# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5e798d1f-2206-4414-b3d5-6388e8703823
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
ist diplomierter
Krankenpfleger
. Z
udem
liess er sich
zum
Kat
echeten ausbilden
(
vgl.
Urk. 9/1/3-6). Im
Dezember 2005
meldete er sich
zum Bezug einer Rente bei der Invalidenversicherung an (Urk. 9/53-54). Dies, nachdem zwei frühere
von ihm gestellte
Gesuche um Gewährung beruflicher Massnahmen
abgewiesen worden
waren (Verfügung vom 1. Oktober 1999
,
Urk. 9/11
, bestätigt mit Urteil des hiesigen Gericht
s
vom 31. Juli 2000
im Verfahren
Nr.
IV.1999.00655
, Urk. 9/14
; Verfügung vom 26. Juli 2005
, Urk. 9/35
, bestätigt
mit
Einspracheentscheid
vom 30. September 2005
, Urk. 9/44).
Mit Verfügung vom 21. Februar 2008 (Urk.
9/92)
verneinte die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente.
Nachdem das hiesige Gericht die gegen diesen Entsch
eid
erhobene Beschwerde
mit Urteil vom 23. November 2009
abgewiesen und die Akten zur Prüfung einer relevanten Veränderung nach Verfügungserlass an die IV-Stelle überwiesen hatte
(Urk. 9/117
, Verfahren
Nr.
IV.2008.00324
)
, tätigte diese – nach
dem
Scheitern von
M
assnahmen beruflicher Art (vgl. Urk. 9/141, Urk. 9/151, Urk. 9/167, Urk. 9/180) – medizinische Abklärungen und sprach dem Versicherten mit Verfügung
en
vom 19. November 2012
ab 1. Juli 2009
eine ganze Rente aufgrund eines Invaliditä
t
sgrades von 100
% zu (U
rk. 9/206 und
U
rk. 9/
2
13
in Verbindung mit Urk. 9/195
).
Anlässlich eines im
November 2016 eingeleiteten Revisionsverfahren
s
(
vgl.
Urk.
9/227
ff.
)
bestätigte die IV-Stelle
den Anspruch auf
die bisherige
Invaliden
rente bei einem
unverände
rten Invaliditätsgrad von 100 % (
Mitteilung vom
24. Januar 2017, Urk. 9/233)
.
1.2
Am 24. September 2020 meldete sich der Versicherte zum Bezug einer
Hilflo
senentschädigung
an (Urk. 9/
234-
235)
. Die IV-Stelle
führte am 2. Dezember 2020
eine Abklärung vor Ort
durch
(
Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020,
Urk. 9
/239). N
ach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 9/240-241, Urk.
9/246)
verneinte sie
mit Verfügung vom 1
8. März 2021 (Urk. 9/249 = Urk.
2) einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
.
2.
Am 4. Mai 2021 erhob der Versicherte Beschwerde g
egen die Verfügung vom 18.
März 2021 (Urk. 2)
und beantragte deren Aufhebung sowie die
Zusprache
einer
Hilflosenentschädigung
(Urk. 1 S. 2 oben). Nach Einholung einer Stellung
nahme ihres Regionalen Ärztlichen D
ienstes, RAD (
Stellungnahme vom
17. Juni 2021,
Urk. 8)
,
beantragte die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom 23.
Juni 2021 (Urk. 7
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 13. August 2021 (Urk. 10) wurde ein zweiter Schriften
wechsel angeordnet und der Beschwerdeführer aufgefordert, Belege betreffend die durch die Spitex geleistete Unterstützung einzureichen. Am 17. September 2021 erstat
tete der Beschwerdeführer die Replik
und hielt
an
seinen Anträgen f
est (Urk. 12
). Zudem reichte er eine Stellungnahme sei
nes behandelnden Arzte
s (Urk.
13
/11,
Urk. 15 = Original) sowie einen Beleg der Spitex (Urk. 13/12) ein
.
Mit Duplik vom 20. Oktober 2021 (Urk. 17) liess die Beschwerdegegnerin verlauten, sie halte wei
terhin an der Stellungnahme ihres RAD fest und verzichte auf weitere Ausfüh
rungen.
Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 25.
Oktober 2021 (Urk. 18) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
-
1.2
Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschä
digung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrich
tungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf
(Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38 IVV).
1.3
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person aus
serhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art. 42 Abs. 3
Satz 2
IVG,
Art. 38 Abs. 2 IVV). Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammen
hang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilge
setzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV). Als regelmässig im Sinne dieser Bestimmung gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 V 322 E. 6.2 mit Hinweisen).
Die lebenspraktische Begleitung umfasst weder die (direkte oder indirekte) Dritt
hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwachung im Sinne von Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie ein zusätzliches und eigenständiges Institut dar. Lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen beschränkt; auch körperlich Behinderte können grundsätzlich lebenspraktische Begleitung beanspruchen. Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objektiv nach dem Gesund
heitszustand der versicherten Person zu beurteilen. Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist die Umgebung, in welcher sie sich aufhält, grundsätzlich uner
heblich. Bei der lebenspraktischen Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte Person allein lebt, zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familien
mitgliedern oder in einer der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Mass
gebend ist einzig, ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen würde. Von welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeutungslos wie die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 E. 2.3, Urteil des Bundesge
richts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E. 5.2.
1, je mit Hinweisen
)
.
1.4
Ziel
der lebenspraktischen Begleitung ist, zu verhindern, dass Personen schwer ver
wahrlosen und/oder in ein Heim oder eine Klinik eingewiesen werden müssen. Die zu berücksichtigenden Hilfeleistungen müssen dieses Ziel verfolgen.
Lebens
praktische Begleitung besteht nur dann, wenn eine Person unter Berücksich
tigung der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht nicht fähig ist, ihre
Grundversorgung
(Nahrung, Körperpfle
ge, angemessene Klei
dung, minimale Anforderungen an die Wohnungspflege
,
etc.
)
sicherzustellen
(
Rz
8040
des Kreis
schreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015
).
In Bezug auf das selbständige Wohnen (Art. 38 Abs. 1
lit
. a IVV)
ist zu verlangen, dass lebenspraktische Begleitung notwendig ist, damit der Alltag selb
ständig bewältigt werden kann. Dies ist der Fall, wenn
die betroffene Per
son auf Hilfe bei mindestens einer der folgenden Tätigkeiten angewiesen ist: Hilfe bei der Tagesstrukturierung, Unterstützung bei der Bewältigung von
All
tagssituationen (zum Beispiel
Fragen der Gesundheit, Er
nährung, Hygiene, einfache adminis
tra
tive Tätigkeiten
), Haushaltsführung. Zum Haushalt gehören Leistungen wie Woh
nung putzen und aufräumen, Wäsche erledigen, Mahlzeiten vorbereiten,
etc
. Die erforderlichen Hilfeleistungen sind aber unter dem Gesichtspunkt einer Verwahr
losung zu evaluieren. Es muss also immer geprüft werden, ob die
versi
cherte Person ohne die entsprechende Hilfe in ein Heim eingewiesen werden müsste
(
Rz
8050 KSIH). Dabei ist neben der indirekten auch eine direkte Dritthilfe zu berück
sichtigen. Demnach kann die Begleitperson die notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten auch selber ausführen, wenn die versicherte Person dazu gesundheits
bedingt trotz Anleitung oder Überwachung/Kontrolle nicht in der Lage ist (BGE 133
V 450 E. 10.2;
Rz
8050.2 KSIH).
In Bezug auf ausserhäusliche Verrichtungen
(Art. 38 Abs.
