# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4cc7eea3-9c5b-48c4-8556-01b578583ef0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. fuhr am 23. Oktober 1992 mit seinem Personenwagen von A. in Richtung B.. Auf der Höhe der Abzweigung nach C. erlitt er einen Autounfall. Im Rahmen der nachfolgenden Hospitalisierung wurde eine Kalottenimpressionsfraktur links temporoparietal mit diversen Rissquetschungen im Bereich des Scalps sowie Wirbeldeckplattenfrakturen im Bereich der Brustwirbelsäule diagnostiziert.
B. In ihrem Bericht vom 27. Dezember 2005 hielt Dr. med. D., Fachärztin FMH Neurologie, im Wesentlichen fest, seit dem Verkehrsunfall im Jahr 1992 hätten im Verlauf wöchentliche, stechende, drei bis vier Stunden anhaltende Kopfschmerzen wechselnder Lokalisation von leichter bis mässiger Intensität ohne vegetative Begleiterscheinungen bestanden. Seit rund drei Monaten bestünden nun bilateral symmetrische, druckartige Kopfschmerzen über dem Vertex betont und zumeist mittlerer Intensität, welche sich im Tagesverlauf steigern könnten und dann ohne Seitenbetonung pulsierend seien und frühere Schmerzstufen erreichen könnten. In Betracht kämen verschiedene auslösende/begünstigende Faktoren: chronische Nackenverspannungen bei überwiegender Schreibtischtätigkeit; Verletzung/Störung der Kopfmuskeln durch das Schädeltrauma 1992 mit muskulärer Dysbalance und Senkung der Kopfwehschwelle; ständige hohe Arbeitsbelastung mit fehlendem Ausgleich; sportliche Aktivitäten ohne ausreichende Trinkmenge; Kopfweh als Begleitsymptom eines Infektes mit grippalen Symptomen (infektiologische Abklärungen negativ; HIV-Status?); dekompensierender Astigmatismus in Verbindung mit Bildschirmarbeit; Analgeticaüberkonsum; Noxen wie Nikotin und Alkohol. Weder , elektroenzephalographisch noch MR-tomographisch fänden sich sichere Hinweise für eine symptomatische Kopfwehursache.
C. Am 10. März 2006 meldete der Hausarzt von X., Dr. med. E., bei der Unfallversicherung F. einen Rückfall an. Die Diagnose lautete auf Spannungskopfschmerzen.
D. Mit Bericht vom 12. April 2006 führte der Vertrauensarzt der F., Dr. med. G., hauptsächlich aus, aus dem Bericht von Dr. med. D. vom 27. Dezember 2005 gehe hervor, dass X. mit grosser Wahrscheinlichkeit an Spannungskopfschmerzen leide, welche durch verschiedene auslösende/begünstigende Faktoren verursacht würden. Dabei komme dem Schädeltrauma aus dem Jahr 1992 allerdings nur eine geringgradige Bedeutung zu, so dass das Kriterium der „überwiegenden Wahrscheinlichkeit“ nicht gegeben und somit ein Rückfall zu verneinen sei.
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E. Mit Verfügung vom 9. Mai 2006 teilte die F. X. mit, gemäss der Beurteilung ihres Vertrauensarztes vom 12. April 2006 bestehe kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 23. Oktober 1992 und den jetzigen Beschwerden. Die F. sei demnach nicht leistungspflichtig. Die Behandlungskosten seien bei der Krankenkasse geltend zu machen. Dagegen erhob X. am 8. Juni 2006 Einsprache.
F. PD Dr. med. H., Spezialarzt für Neurologie, hielt in seinem Bericht vom 28. Juni 2006 fest, die Kopfschmerzen bestünden sei dem Schädel-/ Hirntrauma und hätten sich mit der Zeit gewandelt. Einerseits bestehe ein migräneartiger Kopfschmerz, der sehr stark und heftig sei. Andererseits träten zusätzlich Druckkopfschmerzen auf, welche insbesondere bei konzentriertem Arbeiten intensiver würden. Selbstverständlich könne man diskutieren, ob diese Kopfschmerzen mit dem ausserordentlich schweren Schädel-/Hirntrauma einen Zusammenhang aufweisen würden. Dies sei durchaus möglich, da der Patient früher kein Kopfschmerzmensch gewesen sei und die Kopfschmerzen initial im zeitlichen Zusammenhang mit dem Trauma aufgetreten seien. Andererseits liege der Zeitpunkt des Traumas nun aber mehr als ein Jahrzehnt zurück.
