# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ca68d28-75db-418d-a075-0bc906040e1c
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft Perus führt eine Strafuntersuchung gegen den
ehemaligen peruanischen Staatspräsidenten Alberto Kenya Fujimori Fuji-
mori (nachfolgend "Fujimori") und weitere Angeschuldigte wegen Korrupti-
on, krimineller Vereinigung und anderen Delikten. Fujimori soll während
seiner Regierungszeit (1990-2000) mit Hilfe seines damaligen Beraters und
Geheimdienstchefs Vladimiro Montesinos Torres (nachfolgend "Montesi-
nos") die Lieferung von Rüstungsmaterial, Flugzeugen und anderen Gütern
in Auftrag gegeben und dafür illegale Provisionen (Schmiergelder) entge-
gengenommen haben. Die Aufträge seien jeweils mittels Dringlichkeitsdek-
reten bzw. geheimen Präsidialbeschlüssen erfolgt. In einem Fall seien drei
Flugzeuge des Typs "MIG 29 SE" über ein russisches Unternehmen be-
stellt worden. Dabei habe A. den Vertrag für das russische Unternehmen
unterzeichnet. Die russische Verkäuferin der Flugzeuge habe "Provisionen"
von mehr als USD 16 Mio. auf zwei Bankkonten in Z. (Schweiz) überwie-
sen. Davon seien unter anderem USD 780'429.-- auf das Konto Nr. 1 bei
der Bank B., heute Bank C., lautend auf A., transferiert worden. Die perua-
nischen Strafverfolgungsbehörden vermuten, dass u.a. auf diesem Konto
"Gelder aus der Korruption" überwiesen worden seien (s. act. 6.7 bis 6.10).
B. In diesem Zusammenhang ersuchte die Staatsanwaltsschaft von Peru mit
Rechtshilfeersuchen vom 25. Juli 2002 und Ergänzung vom
18. September 2002 um Herausgabe der Bankunterlagen u.a. betreffend
das vorgenannte Konto von A. (act. 6.7, 6.8, 6.9). Mit dem ergänzenden
Ersuchen vom 18. September 2002 ersuchten sie zudem um Sperre dieses
Kontos (act. 6.10).
Bereits vor Eingang des peruanischen Rechtshilfeersuchens war das Konto
von A. aufgrund des in der Schweiz geführten Verfahrens wegen Geldwä-
scherei von der damaligen Bezirksanwaltschaft IV des Kantons Zürich
(nachfolgend "Bezirksanwaltschaft") am 17. November 2000 gesperrt wor-
den (act. 6.3). Nach Eintreffen des Ersuchens wurde im Rahmen der (nati-
onalen) Strafuntersuchung gegen Montesinos mittels Sistierungsverfügung
vom 8. Oktober 2002 u.a. angeordnet, dass das Konto von A. noch bis zum
8. November 2002 gesperrt gehalten werde (s. act. 6.11 S. 3).
C. A. stimmte der vereinfachten Ausführung des Rechtshilfeersuchens in Be-
zug auf die Übermittlung der Kontounterlagen zu. In der Folge stellte die
Bezirksanwaltschaft als ausführende Behörde am 7. November 2002 diese
Unterlagen dem Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") zuhanden der er-
suchenden Behörde zu.
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D. In ihrer Schlussverfügung vom 7. November 2002 nahm die Bezirksanwalt-
schaft zunächst davon Vormerk, dass die strafrechtliche Sperre u.a. des
Kontos von A. am 8. November 2002 ablaufe und durch die anzuordnende
rechtshilfeweise Sperre ersetzt werde (s.o.), und ordnete sodann u.a. die
Aufrechterhaltung der Sperre des Kontos von A. an (act. 6.11). Der von A.
bzw. seinem Rechtsvertreter Felix Fischer (nachfolgend "Rechtsanwalt Fi-
scher") dagegen erhobene Rekurs wurde mit Beschluss vom 19. Febru-
ar 2003 von der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich als
damaligen zuständigen Rekursinstanz abgewiesen (act. 6.12).
E. Zwischen 2009 und 2013 suchte A. durch seine Rechtsvertreter bei der
ausführenden Behörde, nunmehr Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
(nachfolgend "Staatsanwaltschaft"), mehrmals um Aufhebung der Sperre
seines Kontos nach (act. 6.14/1 bis 6.17). Diese Anfragen wurden zum Teil
erst nach diversen Verzögerungen und Schriftwechsel bearbeitet. Im Er-
gebnis wurde ihnen jeweils keine Folge geleistet (s. act. 6.14/1 bis 6.17).
Mit Schreiben vom 28. Februar 2013 erneuerte Rechtsanwalt Fischer zum
vierten Mal seinen Antrag um Aufhebung der Kontosperre (act. 6.14/33).
Mit Schreiben vom 22. April 2013 erklärte Rechtsanwalt Fischer, dass er
letztmals die Freigabe der gesperrten Gelder (allenfalls eine teilweise Frei-
gabe der Gelder) oder eine anfechtbare Verfügung beantrage
(act. 6.14/35).
F. Mit Schreiben vom 15. Mai 2013 wies die Staatsanwaltschaft den Antrag
auf Aufhebung der Sperre des Kontos von A. formell ab (act. 6.18).
G. Dagegen lässt A. mit Eingabe vom 6. Juni 2013 seiner Rechtsvertreter Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erheben
und folgende Anträge stellen:
"1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
15. Mai 2013 sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Die Kontosperre über das Konto Nr. 1 bei der Bank B. (heute: Bank C.) sei
vollumfänglich aufzuheben.
eventualiter
3. Die Kontosperre über das Konto Nr. 1 bei der Bank B. (heute: Bank C.) sei
nur bis zu einem Betrag von CHF 35'000.00 aufrechtzuerhalten und im
darüber hinausgehenden Mehrbetrag seien die gesperrten Gelder dem-
nach freizugeben (teilweise Aufhebung der Kontosperre).
subeventualiter
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4. Die ersuchenden peruanischen Behörden seien mittels einer Depesche un-
ter Ansetzung einer Frist von maximal drei Monaten anzuweisen, konkret
und mittels Depesche gehörig und nachweisbar Aufschluss über Folgen-
des zu geben:
- Ob und in welcher Weise das Verfahren Nr. 2 betreffend den Beschwer-
deführer vorangetrieben wird;
- Welches die Gründe für die lange Verfahrensdauer im vorgenannten Ver-
fahren sind;
- Wann spätestens mit einem allfälligen rechtskräftigen und vollstreckbaren
Entscheid gerechnet werden kann;
- Warum die Anklageschrift A. bis zu diesem Tag nicht rechtshilfeweise zu-
gestellt worden sei;
- Warum dem Beschwerdeführer bis zum heutigen Tag die Anklageschrift
der Vierten Oberstaatsanwaltschaft für Korruptionsfälle nicht rechtshilfe-
weise zugestellt wurde;
- Warum der Beschwerdeführer bis zum heutigen Tag vom Oberen Ge-
richtshof von Lima, Vierte Sonderstrafkammer, nicht rechtshilfeweise über
das gegen ihn laufende Verfahren informiert wurde;
- Ob nebst der von der Vierten Oberstaatsanwaltschaft für Korruptionsfälle
beantragten Geldzahlung von hunderttauschen Nuevo Soles noch eine
weitere geldwerte Sanktion gegenüber dem Oberen Gerichtshof von Lima,
Vierte Sonderstrafkammer, geltend gemacht worden ist;
- Ob nebst der von der Vierten Oberstaatsanwaltschaft für Korruptionsfälle
beantragten Geldzahlung eine allfällige Einziehung der Vermögenswerte
des Kontos Nr. 1 bei der Bank B. (heute: Bank C.) beantragt worden ist."
H. Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom
28. Juni 2013, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten
sei (act. 6). Das BJ stellt in seiner Vernehmlassung vom 2. Juli 2013 den
Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen (act. 7).
Mit Eingabe vom 12. Juli 2013 liessen die Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers die Replik einreichen (act. 9), welche der Gegenseite zur Kennt-
nis zugestellt wurde (act. 10).
I. Mit Schreiben vom 19. September 2013 liess das BJ eine auf Spanisch ver-
fasste und auf Französisch übersetzte Eingabe des peruanischen Justizmi-
nisteriums vom 22. August 2013 samt Beilagen ("exhibits") zukommen,
welche nicht übersetzt waren. Das BJ führte in seinem Schreiben dazu aus,
dass die Eingabe des peruanischen Justizministeriums einlässlich Stellung
zu den Einwänden des Beschwerdeführers nehme und des Weiteren das
peruanische Verfahren "perdida de dominio" (selbständiges Einziehungs-
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verfahren) näher erläutere (act. 11; act. 11.1 bis ). Das BJ kündigte sodann
an, dass die Übersetzung der "exhibits" nachgereicht werde (act. 11 S. 2).
Diese traf nach längerem Zuwarten nicht ein, weshalb mit Schreiben vom
16. Oktober 2013 den Rechtsvertretern des Beschwerdeführers Gelegen-
heit zur Stellungnahme bis 4. November 2013 zum Schreiben des peruani-
schen Justizministeriums vom 22. August 2013 samt Beilagen und Begleit-
schreiben des BJ vom 19. September 2013 gegeben wurde (act. 12).
Mit Schreiben vom 22. Oktober 2013 stellten die Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers folgende prozessualen Anträge (act. 13):
"1. Die Beschwerdegenerin sei zu verpflichten, ihre Eingabe vom 19. Septem-
ber 2013 - das Schreiben des peruanischen Justizministeriums vom
22. August 2013 samt Beilagen - ins Deutsche zu übersetzen, eventualiter
sei eine amtliche Übersetzung unter Kostenfolge der Beschwerdegegnerin
anzuordnen.
2. Demzufolge sei dem Beschwerdeführer die mit Verfügung vom 16. Okto-
ber 2013 angesetzte Frist zur Erstattung einer Stellungnahme bis zum
4. November 2013 einstweilig abzunehmen, unter neuer Fristansetzung
nach Erhalt der deutschen Übersetzung des Schreibens des peruanischen
Justizministeriums vom 22. August 2013 samt Beilagen."
Zur Begründung führten sie zusammengefasst aus, der Beschwerdeführer
sei zur Wahrung seines rechtlichen Gehörs zwingend darauf angewiesen,
dass die durch das BJ eingereichte Eingabe samt Beilagen ins Deutsche
übersetzt werde (act. 13 S. 2). Bis die entsprechende Übersetzung vorlie-
ge, sei es ihm nicht möglich, zur Wahrung des rechtlichen Gehörs eine
Stellungnahme zu verfassen und einzureichen (act. 13 S. 2).
Dazu wurde das BJ mit Schreiben vom 23. Oktober 2013 zur Stellungnah-
me aufgefordert und mit einem separaten Schreiben vom selben Tage
wurde den Rechtsvertretern des Beschwerdeführers die Frist zur Stellung-
nahme abgenommen (act. 15 und 14). Das BJ beantragte in seinem Ant-
wortschreiben vom 4. November 2013 (act. 16) die Abweisung der Anträge
des Beschwerdeführers, eventualiter deren Teilgutheissung (d.h. Überset-
zung des Schreibens des peruanischen Justizministeriums durch Peru in
die deutsche Sprache, ohne Übersetzung der Beilagen). Zur Begründung
führte das BJ im Kern aus, dass es sich beim Schreiben der peruanischen
Zentralbehörde nicht um ein Ersuchen, sondern um den Verkehr zwischen
Zentralbehörden handle (act. 16 S. 2). Das ursprünglich auf Spanisch ab-
gefasste Schreiben müsse daher neben seiner Übersetzung in die schwei-
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zerische Amtssprache Französisch nicht noch zusätzlich in die deutsche
Sprache übersetzt werden. Das BJ reichte zusätzlich die zwischenzeitlich
erfolgte Übersetzung aller "exhibits" in die französische Sprache ein. Es
hielt hierzu fest, dass diese "exhibits" für das laufende Verfahren nicht rele-
vant seien und daher aus Gründen der Verfahrensökonomie aus dem Ver-
fahren zu nehmen seien; auf jeden Fall könne keine zweite Übersetzung
der "exhibits" in die deutsche Sprache verlangt werden. Abschliessend hielt
es unter Hinweis auf die Rechtsprechung fest, dass von einem in der
Schweiz tätigen Rechtsanwalt erwartet werden könne, dass er die nationa-
len Sprachen wenigstens passiv verstehe (act. 16 S. 2).
Mit Schreiben vom 7. November 2013 wurde den Rechtsvertretern des Be-
schwerdeführers Frist zur Stellungnahme zu dem Schreiben des BJ vom
4. November samt Beilagen sowie (zum zweiten Mal) zu den bereits mit
Schreiben vom 16. Oktober 2013 zugestellten Eingaben angesetzt
(act. 17). Mit Schreiben vom 14. November 2013 hielten die Rechtsvertre-
ter an ihrem prozessualen Antrag vom 22. Oktober 2013 fest (act. 18). Sie
stellten sich auf den Standpunkt, die fraglichen Dokumente samt Beilagen
seien in die anwendbare deutsche Verfahrenssprache übersetzen zu las-
sen, damit der Beschwerdeführer seine elementarsten prozessualen Ver-
fahrensrechte im Verfahren wahren könne. Die in der falschen Verfahrens-
sprache erfolgte (indirekte) Eingabe des peruanischen Staates unterstrei-
che die bereits wiederholt erhobenen Vorwürfe und Unzulänglichkeiten des
gesamten Rechtshilfeverfahrens betreffend die gegen den Beschwerdefüh-
rer verfügte Kontosperre (act. 18 S. 1).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Für die Rechtshilfe zwischen der Republik Peru und der Schweiz sind in
erster Linie die Bestimmungen des Staatsvertrages vom 21. April 1997
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Peru
über Rechtshilfe in Strafsachen (SR 0.351.964.1; im Folgenden: Rechtshil-
fevertrag) massgeblich, den die beiden Staaten abgeschlossen haben und
der am 2. Dezember 1998 in Kraft getreten ist. Soweit der Rechtshilfever-
trag mit Peru bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, gelangt das
schweizerische Landesrecht (namentlich das Bundesgesetz vom
20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen [IRSG;
SR 351.1] und die dazugehörende Verordnung vom 24. Februar 1982
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[IRSV; SR 351.11]) zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 IRSG). Das inner-
staatliche Recht gilt (nach dem "Günstigkeitsprinzip") namentlich dann,
wenn sich daraus eine weitergehende Rechtshilfe ergibt (Rechtshilfevertrag
mit Peru, Art. 28; s. auch BGE 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 129 II
462 E. 1.1 S. 464, mit weiteren Hinweisen). Vorbehalten bleibt die Wahrung
der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c).
2.
2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-
den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird,
unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der