1
lit
. b IVV)
ist
zu verlangen, dass lebenspraktische Begleitung notwendig ist, damit die versicherte Person in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Kontakte zu verlassen (Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Kontakte mit Amtsstellen oder
Medizinalper
sonen
,
Coiffeurbesuch
, etc.;
Rz
8051 KSIH).
In Bezug auf die Vermeidung dauernder Isolation (Art. 38 Abs. 1
lit
. c) ist zu verlangen, dass lebenspraktische Begleitung notwendig ist, um der Gefahr vor
zubeugen, dass sich die versicherte Person dauernd von sozialen Kontakten iso
liert und sich dadurch ihr Gesundheitszustan
d erheblich verschlechtert (
Rz
8052 KSIH).
Die in
Rz
8050-8052 KSIH vorgenommene Konkretisierung der Anwendungsfälle der lebenspraktischen Begleitung erweist sich gemäss höchstrichterlicher Recht
sprechung als gesetzes- und verordnungskonform (BGE 133 V 450 E. 9).
1.5
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsan
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen
(vgl.
auch
Rz
8131 ff. KSIH). Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforde
rungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine quali
fizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensver
richtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit
den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungs
person näher am konkreten Sachverhalt ist als das
im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_464/2015 vom 14. September
2015 E. 4)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der
angefoc
htenen Verfügung (Urk. 2)
aus,
der Beschwerdeführer sei gemäss Abklärung vor Ort in keinem der massgeblichen B
ereiche auf regelmässige und erhebliche Dritthil
fe angewiesen und der
anrechenbare Zeitaufwand bei der lebenspraktischen Begleitung liege unter den geforderten zwei Stunden pro Woche (S. 2 oben).
Bezüglich der
medi
zinische
n
Situation sei bei seit Jahren gleichbleibendem Gesundheitszustand kein weiterer Arztbericht einzuholen und keine erneute Vorlage beim RAD angezeigt (S. 2 Mitte).
Soweit der Beschwerdeführer
unter Hinweis auf die schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) mehr Unterstützungsbedürftigkeit bei der W
oh
nungspflege geltend mache
, bilde Letztere keine Grundlage, auf welche sich die Invalidenversicherung zur Erhebung der
Hilflosenentschädigung
abstützen könne
. Bei Versicherten mit psychischen Erkrankungen sei vielmehr auf Erfah
rungswerte abzustützen. Für die Sicherstellung einer minimalen Grundversor
gung könne für einen Einpersonenhaushalt ein wöchentlicher Zeitaufwand von 30 Minuten angerechnet werden (S. 2 unten).
Auch bei der Wäschepflege und Ernährung sei auf die anzurechnenden Zeitaufwände eines
Einpersonenhaushalts abzustellen und a
ufgrund von Erfahrungswerten
f
ür die Sicherstellung einer minimalen Grundversorgung ein wöchentlicher Zeitaufwand von 15 M
inuten gerechtfertigt (S. 2 unten, S. 3 oben).
Bei den
(Telefon-)
Gesprächen mit der Mutter und dem Bruder handle es sich nicht um zielführende Gespräche, die zur Lösungsfindung beitrügen, sondern um Gespräche
informeller Natur. Es werde keine Lösungsstrategie entwickelt. Auch die Gespräche mit der Kollegin hätten keinen lösungsorientierten Charakter. Administrative Tätigkeiten, etwa das Bezahlen von Rechnungen, seien in der Regel einmal pro Monat notwendig. Es sei ein anrechenbarer Zeitaufwand von 15 Minuten gerechtfertigt (S. 3 oben). Ein monatlicher Besuch der Messe in
F._
könne schliesslich nicht als notwendig und erheblich betrachtet werden (S. 3 Mitte).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (Urk. 1)
, das im
KSIH
umschriebene Verfahren zur Abklärung eines Anspruchs auf eine
Hilflosenent
schädigung
bei psychisch behinderten Personen, die lebenspraktische Begleitung benötigen,
sei in mehrfacher Sicht nicht eingehalten worden
. Die Beschwerde
gegnerin habe keinerlei medizinische Abklärungen hinsichtlich der Frage der Hilflosigkeit respektive des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung getätigt
und in den
bei den A
kten lie
genden medizinischen Berichte
n
hätten die behand
e
l
nden Ärzte keine Angaben
dazu gemacht
. Es mangle somit an einer medizinischen Einschätzung und an der im Hinblick auf die Prüfung eines Anspruchs auf
Hilf
losen
en
tschädigung
erforderlichen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Beschwerdegegnerin (S. 4 f. Ziff. 9 ff.)
.
Betreffend den
Bedarf an lebenspraktischer Begleitung
berufe sich
die Beschwerdegegnerin
mehrfach allgemein auf anzu
rechnende Erfahrungswerte, ohne offen zu legen, wie diese zustande kämen
(zu den im Einzelnen gerügten Bereichen vgl. S. 6 ff. Ziff. 21 ff.)
.
Die von der
Beschwerdegegnerin angerechneten Z
eitaufwände
seien
willkürlich,
in keiner Weise begründet
und auch nicht nachvollziehbar
. Insbesondere hinsichtlich der täglich notwendigen Unterstützung und Beratung sei es
sodann
nicht statthaft, ohne eine ärztliche Stellungnahme zur Problematik einzuholen irgendwelche Annahmen zu treffen. Ein notwendiger Zeit
aufwand von mindestens zwei Stun
den pro Woche für die lebenspraktische Begleitung sei zweifellos ausgewiesen. Angesichts der seit vielen Jahren bestehenden, gleichbleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei zudem davon auszugehen, dass der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
bereits seit mehreren Jahren bestehe, weshalb die ent
sprechenden Leistungen rückwirkend auszurichten seien (S. 12 Ziff. 46 ff.).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 7) hielt die Beschwerdegegnerin dem entgegen, der Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020 stelle eine zuverlässige Entschei
dungsgrundlage dar. Dieser genüge den beweismässigen Anforderungen (S. 1 f. Ziff. 3). Gemäss
S
tellungnahme
des RAD
vom 17. Juni 2021 sei aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer eine lebenspraktische Begleitung benötige. Die angegebenen Einschränkungen seien aufgrund seines Gesundheitszustands nicht plausibel erklärbar (S. 2 Ziff. 4).
2.4
Replikweise
(Urk. 12)
wandte der Beschwerdeführer ein, die Stellungnahme des RAD sei sehr rudimentär und werde der bei ihm vorliegenden Problematik (vgl. dazu S. 3 Ziff. 4) nicht gerecht (S. 2 Ziff. 3). Aus der
eingeholten
Stellungnahme
seines
behandelnden Psychiaters sei ersichtlich, dass er aufgrund seiner Zwangserkrankungen in der Bewältigung des Alltags massiv eingeschränkt sei und die von der RAD-Ärztin vertretene Ansicht die tatsächlichen Gegebenheiten nicht korrekt wi
e
dergebe und berücksichtige (S. 3 Ziff. 7). Aus – näher genannten (S
. 4 f. Ziff. 9 ff.
)
–
früheren Berichten sei ersichtlich, dass bei ihm ber
eits seit vielen Jahren Zwangshandlungen und Zwangsstörungen bestünden. Aufgrund dieser sei er auf lebenspraktische Begleitung angewiesen, was im Abklärungsbe
richt der Beschwerdegegnerin auch nicht bestritten werde und dokumentiert sei. Einzig die im Abklärungsbericht angenommenen Zeitwerte seien aus seiner Sicht realitätsfremd (S. 5 unten).
2.5
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Hilflo
senentschädigung
für lebenspraktische Begleitung.
3.
3.1
Hinsichtlich der
gesundheitliche
n
Situation des Beschwerdeführers
präsen
t
iert
sich die Aktenlage
im Wesentlichen
wie folgt:
3.
2
3.2
.1
Den
Verfügung
en
vom 19. November 2012
, mit welchen
dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2009 eine ganze Ren
te zugesprochen
wurde
(Urk. 9/206 und Urk. 9/213
in Verbindung mit Urk. 9/195),
lagen im Wesentlichen die folg
e
nden
medizini
sche
n Berichte zugrunde
:
3.2
.2
Dr. med.
Y._
,
L
eitender Arzt, Privatklinik
Z._
, berichtete am 24.
April 2009 über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom
27. Januar bis 24. April 2009 (Urk. 9/113
/
1-5). Er nannte
folgende Diagnosen
(S. 4 Mitte):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften und grenzwertig
dependenten
Zügen (ICD-10 F61)
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Zwangsstörung, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD-10 F42.2)
-
Cannabisabusus
(ICD-10 F12.1)
, aktuell weitgehend abstinent
.
