# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6d54bbb-e966-46f1-a821-3aa624e09862
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1961, ist gelernte Verkäuferin (Urk. 5/1/3) und war zuletzt zwischen dem 5. März 2001 (Urk. 5/9/1) und dem 31. Oktober 2003 (Urk. 5/21/2) mit einem Arbeitspensum von ca. 45 % als Sicherheitsbeauf
tragte bei der Y._ angestellt, wobei der letzte effektive Arbeitstag der 15. Mai 2002 war (Urk. 5/9/1). Danach war sie krankheitsbe
dingt arbeitsunfähig (Urk. 5/9/2). Am 25. Juli 2002 erlitt sie einen Motorrad
unfall. Am 4. Februar 2003 meldete sie sich wegen eines Schleudertraumas (Urk. 5/4/5) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
einen Bericht der
Z._
vom 20. Februar 2003 über den Auf
enthalt
der Versicherten vom 9. Januar bis 6. Februar 2003 (Urk. 5/8), den Arbeitgeberbericht der Y._ vom 31. März 2003 (Urk. 5/9), den Arztbericht von Dr. med. A._, Fach
arzt für Allgemeinmedizin vom 26. März 2003 (Urk. 5/11) und einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. B._, Facharzt für Jugend- und Kinder
psychiatrie, vom 7. Mai 2003 (Urk. 5/13) ein. Der Unfallversicherer, die Axa Winterthur, damals Winterthur Versicherungen, bediente die IV-Stelle mit Unfallakten (Urk. 5/16, 5/17, 5/18/1-68). Die IV-Stelle liess am 29. August 2003 einen Haushaltsab
klä
rungsbericht erstellen (Urk. 5/22). Es wurde ihr die invaliditätsbedingte Ent
lassung der Versicherten aus dem Dienst per 31. Oktober 2003 (Urk. 5/21/2) mitgeteilt. Unter Zugrundelegung der Qualifi
kation als teilerwerbstätige und im Haushalt tätige Person (Urk. 5/23) sprach ihr IV-Stelle mit Verfü
gung
en
vom 12. März 2004 (Urk. 5/32/1-4, 5-8) bei einem Invaliditätsgrad von 63 %
eine befristete halbe Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Mai 2003 bis 31. August 2003, sowie eine unbefristete ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 73 % ab 1. September 2003 zu.
Im August 2004 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsver
fahren ein (Urk. 5/35), anlässlich dessen sie einen Bericht des Hausarztes Dr. A._ vom 14. Mai 2004 (Urk. 5/38) einholte. Am 21. September 2004 (Urk. 5/40) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass der bisherige Ren
ten
anspruch unverändert fortbe
stehe.
Im September 2007 (Urk. 5/47) eröffnete die IV-Stelle ein weiteres amtliches Revisionsverfahren, zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto vom 18. September 2007 (Urk. 5/48) bei und holte wiederum einen Bericht von Dr. A._ ein, der am 8. November 2007 (Urk. 5/51) erstattet wurde. In der Folge teilte die IV-Stelle der Versicherten am 21. Dezember 2007 (Urk. 5/53) wiederum mit, dass ihr Rentenanspruch unverändert fortbestehe.
1.2
Der Unfallversicherer liess beim C._
ein polydisziplinäres Gutachten erstellen (Gutachten vom 31. Dezem
ber 2007, Urk. 5/57). Nachdem ihr dieses zugestellt worden war, leitete die IV-Stelle im Dezember 2010 (Urk. 5/62) ein neuerliches Revi
sionsverfahren ein. Sie zog wiederum einen aktuellen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto der Versicherten bei (Urk. 5/65) und holte weitere ärztliche Berichte von
Dr.
A._
ein, die am 3. März 2011 (Urk. 5/69) sowie am 29. November 2012
(Urk. 5/84) erstattet wurden. Auf ihr Gesuch vom 18. Dezember 2010 (Urk. 5/63
) hin teilte die IV-Stelle der Versicherten am 30. März 2011 (Urk. 5/71) mit, dass sie Anspruch auf Arbeitsvermittlung habe und ihr deshalb während der Dauer eines Jahres Beratung und Unter
stützung bei der Stellensuche durch die D._ gewährt werde. Es gelang der Ver
sicherten, eine Teilzeitstelle in einem Kinderhort zu be
kommen (Urk. 58/85, 5/74, 5/75). Die medizinischen Sachverständigen der E._ erstatteten im Auftrag der IV-Stelle ein die Fach
richtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Rheu
matologie sowie Neurologie umfassendes Gutachten (nachfolgend: Gutachten
vom 29. April 2014, Urk. 5/97). Schliesslich fand am 18. Juni 2014 (Urk. 5/99
) eine Haushaltsabklärung statt. Mit Vorbescheid vom 28. November 2014 (Urk. 5/101) stellte die IV-Stelle der Versicherten die wiedererwägungsweise Aufhebung der bisherigen Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht. Nachdem die Versi
cherte am 14. Janu
ar 2015 (Urk. 5/105) Einwände erhoben hatte, entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Juni 2015 (Urk. 5/109 = Urk. 2) wie an
gekündigt.
2.
Mit Beschwerde vom 13. Juli 2015 (Urk. 1) beantragte die Beschwerde
führerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die weitere Aus
rich
tung einer ganzen Rente. Eventualiter beantragte sie die Vornahme ergän
zen
der medizinischer Abklärungen, namentlich eines zusätzlichen psy
chia
trischen Gutachtens, und die Zusprache entsprechen
der Leistungen. Mit Be
schwerdeantwort vom 24. August 2015 (Urk. 4) bean
tragte die Be
schwer
de
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Be
schwerde
füh
rerin mit Verfügung vom 25. August 2015 (Urk. 6) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgem
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankhei
t oder Unfall sein (Art. 4 Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob eine seelische Ab
wegigkeit mit Krankheitswert besteht, welche die versicherte Person auch bei Aufbie
tung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG; BGE 139 V 547 E. 5; 131
V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/
2015
vom 15. Dezem
ber
2015 E.
5 und 9C_125/2015 vom 18. November
2015 E.
5.4
.).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2014 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähig
keit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitge
hend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesge
richtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.2
1.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
mes
sen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
t
ätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
de
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die ver
si
cher
te Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beur
teilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, fami
liä
ren, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemisch
ten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Ein
kom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorge
nom
men wird
, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.3
B
ei
einem Invaliditäts
grad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein An
spruch auf eine Viertels
rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent An
spruch auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindes
tens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
1.4.1
Die Verwaltung kann eine rechtskräftig zugesprochene Rente wiederer
wä
gungs
weise nur herabsetzen oder aufheben, wenn sich eine formell rechts
kräftige Renten
verfügung, die nicht Gegenstand einer materiellen richter
lichen Beurteilung gewesen ist, als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berich
tigung von er
heblicher
Bedeutung ist (vgl. Art. 53 Abs. 2 ATSG). Nach höchst
richterlicher Rechtsprechung ist die zweifellose Un
richtigkeit als Vor
aus
setzung für eine Wiedererwägung nur unter restriktiven Bedin
gungen zu
bejahen, da die Wie
dererwägung andernfalls zum Instrument für eine jeder
zeitige voraus
set
zungslose Neubeurteilung von rechts
kräftig zuge
sprochenen
Dauer
leistungen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/03 vom 30. Dezem
ber 2003
E. 2.2.1). Nicht jede Unrichtigkeit, sondern nur eine qua
lifizierte, offen
sichtli
che Un
richtigkeit berechtigt somit zur wiederer
wä
gungs
weisen Herab
setzung oder Auf
hebung einer rechtskräftig zuge
spro
che
nen Dauer
leistung.
1.4.2
Ein Grund für eine Wiedererwägung einer Verfügung besteht in der Regel,
wenn eine Leistungszusprechung unvertretbar war, weil sie aufgrund falscher Rechts
regeln erfolgte oder weil massgebliche Bestimmungen nicht oder un
richtig angewandt wur
den (BGE 138 V 324 E. 3.3
). Qualifiziert unrichtig ist
die Verfü
gung auch, wenn ihr ein unvollständiger Sachverhalt zugrunde liegt
, so wenn eine klare Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dazu führte, dass die Inva
liditätsbemessung nicht auf einer nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruht (vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG; Urteil
des Bundesgerichts 9C_466/2010 vom 23. August 2010 E. 3.2.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts
9C_307/2011 vom 2
3.
