# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5c29267c-0b0d-4395-b12c-6f6d228fffb2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1973
,
schloss eine Lehre als Briefträgerin ab (
Urk.
8/9 ff.) und
war zuletzt
ab Juli 2003
in einem
P
ensum
von 40
%
als Reini
gungskraft
für das
Y._
in
Z._
tätig. Zusätz
lich dazu
arbeitete sie seit dem Jahr 2008
als Reinigungskraft in verschiedenen
Privathaushalten
(
Urk.
8/6)
. Am 1
3.
Februar 2018 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Blockade des
Iliosakralgelenks
(ISG)
, einen Bandscheibenvorfall, eine Arthrose sowie eine Zyste am Knie bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungs
bezug an (
Urk.
8/11).
Da sie in der Folge wieder voll arbeitsfähig war
(
Urk.
8/16/1)
,
teilte die
Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ihr am 2
9.
März
2018 mit, es seien keine Leistungen der Invalidenversicherung nötig und ihr Dossier werde abgeschlossen (
Urk.
8/18)
.
1.2
Am
7.
Oktober 2018 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/23), worauf
die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 3
0.
Oktober 2018 in Aus
sicht stellte, auf das Gesuch nicht einzutreten (
Urk.
8/29). Nachdem die Versi
cherte hiergegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
8/31)
, führte die IV-Stelle erwerb
liche und medizinische Abklärungen durch und holte
bei der
Gutachtensstelle
A._
des Universitätsspitals
B._
ein polydisziplinäres Gutachten in den Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychothe
rapie sowie Rheumatologie ein, das am 2
7.
September 2019 erstattet wurde (
Urk.
8/53). Ferner führte sie am 2
9.
Mai 2020 eine Abklärung der beeinträchtig
ten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Beschwerdeführerin zu Hause durch (
Urk.
8/62).
Mit Vorbescheid vom 2
8.
September 2020 stellte sie der Versi
cherten die
Zusprache
einer vom
1.
April 2019 bis am 3
1.
Mai 2019 befristeten ganzen und ab dem
1.
Juni
2019 einer
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
8/71). Am
1
6.
Oktober 2020 erhob die Beschwerdeführerin Einwand (
Urk.
8/77), den sie am
9.
November 2020 begründete (
Urk.
8/84). Mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020 entschied die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
8/87 und
Urk.
8/91 =
Urk.
2)
.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Mirjam
Stanek
Brändle, am 2
1.
Januar 2021 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung der IV-Stelle vom 1
6.
Dezember
2020 sei aufzuheben und es sei ihr eine angemes
sene, mindestens jedoch eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Mit
Beschwerdeantwort vom
4.
März 2021 schloss die Beschwerd
egegnerin auf Ab
weisung der
Beschwerde (
Urk.
7), wovon der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
8.
März 2021 Kenntnis erteilt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Meldet sich jemand bei der Invalidenversicherung
an und findet eine Stelle, bei der er rentenausschliessend eingegliedert ist, und meldet er sich nach Verlust dieser Stelle wieder an, so ist dies nicht eine Neuanmeldung im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), sondern gleich wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln (Urteil des Bundes
gerichts 8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018 E. 4.1).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125
V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
die
Beschwerdeführerin nach Ablauf der einjährigen Wartefrist
sowohl
in ihrer an
gestammten
als auch in
einer angepassten Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen sei. Gemäss
den Abklärungen
vor Ort wäre sie ohne die gesundheitlichen Einschränkungen weiterhin in einem Pensum von 80
%
tätig, die restlichen 20
%
fielen in den Aufgabenbereich Haushal
t, wo die Einschränkung 14
%
be
trage. Dies ergebe einen Invaliditätsgrad von 83
%
,
weshalb sie sechs Monate nach der Anmeldung bei der Invalidenversicherung, mithin ab
1.
April 2019 Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente habe (
Urk.
2 S. 7).
Ab dem
1.
März 2019 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert und die Arbeitsfähigkeit habe sich in einer angepassten Tätigkeit auf 50
%
gesteigert. Mit diesem Pensum könne
sie ein Einkommen von
Fr.
27
'477.30 pro Jahr erzielen
.
Verglichen mit dem auf den Zahlen des Bundesamtes für Sta
tistik beruhenden Einkommen vor der Gesundheitsschädigung von
Fr.
