# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ccdd1d54-3987-4ad1-9b5e-b5d99523cb9e
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
B.
R._, geboren 1959, verstarb am 22. Oktober 2020 im Kantonsspital St. Gallen (KSSG).
Mit Schreiben vom 7. September 2021 ersuchte die Mutter der Verstorbenen, K._, um
Herausgabe sämtlicher Akten betreffend die Behandlung im KSSG in der Zeit vom 21.
bis 22. Oktober 2020. Es sei ihr ein Anliegen, die letzten Stunden ihrer Tochter für sich
selbst nachvollziehen zu können (act. G 11/1.1). Am 24. September 2021 ersuchten
Dr. A._, Dr. B._, Dr. C._ und Dr. D._ (nachstehend: Gesuchsteller) das
Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen (GD), sie und ihre Hilfspersonen
betreffend die Behandlung von R._ vom ärztlichen Berufsgeheimnis zu befreien (act. G
11/1). Am 30. September 2021 reichte Rechtsanwalt Dr. Rolf Thür, Zürich, dem KSSG
eine von K._ unterzeichnete Erklärung ein, in welcher diese die behandelnden Ärzte
des Kantonsspitals von der ärztlichen Geheimhaltungspflicht befreite und sie
ermächtigte, Rechtsanwalt Thür im Zusammenhang mit der Behandlung von R._
Einsicht in die Krankenakten zu gewähren und ihm Bericht zu erstatten (act. G 11/2.2).
Mit Mail vom 5. Oktober 2021 liess das KSSG dem GD ein Schreiben von
Rechtsanwalt Thür zukommen, in welchem dieser festgehalten hatte, dass es um die
Prüfung der Haftungsfragen bezüglich der unmittelbar zum Tod führenden
Infarktbehandlung gehe, insbesondere auch angesichts der offenbar fehlenden
Patienteneinwilligung (act. G 11/2).
A.a.
Mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 eröffnete das GD unter anderem dem
Rechtsvertreter von K._, die Ermächtigung der Gesuchsteller zur Auskunftserteilung
und Aktenherausgabe betreffend die Behandlung von R._ im KSSG werde nicht erteilt.
Die Voraussetzungen für eine Entbindung der Gesuchsteller vom Berufsgeheimnis
seien nicht erfüllt (act. G 2). Auf ein Wiedererwägungsgesuch von Rechtsanwalt Thür
vom 2. November 2021 (act. G 11/4) trat das GD mit Schreiben vom 8. November 2021
nicht ein (act. G 11/6).
A.b.
Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2021 erhob Rechtsanwalt Thür für K._
(Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 15. November 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und die
B.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist als Empfängerin der angefochtenen Verfügung zur Beschwerdeerhebung legitimiert
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom
15. November 2021 (act. G 1) rechtzeitig erhoben und begründet. Sie erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art.
47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können Rechtsverletzungen geltend
gemacht werden. Beschwerdeführerende können sich sodann auch darauf berufen, die
angefochtene Verfügung beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP).
2.
beantragte Entbindung vom Berufsgeheimnis sei zu bewilligen. Eventualiter sei das
Verfahren an die Vorinstanz zur Gewährung des rechtlichen Gehörs und Durchführung
eines Beweisverfahrens zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
(zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Vorinstanz (act. G 1).
In der Vernehmlassung vom 3. Januar 2022 beantragte das GD (Vorinstanz) Abweisung
der Beschwerde (act. G 10). Die Beschwerdebeteiligten (Dr. A._, Dr. B._, Dr. C._ und
Dr. D._) verzichteten stillschweigend auf eine Stellungnahme (act. G 12).
B.b.
Mit Stellungnahme vom 18. Februar 2022 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Standpunkt (act. G 14). Die Vorinstanz und die
Beschwerdebeteiligten verzichteten stillschweigend auf eine Stellungnahme hierzu (act.
G 16).
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
B.d.
