# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 71e76e55-337b-47eb-999d-ece2dac0ec0b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. wurde am _ in _ geboren. Er ist Schweizer Staatsangehöriger und wohnt an der _ in _. A. war von Beruf Kinodirektor und ist heute pensioniert, wobei er noch teilweise ehrenamtlich im Kino arbeitet. Gemäss seinen eigenen Angaben verfügt er über keine namhaften Vermögenswerte. A. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
B. Gemäss dem Polizeirapport vom 28. Juli 2008 hat sich der hier in Frage stehende Verkehrsunfall wie folgt zugetragen:
„A. fuhr mit seinem Personenwagen, _, von der Kreuzung _ kommend in Richtung _. Er beabsichtigte in die _ einzubiegen. A. verlangsamte seine Fahrt, stellte den linken Richtungsanzeiger und bog nach links ab. Dabei übersah er das korrekt entgegenkommende Fahrzeug von B. (recte: B.). B. seinerseits leitete sofort eine Vollbremsung ein und versuchte noch nach rechts auszuweichen. A. konnte sein Fahrzeug nicht mehr anhalten und es kam zu einer seitlich/frontalen Kollision mit dem Fahrzeug von B.. Um die Strasse freizugeben, rollten beide Lenker ihre Fahrzeuge zur Seite.“
C. Mit Strafmandat vom 22. September 2008, mitgeteilt am 24. September 2008, wurde A. vom Kreispräsidenten des Kreises Suot Tasna der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 36 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 300.- bestraft.
D. Gegen dieses Strafmandat erhob A. am 30. September 2008 fristgerecht Einsprache, worauf das Kreisamt Suot Tasna die Akten am 6. Oktober 2008 im Sinne von Art. 175 des Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.000) dem Bezirksgericht Inn zur Durchführung des ordentlichen Verfahrens überwies.
E. Mit Schreiben vom 13. Juli 2009 beantragte der Rechtsvertreter von A. im Rahmen eines Antrages um Untersuchungsergänzung, die Fahrgeschwindigkeit des Lieferwagens Citroen Berlingo, Kontrollschild _, gelenkt vom Kollisionsgegner B., sei von einem Experten berechnen zu lassen. Begründet wurde dieser Antrag insbesondere damit, dass die Kollisionsursache vor allem in der übersetzten Fahrgeschwindigkeit des Lieferwagens liegen müsse. Das Bezirksgerichtspräsidium Inn wies diesen Antrag mit Verfügung vom 16. Juli 2009, mitgeteilt am 27. Juli 2009, ab. Begründet wurde dieser Entscheid insbesondere damit, dass aufgrund der übereinstimmenden und glaubwürdigen
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Zeugenaussagen die Geschwindigkeit des entgegenkommenden Fahrzeuges als genügend nachgewiesen erscheine und somit von der Anordnung einer Expertise abzusehen sei.
F. A. wurde mit Verfügung vom 23. November 2009 wegen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 36 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG in Anklagezustand versetzt.
G. Mit Urteil vom 23. April 2010, mitgeteilt am 3. August 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Inn was folgt:
„1.A. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus
der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses Inn CHF 1'500.00
Barauslagen von CHF 114.00
Schreibgebühren von CHF 224.00
den Kosten des Bezirksgerichtspräsidenten Inn CHF 1'300.00
den Kosten des Kreispräsidenten Suot Tasna CHF 230.00
den Kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 50.00
den Kosten der polizeilichen Sachverhaltsaufnahme CHF 264.00
Total CHF 3'682.00
gehen zu Lasten von A.. Die Busse und die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3'982.00 sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft dem Bezirksgericht Inn zu überweisen.

## Considerations