# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2aa05d00-0a68-51bc-8d52-c8255ff8154f
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. wird seit Mai 2007 von der Sozialhilfebehörde der Stadt Wil (nachstehend:
Sozialhilfebehörde) finanziell unterstützt. Am 24. Juli 2012 wurde ihm von Seiten der
Sozialen Dienste der Stadt Wil (nachfolgend: Soziale Dienste) mitgeteilt, er habe
Gesprächstermine unentschuldigt nicht wahrgenommen, weshalb vorgesehen sei,
seinen Lebensunterhalt um 15 % zu kürzen (act. G 8/6/102). Hierzu nahm X.Y. am 27.
Juli 2012 im Rahmen des rechtlichen Gehörs Stellung und gab unter anderem bekannt,
dass er künftig Termine nur noch schriftlich wahrnehmen werde (act. G 8/6/103). Mit
Schreiben vom 18. Oktober 2012 teilten ihm die Sozialen Dienste mit Hinweis auf die
zwischenzeitlich nur schriftlich beantworteten, jedoch nicht durch Vorsprache
wahrgenommenen Termine mit, dass er den Unterhalt ab 1. November 2012 wieder
wöchentlich am Schalter abholen müsse (act. G 8/6/106). Auf eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 25. November 2012 (act. G 8/6/SR1) wies das
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen X.Y. am 3. Dezember 2012 unter anderem
darauf hin, dass sein Anliegen mangels Anfechtungsobjekt nicht als Beschwerde
entgegen genommen werden könne. Gegebenenfalls könne er
Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Stadtrat Wil erheben (act. G 8/6/SR2). Am 7.
Dezember 2012 ging die Eingabe vom 25. November 2012 bei der Stadtkanzlei Wil ein
(act. G 8/6/SR1 Eingangsstempel).
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b. Am 4. Dezember 2012 hatte die Sozialhilfebehörde den Beschluss gefasst, den
Grundbedarf von X.Y. ab 1. Januar 2013 vorerst bis 30. Juni 2013 um 15 % zu kürzen
(Ziff. 1) und ihm die Auflage erteilt, sämtliche Termine bei den Sozialen Diensten
wahrzunehmen (Ziff. 2); dies mit dem Hinweis, dass bei Nichtbeachtung der Termine
die Leistungskürzung verlängert und eine Leistungseinstellung geprüft werde (Ziff. 5).
Die Auszahlung des Grundbedarfs erfolge alle 14 Tage am Schalter der Sozialen
Dienste (Ziff. 3). Im Weiteren erteilte sie ihm die Auflage, das Nachlassinventar
betreffend seinen verstorbenen Vater zu beschaffen und den Erbteilakt auszuhändigen
(Ziff. 4). Einem allfälligen Rekurs werde die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 6).
Im Übrigen bleibe der Beschluss vom 12. Juni 2007 (act. G 8/6/26) in Kraft (Ziff. 7). Zur
Begründung wies die Sozialhilfebehörde auf die Nichtwahrnehmung von Terminen hin.
Mangels Kooperation sei es auch nicht möglich, auf den beabsichtigten Aufbau einer
selbständigen Erwerbstätigkeit einzutreten. Ferner vereitle X.Y. sämtliche Bemühungen
im Zusammenhang mit der Klärung der Hinterlassenschaft seines im Frühjahr 2012
verstorbenen Vaters (act. G 8/6/SR3).
c. Eine weitere von X.Y. mit Schreiben vom 17. Dezember 2012 gegen das
Departement Soziales der Stadt Wil beim Verwaltungsgericht erhobene
Rechtsverweigerungsbeschwerde wurde am 18. Dezember 2012 zuständigkeitshalber
dem Departement des Innern des Kantons St. Gallen und von diesem am 19.
Dezember 2012 an den Stadtrat Wil überwiesen (act. G 8/6/SR4-6). Hierauf erhob X.Y.
mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 beim Stadtrat Wil Rekurs. Er verwies auf die am
6. Dezember 2012 dem Stadtrat Wil eingereichte Rechtsverweigerungsbeschwerde
und erklärte, mit der am 18. Dezember 2012 mitgeteilten Änderung des
Zahlungsmodus (Beschluss vom 4. Dezember 2012) nicht einverstanden zu sein,
weshalb er danach auch seine Termine nicht mündlich (bzw. durch Vorsprache)
wahrgenommen habe (act. G 8/6/SR7). Am 9. Januar 2013 wurde X.Y. von Seiten der
Stadtkanzlei eine Frist zur Rekursergänzung (Darstellung des Sachverhalts, Antrag,
Begründung) angesetzt, da seine Eingabe den Rekursanforderungen nicht genüge. Er
wurde darauf hingewiesen, dass die Sozialhilfebehörde mit dem Erlass des
Beschlusses vom 4. Dezember 2012 soweit ersichtlich den in der
Rechtsverweigerungsbeschwerde gestellten Forderungen nachgekommen sei, weshalb
diese als hinfällig geworden abgeschrieben werden könne (act. G 8/6/SR8). Das
Departement des Innern überwies dem Stadrat Wil gleichentags zuständigkeitshalber
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eine weitere Eingabe von X.Y. vom 29. Dezember 2012 mit Beilagen und teilte X.Y. mit,
dass er zu Recht Rekurs erhoben und sich der Beschluss der Sozialhilfe vom 4.
Dezember 2012 offenbar zeitlich mit seiner Rechtsverweigerungsbeschwerde gekreuzt
habe (act. G 8/6/SR9). Nach Einreichung der Rekursergänzung vom 10. Januar 2013
(act. G 8/6/SR10) forderte ihn die Stadtkanzlei mit Schreiben vom 24. Januar 2013
erneut auf, konkrete Anträge zu den in der Verfügung vom 4. Dezember 2012 gefällten
Beschlüssen zu stellen und diese zu begründen (act. G 8/6/SR12).
d. Im Nachgang zu weiteren Eingaben von X.Y. (act. 8/6/SR13-15) widerrief die
Sozialhilfebehörde der Stadt Wil am 19. März 2013 den Beschluss vom 4. Dezember
2012 und verfügte neu, dass der Grundbedarf per März 2013 überwiesen werde und
für die Monate November 2012 bis Februar 2013 keine Auszahlung des Grundbedarfs
erfolge (act. G 8/6/SR16). Gegen diese Verfügung (Beschluss) erhob X.Y. am 29. März
2013 Rekurs beim Stadtrat Wil. Mit einem weiteren Beschluss vom 3. April 2013
schrieb der Stadtrat Wil die Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 7. Dezember 2012
(richtig: 6. Dezember 2012) als erledigt ab. Sodann schrieb er den Rekurs vom 21.
Dezember 2012 (gegen den nunmehr widerrufenen Beschluss vom 4. Dezember 2012)
als erledigt ab (act. G 8/6/SR17). Den gegen diesen Beschluss erhobenen Rekurs vom
21. April 2013 (act. G 8/1) wies das Departement des Innern mit Entscheid vom 3.
Oktober 2013 ab, soweit es darauf eintrat (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob X.Y. mit Eingabe vom 13. Oktober 2013 Beschwerde
mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Im
Weiteren ersuchte er um eine "ordentliche Anhörung" (act. G 1).
b. In der Beschwerdevernehmlassung vom 30. Oktober 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie
auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und machte ergänzende
Ausführungen (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Vernehmlassung
vom 19. November 2013 unter Verweisung auf die vorinstanzlichen Ausführungen
Abweisung der Beschwerde (act. G 10).
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c. Mit Replik vom 2. Dezember 2013 bestätigte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt (act. G 12 f.). Die Vorinstanz teilte am 9. Dezember 2013 den Verzicht auf
eine weitere Stellungnahme mit (act. G 15). In der Folge reichte der Beschwerdeführer
eine weitere Eingabe vom 22. März 2014 mit Beilagen ein (act. G 17).
d. Mit Blick auf den Antrag des Beschwerdeführers auf "ordentliche Anhörung" (act. G
1) setzte das Verwaltungsgericht den Parteien mit Schreiben vom 5. Dezember 2014
einen Termin für die Durchführung einer mündlichen öffentlichen Verhandlung an,
wobei es der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin das Erscheinen freistellte (act. G
20). Die Vorinstanz teilte am 8. Dezember 2014 den Verzicht auf eine Teilnahme mit
(act. G 21). Der Beschwerdeführer gab mit Schreiben vom 12. Dezember 2014
ebenfalls einen entsprechenden Teilnahmeverzicht bekannt, wobei er sinngemäss
darum ersuchte, bei der Prüfung der Angelegenheit sein Fernbleiben nicht zu seinen
Lasten zu werten (act. G 22).
e. Auf die Darlegungen der Parteien in den erwähnten Eingaben wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Anfechtungsgegenstand bildet der Entscheid vom 3. Oktober 2013 (act. G 2), mit
welchem die Vorinstanz den Beschluss des Stadtrats vom 3. April 2013 (act. G 8/6/
SR17) bestätigte. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben
(Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP).
