# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3228ee1a-fe93-4ef2-bc67-6b31141b29db
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1956, war von März 1981 bis Anfang Februar 2002 für die Y._ Bauunternehmung als Kranführer und Bauarbeiter
tätig (Urk. 7/8/1). Nach einem Verhebetrauma im Oktober 2001 wurde ein Impin
gement der rechten Schulter mit Supraspinatussehnenläsion festgestellt (Urk. 7/5/5). Der Versicherte litt ausserdem an belastunstabhängigen Lumbal
gien, Nackenbeschwerden und an Schmer
zen in beiden Schultern (Urk. 7/10/1-2). Am 6. Juni 2003 wurde die rechte Schulter operiert (Urk. 7/32/15).
Am 11. Dezember 2002 hatte sich der Versicherte wegen Beschwerden an der rechten Schulter und am rechten Arm bei der Eidge
nössischen Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/1). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und medizinischen Verhält
nisse ab und liess vom 23. Februar bis 15. März 2004 eine BEFAS-Abklärung durch die Abklärungsstelle Z._ durchführen (Urk. 7/37). Nach Abschluss der beruflichen Massnahmen mit Verfügung vom 6. Mai 2004 (Urk. 7/40) verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 17. Mai 2004 einen Rentenanspruch (Urk. 7/42).
1.2
Am 22. März 2004 und am 3. Juni 2005 war der Versicherte in Autounfälle verwickelt, bei denen er sich jeweils eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) zuzog. In der Folge litt er an Beschwerden im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich mit Ausstrahlung in den linken Arm (Urk. 7/62, Urk. 7/75/164, Urk. 7/75/210). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) richtete für die Folgen des Unfalls vom 3. Juni 2005 die Taggelder und Heilkosten aus, welche sie mit Verfü
gung vom 19. Juli 2006 (Urk. 7/58/1-3), bestätigt mit Einsprache
entscheid vom 19. Januar 2007 (Urk. 7/75/61-71), per 24. Juli 2006 mangels Adäquanz des Kausalzusam
men
han
ges einstellte. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfahren Nr. UV.2007.00081 mit Urteil vom 29. Januar 2009 ab (Urk. 7/75/21-36).
Am 10. August 2006 hatte sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet (Urk. 7/44). Die IV-Stelle zog die Unfallakten der Suva bei (Urk. 7/75) und traf weitere Abklärungen. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 3. Dezember 2009, Urk. 7/85) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Februar 2010 einen Anspruch auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen (Urk. 7/88).
1.3
1.3.1
Ab dem 12. Juni 2013 arbeitete der Versicherte, vermittelt durch die A._ GmbH, temporär als Kranführer. Am 14. August 2013 zog sich der Versicherte bei einer Verkehrskollision erneut eine HWS-Distorsion zu (Urk. 7/100/44, Urk. 7/100/160, Urk. 7/100/220). Die Suva er
brachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Urk. 7/135/6). Am 10. Dezember 2013 wurde in der Rehaklinik B._ ein ambulantes Assessment durchgeführt (Bericht vom 16. Dezember 2013; Urk. 7/100/160-169). Ab dem 17. Januar 2014 begab sich der Versicherte in psychiatrische Behandlung im Psychia
triezentrum C._ (Bericht vom 19. Mai 2014, Urk. 7/100/86). Am
13. Oktober 2014 trat der Ver
sicherte die ambulante psychiatrische Behand-
lung in der Tages
klinik des Psychia
triezentrums D._ an (Urk. 7/106/3, Urk. 7/109/6).
1.3.2
Am 29. September 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der Inva
liden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/97). Die IV-Stelle nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Am 24. Februar 2015 wurde beim Versicherten eine Gallenblasenoperation durchgeführt (
Urk. 7/114/
3, Urk. 7/121/4, Urk. 7/121/9). Vom 28. Juli bis 7. September 2015 wurde der Versicherte in der RehaClinic E._ interdisziplinär behandelt (Austritts
bericht vom 10. September 2015, Urk. 7/121/3-14). Im Anschluss daran, vom 21. Sep
tember bis 16. Oktober 2015, wurde im Auftrag der IV-Stelle in der Eingliederungsfachstelle J._ die Eingliederungsfähigkeit des Versicherten abge
klärt, welche gemäss dem Schlussbericht vom 4. November 2015 ver
neint wurde (Urk. 7/125/1).
