# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e390253c-14e6-56b9-acea-09e639b9189f
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit Gesamtbauentscheid vom 18. Oktober 2016 erteilte die Gemeinde Köniz den
Beschwerdegegnerinnen und Beschwerdegegnern 1 bis 4 die Baubewilligung für den
Abbruch des bestehenden Einfamilienhauses und Neubau eines Doppelhauses auf der
Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. G._ (Baugesuch Nr. 18351) in der Wohnzone
(W), Bauklasse IIa. Das Bauvorhaben befindet sich in der Ausführung.
2. Mit einem als "Eingabe/Einsprache" bezeichneten Schreiben vom 20. November
2017 wandten sich die Beschwerdeführenden betreffend das Bauvorhaben der
Beschwerdegegnerinnen und Beschwerdegegner 1 bis 4 an die Gemeinde Köniz. Sie
wiesen darauf hin, dass sie auf Grund des Vorprojekts und der Profile – die sich aus ihrer
Sicht nachträglich als falsch erwiesen –, auf eine Einsprache verzichtet hätten. Auf Grund
des Rohbaus hätten sie festgestellt, dass das Haus auf der Nordwestfassade deutlich
höher sei, als es die Bauvorschriften zuliessen. Im Baugesuch wie auch bei der
Baubewilligung sei man von einer falschen Höhe des gewachsenen Terrains
ausgegangen. Dieses sei auch unter Berücksichtigung von Art. 97 aBauV1 zu hoch. Zudem
weisen sie darauf hin, dass sie erst nachträglich von der Fassadengestaltung mit
schwarzem Schiefer Kenntnis erhalten hätten und dies nicht ins Ortsbild des Quartiers
passe, insbesondere nicht an der exponierten Stelle des Projekts. Die Gemeinde
behandelte die Eingabe als baupolizeiliche Anzeige.2 Mit Verfügung vom 29. Januar 2018
stellte sie fest, dass die fragliche Parzelle gemäss baurechtlicher Grundordnung in der
Wohnzone (W), Bauklasse IIa, liege. Die zulässige Gebäudehöhe bestimme sich nach
Art. 93 GBR3. Für die Bauklasse IIa sei eine Gebäudehöhe von 8 m vorgeschrieben; diese
werde gemäss den bewilligten Projektplänen auf allen Seiten eingehalten. Die Gemeinde
habe keine Vermessungsdifferenzen feststellen können. Zudem ist sie der Ansicht, dass
die Bauhöhe vom aktuell bestehenden Terrain aus zu messen sei und nicht "ab dem
Terrain, wie es vor dem Erstellen des Abbruchobjekts bestanden" habe. Ferner sei gemäss
Baubewilligung für die Fassadengestaltung "Klinkerriemchen, Farbe braungrau"
1 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 2 Vgl. Vorakten der Gemeinde; blaue Mappe «Übriges Geschäft 886»: Mailwechsel zwischen BF 1 und der Gemeinde Köniz vom 21. November 2017, pag. 4/5 3 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 7. März 1993 (mit Änderungen bis 15. Oktober 2016; GBR)
RA Nr. 120/2018/10 3
vorgesehen. Für die mit E-Mail vom 19. Januar 2018 durch die Bauherrschaft
angekündigte Verwendung von Schiefer sei daher eine Projektänderung notwendig.
3. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 27. Februar 2018 Be-
schwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
rügen den angefochtenen Entscheid hinsichtlich Begründung und Entscheid, "insbeson-
dere bezüglich Gebäudehöhe und Profilierung". Die Gemeinde habe die Gebäudehöhe
vom bestehenden Terrain und nicht wie reglementarisch vorgesehen vom gewachsenen
Terrain gemessen, welches an der Nordwestfassade deutlich tiefer liege. Die Begründung
der Vorinstanz hinsichtlich des massgebenden Terrains sei nicht korrekt und auch die Pro-
filierung des Projekts sei falsch gewesen. Von der BVE sei festzustellen, dass bei der
Nordwestfassade das gewachsene und damit massgebende Terrain deutlich tiefer liege als
das bestehende Terrain, von welchem aus die Gebäudehöhe bestimmt worden sei. Infol-
gedessen beantragen sie, dass die Baubewilligung in wesentlichen Teilen für ungültig zu
erklären sei und deshalb eine erneute Ausschreibung mit den entsprechenden Ein-
sprachemöglichkeiten zu erfolgen habe.
