# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3896707e-294b-426b-8618-d245c31ae8f2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Schreiben vom _ 2015 reichte X._ eine Strafanzeige gegen Y._, Z._, A._, B._ und C._ ein. Zur Begründung machte er geltend, dass Y._ ihn am _ 2015, zwischen 12.00 Uhr und 12.15 Uhr, am _weg 16 in O._ fotografiert habe, als er seinen Garten bewässert habe. Als er Y._ ebenfalls gefilmt habe, sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, in deren Folge er zu Boden geworfen worden sei. Dadurch sei die Spritzdüse des Gartenschlauchs kaputt gegangen. In der Folge habe Y._ ihm mit den Knien gegen seinen Rippenbereich gedrückt. Auf dem beigelegten Arztbericht des Kantonsspitals Graubünden seien die verursachten Körperverletzungen dokumentiert. Y._ und Z._ hätten zudem an der Filmkamera von X._ gezogen, so dass diese kaputt gegangen sei.
B. Mit Verfügung vom 3. November 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) gemäss Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen Y._ wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB etc. Ebenfalls mit Verfügung vom 3. November 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen Z._ wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB.
C. Y._ und Z._ machten in den polizeilichen Einvernahmen vom 16. März 2016 vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und reichten dafür ein Schreiben sowie eine CD mit zwei Filmen ein. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. Juni 2016 führte Y._ aus, dass am Tattag die Schwägerin von Z._ zu ihnen auf Besuch gekommen sei. Sie habe ihn angerufen und gesagt, dass X._ die Strasse versperre und sie mit dem Auto deshalb nicht bis vor das Haus fahren könne. Er habe dann die Kamera genommen und sei rausgegangen. Er habe jeglichen Kontakt mit X._ vermeiden und nur das Geschehen festhalten wollen. X._ sei neben dem Auto gestanden und habe den Boden mit Wasser bewässert. Mit der rechten Hand habe er die Kamera gehalten und gefilmt. Als er sich wieder auf den Rückweg in Richtung seines Hauses gemacht habe, habe X._ mit dem Wasserschlauch nicht mehr auf die Hecken, sondern auf seine Hand gespritzt. Er habe sich durch das Verhalten von X._ provoziert gefühlt und ihm seine Kamera wegnehmen wollen. Irgendwann sei Z._ hinzugekommen und sie beide hätten versucht, X._ die Kamera wegzunehmen. Als sie ihm die Kamera weggenommen hätten, habe X._ ihm die Faust aufs rechte Auge geschlagen. Daraufhin habe
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er X._ einen Schupf gegeben, so dass dieser hingefallen sei. Er habe ihm sicher nicht extra auf die Rippen gedrückt. Als er dann zu seinem Haus gegangen sei, sei D._ wie eine Furie dahergekommen und habe die Filmkamera zurückverlangt. Die Schwägerin habe D._ die Filmkamera herausgegeben. Als er ihr die Kamera wieder habe wegnehmen wollen, habe D._ ihm eine Ohrfeige gegeben. Er habe sich dagegen gewehrt, indem er sie gehalten habe. Dann sei X._ mit einem langen Stock gekommen, was sehr bedrohlich gewirkt habe. Zum Glück habe sich das Ganze dann aufgelöst und X._ habe den Stock nicht benutzt.
D. Am 14. Juli 2016 teilte die Staatsanwaltschaft den Parteien mit, dass die Strafuntersuchung wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB etc. und Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB abgeschlossen sei. Auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse werde eine Einstellungsverfügung gemäss Art. 319 ff. StPO in Aussicht gestellt. Allfällige Beweisanträge seien innert einer Frist von zehn Tagen seit Erhalt dieser Mitteilung geltend zu machen.
E. Mit Schreiben vom 26. Juli 2016 reichten D._ und X._ zwei CD's mit Videoaufnahmen vom Vorfall vom _ 2015 ein. Im selben Schreiben stellten sie den Antrag, den von B._ am _ 2015 gemachten Film während der gesamten Zeit ab Angriff bis zum Schlussgespräch mit B._ als Beweismittel einzuholen. Am 4. August 2017 teilte die Staatsanwaltschaft D._ und X._ mit, dass die eingereichten Videoaufnahmen zu den Akten genommen würden. Der Antrag, den von B._ gemachten Film vom _ 2016 einzuholen, wurde abgelehnt. In der polizeilichen Einvernahme vom 16. März 2016 habe B._ verneint, den Vorfall vom 15. Juli 2015 gefilmt zu haben.
F. Mit Einstellungsverfügung vom 9. August 2016, mitgeteilt am 10. August 2016, erkannte die Staatsanwaltschaft wie folgt:
1. a) Das Strafverfahren gegen Y._ wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB, Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater StGB, mehrfacher Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB wird eingestellt.
b) Das Strafverfahren gegen Z._ wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird eingestellt.
2. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton.
3. Eine Entschädigung wird nicht zugesprochen.
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G. Gegen diese Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 9. August 2016 erhob X._ am 14. August 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden. Zur Begründung führte er unter anderem aus, dass er an seiner Darstellung in seiner eingereichten Straf- und Schadenersatzklage vom 17. Juli 2015 und an der Erklärung zum Beweismittelantrag vom 26. Juli 2016 vollumfänglich festhalte. Die Einstellungsverfügung enthalte viele Ungereimtheiten und falsche Darstellungen, welche es zu korrigieren gelte. Die Staatsanwaltschaft gehe fälschlicherweise davon aus, dass der Angriff, das Filmen etc. auf dem _weg, einer Gemeindestrasse, geschehen sei. Y._ sei aber auf seinem privaten Grund und Boden auf ihn losgegangen. Das zeige sein Video ganz klar. Er habe Y._ auch nicht mit der Faust auf das Auge geschlagen, da er den Wasserschlauch in der linken Hand und die Videokamera in der rechten Hand gehalten habe. Somit sei es ihm unmöglich gewesen, Y._ auf das Auge zu schlagen. Als er auf dem Boden liegend am Körper traktiert worden sei, sei noch Z._ hinzugekommen und habe an seinem Arm und an der Kamera gerissen. Die Staatsanwaltschaft habe keinen Versuch gemacht, der in der Strafklage beantragten Beweissicherung nachzukommen und den ganzen Film bei B._ einzuholen.
H. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. August 2016 unter Hinweis auf die Akten und die angefochtene Verfügung die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
I. Auf die weiteren Ausführungen und die Begründung in der angefochtenen Einstellungsverfügung sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Behandlung der Beschwerde fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.110)].
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1.2. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides bzw. der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Mit Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), als auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Ferner kann die Rüge der Unangemessenheit (lit. c) erhoben werden.
1.3. Zur Beschwerde legitimiert sind entgegen dem Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO nicht nur die Parteien, sondern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 StPO, soweit sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert sind (Art. 382 Abs. 1 StPO). Parteien sind im Haupt- und Rechtsmittelverfahren neben der Staatsanwaltschaft der Beschuldigte sowie der Privatkläger (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger gilt der Geschädigte, der ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen, wobei der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). Eine Beschwer, das heisst ein rechtlich geschütztes Interesse, ist nur dann zu bejahen, wenn die Beschwerdeführerin selbst in ihren eigenen Rechten unmittelbar und direkt betroffen ist (vgl. zum Ganzen PKG 2013 Nr. 19; Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N. 4 zu Art. 382 StPO [zit. Basler Kommentar StPO]; Rolf Grädel/Matthias Heiniger, in: Basler Kommentar StPO, a.a.O., N. 6 zu Art. 322 StPO; Nathan Landshut, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N. 9 zu Art. 322 StPO). Der Beschwerdeführer hat vorliegend Strafantrag wegen Tätlichkeiten etc. erhoben und sich sodann als Privatkläger sowohl im Zivil- als auch im Strafpunkt konstituiert (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 4.1 und 4.7). Der Beschwerdeführer ist somit zur Beschwerde legitimiert.
2.1. Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde zu begründen. Sie hat sich insbesondere darüber zu äussern, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). In der Begründung ist schlüssig zu behaupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist. Die Anforderungen an die Beschwerdebegründung dürfen nicht überspannt werden,
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doch hat sich die Begründung zumindest in minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Verfahrenshandlung auseinanderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N. 392 mit Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 1.3). Daran mangelt es beispielsweise, wenn die Richtigkeit der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur pauschal bestritten wird. In der Beschwerdeschrift muss die beschwerdeführende Partei sodann bedingungslos und deutlich zum Ausdruck bringen, dass sie die in Frage stehende hoheitliche Verfahrenshandlung anfechten will (sog. Beschwerdewille). Eine Erklärung, aus der lediglich abzuleiten ist, dass der Betroffene mit dem Entscheid nicht zufrieden ist oder er diesen kritisiert, genügt somit nicht. Nicht erforderlich ist hingegen, dass die Erklärung ausdrücklich formuliert wird. Der Beschwerdewille kann auch aus Sinn und Gehalt der Beschwerdeschrift hervorgehen (vgl. zum Ganzen Patrick Guidon, in: Basler Kommentar StPO, a.a.O., N. 9a zu Art. 396 StPO).
2.2. Die Beschwerde vom 14. August 2016 (vgl. act. A.1) genügt den Begründungsanforderungen zu grossen Teilen nicht. In diversen Punkten begnügt sich der Beschwerdeführer auf eine Wiederholung seiner Ausführungen vor der Vor-instanz, ohne auf die entsprechenden Erwägungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft einzugehen. Dies genügt den Begründungsanforderungen ebenso wenig wie der pauschale Verweis auf die Ausführungen in der Strafanzeige. Im Detail wird bei der Behandlung der einzelnen Rügen darauf einzugehen sein.

## Considerations