Der Beschwerdeführer ist in seinen eigenen Interessen berührt und daher gemäss
Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur Beschwerde legitimiert. Die
Beschwerdeeingabe vom 13. Oktober 2013 wurde rechtzeitig eingereicht (Art. 64 in
Verbindung mit 47 Abs. 1 VRP). An die Beschwerde, welche einen Antrag, eine
Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten muss (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP), werden insbesondere dort, wo die betroffene
Person die Streitsache selber führt, keine allzu hohen Anforderungen gestellt (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz 914 f. und Rz
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921). Die Eingabe vom 13. Oktober 2013 entspricht inhaltlich insofern den gesetzlichen
Anforderungen, als in ihr das Nichteinverständnis des Beschwerdeführers mit dem
Entscheid vom 3. Oktober 2013 zum Ausdruck kommt und er auch die Gründe für das
Nichteinverständnis aus seiner Sicht darlegt (act. G 1). Der Beschwerdeführer wurde im
Verlauf des Verfahrens denn auch nicht zur Beschwerdeverbesserung (mit Androhung
der Nichteintretensfolge; Art. 48 Abs. 2 und 3 VRP) aufgefordert. Auf die Beschwerde
ist daher grundsätzlich einzutreten.
Prüfungsgegenstand kann vorliegend ausschliesslich das vom vorinstanzlichen
Entscheid Umfasste sein, d.h. die Frage, ob die Vorinstanz mit dem angefochtenen
Entscheid (act. G 2) den Beschluss des Stadtrats vom 3. April 2013, mit welchem
dieser die bei ihm am 7. Dezember 2012 eingegangene
Rechtsverweigerungsbeschwerde sowie den Rekurs vom 21. Dezember 2012 (gegen
den widerrufenen Beschluss vom 4. Dezember 2012) als erledigt abschrieb (act. G 8/6/
SR17), zu Recht bestätigte. Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids und
damit nicht zu prüfen ist der von der Sozialbehörde am 19. März 2013 neu verfügte
Leistungsanspruch (Überweisung Grundbedarf ab März 2013, keine Auszahlung des
Grundbedarfs für die Zeit von November 2012 bis Februar 2013; act. G 8/6/SR16);
dieser bildet Gegenstand eines separaten Rechtsmittelverfahrens. Soweit der
Beschwerdeführer geltend macht, er habe keine Kurse besuchen oder Möbel
anschaffen können, es seien keine Mietzinsreduktionen vorgenommen worden, er sei in
seinem Ziel, sich selbständig zu machen, nicht unterstützt worden und er wisse nicht,
was hinsichtlich seiner Erbschaftsklage unternommen worden sei (vgl. Darlegungen in
act. G 1 und G 12), ist festzuhalten, dass all dies im angefochtenen Entscheid als
Prüfungsgegenstand nicht zur Diskussion stand. Die Vorinstanz war auf die
vorerwähnten Aspekte zu Recht nicht eingetreten, weil sie nicht Gegenstand des dort
angefochtenen Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 3. April 2013 (act. G 8/6/
SR17) gebildet hatten (vgl. act. G 2 S. 8 f. E. 2.2 und G 7 S. 2). Hierauf kann daher auch
im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden.
Hinsichtlich der nachträglichen Eingabe der Beschwerdeführers vom 22. März 2014 mit
Beilagen (act. G 17) kann die Frage offenbleiben, ob bzw. inwiefern die Eingabe
vorliegend Berücksichtigung finden kann oder aus dem Recht zu weisen ist, da - wie
sich nachstehend ergeben wird - sich aus den nachträglich eingebrachten
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Gegebenheiten keine den Entscheid verändernden Erkenntnisse ableiten lassen. Aus
demselben Grund braucht auch die Frage, ob es sich dabei um unzulässige neue
Begehren (vgl. act. G 18) handelt (Art. 61 Abs. 3 VRP), nicht untersucht zu werden.
2.
