# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa0f0b64-8d9a-4049-981d-c9664e843355
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973,
verfügt über keine Berufsausbildung
(
Urk.
12/3/4)
.
Sie ist verheiratet und
hat
drei Kinder (geboren 1993, 1994 und 1998
;
Urk.
12/3/2)
.
Von der Polizei bedroht, floh sie im Jahr 2002 aus der
Y._
in die Schweiz. Auf der Flucht wurde sie gemäss eigene
n
Angaben vergewaltigt. Es folgte ein Schwangerschaftsabbruch (vgl. z.B.
Urk.
166/11-13).
S
eit Oktober 2002
ist die Versicherte
nunmehr
wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in psychiatrische
r
Behandlung (
Urk.
12/35/2).
Im Au
gust 2005 wurde sie
als Flüchtling anerkannt (
Urk.
12/12)
und arbeitet s
eit
April 2006
einige Stunden
pro Woche
als
Putzfrau
(
Urk.
12/20-21
,
12/132
und 12/187/11 ff.
)
.
Bereits v
on Februar bis November 2005
hatte sie
einen
kleinen Verdienst
als
Hilfskraft in der Küche
erzielt
(
Urk.
12/7).
1.2
Im Oktober 2006 meldete
sich die Versicherte
bei
der
Eidgenössischen Invali
denversicherung
zum Rentenbezug an (
Urk.
12/3).
Diese holte
Berichte
beim Hausarzt (
Urk.
12/17)
,
dem
Z._
(
Urk.
12/34
, 12/72 und 12/74
)
,
der Psychiatrischen Polyklinik des
A._
(
Urk.
12/69
und 12/71
)
sowie den bisherigen Arbeitgeber
n
(
Urk.
12/7 und 12/20
21)
ein.
Ferner
forderte
sie e
ine
n
Auszug aus dem Individuellen Konto
an
(
Urk.
12/46)
und liess
einen Bericht betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
erstellen
(
Urk.
12/63
).
Gestützt auf die
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 1
5.
Mai 2008
(
Urk.
12/75/2) sprach sie der Versicherten sc
hliesslich mit Verfügung vom 8.
Januar 2009 eine halbe Rente rückwirkend ab Februar 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 59
%
zu (
Urk.
12/82-83).
Im Jahr 2009 erhielt die Versicherte die Niederlass
ungsbewilligung C (
Urk.
12/89).
Hierauf
nahm
die örtlich
neu
zuständige
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV
Stelle)
,
ein
e
Revision
an die Hand
und liess die Versicherte einen Fragebogen ausfüllen (
Urk.
12/90). Zudem holte sie
einen
Bericht bei
der Arbeitgeberin
(
Urk.
12/93
) und dem
Z._
(
Urk.
12/98) ein.
Nachdem
die Versicherte im November 2009
eine
Hilflosenentschädigung
beantragt
hatte
(
Urk.
12/101
und
12/108
)
, holte die IV-Stelle
ferner
einen Bericht bei der Psychiatrischen Poliklinik des
A._
(
Urk.
12/107)
sowie spezifisch Angaben zur Hilflosigkeit
beim
B._
(
Urk.
12/104)
ein. Ferner liess sie die
Hilflosigkeit
vor Ort abklären
(
Urk.
12/112).
Während sie
sodann
die
halbe Rente
am
1
3.
April 2010
aufgrund der
Stellungnahme des RAD vom 1
6.
März 2
010
(
Urk.
12/109/32)
bestätigt
e
(
Urk.
12/110),
verneinte sie
am
2
9.
September 2010
d
en
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
12/115).
1.3
In der aktuellen Revision, eingeleitet
Anfang 2012
, l
iess die
IV-Stelle die
Versi
cherte wiederum einen Fragebogen ausfüllen (
Urk.
12/123) und holte einen Bericht beim Hausarzt
(
Urk.
12/125) und dem
C._ (
Urk.
12/126/1 ff.)
ein
, dem ein Bericht der
D._
beilag (
Urk.
12/126/8 ff.)
.
Zudem holte sie Auskünfte bei der Arbeitgeberin ein (
Urk.
12/1
32
).
Das von der Versicherten gewünschte Gespräch betreffend
Wiedereingliederung
(
Urk.
12/133) wurde am 1
3.
Dezember 2012 (
Urk.
12/135) und die erneute Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
am 2
0.
März 2013 (
Urk.
12/140) durchgeführt.
Unter Berücksichtigung der Stellungnahme des RAD vom 1
6.
November 2012
(
Urk.
12/142/3)
kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
9.
April 2013
letztlich
an, die bisherige halbe
Rente
a
uf eine
Viertelsrente
zu reduzieren (
Urk.
12/144
).
Dagegen liess die Versicherte unter Beilage eines
Arztberichts, der eine
Ver
schlechterung der psychischen Symptomatik zufolge somatischer
Beschwerden
festhielt
(
Urk.
12/148)
,
Einwand erheben (
Urk.
12/145 und 12/49)
.
I
n der Folge holte die IV-Stelle einen Bericht beim behandelnden
Chirurgen
ein, dem zahl
reiche Berichte bildgebender Untersuchungen und Laborbefunde beilagen (
Urk.
12/150).
Zudem
gab sie ein polydisziplinäres Gutachten beim
E._
in Auftrag,
das
am 1
5.
Juli 214 erstattet
wurde
(
Urk.
12/166).
Die IV-Stelle legte das Gutachten dem RAD zur Stellungnahme v
or (
Urk.
12/168/2
f.). Anschliessend
auferlegte sie der Versicherten eine Schadenminderungspflicht im Sinne der Fortführung der ambulanten
Psychotherapie
(
Urk.
12/169) und stellte ihr mit
neuem
Vorbescheid vom 2
4.
Juli 2014 die Einstellung der Rente in Aussicht (
Urk.
12/170). Dagegen erhob die Versicherte erneut Einwand
(
Urk.
12/175 und 12/180) und beantragte
darüber hinaus
eine formlose Sistierung des
V
erfahrens bis zum Abschluss
der
gegenwärtigen
stationären Behandlung
(
Urk.
12/181).
Nach
dem
Klinika
ustritt
a
m 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
12/189)
hob
die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 1
1.
März 2015 per Ende April 2015 auf.
Dabei entzog sie e
iner allfälligen Beschwerde geg
en den Entscheid
die aufschiebende Wirkung (
Urk.
12/199
=
Urk.
2
).
2.
Gegen die Verfügung erhob die
Versicherte am 2
3.
April 2015 Beschwerde mit dem Antrag, ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten
. Eventualiter
machte sie geltend
, d
ie Sache
sei
zur weiteren Abklärung an
die IV-Stelle zurückzu
weisen
und
ihr während der Abklärung die halbe Rente zu belassen.
In pro
zessualer Hinsicht
ersuchte
sie
um
Einholung ein
es
psychiatrische
n
Obergut
achtens
,
eine
persönliche Befragung
und G
ewährung der unentg
eltlichen Rechtspflege (
Urk.
1
S. 1 und 10
).
Die IV-Stelle schloss in der
Beschwerde
antwort
vom 2
8.
Mai 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11).
In der Folge reichte die Rechtsvertreterin der Versicherten weitere Eingaben
(
Urk.
13,
21 und 28)
zusammen mit Belegen zu
den
finanziellen Verhältnissen
(
Urk.
14-
15)
und
Arztberichten (
Urk.
16, 23/1-4 und 29/1-5)
ein
.
Neu
beantragte sie
eine polydisziplinäre Oberbegutachtung (
Urk.
28).
Die IV-Stelle
verzichtete unter Hinweis auf die Notwendigkeit einer Neuanmeldung
auf eine Stellungnahme
(
Urk.
18, 25 und 32).
Das Sozialversicherung
sgericht
gewährte der Ver
sicherten mit Verfügung vom 17.
Juni 2015
alsdann
die unentgeltliche Prozessführung und bestellt
e
ihr in der Person von Rechtsanwältin Schwarz eine unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
19).
Weiter gab es den Parteien mit Verfügung vom 3
0.
September 2016 Gelegenheit
,
sich zur Rechtsprechung
s
änderung
betreffend PTBS zu äussern (
Urk.
34). Die entsprechenden Stellungnahme
n
vom 1
8.
Okto
ber 2016 (
Urk.
37)
und 1.
Dezember 2016 (
Urk.
39,
beiliegender Arztbericht
Urk.
40) wurden den Parteien gegenseitig zur Kenntnisnahme zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG) sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
stands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun
gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 ff. mit Hinweisen). Dazu gehört auch eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zufolge Adaption an das Leiden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_104/2015 vom
3.
Juli 2015 E. 4.1). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver
ändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen materiellen Revisionsgrund dar. Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen und auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs (mit rechtskonformer
Sachverhaltsab
klärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung) beruhenden Verfügung
bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.4). Der Zeitpunkt der Berücksichtigung der Änderung bestimmt sich grundsätzlich nach
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
, wonach die Anpassung ex
nunc
bzw. nach einer Dauer von drei Monaten zu erfolgen hat
(vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesge
richts
9C_490/2014 vom 2
3.
Januar 2
015
E. 4.1).
1.2
Sodann gab das Bundesgericht in
BGE 142 V 342
zu bedenken, bereits das eine PTBS auslösende Trauma sei nicht ohne Weiteres nachweisbar, sondern beruhe in der Regel auf subjektiven Schilderungen (E. 5.2.2). Allgemein handle es sich bei einer PTBS um eine Störung, die nicht nur keinen Bezug zu einem organi
schen Geschehen aufweis
e
, sondern für die sich keine oder kaum objektivierbare Befunde erheben lassen würden, was namentlich auf ihre typischen Symptome (Nachhallerinnerungen, Alp-/Träume, Wiedererleben Vermeidungsverhalten, Überwachsamkeit, erhöhte Schreckhaftigkeit) zutreffe. Dazu könnten weitere vielfältige Symptome treten, die ebenso bei anderen Störungen vorkommen und nach differenzierter Prüfung rufen
würden
. Auch der Verlauf zeige sich sehr wechselhaft und nicht prognostizierbar, wobei progrediente Entwicklungen kaum zu erwarten seien und
Chronifizierung
, verbunden mit sozialem Rückzug und Antriebsmangel, eher selten auftrete. Bei einem dergestalt schwer fassba
ren, rein subjektiven, nicht objektivierbaren und unspezifischen Krankheitsbild sei in Zusammenhang mit der Diagnosestellung in besonderer Weise auch auf Ausschlussgründe (Aggravation und dergleichen) zu achten. Soweit es um die Folgenabschätzung gehe, mithin darum, die Auswirkungen der Störung auf das Leistungsvermögen bzw. die Arbeitsfähigkeit zu erheben und zu gewichten, bedürfe es somit gerade bei der PTBS des "konsistenten Nachweises" mittels "sorgfältiger Plausibilitätsprüfung". Dafür liege die besondere Eignung des strukturierten Beweisverfahrens unter Verwendung der Standardindikatoren nach Massgabe von BGE 141 V 281 E.
4.1.3 vor dem rechtlichen Hintergrund des
Art.
7
Abs.
2 ATSG gleichsam auf der Hand (vgl. E. 5.2.3).
1.3
Diese Rechtsprechungsänderung ist grundsätzlich auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_354/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 5 unter anderem mit Hinweis auf 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.1). Indes stellt sie für sich allein keinen Revisions- (
Art.
17 ATSG) oder Wiedererwägungsgrund (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) dar. Für eine Revision bedarf es daher allemal einer Änderung der tat
sächlichen Verhältnisse (vgl. BGE 135 V 201 und
141 V 585
E. 5.3-4).
Ist eine solche
indes
gegeben
respektive
liegt ein Revisionsgrund vor, ist der
Rentenan
spruch
rechtsprechungsgemäss
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfas
send ("allseitig")
zu prüfen
, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen
mehr
besteht
und folglich auch die neue Rechtsprechung Anwendung findet. Sodann
ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte Tatsache zu einer Neufest
setzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchselement zu einer Her
auf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_378/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 4.2 mit zahlreichen Hinweisen).
2
.
2.1
Im Vorfeld der formlosen Mitteilung v
om 1
3.
April 2010 wurden
nur
Fomular
b
erichte
von behandelnden Institutionen eingeholt
, wo
rin mitunter für die Arbeitsfähigkeitseinschätzung ein Arbeitsversuch als notwendig erachtet wurde (
Urk.
12/107/3).
Die Mitteilung beruhte folglich nicht auf einer
rechtskonforme
n
Sachverhaltsabklärung. Damit ist für die Beurteilung der Frage, ob eine Veränderung gegeben ist, als massgebender Bezugspunkt auf die
ursprüngliche Rentenv
erfügung vom
8.
Januar 2009
abzustellen. Die
damalige
Situation ist mit
jener
am
1
1.
März 2015
zu vergleichen
(vgl. Sachverhalt E. 1)
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte i
n der angefochtenen Verfügung
auf das Gut
achten der
E._
ab, wonach
die
Arbeitsfähigkeit
noch um
maximal 30 % eingeschränkt ist. Zur
Invaliditätsbemessung
machte sie geltend,
die
Beschwer
deführerin
habe
sich
nie um ein höheres Arbeitspensum bemüht, und berech
nete einen
I
nvaliditätsgrad für Erwerb (Anteil 80
%
) und Haushalt (Anteil 20
%
) von 21
%
.
Dabei ging sie von einem
Valideneinkommen
im Bereich Gastro
nomie aus
(
Urk.
2).
Bezüglich der geänderten Rechtsprechung zur PTBS erklärte sie sinngemäss, eine Zumutbarkeitsprüfung sei nicht nötig (
Urk.
37).
Die Beschwerdeführerin
wendete gegen das Gutachten ein,
die Exploration sei
z
u kurz gewesen
.
Zu
dem genügten ihre Deutschkenntnisse nicht, um über ihre Erlebnisse und
Beschwerden zu berichten.
Auch
fehlten
Testuntersuchungen und
fremdanamnestische Angaben.
Eine
gesundheitliche
Verbesserung sei nicht nachvollziehbar begründet und
werde
von der behandelnden Spezialistin als geringfügig und vorübergehend beschrieben
(
Urk.
1 S. 5-9).
Sie bedürfe
weiter
hin der intensiven psychiatrischen Behandlung –
notfallmässig nach einem Suizidversuch und
auch
stationär
(
Urk.
1 S. 10
,
Urk.
13,
Urk.
21 S. 2
)
.
Zur
Inva
liditätsbemessung
brachte sie vor, i
hr Ehemann
sei
gesundheitsbedingt nur zu 50
%
arbeitsfähig,
weshalb sie
als Gesunde Vollzeit
arbeiten müsste
.
Nur wegen der Ergänzungsleistungen sei es nicht nötig gewesen, mehr zu arbeiten
. Die erwachsenen Kinder und
der Ehemann
würden
im Haushalt mithelfen
(
Urk.
1 S.
S. 11 f.).
Ferner
sei
für das
Valideneinkommen
auf den Tabellenwert für
allgemeine Hilfsarbeiten abzustellen. Beim Invalideneinkommen sei
ein
leidens
bedingter
Abzug von mindestens 20
%
zu berücksichtigen,
da
sie nur sehr leichte Tätigkeiten verrichten könne,
ihre
Angstattacken und Schwindelanfälle
den Arbeitsablauf
stören
würden
,
sie schnell erschöpfbar
sei
, ihre
Anpassungs
fähigkeit, Flexibilität und Stresstoleranz vermindert
seien
und
sie
infolge
der krankheitsbedingt fehlenden Berufserfahrung und schlechten Deutschkenntnisse unterdurchschnittlich ve
rdienen
würde
(
Urk.
1 S. 13 f.)
.
Nicht anwendbar sei die geänderte Rechtsprechung zur PTBS, da durchgehend auch depressive Beschwerden vorhanden gewesen seien
und kein Revisionsgrund vorliege. Ohnehin sei die Krankheitswertigkeit gegeben, da eine Mindestschwere vorliege und bedeutende Zusatzsymptome gegeben seien, so dass die Erfüllung von All
tagsaufgaben nicht mehr möglich sei
(
Urk.
39
).
2.3
Strittig ist
somit in erster Linie
der Beweiswert des
allgemein-internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen
Gutachtens der
E._
vom 1
5.
Juli 2014, in
welch
em als einzige Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
PTBS
(ICD-10: F43.1) festgehalten wurde (
Urk.
12/166/31)
.
Zu differenzieren ist
hierbei
zwischen
den
Rahmenbedingungen der Begutachtung
(vgl. E. 3),
dem
Nachweis eines
Revisionsgrund
es
(vgl. E. 4-5.5) und
der
neuen, allseitigen
Ren
tenprüfung
(vgl. E.
5.6
)
.
Nicht einig sind sich die Parteien ferner bezüglich der Statusfrage und des Einkommensvergleichs
(vgl. E. 6)
.
3.
3.
1
Der bestmöglichen sprachlichen Verständigung zwischen dem Experten und der versicherten Person kommt insbesondere bei der psychiatrischen Abklärung besonderes Gewicht zu. Nach der Rechtsprechung ist daher eine
Übersetzungs
hilfe
beizuziehen, sofern sprachliche Schwierigkeiten bestehen und das
Untersu
chungsgespräch
nicht in der Muttersprache des Exploranden geführt werden kann. Es besteht indessen kein unbedingter Anspruch auf Durchführung einer medizinischen Abklärung in der Muttersprache oder auf
Beizug
eines Über
setzers. Grundsätzlich hat der Gutachter im Rahmen der sorgfältigen
Auf
tragserfüllung
zu entscheiden, was im Einzelfall geboten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_578/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 4.2.4 und E. 2.4.5 mit Hinweis auf BGE 140 V 260 E. 3.2.1 und
das
Urteil des Bundesgerichts 8C_913/2010 vom 1
8.
April 2011 E. 3.3.1).
Der begutachtende Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
F._
, hielt ausdrücklich fest, die Beschwerdeführerin spreche gut Deutsch (
Urk.
12/166/26). Dabei sind die subjektiven Angaben im Gutachten weder auf
fallend kurz
gehalten
, noch fehlt es
ihnen
an Detail
reichtum
(
Urk.
12/166/24 f.).
Die Beschwerdeführerin besucht zudem seit Jahren eine Gesprächstherapie (vgl.
Sachverhalt E. 1). Die Behandlungspersonen attestierten ihr
dabei
, soweit sie sich dazu äusserten, recht gute bis exzellente Deutschkenntnisse, weshalb nur ganz zu Beginn der Behandlung ein Dolmetscher beigezogen wurde (vgl.
Urk.
12/34/4, 12/126/11, 12/107/5). Ferner wurde die Beschwerdeführerin in der Einladung zur Begutachtung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie einen Dolmetscher verlangen könne (
Urk.
12/159/2). In Anbetracht dessen ist es als blosse Schutzbehauptung zu werten, dass sie erstmals in der Beschwerde vorbrachte, sich nur im Alltag, aber nicht über ihre Beschwerden verständigen zu können (vgl. auch
Urk.
12/63/3).
Eine
persönliche Befragung zur Feststellung der Deutschkenntnisse ist
verzichtbar (zum eingeschränkten Beweiswert vgl. ferner
Urteil des Bundesgerichts
4A_182/2009
vom 1
3.
Mai 2009 E. 4.3).
3.
2
Weiter
brachte die Beschwerdeführerin zu Recht vor, dass sich unter Umständen auch anhand der aufgewendeten Zeit bestimmt, ob die Expertise als inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig gelten kann. Wie viel Aufwand im Ein
zelfall zu betreiben ist, hängt indes von der Fragestellung und dem zu beurtei
lenden Beschwerdebild ab; in letzter Konsequenz kann deshalb, je nach Natur der abzuklärenden Frage, selbst ein reines Aktengutachten den nötigen Beweis erbringen. Ein Zeitrahmen für die Untersuchung lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. So wird auch in
Ziff.
3 der „Qualitätslinien für
versicherungspsy
chiatrische
Gutachten“ der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom 1
6.
Juni 2016 nur eine „angemessene“ Dauer mit genügend Zeit für eine umfassende Anamnese und ein vollständiges Bild der Befundlage verlangt. Über die Akten erschliessen sich dem Gutachter häufig so viele Anhaltspunkte für seine Beurteilung, dass der in der Untersuchung gewonnene Eindruck vor allem bestätigend wirkt (Urteil des Bundesgerichts 9C_747/2011 vom 1
0.
Februar 2012 E. 2.2.2; vgl. auch Urteil des Bundesge
richts 9C_170/2009 vom
6.
Mai 2009 mit zahlreichen Hinweisen).
Angesichts der umfangreichen
Vorakten
und unstrittigen Diagnose PTBS kann der Beschwerdeführerin daher nicht gefolgt werden, soweit sie ihren Einwand nur damit begründete, es wäre bereits für die Erhebung der vielen
hochtrauma
tischen
Erlebnisse in der Vergangenheit eine längere psychiatrische Untersu
chung nötig gewesen. Ebenso wenig verfängt nach dem vorstehend Gesagten der pauschale Hinweis auf zeitintensive sprachliche Schwierigkeiten oder den beigelegten Fachartikel zum Optimum aus medizinischer Sicht (
Urk. 1.
