# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1bf9962f-a5a4-44b8-81cc-4a2fe68a39c3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
erwarb
2002
das Arztdiplom (Urk.
15
/1). Vom 1.
Mai 2003 bis 3
0.
April 2004
war sie in einem befristeten Arbeitsverhältnis
als Assistenzärztin in der Chirurgischen Klinik des Spitals
Y._
angestellt und dadurch bei der Vorsorgestiftung VSA
O
berufsvorsorgeversichert
(Urk.
15/2
). Am 2
7.
September 2004 meldete sie
sich
wegen einer schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk.
15/3
).
Mit
Verfügung vom 16.
August 2007
sprach ihr die IV-Stelle
bei einem Invaliditätsgrad von 50 %
ab
1.
Dezember
2004 eine halbe Rente
zu (
Urk.
15
/49
; vgl. auch
Verfügungsteil 2,
Urk.
15
/39-40
).
Die Vorsorgestiftu
ng VSAO richtete
X._
nach Ablauf der Lohnfortzahlung und Taggeldleistungen ab
3.
März 2006 eine Invalidenrente der beruflichen Vor
sorge basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
aus (
Urk.
2/2)
.
1.2
Im
April 2010
brachte
X._
, welche seit dem
1.
Mai 2007 in einem Pensum von 50
%
als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim
Z._
angestellt und
dadurch
ebenfalls bei der Vorsorgestiftung VSAO
berufs
vorsorgeversichert
war (
Arbeitsvertrag vom
1
9.
April/
3.
Mai 2007, Urk.
15/50
, und Arbeitgeberbericht vom
6.
Juli 2010,
Urk.
15/61
),
ein Mädchen zur Welt (vgl. Geburtsurkunde,
Urk.
15/56)
.
Die IV-Stelle leitete in der Folge ein
Revisions
verfahren
ein
,
in de
ss
en Rahmen sie erwerbliche und medizinische Abklärungen vornahm. Mit Verfügung vom
7.
März 2012
sprach die IV-Stelle
X._
ab
1.
Juli 2010 eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
April 2011 eine halbe Rente
zu
, wobei
sie
davon ausging, dass
X._
im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstä
tig und zu 20
%
im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre
(
Urk.
15
/11
0, Verfü
gungsteil 2
,
Urk.
15/89
).
Die von
X._
hiergegen am 1
8.
April 2012 erho
bene Beschwerde (
Urk.
15/119/3-8) hiess das hie
sige Gericht mit Urteil vom 27.
September 2013 insoweit gut, als
festgestellt
wurde, dass
X._
–
bei
im Ü
brigen unverändertem Anspruch auf eine halbe Rente ab
1.
April 2011
-
vom 1.
Juli 2010 bis 3
1.
März 2011 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat
(Urk.
15/126)
.
1.3
Am 2
0.
Januar 2014 teilte die Vorsorgestiftung VSAO
X._
mit, dass sie gestützt auf das Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
7.
September 2013 ebenfalls eine Rentenrevision vorgenommen h
ab
e. Dabei hielt sie unter anderem fest, dass
die Rentenleistungen
analog zur Berechnung der Invalidenversicherung ab
1.
Juli 2010 auf einem auf 80
%
reduzierten Arbeitspe
nsum und damit auf einem auf 80
% reduzierten
v
ersicherten Jahreslohn berechnet
würden
. Als
m
assgebend für
die Bestimmung des Invaliditätsgrades
erachtete die Vorsorgestiftung VSAO
den gewichteten Invaliditätsgrad des Erwerbsbereichs
(
Urk.
2/5).
X._
f
orderte daraufhin die Vorsorgestiftung VSAO am 2
7.
Januar 2014 auf
,
die Renten
leistungen gestützt auf einem ungekürzten versicherten Verdienst und dem nicht gewichteten Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich
auszurichten (
Urk.
11/12)
. Die Vorsorgestiftung anerkannte
in der Folge
, dass der
ungewichtete
Teilinvaliditäts
grad
massgebend sei, hielt jedoch daran fest, dass für die
Berechnung der
Leis
tungen der auf 80
%
reduzierte versicherte
Verdienst
massgebend sei (vgl.
Schreiben vom 1
1.
Februar 2014,
Urk.
2/7
,
und Schreiben vom 1
8.
März 2014,
Urk.
2/8).
2.
Mit Eingabe vom
8.
April 2014 erhob
X._
Klage gegen die
Vorso
r
ge
stiftung
VSAO und beantragte (
Urk.
1):
„1.
Der Klägerin sei
die
Invalidenrente ab dem
1.
Juli 2010 auf der Basis des
ungekürzten versicherten Verdienstes aus
zurichten, zuzüglich Zins von
5
% seit Fälligkeit.
2.
Für die Zeit zwischen dem
1.
