# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a4e11ad-580c-4c4e-b55f-1db017cb17a1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1952
geborene
X._
war ab dem
1. April 2011 bei der Y._ AG als Hauswart in einem Vollzeitpensum
angestellt und dadurch bei der
Suva
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
18. September 2013 ereignete sich ein Auffahrunfall, wobei sich der Ver
sicherte Prellungen am Rücken beidseitig zugezogen habe
(vgl. die Unfall
mel
dung der Arbeitgeberin vom
19. September 2013
[Urk.
9/
1
]).
Zum Unfall
hergang berichtete X._ am 14. November 2013, er habe bei einer Ampel mit seinem Fahrzeug hinter einem anderen Fahrzeug gewartet, als plötzlich ein drittes Auto von hinten ungebremst in sein Auto geprallt sei. Durch die Wucht des Aufpralls sei sein Fahrzeug in das vordere geschoben worden. Sein Oberkörper sei durch die beiden Kollisionen zuerst nach vorne und dann nach hinten geschleudert worden, und zwar zweimal. Ein Polizei
rapport sei nicht vorhanden, aber ein Protokoll zum Unfallhergang (Urk. 9/24 S. 1; vgl. Urk. 9/24 S. 6 f. und Urk. 9/36 S. 4 f.
)
. Der Beschwerdeführer begab sich noch am Unfalltag in die Behandlung bei seinem Hausarzt (Urk. 9/16). Dieser attestierte ihm ab dem 26. Oktober 2013 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (Urk. 9/19). Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Ortho
pädi
sche Chirurgie und Traumatologie, äusserte im Bericht über die kreisärzt
liche Aktenbeurteilung vom 2. Dezember 2013 Zweifel an einer Unfallkau
salität der Spinalkanalstenose an der Lendenwirbelsäule und regte an, eine neu
rolo
gische Abklärung zu veranlassen und ein unfallanalytisches Gutach
ten in Auftrag zu geben (Urk. 9/30). Dieser Anregung kam die Suva nach (Urk. 9/32, Urk. 9/36).
Der Bericht über die neurologische Abklärung am
O._
Spital in
A._
wurde
am 15. Januar 2014 (Urk. 9/44), die Berichte über die technische Unfall
ana
lyse (Urk. 9/51) und die biomechanische Beurteilung des
B._
(Urk. 9/50
) wurden am 28. Januar 2014 erstattet. Am 4. Februar 2014 er
gänzte Dr. Z._ seine kreisärztliche Beurteilung (Urk. 9/56). In der Folge stellte die Suva die Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 5. Februar 2014 bei Erreichen des Status quo sine per 26. Oktober 2013 ein (Urk. 9/58).
Dagegen erhob der Versicherte am 7. März 2014 Einsprache (Urk. 9/66), welche
die Suva am 17. September 2014 guthiess und woraufhin sie die Ver
si
cherungsleistungen weiterhin erbrachte (Urk. 9/74 f.).
Dem Versicherten wurde von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 16. Juli 2015 ab Oktober 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 72 %
zugesprochen (Urk. 9/158). Am 21. Juli 2015 nahm Kreisarzt Dr.
Z._
ein
e erneute Aktenbeurteilung vor (Bericht vom 6. August 2015 [Urk. 9/159]). Am 26. August und 18. September 2015 wurde der Versicherte im Interdiszi
pli
nä
ren Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des C._ untersucht (vgl. den Bericht vom 26. August 2015 [wohl
eher 18. September 2015], Urk. 9/175). Mit Verfügung vom 17. Dezember 201
5 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2015 ein und lehnte einen Anspruch auf weitere Versiche
rungsleistungen ab (Urk. 9/180).
Die dage
gen erhobene Einsprache des Versi
cher
ten vom
19. Januar 2016 (Urk. 9/185)
wies die S
uva
mit Entscheid vom
21. März 2016 (Urk. 2 [= Urk. 9/194
]) ab.
2.
Dagegen erhob X._ am 2. Mai 2016 Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung, ins
besondere Taggelder und Behandlungskosten, über den 31. Dezember 2015 hinaus auszurichten; eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein medizinisches Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2). Nach erstreckter Frist (Urk. 6) beantragte die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Nach erstreckter Frist (Urk. 13 und Urk. 14) erstattete der Beschwerdeführer die Replik, worin er an seinen Anträgen festhielt und auf Weiterungen verzichtete (Urk. 15). Mit Verfügung vom 10. November 2016 (Urk. 20) wurde die Beschwerdegegnerin darüber in Kenntnis gesetzt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Un
fall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
de
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 18. September 2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vor
liegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
che
rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3
.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante)
oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heil
behandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2
).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürli
chen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich er
weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c ATSG) und der Beweiswür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die über
wiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entspre
chen (BGE 117 V 261 E. 3b in fine S. 264 mit Hinweisen).
1.3.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwer
den wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächt
nisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwische
n dem Unfall und der danach ein
getretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu
nehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktions
ausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäqua
ten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert
;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponen
ten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S.
409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S.
173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.5
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berich
ten, welche die Suva im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozess
partei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Suva beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen ge
langen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise spre
chen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom
18. September 2013
über
den 31. Dezember 2015
hinaus
Tag
geld
leistungen und Behandlungskosten oder andere Leis
tungen der Unfall
versicherung zu erbringen hat beziehungsweise ob
die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausal
zusammenhang
zu
m Unfallereignis vom
18. September 2013
stehen.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin hielt im
angefochtenen Einspracheentscheid
im Wesentlichen fest, die festgestellten Bewegungseinschränkungen der HWS sowie die rechtsbetonten Nackenverspannungen seien zwar klinisch fassbar, ihnen fehle aber ein durch apparative/bildgebende, wissenschaftlich aner
kannte Untersuchungsmethoden erhobenes organisches Substrat im Sinne eine
r strukturellen Veränderung. Bezüglich der Beschwerden an der Lenden
wir
belsäule sei der status quo sine bereits seit Langem erreicht gewesen. Der Fallabschluss sei zu Recht per 31. Dezember 2015 erfolgt. In Anwendung der Schleudertraumapraxis verneinte die Beschwerdegegnerin sodann einen adä
quaten Kausalzusammenhang zwischen den weiterhin geklagten Beschwer
den und dem Unfall vom 18. September 2013 (Urk. 2).
