# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 17567f5d-67ad-449b-bfef-05e5c8253398
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
ist 1975 geboren
und hat
nach der Grundschule
keinen Beruf er
lernt
. Sie ist verheiratet und Mutter von Zwillingen, geboren 200
1.
Nachdem sie bis
im Jahr
2002 für die
Y._
tätig
gewesen
war, bezog sie in der Folge Arbeitslosenentschädigung bzw
.
war nichterwerbstätig (vgl.
Urk.
6/9). Ab 2008 arbeitete
sie
in geringem Umfang
teilzeitlich
als Reinigungskraft, welche Tätig
keit sie im Jahr 2013 aufgab
.
Anfang 2011
erkrankte sie an einem
Ovarialtumor und
musste sich zwei Eing
riffen am Unterleib unterziehen.
I
n der Folge traten psychische Schwierigkeiten hinzu.
Am 19. März 2014 meldete sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf seit Januar 2011 bestehenden hohen Blutdruck, Angst, Depression und Schmerzen zum Leistungsbezug a
n (Urk.
6/5
; Eingang dort am 2
1.
Mai 2014
).
Die IV-Stelle führte daraufhin am 13.
Juni 2014
ein
Standortgespräch
durch
(Urk. 6/10)
,
tä
tigte Abklärungen in medizinischer wie erwerblicher Hinsicht und zog Unterla
gen des
zuständigen
Krankentaggeldversicherers bei
(Urk. 6/14
)
. Am 6.
Oktober 2015 f
ührte
sie
alsdann eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch (Urk.
6/31).
Mit Vorbescheid vom 20.
Oktober 2015 verneinte die IV-Stelle – ausgehend von einer Qual
ifikation als T
eilerwerbstä
tige
- den Anspruch von
X._
auf eine Invalidenrente nach Massgabe eines errechneten Invalidi
t
ätsgrades von 18 % (Urk. 6/34). Daran hielt sie nach erhobenem Einwand
vom
6.
Januar 2016
(Urk. 6/43)
mit Verfügung vom 28.
Januar 2016 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen lässt
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz,
hierorts mit Eingabe vom 24.
Februar 2016 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 2
8.
Januar 2016
sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab sechs Monate nach der Anmeldung vom 2
1.
Mai 2014 eine Rente der Invalidenversi
cherung zuzusprechen (1.), eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 2
8.
Januar 2016 aufzuheben und die Sache sei zur ergänzenden polydis
ziplinären Begutachtung und allenfalls erneuten Haushaltabklärung in Beisein eines Dolmetschers und zur anschliessenden neuen Verf
ügung über den Renten
anspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (2.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (3.). In verfahrens
rechtlicher Hinsicht stellte sie alsdann den Antrag, es sei auf Kosten der Be
schwerdegegnerin eine polydisziplinäre medizinische Abklärung durch das Ge
richt anzuordnen (4.) und das vorliegende Beschwerdeverfahren sei bis zur
Rechtskraft und der Umsetzung des EGMR-Entscheide
s vom
2.
Februar 2016 zum Fall Di
Trizio
v.
Switzerland
(Nr.
7186/09) zu sistieren
(5.;
Urk.
1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 13. April 2016 stellte die IV-Stelle Antrag auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Gerichtsverfü
gung vom 2
3.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde, unter Hinweis darauf, dass über das gestellte Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens sowie über allenfalls vom Gericht als nötig erachtete weitere Verfahrensschritte zu ei
nem späteren Zeitpunkt entschieden werde (Urk. 7). Am
2.
Juni 2016 liess die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort einreichen (Urk. 8), welche der Beschwerdegegnerin am 14. Juni 2016 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 9). Am 2
1.
Juni 2
016 reichte Rechtsanwältin Schwarz ihre Honorarnote ins Recht (
Urk.
10-11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Mit Urteil 9F_8/2016 vom 20. Dezember 2016 hat das Bundesgericht im Nach
gang zum EGMR-Urteil Di
Trizio
vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09) seinen Re
visionsentscheid (Gutheissung) gefällt. Damit ist das bundesgerichtliche Revisi
onsverfahren rechtskräftig abgeschlossen, weshalb
das Sistierungsgesuch
hin
fällig
geworden ist.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwi
ckelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versi
cherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
3.
