhobene Einsprache
zog er am 8. März 2012 zurück, worauf der Strafbefehl rechtskräftig wurde (act. 8-8/10
und 11). Das während des Strafverfahrens sistierte Administrativverfahren wurde am
20. April 2012 wieder aufgenommen (act. 8-8/17).
Das kantonale Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt entzog X.Y. mit Verfügung vom
4. Mai 2012 den Führerausweis für die Dauer von zwölf Monaten. Es erwog, es liege
eine schwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz vor, weshalb
aufgrund des Führerausweisentzuges im Jahre 2008 die gesetzliche
Mindestentzugsdauer zwölf Monate betrage (vgl. act. 8-8/32-34).
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B./ Gegen die Verfügung vom 4. Mai 2012 erhob X.Y. am 18. Mai 2012 Rekurs mit dem
Antrag, die Entzugsdauer sei herabzusetzen und es sei nebst seinen jährlichen
"Kilometerleistungen" zu berücksichtigen, dass es sich bei ihm um eine Existenzfrage
handle, er auf den Führerschein für die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit dringend
angewiesen und bei einer Zeitspanne von vier Jahren kein Wiederholungstäter sei
(act. 8-1).
Die Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend Vorinstanz) wies den Rekurs mit
Entscheid vom 30. August 2012 (Versand: 6. September 2012) ab. Sie erwog, es sei
erstellt, dass X.Y. in Ricken die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 43
km/h überschritten habe, was eine schwere Widerhandlung darstelle. Das Verschulden
von X.Y. beruhe zumindest auf grober Fahrlässigkeit, da eine solche Überschreitung
gemäss konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts dem Lenker nicht verborgen
bleiben könne, er überdies in der Gegend wohne, als Aussendienstmitarbeiter
angestellt und ihm daher die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h
ausserorts bekannt sei. Weiter hielt die Verwaltungsrekurskommission fest, dass bei
der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs die Umstände
des Einzelfalls zu berücksichtigen seien, wobei die Mindestentzugsdauer jedoch selbst
bei untadeligem automobilistischem Leumund und beruflicher Angewiesenheit auf den
Führerausweis nicht unterschritten werden dürfe. Da X.Y. im Jahr 2008 der
Führerausweis bereits wegen einer schweren Widerhandlung für drei Monate entzogen
worden sei, betrage die Mindestentzugsdauer zwölf Monate.
C./ Mit Eingabe vom 20. September 2012 erhob X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, es sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und die Entzugsdauer zu reduzieren.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 18. Oktober 2012 unter

## Considerations

Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die Abweisung der
Beschwerde. Das Strassenverkehrsamt (nachfolgend Beschwerdegegner) verzichtete
auf eine Vernehmlassung.
Die einzelnen Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die Vorbringen des
Beschwerdeführers werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, dass der Sachverhalt unrichtig
festgestellt (dazu E. 3) und auf seine Darstellungen nicht eingegangen worden sei (dazu
E. 4). Er macht sodann geltend, niemanden gefährdet zu haben (dazu E. 5), und sieht
sich nicht als Wiederholungstäter, weil er — im Verfahren von 2008 — nicht habe
beweisen können, dass er den Alkohol erst nach dem Unfall zu sich genommen habe
(dazu E. 6).
3. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann sich der Beschwerdeführer
auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid
beruhe auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61
Abs. 2 VRP). Die Behörde oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan ermittelt den
Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen, insbesondere durch Beizug
von Urkunden (Art. 12 Abs. 1 VRP). Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine
besonderen Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten angebotenen und
die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen (Art. 12
Abs. 2 VRP). Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den vorhandenen
Beweismaterialien unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere indem der
Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise unrichtig
gewürdigt werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2.Aufl. 2003, Rz. 587). Im Übrigen ist die Administrativbehörde — wie die Vorinstanz
zutreffend dargelegt hat (angefochtener Entscheid E. 2a) — nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen
der Strafbehörde gebunden (vgl. BGer 1C_446/2011 vom 15. März 2012 E. 5.1 mit
Hinweisen unter anderem auf BGE 137 I 363 E. 2.3.2 und 136 II 447 E. 3.1).
