# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 773f152f-4c07-4f46-aa52-12c2b516d443
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Der am _ 2017 geborene Y._ ist der Sohn des X._ und der Z._, welche nicht miteinander verheiratet sind und seit Herbst 2017 getrennt leben. Y._ steht unter der gemeinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter (act. 0 und 1 KESB).
B. Am 13. Oktober 2017 erstattete der Kindsvater telefonisch eine Gefährdungsmeldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) A._. Dabei informierte er die KESB darüber, dass er sich mit der Kindsmutter ein weiteres Mal gestritten habe. Die Beziehung zwischen ihnen sei nun aus. Sie seien Eltern eines dreieinhalb Monate alten Knaben. Der Umstand, dass er täglich von O.1_ nach O.2_ zur Arbeit fahre, führe immer wieder zu Streit. Die Kindsmutter habe ihm angedroht, dass er seinen Sohn nach der Trennung nicht mehr sehen werde. Er befürchte, dass sie ihm das Kind vorenthalten werde. Die KESB erläuterte dem Kindsvater, welche Kinderbelange es im Rahmen einer Trennung zu regeln gilt (persönlicher Verkehr, Kindesunterhalt) (act. 2 KESB).
C. Im Telefongespräch vom 17. Oktober 2017 teilte X._ der KESB A._ mit, dass er die Kindsmutter über die Meldung an die KESB informieren werde. Er glaube nicht, dass er mit ihr die Besuchskontakte mit seinem Sohn einvernehmlich regeln könne. Er sei ziemlich sicher, dass er die Unterstützung der Behörde benötige (act. 3 KESB).
D. Am 23. Oktober 2017 informierte der Kindsvater die KESB A._ telefonisch darüber, dass er sich mit Z._ versöhnt habe und deshalb keine Unterstützung mehr durch die Behörde benötige (act. 4 KESB).
E. Am 06. November 2017 fand ein weiteres Telefongespräch zwischen der KESB A._ und X._ statt. Anlässlich dieses Gesprächs teilte der Kindsvater mit, dass er letzte Woche definitiv ausgezogen sei. Er gehe nicht davon aus, dass er sich mit der Kindsmutter betreffend Unterhalt und persönlicher Verkehr einvernehmlich werde einigen können. Z._ habe ihm damit gedroht, dass er seinen Sohn nicht mehr sehen werde. Er habe aus einer anderen Beziehung eine zehnjährige Tochter. Ab seinem 20. Altersjahr sei er während zehn Jahren Alkoholiker gewesen und habe viele Therapien gemacht. Seit zweieinhalb Jahren sei er trocken. Er befürchte, dass die Kindsmutter diesen Aspekt im Rahmen der Regelung des persönlichen Verkehrs vorbringen werde (act. 5 KESB).
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F. Mit Telefonanruf vom selben Tag informierte die KESB A._ Z._ über die Gefährdungsmeldung von X._. Die Kindsmutter führte im Rahmen dieses Gesprächs aus, sie sei damit einverstanden, dass die KESB den Unterhalt und den persönlichen Verkehr regeln werde. Aktuell könne der Kindsvater seinen Sohn sehen, wann immer er möchte. Sie wolle einfach nicht, dass er seinen Sohn nach O.2_ mitnehme, da sie längere Autofahrten ablehne und nicht möchte, dass sich Y._ um die rauchenden Grosseltern aufhalte (act. 6 KESB).
G. Ebenfalls am 06. November 2017 informierte die KESB A._ X._ per Telefon über die gleichentags erfolgte telefonische Besprechung mit der Kindsmutter. Der Kindsvater meinte, dass Z._ einfach nicht wolle, dass er seinen Sohn mit sich nehme. Seine Eltern würden nur im Wintergarten rauchen. Er sei ebenfalls nicht dafür, dass sein Sohn dem Nikotin ausgesetzt sei (act. 7 KESB).
H. Mit Telefongespräch vom 16. November 2017 teilte Z._ der KESB A._ mit, dass sie der KESB den Antrag für die Regelung des Unterhaltsvertrags inzwischen eingereicht habe. Der Kindsvater wolle seinen Sohn zusammen mit seinen Eltern am kommenden Wochenende mit ins Ferienhaus nach O.3_ nehmen. Sie wisse, dass die Eltern keinen Autositz und das Ferienhaus verkauft hätten. Sie befürchte, dass der Kindsvater sie anlüge und mit dem Kind nach O.2_ fahren wolle (act. 8 KESB).
