# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ddf70c3-ca77-4f34-9cbc-2194ac7dbbeb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
, selbständiger Transportunternehmer (Liefe
rung und Montage neuer Möbel an Kunden für Möbelgeschäfte
sowie Umzüge
), meldete sich am 2
6.
Juni 2002 unter Hinweis auf Arthrosen in den Knie- und Schultergelenken
nach einem am 21. März 2001 erlittenen Unfall (Knicktrauma beider Beine nach Sturz zwischen Hebebühne und Fahrgestell des Lieferwagens, Urk. 7/10/7)
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5
und Urk. 3/10
). Nach beruflichen
und medizinischen Abklärungen sprach die
Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich,
IV-Stelle
,
dem Versicherten mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
März 2004 (
Urk.
6/40) eine halbe Invalidenrente vom
1.
März 2002 bis 3
1.
Dezember 2003 und eine
Dreiviertelsrente
(Invaliditätsgrad: 63 %)
ab
1.
Januar 2004 zu. Dieser
Einspracheentscheid
erwuchs
unangefochten
in Rechtskraft.
1.2
Anlässlich den in den Jahren 2007 und 2012 (
Urk.
7
/52 und
Urk.
7
/62) durch
geführten amtlichen Revisionen blieb die Rente - bei einem Invaliditätsgrad von
nach wie vor 63 % - unverändert, was dem Versicherten jeweils mitgeteilt wurde
(
Urk.
7
/56 und
Urk.
7
/68). Seine selbständige Erwerbstätigkeit (als
Transport
unter
nehmer
) übte der Versicherte weiterhin zu einem Pensum von 20 % aus (
Revi
sionsfragebogen
vom 2
6.
September 2012 [
Urk.
7
/62]). Im Juli 2012
grün
d
ete
er die Person
alvermittlungsunternehmung
Y._
GmbH, welche sein Sohn führt (
Urk.
7
/111 S. 3 f.).
1.3
Im
März 2015 leite
te die IV-Stelle erneut von Amtes wegen eine Rentenrevision
ein
(
Urk.
7
/74). Sie zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK;
Urk.
7
/77), einen medizinischen Bericht (
Urk.
7
/79) und berufliche Unterlagen (
Urk.
7
/81) bei. Mit Vorbescheid vom
5.
August 2015 (
Urk.
7
/84) stellte sie die rückwirkende Herabsetzung der bisherigen
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertels
rente
per
1.
Januar 2014 und die Rentenaufhebung per
1.
Dezember 2014 in Aussicht, weil der Versicherte seiner Meldepflicht nicht nachgekommen sei. Aufgrund dieser Meldepflichtverletzung seien die ab
1.
Januar 2014 zu Unrecht bezogenen Leistungen zurückzuerstatten, wobei der Versicherte hierüber eine separate Verfügung erhalten werde.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
7.
August 2015 (
Urk.
7
/86) Einwand unter Beilage von weiteren Unterlagen (
Urk.
7
/85). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere berufliche Abklärungen (
Beizug
IK-Auszüge und beruflicher Unterlagen) und führte am 2
3.
Februar 2016 eine Abklärung vor Ort durch (
Abklä
rungs
be
richt
für
Selbständigerwerbende
vom 2
1.
März 2016;
Urk.
7
/111). Am 2
3.
März 2016 verfügte sie im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
8.
April 2016 (
Urk.
1) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
März 2016 betreffend Herabsetzung, Einstellung und Rückforderung der Invalidenrente auf
zuheben und es sei ihm die bisherige
Dreiviertelsrente
der Invaliden
ver
si
cherung auch ab
1.
Januar 2014 weiterhin auszurichten; eventualiter sei ihm ab
1.
April
2014 erneut eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung auszurich
ten und
subeventualiter
sei wenigstens auf eine rückwirkende Herabsetzung beziehungsweise Aufhebung der Invalidenrente zu verzichten. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
(S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
7.
Juni 2016 (
Urk.
6) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
5.
Juni
2016 (
Urk.
9) wurde das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie
ben
den Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2 Ziff. 5) abgewiesen und dem Beschwerdeführer ein Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Her
ab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sich
tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
1.5
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt nach Art. 88
bis
Abs. 2 IVV frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an. Eine rückwirkende Aufhebung oder Berichtigung einer laufenden Invalidenrente und damit verbunden die Rückerstattung unrechtmässig bezoge
ner
Rentenbetreffnisse
(Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 IVG) greifen dann Platz, wenn der Tatbestand des Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV (Meldepflichtverletzung) erfüllt ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, im Rahmen der aktu
ellen Revision der Invalidenrente habe sie festgestellt, dass der Beschwerde
führer seit 2012 ein bedeutend höheres Einkommen
als das am 22. März 2004 angerechnete Invalideneinkommen
habe erwirtschaften können. Aus dem
Ein
kommensvergleich
resultiere für das Jahr 2012 ein
Invaliditätsgrad von 49 % und für das Jahr 2013 ein solcher von 25 %. Da der Beschwerdeführer seiner
Melde
pflicht nicht nachgekommen sei, müssten die Rentenansprüche rückwir
kend herabgesetzt beziehungsweise per Dezember 2014 ganz aufgehoben werde
n.
2.2
Demgegenüber bemängelte der Beschwerdeführer die Festsetzung des
Invaliden
einkommens
und machte geltend, bei einer entsprechend korrekten Festsetzung ergebe sich keine Änderung, womit es beim bisherigen Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
der Invalidenversicherung bleibe.
Der Beschwerdeführer
vertrat
ferner
die Auffassung
, ihm sei keine
Melde
pflicht
verletzung
vorzuwerfen (S. 13).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die rückwirkende Rentenherabsetzung per 1. Janu
ar 2014 und die Aufhebung
der Rente
per 1. Dezember 2014 rechtens waren. Dies setzt zum einen eine revisionsrechtlich bedeutsame Ände
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen voraus (E.
1.3). Massgebend sind Veränderungen seit der letzten materiellen Überprüfung und somit seit dem
Einsprachentscheid
vom 22. März
2004, lagen doch den seitherigen Rentenbestätigungen keine umfas
sen
den Abklärungen zu Grunde (lediglich knapp ausgefüllte Formularberichte, Urk.
7
/
54
und Urk.
7
/6
5
). Zum anderen setzt die rückwirkende
Renten
herab
setzung
beziehungsweise Rentenaufhebung eine Meldepflichtverletzung voraus (E. 1.5), was zwischen den Parteien ebenfalls streitig ist.
3.
3.1
Der ursprüngliche
Einspracheentscheid
vom 22. März 2004 erging gestützt auf die folgende medizinische Aktenlage:
3.1.1
Dr.
med.
Z._
führte in seinem Bericht vom 2
1.
Januar 2002 (
Urk.
7
/10/13) aus, seit dem Unfall könne der Beschwerdeführer weder gut Treppen gehen noch kniend arbeiten oder Gewichte tragen. Er bescheinigte vom 2
1.
März bis
1.
April 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, eine solche von 80
%
vom
2.
bis
3
0.
April 2002 und seither eine solche von 50
%
(in der angestammten Tätig
keit).
3.1.2
Dr.
med
.
A._
, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation und Rheuma
to
logie, nannte in seinem Bericht vom 3
1.
Juli 2002 (
Urk.
7
/10/6-7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Aktivierte Gonarthrose links
-
Periarthropathia
genu
rechts bei
-
Status nach Distorsion und relativer Läsion des medialen
Menis
kus
hinterhornes
mit einem kleinen Knorpelschaden im Bereich des medialen
Femurkondylus
(Einriss)
-
Periarthropathia
humero
scapularis
bei
-
degenerativen Veränderungen der
Supraspinatussehne
rechts
Er attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Zügelmann vom 2
6.
Juni 2001 bis 3
1.
Juli 2002 und eine solche von 100
%
ab
1.
August 2002. Er führte aus, als Zügelmann sei voraussichtlich bei der schweren aktivierten Arthrose nicht mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen. Für jede andere leichte, wechselbelastende, wechselpositionierte aber vorwiegend sitzende Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Ob der Beschwerdeführer in der Lage sei, sein eigenes Geschäft weiter zu führen, sei fraglich (S. 2).
3.2
Im aktuellen Revisionsverfahren ergänzte Dr.