G. Mit vertrauensärztlichem Bericht vom 19. Oktober 2006 teilte Dr. med. G. unter anderem mit, die ärztliche Behandlung sei am 17. März 1993 abgeschlossen worden. Im Jahr 1996 sei eine neurologische Nachkontrolle inklusive MRI und EEG durchgeführt worden. Neue Erkenntnisse und Konsequenzen hätten sich aus jener Abklärung angeblich nicht ergeben. Aus seiner persönlichen Besprechung vom 26. September 2006 mit X. könne er schliessen, dass dieser seit dem Verkehrsunfall im weiteren Verlauf wöchentliche, stechende, drei bis vier Stunden anhaltende Kopfschmerzen unterschiedlicher Lokalisation von leichter bis mässiger Intensität erleide. Zusätzlich bestehe seit dem Unfallgeschehen ein linksseitiger Tinnitus, mit welchem X. zu leben gelernt habe. Dr. med. D. nehme in ihrem Bericht zur Unfallkausalität nicht explizit Stellung und zähle nur eine Reihe möglicher Ursachen für den Kopfschmerz auf. Auch die Meinung von PD Dr. med. H. lasse lediglich einen „möglichen pathogenischen Einfluss eines Schädel- /Hirntraumas 1992“ zu, wobei festzuhalten sei, dass nie Hinweise oder Befunde für ein Hirntrauma vorgelegen hätten. Der neu aufgetretene Kopfschmerz habe aus der Sicht des Vertrauensarztes mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Zusammenhang mit dem 12 Jahre zurückliegenden Unfallereignis, weshalb ein Rückfall abzulehnen sei.
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H. Mit Schreiben vom 29. August 2006 forderte X., vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y., die Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens insbesondere betreffend Unfallkausalität. Aufgrund der überlassenen Akten sei tatsächlich anzunehmen, dass X. seinerzeit einen sehr schweren Unfall erlitten habe und die von ihm genannten Beschwerden durchaus und nachvollziehbar mit den damals erlittenen Verletzungen in Zusammenhang stehen könnten.
I. Mit Einspracheentscheid vom 7. Dezember 2006 wies die F. die Einsprache von X. vollumfänglich ab. Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Beurteilungen lägen keine überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 23. Oktober 1992 zurückgehenden Faktoren für die aktuellen Beschwerden mehr vor.
K. Am 26. Juli 2007 teilte Rechtsanwältin lic. iur. Y. ihrer Berufshaftpflichtversicherung, der I., mit, sie habe in ihrem Mandat mit X. aufgrund eines Berechnungsfehlers die Beschwerdefrist verpasst und deshalb auf die Einreichung der Beschwerde verzichtet.
L. Mit Schreiben vom 27. Oktober 2009 forderte X., welcher nunmehr durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Roland Hochreutener vertreten wurde, die I. auf, ein umfassendes Gutachten zur Frage zu veranlassen, ob ein Kausalzusammenhang zwischen den bestehenden Kopfschmerzen und dem ausserordentlich schweren Schädel-/Hirntrauma überwiegend wahrscheinlich sei. Am 17. Dezember 2009 antwortete die I., aufgrund der ihr zur Verfügung stehenden Akten sei nicht davon auszugehen, dass das Verwaltungsgericht Graubünden die Beschwerde gutgeheissen und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die F. zurückgewiesen hätte. Der ablehnende Entscheid der Unfallversicherung sei deshalb zu Recht erfolgt, weshalb X. durch das Verhalten seiner damaligen Rechtsvertreterin kein Schaden entstanden sei.
M. In einem von X. in Auftrag gegebenen Gutachten des K. (K.) vom 18. August 2010 kamen PD Dr. iur. L. und Prof. Dr. med. M. zum Schluss, dass das Verwaltungsgericht Graubünden einem Rückweisungsantrag zugestimmt hätte. Ein Abschluss der Angelegenheit ohne eine vorgängige fachärztliche gutachterliche Beurteilung sei nicht zulässig, da die bisherigen medizinischen Abklärungen nicht genügten, um einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung zu verneinen.
N. Mit Gesuch vom 12. Dezember 2011 stellte X. folgende Rechtsbegehren:
„1. Es sei im Rahmen einer vorsorglichen Beweisführung ein umfassendes polydisziplinäres Gutachten zur Klärung der
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Unfallkausalität der beim Gesuchsteller bestehenden gesundheitlichen Beschwerden zu veranlassen.
2. Unter entsprechenden Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchsgegnerin.“
In ihrer Stellungsnahme vom 16. Februar 2012 beantragte Rechtsanwältin lic. iur. Y., auf das Gesuch sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge nicht einzutreten, eventuell sei es abzuweisen.
O. Mit Entscheid vom 27. Februar 2012, mitgeteilt am 5. März 2012, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht N.:
„1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.
2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'000.00 (Entscheidgebühr) gehen zu Lasten von X.. Er hat diesen Betrag dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
b) X. hat Y. mit CHF 1'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations