# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f3175ba-0176-4107-a258-e18699baeaf9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene
X._
arbeitet
e
seit 1997
bei der
Y._
als
Firmenkundenbetreuerin
bei einem 100%-Pensum und redu
zierte dieses
Pensum
aus persönlichen Gründen
ab 1. Januar 200
7 auf 85
%
.
Nachdem die Versicherte am 7. Januar 2007 einen Reitunfall erlitten hatte, trat die Zürich Unfallversicherung auf den Schaden ein und gewährte Heilbehand
lung sowie Taggeld (Urk. 7/9).
Per 1. April 2008 übernahm
X._
eine Innendienstfunktion bei der
Y._
als Sachbearbeiterin Kundensupport
bei einem 50%-Pensum
(vgl. Urk. 7/
50
)
.
Am 11. April 2008 (Eingangsdatum) mel
dete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Diese traf medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Unfallversicherung bei. Die Zürich Unfallversicherung liess
X._
durch die
Z._
interdisziplinär begutachten
(
Z._
-Gutachten vom 5. August 2008, Urk. 7/18), woraufhin die
Unfallversicherung
mit
Verfügung vom 25. November 2008
die erbrachten Leistungen per
8. April 2007
einstellte (Urk. 7/33). Die IV-Stelle liess eine rheumatologische Begutachtung durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Rheumatologie, Facharzt FMH für Innere Medizin, Manuelle Medizin SAMM, und eine psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, durchführen (
rheumatologisches/psychiatrisches
Gutachten vom 18.
November 2008, Urk. 7/29) sowie ergänzend eine neuropsychologische Begutachtung durch
lic
. phil.
C._
(neuropsychologisches Gutachten vom 9. März 2009, Urk. 7/37)
. Am 14. April 2009 nahm
Dr.
B._
im Sinne einer Zusam
mensicht
Stellung zu
m neuropsychologischen Gutachten (Urk. 7/39 und Urk. 7/42). Am 31. August 2009 erfolgte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsbericht vom 16. September 2
009, Urk. 7/56).
Mit Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 7/70 in Verbin
dung mit Urk. 7/65)
sprach die IV-Stelle
X._
mit Wirkung ab 1. Januar 2008 eine ganze Invalidenrente und mit Wirkung ab 1. Juli 2008 eine
Dreiviertelsrente
zu.
1.2
Die IV-Stelle leitete im März 2011 von Amtes wege
n eine Revision ein (Urk. 7/72)
. Mit Mitteilung vom 10.
Mai 2011 (Urk. 7/77) wurde die unveränder
te
Dreiviertelsrente
bestätigt (Invaliditätsgrad 64 %).
1.3
Anlässlich der im Oktober 2014
an die Hand
genommenen amtlichen Revision (Urk. 7/84) aktualisierte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Aktenla
ge und liess die Versicherte durch das
D._
allgemein-internistisch, psychiatrisch, rheumatologisch, neurologisch und neu
ropsychologisch b
egutachten (
D._
-Gutachten vom 15
. Juni 2015, Urk. 7/97).
Mit Vorbescheid vom 28. Juli 2015 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Inva
lidenrente in Aussicht (Urk. 7/103), wogegen
X._
am 14. September 2015 Einwand erhob (Urk. 7/112, unter Beilage einer Stellung
nahme zum
D._
-Gutachten von
Dr.
E._
vom 2. September 2015, Urk. 7/109). Am 30. November 2015 erfolgte eine ergänzende Stellungnahme durch das
D._
(Urk. 7/119). Mit Eingabe vom 1
2.
April 2016 nahm die Versicherte Stellung dazu (Urk. 7/121). Mit Verfügung vom
25. Mai 2016 stellte die IV-Stelle die Rentenleistungen per Ende Juni 2016 ein (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 16. Juni 2016 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte Folgendes:
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25.
Mai 2016 auf
zuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin die aktuelle Invalidenrente auszurichten.
3.
Es sei das G
utachten vom 15.
Juni 2015
vollständig aus dem Recht zu weisen.
4.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine neue medizinische polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin durchzuführe
n
.
5.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, nach Vorliegen des neuen medizi
n
ischen polydisziplinären Gutachtens über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinden.
6.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, gestützt auf Art. 43
ATSG
die weiteren
notwendigen Abklärungen durchzuführen.
7.
Es sei vom Gericht ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
8.
Es sei vom Gericht im Sinne von Art. 6 EMRK eine öffentliche Ver
handlung durchzuführen.
9.
Es sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende
W
irkung
zuzu
erkennen.“
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2016 auf Abweisung der Beschwerde
und machte neu geltend, dass bereits die ursprüng
liche Verfügung vom 10. Dezember 2009 zweifellos unrichtig gewesen sei, wes
halb die angefochtene Verfügung auch mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu schützen sei
(Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-
127). Mit Verfügung vom 5. August 2016 wurde das Gesuch um Wiederherstel
lung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
abgewiesen, ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Beschwerdeführerin
eine Frist angesetzt, um sich zu einer allfälligen Substitution der Motive zu äussern (Urk. 8).
Am 19. August 2016 ging die Replik ein (Urk. 9). Die Beschwerdegegnerin verzich
tete auf Duplik (Urk. 12), was der Beschwerdeführerin am 21. September 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Mit Schreiben 1
2.
Februar 2018 zog die Beschwerde
führerin ihren Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück (
Urk.
18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141
V
281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (BGE 130
V
352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
1.2.3
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und
anschliessende
Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditätsbemes
sung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden)
treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einsprache
entscheide
zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Eine Wiedererwägung in diesem Sinne ist in den Schranken von Art. 53 Abs. 3 ATSG jederzeit möglich, insbe
sondere auch wenn die Voraussetzungen der Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Renten
verfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die im Revisionsverfahren verfügte Aufhebung der Rente mit dieser substituierten Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2, Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 2). Dabei muss der versicherten Person vorgängig das rechtliche Gehör zur Substitution der Motive gewährt worden sein (BGE 125 V 368 E. 4a und b; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
). Bei Renten der Invalidenversicherung im Besonderen ist zu beachten, dass die Ermittlung des Invaliditätsgrades verschie
dene Ermessenszüge aufweisende Elemente und Schritte umfasst. Zu denken ist namentlich an die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall bedingte Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG und Art. 6 ATSG). Hier bedarf es für die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit einer qualifiziert rechts
fehlerhaften Ermessensbetätigung. Scheint die Einschätzung der Arbeitsfähig
keit vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Rentenzusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die
Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.6
Bei der Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen Verfügung oder eines formell rechtskräftigen
Einspracheentscheides
, sei es im Rahmen der substituier
ten Begründung bei Gelegenheit eines Revisionsverfahrens nach Art. 17 Abs. 1 ATSG und Art. 87 ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), sei es sonst von Amtes wegen oder auf Gesuch hin, gilt es, wenn spezifisch IV-rechtliche Aspekte zur Diskussion stehen, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen. Um die Frage nach dem zukünfti
gen Rentenanspruch prüfen zu können, muss die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung, was auf periodische Dauerleistungen
regelmässig
zutrifft, sind die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs pro
futuro
zu prüfen. Es kann somit nicht mit der Feststellung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung sein Bewenden haben. Vielmehr ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der Invaliditätsgrad im Zeitpunkt der Verfügung oder des
Ein
spracheentscheides
zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Art. 28 Abs. 1 IVG). Bei der sub
stituiert begründeten Wiedererwägung ändert nicht das Ergebnis, sondern eine andere Begründung führt zum nämlichen Resultat wie die zu Unrecht ergangene Rentenrevision (vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_101/2011 vom 21. Juli 2011 E. 5.1 und E. 5.2 in
fine
, mit Hinweisen).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob
die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Renteneinstellung unter Hinweis auf das polydisziplinäre
D._
-Gutachten
vom 15. Juni 2015 (
Urk. 7/97) einschliesslich ergänzender Stellungnahme vom
30. November 2015
(Urk.
7/119
) damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin insoweit verbessert habe, dass sie seit Mai 2015 aus polydisziplinärer Sicht zu 90 % arbeitsfähig sei, wobei die angestammte Tätigkeit als Bankangestellte einer behinderungsange
passten Tätigkeit entspreche (Urk. 2).
In der Beschwerdeantwort machte die Beschwerdegegnerin überdies geltend, bereits die ursprüngliche Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 7/71) sei zweifellos unrichtig gewesen, weshalb die angefochtene Verfügung auch mit der substituierten Begründung der Wieder
wägung zu schützen sei (Urk. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass ihr Gesundheitszu
stand unverändert geblieben sei.
Auf das
D._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden.
Gegen die
D._
-Gutachter beständen zudem Ablehnungsgründe gemäss Art. 44 ATSG. Entsprechend sei eine neue polydisziplinäre Begutachtung durch
zuführen. Beim festgelegten
Valideneinkommen
seien ihre entgangenen
Weiter
bildungs
- und Karrieremöglichkeiten unberücksichtigt geblieben. Ausserdem würde sie im Gesundheitsfall zu 100 % arbeiten (Urk. 1). Eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung liege angesichts der damali
gen ausführlichen Abklärungen nicht vor (Urk. 9).
3.
3.1
Die Rentenverfügung
vom 10. Dezember 2009 (Urk. 7/70 in Verbindung mit Urk. 7/65) basierte im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Unterlagen:
3.2
Im rheumatologischen/psychiatrischen Gutachten vom 18. November 2008 von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
(Urk. 7/29) wurden folgende Diagnosen mit Einfluss au
f
die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Neuropsychologische Funktionsstörung (ICD-10: F 06.8) bei Status nach
HWS-Distorsionstrauma
-
Chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom (
zervikophales
un
d links
seitiges
zervikobrachial
es
Syndrom, ICD-10: 53) mit/bei
-
deutlichen muskulären Befunden im Sinne von Insertions
-
tendinosen
, Muskelverspannungen, zervikal un
d im
Supra
-
spinatusbereich
-
Status nach
HWS
-Distorsion und
Thoraxkontusion
am 7. Januar
2007
Im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung führte
Dr.
A._
aus, dass die
W
irbelsäulenform der Beschwerdeführerin eine leichte Betonung der
BWS
-Kyphose mit Kopfpropulsion zeige. Die aktiv erreichten Bewegungswerte der HWS seien normal
mit endphasig jeweils Schmerzhaftigkeit, es fänden sich deutliche
Druckdolenzen
entsprechend muskulären
Insertionstendinosen
beid
seits, am
Occipitalansatz
, dann eine
druckdolente
HWS-Muskulatur mit auch Verspannungen der HWS-Muskulatur, betont auf der rechten Seite, Verspan
nungen der
Supraspinatuspartien
b
eidseits,
Druckdolenzen
an der
s
ternocosta
len
Übergängen, entlang des Margo
medialis
scapulae
. Die BWS und LWS seien frei beweglich. Kraft, S
ensibilität und Reflexbild an d
en oberen Extremitäten seien normal bis auf eine verminderte Empfin
d
lichkeit
in den
Finger
n
IV und
V auf der linken Seite. An den unteren Extremitäten fänden sich keine Auffällig
keiten. Zusammenfassend finde sich der Befund eines
zervikospondylogenen
Syndroms mit entsprechenden Weichteilbefunden im Sinne von Verspannungen zervikal,
Insertionstendinosen
und entsprechenden
Druckdolenzen
im Sinne eines mittelschweren
Zervikalsyndroms
.
Aufgrund des deutlichen
zervikoverteb
ralen
Befundes mit deutlichen
Insertionstendinosen
und Muskelverspannungen sei die Beschwerdeführerin
seit Januar 2007
auch in einer Bürotätig
keit/Banktätigkeit derzeit lediglich 70 % arbeitsfähig, dies bezogen auf ein Ganztagespensum.
Es könne keine Tätigkeit genannt werden, in welcher derzeit eine höhere Arbeitsfähigkeit bestehen würde
(S. 14 f.)
.
Dr.
B._
führte in seiner psychiatrischen Beurteilung aus, dass die Beschwer
deführerin
psychiatris
cherseits
hereditär
unbelastet sei. Sie sei in unauffälligen
F
amilienverhältnissen aufgewachsen, wo sie zwar die Scheidung ihrer Eltern im Alter von 9 Jahren habe hinnehmen müssen, ihr Aufwachsen sei aber nicht von anhaltenden Konflikten geprägt gewesen. Sie sei eine gute Schülerin gewesen und habe mit soliden Leistungen die Matura be
s
tanden. Seit 1996 sei sie bei der
Y._
angestellt, wo sie durchwegs sehr zuverlässige und gute Arbeit habe leisten können. Im Januar 2007 sei es zu einem Reitunfall gekommen mit
HWS
-Distorsionstrauma. Seither
leide die B
eschwerdeführerin unter gesundheitlichen Beschwerden
: Schmerzen im Kopf und Nackenbereich sowie subjektiven Ein
bussen d
er kognitiven Leistungsfähigkeit
. In
der aktuellen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin sowohl die erwähnten Schmerzen als auch vor allem die kognitiven Einbussen geltend gemacht. Gleichzeitig habe sie aber jegliche wei
ter
e
psychische Beschwerden verneint, nicht über Veränderungen in der Grund
stimmung berichtet, auch nicht über irgendwelche Ängste oder sonstige psychi
sche Auffälligkeiten. Im objektiven Psychostatus habe die Beschwerdeführerin keinerlei
Auffälligkeiten
gezeigt. Es habe
überhaupt
keine Hinweise auf eine Mitbeteiligung in der Grundstimmung gegeben. Die Beschwerdeführerin
habe
aber eine ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft gezeigt, einen sehr guten affektiven Rapport herstellen lassen, sehr differenziert und nachvollziehbar über ihr Leiden in sehr sachlicher
Art
berichten kön
nen. So habe sie zu keinem Zeit
punkt begehrlich oder
aggravierend
gewirkt. Auch die eingehende Erhebung der persönlichen Anamnese habe keinerlei Hinweise für eine neurotische Störung oder gar eine Persönlichkeitsstörung beziehungsweise eine auffällige Persön
lichkeitsstruktu
r ergeben. Es handle es sich um
ein
e
Beschwerdeführerin, welche subjektiv vor allem h
insichtlich ihr
er kognitive
n Lei
stungsfähigkeiten im Ver
gleich zu früher ganz erheblich beeinträchtigt sei, welche aber gleichzeitig objektiv keine
psychopathologischen Auffälligkeiten aufweise
. Aus rein psychi
atrischer Sicht könne also keine Diagnose gest
e
llt werden. Fraglich
sei
aber, wie es möglich sei, dass die Beschwerdeführerin in erheblicher Divergenz zu diesem
blanden
Psychostatus subjektiv über solche Beschwerden berichte, obwohl keine innerpsychischen strukturellen Auffälligkeiten hätten erhoben werden können.
Zu keinem Zeitpunkt der
Untersuchung
habe es nur irgendeinen Anlass gege
ben, an der Glaubhaftigkeit der von der Beschwerdeführerin beschriebenen Beschwerden zu zweifeln. Dies sei wichtig hervorzuheben, da die von der Beschwerdeführerin erlebten Beschwerden gewissermassen in ein diagnostisches Niemandsland fielen.
Angesichts fehlender Zweifel an der Glaubhaftigkeit der gemachten Angaben, müssten die von der Beschwerdeführerin beschriebenen kognitiven Beschwerden als tatsächlich vorhanden beurteilt werden. Somit müsse von einer neuropsychologischen Funktionsstörung nach HWS-Distorsionstrauma ausgegangen werden, allenfalls könne auch von einem Mild
Traumatic
Brain
Injury
(
MTBI
) ausgegangen werden.
Schulmedizinisch sei es bekanntermassen noch nicht möglich, das genaue anatomische Korrelat solcher
Verletzungen und der da
raus resultierenden Beschwer
d
en genau zu beschreiben. Dies könne aber prinzipiell kein Grund sein, von einem Patienten angegebene
Beschwerden nicht entsprechend zu würdigen. Ande
r
s wäre es, wenn es sich um ein
aggravierendes
oder gar
begehrliches Ve
rhalten der B
eschwerdeführerin handeln
würde, wo Hinweise für eine somatoforme Schmer
z
störung bezie
hungsweise eine andere Somatisierungsstörung vorliegen würden, was hier aber nicht der Fall sei. Die Beschwerdeführerin verfüge prämorbide über sehr gute kognitive und innerpsychische Ressourcen, die es ihr im Übrigen auch aktuell ermöglichten, weiterhin berufstätig zu bleiben.
Zu den Funktionsfähigkeiten aus psychiatrischer Sicht sei zu sagen, dass auch diese aus streng psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt seien, dass sie aber aus neuropsychologischer Sicht erhebliche Einbussen erfahren
würde
. E
s seien überwiegend kognitive Beein
trächtigung
en, über welche die B
eschwerdeführerin berichte.
Insbesondere beträfen diese die Daueraufmerksamkeit, die g
e
teilte Aufmerksamkeit, die
Kon
zentrations
- und Kurzgedächtnisleistungen sowie aber auch höhere kognitive Aufgaben, nämlich wenn die Beschwerdeführerin mehrere Aufgaben aufs Mal zu bewältigen habe. Zusammenfassend könne jedoch
gesagt werden, dass aus rein p
sychiatrischer Sicht keine Funktionseinbussen resultierten. Wenn man aber die neuropsychologischen Einbusse
n miteinbeziehe und diese als Te
il der psychiatrischen Beurteilung gutheisse, so resultiere aus dieser gesamtpsychiatri
schen Sicht eine ga
nz erhebliche Funktionseinbusse
. Aufgrund der Transparenz und Glaubwürdigkeit der Angaben der Beschwerdeführerin müssten sodann die Funktionseinbussen in Anlehnung des von der Beschwerdeführerin geleisteten Arbeitspensums beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin leiste derzeit an 4 Nachmitt
agen insgesamt ein Pensum von 10
Arbeitsstunden, was bei einer 42-Stundenwoche einem ungefähren 25%igen Arbeitspensum entspreche. Derzeit bestehe also aufgrund der realen Erfahrungen der Beschwerdeführerin am Arbeitsplatz eine Einschränkung aus neuropsychologischer Sicht zu 75 %. Allerdings bestehe derzeit ein sehr günstiger Verlauf, sodass sich
die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin laufend verbessern könne, sodass
entsprechend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit laufend adaptiert werden müsste. Aus psy
chiatrischer Sicht bestehe
seit Januar 2007
in der bisherigen Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit aktuell eine 25%ige Arbeitsfähigkeit
(S. 22 ff.)
