# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bcffa9bf-bcf1-4a29-a29a-caaddb9c60d0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1976 geborene
X._
meldete sic
h am 28. Februar 2006 unter Hin
weis auf im Zusammenhang mit einem am 12. Juli 2004 erlittenen Unfall stehende Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/
8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte daraufhin erwerbliche sowie medizinische Abklärungen durch und zog
die
Akten der Suva bei
(
Urk.
7/
18). Mit Verfügung vom 5. April 2007 (
Urk.
7/
45)
wies sie
–
unter Hinweis darauf, dass in der angestammten Tätigkeit als Gipser eine unein
geschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe
–
das Leistungsbegehren ab. Die vom Versi
cherten am 7. Mai 2007 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/
47 S. 3-10) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. September 2008 ab (Prozess Nr. IV.2007.00658;
Urk.
7/
52).
1.2
Die Suva hatte mit Verfügung vom 18. August 2005 (
Urk.
7/
18 S. 22 f.) bezie
hungsweise
Einspracheentscheid
vom 3. April 2006 (
Urk.
7/
18 S. 1-7) ihre
(erneute) Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Juli 2004 ver
neint. Die dagegen vom Versicherten am 16. August 2006 erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 15. Januar 2007 ab (Prozess
Nr. UV.2006.00255).
1.
3
Am 29. Januar 2010 ersuchte der Versicherte
–
unter Hinweis auf eine seit 2004 bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung
–
erneut um Leistungen der
Inva
li
denversicherung (
Urk.
7/
54). Die IV-Stelle liess
ihn
von den Ärzten de
r
Y._
AG
orthopädisch, psychiat
risch und neurologisch untersuchen (Gutachten vom 13. April 2011
;
Urk.
7/
73). Mit Vorbescheid vom 5. Juli 2011 (
Urk.
7/
80) teilte sie ihm daraufhin mit, dass er für die Zeit vom 1. Oktober 2008 bis 31. März 2011 Anspruch auf eine – auf ei
nem Invaliditätsgrad von 100 % beruhende – ganze Rente habe. Nachdem der Versicherte
hiegegen
mit dem Antrag auf Zusprechung einer zeitlich unbefris
teten ganzen Rente Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/
90), holte die IV
Stelle am 6. März 2012 eine ergänzende Stellungnahme
der Gutachter de
r
Y._
AG
(
Urk. 7/
96) ein. Mit Verfügung vom 2
8.
August 2012 wies sie das Leistungsbe
gehren in der Folge
–
unter Hinweis darauf, dass die neuen Abklärungen eine bereits seit 2005 bestehende volle Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätig
keit
ergeben hätten, beziehungsweise auf einen (rentenausschliessenden) Invali
ditäts
grad von 30 %
–
ab (
Urk.
7/
108). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 2
0.
Sep
tember 2012 (
Urk.
7/
114/3-11) wies
das hiesige Gericht mit Urteil
vom 1
1.
März 2014 (Prozess Nr. IV.2012.01009
;
Urk.
7/
126) ab.
1.4
Am 29. Februar 2016 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen in beiden Beinen, in den Händen und im Rücken, Kopfschmerzen sowie psychi
sche Beschwerden erneut
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
7/
130).
M
it Verfügung vom 2
7.
Juli 2016
trat die IV-Stelle
auf das Leistungsbegehren mangels wesent
licher Veränderung der tatsächlichen
Verhältnisse nicht
ein (Urk. 7/160). Die dagegen erhobene Beschwerde vom
8.
September 2016 (
Urk.
7/164/3-4) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
1.
Januar 2018 (Prozess Nr. IV.2016.00962;
Urk.
7/177) ab.
1.5
Am 1
0.
April 2019 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf seit dem Unfall
2004 (HW
S
/LWS, Schleudertrauma) bestehende lumbale Schmerzen, eine post
traumatische
Belastungsstörung,
eine
schwere depressive Störung, Schulter- und Knieverletzungen und Schlafstörungen wiederum zum Leistungsbezug an (Urk. 7/191). Die IV-Stelle tätigte
erneut medizinische und erwerbliche Abklä
rungen und liess den Versicherten
wiederum
durch die
Y._
AG
orthopädisch, psychiatrisch
, allgemeininternistisch
und neurologisch
begutachten (Expertise vom
1
2.
August 2020
;
Urk.
7/290
). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/292
und
Urk.
7/303
) wies sie das
Leistungsbegehren mit Verfügung vom
1
4.
April 2021
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
7.
Mai 2021 bei der IV-Stelle Beschwerde (Urk. 1), welche diese am
3.
August 2021 zuständigkeitshalber an das hiesige Gericht überwies (
Urk.
3). Der Beschwerdeführer beantragte unter Hinweis auf eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit implizit die
Zusprache
einer Rente. Am 1
4.
September 2021 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
5.
September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
fol
gend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
leistungsabweisende
Ver
fügung vom 1
4.
