# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b91e3865-543d-583f-ae2c-90cdbad4b03a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
war ab dem 1. Februar 1995 bei der
Y._
AG angestellt und in der Eigenschaft als Linienbus-Chauffeur
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Mit Schadenmeldung vom 20. April 2012 wurde der SUVA gemeldet, dass der Versicherte am
17
. April 2012 einen
Verkehrs
un
fall erlitten habe. Er sei zwischen
Z._
und
A._
unterwegs gewesen, als ein entgegenkommendes Fahr
zeug frontal in
sein Fahrzeug
geprallt sei. Dabei habe er sich Verletzungen am ganzen Körper (systemische Wirkung) in Form von Prellungen
zugezogen
(Urk. 9/1). Die SUVA
kam für die unfallbedingten Behandlungskosten auf (vgl.
die Schreiben vom 30. April 2012 ans
Spital B._
bezüglich Kostengutsprache für die Spitalbehandlung
[Urk. 9/10]
sowie an
Dr.
med.
C._
bezüglich
weitere
medizinische Behandlung
[Urk. 9/11]
) und leistete Taggeldleistungen ab dem 20. April 2012
(vgl. die Mitteilung an die Arbeitge
berin des Versicherten vom 30. April 2012 über die Ausrichtung von
Teil-Tag
geldleistungen
ab dem 20. April 2012 [Urk. 9/8
]
)
.
1.2
Vom
2.
August bis 1
2.
September 2012 war der Versicherte in der Rehaklinik
D._
hospitalisiert
(Urk. 9/74), da
trotz
der nach de
r
Hospitalisation
im
Spital B._
vom 1
7.
b
is 1
8.
April 2012 (
Urk.
9/30)
fortgeführten Therapie
diverse Schmer
zen
persistierten
(vgl.
Interview mit Versichertem [
Urk. 9/
26
] und
Opening-Erst
gespräch
[Urk. 9/27]
vom 15. Juni 2012
,
Interview mit Versichertem vom 27. Juni 2012 [
Urk. 9/36
]
,
Dossier-Triage zur Beurteilung der Indikation für eine Neuro
logische Rehabilitation vom 23. Juli 2012 [
Urk. 9/49
]
und
ärztliche
r
Zwischenbericht von
Dr.
med.
C._
vom 23. August 2012
[
Urk. 9/63
]
)
.
Die SUVA tätigte
daraufhin
Abklärungen im Zusammenhang mit
den
vom
Versicherten
geklagten Kn
iebeschwerden (vgl. die N
otiz
zum Telefongespräch mit dem
Vorgesetzten des
Versicherten
vom 18. September 2012 [Urk. 9/81], die
kreisärztliche Beurteilung
von
Dr.
med.
E._
vom
20
. September 2012 [Urk. 9/83],
den
MRI-Befund
des
Spitals B._
vom 6. September 2012 [Urk. 9/96],
die
MRI-
Röntgenbefunde des Medizinisch Radiologischen Instituts vom 21. S
ep
tember 2012 [Urk. 9/95 S. 2-3
], die beigezogenen Akten der Zürich
Ver
siche
rungs
-Gesellschaft AG im Schadenfall des Versicherten
vom 17. Juni 1990 [Kreuzbandriss am linken Knie;
Urk. 9/108]
, Ber
icht von
Dr.
med.
F._
vom 2. November 20
12 zu den Sprechstunden vom 21.
und 24.
September 2012 [Urk. 9/115] sowie die kreisärztliche Beurteilung von Dr.
med.
E._
, Prakti
scher Arzt und Vertrauensarzt (SGV)
vom 29. November 2012 [Urk. 9/119]).
1.3
Am 19. November 2012 erstattete med.
pract
.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zuhanden des Rechtsanwalts des Versi
cherten einen Bericht, in welchem er die Diagnose eines schweren posttrauma
tischen Belastungssyndroms (ICD-10 F43.1) stellte (Urk. 9/121).
1.4
Mit Verfügung vom 3. Deze
mber 2012 stellte die SUVA die Versicherungs
l
eistungen per
sofort
ein
und verneinte mangels Vorliegens adäquater Unfall
folgen auch einen Anspruch auf weitere Geldleistungen der SUVA in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung. Zur Begründung führte sie aus,
d
er Zustand
der
beiden
Knie
gelenke
, wie er unmittelbar vor dem Unfall vom 17. April 2012 bestanden habe (Status quo ante), sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens am 6. September 2012 wieder erreicht
. Soweit es um die übrigen noch beklagten Beschwerden gehe, seien diese organisch nicht mehr erklärbar und vielmehr psychisch bedingt,
wobei
es am rechtserheblichen Zusammenhang zwischen dem Unfall und den Beschwerden fehle
(Urk. 9/126). Dagegen erhoben am 17. Dezember 2012 die Helsana Versicherungen AG (Urk. 9/133) und am
21
. Ja
nuar 2013
der Versicherte
(Urk. 9/145
) Einsprache.
Die Helsana zog ihre Einsprache nach Durchsicht und Prüfung der medizini
schen Unterlagen am 9. August 2013 wieder zurück (Urk. 9/157).
1.5
Die SUVA unterbreitete die Akten zur Beurteilung der Unfallkausalität im Hin
blic
k auf die Kniebeschwerden
den Kreisärzten
Dr.
