# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a641d559-19ff-4bf9-9d5a-06f75c9480c0
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 24. März 2016 wurde der Pflichtige zur Zahlung der
Staatssteuer 2014 in Höhe von Fr. 20‘696.35 veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 4. April 2016 erhob der Pflichtige mit dem sinngemässen Begehren, es
sei das Fahrzeug Porsche 911 Carrera 4S als Geschäftsvermögen zu qualifizieren, Einsprache.
Zur Begründung führte er u.a. aus, bei der Anschaffung des neuen Porsches würde es sich
ganz offensichtlich um eine Ersatzbeschaffung handeln. Aus den jeweils eingereichten Erfolgs-
rechnungen gehe hervor, dass er immer zwei Geschäftsfahrzeuge aufgeführt habe, da stets der
Plural „Fahrzeuge“ verwendet worden sei. Nachdem über Jahre hinweg immer zwei Fahrzeuge
als Geschäftsvermögen akzeptiert worden seien und sich die entsprechenden Verhältnisse
nicht geändert hätten, bestehe kein Grund, von der bisherigen Praxis abzuweichen. Würde es
sich zeigen, dass nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugeordnet werden könne, so
wäre dies der neu angeschaffte Porsche.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 wies die Steuerverwaltung die Einspra-
che ab und führte aus, es sei erst durch ein Telefonat im Zusammenhang mit den eingereichten
Unterlagen offenkundig geworden, dass der Pflichtige zwei Geschäftsfahrzeuge in der Erfolgs-
rechnung geltend machen würde, wobei nur ein Fahrzeug akzeptiert werden könne.
4. Mit Schreiben vom 26. August 2016 erhob der Rekurrent mit den Begehren, 1. Es sei
der Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 aufzuheben und das Erwerbseinkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit im Umfang der vorgenommenen Abschreibung für das Ge-
schäftsfahrzeug Marke Porsche Carrera in Höhe von Fr. 40‘792.-- auf insgesamt Fr. 473‘782.--
(Ziff. 150 der Veranlagung) festzulegen, 2. Unter Kostenfolge, Rekurs. Zur Begründung machte
er u.a. geltend, er verfüge über insgesamt sechs Personenwagen. Daher sei es sehr wohl am
Platz, zwei davon ausschliesslich dem Geschäftsvermögen zuzuweisen.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. September 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Ab-
weisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, es werde anerkannt, dass der Rekur-
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rent grundsätzlich auf ein Fahrzeug angewiesen sei. Es sei jedoch nicht sachgerecht, neben
dem als Geschäftsfahrzeug verbuchten BMW ein zweites Fahrzeug als geschäftsnotwendig zu
bezeichnen und mittels Abschreibungen über den Geschäftsaufwand zu buchen, solange das
erste noch in den Büchern erscheine.
6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest. Über-
dies machte der Rekurrent geltend, er benötige für die Ausübung seiner selbständigen Erwerbs-
tätigkeit als B._ zwei Fahrzeuge, da er im Falle eines Defekts am Fahrzeug auf das andere
zurückgreifen müsse. Zudem könne er entscheiden, welches Fahrzeug er dem Geschäfts- oder
dem Privatvermögen zuordnen möchte. Dieses Wahlrecht werde ihm jedoch dadurch verwehrt,
indem die Steuerverwaltung den neu angeschafften Porsche dem Privatvermögen zugeordnet
und den BMW im Geschäftsvermögen belassen habe. Vielmehr wolle er, für den Fall, dass nur
ein Fahrzeug akzeptiert werde, den Porsche dem Geschäfts- und den BMW dem Privatvermö-
gen zuweisen.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 2 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richte-
rinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs
zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Der Beurteilung unterliegt vorliegend, ob der neu erworbene Porsche dem Privat- oder
Geschäftsvermögen zuzuweisen ist und ob die Steuerverwaltung dem Pflichtigen das Wahl-
recht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehrt hat. Vorab ist jedoch darüber zu be-
finden, ob die Steuerverwaltung an die langjährige Akzeptanz zweier Geschäftsfahrzeuge ge-
bunden ist und dadurch den neu erworbenen Porsche nicht hätte dem Privatvermögen zuord-
nen dürfen.
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a) Gemäss § 109 Abs. 1 StG sind die Einschätzungsbehörden verpflichtet, für eine
richtige und gleichmässige Anwendung des Gesetzes zu sorgen. Sie haben in diesem Sinne
alle Abänderungen der Selbsttaxation vorzunehmen, die sich aufgrund der Akten sowie aus der
Kenntnis der persönlichen Verhältnisse des Steuerpflichtigen ergeben.
b) Der Grundsatz von Treu und Glauben findet nicht nur im Privatrecht, sondern
ebenfalls im öffentlichen Recht und insbesondere auch im Steuerrecht Anwendung. Allerdings
ist seine Tragweite im Steuerrecht, das vom Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Besteuerung
beherrscht ist, geringer als in anderen Rechtsgebieten (Blumenstein/Locher, System des
schweizerischen Steuerrechts, 7. Auflage, Zürich 2016, S. 33, m.w.H.). Die in einer früheren
Steuerperiode getroffenen Taxationen entfalten grundsätzlich keine Rechtskraft für spätere
Veranlagungen. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Rahmen jeder Neuveranlagung eines
Steuerpflichtigen sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Ausgangslage vollumfänglich
überprüfen und, soweit erforderlich, abweichend würdigen. In Rechtskraft erwächst jeweils nur
die einzelne Veranlagung, die als befristeter Verwaltungsakt ausschliesslich für die betreffende
Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet. Die späteren Veranlagungen sind daher jederzeit
einer erneuten umfassenden Überprüfung zugänglich (Steuerentscheid [StE] 1997 B 93.4 Nr. 4,
m.w.H.; Bundesgerichtsentscheid [BGE] 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 4.2).
c) Vorliegend wurde bei der Veranlagung der Steuerperiode 2014 offenkundig, dass
der Rekurrent über mehrere Jahre hinweg zwei Geschäftsfahrzeuge geltend gemacht und die
entsprechenden Abschreibungen und Autokosten nach Abzug des Privatanteils jährlich der Er-
folgsrechnung belastet hat. Da die Steuerverwaltung lediglich die Aufwendungen des neu er-
worbenen Porsches im Rahmen des Veranlagungsverfahrens der Staatssteuer 2014 nicht ak-
zeptierte und die bereits in Rechtkraft erwachsenen Veranlagungsverfügungen der Vorjahre
nicht neu veranlagte, handelte sie rechtens, da, wie hiervor ausgeführt, die Steuerbehörde bei
jeder Neuveranlagung eines Pflichtigen die Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und ab-
weichend würdigen kann, sofern es sich nicht um eine bereits in Rechtkraft erwachsene Veran-
lagung handelt. Daran ändert auch nichts, dass der Pflichtige in seinen Erfolgsrechnungen stets
den Plural „Fahrzeuge“ verwendet hat, da in der Rechnungslegung in der Regel die Mehrzahl
verwendet wird, so z.B. auch Maschinen und nicht Maschine. Ergänzend ist zu erwähnen, dass
der Rekurrent nicht geltend machte, dass ihm Zusicherungen für eine künftige Behandlung ge-
geben worden wären, welche allenfalls die Veranlagungsbehörden binden würden (Blumen-
stein/Locher, a.a.O., S. 33).
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3. Da nun die Gebundenheit an die langjährige Akzeptanz zweier Geschäftsfahrzeuge ver-
neint wurde, unterliegt vorliegend der Beurteilung, ob der neu erworbene Porsche dem Privat-
oder Geschäftsvermögen zuzuweisen ist und ob die Steuerverwaltung dem Pflichtigen das
Wahlrecht über die Zuordnung seiner Wirtschaftsgüter verwehrt hat.
a) Nach § 24 lit. b StG [...] gelten alle Vermögenswerte als Geschäftsvermögen, die
ganz oder vorwiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen [...]. Da diese Bestimmung mit
Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie mit Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) identisch ist, rechtfertigt es sich,
zur Auslegung auch die Rechtsprechung und Literatur zum DBG bzw. StHG beizuziehen.
b) Wirtschaftsgüter können aufgrund ihrer Beschaffenheit und konkreten Zweckbe-
stimmung notwendiges Geschäfts- oder notwendiges Privatvermögen bilden oder Alternativgü-
ter darstellen, d.h. sowohl zum Geschäfts- wie auch zum Privatvermögen gehören. Für die Ab-
grenzung ist massgebend auf die technisch-wirtschaftliche Funktion des Vermögenswertes ab-
zustellen; Geschäftsvermögen wird angenommen, wenn es tatsächlich dem Geschäft dient (vgl.
