# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 23c4a06d-c239-4af8-bb51-b16aa6591424
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957
, war seit
2011 als Head Engineering Services
bei
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerischen
Un
fallversicherungsanstalt
(SUVA) obligatorisch unfallversichert. Am 10. Novem
ber 2013 rutschte er beim Aufwischen von Wasser aus einer gebro
chenen Wasser
leitung aus
und verletzte sich dabei am linken
Ellbogen, am Be
cken und am Rücken (Urk. 7/1). Die
erstbehandelnde
n
Ärzte
diagnostizierte
n
ein
lum
bo
ver
tebrales
Schmerzsyndrom (Urk. 7/17).
Die SUVA erbrachte die gesetz
lichen Leistungen.
Mit Verfügung vom
17. April 2014
stellte die SUVA ihre Leistungen per
11. Mai 2014
ein (Urk. 7/
46
). Dagegen
erhob der Versicherte am 9. Mai 20
1
4
Einsprache (Urk. 7/
49)
, welche
die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom
6. August 2014 (Urk. 7/59
= Urk. 2) ab
wies
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 6. August 2014 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 8. September 2014 Beschwerde und beantragte die Weiterausrichtung der gesetzlichen Leistungen bis zum 10. Juni 2014 (Urk. 1). In der
Beschwerde
antwort
vom 11. November 2014 schloss die SUVA auf Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 27. April 2015 mitgeteilt wurde
(Urk. 12).
3.
Mit Urteil vom heutigen Tag wurde auch das den Beschwerdeführer betreffende Verfahren AL.20
14
.00237 abgeschlossen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
2.1
.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweckmässige
Behandlung ihrer Un
fall
folgen.
2.1.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versi
cherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies
nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der In
validen
ver
sicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 ATSG hinter
lässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 41 E. 2c).
2.1.3
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er er
lischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art.
16
Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE 137 V 199 E.
2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2.
Dezember 2014 E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der ver
sicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherung besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
2.2
2.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten
nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche
Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt
erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ur
sachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht
publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sund
heitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363
S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen
der ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Be
weis
last
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kau
sal
zusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rück
fällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden B
eschwerden. Solange jedoch der S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
2.3
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der rechtlichen Folgen sind Versicherungsträger und Gerichte auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Ex
perten angewiesen. Diese Angaben bilden die ausschlaggebenden Beweismittel.
Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmli
che
Be
weisregeln
, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Be
schwer
deverfahren
bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Be
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur
teilung des streiti
gen Rechtsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streiti
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 11. Mai 2014
mit der Be
gründung
ein (Urk. 2), die weiterhin bestehenden Beschwerden seien nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen, sondern krankhafter Natur (S. 3
lit
. H). Der Be
schwerdeführer habe sich beim Sturz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit le
diglich eine Prellung zugezogen und insbesondere könnten die Diskushernien nicht auf den Unfall zurückgeführt werden (S. 9
Ziff.
5b). Unter Berücksichti
gung der Tatsache, dass keine strukturellen Unfallläsionen hätten nachgewiesen werden können, sei von eine
r
zeitlich limitierten Verschlimmerung eines
vor
bestehenden
krankhaften, degenerativen Zustandes auszugehen. Der
S
tatus quo sine sei spätestens am 11. Mai 2014 erreicht (S. 11
Ziff.
6b).
3.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein (Urk. 1), es lasse sich klar feststellen, dass die Beschwerden im rechten Bein in der Vergangenheit ausschliesslich durch einen Unfall ausgelöst worden seien und jeweils mittels verschiedene
r
konservative
r
Behandlungsmethoden nach kürzerer oder längerer Zeit
wieder
hätten
zum Verschwinden gebracht werden können. Zwischen den Unfällen habe er keine Beschwerden gehabt. Er habe nach der Leistungseinstellung die Behandlung bis zum Erreichen der Beschwerdefreiheit fortgeführt und sei seit 11. Juni 2014 wieder vollständig arbeitsfähig (S. 1). Eine generelle Frist von 6
Monaten zur Therapierung der unfallbedingten Schädigungen erscheine unan
gebracht, da jeder Unfall und jede Beschädigung anders seien. Er habe nach 7
Monaten keine Beschwerden mehr gehabt. Es entspreche der natürlichen Erfahrung, dass eine Problematik mit jeder neuen Schädigung oder Aktivierung länger
therapiert werden müsse (S. 2).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
die
Beschwerdegegnerin
auch nach dem
11. Mai 2014
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen hat.
