# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 988bbb40-b4e5-442d-ac5d-d8769c5fa3ae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1973, arbeitete seit dem
1.
September
2000 als
Team
leiterin
Leistungen und Technik
bei der
Firma Y._
, als sie am 3
0.
Juli 2004 bei einer Streifkollision mit einem LKW ein
stumpfes
Thoraxt
rauma
, eine
commotio
cerebri,
diverse
Schürfungen und Schnittverletzungen sowie eine Handkontusion links
erlitt (Urk. 7/
10/80
, Urk. 3/12
).
Ab dem 1
0.
Februar 2005 nahm die Versicherte ihre Arbeit
vorerst
teilzeitlich
, später vollzeitlich,
wieder
auf
(Urk. 3/3
), bis ihr ab
8. November 2006
wieder eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Urk.
7/15/18
).
Am 2
4.
April 2007 meldete sie sich unter Hinweis auf ein im Juli 2004 erlittenes Schleudertrauma bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
(Berufsberatung, Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, Rente) an (Urk. 7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
Auszüge
aus dem individuellen Konto der Versicherten ein (IK-Ausz
üge;
Urk. 7/6
, 7/41-43
, 7/48
), zog die Akten
der Allianz Suisse
bei (Urk. 7/9-10,
7/15
,
7/36-38
), holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein (Urk. 7/12-14
, 7/30-31
),
liess durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psycho
therapie
, das Gutachten vom 1
0.
November 2008 erstellen (Urk. 7/34-35)
,
befrag
te den Arbeitgeber der Versicherten (Urk. 7/46)
und tätigte weitere Ab
klärungen in erwerblicher Hinsicht (Urk. 7/52-53
, 7/56
).
Mit Verfügung vom
2.
März 2009 (Urk. 7/58) wies die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/54-55, 7/57) das Begehren der Versicherten um berufliche Massnahmen ab
.
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Mit Vorbescheid vom
7.
Juli 2009 wurde der Versicherten
die Ausrichtung einer befristeten
ganzen Rente ab 1.
November 2007 und einer unbefristeten halben Rente ab
1.
November 2008 in Aussicht gestellt (Urk. 7/68).
Gleichzeitig wurde ihr im Sinne einer Schadenminderungspflicht auferlegt, dass sie die
fachpsychi
atrische
Behandlung weiterzuführen habe (Urk. 7/66 und 7/75).
Gegen den Vor
bescheid
betreffend die Rente
erhob die Versicherte unter Beilage weiterer
vor allem
medizinischer Unterlagen Einwand (Urk. 7/79-86).
Nach Rücksprache mit dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
ersetzte d
ie
IV-Stelle
den genann
ten
Vorbescheid am 1
9.
März 2010 durch einen abgeänderten, in welchem sie die
Zusprache
einer unbefristeten ganzen Rente ab
1.
November 2007 ankün
digte (Urk. 7/94). Wiederum erhob die Versicherte Einwand (Urk. 7/
97).
Darauf
hin holte die IV-Stelle trotz Einwendungen der Versicherten hiergegen (Urk. 7/101
, 7/105
)
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 2
9.
Oktober 2010 (Urk. 7/108) ein. Hierzu nahm
en
die behandelnde
diplomierte Ärztin
B._
, Dignität
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, am 2
6.
Februar 2011 (Urk. 7/114)
,
med.
pract
.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psycho
therapie
, ärztlicher Leiter der
Tagesklinik N._
, am 2
3.
März 2011 (Urk. 7/118)
und die Versicherte am
1.
April 2011 (Urk. 7/119
-120
)
Stellung.
Nach weiteren Rückfragen an den RAD (Urk. 7/123/8-9)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügungen vom
5.
März 2013 vom
1.
November 2007 bis zum 3
1.
Oktober 2008 eine ganze und vom
1.
November 2008
befristet
bis zum 31. Januar 2011 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 7/142-143
= Urk. 2
)
.
2.
Gegen diese Verfügungen erhob die Versicherte am 1
0.
April 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als ihr vor November 2007 überhaupt keine
,
nach Oktober 2008 nicht eine die halbe Rente übersteigende Rente
und
ab Februa
r 2011 gar keine Rentenleistung
zugesprochen
worden sei
. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten, insbesondere sei die Wartezeit ab Juli 2004 zu eröffnen und ab Juli 2005 bis August 2012
sei
eine ganze, danach eine halbe Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom 1
3.
Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Replik vom 1
3.
September 2013 hielt die Beschwerde
führerin an den von ihr gestellten Anträgen fest (Urk. 12 S. 2).
Die
Beschwerde
gegnerin
verzichtete am 2
5.
September 2013 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 14), was der Beschwerdeführerin
am
2
6.
September 2013 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 15).
Mit Gerichtsverfügung vom
2
1.
August 2014
wurde die
Personalvorsorgestiftung für die Angestellten der Allianz Suisse zum Prozess
beigeladen
(Urk. 16). Am 2
4.
September 2014 nahm die Beigeladene Stellung, wobei sie unter Verweis auf das von der Beschwerdegegnerin Vorgebrachte die Abweisung der Beschwerde beantragte (Urk. 18). Dies wurde der Beschwerde
führerin sowie der Beschwerdegegnerin am 2
6.
September 2014 mitgeteilt (Urk. 20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
(
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug datiert vom 2
4.
April 2007 und die angefochtene
n
Verfügung
en
erging
en am
5.
März 201
3.
Zwischenzeitlich, das heisst am
1.
Januar 2008 und am
1.
Januar 2012, sind die im Zuge der Revisionen 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten.
In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grund
satz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Da der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, sind die einschlägigen Gesetzes
bestimmungen, soweit sich zu Rechtsfolgen führende Sachverhaltselemente vor dem
1.
Januar 2008 respektive vor dem
1.
Januar 2012 verwirklicht haben, in der zuvor gültigen Fassung massgebend. Soweit diese Bestimmungen materiell von den derzeit gültigen abweichen, ist darauf ausdrücklich hinzuweisen.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu
verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsun
fähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Somit kommt - bei
spielsweise - eine ganze Rente erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich zu mindestens 70
%
arbeitsunfähig gewesen und weiterhin wenigstens im gleichen Umfang invalid im Sinne von
Art.