April 2021 (Urk. 2) damit, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert habe. Auf
grund der Rückenbeschwerden sei es ihm nicht mehr möglich
,
als Bauarbeiter zu arbeiten. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm nach wie vor voll zumutbar. Sämtliche üblichen geklagten Beschwerden und funktionellen Einschränkungen seien weder objektivierbar noch zusammenhängend. Die behauptete Rollstuhlpflicht sei weder aus orthopädischer noch aus neurologischer Sicht glaubhaft. In der psychiatri
schen Untersuchung werde ein
zielgerichtetes
Vortäuschen nicht vorhandener Symptome nachgewiesen. In einer körperlich angepassten Tätigkeit könne er ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Anhand der Akten sei nicht ersicht
lich, dass er eine Ausbildung in der Baubranche gemacht habe. Er habe kein rele
vantes Einkommen erzielt, aufgrund welchem Anspruch auf eine Umschulung bestehen würde. Es bestehe weiterhin kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
er sei in den letzten Jahren durch diverse Ärzte behandelt worden und habe mehrere stationäre psychiatrische Behandlungen absolviert. Im Kosovo-Krieg sei er sehr stark traumatisiert worden. Er erlebe immer wieder beeinträchtigende Flashbacks im Alltagsleben. Es gehe hier um einen sogenannten Komplexfall. Es handle sich um eine mittel- bis
schwergradige
depressive Störung und chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren, welchen je für sich genom
men wenig arbeitsunfähige Wirkung zukomme, zusammengenommen aber eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bewirke
n würden
. Die Wahr
scheinlichkeit sei erhöht, dass schwere Belastungsfaktoren zu schweren psychi
atrischen Symptomen führen würden (S. 1). Beim Vorliegen einer Depression beständen starke Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit, Kognition, Merk
fähigkeit und Gedächtnis durch die Denk- und Antriebshemmung, die psy
chopathologisch dem Bild einer Demenz ähne
ln würden
. Zudem sei er nicht in der Lage, sich zu konzentrieren
,
um eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Die Ein
schränkung lasse sich zusammenfassend durch die Schwere des pathologischen Bildes einer chronisch rezidivierenden mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode begründen und nachvollziehen (S. 2).
3.
Vergleichs
zeitpunkt für eine für die Neuanmeldung relevante Veränderung des Gesund
heitszustands bildet
die mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
1
1.
März 2014
(
P
rozess Nr. IV.2012.01009
;
Urk.
7/
126)
bestätigte Verfügung der Be
schwer
degegnerin vom
2
8.
August 2012
(Urk.
7/108
), mit welcher sie
das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente vom
29. Januar 2010
abwies.
Zu prüfen ist, ob sich die medizinische Situation seither revisionsrelevant verschlechtert hat.
4.
4.1
Der am 28. August 2012 verfügten (zweitmaligen) Rentenverweigerung (
Urk.
7/108) lagen im Wesentlichen folgende medizinische Akten zugrunde:
4.1.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab am 17. März 2010 an, den Beschwerdeführer seit 10. Juni 2009 zu behandeln. Es fänden eine
supportive
Einzelpsychotherapie, eine verhaltenstherapeutisch orien
tierte delegierte Psychotherapie sowie eine psychopharmazeutische Be
handlung statt. Aufgrund der vorhandenen Informationen sei davon auszu
gehen, dass sich der Gesundheitszustand eher verschlechtert habe (
Urk.
7/61).
4.1.2
In seinem Bericht vom 28. November 2010 stellte Dr.
Z._
folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/65 S. 2):
-
r
ezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom, ICD-10 F33.11, mit/bei
-
Status nach Sturz aus zirka 5 m Höhe im Juni 2004
-
mit nicht
regredienten
postcommotionellen
Kopfschmerzen
-
c
hronifiziertes
Schmerzsyndrom der LWS
-
Status nach Autounfall im Juli 2004 mit Beschleunigungstrauma
Gemäss Austrittsbericht der
Klinik A._
vom 25. Mai 2008 bestünden sodann nachstehende Diagnosen:
-
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits
-
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung mit/bei:
-
chronifiziertem
lumbospondylogenem
Syndrom beidseits seit PKW
Unfall am 12. Juli 2004
-
MRI vom 20. Mai 2005: Dehydratation der Bandscheibe L4/5 und L5/S1, leichte
breitbasige
Protrusion
, keine Einengung des Spinalkanals, keine Dis
kushernie nachweisbar
-
Status nach HWS-Distorsion Grad 1
-
5/5
Wadde
l
l
-Zeichen positiv
-
Verdacht auf Panikstörung
-
r
ezidivierende depressive Episoden, derzeit mittelgradig
Angesichts des seit fünf Jahren
chronifizierten
Zustandes sei der weitere Verlauf ungewiss (
Urk.
7/65 S. 5). Betreffend die Auswirkung der Gesundheitsstörung auf
die Arbeitsfähigkeit werde auf die Einschätzung des Hausarztes und hin
sichtlich der konkret bestehenden Einschränkungen auf die gestellten Diagnosen verwie
sen; allenfalls sei eine Beurteilung durch den regionalärztlichen Dienst (RAD) indi
ziert (
Urk.
7/65 S. 6).
4.1.3
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer am 4. und 23. Februar sowie am 4. März 2011 durchgeführten psychiatrischen, neurologischen und orthopädischen Unters
u
chun
gen stellten die Ärzte der
Y._
AG
in ihrem Gutachten vom 13. April 2011 nachstehende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit (
Urk.
7/73 S. 18):
-
p
anvertebrales Schmerzsyndrom mit rumpfmuskulärem Globaldefizit (
Lang
zeitdekonditionierung
) und den im MRI und röntgenologisch beschriebenen mässig frühen Aufbrauchbefunden der beiden distalen lumbalen Bewegungs
segmente L4/5 und L5/S1 im Sinne einer
Chondrose
/
Osteochondrose
und
Spon
dylarthrose
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hätten fol
gende Diagnosen (
Urk.
7/73 S. 19):
-
Persönlichkeitsvariante mit
histrionischen
und vermeidenden Anteilen
-
Status nach
blander
HWS-Distorsion QTF I anlässlich Sandwich-Unfall am 12. Juli 2004, keine Folgen
-
a
namnestisch angegebener Arbeitsunfall mit Absturz aus zirka 5 m Höhe auf einer Baustelle im Juni 2004, keine Folgen
-
Status nach Schädelprellung und Commotio 2007, keine Folgen
-
Status nach Auffahrunfall am 9. Januar 2009, keine Folgen
-
c
hronische
Zephalgie
, Differentialdiagnose: chronischer Spannungskopf
schmerz
Die Tätigkeit als Allrounder auf Baustellen, die teilweise schwere, auch mit beson
derer statischer Beanspruchung der Wirbelsäule und des Rumpfes verbun
dene Arbei
ten beinhaltet habe, sei dem Exploranden aufgrund des als Folge der
Lang
zeitdekonditionierung
bestehenden rumpfmuskulären Globaldefizits seit 2005 nicht mehr zumutbar (
Urk.