1.3.3
Die Suva stellte die bisherigen gesetzlichen Versicherungsleistungen gestützt auf die psychiatrische Aktenbeurteilung vom 23. Dezember 2015 durch den Konsiliarpsychiater der Suva, Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wonach von weiteren Therapien keine erhebliche Ver
besserung der psychischen Gesundheit zu erwarten sei (Urk. 7/135/8/20), mit Verfügung vom 15. Januar 2016 wegen fehlender adäquat kausaler Unfall
folgen per 31. Januar 2016 ein (Urk. 7/135/6-7).
Mit Vorbescheid vom 18. Februar 2016 kündigte die IV-Stelle gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. G._, Facharzt für Anästhesiologie, vom Regionalen Aerztlichen Dienst (RAD) vom 19. Januar 2016 (Urk. 7/136/5-6) die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels relevanter gesundheitlicher Ver
änderungen seit der leistungsabweisenden Verfügung vom 8. Februar 2010 an (Urk. 7/137). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 29. Feb
ruar 2016 Einwände (Urk. 7/139). Mit Verfügung vom 13. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 26. Mai 2016 Be
schwerde und
beantragte,
es sei die Verfügung vom 13. Mai 2016 aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um den medizinischen Sachverhalt korrekt zu erheben (Gutachten; Urk. 2 S. 2). Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer den Bericht des Psychiatriezentrums C._ vom
26. April 2016 ein (Urk. 3/7). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Be
schwerde
antwort vom 1. Juli 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde dem Beschwerdeführer vom Gericht mit Verfügung vom 4. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht mit dem Hinweis auf die Mitteilung des schrift
lichen Endentscheides zu gegebener Zeit vorbehältlich weiterer Verfahrens
schritte (Urk. 8). Mit Eingabe vom 19. Juli 2016 beantragte der Beschwerde
führer eine mündliche Verhandlung (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
m
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Er
werbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Ein
schränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderba
ren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesund
heitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsun
fähigkeit (Art. 7 ATSG), als ange
nommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Drei
viertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
führung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
1.4.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invali
ditäts
grades verweigert wor
den und ist die Ver
waltung auf eine Neuan
meldung ein
getreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des In
validitätsgrades erfolgt ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge
ho
ben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
de
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali
di
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszu
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Ge
sund
heitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür
digung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
.3
Im Rahmen einer materiellen Revision (Art. 17 ATSG) ist die Ver
waltung ver
pflichtet, das neue Leistungsbegehren in tatsächlicher und recht
licher Hin
sicht allseitig, das heisst nic
ht nur mit Bezug auf jenes Sachver
halts
segment, in welchem eine Änderung glaubhaft gemacht worden ist, zu prü
fen. Dement
sprechend ist das Sozialversi
cherungsgericht befugt (und verpflich
tet),
bei Bedarf Teilaspekte des Rechtsverhältnisses von Amtes wegen aufzugreifen, selbst wenn diese bereits in d
er früheren rechtskräftigen Ver
fügung beurteilt wurden (Urteile des Bundes
gerichts
9C_813/2008
vom 8.
April 2009 E. 4.1 und 9C_206/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 3.1 je mit Hinweisen).
1.5
Die Aufgaben von Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der
In
validitäts
bemessung sind rechtsprechungsgemäss wie folgt verteilt: Sache des (be
gutachten
den) Mediziners ist es erstens, den Gesundheitszustand zu beur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu be
schreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück
sich
tigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompe
tent sind (z.B. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_437/2012 vom
6.