Als Beweis liegt die Geschwindigkeitsmessung der Kantonspolizei St. Gallen vom
25. April 2011 im Recht (act. 8-8/5). Der Beschwerdeführer gab bereits anlässlich der
polizeilichen Einvernahme zu Protokoll, dass die gemessene Geschwindigkeit gemäss
seinem "Tacho" höchstens bei 105 km/h oder maximal 30 km/h über der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit gelegen sei (act. 8-8/7). Im Strafverfahren erhob der
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Beschwerdeführer denn auch — wie bereits erläutert — Einsprache gegen den
Strafbefehl, welcher aufgrund der Geschwindigkeitsmessung bzw.
Geschwindigkeitsübertretung erlassen wurde. Durch den Rückzug der Einsprache
wurde der Strafbefehl vom 10. Mai 2011 rechtskräftig. Der Beschwerdegegner wie
auch die Vorinstanz stützten ihr Urteil auf die Erhebungen im Strafverfahren und somit
auf die im Recht liegende Geschwindigkeitsmessung. Aus den Akten ergeben sich
keine Hinweise, dass die Geschwindigkeitsmessung nicht korrekt durchgeführt worden
wäre. Somit wurde der Sachverhalt weder falsch noch aktenwidrig festgestellt.
4. Die Vorinstanz ging in ihrem Entscheid vom 30. August 2012 auf die Frage der
Richtigkeit der Geschwindigkeitsmessung ein (angefochtener Entscheid E. 2). Indem
sie auf die wegen einer schweren Widerhandlung vom 13. Januar bis 12. April 2008
vollzogene Administrativmassnahme hinwies und die bei einem Rückfall innerhalb von
fünf Jahren anwendbare Mindestentzugsdauer anwandte, brachte sie zum Ausdruck,
dass der Beschwerdeführer entgegen seiner Auffassung als Wiederholungstäter im
Sinne des Gesetzes zu behandeln sei. Im Zusammenhang mit der geltend gemachten
existenziellen Bedeutung des Führerausweises für den Beschwerdeführer und der
vierjährigen Unbescholtenheit als Motorfahrzeuglenker bei hoher jährlicher
Kilometerleistung verwies sie auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestentzugsdauer,
welche ungeachtet besonderer Umstände nicht unterschritten werden dürfe
(angefochtener Entscheid E. 4b). Soweit der Beschwerdeführer eine ungenügende
Begründung des angefochtenen Entscheides und damit eine Verletzung von Art. 106
Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt SVG) in Verbindung mit
Art. 58 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP, wonach Rekursentscheide zu begründen
sind, durch die Vorinstanz rügt, erweist sie sich somit als unbegründet.
5. Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
wird der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen
(Art. 16 Abs. 2 SVG). Gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG begeht eine schwere
Widerhandlung, wer durch eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Für
Geschwindigkeitsüberschreitungen hat die Rechtsprechung genaue Limiten festgelegt,
um besonders leichte, leichte, mittelschwere und schwere Widerhandlungen
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voneinander abzugrenzen. Danach begeht ungeachtet der konkreten Umstände eine
schwere Widerhandlung, wer ausserorts die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 30
km/h und mehr überschreitet (BGE 132 II 234 E. 3.1; Ph. Weissenberger, Kommentar
zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 4 zu Art. 16c SVG).
Der Beschwerdeführer hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 43
km/h überschritten und damit objektiv eine schwere Widerhandlung im Sinn von Art.
16c SVG begangen. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe niemanden gefährdet.
