# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 20d9c0b7-6660-479e-a02e-f895b3b36e03
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache einfache Körperverletzung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 5. Februar 2021 (DG200104)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. April
2020 (Urk. 29) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Die Vorwürfe in Dossier 2 betreffend Übertretung des Eisenbahngesetzes im
Sinne von Art. 86 Abs. 1 EBG sowie im Dossier 3 betreffend Übertretung
des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG werden
infolge Verjährung eingestellt.
2. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB,
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
− des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB,
− des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG sowie
− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Dossier 1).
3. Vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB (Dossier 2) und der
mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 StGB (Dossier 6) wird
der Beschuldigte freigesprochen.
4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis
und mit heute 31 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von
Fr. 300.–.
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5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 5
Jahre festgesetzt.
6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
7. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Zürich-Limmat vom 2. Mai 2017 ausgefällten Geldstrafe von 30 Tagessätzen
zu Fr. 30.00 wird widerrufen.
8. Von der Erteilung von Weisungen wird abgesehen.
9. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 12. November 2018 be-
schlagnahmte Mobiltelefon iPhone 8, IMEI 1 (Asservat-Nr. A011'808'438)
wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf
erstes Verlangen herausgegeben oder nach Ablauf von drei Monaten der
Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung freigegeben.
10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Dezember 2019 be-
schlagnahmte Paar Turnschuhe, rot (ohne Asservat-Nr.) wird dem Beschul-
digten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids auf erstes Verlangen
herausgegeben oder nach Ablauf von drei Monaten der Lagerbehörde zur
Vernichtung freigegeben.
11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24.
Februar 2020 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, ASS
TRI, aufbewahrten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien
(A011'214'623, A011'214'634, A011'999'181, BM-Lagernummer B00276-
2018) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlas-
sen.
12. Das Schadenersatz- und das Genugtuungsbegehren des Privatklägers
B._ werden abgewiesen.
13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._ Schadenersatz
von Fr. 1'024.– zuzüglich 5 % Zins für Fr. 516.15 ab 1. November 2018, für
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Fr. 507.85 ab 1. Dezember 2019. Im Mehrbetrag wird das
Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
14. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger
A._ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach für weiteren
Schaden ersatzpflichtig ist.
15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._ Fr. 3'000.– zu-
züglich 5 % Zins ab 26. August 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
16. Das Begehren des Privatklägers A._ auf Zusprechung einer Entschädi-
gung für ungerechtfertigte Haft wird abgewiesen.
17. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'200.00 Gebühr für das Vorverfahren,
Fr. 28'633.95 Auslagen (Gutachten/Expertisen/etc.),
Fr. 3'587.00 Auslagen Polizei,
Fr. 33'925.00 amtliche Verteidigung,
Fr. 8'159.90 unentgeltliche Geschädigtenvertretung RA X1._,
Fr. 15'953.70 unentgeltliche Geschädigtenvertretung RA X2._.
Weitere Kosten bleiben vorbehalten.
18. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ge-
schädigtenvertretungen, werden dem Beschuldigten zu vier Fünftel auferlegt
und zu einem Fünftel definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
19. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO im Umfang von vier Fünftel. Über die Höhe der Kosten der amtlichen
Verteidigung wird mit separatem Beschluss entschieden.
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20. Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretungen werden definitiv
auf die Gerichtskasse genommen. Über die Höhe der Kosten der unentgelt-
lichen Geschädigtenvertretungen wird mit separaten Beschlüssen entschie-
den.
21. [Mitteilungen]
22. [Rechtsmittel]
Berufungsanträge
a) Des Privatklägers 3:
(schriftlich, Urk. 70 S. 2)
1. Es sei das vorinstanzliche Urteil in der Ziffer 12 aufzuheben.
2. Es sei stattdessen der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger
B._ Schadenersatz von CHF 180 zuzüglich 5 % Zins ab 26. Au-
gust 2018 zu bezahlen.
3. Der Beschuldigte sei weiter zu verpflichten, dem Privatkläger B._
CHF 2'500 zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2018 als Genugtuung zu
bezahlen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:
(Urk. 74)
Keine Anträge
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c) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 81 S. 2)
1. Die Berufung des Privatklägers 3 vom 3. Mai 2021 sei vollumfänglich
abzuweisen und Dispositiv-Ziffer 12 des vorinstanzlichen Urteils (Ge-
schäfts-Nr. DG200104) sei zu bestätigen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskas-
se.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Berufungsumfang
1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich erhob am 24. April 2020 Ankla-
ge gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung,
Raufhandels, Angriffs etc. (Urk. 29). Mit eingangs wiedergegebenem Urteil vom
5. Februar 2021 (Urk. 66) sprach das Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, den Be-
schuldigten der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des Raufhandels, der
Sachbeschädigung, der versuchter Nötigung, des Landfriedensbruchs, des Ver-
gehens gegen das Waffengesetz sowie der mehrfachen Übertretung des Betäu-
bungsmittelgesetzes schuldig und verurteilte ihn zu 24 Monaten Freiheitsstrafe
bedingt sowie zu einer Busse von Fr. 300.–. Vom Vorwurf des Angriffs und der
mehrfachen Drohung sprach es ihn dagegen frei. Mit Blick auf den Zivilpunkt
sprach die Vorinstanz dem Privatkläger 2 Schadenersatz sowie eine Genugtuung
von Fr. 3'000.– zuzüglich Zins zu. Hinsichtlich des Privatklägers 3 wies sie dessen
Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren ab. Gegen dieses Urteil meldete der
Privatkläger 3 fristgerecht Berufung an (Urk. 55). Der Privatkläger 2, welcher
ebenfalls Berufung angemeldet hatte, zog diese innert Frist zur Einreichung der
Berufungserklärung wieder zurück (Urk. 54, 67), wovon Vormerk zu nehmen ist.
2. Mit Eingabe vom 3. Mai 2021 erstattete der Privatkläger 3 fristgerecht seine
(begründete) Berufungserklärung, in welcher er die eingangs erwähnten Anträge
stellte (Urk. 70; Beilagen Urk. 71/1-10).
3. Mit Präsidialverfügung vom 10. Mai 2021 wurde den Parteien Frist zur An-
schlussberufung angesetzt (Urk. 72), die in der Folge allerdings von keiner Seite
erhoben wurde (Urk. 74, 75). Die Staatsanwaltschaft lies überdies verlauten, im
Berufungsverfahren keine Anträge zu stellen (Urk. 74).