bis
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Nach Art. 40 Ingress und lit. f des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz; SR 811.11, MedBG) wahren Personen, die
einen universitären Medizinalberuf selbständig ausüben, das Berufsgeheimnis nach
Massgabe der einschlägigen Vorschriften. Die unselbständige Berufsausübung richtet
sich gemäss Art. 44 Abs. 2 Satz 3 des Gesundheitsgesetzes (sGS 311.1, GesG) nach
der Bundesgesetzgebung über die Medizinalberufe für die selbständige
Berufsausübung. Art. 40 Ingress und lit. f MedBG umschreibt den Begriff des
Berufsgeheimnisses mit einem dynamischen Verweis auf die geltende Schweizer
Rechtsordnung (vgl. B. Etter, Medizinalberufegesetz, Stämpflis Handkommentar, Bern
2006, N 38 zu Art. 40 MedBG; Sprumont/Guinchard/Schorno, in: Ayer/Kieser/Poledna/
Sprumont [Hrsg.], Medizinalberufegesetz, Kommentar, Basel 2009, N 77 zu Art. 40
MedBG). Der Verweis bezieht sich in erster Linie auf das strafrechtlich geschützte
Berufsgeheimnis gemäss Art. 321 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0,
StGB; vgl. Botschaft zum MedBG, in: BBl 2005 S. 173 ff., S. 229). Zu beachten sind
aber auch das Datenschutzrecht sowie der privatrechtliche Schutz der Persönlichkeit
des Patienten (Art. 28 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210) und die
Verschwiegenheits- und Geheimhaltungspflicht des Beauftragten (Art. 398 Abs. 2 des
Schweizerischen Obligationenrechts, SR 220). Gemäss Lehre und Rechtsprechung
endet die Verschwiegenheitspflicht des Arztes grundsätzlich nicht mit dem Tod des
Patienten. Das Arztgeheimnis ist somit auch gegenüber den Erben und den
Angehörigen zu wahren (vgl. Trechsel/Vest, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 28 zu Art. 321 StGB). Dadurch soll
gewährleistet werden, dass der Patient zu Lebzeiten vorbehaltlos mit seinem Arzt über
Themen kommunizieren kann, von denen er nicht will, dass seine Angehörigen nach
seinem Tod davon erfahren (BGer 2C_37/2018 vom 15. August 2018 E. 6.2.3).
Die Vorinstanz beaufsichtigt die Tätigkeit von Ärzten und Ärztinnen (Art. 41 Abs. 1
MedBG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 lit. b GesG). Gemäss Art. 321 Ziff. 2 StGB ist eine Befreiung
eines Geheimnisträgers von der Geheimnispflicht mit Bewilligung der zuständigen
Behörde (i.c. GD) zulässig. Diese Bestimmung nennt selber keine Kriterien, nach denen
die Bewilligung erteilt oder verweigert werden soll. Es ist dafür eine Rechtsgüter- und
Interessenabwägung vorzunehmen, wobei die Entbindung nur dann zu bewilligen ist,
wenn dies zur Wahrung überwiegender privater oder öffentlicher Interessen notwendig
ist. Dabei vermag nur ein klar überwiegendes öffentliches oder privates Interesse die
Befreiung vom Berufsgeheimnis zu rechtfertigen (vgl. BGer 2C_270/2018 vom 15. März
2019 m.H. auf BGer 2C_37/2018 a.a.O. E. 6.4.2; 2C_1035/2016 vom 20. Juli 2017 E.
4.2.2; 2C_215/2015 vom 16. Juni 2016 E. 5.1). Vorbehalten bleiben die
2.1.
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eidgenössischen und kantonalen Bestimmungen über die Zeugnispflicht und über die
Auskunftspflicht gegenüber einer Behörde (Art. 321 Ziff. 3 StGB). Die
Beschwerdebeteiligten 1-4 erfüllen die persönlichen Voraussetzungen, um das
Sonderdelikt von Art. 321 StGB zu begehen. An der Unterstellung unter Art. 321 StGB
ändert nichts, dass sie ihren Beruf als Angestellte einer öffentlichen Einrichtung
ausüben (vgl. Trechsel/Vest, a.a.O., N. 9 zu Art. 321 StGB; BGer 2C_361/2012 vom 19.
September 2012 E. 2.3). Letztgenannter Umstand wirkt sich einzig dahingehend aus,
dass für eine Entbindung vom Arztgeheimnis (im Sinn von Art. 321 Ziff. 2 StGB) nicht
wie in Art. 6 GesG an sich vorgesehen der Gesundheitsrat, sondern gestützt auf Art. 3
GesG das GD bzw. dort wiederum der Leiter Rechtsdienst (Anhang 8 der
Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41) zuständig ist.
Mit Schreiben vom 7. September 2021 hatte die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um
Einsicht in die Krankenakten ihrer verstorbenen Tochter mit dem Anliegen begründet,
die letzten Stunden ihrer Tochter für sich selbst nachvollziehen zu können (act. G
11/1.1). Gemäss E-Mail des KSSG vom 5. Oktober 2021 hielt Rechtsanwalt Thür für die
Beschwerdeführerin demgegenüber präzisierend fest, dass es um die Prüfung der
Haftungsfragen bezüglich der unmittelbar zum Tod führenden Infarktbehandlung gehe,
insbesondere auch angesichts der offenbar fehlenden Patienteneinwilligung. Im
Übrigen sei er seit über 20 Jahren auf Arzthaftungsfälle spezialisiert und verstehe jede
Krankengeschichte auch selber zu lesen (act. G 11/2). Die Vorinstanz führte in der
angefochtenen Verfügung ihrerseits aus, der Ablauf der Gesucheinreichung erwecke
den Eindruck, dass die Haftungsfrage lediglich eine nachgeschobene Begründung sei,
nachdem das KSSG die Beschwerdeführerin bzw. deren Rechtsvertreter darauf
hingewiesen habe, dass die Trauerbewältigung allein kein ausreichendes Interesse für
die Entbindung vom Berufsgeheimnis begründe. Allerdings sei unklar, wann die im E-
Mail des KSSG zitierten Äusserungen von RA Thür beim KSSG eingetroffen seien und
worauf sich die Einleitung "Wie erwähnt ..." beziehe. Im Schreiben von RA Thür vom
30. September 2021 sei jedenfalls von der Abklärung von Haftungsfragen noch nicht
die Rede gewesen. Diese Frage könne jedoch offenbleiben. Nach der Praxis des GD
reiche es nicht aus, wenn Angehörige die Möglichkeit eines Behandlungsfehlers
vorbringen würden, um Einsicht in die Krankenakten zu erhalten. Es brauche konkrete
Vorkehrungen seitens der Angehörigen (wie etwa Beizug einer Patientenorganisation
oder eines namentlich bezeichneten Gutachters), bevor eine Entbindung der
behandelnden Ärzte vom Berufsgeheimnis ausgesprochen werden könne. Konkret
fehle ein Beleg dafür, dass die Beschwerdeführerin RA Thür beauftragt habe,
Haftungsansprüche gegenüber dem KSSG abzuklären. Insbesondere fehle eine
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 7/15
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entsprechende Anwaltsvollmacht. In den Eingaben von RA Thür finde sich sodann
keine klare Aussage, dass ein solcher Auftrag erteilt worden sei. Die "Erklärung zur
Befreiung von der ärztlichen Geheimhaltungspflicht" vom 27. September 2021 (act. G
11/2.2) sei kein genügender Beleg dafür, dass die Beschwerdeführerin RA Thür mit der
Abklärung von Haftungsfragen mandatiert habe. Der Sinn dieser Erklärung sei nicht
ohne Weiteres erkennbar, da die Beschwerdeführerin nicht Geheimnisherrin betreffend
die Krankengeschichte ihrer verstorbenen Tochter und somit nicht berechtigt gewesen
sei, die behandelnden Ärzte gegenüber RA Thür von ihrem Berufsgeheimnis zu
befreien. Die Erklärung vom 27. September 2021 stelle auch keine Vollmacht bzw.
keinen Auftrag an RA Thür zur Abklärung von Haftungsansprüchen gegenüber dem
KSSG dar. Die Voraussetzungen für eine Entbindung vom Berufsgeheimnis seien damit
aktuell nicht gegeben (act. G 2 S. 2 f.).
Im Wiedererwägungsgesuch vom 2. November 2021 bestätigte Rechtsanwalt Thür,
dass es um "zumindest zivilrechtliche Ansprüche wegen vermuteter
Fehlbehandlung" (Versterben an den Folgen einer Blutverdünnung) gehe und zudem
von einer Einwilligungsvermutung der verstorbenen Patientin zugunsten ihrer nächsten
Angehörigen auszugehen sei (act. G 11/4). Auf dieses Gesuch trat das GD mit
Schreiben vom 8. November 2021 nicht ein mit der Begründung, dass das Gesuch um
Entbindung vom Berufsgeheimnis von den betroffenen Ärzten des KSSG gestellt
worden sei und die Angehörigen der Verstorbenen nicht legitimiert seien, ihrerseits ein
Wiedererwägungsgesuch zu stellen. Die Vorinstanz wies RA Thür zudem darauf hin,
dass es ihm freistehe, dass KSSG nochmals zu ersuchen, ein Gesuch um Entbindung
vom Berufsgeheimnis einzureichen, wobei diesfalls die Gründe für die Entbindung von
Anfang an vollständig offengelegt werden müssten (act. G 11/6).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin legt unter anderem dar, vorliegend sei ein
Entscheid auf Basis der mutmasslichen Gesamtinteressen der Verstorbenen und
denjenigen des Einsichtsgesuchs zu treffen. Die wahren Interessen hinter der
verlangten Einsichtsberechtigung seien gar nicht abgeklärt worden. Die
Beschwerdeführerin sei vor dem Entscheid nicht angehört worden. Dies sei per se eine
gravierende Gehörsverletzung, welche zur Nichtigkeit der Verfügung führen müsse.