28
Abs.
2 IVG ist. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen
Ren
tenabstufungen
erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (Urteil des Bundesgerichtes 9C_996/2010 vom
5.
Mai 2011
,
E.
7.
1 mit Hinweisen).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des
analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung
auf den Standpunkt, die Wartezeit habe trotz der seit dem
Jahr
2004 bestehenden Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit erst am
8.
November 2006 zu laufen begon
nen, da es zwischenzeitlich zu wesentlichen Unterbrüchen der Arbeitsunfähig
keit
nämlich zu
vollständige
n
Arbeitsfähigkeit
en
von
jeweils mehr als einem Monat
gekommen sei (Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 1
;
Urk. 7/123/2
). Vom 8. November 2006 bis zum 3
1.
Juli 2008 sei die Beschwerdeführerin dann zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen,
vom
1.
August 2008 bis am 2
1.
Oktober 2008 noch zu 50
%
und seit der Begutachtung durch
Dr.
A._
s
ei
sie
wieder vollumfänglich arbeitsfähig
und
ihr Leiden überwindbar. Entsprechend sprach
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
vom 1. November 2007 bis zum 31. Oktober 2008 (Verbesserung plus drei Monate) eine ganze Rente und vom 1. November 2008 befristet bis zum 3
1.
Januar 2011 eine halbe Rente zu (Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 2-3).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht
demgegenüber geltend, die Wartezeit sei ab Juli 2004 zu eröffnen und sie habe von Juli 2005 bis August 2012 Anspruch auf eine ganze, dan
a
ch auf eine halbe Invalidenrente (Urk. 1 S. 2).
Ab
1.
August 2008 habe noch eine höhere als
eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und ab Oktober 2010 sei der Gesundheitszustand unverändert gewesen, weswegen nicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Im Übrigen sei
die Beschwerdegegnerin
von einem zu tiefen
Valideneinkommen
ausgegan
gen (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Den Akten der Allianz Suisse ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom
3
0.
Juli 2004
vorerst
bis
am
9.
Februar 2005
vollumfäng
lich arbeitsunfähig war (Urk. 7/10/79,
7/9/
1
).
Im
Austrittsberic
ht der Klinik
E._
vom 29.
Dezember 2004, wo die Beschwerdeführerin sich vom 1
6.
November bis am 1
5.
Dezember 2004 auf
gehalten hatte
, wurden eine
milde traumatische Hirnverletzung und
ein
HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert
(Urk. 7/10/52)
.
Für Januar 2005 wurde ein erstmaliger Arbeitsversuch im Rah
men von zwei Stunden täglich vorgesehen (Urk. 7/10/53).
Am 2
8.
Januar 2005 berichtete die Beschwerdeführerin über eine volle Leistungsfähigkeit in den dreieinhalb Stunden pro Tag, während welcher sie arbeite
te
(Urk. 7/10/51). In seinem neuropsychologischen Bericht vom 1
0.
März 2005 g
ab
Dr.
phil.
F._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie und für Psychotherapie, spezia
lisiert auf chronische Schmerzen und Trauma, an,
die Arbeitsunfähigkeit betrage noch
50 % und eine weitere schrittweise Reduktion sei absehbar (Urk. 7/10/49). Am
5.
April 2005 berichtete
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, die Beschwerdeführerin habe ihr Arbeitspensum auf 70
%
erhö
hen können, leide aber nach wie vor unter erheblichen Konzentrations- und Aufnahmeschwierigkeiten, vor allem gegen Ende des Tages (Urk. 7/10/45).
Am 2
8.
April 2005 beschrieb
Dr.
G._
tendenziell eine weitere Besserung und gab eine definitive Steigerung des Arbeitspensums auf 80
%
per
1.
Mai 2005 an (Urk. 7/10/43). Am 2
1.
Juli 2005 führte
Dr.
G._
aus, die Beschwerdeführe
rin arbeite von der Leistung her praktisch bereits wieder 100
%
(Urk. 7/10/42).
3.2
Die
neuropsychologische Abklärung
durch
Dr.
phil.
H._
,
Fachpsy
chologe
für Neuropsychologie,
vom 2
8.
November 2005 ergab eine leichte
Hirn
funk
tionsstörung
(ICD-10: F07.2) bei einer insgesamt durchschnittlichen kog
nitiven Leistungsfähigkeit (Urk. 7/
10/31). Diese leichte Störung, bei welcher zurzeit die Schwäche im Aufnehmen von mündlicher Information im Vorder
grund stehe, sei nicht vorbestehend gewesen. Die Arbeitsfähigkeit in ange
stamm
ter Tätigkeit
betrage etwa 60
%
, jene in angepasster Tätigkeit 80
%
(Urk. 7/10/31-34).
3.3
Nach der Abschlusskontrolle vom 3
0.
Oktober 2006 gab
Dr.
G._
an, die Beschwerdeführerin arbeite seit dem
1.
September 2006 wieder zu 100
%
, wobei ihre Leistung nach eigenen Angaben gut sei.
Unerwarteterweise
habe sie nun die Kündigung erhalten, weshalb es ihr schlecht gehe. Diesbezüglich empfahl
Dr.
G._
eine
psycho
therapeutische Be
treu
ung bei
der Ärztin
B._
,
Diplo
mierte Ärztin,
hielt jedoch an der 100%igen Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/10/22
, vgl. auch Urk. 7/12/2
).
3.4
Die Ärztin
B._
nannte in ihrem
(auch von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, visierten) Bericht
vom 2
5.
Janu
a
r 2007
als Diagnosen eine posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) mit atypi
scher
Bulimia
nervosa
(ICD-10: F50.3)
und Folie à
deux
(ICD-10: F24)
sowie einen
Status nach Schleudertrauma mit leichtem Schädelhirntrauma
. Daneben
schilderte sie schwierige psychosoziale Verhältnisse und attestierte der Be
schwer
de
führerin
in der angestammten Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsunfähig
keit
seit dem 8. November 2006
(Urk. 7/
10/12-13
, Urk. 7/15/18
).
Es erfolgte die Einweisung in die
Klinik I._
,
Zentrum für
Psychiat
rie und Psychotherapie
,
wo
während des
stationären Aufenthalt
s
vom 1
2.