No
vemb
er 2012 E. 3.2). Bei der Folgen
abschätzung der erhobenen gesund
-
heit
lichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hin
gegen keine abschliessende Beur
teilungskompetenz zu. Viel
mehr nimmt die Arzt
person zur Arbeitsun
fähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4). Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leis
tungsvermögens die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufs
beratung einzuschalten (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publ. in: BGE 139 V 28; zum Ganzen: BGE 140 V 193 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt, aufgrund der Unterlagen der Suva sei darauf zu schliessen, dass betreffend die körperlichen Beschwerden seit der Verfügung vom 8. Februar 2010 keine richtungsweise Veränderung eingetreten sei. Gemäss der von der Suva in Auftrag gegebenen psychiatrischen Beurteilung sei eine mittel
gra
dige depressive Episode diagnostiziert worden. Eine solche Diagnose stelle definitionsgemäss keine langdauernde, schwere Erkrankung mit erheblicher und dauerhafter Einschränkung der bisherigen Tätigkeit beziehungsweise keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden dar, welche IV-Leistungen aus
zulösen vermöchte. Dem Bericht der Rehaklinik B._ vom 16. Dezember 2013 sei zudem zu entnehmen, dass eine erhebliche Symptomausweitung, ein auffälliges Schmerzgebahren und mehrere Inkonsistenzen beschrieben wor
den seien. Auch habe es Hinweise auf nicht IV-relevante psychosoziale Fak
toren, so finanzielle Probleme aufgrund wiederholter Arbeitslosigkeit bereits vor dem Unfall, die Arbeitsunfähigkeit der Ehefrau seit Anfang 2013 und die problematische Kommunikation innerhalb der Familie gegeben. Es sei daher insgesamt von einer unveränderten IV-relevanten Situation auszugehen. Eine richtungweisende und dauerhaft veränderte medizinisch-theoretische Arbeitsun
fähigkeit sei nicht ausgewiesen (Urk. 2 S. 1 f.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
,
die Beschwerdegegnerin habe ohne weitere Abklärungen und ohne die aktuellen Berichte des Hausarztes Dr. med. H._, Facharzt für
Gynäkologie und Geburtshilfe
, der I._ AG und der J._ Abklärungsstelle zu würdigen allein mit Verweis auf den Bericht der Rehaklinik B._ aus dem Jahr 2013 verfügt. Dieser Bericht liege indes lange zurück und könne nicht als Grundlage für die Beur
teilung des Gesundheitszustandes im massgebenden Zeitpunkt der Verfügung vom 13. Mai 2016 dienen. Es sei daher entweder ein bidisziplinäres Gutach
ten in Auftrag zu geben oder auf die psychiatrischen Ausführungen, wonach sich erst in Folge des erlittenen schweren Autounfalls (vom 14. August 2013) eine depressive Symptomatik mit Einschränkungen entwickelt habe, und auf die Beurteilung der J._, welche eine Eingliederungsfähigkeit aufgrund der bestehenden Beschwerden verneint habe, abzustellen (Urk. 1 S. 4 f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
29. September 2014 (
Urk.
7/97
) eingetreten. Das Gericht hat daher in materiell
-
rechtlicher Hinsicht zu prüfe
n, ob und inwiefern der Sach
verhalt, welcher der Verfügung
vom
8. Februar 2010
(
Urk. 7/88
)
zugrunde gelegen hatte, sich seither
bis
zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom
13. Mai 2016 in leistungs
begründendem
Aus
mass ver
ändert hat. Die ange
foch
tene Verfügung
bildet
da
bei recht
sp
re
chungsgemäss die zeitliche Grenze der rich
ter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis).
In Anwendung von Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG ist die Auszahlung einer allfälligen Rente frühestens sechs Monate nach der Neuanmeldung, mithin ab dem 1. März 2015 möglich.
3.
3.1
3.1.1
In der Verfügung
vom
8. Februar 2010 ging die IV-Stelle davon aus, dass dem Beschwerdeführer (nach dem Unfall vom 3. Juni 2005, Urk. 7/75/210) bereits ab dem Austritt aus der Rehaklinik B._ vom 13. Oktober 2005 eine leidensangepasste Tätigkeit in einem 100%igen Pensum zumutbar
ge
wesen sei. Ab dem 14. August 2006 habe auch in der angestammten
Er
werbstätigkeit als Kranführer wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestan
den (Urk. 7/88/2). Dabei stützte sich die IV-Stelle aufgrund der Empfehlung von Dr. med. K._, Facharzt für Chirurgie, vom 29. September 2009 vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) auf die Berichte der Rehaklinik B._ vom 29. Juli 2005 (Austrittsbericht, Urk. 7/75/164-169), vom 29. März 2006 (ambulantes neurologisches Konsilium, Urk. 7/54) und vom 31. März 2006 (ambulanter psychiatrischer Abklärungsbericht, Urk. 7/55) sowie von Dr. med. L._, Fachärztin für Physikalische Medizin, vom 17. August 2009 (Urk. 7/79; vgl. Feststellungsblatt vom 2. Dezember 2009, Urk. 7/83/6-8).