Juli 2010 und dem 3
1.
März 2011 sei der
Klägerin eine 100%-Invalidenrente zuzusprechen.
3.
Unter Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
“
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort
vom
4.
Juli 2014
(
Urk.
10):
„1.
Es sei festzustellen, dass die der Kläger
in
mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2010 zustehende Invalidenrente der beruf
lichen Vorsorge aufgrund eines
versicherten Einkommens, berechnet auf einem Arbeitspensum vo
n
80
%
eines Vollzeitpensums zu berechnen
ist.
2.
Es sei festzustellen, dass der Klägerin in Anwendung der Feststellung in
Rechtsbegehren
Ziff.
1 folgende Invalidenrenten der beruflichen Vorsorge
zustehen:
a)
Vom
1.
Juli 2010 bis 3
1.
März 2011
eine ganze Rente, ausmachend Fr. 27‘912.-- pro Jahr
eine ganze Kinderrente, ausmachend Fr. 5‘592.-- pro Jahr
b)
Ab dem
1.
April 2011
eine Teilrente von 65
%
, ausmachend Fr. 18'144.-- pro Jahr
eine Teilkinderrente von 65
%
, ausmachend Fr. 3‘636.-- pro Jahr
3.
Soweit weitergehend sei die Klage abzuweisen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
“
Nachdem die Akten der IV-Stelle beigezogen
worden waren (Verfügung vom 7.
Juli 2014,
Urk.
12;
Urk.
15/1-151) hielten in der Folge die Klägerin mit Replik vom 2
1.
August 2014 (
Urk.
18) wie auch die Beklagte mit Duplik vom
5.
September 2014 (
Urk.
21) an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde der Klä
gerin am
8.
September 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (
Art.
73
des
Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
,
BVG
,
in Verbindung mit
§
2
Abs.
2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
2.
2
.1
Die Klägerin bringt zur Begründung ihrer Klage vor
(
Urk.
1 und
Urk.
18)
,
für die Leistungen gemäss BVG sei der versicherte Verdienst und nicht das
Arbeits
pensum
massgebend
.
In der Passivphase könne sich d
er versicherte Verdienst
nicht mehr verändern
. In der beruflichen Vorsorge sei ste
ts
nur die Erwerbsun
fähigkeit versichert. Entsprechend könne sich die Bindungswirkung eines IV
Entscheides
auch
nur auf die Erwerbsunfähigkeit beziehen. Die Aufteilung in mutmasslich 80
%
Erwerbstätigkeit und 20
%
Haushal
t
sarbeit verletze diesen Grundsatz, weshalb er für die Vorsorgeeinri
chtung nicht bindend sein könne,
s
chon gar nicht ohne entsprechende explizite B
estimmung im
Vorsorgeregle
ment
.
Sie habe daher Anspruch auf Rentenleistungen, welche auf einem unge
kürzten versicherten Verdienst basierten.
Gemäss
dem
Vorsorgereglement
der Beklagten bestehe ab
eine
r
Teilinvalidität von 70
%
Anspruch auf die vollen Invalidenleistungen. Es sei ihr daher
bei einem Invaliditätsgrad von 83
%
für die Zeit vom
1.
Juli 2010 bis 3
1.
März 2011 eine volle Invalidenrente auszurichten
.
2
.2
Die Beklagte wendet hiergegen ein
(
Urk.
10 und
Urk.
21)
, für die Revision der Invalidenrente der beruflichen Vorsorge gälten die gleichen Gründe, wie bei der
Revision der IV-Rente. Auch
wenn
dies in ihrem Reglement nicht ausdrücklich erwähnt sei, sei wie bei der Revision der IV-Rente auch bei einer Revision der Invalidenrente der beruflichen Vorsorge eine Änderung des Erwerbsgrades zu berücksichtigen. Nach dem Versicherungsprinzip sei dies allerdings nur bei einer Reduktion des Erwerbsgrades, nicht aber bei dessen Erhöhung der Fall. Gestützt auf das Prinzip der Bindungswirkung der Entscheide
d
er IV-Organe habe eine Neuberechnung der durch si
e
auszurichtenden Invalidenleistungen ebenfalls aufgrund eines Arbeitspensums von 80
%
zu erfolgen. Auf der Basis dieses Arbeitspensums seien das versicherte Einkommen und die daraus resul
tierende Invalidenrente neu festzulegen.
3
.
3
.1
Wie das Bundesgericht in seinem Urteil vom 1
6.
