# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3f1b7c51-26cc-5b02-b22b-aca2dc9e6cc4
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Kantonsstrasse Nr. 0001_ (Kantonsstrasse 2. Klasse) "Y._-X._-O._-P._-Q._
(C._-platz)-B._-platz-R._-Kantonsgrenze/K._" führt auf dem Hoheitsgebiet der
Politischen Gemeinde X._ ab der Grenze zur Politischen Gemeinde T._ zuerst als
Z._-strasse und später als Hauptstrasse durch das Dorf X._ bis zur Grenze zur
Politischen Gemeinde Y._ (vgl. Kantonsstrassenplan 1:100'000 und
Kantonsstrassenverzeichnis, beides Stand Oktober 2017, einsehbar unter: www.sg.ch/
bauen/tiefbau/veroeffentlichungen; s. auch Kantonsratsbeschluss über den
Kantonsstrassenplan [sGS 732.15], Anhang [Kantonsstrassenplan 1:125'000]).
A.a.
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B.
Mit Beschluss vom 16. Januar 2018 (act. 1 der Akten des Baudepartements
[nachfolgend vi.-act.]) genehmigte das Baudepartement das Kantonsstrassenprojekt
"Kantonsstrasse Nr. 0001_, RB0000_: X._: Fussgängerübergang M._-strasse und
D._" (im Folgenden: Strassenbauprojekt Kantonsstrasse Nr. 0001_ oder einfach
Strassenbauprojekt). Das Strassenbauprojekt sieht im Wesentlichen vor, die aktuell
nördlich der Hauptstrasse auf dem Areal des heutigen D._s (Vers. Nr. 0003_,
Grundstück Nr. 0004_, Grundbuch X._) gelegene Bushaltestelle H._ (Fahrtrichtung
X._/Z._) aufzuheben und neu westlich, nach dem Einlenker der H._-strasse in die
Hauptstrasse, zu verschieben und als Fahrbahnhaltestelle mit behindertengerechtem
Anschlag zu gestalten. Dort ist zugleich – unter Aufhebung des heutigen
Fussgängerstreifens im Einlenkerbereich der H._-strasse – ein neuer
Fussgängerübergang mit einer exzentrischen Mittelinsel ohne (Fussgänger-)Markierung
sowie ein neuer Gehweg geplant. Die heute südlich gelegene Fahrbahnhaltestelle
(Fahrtrichtung F._/Y._) soll nach Westen in den Bereich des heutigen Einlenkers der
F._-strasse in die Hauptstrasse versetzt werden. Weil die neue Fahrbahnhaltestelle
H._ im Einlenker zu liegen kommt, wird dort auf einen behindertengerecht
ausgestatteten Einstieg (d.h. mit Anschlag) verzichtet. Die Verschiebung der nördlichen
Haltestelle H._ und des Fussgängerübergangs D._ nach Westen hat zufolge der
exzentrisch angelegten Mittelinsel eine Verbreiterung der Strasse zu Lasten des
Grundstücks Nr. 0005_, Grundbuch X._, zur Folge. Der neue Fussgängerübergang im
Bereich der M._-strasse soll gleich wie der Übergang beim D._ als exzentrische
Mittelinsel und mit Verbreiterung der Strasse bewerkstelligt werden. Danebst sind
gemäss Projekt der Vollausbau der Fahrbahn, Anpassungen an den Einlenkern,
Ergänzungen des Gehwegs sowie beidseitige Markierungen der Fahrbahn zur
optischen Verengung geplant (vgl. zum Ganzen vi.-act. 4, insbesondere Auflagedossier,
Situationsplan 1:500, April 2018, Dossier-Nr. 04-1 und Situationspläne 1:200, April
2018, Dossier-Nrn. 04-2 und 04-3 sowie Technischer Bericht, April 2018, Dossier-
Nr. 02, S. 5 f.).
C.
Während der öffentlichen Auflage vom 6. Juni bis 5. Juli 2018 hat der Grundeigentümer
Im Anhang A (Bauvorhaben der 1. Priorität) zum 16. Strassenbauprogramm
(Kantonsratsbeschluss über das 16. Strassenbauprogramm für die Jahre 2014 bis
2018) sind die Fussgängerübergänge M._-strasse und D._ aufgeführt (einsehbar
unter: www.sg.ch/bauen/tiefbau/veroeffentlichungen; s. dazu auch www.ratsinfo.sg.ch,
Geschäftsnummer 0002_).
A.b.
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des Grundstücks Nr. 0005_, A._, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Marcel
Landolt, Jona, Einsprache erhoben (vi.-act. 5 und 7). Nach Durchführung einer
Einspracheverhandlung mit Augenschein vor Ort am 20. März 2019 (vgl. Protokoll der
Einspracheverhandlung, vi.-act. 13) ersuchte der Rat der Politischen Gemeinde X._
am 26. März 2019 um Wiedererwägung der Projektgenehmigung, weil gemäss dem
17. Strassenprogramm neue Haltestellen wenn möglich als separate Busbuchten zu
realisieren seien (vi.-act. 9). Das Baudepartement nahm am 24. Mai 2019 dazu
abschlägig Stellung (vi.-act. 10). Auf ein (als formell noch unzulängliches
Sistierungsbegehren verstandenes) E-Mail des Präsidenten des Rats der Politischen
Gemeinde X._ (vi.-act. 11) antwortete das Tiefbauamt mit Schreiben vom 29. Juni
2020 zusammengefasst damit, dass im Fall einer Sistierung die Behebung der
Sicherheitsdefizite um Jahre hinausgeschoben würde, was zu Haftungsansprüchen
führen könnte, die der Kanton aufgrund eines solchen Gemeindebeschlusses
zurückweisen müsste (vi.-act. 12). Am 16. September 2020 teilte der Rat der
Politischen Gemeinde X._ mit, auf ein formelles Sistierungsbegehren zu verzichten (vi.-
act. 17), woraufhin das Baudepartement mit Entscheid vom 27. Januar 2021 die
Einsprache abwies (vi.-act. 24 bzw. act. 2 der Gerichtsakten [nachfolgend act. G]).