A._
mit Bericht vom 14. April 2015 (Urk. 7/79) die (bekannte) Diagnoseliste um ein
lumbospondylogenes
Syn
drom (bei
Fehlform
der Wirbelsäule, segmentaler Dysfunktion im
lumbosakralen
Übergang sowie mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen), einen Status nach diagnostischer Schultergelenksarthroskopie rechts (
Bursoskopie
, vordere
Defilée
-Erweiterung und Resektion des Ligamentum
coracoacromiale
, Ausdünn
ung der
Acromion
-Unterfläche, offene
Supraspinatussehen-Refixation
und
Bizeps
sehnen-Tenodese
wegen
Supraspinatussehnenläsion
Schulter rechts nach Sturz am 18. Januar 2013 mit sofortiger Pseudoparalyse). Unter Verweis auf eine zwischenzeitliche Besserung der Schulterbeschwerden attestierte er eine unveränderte Arbeitsunfähigkeit von 100 % für leichte Tätigkeiten. Eine sehr leichte, wechselbelastende, wechselpositionierte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit Organisationsarbeiten sei dem Beschwerdeführer zumutbar, allerdings nicht im Rahmen der Tätigkeit in seiner Firma.
3.3
Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer für schwerere Arbei
ten nach wie vor vollumfänglich arbeitsunfähig ist. Bei unveränderter Situation im unfallbedingt verletzten rechten Bein erlitt der Beschwerdeführer eine Schulterverletzung, welche operativ saniert werden musste und schliesslich abheilte. Damit sind dem Beschwerdeführer nach wie vor die bisherigen leichten
Tätigkeiten zumutbar, welche er nach wie vor ausführt. Dies ist denn auch nicht bestritten.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin setzte den Rentenanspruch rückwirkend per 1. Januar 2014 auf eine
Viertelsrente
herab und per 1. Dezember 2014 hob sie die Rente
vollständig auf mit Hinweis auf einen rentenrevisionsrechtlich relevanten
Meh
r
verdienst
sei 1. Januar 2014 und eine Meldepflichtverletzung (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV).
Zu prüfen ist dementsprechend
zunächst
, ob eine Veränderung namentlich in erwerblicher Hinsicht bereits per 1. Januar 2014 und erneut per
1.
Dezember 2014 zu einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad geführt hat
.
4.2
Für die Frage, ob eine Veränderung in erwerblicher Hinsicht und des sich daraus ergebenden Invaliditätsgrades
eingetreten ist
, bildet der
Einspracheent
scheid
vom 22. März 2004
(
Urk.
7
/40)
die Vergleichsbasis.
Damals errechnete die Beschwerdegegnerin ein
Valideneinkommen
(
Durch
schnitt der Einkommen der Jahre 1995 bis 1998 aus selbständiger Erwerbstätig
keit
hochgerechnet auf das Jahr 2002
) von
Fr.
126‘050.
-- (Urk. 7/40 S. 3)
.
Bei der erwerblichen Gewichtung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit ging sie davon aus, dass es dem Beschwerdeführer
im Rahmen der
Schadenminde
rungs
pflicht
zumutbar wäre, die selbständige Tätigkeit aufzuge
ben und einer unselb
ständigen
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie ermittelte demnach das
Invaliden
einkommen
anhand der statistischen Daten der Schwei
zerischen
Lohnstruktur
erhebung
(LSE), wobei sie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
ausg
i
ng
(vgl.
Urk.
7
/23 und
Urk.
7
/38).
4.3
Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision errechnete die Beschwerdegegnerin für das Jahr 2012 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
139‘755.-- und für das Jahr 2013 ein solches von
Fr.
140‘873.-- (ausgehend vom damaligen
Valideneinkommen
von
Fr.
126‘050.--, hochgerechnet auf das Jahr 2012 beziehungsweise 2013).
Das
Valideneinkommen
ist grundsätzlich unbestritten. Zu Gunsten des Beschwer
deführers ist vorliegend davon auszugehen.
Strittig ist dagegen die
Höhe des Invalideneinkommens (Urk. 1 S. 7)
.
4.4
4.4.1
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles
ihr Zumutbare
selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses
Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversiche
rung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Be
rücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c; Bundesgerichtsurteil I 336/03 vom 8. Januar 2004, E. 6.2).
Unter diesem Aspekt kann von einer versicherten Person aus
solzialversiche
rungs
rechtlicher
Sicht unter gewissen Umständen verlangt werden, dass sie ihre Tätigkeit als
Selbständigerwerbende
aufgibt und eine gesundheitlich besser an
gepasste unselbständige Tätigkeit aufnimmt. Auch hier sind bei der
Zumutbar
keitsbeurteilung
sämtliche Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen, in subjektiver Hinsicht etwa die verbliebene Leistungsfähigkeit, das Alter, die be
rufliche Stellung und die Verwurzelung am Wohnort und in objektiver Hin
sicht beispielsweise der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende
Akti
vitätsdauer
(vgl. etwa Bundesgerichtsurteil I 336/03 vom 8. Januar 2004 E. 6.2).