Gemäss dem Austrittsbericht der Rehabilitationsklinik B._ vom 13. Ok
tober 2005 wurden die Diagnosen eines Status nach Autounfall vom 3. Juni 2005 (Heckauffahrunfall als Fahrer) mit HWS-Distorsion mit/bei medio-rechtslateraler Diskushernie C5/6, Osteochondrose und medio-bilateraler Protrusion C6/7 und eines lumbospondylogenen Syndroms links mit/bei Osteo
chondorse L4/5, medio-bilateraler Diskusprotrusion L4/5 und medio-linkslateraler Protrusion L5/S1 sowie Status nach anamnestisch Schulterope
ration rechts im Jahr 2003 gestellt. Für eine radikuläre Reiz- oder Ausfall
symptomatik hätten keine Hinweise bestanden. Bei Austritt habe noch eine schmerzbedingte verminderte Belast
barkeit der Halswirbelsäule bei nur leicht eingeschränkter Funktion und klinisch unauffälligem lokalem Weichteil
be
fund bestanden. Zusätzlich habe eine schmerzbedingte verminderte Belast
barkeit der Lendenwirbelsäule bei nicht ein
geschränkter Funktion und kli
ni
sch unauffälligem lokalem und Weichteilbefund vorgelegen. Die Schulter
funktion sei nach der Schulteroperation im Jahr 2003 nicht wesent
lich einge
schränkt. Während der Hospitalisation habe der Versicherte eine deutliche Selbstlimitie
rung und Symptomausweitung gezeigt. Aufgrund der unfallbe
dingten Rest
beschwerden bestehe medizinisch-theoretisch keine Ar
beitsunfä
higkeit mehr. Die zum Zeitpunkt des Unfalls bestehende Arbeitsunfä
higkeit von anam
nestisch 50 % bezüg
lich der Schulter müsse ebenfalls revidiert werden. Medizinisch-theoretisch seien dem Patienten schulterangepasste Tätigkeiten, das heisse keine ausdauern
den Überkopfarbeiten, zumutbar (Urk. 7/75/164-165).
Dr. med. M._, Facharzt FMH für Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, führte in seinem Bericht über das ambulante neurologische Konsilium für die Rehaklinik B._ vom 29. März 2006 aus, bei der vor
10 Monaten durchgemachten Auffahrkollision sei es sicher zu einer HWS-Distorsion gekommen, hingegen gebe es gar keine verwertbaren Anhalte für eine allenfalls durchgemachte leichte traumatische Hirnverletzung oder eine ähnliche Verletzung. Die geklag
ten Beschwerden des Patienten bezögen sich auf die weiterhin sicher beein
trächtigte HWS-Beweglichkeit. Neurologisch finde sich einzig eine Asymmetrie im Gleichgewichtssystem mit leichter Beeinträchtigung, wie sie bei hier sicher noch vorhandenen Distorsionsresten im HWS-Bereich mit deutlicher Druckdo
lenz nicht so selten gefunden werde. Allerdings seien mehrere angegebene Probleme, namentlich beim Einbein
hüpfen oder mit dem Bewegungssehen, mit einem Fragezeichen mangels konsistenter Angaben zu versehen (Urk. 7/54).
Dr. med. N._, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, konnte anläss
lich der ambulanten psychiatrischen Abklärung für die Rehaklinik B._ vom 29. März 2006 keine psychi
sche Störung von Krankheitswert diagno
sti
zieren; er hielt dafür, dass lediglich eine leichtere, nicht krankheitswertige Somatisierungstendenz (Oberbauchbeschwerden und verstärkte Kopfschmer
zen unter Stress) festzustellen sei, welche allenfalls als ICD-10: F45.1 zu codieren sei. Im Vordergrund stehe eine gewisse psychische Labilisierung mit somatoformer Komponente, vorwiegend infolge einer sozialen Problematik (Geldknappheit, Differenzen zu Hause, Schlafstörun
gen; Urk. 10/55).
