# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2e5c601b-dfb1-4d59-bf1d-aba7bfef6e11
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am _ 2006 kam Y._ zur Welt. Sie ist die Tochter von Z._, geboren am _ 1977, und von X._, geboren am _ 1969. Mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 3. Juni 2008, mitgeteilt am 10. Juli 2008, wurde das Kindesverhältnis festgestellt und X._ ‒ in Abwesenheit ‒ verpflichtet, an den Unterhalt von Y._ rückwirkend ab 5. November 2006 einen indexierten, im Voraus zahlbaren Beitrag von Fr. 850.-- pro Monat zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu leisten. Das Bezirksgericht ging im erwähnten Urteil davon aus, dass X._ im Restaurant, das er zusammen mit seiner damaligen Ehefrau führte, ein Nettoeinkommen von mindestens Fr. 3'300.-- pro Monat erzielt, entsprechend dem Mindestlohnansatz für Vollzeitmitarbeiter ohne Berufslehre des Landes-Gesamtarbeitsvertrags des Gastgewerbes (L-GAV). Beim Grundbedarf wurde ein praxisübliches Existenzminimum für eine alleinstehende Person von Fr. 2'100.-- pro Monat berücksichtigt (Grundbetrag Fr. 1'100.--, Wohnkosten Fr. 800.-- , Krankenkasse Fr. 200.--).
Auf eine gegen dieses Urteil erhobene Berufung trat das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 19. August 2008 (ZF 08 59) nicht ein. Das Gericht setzte X._ indes eine Wiederherstellungsfrist, um die Wiederaufnahme des Verfahrens zu verlangen, sowie eine Beschwerdefrist, um die Durchführung des Kontumazverfahrens anzufechten. Von diesen Möglichkeiten machte der Genannte keinen Gebrauch, so dass das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 3. Juni 2008 in Rechtskraft erwuchs.
B. X._ hatte am 23. Januar 1993 in O.1_ mit A._, geboren am _ 1966, die Ehe geschlossen. Aus dieser Verbindung gingen der Sohn B._, geboren am _ 1994, sowie die Töchter C._, geboren am _ 1999, und D._, geboren am _ 2009, hervor. Mit Urteil der Einzelrichterin in Zivilsachen am Bezirksgericht O.1_ vom 10. Januar 2013 wurde die Ehe geschieden. Die gemeinsamen Kinder wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. In der vom Gericht genehmigten Vereinbarung über die Scheidungsfolgen wurde unter anderem festgestellt, dass mangels Leistungsfähigkeit von X._ derzeit weder für die Kinder noch für die Ehefrau ein Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden könne.
C/1. Am 27. August 2013 reichte X._ beim Vermittleramt des Bezirks Plessur ein Schlichtungsgesuch betreffend die Abänderung des Unterhaltsbeitrags für Y._ ein. Nach erfolglos verlaufener Schlichtungsverhandlung vom 17.
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Oktober 2013 stellte die Vermittlerin am 19. November 2013 die Klagebewilligung aus. Mit Klage vom 29. Januar 2014 prosequierte X._ die Streitsache an das Bezirksgericht Plessur. Seine Rechtsbegehren lauteten wie folgt:
„1. Der vom Kläger der Beklagten geschuldete Unterhaltsbeitrag gemäss Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 3. Juni 2008 im Betrag von CHF 850.00 pro Monat sei mit Wirkung ab Rechtshängigkeit der vorliegenden Klage aufzuheben, bzw. der Kläger sei von der Verpflichtung, diesen Unterhaltsbeitrag an die Beklagte zu bezahlen, zu entbinden.
2. Unter vollumfänglicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beklagten.”
C/2. Y._ beantragte in ihrer Klageantwort vom 25. März 2014 die kostenfällige Abweisung der Klage.
C/3. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 20. August 2014 statt. Da X._ bei dieser Gelegenheit ausführte, dass sein Arzt für ihn ein IV-Gesuch gestellt habe, beschloss das Gericht, eine Beweisergänzung vorzunehmen und die Akten des IV-Verfahrens beizuziehen. Für den Fall, dass der Entscheid über eine IV-Rente zeitnah in Aussicht gestellt werde, wurde eine Sistierung des Verfahrens ins Auge gefasst. Am 21. August 2014 wurde der Rechtsvertreter des Klägers aufgefordert, dem Gericht die Akten des  zukommen zu lassen. Nachdem Rechtsanwalt Allenspach mit Schreiben vom 4. September 2014 mitteilte, dass entgegen den Ausführungen seines Mandanten noch keine Anmeldung bei der Invalidenversicherung erfolgt sei, nahm das Gericht die Urteilsberatung am 30. September 2014 wieder auf. Mit Entscheid vom 30. September 2014, mitgeteilt am 8. Oktober 2014, erkannte das Bezirksgericht Plessur, wie folgt:
„1. Der von X._ an Y._ monatlich geschuldete Unterhaltsbeitrag gemäss Entscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 3. Juni 2008 (Proz. Nr. 110-2008-1) wird per 1. November 2014 auf CHF 650.00 pro Monat reduziert.
2. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 1 basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende August 2014 von 99.0 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Er ist jeweils auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2016, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index alter Index
3. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'850.00 (Entscheidgebühr CHF 5'500.00, Pauschale Schlichtungsverfahren CHF 350.00
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[VA_106/13-444]) werden zu 3⁄4 (CHF 4'387.50) X._ und zu 1⁄4 (CHF 1'462.50) Y._ auferlegt. Sie gehen ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von Y._, MLaw Stephan Bachmann, wird ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 3'545.80 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Der Betrag setzt sich aus der aussergerichtlichen Entschädigung gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO in Höhe von CHF 2'227.60 (inkl. Barauslagen und MwSt.) und dem Honoraranspruch aus dem Mandat der unentgeltlichen Rechtspflege in Höhe von CHF 1'318.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zusammen. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand von X._, Rechtsanwalt lic. iur. Claudio Allenspach, wird ‒ unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO ‒ zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 5'639.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations