# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 64063ff6-4e0d-426b-b59f-d54402a10d9f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1970, meldete sich am 20. Oktober
2009 unter Hinweis auf ein
en Bandscheibenvorfall und eine
Verengung des
Nervkanals
bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozial
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und
er
werbliche Situation ab. Mit Mitteilung vom 15. Februar
2010 (Urk. 7/21) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung infolge
einer neuen
Anstellung des Versicherten erfolgreich abgeschlossen sei (vgl. Urk. 7/19).
In der Folge verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 12. Mai 2010 (Urk. 7/26) einen Ren
ten
anspruch.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 3. April 2014 erneut bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/27). Die IV-Stelle
klärte die medizinische und erwerbliche Situation
erneut
ab und
zog Akten der Krankentaggeldversi
cherung bei (Urk. 7/29
).
Die IV-Stelle erteilte dem Versicherten mit Mitteilung vom 2. Februar 2015 (Urk. 7/51) Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 2. März bis 31. Mai 2015, welches jedoch vorzeitig per 30. April 2015 ab
gebrochen wurde (vgl. Mitteilung vom 30. April 2015, Urk. 7/65).
Zudem holte die IV-Stelle beim
Y._
ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten
inklusive einer Evaluati
on der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) ein,
das
am 23. Mai 2
016 erstattet wurde (Urk. 7/94, vgl. Urk. 7/91)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk.
7/101
; Urk.
7/103; Urk. 7/106)
sprach die IV-Stelle
mit Verfügung vom 23. November
2016 (Urk. 7/123
= Urk. 2; vgl. Verfügungsteil 2, Urk. 7/120
)
dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad vo
n 54
% eine halbe
R
ente ab 1. Oktober 2014 zu
.
2.
Der Versicherte erhob am 9. Januar 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
23. November 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine höhere Invalidenrente
zuzusprechen
(Urk. 1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
14. Februar
2017
(Urk. 6
) die Abweisung der Be
schwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 21. Februar
2017
zur Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versi
cherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Vo
raussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung bean
sprucht wird (Abs. 4).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
5
Ändert sich der Invalidi
tätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend er
höht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revi
dierbar,
wenn sich die erwerbli
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes er
heb
lich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Verände
rung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diag
no
se vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundes
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesent
lichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserhebli
chen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März
2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
6
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass i
m Oktober 2013 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Be
schwerdeführers
eingetreten
sei
, weshalb
ihm
die bisherige Tätigkeit als Chauf
feur für Nachtfahrten nicht mehr zumutbar sei
(S. 4 unten).
Nach Ablauf des Wartejahres wäre
dem Beschwerdeführer
eine angepasste
, wechselbelastende Tätigkeit zu
50
% zu
mutbar (S. 5 ff.).
Wenn der Beschwerdeführer an berufli
chen Massnahmen interes
siert sei, könne er sich melden (S. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass das eingeholte
rheumatologisch-
psychiatrische Gutachten keine verlässli
che beweiswertige Grundlage darstelle, insbesondere sei
es
nicht nachvollzieh
bar und zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu wenig be
gründet (
S. 3
Rz
5
).
Zudem sei es
nicht mehr aktuell
. So würden
sowohl
die
be
handelnde
Fachpsy
chologin
als auch der Hausarzt in ihren aktuellen Berichten eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes gegenüber der Begutachtungssituation beschrei
ben (
S. 9
Rz
8).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers sowie die Höhe des
Rentenanspruchs.
Unbestritten ist hingegen, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdefüh
rers
seit der erstmaligen Rentenanspruchsverneinung im Mai
2010 wesentlic
h verändert hat, weshalb die Beschwerdegegnerin
zu Recht
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführer
s gep
rüft hat (vgl. vorstehend E. 1.4, E. 1.5
).
3.
3.1
Der erstmaligen Rentenanspruchsverneinung mit Verfügung
vom 12. Mai
2010
(Urk. 7/26) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Berichte zugrunde.
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
Rheumatologie, attestierte dem Beschwerdeführer
in seinem Bericht vom 18. Novem
ber 20
09 (Urk. 7/10/1-3 = Urk. 7/18/3-5)
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur im Kunsttransport eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
seit dem 7. Mai 2009
(Ziff. 1.6).
In seinem Bericht vom 24. November
2009 (Urk. 7/10/5 = Urk. 7/18/2) nannte Dr.
Z._
ein
radikuläres
Reizsyndrom mit
Claudicat
i
o
spinalis
sowie eine Adipositas
als Diagnose (Ziff. A).
3.3
Die Ärzte der
A._
Klinik diagnostizierten in ihrem Bericht vom 21. Dezember 2009 (Urk. 7/17/5-7) eine Spinalkanalstenose L5/S1
und L4/5, weniger L3/4 und L2/3, sowie einen Status nach einer
mediolateralen
Dis
kushernie auf Höhe L5/S1
(Ziff. 1.1). Sie legten dar, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur im Kunsttransport mit Tragen von schweren Skulpturen und Bilderkisten aufgrund der reduzierten Belastbarkeit nicht mehr möglich sei (Ziff. 1.7).
3.4
Die Verneinung eines Rentenanspruchs begründete die Beschwerdegegnerin da
mit, dass dem Beschwerdeführer zwar die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Chauf
feur nicht mehr möglich sei, eine ganztägige körperlich leichte wechselbe
lastende Tätigkeit könne er jedoch ausführen. In der Zwischenzeit habe der Be
schwer
de
führer wieder eine Tätigkeit als Chauffeur aufgenommen und erziele einen Verdienst, der leicht höher sei als der zuletzt erzielte Lohn, weshalb keine Erwerbseinbusse vorliege
(Urk. 7/26)
.
4.
4.1
Eine Ärztin der
A._
Klinik,
Muskulo
-Skelettal Zentrum, Wirbelsäulenchi
rurgie und Neurochirurgie, berichtete am 25. September 2013 (Urk. 7/37) über die gleichentags erfolgte Untersuchung und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Lumboischialgie
beidseits mit Verdacht auf
Radikulopathie
S1 beidseits bei Verdacht auf Bandscheibenvorfall L5/S1
-
Status nach interspinöser Dekompression L2-S1 am 4. Juli
2011 bei
Lumboischialgie
rechtsbetont bei degenerativer Lumbalskoliose, Spinal
kanalstenose L3/4 und L4/5, leichte Lipomatose L2/3 und kleinem Band
scheibenvorfall L5/S1
-
Status nach diversen Infiltrationen in die Gelenke und Sakralblock, zu
letzt Infiltration der Gelenke L2/3, L3/4 und L5/S1 mit nur 20%iger Be
schwerdelinderung
4.2
Dem Austrittsbericht des Stadtspitals
B._
, Klinik für Rheumatologie, vom 25. November 2013 (Urk. 7/45/18-19) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer dort vom
1.
bis 20. November 2013 hospitalisiert war, und am 12. November 2013 eine mikrochirurgische Dekompression L3/4 beidseits sowie eine
Aufrichtespondylodese
L3/4 durchgeführt wurde (vgl. Operationsbericht vom 29. November 2013, Urk. 7/45/15-16). Die Ärzte des Stadtspitals
B._
nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
s
chwere radiologisch progrediente
LWS-Degeneration, Skoliose, Status nach
Dekompression L2/3
-
L4/5 am 4. Juli
2011
-
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 rechts
-
chronisch-venöse Insuffizienz bilateral
-
Adipositas
-
Status nach
Polytoxikomanie
, jetzt substituiert (Methadon)
-
chronische
Refluxbeschwerden
Vom 1. November
2013 bis zur Nachkontrolle
beim Operateur (6
Wochen post
operativ) habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 2 Mitte).
4.
3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, nannte in seinem Bericht vom 19. Mai
2014 (Urk. 7/40
= Urk. 7/66/5-8
) folgende Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression
L4/5 und L3/4 sowie
Spondylodese
L3/4 am 12. November 2013
-
Status nach Dekompression L2/3 – L4/5 am 4. Juli 2011
-
Status nach Hüfttotalprothese links 2012, rechts 2013
Der Beschwerdeführer habe nach eigenen Angaben ab 10. Januar
2014 wieder
angefangen
50 %
zu arbeiten (S. 1 oben).
Seit dem 10. Januar
2014 bestehe
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.6)
.
4.
4
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Allgemeine Medizin
und Hausarzt des Beschwerdeführers
,
führte in seinem Bericht vom 4. Juli
2014 (
Urk.
7/45/1-5)
aus, dass er den Beschwerdeführer seit 1994 behandle (Ziff. 1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
schwere, progrediente L
endenwirbelsäule (L
WS
)-Degeneration
-
Status nach Hüfttotalprothese links 2012 und rechts 2012
(richtig: 2013)
-
Senk-Sprei
zfüsse beidseits
-
Adipositas
Die bisherige Tätigkeit als Transportarbeiter beziehungsweise Chauffeur sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten
seien ihm hingegen halbtags möglich (Ziff. 1.6-1.7)
.
4.5
Der Beschwerdeführer war vom
1.
bis 20.
Septembe
2014 in der
E._
hospitalisiert. In ihrem
Austrittsbericht
vom 30. September
2014
(Urk.
7/50
= Urk. 7/66/9-12
= Urk. 7/68/14-17
)
nannten die Ärzte der
E._
folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Status nach
Totalendoprothese
der Hüfte links (2012) und rechts
(2013)
-
retropatellare Schmerzen ohne
erinnerliches
Trauma
, Differentialdiagno
se Fingerpolyarthrose
-
Adipositas
-
Status nach
Venenstripping b
eidseits
(anamnestisch)
Bis zum 6. Oktober
2014
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach müs
se eine
Neubeurteilung durch
den
Hausarzt
stattfinden (S.
3
Mitte
)
.
4.6
Dr.
C._
legte in seinem Bericht vom 15. Mai 2015
(Urk. 7/6
6/1-4) dar, dass
im weiteren Verlauf – dabei verwies er auf den Austrittsbericht der
E._
vom 20. September
2014 (vorstehend E. 4.5) –
unverändert eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (S. 1 oben
, Ziff. 1.6
).
4.7
In seinem Bericht vom 17. Juli 2015
(Urk.
7/68/3-4)
nannte Dr.
D._
neu eine
seit Sommer
2014
bestehende
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(ICD-10
F43.21
)
und
ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom linksbe
tont
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Mitte).
N
ach Ausschöpfung der Therapieoptionen und dem gescheiterten Belastbar
keits
training sei der ar
beitssame und motivierte Beschwerdeführer
wegen der
schwer eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule, welche auch sitzende Tä
tigkeiten praktisch verunmöglich
e
, für wahrscheinlich dauernd für alle Erwerbs
tätigkeiten zu mindest
ens
80
%
erwerbsunfähig
(S. 4 Mitte).
4.8
Dr. med.
F._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Polymedes
Schmerz
zentrum, nannte in seinem Bericht vom 3. September
2015 (Urk. 7/71) ein chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom im Verlauf S1 rechts bei Z
u
stand nach zweimaliger lumbaler
Operation als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur bestehe eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Ziff. 1.6). Bei angepasstem Leistungsprofil sei eine leichte Tätigkeit zu 50 % realisierbar (Ziff. 1.7).
4.9
Dem Bericht von
l
ic
. phil.
G._
, Psychologin FSP, vom 4. September 2015
(Urk. 7/70/6) ist zu entnehmen
, dass
sich
der Beschwerdeführer
bei ihr
seit Oktober
2014 in psychotherapeutischer Beha
ndlung befinde.
Sie
diagnostizierte
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.23). Im Rahmen der Behandlung habe keine nachhaltige Besserung der Gefühlslage er
zielt werden können.
Zur Arbeitsfähigkeit könne sie sich als Psychotherapeutin nicht äussern.
4.10
In seinem Bericht vom 22. Januar
2016 (Urk. 7/89) nannte Dr. med.
H._
, Facharzt für Neurologie, folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Verdacht auf chronisches Logensyndrom der
Tibialis
anterior
Loge rechts im Anschluss an lumbale Operation Oktober 2013 (dorsale LWK 3/4)
-
Differentialdiagnose
lumboradikuläres
Ausfallsyndrom L5
-
Status nach Hüfttotalprothese link 2012, rechts 2013
4.11
Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatte
te
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrische Teilgut
achten am 28. Januar
2016 (Urk. 7/91)
.
Er nannte keine
Diagnosen mit Ausw
ir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
15
Ziff. 5.1
)
. Als
Diagnosen ohne Auswirkung
auf
die
Arbeitsfähigkeit
nannte er hingegen (S. 15 Ziff. 5.2):
-
Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Ärger, Resignation und Zukunftsängsten (
ICD-10
F43.23)
-
Abhängigkeitssyndrom, multipler Substanzgebrauch (vorwiegend Heroin und Cannabis), episodischer Substanzgebrauch (
ICD-10
F19.26)
-
s
chädlicher Nikotingebrauch
Aus psychiatrischer Sicht bestehe
sowohl
in der
angestammten
als auch in
an
gepassten Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(S.
16
Ziff. 7
)
.
4.12
PD Dr. med.
J._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabi
litation
und für Rheumatologie
,
K._
, Physiotherapeut,
und Dr.
I._
,
Y._
,
erstatteten
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
bene
rheuma
to
logisch-psychiatrische
Gutachten
inklusive EFL
unter Berück
sichtigung des psy
chiatrischen Teilgutachtens von Dr.
I._
vom 28. Januar
2016 (vorste
hend E. 4.11)
am 2
3. Mai
2016 (Urk. 7/94
).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen
mit Auswirkung
auf die
Arbeitsfä
higkeit (S.
18
Ziff. 4
)
:
-
chronisches
lumbovertebrales
bis
spondylogenes
Syndrom
-
aktuell wahrscheinlich dominierende
Fazettengelenksproblematik
-
Claudicatio
spinalis
bei engem Spinalkanal
-
Status nach Dekompression L2 bis L5 Juli 2011
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression L3/L4 und
Spondylo
dese
L3/L4 November 2013
-
p
räoperativ 2003 dokumentierter Fussheber- und
–
senkerschwäche
rechts, Trendelenburg-Zeichen sowie
Duchènne
-Hinken
-
persistierende
Fussheberparese
rechts mit subjektiven
Dysästhesien
und watschelndem Gang im Bereich der unteren Extremitäten und des rech
ten Fusses
-
persistierende
Grosszehenheberparese
bei Parese des Extensor
hallucis
longus
rechts
-
Polyneuropathie der unteren Extremitäten unklarer Ätiologie
-
Charcot-artige Deformität des rechten Fusses
-
Verdacht auf chronisches Logensyndrom rechts, Differentialdiagnose: persistierende
Fussheberparese
nach
radikulärem
Kompressionssyn
drom
-
vorderer Knieschmerz links im Rahmen einer
Femoropatellararthrose
Als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie (S. 18 f. Ziff. 4):
-
morbide Adipositas
-
Anpassungsstörung mit Sorgen
, Anspannungen, Ärger, Resignation und Zukunftsängsten (ICD-10 F43.23)
-
in diesem Zusammenhang:
d
ysfunktionelles
Krankheitsverhalten
-
Abhängigkeitssyndrom, multipler Substanzgebrauch (vorwiegend Heroin und Cannabis), episodischer Substanzgebraucht (ICD-10 F19.26)
-
Methadonprogramm
-
schädlicher Nikotingebrauch (ICD-10 F17.1)
-
chronische
Refluxbeschwerden
, unter
Antra
-
chronische venöse Insuffizienz bilateral
Die bisherigen Tätigkeiten
als Zimm
ermann und Möbeltransporter seien
dem Beschwerdeführer
retrospektiv seit 2009 nicht mehr zumutbar; die zuletzt aus
geübte Tätigkeit al
s Transporteur sei
aufgrund der häufigen Gewichtsbelastun
gen von mittelschweren Gewichten und aufgrund der häufigen Fahranforderun
gen
bei eingeschränkter Funktion der rechten unteren Extremität und Polyneu
ro
pa
thie beidseits seit Oktober
2013 nicht mehr zumutbar
(S. 20 Ziff. 5.1). E
ine leich
te wechselbelastende,
Tätigkeit ohne Einnehmen von
Hockestellungen
, oh
ne Anfor
de
rungen an das
Gleichgewicht und nur
manchmaligem
Treppen- und Leiter
steigen, Rotationen im Sitzen, Gehen und Stossen und Ziehen, nur selte
nem Knie
n und Kniebeugen
sei dem Beschwerdeführer
unter Berücksichtigung der nachvollziehbar erheblichen Anlaufbeschwerden, Steifigkeit und der Gang
unsicherheit, der nachweislich strukturellen Veränderungen und der reduzierten Kompensationsfähigkeit aufgrund der erheblichen funktionellen Einschränkun
gen im Bereich der rechten unteren Extremität zu 50 % (Präsenz maximal 6
Stunden mit zusätzlicher Leistungsminderung) zumutbar.
Die 50%ige Arbeits
fä
higkeit bestehe seit
Abschluss der Rehabilitatio
n nach der Rückenoperation, das heisst
nach dem stationären Rehabilitationsaufenthalt in
der
E._
(vgl. vorstehend E. 4.5)
ab Oktober 2014
(S. 20 Ziff. 5.2).
4.13
Pract
.
med.
L._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
hielt in seiner Stellungnahme vom 31. Mai
2016 (Urk.
7/99/
6-7) fest, das
Y._
-Gutachten sei
nachvollziehbar
und in seinen Schlussfolgerungen plausibel, weshalb darauf
abgestellt werden
könne.
4.14
Die Ärzte der Universitätsklinik
M._
, Orthopädie, nannten in ihrem Bericht vom 5. Oktober 2016 (Urk. 7/115/3-5) folgende Diagnosen (S. 1):
-
dekompensierter
Pes
planovalgus
-
Verdacht auf Logensyndrom Unterschenkel rechts, unklarer Genese
-
Verdacht auf chronische motorische L4/5-Radikulopathie rechts
-
Status nach
Polytoxikomanie
-
chronische
Refluxbeschwerden
-
Adipositas
-
chronisch venöse Insuffizienz bilateral
-
Status nach Hüfttotalprothese-Implantation beidseits 2012
4.15
In seinem
– nach Verfügungserlass erstellten –
Bericht vom 11. Dezember 2016
(Urk.
3/4) nannte Dr.
D._
neu eine
chronische
Myokarditis unklarer Ätio
logie (Erstmanifestation November
2015
)
sowie
eine
Verschlechterung der de
pres
siven Stimmungslage und schwere Schlafstörungen
als Diagnosen
(S. 1 Mitte). D
urch die schweren Einschränkungen des Bewegungsapparates seien unver
ändert nur leichte wechselbelastende Tä
tigkeiten möglich.
D
urch die psy
chische Verschlechterung seien diese
Tätigkeiten jetzt nur noch maximal
2
Stunden täg
lich mit häufigen Pausen möglich
(S. 2 Mitte).
4.16
Lic
.
phil.
G._
führte in ihrem – nach Verfügungserlass erstellten – Bericht vom
16. Dezember
2016 (Urk.
3/3)
aus
, im
Verlauf des Jahres 2016 habe sich der Zu
stand des Beschwerdeführers aus psychotherapeutischer Sicht deutlich ver
schlechtert. Es liessen sich nun eine rezidivierende mittelgradige depressive Stö
rung
(ICD-10 F33.2)
sowie eine Persönlichkeitsveränderung im Rahmen einer langdauernden Krankheit diagnostizier
en (S. 1).
Die Arbeitsfähigkeit werde durch den Arzt festgelegt.
Aus psychotherapeutischer Sicht
sei
wenn überhaupt nur eine sehr marginale Arbeitstätigkeit denkbar
(S. 2 oben).
5.
5.1
Das
Y._
-Gutachten inklusive EFL (vorstehend E. 4.12
;
vgl. E. 4.11)
umfasst die Fachrichtungen Rh
eumatologie und Psychiatrie.
Sowohl d
er rheumatologische als auch der psychiatrische
Gutachter verfügen über den entsprechenden Fach
arzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten grundsätzlich zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befä
higt. Das Gutachten erscheint für die streitigen Belange umfassend und berück
sichtigt die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers.
Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
Y._
-
Gutachten
die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl. vorstehend E. 1.
7
), weshalb für die Beurteilung des Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers grundsätzlich darauf abgestellt werden kann.
5.2
Die Gutachter diagnostizierten ein chronisches
lumbovertebrales
bis
spondylo
genes
Syndrom, eine persistierende
Fussheberparese
rechts mit subjektiven
Dys
ästhesien
und watschelndem Gang im Bereich der unteren Extremitäten und des rechten Fusses sowie ein
en vorderen
Knieschmerz links im Rahmen einer
Femoropatellararthrose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter anderem eine An
passungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Ärger, Resignation und
Zukunfts
ängsten (ICD-10 F43.23;
vorstehend E. 4.12).
5.3
Die
von den Gutachtern
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisher
ausgeübten
Tätigkeiten als Zimmermann, Möbeltransporter und Transporteur
sowie die 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste
, leichte und wechselbelastende
Tätigkeiten unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Leistungsprofils (vorstehend E. 4.12)
erscheinen angesichts der gestellten
rheumatologischen
Diagnosen
als nachvollziehbar (
vgl.
Urk. 7/94 S. 14 ff. Ziff. 3).
Die medizinisch-theoretisch festgelegte Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Chauf
feur
wie
auch für angepasste Tätigkeiten ist ang
esichts der Tatsache, dass die zumutbare Arbeitsfähigkeit
anlässlich der Begutachtung
nicht abschliessend ge
stützt auf die E
FL beurteilt werden konnte (
vgl.
Urk. 7/94 S. 19 Ziff. 4.1.2-4.1.3, S. 25 f.)
nicht zu beanstanden.
Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdefüh
rers (vgl. Urk. 1 S. 6
Rz
6) erweist sich somit als unbegründet.
Ausserdem stimmt die attestierte Arbeitsfähigkeit beziehungsweise Arbeitsunfä
higkeit mit der Beurteilung von Dr.
F._
vom September 2015 (vorste
hend E. 4.8) überein, wonach dem Beschwerdeführer die zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit als Chauffeur nicht mehr zumutbar, eine leichte Tätigkeit bei leichtem Leistungsprofil jedoch zu 50 % realisierbar sei.
Dr.
C._
legte in seinem Bericht vom Mai 2015 (vorstehend E. 4.6) schliess
lich nicht näher dar, weshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliegen sollte,
so
dass
dieser Bericht nichts an der Beurteilung der
Y._
-Gutachter zu ändern vermag.
Schliesslich sind den Berichten von Dr.
H._
vom Januar 2016 (vorste
hend E. 4.10) und der Ärzte der Universitätsklinik
M._
vom Oktober
2016 (vorstehend E. 4.14) keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht zu entnehmen.
5.4
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht stützten sich die Gutachter auf das Teilgutachten von Dr.
I._
(
vorstehend E. 4.11, E. 4.12;
vgl. Urk. 7/94 S. 17 unten Ziff. 4). Das Nichtvorliegen einer
psychi
atri
schen
Diagnose mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit
begründete Dr.