.
In der gesamtmedizinischen Beurteilung führten die
beiden Gutachter
Dr.
A._
und
Dr.
B._
aus, dass - obwohl die streng rheumatologische Beurteilung hier eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorsehe - vorliegend nicht ausser Acht zu las
sen sei, dass sowohl die rheumatologische als auch die p
sychiatrische Beurtei
lung nicht
d
em realen Zustand entsprächen. A
ufgrund der sehr minutiösen Beschwerdeschilderung mit multiplen kognitiven Symptomen sei davon auszu
gehen, dass gesamthaft betrachtet, das heisst unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte, die Arbeitsunfähigkeit wesentlich höher sei als die rein rheumatolo
gisch oder psychiatrisch festgelegte Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin befinde sich mit dem derzeitig geleisteten 25%-Pensum an der oberen Grenze des
von
ihr leistbaren Arbeitspensums. Es
sei insbesondere bei der Tätigkeit der Beschwerdeführerin darauf zu verweisen, dass die kognitiven Beeinträchtigun
gen eine wesentliche Rolle spielten, welche durch die rein psychiatrische oder rheumatologische Beurteilung nicht erfasst würden. Insofern müsse empfohlen werden, eine zusätzliche neuropsychologische Testung zu veranlassen, sollte die vorliegend gelieferte Begründung bezüglich der Gesamtbeurteilung der Arbeits
unfähigkeit nicht ausreichen
(S. 28 f.)
.
Aus rheumatologischer Sicht seien keine beruflichen Massnahmen angezeigt.
Aus psychiatrischer Sicht sei zu empfehlen, dass der Beschwerdeführerin die von ihr benötigte Zeit gelassen
werde
, um schrittweise wieder eine höhere Arbeitsfähigkeit zu erlangen. Sie zeige dazu eine ausgezeichnete Motivation und
Bereitschaft, wobei keinerlei H
inweise für ein begehrliches oder
aggravie
rendes
Verhalten beständen. Würde von der Beschwerdeführerin eine zu schnel
le Wiedererlangung einer höheren Arbeitsfähigkeit gefordert, so drohe ein wei
tere
r
Rückfall und damit auf Dauer eine gewisse
Chronifizierung
der Beschwer
den (S. 30).
3.3
Im ergänzend
eingeholten neuropsychologische
n Gutachten vom 9. März 2009 vo
n
Edwin
C._
(Urk. 7/37) wurden folgende Diagnosen genannt:
-
Minimale bis leichte kognitive Minderleistungen
-
Hinweise auf erhöhte Ermüdbarkeit
Aus neuropsychologischer Sicht wurde festgehalten, dass sich in der Untersu
chung auch unter Berücksichtigung des hohen prämorbiden kognitiven Leis
tungsniveaus insgesamt lediglich minimale bis leichte kognit
i
ve Minderleistun
gen gezeigt hätten. Vermindert seien einzelne Arbeitsgedächtnisleistungen und die Aufmerksamkeitsteilung gewesen, zudem sei die Leistung beim Abzeichnen einer komplexen geometrischen Figur wegen eines Flüchtigkeitsfehlers leicht reduziert gewesen. Gut erhalten seien dagegen die eigentlichen Gedächtnisleis
tungen (Lernen und dauerhaftes S
peichern von Informationen), das unmittelba
re Aufnehmen von Informationen, die kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit, die selektive Aufmerksamkeit/Impulskontrolle, die Ideenproduktion, die Umstellfähigkeit, die Handlungs
planung, das Denken, d
ie Raumwahrnehmung, sprachassoziierte Leistungen sowie das Kopfrechnen gewesen.
Aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen
sei
es nicht ausgeschlossen, dass die
Beschwerdeführerin
beim Unfall vom Januar 2007 ein
e Hirnerschütterung erlit
ten habe
, mit hoher Wahrscheinlichkeit
sei
es dabei zu einer HWS-Distorsion gekommen. Weder
aufgrund einer Hirn
erschütterung noch einer HWS-Dis
-
torsion
sei
aber aufgrund der gegenwärtigen Forschungslage mit bleibenden hirnorganisch bedingten kognitiven Folgen zu rechnen. Bei Fehlen von Hinwei
sen auf ps
ychogene Faktoren (siehe psychi
atrisches
Gutachten vom November 2008) kä
men als
Ursache für die jetzigen kogni
tiven Minderleistungen in erster
Linie schmerzassozii
erte Faktoren in Frage. Das neu
ropsychologische Befund
muster mit wenig ausgeprägten und dazu unspezifischen k
ognitiven Minderleis
tungen stehe
in guter Übereinstimmung dazu. Die Leistung in einer Symptom
validierungsaufgabe
sei
adäquat
gewesen
, auch die Leistung in den übrigen neuropsychologischen Tests
habe
auf ein
e gute Anstrengungsbereit
schaft hin
gedeutet
. Die gute Kooperation bei
der jetzigen Untersuchung stütze
indirekt auch die Glaubwürdigkeit der subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin
.
Allerdings bestehe doch eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Schweregrad und der Breite der von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden sowie deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und dem geringen Schwere
grad der objektivierten kognitiven Minderleistungen bei der aktuellen Untersu
chung. Rein aufgrund
der bei der Untersuchung objektivierten kognitiven Min
derleistungen wäre in der bisherigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin
eine deutlich geringere Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten, als dies im bisherigen Ve
rlauf der beruflichen Eingliede
rung der Fall
gewesen sei
.
Diese Diskrepanz sei m
öglicherweise damit
zu erklären
, dass es sich bei vielen der Beschwerden der
Beschwerdeführerin
um ein subjektiv erlebtes Leiden
handle
und der subjektiv erlebte Schweregrad von der
Beschwerdeführerin als sehr gra
vie
rend und
leistungseinschränkend beurteilt werde -
beispielsweise bei Ein
schränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit.
Zudem seien
einige der von der
Beschwerdeführerin
beklagten Beschwerden subjektive Phänomene, welc
he nicht adäquat mit Tests mess
bar
seien
,
wie zum Beispiel
die berichteten Schmerzen o
der die Müdigkeit. Es
könne
davon
ausgegangen werden, dass die kognitive Leistungsfähigkei
t per se lediglich minimal bis l
eicht eingeschränkt
sei
und diesbezüglich in der anspruchsvollen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin eine Leistungs
einschränkung von höchstens 20
% angenommen werden
könne
.
Zudem komme
eine Reihe von weiteren Einschränkungen mit subjekt
iv erleb
tem Charakter dazu, bei
spielsweise das Schmerzerleben und die Müdigkeit, bei
welchen sowohl von Ein
schränkungen der zeitlichen Zumutbarkeit wie auch
möglicherweise der Leistungsfä
higkeit ausgegangen werden
könne
. Diese Beein
trächtigungen
seien
jedoch nicht nur au
s der Sicht einer einzelnen mediz
ini
schen Fachdiszipl
in zu beurtei
len, sondern
gesamthaft
. Die Neuropsychologie selbst
sei
nicht in der Lage, die
Auswirkungen der erhöhten Ermüd
barkeit auf die Arbeitsfähigkeit genau zu beurteilen und zu quantifizieren. Ein möglicher
Weg zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkei
t könnte sein
, auf die Angaben der Ver
sicher
ten abzustützen, welche glaubwürdig sch
ienen
.
Nicht unproblematisch schein
e
das Vorgehen der Gutachter
Dr.
A._
und Dr.
B._
bei der Beurteilung der neuropsychologischen Leistungen der Versi
cherten in ihrem rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten vom November 200
8.
Sie hätten eine neuropsychologische Funktionsstörung rein aufgrund der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin diagnostiziert
,
wes
halb die durchgeführte neuropsychologische Untersuchung das adäquatere Vor
gehen sei.
3.4
Die beiden Gutachter
Dr.
A._
und
Dr.
B._
nahmen am 14. April 2009 Stel
lung zum neuropsychologischen Gutachten vom 9. März 2009 (Urk. 7/42) und führten aus, dass keine Zweifel darüber beständen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Alltag erhebliche Einbussen in ihren Funktionsfähigkeiten erlebe, wäh
rend diese aus somatischer und neuropsychologischer Sicht nicht vollumfäng
lich objektivierbar seien. Würde der neuropsychologischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von 80 % gefolgt werden, so würde der mehrfach erwähnten ausgezeichneten Kooperationsbereitschaft und dem vollständig fehlenden
Aggravieren
der Beschwerdeführerin nicht Rechnung getragen. Entsprechend ergebe sich keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin im Vergleich zum Gutachten vom 8. November 2008, weder in der ange
stammten noch in einer Verweistätigkeit.
3.5
RAD-Arzt
Dr.
