# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 25592ac5-2ee6-405e-97ba-e9ac1883cb31
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ und C._ sind die unverheirateten Eltern des am _ 2018 geborenen E._. E._ steht unter der elterlichen Sorge beider Elternteile.
B. Aufgrund verschiedener Gefährdungsmeldungen nach der Geburt von E._ prüfte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend: KESB Nordbünden) ab Mai 2018 die Inkraftsetzung von Kindesschutzmassnahmen. Als Ergebnis errichtete die KESB Nordbünden mit Entscheid vom 19. Juli 2018 für E._ eine Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen; als Beiständin wurde B._, Berufsbeistandschaft Imboden, eingesetzt. Mit superprovisorischem Entscheid vom 27. September 2018 und schliesslich mit ordentlichem Entscheid vom 4. Oktober 2018 entzog die KESB Nordbünden A._ und C._ nach dem Scheitern einer Unterbringung in der Mutter-Kind Institution D._ das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E._ und brachte ihn in der SOS-Pflegefamilie H._ unter. Für das Verfahren setzte die KESB Nordbünden mit Verfügung vom 27. September 2018 Rechtsanwältin MLaw Seraina Aebli als Verfahrensbeiständin für E._ ein.
C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. November 2018 beauftragte die KESB Nordbünden die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend: KJP Graubünden) mit der Begutachtung der Erziehungsfähigkeit der Eltern von E._. Das von der KJP Graubünden daraufhin erstellte Gutachten vom 15. März 2019 ergab zusammenfassend, dass die Eltern von E._ über keine ausreichenden Erziehungsfähigkeiten verfügen beziehungsweise diese Fähigkeiten stark eingeschränkt sind. Die Gutachter erachteten die Fortsetzung der Fremdplatzierung von E._ als sinnvoll und notwendig, um dessen stabile Entwicklung zu gewährleisten. Gleichzeitig unterstützten sie regelmässige, maximal wöchentliche Kontakte von E._ mit seinen Eltern, damit er ein eigenes Bild von seinen leiblichen Eltern entwickeln könne.
D. Mit superprovisorischem Entscheid vom 11. Juli 2019 ordnete die KESB Nordbünden den Wechsel von E._ von der SOS-Pflegefamilie H._ zur Pflegefamilie G._ in I._ an. Der Entscheid sah vor, dass das Besuchsrecht der leiblichen Eltern von E._ während der Angewöhnungsphase auszusetzen ist.
E. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 23. August 2019, mitgeteilt am 4. Oktober 2019, regelte die KESB Nordbünden die bisherigen erst vorsorglich erlassenen Kindesschutzmassnahmen neu. Die Behörde bestätigte dabei den
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Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Unterbringung von E._ bei der Pflegefamilie G._. Im Weiteren regelte die KESB Nordbünden insbesondere den persönlichen Verkehr zwischen E._ und seinen Eltern. Im Einzelnen wurde wie folgt entschieden:
1. Die gemäss Ziff. 1 und 2 des Entscheids vom 4. Oktober 2018 erlassenen vorsorglichen Massnahmen (Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht bzw. behördliche Unterbringung/Regelung persönlicher Verkehr) sowie die superprovisorischen Massnahmen (Wechsel Unterbringung/Neuregelung persönlicher Verkehr) gemäss Ziff. 1-3 der superprovisorischen Verfügung vom 11. Juli 2019 werden aufgehoben.
2. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von E._ wird gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB:
a. A._ (Mutter) und C._ (Vater) das Aufenthaltsbestimmungsrecht über E._ entzogen;
b. E._ in der Pflegefamilie G._ behördlich untergebracht. Die Pflegefamilie G._ wird durch die Familienplatzierungsorganisation Sozialpädagogische Fachstelle F._, begleitet.
3. Der persönliche Verkehr zwischen E._ und A._ sowie C._ wird wie folgt geregelt (Art. 273 ZGB):
a. A._ und C._ sind berechtigt, im Sinne der Erwägungen alle zwei Wochen begleitet Zeit mit E._ zu verbringen;
b. während der Eingewöhnungsphase von E._ bei der Pflegefamilie G._ sind die zweiwöchentlichen Kontakte auf zwei Stunden zu begrenzen, später sollen die Kontaktzeiten unter Einbezug der involvierten Fachpersonen sowie unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von E._ schrittweise bis zu maximal einem halben Tag alle zwei Wochen ausgedehnt werden.
4. Die bestehende Beistandschaft gemäss Entscheid vom 19. Juli 2018 wird unverändert weitergeführt. Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und unterstützen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung, angemessene Erziehungsmethoden, gesundheitliche Entwicklung, Schule und Ausbildung, Förderung von Begabungen und Interessen;
b. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB):
1. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen ihnen und E._ zu beraten und unterstützen sowie im Konfliktfall in Rahmen der behördlichen Besuchsregelung konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen;
2. die sorgeberechtigten Eltern von E._ in folgenden Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
a. Betreuung/Wohnen inkl. Sicherstellen der Finanzierung
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b. Geltendmachen von Sozialversicherungsansprüchen
c. Schul- und Berufsbildung (angemessene frühkindliche Förderung im Rahmen einer Spielgruppe, Kita, evtl. Heilpädagogik und andere Unterstützungsangebote)
d. medizinische Behandlung/Therapie
3. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von E._ Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, mit diesen in Kontakt zu treten und sich mit ihnen auszutauschen.
5. Die Festsetzung und Auferlegung der Kosten im vorliegenden Verfahren erfolgen mit separatem Kostenentscheid.

## Considerations