4.4.2
Die Beschwerdegegnerin berechnete den Invaliditätsgrad in ihrem
Einsprache
entscheid
vom 22. März 2004 (Urk. 7/40) anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, wonach
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt
wird
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geword
en wäre (sog.
Valideneinkommen
);
d
er
Einkommens
vergleich
hat
dabei
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen
)
.
Hierbei ging sie davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Aufgabe seiner selb
ständigen Erwerbstätigkeit zumutbar sei. Dies unter Hinweis auf das Alter von erst 48 Jahren sowie darauf, dass das Geschäft erst rund zehn Jahre betrieben werde und die beabsichtigte Umstrukturierung zu viele unbekannte Faktoren beinhalte, die keine Einschätzung über das Gelingen zuliessen. Demgemäss stützte sie sich bei der Berechnung des Invalideneinkommens auf die
Tabel
len
löhne
, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik.
Dieses Vorgehen ist angesichts der hohen Anteils nicht mehr ausführbarer schwerer körperlicher Tätigkeiten (Kundeneinsätze 80 %, wogegen die noch zumutbare Administration nur 20 % beträgt; Urk. 7/19/3) nicht zu beanstanden.
Weiter ist der entsprechende
Einspracheentscheid
in Rechtskraft erwachsen und damit das (
entscheidrelevante
) Begründungselement des Abstellens auf
Tabel
len
löhne
und mithin die Invaliditätsbemessung anhand der allgemeinen Method
e des Einkommensvergleichs.
4.4.3
Diesbezüglich hat sich keine Änderung ergeben, weshalb auch im vorliegend zu beurteilenden Revisionsverfahren die allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
zum Zuge kommt.
4.5
Die Beschwerdegegnerin ging für 2002 von einem Invalideneinkommen von Fr. 46‘334.-- aus. Nominallohnbereinigt, das heisst
gestützt auf die Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne für Männer des Bundesamtes für Statistik (BFS; Basis 1939=100) beträgt der Nominallohnindex
gemäss
Tabelle T 39, Lohnentwicklung 2014, BFS, für das Jahr 2002 1933 und für 2012 218
8.
Unter Berücksichtigung dieser Werte ergibt sich für das Jahr 2012 ein Invalideneinkommen von Fr. 52'446.34
(
Fr.
46‘334.
--
:
1933 x 2188). Di
ese
„Einkommenssteigerung“ ist
jedoch
keiner grösseren Leistungsfähigkeit zuzuschreiben, sondern Folge der Teuerung. Da bei einer Revision nur diejenige Einkommensverbesserung zu berücksichtigen ist, welche nicht teuerungsbedingt ist (
Art.
86
ter
IVV),
wäre vorliegend
kein Revisionsgrund
gegeben
. Damit hätte der Beschwerdeführer grundsätzlich nach wie vor Anspruch
auf eine
Drei
vier
telsrente
.
4.
6
Der Beschwerdeführer gab indes seine selbständige Erwerbstätigkeit nicht auf,
sondern arbeitete nach wie vor - wenn auch zu einem reduzierten (20 bis 30 %-)
Pensum - in seiner Firma
weiter. Gestützt auf den IK-Auszug
vom 2
5.
März
beziehungsweise
5.
Oktober
2015
(
Urk.
7
/
77
und
Urk.
7
/98
) verdient
e
er
im Jahr
2012 effektiv wesentlich mehr,
als
ihm
gestützt
auf die LSE
anzurechnen wä
re
(E.
4.4
.3
hievor
).
Es ist daher grundsätzlich auf diese
n
effektiv erzielten Ver
dienst abzustellen.
Diese erwerbliche Veränderung stellt einen Revisionsgrund dar
.
4.7
4.7.1
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass nicht lediglich auf den Verdienst
im Jahr 2013, sondern (in Anbetracht der starken
[konjun
ktu
rellen]
Schwankungen) auf einen Durchschnittslohn
der letzten Jahre abzu
stellen sei (
Urk.
1 S. 7 und S. 12). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass solch vorgebrachte „Schwankungen“
praxisgemäss
bei der Ermittlung des
Validenein
kommens
und nicht bei derjenigen des Invalideneinkommens zu berück
sich
tigen sind.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
4.7.2
Der Beschwerdegegnerin ist insofern zuzustimmen, als sie die Verluste der
Y._
GmbH
bei der Festlegung des Einkommens
nicht
berücksichtigt hat
. Der Beschwerdeführer gab selber an, dass er in dieser
Unternehmung
nicht arbeitet und lediglich der Kapitalgeber war (
Urk.