4. Nachdem der Rechtsvertreter des Privatklägers 3 auf entsprechende Anfra-
ge erklärt hatte, dass er seine mit einer ausführlichen Begründung versehene Be-
rufungserklärung als Berufungsbegründung verstehe und entsprechend keine
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Fristansetzung zur Einreichung einer weiteren Eingabe benötige (Urk. 77), wurde
im Beschluss vom 30. Juni 2021 in Anwendung von Art. 406 Abs. 1 lit. b StPO
(ausschliesslich Zivilpunkt angefochten) die Durchführung des schriftlichen Ver-
fahrens angeordnet und dem Beschuldigten Frist zur Berufungsantwort angesetzt
(Urk. 78). Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 (Urk. 81) erstattete der Beschuldigte sei-
ne schriftliche Berufungsantwort fristgerecht, welche mit Präsidialverfügung vom
23. Juli 2021 dem Privatkläger 3 zugestellt wurde (Urk. 82). Weitere Stellungnah-
men gingen in der Folge keine ein.
5. Der Berufungsumfang beschränkt sich auf den Zivilpunkt (Schadenersatz-
und Genugtuungsforderung) hinsichtlich des Privatklägers 3. Im Übrigen ist das
Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, vom 5. Februar 2021 in Rechts-
kraft erwachsen, was mit dem hiervor erwähnten Beschluss vom 30. Juni 2021
bereits festgestellt wurde (Urk. 78 Dispositiv-Ziffer 1). Das Verfahren ist spruch-
reif.
II. Prozessuales
Beschränkt sich der Berufungsgegenstand nur noch auf den Zivilpunkt, ist
Art. 398 Abs. 5 StPO zu beachten, wonach das Berufungsgericht das erstinstanz-
liche Urteil nur so weit überprüft, als es das am Gerichtsstand anwendbare Zivil-
prozessrecht vorsehen würde. Vorliegend handelt es sich um eine ausservertrag-
liche Schadenersatzforderung des Privatklägers 3 (B._), mithin um eine ver-
mögensrechtliche Streitigkeit, bezüglich welcher die eidgenössische Zivilprozess-
ordnung für die Berufung eine Streitwertgrenze von Fr. 10'000.– vorsieht (Art. 308
Abs. 2 ZPO). Diese Schwelle ist bei der vorliegend strittigen Forderung, welche
sich addiert auf Fr. 2'680.– beläuft, nicht erreicht. Entsprechend prüft das Oberge-
richt den vorinstanzlichen Entscheid – was Rügen betreffend die Feststellung des
Sachverhaltes anbelangt – nur mit eingeschränkter Kognition (Willkürprüfung).
Soweit unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht wird, ist die Kognition da-
gegen nicht beschränkt (vgl. Art. 320 ZPO i.V.m. Art. 398 Abs. 5 StPO).
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III. Zivilforderung
1. Parteistandpunkte
1.1. Die Vorinstanz wies die Anträge des Privatklägers im Zivilpunkt, welche
identisch mit den Berufungsanträgen sind, vollumfänglich ab, mit der Begründung,
dass sich der Beschuldigte gemäss dem von ihr erstellten Sachverhalt nicht direkt
am Vorgehen gegen den Privatkläger 3 (B._) beteiligt bzw. er zu den Verlet-
zungen, die der Privatkläger B._ erlitten habe, nachweislich keinerlei Beitrag
geleistet habe und er entsprechend auch nicht für den vom Privatkläger B._
erlittenen Schaden bzw. die von ihm erlittene immaterielle Unbill zur Verantwor-
tung gezogen werden könne. Sein Tatbeitrag (Faustschlag gegen den Privatklä-
ger 2 [A._]) sei für die Verletzungen des Privatklägers "A._" [recte:
B._] in keiner Weise kausal. Der Beschuldigte sei zwar in strafrechtlicher
Hinsicht auch des Raufhandels schuldig zu sprechen, da er Teil einer wechselsei-
tigen Auseinandersetzung gewesen sei, an welcher auch der Privatkläger
B._ beteiligt gewesen sei, doch habe er in zivilrechtlicher Hinsicht nichts zu
dem vom Privatkläger B._ geltend gemachten Schaden bzw. Unbill beigetra-
gen (Urk. 66 S. 45 f.).
1.2. Der Privatkläger B._ rügt mit seiner Berufung, die Vorinstanz habe die
Haftung des Beschuldigten rechtsfehlerhaft verneint. Er stellt sich auf den Stand-
punkt, dass die Verurteilung des Beschuldigten wegen Raufhandels eine Solidar-
haftung jedes einzelnen Teilnehmers der Auseinandersetzung für den gesamten
Betrag begründe. Art. 50 Abs. 1 OR sehe eine solidarische Haftung für mehrere
Verursacher eines Schadens, den sie gemeinsam verschuldet haben, vor. Werde
eine Gefahr gemeinsam geschaffen, spiele es keine Rolle, welche daran beteilig-
ten Personen die eigentliche Schadensursache gesetzt hätten (Urk. 70 S. 4, 9 ff.).
Der verursachte Sachschaden in Form der bei der Auseinandersetzung zerrisse-
nen Hose und T-Shirt des Beschuldigten belaufe sich auf Fr. 180.– (Urk. 70
S. 11). Aufgrund der erlittenen physischen und psychischen Beeinträchtigungen
als Folge des gewaltsamen Übergriffs auf den Privatkläger 3 rechtfertige sich eine
Genugtuung in der Höhe von Fr. 2'500.– (Urk. 70 S. 12 ff.).