November 2011 E.
3.2 mit Hin
weis). Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit beurteilt sich nach der
Rechtslage im Zeitpunkt des Verfügungserlasses, einschliesslich der damali
gen
Rechts
praxis (vgl. BGE 138 V 147 E. 2.1 S. 149
; Urteil des Bun
desgerichts 9C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 10. Juni
2015 (Urk. 2)
damit
, dass bei der Rentenzusprache im Jahr 2004 der Unter
suchungsgrundsatz verletzt worden sei, da weitere Abklärungen not
wendig gewesen wären. Dies führe zur zweifellosen Unrichtigkeit dieser Verfügung, weshalb sie wiedererwägungsweise aufzuheben sei. Das eingeholte MEDAS-Gutachten habe gezeigt, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, deshalb bestehe auch heute kein Renten
anspruch.
2.2
Die Beschwerdeführerin hält dem zusammengefasst in der Beschwerde vom 13. Juli 2015 (Urk. 1) entgegen, dass die Voraussetzungen für eine wiederer
wägungsweise Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung nicht erfüllt seien. Die Leistungszusprache habe nicht auf einer ungenügend abgeklärten medizinischen Aktenlage unter Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes basiert, weshalb sie nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert werden könne. Sollte das Gericht dieser Ansicht nicht folgen und von der wiedererwä
gungs
weisen Aufhebung der Verfügung ausgehen, sei ein Gutachten zur ak
tuellen Situation einzuholen. Das Gutachten vom 29. April 2014 entspreche den Anforderungen gemäss der geänderten bundesgerichtlichen Rechtspre
chung nicht mehr, insbesondere fehle eine Auseinandersetzung mit den Standard
in
di
katoren. Eventualiter werde entsprechend die Einholung eines zusätzlichen
psychiatrischen Gutachtens, gemäss den Anforderungen der ge
änderten Recht
sprechung, beantragt (Urk. 1 S. 4 f.).
3.
3.1
Die
Voraussetzung der erheblichen Bedeutung einer Berichtigung
ist
mit Blick auf den Charakter der zugesprochenen Invalidenrente als periodische
Dauer
leistung rechtsprechungsgemäss ohne Weiteres zu bejahen (vgl. BGE
119 V 475 E.
1c mit Hinweisen; Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_11/2008 vom 29.
April 2008 E. 4.2.1).
Zudem erwuchsen die rentenzusprechenden Verfü
gungen vom 12. März 2004 (in der angefochtenen Verfügung vom 10. Juni 2015 wurde offensichtlich falsch vom 13. Januar 2004 gesprochen) unan
ge
fochten in Rechtskraft und waren damit nicht Gegenstand materieller richter
licher Überprüfung. Damit ist deren wiedererwägungsweise Aufhebung mög
lich, sofern sich diese als zweifellos unrichtig er
weisen.
Auch wenn die IV-
Stelle zwei Verfügungen über den
erwähnten
Zeitraum
erlassen hat, ist und bleibt es ein einheitlich
es
, am 12.
März 2004 geregeltes Rechtsverhältnis,
das in seiner Gesamtheit betrach
tet und auf seine Richtigkeit hin überprüft werden muss (BGE 131 V 164).
3.2
3.2.1
Der Rentenzusprechung in den Verfügungen vom 12. März 2004 lagen ge
mäss Feststellungsblatt vom 9. Januar 2004 Abklärungen gemäss Haushalts
bericht vom 15. Dezember 2003 zu Grunde (Urk. 5/22). Die Versicherte wurde zunächst als zu 45 % erwerbstätig und als zu 55 % im Haushalt tätig qualifiziert. Sie hatte als alleinerziehende Mutter einen Haushalt mit drei Söhnen zu führen, von denen zwei noch minderjährig waren. Bei einer ermit
telten Einschränkung im Haushalt von 33 % und einer 100%igen Ein
schränkung im erwerblichen Bereich ergab sich nach Ablauf der einjährigen Wartezeit ab Mai 2003 ein Gesamtinvaliditätsgrad von 63,15 % und damit nach dem 2003 in Kraft gewesenen Art. 28 IVG Anspruch auf eine halbe Rente. Aufgrund der Angaben der Versicherten, dass sie im Gesundheitsfall ab Herbst 2003 mit Vollendung des 12. Altersjahrs des jüngsten Sohnes auf ein 60%-Pensum erhöht hätte, ermittelte die IV-Stelle ab September 2003 bei einer angenommenen gleichen Erwerbsunfähigkeit von 100 % und auch einer gleichen Einschränkung im Haushalt neu einen Invaliditätsgrad von 73,2 %, was eine ganze Rente ergab (Urk. 5/23/3). In medizinischer Hinsicht stellten die ärztlichen Berichte der Z._ vom 5. März 2003
(Urk. 5/8), von Dr.
A._
, vom 26. März 2003 (Urk. 5/11) sowie von Dr.
B._
vom 7. Mai 2003 (Urk. 5/13) die Grundlage für die rentenzu
spre
chenden Verfü
gungen vom 12. März 2004 (Urk. 5/32/1-3, Urk. 5/32/5-7) dar.
3.2.2
Dem ärztlichen Bericht der Z._ vom 5. März 2003 (Urk. 5/8/1) waren die Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit 15. Mai 2002 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragte am Y._, ein besserungsfähiger Gesundheitszustand sowie Emp
fehlungen für medizinische und eventuell berufliche Massnahmen zu entneh
men (Urk. 5/8/1 f.). Eine neuropsychologische Abklärung der Be
schwerdefüh
rerin habe eine eingeschränkte Belastbarkeit, jedoch keine Ein
schränkungen des Konzentrationsvermögens, des Auffassungsvermögens, oder der Anpas
sungs
fähigkeit, ergeben (Urk. 5/8/4). Weiter wurde auf den bei
gelegten Aus
trittsbericht (Urk. 5/8/5-11) vom 20. Februar 2003 über den sta
tionären Auf
ent
halt der Beschwerdeführerin zwischen dem 9. Januar 2003 und dem 6. Februar 2003 verwiesen. Als Folge des Motorradunfalls vom 25. Juli 2002 wurden dort eine Distorsion der Halswirbelsäule, eine Contusio capi
tis und eine leichte traumatische Hirnverletzung mit konsekutiv persistieren
dem
zervi
kozephalem Symptomenkomplex, temporomandibulärer Dysfunk
tion und
vegetativer Dysbalance diagnostiziert (Urk. 5/8/5). In ihrer an
spruchsvollen Tätigkeit im Sicherheitsdienst des Y._ bleibe die Versicherte weiterhin 100 % arbeitsunfähig, wobei ein beruflicher Wiedereinstieg inner
halb der nächsten drei bis sechs Monate nicht erfolgen sollte. Je nach dem weite
ren Verlauf könne dann ein angepasster beruflicher Wiedereinstieg diskutiert werden (Urk. 5/8/11).
Dr. A._ verwies in seinem kurzen Bericht vom 26. März 2003 vor allem auf diesen Austrittsbericht der Z._ und vermerkte, dass er dem nichts beifügen könne. Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit seit 15. Mai 2002, zunächst aufgrund einer psychischen Krise und ab 25. Juli 2002 wegen des Unfalls (Urk. 5/11).
Der Psychiater Dr. B._ betreute die Versicherte schon vor dem Unfall aufgrund einer Krisensituation und wies in seinem Bericht vom 7. Mai 2003 auf diesen Umstand hin. Die Psychotherapie (auch medikamentös) sei nun
auch stützend wegen der Unfallfolgen. Eine Arbeitsunfähigkeit aus psychi
sc
her Sicht attestierte er nicht, eine solche sei aus somatischen Gründen zu
atte
stieren aufgrund der Schmerz- und Verspannungsproblematik (Urk. 5/13
).
