# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f58b93a-1f96-4366-9579-9fa01f0006d6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1987 in O.1_ geboren und wuchs in O.2_ auf. Im Anschluss an die obligatorische Schule absolvierte er eine Lehre als Verkehrswegbauer. Drei Jahre arbeitete er auf dem erlernten Beruf. Danach wechselte er vor rund zwei Jahren zu einer Wertlogistik-Firma, bei welcher er als Werttransportfahrer angestellt ist. Sein Nettolohn, inklusive 13. Monatslohn, beläuft sich auf CHF 5'000.00. Er weist ein Vermögen von rund CHF 100'000.00 auf.
X._ ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl vom 11. Februar 2015 wurde X._ von der Staatsanwaltschaft Graubünden der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen.
C. Gegen den Strafbefehl erhob X._ am 14. Februar 2015 Einsprache. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 16. Februar 2015 gegen X._ eine Strafuntersuchung wegen Verletzung von Verkehrsregeln (act. 1) und ergänzte die Strafuntersuchung. Am 26. März 2015 liess X._ eine Stellungnahme einreichen. Er beantragte, das Verfahren gegen ihn sei einzustellen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates (act. 40). Am 30. April 2015 wurde X._ von der Staatsanwaltschaft Graubünden als Beschuldigter einvernommen (act. 43) und am 16. Juni 2015 wurde A._ rechtshilfeweise als Zeuge von der Staatsanwaltschaft O.3_ befragt (act. 47).
D. Am 10. Juli 2015 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig wurde die Anklageerhebung gemäss Art. 324 ff. StPO beim Gericht in Aussicht gestellt und eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen (act. 50).
E. Die Anklageschrift (act. 51) und der Schlussbericht (act. 52) der Staatsanwaltschaft Graubünden datieren vom 26. August 2015. Der Sachverhalt in der Anklageschrift entspricht der Sachverhaltsdarstellung im Strafbefehl vom 11. Februar 2015. Die einzige Abweichung betrifft den Vorwurf der nicht
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angepassten Geschwindigkeit, welcher in der Anklageschrift fallen gelassen wurde. Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am 31. Dezember 2014, um 14.10 Uhr, lenkte X._ den Lieferwagen VW T5 Transporter 4M, Kontrollschild _, von O.2_ kommend in Richtung O.3_. Vor ihm war A._ mit seinem Personenwagen Audi A5, Kontrollschild _, unterwegs. Zur selben Zeit nahte aus der Gegenrichtung B._ mit seinem Personenwagen Fiat I Punto, Kontrollschild _. Die Passstrasse war schneebedeckt. Oberhalb der O.4._ bildet die Strasse in Fahrtrichtung O.2_ gesehen eine Rechtskurve, gefolgt von einer kurzen Geraden. In dieser Kurve kam B._ mit seinem Fahrzeug ins Schleudern und geriet auf die Gegenfahrbahn, wo es mit dem korrekt entgegenkommenden Personenwagen von A._ zu einer Frontalkollision kam, obwohl dieser vorher noch eine Vollbremsung eingeleitet hatte. Als der Beschuldigte das schleudernde Fahrzeug bemerkte, leitete er eine Vollbremsung ein, worauf er mit dem Lieferwagen ins Rutschen geriet. X._ gelang es aufgrund des ungenügenden Abstandes nicht, rechtzeitig hinter dem Audi anzuhalten, sodass der Lieferwagen auf dessen Heck auffuhr. Bei diesem Unfall wurden A._ und B._ sowie ihre Mitfahrerinnen leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand beträchtlicher Sachschaden."
Die Staatsanwaltschaft stellte in der Anklageschrift folgende Anträge:
"3.1 X._ sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
3.2 Die beschuldigte Person sei mit einer Busse von CHF 200.00 zu bestrafen, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
3.3 Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden."
F. Am 12. Januar 2016 fand vor dem Bezirksgericht Maloja die mündliche Hauptverhandlung statt, zu welcher X._ persönlich in Begleitung seines Verteidigers teilnahm. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Die Schlussanträge von X._ lauteten wie folgt:
"1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf jeglicher Verkehrsregelverletzung freizusprechen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates."
G. Mit Urteil vom 12. Januar 2016, gleichentags mündlich eröffnet, schriftlich mitgeteilt am 27. Januar 2016, erkannte das Bezirksgericht Maloja:
"1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen.
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3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'025.00 - Auslagen der Staatsanwaltschaft CHF 170.70 - Gerichtsgebühr CHF 3'000.00 Total CHF 4'195.70
gehen zu Lasten von X._. Er schuldet somit dem Bezirksgericht Maloja, einschliesslich der Busse von CHF 200.00, insgesamt CHF 4'395.70.

## Considerations