# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fe323a35-3a41-4057-9687-fdb2c341190f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1956,
war
seit dem 19. Juli 2010 als
Se
nioren
betreuerin
bei der
Y._
ange
stellt und in dieser Funktion bei der Helsana
Unfall
AG (nachfolgend: Helsana) versichert. Am 16. September 2010 rutschte sie beim Einkaufen auf einem nas
sen Boden aus (Urk. 8/K1).
Dabei zog sie sich eine Ellbogenkontusion mit
ossä
rer
Läsion und kleinem
ossären
Ausriss, eine Kinnkontusion sowie eine Kontu
sion am linken Knie zu (Urk. 8/M3).
Am 15. Oktober 2010 teilte die Versicherte der Helsana mit, sie habe sich beim Unfall
auch
eine Zerrung in der rechten Leiste zugezogen (Urk. 8/K11 S. 2).
Mit Verfügung vom 6. Februar 2012 stellte d
ie Helsana
ihre Leistungen per
18. Januar 2012 ein
(Urk. 8/K81).
Dagegen erhob die Versicherte am 16. Februar 2012 Einsprache (Urk. 8/K82), welche mit
Einspracheentscheid
vom 13. Juni 2012 abgewiesen wurde (Urk. 8/K85 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 13. Juni 2012 (Urk. 2) erhob die Versi
cherte am 25. Juni 2012 Beschwerde und beantragte sinngemäss, dieser sei auf
zuheben und ihr seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 21. August 2012 schloss die Helsana auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfaller
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetre
tene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
sal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene
gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26.
April
1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die
Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im an
gefochtenen
Einspracheentscheid
davon aus,
gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes, Dr. med.
Z._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumatologie,
sei spätestens ab 18. Januar 2012 vom Erreichen
des Status quo sine der beklagten Beschwer
den auszugehen (Urk. 2
S. 7 Ziff. 4.4 ff.)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1), sie leide seit dem Unfall an Beschwerden am linken Schambein
,
und die Ödeme seien nach wie vor vorhanden (S. 1).
Sodann schmerze ihr linker Ellbogen seit dem Unfallereignis.
Sie habe schon vor dem Unfall an Rücken- sowie Knieproblemen gelitten, jedoch sei ihr Knie seither kaum mehr belastbar, es entzünde sich nach der kleinsten Anstrengung und sei schwach. Von einem Status quo sine könne nicht die Rede sein (S. 3 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob
die Beschwerdegegnerin die Kausalität der
über den 18. Januar 2012
andauernden Beschwerden zu Recht verneinte
.
3.
3.1
Am 16. September 2010 rutschte die Beschwerdeführerin auf einem nassen Boden aus und stürzte (Urk. 8/K1). Sie stellte sich gleichentags am
A._
vor (Urk. 8/M1-3). Es wurde
eine Ellbogenkontusion links mit
ossärer
Läsion an
capitullum
humeri
, Radiusköpfchen, sowie kleinem
ossären
Ausriss
proc
.
coronoideus
ulnae
, eine Kontusion des Kinns sowie des linken
Knies diagnostiziert (Urk. 8/M3
S. 1). Die Ärzte des
A._
verschrieben der Beschwerdeführerin eine Oberarmgipsschi
e
ne zur Ruhigstellung des Ellbogen
gelenks während zwei Wochen (S. 2).
3.2
Am 27. (handschriftlich durchgestrichen und mit „17.“ überschrieben) Septem
ber 2010 stellte sich die Beschwerdeführerin aufgrund von Schmerzen im Bereich der rechten Leiste auf dem Notfall des Spitals
B._
vor. Auf
grund einer am 29. September 2010 durchgeführten Sonographie der rechten Leiste wurde als Diagnose eine Adduktorenzerrung rechts festgehalten (Berichte vom 29. September 2010, Urk. 8/M4-M5).
3.3
Der radiologische Befund
des
A._
vom 1. Oktober 2010 ergab weder Anhalts
punkte für frische traumatische
ossäre
Läsionen
am
linken Knie noch am Becken und Hüftgelenk rechts
(Urk. 8/M6-M7).
Ein am selben Ort durchgeführtes MRI des linken Knies vom 14. Oktober 2010 ergab einen dringenden Verdacht auf spontane
Osteonekrose
des lateralen
Femurkondylus
mit ausgedehntem Knochenmarködem, welches durch die Ver
schmälerung des
femoralen
Gelenkknorpels nicht erklärt werden könne. Sodann wurde eine mediale
Gonarthrose
mit zwei
osteochondralen
Läsionen am media
len
Tibiaplateau
und eine Zyste festgestellt. Mit
Zusatzbefund vom
7. Dezember 2010 wurde festgehalten, bisher sei die Sturzanamnese nicht bekannt gewesen. Bei den genannten Befunden stünden differentialdiagnostisch posttraumatische Veränderungen beziehungsweise
trabekuläre
Mikrofrakturen im lateralen
Femurkondylus
im Vordergrund (Urk. 8/M8-M9).
Mit Bericht vom 10. November 2010 des
A._
wurde ausgeführt, es liege eine komplexere Problematik mit vorbestehenden latenten Kniebeschwerden vor, welche nun im Rahmen des Unfalles
aggraviert
werde. Der Befund des MRI vom 14. Oktober 2010 passe jedoch auch zum beschriebenen Anpralltrauma, sodass aktuell keine sichere Unterscheidung zwischen einer vorbestehenden oder einer sturzassoziierten Problematik getroffen werden könne
(Urk. 8/M13 S. 2).
3.4
Aufgrund persistierender Schmerzen in der rechten Leiste erfolgte am
12. November 2010 ein MRI des Beckens. Die Befunde seien vereinbar mit einer
symphysennahen
nicht dislozierten Fraktur des
Os
pubis
rechts. Da die konven
tionelle Voraufnahme vom 1. Oktober 2010 keine eindeutigen Veränderungen zeigte, sei eine aktuelle Beckenübersichtsaufnahme zu empfehlen (Urk. 8/M17-18
)
.
Die Beckenübersicht vom 30. November 2010 ergab
eine regelrechte Darstellung des
ossären
Beckens und damit
verglichen mit
der Aufnahme
vom 1. Oktober 2010 keine Befundänderung (
Urk. 8/M21).
3.5
Anlässlich einer Konsultation vom 22. Dezember 2010 wurde die Beschwerde
führerin über den Verlauf des
rund einen Monat zuvor erstmals diagnostizierten (vgl. Urk. 8/M16) Morbus
Ahlbäck
lateraler
Femurkondylus
links
sowie die neu
hinzugekommene Diagnose einer lateralen Beckenkompressionsfraktur LC1 mit Schambeinast-Beteiligung sowie einen diesbezüglichen 3-4 monatigen Schmerzverlauf informiert
(Urk. 8/
M23).
3.6
Am 7. Januar 2011 wurde erneut ein MRI des Beckens durchgeführt, zu wel
chem - insbesondere unter Vergleich mit der Voruntersuchung vom 12. November 2010 - folgende Beurteilung abgegeben wurde (Urk. 8/M27):
„Aktuell besser abgrenzbare obere und untere Schambeinastfraktur rechts
.
P
rogredientes
Bone
bruise
im linken oberen und unteren Schambeinast, DD reaktiv
.
K
eine A
P
für sekundäre Dislokation. Neu kleine Läsion angrenzend an den
caudalen
Frakturspalt,
a.e
. Granulationsgewebe entsprechend.
Regrediente
Signalalterationen im M
.
adductor
magnus
re
. Keine Anhalts
punkte für Hüftkopfnekrose oder entzündliche Prozesse im lin
ken Hüftgelenk.