3.3
Auffallend ist zunächst, dass die IV-Stelle im Zeitpunkt der Rentenzu
spre
chung im März 2004, bis zu welchem der Sachverhalt zu ermitteln war und welcher auch für die vorliegende Frage der offensichtlichen Unrichtigkeit entscheidend ist (vgl. BGE 131 V 233), gemäss dem Feststellungsblatt einzig diese drei medizinischen Berichte berücksichtigt hatte, obwohl ihr ein ganzes Dossier vom Unfallversicherer am 29. August 2003 zugestellt worden war (Urk. 5/16, 5/18/1-68). Diese Akten fanden keinen Eingang in die Entscheid
findung, was ein gravierendes Versehen ist, zumal die drei kurzen Berichte und auch der ausführliche Austrittsbericht der Z._ in keiner Weise den Sachverhalt bis zum Frühjahr 2004 abbilden. Dennoch beur
teilt sich die offensichtliche Unrichtigkeit des Entscheids über das dama
lige Rechtsverhältnis nicht nur unter Berücksichtigung dieser Akten, sondern aufgrund der gesamten
damaligen
Aktenlage, mithin auch unter Berück
sich
tigung der von der Axa eingereichten Akten.
3.4
Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass gemäss einem Bericht der F._ vom 1. Juli 2002 die Versicherte am 15. Mai 2002 am Arbeitsplatz einen Zusammenbruch erlitten hatte, nach dem sie zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben wurde und sich in psychiatrische Behandlung begab (Urk. 5/18/38). Der sie behandelnde Psychiater Dr. B._ berichtete
am 20. August 2003 von einem Erschöpfungszustand mit depressiven Zu
stän
den vor dem Unfall nach langjähriger Überforderung mit den Kindern und der sozialen Situation. Er diagnostizierte eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23) (Urk. 5/18/49). Bis vor dem Unfall erreichte die Versicherte keine Arbeitsfähigkeit mehr.
Nach dem Motorradunfall am 25. Juli 2002 wurden im erstbehandelnden G._ eine Commotio cerebri, eine Halswirbelsäu
len
dis
tor
sion und multiple Kontusionen diagnostiziert, bildgebend wurden keine somatischen Befunde erhoben. Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit ab dem Unfall bis zum Austritt aus dem Spital und legten die weitere Beurteilung in die Hände des Hausarztes (Urk. 5/18/12). Der Heil
ver
lauf protrahierte, die Versicherte klagte gemäss der Hausärztin Dr. H._ noch im Herbst 2002 über Schwindel, massiv verspannte Nackenmus
keln und Kribbelparästhesien in den Händen (Urk. 18/17). Während ihres Aufenthaltes in der Z._ vom 9. Januar bis 6. Februar 2003 klagte die Versicherte über Kopfschmerzen mit teilweiser Ausstrahlung nach frontal, manchmal mit Übelkeit, anhaltenden Nackenschmerzen, ein
geschränkter HWS-Beweglichkeit und Schmerzen im Schultergürtelbereich rechtsbetont mit Ausstrahlungen, über Rückenschmerzen und Ohrgeräusche,
Schwindel, Schlafstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeits
störungen
. Die Ärzte attestierten ihr bei Austritt eine weiterhin bestehende Arbeitsun
fähigkeit in ihrer Tätigkeit im Sicherheitsdienst des Y._ und erach
teten auch einen beruflicher Wiedereinstieg innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate als nicht günstig (Urk. 5/18/34). Der Hausarzt Dr. A._ be
rich
tete am 15. Juli 2003 über geklagte, konstante Schmerzen der Ver
si
cher
ten im Kopf, am Schultergürtel und im Nacken, Schlafstörungen, belastungs
abhängige Schmerzen und Konzentrationsstörungen und berichtete von einem
im Februar 2003 erlittenen Hörsturz. Die Situation sei unverändert. Er diag
nos
tizierte ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit zervikocephalen Schmer
zen,
stark verminderter Leistungsfähigkeit und eingeschränkten kognitiven Funktionen, und erachtete keine ausserhäusliche Arbeitsleistung für zumut
bar (Urk. 5/18/44). Dr. B._ äusserte sich am 20. August 2003 gegenüber der AXA. Er berichtete von einer anhaltenden Psychotherapie der Versicher
ten mit medikamentöser Unterstützung. Während er im Herbst 2002 berich
tet habe, dass der Unfall keine erschwerende Situation darstelle, treffe dies nicht mehr zu. Die psychischen Auswirkungen des Unfalls nähmen laufend zu, was angesichts der Schmerzzustände, der Arbeitsunfähigkeit und der Unge
wissheit bezüglich der Lebensperspektive verständlich sei. Es habe sich eine gewisse Beruhigung eingestellt, jedoch sei diese noch nicht stabil. Er diagnostizierte eine schwere neurotische Störung (ICD-10 F48.9) in Form von depressiven Verstimmungen, Gefühlsabwehr und sozialen Schwierigkeiten.
Hin
sichtlich der Bedeutung der psychischen Funktionen für die Arbeitsfähig
keit
verwies er auf seinen Bericht vom 7. Mai 2003, der immer noch aktuell sei (Urk. 5/18/50). Am 27. August 2003 wurde die Versicherte von Dr. med. I._, Fachärztin für Innere Medizin, aufgrund einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit als Sicherheitsbeauftragte für berufsinvalid erklärt (Urk. 5/21/2
).
3.5
Aus der dargestellten Aktenlage erhellt, dass der ursprüngliche Entscheid der Beschwerdegegnerin, der Versicherten ein Jahr nach Beginn der Arbeitsun
fähigkeit aufgrund ihrer psychischen Krise im Mai 2002 und 10 Monate nach dem Motorradunfall mit HWS-Distorsion, Commotio cerebri und verschie
denen Kontusionen, gestützt auf die damals einhellige auch fachärztliche Einschätzung einer gänzlichen Arbeitsunfähigkeit nicht als offensichtlich un
richtig bezeichnet werden kann. Der Unfall war noch nicht ein Jahr ver
gangen und vor allem die Ärzte der Z._, die die Ver
si
cherte längere Zeit therapierten und besser beurteilen konnten, erachteten die gesundheitliche Stabilität für einen beruflichen Wiedereinstieg während der nächsten drei bis sechs Monate ab 20. Februar 2003 für noch nicht gegeben. Unter der Rechtslage und der damaligen Praxis – vor allem auch unter Berücksichtigung der Rechtsprechung, wonach eine versicherte Person, wenn sie nach einem Jahr noch nicht eingliederungsfähig ist, Anspruch auf eine Invalidenrente hat (BGE 121 V 190) - war es üblich, dass eine Renten
zu
sprache ein Jahr nach einer Halswirbelsäulenverletzung erfolgte, wenn der Un
fallversicherer den Fall noch nicht abgeschlossen hatte und noch soma
tische Unfallfolgen wie vorliegend die zervikocephalen Beschwerden mittels physiotherapeutischer Behandlungen therapiert wurden, zumal das ange
stammte Arbeitsverhältnis noch bestand. Dass die IV-Stelle somit bei einer gänzlichen Erwerbsunfähigkeit im ausserhäuslichen Bereich (45 %) und bei einer unbestritten gebliebenen Einschränkung im häuslichen Bereich (55 %) von 33 % einen Gesamtinvaliditätsgrad von 63,15 % errechnet hatte, ist somit nachvollziehbar.
3.6
Etwas anderes gilt für den Zeitpunkt der Rentenerhöhung ab September 2003, die im Sinne einer Revision aufgrund veränderter persönlicher Um
stände bei der Qualifikation als Teilerwerbstätige in der Verfügung vom 12.
