# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 44ff10b4-4647-41f1-a226-752065151fcc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, arbeitete seit 1994 vollzeitlich für die
Y._
AG und war dadurch
bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
in seinen Ferien in
Z._
am 18. Juni 2010
während
einer Autofahrt mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte.
Dabei erlitt er eine Fraktur des linken Schlüsselbeins, eine Stauchung im Bereich der Halswirbel
-
säule
(HWS)
und eine
Schädelprellung
(Urk. 7/Z1
,
Urk.
7/ZM1-2; vgl. auch
Urk.
7/ZM7/2
und
Urk.
7/ZM12 S. 1
).
Bezüglich Wirbelsäule ergaben
die
bildge
bende
n
Unt
ersuchungen keine Hinweise auf
o
ssäre
Läsionen oder Wirbelver
schiebungen (Urk. 7/ZM10).
Aufgrund der Unfallfolgen bestand eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/ZM5,
Urk.
7/ZM12
,
Urk.
7/ZM16
,
Urk.
7/ZM27
).
Die Zürich richtete Taggelder aus und kam für die Kosten der Heilbehandlung auf (vgl.
Urk.
7/ZA1 ff.).
Bildgebende Untersuchungen im November 2010 zeigten eine stabil abgeheilte Schlüsselbeinfraktur. Gleichzeitig wurde die Diagnose eines
Impingementsyn
droms
der linken Schulter mit einer Verkalkung und einer Schleimbeutelent
zündung festgestellt (Urk. 7/ZM13). Am 29. November 2010 unterzog sich der Versicherte einer operativen Kalkentfernung und
Bursektomie
(Urk. 7/ZM15).
Im Januar 2011 stellte der behandelnde Orthopäde
Dr.
med.
A._
, FMH orthopädische Chirurgie, eine vollumfängliche Beweglichkeit mit noch deut
lichen
Schmerzb
eschwerden fest. Die Prognose betreffend Wiederaufnahme der
Arbeit
beurteilte er als günstig (
teilweise Arbeitsaufnahme ab März 2011;
Urk. 7/ZM20/10).
Über Schmerzen klagte der Versicherte
indessen
weiterhin (vgl.
u.a.
Urk.
7/ZM20/2,
Urk.
7/ZM28,
Urk.
7/ZM32).
Gestützt auf eine vertrauensärztliche Beurteilung durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin (vgl.
Urk.
7/ZM25/1-2,
Urk.
7/ZM26) stellte die Zürich mit Verfügung vom 15. August 2011
die Taggeldleistungen und die Leistungen für die Heilbehandlung per 30. September 2010 ein (Urk. 7/Z75). Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am 15. September 2011 Einsprache (Urk. 7/Z95). Im
Einspracheverfahren
holte
die
Zürich das orthopädische und
schmerzmedizinisch-psychosomatische
Gutachten der Klinik
C._
vom 14. November 2013 ein (Urk. 7/ZM43). Mit dem
Ein
spracheentscheid
vom 20. November 2014 hiess die Zürich die Einsprache teil
weise gut und stellte die Taggeldleistungen neu per 15. Oktober 2010 und die Vergütungen für die Heilbehandlung per 18. Dezember 2010 ein (Urk. 2 =
Urk.
7/Z222)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 20. November 2014 erhob der Versicherte am 5. Januar 2015 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei die Zürich zu verpflichten,
sämtliche
Unfallleistungen bis zum 18. Dezember 2010 zu entrichten. Eventualiter sei sie zu verpflichten, eine neue Begutachtung im Lichte des Sinngehaltes von Art. 36 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) in Auftrag zu geben und hernach neu zu entscheiden (Urk. 1). Die Zürich beantragte in der
Beschwerde
antwort
vom 28. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk.
6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die versicherte Person hat gemäss
Art. 10
Abs.
1 UVG Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen,
namentlich auf ambulante und stationäre ärztliche Leistungen
.
I
st die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
;
ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG
zudem
Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16 Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bun
desgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
zudem
voraus, dass zwischen Unfall und Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusam
menhang besteht. Die in diesem Zusammenhang relevanten Aspekte hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
zutreffend darge
legt (Urk. 2 S. 3 f. Ziff. 4.1-4 und S. 7 ff. Ziff. 5.6.1-5.6.4). Darauf wird verwie
sen.
Gemäss Art. 36
Abs.
1 UVG werden d
ie Pflegeleistungen und
Kostenvergütun
gen
sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen
nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
fest
,
aus
dem schlüssigen Gutachte
n der Klinik
C._
vom 14.
November 2013
ergebe sich
,
dass betreffend
HWS
und Fraktur des Schlüsselbeins
die
Symptome
rückläufig gewesen seien
.
Hingegen
seien
im weiteren Verlauf
Schulterbe
schwerden
aufgetret
en.
Dabei
habe es sich um ein
Impingement
mit einem Kalkdepot in der
Su
praspinatussehne
links und einen
AC-Gelenkssporn gehan
delt. Beide Pathologien hätten kein
en Zusammenhang mit dem Unfall.
Die unfallbedingten Beschwerden
seien drei
Monate nach dem Unfall deutlich
rückläufig
gewese
n und seien schliesslich abgeklungen. Der Z
eitpunkt des voll
ständigen Abklingens
lasse sich aber nicht sicher feststellen
. Die Erfahrung zeige,
das
s
Beschwerden dieser Art r
und sechs
Monate nach dem Unfall
nicht mehr vorhanden seien.
S
echs Monate nach dem Unfall
,
das heisst am
18. Dezember 2010, sei
der
status
quo sine
demnach
eingetreten
.
Die Arbeitsfähig
keit sei bereits
ab Mitte Oktober 2010 wiederhergestellt gewesen. Bezüglich all
fällig noch vorhandener Beschwerden sei zu beachten, dass diese unfallfremd seien, oder dass
diesbezüglich der
adäquat
e Kausalzusammenhang zu verneinen sei
. Die Taggeldleistungen seien per 15. Oktober 2010 einzustellen, die Vergü
tungen für die Heilbehandlung per 18. Dezember 2010
(Urk. 2 S. 4 ff. Ziff. 5
.1
f
f
.).
2.2
Der Beschwerdeführer macht geltend,
er habe unbestrittenermassen am 18. Juni 2010 unverschuldet einen Verkehrsunfall erlitten. Obschon er angeschnallt gewesen sei
,
habe er aufgrund der Heftigkeit der Kollision eine Fraktur des Schlüsselbeins, eine Schulterverletzung und Distorsion der HWS davongetragen.
In
vergleichbaren Fällen erbringe
die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
in der Regel
während sechs Monaten die gesetzlichen Leistungen, selbst wenn keine somatischen Folgen vorlä
gen
. Das
Auseinanderfallen der Einstel
lung der Taggeldleistungen und dasjenige der Vergütung für Pflegeleistungen sei nicht korrekt. Es widerspreche Art. 36 UVG.
Die Beschwerdegegnerin hätte sämtliche vorübergehende
n
Leistungen uneingeschränkt erbringen müssen, solange der Unfall
die Beschwerden mitverursach
t habe
, zumindest bis zum
18. Dezember 2010
. Zu Unrecht seien bei
der Einholung des Gutachtens die Exper
ten nicht auf die Bedeutung
von Art. 36 UVG
aufmerksam gemacht worden.
Sie hätten sich mit der damit verbundenen Problematik weder konkret noch
diffe
rentialdiagnostisch
auseinandersetzen können.
Bei den bisherigen Abklärungen sei unklar geblieben, wie weit die unfallbedingten und die unfallfremden Beschwerden zusammenwirkten und persistierten. Weitere Abklärungen seien daher angezeigt (Urk
. 1 S. 2 ff. Ziff. II u. III).
3.
3.1
Art.
36 UVG betrifft die Frage der Leistungsk
ürzung beim Zusammentreffen von verschiedenen Schadensursachen. Gemäss
Abs.
1
der Bestimmung
unterliegen
unter anderem
die
Leistungen für die Heilbehandlung
und
die
Taggelder
keiner Kürzung
, wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalles ist
.
Abs.
2
von Art. 36 UVG
betrifft Renten und Integritätsentschädigungen und ist
somit hier nicht von Bedeutung.
3.2
Die Experten der Klinik
C._
(
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie) kamen im Gutachten
vom
14. November 2013 zum Schluss, die geklagten Beschwerden seien nur
teilweise
Folge des Verkehrsunfalles vom 18. Juni 2010 gewesen.
Zunächst
habe
der Beschwerdeführer unter Beschwerden im Nackenbereich auf
grund der HWS-Distorsion
gelitten
, wobei diese Beschwerden bald
abgeklungen seien
. Des Weiteren
habe
der Beschwerdeführer unter den Folgen der
unfallbe
dingten
Fraktur des linken Schlüsselbeins
gelitten
. Die Fraktur
sei
in der Folge komplikationslos ab
geheilt
(Urk. 7/ZM42 S. 28 ff.).