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1.3. Der Beschuldigte bestreitet die Forderung des Beschuldigten sowohl in tat-
sächlicher als auch in rechtlicher Hinsicht vollumfänglich. Der Beschuldigte habe
– wie dies auch die Vorinstanz festgestellt habe – keinen kausalen Beitrag zum
vom Privatkläger 3 (B._) behaupteten Sachschaden und der angeblichen
immateriellen Unbill geleistet. Sein Tatbeitrag am Raufhandel habe sich im erstell-
ten Faustschlag gegen den Privatkläger 2 (A._) erschöpft, welcher sich aber
im Rahmen eines ersten "Sachverhaltskomplex" in der Gasse vor der Liegen-
schaft D._-strasse ... abgespielt habe. Der darauffolgende zweite Sachver-
haltskomplex, in welchem der Privatkläger 3 (B._) in Richtung E._ ge-
flüchtet sei und dabei von einer unbekannten Nebentäterschaft verfolgt und mehr-
fach weiter verprügelt worden sei, habe ohne Beteiligung des Beschuldigten und
auch ohne dessen Kenntnis dieser Vorgänge an einem anderen Ort abgespielt,
weshalb dieser auch isoliert zu betrachten sei. Die dem Privatkläger 3 in diesem
zweiten Sachverhaltskomplex von der unbekannten Nebentäterschaft zugefügten
Verletzungen habe der Beschuldigte nicht – auch nicht eventualvorsätzlich – in
Kauf genommen. Ohnehin werde der behauptete Sachschaden auch in tatsächli-
cher Hinsicht bestritten und die Genugtuungsforderung wäre, selbst wenn sie an
sich geschuldet wäre, ohnehin zu hoch bzw. höchstens im Bereich von Fr. 1'000.–
anzusiedeln (Urk. 81 S. 3 f.).
2. Haftungsvoraussetzung und konkrete Prüfung
2.1. Gemäss den Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz ist erstellt, dass sich
der Beschuldigte an der in Anklageziffer 1 beschriebenen wechselseitigen Ausei-
nandersetzung dahingehend beteiligte, dass er dem Privatkläger 2, A._, ei-
nen Faustschlag gegen die linke Wange versetzte, sodass dieser einen doppelten
Kieferbruch erlitt. Dies tat der Beschuldigte, als sich A._ über den Privatklä-
ger 3, B._, gebeugt hatte, um diesen vor weiteren Schlägen und Tritten
durch die weiteren in die Auseinandersetzung involvierten Personen zu schützen.
Als nicht erstellt erachtete die Vorinstanz die in Anklageziffer 1, 2. Abschnitt be-
schriebene aktive Beteiligung des Beschuldigten an den tätlichen Übergriffen auf
den hier berufungsführenden Privatkläger B._ (Urk. 66 S. 32 ff.). Nachdem
im Untersuchungsverfahren – abgesehen vom Beschuldigten und den beiden Pri-
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vatklägern A._ und B._ – keine weiteren der an der Schlägerei beteilig-
ten Personen identifiziert werden konnten, bleibt unklar, wer den Privatkläger
B._ zu Beginn der Auseinandersetzung tätlich angegangen hatte, sodass
dieser zu Boden ging und sich der Privatkläger A._ veranlasst sah, sich
schützend über seinen Freund zu werfen. Ebenfalls nicht mehr erstellen lässt
sich, wer den Privatkläger B._ – im Anschluss an den Faustschlag des Be-
schuldigten gegen den Privatkläger A._ – verfolgt, eingeholt und erneut ver-
prügelt hat. Entsprechend spricht bereits die Anklageschrift von " einer nicht be-
kannten Nebentäterschaft", zu welcher sie den Beschuldigten offensichtlich nicht
zählt.
2.2. Gemäss Artikel 41 OR ist jener, der einem anderen widerrechtlich Schaden
zufügt, sei es mit Absicht oder aus Fahrlässigkeit, ihm zum Ersatze verpflichtet.
2.3. Der Beschuldigte wurde wie dargelegt im Hinblick auf die tätliche Ausei-
nandersetzung am 25. August 2018 in der D._-strasse wegen Raufhandels
schuldig gesprochen, aus deren Begehung der Privatkläger B._ vorliegend
seine Schadenersatz- und Genugtuungsforderung ableitet. Allfälliger aus dieser
Beteiligung am Raufhandel durch den Beschuldigten (mit-)verursachter Schaden
und materielle Unbill (zur Frage Zurechnung und Kausalität vgl. hiernach) gilt im
Sinne von Art. 41 OR als rechtswidrig zugefügt, hat der Beschuldigte doch einer-
seits durch sein Verhalten Art. 133 StGB verletzt, welcher als geschützte Rechts-
güter die körperliche Integrität der Teilnehmer am Raufhandel oder auch von un-
beteiligter Dritten umfasst (vgl. BSK-StGB I, 4. Aufl. 2019, N 7 zu Art. 133 StGB;
vgl. dazu auch nachfolgende Ausführungen E. 2.4.1. ff.; sodann REY/WILDHABER,
Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 5. Aufl. 2018, Rz. 1670 f.). Andererseits stel-
len (insofern gemeinsam mitverursachte) Körperschäden (inkl. seelischer Schä-
den) und Sachbeschädigungen eine Verletzung absolut geschützter Rechtsgüter
dar, was ohnehin für sich bereits rechtswidrig ist.
2.4. Sodann ist zu prüfen, ob der vom Privatkläger B._ geltend gemachte
körperlich und seelische Schaden sowie der Sachschaden vom Beschuldigten
kausal verursacht wurde. Die Vorinstanz stellt sich diesbezüglich wie dargelegt
auf den Standpunkt, dass dem Beschuldigten hinsichtlich der Schädigung des
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Privatklägers B._ keine direkte Beteiligung nachgewiesen werden könne und
er entsprechend auch nicht haften müsse. Dem hält die Verteidigung entgegen,
dass bereits die Beteiligung am Raufhandel durch den Beschuldigten genüge,
damit dieser für den im Rahmen des Raufhandels entstandenen Schadens haf-
tungsrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könne.