E._
und
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates. Diese erstatteten ihre ärztliche Beurteilung am
5
. November 2013 und kamen zum Schluss, die vom Versicherten geklagten Beschwerden an bei
den Kniegelenken seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. Es bestehe auch keine überwiegende Wahr
scheinlichkeit für eine Teilkausalität (Urk. 9/161).
In der Folge
wies die SUVA
d
ie vom Versicherten am
21. Januar 2013
er
hobene Einsprache
mit E
ntscheid vom
27. November 2013 ab (Urk. 2 [= Urk. 9/162
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 13. Januar 201
4 Beschwerde und beantragte, die Verfügung der SUVA vom 3. Dezember 2012
sei aufzuheben, und es sei festzustellen, dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus dem Unfall vom 17. April 2012 auch nach dem 3. Dezember 2012 bestehe, womit insbeson
dere die Taggeldzahlungen und die Heilungskosten weiterhin ungeschmälert zu leisten respektive
nach
zuvergüten
seien. Eventuell sei die Sache zur psychiatri
schen Begutachtung, sub
eventuell zur Rentenfestsetzung
an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
25. Februar
2014
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8),
was dem Beschwerdeführer am 28. Februar 2014 angezeigt wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 25. November 2014
beantragte der Beschwerdeführer den
Beizug
des
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren von der IV-Stelle Zürich in Auftrag gegebenen
polydisziplinären Gutachtens der MEDAS
(Urk. 12).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies mit Verfü
gung vom
5.
Juni 2015 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung ab. Die von ihm am
1.
Juli 2015 beim hiesigen Gericht eingereichte Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abgewiesen (vgl. Prozess Nr. IV.2015.00720).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.
1.2
Voraussetzung für den Leistungsanspruch ist, das
s
der
Gesundheitsschaden
in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu einem ver
sicherten Ereignis steht.
1.3
Die massgebliche
Rechtsprechung
zum
für einen Leistungsanspruch
erforderli
chen natürlichen und adä
quaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsschaden
wird
im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergege
ben
(Urk. 2 S. 2 f.)
. Gleiches gilt für die
Rechtsprechung
zur Beurteilung des natürlichen und adä
qua
ten Kausalzusammenhanges
bei einem krankhaften
Vor
zustand
(Urk. 2 S. 3) sowie
bei Schleudertraumata der Halswirbelsäule und
äqui
valenten Verletzungen, zum typischen Beschwerdebild nach einem
Schleu
der
trauma
oder einer äquivalenten Verletzung
(Urk. 2 S. 7)
, zur Unfallschwere, zur
Abgrenz
ung von mittelschweren Unfällen zu den Ereignissen im
Grenzbe
reich
zu schweren
Unfällen
(Urk. 2 S. 8 f.)
sowie zum Zeitpunkt des
Fallab
schlusses
und der Adäquanzprü
fung
(Urk. 2 S. 10 f.)
. Darauf kann verwiesen werden.
2.
2.1
Den nachfolgenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass es sich beim
Anfech
tungs
objekt
nicht um
die Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom
3. Dezember 2012, sondern um ihren
Einspracheentscheid vom 27. November 2013 handelt.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin
begründete die Einstellung der Versicherungsleistun
gen im angefochtenen Einspracheentscheid
vom 27. November 2013
im Wesentlichen damit,
dass
hinsichtlich der Kniebeschwerden
davon auszugehen
sei
, mangels durch den Unfall vom 17. April 2012 bedingter struktureller Läsio
nen lägen spätestens im Zeitpunkt der Einstellung der Versicherungsleistungen am 3.
Dezember 2012 keine auf das Unfallereignis zurückzuführende
n
Beschwerden mehr vor. Der Status quo ante
vel
sine sei 7 1⁄2 Monate nach dem Unfallereignis erreicht. Die übrigen Beschwerden seien organisch nicht (hinrei
chend) nachweisbar (Urk. 2 S. 6).
Diesbezüglich sei eine eigenst
ändige
Adä
quanzprüfung
vorzunehmen, wobei angesichts der Dominanz
der psychischen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers
die sogenannte
Psycho-Praxis gemäss BGE 115 V 113
anzuwenden
sei
.
Der
Unfall
sei
als mittelschwer im unteren Bereich
einzuordnen. Da
höchstens eines der erforderlichen Kriterien
erfüllt sei
und wenn überhaupt, nicht in
ausgeprägter Weise -,
fehle es
an der erforderli
chen Adäquanz zum Unfallereignis (Urk. 2 S. 7
ff.).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, sämtliche Ärzte würden ihm bescheinigen, dass er nicht mehr in der Lage sei, seinem bisherigen Beruf als Buschauffeur nachzugehen. Auch die Ausübung einer anderen Erwerbstätigkeit sei ihm gemäss behandelndem Psychiater nicht zumutbar (Urk. 1 S. 5). Bei der Beurteilung der Adäquanz komme es nicht allein auf die generelle Eignung eines Unfaller
eignisses
an, sondern auch darauf, wie ein Ver
unfallter ein solches Ereignis aufgrund seiner psychischen Konstitution verar
beite
. Eine
entsprechende
Begutachtung
sei nicht
veranlasst worden (Urk. 1 S. 6). Die Beschwerdegegnerin verneine das Vorliegen einer gewissen Schwere des Unfallereignisses überdies zu Unrecht. Dabei sei die Schwere bereits aus den Fotos der Kantonspolizei Zürich ersichtlich. Er habe den Unfall bei vollem Bewusstsein miterlebt, und die Situation sei vergleichbar mit einem direkten Tötungsversuch (Urk. 1 S. 6 f.).
Die lange ungeklärte Schuldfrage im polizeili
chen Verfahren sei mit einer Fehlbehandlung eines Arztes im Sinne der Recht
sprechung vergleichbar. Nachdem
die Schuldfrage
geklärt worden sei, hätten gemäss behandelndem Psychiater nun Fortschritte erzielt werden können. Auch wenn die reaktive psychische Problematik das somatische Geschehen in den Hintergrund dränge, leide er gleichwohl nach wie vor auch an Schwellungen an den Armen. Insgesamt sei erwiesen, dass noch kein stabiler Endzustand erreicht gewesen sei, als die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 3. Dezember 2012
eingestellt habe
(Urk. 1 S. 8).
2.4
Zu prüfen ist, ob der Fallabschluss per 3. Dezember 2012 verfrüht erfolgte
,
ob darüber
hinaus
noch
organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen feststellbar
waren
,
und ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfallereig
nis
und den psychischen Beschwerden besteht. Dass die
Unfalladäquanz
der anhaltend geklagten
psychischen
Beschwerden nach der von der Rechtspre
chung für die Beurteilung von psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen gebildeten sog. Psycho-Praxis zu prüfen ist,
blieb unbestritten.
Umstritten
ist
jedoch die
Einteilung des
Unfalles
hinsichtlich seines Schweregrades
.
3.
Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich wie folgt
:
3.1
Im Bericht des
Spitals B._
, Klinik für Unfallchirurgie, wo der
Beschwerdeführer
vom 1
7.
bis 18. April 2012 hospitalisiert war, wurden als Diagnosen (1)
ein
Schädel-Hirn-Trauma mit
C
ommotio cerebri und Rissquetschwunde links
auriculär
, (2)
eine
HWS-Distorsion
G
rad
II, (3)
eine
Thoraxkontusion
links, (4)
ein
stumpfes
Abdominaltrauma
sowie (5)
eine
Kontus
ion des linken Unterarms und beider
Knie sowie d
es OSG links bei Status nach VKB-Plastik links 1991
und
Replastik
2008 genannt.
Der Beschwerdeführer sei
neurologis
ch überwacht
worden
, und sei
n
e Wunden seien
versorgt
worden
(Urk. 9/30 S. 1).
Das CT von HWS, Thorax und Abdomen vom 1
7.
April 2012 habe keinen Hin
weis auf traumatische Läsionen ergeben. Im CT des
Neurokraniums
inklusive Schädelkalotte und hintere Schädelgrube hätten sich keine intrakranielle Blu
tung und keine Frakturen gezeigt. In den Röntgenaufnahmen der Hand, des Vorderarmes, des OSG links sowie des Knie links hätten sich keine frische trau
matische
ossäre
Läsionen gefunden.
Nachdem die neurologische Überwachung
komplikationslos verlaufen
sei,
und die Schmerzen u
nter ausgebauter Analgesie
regredient
gewesen seien
,
habe
der Beschwerdeführer in gebessertem
Allge
meinzustand
in die häusliche Umgebung entlassen
werden können
.
Aufgrund einer
etwas protrahierte
n
Mobilisation
seien
ihm
zur Unterstützung zwei
Unter
armgehhilfen
mitgegeben
worden
(Urk. 9/30 S. 2).
3.2
Im Bericht der Rehaklinik
D._
vom 23. Juli 2012 („Dossier-Triage zur Beur
teilung der Indikation für eine Neurologische Rehabilitation“) wurde vermerkt, gemäss Angaben des behandelnden Arztes seien die Fortschritte zäh. Bezüglich des Kniegelenkes sei keine weitere Abklärung erfolgt, allerdings eine CT-Un
tersuchung des Unterarms. Im Vordergrund stehe eine diffuse ausgeweitete Schmerzsymptomatik mit Angststörung (Urk. 9/49 S. 2).
3.3
Im Austrittsbericht
der Reha
klinik
D._
vom 14. September 2012
, wo der Beschwerdeführer vom
2.
August bis 12. September 2012 hospitalisiert war,
wurden
- zusätzlich zu den bereits im Bericht des
Spitals B._
genannten Diagnosen (E. 3.1) -
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mindestens leichter Ausprägung (ICD-10 F43.1) sowie die Verdachtsdiagnose einer chroni
schen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD
10 F45.41) aufgeführt
bei Status nach VKB Plastik links (1991) und
Replastik
(2008), bei einem ausgeprägten
Impingement
der vorderen Kreuzbandplastik September 2012
,
einer Retropatellararthrose sowie einer
medialbetonten
Gon
arthrose
(Urk. 9/74 S. 1).
Im Bericht wurde
sodann
festgehalten, das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den geringfügi
gen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und der bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die bisherige Tätigkeit als Chauffeur sei nicht zumutbar, aus psychischen Gründen bestehe ab dem 12. September 2012 bis
auf w
eiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit
mit mittleren kognitiven Anforderungen
sei hingegen
vollzeitlich
zumutbar
(Urk. 9/74 S. 2)
.
3.4
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
untersuchte den
Beschwerdeführer
am 2
1.
und 2
4.