Februar bis am 1
2.
Mai 2007
bei unauffälligem Schädel-MRI
der Verdacht
auf ein
o
rganisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2)
geäussert
wurde (Urk. 7/
10/1)
, da die Beschwerdeführerin nach dem Unfall be
wusstlos gewesen sei und seither verschiedenartige somatische Symptome sowie
Erschöpftheit
, Störungen der Konzentration, des geistigen Leistungsvermögens,
des Gedächtnisses und eine verminderte Belastbarkeit aufweise (Urk. 7/10/3)
.
Im Vordergrund stünden die Funktionseinbussen im kognitiven Bereich (Aufmerk
samkeit, Gedächtnis
funktion, Wortfindungsstörungen
).
Die Beschwerdeführerin habe versucht, diese zu verheimlichen und habe die Hilfe Dritter in Anspruch genommen, um zu versuchen, an ihre bis zum Unfall innegehabte Leistungs
fähigkeit an
zu
knüpfen. Nun sei es zu einer umfassenden psychophysischen Erschöpfung mit Aufbruch der bis anhin bestehenden
Kompensationsmecha
nis
men
gekommen. Die Beschwerdeführerin sei gewillt, ein höchstmögliches Mass an Arbeitsfähigkeit zurückzuerlangen. Infolge der Kündigung seien nun beruf
liche oder schulische Massnahmen in Angriff zu nehmen (Urk. 7/10/3-4).
Im Bericht vom August 2007 gaben die Ärzte der
Klinik I._
auch für die Zeit nach der
Hospitalisation
in angestammter Tätigkeit wegen der erworbenen Hirnleistungsstörung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit an (Urk. 7/13/3).
Weiter hinten im Fragebogen gingen sie von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter sowie von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, je bestehend seit circa 2004, aus (Urk. 7/13/7).
3.
5
Dr.
med.
J._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte in seinem Gutachten vom
2.
August 2007
aus, die durch ihn erhobenen Befunde sprächen ebenfalls für eine hirnorganische Symptomatologie.
Hinzugekommen seien im vergangenen Jahr beträchtliche soziale Konflikte, wobei Menschen mit leichten neuropsychologischen Schädigungen besonders gefährdet seien, in unklare Bezieh
ungsverhältnisse hineinzugerat
en, was wohl bei der Beschwerde
führerin geschehen sei
. Vor allem in hirnorganischer Hinsicht sei sie den Ansprüchen ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr gewachsen
, auch nicht in einem Teilzeitpensum. Auch mit Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich
ohne Führungsaufgaben
wäre sie seiner Einschätzung nach zurzeit noch überfordert
(Urk. 7/15/8
-9
).
3.
6
Dem Bericht von
Dr.
C._
und
der Ärztin
B._
vom 2
7.
August 2007 sind neu
nebst der posttraumatischen Belastungsstörung sowie dem Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom
eine Veränderung der Persönlichkeit mit dissozi
ativem Zustandsbild (ICD-10: F44.0) mit
Derealisationszuständen
(ICD-10: F48.1) und mit Panikattacken (ICD-10: F41.1) sowie seit Mai 2007
selbstverlet
zendes
Verhalten zu entnehmen (Urk. 7/14/7-10).
Im Hinblick auf den
Begut
achtungstermin
vom
1.
Juli 2008 in
K._
sei es zu Panik, Ängsten und einer Exazerbation der Beschwerden gekommen (Bericht vom
3.
Juli 2008, Urk. 7/30/1).
3.
7
Am 2
5.
Oktober 2008 erstattete
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie, ein von der Allianz Suisse in Auftrag gegebenes Gutachten (Urk. 7/37), wobei er von
lic
.
phil.
M._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, ein
Teil
gutachten
erstellen liess (Urk. 7/38).
Dr.
L._
gelangte zum Schluss, es liege eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung vor. Die Diagnose einer minimal
brain
injury
lasse sich mit grosser Wahrscheinlichkeit stellen. Die interkurrente psychiatrische Erkrankung sei nicht unfallkausal. Unfallbedingt sei die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit wegen der kognitiven Einschränkungen zu 100
%
und
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit bleibend
nicht mehr arbeitsfähig (Urk. 7/37/9-13)
.
3.
8
Dr.
Z._
führte in seinem Gutachten
vom
1
0.
November 2008
aus, aus psy
chia
t
rischer Sicht komme am ehesten ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma in Frage, differentialdiagnostisch ein
Neurastheniesyn
drom
. Für eine leitende Position im Versicherungswesen sei die Beschwerde
führerin zu 100
%
arbeitsunfähig, was so bleiben dürfte. Sinnvoll
erscheine
jedoch die Reintegration sowie die Erarbeitung einer Tagesstruktur vorerst in einer Tagesklinik. Aufgrund der vorhandenen Ressourcen der Beschwerdeführe
rin erscheine es durchaus realistisch, sie zu einem späteren Zeitpunkt in einen beruflichen Alltag wieder zu integrieren, wobei sie aus rein psychiatrischer Sicht für leicht
e
Bürotätigkeiten zu 50
%
arbeitsfähig sein könnte. Darüber werde allerdings erst der weitere Verlauf näher Aufschluss geben können (Urk. 7/35/9).
3.
9
Med.
pract
.
D._
berichtete am
1
4.
August 2009
über die Beschwerdeführe
rin, welche sich seit dem
2.
Dezember 2008 an drei halben Tagen pro Woche in der
Tagesklinik N._
in Behandlung befinde. Er diagnostizierte ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10: F07.2) mit leicht
er
bis mittelschwerer neuropsychologischer Störung, rezidivierende depressive Episo
den (ICD-10: F32) sowie eine posttraumatische Be
lastungsstörung (ICD-10: F43.1)
. Die Beschwerdeführerin sei sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig. Sie
brauche wegen der emotionalen Instabilität und der kognitiven Defizite vielmehr eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen
(Urk. 7/84)
.
3.
10
Dr.
A._
nannte in seinem
Gutachten
vom 2
9.
Oktober 2010
als Diag
nosen eine
Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) mit dysfunktionalem
Krank
heitsverhalten
nach dem Autounfall vom 3
0.
Juli 2004 und bei multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren
, akzentuierte ängstlich-vermeidende und
dependente
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73) sowie anamnestisch leichte (bis mittelschwere) neuropsychologische Funktionsstörungen unklarer Genese (ICD-10: F09
; Urk. 7/108/12
).
Letztere vermögen nach Ansicht von
Dr.
A._
vor dem Hintergrund des Aktivitäts
niveaus der Beschwerdeführerin und ange
sichts
der Widersprüchlichkeiten in den
Vorakten
und Inkonsistenzen der eigenanamnestischen Angaben keine anhaltende Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zu begründen (Urk. 7/108/18-19).
Die
ausufernden Beschwerdeschil
derungen wiesen deutlich einen
appellativen
Charakter auf und die Beschwer
deführerin neige zu Symptomausweitung und Selbstlimitierung (Urk. 7/108/16).
Die Anpassungsstörung sei weder aktuell noch retrospektiv geeignet, eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken.
Entsprechend
sei
die Beschwer
deführerin aus medizinisch-theoretischer Sicht
vollständig arbeitsfähig
(Urk. 7/108/19).
3.1
1
Med.
pract
.
D._
von der
Tagesklinik N._
nahm am
2
3.
März 2011
einge
hend zum Gutachten von
Dr.
A._
Stellung und hielt fest, das organische Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma mit leichter bis mittelschwerer neuropsychologischer Störung sei nicht psychisch bedingt und nicht besse
rungsfähig.
Es
lasse sich auch bei grösster Willensanstren
g
ung nicht überwin
den und bewirke eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit. In angepasster Tätigkeit bestehe maximal eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, welche jedoch in einer beruflichen Abklärung zu verifizieren sei (Urk. 7/118/7).
3.1
2
Im Bericht des
Spital O._
, Klinik für Neurologie, vom 25.
Oktober 2012 (Urk. 3/10)
wurde
angegeben, es bestünden nach wie vor leichte bis mittelgradige kognitive Minderleistungen in mehreren
attentionalen
und
mnestischen
Teilbereichen sowie in einem exekutiven Teilbereich. Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von 35
%
korrespondiere gut mit dem aktu
ellen, subjektiv
bewältigbaren
Arbeitspensum von 70
%
(S. 3). Die Beschwer
deführerin habe von einer Besserung in psychischer Hinsicht berichtet (S. 2).
4.
4.1
Einig sind sich die Parteien darüber, dass die Beschwerdeführerin zumindest für einen gewissen Zeitraum Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung hat. Strittig ist hingegen, ab
und bis
wann dies der Fall ist.
Da der Versicherungsfall bereits vor dem
1.
Januar 2008 eingetreten ist, gilt bezüglich des Beginns des Rentenanspruchs das bis dahin geltende Recht:
Bei einer Anmeldung
mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs
werden die Leistungen lediglich
für die zwölf der Anmeldung vo
range
gangen
en Monate ausgerichtet (
Art.
48
Abs.
2
aIVG
). Da die Versicherte sich Ende April 2007 anmeldete (Urk. 7/2/7),
sind ihr frühestens ab
1.
April 2006 Leistungen
auszurich
ten.
Die beantragte
Rentenzusprache
ab Juli 2005 (vgl. Urk. 1 S. 2) fällt damit von vornherein ausser Betracht.
Der Anspruch auf eine Rente setzt
weiter
voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen ist (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG; bis 3
1.
Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b
a
IVG
). Unter Arbeitsunfähig
keit ist (bei Erwerbstätigen) die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen.
Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Er
scheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefal
len sein.
Für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit genügt eine Arbeitsun
fähigkeit von 20
%
(Urteile des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 2
4.
November 2010, E. 4.1; 8C_652/2011 vom
5.
Dezember 2011, E. 3.2, je
mit Hinweisen).
Nach dem Unfall vom 3
0.
Juli 2004 war die Beschwerdeführerin vorerst zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/9/1
, Urk. 7/10/79
), womit der Beginn des
Warte
jahres
ausgelöst wurde
.
In der Folge war die Beschwerdeführerin bis Ende August 2006 in wechselndem Ausmass teilweise arbeitsunfähig
(50 % vom 1
0.
Februar bis 3
1.
März 2005, 30 % vom
1.
bis 3
0.
April 2005, 20 % vom
1.
Mai bis 3
1.
August 2005, 50 % vom
4.
bis 2
3.
Oktober 2005, 20 % vom 2
4.
Oktober 2005 bis 1
5.
Januar 2006, 40 % vom 1
6.
Januar bis 1
4.
April 2006, 20 % vom 1
5.
April bis 3
1.
August 2006)
, wobei sie zwischenzeitlich vom
1.
September bis am
3.
Oktober 2005 zu 100
%
gearbeitet hatte
(Urk. 7/9/1
, Urk. 7/10/4
0
-42
).
Nach Ablauf des Wartejahres am 3
0.
Juli 2005 bestand nach dem Gesagten keine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %.
Zum Zeitpunkt der frühestmöglichen Rentenauszahlung am
1.
April 2006 bestand zwar eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit, jedoch mangelt es an einer durchschnittlichen 40%igen Arbeitsunfähigkeit im vorangegangenen Jahr (vgl. Urk. 7/9/1 und Urk. 7/10/41-42).
A
b Mitte April 2006
arbeitete die Beschwerd
eführerin wieder zu 80, hernach, das heisst ab
1.
September 2006,
sogar zu 100
%
(Urk. 7/9/1), dies
bis am
7.
November 2006 (Urk. 7/
46/2
). Nach gut zwei Monaten
100%iger
Arbeits
tätigkeit
kam es zu einer umfassenden psychophysischen Erschöpfung mit Aufbruch der Kompensationsmechanismen
, die bis dahin bestanden hatten,
und die Beschwerdeführerin
verfiel in eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (Urk.
7/10/4,
7/
10/13, 7/15/18
).
Zum vollen Pensum ab September 2006 ist
indessen zu beachten, dass die Beschwerdeführerin gemäss Gutachten von
Dr.
L._
vom 2
5.
Oktober 2008 aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur einen hohen Leistungswillen aufweist und dazu neigt, Leistungsdefizite zu überspielen (Urk. 7/39/9).
Auch dem Bericht von
Dr.
H._
vom 2
8.
November 2005
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin die Neigung ha
t
, sich zu überfordern, anstatt ihre Leistungseinschränkungen zu akzeptieren (Urk. 7/12/11), was ihr
auch gemäss den Ärzten der
Klinik I._
schwer fiel (Urk. 7/10/3).
Damit
lässt sich auch erklären, dass sie bei
Dr.
G._
eine volle Leistungs
fähigkeit angegeben ha
tte (Urk. 7/10/22)
.
Gemäss ihren späteren
Angab
en nahm sie
jedoch
die Hilfe Dritter in Anspruch und arbeitete zusätzlich von zuhause aus
(Urk. 7/38/3, 7/10/3
, 7/15/6-7
)
.
Zudem wurde ihr vom Arbeitgeber zur Un
terstützung eine Assistentin beiseite gestellt (Urk. 7/118/5).
Dem A
rbeit
geber
waren die kognitiven Defizite der Beschwerdeführerin offenbar auch aufgefallen (vgl. auch Urk. 7/10/3).
Aufgrund dieser Umstände
ist davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführerin während
der
Zeit
ihrer 100%igen Arbeitstätigkeit
tat
sächlich
keine die vorangehende 80%ige Arbeitsfähigkeit übersteigende Arbeitsfähigkeit aufwies, sondern dass es sich um einen
Arbeitsversuch han
delte
.
Mit einer nicht vollen Arbeitsfähigkeit korrespondiert auch das Verhalten des Arbeitgebers, der Kritik
übte,
der Beschwerdeführerin
ab 25.
Oktober 2006 jegliche Kompetenzen entzog (Urk. 7/10/12)
und
das Arbeitsverhältnis mit
ihr
kündigte
(Urk. 7/
10/22
).
Demnach ist davon auszugehen,
dass die Beschwerde
führerin
effektiv
nie im Sinne von
Art.
29
ter
IVV
an mindestens 30 aufeinan
derfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war
, beziehungsweise
dass das W
artejahr durch den zwischenzeitlichen Versuch, 100
% zu arb
eiten, nicht unterbrochen wurde, denn
eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit reicht aus, um das Wartejahr nicht dahinfallen zu lassen, da eine solche selbst das Wartejahr aus
zulösen vermag.
Ab dem
8.
November 2006 attestierten
Dr.
C._
und
die Ärztin
B._
der Be
schwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/10/15, Urk. 7/15/18).
Ab Mitte Dezember 2006 planten sie
für die Beschwerdeführerin
einen statio
nären Aufenthalt in der psychiatrischen
Klinik I._
(Urk. 7/10/13).
Die Ärzte der
Klinik I._
b
estätigt
en dann
die 100%ige Arbeitsun
fähigkeit als Versicherungsangestellte sowohl für die Dauer der
Hospitalisation
vom 1
2.
Februar bis zum 1
2.
Mai 2007 als auch für die Zeit nach dem Austritt (
Urk. 7/10/5,
Urk. 7/13/3). Die weiter hinten im Fragebogen angeführten teil
weisen Arbeitsfähigkeiten
„seit circa 2004“
(Urk. 7/
13/7)
widersprechen
der vorangegangenen Angabe. Insbesondere für den Zeitraum, während welchem die Beschwerdeführerin sich in stationärer Behandlung befand,
war
eine teil
weise Arbeitsfähigkeit
offensichtlich nicht gegeben.
Die folgende Begutachtung
durch
Dr.
J._
ergab
wiederum
eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als auch in einer kaufmännischen Tätigkeit ohne Führungs
aufgaben (Urk. 7/15/8-9).
Auch gemäss dem Gutachten von
Dr.
L._
vom 25. Oktober 2008 war in der angestammten Tätigkeit gar keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. In Bezug auf eine behinderungsadaptierte Tätigkeit ergibt sich
aus seinem Gutachten
, dass hierzu ein vorgeschalteter Belastungsaufbau und ein Arbeitstraining vorzunehmen wären (Urk. 7/37/9, Urk. 7/37/13
-14
).
Nach dem Gesagten und insbesondere mit Blick auf den stationären Klinikaufenthalt
steht die Annahme einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit ab dem
8.
November 2006 (vgl.
Urk. 2, Verfügungsteil 2
)
in Übereinstimmung mit der Aktenlage
.
Bestand zuvor eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit, so ist nach drei Monaten 100%iger Arbeitsunfähigkeit eine durchschnittlich 40%ige Arbei
tsunfähigkeit erreicht ([
3 x 1 + 9 x 0,2
]
: 12 = 0,4). Demnach ist der Anspruch auf eine
Vier
telsrente
am
8.
Februar 2007 entstanden. Für die Entstehung einer halben Inva
lidenrente wird vorausgesetzt, dass die Beschwerdeführerin während eines Jah
res zu durchschnittlich mindestens 50
%
arbeitsunfähig gewesen ist. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit in der Summe von zwölf Monaten muss somit mindes
tens 600
%
betragen (600
%
: 12 = 50
%
). Dies bedeutet i
m vorliegenden Fall, dass auf 7,
5 Monate mit einer Arbeitsunfähigkeit vo
n 20
%
(7,5 x 20
%
= 150
%
) noch 4,
5 Monate mit einer Arbeitsunfähi
gkeit von 100
%
folgen müssen (4,
5 x 100
%
= 450
%
), weshalb die Beschwerdeführerin ab 2
3.
März 2007 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.
Eine durchschnittliche Arbeitsun
fähigkeit von 60
%
lag sechs Monate nach Eintritt der 100%igen Arbeitsunfä
higkeit vor (6 x 1 + 6 x 0,2 = 12 x 0,6), womit ab dem
8.
Mai 2007 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestand. Die für eine ganze Rente erforderliche durchschnittliche 70%ige Arbeitsunfähigkeit war schliesslich
7
,
5
Monate nach dem
8.
November 2006 (
[
7,5 x 1 + 4,
5 x 0,2
]
:
12 = 0,7
) respektive am
2
3.