F._
führte am 5. Juni 2009 eine psychiatrisch-psychotherapeutische Standortbestimmung der Beschwerdeführerin durch (Urk. 7/59 S. 7) und hielt fest, dass seit Januar 2007 ein psycho-organischer Gesundheitsschaden von Krankheitswert (ICD-10: F 06.8) als Folge eines unfall
bedingten somatischen Traumas die Ausschöpfung der funktionellen Leistungs
fähigkeit einschränke. Im Mittelpunkt des inzwischen mit dem Risiko der durch den schleppenden Verlauf des Verfahrens begünstigten
Chronifizierung
behafte
ten Krankheitsgeschehens stehe ein organisches Psychosyndrom mit kognitiven Ausfällen und emotionalen Defiziten (Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Antriebsminderung, Angst- und Wutreaktionen in Verbindung mit den auf das Unfallereignis zurück
gehenden Schmerzsensationen), das zu einer Verä
nderung von Persönlichkeit und V
erhalten geführt habe, die bislang trotz lege
artis
stö
rungsspezifisch eingeleiteter und durchgeführter Therapien nicht in der von der leistungsmotivierten Beschwerdeführerin gewünschten Zeit positiv zu beeinflus
sen gewesen seien.
Aus versicherungsmedizinischer Warte sei im Einklang mit dem interdisziplinä
ren Gutac
hten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom November 2008
medizintheore
tisch davon auszugehen,
dass ab dem Unfallgeschehen bis etwa zu Beginn des Jahres eine Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit von 75 % postuliert werden könne mit
dem Hinweis auf den mit hoher Wahrschein
lichkeit zu erreichenden günstigen Eingliederungsverlauf. Die
mit guter Motiva
tion ausgestattete und in disziplinierter Einstellung selbsteingliederungsorien
tierte Beschwerdeführerin ergreife seit April 2008 die ihr vom Arbeitgeber eröffnete Chance in einem hälftigen Pensum (50 % von 100 %) zu wirken, und es sei aus psychiatrischer Sicht zu empfehlen, die gute Compliance der Beschwerdeführerin integrativ zu nutzen in Verbindung mit dem Angebot geeigneter, störungsspezifisch orientierter und koordiniert verlaufender thera
peutischer und beruflicher Massnahmen.
4.
4.1
Die rentenaufhebe
nde Verfügung vom 25. Mai 2016 (
Urk. 2) beruht auf folgen
den medizinischen Beurteilungen:
4.2
Dr.
E._
stellte in seinem Bericht vom 17. Oktober 2014 (Urk. 7/86) zuhanden der Beschwerdegegnerin bei einem stationären Gesundheitszustand
aus rheuma
tologischer Sicht
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronisches rezidivierendes
Cervikovertebralsyndrom
mit intermittierend
cerviko-spondylogener
Komponente beidseits, mehr links als rechts
(bestehend seit 7. Januar 2007)
-
segmentale Funktionsstörungen
C0/1, C1/2, C2/3, C4/5, C5/6,
Th2/7
-
leichter thorakaler Rundrücken mit
Kopfprotraktion
-
muskuläre
Dysbalance
mit
myofascialem
Schmerzsyndrom
Nacken-/Schultermuskulatur beidseits mehr links als rechts
-
Status nach Stirnkontusion mit axialer Stauchung der HWS am
20. Mai 2011
-
Status nach Pferdeunfall mit HWS-Distorsion und Commotio
cerebri am 7. Januar 2007
-
Akutes
Lumbovertebralsyndrom
(a
u
fgetreten im Februar 2014), aktuell
beschwerdefrei
-
Rezidivierende Gonarthritis
rechts im Rahmen einer
Chondrocalcinose
(aufgetreten im April 2012), aktuell beschwerdefrei
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe die
angst
-phobische Störung, bestehend seit dem Unfall am 7. Januar 200
7.
In der bisherigen Tätigkeit als Bankangestellte und in einer angepassten, für die Behinderung optimal struktu
rierte
n
Tätigkeit, bestehe eine 40%ige Arbeitsfähigkeit. Dabei sei die Leistungs
fähigkeit um 60 % vermindert. Prognostisch sei von einem stationären bis zu einem leicht sich bessernden Verlauf auszugehen.
4.3
Im polydisziplinären (
allgemein-internistisch
en
, psychiatrisch
en
, rheumatologi
sch
en
, neurologisch
en
und neuropsychologisch
en)
D._
-Gutachten vom 15.
Juni 2015 (Urk. 7/97) wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit gestellt:
-
Chronisches
zervikozephales
und
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
m
it
Brachialgie
links (ICD-10:
M
53.0/M 53.1/S 13.4)
-
klinisch vorwiegend
myofasciale
Ausprägung
-
Status nach HW
S-Distorsion anlässlich Reitunfall (Januar 2007)
-
leichte kognitive Beeinträchtigungen bei Schmerzen und
unspezifischer Begleitsymptomatik
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende
Diagosen
:
-
Chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren
(
ICD-10: F 45.41)
-
Anamnestisch
Chondrocalcin
ose
Knie rechts, rezidivierend
Aus allgemein-internistischer Sicht ständen im Vordergrund der Symptomatik die Kopfschmerzen der Beschwerdeführerin mit Ausstrahlung in den linken Arm sowie in den Brustbereich. Aufgrund eines allgemein-internistischen Leidens könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden - auch retro
spektiv nicht
(S. 12)
.
Gemäss psychiatrischer Beurteilung sei die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Bruder aufgewachsen. In der Familie seien keine psychiatrischen Erkran
kungen bekannt. Sie habe immer eine gute Beziehung mit ihren Eltern und ihrem Bruder gehabt. Ohne Schwierigkeiten
habe
sie die Schule durchlaufen, welche sie mit der Matura abgeschlossen habe. Seit Abschluss arbeite sie bei der
Y._
. Während Jahren sei sie als Firmenkunde
n
betreuerin tätig gewesen. Bei der Arbeit habe sie keinerlei Probleme gehabt. In ihrer Freizeit sei sie sehr aktiv gewesen und habe viel Sport getrieben. Seit ihrer Jugend sei sie eine begeisterte Reiterin gewesen. 2007 habe sie einen Reitunfall erlitten. Ihr Pferd habe gescheut und sei auf die Hinterbeine
gestiegen. Dabei sei der Kopf rasch nach hinten geworfen worden. Als das Pferd wieder auf seine Vorderbeine gekommen sei,
habe
sie mit ihrer linken Kopfseite am Hals des Pferdes a
uf
geschlagen. Zunächst habe
sie nicht unter Beschwerden gelitten und habe das Pferd noch versorgen können. Stunden später habe sie an Kopfschmerzen
, Ü
belkeit und Schwindel gelitten. Am nächsten Tag habe sie Mühe gehabt, sich bei der Arbeit zu konzentrieren und habe den Arzt aufgesucht. Seither leide sie an Schmerzen im Bereich des linken Hinterkopfes, die in die Augen, die Arme und die Schulter
ausstrahlten. Gemäss ihren Angaben leide sie andauernd unter Schmerzen. Die Schmerzen verstärkten sich bei körperlicher und geistiger
Belastung und bei Wetterwechsel. Sie
nehme
einzig gelegentlich ein Schmerzmittel ein. Sie
werde
mit Lymphdrainage behandelt, besuch
e
einmal pro Woche ein Fitnessstudio währ
end 15 Minuten. Daneben betreibe sie Tai-Chi
und Yoga. Sie
sei
auch zweimal stationär behandelt
worden.
All diese Behandlungen
hätten
wenig
geändert
. Die angestammte Arbeit
habe
sie nicht weiterführen
können
, sie
sei
in den rückwärtigen Dienst versetzt
worden, sei
für die Lehrlingsausbildung zuständig, arbeite noch dreimal während 5
1/2
Stunden pro Tag. Die
Beschwer
deführerin
habe
sich nie in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung
befunden und sei
auch nie psychopharmakologisch behandelt
worden
. Die
Beschwerdeführerin fühle
sich maximal in der Lage, ihr jetziges Pensum zu leis
ten. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheits
überzeugung, nur noch sehr eingeschränkt arbeiten zu können, könn
t
en durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, sodass eine psychische Überlagerung angenommen werden
müsse
. Die
Beschwerdeführerin
sei
früher sehr aktiv
gewesen
,
habe viel geleistet und sei
auch in ihrer Freizeit sehr viel unterwegs
gewesen. Sie habe
grosse Mühe zu akzeptieren, dass sie aufgrund ihrer Beschwerden nicht mehr so leistungsfähig
sei
. Dies
könne
allen
falls dazu beitragen, dass sie ihren Beschwerden mehr Gewicht
zumesse
, als das den obje
ktivierbaren Befunden entspreche
. Es ha
ndle
sich um eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Eine weitere psy
chiatrische Diagnose
könne
nicht gestellt werden. Bei der psychiatrischen Untersuchung
hätten
keinerlei psychopathologische Symptome festgestellt wer
den
können
. Eine Arbeitsunfähigkeit a
us psychiatrischer Sicht bestehe
nicht
und habe nie bestanden
. Ausser der chronischen Schmerzstörung
könne
keine weitere psychiatrische Störung diagnostiziert werden
, weshalb keine
ausgepräg
te psychiatrische Komorbidität
vorliege
. Eine schwere, chronische kör
perliche Begleiterkrankung liege
nicht vor. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug
lasse
sich n
icht feststellen.
Hinweise auf unbewusste Konflikte fehl
t
en, ein primärer Krankheitsgewinn
sei
nicht vorhanden. Die geklagten Beschwerden
seien
weder durch eine somatische noch durch eine psychiatrisch
e Störung hinreichend erklärbar.