7/73 S. 21, S. 22 und S. 23). Allerdings würde die im Zusammenhang mit den pathologischen Befunden L4/5 und L5/S1 ste
hende Symp
tomatik innert sechs Monaten stetig abnehmen, wenn der Be
schwerdeführer – selbständig im Rahmen einer aktiven Alltagsgestaltung
–
für eine rumpfmus
kuläre
Rekonditionierung
sorge (
Urk.
7/73 S. 23). In einer leich
ten bis mittel
schwe
ren Tätigkeit bestehe seit 2005, mit einer Unterbrechung von maximal einigen Wochen nach der 2007 erlittenen Commotio cerebri, eine 100%ige Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/73 S. 20, S. 21 und S. 23).
4.1.4
In ihrer gestützt auf die Akten verfassten Stel
lungnahme vom 5. Mai 2011 (Urk.
7/78 S. 4 f.) hielt die RAD-Ärztin Dr.
med.
B._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin,
fest, gemäss der Beurtei
lung de
r
Y._
AG
sei es zwar zu keiner wesentlichen Verbesserung des Gesund
heitszustandes, mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit aber zu einer Adaption beziehungsweise einer ver
besserten Alltagsaktivität und einer erhöhten Belast
barkeit gekommen. Dies sei der Grund für die erhöhte Leistungsfähigkeit. Die
Foerster’schen
Kriterien seien nicht erfüllt; dem Beschwerdeführer sei es zumut
bar, die Schmerzstörung zu überwinden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit; in einer leidensangepassten Tätig
keit sei der Beschwerdeführer seit dem Begutachtungstermin zu 100 % arbeits
fähig.
4.1.5
Am 21. Juli 2011 gab Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
ra
pie, an, der seit 10. Juni 2009 psychotherapeutisch und psycho
pharmazeutisch behandelte Beschwerdeführer sei – wie bereits vom langjähri
gen Hausarzt attes
tiert – aufgrund der somatischen und psychischen Beein
trächtigungen bis auf Weiteres gesamthaft zu 100 % arbeitsunfähig (
Urk.
7/89).
4.1.6
In ihrer – im Hinblick auf eine Beurteilung der Berichte der behandelnden Psy
chi
ater Dr.
C._
und Dr.
Z._
verfassten (vgl.
Urk.
7/96) – Stellung
nahme vom 6. März 2012 hielten die Gutachter de
r
Y._
AG
fest, anlässlich der einge
henden psychiatrischen Untersuchung hätten sich keine Anhaltspunkte für eine affektive Störung, insbesondere eine Depression, ergeben. Auch die Diag
nose einer somatoformen Schmerzstörung habe sich nicht bestätigen lassen, fehle es doch an einem
hiefür
erforderlichen ausreichend schwerwiegenden, massgebli
chen innerseelischen Konflikt beziehungsweise an einer schweren psy
chosozialen Belastung in enger Verknüpfung mit der Entwicklung des Schmerzsyndroms. Auf
grund der erhobenen Befunde sei davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer eine Persönlichkeitsstruktur mit ausgeprägten
histri
onischen
Akzenten auf
weise. Vor dem Hintergrund dieser Störung spreche die Entwicklung des mit
den somatischen Befunden nicht hinreichend erklärbaren Schmerzsyndroms
für eine sekundäre Symptomausweitung mit Selbstlimi
tierung; bewusstseinsnahe Ten
denzen zu Aggravation und Verdeutlichung könnten dabei nicht ausgeschlos
sen werden (
Urk.
7/96 S. 2). Insofern bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Diag
nose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/96 S. 3).
4.1.7
Die RAD-Ärztin Dr.
B._
hielt am 23. März 2012 fest, es sei davon auszu
ge
hen, dass der Beschwerdeführer seit 2005 wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/97 S. 3).
4.2
Die angefochtene Verfügung stützte sich unter anderem auf folgende Berichte:
4.2.1
In seinem Bericht vom
8.
Juni 2016
(
Urk.
7/222/43-46) stellte
der behandelnde
Dr.
C._
f
olgende Diagnosen
(S. 2)
:
-
anhaltende depressive Störung
-
mittel-
schwergradige
rezidivierende depressive Episoden mit und ohne psy
cho
tische Symptome
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit passiv-aggressiven Anteilen
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit
-
Probleme mit der familiären Situation
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung
mit/bei
-
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom beidseits
-
Bandscheibenschäden L4 und L5
-
Status nach Sturz aus ca. 5
m Höhe im Juni 2004
-
nicht
regrediente
n
postcommotionellen
Kopfschmerzen
-
Status nach HWS-Distorsion Grad 1
-
Status nach Auffahrunfall
9.
Januar 2009
-
absenzartige
n
Zustände
n
und Myoklonien unklarer Ätiologie
-
keine sicheren Hinweise für eine epileptische Genese
Dazu führte er aus, der
Beschwerdeführer
befinde sich seit dem 1
0.
Juni 2009 in seiner psychiatrischen Behandlung mit drei- bis vierwöchentlich anberaumten Gesprächen.
Dieser
habe in
seiner Heimat eine Ausbildung als K
ranken
p
fl
eger begonnen und diese kurz vor dem Abschluss abgebrochen. 1999 sei er als Flücht
ling in die Schweiz gekommen und habe zu einem späteren Zeitpunkt einen
Kran
kenpflegerkurs
sowie
einen Kurs
zum H
austechni
ker absolviert. Von 2002 bis zu seiner Erkrankung habe er temp
o
rär auf dem Bau gearbeitet. Lebensgeschichtlich beständen bereits krankheitsrelevante Belastungen, dazu zähle die Unruhe und
der
Krieg in der Heimat in den neunziger Jahren, die ihn gezwungen hätten
,
die Heimat zu verlassen, seinen schwer kranken Vater zu verabschieden und berufs
fremde Arbeiten
zu verrichten (S. 1-2). Die Arbeitsfähigkeit sei auch für leichte Arbeiten auf mindestens 50
%
reduziert. Die Leistungsfähigkeit werde beeinträch
tigt durch eine depressive Apathie mit Energiemangel und Konzentrationsstörun
gen. Aus psychiatrischer Sicht sei prognostisch in Anbetracht der Komorbidität, des langjährigen Krankheitsverlaufs mit Tendenz zur Verschlechterung und der generell verminderten psychischen Belastbarkeit und regressiven Abwehrhaltung auf absehbare Zeit keine weitere Besserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (S.