D.
Gegen den Einspracheentscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 27. Januar
2021 erhob A._ (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 12. Februar 2021
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren, das Projekt
Kantonsstrasse Nr. 0001_ sei bezüglich des Übergangs D._ und Bushaltestelle nicht
zu bewilligen und nicht auszuführen; eventualiter sei das Projekt an die Vorinstanz zur
Überarbeitung zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl.
Mehrwertsteuer) zulasten des Kantons St. Gallen (act. G 1). Mit Stellungnahme vom
8. März 2021 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Mit
Eingabe vom 14. April 2021 liess sich die Politische Gemeinde X._
(Beschwerdebeteiligte) ohne Antragstellung zur Beschwerde vernehmen (act. G 11).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe vom
bis
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12. Februar 2021 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs.
1 und 2 VRP). Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64
in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Der Beschwerdeführer stellt die Beweisanträge (act. G 1, Ziff. I/5 S. 3), es sei ein
Augenschein durchzuführen und es seien die Akten der Vorinstanz beizuziehen.
Letzterem Antrag wurde entsprochen; die Vorinstanz hat auf Aufforderung des
instruierenden Abteilungspräsidenten hin (act. G 6) die Vorakten mit ihrer
Vernehmlassung (act. G 8) eingereicht. Der rechtserhebliche Sachverhalt ergibt sich
einerseits mit genügender Bestimmtheit aus den Akten und den allgemein
zugänglichen elektronischen Karten (wie Geoportal [www.geoportal.ch] oder Google
Maps/Streetview [www.google.ch/maps]) bzw. den darin enthaltenen Informationen
(vgl. BGer 1C_593/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.1 mit Hinweisen; BGer 1C_582/2018
vom 23. Dezember 2019 E. 2, namentlich E. 2.3 f. mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 143 IV 380 E. 1.2 in Pra 2018 Nr. 61; VerwGE B 2020/204 vom 8. März 2020
E. 2.2). Ein zusätzlicher Erkenntnisgewinn wäre von einem Augenschein nicht zu
erwarten (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung etwa BGer 1C_402/2020 vom
25. Januar 2021 E. 2.1 ff. und BGer 1C_198/2018 vom 19. Februar 2019 E. 1.4 je mit
Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.3). Andererseits ist – wie nachfolgend dargelegt wird –
die Angelegenheit ohnehin zur weiteren Abklärung zurückzuweisen. Auf den
beantragten Augenschein kann auch daher verzichtet werden.
3.
Der Beschwerdeführer begründet vorliegend seine Beschwerde verschiedentlich und
vornehmlich mit Vorbringen (act. G 1 Ziff. II/3), die er vor der Vorinstanz nicht geltend
machte und womit sich die Vorinstanz deshalb auch nicht befasste. Auch reichte er zur
Stützung seiner Begehren im verwaltungsgerichtlichen Verfahren verschiedene
Auszüge aus den Schweizer Normen der Vereinigung Schweizerischer
Strassenfachleute (nachfolgend VSS-Normen) ein, worauf er sich im vorinstanzlichen
Verfahren jedoch (noch) nicht berufen hatte.
Nach Art. 61 Abs. 1 VRP können mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht
Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Der Beschwerdeführer kann sich nach
Art. 61 Abs. 2 VRP auch darauf berufen, der angefochtene Entscheid beruhe auf einem
unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt. Art. 61 Abs. 3 VRP regelt das
sogenannte Novenverbot. Dieses besagt, dass im Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht grundsätzlich keine neuen Begehren gestellt werden können. Neu
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ist ein Begehren, wenn im Verfahren vor Verwaltungsgericht eine gegenüber dem
vorangegangenen Verfahren andere oder weitergehende Rechtsfolgebehauptung
erhoben wird (Cavelti/ Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl
2003, Rz. 919; Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über
die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 12 zu Art. 61
VRP). Ausdruck des Novenverbots ist ausserdem, dass das Verwaltungsgericht
Tatsachen, die nach Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten sind (echte
Noven), grundsätzlich nicht mehr berücksichtigt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 642 Looser/
Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 13 zu Art. 61 VRP).
Demgegenüber dürfen neue Tatsachen, die sich vor Abschluss des vorinstanzlichen
Verfahrens verwirklicht haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr
nicht berücksichtigt wurden (unechte Noven), im Verfahren vor Verwaltungsgericht
vorgebracht werden und sind zu würdigen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 643; Looser/
Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O. N 14 zu Art. 61 VRP). Eine
Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht dann, wenn der dem
vorinstanzlichen Entscheid zugrundeliegende Sachverhalt nicht ergänzt oder neu
gewürdigt wird, sondern wenn dem Rechtsbegehren ein neues tatsächliches
Fundament unterstellt wird. Eine solche Änderung des Klagefundaments ist nach der
Praxis gestützt auf Art. 61 Abs. 3 VRP nicht zulässig (vgl. Looser/Looser-Herzog, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O. N 14 zu Art. 61 VRP). Eine Einschränkung ergibt
sich aber aus Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101,
EMRK). Soweit die Vorinstanz des Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist,
garantiert Art. 6 Ziff. 1 EMRK in ihrem Anwendungsbereich eine richterliche
Überprüfung mit voller Kognition, weshalb im Anwendungsbereich der EMRK auch
Noven zu berücksichtigen sind (vgl. VerwGE B 2018/150 vom 20. Mai 2019 E. 2;
VerwGE B 2016/86, B 2016/87, B 2016/89-92 vom 17. März 2018 E. 2.1; B 2016/8 vom
22. November 2017 E. 1.3; vgl. auch Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti
[Hrsg.], a.a.O. N 16 zu Art. 61 VRP). Der Beschwerdeführer untermauert in seiner
Eingabe, wenn auch teilweise mit anderen rechtlichen Begründungen (Verletzung der
Normen der VSS, act. G 1 Ziff. II/3.1 ff.) und teilweise neuen sachlichen Vorbringen
(Haltestellenvarianten, act. G 1 Ziff. II/ 3.3.2 und 3.3.3 ff.), seinen Standpunkt. Eine
gegenüber dem bisherigen Verfahren andere oder weitergehende
„Rechtsfolgebehauptung“ im oben erwähnten Sinn erhebt er damit nicht; auch wird
dadurch dem Rechtsbegehren kein neues tatsächliches Fundament unterstellt. Seine
Argumentation stellt vielmehr im Wesentlichen eine Reaktion auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid dar. Hinzu kommt, dass es sich bei der Vorinstanz um keine
richterliche Behörde im Sinn der EMRK handelt. Die "neuen" Vorbringen sind somit im
vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen.