Mär
z 2004 vorgenommen wurde. Auch wenn wegen der unbestritten ge
blie
benen Darstellung der Versicherten, im Gesundheitsfall ab September 2003 das Arbeitspensum auf 60 % zu erhöhen, weil der Sohn 12 Jahre alt sei, ein Revisionsgrund gegeben war, war es gleichzeitig wegen der umfassenden Überprüfungspflicht einer Rente im Revisionsfall unabdingbar, die medizi
nische Sachlage zu überprüfen. Denn in jenem Zeitpunkt war die von den Fachärzten zuvor propagierte Frist von sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit und ihr empfohlenes Zuwarten mit der beruflichen Eingliederung vorbei. Gleichzeitig wurde die Versicherte im Herbst 2003 für berufsinvalid erklärt, was jedoch nichts darüber aussagte, ob die Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in einer angepassten Tätigkeit hätte arbeiten können (Art. 16 ATSG), was für die Rentenfrage entscheidend ist. Die behandelnden Ärzte B._ und A._ vermochten auf jeden Fall diese Frage mit den erwähn
ten Berichten nicht zu beantworten. Mithin wäre es unabdingbar gewesen, die gesundheitliche Situation ab Herbst 2003 medizinisch umfassend (soma
tisch und psychiatrisch) untersuchen zu lassen. Indem die Beschwerde
gegnerin
die notwendigen fachärztlichen Abklärungen
unterlassen hat und stattdessen auf die behandelnden Ärzte abstellte, hat sie den Untersuchungs
grundsatz erheblich verletzt, was die offensichtliche Unrichtigkeit der Ver
fügungen vom 12. März 2004 zur Folge hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_680/2014 vom 16. März 2015 E. 3.1).
4.
4.1
Es stellt sich die Frage, ob im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung im Juni 2015 eine Rentenberechtigung vorlag, so dass die Aufhebung der Inva
lidenrente trotz früherer offensichtlicher Unrichtigkeit nicht statthaft ist. Wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist der Invaliditäts
grad im Zeitpunkt der Verfügung auf der Grundlage eines richtig und voll
ständig festgestellten Sachverhalts frei zu überprüfen ist (Urteile des Bundes
gerichts 9C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 5, 9C_208/2016 vom 17. Juni 2016 E 2.2).
4.2
In medizinischer Hinsicht holte die Beschwerdegegnerin im Rahmen des mit
der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen Revisionsverfahrens zwei ärzt
liche Berichte von Dr. A._ (Urk. 5/69 und 5/84) ein, nahm ein vom Un
fall
versicherer in Auftrag gegebenes polydisziplinäres Gutachten (Urk. 5/56 f.)
zu den Akten und liess die Beschwerdeführerin durch das E._ polydisziplinär begutachten (Urk. 5/97).
4.3
4.3.1
Die Fachärzte des C._ erstat
te
ten dem Unfallversicherer der Beschwerdeführerin am 31. Dezember 2007 ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 5/57), dies unter Einbezug der Ergeb
nisse einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (Urk. 5/56).
4.3.2
Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter, Dr. med. J._, Facharzt für Rheumatologie, sowie Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, klagte die
Beschwerdeführerin über diverse Beschwerden, wobei die Kopfschmerzen, das
Hauptproblem seien. Zudem leide sie unter Schmerzen im mittleren/oberen
Be
reich der Halswirbelsäule, vor allem paravertebral. Ihre körperliche und ps
y
chische Belastbarkeit sei vermindert und sie spüre immer wieder ein Krib
beln im rechten Arm und in den Fingern der rechten Hand. Seit dem Unfall leide sie zudem unter Ein- und Durchschlafstörungen, wobei diese nicht durch starke Schmerzen verursacht würden (Urk. 5/57/13).
Der Gutachter zeigte auf, dass ein Teil der anamnestisch beschriebenen
Beschwerden durch Druck auf diverse Triggerpunkte habe reproduziert werden
können. Die Beschwer
den seien am ehesten auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurückzu
führen: eine ausgeprägte muskuläre Dysbalance mit deut
licher muskulärer Dekonditionierung bei Wirbelsäulenfehlform und –fehlhal
tung sowie eine Tendenz zur Hyperlaxität. Eine wesentliche Funk
tions
stö
rung der Halswir
belsäule habe nicht nachgewiesen werden können. Es bestehe
damit ein chronifiziertes Schmerzsyndrom, das sich nach dem Unfall vom 25. Juli 2002 bei anamnestisch bereits vorbestehenden leichten Kopf
schmer
zen und psy
chischen Problemen entwickelt habe (Urk. 5/57/27 f.). Er diag
nos
tizierte ein chronisches zervikozephales und zervikobrachiales Schmerz
syndrom bei aus
geprägter muskulärer Dysbalance mit/bei deutlichen myo
faszialen Befunden im Schulter-Nackengürtel rechtsbetont, muskulärer Insuffizienz und Dekon
ditionierung, Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung, und Tendenz zur Hy
perlaxität (Urk. 5/57/34).
4.3.3
Gegenüber Dr. med. K._, Fachärztin für orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, klagte die Beschwerdefüh
rerin darüber, abgesehen von den im Vordergrund stehenden Kopfschmerzen, an einer Verspannung im Kiefergelenksbereich, Nackenverspannungen, Schwankschwindel, einem Tinnitus im linken Ohr seit Februar 2003, Paräs
thesien und Dysästhesien der rechten Hand und teilweise des rechten Armes, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, sowie Ein- und Durchschlafstö
rungen zu leiden (Urk. 5/57/13 f.). Anlässlich der klinischen Untersuchung der Beschwerdeführerin stellte Dr. K._ eine überstreckte, sehr hypermobile Brustwirbelsäule und eine eingeschränkte Beweglichkeit, ins
besondere der Rotation, der Halswirbelsäule fest. Dadurch entstehe eine aus
gesprochene Dysbalance in der biomechanischen Funktion der Wirbelsäule, welche zu muskulären Verspannungen führe, die von der Brustwirbelsäule ausgehend in den Nacken ausstrahle oder umgekehrt. Der weitere orthopä
dische Status sei unauffällig und die Dys- und Parästhesien im Bereich der rechten oberen Extremität orthopädisch nicht eindeutig zuzuordnen. Neben den messbaren Bewegungseinschränkungen bestehe auch der Verdacht einer psychischen Überlagerung der Schmerzen (Urk. 5/57/28 f.). Sie diagnosti
zierte somit einen Verdacht auf ein zervikozephales Schmerzsyndrom, einen residuellen Schwankschwindel, eine unklare, sensible Dysästhe
sie der rechten oberen Extremität, eine temporomandibuläre Dysfunktion, Schlafstörungen sowie einen linksseitigen Tinnitus (Urk. 5/57/34).
4.3.4
Gegenüber dem neurologischen Gutachter, Dr. med. L._, Praktischer Arzt, berichtete sie davon, dass ihre Kopfschmerzen mit dem Aufstehen be
gännen. Diese seien unterschiedlich stark und träten in zwei Formen auf. Manchmal würde nur jeweils eine dieser Formen auftreten, manchmal seien es auch beide gleichzeitig. Bei starken Kopfschmerzen habe sie Mühe, ein- und durchzuschlafen. Manchmal trete auch ein Schwindel auf. Auch ohne
Kopf
schmerzen würden Nackenschmerzen auftreten. Sowohl in Ruhe, als au
ch bei einfachen Aktivitäten zuhause, spüre sie ein rechtsbetontes Kribbeln in bei
den Händen (Urk. 5/57/14 f.). Dr. L._ erachtete es als wahr
schein
lich, dass für die Entstehung von Schwindel bei der Beschwerde
füh
rerin mehrere Mechanismen aktiv seien, insbesondere zer
vikogene Reize und eine vegetative Labilität. Die Sensibilitätstestung habe eine leicht gestörte Reiz
wahrnehmung im Innervationsgebiet des Nervus ul
naris rechts ohne moto
rische oder autonome Defizite ergeben (Urk. 5/57/30). Er diagnostizierte chro
nische Nacken- und Kopfschmerzen in der Form eines zephalen Zervi
kalsyndroms (ICD-10: M53.0) mit rechtsbetonten pseudoradi
kulären Aus
strah
lungen in beide Arme, einen Tinnitus und Tieftonschwerhö
rigkeit im linken Ohr, sowie eine diskrete Hypästhesie im Innervationsgebiet des Nervus ulnaris rechts (Urk. 5/57/34).
4.3.5
Im Untersuchungsgespräch mit dem psychiatrischen Gutachter, Dr. med. Dipl.-Psych. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, klagte die
Beschwerdeführerin über Kopfschmerzen fluktuierender Intensität. Bei starken
Schmerzen seien diese mit Ein- und Durchschlafstörungen verbunden. Die Beschwerden nach dem Unfall hätten sich langsam gebessert (Urk. 5/57/15).
Der Fachgutachter diagnostizierte eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-1
0: F54.0) bei chro
nischem zervikozephalem und zervikobrachialem Schmerz
syn
drom, so
wie eine zum Untersuchungszeitpunkt vollständig remittierte
rezi
divierende depressive Störung (Urk. 5/57/34). Unter Ausblendung ungüns
ti
ger psycho
sozialer Faktoren beurteilte er die Beschwerdeführerin aus psy
chiatrischer Sicht sowohl in der angestammten Tätigkeit bei der Y._, als auch in vergleichbaren Verweistätigkeiten, als uneingeschränkt arbeitsfähig (Urk. 5/57/32).
4.3.6
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit vom 4. und 5. April 2007 (Urk. 5/56) hielten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Sicherheits
beauftragte bei der Y._ einzig dadurch körperlich leicht einge
schränkt sei, dass ihr ein andauerndes Tragen oder Heben von Lasten über 15 Kilogramm nicht möglich sei. Auch für vergleichbare Tätigkeiten bestehe mit der gleichen Einschränkung eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/57/36). Zur Verbesserung des somatischen Gesundheitszustandes empfahlen sie eine ak
tive Therapie, deren Schwerpunkt auf die Mobilisation der Brustwirbelsäule gerichtet sein sollte, das Erlernen von Entspannungsübungen für den Schul
ter-Nacken-Bereich sowie eine angepasste Kraft- und Ausdauertherapie der Nacken-, Rumpf und Rückenmuskulatur in Verbindung mit einer ausreichen
den analgetischen Basistherapie (Urk. 5/57/37).
4.4
Dr. A._ teilte der Beschwerdegegnerin am 3. März 2011 (Urk. 5/69/5) mit, dass die Beschwerdeführerin in gleichem Ausmass wie bisher (vollumfäng
lich, vgl. Urk. 5/51/3) arbeits- beziehungsweise erwerbsunfähig sei. Ein Arbeit
s
versuch mit stundenweiser Tätigkeit im Bereich der Maniküre habe
sis
tiert werden müssen. Haushaltsarbeiten wie Staubsaugen, Fenster
reini
gung
,
Tätigkeiten über Kopf, Tragen von Einkaufstaschen, Heben schwerer Pfan
nen
, Wäsche aufhängen oder in den Tumbler umfüllen, müssten praktisch voll
ständig von anderen Familienmitgliedern übernommen werden. Bei die
ser Konstellation sei er nicht in der Lage, ein zumutbares Arbeitsprofil zu skiz
zieren.
Am 29. November 2012 (Urk. 5/84/1) informierte Dr. A._ die Beschwer
de
gegnerin darüber, dass keine gesundheitlichen Besserungen ein
getreten seien.
Dessen ungeachtet führte er aus, dass die Erwerbs- oder Ar
beits
fähig
keit weiterhin im bisherigen Rahmen von 20 % liege.
Dies ent
sprach dem Pensum, in welchem die Beschwerdeführerin als Resultat der durch die
Inva
lidenversicherung finanzierten Arbeitsvermittlung ab August 2011 erwerbs
tätig war (vgl. Urk. 5/74/2). Auch im Haushaltbereich bestehe unver
ändert eine
reduzierte Leistungsfähigkeit und die Beschwerdeführerin benö
tige Hilfe bei den meisten Tätigkeiten.
4.5
4.5.1
Gestützt auf die am 26. März 2014 durchgeführten persönlichen Unter
such
un
gen und die zur Verfügung gestellten medizinischen Vorakten, erstatteten die Sachverständigen der E._, der Beschwerdegegnerin am 29. April 2014 (Urk. 5/97) ihr polydiszip
linäres Gut
achten.
4.5.2
Gegenüber dem allgemeininternistischen Gutachter, Prof. Dr. med.
N._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, klagte die Beschwerdeführe
rin über persistierende Kopf
schmerzen, die selten von Übelkeit begleitet seien. Zudem habe sie das Gefühl, dass sie sich aufgrund der Kopfschmer
zen im Nacken-Schulter-Bereich verkrampfe. Sie leide zudem unter Ein- und Durchschlaf
störungen, wobei sie dank der Einnahme von Sanalepsi-Tropfen abends ordentlich einschlafe (Urk. 5/97/8). Auf seinem Fachgebiet stellte der Arzt keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/97/10).
4.5.3
Anlässlich des psychiatrischen Untersuchungsgesprächs berichtete die Ver
sicherte Dr. med. O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, darüber, dass sie unter Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Nackenschmerzen leide. In der Nacht könne sie wenig schlafen, die Gedanken würden einfach
nicht ab
stellen (Urk. 6/97/10). Dr.
O._
stellte einerseits die Diagnose ein
er leichten depressiven Episode, charakterisiert durch depressive Verstimm
ung
en, erhöhte Ermüdbarkeit, leichte Konzentrationsstörungen und Schlaf
stö
rungen. Andererseits diagnos
tizierte er eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), wobei die im Kopf- und Nackenbereich lokali
sierten Schmerzen
deutlich ausgeprägt seien und sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektivieren liessen.
Die Differenzialdiagnose zu einer anhaltenden somatoformen Schmerz
stö
rung
sei schwierig. Die Schmerzen seien ursprünglich somatisch durch ein Un
fall
ereignis ausgelöst worden und nicht hauptsächlich durch psychosoziale und emotionale Belastungsfaktoren. Des
halb sei von einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychi
schen Faktoren auszugehen
. Die Prog
nose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausge
prägten Krank
heits- und Behinderungsüber
zeugung ungünstig. Aus psychia
trischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/97/13).
4.5.4
Auch anlässlich der Untersuchung durch den rheumatologischen Gutachter, Dr. med. P._, Facharzt für Rheumatologie, klagte die Versicherte über
Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen. Im Vorder
grund
stünden Kopfschmerzen, welche häufig bereits am Morgen beim Auf
stehen vorhanden seien, sich an ruhigen Tagen im Tagesablauf stabilisierten, an stressigen Ta
gen jedoch stark zunähmen und zu einer Erschöpfung führ
ten. Auch leide sie an ständigen Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schulter, rechts mehr als links und einem Einschlafgefühl an den Unterarmen und in beiden Händen. Ab und zu erleide sie, wohl wegen einer Fehlhaltung im Oberkörper, ein Zwicken im dorsalen Beckenbereich (Urk. 5/97/15 f.).
Dr. P._ berichtete von schmerzhaften, mässigen Einschränkungen der Beweglichkeit der Halswirbelsäule mit Betonung der Extension, multiplen Irritationszonen an der Halswirbelsäule beidseits, mässigen Myogelosen der supraskapulären Muskulatur beidseits mit multiplen Druckdolenzen, einer Streckhaltung der Halswirbelsäule sowie einem Flachrücken. Die Bewe
gungs
umfänge der Halswirbelsäule seien bei den direkten klinischen Prüfun
gen nicht relevant abweichend vom Umfang bei Spontanbewegungen. Im Bereich der rechten Schulter bestünden Einschränkungen der aktiven Beweg
lich
keiten aufgrund muskulärer Schmerzen im dorsalen Schultergürtelbe
reich, die passiven Beweglichkeiten seien frei. Aktuelle Röntgenaufnah
men zeigten eine deutliche Streckhaltung der Halswirbelsäule, eine beginnende degene
ra
tive Diskopathie C5/6 mit etwas verschmälertem Intervertebralraum (Urk. 5/97/19).
Der Rheumatologe diagnostizierte ein chronisches zervikos
pon
dy
logenes und zervikozephales Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0, M53.1
und S13.4) mit/bei myofaszialem Nacken-Schultergürtel-Syndrom rechts mehr
als links mit sekundärer Periarthropathie der rechten Schulter sowie kons
ti
tutio
nellen muskulären Insuffizienzen und Tendenz zu vermehrter Bandlaxi
zi
tät als beschwerdeunterhaltende Faktoren (Urk. 5/97/17 f.).
4.5.5
Dr. med. Q._, Facharzt für Neurologie, berichtete über während der persönlichen Untersuchung geklagte Nacken- und Kopfschmerzen, sowie Miss- und Minderempfindungen mit eher geringer Wirkung in den Armen, sowie eine emotionale Instabilität. Der neurologische Status sei regelrecht ausgefallen (Urk. 5/97/22). Aus neurologischer Sicht bestehe, abgesehen von einer Ein
schränkung von Überkopfarbeiten wegen des HWS-Syndroms, volle Ar
beitsfähigkeit
(Urk. 5/97/23).
4.5.6
Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit einzig die rheumatologische Symptomatik relevant
sei, da aus neurologischer, allgemein-internistischer und psychiatrischer Sich
t keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt würden. Aus rheumatolo
gischer Sicht könnten die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den bis zu einem gewissen Grad nachvollzogen werden; es bestehe aber eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden. Objektivierbar sei ein myofas
ciales Nacken-Schultergürtel-Syndrom rechtsbetont im Rahmen eines chro
nischen zervi
kospondylogenen und zervikozephalen Schmerzsyndroms (Urk. 5/97/24). Beschwerdeunterhaltende Zusatzfaktoren seien unter anderem die konstituti
onelle Tendenz zu leichter Hyperlaxität und eine muskuläre Insuffizienz. Damit liege eine verminderte Belastbarkeit des oberen Achsen
skelettes vor, welche sämtliche körperlich schweren Tätigkeiten als unzu
mutbar erscheinen lasse. In körperlich mittelschweren Tätigkeiten bestehe eine deutliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. In einer adaptierten Tätig
keit mit nur leichter Belastung der Nacken-Schulterregion, sowie Möglichkeit zu Wech
selpositionen, ohne monoton repetitive Haltung oder Bewegungen und ohne Überkopftätigkeiten bestehe eine ganztags verwertbare Arbeits
fähigkeit mit einer Leistungseinschränkung von 10 % aufgrund eines ver
mehr
ten Pausen
bedarfs. Es werde davon ausgegangen, dass die aktuell atte
stierten Angaben zur Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen unverändert seit dem polydisziplinären Begutachtung im Jahr 2007 bestünden. Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit über dieses Datum hinaus sei aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin und der zur Verfügung
stehenden Doku
mentation nicht möglich. Aus rheumatologischer Sicht hätten
die Befunde leicht zugenommen, weshalb in leidensangepasster Tätigkeit
nicht mehr von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde
, sondern eine Einschränkung von 10 % angenommen werde. Im Aufgaben
be
reich Haushalt gingen sie von einer 20%igen Einschränkung aus (Urk. 5/97/25).
Die Gutachter emp
fahlen eine Steigerung der allgemeinen Fitness durch regelmässiges Training, eine medizinische Trainingstherapie zur Kräftigung der Nacken-Schultergür
tel-Muskulatur sowie der Rumpf- und Extremitätenmuskulatur, wobei sich der Einsatz eines Antidepressivums zur Modulation der Schmerzschwelle als hilfreich erweisen könnte. Auch kom
ple
mentäre medizinische Massnahmen könnten zur Beschwerdelinderung bei
tragen. Aus psychiatrischer Sicht emp
fehle sich eine Fortsetzung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreu
ung. Durch diese Massnahmen sei eine Erhaltung der aktuell attestierten Ar
beitsfähigkeit, nicht jedoch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit oder eine Ausweitung des zumutbaren Tätig
keitsprofils zu erwarten (Urk. 5/97/26).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom 29. April 2014 (Urk. 5/97) vermag zu überzeugen. Die fachärztlichen Sachverständigen führten in ihren jeweiligen Fachdisziplinen umfassende Untersuchungen durch, welche sie durch eine
Laboruntersuchung des Blutes (Urk. 5/97/10) und aktuelle Röntgenaufnah
men
der Halswirbelsäule (Urk. 5/97/17) ergänzten. Neben den Ergebnissen ihrer Untersuchungen setzten sie sich ebenso mit den geklagten Beschwer
den, wie auch mit den medizinischen Vorakten auseinander. Wichen ihre Befunde oder Diagnosen von denen in den Vorakten ab, begründeten sie dies in nachvollziehbarer Weise. Auch setzten sie sich mit der Entwicklung des
Ge
sund
heitszustandes, soweit aufgrund der bestehenden medizinischen Akten möglich,
auseinander
(BGE 140 V 193 E. 3.2)
. Ihre Diagnosen stellten sie fach
gerecht, lege artis gestützt auf die Vorgaben der von der Weltge
sund
heits
organisation (WHO) herausgegebenen Internationalen statistischen Klassi
f
ika
tion der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) (BGE
130 V 396 E. 6, 136 V 279 E. 3.2.1; Urteil des Bun
desgerichts 9C_636/2013 vom 25.
Februar 2014 E. 4.2.1 mit Hin
weisen)
. Unter Erörterung der erho
be
nen Befunde gelangten sie im Konsens nachvollziehbar begründet zum Er
geb
nis, dass eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig der vom rheu
matologischen Gutachter auf der Grundlage der durchgeführten Unter
such
ungen und in Berücksichtigung der medizinischen Vorakten gestellten Diag
nose eines chronischen zervikospondylogenen und zervikozephalen Schmerz
s
yndroms (ICD-10: M53.0, M53.1 und S13.4) mit rechtsbetontem myofas
zia
lem Nacken-Schultergürtel-Syndrom mit sekundärer Periarthropa
thie der rech
ten Schulter, beizumessen sei (Urk. 5/97/24). Sie übernahmen auch mit der Leistungseinschränkung von 10 % die rheumatologisch begrün
dete Leis
tungseinschränkung.
Auch die Vorgutachter hatten in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit einzig ein
chronisches zervikozephales- und zervikobrachiales Schmerzsyndrom als rele
vant erachtet (Urk. 5/57/26, 5/57/36). Die beiden rheumatologischen Gut
ach
ter Dr. J._ (Urk. 5/57/28) und Dr. P._ (Urk. 5/97/19) stellten über
ein
stimmend fest, dass sich bezüglich dieser Beschwerden keine Hin
weise für relevante direkte Traumafolgen ergeben hätten. Sie erachteten beide eine Kombination aus deutlicher muskulärer Dysbalance mit deutlicher musku
lärer Dekonditionierung bei Wirbelsäulenfehlform, Fehlhaltung und Tendenz zur Hyperlaxität als wahrscheinlichste Ursache für die Schmerzen. Gleich
zeitig zeigten beide Rheumatologen auf, dass diese Befunde trainierbar und daher grundsätzlich verbesserbar wären, wenn sich die Versicherte zu einem aufbauenden Training aufraffen würde, wozu sie sich jedoch nicht moti
vie
ren konnte. Es resultierte aus somatischer Sicht also keine grosse gesund
heitliche Beeinträchtigung. Die leichte Abweichung bei der Atte
stie
rung der Arbeits
fähigkeit durch die Gutachter des E._ wurde mit einer leichten Zu
nahme der rheumatologischen Befunde begründet. Aufgrund dessen, dass ein
e Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit durch eine Sympto
matik im Nacken-Schul
ter-Bereich festgestellt wurde und die Beschwerde
führerin über eine schwach entwickelte Muskulatur verfügt (Urk. 5/97/17), ist es nachvoll
zieh
bar, dass die Beschwerdeführerin sieben Jahre nach der Vor
begutachtung aufgrund der leicht verschlechterten Befunde einen erhöhten Pausenbedarf aufweist und ihr nur noch eine leichte Tätigkeit zugemutet wurde.
Der psychiatrische Gutachter, Dr. O._, stellte bei der Beschwerdeführerin anlässlich des Untersuchungsgesprächs vom 26. März 2014 depressive Ver
stimmungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, leichte Konzentrations- und Schlaf
störungen fest, weshalb er, nachdem eine Vorerkrankung aus dem de
pres
si
ve
n Formenkreis aktenkundig ist, eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegen
wärtig leichte Episode, diagnostizierte.