7
/111 S. 3 f.). Die eigentliche Geschäftsführung hat sein Sohn übernommen. Der Beschwerdeführer selber erfüllt(e) keine operativen Tätigkeiten für den Betrieb und konnte daher auch keinen Einfluss auf den Geschäftserfolg nehmen.
Dabei handelt es sich somit lediglich um eine Investition, welche nichts mit seinem Erwerb zu tun hat. Es ist
folglich
rechtens, dass die Beschwerdegegnerin den Verlust (Kapitalverlust) nicht angerechnet hat.
4.7.3
Die Beschwerdegegnerin rechnete dem Beschwerdeführer einen Anteil des Lohnes
der in seiner Unternehmung beschäftigten Ehefrau (als eigenes Einkommen) an. Sie führte hierzu aus, die Ehefrau erhalte mit Fr. 4‘000.-- für ein 50-60%iges Pensum einen zu hohen Lohn angesichts des Umstandes, dass der Beschwer
de
führer einen Teil der Arbeiten selber erledigen könnte. Sie bemass den aus ihrer Sicht gerechtfertigten Lohn anhand der Tabellenlöhne für eine
Hilfsarbei
te
rinnentätigkeit
mit ca. Fr. 25‘000.-- und rechnete die Differenz dem Beschwer
deführer als persönliches Einkommen an (Urk. 7/111 S. 4, S. 7 und S. 9).
Zutreffend ist, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu den anfallenden Arbeiten im Betrieb nicht vollumfänglich schlüssig erscheinen. So bezifferte er das Arbeitspensum der Ehefrau mit 50 - 60 % bzw. 60 -70 % und führte aus, sie sei zu Hause anwesend, wenn er nicht da sei und beispielsweise Kundenbesuche vornehme. Sie nehme das Telefon ab, schreibe alles auf, bearbeite Emails oder nehme Aufträge entgegen. Sie liefere Material aus oder reinige Wohnungen, wenn man einen Auftrag erhalte. Dies komme ein- bis zweimal pro Monat vor. Er selber habe nicht mehr als zwei bis drei Stunden administrative Arbeiten pro Tag (Urk. 7/111 S. 5). Eine andere Arbeitsverteilung könnte zweifellos das Ein
kommen des Beschwerdeführers steigern.
Hinzu kommt, dass laut Arbeitsvertrag vom 31. Juli 2010 (Urk. 3/8) das
Monats
salär
der Ehefrau wohl Fr. 4‘000.-- beträgt, dies aber für ein
Vollzeit
pensum
von 42 Stunden pro Woche. Dass der Lohn bei andauernd tieferer Arbeitsausübung nicht reduziert respektive der Arbeitsvertrag angepasst wurde, ist aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen nicht nachvollziehbar.
Wie es sich damit verhält, braucht indes nicht näher geprüft zu werden. Denn die (an sich zutreffende) Argumentation der Beschwerdegegnerin läuft auf eine Invaliditätsermittlung nach der Methode des erwerblich gewichteten
Betä
tigungs
vergleichs
bei
Selbständigerwerbenden
hinaus (betreffend
Invalidenein
kommen
) unter Kombination mit der allgemeinen Methode des
Einkommens
ver
gleichs
(betreffend
Valideneinkommen
). Dies ist nicht zulässig. Ausgangspunkt ist, dass dem Beschwerdeführer die Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit seit Eintritt der Invalidität zumutbar gewesen wäre und die
Invaliditätsbe
messung
auch seit jeher auf dieser Grundlage erfolgte. Bei einem Anteil von 80 %
an nicht mehr
ausübbaren
Tätigkeiten im Betrieb und bescheidenem Umsatz wäre bei alternativer Berechnungsmethode der Anspruch auf eine ganze Rente (statt einer
Dreiviertelsrente
) im Raum gestanden. Wenn nun weiterhin die all
ge
meine Methode des Einkommensvergleichs zur Anwendung gelangt, ergibt sich ein Revisionsgrund einzig aufgrund des effektiv erzielten höheren Ver
dienstes. Hierbei kann nicht mit Begründungselementen nach der Methode des
erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs argumentiert werden, der Be
schwer
deführer hätte bei abweichender Organisation des Betriebes noch mehr
verdienen können. Vorbehalten bleiben missbräuchliche Verhaltensweisen, welche
vorliegend aber (noch) nicht erkennbar sind.
