# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95cfd48a-8c95-42b6-8689-297e45266e02
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene X._
war nach einer Ausbildung als Zimmermann ab 1986 selbständig erwerbstätig und betrieb die Einzelfi
rma Y._
, welche
1996 von der Z._
GmbH übernommen wurde. Gemäss Handelsregisterauszug ist er seit 1996 deren Gesellschafter und Geschäftsführer beziehungsweise seit 2009 Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung. Bei der Gesellschaft ist er als
Zimmermann, Schreiner und Geschäftsführer
angestellt
.
Am 2
2.
April 2010 meldete er sich unter Hinweis auf eine Schulteroperation bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/12
und
Urk.
8/14
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Suva bei (vgl. etwa
Urk.
8/15,
Urk.
8/20-21,
Urk.
8/26,
Urk.
8/32
und
Urk.
8/39
).
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2012 (
Urk.
8/58) sprach sie dem Versicherten eine vom
1.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2010 befristete halbe Invalidenrente zu.
1.2
Am 2
9.
Juni
und 3
1.
Dezember
2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Schulteroperation erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
8/63
und
Urk.
8
/72
). Die IV-Stelle tätigte wiederum medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Suva bei (
vgl.
etwa
Urk.
8/65,
Urk.
8/70,
Urk.
8/82,
Urk.
8/90
und
Urk.
8/97
). Mit Verfügung vom
2.
November 2015 (
Urk.
8/109) wies sie das Rentenbegehren ab.
Aufgrund der Beeinträchtigung
en an
der rechten Schulter sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom
5.
August 2015 ab
1.
August 2015 eine Inva
lidenrente
auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von
20
%
und eines
versicher
ten Jahresverdienstes von Fr. 126'000.-- zu (
Urk.
8/
104
).
1.3
Am
5.
März 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Schul
teroperation wiederum bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/
112
). Die IV-Stelle tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklä
rungen und zog die Akten der Suva
und der Krankentaggeldversicherung
bei (vgl. etwa
Urk.
8/115,
Urk.
8/119,
Urk.
8/131
und
Urk.
8/133).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/
160
,
Urk.
8/
168 und
Urk.
8/
176-
177
)
sprach sie dem Versicherten
mit Verfügung vom
2.
November 2021 (Urk. 2) e
ine vom
1.
Oktober 2018 bis 31.
August 2019 befristete ganze Rente zu
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1.
Dezember 2021
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei
insoweit aufzuheben, als die bis
August 2019 zugesprochene Rente befristet werde. Die Vorinstanz sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere eine unbe
fristete ganze Rente auszurichten, eventuell Eingliederungsmassnahmen durch
zuführen. Am
7.
Februar 2022
beantragte
die IV-Stelle
, die Beschwerde sei abzu
weisen
(
Urk.
7
S. 2
)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
8.
Februar 2022
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
3.
Die
Suva
sprach dem Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom
4.
Mai 2021
(Urk.
8/189/2-15
) eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von
10
%
und ab dem
1.
September 2019
eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von
37
% zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum
in dem Sinne
gutgeheissen
,
dass die Sache zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid an die Suva zurück
gewiesen
wurde
(Prozess Nr.
UV.2021.00120
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen
), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.
5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom
2.
Novem
ber 2021
(Urk. 2) damit, dass
der Beschwerdeführer vor der gesundheitlichen Einschränkung im Vollzeitpensum als
Selbständigerwerbender
tätig gewesen sei. Ab
dem
19. Oktober 2017 sei er in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt und es sei ihm keine Tätigkeit zumutbar gewesen.
Der Invaliditätsgrad habe
entsprechend
100 % betragen. Per Mai 2019 habe sich seine gesundheitliche Situation verbessert und eine angepasste Tätigkeit sei ihm seither zu 100
%
zumutbar.
Seine Firma müsse er dafür nicht aufgeben, die geringen organisa
torischen Tätigkeiten könne er weiterhin ausführen oder sogar delegieren.
Das
Valideneinkommen
sei - aus näher dargelegten Gründen - auf F
r.
109'231.-- fest
zulegen (S. 4-
7
). Das Invalideneinkommen sei
gestützt auf die LSE 2016, TA1, Kompetenzstufe 1, Total, Männer, auf
Fr.