Dr.
A._
führte aus, der Beschwerdeführer habe seit Kindheit/Jugend eine Zwangsstörung mit Z
wangsgedank
en und Zwangshandlungen mit verschiedenen Inhalten entwickelt,
welche
zunächst
langjährig nicht diagnostiziert worden sei.
Im September 2008 und am 20. Januar 2009 sei
er
in die Privatklinik
Z._
eingetreten, jedoch nach einem beziehungsweise zwei Tagen bereits wieder ausgetreten (S. 2 Mitte).
Die i
m Rahmen
der
aktuellen
Hospitalisation
erfolgte
Arbeit an der sozialen Kompetenz sowie dem Umgang mit E
motionen s
e
i
ergänzt worden durch eine kontinuierliche Expositionstherapie gegenüber Z
wangsg
e
danken und
Zw
angshandlun
g
en
(
vorwiegend Reinigung und Kontrolle
),
die vom Beschwerdeführer eigenverantwortlich übernommen worden sei
(S. 3 unten, S. 4 oben)
. Insgesamt habe der Beschwerdeführer
deutlich von d
e
n
T
herapien profi
tieren k
önnen und sich bei Austritt affektiv stabiler, bezüglich der Zwangsinhalte gebessert und insgesamt selbstsicherer im Umgang mit den eigenen Bedürfnis
sen und den daraus resultierend
e
n
Emotionen gezeigt (S.
4 oben).
3.2
.3
Am 14. November 2009 (Urk. 9/115/4-8) berichtete
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der Beschwerdeführer
h
abe vo
m
27.
März 2008 bis
19.
August 2009 in
seiner ambulanten
B
ehandlung
gestanden
. Vom 19. August bis 5. November 2009 sei er erneut in der Privatklinik
Z._
hospitalisiert gewesen
(S
.
1 f. Ziff. 1.2-3
).
An Symptomen liessen sich bei
m Beschwerdeführer dr
ei Gruppen ausmachen, darunter Zwangshandlungen und
-
gedanken.
So hätten i
n der Kindheit Tics (Augenbrauen, Mimik) bestanden
und hab
e
der Beschwerdeführer
Befürchtungen gehabt, beispielsweise, dass er das Taschentuch verliere. Die Tics hätten auch im Erwachsenenalter weiterbestanden. Zusätzliche Zwänge bestünden seit etwa sieben Jahren. Es bestünden Kontroll
zwänge (Herd, Licht)
,
und es komme zu zwanghaften Manipulationen sowie Zwangsgedanken. B
efür
chtungen etwa, seinen A
ngehörigen könnte etwas zustos
sen, würden mit magischen Han
d
l
ungen (Dinge tun, an Farbe denken und gute Gedanken haben) gebannt.
Der Beschwerdeführer
befürchte auch, andere infektiös anzustecken. Die
H
andlungen beanspruchten vor allem am Morge
n
und am A
bend jew
e
il
s etwa eine S
tunde
Zeit
(S. 3 Mitte). Im Oktober 2009 habe der Beschwerdeführer berichtet, dass
sich die Zwänge im stationären Umfeld gebessert
hätten
. Bei Urlauben zu Hause seien sie aber noch stark präsent gewesen (S. 4 Mitte). Dies zeige, dass die Symptomatik noch situationsabhängig und nicht selbsttragend sei (S. 4 unten).
Dr.
B._
nannte
folgende
psychiatrische
Diag
nosen (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Zwangsstörung, Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2), bestehend seit etwa 2002
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
depressive Episoden Sommer 2008 und Winter 2008/2009
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1) bei/mit kombinierter Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften und grenzwertig
dependenten
Zügen (ICD-10 F61)
.
3.2
.
4
Am 9. März 2012 berichtete Dr. med.
C._
,
L
eitende Ärztin, Privatklinik
Z._
, über
die erneute
Hospitalisation
des Beschwerdeführers in der Zeit vom 24. Februar bis 7. März 2
012 (Urk. 9/182/5-8). Sie
nannte fol
gende psychiatrische Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften und grenzwertig
dependenten
Zügen (ICD-10 F61).
-
Zwangsstörung mit Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD-10 F42.2)
-
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
-
rezidivierende depressive Episoden
-
Alkohol- und
Cannabisabusus
.
Dr.
C._
führte aus,
bei Klinikeintritt habe der Beschwerdeführer berichtet, dass es
Ende 2011
zu einer
zunehmenden Stimmungsverschlechterung mit einer Zunahme von sozial-phobischen Ängsten sowie
zu einer Zunahme der schweren Zwangssymptomatik gekommen
sei
.
Seit einer Woche habe
er sich
ins Bett zurückgezogen und
habe keinen
Antrieb zur Erledigung
seiner täglichen Aufgaben
. Die Waschzwänge hätten insbesondere in der trockenen Winterzeit zu Blutungen an den Handrücken geführt. Zudem habe der Zwang, sich mit Pinzet
ten und
Subkutannadeln
am Skrotum
selbst zu
verletzen, zugenommen. Von der aktuellen
Hospitalisation
erhoffe sich der Beschwerdeführer (unter anderem) eine Reduktion der Zwänge und Zwangshandlungen, wie sie während der
früheren
Hospitalisationen
ohne weiteres Zutun stets
erfolgt
sei
, und ein Ablassen von selbstschädigenden Handlungen (S. 2 Mitte, S. 1 unten).
Es sei ein auf drei Wo
chen begrenzter Klinikaufenthalt vereinbart worden (S. 2 unten, S. 3 unten).
Im Verlauf habe d
er Beschwerdeführer berichtet, seit Eintritt
von Zwangshandlungen und Selbstverletzungen entlastet gewesen zu sein und dass sich die Zwangsge
danken reduziert hätten (S. 3 Mitte)
.
Der Beschwerdeführer habe sich kurzfristig zum Austritt entschieden (S. 3 unten).
3.2
.5
Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie, beric
htete am 30. Mai 2012
(Urk.
9/182
/
1-4), der Beschwerdeführer stehe seit dem 10. September 2010 in seiner
ambulanten
Beh
andlung (Ziff. 1.2). Er nannte die gleichen psychiatrischen
Diagnosen
wie
Dr.
C._
(
vorstehend
E. 3.2.
4
)
als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Dr.
D._
führte aus, beim Beschwerdeführer bestünden seit der Kindheit sozial
phobische Ängste, depressive Verstimmungen und verschiedenartige Zwänge. Nach missglückten Arbeitsversuchen sei er seit 2004 nicht mehr arbeitsfähig. Seit 2008 sei es zu mehreren psychiatrischen
Hospitalisationen
gekommen.
Seit Oktober 2010 befinde er sich in einem IV-Integrationsprogramm.
Die Stimmungs
lage des Beschwerdeführers sei chronisch depressiv
mit Niedergeschlagenheit, ängstlicher Besorgtheit, Verlust von Lebensfreude und starken Schuldgefühlen. Er leide unter schweren sozialphobischen Ängsten. Zudem bestehe eine Zwangs
symptomatik mit zeitraubenden Kontrollhandlungen. Er habe etwa Angst, andere zu infizieren und Angst vor Feuer. Es komme auch zu magischen Ritualen
, die zum Beispiel Unheil von seiner Mutter abwenden sollen. Im Rahmen der Integra
tionsprogramme hätten sich die Zwangssymptomatik und die depressiven Ver
stimmungen verstärkt. Angesichts der gescheiterten Integrationsversuche erachte er den Beschwerdeführer nicht als arbeitsfähig (Ziff.
1.4).
3.2
.6
RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seiner Stellungnahme zu den Akten vom 2
7
. Ju
n
i 2012 aus, es sei davon auszugehen, dass seit der
Hospitalisation
in der Privatklinik
Z._
im September 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit angestammt und angepasst bestehe. Alle Versuche einer Umschulung und Wieder
eingliederung seien gescheitert (Urk. 9/187 S. 4).
