# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3b83cd2a-31dd-5e72-b579-2c7b71d7a8ac
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die X._ AG ist Eigentümerin des in der Wohn- und Gewerbezone WG3 liegenden
Grundstücks Nr. 001_, Grundbuch Y._. Sie stellte je am 20. Februar 2019 beim
Gemeinderat Y._ ein Gesuch um Bewilligung für den Abbruch der auf dem genannten
Grundstück stehenden Gebäude Vers.-Nrn. 002_, 003_ und 004_ sowie ein Gesuch
für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit Tiefgarage (vgl.
Baugesuchsformular in act. 1 der Akten der Gemeinde Y._ [nachfolgend gmde.-act.]).
Während der Auflagefrist erhob u.a. A._ am 2. April 2019 Einsprache gegen das
Baugesuch (gmde.-act. 5). Mit Beschluss vom 19. Oktober 2020 wies der Gemeinderat
Y._ die Einsprache ab und erteilte der X._ AG die Bewilligung unter Bedingungen und
Auflagen (Protokollbeschluss in gmde.-act. 26), den der Gemeinderat mit Schreiben
vom 21. Oktober 2020 den Beteiligten eröffnete (vgl. Schreiben in gmde.-act. 26 sowie
Beilage 2 zu act. 1 der Akten der Vorinstanz [nachfolgend vi.-act.]).
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B.
Gegen den erwähnten Entscheid vom 19./21. Oktober 2020 erhob A._ am
2. November 2020 Rekurs beim Baudepartement (vgl. vi.-act. 1). Während des
laufenden Rekursverfahrens ersuchte Rechtsanwältin Müller-Gerteis am 17. Februar
2021 für die X._ AG den Gemeinderat Y._, den angefochtenen Entscheid vom 19./21.
Oktober 2020 zu widerrufen (vi.-act. 13). Es seien in der Zwischenzeit weitere
Abklärungen im Gang, deren Ergebnisse dem Gemeinderat vorgelegt würden mit der
Bitte, sodann über das (nach Widerruf des Baubewilligungsentscheids) weiterhin
hängige Baugesuch nach Gewährung des rechtlichen Gehörs neu zu entscheiden (vi.-
act.13). Am 1. März 2021 widerrief der Gemeinderat Y._ den angefochtenen
Baubewilligungs- und Einspracheentscheid vom 19./21. Oktober 2020 mit Ausnahme
der zulasten der X._ AG erhobenen Baubewilligungsgebühr (vi.-act. 15). Der
Rekussachbearbeiter des Baudepartementes kündigte daraufhin am 2. März 2021 an,
den Rekurs infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben (act. 16), wogegen sich A._
mit Antwort vom 3. März 2021 wandte und um Fortführung des Verfahrens ersuchte
(vi.-act. 17). Nachdem der Sachbearbeiter die Fortführung des Rekursverfahrens
abschlägig beantwortet und A._ über die Modalitäten einer allfälligen ausseramtlichen
Entschädigung aufgeklärt hatte (vi.-act. 18), reichte diese am 10. März 2021 eine
detaillierte Zusammenstellung ihrer Aufwendungen in der Höhe von CHF 1'642.80
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) ein (vi.-act. 19). Am 11. März 2021 schrieb
der Leiter der Rechtsabteilung des Baudepartementes den Rekurs zufolge
Gegenstandslosigkeit ab (act. 2 der Gerichtsakten [nachfolgend act. G]) Ziffer 1 des
Rechtsspruches), hiess das Gesuch um Zusprache einer Umtriebsentschädigung gut
und sprach A._ eine solche in der Höhe von CHF 400 zulasten der X._ AG zu (act.
G 2 Ziffer 3 des Rechtsspruches; Hervorhebung [kursiv] durch das Gericht). Auf die
Erhebung amtlicher Kosten wurde unter Rückerstattung des von A._ geleisteten
Kostenvorschusses verzichtet (act. G 2 Ziffer 2 des Rechtsspruches).
C.
A._ (Beschwerdeführerin) erhob mit Eingabe vom 24. März 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziffer 3 des Dispositivs der Verfügung des
Baudepartementes wie folgt abzuändern: "Das Begehren von A._ um Zusprache einer
Umtriebsentschädigung wird im Sinn der Erwägungen gutgeheissen. Der Gemeinderat
Y._ entschädigt A._ ausseramtlich mit einem Betrag von CHF 400.00. Der Betrag
wird zur Zahlung fällig, sobald die Verfügung rechtskräftig ist. Der Betrag ist auf
die Bankverbindung (PostFinance IBAN CH00_, Kontoinhaberin A._) zu
C.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
überweisen" (act. G 1; Hervorhebungen [fett] der Änderungen gegenüber dem
Wortlaut des angefochtenen Entscheids durch das Gericht). Nebst diesem formellen,
ausdrücklich formulierten Antrag macht die Beschwerdeführerin Aufwendungen für die
Beschwerde im Umfang von CHF 98.75 geltend und bittet sie das Gericht darum, das
Baudepartement anzuweisen, die Grössenordnung der zugesprochenen
Umtriebsentschädigung zu überdenken und diese allenfalls anzupassen.
Das Baudepartement (Vorinstanz) beantragt in seiner Vernehmlassung vom 15. April
2021 Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Rechtsanwältin Müller-Gerteis stellt für die
X._ AG (Beschwerdegegnerin) mit Eingabe vom 26. April 2021 den Antrag, die
Beschwerde abzuweisen (act. G 12). Für die politische Gemeinde Y._
(Beschwerdebeteiligte) schloss der Gemeinderat Y._ am 27. April 2021
vernehmlassungsweise auf Abweisung der Beschwerde (act. G 11). Die
Beschwerdeführerin machte am 14. Mai 2021 Gebrauch von der Möglichkeit zur
Vernehmlassung zu den eingegangenen Stellungnahmen (act. G 14). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 2. Juni 2021 ausdrücklich (act.
G 16), die übrigen Beteiligten stillschweigend auf eine Antwort zur Eingabe der
Beschwerdeführerin.
C.b.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
C.c.
Im vorliegenden Verfahren liegt dem Streit über die Entschädigung ein Rekursverfahren
betreffend Bau- und Einspracheentscheid zugrunde, das von der Vorinstanz zufolge
Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wurde (zum Begriff der Gegenstandslosigkeit vgl.
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 1045, und T. Kamber in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 8 zu Art. 57 VRP je mit beispielhaften Fallkonstellationen).
Abschreibungsbeschlüsse sind formelle Entscheide, durch die ein Verfahren,
vorliegend ein Rekursverfahren, beendet wird, ohne dass prozessuale Vorfragen oder
materielle Streitfragen behandelt werden (Cavelti/Vögeli, a.a.O, Rz. 1035). Die
1.1.
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Beschwerde gegen den Kostenentscheid ist zulässig (vgl. GVP 2001 Nr. 52; R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen
2004, S. 256) und liegt in der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP).
bis
Die Beschwerde richtet sich ausschliesslich gegen die Verlegung der ausseramtlichen
Kosten, nicht aber gegen die Rechtmässigkeit des Abschreibungsbeschlusses selbst,
wobei die Beschwerdeführerin nicht auch die Anpassung hinsichtlich der Höhe der
zugesprochenen Umtriebsentschädigung beantragt. Diesbezüglich stellt sie keinen
konkreten formellen Antrag auf Änderung. Auch wenn an die Antragsstellung,
namentlich bei Laienbeschwerden, keine allzu hohen Anforderungen zu stellen sind
(vgl. GVP 1985 Nr. 50; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 915), so muss doch der klare Wille
erkennbar sein, ob und inwiefern ein Entscheid angepasst werden soll. Es darf ein
Mindestmass an Sorgfalt bei der Antragsstellung vorausgesetzt werden (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 911). Wird insbesondere eine betrags- oder ziffernmässige Änderung
des angefochtenen Entscheids verlangt, muss sie zumindest bestimmbar sein (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 911). Die als Bitte (Ansuchen) formulierte Äusserung in der
Beschwerdeeingabe, das Gericht solle das Baudepartement anweisen, die
Grössenordnung der Entschädigung zu überdenken und allenfalls anzupassen, erfüllt
diese Anforderungen nicht. Darin kann kein konkreter formeller Antrag auf Anpassung
der Höhe der Entschädigung erblickt werden. Die Höhe der Umtriebsentschädigung gilt
somit mangels hinreichenden Antrags nicht als angefochten. Im Übrigen hat schon der
Abteilungspräsident im Aufforderungsschreiben zur Leistung des Kostenvorschusses
darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin die Höhe der ihr zugesprochenen
Umtriebsentschädigung nicht formell anfechte (vgl. act. G 5). Die Beschwerdeführerin
hat in der Folge den Kostenvorschuss ohne weitere Opposition geleistet. Auch im
weiteren Schriftenwechsel nahm die Beschwerdeführerin darauf keinen Bezug mehr. Es
darf deshalb angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin die Höhe der
Umtriebsentschädigung – trotz ausführlichen Äusserungen zur Höhe der
Kostenverlegung – auch tatsächlich nicht anfechten will. Ferner erwiese sich die
Beschwerde diesbezüglich auch als unbegründet, soweit ein entsprechender Antrag
behandelt werden müsste. Das Verwaltungsgericht hat die Praxis der Vorinstanz,
wonach Umtriebsentschädigungen in der Regel nur in der Höhe von CHF 300 bis
CHF 500 zugesprochen werden, bestätigt (vgl. VerwGE 2013/178 vom 12. Februar
2014 E. 5.1 mit Hinweis auf Hirt, a.a.O, S. 197; siehe auch Art. 98 VRP i.V.m. Art. 95
Abs. 3 lit. a und c ZPO). Daran vermöchte die vornehmlich generell gehaltene Kritik der
Beschwerdeführerin (vgl. act. G 2 S. 3) nichts zu ändern. Die Höhe der von der
1.2.