Ohne gesetzliche Grundlage würden zusätzliche formale Beweisvorgaben (Beizug einer
Patientenorganisation [SPO]) gegenüber den engsten Angehörigen eingeführt, welche
der natürlichen Vermutung der Einwilligung zugunsten der engsten Angehörigen
diametral widersprechen würden. Die Vorinstanz verkenne in der
Entscheidbegründung, dass die betroffenen Interessen vollständig zu würdigen seien.
2.3.
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Es seien auch die mutmasslichen Interessen des Opfers/Patienten einzubeziehen.
Anscheinend gehe es der Behörde nur noch darum, einseitig die Ärzte vor
Haftpflichtansprüchen der Patientenseite zu schützen. Wenn die Behörde die Angabe
eines Rechtsanwalts zum Haftpflichtanspruch als Gesuchgrund als unwahr und nur
vorgetäuscht abtue, so hätte dieser Zweifel zumindest vorher mitgeteilt werden
müssen. Hätte die Behörde den Gehörsanspruch gewahrt, so wäre der
Beschwerdeführerin zumindest die Gelegenheit zu geben gewesen, die geforderten
zusätzlichen Beweisvorgaben zu erfüllen. Dies gelte z.B. für die zuvor fehlende und
hiermit nachgereichte Anwaltsvollmacht samt Auftragsformular. Daraus gehe der
Mandatierungszweck (Haftpflichtfall) klar hervor. Wie krass einseitig und unter
Verletzung des Rechts auf Beweis und rechtliches Gehör die Behörde die zuvor
fehlende Vollmacht zur Begründung der Gesuchablehnung anführe, spreche Bände für
deren einseitig anmassende und opferfeindlich voreingenommene Haltung. Es liege
kein Widerspruch in den Gesuchbegründungen vor. Der "Nachvollzug der letzten
Stunden" bzw. die nötige "Rekonstruktion der zum Tode führenden Abläufe"
entspreche dem Zweck der geltend zu machenden Haftpflichtansprüche. Da
medizinische Unterlagen erfahrungsgemäss nicht richtig oder nicht vollständig
herausgegeben würden, sobald Haftpflichtansprüche befürchtet würden und auch
Einjahresfristen zu wahren gewesen seien, müsse der Aktenbeizug ohne zeitlichen
Verzug und zunächst auch ohne Wissen über den längst erfolgten Beizug eines auf
Arztfehler spezialisierten Anwalts erfolgen. Deshalb sei zunächst das persönliche
Einsichtsgesuch der Beschwerdeführerin selbst erfolgt. Sogar als der Rechtsvertreter
sich später habe zu erkennen geben müssen, sei dies zunächst mit einer sehr
vorsichtigen Begründung erfolgt. Im Weiteren müsse zumindest für den Fall einer zum
Tod führenden Behandlung eine natürliche Tatsachenvermutung der mutmasslichen
Einwilligung der Verstorbenen zugunsten der nächsten Angehörigen bestehen. Dies,
weil es nicht nur um die Interessen der Angehörigen gehe, sondern um auch um das
mutmassliche Interesse der Verstorbenen. Es gehe hier einzig um die letzte, den Tod
verursachende Behandlung (die Patientin sei nach einer Hirninfarktbehandlung mit
Blutverdünner verblutet). Die Verstorbene habe in Lebensgemeinschaft mit der
Beschwerdeführerin gelebt. Dass sich in diesem tragischen Fall irgendein Beamter
gegenüber den Angehörigen dazu aufspiele, als wisse er besser als die Angehörigen,
was das mutmassliche Interesse der Verstorbenen gewesen sei, erscheine nachgerade
als zynisch und deplatziert. Sollten wider Erwarten in diesem Verfahren (anstelle einer
Rückweisung) irgendwelche Punkte zum Beweis verstellt werden, so würden
vorsorglich die persönliche Befragung der Angehörigen sowie Zeugeneinvernahmen
bzw. die Einholung eines Arztberichts als Beweise offeriert. Im Übrigen sei hier nicht
nur ein jahrelang auf Arzthaftung spezialisierter Anwalt beigezogen worden. Auch die
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3.
bereits in die Behandlung miteinbezogene Schwester (act. G 3/3) der Verstorbenen
verfüge über Fachwissen in Neurowissenschaften (act. 1). Die
Beschwerdevernehmlassung der Vorinstanz sei absolut entlarvend für die monierte
behördliche Missachtung der wahren Opferinteressen und deren völlig parteiische und
inkonsequente verfahrenstechnische Rollenverteilung in solchen Fragen. Dass die
Abklärung einer unmittelbar zum Tod führenden Operation im Interesse der Patientin
liegen könne, bestreite die Vorinstanz nicht, weigere sich aber nicht nur, dies zu
berücksichtigen. Vielmehr sollten diese nach den Vorstellungen der Vorinstanz noch
nicht einmal rein formal in das Verfahren eingebracht und angehört werden können.
Auch sei nicht ersichtlich, dass und weshalb der einzige Gesuchsteller (Spital) für seine
Entbindung/Interessenabwägung irgendein zusätzliches Beweisverfahren anzubringen
hätte, geschweige denn, inwiefern dafür sogar noch zusätzliche Kriterien (SPO-Beizug)
zu rechtfertigen wären. Vielmehr wären diese im Verfahren ihm gegenüber unsachlich,
untauglich und willkürlich. Die Behörde könne und müsse das Vorgehen in einem
Arzthaftungsfall (z.B. anstelle eines SPO-Beizugs) getrost der von einem erfahrenen
Patientenanwalt vertretenen Geschädigtenseite überlassen (act. G 14).
Im Rahmen der Interessenabwägung (vgl. vorstehende E. 2.1 zweiter Absatz) ist
insbesondere zu berücksichtigen, dass das Berufsgeheimnis an sich ein gewichtiges
Rechtsgut ist. Das Interesse an der Ermittlung der materiellen Wahrheit stellt nicht per
se ein überwiegendes Interesse dar. Inwieweit und wem Auskunft gegeben werden soll,
wird durch die zuständige Behörde bestimmt. Dabei soll eine Befreiung grundsätzlich
nur soweit gehen, als es im konkreten Fall, unter Berücksichtigung der Geheimsphäre
des Geheimnisherrn, notwendig ist. Nach der Rechtsprechung kann beispielsweise
eine Entbindung des Arztes vom Berufsgeheimnis bewilligt werden, wenn es darum
geht, seine eigenen Forderungen gegenüber Patienten durchzusetzen oder umgekehrt
Schadenersatzforderungen von Patienten abzuwehren (BGer 2C_15/2015 vom 16. Juni
2016 E. 5.2). Abgelehnt wurde die Entbindung vom Arztgeheimnis im Falle von Erben,
die Einsicht in die Krankengeschichte ihrer verstorbenen Eltern nehmen wollten, ohne
dass ein unmittelbarer Zusammenhang zu einem hängigen zivilrechtlichen Verfahren
bestanden hätte. Darüber hinaus wird ein überwiegendes privates Interesse der
Angehörigen an der Offenbarung einzelner Gesundheitsdaten beispielsweise im
Zusammenhang mit einer genetischen Prädisposition oder einer möglichen Ansteckung
bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung bejaht (vgl. VerwGE B 2020/115 vom 14.
Dezember 2020 E. 3.3; BGer 2C_37/2018 a.a.O. E. 6.4.2 m.H.).
3.1.
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3.2.
Vorliegend war für die Vorinstanz aus dem Gesuch vom 7. September 2021 (act. G
11/1.1) nicht erkennbar, dass es der Beschwerdeführerin (auch) um die Abklärung von
Haftpflichtansprüchen geht. Erst im Mail vom 5. Oktober 2021 wurde letzteres Anliegen
thematisiert (act. G 11/2). Aus diesem Mail ergibt sich nun zwar, dass dem
Entbindungsgesuch auch die Prüfung von Haftungsfragen zugrunde liegen. Allein
gestützt hierauf kann jedoch ein privates Interesse der Beschwerdeführerin an einer
Entbindung der Beschwerdebeteiligten von ihrem Berufsgeheimnis insofern noch nicht
als zureichend dargetan gelten, als aus dem Mail die Erteilung eines Auftrags zur
Abklärung und Geltendmachung von Haftungsansprüchen sowie eine entsprechende
Bevollmächtigung des Rechtsvertreters durch die Beschwerdeführerin nicht ersichtlich
ist. Erst aus der erstmals mit dem Wiedererwägungsgesuch eingereichten
Anwaltsvollmacht (act. G 11/4.1) sowie dem konkretisierten Mandatsauftrag (act. G
11/4.2) geht die Beauftragung von Rechtsanwalt Thür zur Prüfung und
Geltendmachung von Schadenersatz- und Genugtuungsansprüchen aus dem Todesfall
der Tochter der Beschwerdeführerin klar hervor. Im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung waren mithin der Adressat der medizinischen Akten nicht
benannt und konkret beabsichtigte weitere Vorkehren - diese sind für die
vorinstanzliche Interessensprüfung relevant (vgl. VerwGE B 2021/172 vom 8. Februar
2022 E. 3.3) - nicht offengelegt. Der Umstand, dass die Beschwerdebeteiligten dem
Gesuch um Entbindung von ihrem Berufsgeheimnis zustimmten (act. G 11/1), ersetzt
das Erfordernis einer zureichenden Begründung für die Entbindung vom
Berufsgeheimnis nicht. Zu Recht verlangt daher die Vorinstanz in diesem
Zusammenhang, dass Angehörige bereits konkrete Schritte unternommen haben, um
einen Behandlungsfehler zu prüfen (vgl. VerwGE B 2016/226 vom 14. Dezember 2017
E. 5.1; BGer 2C_37/2018 vom 15. August 2018 E. 6.4.4). Von daher lässt es sich
vorliegend nicht beanstanden, wenn die Vorinstanz das Entbindungsgesuch abwies.