Sodann hätten sich
im weiteren Verlauf
die Folgen einer
als unfallfremd
zu beurteilenden
Tendinitis
calcarea
der
Supraspinatussehne
mit therapierefraktärem
Impingement
links
bemerkbar gemacht
. Hinzu
kämen
Beschwerden, die sich medizinisch keiner organischen Ursache zuordnen liessen
(Urk. 7/ZM42 S. 32 ff.).
3.3
Unter den genannten Gesichtspunkten stellt der
Unfall eine Teilursache der
insge
samt bestehenden
Gesundheitsschädigung
dar
.
Indessen
verfügte
die Beschwerdegegnerin
weder eine Leistungskürzung bezüglich Taggeld noch eine solche bezüglich Heilbehandlung und missachtete damit
den
Grundsatz von
Art. 36
Abs.
1 UVG.
Vielmehr
terminierte sie
die Leistungen
,
nämlich
die
Taggeld
leistungen
zufolge Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und die Heilbehand
lung zufolge Wegfall
s
des Kausalzusammenhangs. Mit den in diesem Zusam
menhang relevanten
medizinischen
Sachfragen
hatten sich die Gutachter
in ihrer Expertise
auseinanderzusetzen.
Deren Schlussfolgerungen
(
Urk.
7/ZM42 S.
38 ff.)
sind im Gutac
hten im Detail dokumentiert
(Zusammenfassung der Akten, Anamnese,
Befund
erhebung;
Urk.
7/ZM42 S. 2 ff.),
sie
sind begrün
d
et
(Zusammenfassung und Beurteilung;
Urk.
7/ZM42 S. 28 ff.)
und
im Ergebnis
nachvollziehbar
. Gemäss den Schlussfolgerungen der Experten
waren ab Mitte
Oktober 2010
die unfallbedingten Beschwerden,
das heisst
diejenigen im Zusammenhang mit
der
Claviculafraktur
und der H
W
S-Distorsion
, in den Hintergrund getreten und es beeinflussten unfallfremde Beschwerden die
Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/ZM42 S. 42
Ziff.
7).
Ferner bestand spätestens sechs Monate nach dem Unfall, das heisst ab 18. Dezember 2010, kein Kausalzusam
menhang mehr zwischen
dem Unfall
und den geklagten Beschwerden (Urk. 7/ZM42 S. 39 ff.
Ziff.
5).
Wie dargelegt wurde, war nicht über die Kürzung der Leistungen, sondern über deren Terminierung zu befinden.
Die Terminierung der Leistungen
als Folge der
Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit und das Entfallen
des
weiteren
A
nspruchs
auf Heilbehandlung
bei fehlendem Kausalzusammenhang gehört nicht zum Regelungsbereich von
Art.
36 UVG, worauf die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu recht hingewiesen hat (Urk. 6 S. 2 f.). Es war somit ent
behrlich, die Gutachter auf
Art.
36 UVG
hinzuweisen
respektive
ein entspre
chender Hinweis
hätte das Ergebnis de
r Begutachtung nicht beeinfluss
t.
Im Übrigen beanstandete der Beschwerdeführer das Gutachten der Klinik
C._
nicht.
3.4
Aufgrund des Gutachtens der Klinik
C._
ergibt sich, dass der Beschwerde
führer aufgrund der organisch fassbaren Unfallfolgen
ab Mitte
Oktober 2010 wieder arbeitsfähig war.
Ebenso ergibt sich aus dem Gutachten, dass ab 1
8.
Dezember 2010 bezüglich der objektiven Unfallfolgen kein natür
licher Kausalzusammenhang mehr bestand, mithin der Zustand eingetreten war, der sich auch ohne den Unfall eingestellt hätte. Bezüglich der von den Gutach
tern festgestellten nicht objektivierbaren Beschwerden verneinte die
Beschwer
degegnerin
mit nachvollziehbarer, schlüssiger und im Übrigen nicht beanstan
deter Begründung den adäquaten Kausalzusammenhang (Urk.
2 S. 7 ff.
). Die Einstellung der Taggeldleistungen per 1
5.
Oktober 2010 und die Verneinung des Anspruchs auf weitere Heilbehandlungen zu Lasten der Unfallversicherung per 1
8.
Dezember 2010
sind
vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden.
Die gegen diesen Entscheid der Beschwerdegegnerin erhobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist daher abzuweisen.