2.3
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, mit der Änderung der Rechtsprechung in BGE 141 V 281 zu den somatoformen Schmerz
störungen ergebe die Anwendung der Schleudertraumapraxis keinen Sinn mehr, weshalb diesbezüglich eine Praxisänderung beantragt werde. Werde
aufgrund des strukturierten Beweisverfahrens
nach BGE 141 V
281 fest
gestellt, dass das Besc
hwerdebild für Sozialversiche
run
gsleistungen plau
sibilisiert sei, so vermöge
d
ies die bisherige Adäquanzrecht
sprechung nach HWS-Distors
ionstrauma zu ersetzen (Urk. 1 S. 6-8)
.
Selbst bei Anwendung der Schleudertraumapraxis sei von einer Unfallkausalität der Beschwerden auszu
gehen (Urk. 1 S. 12 ff.).
Es treffe sodann nicht zu, dass beim Beschwerdeführer keine organisch nach
weisbaren Befunde vorlägen. Es sei eine Claudicatio spinalis bei
hoch
gradiger Spinalkanalstenose L4/5
diagnostiziert worden. Trotz eines beste
henden Vor
zustands im Sinne einer Degeneration der Segmente L4/5 hätten die be
han
delnden Ärzte eine unfallkausale Zunahme der
Spinalkanalstenose, welche die vom Beschwerdeführer
geklagten Schmerzen erkläre
, für gut möglich
ge
halten. Aufgrund der organisch nachweisbaren Befunde sei eine Adäquanz
prüfung gar nicht notwendig (Urk. 1 S. 9). Hinzu komme, dass die biomecha
nische Beurteilung der Einschätzung der behandelnden Ärzte wi
derspreche und damit nicht nachvollziehbar sei (Urk. 1 S. 10). Der Aktenbe
urteilung durch Dr. Z._ komme ferner kein Beweiswert zu. Es sei ein Gutachten in Auftrag zu geben. Dr. Z._ habe sich nicht mit den Ein
schätzungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Ausserdem hätten die Beschwerden länger und ohne deutliche Besserungstendenz fortbestan
den, weshalb eine zügige interdisziplinäre Abklärung durch Fachärzte ange
zeigt gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin habe somit den Untersu
chungsgrundsatz verletzt (Urk. 1 S. 11 f.).
Schliessl
ich sei festzustellen, dass Dr. Z._
befangen sei, weil er der
Beschwerdegegnerin Anweisungen gegeben habe, wie der Fall nach der Rück
nahme der ersten Einstellungsverfügung zurechtzurücken sei. Der Fall hätte
einem anderen Versicherungsmediziner vorgelegt werden müssen, was Dr.
Z._
selbst auch vorgeschlagen habe (Urk. 1 S. 14).
3.
3.1
Im Bericht vom 5. November 2013 über die Erstbehandlung vom 18. Septem
ber 2013 diagnostizierte Dr. med. D._, Facharzt FMH für All
gemeine Innere Medizin, eine Kontusion des Schädels, des Rückens, der Halswirbel
säule (HWS), der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie der Schultern beidseits, rechts mehr als links. Als objektiven Befund nannte Dr. D._ Schmerzen am Kopf, am Nacken, an der Schulter rechts, am Arm rechts, im Rücken lumbal (stark) bis in die Zehen vom linken Bein ausstrahlend. Weiter beklage der Beschwerdeführer Schwindelbeschwerden sowie starke Kopf
schmerzen trotz der Einnahme oraler Schmerzmedikamente (Urk. 9/16).
3.2
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Be
schleunigungstrauma stellte Dr. D._ die Diagnose eines kranio-zervikalen Beschleunigungstraumas Grad II und verneinte das Vorliegen äusserer Ver
letzungen. Dr. D._ attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähig
keit von 100 % ab dem 26. Oktober 2013 (Urk. 9/19).
3.3
Im Bericht der Universitätsklinik E._ vom 11. November 2013 wurde gestützt auf die klinische und bildgebende Untersuchung die Diagnose einer Claudicatio spinalis bei hochgradiger Spinalkanalstenose L4/5 (Hyperthrophie der Ligamenta flava/Diskusprotrusion L4/5) gestellt und festgehalten, die vorliegende Bildgebung zeige den Verdacht einer schon langjährig bestehen
den Degeneration vor allem der Segmente L4/5 und konsekutiver Spinal
kanalstenose. Es sei jedoch auch gut möglich, dass es durch den Verkehrsun
fall zu einer Zunahme der Stenose gekommen sei, was zu einem Auslösen der Schmerzen geführt habe. Aktuell bestehe eine kompensierte Situation, was die neurologische Ausfallserscheinung angehe. Daher werde vorerst zeitnah eine CT-gesteuerte epidurale Infiltration durchgeführt und im Anschluss der klinische Verlauf kontrolliert. Bei einer zwischenzeitlichen Befundver
schlech
terung müsse ein operativer Eingriff zeitnah erfolgen (Urk. 9/22).
3.4
Im Verlaufsbericht der Universitätsklinik E._ vom 25. November 2013 wurde festgehalten, das MRI der HWS und der Brustwirbelsäule (BWS) vom
22. November 2013 habe keine posttraumatischen Veränderungen gezeigt (vgl
.
Urk. 9/53). Nach durchgeführter Infiltration berichte der Beschwerde
führer über eine tendenzielle Besserung, die deutlichen residuellen Schmer
zen würden die Tätigkeit als Hauswart jedoch verunmöglichen. Sonstige neue sensomotorische Defizite seien nicht aufgetreten (Urk. 9/34).