I. Am gleichen Tag informierte X._ die KESB A._ telefonisch darüber, dass das Ferienhaus in O.3_ an die Schwester seiner Mutter verkauft worden sei. Einen Autositz werde er heute noch besorgen. Die Kindsmutter habe ihm in der Kinderbetreuung noch nie etwas zugetraut. Auch erhalte er von ihr keine Antwort auf seine SMS. Die Kommunikation sei erschwert (act. 9 KESB).
J. Mit Telefongespräch vom 17. November 2017 teilte Z._ der KESB A._ mit, dass ihr fünf Monate alter Sohn keine Bindung zum Kindsvater habe aufbauen können. Y._ habe seinen Vater während zweier Monate regelmässig gesehen. In den anderen drei Monaten sei der Kontakt sehr lose gewesen. Der letzte Kontakt zwischen Vater und Sohn habe vor drei Wochen stattgefunden. Die Kommunikation zwischen ihr und dem Kindsvater sei sehr schwierig. Bei Auseinandersetzungen in der Vergangenheit sei sie von ihm angeschrien, angespuckt und mit Gegenständen beworfen worden, obwohl sie den gemeinsamen Sohn auf dem Arm gehabt habe. Der Kindsvater werde ihr
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gegenüber teilweise aggressiv. Dies sei mit ein Grund, weshalb sie ihm das Kind nicht zu lange überlassen möchte. Noch am gleichen Tag teilte die KESB A._ X._ mit, dass er am besagten Wochenende auf den Kontakt mit seinem Sohn verzichten solle, da zu viele Ungereimtheiten bestünden (act. 10 KESB).
K. Am 20. November 2017 fand ein Gespräch betreffend die Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen der KESB A._ und den Kindseltern statt. Anlässlich dieses Gesprächs wurde zwischen X._ und Z._ folgende Vereinbarung über das Besuchsrecht getroffen (act. 11 und 13 KESB):
"Gemeinsame Vater-Sohn-Zeit
X._ sieht Y._ ab sofort jeden Sonntag (bis und mit Sonntag, 6. Januar 2018) von 12.00 bis 15.00 Uhr in der Wohnung von Z._. Sie händigt ihm einen Schlüssel aus und überlässt X._ für die genannte Zeit die Wohnung. X._ ist dafür besorgt, dass er um 15.00 Uhr mit Y._ in der Wohnung anwesend ist. Im besten Fall findet zwischen den Eltern ein kurzer Austausch über diese drei Stunden statt.
Verhinderungsfall
Die Eltern benachrichtigen sich im Verhinderungsfall zeitnah in geeigneter Weise. Die Eltern sind für ihre Erreichbarkeit besorgt (keine Sperrungen auf Handy etc.).
Nach dem letzten Besuch vom 6. Januar 2018 wertet die KESB mit den Eltern die Besuche aus und bespricht die weitere Regelung des persönlichen Verkehrs."
L. Am 27. November 2017 informierte Z._ die KESB A._ telefonisch darüber, dass X._ am Tag zuvor den Besuchstag unentschuldigt nicht wahrgenommen habe. Zudem führte sie aus, dass sie es dem Kindsvater zutraue, während drei Stunden den gemeinsamen Sohn zu betreuen. Dass er sich aber drei Stunden in ihrer Wohnung aufhalten werde, löse bei ihr ein komisches Gefühl aus. Sie wisse nicht, ob er vielleicht etwas zerstören oder entwenden werde (act. 12 KESB).
M. Mit Schreiben vom gleichen Tag an X._ und Z._ bestätigte die KESB A._ die zwischen den Kindseltern am 20. November 2017 getroffene Vereinbarung betreffend Regelung des persönlichen Verkehrs (act. 13 KESB).
N. Mit Telefongespräch vom 01. Dezember 2017 teilte X._ der KESB A._ mit, dass er seinen Sohn nicht in der Wohnung von Z._ sehen wolle. Von der Kindsmutter erhalte er keine Informationen und sie wolle nicht, dass Y._ die Verwandtschaft väterlicherseits kennenlerne. Er würde seinen Sohn gerne mit nach O.3_ nehmen und dort einen halben Tag mit ihm verbringen. Seine Eltern würden ihn dabei unterstützen. Auch solle das Umfeld der
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Kindsmutter genauer angeschaut werden. Sie sei teilweise mit dubiosen Leuten zusammen. Auf seine Beistandschaft angesprochen, führte der Kindsvater aus, dass diese inzwischen von der KESB O.4_ aufgehoben worden sei (act. 14 KESB).
O. Am 07. Dezember 2017 fand ein telefonisches Gespräch zwischen der KESB A._ und der Mutter von X._ statt. Anlässlich dieses Gesprächs gab die Grossmutter von Y._ an, dass in ihrem Haus nicht geraucht werde und sie in Gegenwart eines Kindes nie rauchen würde. X._ wäre mit seinem Sohn nicht alleine. Er würde im Umgang mit einem Säugling Unterstützung und Anleitung durch die Grosseltern erhalten. Das Kinderzimmer für Y._ sei bei ihnen zu Hause komplett eingerichtet. Zudem könne sie bestätigen, dass ihr Sohn seit zweieinhalb Jahren trocken sei (act. 16 KESB).
P. Am gleichen Tag teilte X._ der KESB A._ telefonisch mit, dass er mit einer möglichen Beistandschaft für die Regelung des persönlichen Verkehrs einverstanden sei (act. 17 KESB).
Q. Anlässlich des Telefongesprächs vom 11. Dezember 2017 mit der KESB A._ meinte Z._, dass sie mit begleiteten Besuchstagen (BBT) einverstanden sei. In Bezug auf eine Beistandschaft zur Regelung des persönlichen Verkehrs zeigte sie sich hingegen ambivalent (vgl. act. 18 KESB).
R. Am 09. Januar 2018 fand ein weiteres Telefongespräch zwischen der KESB A._ und Z._ statt. Im Rahmen dieses Gesprächs wurde die Kindsmutter über das weitere Vorgehen der KESB (Beistandschaft mit besonderen Befugnissen im Bereich persönlicher Verkehr, Weisung 12 Monate BBT, Festlegung minimales Besuchsrecht) informiert. Die Kindsmutter teilte der KESB mit, dass sie mit dem geplanten Vorgehen einverstanden sei (act. 20 KESB).
S. Mit Entscheid vom 11. Januar 2018, mitgeteilt am 15. Januar 2018, beschloss die KESB A._ was folgt (act. 23 KESB bzw. act. B.2):
"1. Der persönliche Verkehr zwischen Y._ und X._ wird im Sinne einer Minimalregelung wie folgt festgesetzt:
a. bis zum vollendeten 5. Geburtstag: Besuche wahlweise wöchentlich während eines halben Tages oder zweiwöchentlich während eines Tages (ohne Übernachtung). Ferien erfolgen in einvernehmlicher Absprache zwischen den Eltern;
b. ab dem 5. Geburtstag: Besuche an zwei Wochenenden pro Monat von Freitagabend bis Sonntagabend und drei Wochen Ferien pro Jahr.
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2. Im Zusammenhang mit dem persönlichen Verkehr zwischen Y._ und X._ wird Folgendes festgelegt:
a. Z._ (Mutter) und X._ (Vater) wird die Weisung erteilt (Art. 273 Abs. 2 ZGB), während 12 Monaten zweimal monatlich (alternierend am Samstag und am Sonntag) begleitete Kontakte zwischen Y._ und X._ bei den Begleiteten Besuchstagen Graubünden (KJBE) in O.1_ durchzuführen.
b. Die Fachstelle KJBE wird aufgefordert, der Beistandsperson per Ende Dezember 2018 einen Verlaufsbericht über die begleiteten Besuchstage einzureichen.
c. Das Recht auf persönlichen Verkehr gemäss vorstehender Ziff. 1 bleibt für die Dauer der begleiteten Kontakte sistiert (Art. 274 Abs. 2 ZGB).
3. Für Y._ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht (Art. 308 ZGB) errichtet.
4. Die Beistandsperson hat im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen Y._ und dem Vater zu beraten und zu unterstützen;
b. im Konfliktfall im Rahmen der behördlichen Regelung über den persönlichen Verkehr konkrete Modalitäten zur Umsetzung festzulegen;
c. dem Vater auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von Y._ zu erteilen.
5. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit den Eltern persönlich Kontakt aufzunehmen.
6. Die Beistandsperson ist gehalten:
a. der KESB alle zwei Jahre (erstmals per 30.11.2019) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage von Y._ und die Ausübung der Beistandschaft, Ausblick mit Empfehlungen) einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von Y._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls ein geeignetes Vorgehen zu empfehlen.
7. Beat Trepp (Berufsbeistandschaft Plessur) wird zum Beistand von Y._ ernannt.
8. Die Kosten dieses Verfahrens werden auf Fr. 500.-- festgesetzt und vorläufig beim Verfahren belassen.

## Considerations