# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c724d217-e8b6-4acb-a8b4-1fee14f70cc3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1964 geborene
X._
arbeitete seit dem
1.
Dezember 2014 als Assistentin der Geschäftsleitung/Leitung Administration in einem 80%-Pensum für die
Y._
(
Urk.
6/4).
Am 2
7.
Juni 2019
(Ein
gangsdatum)
wurde sie von der Arbeitgeberin unter Hinweis auf eine seit dem 2
0.
März 2019 bestehende 60%ige Arbeitsunfähigkeit bei der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (Urk.
6/4). Nachdem die IV-Stelle mehrmals versucht hatte,
X._
zu kontaktieren, fand am 12.
August 2019 ein telefonisches Gespräch statt (
Urk.
6/5). Am 2
3.
September 2019
(Eingangsdatum)
meldete sich
X._
bei der IV
Ste
lle zum Leistungsbezug an (Urk.
6/8). Am 3
0.
September 2019 fand ein Standortgespräch statt (
Urk.
6/12). Die IV-Stelle holte in der Folge einen Arbeitgeberbericht (Urk.
6/15) ein und zog die Akten der Krankentaggeld
versi
cherung von
X._
, der SWICA
Krankenversicherung AG
(
Swica
)
,
bei (
Urk.
6/17)
. Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/21) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. März 2020 einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom
2.
April 2020 erhob
X._
Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2020, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit überhaupt
darauf
einzutreten sei (
Urk.
5). Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin am 1
8.
Mai 2020 zur Kenntnisnahme zugestellte (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides im Wesentli
chen
(
Urk.
2)
, damit Rentenleistungen der Invalidenversicherung geprüft werden könnten, müsse während eine
s
Jahres eine Arbeitsunfähigkeit von durch
schnittlich mindestens 40
%
gegeben sein. Da seit November 2019 die Arbeitsfä
higkeit gemäss dem behandelnden Arzt 70
%
betrage, werde dieses Kriterium nicht erfüllt und es könn
t
en keine Rentenleistungen zugesprochen werden.
1
.2
Die Beschwerdeführerin brachte beschwerdeweise vor
(
Urk.
1)
, da sich ihre Situation geändert habe, beantrage sie die Überprüfung der angefochtenen Ver
fügung. Ihr Gesundheitszustand habe sich massiv verschlechtert, weshalb sie seit dem 16.
März 2020 zu 100
%
krankgeschrieben sei. Sie wäre froh um Unter
stützung beim Erhalt
ihrer
Arbeitsstelle.
1
.3
Die Beschwerdegegnerin erklärte dazu mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2020 (
Urk.
5),
die Beschwerdeführerin sei während des Wartejahres durchschnittlich weniger als zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen. Auch im Zeitpunkt des Erlasses der Rentenverfügung sei sie weniger als zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen. Sie habe daher keinen Rentenanspruch. Dass sie
nun seit dem 1
6.
März 2020 erneut über 40
%
arbeitsunfähig sei, ändere an der Sachlage nicht
s
.
Mit der angefochtenen Verfügung sei einzig über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin entschieden worden. Betreffend die beantragten beruflichen Massnahmen sei auf die Beschwerde demzufolge nicht einzutreten.
Wie sie der Beschwerdeführerin im Rahmen des Ressourcengesprächs sowie auch mit der angefochtenen Verfügung mitgeteilt habe, dürfe
sie
sich jederzeit betreffend Ein
gliederungsmassnahmen
bei ihr
melden.
2.
2.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvor
aussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Ein
sprache
entscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2.2
Sowohl aus der Bezeichnung der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
2) als «Verfügung kein Rentenanspruch»
wie
auch aus den Erwägungen der Beschwerdegegnerin ergibt sich, dass sie lediglich über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente entschieden hat. Berufliche Mass
nahmen werden zwar in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung erwähnt, jedoch nur dahingehend, dass der Unterstützungsbedarf der Beschwerdeführerin beim Erhalt der Arbeitsstelle nicht zu klären gewesen sei, sie sich be
i entspre
chendem Bedarf jedoch
bei der Beschwerdegegnerin melden könne. Der Entscheid
über berufliche Massnahmen war daher gemäss den unzweideutigen Erwägungen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
März 202
0.
Mangels anfechtbare
n
Entscheid
s
kann daher auf die Beschwerde hinsichtlich der bean
tragten
Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes
nicht eingetreten werden.
3
.
3
.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invali
denversicherung hat.
3.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.4
3.4.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
3.4.2
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1).
3.
5
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Ver
siche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechts
lage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundes
gerichts 8C_815/2012
vom 2
1.
Oktober 2013
E. 3.2.1).
4.
4.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemein Innere Medizin,
attestierte der Beschwerdeführerin mit
ä
rztlichen Zeugnissen vom 2
0.
März 2019 (
Urk.
6/3/1) und vom
1.
April 2019 (
Urk.
6/3/
2) vom 2
0.
März 2019 bis am 17.
April 2019 eine
60
%ige
Arbeitsunfähigkeit, wobei sie auf dem ärztlichen Zeugnis vom 2
0.
März 2019 anführte, die Beschwerdeführerin könne an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeiten und an den übrigen drei Tagen der Woche nicht. Mit
ä
rztliche
m Zeugnis
vom
6.
Mai 2019 (
Urk.
6/3/3)
hielt Dr.
Z._
eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vom
2.
Mai bis am 3
1.
Mai 2019 fest und erklärte, die Beschwerdeführerin könne an drei ganzen Tagen pro Woche arbeiten (
Urk.
6/3/3). Mit ärztlichen Zeugnis vom
5.
Juni 2019 (
Urk.
6/3/4)
attestierte
Dr.
Z._
für Juni 2019 eine
40%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt mit
ä
rztlichem Zeugnis vom 1
9.
August 2019 (
Urk.
6/7/6) vom
4.
Juli bis am 1
5.
August 2019 eine 50%ige und vom 1
6.
bis am 2
3.
August 2019 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit fest.
4.3
Mit Bericht
an die
Swica
vom 1
2.
August 2019 (
Urk.
6/17/37) erklärte
Dr.
A._
, die Beschwerdeführerin leide seit Monaten an Energielosigkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit
und
Kraftlosigkeit. Zudem bestehe ein sozialer Rückzu
g und eine
«Stimmungsbeeinträchtigung»
. Als Dia
g
nose nannte
Dr.
A._
ein psycho
physisches Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73). Die Beschwerdeführerin sei vom
4.
Juli bis
am
1
5.
August 2019 zu 50
%
und ab dem 1
6.
August 2019 zu 60
%
arbeitsfähig.
4.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie,
erklärte mit
ä
rztlichem Zeugnis vom 2
6.
August 2019 (
Urk.
6/7/7), dass die Beschwerdeführerin vom 2
6.
August bis am 1
5.
September 2019 zu 50
%
arbeits
unfähig sei (bezogen auf das Arbeitspensum von 80
%
). Mit
ä
rztliche
n
Zeugnis
sen
vom 1
7.
September 2019 (
Urk.
6/7/8)
und vom 1
4.
Oktober 2019 (Urk.
6/17/67)
hielt er für die Zeit vom 1
6.
September bis
am
1
0.
November
2019 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf das Arbeitspensum von 80
%
) fest.
Mit
ä
rztlichem Zeugnis vom 1
1.
November 2019
(
Urk.
6/17/70)
attestierte
er
der Beschwerdeführerin vom 1
1.
November bis
am
8.
Dezember 2019 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf das Arbeitspensum von 80
%
).
4.5
Mit
ä
rztlichem Zeugnis vom 1
6.
März 2020 (
Urk.
3) attestierte
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1
6.
März bis 1
2.
April 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
5.
5.1
Die Be
schwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 1
0.
März 2020
(
Urk.
2)
einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin im Wesentlichen mit der Begründung verneint,
ein Rentenanspruch setze voraus, dass
eine Arbeitsunfähigkeit von min
destens 40
%
durchschnittlich
ein Jahr lang angedauert habe. D
a die Arbeitsfä
higkeit seit November 2019 70
%
betrage,
sei dieses Kriterium nicht erfüllt
(vgl.