2.1. Der Beschwerdeführer legt unter Verweisung auf seine der Vorinstanz
eingereichte Eingabe (vgl. act. G 8/1) sinngemäss dar, sein Lebensunterhalt sei für
sechs Monate gestrichen worden, nachdem er einen Termin nicht persönlich
wahrgenommen und nur schriftlich darauf reagiert habe. Dagegen habe er sich "nicht
wehren oder beschweren" dürfen (act. G 1). Gegenüber der Vorinstanz hatte er im
Weiteren sinngemäss festgehalten, er sei mit der wöchentlichen persönlichen
Entgegennahme des Lebensunterhalts auf dem Sozialamt nicht einverstanden
gewesen. Weil ihm dagegen keine Rechtsmittel gewährt worden seien, habe er
Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben. Diese sei ignoriert und stattdessen eine
zweiwöchentliche Barauszahlung verfügt worden, gegen welche er Rekurs habe
erheben müssen. Auf diese Weise habe seiner Rechtsverweigerungsbeschwerde
"ausgewichen" werden können (act. G 8/1). - Rechtsverweigerungsbeschwerde kann
erhoben werden, soweit kein ordentliches Rechtsmittel gegeben ist oder offenstand
(Art. 88 Abs. 1 VRP). Damit kann nach Art. 88 Abs. 2 VRP geltend gemacht werden,
dass eine Behörde sich weigere, eine vorgeschriebene Amtshandlung vorzunehmen
oder sie ungerechtfertigt verzögere (lit. a), die Amtsgewalt missbrauche oder sich einer
strafbaren Handlung oder Unterlassung schuldig gemacht habe (lit. b) oder bei
Ausübung der Befugnisse sonst willkürlich gehandelt habe (lit. c). Zuständig zum
Entscheid über Rechtsverweigerungsbeschwerden gegen untere Instanzen einer
öffentlich-rechtlichen Körperschaft, vorliegend die Sozialhilfebehörde, ist die oberste
Verwaltungsbehörde der Körperschaft (Art. 89 Abs. 1 lit. a VRP), vorliegend der
Stadtrat. Gemäss Art. 89 Abs. 2 VRP kann ein auf Art. 89 Abs. 1 lit. b VRP gestützter
Entscheid über eine Rechtsverweigerungsbeschwerde mit Rekurs an die Regierung
und dieser Rekursentscheid mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht angefochten
werden (Satz 2).
2.2. Fest steht, dass der Beschwerdeführer eine vorerst beim Verwaltungsgericht
erhobene Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 25. November 2012 am 7. Dezember
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(Poststempel: 6. Dezember 2012) bei der Stadtkanzlei Wil einreichte (vgl. act. G 8/6/
SR1 und SR2). Darin führte er im Wesentlichen aus, er hole den Lebensbedarf nicht
persönlich bei den Sozialen Diensten ab, weshalb er ohne Einkommen sei. Er wolle
sich in naher Zukunft mit einem Projekt im Computerbereich selbständig machen. Das
Sozialamt habe mit Bezug auf den Nachlass seines Vaters nichts unternommen (act. G
8/6/SR1). In einer weiteren, dem Verwaltungsgericht eingereichten und von diesem
zuständigkeitshalber überwiesenen Eingabe (Rechtsverweigerungsbeschwerde) vom
17. Dezember 2012 wiederholte er diese Beanstandungen (vgl. act. G 8/6/SR4-6).
Zwischenzeitlich hatte die Sozialbehörde Wil am 4. Dezember 2012 einen Beschluss
bezüglich Kürzung des Grundbedarfs um 15%, Verpflichtung des Beschwerdeführers
zur Wahrnehmung der Termine beim Sozialamt und Einreichung des Nachlassinventars
und des Erbteilaktes betreffend den Nachlass seines verstorbenen Vaters sowie
Auszahlung des Grundbedarfs alle 14 Tage am Schalter des Sozialamts gefasst. Im
Weiteren wurde im Beschluss vermerkt, dass mangels Kooperation des
Beschwerdeführers auf den von ihm beabsichtigten Aufbau einer selbständigen
Tätigkeit nicht eingetreten werden könne (act. G 8/6/SR3). Dieser Beschluss wurde erst
am 18. Dezember 2012 versandt (act. G 8/6/SR3), vom Beschwerdeführer mit Rekurs
vom 21. Dezember 2012 angefochten (act. G 8/6/SR7) und später von der
Widerrufsverfügung vom 19. März 2013 (act. G 8/6/SR16) ersetzt. - Bei der
Rechtsverweigerungsbeschwerde handelt es sich um ein absolut subsidiäres
Rechtsmittel in dem Sinn, dass es nur ergriffen werden kann, wenn kein anderes
(ordentliches) Rechtsmittel gegeben ist. Vor der Ergreifung der
Rechtsverweigerungsbeschwerde müssen also die ordentlichen Rechtsmittel
ausgeschöpft werden (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz 1207). Diese Subsidiarität kommt auch
dann zum Tragen, wenn - wie vorliegend - vom Rechtssuchenden vorerst eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben wurde, später jedoch im Zusammenhang
mit der in der Rechtsverweigerungsbeschwerde gerügten Thematik eine anfechtbare
Verfügung (Beschluss) erlassen wurde, gegen welche der Betroffene ein ordentliches
Rechtsmittel (Rekurs) erhob. Nachdem sich der Beschluss vom 4. Dezember 2012 und
der ihn ersetzende bzw. widerrufende Beschluss vom 19. März 2013 im Wesentlichen
mit den in der Rechtsverweigerungsbeschwerde gerügten Punkten befassen, ist mit
der Vorinstanz (act. G 2 S. 10f.) festzuhalten, dass die Grundlage für die
Rechtsverweigerungsbeschwerde mit Erlass und Anfechtung der erwähnten
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Beschlüsse dahingefallen und die Rechtsverweigerungsbeschwerde daher von der
Beschwerdegegnerin mit Beschluss vom 3. April 2013 zu Recht abgeschrieben wurde
(act. G 8/6/SR17).
