# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6f93eb32-a191-424e-8c7b-63acb6f15674
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ und Y._ sind die unverheirateten Eltern der am _2005 geborenen A._. X._ hat zwischenzeitlich geheiratet und heisst jetzt X._. A._ steht unter der alleinigen elterlichen Sorge der Mutter.
B. Nach der Trennung der Eltern ergab sich trotz andauernder Konflikte eine Übereinkunft zwischen diesen, worin dem Vater das Recht eingeräumt wurde, A._ zweimal pro Monat zu besuchen und mit ihr vier Wochen Ferien zu verbringen (act. E.2/2 S. 3). Die Vormundschaftsbehörde Vordemwald verfügte am 2. Februar 2009 die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB für A._ mit besonderen Befugnissen im Bereich des persönlichen Verkehrs, welcher im Zentrum der Beistandschaft stand (KESB act. 1-3). Die Abmachungen für einen Besuchsplan für das erste Halbjahr 2010 wurden schriftlich festgehalten (KESB act. 4).
C.1. Aufgrund eines Wohnsitzwechsels von X._ und A._ nach O.1_ übernahm die Vormundschaftsbehörde Rhäzuns-Trins die von der Vormundschaftsbehörde Vordemwald geführte Beistandschaft und ernannte am 11. Mai 2010 als neue Beiständin B._ (KESB act. 13). Aufgrund eines befristeten Mandatsverhältnisses von B._ amtete C._ ab dem 15. August 2010 als neue Beiständin gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB (KESB act. 14 und 16).
2. Am 19. Oktober 2010 genehmigte die Vormundschaftsbehörde  den am 20. September 2010 zwischen Y._ und X._ geschlossenen Unterhaltsvertrag, worin die Unterhaltspflicht von Y._ für seine Tochter bis zu deren Mündigkeit bzw. ordentlichem Ausbildungsabschluss geregelt wurde. Nicht geregelt wurden Besuchsmodalitäten. Dieser Unterhaltsvertrag ersetzte denjenigen vom 16. Januar 2006 und passte ihn an die höheren Einkommensverhältnisse von Y._ an. Der Unterhaltsvertrag wurde per 1. Januar 2011 wirksam (KESB act. 18 und 20).
3. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Rhäzuns-Trins vom 5. Juni 2012 wurde C._ als Mandatsträgerin entlastet und entlassen. Als neue Beiständin für A._ wurde per 1. Juli 2012 D._ ernannt (KESB act. 24 und 25). Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Rhäzuns-Trins vom 11. Dezember 2012 wurde D._ von E._ abgelöst (KESB act. 29).
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4. Im Rechenschaftsbericht vom 30. Mai 2014 für die Zeitspanne vom 1. Juni 2012 bis 30. April 2014 hielt E._ fest, dass zwar keine schriftlich vereinbarte Besuchsregelung bestehe, sich "aber die Übereinkunft durchgesetzt [hat], dass A._ jedes zweite Wochenende beim Vater verbringt". Da A._ ihre Freizeit zunehmend selbstbestimmter und aktiver gestalte, stelle die Planung der Wochenenden eine Herausforderung dar, da insbesondere auf ihre Hobbies wie Musikstunden oder Blauring Rücksicht genommen werden müsse (KESB act. 30).