Dr. L._ stellte gemäss ihrem Bericht vom 17. August 2009 die Diagnosen eines chronischen cervicoradikulären Reizsyndroms C6/7 links bei Dis
kus
hernie C5/6, bilateraler Protrusion C6/7, Spondylarthrose mit Neurofora
menstenose C4/5 links und eines chronischen lumbospondylogenen Syn
droms links bei Osteochondrose L4/5, bilateraler Diskusprotrusion L4/5, mediolinkslateraler Protrusion L5/S1 sowie einer chronischen
Periarthro
pa
thia humeroscapularis
(PHS) rechts bei Rotatorenmanschettenruptur links bei Status nach Schulterarthroskopie mit Tenotomie und Tenodese der langen Bizepssehne im Jahr 2003 (Urk. 7/79/1). Der Beschwerdeführer sei ab dem 14. August 2006 als Kranführer wieder zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/79/5).
Von diesem medizinischen Hintergrund ist als Vergleichsbasis auszugehen.
3.2
3.2.1
Mit der Neuanmeldung vom 29. September 2014 wurden die Beschwerden zufolge des neuen Unfalls vom 14. August 2013 geltend gemacht (Urk. 7/97/5). Der Beschwerdeführer hatte beim Unfall, bei dem er als Fahrer eines PW nach abrupter Bremsung mit einem vor ihm abbiegenden LKW frontal kollidiert war (Urk. 7/100/191), erneut eine HWS-Distorsion erlitten (vgl. Bericht von med. pract. O._ vom 21. August 2013, Urk. 7/100/209). Der Beschwerdeführer arbeitete nach dem Unfall noch ein paar Stunden als Kranführer. Hernach klagte er über Nacken-, Kopf- und beidseitige Schulterbeschwerden, Schwindel, Übelkeit und Schlaf
störun
gen (Urk. 7/100/165, Urk. 7/100/188, Urk. 7/100/209) sowie im Verlauf ausser
dem über Kraftlosig
keit in den Armen, verstärkte Lumbalgien, Magenbe
schwer
den, Vergess
lichkeit und psy
chische Beschwer
den (Urk. 7/100/86, Urk. 7/100/91-92, Urk. 7/100/162, Urk. 7/100/165, Urk. 7/114/2-3).
Die bildgebende Abklärung mittels Magnetresonanz
tomo
graphie (MRT) ergab keine signifikante Änderung zu einem MRT vom 7. April 2010 und kein Nachweis einer traumatischen Läsion (Urk. 7/100/103-204). Auch die a
m
23. Juli 2014
durch den
medizinische
n
Dienst der Suva
durchgeführte
otoneuro
logische Untersuchung
ergab
unauffällige Befunde (Bericht vom
25. Juli 2014; Urk. 7/100/41-45).
Im Bericht vom 16. Dezember 2013 der Rehaklinik B._, wo am 10. Dezember 2013 zu
handen der Unfallversicherung ein ambulantes Assess
ment durchgeführt worden war (Urk. 7/100/160-169), wurde festgehal
ten, dass eine erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung festge
stellt worden sei. Es werde daher em
pfohlen, bei der Interpretation der Befunde die empfohlene psychia
trische Abklärung zu berücksichtigen. Es werde Physio
therapie mit Heimprogramm, eine psychologische Konsiliaruntersuchung und wegen rezidi
vieren
der Magen
schmerzen eine gastroenterologische Unter
suchung em
pfohlen. Es sei dann von einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auszu
gehen (Urk. 7/100/163-164, Urk. 7/100/169).
Die Ärzte des Psychia
triezentrum
s
C._, wo der Beschwerdeführer ab dem 17. Januar 2014 regelmässig einzeltherapeutisch behandelt wurde, diag
no
stizierten eine mittelgradige
depres
si
ve Episode (ICD-10 F32.10; Berichte vom 19.
Mai 2014, Urk. 7/100/86, vom
14. Oktober 2014, Urk. 7/106/3-4).
Die Ärzte der
Tagesklinik des Psychia
triezentrums
D._, wo der Be
schwerdeführer ab dem
13. Oktober 2014
zusätzlich an wöchent
lichen Gruppensitzungen teilnahm (Urk. 7/109/6), diagnostizierten sodann eine länger dauernde
depres
si
ve Episode mittel- bis schwergradig (ICD-10 F32.11) bei Status nach Schleudertrauma und psycho
sozialen Belastungen (Urk. 7/109/6).