S. 5 f. und
Urk.
3/3).
M
assgebend ist bei unveränderter Diagnose im
Revisionsver
fahren
die Erhebung der aktuellen Befunde und Ressourcen und diese bemän
gelte die Beschwerdeführerin
letztlich
nicht (vgl.
Urk.
1 S. 8 unten).
3.3
Es ist
schliesslich auch
nicht zu beanstanden, dass
Dr.
F._
keine psychologi
schen Tests durchgeführt hat, oblieg
t
es doch allein dem Gutachter zu entschei
den, ob solche Tests überhaupt durchzuführen sind. Nach der Rechtsprechung ist dem testmässigen Erfassen der Psychopathologie im Rahmen der psychiatri
schen Exploration generell nur eine ergänzende Funktion beizumessen. Aus
schlaggebend bleibt die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_2055/2014 vom 2
9.
April 2014 E. 3.2
).
Ebenso ist e
ine
Fremdanamnese
zwar
häufig wünschenswert,
indes nicht zwingend erforderlich.
Besondere Gründe, weshalb
vorliegend fremdanamnestische Auskünfte einzuholen gewesen wären, werden nicht
substantiiert vorgebracht und sind aufgrund der umfangreiche
n, weitestgehend stimmigen
medizinische
n
Vorakten
mit umfassender Anamnese auch nicht ersichtlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 395/2016 vom 2
5.
August 2016 E. 4.1).
4.
4.
1
S
omatische Beschwerden
spielten bei der bisherigen Berentung
keine Rolle
. Sol
che
wurden erstmals von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
A
llgemeine Innere Medi
zin, im Bericht vom 1
4.
Juni 2012 erwähnt. Er führte sinngemäss aus, Thorax- und Rückenschmerzen würden immer wieder auftreten, seit er die Beschwerde
führerin kenne, wobei er sie seit dem Jahr 2007 behandle. Er diagnostizierte
allerdings ohne konkrete Befunde zu nennen
ein
rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei mässig degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und empfahl bei
„objektiv gesehen gutartigen körperlichen Stö
r
ungen“ respektive
ausdrücklich
guter Prognose lediglich eine
Rekonditionierung
und effiziente Physiotherapie. Gleichzeitig hob er in
Ziff.
1.7 deutlich den Zusammenhang zwischen psychischer Belastbarkeit und körperlichen Symptome
n
hervor (
Urk.
12/125/2-4).
Ferner
legte er einen Bericht des Spitals
H._
zur notfallmässigen Konsultation vom
4.
Juli 2011 wegen Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in die Brust
bei
. Die Symptomatik wurde darin als am ehesten im Rahmen einer
muskuloskelettalen
Ätiologie beurteilt (
Urk.
12/125/7).
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie, erhob
im
Bericht vom 1
0.
August 2013 ohne Anamnese den Befund „regelmässige Rückenschmerzen“ mit guter Prog
nose.
Als Behandlungsbeginn nannte er das Jahr 201
0.
Zum Belastungsprofil äusserte er sich nicht (
Urk.
12/150/2-4).
Indes
legte er
r
adiologische Bericht
e
der
J._
vom 17.
Juni 2013 bei. Diesen ist als Befund zur Brustwirbelsäule eine akzentuierte Kyphose und
leichtgradige
rechtskonvexe Skoliose sowie
leichtgradige
Spondylose TH4-TH10 zu entnehmen. Schultern sowie Hals- und Brustwirbelsäule
wurden im Übrigen
als normal beurteilt.
Es kommen
degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule
hinzu
: eine
Retrolisthesis
L3/L4, L4/L5 und L5/S1 im Rahmen der segmentalen
Gefügelockerung
, eine
leichtgradige
Spondylarthrose
von L3-S1 beidseits,
Ostechondrosen
L4-S1 und eine kleine
dorsomediane
Diskushernie L4/L5 und L5/S1 explizit ohne neurale Kompression (
Urk.
12/150/6 f.).
Ferner
legte
Dr.
I._
einen
Bericht
der Klinik
K._
vom
1.
April 2011
bei
, in
d
em eine leichte rechtskonvexe Skoliose der Lendenwirbelsäule, Cobb-Winkel 6° beschrieben wurde. Die Stellung der Lendenwirbelsäule wurde als normal beurteilt und ergänzt, es bestünden keine
„
besonderen
“
Osteochondrosen
(
Urk.
12/150/8).
4.2
Die Gutachter der
E._
kamen in ihrer
Gesamtbeurteilung
z
um Schluss
, der internistische Status sei unauffällig, ohne Nachweis einer kardiopulmonalen oder abdominellen Pathologie. Ebenso wenig weise die Beschwerdeführerin kli
nisch Hinweise für eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz auf und auch die Herz- und Lungenauskultation ergäben physiologische Befunde. Das Abdomen sei weich und indolent, ohne nachweisbare
Hepatosplenomegalie
. Auch der
restliche internistische und neurol
ogische Status sei normgerecht
(
Urk.
12/166/34).
Bei der rheumatologischen Untersuchung habe man ausser einer diskreten Brustwirbelsäulen-Skoliose nach rechts und der diskreten, mit
tels Magnetresonanz nachgewiesenen Degenerationen ohne Kompression neu
raler Strukturen bei normaler LWS-Beweglichkeit und fehlenden neurologischen Ausfällen keine pathologischen Befunde ausmachen können. Ein entzündliches rheumatisches Geschehen, insbesondere eine chronische Polyarthritis, eine Kollagenose oder eine
Polymyalgia
rheumatica
seien ausgeschlossen. Die Schmerzen im Bereich der Arme, der Beine,
periartikulär
und teilweise auch im Rücken seien nicht nachvollziehbar; sie könnten keinem anatomischen Korrelat zugeordnet werden und müssten somit im Rahmen eines
multi
l
okulären
Schmerzsyndroms erklärt werden. Beim Gelenkstatus finde man bei durchwegs frei beweglichen und schmerzlosen Gelenken keine Defizite (
Urk.
12/166/34 f.).
Die
Beschwerdeführerin sei
damit
sowohl aus internistischer als auch rheuma
tologischer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Reinigungsfirma, aber auch in jeglicher dem Habitus und dem Alter entspre
chenden Verweistätigkeit ohne weitere Einschränkungen zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
12/166/36).
E
ine somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe nie vorgelegen (
Urk.
12/166/37).
D
ie der Gesamtbeurteilung zugrunde liegenden Teilgutachten
beruhen
auf umfassenden klinischen Untersuchungen durch
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Innere Medizin, und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Rheumatologie
.
Sie
berück
sichtigten
dabei
alle dannzumal geklagten körperlichen Beschwerden, soweit die Beschwerdeführerin diese näher bezeichnete. So gab sie in der Untersuchung von
Dr.
L._
wie in den
Vorakten
an, sie habe ständig Schmerzen im Rücken, sowohl im Nacken- und Schultergürtelbereich als auch im Bereich des Kreuzes und des Beckengürtels (vgl.
Urk.
12/166/17). Gegenüber
Dr.
M._
erklärte sie, überall Schmerzen
zu haben, vor allem im Nacken- und
Schulterbereich, im Beckenbereich, aber auch –
nicht weiter spezifiziert – in den Armen und Beinen. Alle Knochen, Muskeln und Gelenke würden ihr den ganzen Tag wehtun (
Urk.
12/166/20). Bei
Dr.
F._
antwortete sie zu den Schmerzen befragt, die ständigen Schmerzen seien am Rücken, im ganzen Körper, vor allem in den Venen (
Urk.
12/166/25 f.).
Dr.
M._
stützte sich
zudem
auf d
ie
radiologischen Befunde d
er
J._
vom 17. Juni 201
3.
Eigene Zusatzuntersuchungen im Sinne von Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen oder eines Elektrokardiogramm
s
(EKG) wurden von den Gutachtern
aufgrund der klinischen Befunde offensichtlich
nicht als zwingend notwendig erachtet. Es wurde deshalb auf Wunsch der Beschwerdeführerin darauf verzichtet (vgl.
Urk.
12/166/18 f. und 12/166/21 f.). Schliesslich haben die Gutachter
angesichts
des festgestellten unauffälligen internistischen Status sowie der bloss geringfügigen degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule bei uneingeschränkter Beweglichkeit und ohne neurologische Ausfälle nachvollziehbar eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit attestiert.
4.3
Bezüglich der im Gerichtsverfahren nachgereichten Arztberichte ist vorab fest
zuhalten, dass f
ür die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses der angefochtenen
Verwaltungs
verfügung
massgebend
sind
. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen
(BGE 99 V 98 E. 4, Urteil des Bundes
gerichts 9C_67/2012 vom
4.
Juli 2012 E. 2.2).
Die
neuen Berichte b
estätigen weitgehend die Untersuchungsergebnisse de
r vorerwähnten
Teilgutachten. Keine pathologischen Befunde wurden im Bericht der
N._
vom
2.
März 2015 festgestellt: Die MRI-Bildgebung beider Schultern sei altersentsprechend und ohne morphologisches Korrelat für die diffuse Beschwerdesymptomatik (
Urk.
23/2). Dem Bericht von
Dr.
med.
O._
, Spezialarzt für Kardiologie, vom 1
1.
Januar 2015 ist zu entnehmen, die geklagten Beschwerden seien sehr unspezifisch, der kardiovaskuläre Status sei normal, das Ruhe-EKG sei unauffällig und die einsehbaren Arterien seien glattwandig und Plaque-frei. Er gehe davon aus, die Beschwerden
seien funktionell (
Urk.
23/4).
Aus den Berichten des
P._
vom 9. März 2016 ergibt sich ein normaler Herz- und Lungenbefund, ohne suspekte Lungenrundherde (
Urk.
29/3) sowie eine normale
Abdomensonographie
– ohne
Malignomnachweis
,
Harnstau
oder Cholestase. Es bestehe auch kein Gallenblasensteinleiden (
Urk.
29/4).
Beim
Manget Resonanz Imaging der Hände
(
Urk.
29/2)
wurden neu – teilweise nur als Verdachtsbefunde – beidseits Usuren und kleinzystische Ganglien sowie eine begleitende leichte
Synovitis
am Mittelhandknochen festgestellt. Die Veränderungen sind somit nicht ausgeprägt und obschon
Dr.
med.
Q._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, am 4. April 2016 (
Urk.
29/1 = 40
) von langjährigen Hand
b
eschwerden berichtete,
fanden solche vor dem letzten V
orbescheid keine Erwähnung in den Arztberichten (vgl. E. 4.
1-2,
Urk.