Gemäss dem Radarbild und seiner eigenen Sachdarstellung hat er andere
Verkehrsteilnehmer überholt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bringt die
Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h und mehr ohne
Weiteres eine erhöhte abstrakte Gefährdung mit sich, d.h. unabhängig von weiteren,
die Gefährlichkeit dieses Verhaltens erhöhenden Umständen. Bei einer derartigen
Geschwindigkeit besteht insbesondere ein erhebliches Risiko, dass der Lenker bei
einem überraschenden Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer oder bei Hindernissen
nicht mehr sachgerecht reagieren kann und es deshalb zu einem Unfall kommt, bei
dem Fahrzeuge auf die Gegenfahrbahn geraten. Ebenso kann bei einem solchen
Tempo bereits eine vorübergehende Unaufmerksamkeit für eine Kollision auch mit
entgegenkommenden Fahrzeugen genügen. Das Risiko einer Frontalkollision mit
schweren Folgen ist dabei auf einer nicht richtungsgetrennten Strasse wesentlich höher
als auf richtungsgetrennten Autobahnen (vgl. BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011
E. 2.5 mit Hinweisen). Deshalb qualifizierte die Vorinstanz die vorliegende
Geschwindigkeitsübertretung zu Recht als schwere Widerhandlung im Sinne des
Strassenverkehrsgesetzes.
6. Nach einer schweren Widerhandlung wird der Lernfahr- oder Führerausweis für
mindestens zwölf Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen fünf Jahren der
Ausweis einmal wegen einer schweren Widerhandlung oder zweimal wegen
mittelschweren Widerhandlungen entzogen war (Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG). Wie bereits
von der Vorinstanz festgestellt, war dem Beschwerdeführer der Führerausweis für drei
Monate vom 13. Januar bis 12. April 2008 - mithin drei Jahre vor der am 25. April 2011
begangenen erneuten schweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften - wegen einer schweren Widerhandlung entzogen. Das
Verfahren bezüglich des Führerausweisentzuges von 2008 ist rechtskräftig erledigt.
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Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe im damaligen Verfahren nicht
beweisen können, dass er den Alkohol erst nach dem Unfall zu sich genommen habe,
ist deshalb unbehelflich. Abgesehen davon stellt bereits die Verweigerung einer
Blutprobe für sich allein betrachtet eine schwere Widerhandlung dar (vgl. Art. 16c
Abs. 1 lit. d SVG). Somit hat die Vorinstanz zu Recht Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG
angewendet.
Dieser Umstand hat zur Folge, dass bei der Bemessung der
Führerausweisentzugsdauer von einer Mindestdauer von zwölf Monaten ausgegangen
werden muss. Das Administrativmassnahmenrecht des Strassenverkehrsgesetzes
wurde per 1. Januar 2005 verschärft. Gemäss Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG darf die
Mindestentzugsdauer nun nicht mehr unterschritten werden. Ziel der Revision war
"eine einheitlichere und strengere Ahndung von schweren und wiederholten
Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften" (Botschaft vom 31. März 1999
zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes, in: Bundesblatt 1999 S. 4485). Die
besonderen Umstände des Einzelfalls, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, sollen neu nur bis zur gesetzlich
vorgeschriebenen Mindestentzugsdauer berücksichtigt werden können (vgl. Art. 16
Abs. 3 Satz 1 SVG; BGE 135 II 334 E. 2.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
Deshalb besteht – wie bereits die Vorinstanz dargelegt hat – kein Raum, um dem
Beschwerdeführer den Führerausweis für die Dauer von weniger als zwölf Monaten zu
entziehen. Im Übrigen wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen (vgl. angefochtener Entscheid E. 3).
7. Zusammenfassend zogen weder die Administrativbehörde noch die Vorinstanz
unrichtige Schlüsse aus den vorhandenen Beweismaterialien. Ebenfalls sind sie auf die
Vorbringen des Beschwerdeführers eingegangen. Insbesondere berücksichtigten sie
bei der Zumessung, dass der Beschwerdeführer aus beruflichen Gründen auf den
Führerausweis angewiesen ist. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen sind
somit unbegründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8. (...)
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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