67’408.--
festzusetzen
, womit sich ab September 2019 ein Invaliditätsgrad von 38
%
und
demnach
kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung mehr
ergebe.
Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da der
Beschwerdeführer
selbständig sei und auch bleiben wolle (S. 7).
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
es fehle an der massgebenden Voraussetzung zur Befristung der Rente. Es liege keine medizinische Grundlage für eine angebliche Verbesserung der Befundlage
vor.
Er habe sich im August 2021 einer Handoperation unterziehen müssen und sei hospitalisiert gewesen bis anfangs Dezember
(richtig wohl: September)
2021, verbunden mit einer andauernden Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Sowohl der Kreisarzt als auch der Arzt
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
seien fach
fremd für die Beurteilung seines Gesundheitsschadens (weder Schulter- noch Handspezialisten; S. 4-5).
Er
habe jahrelang trotz Einschränkungen einen Weg gefunden, seinen Betrieb aufrecht zu erhalten mit dem Ziel, ihn seinen Söhnen zu übergeben. Seine organisatorische Verantwortung übe er weiterhin aus. Weil die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht genau ermittelt werden könnten und der Betrieb nicht stillgelegt sei, sei die Rente gestützt auf
einen
Betätigungsvergleich zuzusprechen und geschuldet.
Die Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin
sei
zum Schluss gekommen,
aufgrund eines
solchen
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 89
%
. Es sei rechtswidrig
,
stattdessen
ein theore
tisches, fiktives, nicht effektiv erwirtschaftetes statistisches Einkommen anzu
nehmen
(S. 5
-7
und S. 12
). Die
Beschwerdegegnerin
gehe von einem derart eingeschränkten Belastungsprofil aus, gemäss welchem im Endeffekt jegliche körperliche Tätigkeit ausscheid
e respektive kein Arbeitgeber ih
n in einer körper
lichen Tätigkeit beschäftigen würde. Es stelle sich die Frage der Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit (S. 7-
9). Die Voraussetzungen für einen Berufswechsel seien nicht erfüllt (S. 9-
11). Eine Eingliederung ohne Unterstützung sei unzu
mutbar (S
.
11).
Massgebend sei das
Valideneinkommen
, das er hätte erzielen können, wenn er
nicht invalid geworden wäre. Dem IK-Auszug lasse sich aber lediglich das Einkommen
entnehmen
,
das
er im damaligen Zeitpunkt mit gesund
heitlichen Einschränkungen erzielt habe.
2008 sei das einzige Jahr ohne Arbeits
unfähigkeiten gewesen. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei ein Tabellenlohnabzug von 25
%
zu berücksichtigen, womit auf jeden Fall auch nach September 2019 eine Rente zuzusprechen sei (S. 12-15).
3.
Vergleichszeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesundheitszustands bildet die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. November 2015 (Urk. 8/109), mit welcher sie das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente vom 2
9.
Juni 2013 abwies.
Bei einem am 1
8.
Oktober 2017 erlit
tenen Unfall zog sich der
Beschwerdeführer
eine Re-Ruptur der linken
Supraspi
natussehne
zu, woraufhin er sich am
5.
März 2018 erneut bei der
Beschwerde
gegnerin
zum Leistungsbezug anmeldete
(
Urk.
8/118/1,
Urk.
8/119/4 und
Urk.
8/112).
Eine
-
zumindest vorübergehende
-
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes infolge des Unfalls
mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit
ist
unter Berücksichtigung der medizinischen Akten
ausgewiesen und auch zwischen den Parteien unbestritten
, weshalb die angefochtene Verfügung im Hinblick auf die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab Oktober 2018 zu bestätigen ist
.
Streitig ist hingegen die Befristung der ganzen Invalidenrente bis am 3
1.
August 201
9.
Zu prüfen bleibt somit
, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der
Zusprache
der ganzen Invalidenrente
per
1.
Oktober 2018
ab Mai 2019 derart verbessert hat, dass die Beschwerdegegnerin
einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers
ab September 2019
zu Recht
verneint hat
.
4
.
Die angefochtene Verfügung stützte sich unter anderem auf folgende Berichte:
4.1
Der behandelnde PD
Dr.
med.
A._
, Leitender Arzt, und
Dr.
med. B._
, Assis
tenzarzt Orthopädie, von der
Universitätsklinik
C._
,
Abteilung Orthopädie, Schulter/Ellbogen, stellten in ih
rem
Bericht der Sprechstunde
vom 2.
