# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e1110f49-bcb7-5805-a4de-eea1ecd5eb29
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die römisch-katholische Kirchgemeinde B._ ist Eigentümerin der Parzelle Nr. 001,
Grundbuch B._. Im Süden grenzt das Grundstück an die im Eigentum der Politischen
Gemeinde B._ stehende Parzelle Nr. 002, im Westen an die I._strasse
(Gemeindestrasse erster Klasse, Parzelle Nr. 003), im Norden, soweit nicht ebenfalls
Bestandteil der Parzelle Nr. 001, an die G._strasse (Gemeindestrasse erster Klasse,
Parzellen Nrn. 004 und 001 [seit 2019]) und im Osten an die H._strasse
(Gemeindestrasse zweiter Klasse, Parzelle Nr. 005). Nach dem Zonenplan der
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Politischen Gemeinde B._ sind die Grundstücke Nrn. 001 und 002 der Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen zugewiesen. Überdies befinden sie sich im Perimeter
des überbauungsplans "Gebiet zwischen J._-K._strasse und L._bach-
M._strasse" (vom damaligen Regierungsrat genehmigt am 15. Oktober 1912,
nachfolgend: üBPG) und das Grundstück Nr. 001 innerhalb des Baulinienplans
"Korrektion der G._strasse" vom 29. Januar 1909. Die Baumreihe bzw. Allee entlang
der Grenze der Parzellen Nrn. 003 und 001 ist in der Schutzverordnung der Politischen
Gemeinde B._ als Naturobjekt aufgeführt. Unter der H._strasse verläuft der
eingedolte F._bach (übriges Gewässer, B 2020/58 act. 12/9/2, S. 3, 10, 12, 24,
www.geoportal.ch).
B.
Am 5. April 2017 erliess der Gemeinderat B._ gestützt auf einen Planungsbericht vom
29. März 2017 auf den Grundstücken Nrn. 003, 005, 004, 001 und 002 den
Teilstrassen- (Änderung G._strasse und N._weg) und Gestaltungsplan C._.
Gleichentags erliess er den Teilzonenplan C._ im vereinfachten Verfahren. Am
24. April 2017 führte er eine Informationsveranstaltung durch. Vom 25. April 2017 bis
24. Mai 2017 wurde der Gestaltungs- und Teilstrassenplan C._ öffentlich aufgelegt.
Einen gegen den Einspracheentscheid des Gemeinderates B._ vom
27. September 2017 betreffend Gestaltungs-, Teilstrassen- und Teilzonenplan C._
erhobenen Rekurs (Verfahrensnummer 17-6386) schrieb das Baudepartement eigenen
Angaben zufolge am 20. Dezember 2018 als gegenstandslos geworden ab, nachdem
der Gemeinderat B._ den Teilstrassen- und Teilzonenplan C._ am 4. Juli 2018 sowie
den Gestaltungsplan C._ am 24. Oktober 2018 widerrufen hatte (B 2020/58
act. 12/9/2, S. 28 f., act. 12/9/10-17, ABl 2017 S. 1347).
C.
Am 24. Oktober 2018 erliess der Gemeinderat B._ auf den Parzellen Nrn. 006, 005,
007, 008, 009, 010 und 011 den Sondernutzungsplan F._bach, Abschnitt O._ bis
L._bach (nachfolgend: SNPL), mittels welchem auf die Festlegung eines
Gewässerraums verzichtet wurde. Gleichentags erliess er auf der Parzelle Nr. 001
(ehemals: Parzelle Nr. 004) den Teilstrassenplan G._strasse-H._strasse (nachfolgend:
TSPK) sowie auf den Grundstücken Nrn. 004, 001 und 002 den Sondernutzungsplan
C._ (nachfolgend: SNPS). Eine während der öffentlichen Auflage des SNPL, TSPK
sowie SNPS vom 15. November 2018 bis 14. Dezember 2018 von E._ und der D._
AG erhobene Einsprache wies der Gemeinderat B._ mit Entscheid vom 6. März 2019
ab. Mit Verfügung vom 20. November 2018 hob die Kantonspolizei drei Parkfelder auf
der G._strasse bei der im SNPS festgesetzten Tiefgaragenzufahrt auf. Am
27. Mai 2019 sistierte das Baudepartement das Genehmigungsverfahren betreffend
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TSPK. Am 17. Juni 2019 genehmigte das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (AREG) den SNPL, den SNPS sowie die vorgesehene Teilaufhebung
des üBPG. Am 24. Juni 2019 eröffnete der Gemeinderat B._ den Einspracheentscheid
zusammen mit sämtlichen kantonalen Verfügungen als Gesamtentscheid (B 2020/58
act. 12/9/2, S. 28 f., act. 12/9/1 f., 4-7, 13-15, 17 f., ABl 2018 S. 4111). Dagegen
rekurrierten die D._ AG und E._ am 7. Juli 2019 an das Baudepartement (B 2020/58
act. 12/1). Mit Entscheid vom 16. März 2020 hiess das Departement den Rekurs gut
und hob den Gesamtentscheid des Gemeinderates B._ vom 24. Juni 2019,
ausgenommen die Sistierungsverfügung vom 27. Mai 2019, auf (je act. 2).
D.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 16. März 2020 erhoben
die Politische Gemeinde B._ (Beschwerdeführerin 1/Beschwerdebeteiligte 2) durch
ihre Rechtsvertreterin am 30. März 2020 und die C._ (Beschwerdeführerin 2/
Beschwerdebeteiligte 1, am 2. Mai 2013 im Handelsregister eingetragen, www.zefix.ch)
am 30. April 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht je mit dem Rechtsbegehren,
es sei der angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge, im
Beschwerdeverfahren B 2020/58 zuzüglich Mehrwertsteuer, aufzuheben (je act. 1). Am
20. Mai 2020 ergänzte die Beschwerdeführerin 1 ihre Beschwerde mit einer
Begründung (act. 8). Mit Vernehmlassungen vom 15. Juni 2020 bzw. 6. Juli 2020
beantragte die Vorinstanz, es seien die Beschwerden abzuweisen, im Verfahren
B 2020/72 sofern auf die Beschwerde eingetreten werden könne (act. 11 bzw. 9). Am
10. August 2020 nahm die Beschwerdebeteiligte 2 im Verfahren B 2020/72 (act. 12)
und am 29. August 2020 die Beschwerdebeteiligte 1 im Verfahren B 2020/58 (act. 14)
Stellung. Die D._ AG und E._ (Beschwerdegegner 1 und 2) beantragten im Verfahren
B 2020/58 mit Vernehmlassung vom 14. September 2020, es sei die Beschwerde der
Beschwerdeführerin 1 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich
Mehrwertsteuer abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Eventualiter sei das
Verfahren zu sistieren (act. 17). Im Verfahren B 2020/72 beantragten sie, auf die
Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zuzüglich Mehrwertsteuer nicht einzutreten. Eventualiter sei sie abzuweisen.
Eventualiter sei das Verfahren zu sistieren (act. 15).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdeverfahren B 2020/58 und B 2020/72 betreffen dieselben
Verfahrensbeteiligten, denselben Sachverhalt und es stellen sich im Wesentlichen
dieselben Rechtsfragen. Überdies decken sich die Beschwerdebegründungen in den
beiden Beschwerdeverfahren weitgehend. Es rechtfertigt sich deshalb, die Verfahren
von Amtes wegen verfahrensrechtlich zu vereinigen und durch einen einzigen
Entscheid zu erledigen (vgl. dazu VerwGE B 2018/80; B 2018/82 vom 23. Mai 2019 E. 1
mit Hinweisen).
2.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben ([Art. 46 des
Strassengesetzes; sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit] Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingaben vom
30. März 2020 bzw. 30. April 2020 (je act. 1) erfolgten unter Berücksichtigung der
Gerichtsferien (Art. 64 in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 145 Abs. 1 lit. a
der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) sowie
der vom 21. März 2020 bis 19. April 2020 gültigen Verordnung über den Stillstand der
Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im
Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19, AS 2020 849) rechtzeitig und
erfüllen, die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 zusammen mit der Ergänzung vom
20. Mai 2020 (B 2020/58 act. 8), formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegner (act. 17, S. 4-7, Ziff. III, bzw. act. 15, S. 6-8 Ziff. III/
B) kann sodann keine Rede davon sein, dass die Anträge der Beschwerdeführerinnen
rechtswidrig formuliert wären. Ausser Frage steht weiter, dass die
Beschwerdeführerin 1 zur Erhebung des Rechtsmittels befugt ist (vgl. Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 VRP sowie VerwGE B 2019/95 vom 22. August 2019 E. 1 mit
Hinweisen und Wiederkehr/Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020,
N 2025 ff.). Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 ist daher einzutreten.
Hingegen ziehen die Vorinstanz und die Beschwerdegegner die formelle Beschwer der
Beschwerdeführerin 2 in Zweifel, weil diese im Rekursverfahren keine Anträge gestellt
habe (B 2020/72 act. 9, act. 15, S. 4-6, Ziff. III/A).
Nach Massgabe von Art. 89 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht
(Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG) setzt die Rechtsmittelbefugnis nach Art. 64
in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP unter anderem, wenn auch nicht ausdrücklich,
voraus, dass die rechtssuchende Partei im Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen
bis
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hat und mit ihren Anträgen nicht oder nicht vollständig durchgedrungen ist (vgl. dazu
Art. 111 Abs. 1 BGG, Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung,
Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG, VerwGE B 2018/189 vom 21. November 2018
E. 3, VerwGE B 2016/185 vom 28. Juni 2018 E. 1, VerwGE B 2017/251; B 2017/253
vom 21. Dezember 2017 E. 3.1.2 und VerwGE B 2011/216 vom 18. September 2012
E. 3.2.1 f. je mit Hinweisen sowie Geisser/Zogg, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020,
N 5 ff. zu Art. 45 VRP, und B. Waldmann, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/
Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N 8 zu
Art. 89 BGG). Formelle Beschwer liegt auch bei einer Kostenauflage vor (vgl.
M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 29 zu § 21).
Aktenkundig ist, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin 2 als Adressatin des
Einspracheentscheids vom 6. März 2019 (act. 12/9/5) und Eigentümerin des
selbständigen und dauernden Baurechts (Parzelle Nr. 012), welches das Grundstück
Nr. 001 belastet, mit Zwischenverfügungen vom 11. Juli 2019 und 21. August 2019
(B 2020/58 act. 12/2, 6) ins Rekursverfahren beigeladen hat. Auch hat sie ihr den
angefochtenen Entscheid eröffnet (je act. 2). Allerdings hat die Beschwerdeführerin 2
auf das Stellen eigener Anträge im vorinstanzlichen Rekursverfahren verzichtet,
weshalb nicht gesagt werden kann, sie sei im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren
Anträgen nicht oder nur teilweise durchgedrungen. Auch wurden ihr im angefochtenen
Entscheid keine Kosten auferlegt. Mangels formeller Beschwer ist die
Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin 2 deshalb nicht gegeben. Das von ihr
angerufene (B 2020/72 act. 1, S. 3 Ziff. II/B/11) Urteil BGer 1C_272/2012 vom
22. Januar 2013 vermag daran nichts zu ändern. Anders als im vorliegenden Fall (Erlass
Sondernutzungspläne) lag diesem Urteil ein Baubewilligungsverfahren bzw. eine
Beschwerde des Bauherrn zugrunde. Auch wurden dem damaligen Beschwerdeführer
Kosten auferlegt (vgl. dazu E. 3.3 des zitierten Urteils). Damit erweist es sich vorliegend
nicht als einschlägig. Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 ist somit nicht
einzutreten. Selbst wenn darauf eingetreten werden würde, wäre die Beschwerde der
Beschwerdeführerin 2, wie sich den nachfolgenden Erwägungen entnehmen lässt,
abzuweisen.