4).
4.2.2
Die behandelnden
Dr.
med. D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
E._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, stellten in ihrem Bericht vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
7/229) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode, fraglich mit psychotischen Symptomen
-
Agoraphobie mit Panikstörung
,
fraglich generalisierte Angststörung
-
Angst und depressive Störung mit wichtigen Zwangsanteilen beziehungsweise vorwiegend Zwangsgedanken
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 4):
-
lumbospondylogene
s
Schmerzsyndrom beidseits
-
Bandscheibenschäden L4 und L5
-
Status nach Sturz aus ca. 5
m Höhe im Juni 2004
-
mit nicht
regrediente
n
postcommotionellen
Kopfschmerzen
-
Status nach HWS-Distorsion Grad 1
-
Status nach Auffahrunfall
9.
Januar 2009
-
absenzartige
Zustände und Myoklonien unklarer Ätiologie
Dazu führten sie aus, der
Beschwerdeführer
stehe seit September 2018 in ihrer Behandlung mit 14-tägigen Sitzungen. Seit 2009 sei er für sämtliche Tätigkeiten im primären Arbeitsmarkt zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2)
. Eine Tätigkeit von 2-3 Stunden pro Tag im Haushalt sei ihm zumutbar. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit seien etwa 2 bis 3 Stunden pro Tag mit ausreichenden Pausen zumutbar. Angesichts der vorliegenden somatischen sowie psychischen Störungen sei eine Wie
dereingliederung unwahrscheinlich (S. 6).
4.2.
3
Dr.
med. F._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med. G._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, von der
Y._
AG
stellten in ihrem Gutachten vom
1
2.
August 2020
(
Urk.
7/290
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S.
13
):
-
degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule
-
Diskusprotrusion
L4/5 mit Zeichen eines
Anulusrisses
-
Osteochondrose
und zirkuläre
Diskusprotrusion
mit einer
b
r
eitbasig
protru
dierten
links
rezessalen
Komponente L5/S1 ohne Nervenwurzelkompression
-
anlagebedingte lumbale Spinalkanalstenose und Fetthyperplasie beginnend L4/5 nach kaudal mit deutlicher Einengung des Duralsackes, insbesondere auf Höhe L5/S1
-
ohne zu objektivierende Bewegungseinschränkung
-
ohne neurologische Auffälligkeiten
-
ohne Auffälligkeiten der paravertebralen Muskulatur
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
14
):
-
chronische Schmerzen der Halswirbelsäule ohne wesentliche dem Alter voraus
schreitende degenerative Veränderungen und ohne klinisch fassbares Korrelat
-
chronische Schmerzen der Brustwirbelsäule ohne zu eruierende Ursache, ohne klinische Auffälligkeiten
-
chronische Schmerzen des rechten Schultergelenkes im Sinne eines vom
Beschwerdeführer
beschriebenen
Impingementsyndroms
ohne klinische und radiologische Auffälligkeiten
-
chronische Schmerzen des linken Schultergelenkes im Sinne eines vom
Beschwerdeführer
beschriebenen
Impingementsyndroms
ohne klinische und radiologische Auffälligkeiten
-
knöchern konsolidierte Radiuskopffraktur rechts ohne klinische und radiolo
gische Residuen
-
chronische Schmerzen des rechten Handgelenkes nach fraglicher Fraktur des distalen Radius ohne klinische Funktionseinschränkung
-
fragliche alte Fraktur des
Prozessus
styloideus
ulnae
-
intermittierende Schmerzen des rechten Kniegelenkes ohne klinisch
e
oder radio
logische Auffälligkeiten
-
arterielle Hypertonie
-
leichte
Mitralinsuffizienz
-
Adipositas BMI 30.0 kg/m
2
Dazu führten sie aus,
im psychiatrischen Fachgebiet stelle sich vor dem Hinter
grund des präsentierten Beschwerdebildes vor allem die Frage, ob beim
Beschwer
deführer
eine dissoziative Störung vorliege, die sich einer Behandlung bisher entzogen habe. Zu einer solchen passe allerdings nicht das Antwortverhalten des Beschwerdeführers
;
auch wäre nicht zu erwarten, dass jemand, der an einer dissoziativen Störung leide, in zwei verschiedenen Beschwerdevalidierungs
ver
fah
ren signifikant schlecht abschneide. Dies führe dazu, dass keine psychiatrische Diagnose zu vergeben gewesen sei (S. 8-9).
Das Auftreten und Antwortverhalten und das signifikant schlechte Abschneiden in zwei Beschwerdevalidierungsver
fahren sprächen klar gegen das Vorli
e
gen authentischer Beschwerden. Aus diesem Grund sei die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s aus psychiatrischer Sicht gegeben, eine Einschränkung lasse sich auch für die Vergangenheit nicht begründen (S. 15).
Bei der Durchsicht der psychiatrischen Aktenstücke falle auf, dass die Behandler zu keinem Zeitpunkt an Phänomene wie Aggravation oder Simulation gedacht hätten, was sich spätestens bei der Lektüre ihres ersten Gut
achtens hätte aufdrängen müssen. Auch die Tatsache, dass die Medikamenten
spiegel während der hiesigen aktuellen Exploration teilweise erneut nicht im the
rapeutischen Bereich gelegen hätten, hätte Anlass zur Nachfrage bieten müssen,
zumal dies zum Zeitpunkt der letzten Begutachtung genauso der Fall gewesen sei (S. 54).
Aus orthopädischer Sicht könne festgehalten werden, dass seit dem 1
0.
Mai 2005 eine andauernde Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werde, dies zu
n
ächst aufgrund
von
Schmerzen der Lendenwirbelsäule, wobei die entsprechende Diagnostik im Sin
n
e einer MRI-Untersuchung am 2
0.
Mai 2005 nur mässige de
g
enerative Ver
änderungen habe nachweisen können, die die als invalidisierend beschriebenen Schmerzen nicht hätten erklären können. Vorausgegangen sei ein PKW-Unfall am 1
2.
Juli 2004 mit einer HWS-Distorsion Grad I und schon seinerzeit beschrie
benen Schmerzen
an
der Lendenwirbelsäule. Die Behandlung sei zeitgerecht am 2
6.
August 2004 abgeschlossen worden und
die
Arbeitsfähigkeit sei zum 1
6.
Au
gust 2004 wieder eingetreten. Der
Beschwerdeführer
habe als Facharbeiter ab dem 1
3.
Oktober 2004 eine neue Stelle angetreten, die schon per 1
6.
November 2004 gekündigt worden sei. Dana
ch
habe er keine
Erwerbst
ätigkeit
mehr
aufge
nom
men. Im weiteren Verlauf seien mehrere
weitere Unfälle aktendokumentiert und eine erhebliche Ausweitung der Beschwerdesymptomatik praktisch auf den gesam
ten Körper. Die entsprechenden klinischen und bildgebenden Untersuchun
gen hätten jedoch keinen zu objektivierenden Befund detektieren können,
der
die von ihm als sehr stark beschriebenen Beschwerden hätte erklären können. Schon Ende 2005 sei im Rahmen einer Rehabilitation in der
Klinik A._
von einer somatoformen Schmerzstörung gesproc
hen und 5/5 der
Waddell
-Ze
ichen als positiv mitgeteilt worden. Seit 2018 nun gebe er an, sogar auf einen Elektro
rollstuhl angewiesen zu sein, da er erhebliche Schmerzen
an
der Lenden
wirbelsäule habe sowie eine allgemeine körperliche Schwäche und nicht mehr in der Lage sei
,
auch nur kurze
Strecken gehend
zurückzulegen. Ab 2005 seien mannig
faltige Abklärungen sämtlicher Körperabschnitte durchgeführt worden. Beim Schädel seien diffuse neurologische Symptome berichtet worden, auch starke Kopfschmerzen seit einem Unfall 200
4.
Die entsprechenden bildgebenden Untersuchungen, das heisse ein CT vom 14. Juni 2007, MRI am 3
0.
Januar 2015 sowie MRI am 1
4.
August 2017
,
hätten keine entsprechenden Auffälligkeiten nachweisen können. Beim rechten Schultergelenk seien auch anlässlich der vor
liegenden Untersuchung Schmerzen beklagt worden, die nicht zu objektivieren seie
n. Eine MRI-Untersuchung am 11.
November 2017 sowie eine konvention
elle Röntgenuntersuchung am 13.
September 2018
hätten
entsprechende Verände
rungen, die zu Schmerzen führen würden, nicht erklären können (S. 9). Beim linken Schultergelenk gelte das Gleiche wie für das rechte Schultergele
n
k
, eine MRI-Untersuchung am 13.
März 2017 habe keine Veränderungen zeigen können, die die als stark beschriebenen Beschwerden erklären könnten. Es seien nach
wiederkehrenden Schmerzen der
Halswirbelsäule
Röntgenuntersu
chungen am 1
2.
Juli 2004 und 4.
März 2011, MRI-Untersuchungen am 1
4.
Januar 2009,
5.
Sep
tember 2016 und 1
4.
August 2017, CT-Untersuchungen am
9.
Januar 2009 und 1
3.
September 2018 erfolgt, jeweils ohne dem Alter vorausschreitende dege
nerative Veränderungen.
Bei der Brustwirbelsäule hätten durch Röntgenuntersu
chung am
4.
März 2011, MRI-Untersuchung am 1
4.
Januar 2009 und
1
4.
August 2017 sowie CT am 13.
September 2018 dem Alter vorausschreitende pathologi
s
che Veränderungen ausgeschlossen werden können. Bei der Lendenwirbelsäule würden die stärksten Schmerzen beklagt. Die entsprechenden bildgebenden Unter
suchungen
–
Röntgenuntersuchung am 1
2.
Juli 2004,
4.
Mä
rz 2011 und
9.
April 2019, MRI-Untersuchung am 2
0.
Mai 2005, 1
4.
Januar 2009, 2
6.
August 2016, 1
4.
August 2017 sowie am 2
4.
April 2019
und
CT am 1
3.
September 2018
–
hätten mässige degenerative Veränderungen gezeigt, die Schmerzen erklären könnten, jedoch nicht in der vom
Beschwerdeführer
angegebenen Form und in der von ihm angegebenen Symptomatik. Unz
w
eifelhaft beständen degenerative Veränderungen, die einen Einfluss auf die Arbeitsfähi
g
k
ei
t als Bauarbeiter/Gipser hätten.
Beim rechten Ellenbogengelenk sei in der Vergangenheit eine Radiuskopf
fraktur beschrieben worden
;
durch
eine
MRI-Untersuchung am 10.
November 2017 und Röntgenuntersuchung
en am 1
3.
September 2018 und 9.
April 2019 hätten letztendlich
aber
keine fassbaren Residuen dieser Verletzung mehr nach
gewiesen werden können. Klinisch fänden sich hier keine Auffälligkeiten, keine Bewegungseinschränkungen und keine Muskelminderung des rechten Ober- oder Unterarmes. Beim rechten Handgelenk sei im Rahmen einer CT-Untersuchung am 1
0.