12/166/21
und
23/3). Die Labordiagnostik ergab gemäss Bericht von
Dr.
Q._
zudem nur gerade einen grenzwertig positiven Wert der CCP-Antikörper. Ansonsten stellte
sie
bloss Verdachtsdiagnosen aufgrund subjektiver Angaben, mitunter ein wohl therapierbares Karpaltunnelsyndrom (vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 26
2.
Aufl. 2010
, Stichwort „
Karpal
tunnelsyndrom
“) und eine
Epicondylitis
humeri
radialis
, nachdem die Beschwerdeführerin seit
(gerade)
drei Tagen Schmerzen im rechten Ellenbogen hatte (einen Drittel angeschlagen). Im Zusammenhang mit den
Rückenbe
schwerden
wies sie auf die Fehlhaltung bzw. Haltungsinsuffizienz hin und empfahl neben der Physiotherapie ein schmerzd
istanzierendes Antidepressivum.
4.4
Zusammenfassend kann daher festgehalten werden, dass bei der Beschwerde
führerin am 1
1.
März 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine soma
tischen Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestanden. Die nachgereichten Arztberichte vermögen daran keine Zweifel zu erwecken.
Es besteht folglich weder
Anlass für
eine
Oberbegutachtung
, noch stellen die somatischen Befunde einen Revisionsgrund dar.
5.
5.1
Hinsichtlich der
vorbestehenden
psychischen Beschwerden
ist f
ür den
Beweis
wert
des Gutachtens neben den allgemeinen in BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a und 122 V 157 E. 1c definierten Kriterien massgebend, dass es einer von früheren medizinischen E
inschätzungen abweichenden Beur
teilung in der Regel am Beweiswert fehlt, wenn
sie sich nicht hinreichend dar
über ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat, selbst wenn die Ausführungen
für sich allein betrachtet voll
ständig, nach
vollziehbar und schlüssig und da
her für eine erstmalige Beurtei
lung der
Ren
tenberechtigung
beweistauglich
wären. Eine verlässliche Abgren
zung der tat
sächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht errei
cht, wenn bloss nominelle Diffe
renzen diagnostischer Art bestehen. Hingegen ist die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung genügend untermau
ert, wenn der medizinische Sachverständige aufzeigt, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfä
higkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Je mehr bei einer Diagnose ärztli
ches Ermessen eine Rolle spielt, desto wichtiger sind klinische Feststellungen, gutachtliche Verlaufsbeobachtungen und anamnestische Daten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2012 vom 12. Juli 2012 E. 7.1 mit Hinweisen).
5.2
Der Zusprechung einer halben Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 59
%
und einer Arbeitsfähi
g
keit
von 30
%
(
Urk.
12/79/1 und 12/82)
lag die Stellung
nahme des RAD vom 1
5.
Mai 2008 zugrunde. Dieser hatte die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
auf zweimal zwei bis vier Stunden einfache
Reini
gungsarbeiten
oder Montagetätigkeiten geschätzt, wobei es zurzeit darum gehe, ihr einen geschützten oder einen Nischenarbeitsplatz zu vermitteln
(
Urk.
12/75/2).
Dabei stützte
sich der RAD
auf die
(Verlaufs-)
Berichte des
Z._
und der
Psychiatrischen Poliklinik des
A._
, datiert zwischen Februar und April 200
8.
Darin wurde
zusammengefasst
eine
PTBS
, teilweise gemischt mit Angst und depressiver Reaktion diagnostiziert.
Als deutlich eingeschränkt eingestuft wurden die
Belastbarkeit,
die
Konzentrationsfähigkeit und
das
Durchhaltevermögen
aufgrund
wiederkehrender Angstreaktionen und Pani
kattacken
(ausgelöst z.B. durch
S
taubsaugen, Verkehrsgeräusche oder Dunkel
heit)
mit vegetativen Symptomen wie Tachy
k
ardie
,
Dispnoe
, Enge- und Schwindelgefühlen, Schmerzzuständen, Schreckhaftigkeit und Stressintoleranz
.
Hingewiesen wurde ferner auf
Flashbacks
, Schlafstörungen
sowie
eine einge
sch
ränkte Lebensführung
. Die Arbeitsfähigkeit wurde auf 8 Stunden pro Woche
respektive die Arbeitsunfähigkeit
auf
70
%
geschätzt
(
Urk.
7/69, 7/71
, 7/72 und 7/74)
.
5.
3
Der Gesamtbeurteilung des Gutachtens der
E._
ist zu entnehmen, in der psychiatrischen Exploration sei die Diagnose einer PTBS, ausgelöst durch die Vergewaltigung in der
Y._
2001, zu bestätigen. Bei der Thematisierung dieser traumatischen Erfahrung sei die Beschwerdeführerin innerlich unruhig und ner
vös geworden und habe sich erst auf der Toilette sammeln müssen. Es werde deutlich, dass sie zwar über das Trauma sprechen könne, dieses aber emotional noch sehr nahe sei und noch nicht habe verarbeiten werden können. Die
Beschwerdeführerin habe zudem von Albträumen, in denen sie sich einge
schlossen und hilflos fühle, und von Angst vor dem Duschen und der Dunkel
heit berichtet. Sie könne mithin nicht alleine duschen oder müsse warten, bis auch ihr Ehemann ins Bett gehe. Ersteres werde erklärbar, wenn man sich vor Augen führe, dass sie in der Dusche vergewaltigt worden sei. Das
Vermeidungs
verhalten
sowie die berichtete starke innere Anspannung und vermehrte Schreckhaftigkeit seien typisch für eine PTBS.
Weiter zeige sich eine
leichtgradig
ausgeprägte depressive Symptomatik, so dass die Beschwerdeführerin weniger Freude empfinden könne. Sie berichte über einen leichten sozialen Rückzug und dass sie sich schneller erschöpft fühle bzw. nicht mehr so belastbar sei wie früher. Objektiv lasse sich eine eingeschränkte emotionale Schwingungsfähigkeit feststellen, die ins Depressive ausgelenkt sei. Die Beschwerdeführerin wirke im Affekt leicht deprimiert, innerlich angespannt und ängstlich, die Vitalgefühle seien herabgesetzt. Die depressive Symptomatik stelle aber kein eigenes Krankheitsbild dar, sondern sei im Rahmen der PTBS zu sehen. Die taktilen Halluzinationen, welche die Beschwerdeführerin nachts erfahre – sie berichte, es sei wie eine Luftz
ug, der ihr Gesicht berühre
– seien als Pseudohalluzinationen ebenfalls im Rahmen der PTBS
zu sehen
. Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung oder eine Wesensänderung nach Extrembelastung fänden sich in der Anamnese und aufgrund des aktuellen Untersuchungsbefundes nicht.
Die Schmerzen stünden nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit der Beschwer
deführerin. Es komme zu keinen spontanen Schmerzäusserungen oder
schmerz
induzierten
Veränderungen der Position. Die Beschwerdeführerin wirke in der Schmerzschilderung nicht leidend und berichte sehr vage. Auch nehme sie nicht regelmässig Schmerzmittel ein, was beim Vorhandensein von stärksten Schmer
zen zu erwarten wäre – auch unter Berücksichtigung der Magenprobleme. Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung könne deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe somit eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, die in der verminderten Belastbarkeit, der schnellen
Erschöpf
barkeit
sowie der verminderten Anpassungsfähigkeit, gedanklichen Flexibilität und Stresstoleranz gründe. So könne die Beschwerdeführerin genügend Pausen machen (
Urk.
12/166/36).
5.
4
5.4.1
Zum Verlauf
hielten die Gutachter
in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
fest
, erstmals habe der
Sozialpsychiatrische Dienst
R._
Ende 2002 die
Diag
nose einer PTBS gestellt. Ab November 2007 habe die Beschwerdeführerin eine
Trauma-orientierte Behandlung
im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer der Psychiatrischen Poliklinik
des
A._
aufgenommen, wo sie in wöchentlichen Abständen an ei
nem umfassenden Schmerzprogramm
für Immigranten teilgenommen und
auch
ihre erlebte
n
Traumata habe verarbeiten können. Dank dieser Behandlung sei es im Verlauf zu einer Reduktion der PTBS-Symptomatik, vor allem zu einem Rückgang der Angstanfälle und der notfallmässigen Arztkonsultationen gekommen, so dass die Behandlung im Juni 2009 abgeschlossen
werden konnte
(
Urk.
12/166/37)
.
Dazu ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin g
emäss
Abschlussbericht des
A._
vom
4.
Juni 2009
selbst erklärte
, es gehe ihr deutlich besser. Sie habe infolge der Therapie gelernt, mit dem „Stachel im Fleisch“ umzugehen
,
und
habe
kaum noch Zitt
eranfälle bzw. Notfallaufnahmen
.
Sie traue sich mehr zu und könne alleine zur Arbeit gehen.
Aus klinischer Sicht
wurde die PTBS-Symptomatik als deutlich gemildert, aber noch vorhanden beurteilt.
Da
zu
wurde angemerkt, der
traumafoku
s
sierte
Teil der Behandlung
habe sich
schwierig gestaltet
und die Beschwerdeführerin
sei
dazu nach einigen
Traumaexpositionen
nicht mehr bereit
gewesen
. Dies sei aus therapeutischer Sicht nicht optimal, aber vertretbar gewesen. Da
die Beschwerdeführerin viele Strategien gelernt habe, die sie selbst anwenden könne und welche rückfallprophylaktisch mit ihr nachbesprochen worden seien, gehe man davon aus, dass sie etwaige
Symp
tomverstärkungen
alleine bewältigen könne
(
Urk.
12/107/5-8)
. Durch die Behandlung sei es zu einer gewissen Stabilisierung der Symptome gekommen, so dass gegenüber der Situation im Jahr 2007 wahrscheinlich eine etwas höhere Arbeitsfähigkeit resultiere. Für eine detaillierte
Einschätzung
bedürfe es eine
s
Arbeitsversuchs. Die Prognose sei unklar, mittelfristig sei eher eine Stabi
lisierung und Besserung zu erwarten
(
Urk.
12/107/
2
f.
).
Bestätigt wird eine deutliche Besserung
auch
durch den
in diesen Zeitraum fallenden
Bericht des
Z._
vom 2
4.
September 200
9.
D
ie Arbeitsfähigkeit
wurde
darin ebenfalls
leicht
höher eingeschätzt (
bis zu
12 Stunden pro Woche,
Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40
%
als Reinigungsfrau, Leistungsfähigkeit um 50
%
vermindert)
, d
er Gesundheitszustand
aber
noch
als instabil und die Prognose als unsicher bezeichnet (
Urk.
12/98
Ziff.
1.4, 1.5 und 1.7).