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4.
Laut Art. 31 Abs. 1 StrG gilt auch die Korrektion von Strassen als Strassenbau. Art. 32
StrG bestimmt abschliessend (vgl. P. Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.],
Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz, St. Gallen 1989, N 2 zu Art. 32
StrG), dass Strassen gebaut werden dürfen, wenn es eine der folgenden
Voraussetzungen erfordert: Zweckbestimmung (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b);
Verkehrsaufkommen (lit. c); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere
von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten (lit. d); Interessen des öffentlichen
Verkehrs (lit. e); Umweltschutz (lit. f). Art. 33 StrG verlangt sodann, dass beim
Strassenbau folgende Aspekte besonders zu beachten sind: Schutz des Menschen
und seiner natürlichen Umwelt (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Schutz der
schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und
Behinderten (lit. c); Ortsbild- und Heimatschutz (lit. d); Natur- und
Landschaftsschutz (lit. e); die anerkannten Grundsätze eines umwelt- und
siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f); sparsamer Verbrauch des Bodens (lit. g).
Diese Grundsätze sind bei der Planung, Projektierung und Ausführung einer Strasse
(Art. 31 Abs. 2 StrG) zwingend zu beachten. Im Weiteren beurteilt sich die
Zweckbestimmung im Sinn von Art. 32 lit. a StrG nach den Zielen und Grundsätzen von
Art. 1 und Art. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz;
SR 700, RPG; vgl. VerwGE B 2012/193, 2012/194 vom 11. Juni 2014 E. 3 mit
Hinweisen). Der Bau der Strasse muss sich mit Blick zumindest auf eine der in Art. 32
StrG genannten Voraussetzungen als notwendig erweisen. Ein Strassenbauprojekt ist
jedoch nicht erst dann notwendig, wenn eine Alternativlösung (sowie allenfalls eine
Nullvariante) zum vornherein ausscheidet, sondern bereits dann, wenn der Bau als
verkehrsplanerisch und im Lichte der Grundsätze von Art. 33 StrG als sinnvoll und
sachlich begründet erscheint (vgl. VerwGE B 2020/53 vom 10. Februar 2021 E. 2.2 mit
Hinweis auf VerwGE B 2010/61 vom 9. November 2010 E. 2.1). Hinsichtlich der
konkreten Ausgestaltung des Projekts kommt der zuständigen Verwaltungsbehörde mit
Blick auf die raumplanungs- und strassenrechtlichen Grundsätze, die untereinander
kein widerspruchsfreies Zielsystem bilden, ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Die
Kognition des Verwaltungsgerichts ist hierfür – anders als bei der Frage der Enteignung
(s. gleich nachfolgenden Absatz) – beschränkt, indem es lediglich zur Rechts- und
Sachverhaltskontrolle befugt ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP sowie VerwGE B 2010/7
vom 24. August 2010 E. 3.4 mit Hinweis auf VerwGE B 2007/120; B 2007/124 vom 13.
März 2008 E. 4.2 mit Hinweisen; siehe zur Vereinbarkeit der Kognitionsbeschränkung
mit Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG auch BGE 112 Ib 164 E. 4c/bb mit Hinweisen, in: Pra 75
[1986] Nr. 218).
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Art. 48 Abs. 1 StrG legt fest, dass private Rechte enteignet werden, wenn diese sonst
nicht erworben werden können. Soweit das Strassengesetz nichts Anderes bestimmt,
gelangt das Enteignungsgesetz (sGS 735.1, EntG) zur Anwendung. Ein
Enteignungsgrund nach Art. 5 lit. a EntG liegt hier ([Aus-]Bau einer öffentlichen Strasse)
vor. Bei Vorliegen eines Enteignungsgrundes ist die Enteignung nach Art. 6 Abs. 1 EntG
zulässig, wenn der Zweck des Werks auf andere Weise nicht befriedigend oder nur mit
unverhältnismässigem Mehraufwand verwirklicht werden kann. Die Enteignung darf
nicht zu einem Nachteil führen, der in einem Missverhältnis zum verfolgten Zweck steht
(Abs. 2). Durch diese Bestimmung wird der Grundsatz der Verhältnismässigkeit eines
Eingriffs in die Eigentumsgarantie (Art. 26 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft; SR 101, BV) konkretisiert. Die Prüfung der Verhältnismässigkeit
von Eingriffen in das Eigentumsrecht setzt eine umfassende Abwägung aller
öffentlichen und privaten Interessen voraus (vgl. Art. 5 Abs. 2, Art. 36 Abs. 3 BV).
Insbesondere ist zu prüfen, ob adäquate Alternativen zur vorgesehenen Enteignung
bestehen (vgl. VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 4 mit Hinweisen).