In seiner Stellungnahme vom 31.
August 2012 präzisierte Dr.
E._
,
Dr.
B._
habe in seinem Bericht vom 14. November 2009 (vorstehend E.
3.2
.3
) eine stabile Phase bis Mai 2008 beschrieben und ausgeführt, dass sich der Beschwer
deführer Mitte Juli mit einem schweren depressiven Zustandsbild gemeldet habe. Somit sei bereits ab Mitte Juli 2008 von einer
mindestens 20
%igen Arbeitsunfä
higkeit auszugehen (Urk. 9/187 S. 4 f.).
3.
3
3.3
.1
Der
rentenbestätigenden
Mitteilung
vom 24. Januar 2017 (
Urk. 9/233)
lag
en zwei Berichte
v
on Dr.
D._
(vorstehend E. 3.2
.5)
zugrunde:
3.3
.2
Im vertrauensärztlichen Bericht zu
Handen
der Krankenversicherung vom 7.
Dezember 2015 (Urk. 9/230/5-6) führte Dr.
D._
aus, der Beschwerdeführer erlebe bessere Phasen
,
aber auch Rückfälle mit Verstärkung der D
epression und Zwangssymptomatik
(S. 1 unten).
Letztere
umfasse Waschzwänge und schwere Kontrollzwänge. Magische zwanghafte Rituale sollen unter anderem ein Unheil von der Mutter abwenden
. Der Beschwerdeführer sei durch die Zwangssymptome erheblich eingeschränkt
(S. 1 Mitte). Therapeutisch hätten wieder kleinere Fort
schritte erzielt werden können (S. 2 oben).
3.3
.3
Am
3. Januar 2017 (Urk. 9/230/1-
4
)
berichtete Dr.
D._
, die im Bericht vom
30.
Mai 2012 (vorstehend E. 3.2
.5) beschriebene Symptomatik habe sich inzwi
schen leicht verbessert, jedoch ohne Verbesser
ung der Arbeitsfähigkeit (Ziff.
1.3). Eine berufliche Tätigkeit sei seit Jahren nicht mehr möglich (Ziff. 2.1).
Es bestehe weder ein
Bedarf auf Hilfe von Dritten zur Erledigung der alltäglichen Lebens
verrichtungen
noch sei
Hilfe bei der
Alltagsstrukturierung
nötig
. Einzig
für Putz
arbeiten
bestehe
im Zusammenhang mit der Zwangssymptomatik
ein Bedarf an Dritthilfe durch die Spitex, dies seit etwa sechs Monaten
(Ziff. 1.4).
Dr.
D._
nannte gleichlautende Diagnosen
wie im Bericht vom 30. Mai 2012, wobei er in Bezug auf die depressive Symptomatik nun von einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0)
,
ausging (Ziff. 1.2).
4
.
4
.1
In der Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
vom 24. September 2020
(Urk. 9/235
) gab der Beschwerdeführer an, seit etwa dem Jahr 2011 unter der
Beschwerdegegnerin
bekannten gesundheitlichen B
ee
inträchtigungen, nämlich P
ersönlichkeitsstörungen
, Zwangsstörungen und vielem mehr
, zu leiden (Ziff.
3.1)
. Wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei er auf lebens
praktische Begleitung angewiesen. Seit Juli 2011 seien Hilfeleistungen erforder
lich, damit er selbständig wohnen könne. Ebenfalls seit Juli 2011 brauche er Begleitung für Erledigungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung. Seit Juli 2011 sei er zudem auf die Anwesenheit einer Drittperson angewiesen, um eine Isolation zu verhindern (Ziff. 5.1). Hilfe leisteten seine Mutter im Umfang von neun Stunden pro Woche und sein Bruder
während
30 Minuten
pro Woche
(Ziff.
5.3).
Im Beiblatt zur Anmeldung (Urk. 9/234) machte der Beschwerdeführer nähere Angaben zum Bedarf an lebenspraktischer Begleitung und zur benötigten Hilfe bei der Freizeitgestaltung. Er gab an
, in einer
Woche zwei Stunden und jede zweite Woche zwei
ei
nhalb Stunden Spitex zu benötigen, zwei Stunden für die Grundreinigung und die zusätzliche halbe Stunde jede zweite Woche für weitere Dinge wie zum Beispiel die Reinigung des Backofens oder des Kühlschranks. Er sei nicht in der Lage, mitzuhelfen, da er Angst habe, dass er sich verunreinige, wenn er selber putze. Auch habe er Angst, zu wenig sauber zu putzen. Er müss
t
e sich auch immer wieder intensiv die Hände waschen
und/
oder desinfizieren. Not
wendig sei ein Z
eitaufwand von (durchschnittlich)
zwei
Stunden und 15 Minuten
pro Woche (S. 1).
Sechsmal pro Woche esse er bei seinen Eltern eine warme Mahlzeit. Wenn er sich selber verpflegen müsse, esse er kalt. Er sei nicht in der Lage, selber zu kochen oder Fertiggerichte zuzubereiten, da er Angst habe, den Backofen oder den Herd einzuschalten. Er befürchte, es könnte ein Gericht anbrennen und einen Brand verursachen. Der Mehraufwand der Eltern belaufe sich auf sechsmal
30 Minuten
und damit drei Stunden pro Woche (S. 2).
Seine Mutter mache ihm die gesamte Wäsche, da er Angst habe, sich zu verun
reinigen, wenn er die schmutzige Wäsche anfasse. Er habe Angst, sich mi
t etwas anzustecken, wenn e
r die Türfallen oder andere Dinge in der Waschküche oder auf dem Weg zurück in die Wohnung berühre. Handschuhe würden nicht helfen.
Er müsste
sich immer wieder exzessiv die H
ände waschen
oder desinfizieren, unabhängig von Covid-19.
Der Zeitaufwand belaufe sich auf zwei Stunden pro Woche (S. 3).
Seine Mutter erledige auch alle Zahlungen und kümmere sich um das Budget. Er sei überfordert damit und auch komplett aus der Übung, da seine Mutter dies schon seit etwa 20 Jahren für ihn erledige. Der Zeitaufwand belaufe sich auf
30 Minuten
pro Woche (S. 4).
In Alltagsfragen und Entscheidungen werde er ebenfalls durch seine Mutter unterstützt. Er sei nicht fähig, Entscheidungen ohne seine Mutter zu treffen
.
Auch müsse er sie immer wieder fragen, ob er irgendwo einen Fehler gemacht oder sich in einer Situation falsch verhalten habe. Er telefoniere dreimal täglich mit seiner Mutter und einmal am Tag komme sie für eine halbe Stunde vorbei. Der Zeitauf
wand belaufe sich auf
30 Minuten
pro Tag
beziehungsweise
drei
Stunden
und 30 Minuten
pro Woche (S. 5).
Jede Woche komme auch der eine Bruder für eine Stunde vorbei, um mit ihm zusammenzusitzen und zu plaudern
,
aber auch um über Probleme zu reden, wobei Letzteres etwa
30 Minuten
Zeit brauche (S. 6).
Ganz selten brauche er auch Begleitung für Besuche
beim Facharzt, beispielsweise beim Zahnarzt
,
sowie
bei medizinischen Untersuchungen im Spital
, da er sonst
P
anikattack
en
bekomme
oder Angst
habe
, zu vergessen, was ihm der Arzt gesagt habe. Dies komme
aber
höchstens einmal alle zwei Jahre vor, weshalb sich die Zeit kaum bemessen lasse
(S. 7).
Seine Mutter entferne täglich den Kot seiner beiden K
a
t
z
en aus den
zwei Katzen
kisten
und reinige die Kisten einmal pro Woche. Er habe
Angst, sich zu verunre
i
nigen, wenn er dies selber tun würde, und müsste sich
immer wieder exzessiv die Hände wasch
en und/oder desinfizieren
. Der Zeitaufwand
für die Katzen
belaufe sich
insgesamt
auf
zwei Stunden und 15 Minuten
pro Woche (S. 8)
.