Diese Diagnose leuchtet ein, denn weitere Einschränkungen beschrieb er nicht, er erwähnte im Gegenteil den
guten affektiven Kontakt zur Versicherten, die ungestörte Vigilanz, die un
auf
fällige Psychomotorik während der Untersuchung. Sie
überzeugt auch
, wenn man berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin zwar seit einem 2012 auf
grund von damaligen Trennungssituationen vorgenommenem Suizid
ver
such in psychotherapeutischer Behandlung war, dies aber nur einmal im Monat und ohne Notwendigkeit einer medikamentösen Unterstützung. Von einer depressiven Episode höheren Schweregrades ist somit nicht auszugehen und damit
auch von keiner Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieser leichte
n de
pressiven Episode
.
Daneben stellte Dr. O._ die Diagnose einer chroni
schen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41), da im Kopf- und Nackenbereich deutlich ausgeprägte Schmerzen vor
handen seien, die sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend ob
jek
ti
vie
ren liessen. Die Differenzialdiagnose zu einer anhal
tenden somato
for
men Schmerzstörung sei schwierig. Da die Schmerzen ur
sprünglich durch ein Unfallereignis und nicht hauptsächlich durch psychoso
ziale und emo
tio
nale Belastungsfaktoren ausgelöst worden seien, sei der Di
agnose einer chro
ni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren der Vor
zug zu geben (Urk. 5/97/14 f.).
Auch dieser Einschätzung des psychiatrischen Facharztes ist zuzustimmen. Entscheidend für die Frage der invalidisierenden Folgen einer Krankheit ist sowieso nicht so sehr deren Diagnose
,
sondern sind die Folgen daraus für die Alltagsbewältigung und die Einschränkungen im beruflichen Alltag. Die Diagnose wurde seitens der Beschwerdeführerin auch nicht angezweifelt, viel
mehr rügte sie den Schluss des Gutachters, dass keine Arbeitsunfähigkeit resultiere. Im Besonderen monierte sie, dass das Gutachten nicht den Anfor
derungen gemäss BGE 141 V 281 entspreche, weshalb ein neues Gutachten anzuordnen sei (Urk. 1 S. 5).
5.2
Nach der überarbeiteten Rechtsprechung ist bei der Invaliditätsbemessung auf
grund psychosomatischer Störungen stärker als bisher der Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich in den diagnos
tischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeits
unfähigkeit wird an der Überwindbarkeitsvermutung nicht festgehalten. Das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisver
fahren ersetzt (BGE 141 V 281).
Im Unterschied zu einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund
steht und damit ein relevanter Schweregrad diagnoseinhärent ist, wird bei einer
chronischen Schmerzstörung ein über sechs Monate be
stehender Sc
hmerz in mehreren anatomischen Regionen beschrieben. Der Di
agnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41) fehlt damit ein Bezug zum Schweregrad, der jedoch für die Frage der invalidisierenden Bedeutung einer gestellten Diagnose ent
schei
dend ist. Denn der Anspruch auf eine Invalidenrente setzt eine Beein
trächtigung der Gesundheit, einen Gesundheitsscha
den voraus. Mit der Diag
nose eines Gesundheitsschadens ist aber noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, be
urteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung, wobei von der grundsätzlichen Vali
dität auszugehen ist und die materielle Beweislast für Invalidität bei der ver
sicherten Person liegt. Fehlt es bei der gestellten psychiatrischen Diagnose bereits an einem Bezug zum Schweregrad, ist die ärztliche Feststellung anhand der rechtserheblichen Indikatoren (BGE 141 V 281 E. 2.1.2 und E. 6) im Sinne ei
ner Überprüfung
der schmerzbedingten Beeinträchtigung im Alltag zu beur
teilen (zum Ganzen
: BGE 142 V 106 E. 4.2, 4.4 mit Hinweisen).
5.3
Eine Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nach den neuen Indikatoren ist auch auf der Grundlage der vorhandenen medizinischen Unterlagen möglich, so dass, entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 5), keine ergän
zenden Abklärungen erforderlich sind.
In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ sind für den Komplex „Gesund-heitsschädigung“ die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Be
handlungs- und Eingliederungserfolg und die Komorbiditäten zu ermitteln (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1-E. 4.3.1.3). Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass ein Teil des Schmerzbildes bereits durch die beschriebenen körperlichen Befunde in der Na
cken-Schulterregion erklärt werden kann (Urk. 5/97/24). Die Schmerzen wer
den von der Beschwerdeführerin im Bereich von Kopf und Nacken, mit Aus
strahlung in die Schulter, lokalisiert (Urk. 5/97/10, 15, 20). Die Kopfschmer
zen träten in unterschiedlich starker Ausprägung auf, wobei eine migränear
tige Exazerbation nicht angegeben wurde (Urk. 5/97/21). Damit sind die Be
funde der Schmerzstörung nicht sehr ausgeprägt. Ein Ein
gliederungserfolg konnte insofern erzielt werden, als die Beschwerdeführerin wieder in einem Pensum zwischen 20 und 30 % einer Tätigkeit nachgeht. Dass sie nicht eine Erwerbstätigkeit in einem höheren Pensum ausübt, ist zumindest teilweise auf die von Dr. O._ berichtete deutlich ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung (Urk. 5/97/13) zurückzuführen.
Was den Komplex „Sozialer Kontext“ anbelangt (BGE 141 V 281 E. 4.3.3), ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der E._-Begut
achtung nicht nur über gute Beziehungen zu ihren Söhnen, sondern auch Kontakte zu Freundinnen berichtete. Zudem ging sie zwischenzeitlich eine neue Beziehung ein, welche jedoch nach zwei Monaten vom Partner beendet wurde (Urk. 5/97/12).
Bei der Prüfung der Kategorie „Konsistenz" sodann (Vergleich der Aktivi-tätsniveaus der verschiedenen Lebensbereiche und Leidensdruck; BGE 141 V 281 E. 4.4) ist nochmals darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sowohl die körperlich leichten Haushaltsarbeiten selbständig erledigt, als auch im sozialen Leben Aktivitäten zeigt. Auch geht sie gerne in erholsamen Gegenden spazieren und in die Ferien (Urk. 5/95/12). Überdies ist den medi
zinischen Akten nicht zu entnehmen, dass ihr vor dem Krankheitseintritt verfolgte Interessen oder ausgeübte Aktivitäten durch den Krankheitseintritt verunmöglicht worden wären, insbesondere fährt sie weiterhin Auto, so auch von ihrem Wohnort zur Begutachtung nach T._ (Urk. 5/95/12). Bei diesen Gegebenheiten kann nicht von einer Schmerzstörung erheblichen funktio
nellen Schweregrades gesprochen werden. Insbesondere die Tatsache, dass sie seit mehreren Jahren - wenn auch in einem geringen Pensum - wieder einer Erwerbstätigkeit nachgeht, sowie ihre Fähigkeit, mit einer gewissen Unter
stützung durch die Söhne bei körperlich anstrengenderen Arbeiten, den Haus
halt zu führen, spricht dafür, dass sie unter Berücksichtigung eines erhöhten Pausenbedarfs imstande ist, einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
ge
mäss dem gutachtlichen Belastungsprofil nachzugehen. Dies gilt umso me
hr, als die medizinischen Therapieoptionen nur vereinzelt in Anspruch genom
men wurden, dies betrifft insbesondere die bereits im Jahr 2007 emp
fohlene somatische Therapie (Urk. 5/57/36 f.) Wie dem rheumatologi
schen Teilgut
achten entnommen werden kann, sucht die Beschwerdeführerin bei starken Beschwerden bedarfsweise einen Osteopathen auf, eine physiothera
peutische Behandlung oder andere Schmerztherapie erfolge hingegen nicht mehr. Auch eine früher durchgeführte Behandlung nach traditioneller chin
e
sischer Medi
zin erfolge nicht mehr, obwohl diese in der Regel während rund einer Woche zu einer Schmerzlinderung geführt habe (Urk. 5/97/15 f.). Der rheumatologi
sche Gutachter, Dr. P._, führte noch diverse weitere The
ra
pieoptionen auf, die er für indiziert hielt (vgl. Urk. 5/97/20).
Schon die Gutachter des
C._
hatten darauf hingewiesen, wie wichtig aktivere Thera
pieformen zur Stabilisierung, zum Auftrainieren und zur Mobilisierung der Wirbelsäule und der Muskeln wären, dies zusammen mit einem Ausdauer
training und detonisierenden Medikamenten (Urk. 5/57/37). Dies war von der Versicherten jedoch nicht befolgt worden. Auch früher hatte der Neurologe Dr.
R._
versucht, die Versicherte von einer intensiveren Therapie zu über
zeugen, was ihm jedoch nicht gelang (Urk.
5/57/10). Damit ist erstellt, dass die medi
zinische Behandlung nicht mit letzter Konsequenz erfolgt ist, was auf einen lediglich geringen Leidensdruck schliessen lässt.
Die Beurteilung von Dr. O._, dass die chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sich nicht auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin auswirke (Urk. 5/97/13), lässt sich somit auch anhand der neuen Indikatoren der Rechtsprechung stützen. Im Ergebnis ist auch die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes auf der Grundlage des Gutachtens 29. April 2014 (Urk. 5/97) nicht zu beanstan
den, womit die Beschwerdegegnerin zu Recht auf dieses abstellte.
Damit ist in der Gesamtbetrachtung davon auszugehen, dass die Beschwer
de
führe
rin bei Erlass der angefochtenen Verfügung in einer leidensangepassten Tä
tigkeit zu 90 % arbeitsfähig war.
6.
6.1
Die Haushaltsabklärung vom 18. Juni 2014 (Urk. 5/99) ergab, dass die Be
schwerdeführerin in Berücksichtigung der gesamten Umstände, namentlich der Selbständigkeit ihrer drei erwachsenen Söhne
und
der
Tatsache, dass sie alleine lebte
, im hypothetischen Gesundheitsfall mit einem Pensum von 80 % einer Erwerbstätigkeit nachginge
sowie
im Umfang von 20 % im Aufgaben
bereich Haushalt tätig wäre. Da die Beschwerdeführerin angab, dass sie so genügend Zeit für Haushaltsarbeiten haben würde, liegt keine Pensumsre
duktion zugunsten eines Hobbies oder mehr Freizeit vor
(vgl. BGE 142 V 290 E. 5)
. In Berücksichtigung der Rechtsprechung, wonach auch die Führung eines Einpersonenhaushalts eine Tätigkeit im Aufgabenbereich darstellen kann (Urteil des Bundesgericht I 609/05 vom 1. Februar 2006 E. 4.3) und der Haus
haltsanteil grundsätzlich der Differenz zwischen dem Erwerbsanteil und einem 100 %-Pensum entspricht (BGE 141 V 15 E. 4.5), ist diese Qualifika
tion nicht zu beanstanden und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Damit ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im Juni 2015 unter Anwendung der gemischten Methode, und unter Berücksichti
gung einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Tätigkeit im Auf
gabenbereich, zu bestimmen.
6.2
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versi
cherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Da vorliegend keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwerde
führerin im hypothetischen Gesundheitsfall nicht mehr der Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragte am Y._ nachgehen würde, kann dieses Einkommen herangezogen werden. Gemäss Auskunft der Arbeitgeberin (Urk. 5/9/2) hätte sich dieses im Jahr 2003 auf Fr. 31.61 pro Stunde belaufen, und ein Arbeits
pensum von 100 % hätte einer Jahresarbeitszeit von 1‘932 Stun
den entsprochen. Wie unter
Erwägung
6.1 dargelegt, ist davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin im Jahr 2015 in einem Pensum von 80 % erwerbstätig wäre, wobei davon auszugehen ist, dass die Beschwerde
führerin ihr Arbeits
pensum in der Zwischenzeit entsprechend hätte steigern können (vgl. Urk. 5/18/4). Das Valideneinkommen entspricht damit dem der zwischen 2003 und 2015 eingetretenen Nominallohnentwicklung (BFS,
Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
[1939 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nominallöhne [T39, 2/2], Frauen; 2003: 2‘334; 2015: 2‘686) angepassten Einkommen für ein 80%iges Arbeitspensum:
0,8 x 1‘932h x Fr. 31.61/h / 2‘334 x 2‘686 = Fr. 56‘224.65
6.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar
beits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2 mit Hinweis auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Zwar geht die Beschwerdeführerin seit dem 22. August 2011 einer Erwerbstä
tigkeit als Mittagstischhilfe an der
S._
nach,
deren Umfang beträgt jedoch lediglich zwischen 20 und 30 % (Urk. 5/95/9) und
es sind den Akten
auch
keinerlei Hinweise darauf zu entnehmen, dass sie dieses Pensum steigern könnte.
Damit ist das Invalideneinkommen auf der Grundlage der Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung des Jahres 2012 (nachfolgend: LSE 2012) zu bestim
men. Wohl verfügt die Beschwerdeführerin über eine abgeschlossene Lehre als Verkäuferin (Urk. 5/1/3), diese Tätigkeit entspricht jedoch - wie auch die Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragte bei der Y._ - nicht dem von den E._-Gutachtern aufgestellten Anforderungsprofil (Urk. 5/97/25). Damit ist auf den
Tabellenlohn im
Kompetenzniveau 1 der LSE 2012 abzustellen, da dieses
eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Für das von der Beschwerdeführerin weiterhin erzielbare Ein
kommen ist auf die Tabelle T1_skill_level, Kompetenzniveau 1, Frauen, mit einem Bruttomo
nats
lohn von Fr. 4‘228.-- abzustellen. Weiter sind die Tatsache, dass die LSE
2012 auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden basiert, die effektive betriebs
übliche Arbeitszeit im Jahr 2015 jedoch 41.7 Wochenstunden (BFS,
Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
[im Internet abruf
bar], 2015, total) betrug, sowie die zwischen 2012 und 2015 eingetretene Nominallohn
ent
wicklung zu berücksichtigen (BFS,
Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
[1939 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nominallöhne [T39, 2/2], Frauen; 2012: 2‘630; 2015: 2‘686) zu berücksich
tigen. Dieser Wert ist schliesslich noch auf ein Arbeitspensum von 80 % und unter Berücksichtigung einer 10%igen Einschränkung aufgrund des er
höhten Pausenbedarfs umzurechnen. Damit ergibt sich folgender Wert:
0.9 x 0.8 x 12 x Fr. 4‘228.-- x 41.7 / 40 x 2‘686 / 2‘630 = Fr. 38‘893.32
Im Erwerbsbereich ergibt sich damit eine Einschränkung von 30.8 %
(1- Fr. 38‘893.32 / Fr. 56‘224.65) und damit unter Berücksichtigung der Ge
wichtung mit 80 % ein Teilinvaliditätsgrad von rund 25 %.
Während die
E._
-Gutachter im mit 20 % gewichteten Aufgabenbereich Haus
halt (
vgl. E.
3) von einer Einschränkung von 20 % ausgingen (Urk. 5/97/25), schätzte die Abklärungsperson diese anlässlich des vor Ort durchgeführten Augenscheins vom 18. Juni 2014 lediglich auf 15 % (Urk. 5/99/7). Im Ergeb
nis erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit dieser Differenz, da sie einer
seits mit 5 % gering ist, und andererseits im Ergebnis nicht relevant: Bei Annahme einer Einschränkung von 15 % resultiert ein Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich Haushalt von 3 %, wird von einer solchen von 20 % aus
gegangen, resultiert ein solcher von 4 % und damit In
validitätsgrade von 28 % (25% [Erwerbsbereich] + 3 % [Aufgabenbereich]) beziehungsweise von 29 % (25% [Erwerbsbereich] + 4 % [Aufgabenbereich]), womit die Grenze von 40 % für einen Anspruch auf eine Viertelsrente bei Weitem nicht erreicht wird.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweis
en
sic
h Fr. 800
.-- als angemessen.
Weil die Beschwerde abzuweisen ist,
sind die Kosten de
r
Beschwerde
führerin
aufzuerlegen
.