4.
4.1
Die erstbehandelnden Ärzte
Z._
und
Dr.
med.
A._
, Inter
disziplinäre Notfallorganisation am
B._
, diagnosti
zierten im Bericht vom 11. November 2013 (Urk. 7/17) ein
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom. Der Beschwerdeführer habe angegeben, die Symptomatik der berichteten abgeschwächten Sensibilität über dem linken, lateralen Oberschen
kel, welche nun auch bis in den lateralen Unterschenkel und die grosse Zehe reiche, bei einem Status nach Bandscheibenvorfall 1999 sowie rezidivierenden Stürze
n
auf das Gesäss 2007 und 2008 schon zu kennen.
4.2
Dr.
med. C._
, I
nnere Medizin und Rheumatologie
, stellte im Bericht vom 22. November 2013 (Urk. 7/16) folgende Diagnosen
(S. 1)
:
Stolpersturz vom 10. November 2013 mit
Ellbogenkontusion links
,
Röntgen
ohne Fraktur
Rückenkontusion, konventionelles Röntgen ohne Frakturen
p
ersistierende
Lumboischialgie
rechts seit dem Unfallereignis, DD
radi
kuläre
Problematik L4/5 rechts
Status nach
Lumboischialgie
rechts 2006/07 nach Sturzereignissen, anam
nestisch
bekannte Diskushernie lumbal 1990, konservativ behan
delt
Periarthropathia
humeroscapularis
links vom
Supraspinatustyp
Status nach Skiunfall mit Schulterkontusion links im März 2013,
sonographisch
Partialruptur des
Supraspinatus
Rechts bestehe bei Sensib
i
litätsdefiziten und früher bekannter Diskushernie mög
licherweise wieder eine
radikuläre
Problematik, so dass zur
Weiterabklä
rung
eine M
agnetresonanztomographie (M
R
I)
der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
ver
anlasst worden sei (S. 2).
4.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie, berichtete am 3. Dezember 2013
(Urk. 7/25/3)
, das MRI vom 2. Dezember 2013 zeige multisegmentale
Dis
kusprotrusionen
und –
hernien
der LWS, im Segment L5/S
1
rechts bis
intrafora
minal
reichend mit starker Kompression der Nervenwurzel L
5.
Im Segment
L3/L4 zeigten sich bei ausgeprägt aktivierter
Osteochondrose
links beidseitige
foraminale
Hernien mit Dorsalverlagerung der Nervenwurzel L
3.
4.4
Kreisärztin med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Chirurgie, schätzte die Situa
tion in ihrer Stellungnahme vom 24. Januar 2014 (Urk. 7/26) dahingehend ein, dass gemäss MRI der LWS vom 2. Dezember 2013 multisegmentale
Dis
kus
protrusionen
und –
hernien
der LWS, im Segment L5/S1 rechts bis
intrafora
minal
reichend mit starker Kompression der Nervenwurzel L5 vorlägen. Im Segment L3/L4 seien
bei ausgeprägt aktivierter
Osteochondrose
links
beidseitige
foraminale
Hernien mit Dorsalverlagerung der Nervenwurzeln L3 zu erkennen. Mit anderen Worten lägen schwerste degenerative Veränderungen mit unter an
derem Bandscheibenvorfällen auf mehreren Höhen vor. Es sei aktuell von einer zeitlich limitierten Verschlimmerung eines vorbestehenden krankhaften Zustan
des auszugehen. Bei fehlenden strukturellen unfallbedingten Veränderungen im MRI vom 2. Dezember 2013 sei spätestens nach 6 Monaten von einem Status quo sine auszugehen.
4.5
Am 31. Januar 2014 berichtete
Dr.
C._
(Urk. 7/28), die MR
I
der LWS habe insbesondere
Diskusherniationen
mit Verlagerungen der Nervenwurzel L3
dorsal
ergeben. Seines Erachtens sei die Unfallkausalität gegeben, da sich die Sympto
matik erst mit dem Unfal
lereignis entwickelt habe.
Am 7. April 2014 berichtete
Dr.
C._
(Urk. 7/44), es habe sich leider inzwi
schen ein sehr protrahierter Verlauf
ergeben
mit unveränderten Beschwerden
am 10. Februar 201
4.
Der Beschwerdeführer gehe nun regelmässig in die Physi
o
therapie und es erfolge eine symptomatische Therapie. Weiterhin träten immer wieder
Lumboischialgien
mit wechselndem Verlauf auf, die periphere Senso
mo
torik s
ei unauffällig. Am 31. März 2014
habe der Beschwerdeführer über eine Verschlechterung berichtet und über eine Hypästhesie i
n der Fusssohle rechts und eine mögliche
Gehstrecke von nur 5 bis 10 Minuten geklagt. Auf
grund des protrahierten Verlaufs und nach einem systemischen Steroidstoss mit nur vor
übergehender Besserung sei eine
epidurale
Steroidinfiltration zur Stabi
lisierung empfohlen worden.
4.6
Am 11. Juni 2014 hielt Kreisärztin
E._
fest, der vom Beschwerdeführer in der Aussendienstbeurteilung (vgl. Urk. 7/
31
) festgehaltene Unfallmechanismus sei im Wesentlichen ungeeignet, die Diskushernien hervorzurufen, ausserdem seien
diese bereits langjährig aktenkundig. Der Rückschluss
post
hoc ergo
propter
hoc,
den
Dr.
C._
im Bericht vom 31. Januar 2014 (vgl.
oben E. 4.5
) festhalte, sei
versicherungsmedizinisch nicht zulässig. Festzuhalten sei ausserdem, dass gemäs
s dem ersten Bericht des
B._
kein Hinweis auf sensomotorische Defizite be
standen habe („klinisch unauffälliges Gangbild,
Einbeinstand
möglich,
Ze
hen
spitzenstand
und Fersenstand möglich,
Lasègue
gekreuzter sowie umge
kehrter
Lasèg
ue
mit Schmerzangabe über der LWS,
perianale
Sensibilität intakt, Sens
i
bi
lität der Beine beidseits symmetris
ch intakt“). Der Befund sei im W
eite
ren mit dem Neurochirurgen am
B._
besprochen worden, welcher jedoch keine Veran
lassung gesehen habe, neurochirurgisch zu intervenieren, sondern die Zuwei
sung
zu einem Rheumatologen empfohlen habe.
Es sei aktuell von einer zeitlich limitierten Verschlimmerung eines
vorbesteh
enden
krankhaften Zustandes auszugehen. Bei fehlenden strukturellen
unfallbe
dingten
Veränderungen im MRI vom 2. Dezember 2012 (vgl.
oben E. 4.3
) sei spätestens nach 6 Monaten von einem Status quo sine auszugehen
(Urk. 7/57 S.
4 f.)
.
5.
5.1
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallver
sicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt.
Als weitgehend
unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das
Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine
Schä
digung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der
Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und
mit sofortiger Arbeits
unfähigkeit auftreten (SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1,
8C_677/2007 E. 2.3; RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, U 138/99 E. 2a;
Urteil U 159/95 vom 2
6.
August 1996 E. 1b).
Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur akti
viert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistun
gen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende
Schmerz
syndrom
zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumbo
ischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlim
me
rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteil
des Bundesgerichts
8C_1009/2009 vom 4. Mai 2010 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Auch hinsichtlich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitszu
standes kommt eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur
dann in Frage, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Band
scheibe zu verletzen
.
Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss rön
t
genologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Pro
gression abheben
(Urteil des Bundesgerichts
8C_237/2012 vom
2
5.
April 2012 E. 4.2.4 mit Hinweisen, insbesondere auf das Urteil
des Bundesgerichts
U 441/04 vom 1
3.
Juni 2005 E. 3.1
)
5.2
Der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall, bei welchem er beim
Wasserauf
wischen
ausglitt und seitlich auf den Ellbogen und dann auf das
Gesäss
fiel
(vgl. Urk. 7/1), kann offensichtlich nicht als schwer bezeichnet werden.
Nur schon
aus diesem Grund kann der Sturz auf das
Gesäss
nicht als Ursache der beim Beschwerdeführer vorhandenen Diskushernien gelten.
Dabei ist unerheblich, ob der Beschwerdeführer zuerst auf den Ellboge
n fiel oder direkt aufs
Gesäss
.