3.
Das Planungs- und Baugesetz vom 5. Juli 2016 (sGS 731.1, PBG) trat am
1. Oktober 2017 (nGS 2017-049) und damit vor der öffentlichen Auflage der im Streit
liegenden Sondernutzungspläne – auch der TSPK ist ein Sondernutzungsplan, vgl.
dazu VerwGE B 2017/186 vom 21. Februar 2019 E. 2 mit Hinweis auf VerwGE
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B 2012/69; B 2012/70 vom 19. Dezember 2013 E. 3.2.2 mit Hinweisen – vom
15. November 2018 bis 14. Dezember 2018 in Kraft. Auf die strittigen Pläne ist somit
das PBG anwendbar (vgl. Art. 174 PBG und VerwGE B 2019/195 vom 18. Januar 2020
E. 2.3.2, siehe dazu auch den am 20. Mai 2020 vom Kantonsrat erlassenen
Art. 175a PBG, von der Regierung in Kraft gesetzt auf 1. September 2020,
ABl 2020-00.027.513).
4.
Laut Art. 34 Abs. 2 PBG sorgt die für den Planerlass zuständige Behörde für eine
geeignete Mitwirkung der Bevölkerung. Damit wird der vom Bundesrecht in Art. 4 RPG
geforderte Mindeststandard umgesetzt (vgl. dazu Botschaft zum Planungs- und
Baugesetz vom 11. August 2015, ABl 2015 S. 2399 ff., S. 2450). Danach unterrichten
die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden die Bevölkerung über Ziele und Ablauf
der Planungen nach diesem Gesetz (Abs. 1) und sorgen dafür, dass die Bevölkerung
bei Planungen in geeigneter Weise mitwirken kann (Abs. 2). Die Mitwirkung im Sinne
von Art. 4 RPG stellt eine Einflussmöglichkeit dar, die von den Instrumenten der
direkten Demokratie und des Rechtsschutzes zu unterscheiden ist. Sie gehört wie
bspw. das Vernehmlassungsverfahren (vgl. dazu Art. 53 der Verfassung des Kantons
St. Gallen; SR 131.225, sGS 111.1, KV, siehe auch Bundesgesetz über das
Vernehmlassungsverfahren, Vernehmlassungsgesetz; SR 172.061, VIG, sowie
zugehörige Verordnung; SR 172.061.1) zu jenen institutionellen Formen, die keine
rechtliche Bindung, sondern blosse politische Einflussnahme bewirken (vgl.
BGer 1C_243/2017 vom 5. Februar 2018 E. 5.3.3 mit Hinweisen). Die Mitwirkung
ermöglicht die notwendige Breite der Interessenabwägung (Art. 3 der
Raumplanungsverordnung; SR 700.1, RPV) und bildet damit eine wichtige Grundlage
für den sachgerechten Planungsentscheid (vgl. R. Muggli und Aemisegger/Haag, in:
Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Baubewilligung,
Rechtsschutz und Verfahren, Zürich 2020, N 7 zu Art. 4 RPG sowie N 20 zu
Art. 33 RPG; EJPD/BRP, Erläuterungen RPG, Bern 1981, N 3 zu Art. 4 RPG). Den
zuständigen Behörden steht bei der Anwendung von Art. 4 RPG ein weiter
Handlungsspielraum zu (vgl. BGer 1C_441/2015 vom 18. November 2015 E. 4.1 mit
Hinweisen). Als Mindestgarantie fordert Art. 4 RPG, dass die Planungsbehörden neben
der Freigabe der Entwürfe zur allgemeinen Ansichtsäusserung Vorschläge und
Einwände nicht nur entgegennehmen, sondern auch materiell beantworten. Es genügt
allerdings, wenn sich die Behörden materiell mit den Vorschlägen und Einwänden
befassen; eine individuelle Beantwortung wird nicht verlangt (vgl. BGer 1C_100/2019
vom 16. Mai 2019 E. 4.3, BGE 133 II 120 E. 3.2 und BGer 1C_101/2007 vom
26. Februar 2008 E. 3.1 je mit Hinweis auf BGE 111 Ia 161 E. 2d, in: Pra 1985 Nr. 210).
Die Teilnahme der Bevölkerung muss aber in einem Zeitpunkt erfolgen, in welchem die
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abschliessende behördliche Interessenabwägung und damit auch der Planentscheid
noch offen sind (vgl. BGE 143 II 467 E. 2.1, in: Pra 2018 Nr. 94, und BVR 2020,
S. 17 ff., S. 20 f., je mit Hinweisen). Der Anspruch der Bevölkerung auf Mitwirkung ist
nicht formeller Natur wie der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV) oder die
Verfahrensgarantien nach Art. 6 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK). Für untergeordnete
Planänderungen ohne öffentliches Interesse kann die Mitwirkung zulässigerweise
unterbleiben. Von der Planung direkt Betroffene sind in solchen Fällen auf den
Rechtsmittelweg zu verweisen (vgl. dazu Muggli und Aemisegger/Haag, in:
Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], a.a.O., N 28 zu Art. 4 RPG und N 21 zu
Art. 33 RPG, insbesondere mit Hinweis auf BGE 135 II 286 E. 4.2.3 mit Hinweisen,
BGE 115 Ia 89 E. 2b mit Hinweis, Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern,
Band II, 4. Aufl. 2017, N 6c und 9a zu Art. 58 BauG BE, sowie AGVE 2003, S. 219 ff.
E. 1c mit Hinweisen). Das bedeutet auch, dass bei nachträglichen Planänderungen, die
mit Blick auf den Gesamtzusammenhang untergeordnet und nicht von weitergehendem
öffentlichen Interesse sind, das Mitwirkungsverfahren nicht wiederholt werden muss
(vgl. BGer 1C_ 176/2007 vom 24. Januar 2008 E. 4.4, Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz,
Zürcher Planungs- und Baugesetz, Band 1, 6. Aufl. 2019, S. 191, und M. Berner,
Luzerner Planungs- und Baurecht, Bern 2012, N 72). Bei zu Unrecht unterlassener
Mitwirkung der Bevölkerung, d.h. sofern es sich dabei nicht nur um eine
untergeordnete Planänderung handelt, ist der Plan zur Durchführung eines
(ordentlichen) Mitwirkungsverfahrens an die zuständige Behörde zurückzuweisen (vgl.
M. Gossweiler, in: Baumann/van den Bergh/derselbe/Häuptli/Häuptli-Schwaller/
Sommerhalder Forestier [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau,
Bern 2013, N 27 zu § 3), sofern die betroffenen Interessen nicht ausnahmsweise durch
eine Anhörung im Rahmen des Rechtsschutzes hinreichend offengelegt wurden (vgl.
Muggli, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], a.a.O., N 29 zu Art. 4 RPG;
anders: Zaugg/Ludwig, a.a.O., N 9a zu Art. 58 BauG BE, wonach der Umstand, dass
kein Mitwirkungsverfahren durchgeführt worden ist, die Genehmigung eines Planes
nicht hindert).
5.
Die Beschwerdeführerin 1 stellt sich vorweg auf den Standpunkt (B 2020/58 act. 8,
S. 13 Ziff. III/B/e), die Beschwerdegegner seien im Rekursverfahren gar nicht legitimiert
gewesen, eine Verletzung von Art. 4 RPG zu rügen. Die Geltendmachung von Dritt-
bzw. Allgemeininteressen sei nicht zulässig. Ihr kann nicht gefolgt werden:
Kraft Art. 4 Abs. 2 RPG unterliegen Nutzungspläne von Bundesrechts wegen einem
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allgemein zugänglichen Einwendungsverfahren (vgl. P. Hänni, Planungs-, Bau- und
besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, S. 141, 237 f., 548). Wer
rechtsmittelbefugt ist, kann auch den Anspruch auf Mitwirkung nach Art. 34
Abs. 2 PBG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 2 RPG durchsetzen (vgl. Muggli, in:
Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], a.a.O., N 29 zu Art. 4 RPG, und Waldmann/
Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 14 zu Art. 4 RPG). Vorliegend ist nicht
umstritten, dass die Beschwerdegegner Adressaten des Gesamtentscheids (vgl. dazu
Art. 132 Abs. 5 Ingress und lit. a in Verbindung mit Art. 133 lit. f PBG) der
Beschwerdeführerin 1 vom 24. Juni 2019 (B 2020/58 act. 12/9/7) und Eigentümer der
Grundstücke Nrn. 388 bzw. 1697 sind (vgl. act. 12/5, S. 5 Ziff. II/3 f., act. 17, S. 3
Ziff. II/2-4), welche einzig getrennt durch die G._- resp. I._strasse vom Grundstück
Nr. 001 entfernt liegen. Damit durfte die Vorinstanz ihre Rekursberechtigung als
Nachbarn (Art. 45 Abs. 1 VRP) ohne Weiteres bejahen (vgl. B 2020/58 act. 2, S. 8
E. 1.2). Entsprechend ist sie denn auch im vorinstanzlichen Verfahren auf die Rüge der
Beschwerdegegner, die Beschwerdeführerin 1 habe gegen Art. 4 RPG verstossen, zu
Recht eingetreten (vgl. act. 2, S. 14-17 E. 4, siehe auch Vernehmlassung der
Beschwerdegegner vom 14. September 2020, B 2020/58 act. 17, S. 10 Ziff. IV/B/4).
6.
Die Beschwerdeführerin 1 bringt weiter vor (B 2020/58 act. 8, S. 2 f. und 12 f. Ziff. II/B/
4-6, II/C/9, III/B/d), vorliegend handle sich um einen rein projektbezogenen
Sondernutzungsplan, welcher für den Vollzug der Aufgabenstellung aus dem Bereich
des Sozialhilferechts unabdingbar sei, und damit nicht um Raum-, sondern um
Sachplanung, auf welche Art. 4 RPG keine Anwendung finde.
