# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 89550c93-d587-4405-b521-2488449acfe0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._, geboren am _1965, und X._, geboren am _1962, beide L.1_ Staatsangehörige, heirateten am 10. September 1993 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus ihrer Ehe gingen die beiden Kinder A._, geboren am _1996, und B._, geboren am _1998, hervor.
B. Nachdem Y._ um Erlass von Eheschutzmassnahmen ersuchte, wurden die Eheleute X.Y._ mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 22. März 2012 berechtigt, getrennt zu leben, und die eheliche Wohnung an der _strasse in O.1_ wurde für die Dauer des Getrenntlebens der Ehefrau zur alleinigen Benutzung zugewiesen. Die beiden gemeinsamen Kinder A._ und B._ wurden unter die Obhut der Mutter gestellt und dem Vater wurde ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht eingeräumt. A._ wohnte in der Folge bei der Mutter. Die Tochter B._ lebte bis Ende Januar 2014 bei der Mutter, während der Monate Februar bis Juli 2014 alternierend bei Mutter und Vater und seit dem 1. August 2014 wohnt sie beim Vater.
C. Mit Entscheiden vom 16. April und 20. Juni 2012 wurde X._ verpflichtet, an den Unterhalt der Ehefrau und der beiden Kinder für April bis Juli 2012 monatlich jeweils insgesamt CHF 3'710.-- zu bezahlen. Mit Entscheid vom 3. Juli 2012 genehmigte der Einzelrichter am Bezirksgericht Plessur die von den Parteien abgeschlossene Trennungsvereinbarung vom 29. Juni 2012, worin sich der Ehemann insbesondere verpflichtete, ab 1. Juli 2012 monatliche Unterhaltsbeiträge an die Kinder von je CHF 800.-- zuzüglich Kinderzulagen sowie CHF 1'850.-- an den Unterhalt der Ehefrau zu entrichten. Ebenso verpflichtete er sich, die Hypothekarzinsen und Nebenkosten für die eheliche Wohnung von monatlich CHF 1'050.-- zu bezahlen.
D.1. Am 17. Januar 2014 reichte X._ beim Bezirksgericht Plessur die Scheidungsklage ohne Begründung (Art. 290 ZPO) ein. Er stellte mitunter den Antrag, dass die Regelung des Kindesunterhalts nach richterlichem Ermessen erfolgen solle und die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz vorzunehmen sei. Die Ehefrau sei in der Lage, für ihren Unterhalt selbst aufzukommen.
2. Die Klageantwort von Y._ ging am 10. März 2014 ein. Darin beantragte sie insbesondere, der Ehemann sei zu verpflichten, ihr bis 31. Dezember 2014
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einen nachehelichen Unterhalt von monatlich CHF 1'850.-- und ab 1. Januar 2015 bis zu seiner ordentlichen Pensionierung monatlich CHF 1'000.-- zu bezahlen. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei nach Gesetz vorzunehmen. Am 13. März 2014 wurden die Ehegatten getrennt und gemeinsam angehört. Eine Einigung über die Scheidungsfolgen konnte nicht herbeigeführt werden.
3. X._ reichte am 10. Juni 2014 seine Klagebegründung ein und hielt an seinen Klagebegehren, abgesehen davon, dass B._ unter seine Obhut zu stellen sei, fest. Nachdem die Tochter per 1. August 2014 zu ihm gezogen sei, könne der Ehefrau ab diesem Zeitpunkt eine volle Erwerbstätigkeit zugemutet werden, weshalb sie keinen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt habe.
4. Die Duplik der Ehefrau datiert vom 23. Juli 2014. In Bezug auf den nachehelichen Unterhalt stellte sie differenzierte Anträge je nachdem, ob sich X._ zu einer vollumfänglichen Übernahme der Lebenskosten des Sohnes bereit erkläre, und zu welchem Zeitpunkt der Wohnungswechsel der Parteien erfolge.
E.1. Bereits am 13. Februar 2014 ersuchte X._ das Bezirksgericht Plessur um Erlass vorsorglicher Massnahmen in Zusammenhang mit der alternierenden Obhut der Tochter und dem an sie zu leistenden Kindesunterhalt. Die Ehefrau nahm dazu am 10. März 2014 Stellung. Mit Eingabe vom 2. Juni 2014 stellte der Ehemann im Rahmen des Massnahmeverfahrens den Antrag, die Eheschutzverfügung vom 3. Juli 2012 sei dahingehend abzuändern, dass er für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli 2014 an den Unterhalt der Ehefrau sowie der Tochter einen monatlichen Betrag von insgesamt CHF 1'850.-- zu bezahlen habe und die Unterhaltsverpflichtung an die Ehefrau mit Wirkung ab dem 1. August 2014, mit Ausnahme der Kosten der ehelichen Wohnung, aufzuheben sei. Des Weiteren sei die Verpflichtung, seinen Bonus im Verhältnis von 60% zu 40% aufzuteilen, für das Jahr 2014 aufzuheben. Mit Stellungnahme vom 16. Juni 2014 schloss Y._ auf Abweisung dieser Anträge. Es fand ein weiterer Schriftenwechsel statt, wobei die Ehefrau ihre Unterhaltsforderung ab dem 1. August 2014 schliesslich auf monatlich CHF 980.--, ohne Berücksichtigung der Wohnkosten sowie der Gewinnbeteiligung, reduzierte.
2. Mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 18. September 2014 wurde X._ verpflichtet, an den Unterhalt von Y._ für die Monate Februar bis Juli 2014 CHF 830.--, von August bis Dezember 2014 CHF 700.-- und ab 1. Januar 2015 CHF 220.-- pro Monat sowie von der
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Gewinnbeteiligung für das Jahr 2014 56% zu bezahlen. Betreffend die Bonusaufteilung liess X._ Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden führen mit dem Antrag um gänzliche Aufhebung derselben. Die Berufung wurde mit Urteil des Kantonsgerichts vom 19. Januar 2015 teilweise gutgeheissen und der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau von seiner Gewinnbeteiligung für das Jahr 2014 einen Betrag von CHF 4'700.-- zu überweisen.
F. X._ reichte im anhängigen Hauptverfahren am 24. April 2015 neue Unterlagen ein. Er führte an, dass er wieder in die eheliche Wohnung gezogen sei und für Renovationen Kosten in Höhe von CHF 9'750.-- habe aufwenden müssen, welche es im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu berücksichtigen gelte. Ferner sei ihm der an den Unterhalt der Ehefrau zu viel bezahlte Betrag von CHF 8'420.-- zu erstatten.
G. Die mündliche Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 5. Mai 2015 statt. X._ hielt insbesondere dafür, dass der Antrag auf Zusprechung eines nachehelichen Unterhalts abzuweisen sei. Y._ beantragte ihrerseits neu einen nachehelichen Unterhalt von CHF 1'740.-- pro Monat bis zur ordentlichen Pensionierung des Ehemannes. Zudem sei er zu verpflichten, ihr aus Güterrecht CHF 97'340.-- zu bezahlen sowie aus seiner Kunstsammlung einen der zwei Art Prints von C._ auszuhändigen. Mit Entscheid vom 5. Mai 2015, mitgeteilt am 31. Juli 2015, erkannte das Bezirksgericht Plessur was folgt:
"1. Die am 10. September 1993 vor dem Zivilstandsamt O.1_ geschlossene Ehe von X._ und Y._ wird geschieden.
2. Das aus der Ehe hervorgegangene Kind B._, geboren am _1998, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von Y._ und X._ belassen. Die alleinige Obhut wird X._ zugeteilt. [...]
3. [Besuchs- und Ferienrechtsregelung]
4. [Aufteilung Pensionskassenguthaben]
5.a) X._ wird verpflichtet, bis zu seiner ordentlichen Pensionierung an den Unterhalt von Y._ monatlich im Voraus CHF 1'000.00 zu bezahlen. Die Unterhaltspflicht von X._ verringert sich um CHF 100.00, sobald sich das Nettoeinkommen (inkl. 13. Monatslohn) von Y._ von derzeit monatlich CHF 4'160.00 um CHF 100.00 erhöht. Übersteigt ihr monatliches Nettoeinkommen (inkl. 13. Monatslohn) CHF 5'160.00, so ist kein nachehelicher Unterhalt mehr geschuldet. Y._ hat X._ unaufgefordert binnen Monatsfrist seit Auszahlung über jede Lohnerhöhung zu informieren.
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b) Der Antrag von Y._, wonach der Beginn der nachehelichen Unterhaltspflicht rückwirkend auf den Zeitpunkt der Teilrechtskraft des Scheidungsurteils festzulegen sei, wird abgewiesen.
6.a) Der Antrag von X._, wonach Y._ zu verpflichten sei, an den Unterhalt der Tochter B._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 500.00 zu bezahlen, wird abgewiesen.
b) Der Antrag von Y._, wonach in Bezug auf den Sohn A._ festzuhalten und Vormerk zu nehmen sei, dass der Kindsvater für sämtliche Kosten aufkommt, bis die ordentliche Ausbildung abgeschlossen ist, wird abgewiesen.
7.a) X._ wird verpflichtet, Y._ aus Güterrecht den Betrag von CHF 27'647.00 zu bezahlen.
b) [Aufteilung Guthaben Säule 3a]
c) Es wird davon Vormerk genommen, dass sich X._ bereit erklärt hat, Y._ einen der beiden Art Print von C._ auszuhändigen.
d) Mit Vollzug der vorstehenden Ziffern 7a bis 7c sind X._ und Y._ per Saldo aller Ansprüche güterrechtlich auseinandergesetzt.
8.a) Die Gerichtskosten des vorliegenden Scheidungsverfahrens in Höhe von CHF 6'000.00 (Entscheidgebühr CHF 5'800.00, Kosten der Beweisführung CHF 200.00) gehen im Umfang von CHF 4'000.00 zu Lasten von X._ und im Umfang von CHF 2'000.00 zu Lasten von Y._. Der X._ auferlegte Betrag von CHF 4'000.00 wird mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Y._ überbundene Betrag in Höhe von CHF 2'000.00 geht - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Gerichtskosten des Eheschutzverfahrens (Proz. Nr. 135-) in Höhe von CHF 4'000.00 sowie des vorsorglichen Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 135-2014-127) in Höhe von CHF 3'400.00 (jeweils Entscheidgebühr) gehen je hälftig zu Lasten von X._ und Y._. Der X._ auferlegte Betrag von CHF 3'700.00 wird mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. Der Fehlbetrag in Höhe von CHF 2'000.00 hat X._ dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen. Der Y._ überbundene Betrag in Höhe von CHF 3'700.00 geht - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen.
c) X._ hat Y._ für das vorliegende Ehescheidungsverfahren eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 4'147.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.
d) Die aussergerichtlichen Kosten des vorsorglichen Massnahmeverfahrens (Proz. Nr. 135-2014-127) und des Eheschutzverfahrens (Proz. Nr. 135-2012-215) werden wettgeschlagen.
e) [Entschädigung unentgeltliche Rechtsbeiständin]
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## Considerations