# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a78d321-eaa3-4d60-a230-c5eae5924f28
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. Z. ist als Rechtsanwalt selbständig erwerbstätig. Seine Ehefrau geht einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit nach. Sie verfügen über eine Liegenschaft an ihrem
Wohnort in S. und über eine Liegenschaft in W.
Am 31. Dezember 2008 reichten M. und H. Z. die Steuererklärung für das Jahr 2007
ein, worin sie ein steuerbares Einkommen in Höhe von Fr. 25'217.-- auswiesen. Sie
deklarierten dabei (unter anderem) ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
in Höhe von Fr. 33'727.-- und machten Liegenschaftsunterhaltskosten in Höhe von
total Fr. 144.-- geltend.
Die Veranlagungsbehörde nahm am 2. September 2009 die Veranlagung für das Jahr
2007 vor. Dabei rechnete sie gegenüber der Deklaration beim Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit Fr. 162'488.-- auf. Für Liegenschaftsunterhaltskosten
liess sie total Fr. 6'094.-- zum Abzug zu. Es wurde ein steuerbares Einkommen von Fr.
212'100.-- zur Veranlagung gebracht.
B./ Gegen die Veranlagungsverfügung erhoben M. und H. Z. mit Eingabe vom
10. September 2009 Einsprache. Darin verlangten sie eine Erhöhung der
Liegenschaftsunterhaltskosten. Die Einsprache wurde mit Entscheid vom 29. Januar
2010 teilweise gutgeheissen, indem das Kantonale Steueramt für die beiden
Liegenschaften nun Unterhaltskosten in Höhe von Fr. 123'303.-- zum Abzug zuliess.
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C./ Dagegen liessen M. und H. Z. mit Eingabe vom 2. März 2010 Rekurs erheben mit
dem Antrag, es sei der Einspracheentscheid vom 29. Januar 2010 aufzuheben und das
steuerbare Einkommen für die Steuerperiode 2007 auf Fr. 0.-- festzusetzen. In der
Beschwerdebegründung liessen sie ausführen, das Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit sei fehlerhaft berechnet und zu hoch ausgefallen.
Die Verwaltungsrekurskommission hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 29. März
2011 teilweise gut, hob den angefochtenen Einspracheentscheid auf und setzte das
steuerbare Einkommen auf Fr. 54'500.-- fest.
D./ Gegen den Entscheid vom 29. März 2011 liessen M. und H. Z. mit Eingabe vom
20. Mai 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben mit dem Antrag, der
Entscheid der Vorinstanz vom 29. März 2011 sei aufzuheben und das steuerbare
Einkommen der Beschwerdeführer für das Jahr 2007 sei auf Fr. 0.-- festzusetzen;
eventualiter sei der Entscheid der Vorinstanz vom 29. März 2011 aufzuheben und die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Verwaltungsrekurskommission liess sich am 16. Juni 2011 vernehmen. Sie stellte

## Considerations

Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid. Der Beschwerdegegner erklärte mit Eingabe vom 27. Juni
2011 Verzicht auf eine Vernehmlassung.
Auf die Begründung der Beschwerdeführer und die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Beschwerdegegenstand bildet nur noch das Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit. Die Höhe der Liegenschaftsunterhaltskosten liegt nicht mehr im Streit.
Der Beschwerdeführer erhielt im Jahr 2007 eine Entschädigung in Höhe von
Fr. 130'000.-- von der Postfinance zugesprochen. Die Entschädigung war das Ergebnis
langer Verhandlungen, die Rechtsanwalt B. L. für den Beschwerdeführer führte. Dafür
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stellte der Rechtsvertreter Fr. 11'359.40 in Rechnung. Seine Forderung verrechnete er
mit der zunächst an ihn überwiesenen Entschädigung von der Postfinance; den
Restbetrag von Fr. 118'640.60 überwies er dann an den Beschwerdeführer.