Gegenstand der Information und Mitwirkung nach Art. 34 Abs. 2 PBG in Verbindung
mit Art. 4 Abs. 1 f. RPG sind kantonale Richtpläne, Konzepte und Sachpläne des
Bundes und Nutzungspläne (vgl. BGer 1C_335/2015 vom 3. März 2016 E. 4.2 mit
Hinweis und Muggli, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], a.a.O., N 17-20 zu
Art. 4 RPG). Zu den Nutzungsplänen im Sinne von Art. 14 RPG zählen auch die
Sondernutzungspläne (vgl. dazu Jeannerat/Moor, in: Aemisegger/Moor/Ruch/
Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, N 27 ff. zu
Art. 14 RPG). Auch im Verfahren auf Erlass eines (kommunalen) Sondernutzungsplans
gilt daher von Bundesrechts wegen die behördliche Informations- und
Mitwirkungspflicht (vgl. D. Dussy, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.],
Fachhandbuch öffentliches Baurecht, Zürich 2016, N 7.90). Damit fällt auch der Erlass
der vorliegend strittigen drei Sondernutzungspläne unter die Planungen gemäss Art. 4
Abs. 1 RPG. Die dagegen im Rahmen der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1
vorgetragene Kritik führt zu keinem anderen Ergebnis. Die Beschwerdeführerin 1
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übersieht, dass zwischen der Erfüllung ihrer sozialhilferechtlichen Aufgaben und deren
raumplanerischer Umsetzung zu unterscheiden ist: Aufgrund von Art. 28 Abs. 1 und
Art. 29 Abs. 1 f. des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) ist sie zwar verpflichtet, für
ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in stationären Einrichtungen zur Betreuung
und Pflege von Betagten zu sorgen und gestützt auf die Bedarfsermittlung eine
Angebotsplanung für solche Einrichtungen zu erstellen, welche Art, Grösse,
Leistungsumfang und Einzugsgebiet dieser Einrichtungen festlegt. Die Regierung legt
ihrerseits Planungsrichtwerte für Plätze in stationären Einrichtungen zur Betreuung und
Pflege von Betagten fest (Art. 29 Abs. 3 SHG) und erlässt qualitative
Mindestanforderungen an Pflege und Betreuung (vgl. Art. 30a und Art. 35a SHG in
Verbindung mit der Verordnung über die qualitativen Mindestanforderungen an Pflege
und Betreuung in stationären Einrichtungen für Betagte; sGS 381.19, PQV). Entgegen
der Auffassung der Beschwerdeführerin 1 bedeutet dies aber nicht, dass es sich beim
Erlass der vorliegend strittigen Sondernutzungspläne, welche die Erstellung eines
Alters- und Pflegeheims mit Alterswohnungen bezwecken (vgl. Art. 2 der besonderen
Vorschriften des SNPS), aufgrund der umschriebenen sozialhilferechtlichen Vorgaben
um keine raumwirksame Aufgabe mehr handelt (vgl. Art. 2 Abs. 1 RPG und Waldmann/
Hänni, a.a.O, N 10 f. zu Art. 2 RPG) und von einer Mitwirkung der Bevölkerung im Sinne
von Art. 4 RPG Abstand genommen werden könnte. Die Beschwerdeführerin 1
verbleibt bei der Erfüllung der sozialhilferechtlichen Aufgabenstellung ein weitgehender
raumplanungsrechtlicher Ermessensspielraum (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Art. 23
Abs. 1 PBG sowie VerwGE B 2019/165 vom 25. Juni 2020 E. 2.1 mit Hinweisen), bei
dessen Wahrnehmung sie die Ergebnisse der Mitwirkung der Bevölkerung angemessen
berücksichtigen kann.
7.
Die Beschwerdeführerin 2 rügt unter Berufung auf die Urteile BGE 114 Ia 233 und
BGer 1C_176/2007 vom 24. Januar 2008 (B 2020/72 act. 1, S. 5 Ziff. III/B/23-25,
B 2020/72 act. 14, S. 3 Ziff. II/10), die gebotene Mitwirkung habe mit dem
(nachfolgenden) Einspracheverfahren kombiniert werden dürfen. Dies daher, weil die
definitive Planfestsetzung erst mit dem Planfestsetzungsbeschluss nach Art. 157
Abs. 1 PBG stattfinde.
Im Urteil BGE 114 Ia 233 führte das Bundesgericht in Bezug auf den Erlass eines
kantonalen Nutzungsplans aus, nach der Konzeption des Gesetzes sei zwischen dem
politischen Meinungsbildungsprozess als Voraussetzung der kompetenzgerechten
Festsetzung der Nutzungspläne einerseits und dem – möglicherweise nachträglichen –
Rechtsschutz anderseits zu unterscheiden; das heisse nicht, dass kantonalrechtliche
Kombinationen beider Institutionen ausgeschlossen seien (E. 2ce). Im Urteil
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BGer 1C_176/2007 vom 28. Januar 2008 erwog das Bundesgericht (E. 4.4), nach der
Rückweisung einer Planung, an welcher die Bevölkerung frühzeitig und umfassend
habe mitwirken können, und angesichts dessen, dass die Beseitigung der gerichtlich
festgestellten Mängel vor allem lediglich für die unmittelbar angrenzenden Nachbarn
von Bedeutung gewesen und die Planung in ihren Grundzügen durch die Gemeinde
nicht geändert worden sei, wäre es bundesrechtlich nicht zu beanstanden gewesen,
wenn die gebotene Mitwirkung im Rahmen des Einspracheverfahrens gewährt worden
wäre, so wie dies Art. 58 Abs. 3 lit. c des Berner Baugesetzes (BSG 721.0, BauG BE)
ausdrücklich zulasse (vgl. dazu auch Zaugg/Ludwig, a.a.O., N 6c zu Art. 58 BauG BE).