4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet4, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Mit Eingabe vom 31. März 2018
(Eingang am 3. April 2018) weisen die Beschwerdegegnerinnen und Beschwerdegegner 1
bis 4 darauf hin, dass die Baugesuchspläne vom Nachführungsgeometer kontrolliert
worden seien. Das Bauprojekt sei von der Gemeinde geprüft und als ordnungsgemäss
empfunden worden; die Gemeinde habe ihnen daher am 18. Oktober 2016 die
Baubewilligung erteilt. Nach Eingang der Anzeige sei das Projekt von der Beer Holzbau AG
und vom Dienstzweig Geomatik der Gemeinde Köniz noch einmal bezüglich Höhe
überprüft worden. Es seien keine Differenzen oder Unstimmigkeiten festgestellt worden.
Die Beschwerdeführenden hätten die Möglichkeit gehabt, die Pläne während der
öffentlichen Baueingabe zu prüfen. Sie beantragen die Abweisung der Beschwerde. Auch
die Gemeinde Köniz beantragt mit Eingabe vom 29. März 2018 (Eingang am 3. April 2018)
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführenden weisen in ihren
Schlussbemerkungen vom 28. Mai 2018 nochmals darauf hin, dass bei der
4 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
RA Nr. 120/2018/10 4
Nordwestfassade, die auf 8 m begrenzte Höhe nicht eingehalten sei. Hinsichtlich
Ablesbarkeit des Terrains sei dessen natürlicher Verlauf trotz Geländeverschiebungen
deutlich ersichtlich. Sie nehmen nochmals Bezug auf die von ihnen als falsch bzw.
"irreführend" bezeichnete Profilierung. Nach Ansicht der Beschwerdegegnerinnen und
Beschwerdegegner 1 bis 4 erweist sich die Beschwerde aus als unbegründet.
5. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG5 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer des benachbarten und in nordwestlicher
Richtung gelegenen Grundstücks Köniz Grundbuchblatt Nr. H._. Zudem sind sie
als Anzeigerin bzw. Anzeiger durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur
Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 65 Abs. 1 VRPG6).
2. Profilierung / Wiederherstellung Einsprachefrist
a) Die Beschwerdeführenden bemängeln, dass vorliegend die Profilierung nicht die für
das Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen enthalten habe. Im Gegenteil: Es sei
kein einziges Profil aufgestellt worden, aus welchem die Giebelhöhe einigermassen
verlässlich hätte abgelesen werden können. Die aus den Profilen zu vermutende Silhouette
sei massiv geringer als die nun gebaute. Dieser "gravierend gefälschte Eindruck" habe
dazu geführt, dass sie diesen Mangel nicht sofort gerügt hätten.7 Die gerügte falsche
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 7 Beschwerdeschrift, S. 3
RA Nr. 120/2018/10 5
Profilierung sei aus einer modellierten Gegenüberstellung der Silhouette gemäss der als
richtig erachteten Profilierung (blau) und der Silhouette gemäss Rohbau (gelb) ablesbar.8
Die Gemeinde führt im angefochtenen Entscheid aus, dass die Aussteckung und
Profilierung von Bauten und Anlagen das Bauvorhaben veranschauliche. Ausserdem
komme ihr Publizitätswirkung zu. Aus der Profilierung müssten die für das
Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen im Gelände, nicht aber sämtliche
Einzelheiten der geplanten Baute ersichtlich sein. Die mangelhafte Profilierung sei nach
Treu und Glauben sofort zu rügen. Angesichts der Einhaltung aller baurechtlichen
Vorschriften werde vorliegend keine erneute Publikation erfolgen.
b) Nach Art. 16 Abs. 1 BewD9 haben die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller zugleich
mit der Baueingabe die äusseren Umrisse des Bauvorhabens im Gelände abzustecken
und durch Profile kenntlich zu machen. Die Profile haben namentlich in den Gebäudeecken
die Höhen der Fassaden und die Neigung der Dachlinien, bei Flachdächern die Höhe der
Dachbrüstung bzw. des Dachrands sowie gegebenenfalls die Gesamthöhe am
massgebenden Ort, anzugeben. Die Höhe von oberkant Erdgeschossboden ist mit einer
Querlatte zu markieren. Die Profile sind stehenzulassen, bis über das Bauvorhaben
endgültig entschieden ist (Art. 16 Abs. 2 BewD).