3.5
Dr. Z._ führte in seiner Aktenbeurteilung vom 2. Dezember 2013 aus,
ein Zusammenhang zwischen dem Verkehrsunfall und den Rücken- und Bein
schmerzen respektive den gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.3) sei höchst un
wahrscheinlich. Beim initialen, energiereichen Heckauffahrunfall sei die Lum
bal
wirbelsäule durch die Lehne des Autositzes gut geschient
gewesen. Dass
es hier
bei
zu einer struktur
ellen Schädigung gekommen sei, erscheine
äusserst unwahrscheinlich. Im MRI und später in
der Wirbelsäulensprech
stunde der Uni
versitätsklinik E._
sei
die Eng
e des Spinalkanals mit Clau
dica
tio spinalis auf eine Hypertrophie der Ligamenta flava und eine Dis
kusprotrusion
zurü
ckgeführt
worden.
Beides seien
degenerative, vorbeste
hende Entitäten. Im E._ habe
man dezidiert einen "schon langjährig be
stehenden Vor
zu
stand" festgehalten (durch Degeneration des Segments L4/5 bedingte Spinal
kanalstenose), einen Zusammenhang mit dem Ver
kehrsu
nfall aber als mög
lich erachtet.
Gegen diese Möglichkeit spreche allerdings nicht nur der Un
fall
me
chanismus, sondern auch die Tatsache, dass der
Beschwer
deführer
ab
dem 18. September
2013 weiterhin arbeitsfähig
geblieben und
nach erfo
lgter MRI-Untersuchung am 24. Oktober
2013 erst ab
dem
26.
Oktober
2013 a
ls arbeitsunfähig erachtet worden sei
.
Es sei
ein unfall
analytisches Gutachten
beizubringen
. Des Weit
eren sollte auch eine neurolo
gisc
he Untersuchung des
Beschwerdeführers
stattfinden, auch w
enn im E._ von den spezial
i
sierten Wirbel
säulenorthopäden eine neurologische stru
kturelle Schädigung ausge
schlos
sen
worden sei
.
Die heutige Beurteilung sei
klar präliminär,
die vor
lie
genden Unterlagen seien
lückenhaft, aufgrund der vorhandenen Unter
lagen
müsse aber die Unfallkausalität der Spinalka
nalstenose stark bezweifelt werden
(Urk. 9/30)
.
3.6
Im Bericht des Seespitals vom 15. Januar 2014 über die neurologische Unter
su
chung vom 8. Januar 2014 wurde unter anderem festgehalten, der Be
schwer
deführer habe berichtet, ein grösseres Auto sei mit circa 60 Kilometern pro Stunde (km/h) auf seinen stehenden Kleinwagen aufge
fahren (Urk. 9/44 S. 1). Der Beschwerdeführer klage
über typische
l
umbale Rückenschmerzen mit pseudoradikulärer Ausstrahlung, aktue
ll in das linke Bein; diese seien
im Sinne ein
er Claudicatio spinalis auch la
ge- und belas
tungsabhängig. Das Ver
halten des
Beschwerdeführers während der Konsulta
tion sei
diesbezüglich auch konsistent (Entlastung der Lendenwirbelsäule durch Aufhebung der Len
denlordose). Die Symptomatik sei
sehr gut passend für die beschriebene
ab
solute Spinalkanalstenose in Höhe LWK 4/5. In der klinisch-neurologi
schen
Untersuchung sei
kein fokal-neurologisches Defizit
zu finden
.
Zur
Behand
lung der Spinalkanalstenose
sei
die konservative The
rapie weiter aus
zubauen. N
ach Aussagen des
Beschwerdeführers
erh
alte
er aktuell keine Phys
io
the
rapie, gegebenenfalls
m
üsse
sogar eine stationäre Re
habilitation erwogen werden.
Den
Kollegen aus
der Universitätsklinik E._
sei zuzustimmen, wonach es
möglich erschein
e
, dass durch den Un
fall die L
umbalkanalstenose zugenommen habe. Im klinischen Alltag erlebe
man es oft, das
s selbst ein Bagatelltrauma, zum Beispiel ein Stolpern oder sich V
erheben
,
entsprechende Schmerzen auslösen könn
e. Von Seiten der HWS seien
die Beschwerden d
eutlich rückläufig, aktuell seien diese eher muskulär erklärbar. Für die milde
Symptomatik mit Schwankschwindel
und Flimmern vor den Augen bestehe
kein organisches Korrelat
(Urk. 9/44 S. 2 f.)
.
3.7
Im Bericht vom 20. Januar 2014 des B._ über die technische Unfall
an
alyse wurde festgehalten, der BMW 320i sei von hinten mit rund 60 bis 80%iger Überdeckung, einer entsprechenden Versetzung nach links, und mit einer relativen Kollisionsgeschwindigkeit von rund 18 bis 23.5 km/h auf das Heck des Fahrzeuges des Beschwerdeführers (Hyundai Atos) aufgefahren. Der Hyundai sei dadurch nach vorne geschoben worden und habe eine kolli
sions
bedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von rund 11 bis 17 km/h erfahren. Aufgrund der Kollisionskonstellation sei nicht davon auszugehen, dass der Hyundai kollisionsbedingt in eine nennenswerte Rotation versetzt worden sei. Anschliessend sei der Hyundai von hinten mit rund 50 bis 60%iger Überdeckung, mit einer entsprechenden Versetzung nach links, und mit einer relativen Kollisionsgeschwindigkeit von rund 9 bis 17 km/h gegen das Heck des vor ihm stehenden Smarts aufgefahren. Infolge dieses Anpralls sei der Hyundai abgebremst worden und habe eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von rund 5.5 bis 10.5 km/h erfahren (Urk. 9/51; vgl. auch den privaten Verkehrsunfall-Bericht vom 18. September 2013 [Urk. 9/24 S. 6-7 beziehungsweise Urk. 9/36 S. 4-5] sowie die Fotos der Beschädigungen am Hyundai Atos [Urk. 9/20/17-20]).
