# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c778ba64-0f7d-4bd0-b0a7-78b0a349a9eb
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
R._ und S._ sind Eigentümer der Grundstücke Nrn. 0000_ (überbaut mit einem
Einfamilienhaus [EFH]) und 0001_ (unüberbaut), Grundbuch X._. Die durch die M._-
strasse (Gemeindestrasse 3. Klasse) erschlossenen Grundstücke liegen gemäss
Zonenplan der Gemeinde X._ vom 19. Juni 1996/14. September 2015 in der
Wohnzone W2a. Sie grenzen im Westen an das in der Landwirtschaftszone gelegene
A.a.
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Grundstück Nr. 0002_ (Eigentümer: K._) und im Osten an das Grundstück Nr. 0003_
(Eigentümer: A._ und B._). Mit Baugesuch vom 28. März 2017 beantragten R._ und
S._ die Bewilligung für den Abbruch des EFH auf Grundstück Nr. 0000_ und für die
Erstellung eines Mehrfamilienhauses (MFH) mit fünf Wohnungen und einer Tiefgarage
auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und 0001_. Die hiergegen von A._ und B._,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Othmar Somm, St. Gallen, sowie K._, vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. Werner Ritter, Widnau, erhobenen öffentlich-rechtlichen und
privatrechtlichen Einsprachen gegen das Bauvorhaben wies der Gemeinderat X._ mit
Beschluss vom 19. Dezember 2017 ab. Die Baubewilligung wurde unter Bedingungen
und Auflagen erteilt (act. G 9.1 1/1 [B 2019/215]).
Gegen diesen Beschluss erhob Rechtsanwalt Somm für A._ und B._ am 17. Januar
2018 Rekurs (act. G 9.1/1 [B 2019/215]; nachstehend: Rekurs 1). In der
Rekursergänzung vom 16. Februar 2018 beanstandete er unter anderem eine nicht
hinreichende Erschliessung der Grundstücke und eine ungenügende Einfügung des
Bauvorhabens in die Landschaft. Das Bauvorhaben sei verunstaltend und verletze
Vorschriften des Ortsbildschutzes sowie verschiedene Regelbauvorschriften (act. G
9.1/3 [B 2019/215]). In seinem gegen den Beschluss vom 19. Dezember 2017 für K._
erhobenen Rekurs vom 18. Januar/16. Februar 2018 bemängelte Rechtsanwalt Ritter
eine nicht hinreichende Erschliessung der Baugrundstücke. Sodann sei zweifelhaft, ob
die Sicherheit während der Bauphase gewährleistet sei; es fehle ein detaillierter
Baugrubenplan sowie ein Sicherheits- und Kontrollkonzept. Im Weiteren bestehe die
Gefahr einer Schädigung der umliegenden Gebäude (act. G 8.1/1 und 4 [B 2019/217];
nachstehend: Rekurs 2). Nachdem das Baudepartement mit den Verfahrensbeteiligten
und einem Vertreter des Tiefbauamtes (TBA) am 8. Juni 2018 einen Augenschein an Ort
durchgeführt hatte (act. G 9.1/13 f. [B 2019/215]), reichten R._ und S._ aufgrund einer
Neubeurteilung der Sichtzonen und des Attikageschosses der Bewilligungsbehörde ein
Korrekturgesuch zur nachträglichen Bewilligung ein (act. G 9.1/22 [B 2019/215]). Mit
Beschluss vom 20. November 2018 bewilligte der Gemeinderat X._ das
Korrekturgesuch unter Bedingungen und Auflagen und wies die hiergegen von A._
und B._ sowie von K._ erhobenen Einsprachen ab, soweit er darauf eintrat. Auf
Grundstück Nr. 0000_ verfügte er eine Sichtzone und führte aus, das Attikageschoss
entspreche den Regelbauvorschriften; die Gebäudehöhe sei weiterhin eingehalten. Die
Vorplatzgestaltung und Ausfahrtssituation könne mit entsprechenden Sichtzonen
bewilligt werden (act. G 9.1/23 f. [B 2019/215]).
A.b.
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B.
Gegen diesen Beschluss erhoben A._ und B._ mit Eingabe vom 10. Dezember 2018
(act. G 9.2/1 und 3 [B 2019/215]; nachstehend: Rekurs 3) und K._ mit Eingabe vom
12. Dezember 2018 Rekurs (act. G 8.2/1 und 5 [B 2019/217]; nachstehend: Rekurs 4).
Mit Entscheid vom 27. September 2019 (act. G 2) wies das Baudepartement die
Rekurse 1 und 2 ab, soweit darauf eingetreten wurde und sie nicht gegenstandslos
geworden waren. Die Rekurse 3 und 4 wies es ab (Dispositiv Ziffer 1). Der Beschluss
des Gemeinderates X._ vom 20./26. November 2018 (Korrekturgesuch/Nachtrag zur
Baubewilligung vom 3. Januar 2018) werde mit folgender Auflage präzisiert: "Die
Einhaltung der Sichtberme bei der Zufahrt auf die M._-strasse ist mittels baulicher
Massnahmen (wie Rabatte, Stellriemen usw.) sicherzustellen." (Dispositiv Ziffer 2). A._
und B._, K._ sowie R._ und S._ wurden zur Zahlung einer Entscheidgebühr von je
CHF 2'000 verpflichtet (Dispositiv Ziffer 3). R._ und S._ wurden verpflichtet, A._ und
B._ im Rekurs 1 mit CHF 3'250 ausseramtlich zu entschädigen. Das Begehren von
A._ und B._ um ausseramtliche Entschädigung im Rekurs 3 wurde abgewiesen. R._
und S._ wurden im Rekurs 2 verpflichtet, K._ ausseramtlich mit CHF 3'250 zu
entschädigen. Das Begehren von K._ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten im
Rekurs 4 wurde abgewiesen. A._ und B._ wurden verpflichtet, R._ und S._ im
Rekurs 3 ausseramtlich mit CHF 1'430 zu entschädigen. Im Rekurs 4 wurde K._
verpflichtet, R._ und S._ ausseramtlich mit CHF 1'430 zu entschädigen. Die
Begehren der Gemeinde X._ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten in den Rekursen
1-4 wurden abgewiesen (Dispositiv Ziffer 4).
A.c.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Somm für A._ und B._ mit Eingabe vom
11. Oktober 2019 Beschwerde (act. G 1 [B 2019/215]). In der Beschwerdeergänzung
vom 18. November 2018 (act. G 5 [B 2019/215]) stellte er die Anträge, der Entscheid
vom 27. September 2019 sowie die Baubewilligungen vom 3. Januar 2018 und
26. November 2018 (Korrekturgesuch) seien aufzuheben (Ziffer 1). Die Baugesuche
vom 29. März 2017 und 13. Juli 2018 seien abzuweisen (Ziffer 2). Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner (Ziffer 3).
Rechtsanwalt Ritter erhob für K._ gegen den Rekursentscheid vom 27. September
2019 mit Eingabe vom 14. Oktober 2019 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid
sei aufzuheben (Ziffer 1) und die Abbruch- und Baubewilligung sei zu verweigern
(Ziffer 2). Eventualiter sei das Baugesuch unter der Auflage zu bewilligen, dass die
B.a.
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dauerhafte Gewährleistung der Sichtzone auf dem Nachbargrundstück rechtlich
sichergestellt und die Nutzung des Vorplatzes der Beschwerdegegner als
Ausweichstelle für Fahrzeuge, welche vom und zum Grundstück des
Beschwerdeführers fahren würden, dinglich gesichert werde (Ziffer 3). Subeventualiter

## Considerations

sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz
oder die Beschwerdebeteiligte B 2019/215 und 217 zurückzuweisen (Ziffer 4). Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegner, eventualiter des
Kantons St. Gallen (act. G 1 [B 2019/217]). In der Beschwerdeergänzung vom
18. November 2019 bestätigte und begründete Rechtsanwalt Ritter die gestellten
Anträge (act. G 5 [B 2019/217]).