Juni
2007 gegeben
. Infolgedessen und unter Berücksichtigung dessen, dass d
ie Rente von Beginn des Monats an au
szurichten ist (
Art.
29
Abs.
2
IVG
in der bis 3
1.
Dezember 2007 gültigen Fassung
), hat die Beschwerdeführerin ab
1.
Februar 2007 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, ab 1. März 2007 Anspruch auf eine halbe Rente, ab
1.
Mai 2007 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
sowie ab
1.
Juni 2007 Anspruch auf eine ganze Rente.
4.
2
Weiter
ging die Beschwerdegegnerin von einer
am
1.
August 2008 eingetrete
nen Verbesserung
respektive ab dann von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus
(Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 3)
.
Sie führte aus, dies ergebe sich aus dem beweiskräftigen Gutachten von
Dr.
A._
(Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 2 f.).
Dr.
A._
hatte jedoch ausgeführt, es habe gar nie eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (Urk. 7/108/18-
19).
Vielmehr erfolgte die Annahme einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit
im
Gutachten von
Dr.
Z._
(Urk. 7/123/6), dessen Untersuchung
jedoch erst
am 3
0.
Oktober 2008 stattgefunden hatte und am
1.
August 2008 noch nicht einmal in Auftrag gegeben worden war (Urk. 7/35/1).
Dr.
Z._
sprach zwar von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, jedoch gab er an, eine solche sei allenfalls in der Zukunft erreichbar, unter der Bedingung, dass die Beschwerdeführerin
vorerst in einer psychiatrischen Tagesklinik
reintegriert
werde, und selbst dann könne erst der weitere Verlauf Aufschluss geben (Urk. 7/35/9).
I
m Gutachtenszeitpunkt
lag somit
auch
nach der Einschätzung von
Dr.
Z._
noch
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für
sämt
liche
Tätigkeiten
vor
.
Auf das Gutachten von
Dr.
Z._
hin hatte die Beschwerdeführerin sich ab dem
2.
Dezember 2008 während drei halber Tage pro Woche in eine tagesklinische Behandlung bege
ben. Med.
pract
.
D._
von der
Tagesklinik N._
erachtete die Beschwerde
führerin am 1
4.
August 2009 jedoch immer noch als lediglich in einem geschützten Rahmen einsetzbar und ansonsten
wegen der kognitiven Defizite sowie der emotionalen Instabilität
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsunfähig (Urk. 7/84).
Ebenso ging
die Ärztin
B._
in ihrem Bericht vom
2
8.
August 2009
weiterhin
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus
(Urk. 7/81
)
.
Demnach hatte sich die Prognose auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht verwirklicht.
Diese Ansicht
hatte
die Beschwerdegegnerin damals
im
Vorbescheidverfahren
sogar
selber
vertreten
und
war
entsprechend von einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit aus
gegangen
(Urk. 7/92/2
, 7/94
).
Eine Verbesserung der erwerblichen Leistungsfähigkeit ab August 2008 ist nach dem Gesagten nicht ausgewiesen.
4.
3
Die Beschwerdegegnerin ging sodann gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom
2
9.
Oktober 2010
davon aus, es liege
zum
Begutachtungs
zeitpunkt
kein invalidisierendes Leiden mehr vor
(Urk. 7/123/4)
oder es sei ihr zumindest eine kaufmännisch-administrative Tätigkeit mit Anforderungsniveau 3 zu 100
%
zumutbar (Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 3
).
Die
in früheren Gutachten und Berichten erfolgten
Arbeitsunfähigkeitsangaben
seien
vom Gutachter dis
kutiert und
für den Zeitpunkt der Begutachtung
nachvollziehbar widerlegt
w
o
r
den
(RAD-Stellungnahme vom 1
6.
Dezember 2010, Urk. 7/123/4)
.
Das Gutachten von
Dr.
A._
basiert grundsätzlich auf den
Vorakten
, sei
ner eigenen Untersuchung inklusive Erhebung der Anamnese
und wurde
unter Berücksichtigung der von
der Beschwerdeführerin
geklagten Beschwerden
er
stellt
(Urk. 7/108). Jedoch ist der Einwand der Beschwerdeführerin zutreffend, dass
im Gutachten nicht berücksichtigt wurde, dass die Beschwerdeführerin sich bereits seit Dezember 2008 in tagesklinischer Behandlung befand und der ent
sprechende Bericht (Urk. 7/84) fand ebenfalls keine Erwähnung.
Dies schmälert den Beweiswert des Gutachtens, denn med.
pract
.
D._
ist aufgrund der intensiven Betreuung der Beschwerdeführerin über ihre gesundheitliche Ver
fassung im
Detail informiert
und sein Bericht war der aktuellste bei den Akten liegende, sodass sich
Dr.
A._
auch mit ihm hätte auseinandersetzen müssen, zumal darin von keiner auf dem freien Arbeitsmarkt verwertbaren Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde (Urk. 7/84).
Im Übrigen
gab
Dr.
A._
keine Verbesserung an
,
sondern ging davon aus, dass gar nie ein invalidisierendes Leiden vorgelegen habe
(Urk. 7/108/19)
.
Eine Verbesserung thematisierte er
nur insoweit
,
als er ausführt
e
, dem Bericht von
Dr.
H._
sei eine Verbesserung
der kognitiven Funktionen
zu entnehmen
. Die vorliegenden Befunde sprächen lediglich noch für eine leichte Störung
(
Urk. 7/108/3
, 7/108/14
, 7/108/18
). Die Untersuchung durch
Dr.
H._
fand je
doch noch
vor der
psychischen Dekompensation statt und
Dr.
H._
attestierte trotzdem keine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/10/34).
D
ie anschliessend ausge
brochene psychische Krankheit
trug wiederum zu einer Verstärkung der neu
ropsychologischen Funktionsstörungen bei
(Urk. 7/37/12).
Mehrere neuropsychologische Abklärungen hatte
n
die Diagnose
stellung
eines o
rganische
n
Psychosyndrom
s
nach Schädelhirntrauma
(ICD-10: F07.2) zur Folge (Urk. 7/10/31, 7/10/1, 7/35/9, 7/81/1 7/84), wobei durchgehend neuropsy
chologische Funktionsstörungen oder kognitive Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben wurden (
zusätzlich
Urk. 7/37/7-13
).