3.8
In der biomechanischen Beurteilung des B._ vom 28. Januar 2014
wurde ausgeführt, dem Heckanprall komme in Bezug auf Beschwerden der HW
S eine grössere Bedeutung zu
, weshalb zunächst auf diesen einzugehen
sei. Der Bereich für die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Deltav),
innerhalb welchem nach Heckkollisionen der kritische Wert für nicht un
er
heb
lich
e HWS-Beschwerden anzunehmen sei, liege für das angestossene Fahr
zeug
im Normalfall zwischen 10 und 15
km/h. An möglicherweise bio
mechanisch
relevanten Auffälligkeiten werde
ein Kopfanprall am Lenkrad erwähnt. Gemäss Angabe im Erhebungsblatt und Dokumentationsbogen habe
der Beschwerdeführer
den Sicherheitsgurt getragen. Da ferner eine ge
rade Sitzposition angegeben werde
und da auch die Körpergrö
sse im Rahmen des Üblichen liege, erstaune es, dass es – wie in den Akten beschrieben –
zu einem Kopfanprall am Lenkrad gekommen sein soll
e.
Grundsätzlich
sei
anzu
merken, dass sich
der Beschwerdeführer
relativ zu seinem F
ahrzeug erst nach
hinten bewegt habe (d.h. in Richtung der Sitzlehne/Kopfstütze). Somit komme
es zuerst zu einem Kopfanprall an der Kopfstütze. Erst nach einem Kontakt des
Insassen mit der Sitzlehne kehre
sich dessen Bewegungsrichtung um und er be
wege
sich relativ zum Fahrzeug nach vorne. Das Tragen
des Si
cher
heitsgurtes verhindere
dabe
i normalerweise einen Anprall an Fahrzeu
ginnen
raums
trukturen wie dem Lenkrad. Da sich in den medizinischen Akten auch kein
e konkreten Anhaltspunkte fänden
, die einen Kopfanprall eindeutig be
stä
tig
t
en,
sei
nicht
davon aus
zugehen
, dass es sich hier um einen Kopfan
prall mit relevanter, zusätzlicher Belastung d
er Halswirbelsäule gehandelt habe
. Hinsichtlich der erwähnten Besch
werden der LWS sei
anzumerken, dass
diese
bei einer Heckkollision durch die eng anliegende Sitzlehne w
esentlich besser abgestützt werde
, als dies bei der Halswirbelsäule d
urch die Kopfstütze der Fall sei
. Bei einer anschliessend nach vorne gerichteten Insassenbewe
gung
(Frontalkollision) würden die unteren Segmente weniger ausgelenkt, das heisst
sie trü
gen weniger zur Bewegung (Krümmung der Wirbelsäule) be
i als die Halswirbelsäule und wü
r
den weniger belastet. Daher seien
direkt nach einer
Heckkollision in der LWS auftretende Beschwerden aus biomechani
scher Si
cht ohne das Vorliegen von seltenen technischen Besonderheite
n in der Sitzlehne durch die Kol
lisionseinwirkung
nicht erklärbar. Es müsse in solchen Fällen eine deutliche Vorschädigung im LWS-Bereich angenommen werden. Im vor
liegenden Fall würden dies die radiologischen Befunde nahe
legen. Aus bio
mechanischer Sicht ergebe sich hier aufgrund der technischen Unfallanalyse und der medizinischen Unterlagen, dass die anschliessend an
das Ereignis beim Beschwerdeführer
festgestellten
,
von der HWS ausgehen
den Beschw
er
den und Befunde durch die Koll
isionseinwirkung im Normal
fall, wie im v
orliegenden Fall, erklärbar seien. Die Beurteilung konzentriere
sich auf den aus bio
mechanischer Sicht überschaubare
n Zeitraum von unge
fähr einem halben Jahr. De
r weitere Beschwerdeverlauf könne
im individu
ellen Fall auch von vielen Einflüssen abhängen, die nich
t im Bereich der Bi
omechanik lä
gen
(Urk. 9/50)
.
3.9
Dr.
Z._
hielt in seiner ergänzenden Aktenbeurteilung vom 4. Februar 20
14 an seiner Beurteilung vom 2. Dezember 2013 fest und führte aus, ins
be
son
de
re das nach dem Unfallereignis vom 18. September 2013 erst deutlich ver
zö
gerte Auftreten der Rückenschmerzen mit pseudoradikulären Ausstrah
lungen in die Beine im Sinne einer Spinalkanalstenosen-Symptomatik und die erst ab dem 26. Oktober 2013 dadurch verursachte Arbeitsunfähigkeit sprächen gegen eine Unfallkausalität bei klar ersichtlicher degenerativer Ur
sache der Spinalkanalstenose (Urk. 9/56).
3.10
Den Berichten der
F._
Klinik vom 27. Mai 2014 (Urk. 9/88), 28. August
2014 (Urk. 9/95) und 1. Oktober 2014 (Urk. 9/94) lässt sich ent
nehmen, dass eine im Dezember 2013 an der Universitätsklinik E._ durchgeführte Infil
tration L4/5 zu einer circa 80%igen Besserung der Be
schwerden geführt habe. Sodann sei es durch einen am 23. Mai 2014 durch
geführten Sakral
block L4/5 sowie eine am 27. August 2014 vorgenommene Facettengelenks
infiltration L4/5 beidseits an der F._ Klinik zu einer circa 50%igen Linderung der Kreuzschmerzen und einer Verbesserung der Gehstrecke auf 45 Minuten gekommen.
3.11
In der Aktenbeurteilung vom 21. Juli 2015 (Urk. 9/159) hielt Dr. Z._ fest, an den Beurteilungen vom
2.
Dezember 2013 und
4.
Februar 2014 bezüglich LWS könne festgehalten werden.