April
2019 (
Urk.
8/131/27-28
) folgende Diagnosen:
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
Sub
scapularis
(1 x Storz-Anker [
Infraspinatus
2 x
Conmed
Y-RC-
Knot
]),
arthro
skopisch-assistierte
Latissimus
dorsi
-Transposition (2 x
Stryker
Reelx
-Anker) links vom
5.
April 2018 bei/mit:
-
chronischer, irreparabler
posterosuperiorer
Rotatorenmanschetten
-Re-
Reruptur
Schulter links mit/bei:
-
Status nach
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-Re-Rekonstruktion
Supraspinatus
links vom
9.
März 2010 mit/bei:
-
Status nach offener
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion links 2003
Zudem führten sie aus, anlässlich der klinischen Verlaufskontrolle ein Jahr post
operativ berichte der Beschwerdeführer über einen erfreulichen Verlauf und eine gute Funktion im Alltag. Schmerzen habe er keine mehr. In seinem Beruf als Zimmermann
sei
er wieder zu 80
%
anwesend und
könne
leichter
e Arbeiten aus
führen. Schwere Ü
ber
kopfar
beiten
seien
nicht möglich.
Als Befund hielten sie fest: «Schulter links: Reizlos abgeheilte Narben. Diverse
Psoriasiseffloreszenzen
am gesamten Oberkörper und Armen. AC-Gelenk indo
lent. Aktive Flexion 120 (160°), Abduktion 80 (140°), IR Th12 (Th12). Passive
glenohumerale
AR 20 (60°). Passive
glenohumerale
Abduktion 80°. Lift off-Test positiv,
Jobe
- und Whipple-Test negativ, jedoch kraftgemindert.
Impingement
-Test negativ. AR abgeschwächt mit positivem Lag-Zeichen. Periphere DMS intakt.
Latissimus
dorsi
ansteuerbar.»
Ein Jahr postoperativ
bestehe ein
zufriedenstellendes Ergebnis mit schmerzfreiem und im Alltag gut funktionierendem
Beschwerdeführer
.
Sie hätten
ihn darüber aufgeklärt, dass die Kraftentwicklung oberhalb der Horizontalen weiterhin einge
schränkt
sein werde
. In seinem Beruf als Zimmermann
sei
er wieder vermehrt arbeitsfähig mit einer 80-100%igen Anwesenheit, jedoch nur 50%
iger
Leistung. Weitere Verlaufskontrollen
seien
nicht geplant, bei Bedarf
sei eine
jederzeitige Wiedervorstellung
möglich
.
4.2
Suva-
Kreisarzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie, hielt am 1
5.
April 2019 fest, dass
b
ezüglich Zumutbarkeitsprofi
l
F
olgendes beachtet werden
müsse
:
In Anbetracht der erlittenen Ver
l
etzungen
sei
der Beruf als Zimmermann nicht wirk
lich optimal. Besser wären körperlich weniger belastende Tätigkeiten. Da aber der
Beschwerdeführer
trotz verschiedener Unfallfolgen bis zum letzten Unfall in diesem Beruf, zwar mit verminderter Leistung, aber doch mehrere Jahre lang
habe
tätig
sein können, könne
diese Tätigkeit weitergeführt werden. Da es aber aufgrund der Folgen des Unfalles vom 1
8.
Oktober
2017 zu einer weiteren Verminderung der Funktionalität der linken Schulter gekommen
sei
, müss
t
en die Erwartungen an die erbrachte Leistung angepasst werden. In Anlehnung an
das
, was auch von PD
Dr.
A._
(Universitätsklinik
C._
) in seinem Bericht zur Konsultation vom
2.
April 2019
festgehalten
worden sei, könne
die Fortführung der Tätigkeit als Zimmermann im 100%igen Pensum bei etwa 50(-
60)%
iger
Leis
tung als zumutbar betrachtet werden
.
Für reine Bürotätigkeiten bestünd
e eine
100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/131/16). Diese Beurteilung beziehe sich auf
sämtliche bis zum jetzigen Unfall erlittenen Unfälle (
Urk.
8/131/14).
4
.3
Der behandelnde PD
Dr.