Umstritten ist die steuerliche Behandlung der entsprechenden Zahlung. Der
Beschwerdegegner erblickt(e) darin steuerbares Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit, weshalb er die Entschädigung vollumfänglich aufrechnete. Der
Beschwerdeführer geht demgegenüber von einer einkommenssteuerfreien
Schadenersatzzahlung aus. Die Vorinstanz entschied wiederum, die Zahlung sei im
Umfang von Fr. 80'000.-- steuerbar, weil in dieser Höhe im Jahr 2002 schon eine
Rückstellung für Schadenersatzzahlungen erfolgswirksam gebildet worden sei. Dem
Streit liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
2.1. Der Beschwerdeführer wurde von seiner früheren Sekretärin, A. B.-S., betrogen.
Diese begann im Jahr 1998, vom Beschwerdeführer unterzeichnete Postchecks
abzuändern, indem sie nachträglich einen höheren Betrag (in Wort und Schrift) eintrug.
Daraufhin begab sie sich zur Post und liess sich den Betrag bar ausbezahlen. Das Geld
verwendete sie teils für sich persönlich, teils tätigte sie damit Zahlungen der Kanzlei.
Insgesamt fälschte sie 71 Postchecks, woraus ihr Fr. 219'344.50 zuflossen. Mit der
gleichen Vorgehensweise liess sie sich überdies zu viel Lohn auszahlen. Die
überhöhten Lohnzahlungen beliefen sich auf insgesamt Fr. 38'131.--. Im Jahr 1999
behändigte sie sich schliesslich auch noch einer Postcard mitsamt PIN-Code für das
Postkonto des Beschwerdeführers. Damit bezog sie 333 Mal Bargeld im Gesamtbetrag
von Fr. 231'676.90.--. Zudem setzte sie die Karte in vier Fällen zur Bezahlung in
Verkaufsgeschäften ein. Dabei bezog sie Waren oder Dienstleistungen im Wert von
total Fr. 1'077.95.
Zur Vertuschung ihrer Machenschaften fing A. B.-S. jeweils die Postauszüge sowie
Gutschrifts- und Belastungsanzeigen ab und nahm sie an sich. Dem Beschwerdeführer
legte sie dann gefälschte Auszüge vor. Um den gelegentlichen (Minus-)Saldo auf dem
Postkonto auszugleichen, veranlasste sie Überweisungen von Bankkonten des
Beschwerdeführers, indem sie gefälschte Zahlungsaufträge in Auftrag gab. Gleich
verfuhr sie mit Konti einzelner Mandanten, für die der Beschwerdeführer eine Vollmacht
besass. Auch von solchen Konti liess die Sekretärin zuweilen Geld auf das Postkonto
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oder zu Gunsten anderer Mandanten überweisen, denen Geld vom Beschwerdeführer
zustand.
Im Jahr 2002 flogen die Machenschaften der Sekretärin auf. Am 8. August 2002
erstattete der Beschwerdeführer beim Untersuchungsamt St. Gallen Anzeige gegen A.
B.-S. In der Anklageschrift vom 9. Juli 2003 (act. 2 Beschwerdeführer) wurde der
Deliktsbetrag mit Fr. 490'230.35 angegeben. Die Angeschuldigte machte
demgegenüber geltend, sie habe die mittels Postcheck und Postcard getätigten
Bezüge auch für Zahlungen der Kanzlei verwendet. Das Kreisgericht Rheintal erachtete
diesen Einwand in seinem Entscheid vom 28. Oktober 2003 (act. 4 Beschwerdeführer)
als glaubhaft; dies mit der Begründung, die deliktische Tätigkeit wäre ansonsten schon
viel früher aufgeflogen. Das Gericht ging deshalb von strafrechtlich relevanten Bezügen
in der Grössenordnung von Fr. 300'000.-- aus.