Nach der endoskopischen Cholezystektomie im Februar 2015 persistierten gemäss dem Austrittsbericht der RehaClinic E._ vom 10. September 2015 erhebliche Beschwerden (Urk. 7/121/9).
Laut diesem Bericht der RehaClinic E._, wo der Be
schwerde
führer vom 28. Juli bis 7. September 2015 interdisziplinär behandelt worden war, wurde ausserdem die Diagnose einer mittelgradigen
depres
si
ven Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11) gestellt (Urk. 7/121/3). Bei Austritt habe ein unveränderter Zustand bestanden (Urk. 7/121/8). Es sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer des Klinikaufenthaltes und bis zum 11. Sep
tember 2015 attestiert worden. Anschliessend sei ein Wiedereinstieg geplant mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 14. September 2015 (Urk. 7/121/3-6).
Die Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde von der Abklä
rungsstelle J._ gemäss dem Schlussbericht vom 4. November 2015 nach der Abklärung vom 21. September bis 16. Oktober 2015 mit der Begründung verneint, die Leistungsfähigkeit sei aufgrund der angegebenen Schmerzen und der auftretenden Übelkeit beschränkt. Die Belastbarkeit und Leistung sei derzeit für den ersten Arbeitsmarkt ungenügend (Urk. 7/125/7). Der Ver
sicherte habe über Schmerzen im Rücken und Übelkeit berichtet, worunter das Produktions
tempo stark leide, er müsse alle 10 Minuten eine Pause, einen Spaziergang oder eine Arbeitswechsel machen. Bei längerem Konzentrieren und/oder falscher Körperhaltung sei Schwindel aufgetreten. Der Einsatz in maschinen
betriebenen Tätigkeiten sei daher zu gefährlich (Urk. 7/125/2).
Dr. L._ attestierte im Bericht vom 24. November 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 19. August 2013 bis 6. September 2015 und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, rückenschonenden Tätigkeit ab dem 7. September 2015. Seit dem Unfall vom 14. August 2013 würden permanente Schmerzen im Nacken-Schultergürtelbereich mit Aus
strahlungen in beide Arme, linksbetont, sowie Dysästhesien und Parästhesien C7 links, vermehrte Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit sowie eine depressive Entwicklung bestehen. Dazu würden rezidivierende lumbosacrale Schmerzen mit Blockierungen der LWS auftreten. Die HWS-Beweglichkeit sei stark eingeschränkt und die distalen-lumbalen Segmente seien blockiert. Die rechte Schulter sei subakromial druckdolent und end
gra
dig eingeschränkt (Urk. 7/131/2-3).
Die behandelnde Ärztin des Psychiatriezentrums C._ berichtete im Bericht vom 15. Dezember 2015 sodann von einem stagnierenden psychi
schen Befinden. Der Beschwerdeführer fühle sich in einer Abwärtsspirale gefangen. Es sei
(weiterhin)
die Diagnose einer chronifizierten depressiven Störung, mittelgradige Aus
prägung, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) infolge eines kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma-Syndroms zu stellen. Es sei derzeit nicht abschätzbar, ob er auf dem ersten Arbeitsmarkt reintegrierbar sei, nachdem die Arbeitserprobung im J._ bis auf Weiteres eine (vollständige) Arbeitsun
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ergeben habe. Zunächst sollte eine Arbeitsfähigkeit in einem gestützten Rahmen erreicht werden (Urk. 7/133/2-6).
Dem Bericht vom 26. April 2016 des Psychiatriezentrums C._ schliess
lich ist zu entnehmen, dass die depressive Symptomatik in unver
än
derter mittelgradiger Ausprägung trotz andauernder Therapie persistierte (Urk. 3/7).
3.2.2
Damit liegen im Vergleich zum Gesundheitszustand bei Erlass der Verfügung vom 8. Februar 2010 (Urk. 7/88) sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht neue Beschwerdebilder vor, und zwar zum einen eine Ver
stärkung des typischen Beschwerdebildes nach einer neuen HWS-Dis
torsion vom 14. August 2013 und Unterleibsbeschwerden mit einer Gallen
blasen
operation im Februar 2015, zum anderen eine neu aufgetretene, über zwei Jahre anhal
tende depressive Symptomatik. Auch wurde von den behan
deln
den Ärzten eine Arbeitsunfähigkeit von über einem Jahr und jeweils über 40 % attestiert, so dass eine erhebliche Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes und die Begründung eines Anspruchs auf eine Rente mit Blick auf Art. 28 Abs. 1 IVG im hier massgeblichen Überprüfungszeitraum vom 14. August 2013 bis 13. Mai 2016 entgegen der Ansicht der Beschwerdegeg
nerin nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden kann, wie sich auch aus dem Folgenden ergibt.