A._
und Assistenzarzt Orthopädie
Dr.
med. E._
von der Universitätsklinik
C._
führten in ihrem Sprechstundenbericht vom
23. April 2019 aus (
Urk.
8/131/7-8
), der Beschwerdeführer berichte
,
bei der Arbeit
vermehrt Schmerzen beziehungsweise eine Einschränkungserscheinung verspürt zu haben. Das Röntgen links vom 2
3.
April 2019 zeige stationäre Stellungs
verhältnisse verglichen mit der Voruntersuchung vom
4.
Dezember 201
8.
Klinisch wie auch radiologisch sähen sie keine Hinweise auf eine Regula
rität
(gemeint wohl: Irregularität)
. Dem
Beschwerdeführer
werde erklärt, dass der Belastungsaufbau nach Massgabe der Beschwerden erfolgen solle. Bei zuneh
menden Beschwerden werde eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
für die nächsten zwei Monate ausgestellt. Der
Beschwerdeführer
sei selbständiger Zimmermann und werde versuchen, körperlich schwere Tätigkeiten reduziert durchzuführen. Ihrerseits seien keine weiteren Kontrollen geplant.
4.4
Suva-
Kreisarzt
Dr.
D._
hielt am 2
1.
Mai 2019 fest (
Urk.
8/131/4), zumutbar seien
ganztags Tätigkeiten, bei denen keine Schläge oder Vibrationen auf die oberen Extremitäten übertragen würden. Repetitive belastete Tätigkeiten über Schulterhöhe oder stammfern seien zu vermeiden. Die Masse der zu hebenden oder tragenden
L
asten dürfe rechts 15 kg, links 10 kg betragen, sofern diese nur
stammnah
und bis maximal Nabelhöhe getragen oder gehoben werden müssten. Das Heben oder Tragen von Lasten stammfern oder über Schulterhöhe sei absolut zu vermeiden.
4.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
F._
, FA Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Juni 2019 (
Urk.
8/156/5-6) folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
links mit
Latissimus
dorsi
-Transposition am 1
6.
April
2018 bei
-
Status nach
Rotatorenmanschettenrereruptur
links
Zudem stellte er folgende Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Gastrooesophagealer
Reflux
-
Psoriasis
-
Glaukom
Dazu führte er aus, es beständen in Bezug auf die bisherige
körperlich schwere
Tätigkeit als selbständiger Zimmermann eine
sc
hmerzhafte Bewegungs- und
Belastungseinschränkung mit
einem
Kraftdefizit
der
linke
n
Schulter
sowie eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit a
uf Dauer.
Dem
Beschwerdeführer
seien
seit dem 2
1.
Mai 2019
ganztags Tätigkeiten, bei denen keine Schläge oder Vibrationen auf die o
beren Extremitäten übertragen wü
rden
, zumutbar
. Repetitive belastete Tätigkeiten über Schulterhöhe oder stammfern
seien
zu vermeiden. Die Masse der zu hebenden oder tragenden Lasten
dürfe
rechts 15 kg, links 10 kg betragen, sofern diese nur
stammnah
und bis maximal Nabelhöhe getragen oder gehoben werden müss
t
en. Das Heben oder Tragen von Lasten stammfern oder über Schulterhöhe
sei
absolut zu vermeiden.
4.6
Dr.
med.
G._
, Rheumatologie FMH,
hielt
in seinem Bericht vom 1
1.
März 2020
fest
(
Urk.
8/174), sowohl klinisch-anamnest
i
sch, als auch in den ergänzenden Bildgebungen, dominier
e
die aktivierte
Rh
izarthrose
rechtsbetont gegenü
ber einer entz
ündlichen Aktivität der suspekten
Psoriasisarthriti
s
. Auch im Rahmen der S
C
QM S
c
hlusskontrol
l
e vom 2
4.
Februar 2020 habe
sich wiederholt berichtet keine eindeutige
synov
iti
sche
Aktivität gefunden. Das aktuelle MRI zeig
e diesbe
züglic
h
einen fraglichen Befund am MCP 2 links und DIP 5 recht
s, jedoch ohne klinische oder
sonografische
Ko
rrelat
i
on im Sinne einer Arthr
iti
s oder Periarth
ritis. Im Alltag und vor allem
i
m Beruf
würden die
Rhizarthrosen
stark l
imitierend
wirken
und die Arbeitsfähigkeit erheblich bedrohen
.
