# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c2e40a92-d575-4fc2-8248-a1949f77030c
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Der Präsident des Bezirksgerichts Baden hat am 1. November 2021
folgendes Urteil gefällt (gemäss Vergleich aufzuhebende und zu ändernde
Punkte in kursiv):
1. In Gutheissung der Klage wird die am tt.mm.jjjj vor dem Zivilstandsamt Q. geschlossene Ehe der Parteien gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.
2. Die elterliche Sorge über die Kinder C., geb. tt.mm.jjjj und D., geb. tt.mm.jjjj, wird den Parteien über die Scheidung hinaus gemeinsam belassen.
Die Söhne C. und D. werden unter die Obhut der Klägerin gestellt.
Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beklagte zustimmen muss, falls die Klägerin den Aufenthaltsort der Kinder ins Ausland verlegen will oder der Wechsel des Aufenthaltsorts auf die Ausübung der elterlichen Sorge und den persönlichen Verkehr erhebliche Auswirkungen hat.
3. Der Beklagte wird berechtigt erklärt, die Söhne jeden Freitag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 21.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen und fünf Wochen Ferien pro Jahr mit ihnen zu verbringen. Der Beklagte hat der Klägerin die gewünschten Ferien mindestens drei Monate im Voraus mitzuteilen.
Ein weitergehendes oder abweichendes Besuchs- und Ferienrecht regeln die Parteien unter Wahrung des Kindeswohls im gegenseitigen Einvernehmen. Die Klägerin ist diesbezüglich anzuhalten, auch Spontanbesuche zwischen dem Beklagten und den Söhnen zu ermöglichen.
4. Die Erziehungsgutschriften für die Söhne C. und D. werden inskünftig gesamthaft der Klägerin angerechnet.
5. Die für die beiden Söhne bestehende Beistandschaft wird unverändert weitergeführt und die Beiständin in ihrem Amt bestätigt. Ihre Pflichten, insbesondere zur ordentlichen Berichtsablage, bleiben unverändert bestehen.
6. 6.1. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt der Söhne C. und D. ab Rechtskraft der Scheidung monatlich vorschüssig folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
C.: Fr. 204.75 bis zur Volljährigkeit
D.: Fr. 204.75 bis zur Volljährigkeit
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Es wird festgestellt, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.
6.2. Absolvieren die Söhne in diesem Zeitpunkt eine Erstausbildung, dauert die Zahlungspflicht bis zu deren Abschluss. Die Beiträge sind über die Volljährigkeit hinaus weiter an die die Klägerin zu leisten, bis die Söhne eine andere Zahlstelle bezeichnet.
6.3. Hinzu kommen die gesetzlichen oder vertraglichen Kinderzulagen, sofern sie nicht vom andern Elternteil direkt bezogen werden.
6.4. Es wird festgestellt, dass der gebührende Unterhalt der Kinder C. und D. mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen gedeckt ist.
7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an ihren persönlichen Unterhalt ab Rechtskraft der Scheidung monatlich vorschüssig folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
Fr. 626.90 bis und mit April 2022 Fr. 2'094.90 ab Mai 2022 bis und mit Juli 2022 Fr. 1'522.90 ab August 2022 bis und mit April 2025
8. 8.1. Die Anweisung des Mieters/Pächters E., wohnhaft an der [...], in R., gemäss Urteils des Obergerichts des Kantons Aargau vom 12.06.2017 wird aufgehoben.
8.2. Die F., wird angewiesen, vom monatlichen Rentenanspruch des Beklagten (AHV-Nr. [...]) ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils folgende Beträge:
Fr. 1'036.40 bis und mit April 2022 Fr. 1'821.35 ab Mai 2022 bis und mit April 2025 Fr. 409.50 respektive Fr. 204.75 für jeden der beiden Söhne der sich noch in Erstaus- bildung befindet ab Mai 2025 bis zum jeweiligen Ende der Erstausbildung
auf das Konto der Klägerin bei der G. (IBAN [...]) zu überweisen.
In diesem Umfang kann sich die F., von ihrer Schuld gegenüber dem Beklagten nicht durch Zahlung an diesen selbst befreien.
8.3. Die jeweilige Arbeitgeberin des Beklagten, derzeit die H., wird angewiesen, vom Einkommen des Beklagten folgende Beträge:
Fr. 683.05 ab Mai 2022 bis und mit Juli 2022 Fr. 111.05 ab August 2022 bis und mit April 2025
auf das Konto der Klägerin bei der G. (IBAN [...]) zu überweisen.
In diesem Umfang kann sich die Arbeitgeberin von ihrer Schuld gegenüber dem Beklagten nicht durch Zahlung an diesen selbst befreien.