Um einmal pro Monat die Messe im Kloster
F._
besuchen zu können, bräuchte er jemanden, der ihn mit dem Auto hin
-
und zurückfahre. Er könne nicht
Zug fahren, da er den Zwang habe, fremde Leute anzustarren. Der wöchent
liche Zeitaufwand belaufe sich auf
30 Minuten
pro Woche (S. 9).
Insgesamt betrage der Zeitaufwand 14 Stunden und 30 Minuten pro Woche.
4
.2
4
.
2.1
I
m
Bericht vom
8. Dezember 2020 über die am 2. Dezember 2020 durchgeführte Abklärung vor Ort (Urk. 9/239)
führte die Abklärungsperson aus,
sie habe den Beschwerdeführer zu Hause besucht und die Situation mit ihm und seiner Mutter besprochen (S. 1 Mitte). Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass ei
ne Katze leider verstorben sei
(S. 1 unten). Zurzeit leide er unter einer mittelgradigen depressiven Episode. Er sei sehr antriebslos, habe keinen Appetit, keine Lust auf irgendwas und ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Sein Tagesablauf sehe so aus, dass er morgens gegen sieben Uhr aufstehe, seine Katze füttere und die Morgentoilette durchführe. Tagsüber beschäftige er sich viel mit Lesen. Abends bekomme er regelmässig Besuch von Freunden, schaue DVD oder lese. Einmal pro Tag gehe er zu seinen Eltern, welche im selben Gebäudekomplex wohnten, zum Mittag- oder Abendessen. Zwischendurch knabbere er
Guetzli
oder ein Sandwich. Wenn er keinen Termin habe, gehe er sehr selten nach draussen. Seinen grossen Gar
tensitzplatz nutze er jedoch regelmässig. Einmal pro Woche bekomme er am Abend Besuch von Kollegen. Zwischen 23 Uhr und 23:30 Uhr gehe er schlafen. Z
urzeit nehme er Schlafmedikamente und schlafe damit durch
(S. 2 oben).
4
.2.2
Einen Bedarf
an
lebenspraktische
r
Begleitung im Sinne der Invalidenversicherung
erachtete die Abklärungsperson
nicht
als ausgewiesen.
Zwar
sei a
nzuerkennen
, dass
d
er
allein lebende Beschwerdeführer wegen des
Gesundheitszustands Hilfe bei der Wohnungsreinigung, der Wäsche, der Ernährung, der Administration und der Bewältigung des Alltags erhalte. Der Mindestaufwand von zwei Stunden pro Woche werde
indes
nicht erreicht.
Betreffend «Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglichen»
führte die Abklärungsperson aus, bei der Alltagsstrukturie
rung/Organisation/Freizeit
beschäftigung benötige der Beschwerdeführer keine Dritthilfe. Er sei
in der Lage, seinen Alltag selber zu strukturieren und zu organisieren. Einmal pro Woche
bekomme
er Besuch von Kollegen,
er lese viel oder schaue eine DVD.
Die
Grundreinigung
der Wohnung
könne der Beschwerdeführer nicht sicher
stellen. Auch kleine Reinigungsarbeiten seien ihm aufgrund seiner Angst vor Infizierungen nicht zumutbar.
Die Reinigung werde vollumfänglich von der Spitex übernommen, Verschmutzungen zwischendurch würden durch seine Mutter gereinigt.
Diese säubere auch die Katzentoilette.
Aufgrund seiner Zwangs
handlungen sei
d
er
Beschwerdeführer
auch unter Anleitung und mit Kontrolle nicht in der Lage, die Wohnungsreinigung
durchzuführen
. Es könne ein wöchent
licher Zeitaufwand von 30 Minuten angerechnet werden.
Auch
beim Waschen sei der Beschwerdeführer auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen.
Seinen Angaben zufolge sei er a
us Angst, dass er sich beim Wäsche wa
schen verunreinigen könnte,
nicht in der Lage, seine Wäsche zu waschen. Einmal pro Woche würden seine Kleider von der Mutter gewaschen. Sie hole die schmutzige Wäsche ab, bringe sie wieder zurück
und lege sie in den
Schrank. Der Beschwerdeführer könne die saubere Wä
sche weder zusammenlegen noch in den Schrank
räumen, weil
er denke, dass er sie mit seinen Händen gleich wieder schmutzig mache.
Es könne ein wöchentlicher Zeitaufwand von 15 Minuten angerechnet werden (S. 3 unten, S. 4 oben).
Was die Ernährung anbelange, so sei es dem Beschwerdeführer nicht möglich, sich selber eine warme Mahlzeit zuzubereiten.
Etwa
sechsmal pro Woche
esse er
eine warme Mahlzeit bei den Eltern. Zu Hause ernähre er sich von kalten Speisen.
Auch auf Halbfertig- oder Fertigprodukte könne
d
er
Beschwerdeführer
nicht zurückgreifen, da er keine
Küchengeräte bedienen könne aus Angst, das Essen könnte verbrennen oder es könnte einen Brand geben aufgrund eines Gerätede
fekts.
Es könne ein wöchentlicher Zeitaufwand von 15 Minuten angerechnet werden (S. 4 oben).
Zur
Alltagsbewältigung/Administration habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er mehrmals täglich die Unterstützung seiner Mutter benötige, zusammen
gerechnet etwa 30 Min
uten pro Tag. Es handle sich um mehrere - etwa sechs bis sieben -
kürzere Telefongespräche,
die
manchmal auch bis zu 20 Minuten
dauer
ten
.
Bei den kürzeren Gesprächen gehe es um banale Sachen wie zum Beispiel darum, ob er sich die Hände desinfizieren müsse, wenn er sich die Nase geputzt habe. Bei den längeren Gesprächen höre ihm seine Mutter zu, zum Beispiel, wenn er Probleme mit einer Kollegin gehabt habe.
Anlässlich der Gespräche würden nie Strategien entwickelt, wie er in Zukunft mit einer Problematik umgehen könnte, sondern die Mutter höre
ihm zu, wenn er von
seine
n
alltäglichen Probleme
n berichte,
und bestätige ihm dann, dass
er es gut gemacht habe.
Der Beschwerde
führer betone, dass es sich bei den Gespräche
n
nicht um eine therapeutische Intervention
handle
. Die Mutter habe angegeben, dass es auch vorkomme, dass sie ihren Sohn
«
abklemmen
»
müsse, weil sie gerade keine Zeit habe. Der Beschwerdeführer habe immer das Bedürfnis, Sachen zu fragen und lange zu besprechen. Es komme vor, dass er es nicht schaffe, aus eigenem Antrieb die Wohnung zu verlassen, um einen Arzttermin – zum Beispiel beim Zahnarzt, Neurologen und Rheumatologen - wahrzunehmen. Auch in solchen Situationen rufe er seine Mutter an und diese ermuntere ihn dann, zum Termin zu gehen, was in etwa der Hälfte der Fälle funktioniere. Zu den psychiatrischen Terminen gehe er aber immer
und vereinbare diese auch selbständig
. Einkaufen gehe der Beschwerdeführer alleine. Jeden zweiten Tag sei er jedoch nicht in der Lage dazu.
Wenn er etwas vergessen habe, besorge die Mutter ihm das Fehlende. Die Migros befinde sich keine fünf Gehminuten vom bewohnten Gebäudekomplex entfernt. E
in begleiteter Einkauf finde nie statt. Entweder er sei in der Lage, die W
ohnung zu verlassen, oder nicht. Der Beschwerdeführer habe sehr selten den Drang, neue Kleider zu kaufen und wenn
,
dann gehe er in der R
egel
alleine einkaufen
(S. 4 unten, S. 5 oben). Die Bankangelegenheiten würden allesamt von der Mutter erledigt. Sie hebe dem Beschwerdeführer monatlich einen Geldbetrag ab, mit welchem er in den Geschäften bezahle. Seine Post nehme der Beschwerdeführer selber aus dem Briefkasten, sichte und sortiere diese nach Notwendigkeit. R
eklame
etc. bündle er und werfe diese regelmässig in die nahegelegenen Entsor
gungscontainer. Wichtige Post wie beispielsweise Rechnungen gebe er seiner Mutter zur Weiterverarbeitung
(S. 5 oben)
. Einmal pro Woche komme sein Bruder für etwa eine Stunde zu Besuch. Während etwa 30 Minuten würden sie alltägliche Probleme miteinander besprechen. Auch hierbei handle es sich nicht um thera
peutische Gespräche. Die restliche Zeit unterhielten sie sich über allgemeine Dinge. Zudem telefoniere er wöchentlich etwa 15 Minuten mit seinem Bruder, um P
robleme zu erzählen (S. 5 Mitte).
Die Abklärungsperson hielt fest, bei den täglichen, teils sehr kurzen G
esprächen handle es sich nicht
um
zielführende
Ge
spräche. Sie seien
rein informeller Natur und könnten wöchentlich nicht eins zu eins angerechnet werden. Es sei jedoch anzuerkennen,
dass der Beschwerdeführer für das selbständige Wohnen auf solche Gespräche angewiesen sei. Zusammen mit den administrativen Tätigkeiten könne ein wöchentlicher Zeitaufwand von 15 Minuten angerechnet werden. Für die Einkäufe könne kein Zeitaufwand angerechnet werden, der Beschwerdeführer sei in der Lage, jeden zweiten Tag einkaufen zu gehen und könne seinen Grund
bedarf somit abdecken (S. 5 Mitte).
Betreffend «Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten» führte die Abklärungsperson aus,
der Beschwerdeführer nehme ausserhäusliche Termine selbständig entweder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – er habe eine Jahreskarte der Stadt Zürich – oder mit
ProMobil
wahr. E
ine Begleitung finde lediglich in Ausnahmefällen statt. Diese sei weder regelmässig noch erheblich. Es könne kein Zeitaufwand angerechnet werden (S. 5 unten)
Betreffend «regelmässige Anwesenheit einer Drittperson zur Verhinderung einer dauernden Isolation von der Aussenwelt» führte die Abklärungsperson schliess
lich aus, der Beschwerdeführer sei nicht isoli
e
rt. Er lebe im selben Gebäude
komplex wie seine Eltern und
habe regelmässigen Kontakt zur
Familie
und zu Kollegen
(S. 5 unten).
Zusammenfassend hielt die Abklärungsperson fest, der anrechenbare Zeitauf
wand liege unter den geforderten zwei Stunden pro Woche. Die Einschränkungen bei der Wohnungspflege, der Wäsche, der Ernährung und der Alltagsbewälti
gung/Administration seien berücksichtigt und nach Erfahrungswerten ange
rechnet worden, erfüllten jedoch die Anforderungen der lebenspraktischen Begleitung nach wie vor nicht (S. 6 Mitte).
4
.3
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens erstattete RAD-Ärztin Dr.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, auf Ersuchen des Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin
am 17. Juni 2021
eine St
ellungnahme (Urk. 8 S. 2). Sie führte aus, bei Verschmutzungsängsten entwickle sich in aller Regel ein Reini
gungszwang. Aus psychiatrischer Sicht wäre es bei einer solchen Zwangsstörung äusserst ungewöhnlich, dass eine betroffene Person zum Beispiel die Wohnung vo
n Fremdpersonen reinigen lasse
. Im Gegenteil müssten Betroffene alles zum Teil mehrfach und über Stunden selber reinigen, um sicher zu sein, dass kein Schmutz/keine Bakter
ie
n und anderes mehr vorhanden sei
. Die Begründung, dass der Beschwerdeführer die Wäsche nicht zusammenlegen könne, weil sie durch seine Hände schmutzig werden könnte, sei wenig nachvollziehbar. Zum einen würde er sie genau aus diesem Grund selber waschen wollen
,
und zum andern könnte er sie ja gar nicht anziehen. Wie er es schaffe, in einem Geschäft mit Bargeld neue Kleider zu kaufen oder den Briefkasten zu
leeren, könne
mit Blick auf die
beklagten Einschränkungen nicht na
chvollzogen werden. Unklar sei auch
,
weshalb
der Beschwerdeführer kein
e Bankangelegenheiten erledige
n könne
.
Die
Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung sei aktuell nicht plausibel nachzuvollziehen, so dass auf den Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020 abgestellt werden könne.
4.4
D
r. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seiner
Stellung
nahme vom 15. September 2021 (Urk. 15) aus,
würde der Beschwerdeführer – wie von der RAD-Ärztin beschrieben – alles selber stunden
lang reinigen, führte die
s
zu
nicht gutzuheissenden
Schädigungen der Haut und unter Umständen auch zu erheblichen Komplikationen
,
beispielsweise in Form von I
nfektionen
. Wenn der Beschwerdeführer die Wohnung selber reinige, könne er nicht damit aufhören und müsse sich anschliessend selber noch stundenlang reinigen und desinfizieren
, wobei Letzteres die Haut zusätzlich schädige
. D
ie
rituellen Handlungen und die damit gekoppelten Abläufe würden im Rahmen der Zwangsstörungen unaufhaltsam ausgelöst durch die Ausführung von Reini
gungshandlungen. D
ie rituellen und gesundheitsschädigend
e
n
Z
wangshand
lu
n
g
e
n
würden auch ausgelöst, wenn der Beschwerdeführer die Wäsche selber
erledige (S. 1 Mitte). Es sei wissenschaftlich anerkannt, das
s
bei Zwangsstörungen rituelle Zwangsabläufe durch bestimmte Handlungen ausgelöst würden und durch andere nicht (S. 1 unten, S. 2 oben). Bei Bankangelegenheiten bestehe beim Beschwerdeführer eine zwanghafte und irrationale Angst vor Fehlern
,
und er sei durch Zwangsgedanken derart blockiert, dass er nicht handeln könne (S. 2 oben).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer ist volljährig und lebt unstrittig ausserhalb eines Heimes. Ausserdem ist er in seiner psychischen Gesundheit beeinträchtigt, weshalb ihm auch eine ganze Rente zugesprochen
(vgl. vorstehend E. 3.2.1-3.2.6
)
und
im Rah
men
eines Revisionsverfahrens im Jahr 2017 ein unveränderter Rentenanspruch bestätigt wurde (vgl. vorstehend E. 3.3.1-3)
.
Hinsichtlich der im vorliegenden Verfahren strittigen Frage der Notwendigkeit lebenspraktischer Begleitung gelangte die Abklärungsperson
anlässlich
der im Dezember 2020
durchgeführten Abklärung vor Ort zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zwar gewisser Hilfen Bedarf, um selbständig wohnen zu können,
der anrechenbare Zeitaufwand jedoch unter den erforderlichen zwei Stunden pro Woche li
ege (vgl. vorstehend E. 4.2.2).
5.2
Gestützt auf die Ausführungen im Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020 (vorstehend E. 4.2.1-2) kann es – entgegen den Ausführungen des Beschwerde
führers in der Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
vom
24. September
2020 (
vorstehend E.
4.1) -
als ausgewiesen gelten, dass der Beschwer
deführer nicht auf Begleitung angewi
e
sen ist für
ausserhäusliche
Verrichtungen und Kontakte
,
und dass er
auch nicht ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren. Dies wurde beschwerdeweise auch nicht geltend gemacht.
Strittig und zu prüfen ist einzig,
in welchem zeitlichen Umfang die v
on der Beschwerdegegnerin
gestützt auf den Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020
im Grundsatz anerkannte
Notwendigkeit einer
Dritth
ilfe zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens angerechnet werden kann.
5.3
5.3.1
Der Beschwerdeführer
machte vorab geltend, die durchgeführten Abklärungen seien nicht wie
in
Rz
8142
KS
I
H vorgeschrieben erfolgt
und bemängelte in diesem Zusammenhang insbesondere das Fehlen medizinische
r
Abklärungen.
5.3.2
In
Rz
8142 KSIH ist umschrieben, wie bei der Abklärung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
bei psychisch behinderten Menschen, die lebensprak
tische Begleitung benötigen, vorzugehen ist.
