# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 631fe871-05cb-416d-84e3-76497de132e8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene X._
war seit 1. März 2016 bei
A._ al
s Assistentin angestellt
u
nd bei der
Vaudoise
Allgemeine V
ersicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Vaudoise
) obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 13.
März
2016 beim Skifahren stürzte und eine Commotio cerebri erlitt
(Urk. 7/1a und Urk. 7/4)
.
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis während der Probezeit auf den 25. Juli 2016 (Urk. 7/8a).
Die
Vaudoise
kam für die Heilbehandlung auf und rich
tete Taggelder aus.
Mit Verfügung vom 9. Dezember
2016 stellte sie
die
Leistun
gen
per 30. September 2016 ein (Urk. 7/31). Die dagegen erhoben
e Einsprache wies
sie mit Entscheid vom 11. Januar 2017 ab (Urk. 7/44 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
9. Februar 2017
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzli
chen Leistungen über den 30. September 2017 hinaus zu erbringen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 8. März 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 20. März 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme ein, welche der Beschwerde
gegnerin am 21. März zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die
Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
3.
März 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage,
worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Mög
lichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.2.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10 E. 2).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden,
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Um
stände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E.
6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist,
wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise
erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit ent
fällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.2.4
Zeitlich ist bei
der
Prüfung der Adäquanz
nach den Kriterien für die psychische Fehlentwicklung derjenige
Zeitpunkt
massgebend,
in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann
(BGE 134 V 109 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2017 vom 5. September 2017 E.
6.1 mit Hinweisen).
Die namhafte Besserung des Gesundheitszustandes nach
Art.
19 Abs.
1 UVG
bestimmt sich namentlich nach
Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt be
einträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht. Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_303/2017 vom 5.
September 2017 E. 6.3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
der beratende Arzt habe
aufgrund der Akten
festgestellt, dass mitte
ls MRT keine posttraumatischen s
trukturellen Läsionen hätten objektiviert werden können, was von den behan
delnden Ärzten bestätigt worden sei. Es sei von einem leichten Unfall auszuge
hen. Die adäquate Kausalität könne folglich ohne Weiteres abgelehnt werden. Selbst wenn von einem mittleren Unfall auszugehen wäre, sei die Adäquanz zu verneinen, da keines der massgebenden Kriterien erfüllt sei.
Die Leistungseinstel
lung sei somit zu Recht erfolgt (Urk. 2 S. 5 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die Be
schwerdegegnerin habe nicht alle medizinischen Fakten berücksichtigt. Sie be
ziehe sich auf die übliche Heilungsdauer einer Commotio cerebri von sechs Monaten. Sie habe sich über die Beurteilung
von Fachärztinnen (Neurologinnen) hinweggesetzt und sich
lediglich auf Aktenbeurteilungen eines Orthopäden und eines Allgemeinmediziners
berufen (Urk. 1).
3.
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 14. März 2016 stellte Prof.
Dr.
B._
, Innere Medizin FMH,
die Diagnose
Hirnerschütterung
/Schleudertrauma
(Urk. 7/2).
3.2
In seinem Bericht vom 11. April 2016 nannte PD
Dr.
C._
, FMH Neurologie, die Diagnose einer Commotio cerebri und führte aus, die Symp
tomatik sei insgesamt leicht rückläufig.
Ausweislich der neurologischen Untersu
chung und des unauffälligen MRI vom 23. März 2016
bestünden keine Zeichen einer fokal neurologischen Schädigung. Anamnestisch und MR-tomographisch bestehe kein Anhalt für ein
Liquorunterdrucksyndrom
. Insgesamt sei mit einer Beschwerdedauer von zwei bis drei Monaten nach dem Unfall zu rechnen (Urk. 7/4).
3.3
PD
Dr.
D._
, Fachärztin Neurologie FMH, nannte in ihrem Be
richt vom 26. August 2016 betreffend die Konsultation vom 2. August 2016 die Diagnosen einer Commotio cerebri und posttraumatischer Kopfschmerzen
. Die Beschwerdeführerin zei
ge bei Schädelhirntrauma am 13.
März 2016 im Rahmen
eines
Skiunfalles mit Bewusstseinsverlust persistierende posttraumatische Kopfschmer
zen sowie Konzentrationsstörungen, eine Störung des Kurz
zeit
gedächtnisses, Energieverlust, Leistungsminderung, jeweils belastungsabhängig bei aktuell noch kompensierter Stimmungsla
ge.
Das MRT des Gehirns vom 23.
März
2016 sei un
auffällig hinsichtlich posttraumatischer
parenchy
ma
töser
/
ex
tra
parenchymatöser
Veränderungen, insbesondere ohne Anzeichen für ein
Subduralhämatom
und ohne Anzeichen für Scherverletzungen.
Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % zumindest bis Ende August 201
6.
Therapeutisch sollte regelmässiges
me
dizinisch-technisches Training zur
Rekonditionierung
durchgeführt werden. Ak
tuell sei keine medikamentöse Analgesie notwendig (Urk. 7/13).
3.4
In ihrem Bericht vom 30. September 2016 betreffend die Unters
uchungen vom 30. August und 28.
September 2016 hielt
Dr.
D._
fest, der klinische Verlauf sei allmählich positiv mit Regression der
Cervikalgien
,
Cervikocephalgien
und Kopfschmerzen, etwas verbesserte
r
Konzentrationsfähigkeit, leichter Regression des Überladungsgefühls bei immer noch deutlich verminderter psychophysischer Belastbarkeit. Die neurologische Untersuchung zeige keine zentralneurologischen Defizite, keine
radikulär
/peripher zuzuordnenden neurologischen Defizite bei be
reits
im Erstgespräch unauffälligen Screening Tests. Die regelmässige Bewe
gungstherapie und Physiotherapie solle weitergeführt werden (Urk. 7/21).
3.5
In ihrem Bericht vom 24. Oktober 2016 zuhanden des beratenden
Arztes der Be
schwerdegegnerin, führte
Dr.
D._
aus, die volle Arbeitsunfähigkeit ab Da
tum der Kündigung erkläre sich durch die Persistenz der bereits nach dem Schä
del
hirn
trauma
apparenten
Symptomatik mit Abnahme der psychophysischen
Be
last
bar
keit mit persistierenden Konzentrationsstörungen, Erinnerungslücken, Leistungs
minderung und posttraumatischen Kopfschmerzen (Urk. 7/25).
3.6
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
E._
, nannte in seiner Stel
lungnahme vom 2. November 2016 als Diagnose eine Commotio cerebri. Es be
stünden keine objektiven Befunde. Subjektiv bestehe Müdigkeit, Konzentrations
schwäche und Leistungsminderung (Urk. 7/26).
3.7
Im Bericht von
Dr.
F._
,
FMH Neurologie, vom 7. November 2016 betreffend die Untersuchung vom 3. November 2016 wurde ausgeführt, folgende kognitiven Befunde könnten objektiviert werden:
Attentional
-exekutive Defizite im Sinne leichter Einschränkungen in der Fehlerkontrolle und der geteilten Auf
merksamkeit sowie eine leicht reduzierte Bearbeitungsgeschwindigkeit. Sprach
lich fänden sich Wortfindungsschwierig
keiten.
Die
kognitiven Einschränkungen
seien als
sehr leicht
zu beurteilen, was vom Verlauf und unter Berücksichtigung der bisherigen apparativen Befunde auch zu erwarten sei. Zur genaueren Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit sei eine ergänzende Beurteilung aus fachpsychi
atrischer/psychotherapeutischer Sicht notwendig (Urk.
7/37)
.
4
.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen unter Prü
fung der
Unfalladäquanz
zu Recht auf Ende September 2016 eingestellt hat.
4.2
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin beim Un
fallereignis vom 13. März 2016 eine Commotio cerebri erlitt. In der Folge traten
posttraumatische Kopfschmerzen,
Cervikalgien
,
Cervikocephalgien
, Konzentrati
onsstörungen, eine Störung des Kurzzeitgedächtnisses, Energieverlust, Leistungs
minderung,
und
verminderte
psychophysische
Belastbarkeit auf.
Das MRT des Gehirns vom 23. März 2016 war unauffällig hinsichtlich posttraumatischer
pa
renchymatöser
/
extraparenchymatöser
Veränderungen, insbesondere ohne Anzei
chen
für ein
Subduralhämatom
und ohne Anzeichen für Scherverletzungen.
Es bestanden keine Zeichen einer fokal neurologischen Schädigung und kein Anhalt für ein
Liquorunterdrucksyndrom
.
Es
konnten
somit
keine strukturellen posttrau
matischen Läsionen nachgewiesen werden
.
Eine
commotio
cerebri (leichte
s
Schä
delhirntrauma
) geht denn auch definitionsgemäss nicht mit bildgebend sichtba
ren Veränderungen einher. Somit bestehen
keine organisch nachweisbare
n
Un
fall
folgen
, welche die über den 30. September
2016 hinaus
gezeigten Restbe
schwer
den der Beschwerdeführerin zu erklären vermöchten.
Die neuropsycholo
gische Untersuchung
vom 3. November 2016
, welche lediglich sehr leichte kog
nitive Defizite ergab und
ausserdem
ohne Symptomvalidierung durchgeführt wurde, än
dert daran nichts.
Von weiteren spezialärztlichen Erhebungen sind keine
ent
scheidrelevanten
neuen
Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb
auch
keine Notwen
dig
keit für ergänzende Abklärungen besteht.
4.3
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Adäquanz auch dort nach den für psychische Fehlentwicklung
en
nach einem Unfall aufgestellten Kriterien (sogenannte „Psycho-Praxis") - und nicht nach der Schleudertrauma-Praxis – zu beurteilen, wo ein Schädelhirntrauma lediglich den Schweregrad einer Commotio cerebri und nicht mindestens den Grenzbereich zu einer
Contusio
cerebri erreicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2017 vom 19. April 2017 E. 4.1).
Da vorliegend lediglich eine
commotio
cerebri diagnostiziert wurde und es
an einem organisch nachweisbaren Substrat für die fortdauernde
n Beschwerden
fehlt
,
ist die
Adä
quanz
nach der Psycho-Praxis zu
beurteilen
,
mithin einzig unter Berücksichti
gung der physischen Komponenten des Gesundheitsschadens
. Unerheblich ist da
bei, ob eine psychische Erkrankung im engeren Sinn
e vorliegt, denn
die Recht
sprechung wendet die Kriterien der psychischen Fehlentwicklung auf die Com
motio cerebri analog an, ohne dieses Beschwerdebild medizinisch einer psychi
schen Erkran
kung gleichzusetzen.
Die Adäquanzbeurteilung hat in dem
Zeitpunkt
zu erfolgen
,
in dem von der Fort
setzung der
Behandlung der organisch nachweisbaren Unfallfolgen
keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann
(
vgl.
E
. 1.2.4
).
Dies war
spätestens
im Zeitpunkt
der strittigen Leistungseinstellung per Ende
September
2016
der Fall
, zumal
weder unmittelbar nach dem Unfall noch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
den vorhandenen Beschwerdebildern
ein
organisches Substrat
zugeordnet werden konnte
.
An der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung vermag auch der Umstand, dass die behandelnde Neurologin
Dr.
D._
die Weiterführung von Physiotherapie
und Bewegungstherapie
als
notwendig erachtete
und gelegentliche Kontrolluntersuchungen stattfanden
, nichts zu ändern.
V
on diesen unspezifischen
B
ehandlungsmassnahmen
konnte
keine
namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes
mehr
erwartet wer
den.
4.4
Beim Ereignis vom
13. März 2016
handelt es sich um einen Unfall im mittleren Bereich
an der Grenze zu den leichten Unfällen
(vgl.
Kasuistik
in:
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG,
4.
Auflage 2012, S. 62 ff.). Die rechtsprechungsgemässen Kriterien müssten demnach
in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein
(
vgl. vorne E.
1.2.3
).
Objektiv betrachtet hat sich das Ereignis vom 13. März 2016 weder unter beson
ders dramatischen
Begleitumständen ereignet, noch ist
es
als besonders eindrück
lich zu bezeichnen
.
Da die Beschwerdeführerin keine organisch feststellbaren Ver
letzungen erlitt, ist das Kriterium der Eignung, psychische Fehlentwicklungen zu auszulösen, zu verneinen.
Von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Denn eine eigentliche ärzt
liche Behandlung, welche auf strukturell sichtbare Unfallfolgen gerichtet gewesen wäre, fand nicht statt. Die Beschwerden, die in der ersten Zeit noch vom Unfall beeinflusst gewesen sein könnten, wurden in erster Linie physiotherapeutisch be
handelt. Die verschiedenen Konsultationen bei
Dr.
D._
sodann dienten lediglich der Kontrolle des Verlaufs und betrafen keine bildgebend erkennbaren Befunde, sondern vielmehr die geklagte Beeinträchtigung der kognitiven Leis
tungsfähigkeit.
D
ie Beschwerdeführerin litt des W
eiteren nicht an körperlichen Dauerschmerzen
. E
ine medikamentöse Analgesie wurde
denn auch
bereits im August 2016 nicht mehr als notwendig erachtet. Anhaltspunkte für eine ärztliche Fehlbehandlung sind ebenso wenig vorhanden wie für einen bezüglich
organi
sche
Verletzungen schwierigen Heilungsverlauf oder diesbezügliche erhebliche Komplikationen. Da die von
Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit gestützt auf die subjektiven Beschwerden erging, welche vorliegend ausser Acht zu lassen sind, sind auch die Kriterien Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit zu verneinen.
Da keines der massgebenden Kriterien erfüllt ist, ist die Adäquanz eines etwaigen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom
13. März 2016
und den
nach dem
30. September 2016 geklagten Beschwerden
zu vernei
nen.
4.5
Somit ist die Beschwerdegegnerin
über den 30.
September 2016 hinaus
nicht mehr leistungspflichtig, was zur Abweisung der Beschwerde führt.