2.3. Eine Rekursabschreibung hat zu erfolgen, wenn unter anderem eine
Streitsache "sonst gegenstandslos" wird (Art. 57 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdegegnerin
schrieb den Rekurs vom 21. Dezember 2012 (act. G 8/6/SR7) im Beschluss vom 3.
April 2013 ab mit der Begründung, durch die Aufhebung der Verfügung der
Sozialbehörde vom 4. Dezember 2012 am 19. März 2013 (act. G 8/6/SR16) sei der
Rekurs gegenstandslos geworden (act. G 8/6/SR17). Angesichts der konkreten
Verhältnisse kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, durch die Aufhebung der
Verfügung vom 4. Dezember 2012 werde dem Beschwerdeführer insofern entsprochen,
als damit auf die Kürzung des Grundbedarfs um 15 % sowie auf die verschiedenen
Auflagen (Terminwahrnehmung, Mitwirkung bei Arbeitsintegrationsmassnahmen,
Beschaffung des Nachlassinventars und des Erbteilaktes) verzichtet werde und die
Auszahlung des Grundbedarfs ab März 2013 wieder mit Überweisung erfolge.
Diesbezüglich sei er durch den Verfügungswiderruf nicht belastet (act. G 2 S. 11 unten).
Gegen den Beschluss vom 19. März 2013 bzw. den darin verfügten Leistungsanspruch
ab März 2013 bzw. die Verneinung des Anspruchs für die Monate November 2012 bis
Februar 2013 (act. G 8/6/SR16) erhob der Beschwerdeführer am 29. März 2013 beim
Stadtrat Rekurs (vgl. act. G 2 S. 5 Bst. I. und S. 12 E. 4.4 unten); dieser bildet wie
dargelegt (vorstehende E. 1 zweiter Absatz) nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
3.
3.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf einzutreten ist. In Streitigkeiten hat gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP jener
Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden. Der Beschwerdeführer wird somit kostenpflichtig. Eine Gebühr
von Fr. 1'500.-- erscheint für das vorliegende Verfahren angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Es rechtfertigt sich jedoch, angesichts der konkreten
Gegebenheiten (Sozialhilfeabhängigkeit; vgl. auch act. G 12 S. 3) auf deren Erhebung
zu verzichten (Art. 97 VRP) und dem Beschwerdeführer den von ihm geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.
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3.2. Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Der Beschwerdeführer ist unterlegen und die Beschwerdegegnerin hat keinen
Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176); ein solcher wurde auch
nicht beantragt.
Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- werden
dem Beschwerdeführer auferlegt. Auf deren Erhebung wird verzichtet. Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
Der Präsident Der Gerichtsschreiber
Eugster Schmid
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Urteil Verwaltungsgericht, 17.12.2014 Sozialhilfe/Verfahrensrecht. Art. 88 VRP. Bei der Rechtsverweigerungsbeschwerde handelt es sich um ein absolut subsidiäres Rechtsmittel in dem Sinn, dass es nur ergriffen werden kann, wenn kein anderes (ordentliches) Rechtsmittel gegeben ist. Diese Subsidiarität kommt auch dann zum Tragen, wenn - wie vorliegend - vom Rechtssuchenden vorerst eine Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben wurde, später jedoch im Zusammenhang mit der in der Rechtsverweigerungsbeschwerde gerügten Thematik eine anfechtbare Verfügung (Beschluss) erlassen wurde, gegen welche der Betroffene ein ordentliches Rechtsmittel (Rekurs) erhob (Verwaltungsgericht, B 2013/216).
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