Verfassungsrechtliche Gesichtspunkte und Art. 6 Ziff. 1 EMRK gebieten, dass das
Verwaltungsgericht bei der Überprüfung der Verhältnismässigkeit einer formellen
Enteignung umfassende Kognition ausübt und sich nicht nur auf die Rechtskontrolle
beschränkt (VerwGE B 2012/194, 2012 194 vom 11. Juni 2014 E. 7 mit Verweis auf B
2010/7 vom 24. August 2010 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.
Ausgangspunkt bildet das Strassenbauprojekt Kantonsstrasse Nr. 0001_, das u.a. die
beiden Fussgängerübergänge M._-strasse sowie D._ mit Mittelinseln und die
seitlichen Markierungen sowie die Verlegung der Haltestellen H._ sowohl in Richtung
F._/Y._ als auch in Richtung X._/Z._ vorsieht (s. Sachverhalt lit. B hiervor). Strittig
und Verfahrensgegenstand ist der Projektteil betreffend Fussgängerübergang D._ und
Bushaltestelle H._ (vgl. act. G 1 Antrag Ziff. 1), wobei der verlegte
Fussgängerübergang und die nördliche Haltestelle im Bereich des Grundstücks
Nr. 0005_ geplant sind. Dafür sollen unbestrittenermassen vom
beschwerdeführerischen Grundstück Nr. 0005_ rund 151 m Land abgetreten und
rund 125 m vorübergehend beansprucht werden (vgl. Landerwerbs- und
Enteignungsplan 1:200, April 2018, vi.-act. 4, Dossier-Nr. 08-2a; Landerwerbs- und
Enteignungsverzeichnis, vi.-act. 4, Dossier-Nr. 08/1a/b, S. 1).
5.1.
2
2
Der Beschwerdeführer stellt das geplante Projekt als solches in Frage und bringt vor,
5.2.
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es würden künstliche und nicht gravierende Sicherheitsprobleme behoben und neue
Gefahren geschaffen, welche jedoch durch die Vorinstanz in ihren Überlegungen zur
Verkehrssicherheit ausgeblendet würden (vgl. act. G 1 Ziff. II/2 Rz. 11). Im Technischen
Bericht – so der Beschwerdeführer andernorts (act. G 1 Ziff. II/3.2 Rz. 20) – werde nicht
erwähnt, dass in dem hier interessierenden Strassenabschnitt eine erhöhte Anzahl an
Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden sei. Somit sei davon
auszugehen, dass das angebliche Problem, welches eine Verlangsamung notwendig
machen solle, gar kein solches darstelle und künstlich gesucht worden sei. Mit diesen
Vorbringen bestreitet der Beschwerdeführer sinngemäss das Vorliegen einer
ungenügenden Verkehrssicherheit im aktuellen Zustand.
Bestandteil der Projektunterlagen bildet der Technische Bericht. Darin (vi.-act. 4,
Dossier-Nr. 02 Ziff. 1 S. 4 f.) wird festgehalten, dass die Sicherheitsüberprüfung der
Fussgängerstreifen sowohl für den Fussgängerübergang M._-strasse (FGS 0006_)
als auch für den Fussgängerübergang D._ (FGS 0007_) erhebliche Sicherheitsdefizite
ergeben habe. Insbesondere fehlten gesicherte Warteräume, bauliche Mittelinseln und
ausreichende Sichtweiten. Die gerade Linienführung der 6.0 m breiten Hauptstrasse
aus Richtung Y._ inkl. der beiden Kurven fördere in beiden Richtungen hohe
Geschwindigkeiten. Die einmündende F._-strasse sei unübersichtlich. Die Sicht sei mit
Hecken, allgemeiner Bepflanzung und Bretterzaun beeinträchtigt. Es bestehe ein
grosses Sicherheitsdefizit bei der Fussgängerführung. Mitten in der Einfahrt H._-
strasse sei der Fussgängerübergang Höhe F._-strasse markiert, ohne Warteraum auf
der nördlichen Seite. Ein kantonaler Wanderweg führe entlang der Hauptstrasse. Die
bestehenden Bushaltestellen befänden sich auf der Höhe des D._s, wobei der
südliche Halt als Fahrbahnhaltestelle direkt vor der Kurve liege. Die Sichtweite bei der
Haltestelle D._ in Richtung Y._ sei ungenügend (Hotel H._). Im Bereich der M._-
strasse befinde sich ein parkähnliches Grundstück. Ein geschützter
Fussgängerübergang vom südlich geführten Trottoir zum bestehenden chaussierten
Fussweg in Richtung Überbauung fehle gänzlich.
Sodann befindet sich in den Akten (vi.-act. 7 Beilage 4) ein vom Beschwerdeführer im
vorinstanzlichen Verfahren eingereichtes Antwortschreiben des Tiefbauamtes vom
17. November 2017 an den Gemeinderat X._. Das erwähnte Schreiben nimmt unter
Bezugnahme auf ein stattgefundenes Gespräch zwischen Vertretern des Tiefbauamts
und der Kantonspolizei mit Vertretern des Gemeinderats Stellung zum geäusserten
Wunsch der Politischen Gemeinde X._, die Bushaltestelle H._ beim D._
5.2.1.
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beizubehalten. Zur verkehrlichen Situation wird darin u.a. unter dem Titel
"Sicherheitsdefizite Bestand" festgehalten: "Fussgängerübergang im
Einmündungsbereich H._-strasse, ohne Mittelinsel und sichere Warteräume; (...). Die
schleifende Busausfahrt nach dem Bushalt in Richtung Z._ erfolgt bei ungenügender
Sicht, entgegen den Vorschriften über die Einmündung H._-strasse, in die
Kantonsstrasse. Für die Fahrgäste und alle übrigen Fussgänger besteht keine
Möglichkeit, die Strasse sicher zu queren. (...)." Ferner wird darin ausgeführt, dass die
schleifende Einfahrt des Busses Richtung Z._ im Bereich von zwei Einmündungen und
einem Fussgängerstreifen als sehr problematisch beurteilt werde. Insbesondere fehle
bei der Busausfahrt eine genügende Sicht auf die Fahrbahn in Richtung Y._. Die
Busausfahrt im Einmündungsbereich der H._-strasse sei in verkehrsrechtlicher
Hinsicht nicht regelkonform und zu unterbinden. Der haltende Bus stehe zudem im
Sichtfeld von einmündenden Fahrzeugen aus der H._-strasse.