54'954.30 sowie unter Berücksichtigung der Einschränkung im
Haushalt von 14
%
ergebe dies
einen Invaliditätsgrad von 43
%
,
weshalb die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Juni 2019 Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe.
Ein leidensbedingter Abzug sei dabei bereits beim Hilfsarbeiterlohn mit dem tiefsten Niveau berücksichtigt
worden, weitere Gründe für einen solchen Abzug lägen keine vor. Es sei zum Vorteil der Beschwerdeführerin, dass sowohl für das Validen- als auch das In
valideneinkommen von einer Hilfsarbeitertätigkeit ausgegangen worden sei (
Urk.
2
S. 7 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor,
die von den Gutachtern aufgeführ
ten Einschränkungen bei einer möglichen Arbeitstätigkeit gingen über das nor
male Mass hinaus. Es könne nicht ohne weiteres damit gerechnet werden, dass sie einen entsprechenden Arbeitsplatz finde, welcher ihrem Ausbildungsstand und den körperlichen Beschw
erden genügend Rechnung trage.
Hinzu komme, dass die Annahme einer Anstellung nicht zu einer massiven und nicht mehr ver
tretbaren Lohneinbusse führen dürfe. Vorliegend müsse jedoch gestützt auf die Akten davon ausgegangen werden, dass genau dieser Fall - sollte eine Anstellung überhaupt erfolgen - eintreten würde. Es sei daher davon auszugehen, dass aktu
ell eine Aufnahme der Arbeitstätigkeit im ersten Arbei
tsmarkt nicht möglich sei
. Die Annahme der Beschwerdegeg
nerin
,
dass der erste Arbeitsmarkt eine entspre
chende Stelle anbiete, werde klar bestritten (
Urk.
1 S. 5 f.).
Sollte das Gericht der Annahme
folgen
, dass eine Anstellung im ersten Arbeits
markt ohne weiteres zumutbar und realistisch sei, sei zu berücksichtigen, dass sie bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Nied
rig
lohnbereich tätig gewesen
sei
. Entsprechend werde der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkom
mensvergl
eich beziehungsweise die
darauf basierende Berechnung des Invalidi
tätsgrades bestritten. Es könne nicht angehen, bei klar ausgewiesenen Beschwer
den, welche seit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusätzlich aufgetreten seien
,
und dara
us resultierender nur noch
eingesch
ränkter und deutlich reduzierter
Arbeitstätigkeit mit zusätzlicher mit an Sicherheit grenzender W
ahrscheinlichkeit zu erwartender
Lohneinbusse von einem gleichen Lohnniveau auszugehen. Das Argument, dass ein Leidensabzug bereits durch die Tatsache, dass auf das nied
rigste Lohnniveau abgestellt werde, berücksichtigt worden sei, könne ebenfalls nicht angehen, da dies zur Folge
hätte, dass sämtliche Personen
, welche im Tief
lohnbereich arbeiteten, bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und daraus resultierender Arbeitsunfähigkeit nie in den Genuss eines Leidensabzuges kämen. Vielmehr sei ein Leidensabzug von 20
%
vorzunehmen, was
zu einem Invaliditätsgrad von 53
%
und damit zu einem Anspruch a
uf eine halbe Rente führe
(
Urk.
1 S. 6 f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort, beim von den Gut
achtern formulierten Zumutbarkeitsprofil sei von einem genügenden Spektrum
an realisierbaren Verweistätigkeiten auszugehen. Anzumerken sei, dass der
aus
geglichene
Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze
enthalte, bei de
nen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers
rechnen könnten
. Schliesslich liege bei der Beschwerdeführerin auch keine berufliche Des
integration vor, da sie weiterhin ihrer angestammten Tätigkeit nachgehe und da
neben ein Diplom absolviert und temporäre Arbeiten in
einer Fabrik ausgeübt habe. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit liege daher nicht vor
(
Urk.
7
S. 1 f.)
.
Zum geltend gemachten Leidensabzug führte sie sodann aus
,
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Niedr
i
g
lohnsektor
tätig gewesen sei,
könne
keinen zusätzlichen Abzug vom Inval
iden
einkommen herbeiführen
. Es fehle an für die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs zu berücksichtigenden Merkmalen. Insbesondere seien die gesundheitli
chen Einschränkungen bereits bei der Ermittlung der Arbeitsfähigkeit berücksich
tigt worden (
Urk.
7 S. 2).
2.4
Mit Blick auf die Mitteilung vom 2
9.
März 2018, mit welcher ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint wurde (
Urk.
8/18)
,
ist
zu
bemerken, dass dies dadurch begründet war, dass
die
Beschwer
deführerin in diesem Z
eitpunkt
rentenausschliessend eingegliedert war
(
Urk.
8/16/1).
Die erneute Anmeldung vom
7.
Oktober 2018 ist daher im Sinne einer Erstanmeldung zu prüfen (vgl. vorstehend E. 1.3).
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Neurochirurgie, stellte in ihrem Bericht vom 2
1.
September
2018 die Diagnosen einer
Zervikobrach
i
algie
links, eines
lumbos
pondylogenen
Schmerzsyndroms rech
t
s,
von
P
o
lyarthralgien/
Polys
y
no
vi
tiden
bei Verdacht auf autoantikörpernegative rheumatoide Arthritis sowie
eine
s
Status nach Entfernung einer Baker-Zyste des rechten Kniegelenks im Oktober 2017 und eine
s
Drogenabusus
in der Vorgeschichte (
Urk.
8/30/1).
Sie führte aus, zahlreiche Infiltrationen der tieflumbalen Fa
c
etten und de
s
ISG beidseits in Kombination mit
chirotherapeutischen
Behandlungen hätten zu einer Besserung der
Lumboglute
algien
rechtsbetont geführt. Allerdings sei es im Mai des aktuellen Jahres zu einer Stagnation der Fortschritte gekommen, so dass ein MRI des Beckens und des ISG veranlasst worden sei, wo sich ein Reizzustand in den
posterioren
iliosakralen
Ligamenten der rechten
Seite
gezeigt habe. Alle übrigen Strukturen seien unauf
fällig gewesen, insbesondere habe sich auch keine florierende Arthritis gezeigt. Darüber hinaus klage die Beschwerdeführerin über eine rezidivierende Taubheit des linken Kleinfingers und der linken Han
d
kette
ulnar
. Seit
zwei
Jahren bestün
den massive Verspannungen der Nacken-Schulterregion links. Fokalneurologisch habe sich bis auf die beklagte Hypästhesie kein Defizit der oberen Extremitäten gefunden. Daher sei eine bildgebende Diagnostik veranlasst worden, die auf der Grundlage einer mehrsegmentalen
Osteochondrose
mit
Retrospondylophyten
eine Nervenkompression durch
neuroforaminale
Engen in den Segmenten HWK4-7, jeweils durch
breitbasige
Bandscheibenprot
r
usionen
unterstützt, gezeigt
habe
, die eine Nervenkompression C5 links C6 beidseits und C7 beidseits erklären würden (
Urk.
8/30/2).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurochirurgie
,
und Dipl. Ärztin
E._
, Fachärztin für Neurologie, stellten in ihrem Bericht vom 3
0.
November 2018 die bereits bekannten Diagnosen und
hielten fest, bei einer MRI-Unter
suchung der Lendenwirbelsäule und des ISG habe sich ein stationärer Be
fund mit geringer
Diskusprot
r
usion
in der Etage LWK5/5 rechts gezeigt. Am glei
chen Tag sei eine Wiedervorstellung mit seit kurzem
exazerbierten
Schmerzen erfolgt. Nach klinischer Beurteilung
habe sich
eindeutig ein ISG-Syndrom rechts
seitig gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe ferner Beschwerden im rechten Knie angegeben, es sei eine Baker-Zyste festgestellt worden und ansonsten keine wei
tere Pathologie. Seit der Wiederaufnahme der Tätigkeit als Reinigungskraft seien die Schmerzen wiederkehrend (
Urk.
8/36/3)
.
Am 2
1.
Januar 2019 ergänzte
Dr.
D._
,
inzwischen habe eine Betreuung der Beschwerdeführerin in der Schmerzklinik
F._
stattgefunden. Dort sei eine Thermok
o
agulation vorgesehen worden. Bei fehlendem sicherem venösem Zu
gang sei
jedoch auf deren Durchführung
verzichtet worden. Es sei eine Infiltration mit Cortison beider ISG-Gelenke
erfolgt
, die direkt nachher während 10 Tagen zu einer Schmerzreduktion geführt habe,
bei
Belastung seien die Schmerzen je
doch wieder
gekommen
.
Dadurch sei
die
Beschwerdeführerin
bei der Vorstellung am 1
5.
Januar
2
019
eingeschränkt gewesen. Er sehe eine Indika
t
ion zu weiteren inva
siven Behandlungsmethoden, von e
iner operativen Versorgung des I
SG-Gelenks halte er sich zurück (
Urk.
8/43/1).
3.3
Dr.
med.
G._
, F
acharzt für
Rheumatologie
,
diagnostizierte in seinem
am
1
3.
Februar 2019
bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht Poly
art
hr
algien /
Polysynovitiden
, betont
symmetrisch
der Hände und Füsse, ein
sympto
matisches
rechtes Kniegelenk mit mechanischem Schmerz sowie ein pro
lo
n
giertes wechselndes
lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Schmerzsyndrom unter Belastung. Er hielt fest, es best
ünden
nach wie vor eine schmerzhafte Situation seitens der Polyarthralgien und
Polys
y
novitiden
bei noch ungenügend medikamentös eingestellter rheumatoider Arthritis sowie seitens des Rückens starke Behinderungen der Funktionalität im Alltag und der Belastungstoleranz (
Urk.
8/46/1). Bei den genannten diversen Problemkreisen am Bewegungsapparat liege eine Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf als Reinigungskraft vor, die seines Erachtens mindestens 80
%
betrage (
Urk.
8/46/2). Auch für eine angepasste leichte Arbeitstätigkeit, wechselbelastend bis vorwiegend sitzend, bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
(
Urk.
8/46/3)
3.4
3.4.1
Im polydisziplinären Gutachten der
A._
vom 2
7.
September 2019 stellten
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Innere Medizin, PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
J._
,
Facharzt
für Rheumatologie
,
und
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie
, die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/5
3
/8 f.):
-
s
eronegative
undifferenzierte periphere
Polyarthritis
-
c
hronisches
zervikovertebrale
s
Schmerzsyndrom
-
c
hronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
c
hronische Knieschmerzen rechts
-
Zwerchfellhernie
Den
folgenden Diagnosen massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
8/53/9):
-
Status nach operativer Entfernung (?) einer Baker-Zyste am rechten Kniege
lenk gemäss Akten im Oktober 2017
-
Verdacht auf
Vitiligo
der Haut prästernal
-
Vernarbtes peripheres Venensystem nach langem
,
aber vor Jahrzehnten sis
tiertem
intravenösem
Drogenabusus
3.4.2
Die Gutachter führten aus, die Beschwerdeführerin leide unter mehreren, orga
nisch klar begründbaren Affektionen des Bewegungsapparates, welche die Be
lastbarkeit deutlich einschränken würden. So bestünden am oberen und unteren Achsenskelett primär degenerative Veränderungen. Zum einen finde sich ein chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom, seit etwa Mitte
2018 manifest, mit aktuell nich
t
auszuschliessender
intermittierender tiefzervikaler Wurzel
reiz
symptomatik beidseits (Differentialdiagnose
Ulnaris
-
Entrapment
-Symptoma
tik beid
seits) mit mässiger Einschränkung der Halswirbelsäulenbeweglichkeit ohn
e
radikuläre
Symptomprovokation und
geringer
muskulärer
Palpationsdolen
zen
, links parazervikal und
periscapulär
.
Die Beschwerden seien bildgebend gut abge
stützt. Bereits seit 2016 manifest sei ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerz
syndrom mit belastungsabhängigen
lumboglutealen
Schmerz
exazer
bati
onen
beid
seits
. Klinisch fänden
sich hier eine schmerzhafte Beweglichkeitsein
schrän
kung der Lendenwirbelsäule und diffuse
gluteale
Weichteildolenzen
beid
seits. Auch diese Beschwerden würden zur Bildgebung passen
(
Urk.
8/53/6 f.)
.
Neu bestehe zudem seit Ende 2017 ein rheumatologisch-entzündliches Leiden, die genaue diagnostische Einordnung sei nicht abschliessend möglich. Eine offenbar einmalige Bestimmung von Autoimmunantikörpern zu Beginn sei unauffällig ausgefallen, gelegentlich könne jedoch erst im Verlauf ein diagnostisch rich
tungsweisender Antikörper nachgewiesen werden. Klinisch fänden sich keine Hinweise auf eine Erkrankung aus dem Formenkreis der Spondylarthritiden. Ein
erosives
Potential scheine beim
Arthritis
leiden
, das offenbar
in erster Linie
die Hände zu befallen scheine, nicht vorhanden zu sein. Die Erkrankung scheine der
zeit trotz der von der Beschwerdeführerin glaubhaft vorgetragenen Beschwerde
symptomatik der Hände aufgrund des Hand-MRI
-
Befundes eher in Remission zu sein
(
Urk.
8/53/7)
.
Im Bereich des rechten Knies bestünden chronische Schmerzen. Es finde sich (ohne
erinnerliches
Trauma) eine atypische S
tressfraktur
am lateralen
Tibiapla
teau
und an der
posterolateralen
Femurkondyle
. Aktuell fänden sich allerdings bildgebend keine weiteren Hinweise auf sonstige Binnenläsionen oder entzündli
che oder degenerative Veränderungen des
Knies
und klinisch auch keine Bewe
gungslimitierung und kein Erguss
(
Urk.
8/53/7)
.
Der
muskuloskelettäre
Gesundheitszustand habe sich mit der Diagnosestellung eines entzündlichen
Arthritisleidens
im Oktober 2017
verschlechtert
, die bisherige pharmakologische Therapie habe den Zustand zwar wieder verbessert, eine Vul
nerabilität bestehe aber weiterhin und die Leistungsfähigkeit der Hände scheine möglicherweise auch aufgrund der Ganglien doch weit
erhin reduziert (
Urk.
8/53/8
).
Aus neurologischer Sicht ergäben sich keine darüber hinaus gehenden spezifi
schen zusätzlichen Aspekte. Aus internistischer Sicht bestehe eine (anamnesti
sche) Zwerchfellhernie mit Reflux, weshalb qualitativ schwere Arbeiten
unge
eignet
seien. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführerin nach der belastenden Zeit der Drogenabhängigkeit im weiteren Verlauf eine sehr gute persönli
che und psychische Stabilisierung gelungen und es bestehe eine glaub
hafte Abst
inenz seit Jahren. Sonstige psychische Auffälligkeiten fänden sich nicht, insbe
sondere keine Hinweise auf Symptomausweitung oder auf eine Schmerz
störung bei insgesamt gut somatisch begründbaren und präzise ange
gebenen Beschwer
den (
Urk.
8/53/8).
3.4.3
Die Experten kamen zum Schluss
,
in der bisherigen Tätigkeit im Reinigungsdienst sei aus massgeb
l
icher
muskuloskelettärer
Perspektive derzeit höchstens eine Tätigk
eit von 30
%
möglich, sofern diese
kein Hantieren
von Lasten von mehr als 3-5 kg oder
Tätigkeiten
,
die
ü
ber
dem K
opf oder gehäuft gebückt oder kauernd auszuüben
sind,
repetitiv greifende Bewegungen oder sons
t handbelastende Tä
tigkeiten beziehungsweise
wiederholtes Bewältigen-Müssen von Tre
ppen, Stufen und Leitern enthalte
. Die aktuell derzeit noch ausgeübte Tätigkeit
im Umfang von
zwei Stunden pro Woche scheine diesem noch möglichen Tätigkeitsspektrum in etwa zu entsprechen. Diese Einschä
tzung gelte ab dem Zeitpunkt de
r
Krankschrei
bung der Beschwerdeführerin und der Aufgabe der Tätigkeit am
Y._
Höherprozentig möglich sei derzeit eine körperlich sehr leichte Tätigkeit ohne Hantieren von Lasten von mehr als 2-3 kg, mehrheitlich sitzend (mindestens 2/3 der Zeit
), ohne
kniende
, gebückte o
der kauernde Tätigkeitsanteile, ohne wieder
holtes Benutzen-Müssen von Treppen, Stufen oder Leitern, ohne
achsenskelettär
belastende Tätigkeiten wie wiederholtes Rotieren des Oberkörpers und ohne Über
kopftätigkeitsanteile.
Ebenfalls nicht möglich
seien Tätigkeiten mit besonderen feinmotorischen
Anforderungen und Arbeiten mit wiederholtem repetitivem Gr
ei
fen mit den Händen. In
Tätigkeiten
, welche diese Voraussetzungen erfüllen,
sei eine Arbeitstätigkeit von 50
%
möglich. Die Reduktion gegenüber einem Voll
pensum sei
mit den
verschiedenen Läsionen am Bewegungsapparat
zu begründen
,
mit den entsprechen
den Leistungseinschränkungen sow
ohl bezüglich Leistungs
geschwindigkeit wie auch Pausen- und Erholungsnotwendigkeit und berücksich
tige insbesondere auch die aktuelle Knieaffektion. Diese Arbeitsfähigkeit gelte vermutlich ab etwa März 201
9.
Für die Zeit v
o
n November 2016 bis Dezember 2017 werde sodann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, die nachvollzieh
bar scheine aufgrund der damals instabilen Gesundheitssituation und den lau
fenden Ab
klärungen. In der Folge habe die Beschwerdeführerin
zwar die Arbeit wiederaufgenommen, es sei aber dennoch von einer weiterhin bestehenden in
stabilen Situation auszugehen. Die Leistungsfähigkeit könnte in sechs bis zwölf Monaten nach zu erwartendem Ausheilen der Knieproblematik höher sein (
Urk.
8/53/11 f.).
4.
4.1
Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
6.
Dezember
2020 stützt sich in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das polydisziplinäre Gut
achten der
A._
vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
8/53). Daher ist vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise basiert auf umfassenden allgemeininternistischen, rheumatologi
schen, neurologischen und psychiatrischen Abklärungen und wurde in detail
lierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
8/53/16 f
f
.
,
Urk.
8/53/34 ff.
). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Sachverständigen ihre aktu
ellen Beschwerden schildern und wurde von den Gutachtern jeweils - soweit fach
spezifisch erforderlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenkomplexen wie der familiären Situation, dem beruflichen Werdegang und dem gewöhnlichen Ta
gesablauf äussern (
Urk.
8/53/24 ff.,
Urk.
8/53/46 ff.
Urk.
8/53/57 ff.
,
Urk.
8/53/70 ff.
). Die geklagten Leiden fanden sodann im Zuge der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und
erläutert wurden (
Urk.
8/53/6 ff.,
Urk.
8/53/32 ff.,
Urk.
8/53/51 ff
.
Urk.
8/53/65 ff.,
Urk.
8/53/75
). Ausserdem erfolgte eine Ausein
andersetzung mit vorangegangenen ärztlic
hen Beurteilungen (
Urk.
8
/53/12
). Ge
samthaft erfüllt das polydisziplinäre Gutachten somit die for
mellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl.
E.1.5
). Dies ist unter den Parteien dann auch nicht um
stritten (vgl.
Urk.
1,
Urk.
2).
4.2
Ebenso sind die im Gutachten gestellten Diagnosen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unbestritten geblieben (vgl.
Urk.
1,
Urk.
2).
Die Einschätzung der Gutachter, die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Reini
gungsmitarbeiterin zu 30
%
arbeitsfähig und in einer den Beschwerden angepass
ten
,
körperlich sehr leichten Tätigkeit ohne kniende, gebückte oder kauernde Tätigkeitsanteile, wiederholtes Benützen von Treppen, Stufen oder Leitern,
ach
senskelettär
belastende Tät
igkeiten
wie wiederholtes Rotieren des Oberkörpers
oder Überkopfarbeiten sowie ohne besondere feinmotorische Anforderungen un
d wiederholtes Greifen mit den H
änden
zu 50
%
arbeitsfähig
(
Urk.
8/53/11), ist a
n
gesichts
des Umstands
, dass
bei der Beschwerdeführerin zusätzlich zu einer hauptsächlich die Hand- und Fingergelenke betreffenden Polyart
hritis, chroni
sche Schmerzen
der Lenden- und der Halswirbelsäule sowie der Knie vorliegen (
Urk.
8/53/8 f.), nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter
legten ferner
mit
überzeugend
er Begründung
dar,
dass diese Beurteilung ab etwa März 2019 gelte, vorher erscheine ab November
2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf
grund der instabilen Gesundheitssituation und de
r
laufenden Abklärungen
als
nachvollziehbar
(
Urk.
8/53/12)
.
Es ist somit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin - wie von den Gut
achtern attestiert - ab November 2016 zu 100
%
und hernach ab März 2019
in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu 30
%
und
für angepasste Tätigkeiten
gemäss dem soeben erwähnten Belastungsprofil zu 50
%
arbeitsfähig ist
.
Diese Veränderung der Arbeitsfähigkeit ist - wie dies die Beschwerdegegnerin
zutreffend festgehalten
hat - gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV zu berücksichtigen, wenn sie drei Monate angedauert hat, mithin vorliegend ab Juni 2019.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich
zunächst
vor, auf
grund des eingeschränkten Belastungsprofils sei ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar.
5.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ge
kennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkei
ten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar
2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
132 zu Art. 28a).
5.3
Zwar ist die Beschwerdeführerin in qualitativer Hinsicht nicht unwesentlich in der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit eingeschränkt. Das Belastungsprofil ist jedoch nicht derart eng formuliert, dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich wäre, diese auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten. Zu denken ist insbesondere an leichte Prüf-, Überwachungs-, und Kontrollarbeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 5.1).
Eine Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit bejahte das Bundesgericht beispielsweise bei einer faktisch tauben Versicherten, die an mehreren Geburtsgebrechen und an einer Depression litt (Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2014 vom 9. Januar 2015 E. 3.2.3) oder bei einer Restarbeitsfähigkeit von 20 %, mit einer Leistungsminde
rung von 40 % (Urteil des Bundesgerichts 9C_446/2012 vom 16. November 2012 E. 3).
Derartig gravierende Einschränkungen liegen bei der Beschwerdeführerin nicht vor. Im Lichte dieser relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stellt, ist daher vorliegend von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Der Umstand, dass sich der bisherige Arbeitgeber angesichts der Beschwerden der Beschwerdeführerin ausserstande sah, ihr eine alternative Tätigkeit anzubieten (
Urk.
1 S. 7, vgl.
Urk.
8/41/2), bezieht
sich
sodann
auf die konkreten Arbeits
marktverhältnisse
beziehungsweise auf die Verhältnisse bei diesem einen Arbeit
geber. Rückschlüsse auf die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem
ausge
glichenen Arbeitsmarkt
lassen sich daraus keine ziehen.
6.
6.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die Beschwerdeführerin gab anlässlich der Haushaltsabklärung vom 2
9.
Mai 2020 an, sie habe von Juli 2003 bis März 2019 als Raumpflegerin im
Y._
in einem Pensum von 40
%
gearbeitet, wobei sie diese Stelle aus gesundheitlichen Gründen verloren habe. Daneben habe sie ab dem Jahr 2009 Reinigungsarbeiten in Privathaushalten übernommen, seit dem Jahr 2012 habe sie unter
www.home
service24.ch
ein Profil als Reinigungsfrau. Die Anzahl der Beschäftigungen habe variiert, der Stundenlohn stets
Fr.
30.-- betragen. Sie habe immer genügend Auf
träge gehabt, zum Teil habe sie in bis zu 20 Privathaushalten Reinigungsarbeiten durchgeführt (
Urk.
8/62/2). Die Abklärungsperson ging gestützt auf d
iese Anga
ben davon aus, dass die Beschwerdeführerin
bei guter Gesundheit insgesamt zu 80
%
arbeitstätig wäre, die restlichen 20
%
würden
auf den Aufgabenbereich Haushalt
entfallen
(
Urk.
8/62/3).
Dies blieb
von der Beschw
erdeführerin unbe
stritten. D
ie Beschwerdegegnerin
hat den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin somit zu Recht mittels der
gemischte
n
Methode der Invaliditätsberechnung
be
rechne
t.
6.2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstäti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invali
ditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
tigungs
grad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
6.3
Die Abklärung der Einschränkungen im Haushalt ergab eine Einschränkung im Haushaltsbereich von 14
%
, woraus gewichtet ein Invaliditätsgrad von 3
%
für
den Haushaltsanteil von 20
%
resultierte
(
Urk.
8/62/7). Diese Berechnung blieb unbestritten und ist nicht zu beanstanden.
6.4
6.4.1
Was den mit 80
%
zu gewichtenden Erwerbsbereich betrifft
,
ist g
emäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ent
scheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren
tenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versi
cherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Nach dem Gesagten
sowie gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK
Auszug,
Urk.
8/27)
war die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Invalidität - ne
ben dem
40%-Pensum im Y._
- in unter
schiedli
chem Ausmass für verschiedene
, teilweise wechselnde
Arbeitgeber tätig, wobei sie eine Tätigkeit von rund 40
%
anstrebte.
Daher ist davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin
in gleichbleibendem Umfang
für die gleichen Ar
beitgeber tätig wäre. Es ist somit nicht zu beanstanden - und erweist sich ange
sichts der im
IK-Auszug
ausgewiesenen tendenziell
eher
tiefen Einkommen (vgl.
Urk.
8/27) als zu Gunsten der Beschwerdeführerin -, dass die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von den Tabel
len
löhnen ausgegangen ist.
6.4.2
Da die Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt lediglich während vier Stun
den wöchentlich eine Erwerbstätigkeit ausübte, ging die Beschwerdegegnerin
sodann
zu Recht betreffend das Invalideneinkommen ebenfalls von den Tabellen
löhnen für Hilfsarbeiter aus (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erüb
rigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechne
rische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1.
Ohne Berücksichtigung eines
lei
densbedingten Abzugs würde der Teili
nvaliditäts
grad
für den Erwerbsanteil
bei
der bis
Mai
2019
massgeblichen
Arbeitsfähigkeit von 0
%
somit 100
%
und hernach bei
einer Arbeitsfähigkeit von
50
%
dement
sprechend
50% betragen.
6.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsf
ähigkeit eingeschränkt ist (BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte der Beschwerdeführerin keinen leidensbeding
ten Abzug. Die Beschwerdeführerin beantragte hingegen,
es sei ein leidensbe
dingter Abzug von 20
%
zu berücksichtigen, da es nicht angehen könne, bei einer aufgrund ihrer Beschwerden deutlich reduzierte
n
Arbeitstätigkeit mit zusätz
licher, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu
erwartender
Lohnein
busse
, vom gleichen Lohnniveau
(wie im Gesundheitsfall)
auszugehen (
Urk.
1 S.
6).
Rechtsprechungsgemäss
rechtfertigt der Umstand, dass eine versicherte Person
auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten angewiesen ist, keinen Abzug vom Tabellenlohn, umfasst doch der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2).
Zu berücksichtigen ist jedoch
, dass
d
er
Beschwerdeführerin
lediglich eine sehr leichte
Tätigkeit
zumutbar ist, wobei sie
behinderungsbedingt
zusätzlich
in mehrfacher Hinsicht einge
schränkt ist
, was nicht nur das Spektrum an zumutbaren Stellen auf dem Arbeitsmarkt einschränkt, sondern möglicherweise auch dazu führt, dass nur unter Inkaufnahme einer
Lohneinbusse
reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu ähnlich gelagerten Fällen beschränkt sich aber der maximal mögliche Ab
zug je
denfalls auf 10
%
(Urteile
des Bundesgerichts
8C_238/2014
vom
1.
Juni 2015 E.
6.3.2,
9C_11/2012 vom
2
8.
Februar 2012 E. 2.1
)
, zumal
die Einschränkungen be
züglich der Leistungsgeschwindigkeit sowie die Pausen- und Erholungsnot
wen
digkeit bei der Festsetzung des möglichen Pensums von 50
%
bereits berücksich
tigt wurden und
keine weiteren persönlichen und beruflichen Merk
male ersicht
lich sind, die zusätzlichen Einfluss auf die Lohnhöhe haben könnten
. Dies führt
im Erwerbsbereich
ab Juni
2019
zu einem Invaliditätsgrad von 55
%
(100
%
- [50
%
x 0.9])
und
g
ewichtet auf ein 80%-Pensum
einem
Teilinvaliditätsgrad von 4
4
%
.
6.6
Im Haushaltsbereich beträgt der Invaliditätsgrad 14
%
und der gewichtete Teilin
validitätsgrad 3
%
. Der
gewichtete
Gesamtinvaliditätsgrad beträgt demnach
bis Mai 2019
83
%
und ab
1.
Juni 2019
4
7
%
, womit die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu Recht
ab dem
1.
März 2019 (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG) zu
nächst eine ganze Rente und ab Juni 2019 eine
Viertelsrente
zugesprochen
hat.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
700
.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unterliegen
den
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.