Sie nahm damit ihre Aufgabe wahr, das Arztgeheimnis betreffend Akten der
verstorbenen Person zu wahren. Der Vorwurf des Rechtsvertreters betreffend
zynisches und deplatziertes Aufspielen irgendeines Beamten (act. G 1 S. 8 unten) ist in
diesem Zusammenhang - bei allem Verständnis für die Situation der
Beschwerdeführerin - inhaltlich nicht angebracht und von der Form/Wortwahl her
unangemessen und deplatziert.
Der Rechtsvertreter war nach seinen Angaben von der Beschwerdeführerin offenbar
3.2.1.
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bereits am 6. September 2021 mandatiert worden (act. G 1 S. 6). Dennoch hatte die
Beschwerdeführerin das Gesuch vom 7. September 2021 selber eingereicht und das
Vertretungsverhältnis nicht offengelegt. Hierbei erscheint nicht ohne Weiteres
nachvollziehbar, inwiefern die Gesuchstellung durch die Beschwerdeführerin selber
(trotz Mandatierung eines Anwalts) eine vom Rechtsvertreter befürchtete nicht richtige
oder nicht vollständige Herausgabe von Akten (act. G 1 S. 6) hätte verhindern können.
Die "zunächst ... sehr vorsichtige Begründung..." (vgl. act. G 1 S. 6) des Gesuchs hatte
überdies zur Folge, dass letzteres im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen
Verfügung unzureichend begründet war (vgl. vorstehender Absatz). Für das vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gewählte Vorgehen trägt die Vorinstanz
augenscheinlich keine Verantwortung. Zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, dass sie
vor Erlass der angefochtenen Verfügung nicht angehört worden sei (act. G 1 S. 2), ist
mit der Vorinstanz (act. G 10 S. 3 Ziffer 3a) zum einen festzuhalten, dass es nicht deren
Aufgabe ist, bei Angehörigen eine genügende und ausreichend belegte Begründung für
die Entbindung vom Berufsgeheimnis zu erfragen bzw. eine Ergänzung der
Gesuchbegründung anzufordern. Dies insbesondere auch dann, wenn - wie vorliegend
- von Beginn weg ein Rechtsanwalt im Hintergrund beratend zur Seite stand. Zum
anderen wird im Gesuchsverfahren der Gehörsanspruch bereits mit der Einreichung
des Gesuchs gewahrt, indem die gesuchstellende Person dort Gelegenheit hat, ihr
Begehren zu begründen und zu belegen. Eine erneute Gehörsgewährung in einem
späteren Verfahrensstadium vor Verfügungserlass ist bereits von daher nicht
erforderlich (vgl. Rizvi/Risi, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, St. Gallen/Zürich 2020, N 29 zu Art. 15-17
VRP). Die Möglichkeit der Gesuchbegründung war auch im Fall des Gesuchs der
Beschwerdeführerin an das KSSG um Akteneinsicht und Datenbekanntgabe
zureichend gegeben, zumal das KSSG auch die ergänzenden Begründungen (Mail vom
5. Oktober 2021; act. G 11/2) an die Vorinstanz weiterleitete.
Die Beschwerdeführerin beanstandet den für eine Entbindung vom Berufsgeheimnis
vorausgesetzten Beizug einer Patientenorganisation wie dargelegt (vorstehende E. 2.3)
als unrechtmässig. Hierzu ist festzuhalten, dass die (in der Regel bei Gesuchstellern
nicht gegebenen) Fähigkeiten und Kenntnisse, aufgrund der Krankengeschichte das
Bestehen eines Behandlungsfehlers selber beurteilen zu können, als solche keine
zusätzliche Voraussetzung für die Entbindung der Beschwerdebeteiligten vom
Berufsgeheimnis darstellt. Indes ermöglicht nach der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts (VerwGE B 2021/172 a.a.O. E. 3.2) der Beizug einer
3.2.2.
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Patientenorganisation/Begutachtungsstelle durch die gesuchstellende Person, das
private Interesse der letzteren an der Entbindung vom Berufsgeheimnis anhand der
Meinung einer spezialisierten Fachstelle zu verifizieren. Ob die gestützt auf eine
Berufsgeheimnisentbindung zu erteilenden Informationen tatsächlich für die Klärung
des Vorliegens einer allfälligen Fehlbehandlung benötigt werden, kann eine solche
Fachstelle in aller Regel besser einschätzen als die gesuchstellende Person. Im
Weiteren ist die Herausgabe der vollständigen Krankenakten an Angehörige insofern
problematisch, als die Akten dadurch den vom Berufsgeheimnis geschützten Bereich
verlassen (VerwGE B 2021/172 a.a.O. E. 3.2 m.H. auf VerwGE B 2016/226 a.a.O. E.
5.2). Daher sind die Akten nach Möglichkeit direkt einer begutachtenden Stelle oder
dem behandelnden Arzt der gesuchstellenden Person zuzustellen, zumal letztere - wie
erwähnt - in aller Regel nicht in der Lage sein dürfte, die medizinischen Akten inhaltlich
zu verstehen und zu interpretieren.
Die dargelegte Rechtsprechung schliesst die Zustellung der Akten an den von der
Beschwerdeführerin mandatierten, unbestrittenermassen im Bereich des
Arzthaftungsrecht tätigen und diesbezüglich entsprechend spezialisieten
Rechtsvertreter insofern nicht aus, als dieser aufgrund seiner Tätigkeit unbestritten in
der Lage ist, medizinische Akten zu lesen und zu verstehen. Vorliegend ist daher kein
dem privaten Offenbarungsinteresse (Abklärung und Geltendmachung von
Haftpflichtansprüchen) entgegenstehendes Geheimhaltungsinteresse ersichtlich,
aufgrund dessen die Aktenherausgabe und Datenbekanntgabe an den Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin zu verweigern wäre. So ist insbesondere nicht anzunehmen,
dass die mit der Beschwerdeführerin zusammenlebende Verstorbene einer
Zugänglichmachung des über sie geführten ärztlichen Dossiers nicht zugestimmt hätte,
zumal das Dossier vorab somatische Gegebenheiten zum Gegenstand haben dürfte.
Eine Datenbekanntgabe kann und darf indes einzig an den Rechtsvertreter selbst zur
Prüfung von Haftpflichtansprüchen erfolgen; eine Berechtigung zur Weitergabe der
Daten an die Beschwerdeführerin ist hiervon ausdrücklich nicht mitumfasst.
Die Vorinstanz ortet in den im Wiedererwägungsgesuch und in der Beschwerde
eingebrachten Ergänzungen des Gesuchs der Beschwerdeführerin Noven, die aus ihrer
Sicht eine Änderung des Klagefundaments bewirken und daher vom
Verwaltungsgericht normalerweise nicht berücksichtigt würden (act. G 10 S. 6). Soweit
die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist, garantiert Art. 6
Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
3.2.3.
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0.101, EMRK) in ihrem Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit voller
Kognition. Das Verwaltungsgericht verfügt daher vorliegend über volle Kognition in dem
Sinn, dass es über alle erheblichen Tatsachen- und Rechtsfragen entscheiden und
Ermessensentscheidungen auf Rechtsfehler hin überprüfen kann (VerwGE B 2019/41
vom 16. Dezember 2019 E. 1 m.H. auf Meyer-Ladewig/Harrendorf/König, in: Meyer-
Ladewig/Nettesheim/von Raumer [Hrsg.], EMRK Handkommentar, 4. Aufl. 2017, Rz. 16
und 35 zu Art. 6 EMRK). Indes bedeutet die volle Kognition des Verwaltungsgerichts
und die Rechtsweggarantie von Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV) nicht, dass im verwaltungsgerichtlichen Verfahren aufgrund
von beschwerdeweise erstmals vorgebrachten (vorbestandenen) Gegebenheiten das
Streitthema losgelöst von dem im vorinstanzlichen Entscheid definierten
Verfahrensgegenstand festgelegt bzw. ausgeweitet werden könnte. Vorausgesetzt ist
damit auch hier, dass das Beschwerdebegehren keine Änderung des tatsächlichen
Fundaments des vorangehenden Rechtsmittelverfahrens bewirkt. Zulässig ist einzig
eine Ergänzung des Beschwerdefundaments, um die mit dem gestellten
Rechtsbegehren angestrebte Rechtsfolge zu erreichen. Die verwaltungsgerichtliche
Rechtsprechung bejaht eine (unzulässige) Änderung des tatsächlichen Fundaments
des Verfahrens, wenn neue Einwände geltend gemacht werden, welche sich nicht auf
den im vorinstanzlichen Verfahren ermittelten Sachverhalt bzw. das dort abgehandelte
Tatsachenfundament beziehen (VerwGE B 2021/151 vom 19. Januar 2022 E. 1.2.2 mit
Hinweisen).