Der RAD
folgte dieser Einschätzung und erklärte in seiner Stellungnahme vom
1
6.
März 2010, es sei bei leicht gebessertem Gesundheitszustand von einer Arbei
tsfähigkeit als Putzfrau von 65
% auszugehen (
Urk.
12/109/3).
5.4.2
Zur anschliessenden Behandlung im
B._
der
D._
führten die Gutachter aus, neben
der (falsch kodierten) PTBS
sei
eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
nach ICD-10: F45.4
diagnostiziert worden
, was anhand des
Berichts vom 1
8.
Oktober 2010 nicht nachvollziehbar sei. Zur Arbeitsfähigkeit habe man sich darin nicht geäussert, aber festgehalten, die Beschwerdeführerin habe sich wenig
compliant
gezeigt und die Einnahme von Medikamenten
sowie
Entlastungsvorschläge durch eine Spitex oder eine (teil)stationäre Massnahme abgelehnt. Die Behandlung sei
letztlich
aufgrund der krankheitsbedingten Selbstlimitation und de
s
sekundären Krankheitsgewinn
s
abgebrochen
worden
(
Urk.
12/166/37)
.
Tatsächlich wurde
im Psychostatus des
Berich
ts
der
D._
vom 18./2
0.
Oktober 2010
nur
festgehalten, die Beschwerdeführerin schildere das Bild einer PT
BS
mit panischen Angstanfällen, selbstverletzendem Kratzen, Intrusionen und Flash
backs sowie nächtlichen Alpträumen bis hin zu ganzkörperlichen
konversiven
Lähmungserscheinungen.
Dies vermag in der Tat keine
selbständige Diagnose im Sinne einer
anhaltende
n
Schmerzstörung
nach
ICD-10: F45.4
zu begründen, welche
einen andauernden, schweren und q
u
älenden Schmerz voraus
setzt (vgl. dazu
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
9.
Aufl. 2014, S.
233). Fer
n
er
erschien
die Beschwerdefüh
rerin
gemäss Bericht
zwar
regelmässig zu den Sitz
ungen
,
wobei sie
jedoch
emotional unbeteiligt
klagsam
über ihre alltäglichen finan
ziellen Sorgen, über ihre Schmerzen und posttraumatischen Ängste in distan
zierter Art berichtet
e.
Man habe versucht, sie zu mehr Eigeninitiative und einer Auseinandersetzung mit den alltäglichen Problemen zu motivieren. Hierauf habe sie mehr und mehr fordernd reagiert. Bezüglich der Erschliessung von Hilfsangeboten (z.B.
S._
,
T._
) habe sie sich
immer sehr erfolgreich und aktiv gezeigt. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit ihrer Störung im Sinne einer Behandlung sei
indes
nicht möglich gewesen, sie bleibe in der konsumierenden En
t
lastungssituation gefangen. Medikamentös sei sie auf
Trittico
300 mg umgestellt worden, habe die Dosis jedoch in Eigenregie redu
ziert. Letztlich sei sie bereit gewesen, 200 mg einzunehmen und mit einem Wert von 3 mg/l
im Medikamentenspiegel
doch recht gut eingestellt. Bei anamnestisch bekannter
Benzodiazepinabhängigkeit
wäre es
zudem
sinnvoll, einen
Benzodiazepinspiegel
durchzuführen. Man
habe zwar
die
Temesta
-Abgabe gestoppt, die Sistierung von
Zolpidem
sei
aber
nicht gelungen. Während der Behandlung sei die PTBS-Symptomatik gleich geblieben, ebenso die Affektverflachung. Wegen der krankheitsbedingten Selbstlimitation (sekundäres Vermeidungsverhalten bezüglich der PTBS) und weil die Beschwerdeführerin durchge
he
nd in ihrem Krankheitsgewinn gefangen geblieben sei, habe man nach
mehreren v
er
geblichen Versuch einen Behandlungsauftrag zu erarbeiten, die Therapie im gegenseitigen Einverständnis beendet (
Urk.
12/126/11 f
.).
Damit erwies sich der
zuvor erzielte
Behandlungserfolg als anhaltend und weitere Fortschritte blieben primär aus, weil die Beschwerdeführerin nicht im Rahmen des ihr
offenbar
Möglichen (vgl. nachstehende Erwägung) kooperierte. Eine zunehmende Selbständigkeit der Beschwerdeführerin bestätigte ihr übri
gens auch der Abklärungsbericht für
Hilflosenentsc
hädigung
für Erwachsene vom 18.
August 2010 (vgl.
Urk.
12/112/3-6).
5.4.3
Zur Behandlung im
C._
bzw.
durch
Dr.
U._
erklärten die Gutachter, diese habe in ihrem
Bericht vom 2
2.
Juni 2012 einen nach wie vor fragilen, allerdings durchaus besserungsfähigen Zustand beschrieben und die Arbeitsfähigkeit als Reinigungsfachfrau nachvollziehbar auf 50
%
geschätzt. Der RAD habe sich dieser Beurteilung angeschlossen. Daraufhin habe
Dr.
U._
am 1
5.
Juni 2013 berichtet, der psychische Zustand habe sich im Herbst 2012
und entgegen ihrer Prognose wesentlich verschlechtert, weshalb sie die zumutbare
Restarbeitsfähig
keit
nur noch auf 25 bis maximal 30
%
schätze. Aus dem Bericht gehe indes nicht hervor, in welcher Art und Weise sich das psychische Zustandsbild ver
schlechtert haben soll. Es werde nur festgehalten, die somatischen Beschwerden hätten massiv zugenommen, was eine enorme zusätzliche Belastung für den psychischen Zustand darstelle und zu einer psychischen Überforderung führe
(
Urk.
12/166/37)
.
Dr.
med.
U._
arbeitete zunächst im
C._
und eröffnete mit dem Erwerb des
Facharzttitel
s
für Psych
i
atrie
und Psychotherapie eine eigene Arztpraxis.
Sie hielt am
2
2.
Juni 2012
konkret fest
, es sei ihr gelungen, eine
Vertrauensbe
ziehung
aufzubauen, die Compliance der Beschwerdeführerin herzustellen und die medikamentöse Behandlung zu optimieren. Ab Dezember 2010 sei eine Ein
stellung auf
C
ipralex
erfolgt,
wobei die Dosis von täglich 20
mg eine gute stimmungsaufhellende Wirkung zeige und gut verträglich sei.
Aktuell betrage die Medikation
täglich 10 mg
Cipralex
.
Zolpidem
habe man ausgeschlichen und durch Schlafr
i
t
u
ale
/
Similasan
ersetzt. Der Schlaf habe sich normalisier
en kön
nen
, sie habe weniger Albträume. Benzodiazepin-P
r
äparate seien kaum mehr zum Einsatz gekommen. Das notfallmässige Aufsuchen von Spit
ä
lern habe abgenommen
(nur einmal im September 2011)
.
Die Beschwerdeführerin
habe gelernt, ihre Emotionen und daraus resultierende Handlungen besser zu kontrollieren
, und sei stolz auf ihre Fortschritte. Die
Sitzungen habe man im Februar 2012 auf zweimal monatlich reduzier
t
.
Der noch recht fragile Zustand sei durchaus besserungsfähig.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe
zu
folge schneller psychischer und physischer Erschöpfbarkeit,
Stimmungs
schwankungen
und Angstzuständen mit
passagèren
Pseudohalluzinationen.
Das Konzentrationsvermögen sei
leicht, die Belastbarkeit
mittel bis stark einge
schränkt.
Zusätzlich
bestünden
Schulter- und Rückenschmerzen, die
eventuell
mit einem B
andscheibenvorfall
zu erklären seien, wie er gemäss
der
Beschwer
deführerin i
m Dezember 2011
in der
Y._
festgestellt worden sei.
Ein
Arbeits
pensum
als Raumpflegerin bis zu 50
%
sei sicher zumutbar. Eine künftige Stei
gerung soll
e stufenweise erfolgen, um eine erneute Überforderung zu vermeiden (
Urk.
12/126/1-
5).
Z
eitgleich
erklärte d
er Hausarzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine
Innere
Medizin,
im
Bericht vom 14.
Juni 2012, er könne zum Verlauf
der psychischen Erkrankung und zu den entsprechenden
Diagnosen keine Aussagen machen.
Auf seine Arbeitsfähigkeitseinschätzung von nur 3 bis 4 Stunden pro Tag respektive „dereinst“ 50
%
sowie sein Belastungsprofil mit Einschränkung sämtlicher kognitiver Fähigkeiten kann folglich nicht abgestellt werden. Insbe
sondere da er hinsichtlich der übrigen Beschwerden lediglich
ein rezidivierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom und „objektiv gesehen gutartige“ körperliche Störungen
diagnostizierte
(
Urk.
12/125/1-5).
Nachdem der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin somit über Jahre bes
ser und stabiler wurde, attestierte ihr
Dr.
U._
am
1
5.
Juni 2013
plötzlich
nur
n
och
eine
Arbeitsfähigkeit
von
höchstens
30 %
in der angestammten Tätigkeit
.
Dazu führte sie aus, l
eider
habe sich der psychische Zustand ab Herbst 2012 entgegen
ihrer
Prognose
wesentlich verschlechtert. In dieser Zeitperiode hätten die somatischen Beschwerden
– wegen welcher die Beschwerdeführer
in
in
sp
e
zialärztlicher
Behandlung stehe –
massiv zugenommen, was eine enorme zusätzliche Belastung dargestellt und zu einer psychischen Überforderung geführt habe. Die medikamentöse Therapie mit Antidepressiv
a
sei im V
erlauf angepasst worden (
Urk.
12/148).
Diese
– ohne Befund und konkrete Angaben zur
Intensivierung der
Therapie –
wenig substantiierte Begründung
ist
a
ngesichts der vorstehenden Ausführungen zu den somatischen Beschwerden
(vgl.
E. 4: Geringfügigkeit und Behandlungs
zeitraum
)
nicht
nachvollziehbar.
Es
kommt hinzu,
dass die Beschwerdeführerin selbst
die Beschwerdegegnerin noch
Ende
2012 um Unterstützung bei der Erhö
hung ihres Arbeitspensums bzw. bei einem Berufswechsel
infolge körperlicher
Beschwerden bat (
Urk.
12/133 und 12/135
). Dies spricht ebenso gegen eine Verschlechterung der psychischen Beschwerden wie die weitgehend selbständige
Erledigung des Haushalts gemäss Abklärungsbericht vom 2
8.
März 2013, wonach sich
primär
aufgrund
der
körperliche
n
Beschwerden
Einschränkungen zeigten
und die Wohnung auffallend gepflegt war
(
Urk.
12/140
, z.B. S. 1
:
Waschen in der Waschküche möglich
).
