# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b89a43b9-63d7-4d59-9019-7ffb84d56f74
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Uster vom 18. Juni 2018; Proz. FE150158
- 2 -
Rechtsbegehren:
Schlussanträge des Gesuchstellers (act. 196) "1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB zu scheiden.
2. Es sei der Sohn C._, geboren tt.mm.2005, unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien zu stellen.
3. Es sei der Sohn C._ unter die Obhut der Klägerin zu stellen.
4. Es seien basierend auf Art. 274 Abs. 1 ZGB und unter gleichzeitiger Androhung der  Strafe nach Art. 292 StGB gegenüber der Klägerin Weisungen zu erlassen, damit der persönliche Verkehr zwischen Vater und Sohn C._ nicht beeinträchtigt wird und die Regeln des gemeinsamen Sorgerechts gewährleistet sind. Zur Überwachung der  sei eine Erziehungsaufsicht nach Art. 307 Abs. 3 ZGB anzuordnen.
5. Es seien die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten beider Parteien hälftig zu teilen und der betroffenen Ausgleichskasse zu melden.
6. Es sei die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 83'640 zu bezahlen.
7. Es sei die vorsorgerechtliche Auseinandersetzung per Stichtag 24. Juni 2015 vorzunehmen (Art. 122 ZGB).
8. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an die Kosten des Unterhalts des Sohnes C._ monatlich CHF 1'500.00 zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder- und Familienzulagen zu leisten, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden , ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung des Sohnes C._, auch über dessen Volljährigkeit hinaus, höchstens  bis zum vollendeten 25. Altersjahr.
Der Beklagte sei berechtigt zu erklären, bis zum vollendeten 18. Altersjahr des Sohnes C._ 50% des jeweiligen Nettolehrlingslohnes oder sonstiger Einkünfte des Sohnes vom Unterhaltsbeitrag in Abzug zu bringen. Ab dem vollendeten 18. Altersjahr sei er für  zu erklären, 100% des Kindsnettoeinkommens vom Unterhaltsbeitrag in Abzug zu .
9. Es seien die Unterhaltsbeiträge an die Klägerin u.a. aufgrund ihrer jahrelangen  des persönlichen Kontakts zwischen Vater und Sohn basierend auf Art. 125 Abs. 3 ZGB als unbillig bzw. rechtswidrig zu erklären und zu streichen.
10. Die anderslautenden Anträge der Klägerin seien abzuweisen.
11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Klägerin."
Schlussanträge der Gesuchstellerin (act. 192)
"1. Es sei die Ehe der Parteien gestützt auf Art. 112 ZGB zu scheiden.
2. Es sei die Teilvereinbarung der Parteien vom 5. März 2018 über die elterliche Sorge über den Sohn C._, geb. tt.mm.2005, die Obhut, die Besuchsrechtsregelung und die Vereinbarung über den Bezug der Erziehungsgutschriften zu genehmigen.
3. Der ursprüngliche Antrag Ziff. 5 auf Aufhebung der mit Disp.-Ziff. 5 des  EE130026 vom 10. Juni 2013 angeordneten Besuchsrechtsbeistandschaft  Art. 308 ZGB über C._ sei infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.
4. In güterrechtlicher Hinsicht wird Folgendes beantragt:
- 3 -
4.1 Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin zusätzlich zur bereits geleisteten Akontozahlung von CHF 100'000.00 eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 98'289.50 zu bezahlen.
4.2 Im Übrigen sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind und jede Partei behält, was sie derzeit besitzt bzw. was auf ihren Namen lautet.
5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die Hälfte der Differenz zwischen den von den Parteien je ab dem Datum der Heirat bis zum Stichtag 1. Januar 2017 erworbenen Freizügigkeitsleistungen, entsprechend CHF 702'283.20 in zwei  wie folgt auf die folgenden beiden Freizügigkeitskonti der Klägerin zu übertagen
- CHF 351'141.60 auf D._ Freizügigkeitsstiftung 2. Säule
... [Adresse] D._: BC-Nr. ... / Konto-Nr. 1 IBAN: CH2 Zugunsten A._, geb. tt.04.1963, AHV-Nr. 3
- CHF 351'141.60 auf E._ AG, Freizügigkeitsstiftung der E._
... Zürich IBAN: CH4 Zugunsten A._, geb. tt.04.1963, AHV-Nr. 3
5.1 Eventualiter, für den Fall, dass das Gericht bei der Berechnung des  der Klägerin eine andere Ausgleichssumme als in Ziff. 5 beantragt,  solle, sei der Ausgleichsbetrag gleichwohl in zwei gleichen Teilbeträgen auf die in Ziff. 5 genannten Freizügigkeitskonti zu überweisen.
5.2 Subeventualiter, für den Fall, dass der Beklagte im Zeitpunkt der Scheidung keiner Pensionskasse mehr angeschlossen sein sollte, seien die Anweisungen gemäss Antrag Ziffer 5 an die Freizügigkeitseinrichtung(en), bei welcher/welchen der Beklagte seine Freizügigkeitsleistungen hinterlegt hat,  zu erteilen.
6. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung des Sohnes C._ einen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag wie folgt zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf den Ersten jedes Monats und ab Verfall zu 5% verzinslich
CHF 6'802.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2021 (wovon CHF 3'463.00 Barbedarf, CHF 1'589.00 Überschussanteil und CHF 1'750.00 ) zzgl. Kinderzulagen;
CHF 5'052.00 zzgl. Kinder- bzw. Ausbildungszulagen ab 1. September 2021 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung von C._, auch über dessen Mündigkeit hinaus (entsprechend CHF 3'463.00 Barbedarf und CHF 1'589.00 )
6.1 Es sei, sofern der Unterhaltsbeitrag an den Sohn C._ nicht im beantragten  zugesprochen wird und der gebührende Bedarf von C._ CHF 5'051.00 (entsprechend Barbedarf plus Überschussanteil) nicht gedeckt wird, der Fehlbetrag gemäss Art. 268a ZGB im Scheidungsurteil festzuhalten.
6.2 Es sei der Beklagte zu verpflichten, den Kinderunterhaltsbeitrag für C._ auch nach dessen Mündigkeit weiterhin an die Klägerin zu bezahlen, solange C._ in einem gemeinsamen Haushalt mit der Klägerin wohnt, keine andere  bezeichnet und keine eigenen Ansprüche an den Beklagten stellt.
- 4 -
7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin gestützt auf Art. 125 folgende  nacheheliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
CHF 9'125.00 ab Rechtskraft der Scheidung bis zum 31. August 2021
CHF 10'875.00 ab 1. September 2021 bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalter des Beklagten.
7.1 Es sei gemäss Art. 129 Abs. 3 ZGB im Dispositiv des Scheidungsurteils festzuhalten, dass der gebührende Unterhalt der Klägerin CHF 18'715.00 pro Monat beträgt und der Fehlbetrag zwischen der zugesprochenen Rente und dem gebührenden Bedarf der Klägerin von CHF 18'715.00 wie folgt besteht: - in der Zeit ab Rechtskraft der Scheidung bis Ende August 2021 beträgt der Fehlbetrag
der Klägerin gemäss Art. 219 Abs. 3 ZGB CHF 9'590.00 pro Monat. - in der Zeit ab 1. September 2021 bis zur ordentlichen Pensionierung des Beklagten be-
trägt der Fehlbetrag der Klägerin gemäss Art. 129 Abs. 3 ZGB CHF 7'840.00 pro Monat. 7.1.1 Eventualiter, falls der Klägerin nicht die in Ziff. 7 beantragten Unterhaltsbeiträge in
vollem Umfang zugesprochen werden, sei im Urteilsdispositiv der Fehlbetrag gemäss Art. 129 Abs. 3 ZGB als Differenzbetrag zwischen dem gebührenden Unterhalt der Klägerin von CHF 18'715.00 pro Monat und dem ihr zugesprochenen Unterhalts .
7.1.2 Es sei für den Fall, dass keine den gebührenden Bedarf der Klägerin deckende  zugesprochen werden kann, der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin während 5 Jahren ab Rechtskraft der Scheidung jeweils per Ende März, erstmals  März 2019, unaufgefordert seine vollständige Steuererklärung inkl. Beilagen und Hilfsblätter, die Jahresrechnung (Bilanz und Erfolgsrechnung) seiner Firma sowie vollständige Lohnausweise bei Ausüben einer unselbständigen Erwerbstätigkeit  alle übrigen vollständigen Beleg zu seinem Einkommen aus selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit und allfälligen Erwerbsersatzeinkünften im Vorjahr herauszugeben.
8. Es seien der Kinderunterhaltsbeitrag und der nacheheliche Unterhaltsbeitrag an die Klägerin in gerichtsüblicher Art zu indexieren.
9. Es seien die Anträge Ziff. 4 und 5 des Beklagten gemäss Klageantwort vom 31. Oktober 2016 betreffend Regelung des Besuchsrechts und insbesondere die Festlegung des Übergabeortes bei den Besuchen "an der Haustüre von C._" sowie betreffend Regelung der Modalitäten zur Ferienregelung infolge Abschluss der Parteivereinbarung zum Besuchsrecht vom 5. März 2018 als gegenstandslos .
10. Es sei der Antrag Ziff. 6 des Beklagten gemäss Klageantwort vom 31. Oktober 2016 infolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.
11. Alle Anträge des Beklagten auf Verpflichtung der Klägerin zur Zahlung einer  Ausgleichssumme seien abzuweisen.
12. Es sei der Antrag Ziff. 8, gemäss welchem die Regelung des Vorsorgeausgleichs per 24./25. Juni 2015 verlangt wird, abzuweisen und es sei der Vorsorgeausgleich  klägerischem Antrag Ziff. 7 per Stichtag 1. Januar 2017 durchzuführen.
13. Es sei der Antrag Ziff. 9 Abs. 1 gemäss Klageantwort und Duplik zur Regelung des Kinderunterhaltsbeitrages für C._ vollumfänglich abzuweisen, unter Gutheissung der eigenen Anträge der Klägerin.
14. Es sei der Antrag Ziff. 9 Abs. 2 gemäss Klageantwort und Duplik betreffend  des Beklagten zur Reduktion des Kinderunterhaltsbeitrages um 50% eines  von C._ erzielten Lehrlingslohn sowie eines Abzuges eines vollständigen Lohnes vollumfänglich abzuweisen.
- 5 -
15. Es sei der Antrag Ziff. 10 betreffend Regelung des nachehelichen Unterhalts an die Klägerin abzuweisen unter Gutheissung der klägerischen Anträge zum nachehelichen Unterhalt.
16. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWSt zulasten des Beklagten."
Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 18. Juni 2018: (act. 216 S.102 ff.)
1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden.
2. Der Sohn C._, geboren am tt.mm.2005, wird unter der
gemeinsamen elterlichen Sorge der Gesuchsteller belassen.
3. Die Obhut für C._ wird der Gesuchstellerin zugeteilt.
4. Die Teilvereinbarung der Gesuchsteller vom 5. März 2018 über die Scheidungsfolgen wird
hinsichtlich deren Ziffer 2 genehmigt. Sie lautet wie folgt:
"2. Elterliche Sorge, Obhut und Betreuung
a) Elterliche Sorge
Die Gesuchsteller beantragen dem Gericht, die elterliche Sorge für den Sohn C._, geboren am tt.mm.2005, beiden Eltern gemeinsam zu belassen.
Entsprechend sind die Gesuchsteller verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung, wie namentlich Wahl der Schule, Berufswahl, Abschluss von Lehrverträgen sowie medizinische Eingriffe von einiger Tragweite, miteinander abzusprechen.
Den Gesuchstellern ist bekannt, dass ein Aufenthaltswechsel des Sohnes der Zustimmung beider Eltern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, oder der Wechsel des Aufenthaltsortes erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der elterlichen Sorge oder auf die persönlichen Kontakte zwischen einem  und dem Kind hat.
b) Obhut
Die Gesuchsteller beantragen, es sei die Obhut für den Sohn der Gesuchstellerin zuzuteilen.
c) Persönlicher Verkehr
Auf die ausdrückliche Regelung des persönlichen Verkehrs wird in Anbetracht des Alters des Sohnes ."
- 6 -
5. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden
allein der Gesuchstellerin angerechnet. Es ist Sache der Gesuchsteller, die betroffenen
Ausgleichskassen zu informieren.
6. Die Freizügigkeitsstiftung der F._, Postfach, ... Zürich wird angewiesen, vom
Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers (Freizügigkeitskonto Nr. 5 ltd. auf B._)
Fr. 606'565.70 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf nachfolgende Freizügigkeitskonten zu-
gunsten der Gesuchstellerin (A._, geb. tt.04.1963, AHV-Nr. 3) zu übertragen:
a) Fr. 303'282.85 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf das Freizügigkeitskonto der
D._ Freizügigkeitsstiftung 2. Säule, ... [Adresse]
D._: BC-Nr. .../Konto-Nr. 1
IBAN: CH2
b) Fr. 303'282.85 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf das Freizügigkeitskonto der
E._AG, Freizügigkeitsstiftung der E._, ... Zürich
IBAN: CH4
7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._ die folgenden
Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen:
Fr. 4'500.–ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 (davon Fr. 1'825.– Betreuungsunterhalt)
Fr. 2'675.– ab 1. Juli 2019 (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt)
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer ange-
messenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt
der Gesuchstellerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsteller stellt
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, sich an den ausserordentlichen Kosten des Kindes (wie
aufwändigen Zahnbehandlungen, kieferorthopädischen Behandlungen, schulischen Förde-
rungsmassnahmen) nach vorgängiger Information und Vorlage entsprechender Rechnun-
gen hälftig zu beteiligen,
soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, dafür aufkommen. Bei Uneinigkeit steht
es jener Partei, welche für ausserordentliche Kosten des Kindes zunächst alleine aufzu-
kommen hat, offen, die hälftige Beteiligung der anderen Partei gerichtlich geltend zu ma-
chen.
9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin nachehelichen Unterhalt wie folgt zu
bezahlen:
Fr. 0.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019
- 7 -
Fr. 700.- ab 1. Juli 2019 bis zum Eintritt des Gesuchstellers in das ordentliche Pensionsalter (voraussichtlich 31. Dezember 2030)
10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 sind an die Gesuchstellerin zahlbar,
und zwar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
11. Der Gesuchstellerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts die folgenden Beträ-
ge:
Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteil bis zum 30. Juni 2019 fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 5'375.–.
Für die Zeit ab dem 1. Juli 2019 bis zum ordentlichen Pensionsalter des Gesuchstellers ( 31. Dezember 2030) fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 2'150.–.
12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
Einkommensverhältnisse: - hyp. Erwerbseinkommen Gesuchsteller: Fr. 9'600.–
(monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
- hyp. Erwerbseinkommen Gesuchstellerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
ab Rechtskraft bis 30. Juni 2019: Fr. 2'000.– ab 1. Juli 2019: Fr. 6'350.–
- C._: Fr. 250.– (Kinder- und Ausbildungszulagen)
Bedarfszahlen bis 30. Juni 2019: - Gesuchsteller
familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'100.–
- Gesuchstellerin
familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'375.–
- C._
Barbedarf: Fr. 2'925.–
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 1'825.–
Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019: - Gesuchsteller
eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'240.–
- Gesuchstellerin
eingeschränkter Bedarf: Fr. 7'050.–
- C._
Barbedarf: Fr. 2'925.–
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 0.–
- 8 -
Vermögensverhältnisse: - Vermögen Gesuchsteller ca. Fr. 1 Mio.
(nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
- Vermögen Gesuchstellerin ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
13. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin während fünf Jahren nach Eintritt
der Rechtskraft jeweils bis Ende März eines jeden Jahres unaufgefordert einen Lohnaus-
weis bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr erzielte Einkommen zukommen zu
lassen.
14. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 basieren auf dem Landesindex der
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Mai 2018 von 102.1 Punk-
ten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden
Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2019, dem Stand des Indexes per Ende November des
Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
102.1
Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht
im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer
7 und 9 nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst.
Fällt der Index unter den Stand von Ende Mai 2018, berechtigt dies nicht zu einer Herabset-
zung der Unterhaltsbeiträge.
15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrechtlichen
Ansprüche Fr. 28'857.– zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft
des Scheidungsurteils.
16. Die übrigen Rechtsbegehren der Gesuchsteller werden abgewiesen, sofern darauf eingetre-
ten werden kann.
17. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 16'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'381.60 Zeugenentschädigung.
Wird keine Begründung verlangt, so ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
- 9 -
18. Die Kosten für den unbegründeten Entscheid werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auf-
erlegt.
Die Entscheidgebühr wird mit den geleisteten Kostenvorschüssen der Gesuchsteller ver-
rechnet. Ein allfälliger Fehlbetrag wird von den Gesuchstellern im gleichen Verhältnis, wie
ihnen die Kosten auferlegt werden, nachgefordert.
19. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
20. Schriftliche Mitteilung
21. Rechtsmittel
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte (act. 212 S. 2 ff):
"1. Es sei Dispiositiv-Ziffer 7 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fas-
sung zu ersetzen:
"7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._ die folgenden
im Voraus auf den Ersten jeden Monats, ab Verfall mit 5% Verzugszins zahlbaren Kinderun-
terhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen:
- CHF 6'007.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2020 (davon CHF 2'836.00 Betreuungsunterhalt)
- CHF 3'171.00 ab 1. Juli 2020 (davon CHF0.00 Betreuungsunterhalt) bis zum  einer angemessenen Erstausbildung von C._, auch über die Volljährigkeit hin-
aus.
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer ange-
messenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt
der Gesuchstellerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsteller stellt
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
1.1. Es sei, im Urteil als zusätzliche Dispositiv-Ziffer 7.1 festzuhalten, dass der Fehlbetrag ge-
mäss Art. 286a ZGB zwischen dem gebührenden Bedarf von C._ von CHF 4'321.00
und dem Barbedarf von CHF 3'421.00 monatlich CHF 900.00 beträgt.
- 10 -
2. Es sei Dispositiv-Ziffer 9 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fas-
sung zu ersetzen:
"9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatlichen nachehelichen Unter-
halt wie folgt zu bezahlen, jeweils im Voraus auf den Ersten jeden Monats, ab Verfall mit 5%
Verzugszins zahlbar:
- CHF 1'537.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2020
- CHF 3'312.00 ab 1. Juli 2020 bis zum Eintritt des Gesuchstellers in das ordentliche
Pensionierungsalter (voraussichtlich 31. Januar 2031)."
3. Es sei Dispositiv-Ziffer 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fas-
sung zu ersetzen:
"11. Der gebührende Bedarf der Gesuchstellerin beträgt CHF 14'636.00 pro Monat in der Zeit ab
Rechtskraft der Scheidung bis 30. Juni 2020 und CHF 14'145.00 pro Monat ab 1. Juli 2020.
Es fehlen der Gesuchstellerin zur Deckung des gebührenden Bedarfs die folgenden Beträ-
ge:
- Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 30. Juni 2020 fehlt ein mo-
natlicher Betrag von CHF 8'263.00.
- Für die Zeit ab dem 1. Juli 2020 bis zum ordentlichen Pensionierungsalter des Ge-
suchstellers (voraussichtlich 31. Januar 2031) fehlt monatlich ein Betrag von CHF 6'833.00."
4. Es sei Dispositiv-Ziffer 12 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fas-
sung zu ersetzen:
"12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 7 und 9 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
Einkommensverhältnisse:
- Hyp. Erwerbseinkommen Gesuchsteller: CHF 12'000.00 (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
- Erwerbseinkommen Gesuchstellerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
ab Rechtskraft bis 30. Juni 2020: CHF 2'000.00
hypothetisch ab 1. Juli 2020: CHF 4'000.00
- 11 -
- C._: CHF 250.00 (Kinder- und Ausbildungszulagen)
Bedarfszahlen bis 30. Juni 2020:
- Gesuchsteller
familienrechtlicher Notbedarf: CHF 4'456.00
- Gesuchstellerin
familienrechtlicher Notbedarf: CHF 5'530.00
- C._
Barbedarf: CHF 3'421.00
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: CHF 2'836.00
Gebührender Bedarf C._ CHF 4'321.00
Bedarfszahlen ab 1. Juli 2020: - Gesuchsteller
eingeschränkter Bedarf: CHF 5'517.00
- Gesuchstellerin
eingeschränkter Bedarf: CHF 7'344.00
- C._
Barbedarf: CHF 3'421.00
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: CHF 0.00
Gebührender Bedarf C._ CHF 4'321.00
Vermögensverhältnisse:
- Vermögen Gesuchsteller ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
- Vermögen Gesuchstellerin ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
5. Es sei Dispositiv-Ziffer 15 des angefochtene Urteils aufzuheben und durch folgende Fas-
sung zu ersetzen:
"15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrechtlichen
Ansprüche CHF 95'619.00 zu bezahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils."
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl MWST zulasten des Gesuchstellers,
Beklagten und Berufungsbeklagten.
- 12 -
EDITIONSANTRÄGE
Es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten, folgende Unterlagen zu edieren:
- alle Depotauszüge inkl. Depottransaktionsliste sowie alle einzelnen Transaktionsbelege be-
treffend F._ Depot Nr. 6, lautend auf den Beklagten für die Zeit vom 26.04.2013 bis
25.06.2015;
- Lohnausweis 2016;
- Jahresrechnung (Bilanz und Erfolgsrechnung) zu seiner selbständigen Tätigkeit 2017;
- Steuererklärungen 2016 und 2017.
Anschlussberufungsantwort (act. 248 S. 2):
"1. Es sei die Anschlussberufung vom 28. Februar 2019 (act. 237) vollumfänglich abzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des Anschlussberufungsklä-
gers."
des Gesuchstellers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers:
Berufungsantwort (act. 236 S. 3): "1. Die Berufungsanträge seien vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Gesuchstellerin,
Klägerin und Berufungsklägerin.
Editionsanträge der Klägerin vom 15. Oktober 2018 1. Die Editionsanträge seien vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Gesuchstellerin,
Klägerin und Berufungsklägerin."
Anschlussberufung (act. 237 S. 2 ff.):
"1. Es sei im Urteil als zusätzliche Dispositiv Ziff. 4.1 folgendes festzuhalten:
"Es seien unter Androhung der Ungehorsam Strafe nach Art. 292 StGB und weitere vom Gericht
als sinnvoll erachteten Sanktionen gegenüber der Klägerin Weisungen zu erlassen, damit sie den
persönlichen Verkehr zwischen Vater und Sohn C._ nicht mehr beeinträchtigt und das ge-
meinsame Sorgerecht gewährleistet. Es soll sichergestellt werden, dass zwischen Vater und Sohn
jederzeit ein direkter Kontakt hergestellt werden kann. Die Klägerin hat dem Beklagten die Handy-
nummer des Sohnes mitzuteilen, sodass sichergestellt ist, dass der Beklagte jederzeit den Sohn
telefonisch kontaktieren kann. Es sei bei der zuständigen KESB eine Person zu ernennen, die bei
- 13 -
Nichtbefolgung dieses Antrages durch die Klägerin umgehend und unbürokratisch einschreiten
muss."
2. Es sei Dispositiv Ziff. 7 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für den Sohn C._ die folgenden Kinderunter-
haltsbeiträge, zuzüglich allfälliger Familienzulagen, zu bezahlen:
- Fr. 3'648 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 (davon Fr. 1'723 )
- Fr. 1'925 ab 1. Juli 2019 (davon Fr. 0 Betreuungsunterhalt)
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klägerin
lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zah-
lungsempfänger bezeichnet."
3. Es sei Dispositiv Ziff. 8 des angefochtenen Urteils aufzuheben.
4. Es sei Dispositiv Ziff. 9 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin nachehelichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 0 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 - Fr. 0 ab 1. Juli 2019 (ein rechnerischer Betrag von Fr. 943 wird aufgrund von
Art. 125 Abs. 3 nicht gewährt)"
Eventualiter "Der Beklagte wird verpflichtet der Klägerin nachehelichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 0 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 - Fr. 450 ab 1. Juli 2019 (ein rechnerischer Betrag von Fr. 943 wird aufgrund von
Art. 125 Abs. 3 ZGB knapp zu Hälfte gewährt)."
5. Es sei Dispositiv Ziff. 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben.
Eventualiter Es sei Dispositiv Ziff. 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen:
- 14 -
"Der Klägerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts die folgenden Beträge:
- Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 30. Juni 2019 fehlt monatlich ein
Betrag von Fr. 2'670
- Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils ab dem 1. Juli 2019 fehlt monatlich ein
Betrag von Fr. 1'093.
6. Es sei Dispositiv Ziff. 12 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 vorstehend basiert
auf folgenden Grundlagen:
Einkommensverhältnisse:
- hyp. Erwerbseinkommen Beklagter: Fr. 6'763
(monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
- Realistisches Einkommen ab 1. Juli 2019 Beklagter Fr. 3'650
(monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder und Ausbildungszulagen)
- hyp. Erwerbseinkommen Klägerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
ab Rechtskraft bis 30. Juni 2019: Fr. 2'000
- ab 1. Juli 2019: Fr. 4'850
- Realistisches Einkommen ab 1. Juli 2019 Klägerin Fr. 4'000
- C._: Fr. 250 (Kinder- und Ausbildungszulagen)
Bedarfszahlen bis 30. Juni 2019:
- Beklagter
familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'111
- Klägerin
familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'273
- C._
Barbedarf: Fr. 2'175
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 1'723
Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019:
- Beklagter
eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'270
- Klägerin
eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'821
- 15 -
- C._
Barbedarf: Fr. 2'175
Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 0
Vermögensverhältnisse: - Vermögen Beklagter ca. Fr. 0.9 Mio.
(nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
- Vermögen Klägerin ca. Fr. 1.3 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
7. Es sei Dispositiv Ziff. 13 des angefochtenen Urteils aufzuheben.
Eventualiter
"Der Beklagte und die Klägerin seien verpflichtet, sich während fünf Jahren nach Eintritt der
Rechtskraft jeweils bis Ende März eines jeden Jahres unaufgefordert eine Lohnausweis bzw. ent-
sprechende Belege über das im Vorjahr erzielte Einkommen zukommen zu lassen."
8. Es sei Dispositiv Ziff. 15 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche
Fr. 63'320 zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsur-
teils."
Eventualiter
"Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche
Fr. 19'445 zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsur-
teils."
9. Es sei im Urteil als zusätzliche Dispositiv Ziff. 19.1 folgendes festzuhalten:
"Der Beklagte beantragt eine Umtriebsentschädigung im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO im Umfang von CHF 14'000."
10. Die anderslautenden Anträge der Klägerin seien abzuweisen.
11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Klägerin."
- 16 -

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. April 2005, am tt.mm.2005 wurde der gemein-
same Sohn C._ geboren. Nach der Geburt des Sohnes gab die Gesuchstel-
lerin, Klägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte (fortan Beru-
fungsklägerin) ihre Erwerbstätigkeit auf und widmete sich der Betreuung des
Sohnes und dem Haushalt. Der Gesuchsteller, Beklagte, Berufungsbeklagte und
Anschlussberufungskläger (fortan Berufungsbeklagter) ging der Erwerbsarbeit
nach. Die Parteien leben seit dem 26. April 2013 getrennt (act. 4/24).
2. Mit Eingabe vom 24. Juni 2015 machte der Berufungsbeklagte das Schei-
dungsverfahren am Bezirksgericht Uster anhängig und reichte das gemeinsame
Scheidungsbegehren ein (act. 1 und 2). Dem Scheidungsverfahren war ein Ehe-
schutzverfahren vorausgegangen. Das Eheschutzgericht hatte mit Urteil vom
10. Juni 2013 gestützt auf eine gleichentags abgeschlossene Vereinbarung der
Parteien den vom Berufungsbeklagten zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag auf
CHF 8'000.00 festgesetzt, nämlich CHF 6'000.00 für die Berufungsklägerin per-
sönlich und CHF 2'000.00 (inklusive allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder-
bzw. Familienzulagen) für den Sohn C._ (act. 4/24).
Mit seinem Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen vom 1. August 2016
beantragte der Berufungsbeklagte die Reduktion der zu leistenden Unterhaltsbei-
träge auf insgesamt CHF 3'000.00 für die Berufungsklägerin und den Sohn. Nach
Durchführung des Verfahrens reduzierte das Einzelgericht Uster den monatlichen
Unterhaltsbeitrag auf insgesamt CHF 6'600.00, nämlich CHF 4'600.00 für die Be-
rufungsklägerin persönlich und CHF 2'000.00 für den Sohn C._ (act. 81). Ei-
ne dagegen erhobene Berufung der Berufungsklägerin wies die Kammer mit Ent-
scheid vom 5. Mai 2017 ab (act. 91).
Am 25. November 2017 stellte der Berufungsbeklagte ein weiteres Gesuch um
Abänderung der vorsorglichen Massnahmen. Er beantragte die Reduktion seiner
Unterhaltsverpflichtung ab 1. Dezember 2017 auf CHF 1'500.00 zuzüglich allfälli-
- 17 -
ge Kinder- und Familienzulagen für den Sohn C._ und (befristet bis und mit
Juli 2019) CHF 360.00 für die Berufungsklägerin persönlich (act. 113). Das Ein-
zelgericht wies das Abänderungsbegehren mit Verfügung vom 25. Januar 2018
ab (act. 170). Am 18. Juni 2018 erging das erstinstanzliche Urteil (act. 208 =
act. 216). Es wurde den Parteien am 10. bzw. 13. September 2018 zugestellt
(act. 209).
3. Am 15. Oktober 2018 erhob die Berufungsklägerin rechtzeitig Berufung
(act. 212). Sie stellt die eingangs erwähnten Anträge (act. 212 S. 2 ff.). Am
19. Oktober 2018 beantragte der Berufungsbeklagte, es seien ihm wegen einer
Operation bis zum 17. Dezember 2018 keine Fristen anzusetzen (act. 214). Mit
Verfügung vom 30. Oktober 2018 wurde der Berufungsklägerin Frist angesetzt,
um für das Berufungsverfahren einen Prozesskostenvorschuss zu leisten
(act. 217). Dieser ging fristgerecht ein (act. 219). Am 3. Dezember 2018 erging
eine unaufgeforderte Eingabe des Berufungsbeklagten, mit welcher er die Ver-
pflichtung der Klägerin zur Auskunftserteilung beantragte (act. 220). Alsdann wies
er auf seine Abwesenheit bis am 7. Januar 2019 hin (act. 222). Mit Verfügung
vom 7. Januar 2019 wurde ihm Frist zur Erstattung der Berufungsantwort ange-
setzt (act. 223). Nachdem beim Berufungsbeklagten eine medizinische Komplika-
tion eingetreten war (act. 225), stimmten die Parteien für den Fall einer Nach-
Operation des Berufungsbeklagten einer Verlängerung der Frist zur Erstattung
der Berufungsantwort zu (act. 226 und 227). Die Frist verlängerte sich nach frist-
gerecht eingereichtem Beleg für die Nachoperation bis am 28. Februar 2019
(act. 229 - 233). Am 28. Februar 2019 erstattete der Berufungsbeklagte die Beru-
fungsantwort (act. 236) und erhob gleichzeitig Anschlussberufung (act. 237).
Mit Verfügung vom 7. März 2019 wurde vorgemerkt, dass das angefochtene Urteil
mit Bezug auf Dispositiv Ziff. 1 - 6, 14 und 16) seit dem 1. März 2019 rechtskräftig
sei. Es folgten die entsprechenden Mitteilungen (act. 239 - 242). Ebenfalls mit
Verfügung vom 7. März 2019 wurde der Berufungsklägerin Frist angesetzt zur Er-
stattung der Anschlussberufungsantwort. Diese erging am 2. Mai 2019 (act. 248).
Am 19. März 2019 teilte der Berufungsbeklagte mit, er sei vom 19. - 27. Juni 2019
ferienhalber abwesend (act. 247), am 8. Juli 2019 erkundigte er sich nach dem
- 18 -
Stand des Verfahrens (act. 249), am 23. Juli 2019 stellte er ein Gesuch um vor-
sorgliche Massnahmen. Er beantragte, es sei der vorsorgliche Massnahmeent-
scheid des Bezirksgerichts Uster vom 14. November 2016 abzuändern, so dass
er der Berufungsklägerin rückwirkend für das Jahr vor Einreichung des Begehrens
und für die Zukunft einen monatlichen Unterhalt von CHF 1'500.00 für den Sohn
C._ zu leisten habe (act. 250). Mit Verfügung vom 26. Juli 2019 wurde der
Berufungsklägerin Frist angesetzt, um das Gesuch zu beantworten (act. 252).
Diese Frist wurde der Berufungsklägerin zunächst antragsgemäss erstreckt
(act. 258) und mit Verfügung vom 26. August 2019 wieder abgenommen
(act. 262). Mit Eingabe vom 5. August 2019 erbat der Berufungsbeklagte um um-
gehende Zustellung der Anschlussberufungsantwort (act. 254), wozu der Kam-
merpräsident zufolge Ferienabwesenheit der Referentin Stellung nahm (act. 255).
Mit Verfügung vom 16. August 2019 wurde dem Berufungsbeklagten die An-
schlussberufungsantwort zugestellt und er wurde aufgefordert, innert 10 Tagen
nach Erhalt der Verfügung mitzuteilen, ob er von seinem Recht auf Stellungnah-
me Gebrauch machen wolle (act. 260). Mit Eingabe vom 29. August 2019 teilte
der Berufungsbeklagte mit, dass er im Sinne der Prozessbeschleunigung auf eine
Stellungnahme verzichte und explizit keine Stellung nehme (act. 266).
Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif.
II.
1. Eintreten
1.1 Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen
ob die Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind. Die Berufung richtet sich gegen
einen erstinstanzlichen Endentscheid (Art. 308 Abs 1 lit. a ZPO) und wurde recht-
zeitig, schriftlich begründet und mit Anträgen versehen beim Obergericht einge-
reicht (Art. 311 ZPO). Die Berufungsklägerin verlangt im Hauptpunkt eine Erhö-
hung der Unterhaltszahlungen für sich und den gemeinsamen Sohn sowie eine
höhere güterrechtliche Auszahlung, der Berufungsbeklagte demgegenüber die
Reduktion der ihm von der Vorinstanz auferlegten Unterhaltsverpflichtung und ei-
ne geringere güterrechtliche Ausgleichszahlung bzw. die Leistung einer solchen
- 19 -
Zahlung an ihn. Beide Parteien sind für die Rechtsmittelerhebung ohne weiteres
legitimiert. Dem Eintreten steht nichts entgegen.
1.2 Der Berufungsbeklagte weist in seiner Eingabe vom 29. August 2019 darauf
hin, dass die Berufungsklägerin in ihrer Antwort zur Anschlussberufung ungefragt
zur Berufungsantwort Stellung genommen habe, was vom Gericht im Sinne der
Waffengleichheit zu ignorieren sei (act. 266 S. 2). Hiezu ist festzuhalten, dass es
der Berufungsklägerin unabhängig von einer gerichtlichen Fristansetzung im Rah-
men des unbedingten Replikrechts gestattet ist, sich zur Berufungsantwort des
Berufungsbeklagten zu äussern. Es ist dieses Vorbringen wie alle übrigen Vor-
bringen der Parteien zu berücksichtigen, soweit es für die Entscheidfindung als
notwendig erscheint.
2. Gegenstand des Verfahrens
Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden in der Hauptsache der Kinder- und
nacheheliche Unterhalt sowie die Güterrechtsansprüche; von der Berufungskläge-
rin angefochten sind Dispositiv-Ziff. 7, 9, 11, 12 und 15 des vorinstanzlichen Ur-
teils (act. 212 S. 2 f.); des weiteren stellt sie Editionsanträge. Die Anschlussberu-
fung des Berufungsbeklagten betrifft ebenfalls die Unterhaltsregelung, sowie die
güterrechtliche Auseinandersetzung und die Kostenfolgen; angefochten sind Dis-
positiv-Ziff. 7, 8, 9, 11, 12, 13 und 15 des vorinstanzlichen Urteils (act. 237 S. 2 f.).
Sodann verlangt er in Ziff. 1 der Anschlussberufungsanträge eine Ergänzung von
Dispositiv Ziff. 4 und Ziff. 19. Die Kosten- und Entschädigungsregelung für das
erstinstanzliche Verfahren hat aufgrund der gestellten Anträge als mitangefochten
zu gelten.
3. Allgemeine Vorbemerkung
3.1 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung sowie die unrichti-
ge Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Da-
- 20 -
bei hat sich die Berufung führende Partei mit der Begründung des erstinstanzli-
chen Entscheides auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, inwiefern sie den ange-
fochtenen Entscheid als fehlerhaft erachtet. Die Begründung muss hinreichend
genau und eindeutig sein, was voraussetzt, dass die vorinstanzlichen Erwägun-
gen, die angefochten werden, im Einzelnen bezeichnet werden und die Aktenstü-
cke genannt werden, auf denen die Kritik beruht. Blosse Hinweise auf die Vorak-
ten und pauschale Kritik am ergangenen Entscheid sowie Wiederholungen des
bereits Vorgebrachten genügen nicht. Soweit Rügen konkret vorgebracht worden
sind, wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO).
Die Berufungsinstanz überprüft den angefochtenen Entscheid sowohl in rechtli-
cher als auch in tatsächlicher Hinsicht frei. Sie verfügt über volle Kognition
(Art. 310 ZPO) und ist weder an die Argumente der Parteien noch an die Begrün-
dung des vorinstanzlichen Entscheides gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1.
und 130 III 136 E. 1.4.). Sie kann sich aber darauf beschränken die Beanstan-
dungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren schriftlichen Begründungen
gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGer 5A_635/2015, Urteil vom 21. Ju-
ni 2016 E. 5 unter Hinweis auf BGer 4A_619/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.2.4 mit
weiteren Hinweisen; REETZ/THEILER, ZK ZPO, 3. Aufl., Art. 310 N 5 und 6; BGE
138 III 374 E. 4.3.1.; OGer ZH NQ110031, Entscheid vom 9. August 2011,
E. 2.2.1. = ZR 110/2011 Nr. 80, S. 246). Noven sind nach Massagabe von
Art. 317 Abs. 1 ZPO möglich. Sie sind zulässig, wenn sie (a) ohne Verzug vorge-
bracht werden und (b) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz
vorgebracht werden konnten. Im Bereich der Kinderbelange gelten der uneinge-
schränkte Untersuchungsgrundsatz und die Offizialmaxime (Art. 296 ZPO). Dies
bedeutet, dass das Gericht alle Tatsachen, die für die Anordnungen über die Kin-
der von Bedeutung sind, von Amtes wegen zu ermitteln hat, wobei es die ihm be-
deutsam erscheinenden Gegebenheiten frei würdigt (BGE 128 III 411 ff.; BGer
5A_416/2008). Das Gericht ist sodann nicht an die Parteianträge gebunden. Es
kann Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen (BGE 130 III 102
E. 6.2).
3.2 Bei der nachstehenden materiellen Beurteilung wird grundsätzlich der Sys-
tematik des angefochtenen Entscheides gefolgt. Dabei ist auf die Vorbringen der
- 21 -
Parteien soweit einzugehen, als sie für die Entscheidfindung erheblich erschei-
nen. Vorab ist auf die im vom Berufungsbeklagten im Zusammenhang mit den
Kinderbelangen vorgebrachten Noven einzugehen.
4. Kinderbelange / Noven
4.1 Die Parteien schlossen am 5. März 2018 eine Teilvereinbarung (act. 164).
Diese umfasste den Scheidungspunkt, die elterliche Sorge, Obhut und Betreuung
des gemeinsamen Sohnes C._ sowie die Erziehungsgutschriften. Die Ver-
einbarung wurde von der Vorinstanz mit dem angefochtenen Urteil genehmigt.
Das Urteil blieb insoweit unangefochten. Der Berufungsbeklagte verlangt mit sei-
ner Anschlussberufung die Ergänzung des Urteils in dem Sinne, dass der Beru-
fungsklägerin die Weisung erteilt werden soll, den persönlichen Verkehr zwischen
Vater und Sohn nicht mehr zu beeinträchtigen und das gemeinsame Sorgerecht
zu gewährleisten (act. 237 S. 2 Antrag Ziff. 1). Er schildert ausführlich die aktuelle
Situation und macht insbesondere geltend, dass er den Sohn C._ im Jahre
2018 gerade mal einmal gesehen habe, nämlich (auf Initiative der Berufungsklä-
gerin) vor dem Kinderanhörungstermin vom 8. Juni 2018. Er verweist auf seine
Vorbringen, die er nach Erlass des erstinstanzlichen Urteils dem Bezirksgericht
Uster bereits vorgebracht habe und macht neu geltend, die Berufungsklägerin ha-
be im Anmeldeformular des Gymnasiums G._, wo C._ seit August 2018
zur Schule gehe, in Bezug auf ihn, den Berufungsbeklagten, falsche Angaben ge-
macht (falsche E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Wohnadresse) und sich fälschli-
cherweise auch als allein Sorgeberechtigte angemeldet. Damit habe die Beru-
fungsklägerin wesentliche Pflichten verletzt. Er verweist auf seine Vorbringen vor
Vorinstanz, wo er aufgrund seiner Erfahrungen im Zusammenhang mit der Aus-
übung des Besuchsrechts wiederholt entsprechende Anträge gestellt (act. 110
Antrag 6 und Ziff. 37, act 172 S. 2) und die Vereitelung des Besuchsrechts mo-
niert hatte (auch noch am 3. April 2018, act. 177, und ausführlich anlässlich der
Hauptverhandlung vom 18. Juni 2018, act.196 S. 4 ff). Er schildert – in Wiederho-
lung seiner Vorbringen vor Vorinstanz – die Entwicklung der von ihm monierten
Besuchsvereitelung und rügt, das vorinstanzliche Urteil basiere vollumfänglich auf
- 22 -
einer unrichtigen bzw. gar keiner Rechtsanwendung und nahezu ausschliesslich
auf einer unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes. Das Urteil stütze sich auf
die fragwürdige, fünfzehn Minuten dauernde Kinderanhörung, wobei die dort de-
ponierten Aussagen nicht zutreffend seien. So treffe nicht zu, dass C._ sei-
nen Vater nicht weniger gesehen habe, seit der Sohn allein über die Anzahl der
Besuche entscheiden könne; ebenso wenig, dass er den Vater jederzeit kontak-
tieren könne, wie C._ an der Anhörung erklärt habe. Der Berufungsbeklagte
legt dar, er habe die Teilvereinbarung vom 5. März 2018 trotz den fragwürdigen
Umständen unterschrieben, weil darin das gemeinsame Sorgerecht festgesetzt
wurde, mit dem die Berufungsklägerin auch in die Pflicht genommen worden sei.
Er habe sodann auch die flexible Handhabung der Besuche unterstützt. Die Vo-
rinstanz anerkenne zwar, dass die Verletzung der Loyalitätspflicht gegenüber dem
Ex-Partner durch den sorgeberechtigten Elternteil behördliche Massnahmen aus-
lösen könne, schaue aber trotzdem nur weg (act. 237 S. 7 - 28).
4.2 Die Berufungsklägerin bestritt in der Anschlussberufungsantwort die ihr vor-
geworfene jahrelange gesetzeswidrige Kontaktvereitelung. Im vorinstanzlichen
Verfahren sei unbestritten geblieben, dass C._ bis kurz vor Abschluss des
erstinstanzlichen Verfahrens regelmässig gemäss Eheschutzvereinbarung zum
Vater gegangen sei (vgl. zur Regelung: act. 4/24). Das Ausfallen der Besuche ha-
be erst begonnen, als C._ selbst entschieden habe, dass er weniger zum Va-
ter wolle. Sämtliche Ausführungen zum "Fernhalten" des Kindes seien bestritten
und zudem irrelevant, da der Berufungsbeklagte die Parteivereinbarung betref-
fend Besuchsrecht gar nicht angefochten habe und selbst erkläre, dass diese
nicht das Problem sei. Die Anträge auf Weisungserteilung habe der Berufungsbe-
klagte sodann bereits vor Vorinstanz zu spät gestellt; die Vorinstanz habe sich
damit befasst und sie abgelehnt, womit sich der Berufungsbeklagte nicht ausein-
andersetze. Der von der Vorinstanz klar wieder gegebenen Aussage von
C._, er könne jederzeit den Kontakt zum Berufungsbeklagten herstellen, ha-
be der Berufungsbeklagte nur seine eigene (falsche) Parteibehauptung entge-
gengesetzt (act. 248 S. 6 - 11). Den Vorwürfen im Zusammenhang mit der An-
meldung von C._ im Gymnasium hielt die Berufungsklägerin entgegen, sie
habe im online-Formular als Laiin nicht zwischen elterlicher Sorge und Obhut un-
- 23 -
terschieden. Zur Passwortänderung für das E-Mail-Account B._@bluewin.ch
sei sie befugt gewesen, weil der Vertrag auf sie gelautet habe, wie auch der Beru-
fungsbeklagte selbst erwähne (act. 248 S. 8/9).
4.3.1 Die von den Parteien geschlossene Vereinbarung vom 5. März 2018 hält in
Bezug auf den persönlichen Verkehr folgendes fest: "Auf die ausdrückliche Rege-
lung des persönlichen Verkehrs wird in Anbetracht des Alters des Sohnes verzich-
tet". Die Vereinbarung wurde wie gesehen von der Vorinstanz genehmigt und im
Berufungsverfahren nicht angefochten. Die Kinderbelange sind mit Ausnahme der
Unterhaltsregelung in Rechtskraft erwachsen. Da für die Kinderbelange die um-
fassende Untersuchungs- und Offizialmaxime gilt, ist ein ergänzender Antrag
dennoch nicht ausgeschlossen. Die Zulässigkeit des Antrages ist auch deshalb zu
bejahen, weil – wie die Klägerin selbst geltend macht – der Antrag vom Beklagten
bereits vor Vorinstanz gestellt, und im angefochtenen Entscheid im Rahmen der
Erwägungen abgewiesen worden war (act. 216 S. 20), was im Urteilsdispositiv in-
des keinen Niederschlag fand.
4.3.2 Primär ist es Sache der Eltern und des betroffenen Kindes, gemeinsam ei-
ne einvernehmliche Besuchsrechtsregelung zu treffen. Eine einvernehmliche Lö-
sung wird regelmässig dem Kindeswohl am besten gerecht. Das Gericht hat die
Lösung auf deren Vereinbarkeit mit dem Wohl des Kindes zu prüfen (vgl.
SCHWENZER/COTTIER, BSK ZGB I, 6.A., Art. 273 N 9). Eben dies ist vorliegend im
Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens erfolgt. Die Regelung blieb unange-
fochten und ist grundsätzlich nicht mehr zu kommentieren.
4.3.3 Art. 273 Abs. 2 ZGB normiert allerdings ein ausdrückliches Ermahnungs-
und Weisungsrecht der Kindesschutzbehörde bzw. des Scheidungsgerichts, wenn
sich die Ausübung oder die Nichtausübung des persönlichen Verkehrs nachteilig
für das Kind auswirkt. Die Regelung entspricht jener von Art. 307 Abs. 3 ZGB und
setzt für das behördliche Eingreifen eine Kindeswohlgefährdung voraus (SCHWEN-
ZER/COTTIER, a.a.O., Art. 273 N 22).
Die Vorinstanz hat gestützt auf den Abschlussbericht der Beiständin vom 31. Juli
2015 (act. 12), den Umstand, dass die Beiständin in den darauffolgenden zwei
- 24 -
Jahren nicht mehr beigezogen wurde und C._ an der Kinderanhörung erklärt
hat, dass er den Berufungsbeklagten jederzeit kontaktieren könne, sowie mit
Rücksicht auf das Alter von C._ und die zunehmende Selbständigkeit des
Kindes – C._ ist heute mittlerweile fast 14 Jahre alt – eine Intervention als
nicht angezeigt erachtet (act. 212 S. 20). Sie lehnte damit einen entsprechenden
Antrag des Berufungsbeklagten ab, den dieser anlässlich der vorinstanzlichen
Hauptverhandlung, mithin nach Kenntnisnahme des Protokolls über die Kinderan-
hörung vom 8. Juni 2018, geltend gemacht hatte. Obwohl der Berufungsbeklagte
bereits dort von einer grenzenlosen Monopolisierung und Manipulierung des Soh-
nes durch die Berufungsklägerin, dem Loyalitätskonflikt und der von der Beru-
fungsklägerin herbeigeführten Entfremdung des Sohnes gesprochen hatte
(act. 196 S. 4 ff.), verzichtete er auf eine gerichtliche Festlegung des Besuchs-
rechts und verlangte nur eine Weisung an die Berufungsklägerin
In der Anschlussberufung wiederholt er sein Anliegen wortreich, ohne sich aber
mit der Begründung im angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen. Er be-
streitet einzig die Richtigkeit von C._s Äusserung. Weshalb und seit wann
genau es nicht oder kaum mehr zu Besuchskontakten zwischen Vater und Sohn
gekommen ist, ist allerdings strittig. Obwohl die Berufungsklägerin nach Darstel-
lung des Berufungsbeklagten das Besuchsrecht seit längerer Zeit vereitelt, ver-
zichtet der Berufungsbeklagte auch im Berufungsverfahren darauf, die gerichtli-
che Festlegung des Besuchsrechts zu beantragen.
Der Berufungsbeklagte behauptet aber insbesondere auch nicht – und solches
ergibt sich auch nicht aus den Akten –, dass das Kindeswohl durch die Nichtaus-
übung des Besuchsrechts in Gefahr wäre, was nach den oberwähnten massgeb-
lichen Gesetzesbestimmungen für jede Intervention des Gerichtes vorausgesetzt
wäre. Da Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung fehlen, besteht auch kein
Raum für ein Abweichen von den übereinstimmenden Parteianträgen oder auch
nur das Aussprechen einer Weisung. Auch die im Zusammenhang mit der Anmel-
dung von C._ für das Gymnasium neu vorgebrachten Umstände vermögen
hieran nichts zu ändern, zumal sich aus den Schilderungen des Berufungsbeklag-
ten ergibt, dass sein Kontakt zur Schule nunmehr gewährleistet scheint. Anzumer-
- 25 -
ken ist immerhin, dass die Berufungsklägerin den Vorwürfen wenig Überzeugen-
des entgegenzuhalten hat.
Auch seitens der Rechtsmittelinstanz sind die Parteien an ihre Elternpflichten zu
erinnern, wie dies bereits die Vorinstanz getan hat. So ist es eine zentrale Aufga-
be des hauptbetreuenden Elternteils, den Kontakt des Kindes zum andern Eltern-
teil nicht nur zu gewähren, sondern zu fördern, zumal es das Kind nicht in Eigen-
regie bestimmen kann, ob und zu welchen Bedingungen es Umgang mit dem
nicht obhutsberechtigten Elternteil haben möchte. Zudem gilt die kinderpsycholo-
gische Erkenntnis als anerkannt, dass in der Entwicklung des Kindes die Bezie-
hung zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine
entscheidende Rolle spielt (BGer 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.5 mit
Verweis auf eine Zusammenfassung der Rechtsprechung: Urteil 5A_200/2015
vom 22. September 2015 E. 7.2.3.1, in: FamPra.ch 2016 S. 306).
4.4 Zusammenfassend ist der Antrag des Berufungsbeklagten in der Anschluss-
berufung, der Berufungsklägerin mit Bezug auf die Gewährleistung des persönli-
chen Verkehrs zwischen dem Vater und dem Sohn eine Weisung zu erteilen, ab-
zuweisen.
5. Editionsanträge
5.1 Die Berufungsklägerin stellte vor Vorinstanz diverse Editionsbegehren. Die
Vorinstanz hielt zu den einzelnen Begehren fest, dass der Berufungsbeklagte die-
sen im Laufe des Verfahrens genügend nachgekommen sei. Es lägen nunmehr
alle notwendigen Informationen vor, damit die Parteien ihre Behauptungen
rechtsgenügend hätten vorbringen können (act. 216 S. 11 - 14).
5.2 Dem hält die Berufungsklägerin entgegen, sie habe dargelegt, dass sie ins-
besondere in die Depottransaktionsliste sowie in die einzelnen Transaktionsbele-
ge ab Trennungszeitpunkt 26. April 2013 bis zum 25. Juni 2015 Einsicht brauche,
um prüfen zu können, weshalb der Wert des Depots des Berufungsbeklagten seit
Ende 2012 bis 24. Juni 2015 um knapp CHF 150'0000 gesunken sei. Bei den vom
- 26 -
Berufungsbeklagten eingereichten Depotauszügen handle es sich um Moment-
aufnahmen. Sie gäben nicht genügend konkrete Auskunft über die Depotentwick-
lung, weshalb am Antrag festgehalten werde (act. 212 S. 33).
Der Berufungsbeklagte hält seinerseits daran fest, dass er sämtliche Unterlagen
eingereicht habe. Wie bereits in der vorinstanzlichen Duplik (act. 110 S. 28 ff.)
weist er auch in der Berufungsantwort darauf hin, dass der Depotwert deshalb
gesunken sei, weil der Berufungsbeklagte damals die zwei letzten vorhandenen
Wertpapierpositionen veräussert habe (act. 236 S. 24/25 unter Hinweis auf
act. 110 Ziff. 75-80 und act. 112/47 und 48).
5.3 Zu den Erklärungen des Berufungsbeklagten zur fraglichen Wertverminde-
rung seines Depots hatte die Berufungsklägerin nicht mehr ausdrücklich Stellung
genommen (act. 182). Weshalb sie weiterer Belege bedarf, wenn mit den im
Recht liegenden Dokumenten (vgl. insbesondere act. 112/15 und 21) für die von
ihr bezeichneten Zeitpunkte (26. April 2013 und 25. Juni 2015) Depotauszüge un-
bestrittenermassen vorliegen, tut sie in der Berufung nicht dar, weshalb es bei
dem von der Vorinstanz Gesagten bleiben muss.
5.4 Die Berufungsklägerin hält im Weiteren an ihren Anträgen auf Edition des
Lohnausweises 2016 sowie der Jahresrechnung 2017 für das neue Geschäft des
Berufungsbeklagten fest (act. 212 S. 34), ohne indes darzutun, wozu diese Doku-
mente notwendig sein sollen, wenn es darum geht den Kinder- und nachehelichen
Unterhalt ab Rechtskraft des Scheidungsurteils und für die weitere Zukunft zu
überprüfen. An den weiteren, vor Vorinstanz gestellten Editionsbegehren hält die
Klägerin nicht fest.
5.5 Insgesamt sind die Begehren abzuweisen.
6. Güterrecht
6.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die Grundlagen der güter-
rechtlichen Auseinandersetzung im Einzelnen dargelegt (act. 216 S. 21ff.). Es
- 27 -
kann, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, vorab darauf verwiesen wer-
den. Die Parteien unterstehen dem ordentlichen Güterstand der Errungenschafts-
beteiligung. In ihrem am 4. April 2005 öffentlich beurkundeten Ehevertrag
(act. 24/14) vereinbarten sie, dass die Erträge aus den Eigengütern Eigengut
bleiben und nicht in die Errungenschaft fallen.
Umstritten sind (auch) im Berufungsverfahren einzig die für die Errungenschaften
der Parteien angenommenen Werte.
6.2.1 Mit Bezug auf die Errungenschaft des Berufungsbeklagten hatte die Beru-
fungsklägerin vor Vorinstanz geltend gemacht, der Berufungsbeklagte habe über
Strohmänner Bezüge von mindestens CHF 90'000.00 nicht nachvollziehbar bele-
gen können, insbesondere habe er zwischen dem 17. April 2013 und 11. April
2015 insgesamt CHF 102'859.00 vom Bankomat abgehoben und beiseite ge-
schafft. Nach Durchführung des Beweisverfahrens kam die Vorinstanz zum
Schluss, dass die Berufungsklägerin ersteres nicht habe beweisen können
(act. 216 S. 31 - 34). Hingegen sei davon auszugehen, dass der Berufungsbe-
klagte einen ansehnlichen Geldbetrag von mindestens CHF 30'500.00 im Tresor
gehortet habe und dieser Vermögenswert seiner Errungenschaft hinzuzurechnen
sei (act. 216 S. 34 - 38).
6.2.2 Die Berufungsklägerin beanstandet in der Berufung im Zusammenhang mit
der güterrechtlichen Auseinandersetzung zunächst die von der Vorinstanz zu Un-
recht abgelehnte Edition der von ihr verlangten Transaktionsliste (act. 212
S. 33/34 Rz 99 - 101), worauf bereits eingegangen wurde. Des weiteren macht sie
geltend, die Vorinstanz habe Bezüge von insgesamt CHF 12'100.00 zu Unrecht
nicht zu den "Hortungsbezügen" dazugerechnet. Insgesamt sei ein Betrag von
CHF 63'575.00 der Errungenschaft des Berufungsbeklagten hinzuzurechnen.
Überdies habe die Vorinstanz die unbestrittenermassen erfolgte güterrechtliche
Akontozahlung des Berufungsbeklagten an die Berufungsklägerin, welche ge-
mäss Eheschutzvereinbarung vor dem güterrechtlich relevanten Stichtag erfolgt
sei, zu Unrecht bei der Schlussabrechnung im Güterrecht nicht berücksichtigt.
Wenn die Berufungsklägerin sich die Zahlung als solche aus Errungenschaft voll
anrechnen lassen müsse, dann müsse man sie auch bei der Festlegung der Er-
- 28 -
rungenschaft, die zu teilen sei, in der Schlussabrechnung berücksichtigen. Bei
korrekter Berechnung ergebe sich ein Total der Errungenschaft des Berufungsbe-
klagten von CHF 391'238.00, was unter Berücksichtigung der Akontozahlung zu
einem Anspruch der Berufungsklägerin von CHF 95'619.00 führe (act. 212 S. 34 -
40).
6.2.3 Der Berufungsbeklagte geht demgegenüber in der Berufungsantwort da-
von aus, es seien seiner Errungenschaft zu Unrecht CHF 30'500.00 hinzugerech-
net worden. Dabei verweist er im Wesentlichen auf die Anschlussberufung und
macht geltend, die Berufungsklägerin habe nicht beweisen können, dass er, der
Berufungsbeklagte, Geld vor der Berufungsklägerin versteckt habe (act. 236
S. 26/27). Zum Akontobetrag von CHF 100'000.00 geht der Berufungsbeklagte
davon aus, dieser sei vollständig an den güterrechtlichen Anspruch der Beru-
fungsklägerin anzurechnen und somit vollständig aus der Errungenschaft des Be-
rufungsbeklagten in diejenige der Berufungsklägerin übergegangen. Die Auffas-
sung der Berufungsklägerin sei willkürlich konstruiert und unsinnig und stelle le-
diglich einen Versuch dar, dem Berufungsbeklagten weitere CHF 50'000 rechts-
widrig abzuknöpfen (act. 236 S. 28ff.). Da die Errungenschaft zum Zeitpunkt der
Trennung mit CHF 408'844 höher gewesen sei als diejenige der Berufungskläge-
rin, sei er freiwillig bereit gewesen, der Berufungsklägerin "akonto Güterrecht"
CHF 100'000.00 bereits bei der Trennung zu leisten, um einen von ihr befürchte-
ten Liquiditätsengpass zu überbrücken (act. 236 S. 30).
In der Anschlussberufung spart der Berufungsbeklagte nicht mit wiederholten
Vorwürfen an die Berufungsklägerin und deren Rechtsvertreterin, sie hätten zu
seinem Nachteil unwahre Behauptungen immer wieder vorgebracht (act. 237
S. 28 - 31). Alsdann wirft er der Vorinstanz eine "Vorverurteilung" mit Bezug auf
die Hinzurechnung vor und er macht geltend, das zeitliche Zusammenfallen von
Bankomatbezügen und Tresorbesuchen beweise eine Vermögensentäusserung
des Berufungsbeklagten nicht. Im Zusammenhang mit der Hinzurechnung macht
er verschiedene Rechnungsfehler geltend. Sodann rügt er eine unrichtige Beweis-
würdigung und die Verletzung von Art. 8 ZGB (act. 237 S. 41 - 56). Es ist nachfol-
gend - soweit für die Entscheidfindung erheblich - darauf einzugehen. Die Beru-
- 29 -
fungsklägerin hält in der Anschlussberufungsantwort an ihrer Darstellung fest und
bestreitet die Einwände des Berufungsbeklagten (act. 248 S. 20 - 27).
6.3.1 Dass die von der Berufungsklägerin noch vor Vorinstanz behaupteten Be-
züge des Berufungsbeklagten über Strohmänner nicht bewiesen werden konnten,
hat die Berufungsklägerin im Berufungsverfahren nicht in Frage gestellt. Es bleibt
diesbezüglich beim vorinstanzlichen Urteil. Soweit der Berufungsbeklagte sich in
seinen Rechtsschriften dazu äussert, erübrigen sich Weiterungen.
6.3.2 Mit Bezug auf die Hinzurechnungen trifft zu, dass die Beweislast bei der
Berufungsklägerin liegt. Diese hat zu beweisen, dass eine Vermögensentäusse-
rung erfolgt ist, um den Beteiligungsanspruch des andern Ehegatten zu schmä-
lern (Art. 208 i.V.m. Art. 8 ZGB). Nichts anderes hat die Vorinstanz in ihrer Be-
weisverfügung vom 30. November 2017 verfügt (act. 114 S. 6). Der Berufungsbe-
klagte macht in diesem Zusammenhang geltend, es bestünden insgesamt 14 kla-
re Hinweise für eine "Vorverurteilung" des Berufungsbeklagten (act. 237 S. 43 ff.).
Dass er zunächst eine solche darin erblickt, dass sich gewisse Behauptungen der
Berufungsklägerin vor Vorinstanz im Beweisverfahren nicht erhärtet hätten
("Strohmann-Theorie" und Vermögensentäusserung im Umfang von
CHF 29'984.00, act. 237 S. 44), ist nicht nachvollziehbar, zumal hier die Vorin-
stanz dem Standpunkt des Berufungsbeklagten gefolgt ist. Gleiches gilt für den
Hinweis, dass die Vorinstanz die Aussage des Berufungsbeklagten in der persön-
lichen Befragung (Prot. VI S. 52) nicht vollständig zitiert haben soll, zumal hieraus
nichts zuungunsten des Berufungsbeklagten abgeleitet wird (act. 237 S. 45).
6.3.3. Weiter sieht der Berufungsbeklagte eine "Vorverurteilung" in der aus sei-
ner Sicht falschen Berechnung der Vorinstanz, welche einfach derjenigen der Be-
rufungsklägerin folge (act. 237 S. 45/46). Die Berufungsklägerin verweist auf ihre
Berechnung, welche diejenige der Vorinstanz ebenfalls kritisiert. Sie macht gel-
tend, es seien weitere Bargeldbezüge im Umfang von CHF 12'100.00 zu berück-
sichtigen, worauf vorab einzugehen ist (act. 248 S. 22 i.V.m. S. 35 ff.). Der Beru-
fungsbeklagte hat sich dazu nicht explizit geäussert, sondern auf seine Berech-
nung in der Anschlussberufungsbegründung verwiesen (act. 36 S. 27). Zutreffend
ist, dass sich aus dem vorinstanzlichen Urteil der Betrag der Hinzurechnung in der
- 30 -
Höhe von CHF 30'050.00 nicht ohne weiteres erschliesst. Hierauf weisen beide
Parteien in ihrer Berufung hin.
Nicht in Frage gestellt sind die von der Vorinstanz aufgelisteten Bezüge des Beru-
fungsbeklagten ab seinem Konto bei der F._, Filiale ... (act. 216 S. 34/5),
von denen zugegebenermassen (Prot. VI S. 50 ff.) jedenfalls ein Teil davon im
Tresor eingelagert wurde. Die Berufungsklägerin weist dabei zu Recht darauf hin,
dass die von der Vorinstanz nicht berücksichtigten Bezüge des Berufungsbeklag-
ten bei der F._ (act. 216 S. 35) gemäss dem massgeblichen Valutadatum
zeitlich ebenso mit dem Aufsuchen des Tresors zusammenfielen, wie bei den be-
reits berücksichtigten Bezügen. Damit erweist sich der Einwand der Berufungs-
klägerin in der Berufung, es seien zusätzlich zum von der Vorinstanz errechneten
Betrag von CHF 81'459.00 CHF 12'100.00 zu berücksichtigen, als zutreffend. Es
ergibt sich dies zwanglos aus den Kontoauszügen für die Bezüge vom 3., 7., 21.
und 27. Mai 2013, vom 5. Juni 2013, vom 6. August 2013, vom 15. und 24. Sep-
tember 2013 sowie vom 5. Oktober 2013 sowie aus den dokumentierten Besu-
chen beim Tresor an denselben Daten (act. 42/4 und act. 127). Der Einwand des
Berufungsbeklagten, weder der Besitz eines Tresors oder die unbestrittene De-
ponierung von Bargeld im Tresor, noch die Verwendung von Bargeld überhaupt
seien verboten und vermöchten den Beweis der Vermögensentäusserung zu er-
bringen (act. 237 S. 43), trifft zwar zu, ändert aber nichts daran, dass nicht zu be-
anstanden ist, wenn die Vorinstanz mit den aufgrund der Akten ausgewiesenen
Bezügen, deren Verwendung nur teilweise nachvollziehbar dargetan ist, bezüglich
der nicht erklärten Differenz auf eine Hinzurechnung im Sinne von Art. 208 ZGB
schliesst. Der Berufungsbeklagte setzte diesen Erwägungen nichts Substantielles
entgegen.
Auszugehen ist nach dem Gesagten von Hinzurechnungen in der Höhe von total
CHF 93'599.00. Hievon sind unbestrittenermassen CHF 29'984.00 in Abzug zu
bringen.
6.3.4 Der Berufungsbeklagte verweist mit Bezug auf die von ihm geltend ge-
machten erhöhten Bargeldausgaben in der Anschlussberufung erneut auf seine
mit der Duplik eingereichte Zusammenstellung (act. 112/10) sowie die dazu gehö-
- 31 -
renden Beilagen (act. 237 S. 47), ohne allerdings darauf einzugehen, dass die
Vorinstanz – mit Hinweis auf eben die Beilagen des Berufungsbeklagten – darge-
legt hat, inwieweit sie diese als belegt erachtete und inwieweit nicht. Mit Ausnah-
me des Umstandes, dass von den im Zusammenhang mit dem Umzug verbunde-
nen Barauslagen entgegen der Vorinstanz nicht nur die CHF 2'897.–, sondern
weitere CHF 967.– belegt erscheinen (vgl. act 112/29), mithin total CHF 3'864.–,
was dem Berufungsbeklagten neben den ausgewiesenen CHF 29'984.–
(act. 112/30) anzurechnen ist, lässt sich zugunsten des Berufungsbeklagten hie-
raus nichts ableiten. Hinzuzurechnen sind damit CHF 59'751.00 (CHF 93'599.00
./. 29'984.00 ./. 2'897.00 ./. 967.00).
6.3.5 Soweit der Berufungsbeklagte rügt, die Vorinstanz habe seine in der Stel-
lungnahme zum Beweisergebnis vorgebrachten Erklärungen zu den Bankbezü-
gen zu Unrecht nicht berücksichtigt (act. 237 S. 46/47), ist grundsätzlich festzu-
halten, dass im Rahmen der für das Güterrecht geltenden Verhandlungsmaxime,
neue Vorbringen in der Stellungnahme zum Beweisergebnis nicht mehr berück-
sichtigt werden können. Hinzu kommt, dass nicht ersichtlich wird, was der Beru-
fungsbeklagte aus dem Vorbringen für sich ableiten will. Es erübrigen sich Weite-
rungen dazu. Gleiches gilt für allgemeine Kritik des Berufungsbeklagten zu den
vorinstanzlichen Erwägungen VI.5.3.11 - 14 (act. 237 S. 49 - 52).
6.6 Im Berufungsverfahren streitig ist weiter, ob – wie die Berufungsklägerin gel-
tend macht – die unbestrittenermassen erfolgte güterrechtliche Akontozahlung
des Berufungsbeklagten an die Berufungsklägerin in der Höhe von
CHF 100'000.00 bei der Errungenschaftsberechnung des Berufungsbeklagten zu
berücksichtigen ist oder nicht. Die Vorinstanz hat dies verneint und erwogen, dass
dieser Betrag nicht bei der Berechnung der Errungenschaft, sondern erst in der
Endabrechnung zu berücksichtigen sei (act. 216 S. 39/40). Sie folgte damit der
Auffassung des Berufungsbeklagten, welche dieser vor Vorinstanz vertreten hatte
(act. 110 S. 38 zu Ziff. 116). Demgegenüber wollte die Berufungsklägerin die
CHF 100'000.00 zur Errungenschaft des Berufungsbeklagten hinzugerechnet wis-
sen (act. 104 S. 50 Rz 116 und 117; act. 182 S. 17).
- 32 -
Zu beurteilen gilt es Ziff. 8 der Eheschutzvereinbarung der Parteien vom 10. Juni
2013 mit folgendem Wortlaut (act. 4/22 Ziff. 8):
"8. Der Beklagte verpflichtet sich, der Klägerin innert 30 Tagen ab Unterzeichnung des vorlie-
genden Vergleichs Fr. 100'000.– akonto Güterrecht zu bezahlen."
Dass die Zahlung wie vereinbart und als "akonto Güterrecht" erfolgte, ist nicht be-
stritten. Akonto bedeutet Anzahlung, Abschlagszahlung (vgl.
https://www.duden.de/rechtschreibung/Akontozahlung), Akonto Güterrecht heisst –
auch das ist unbestritten – dass eine Anrechnung an den güterrechtlichen An-
spruch der Berufungsklägerin erfolgen soll. Dieser stand damals noch nicht fest,
die güterrechtliche Auseinandersetzung der Parteien stand im Zeitpunkt der Ver-
einbarung noch aus und es war im Rahmen des Eheschutzverfahrens nicht dar-
über zu befinden; die Parteien hatten auch Anträge in diese Richtung gestellt
(act. 4/18 und 4/20). Gemäss Wortlaut der Vereinbarung waren damit die fragli-
chen CHF 100'000.00 in die güterrechtliche Auseinandersetzung einzubeziehen
und alsdann zu berücksichtigen, dass die Berufungsklägerin von ihrem Anspruch
bereits CHF 100'000.00 erhalten hatte. Auch insoweit erweist sich damit der Ein-
wand der Berufungsklägerin als zutreffend.
6.7 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass sich auf Seiten des Berufungsbeklagten
die Errungenschaft wie folgt zusammensetzt:
Sparen 3 Konto F._ 7 CHF 62'613.00
Errungenschaftsanteil USD Konto 8 CHF 10'628.00
F._ Mieterkautionssparkonto 9 CHF 7'814.00
1⁄2 Mieterkautionskonto H._ CHF 5'066.00
Steuerrückvergütung CHF 25'157.00
F._ Wertschriftendepot 6 CHF 53'806.00
F._ Privatkonto 10 CHF 28'808.00
Interactive Brokers Konto 11 CHF 33'771.00
Hinzurechnungen CHF 59'751.00
Geleistete Akontozahlung CHF 100'000.00
- 33 -
Total Errungenschaft Beklagter CHF 387'414.00
6.8.1 Mit Bezug auf die Errungenschaft der Berufungsklägerin ging die Vorin-
stanz davon aus, der Berufungsbeklagte habe die von ihm behauptete Hortung
von CHF 54'047.00 nicht beweisen können, und bezüglich des von ihm behaupte-
ten Mehrverbrauchs von CHF 51'732.00 habe er nicht behauptet, das Geld sei
verschenkt oder beiseite geschafft worden (act. 216 S. 30/31).
6.8.2 Der Berufungsbeklagte rügt in der Anschlussberufung, die Vorinstanz sei
zu Unrecht davon ausgegangen er habe einen überhöhten Verbrauch der Beru-
fungsklägerin behauptet. Vielmehr habe er dargelegt, dass sie einen zu hohen
Verbrauch deklariert habe. Wortreich und in Wiederholung seiner vorinstanzlichen
Vorbringen macht er sodann Angaben zu den "unterhaltsrechtlichen Massnahmen
zur Vermögensentäusserung", die er allerdings selbst als im güterrechtlichen Zu-
sammenhang nicht relevant bezeichnet (act. 237 S. 33). Bei den "güterrechtlichen
Massnahmen der Berufungsklägerin zur Vermögensentäusserung" macht er er-
neut geltend, dass die Ausgaben nach der Trennung bis zum güterrechtlichen
Stichtag gleich hoch gewesen seien wie vor der Trennung, die Ausgaben aber op-
tisch hoch gehalten worden seien und das Geld beiseitegeschafft worden sei. Er,
der Berufungsbeklagte, sei der Berufungsklägerin auf die Schliche gekommen,
weil schlicht nicht möglich sei, dass diese mit dem Sohn C._ gleich viel Geld
verbraucht habe wie vorher, als er, der Berufungsbeklagte, noch im ehelichen
Haushalt gewohnt habe. Er verweist auf 4 stichhaltige Beweise, nämlich darauf,
dass die Berufungsklägerin die Bankomatbezüge nicht habe mit Ausgaben bele-
gen können, dass er, der Berufungsbeklagte, habe darlegen können, dass sich
die durchschnittlichen Bankomatbezüge nach der Trennung bis zum Stichtag ge-
genüber 2012 um 63% erhöht hätten, dass die Bargeldbezüge der Berufungsklä-
gerin vor dem Stichtag 25% ihrer durchschnittlichen monatlichen Gesamtausga-
ben ausgemacht und die Errungenschaft abgenommen habe, was nicht der Fall
gewesen wäre, wenn das Einkommen des Berufungsbeklagten wie von der Beru-
fungsklägerin behauptet vor und nach der Trennung zur Deckung des gesamten
Bedarf ausgereicht hätte. Der Berufungsbeklagte rügt ausserdem, es sei krass
- 34 -
unrichtig, wenn die Vorinstanz festhalte, dass sich aus den vor Vorinstanz ge-
machten Vorbringen und Beilagen nicht ableiten lasse, dass die Berufungskläge-
rin zugegeben habe, dass sie Bargeld gehortet habe. Gestützt auf die überhöht
deklarierten Bargeldbezüge zwischen Trennung und güterrechtlichem Stichtag im
Vergleich zu den monatlichen Bezügen 2012 resultiere eine Hinzurechnung von
CHF 72'954.–. Er lasse sodann nicht gelten, dass ihm die Vorinstanz anlaste, er
hätte keine Parteibefragung gefordert. Die Verfügung vom 21. August 2017
(act. 100) habe er als Substantiierungsaufforderung verstanden; er sei als Laie
nicht angemessen darauf hingewiesen worden, dass er eine Parteibefragung oder
Beweisaussage beantragen müsse (act. 237 S. 32 - 41).
6.8.3 Die Berufungsklägerin hat die Vorbringen bestritten und teilweise als unzu-
lässig neu bezeichnet. Sie hält die vorinstanzlichen Erwägungen für richtig
(act. 248 S. 15 - 20).
6.8.4 Mit seinen Vorbringen im Berufungsverfahren bekräftigt der Berufungsbe-
klagte den behaupteten Mehrbedarf der Berufungsklägerin im fraglichen Zeitraum.
Er unterlässt es indes wie schon vor Vorinstanz, darzutun, wo die nicht verwende-
ten Barbezüge im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung gewesen
sein sollen, so wie ihm dies in der Substantiierungsaufforderung gemäss Verfü-
gung vom 21. August 2017 (act. 110 S. 13) ausdrücklich aufgegeben worden war.
Auch die von ihm erwähnten Urkunden des vorinstanzlichen Verfahrens vermö-
gen dies nicht darzutun. Er kam insoweit seiner Substantiierungspflicht nicht hin-
reichend nach, was die Vorinstanz korrekt festhielt. Seine Rüge, er hätte darauf
aufmerksam gemacht werden müssen, dass er die Beweismittel der persönlichen
Befragung oder Beweisaussage hätte ausdrücklich anrufen müssen, geht daher
ins Leere, weil eine Beweisführung nur für hinreichend substantiierte Behauptun-
gen überhaupt in Frage kommen kann. Genügte das Vorbringen des Berufungs-
beklagten nicht, um auf eine Hinzurechnung im Sinne von Art. 208 ZGB schlies-
sen zu können, dann ist die Feststellung der Vorinstanz, es bleibe hinsichtlich der
Errungenschaft der Berufungsklägerin bei einem Rückschlag, nicht zu beanstan-
den. Nur ergänzend sei festgehalten, dass im Unterschied zu den Hinzurechnun-
gen bei der Errungenschaft des Berufungsbeklagten bei der Berufungsklägerin
- 35 -
eben nicht behauptet, aufgrund der Belege nachgewiesen und teilweise auch ein-
geräumt ist, dass Bargeldbezüge teilweise im Tresor deponiert wurden. Insoweit
ist die Behauptungs- und Sachlage bei der Errungenschaft der Berufungsklägerin
anders als beim Berufungsbeklagten und erheischt auch eine andere Beurteilung.
Es kann bei diesem Ergebnis letztlich offen bleiben, ob und in welchem Umfang
die Vorbringen des Berufungsbeklagten in der Anschlussberufung unzulässige
Noven enthalten.
6.9 Die güterrechtliche Auseinandersetzung stellt sich zusammenfassend wie
folgt dar: Die Errungenschaft der Berufungsklägerin weist einen Rückschlag aus
und ist nicht beachtlich (Art. 210 Abs. 2 ZGB). Hälftig unter den Parteien zu teilen
ist die Errungenschaft des Berufungsbeklagten in der Höhe von CHF 387'414.00,
es resultiert ein Anspruch der Klägerin von CHF 193'707.00. Hievon kommen
CHF 100'000.00, welche sie akonto bereits bezogen hat, in Abzug. Sie hat damit
Anspruch auf eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 93'707.00.
7. Bedarf C._
7.1 Die Vorinstanz legte ihrer Unterhaltsberechnung für den Sohn C._, geb.
tt.mm.2005, einen Barbedarf von CHF 2'925.– zugrunde. Die Berufungsklägerin
rügt in der Berufung, die Vorinstanz habe sich trotz geltender uneingeschränkter
Offizialmaxime nicht zum gebührenden Bedarf von C._ geäussert, einzelne
Bedarfspositionen zu niedrig oder gar nicht berücksichtigt und den allfälligen Fehl-
betrag nicht festgehalten (act. 212 S. 7 - 12). Der Berufungsbeklagte bestreitet
das Vorbringen (act. 236 S. 4 - 6) und macht seinerseits für den Sohn einen tiefe-
ren Bedarf geltend (act. 237 S. 56 - 59), wozu die Berufungsklägerin wiederum in
der Anschlussberufungsantwort Stellung genommen hat (act. 248 S. 28 - 30). Es
ist nachstehend soweit notwendig auf die Vorbringen einzugehen.
7.2 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Grundlagen für die Festle-
gung des Bedarfs von C._ zutreffend dargelegt hat: Das seit dem 1. Januar
2017 in Kraft stehende Unterhaltsrecht unterscheidet beim Kinderbedarf zwischen
- 36 -
Bar- und Betreuungsunterhalt. Daneben steht wie bereits bis anhin der Naturalun-
terhalt, der durch den betreuenden Elternteil geleistet wird. Ist die persönliche Be-
treuung die für das Kind bestmögliche und führt diese dazu, dass der betreuende
Elternteil für seine eigenen Lebenshaltungskosten (teilweise) nicht aufkommen
kann, so hat das Kind Anspruch auf Betreuungsunterhalt. Dies, nebst der De-
ckung des Barbedarfs, welcher die direkten Kosten abdeckt und je nach den fi-
nanziellen Verhältnissen neben dem Grundbedarf, Wohnanteil, Krankenkassen-
kosten u.a. auch Positionen für Freizeit und Ferien enthalten kann. Die Vorinstanz
hat bei den einzelnen Bedarfspositionen die finanziellen Verhältnisse der Parteien
berücksichtigt und kam im Ergebnis auf den vorgenannten Bedarf. Dieser wird mit
den gemäss vorinstanzlichem Entscheid zugesprochenen Kinderunterhaltsbeiträ-
gen gedeckt, weshalb entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin (act. 212
S. 8 ff.) auch nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz keinen Mankobetrag
gemäss Art. 286a ZGB festgehalten hat. Es ist davon auszugehen, dass die Vor-
instanz den von ihr festgestellten Bedarf für C._ als den den finanziellen
Verhältnissen der Familie angemessenen erachtete. Dies wird nachfolgend bei
der Erörterung der umstrittenen Einzelpositionen zu überprüfen sein. Nicht gefolgt
werden kann dem Berufungsbeklagten, wenn er geltend macht, bei der erstmali-
gen Einbringung des Begriffs des "gebührenden Bedarfs" handle es sich um ein
unzulässiges Novum der Berufungsklägerin (act. 237 S. 4, S. 7 u.w.). Abgesehen
davon, dass im Bereich der Kinderbelange Noven zulässig wären, sind in tatsäch-
licher Hinsicht die Vorbringen der Berufungsklägerin nicht neu; sie bringt einzig
deren Qualifikation als "gebührend" neu ein, was zulässig ist. Was als gebühren-
der Unterhalt zu geltend hat, richtet sich nach den finanziellen Verhältnissen. Da-
bei ist dieser regelmässig höher als der betreibungsrechtliche Bedarf, von wel-
chem der Berufungsbeklagte denn auch zu Recht nicht ausgeht.
7.3 Im Berufungsverfahren unumstritten und auch aufgrund der Offizialmaxime
nicht in Zweifel zu ziehen sind die nachfolgenden Bedarfspositionen:
Grundbetrag CHF 600
Kommunikationskosten CHF 50
Mobilitätskosten CHF 112
- 37 -
Taschengeld CHF 50
7.4 Wohnkosten: Die Vorinstanz billigte C._ einen Wohnkostenanteil von
CHF 1'500.00 zu, davon ausgehend, dass zwar fraglich sei, ob das von der Beru-
fungsklägerin mit dem Sohn nach wie vor bewohnte 6,5-Zimmer-Einfamilienhaus
noch als angemessen betrachtet werden könne. Da der Berufungsklägerin selbst
indes insbesondere ab Juli 2019 ein eigenes Einkommen von CHF 6'350.00 an-
gerechnet werde, sei der Wohnkostenanteil auf den CHF 1'500.00 zu belassen.
Die Berufungsklägerin stellt dies in der Berufung nicht in Frage, wogegen der Be-
rufungsbeklagte Wohnkosten von CHF 800.00 für angemessen hält, davon aus-
gehend, dass der Berufungsklägerin und dem Berufungsbeklagten die gleichen
Mietkosten anzurechnen seien (act. 237 S. 57). Er weist sodann darauf hin, dass
auch die Berufungsklägerin noch in der Replik davon ausgegangen sei, es seien
später nur CHF 1'000.00 zu berücksichtigen.
Auf die Argumentation im angefochtenen Entscheid geht der Berufungsbeklagte
nicht ein. Zu Recht weist er hingegen darauf hin, dass die Berufungsklägerin
selbst in der vorinstanzlichen Replik für den Zeitpunkt nach der Scheidung im Be-
darf von C._ Wohnkosten von CHF 1'000.00 einsetzte (act. 104 S. 82). Es
trifft zwar zu (act. 248 S. 28), dass es in Kinderbelangen nicht in erster Linie da-
rauf ankommt, welche Anträge die Parteien stellen, hingegen ist es unter Berück-
sichtigung der scheidungsbedingt eingeschränkteren finanziellen Möglichkeiten
nicht angezeigt, höhere Kosten zu berücksichtigen als geltend gemacht wurden;
dies auch dann nicht, wenn von einem höheren Einkommen der Berufungskläge-
rin ausgegangen wird. Für die Wohnkosten von C._ sind damit CHF 1'000.00
einzusetzen.
7.5. Die Vorinstanz berücksichtigte alsdann die effektiven Krankenkassenkosten
sowie zusätzliche Gesundheitskosten (inkl. Zahnarztkosten) von CHF 50.00 im
Bedarf von C._ (act. 216 S. 43). Die Berufungsklägerin will die erhöhten ak-
tuellen Krankenkassenkosten sowie monatlich CHF 314.00 (CHF 14.00 pro Monat
Selbstbehalt und CHF 300.00 Zahnarztkosten) berücksichtigt haben. Sie verweist
dabei auf die bereits vor Vorinstanz eingereichten Belege, insbesondere die zahn-
ärztliche Kostenschätzung über CHF 15'500.00 (act. 59/22; act. 212 S. 9). Der
- 38 -
Berufungsbeklagte lehnt es insbesondere ab, die Kostenprognose für die Behand-
lung der Zähne von C._ aus dem Jahr 2016 als wiederkehrende Ausgabe für
die nächsten fünfzehn Jahre zu berücksichtigen (act. 236 S. 5).
Die von der Berufungsklägerin bereits mit der Klagebegründung ins Recht gelegte
Kostenschätzung vom 25. September 2015 (act. 59/22), worauf sich die Beru-
fungsklägerin auch im Berufungsverfahren wieder beruft, ist vom Berufungsbe-
klagten so nicht bestritten. Es muss gestützt darauf von ausserordentlichen und
regelmässigen, notwendigen Zahnarztkosten für C._ ausgegangen werden.
Demgemäss (act. 59/22 S. 2) fallen ab September 2015 (als C._ rund 10
Jahre alt war) bis zu dessen Alter 28 die erwähnten CHF 15'500.00 an, oder (über
den Zeitraum von 18 Jahren) monatlich rund CHF 72.00. In der Replik (act. 104
Rz 208 und act. 106/36) wies die Berufungsklägerin zahnärztliche Kosten für
C._ für einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren von monatlich rund
CHF 205.00 sowie kieferorthopädische Kosten von total CHF 243.50 monatlich
aus. Letztere bezeichnet die Berufungsklägerin zu Recht nicht als regelmässige
Kosten (act. 104 S. 83 und act. 212 S. 9). Sie fallen ausser Betracht. Ausgewie-
sen erscheinen damit unter Berücksichtigung des Selbstbehalts CHF 86.00 pro
Monat.
7.6 Für auswärtige Verpflegung berücksichtigte die Vorinstanz einen zusätzli-
chen Betrag von CHF 65.00 pro Monat (CHF 6.00 bis CHF 7.00 pro Mahlzeit in
der Schulmensa; act. 216 S. 45). Die Berufungsklägerin erachtet dies unter Hin-
weis auf die ausgewiesenen Preise und den Essensbedarf eines Teenagers als
zu wenig. Sie verlangt die Berücksichtigung von CHF 12.00 pro Tag oder (bei 13
Schulferienwochen) CHF 195.00 pro Monat (act. 212 S. 10). Der Berufungsbe-
klagte folgt der Auffassung der Vorinstanz (act. 237 S. 58).
Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Kosten für die Nahrung
grundsätzlich im Grundbetrag enthalten sind und nur ein erhöhter Bedarf zusätz-
lich zu berücksichtigen ist (vgl. Kreisschreiben der Verwaltungskommission des
Obergerichts des Kantons Zürich betreffend Richtlinien für die Berechnung des
betreibungsrechtliche Existenzminimums vom 16. September). Wenn sie gestützt
darauf, einen zusätzlichen Betrag von CHF 65.00 pro Monat berücksichtigte, ist
- 39 -
dies nicht zu beanstanden. Die Berufungsklägerin setzt sich mit dieser Argumen-
tation denn auch nicht auseinander.
7.7 Für die Schulkosten berücksichtigte die Vorinstanz zusätzlich CHF 100.00
im Bedarf von C._ (act. 216 S. 45). Die Berufungsklägerin macht wie schon
vor Vorinstanz geltend, es seien für Musikunterricht und zusätzliche Schulkosten
CHF 196.00 pro Monat zu berücksichtigen, die Vorinstanz sei von Kosten an der
Kantonsschule I._ ausgegangen, wo C._ gar nicht gewesen sei. Sie
verweist dabei auf ihre Vorbringen vor Vorinstanz (act. 212 S. 10). Der Beru-
fungsbeklagte macht geltend, der Musikunterricht gehöre nicht zum gebührenden
Bedarf (act. 236 S. 6). Des weiteren habe C._ den Musikunterricht abgebro-
chen, um sich aufs Gymnasium und die anderen Hobbies zu konzentrieren; mit
den CHF 100.00 sei den zusätzlichen Kosten für Bücher und Schulreisen ange-
messen Rechnung getragen (act. 237 S. 58). In der Anschlussberufungsantwort
hält die Berufungsklägerin fest, es gehe nicht um den Musikunterricht, sondern
darum, dass die Vorinstanz von einer falschen Schule ausgegangen sei (act. 248
S. 29).
Die Berufungsklägerin macht in der Berufung (act. 212 S. 10) selbst nicht geltend,
C._ besuche derzeit den Musikunterricht; darum geht es ihr gemäss eigener
Aussage (act. 248 S. 29) nicht. Es sind als zusätzliche Schulkosten diejenigen,
welche in der von C._ besuchten Schule anfallen, zu berücksichtigen. Ge-
stützt auf die von der Berufungsklägerin selbst eingereichte Aufstellung
(act. 183/7) sind dies CHF 600.00 pro Jahr für Bücher und CHF 2'540.00 für 6
Jahre für Schulreisen. Die von der Vorinstanz berücksichtigten CHF 100.00 sind
damit nicht zu beanstanden.
7.8 Für Hobbies hat die Vorinstanz einen Betrag von CHF 250.00 im Bedarf von
C._ eingerechnet. Es sei unbestritten, dass C._ gerne und häufig Golf
spiele. Es rechtfertige sich einen verhältnismässig hohen Betrag einzurechnen:
Neben den Mitgliederbeiträgen für Golf (CHF 45.00 pro Monat), Judo (CHF 35.00
pro Monat und Pfadi (CHF 8.00 pro Monat) seien im angerechneten Betrag Kos-
ten für Lager und Kurse enthalten.
- 40 -
Die Berufungsklägerin will in der Berufung über diesen Betrag hinaus für das teu-
re Hobby Golf, das auch beide Eltern pflegten, für das Juniorentraining
(CHF 1'500.00 pro Jahr) weitere CHF 300.– berücksichtigt haben, sodann für Fe-
rien CHF 600.00. Sie rügt, die Vorinstanz habe solche zu Unrecht nur bei ihr, und
nicht auch bei C._ berücksichtigt (act. 212 S. 11/12). Der Berufungsbeklagte
bestreitet die Berücksichtigung des Betrages und - wie gesehen - generell die Be-
rücksichtigung eines "gebührenden" Bedarfs (act. 236 S. 6/7 und S. 59); die Beru-
fungsklägerin hält an ihrem Vorbringen fest (act. 248 S. 29/30).
Der von der Vorinstanz berücksichtigte Betrag von CHF 250.00 im Bedarf von
C._ für die Ausübung der Hobbies wurde im Berufungsverfahren nicht kom-
mentiert. Auch wenn man die neu geltend gemachten Kosten für das Junioren-
training von CHF 1'500.00 (act. 213/3), d.h. monatlich CHF 125.00 mitberücksich-
tigt, ist nicht ersichtlich, dass dieser Betrag erhöht werden müsste. Immerhin ist
zu bemerken, dass das neue Vorbringen im Rahmen des Kinderbedarfs als zu-
lässig zu betrachten ist und im Übrigen vom Berufungsbeklagten nicht bestritten
ist, dass die Kosten mindestens für das Jahr 2018 auch tatsächlich anfielen. Zu
einem Mehrbetrag bei den Hobbykosten kann dies indes nicht führen.
Was die Frage der Ferien betrifft, so basiert die Berechnung der Berufungskläge-
rin auf ihrer eigenen Zusammenstellung (act. 59/15), auf welche sie auch im Beru-
fungsverfahren verweist. Diese sind in der Höhe bestritten. Ob im Kinderbedarf
Ferienkosten zu berücksichtigen sind, hängt von den finanziellen Verhältnissen
ab, von denen ausgegangen werden kann. Diese sind nachstehend im Einzelnen
noch zu ermitteln.
7.9 Es ergibt sich nach dem Gesagten folgender vorläufiger Bedarf für C._:
Grundbetrag CHF 600
Wohnkosten CHF 1'000
Krankenkasse CHF 154
Gesundheitskosten CHF 86
auswärtige Verpflegung CHF 65
- 41 -
Kommunikationskosten CHF 50
Mobilitätskosten CHF 112
zusätzliche Schulkosten CHF 100
Hobbykosten CHF 250
Taschengeld CHF 50
Total (ohne Ferien) CHF 2'467
8. Nachehelicher Unterhalt - Allgemeines
8.1 Die Vorinstanz ging bei der Unterhaltsberechnung gestützt auf die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung von einer lebensprägenden Ehe aus. Die im Zeit-
punkt der Scheidung rund 5-jährige Trennung der Eheleute sei nicht derart lang,
dass für die Festlegung des gebührenden Unterhalts nicht auf die ehelichen Ver-
hältnisse abzustellen sei. Als für die Berechnung massgeblich erachtete sie daher
das Jahr 2012. Sodann stellte sie fest, der Berufungsbeklagte habe seinen An-
trag, der Berufungsklägerin gestützt auf Art. 125 Abs. 3 ZGB einen Unterhaltsan-
spruch zu versagen, zu spät vorgebracht, weshalb er damit nicht mehr zu hören
sei (act. 216 S. 47 - 50).
8.2 Der Berufungsbeklagte bestreitet zunächst, dass die Ehe lebensprägend
war (act. 236 S. 7 und act. 237 S. 61 ff.). Dem ist nicht zu folgen: Wie auch in dem
vom Berufungsbeklagten selbst in diesem Zusammenhang zitierten Bundesge-
richtsentscheid 5A_957/2014 vom 5. Mai 2015 ausdrücklich festgehalten, ist von
einer lebensprägenden Ehe immer (auch) dann zu sprechen, wenn aus der Ehe
gemeinsame Kinder hervorgegangen sind (eben dort E. 3.5.2 unter Verweis auf
BGE 135 III 59 E. 4.1).
8.3 Zutreffend ist der Einwand des Berufungsbeklagten, dass die Lebensprä-
gung der Ehe nicht automatisch zu einem Unterhaltsanspruch führt. Bei einer le-
bensprägenden Ehe ist in einem ersten Schritt zunächst der gebührende Unter-
halt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien
festzustellen sind. Der gebührende Unterhalt bemisst sich dabei bei lebensprä-
- 42 -
genden Ehen grundsätzlich nach dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten
Standard (BGE 141 III 365 E. 3; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016,
E. 4.3 u.a.; zum Ganzen: SCHWENZER/BÜCHLER, FamKomm Scheidung, Band I,
3.A., Art. 125 N 4f.; GLOOR/SPYCHER, BSK ZGB I, 6.A., Art. 125 N 3). Wenn die
Parteien bereits sehr lange getrennt waren im Zeitpunkt der Scheidung, wird an
die Verhältnisse nach der Trennung angeknüpft. Eine solche lange Trennung liegt
aufgrund der bundesgerichtlichen Praxis (vgl. FamPra.ch 2006, S. 716ff.; BGE
130 III 537ff., E.2; BGer 5C.230/2003 vom 17. Februar 2004, E. 4.2.) bei der vor-
liegenden, rund 5-jährigen Trennung der Parteien im Zeitpunkt der Scheidung,
noch nicht vor. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz für die
Bestimmung des gebührenden Unterhalts an die Verhältnisse vor der Trennung
und damit an jene von 2012 anknüpfte. Auf die Fortführung des während der Ehe
zuletzt gelebten Standards haben die Ehegatten – bei genügenden Mitteln – An-
spruch. Verunmöglichen scheidungsbedingte Mehrkosten es, den früheren Le-
bensstandard aufrechtzuerhalten, so hat der Unterhaltsgläubiger Anrecht auf die
gleiche Lebenshaltung wie der Unterhaltsschuldner (BGE 141 III 465f. E. 3).
8.4 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, inwiefern die Ehegatten diesen Un-
terhalt je selber finanzieren können. Dieser Vorrang der Eigenversorgung ergibt
sich direkt aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB. Ein Unterhaltsanspruch
entsteht nur dann, wenn der ansprechende Ehegatte seinen gebührenden Unter-
halt nicht aus eigener Kraft zu decken vermag. Diesfalls ist – bei Leistungsfähig-
keit des Unterhaltsschuldners – ein angemessener Unterhaltsbeitrag festzusetzen
(BGE 141 III 465 E. 3.1; BGer 5A_957/2014 vom 5. Mai 2015 E. 3.5.2 unter Ver-
weis auf BGE 137 III 102 E. 4.2; BGE 135 III 158 E. 4.3; BGE 134 III 145 E. 4 mit
weiteren Hinweisen). Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird nachstehend zu
prüfen sein.
8.5 Für die Unterhaltsberechnung wird in der überwiegenden Anzahl der Fälle
die zweistufige Methode des betreibungsrechtlichen Existenzminimums mit Über-
schussbeteiligung angewendet. Ausgegangen wird vom betreibungsrechtlichen
Existenzminimum für beide Parteien, welches zum familienrechtlichen Grundbe-
darf erweitert wird. Die so berechneten familienrechtlichen Existenzminima sind
- 43 -
vom Gesamteinkommen beider Ehegatten abzuziehen. Verbleibt ein Überschuss,
wird dieser grundsätzlich hälftig geteilt.
Bei extrem günstigen Einkommensverhältnissen kann die einstufige, konkrete Be-
rechnungsmethode zur Anwendung gelangen, welche sich am konkreten Bedarf
der berechtigten Person orientiert. Der Unterhaltsberechtigte hat glaubhaft zu ma-
chen, dass er den verlangten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe ge-
lebten Lebensstandards benötigt. Wann sehr gute finanzielle Verhältnisse vorlie-
gen, bestimmt sich danach, ob nach Deckung des gebührenden Unterhalts aller
Familienmitglieder noch weitere finanzielle Mittel vorhanden sind (SCHWEN-
ZER/BÜCHLER, a.a.O., Art. 125 N 102 ff.).
Die Vorinstanz folgte zur Bestimmung des gebührenden Bedarfs der Berufungs-
klägerin im Jahr 2012 der von dieser angewandten einstufigen, konkreten Metho-
de. Entsprechend unterblieb die Ermittlung der konkreten Leistungsfähigkeit der
Parteien, bzw. des allein erwerbstätigen Berufungsbeklagten für die Festlegung
des gebührenden Bedarfs der Berufungsklägerin. Ob im Jahr 2012 bei den Par-
teien Verhältnisse vorlagen, welche die Anwendung der einstufigen Methode na-
helegten, wurde damit nicht geklärt. Mit seinem Einwand, der vorinstanzlich an-
genommene Bedarf sei zu hoch, scheint der Berufungsbeklagte eben dies zu be-
anstanden. Vor Vorinstanz hatte sich der (damals noch anwaltlich vertretene) Be-
rufungsbeklagte allerdings zur Methodik nicht explizit geäussert (act. 68 S. 49)
und auch im Berufungsverfahren wird die Methodik als solche nicht, wohl aber
werden die einzelnen Bedarfspositionen beanstandet. Es muss im Folgenden da-
her sein Bewenden haben, eben diese Bedarfsermittlung zu überprüfen, soweit
sie bestritten ist. Anzumerken ist, dass die Vorinstanz der Unterhaltsberechnung
alsdann die zweistufige Methode zugrunde gelegt hat. Dies war aufgrund der zwi-
schenzeitlichen Veränderung in den finanziellen Verhältnissen denn auch gebo-
ten.
8.6 Auch im Berufungsverfahren macht der Berufungsbeklagte geltend, ein Un-
terhaltsanspruch der Berufungsklägerin entfalle gestützt auf Art. 125 Abs. 3 ZGB.
Er begründet dies mit der "jahrelangen Besuchsrechtsvereitelung, der Vermö-
gensentäusserung im Güterrecht sowie der massiven Manipulation des gebüh-
- 44 -
renden Bedarfs" (act. 237 S. 61). Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid
die Vorbringen des Berufungsbeklagten als verspätet erhoben qualifiziert und da-
her nicht zugelassen (act. 216 S. 49/50). Der Berufungsbeklagte erachtet die Ar-
gumentation der Vorinstanz gestützt auf die kurz vor bzw. nach Urteilsfällung ein-
getretenen neuen Tatsachen für überholt (act. 237 S. 62/63). Die Berufungskläge-
rin hält den Einwand des Berufungsbeklagten mit der Vorinstanz für verspätet und
macht des weiteren geltend, dass die Voraussetzungen von Art. 125 Abs. 3 ZGB
auch nicht erfüllt wären (act. 248 S. 34).
Gemäss Art. 125 Abs. 3 ZGB kann ein Unterhaltsbeitrag ausnahmsweise versagt
oder gekürzt werden, wenn er offensichtlich unbillig wäre. Das Gesetz selbst
nennt drei Fälle, welche nicht abschliessend sind. Ein Fehlverhalten, das aus-
serhalb der gesetzlich erwähnten liegt, muss aber mit einem der Versagensgrün-
de jedenfalls vergleichbar sein, um einen Ausschluss eines Unterhaltsbeitrages
zu bewirken. Die Regelung soll restriktiv angewendet werden (BGer 5C.232/2004
vom 10. Februar 2005).
Bei allen drei im Gesetz erwähnten Tatbeständen steht ein Verstoss gegen die
wirtschaftlichen Interessen der Gemeinschaft im Vordergrund. Die geltend ge-
machte (und bestrittene) Besuchsrechtsvereitelung fällt damit zum vornherein
ausser Betracht. Wie aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, erweist sich
aber auch die der Berufungsklägerin vorgeworfene "Vermögensentäusserung im
Güterrecht" als nicht gerechtfertigt und das Gleiche gilt auch für die behauptete
Manipulation des Bedarfs, weil Anhaltspunkte für eine Manipulation fehlen. Damit
fällt ein Ausschlussgrund gestützt auf Art. 125 Abs. 3 ZGB ausser Betracht, ohne
dass auf die Frage der Zulässigkeit noch einzugehen werden braucht.
9. Gebührender Bedarf der Berufungsklägerin im Jahr 2012
9.1 Die Vorinstanz ermittelte für die Berufungsklägerin einen im Jahre 2012
massgeblichen gebührenden Bedarf von rund CHF 9'200.00 inkl. Steuern
(act. 216 S. 52 - 67). Sie stützte sich dabei wie gesehen in Anwendung der einstu-
- 45 -
figen, konkreten Methode im Wesentlichen auf die von der Berufungsklägerin de-
taillierten Aufstellungen mit Belegen, welche diese in der Klagebegründung ein-
gebracht hatte (act. 57 S. 33 ff. und act. 59/14-15). Der Berufungsbeklagte habe
sich dazu sowohl in der Klageantwort wie auch in der Duplik nur rudimentär ge-
äussert, die einzelnen Vorbringen nicht substantiiert bestritten und sich mit den
hunderten von Einzelpositionen nicht auseinandergesetzt, sondern den Bedarf
aufgrund einer eigenen Berechnung mit CHF 6'118.00 beziffert (vgl. act. 68
S. 59). Ausserdem habe er geltend gemacht, dass nicht vom gebührenden Bedarf
ausgegangen werden könne, da die Berufungsklägerin die Kosten absichtlich
hoch gehalten habe und diese mit dem Einkommen nicht mehr gedeckt werden
könnten (act. 216 S. 50/51). Nach Prüfung der einzelnen, eingereichten Belege
sowie der Pauschalierung einzelner Positionen kam die Vorinstanz zum Schluss,
der gebührende Bedarf der Berufungsklägerin liege nicht bei CHF 18'715.00 wie
von ihr geltend gemacht, sondern bei CHF 9'200.00 pro Monat.
9.2 Die Berufungsklägerin rügt in ihrer Berufung die von der Vorinstanz vorge-
nommenen Kürzungen im allgemeinen, beschränkt sich aber darauf, die Positio-
nen Mobilität, Vorsorgeunterhalt und Altersvorsorge konkret anzufechten (act. 212
S. 14 ff.). Hierauf wird noch einzugehen sein.
9.3.1 Der Berufungsbeklagte macht in der Berufungsantwort zunächst erneut
geltend, der Bedarf sei von der Berufungsklägerin manipuliert worden. Er nimmt –
neu – im Einzelnen Bezug auf die von der Berufungsklägerin eingereichten Bele-
ge und hält die von ihr geltend gemachten Kosten für um mindestens
CHF 4'780.00 pro Monat zu hoch (act. 236 S. 8/9). Unklar bleibt, was er daraus
ableiten will, hat doch die Vorinstanz den Bedarf der Berufungsklägerin um we-
sentlich mehr als CHF 4'780.00 pro Monat gekürzt. Es kann damit offen bleiben,
ob die in diesem Zusammenhang erfolgten Behauptungen in der Berufungsant-
wort noch zulässig sind oder nicht.
9.3.2 In der Anschlussberufung bestreitet der Berufungsbeklagte insbesondere
den Vorwurf, sich vor Vorinstanz nicht substantiiert mit dem Bedarf der Beru-
fungsklägerin auseinandergesetzt zu haben. Er verweist auf seine Vorbringen in
der Klageantwort und der Duplik (act. 68 und act. 110) sowie seine eigenen Zu-
- 46 -
sammenstellungen, insbesondere act. 112/10 und 112/34. Er bestreitet indes
nicht, dass die von der Berufungsklägerin zusammengetragenen Ausgaben ge-
mäss act. 59/15 tatsächlich getätigt wurden. Diese Ausgaben hätten indes nicht
dem gebührenden Bedarf entsprochen, sondern seien eben manipuliert bzw.
überhöht. In der vorinstanzlichen Duplik hatte der Berufungsbeklagte geltend ge-
macht, dass sich die Berufungsklägerin einen Lebensstandard von monatlich
CHF 20'000.00 nur aufgrund der Boni habe leisten können, welche nun gänzlich
entfallen seien (act. 110 S. 102). Der monatliche Bedarf der ganzen Familie hat
nach der Darstellung des Berufungsbeklagten im Jahr 2012 CHF 21'309.00 be-
tragen (act. 237 S. 66 mit Verweis auf act. 112/34), wobei 25% zu hoch ausge-
wiesen seien (richtig sei CHF 15'982.00). Nach der von der Berufungsklägerin vor
Vorinstanz angenommenen Aufteilung entfielen davon je 40% auf die Parteien
und 20% auf C._, der gebührende Bedarf betrage demnach CHF 6'393.00
(act. 237 S. 66). Die Berufungsklägerin hält diese Behauptung für neu und unzu-
lässig (act. 248 S. 34).
Vorab ist hiezu festzuhalten, dass der Berufungsbeklagte zwar vor Vorinstanz den
aus seiner Sicht überhöhten Bedarf der Berufungsklägerin wortreich und wieder-
holt bestritten hat. Ebenso hat er – worauf er in der Anschlussberufung verweist –
dargestellt, von welchem Bedarf aus seiner Sicht auszugehen ist (act. 68 S. 59 -
63 und act. 110 S. 79). Die Vorinstanz hat indes zu Recht festgestellt, dass eine
Auseinandersetzung mit den zahlreichen von der Berufungsklägerin eingereichten
Belegen nicht erfolgt ist. Eine solche erfolgte entgegen seiner Darstellung auch in
der Duplik nicht (act. 110 S. 18 - 25), beziehen sich doch seine dortigen Ausfüh-
rungen nicht auf das Jahr 2012, sondern auf den Zeitraum zwischen der Tren-
nung (26. April 2013) der Parteien und dem 24. Juni 2015. Für das Jahr 2012 liegt
einzig die Aufstellung gemäss act. 112/34 im Recht mit den vom Berufungsbe-
klagten behaupteten Kosten für die ganze Familie. In der Anschlussberufung
rechnet der Berufungsbeklagte den Bedarf neu (act. 237 S. 66, vgl. auch act. 236
S. 10), ohne darzutun, weshalb dies – insbesondere aufgrund seiner in der vor-
instanzlichen Duplik eingereichten Beilage act. 112/34 – nicht bereits vor Vor-
instanz hätte erfolgen können. Es kann hierauf heute nicht mehr eingegangen
werden (Art. 317 ZPO). Anzumerken ist sodann, dass die Berufungsklägerin vor
- 47 -
Vorinstanz entgegen der Darstellung des Berufungsbeklagten nicht von einer Be-
darfsaufteilung von je 40% für die Parteien und 20% für C._ ausgegangen
ist, sondern die Berufungsklägerin diese Aufteilung am zitierten Ort auf die Über-
schussverteilung bezieht (vgl. act. 237 S. 66 und act. 192 Ziff. 13).
9.3.3 Zu den einzelnen Positionen des Bedarfs ist was folgt festzuhalten.
9.3.3.1 Die Vorinstanz begründete die Berücksichtigung eines "erweiterten
Grundbetrags" im Einzelnen gestützt auf die von der Berufungsklägerin einge-
reichten Belege (act. 216 S. 53 - 55). Dem setzt der Berufungsbeklagte einzig den
Einwand entgegen, das werde bestritten, es gelte der normale Grundbetrag
(act. 237 S. 68). Dies genügt für eine hinreichende Beanstandung nicht. Es bleibt
daher beim Betrag von CHF 1'776.00.
9.3.3.2 Die Vorinstanz rechnete der Berufungsklägerin Wohnkosten von monat-
lich CHF 2'500.00 an (act. 216 S. 56). Davon geht auch der Berufungsbeklagte
aus (act. 237 S. 68/69).
9.3.3.3 Als Mobilitätskosten rechnete die Vorinstanz für die Berufungsklägerin
CHF 600.00 pro Monat ein (act. 216 S. 57). Die Berufungsklägerin beanstandet,
dass ihr bei den gewährten Autokosten keine solchen für die Amortisation zugebil-
ligt wurden und verlangt unter diesem Titel weitere CHF 700.00 (act. 212 S. 15).
Der Berufungsbeklagte will im Bedarf der Berufungsklägerin den gleichen Betrag
von CHF 200.00 berücksichtigt haben, welcher ihm für die Mobilität zugesprochen
wurde (act. 237 S. 69). Die Vorinstanz lehnte die Berücksichtigung der geltend
gemachten Amortisation der Sache nach ab, weil sie sie nicht für ausgewiesen
hielt. Das ist nicht zu beanstanden. Hinzu kommt, dass die Bedarfspositionen die
laufenden Kosten zu berücksichtigen haben, nicht aber die Amortisation (vgl. da-
zu BGE 140 III 337ff. E. 5.1 und 5.2). Indes ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz für die Bestimmung des gebührenden Bedarfs im Jahr 2012 die beleg-
ten Autokosten von monatlich CHF 600.00 berücksichtigte.
9.3.3.4 Für Ferien setzte die Vorinstanz für die Berufungsklägerin einen Betrag
von monatlich CHF 850.00 ein; dies gestützt auf die von der Berufungsklägerin
- 48 -
hiezu eingereichten Belege (act. 216 S. 57-59). Der Berufungsbeklagte macht gel-
tend, es seien für die Klägerin mit C._ lediglich CHF 675.00 zu berücksichti-
gen (act. 237 S. 70); dies gestützt auf seine Zusammenstellung (act. 112/34) und
unter Berücksichtigung eines Abzuges von 25% (act. 237 S. 70). Die Berufungs-
klägerin hält das Vorbringen für neu und unzulässig (act. 248 S. 36). Dies trifft zu.
Es bleibt bei den vorinstanzlich berücksichtigten CHF 850.00.
9.3.3.5 Als zusätzliche Gesundheitskosten berücksichtigte die Vorinstanz neben
den Krankenkassenkosten von monatlich CHF 803.00 weitere CHF 106.00 pro
Monat (act. 216 S. 59 - 61). Dem setzt der Berufungsbeklagte in der Anschlussbe-
rufung entgegen, es seien nur CHF 100.00 wie bei ihm zu berücksichtigen und
sodann nicht von den aktualisierten Krankenkassenkosten auszugehen (act. 237
S. 70). Die Berufungsklägerin widerspricht dem (act. 248 S. 37). Da es um die Er-
mittlung des gebührenden Bedarfs für das Jahr 2012 geht, ist in diesem Zusam-
menhang eine Aktualisierung der Krankenkassenprämie nicht notwendig. Ebenso
wenig bedarf es einer Gleichstellung mit den dem Berufungsbeklagten zugebillig-
ten weiteren Gesundheitskosten im Rahmen der Unterhaltsberechnung.
9.3.3.6 Die Vorinstanz hat der Berufungsklägerin für diverse Anschaffungen im
gebührenden Bedarf im Jahr 2012 einen Betrag von CHF 200.00 zugestanden;
dies gestützt auf drei einzelne Zahlungsbelege (act. 59/15/7/1-3). Der Berufungs-
beklagte bestreitet die Position als Ganzes und macht geltend, es seien jedenfalls
die unbelegten Kosten von monatlich CHF 100.00 in Abzug zu bringen (act. 236
S. 9 und act. 237 S. 69/70). Die Berufungsklägerin verweist auf die Vorinstanz
(act. 248 S. 37). Da die Vorinstanz von den geltend gemachten Ausgaben für di-
verse Anschaffungen die nicht belegten Ausgaben gar nicht berücksichtigt hat,
mithin nur CHF 200.00 statt der behaupteten CHF 470.00 in den Bedarf einge-
rechnet, ist dem Einwand des Berufungsbeklagten Rechnung getragen und der
Entscheid der Vorinstanz insoweit nicht zu beanstanden.
9.3.3.7 Für Hobbies berücksichtigte die Vorinstanz gestützt auf eingereichte
Zahlungsbelege (act. 59/15/10/1 - 5) monatlich CHF 450.00 (act. 216 S. 62), der
Berufungsbeklagte behauptet monatliche Ausgaben von CHF 420.00 für die gan-
ze Familie und will der Berufungsklägerin CHF 125.00 zugestehen (act. 237
- 49 -
S. 71). Die Berufungsklägerin weist die Darstellung des Berufungsbeklagten als
neu und unzulässig zurück, zumal der Hinweis auf die Beilage (act. 112/34) vor
Vorinstanz nicht genüge; im Übrigen seien die Ausgaben belegt (act. 248 S. 37).
Der Einwand der Berufungsklägerin trifft zu. Die mit der Anschlussberufungsant-
wort erstmals erfolgte Bestreitung der Einzelposition ist verspätet und der Hinweis
auf die Duplikbeilage vor Vorinstanz vermochte eine hinreichende Bestreitung in
der Rechtsschrift selbst nicht zu ersetzen. Der Einwand ist daher nicht zu berück-
sichtigen und es bleibt bei den CHF 450.00, welche im gebührenden Bedarf der
Berufungsklägerin im Jahr 2012 zu berücksichtigen sind. Gleiches gilt für die Ein-
wände gegenüber den CHF 400.00 pro Monat, welche die Vorinstanz für eine
Reinigungsfrau berücksichtigte, die Kommunikationskosten von CHF 170.00, die
Versicherungen (CHF 120.00) sowie für diverse Mitgliedschaften und Zeitungen
(CHF 73.00) (act. 216 S. 63 - 65; act. 237 S. 71/72 und act. 248 S. 38/39). Mit
Bezug auf die Billag ist entgegen der Auffassung des Berufungsbeklagten
(act 237 S. 72) im Bedarf für das Jahr 2012 nicht vom aktualisierten Betrag aus-
zugehen.
9.3.3.8 Die Vorinstanz lehnte es ab, im gebührenden Bedarf der Berufungskläge-
rin wie von dieser verlangt einen Betrag von CHF 500.00 für die Altersvorsorge
(Säule 3a) einzurechnen (act. 216 S. 66). Hiegegen wendet sich die Berufungs-
klägerin in ihrer Berufung. Sie macht geltend, sie habe vor und während der Ehe
bis zur Aufgabe ihrer Erwerbstätigkeit Beiträge in eine Säule 3a bezahlt, weshalb
der Betrag zum gebührenden Bedarf gehöre (act. 212 S. 16 und act. 248 S. 40).
Demgegenüber macht der Berufungsbeklagte geltend, Beiträge in die 3. Säule
gehörten nicht in den Bedarf und die Berufungsklägerin habe nach Aufgabe ihrer
Erwerbstätigkeit vollumfänglich an den Einzahlungen des Berufungsbeklagten in
die 2. und 3. Säule partizipiert (act. 236 S. 10).
Auch nach Darstellung der Berufungsklägerin leistete diese nach Aufgabe der Er-
werbstätigkeit keine Beiträge mehr in die 3. Säule. Dies war insbesondere auch
im Jahr 2012 nicht der Fall, welches Jahr im vorliegenden Zusammenhang mass-
geblich ist. Bereits aus diesem Grund muss die Berücksichtigung eines Beitrages
daher entfallen.
- 50 -
9.3.3.9 Die Vorinstanz lehnte es ebenso ab, im gebührenden Bedarf der Beru-
fungsklägerin einen Vorsorgeausgleichsbetrag zu berücksichtigen. Dies mit Rück-
sicht auf das ihr anzurechnende Einkommen, das es ihr zusammen mit der AHV-
Rente auch im Rentenalter ermögliche, ihren gebührenden Bedarf zu decken
(act. 216 S. 65/66). Dem hält die Berufungsklägerin in der Berufung entgegen, die
Vorinstanz gehe von einem zu hohen Einkommen aus. Sie errechnet eine Vor-
sorgelücke und beantragt einen Vorsorgeausgleich von monatlich CHF 2'852.00
bis 30. Juni 2020 und CHF 2'361.00 ab 1. Juli 2020. Zusammen mit einem erhöh-
ten Steuerbetrag kommt sie auf einen gebührenden Bedarf von CHF 14'636.00
pro Monat bis 30. Juni 2020 und CHF 14'145.00 ab 1. Juli 2020 (act. 212 S. 17 -
20). Der Berufungsbeklagte geht davon aus, dass der Berufungsklägerin keine
Vorsorgelücke entstehe (act. 236 S. 11/12). Sodann macht er in der Anschlussbe-
rufung geltend, es sei überdies die Anwartschaft der Berufungsklägerin nicht be-
rücksichtigt worden; sie werde im Alter problemlos über die Runden kommen
(act. 237 S. 72). Letzteres Vorbringen des Berufungsbeklagten bezeichnet die Be-
rufungsklägerin als falsch, verspätet und unzulässig (act. 248 S. 39/40).
Wie nachstehend darzustellen ist, ist der Berufungsklägerin ab Juli 2019 ein er-
höhtes fiktives Einkommen anzurechnen. Auch wenn dieses gegenüber dem vor-
instanzlichen Urteil etwas niedriger ist, kann – wie in der vorinstanzlichen Berech-
nung (act. 216 S. 66) – mit einem jährlichen Pensionskassenkapital in der Höhe
von rund CHF 15'000.00 gerechnet werden, das sich die Berufungsklägerin an-
sparen kann. Zusammen mit der AHV-Rente sowie dem geschätzten Vermögens-
ertrag sowie insbesondere unter Berücksichtigung des angesparten Alterskapitals
von über CHF 1'350'000.00, über welches die Berufungsklägerin nach dem Vor-
sorgeausgleich verfügt, wird sie daher über genügend Mittel verfügen, um ihren
Bedarf zu decken. Die Berufungsklägerin errechnet in der Berufungsbegründung
die monatlichen Fehlbeträge bei der AHV- und BVG-Rente (act. 212 S. 17 - 19),
geht dabei von einem tiefen monatlichen Einkommen aus und lässt das angespar-
te Alterskapital ausser Acht. Bei dem höheren, der Berufungsklägerin anrechen-
baren Einkommen sowie unter Berücksichtigung des oberwähnten angesparten
Alterskapitals ist aber davon auszugehen, dass sich kein Fehlbetrag mehr ergibt.
Damit entfällt auch ein Anspruch auf Vorsorgeunterhalt.
- 51 -
9.3.3.10 Bleibt es nach dem Gesagten bei dem von der Vorinstanz ermittelten
Bedarf, dann erweist sich auch der von ihr berücksichtigte Steuerbetrag als ge-
rechtfertigt (act. 216 S. 67) und es bleibt insgesamt für das Jahr 2012 bei einem
gebührenden Bedarf der Berufungsklägerin von gerundet CHF 9'200.00.
10. Einkommen der Parteien – vorinstanzlicher Entscheid und  im Berufungsverfahren
10.1.Die Vorinstanz rechnete der Berufungsklägerin im angefochtenen Entscheid
ein Einkommen von monatlich netto CHF 2'000.00 bis Ende Juni 2019 und ab
dann ein solches von monatlich netto CHF 6'350.00 an. Anknüpfend an die Ver-
fügung vom 14. November 2016 betreffend vorsorgliche Massnahmen (act. 81),
welcher Entscheid mit Urteil der Kammer vom 5. Mai 2017 bestätigt worden war
(act. 91) was unangefochten blieb, ging die Vorinstanz davon aus, es sei der Be-
rufungsklägerin ab dem 1. Juni 2017 eine Teilzeiterwerbstätigkeit zuzumuten, wel-
che ab 1. Juli 2019 auf einen Umfang von 70 - 80% auszudehnen sei. Die Vor-
instanz setzte sich dabei detailliert mit der diesbezüglichen bundesgerichtlichen
Rechtsprechung auseinander und berücksichtigte die konkreten Umstände im zu
beurteilenden Fall umfassend. Insbesondere berücksichtigte sie die notorische
Schwierigkeit der Integration von ArbeitnehmerInnen über 50 Jahre in den Ar-
beitsmarkt, indes auch das hohe Ausbildungsniveau der Berufungsklägerin, deren
Berufserfahrung auf hohem beruflichen Niveau bis zum Lebensalter 43 und die
(bis zur Trennung) relativ kurze Absenz vom Arbeitsmarkt wie auch die Stellensi-
tuation auf dem Finanzplatz Zürich sowie weitere Umstände. Es kann darauf ver-
wiesen werden (act. 216 S. 70 - 80).
Die Berufungsklägerin bestreitet in der Berufungsbegründung die vorinstanzlichen
Annahmen sowie auch die Feststellung im angefochtenen Entscheid, dass sie
sich ungenügend um eine Arbeitsstelle bemüht habe. Sie weist darauf hin, dass
sie nun per 1. September 2018 eine 50%-Stelle angetreten habe und sie damit
ein Einkommen von brutto CHF 2'200.00 oder netto CHF 2'000.00 pro Monat er-
ziele. Die Berechnungen des Vorderrichters seien damit obsolet geworden, ba-
- 52 -
sierten überdies auf statistischen Angaben und hätten mit der Realität nichts zu
tun. Die Übergangsfrist für die Anrechnung eines höheren Einkommens sei bis
Ende Juni 2020 zu gewähren, das höhere Einkommen sei sodann von der Vor-
instanz falsch berechnet und zu hoch; es sei auf maximal CHF 4'000.00 netto an-
zusetzen (act. 212 S. 20 - 24).
Der Berufungsbeklagte kritisiert in der Berufungsantwort die Berufungsklägerin
dahingehend, dass diese ihr Potential bei Weitem nicht ausschöpfe; das von ihr
erzielte Einkommen entspreche jenem einer ungelernten Hilfskraft und sei nicht
zu berücksichtigen. Ebenso sei die Übergangsfrist nicht zu verlängern. Die Be-
rechnung der Vorinstanz sei zutreffend und ein Bonus in der Bankbranche bei gu-
ter Leistung zu berücksichtigen (act. 236 S. 12 - 15). In der Anschlussberufungs-
begründung weist der Berufungsbeklagte auf die Eigenversorgungspflicht hin,
welche für beide Parteien gleichermassen gelte. Unter Hinweis auf die neueste
bundesgerichtliche Praxis zur Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit und weiterer
Kommentierung zu den massgeblichen Kriterien kommt er zum Schluss, dass bei
beiden Parteien nahezu identische Voraussetzungen vorlägen, weshalb es kor-
rekt wäre, der Berufungsklägerin 80% des ihm angerechneten hypothetischen
Einkommens anzurechnen. Aufgrund einer neuen Berechnung für sich und die
Berufungsklägerin mit gleichen Parametern geht er für die Berufungsklägerin von
einem hypothetischen Einkommen von CHF 4'850.00 netto bei 80% aus und von
CHF 6'736.00 netto für sich (act. 237 S. 79). Seiner eigenen Berechnung legt er
sodann als Variante die tatsächlich erzielten Einkommen der Parteien zugrunde
(vgl. act. 237 S. 88 f.).
In der Anschlussberufungsantwort verweist die Berufungsklägerin auf ihre eigene
Berufung und weist die Vorbringen des Berufungsbeklagten als teilweise neu und
unzulässig oder unzutreffend zurück (act. 248 S. 41 - 43).
10.2 Dem Berufungsbeklagten rechnete die Vorinstanz ein hypothetisches Ein-
kommen an. Sie erwog, dass sich das monatliche Einkommen des Berufungsbe-
klagten inklusive Bonus in den letzten Jahren des Zusammenlebens kontinuierlich
von CHF 32'800.00 im Jahr 2010 auf CHF 24'600.00 reduziert habe. Im Arbeits-
vertrag vom 20. Januar 2016 habe der Berufungsbeklagte mit der J._ AG
- 53 -
vereinbart, dass das Jahresgehalt unter Einhaltung des Sozialplanes ab 1. August
2016 CHF 175'000.00 betrage. Gestützt darauf sei ihm im Rahmen der vorsorgli-
chen Massnahmen im Entscheid vom 14. November 2016 ein monatliches Ein-
kommen von CHF 12'000.00 angerechnet worden. Diese Stelle wurde dem Beru-
fungsbeklagten restrukturierungsbedingt per Ende November 2017 gekündigt
(act. 132/1, insbesondere S. 2 Ziff. 13). Seither ist der Berufungsbeklagte selb-
ständig erwerbstätig. Die Vorinstanz rechnete ihm ein hypothetisches Einkommen
als Angestellter an und bezifferte dieses auf netto CHF 9'600.00 im Monat
(act. 216 S. 82 - 84).
Die Berufungsklägerin rügt in der Berufungsbegründung, die Vorinstanz messe
bei der Bestimmung des anrechenbaren hypothetischen Einkommens bei den
Parteien nicht mit den gleichen Ellen, der Medianlohn für den Berufungsbeklagten
liege bei CHF 16'564.00. Sie lehnt es ab, ihm aufgrund des mehrfachen Stellen-
verlustes ein tieferes Einkommen anzurechnen und macht geltend, angesichts der
neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach der absichtliche Verlust
der Stelle keinen Rechtsschutz verdiene, sei weiterhin – wie im vorsorglichen
Massnahmeverfahren – für die Berechnung der Unterhaltspflicht vom Mindestein-
kommen von CHF 12'000.00 netto pro Monat auszugehen (act. 212 S. 24 - 26).
Der Berufungsbeklagte wehrt sich in der Berufungsantwort gegen den Vorwurf der
absichtlichen Einkommensreduktion und schildert (erneut) ausführlich seine beruf-
lichen Werdegang seit 2010. Er sei nach zwölf Umstrukturierungen zwischen
2008 und 2017, bei denen er drei Mal die Stelle verloren habe, nun seit über zwei
Jahren selbständig erwerbend, arbeite sieben Tage die Woche und tue alles in
seiner Macht stehende und schöpfe seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aus.
Es treffe nicht zu, dass ihm die Vorinstanz ein zu tiefes Einkommen angerechnet
habe (act. 236 S. 15 -21). In der Anschlussberufung bestreitet der Berufungsbe-
klagte, dass er als selbständig Erwerbender je ein Einkommen von netto
CHF 9'600.00 erzielen werde. Er tue längst alles in seiner Macht stehende - mehr
gehe nicht (act 237 S 81/82 und S. 86). Wo die reale Möglichkeit einer Einkom-
menssteigerung fehle, müsse eine solche ausser Betracht fehlen, die Vermögens-
verschiebung verletze die bundesgerichtliche Rechtsprechung. Für die Unter-
- 54 -
haltsberechnung rechnet der Berufungsbeklagte mit fiktiven Einkommen für beide
Parteien oder als Variante mit den tatsächlich erzielten (act. 237 S. 88 ff.).
Die Berufungsklägerin verweist in der Anschlussberufungsantwort (act. 248
S. 43 ff.) im Wesentlichen auf ihre eigenen Vorbringen in der Berufung und macht
geltend, der Berufungsbeklagte habe 2017 genügend Zeit gehabt, eine neue An-
stellung zu suchen oder sich allenfalls um Arbeitslosentaggelder zu bemühen.
11. Anrechenbare Einkommen der Parteien
11.1 Die Kammer hat sich im Urteil vom 5. Mai 2017 im Rahmen des Berufungs-
verfahrens gegen einen Entscheid des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster
vom 14. November 2016 betreffend vorsorgliche Massnahmen ausführlich mit der
Zumutbarkeit und der tatsächlichen Möglichkeit einer Erwerbsaufnahme der Beru-
fungsklägerin auseinandergesetzt (act. 91 S. 17 ff.). Der Entscheid blieb unange-
fochten. Die Vorinstanz hat hierauf verwiesen (act. 216 S. 73). Die Wiederaufnah-
me der Erwerbstätigkeit hat nunmehr auch tatsächlich stattgefunden. Zutreffend
hat die Vorinstanz auch die Zumutbarkeit der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit
der Berufungsklägerin bejaht, die Berufungsklägerin setzt dem in der Berufungs-
begründung denn auch nichts entgegen. Streitig blieb vielmehr die Höhe des an-
rechenbaren Einkommens sowie die Übergangsfrist. Letztere will die Berufungs-
klägerin für die Anrechnung eines erhöhten Einkommens um ein Jahr verlängert
haben. Dem kann angesichts des Umstandes, dass der Berufungsklägerin bereits
im Rahmen des Eheschutzverfahren klar gemacht wurde, dass sie jedenfalls im
Scheidungsverfahren sich um die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit bemüht
sein müsse, nicht gefolgt werden.
Hinsichtlich der Höhe des Einkommens weist die Berufungsklägerin zwar darauf
hin, dass die Berechnungen der Vorinstanz an der Realität vorbeigingen. Sie be-
hauptet indes nicht explizit, dass eine Erhöhung auf ein nach Massgabe der Me-
dian-Bruttolöhne gemäss Salarium erhöhtes Einkommen nicht möglich sei. Mit
den entsprechenden, detaillierten Ausführungen im angefochtenen Entscheid
(act. 216 S. 76 ff.) setzt sie sich nicht auseinander. Damit ist die tatsächliche Mög-
lichkeit, ein solches Einkommen erzielen zu können, nicht hinreichend begründet
- 55 -
angefochten und es ist weiterhin davon auszugehen. Der Umstand, dass die Be-
rufungsklägerin derzeit tatsächlich ein wesentlich tieferes Einkommen erzielt, än-
dert hieran nichts, weil es darauf nicht ankommen kann. Massgebend ist vielmehr
das Einkommen, welches zu erreichen ihr zumutbar ist und tatsächlich möglich
erscheint.
Soweit die Berufungsklägerin geltend macht, das von der Vorinstanz gestützt auf
den individuellen Lohnrechner angenommene Einkommen sei zu hoch (act. 212
S. 22), ist zunächst festzuhalten, dass es sich bei den Werten um eine Lohn-
schätzung handelt, wobei es bereits bei den Eingaben einen gewissen Ermes-
sensspielraum gibt. Die Eingaben der Vorinstanz als solche (vgl. act. 198b) sind
jedenfalls vertretbar, hingegen ist – wie dies auch der Berufungsbeklagte in seiner
Berechnung tut (act. 237 S. 79) – die Berechnung gestützt auf den aktuellen
Rechner gemäss Salarium - individueller Lohnrechner 2016 (und nicht 2014) vor-
zunehmen, welcher bei den identischen Vorgaben (Schweizerin/Region Zü-
rich/Finanzdienstleistungen / ohne Kaderfunktion / 32 Wochenstunden / UNI / Al-
ter 56 / 10 Dienstjahre / Unternehmensgrösse über 50 / 12 Monatslohn / mit Son-
derzulagen) einen Zentralwert von CHF 7'944.00 und einen (um 25%) reduzierten
Wert von brutto CHF 6'963.00 ergibt sowie einen anrechenbaren Nettolohn von
gerundet CHF 5'900.00 pro Monat. Dieser Nettolohn ist der Berufungsklägerin ab 1. Juli 2019 anzurechnen.
11.2 Beim Berufungsbeklagten ist die Vorinstanz ebenfalls weiterhin von einem
fiktiven Nettoeinkommen ausgegangen. Sie erwog, es sei zwar nicht davon aus-
zugehen, dass er wieder ein Nettoeinkommen von monatlich CHF 20'000.00 er-
reichen könne. Es sei wie auch bei der Berufungsklägerin davon auszugehen,
dass er bei einem neuen Anstellungsverhältnis eine Einkommenseinbusse erlei-
de. Er habe indes nicht vorgebracht, sich zwischen Februar und November 2017
erfolglos beworben zu haben; dementsprechend sei ihm ein hypothetisches Ein-
kommen anzurechnen, welches er als Angestellter in der Finanzbranche erzielen
könnte. Dieses bezifferte die Vorinstanz auf netto CHF 9'600.00 pro Monat, wie-
derum gestützt auf den Lohnrechner Salarium 2014 (act. 216 S. 83/84 und
act. 198c).
- 56 -
Der Berufungsbeklagte stellt im Berufungsverfahren nicht in Abrede, sich nach
der Kündigung per November 2017 nicht um eine weitere Anstellung bemüht zu
haben. Er macht vielmehr geltend, sich für die Selbstständigkeit entschieden zu
haben (z.B. act. 236 S. 19). Damit ist weder behauptet noch dargetan, dass die
Wiedererlangung eines höheren als das nunmehr tatsächlich erzielte Einkommen
nicht möglich wäre. Nach der von ihm erwähnten Rechtsprechung des Bundesge-
richts (BGer 5A_297/2016 vom 2. Mai 2017 = BGE 141 III 233) ist zwar bei der
Bemessung des Unterhaltsbeitrages grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Ein-
kommen des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses allerdings nicht
ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches
Einkommen angerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und mög-
lich ist (BGE 141 III 233 E. 3.2; BGE 137 III 118 E. 2.3). Eben diese Vorausset-
zungen sind nach dem Gesagten erfüllt, weshalb das Vorgehen der Vorinstanz
nicht zu beanstanden ist. Die Frage der Böswilligkeit der Einkommensreduktion
stellt sich im vorliegenden Verfahren nicht.
Bei der Bestimmung des anrechenbaren Einkommens rechtfertigt es sich, im We-
sentlichen die gleichen Parameter anzuwenden wie bei der Berufungsklägerin.
Dies anerkennt im Grundsatz auch der Berufungsbeklagte (act. 236 S. 19/20 und
act. 237 S. 79). Abzuweichen ist einzig mit Bezug auf das Alter sowie die Berufs-
erfahrung. Aufgrund der auch beim Berufungsbeklagten anzunehmenden er-
schwerten Voraussetzungen (dreimalige Kündigung, Alter) rechtfertigt sich auch
bei ihm vom Bruttowert minus 25% auszugehen, mithin von einem Bruttolohn von
CHF 9'918.00. Es resultiert ein anrechenbarer fiktiver Nettolohn von gerundet
CHF 8'300.00 pro Monat (vgl. https://www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public /index.html#/calculation?; zuletzt besucht am 3. September 2019).
11.3 Für die Deckung des gesamten Bedarfs ist somit bis zum 30. Juni 2019 von
einem Gesamt-Nettoeinkommen von CHF 10'550.00 pro Monat (CHF 8'300.00 +
CHF 2'000.00 + CHF 250.00 Familienzulage) auszugehen, ab Juli 2019 von
CHF 14'450.00 (CHF 8'300.00 + CHF 5'900.00 + CHF 250.00). Auf dieser Basis
hat die Unterhaltsberechnung zu erfolgen.
- 57 -
12. Familienrechtlicher Bedarf der Parteien und von C._
12.1 Die Vorinstanz berechnete die Bedarfspositionen der Parteien und von
C._ aufgrund der gegenüber 2012 eingeschränkten finanziellen Möglichkei-
ten neu. Beide Parteien folgen dem in der Berufung im Grundsatz (act. 212
S. 26ff., act. 237 S. 82ff.). Beide gehen sodann wie die Vorinstanz von den zwei
Phasen aus, welche vom anrechenbaren Einkommen der Berufungsklägerin ab-
hängen. In den nachstehenden Erwägungen werden diese zwei Phasen wiede-
rum abgebildet. Die Festsetzung der Unterhaltsverpflichtung im Berufungsent-
scheid basiert auf den Zahlen für die zweite Phase, weil die erste Phase bereits
verstrichen ist. Bis zum Urteil laufen hingegen die Verpflichtungen gemäss der
vorsorglichen Massnahmeregelung. Auf die Differenzen der Parteien bei den ein-
zelnen Bedarfspositionen ist nachstehend soweit notwendig einzugehen.
12.2 Bedarf des Berufungsbeklagten
12.2.1 Im Berufungsverfahren strittig ist insbesondere die Anrechnung des
Grundbetrages. Die Vorinstanz rechnete dem Berufungsbeklagten den Grundbe-
trag einer alleinstehenden Person an mit der Begründung, dass kein gefestigtes
Konkubinat vorliege nachdem der Berufungsbeklagte per 1. September 2017 zu
seiner neuen Lebenspartnerin gezogen sei (act. 216 S. 84/85). Beide Parteien
verweisen für ihre jeweils gegenteiligen Standpunkte auf BGE 130 III 765 ff. Dort
hält das Bundesgericht in E. 2.4 fest, es sei in wirtschaftlicher Hinsicht nicht zu
übersehen, dass für zwei erwachsene Personen, die in einer Hausgemeinschaft
von Dauer leben, für die im Grundbetrag enthaltenen Positionen (Nahrung, Hygi-
eneartikel, etc.) Kosten entstehen, die mit denjenigen eines Ehepaares in Haus-
gemeinschaft vergleichbar seien. Das Bundesgericht knüpft für die Heranziehung
des hälftigen Ehepaar-Grundbetrages damit wesentlich an die Dauer an, welche
vorliegend nicht erreicht ist. Der Entscheid der Vorinstanz ist damit nicht zu bean-
standen.
12.2.2 Im Bedarf anzupassen sind die ausgewiesenen (act. 238/15) aktualisier-
ten Krankenkassenkosten von neu CHF 272.00. Im Übrigen sind die Bedarfsposi-
tionen mit Ausnahme des Steuerbetrages im Berufungsverfahren nicht angefoch-
- 58 -
ten. Dass der Steuerbetrag reduziert werden soll, wird von der Berufungsklägerin
nicht hinreichend begründet.
12.2.3 Für die Phase II, das heisst ab 1. Juli 2019, gehen beide Parteien im Be-
rufungsverfahren von zusätzlichen Positionen aus, wie sie die Vorinstanz ange-
nommen hat. Eine Anpassung hat einzig mit Bezug auf die Krankenkassenkosten
zu erfolgen; dies aufgrund der per 2019 aktualisierten und ausgewiesenen Kosten
(act. 238/15). Dies führt zu folgendem Bedarf des Berufungsbeklagten:
Berufungsbeklagter bis 30. Juni 2019
(Phase I)
ab 1. Juli 2019
(Phase II)
Grundbetrag 1'200.00 1'200.00
Wohnkosten hypothetisch
(inkl. Nebenkosten)
2'500.00 2'500.00
Krankenkasse (KVG)
Krankenkasse (VVG)
272.00 272.00
235.00
Gesundheitskosten 100.00 100.00
Kommunikationskosten 100.00 100.00
Billag 40.00 40.00
Hausrat-
/Haftpflichtversicherung
30.00 30.00
Auswärtige Verpflegung 100.00 100.00
Mobilitätskosten 200.00 200.00
Steuern 569.00 646.00
Rückstellung Ferien 800.00
Total 5'111.00 6'223.00
- 59 -
12.3 Berufungsklägerin
12.3.1 Für die Berufungsklägerin errechnete die Vorinstanz einen familienrechtli-
chen Notbedarf für die Phase I von CHF 5'373.00 (act 216 S. 89), welchen die
Berufungsklägerin in der Berufung um den aktualisierten Krankenkassenbetrag
(act. 213/3A) verändert haben will. Des weiteren verlangt sie einen um ca.
CHF 150.00 erhöhten Steuerbetrag. Für die Phase II errechnet sie einen Bedarf
von CHF 7'344.00 (act. 212 S. 27). Der Berufungsbeklagte bestreitet einzig die
Berücksichtigung eines Betrages für auswärtige Verpflegung, weil die Berufungs-
klägerin von zuhause aus arbeite (act. 237 S. 83). Dem ist entgegenzuhalten,
dass es sich bei dem Einkommen der Berufungsklägerin um ein fiktives handelt,
weshalb es sich rechtfertigt, wie beim Berufungsbeklagten Kosten für auswärtige
Verpflegung zu berücksichtigen. Diese sind indes für die Phase II wie beim Beru-
fungsbeklagten bei CHF 100.00 zu belassen
12.3.2 Dies führt zu folgendem Bedarf der Berufungsklägerin:
Berufungsklägerin: bis 30. Juni 2019
(Phase I)
ab 1. Juli 2019
(Phase II)
Grundbetrag 1'350.00 1'350.00
Wohnkosten hypothetisch
(inkl. Nebenkosten)
2'500.00 2'500.00
Krankenkasse (KVG)
Krankenkasse (VVG)
443.00 443.00
404.00
Gesundheitskosten 100.00 100.00
Kommunikationskosten 100.00 100.00
Billag 40.00 40.00
Hausrat-
/Haftpflichtversicherung
33.00 33.00
- 60 -
Auswärtige Verpflegung 100.00 100.00
Mobilitätskosten 170.00 170.00
Steuern 550.00 925.00
Rückstellung Ferien 800.00
Total 5'386.00 6'965.00
12.4 Bedarf C._
Für ihre Unterhaltsberechnung ging die Vorinstanz für C._ generell von ei-
nem Barbedarf von CHF 2'925.00 aus (act. 216 S. 92 i.V.m. S. 41 - 47). Sie un-
terschied nicht zwischen den einzelnen Phasen. Für die Berechnung des Unter-
haltsbeitrages ist auch für ihn zu unterscheiden und es ist insbesondere für die
Phase I im familienrechtlichen Bedarf auch bei C._ auf die Positionen Hobby
und Taschengeld zu verzichten. Der ermittelte Bedarf von CHF 2'467.00 (vgl. vor-
stehend E. III.7) reduziert sich damit um CHF 300.00. Da der Berufungsbeklagte
einen Barbedarf von CHF 2'175.00 anerkennt (act. 237 S. 58), ist für die Phase I von diesem auszugehen. In der Phase II ist auch für C._ ein Betrag für Feri-
en einzurechnen. Es rechtfertigt sich, diesen zusammen mit Taschengeld und
Hobby bei CHF 800.00 anzusetzen. So resultiert für C._ für die Phase II ein Barbedarf von CHF 2'967.00 pro Monat.
13. Betreuungsunterhalt
13.1 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend darauf hingewie-
sen, dass die für den Betreuungsunterhalt massgeblichen Lebenshaltungskosten
grundsätzlich dem familienrechtlichen Existenzminimum und nicht dem gelebten
Standard entsprechen sollen (act. 216 S. 91). Wurden im familienrechtlichen Be-
darf der Berufungsklägerin wie gesehen als Wohnkosten CHF 2'500.00 angerech-
- 61 -
net, dann ist dies auch bei den Lebenshaltungskosten so zu handhaben. Der ent-
sprechende Einwand der Berufungsklägerin (act. 212 S. 27/8) erscheint begrün-
det. Es ist von massgeblichen Lebenshaltungskosten der Berufungsklägerin in der
Höhe von CHF 4'836.00 auszugehen. In der Phase bis 30. Juni 2019 beträgt der
Betreuungsunterhalt mithin CHF 2'836.00.
14. Grundlagen für die Unterhaltsberechnung
Berufungsklägerin Berufungsbeklagter C._
Einkommen:
Phase I
Phase II
CHF 2'000.00
CHF 5'900.00
CHF 8'300.00
CHF 8'300.00
CHF 250.00
CHF 250.00
Bedarf:
Phase I
Phase II
CHF 5'386.00
CHF 6'965.00
CHF 5'111.00
CHF 6'223.00
CHF 2'175.00
CHF 2'967.00
Betreuungsunterhalt:
Phase I
Phase II
CHF 2'836.00
CHF 0
Überschuss/Manko
Phase I
Phase II
- CHF 3'386.00
- CHF 1'065.00
CHF 3'189.00
CHF 2'077.00
- CHF 4'761.00
- CHF 2'717.00
15. Unterhaltszahlung
15.1 Die Vorinstanz hielt fest, dass beide Parteien über liquides Vermögen in
ähnlicher Höhe verfügen. In Anbetracht der Umstände sei es indes nicht zumut-
bar, dass der Berufungsbeklagte sein Vermögen für Unterhaltszahlungen einzu-
setzen habe (act. 216 S. 93). Die Berufungsklägerin äussert sich dazu nicht, weil
sie von anderen Einkommenszahlen ausgeht. Demgegenüber macht der Beru-
- 62 -
fungsbeklagte in der Berufung geltend, dass er seit dem 1. Dezember 2017 jeden
Monat Vermögen für Unterhaltszahlungen einsetze (act. 237 S. 86). Dies ausge-
hend vom tatsächlich erzielten Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.
Dem ist entgegenzuhalten, dass die Unterhaltszahlungen wie ausgeführt nicht auf
dem realen, sondern auf dem dem Berufungsbeklagten zumutbaren fiktiven Ein-
kommen beruhen, welches er sich anrechnen lassen muss.
15.2 Die Grundlagen für die elterliche Unterhaltspflicht sind im angefochtenen Ur-
teil zutreffend dargelegt (act. 216 S. 93 f.). Es kann darauf verwiesen werden. Ge-
mäss Art. 276a Abs. 1 ZGB geht die Unterhaltspflicht gegenüber minderjährigen
Kindern den andern familienrechtlichen Unterhaltspflichten vor. Entsprechend ist
zunächst der Barbedarf und Betreuungsunterhalt von C._ zu decken und erst
in zweiter Linie der nacheheliche Unterhalt. Dies wird von den Parteien auch nicht
in Zweifel gezogen.
15.3 Der Barbedarf von C._ in Phase I beläuft sich auf CHF 2'175.00. Davon
in Abzug kommen die dem Kind zustehenden Familienzulagen von CHF 250.00,
so dass ein Barbedarf von CHF 1'925.00 resultiert. Der Betreuungsunterhalt be-
läuft sich auf CHF 2'836.00, was einen zu deckenden Kinderunterhalt von zusam-
men CHF 4'761.00 ergäbe.
Ab dem 1. Juli 2019 reduziert sich der Gesamtbedarf von C._ auf
CHF 2'967.00, unter Berücksichtigung der Familienzulagen CHF 2'717.00. Der
Berufungsbeklagte verfügt ab diesem Zeitpunkt nur noch über einen Überschuss
von CHF 2'077.00, so dass ein Teil, nämlich nämlich CHF 640.00, ungedeckt
bleibt. Der Berufungsbeklagte ist zu verpflichten, der Berufungsklägerin für
C._ einen Unterhaltsbeitrag von monatlich CHF 2'077.00 zuzüglich Familien-
zulagen zu bezahlen. Der Fehlbetrag ist festzuhalten.
15.4 Der Berufungsbeklagte bestreitet zwar, zusätzlich für allfällige ausserordent-
liche Kosten von C._ aufkommen zu müssen (act. 237 S. 87). Die Begrün-
dung, weshalb eine hälftige Beteiligung hieran unrichtig sein soll, wie dies die Vor-
instanz festgelegt hat (act. 216 S. 95), vermag indes nicht zu überzeugen. Es hat
bei der vorinstanzlichen Regelung zu bleiben.
- 63 -
15.5 Der errechnete Überschuss beim Berufungsbeklagten reicht nicht aus, der
Berufungsklägerin persönlich einen nachehelichen Unterhalt zu bezahlen. Der Be-
rufungsklägerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts, auf den sie bei
genügenden Mitteln als Folge der lebensprägenden Ehe Anspruch hätte, ab 1. Ju-
li 2019 CHF 3'300.00 (CHF 9'200.00 abzüglich Einkommen von CHF 5'900.00).
Umstritten ist, ob dieser Fehlbetrag im Sinne von Art. 129 Abs. 3 ZGB und
Art. 282 Abs. 1 lit. c ZPO im Urteil festzuhalten ist, wie dies die Vorinstanz getan
hat und wie es die Berufungsklägerin bejaht (act. 248 S. 32), der Berufungsbe-
klagte demgegenüber unter Hinweis auf den Basler Kommentar (GLOOR/SPYCHER,
BSK ZGB I, 6.A. Art. 129 N 19) ablehnt (act. 237 S. 60 und S. 88 i.V.m. act.
238/11). An der zitierten Kommentarstelle wird unter Bezugnahme auf HAUS-
HEER/SPYCHER (Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A., 09.108ff., insbes. 09.114)
erwogen, dass in Fällen, in denen die Einschränkungen gegenüber der Lebens-
haltung vor der Trennung nicht auf Mehrkosten beruhen, die mit der Auflösung
des gemeinsamen Haushaltes normalerweise anfallen, sondern darauf, dass ein
Ehegatte seine wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht (mehr) ausschöpft, der gebüh-
rende Unterhalt unterschritten werde, wenn diesbezüglich kein Ausgleich über die
Aufrechnung eines hypothetischen Einkommens erfolge (a.a.O.). Von einem sol-
chen Fall ist auch vorliegend auszugehen, da die Einschränkung im Wesentlichen
auf der Nichtausschöpfung der wirtschaftlichen Möglichkeiten beruht, welche mit
der Aufrechnung eines hypothetischen Einkommens nur teilweise ausgeglichen
werden. Die verbliebene Differenz ist daher als Unterdeckung festzuhalten.
15.6 Für den Fall der Festlegung des Fehlbetrages im Urteil verlangt der Beru-
fungsbeklagte, es seien beide Parteien zu verpflichten während fünf Jahren je-
weils bis Ende März der Gegenseite einen Lohnausweis zukommen zu lassen
(act. 237 S. 5). Die Berufungsklägerin lehnt dies ab. Da es für die Auslösung einer
allfälligen Erhöhung bzw. Festlegung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrages
darauf ankommt, ob sich die Einkommensverhältnisse beim Berufungsbeklagten
verbessert haben, besteht kein Grund auch die Berufungsklägerin zu verpflichten.
Es bleibt damit beim vorinstanzlichen Entscheid
- 64 -
15.7 Die Indexierung der Unterhaltsbeiträge ist im angefochtenen Urteil gerichts-
üblich umschrieben (act. 216 Dispositiv Ziff. 14, S. 106) und wurde im Berufungs-
verfahren nicht explizit angefochten. Sie enthält die Klausel, dass eine Erhöhung
nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung des Unterhaltsschuld-
ners erfolgt, wenn dieser nachweist, dass sich sein Einkommen nicht entspre-
chend der Teuerung erhöht hat. Damit ist dem Anliegen des Berufungsbeklagten,
das er im Rahmen der Anschlussberufung vorbringt (act. 237 S. 91), Rechnung
getragen.
16. Vorsorgliche Massnahmen
16.1 Mit Eingabe vom 23. Juli 2019 beantragte der Berufungskläger, es sei der
Entscheid des Bezirksgerichts Uster vom 14. November 2016 über vorsorgliche
Massnahmen wie folgt zu ändern:
"1. Der Gesuchsteller habe der Gesuchgegnerin rückwirkend für das Jahr vor der Einreichung
dieses Begehrens und für die Zukunft einen monatlichen Unterhalt von Fr. 1'500 für Sohn
C._ zu leisten, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eins jeden Monats
2. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der Gesuchgegnerin."
In prozessualer Hinsicht verlangte er den Beizug der vorinstanzlichen Verfahren-
sakten sowie die Akten des vorliegenden Berufungsverfahrens (act. 250 S. 2).
Zur Begründung weist der Berufungsbeklagte darauf hin, dass sich seine Ein-
kommenssituation seit 1. Dezember 2017 wesentlich und dauerhaft verändert ha-
be, was er bereits verschiedentlich im Verfahren eingebracht habe. Das effektiv
erzielte steuerbare Einkommen 2018 habe schliesslich CHF 38'905 bzw.
CHF 3'242 monatlich betragen. Sein vor Vorinstanz am 25. November 2017 ein-
gereichtes Abänderungsbegehren sei abgewiesen worden mit der Begründung,
dass die veränderten Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung noch nicht einge-
treten seien, was er schliesslich nicht angefochten habe. Seit dem 1. Dezember
2017 bezahle er nun aber Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 6'600 an die
Berufungsklägerin, mithin doppelt so viel wie er als Einkommen erziele. Überdies
finanziere er die Hälfte seines eigenen Unterhalts aus seinen persönlichen, vor-
- 65 -
ehelichen Ersparnissen. Der Berufungskläger prognostiziert alsdann sein per En-
de September 2019 verbleibendes Vermögen und macht geltend, dass dieses
zweckgebunden sei, weshalb er ab 1. Oktober 2019 seinen Lebensunterhalt aus
seinem Erwerbseinkommen bestreiten müsse (act. 250 S. 2 - 6). Da die Beru-
fungsklägerin offenbar gewillt sei, Verfügungen und Urteile konsequent an die
nächste Instanz weiterzuziehen, komme sie bis heute in den Genuss von Unter-
haltszahlungen in der Höhe von CHF 6'600 pro Monat. Es bleibe ihm, dem Beru-
fungsbeklagten, nichts anderes übrig, als mit dem nunmehr gestellten Abände-
rungsbegehren zu verhindern, dass dies auf unabsehbare weitere Zeit der Fall
sei. Zusammenfassend hält er fest, dass er seit dem 1. Februar 2017, d.h. seit
über zwei Jahren selbständig erwerbend sei, hart arbeite und seine wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit voll ausschöpfe. Den bisherigen Unterhalt könne er jedoch ab
dem 1. Oktober 2019 nicht mehr leisten (act. 250 S. 9).
16.2 Da sich das Abänderungsbegehren sofort als unbegründet erweist, konnte
von der Einholung einer Beantwortung abgesehen werden.
16.3 Vorab ist in formeller Hinsicht festzustellen, dass das Massnahmebegehren
Teil des Berufungsverfahrens ist, weshalb ein spezieller Aktenbeizug nicht not-
wendig ist. Sämtliche vom Berufungsbeklagten verlangten Akten liegen vor. Als-
dann wirkt grundsätzlich ein Abänderungsentscheid nur für die Zukunft. Die frühe-
re Massnahme kann nicht rückwirkend aufgehoben oder modifiziert werden. Ent-
scheide über die Abänderung von Unterhaltsbeiträgen können nach Ermessen
des Massnahmengerichts auf den Zeitpunkt der Einreichung des Abänderungs-
gesuchs zurückbezogen werden (LEUENBERGER, FamKomm Scheidung Anhang
ZPO, Art. 276 N 14). Eine Abänderung der mit Entscheid der Vorinstanz vom
14. November 2016 festgelegten Unterhaltsbeiträge könnte eine Änderung daher
erst mit Wirkung ab 23. Juli 2019 erfolgen. Der vom Berufungsbeklagten in die-
sem Zusammenhang zitierte Entscheid des Bundesgerichts 5A_592/2018 vom
13. Februar 2019 befasst sich mit einem erstmaligen vorsorglichen Massnahme-
begehren und nicht mit einem Abänderungsbegehren.
16.4 Der Berufungsbeklagte verweist auf sein bereits am 25. November 2017 bei
der Vorinstanz gestelltes Abänderungsbegehren hin (act. 250), welches diese mit
- 66 -
Verfügung vom 25. Januar 2018 abgewiesen hatte (act. 170). Dieser Entscheid
blieb unangefochten. Dass sein damaliges Begehren deshalb abgewiesen wurde,
weil im Zeitpunkt des Gesuchs noch gar keine Veränderung der finanziellen Ver-
hältnisse eingetreten war, mithin für die Zukunft gestellt worden war, trifft zu, gibt
den Entscheid indes nur teilweise wieder. Die Vorinstanz erwog ausdrücklich,
dass das Gesuch nicht einzig aufgrund der fehlenden Nachweise und des zeitli-
chen Aspektes abzuweisen wäre, sondern auch mit der Begründung, dass dem
Berufungsbeklagten ab 1. Dezember 2017 ein fiktives Nettoeinkommen anzurech-
nen sei, zumal die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit bereits
im Entscheid vom 14. November 2016 thematisiert worden war und dem Beru-
fungsbeklagten bekannt gewesen sei, welche Anforderungen an die Ausschöp-
fung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gestellt würden. Er habe nicht darge-
legt, alles Zumutbare unternommen zu haben, eine Erwerbstätigkeit zu suchen,
welche es ihm erlaube, seinen Unterhaltspflichten nachzukommen, weshalb wei-
terhin von einem monatlich anrechenbaren Nettoeinkommen in der Höhe von
CHF 12'000.00 auszugehen sei (act. 170 S. 13 f. ).
Wird die Abänderung des Entscheides verlangt, muss dargetan werden, inwiefern
sich die Verhältnisse gegenüber dem Zeitpunkt des früheren Entscheides verän-
dert haben. Wie sich seine finanziellen Verhältnisse ab 1. Dezember 2017 verän-
dert haben sollen, hat der Berufungsbeklagte bereits in seinem Abänderungsbe-
gehren vom 25. November 2017 geltend gemacht, worüber mit dem vorerwähnten
Entscheid der Vorinstanz vom 25. Januar 2018 entschieden wurde. Sein damali-
ges Gesuch wurde auch mit der Begründung abgewiesen, dass die geltend ge-
machten Veränderungen, mithin die massive Einkommensreduktion zufolge frei-
willig gewählter Selbständigkeit keine Abänderung rechtfertigten. Den Entscheid
und die entsprechenden Erwägungen hat der Berufungskläger wie gesehen nicht
angefochten. Auch wenn sich die Rechtskraftwirkung eines Entscheides nur auf
das Dispositiv erstreckt, tut der Berufungsbeklagte im nunmehrigen Änderungs-
begehren nichts dar, was dazu führen müsste, die damaligen Erwägungen in
Zweifel zu ziehen. Insbesondere macht der Berufungsbeklagte im Rahmen des
vorsorglichen Massnahmenverfahren auch nicht geltend, das ihm angerechnete
fiktive Netto-Einkommen sei aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklung zu
- 67 -
hoch. Der Hinweis auf seine Steuererklärung (act. 251/2) sowie seine Anmeldung
bei der SVA Zürich als Selbständigerwerbender ändert hieran nichts, weil es wie
gesehen nicht auf das tatsächlich erzielte Einkommen ankommen kann. Was der
Berufungsbeklagte schliesslich neu zu seinen Vermögensverhältnissen geltend
macht (act. 250 S. 5 - 7), hat er in keiner Weise belegt. Die behauptete Verände-
rung ist damit nicht hinreichend glaubhaft gemacht. Dies muss zur Abweisung des
Begehrens führen.
IV.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf CHF 16'000.– fest und aufer-
legte die Kosten den Parteien je zur Hälfte. Entsprechend wurden keine Parteient-
schädigungen zugesprochen (act. 216 S. 100/101). Die Berufungsklägerin hat da-
zu in der Berufung keine Anträge gestellt, der Berufungsbeklagte verlangt als Er-
gänzung von Dispositiv Ziff. 19, es sei ihm eine Umtriebsentschädigung im Sinne
von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO in der Höhe von CHF 14'000.00 zuzusprechen
(act. 237 S. 5). Zur Begründung macht er geltend, dass ihm im Berufungsverfah-
ren ein enormer Aufwand entstanden sei und er dadurch einen Verdienstausfall
erlitten habe (act. 237 S. 7).
2. Die vorinstanzliche Entscheidgebühr ist nach dem Gesagten nicht umstritten
und zu bestätigen. Für die Kosten- und Entschädigungsregelung verweisen beide
Parteien auf den Ausgang des Verfahrens (act. 212 und act. 237 S. 7). Mit dem
Berufungsentscheid werden die vorinstanzlich zugesprochenen Unterhaltsbeiträ-
ge noch einmal erheblich reduziert. Demgegenüber wird die güterrechtliche Aus-
gleichszahlung, welche indes betragsmässig weniger ins Gewicht fällt, mehr als
verdreifacht. Insgesamt rechtfertigt es sich, weil die im Berufungsverfahren noch
strittigen Punkte nur einen Teil des erstinstanzlichen Verfahrens ausmachten, es
bei der vorinstanzlichen Kostenaufteilung zu belassen. Dispositiv Ziffern 18 und
19 des angefochtenen Entscheides sind zu bestätigen. Die vom Berufungsbeklag-
- 68 -
ten verlangte Ergänzung von Dispositiv Ziff. 19 betrifft der Sache nach das Beru-
fungsverfahren und ist im Rahmen der zweitinstanzlichen Kosten- und Entschädi-
gungsregelung zu erörtern.
3. Im Berufungsverfahren liegen Unterhaltsbeiträge in der Höhe von insgesamt
rund CHF 645'000.00 im Streit. Im Güterrecht liegen rund CHF 92'000.00 im
Streit. Die mit dem vorsorglichen Massnahmebegehren beantragte Reduktion der
Unterhaltsbeiträge beläuft sich auf einen Gesamtbetrag von rund
CHF 110'000.00. Insgesamt ist von einem Streitwert von rund CHF 847'000.00
auszugehen. Dabei ist bei der Bemessung der Entscheidgebühr wie auch der
Parteientschädigung zu berücksichtigen, dass rund 7/8 des Streitwerts wiederkeh-
rende Leistungen darstellen, hievon wiederum 1/7, welche im summarischen Ver-
fahren innerhalb des Berufungsverfahrens zu beurteilen sind. Insgesamt rechtfer-
tigt es sich deshalb die Grundgebühr sowohl für die Entscheidgebühr wie auch für
die Parteientschädigung auf die Hälfte festzusetzen (§ 4 Abs. 1 - 3 und § 8 sowie
§ 12 der Gebührenverordnung des Obergerichts [GebV OG] und § 4 Abs. 1 - 3
sowie § 9 und § 13 der Anwaltsgebührenverordnung [AnwGebV]). Die Entscheid-
gebühr ist auf CHF 13'800.00, die Grundgebühr für die Parteientschädigung auf
CHF 14'500.00 festzusetzen. Für die volle Parteientschädigung sind für die An-
schlussberufung und das Massnahmeverfahren zwei Zuschläge von je 10% zu
berücksichtigen, was zu einer Entschädigung gemäss Anwaltsgebührenverord-
nung von CHF 17'400.00 führt.
2. Im Berufungsverfahren unterliegt die Berufungsklägerin mit ihrer Berufung in
Bezug auf die Unterhaltsbeiträge vollumfänglich und mehrheitlich auch hinsicht-
lich der Anschlussberufung. Demgegenüber unterliegt der Berufungsbeklagte mit
dem Änderungsbegehren betreffend vorsorgliche Massnahmen sowie mit Bezug
auf das Güterrecht vollumfänglich mit seiner Anschlussberufung und wesentlich
auch im Rahmen der Berufung. Betragsmässig fällt das Unterliegen des Beru-
fungsbeklagten indes weniger ins Gewicht. Insgesamt rechtfertigt es sich der Be-
rufungsklägerin drei Viertel und dem Berufungsbeklagten einen Viertel der
Rechtsmittelkosten aufzuerlegen. Entsprechend ist die Berufungsklägerin zu ver-
pflichten, den Berufungsbeklagten in reduziertem Umfang zu entschädigen. Da
- 69 -
der Berufungsbeklagte nicht anwaltlich vertreten ist, ist die Entschädigung auf
CHF 2'000.00 festzusetzen. Der von ihm behauptete Aufwand (act. 237 S. 7) so-
wie auch der behauptete Verdienstausfall ist in keiner Weise belegt und kann
nicht berücksichtigt werden. Zuzustimmen ist dem Berufungsbeklagten immerhin,
dass das Berufungsverfahren nicht einfach war und sehr aufwändig geführt wur-
de.
Es wird beschlossen
1. Das Gesuch des Berufungsbeklagten, es seien die Ziffern 1 und 2 des Dis-
positivs des Entscheides des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom
14. November 2016 abzuändern, wird abgewiesen.
2. Schriftliche Mitteilung gemäss nachstehendem Erkenntnis.
und erkannt:
1. Dispositiv Ziff. 7, 9 - 13, 15 und 17 und 18 des Urteils des Einzelgerichts des
Bezirksgerichts Uster vom 18. Juni 2018 werden aufgehoben und teilweise
neu, wie folgt gefasst:
7. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._
die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen:
Fr. 2'077.– ab Rechtskraft dieses Urteils. Zur Deckung des gebührenden Unter-
halts fehlen Fr. 640.–.
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer
angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind
im Haushalt der Berufungsklägerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber
dem Gesuchsteller stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, sich an den ausserordentlichen Kosten des Kin-
des (wie aufwändigen Zahnbehandlungen, kieferorthopädischen Behandlungen,
schulischen Förderungsmassnahmen) nach vorgängiger Information und Vorlage
entsprechender Rechnungen hälftig zu beteiligen, soweit nicht Dritte, insbesondere
Versicherungen, dafür aufkommen. Bei Uneinigkeit steht es jener Partei, welche für
- 70 -
ausserordentliche Kosten des Kindes zunächst alleine aufzukommen hat, offen, die
hälftige Beteiligung der anderen Partei gerichtlich geltend zu machen.
9. Der Berufungsbeklagte wird mangels Leistungsfähigkeit nicht verpflichtet, der Beru-
fungsklägerin nachehelichen Unterhalt zu bezahlen:
10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 sind an die Berufungsklägerin zahl-
bar, und zwar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
11. Der Berufungsklägerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts ab 1. Juli
2019 bis zum ordentlichen Pensionsalter des Berufungsbeklagten (voraussichtlich
31. Dezember 2030) monatlich Fr. 3'300.–.
12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 bzw. das Absehen
von einer Unterhaltspflicht gemäss Dispositiv Ziff. 9 vorstehend basiert auf folgenden
Grundlagen:
Einkommensverhältnisse: hyp. Erwerbseinkommen Berufungsklägerin:
(monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) ab 1. Juli 2019: Fr. 5'900.–
hyp. Erwerbseinkommen Berufungsbeklagter Fr. 8'300.– (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen)
C._: (Kinder- und Ausbildungszulagen) Fr. 250.–
Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019: Berufungsklägerin (eingeschränkter Bedarf) Fr. 6'985.–
Berufungsbeklagter (eingeschränkter Bedarf) Fr. 6'223.–
C._
Barbedarf: Fr. 2'967.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 0.–
Vermögensverhältnisse
Vermögen Berufungsklägerin ca. Fr. 1 Mio.
(nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) Vermögen Berufungsbeklagter ca. Fr. 1 Mio.
(nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
- 71 -
13. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Berufungsklägerin während fünf Jahren
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils jeweils bis Ende März eines jeden Jahres
unaufgefordert einen Lohnausweis bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr
erzielte Einkommen zukommen zu lassen.
15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrecht-
lichen Ansprüche Fr. 93'707.– zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen
ab Rechtskraft dieses Urteils.
17. Die Entscheidgebühr des erstinstanzlichen Verfahrens wird festgesetzt auf:
Fr. 16'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'381.60 Zeugenentschädigung.
18. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens werden den Parteien je zur Hälfte aufer-
legt.
Die Entscheidgebühr wird mit den geleisteten Kostenvorschüssen der Parteien ver-
rechnet. Ein allfälliger Fehlbetrag wird von den Parteien im gleichen Verhältnis, wie
ihnen die Kosten auferlegt werden, nachgefordert.
19. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugespro-
chen.
2. Im Übrigen werden die Berufung sowie die Anschlussberufung abgewiesen.
3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 13'800.– festgesetzt.
4. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden zu drei Vierteln der
Berufungsklägerin und zu einem Viertel dem Berufungsbeklagten auferlegt.
5. Für die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens wird der von der
Berufungsklägerin geleistete Vorschuss von Fr. 10'000.– herangezogen; im
Mehrbetrag stellt die Gerichtskasse Rechnung und zwar der Berufungsklä-
gerin im Umfang von Fr. 350.– und dem Berufungsbeklagten im Umfang von
Fr. 3'450.–.
6. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten für das
zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu be-
zahlen.
- 72 -
7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Beila-
ge je einer Kopie von act. 266 und 267, sowie an das Bezirksgericht Uster,
Einzelgericht, je gegen Empfangsschein.
8. Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen
Akten an die Vorinstanz zurück.
9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen , 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen
Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder
Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).
Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG, enthaltend auch ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt rund Fr. 847'000.00. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.
Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer
Der Leitende Gerichtsschreiber:
lic. iur. T. Engler
versandt am:
Beschluss und Urteil vom 12. September 2019 Rechtsbegehren: Schlussanträge des Gesuchstellers (act. 196) Schlussanträge der Gesuchstellerin (act. 192) Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 18. Juni 2018: (act. 216 S.102 ff.) 1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden. 2. Der Sohn C._, geboren am tt.mm.2005, wird unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Gesuchsteller belassen. 3. Die Obhut für C._ wird der Gesuchstellerin zugeteilt. 4. Die Teilvereinbarung der Gesuchsteller vom 5. März 2018 über die Scheidungsfolgen wird hinsichtlich deren Ziffer 2 genehmigt. Sie lautet wie folgt: 5. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden allein der Gesuchstellerin angerechnet. Es ist Sache der Gesuchsteller, die betroffenen Ausgleichskassen zu informieren. 6. Die Freizügigkeitsstiftung der F._, Postfach, ... Zürich wird angewiesen, vom Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers (Freizügigkeitskonto Nr. 5 ltd. auf B._) Fr. 606'565.70 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf nachfolgende Freizügigkeitskonten... a) Fr. 303'282.85 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf das Freizügigkeitskonto der D._ Freizügigkeitsstiftung 2. Säule, ... [Adresse] D._: BC-Nr. .../Konto-Nr. 1 IBAN: CH2 b) Fr. 303'282.85 zuzüglich Zins ab 24. Juni 2015 auf das Freizügigkeitskonto der E._AG, Freizügigkeitsstiftung der E._, ... Zürich IBAN: CH4
7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen: Fr. 4'500.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 (davon Fr. 1'825.– Betreuungsunterhalt) Fr. 2'675.– ab 1. Juli 2019 (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt)
Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Gesuchstellerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchs... 8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, sich an den ausserordentlichen Kosten des Kindes (wie aufwändigen Zahnbehandlungen, kieferorthopädischen Behandlungen, schulischen Förderungsmassnahmen) nach vorgängiger Information und Vorlage entsprechender Re... 9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin nachehelichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen: Fr. 0.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2019 Fr. 700.- ab 1. Juli 2019 bis zum Eintritt des Gesuchstellers in das ordentliche Pensionsalter (voraussichtlich 31. Dezember 2030)
10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 sind an die Gesuchstellerin zahlbar, und zwar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 11. Der Gesuchstellerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts die folgenden Beträge: Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteil bis zum 30. Juni 2019 fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 5'375.–. Für die Zeit ab dem 1. Juli 2019 bis zum ordentlichen Pensionsalter des Gesuchstellers (voraussichtlich 31. Dezember 2030) fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 2'150.–.
12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen: Einkommensverhältnisse: - hyp. Erwerbseinkommen Gesuchsteller: Fr. 9'600.– (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) - hyp. Erwerbseinkommen Gesuchstellerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) ab Rechtskraft bis 30. Juni 2019: Fr. 2'000.– ab 1. Juli 2019: Fr. 6'350.– - C._: Fr. 250.– (Kinder- und Ausbildungszulagen) Bedarfszahlen bis 30. Juni 2019: - Gesuchsteller familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'100.– - Gesuchstellerin familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'375.– - C._ Barbedarf: Fr. 2'925.– Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 1'825.– Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019: - Gesuchsteller eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'240.– - Gesuchstellerin eingeschränkter Bedarf: Fr. 7'050.– - C._ Barbedarf: Fr. 2'925.– Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 0.– Vermögensverhältnisse: - Vermögen Gesuchsteller ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) - Vermögen Gesuchstellerin ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) 13. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin während fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft jeweils bis Ende März eines jeden Jahres unaufgefordert einen Lohnausweis bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr erzielte Einkommen z...
14. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Mai 2018 von 102.1 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar e... Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Fällt der Index unter den Stand von Ende Mai 2018, berechtigt dies nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche Fr. 28'857.– zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils. 16. Die übrigen Rechtsbegehren der Gesuchsteller werden abgewiesen, sofern darauf eingetreten werden kann. 17. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Wird keine Begründung verlangt, so ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 18. Die Kosten für den unbegründeten Entscheid werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auferlegt. Die Entscheidgebühr wird mit den geleisteten Kostenvorschüssen der Gesuchsteller verrechnet. Ein allfälliger Fehlbetrag wird von den Gesuchstellern im gleichen Verhältnis, wie ihnen die Kosten auferlegt werden, nachgefordert. 19. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 20. Schriftliche Mitteilung 21. Rechtsmittel Berufungsanträge: "7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._ die folgenden im Voraus auf den Ersten jeden Monats, ab Verfall mit 5% Verzugszins zahlbaren Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen: - CHF 6'007.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2020 (davon CHF 2'836.00 Betreuungsunterhalt) - CHF 3'171.00 ab 1. Juli 2020 (davon CHF0.00 Betreuungsunterhalt) bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung von C._, auch über die Volljährigkeit hinaus. Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Gesuchstellerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuch... 1.1. Es sei, im Urteil als zusätzliche Dispositiv-Ziffer 7.1 festzuhalten, dass der Fehlbetrag gemäss Art. 286a ZGB zwischen dem gebührenden Bedarf von C._ von CHF 4'321.00 und dem Barbedarf von CHF 3'421.00 monatlich CHF 900.00 beträgt. 2. Es sei Dispositiv-Ziffer 9 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin monatlichen nachehelichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen, jeweils im Voraus auf den Ersten jeden Monats, ab Verfall mit 5% Verzugszins zahlbar: - CHF 1'537.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. Juni 2020 - CHF 3'312.00 ab 1. Juli 2020 bis zum Eintritt des Gesuchstellers in das ordentliche Pensionierungsalter (voraussichtlich 31. Januar 2031)." 3. Es sei Dispositiv-Ziffer 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "11. Der gebührende Bedarf der Gesuchstellerin beträgt CHF 14'636.00 pro Monat in der Zeit ab Rechtskraft der Scheidung bis 30. Juni 2020 und CHF 14'145.00 pro Monat ab 1. Juli 2020. Es fehlen der Gesuchstellerin zur Deckung des gebührenden Bedarfs di... - Für die Zeit ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 30. Juni 2020 fehlt ein monatlicher Betrag von CHF 8'263.00. - Für die Zeit ab dem 1. Juli 2020 bis zum ordentlichen Pensionierungsalter des Gesuchstellers (voraussichtlich 31. Januar 2031) fehlt monatlich ein Betrag von CHF 6'833.00." 4. Es sei Dispositiv-Ziffer 12 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 7 und 9 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen: Einkommensverhältnisse: - Hyp. Erwerbseinkommen Gesuchsteller: CHF 12'000.00 (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) - Erwerbseinkommen Gesuchstellerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) ab Rechtskraft bis 30. Juni 2020: CHF 2'000.00 hypothetisch ab 1. Juli 2020: CHF 4'000.00 - C._: CHF 250.00 (Kinder- und Ausbildungszulagen) Bedarfszahlen bis 30. Juni 2020: - Gesuchsteller familienrechtlicher Notbedarf: CHF 4'456.00 - Gesuchstellerin familienrechtlicher Notbedarf: CHF 5'530.00 - C._ Barbedarf: CHF 3'421.00 Anspruch aus Betreuungsunterhalt: CHF 2'836.00 Gebührender Bedarf C._ CHF 4'321.00 Bedarfszahlen ab 1. Juli 2020: - Gesuchsteller eingeschränkter Bedarf: CHF 5'517.00 - Gesuchstellerin eingeschränkter Bedarf: CHF 7'344.00 - C._ Barbedarf: CHF 3'421.00 Anspruch aus Betreuungsunterhalt: CHF 0.00 Gebührender Bedarf C._ CHF 4'321.00 Vermögensverhältnisse: - Vermögen Gesuchsteller ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) - Vermögen Gesuchstellerin ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
5. Es sei Dispositiv-Ziffer 15 des angefochtene Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche CHF 95'619.00 zu bezahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils." 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl MWST zulasten des Gesuchstellers, Beklagten und Berufungsbeklagten. "Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 und 9 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen: Einkommensverhältnisse: - hyp. Erwerbseinkommen Beklagter: Fr. 6'763 (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) - Realistisches Einkommen ab 1. Juli 2019 Beklagter Fr. 3'650 (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder und Ausbildungszulagen) - hyp. Erwerbseinkommen Klägerin (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) ab Rechtskraft bis 30. Juni 2019: Fr. 2'000 - ab 1. Juli 2019: Fr. 4'850 - Realistisches Einkommen ab 1. Juli 2019 Klägerin Fr. 4'000 - C._: Fr. 250 (Kinder- und Ausbildungszulagen) Bedarfszahlen bis 30. Juni 2019: - Beklagter familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'111 - Klägerin familienrechtlicher Notbedarf: Fr. 5'273 - C._ Barbedarf: Fr. 2'175 Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 1'723 Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019: - Beklagter eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'270 - Klägerin eingeschränkter Bedarf: Fr. 6'821 - C._ Barbedarf: Fr. 2'175 Anspruch aus Betreuungsunterhalt: Fr. 0 Vermögensverhältnisse: - Vermögen Beklagter ca. Fr. 0.9 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) - Vermögen Klägerin ca. Fr. 1.3 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) 7. Es sei Dispositiv Ziff. 13 des angefochtenen Urteils aufzuheben. Eventualiter "Der Beklagte und die Klägerin seien verpflichtet, sich während fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft jeweils bis Ende März eines jeden Jahres unaufgefordert eine Lohnausweis bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr erzielte Einkommen zukomme... 8. Es sei Dispositiv Ziff. 15 des angefochtenen Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: "Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche Fr. 63'320 zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils." Eventualiter "Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche Fr. 19'445 zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils." 9. Es sei im Urteil als zusätzliche Dispositiv Ziff. 19.1 folgendes festzuhalten: "Der Beklagte beantragt eine Umtriebsentschädigung im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO im Umfang von CHF 14'000." 10. Die anderslautenden Anträge der Klägerin seien abzuweisen. 11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Klägerin."
Es wird beschlossen 1. Das Gesuch des Berufungsbeklagten, es seien die Ziffern 1 und 2 des Dispositivs des Entscheides des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 14. November 2016 abzuändern, wird abgewiesen. 2. Schriftliche Mitteilung gemäss nachstehendem Erkenntnis. und erkannt: 1. Dispositiv Ziff. 7, 9 - 13, 15 und 17 und 18 des Urteils des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Uster vom 18. Juni 2018 werden aufgehoben und teilweise neu, wie folgt gefasst: 7. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Sohn C._ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Familienzulagen, zu bezahlen: Fr. 2'077.– ab Rechtskraft dieses Urteils. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen Fr. 640.–. Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Berufungsklägerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesu... 8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, sich an den ausserordentlichen Kosten des Kindes (wie aufwändigen Zahnbehandlungen, kieferorthopädischen Behandlungen, schulischen Förderungsmassnahmen) nach vorgängiger Information und Vorlage entsprechender Re... 9. Der Berufungsbeklagte wird mangels Leistungsfähigkeit nicht verpflichtet, der Berufungsklägerin nachehelichen Unterhalt zu bezahlen: 10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 sind an die Berufungsklägerin zahlbar, und zwar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 11. Der Berufungsklägerin fehlen zur Deckung des gebührenden Unterhalts ab 1. Juli 2019 bis zum ordentlichen Pensionsalter des Berufungsbeklagten (voraussichtlich 31. Dezember 2030) monatlich Fr. 3'300.–. 12. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 7 bzw. das Absehen von einer Unterhaltspflicht gemäss Dispositiv Ziff. 9 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen: Einkommensverhältnisse: hyp. Erwerbseinkommen Berufungsklägerin: (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) ab 1. Juli 2019: Fr. 5'900.– hyp. Erwerbseinkommen Berufungsbeklagter Fr. 8'300.– (monatlich netto, exkl. Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) C._: (Kinder- und Ausbildungszulagen) Fr. 250.– Bedarfszahlen ab 1. Juli 2019: Berufungsklägerin (eingeschränkter Bedarf) Fr. 6'985.– Berufungsbeklagter (eingeschränkter Bedarf) Fr. 6'223.– C._ Barbedarf: Fr. 2'967.– Betreuungsunterhalt: Fr. 0.– Vermögensverhältnisse Vermögen Berufungsklägerin ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung) Vermögen Berufungsbeklagter ca. Fr. 1 Mio. (nach durchgeführter güterrechtlicher Auseinandersetzung)
13. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Berufungsklägerin während fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils jeweils bis Ende März eines jeden Jahres unaufgefordert einen Lohnausweis bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr... 15. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin als Ausgleich der güterrechtlichen Ansprüche Fr. 93'707.– zu zahlen. Dieser Betrag ist zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils. 17. Die Entscheidgebühr des erstinstanzlichen Verfahrens wird festgesetzt auf: 18. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Die Entscheidgebühr wird mit den geleisteten Kostenvorschüssen der Parteien verrechnet. Ein allfälliger Fehlbetrag wird von den Parteien im gleichen Verhältnis, wie ihnen die Kosten auferlegt werden, nachgefordert. 19. Für das erstinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 2. Im Übrigen werden die Berufung sowie die Anschlussberufung abgewiesen. 3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 13'800.– festgesetzt. 4. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden zu drei Vierteln der Berufungsklägerin und zu einem Viertel dem Berufungsbeklagten auferlegt. 5. Für die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens wird der von der Berufungsklägerin geleistete Vorschuss von Fr. 10'000.– herangezogen; im Mehrbetrag stellt die Gerichtskasse Rechnung und zwar der Berufungsklägerin im Umfang von Fr. 350.– und dem B... 6. Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbeklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu bezahlen. 7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsklägerin unter Beilage je einer Kopie von act. 266 und 267, sowie an das Bezirksgericht Uster, Einzelgericht, je gegen Empfangsschein. 9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...