# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ef3a6bc-7579-4da3-9a63-0a68618e9ef3
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Mit Verfügung vom 29. Januar 2003 eröffnete die Bundesanwaltschaft (nachfolgend „BA“) gegen verschiedene Mitglieder der Vereinigung B. ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an bzw.  einer kriminellen Organisation gemäss Art. 260ter StGB (Akten BA, pag. 028 f.). Am 19. April 2004 dehnte die BA das Verfahren in persönlicher Hinsicht auf C. aus (Akten BA, pag. 038 f.). Aufgrund der Inhaftierung von C. wurde Rechtsanwalt A. mit Verfügung vom 5. Mai 2004 zu dessen  Verteidiger ernannt (Akten BA, pag. 10320 ff.). Angesichts der Schwere der Anschuldigungen und der Komplexität des Verfahrens wurde die amtliche Verteidigung auch nach der Entlassung von C. aus der  fortgeführt (Akten BA, pag. 10335).
B. Am 3. Mai 2011 legte A. die Schlussabrechnung über seine insgesamt während der Strafuntersuchung erbrachten Leistungen vor (act. 15).  machte er für den Zeitraum vom 29. April 2004 bis zum 3. Mai 2011 einen Zeitaufwand von 237,67 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 240.-- sowie Barauslagen in der Höhe von Fr. 3'709.50 geltend. Mit  vom 1. September 2011 stellte die BA die laufenden  gegen C. vollumfänglich ein (act. 14, Ziff. 1 des ). Daraufhin widerrief die BA mit Verfügung vom 5. September 2011 das amtliche Mandat von A. mit Wirkung auf den 1. September 2011 und sprach ihm für seine Aufwendungen eine Entschädigung von Fr. 43'000.-- (inkl. Auslagen und MwSt.) zu, unter Kürzung des geltend gemachten  auf 164,776 Stunden sowie unter Kürzung des veranschlagten Stundenansatzes auf Fr. 220.-- (act. 3.1, Ziff. 1 und 2 des ). Weiter wies sie A. darauf hin, dass diese Entschädigung  durch Akontozahlung vom 1. Juni 2005 sowie durch Akontozahlung vom 18. Januar 2008 beglichen worden sei (act. 3.1, Ziff. 2 des ).
C. Hiergegen gelangte A. mit Beschwerde vom 16. September 2011 an die
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt, die  Verfügung sei hinsichtlich Ziff. 2 aufzuheben und das dem  zustehende Honorar als amtlicher Verteidiger sei auf insgesamt Fr. 56'937.60 (inkl. Auslagen und MwSt.) festzulegen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse (act. 1).
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In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2011 beantragt die BA die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 7).
Mit Beschwerdereplik vom 18. Oktober (recte: November) 2011 hält A. an seinen Anträgen fest (act. 11). Ein Doppel dieser Beschwerdereplik wurde der BA am 21. November 2011 zur Kenntnis gebracht (act. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gegen den Entschädigungsentscheid der Bundesanwaltschaft kann die
amtliche Verteidigung innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach den  der Art. 393 ff. StPO führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 396 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG; RUCKSTUHL, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 135 StPO N. 16 ff.). Voraussetzung zur  ist dabei auf Seiten der amtlichen Verteidigung ein rechtlich  Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen  (Art. 382 Abs. 1 StPO; vgl. zum hier weit gefassten Begriff der Partei die Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des , BBl 2006 S. 1308; siehe auch GUIDON, Die Beschwerde  Schweizerischer Strafprozessordnung, Berner Diss., Zürich/St.  2011, N. 308 m.w.H.). Mit der Beschwerde gerügt werden können  Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich  und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und  (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des  (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als amtlicher Verteidiger des vormals Beschuldig-
ten C. durch die angefochtene Verfügung in dem Sinne beschwert, als  die von ihm für seine im Strafverfahren gemachten Bemühungen  gemachte Entschädigung teilweise verweigert worden ist. Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass,  auf die Beschwerde einzutreten ist.
