# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c990099-255a-50df-a8bb-0a08d885423e
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Der deutsch/niederländische Staatsangehörige A._, geboren im Jahr 1978, arbeitet seit dem 1. August 2013 für die B._ SA mit Sitz in C._; dies mit verschiedenen Arbeitsorten in der Schweiz und im Ausland. Er verfügt über eine Wohnung in D._, verbringt die Wochenenden aber regelmässig in den Niederlanden bei seiner dort wohnhaften Lebenspartnerin und seinem Sohn (Jahrgang 2011).
B. In seiner Steuererklärung, welche er am 22. September 2015 für die Steuerperiode 2014 einreichte, deklarierte der Steuerpflichtige ein Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit (Code 1.110) von insgesamt CHF 132‘061.-, wovon er in der internationalen Steuerausscheidung CHF 32‘614.- (entspricht 61 Arbeitstagen) der Schweiz resp. dem Kanton Freiburg und CHF 99‘447.- dem Ausland zuwies. Insgesamt ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 33‘401.- (Bund) resp. CHF 32‘602.- (Kanton), dies bei einem satzbestimmenden Einkommen von CHF 111‘896.- (Bund) resp. CHF 109‘216.- (Kanton).
In der Veranlagungsanzeige vom 15. Dezember 2015 verzichtete die Steuerverwaltung des Kantons Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) auf eine internationale Steuerausscheidung. Sie setzte das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 132‘061.- fest. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergaben sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 108‘399.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 3‘525.20) bzw. CHF 105‘719.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 11‘643.40).
Gegen diese Steuerveranlagung erhob der Steuerpflichtige am 7. Januar 2016 Einsprache, in welcher er beanstandete, dass keine Steuerausscheidung vorgenommen worden sei. Er habe im Jahr 2014 nur 61 Tage in der Schweiz gearbeitet. Die nicht-schweizerischen Arbeitstage seien deshalb von der Besteuerung in der Schweiz auszuscheiden.
Mit Einspracheentscheid vom 3. Februar 2017 wies die Steuerverwaltung die erhobene Einsprache ab. In der Begründung berief sie sich darauf, dass der Steuerpflichtige für eine Arbeitgeberin mit Sitz im Kanton Freiburg gearbeitet habe und von dieser auch bezahlt worden sei. Entsprechend seien die Einkünfte aus seiner Erwerbstätigkeit – in Anwendung von Art. 15 Ziff. 1 und 2 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen, abgeschlossen am 26. Februar 2010, in Kraft getreten am 9. November 2011 (; SR 0.672.963.61) – in der Schweiz zu besteuern. Dem Wohnsitzstaat stehe kein Besteuerungsrecht zu. Zu erwähnen sei sodann, dass der Steuerpflichtige als internationaler Wochenaufenthalter ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz an der Quelle hätte besteuert werden sollen, was im Steuerjahr 2014 nach einem Ruling mit der B._ SA nicht erfolgt sei.
C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Steuerpflichtige, vertreten durch die Deloitte AG, am 2. März 2017 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Er stellt das Begehren, es seien der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die nicht-schweizerischen Arbeitstage von der Besteuerung in der Schweiz auszunehmen. Es wird geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer als natürliche Person ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) resp. Art. 5 Abs. 1 lit. a des Gesetzes vom 6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1) zu besteuern sei. Gemäss bundesgerichtlicher
Kantonsgericht KG Seite 3 von 7
Rechtsprechung (BGE 137 II 246) sei für die Ausübung dieses beschränkten Besteuerungsrechts eine Anwesenheit resp. eine Arbeitstätigkeit in der Schweiz notwendig. Das blosse Vorhandensein eines schweizerischen Arbeitgebers genüge nicht. Entsprechend seien nur die in der Schweiz verbrachten Arbeitstage in der Schweiz steuerpflichtig, nicht aber das Erwerbseinkommen, welches mit Arbeitstagen ausserhalb der Schweiz erzielt worden sei. Eine Bezugnahme auf das DBA-NL erübrige sich grundsätzlich, da schon aufgrund der nationalen Besteuerungsgrundlagen nur die schweizerischen Arbeitstage in der Schweiz steuerbar seien. Art. 15 Ziff. 1 DBA-NL würde aber zum gleichen Ergebnis führen.
Der mit Verfügung vom 8. März 2017 auf CHF 1‘200.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 24. März 2017 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 28. April 2017 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung der Beschwerde. Gemäss Art. 15 Ziff. 1 DBA-NL gelte das Arbeitsortsprinzip, wonach die Vergütung grundsätzlich in dem Staat besteuert werde, wo die Arbeit ausgeübt werde. Im konkreten Fall habe die Arbeitgeberin ihren Sitz in der Schweiz. Zwar habe der Beschwerdeführer wesentliche Aufgaben in verschiedenen anderen Staaten erbracht, wo er aber jeweils nicht 183 Arbeitstage anwesend gewesen und auch nicht von einer Betriebsstätte bezahlt worden sei. Für die Entsendung, den wirtschaftlichen Erfolg und das Risiko der Tätigkeit sei die Arbeitgeberin in der Schweiz zuständig gewesen, welche auch alle Kosten getragen habe. Deshalb seien auch die Arbeitstage in den anderen Staaten der Schweiz zuzurechnen und keine Steuerausscheidung vorzunehmen. In den Niederlanden sei der Steuerpflichtige bloss an einigen Wochenenden und für Ferien anwesend gewesen.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

## Considerations

Erwägungen
1. Prozessuales