D. In einem Telefonat mit der mittlerweile zuständigen KESB Nordbünden vom 17. Februar 2015 teilte die Mutter mit, dass die Besuche nicht festgelegt seien, sich die Eltern aber geeinigt hätten, dass der Vater seine Tochter jedes zweite Wochenende zu sich nehmen könne. Vor allem die Ferien gäben Anlass zu Unstimmigkeiten, da der Vater gerne fünf Wochen Ferien mit A._ verbringen würde, die Mutter damit aber nicht einverstanden sei. Aus ihrer Sicht sei deshalb eine Besuchsregelung wünschenswert, allerdings müssten die Daten flexibel ausgestaltet werden können (KESB act. 38). Denselben Wunsch äusserte die Mutter auch in einem persönlichen Gespräch mit der KESB am 16. März 2015 und wünschte insbesondere hinsichtlich der Ferien eine Regelung. Es solle sichergestellt werden, dass Y._ die Ferien mit A._ an einem sicheren Ort verbringe und sie informiere, wenn er mit ihr ins Ausland fahre. A._ gehe es grundsätzlich gut, sie habe aber am Anfang sowohl vor als auch nach den Besuchswochenenden mit psychosomatischen Beschwerden (Bauchweh) reagiert. Dank des alle zwei Wochen stattfindenden Gesprächs mit F._ von der Kinder- und Jugendpsychiatrie gehe es A._ aber seitdem wieder besser (KESB act. 41). Auch gegenüber G._, welche mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 2. Juni 2015 rückwirkend per 1. April 2015 als neue Berufsbeiständin eingesetzt wurde (vgl. KESB act. 40, 50 und 95), liess X._ in einem Gespräch am 8. Mai 2015 verlauten, dass sie mit der bislang praktizierten Besuchs- und Ferienrechtsregelung nicht mehr einverstanden sei. Insbesondere lehnte sie es ab, dass A._ mit ihrem Vater im Herbst 2015 eine Woche Ferien verbringe, obwohl die Ferienregelung 2015 bereits im Herbst des vorangegangenen Jahres besprochen und festgelegt worden sei (act. E.2/2 S. 3).
E. In der Folge unterrichtete G._ die KESB Nordbünden am 19. Mai 2015 telefonisch, dass es Probleme bei der Festlegung der Herbstferien gebe und eine Ferienregelung durch die Behörde begrüssenswert wäre (KESB act. 49). In separaten Telefonaten mit X._ bzw. Y._ vom 21. und 22. Mai 2015 versuchte die KESB Nordbünden betreffend die kommenden Herbstferien, eine
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einvernehmliche Lösung zwischen den Eltern zu finden, und schlug der Mutter in einem Brief eine Kompromisslösung vor, mit welcher sich der Vater bereits einverstanden erklärt hatte. Damit konnte sich X._ allerdings nicht abfinden und kündigte an, weitere Schritte einleiten zu wollen (KESB act.55-59). Die Situation spitzte sich weiter zu, als A._ an einem Besuchstag bei Y._ einen Reitunfall erlitt und sich den Arm brach (vgl. KESB act. 113 S. 3). Die Mutter schaltete sodann Rechtsanwalt Andrin Perl ein (KESB act. 59 ff.).
F. Am 3. Juli 2015 liess der Rechtvertreter von X._ der KESB Nordbünden sowie dem Vater eine Vereinbarung zur Regelung des persönlichen Verkehrs zukommen (KESB act. 65 und 66). Diese Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Eltern den persönlichen Kontakt zwischen dem Vater und der Tochter nach deren Anhörung und unter Berücksichtigung derer Wünsche durch gegenseitige Absprache regeln. Im Konfliktfall soll dem Vater das Recht zustehen, A._ jeweils am zweiten Wochenende eines jeden Monats sowie in geraden Jahren an Ostern, in ungeraden Jahren an Pfingsten, und in jedem Jahr am Weihnachtstag (25. Dezember) zu besuchen bzw. auf Besuch zu nehmen. Der Vater soll zudem das Recht haben, drei Wochen Ferien pro Jahr mit A._ zu verbringen (KESB act. 104). Mit Schreiben vom 28. Juli 2015 lehnte Y._ diesen Besuchsrechtsvorschlag ab und unterbreitete der Mutter sowie der KESB Nordbünden ebenfalls Vorschläge für die Ausübung des Besuchsrechts. Er forderte, dass er A._ jedes zweite Wochenende zu Besuch nehmen und mit ihr vier Wochen Ferien verbringen dürfe. Die Feiertage solle A._ alternierend bei einem Elternteil verbringen (KESB act. 69).
G. Der Rechtsvertreter von X._ berichtete der KESB Nordbünden mit  vom 29. Juli 2015 von einem Vorfall, der sich bei der Besuchsrechtsausübung durch Y._ zugetragen und von dem X._ nur zufälligerweise erfahren habe. Beim Besuch vom 7. Juli 2015 habe Y._ mit A._ eine alpine Bergwanderung unternommen und dabei seien sie in eine missliche Lage geraten, weshalb sie von der Rega hätten gerettet werden müssen (KESB act. 70). In einem Telefonat mit der KESB Nordbünden vom 3. August 2015 schilderte der Vater den Vorfall aus seiner Sicht und gab an, dass er die Route gekannt hätte und die C2 Tour für A._ zumutbar und gut zu meistern gewesen wäre. Aufgrund von Schneefeldern wären sie dann aber vom Weg abgekommen und hätten dann, um sicher zu gehen, dass nichts passiere, die Rega gerufen. Er finde die Tour aber nach wie vor angemessen und kenne auch Leute, welche mit kleineren Kindern solche Routen machen würden. Es sei ein Fehler gewesen, dass er der Mutter nichts von dem Vorfall erzählt habe (KESB act. 71).
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H.1. Anlässlich eines Gespräches von H._ von der KESB Nordbünden mit A._ am 13. August 2015 (zu den Fragen siehe KESB act. 75) erklärte A._, dass sie gerne Zeit bei ihrem Vater verbringe und sie viele Sachen unternehmen könnten, die ihr Spass bereiten würden, und dort auch Freundinnen hätte, mit denen sie gerne etwas unternehme. Bislang würde sie zwei Wochenenden pro Monat zu ihrem Vater gehen, dies sei aber aufgrund der langen Autofahrt doch etwas anstrengend. Deshalb würde sie es auch gut finden, ihren Vater nur noch einmal pro Monat zu besuchen. Auch würde sie es in Ordnung finden, wenn sie an einem Wochenende etwas mit Freundinnen unternehmen könnte. A._ erwähnte auch, dass sie abends oft Bauchweh habe, aber nicht wisse, woher das komme (KESB act. 73).
2. Gemäss Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden vom 24. August 2015 ergeben sich Hinweise, dass A._ somatische Bauchschmerzen unter anderem in Zusammenhang mit den Besuchsrechtsschwierigkeiten gebracht werden könnten. Das Erleben und der Wechsel zwischen den zwei Welten ihrer Eltern würden für sie als anspruchsvoll beurteilt (KESB act. 81).
I. Die Eltern von A._ sowie der Rechtsvertreter der Mutter trafen sich mit H._ von der KESB Nordbünden am 14. September 2015 zu einem persönlichen Gespräch. Die Eltern zeigten sich nach einiger Zeit kooperationsbereit und eine einvernehmliche Lösung hinsichtlich der Besuchs- und Ferienregelungsproblematik schien trotz der zwischenelterlichen Spannungen möglich (KESB act. 83). In den folgenden Korrespondenzen zwischen Y._ und X._ bzw. deren Rechtsvertreter zeigte sich allerdings, dass sich die Eltern über die Regelung des Besuchsrechts trotz allem nicht zu einigen vermochten (KESB act. 85-112).
J.1. Mit E-Mail vom 14. Oktober 2015 an G._ beantragte der Rechtsvertreter der Mutter zu Handen der KESB Nordbünden die Regelung des persönlichen Verkehrs und legte eine Vereinbarung bei (KESB act. 104 und 105). Diese entspricht dem Vorschlag, welchen er bereits im Juli 2015 der KESB Nordbünden und dem Vater zukommen liess (siehe oben F.).
2. Auch G._ beantragte aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten bei der Festlegung des Besuchsrechts am 4. November 2015, dass die Eckpunkte der Besuchsregelung durch die KESB Nordbünden festzulegen seien, wobei sie der KESB Nordbünden insbesondere Folgendes empfahl: Das Besuchswochenende
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beim Vater soll nur einmal monatlich stattfinden, wobei die Termine durch die KESB zu regeln seien (jeweils erstes oder zweites Wochenende des Monats). Dem Vater sollen pro Jahr vier gemeinsame Ferienwochen mit A._ zustehen. Hinsichtlich der Feiertage soll A._ an Weihnachten oder Neujahr mindestens drei Tage beim Vater verbringen können. Zusätzlich soll sie in den geraden Jahren an Ostern und in ungeraden an Pfingsten beim Vater weilen dürfen. Der Vater (oder eine von ihm beauftragte Drittperson) habe A._ an den Besuchswochenenden jeweils am Freitag um 17:00 Uhr bei der Mutter abzuholen und sie sonntags um 19:00 Uhr zurückzubringen (KESB act. 113).
K. Am 13. November 2015 fand erneut ein Treffen zwischen X._, Y._ und G._ statt. Darin vermochten sich die Eltern von A._ wiederum nicht über das Besuchsrecht für die Wochenenden im Februar und März 2016, die Herbstferien, die dem Vater zustehende Anzahl Ferienwochen sowie die Feiertage zu einigen (KESB act. 116).
L. Mit Gesuch vom 23. November 2015 (vgl. KESB act. 122) teilte Rechtsanwalt Lukas Graf der KESB Nordbünden mit, dass er den Vater von A._ vertrete und reichte gleichzeitig die Anträge zur Besuchs- und Ferienregelung ein, welche er mit E-Mail vom 1. Dezember 2015 leicht korrigierte (KESB act. 122). Namentlich forderte er ein Besuchsrecht für jedes zweite Wochenende sowie in ungeraden Jahren an Ostern (Karfreitag bis Ostermontag) und Weihnachten (23.-27. Dezember), in geraden Jahren an Pfingsten und Neujahr (30. Dezember-2. Januar). Zudem möchte Y._ gerne vier Wochen Ferien mit seiner Tochter verbringen. Für Dezember 2015, Januar und Februar 2016 listete er eine separate Regelung auf (vgl. KESB act. 121).
M.1. Die Anhörung der Eltern in Anwesenheit des Rechtsvertreters der Mutter fand am 3. Dezember 2015 vor der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden statt (KESB act. 126). In diesem Gespräch konnten sich die Eltern zu der Häufigkeit der Besuchswochenenden, Anzahl Ferien sowie einer Feiertagsregelung äussern. Der Rechtsvertreter des Vaters stellte die Anträge seines Mandaten vorgängig der KESB Nordbünden und der Mutter zu (vgl. zu den Anträgen des Vaters oben L.). Der Rechtsvertreter der Mutter reichte die Vergleichsvereinbarung (KESB act. 125), welche den Rechtsbegehren der Vereinbarung vom 14. Oktober 2015 (siehe KESB act. 104) entspricht (siehe oben J.1 bzw. F.), während des Gesprächs ein.
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2. Die KESB Nordbünden erkannte mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 3. Dezember 2015, mitgeteilt am 11. Dezember 2015, daraufhin Folgendes (KESB act. 129):
"1. Der persönliche Verkehr zwischen A._ und dem Vater wird mit Wirkung per 3. Dezember 2015 wie folgt neu geregelt:
a. Besuchswochenenden beim Vater: jede dritte Woche von Freitag 17 Uhr bis Sonntag 19 Uhr;
b. vier Wochen Ferien pro Jahr; die Eltern sind aufgefordert der Beiständin ihre jeweiligen Ferienwünsche jeweils bis 30. November mitzuteilen;
c. A._ [recte: verbringt] die Weihnachts- und Neujahrstage abwechselnd beim Vater und bei der Mutter. Die Weihnachtstage dauern vom 23. Dezember bis 27. Dezember (jeweils am 23. Dezember von 17.00 Uhr bis 27. Dezember um 17.00 Uhr) und die Neujahrstage vom 27. Dezember bis 1. Januar (jeweils am 27. Dezember um 17.00 Uhr bis 1. Januar um 19.00 Uhr). Im Jahr 2015 verbringt A._ die Weihnachtstage beim Vater und die Neujahrstage bei der Mutter;
d. A._ [recte: verbringt] abwechselnd Ostern (Karfreitag 17.00 Uhr bis Ostermontag 19.00 Uhr) und Pfingsten (Freitag vor Pfingsten um 17.00 Uhr bis Pfingstmontag um 19.00 Uhr) beim Vater oder bei der Mutter. Im Jahr 2016 feiert A._ Ostern mit der Mutter und Pfingsten mit dem Vater;
e. die Auswertung betreffend Verlauf der Besuchskontakte erfolgt zwischen der Beiständin und den Eltern; sind sich die Eltern einig, kann der festgelegte persönliche Verkehr im Interesse von A._ erweitert oder abgeändert werden;
f. die Feiertage sind nicht als Ferientage anzurechnen.
2. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten im Verfahren Festlegung Besuchskontakte werden auf Fr. 700.-- festgesetzt.
b. Diese Kosten werden den Eltern von A._ je zur Hälfte auferlegt.
c. X._ und Y._ haben je Fr. 350.-- innert 30 Tagen zu bezahlen.

## Considerations