In den Vernehmlassungen vom 26. November 2019 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerden. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Entscheid (act. G 8 [B 2019/215], G 7 [B 2019/217]). Rechtsanwalt Dr. Markus Möhr,
St. Gallen, beantragte für die Beschwerdegegner in den Vernehmlassungen vom
13. Dezember 2019 Abweisung der Beschwerden, soweit darauf eingetreten werden
könne, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 11 [B 2019/215], G 10
[B 2019/217]). In der Vernehmlassung vom 23. Dezember 2019 (act. G 13 [B 2019/215],
G 11 [B 2019/217]) beantragte die Beschwerdebeteiligte B 2019/215 und 217
Abweisung der Beschwerden. Die Beschwerdebeteiligten B 2019/217 verzichteten auf
eine Stellungnahme (act. G 12 [B 2019/217]). Rechtsanwalt Ritter beantragte für den
Beschwerdebeteiligten B 2019/215 in der Eingabe vom 31. Januar 2020, die
Beschwerde B 2019/215 sei zu schützen und der Rekursentscheid vom 27. September
2019 sei aufzuheben (Ziffer 1). Die Baugesuche der Beschwerdegegner vom 29. März
und 13. Juli 2018 seien abzuweisen (Ziffer 2). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegner (act. G 16 [B 2019/215]).
B.b.
In der Eingabe vom 24. Februar 2020 äusserte sich Rechtsanwalt Somm im Verfahren
B 2019/215 zu den Vernehmlassungen der Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217
und der Beschwerdegegner (act. G 18 [B 2019/215]). Mit Stellungnahme vom 19. März
2020 bestätigte Rechtsanwalt Ritter im Verfahren B 2019/217 seinen Standpunkt (act.
G 16 [B 2019/217]). Die Beschwerdegegner verzichteten in den Verfahren B 2019/215
und 217 auf eine weitere Äusserung (act. G 18 [B 2019/217], G 23 [B 2019/215]).
Rechtsanwalt Ritter nahm mit Eingabe vom 30. April 2020 im Verfahren B 2019/215 zur
Eingabe der Beschwerdeführer B 2019/215 vom 24. Februar 2020 Stellung (act. G 24
[B 2019/215]).
B.c.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdeverfahren B 2019/215 und B 2019/217 betreffen den gleichen
Streitgegenstand und basieren auf denselben Akten. Die Verfahrensbeteiligten treten -
in teilweise unterschiedlichen Parteirollen - in beiden Verfahren auf. Es rechtfertigt sich
daher, die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen und in einem einzigen Entscheid
zu behandeln.
Das Verwaltungsgericht ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
beider Verfahren sind zur Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerden wurden mit Eingaben vom 11. Oktober 2019 (act. G 1
[B 2019/215]) und vom 14. Oktober 2019 (act. G 1 [B 2019/217]) rechtzeitig erhoben
und erfüllen zusammen mit den Ergänzungen vom 18. November 2019 (act. G 5
[B 2019/215]; act. G 5 [B 2019/217]) in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs.
1 und 2 VRP). Auf die Beschwerden ist grundsätzlich einzutreten. Soweit die
Beschwerdeführer B 2019/215 auf ihre Darlegungen im Rekursverfahren verweisen
(act. G 5 S. 10 [B 2019/215]), ist indes festzuhalten, dass ein pauschaler Verweis auf
vorinstanzliche Eingaben zur Rechtsmittelbegründung nach ständiger Rechtsprechung
des Verwaltungsgerichts als ungenügend erachtet wird, weil aus ihm nicht hervorgeht,
Am 26. November 2020 führte das Verwaltungsgericht mit den Beteiligten beider
Verfahren einen Augenschein an Ort durch (act. G 37). Zu dem ihnen am 30. November
2020 zugestellten Augenschein-Protokoll äusserten sich Rechtsanwalt Möhr in beiden
Verfahren am 8. Dezember 2020 (act. G 39 [B 2019/215]), die Vorinstanz in beiden
Verfahren am 9. Dezember 2020 (act. G 40 [B 2019/215]), Rechtsanwalt Somm im
Verfahren B 2019/215 am 4. Januar 2021 (act. G 41 [B 2019/215]) und Rechtsanwalt
Ritter in beiden Verfahren am 25. Januar 2021 (act. G 44 [B 2019/215]). Mit Eingabe
vom 12. Februar 2021 nahm Rechtsanwalt Ritter in beiden Verfahren zu den nach
Zustellung des Augenschein-Protokolls ergangenen Eingaben Stellung (act. G 46
[B 2019/215]).
B.d.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben der vorliegenden
Verfahren und am Augenschein vom 26. November 2020 wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
B.e.
bis
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in welchen Punkten und weshalb der Entscheid der Vorinstanz angefochten wird (vgl.
statt vieler VerwG B 2012/19 vom 29. August 2012 E. 2.3); diesbezüglich ist auf die
Beschwerde B 2019/215 nicht einzutreten. Nicht eingetreten werden kann auch auf
den Antrag, die Baubewilligungen vom 3. Januar und 26. November 2018 seien
aufzuheben, da an deren Stelle der Rekursentscheid getreten ist ("Devolutiveffekt",
BGE 134 II 142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1 und 2C_204/2015
vom 21. Juli 2015 E. 1.2).
Der erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217 datiert
vom 19. Dezember 2017 und erging damit nach Inkrafttreten des Planungs- und
Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049). Die Vorinstanz
erachtet jedoch mit Hinweis auf das Kreisschreiben Übergangsrechtliche
Bestimmungen im Planungs- und Baugesetz [PBG] vom 8. März 2017,
Baudepartement, Juristische Mitteilungen 2017/I/1 S. 3 f. grundsätzlich zu Recht das
bis 30. September 2017 gültige Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche
Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom 1. Januar 2015) auf das
vorliegende Verfahren anwendbar, da die kommunalen Rahmennutzungspläne der
Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217 noch nicht revidiert und in Kraft gesetzt
sind (act. G 2 E. 2). Als Folge davon bleibt das BauG für das vorliegende Verfahren
anwendbar, soweit das erwähnte Kreisschreiben nicht eine direkte Anwendbarkeit des
PBG vorsieht (vgl. nachstehende E. 3.1).
2. Erschliessung
Nach Art. 22 Abs. 2 lit. b des Raumplanungsgesetzes (SR 700, RPG) dürfen
Baubewilligungen nur erteilt werden, wenn das Land im Sinn von Art. 19 Abs. 1 RPG
(und Art. 49 Abs. 2 lit. a und b BauG) erschlossen ist. Nach Art. 63 Abs. 2 des
Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) werden Zufahrten bewilligt, wenn weder die
Strasse beeinträchtigt noch der Verkehr gefährdet wird. Eine Zufahrt ist als hinreichend
zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und
verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten Überbauung und Nutzung genügt,
den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den
öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung
ungehindert benützt werden kann und - wenn sie über fremdes Grundeigentum führt -
rechtlich gesichert ist. Nicht unbedingt erforderlich ist, dass Kreuzungsmanöver
zwischen Motorfahrzeugen auf der ganzen Strecke möglich sind. Unter Umständen
genügen zweckmässig angeordnete Kreuzungsstellen. Zur hinreichenden Zufahrt
2.1.
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gehört auch das Verbindungsstück von der öffentlich zugänglichen Strasse zum
Baugrundstück (VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014 E. 2 mit Hinweis auf B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 508 ff. und Rz. 513 f.; GVP 1988
Nr. 97 E. 2a mit Hinweisen). Stets ist das gesamte Gebiet, welches von einer Strasse
erschlossen wird, zu berücksichtigen. Im Hinblick auf den planerischen Zweck ist eine
Zufahrt nur dann als genügend zu betrachten, wenn sie auf die Baumöglichkeiten der
geltenden Zonenordnung abgestimmt ist (VerwGE B 2014/18 vom 24. März 2015 E. 3.1
m.H.).