I._
in seinem Teilgutachten damit, dass
zwar im Jahr 2014 eine Anpassungsstörung ausgebrochen sei, jedoch nicht mit einer depressiven Reaktion, sondern mit Sorgen, Anspannungen, Ärger, Resignation und Zukunftssorgen. Zudem hielt er in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise fest, dass das vom Beschwerdefüh
rer geschilderte
Aktivitätenniveau
trotz festgestellter Anpassungsstörung auf eine erhaltene Tagesstruktur und regelmässige soziale Kontakte
hinweise
und gleichzeitig eine depressive Reaktion ausschliesse. Denn eine depressive Reakti
on im Sinne einer Anpassungsstörung oder einer eigenständigen depressiven Störung werde hauptsächlich mit Interessen
s
verlust, Freudlosigkeit, Antriebsstö
rung und depressiven Verstimmungen, mit vermindertem Selbstwertgefühl, Schuld
gefühlen, Konzentrationsstörungen und pessimistischen Zukunftsper
spek
tiven sowie mit einer Vielzahl von körperlichen Symptomen manifestiert,
was beim Beschwerdeführer abgesehen von angstgeprägter Zukunftsperspektive nicht festzustellen sei (Urk. 7/91 S. 16 Ziff. 6, vgl. S. 13 f. Ziff. 3.6). Damit er
scheint die
attestierte
volle Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht als nachvollziehbar.
5
.5
In Bezug auf die Berichte des behandelnden Hausarztes
des Beschwerdeführers
Dr. von
N._
vom 11. Dezember
2016 (vorstehend E. 4.15) sowie
der behan
delnden Psychologin
lic
. phil.
G._
vom 16. Dezember
2016 (vorstehend E. 4.16) gilt, dass nach ständiger Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit
des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sach
verhalt beurteilt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Die beiden
Bericht
e beziehen
sich auf den Zeitraum vor und n
ach Verfügungs
erlass, weshalb sie
grundsätzlich zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdef
ührers herangezogen werden können.
I
n
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
jedoch
auf die Erfahrungstatsache hinzu
weisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Inwiefern sich die
vom Hausarzt Dr.
D._
neu diagnostizierte chronische
Myokarditits
unklarer Ätiologie
(vorstehend E. 4.15)
zusätzlich auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers auswirken sollte,
lässt sich
dem Bericht nicht entnehmen. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer bereits
anlässlich
der
Y._
-
Begutachtung seine Herzbeschwerden beziehungsweise die notfallmässigen Spi
talaufenthalte Ende 2015 erwähnt (vgl. Urk.
7/91 S.
13 Mitte
,
Urk.
7/94 S. 13 unten), weshalb
diese
bereits im
Gutachten
berücksichtigt
worden sind.
Die behandelnde Psychologin
l
ic
. phil.
G._
diagnostizierte im Dezember
2016 neu
eine rezidivierende mittelgradige depressive Störung sowie eine Persönlich
keitsveränderung im Rahmen einer langdauernden Krankheit (vorstehend E. 4.16).
Auch Dr.
D._
ging im Dezember 2016 von einer Verschlechte
rung der depressiven Stimmungslage aus (vorstehend E. 4.15). Im Juli bezie
hungsweise September
2015 gingen sie noch von einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion aus (vorstehend E. 4.7, E. 4.9). Im Rahmen der
Y._
-Begutachtung
setzte sich Dr.
I._
in seinem psychiatrischen Teilgut
achten mit den letztgenannten Berichten auseinander und
legte
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar,
dass zwar im Jahr 2014 eine Anpassungss
tö
rung ausgebrochen sei,
nicht
jedoch
mit einer depressiven Reaktion
(vorstehend E. 4.11, E. 5.4).
Weder die behandelnde Psychologin noch der Hausarzt ver
mochten substan
tiiert darzulegen, dass seit dem
Y._
-
Gutachten
vom Mai
2016 (
vorstehend E. 4.12
) eine Verschlechterung des
psychischen
Gesundheitszu
stands eingetreten ist. Ausserdem ist den beiden Berichten vom Dezember 2016
(vorstehend E. 4.15, E. 4.16)
nicht zu entnehmen, wann genau diese Verschlech
terung eingetreten sein soll.
Die
neuesten
Bericht
e
von Dr.
D._
und
lic
. phil.
G._
vermögen somit
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2;
vgl.
Urk.
1 S. 3 ff.
Rz
5 f., S. 9
Rz
8
)
nichts an der Beweiskraft des
Y._
-Gutachtens zu än
dern.
5.6
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt
dahingehend erstellt, dass dem Beschwerdeführer die
bisherigen Tätigkeiten als Zimmermann und Mö
beltransporter
wie
auch die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Transporteur nicht mehr zumutbar sind
.
Eine leichte wechselbelastende
Tätigkeit ohne Einnehmen von
Hockestellungen
, ohne Anforderungen an das Gleichgewicht und nur
manch
maligem
Treppen- und Leitersteigen, Rotationen im Sitzen, Gehen und Stossen und Ziehen, nur seltenem Knien und Kniebeugen ist ihm jedoch
seit Oktober
2014 zu 50 %
möglich
.
6.
6.1
Zu
prüfen bleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand eines
Ein
kommensvergleich
es.
6.2
Der hypothetische Rentenbeginn ist in dem Zeitpunkt, in welchem der Be
schwer
deführer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen war und anschliessend mindestens im Umfang von 40 %
invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG;
vgl.
vorste
hend E. 1.2), frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. vorstehend E. 1.3). Nachdem sich der Beschwerdeführer am 3. April
2014 bei der Beschwerdegegnerin
zu
m Leistungsbe
zu
g angemeldet hatte
(Urk. 7/27)
, war der frühest
mögliche
Renten
beginn im Oktober
2014.
6.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
tur
er
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.
4
Der Beschwerdeführer war von Januar
2010 bis Juli
2014 bei der
O._
AG beschäftigt. Bis Ende Oktober
2013 war er als Chauffeur für Nacht
fahrten tätig, ab Mitte Januar 2014 wurde er an einem Schonarbeitsplatz in de
r Spedition intern beschäftigt (Urk. 7/39/1-6; Urk. 7/39/7; vgl. Urk. 7/38). Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf die An
gaben im Arbeitgeberfragebogen der
O._
AG vom 13. Mai 2014 ab, wonach der Beschwerdeführer im Jahr
2014 bei voller Leistung ein Einkommen von Fr. 71‘830.-- erzielt hätte (Urk. 7/39/1-6 Ziff. 2.10). Das von der Beschwer
degegnerin ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 71‘830.-- für das Jahr
2014 (Urk. 2 S. 5; vgl. Urk. 7/98) ist deshalb nicht zu beanstanden.
6.
5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermitt
lung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
6.
6
Dem Beschwerdeführer ist die angestammte Tätigkeit a
ls Chauffeur nicht mehr möglich
. Eine leichte wechselbelastende, Tätigkeit unter Berücksichtigung eines näher umschriebenen Leistungsprofils ist ihm jedoch in einem 50%-Pensum
zumutbar
(vorstehend E. 5.6). Für die Bemessung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin deshalb auf den standardisierten Durchschnitts
lohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtli
chen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE
(LSE 2014, Tabellen
gruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschafszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Kompetenzniveau 1, Total Männer,
www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnniveau – Schweiz) ab. Das von der Beschwerdegegnerin – unter Berücksichtigung der wöchentli
chen Arbeitszeit – für das Jahr 2014 errechnete Invalideneinkommen von Fr. 66‘453.-- für ein volles Pensum beziehungsweise von Fr. 33‘227.-- für ein 50%-Pensum (Urk. 2 S. 5; vgl. Urk. 7/98) ist deshalb ebenfalls nicht zu bean
standen.
6.
7
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 71‘830.--
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr. 33‘227.--
ergibt eine E
inkommenseinbusse von Fr. 38‘603
.-- und damit einen
eine halbe Rente b
egründen
den Invaliditätsgrad von rund 54
%.
Dementsprechend ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Be
schwerdeführer ab dem 1. Oktober 2014 eine halbe Rente zugesprochen hat. Dies führt zur Abweisung der
Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.
--
an
zu
setzen
und
dem unterliegenden Beschwerdeführer auf
zu
erlegen.