4.7
Dr.
med.
H._
, Leitender Ar
zt Handchirurgie am Spital I._
, führte in seinem Sprechstundenbericht vom 3
0.
April 2020 aus (
Urk.
8/175), die angefer
tigten Röntgenaufnahmen beider Hände in zwei Ebenen würden beidseits eine fortgeschrittene
Rhizarthrose
und beginnende STT-Arthrose zeigen. Zudem
würden
an al
l
en Fingermittelgelenken Vogel-Schwingen-Phänomene zur Darstel
lung kommen und an den Endge
l
enken beginnende Arthrosen insbesondere am rechten Zeigefingerendgelenk
ulnarseitig
und an beiden Kleinfingerendge
l
enken. Unabhängig davon finde sich beidseits eine Ellen minus Variante.
Es
besteh
e
keine realistische Aussicht, dass
der
Beschwerdeführer
nochmal längerfristig in seiner bisherigen Tätigkeit als Zimmermann
berufsfähig werde
. Zur Behandlung der schmerzhaften
Rhizarthrosen
habe
er an beiden Seiten Infi
ltrationen vorge
nommen. Zudem habe
er dem
Beschwerdeführer
Orthesen verordnet, mit denen
er
zunächst versuchen soll
e
, im Alltag zu Recht zu kommen. Sie
seien
allerdings nicht
dafür geeignet, die Arbeitsfähigkeit als Zi
mmermann wiederherzustellen. Letztlich
werde beim
Beschwerdeführer
die Notwendigkeit einer
Trapeziumresek
tionsarthroplastik
bestehen. Den Zeitpunkt dazu bestimm
e
der
Beschwerdeführer
abhä
ngig von seinen Schmerz
en
selbst.
4.8
Am 1
5.
Juni 2020 ergänzte
Dr.
G._
(
Urk.
8/183)
, eine substantielle Ar
beits
fähigkei
t
sei beim
Beschwerdeführer
nicht mehr gegeben, sicher nicht im ange
stammten Beruf. Vorstellbar wäre höchstens eine sehr leichte Verweistätigkeit ohne Belastung der oberen Extremitäten.
Die Belastungsfähigkeit sei multifakto
riell bedingt, einerseits durch die beidseitige
Periarthropathie
der Schultergelenke mit beidseitigem S
t
atus nach operativem Eingriff sowie durch die schwere beid
seitige
Rhizarthrose
und gleichzeitige DIP-Arthrosen, zuletzt aber auch einem hochgradigen Verdacht auf eine gleichzeitige entzündliche
Arthropathie
im Sinne einer
Psoriasisar
thritis
bei Psoriasis
vulgaris
,
hier seien vor allem die DIP-Gelenke betroffen.
4.
9
In seiner Stellungnahme vom
6.
Juli 2020
(
Urk.
8/191/4) führte RAD-Arzt Dr.
F._
aus, Dr.
G._
berichte
über beidseitige
Rhizarthrosen
und DIP-Arthrosen, möglicherweise im Zusammenhang mit einer
Psoriasisarthritis
. Eine sehr leichte Verweistätigkeit ohne Belastung der oberen Ex
tremitäten sei vorstell
bar. Dr.
H._
habe
bei den
Rhizarthrosen
eine Infiltrationsbehandlung durch
geführt
. Eine Rückkehr in den Beruf als Zimmermann sei nicht realistisch. Die Radiologie-Befundberichte
würden
die Diagnosen der beidseitigen
Rhizarth
rosen
und DIP-Arthrosen
bestätigen
. Die neu dokumentierten beidseitigen
Rhizarthrosen
und DIP-Arthrosen
würden
das Belastbarkeitsprofil über das bisher bekannte Mass weiter ein
schränken
. Zumutbar
seien
ganztags Tätigkeiten, bei denen keine Schläge oder Vibrationen auf die o
beren Extremitäten übertragen wü
rden. Repetitive belaste
nd
e Tätigkeiten über Schulterhöhe oder stammfern
seien
zu vermeiden. Die Masse der zu hebenden oder tragenden Lasten
dürfe
rechts 15 kg, links 10 kg betragen, sofern diese nur
stammnah
und bis maximal Nabelhöhe getragen oder gehoben werden müss
t
en. Das Heben oder Tragen von Lasten stammfern oder über Schulterhöhe
sei
absolut zu vermeiden. Kraftvolle Greif-, Zug- oder Stossbelastungen
seien
nicht möglich
, auch
keine repetitiven fein- oder grobmotorischen Tätigkeiten. Andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-
oder
Kälteexposition
en seien
ebenfalls zu vermeiden.