September 2012
und hielt im Bericht vom 2. November 2012 unter Berücksichtigung der am 21. September 2012 angefer
tigten Röntgenaufnahmen beider Kniegelenke (vgl. Urk. 2 S. 4 und Urk. 9/107 S. 2 f.) fest, es bestünden Restbeschwerden im Kniegelenk rechts nach dem Autounfall, ohne heute mechanisch relevante Läsion. Im linken Kniegelenk könne eine beginnende Gonarthrose bei einem Zustand nach einer Operation VKB vor 20 Jahren festgestellt werden. Eine Indikation für eine Operation bestehe heute nicht, vor allem nicht am rechten Kniegelenk. Die Beschwerden seien mässig nachvollziehbar, der Beschwerdeführer brauche immer noch Geh
stöcke und fühle sich invalid (Urk. 9/115 S. 2).
3.5
Med.
pract
.
G._
stellte in seinem Bericht vom 19. November 2012 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers die Diagnose eine
s
schweren post
traumatischen Belastungs
syndroms
(ICD-10 F43.1
[PTBS]
) und führte aus,
der
Unfall habe
den Beschwerdeführer vollständig aus seiner Lebensbahn gerissen und ihn in seiner ganzen Person
schwerst
betroffen gemacht. Es fehle ihm zur Zeit jegliche Hoffnung auf eine normale Zukunft, und er habe sich bis heute nicht vom Schrecken des Unfalls erholen können. Er leide auch weiterhin kör
perlich und sei in seiner alltäglichen Verrichtung behindert und grösstenteils hilfsbedürftig (Urk. 9/12
1
S. 1).
Die gesundheitliche Störung bedinge zurzeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, die sicher mittel- bis langfristig bestehen werde (
Urk.
9/121 S. 2).
3.6
Kreisarzt
Dr.
E._
hielt in seiner Stellungnahme vom 29. November 2012 fest, der Unfall habe nicht zu zusätzlichen strukturellen Läsionen am linken Knie geführt, welche bildgebend nachweisbar wären. Spätestens am 6. September 2012 könne
unter Berücksichtigung des
MRI-B
efundes
davon ausgegangen werden, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Beschwerdebild des Beschwerdeführers Unfallfolgen keine Rolle mehr spielten
. Es lägen degenera
tive Veränderungen an den Kniegelenken beidseits vor. Ausser einer Schürfung
infrapatellar
links sei keine Knieverletzung dokumentiert (Urk. 9/119).
3.7
Der Hausarzt
,
Dr.
med.
C._
, FMH Allgemeine Medizin,
hielt in seinem Bericht vom 12. Januar 2013 an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers fest, bei der Erstkonsultation am 19. April 2012 sei das linke Bein des Beschwerde
führers stark, das rechte Bein weniger stark geschwollen gewesen. Das Knie sei wegen der starken Schwellung nicht beurteilbar gewesen. Im Verlauf habe sich ein grosses Hämatom über das gesamte linke Bein, beim rechten Bein ab dem Knie abwärts, gebildet. Es habe eine starke Druckschmerzhaftigkeit bestanden. Das Gehen sei nur mit Stöcken möglich gewesen, und es sei eine diffuse Hypästhesie des linken Beines aufgetreten. Zusammengefasst
habe
also eine schwere Kontusion des ganzen rechten (richtig: linken) Beines und des linken (richtig: rechten) Beines vom Knie ab abwärts vorgelegen (Urk. 9/145 S. 16).
3.8
Im Schreiben an die Helsana Versicherungen AG vom 4. Juni 2013 berichtete
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, über den Beschwerdeführer, welchen er im Rahmen einer arbeitsprognostischen Abklärung exploriert hatte. Dabei erachtete er eine stationär-psychiatrische Rehabilitation als angezeigt (Urk. 9/156).
3.9
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte im Beschwerdeverfahren den
Austrittsbericht der
Klinik
J._
vom 2. Oktober 2013
(Urk. 3/9A-F), wo der Beschwerdeführer vom 20. August bis 14. September 2013 hospitalisiert war, ein. Darin
wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:
Traumafolgestörung
Depressive Episode, mittelgradig ausgeprägt (ICD-10 F32.11)
Latente
subsyndromale
Symptomatik einer PTSD
Zustand nach Autounfall im April 2012 mit Quetschverletzungen und dar
aus resultierenden persistierenden und sich ausweitenden Schmerzen, vor allem an den Knien beidseits, Unterschenkel und Fersen sowie am linken Arm. Des Weiteren besteht eine ödematöse Schwellung der Unterschenkel beidseits.
Adipositas
Arterielle Hypertonie
Im Austrittsbericht wurde geschildert, der Beschwerdeführer
habe
an dive
rsen Programmen teilgenommen
. Es sei versucht worden
, die
Medikamentenein
stellung
zu optimieren.
Obwohl er bei Austritt über nach wie vor bestehende depressive Verstimmung sowie körperliche Beschwerden (insbesondere Schmer
zen in den Knien und im Nacken, Schwindel und Taubheitsgefühle) geklagt habe, habe er den stationären Aufenthalt als positiv erlebt.
3.10
In der
kreis
ärztlichen Beurteilung vom 4. November 2013
führten die
Dres
.
E._
und
H._
zur Begründung
ihrer Beurteilung (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.5)
aus, echtzeitlich sei ausschliesslich eine Kontusion des linken Kniegelenks mit Schürfung
infrapatellär
(unterhalb der Patella proximal über dem Schienbein) dokumentiert. Eine Verletzung des rechten Kniegelenks sei nicht dokumentiert. In den durchgeführten MRI beider Kniegelenke zeig
t
en sich ausschliesslich degenerative Veränderungen ohne Hinweis auf eine wahrscheinliche neue
unfall
kausale
Verletzung. Das
Impingement
der Kreuzbandplastik am linken Kniegelenk sei durch eine reaktive
Osteophytenbildung
im Rahmen der zweiten Kreuzbandersatzplastik begründet. Wahrscheinliche unfallkausale Verletzungen fänden sich nicht. Insbesondere finde sich auch kein relevanter
Bone
bruise
als indirekter Hinweis auf eine relevante Kontusion. M
it Datum der Durchführung der MR
I, in welchen sich mit überwiegender bis an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich degenerative Befunde fänden, sei nachge
wiesen, dass mögliche, durch die Kontusion der proximalen Tibia bedingte Beschwerden keine Rolle mehr im Beschwerdebild der Kniegelenke spielten. Die degenerativen Befunde erklärten hinreichend weiterhin bestehende, insbeson
dere belastungsabhängige Beschwerden der Kniegelenke (Urk. 9/161/3).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat gestützt auf die medizinischen Akten mit einlässli
cher Begründung - auf die verwiesen wird
(Urk. 2 S. 5 f.)
- zutreffend erkannt, dass bei Fallabschluss
am 3. Dezember 2012
keine organisch objektiv ausge
wiesenen Unfallfolgen
mehr
bestanden.
Zu korrigieren ist, dass
Dr.
E._
in seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 29. November 2012 nicht aus Versehen auf ein MRI mit Datum vom 6. September
2012 verwies
en hat
(
vgl.
Urk. 2 S. 5), sondern dass
ein
Bericht des
Spitals B._
über ein MRI
des linken Knies mit diesem Datum in den Akten
liegt
(Urk. 9/96). Allerdings ist
dies
nicht weiter von Belang
, da auch die am 21. September 2012 erstellten MRI-Bilder nichts am bildgebenden Befund änder
te
n, was i
n der ärztlichen Beurteilung vom
5
. November 2013
durch
die
Dres
.
E._
und
H._
eingehend
geprüft wurde (E. 3.10). Sie verneinten unfallkausale Verletzungen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit in schlüssiger Weise.
Es ist deshalb
im Zeitpunkt des
Fallab
schluss
es
von degenerativen, insbesondere belastungsabhängigen Beschwerden der Knie auszugehen.
Zusätzlich belastend wirkt sich
nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers sein
Überg
ewicht aus
(vgl. den im Beschwerdeverfahren ein
gereichten Bericht „Vorgespräch vom 27.05.2013
/
Gesuch um
Kostengutspra
che
“ der Klinik
J._
vom 28. Mai 2013 an
Dr.
G._
[Urk. 3/6B]).
Auch d
er von
Dr.
C._
verfasste Bericht vom 12. Januar 2013 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
(vgl. E. 3.7)
vermag an der Beurteilung der Kreisärzte nichts zu ändern.
Gleiches gilt für die
im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
von
Dr.
G._
vom 1
8.
März,
2.
Mai und
3
.
Oktober 2013 (
Urk.
3/4-5 und
Urk.
3/10).
Dr.
G._
wies
darin
wiederholt
auf Schwellungen an Armen und Beinen des Beschwerdeführers hin, welche er mit einem Sudeck-Syndrom verglich („
KG
Zusammenfassung“ vom 2. Mai 2013 [Urk. 3/5
B
]; „Krankheitsbericht
/
Unfall
folgen Antwort auf Brief vom 28.06.2013“ [Urk. 3/10A]).
Die
Verdacht
sdiagnose eines
CRPS (
wobei es sich um die heute verwendete
Bezeichnung für ein „Mor
bus
Sudeck
“
handelt
; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_233/2013
vom 9. Okto
ber 2013 E. 6.2)
wurde im Bericht „Vorgespräch vom 27.05.2013 Gesuch um Kosten
gutsprache“ der Klinik
J._
vom 28. Mai 2013 an
Dr.
G._
zwar einmal gestellt (Urk. 3/6A
). Allerdings wurde diese Diagnose weder im
Kurzaus
tritts
bericht
der Klinik
J._
vom 12. September 2013 (Urk. 3/8A) noch im
Aus
t
rittsbericht
vom 2. Oktober 2013
(Urk. 3/9A) bestätigt. Die
einmal gestellte
Ver
dachtsdiagnose
eines CRPS
wurde
im Austrittsbericht der Klinik
J._
vom 2. Oktober 2013
vielmehr ersetzt durch den Hinweis auf seit dem Unfall per
sistierende und sich ausweitende Schmerzen, vor allen an den Knien be
id
seits,
den Unterschenkeln,
den Fers
en und
am linken Arm, sowie den Hinweis auf eine ödematöse Schwellung der Unterschen
kel beidseits (Urk. 3/9A).
4.2
D
er Zeitpunkt des allfälligen Fallabschlusses - und damit der in diesem Zusam
menhang gegebenenfalls vorzunehmenden Adäquanzprüfung - ist
dann gege
ben, „wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des - unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitszustands mehr
erwartet werden kann“ (BGE 137 V 199 E. 2.2.3.1). Entscheidend ist die Präzi
sierung „unfallbedingt“: Nicht jede noch festgestellte Behandlungsbedürftigkeit genügt zum Hinausschieben des Fallabschlusses; wäre dies der Fall, so würden bis zur vollständigen Genesung Leistungen erbracht, dies auch für die Behand
lung von Beschwerden, die sich bei rechtzeitig erfolgter Adäquanzprüfung als gar nicht unfallbedingt erwiesen hätten.