So ging der Gutachter
Dr.
J._
von einer Arbeitsunfähigkeit infolge einer
hirn
organischen
Symptomatologie aus (vgl. vorstehende E. 3.4). Der Gutachter
Dr.
L._
führte aus, es liege eine neuropsychologische Funktionsstörung vor, welche die Diagnose einer minimal
brain
injury
nahelege und erachtete die Beschwerdeführerin wegen der kognitiven Einschränkungen als in ihrer bis
he
ri
gen Tätigkeit bleibend und vollumfänglich arbeitsunfähig (vgl. vorstehende E.
3.6). Ebenso nannte der Gutachter
Dr.
Z._
die Diagnose eines organi
schen Psychosyndroms nach Schädel-Hirn-Trauma als am wahrscheinlichsten und attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit mit der Option auf eine spätere teilzeitliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vgl. vorstehende E. 3.7).
Dr.
A._
stellte sich als erster auf den Standpunkt, die neuropsychologi
schen Funktionsstörungen
hätten keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/108/12).
Dies begründete er im Wesentlichen damit, dass er klinisch intakte Gedächtnisfunktionen, Aufmerksamkeit, Konzentration und Intelligenz erhoben hatte
(Urk. 7/108/11)
und ihm klinisch keine gravierenden kognitiven
Defizite aufgefallen seien (Urk. 7/108/18). Ferne führte er zur Begründung an, zwar hätten nahezu alle Voruntersuchung als zentrale Diagnose mit gravieren
der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere neu
ropsychologische Funktionsstörung angeführt, jedoch seien die Angaben bezüg
lich deren Genese widersprüchlich (Urk. 7/108/18). So
hätten
die diplomierte Ärztin
B._
und
Dr.
C._
Hinweise auf eine organische Genese der psychischen Beschwerden verneint (Urk. 7/108/17). Zur allgemeinen Begrün
dung, weshalb keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor
liege, führte er sodann das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin an (Urk. 7/108/16).
Diese fahre selbständig Auto, erledige administrative Aufgaben, gehe ihren persönlichen Interessen nach und absolviere Urlaubsreisen. Zudem seien in den
Vorakten
Widersprüchlichkeiten aufgetaucht und die
eigenanam
nestischen
Angaben seien inkonsistent. Vor diesem Hintergrund begründeten die neuropsychologischen Funktionsstörungen keine Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit (Urk. 7/108/18-19).
Dazu, dass
Dr.
A._
im Gespräch nicht auf die Einschränkungen aufmerk
sam wurde, führte med.
pract
.
D._
aus, dass eng umschriebene
Funktions
bereich
e
gestört seien, die in einer einfachen Konsultation und während der Bewältigung des einfachen Alltags nicht zu sehen seien, sich aber bei komple
xeren Anforderungen gravierend zeigten (Urk. 7/118/2). Der Tagesablauf sei daher ungeeignet, um die Auswirkung der Störungen spezifischer kognitiver Funktionsbereiche zu beurteilen (Urk. 7/118/3). Das Autofahren sei bei der Beschwerdeführerin eine langjährig ei
ngeübte einfache Routineaufgabe. Dass sie noch Auto fahren könne und dürfe,
stelle daher
keinen Widerspruch zu einer Arbeitsunfähigkeit in komplexen Büro- und Organisationsaufgaben dar (Urk. 7/118/4).
Die von
Dr.
A._
wegen der Fahrtauglichkeit trotz neuro
psychologischer Funktionsstörungen an der Nachvollziehbarkeit des Berichts von
lic
. phil.
M._
s geübte Kritik (Urk. 7/108/18) geht nach dem Gesagten fehl.
D
enn die
Erläuterungen von med.
pract
.
D._
leuchten ein, zumal aus den neuropsychologischen Abklärungen hervorgeht, dass bei der Beschwerdeführe
rin nur einzelne Funktionsbereiche eingeschränkt sind. So zeigten sich bei der Untersuchung
vom 9. Juli 2008
durch
lic
. phil.
M._
akzentuierte
Funktions
einbussen
bei den Lern- und Gedächtnisleistungen und weiterhin Störungen bei den Aufmerksamkeitsfunktionen. Probleme bei der Wortfindung seien im Gespräch hingegen nicht mehr beobachtbar (Urk. 7/38/9).
So gab med.
pract
.
D._
bereits in seinem Bericht vom 1
4.
August 2009 an, die Beschwerde
führerin wirke im direkten Kontakt und auf verbaler Ebene gesund (Urk. 7/84/2).
Auch die Fahrfähigkeit war bereits
früher
gegeben
(Urk. 7/37/16)
, sodass sich daraus ebenso wenig eine Verbesserung ergibt wie daraus, dass die
Funktionseinbussen im Gespräch
mit
Dr.
A._
nicht ersichtlich
waren
.
Entsprechende Tests ergaben denn auch nach der Begutachtung durch
Dr.
A._
weiterhin eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung (Urk. 7/118/6-7, 7/118/17-18).
Auch daraus, dass
die
Ärztin
B._
und
Dr.
C._
in ihrem ersten Bericht vom 2
5.
Januar 2007 eine organische Genese verneinten (Urk. 7/10/13), kann nichts abgeleitet werden,
denn die entsprechende Feststellung wurde nicht weiter begründet, insbesondere nahmen die beiden Ärzte keinen Bezug auf
die von
Dr.
H._
diagnostizierte leichte Hirnfunktionsstörung (vgl. vorstehende E.
3.2).
Soweit
Dr.
A._
die Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückführte (Urk. 7/108/12, „bei multip
len psychosozialen Belastungsfaktoren“),
bleibt anzumerken, dass eine psycho
soziale Belastung
schon länger nicht
mehr
vorlag
(Urk. 7/118/5)
.
Zusammenfassen
d ist mit dem Gutachten von Dr.
A._
bei fraglicher Beweiskraft weder eine Verbesserung ausgewiesen, noch
was unbestritten ist
schlüssig dargelegt, dass auch in der Vergangenheit keine
krankheits
- oder unfall
bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand.
Infolgedessen bestand bis Ende April 2012 keine verwertbare Arbeitsfähigkeit.