ter
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Vorinstanz zugesprochenen Umtriebsentschädigung von CHF 400 bewegt sich
offenkundig in diesem Rahmen und wäre nicht zu beanstanden.
Somit ist ausschliesslich über den Antrag der Beschwerdeführerin zu entscheiden,
dass statt der X._ AG der Gemeinderat als zahlungspflichtig erklärt und dass die
Zahlungsadresse mit der zugehörigen IBAN-Nummer sowie der Fälligkeitszeitpunkt
formell ins Dispositiv aufgenommen werden sollen. Vor dem Hintergrund namentlich
der beiden letztgenannten Anträge stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin
diesbezüglich zur Beschwerde befugt ist.
Art. 45 Abs. 1 VRP (in Verbindung mit Art. 64 VRP) setzt für die Rechtsmittelbefugnis
eine formelle und eine materielle Beschwer voraus. Die formelle Beschwer ist erfüllt,
wenn die rechtsuchende Person am Verfahren vor Vorinstanz teilgenommen hat und
mit ihren Anträgen nicht oder nicht vollständig durchgedrungen ist (vgl. Geisser/Zogg,
in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 6 f. zu Art. 45 VRP). Materielle Beschwer
bzw. Rechtsschutzinteresse verlangt, dass der Beschwerdeführer "an der Änderung
oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes schutzwürdiges
Interesse dartut" (Abs. 45 Abs. 1 VRP). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist vorausgesetzt, dass die betreffende Person "über eine spezifische Beziehungsnähe
zur Streitsache verfügt und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder
Änderung des angefochtenen Entscheids zieht" (vgl. Geisser/Zogg, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 9 zu Art. 45 VRP mit Hinweis auf BGE 137 II 30 E. 2.2.2).
1.3.
Die Beschwerdeführerin ist insofern formell beschwert, als ihrem Antrag auf
Entschädigung – nebst dem nach dem vorstehend Gesagten nicht angefochtenen
Umfang – zwar entsprochen wurde, sie aber die der Beschwerdegegnerin auferlegte
Zahlungspflicht rügt. Sie befürchtet, dass die ihr zugesprochene Parteientschädigung
im Fall eines Konkurses der Beschwerdegegnerin nicht erhältlich sein könnte (vgl.
act. G1 S. 2 dritter Absatz). Darin liegt ein möglicher tatsächlicher Nachteil, der ein
eigenes schutzwürdiges Interesse an der beantragten Änderung des Kostenentscheids
begründet. Die Schuldnereigenschaft und die Bonität des Schuldners ist bezüglich
Einbringlichkeit der Entschädigung von Interesse für die Beschwerdeführerin. Die
formelle und materielle Beschwerdebefugnis ist demnach zu bejahen.
1.3.1.
Nicht einzutreten ist jedoch auf die beiden weiteren beantragten Änderungen. Die
1.3.2.
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2.
Festlegung des Fälligkeitszeitpunkts sowie die Angaben der Bankverbindungen stellen
Abwicklungs- bzw. Vollzugsmodalitäten dar, die nicht Gegenstand eines
Rechtsspruchs sein müssen bzw. können. Sie regeln weder ein Rechtsverhältnis noch
auferlegen sie Pflichten. Deren Aufnahme in ein Dispositiv kann nicht verlangt werden.
Die Anträge können demzufolge auch nicht verfahrensgegenständlich sein. Abgesehen
davon ist auch nicht erkennbar, worin das schutzwürdige Interesse der
Beschwerdeführerin an den von ihr begehrten Änderungen besteht (vgl. zur
Vollstreckung von Entscheiden über ausseramtliche Kosten Hirt, a.a.O., S. 273 ff.,
wonach im Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und
Konkurs [SR 281.1, SchKG] ohnehin rechtskräftige Entscheide als definitive
Rechtsöffnungstitel im Sinn von Art. 80 SchKG gelten), weshalb auch mangels
schutzwürdigen Interesses nicht darauf einzutreten wäre.