Für die Beurteilung der technischen Anforderungen an eine hinreichende Zufahrt
können die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) als
Hilfsmittel bzw. als Richtwerte herangezogen werden, wobei ihre Anwendung im
Einzelfall dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit entsprechen muss und sie nicht
ungeachtet der konkreten Verhältnisse zugrunde gelegt werden dürfen. Die VSS-
Normen enthalten mithin keine bindenden Anweisungen für jeden Einzelfall im Sinn
einer gesetzlichen Norm (VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017, E. 11.1 und E. 11.3
f. mit Hinweisen; VerwGE B 2011/110 vom 20. März 2012, E. 4; GVP 1990 Nr. 99).
Nach der VSS-Norm SN 40 045 "Projektierung, Grundlagen; Strassentyp
Erschliessungsstrassen" vom März 2019 werden die Sicherheitsanforderungen an
Erschliessungsstrassen allgemein durch geringe Verkehrsmengen und niedrige
Geschwindigkeiten angestrebt. Die Belastbarkeit dieser Strassen ist begrenzt. Der
Ausbaugrad ist entsprechend niedrig anzusetzen. Bei Erschliessungsstrassen in
Gewerbegebieten ist den geometrischen Anforderungen der schweren Lastwagen
Rechnung zu tragen. Erschliessungsstrassen stehen allen Verkehrsteilnehmern offen
(VSS-Norm SN 40 045, Ziffer 5). Der Erschliessungsstrassentyp "Zufahrtsweg" dient
der Erschliessung von bis zu 30 Wohneinheiten. Er ist auf den Grundbegegnungsfall
"PW/Fahrrad bei stark reduzierter Geschwindigkeit" und eine durchschnittliche
stündliche Verkehrsbelastung von maximal 50 Fahrzeugen ausgerichtet. Für
Zufahrtswege im dargelegten Sinn genügt ein Fahrstreifen. Sie müssen in der Regel
keinen Wendeplatz aufweisen und nicht durchgehend befahrbar sein. Es handelt sich
um Fusswege, die zum gelegentlichen Befahren mit Motorfahrzeugen vorgesehen und
entsprechend befestigt sind. Für die seltenen Begegnungsfälle zwischen
Motorfahrzeugen können angrenzende Bankettflächen und Vorplätze einbezogen
werden (VSS-Norm SN 40 045, Ziffer 8 und Tab. 1). Gemäss VSS-Norm SN 40 201
"Geometrisches Normalprofil" vom März 2019 beträgt das für einen Personenwagen
erforderliche horizontale Lichtraumprofil 2 bis 2.1 m bei Geschwindigkeiten von 0 bis
40 km/h, für einen Lastwagen bzw. ein landwirtschaftliches Fahrzeug beträgt das
horizontale Lichtraumprofil bei den erwähnten Geschwindigkeiten 2.7 bis 2.8 m und
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dasjenige eines Fahrradlenkers 0.9 bis 1.1 m. Bei stark reduzierter Geschwindigkeit (bis
30 km/h) ist beim Grundbegegnungsfall PW/Fahrrad eine Strassenbreite von
mindestens 3.4 m (keine Steigungen), beim Begegnungsfall PW/PW eine Breite von
mindestens 4.4 m und beim Begegnungsfall PW/LKW eine solche von 5.1 m
erforderlich (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar 2017 E. 11.1 sowie B 2013/70 vom
8. Juli 2014 E. 2.1 und 2.3, wo das Kreuzen zwischen LKW bzw. landwirtschaftlichem
Fahrzeug und PW bei Strassenbreiten zwischen 3.9 und 5.85 m lediglich auf den
Streckenabschnitten mit weniger als 4.7 m Breite nicht möglich, im Übrigen aber nicht
eingeschränkt war; vgl. auch VerwGE B 2018/52 vom 27. Februar 2019 E. 5.4). Die
VSS-Norm SN 40 273a (Sichtverhältnisse in Knoten in einer Ebene), Ausgabe März
2019, legt unter anderem die Beobachtungsdistanz für Motorfahrzeuge und leichte
Zweiräder (innerorts > 2.5 m) sowie die Anforderungen an das Sichtfeld fest. Letzteres
ist von allen Hindernissen freizuhalten, die ein Motorfahrzeug oder ein leichtes Zweirad
verdecken könnten (VSS-Norm SN 40 273a Ziffer 10 f.).
Die M._-strasse erschliesst als Gemeindestrasse 3. Klasse in dem in der Bauzone
gelegenen Teilbereich die Grundstücke Nrn. 0004_, 0003_, 0000_ sowie 0001_ und
danach das in der Landwirtschaftszone gelegene Grundstück Nr. 0002_ (Hof mit
Obstbaubetrieb des Beschwerdebeteiligten B 2019/215 bzw. Beschwerdeführers
B 2019/217). Durch das geplante Bauvorhaben auf den Grundstücken Nrn. 0000_ und
0001_ ergeben sich fünf Wohneinheiten, davon vier neue, für den Teilbereich in der
Bauzone und damit eine Erschliessung von insgesamt sieben Wohneinheiten sowie des
Landwirtschaftsbetriebs über die M._-strasse. Im Amtsbericht vom 24. April 2018
stellte das TBA eine Breite der M._-strasse im Bereich des Grundstücks Nr. 0003_
von 3.5 bis 3.65 m sowie im Bereich des Grundstücks Nr. 0000_ (Baugrundstück) von
3.65 bis 4 m fest. Es führte aus, die Ein- und Ausfahrt des geplanten Bauvorhabens
befinde sich rund 35 m vom Knoten O._-strasse/P._-strasse entfernt. Der Verlauf der
M._-strasse sei in diesem Bereich gerade und übersichtlich. Da die M._-strasse auch
dem Landwirtschaftsverkehr diene, könne sie indes nicht unter dem Aspekt einer
Grundstückszufahrt betrachtet werden. Ausgehend von einem für den Begegnungsfall
PW/PW erforderlichen Lichtraumprofil von 5.1 m (bzw. 4.4 m gemäss interner
Richtlinie) kam das TBA zum Schluss, dass die vorhandenen Fahrbahnbreiten auch den
(im Vergleich zur VSS-Norm) reduzierten Querschnitten gemäss interner Richtlinie des
TBA nicht genügten. Eine hinreichende Erschliessung sei nicht gegeben. Durch
Verlegen des Kehrichtstandorts und geeignete Bepflanzung könnten die notwendigen
Sichtbermen geschaffen werden. Die Gewährleistung der Sichtzone über das
Nachbargrundstück sei rechtlich sicherzustellen (act. G 9.1/11 [B 2019/215]). Nach
2.2.
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Bewilligung des Korrekturgesuchs bestätigte das TBA mit Amtsbericht vom 22. März
2019, dass der Kehrichtabfuhrstandort mit dem Korrekturgesuch verlegt worden sei
und nicht mehr im Sichtzonenbereich liege. Gemäss VSS Norm SN 640 273a (nunmehr:
SN 40 273a) sei indessen für eine Erschliessungsstrasse mit 30 km/h eine Sichtweite
für den motorisierten Verkehr von 20 bis 35 m notwendig. Auf der M._-strasse sei
auch mit landwirtschaftlichem Verkehr und Velofahrern zu rechnen. Es werde
empfohlen, die Sichtweite auf mindestens 30 m zu setzen. Sollte die tatsächliche
Gefällesituation unter -2% liegen, sei die Sichtweite sogar noch weiter zu erhöhen.
