# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 102213d9-9819-4944-995b-fe1f0f62df78
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
A, ein anerkannter Flüchtling aus Eritrea, zog am 1. Juli 2011 von B nach C und wurde vom 1. August 2011 an von der Sozialkommission der Gemeinde C subsidiär mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt. Am 1. September 2011 gewährte ihm das Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich für den Zeitraum vom 1. August 2011 bis am 31. Juli 2012 Ausbildungsbeiträge in der Höhe von Fr. 17'200.-. Dieser Betrag wurde infolge einer – von A nicht unterzeichneten – Abtretungserklärung an die Sozialkommission C überwiesen.
B.
Aufgrund der A zugesprochenen Ausbildungsbeiträge nahm die Sozialkommission C eine Neuberechnung seines Unterstützungsbudgets vor und kam zum Schluss, dass er nicht (mehr) bedürftig sei. Mit Schreiben vom
21. September 2011 unterbreitete ihm die Sozialkommission folgende Schlussabrechnung: Von den Ausbildungsbeiträgen (Fr. 17'200.-) seien die Sozialhilfeleistungen für die Monate September 2011 (Fr. 1'612.95) und August 2011 (Fr. 2'422.95) abzuziehen; nach Auszahlung des Restbetrags (Fr. 13'164.10) sei das Sozialhilfekonto von A ausgeglichen.
C.
Mit Schreiben vom 22. und 24. September 2012 sowie mit "Einsprache" vom 24. Oktober 2011 an die Sozialkommission C brachte A diverse Rügen vor, die die Schlussabrechnung der Sozialbehörde vom 21. September 2011 betrafen.
D.
Mit Eingabe vom 9. November 2011 gelangte A an den Bezirksrat Horgen. Er nahm unter anderem Bezug auf die Schlussabrechnung der Sozialkommission vom 21. September 2011 und bemängelte sowohl die Einstellung der Fürsorgegelder als auch die Verrechnung von Ausbildungsbeiträgen mit Sozialhilfeleistungen.
E.
Der Bezikrsrat Horgen nahm die Eingabe von A vom 9. November 2011 als Aufsichtsbeschwerde entgegen, der er mit Schreiben vom 15. Februar 2012 keine Folge gab.
F.
Am 4. März und am 6. Mai 2012 gelangte A abermals an den Bezirksrat Horgen und brachte ähnliche Rügen wie in der Eingabe vom 9. November 2011 vor.
G.
Der Bezirksrat Horgen erachtete die Eingaben von A vom 4. März und 6. Mai 2012 als Rechtsbehelfe gegen die bezirksrätliche Nichtanhandnahme vom 15. Februar 2012. Er überwies die Akten zuständigkeitshalber an die Sicherheitsdirektion, die sie wiederum an die zuständige Aufsichtsbehörde – den Regierungsrat des Kantons Zürich – weiterleitete.
H.
Mit Beschluss vom 15. August 2012 hob der Regierungsrat den Entscheid des Bezirksrat Horgen vom 15. Februar 2012 auf und wies diesen an, die Eingabe von A vom 9. November 2011 als Rekurs (statt als Aufsichtsbeschwerde) zu behandeln. Ferner überwies der Regierungsrat die Eingaben von A vom 4. März 2012 und 6. Mai 2012 an den Bezirksrat zurück und ordnete diesen an, auch diesbezüglich einen Rekursentscheid zu fällen.
I.
Mit Schreiben vom 7. September 2012
nahm der Bezirksrat Horgen die Eingabe von A vom 9. November 2011 als Rechtsverweigerungsrekurs entgegen und ersuchte die Sozialkommission C, den Erlass eines nachträglichen Einstellungsbeschlusses zu prüfen.
J.
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 stellte die Sozialkommission C die Sozialhilfeleistungen an A nachträglich – per 30. September 2011 – ein. A holte die eingeschriebene Sendung, mit der ihm diese Verfügung zugestellt wurde, auf der Post nicht ab und erhob innert Rechtsmittelfrist keinen Rekurs.
II.
Mit Beschluss vom 17. Januar 2013 schrieb der
Bezirksrat Horgen
das Rekursverfahren als gegenstandslos geworden ab.
III.
A gelangte mit Eingaben vom 15. Februar 2013 und (innert gewährter Nachfrist) vom 1. März 2013 an das Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung des Beschlusses des
Bezirksrat Horgen
vom 17. Januar 2013.
Der
Bezirksrat Horgen
und die Gemeinde C verzichteten am 13. bzw. 22. März 2013 auf Vernehmlassung zur Beschwerde. Das Verwaltungsgericht setzte A Frist bis am 18. April 2013 an, um zum Vernehmlassungsverzicht der Vorinstanz und der Gegenpartei Stellung zu nehmen; dieser äusserte sich dazu indessen erst am 19. April 2013.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zuständig. Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Die Streitigkeit betrifft sinngemäss den Vorwurf der Rechtsverweigerung; mangels Streitwert fällt sie in die Kammerzuständigkeit (§ 38 Abs. 1 VRG).
2.
Eine Gehörsverletzung im Sinn einer formellen Rechtsverweigerung liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor, wenn eine Behörde auf eine ihr frist- und formgerecht unterbreitete Sache nicht eintritt, obschon sie darüber entscheiden müsste (BGE 134 I 229 E. 2.3).
3.
3.1
Die Vorinstanz begründete ihren vorliegend angefochtenen Beschluss damit, dass die
Beschwerdegegnerin
den Mangel der vom Regierungsrat beanstandeten Rechtsverweigerung behoben habe, indem sie am 25. Oktober 2012 eine anfechtbare, inzwischen in Rechtskraft erwachsene Einstellungsverfügung erlassen habe.
3.2
Die Begründung der Vorinstanz ist vor dem Hintergrund ihres
Schreibens vom 7. September 2012 zu verstehen. Darin hatte sie erwogen, die Eingabe des Beschwerdeführers vom 9. November 2011 sei als Rechtsverweigerungsrekurs zu erachten und nicht etwa als Rekurs gegen die Schlussabrechnung der Beschwerdegegnerin vom 21. September 2011, da dieser – entgegen der Auffassung des Regierungsrats – keine Verfügungsqualität zukomme.
4.
4.1
Der Schluss der Vorinstanz, wonach die Eingabe des Beschwerdeführers vom 9. November 2011 als Rechtsverweigerungsrekurs – und nicht als Rekurs gegen die Schlussabrechnung vom 21. September 2011 – zu erachten sei, ist nicht nachvollziehbar:
4.2
Mit der Schlussabrechnung vom 21. September 2011
legte die Beschwerdegegnerin verbindlich fest, dass die dem Beschwerdeführer zustehenden Ausbildungsbeiträge (Fr. 17'200.-) mit seinen für August und September 2011 bezogenen Fürsorgeleistungen verrechnet werden, und dass das Unterstützungskonto des Beschwerdeführers nach Ausbezahlung des Restbetrags (Fr. 13'164.10) ausgeglichen sei. Die Schlussabrechnung enthält zwar – anders als die Verfügung vom 25. Oktober 2012 – keine explizite Anordnung, die Sozialhilfeleistungen an den Beschwerdeführer seien einzustellen. Sie statuiert aber auf verbindliche Weise, dass sich das Sozialhilfekonto des Beschwerdeführers auf Null belaufe und impliziert damit, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mangels Bedürftigkeit nicht (mehr) als unterstützungsberechtigt erachtet; dass die Schlussabrechnung in diesem Sinn zu verstehen sei, erläuterte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer denn auch am 7. Oktober 2011 im Rahmen eines Gesprächs. Die in der Schlussabrechnung enthaltenen Festlegungen stellen eine autoritative, einseitige, individuell-konkrete behördliche Anordnung dar, die in Anwendung von Verwaltungsrecht ergangen, auf Rechtswirkungen ausgerichtet sowie verbindlich und erzwingbar ist. Die Schlussabrechnung ist somit – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – als Verfügung im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu qualifizieren (vgl.
BGE 135 II 38 E. 4.3).
4.3