9. Die vorstehenden Unterhaltsbeiträge basieren auf folgenden Werten: ab Rechtskraft Scheidung bis und mit April 2022:
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- monatliches Nettoeinkommen der Klägerin (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 4'031.90 - monatliches Nettoeinkommen des Beklagten (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 4'444.20 - monatliches Nettoeinkommen C. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75 - monatliches Nettoeinkommen D. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75
- monatlicher Notbedarf Klägerin: Fr. 2'894.00 - monatlicher Notbedarf Beklagter: Fr. 1'943.00 - monatlicher Notbedarf C.: Fr. 951.00 - monatlicher Notbedarf D.: Fr. 951.00
ab Mai 2022 bis und mit Juli 2022: - monatliches Nettoeinkommen der Klägerin (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 4'031.90 - monatliches Nettoeinkommen des Beklagten (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 8'970.20 - monatliches Nettoeinkommen C. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75 - monatliches Nettoeinkommen D. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75
- monatlicher Notbedarf Klägerin: Fr. 2'894.00 - monatlicher Notbedarf Beklagter: Fr. 3'243.00 - monatlicher Notbedarf C.: Fr. 951.00 - monatlicher Notbedarf D.: Fr. 951.00
ab August 2022 bis und mit April 2025: - monatliches Nettoeinkommen der Klägerin (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 5'291.90 - monatliches Nettoeinkommen des Beklagten (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 8'970.20 - monatliches Nettoeinkommen C. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75 - monatliches Nettoeinkommen D. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75
- monatlicher Notbedarf Klägerin: Fr. 3'020.00 - monatlicher Notbedarf Beklagter: Fr. 3'243.00 - monatlicher Notbedarf C.: Fr. 951.00 - monatlicher Notbedarf D.: Fr. 951.00
ab Mai 2025: - monatliches Nettoeinkommen der Klägerin (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 6'131.90 - monatliches Nettoeinkommen des Beklagten (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzulagen): Fr. 8'970.20 - monatliches Nettoeinkommen C. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75 - monatliches Nettoeinkommen D. (inkl. Familienzulage): Fr. 1'221.75
- monatlicher Notbedarf Klägerin: Fr. 3'104.00 - monatlicher Notbedarf Beklagter: Fr. 3'243.00 - monatlicher Notbedarf C.: Fr. 951.00
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- monatlicher Notbedarf D.: Fr. 951.00
10. Die vorstehenden Unterhaltsbeiträge basieren auf 101.0 Punkten des Landesindexes der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik (Stand Juli 2021; Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2022, gemäss dem Indexstand per November des Vorjahres nach folgender Formel der Teuerung angepasst:
Neue Unterhaltsbeiträge (aufgerundet auf ganze Franken) = ursprüngliche Unterhaltsbeiträge x neuer Index vom Nov. des Vorjahres
101.0
Die Anpassung der Unterhaltsbeiträge findet nicht statt, soweit der oder die Verpflichtete mit Urkunden nachweist, dass das Einkommen nicht entsprechend der Teuerung gestiegen ist.
11. 11.1. Jede Partei hat Anspruch auf die Hälfte der für die Ehedauer gemäss Art. 22 f. FZG zu ermittelnden Austrittsleistung der anderen Partei.
11.2. Die I., wird gestützt auf Art. 122 ZGB und Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Freizügigkeitsguthaben des Beklagten (Versicherten-Nr. [...]) den Betrag von Fr. 17'878.94 zuzüglich aufgelaufenem Zins seit 29.01.2018 (Stichtag Einreichung Scheidungsklage) auf das Konto der Klägerin (AHV-Nr. [...]) bei der Freizügigkeitsstiftung der J., zu überweisen.
12. 12.1. Der Klägerin wird an der ehelichen Liegenschaft, GB S., Nr. [..], E-GRID: CH [...], gegen eine monatliche Entschädigung von Fr. 1'800.00 an den Beklagten ein bis am 31.08.2025 befristetes Wohnrecht gewährt.
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, das fragliche Wohnrecht auf eigene Kosten ins Grundbuch eintragen zu lassen.
12.2. Das Grundbuchamt T. wird angewiesen, die im Miteigentum der Parteien stehende Liegenschaft K.,
GB R., Nr. 1929, E-GRID: CH [...],
ins Alleineigentum des Beklagten zu übertragen.
Die Kosten dieser Übertragung tragen die Parteien je zur Hälfte.
12.3. Das im gemeinsamen Eigentum der Parteien stehende Liegenschaftskonto (IBAN: [...]) bei der L. wird dem Alleineigentum des Beklagten zugewiesen. Die Klägerin wird verpflichtet, sämtliche für diese Übertragung notwendigen Handlungen auf erstes Verlangen vorzunehmen und allfällige Unterschriften zu leisten.
12.4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin innerhalb von 90 Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Urteils aus Güterrecht einen Betrag von Fr. 224'118.05 zu bezahlen.
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12.5. Im Übrigen sind die Parteien beim heutigen Besitzstand per Saldo aller Ansprüche güterrechtlich auseinandergesetzt.
13. Im Übrigen werden die gestellten Anträge abgewiesen.
14. 14.1. Der Klägerin wird die mit Verfügung vom 06.09.2018 erteilte unentgeltliche Rechtspflege (inkl. der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) ex nunc entzogen.
14.2. Das Grundbuchamt U. wird angewiesen, auf dem im Alleineigentum des Beklagten stehenden Grundstück, GB S., Nr. [...], E-GRID: CH [...], eine Grundpfandverschreibung in Höhe von Fr. 63'404.40 zu Gunsten des Kantons Aargau, Zentrale Inkassostelle des Obergerichts, einzutragen.
Die Kosten der entsprechenden Eintragung sind vom Beklagten zu tragen.
15. Die Gerichtskosten bestehen aus: a) der Entscheidgebühr von Fr. 32'479.50 b) den Kosten der Beweisführung von Fr. 6'677.40 Total Fr. 39'156.90
Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte mit Fr. 19'578.45 auferlegt. Die Klägerin hat ihren Anteil an die Gerichtskasse Baden zu bezahlen. Der Anteil des Beklagten geht infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons. Der Beklagte ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO).
16. 16.1. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
16.2. Die Gerichtskasse Baden wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin nach Rechtskraft das richterlich genehmigte Honorar von Fr. 45'790.25 (inkl. MWST) auszubezahlen. Die Klägerin ist zur sofortigen Nachzahlung dieses Betrags an die Gerichtskasse Baden verpflichtet.
16.3. Die Gerichtskasse Baden wird angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beklagten nach Rechtskraft das richterlich genehmigte Honorar von Fr. 43'825.95 (inkl. MWST) auszubezahlen. Der Beklagte ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO).
2.
2.1.
Gegen dieses Urteil reichte die Klägerin am 7. Januar 2022 die Berufung
ein.
- 7 -
2.2.
Im Hinblick auf Vergleichsgespräche wurde das Berufungsverfahren sis-
tiert.
2.3.
Am 17. März 2022 reichte die Klägerin eine von den Parteien am 7. und
14. März 2022 unterzeichnete Ergänzungsvereinbarung ein. Es wurde
darum ersucht, diese zu genehmigen und das Berufungsverfahren in der
Folge als erledigt abzuschreiben.

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Die Vereinbarung über die Nebenfolgen der Scheidung ist erst rechtsgültig,
wenn das Gericht sie genehmigt hat (Art. 279 Abs. 2 ZPO). Einreichung
und Genehmigung einer Vereinbarung sind auch noch im Berufungs-
verfahren vor Obergericht möglich (vgl. BGE 138 III 532).
Das Gericht genehmigt die Vereinbarung, wenn es sich davon überzeugt
hat, dass die Ehegatten sie aus freiem Willen und nach reiflicher Überle-
gung geschlossen haben und sie klar, vollständig und nicht offensichtlich
unangemessen ist (Art. 279 Abs. 1 ZPO). Darüber hinaus ist die Verein-
barung auf ihre rechtliche und sachliche Angemessenheit zu prüfen. Die
Prüfung der Angemessenheit ist jedoch beschränkt, soweit lediglich die
vermögensrechtlichen Scheidungsfolgen zwischen den Ehegatten infrage
stehen. Das Gesetz beschränkt diese Prüfung denn auch auf «offensicht-
liche» Unangemessenheit (Art. 279 Abs. 1 ZPO). Die Prüfung der Verein-
barung kann im Berufungsverfahren ohne Parteibefragung aufgrund der
Akten und der Parteieingaben erfolgen.
2.
Beide Parteien sind anwaltlich vertreten. Darüber hinaus lag ihnen bei Ab-
schluss der Vereinbarung ein erstinstanzliches Gerichtsurteil vor. Die von
den Parteien im Rahmen ihrer Vereinbarung gemachten Zugeständnisse
erfolgten somit im Wissen um ihre und die während des Rechtsstreits vor-
getragenen gegnerischen Standpunkte sowie der von der Vorinstanz da-
raus gezogenen und im Entscheid dargelegten Schlussfolgerungen. Es be-
steht unter diesen Umständen kein Grund zur Annahme, dass die Parteien
die Vereinbarung nicht aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung
abgeschlossen haben.
Die in Bezug auf die im Berufungsverfahren noch umstrittenen Punkte ge-
troffenen Regelungen sind klar und vollständig. Auch inhaltlich ist die ge-
troffene Regelung nicht offensichtlich unangemessen, womit sie in Gut-
heissung des übereinstimmenden Antrags der Parteien zu genehmigen ist.
- 8 -
Das Berufungsverfahren ist damit in formeller Hinsicht durch den Vergleich
und dessen Genehmigung erledigt (vgl. BGE 138 III 532 E. 5).
3.
Die Gerichtskosten sind gestützt auf § 13 VKD auf pauschal Fr. 3'000.00
festzusetzen. Sie sind vereinbarungsgemäss der Klägerin aufzuerlegen.
Die Parteikosten sind vereinbarungsgemäss wettzuschlagen.