2.4.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 OR haften mehrere Personen dem Geschädigten
solidarisch, wenn sie den Schaden gemeinsam verschuldet haben, sei es als An-
stifter, Urheber oder Gehilfen. Die Haftung mehrerer Personen im Sinne dieser
Norm verlangt eine gemeinsame Verursachung und ein gemeinsames Verschul-
den. Vorausgesetzt wird ein schuldhaftes Zusammenwirken bei der Schadens-
verursachung, dass also jeder Schädiger um das pflichtwidrige Verhalten des an-
deren weiss oder jedenfalls wissen könnte. Erforderlich ist eine bewusste und
gewollte Teilnahme. Bewusstes Zusammenwirken setzt nicht voraus, dass sich
die Beteiligten verabredet haben. Indem Art. 50 Abs. 1 OR den Anstifter und Ge-
hilfen erwähnt, anerkennt die Bestimmung auch die psychische Mitverursachung
(Urteile des Bundesgericht 6B_428/2013, 6B_437/2013 und 6B_448/2013 vom
15. April 2014, E. 7.3, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Eine ge-
meinsame Verursachung ist dann gegeben, wenn das Verhalten mehrerer Perso-
nen als adäquate Teil- oder Gesamtursache des eingetretenen Schadens qualifi-
ziert werden kann (KÜTTEL, Begriff der Teilnahme nach Art. 50 OR, "Gemeinsame
Verschuldung" eines Schadens durch Anstifter, Urheber und Gehilfen und die
Rolle des Begünstigers, in: HAVE 2008, a.a.O., S. 322). Dazu hielt das Bundes-
gericht im Zusammenhang mit einem Strassenkrawall von Streikenden, in dessen
Rahmen ein Streikbrecher von einem bestimmten (identifizierten) Streikenden an-
gegangen und verletzt wurde, fest, dass "nicht nur das Verhalten des unmittelba-
ren Täters, sondern Aller, die an einem derartigen Unternehmen teilgenommen
haben – unbekümmert um das Mass ihrer Mitwirkung – als für die eingetretenen
Wirkungen kausal" erscheine (BGE 57 II 417 E. 2). Im eben erwähnten Bundes-
gerichtsentscheid war also klar, wer dem Opfer den Schaden zugefügt hatte,
trotzdem wurden die übrigen Beteiligten für solidarisch haftbar erklärt, hatten sie
doch mit ihrer Beteiligung an einem derartigen Unternehmen ihren Beitrag zum
Eintritt des Schadens geleistet.
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2.4.2. Auch in einem deutlich jüngeren Entscheid, der eine tätliche Auseinander-
setzung zum Gegenstand hatte, in welcher wie in casu zwei Gruppierungen auf-
einandertrafen und schliesslich einer der Beteiligten durch einen Messerstich ge-
tötet wurde, verpflichtete das Bundesgericht sämtliche an der (als Raufhandel
qualifizierten) Auseinandersetzung Beteiligten zur solidarischen Haftung für die
Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Hinterbliebenen des Getöte-
ten. Dies, obwohl der Messerstich einem einzelnen der involvierten Täter zuge-
rechnet werden konnte, welcher schliesslich auch der eventualvorsätzlichen Tö-
tung schuldig erkannt wurde. Diesbezüglich hielt das Bundesgericht fest:
"Dass die Vorinstanz eine Solidarhaftung bejaht, ist nicht zu beanstanden. Entge-
gen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers 3 ist nicht massgeblich, dass einzig
der Beschwerdeführer 1 der eventualvorsätzlichen Tötung [Anmerkung: von "...."]
schuldig erkannt wurde und er (der Beschwerdeführer 3) in der letzten Phase des
Kampfes sich nicht am unmittelbaren Ort des Geschehens (Waschküchenbereich)
aufhielt. Der Beschwerdeführer 1 ging von Anfang an mit offenem Messer, für seine
Mitstreiter erkennbar und von ihnen gebilligt in die tätliche Auseinandersetzung.
Diese mussten mit dem Einsatz der Waffe und mit dem konkreten Schaden rech-
nen. Wer sich an einer Rauferei beteiligt, bei welcher das Opfer von Messerstichen
verletzt wird, haftet nach einhelliger Lehre ebenfalls und unabhängig davon, ob er
selbst bewaffnet war [...]. Unmassgeblich ist, dass der Beschwerdeführer 3 einzig
des Raufhandels schuldig gesprochen wurde. Die im Gesetz verwendeten Begriffe
Anstifter, Urheber und Gehilfe sind losgelöst von ihrem strafrechtlichen Sinn zu ver-
stehen [...]. Ein gemeinsames Verschulden wäre allenfalls zu verneinen, wenn die
Tatwaffe erst im Laufe der Rauferei gezogen wird und die übrigen Beteiligten nicht
damit rechneten respektive nicht damit rechnen mussten. Dies war hier wie darge-
tan nicht der Fall. Im Übrigen handelte der Beschwerdeführer 1 nicht unabhängig,
sondern als Teil der Gruppe mit der tatkräftigen und psychischen Mithilfe seiner
Mitstreiter. Die Beteiligung des Beschwerdeführers 3 erschöpfte sich nicht nur in
seiner Anwesenheit und in einer moralischen Unterstützung seines Bruders. Viel-
mehr kämpfte er mit F._, während sich der Rest seiner Gruppe G._ zu-
wenden konnte. Damit wirkte er mit seiner Gruppe zusammen. Selbst wenn sein
Tatbeitrag "eine im Gesamtzusammenhang höchst nebensächlich erscheinende
körperliche Auseinandersetzung mit F._" (Beschwerde S. 8) sein sollte, so
vermag der Beschwerdeführer 3 daraus nichts für sich abzuleiten. Das Gesetz sieht
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Solidarhaftung für alle Täter vor, ohne nach Intensität der Mitwirkung zu differenzie-
ren [...]. Ein untergeordneter Tatbeitrag wäre bei der richterlichen Festsetzung der
Regressquote von Relevanz (vgl. Art. 50 Abs. 2 OR)." (Urteil des Bundesgerichts
6B_428/2013, 6B_437/2013 und 6B_448/2013 vom 15. April 2014, E. 7.4, mit Hin-
weisen auf diverse Lehremeinungen)
2.4.3. In casu konnten – wie bereits dargelegt – jene Personen, die dem Privat-
kläger B._ zu Beginn des Raufhandels sowie nach dem Faustschlag des Be-
schuldigten gegen den Privatkläger A._ mit Schlägen traktierten, nicht identi-
fiziert werden und es muss – vergleichbar mit dem zitierten Bundesgerichtsent-
scheid – gemäss unbestritten gebliebener Sachverhaltsfeststellung der Vor-
instanz davon ausgegangen werden, dass es nicht der Beschuldigte war, welcher
diese Verletzungen "eigenhändig" verursacht hat. Entgegen der Vorinstanz führt
dies jedoch nicht zur Verneinung der (Mit-)Haftung des Beschuldigten: Vorliegend
war der Beschuldigte vom Beginn der Auseinandersetzung an zumindest phy-
sisch präsent und hat – davon ist aufgrund der glaubhaften Aussagen des Zeugen
H._ auszugehen (vgl. Urk. 66 S. 29 ff.) – die ersten Schläge gegen den Pri-
vatkläger B._, aufgrund welcher dieser zu Boden ging, mitbekommen. Selbst
wenn man mit der Vorinstanz zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgehen
muss, dass dieser bis dahin die Auseinandersetzung nur beobachtet und noch
nicht selber aktiv eingegriffen hatte, so war er zumindest unmittelbar physisch
präsent, wodurch er den aktiv handelnden Tätern Rückhalt verlieh und insofern
zumindest psychische Unterstützung leistete. Es blieb jedoch nicht bei der passi-
ven Haltung, griff der Beschuldigte doch kurze Zeit später auch selber händisch in
die Schlägerei ein, indem er dem nun ebenfalls involvierten Privatkläger A._
den besagten Faustschlag verabreichte, als sich dieser schützend über B._
geworfen hatte, als dieser von der übrigen Täterschaft traktiert wurde. Durch die-
se Beteiligung hat er nicht nur aus strafrechtlicher Sicht den Tatbestand des
Raufhandels erfüllt, sondern gemäss Lehre und Rechtsprechung, wonach sämtli-
che Beteiligten durch die Teilnahme an der gewalttätigen wechselseitigen Ausei-
nandersetzungen einen kausalen Beitrag für den in diesem Rahmen eingetrete-
nen Schaden geleistet haben, sich auch in zivil- bzw. haftungsrechtlich relevanter
Weise an der Schädigung des Privatklägers B._ beteiligt. Denn nach der
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Lehre ist wie dargelegt jeder Beitrag haftungsbegründend, und zwar sogar dann,
wenn dieser etwa nur in der durch Anwesenheit des Täters ausgedrückten mora-
lischen Unterstützung der andern Beteiligten erfolgt. Haben mehrere Personen
gemeinsam eine Gefahr geschaffen, ist belanglos, welche der an der gefährlichen
Tätigkeit beteiligte Person(en) die eigentliche Schadensursache gesetzt hat (BGE
104 II 184 S. 187 E. 2). Eine solche Gefahr für sämtliche Beteiligten – insbeson-
dere auch den hier berufungsführenden Privatkläger 3 – haben der Beschuldigte
und die übrigen Beteiligten durch ihre Teilnahme am Raufhandel gemeinsam ge-
schaffen. Das schuldhafte Zusammenwirken setzt gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung wie dargelegt sodann einzig voraus, dass jeder Schädiger vom
Tatbeitrag des andern Kenntnis hat oder bei der erforderlichen Aufmerksamkeit
hätte Kenntnis haben können (BGE 104 II 225 E. 4a). Dass der Beschuldigte die
ersten Übergriffe gegen B._ zumindest beobachtet hatte, wurde bereits dar-
gelegt. Was die nach seinem Faustschlag erfolgten weiteren Übergriffe auf diesen
betreffen, ist festzuhalten, dass der Beschuldigte angesichts des bisherigen Ver-
laufs der Schlägerei zumindest damit gerechnet haben musste, dass seine Mit-
streiter, welche sich nun an die Verfolgung von B._ machten, während er mit
A._ beschäftigt war, ersteren weiter traktieren würden. Die von diesem
glaubhaft beschriebenen weiteren Übergriffe in Form von Schlägen und Tritten
auf seiner Flucht zur E._ bewegten sich dabei im Rahmen dessen, was sich
bereits im bisherigen Verlauf der Rauferei abgespielt hatte. Dass der Beschuldigte
mit seinem heftigen Faustschlag gegen A._ zu gleichartigen Mitteln griff,
lässt den Schluss zu, dass er mit solchen Übergriffen auf die Mitglieder der "geg-
nerischen" Gruppierung – mithin auch auf B._ – einverstanden war. Entspre-
chend haben er und seine übrigen Mitstreiter die Verletzungen von B._ im
Sinne der Rechtsprechung nicht nur gemeinsam mitverursacht, sondern auch
gemeinsam verschuldet.
2.4.4. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschuldigte auch zivilrechtlich
gestützt auf Art. 41 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 OR für jene Schäden bzw. Schädigungen
einzustehen hat, welche er und/oder die übrigen Mitstreiter dem Privatkläger 3
(B._) zugefügt haben, wozu neben Sachschäden grundsätzlich auch physi-
sche und psychische Körperschäden gehören.
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2.4.5. Anzufügen bleibt noch, dass es sich entgegen der Verteidigung nicht so
verhielt, dass sich die Schlägerei strikte in zwei unabhängige Sachverhaltskom-
plexe abtrennen liesse, wobei der Beschuldigte ausschliesslich in den ersten in-
volviert gewesen sei. Vielmehr ist der in der Anklageschrift in einer Anklageziffer
beschriebene Sachverhalt als einheitliches, zeitlich, sachlich und in gewissem
Masse auch örtlich zusammenhängendes Geschehen im Sinne einer Handlungs-
einheit zu betrachten. Zu diesem Schluss gelangte im Übrigen bereits die Vo-
rinstanz (Urk. 66 S. 37). Dass die Beteiligung des Beschuldigen sodann nicht als
isolierte Tat gegen A._ betrachtet werden kann, sondern klarerweise als Teil
der fortwährenden Schlägerei betrachtet werden muss, zeigt sich etwa auch an
Folgendem: Auch wenn sein Faustschlag nicht gegen B._, sondern gegen
A._ gerichtet war, unterstützte der Beschuldigte damit das Vorgehen seiner
Mitstreiter gegen B._, indem er weitere Übergriffe durch diese auf den nun-
mehr wieder ungeschützten bzw. exponierten B._ ermöglichte bzw. zumin-
dest begünstigte. Dass sich die weiteren Übergriffe auf B._ hernach örtlich
etwas vom Beschuldigten weg verlagert hatten, weil B._ dank der Interventi-
on vom A._ zwischenzeitlich die Flucht gelang, ist dabei – wie sich auch be-
reits aus dem zitierten Bundesgerichtsentscheid ergibt – nicht entscheidend und
führt nach dem Gesagten – sowohl in straf- als auch in zivilrechtlicher Hinsicht –
jedenfalls nicht dazu, dass die nachfolgenden Übergriffe auf B._ als isoliertes
Tatgeschehen zu behandeln wären.
2.5. Mit Blick auf sein Schadenersatzbegehren macht der Privatkläger einen Sachschaden von Fr. 180.– für die im Rahmen des Raufhandels zerrissenen Ho-
sen und T-Shirt geltend.
2.5.1. Diese Bezifferung des Schadens begründet er – nachdem die Kaufbelege
für die beiden Kleidungsstücke nicht mehr vorhanden seien – mit dem Wiederbe-
schaffungswert dieser beiden Kleidungsstücke, welche als Preise für solche All-
tagsgegenstände als gerichtsnotorisch gelten würden. Alternativ könne das Ge-
richt solche Schäden auch schätzen (Urk. 70 S. 11 Rz. 33). Der Beschuldigte be-
streitet den Schaden (Urk. 81 S. 5).
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2.5.2. Dass der Beschuldigte die Kaufquittungen für die beiden Kleidungsstücke
nicht mehr vorweisen kann und sich entsprechend faktisch in einem gewissen
Beweisnotstand befindet, erscheint nachvollziehbar, werden Quittungen für solche
Alltagsgegenstände doch in der Regel nicht über längere Zeit aufbewahrt. Aller-
dings wären dem Beschuldigten durchaus zumindest etwas genauere Angaben
zumutbar gewesen, beispielsweise hinsichtlich Art und Marke der Kleider, woraus
sich allenfalls Rückschlüsse auf den Preis oder zumindest auf die Preisklasse hät-
ten treffen lassen. Schliesslich dürfte unbestritten sein, dass sich die Preise für
Kleider und Mode in sehr weiten Preisspannen bewegen. Auch aus den Untersu-
chungsakten ergibt sich diesbezüglich kaum etwas. Im Transportschein, mit wel-
chem dem Privatkläger B._ offenbar seine Kleider am 4. Oktober 2018 wie-
der ausgehändigt wurden, wird zwar ein T-Shirt und eine Jeanshose erwähnt.
Genauere Informationen zu diesen oder zu deren Zustand sind jedoch keine ent-
halten bzw. es wurde gar nur bei der ebenfalls ausgehändigten Unterhose sowie
dem Handy der Vermerk "zerrissen" bzw. "sichtbare Schäden" angebracht
(Urk. D1/9/14 S. 1). Ein offenbar kurz nach dem Vorfall aufgenommenes Foto, auf
das auch der Privatkläger verweist (Urk. 70 S. 11), zeigt zwar den Privatkläger
B._ mit einer Jeanshose und weissem T-Shirt bekleidet (Urk. D1/2/1 S. 3).
Die Aufnahme ist jedoch von derart schlechter Qualität, dass sich darauf weder
die behaupteten Beschädigungen, noch die Marken der Kleider erkennen lassen,
die bzw. deren Preisklasse allenfalls als Grundlage für eine Schätzung des Scha-
dens hätten dienen können. Insofern sind die Behauptungen des Beschuldigten
zu wenig substantiiert, weshalb die Schadenersatzforderung gestützt auf Art. 126
Abs. 1 lit. b StPO auf den Zivilweg zu verweisen ist.
2.6. Ferner macht der Privatkläger B._ Fr. 2'500.– als Genugtuung für die aufgrund des Raufhandels vom 25. August 2018 erlittene seelische Unbill geltend.
Der Beschuldigte bestreit auch diese Forderung, insbesondere die vom Privatklä-
ger geltend gemachten körperlichen Schmerzeffekte (Urk. 81 S. 3 ff.).
2.6.1. Gemäss Gutachten zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers
B._ durch das IRM Zürich, auf welches auch der Privatklägervertreter ver-
weist (Urk. 70 S. 12), wurde dieser mit Kopfschmerzen, Schmerzen über der
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Halswirbelsäule, Monokelhämatom links [Bluterguss um das linke Auge] und wei-
teren multiplen Blutergüssen sowie einer Quetsch-Riss-Wunde an der Unterlippe
links ins Universitätsspital gebracht, wo u.a. ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma mit
Kontusion der Halswirbelsäule diagnostiziert worden sei. Eine Bewusstlosigkeit
oder eine Erinnerungslücke habe der Privatkläger verneint. Eine neurologische
Untersuchung habe keine Auffälligkeiten ergeben. Das CT des Kopfes und der
Halswirbelsäule hätten keine Knochenbrüche und keine Blutung im Schädelinnern
gezeigt. Im Ultraschall des Bauchraumes habe es keine Hinweise auf freie Flüs-
sigkeit oder Verletzungen der inneren Organe gegeben. Der Privatkläger B._
sei allzeit bei Bewusstsein und kreislaufstabil gewesen (Urk. D1 11/2/5 S. 2). In
der nachfolgenden rechtsmedizinischen Untersuchung wurden sodann diverse
Blutergüsse um die rechte Augenbraue, um das linke Auge, am Rücken und an
der rechten Unterarmbeugeseite sowie am Rumpf (Brustkorb und Flanken), Ein-
blutungen in der Mundschleimhaut sowie eine Quetschwunde an der rechten
Handaussenkante, Hautabschürfungen an den Unterarmen, Ellbogen, Händen
und Knien festgestellt. Gemäss Gutachterin würden sämtliche Verletzungen vo-
raussichtlich innerhalb kurzer Zeit folgenlos, ggf. unter Narbenbildung, abheilen
und würden keine Lebensgefahr begründen. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei
jedoch anzumerken, dass eine, wie im hier vorliegenden Fall erfolgte Gewaltein-
wirkung gegen den Kopf durch Schläge und insbesondere Tritte, grundsätzlich zu
lebensbedrohlichen Verletzungen (Schädelbrüchen, Blutungen im Kopfinnern,
Hirngewebsverletzungen etc.) oder Komplikationen führen könnten (Urk. D1
11/2/5 S. 5).
2.6.2. Der Privatkläger B._ lässt sodann in der Berufungsbegründung geltend
machen, dass er einen Gedächtnisverlust erlitten habe, welcher sich im Laufe von
4 - 5 Tage zurückgebildet habe, und sodann für 2 Tage arbeitsunfähig gewesen
sei. Die Schmerzen, welche von den Blutergüssen und der "gebrochenen" Rippe
hervorgerufen worden seien, hätten ca. 10 - 14 Tage angehalten. Überdies sei
der Privatkläger während rund 1 1⁄2 Monaten immer wieder von starken an- und
abschwellenden Kopfschmerzen geplagt worden, welche auf die abheilende Ge-
hirnerschütterung zurückzuführen seien und ihn immer wieder gezwungen hätten,
seine Arbeit zu verlassen (Urk. 70 S. 12).
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2.6.3. Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, hat Anspruch auf
Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung
es rechtfertigt und diese nicht anders wiedergutgemacht worden ist (Art. 49 OR).
Nach Art. 47 OR kann der Richter bei Tötung eines Menschen oder Körperverlet-
zung unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder den Ange-
hörigen des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zuspre-
chen. Die Genugtuung hat in erster Linie zum Zweck, beim Verletzten für die erlit-
tene immaterielle Unbill bzw. das empfundene Unrecht einen Ausgleich zu schaf-
fen, indem das Wohlbefinden anderweitig gesteigert oder dessen Beeinträchti-
gung erträglicher gemacht wird (BGE 123 III 10 E. c/bb S. 15). Die Bemessung
der Genugtuung richtet sich vor allem nach der Art und Schwere der Verletzung,
der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit sowie dem Grad
des Verschuldens des Schädigers. Die Festlegung der Höhe beruht auf der Wür-
digung sämtlicher Umstände und richterlichem Ermessen (Art. 4 ZGB; BGE 125
III 412 E. 2a).
2.6.4. Die hiervor aufgeführten körperlichen Beeinträchtigungen bewegten sich
glücklicherweise – genauso wie die darauf resultierende Behandlungsdauer (am-
bulant) – noch in einem beschränkten Bereich und waren entsprechend ohne
bleibende Folgen nach relativ kurzer Zeit wieder vollständig verheilt. Dennoch
dürften diese für den Privatkläger B._ sowohl während der Zufügung als
auch für die beschränkte Zeit darüber hinaus durchaus schmerzhaft gewesen
sein. Vorliegend fällt aber insbesondere auch die Art und Weise der Tatbegehung
ins Gewicht. Der Privatkläger B._ wurde – davon ist gestützt auf die im vo-
rinstanzlichen Urteil ausführlich wiedergegebenen und insofern im Wesentlichen
übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der beiden Privatkläger (Urk. 66
S. 15 ff. [A._] und S. 20 ff. [B._]) sowie des Zeugen H._ (Urk. 66
S. 29 ff.) auszugehen – während des Vorfalls zunächst von mehreren Involvierten
geschlagen und getreten, bis er zu Boden ging, wobei die Angreifer selbst dann
weiter auf ihn einwirkten, als er wehrlos am Boden lag. Nachdem er sich dank der
Intervention des Privatklägers A._ kurzzeitig etwas vom Geschehen lösen
und die Flucht ergreifen konnte, wurde er von mehreren am Raufhandel Beteilig-
ten über mehrere hundert Meter verfolgt, immer wieder aufs Neue eingeholt und
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weiter traktiert. Er wurde mit anderen Worten regelrecht gejagt. Dass die dadurch
ausgelöste Angst sowie das Gefühl der Ausgeliefertheit – insbesondere ange-
sichts der Überzahl der Angreifer und der erschreckenden Hartnäckigkeit, mit
welchen diese immer wieder aufs Neue auf den Privatkläger B._ einschlugen
– mit einer Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens sowie des Sicher-
heitsgefühls einhergeht, und zwar nicht nur zum Tatzeitpunkt, sondern in gewis-
sem Masse auch danach, versteht sich von selbst. Der Privatkläger B._ lässt
vor diesem Hintergrund zur Begründung seiner Genugtuungsforderung überzeu-
gend vortragen, dass er während des Vorfalls Todesangst gehabt und danach bei
grösseren Menschenansammlungen unter Panikattacken gelitten habe und bis
heute in reduziertem Mass leide (Urk. 70 S. 15). Der Beschuldigte hat sich wie
dargelegt an diesem Raufhandel, in welchem die beiden Privatkläger verletzt
wurden, massgeblich beteiligt, weshalb sich – zumindest im Aussenverhältnis –
mit Blick auf die Höhe des Verschuldens der Angreifer jedenfalls keine Reduktion
der Genugtuung aufdrängt. Schliesslich hat auch eine anderweitige Widergutma-
chung im Sinne von Art. 49 Abs. 1 OR – soweit ersichtlich – nicht stattgefunden.
2.6.5. Nach dem Dargelegten lässt sich konstatieren, dass die für das Ausspre-
chen einer Genugtuung erforderliche Schwere der seelischen Unbill sowohl in ob-
jektiver als auch in subjektiver Hinsicht klar erreicht ist. Die Bandbreite für der
Genugtuungssumme dürfte sich – auch mit Verweis auf die vom Privatklägerver-
treter angefügten Vergleichsfälle (Urk. 70 S. 14) – für ähnlich gelagerte Fälle im
Bereich von Fr. 1'500.– bis 2'500.– bewegen. Insgesamt erscheint – trotz der be-
grenzten körperlichen Beeinträchtigung – vor allem in Anbetracht der brutalten
Vorgehensweise der Angreifer eine Genugtuung von Fr. 2'500.– angemessen.
2.6.6. Zum Schaden gehört – wie der Privatklägervertreter zutreffend darlegt
(Urk. 70 S. 17) – nach konstanter Rechtsprechung der Zins vom Zeitpunkt an, in
dem das schädigende Ereignis sich finanziell ausgewirkt hat. Er läuft bis zum Tag
der Zahlung des Schadenersatzes. Dieser Schadenszins bezweckt, den An-
spruchsberechtigten so zu stellen, wie wenn er für seine Forderung am Tag der
unerlaubten Handlung mit deren Entstehung befriedigt worden wäre. Dies gilt
auch für Genugtuungsforderungen (BGE 129 IV 149 E. 4.1.). Die Genugtuungs-
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forderung des Privatklägers 3 wäre entsprechend ab dem Ereigniszeitpunkt, mit-
hin ab dem 25. August 2018, zu 5 % zu verzinsen. Nachdem dieser aber eine
Verzinsung ab 26. August 2018 verlangt, ist ihm in Anbetracht der Dispositions-
maxime die Verzinsung ab diesem Datum zuzusprechen.