April 2017 sowie einer Röntgenuntersuchung
am
9.
April 2019 eine alte Frak
tur des
Pro
c
essus
styloideus
ulnae
mit einem
randsklerosierten
Pro
c
essus
styloideus
Fragment beschrieben worden, der distale Radius ohne erkennbare Resi
duen einer allfälligen Fraktur. Keine signifikante Degeneration im Hand
gelenk. Normales karpales Gefüge ohne signifikante Degeneration. Eine Funk
tions
einschränkung des rechten Handgelenks anlässlich der vorliegenden Unter
su
chung sei nicht zu objektivieren gewesen. Beim rechten Kniegelenk würden weiter Schmerzen angegeben
;
eine Röntgenuntersuchung
am
9.
April 2019 habe
jedoch
keine Auffälligkeiten feststellen können (S. 10).
Der
Beschwerdeführer
sei aus orthopädischer Sicht nicht mehr in der Lage
,
seine angestammte Tätigkeit auf dem Bau auszuüben. Eine adaptierte Tätigkeit, die das beschriebene Belastungs
profil berücksichtige, sei ohne Einschränkungen möglich (S. 15).
Aus neurologischer Sicht habe ein am 1
4.
August 2017 durchgeführtes MRI des Kopfes einen Normalbefund gezeigt. Anlässlich der neurologischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer nicht über Kopfschmerzen geklagt. Es
hätten sich
normale Hirnnervenfunktionen gefunden, bei der Untersuchung der Motorik hätten sich keine objektiven Hinweise auf das Vorliegen von Paresen ergeben, die Reflextätigkeit
habe
sich seitengleich normal auf mittellebhaftem Niveau dar
gestellt. Pyramidenbahnzeichen hätten gefehlt. Bei der Überprüfung der groben Kraft sei zunächst an den oberen Extremitäten nur schwach innerviert worden, bei wiederholter Aufforderung zur Maximalinnervation sei wenigstens kurzzeitig seitengl
e
ich kräftig innerviert worden ohne das Vorliegen von Paresen
. Im Bereich der unteren Extremitäten sei einerseits bei der Untersuchung im S
itzen die H
üftbeugung und Kniestreckung nur gegen die Schwerkraft
kurzzeitig
auf beiden Seiten durchgeführt worden
;
kontrast
i
erend hierzu sei
en
das A
ufri
chten aus dem Sitzen und das Hinsetzen sowie das Stehen und Gehen weniger Schritte mögli
ch
gewesen. Im Sitzen seien die Füsse nicht bewegt worden
;
kontrastierend h
i
erzu seien sie seitengleic
h
gehoben und gesenkt worden beim Aufrichten aus und Hinsetzen in den Rollstuhl sowie beim Ein- und Auskleiden. Die seitengl
e
iche normale Reflextätigkeit zeige die Intaktheit der Reflexbögen an. Dieser kl
i
nische Befund sei nicht vereinbar mit der demonstrierten Bewegungslosigkeit der Füsse und der eingeschränkten Bewegung der unteren Extremitäten im proximalen Bereich. Bei der Überprüfung der Sensibilität sei zudem
e
in normales Empfinden angegeben worden. Hinweise auf eine Affektion vegetativer Funktionen oder auf eine zentral bedingte Ataxie hätten sich ebenfalls nicht ergeben
(S. 11
-12
).
Weder aktenkundig noch nach der hiesigen Anamneseerhebung und dem hiesigen klinisch-neurologischen Untersuchungsbefund hätten sich Hinweise auf das Vor
liegen einer neurologischen Erkrankung beziehungsweise neurologische Folge
schäden nach wiederholten Unfällen ergeben. Eine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit aus neurologischer Sicht liege nicht vor (S. 15).
Aus internistischer Sicht bestehe eine arterielle Hypertonie, die sehr gut einge
stellt sei. Echo
kardiographisch sei des Weiteren der Nachweis einer leichten
Mitralinsuffizienz
erfolgt. Kardiopulmonale Dekompensationszeichen hätten sich nicht nachweisen lassen. Der
Beschwerdeführer
inhaliere täglich 3x ein Hub
Symbicort
200/
6.
Die Gründe dafür könne er nicht benennen. Pulmonal bestän
den auch keine subjektiven Beschwerden. In den vorliegenden Unterlagen befän
den sich auch keine entsprechenden Befunde. 2016 sei anlässlich
eines Reha-Aufenthaltes in J._
der Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom geäussert worden. Die empfohlene
pneumologische
Abklärung sei bis heute aller
dings nicht durchgeführt worden. Die bestehenden internistischen Erkran
kungen würden zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (S. 12 und S. 15).
In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter sei der
Beschwerdeführer
aufgrund der orthopädischen Symptomatik
seit 2005 zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 17
-18
).
Ihm
seien in der Gesamtbetrachtung leichte Tätigkeiten überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit der eigen gewählten Positionswechsel zuzumuten. Keine dau
ernden Überkopftätigkeiten, keine Zwangshaltungen für die Wirbelsäule. Im Längs
schnittverlauf sei dieses Belastungsprofil ab Beginn des Arbeitsunfähig
keits
zeitraumes im Mai 2005 zugrunde zu legen, zu diesem Zeitpunkt seien die dege
nerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule dokumentiert. Diesbezüg
lich sei dem Gutachten vom 1
3.
April 2011 zuzustimmen. Der
Beschwerdeführer
selbst schätze sich als vollständig arbeitsunfähig für jegliche Arbeiten ein. Dies könne aus den nun hinlänglich dargelegten Gründen nicht nachvollzogen werden. Die von ihm angegebenen und dargestellten Funktionsstörungen könn
t
en medizi
nisch nicht begründet werden (S. 16).
Eine überdauernde Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils sei nicht zu argu
mentieren. Dies mit Ausnahme von längstens zwei- bis dreiwöchi
gen Absenzen nach den jeweiligen Unfällen (S. 17).