c) Da das Bauvorhaben rechtskräftig bewilligt worden ist, stehen vorliegend keine Profile
mehr, die überprüft werden könnten. Gemäss den Vorakten und den Eingaben der
Beschwerdeführenden wiesen die Profile des Bauvorhabens auf Parzelle Köniz
Grundbuchblatt Nr. G._ wie gemäss Art. 16 Abs. 1 BewD gefordert, die
Gebäudeecken der Fassaden wie auch die Neigung der Dachlinien auf.10 Dies ergibt sich
zudem aus der Fotodokumentation der Beschwerdeführenden: Dieser zufolge weisen die
aus südlicher Richtung aufgenommenen Profile die Gebäudeecken, die Neigung der
Dachlinien sowie die mit Querlatten markierten Höhen der Fassaden auf. Profiliert sind
auch die Ausschnitte / Aussparungen für die Dachlukarnen.11 Nicht gefordert gemäss
Art. 16 BewD ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden die Profilierung der
Giebelhöhe bzw. des höchsten Punktes des Bauprojekts. Die Höhe des Gebäudes ist aus
8 Fotodokumentation gemäss Beschwerdeschrift: Anhang 1, Fotos 1 und 3 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 10 Vgl. Foto aus nordwestlicher Sicht: Vorakten der Gemeinde; blaue Mappe «Übriges Geschäft 886», pag. 1 11 Fotodokumentation gemäss Beschwerdeschrift: Anhang 1, Foto 1
RA Nr. 120/2018/10 6
der Neigung der Dachlinien zu ermitteln, was gemäss der Fotodokumentation der
Beschwerdeführenden möglich war. Bei Verbindung der angezeigten Dachlinien zu einem
Dreieck ergibt sich die (steile) Dachform des Bauprojekts der Beschwerdegegnerschaft und
dessen Giebelhöhe. Daraus erhellt, dass die von den Beschwerdeführenden als richtig
erachtete blaue Silhouette nicht korrekt ist. Allerdings lässt sich auf dem in der Beschwerde
eingereichten Foto aufgrund der Fotodokumentation und der Akten keine exakte
Silhouettenlinie einzeichnen. Die vorhandenen Bilder der Profilierung lassen aber den
Schluss zu, dass die Profile die für das Erscheinungsbild wesentlichen Abmessungen im
Gelände aufzuzeigen vermochten. Gemäss Rechtsprechung sollen mit der Profilierung die
äusseren Umrisse der geplanten Bauten und Anlagen im Gelände abgesteckt und
kenntlich gemacht werden. Es brauchen nicht sämtliche Einzelheiten ersichtlich zu sein.12
Diese Voraussetzungen hat die Profilierung erfüllt.
d) Eine mangelhafte Profilierung ist zudem nach Treu und Glauben sofort zu rügen.13
Dies haben die Beschwerdeführenden vorliegend unterlassen. Soweit sie in ihrer
Beschwerde geltend machen, sie seien durch die aus ihrer Sicht unrichtige Profilierung
getäuscht oder von einer Einsprache abgehalten worden, kann dies als Antrag auf
Wiederherstellung der Einsprache- bzw. Beschwerdefrist verstanden werden.
e) Nach Art. 43 Abs. 2 VRPG kann eine versäumte Frist auf Gesuch hin wiederhergestellt
werden, wenn eine Partei unverschuldeterweise abgehalten worden ist, fristgerecht zu
handeln.14 Wiederhergestellt werden können sowohl behördliche als auch gesetzliche
Fristen.15 Entschuldbare Gründe liegen vor, wenn die säumige Person aus hinreichenden,
objektiven oder subjektiven Gründen davon abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln
oder eine Vertretung zu bestellen und wenn ihr auch keine Nachlässigkeit vorzuwerfen
ist.16 Die Wiedereinsetzung ist auch möglich, wenn die Behörde bereits einen Entscheid
gefällt hat, selbst wenn dieser schon vollstreckt worden ist. Bei der Gesuchsbeurteilung ist
dem Gesichtspunkt der Rechtssicherheit gebührend Rechnung zu tragen. In diesem
12 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 N. 20; VGE 2015/348 vom 24. Juni 2016, E. 2.2 13 BGer 1A.114/2001 vom 14. März 2002 E. 4.2 14 Vgl. RA Nr. 110 2017 39 15 Vgl. BVR 2014 S. 130 E. 3.2.1; vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 43 N. 8 16 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 43 N. 8 ff., insbes. N. 9
RA Nr. 120/2018/10 7
Zusammenhang können auch die Verfahrensaussichten unter Einbezug der verpassten
Parteihandlung berücksichtigt werden.17
f) Die Frage der Wiederherstellung der Frist18 stellt sich vorliegend aber nicht, da die
Profilierung entgegen der Ansicht der Beschwerdeführenden wie dargelegt den Vorgaben
von Art. 16 BewD entsprach und somit nicht fehlerhaft war. Um Details über das Vorhaben
zu erfahren, hätten die Beschwerdeführenden Einsicht in die Baugesuchsakten –
insbesondere in die Pläne – nehmen müssen.19 Sich nur auf das Vorprojekt und die
Profilierung zu verlassen, liegt in der Verantwortung der Beschwerdeführenden. Soweit ihr
Begehren als Antrag auf Wiederherstellung der Beschwerdefrist gemäss Art. 43 Abs. 2
VRPG verstanden werden kann, erweist sich dieser somit als unbegründet und ist
abzuweisen.
3. Gebäudehöhe
a) Die Beschwerdeführenden bemängeln weiter die Gebäudehöhe des Vorhabens. In
den Plänen sei vom bestehenden statt vom gewachsenen Terrain ausgegangen worden,
welches an der Nordwestfassade deutlich tiefer liege. Die durchgeführte Nachmessung der
Gemeinde sei wieder ab dem bestehenden Terrain erfolgt. Sie beantragen die
Feststellung, dass das gewachsene Terrain bzw. massgebende Terrain tiefer liege als das
bestehende Terrain.20
b) Bauentscheide können gemäss Art. 40 Abs. 1 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung
mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden.
c) Gemäss dem Gesamtbauentscheid vom 18. Oktober 2016 und den bewilligten
Plänen21 wurde die Gebäudehöhe klar vom gewachsenen Terrain gemessen. Die
Beschwerdeführenden hätten allfällige Rügen betreffend Einhaltung der baupolizeilichen
Masse und Feststellung des massgebenden Terrains im Beschwerdeverfahren gegen die
17 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O, Art. 43 N. 16 18 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35 - 35c N. 11 19 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 20 20 Beschwerdeschrift, Anträge Ziff. 1 bis 3 21 Vorakten betreffend Baugesuch Nr. 18351: Bauentscheid, pag. 78 ff. sowie Plan Baugesuch "I._" Mst. 1:100 vom 11. Mai 2016, bewilligt am 18. Oktober 2016 (P-2)
RA Nr. 120/2018/10 8
Baubewilligung vom 18. Oktober 2016 geltend machen müssen. Die Rügen hinsichtlich der
Gebäudehöhe und dem massgebendem Terrain erfolgten daher verspätet, weshalb nicht
darauf eingetreten werden kann. Wie bereits ausgeführt, liegt auch kein Grund für eine
Wiederherstellung der Frist vor, da die Beschwerdeführenden nicht
unverschuldetermassen von einer Einsprache bzw. Beschwerde abgehalten worden sind.
4. Beweisabnahme
Gemäss Art. 18 VRPG stellen die Behörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Sie
bestimmen Art und Umfang der Ermittlungen, ohne an die Beweisanträge der Parteien
gebunden zu sein. Erscheint die Sachlage umfassend abgeklärt und versprechen
zusätzliche Erhebungen keine wesentlich neuen Erkenntnisse, so brauchen keine weiteren
Untersuchungen angestellt zu werden, selbst wenn nicht alle denkbaren Möglichkeiten der
Beweisführung ausgeschöpft sind.22 Ergibt eine vorweggenommene Beweiswürdigung,
dass ein Beweis nicht dazu geeignet ist, das Beweisergebnis zu verändern oder den zu
treffenden Entscheid zu beeinflussen, so kann auch unter dem Aspekt des rechtlichen
Gehörs (Art. 21 VRPG) von der Beweisabnahme abgesehen werden. Vorliegend
beantragen die Beschwerdeführenden die Durchführung eines Augenscheins. Von diesem
Beweismittel waren hier keine weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten,
weshalb darauf verzichtet werden konnte.
5. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf
eine Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV23).
b) Parteikosten sind keine entstanden Art. 104 Abs. 1 VRPG). Entsprechend sind keine
solchen zu sprechen.
22 Vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 18 N. 10; vgl. auch BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen 23 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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