Januar 2015 (BGE 141 V 127
E. 5.3.2
) festgehalten hat, bemisst sich d
er Umfang von Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge
nach dem Beschäftigungsgrad bei
Eintritt der Arbeitsun
fähigkeit, deren Ursache zur Invaliditä
t geführt hat
, unter Berücksichtigung
einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten
Arbeitsunfähigkeit. Versah die versicherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen der beruflichen Vorsorge, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung im bisherigen Umfang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich lediglich in dem
berufsvorsorge
rechtlich
nicht versicherten Anteil einer Vollzeitbeschäftigung (100
%
- Be
schäf
tigungsgrad) verwirklicht. Eine (hypothetische) spätere Erhöhung des
Arbeits
pensums
im Gesundheitsfall etwa aufgrund veränderter persönlicher, familiärer oder finanzieller Verhältnisse, selbst wenn "von Anfang an" beab
sichtigt, ist für die Frage der Leistungspflicht für die erwerblichen Folgen der eingetretenen, im Wesentlichen unveränderten Arbeitsunfähigkeit ohne Belang. Dadurch kann die Versicherungsdeckung nicht ausgeweitet werden
.
In gleicher Weise kann umgekehrt die (hypothetische) Reduktion des Arbeitspensums im Gesundheitsfall nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG
keine Auswirkungen auf den Anspruch auf Invalidenleistungen der beruf
lichen Vorsorge haben
.
Dies bedeutet, dass der
v
ersicherte Verdienst durch die hypothetische Änderung des Arbeitspensums im Gesundheitsfall keine Änderung erfahren kann.
Nach
dem sich auch aus dem Reglement der Beklagten nichts anderes ergibt - diese hielt explizit fest, die Berücksichtigung einer Änderung des Erwerbsgrades sei in ihrem Reglement zwar nicht ausdrücklich erwähnt, sei aber wie bei der Revision einer Rente der Invalidenversicherung zu berücksichtigen (E. 2.2; Urk. 10 S. 6
mit Hinweis das Reglement,
Ziff.
5.4.7;
Urk.
11/17) - hat die
Klägerin Anspruch auf Invalidenleistungen auf der Basis des ungekürzten versicherten Verdienstes, welcher der Arbeitstätigkeit bei einem 100%-Pensum entsprach
, sprich Fr. 58‘136.-- (vgl. Schreiben der Beklagten vom 1
0.
Februar 2014,
Urk.
2/6)
.
Vorbehalten bleibt eine Kürzung im Rahmen
einer allfälligen
Überentschädi
g
ung
(vgl. Ziffer 7.4 des Reglements der Beklagten,
Urk.
11/17).
3.2
Betreffend den
zweiten
Klageantrag
der Klägerin, gemäss welchem ihr für
die Zeit zwischen dem
1.
Juli 2010 und dem 3
1.
März 2011 eine 1
00%-Invaliden
rente zuzusprechen sei (
Urk.
1),
gilt es zu beachten, dass die Beklagte anerkennt, dass
sich
der Invaliditätsgrad
der Klägerin
vom
1.
Juli 2010 bis 31.
März 2011 auf 83
%
belief
(
Urk.
10 S. 4,
Urk.
2/6)
und sie entsprechend
gemäss
Ziffer 5.4.1, drittletzter Absatz
ihres
Vorsorgereglements
(
Urk.
11/17)
für diesen Zeit
raum Anspruch auf eine
ganze
Rente hat
(
Urk.
10 S. 4). Hiervon
ist
Vormerk
zu nehmen.
3.3
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 OR anwendbar ist (BGE 119 V 131 ff.) Danach ist der Verzugs
zins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. D
ie
Kläger
in
liess am
8.
April 2014
(Datum Poststempel) Klage erhe
ben (
Urk.
1)
. Sie hat damit Anspruch auf Verzugszinsen von 5
%
ab
8.
April 2014
für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
, jedoch bis zu diesem Datum noch nicht ausgerichteten
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen
Ren
tenbetreffnisse
ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum.
3
.4
Nach dem Gesagten ist davon
Vormerk
zu nehmen, dass die Beklagte anerkannt hat, dass
die Klägerin
für die Zeit zwischen dem
1.
Juli 201
0
und dem 3
1.
März 2011
bei einem Invaliditätsgrad von 83 %
Anspruch auf eine
ganze
Rente hat und es ist die Beklagte zu verpflichten, de
r
Kläger
in
ab dem
1.
Juli 2010
Invali
denrentenleistungen
auf der Basis des ungekürzten versicherten Verdienstes auszurichten
, zuzüglich Verzugszins von 5
%
ab
8.
April 2014 für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
und bis zu diesem Zeitpunkt nicht ausge
richteten
Rentenbetreffnisse
und für die übrigen
Rentenleistungen
ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum
.
4
.
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende
versicherte
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Da
die Klägerin
mit
ihrer
Klage vollständig
obsiegt
, ist die Beklagte zu verpflichten, ih
r
eine
Parteientschädi
gung
in der Höhe von
Fr.
1‘
5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen
.