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2. 2.1 Die amtliche Verteidigung in Bundesstrafverfahren wird nach dem Anwalts-
tarif des Bundes entschädigt. Die Bundesanwaltschaft oder das urteilende Gericht legen die Entschädigung am Ende des Verfahrens fest (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO i.V.m. Art. 7 StBOG). Die Kosten der amtlichen  umfassen das Honorar und die notwendigen Auslagen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Telefonspesen (Art. 11 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31.  2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in  [BStKR, SR 173.713.162]). Das Honorar wird nach dem notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand der Anwältin oder des  für die Verteidigung bemessen. Der Stundenansatz beträgt  200 und höchstens 300 Franken (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Das  bringt diesbezüglich in seiner langjährigen Praxis für die  durchschnittlicher Verfahren, d.h. für Verfahren ohne hohe  und ohne Mehrsprachigkeit, einen Stundenansatz von Fr. 220.-- in Anschlag (vgl. hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2011.32 vom 23. August 2011, E. 3.2.2; nebst vielen anderen auch die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BK.2010.9 vom 30. Dezember 2010, E. 3.3.1; BK.2010.5 vom 21. Dezember 2010, E. 3.5). Die Auslagen werden  auf Grund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 Abs. 1 BStKR). In Fällen, in welchen um Ausrichtung einer Entschädigung für Leistungen in einem Zeitraum vor und nach dem Inkrafttreten der StPO am 1. Januar 2011 ersucht wird, kann trotz der intertemporalrechtlichen  gesamthaft das neue Recht angewendet werden, da es sich  der Berechnung und der Ansätze vom alten Recht nicht substantiell  (vgl. hierzu SCHMID, Übergangsrecht der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/St. Gallen 2010, N. 362, 365 und 375).
2.2 Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet die Beschwerdegegnerin, ihren Entscheid in nachvollziehbarer Weise zu begründen, weshalb sie welche der in  gestellten Aufwandposition für übersetzt hält (Urteil des  6B_136/2009 vom 12. Mai 2009, E. 2.3). Die Rüge der  Detailliertheit der Begründung geht fehl. Die Beschwerdegegnerin hat ausführlich und in verständlicherweise ihre Bemessung dergestalt , dass es dem Beschwerdeführer ohne weiteres möglich war, die  substantiiert anzufechten. Was das Aktenstudium betrifft, gilt es , dass die Bundesanwaltschaft als die das Honorar festlegende erstinstanzliche Behörde am besten in der Lage ist, die Angemessenheit der anwaltlichen Bemühungen hinsichtlich dieser Positionen zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 6B_108/2010 vom 22. Februar 2011, E. 9.1.3),
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weshalb ihr – trotz voller Kognition der Beschwerdekammer des  – dabei ein Ermessensspielraum zuzugestehen ist.  ist festzuhalten, dass die Rechtsmittelinstanz bei ihrem Entscheid –  Vorbehalt des Verbots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) – weder an die Begründungen der Parteien noch an die Anträge der Parteien gebunden ist, es sei denn, es werden Zivilklagen beurteilt (Art. 391 Abs. 1 StPO).
2.3 Nach dem Schriftenwechsel ist einzig das geltend gemachte Aktenstudium
im Umfang von ca. 86 Stunden strittig. Der Beschwerdeführer führt  aus, dass die Verfahrensdauer von insgesamt 7 1⁄2 Jahren sowie der grosse Aktenumfang (80 Bundesordner, über 20 Beilagenordner, 250 Harddisks und DVDs mit ca. 20'000 Seiten Aktenmaterial) ein  von 86 Stunden rechtfertigen würden. Dies sei u. a. damit zu , dass lange Zeit nicht klar gewesen sei, welche Vorwürfe C. zur Last gelegt werden würden, so dass er seiner Verteidigungs- und  Rechnung tragend zumindest alle Akten rudimentär habe  müssen. Zudem sei ein Vergleich mit anderen Verteidigern von  unangebracht, da sich diese nicht noch mit zusätzlichen  aus dem gegen C. geführten Thurgauer Verfahren hätten  müssen. C. habe überdies zur Kerngruppe der B. gehört, weshalb er – sofern ein Vergleich überhaupt zulässig – nur mit Anwälten von  Hauptbeschuldigten verglichen werden könne. Die Kürzung durch die Beschwerdegegnerin sei deshalb willkürlich erfolgt und verletzte die , da die Kürzung zu wenig konkret begründet und nicht substantiiert erfolgt sei.
