# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 27b984e2-e9bd-425d-9c24-4a0bcc824390
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die kosovarische Staatsangehörige X._, geboren 1989, heiratete am 6. Januar 2010
im Heimatland den in der Schweiz niedergelassenen Landsmann Y._, geboren 1989.
Am 8. August 2010 reiste X._ im Familiennachzug in die Schweiz ein, wo ihr die
Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Gatten erteilt wurde. Am 22. Februar
2012 teilte das Einwohneramt G._ dem Migrationsamt mit, dass die Ehegatten laut
Angaben des Ehemanns getrennt leben würden und das Scheidungsverfahren bereits
eingeleitet worden sei. X._ reichte am 14. März 2012 bei der Kantonspolizei Zürich
Strafanzeige gegen ihren Ehemann sowie dessen Vater wegen einfacher
Körperverletzung, Tätlichkeiten und Drohung ein. Der Ehemann und sein Vater stellten
am 20. Juli 2012 ebenfalls Strafantrag gegen X._ wegen mehrfacher Drohung, falscher
Anschuldigung, mehrfachem unbefugten Aufnehmen von Gesprächen sowie
Ehrverletzung. Alle Strafverfahren wurden in der Folge eingestellt. Die Ehe von X._ und
Y._ wurde mit Urteil des Kreisgerichts Rorschach am 2. Juli 2014 rechtskräftig
geschieden. Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen verfügte am 13. Januar 2017
die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von X._ mit der Begründung, dass
die Ehegemeinschaft lediglich eineinhalb Jahre gedauert habe, und X._ nicht als Opfer
häuslicher oder ehelicher Gewalt gelten könne. Die Rückkehr in ihr Heimatland und die
Wiedereingliederung in die dortigen Verhältnisse seien ihr zumutbar. Das Sicherheits-
und Justizdepartement (Vorinstanz) bestätigte diesen Entscheid am 14. Februar 2019
und entschädigte die Rechtsvertreterin aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit
CHF 2’000.
B.
Das Verwaltungsgericht wies die von X._ (Beschwerdeführerin) gegen den Entscheid
der Vorinstanz erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 26. September 2019 ab. Die
Rechtsvertreterin wurde für das Beschwerdeverfahren aus unentgeltlicher
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Rechtsverbeiständung mit CHF 2’800, zuzüglich CHF 140 Barauslagen und 7,7%
Mehrwertsteuer entschädigt.
C.
Das Bundesgericht hiess die gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts erhobene
Beschwerde mit Urteil vom 13. März 2020 gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts
auf und wies das Migrationsamt an, die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin
zu verlängern. Die Sache wurde zur Neuverlegung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen der kantonalen Rechtmittelverfahren an das Verwaltungsgericht
zurückgewiesen.
D.
Mit Eingabe vom 23. April 2020 ersuchte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
um Ausrichtung einer angemessenen Parteientschädigung sowohl im Beschwerde- als
auch im Rekursverfahren.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP)
hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden.
Mit Urteil vom 13. März 2020 hiess das Bundesgericht die von der Beschwerdeführerin
erhobene Beschwerde gut. Das Migrationsamt wurde angewiesen, die
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu verlängern. Dementsprechend
obsiegte die Beschwerdeführerin, und die amtlichen Kosten der Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht (CHF 2’000), vor dem Sicherheits- und Justizdepartement
(CHF 1’000) und dem Migrationsamt (CHF 310) sind dem Staat aufzuerlegen. Auf die
Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
2.
Bei dieser Ausgangslage hat die Beschwerdeführerin sowohl im Rekurs- als auch im
Beschwerdeverfahren Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung zulasten des
Staates (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 98 VRP).
2.1.
bis
Das Verwaltungsgericht sprach der Rechtsvertreterin im aufgehobenen Entscheid
2.2.
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B 2019/79 vom 26. September 2019 eine Entschädigung für das Beschwerdeverfahren
aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung von CHF 2’800 (zuzüglich Barauslagen und
Mehrwertsteuer, Honorar um einen Fünftel gekürzt: Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG) zu. Da die Beschwerdeführerin nun obsiegt hat,
hat sie Anspruch auf volle ausseramtliche Entschädigung. Das Bundesgericht äusserte
sich nicht zur Höhe der zugesprochenen Entschädigung, obwohl die
Beschwerdeführerin sie in ihrer Beschwerde ans Bundesgericht mit ausführlicher
Begründung als unzureichend beanstandet hatte. Im Entscheid B 2019/79 wurde in E.
8.2.1 auf die massgebenden Bemessungskriterien bei der Festsetzung der
Honorarpauschale für das Verfahren vor Verwaltungsgericht nach Art. 19 der
Honorarordnung (sGS 963.75, HonO) verwiesen. Gemäss der Gesetzessystematik ist in
der Verwaltungsrechtspflege nicht das von der Rechtsvertreterin geltend gemachte
Honorar nach Zeitaufwand massgebend, sondern eine Honorarpauschale (vgl. BGer
1C_58/2019 vom 31. Dezember 2019 E. 3.3). Die Honorarnote kann lediglich eines von
verschiedenen Bemessungskriterien darstellen. Das Gericht stellte insbesondere fest,
dass sich die Eingaben der Rechtsvertreterin nicht nur auf die wesentlichen Punkte
beschränkt hatten. Ihre Ausführungen überschritten das Mass, welches bei einem – wie
im vorliegenden Fall – durchschnittlichen ausländerrechtlichen Verfahren, bei welchem
sich keine aussergewöhnlich schwierigen Rechtsfragen stellten, notwendig wären.
Unter Berücksichtigung des Pauschalrahmens von Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO und der in
durchschnittlichen Ausländerrechtsfällen zugesprochenen Entschädigung von CHF
2'500 erschien dem Gericht im Entscheid B 2019/79 vom 26. September 2019 und
erscheint ihm immer noch eine ungekürzte Entschädigung von CHF 3’500 zuzüglich
Barauslagen von CHF 140 (4% von CHF 3’500, Art. 28 Abs. 1 HonO) und 7,7%
Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) angemessen. Die Parteientschädigung muss nicht
sämtliche erforderlichen Kosten decken, sondern nur einen Teil des nötigen
Prozessaufwands (BGer 1C_58/2019 vom 31. Dezember 2019 E. 3.4). Die bereits
ausbezahlte Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung gemäss dem
Entscheid B 2019/79 von CHF 2’800 zuzüglich CHF 140 und 7,7% Mehrwertsteuer ist
anzurechnen. Entschädigungspflichtig ist der Staat (Migrationsamt).
bis
Auch im Rekursverfahren wurde der Rechtsvertreterin bereits eine Entschädigung aus
unentgeltlicher Rechtsverbeiständung von CHF 2’000 (inklusive Barauslagen und
zuzüglich Mehrwertsteuer) zugesprochen. Das Verwaltungsgericht stellte fest, dass die
Vorinstanz bei der Festsetzung der ausseramtlichen Parteientschädigung ihr Ermessen
pflichtgemäss ausgeübt hatte. Gleich wie im Beschwerdeverfahren steht der
Rechtsvertreterin durch das Obsiegen vor der Vorinstanz ein Anspruch auf volle
2.3.
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3.
Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97 VRP) noch
ausseramtliche Kosten entschädigt.