BGE 2C_515/2013 vom 27. November 2013, E. 2.1; BGE 133 II 420, E. 3.2, m.w.H.). Daneben
können als weitere Abgrenzungskriterien im Einzelfall die äussere Beschaffenheit des Vermö-
genswertes, dessen tatsächliche Nutzung, die Herkunft der Mittel zu dessen Finanzierung, das
Erwerbs- oder Veräusserungsmotiv, die zivilrechtlichen Eigentumsverhältnisse und auch des-
sen buchmässige Behandlung dienen (BGE 2A.44/2006 vom 17. November 2006, E. 2.2,
m.w.H.). Dient ein Alternativgut gleichzeitig sowohl privaten wie auch geschäftlichen Zwecken,
spricht man von gemischten Gütern. Die Zuweisung zum Geschäfts- oder Privatvermögen er-
folgt in diesen Fällen nach der sogenannten Präponderanzmethode (Amschwand, Geschäfts-
vermögen oder Privatvermögen? Eine Übersicht, publ. in: SteuerRevue [StR] 2000, S. 481 ff.).
Nach der Präponderanzmethode werden ab dem 1. Januar 1995 diejenigen gemischt, d.h. teils
geschäftlich, teils privat, genutzten Objekte, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Er-
werbstätigkeit dienen, in ihrer Gesamtheit dem Geschäftsvermögen zugewiesen. Die nicht vor-
wiegend geschäftlich genutzten Objekte gehören demgegenüber gesamthaft zum Privatvermö-
gen, auch wenn sie teilweise geschäftlich genutzt werden (BGE 133 II 420, E. 3.3, m.w.H). Ein
Vermögenswert dient dann vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit, wenn er zu mehr
als 50% geschäftlich genutzt wird (Reich, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schwei-
zerischen Steuerrecht I/2a, 2. Auflage, Basel 2008, Art. 18 N 55; Richner/Frei/Kaufmann/Meu-
ter, Handkommentar zum DBG, 2. Auflage, Zürich 2009, Art. 18 N 107, m.w.H.).
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c) Die Frage, ob ein Aufwand geschäftsmässig begründet ist, beantwortet die Be-
triebs- oder Unternehmungswirtschaftslehre. Geschäftsmässig begründet sind Kosten, wenn sie
aus unternehmungswirtschaftlicher Sicht vertretbar erscheinen; nach der Rechtsprechung sind
Aufwendungen dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit dem erzielten Erwerb unter-
nehmungswirtschaftlich in einem unmittelbaren und direkten (organischen) Zusammenhang
stehen (BGE 124 II 29, E. 3c; BGE 113 lb 114, E. 2; BGE 2C_104/2010 vom 23. Juni 2010,
E. 2.2.1, in: StE 2010 B 27.6 Nr. 16). Somit muss alles, was nach kaufmännischer Auffassung
in guten Treuen zum Kreis der Unkosten gerechnet werden kann, steuerlich als geschäftsmäs-
sig begründet anerkannt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Betrieb auch ohne den in-
frage stehenden Aufwand ausgekommen wäre und ob dieser Aufwand im Sinne einer rationel-
len und gewinnorientierten Betriebsführung zweckmässig war (vgl. auch BGE 113 Ib 114, E. 2c;
BGE 2P.153/2002 vom 29. November 2002, E. 3.2, in: StE 2003 B 72.14.2 Nr. 31). Nicht dazu
zählen namentlich Aufwendungen, welche die Gesellschaft einzig für den privaten Lebensauf-
wand des Aktionärs oder einer ihm nahestehenden Person erbringt. Sie dürfen nicht unter dem
Vorwand von Geschäfts- oder Repräsentationsspesen als Geschäftsaufwand verbucht werden
(BGE 2C_697/2014 vom 1. Mai 2015, E. 2.2, m.w.H.).
4. a) Vorliegend handelt es sich bei dem neu erworbenen Porsche um ein Alternativ-
gut, da Personenwagen sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden können. Nach der
Präponderanzmethode, welche bei Alternativgütern zur Anwendung gelangt, wird das Wirt-
schaftsgut dann dem Geschäftsvermögen zugewiesen, wenn es überwiegend, d.h. zu mehr als
50%, geschäftlich genutzt wird. Aufgrund der Tatsachen, dass der Rekurrent vier weitere Fahr-
zeuge in seinem Privatvermögen hält und sein berufliches Engagement als selbständiger
B._ sowie Referent kaum Zeit für private Fahrten übrig lässt, kann davon ausgegangen
werden, dass der neu angeschaffte Porsche gemäss der Präponderanzmethode aufgrund
überwiegender geschäftlicher Nutzung dem Grundsatz nach dem Geschäftsvermögen zuzuwei-
sen ist, wobei jedoch berücksichtigt werden muss, dass der Pflichtige zur Ausübung seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit lediglich auf ein Fahrzeug angewiesen ist, da er zur gleichen
Zeit nur ein Fahrzeug benutzen kann. Der Begründung des Pflichtigen, beide Fahrzeuge seien
dem Geschäftsvermögen zuzuordnen, da im Falle eines Defekts auf das zweite zurückgegriffen
werden müsse, kann nicht gefolgt werden, da ihm bei tatsächlichem Ausfall des Geschäftsfahr-
zeuges zugemutet werden kann, die Dienstleistungen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie der
Taxiunternehmen zu beanspruchen oder eines seiner im Privatvermögen gehaltenen Fahrzeu-
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ge zu verwenden. Nach dem Gesagten kann lediglich ein Fahrzeug als betriebsnotwenig quali-
fiziert und dem Geschäftsvermögen zugordnet werden.
b) Da vorliegend nur ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewiesen werden
kann, stellt sich nunmehr die Frage, welches der beiden Fahrzeuge, mithin der BMW oder der
neu angeschaffte Porsche, Geschäftsvermögen darstellt. Der Rekurrent erwarb im Jahre 2009
den dem Geschäftsvermögen zugeordneten BMW und schrieb diesen jährlich erfolgswirksam
ab, sodass er in der vorliegend strittigen Steuerperiode 2014 in der Bilanz noch mit einem Wert
von Fr. 1.-- verbucht war. Daneben befand sich seit dem Jahre 2005 ein Porsche in der Bilanz,
welcher zulasten der Erfolgsrechnung abgeschrieben wurde. Dieser wurde im Jahre 2014 durch
ein neueres Modell ersetzt, wobei der alte Porsche, welcher einen Buchwert von Fr. 11'770.--
aufwies, zu einem Preis von Fr. 39‘900.-- dem Kaufpreis des neuen Porsches angerechnet
wurde. Aufgrund der Tatsachen, dass der BMW bereits in den Steuerperioden der Vorjahren
von der Steuerverwaltung als Geschäftsvermögen anerkannt wurde und über die Zuordnung
des neu erworbenen Porsches in der Steuerperiode 2014 erstmals zu befinden war, ist es rich-
tig, dass der BMW weiterhin dem Geschäftsvermögen und der Porsche, welcher als Ersatz für
das zweite Geschäftsfahrzeug angeschafft wurde, dem Privatvermögen zuzuordnen ist. Daraus
folgt, dass die geltend gemachten Aufwendungen des Porsches in Höhe von Fr. 40‘792.-- nicht
geschäftsmässig begründet sind und folglich in der Erfolgsrechnung aufzurechnen sind. Eben-
falls sind die wiedereingebrachten Abschreibungen des alten Porsches, welche sich aus der
Differenz des Buchwerts in Höhe von Fr. 11‘770.-- und dem Eintauschpreis von Fr. 39‘900.--
errechnen lassen, mithin Fr. 28‘130.--, in der Erfolgsrechnung aufzurechnen. Dies wurde von
der Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfügung vom 23. März 2016 entsprechend vorge-
nommen und ist demnach nicht zu beanstanden.
c) In diesem Zusammenhang machte der Rekurrent an der heutigen Verhandlung
geltend, ihm werde das Wahlrecht über die Zuordnung seiner Fahrzeuge zum Geschäfts- und
Privatvermögen verwehrt, indem die Steuerverwaltung in der Veranlagungsverfügung der
Staatssteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 den
Porsche dem Privatvermögen zugeordnet und lediglich den BMW als Geschäftsvermögen ak-
zeptiert habe. Vielmehr wolle er den neu angeschafften Porsche dem Geschäftsvermögen und
den BMW dem Privatvermögen zuweisen. Da Personenwagen sowohl privat als auch geschäft-
lich genutzt werden können und sie deshalb Alternativgüter darstellen, ist es richtig, dass es im
vorliegenden Fall dem Rekurrenten überlassen ist, welches Fahrzeug er als Geschäfts- oder
Privatvermögen qualifizieren möchte, sofern die Voraussetzung der überwiegenden Nutzung
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erfüllt ist. Der Pflichtige verkennt jedoch, dass die freie Zuordnung in casu voraussetzt, dass
lediglich ein Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewiesen werden darf. Befindet sich bereits
ein Fahrzeug in der Bilanz und möchte der Pflichtige ein neues dem Geschäftsvermögen zu-
ordnen, so muss zunächst für das bisherige Fahrzeug eine Privatentnahme zum Verkehrswert
vorgenommen werden, bevor das neu erworbene Fahrzeug dem Geschäftsvermögen zugewie-
sen werden kann. Somit hätte der Rekurrent im Geschäftsjahr 2014 zunächst den BMW ins
Privatvermögen überführen müssen, bevor er den neu erworbenen Porsche dem Geschäfts-
vermögen hätte zuweisen können. Die erst mit der Einsprache vom 3. August 2016 - rückwir-
kende - Wahl des Geschäftsfahrzeuges ist damit verspätet erfolgt, woraus zu schliessen ist,
dass nachträglich die Überführung für das hier strittige Steuerjahr 2014 nicht mehr vorgenom-
men werden kann. Da somit keine Überführung erfolgte, darf die Steuerverwaltung dieselbe
nicht anstelle des Pflichtigen vornehmen. Somit wurde in der Veranlagungsverfügung der
Staatssteuer 2014 vom 23. März 2016 und im Einsprache-Entscheid vom 3. August 2016 das
Wahlrecht des Pflichtigen nicht verletzt.
5. Gestützt auf § 125 Abs. 2 StG, wonach dem Steuergericht die gleichen Befugnisse wie
den Einschätzungsbehörden zustehen, unterliegt abschliessend der Beurteilung, welche ver-
mögenssteuerrechtliche Auswirkung die Zuordnung des neu erworbenen Porsches zum Privat-
vermögen nach sich zieht.
a) Gemäss § 41 StG Abs. 1 unterliegt das gesamte Reinvermögen der Vermögens-
steuer. Das Vermögen wird, soweit die nachstehenden Bestimmungen nichts Abweichendes
vorschreiben, zum Verkehrswert bewertet (§ 42 Abs. 1 StG).
b) Nach der Wegleitung zur Steuererklärung 2014 der Steuerverwaltung Basel-
Landschaft (www.steuern.bl.ch), S. 45 Ziff. 815 (Wegleitung 2014) sind private Fahrzeuge wie
folgt zu bewerten:
Herstellungsjahr Steuerwert in % des Neu-
wertes
2014 70
2013 50
2012 je nach Zustand 35 bis 40
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2011 je nach Zustand 20 bis 35
2010 und früher je nach Zustand 5 bis 30
c) Der Rekurrent hält neben dem neu erworbenen Porsche vier weitere Fahrzeuge
im Privatvermögen. In der Steuererklärung 2014 gab er die Personenwagen Marke BMW Z3
1997 und BMW Compact 1998, wobei beide mit einem Steuerwert von Fr. 250.-- aufgeführt
sind, sowie einen BMW Z4 2009 mit einem steuerlich zu berücksichtigenden Wert von
Fr. 9‘660.-- an. Diese Steuerwerte wurden von der Steuerverwaltung mit Veranlagungsverfü-
gung der Staatssteuer 2014 vom 21. März 2016 akzeptiert und sind gestützt auf die Wegleitung
2014 nicht zu bemängeln. Des Weiteren hält der Pflichtige in seinem Eigentum einen Porsche
911 2013, welcher bei einem Neuwert von Fr. 225‘000.-- mit einem Wert von Fr. 112‘500.--
(50% von Fr. 225‘000.--) in der Steuererklärung 2014 aufgeführt ist. Die Steuerverwaltung hat
jedoch mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2014 vom 21. März 2016 den Wert auf
Fr. 157‘500.-- (70% von Fr. 225‘000.--) erhöht. Korrekterweise sind jedoch 50% des Neuwertes
zu übernehmen, da dieses Fahrzeug im Jahre 2013 hergestellt wurde, sodass der vom Pflichti-
gen in der Steuererklärung 2014 angegebene Wert in Höhe von Fr. 112‘500.-- zu übernehmen
ist. Des Weiteren kommt der als Privatvermögen qualifizierte Porsche Carrera 911 4S, Herstel-
lungsjahr 2014, bei einem Neuwert von Fr. 170‘900.-- mit einem steuerbaren Wert von
Fr. 119‘630.-- (70% von Fr. 170‘900.--) hinzu. Somit beläuft sich der Wert der privaten Fahrzeu-
ge auf insgesamt Fr. 242‘290.-- (Fr. 250.-- + Fr. 250.-- + Fr. 9‘660.-- + Fr. 112‘500.-- +
Fr. 119‘630.--).
Der Rekurs ist damit teilweise gutzuheissen.
6. Der Rekurrent ist mit seinem Begehren zu rund 10% durchgedrungen, womit ihm redu-
zierte Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 900.-- aufzuerlegen sind (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1
und 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom
16. Dezember 1993).
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