Ein inkonsistentes Antwortverhalten
und ein entsprechendes Auftreten zögen sich wie ein roter Faden durch die Akte, entsprechende Warnungen seien früh
zeitig gemacht worden. Auch hier sei der Beschwerdevortrag des
Beschwerde
führer
s vage geblieben und im Allgemeinen verhaftet, selbst einfache Fragen habe er nicht mit Leben füllen können. Eine depressive Symptomatik sei auch vor dem Hintergrund des spezifisch schlechten Abschneidens in zwei Beschwerde
validierungsverfahren keine hinreichende Begründung für dieses Verhalten. Zur Schwere des Zustandsbildes passe im Übrigen auch nicht, dass er seit der letzten hiesigen Begutachtung Vater geworden sei. Der
Beschwerdeführer
mache gleich
mässige Einschränkungen des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen geltend. Widersprüche hierzu hätten sich insofern ergeben, als die von ihm genannten Einschränkungen auf orthopädisch/
traumatologischem
Fachge
biet nicht nachzuvollziehen seien. Immer wieder seien entsprechend der geschil
derten Symptome auch Therapieversuche und medikamentöse Therapien erfolgt. Die geklagten Schmerzen und Funktionseinbussen seien nicht konsistent und plausibel und könnten nicht nachvollzogen werden. Die Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten sei seitengleich und altersentsprechend kräftig ausge
bildet. Es finde sich eine normale
Fusssohlenbeschwielung
als Hinweis
darauf
, dass der elektrische Rollstuhl nicht permanent gebraucht werde. Die Spontan
be
wegungen und die klinischen Untersuchungsbefunde könnten die vom
Beschwer
de
führer
beklagten Einschränkungen nicht nachvollziehen lassen. Es hätten sich auf orthopädisch/
traumatologischem
Fachgebiet keinerlei krankhafte klinische Befunde gefunden, die bildgebenden Un
tersuchungen hätten im Wesentli
c
h
en mässige degenerative Veränderungen der Lendenwirbels
ä
ule erbracht, dies als
einzige Gesundheitsstörung, die als dem Alter vorausschreitend angesehen werden könne. Sämtliche übrigen orthopädischen Untersuchungs
befunde seien ohne auffälligen Befund, die sehr intensiv durchgeführten bild
gebenden Unter
su
chungen seien ebenfalls ohne Veränderungen, welche die Beschwerden begrün
d
en könnten. Sowohl schon nach der Aktenlage als auch nach der hiesigen Befra
gung und Untersuchung hätten sich eindeutige Belege dafür ergeben, dass eine erhebliche Diskrepanz bestehe zwischen Angabe perma
nenter starker und stärks
ter Schmerzen sowie einer Einschränkung der Bewe
gungsfäh
i
gkei
t
aller Extre
mitäten, beinbetont, einerseits und dem Fehlen eine
s
krankhaften
neurologischen
Untersuchun
g
sbefundes.
Sie würden sich im Übrigen erlauben
,
auch ihrer Ver
wunderung darüber Ausdruck zu verleihen, dass der
Beschwerdeführer
mit Hilfsmittel
n
versorgt worden sei. Genau das Gegenteil wäre richtig gewesen. Durch die Verordnung eines Elektrorollstuhls und eines Rollators sei ihm deutlich gemacht worden, dass seine Symptomatik tatsächlich vorhanden sei. Genau dies sei nicht der Fall. Insgesamt sei von nicht authentischen Beschwerden auszu
gehen (S. 16-17).
4.2.
4
Der behandelnde
lic
. phil.
E._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Januar 2021 (
Urk.
7/
302
)
zum Gutachten
aus, der
Beschwerdeführer
sei im Kosovokrieg sehr stark traumatisiert worden. Er erlebe immer wieder Flashbacks in seinem All
tagsleben. Im Ganzen gehe es hier um ein Spektrum verschiedener
behand
lungsbedürftiger
Symptome, die sich von Angst und depressiver Symptomatik bis hin zu chronischen Schmerzen erstrecken würden. Das Risiko einer
Chronifizie
rung
wachse proportional zur Erkrankungsdauer. Hier gehe es offensichtlich um einen sowohl diagnostisch als auch therapeutisch sogenannten Komplexfall. Das Zusammenspiel zwischen verschiedenen psychischen Beschwerden entspreche dem holistischen Prinzip, das Ganze sei mehr als die Summe seiner Einzelteile. Beim
Beschwerdeführer
handle es sich um eine mittel- bis
schwergradige
depressive Störung und chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren, welchen je für sich genommen wenig arbeitsunfähige Wirkung zukomme, zusammengenommen aber eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit bewirke
n würden
. Kausal sei es jedoch sicher nicht zwangsläufig so, dass nur leichte Belastungsfaktoren zu leichten Beeinträchtigungen führen würden und katastrophale Ereignisse zu schweren psychischen Symptomen. Aber die Wahrscheinlichkeit sei doch bei schweren Belastungsfaktoren deutlich erhöht. Bei entsprechend disponierten Personen werde sich dann im Zusammenwirken einer entsprechenden Veranlagung und
im
Zusammentreffen mit den belastenden Ereignissen eher eine psychische Problematik entwickeln, wenn es sich um Ereig
nisse handle, die von der individuellen (subjektiven) Sicht der Betroffenen nicht
zu bewältigen seien beziehungsweise denen sich diese hilflos ausgeliefert fühlen würden. Beim Vorliegen einer Depression beständen starke Störungen von Konzentration, Aufmerksamkeit, Kognition, Merkfähigkeit und Gedächtnis durch die Denk- und Antriebshemmung, die psychopathologisch dem Bild einer Demenz
ähneln würden
. Der
Beschwerdeführer
sei nicht in der Lage, sich zu konzent
rieren
,
um eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Die Einschränkung lasse sich zusam
menfassend durch die Schwere des pathologischen Bildes einer chronisch rezidi
vierenden mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode begründen und nach
vollziehen.