4.
4
Seit
1.
Mai 2012
arbeitet die Beschwerdeführerin zu 70
%
bei der Firma
P._
im
Billing
und
Accounting
, mit welcher Anstellung sie ein Bruttojahreseinkommen von
Fr.
52‘000.-- erzielt (Urk. 1 S. 12, Urk.
3/11 S. 3).
A
n dieser Arbeitsstelle
kann sich
die Beschwerdeführerin halten. D
as Arbeitsverhältnis
bestand
auch bei Erstattung der Replik vom 1
3.
September 2013 noch (Urk. 12 S. 3).
Die neuropsychologische Untersuchung durch das
Spital O._
, Klinik für Neurologie, vom 2
5.
Oktober 2012, ergab, dass weiterhin leichte bis mittelgradige kognitive Minderleistungen in mehreren Teilbereichen vorlagen, dass die Arbeitsunfähigkeit etwa 35
%
betrage und Tätigkeiten in leitender Funktion nicht ratsam seien
. Das subjektiv
bewältigbare
Arbeitspensum von 70
%
korrespondiere mit dem kognitiven Leistungsprofil
(Urk. 3/10 S. 3).
Durch die effektiv ausgeübte Arbeitstätigkeit und deren medi
zinische Zumutbarkeit ist eine Verbesserung zumindest der
e
rwerblichen
Aus
wirkungen
der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgewiesen
.
Zudem berichtete die Beschwerdeführerin
, es gehe ihr psychisch besser
(Urk. 3/10 S. 2).
Demnach ist ab
1.
Mai 2012 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen.
5.
Für die Zeit ab
1.
Mai 2012 ist ein Einkommensvergleich durchzuführen, wobei die eingetretene Verbesserung ab
1.
August 20
12 zu berücksichtigen ist (Art.
88a
Abs.
1
IVV).
Die Beschwerdegegnerin errechnete das
Valideneinkommen
gestützt auf das gemäss dem IK-Auszug von der Beschwerdeführerin im Jahr 2003 erzielte Ein
kommen (Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 3).
Ab Januar 2006 wurde der Monatslohn jedoch auf
Fr.
7‘000.-- erhöht (Urk. 7/46/7-9, Urk. 1 S. 13, Urk. 3/13-14). Es lie
gen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass diese Lohnerhöhung im
Gesundheits
fall
nicht auch
gewährt worden wäre
, weshalb sie zu berücksichtigen ist
.
Dafür, dass der Lohn der Beschwerdeführerin für das Jahr 2007 im Gesundheitsfall erneut erhöht worden wäre,
bestehen nach der deutlichen Lohnerhöhung im Jahr 2006 trotz eingeschränkter Leistungsfähigkeit
keinerlei
Anhaltspunkte.
Infolgedessen ist
vom Jahr 2006 zum Jahr 2007 keine Anpassung an die
Nomi
nallohnentwicklung
vorzunehmen. Vielmehr ist
da
von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in
den Jahren 2006 und 2007 je Fr.
91‘000.-- (13 x Fr. 7‘000.--) verdient hätte.
Dieses Ein
kommen ist
erst
für die Folgejahre
an die Nominallohnentwicklung anzupassen (
Bundesamt fü
r Sta
tistik [BFS],
Schweize
rischer Lohnindex
insgesamt
[
1939
= 100;
T39;
im Internet abrufbar]
,
Nominallohnindex
Frauen
, 200
7
:
2‘454
;
2012: 2‘630
). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr.
97‘
526.49
im Jahr 2012
(
Fr.
91‘000.
-- :
2‘454 x 2‘630)
.
Die Beschwerdeführerin ging in ihrer Beschwerdeschrift von einem
Invaliden
einkommen
von
Fr.
52‘000.-- aus (Urk. 1 S. 14
Ziff.
13.2). Die IV-Stelle stellte demgegenüber unter Verweis auf das Gutachten von Dr.
A._
auf die Tabellenlöhne ab (vgl. Urk. 2, Verfügungsteil 2, S. 3).
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Gemäss Arbeits
vertrag vom April 2012 erzielt die Beschwerdeführerin
ein Jahreseinkommen von
Fr.
52‘000.-- (13 x
Fr.
4‘000.--, Urk. 3/11 S.
3).
Da
rauf
ist
abzustellen
,
denn das Einkommen
entspricht der Verwertung der
Rest
arbeits
fä
higkeit
.
Vergleicht man das Invalideneinkommen von
Fr.
52‘000.-- mit dem
Validenein
kommen
von gerundet
Fr. 97‘526
.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
45‘
526
.--, woraus ein Invaliditätsgrad von gerundet 47
%
resultiert (
Fr.
45‘
526
.
-- :
Fr. 97‘
526
.--).
Damit hat die Beschwerdeführerin
ab August 2012
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
Im Ergebnis ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und festzustellen, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
bis am 2
8.
Februar 2007 Anspruch auf eine
Viertelsrente
, vom 1. März 2007 bis
zu
m 3
0.
April 2007 Anspruch auf eine halbe Rente, vom
1.
bis
zu
m 3
1.
Mai 2007 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
, vom
1.
Juni 2007 bis zum 3
1.
Juli 2012 Anspruch auf eine ganze Rente
sowie
ab
1.
August 2012 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die IV-Stelle die
Gerichtskosten
von Fr. 800.--
zu tragen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und der Beschwerdeführerin eine
Prozess
entschädigung zu bezahlen (
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
[
GSVGer
]). Die Kosten sind dabei nicht aufzuteilen und die Prozessentschädigung ist nicht zu reduzieren, denn das Begehren in der Beschwerde hat den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst, soweit es über das tatsächliche Ergebnis des Verfahrens hinausgegangen ist ("Überklagen": BGE 117 V 401 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_889/2011 vom
8.
Februar 2012
,
E. 7).
Die Prozessentschädigung
ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit
§
34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und unter Berücksichtigung der Barauslagen festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und nach Massgabe des gerichtsüblichen Stundenansatzes für die Vertretung durch einen Rechtsanwalt von
Fr.
200.-- ist
der Beschwerdeführerin
eine Prozessentschädigung von
Fr.
3
’
1
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Barausla
gen
) zuzusprechen.