# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d908bdb8-d0d7-4d73-bbaf-f573d7e072e5
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Diebstahl
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich,
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 26. März 2015 (GG150041)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 9. Februar 2015 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 16).
Urteil und Verfügung der Vorinstanz: (Urk. 39 S. 35 f.)
Vorab wird verfügt:
1. Das Gesuch des Beschuldigten um Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X._ als amtli-
cher Verteidiger wird abgewiesen.
2. (Mitteilungen)
3. (Rechtsmittel)
Sodann wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
4. Auf den Widerruf der mit Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom
28. August 2012 bedingt ausgefällten Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 10.– wird ver-
zichtet. Die mit diesem Entscheid angesetzte Probezeit wird um 1 Jahr verlängert.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 9. Februar 2015 beschlagnahm-
ten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich deponierten Gegenstände (4 Armreife und
2 Halsketten aus Gold [Sachkautionsnummer ...]) werden der Privatklägerin nach Eintritt der
Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen ausgehändigt.
Werden die beschlagnahmten Gegenstände nach Ablauf eines Jahres nach Rechtskraft
nicht abgeholt, werden diese der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung über-
lassen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'400.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt.
8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ für das gesamte Verfahren
eine Entschädigung von Fr. 300.– zu bezahlen.
9. (Mitteilungen)
10. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge: (Prot. II S. 6)
a) Des Beschuldigten bzw. dessen Verteidigung:
(Urk. 42 S. 2)
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 26.03.2015 (Ge-
schäfts-Nr. GG150041) sei vollständig aufzuheben;
2. der Beschuldigte sei von jeglicher Schuld und Strafe freizusprechen;
3. der Beschuldigte sei für die zu Unrecht gegen ihn geführte Strafuntersu-
chung angemessen zu entschädigen;
4. die seitens der Privatklägern geltend gemachten Zivilforderungen seien alle-
samt abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten des
Staates.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich; Urk. 46)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
26. März 2015 wurde der Beschuldigte A._ anklagegemäss des Diebstahls
schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe bestraft; betreffend eine
bedingt aufgeschobene Vorstrafe wurde die Probezeit verlängert (Urk. 39 S. 35).
Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte durch seinen erbetenen Verteidi-
ger mit Eingabe vom 7. April 2015 innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden
(Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 28). Die Berufungserklärung der Verteidigung ging,
nachdem ihr das begründete Urteil am 3. Juli 2015 zugestellt worden war
(Urk. 38/2), ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein
(Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 42). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 28. Juli
2015 innert Frist mitgeteilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet wird (Urk. 46;
Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO).
Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht gestellt (Art. 389
Abs. 3 StPO; Urk. 42; Prot. II S. 7 f.).
Mit Beschluss vom 31. August 2015 hat die Kammer den bisherigen, erbetenen
Verteidiger des Beschuldigten rückwirkend als amtlichen Verteidiger bestellt und
diesen per Datum des Beschlusses als amtlichen Verteidiger entlassen (Urk. 51),
worauf er mitteilte, den Beschuldigten nicht mehr zu vertreten (Urk. 53).
2. Die Verteidigung hat die Berufung in ihrer Berufungserklärung ausdrücklich
nicht beschränkt (Urk. 42; Art. 399 Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde beantragt
die Bestätigung des angefochtenen Entscheides (Urk. 46). Der vorinstanzliche
Entscheid ist damit vollumfänglich angefochten und daher in keinem Punkt in
Rechtskraft erwachsen (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO).
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II. Schuldpunkt
1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Anklagebehörde vom
9. Februar 2015 im Hauptanklagepunkt zusammengefasst vorgeworfen, der Pri-
vatklägerin B._ aus ihrer Wohnung 4 Halsketten, 3 Fingerringe und 4 Armrei-
fen gestohlen zu haben. In einem Eventualpunkt wird dem Beschuldigten vorge-
worfen, eine ihm von der Privatklägerin als Pfand übergebene Goldkette ohne Be-
rechtigung verkauft zu haben (Urk. 16 S. 2).
1.2. Vorab fällt auf, dass die Anklagebehörde zwei sich nicht deckende Sachver-
halte umschreibt und dabei den zweiten Sachverhalt nur eventualiter einklagt. Die
Vorinstanz hat den Sachverhalt gemäss Hauptanklagepunkt als erstellt erachtet,
den Sachverhalt gemäss Eventualanklagepunkt jedoch ausgeschlossen (Urk. 39
S. 25 und S. 27).
2. Der Beschuldigte bestreitet im Berufungsverfahren wie im gesamten bisheri-
gen Verfahren, aus der Wohnung der Privatklägerin Schmuck gestohlen zu haben
(Prot. I S. 11 und S. 19; Urk. 42; Urk. 58 S. 4 und S. 7).
3. Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen des angefochtenen Entscheides
vorab die massgeblichen Beweismittel, nämlich die Aussagen der Beteiligten, des
Beschuldigten und der Privatklägerin, und die von diesen eingereichten Unterla-
gen, ausführlich zitiert. Auf diese Darstellung ist vorliegend zur Vermeidung von
Wiederholungen zu verweisen (Urk. 39 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In der Folge
hat die Vorinstanz die Beweismittel einer sorgfältigen Würdigung unterzogen und
kam zusammengefasst zum Schluss, die Aussagen der Privatklägerin seien im
Wesentlichen widerspruchsfrei und konstant. Für eine bewusste Falschaussage
bestünden keinerlei Anhaltspunkte. Die Darstellung der Privatklägerin, wonach es
sich bei den im Schmuckgeschäft sichergestellten Schmuckstücken um ihren
Schmuck gehandelt habe, werde durch die von ihr eingereichten Fotos gestützt.
Im Übrigen habe der Beschuldigte anerkannt, dass die Halskette mit dem Na-
mensanhänger "..." der Privatklägerin gehörte. Die Aussagen des Beschuldigten
vermöchten die Glaubhaftigkeit der Sachdarstellung der Privatklägerin nicht zu
erschüttern. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach es sich beim verkauften
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Schmuck (mit Ausnahme der Halskette mit dem Anhänger "...") um seinen
Schmuck gehandelt habe, seien nicht glaubhaft. Seinen Aussagen widersprächen
insbesondere die von der Privatklägerin eingereichten Fotos, aus welchen ersicht-
lich sei, dass sie die Halskette mit der Brosche bereits im Jahr 2003 und somit in
einem Zeitpunkt besass, in dem sie mit dem Beschuldigten noch nicht bekannt
war. Nicht überzeugend sei die Darstellung des Beschuldigten, die Privatklägerin
habe ihm die Halskette mit dem Namensanhänger "..." verpfändet. Die diesbezüg-
lichen Angaben des Beschuldigten wiesen zahlreiche Widersprüche und Unge-
reimtheiten auf, so dass darauf nicht abgestellt werden könne. Insgesamt verblie-
ben keine vernünftigen Zweifel daran, dass sich die Geschehnisse so zugetragen
hätten, wie sie die Privatklägerin im relevanten Kernbereich widerspruchsfrei ge-
schildert habe. Der Sachverhalt gemäss Hauptstandpunkt sei erstellt (Urk. 39 S.
25 f.).
4. Der Beschuldigte hat anlässlich der Berufungsverhandlung den angefochte-
nen Entscheid dahingehend kritisiert, er sei reingelegt worden. Die Privatklägerin
lüge, weil sie immer Geld von ihm wolle und wütend sei, weil er ihr kein Geld ge-
be. Er habe bei ihr sein Gold, mehrere 100 Gramm, deponiert, welches er sich
dank seiner Arbeit in einem Restaurant in St. Gallen habe leisten können. Die in
Urk. 10/2 abgebildete Halskette sei seine (Urk. 58 S. 4 f.).
5. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist entgegen dem Appellanten nicht zu
beanstanden, sondern vielmehr überzeugend und daher vollumfänglich zu über-
nehmen: Die Aussagen, die die Privatklägerin bei der Polizei (Urk. 4) und in der
Untersuchung (Urk. 7) deponiert hat, sind in der Tat detailliert, konstant, lebens-
nah und überzeugend. Es ist kein Motiv ersichtlich, weshalb sie den Beschuldig-
ten fälschlicherweise einer Straftat bezichtigen soll: Sie bezeichnete ihn konstant
als Freund und wartete mit der Strafanzeige zugunsten des Beschuldigten in der
Hoffnung, der Fall liesse sich ohne Beizug der Behörden klären. Der fragliche
Schmuck befand sich – zumindest in wesentlichen Teilen – nicht mehr im Besitz
des Beschuldigten, sondern in demjenigen des Basler Händlers, weshalb eine
Anzeige gegen den Beschuldigten nicht dem Zweck dienen konnte, an den
Schmuck heran zu kommen. Auch eine finanzielle Entschädigung war vom ar-
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beitslosen und verschuldeten Beschuldigten nicht zu erwarten. Zentral ist sodann
mit der Vorinstanz, dass die Privatklägerin mit den durch sie eingereichten Foto-
grafien beweisen konnte, dass sie bereits zu einem Zeitpunkt im Besitz eines der-
jenigen Schmuckstücke, die der Beschuldigte als sein Eigentum reklamiert, war,
als sie den Beschuldigten noch gar nicht kannte. Entgegen der Verteidigung kann
von "vagen Aussagen der Privatklägerin" (Urk. 42 S. 4) nicht die Rede sein.
Die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 5, Urk. 6, Urk. 8, Urk. 58 S. 4 ff. und Prot. I
S. 11 ff.) sind hingegen lebensfremd und durchsetzt von Widersprüchen: Er
machte inkonstante Aussagen zum Zeitpunkt des Verkaufs des Schmucks an den
Basler Händler und zu den behaupteten gegenseitigen Kreditgewährungen zwi-
schen ihm und der Privatklägerin. Augenfällig, aber unbehelflich, ging er sodann
dazu über, die Privatklägerin und deren Freund in ihrer Person zu diffamieren. So
sei sie eine bekannte Betrügerin, Lügnerin, ja sogar Prostituierte und Mitglied in
einer terroristischen Vereinigung, was ihn jedoch scheinbar nicht davon abgehal-
ten hat, bis unmittelbar vor dem fraglichen Vorfall mit ihr freundschaftlich zu ver-
kehren. Zu seiner Entlastung behauptete er – so auch anlässlich der heutigen Be-
rufungsverhandlung (Urk. 58 S. 8) –, das Schmuckstück mit dem Namen der
Tochter der Privatklägerin (betreffend welches er offensichtlich nicht behaupten
konnte, er habe es selber gekauft), sei ihm von der Privatklägerin als Pfand für ei-
nen Kredit überlassen worden. Da sie diesen nicht zurückgezahlt habe, habe er
das Schmuckstück verkauft. Als Beleg für diese seitens der Privatklägerin be-
strittene Behauptung legt er eine Überweisungsquittung über Fr. 500.– vor (Urk. 8
Anhang). Diese datiert nun aber von Ende Oktober 2013 (und somit zwei Wochen
nach dem Verkauf des Schmuckstücks, dieser erstelltermassen vom 16. Oktober
2013), weshalb es sich bei dieser Zahlung entgegen seiner Behauptung nicht um
eine Kreditgewährung gegen Pfand gehandelt haben kann. Die Privatklägerin hat
zu dieser Zahlung überzeugend ausgesagt, dass es sich um die Begleichung ei-
ner Kreditschuld seitens des Beschuldigten gehandelt habe (Urk. 7 S. 6). Ferner
hat der Beschuldigte behauptet, er habe der Privatklägerin seinen Schmuck zum
Tragen überlassen (Prot. I S. 14 mit Bezug auf Urk. 10/2). Dies ist offensichtlich
gelogen, da die Privatklägerin diesen Schmuck – wie vorstehend erwogen – be-
reits im Jahr 2003 und damit zu einem Zeitpunkt trug, als sie den Beschuldigten
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noch gar nicht kannte (Urk. 10/4), gab der Beschuldigte doch konstant an, erst im
Jahr 2008 in die Schweiz eingereist und von seinem Schlepper zur Privatklägerin
gebracht worden zu sein (Urk. 6 S. 2; Urk. 58 S. 4 und S. 6). Bezeichnenderweise
erklärte der Beschuldigte heute denn auch auf entsprechenden Vorhalt, wonach
die Privatklägerin Fotografien eingereicht habe, gemäss welchen sie diese Kette
bereits im Jahr 2003 getragen habe, dies(e Kette) könnte ähnlich wie sein
Schmuck sein; man könne in Geschäften solche Sachen finden bzw. es gebe
überall ähnlichen Schmuck. Es sei nicht dasselbe Schmuckstück, das die Privat-
klägerin damals getragen habe (Urk. 58 S. 5 und S. 8). Zudem präsentierte der
Beschuldigte heute nochmals eine bzw. sogar zwei neue Versionen, weshalb er
den Schmuck gerade in Basel und nicht in Zürich verkauft habe. Zunächst gab er
an, der Geschäftsinhaber (in Basel) habe ihm in Aussicht gestellt, etwas mehr zu
bezahlen (Urk. 58 S. 6 Mitte); bereits in der nächsten Antwort erklärte er indes, in
Zürich seien seine Landsleute nicht bereit, das zu kaufen oder zu verkaufen, er
habe keinen geeigneten Ort gefunden, das zu verkaufen oder zu verpfänden
(Urk. 58 S. 6). Schliesslich liegt das Motiv des Beschuldigten auf der Hand: Er war
zum Zeitpunkt des Vorfalls eingestandenermassen arbeitslos, verschuldet und be-
fand sich im Zahlungsnotstand (Urk. 6 S. 7 und S. 9; vgl. auch Urk. 58 S. 6). Das
Beweisresultat der Vorinstanz ist damit zutreffend und zu übernehmen.
6. Die rechtliche Würdigung des erstellten Sachverhalts durch Anklagebehörde
(Urk. 16 S. 2) und Vorinstanz (Urk. 39 S. 26) ist zutreffend. Der angefochtene
Schuldspruch ist daher zu bestätigen und der Beschuldigte des Diebstahls im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
III. Sanktion
1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 60 Tages-
sätzen zu Fr. 30.– bestraft. Der Strafvollzug wurde bedingt aufgeschoben unter
Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. Auf eine Verbindungsbusse wurde
ebenso verzichtet wie auf die Anordnung des Vollzugs der bedingten Geldstrafe
gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom
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28. August 2012. Letzteres unter Verlängerung der Probezeit um ein Jahr (Urk. 39
S. 35).
2. Der Beschuldigte beanstandet das ausgefällte Strafmass nicht substantiiert
(Urk. 58 S. 7). In der Berufungserklärung liess er ausführen, für die von der Vor-
instanz vorgenommene Verdreifachung der von der Staatsanwaltschaft beantrag-
ten Strafe gebe es keine plausiblen Gründe (Urk. 42 S. 4).
3. Der Ausfällung einer (gegenüber der Geldstrafe strengeren Sanktion der)
Freiheitsstrafe, der Verweigerung des bedingten Vollzugs der aktuell auszufällen-
den Strafe, der Ausfällung einer Verbindungsbusse sowie dem Widerruf der be-
dingt aufgeschobenen Vorstrafe steht im Berufungsverfahren vorab das pro-
zessuale Verbot der reformatio in peius entgegen (Art. 391 Abs. 2 StPO).
4.1. Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere beträgt die Delikts-
summe mit der Vorinstanz mehrere Tausend Franken. Wohl war für die Tat-
begehung kein besonders raffiniertes Vorgehen erforderlich, da der Beschuldigte
relativ freien Zutritt zur Wohnung der Privatklägerin hatte. Durch sein Verhalten
verletzte er jedoch das ihm durch die Privatklägerin entgegengebrachte Vertrauen
massiv, was für einige kriminelle Energie und Skrupellosigkeit spricht.
4.2. Zur subjektiven Tatschwere handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz.
Andere als finanzielle Motive sind nicht ersichtlich. Wenn er eine gewisse Geldnot
anführt, entlastet ihn dies nicht, da er nach eigener Darstellung diese selber ver-
schuldet hat (Urk. 6 S. 9). Eine hypothetische Einsatzstrafe im Bereich von
40 Tagessätzen Geldstrafe ist nach der Beurteilung der Tatkomponente dieses
dreisten Diebstahls bei einer Bekannten – entgegen der Verteidigung – durchaus
angemessen.
4.3. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persönli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten angeführt, worauf zu verweisen ist (Urk. 39
S. 28). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat er aktualisiert, aufgrund von
Schulterproblemen könne er derzeit nicht arbeiten. Er habe sich daher beim RAV
angemeldet, welches ihn – neben der SUVA – finanziell unterstütze. Fr. 2'200.–
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erhalte er monatlich. Davon würden Fr. 450.– für die Miete sowie rund Fr. 390.–
für Krankenkassenprämien anfallen. Seiner Schwester könne er kein Geld mehr
schicken, da er nur sehr knapp über die Runden komme. Seine Schulden würden
sich aktuell auf mehr als Fr. 10'000.– belaufen (Urk. 58 S. 1 ff.). Die persönlichen
Verhältnisse des Beschuldigten wiegen strafzumessungsneutral. Eine gesteigerte
Strafempfindlichkeit weist er nicht auf. Ein positives Nachtatverhalten in Form ei-
nes Geständnisses oder gar Reue und Einsicht hat er nicht an den Tag gelegt,
was ebenfalls neutral wiegt. Die nicht einschlägige Vorstrafe wiegt ebenso straf-
erhöhend wie das erneute Delinquieren während laufender Probezeit (Urk. 41;
Urk. 57).
4.4. Die nach der Beurteilung der Tatkomponente bemessene hypothetische
Einsatzstrafe ist somit aufgrund der sich erschwerend auswirkenden Täterkompo-
nente merklich zu erhöhen. Insgesamt ist die durch die Vorinstanz bemessene
Geldstrafe von 60 Tagessätzen dem Verschulden und den persönlichen Verhält-
nissen des Beschuldigten angemessen.
5. Die Tagessatzhöhe ist mit den Erwägungen der Vorinstanz und unter Be-
rücksichtigung des entsprechenden Antrags des früheren Verteidigers des Be-
schuldigten (Urk. 25 S. 8; Prot. II S. 6) und der aktuellen Ökonomika (vgl. soeben
Ziff. III.4.3) des Beschuldigten auf Fr. 30.– anzusetzen.
6. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer Probe-
zeit von 3 Jahren, der Verzicht auf die Ausfällung einer Verbindungsbusse sowie
der Verzicht auf den Widerruf der bedingt aufgeschobenen Vorstrafe mit der Ver-
längerung der Probezeit um ein Jahr ist ausgangsgemäss zu bestätigen (Urk. 39
S. 29-32).
IV. Beschlagnahmungen
Die vorinstanzliche Regelung betreffend den in der Untersuchung beschlagnahm-
ten Schmuck ist ausgangsgemäss zu bestätigen (Urk. 39 S. 33; Art. 82 Abs. 4
StPO).
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V. Zivilforderungen
Die vorinstanzliche Regelung betreffend die seitens der Privatklägerin
adhäsionsweise geltend gemachte Zivilforderung ist ausgangsgemäss zu bestäti-
gen (Urk. 39 S. 33; Art. 82 Abs. 4 StPO).
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenfestsetzung sowie Kosten-
auflage an den Beschuldigten zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
3. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen voll-
umfänglich, weshalb ihm auch die Kosten dieses Verfahrens (exklusive Kosten
der amtlichen Verteidigung) aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO).
4. Der nachträglich und rückwirkend bestellte amtliche Verteidiger des Be-
schuldigten ist für seinen Aufwand mit Fr. 1'562.75 (inkl. MwSt.) zu entschädigen
(Urk. 54). Diese Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Ge-
richtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 und Art. 379 StPO). Der Aufwand des
Rechtsvertreters des Beschuldigten als amtlicher Verteidiger bezog sich im Um-
fang der Hälfte auf das Beschwerdeverfahren betreffend die vorinstanzliche Ver-
weigerung der amtlichen Verteidigung. Diesbezüglich hat der Beschuldigte in der
Folge obsiegt. Entsprechend verbleibt bloss betreffend die Hälfte der einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmenden Kosten der amtlichen Verteidigung der Vor-
behalt einer Rückforderung gegen den Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
5. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Verpflichtung des Beschuldigten zur
Leistung einer Umtriebsentschädigung von Fr. 300.– an die Privatklägerin zu be-
stätigen (Art. 433 StPO).
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