Dass sich die
Beschwerdeführerin
subjektiv überhaupt nicht mehr arbeitsfähig
sehe
,
lasse
sich weder aus somatischer Sicht noch aus psychiatri
scher Sicht hinreichend objektivieren. Daher
sei
auch nicht zu erwarten, dass sich diese subjektive Krankheitsüberzeugung durch somatische oder psychiatri
sche Therapien wesentlich beeinflussen
lasse
. Aus psychiatrischer Sicht
könne
es der
Beschwerdeführerin
daher zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags einer
beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können
. Der begutachtende Psychiater Dr.
B._
habe
im Jahre 2008
eine neuropsychologische Funktionsstörung
diagnostiziert und
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
attestierte.
Doch seien
keine psychopathologischen Auffälligkeiten festgestellt
worden. Dr.
B._
habe aber berichtet
, dass die Angaben
der
Beschwerdeführe
rin
glaubhaft seien, dass keine Aggravationstendenz vorliege und dass daher auf die subjektive Beschwerdeschilderung abgestellt werden könne. Die Diagno
se neuropsychologische Funktionsstörung
sei
also einzig aufgrund der anam
nestischen Angaben der
Beschwerdeführerin
gestellt worden
.
Anlässlich der
neuropsychologisch
en Begutachtung hätten nur
minimale bis leichte kognitive Minderleistungen festgestellt werden
können
. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung
hätten
aus psychiatrischer Sicht keinerlei Hinweise auf kognitive Einbussen festgestellt werden
können
. Aus psychiatrischer Sicht
könne
einzig die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung diagnostiziert werden. Es
fän
den
sich auch keinerlei Hinweise für eine Angststörung. Bei fehlender psychiat
rischer Komorbidität
könne
somit keine Einschränkung der Arbe
itsfähigkeit attestiert werden
(S. 15 ff.)
.
Im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung wurde festgehalten, dass es sich beim
initialen Unfallereignis
im Januar 2007
um einen Reitunfall
gehandelt habe
, wobei es zu keinem Sturz vom Pferd
gekommen sei
, sondern die
Beschwerdeführerin sich trotz stark scheuendem Pferd
am Hals des Pferdes
habe
festhalten
können
, jedoch der Kopf herumgeschleudert
worden sei
und es dabei zu einem Anprall mit der linken Wange und dem Br
ustkorb gegen den Pferde
hals gekommen sei
.
Ob im Rahmen dieses Ereignisses tatsächlich eine Bewusst
losigkeit
vorgelegen habe, scheine
unsicher,
sei
es doch zu keinem Sturz vom Pferd
gekommen
. In der Folge
hätte
sich die auch aktuell vorhandene Beschwerdesymptomatik
entwickelt
, welche subjektiv durch das Schmerzsyn
drom geprägt
werde
mit Lokalisation vorwiegend im Hinterkopf und im Nacken-Schultergürtelbereich links mehr als rechts sowie eine
m linksseitigen Armschmerz und bei
Schmerzexazerbationen
auch einem heftigen Schmerz im Schädel- und Gesichtsbereich mit jeweils zusätzlich Übelkeit und Schwindelsen
sationen. Alle körperlichen und geistigen Anstrengungen sowie ein Zeitdruck führ
t
en zu einer Schmerzzuna
hme, die Schmerzintensität liege
konstant jeden Tag bei circa 3-4 und
exazerbier
e
circa einmal alle zwei Wochen
,
dann
mit Notwendigkeit d
er Einnahme von hohen Dosen
Aspé
gic
sowie Schonung und Ruhe. Das Beschwerdebild fü
hre
zu einer Konzentrationsschwäche und einer Abnahme des Kurzzeitgedächtnisse
s, ausserdem sei sogenanntes Mul
titasking nicht mehr möglich.
Eine radiomorphologische Abklärung mittels MRI der HWS
im Mai 2007 habe
einen Normalbefund ergeben ohne degenerative oder trau
matische Veränderungen. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung
ergäben
sich während der Anamneseerhebung keine Auffälligkeiten mit zwar Vermei
dung übermässiger Kopfbewegungen, daneben jedoch durchwegs normalen Spont
anbewegungen. Neurologisch zeige
sich eine etwas verminderte Kraftent
wicklung in sämtlichen
Myotomen
am linken Arm, was nicht einer
r
adikulären
Verteilung entspreche
und deshalb am ehesten als schmerzinduziert angesehen werden
müsse
. Die Sensibilität am linken
Arm sei lateralseitig bis zum Kl
einfin
ger etwas vermindert, weitere Hinweise für ein
radikuläres
Syndrom C8
seien
aber nicht fassbar, wobei bezüglich der neurologischen Interpretation und Beur
teilung auf das entsprechende Untergutachten verwiesen
werde
. Die
Untersu
chung all
er grossen und kleinen Gelenke
sowie auch der LWS und BWS ergäben
keine relevanten Auffälligkeiten. An der HWS
werde
nur die aktive Beweglich
keit geprüft, deutliche Einschränkung der globalen Rotation nach links, etwas geringer der Extension, eingeschränkt
seien
auch Lateralflexio
n beidseits und Flexion, allseit
iger Endphasenschmerz im Nackenbereich.
Es ergä
ben sich kli
nisch-rheumatologische Befunde im Sinne von umfangreichen positiven Irrita
tionszonen an der HWS sowie massigen bis deutlichen
Myogelosen
und
Inserti
onstendinosen
im Nacken-Schultergürtelbereich. Das ak
tuelle Röntgenbild der HWS zeige
keine posttraumatischen Verände
rungen und keine Degenerationen. Erwähnenswert
sei
lediglich eine leichte Rotationsfehlstellung von HWK
4.
Die Symptomatik
sei
recht typisch für ein
zervikoze
phales
und
zervikospondyloge
nes
,
brachiales Schmerzsyndrom auf dem Boden von vorwiegend
tendomyoti
schen
Veränderungen und Befunden. Die Beschwerdeschilderung und die Befunde bei der klinischen Untersuchung
seien
konsistent, auch zeig
t
en sich keine Hinweise für ein gesteigertes Sch
merzverhalten. Insgesamt handle
es sich um eine Symptomatik, welche aus somatisch-rheumatologischer Sicht auf eine
mässiggradige
Pathologie zurückzuführen
sei
.
Funktionell
lieg
e
eine deutlich verminderte Belastbarkeit der Nacken-Schultergürtelregion vor, zusätzlich eine leicht eingeschränkte allgemeine Bela
stbarkeit aufgrund der nachvollziehbaren Schmerzsymptomatik.
Aufgrund der
genannten Befunde und Diagnosen
seien
körperli
ch schwere nicht mehr und mittel
schwere Tätigkeiten nur noch einge
schränkt zumutbar. Für eine körperlich leichte Tätigkeit mit auch nur leichter Belastung der Nacken-Schultergürtelregion, Möglichkeit zu Wechselpositionen, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne Arbeiten über Brusthöhe
sei
die Arbeitsfähigkeit lediglich im Sinne einer Leistungseinschrän
kung um 10
% vermindert. Durch die Momentaufnahme einer einmaligen Untersuchung
könne
der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in den letzten acht Jah
ren retrospektiv nicht zuverlässig beurteilt werden. Aufgrund der Aktenlage l
ä
gen deutliche Einschränkungen für körperlich schwere und mittelschwere
Tätigkeiten wohl seit dem Unfallereignis
im Januar 2007
vor, zusätzlich initial wegen starken Beschwerden nach dem Unfallereignis vorübergehend auch eine volle Arbeitsunfähigkeit für eine geeignete Tätigkeit (Grad und Dauer
seien
ret
rospektiv nicht beurteil
bar). Angesichts der Befunde im
früheren rheumatologi
schen Gutachten
vom November 2008
sei
davon auszuge
h
en, dass eine relevan
te und verwertbare Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit aber seit min
deste
ns dem damaligen Zeitpunkt vorlie
g
e
(S. 20 ff.)
.
Gemäss der neurologischen Beurteilung leide die Beschwerdeführerin
seit meh
reren Jahren unter chronischen Kopf-
und Nackenschmerzen. Es handle
sich um andauernde Schmerzen, welche einherg
ingen
mit einer ausgeprägten Belas
tungsintoleranz. Die
Beschwerdeführerin berichte
, dass sie bei jeglicher körper
licher und geistiger Beanspruchung rasch zunehmende Schmerzen entwickl
e, wobei es dann begleitend zu Ü
belkeit und Schwindel komme. Es
werde
ein Neu
rasthenie-
ä
hnliches Beschwerdebild mit hohem Pausenbedarf und langen nächt
lichen Ruhezeiten beschrieben. Zudem beklag
e
sich die
Beschwerdeführerin
über Konzentr
ations- und Gedächtnisstörungen.