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
Y._
AG
vom 1
2.
August 2020 (E. 4.2.3 hiervor) beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, psy
chi
atrischen, orthopädischen und neurologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusam
menhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation über
zeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Sie zeigten auf, dass
sein
Auftreten und Ant
wortverhalten sowie sein signifikant schlechtes Abschneiden in zwei Beschwer
devalidierungsverfahren klar gegen das Vorliegen authentischer Beschwerden sprechen und dass
sich
ein inkonsistentes Antwortverhalten und ein entsprechen
des Auftreten wie ein roter Faden durch die Akte ziehen. In diesem Zusammen
hang
legten sie auch dar
, dass der Medikamentenspiegel
–
wie bereits anlässlich der letzten Begutachtung im Jahre 2011
–
teilweise erneut nicht im therapeu
tischen Bereich lag
. Zudem hielten sie fest, d
ass die Muskulatur der oberen und unteren Extremitäten seitengleich und altersentsprechend kräftig ausgebildet
war
und sich trotz angeblichen
Angewiesenseins
auf einen elektrischen Rollstuhl eine normale
Fusssohlenbeschwielung
fand
.
Aus somatischer Sicht wiesen sie
zudem
auf mannigfaltige Abklärungen sämtlicher Körperabschnitte hin, bei welchen abge
sehen von mässigen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule keine Auffälligkeiten
festgestellt werden konnten. Weiter führten sie aus, dass eine erhebliche Diskrepanz besteh
t
zwischen der Angabe permanenter starker und stärkster Schmerzen und einer Einschränkung der Bewegungsfähigkeit aller Ext
remitäten, beinbetont, einerseits und dem Fehlen eines krankhaften neurologi
schen Untersuchungsbefundes andererseits. Zusammenfassend gingen die Gut
achter von nicht authentischen Beschwerden aus und
gelangten zum ausführlich begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestammten Tätigkeit
aufgrund der Rückenbeschwerden
seit 2005
nicht mehr, in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit hingegen mindestens seit dem Vergleichszeitpunkt zu 100
%
arbeitsfähig ist. Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizini
sche Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6 hiervor).
Beruht die Leistungseinschränkung wie vorliegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung,
die eindeutig über die blosse unbewusste Tendenz zur Schmerzausweitung und -verdeutlichung hinausgeht, ohne dass das betreffende Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurück
zuführen wäre, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_371/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 5.1.2)
und es erübrigt sich die Durchführung eines strukturier
ten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_520/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 6.1 und 9C_371/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 5.1.2)
, weshalb sich Ausführungen
zu den
jeweiligen Standardindikato
ren
erübrigen
.
5.2
Die Einwendungen des Beschwerdeführers und des behandelnden
lic
. phil.
E._
(vgl. E. 4.2.4 hiervor) vermögen
an der Beweiskraft des Gutachtens
nichts zu ändern
, zumal sie sich mit den
Diagnosen und Arbeitsfähigkeitseinschätzungen der G
utachter nicht auseinandersetzten
und trotz deren expliziten Hinweis, dass die Behandler zu keinem Zeitpunkt an Phänomene wie Aggravation oder Simu
lation gedacht hätten, dazu weiterhin mit keinem Wort Stellung nahmen.
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, im Kosovo-Krieg sehr stark traumatisiert worden zu sein, ist festzuhalten, dass diesbezügliche
Erfahrungen
vor dem
Einwandverfahren
weder von ihm noch von seinen Behandlern je
thematisiert wurden.
Dr.
C._
berichtete einzig, dass die Unruhen in der Heimat den
Beschwer
deführer
gezwungen hätten, diese zu verlassen (E. 4.2.1 hiervor), allfäl
lige konkrete traumatisierende Ereignisse erwähnte er hingegen nicht.
Die zahl
reichen Behandler stellten denn auch nie die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
Anlässlich der Begutachtung erwähnte
d
er
Beschwerdeführer
gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
Dr.
I._
einzig seine Unfälle als
ein
schneidende Erlebnisse (Urk.
7/290/48)
.
Bereits
während
der im Februar 2011 durchgeführten Begutachtung berichtete er
Dr.
med. K._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, in seiner
Kindheit oder späteren Zeit habe es keine schwerwiegenden Ereignisse gegeben (
Urk.
7/73/29).
Hätte er während des Kosovo
-
Krieges eine sehr starke Traumatisierung erlebt, wie er beschwerdeweise geltend machte, wäre doch davon auszugehen, dass er
,
nach einschneidenden Ereig
nissen befragt,
gegenüber den Gutachtern zumindest
eine entsprechende
Andeutung gemacht hätte.
Mit Blick auf sein
aggravatorisches
Verhalten sind die Aussagen des
Beschwerdeführer
s deshalb mit Zurückhaltung zu würdigen.
Die geltend gemachten Flashbacks, welche er im Alltag erlebt, vermögen zudem
sein
Verhalten anlässlich der Begutachtung, welches klar gegen das Vorliegen authen
tischer Beschwerden sprach, nicht zu erklären.
Nachdem sich
lic
. phil.
E._
in seine
r Stellungnahme zum Gutachten
zu diesen
Widersprüchen
überhaupt nicht äusserte und eine
seiner Ansicht nach bestehende
Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit nicht nachvollziehbar begründete, kann auf seinen Bericht
nicht abge
stellt werden und es ist weiterhin von der von den Gutachtern der
Y._
AG festgehaltenen
, mindestens seit dem Vergleichszeitpunkt bestehenden
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit auszugehen.
Damit
hat sich der medizinische Sachverhalt nicht revisionsrelevant
verschlech
tert
. Es
besteht
weiterhin
kein Anspruch auf
eine Rente
der Invalidenversiche
rung
, was
zur Abweisung
der Beschwerde
führt
.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig
.
D
ie Gerichtskosten
sind
gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 1’000.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.