3.1
Die IV-Stelle begründete den angefochtenen Entscheid zur Hauptsache damit, dass die Versicherte seit 2011 in der Arbeits- bzw
.
Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei.
Jedoch sei ihr eine körperlich leichte
wechselbelastende
Tä
tigkeit zu 100 % zumutbar.
Die Abklärungen hätten ergeben, dass
die Versi
cherte
ohne Gesundheitsschaden weiterhin der Tätigkeit als Raumpflegerin in einem Pensum von 16 % nachgehen würde. Die restlichen 84 % entfielen auf den Aufgabenbereich, in welchem
sie
gemäss Haushaltabklärung zu 21.4 % ein
geschränkt sei. Der so zu errechnende Invaliditätsgrad betrage 18 %
,
weshalb kein Rentenanspruch resultiere
(Urk.
2)
.
In ihrer Vernehmlassung führte
die
IV-Stelle
ergänzend aus, dass auf weitere Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit im Er
werbsbereich verzichtet werden könne, da bei gegebener Qualifikation selbst bei einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit kein rentenbegrün
dender IV-Grad re
sultiere (Urk.
5).
3.2
Dagegen lässt die Beschwerdeführerin zur Hauptsache geltend machen,
dass die Feststellung, wonach sie in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
% ar
beitsfähig sei, aktenwidrig sei. Insbesondere bestünden neben den körperlichen auch psychische Beschwerden, bezüglich welcher
selbst
der RAD angesichts der mehrfachen stationären Behandlungen davon ausgegangen sei, dass der Ge
sundheitszustand schlecht bzw
.
die psychische Problematik schwerer als bisher angenommen
sei
. Dass unter Hinweis auf
die - unzutreffende
-
Qualifikation als Teilerwerbstätige auf eine polydisziplinäre Abklärung verzichtet worden sei,
sei rechtlich falsch und
stelle eine Verletzung des Untersuchun
g
sgrundsatzes dar.
Sodann seien
die Ergebnisse der Haushaltabklärung vom 20. Oktober 2015
nicht verwertbar
, da die Tochter als Übersetzerin fungiert habe
.
Da d
ie Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall 100 % gearbeitet
hätte
,
habe
die Invaliditätsbe
messung nach der allg
emeinen Methode zu erfolgen
.
3
.3
Streitig
und zu prüfen
sind
nach
dem Gesagten
das Ausmass der noch vorhande
nen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in Bez
ug auf erwerbli
che Tätigkeiten
einerseits sowie die Statusfrage
and
e
rerseits.
4.
In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den
vorliegenden
Akten im Wesentli
chen w
as
folgt:
4.1
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
sowie
seit Dezember 2013 behandelnder Facharzt der Versicherten,
diagnostizie
rte in seinem Bericht an die IV-
Stelle vom
11.
Juli 2014
eine mittelgradige depressive Episode ohne somat
i
sches Syndrom
(
ICD-10 F32.10), bestehend seit ca
.
einem
Jahr sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), be
stehend seit mehr als einem Jahr.
Er gab im Wesentlichen an,
im
Februar/März 2011 sei bei der Versicherten ein bösartiger Ovarialtumor entfernt worden, in welchem Rahmen
die Versicherte
Angst vor
einem
baldigem Sterben
entwickelt habe. In der
F
olge sei es zu einer Auswei
t
ung der psychischen Symptome ge
kommen und die Patientin habe sich zunehmend schlech
t
und kraftlos
gefühlt sowie
depressive Symptome
mit Schlafstörungen und Schmerzen
entwickelt. Eine stationäre Therapie in der
A._
habe zu einer Besserung ge
führt
;
der Ve
r
sicherten s
e
i empfohlen worden
,
eine ambulante Therapie aufzu
nehmen. Folgende Symptome würden sich p
räsentieren:
Kraftlosigkeit, An
triebsstörung, Angst vor erneutem Tumorleiden, Schlafstörung, depressive Stimmungslage, Konzentrationsstör
ung und Schmerzen in den Knien, Be
inen
,
Rücken etc. Aus rein psychiatrischer Sicht wäre der Versicherten
aktuell
eine 40%ige Tätigkeit zumutbar, wahrscheinlich müsste sie länger arbeiten
,
um eine ents
prechende Leistung zu erbringen, die Leistungsfähigkeit sei generell redu
ziert (
Urk.