2.2. Da praktisch sämtliche Belege sowie Post- und Bankauszüge von A. B.-S.
vernichtet wurden, war es dem Beschwerdeführer nicht möglich, die jeweiligen
Jahresrechnungen zu erstellen. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2002 wandte er sich
deshalb an den Beschwerdegegner, um ihn davon in Kenntnis zu setzen und die
Situation zu besprechen (act. IV/30 zur Rekursvernehmlassung). Mit Eingabe vom
18. März 2003 reichte er sodann Aufstellungen mit den Umsatzzahlen der Jahre 2001
und 2002 ein (act. IV/24 zur Rekursvernehmlassung). Am 9. Dezember 2004 fand eine
Besprechung zwischen dem (damaligen) Leiter der Abteilung Natürliche Personen und
dem Beschwerdeführer statt. In einem Schreiben vom 23. Dezember 2004 hielt
daraufhin der Beschwerdegegner fest, es könnten in den noch nicht abgeschlossenen
Geschäftsjahren 2001-2003 Wertberichtigungen von je Fr. 80'000.-- erfolgswirksam
verbucht werden, da – unter Berücksichtigung einer Rückzahlung von mindestens
Fr. 60'000.-- seitens der Post – Kundengelder von rund Fr. 240'000.-- verlustig
gegangen seien. Die Rückzahlungen an die geschädigten Kunden seien jeweils über
die Wertberichtigungskonti auszubuchen (act. IV/17 zur Rekursvernehmlassung).
Am 8. Februar 2005 teilte der Beschwerdeführer mit, er habe anhand der Auszüge der
Postfinance und der Banken seine Einnahmen ermittelt. Den Einnahmen stellte er die
ungerechtfertigten Bezüge seiner Sekretärin gegenüber. Er gab an, er habe effektiv im
Jahr 2001 Fr. 108'749.30 und im Jahr 2002 Fr. 216'238.82 vereinnahmt. Für das Jahr
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2003 bezifferte er zudem den Umsatz auf Fr. 264'126.42, ohne dies mittels
entsprechender Aufstellungen zu belegen (vgl. act. IV/16 zur Rekursvernehmlassung).
Am 6. März 2006 unterbreitete der Beschwerdegegner den Beschwerdeführern einen
Vorschlag betreffend den Veranlagungen 2001-2003 (act. IV/9 zur
Rekursvernehmlassung). Gestützt auf die im Schreiben vom 8. Februar 2005 gelieferten
Zahlen ging er beim Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von "Honoraren
nach Berücksichtigung Diebstahl" in Höhe von Fr. 108'749.30 (2001), Fr. 216'238.82
(2002) und Fr. 264'126.42 (2003) aus. Davon brachte er geschäftsmässig begründete
Aufwendungen in Abzug und rechnete einen Privatanteil Auto auf. Für die
Steuerperioden 2002 und 2003 wurden überdies "Rückstellungen für veruntreute
Kundengelder" in Höhe von Fr. 80'000.-- bzw. Fr. 60'000.-- gewinnmindernd
berücksichtigt, wobei der Hinweis angebracht wurde, die zu leistenden Zahlungen
seien über die entsprechenden Rückstellungen auszubuchen; allfällige
Schadenersatzzahlungen seitens der Post würden als steuerbare Einkünfte gelten,
soweit sie nicht zusätzliche Kundengelder abdecken müssten.
Am 19. April 2006 ergingen dann die definitiven Veranlagungen betreffend den
Steuerperioden 2001 und 2002 (act. V/1.1 und 1.3. zur Rekursvernehmlassung). Diese
beiden Veranlagungen entsprechen dem Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006.
Das steuerbare Einkommen beträgt danach je Fr. 0.--, und der (nach erfolgter
innerperiodischer Verrechnung) vortragbare Verlust aus der selbständigen
Erwerbstätigkeit wurde mit Fr. 26'331.-- (2001) und Fr. 2'841.-- (2002) beziffert.
Die definitive Veranlagung für das Jahr 2003 erging erst am 18. April 2007. Dies ist
offensichtlich darauf zurückzuführen, dass erst dann die Steuererklärung 2003 mit den
Umsatzzahlen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit vorlag. In Abweichung vom
Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 setzte der Beschwerdegegner das
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nicht auf Fr. 31'126.--, sondern auf Fr.
56'488.-- fest. Ausserdem fanden offensichtlich die sonstigen Einkünfte und Abzüge
aus der mittlerweile eingereichten Deklaration 2003 Eingang in die Veranlagung; so
wurde namentlich auch noch ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit der
Beschwerdeführerin in Höhe von Fr. 18'807.-- zur Veranlagung gebracht (vgl. act. V/1.5
zur Rekursvernehmlassung).
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3. Wie sich das in der Veranlagung vom 18. April 2007 festgesetzte Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 56'488.-- zusammensetzt, ist unklar.