Ferner war die
Beschwerdeführer
in
Anfang 2014
offenbar auch in der psychischen Verfassung,
Ferien an dem Ort zu verbringen, von
wo
sie einst
geflohen ist
(
Urk.
12/163)
.
Obschon
die
einen
längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen
kann, l
ässt es die unterschiedliche Natur von Behand
lungsauftrag
einerseits
und Begutachtungsauftrag anderseits (BGE 124 I 170
E.
4
)
daher auch vorliegend
nicht zu,
das
Gutachten
der
E._
aufgrund der anderslautenden Einschätzung
der behandelnden
Dr.
U._
in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen
. Nicht nur datiert ihr Bericht ein Dreivierteljahr vor den gutachtlichen Untersuchungen im März 2014 (vgl.
Urk.
12/164/1), sondern es finden sich darin auch keine wichtigen Aspekte, d
ie bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
wären
(
vgl. dazu
Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hin
weisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
5.4.4
Die Gutachter schlussfolgerten
,
r
etrospektiv könne mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass ab dem Jahr 2010 eine 50%-Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Zum Zeitpunkt der Begutachtung liege auf
grund des erhobenen psychopathologischen Befundes und der daraus resultierenden psychischen Funktionsstörung
indes
noch
eine maximal 30%
-
ige
Einschränkung
vor. Wann diese Verbesserung stattgefunden habe, lasse sich aufgrund der Anamnese und der vorliegenden Akten nicht eruieren
, weshalb die
Einschätzung einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 70
%
ab dem Zeit
punkt der Begutachtung
gelte (
Urk.
12/166/38).
Der RAD-Arzt Dipl. med.
V._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
schloss sich dieser Beurteilung
am
1
7.
Juli 2014
an. Dazu führte er aus
,
d
ie zusätzliche
Diagnose einer depressive
n
Störung oder
s
omato
formen
Schmerzstörung könn
e nicht mehr gestellt werden. Eine weitere Ver
besserung sei bei weiterer psychotherapeutischer Behandlung möglich, indes zeige die
Beschwerdeführerin eine gewisse Selbstlimitierung
(
Urk.
12/168/3)
.
In Anbetracht
der vorstehenden Erwägungen
ist
dem
nichts
hinzu
zufügen. Eine
relevante
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
bis
März 2014
ist
ausgewiesen.
5.5
5.5.1
Zum
weiteren
Krankheitsverlauf
ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin vom
4.
Dezember 2014 bis 1
3.
Januar 2015 stationär in der Privatklinik
W._
behandelt wurde.
Im
Austrittsbericht vom 1
4.
Januar 201
5
(
Urk.
12/189) fällt
a
uf, dass nur
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10: F33.1/F33.2
), diagnostiziert wurde
.
Eine relevante PTBS-Symptomatik wurde
also
nicht mehr festgestellt.
Zudem wurde
angemerkt
,
aktueller Anlass für die psychische Dekompensation
sei
der Besuch bei einem Vertrauensarzt, welcher
ihr
keine Invalidenrente zugesprochen habe.
Wo im Wesentlichen nur Befunde
erhoben werden
,
die
in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist
indes
kein invalidisierender psychischer
Gesundheits
schaden
gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/20
08 vom 23. März 2009 E.
2). Wird das Beschwerdebild – was vorliegend aufgrund des expliziten Hinweises auf die
in Aussicht gestellte
Renteneinstellung – über
wiegend wahrscheinlich ist, augenfällig durch psychosoziale Umstände bestimmt und unterhalten, kann nicht von einem psychischen
Gesundheitsscha
den
gesprochen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012 vom
6.
November 2012 E. 3.4 und insbesondere 8C_349/2015 vom 2. November 2015 E.4.3 am Ende).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10) vermag die Qualifikation der depressiven Episode als schwer daran nichts zu ändern, da eine solche Diagnose bereits für Episoden mit einer Mindestdauer von zwei Wochen gestellt werden kann (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], a.a.O., S. 174).
Ferner
ist dem Bericht
zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin anfäng
lich mot
i
viert und engagiert gezeigt habe. Allerdings habe die Konfrontation mit ihren psychischen Belastungen sehr schnell Befürchtungen, Ängste und eine grosse innere Anspannung ausgelöst. Sie habe sich daher in ihre bestehenden Wohnverhältnisse respektive zu ihrer Familie zurück gewünscht. Grund hierfür sei die vermehrte (pflegerische) Aufmerksamkeit, welche ihr dort zu teil werde. Sie habe deshalb die Therapie abgebrochen.
Damit wurde wie bereits in früheren Berichten auf die fehlende Kooperation und den erheblichen sekundären
Krank
heitsgewinn
hingewiesen. Schliesslich erfolgte die
Entlassung in gebessertem Zustand.
Eine (vollständige)
Arbeitsunfähigkeit
wurde zudem nur
bis 2
0.
Januar 2015 attestiert
.
Das Ergebnis der Begutachtung wird durch diesen Bericht somit nicht in Frage gestellt.
5.5.2
Die Notfallaufnahmen am 1
8.
und 2
6.
Mai 2015 erfolgten nach Erlass der ange
fochtenen Verfügung. Ein Zusammenhang
mit
der
Einstellung der Renten
zahlungen
im
Mai 2015
ist zudem
nach der vorstehenden Erwägung
über
wiegend wahrscheinlich.
Jedenfalls ist nicht bekannt, dass hernach weitere
Notfallaufnahmen
oder gar ein weiterer stationäre
r
Aufenthalt stattgefunden hätten. Letzteres lehnte die Beschwerdeführerin,
obschon
von den Ärzten mit
unter
zur Entlastung der Familie
empfohlen, stets ab
.
Im Übrig
en wurde die depressive Episode von den Ärzten in der Notaufnahme
gar nicht
bzw.
ohne psychopathologischen Befund
nur
als mittelgradig qualifiziert.
Die neu
einge
reichten
Berichte des
AA._
und der Interdisziplinären Notfallstation des
A._
(
Urk.
16 und 23/1)
weisen somit ebenfalls nicht auf
eine massgebliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
bis zum
Erlass der angefochtenen Verfügung
hin
.
5.6
5.6.1
Ist
folglich
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG gegeben, hat eine allseitige Rentenprüfung stattzufinden.
Wie in E. 1 dargelegt, hat das Bundes
gericht kürzlich entschieden,
die
mit BGE 141 V 281 geänderte
Schmerzrecht
sprechung
auch auf
die
PT
BS anzuwenden
.
Die depressive Symptomatik steht dem nicht entgegen, spielte sie nach dem in E. 5.2, 5.3 und E. 5.5.1 Dargelegten
doch
stets nur eine untergeordnete Rolle im Rahmen der PTBS.
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren
hat das Bundesgericht in BGE 141 V 281 E. 4.3 ff. im Detail umschrieben. Sie
erlauben - unter Berück
sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kom
pensationspotenzialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E.
4.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). Die Durchführung eines struktu
rierten Beweisverfahrens nach dem dargelegte
n Prüfungsraster erübrigt sich
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein aus
schliessen (BGE 141 V 281 E. 2.2).
Intertemporalrechtlich gilt es zu beachten, dass gemäss altem
Verfahrensstan
dard
eingeholte Gutachten ihren Beweiswert nicht per se verlieren. Mit Blick auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen bei der Ein
schätzung des funktionellen Leistungsvermögens ist jedoch in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztli
chen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indi
katoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 2.2.1
-3).
5.6.2
Die Kategorie „funktioneller
Schweregrad“ umfasst die Ko
mplexe
„
Gesundheits
schädigung
“, „Persönlichkeit“ und „sozialer Kontext“
.
Für die Beurteilung des
erstgenannten
Komplex
es
sind
der
psychiatrische Befund
,
die
versicherungspsy
chiatrische
Beurteilung
und die
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit
im psy
chiatrischen Teilgutachten
heranzuziehen
(
Urk.
12/166/26-29, vgl.
auch
E
. 5.3
).
Darin wurde mit Blick auf die Definition in der ICD-Kodierung (
Dilling
/
Mom
bour
/Schmidt [Hrsg.], a.a.O.
,
S. 207) und die
in E.
1.2 wiedergegebene
Recht
sprechung
nach
vollziehbar dargetan, dass die
Beschwerdeführerin
an einer PTBS, ausgelöst durch die Vergewaltigung, leide
t
.
Als typische Symptome wur
den
Albträume
,
Vermeidungsverhalten (Angst vor dem Duschen und der Dunkelheit)
,
eine
starke innere Anspannung
,
eine
vermehrte Schreckhaftigkeit
und Pseudohalluzinationen genannt. Weiter wurde eine
leichtgradig
ausge
prägte depressive Symptomatik
(leichter sozialer Rückzug, schneller erschöpft, weniger belastbar, ängstlich, im Affekt leicht deprimiert, innerlich angespannt, herabgesetzte Vitalgefühle) festgestellt
,
die
kein eigenes Krankheitsbild darstell
t
.
Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung wurde verneint
, weil kein Leidensdruck ersichtlich war (Schmer
zen
nicht
i
m Hauptfokus der Aufmerksam
keit
, keine
Schmerzäusserungen,
keine
schmerzinduzierten
Positionsverände
rungen
, keine regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln, vage
Beschwerde
schilderung
)
.
Ergänzend ist der
gutachtlichen
Stellungnahme zu den Förster
Kri
terien (
Urk.
12/166/39) zu entnehmen, die
PTBS
stelle zwar eine psychische Komorbidität dar, habe sich im Laufe der Therapie jedoch verbessert und stabilisiert. Eine schwere körperliche Begleiterkrankung sei nicht vorhanden. Die therapeutischen Optionen seien bei weitem nicht ausgeschöpft, die Beschwerdeführerin habe bisher alle Vorschläge einer (teil-)stationären Behandlung abgelehnt
.
Eine
gewisse Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome
(erster
Indiaktor
)
ist
somit
nicht von der Hand zu weisen
. D
ie gutachtlich fest
gestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zufolge verminderter Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit, gedanklicher Flexibilität und Stresstoleranz sowie schneller Erschöpfbarkeit
ist
soweit plausibel.
Mit
Blick auf den Indikator der Komorbidität
ist
festzuhalten, dass
grundsätzlich einzig schwere psychische Störungen
invalidisierend
und
damit
komorbide
Erkrankungen sein können. Insbesondere
nicht als solche gelten
rechtspre
chungsgemäss
leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressi
ven Formenkreis, wobei das Bundesgericht auch bei mittelschweren depressiven Episoden regelmässig deren invalidisierende Wirkung verneint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 4.1.3 und 4.1.3.1). Ebenfalls keine Komorbidität stellen Beschwerdebilder dar, die bloss als diagnostisch unterschiedlich erfasste Varianten derselben Entität mit identischen Symptomen erscheinen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3). Zufolge leichter Ausprägung und
teilweiser
Überschneidung der Symptome
ist
daher vorliegend eine
zusätzliche,
verstärkende krankheitswertige Störung
im Sinne einer schweren Depression oder Schmerzproblematik,
die
r
essourcen
hemmend
wirken würde
,
zu verneinen.