4.7.4
Das anrechenbare Invalideneinkommen ergibt sich demgemäss aus dem Rein
gewinn der Unternehmung des Beschwerdeführers respektive dem mit der AHV abgerechnete
n
Einkommen. Dieses betrug im Jahr 2012 Fr. 71‘300.-- und im Jahr 2013 Fr. 81‘236.-- (Urk. 7/111 S. 7). Aufzurechnen sind die persönlichen Sozialversicherungsbeiträge (Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth
, Rechtsprechung zum IVG, N 17 zu Art. 28a) in der Höhe von Fr. 4‘286.-- (2012) und Fr.
10‘105.45 (2013, Urk. 7/81/4), womit Einkommen von Fr. 75‘586.-- (2012) und Fr. 91‘341.45
(2013)
resultieren. Wollte man den Zins (von 1 % und 1.5 %, Merkblatt 2.02 der AHV/IV, Beiträge der
Selbständigerwerbenden
an die AHV, die IV und die EO Ziff. 7) auf dem verbuchten (vom Beschwerdeführer inve
stierten) Eigenkapital (Fr. 31‘790.70 und Fr. 32‘951.40, Urk. 7/81/3) abziehen, ergeben sich Werte von Fr. 75‘268.10 (2012) und Fr. 90‘847.20 (2013).
4.7.5
Zu berücksichtigen bleibt, dass, wenn eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen
kann, die Rente nur dann im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert wird, wenn
die Einkommensverbesserung jährlich mehr als 1‘500 Franken beträgt (Art. 31 IVG). Ein höheres (als das als Invalideneinkommen angerechnete) Einkommen erzielte der Beschwerdeführer erstmals im Jahr 2012, weshalb für dieses Jahr lediglich Fr.
73
‘
768.1
0 anzurechnen sind. Für das Jahr 2013 ist wiederum der Freibetrag abzuziehen, weshalb sich das anrechenbare Einkommen auf Fr.
89
‘
347.2
0 beläuft.
4.8
Beim aufgerechneten
Valideneinkommen
von Fr. 139‘755.-- per 2012 (Urk. 2 S.
2)
ergibt sich damit ein Invaliditätsgrad von 47.2 % und bei Fr. 140‘873.-- per 2013 ein solcher von 36.6 %.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass dem Beschwerdeführer das Jahresergebnis 2012 erst im Herbst 2013 bekannt war und setzte die Rente per 1. Januar 2014 herab. Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Herab
setzung der
Dreiviertelsrente
auf eine
Viertelsrente
per 1. Januar 2014 erweist sich demgemäss als rechtens. Die Aufhebung der Rente rechtfertigt sich
–
an
ge
sichts des Erstellens der Jahresrechnung 2013 am 5. November 2014 (Urk. 7/95/
3 und Urk. 7/81/2 unten) - sodann per 1. Dezember 2014.
4.9
Da diese Invaliditätsbemessung am effektiv erzielten Verdienst des Beschwer
deführers anknüpft, ist zu prüfen, wie es sich damit nach der erheblichen Ver
ringerung der ab 2014 erzielten Einkommen verhält (vgl. dazu Urk.
1 S.
8 Ziff. 15,
Urk. 7/111 S. 7).
Festzuhalten ist, dass rechtsprechungsgemäss nur dann auf den effektiv erziel
ten Verdienst abgestellt werden kann, wenn der Versicherte eine Tätigkeit aus
übt, bei der anzunehmen ist, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft (BGE 135 V 297 E. 5.2). Davon kann in Anbetracht der in den Geschäftsabschlüssen ausgewiesenen Gewinnen von Fr.
37‘964.78 (2014) und Fr. 29‘085.18 (2015) - auf welche der Beschwerde
führer abstellen will (Urk. 1 S. 12 Ziff. 24) - für die
hier fragliche
Zeit ab 1. Januar 201
5
jedoch keine Rede mehr sein. Einerseits kann dem Beschwer
de
führer
unbestrittenermassen
sein buchhalterisch ausgewiesenes Einkommen nicht allein zugerechnet werden, wird doch das Geschäftsergebnis durch den der Ehefrau ausbezahlten
-
betriebswirtschaftlich
jedoch
nicht gänzlich geklärt
en (vgl. Urk. 7/111) -
Lohn von Fr. 4‘000.-- monatlich
wie auch
durch ihre Mit
arbeit im Betrieb massgeblich mitbeeinflusst. Andererseits sind die geringeren Einkünfte nach Angaben des Beschwerdeführers konjunkturell bedingt (Urk.