2.4 Dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwand, ein umfangreiches
Aktenstudium lasse sich aus dem Grund rechtfertigen, dass lange Zeit nicht klar war, welche Vorwürfe seinem Klienten gemacht würden, kann nicht  werden. Wohl muss sich der Verteidiger mit den seinen Klienten betreffenden Akten sorgfältig auseinandersetzen, er ist hingegen nicht gehalten, vorsichtshalber alle Akten, welche seinen eigenen Klienten auch entfernt nicht betreffen, zu studieren. Spätestens ab dem 31. März 2005 waren die Vorwürfe gegen C. bekannt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der  jedoch schon 14 Stunden und 15 Minuten Aktenstudium betrieben, was im Vergleich zu Anwälten von Mitbeschuldigten bereits schon ein Drittel des von diesen gesamthaft geltend gemachten  darstellt. Ein Quervergleich mit Verteidigerkollegen ist insoweit , als dass sich der getätigte Aufwand als offensichtlich  hoch herausstellt (Urteil des Bundesgerichts 6B_528/2010 vom 16. September 2010, E. 2.5.1). Ein Vergleich zeigt, dass die Rechtsanwäl-
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tin D. ein Aktenstudium von 47 Stunden, Rechtsanwalt E. ein Aktenstudium von 48 Stunden, Rechtsanwalt F. ein Aktenstudium von 40 Stunden und Rechtsanwalt G. ein Aktenstudium von 39 Stunden geltend machen.  des überdurchschnittlich höheren Aufwandes des  von 86 Stunden, ist ein Vergleich demzufolge vorliegend zulässig. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht den  nur mit denjenigen Verteidigern verglichen, welche sich mit einer  und rechtlich vergleichbaren Situation auseinanderzusetzen . Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, dass ein solcher  nicht statthaft sei, da er einen zusätzlichen Mehraufwand aufgrund des parallel laufenden Thurgauer Verfahrens zu bewältigen gehabt habe. Hier verkennt der Beschwerdeführer hingegen, dass den Mitbeschuldigten auch weitere Delikte vorgeworfen wurden und ihre Verteidiger sich u. a.  mit Vorwürfen wie Betäubungsmitteldelikten (Art. 19 des  vom 3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die  Stoffe [Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121]),  (Art. 182 StGB), Förderung der Prostitution (Art. 195 StGB) oder Pornographie (Art. 197 StGB) auseinandersetzen mussten. Der Einwand des Beschwerdeführers, dass es sich bei seinem Klienten um einen  handelte und er demzufolge mit Anwälten von  verglichen werden müsse, geht fehl. C. hatte klar eine  Stellung inne und zählte allenfalls zum weiteren Kreis der um H. bestehenden Kerngruppe (act. 14, S. 13 f.). Dennoch zeigt auch ein  mit dem Anwalt eines der Hauptbeschuldigten I., dass der  fast doppelt soviel an Aktenstudium geltend macht. Auch gemessen am geltend gemachten Gesamtaufwand macht der  mit 237,67 Stunden, 111,58 Stunden mehr als Rechtsanwalt G., 105,84 Stunden mehr als Rechtsanwalt E., 83,17 Stunden mehr als Rechtsanwalt F. und sogar 114,67 Stunden mehr als Rechtsanwältin D. geltend. Aus diesen Gründen ist die geltend gemachte Entschädigung  unverhältnismässig und die vorgenommene Kürzung, unter  des Ermessensspielraums, welcher der  zuzugestehen ist, als sachgerecht zu bezeichnen.
3. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, wes-
halb sie abzuweisen ist.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese werden auf
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Fr. 1'500.-- festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in  Höhe verrechnet (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR).
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