Die
Symptome der Spinalkanalstenose
seien
erst gut einen Monat nach dem Unfall aufgetreten; der Beschwerdeführer ha
be
initial nach dem Unfall weiter arbeiten
können
. Ein weiterer Hinweis für die relative Harmlosi
gkeit des Autounfalls vom 18. September 2013 sei
die Tat
sache, dass di
e Polizei nicht beigezogen worden sei
, trotz fehlender Schuld und
trotz Opferrolle habe der Beschwerdeführer dies am 18. Septem
ber
2013 nicht für notwendig erachtet.
Die
biomechanische Beur
teilung bezüglich HWS-Beschwerden
,
verursacht durch den initialen Heck
aufprall mit positiver Beschleunigung
, lasse
initiale Beschwerden nach dem Ereignis als erklärbar erscheinen. Di
e bildgebenden Abklärungen hätten
aber zu keinem Zeit
punkt einen strukturellen unfall
kausalen Schaden an der HWS gezeigt, ein orga
ni
sches Substrat für die andauernden Beschwerden
habe nicht
gefunden werden
können
. Abgesehen von unspezifischen Befunden
hätten
zu keinem Zeitpunkt quantifizierbare Beschwerden
bestanden.
Schliesslich habe der Be
schwerdeführer
selber seine Schwindelbeschwerden als geheilt be
zeichnet, so dass nach einigem hin und h
er auf eine Schwin
delabklärung
habe
verzichtet werden
können
. Ein zeitlicher Zusammenhang zwischen HWS-Beschw
erden und dem Unfallereignis sei etabliert, allerdings sei
dadurch der kausale Zu
sa
mmenhang nicht belegt, erscheine
angesichts der fehlenden organischen Pathologie höchstens möglich.
Sodann führte Dr. Z._ aus, d
ie Behandlung
en
sowohl im Bereiche der HWS auch an der LWS
seien umfassend und
auch von verschiedenen medi
zinischen Fachrichtungen her durchgeführt
worden. E
ntsprechend
bestünden
keine erfolgsversprechenden anderen Therapieoptionen. Der Zustand er
scheine
ondulierend
, aber insgesamt stabil.
D
ie Angaben
des Beschwerde
führers
be
züg
lich Restschmerzen in Prozenten des initialen Beschwerdebildes, res
pek
tive nach der VAS-Skala, sprächen hier für sich. Er schliesse
auch eine berufliche Tätigkeit zum aktuellen Zeitpunkt aus. Bei fehlender strukturelle
r unfallkausaler Schädigung könne
nicht
von einer richtunggebenden Ver
schlimmerung des Vorzustan
des ausgegangen werden, dies sei
in
sbesondere
bezüglich der Spinalkanalstenose entscheidend, wo weder die Bildgebung noch
der Unfallmechanismus
noch
die Verzögerung bis zum Auftreten der Symp
tome der Spinalkanalstenose
ein Indiz für eine Verschlimmerung bil
deten
.
3.12
Im Bericht des C._ vom 26. August 2015 (Urk. 9/175) wurde über die Schwin
delabklärung Folgendes ausgeführt: Klinisch und apparativ zeige sich kein Anhalt für eine signifikante peripher-vestibuläre Funktionsstörung. Die festgestellte Gangstörung sei am ehesten funktioneller Ätiologie, weshalb dem Beschwerdeführer eine weitere Abklärung bei einem Neuropsychiater empfohlen werde (Urk. 9/175).
3.13
Dr. Z._ äusserte sich am 25. November 2015 zum Bericht des C._ vom 26. August 2015 dahingehend, die Schwindelabklärung habe keine unfall
kausale organische Ursache ergeben. Man habe sogar eine mögliche funktio
nelle (gleichbedeutend mit medizinisch nicht erklärbare) Ursache erwogen (Urk. 9/176).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Notiz von Dr. Z._ vom 13. Mai 2015 (Urk. 9/136) bei objektiver Betrachtung keinen Anschein von Befangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermag. Dr. Z._ legte in der besagten Notiz lediglich dar, dass ein (erneuter) Fallabschluss nur möglich sei, wenn klar und deutlich festgehalten werde, dass an seiner (ersten) Beurteilung (E. 3.5) bezüglich der LSW-Beschwerden nicht gezweifelt werde und dass wegen der weiterhin notwendigen Behandlung der HWS-
Beschwerden die (erste) Terminierung der Versicherungsleistungen (mit Ver
fü
gung vom 5. Februar 2014 bei Erreichen des Status quo sine per 26. Okto
ber 2013 [Urk. 9/58]) nicht habe aufrechterhalten werden können. Andernfalls sei der Schadenfall einem anderen Kreisarzt zuzuteilen. Dr. Z._ schilder
te damit bloss die Voraussetzungen für einen neuerlichen Fallabschluss. Ein "Zurechtrücken des Falles„ nach der Rücknahme (vgl. Urk. 9/74 f.) der ersten Einstellungsverfügung, wie dies der Beschwer
deführer interpretierte (Urk. 1 S. 14), kann darin nicht erblickt werden, über
liess Dr. Z._ doch der Be
schwerdegegnerin, zu entscheiden, ob sie seine Einschätzung teile oder den Fall einem anderen Kreisarzt zuteilen möchte. Im Festhalten an der eigenen bisherigen medizinischen Beurteilung kann kein Anschein der Befangenheit erblickt werden, insbesondere dann nicht, wenn sie sich als nachvollziehbar erweist, wie nachfolgend gezeigt werden kann.
4.2
4.2.1
Zunächst ist zu klären,
ob die Beschwerdegegnerin
, welche sich auf die Beur
teilung von Dr. Z._ stützte, die Versicherungsleistungen
zu Recht per 31. Dezember 2015 einstellte (Fallabschluss).
4.2.2
Hinsichtlich der Beschwerden an der LWS
ist zu beachten, dass der Be
schwer
deführer in diesem Bereich gemäss den bildgebenden Untersuchun
gen
bereits eine Vorschädigung aufwies
.
Die Ärzte der Universitätsklinik E._ äusserten aufgrund der Bildgebung den
Verdacht einer schon lang
jährig bestehenden Degeneration, vor allem der Segmente L4/5 und einer konse
ku
tiven Spinalkanalstenose.
Eine unfallbedingte Verursachung der
Spi
nalkanal
stenose
steht hier nicht zur Diskussion. Vielmehr geht es darum zu beur
teilen, ob es durch den Unfall zu einer richtunggebenden Verschlimme
rung des Vorzustandes gekommen ist. Nach Angaben des Beschwerdeführers hatte er vor dem Unfallereignis noch keinerlei Beschwerden. Die Ärzte der Uni
versitätsklinik E._ hielten es ausserdem für möglich, dass es durch den Verkehrsunfall zu einer Zunahme der Stenose gekommen sei, was zu ei
nem Auslösen der Schmerzen geführt habe (E. 3.3). Aus dem Umstand allein, dass vor dem Unfallereignis noch keine Beschwerden bestanden haben, kann der Beschwerdeführer jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Die
Argu
men
tation nach der Formel „
post hoc ergo propter hoc", nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweis
rechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzu
sammen
hänge nic
ht zu genü
gen (BGE 119 V 335 E.
2b/bb., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
Zur Beurteilung
eines
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
18. September 2013
und de
n LWS-Beschwerden
ist d
ie bundesgerichtli
che Rechtspre
chung
zu den unfallbedingten Diskushernien heranzuziehen, da die beim Beschwerdeführer festgestellte Spinalkanalstenose zumindest teil
weise auf eine Diskusprotrusion L4/5 zurückgeführt wurde (E. 3.3 und E. 3.4; vgl. den ähnlich gelagerten Fall im
Urteil des
Bundesgerichts 8C_795/2011
vom
20.
März 2012
). Demnach entspricht es
einer medizinischen Erfah
rungs
tatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Dis
kus
hernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen ent
stehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonde
ren Vo
raussetz
ungen, als eigent
liche Ursache in Betracht fällt. Als weitgeh
end un
fallbedingt kann ein Band
scheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Un
fallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebra
les oder radi
ku
läres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfä
higkeit aufge
treten sind. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxis
gemäss auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen (SVR 2009 UV Nr. 1 S.
1 E.
2.3 [8C_677/2007]; Urteil des Bundesgerichts 8C_209/2014 vom
3.
September 2014, E. 5.2). Wird die Diskushernie bei de
generativem Vorzu
stand
durch den Unfall lediglich akti
viert, nicht aber (weitgehend) verur
sacht, hat
die Unfallversicherung nur Leis
tungen für das unmittelbar im Zu
sammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei post
traumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung
röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der alters
üblichen Progres
s
ion abheben muss
. Eine traumatische Verschlimme
rung ei
nes klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu b
etrachten (SVR 2009 UV Nr. 1 S.
1 E.
2.3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts
8C_326/2013 vom 4. Juni 2014 E.
2.3
; vgl. auch
Urteil des
Bundesgerichts 8C_795/2011
vom
20.
März 2012
).
Gegen eine richtunggebende Verschlimmerung
spricht im vorliegenden Fall, dass langjährige degenerative Veränderungen (Claudicatio spinalis bei hoch
gradiger Spinalkanalstenose L4/5) vorbestehend waren (E. 3.3), eine Arbeits
unfähigkeit erst ab dem 26. Oktober 2013 – mithin also mehr als einen Monat nach dem Unfallereignis – attestiert wurde (E. 3.2) und dass die physika
lischen Kräfte beim Auffahrunfall zu gering waren, um Beschwerden an der durch die eng anliegende Sitzlehne geschützten LWS erklären zu können (E. 3.5, E. 3.7, E. 3.8 und E. 3.11). Die Beurteilung von Dr. Z._, welche mit der biomechanischen Beurteilung vom 28. Januar 2014 vereinbar ist, er
weist sich hinsichtlich der Beschwerden an der LWS somit als schlüssig.
Die blosse Möglichkeit einer richtunggebenden Verschlimmerung reicht nach dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht aus, um einen Kausalzusammenhang zu begründen. In diesem Sinne reichen die Annahmen der behandelnden Ärzte, es sei „gut möglich, dass es durch den Verkehrsunfall zu einer Zunahme der Stenose ge
kommen sei“ (E. 3.3) beziehungsweise es sei „d
en
Kollegen aus
der Univer
sitätsklinik E._
zuzustimmen, wonach es
möglich erschein
e
, dass durch den Unfall die L
umbalkanalstenose zugenommen habe“,
nicht aus, um einen Kausalzusammenhang mit dem erforderlichen Beweismass darzutun. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer den behandelnden Ärzten von einer Kollisionsgeschwindigkeit von etwa 60 km/h berichtet hatte (E. 3.6), diese beim Heckauffahrunfall effektiv aber bloss 18 bis 23.5 km/h betragen hatte, was die technische Unfallanalyse im Nachhinein ergab (E. 3.7). Die be
handelnden Ärzte, welchen die technische Unfallanalyse noch nicht vorge
legen hatte, gingen somit bei ihrer Einschätzung zur Unfallkausalität von falschen Annahmen aus.
4.2.3
Hinsichtlich der HWS-Beschwerden kann ebenfalls auf die nachvollziehbare Beurteilung von Dr. Z._ verwiesen werden, wonach d
ie
biomechanische Beurteilung initiale B
eschwerden nach dem Ereignis
erklärbar erscheinen
lasse,
d
i
e bildgebenden Abklärungen
aber zu keinem Zeit
punkt einen struk
turellen unfall
kausalen Schaden an der HWS gezeigt
hätten
(vgl. dazu E. 3.4 und Urk. 9/53) und
ein organisches Substrat
für die andauernden Beschwer
den nicht habe
gefunden werden
können
. Abgesehen von unspezifischen Be
funden
hätten
zu keinem Zeitpunkt quantifizierbare Beschwerden
bestan
den.
Schliesslich habe der Beschwerdeführer
selber seine Schwindelbe
schwerden als geheilt be
zeichnet, so dass nach einigem hin und h
er auf eine Schwindel
abklärung
habe
verzichtet werden
können
. Ein zeitlicher Zusam
menhang zwischen HWS-Beschw
erden und dem Unfallereignis sei etabliert, allerdings sei
dadurch der kausale Zusa
mmenhang nicht belegt, erscheine
angesichts der fehlenden organischen Pathologie höchstens möglich
(E. 3.11)
.
Die Beur
teilung von Dr. Z._ steht im Einklang mit der Feststellung im Bericht des Seespitals vom 15. Januar 2014, wonach von Seiten der HWS die Beschwer
den deutlich rückläufig und aktuell eher muskulär erklärbar seien. Für die milde
Symptomatik mit Schwankschwindel
und Flimmern vor den Augen bestehe
kein organisches Korrelat
(E. 3.6), was anlässlich der am C._ durch
geführten Schwindelabklärung denn auch bestätigt wurde (E. 3.12; vgl. auch die letzte Stellungnahme von Dr. Z._ vom 25. November 2015 [E. 3.13]).
Was die Schwindelbeschwerden anbelangt, erscheint der Hinweis von Dr.
Z._
auf das unschlüssige Verhalten des Beschwerdeführers be
rechtigt. Am 18. März 2015 gab er an, einmal monatlich unter einem Schwindelanfall zu leiden (Urk. 9/128 S. 1), woraufhin sein Hausarzt, Dr. D._, am 27. Mai 2015 von der Beschwerdegegnerin aufgefordert wurde, eine fachärztliche Schwindelabklärung zu veranlassen (Urk. 9/139). Da eine entsprechende An
meldung am 15. Juni 2015 (Urk. 9/144) und am 26. Juni 2015 (Urk. 9/147) noch immer nicht in die Wege geleitet worden war, wurde Dr. D._ ge
mahnt. Am 2. Juli 2015 gab Dr. D._ gegenüber der Beschwer
degegnerin telefonisch schliesslich zur Auskunft, der Beschwerdeführer habe keinen Schwindel mehr, weshalb er die Untersuchung (Termin circa in 2 Mo
naten) absagen wolle. Er habe lediglich noch Nackenbeschwerden und sei auch nur deswegen in Behandlung (Urk. 9/148). Nach Rücksprache mit dem Kreisarzt (Urk. 9/154) wurde Dr. D._ von der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2015 mitgeteilt, dass die Schwindelabklärung abgesagt werden könne (Urk. 9/155). Bereits am 16. Juli 2015 meldete sich Dr. D._ jedoch wieder bei der Beschwerdegegnerin und gab an, der Beschwerdeführer habe noch immer ein wenig Schwindel, weshalb er nun doch eine Schwindelab
klärung wolle (Urk. 9/157). Diese wurde dann letztlich durchgeführt (E. 3.12).
4.2.4
Nach dem Gesagten
erweist sich die Beurteilung von Dr. Z._ durch
gängig als schlüssig, weshalb auf diese abzustellen ist (vgl. E. 4.1).
Ent
spre
chend
besteht auch kein Anlass für die beantragte Einholung eines exte
r
nen medi
zinischen Gutach
tens.
Von einer
unfallbedingte
n
richtunggebende
n Verschlimmerung ist nicht aus
zugehen
.
Auch bestehen keine erfolgsversprechenden Therapieoptionen von unfallbeding
ten Beeinträchtigungen mehr (E.
3.11).
Gestützt auf die Recht
sprechung zum Erreichen des status quo ante vel sine ist davon auszugehen, das
s eine durch den Unfall vom 18.
September 2013 allenfalls eingetretene
vorübergehende Verschlimmerung allerspätestens
im Zeitpunkt des Fal
lab
schlusses, das heisst am 31. Dezember 2015, beendet war;
der Zeitpunkt des Fallabschlusses erscheint sogar eher wohlwollend. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang einerseits, dass die nach dem Fallabschluss weiterhin beste
henden organisch hinreichend nachweisbaren Beschwerden (vgl. die Vor
bring
en in Urk. 1 S. 9 Ziff. 28 f. und Ziff. 32) – welche auch dazu geführt haben, dass d
em Beschwerdeführer eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wurde (Urk. 9/158) –
als nicht unfallkausal zu werten sind,
und andererseits, dass
Schmerzen, Druckdolenzen, klinisch feststellbare Bewe
gungseinschränkungen, Muskulatur
ver
härtungen und Verspannungen für sich allein kein klar fass
bares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen
vermögen
(vgl. etwa
Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts vom 3. August
2005 E. 4; Urteile des Bundesge
richts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
4.3
Ob die
nach dem Fallabschluss
noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach den vorstehenden Ausführungen kein klar fassbares unfallbeding
tes organisches Korrelat zugrun
deliegt, in einem natürlichen Kausalzusammen
hang zum ver
sicherten Unfaller
eignis stehen (was aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen wohl eher zu verneinen wäre), kann offen gelassen werden. Denn diesbezüglich ist – anders als bei Gesundheitsschädigungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adä
quate Ka
usal
zusammenhang in der Regel mit dem natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/bb mit Hinweisen) – eine bes
ondere Adäquanz
prüfung vorzuneh
men.
Ob die Adäquanzprüfung nach den in BGE 115 V 133 genannten Kriterien (Psycho-Praxis) oder nach den für die Folgen eines Schleudertraumas der HWS, eines Schädelhirntraumas oder einer dem S
chleudertrauma ähnlichen Verlet
zung in BGE 117 V 359 entwickelten und in BGE 134 V 109 präzisier
ten Regeln zu erfolgen hat, kann offenbleiben, da auch die Beurteilung n
ach letz
terer Praxis – wie im folgenden zu zeigen ist – zur Verneinung der Adä
quanz führt.
Die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Anwendbarkeit beziehungsweise Nichtanwendbarkeit der Schleudertraumapraxis (Urk. 1 S. 6 ff.) gehen im Übrigen fehl, da das strukturierte Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 die Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis nicht zu ersetzen ver
mag, eignet es sich doch in keiner Weise, den adäquaten Kausalzusam
men
hang
zwischen einem Unfall und
der
nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktions
ausfälle zurückzuführen sind,
zu beurteilen.
4.4
4.4.1
Die Unfallschwere des Ereignisses vom
18. September 2013
ist im Rahmen einer ob
jektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Ge
scheh
ensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen.
Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht
di
rekt dem Unfallge
schehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem eigentlichen Unfallge
scheh
en nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenen
falls bei den Adä
quanz
kriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders drama
tischen Begleitumstände oder besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Umstände, wie eine all
fällige Dunkelheit im Unfallzeit
punkt oder Verletzungs- respektive gar Todes
folgen, die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bun
desgerichts 8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E
. 3.2.1).
Einfache Auffahrunfälle werden rechtsprechungsgemäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen qualifiziert.
Dies gilt namentlich für Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug vor einem Fussgänger
streifen oder einem Lichtsignal
, wie
es
sich auch im vorliegenden Fall zuge
tragen hat
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_575/2011
vom 6.
März 2012
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen)
. Es liegen keine Umstände vor, die hier zu einer anderen Beurtei
lung Anlass zu geben vermöchten:
Beim Unfall vom 18. September 2013 lagen beim Heckaufprall des BMW auf das stehende Fahr
zeug des Beschwerdeführers (Hyundai Atos) eine relative Kollisionsge
schwindigkeit von circa 18 bis 23.5 km/h und eine kollisionsbedingte Ge
schwindigkeitsänderung (Delta-v) von rund 11 bis 17 km/h vor.
Zwar wurde das Fahrzeug des Beschwerdeführers aufgrund der Heckkollision in das vor ihm stehende Fahrzeug (Smart) geschoben, doch lagen bei dieser zweiten Kollision bloss noch
eine relative Kollisionsgeschwindigkeit von rund 9 bis 17 km/h sowie eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von rund 5.5 bis 10.5 km/h vor. Mit Blick darauf, dass bei
Auffahr
kollisionen
eine Geschwindigkeitsänderung von 10-15 km/h als sog. Harmlosigkeits
gre
nze
für HWS-Beschwerden gilt, die erste Kollision etwa in diesem Bereich lag un
d die zweite deutlich darunter, sowie angesichts der Fotos der Beschä
di
gungen am Hyundai Atos (Urk. 9/20/17-20) ist der Unfall vom 18. Septem
ber
2013
höchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu den leic
hten Unfällen zu qualifizieren
.
4.4.2
Die adäquate Unfallkausalität des Gesundheitsschadens kann somit nur be
jaht werden, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3).
Der zu beurteilende Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Be
gleitumständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Es wurde weder die Polizei noch die Ambulanz verständigt. Der Unfall hatte
auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art zur F
olge. Die Diagnose eines Schleudertraumas, eines leichten Schädelhirn
traumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Bedeutsam können auch erhebliche Verletzungen sein, welche sich die versicherte Person beim Unfall neben dem Schleudertrauma zugezogen hat. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung betrifft in erster Linie aber die erfahrungsgemässe Eignung, eine intensive, dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata entsprechende Symptomatik zu bewirken. Allgemei
ner Erfahrung entspricht, dass pathologische Zustände nach Verletzungen der Halswirbelsäule bei erneuter Traumatisierung stark exazerbieren können. Eine Distorsion einer bereits durch einen früheren Unfall vorgeschädigten Halswirbelsäule ist daher grundsätzlich geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom 16. Februar 2009 E. 4.4). Eine
entsprechende Qualifikation der erlittenen Verletzung rechtfertigt sich in
de
ssen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom 6. November 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 14. August 2008 E. 5.3 und 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008 E. 7.3.2). Eine erhebliche Vor
schädigung der HWS ist nicht dokumentiert. Damit ist das Kriterium der Schwere und besonderen Art der Verletzung zu verneinen. Jedenfalls liegt es nicht in besonderer Ausprägung vor.
Ebensowenig liegt eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma resp. des leichten Schädel-Hirntraumas typischen Beschwerden vor; adäquanzrele
vant können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehen, wobei sich die Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beein
trächtigung beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom 4. August 2008 E. 4.2). Belegt ist, dass der Beschwerdeführer immer wieder über Beschwerden an der HWS und der LWS klagte. Generell beschränkte sich die Behandlung in der Folge aber im Wesentlichen auf Physiotherapie, welche nicht durchgehend in
Anspruch genommen wurde (vgl. E. 3.6), sowie eine Schmerzmedikation (inkl
. Infiltrationen und Sakralblock; vgl. E. 3.10). Die Beschwerden waren denn auch nicht durchgehend von derselben Intensität (vgl. die telefonische Aus
kunft des Beschwerdeführers vom 16. Dezember 2014 [Urk. 9/108] sowie die Auskunft von Dr. D._ vom 2. Juli 2015, gemäss welcher der Beschwer
de
führer lediglich noch Nackenbeschwerden habe und auch nur noch deswe
gen in Behandlung sei [Urk. 9/148]). Damit ist weder das Kriterium der er
heb
li
chen Beschwerden noch dasjenige der fortgesetzten spezifischen, belas
tenden ärztlichen Behandlung erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_638/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4.2.3 mit Hinweis). Schliesslich sind auch die Krite
rien der ärztlichen Fehlbehandlung, des schwierigen Heilungs
verlaufs und der erheblichen Komplikationen sowie der erheblichen (unfall
bedingten) Arbeit
s
unfähigkeit nicht erfüllt.
4.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin für die vorliegenden Gesund
heitsbeeinträchtigungen mangels
Kausalzusammen
hangs mit dem ver
sicher
ten Unfallereignis
vom 18. September 2013
nicht über den
31. Dezember 2015 hinaus Taggeldleistungen oder andere Leistungen der Unfallver
siche
rung zu erbrin
gen.
Entsprechend ist die Beschwerde abzuwei
sen.