Demgemäss hat die IV-Stelle einen Bericht des behandelnden Arztes/der behandelnden Ärztin (medizinische Diag
nose) sowie gegebenenfalls Berichte von mit der versicherten Person befassten spezialisierten Diensten einzuholen, eine systematische Abklärung an Ort und Stelle durchzuführen und eine in geeigneter Form zu erstattende Stellungnahme des RAD zu den Angaben im Abklärungsbericht einzuholen.
5.3.3
Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin nach Eingang der Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
vom 24. September 2020 (vorstehend E. 4.1)
keinen aktuellen Bericht des behandelnden Psychiaters eingeholt hat.
In der Anmeldung hatte
der Beschwerdeführer hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigung
indes
angegeben
, es handle sich um die der Beschwerdegegnerin
(bereits)
bekannten, seit etwa dem Jahr 2011 bestehenden Beeinträchtigungen.
Die von ihm explizit erwähnten Diagnosen (Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen) waren denn auch bereits bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2012 bekannt und in den medizinischen Berichten dokumentiert (vgl. vorstehend E
. 3.2.2-6
).
Soweit der Beschwerdeführer die Notwendigkeit von Hilfeleistungen seit Juli 2011 geltend machte, ergibt sich aus den medizinischen Akten, dass sich
sein
Gesund
heitszustand Ende 2011 v
erschlechtert hatte, weshalb er am 24. Februar 2012 für einen dreiwöchigen Aufenthalt in die Privatklinik
Z._
eintrat. Im
diese
Hospitalisation
betreffenden
Bericht vom
9. März 2012 (vorstehend E. 3.2.4)
w
urde
unter anderem erwähnt, der Beschwerdeführer leide an Waschzwängen, welche in der trockenen Winterzeit zu Blutungen an den H
andrücken geführt hätten
, und er habe den Zwang, sich mit Pinzetten und
Subkutannadeln
am S
kro
tum selbst zu verletz
en. Nachdem
es ab Klinikeintritt
zu einer Besserung der Zwangssymptomatik gekommen war, beendete der Beschwerdeführer den Auf
enthalt am 7. März 2012 vorz
eitig
.
Der zum damaligen Zeitpunkt behandelnde Psychiater Dr.
D._
berichtete am
30.
Mai 2012 (vorstehend E. 3.2.5)
von einer bestehenden Zwangssymptomatik mit zeitraubenden Kontrollhandlungen
, dass der Beschwerdeführer etwa Angst habe
vor Feuer und davor
, andere zu infizieren, und dass er auch magische Rituale durchführe.
Dass der Beschwerdeführer zur A
lltagsbewältigung
m
assgeblich
auf die Hilfe
leistungen
Dritter angewiesen wäre, erwähnte Dr.
D._
nicht.
Anlässlich des Revisionsverfahrens im Jahr 2017
hielt
Dr.
D._
im Bericht vom
3.
Januar 2017 (vorstehend E. 3.3.3)
eine leichte
Verbesserung der im Bericht vom 30. Mai 2012 beschriebenen S
ymptomatik
fest
, dies, nachdem er bereits im Dezember 2015 bei weiterhin beschriebenen Wasch- und schweren Kontroll
zwängen sowie magischen zwanghaften Ritualen von therapeutisch erzielten kleineren Fortschritten berichtet hatte (vorstehend E. 3.3.2).
Er diagnostizierte unverändert eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften und
dependenten
Zügen (ICD-10 F61) und Zwangsstörungen, Zwangsgedanken und –
handlungen
gemischt (ICD-10 F42.2; Urk. 9/230 Ziff. 1.2).
Zwar nahm Dr.
D._
nicht explizit Stellung zur Frage, ob beim Beschwerde
führer ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung in Form von Dritthilfe zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens besteht. Er äusserte sich aber immerhin dahingehend, dass
weder ein Bedarf auf Hilfe von Dritten zur Erledigung der alltägl
ichen Lebensverrichtungen bestehe noch
Hilfe bei
der A
lltag
sstruktu
rierung nötig sei, und
im Zusammenhang mit der Zwangssymptomatik
e
inzig für Putzarbeiten
ein Bedarf an Dritthilfe durch die
Spitex
bestehe,
di
es seit etwa sechs Monaten
.
Dass die Beschwerdegegnerin vor dem Hintergrund dieser Aktenlage mit seit Jahren unveränderten Diagnosen davon absah, einen aktuellen Arztbericht ein
zuholen,
ist
vertretbar, zumal
der Beschwerdeführer keine Verschlechterung des Gesundheitszustands
geltend machte und
der Abklärungsperson
anlässlich der am 2. Dezember 2020 durchgeführten Abklärung
vor Ort
die
mediz
i
nischen Diagnosen
(vgl. Formulierung in
Rz
8142 KSIH)
bekannt ware
n (vgl. Urk. 9/239 S. 1 unten). D
urch die
medizinische A
ktenlage
nicht belegt ist sodann, dass bereits seit dem Jahr 2011 ein Bedarf an
Hilfeleistungen
bestanden haben soll. Dagegen sprechen nicht zuletzt die
Ausführungen des
behandelnden Psychiaters Dr.
D._
im Bericht vom 3. Januar 2017
(vorstehend E. 3.3.3)
.
I
m Ü
brigen
ist
mit der Stel
lungnahme von Dr.
F._
vom 15.
September 2021 (vorstehend E. 4.4) nunmehr ein Bericht des behandelnden Psychiaters aktenkundig und hat am
17. Juni 2021 die RAD-Ärztin Dr.
E._
Stellung genommen
zum Abklärungsbericht
(vorstehend E. 4.3), womit dem in
Rz
8142
KSIH
vorgesehenen Vorgehen grund
sätzlich Genüge getan ist.
5.4
5.4.1
Der Abklärungsbericht vom 8. Dezember 2020 (vorstehend E. 4.2.1)
wurde,
soweit ersichtlich
,
von einer qualifizierten Fachperson erstellt. Sie besuchte den Beschwerdeführer in seiner Wohnung und erhielt damit Kenntnis von den örtli
chen und räumlichen Verhältnissen. Der Abklärungsperson waren
zudem
die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführer
s bekannt. N
ebst den
ausführlichen
Schilderungen des Beschwerdeführers
, welche sich im Wesentli
chen mit seinen Ausführungen im Beiblatt zur Anmeldung zum Bezug einer
Hilf
losenentschädigung
(vorstehend E. 4.1) decken,
fanden
auch die Angaben seiner Mutter
Eingang in den Bericht
. Hinsichtlich des tatbestandsmässigen Erforder
nisses der vorliegend strittigen lebenspraktischen Begleitung erweist sich der Bericht
sodann
als ausführlich begründet und detailliert.
Die Abklärungsperson anerkannte, dass der Beschwerdeführer zur Ermöglichung des s
elbständig
en Wohnens
Hilfe bei der Haushaltsführung,
konkret
bei der
Woh
nungsr
einigung, der Wäsche und der Ernährung, b
raucht
, und dass überdies im Bereich Alltagsbewältigung und Administration gewiss
e
Hilfeleistungen erfor
derlich sind. Für die Wohnungsreinigung rechnete sie 30 Minuten, für die Wäsche und die Ernährung je 15 Minuten und für die Alltagsbewältigung und Administ
ration ebenfalls 15 Minuten pro Woche an
(vgl. vorstehend E. 4.2.2)
.
5.4.2
Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass die im Abklärungsbericht ange
rechneten Zeitwerte, welche gemäss
den Ausführungen der
Abklärungsperson auf Erfahrungswerten zur Deckung des Grundbedarfes eines Einpersone
n
haushalts beruhen
und
für welche
ihren Angaben zufolge
keine T
abellen existier
en (vgl. Urk.
9/251),
nicht ohne weiteres
nachvollzogen werden können.
