# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6097f40b-eda6-4554-9d83-79768d5c3d23
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ wurde am _ 1972 in O.1_ geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Von Beruf ist er Chauffeur und als solcher bei einer Firma in O.2_ angestellt. Er verdient monatlich rund Fr. 6'400.00 brutto. Er weist ein Vermögen inkl. Wertschriften, Guthaben, Liegenschaften, abzüglich (Hypothekar- )Schulden von Fr. 158'000.00 auf.
Y._ ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im  verzeichnet.
B. Am 6. Dezember 2013, kurz nach 17.00 Uhr, ereignete sich ein Unfall in O.2_ auf der Via _, wobei Y._ als Lenker des Ortbusses mit der die Strasse überquerenden Fussgängerin X._ zusammenstiess. Durch den Aufprall wurde X._ mehrere Meter vom Bus weggeschleudert und erlitt zahlreiche Verletzungen.
C. Im Zusammenhang mit diesem Unfall stellte X._ am 14. Januar 2014 Strafantrag gegen Unbekannt wegen Körperverletzung. Im entsprechenden Formular erklärte sie, sich am Strafverfahren als Straf- sowie als Zivilklägerin beteiligen zu wollen. Sie werde ihre Forderungen spätestens im Parteivortrag anlässlich der Hauptverhandlung beziffern und begründen.
D. Mit Strafbefehl vom 20. März 2014 sprach die Staatsanwaltschaft Graubünden, Zweigstelle Samedan (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), Y._ der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB und der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig. Dafür verurteilte sie ihn zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 80.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.00, bei einer Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen. Die Kosten des Verfahrens wurden Y._ auferlegt.
Gegen diesen Strafbefehl erhob Y._ am 30. März 2014 fristgerecht Einsprache.
E. Nach Ergänzung der Untersuchung überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 2. Dezember 2014 die Akten dem Bezirksgericht Maloja (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Maloja) zur Durchführung des Hauptverfahrens. Darin führte sie aus, sie würde an ihrem Strafbefehl vom 20.
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März 2014 festhalten und auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung verzichten. Gleichzeitig legte sie ihren Schlussbericht vor.
F. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 3. März 2015 statt. Daran nahmen Y._ und X._, je in Begleitung ihrer Rechtsvertreter, teil. Im Übrigen wird auf das entsprechende Verhandlungsprotokoll verwiesen. Die Schlussanträge der Parteien lauteten, wie folgt:
Anträge Staatsanwaltschaft (gemäss Strafbefehl vom 20. März 2014):
1. Y._ ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB und der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 80.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren.
3. Die beschuldigte Person wird zudem bestraft mit einer Busse von CHF 1000.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 12 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt.
5. Demgemäss hat die beschuldigte Person zu bezahlen:
- Busse CHF 1000.00
- Barauslagen CHF 349.00
- Gebühren CHF 575.00
Rechnungsbetrag CHF 1924.00
6. [Zustellung]
Anträge Privatklägerin (X._):
1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und nach Ermessen des Gerichts zu bestrafen.
2. Zivilforderungen:
3. Es sei gemäss Art. 126 Abs. 3 StPO dem Grundsatz nach festzustellen, dass der Beschuldigte für den adäquat kausal durch die fahrlässige schwere Körperverletzung von Frau X._ verursachten Schaden haftet und schadenersatzpflichtig ist, wobei die Geschädigte bezüglich des Quantitativs auf den Zivilweg zu verweisen sei.
4. Kostenfolge sei die Gesetzliche.
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Anträge Beschuldigter (Y._):
1. Y._ sei des Vorwurfes der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 32 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG freizusprechen.
2. Y._ sei eine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen und die Untersuchungs- und Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.
3. Die Zivilklage sei kostenfällig abzuweisen.
G. Die öffentliche Urteilsverkündung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 4. März 2015 statt. Die Vorsitzende verlas das Dispositiv und begründete das Urteil kurz. Nach der mündlichen Urteilsbegründung erklärte die Privatklägerin (X._) mündlich zu Protokoll, dass sie gegen das Urteil Berufung anmelde.
H. Das Bezirksgericht Maloja teilte am 5. März 2015 den Parteien das Urteilsdispositiv mit.
I. Mit jeweiligen Eingaben vom 5. März 2015 bzw. 11. März 2015 meldeten sowohl die Privatklägerin als auch die Staatsanwaltschaft schriftlich Berufung gegen das Urteil an.
J. Am 23. Oktober 2015 teilte das Bezirksgericht Maloja den Parteien das schriftlich begründete Urteil mit. Darin erkannte es, was folgt:
"1. Y._ wird vom Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB und der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG freigesprochen.
2. Die Zivilklage der Privatklägerin wird abgewiesen.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1'175.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 349.00
- Gerichtsgebühr CHF 3'000.00
Total CHF 4'524.00
werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 1'524.00 zu Lasten des Kantons Graubünden und CHF 3'000.00 zu Lasten des Bezirksgerichts Maloja.
4. Y._ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zu Lasten des Bezirksgerichts Maloja von CHF 6'326.80 inkl. Spesen und MwSt. zugesprochen.

## Considerations