E.
1.1)
.
5.2
Entgegen den Erwägungen der Beschwerdegegnerin kann
allein
aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführerin im November 2019 – zwischenzeitlich – eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
(E. 4.4)
, nicht geschlossen werden, da
s
Wartejahr
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG könne nicht erfüllt werden, setzt
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
doch lediglich voraus, dass durchschnittlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vor
liegt. Eine zwischenzeitlich lediglich 30%ig
e Arbeitsunfähigkeit
stellt
keinen wesentlichen Unterbruch
der Arbeitsunfähigkeit
dar
(
Art.
29
ter
der Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV).
Der
Beschwerdeführerin
war,
wie dargelegt
(E. 4.1)
, von
Dr.
Z._
für die Zeit
vom 2
0.
März bis am 1
7.
April 2019 eine 60%ige
Arbeitsunfähigkeit
beziehungs
weise
eine Arbeitsfähigkeit für zwei Tage pro Woche und für die Zeit
vom
2.
Mai bis am 30.
Juni
2019
eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit
beziehungsweise
eine Arbeitsfähigkeit für drei Ta
ge pro Woche attestiert worden
.
Das heisst, bezogen auf ein 80%-Pensum wurde von
Dr.
Z._
vom 2
0.
März bis am 1
7.
April 2019 eine 50%ige und vom
2.
Mai bis am 3
0.
Juni 2019 eine 25%ige Arbeitsun
fähigkeit attestiert.
V
om
4.
Juli bis am 1
5.
August 2019
hielt
Dr.
A._
eine 50%ige und
vom 1
6.
August bis am 1
5.
September 2019 e
ine
4
0%ige
Arbeitsun
fähigkeit
– bezogen auf ein 80%-Arbeitspensum -
fest (E. 4.2)
, das heisst, es war der
Beschwerdeführerin in
der Zeit vom
4.
Juli bis am 15.
August 2019 möglich, zwei Tage pro Woche
(Urk.
6/7/5)
und
in der Zeit
vom 1
6.
bis am 2
3.
August 2019
zweieinhalb
Tage pro Woche zu arbeiten (
Urk.
6/7/6)
.
Vom 2
6.
August
bis am 1
5.
September 2019 attestierte
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin
– bezo
gen auf ein Arbeitspensum von 80
%
–
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit,
womit es
der Beschwerdeführerin in dieser Zeit möglich
war
, zwei Tage pro Woche zu arbeiten. Vom 1
6.
September bis am 1
0.
November 2019 hielt
Dr.
B._
eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit – bezogen auf ein Arbeits
pensum von 80
%
-
fest (E.
4.4),
das bedeutet,
es
war
der Beschwerde
führerin i
n dieser Zeit
m
öglich,
zwei
einhalb Tage pro Woche zu arbeiten (
Urk.
6/7/8). Vom 1
1.
November bis am
8.
Dezember 2019 attestierte D
r.
B._
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit (bezogen auf das Arbeitspensum von 80%; E. 4.4).
Durch
schnittlich entsprechen die
att
estierten Arbeitsun
fähigkeiten
für die Zeit vom 20.
März bis am
8.
Dezem
ber 2019
b
ezogen auf ein 80%-Pensum einer rund 36%igen
Arbeitsunfähigkeit
und bezogen auf ein 100%-Pensum einer rund 35%igen Arbeitsunfähigkeit
.
Für die Zeit zwischen dem
9.
Dezember 2019 und dem 1
5.
März 2020
lieg
en keine ärztlichen Berichte vor.
Gemäss interner Notiz
der Beschwerdegegnerin vom 28.
Januar 2020 (
Urk.
6/20/2-3) wurde der Beschwerdeführerin von
Dr.
B._
jedoch zu Händen der
Swica
zumindest
auch im Januar 2020 eine (Teil-)Arbeits
unfähigkeit attestiert.
