# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6b12a942-23a6-4778-b50e-1eee3cf458f4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Entscheid Verwaltungsgericht, 24.03.2015 Steuerrecht. Art. 199 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Art. 151 Abs. 1 DBG (SR 642.11).Frage des Vorliegens einer dem Steueramt zuvor nicht bekannten (neuen) Tatsache als Voraussetzung für die Nachsteuererhebung. Nachträglich bekannt gewordene UVG-Rentenleistungen stellen insofern eine neue Tatsache dar, als Unstimmigkeiten hinsichtlich der Finanzierbarkeit des allgemeinen Lebensbedarfs aus den Angaben in der Steuererklärung nicht ohne Weiteres ersichtlich waren. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass das Unterlassen jeglicher Abklärungen angesichts des unvollständigen Sachverhalts eine grobe Missachtung der Untersuchungspflicht dargestellt habe, welche den Kausalzusammenhang zwischen der ungenügenden Deklaration und der ungenügenden Veranlagung unterbrochen habe, erwies sich mit Bezug auf einen Teil der in Frage stehenden Steuerperioden als nicht begründet (Verwaltungsgericht, B 2013/264 und B 2013/265).
Entscheid vom 24. März 2015
Besetzung
Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Bietenharder; Ersatzrichter Somm;
Gerichtsschreiber Schmid
Verfahrensbeteiligte
Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,
Beschwerdeführer,
gegen
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Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St.
Gallen, Vorinstanz,
X.Y.,
Beschwerdegegner,
Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer,
Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Beschwerdebeteiligte,
Gegenstand
Nachsteuern (Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2001
bis 2008)
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. lebte in den Jahren 2001 bis 2008 mit seiner damaligen Ehefrau A.Y. und den
beiden Söhnen (geb. 1986 und 1988) in Q. In den Steuererklärungen der Jahre 2001 bis
2007 deklarierte das Ehepaar bei den Einkünften jeweils die IV-Renten der
Ausgleichskasse des Schweizerischen Baumeisterverbandes sowie jene der
Liechtensteinischen Invalidenversicherung. Aufgrund der Nichteinreichung der
Steuererklärung wurden die Steuerpflichtigen im Jahr 2008 ermessensweise veranlagt.
Die Veranlagungen 2001 bis 2008 erwuchsen in Rechtskraft (act. G 5/7 I-IIX). Am
17. September 2009 erhielt das kantonale Steueramt eine Rentenmeldung der
Eidgenössischen Steuerverwaltung, wonach X.Y. seit 1. Oktober 1997 eine UVG-Rente
der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend UVG-Rente) beziehe (act. G
5/7 IX/28). Ferner ergab sich bei der Veranlagung für die Steuerperiode 2009, dass A.Y.
im Jahr 2008 Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 9'017.-- erzielt
hatte, in der Ermessensveranlagung jedoch lediglich solche von Fr. 6'000.-- erfasst
worden waren (act. G 5/7 IX/26). Nach Einleitung eines Nachsteuerverfahrens gegen
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X.Y. und A.Y. wegen nicht deklarierter Einkünfte (act. G 5/7 IX/25) stellte das kantonale
Steueramt den Steuerpflichtigen mit Schreiben vom 3. Januar 2012
nachsteuerpflichtige Einkommen von Fr. 22'700.-- (je für 2001, 2003 und 2004), Fr.
22'200.-- (für 2002), Fr. 23'000.-- (je für 2005 und 2006), Fr. 34'100.-- (für 2007) und Fr.
40'800.-- (für 2008) in Aussicht (act. G 5/7 IX/15).
b. Mit Nachsteuerverfügungen vom 24. Februar 2012 wurden X.Y. und A.Y. für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2001 bis 2008 mit einer Nachsteuer von Fr. 43'783.75
(einschliesslich Zins) und für die direkte Bundessteuer 2001 bis 2008 mit einer solchen
von Fr. 5'502.40 (einschliesslich Zins) veranlagt (act. G 5/7 IX/11). Die hiergegen
erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 4. Januar 2013
ab (act. G 5/7 IX/3). Den gegen diesen Einspracheentscheid erhobenen Rekurs
(Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. die Beschwerde (direkte Bundessteuer) hiess
die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 26.