Laut Bericht der erstbehandelnden Ärzte des
B._
(E. 4.1) bestand kein Hinweis auf sensomotorische Defizite. D
ie
von
Dr.
D._
(E.
4.3
)
angefertigte MRI vom 2. Dezember 2013 zeigte
einzig
deutliche degenerative Veränderungen der Wir
belsäule
.
Unfallbedingte
Läsionen
beschrieb auch
Dr.
D._
nicht
.
M
it Verweis auf die Rechtsprechung
ist
auch
auszuschliessen
, dass die Kon
tusion der LWS beim Beschwerdeführer eine signifikante und dauernde Ver
schlimmerung einer vorbestehenden degenerativen Schädigung der Wirbelsäule hervorgerufen hat. Insbesondere finden sich
in den ärztlichen Berichten
keine Hinweise für ein
e röntgenologisch ausgewiesene traumatische Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes
.
An dieser Beurteilung ändert auch die Ansicht von
Dr.
C._
, die
Unfallkausali
tät
sei gegeben, nichts, führt
e
er
doch
einzig den zeitlichen Zusammenhang der Rückenschmerzen mit dem Unfall
als Begründung für die
Bandscheibenproble
matik
(vgl.
Urk.
7/28) an. Diese beweisrechtlich unzureichende Überlegung nach der Formel "
post
hoc, ergo
propter
hoc" (BGE 119 V 341 unten) vermag keinen
Ausnahmefall im Sinne der in E. 5.1 dargestellten Rechtsprechung zu begrün
den.
Da zuverlässig
auszuschliessen
ist, dass die Bandscheibenproblematik durch das Unfallereignis verursacht oder richtungsgebend verschlimmert, sondern
ledig
lich
bei degenerativem Vorzustand aktiviert worden ist, hat der
Unfallversiche
rer
nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall ste
hende Schmerzsyndrom zu er
bringen.
5.3
Eine allgemeine Erfahrungsregel
ist für sich allein genommen nicht geeignet, den erforderlichen Nachweis
für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung des Unfalls
zu erbringen. Die Geltung einer solchen abstrakten Vermutung im kon
kreten Fall muss anhand der einzelnen Umstände nachvollziehbar dargetan sein (Urteil
des Bundesgerichts 8C_677/2010 vom 16. Dezember 2010 E.
4.6 mit Hin
weis
)
.
Die
rechtsprechungsgemässe
Annahme, dass eine
Lumboischialgie
bei
vorbeste
hender
Diskushernie längstens nach 4 Monaten folgenlos abgeheilt ist, ent
spricht einer medizinischen Erfahrungstatsache (vgl. oben E.
5.1). Dies
heisst
allerdings nicht, dass bei einer posttra
umatischen
Lumboischialgie
der S
tatus
quo sine in jedem Fall als nach spätestens 4 Monaten zu erwarten ist.
Vorlie
gend
ist
zu beachten, dass der Beschwerdeführer zwar an degenerativen Verän
de
rungen der Wirbelsäule leidet, aber bereits mehrmals eine vorübergehende
Lum
boischialgie
auslösende Rückenkontusion erlitt. Überdies war
er
weniger als einen Monat nach der Leistungseinstellung schmerzfrei, was die Einschätzung stützt, dass es sich bei seinem Leiden nur um eine vorübergehende Aktivierung eines Vorzustandes handelte.
Se
lbst Kreisärztin
Dr.
E._
ging
davon aus, dass der
S
tatus quo
sine nicht schon spätestens nach 4, sondern
erst nach 6 Monaten erreicht war, ohne zu erklären, weshalb
vorliegend von der medizinischen Er
fahrungstatsache abzuweichen ist
. Nachdem sich beim Beschwerdeführer nach 7
Monaten eine gänzliche Beschwerdefreiheit eingestellt hat
te
, ist nicht nach
voll
ziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin
den Status quo sine bereits nach 6
Monaten als erreicht erachtet hat, und es ist davon auszugehen, dass dieser erst per 10. Juni 2014 erreicht war.
Damit hat
der Beschwerdeführer bis zum 10
. Juni 2014 Anspruch auf die gesetz
lichen Leistungen der Beschwerdegegnerin, was zur
Gutheissung
der Be
schwerde führt.