Wie dargelegt war im Zeitpunkt der Gesuchstellung und des Erlasses der
angefochtenen Verfügung der Adressat der medizinischen Akten und konkret
beabsichtigte weitere Vorkehren nicht im Einzelnen bekannt und damit das Interesse
der Beschwerdeführerin an einer Einsicht in die medizinischen Akten ihrer verstorbenen
Tochter nicht ausgewiesen. Nachdem zwischenzeitlich das private Interesse der
Beschwerdeführerin an der Entbindung von der Geheimhaltungspflicht in der
Beschwerde (act. G 1, G 14) zureichend dargetan wurde und dieses das
Geheimhaltungsinteresse überwiegt, lässt sich - nachdem die angefochtene Verfügung
ursprünglich zu Recht erlassen worden war - eine Abweisung des Entbindungsgesuchs
aufgrund der zwischenzeitlichen Sachverhaltsentwicklung (Nachreichung von
Unterlagen durch die Beschwerdeführerin) nicht mehr rechtfertigen. Die
Beschwerdeführerin in dieser Situation zu verpflichten, dem KSSG ein erneutes Gesuch
einzureichen (act. G 10 S. 6), macht schon insofern keinen Sinn, als dass KSSG nach
den eigenen Darlegungen der Vorinstanz sich jeweils darauf beschränkt, die
Entbindungsgesuche telquel an das GD weiterzuleiten. Noven, die eine Änderung des
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4.
Klagefundaments bewirken (act. G 10 S. 6), lagen entgegen der Auffassung der
Vorinstanz schon insofern nicht vor, als der nach Erlass der angefochtenen Verfügung
vorgetragene (vorbestandene) Sachverhalt unmittelbar das ursprünglich gestellte
Einsichtsgesuch betraf. Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren war mithin der gesamte
Sachverhalt miteinzubeziehen. Die weitere Frage, ob der von der Beschwerdeführerin
vertretene Standpunkt zutrifft, dass eine natürliche Tatsachenvermutung der
mutmasslichen Einwilligung der Verstorbenen zugunsten der Angehörigen bestehe,
wenn eine ärztliche Behandlung zum Tod geführt habe (act. G 1 S. 3 unten und S. 7),
kann bei diesen Gegebenheiten offenbleiben.
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass die Beschwerdebeteiligten
bezüglich der Spitalbehandlung von R._ sel. in der Zeit vom 21. bis 22. Oktober 2020
von ihrem Berufsgeheimnis zu entbinden sind und Rechtsanwalt Thür für die Prüfung
von Haftpflichtansprüchen Einsicht in die Krankenakten zu gewähren ist. Hiervon
ausdrücklich nicht mitumfasst ist eine Berechtigung zur Weitergabe der Daten durch
den Rechtsvertreter an die Beschwerdeführerin.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Vorliegend ist zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin wie dargelegt (vorstehende E. 3.2.3) erstmals im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nachträglich Angaben zum Entbindungsgesuch machte,
aufgrund derer ihr überwiegendes privates Interesse an der
Geheimnispflichtentbindung als belegt zu gelten hat. Verfahrensbeteiligte haben nach
Art. 95 Abs. 2 Satz 2 VRP die Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches
Vorbringen von Begehren, Tatsachen oder Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige
Geltendmachung ihnen möglich und zumutbar gewesen wäre. Dementsprechend
rechtfertigt es sich, die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der von der Beschwerdeführerin erbrachte Kostenvorschuss von CHF 1'500
ist anzurechnen.
4.1.
Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte haben - sowohl vom Grundsatz als auch vom
Verfahrensausgang her - keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Der Beschwerdeführerin ist ebenfalls
4.2.
bis
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