Hinsichtlich des Indikators
Behandlungs- und Eingliederungserfolg res
pe
ktive –
resistenz
bestätigen
die
in
E. 5.4 wiedergegebenen
gutachtlichen Überlegungen
und
übrigen
medizinischen Unterlagen eine wesentliche und anhaltende Besse
rung der Beschwerden unter konsequenter psychotherapeutischer und
psycho
pharmakologischer
Therapie
. Darüber hinaus wurden di
e therapeutischen Mög
lichkeiten
insbesondere
hinsichtlich der Verarbeitung des Traumas
– wie
von den Ärzten
mehrfach betont –
mangels Kooperation der Beschwerdeführerin
bisher nicht ausgeschöpft.
K
eine
weitergehenden
Rückschlüsse bezüglich des Schweregrads der Krankheit
können
aus den
Berichten zum ersten
stationären
Klinikaufenthalt und
den nachfolgenden
Notfallaufnahmen
gezogen werden
.
Wie in E. 5.5 dargelegt, steht dabei
nämlich
die Renteneinstellung als aktueller psychosozialer Belastungsfaktor im Vordergrund. Eine
massgebliche
Behand
lungsresistenz
im Sinne des Scheiterns einer indizierten und lege
artis
durch
geführten Therapie
ist
also
nicht erwiesen.
5.6.3
Beim Komplex
„Persönlichkeit“
sind d
ie
Persönlichkeitsentwicklung und
-
struk
tur
sowie die grundlegenden
psychische
n
Funktionen
zu berücksichtigen
(vgl. vorerwähntes Urteil 9C_539/2015 E. 4.2).
Unter die in Frage kommenden kom
plexen Ich-Funktionen fallen Realitätsprüfung und Urteilsbildung,
Beziehungs
fähigkeit
und Kontaktgestaltung, Affektsteuerung und Impulskont
rolle,
Selbst
wertregulation
und
Regressionsfähigkeit, Intentionalität und Antrieb sowie
Abwehr
organisation
(vgl.
Renato
Marelli
,
Die Beurteilung der Arbeits
fäh
igkeit im Grenzbereich von Psyche und Soma
,
Schweizerische Ärztezeitung
[
SÄZ
]
Nr.
25/2008
,
S. 1141).
Dazu ist dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen,
f
rühkindliche Ent
wicklungsstörungen oder traumatische Erlebnisse in der Kinder- und Jugendzeit würden verneint.
Die Beziehung zu ihrem Ehemann beschreibe die Beschwer
deführerin als sehr gut und auch zu
ihr
en Kindern bestehe ein sehr guter Kon
takt (
Urk.
12/166/24). E
s würden keine inhaltlichen Denkstörungen bestehen.
Hinweise
für Halluzinationen, Wahn
,
Ich-Störungen
oder kognitive sowie
mnestische
Störungen
gebe es keine
. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt
,
ins Depressive verschoben. Es würden Insuffizienzgefühle, aber kein sozialer Rückzug, kein Interessenverlust und keine Freudlosigkeit bestehen. Antrieb und Psychomotorik seien unauffällig (
Urk.
12/166/26 f.).
Hinweise für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung oder
Wesensverände
rung
nach Extrembelastung würden sich in der Anamnese und aufgrund des Untersuchungsbefundes nicht finden (
Urk.
12/166/28).
Strukturelle Defizite im Sinne einer eigentlichen Persönlichkeitsproblematik oder eine erhebliche Stö
rung komplexer Ich-Funktionen lassen sich somit nicht ausmachen.
A
bweichend findet sich in der
gutachtlichen
Stellungnahme zu den Förster-Kriterien d
er
Hinweis, es liege ein gewisser sozialer Rückzug vor, indem die Beschwerdeführerin die Wohnung nur verlasse, um zusammen mit ihrem Ehe
mann zur Arbeit zu gehen.
Diese Formulierung ist
indes
zu plakativ, nachdem die Beschwerdeführerin
gemäss Abklärungsbericht vom
2
8.
März 2013 mit ihren Kindern Einkäufe erledigt (
Urk.
12/140/7)
und
einen Monat vor der Begutachtung mit einer Freundin in die
Y._
flog, um ihre Eltern zu besuchen (
Urk.
12/166/26)
. Bereits früher, als es ihr noch schlechter ging, hatte sie ange
geben,
sich auch vom Arbeitgeber chauffieren zu lassen (
Urk.
12/63/2)
und
regelmässig kurze Spaziergänge
zu machen
, um nicht in der Wohnung allein sein zu müssen (
Urk.
12/63/1).
Letzteres stellt heute kein Problem mehr dar (vgl.
Urk.
12/140/5
)
. Missverständlich i
st
schliesslich
der zweite Hinweis in der gutachtlichen Stellungnahme
, e
in innerseelischer Konflikt sei nach der schweren Traumatisierung anzunehmen.
B
ei
gleichzeitig ausgewiesener Ver
besserung des Gesundheitszustandes und Hinweis auf die noch möglichen therapeutischen Optionen kann damit nicht
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die Krankheit"]) im Sinne der F
örster-Kriterien (vgl. dazu BGE
139 V 547
E.
9.1.1) gemeint sein.
5.6.4
Ferner
bestimmt der Komplex "Sozialer Kontext" mit darüber, wie sich die Aus
wirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung konkret manifestieren. Dazu ist zweierlei festzuhalten: Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie nach wie vor ausgeklammert (vgl. BGE 127 V 294 E.
5a S. 299 f.). Anderseits hält der Lebenskontext der versicherten Person auch (mobilisierbare) Ressourcen bereit, so die Unterstützung, die ihr im sozialen Netzwerk zuteil wird (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3 und vorerwähntes Urteil des 9C_539/2015
E. 4.3
).
Wie soeben
aufgezeigt wurde, ist die Beschwerdeführerin
familiär bestens ein
ge
bettet. Zudem verfügt sie
offenbar
auch ausserhalb der
Verwandtschaft über soziale Kontakte
.
Damit
enthält
ihr
soziale
r
Lebenskontext gewichtige, sich potenziell
günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
Dass dabei auch ein
sekundäre
r
Krankheitsgewinn (z.B. vermehrte Zuwendung, Unterstützung, Entlastung von alltäglichen Verpflichtungen)
entsteht, den
sie
ungerne bereit ist aufzugeben,
ist
unbeachtlich
(
vgl.
BGE 130 V 352
E. 3.3.2).
5.6.5
Unter die Kategorie
„Konsistenz“
fällt d
er Indikator einer gleichmässigen Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
. Dieser
zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und
Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich a
usgeprägt ist.
Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Akti
vität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versi
cherten Person ist
dabei
stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfä
higkeit zu sehen
(vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 mit Hinweisen).
Über das Leben der Beschwerdeführerin vor der PTBS ist kaum etwas bekannt
. Fest steht
, dass sie damals in der
Y._
lebte und
sehr jung
mehrfache
Mutter wurde (vgl.
Urk.
12/140/4)
.
Zudem
befand sie sich in einer
generell
schwierigen Situation, die sie letztlich zur Flucht veranlasste. Heute lebt sie in der Schweiz, wobei die gesundheitliche Beeinträchtigung ihre soziale Integration
und die Entwicklung von Spezialinteressen
in den letzten Jahren
erschwert haben dürfte. Dass die Beschwerdeführerin heute in ihrem Tagesablauf keine Hobbies
oder Besucher
erwähnt
(
Urk.
12/166/15)
,
hat somit verschiedene Hintergründe und lässt nicht
überwiegend wahrscheinlich
auf bestehende
,
erhebliche gesund
heitliche Beschwerden schliessen.
Von weiteren Abklärungen ist zudem keine bessere Beurteilbarkeit dieses Indikators zu erwarten.
Im Übrigen kann wiede
rum auf die gute Einbettung in der Familie und die bereits erwähnte Reise in die
Y._
in Begleitung einer Freundin sowie die in den Abklärungsberichten aus
gewiesene zunehmende Selbständigkeit in der Haushaltführung (vgl. E. 5.4) hingewiesen werden.
Eine Arbeitsfähigkeit von 70
% erscheint
unter diesen Umständen
im Gegensatz zu einer höchstens sehr geringfügigen oder fehlenden Arbeitsfähigkeit durchaus
vertretbar
.
5.6.6
Der weiter in die Kategorie "Konsistenz" fallende Aspekt des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks betrifft die Frage nach der Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen. Das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
resistenz
) im Regelfall auf den tatsächlichen Leidensdruck hin (vgl. vorerwähn
tes Urteil 9C_539/2015 E. 4.5).
Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versich
erungsverfahren beeinflusst ist
. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankh
eitseinsicht zurückzuführen ist
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
.
Diesbezüglich kann auf das in E. 5.
6.2 (ferner auch E. 5.4 und E. 5.6.3)
Ausge
führte verwiesen werden. Eine massgebliche Behandlungsresistenz ist nicht anzunehmen, da die Beschwerden
bis zur Ankündigung der Renten
einstellung
wesentlich gebessert
haben.
Ausser
dem hat
die Beschwerdeführerin
nicht unwesentlich
durch ihre mangelhafte Kooperation
unter anderem
infolge des sekundären Krankheitsgewinns
dazu beigetragen, dass bisher keine
vollstän
dige, bei einer PTBS grundsätzlich zu erwartende
Remission erreicht wurde.
Anhaltspunkte, dass die nicht immer optimale Compliance klarerweise auf eine unabwendbare krankheitsbedingte Unfähigkeit zurückzuführen ist, sind den medizinischen Unterlagen keine zu entnehmen.
Vielmehr
hat die Beschwerde
führerin sogar
einige
Traumaexpositionen
gemacht, die
traumafokussierte
The
rapie
aber
ent
gegen der ärztlichen Empfehlung später
abgelehnt
.
Dr.
U._
konnte jedenfalls
ohne weiteres
eine Compliance herstellen
.
5.
6.7
Insgesamt erweisen sich die
berücksichtigten
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigun
g als erstellt. Eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von noch 30
%
lässt sich nach dem Gesagten anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 – und damit auch aus der Optik des Rechtsanwenders, welcher die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen auf ihre konkrete sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat
–
bestätigen.
6.
Zusammenfassend
ist bei ausgewiesenem Revisionsgrund gestützt auf das Gut
achten der
E._
neu von einer
Arbeitsfähigkeit
von 70
%
in jegliche
r
Tätigkeit auszugehen.
Eine weitere Abklärung des medizinischen Sachverhalts ist nicht erforderlich.
7.
7.1
U
nter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG
ist
die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbe
messungsmethode
strittig
.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeit
weilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt
je
zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (
Einkommens
vergleich
, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, wel
ches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
d.h.
ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV
;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Die
Bes
chwerdeführerin
absolvierte
keine Berufsausbildung
und gründete früh
eine Familie
(vgl.
Urk.
12/166/14)
. In der Schweiz steigerte sie ihr
durchschnitt
liches
Arbeitspensum
soweit ersichtlich
nie
(
vgl.
Urk.
12/132, 12/187/11 und
15/4
; 33 Stunden pro Monat, Unterschiede beim Stundenlohn und Bezug der Kinderzulage
n
)
. Dies
obschon (1)
ihre Betreuungsaufgaben
mit zunehmendem Alter der Kinder
abnahm
en
, (2)
ihr
Gesundheitszustand
laufend
besser
und stabiler wurde
,
(3) sie im Sommer problemlos mehr arbeitete als im Winter
(
Urk.
12/132/5)
, (4) sie
die von den Ärzten attestierte
Arbeitsfähigkeit nicht annähernd ausschöpfte
(vgl. E. 5.4)
und (
5
)
ihre
Familie
deshalb
stets
Ergän
zungsleistungen
beziehen musste
(
Urk.
12/173
)
.
Es
ist
anzu
merken, dass
ein Ansporn
auch
insofern
bestanden hätte
, als
bei
der Prüfung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen
nur zwei Drittel der
Einkünfte angerechnet werden (
Art.
11
Abs.
1
lit
. a des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
, ELG)
.
Die Beschwerdeführerin arbeitet also
nicht aus gesundheitlichen
Gründen
i
n einem
so
geringfügigen Teilzeitpensum
.
Unter
diesen
Umständen erscheint b
ereits der
anerkannte Erwerbsanteil von 80
%
in
Nacha
chtung des Abklärungsberichts vom
8.
Februar 2008 als wohlwollend
. Damals hatte sie er
klärt
,
u
m über die Runden zu kom
men, müsste sie 80
%
arbeiten und würde sobald als möglich
mehr arbeiten
(
Urk.
12/63/2 f.)
.
Umgesetzt hat sie dies
en Gedanken
indessen
nicht und es ist nicht ersichtlich, weshalb sie
– wie
nun
von ihr
geltend gemacht (
Urk.
12/140/3) –
heute
100
%
arbeiten würde
, wenn dazu keine Notwendigkeit besteht. N
achdem
zwei der Kinder
inzwischen
arbeiten
, sind sie nicht mehr unterhaltsberechtigt und könne
n
finanziell
sogar
etwas
beitragen, solange sie zuhause wohnen
(
Urk.
14/166/15
,
Urk.
1 S. 12
).
Zudem könnte auch der Ehe
mann der Beschwerdeführerin wohl mehr arbeiten, würde die Beschwerdeführe
rin weniger pflegerische Aufmerksamkeit einfordern (
Urk.
3/4).
Es ist folglich die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung
anzuwenden
bei einem
Erwerbs
anteil
von 80
%
und einem Ant
eil im Aufgabenbereich von 20
%
.
7.2
Wenig
Einigkeit besteht zwischen den Parteien
sodann beim
Einkommensver
gleich
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Die Beschwerdeführerin war
in ihrer Heimat
Hausfrau und Mutter.
In der Schweiz arbeitete sie
erstmals
von Februar bis September 2005 als Küchen
- und Reinigungsh
ilfe in einem Restaurant
(
Urk.
12/7/1
,
12/9
und 12/42
)
. Seit Mai 2006
ist
sie
– mit
einem
kurzen
Unterbruch 2007/2008
–
für die
BB._
GmbH
als Reinigungsangestellte tätig
(
vgl.
Urk.
12/3/5, 12/20, 12/29
,
12/46 und 12/132)
.
Es ist
ihr daher
beizupflichten, dass bei Rentenbeginn im Februar 2006 einzig feststand, dass sie angesichts
der
fehlenden Ausbildung auch
als Gesunde
weiterhin
eine Hilfstätigkeit
ausgeübt hätte
.
Indes konnte es mangels nennens
werter Berufserfahrung nicht als überwiegend wahrscheinlich gelten, dass sie wieder
in der Gastronomie
arbeiten würde. Es kommt hinzu, dass die Beschwer
deführerin
bereits
seit Oktober 2002 wegen der PTBS in psychiatrischer Behandlung steht
(
Urk.
12/35/2)
, weshalb es mehr als fraglich
scheint
, ob
sie
in der Schweiz
überhaupt
jemals ein
V
alideneinkommen
erzielte
.
Für die Festsetzung des
Valideneinkommens
ist angesichts des
Verfügungsda
tums
vom
1
5.
März
2015 die Tabelle T1_skill_level („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht – Pri
vater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körper
schaften, Kirchen] zusammen“), Zeile „Total“, Kompetenzniveau 1, Frauen, der
LSE
2012 heranzuziehen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40
Arbeitsstunden) von Fr. 4'228.
--
ist auf die im Jahr 2014 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzu
rechnen (Bundesamt für Statistik [BFS], betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schaftsabteilungen
, abrufbar im Internet) und an die Nominallohnentwicklung für Frauen
(vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex ins
gesamt [1939 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [T.
1.2.10
])
anzupassen. Es resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 53‘795.
--
(= Fr.
4‘228.
--
x
12
:
40 x 41,7 x 1,007 x 1,01).
Für das massgebli
che Arbeitspensum von 80
%
resultiert ein Betrag von
Fr.
43‘036.
--
.
7.3
Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
gestützt
auf eine ältere
LSE
festgelegt
(vgl.
Urk.
12/77/2
, 12/109/4 und 12/142/1)
.
Da für beide Vergleichseinkommen indes der
Tabellenwert
für
allgemeine
Hilfstätigkeiten massgebend ist, muss als zeitidentische Grundlage
d
ie LSE 2012
herangezogen werden.
Es
ergibt sich ein Betrag von
Fr.
37‘656.-- f
ür das noch zumutbare
70%-
Arbeitspensum
.
Zum geltend gemachten leidensbedingten Abzug ist anzumerken, o
b und in welcher Höhe
ein
Tabellenlohn
herabzusetzen
ist
, hängt von sämtlichen persön
lichen und beruflichen Umständen des Einzelfalles ab, die nach pflichtge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Relevante Merkmale sind leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltska
tegorie
und Beschäftigungsgrad (BGE 126 V 75 E. 5b/
bb
).
Aus
internistischer
und
rheumatologischer Sicht
ist die Beschwerdeführerin in
jeder dem Habitus und Alter entsprechenden Verweistätigkeit ohne Einschrän
kung zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
12/166
/36
).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten
, würde
zudem
nicht automatisch zu einer Verminderu
ng des hypothetischen Invaliden
lohnes
führen
, weil der Tabellenlohn im
tiefsten Kompetenzniveau
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesge
richts 9C_455
/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4)
.
Den psychischen Beschwerden wurde im Gutachten
schon
mit einer
massgeblichen
Reduktion des
Arbeitspen
sums
von
30
%
für zusätzliche Pausen Rechnung getragen (
Urk.
12/166/29).
Die
Lohnhöhe
hängt
zudem zwar
oft von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab, womit eine versicherte Person,
die
- nach dem gesundheitlichen Verlust der bis
herigen Stelle - in einem Betrieb neu anfangen muss, kaum einen allgemeinen
Durchschnittslohn erhalten wird
. Die
Beschwerdeführerin
hat
indes
stets gear
beitet und d
ie Bedeutung der Dienstjahre nimmt
zumindest
im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforderungsprofil ist.
Im Verhältnis zur
langen
Erwerbs
dauer
von rund 20 Jahren,
die
der Beschwerdeführerin bis zum Erreichen des AHV-Alters
noch
verbleibt
,
ist die Zeitspanne, in welcher sie
allenfalls
einen
unterdurchschnittlichen Lohn
zu erwarten hat
,
also
zweifel
los
vernachlässigbar
. Ein Abzug zufolge
fehlender Berufserfahrung ist
nicht angezeigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_874/2014 vom
2.
September 2015 E. 3.3)
.
Neben der bisheri
gen Tätigkeit steht der Beschwerdeführerin abschliessend auch eine
Vielzahl von schnell erlernbaren Hilfstätigkeiten
entsprechend ihrem Bildungsniveau zur Auswahl
. Sie ist daher
nicht
auf eine Tätigkeit
an einer lauten
Produktionsma
schine
oder
im
Büro angewiesen,
die
neben guten mündlichen auch
gute
schriftliche Kenntnisse der Deutschen Sprache
erfordert
.
7.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
43‘036.--
und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
37‘656.--
ergibt sich ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr.
5‘380.--
und somit eine Einschränkung von
12,5
%
. Der Teilinvaliditäts
grad für den Erwerbsanteil von
8
0 % beträgt
10
%.
Der Bericht betreffend Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 2
8.
März 2013 wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und weist einen
Teilinvali
ditätsgrad
für den Aufgabenbereich von 7,08 % aus (
Urk.
12/140). Der Gesamtinvaliditätsgrad beträgt gerundet
17
%.
Ein Invaliditätsgrad von
min
destens
40
%
(vgl.
Art.
28 IVG)
liesse
sich
angesichts der vorstehenden Zahlen
übrigens
auch nicht mit der Annahme einer 100%-Erwerbstätigkeit als Gesunde begründen
. Der Invaliditätsgrad würde nur 30
%
betragen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- fest
zulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und ent
sprechend dem Verfahrensausgang vollumfänglich der B
eschwerdeführerin auf
zuerlegen
,
zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
Ü
berdies ist de
r
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
de
r
Beschwerdeführer
in
eine Entschädigung aus der Gerichtskasse auszurichten.
In den Honorarnoten vom 1
1.
April 2016 (
Urk.
30) und
1.
Dezember 2016 (
Urk.
41) weist diese einen Auf
wand von 16.35 Stunden à
Fr.
220.
-- aus
. Ferner machte sie eine Pauschale von 3
%
des Zeitaufwandes für
Porti
, Kopien und Telefonate
geltend
.
Unter Berück
sichtigung der Schwierigkeit des Prozesses und der getätigten Bemühungen
ist
der geltend gemachte Betrag
von
insgesamt
Fr.
4‘058.45
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
knapp
noch
angemessen.