1 S.
7 Ziff.
15, vgl. auch Urk.
7/111 S.
3 und S.
8), wofür nicht die
Beschwer
degegnerin
einzustehen hat, da es sich dabei um invaliditätsfremde Faktoren handelt (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_221/2016 vom 21. Juni
2016 E. 3.2.2). Das effektive Einkommen des Beschwerdeführers lässt sich unter diesen Umständen nicht mehr zuverlässig bestimmen, weshalb zur Ermittlung des Invalideneinkommens die LSE heranzuziehen ist (vgl. E. 4.
2
.2
hievor
). In diesem Sinn ist der Rentenanspruch per 1. Januar 2015 einer weiteren Revision zu unterziehen (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
, 114 V 199 E. 2b).
Der Beschwerdeführer verfügt zwar über keine Berufsausbildung, doch ist er seit 1990 im Transport und der Montage von Möbeln sowie im Bereich Lager tätig (Urk. 3/14) und
ist Inhaber und Geschäftsführer der
im gleichen Jahr zu diesem Zweck gegründete Einzelunternehmung (vgl. Handelsregisterauszüge in der Beilag
e
zu Urk. 3/9). Gesundheitsbedingt ist er nicht mehr bei den Umzügen mit dabei, doch überwacht er die Arbeiten, sucht das Personal aus und lernt dieses an (Urk.
7/111 S. 3); im Weiteren erledigt er Büroarbeiten (Offerten, Kunden
ge
spräche, Vorbereitung bis und mit Vertrag, Rechnungen), führt Besprechungen mit potentiellen Kunden sowie auch sein Personal (Urk. 7/111 S.
6). Aufgrund seiner praktischen Berufserfahrung vor dem Unfall und der hernach angeeig
neten administrativen Kenntnisse im Rahmen der Führung seiner
Einzelun
ter
nehmung
vermag er
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht bloss einfache Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1)
zu erledigen. Vielmehr stehen ihm im bishe
rigen Geschäftsbereich
, der gemäss LSE 2012 TA1
unter
den Wirtschaftszweig Landverkehr und
Lagerei
(Ziff. 49-52) fällt,
auf dem Arbeitsmarkt
zweifelsohne
Aufgaben im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie unter anderem Ve
r
kauf/Datenverarbeitung und Administration)
offen
. Der entsprechende
Zentral
wert
beträgt betrug für Männer im Jahr 2012 Fr. 5‘820.--. Unter Berück
si
chti
gung der Nominallohnentwicklung (2012: 101.4 Punkte, 2015: 10
1
.
7
Punkte; Bun
d
esamt für Statistik,
Nominallohn
index, T
1.10; Sektor Verkehr und
Lage
rei
, Ziff. 49-5
2
) und der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2015
von 42.4 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schaftsabteilungen
, T
03.02.03.01.04.01, Sektor Verkehr und
Lagerei
) resul
tiert für das Jahr 2015 ein Invalideneinkommen von Fr. 74‘
249
.
--
(Fr. 5‘820.-- x 12 : 101.4 x 10
1
.
7
: 40 x 42.4). Die Gegenüberstellung des
der
Nominallohn
entwicklung
angepassten
Valideneinkommens
von
Fr.
140
‘
597
.-- (2013: 101.9 Punkte, 2015 10
1
.
7
Punkte
;
Fr. 140‘873.-- [vgl. E. 4.7
hievor
] :
101.
9 x 101.7
) ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr.
66‘
348
.--, wa
s einem Invaliditätsgrad von 47
% entspricht.
Diese Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist nach drei Monaten zu berück
sichtigen (Art. 88a Abs. 2 IVV), weshalb der Beschwerdeführer ab 1.
April
2015 wieder Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie es sich der Meldepflichtverletzung verhält.
Renten
be
rechtigte
haben jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, nament
lich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfä
higkeit, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (Art. 31 ATSG und Art. 77 IVV). Wurde eine Rente wegen Verletzung dieser Meldepflicht zu Unrecht ausgerich
tet, wird die Rente rückwirkend per Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung herabgesetzt oder aufgehoben mit der Folge, dass zu viel bezogene Leistungen
zurückerstattet werden müssen (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV; BGE 118 V 214 E. 2a
sowie Urteile des Bundesgerichts 8C_626/2014 vom
6.
Januar 2015 E.
3.3 und 9C_245/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.1, alle mit Hinweisen).
5.2
Der Beschwerdeführer hat gemäss IK-Auszügen in den Jahren 200
8
bis 20
11
ein Einkommen
zwischen
Fr.
9‘094.-- und
Fr.
34‘500.--
erzielt. Im Jahr 20
12
rechne
te
er
Fr.
71‘300.
-- mit der Ausgleichskasse ab
(Urk.
7
/
77
).
Er
hat die IV-Stell
e nie über
diesen
erheblichen Mehr
verdienst informiert.
5.3
Dem
Beschwerdeführer war seine Melde
pflicht bekannt. Bereits mit den
Mit
teilung
en der Bestätigung der bisherigen
Dreiviertelsrente
am
2
9.
August 2007 (
Urk.
7
/56) und 15
.
November 2012 (
Urk.
7
/68)
wurde
der Beschwerdeführer
je
weils darauf hingewiesen
.
A
ls selbst
ändiger Geschäftsunternehmer
hätte ihm
bei Beachtung der ihm zumut
baren Aufmerksamkeit und Sorgfalt
auffallen müssen, dass er
aufgrund seiner nie aufgegebenen Tä
tigkeit als Geschäftsführer
der
B._
Transport
wei
terhin ein Einkommen erzielte und sich
die ab dem Jahr 2012
erheblich
verbesserte Einkommenssituation auf den Rentenanspruch auswirk
t
. Der in diesem
Zusammenhang gemachte
Einwand,
er
habe
in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin von seinem Einkommen Kennt
nis gehabt habe, da sein Buchhalter die Zahlen seiner Einzelfirma jeweils an die SVA weitergeleitet habe (
Urk.
1 S.
13
Ziff.
25),
überzeugt nicht.
Einem erfah
renen Geschäftsmann musste bewusst sein, dass die Meldung seitens seines Buch
halters der Berechnung der AHV-Beiträge dient
.
Die erwähnten Mittei
lungen enthalten sodann den unmissverständlichen Hinweis, dass die Ände
rungen der IV-Stelle zu melden sind, was erhellt, dass eine Meldung an die Ausgleichskasse nicht ausreicht. Die Meinung des Beschwerdeführers würde im Ergebnis dazu führen, dass beitragspflichtige
Selbständigerwerbende
von jeg
licher Mitteilungspflicht betreffend Einkommen entbunden wären, was nicht zutrifft.
Damit verletzte er die ihm obliegende Meldepflicht in
offensichtlich
er Weise
.
5.4
Nach
dem Gesagten hätte
der Beschwerdeführer
seinen
erheblichen
Mehr
ver
dienst
aufgrund der wesentlich höheren
Einkommen
in den Jahren 2012 und 2013
melden müssen, was
er
unterlassen hat. Diese Meldepflichtverletzung führt zu einer rückwirkenden
Rentenherabsetzung
beziehungsweise
Rentenauf
hebung
aufgrund des Mehrverdienstes.
5.5
Eine rückwirkende Herabsetzung
und Aufhebung
der Rente setzt voraus, dass
die Verletzung der Meldepflicht für die falsche Auszahlung kausal war. Dement
sprechend ist sie nicht mehr möglich, wenn die IV-Stelle auch nach Kenntnis der veränderten Verhältnisse weiterhin eine zu hohe Rente auszahlt (BGE 119 V 431 E. 4
und Urteil des Bundesgerichts 9C_245/2012 vom 29. Oktober 2012 E.
5.1.1 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall
ist die Kausalität klar gegeben. Nach Einleitung der Revision im März 2015 und
der
Feststellung, dass der Beschwerdeführer die Einkommensänderung im Jahr 2012 bis Ende 2013 und
diejenige für das Jahr 2013 spätestens ab
5.
November 2014 (Jahresbilanz) hätte
melden müssen, reagierte sie umgehend.
Die Rückforderung ist demgemäss (im Grundsatz) nicht zu beanstanden.
6
.
Zusammengefasst ist die Beschwerde in Bezug auf die Rentenherabsetzung per 1. Januar 2014 sowie die Renteneinstellung per 1. Dezember 2014 abzuweisen. In Bezug auf die Zeit ab 1. April 2015 ist die Beschwerde hingegen teilweise gutzuheissen mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer ab 1. April 2015 wieder Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1
‘
0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gan
g des Verfahrens sind sie
den
Parteien je zur Hälfte
aufzuer
legen.
Ausgangs
gemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu bezahlen, welche mit Fr. 1
‘
400.-- (inkl.
Bar
aus
lagen
und
MWSt
) zu bemessen ist.