# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11f0c3cf-6ca6-4d3a-82f3-4b4a237c6397
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die chilenischen Strafverfolgungsbehörden führen seit dem Jahr 1995 ein
Verfahren u.a. wegen Verdachts auf Drogenhandel gegen verschiedene
Personen, so auch gegen †E. als vermuteten Chef der Organisation. Infol-
ge von Rechtshilfeersuchen des fünften Strafgerichts von Viña del Mar
(Chile) vom 14. April und 4. November 1997 wurde im Januar 1998 die
Kontoverbindung 1 bei der Bank F., lautend auf den am 21. Juli 1999 ver-
storbenen E., gesperrt (act. 1 S. 3 und act. 1.1 S. 20 ff.; act. 8.1.1).
B. Die Erben (Witwe und Nachkommen, act. 5 S. 2; act. 5.2) von †E. beantra-
gen mit direkt an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gesand-
ter Eingabe vom 11. Oktober 2013, die Kontosperre sei aufzuheben und
die Gelder seien freizugeben (act. 1).
Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") nahm am 15. November 2013
Stellung (act. 7). Die Vernehmlassung der Staatsanwaltschaft I vom
19. November 2013 (act. 8) beantragt – wie auch das BJ – die Beschwerde
sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Replik vom
7. Januar 2013 wurde den anderen Verfahrensbeteiligten gleichentags zur
Kenntnis zugestellt (act. 17).
Das BJ reichte am 22. Januar 2014 unaufgefordert zwischenzeitlich von
Chile erhaltene Dokumente ein (act. 18 mit Beilagen). Die Beschwerdefüh-
rer reichten dazu am 18. März 2014 eine Stellungnahme ein, in welcher sie
im Wesentlichen auf die Beschwerdereplik verweisen.
Am 25. März 2014 fand eine mündliche Urteilsberatung statt.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen
eingegangen.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss den Beschwerdeführern bilde das Anfechtungsobjekt der Be-
schwerde die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft Zürich sowie ihre Weige-
rung, die Sperre aufzuheben (act. 1 S. 4 lit. A.1.).
1.2 Kontoinhaber können bei der Behörde, welche eine Vermögenssperre an-
geordnet hat, ihre Aufhebung beantragen (BGE 129 II 449 E. 2.3/2.5;
TPF 2011 174 E. 2.2.1; TPF 2007 124 E. 2.3; Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2012.242 vom 4. Dezember 2012, E. 2.2).
Die Beschwerdeführer stellten am 18. Mai/15. November 2012 ein Gesuch
an die Beschwerdegegnerin um Aufhebung der Kontosperre (act. 1.2
und 1.3); eine (anfechtbare) Verfügung sei daraufhin nicht ergangen (act. 1
S. 4). Ohne Verfügung fehlt aber der Beschwerde bezüglich der beantrag-
ten Aufhebung der Kontosperre das Anfechtungsobjekt. Die Beschwerde-
kammer kann erstinstanzlich nicht darüber entscheiden. Diesbezüglich
kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
1.3 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer Verfügung
(Art. 17a Abs. 3 IRSG; Art. 46a VwVG) kann jederzeit Beschwerde geführt
werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG).
Eine vorgängige eigentliche Mahnung bildet zwar keine
Eintretensvoraussetzung (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2011.313
vom 11. Mai 2012, E. 3; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-
6098/2013 vom 6. Dezember 2013, E. 1.3; UHLMANN/WÄLLE-BÄR, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009,
Art. 46a N. 11; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, N. 1309; MARKUS
MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, Zürich 2008,
Art. 46a N. 9; wohl auch CANDRIAN, Introduction à la procédure administra-
tive fédérale, Basel 2012, § 16 N. 117; die Praxis von BGE 126 V 244 E. 2d
[Fristansetzung] wurde in BGE 130 V 90 E. 2 als unter dem ATSG überholt
bezeichnet).
Doch muss in der Regel zumindest einmal bei der befassten Instanz inter-
veniert worden sein, um sie zum gewünschten Handeln aufzufordern
(BGE 131 V 407 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_24/2013 vom
12. Februar 2013, E. 4 [zur StPO]; weitergehend [Mahnung erforderlich]:
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, 2. Auflage, Zürich/Bern 2013, N. 5.20).
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Die Beschwerdeführer verlangten am 18. Mai/15. November 2012, die Kon-
tosperre sei aufzuheben. Eine eigentliche Mahnung liegt nicht vor, ist aber
wie oben dargelegt nicht Eintretensvoraussetzung. Auf die Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde ist einzutreten.
1.4 Die Staatsanwaltschaft I befand bis heute – ohne gute Gründe darlegen zu
können – nicht über die genannten Anträge. Dies ist mit dem Gebot zur ra-
schen Erledigung und verzugslosen Entscheidung (Art. 17a Abs. 1 IRSG)
nicht vereinbar. Es begründet ein unrechtmässiges Verzögern einer Verfü-
gung.
Insgesamt ist die Rechtsverzögerungsbeschwerde somit gutzuheissen: Die
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ist anzuweisen (vgl. Art. 61
Abs. 1 VwVG), innert Monatsfrist über die Aufrechterhaltung der Kontosper-
re zu entscheiden. Auf die beantragte Aufhebung der Kontosperre durch
die Beschwerdekammer kann hingegen mangels Anfechtungsobjekts nicht
eingetreten werden.
2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegen die Beschwerdeführer hälf-
tig. Sie werden damit ebenfalls zur Hälfte kostenpflichtig (Art. 63
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG und
Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG).
Für die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur
Anwendung (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 53 Abs. 2 lit. a StBOG, Art. 73
Abs. 1 lit. a und b StBOG). Es rechtfertigt sich vorliegend, in Anwendung
von Art. 73 Abs. 2 StBOG sowie der Art. 5 und 8 Abs. 3 BStKR, die hälftig
ermässigte Gebühr auf Fr. 600.-- festzusetzen, unter solidarischer Haftung,
und unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses (act. 4) von
Fr. 10'000.--.
Die Beschwerdeführer haben damit Anspruch auf eine ebenfalls hälftig re-
duzierte pauschale Prozessentschädigung von Fr. 800.-- (vgl. Art. 64
Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 73 Abs. 1 lit. c StBOG i.V.m. Art. 64 Abs. 5 VwVG,
Art. 10–14 BStKR).
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