Die Beschwerdegegnerin zog
trotz dieser Auskunft
weder die Akten der
Swica
bei noch holte sie einen Bericht von
Dr.
B._
ein
. Ins
besondere auch unter Berücksichtigung, dass
Dr.
B._
der Beschwerde
führerin ab dem 1
6.
März 2020 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk.
6), scheint es
jedoch
zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Beschwerde
führerin auch im Februar und anfangs März 2020 in der Arbeitsfähigkeit einge
schränkt war
und sie zwischen dem 2
0.
März 2019 und dem 1
9.
März 2020 durchschnittlich zu mindestens 40 % arbeitsunfähig war.
Da die Beschwerde
gegnerin
zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zwischen dem 9.
Dezem
ber 2019 und dem 1
5.
März 2020 keine relevanten A
bklärungen getätigt hat, kann die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in dieser Zeit jedoch nicht
hinreichend
beurteilt werden.
Darüber hinaus gilt es zu beachten,
dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
0.
März 2020 (
Urk.
2) einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ver
neint
hat
, obwohl der Beschwerdeführerin erstmals ab 2
0.
März 2019 (E. 4.1) eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
. D
as heisst die
Beschwerdegegnerin
hat ihren Entscheid – nach bereits im
Januar 2020 eingeleiteten
Vorbescheid
verfarhen
(
Urk.
6/21)
–
zu einem Zeitpunkt
gefällt
, in dem das Wartejahr noch gar nicht vollendet sein konnte. Nachdem vom 2
0.
März bis Dezember 2020 der Beschwer
deführerin ununterbrochen eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. E. 4)
und
– wie
eben
dargelegt -
eine Erfüllung des Wartejahres im März 2020 nicht aus
geschlossen werden konnte,
erscheint dies willkürlich.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat es jedoch nicht nur unterlassen, die Leistungsfähig
keit der Beschwerdeführerin während des Wartejahres abzuklären, sondern es ergeben sich aus den Akten
auch
keine schlüssigen Angaben zum Status der Beschwerdeführerin. D
ie Beschwerdegegnerin
ging
gemäss ihrem internen Feststellungsblatt (
Urk.
6/20/1) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall zu 80
%
erwerbstätig wäre und über keinen (anrechenbaren) Aufgaben
bereich verfüg
t
.
In den Akten finden sich keine
Angaben
dazu
, ob die Beschwer
degegnerin abgeklärt hat, aus welchen Gründen die Beschwerdeführerin «ledig
lich» einer 80%igen Arbeitstätigkeit nachgeht. Es ist daher namentlich auch nicht klar, ob die Beschwerdeführerin allenfalls aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund einer Tätigkeit im Aufgabenbereich – wie beispielswiese Betreuung von Angehörigen – keiner 100%igen Arbeitstätigkeit nachgeht.
Dies könnte jedoch gegebenenfalls
für die Beurteilung ihres Leistungsanspruchs entscheidend sein
.
5.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, aufgrund der fehlenden Abklärungen betreffend Status und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beurteilt werden
kann
, ob die Beschwer
deführerin im März 2020 während eines Jahres durchschnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig war. Da der Beschwerdeführerin zudem ein Jahr nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
(ab 1
6.
März 2020)
von ihrem behandelnden Arzt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird (
Urk.
3), erscheint auch nicht ausge
schlossen, dass sie die Anspruchsvoraussetzung gemäss
Art.
2
8
Abs.
1
lit
. c IVG erfüllt und Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Der
rechtserheblich
e
Sachver
halt
erweist sich somit
als ungenügend abgeklärt,
weshalb
die angefochtene Ver
fügung vom 1
0.
März 2020 aufzuheben und die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen
ist
, damit sie den medizinischen Sachverhalt sowie den Status der Beschwerdeführerin
rechtsgenüg
end
abklärt. Hernach hat
die Beschwerdegegnerin
über den Rentenanspruch der Beschwerde
führerin neu zu entscheiden. Die Beschwerde ist in
diesem
Sinne gutzuheissen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2),
weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.