4.10
Am 3
1.
August 2021
wur
de im Kantonsspital J._
eine Resektions-/
Inter
positions
-
/Suspensionsplastik CMC I-Gelenk rechts (
Lundborg
) sowie Resektion des proximalen Trapezoid-Drittels und Interpositionsplastik eines APL-Sehnenstreifens durchgeführt und eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit vom 31.
August bis 1
2.
September 2021 attestiert. Eine Mobilisation sei ab der sechs
ten Woche postoperativ möglich (provisorischer Austrittsbericht vom
1.
Septem
ber 2021,
Urk.
3).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der rentenabweisenden Verfügung vom 2. November 202
1
auf
die Stellungnahmen
ihres
RAD-Arztes
Dr.
F._
vom
18.
Juni 2019 und vom
6.
Juli 2020
(E.
4.5 und E. 4.9
hiervor)
, welcher s
ich wiederum unter anderem auf die Berichte des behandelnden PD
Dr.
A._
(E. 4.1 und E. 4.3 hiervor) sowie des Suva-Kreisarztes
Dr.
D._
(E. 4.2 und E. 4.4 hiervor) abstützte.
5.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi
gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Aus dem Grundsatz der
Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Per
son, mittels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen
regel
mässig
von behandelnden Ärzten oder von anderen medizini
schen Fach
personen, die in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versi
cherten Person stehen. Auf
grund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
rechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen, wird im Streitfall eine
direkte
Leistungszusprache
ein
zig gestützt auf die Angaben der behandeln
den Ärzte aber kaum je in Frage kommen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
5.3
Kreisarzt
Dr.
D._
nahm in
seinen
Kurzbeurteilungen vom 15. April 2019 und 21. Mai 2019 (E. 4.2 und E. 4.4 hiervor) Stellung zu den unfallbedingten Beein
trächtigungen des Beschwerdeführers
. Auf welche
medizinischen Einschätzungen
sich Dr.
D._
bei seinen Stellungnahmen stützte, wird aus diesen nicht ersichtlich.
Zudem begründete er mit keinem Wort, weshalb der
Beschwerdeführer
in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sein soll
. Eine Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang ist denn auch keinem der
Berichte
der
behandelnde
n
Ärzte
zu entnehmen.
Dem Umstand, dass sich der Zustand des
Beschwerdeführer
s bereits kurz nach der Jahreskontrolle wiederum verschlech
terte und ihm am 2
3.
April 2019 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit für die nächsten zwei Monate ausgestellt wurde (vgl. E. 4.3 hiervor), trug
d
er
Kreisarzt
in seiner Beurteilung vom 2
1.
Mai 2019 zudem überhaupt nicht Rechnung. Nachdem er den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hatte und sich auch die behandeln
den Fachärzte zu
r
Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätig
keit
nicht äusserten, wäre eine schlüssige, nachvollziehbare und ausführliche Auseinandersetzung
mit dieser Frage
unerlässlich gewesen. Dass den Berichten der behandelnden Fachärzte keine
solche
Einschätzung zu entnehmen ist, kann nicht zu Lasten des Beschwerdeführers gehen, wurden die Behandler zu einer diesbezüglichen Stellungnahme
auch
gar nicht aufgefordert.
Bereits der Umstand, dass sich RAD-Arzt
Dr.
F._
bei seiner Einschätzung
ins
besondere auf die nicht nachvollziehbaren Stellungnahmen des Suva-Kreisarztes abgestützt hat
te
, lässt Zweifel an der Schlüssigkeit seiner Ausführungen auf
kommen. Hinzu kommt, dass
Dr.
F._
von einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes per 2
1.
Mai 2019 ausging, eine solche aber mit keinem Wort
begründete
.
A
us den Akten
ist
nicht erkennbar, inwiefern sich der Gesundheits
zustand des
Beschwerdeführer
s genau zu diesem Zeitpunkt verändert haben sollte
. Der Belastungsaufbau war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen (vgl. E. 4.3 hiervor)
, was von
Dr.