Daraus folgt, dass Art. 4 RPG eine Zusammenlegung von Mitwirkungsverfahren und
Einspracheverfahren (Art. 41 Abs. 1 PBG) nicht grundsätzlich ausschliesst (vgl. dazu
auch die von der Beschwerdeführerin 2 zitierten Waldmann/Hänni, a.a.O, N 15 zu
Art. 4 RPG, sowie A. Glaser, Die öffentlichkeitsbeteiligung bei unweltrelevanten
Vorhaben im schweizerischen und internationalen Recht, in: Epiney/Hehemann [Hrsg.],
Schweizerisches Jahrbuch für Europarecht 2016/2017, Zürich 2017, S. 327 ff.,
S. 330 f.); eine solche (Verfahrens-)Zusammenlegung muss gemäss Bundesgericht
indes im kantonalen Recht ausdrücklich vorgesehen sein. Eine Art. 58 Abs. 3
lit. c BauG BE entsprechende, ausdrückliche gesetzliche Vorschrift ist im PBG gerade
nicht enthalten. Es ginge daher zu weit, über den Weg der Auslegung in Art. 34 Abs. 2
in Verbindung mit Art. 157 Abs. 1 PBG die Zulässigkeit einer solchen Zusammenlegung
hineinzuinterpretieren (vgl. zum Bestehen einer zu füllenden [echten] Lücke im Gesetz
oder für ein qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers BGE 143 IV 49 E. 1.4.2,
VerwGE K 2015/4 vom 30. Mai 2017 E. 3.4 mit Hinweis auf BGer 6B_464/2016 vom
3. Januar 2017 E. 1.4.2 sowie VerwGE B 2014/171 vom 25. Februar 2016 E. 2.3 mit
Hinweisen). Vielmehr ist diese verfahrensrechtliche Frage durch den zuständigen
kantonalen Gesetzgeber – gegebenenfalls im Rahmen eines Nachtrags – selber zu
klären. Folglich hätte die Beschwerdeführerin 2 aus ihrer Überlegung, wenn auf ihre
Beschwerde einzutreten gewesen wäre, nichts zugunsten ihrer Begehren ableiten
können.
8.
Die Beschwerdeführerinnen halten weiter dafür (B 2020/58 act. 8, S. 3, 9-15 Ziff. II/C/9,
III/B/c und f, III/C, act. 14, S. 3 f. Ziff. II/13 f., B 2020/72 act. 1, S. 3 f., 5 f. Ziff. III/A, III/
B/26-29), die Vorinstanz habe bei ihrer Beurteilung lediglich auf die am 24. April 2017
erfolgte Informationsveranstaltung abgestellt und damit die gesamte
entscheidwesentliche Vorgeschichte (vgl. dazu Erwägung 8.1 hiernach) sowie die
Informationsveranstaltung vom 27. November 2018 ausgeblendet. Dadurch habe sie
den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt. Die Neuorganisation im
Bereich der öffentlichen Alterspflege sowie der als Folge davon geplante
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Pflegeheimneubau sei bereits seit Juni 2012 Thema in den öffentlichen Medien
gewesen (B 2020/58 act. 9/1-3, 5, 6-14, B 2020/72 act. 3/4, 6-10, 12, 14) und bereits
deswegen der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden frühzeitig kommuniziert
worden. Über sämtliche weiteren Vorgehensschritte der Beschwerdeführerin 2
(Standortevaluation, Projektwettbewerb, Planerlasse) sei sodann regelmässig in den
öffentlichen Medien informiert worden. Der SNPS decke sich inhaltlich mit dem
vormaligen Gestaltungsplan C._, weshalb auch beim SNPS von einer genügenden
Information und demokratischen Mitwirkung auszugehen sei. Im TSPK und im SNPL
seien ebenfalls keine inhaltlichen Änderungen beschlossen worden. Im Vergleich zum
ersten Verfahren seien lediglich festgestellte Mängel behoben und die Pläne bei
gleichzeitiger Verfahrenskoordination an die neuesten Anforderungen der
Rechtsprechung angepasst worden.
8.1.
Die Behörde ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen,
wobei vorbehältlich der Wahrung des öffentlichen Interesses nur die von den
Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche
Tatsachen aufzunehmen sind (vgl. Art. 12 VRP). Die Unvollständigkeit des
festzustellenden Sachverhalts knüpft beim Umfang der Beweiserhebung an:
Unvollständig ist die Sachverhaltsfestlegung, wenn entscheidrelevante Umstände nicht
oder nicht ausreichend abgeklärt wurden (vgl. VerwGE B 2018/240 vom 1. Juli 2019
E. 3.1 mit Hinweisen; B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu
Art. 12-13 VRP).
Die Vorinstanz stellte in Erwägung 4.2 des angefochtenen Entscheids (je act. 2, S. 16)
in Bezug auf den SNPS fest, am 24. April 2017 habe eine Informationsveranstaltung
zum nicht mehr streitgegenständlichen Gestaltungsplan C._ vom 29. März 2017
stattgefunden, welche von der Stadtkanzlei am 10. April 2017 angekündigt worden sei.
Nach dieser Veranstaltung sei in verschiedenen Lokalzeitungen über das Bauprojekt
C._ berichtet worden. Weitere Informationsbemühungen seitens der
Beschwerdeführerin 1 seien – insbesondere in deren Rekursvernehmlassung vom
27. September 2019 (B 2020/58 act. 12/9, S. 4 Ziff. II/C/b) – nicht geltend gemacht
worden und gingen aus den jeweiligen Planungsberichten auch nicht hervor (vgl. dazu
auch Vernehmlassung der Vorinstanz vom 15. Juni 2020 B 2020/58 act. 11 Ziff. II/2).
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Zur Begründung ihrer Sachverhaltsrügen haben die Beschwerdeführerinnen insgesamt
16 Artikel des St. Galler Tagblatts (B 2020/58 act. 9/II/1-3, 5, 7-14, B 2020/72 act. 3/4,
6-8, 10, 12), je einen Artikel der St. Galler bzw. B._ Nachrichten (B 2020/72 act. 3/9,
14), den Bericht und Antrag des Gemeinderats vom 3. März 2013 (act. 9/II/4 bzw. 3/3)
bzw. vom 8. März 2020 (B 2020/72 act. 3/5) sowie die Einladung der
Beschwerdeführerin 2 zum Feierabendgespräch vom 27. November 2018 mitsamt Flyer
(B 2020/72 act. 3/11 und 13) nachgereicht. Daraus lässt sich ersehen, dass der
Gemeinderat bzw. die Bürgerschaft der Beschwerdeführerin 1 am 3. Dezember 2012
resp. 3. März 2013 der Gründung und Beteiligung an der Beschwerdeführerin 2 sowie
der damit verbundenen Aufhebung des Zweckverbands Regionales Pflegeheim B._
(seit 2012 bestehend aus den Politischen Gemeinden _) zugestimmt haben, welcher
das regionale Pflegeheim B._ (erbaut 1972, neu: Betagtenzentrum P._) betrieb.
Überdies geht daraus hervor, dass sie der Betriebsübertragung des kommunalen
Altersheims Q._ (erbaut 1938) auf die Beschwerdeführerin 2 per 1. Januar 2014
zugestimmt haben. Im Bericht zur Urnenabstimmung vom 3. März 2013 wurde zudem
in Aussicht gestellt, dass die Beschwerdeführerin 2 an einem zentral gelegenen
Standort ein neues Pflegeheim mit 90 bis 100 Betten als Ersatz für das bestehende
Altersheim Q._ und das bestehende Betagtenzentrum P._ erstellen werde. Im
Weiteren lässt sich den aufgeführten Unterlagen entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin 2 am 13. November 2013 gestützt auf eine Machbarkeitsstudie
vom August 2013 den Bericht "Standortevaluation Wohnen im Alter, B._" erstellen
liess und die römisch-katholische Kirchgemeinde B._ der Beschwerdeführerin 2 am
2. November 2014 ein selbständiges und dauerndes Baurecht (Parzelle Nr. 012) an
Grundstück Nr. 001 einräumte. Überdies führte die Beschwerdeführerin danach im
Dezember 2014 einen Projektwettbewerb für den Neubau eines Alterszentrums
(25 Einheiten für betreutes Wohnen, 80 Pflegebetten, 20 Plätze für Demenzkranke) auf
Parzelle Nr. 001 durch. Mitte August 2015 wurde das Siegerprojekt der Öffentlichkeit
vorgestellt und im Rahmen einer viertägigen Ausstellung im _ zur Besichtigung
freigegeben. Auf Parzelle Nr. 001 war bis Februar 2020 ein Container mit
Informationsmaterial (Modell und weitere Informationen) über das Bauprojekt
aufgestellt. Im Frühjahr 2016 wurde auf Grundlage des Siegerprojekts ein Richtprojekt
erarbeitet (vgl. dazu auch B 2020/58 act. 12/9/2, S. 3, 24, act. 12/9/8 f.). Am
27. November 2018 führte sodann demgemäss der Verwaltungsrat der
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Beschwerdeführerin 2 – nicht aber die Beschwerdeführerin 1 als Adressatin des
planungsrechtlichen Auftrags gemäss Art. 4 Abs. 1 und 2 RPG – eine
Informationsveranstaltung zum Bauprojekt Alterszentrum V._ durch.
Entgegen anderslautender Darstellung der Beschwerdeführerinnen ergeben sich aus
den von ihnen nachgereichten Unterlagen somit keine Anhaltspunkte dafür, dass die
Beschwerdeführerin 1 zum SNPS eine Informationsveranstaltung im Sinne von Art. 4
RPG durchgeführt hätte, oder dass die Bevölkerung bei dieser Planung sonst wie in
geeigneter Weise hätte mitwirken können. Damit bleibt es dabei, dass die
Beschwerdeführerin 1 lediglich in Bezug auf den vom Gemeinderat der
Beschwerdeführerin 1 am 5. April 2017 erlassenen Gestaltungsplan C._ am
24. April 2017 eine Informations- bzw. Orientierungsveranstaltung als Form des
Mitwirkungsverfahrens durchgeführt hat. In einem von den Beschwerdeführerinnen
eingereichten Zeitungsartikel vom 27. April 2017 (B 2020/58 act. 9/14, B 2020/72
act. 3/8) wird denn auch ausdrücklich festgehalten, dass die Beschwerdeführerinnen
den Bürgern und Anwohnern an dieser Informationsveranstaltung erstmals Pläne
"enthüllt" hätten. Die öffentlichen Informationen dienten in erster Linie der Information
(nicht Mitwirkung) der Bevölkerung darüber, wie die Behörden den Auftrag gemäss
SHG zu erfüllen planten, nicht jedoch dem Einbezug der Bevölkerung im Hinblick auf
die raumplanerische Interessenabwägung. Die eingehende und zutreffende
Beweiswürdigung der Vorinstanz ist damit nicht zu ergänzen oder gar zu korrigieren.
Damit erübrigen sich auch Ausführungen zum Beweiswert von Zeitungsberichten wie
den zu den Akten gegebenen.
8.2.