Soweit beurteilbar keine A
P
für
ossäre
Metastase im Becken. Kleine Meta
stase im Bereich der Fraktur nicht mit Sicherheit auszuschliessen.“
3.
7
Dr. med.
C._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin, speziell
Rheumaerkran
kungen
, führte mit Bericht vom 10. Januar 2011 aus, er behandle die Beschwer
deführerin wegen Osteoporose. Sie habe sich nach dem „nicht traumatischen Sturz mit typischer (Osteoporose) Fraktur am rechten Os
pubis
zur
Knochen
dichtemessung
zuweisen lassen“ (Urk. 8/M28).
3.8
Am 25. März 2011 wurde die Beschwerdeführerin vom ber
atenden Arzt der Beschwerdegegner
in, Dr. med.
Z._
,
Facharzt FMH für Innere Medi
zin, speziell Rheumatologie, untersucht (Bericht vom 28. März 2011, Urk. 8/M31).
Seiner Ansicht nach sei die Kniegelenksproblematik links zum jetzigen Zeitpunkt noch als möglich unfallbedingt ausgewiesen
. Der Auslöser einer
Osteonekrose
, wie sie bei der Beschwerdeführerin zwei Wochen nach der Kontusion festgehalten
worden sei
, sei zwar durch eine solche Kontusion nicht auszuschliessen, typisch sei jedoch das spontane Auftreten. So könne ohne zusätzliche richtunggebende Veränderung mit moderat einwirkenden Kräften beim Sturzereignis höchstens eine mögliche Kausalität beurteilt werden
. Die mediale
Gonarthrose
sei vorbestehend und unfallfremd. Allenfalls könne man von einer vorübergehenden Verschlimmerung ausgehen, diese sei aber spätes
tens zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen. Daher sei für das linke Kniegelenk der Status quo sine jetzt erreicht.
Für das linke Ellbogengelenk sei der Status quo ante erreicht, eine richtungge
bende Veränderung fehle. Die Beschwerdeführerin sei schmerzfrei und verfüge über eine gute Funktion.
Bezüglich Beckenregion rechts se
i die Situation unklar. In früh
eren Berichten und MRI-Befunden sei von
einer
Os
pubis
-Fraktur
respektive
Osteomyelitis res
pektive möglicher
Mammakarzinom
-Metastasierung berichtet worden. Im neu
esten MRI des Beckens vom 7. Januar 2011 sei ein Status nach oberer und unterer Schambeinastfraktur angegeben, wobei diese nicht disloziert seien. Die Beschwerdeführerin erwähne, dass sie einige Tage nach dem Sturz auf der rechten Seite starke Schmerzen gehabt ha
be
, was zur Frakturlokal
i
sation passen würde. Diese seien aber ohne besondere Massnahmen wieder verschwunden. Dies lasse an einer effektiven Fraktur zweifeln, so dass die beschriebenen Befunde allenfalls mit einer Fissur vereinbar seien. Da bei der heutigen Untersu
chung im Bereich der Schambeinäste und des Os
pubis
keine
Druckdolenz
beziehungsweise kein Verschiebeschmerz angegeben worden sei, sei von einer Konsolidation auszugehen. Die beklagten Restbeschwerden seien
möglich unfallkausal, jedoch
ätiologisch unklar
und die nach der Kontusion vorhande
nen Schmerzen seien nicht mehr vorhanden. In diesem Zusammenhang sei eine diagnostizierte Osteoporose erwähnt, welche ein erhöhtes Risiko für Fissuren oder Fakturen berge, auch nach leichten Kontusionen (S. 5).
Zusammengefasst sei für die Ellbogenlokalisation der Status quo ante und für die beiden anderen Lokalisationen der Status quo sine jetzt erreicht (S. 6).
3.9
Dr. med.
D._
,
Facharzt FMH für Chirurgie, hielt mit Bericht vom 26. April 2011 fest, die Beschwerdeführerin habe die Durchführung einer kon
ventionellen Aufnahme des Beckens verweigert, weshalb er
nicht
Stellung
nehmen könne zur Schambeinastverletzung. Bezüglich des Knies seien die erhobenen Befunde vereinbar mit dem diagnostizierten Morbus
Ahlbäck
. Ins
gesamt sei die Untersuchung jedoch unergiebig gewesen, da die Beschwerde
führerin eine Diagnostik lege
artis
verweigert habe (Urk. 8/M34). Zur Kausalität könne er keine Stellung nehmen (Bericht vom 8. Juni 2011, Urk. 8/M35).
3.10
PD Dr. med.
E._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med.
F._
,
Assistenz
arzt,
A._
, führten mit Bericht vom 20. Juni 2011 aus, die von der Beschwerde
führerin geschilderten Beschwerden seien zum einen durch die
Beckenringver
letzung
(LC I-Fraktur; 16. September 2010) erklärt. Zum anderen bestehe aber auch eine gewisse Symptomatik im Rahmen der Facettengelenksarthrose L5/S1
. Zur genauen Beurteilung der Lendenwirbelsäule
(LWS)
sei ein MRI durchzu
führen
(Urk. 8/M36).
Nach durchgeführtem MRI der LWS (Urk. 8/M37) hielt Dr.
F._
mit Bericht vom 8. August 2011 (Urk. 8/M44) fest, die Beckenbeschwerden und insbeson
dere die Beckenringfraktur seien auf den Sturz vom 16. September 2010 zurückzuführen. Sodann sei die Facettengelenksarthrose zwar degenerativer Natur, jedoch sei die Verschlimmerung der Beschwerdesymptomatik in diesem Bereich ebenfalls als Folge des Unfalles zu sehen (S. 1 Ziff. 2-2.1). Die degene
rative Veränderung der LWS habe sich durch eine Fehlbelastung wegen des Unfalles verschlimmert (Ziff. 5). Der Endzustand sei noch nicht erreicht (Ziff. 6). Die Beschwerdeführerin sei als Seniorenbetreuerin wieder einsatzfähig, wobei auf schwere körperliche Arbeit, wie das Heben von Patienten, verzichtet werden sollte (S. 2 Ziff. 7a f.).
3.11
Am 18. Januar 2012 nahm Dr.
Z._
aufgrund der neu eingegangenen Berichte
nochmals Stellung
(Urk. 8/M46).
4.
4.1
Gestützt auf die Akten ist erstellt, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 16. September 2010 eine Ellbogenverletzung links sowie eine Kontusion des linken Knies zuzog.
Sodann ist den Akten zu entnehmen, dass sie sich wenige Tage nach dem Unfall wegen Leistenschmerzen behandeln liess (vgl. E. 3.2 sowie Bericht vom
A._
vom 1. Oktober 2010, Urk. 8/M7).
Mit Bericht vom 25. März 2011 hielt Dr.
Z._
fest, es sei bezüglich der Knieproblematik vom Status quo sine und betreffend der beim Unfall zugezogenen Verletzung am linken Ellbogengelenk vom Status quo ante auszugehen.
Die Schmerzen im Beckenbereich erachtete Dr.
Z._
für weiter abklärungsbedürftig (diagnostisch und ätiologisch), wobei er trotz den Unklarheiten auch bezüglich den beklagten Beschwerden im Beckenbereich von einem Status quo sine ausging (vgl. E. 3.8).
Mit Schreiben vom 20. Juni 2011
teilte die Beschwerdegegnerin der Beschwerde
führerin mit,
zur Abklärung der Frage, ob die aktuell noch geklagten Beschwerden unfallbedingt seien oder nicht,
wolle
sie
beim
G._
oder beim
H._
ein Gutachten
einholen (Urk. 8/K54). Ein solches
Gutachten
wurd
e allerdings in der Folge nicht veranlasst:
Nachdem die Beschwerdegegnerin erfuhr, dass die Beschwerdeführerin im
A._
bei PD Dr.
E._
in Behandlung ist, ging sie davon aus, das Gutachten sei „wohl nicht mehr nötig, nachdem wir beim
A._
unsere Akten erhalten haben“ (vgl. Telefonnotiz vom 22. Juni 2011, Urk. 8/K56).
4.2
Wie unter Erwägung 3.
10
festgehalten, äusserte sich PD Dr.
E._
jedoch nicht zur Kausalitätsfrage der Beckenproblematik. Er hielt lediglich fest, die
Beschwerden seien sowohl durch die Beckenringverletzung als auch durch die Facettengelenksarthrose L5/S1 begründet.
Zur Frage, was von diesen beiden Ursachen unfallkausal ist, ist dem Bericht nichts zu entnehmen.
Einzig Assistenzarzt Dr.
F._
nahm zur Unfallkausalität Stellung.
Mit MRI vom November 2010 und Januar 2011 wurden Frakturen im Beckenbereich bildgebend
dokumentiert
(vgl. E. 3.4 und 3.6). Dr.
F._
beurteilte
nicht nur die persistierenden Kniebeschwerden, sondern auch
die Verletzungen
am Becken
als Ergebnis des Sturzes vom 16. September 2010 und damit
als
eindeu
tig unfallkausal (vgl. E. 3.
10
). Eine Begründung dafür führte er allerdings nicht an, sondern liess es b
ei dieser Feststellung bewenden
, weshalb s
eine
Schlussfol
gerung
nicht
zu überzeugen
vermag
. Sodann
sind
derart pauschale
Ausführun
gen
s
chon
aufgrund der Tatsache, dass d
er radiologische Befund vom 1. Oktober 2010, also rund zwei Wochen nach dem Unfallereignis,
im Gegensatz zu den später durchgeführten MRIs
keine frischen traumatischen
ossäre
Läsionen im Bereich des Beckens
zeigte
(vgl. E. 3.3)
, nicht
ohne Weiteres nachvollziehbar
.
Wobei in diesem Zusammenhang sogleich darauf hinzuweisen ist, dass das konservative Röntgenbild vom 30. November 2010 den Befund des Röntgenbil
des vom Vormonat bestätigte, obwohl
- wie gesagt -
zwischenzeitlich im MRI Läsionen festgestellt wurden.
Mit diesen widersprüchlichen Befunden setzte sich keiner der Ärzte auseinander.
4.3
Genauso wenig nachvollziehbar ist indes, dass Dr.
Z._
die
Unfallkausalität
der Beckenbeschwerden
verneinte respektive auf einen Status quo sine
schloss, obwohl er
auf
Widersprüchlichkeiten hinsichtlich Diagnose und Ätiologie der Becken
schmerzen
hinwies
(vgl. E. 3.8)
und sich mit der Frage, ob die festge
stellten Frakturen, welche allenfalls die nach wie vor beklagten Beschwerden auslösen, auf den Unfall vom September 2010 zurückzuführen sind, gar nicht auseinandersetzte
.
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn
der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Angesichts der sich in der Kausalitätsbeurteilung widersprechenden und je in sich selbst nicht schlüssig begründeten Einschätzungen von Dr.
F._
- der als Assistenzarzt im Übrigen über keine fachärztliche Qualifikation verfügt - und Dr.
Z._
fehlt es an einer den Beweisanforderungen genügenden Exper
tise (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2012 vom 8. Januar 2013 E.
6.3). Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese zur Beurteilung der Unfallkausalität der noch beklagten Beschwerden
ein
versi
cherungsexternes
G
utachten einholt und hernach über den Lei
stungsanspruch neu entscheidet.
4.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen entschieden werden kann, da der
entscheidrelevante
medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist. Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist daher aufzuheben und die Sache ist zur fachärztlichen Abklärung des
entscheidrelevanten
medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Demnach ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen
.