Die Beurteilung im Technischen Bericht und im erwähnten Schreiben des kantonalen
Tiefbauamtes ist nachvollziehbar und mit Blick auf die tatsächliche Situation (vgl. Fotos
im Technischen Bericht, a.a.O. S. 4 f. und 8; Orthofoto 2019 [einsehbar unter
www.geoportal.ch]; Streetview [a.a.O.]) begründet. Dies gilt in erster Linie für die
Situation bei der nördlichen Haltestelle H._. Es ist offenkundig, dass mit der Lage des
Fussgängerstreifens im Einmündungsbereich der H._-strasse kein sicherer Warteraum
für Fussgänger gegeben ist; die Fussgänger sind dort gezwungen, auf der Einmündung
zu warten. Gleichfalls klar ist, dass – wegen der fehlenden Sichtweite (rückwärts
Richtung F._/Y._) – für die Einfahrt des Busses aus der nördlichen Haltestelle H._ in
die Kantonsstrasse Richtung X._/Z._ eine Gefahrensituation besteht, zumal dieses
Einfahrmanöver zusätzlich die Aufmerksamkeit des Busfahrers sowohl auf ein- und
ausfahrende Fahrzeuge in die und aus der H._-strasse beansprucht als auch auf
potenzielle Fussgänger. Auch für Fahrzeugführer in und aus der H._-strasse ist die
Situation mit zwei Einlenkern, einer Bushaltestelle und einem Fussgängerstreifen
offensichtlich problematisch. Bei der M._-strasse fehlt derzeit jegliche bauliche
Massnahme oder verkehrliche Anordnung, um Fussgängern dort ein gefahrloses
Queren der Hauptstrasse zu ermöglichen. Es kann infolgedessen keine Rede davon
sein, die von der Vorinstanz angeführten Sicherheitsdefizite seien künstlich geschaffen
und nicht gravierend. Unter diesen Umständen fällt das im Technischen Bericht
ergänzend angeführte, vom Beschwerdeführer allerdings bestrittene Argument der
Gefahr durch überhöhte Geschwindigkeiten nicht entscheidend ins Gewicht.
Abgesehen davon ist im erwähnten Bericht nur die Rede davon, dass die rund 6,0 m
5.2.2.
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breite Strasse hohe Geschwindigkeiten fördere, nicht aber dass überhöhte
Geschwindigkeiten festgestellt worden seien, denen es zu begegnen gelte.
Erfahrungsgemäss verleitet jedoch eine breite Fahrbahn mit gerader Linienführung
tatsächlich dazu, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit mindestens auszufahren (oder
gar zu überschreiten), was generell in Bezug auf die Fussgängerquerungen wie auch im
konkreten Fall für die gegebenen Verhältnisse im Einmündungsbereich der
Bushaltestellen H._ die Sicherheitsdefizite verschärft. Unabhängig davon, ob die
Bushaltestelle – was der Beschwerdeführer bestreitet (act. G 1 Ziff. II/3.3.1 Rz. 27 ff.) –
konkret Art. 18 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, VRV) verletzt und
schon deshalb unzulässig ist, rechtfertigt nach dem Dargelegten die heutige
Verkehrssituation – jedenfalls aus Gründen der Verkehrssicherheit und zum Schutz der
schwächeren Verkehrsteilnehmer – die Behebung dieser Mängel, wozu als mögliche
Massnahme – wie vorgesehen – auch das Verschieben der Haltestelle gehören kann.
Der Beschwerdeführer stellt sich weiter auf den Standpunkt (act. G 1, Ziff.II/3.1 f.), der
Fussgängerübergang mit Mittelinsel und die vorgesehene Verlegung der
Bushaltestellen seien weder zweckmässig bzw. notwendig, noch würden sie den
Normen der VSS entsprechen.
5.3.
Für die Beurteilung von Strassenbauvorhaben können die Normen der Vereinigung
Schweizerischer Strassenfachleute als Hilfsmittel bzw. als Richtwerte herangezogen
werden, wobei ihre Anwendung im Einzelfall dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
entsprechen muss und sie nicht ungeachtet der konkreten Verhältnisse zugrunde
gelegt werden dürfen. Die VSS-Normen enthalten mithin keine bindenden Anweisungen
für jeden Einzelfall im Sinn einer gesetzlichen Norm (so für die Beurteilung der
technischen Anforderungen an eine hinreichende Zufahrt: VerwGE B 2019/215,
B 2019/217 vom 25. März 2021, E. 2.1, zweiter Absatz; VerwGE B 2015/14 vom 20.
Januar 2017, E. 11.1 und E. 11.3 f. mit Hinweisen; GVP 1990 Nr. 99; für die Beurteilung
des Ausbaustandards einer Strasse: VerwGE B 2013/254 vom 28. Juli 2015 E. 4.4.1;
generell für Strassenbauprojekte: VerwGE 2010/6 vom 24. August 2010 E 3.3 mit
Hinweisen). Darüber hinaus hat das kantonale Tiefbauamt punktuell eigene – teils
präzisierende, teils von den VSS-Normen abweichende – Richtlinien erstellt (einsehbar
unter: www.sg.ch/bauen/tiefbau./richtlinien--normalien--merkblaetter.html). Auch diese
gelten indes angesichts ihrer Funktion und mangels eines ausdrücklichen gesetzlichen
Verweises nicht als gesetzliche, das Gericht bindende Normen.
5.3.1.
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Der Beschwerdeführer führt u.a. aus (act. G 1 Ziff. II/3.2 Rz. 21 ff. S. 7 f), die (neue)
Lage der Strassenverbreiterung und der Bushaltestelle werde gemäss dem
Technischen Bericht mit der ungenügenden Sichtweite beim D._ begründet. Mit der
neuen Situation werde die Sichtweite von 50 m in Fahrtrichtung von Y._ herkommend
beim Einbieger aus der H._-strasse eingehalten und sei auch so im Situationsplan
eingezeichnet. Nicht angesprochen werde hingegen die Situation, welche durch die
gewählte Ausführung geschaffen werde, wenn ein Fahrzeug aus der H._-strasse in die
Kantonsstrasse abbiegen und in Fahrtrichtung Y._ fahren wolle, während der Bus an
der Bushaltestelle in Fahrtrichtung X._ halte. In diesem Knotenbereich müsste gemäss
Ziff. 12 der VSS-Norm 40 273a ebenfalls eine Knotensichtweite von mindestens 50
Meter in Richtung X._ gewährleistet sein. Diese wiederum aber werde durch den Bus
behindert, und im massgebenden Bereich könne der ungebremst fahrende
Gegenverkehr Richtung Y._ gar nicht gesehen werden. Die korrekt fahrenden
Fahrzeuge könnten ein in die Kantonsstrasse einbiegendes Fahrzeuge entsprechend
erst sehr spät wahrnehmen, womit ein grosses Sicherheitsrisiko geschaffen werde,
welches nicht hinzunehmen sei. Daran ändere auch das Vorsehen einer Mittelinsel
nichts. Die so geplante Bushaltestelle könne aufgrund des nicht vorhandenen
Sichtfelds im Knotenbereich und aufgrund des daraus resultierenden Sicherheitsrisikos
nicht ausgeführt werden. Dieses Problem könnte nur entschärft werden, wenn die
Bushaltestelle nicht in unmittelbarer Nähe zum Knotenpunkt Kantonsstrasse/H._-
strasse erstellt, sondern wegbewegt werde.
Die Bedenken des Beschwerdeführers erscheinen berechtigt. Jedenfalls wird das
Sichtfeld – unter den Annahmen einer Knotensichtweite von 50 m sowie des
Zugrundelegens des gleichen Beobachtungspunktes wie für das Sichtfeld in Richtung
Y._ – im Zeitpunkt, während dem der Bus an der projektierten Haltestelle anhält,
knapp nicht eingehalten, was sich unschwer aus den Situationsplänen (vi.-act. 4
Dossier-Nrn. 04-1 und 04-2) ergibt. Selbst wenn die Busfrequenz relativ gering
(Halbstundentakt [vgl. aktuellen Fahrplan einsehbar unter: www. ...-bus.ch/
Fahrplan.pdf]) und die Haltedauer kurz ist, bedarf es fachkundiger Erfahrung und
Sachkenntnis um abzuwägen, ob ein Abweichen von der Norm VSS 40 273a aus Sicht
Verkehrssicherheit vertretbar ist. Die Vorinstanz verzichtete indes im vorliegenden
Beschwerdeverfahren unter Verweis auf ihren Entscheid gänzlich auf eine begründete
Vernehmlassung zur Beschwerde; dementsprechend äusserte sie sich auch nicht zu
dieser vom Beschwerdeführer aufgeworfenen, entscheidrelevanten Frage.
Infolgedessen fehlt es an einer technischen Beurteilung durch die Fachbehörden
5.3.2.
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(Tiefbauamt/Verkehrspolizei) zur angesprochenen Problematik. Zwar steht dem
Verwaltungsgericht volle Kognition zu und kann es von sich aus weitere Abklärungen
treffen, und es entscheidet in der Regel reformatorisch; jedoch kann das Gericht auch
eine Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Art. 56 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 64 VRP). Eine Rückweisung ist insbesondere dann angezeigt, wenn
eine Beurteilung spezifische Sachkenntnis voraussetzt (vgl. T. Kamber in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 18 zu Art. 56 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O. Rz. 1029 f.).
Solches ist hier nach dem Gesagten erforderlich. Hinzu kommt vorliegend, dass die
Vorinstanz zugleich Erstinstanz ist und das Verwaltungsgericht somit als erste (und
einzige) Rechtsmittelinstanz entscheidet, weshalb sich eine Rückweisung umso mehr
aufdrängt. Bereits deshalb ist in Gutheissung der Beschwerde die Angelegenheit an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Darüber hinaus ergibt sich im Folgenden (E. 5.4 hiernach),
dass die Sache auch in Bezug auf mögliche Alternativlösungen nicht spruchreif ist.
Der Beschwerdeführer vertritt nämlich die Auffassung, dass das Projekt insofern
unzulässig sei, als andere, verhältnismässigere Ausführungsvarianten möglich seien,
die in Punkto Verkehrssicherheit bessere Alternativen darstellten (act. G 1 Ziff. II/2
Rz. 11). Seiner Ansicht nach stellt das Belassen der Haltestelle am aktuellen Standort
eine solche mögliche Variante dar (act. G 1 Ziff. II/3.3.1). Ferner erkennt er eine
alternative Lösung darin, die Haltestelle H._ rund 80 m weiter nach Westen in
Richtung X._/Z._ zu verschieben (act. G 1 Ziff. II/ 3.3.1). Als dritte und letzte
Lösungsmöglichkeit nennt er den vollständigen Verzicht auf die Bushaltestelle H._
(act. G 1 Ziff. II/3.3.3). Auch die politische Gemeinde X._ erachtet die Verschiebung
der Haltestellen nach Westen sowie das Belassen der nördlichen Haltestelle H._ als
mögliche Lösungen (act. G 11 ad Rz. S. 2), wohingegen sie eine gänzliche Aufhebung
der Haltestelle H._ ablehnt (act. G 11 S. 2).
