# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0dab1677-618f-47ef-a936-52f2090d57cc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war seit dem
1.
April 1997 bei
der
Y._
, als Wärmebehandler angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallversi
chert
,
als ihm am
23.
Januar 2014 beim Anh
e
ben eines Ringes die Hakenkette (Kranhaken) vom Werkstück rutschte und gegen sein rechtes Knie prallte (
Urk.
8/1). Anlässlich der Erstbehandlung im
Z._ vom selben Tag
wurde eine Kniekontusion rechts diagnostiziert, wobei radiologisch keine
ossäre Läsion
nachweisbar war (
Urk.
8/11). Es resultierte eine volle Arbeitsunfähigkeit. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 3. August
2015
(Urk. 8/81)
stellte die
SUVA
die Versiche
rungs
lei
stungen per
1. Januar
2015 ein.
Zur
Begründ
ung
führte sie aus, dass die geklagten Kniebeschwerden rechts nicht mehr unfallbedingt, sondern aus
schliesslich krankhafter Natur seien.
Dagegen
erhob der Versicherte
am 21. August
2015 Einsprache
(
Urk.
8/83),
welche die SUVA mit Entscheid vom 19. Oktober 2015 abwies (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 18. November 2015 Beschwerde und beantragte, der Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm weiterhin Leistungen der Unfallversicherung nach Massgabe der persistierenden Arbeitsunfähigkeit von mindestens 10 % sowie eine angemessene Integritäts
entschädigung von mindestens 5 % zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Vorliegen der Begutachtung der Invalidenversicherung sowie um Gewährung der unentgeltli
chen Rechtspflege und Bestellung von Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas als unentgeltlichen Rechtsvertreter (Urk. 1 S. 2). Die SUVA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2016 (Urk. 7), in Abweisung der Beschwerde sei ihr Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2015 zu bestätigen. Dem Sistierungs
begehren sei nicht stattzugeben, da der medizi
nische Sachverhalt in Bezug auf die Unfallfolgen hinreichend abgeklärt und demzufolge ein allfälliges Gutachten der Invalidenversicherung zur Beurteilung der vorliegenden Streitsa
che entbehrlich sei.
Mit Verfügung vom 10. Februar 2016 (Urk. 12) wies das hiesige Gericht sowohl das Sistierungsbegehren als auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertre
tung ab. Mit Schreiben vom 14. März 2016 (Urk. 14) erstattete der Beschwer
deführer unter Beilage eines Schreibens (Urk. 15) seine Replik. Innert ange
setzter Frist ging keine Duplik seitens der Beschwerdegegnerin ein, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Mai 2016 (Urk. 18) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Schreiben vom 25. August 2016 (Urk. 19) liess der Beschwerdeführer die neueste E-Mailkorrespondenz zwischen ihm und der Beschwerdegegnerin (Urk. 20/1-2) ins Recht legen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
10 Abs
.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
sicherungsrechts,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs.
1 UVG ein Taggeld zu
.
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der
Rente
nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rente
nbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
spre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt zusammengefasst dafür, dass sie die Ver
siche
rung
s
leistungen
per 1. Januar
2015
eingestellt habe, da mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit habe nachgewiesen werden können, dass
spätestens zu diesem Zeitpunkt keine organischen
Unfallfolgen mehr vorgelegen seien.
Unter diesen Umständen
sei
weder eine I
nvalidenrente noch eine Integri
täts
ent
schädigung geschuldet (Urk. 2). Der Beschwerdeführer sei umfassend abgeklärt worden und die medizinischen Beurteilungen ergäben ein klares Bild (Urk. 7).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor, der in den ärztlichen Berich
ten erwähnte partielle Einriss in der Quadrizepssehne medial sei im Einsprache
entscheid nicht einmal erwähnt, geschweige denn thematisiert worden. Die Beschwerdegegnerin habe seine
Beschwerden plötzlich als krankheitsbedingt entstanden abgetan. In Tat und Wahrheit hätten offensichtlich krankheits- und unfallbedingt entstandene Beschwerden zusammen persistiert, wobei der vorer
wähnte partielle Einriss, der nach dem prima-facies-Beweis anlässlich des Unfalls vom 23. Januar 2014 habe entstanden sein müssen, an der gesamten Problematik mitwirke (Urk. 1).
Replicando machte er geltend, mit keinem „Jota“ sei in den medizinischen Beur
teilungen und Akten die Rede davon gewesen, dass er 1988 den Zeigefinger links vollständig verloren und im Jahre 1993 seinen rechten Zeigefinger verletzt habe, wobei der letztere Fall über die Beschwerdegegnerin gelaufen sei. Zu den entsprechenden Einschränkungen sei er nicht befragt worden (Urk. 14 und Urk. 15).
3.
3.1
Dr. A._, Leitender Arzt Chirurgie am Z._, gab in seinem Bericht vom 27. Januar 2014 betreffend Radiologiebefund (Urk. 8/17) an, es bestehe eine regelgerechte Gelenksstellung im rechten Kniegelenk bei intakten ossären Strukturen. Am oberen Patellapol, am Ansatz der Quadrizepssehne zeige sich eine knöcherne Ausziehung im Sinne einer knöchernen Ansatztendinopathie. Eine Fraktur sei nicht ausgewiesen.
3.2
Im handschriftlichen – an die Beschwerdegegnerin gerichteten – Arztbericht vom Z._ vom 17. Februar 2014 (Urk. 8/11) erklärte Assistenzarzt B._, eigenen Angaben zufolge sei dem Beschwerdeführer ein Haken gegen das rechte Knie geprallt. Nun habe er starke Schmerzen; bei Belastung nähmen diese aber nicht zu. Assistenzarzt B._ beschrieb eine Rötung und Schwel
lung im Bereich des medialen Kniegelenksspalts rechts, einen minimen Kniege
lenkserguss bei Bewegungsumfang von 0-0-130°, röntgenologisch bestehe eine Verknöcherung der Quadrizepssehne, indes keine ossäre Läsion. Seine Diagnose lautete auf eine Knie-Kontusion rechts.
3.3
Dr.
med.
C._
vom
D._
hielt gestützt auf das MRI vom
7.
März 2014 (
Urk.
8/18) fest, dieses zeige einen mässigen Bone bruise am medialen Femurkondylus anteromedial, welcher mit der durchge
machten Kontusion vereinbar
sei. Eine
allfällige Fraktur
sei aber nicht nachge
wiesen
. Es bestehe ein
e
leichte Grad II–Degeneration im Innenmeniskushinter
horn. Es bestünden weder Meniskusrisse noch sonstige Kniebinnenläsionen.
3.4
SUVA-Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, gab in seiner Beurteilung vom 21. Mai 2014 (Urk. 8/27) an, es bestehe eine unklare Ergussbildung des rechten Kniegelenks mit Schmerzen im ventromedialen Tibiakopf rechts nach Kontusion im medialen Kniegelenks
bereich durch wegschnellenden Kranhaken am 23. Januar 2014. Vier Monate nach einer Kniegelenkskontusion zeige der Beschwerdeführer noch ein deutli
ches Schmerzhinken rechts. Auffällig sei ein Kniegelenkserguss, der initial wohl nicht vorhanden gewesen und auch nicht zum Zeitpunkt der MRI-Untersuchung vom 7. März 2014 beschrieben worden sei. Die Untersuchungsbefunde seien für ihn nicht klar verwertbar. Das MRI weise auf eine stattgehabte Kontusion im Bereich des medialen Kniegelenksbereiches hin. Dort, wo ein Bone bruise nach
gewiesen worden sei, sei klinisch keine Auffälligkeit vorhanden. Dort, wo intensive Beschwerden angegeben würden, könne dies nicht mit dem MRI-Be
fund korreliert werden. Meniskuszeichen seien nicht sicher verwertbar. Da nun aber doch ein Kniegelenkserguss vorliege, habe er dem Beschwerdeführer eine Vorstellung in einer Kniesprechstunde angeraten (S. 4).
3.5
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Orthopädie Untere Extremitäten
an
der
G._
, Muskulo-Skelettal Zentrum, nannte in seinem Bericht vom 1
6.
Oktober 2014 (
Urk.
8/39) die Diagnose (S. 1):
Status nach Kniekontusion medial rechts mit persistierenden Kniegelenks
beschwerden
Persistierende Schmerzen bei valgischer Beinachse nach möglicher Par
tialläsion sowie des medialen Seitenbandes sowie Periostver
letzung und Impressionszone am medialen Femurkondylus
Er hielt fest, der Bone bruise vom März 2014 könne im MRI nicht mehr nachge
wiesen werden. Anhaltspunkte für eine Kniebinnenläsion gebe es keine. Er empfehle das konsequente Tragen einer varisierenden Knieorthese zur Entlas
tung des medialen Seitenbandes sowie der Weichteilstrukturen, da eine Weich
teilüberlastung medial nach Kontusion nach wie vor im Rahmen der valgischen Beinachse symptomatisch sei.
3.6
PD Dr. med. H._ vom D._ beschrieb in seinem Bericht vom 16. Oktober 2014 (Urk. 8/45) betreffend MRI vom selben Tag eine fokale tiefe Knorpelfissur caudal an der Trochlea femoris. Im Übrigen seien di
e Knorpel regelrecht. Es bestehe ein leicht erhöhtes Signal im Hinterhorn des medialen Meniskus, ohne einen in die Oberfläche einstrahlenden Riss. Ein Markraumödem liege nicht vor, aber eine Tendoperiostose am Ansatz der Quadrizepssehne am Patellaoberpol.
3.7
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, hielt in seiner Beurteilung vom 1
9.
November 2014 (
Urk.
8/53) folgende Diagnosen fest (S. 5):
Status nach direkter Kontusion anteromedial am rechten Knie 2
3.
Januar 2014
Persistierendes anteromediales Knieschmerzsyndrom rechts bei vermute
ter Weichteilüberlastung medial bei Valgusfehlstellung
Er äusserte sich wie folgt: Die im neuen MRI vom 1
6.
Oktober 2014 festgestellte Knorpelfissur in der Trochlea femoris könne vom Mechanismus her nicht als unfallkausal gewertet werden. Die Kontusionierung
sei
schliesslich medial
erfolgt,
nicht anterior und die Schädigung sei bei der ersten MRI-Untersuchung des rechten Knies am
7.
März 2014 auch nicht beschrieben worden. Es handle sich also um eine degenerativ
b
edingte Schädigung, die wohl für die vorüberge
hende Ergussbildung zum Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr.
E._
am 2
1.
Mai 2014 verantwortlich gewesen sei. Heute klage der Beschwerdeführer über andauernde, belastungsabhängige Schmerzen medial am rechten Knie. Kli
nisch sei das gezeigte Hinken deutlich wechselnd und wirke etwas demonstrativ. Eine Schonung des rechten Beines in den letzten Monaten müsse aber anhand des leichten muskulären Defizits angenommen werden, wohl nicht zuletzt wegen der vor einem Monat verordneten valgisierenden Knieschiene, die aber subjektiv dem Beschwerdeführer kaum eine grosse Verbesserung gebracht habe. In Übereinstimmung mit
Dr. F._
, der den Beschwerdeführer in der
G._
betreue, könnten die Beschwerden nicht mehr auf die initiale Kontusion medial am rechten Knie zurückgeführt werden. Bekanntermassen heilten direkte Kontusionen innerhalb einiger Wochen oder weniger Monate aus.
Dr. F._
gehe denn auch von einer Weichteilüberlastung medial aus bei bestehendem Knievalgus. Er schliesse sich dem an.
In der Gesamtschau rate er der Administration, den Fall per 3
1.
Dezember 2014 zu terminieren, allfällig dann noch bestehende Beschwerden könnten nicht mehr als Folge der direkten Kontusion am Knie betrachtet werden (S. 5 f.).
3.8
Dr.
med.
J._
von der
K._
hielt in ihrem Bericht vom 2
5.
Januar 2015 betreffend 3-Phasen-Skelett-Szintigraphie und CT des rechten Knie inkl. SPECT/CT-Fusion (
Urk.
8/74
/2-3
) folgende Diagnosen fest (S.
1):
Status nach Kontusion Knie rechts mit erheblichen Restbeschwerden medial, valgische Beinachse
Unauffälliger MRI-Befund, initial Ödembildung femoral, im Verlauf ver
schwunden
Sie führte aus, rechts bestehe ein deutlich aktivierter Enthesophyt mit angren
zend kleineren Ossikeln an der Basis der Patella und Insertionstendopathie der Quadrizepssehne mit direkt proximal der Ossikel nach anteromedial hin partiel
lem Einriss in der Quadrizepssehne.
3.9
Dr. F._
führte in seinem Bericht vom
4.
Februar 2015 (
Urk.
8/64) – nach Wieder
holung seiner am 1
6.
Oktober gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.4 hievor) – aus, konventionell radiologisch bestehe eine chronische Enthesiopathie am pro
ximalen Patellapol sowie an der Tuberositas tibiae. Klinisch liege kein Quadri
zepssehneneinriss vor. Die Extensionskraft sei normal und uneingeschränkt. Die Mehranreicherung in der Szintigraphie interpretiere er als eine chronische Ent
hesiopathie der Quadrizepssehne sowie der Patellarsehne an der Tuberositas tibiae. Im medialen sowie lateralen Kompartiment des Kniegelenkes zeige sich keine vermehrte Stoffwechselreaktion in der szintigraphischen Untersuchung. Die Schmerzen würden fast ausschliesslich und mit Punctum maximum im medialen Kniekompartiment, im medialen Femurkondylus und Retinaculum projiziert. Hier könnten keine Strukturen morphologischer Veränderungen mehr nachgewiesen werden. Seine Behandlung erachte er nun als abgeschlossen.
3.10
SUVA-Kreisarzt
Dr. I._
hielt in seinem – seine Beurteilung vom 19.
No
vember 2014 (vgl. E. 3.
7
hievor) ergänzenden – Bericht vom
9.
Juli 2015 (
Urk.
8/76) fest, die Bilder und der Befund
der SPECT-Szintigraphie lägen zwar noch nicht im Original vor; die detaillierte Angabe des Befundes durch Dr. F._ bei der Kontrolle vom 4. Februar 2015 sei jedoch ausreichend, bestätige seine (Dr. I._) Einschätzung anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. November 2014 und unterstütze damit auch die Terminierung der Leistun
gen im Schadenfall per 1. Januar 2015: Es bestünden keine organischen Folgen der Kontusion des medialen Kniegelenkbereichs rechts vom 23. Januar 2014. Die szintigraphische Auffälligkeit am Oberrand der Patella und über der Tuberositas tibiae, die von Dr. F._ korrekterweise als Enthesiopathie (= Reizerscheinung/Entzündung im Bereich des Überganges von Sehne zu Kno
chen) beurteilt worden sei, seien nicht Unfallfolge, sondern rein degenerativer Natur; die beiden angegebenen Lokalisationen seien von der Kontusion an der Innenseite des rechten Knies nicht betroffen gewesen (S. 2).
4.
4.1
In Bezug auf den vom Beschwerdeführer geltend gemachten partiellen Einriss in der Quadrizepssehne ist festzuhalten, dass dieser das erste Mal im Januar 2015 von Dr. J._ – also ein Jahr nach dem Unfall – festgestellt wurde (vgl. E. 3.8 hievor). Vorher war davon nie die Rede gewesen. Dr. A._ stellte im Januar 2014 lediglich eine knöcherne Ansatztendinopathie, also eine Erkran
kung der Sehne am Knochen am Ansatz der Quadrizepssehne fest (E. 3.1 hievor). Ebenso handelt es sich bei der von PD Dr. H._ diagnostizierten Ten
doperiostose am Ansatz der Quadrizepssehne am
Patellaoberpol (E. 3.6 hievor
)
um eine degenerative Erkrankung der Sehne.
Zudem verneinten sowohl Dr. F._ als auch Dr. I._ aus klinischer Sicht einen entsprechenden Quadri
zepssehneneinriss. Vielmehr ging Dr. F._ von einer chronischen Enthesiopathie der Quadrizepssehne sowie der Patellarsehne an der Tuberositas tibiae aus, was auch Dr. I._ bestätigte. Letzterer hielt explizit fest, dass es sich dabei nicht um eine Unfallfolge, sondern um eine (krankheitsbedingte) Degeneration han
delt, und verneinte organische Folgen der Kontusion des medialen Kniegelenk
bereichs rechts vom 23. Januar 2014. Überdies postulierte er gar den Fallab
schluss per 31. Dezember 2014 (E. 3.7 und 3.10 hievor). Vor dem Hintergrund, dass die szintigraphischen Auffälligkeiten den Oberrand der Patella und die Tuberositas tibiae betrafen, welche nicht von der Kontusion an der Innenseite des rechten Knies tangiert worden waren,
sind seine Ausführungen plausibel
(vgl. E. 3.10 hievor)
.
Demnach ist ein allfälliger – soweit ein solcher überhaupt besteht – partieller Einriss in der Quadrizepssehne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen. Anderweitige (Anhaltspunkte für) Risse oder Läsio
nen konnten nicht festgestellt werden; so hielten insbesondere die Dres. C._ und F._ fest, dass weder Meniskusrisse noch sonstige Kniebinnenläsionen bestünden (E. 3.3 und E. 3.5 hievor).
In Bezug auf die von PD Dr. H._ festgestellte fokale tiefe Knorpelfissur caudal an der Trochlea femoris hielt Kreisarzt Dr. I._ überdies – da die Kontu
sionierung medial und nicht anterior erfolgte – einleuchtend fest, dass sie auf
grund des Mechanismus nicht unfallkausal ist. Zudem war auf dem ersten MRI vom März 2014 keine entsprechende Schädigung ersichtlich, was Dr. I._ bestätigte. Seine Ausführungen, wonach es sich dabei um eine degenerativbe
dingte Schädigung handelt, sind nachvollziehbar.
Sodann ist festzuhalten, dass die Beurteilung von Dr. I._ die vom Beschwer
deführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksich
tigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situation Rechnung trägt (vgl. Urk. 8/53). Seine Ausführungen, insbesondere seine Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und Beurtei
lung der medizinischen Situation sind schlüssig und in sich widerspruchsfrei. Anhaltspunkte, die gegen ihre Zuverlässigkeit sprächen, sind nicht ersichtlich. Sein Bericht erfüllt damit sämtliche Voraussetzungen an eine beweiskräftige medizinische Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 1.4 und E. 1.5 hievor), weshalb auf seine Einschätzung abgestellt werden kann.
4.2
Gestützt auf die Ausführungen von Dr. I._ sowie die zahlreichen bildge
ben
den Abklärungen ist somit von einer zwischenzeitlich erfolgten Aus
heilung der direkten Kontusionen auszugehen, zumal auf den Röntgenbildern – neben intak
ten Bändern – nichts Gegenteiliges mehr zu sehen ist. Strukturelle beziehungs
weise organische Folgen der Kniekontusion vom 23. Januar 2014 sind somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen, womit die geklagten Beschwerden nicht mehr als unfallkausal zu betrachten sind. Gegen
teilige Beurteilungen liegen nicht vor und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
4.3
Nach dem Ausgeführten
fehlt
es
an der Unfallkausalität der über Januar 2015 hinaus geklagten Beschwerden, womit die
Leistungseinstellung per 1. Januar 2015 nicht zu beanstanden ist. Demzufolge erfolgte
der leistungsabweisende Einspracheentscheid vom
19. Oktober 2015 (Urk. 2) zu Recht, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.