6/16 S. 1 f).
4.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin fü
r Allgemeinmedizin FMH
sow
ie
seit 2012 Haus
ärztin der Versicherten,
diagnos
t
izierte in ihrem Bericht vom 25.
Juli 2014
mit Auswirkung auf die
Ar
beitsfähigkeit
rezidivierende
mittelgradige depressive Episoden (
ICD-10
F32.1) bestehend wahrscheinlich seit 2011, sowie eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung
(
ICD-10
F45.4)
, bestehend vermutlich seit 200
2.
A
ls ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte sie
eine ar
terielle Hypertonie (ED 2011),
eine
substitu
i
erte Hypothyreose bei Struma
dif
fusa
(ED 2010) sowie einen Status nach serösem
mikropapil
l
ärem
Borderline
Tumor des rechten Ovars (OP 2011).
Anamnestisch
gab
sie
– dokumentiert durch
beigelegte
Kopien ärztlicher Be
richte -
im Wesentlichen an, die Vers
icherte habe bereits im Jahr 200
1 eine erste Episode mit Depression und Schlafstörung bei Gemini Schwangerschaft
entwickelt
, damals
habe eine
ambulante Behandlung im
C._
stattgefunden
. Seit 2002
bestehe ein
lumbospondylogenes
Syndrom bei
Dek
onditionierung
und
Hyperlaxität
sowie ein
Verdacht auf
eine
somatoforme Schmerzst
örung.
I
m
Jahr
2007
sei eine
rheumatologische Abklärung bei Knieschmerzen
erfolgt
, ohne Feststellung einer rh
eumatologischen Grunderkrankung. Im
Jahr
2011
sei
eine
vaginale Hys
terektomie und Ov
a
r
e
ktomie
bds
.
bei serösem
mikropapil
l
ärem
Borderline
Tumor des rechten Ovars
durchgeführt worden.
I
n der Folge
habe sich
eine Depression mit rezidivierenden depressiven Episoden und multiplen
muskuloskelettalen
Schmerzen vor allem im Knie
-
und Rückenbereich
entwi
ckelt
. 2013 habe aufgrund der Depression
eine
Hospitalisation
im
C._
stattge
funden
, seither
werde eine
ambulante psychiatrische Therapie
durchgeführt
.
Aktuell stünden wieder Knieschmerzen im Vordergrund, welche wahrscheinlich entzündlicher Genese seien, sie würden
dementsprechend analgetisch und
anti
flam
m
atorisch
behandelt.
Zur Arbeitsfähigkeit gab
Dr.
B._
im Wesentli
chen
an, die bisherige
Tätigkeit
(als Reinigungskraft)
sei
zu einem kleinen Pen
sum noch zumutbar, doch s
ei
es
schwierig, die
Belastbarkeit der Patientin
prog
nostisch
einzuschätzen. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Patientin derzeit und sicher in den nächsten Monaten noch 100
% arbeit
s
unfähig, anzu
streben wäre ein Teilzeitpensum von 20-30
%
.
E
ine sitzende oder leicht
e
ste
hende angepasste Tätigkeit sollte möglich sein
,
sobald es der Patientin hinsicht
lich ihrer psychiatrischen Diagnosen besser geh
e
(
Urk.
6/17)
.
4.3
In ihrer Stellungnahme vom 19. August 2014 hielt die zuständige Ärztin
des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle,
Dr.
med.
D._
, Fachärztin fü
r Allgemeine Innere Medizin FMH,
fest, aus somatischer Sicht wäre eine leichtere Tätigkeit vollschichtig zumutbar. Die psychischen Leiden (mittelgra
dige depressive Episode und somatoforme Schmerzstörung) ständen für die von den Behandlern attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigke
i
t im Vordergrund und wären gemäss Rechtsprechung zu würdigen
(Feststellungsblatt für den Be
schluss; Urk.
6/33 S. 5).
4.
4
Im Bericht der
C._
vom 8. April 2015
, wo die Versicherte
vom
1
4.
Oktober bis 4. Dezember 2013
und
erneut
vom 6.
Januar bis 17. Februar
20
15
in stationärer
Behandlung
ge
stand
en hatte
, di
agnostizierte
die verantwortlich zeichn
ende Oberärztin
E._
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig
mittelgradig
e
bis schwere Episode (
ICD-10
F33.1), bestehend seit mindestens 2011, eine Persönlichkeitsakzentuierung mit
dependenten
und ver
meidend-selbstunsicheren Anteilen (
ICD-10
Z73), bestehend seit Jahrzehnten, sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.40), bestehend seit Jahren
. Als ohn
e Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
n
a
nnte sie
einen Status nach Totaloperation bei
Borderline
-Tumor des Ovars 201
1.
Dr.
E._
gab im Wesentlichen an, im Rahmen der
erneuten
Hospi
talisierung sei eine neue psychiatrische Diagnostik durchgeführt worden, welche die rezidivierende depressive Störung sowie auch die anhaltende soma
toforme Störung bestätigt habe, das
G
anze jedoch auf dem Boden einer
depen
denten
und vermeidend selbstunsicheren Persönlichkeitsakzentuierung.
Auf
grund dieser
Diagnosen
b
estünden deutliche
psychische
Einschränkungen
,
wel
che dazu führten, dass die Patientin schnell erschöpft und frustriert sei, ver
mehrt Schmerzen entwickle und dadurch Tätigkeiten abbreche. Für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit
(„
als
Küchenhilfe
“
) bestehe seit 2013 bis weiter anhaltend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/24).
4.
5
In s
einem Bericht vom
4.
Juni 2015
diagnost
i
zierte
Dr.
Z._
nunmehr
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.
10
), bestehend seit ca
.
zwei bis drei Jahren, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F
45.4)
,
bestehend seit Jahren
,
sowie eine ängstlich-
vermeidende Persönlichkeit
. Er gab im Wesentlichen an, seit
dem letzten Bericht vom
11.
Juli 2014 sei es im wei
teren Verlauf nach einer leichten Symptomverbesserung zu einem erneuten Rückfall sowohl der depressiven wie auch der Angstsymptome gekommen. Zu
nehmend habe die Patientin an verschiedenen Schmerzen gelitten, sie sei Ende 2014 erneut für eine stationäre Therapie in der
C._
angemeldet
worden
, wo es aber
kaum zu einer
Besserung
g
ekommen sei. Kurz nach dem Klinikaufenthalt sei bei der V
ersicherten ein K
onkrement im rechten Ureter festg
estellt worden
. E
s sei eine Behandlung in der Klinik für Urologie am
F._
erfolgt, welche noch nicht abgeschlossen sei. Die Patientin sei
aktuell
sehr verunsichert und ängstlich und
es sei
trotz Steigerung der antidepressiven Psychopharmakotherapie zu einer Zunahme der depressiven Symptome ge
kommen. Zur Arbeitsfähigkeit gab er an, die Patientin sei nicht in der Lage, eine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt zu erledigen. Im geschützten Rahmen wäre ein Halbtageseinsatz im Sinne
einer
Tag
esstrukturierung sinnvoll (Urk.
6/26).
4.6
In ihrer Stellungnahme vom
16. Juni 2015
hielt
Dr.
D._
vom RAD
fest, auf
grund der nun vorliegenden psychiatrischen Unterlagen könne an der bisheri
gen Stellungnahme nicht festgehalten werden
. D
ie psychische Problematik sei
schwerer als bisher angenommen, werde doch bei ungünstiger Prognose eine Arbeitsfähigkeit verneint.
Weitere Abklärungen seien
empfohlen
, doch mache eine Begutachtung aus Sicht des RAD be
i einer Qualifikation von 20
% Er
werbstätigkeit
und 80
% Haushalt aktuell eher wenig Sinn
; allenfalls sei eine
AD Abklärung in Erwägung zu ziehen.
B
ei einer
in Zukunft
ev
entuell
doch an
stehenden Begutachtung müsste bei vorbestehenden somatischen Leiden eine polydiszipli
näre in Erwägung gezogen werden.
D
azu wäre auch eine aktuelle gynäkologische Einschätzung der behandelnden Ärztin als massgeblich zu be
urteilen (
vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss;
Urk.
6/33 S. 7).
5.