Nicht umstritten ist im konkreten Fall, dass die Mitwirkung der Bevölkerung zumindest
in Bezug auf den SNPS nicht unterbleiben durfte, weil es sich dabei offenkundig nicht
um eine untergeordnete Planänderung handelt. Wie bereits ausgeführt, fordert die
Mindestgarantie gemäss Art. 4 RPG vielmehr, dass die Planungsbehörden die Entwürfe
zur allgemeinen Ansichtsäusserung freigeben. Aus den dem Gericht vorliegenden
Akten ergeben sich nach dem Gesagten keinerlei Anhaltspunkte, dass die
Beschwerdeführerin 1 dieser sie treffenden Verpflichtung im vorliegenden Verfahren
nachgekommen wäre. Daran ändert auch die Veranstaltung des Verwaltungsrats der
Beschwerdeführerin 2 – nicht der Beschwerdeführerin 1 – vom 27. November 2018
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(B 2020/72 act. 3/11-13) nichts, welche ohnehin erst nach Erlass des SNPS am
24. Oktober 2018 (B 2020/58 act. 12/9/1) und damit zu spät erfolgte und sich, soweit
ersichtlich, einzig auf das Bauprojekt, nicht aber auf den SNPS bezog. Soweit die
Beschwerdeführerinnen ihre Argumentation auf die Informationsveranstaltung vom
24. April 2017 im vorangegangenen Verfahren betreffend Gestaltungsplan C._ vom
5. April 2017 aufbauen, stossen ihre Vorbringen ebenfalls ins Leere: Zunächst lässt sich
anhand der vorliegenden Akten nicht abschliessend überprüfen, ob der SNPS gemäss
den Beschwerdeführerinnen inhaltlich überhaupt mit dem Gestaltungsplan C._
identisch ist. Selbst wenn dies der Fall wäre, könnte nicht auf eine "Wiederholung" des
Mitwirkungsverfahrens verzichtet werden. Die Veranstaltung vom 24. April 2017 fand
nämlich zu einem Zeitpunkt statt, in welchem der Gestaltungsplan C._ von der
Beschwerdeführerin 1 am 5. April 2017 bereits erlassen (Art. 23 Abs. 1 PBG) worden
war. Der behördliche Planentscheid war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr offen; die aus
Sicht der Allgemeinheit entscheidende Mitwirkung erfolgte demzufolge zu spät. Die
betroffene Bevölkerung konnte ihre Anliegen nicht frühzeitig einbringen und nicht
umfassend an der Planung mitwirken. An diesem Umstand ändert nichts, dass die
definitive Festsetzung eines von der Gemeindebehörde erlassenen
Sondernutzungsplans erst nach Durchführung eines allfälligen Einspracheverfahrens
(Art. 41 PBG) erfolgt (vgl. Art. 157 Abs. 1 PBG). Grundlage des
Planfestsetzungsverfahrens bleibt der von der Gemeindebehörde in einem korrekten
Verfahren erarbeitete und erlassene Sondernutzungsplan. Bei dieser Sachlage trifft der
Schluss der Vorinstanz in Erwägung 4.3 f. des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 16 f.) selbst unter Beachtung des der Beschwerdeführerin 1 zustehenden weiten
Handlungsspielraums zu, dass deren Vorgehensweise im vorliegend streitigen
Planfestsetzungsverfahren die Mitwirkungsrechte der Bevölkerung verletzt habe, weil
die Mitwirkung der Bevölkerung, falls überhaupt, zu spät bzw. überhaupt nicht erfolgt
sei. Im übrigen ist in der vorliegenden Konstellation nicht ersichtlich und wird von den
Beschwerdeführerinnen auch nicht rechtsgenüglich dargetan, dass die betroffenen
Interessen ausnahmsweise durch eine Anhörung der Betroffenen im Rahmen des
nachträglichen Rechtsschutzes hätten hinreichend offengelegt und einbezogen werden
können.
Vor diesen Hintergrund steht ohne Weiteres fest, dass die Beschwerdeführerin 1 die
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Mitwirkungspflicht gemäss Art. 34 Abs. 2 PBG und Art. 4 Abs. 1 und 2 RPG in Bezug
auf den SNPS verletzt hat. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 – wie auch
diejenige der Beschwerdeführerin 2, wenn darauf einzutreten gewesen wäre – ist daher
bereits aus diesem Grund abzuweisen und der angefochtene Entscheid zu bestätigen.
Dahingestellt bleiben kann bei diesem Ergebnis, wie es sich unter dem Gesichtspunkt
der Mitwirkung hinsichtlich des SNPL und TSPK sowie der Teilaufhebung des üBPG
verhält und ob die Vorinstanz den TSPK mangels Strassenbauprojekt zu Recht
aufgehoben hat.
9.
Dem Ausgang der Verfahren entsprechend sind die amtlichen Kosten beider
Beschwerdeverfahren zu drei Fünfteln der Beschwerdeführerin 1 und zu zwei Fünfteln
der Beschwerdeführerin 2 aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
insgesamt CHF 5'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung;
sGS 941.12, GKV). Auf die Erhebung des Kostenanteils der Beschwerdeführerin 1 in
der Höhe von CHF 3'000 ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Kostenanteil der
Beschwerdeführerin 2 von CHF 2'000 ist mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss
in der Höhe von CHF 3'500 zu verrechnen. Der Restbetrag von CHF 1'500 wird ihr
zurückerstattet.
Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend hat die Beschwerdeführerin 1 für
das Beschwerdeverfahren B 2020/58 bzw. die Beschwerdeführerin 2 für das
Beschwerdeverfahren B 2020/72 die obsiegenden Beschwerdegegner, deren
Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, ermessensweise pauschal mit
CHF 3'000 zuzüglich CHF 120 Barauslagen (vier Prozent von CHF 3'000) und
CHF 240.25 (7,7 Prozent von CHF 3'120) Mehrwertsteuer (Verfahren B 2020/58) resp.
mit CHF 2'000 zuzüglich CHF 80 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2'000) und
CHF 160.15 Mehrwertsteuer (7,7 Prozent von CHF 2'080) zu entschädigen (Art. 98
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106
Abs. 3 ZPO, Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG; Art. 6, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b sowie
Art. 28 und Art. 29 der Honorarordnung, sGS 963.5, HonO).
bis ter
bis
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