# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 81d72410-c886-477e-9441-70280b9828dd
**Court:** AG_OGA
**Chamber:** AG_OGA_002
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Handelsgericht entnimmt den Akten:
1.
Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Z. Sie bezweckt im We-
sentlichen den Erwerb und die dauernde Verwaltung von Beteiligungen an
Unternehmungen aller Art, [...] (Klagebeilage [KB] 5).
2.
Die Beklagte ist eine natürliche Person mit Wohnsitz in Y. AG (Klage N. 2).
3.
3.1.
Mit Generalversammlungs- sowie Verwaltungsratsbeschluss vom [Tag der
GV] 2013 erhöhte die Klägerin ihr Aktienkapital von Fr. 159'000.00 um
Fr. 34'902.00 auf Fr. 193'902.00 (KB 6) durch Ausgabe von 34'902 Namen-
aktien mit einem Nennwert von je Fr. 1.00 (KB 7 und 10). Die Eintragung
im Handelsregister erfolgte per [Tag HReg-Eintrag] 2013 (KB 11 und 12).
3.2.
Anlässlich der ordentlichen Kapitalerhöhung zeichnete die Beklagte insge-
samt 9'695 Namenaktien zum Ausgabepreis von gerundet Fr. 10.3146 pro
Aktie (ausmachend insgesamt Fr. 100'000.00) mit einer Teilliberierung von
50 % (KB 13).
3.3.
Die Einlage von Fr. 50'000.00 hat die Beklagte fristgerecht auf das Kapital-
einzahlungskonto der Klägerin geleistet (KB 14).
4.
Am 18. Juli 2014 hat der Verwaltungsrat der Klägerin die nachträgliche
Leistung der nicht voll liberierten Aktien beschlossen und die Beklagte auf-
gefordert, den ausstehenden Betrag von Fr. 50'000.00 bis spätestens zum
30. August 2014 zu leisten (KB 15).
5.
Die Beklagte hat den Betrag von Fr. 50'000.00 bis zur Einleitung des vor-
liegenden Verfahrens nicht einbezahlt.
6.
Mit Klage vom 27. Dezember 2018 (Postaufgabe: gleichentags) stellte die
Klägerin folgende Rechtsbegehren:
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, CHF 50'000 als Einlage im Sinne von Art. 633 des Schweizerischen Obligationenrechts bei einem von der Klägerin bezeichneten, dem Bankengesetz vom 8. November 1934 unterstellten Institut zur ausschliesslichen Verfügung der Klägerin .
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2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 5% Verzugszins auf
CHF 50'000 seit dem 31.8.2014 zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zulasten der
Beklagten."
Zur Begründung führte die Klägerin im Wesentlichen aus, der Verwaltungs-
rat habe die nachträgliche Leistung der ausstehenden Einlagen auf die
nicht voll liberierten Aktien gefordert. Die Beklagte habe die Pflicht, den
noch ausstehenden Teil ihrer Einlage durch Zahlung zu liberieren.
7.
Mit Antwort vom 8. Februar 2019 (Postaufgabe: gleichentags) stellte die
Beklagte folgende Rechtsbegehren:
"1. Es sei auf die Klage mangels Rechtsschutzinteresses der Klägerin nicht einzutreten;
2. Eventuell sei die Klage vollumfänglich abzuweisen;
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) zulasten der Klägerin."
Begründend führte die Beklagte im Wesentlichen aus, der Klagerückzug
der Klägerin beim Bezirksgericht Bremgarten ohne Einwilligung der Beklag-
ten habe die Wirkung einer Klageabweisung, weshalb der vorliegenden
Klage die res iudicata entgegenstehe. Ausserdem habe die Klägerin gegen
grundlegende Bilanzierungsvorschriften, das Rechtsmissbrauchsverbot,
das Gleichbehandlungsgebot und weitere Pflichten verstossen, weshalb
die Beklagte nicht verpflichtet sei, der Nachliberierungsaufforderung nach-
zukommen.
8.
Mit Replik vom 15. März 2019 (Postaufgabe: gleichentags) hielt die Kläge-
rin an ihren Rechtsbegehren fest.
9.
Mit Duplik vom 2. Mai 2019 (Postaufgabe: gleichentags) hielt die Beklagte
an ihren Rechtsbegehren fest.
10.
Mit Verfügung vom 20. August 2019 wurde eine Beweisverfügung erlassen
und die Parteien wurden angefragt, ob sie auf die Durchführung einer
Hauptverhandlung verzichten.
Mit Eingaben vom 3. September 2019 (Beklagte) bzw. 4. September 2019
(Klägerin) verzichteten die Parteien auf die Durchführung einer Hauptver-
handlung.
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11.
Mit Verfügung vom 11. September 2019 wurde die Streitsache an das Han-
delsgericht überwiesen und das Handelsgericht bestellt.

## Considerations

Das Handelsgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessvoraussetzungen
Die Prozessvoraussetzungen, namentlich die Zuständigkeit des angerufe-
nen Gerichts, sind von Amtes wegen zu prüfen (Art. 60 ZPO).
1.1. Örtliche Zuständigkeit
Gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ZPO ist für Klagen gegen eine natürliche Per-
son das Gericht an deren Wohnsitz zuständig. Das Gesetz sieht für den
vorliegenden Streitgegenstand keine vom Grundsatz abweichende örtliche
Zuständigkeit vor (vgl. insb. Art. 40 ff. ZPO). Der Wohnsitz der Beklagten
befindet sich in Y. im Kanton Aargau. Die aargauischen Gerichte sind somit
örtlich zuständig. Im Übrigen hat sich die Beklagte auf das vorliegende Ver-
fahren eingelassen (Art. 18 ZPO).
1.2. Sachliche und funktionelle Zuständigkeit
Laut Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO können die Kantone das Handelsgericht für
Streitigkeiten aus dem Recht der Handelsgesellschaften und Genossen-