# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5c91248a-6262-4a37-8445-582d21fff8cc
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Abteilung Entsorgung der Politischen Gemeinde St. Gallen (ESG) schrieb am
12. September 2016 die Beschaffung eines Hydraulikbaggers zum Kauf für
Bauarbeiten auf der Deponie Tüfentobel im offenen Verfahren aus. Die Frist für die
Einreichung der Angebote wurde auf den 20. Oktober 2016, 12 Uhr, festgelegt. Für die
Eignungs- und Zuschlagskriterien wurde auf die Ausschreibungsunterlagen verwiesen
(ABl 2016 S. 2575 f.). In den Vorbemerkungen der Ausschreibungsunterlagen wurden
als Zuschlagskriterien unter Ziffer 9 der Angebotspreis, die Benutzungs-, Betriebs- und
Wartungsfreundlichkeit, die Unterhalts- und Reparaturleistungen sowie die
Garantieleistung genannt. Die Ausschreibung wurde unangefochten rechtskräftig.
Am 20. Oktober 2016 lagen die Bewerbungen von sieben Anbietern vor. Bei der
Bewertung der Angebote wurden der Preis mit 40 Prozent, der Betrieb und die
Wartung mit 30 Prozent, der Unterhalt mit 20 Prozent und die Garantieleistung mit
10 Prozent gewichtet. Die Maximalpunktzahl pro Bewertungskriterium betrug jeweils
fünf Punkte. Ausgehend vom tiefsten Offertpreis von Fr. 272'937.– (100 Prozent) wurde
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der Höchstwert auf Fr. 409'405.50 (150 Prozent) festgesetzt. Die Differenz der
Offertpreise zum Höchstwert wurde schliesslich ins Verhältnis zum tiefsten Offertpreis
gesetzt. Das Angebot der Kuhn Schweiz AG erreichte mit 4,42 Punkten (Preis
1,78 Punkte, Betrieb/Wartung 1,41 Punkte, Unterhalt 0,98 Punkte, Garantie
0,25 Punkte) der maximal erzielbaren fünf Punkte den zweiten Rang. Die ESG ging
dabei fälschlicherweise von einem Offertpreis von Fr. 287'830.– anstelle von
Fr. 283'220.– aus. Unter Berücksichtigung des tatsächlich offerierten Preises hätte die
Kuhn Schweiz AG eine Punktzahl von 4,49 Punkten und damit unverändert den zweiten
Rang erreicht. Die ESG vergab die Beschaffung des Hydraulikbaggers am 3. Februar
2017 zum Preis von Fr. 299'730.– an die Liebherr-Baumaschinen AG, deren Angebot
4,61 Punkten (Preis 1,61 Punkte, Betrieb/Wartung 1,5 Punkte, Unterhalt 1 Punkt,
Garantie 0,5 Punkte) erzielt hatte.
B. Die Kuhn Schweiz AG (Beschwerdeführerin) erhob mit Eingabe vom 9. Februar 2016
[recte: 2017] gegen die Zuschlagsverfügung der ESG (Vorinstanz) vom 3. Februar 2017
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Da die Eingabe die Voraussetzungen an eine
Beschwerde nicht erfüllte, räumte der Abteilungspräsident der Beschwerdeführerin am
10. Februar 2017 die Gelegenheit ein, innert der noch laufenden zehntägige
Beschwerdefrist die Eingabe mit einem Antrag und allenfalls mit einer weitergehenden
Darstellung des Sachverhalts und der Begründung zu ergänzen. Gleichzeitig wies er die
Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit hin, ein Gesuch um aufschiebende Wirkung zu
stellen. Mit Eingabe vom 16. Februar 2017 ergänzte die Beschwerdeführerin die
Beschwerde und beantragte, die Zuschlagsverfügung sei aufzuheben und der Zuschlag
der Beschwerdeführerin zu erteilen. Ein Gesuch um aufschiebende Wirkung wurde
nicht gestellt. Am 27. Februar 2017 teilte die Vorinstanz mit, der Vertrag mit der
Liebherr-Baumaschinen AG (Beschwerdegegnerin) sei abgeschlossen worden. Mit
Vernehmlassung vom 28. April 2017 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Beschwerdegegnerin verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen der
Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit

## Considerations

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.1, EGöB). Als beim Zuschlag mit einem Rückstand von 0,12 von maximal fünf
Punkten zweitplatzierte, nicht berücksichtigte Bewerberin hätte die Beschwerdeführerin
eine reelle Chance auf den Zuschlag gehabt und ist deshalb zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Dass die Vorinstanz mittlerweile den
Vertrag mit der Beschwerdegegnerin abgeschlossen hat, schliesst die
Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin nicht aus, da ihr der Anspruch auf die
Feststellung der Rechtswidrigkeit des angefochtenen Zuschlags verbleibt, sollte sich
ihre Beschwerde als begründet erweisen. Der Antrag auf Feststellung der
Rechtswidrigkeit gilt als im Begehren um Aufhebung des Zuschlages sinngemäss
mitenthalten (vgl. Art. 18 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche
Beschaffungswesen; sGS 841.32, IVöB; BGE 132 I 86 E. 3.2). Die Beschwerde gegen
die am 7. Februar 2017 ausgehändigte Zuschlagsverfügung wurde mit Eingabe vom
9. Februar 2017 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der innert laufender
Beschwerdefrist eingegangen Ergänzung vom 16. Februar 2017 die Anforderungen in
formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 15 Abs. 3 IVöB). Auf die Beschwerde ist deshalb
einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beanstandet zunächst, die Vorinstanz sei von einer falschen
Offertsumme ausgegangen. Diese betrage Fr. 283'200.– und beeinflusse die
Punktevergabe um 0,17 Punkte. Weiter liege der von der Beschwerdegegnerin
offerierte Hydraulikbagger unter den geforderten 29 Tonnen, wogegen das Gerät der
Beschwerdeführerin ein Gewicht von 31 Tonnen aufweise. Ausserdem müsse bei den
von ihr angegebenen Verbrauchswerten von 19 Litern beachtet werden, dass es sich
dabei um Verbrauchswerte im schweren Einsatz handle. Der durchschnittliche
Verbrauch belaufe sich vielmehr auf 15,8 Liter. Im Übrigen habe das von ihr offerierte
Gerät einen AdBlue-Verbrauch von 2,5 Prozent des Kraftstoffverbrauchs. Schliesslich
sei ihre Option des Vollservicevertrags mit 13 Jahren Garantie und 8'000 Stunden nicht
beachtet worden.
2.1. Im Preiseingabeformular trug die Beschwerdeführerin als Totalbetrag Fr. 283'220.–
ein (vgl. act. 16/5 S. 10 der Ausschreibungsunterlagen). Die Beanstandung der
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Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz von einem zu hohen Preis ausgegangen sei,
erfolgte daher zu Recht, was von der Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 28. April
2017 auch anerkannt wurde. In der Beurteilungsmatrix ergibt sich bei er
Preisbewertung für eine Offertsumme von Fr. 283'220.– somit ein Wert von 4,62 Punkte
– die Differenz zum Höchstwert von Fr. 409'405.50 beträgt Fr. 126'185.50, was im
Vergleich zum tiefsten Preis 92,46 Prozent bedeutet. Beim Preis erhält das Angebot der
Beschwerdeführerin bei einer Gewichtung mit 40 Prozent folglich 1,85 Punkte. Die
Gesamtbewertung verbessert sich dadurch auf 4,49 Punkte, womit das Angebot der
Beschwerdeführerin dasjenige der Beschwerdebeteiligten mit 4,61 Punkten aber nach
wie vor nicht übertrifft.
2.2. Im Leistungsverzeichnis der Ausschreibungsunterlagen gab die
Beschwerdegegnerin ein Einsatzgewicht von 29,8 Tonnen an (act. 16/6 S. 2 der Offerte
und S. 7 der Ausschreibungsunterlagen). Zutreffend ist, dass das Gewicht im Katalog
der Beschwerdegegnerin bei einer Bodenplattenbreite von 750 Millimetern
27,25 Tonnen beträgt (vgl. act. 16/6 S. 20 des Katalogs) und damit unter 29 Tonnen
liegt. Gemäss den glaubhaften und von der Beschwerdeführerin nicht bestrittenen
Ausführungen der Vorinstanz wurde das Gerät jedoch mit einer extrabreiten
Bodenplatte von 900 Millimetern ausgerüstet, was sich auch aus der Offerte ergibt (vgl.
act. 16/6 S. 3 der Offerte). Dass sich damit das Einsatzgewicht auf 29,8 Tonnen erhöht
hat, ist nachvollziehbar und wurde bei der Prüfung der Testmaschine durch die
Vorinstanz bestätigt. Damit erfüllte das Gerät der Beschwerdegegnerin das geforderte
Einsatzgewicht von 29 bis 31 Tonnen.
2.3. Gemäss den Ausschreibungsunterlagen war der mittlere Treibstoffverbrauch bei
schwerem Einsatz anzugeben (vgl. act. 16/1 S. 9). Die Angabe des durchschnittlichen
Verbrauchs oder die Ausstattung mit AdBlue waren dagegen nicht gefordert. Soweit
die Beschwerdeführerin damit die Vergabekriterien beanstanden möchte, hätte sie