Zudem müsse der Haltepunkt für Fahrzeuge baulich eingegrenzt werde. Eine
hinreichende Erschliessung sei aufgrund der zu geringen Fahrbahnbreiten nicht
gegeben. Die Sichtverhältnisse seien nicht ausreichend. Künftige Bepflanzungen in
diesem Bereich dürften eine Höhe von 60 cm nicht überschreiten. Die überarbeiteten
Sichtzonen seien gegebenenfalls im Grundbuch auf den Nachbarparzellen einzutragen
(act. G 9.2/8 [B 2019/215]). Auf Begehren der Beschwerdegegner beschloss die
Beschwerdebeteiligte B 2019/215 und 217 am 9. Juli 2019 den Ausbau der M._-
strasse und sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids
im hier streitigen Baubewilligungsverfahren (act. G 6 [B 2019/215]).
Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz unter anderem dar, die gerade und
übersichtliche Strecke zwischen der geplanten Zu- und Wegfahrt des Baugrundstücks
zum Knoten O._-strasse/P._-strasse betrage rund 35 m. Am Augenschein sei von der
Fachstelle bestätigt worden, dass im Bereich des erwähnten Knotens ein Kreuzen von
PW/PW bzw. PW/LKW möglich sei. In Übereinstimmung mit dem TBA sei der
Begegnungsfall PW/PW einzubeziehen, wobei die dafür erforderliche Breite von 4.4 m
nicht erreicht werde. Für den Begegnungsfall PW/PW bzw. PW/LKW müssten daher
Ausweichstellen vorhanden sein. Eine solche befinde sich beim erwähnten Knoten und
somit 35 m von den Baugrundstücken entfernt. Da eine direkte Sichtverbindung von
der Zu- und Wegfahrt zum Knoten je nach baulicher Situation auf dem Grundstück Nr.
0003_ nicht in jedem Fall gegeben sei, müsste im Begegnungsfall ein ausfahrendes
Fahrzeug auf den Vorplatz zurücksetzen, damit vom Knoten einfahrende Fahrzeuge
ohne Inanspruchnahme von privaten Grundstücken abgewartet werden könnten. Unter
dem Blickwinkel der Verkehrssicherheit sei es vertretbar, dass im Schritttempo (vielfach
mit Rückfahrhilfe) leicht zurückgesetzt werden müsse. Angesichts dieser Umstände
und der am Augenschein festgestellten örtlichen Verhältnisse erweise sich die
bestehende Erschliessung in Bezug auf die Fahrbahnbreite als genügend. Es sei
Aufgabe der Rekursinstanz, aufgrund der korrekten fachlichen Überlegungen die
Rechtsfrage der hinreichenden Erschliessung unter Berücksichtigung der konkreten
2.3.
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Umstände zu beantworten. Unter den dargelegten Umständen rechtfertige sich
ausnahmsweise ein Abweichen von den Amtsberichten (act. G 2 S. 14 f.).
Im Weiteren ersetze das von den Beschwerdegegnern eingereichte Korrekturgesuch
das ursprüngliche Baugesuch im Punkt der Sichtzonen und führe zu einer teilweisen
Gegenstandslosigkeit der Rekurse 1 und 2. Gemäss den mit der Baubewilligung vom
20. November 2018 bewilligten Plänen hätten die Beschwerdegegner die Ein- und
Ausfahrt derart verschoben, dass sowohl gegen Westen wie gegen Osten eine
Sichtzone von je 20 m auf dem eigenen Grundstück eingehalten werden könne. Zudem
seien die Sichtbermen von jeglichen Hindernissen befreit und durch den Verzicht auf
drei Besucherparkplätze ein grosszügiger Wende- bzw. Vorplatzbereich geschaffen
worden. Zur Sicherstellung der Sichtverhältnisse bei Ein- und Ausfahrten sei auf
Grundstück Nr. 0000_ eine Sichtzone verfügt worden. Gemäss Amtsbericht vom
22. März 2019 genüge eine Sichtweite von 20 m nicht. Aufgrund der örtlichen
Verhältnisse seien jedoch auch diese grundsätzlich zutreffenden Aussagen zu
relativieren. In Bezug auf die Sichtverhältnisse gegen Osten könne wohl davon
ausgegangen werden, dass eine Sichtweite von 20 m ausreiche, da die M._-strasse in
diese Richtung flach oder leicht abfallend verlaufe und sehr übersichtlich sei. Auch
wenn die M._-strasse im Westen gegen die Landwirtschaftszone leicht ansteige,
genüge diesbezüglich eine Sichtweite von 20 m. Da über die M._-strasse in
absehbarer Zukunft einzig das Grundstück der Beschwerdegegner erschlossen werde
und gemäss Geoportal das Langsamverkehrsnetz weiter westlich über den Q._-weg
und ein anderes Teilstück der M._-strasse in Richtung des Dorfzentrums führe, sei in
diesem Bereich der M._-strasse kaum mit Velofahrern zu rechnen. Darüber hinaus
seien landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lastwagen aufgrund der Bestockung auf dem
Grundstück Nr. 0002_ vorgängig gut erkennbar. Aus Gründen der Verkehrssicherheit
genüge somit in Abweichung zum Amtsbericht des TBA die minimale Sichtzone. Die
Verfügung einer zusätzlichen Sichtzone auf den Grundstücken der Beschwerdegegner
erweise sich als unverhältnismässig. Allerdings seien die vom TBA geforderten
baulichen Massnahmen zur Sicherstellung einer zentrierten Ausfahrt gerechtfertigt. Die
von der Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217 verfügte Markierung genüge
diesbezüglich nicht, da sie ohne Weiteres missachtet werden könne. Die
entsprechende Auflage im Beschluss vom 20. November 2018 sei daher anzupassen
(act. G 2 S. 15 f.).
Die Beschwerdeführer B 2019/215 wenden ein, nach Ansicht der
Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217 werde ein weiterer Landwirtschaftsbetrieb
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/24
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über die M._-strasse erschlossen (act. G 6 [B 2019/215]), was den
landwirtschaftlichen Verkehr auf dieser Strasse intensiviere. Auf einer Strasse, die
landwirtschaftlichen Gewerbebetrieben und einer Mehrzahl von Wohnhäusern zu
dienen habe und auf der mit regelmässigem Verkehr zu rechnen sei, müssten
Kreuzungsmanöver ohne Gefahr möglich sein. Zudem sei Radfahrern und Fussgängern
genügend Raum zu lassen. Das TBA habe als Fachstelle das Vorliegen einer blossen
Grundstückszufahrt stets verneint, weil von regelmässigem landwirtschaftlichem LKW-
Verkehr auszugehen sei. Die Vorinstanz lasse dies ausser Acht und setze sich über die
Expertise des TBA hinweg. Da die minimale Strassenbreite von 4.4 m nicht gegeben
sei, stelle die Vorinstanz auf die örtlichen Verhältnisse ab. Die Behauptung der
Vorinstanz, der Knoten genüge auch für den Begegnungsfall PKW/LKW, sei nicht durch
das TBA bestätigt worden. Sodann genüge die Inanspruchnahme des privaten
Vorplatzes der Beschwerdegegner für das Zurücksetzen nicht für eine genügende
Erschliessung, da damit die ungehinderte Benützung nicht gewährleistet und ein
Zurücksetzen verkehrstechnisch ohnehin ein gefährliches Manöver sei. Die von der
Vorinstanz unter dem Titel "konkrete Umstände" und "örtliche Verhältnisse"
aufgeführten Überlegungen seien bereits vom TBA in seinen Amtsberichten
berücksichtigt worden, was zu einer wesentlichen Reduktion der notwendigen
Strassenbreite geführt habe. Zwingende Gründe für eine Abweichung von den
tatsächlichen Feststellungen des TBA bestünden nicht; die Vorinstanz gehe vielmehr
selber davon aus, dass die tatsächlichen Überlegungen des TBA korrekt seien. Im
Weiteren würden trotz Korrekturgesuch die Sichtzonen bei der Ausfahrt des
Baugrundstücks in die M._-strasse nicht eingehalten. Das TBA habe zutreffend
dargelegt, weshalb die im Korrekturgesuch eingezeichneten Sichtzonen unhaltbar
seien. Die Vorinstanz weiche auch hiervon ohne zwingende Gründe ab. Bei richtiger
Umsetzung der Sichtzonen auf mindestens 30 m müsste zudem das
Nachbargrundstück in Anspruch genommen werden (act. G 5 [B 2019/215] Ziffer 13).
