# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1857eacb-019d-40ce-8088-0ccdaa931ca6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1959, wuchs in O.1_ auf, wo er auch die Primar- und Realschule besuchte. Im Laufe seiner beruflichen Karriere war er in verschiedenen Branchen tätig und liess sich unter anderem zum Bauführer und später zum Betriebswirt ausbilden. Seit dem Jahre 2001 ist er aus gesundheitlichen Gründen – er leidet an der Bechterew-Krankheit – nicht mehr arbeitstätig und bezieht eine monatliche Rente (IV und Pensionskasse) in Höhe von insgesamt CHF 6'900.00. Seine Frau A._, mit welcher er seit dem Jahre 1985 verheiratet ist, arbeitet zu 50% und verdient monatlich ca. CHF 2'500.00. Im Schweizerischen Strafregister ist X._ nicht verzeichnet.
B. Am 20. Oktober 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG; SR 514.54) und befand ihn mit Strafbefehl vom 8. Juni 2012 des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG für schuldig. Nebst einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen à CHF 170.00 sowie einer Busse von CHF 1'400.00 wurde die Vernichtung der anlässlich der Hausdurchsuchung vom 11. August 2009 sichergestellten Gegenstände angeordnet.
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 22. Juni 2012 bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Einsprache. Nach weiterführenden Untersuchungen stellte diese ihm am 12. Oktober 2012 in Aussicht, dass sie den Strafbefehl dem Gericht überweisen werde.
D. Am 22. April 2013 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl vom 8. Juni 2012 dem Bezirksgericht Plessur als Anklageschrift. Der Strafbefehl stützte sich auf den folgenden Sachverhalt:
"1. In der Zeit ab dem Jahre 2006 bis zum 10. August 2009 stellte X._ in der Werkstätte seines Wohnhauses am _weg in O.2_ für die Büchsenmacherei B._, O.3_, Jagdmunition her, wobei er die Patronen mit dem Kaliber 10.3mm x 60 R unter der Marke "D._" selbst entwickelt hatte. Die Komponenten zur Herstellung der Munition, nämlich Patronenhülsen, Schiesspulver, Zündhütchen sowie Projektile, stellte ihm B._ zur Verfügung. Während des genannten Zeitraumes lieferte der Beschuldigte der Büchsenmacherei B._ insgesamt ca. 15'000
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bis 19'000 Patronen nach O.3_. Hierfür erhielt er einmal, nämlich ca. Ende 2008, von B._ eine Entschädigung von CHF 2'300.00. Im Übrigen übte er seine Tätigkeit für die erwähnte Büchsenmacherei unentgeltlich aus, abgesehen davon, dass er im Waffengeschäft B._ jeweils zu günstigen Konditionen Waren beziehen konnte, wovon er indessen nur wenig Gebrauch machte.
Im Weiteren verkaufte X._ im genannten Zeitraum in seinem Wohnhaus in O.2_ vereinzelt an Bündner Jäger Patronen der Marke D._, wobei er den von den Jägern bezahlten Kaufpreis jeweils an die Büchsenmacherei B._ weiterleitete. Vereinzelt gab er seinen Jagdkollegen eine geringe Zahl solcher Patronen unentgeltlich ab. Anlässlich einer Hausdurchsuchung am 11. August 2009 stellte die Kantonspolizei Graubünden beim Beschuldigten Schiesspulver, leere Hülsen, Projektile, einen Schalldämpfer Marke Eigenbau sowie 1'441 Stück Patronen des Kalibers 10.3 x 60 R sicher.
2. Die Büchsenmacherei B._ ist seit dem 23. September 1991 im Fürstentum Liechtenstein Inhaberin einer Gewerbebewilligung unter anderem für eine Büchsenmacherei sowie den Handel mit Jagd-, Verteidigungs- und Sportwaffen, Jagd- und Schützenausrüstungsgegenständen (act. 1.15). Diese ist gemäss einer Bestätigung der Landespolizei des Fürstentum Liechtenstein vom 26. August 2010 einer Waffenhandelsbewilligung nach Art. 23 des Liechtensteinischen Waffengesetzes gleichgestellt und umfasst auch die Herstellung von Munition (act. 1.16). Zudem besitzt die Büchsenmacherei B._ eine Bewilligung der Schweizerischen Eidgenossenschaft für die gewerbsmässige Einfuhr von Waffen und Munition (act. 1.17 und 1.18) sowie das gewerbsmässige Verbringen von Waffen, wesentlichen Waffenbestandteilen sowie von Munition und Munitionsbestandteilen in das schweizerische Staatsgebiet (act. 1.19 und 1.20). Die von X._ in O.2_ für die Büchsenmacherei B._ ausgeübte Tätigkeit war indessen nicht durch die erwähnten Bewilligungen abgedeckt, sondern hierfür bedurfte X._ einer Waffenhandelsbewilligung im Sinne von Art. 17 des Schweizerischen Waffengesetzes. Über eine solche Bewilligung verfügte der Beschuldigte indessen nicht."
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E. Mit Schreiben vom 23. Mai 2013 stellte Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Barth, der Rechtsvertreter von X._, beim Gericht Beweisergänzungsanträge, welche mit Schreiben vom 7. Juni 2013 jedoch allesamt abgelehnt wurden. Am 27. Juni 2013 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur statt, anlässlich welcher die Staatsanwaltschaft an ihrem Strafbefehl festhielt und X._ seinerseits einen vollumfänglichen Freispruch beantragte.
F. Gegen das am 27. Juni 2013 ergangene und am 1. Juli 2013 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Plessur meldete X._ (nachfolgend Berufungskläger) mit Schreiben vom 11. Juli 2013 Berufung an. Daraufhin stellte das Bezirksgericht Plessur den Parteien am 20. September 2013 das begründete Urteil zu, in welchem es was folgt erkannte:
"1. X._ ist der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 33 Abs. 1 lit. a des Waffengesetzes schuldig.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 170.00 und einer Busse von CHF 1'000.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 6 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die von der Kantonspolizei Graubünden am 10. August [recte: 11. August] 2009 im Wohnhaus von X._ sichergestellten Komponenten für die Herstellung von Munition (Schiesspulver, Projektile, Hülsen) sowie 1'441 Stück Patronen des Kalibers 10.3 x 60 R werden gestützt auf Art. 69 StGB gerichtlich eingezogen und sind zu vernichten, soweit diese nicht verwertet werden können.
b) Der sichergestellte Schalldämpfer wird X._ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils herausgegeben.
4. (Kostenregelung)

## Considerations