# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9c3bee05-f37b-4d0e-a931-5b13455221d0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, Mutter von zwei Kindern (geboren 1991 und 1996), arbeitete von September 1989 bis September 1992 im Reinigungsdienst eines Hotels; anschliessend war sie nich
t mehr
erwerb
stätig (vgl. Urk. 9/1-2; Urk. 9/6; Urk. 9
/8). Am 14. Februar 2007 meldete sie sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung (Arbeit
svermitt
lung, Rente) an (Urk. 9
/2). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 12. Mai 2010 eine befristete ganze Invalidenrente von Dezember 2007 bis
Juni 2008 zu (Urk. 9
/67). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
4.
Februar 2011 im Verfahren Nr. IV.2010.00568 in dem Sinne gut, dass die
Rente ohne Befristung zugesprochen wurde (
Urk.
9/75).
1.2
Nach Eingang ein
e
s am 1
7.
Juli 2012 erstatteten Gutachtens (
Urk.
9/104) und
dem Bericht über
eine Haushaltabklärung (
Urk.
9/106) sowie durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
9/110,
Urk.
9/112,
Urk.
9/118) stellte die IV-Stelle die bisher gewährte Rente mit Verfügung vom 2
3.
April 2013 ein (
Urk.
9/120 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
2.
Mai 2013 gegen die Verfügung vom 2
3.
April 2013
(
Urk.
2) Beschwerde und beantragte zur Hauptsache, es sei ihr weiterhin eine Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1). Am 2
0.
Juni 2013 ergänzte sie ihre Eingabe (
Urk.
6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2013 (
Urk.
8) die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen.
Daraufhin holte das Gericht bei den Ärzten der MEDAS Zentralschweiz ein Gut
achten ein, das am 1
0.
April 2014 erstattet wurde (
Urk.
23). Dazu nahm die Be
schwerdeführerin am 2
7.
Juni 2014 (
Urk.
29) und die Beschwerdegegnerin am
5.
August 2014 (
Urk.
33)
Stellung, was der Beschwerdeführerin am 1
5.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
34).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 des
Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine
Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich ge
blie
bener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität
und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
;
ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro
gre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch
nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
;
„Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz kon
sequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte
Rehabilitations
mass
nahmen
bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Hal
tung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je aus
ge
prägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind
–
aus
nahms
weise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu vernei
nen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chro
nic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April
2010 E.
2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E.
5), bei dissoziativen Bewe
gungs
störungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April
2008 E.
3.4), bei einer HWS-Ver
let
zung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funktionsfä
lle
(BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet
.
1.3
Zu den Tatsachenfeststellungen zählt, ob eine anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
(oder ein damit vergleichbarer
syndromaler
Zustand) vorliegt, und be
jahendenfalls, ob eine psychische
Komorbidität
oder weitere Umstände gegeben sind, welche die Schmerzbewältigung behindern. Als Rechtsfrage frei überprüf
bar ist, ob eine festgestellte psychische
Komorbidität
hinreichend er
heblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genü
gen
der Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht
mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf
eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten (BGE 137 V 64 E.
1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer letzten Stellungnahme (
Urk.
33) auf
den Standpunkt, gemäss dem psychiatrischen Teilgutachten sei aus psychiatri
scher Sicht von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes im Ver
gleich zum Untersuchungsbericht vom März 2010 auszugehen (S.
1 f.
Ziff.
1).
Aus somatischer Sicht bestehe eine - näher umschriebene - ganztägige Arbeits
fähigkeit (S. 2
Ziff.
2). Die diagnostizierte chronische Schmerzstörung sei - aus näher dargelegten Gründen - als nicht invalidisierend im Rechtssinn zu werten (S.
2 f.
Ziff.
3). Im 75
%
einnehmenden Erwerbsbereich bestehe eine Einschrän
kung von 10
%
, im (25
%
einnehmenden) Haushaltsbereich eine sol
che von 13.9
%
, mithin betrage der Invaliditätsgrad rund 11
%
(S. 3
Ziff.
4).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer letzten Stellungnahme (
Urk.
29) gel
tend
, im Gerichtsgutachten werde nebst einer chronischen Schmerzstörung ins
beson
dere eine leichte depressive Episode diagnostiziert, womit die Situation derjeni
gen in einem bestimmten Urteil des Bundesgerichts vergleichbar sei (S.
1
f.
Ziff.
1a).
Gestützt auf die Ausführungen im psychiatrischen Teilgutachten sei von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von maximal 70
%
auszugehen (S.
2 oben). Sodann sei beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug von 20
%
zu
berücksichtigen (S.
2
Ziff.
1b)
,
und
sie
sei als Vollerwerbstätige zu qualifizieren (S. 2
Ziff.
2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, welche anspruchsrelevanten Schlussfolgerun
gen sich aus dem Gerichtsgutachten ergeben und allenfalls, wie es sich mit der Qualifikation und einem eventuellen Leidensabzug verhält.
Unstrittig ist, dass sich der medizinische Sachverhalt im Vergleich zum Sach
ver
halt, welcher der
Rentenzusprache
im Mai 2010 zugrunde lag, so verän
dert hat,
dass die Voraussetzungen von
Art.
17 ATSG (vorstehend E. 1.1) erfüllt sind.
3.
3.1
Am 1
0.
April 2014 erstattete
Dr.
med.
Y._
, Rheumatologie, Chefarzt, MEDAS
Zentralschweiz, ein Gutachten im Auftrag des Gerichts (
Urk.
23/1). E
r
stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S.
2 ff.), die Angaben der Versi
cherten (S.
10 ff.), die von ihm am 1
9.
März 2014 (vgl. S.
1) erhobenen Befunde (S.
14
ff.) sowie ein orthopädisches (
Urk.
23/5) und ein psychiatrisches (
Urk.
23/6)
Teilgutachten.
3.2
Der Gutachter stellte folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 23
Ziff.
4.1):
Restbeschwerden bei kongenitaler Hüftdysplasie mit hoher Luxation und Bildung einer Neoarthrose beidseits
St
atus nach
Implantation einer Total-
Endoprothese
und Trochanter-Osteotomie rechts
am
2
1.
März
2007
St
atus nach
Implantation einer Total-
Endoprothese
und Trochanter-Osteotomie links
a
m
4.
Oktober
2007
Entfernung des
Cerclage
-Materials beidseits,
Bursektomie
Trochanter
major
beidseits
und
Tractus
-Revision links am 30
.
Januar
2009
m
uskuläre
Glutealschwäche
k
omplizierte protrahierte Trauerreaktion (ICD-10 F38.8), entsprechend einer leichten
depressiven Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41)
Differentialdiagnose (
DD
)
:
Fibromyalgie
-Syndrom
Als
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit
Krankheitswert
, nannte er u
nspezifische Rückenschmerzen
, einen Hohlfuss und eine le
ichte Arthrose im
Lisfranc
-Gelenk links
, einen
Diabetes mellitus Typ II
(
bekannt seit 2007, eingestellt mit Diät und oralen Antidiabetika
), a
namnestisch
eine
arteriel
le Hypertonie, eine
Nik
otinabhängigkeit sowie
Essattacken bei sons
ti
gen psychischen Störungen
(S. 23
Ziff.
4.2).
3.3
Zur Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter aus somatischer Sicht folgendes
Zu
mutbarkeitsprofil
(S. 24
Ziff.
1f):
Die Versicherte ist ganztags arbeitsfähig für körperlich leichte Arbeiten, vor
wiegend (aber nicht zwingend ausschliesslich) im Sitzen. Kurzzeitige Steh- und Gangphasen von 10 bis 15 Minuten auf ebenem Gelände sind zumutbar. Wei
tere Einschränkungen ergeben sich bezüglich regelmässiger Hebe- und
Trag
leistungen
von über 10 kg, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, häufiges Trep
pensteigen und hüftgelenksbelastenden Zwangshaltungen.
Ferner führte er aus (S. 24 unten):
Aus psychiatrischer Sicht sollte Folgendes beachtet werden: Alles, was die Schmerzen verstärkt, ist ungünstig, da dies wiederum die depressive Sympto
matik verstärken könnte. Sie sollte Kontakt haben, allerdings eher mit gesun
den als mit kranken Menschen. Eine Stelle mit einem ungünstigen Arbeitsklima oder einer konfliktträchtigen Struktur ist ungünstig, da sie mit chronischen Konflikten nicht umgehen kann, da sie einen inneren Druck hat, es allen recht zu machen und perfekt zu arbeiten, was in einer solchen Konstellation nicht möglich ist. Sie braucht auch viel Anerkennung und Unterstützung. Wie dar
gelegt, verfügt Frau X._
nicht über genügend Ressourcen, um ein volles Pen
sum in der freien Wirtschaft zu leisten, die geschätzte Arbeitsfähigkeit liegt bei 70%. Wir sind uns bewusst, dass die von uns gestellten psychiatrischen Di
agnosen der bundesgerichtlichen „Überwindbarkeitspraxis" unterstehen und die Anerkennung der von uns aus medizinischer Sicht geschätzten Arbeitsun
fähigkeit als Invalidität letztlich eine Rechtsfrage ist.
3.4
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
23/6) wurden als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine komplizierte, protrahierte Trauerreaktion -
entsprechend einer leichten depressiven Episode - und eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren genannt (S.
4
Ziff.
4.1) so
wie begründet, weshalb diese und nicht andere (teilweise in früheren Beurtei
lungen angeführte) Diagnosen gestellt wurden (S. 5 ff.).
Ferner führte der Gutachter aus, aufgrund der Trauer/Depression und der Schmer
zen sei die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt (S.
9
f.); zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeits
un
fä
higkeit von etwa 30
%
ausgegangen werden (S. 10 oben).
Schliesslich nahm er zu den im Bereich der Schmerzstörungen für die Rechtsan
wendung massgebenden Kriterien (vorstehend E. 1.2) Stellung und führte aus, es fänden sich
ein mehrjähriger Krankheitsverlauf, chronische körperliche
Be
gleiterkrankungen
, die Stressfolgen sein dürften, mit Trauer und Essstörungen eine psychische
Komorbidität
von einer gewissen Dauer, Schwere und Ausprä
gung, ein gewisser sozialer Rückzug und trotz Wechsel der Therapeutin unbe
friedigende Behandlungsergebnisse (S. 10 unten).
Allerdings könne der Rückzug zumindest teilweise auch durch die geringe In
te
gration erklärt werden und sei nicht sehr ausgeprägt, und der verfestigte, thera
peutisch nicht mehr angehbare innerseelische Verlauf einer an sich miss
glück
ten
, aber entlastenden Konfliktbewältigung lasse sich nicht herausarbeiten (S. 10 f.).
Z
usammenfassend scheine ihm eine teilweise Einschränkung der Arbeitsfähig
kei
t aus psychiatrischer Sicht in diesem Fall auch gemäss den Kriterien des Bundes
gerichts gegeben, was die klinische Einschätzung bestätige (S. 11 oben).
Im Hinblick auf allfällige medizinische Massnahmen führte der Gutachter unter
anderem aus, der Serumspiegel des verordneten Antidepressivums liege unter dem unter
e
n Normwert, während der Hauptmetabolit im unteren Bereich des Norm
wertes liege (S.
11 unten). Die Spiegel zeigten, dass die Beschwerdeführe
rin das Antidepressivum einnehme, aber auch, dass die Dosis erhöht oder ein Wechsel auf ein anderes Antidepressivum diskutiert werden könnte (S. 12 oben).
4.
4.1
Die diagnostizierte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen
Faktoren (ICD-10 F45.41) gehört zu den Beschwerdebildern, bei denen sich die
aus medizinischer Sicht attestierte
Einschränkung und die
anspruchsre
levante
Erwerbsunfähigkeit unter Umständen unterscheiden. Entscheidend ist mithin, ob die aus medizinischer Sicht attestierte Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit aus
psychischen Gründen auch unter Berücksichtigung der für die Rechtsan
wen
dung
massgebend
en
Kriterien (vorstehend E.
1.2)
anspruchsrele
vant
ist.
4.2
Dies ist praxisgemäss der Fall, wenn eine
psychische
Komorbidität
von erhebli
cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
besteht
.
Nebst der Schmerzstörung wurde eine komplizierte protrahierte Trauerreaktion,
entsprechend einer leichten depressiven Episode, diagnostiziert (vorstehend E.
3.2).
Auch die Beschwerdeführerin selber ging davon aus, es
werde eine leichte depressive Episode diagnostiziert (vorstehend E. 2.2).
Das Bundesgericht hat diagnostizierten depressiven Episoden
die Eignung, die erforderliche
Komorbidität
zu begründen,
wiederholt
abgesprochen, dies bei sol
chen
leichten Grades (Urteile
9C_440/2012 vom 1
2.
Juli
2012 E.
3.2, 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2012 E. 3.2, 8C_375/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 3), bei
solchen mittleren (Urteile 8C_162/2013 vom 1
7.
Juli 2013 E.
2.1, 8C_611/2012
vom 1
6.
Oktober 2012, 9C_712/2011 vom 1
8.
September 2012 E.
3.4.1, 8C_183/2012 vom
5.
Juli
2012 E.
7, 8C_375/2011 vom
5.
Juli
2011 E.
3,
8C_80/2011 vom 1
4.
Juni
2011 E.
6.3.1)
oder sogar schweren (Urteil 9C_947/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E. 3.2.1) Grades.
Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf das Urteil 8C_251/2013 vom 1
4.
Februar 2014 ändert daran schon deshalb nichts, weil in diesem Urteil eine mittelgradige (nicht eine leichte) depressive Episode beurteilt wurde, und
dies
nicht unter dem Aspekt der
Komorbidität
, sondern mit der Feststellung, sie ge
höre nicht zu den unklaren Beschwerdebildern im Sinne der Rechtsprechung E.
3.1.2). Bezüge zum vorliegenden Sachverhalt sind keine ersichtlich.
Somit hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass keine psychische
Komor
bidität
besteht.
4.3
Es
bleibt
- und zwar aus der Sicht der Rechtsanwendung (vorstehend E. 1.3)
-
zu prüfen, wie es sich mit den alternativ zur Anwendung kommenden weiteren Kriterien verhält.
Die bestehende Hüftgelenksproblematik (vorstehend E.
3.2) ist als
körperliche Begleiterkrankung
einzustufen.
Allerdings wurde sie 2007 (und revisionsweise 2009) operativ angegangen und das ihretwegen formulierte Zumutbarkeitsprofil (vorstehend E.
3.3) deutet auf zwar nennenswerte, aber nicht übermässige Einschränkungen hin. Vor diesem
Hintergrund kann nicht von einem mehrjährigen
,
chronifizierte
n
Krankheits
ver
l
auf
mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdau
ernde Rückbildung
gesprochen werden.
Sodann nannte der psychiatrische Gutachter zwar einen gewissen sozialen Rück
zug, bezeichnete diesen jedoch als nicht sehr ausgeprägt (vorstehend E.
3.4). Da
mit besteht ke
in ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
.
Ferner bestätigte der psychiatrische Gutachter,
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten,
psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
lasse sich nicht herausarbei
ten.
Im Zusammenhang mit dem Kriterium „
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabi
litationsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (ko
operative Haltung) der versicherten Person
“ wies der psychiatrische Gutachter auf trotz Wechsel der Therapeutin unbefriedigende Behandlungsergebnisse hin.
Dies würde nahelegen, das Kriterium zu bejahen.
Er wies aber auch darauf hin, dass die medikamentöse Behandlung der Depressionsproblematik noch verbes
sert werden könnte und sollte.
Die
s
weist eher da
rauf
hin, dass das Kriterium nicht erfüllt ist.
4.4
Zusammengefasst ergibt sich, dass das erste Kriterium - wenn auch nicht sehr ausgeprägt - erfüllt ist und beim letzten die Beurteilung ambivalent erscheint. Drei der massgeblichen Kriterien jedoch sind
nicht erfüllt
.
Dies rechtfertigt den Schluss, dass die Voraussetzungen, um die durch das Schmerz
leiden bedingte Arbeitsunfähigkeit ausnahmsweise als
anspruchsrele
vant
einzustufen, nicht erfüllt sind.
Somit besteht, abgesehen vom aus somatischen Gründen leicht eingeschränkten
Belastungsprofil, keine für die Invaliditätsbemessung relevante Beeinträchti
gung
der Arbeitsfähigkeit.
4.5
Das
Valideneinkommen
beträgt rund
Fr.
40‘342.--
bezogen auf ein Pensum von 75
%
(
Urk.
9/107), was rund
Fr.
53‘789.-- bei vollem Pensum entspricht.
Damit kann sowohl die Statusfrage als auch die Höhe eines allfälligen Abzugs offen bleiben, denn angesichts des
Valideneinkommens
in der Grössenordnung des Tabellenlohnes für einfache und repetitive Tätigkeiten resultiert mit Sicher
heit kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad.
4.6
Damit erweist sich die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Aufhebung der bisherigen Rente als rechtens, und die dagegen erhobene Beschwerde ist ab
zuweisen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die In
va
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
5.2
Unabhängig davon, dass die Beschwerdegegnerin selber in der
Beschwerdeant
wort
einen zusätzlichen Abklärungsbedarf eingeräumt hat (
Urk.
8), ist festzu
halten, dass die Kosten für das Gerichtgutachten im Umfang von
Fr.
8‘836.75 (
Urk.
25) plus
Fr.
650.60 (
Urk.
27) - wie in Aussicht gestellt (
Urk.
13 S. 5 E. 3) - rechtsprechungsgemäss (BGE 139 V 469 E. 4.4) von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Kosten von
Fr.
9'287.35
für das Gerichtsgutachten werden
der Beschwerde
geg
nerin
auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kosten
pflichtigen nach Eintritt
der Rechtskraft zugestellt.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.