# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2c83b5c-9e0d-5741-9b41-d0d1c8913976
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Steuerpflichtigen sind im Jahr 2014 aus Schottland in die Schweiz gezogen. Da sie weder Schweizer Bürger sind noch über eine Niederlassungsbewilligung verfügen, unterliegt das Einkommen, das B._ aus unselbständiger Erwerbstätigkeit erzielt, der Quellensteuer.
B. Im Steuerjahr 2017 betrugen die der Quellensteuer unterworfenen Bruttoeinkünfte von B._ mehr als CHF 120‘000.-, weshalb eine nachträgliche ordentliche Veranlagung  wurde.
In der Steuererklärung vom 3. September 2018 deklarierten die Steuerpflichtigen unter anderem ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 167‘710.- (Code 1.110), ein Einkommen aus Privatkapitalien von CHF 176‘014.- (Code 3.210) und Mietzinseinnahmen von CHF 37‘378.- (Code 3.340). In der der Steuererklärung beigelegten internationalen  wurde das Einkommen aus Privatkapitalien dem Kanton Freiburg resp. der Schweiz und das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit sowie die Mietzinseinnahmen dem Ausland zugewiesen.
Mit ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 16. Juli 2019 veranlagte die Kantonale  (nachfolgend: Steuerverwaltung) die Steuerpflichtigen mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 146‘706.- (Kanton; satzbestimmendes Einkommen: CHF 326‘051.-; geschuldete Steuer: CHF 18‘684.30) bzw. CHF 150‘761.- (Bund; satzbestimmendes Einkommen: CHF 330‘781.-; geschuldete Steuer nach Abzug: CHF 13‘124.10) sowie einem steuerbaren Vermögen von CHF 2‘477‘722.- (satzbestimmendes Vermögen: CHF 4‘264‘135.-; geschuldete Steuer: CHF 8‘176.40). In den internationalen Steuerausscheidungen vom selben Tag wurde das  aus Privatkapitalien (Code 3.210) dem Kanton Freiburg resp. der Schweiz zugewiesen und das Einkommen aus Liegenschaften (Code 3.340) ins Ausland ausgeschieden. Das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) wiederum wurde unter Code 6.920 („correction déterminant“) satzbestimmend berücksichtigt. Der den Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte Betrag belief sich auf CHF 10‘281.45 (direkte Bundessteuer) bzw. CHF 31‘187.95 (Kan-tons-, Gemeinde- und Kirchensteuer).
Gegen die ordentliche Veranlagungsanzeige vom 16. Juli 2019 wurde keine Einsprache erhoben.
C. Am 29. August 2019 eröffnete die Steuerverwaltung den Steuerpflichtigen eine berichtigte Veranlagungsanzeige. Sie bestätigte die Steuerfaktoren gemäss der Veranlagungsanzeige vom 16. Juli 2019 wie auch die internationalen Steuerausscheidungen vom selben Tag. Indessen wurden in den Schlussrechnungen die einbehaltene Quellensteuer von CHF 2‘842.65 (direkte Bundessteuer) bzw. CHF 20‘046.95 (Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuer) nicht angerechnet und die Gemeindesteuer nicht aufgeführt. Der den Steuerpflichtigen in Rechnung gestellte Betrag belief sich nunmehr auf CHF 13‘124.10 (anstatt: CHF 10‘281.45) bzw. CHF 29‘353.80 (anstatt: CHF 31‘187.95).
Gegen die berichtigte Veranlagungsanzeige resp. die Schlussrechnungen vom 29. August 2019 erhoben die Steuerpflichtigen schriftlich Einsprache. Sie machten im Wesentlichen geltend, dass sowohl die Veranlagungsanzeige wie auch die Schlussrechnungen vom 16. Juli 2019 in  erwachsen seien.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 10
D. Am 27. September 2019 erliess die Steuerverwaltung eine weitere berichtigte , mit welcher sie die Steuerfaktoren anpasste. Das steuerbare Einkommen wurde auf CHF 299‘576.- (Kanton; satzbestimmendes Einkommen: CHF 326‘047.-; geschuldete Steuer: CHF 38‘145.50) bzw. CHF 308‘058.- (Bund; satzbestimmendes Einkommen: CHF 335‘071.-; geschuldete Steuer nach Abzug: CHF 26‘992.75) und das steuerbare Vermögen auf CHF 2‘477‘722.- (satzbestimmendes Vermögen: CHF 4‘264‘135.-; geschuldete Steuer: CHF 8‘176.40) festgesetzt. In den internationalen Steuerausscheidungen vom selben Tag wurden das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) und das Einkommen aus Privatkapitalien (Code 3.210) dem Kanton Freiburg resp. der Schweiz zugewiesen und die  (Code 3.340) ins Ausland ausgeschieden. Gleichentags wurde den  ein Betrag von CHF 13‘868.65 (geschuldete direkte Bundessteuer von CHF 26‘992.75 abzüglich der bereits geleisteten Zahlung von CHF 10‘281.45 und der einbehaltenen  von CHF 2‘842.65) bzw. CHF 36‘898.50 (geschuldete Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuer von CHF 88‘153.40 abzüglich der bereits geleisteten Zahlung von CHF 31‘187.95 und der  Quellensteuer von CHF 20‘046.95) in Rechnung gestellt.
Auch gegen die berichtigte Veranlagungsanzeige vom 27. September 2019 erhoben die  schriftlich Einsprache. Sie machten geltend, dass die Veranlagungsverfügung vom 16. Juli 2019 in Rechtskraft erwachsen sei. Da weder ein blosser Rechnungsfehler noch ein Schreibversehen vorliege und die für eine korrekte Besteuerung relevanten Tatsachen mit der Einreichung der Steuererklärung vollständig offengelegt worden seien, bestehe keine , um eine Änderung der Steuerfaktoren vorzunehmen.
Mit Einspracheentscheid vom 13. November 2019 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass das Erwerbseinkommen sowie die  Abzüge in der Veranlagungsverfügung vom 16. Juli 2019 zwar für die Berechnung des satzbestimmenden Einkommens berücksichtigt worden seien, nicht aber für die Berechnung des steuerbaren Einkommens, was auch die Steuerpflichtigen hätten erkennen müssen. Dieses (Schreib-) Versehen sei mit Veranlagungsanzeige vom 27. September 2019 korrigiert worden.
E. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen, vertreten durch die Rechtsanwälte Nils O. Harbeke und Pascale Schwizer, am 13. Dezember 2019 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg mit dem Antrag, es sei der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. November 2019 aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung der Beschwerde wird einmal mehr vorgebracht, dass die Veranlagungsanzeige vom 16. Juli 2019 in Rechtskraft erwachsen sei. Da der Steuerverwaltung mit der Steuererklärung alle relevanten Tatsachen vollständig offengelegt worden seien, seien die Voraussetzungen für die Erhebung einer Nachsteuer vorliegend nicht erfüllt. Auch liege kein blosser Schreib- oder Redaktionsfehler vor, der mittels Berichtigung korrigiert werden könne. Schliesslich könne den Beschwerdeführern auch keine Rechtsmissbräuchlichkeit vorgeworfen werden, sei doch der Fehler für sie nicht ohne weiteres erkennbar gewesen. Damit bestehe keine Rechtsgrundlage für eine Änderung der .
Der mit Verfügung vom 23. Dezember 2019 festgesetzte Kostenvorschuss von CHF 900.- wurde am 15. Januar 2020 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 18. Mai 2020 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 10
Am 10. Juni 2020 reichten die Beschwerdeführer eine weitere Stellungnahme ein.

## Considerations

F. Auf die weiteren Elemente des Sachverhalts ist, soweit für die Entscheidfindung wesentlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen einzugehen.
Erwägungen
Prozessuales
1.