Der Beschwerdeführer B 2019/217 macht unter anderem geltend, vorliegend sei die
Zufahrtsstrasse sehr schmal und im Dunkeln unübersichtlich. Zudem bestünden keine
genügenden Kreuzungs- und Manövriermöglichkeiten insbesondere für grössere
Fahrzeuge. Die Vorinstanz setze sich über die beiden Amtsberichte mit einer
Begründung hinweg, die einer Prüfung nicht standhalte. Die M._-strasse weise wegen
des Verkehrs von und zu seinem Landwirtschaftsbetrieb einen intensiveren und anders
gearteten Verkehr als ein "Zufahrtsweg" gemäss der VSS-Norm SN 640 045 (nunmehr:
SN 40 045) auf. Rechtlich gesicherte Ausweichstellen bestünden nicht. Der Knoten
O._-strasse/P._-strasse stelle keine Kreuzungsstelle für die M._-strasse dar. Somit
würden die Ausführungen der Vorinstanz nichts daran ändern, dass keine genügende
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Erschliessung für das Bauvorhaben vorliege. Entgegen den Ausführungen der
Vorinstanz seien die Sichtzonen gemäss den Amtsberichten des TBA massgebend. Die
nicht fachkundige Vorinstanz könne nicht einfach Sichtzonen nach eigenem Gutdünken
reduzieren. Es bestehe nach wie vor nicht genügend Raum, um ein sicheres
Nebeneinander von Fussgängern/Radfahrern und dem motorisierten Verkehr zu
gewährleisten. Die Änderungen, welche das Korrekturgesuch mit sich gebracht hätte,
seien lediglich ein erster Schritt in die richtige Richtung (act. G 5 [B 2019/217]).
2.5.
Zum Vorbringen der Beschwerdeführer B 2019/215, wonach ein weiterer
Landwirtschaftsbetrieb über die M._-strasse erschlossen werde (act. G 5 S. 6
[B 2019/215]), legt die Beschwerdebeteiligte B 2019/215 und 217 dar, dass diese
Ansicht auf einen Irrtum zurückzuführen sei (act. G 13 [B 2019/215]). Von dieser
unbestrittenen und belegten Feststellung bzw. davon, dass über die M._-strasse
lediglich der Betrieb des Beschwerdeführers B 2019/217 erschlossen wird, ist
nachstehend auszugehen. Im Weiteren trifft der Hinweis der Vorinstanz, dass die M._-
strasse dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offenstehe (act. G 2 S. 14),
insofern zu, als dies ein gesetzliches Merkmal von Gemeindestrassen dritter Klasse
darstellt (Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 StrG). Indes besteht gemäss
unbestritten gebliebener Feststellung des Beschwerdeführers B 2019/217 (act. G 5
S. 16 [B 2019/217]) für die M._-strasse keinerlei verkehrsbeschränkende Anordnung
(etwa in Form eines Fahrverbots für gewisse Fahrzeugkategorien). Dementsprechend
können private Fahrzeuge aller Kategorien die Strasse befahren, auch wenn
definitionsgemäss deren Gemeingebrauch beschränkt ist. Nicht in Frage gestellt wurde
sodann das Vorbringen des Rechtsvertreters des Beschwerdebeteiligten B 2019/215
anlässlich des Rekursaugenscheins bzw. des Beschwerdeführers B 2019/217 im
vorliegenden Verfahren, dass von und zu seinem Obstbetrieb mit ca. 40'000
Apfelbäumen nach dem Prinzip "just-in-time-delivery" das ganze Jahr über grosse
Lastwagen verkehren würden (act. G 9.1/13 [B 2019/215]; act. G 5 S. 5 [B 2019/217]).
Mit einer Strassenbreite von gut 3.5 m im Bereich des Grundstücks Nr. 0003_ bzw.
3.65 bis 4 m im Bereich des Grundstücks Nr. 0000_ ist ein Befahren der gerade und
übersichtlich verlaufenden M._-strasse - ohne Gegenverkehr - auch mit Lastwagen
(öffentliche Dienste und Zubringer mit einer maximalen Fahrzeugbreite von 2.6 m) und
landwirtschaftlichen Fahrzeugen (Breite 2.6 m; https://www.agrartechnik.ch/fileadmin/
user_upload/leitfaeden/Strassengestaltung_D_2018.pdf) möglich. Aus dem streitigen
2.5.1.
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Bauvorhaben mit vier zusätzlichen Wohneinheiten dürfte - ausgehend von
durchschnittlich 16 Fahrten von Anwohnern und Besuchern dieser vier neuen
Wohneinheiten (4 x 2 Hin- und 4 x 2 Rückfahrten) pro Tag - kein relevanter Mehrverkehr
auf der rund 35 m langen Zu- und Wegfahrt im Vergleich zur heutigen Situation
resultieren. Die gegebene Breite schliesst zwar ein Kreuzen von zwei PW's und eine
Begegnung PW/LKW bzw. landwirtschaftliches Fahrzeug aus. Ausweichstellen, welche
ohne Beanspruchung von Privateigentum benützt werden könnten, bestehen zwar
ebenfalls nicht. Indes kommt dem Kreuzen auf dem 35 m langen Strassenstück
insofern keine hohe Bedeutung zu, als die Strecke vom Knoten O._-strasse/P._-
strasse bis zum Landwirtschaftsbetrieb durchgehend sehr übersichtlich ist und
entgegenkommende Fahrzeuge schon von Weitem gesehen werden können.
Insbesondere erscheint auch ein Zurücksetzen auf das Baugrundstück Nr. 0000_ -
wie im angefochtenen Entscheid festgehalten - als möglich, womit das Zurücksetzen
mit einem PW oder LKW auf den Knoten O._-strasse/P._-strasse in aller Regel nicht
erforderlich sein wird.
Das TBA verneinte anlässlich des Rekursaugenscheins (act. G 9.1/13) die hinreichende
Erschliessung für das Bauvorhaben mit der Feststellung, dass die gute
Übersichtlichkeit zwar bei einer (reinen) Grundstückszufahrt berücksichtigt werden
könnte, eine solche jedoch konkret nicht vorliege, da die Strasse auch den
Obstbaubetrieb erschliesse. Eine mögliche Lösung könne eine Ausweichstelle auf dem
Baugrundstück (Nr. 0000_) darstellen (act. G 9.1/13 f. [B 2019/215]). Auf letztere
Möglichkeit/Notwendigkeit verweist sie erneut am Augenschein vom 26. November
2020 (act. G 37 [B 2019/215] S. 5). Die Vorinstanz stellte die Korrektheit der fachlichen
Überlegungen des TBA inhaltlich explizit nicht in Frage (act. G 2 S. 15), bejahte aber
"ausnahmsweise" (act. G 2 S. 15 E. 5.5 am Schluss) eine genügende Erschliessung.
Hierzu ist festzuhalten, dass der Amtsbericht des TBA den Ausbaustand der Strasse
aus technischer Sicht beurteilt. Die Frage der hinreichenden Erschliessung bleibt indes
eine Rechtsfrage, welche nicht vom TBA zu beurteilen ist. Die M._-strasse entspricht
zwar, wie das TBA zu Recht vermerkt, aufgrund der regelmässigen Zu- und Wegfahrt
von schweren Motorfahrzeugen nicht dem Strassentyp "Zufahrtsweg" (vgl. dazu
vorstehende E. 2.1 zweiter Absatz) gemäss VSS-Norm SN 40 045 und weist die vom
TBA geforderte (im Vergleich zur VSS-Norm von 5.1 m reduzierte) Mindestbreite von
4.4 m im Bereich zwischen Knoten und Baugrundstück nicht auf. Aufgrund der
dargelegten guten Übersichtlichkeit der gesamten M._-strasse, insbesondere des
35 m langen Teilstücks bis zum Baugrundstück, erscheint die vom TBA zur Diskussion
gestellte Ausweichstelle auf dem Grundstück Nr. 0000_ indes nicht notwendig. In
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/24
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diesem Zusammenhang ist auch der zutreffende Hinweis der Beschwerdegegner am
Augenschein vom 26. November 2020 zu beachten, wonach die Zurückversetzung des
geplanten Baus eine Verbesserung der Verkehrssituation ergeben habe (act. G 37 S. 4
und G 39 [B 2019/215]). Zum Hinweis der Beschwerdeführer B 2019/215, dass die gute
Übersichtlichkeit und geringen Geschwindigkeiten vom TBA bereits mit der
Abweichung von der Mindestbreite gemäss VSS-Norm von 5.1 m auf eine
Strassenbreite von 4.4 m berücksichtigt worden seien und diese Argumente nicht
nochmals zu einer weiteren Reduktion der notwendigen Breite verwendet werden
könnten (act. G 5 [B 2019/215] Ziffer 13; act. G 41 [B 2019/215] S. 2), ist anzumerken,
dass auch die internen Richtlinien, gleich wie die VSS-Normen, lediglich Richtwerte
enthalten, deren Anwendung im Einzelfall zu klären ist. Der am Augenschein
teilnehmende Vertreter der Verkehrspolizei hielt fest, dass aufgrund der
Sichtverhältnisse und der fehlenden Widmung der M._-strasse für den
Langsamverkehr das Projekt genügend erschlossen sei. Zudem ging er - trotz
gewerblichem LKW-Verkehr - von einem Zufahrtsweg aus (act. G 37 S. 5). Der an sich
zutreffende Hinweis der Beschwerdeführer B 2019/217 (act. G 44 S. 5 oben), wonach
die fehlende Widmung für den Langsamverkehr insofern nicht massgebend erscheine,
als das tatsächlich in Aussicht stehende Langsamverkehrsaufkommen (vgl. dazu
nachstehende E. 2.5.2) zugrunde zu legen sei, vermag hieran nichts zu ändern.
Gemäss den mit der Baubewilligung vom 20. November 2018 bewilligten Plänen
erfolgte eine Verschiebung der Ein- und Ausfahrt auf dem Baugrundstück Nr. 0000_
mit Verfügung einer entsprechenden Sichtzone, so dass gemäss den vorinstanzlichen
Darlegungen auf beide Ausfahrtsseiten eine Sichtzone von 20 m auf dem Grundstück
eingehalten wird. Gemäss VSS-Norm SN 40 273a, S. 8 Tabellen 1 und 2, beträgt die
minimale Knotensichtweite bei einer Zufahrtsgeschwindigkeit von 30 km/h 20-35 m.
Die minimale Knotensichtweite auf leichte Zweiräder beträgt bei einer Strasse ohne
Steigung 25 m und bei einer Längsneigung von 2% 35 m. Hierauf stützt sich der im
Amtsbericht vom 22. März 2019 vertretene Standpunkt, wonach eine Sichtweite von
20 m nicht genüge. Die Vorinstanz relativiert jedoch die Aussagen des TBA und
erachtet eine Sichtweite von 20 m in Bezug auf die Sichtverhältnisse gegen Osten
(flacher und übersichtlicher Verlauf der M._-strasse) und Westen (leichter Anstieg der
M._-strasse) als genügend. Sie stellt zutreffend fest, dass über die M._-strasse in
absehbarer Zukunft einzig das Grundstück der Beschwerdegegner erschlossen werde
und landwirtschaftliche Fahrzeuge und Lastwagen aufgrund der Bestockung auf dem
Grundstück Nr. 0002_ vorgängig gut erkennbar seien. Auch weist sie zu Recht darauf
2.5.2.
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3. Einordnung
hin, dass das Langsamverkehrsnetz weiter westlich über den Q._-weg und ein
anderes Teilstück der M._-strasse in Richtung des Dorfzentrums führe und daher in
diesem Bereich der M._-strasse kaum mit Velofahrern zu rechnen sei.
Die vorinstanzlichen Feststellungen stehen im Einklang mit den am Augenschein vom
26. November 2020 von Seiten der Verkehrspolizei sowie von der
Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217 (Gemeindepräsident) abgegebenen
Stellungnahmen (act. G 37 S. 5). Hinzu kommt, dass bei der Beurteilung der Frage der
zureichenden Erschliessung auch der haushälterische Umgang mit dem Boden (vgl.
BGer 1C_273/2014 E. 4.3.4 m.H. auf BGer 1C_237/2007 E. 4.3) bzw. das Erfordernis
der inneren Verdichtung bestehender Quartiere (vgl. dazu Leitfaden des AREG
"Strategie Siedlungsentwicklung nach Innen", Leitfaden_Siedlungsentwicklung_sg.ch)
nicht ausser Acht bleiben dürfen. Die vorinstanzliche Bejahung der zureichenden
Erschliessung lässt sich angesichts der dargelegten Verhältnisse nicht beanstanden. Im
Punkt Erschliessung sind die Beschwerden somit abzuweisen.
Das geplante zweigeschossige MFH mit Attikageschoss weist eine Länge von rund
25 m und eine Breite von rund 22 m auf. Nach Regelbauweise (Art. 6 Baureglement der
Gemeinde X._ vom 13. Oktober 1998/20. August 2013 [BauR]) wäre eine maximale
Gebäudelänge von 30 m möglich. Die beiden Baugrundstücke grenzen an die
Landwirtschaftszone. Gemäss kantonalem Richtplan (Koordinationsblatt S31 vom
November 2017) und nach dem Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
(ISOS, Inventarblatt vom Juni 1992; vgl. Verordnung zum Inventar der schützenswerten
Ortsbilder der Schweiz, SR 451.12, VISOS) besteht in X._ ein Ortsbild von kantonaler
Bedeutung. Die Baugrundstücke befinden sich in ca. 300 m Entfernung vom
Ortsbildschutzgebiet (Schutzverordnung [SchutzV] der Gemeinde X._ vom 6. Juli
1998) und in rund 150 m Entfernung von den Einzelschutzobjekten Nr. 0005_
(Wohnhaus M._-hof) und Nr. 0006_ (Bildstock M._). Nach Art. 4 Abs. 1 SchutzV
dürfen Bauten und Anlagen in der Umgebung von Schutzgegenständen deren
schutzwürdige Substanz nicht beeinträchtigen. Im Weiteren verbietet der gemäss
Anhang zum Kreisschreiben Übergangsrecht PBG a.a.O. direkt anwendbare Art. 99
PBG die Erstellung von Bauten und Anlagen, die das Orts- und Landschaftsbild
verunstalten. Im Unterschied zu positiven Bauästhetikvorschriften (Gestaltungs- oder
Einfügungsvorschriften) verbietet ein Verunstaltungsverbot nur erheblich störende
Wirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild in dem Sinn, dass nur etwas qualifiziert
3.1.
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Unschönes verhindert werden soll (B. Heer, a.a.O., Rz. 1025; B. Zumstein, Die
Anwendung der ästhetischen Generalklausel des kantonalen Rechts, St. Gallen 2001,
S. 29; vgl. im Weiteren auch VerwGE B 2012/238 vom 8. November 2013 E. 3 und 4
sowie B 2013/252 vom 28. Mai 2015). Dabei ist nicht das Bauvorhaben isoliert zu
betrachten, sondern in Bezug zu seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung zu
setzen (Zumstein, a.a.O., S. 105). Das Amt für Kultur, Denkmalpflege, legte im
Amtsbericht vom 5. Juni 2019 dar, die Baugrundstücke seien aufgrund der
bestehenden Bebauung sowie der grossen räumlichen Distanz zum historischen
Zentrum (Ortsbildschutzgebiet) für das schützenswerte Ortsbild von X._ nicht relevant.
Sowohl das Ortsbild von X._ als auch die Einzelschutzobjekte würden durch das
Bauvorhaben nicht beeinträchtigt. Eine Zustimmung der kantonalen Denkmalpflege sei
nicht notwendig (act. G 9.2/16 [B 2019/215]; vgl. Art. 122 PBG).
Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid mit Hinweis auf die einschlägige
Rechtsprechung (VerwGE B 2013/48 vom 8. November 2013 E. 4.3 und BGer
1C_455/2015 vom 24. August 2015 E. 4.5.5) aus, dass das ISOS im
Baubewilligungsverfahren nicht direkt anwendbar sei, soweit keine umfassende
Interessenabwägung erforderlich sei. Dies gelte zumindest dann, wenn die kommunale
Nutzungsplanung die ISOS-Schutzziele und Schutzmassnahmen bereits umgesetzt
habe und die konkrete Planung die Schutzziele nicht geradezu missachte. Da die
geltende Schutzverordnung das Inventarblatt zum ISOS mutmasslich berücksichtigt
habe, sei in Übereinstimmung mit der Denkmalpflege davon auszugehen, dass die
kommunale Nutzungsplanung die ISOS-Schutzziele und die Vorgaben des kantonalen
Richtplans in Bezug auf das in Frage stehende Gebiet nicht missachte. Darüber hinaus
werde das Bauvorhaben in Regelbauweise ohne Ausnahmebewilligungen erstellt,
weshalb keine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen sei. Eine
Beeinträchtigung der Schutzobjekte auf dem Grundstück des Beschwerdebeteiligten
B 2019/215 durch das Bauvorhaben sei nicht ersichtlich, zumal sich dazwischen (wie
am Augenschein festgestellt) die mit einem auffälligen Hagelschutz versehenen
Obstkulturen des Beschwerdebeteiligten B 2019/215 befänden. Im Weiteren sei Art. 5
Abs. 2 SchutzV zum vornherein nicht anwendbar, da kein geschütztes Ortsbild
vorliege. Das geplante zweigeschossige MFH mit Attikageschoss hebe sich hinsichtlich
Massstäblichkeit von den bestehenden Bauten der Umgebung ab. Am Augenschein
habe sich gezeigt, dass Einfamilienhäuser vorherrschen würden, welche hinsichtlich
Art, Grösse, Dachgestaltung sowie Farbgebung und Architektur ein sehr heterogenes
Bild abgeben würden. Zudem befänden sich in westlicher Richtung der Hof, die Hallen
und das Lagergebäude des Obstbaubetriebes des Beschwerdebeteiligten B 2019/215.
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/24
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Die Regelbauvorschriften würden ein Gebäude der geplanten Grösse ohne Weiteres
zulassen. Aufgrund der Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 Abs. 2 lit. a
und Art. 3 Abs. 3 RPG) solle vermehrt verdichtet gebaut werden, weshalb künftig auch
in EFH-Quartieren mit Mehrfamilienhäusern zu rechnen sei. Allerdings finde bei der
geplanten Baute keine eigentliche Verdichtung statt, da es in Regelbauweise geplant
und diese noch nicht an das revidierte RPG angepasst worden sei. Die heterogene
Umgebung sei teilweise geprägt von weitläufigen Obstkulturen, welche mit auffälligen
Hagelschutznetzen versehen seien. Insgesamt sei das Landschaftsbild nicht von
besonderer Qualität und eine Beeinträchtigung desselben sowie von Schutzobjekten
durch das Bauvorhaben könne ausgeschlossen werden. Auch ein Verstoss gegen das
Verunstaltungsverbot liege nicht vor. Trotz in Revision befindlicher Schutzgrundlagen
(Art. 176 Abs. 2 lit. b PBG) bestehe keine Veranlassung für nähere Abklärungen (act. G
2 S. 18-21).
bis
Die Beschwerdeführer B 2019/215 vertreten den Standpunkt, dass das Bauprojekt
ungenügend in Erscheinung trete, verunstaltend wirke und die ortsbildschützenden
Vorgaben verletze. Die Denkmalpflege habe sich mit der Einordnung und Gestaltung
des Neubauprojekts nicht auseinandergesetzt. Die Vorinstanz erachte den
Ersatzneubau zu Unrecht als unerheblich für das schützenswerte Ortsbild der
Gemeinde. Das streitbetroffene Gebiet befinde sich in einem charakteristischen,
ästhetisch und architektonisch weitgehend kohärenten Gebiet mit Einfamilienhäusern
aus dem 20. Jahrhundert. Es liege in einer landschaftlich sensiblen Lage, angrenzend
zum Landwirtschaftsgebiet. Nicht umsonst sei dieser Bereich bei der Erhebung für das
ISOS im Jahr 1992 als erhaltenswerte "Umgebungsrichtung" mit dem Erhaltungsziel b
aufgenommen worden. Das Projekt eines wuchtigen Fünffamilienhauses mit Tiefgarage
missachte aufgrund seiner quartierfremden Dimensionierung das Orts- und
Landschaftsbild. Die Vorinstanz verweise lediglich auf die "heterogene" Überbauung im
Quartier. Für die Interessenabwägung fehle demnach eine fachliche Beurteilung
hinsichtlich der Einordnung des Bauprojektes (Expertise Stiftung Landschaftsschutz).
Die geplante Baute würde nicht nur mit dem Charakter des EFH-Quartiers brechen,
sondern auch die landwirtschaftlich geprägte Landschaft stören und verunstalten. Auch
vom Standort des Bauernhofs "Wohnhaus zur M._" und von dem durch
Landwirtschaftsgebiet führenden Wanderweg träte der Neubau aufgrund seiner
Dimension und Wuchtigkeit störend in Erscheinung (act. G 5).
3.3.
Der von den Bundesinventaren ausgehende Schutz ist im Grundsatz an eine
3.4.
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4. Niveaupunkt
Interessenabwägung geknüpft; diese fällt umso strenger aus, als Eingriffe in
Schutzobjekte einer qualifizierten Rechtfertigung im Sinne von gleich- oder
höherwertigen Interessen von nationaler Bedeutung bedürfen (BGE 135 II 209 E. 2.1).
Die von den Beschwerdeführern B 2019/215 vertretene Auffassung, dass mit Blick auf
die in Überarbeitung befindliche gesamte Ortsplanung bei Bauprojekten eine
umfassende Interessenabwägung unter Bezugnahme auf die geltenden Schutzziele
des ISOS und den Richtplan notwendig sei (act. G 5 S. 11 [B 2019/215]), entbehrt der
gesetzlichen Grundlage für eine solche Interessenabwägung im
Baubewilligungsverfahren. Hinzu kommt, dass gemäss Bestätigung der Fachstelle
sowohl das Ortsbild als auch die Einzelschutzobjekte durch das Bauvorhaben
überhaupt nicht beeinträchtigt sind (act. G 9.2/16 [B 2019/215]) und es damit an einem
Eingriff im Sinn der erwähnten Rechtsprechung bzw. an einer Anwendbarkeit des ISOS
im konkreten Fall von vornherein fehlt. Das Gebiet, in welchem sich die Grundstücke
Nrn. 0000_ und 0001_ befinden, gehört mithin, wie auch die Beschwerdeführer
bestätigen (act. G 5 Ziff. 14.3), nicht zum ISOS-geschützten historischen Zentrum von
X._. Es ist zudem auch explizit nicht vorgesehen, das betreffende Gebiet in die in
Arbeit befindliche SchutzV aufzunehmen (act. G 9.1/26 [B 2019/215]). Für das
betreffende Gebiet besteht sodann kein Sondernutzungsplan. Zum Erscheinungsbild
ist festzuhalten, dass die geplante Baute zweifelsfrei keine Verunstaltung im Sinn von
etwas "qualifiziert Unschönem" bewirkt. Wie viele andere Bauten beeinträchtigt sie das
Landschaftsbild zwar in einem gewissen Umfang. Indes stört sie weder die beiden
Schutzgegenstände, noch lässt sich am vorgesehenen Standort sonst eine unzulässige
Unvereinbarkeit mit der Erhaltung des Ortsbildes bzw. mit den bestehenden Bauten
finden. Die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten, wenn sie
mit ihrem berechtigten Hinweis auf die Heterogenität des EFH-Quartiers und das im
Wesentlichen durch praktische Erfordernisse (Hagelschutz) geprägte Erscheinungsbild
der benachbarten landwirtschaftlichen Nutzung (vgl. Fotos in act. G 9.1/14 29-34
[B 2019/215]) das Vorliegen einer Verunstaltung oder einer Beeinträchtigung der
Umgebung durch die geplante Baute verneinte. Für die Einholung einer Expertise der
Stiftung Landschaftsschutz besteht keine gesetzliche Grundlage; auch vermöchte eine
solche aller Voraussicht nach kein anderes Ergebnis zu begründen. Der entsprechende
Beweisantrag (act. G 5 S. 12 [B 2019/215]) ist daher abzulehnen.
Die Gebäudehöhe bezeichnet den senkrechten Abstand zwischen dem Niveaupunkt
und dem ausgemittelten Schnittpunkt der Fassade mit der Dachoberkante in der
4.1.
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Fassadenmitte (Art. 60 Abs. 1 BauG). Als Niveaupunkt gilt der Schwerpunkt des
Gebäudegrundrisses auf dem gewachsenen Boden (Art. 60 Abs. 2 BauG). Für die
Festlegung des natürlich gewachsenen Terrains ist in erster Linie auf das letzte
bekannte Terrain abzustellen. Ausnahmen sind denkbar, wenn die Veränderungen in
Gründen liegen, die nicht in der Verantwortung des Grundeigentümers bzw. seines
Rechtsvorgängers liegen und wenn diese nicht wiederhergestellt werden können, ohne
dass dies zu stossenden Ergebnissen führen würde. Dies trifft regelmässig bei
grossflächigen Geländeveränderungen zu, die beispielsweise im Zusammenhang mit
einem Strassenprojekt realisiert wurden (VerwGE B 2011/77 vom 20. März 2012
E. 4.4.2-4.4.4; zum Begriff des "gewachsenen Bodens" vgl. auch VerwGE B 2008/143
und 149 vom 14. Mai 2009).
Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz unter anderem dar, der Niveaupunkt
liege auf Grundstück Nr. 0000_, weshalb allfällige Aufschüttungen oder
Geländeanpassungen auf Grundstück Nr. 0001_ nicht massgeblich seien. Allfällige
Geländeveränderungen seien aufgrund der Akten (auch zu früheren Bauprojekten auf
den fraglichen Grundstücken), der Höhenkurven gemäss Geoportal sowie der
Feststellungen am Augenschein auch nicht ersichtlich. Das Gelände falle von
Südwesten her ab, weshalb ein gut sichtbarer Höhenunterschied zum westlich
gelegenen Landwirtschaftsland sowie zum östlich gelegenen Grundstück (Nr. 0003_)
der Beschwerdeführer B 2019/215 bestehe. Es gebe keine Anhaltspunkte für Zweifel
an der Richtigkeit der Messung der Fachleute der Z._ AG. Da der Niveaupunkt korrekt
festgelegt worden sei, gelte das den Niveaupunkt (bis Oberkante Decke gemessen) um
1.13 m überschreitende Geschoss als Untergeschoss und nicht als Vollgeschoss. Auch
die am ausgemittelten Schnittpunkt der Fassade mit der Dachoberkante an der
Fassadenmitte zu messende Gebäudehöhe (Art. 60 Abs. 1 BauG) sei demnach gemäss
den Plänen mit einer Höhe von 6.83 m eingehalten (möglich wären 7 m gemäss Tabelle
1 zu Art. 6 BauR). Bei korrekt festgelegtem Niveaupunkt liege auch keine Verletzung
von Art. 13 Abs. 1 BauR und der Gebäudehöhe vor (act. G 2 S. 21 f.).
Die Beschwerdeführer beanstanden weiterhin die Festsetzung des Niveaupunktes für
den geplanten Bau. Tatsache sei, dass das Terrain auf Parzelle Nr. 0001_ in der
Vergangenheit aufgeschüttet worden sei. Ein wesentlicher Gebäudeteil des geplanten
Baus komme auf das Grundstück Nr. 0001_ zu liegen, weshalb auch das
ursprüngliche Terrain dieser Parzelle für die Festlegung des Niveaupunktes
massgebend sei. Es wäre Sache der Vorinstanz gewesen, den Verlauf des
ursprünglichen Terrains abzuklären, wobei die Behauptung der
4.2.
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5.
Beschwerdebeteiligten B 2019/215 und 217, es seien keine Pläne für die Feststellung
des ursprünglichen Terrains auf Parzelle Nr. 0001_ vorhanden, nicht genüge und
unglaubwürdig erscheine. Aus den Baugesuchsunterlagen zum bestehenden Haus auf
Grundstück Nr. 0000_ sei die Traufhöhe mit 5 m und die Firsthöhe mit 6.5 m
ersichtlich. Da dieses Gebäude noch stehe, könne auch der Niveaupunkt hierfür
ermittelt werden, da bereits seinerzeit die Trauf- bzw. Firsthöhe ab Niveaupunkt
gemessen worden seien. Von der korrekten Festsetzung des Niveaupunktes hänge die
Frage ab, ob die Gebäudehöhe eingehalten sei und ob das durch Abgrabungen
offengelegte Untergeschoss als Vollgeschoss zu gelten habe (act. G 5).
Die Beschwerdeführer stellen nicht in Frage, dass der Niveaupunkt für den geplanten
Bau auf Grundstück Nr. 0000_ liegt bzw. führen keine konkreten Gegebenheiten an,
aufgrund derer die entsprechende Festlegung des Niveaupunktes gemäss
Situationsplan 1:500 (act. G 8.1/6/9 [B 2019/217]) in Zweifel zu ziehen wäre (act. G 5 S.
13 Ziff. 15.2). Nachdem auch keine Anhaltspunkte für fehlerhafte Annahmen der
Vorinstanz ersichtlich sind, besteht kein Anlass, das ursprüngliche Terrain des
Grundstücks Nr. 0001_ zu untersuchen. Zu Recht weist die Vorinstanz sodann darauf
hin, dass der Niveaupunkt des bestehenden Wohnhauses (auf Grundstück Nr. 0000_)
aufgrund des weiter südlich liegenden Niveaupunktes des geplanten Gebäudes keine
massgebliche Aussagekraft in Bezug auf allfällige Geländeveränderungen hätte (act. G
2 [B 2019/215] S. 21 f.). Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich dementsprechend
auch in diesem Punkt nicht beanstanden.
4.3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden B 2019/215 und 217
unter Bestätigung des Rekursentscheids vom 27. September 2019 abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen
Kosten der Beschwerdeverfahren zulasten der Beschwerdeführer (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von je CHF 3'000 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die geleisteten Kostenvorschüsse von je
CHF 4'000 sind anzurechnen und die verbleibenden Beträge von je CHF 1'000 den
Beschwerdeführern B 2019/215 und dem Beschwerdeführer B 2019/217
zurückzuerstatten.
5.1.
Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdegegner Anspruch auf
5.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/24
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte