# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7db470ef-b664-4c6f-8bd4-18cd7e93f418
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die an Trisomie 21 leidende Y._, geboren am _ 1955, wurde mit Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde des Kreises Fünf Dörfer vom 13. September 1984 unter Vormundschaft nach Art. 369 aZGB gestellt (vgl. Akten KESB act. 5). Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden vom 16. Dezember 2015 wurde die unter altem Recht errichtete Vormundschaft per 1. Januar 2016 in eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung im Sinne von Art. 394 f. ZGB überführt. Gleichzeitig wurde die Schwester von Y._, X._, aus ihrem Amt als Vormundin, welches sie seit Beginn der Massnahme im Jahre 1984 innehatte, entlassen. Neu wurde A._ von der Berufsbeistandschaft O.1_ als Beistand eingesetzt (vgl. Akten KESB act. 107).
B. Schon zu Lebzeiten ihrer Eltern hielt sich Y._ während der Woche jeweils in der Eingliederungsstätte der ARGO in O.2_ auf und wurde dort betreut. Die Wochenenden und die Ferien verbrachte sie zunächst bei ihren Eltern. Nach deren Tod übernahmen die vier Schwestern X._, B._, C._ und D._ abwechslungsweise die Freizeitbetreuung von Y._ an ihren jeweiligen Wohn- bzw. Aufenthaltsorten in O.3_, O.4_, O.5_ und O.6_ (vgl. Akten KESB act. 49 und act. 105), wofür sie eine entsprechende Entschädigung bezogen (vgl. Akten KESB act. 77).
C. Am 23. Dezember 2011 verstarb die kinderlose und verwitwete D._ mit letztem Wohnsitz in O.7_. X._ reichte dem Bezirksgericht Plessur am 12. Januar 2012 sowie am 23. Dezember 2013 mehrere handschriftliche Testamente der Erblasserin samt testamentarischen Zusätzen und Auflagen ein. Die eingelieferten Urkunden wurden mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 13. Januar 2012 (vgl. Akten KESB act. 134.15) sowie vom 27. Dezember 2013 (vgl. Akten KESB act. 134.13) eröffnet. Am 19. Dezember 2014 erging ein ergänzender Entscheid hierzu (vgl. Akten KESB act. 134.10), nachdem X._ am 27. November 2014 ein weiteres eigenhändiges Testament von D._ sel. eingereicht hatte.
D.1. In ihrer letztwilligen Verfügung vom 2. Februar 2008 setzte die Erblasserin ihre Geschwister E_, C._, B._ und X._ als Erben ein, wobei Letztere als Koordinatorin wirken solle (vgl. Akten KESB Beilage zu act. 134.15). In der zu diesem Testament verfassten Auflage vom 25. März 2008 ordnete die Erblasserin an, dass die Wohnung in O.7_ nicht verkauft werden sollte,
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solange Y._ lebe. Sie (gemeint wohl die Schwestern, die Y._ betreuen) müssten ab und zu mit Y._ dort übernachten und sie "nach Noten verwöhnen". Nach dem Ableben von Y._ sollten CHF 100'000.-- des Verkaufserlöses an irgendeine internationale soziale Institution vermacht werden (vgl. Akten KESB Beilage zu act. 134.13).
2. Sodann verfügte D._ am 15. September 2009 im Sinne einer "" zu ihrem Testament vom 2. Februar 2008, dass das vorhandene Bargeld für die Kosten eines Chauffeurs mit Auto für den Transport bzw. die Begleitung von Y._ von O.2_ zu X._, C._ und B._ verwendet werden solle und zwar sowohl für die Hin- wie auch für die Rückfahrt. Ausserdem solle mit dem Geld eine oder mehrere Personen engagiert werden, die Y._ ab und zu in O.7_ oder auch bei X._, B._ oder C._ in Pflege nehmen würden. Selbstverständlich könnten auch Kosten für Restaurants, Reisen etc. gedeckt werden (vgl. Akten KESB Beilage zu act. 134.13).
3. Am 8. Januar 2010 erliess D._ eine weitere Auflage zu ihrem Testament vom 2. Februar 2008. Darin ordnete sie an, dass die Wohnung an der _strasse in O.7_ nicht verkauft werden solle, sondern nach dem Tod von X._, B._ und C._ an F._, O.8_, als Alleineigentümerin zu übertragen sei. Die Übertragung erfolge unter der Bedingung, dass F._ für Y._ bis zu ihrem Lebensende sorgen werde (vgl. Akten KESB Beilage zu act. 134.13).
4. Schliesslich verfügte D._ kurz vor ihrem Tod mit Testament vom 3. Dezember 2011, dass die Wohnung an der _strasse in O.7_ samt Inventar als Vorerbschaft an X._, B._ und C._ fallen solle, wobei diese Vorerbinnen ausdrücklich von der gesetzlich vorgesehenen Sicherstellungspflicht befreit würden. Als Nacherbin setzte die Erblasserin F._ ein. Für das sonstige Vermögen wurde, nebst den genannten Vorerbinnen, E_ als Erbe eingesetzt (vgl. Akten KESB Beilage zu act. 134.15). In ihrer ebenfalls vom 3. Dezember 2011 datierenden Zusatzverfügung übertrug sie die Vollstreckung des vorerwähnten Testaments ihrer Schwester X._, welche auch ihre mündlichen Wünsche ausführen werde.
E. Gemäss der bei den Akten liegenden, von X._ angefertigten Zusammenstellung soll das Betreuungsgeld für Y._ gemäss Auflage der Erblasserin ursprünglich CHF 160'000.-- betragen und per 1. Januar 2016 – nach teilweisem Verbrauch in den Jahren 2013 bis 2015 – noch einen Saldo von
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CHF 133'216.05 aufgewiesen haben (vgl. Akten KESB act. 134.14, act. 134.4 sowie act. 134.2).
F. Die KESB Nordbünden beauftragte Rechtsanwalt Dr. iur. G._ am 4. Februar 2016 damit, die verschiedenen letztwilligen Verfügungen von D._ sel. einer Beurteilung zu unterziehen und zu prüfen, wie die Begünstigung von Y._ rechtlich zu qualifizieren sei, ob dieser monatlich ein Betrag von CHF 300.-- für die Benutzung der Wohnung an der _strasse in O.7_ belastet werden dürfe und ob für die KESB Handlungsbedarf bestehe (vgl. Akten KESB act. 134.3). Rechtsanwalt G._ kam in seiner Stellungnahme vom 16. Februar 2016 zum Schluss, dass – insbesondere unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Erblasserin selbst Juristin war – die als Auflagen bezeichneten Verfügungen tatsächlich eher als Auflagen denn als Vermächtnisse zugunsten von Y._ zu werten seien. Die Erblasserin habe relativ klar und umfassend angeordnet, wie das Bargeld zugunsten ihrer Schwester Y._ eingesetzt werden solle. Unter dem in der Auflage vom 15. September 2009 verwendeten Ausdruck "vorhandenes Bargeld" seien sämtliche liquiden Mittel des Nachlasses zu verstehen. Dr. iur. G._ sprach die Empfehlung aus, das Bargeld auf einem Konto, das treuhänderisch verwaltet werde, sicherzustellen und jährlich eine Rechenschaftsablage zu verlangen. Weiter führte er aus, es entspreche offenkundig dem Willen der Erblasserin, dass Y._ die Wohnung in O.7_ "ab und zu" nutzen dürfe. Dass diese Nutzung hingegen kostenpflichtig sein solle, werde mit keinem Wort zum Ausdruck gebracht. Im Gegenteil ergebe sich aus der Auflage vom 25. März 2008, dass die Erben die dortige Betreuung ihrer Schwester Y._ als Gegenleistung für die Erbeinsetzung erbringen sollten. Für die monatliche Belastung eines Betrags von CHF 300.-- bestehe jedenfalls keine Grundlage (vgl. Akten KESB act. 134.1).
G. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 16. März 2016, mitgeteilt am 24. März 2016, erkannte die KESB Nordbünden insbesondere was folgt:
" [...]
10. Der Beistand wird angewiesen (Art. 50a Abs. 1 EGzZGB):
a. die liquiden Mittel des Nachlasses von D._ sel. per Todestag zu eruieren und – sofern noch liquide Mittel vorhanden sind – dafür besorgt zu sein, dass der aktuelle Bestand auf ein Treuhandkonto unter Verwaltung des Beistands überwiesen wird;
b. mit den Erbinnen zu prüfen, in welchem Ausmass der damalige Betrag in der Zwischenzeit berechtigterweise ("für Y._") verwendet wurde und allfällige Rückzahlungsansprüche gegenüber der Erbengemeinschaft geltend zu machen;
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c. die monatliche Zahlung von Fr. 300.-- sofort einzustellen und eine Rückforderung für bereits erfolgte Zahlungen bei der Erbengemeinschaft D._ sel. als Eigentümerin der Wohnung an der _strasse zu prüfen und geltend zu machen;
d. nötigenfalls Dr. iur. G._ oder eine andere Fachperson für die Geltendmachung der Ansprüche von Y._ gegenüber der Erbengemeinschaft beigezogen wird [recte: beizuziehen]; einem klageweisen Vorgehen bleibt die Zustimmung der KESB zur Prozessführung gemäss Art. 416 Abs. 1 Ziff. 9 ZGB vorbehalten.
11. [Verfahrenskosten]

## Considerations