Was die Kniebeschwerden anbelangt, lagen nach dem Gesagten jedenfalls am 3. Dezember 2012 keine Unfallfolgen mehr vor. Hinsichtlich der weiteren Beschwerden des Beschwerdeführers war seitens der Rehaklinik
D._
bereits am
4.
September 2012 festgestellt worden, dass er nicht wirklich unter körperli
chen Beschwerden leide und die psychischen Beschwerden absolut im Vorder
grund stünden (
Urk.
9/65). Dementsprechend wurden im Austrittsbericht vom 1
4.
September 2012 (vgl. E. 3.3) als Probleme beim Austritt - nebst ausgepräg
ten Knieschmerzen - eine diffuse ausgeweitete Schmerzsymptomatik,
unfall
assoziierte
Ängste, Schlafstörungen, Albträume, ein schleppender
Heilungsver
lauf
sowie psychosoziale Belastungsfaktoren angeführt (
Urk.
9/74/1) und wurde dem Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit
ausschliesslich - aus psychischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Linienbuschauffeur attestiert (
Urk.
9/74/2). Unbestrittenermassen ist unter diesen Umständen die Adäquanz unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133 [„Psycho-Praxis“]) zu beurteilen. Behandlungsbedürftige psychische Gesundheitsschäden stellen aber bei der „Psycho-Praxis“ kein Hindernis für den Fallabschluss dar (vgl.
Rumo-Jungo
/Hol
zer, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum
Sozialversicherungs
recht
, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage 2012, S. 144). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass die nach Fallabschluss durchgeführten Behandlungen der - organisch nicht erklärbaren - Schmerzen und Beschwerden zu einer namhaften Besserung geführt haben. Vielmehr haben sich diese nach dem Gesagten sogar ausgeweitet. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall per
3.
Dezember 2012 abgeschlossen und die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) eingestellt hat.
5.
Zu
prüfen
bleibt, ob der Beschwer
deführer Anspruch auf eine Rente und / oder
eine
Integritätsentschä
digung
hat beziehungsweise
haben könnte, da er für diesen Fall die
Rückwei
sung
der Sache an die Beschwerdegegnerin beantragt.
Mit dem Fallabschluss
ist
daher
zu
prüfen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall des Beschwerdeführers vom 17. April 2012 und seinen
psychischen Beschwer
den vorliegt (Urteil des Bundesgerichts
8C_691/2013
vom 19. März 2014 E. 7.1)
. Dies ist
,
wie erwähnt,
nach der
„
Psycho-Praxis
“
zu beurteilen.
5.1
5.1.1
Die Unfallschwere ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (
Urteil des Bundesgerichts U
587/06 vom 8. Fe
bruar 2008 E. 3.3.2 mit Hinweis auf BGE 115 V 133
E. 6 Ingress und
8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.2.1
).
5.
1.
2
Gemäss Polizeirapport vom 28. Juni 2012
kam
es am 17. April 2012 innerorts
in
Y._
zur Frontalkollision zwischen einem Lieferwagen und dem Personenwagen des Beschwerdeführers, wobei beide Lenker verletzt wurden und Sachschaden an den Fahrzeugen sowie Drittschaden entstand. D
er Unfall
ereignete sich
bei Dunkelheit in den frühen Morgenstunden (circa 04.50 Uhr)
, und auf der Strasse galt
eine Höchst
ge
schwindigkeit von 60 km/h (Urk. 9/48 S.
2
f.).
Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde von der Staatsanwaltschaft beim Institut
K._
ein unfallanalytisches
Gutachten
in Auftrag gegeben, welches am
20. Juni 2013
erstattet und
vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren
eingereicht
wurde
(Urk. 3/11).
Im Gutachten wurden sehr starke Beschädigungen
an der vorderen linken
Seite
beider Fahrzeuge
beschrieben
, was auch aus den erstellten Fotos ersichtlich ist
.
Zum
Schaden am
Personenwagen Audi A3
(
1.
Inverkehrssetzung
8.8.2002) des Beschwerdeführers wurde
insbesondere
festgehalten,
d
as Bodenblech sei im linken Fussbereich stark in den Innenraum verformt worden, und die
Fahrgast
zelle
sei durch die grosse Krafteinwirkung im linken Frontbereich gestaucht worden. Im linken Dachbereich seien starke Verformungen sichtbar (Urk. 3/11 S. 5
f.
). Es sei eine Kollisionsgeschwindigkeit von 55 bis 61 km/h des
Lieferwa
gens und
47 bis 53 km/h des Personenwagens des Beschwerdeführers
errechnet worden (Urk. 3/11 S. 8 f.).
5.1.3
Der Aufprall zeugt
mit Blick auf die aus
den Akten ersichtlichen Schäden an den beteiligten
Fahrzeugen
von einer gewissen Wucht.
Unter Berücksichtigung der
geltende
n
Rechtsprechung ist
das Unfallereignis
jedoch
weder als
schwer
noch als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen
, sondern
als
höchstens
mittelschwer im engeren Sinne (das heisst
im mittleren Bereich
)
einzustufen
.
In
einem fast identisch
gelagerten F
all
gelangte das Bund
esgericht zur selben Einordnung:
Das unlängst ergangene Urteil des Bundesgerichts
8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013
betraf eine Frontalkollision
, bei welcher wie hier die
linke
n
Fro
ntseiten der
beiden
beteiligten
Fahrzeuge
gegeneinander
geprallt waren.
Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strasse
hatte
80 km/h
betra
gen
, und d
as Auto der dortigen Versicherten
war
– wie der Lieferwagen des Unfallverursachers im vorliegenden Fall -
erst nach einer durch den Aufprall verursachten Drehung
in entgegengesetzte
r Fahrtrichtung zum Stillstand
gekommen
(
E. 5
).
Zur
allgemeinen
Veranschaulichung der Abgrenzung mittel
schwerer Unfälle im engeren Sinne von solchen im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen
kann auf die im Urteil des Bundesgerichts
8C_398/2012
vom 6. November
2012
(E. 5.2.1 f.) sowie in der Beschwerdeantwort (Urk. 8 S. 4 f.)
wiedergegebene Kasuistik verwiesen werden.
Schliesslich
ist darauf hinzuweisen, dass der Umstand,
von der
Feuerwehr befreit werden
zu müssen
, nicht bei der Beurteilung der Schwere des Unfalls, sondern beim Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfen ist (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 5.2).
5.2
5.2.1
Bei der Einordnung des Unfalls als mittelschwer im engeren Sinne kann die Adä
quanz nur dann bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben
Adä
quanz
kriterien
(vgl. Urk. 2 S. 8) erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des Bundesgerichts
8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 5.2 mit Ver
weis auf
BGE 115 V 133
E. 6c).
Die Beschwerdegegnerin wies zutreffend darauf hin, dass bei der Prüfung der Adäquanzkriterien
psychische Aspekte
nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (Urk. 2 S. 9;
statt vieler Urteil des Bundes
gerichtes 8C_638/2012 vom 3
0.
Oktober 2012 E. 4.2.2 unter Hinweis auf
BGE 115 V 133
E. 6
c/
aa
).
5.2.2
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist in einfacher Form zu bejahen. Der Unfall
ereig
nete sich bei Dunkelheit (E. 5.1
.2)
; ü
berdies dauerte die Bergung des Beschwer
deführers bei starker Deformation des Fahrzeuges fast eine Stunde
(vgl.
Bericht des
Spitals B._
vom 23. April 2012; Urk. 9/30 S. 1).
Von einer besonderen Ausge
prägtheit des Kriteriums kann entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers
allerdings
nicht gesprochen werden.
Eine solche wurde vom Bundesgericht in einem ähnlich gelagerten Fall
jeden
falls
verneint. Die versicherte Person im vom Bundesgericht zu beurteilenden Fall
8C_372/2013
wurde mit dem linken Bein im Fahrzeug eingeklemmt, weil das Arma
turenbrett
in
den Fahrgastraum geschoben worden
und dabei eine Schraube oberhalb des
linken Knies in den Oberschenkel
gedrungen war
. Die Unfallverursacherin verliess die Unfallstelle
,
ohne sich um die verletzte
Versicherte
zu kümmern oder Rettungskräfte bzw. die Polizei zu alarmieren. Letztere war einige Zeit im Auto eingeklemmt und im Ungewissen, ob und wann Hilfe kommen würde. Erst eine Nachbarin, welche ihre Schreie hörte, alarmierte die Rettungskräfte. Der eingetroffene Notarzt kümmerte sich um die Versicherte; er liess die
Rega
aufbieten. Weiter traf die Feuerwehr ein, um die Versicherte aus dem Fahrzeug zu bergen. Der Notarzt versorgte sie
narkoanalgetisch
(
Dormicum
/
Ketanest
). Nach Abwarten des Wirkungseintritts erfolgte der Versuch einer raschen Bergung mittels
Rettungs
brett
. Diese scheiterte zunächst am linken Knie, das gemäss den Worten des Notarztes durch eine hervorstehende Schraube am Armaturenbrett "festge
schraubt" war. Somit musste der Plastikteil herausgeschnitten und anschliessend die Schraube oberhalb der Patella links entfernt werden. Nach der Bergung wurde die Versicherte mit dem Rettungshel
iko
pter ins Spital geflogen. D
ie Ver
sicherte
erlebte
die Bergung durch die Feuerwehr und ihren Wegtransport mit dem Helikopter nich
t bei vollem Bewusstsein mit
, da sie zuvor durch den Not
arzt
narko
analgetisch
versorgt worden war. D
as Bundesgericht
bejahte
aufgrund der erlebten Umstände bis zu diesem Zeitpunkt das Kriterium der besonde
rs dramatischen Begleitumstände
oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls in einfacher Form
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013
vom 28. Oktober 2013
E. 7).
Im Vergleich
zum hier geschilderten Sachverhalt
ist
beim Beschwer
deführer
nicht von dramatischeren Begleitumständen oder einer grösseren Ein
drücklichkeit des Unfalls auszugehen, weshalb auch nicht von einer besonderen Ausgeprägtheit des Kriteriums gesprochen werden kann.
Nebenbei
bemerkt v
erlor der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben
in dem Zeitpunkt
das Bewusstsein, als ihm die Notfallärztin mitteilte, dass er mit dem Helikopter ins Spital gebracht würde
(telefonisches
Opening
-Erstgespräch vom 15. Juni 2012 zwischen dem Beschwerdeführer und der Sachbearbeiterin der
Beschwerde
gegnerin
;
Urk. 9/27 S. 1).