Zu beachten ist indes, dass e
in Anspruch auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV nur
hat
, wer ohne H
ilfe schwer verwahrlosen wü
rde und
/oder in ein
Heim oder eine Klinik eingewiesen werden müsste. Zu berücksichtigen sind
demnach nicht die tatsächlich erbrachten
Hilfeleistungen, sondern
diejenigen, die notwen
dig erscheinen, um eine schwere Verwahrlosung und/oder e
ine Heimeinweisung zu verhindern
(vgl. vorstehend E.
1.4).
Dies hat nicht nur für
die
Hilfeleistung an sich, sondern auch hinsichtlich des dafür zu berücksichtigenden Zeitaufwands zu gelten,
sodass diesem zwangsläufig ein
gewisse
s Ermessen
immanent ist. Die vom Beschwerdeführer angeführten Werte der SAKE (vgl. Urk. 9/247) können daher mit der Beschwerdegegnerin
nicht
als
Grundlage
zur Ermittlung des
zeitli
chen Bedarfs an D
ritthilfe herangezogen werden.
Für die Wohnungsreinigung kann entgegen der Auffassung des Beschwerde
führers (vgl. Urk. 1 S. 7 Ziff. 28) nicht der Zeitaufwand angerechnet werden, der gemeinhin für Reinigungsarbeiten benötigt und im Falle des Beschwerdeführers von der Spitex effektiv geleistet wird (vgl. Urk. 13/12 S. 2)
.
Anrechenbar ist lediglich die Dritthilfe, die zur S
icher
stellung einer minimalen
Wohnungspflege
notwendig ist
(vgl. vorstehend E. 1.4). U
nter dem Gesichtspunkt einer Verwahr
losung evaluiert
ist
beispielsweise nicht erforderlich, dass alle zwei Wochen der Kühlschrank
und der Backofen
gereinigt werden
(vgl. vorstehend E. 4.1
)
, zumal Letzterer
gemäss Angaben des Beschwerdeführers
nur sporadisch von Gästen be
nutzt wird (vgl. Urk. 9/239 S. 4 oben)
.
Nicht berücksichtigt werden können auch Reinigungsaufwendungen im Zusammenhang mit der
Haltung
der
Katze, da dies
e
nicht
die
minimale G
rundversorgung beschlagen
.
Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer gemäss den Fest
st
ellungen der Abklärungsperson keinerlei Reinigungsarbeiten durchfüh
ren kann, erscheint der von ihr
anger
e
chnete
Ze
i
t
aufwand von 30 Minuten
pro Woche
zwar
eher knapp bemessen
, für einen Ein
personenhaushalt aber
dennoch
als ausreichend, um einer
schweren
V
erwahrlo
sung
beziehungsweise Heimeinweisung
vorzubeugen. D
ies nicht zuletz
t mit Blick darauf, dass d
er Beschwerdeführer nicht
selber
kocht und damit
auch
die K
üche nicht stark verschmutzt.
Abgesehen davon sei an dieser Stelle angemerkt, dass
sich
Dr.
F._
in seiner Stellungnahme vom 15. September 2021 (vorstehend E. 4.4) nicht zu der
von
RAD-Ärztin
Dr.
E._
angeführte
n
Widersprüchlichkeit
äusserte
, wonach es für Personen mit Verschmutzungsängsten äusserst unge
wöhnlich sei, dass diese die Wohnung von Fremdpersonen reinigen l
iess
e
n
(vgl. vorstehend E. 4.3)
.
Auch hinsichtlich der Erledigung der Wäsche muss die Dritthilfe das selbständige Wohnen ermöglichen. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage ist, die Wäsche zusammenzulegen oder in den Schrank zu räumen, führt nicht dazu, dass er ohne D
ritthilfe
für diese
Tätigkeiten
verwahrlosen
würde
oder in ein Heim eingewiesen werden müsste
. Der von der Abklärungsperson für
die Erledi
gung der Wäsche
des alleinstehenden Beschwerdeführers
angerechnete Zeitauf
wand von 15 Minuten
pro Woche
erscheint u
nter dem Gesichtspunkt einer Ve
r
wahrlosung evalu
i
ert als angemessen.
Hinsichtlich der Ernährung ist dem Beschwerdeführer beizupflichten ist, dass zu einer ausgeglichenen und adäquaten Ernährung grundsätzlich auch eine warme Mahlzeit pro Tag gehört (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. 33).
Da im Bereich der lebensprak
tischen Begleitung aber auch die Ernährung unter dem Gesichtspunkt einer Verwahrlosung zu evaluieren ist, gilt es zu berücksichtigen, dass
der Beschwer
deführer
in der Lage ist, sich
kalte
Speisen zu
zubereiten.
Anlässlich der Abklärung vor Ort gab
er
zudem
an
, dass sein
e Gäste ab und zu Essen mitbrächten
und dieses dann bei ihm zu Hause wärm
t
e
n
(Urk. 9/239 S. 4 oben).
S
o gesehen sind die bei den Eltern eingenommen Mahlzeiten nicht oder jedenfalls nicht im geltend gemachten Umfang erforderlich, um eine schwere Verwahrlosung zu verhindern.
Dass die Abklärungsperson für die Ernährung einen Zeitaufwand von (lediglich) 15 Minuten anrechnete, kann vor diesem Hintergrund nicht als klare Fehlein
schätzung gewertet werden
.
Was schliesslich den Bereich Alltagsbewältigung/Administration anbelan
gt, so
legte die Abklärungsperson nachvollziehbar begründet dar, dass die
vom Beschwerdeführer mit der Mutter und dem Bruder geführten (Telefon-) Gespräche rein informeller Natur sind. Aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers zum Inhalt der Gespräche ist
denn auch
nicht erkennbar, dass diese das Ziel verfolgen, eine Verwahrlosung
oder Heimeinweisung
des Beschwerdeführers
zu verhindern.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist nicht zu erwarten, dass die
Einholung eines ärztlichen Berichts zur Frage des Umfangs der täglich notwendigen Unterstützung und Beratung
massgebliche neue
Erkennt
nisse
bringt.
D
ie Erhebungen der Abklärungsperson vor Ort erweisen sich diesbe
züglich als geeignete
Entscheidgrundlage
.
Im Übrigen geht aus dem Abklärungs
bericht hervor, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist, alleine einzukaufen, sowohl Lebensmittel als auch Kleider, dass er seine Post selber sortiert und auch die Termine beim Psychiater selber vereinbart
und zuverlässig wahrnimmt.
Als berechtigt erweist sich sodann der Einwand der
RAD-Ärztin
Dr.
E._
,
wonach
mit Blick auf
die vom Beschwerdeführer beklagten Einschränkungen
nicht nach
vollziehbar
ist, weshalb er Bankangelegenheiten nicht selbständig erledigen können soll
(vgl. vorstehend E. 4.3)
. Die Ursache hierfür scheint
denn auch
weniger in der gesundheitlichen S
it
u
a
tion des Beschwerdeführers
als
vielmehr im Umstand begründet, dass die Mutter des Beschwerdeführers sich schon seit über 20 Jahren um die Zahlungen
und das
Budget
des Beschwerdeführers
kümmert,
w
eshalb dieser
– wie er in der Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenent
sc
h
ädigung
selber angab
(vgl. vorstehend E. 4.1)
–
diesbezüglich
überfordert und komplett aus der Übung ist.
Vor diesem Hintergrund ers
cheint der von der Abklärungsperson für den Bereich Alltagsbewältigung/Administration berück
sichtigte Zeitaufwand von 15 Minuten
pro Woche
als angemessen.
5.4.3
Nach dem Gesagten
erweisen sich die
von der Abklärungsperson
angerechneten Zeitwer
te als plausibel
. K
lare
Fe
hleinschätzungen
sind nicht feststellbar.
Daher besteht
für das Gericht keine Veranlassung, in d
as
Ermessen
der Abklärungs
person
einzugreifen
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
Da sich der ermittelte Zeitaufwand insgesamt auf weniger als zwei Stunden pro Woche beläuft, ist die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung im Si
n
ne von Art. 42 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 IVV nicht ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat daher den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Hilflosenentschädigung
für lebenspraktische Begleitung zu Recht verneint.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
9
00.
--
festzusetzen und au
s
gangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.