November 2013 teilweise gut und wies die Streitsachen zu neuer Veranlagung der
Nachsteuer (Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer der Jahre
2002 bis 2006) an das kantonale Steueramt zurück (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das kantonale Steueramt mit Eingabe vom 23.
Dezember 2013 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und der
Einspracheentscheid vom 4. Januar sei zu bestätigen (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 8. Januar 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung

## Considerations

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids und machte ergänzende Ausführungen (act. G 4). Der Beschwerdegegner
und die Beschwerdebeteiligte verzichteten stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Von der ihm eingeräumten Möglichkeit zur Replik machte der Beschwerdeführer keinen
Gebrauch (act. G 7).
c. Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird,
soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Veranlagung des Erwerbs- und Renteneinkommens und zur Erhebung von
Nachsteuern vereinheitlicht sind, erledigte die Vorinstanz den Rekurs betreffend die
Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte
Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten
Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die
Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3).
Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen
Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer
ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingabe vom 23. Dezember 2013 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung
mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; der
Beschwerdeführer kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung
oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz den Einspracheentscheid vom 4. Januar 2013
und die ihm zugrunde liegenden Nachsteuerverfügungen vom 24. Februar 2012 zu
Recht aufhob, die Berechtigung zur Erhebung einer Nachsteuer für die Jahre 2001,
2007 und 2008 verneinte und die Angelegenheit zu neuer Veranlagung der Nachsteuer
(direkte Bundessteuer sowie Kantons- und Gemeindesteuern der Jahre 2002 bis 2006)
an den Beschwerdeführer zurückwies. - Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder
Beweismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, dass eine Veranlagung zu
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Unrecht unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, oder ist
eine unterbliebene oder unvollständige Veranlagung auf ein Verbrechen oder Vergehen
gegen die Steuerbehörde zurückzuführen, so wird die nicht erhobene Steuer samt Zins
als Nachsteuer eingefordert (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151 Abs. 1 DBG). In Art. 53 StHG
ist der Tatbestand der Nachsteuer in gleicher Weise geregelt. Als nicht bekannt im Sinn
der gesetzlichen Tatbestände gelten Tatsachen und Beweismittel, die zum Zeitpunkt
der Veranlagung bereits bestanden haben, aber während des ordentlichen
Veranlagungsverfahrens oder eines allenfalls sich daran anschliessenden
Rechtsmittelverfahrens nicht aktenkundig waren, d.h. also erst nach der rechtskräftigen
Veranlagung eines Steuerpflichtigen zum Vorschein gekommen sind (vgl. Zigerlig/
Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. A. 2014, VII./Rz. 110 mit Hinweisen;
Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl., Bern 2001, S. 985 f.; VerwGE B
2010/230 vom 26. Januar 2011, E. 4). Für die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens
unerheblich ist, ob den Steuerpflichtigen an der unvollständigen oder unterbliebenen
Veranlagung ein Verschulden trifft (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, N 3, 19 zu Art. 151). Praxisgemäss
darf sich die Behörde grundsätzlich darauf verlassen, dass die Steuererklärung richtig
und vollständig ist. Allerdings liegen "neue Tatsachen", die ein Nachsteuerverfahren
rechtfertigen, nach der Rechtsprechung dann nicht mehr vor, wenn die Steuerbehörde
ihre Untersuchungspflicht im ordentlichen Veranlagungsverfahren verletzt hat. Die
Praxis nimmt eine Pflicht der Veranlagungsbehörde, ergänzende Abklärungen schon im
ordentlichen Veranlagungsverfahren vorzunehmen, üblicherweise dann an, wenn die
Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Es braucht
also eine in die Augen springende Falschdeklaration seitens der Pflichtigen, welche die
Behörde bei gehöriger Sorgfalt schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren zu
zusätzlichen Abklärungen hätte veranlassen müssen. Dagegen wird die behördliche
Untersuchungspflicht solange nicht verletzt, als eine Unstimmigkeit aus den Angaben
des Pflichtigen in der Steuererklärung nicht ohne Weiteres ersichtlich ist oder wenn die
Behörde wohl hätte Verdacht schöpfen können, ohne dass das aber zwingend
gewesen wäre (vgl. BGer 2C_807/2011 vom 9. Juli 2012, E. 2.6.1 f.).
2.2. Nach Lage der Akten wurden die vom Beschwerdegegner in den Jahren 2001
bis 2008 bezogenen UVG-Renten (act. G 5/7 IX/16) auf ein auf seinen Namen lautendes
Bankkonto bei einer Bank in Liechtenstein überwiesen, wobei er jeweils auch
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entsprechende Verfügungen sowie die jährlichen Steuerbescheinigungen erhielt (act. G
5/14, G 5/15 1-14). Diese Leistungen wurden in den Steuererklärungen 2001 bis 2007
nicht deklariert; sie bildeten auch nicht Bestandteil der Ermessensveranlagung 2008
(act. G 5/7 I-IIX). Aufgrund des vom Beschwerdeführer angeforderten Auszugs aus dem
individuellen Konto der geschiedenen Frau des Beschwerdegegners ergaben sich im
Weiteren für das Jahr 2008 nicht vollständig versteuerte Einkünfte aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit (act. G 5/7 IX/21).
2.3.
2.3.1. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter Berücksichtigung der in
der Steuererklärung 2001b (act. G 5/7 I/1-6) deklarierten Einkünfte (Renten von
Fr. 52'668.--, Verlust aus der im Nebenerwerb betriebenen Landwirtschaft von Fr.
13'126.--) und Aufwendungen (Krankenversicherungsprämien netto von Fr. 4'191.--,
selbst bezahlte Krankheitskosten von Fr. 1'723.65) zum Schluss, für den
Lebensunterhalt seien Fr. 33'628.-- pro Jahr bzw. Fr. 2'802.-- pro Monat verblieben.
Nachdem bereits der Grundbetrag des betreibungsrechtlichen Existenzminimums für
die vierköpfige Familie damals Fr. 2'600.-- pro Monat betragen habe (Kreisschreiben
über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93
SchKG vom November 2000, ABl 2000, S. 2829 ff.), sei offensichtlich, dass die
deklarierten Einkünfte zur Bestreitung des Lebensunterhalts im Jahr 2001 nicht hätten
ausreichen können (Art. 38 StG). Für die Wohn- und Heizkosten seien nur gerade Fr.
200.-- übrig geblieben. Verfügbares Vermögen sei keines vorhanden gewesen. Der
Beschwerdegegner sei vom Beschwerdeführer nicht aufgefordert worden
nachzuweisen, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder aus Vermögen
bestritten worden sei. Der Beschwerdeführer habe damit bei der Veranlagung 2001
seine Untersuchungspflicht verletzt, weshalb das Vorhandensein weiterer Einkünfte in
diesem Jahr keine neue Tatsache im Sinn von Art. 199 StG und Art. 151 DBG darstelle.
Für die Steuerperiode 2001 könne folglich keine Nachsteuer erhoben werden (act. G 2
S. 7). Der Beschwerdeführer wendet ein, das Existenzminimum sei lediglich eine
Vergleichsgrösse, welche gerade bei knappen Einkommensverhältnissen diverser
Anpassungen bedürfe. Der Veranlagungsbeamte habe den Beschwerdegegner
(teilweise) als Selbstversorger betrachten dürfen. Vom Veranlagungsbeamten könne
nicht verlangt werden, dass er bei Vorliegen knapper finanzieller Verhältnisse jeweils
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das Existenzminimum des Steuerpflichtigen berechne. Gerade IV-Rentner würden
zudem oft weitere Einkünfte (z.B. Ergänzungsleistungen) erhalten. Im
Veranlagungsverfahren habe ohne Weiteres davon ausgegangen werden dürfen, dass
der Beschwerdegegner sämtliches Einkommen deklariert habe und die
Steuerdeklaration korrekt sei. Der Veranlagungsbeamte habe somit seine
Untersuchungspflicht nicht verletzt (act. G 4 S. 3 f.).
2.3.2. Vorweg ist - mit dem Beschwerdeführer - festzuhalten, dass keine Pflicht der
Steuerbehörde besteht, bei Steuerpflichtigen in knappen finanziellen Verhältnissen im
Veranlagungsverfahren in jedem Fall das Existenzminimum berechnen zu müssen;
solches wird allerdings im angefochtenen Entscheid auch nicht statuiert. Im Weiteren
trifft es zu, dass der Beschwerdegegner im Jahr 2001 nebenberuflich als Landwirt tätig
war (act. G 5/7 I/5), wodurch sich ein gewisser Selbstversorgungsanteil (vgl. act. G 4 S.
3 Mitte) ergeben haben dürfte. Der Beschwerdeführer qualifizierte diesen Nebenerwerb
als Hobby und liess den Betriebsverlust von rund Fr. 13'000.-- nicht zum Abzug zu (act.
G 5/7 I/5). Hierbei ist mit der Vorinstanz (act. G 4) darauf hinzuweisen, dass den vom
Beschwerdegegner bzw. vom Sozialamt (vgl. act. G 5/7 XII/2) aufgelisteten
Betriebsaufwänden tatsächlich angefallene Ausgaben (und kein rein buchhalterischer
Aufwand) zugrunde lagen. Nach den Feststellungen im angefochtenen Entscheid
verblieb der vierköpfigen Familie für den Lebensunterhalt im Jahr 2007 monatlich ein
Betrag von Fr. 2'802.--. Von diesem Betrag war vorab die Miete des Einfamilienhauses
von Fr. 2'000.-- monatlich (ohne NK; act. G 5/7 XII/2) zu begleichen. Mit den
verbleibenden Fr. 800.-- konnte der Grundbedarf, d.h. Heizkosten, Strom und Wasser,
Lebensmittel, Körperpflege, Kleider, Radio/TV/Telefon, Freizeitgestaltung (usw.) für vier
Personen - die beiden Söhne waren 13 und 15 Jahre alt - offensichtlich nicht finanziert
werden. Das Sozialamt wies denn auch anlässlich der Einreichung der Steuererklärung
2008 implizit darauf hin, dass die Hausmiete im Verhältnis zu den Einkünften zu hoch
sei (act. G 5/7 XII/2).
Eine andere Frage ist, ob der zuständige Steuer-Sachbearbeiter bzw. die
Veranlagungsbehörde diese Gegebenheiten auch mit zumutbarem Aufwand hätte
erkennen können bzw. müssen. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass
dem Steueramt bekannt war, dass sich das Sozialamt um die Familie des
Beschwerdeführers kümmerte und auch die Steuerklärungen ausfüllte;
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Steuerangelegenheiten wurden zwischen den beiden Amtsstellen besprochen (act. G
5/20). Unter diesen Umständen durfte die Veranlagungsbehörde davon ausgehen, dass
von Seiten des Sozialamtes - im Rahmen der Amtshilfe (Art. 163 Abs. 2 StG) - im Fall
von Unklarheiten hinsichtlich der Finanzierung des Lebensaufwandes des
Beschwerdeführers ein entsprechender Hinweis erfolgt wäre. Eine Pflicht, ergänzende
Abklärungen schon im ordentlichen Veranlagungsverfahren vorzunehmen, kann
angesichts dieser Gegebenheiten insofern nicht angenommen werden, als die
Steuererklärung 2001 keine offensichtlich zu Tage liegenden Fehler enthielt. Wohl
hätten bei genauerer Betrachtung der Verhältnisse Fragen hinsichtlich der Finanzierung
der Lebenshaltung auftauchen können. Jedoch ist hier die vom Beschwerdeführer
angeführte Tatsache des statistisch häufigen (nicht deklarierten) EL-Bezugs bei IV-
Rentnern in dem Sinn mit ein zu beziehen, als der Steuer-Sachbearbeiter unter den
konkreten Verhältnissen einen solchen EL-Bezug des Beschwerdegegners unterstellen
durfte. Hieran vermögen die tatsächlichen Verhältnisse, d.h. der Umstand, dass der
Beschwerdegegner während der streitigen Steuerperioden keine EL beziehen musste
(act. G 5/5 IIX/2 5. Absatz), nichts zu ändern. Von daher erscheint die vorinstanzliche
Schlussfolgerung, dass das Unterlassen jeglicher Abklärungen angesichts des
unvollständigen Sachverhalts eine grobe Missachtung der Untersuchungspflicht
dargestellt habe, welche den Kausalzusammenhang zwischen der ungenügenden
Deklaration und der ungenügenden Veranlagung unterbrochen habe (act. G 2 S. 7; G
4), nicht begründet. Im Sinn des vorinstanzlichen Entscheids zu befinden hiesse, die
Abklärungspflicht der Veranlagungsbehörde zu überspannen. Die nachträglich bekannt
gewordene Rentenausrichtung für 2001 ist daher als eine für die Nachsteuererhebung
vorausgesetzte neue Tatsache zu werten.
2.4.
2.4.1. Hinsichtlich der Steuerveranlagung 2007 (vgl. act. G 5/7 VII/1-6) führte die
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid aus, im betreffenden Jahr sei bei der
Liechtensteinischen AHV die Zusatzrente der Ehefrau weggefallen. Gleichzeitig seien
die Kinderrenten gesunken. Nach Abzug der Schuldzinsen (Fr. 3'075.--),
Versicherungsprämien (Fr. 8'445.-- netto; act. G 5/7 VII/4) und Krankheitskosten (Fr.
2'470.--) vom Renteneinkommen (Fr. 44'952.--) seien für den Lebensunterhalt Fr.
30'962.-- verblieben. Selbst unter Berücksichtigung der Lehrlingslöhne würden sich die
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deklarierten Einkünfte als offensichtlich zu gering erweisen; insbesondere auch
deshalb, weil der Beschwerdeführer mit der Familie zur Miete in einem nicht gerade
günstigen Einfamilienhaus gewohnt habe. Trotz dieser in die Augen springenden
Unvollständigkeit der Deklaration habe es die Vorinstanz unterlassen, entsprechende
Untersuchungen zu tätigen. Der Zufluss weiterer Einkünfte stelle folglich keine neue
Tatsache dar, die ein Nachsteuerverfahren für 2007 rechtfertigen würde (act. G 2 S. 8).
Der Beschwerdeführer legt dar, im Jahr 2007 hätten 32% der IV-Rentner
Ergänzungsleistungen (EL) bezogen. Aus der Steuererklärung 2007 ergebe sich, dass
dem Beschwerdegegner aufgrund seines geringen Einkommens die AHV-Beiträge
erlassen worden seien. Aufgrund dieses Hinweises habe der Veranlagungsbeamte von
geringen Einkünften nahe oder unter dem Existenzminimum ausgehen können. Auch
das Steuererlassgesuch, welches der Beschwerdegegner im Jahr 2005 eingereicht
habe, zeige mit aller Deutlichkeit, dass er ständig mit finanziellen Problemen zu
kämpfen gehabt habe. Die Belastung mit Schuldzinsen von Fr. 3'075.-- (bzw. Fr.
256.25 monatlich) entspreche einer äusserst geringen monatlichen Miete. Vor diesem
Hintergrund habe im Veranlagungsverfahren von einer korrekten Steuerdeklaration
ausgegangen werden dürfen (act. G 1 S. 4 f.).
2.4.2. Unbestritten blieb die vorinstanzliche Feststellung, dass für den
Lebensunterhalt im Jahr 2007 ein Betrag von Fr. 30'962.-- für das ganze Jahr zur
Verfügung stand. Auch wenn von der Annahme ausgegangen würde, dass die beiden
Söhne, welche bis Juli 2008 eine Lehre absolvierten (act. G 5/7 XII/2), ebenfalls einen
Beitrag (von je ca. Fr. 200.-- pro Monat) zum Unterhalt leisteten, wäre ein hieraus
insgesamt resultierender, monatlich verfügbarer Betrag von ca. Fr. 3'000.--
offensichtlich unzureichend, den Grundbedarf (Heizkosten, Strom und Wasser,
Lebensmittel, Körperpflege, Kleider, Radio/TV/Telefon, Freizeitgestaltung) für vier
Personen und die Wohnkosten (Fr. 2'000.-- zuzüglich NK) zu decken. Angesichts der
Darlegungen des Beschwerdeführers betreffend Mietzahlung (act. G 1 S. 5 oben
zweiter Absatz) ist sodann klarzustellen, dass das unter der Rubrik "Ertrag aus
Eigennutzung, Miet- und Pachtzinsen" angeführte Einkommen von Fr. 7'350.-- den
Mietwert der landwirtschaftlichen Liegenschaft des Beschwerdeführers in Z. (und
selbstredend nicht das von ihm gemietete Haus) betraf (vgl. act. G 5/7 IV/7); für die
darauf lastende Schuld waren Zinsen zu bezahlen. Auch wenn ein (steuerfreier) EL-
Bezug wie dargelegt auch im Jahr 2007 nicht vorlag (act. G 5/7 VII/5), erweist sich der
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vorinstanzliche Schluss, wonach es für die Nachsteuererhebung an einer neuen
Tatsache gefehlt habe, aus denselben Überlegungen, wie sie für das Jahr 2001
dargelegt wurden (vorstehende E. 2.3.2), als nicht begründet.
2.5.
2.5.1. Mit Bezug auf die Ermessensveranlagung für das Jahr 2008 (act. G 5/7 IIX/1-6)
hielt die Vorinstanz fest, für dieses Jahr hätten Einkünfte von Fr. 43'968.-- (IV-Renten
des Ehemannes von Fr. 37'968.-- und geschätzte Einkünfte der Ehefrau aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 6'000.--) resultiert. Nach Abzug der
Berufskosten, Schuldzinsen und Versicherungsprämien seien für den sonstigen
Lebensunterhalt (einschliesslich Krankheitskosten) Fr. 33'793.-- verblieben. Auch bei
der Ermessensveranlagung treffe die Steuerbehörde eine vorgängige
Untersuchungspflicht. Sie wäre gehalten gewesen, die von ihr ermittelten oder
geschätzten Einkünfte mit dem Lebensaufwand des Steuerpflichtigen zu vergleichen.
Dazu hätten im Jahr 2008 nicht nur die üblichen Lebenshaltungskosten gehört,
sondern auch der vom Beschwerdegegner bezahlte Kaufpreis von Fr. 14'608.- für zwei
landwirtschaftliche Grundstücke in Z. Die ermessensweise veranlagten Einkünfte
würden sich daher als offensichtlich zu gering erweisen, um damit den Grundbedarf,
Miet- und Krankheitskosten sowie Liegenschaftserwerb zu decken. Auch für das Jahr
2008 stelle daher das Vorhandensein zusätzlicher Einkünfte des Beschwerdegegners
wie auch von dessen ehemaliger Ehefrau keine neue Tatsache dar, weshalb keine
Nachsteuer erhoben werden könne (act. G 2 S. 8).
2.5.2. Zu den Ausführungen des Beschwerdeführers mit Bezug auf die Steuerperiode
2008 (act. G 1 S. 5) ist zum einen festzuhalten, dass der Beschwerdegegner auch in
diesem Jahr keine Ergänzungsleistungen bezog (vgl. act. G 5/7 IIX/2). Es liegt auf der
Hand, dass mit dem nach Abzug der Berufskosten, Schuldzinsen und
Versicherungsprämien zur Verfügung stehenden Betrag von Fr. 33'793.-- die
Krankheitskosten, Wohnkosten (Fr. 2'000.— monatlich ohne NK), der Grundbedarf
(Heizkosten, Strom und Wasser, Lebensmittel, Körperpflege, Kleider, Radio/TV/Telefon,
Freizeitgestaltung) und die Zahlung für die Liegenschaftskäufe (Fr. 14'608.--) bei
Weitem nicht gedeckt waren. Auch bei einer Ermessensveranlagung müssen alle
Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund der jeweiligen Aktenlage aufdrängen
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und ohne grossen Aufwand durchführbar sind (Zigerlig/Oertli/Hofmann a.a.O., VII. Rz.
63). Der Schluss der Vorinstanz, dass das Vorhandensein zusätzlicher Einkünfte im
Jahr 2008 keine (für die Nachsteuererhebung vorausgesetzte) neue Tatsache darstelle,
erweist sich angesichts der in diesem Jahr getätigten Liegenschaftskäufe als
begründet. Die Veranlagungsbehörde hätte diesem offen zu Tage liegenden Umstand
Rechnung tragen und die Finanzierbarkeit des Lebensaufwands und der
Liegenschaftskäufe angesichts der bekanntermassen knappen Verhältnisse klären
müssen.
2.6. Unbestritten blieb die Feststellung im vorinstanzlichen Entscheid, wonach die
Steuerdeklarationen für die Jahre 2002 bis 2006 keine klar ersichtlichen Fehler
aufgewiesen hätten (act. G 2 S. 7), weshalb diesbezüglich das Vorliegen einer neuen
Tatsache hinsichtlich der nicht deklarierten UVG-Renten und Erwerbseinkommen zu
bejahen war. Der vorinstanzliche Entscheid, mit welchem die Angelegenheit zu neuer
Veranlagung der Nachsteuer (Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte
Bundessteuer) für diese Jahre an den Beschwerdeführer zurückgewiesen wurde, lässt
sich jedoch insofern nicht aufrecht erhalten, als die Rückweisung aufgrund der
vorstehenden Darlegungen nicht nur die Jahre 2002 bis 2006, sondern die Jahre 2001
bis 2007 umfasst. Mit der Vorinstanz (act. G 4 S. 2) ist schliesslich festzuhalten, dass
sich aus der Tatsache, dass neben Renteneinkünften auch Einkünfte der Ehefrau des
Beschwerdeführers nicht deklariert wurden, mit Bezug auf die streitige Frage keine
zusätzlichen Aspekte ergeben.
3.
3.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
des vorinstanzlichen Entscheides vom 26. November 2013 in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass die Angelegenheit zu neuer Veranlagung der Nachsteuer (Kantons-
und Gemeindesteuer sowie direkte Bundessteuer) der Jahre 2001 bis 2007 an das
kantonale Steueramt zurückzuweisen ist; im Übrigen (d.h. hinsichtlich des Jahres 2008)
ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen
Kosten - eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff.
222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) - vom Beschwerdegegner zu zwei
Dritteln (Fr. 1'350.--) und vom Beschwerdeführer zu einem Drittel (Fr. 650.--) zu tragen
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(Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 und 145 Abs. 2 DBG); auf deren Erhebung wird
nicht verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
In gleicher Weise sind der Einfachheit halber die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen
Verfahrens (Fr. 1'000.--) auf den Beschwerdegegner (Fr. 650.--) und den
Beschwerdeführer (Fr. 350.--) zu verteilen; der vom Beschwerdegegner geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist anzurechnen.
3.2. Ausseramtliche Kosten sind mangels Antrags und beim erwähnten
Verfahrensausgang nicht zu entschädigen.