5.2.3
Die Beschwerdegegnerin verneinte
mit Blick auf die im Bericht des
Spitals B._
genann
ten Diagnosen (E. 3.1) sowie den weiteren Verlauf (E. 3.2 ff.)
zu Recht das Vorliegen schwerer oder besonders gear
teter Verletzungen.
5.2.4
Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
wurde von der Beschwerdegegnerin
ebenfalls
verneint
.
Der Beschwerdeführer konnte bereits am zweiten Tag nach dem Unfall wieder aus dem
Spital B._
entlassen werden (E. 3.1).
Im weiteren Verlauf stand die psychi
sche Problematik
und deren Behandlung
klar im Vordergrund, was vom Beschwerdeführer auch eingeräumt wurde (Urk. 1 S. 5).
Die Beschwerdegegnerin wies zu Recht darauf hin, dass das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somatischer Beschwerden gemäss der Rechtspre
chung zu den psychischen Unfallfolgen nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensi
tät der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist (
Urk.
2 S. 9-10). Die Behandlung der somatischen Beschwerden beschränkte sich hier im Wesentlichen auf Physio- und medikamentöse Therapien, was jedoch den rechtsprechungsgemässen Anforderungen nicht genügt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_638/2012 vom 3
0.
Oktober 2012 E. 4.2.3). E
ine
ungewöhnlich lange
Dau
er der ärztlichen Behandlung
ist demnach
nicht ausgewiesen.
5.2.5
Schliesslich verneinte die Beschwerdegegnerin auch das Vorliegen der übrigen Kriterien.
Dies ist nicht zu beanstanden,
und
es kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 2 S. 10).
Ergänzend anzufügen ist, dass die vom Beschwerdeführer im
Beschwerdever
fahren
angeführte
„
krasse Verzögerung
“
im Heilungsprozess auf psychische Ursachen zurückzuführen ist, welche wie bereits erwähnt (E. 5.2.1) nicht zu berücksichtigen sind.
Überdies versteht sich von selbst, dass ein von der Polizei erhobener Vorwurf, der Beschwerdeführer könnte eine Mitschuld an der Verur
sachung des Unfalls getragen haben,
nicht mit einer Fehlbehandlung eines Arztes gleichgesetzt werden
kann
.
Einer Untersuchungsperson fehlt es von vornherein an der erforderlichen Eigenschaft als Arzt.
Sodann ist auch bei der
ärztliche
n
Fehlbehandlung nicht auf
die psychische Reaktion der behandelnden Person abzustellen, sondern auf die Behandlung als solche.
Von einer
ärztlichen
Fehlbehandlung im Sinne des Kriteriums ist auszugehen, wenn in der medizi
nischen Wissenschaft und Praxis ein gewisser Konsens über die Schädlichkeit einer Therapiemethode besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.6.1
mit weiteren Hinweisen
).
Ein falscher Vorwurf
der Ermittlungsbehörde
ist daher per se ungeeignet, um mit einer ärztlichen
Fehlbe
handlung
gleichgesetzt zu
werden
.
Immerhin wurde der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit rehabilitiert.
Das unfallanalytische Gutachte
n ergab, dass der eingegrenzte Kolli
sionsbereich vollständig auf seinem
Fahr
streifen
lag und er
damit keine Sicherheitslinie überfahren hatte (Urk. 3/11 I).
5.3
Gestützt auf diese Erwägungen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die
Adä
quanz zwischen dem Unfallereignis vom 17. April 2012 und den psychischen Beschwerden
des Beschwerdeführers verneint
.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe vom 25. November 2014 den
Bei
zug
des im
invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahren
veranlassten
polydis
ziplinären
Gutachtens der MEDAS (Urk. 12). Zur Begründung zitierte er Auszüge aus dem Gutachten, um unter anderem darzulegen, dass das
Unfall
ereignis
für die Entwicklung der psychischen Symptomatik u
rsächlich gewesen sei
.
Sinngemäss wollte der Beschwerdeführer damit wohl erneut zum Ausdruck bringen, dass es
bei der Beurteilung der Adäquanz nicht alleine auf die gene
relle Eignung eines Unfallereignisses an
komme
, sondern auch darauf, wie ein Verunfallter ein solches Ereignis aufgrund seiner psychischen Konstitution ver
arbeite
, was er bereits in der Beschwerde vorgebracht hatte
(E. 2.2).
6.2
Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung
des Kriteri
ums ausreichen kann
(Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 7 m
it Hinweisen auf nicht
publ
. E.
3.5.1 des Urteils
BGE 137 V 199
)
.
Die Adäquanzprüfung erfolgte in Kenntnis der bereits im
unfallversicherungsrecht
lichen
Verfahren gestellten
Diagnose einer posttraumatischen
Belastu
ngsstö
rung
. In dieser
Diagnose spiegelt
sich fraglos das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers; doch erfolgt die Adäquanzprüfung nicht anhand einer Diagnose, sondern anhand der bereits erwähnten Kriterien (E.
5.2).
Der
Beizug
des MEDAS-Gutachtens
ist damit nicht angezeigt
.
7.
Nach dem Gesagten
erweist sich
die Beschwerde
als unbegründet
, weshalb sie
abzuweisen
ist
.