5.1
A
u
s den
von der Verwaltung eingeholten und vorstehend aufgeführten
medizini
schen
Berichten
erhellt
, dass
die Versicherte
bereits
seit
dem Jahr
2001
an
verschiedene
n
psychische
n
und physische
n
Beschwerden
leidet
. A
n
fangs 2011
erkrankte sie
an einem
Ovarialkarzinom
, infolge
dessen
sich
eine depres
sive Entwicklung ein
ge
stellt
und
der psychische
Gesund
heitszustand ver
schlechtert hat
. Aus den Akten ist alsdann ersichtlich, dass trotz
mehrmaliger
stationäre
r
Hospitalisation
im
C._
k
eine
anhaltende
Besserung
des psychischen Gesund
h
eitszustandes
erreicht worden konnte
; vielmehr
ging
der
b
ehandelnde
Facharzt
Dr.
Z._
– nachdem
er
der Versicherten zunächst noch eine gewisse Restarbeitsfähigkeit attestiert
hatte
(vgl. etwa
Urk.
6/16 S. 1 f
.
)
-
im Verlauf
von einer gänzlichen
Erwerbsunfähigkeit
auf dem ersten Arbeitsmarkt
aus
(
vgl. Urk.
6/26
)
.
E
s ist offensichtlich, dass e
ntgegen
d
er der
angefochtenen
V
erfügung zugrunde gelegten Anna
hme
im
hier massgeblichen Beurteilungs
zeitraum
(bis zum Erlass
der angefocht
enen Verwaltungsverfügung vom 28
.
Januar 2016
; vgl. dazu statt vieler: BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1
)
nicht mehr ohne
W
eiteres von
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit ausgegangen werden
kann
.
Mit Blick auf die vorliegenden
medizinischen
Unterlagen
, welche sowohl
Hinweise auf
verschiedene
somati
sche
Beschwerden und Gesundheitsschäden
enthalten
(rheumatologische
[vgl. etwa
Bericht des
F._
, Klinik für Rheumatologie, vom 30.11.2012
Urk.
6/17 S.21 und S. 38 ff. ]
, gynäkologische
[vgl. etwa Bericht des
F._
, Klinik für Gy
näkologie,
Urk.
6/17 S. 35]
sowie
internistische)
wie auch psychi
s
che Gesund
heitsschäden ausweisen und
k
eine
Einschätzung der Gesam
tsituation
enthalten
,
hätte
sich
v
ielmehr eine polydi
s
ziplin
ä
re Begutachtung
auf
gedrängt
.
Davon
,
dass
in medizinischer Hinsicht grundsätzlich
weiterer Abklärungsbedarf besteht, ging o
ffenbar auch die zuständige RAD-
Ärztin aus (Urk. 6/33 S. 7).
5.2
Wenn
die Verwaltung
gleichwohl
von
eine
r
rechtsgenügliche
n
Abklärung
absah
und dies
da
mit
begründet
,
dass aufgrund der
Qualifikation
(
1
6 % Erwerbstätig
keit
/
84
% Haushalt)
selbst bei
einer festgestellten
vollständigen Arbeits
un
fä
higkeit
im erwerblichen
Bereich
kein Anspruch resultier
e
(vgl.
Urk.
5
)
, kann ihr
nicht gefolgt werden
,
übersieht sie
doch
, dass
vorliegend
bereits die
Statusfrage
nicht
ohne
hinreichende
Kenntnis des
Gesundheitszustand
es zuverlässig
beur
teil
t werden
konnte
.
Denn
bestanden ausweislich d
er Akten bereits ab 2001
gesundheitliche Probleme,
kann
der Beschwerdeführerin
di
e Nichtausübung ei
ner Erwerbstätigkeit nach 2005
-
seit dem
Bezug von IV-Rente
und Ergän
zungsleistungen
durch den Ehemann
wie die Verwaltung
unter anderem
argu
mentiert
(vgl. Urk. 2 S. 3)
–
nur dann als Argument gegen die
Annahme
ein
es
im hypothetischen Gesundheitsfall ausgeübte
n
höhere
n
Pensum
s
entgegenge
halten
werde
n
,
wenn
feststeht, dass
ihr
damals
(ab 2005)
eine
Erwerbstätigkeit
aus gesundheitlichen Gründen
überhaupt
möglich war.
Auf eine
rechtsgenügli
che
medizinische Abklärung
d
er Versicherten
kann
aber
auch
nicht verzichte
t werden
,
weil
ohne
zureichende
Kenntnis der
medizinischen
Diagnosen und
der
Auswirkungen
der Gesundheitsschäden
auf das Leistungsvermögen
- gerade auch im psychiatrischen Bereich
(vgl. statt vieler etwa
Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1
)
-
die
im Rahmen der Haushaltabklärung
festgestellten Einschr
änkungen
ebenfalls
nicht
überprüfbar sind
.
5.3
Erweist sich nach dem Gesagten eine umfassende medizin
i
s
che Abklärung als unumgänglich
, ist
die Sache an die Verwaltung
- welcher
die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts obliegt
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV])
– zu
rückzuweisen.
Diese
wird
eine
polydisziplinär
e
Begut
achtung
zu
ve
ranlasse
n
haben
, welche
sich zum Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
und Ver
lauf der Arbeitsfähigkeit ab 2005 und -
namentlich in psychiatrischer Hinsicht
- auch zur Arbeitsfähigkeit im Haushalt
zu
äusser
n
hat
. S
ollte
in psychiatrischer Hinsicht
die von den behandelnden Ärzten
gestellte Diagnose
einer somatofor
men Schmerzstörung (
oder ein
es
vergleichbare
n
psychosomatische
n
Leiden
s
)
bestätigt werden, wären
auch
d
ie nötigen Angaben zu den gemäss BGE 141 V 281 geforderten Standardindikatoren zu erheben und anhand von diesen die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage festzulegen
.
D
enn
diesfalls
hätte
das Gutachten
auch
eine hinreichende Grundlage zu bilden, damit eine schlüssige Beurteilung entspre
chend dem strukturierten Beweisverfahren
nac
h
BGE 141 V 281
vorgenommen werden kann
.
Steht der m
edizinische
Sachverhalt
einmal
fest,
wird die Verwal
tung zu prüfen haben, ob und inw
iew
eit
im Lichte der so gewonnenen Erkennt
nisse
an
der Haushaltabklärung
vom 6.
Oktober 2015
und der darin vorgenom
menen Qualifikation der Beschwerdeführe
r
in
festgehalten werden kann, oder
ob
auch insoweit ergänzende Abklärungen notwendig sind.
5.4
Zur
bestri
ttenen
Qualifikation
als Teilerwerbstätige
(16 % Erwerbstätigkeit
/
84 % Haushalt)
bleibt
vorerst
immerhin
anzumerken
,
dass
die Beschwerdefüh
rerin
in ihrer
An
m
eldung
auf
seit
(erst)
2011 bestehende Gesundheitsschäden
hingewiesen
(vgl. etwa Anmeldung; Urk. 6/5 S.
6) und
auch
anlässlich
der Haushaltabklärung
jedenfalls
in erster Linie
die
im Jahr 2011 eing
e
tretene
Krebserkrankung
und
die daraus entwickelten
psych
i
s
chen Probleme
erwähnt
hatte
(
Urk. 6/31 S.
2
)
. Auch
beantwortete sie
anlässlich der Haushaltabklärung
die
Statusfrage
(Tätigkeit
„
ohne Gesundheitsschaden
“
bzw.
„
vor Eintritt der Be
hinderung
“
)
lediglich
bezogen
auf
die Zeit
,
welche
der Krebserkrankung
im Jahr 2011
unmittelbar
vorausgegangen war
(
vgl.
Urk. 6/31 S. 4)
.
Somit
sind die Vor
bringen der Verwaltung zur vorgenommenen Qualifikation
nicht
leichthin
von der Hand zu weisen
,
j
edoch lässt sich w
ie erwähnt
(auch) die
Statusfrage
erst abschliessend beurteilen, wenn
auch
bezüglich der
Auswirkungen
der vorbe
standenen
Gesundheitsschäden
auf die Arbeitsfähigkeit
Klarheit besteh
t.
5.4
Nach dem Gesagten
ist die Verfügung vom
28. Januar 2016
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen
Abklärungen
im Sinne der Erwägungen vornehme u
nd hernach über den An
spruch der
Beschwerdeführer
in
auf eine Invalidenrente neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
sowie nach Ein
sicht
in die als angemessen erscheinende Kostennote vom
21. Juni 2016 (Urk. 11)
auf Fr.
2‘223.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
fest
zusetzen ist.