F._
nicht berücksichtigt wurde
.
Soweit er ohne weitere Begründung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwer
den angepassten Tätigkeit annahm, obwohl
Dr.
G._
davon ausging, dass die
Rhizarthrosen
stark l
imitierend
wirken
und die Arbeitsfähigkeit erheblich bedro
hen
würden
,
beziehungsweise höchstens noch eine sehr leichte Verweistätigkeit
(in nicht genanntem Umfang)
als vorstellbar erachtete
(E. 4.6
und E
.
4.8
hiervor), ist dies ebenfalls nicht nachvollziehbar.
Auch zur Verschlechterung des Gesund
heitszustandes des
Beschwerdeführer
s, welche im August 2021 eine Operation erforderlich machte (vgl. E. 4.10 hiervor),
nahm Dr.
F._
keine Stellung.
5.4
Zwar können RAD-Stellungnahmen nicht einfach
immer dann in Frage ge
stellt werden, wenn die behandelnden Ärzte eine abweichende Meinung zur Arbeits
unfähigkeit
äussern
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_668/2015 vom 17. Februar 2016 E. 3). Jedoch ist
auf einen RAD-Bericht nicht abzustellen, wenn – wie hier
–
auch nur geringe Zweifel an dessen Zuver
lässigkeit und S
chlüssigkeit bestehen (vgl. E.
5
.2 hie
r
vor).
5.5
Auch gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachärzte
lässt sich nicht beur
teilen
,
ob und in welchem Ausmass sich das Beschwerdebild im Hinblick auf die Beurteilung der vorliegenden Streitfrage ab Mai 2019
verändert
hat,
nachdem sich weder PD
Dr.
A._
noch
Dr.
G._
zur Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit
explizit
geäussert haben.
5.6
Nachdem die Abklärungen der Kra
nkentaggeldversicherung beim K._
(vgl. dazu
Urk.
1 S. 4) vor
der
Operation im August 2021 und damit vor einer
erneuten Veränderung
des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführer
s
stattfanden, dürf
ten aus dem Bericht vom
7.
Juli 2020 keine Schlüsse auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung gezogen werden können, weshalb auf dessen
Beizug
(vgl. entsprechender Antrag der
Beschwerdegegnerin
in
Urk.
7 S. 2) in antizipier
ter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
ver
zichtet wird.
5.7
Nach dem Gesagten
hätte die Beschwerdegegnerin eine versicherungsexterne Begutachtung veranlassen sollen, da
aufgrund der Akten
im Hinblick auf die revisionsrelevante Frage einer allfälligen Verbesserung des Gesundheitszustands seit Mai 2019
nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit fest
gelegt werden
kann
, in w
elchem Umfang der Beschwerdefüh
rer
in einer de
n
Beschwerden angepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist
.
Wie nachfolgend unter E. 6 gezeigt wird, ist d
ie Beschwerde aber
auch
unab
hängig von der Beantwortung dieser Frage gutzuheissen. Denn s
elbst
wenn eine revisionsrelevante Verbesserung ausgewiesen wäre,
ist
eine
Renteneinstellung im vorliegenden Fall
aufgrund des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers praxisgemäss so lange
nicht gerechtfertigt
, als die Beschwerdegegnerin die Wiedereingliederung nicht aktiv fördert und den Beschwerdeführer nicht hinrei
chend auf die berufliche Eingliederung vorbereitet
.
6
.
6
.1
D
em Beschwerdeführer
wurde
die befristete ganze Rente bis am
3
1.
August 2019
zugesprochen. Im
August 2017
wurde er 55 Jahre alt. Das Bundesgericht geht in ständiger Recht
sprechung vom Regelfall aus, dass bei Personen, deren Rente nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, vorgängig
medizinisch-rehabilitative und/oder beruflich-erwerbliche
Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen sind, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigen
an
strengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der
diesfalls
grund
sätzlich anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliede
rung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf inva
liditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Ren
ten
bezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestel
lungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medi
zinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbstein
gliederung erwerblich zu verwerten
(BGE 145 V 209 E. 5.1)
. Die Rechtsprechung, wonach bei der revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurück
gelegtem 55. Altersjahr grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen sind, findet auch dann Anwendung, wenn - wie hier - zeitgleich mit der
Renten
zusprache
rückwirkend über deren Befristung befunden wird (
BGE 145 V 209 E. 5.4; vgl. auch
Urteil des Bundes
gerichts 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 E. 4.1 und E. 4.2).