5.4.
Der Beschwerdeführer hält dafür (act. G 1 Ziff. II/3.3.2 Rz. 32 ff. S. 10 f.), dass auf Höhe
der Stationierung 28 (= Profil 28 im Situationsplan 1:500, act. 4 Dossier-Nr. 04-1), Höhe
S._-strasse, eine weitaus bessere Lage für eine Bushaltestelle wäre. In diesem
Bereich werde die Kantonsstrasse von Y._ her gerade geführt und von X._ her sei die
Situation trotz leichter Linkskurve angesichts der Kunstbaute über den F._-bach sehr
übersichtlich. Dieser Bereich liege zwischen den beiden im Strassenprojekt
vorgesehenen Mittelinseln und verfüge sowohl im südlichen Bereich der Strasse, wie
auch im nördlichen Bereich über entsprechende Platzreserven. Seines Erachtens wäre
an diesem Standort sowohl die Ausführung einer Bushaltestelle entsprechend mit oder
5.4.1.
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ohne Haltebucht möglich. Es sei auch davon auszugehen, dass in diesem Bereich, falls
wirklich nötig, Massnahmen zur Verlangsamung des Verkehrs effektiver sein würden als
die beiden bisher geplanten Mittelinseln, wobei er sich aber grundsätzlich immer noch
gegen diese Variante der Verkehrsberuhigung ausspreche. Im angefochtenen
Entscheid werde ausgeführt, dass die Bushaltestellen aktuell einen Abstand Richtung
X._/Z._ von rund 350 m und Richtung F._/Y._ von rund 240 m aufweisen würden.
Das Verschieben der Bushaltestelle um rund 60 bis 80 Meter Richtung X._/Z._ würde
dazu führen, dass die neue Bushaltestelle in der Nähe der S._-strasse neu einen
Abstand zur nächsten Haltestelle Richtung X._/Z._ von rund 290 m aufweisen würde
und Richtung F._/Y._ rund 300 m. Wieso eine solche Variante nicht geprüft worden
sei, sei für ihn nicht nachvollziehbar. Dies umso weniger als diese Variante seiner
Ansicht nach den Vorteil hätte, dass nördlich nicht in unmittelbarer Nähe ein
Knotenpunkt bestehe, welcher bezüglich Sichtweiten zu berücksichtigen wäre. Südlich
münde einzig die S._-strasse in die Hauptstrasse ein; diese Einmündung präsentiere
sich fast rechtwinklig und sei somit übersichtlicher. Weiter sei die S._-strasse eine
kurze Sackgasse, welche nur der Erschliessung der dortigen fünf Häuser diene.
Bezüglich Fussgängerführung sei an diesem Standort ebenfalls hervorzuheben, dass
der F._-bachweg, als reiner Fussweg, im Rahmen der Bushaltestelle mit einem
Fussgängerstreifen weitergeführt werden könne und so eine Trennung von
Fussgängern und Fahrzeugen durch eine zusätzliche sicherere Strassenüberquerung
aus Sicherheitsaspekten vorzuziehen wäre. Ebenso wäre an diesem Standort eine
behindertengerechte Gestaltung der Fahrbahnhaltestelle oder der Haltebucht
gewährleistet. Weiter sei festzuhalten, dass die südlichen Grundstücke in diesem
Bereich noch nicht überbaut seien und somit ein Eingriff weniger schwer wiegen dürfte,
als dies bei der aktuellen Ausführung der Fall sei.
Unklar ist in der Tat, ob im Rahmen der Projekterarbeitung der vom Beschwerdeführer
vorgeschlagene Standort in Betracht gezogen und geprüft wurde. Jedenfalls lässt sich
dazu weder den Verfahrensakten noch der Vernehmlassung etwas entnehmen. Im
angefochtenen Entscheid wird lediglich in allgemeiner Weise festgehalten, eine
Verschiebung der Haltestellen in die eine oder die andere Richtung würde bedeuten,
dass diese zu nahe oder zu weit voneinander entfernt sein würden, weshalb der
Standort als solcher nicht aufgehoben oder grundsätzlich weit verschoben werden
könne (act. G 2 E. 3.5.6 S. 11). Andernorts wird festgehalten, dass aufgrund der raum-
und verkehrsplanerischen Vorgaben nur der projektierte Standort in Frage komme,
welcher die Vorgaben an die Verkehrssicherheit erfülle (act. G 3 E. 3.5.8 S. 12). Aus
5.4.2.
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diesen allgemein gehaltenen Formulierungen lässt sich jedoch nicht begründet
herleiten, weshalb der vom Beschwerdeführer unterbreitete Standort überhaupt nicht in
Frage kommt. Ebensowenig sind unüberwindliche Hindernisse erkennbar, die dem
beschwerdeführerischen Vorschlag von vornherein entgegenstehen würden. Unter
diesen Umständen kann ohne vertiefende, weitere Abklärungen und ohne Einholen von
Stellungnahmen allfällig Betroffener (wie Grundeigentümer, Kanton als Bauherr,
öffentliche Verkehrsbetriebe) sowie von Fachberichten (etwa zu den Naturgefahren,
zum Gewässerraum, zur Raumplanung und zur Verkehrssicherheit) nicht abschliessend
beurteilt werden, ob mit einer Verschiebung nicht doch eine adäquatere Alternative
zum aufgelegten Projekt bestünde, wodurch es der strittigen Enteignung an der
Erforderlichkeit fehlte. Deshalb erscheint eine Rückweisung auch diesbezüglich
begründet. Darüber hinaus rechtfertigt sich eine Rückweisung unter diesem Aspekt
auch deshalb, weil der Erstinstanz, die sich wie erwähnt im Beschwerdeverfahren nicht
materiell vernehmen liess, bei der Beurteilung dieser Frage ein gewisser
Ermessensspielraum verbleibt, was ebenfalls Grund für eine Rückweisung bilden kann
(vgl. Kamber, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 18 zu Art. 56 VRP). Bezüglich
der beiden anderen vom Beschwerdeführer genannten Varianten erübrigt sich bei
diesem Ergebnis eine eingehendere Prüfung. Gleichwohl ist anzumerken, dass
entgegen der Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G 1 Ziff. II/3.3.1 Rz. 26 ff) und
der Beschwerdebeteiligten (act. G 11 ad Rz. 26 ff S. 2) einiges dafür spricht, dass das
Beibehalten der nördlichen Haltestelle H._ beim D._ in Anbetracht der aktuellen
Verkehrssituation (s. E. 5.5.2 hiervor) kaum in Frage kommen dürfte. Daran änderte
nichts, dass bisher keine Unfälle bekannt sind und das bestehende D._ eventuell
aufgehoben und an eine andere Stelle verlegt werden soll, worauf der
Beschwerdeführer (act. G 1 Ziff. II/3.3.1 Rz. 30) und die Beschwerdebeteiligte (act.
G 11 ad Rz. 26 ff. S. 2) hinweisen. Die Problematik der einmündenden H._-strasse
sowie die fehlende rückwärtige Sicht blieben trotzdem bestehen. Ob ein vollständiger
Verzicht auf die Haltestellen H._ in Betracht kommt (vgl. Beschwerde act. G 1 Ziffer II/
3.3.3 Rz. 42 ff.), bedürfte – gleich wie die Verlegung um rund 60 m bis 80 m in Richtung
Westen – weiterer Abklärungen, welche die Vorinstanz im Rahmen der Rückweisung zu
tätigen haben wird.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen, der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden Sachverhaltsermittlung und zu
zusätzlichen Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Auf die übrigen
Vorbringen des Beschwerdeführers ist bei diesem Ausgang nicht mehr weiter
einzugehen, nachdem die Sache ohnehin zurückzuweisen ist. Nebst der
5.5.
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6.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Vorinstanz, die zugleich Vertreterin des für den
Strassenbau zuständigen Kantons ist (Art. 95 Abs. 1 VRP, vgl. VerwGE B 2017/76 vom
16. August 2018 E. 5 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von CHF 3‘500 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von CHF 4'000
zurückzuerstatten.
Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat die Vorinstanz den
Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen
(Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ersucht um Aufforderung zum Einreichen einer Honorarnote vor der
gerichtlichen Behandlung seines Falls (act. G 1 Ziff.II/6). Sowohl für die
Rekursinstanzen als auch für das Verwaltungsgericht besteht grundsätzlich keine
Pflicht, die Verfahrensbeteiligten bzw. deren Vertreter vor Abschluss des Verfahrens zur
Einreichung einer Kostennote einzuladen (für das Rekursverfahren vgl. etwa VerwGE
B 2019/193 vom 11. Dezember 2019 mit Hinweis auf VerwGE B 2014/167 E. 2.1 mit
weiteren Hinweisen; für das Beschwerdeverfahren VerwGE B 2018/184 vom 15. August
2017 E. 7 letzter Absatz). Rechtsanwaltlich vertretene Parteien wissen, dass ihre
Entschädigung bei Nichteinreichung einer Kostennote nach gerichtlichem Ermessen
festgesetzt wird (vgl. Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO; VerwGE B 2016/184 vom 15. August 2017, E. 7
letzter Absatz) und es ihnen unbenommen ist, entsprechende Eingaben jederzeit
einzureichen. Auf das (ersuchte) Einholen einer Kostennote kann deshalb verzichtet
werden, zumal auch kein aussergewöhnlich komplexer oder aufwändiger Fall vorliegt,
der einen ausserordentlichen Aufwand rechtfertigen könnte. Danebst sind auch sonst
keine besonderen, für die Bemessung des Honorars bedeutsamen Umstände im Sinn
von Art. 19 HonO erkennbar. Entsprechend wird die ausseramtliche Entschädigung
ermessensweise auf CHF 4'000 zuzüglich CHF 160 Barauslagen (vier Prozent von
CHF 4'000) und Mehrwertsteuer festgesetzt (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Neubeurteilung bezüglich des Sichtfelds und der Alternativstandorte wird die
Vorinstanz auch die weiteren Kritikpunkte des Beschwerdeführers bei der Erarbeitung
ihres neuen Entscheides angemessen zu berücksichtigen haben, zumal insbesondere
hinsichtlich der gerügten Verletzungen der VSS-Normen sowie der weiteren in den
Raum gestellten verkehrlichen Alternativen spezifische Sachkenntnisse erforderlich
sind, über welche die Vorinstanz besser verfügt.
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Art. 98 VRP; Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3, Art. 30 Ingress und
lit. b Ziff. 1; Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG, sowie
Art. 6, Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b, Art. 28 sowie Art. 29 HonO). Die
Vorinstanz und die Beschwerdebeteiligte haben zu Recht keinen Antrag auf
ausseramtliche Entschädigung gestellt.
Eine Änderung der Kostenverlegung des vorinstanzlichen Verfahrens drängt sich nicht
auf, selbst wenn der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde insofern durchdringt,
als in Aufhebung des angefochtenen Entscheids die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückgewiesen wird. Amtliche Kosten wurden dem Beschwerdeführer im
angefochtenen Entscheid ohnehin keine auferlegt und nach Art. 98 Abs. 3 Ingress und
lit. b VRP werden in der Regel im Einspracheverfahren – selbst im Fall eines
Obsiegens – keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen (vgl. dazu auch A. Linder, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 17 zu Art. 98 VRP mit Hinweis auf R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen SZ/
St. Gallen 2004, S. 157 f.). Ein Ausnahmegrund ist nicht ersichtlich.