2.7. Im Ergebnis ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger B._
unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern eine Genugtuung von
Fr. 2'500.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 26. August 2018 zu bezahlen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Im Berufungsverfahren war nur noch der Zivilpunkt angefochten. Im Straf-
punkt ist das vorinstanzliche Urteil bereits in Rechtskraft erwachsen. Gleiches gilt
hinsichtlich der vorinstanzlichen Kostenregelung (vgl. Rechtskraftbeschluss vom
30. Juni 2021, Urk. 78).
2. Sodann ist die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren festzulegen. Für
Straffälle, in denen einzig die Privatklägerschaft Berufung erklärt und diese auf die
Zivilansprüche beschränkt hat, verweist § 16 Abs. 2 der Gebührenverordnung des
Obergerichts (GebV OG) diesbezüglich auf die Regeln des Zivilprozesses (§ 12
GebV OG i.V.m. § 4 GebV OG). In Anbetracht des Streitwertes (Fr. 2'680.–) be-
trägt die Grundgebühr somit Fr. 586.– (§ 4 Abs. 2 GebV OG), welche allerdings in
aufgrund des – vor allem auch im Verhältnis zum sehr niedrigen Streitwert – doch
respektablen Aufwandes um 1/3 zu erhöhen ist (§ 4 Abs. 2 GebV OG). Die Ge-
richtsgebühr ist deshalb auf Fr. 780.– festzusetzen.
3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die in Art. 30 Abs. 1
OHG statuierte Kostenfreiheit gilt im Berufungsverfahren nicht, weshalb der Pri-
vatkläger bei Unterliegen grundsätzlich ebenfalls kostenpflichtig wird (Urteil des
Bundesgerichts 6B_370/2016 vom 16. März 2017 E. 1.2. mit Hinweis auf
BGE 141 IV 262 E. 2.2.).
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3.1. Der Privatkläger 2 (A._) hat seine angemeldete Berufung innert Frist
zur Berufungserklärung zurückgezogen. Praxisgemäss sind ihm entsprechend
keine Kosten aufzuerlegen (ZR 110 [2011] Nr. 37).
3.2. Der Privatkläger B._ obsiegt mit seiner auf den Zivilpunkt beschränkten
Berufung insgesamt weitestgehend, insbesondere mit Blick auf die Genugtuung.
Er unterliegt einzig hinsichtlich der betragsmässig geringfügigen Schadenersatz-
forderung, welche nicht gutgeheissen, sondern auf den Zivilweg verweisen wird.
Bei diesem Ausgang erscheint es unter Gewichtung der Anträge angemessen, die
Kosten des Verfahrens zu 14/15 dem Beschuldigten und zu 1/15 dem Privatkläger
aufzuerlegen.
4. Der amtliche Verteidiger ist durch die Gerichtskasse zu entschädigen
(Art. 135 StPO i.V.m. Art. 426 StPO). Er machte mit Kostennote vom 26. Oktober
2021 für das obergerichtliche Verfahren einen Zeitaufwand von knapp 8 Stunden
geltend (Urk. 85). Dieser Aufwand erscheint angemessen. Rechtsanwalt Y._
ist entsprechend mit Fr. 1'859.35 (inkl. MwSt. und Auslagen) aus der Gerichtskas-
se zu entschädigen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO bleibt im Umfang der Kostenauflage (14/15) vorbehalten.
5. Der unentgeltliche Vertreter der Privatklägerschaft ist ebenfalls aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO).
5.1. Rechtsanwalt X2._, der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers 3
(B._), machte mit Kostennote vom 28. Oktober 2021 für das obergerichtliche
Verfahren einen Zeitaufwand in Höhe von rund knapp 22 Stunden geltend
(Urk. 86). Dieser Aufwand erscheint angemessen. Rechtsanwalt X2._ ist
entsprechend mit Fr. 5'377.70 (inkl. MwSt. und Auslagen) aus der Gerichtskasse
zu entschädigen.
5.2. Gemäss Art. 426 Abs. 4 StPO trägt die beschuldigte Person die Kosten für
die unentgeltliche Verbeiständung nur, wenn sie in günstigen Verhältnissen lebt.
Das Bundesgericht hat diesbezüglich entschieden, dass hinsichtlich der Beurtei-
lung der wirtschaftlichen Verhältnisse der beschuldigten Person nicht die Verhält-
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nisse im Entscheidzeitpunkt massgebend sind. Vielmehr könne der Staat die Kos-
ten für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft vom der beschul-
digten Person unter den gleichen Voraussetzungen auferlegt werden, wie jene für
die amtliche Verteidigung (vgl. Art. 426 Abs. 1 und 4, Art. 138 Abs. 1 und Art. 135
Abs. 4 StPO). Demnach wird die bedürftige beschuldigte Person grundsätzlich zur
Kostentragung verurteilt, gleichzeitig wird jedoch im Urteil festgehalten, dass die
Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Verbeiständung der
Privatklägerschaft unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse genommen werden (Urteile des
Bundesgerichts 6B_123/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 6.3.; 6B_1274/2017 vom
24. September 2018 E. 4.3.). Entsprechend bleibt auch hinsichtlich der Kosten
der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 3 (B._) gestützt auf
Art. 426 Abs. 1 und 4, Art. 138 Abs. 1 und Art. 135 Abs. 4 StPO die Rückzah-
lungspflicht des Beschuldigten im Umfang der Kostenauflage (14/15) vorbehalten.
Der Privatkläger ist von einer Rückzahlungspflicht (im Umfang der Kostenauflage)
befreit (BGE 141 IV 262 E. 3).
5.3. Rechtsanwalt X1._, der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers 2
(A._), machte im Berufungsverfahren keinen Aufwand mehr geltend (vgl.
auch Urk. 84/3).
V. Rechtsmittel
Ist wie in casu nur noch der Zivilpunkt Gegenstand des Berufungsverfahrens, ist
nicht die strafrechtliche Beschwerde, sondern nur die zivilrechtliche Beschwerde
ans Bundesgericht zulässig (BGE 133 III 701), wobei die Streitwertgrenze von
Art. 74 BGG zu beachten ist. Liegt der Streitwert mithin unter Fr. 30'000.–, ist nur
die subsidiäre Verfassungsbeschwerde zulässig (Art. 113 ff. BGG).
Der Streitwert (Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG) liegt vorliegend unter Fr. 30'000.–.
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