Die aktuellen Angaben h
insichtlich der Kopfschmerzen lie
ssen keine sichere Klassifikation gemäss den diagnosti
schen Richtlinien der
IHS
(Internation
Headache
Society) zu. In der persönlichen Anamnese
sei
eine Migräne bekannt. Nach eigener Einschätzung handle es sich heute jedoch um davon unterschiedliche Kopfsch
merzen. Die aktuellen Angaben lie
ssen die Zuordnung
der Kopfschmerzen zu einer Migrä
nediag
nose nicht zu. Zeitweise bestehe
möglicherweise ein Analgetika
-Überkonsum. Diesbezüglich mache
die
Beschwerdeführerin
jedoch Angaben über auch länger dauernde Pau
sen der
Analgetikaeinnahme
, sodass ein ursächlicher Zusammenhang der Kopf
schmerzen mit dem
Analgetikagebrauch
eher unwahrscheinlich erscheine
. Die während der Anamneseerhebung sehr überzeugend aufgetretene
Beschwerde
führerin zeige
bei der klinischen Untersuchung eine stark eing
eschränkte Beweglichkeit der HWS
, was jedoch bei unauffälliger Beobachtung in diesem Ausmass nicht nachvollzogen werden
könne
. Zud
em berichte
die
Beschwerde
führerin
bei der Palpation der Nackenmuskulatur über eine extr
eme Drucküber
empfindlichkeit in
dem bereits Berührungsreize genüg
t
en, um sehr starke
Schmerzen auszulösen. Dies weise
auf eine erhebliche funktionelle
Ü
berlage
rung hin. Im Wei
teren berichte
die
Beschwerdeführerin
über diffuse Schmerz
ausstrahlungen in den linken Arm, wobei auch hier eine deutliche
Drucküber
empfindlichkeit bestehe
, sowie über ein leichtes sensibles Defizit am Ringfinger der linken Hand. Weder die Schmerzausstrahlungen noch das sensible Defizit könn
t
en einem neurologischen Korrel
a
t zugeordnet werden. Das Verteilungs
muster
sei unspezifisch und es fä
nden sich keine anderweitigen objektivierbaren Befunde wie Reflexasymmetrien. Ausgangspunkt der Beschwerden
sei
ein
Reitunfall im Jahr 200
7.
In zeitnahen Berichten
sei
über einen Bewusstseinsver
lust und eine Amnesie im Minutenbereich berichtet
worden
. Bei genauer Befra
gung
hätte
sich jedoch heraus
gestellt
, dass die
Beschwerdeführerin nicht vom Pferd gestürzt
, sondern lediglich durch das scheuende Pferd durchgeschüttelt
worden sei
. Es
sei ihr
gelungen, das Pferd zu bändigen und einen Sturz zu ver
hindern. Dieser Ablauf
sei
mit einer Commotio cerebri nicht vereinbar. Im Detail sei diesbezüglich auf die ausführliche Diskussion im Gutachten der
Z._
vom 5. August
2008 verwiesen. Eine relevante
diskoli
gamentäre
oder
ossäre
Verletzungsfolge im Bereich der HWS
habe
ebenfalls nicht dokumentiert werden
können
. Insgesamt
seien
die von der
Beschwerde
führerin
beschriebenen hochgradigen Einschränkungen ihrer Leistungsfähigkeit im körperlichen und geistigen Bereich aus
neurologischer Sicht nicht erklärbar. Es fä
nden sich anamnestisch auch keine Hinweise auf eine
zugrunde liegende
schlafmedizinische Diagnose.
Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren und insbesondere auch zum Zeit
punkt der
Rentenzusprache
nicht relevant beeinträchtigt
gewesen
(S. 24 ff.)
.
Das neuropsychologische Testprofil
zeige
eine im Bereich der Intelligenz durch
schnittlich leistungsfähige
Beschwerdeführerin
. Prämorbid
müsse
von einem überdurchschnittlichen Intelligenzniveau
ausgegangen werden. Dabei falle
ein Spitzenresultat auf dem Gebiet der
visuo-spatialen
Konstruktion auf. Die Merkfähigkeit
sei
für Bewegungsabläufe, Zahlen, Wörter, Texte, Gegenstände und abstrakte Symbole nicht beeinträchtigt
. Eine Leistungsminderung finde
sich im Test zur Prüfung der Merkfähigkeit für figurales Material im Kurzzeitspei
cher. Diese isolierte Minderleistung dürfte jedoch unspezifischer Art sein und am ehesten auf die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Schmerzen zurückzuführen sein. Die Aufmerksamkeitsfunktionen
seien
für die selektive Aufmerksamkeit, für die geteilte Aufmerksamkeit und die Interferenzst
abi
lität im Normbereich. Die Frontalhirnfunktionen
seien
im Sinne der
visuo
-konstruktiven Leistungen erhalten. Ebenso
sei
die Umstellfähigkeit auf dem visuellen und verbalen Gebiet nicht beeinträchtigt. Die kognitive Fähigkeit zur Rotation von Gegenständen
sei
ebenfalls erhalten. Die logischen Funktionen
seien
nicht beeinträchtigt. Somit
fände
sich
diagnostisch eine leichte neuropsy
chologische Störung in der Folge von Schmerzen
.
Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit zu 10 % eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin sei aus polydisziplinärer Sicht in ihrer angestammten Tätigkeit als kaufmännische Angestellte ganztags mit einer Leistungseinschrän
kung von 10 % arbeitsfähig. Dasselbe gelte für andere körperlich leichte, wech
selbelastende Tätigkeiten. Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin hingegen nicht zugemutet werden. Die leichte
neuropsychologische Einbusse sei schmerzbedingt einzustufen, gehöre folglich zur rheumatologischen Einschränkung und wirke sich nicht additiv aus.
Auf
grund der anamnestischen Angaben,
der
Untersuchungsbefunde, der vorliegen
den Dokumente sowie der f
rüher attestierten Arbeitsunfähi
gkeiten
sei davon auszugehen, da
ss die Unzumutbarkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seit dem Unfallereignis im Januar 2007
bestehe
. Die aktuell attes
tierte Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich
gelte
wahrscheinlich seit längerer Zeit,
sei
mit Sicherheit ab dem Mai 2015 zu bestätigen. Die bei der ursprünglichen Berentung
zugrunde liegende
Einschätzung
sei gutachterlich circa 1 1/2
Jahr
e
nach dem Unfall abgegeben
worden
. Die Beschwerden
seien
damals noch als glaubhaft eingestuft
worden
, woraus geschlossen werden
kön
ne
, dass sie damals plausibel erschienen. Bei der
aktuellen
polydisziplinären Untersuchung, inzwischen mehr als sechs Jahre nach dem letzten Gutachten,
seien
die Beschwerden weder somatisch noch neuropsychologisch oder psychi
atrisch als plausibel im Vergleich zu den subjektiven Beschwerden einzustufen, sodass sich
eine
veränderte objektive Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit ergebe
(S. 31 f.)
.
4.4
Dr.
E._
äusserte sich im Nachgang zum ergangenen Vorbescheid vom 28. Juli 2015 (Urk. 7/103) zur vorgesehenen Rentenaufhebung und hielt im Schreiben vom 2. September 2015 (Urk. 7/109)
folgende Diagnosen fest:
-
Chronisches rezidivierendes
Cervikovertebralsyndrom
mit intermittierend
cerviko-spondylogener
Komponente beidseits, mehr links als rechts
(bestehend seit 7. Januar 2007)
-
segmentale Funktionsstörungen C0/1, C1/2, C2/3, C4/5, C5/6,
Th2/7
-
leichter thorakaler Rundrücken mit
Kopfprotraktion
-
muskuläre
Dysbalance
mit
myofascialem
Schmerzsyndrom
Nacken-/Schultermuskulatur beidseits mehr links als rechts
-
Status nach Stirnkontusion mit axialer Stauchung der HWS am
20. Mai 2011
-
Status nach Pferdeunfall mit HWS-Distorsion und
wahrscheinlich
Commotio cerebri am 7. Januar 2007
-
Rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
,
aktuell beschwerdefrei
-
Rezidivierende Gonarthritis rechts im Rahmen
CPPD
(
Erstdiagnose 2012)
-
Angst-phobische Störung (bestehend seit dem Unfall am 7. Januar 2007)
Zusammenfassend liege ein traum
atisch induziertes
Cervikoverte
bralsyndrom
mit intermittierend
spondylogener
Komponente beidseits bei den in der Diagno
seliste genannten
Faktoren
vor. Hinzu k
ämen
das rezidivierende
Lumboverteb
ralsyndrom
und die rezidivierend
e Gonarthritis rechts. D
ie objektiven Befunde,
welche jeweils anlässlich der Konsultationen von 2011 bis 2015 hätten erhoben werden können
, schwankten von einer völligen Blockade mit praktisch unbe
weglicher HWS in allen Richtungen bis zur mässigen segm
e
ntalen Funktions
störung C0/
C3, C4/C6, Th12/Th7, L4/S
1.
Obw
ohl das
D._
-Gutachten von einem Beschwerdebild ausgehe,
das
aus somatischer Sicht nur zu einem Teil objekti
viert werden könne und der Beschwerdeführerin eine 90%ige Arbeits- respekti
ve Leistungsfähigkeit bescheinige, sei davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin die angestammte Tätigkeit in der Bank, welche der optimal behind
e
r
ungsangepassten Arbeit en
tspreche, ledigl
ich
zu 50 % ausüben könne. Da die Ve
rsuche die Arbeitsfähigkeit zu steigern jeweils zu deutlicher Verstärkung der Beschwe
rden und zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hätten, könnte die Steigerung des Arbeitspensums eine akute
Hospitalisation
und Gefährdung der Selbständigkeit bewirken.
4.5
Im Bericht vom 3
0.
November 2015 (Urk. 7/119) nahmen die
D._
-Gutachter Stellung zur Eingabe von
Dr.
E._
(vgl. E. 4.4) und hielten fest, dass bereits im Gutachten zu der von ihm geltend gemachten Einschränkung in adaptierten Tätigkeiten von 40 % bei rein
myofascialen
Beschwerden
, die nicht begründbar sei, Stellung genommen worden sei.
Im ak
tuellen Schreiben vom 2. September 2015 bringe er keine weiteren Argumente oder neue Befunde, sodass auf das Gutachten verwiesen werde. Im
Weiteren sei anzumerken, dass bei Anam
neseerhebungen subjektive Angaben der versicherten Personen eins zu eins übertragen würden. Dies im Gegensatz zu Befunden, die von den Untersuchern erhoben würden. Wenn nun eine zu untersuchende Person nicht identische Aussagen gegenüber den Teilgutachtern mache, habe dies nichts mit einer Ungenauigkeit der Untersucher oder einem möglichen „Verdrehungsversuch“ der Untersucher zu tun, sondern damit, dass die untersuchte Person manchmal unscharfe oder widersprüchliche Angaben mache. Dies sei besonders dann zu beobachten, wenn weitere Inkonsistenzen vorlägen, was den
n
auch gut ins Bild passe. Zusammenfassend könne weiterhin vollumfänglich auf das Gutachten vom 15. Juni 2015 abgestützt werden.
5.
5.1
Die Mitteilung
vom
10. Mai 2011
(Urk.
7/77
)
basierte
in medizinischer Hinsicht lediglich auf einem knappen Verlaufsbericht
des behandelnden Rheumatologen
Dr.
E._
, so dass sie nicht auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen d
es Gesundheitszustands) beruhte
. Daher
fällt
sie als revisionsrechtlich
massgeblicher
zeitlicher Anknüpfungspunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
ausser
Betracht (
BGE
133 V 108 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 2.2). Ob es nun zwischen der Rentenverfügung vom
10.
Dezember 2009
(Urk.
7/70 in Verbindung mit Urk. 7/65
) und der am
2
5.
Mai 2016
verfügten Rentenaufhe
bung (Urk. 2) tatsächlich zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes kam, wie es die Beschwerdegegnerin – gestützt auf das
polydisziplinäre
D._
-
Gutachten
vom 1
5.
Juni 2015
(Urk.
7/97
) – annahm, braucht nicht weiter geprüft werden. Die Verfügung vom
2
5.
Mai 2016
(Urk. 2) erweist sich nämlich im Ergebnis als rechtens, da – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – die am
1
0.
Dezember 2009
verfügte
Zusprache
einer Rente
(mit Wirkung ab
1.
Januar 2008 eine ganze Invalidenrente und mit Wirkung ab 1. Juli 2008 eine
Dreivier
telsrente
, Urk. 7/70 in Verbindung mit Urk. 7/65)
zweifellos unrichtig war und im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
25.
Mai 2016
(Urk. 2) kein
Ren
tenanspruch
bestand.
5
.2
Ohne Weiteres ist mit Blick auf den Charakter der mit Verfügung vom
1
0.
Dezember 2009
(Urk.
7/70 in Verbindung mit Urk. 7/65
) zugesprochenen Invalidenrente als periodischer Dauerleistung die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung zu bejahen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_342/2008 vom 20. November 2008 E. 5.1 mit Hinweisen sowie
E. 1.6).
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die Verfügung vom
25. Mai 2016
zweifellos unrichtig war.
5
.3
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass der Entscheid unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – möglich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007, E. 3.1). Das Erfordernis der zweifellosen Unrich
tigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn
massgebliche
Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Die zwei
fellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann auch in der unrichtigen Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gründen. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung auf
grund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c ATSG). Trifft dies zu, erübrigt es sich, den damals rechtserheblichen Sachverhalt weiter abzuklären und auf dieser nunmehr hin
reichenden tatsächlichen Grundlage den (ursprünglichen) Invaliditätsgrad zu ermitteln. Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
mass
geblichen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskon
form und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwä
gungsrechtlichen Sinne (Urteil des Bundesgerichts 9C_1014/2008 vom 14. April 2009, E. 3.2.2).
5.4
Bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
stellte die Beschwerdegegnerin auf das rheumatologische und psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 1
8.
November 2008 (Urk. 7/29) ab. Darin kam
Dr.
A._
zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht aufgrund ihrer somati
schen Beschwerden in ihrer bisherigen Tätigkeit als Bankangestellte zu 30 % arbeitsunfähig sei.
Dr.
B._
konnte aus psychiatrischer Sicht - bei unauffälli
gem Psychostatus - keine psychiatrischen Diagnosen stellen. Trotz fehlender psychiatrischer Diagnose attestierte er der Beschwerdeführerin aber eine 75 % Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer neuropsychologischen Funktionsstörung und begründete dies damit, dass die (subjektiv) geschilderten kognitiven Beschwer
den glaubhaft seien. Da es sich um kein begehrliches oder
aggravierendes
Ver
halten der Beschwerdeführerin handle, sei auf die überzeugenden subjektiven Angaben abzustellen und die Arbeitsfähigkeit gestützt auf das tatsächlich geleistete Arbeitspensum von rund 10 Stunden pro Woche festzulegen, was einer Arbeitsfähigkeit von 25 % entspreche
. Die beiden Gutachter führten in ihrer
bidisziplinären
Beurteilung aus, dass die aus rheumatologischer Sicht begründete 30%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der minutiösen Beschwerde
schilderung mit multiplen kognitiven Symptomen wesentlich höher, und zwar entsprechend dem aktuell geleisteten Arbeitspensum - aufgrund einer neuropsy
ch
ologischer Funktionsstörung bei 7
5 % liege
(vgl. E. 3.2).
Entgegen dieser fachfremd gestellten Diagnose im
bidisziplinären
Gutachten vom 1
8.
November 2009 diagnostizierte
C._
, welcher die Beschwerdeführerin ergänzend neuropsychologisch begutachtete, nur eine minimale bis leichte
k
ognitive Min
derleistung und schloss daraus auf eine höchstens 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Bezug nehmend
auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
vermutete er
bei fehlenden
Hinweisen auf psychogene Faktoren schmerzassoziierte Ursachen für die minimale kognitive Leistungsminderung. Zudem führte er aus, dass bei einer
- nach dem geschilderten Reitunfall nicht
auszuschliessenden
-
Hirnerschütterung und HWS-Distorsion nicht mit bleiben
den hirnorganischen bedingten kognitiven Folgen zu rechnen sei. Diese neu
ropsychologische Einschätzung stimmt auch mit der derjenigen im interdiszipli
nären
Z._
-Gutachten vom 5. August 2008 (Urk. 7/18 S. 27 ff.) überein. Darin
wurde
bei fehlenden strukturellen Läsionen (vgl. MRI des Nackens vom 9. Mai 2007, Urk. 7/9/17) plausibel darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin innerhalb von 10 Tagen nach dem Reitunfall am 7. Januar 2007 wieder die vol
le Arbeitsfähigkeit erlangte und diese während 2 Monaten aufrechthalten konn
te, was gegen eine hirnorganische Störung spr
eche
.
Unter Hinweis auf die deut
liche Diskrepanz zwischen dem Schweregrad der von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden und dem geringen Schweregrad der objektivierten kognitiven Leistungen, stellte
C._
eine höchstens 20%ige Leistungs
einschränkung fest
. Wenn
er auch ausführte, dass
die
subjektiv erlebte
n
Ein
schränkungen nicht umfassend medizinisch beurteilt werden könnte
n
und des
halb unter Umständen auf die Angaben der Versicherten abzustützen sei, bezeichnete er das Vorgehen der begutachtenden
Dr.
A._
und
Dr.
B._
als nicht unproblematisch, da sie rein auf die subjektiven Angaben der Beschwer
deführerin abs
tellten.
Dr.
F._
bestätigte im Rahmen seiner am 5. Juni 2009 durchgeführten psychiatrisch-psychotherapeutischen Standortbestimmung einen psycho-organischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert. Die Ausfüh
rungen im Feststellungsblatt vom 21. September 2009 (Urk. 7/59 S. 7) sind
aber
nur sehr knapp und ohne Darlegung der ko
nkret festgestellten Befundlage. D
och ging auch
Dr.
F._
gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom 1
8.
November 2008 von einer 75 % Arbeitsunfähigkeit aus. Nachdem die Beschwerdeführerin ab 1. April 2008
bei der
Y._
eine Innendienstfunktion als Sachbearbeiterin bei einem 50%-Pensum angenommen hatte, passte
Dr.
F._
das leistbare Pensum - entsprechend dem gutachterlichen Fazit (vgl. E. 3.2) - auf 50 % an.
Obwohl selbst die Gutachter explizit
ausführten
, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht zu 30 %, aus psychiatrischer Sicht zu 0
% und aus neuropsychologischer Sicht maximal zu 20 % einge
schränkt sei (vgl. E. 3.2-3.5), wurde bei der Festlegung des zum
u
tbaren Arbeits
pensums einzig auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Damit beruhte der ursprüngliche Rentenentscheid vom 10. Dezember 2009 auf keiner nachvollziehbaren - medizinisch begründeten - Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Eine auf
keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgeblichen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wie
dererwägungsrechtlichen Sinne
(vgl. E. 5.3).
5
.5
Bei der Wiedererwägung eines formell rechtskräftigen Verwaltungsaktes geht es darum, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zus
tand her
zustellen (vgl. E.
1.6
). Zu prüfen ist daher die Invaliditätsbemessung im Zeit
punkt der Rentenaufhebung.
5.5.1
Das poly
disziplinäre
D._
-Gutachten vom 5
. Juni 2015 (Urk. 7/
97
) basiert auf einer umfassenden allgemein-internistischen, psychiatrischen
,
rheumatologi
schen,
neurologischen
und neuropsychologischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Die begutachtenden Ärzte haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den
von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutach
ten kommt daher grundsätzlich v
olle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.6
).
5.5.2
Der rheumatologische
D._
-Gutachter stellte schlüssig fest, dass der somatische Gesundheitsschaden (Nacken- und Schulterbeschwerden), welcher die Arbeitsfä
higkeit beeinträchtigt, mit der dargelegten Diagnose ausgewiesen ist. Er legte auch nachvollziehbar dar, dass die
Leistungs
fähigkeit
bei einem Ganztagespen
sum
für eine körperlich leichte
Tätigkeit mit auch nur leichter Belastung d
er Nacken- und Schultergürtelreg
ion, Möglichkeiten zu Wechselpositionen, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen und ohne Arbeiten über Brusthöhe lediglich im Sinne einer Leistungseinschränkung um 10 % vermin
dert sei.
5.
5
.3
Der psychiatrische Gutachter kam
zum Schluss, dass die bei der Beschwerdefüh
rerin gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F
45.41) ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibt. Diese Schlussfolgerung hält auch einer Prüfung anhand der mit BGE 141 V 281 neu eingeführten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Invalidi
tätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache mit
tels Standardindikatoren (vgl.
E. 1.2.2
) stand.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 12) verliert das nach altem Verfahrensrecht eingeholte Gutachten nicht per se seine
n
Beweis
wert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält.
In
sinngemässer
Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte
der
massgeblichen
Indikatoren
erlauben oder nicht (Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 8., mit Hin
weis).
Unter dem - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt „Konsistenz“ ist betref
fend den Indikator Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen festzuhal
ten, dass bisher überhaupt keine psychiatrische Therapie und auch keine ange
messene medikamentöse Medikation begonnen worden ist. Angesichts dieser
erheblichen Inkonsistenz kann auf fehlenden Leidensdruck geschlossen werden. Unter der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome
gemäss
ICD-10 F
45.41 nicht ausgeprägt erscheinen. Was den Indikator „Komorbiditäten“ betrifft, wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass
keine weitere psychiatrische Störung
vorliege.
Als somatische Diagnose
mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit wurde
von den Gutachtern
ein chronisches
zervikozephales
und
zervikospondy
logenes
Schmerzsyndrom mit
Brachialgie
links (ICD-10: M
53.0/
M
53.1/S 13.4) gestellt, welche aus rheumatologischer Sicht eine 10%ige Leistungsminderung in einer angepassten Tätigkeit bewirke.
Beim Komplex
„Sozialer Kontext“
ist auf die guten Ressourcen und das hohe Aktivitätsniveau hinzuweisen. So geht die Beschwerdeführerin weiterhin einer Arbeit nach
und bewegt sich sportlich (K
raftübungen, Yoga,
Tai Chi
, Skifahren, Rollerbladen und Spazieren
strammen Schrittes
). Sie kümmert sich um Haushalt und Einkäufe und fährt Auto. Freitags behandelt sie zudem 1 bis 2 Patienten mittels
Fussreflexzonentherapie
. Sie ver
fügt über gute soziale Kontakte zu Familie und Freunden und lebt
seit längerem in einer neuen
Beziehung.
Demnach sind unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (vgl. E. 1.2) erhebliche funktionelle Auswirkungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Daher ist die chronische Schmerzstörung weder aus psychiatrischer noch aus rechtlicher Sicht als invali
disierend zu betrachten.
5.5.
4
Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonac
h auf das
D._
-Gutachten vom 15.
Juni 2015 nicht abgestellt werden dürfe, da gegen die mitwirkenden Gut
achter
Ausstands- und
Ab
lehnungsgründe gemäss Art. 44 AT
SG vorlägen (Urk. 1 S.
12 ff.), geht fehl.
Bei der vorliegend angeordneten medizinischen Untersuchung handelt es sich um eine polydisziplinäre Begutachtung
(Urk. 7/97)
. Damit kommt Art. 72
bis
Abs. 2 IVV zur Anwendung, womit die Vergabe des Gutachtensauftrags nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen hat. Aus den Akten geht hervor, dass die IV-Stelle die Vergabe des Auftrags zur Begutachtung des Beschwerdeführers in Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen und in Nachachtung des im KSVI beschriebenen Verfahrens vorgenommen hat. Das Vorgehen der Beschwerde
gegnerin ist daher nicht zu beanstanden. Ist eine Gutachterstelle nach dem beschriebenen System benannt worden, kann die versicherte Person
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung materielle Einwendungen gegen die Begut
achtung an sich, gegen Art oder Umfang der Begutachtung oder gegen bezeich
nete Sachverständige geltend machen. Weiter können formelle
Ausstandsgründe
gegen Gutachterpersonen geltend gemacht werden (BGE 138 V 271 E. 1.1).
Am
26. März 2015
gab
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
bekannt, sie werde den Auftrag der Begutachtungsstelle
D._
erteilen
und setzte ih
r
Frist an, um Einwände gegen einen oder mehrere der im Schreiben genann
ten Gutachter zu erheben (Urk. 7/
93
).
Indem die vertretene Beschwerdeführerin damals keine Einwände erhob, ist sie damit nicht mehr zu hören.
Zudem fehlt es an
konkreten
Hinweisen, welche auf Ausstands- oder Ablehnungsgründe hin
deuten würden.
5.
5.5
Hinsichtlich de
s
Vorbringen
s
der Beschwerdeführerin, dass auf die Einschätzung ihres behandelnden Rheumatologen
Dr.
E._
, der ihr eine 50%ige Arbeitsfä
higkeit attestiert, abzustellen sei (Urk. 1 S. 7 ff.), ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, wonach behandelnde Arztpersonen im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entin
nen und Patienten aussagen
, weshalb deren Aussagen mit Vorbehalt zu würdi
gen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5, BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.6
Zusammenfassend entspricht das polydisziplinäre
D._
-Gutachten den erforder
lichen Kriterien und es ist seit Mai 2015 (Begutachtung) von einer ganztätigen Arbeitsfähigkeit mit 10%iger Leistungseinschränkung in der angestammten Tätigkeit als Bankangestellte auszugehen.
6
.
6
.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsscha
den, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV
;
BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
IVG
)
. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwen
dung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeüb
ten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bes
tenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser
sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl.
BGE
131
V
51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbemes
sungsmethode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Wil
lensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013 E. 3.1, je
mit Hinweisen)
.
6
.2
Die Beschwerdeführerin arbeitete
seit
1997
bei einem
100%-Pensum bei
d
er
Y._
und reduzierte dieses
Pensum
aus eigenem An
trieb ab 1. Januar 2007 auf 85 % (Urk.
7/56
)
Sie ist
ledig,
kinderlos und lebt
e
damals mit ihrem Partner in einem 6 1⁄2-Zimmer-Einfamilienhaus in
G._
.
Aufgrund dieser persönlichen, familiären und sozialen Verhältnisse wurde die Beschwerdeführerin mit
85
% im Erwerbsbereich und mit
15
% im Haushaltsbe
reich qualifiziert (Urk.
7/56
).
Im Rahmen der Beschwerde (Urk. 1) gab die Beschwerdeführerin
nun
an, dass ihr Wunschpensum 100 % betragen würde. Aus den Akten ergeben sich aber keine erhärtenden Hinwei
se, dass sie im Gesundheitsfall
mit
einem Pensum von 100 % gearbeitet hätte.
So gab sie anlässlic
h der Haushaltsabklärung am 31.
August 2009 an, dass sie mit der Reduktion des Arbeitspensums auf 85
%
beabsichtigt habe, mehr Zeit für sich zu gewinnen (Hobbies wie Reiten und Gar
tenarbeiten, Urk. 7/56 S. 2).
Ausserdem
erklärte sie, auch im Gesundheitsfalle weiterhin im Rahmen eines 85%-Pensums
ausserhäuslich
tätig sein zu wollen
(S. 3)
. Die Tatsache, dass sie nun in einer 3 1⁄2-Zimmer-Eigentumswohnung ohne zu bewirtschaftenden Garten lebt, ändert nichts daran.
A
ufgru
nd der gelebten Wohnsituation (1-Personen-H
aushalt ohne Kinder)
ergibt sich
kein zu berücksichtigender Aufgabenbereich, weshalb entgegen der Invaliditätsberechnung
in der ursprünglichen und in der angefochtenen Verfü
gung
die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige und somit nach Art. 16 ATSG zu bemessen ist (Art. 28a Abs. 3 e
contrario
IVG
).
6
.3
Folglich ist die Beschwerdeführerin als Erwerbstätige bei einem Pensum von
85
% zu qualifizieren.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Nach der Rechtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 1
2.
April 2011 E. 3.2.3). Dies trifft auch vorliegend zu, da der Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit weiterhin
ganztä
g
ig bei einer 90
%
igen Leistungsfähigkeit
zumutbar ist, woraus
sich ein Invaliditätsgrad von
0 %
ergibt
.
Die Renteneinstellung der Beschwerdegegnerin erfolgte damit zu Recht, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr.
1’0
00.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.