6
.2
Mit Blick auf das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers kann dieser nicht ohne Weiteres auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden und es hätte sich
- nach einer
rechtsgenüglichen
Abklärung des medizinisch-theoreti
schen Leistungspotentials (vgl. E. 5.7) -
gerechtfertigt, vor der Rentenaufhebung die Eingliederungsfrage zu prüfen
und Eingliederungshilfe zu leisten
.
Dass Eingliederungsmassnahmen nicht möglich oder zumutbar wären, ist den Akten nicht zu entnehme
n.
Aufgrund der Aktenlage ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin vor der Renteneinstellung die Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung eingehend geprüft oder dem Beschwerdeführer konkrete Hilfestellungen angeboten hätte.
Ebenso wenig hat sie sich mit der Frage befasst, ob sich das von ihr festgestellte medizinisch-theoretische Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit, Einsatzmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt usw.) und
/
oder
die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne erforderlich ist.
Eine Rentenaufhebung ohne Durchführung von beruflichen Massnahmen dürfte
einzig
dann nicht zu beanstanden sein, wenn die Ein
gliederung mangels Inte
resses
zum Vornherein
nicht erfolgversprechend wäre. Davon ist vorlie
gend aber nicht auszugehen
.
Allein der Umstand, dass
sich
der
Beschwerdeführer
mit einer Betriebsaufgabe schwertat und sich eine Tätigkeit ausserhalb seiner Unterneh
mung nicht vorstellen konnte
(
vgl. etwa
Urk.
8/124
,
Urk. 8/128
), lässt den Schluss nicht zu, dass eine Eingliederung mangels Inte
resses nicht erfolgversprechend wäre.
Würde rechtskräftig feststehen, dass
ih
m
ein Berufswechsel und eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in
einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit zumutbar wäre
- was derzeit noch offen ist -
und
würde
ihm ein ent
sprechendes Invalideneinkommen angerechnet, so ist davon auszugehen, dass er sich um entsprechende Stellen würde bemühen wollen
, was auch aus seinen Aus
führungen im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
hervorgeht (vgl. Urk. 8/177 S.
6 f.)
.
D
ass der
Beschwerdeführer
besonders agil oder gewandt wäre oder
über besonders breite Ausbildungen und Berufserfahrungen
verfügt
, ist vorliegend nicht
anzunehmen
, nachdem er
in den letzten
35 Jahren
ohne Unterbruch
in seiner eigenen Unternehmung
stets
in seinem angestammten Beruf als Zimmer
mann
tätig
war.
Weiter ist in Fällen, in welchen eine Ren
tenaufhebung absehbar ist, praxisgemäss
ein persönliches Gespräch
mit der ver
sicher
ten Person zu führen, wobei ihr allfällige Wiedereingliederungs
mass
nah
men aufzuzeigen und im Weiteren mit ihr zu planen sind.
Mit Blick auf die neuste bundesgericht
liche Rechtsprechung (vgl. vorerwähnte
r
BGE 145 V 209
E. 5.4
)
ist davon auszugehen, dass
ein solches Gespräch auch bei der
Zusprache
einer befristeten Rente erfor
derlich
ist
.
Die Beschwerdegegnerin hat darauf jedoch bislang ver
zichtet. Vor
diesem Hintergrund ist sie dem ihr obliegenden Eingliede
rungsauftrag bis jetzt nicht nachgekommen. Dar
aus ergibt sich, dass
selbst bei einer gutachterlich abgeklärten Verbesserung des medizinisch-theoretischen Leistungsvermögens
eine allfällige Rentenei
n
stellung so lange nicht gerechtfertigt wäre, als die Wiedereingliederung
durch die Beschwerdegegnerin
nicht aktiv gefördert
wird
und sie den Beschwerdeführer nicht hinreichend auf die berufliche Eingliederung vorbereitet
.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde und zur Feststellung, dass der Beschwerdeführer auch ab
1.
September 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
7
.
7
.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind er
messensweise auf Fr. 900.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädigung von Fr. 2'200.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.