3.3
3.3.1
Denn b
ei der
-
wie hier
gestellten -
Diagnose einer unfalladäquaten HWS-Distor
sion [Schleudertrauma] ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle han
delt es sich rechtsprechungsgemäss (BGE 136 V 279) um ein patho
gene
tisch-ätiologisch unklare
s
syndromale
s
Beschwerdebild (vgl. Aufzählung in: BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3),
das
unter Berücksichtigung des mit dem Leitent
scheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015) präzi
sierten strukturierten, normativen Prüfungsrasters zu beurteilen
ist
.
Eine solche Beurteilung liegt indes nicht vor.
Hierbei sind die funktionellen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens mit einem Katalog von sogenannten Standardindikatoren vermehrt zu gewichten, wobei den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4). Das Prüfungsraster gestaltet sich wie folgt: Unter die Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3) fällt der Komplex „Gesundheits
schädi
gung" (E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1), dem Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungsresistenz (E. 4.3.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3), ausser
dem der Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen; E. 4.3.2) und der Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3). Unter der Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4) ist die gleich
mässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und der behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesene Leidensdruck (E. 4.4.2) relevant.
3.3.2
Zwar kann nach BGE 141 V 281 eine solche Diagnose überhaupt nur dann zur Feststellung einer invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesund
heitsbeeinträchtigung führen,
wenn
sie
auch unter dem Gesichts
punkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält
(BGE 141 V 281 E. 2.2)
.
Ein solcher Ausschlussgrund liegt, soweit die aktuelle Aktenlage diesbezüglich eine Beurteilung zulässt, jedoch trotz der im Bericht der Rehaklinik B._ vom 16. Dezember 2013 erwähnten Symptomausweitung und schlechten Leistungsperformance nicht vor. Denn auch die Ärzte der Rehaklinik B._ empfahlen diesbezüglich das Einholen eines psychiatrischen Konsiliums (Urk. 7/100/161, Urk. 7/100/163). Die Selbstlimitierung ist damit nicht ohne Weiteres einer Aggravation oder einer ähnlichen, wie in BGE 141 V 281 E. 2.2.1 beschriebenen Erscheinung zuzuschreiben, sondern kann ganz oder teilweise psychisch bedingt sein. Dies gilt umso mehr, als sich in den übrigen Akten keine Hin
weise auf eine bewusstseinsnahe Aggravation finden und
blosses ver
deutlichendes Verhalten
n
icht per se auf Aggravation
hinweist (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1 a. E.).
Soweit die betreffenden Anzeichen
zudem
neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundhe
itsschädigung (BGE 127 V 294 E.
5a) auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggra
vation zu bereinigen
(BGE 141 V 281 E. 2.2.2)
.
3.4
3.4.1
Auch in Bezug auf die depressive Symptomatik kann entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres auf deren Überwindbarkeit und Therapiefähigkeit geschlossen werden.
Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen d
ie leicht bis mittelgradigen depressiven Störungen rezidivierender oder episodischer Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind. Nur in dieser - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen thera
peutisch gut angehbar sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des
Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahr
scheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Zudem muss die Therapie in dem Sinn konsequent gewesen sein, als die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungs
möglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausge
schöpft worden sind (BGE 140 V 193 E. 3.3; 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis
; zum Gan
zen:
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_901/2015 vom
8.
Juli 2016 E. 3.2
und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1, je mit weiteren Hinweisen
).
3.4.2
Hier wurde zwar in den meisten Berichten der behandelnden Ärzte die Diag
nose einer mittelgradigen depressive Episode festgehalten, im Bericht der
Tagesklinik des Psychiatriezentrums
D._ vom 4. Novem
ber 2014 aber auch die Diagnose einer länger dauernden
depres
si
ven Episode mittel- bis schwer
gradig (ICD-10 F32.11) bei Status nach Schleudertrauma und psycho
sozialen Belastungen (Urk. 7/109/6).
Es
ist nicht nur eine depressive Symptomatik ausgewiesen, sondern es liegen ausserdem die
typischen
Beschwerden
im Kopf- und Nackenbereich mit vegetativen Beschwerden
nach wiederholten HWS-Distorsionen vor
und die depressive Symptomatik ist in diesem Zusammenhang zu sehen
.
Ausser
dem kann nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden, der Be
schwerdeführer habe sich
keiner konsequenten und/oder genügenden Therapie unterzogen.
Denn der Beschwerdeführer begab sich ab Anfang Januar 2014 in eine regelmässige psychiatrische Behandlung mit thera
peutischen Einzel- und Gruppensitzungen sowie pharmakologischer Behand
lung (Urk. 7/106/3-4, Urk. 7/109/6, Urk. 7/133/2). Auch wurde er vom 28. Juli bis 7. September 2015 stationär in der Rehaklinik E._ behan
delt (Urk. 7/121/3-6).
Der Konsiliarpsychiater der Suva Dr. F._ schloss in seiner Aktenbe
urtei
lung vom 23. Dezember 2015 darauf, dass in Anbetracht des bisherigen Ver
laufs und der psychosozialen sowie unfallfremden Faktoren die Prognose auch bei einer intensiveren Behandlung, beispielsweise mit einer stationären psychiatrischen Therapie, mit grosser Wahrscheinlichkeit schlecht sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit würde eine Optimierung der Therapie nicht zu einer anhaltenden, erheblichen Verbesserung des psychischen
Zu
standes führen (Urk. 7/135/20).
3.4.3
Vor diesem Hintergrund kann dem Beschwerdeführer nicht
vorgehalten
wer
den
,
er
habe sich bis anhin keiner konsequenten Therapie unterzogen
. Eine Therapieresistenz der depressiven Symptomatik und mithin das Vor
liegen einer
invalidisierende
n
Krankheit
ist daher nicht ohne Weiteres auszu
schliessen.
3.5
Hinzu kommt ferner, dass keine Berichte zur Gallenblasenerkrankung und -operation der Ärzte, die dieses Leiden behandelt haben, vorliegen.
4.
4.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht ab
schliessend über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers nach dem Unfall vom 14. August 2013 und der Neuanmeldung vom 29. September 2014 entschieden werden. Insbesondere
kann nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden, dass ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Ge
sund
heitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt.
Die Beschwerdegegnerin hat daher im Sinne der Erwägungen vorab Berichte zu den Gallenblasenbeschwerden von den behandelnden Ärzten und hernach ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten zur Frage der Arbeitsfähigkeit ab August 2013 in der angestammten Tätigkeit als Kranführer und Bauar
beiter sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden und des chronologischen Verlaufs einzuholen.
Die Fachärzte werden sich
insbesondere auch zum Ausschöpfen der Behand
lungs
möglichkeiten und zur Therapieresistenz der psychischen Beschwerden sowie
zu den
Standardi
ndikatoren zu äussern haben, wobei ihnen der von einer interdisziplinären Arbeits
gruppe aus
ge
arbeitete Frage
n
katalog gemäss
Anhang zum IV-Rundschreiben Nr.
339 als Leit
linie dienen mag (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_421/2015 vom 23. Sep
tember 2015 E. 5).
Dabei ist den gutachterlichen Experten nebst den übrigen Akten auch der/die einzu
holende(n) Bericht(e) zu den Gallenbeschwerden vorzulegen.
4.2
Die an
gefochtene Verfügung vom 13. Mai 2016 (Urk. 2) ist somit aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizini
schen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über
das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom 29. September 2014 (Urk. 7/97) zurück
zuweisen.
5.
Von der vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Juli 2016 beantragten Durchführung einer mündlichen Verhandlung (Urk. 9) ist ausgangsgemäss abzusehen, zumal nicht ausdrücklich eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 der
Europäischen Menschenrechtskonvention
(EMRK)
mit Publikums- und Presseanwesenheit
verlangt wurde und dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung entsprochen wurde (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_842/2009 vom 2
6.
Januar 2010 E. 3.2
;
BGE 136 I 279
E. 1
.
).
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegen
stand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessensweise
auf Fr. 700.-- anzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzu
erlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
1‘9
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.