Im Übrigen entspricht die Beschwerdeeingabe vom 24. März 2021 zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit – unter den vorgenannten
Vorbehalten – einzutreten.
1.4.
Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Die
Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario; vgl. VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017
E. 4.1 mit Hinweisen). Es hat sich daher darauf zu beschränken, über die Einhaltung
des Ermessensspielraums zu wachen, und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz das
ihr zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten oder missbraucht hat (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 740 ff.)
2.1.
Nach Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Sach- oder Rechtslage notwendig und
angemessen erscheinen. Art. 98 VRP bestimmt, dass die ausseramtliche
Entschädigung den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unterliegen auferlegt
wird. Inwiefern ein Beteiligter obsiegt, ist aufgrund der gestellten Anträge zu beurteilen.
Die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) über die
Parteientschädigung finden sachgemäss Anwendung (Art. 98 VRP). Wie es sich dabei
2.2.
bis
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im Einzelnen verhält, entscheidet sich nach denselben Kriterien wie bei der Verlegung
der amtlichen Kosten (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 832). Bei Gegenstandslosigkeit gilt,
dass derjenige als unterlegener Beteiligter zu betrachten ist, der die
Gegenstandslosigkeit verursacht hat (Hirt, a.a.O., S. 101). So sind die Kosten im Fall
der Gegenstandslosigkeit aufgrund eines Widerrufs der angefochtenen Verfügung oder
des angefochtenen Entscheids oder bei einer Wiedererwägung derselben dem
entsprechenden Gemeinwesen zu überbinden (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 773). Es gibt
jedoch Fälle, bei denen die Kostenverlegung nach dem Erfolgsprinzip sachlich nicht
gerechtfertigt erscheint und bei besonderen Umständen die Kosten nach Ermessen zu
verteilen sind. Dies gilt insbesondere, wenn die Art des Streitfalls die Kostenauflage als
unverhältnismässig erscheinen lässt oder ein Prozess gegenstandslos wird (Hirt, a.a.O.,
S. 103 f.). Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO sieht bei Gegenstandslosigkeit ebenfalls eine
Verlegung nach Ermessen vor. Für die Kostenverlegung ist daher je nach Lage des
Einzelfalls zu berücksichtigen, wer Anlass zur Beschwerde gegeben hat, welches der
mutmassliche Prozessausgang gewesen wäre, bei wem die Gründe eingetreten sind,
die zur Gegenstandslosigkeit des Prozesses geführt haben und welche Partei
unnötigerweise Kosten verursacht hat (Rüegg/Rüegg, in: Spühler/Fenchio/Infanger
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N 8 zu
Art. 107 ZPO).
Im Licht vorstehender Ausführungen wären tatsächlich in erster Linie der
Beschwerdebeteiligten die Kosten aufzuerlegen, weil diese den angefochtenen Bau-
und Einspracheentscheid widerrief. Jedoch erscheint es mindestens ebenso
gerechtfertigt, stattdessen die Beschwerdegegnerin (Bauherrschaft) kostenpflichtig zu
erklären, weil die Beschwerdebeteiligte ja auf Gesuch der Beschwerdegegnerin hin ihre
Verfügung widerrief. Es verhält sich somit gleich wie in Fällen, wo die Bauherrschaft ihr
Baugesuch zurückzieht und so die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens verursacht. In
dieser Konstellation werden üblicherweise ebenfalls der Bauherrschaft die Kosten
auferlegt, wenn nicht gerade besondere Umstände vorliegen, die eine andere
Verteilung aufdrängen. Solche sind nicht erkennbar. Allein die beschwerdeführerische
Behauptung, dass die Beschwerdebeteiligte sich in unrechtmässiger Art und Weise auf
die Seite der Beschwerdegegnerin stelle ("Insideraktivitäten"), ihren Entscheid ohne
Widerspruch auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin widerrufen habe und so die
Aufdeckung mutmasslicher "Mauscheleien" habe verhindern wollen (vgl. act. G 1 S. 1,
act. G 3.1 S. 1, act. G 14), genügt jedenfalls nicht, um einen schwerwiegenden
Verfahrensfehler zu belegen. Die Vorinstanz hat das ihr bei der Kostenverlegung
zustehende Ermessen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt. Entgegen der Ansicht der
2.3.
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3.