Diesbezügliche Angaben in der Veranlagung fehlen. Von daher ist offen, ob es sich
dabei um das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit nach Verlustverrechnung
handelt. Entgegen der Vorinstanz lässt auch nicht einfach annehmen, die (im
Veranlagungsvorschlag noch berücksichtigte) Rückstellung in Höhe von Fr. 60'000.--
sei nicht in Abzug gebracht worden.
Fest steht, dass der Beschwerdeführer in der streitgegenständlichen Periode eine
Schadenersatzzahlung von der Postfinance in Höhe von Fr. 130'000.-- zugesprochen
erhielt. Nach Abzug der damit zusammenhängenden Aufwendungen wurden Fr.
118'640.60 ausbezahlt. Gemäss dem Beschwerdeführer belief sich jedoch der
Vermögensschaden aus der Veruntreuung von Kundengeldern durch seine ehemalige
Sekretärin auf weit über Fr. 300'000.--; so habe er sich mit Schadenersatzzahlungen
von ehemaligen Klienten in Höhe von Fr. 281'670.45 konfrontiert gesehen. Werde
davon die Zahlung der Postfinance und die im Jahr 2002 berücksichtigte Rückstellung
in Höhe von Fr. 80'000.-- abgezogen, so verbleibe immer noch ein Vermögensschaden
von Fr. 83'029.85, der entweder in der Steuerperiode 2007 oder eventualiter in der
Steuerperiode 2003 zum Abzug zuzulassen sei. Dem kann aus mehreren Gründen nicht
gefolgt werden:
3.1. Der Beschwerdeführer übersieht vorab, dass für das Jahr 2001 nur von einem
Bruttogewinn aus der selbständigen Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 108'749.--
ausgegangen wurde (vgl. act. IV/9 zur Rekursvernehmlassung). Dabei sind die Bezüge
der Sekretärin, die sich im Jahr 2001 offenbar auf Fr. 116'595.60 beliefen (vgl. act. IV/
16 zur Rekursvernehmlassung), bereits abgezogen. Es ist davon auszugehen, dass
auch in der Veranlagung für das Jahr 2002 die Bezüge der Sekretärin vorab in Abzug
gebracht wurden. So ist jedenfalls im Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 von
"Honoraren nach Berücksichtigung Diebstahl" die Rede (act. IV/9 zur
Rekursvernehmlassung). Der Beschwerdeführer gab denn auch in seiner Eingabe vom
8 Februar 2005 an, die effektiven Einnahmen im Jahr 2002 hätten Fr. 216'238.82
betragen (vgl. act. IV/16 zur Rekursvernehmlassung).
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3.2. Im Rahmen der Veranlagung für das Jahr 2002 fand überdies eine Rückstellung
von Fr. 80'000.-- Berücksichtigung. Die Rückstellung soll gemäss
Veranlagungsvorschlag für "veruntreute Kundengelder" sein; sie sei im Fall einer
Zahlung auszubuchen (vgl. act. IV/9 zur Rekursvernehmlassung). Die Rückstellung
erweist sich aus mehreren Gründen als fragwürdig:
3.2.1. Zunächst einmal fällt auf, dass der Beschwerdeführer, der als freiberuflicher
Anwalt tätig ist und deshalb der obligationenrechtlichen Buchführungspflicht nicht
unterliegt, nach der sogenannten Ist-Methode abgerechnet hat. Dies zeigt sich daran,
dass er keine Debitoren, Kreditoren und Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen hat. Er
schrieb die Einnahmen jeweils bei Zahlungseingang gut, während die Aufwendungen
im Zeitpunkt der Zahlung belastet wurden. Wird eine entsprechende Abrechnungsart
gewählt, so führt die Bildung einer Rückstellung zu einem unzulässigen
Methodendualismus, weil (nur) in diesem (einen) Fall Aufwand und Geldabfluss
auseinanderfallen.
3.2.2. Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Beschwerdeführer aus
der unzulässigen Verwendung von Kundengeldern durch die ehemalige Sekretärin
überhaupt ein Schaden erwachsen ist. Zwar wurde er gegenüber einzelnen Klienten
schadenersatzpflichtig (vgl. act. 6-16 Beschwerdeführer). Aus den Akten ergibt sich
jedoch nicht, dass Gelder von Kundenkonten, auf die der Beschwerdeführer Zugriff
hatte, unmittelbar an die ehemalige Sekretärin geflossen sind. Soweit ersichtlich griff
sie auf entsprechende Konten nur zu, um ausstehende Rechnungen der Kanzlei zu
begleichen oder den (zu tiefen) Saldo auf dem Postkonto des Beschwerdeführers
auszugleichen. Gegenteiliges lässt sich zumindest den in Recht liegenden (Straf-)Akten
nicht entnehmen. Auch wenn der Beschwerdeführer deswegen gegenüber seinen
Klienten einzustehen hatte, hatten die entsprechenden, von der ehemaligen Sekretärin
veranlassten Überweisungen keinen Vermögensabfluss zur Folge, zumal sich zugleich
die Verbindlichkeiten der Kanzlei verminderten oder die flüssigen Mittel erhöhten. Somit
geht der Beschwerdeführer fehl, wenn er den Verlust anhand der
Schadenersatzforderungen seiner Klienten bemessen will.
3.2.3. Die vom Beschwerdeführer (erstmals) im Verfahren vor Verwaltungsgericht
eingereichten Akten (act. 6-16) legen schliesslich die Vermutung nahe, dass er den
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Sachverhalt im Vorfeld der definitiven Veranlagungen nur unzureichend offengelegt hat.
Daraus geht nämlich hervor, dass die Schadenersatzforderungen der Klienten allesamt
bereits in den Jahren 2002 und 2003 beglichen wurden. Davon hatte jedoch der
Beschwerdegegner bei der Ausarbeitung des Veranlagungsvorschlags im Jahr 2006
offensichtlich keine Kenntnis. Wäre ihm dies bewusst gewesen, hätte er doch nicht im
Rahmen der Veranlagungen 2002 und 2003 Rückstellungen in Höhe von Fr. 80'000.--
und Fr. 60'000.-- berücksichtigt, sondern den konkret bezifferten Aufwand mittels einer
Abschreibung auf den ungerechtfertigten Bezügen von den Post- und Bankkonten
zugelassen. Das Ergebnis ist zwar dasselbe, wenn ein Aufwand in Form einer
Rückstellung oder einer Abschreibung berücksichtigt wird. Im Unterschied zu einer
definitiven Abschreibung ist aber eine Rückstellung lediglich provisorisch. Angemerkt
sei immerhin, dass die Beschwerdegegnerin offensichtlich nicht beabsichtigt, die nie
beanspruchte(n) Rückstellung(en) in der Steuerbilanz erfolgswirksam aufzulösen und
dementsprechend aufzurechnen. Sie geht in diesem Zusammenhang vielmehr auch
von einem Aufwand aus, auf den nicht mehr zurückgekommen werden kann.
3.3. Das vorstehend Gesagte zeigt im Übrigen, dass der Schaden aus der
selbständigen Erwerbstätigkeit nicht erst im Jahr 2007, sondern schon viel früher
eingetreten ist. Seine Berücksichtigung in der streitigen Periode scheidet aber aus, weil
dies dem im Einkommenssteuerrecht geltenden Grundsatz der Periodizität
zuwiderlaufen würde (vgl. dazu Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum
harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. Auflage, N 5 ff. zu § 50). Das
Periodizitätsprinzip gilt auch für die nach der Ist-Methode abrechnenden
Steuerpflichtigen. Dies erfolgt in der Weise, dass ein Aufwand im Zeitpunkt der
Schulderfüllung oder des Geldabflusses einkommensmindernd berücksichtigt werden
muss. Fehlt einem Aufwand der Periodenbezug, erweist er sich nicht als
geschäftsmässig begründet und kann nicht in Abzug gebracht werden (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 127 zu § 18). Daran vermag auch das Totalgewinnprinzip
nichts zu ändern. Die Steuerpflichtigen können nicht beliebig lange zuwarten, bis sie
einen Schaden geltend machen. Führt ein Schaden zu einem Geldabfluss, so muss er
in diesem Zeitpunkt auch zur Anrechnung gebracht werden. Anders verhält es sich
höchstens dann, wenn mit dem Geldabfluss gleichzeitig eine Forderung gegenüber
dem Schadensverursacher bilanziert werden kann, deren Uneinbringlichkeit sich erst
später herausstellt. Diesfalls ist die Forderung im Zeitpunkt abzuschreiben, im dem mit
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einer Erfüllung nicht mehr gerechnet werden kann. Diese Möglichkeit scheidet jedoch
bei einem nach der Ist-Methode abrechnenden Pflichtigen von vornherein aus, da er
auf der Aktivseite eben gar keine Forderungen ausweist.
3.4. Von daher greift letztlich auch die sowohl vom Beschwerdeführer als auch von der
Vorinstanz vertretene Auffassung zu kurz, eine Schadenersatzzahlung bilde nur in dem
Umfang steuerbares Einkommen, als sie den effektiven Schaden übersteige. Dies trifft
im Ergebnis zwar zu, doch haben buch- oder zumindest aufzeichnungspflichtige
Personen den Erhalt einer Schadenersatzzahlung immer als (ausserordentlichen) Ertrag
auszuweisen, derweil der Schaden bei dessen Eintritt oder beim jeweiligen Geldabfluss
als Aufwand erfasst werden muss. Dies kann dazu führen, dass Aufwand und Ertrag in
verschiedene Perioden fallen.
In diesem Sinn sind denn auch die Ausführungen des damaligen Leiters der Abteilung
Natürliche Personen im Schreiben vom 6. März 2006 zu verstehen. Wenn er darauf
hinwies, allfällige Schadenersatzzahlungen der Post stellten steuerbare Einkünfte dar,
soweit sie nicht zusätzliche Kundengelder abdecken müssten, so ist dies so zu deuten,
dass es sich bei der Schadenersatzzahlung um steuerbaren Ertrag handelt und für
Schadenersatzforderungen von Klienten, die über die gebildeten Rückstellungen
hinausgehen, zusätzlicher Aufwand zu erfassen sei. Auf den Grundsatz von Treu und
Glauben bzw. den daraus abgeleiteten Vertrauensschutz kann sich der
Beschwerdeführer aber ohnehin nicht berufen, nachdem er den Sachverhalt dem
Beschwerdegegner nicht vollständig offengelegt hat. Zudem ist nicht ersichtlich, dass
gestützt auf den Hinweis im Veranlagungsvorschlag vom 6. März 2006 irgendwelche
Vermögensdispositionen getroffen wurden.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass in der streitgegenständlichen Periode kein
Aufwand mehr berücksichtigt werden kann für den Schaden, der dem
Beschwerdeführer aus den ungerechtfertigten Bezügen seiner ehemaligen Sekretärin
entstanden ist. Ein entsprechender Aufwand erweist sich als periodenfremd. Die
Veranlagungen der jeweiligen Steuerperioden sind zudem schon längst in Rechtskraft
erwachsen. Dagegen hätten sie sich zur Wehr setzen müssen, wenn sie einen höheren
Schaden als den bisher berücksichtigen Aufwand geltend machen wollten. Nicht
möglich ist im Übrigen, gestützt auf Art. 42 StG einen (allfällig) noch nicht zur
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Anrechnung gebrachten Schaden oder Verlust mit dem im Jahr 2007 erzielten
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu verrechnen. Dies scheitert am Gebot
der sofortigen Verrechnung. Ein Verlust muss umgehend geltend gemacht werden. Es
steht nicht im Belieben eines Steuerpflichtigen, einen erlittenen Verlust im Folgejahr
nicht geltend zu machen und den Abzug erst in einer der folgenden Steuerperioden zu
verlangen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 8 zu § 70).
Die Beschwerde erweist sich deshalb insgesamt als unbegründet. Obschon die im Jahr
2007 geflossene Schadenersatzzahlung eigentlich vollumfänglich aufzurechnen wäre,
sah der Beschwerdegegner davon ab, den vorinstanzlichen Entscheid anzufechten.
Eine reformatio in peius wurde zudem weder verlangt noch angedroht.
5. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht