# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1a05d52f-1566-4208-9003-cd29b038fc7c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y., geboren am A., und X., geboren am B., schlossen am C. vor dem Zivilstandsamt D. die Ehe. Sie sind Eltern der Kinder E., geboren am F., und G., geboren am H.. Seit dem 18. Juli 2008 lebt das Ehepaar X.-Y. getrennt.
B/1. Am 1. September 2008 reichte Y. beim Bezirksgerichtspräsidium Plessur ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen ein. Dieses wurde am 5. September 2008 zuständigkeitshalber an den Eheschutzrichter des Bezirksgerichts Imboden weitergeleitet. Daraufhin wurden die Parteien zur Eheschutzverhandlung auf den 15. September 2008 vorgeladen. Infolge Nichterscheinens der Gesuchstellerin wurde auf den 19. September 2008 eine zweite Eheschutzverhandlung angesetzt. Auch dazu erschien lediglich X..
B/2. Y. wurde am 25. September 2008 im Hotel I. in D. verwahrlost und in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand – hauptsächlich war sie desorientiert, dehydriert und unterernährt – aufgefunden und notfallmässig ins Kantonsspital gebracht. Dort diagnostizierte man unter anderem eine Wernicke-Enzephalopathie mit Korsakow-Syndrom infolge chronischen Alkoholismus. Seit dem genannten Zeitpunkt ist Y. zu 100% arbeitsunfähig und pflegebedürftig. Sie wurde anfänglich in der Psychiatrischen Klinik Beverin behandelt und später in das Alters- und Pflegeheim J. in K. verlegt.
B/3. Aufgrund des gesundheitlichen Zustands von Y. wurden im Herbst 2008 vormundschaftliche Massnahmen in die Wege geleitet. Am 7. Oktober 2008 wurde der Genannten in der Person von L. eine Beiständin gemäss aArt. 392 Ziff. 1 ZGB und aArt. 393 Ziff. 2 ZGB verbunden mit einer Einkommensverwaltung ernannt.
B/4. Mit Verfügung vom 10. November 2008 wurde Y. Frist bis am 21. November 2008 gesetzt, um Anträge betreffend Erlass von Eheschutzmassnahmen zu stellen. Am 20. November 2008 reichten die Ehegatten X.-Y. eine am 13./17. November 2008 unterzeichnete Trennungsvereinbarung ein. Darin hielten sie unter anderem das Getrenntleben mit Wirkung ab 18. Juli 2008 und die Verpflichtung des Ehemannes fest, seiner Ehefrau für die effektive Dauer der Trennung einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 950.-- zu bezahlen. Mit Verfügung vom 21. November 2008, mitgeteilt am 27. November 2008, schrieb der Bezirksgerichtspräsident Imboden das Verfahren als durch Vergleich erledigt ab.
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C. X. instanzierte am 14. September 2010 beim Kreispräsidium Trins eine Ehescheidungsklage. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 5. Oktober 2010 stellte der Vermittler am 30. November 2010 den folgenden Leitschein aus:
„Klägerisches Rechtsbegehren
1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Es sei der Ehefrau kein nachehelicher Unterhalt zuzusprechen.
3. Im Übrigen seien die Scheidungsfolgen durch das Gericht zu beurteilen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.
Beklagtisches Rechtsbegehren
1. Die Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau an ihren Unterhalt gestützt auf Art. 125 ZGB monatlich im Voraus Fr. 950.00 oder einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu bezahlen.
3. Die Berufsvorsorgeeinrichtung, der der Ehemann angehört, sei anzuweisen, die Hälfte der von ihm während der Ehe erworbenen Austrittsleistung auf ein noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto der Ehefrau zu überweisen.
4. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei nach Gesetz vorzunehmen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Ehemannes.“
D/1. Mit Prozesseingabe vom 29. Dezember 2010 prosequierte X. die Klage an das Bezirksgericht Imboden, wobei er unverändert an seinen Rechtsbegehren gemäss Leitschein festhielt.
D/2. Am 10./16. Februar 2011 schlossen die Parteien folgende :
„(...)
1. Zwischen den Parteien ist beim Bezirksgericht Imboden unter der Proz.Nr. 110-2010-23 ein Ehescheidungsverfahren anhängig. Im Rahmen dieses Scheidungsverfahrens schliessen die Parteien in Bezug auf die güterrechtliche Auseinandersetzung und den Vorsorgeausgleich die nachstehende Teilvereinbarung ab und ersuchen das Bezirksgericht Imboden um deren Genehmigung und Entscheid über die noch nicht geregelte Nebenfolge des nachehelichen Unterhalts.
2. Güterrechtliche Auseinandersetzung:
a) Jeder Ehegatte behält zu Eigentum, was auf seinen Namen lautet oder in seinem Besitz steht, und übernimmt die auf seinen Namen lautenden Schulden zur alleinigen Rückzahlung.
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b) Der Ehemann verfügte per 14. September 2010 über ein Wertschriftenguthaben von Fr. 997.03. Die Ehefrau verfügte unmittelbar vor Einreichung des Scheidungsverfahrens über ein Sparguthaben von Fr. 17'600.00. Die Ehefrau verpflichtet sich, dem Ehemann innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Scheidungsurteils Fr. 8'301.50 zu bezahlen.
c) Die Parteien erklären sich damit in güterrechtlicher Hinsicht als per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt.
3. Vorsorgeausgleich:
a) Die Ehefrau verfügt über ein Freizügigkeitskonto Nr. M. bei der Freizügigkeitsstiftung der N.-AG, mit einem Stand per 31. Dezember 2010 von Fr. 1'299.80.
b) Der Ehemann ist bei der Personalfürsorgestiftung der Firma O.- AG, P., berufsvorsorgeversichert und verfügt per 31. Dezember 2010 über eine Austrittsleistung von Fr. 192'246.65.
c) Die Ehegatten halten fest, dass ihre jeweiligen Freizügigkeitsleistungen während der Ehe erworben wurden.
d) Die Ehegatten vereinbaren die je hälftige Teilung ihres Vorsorgeguthabens, welches sie per Ende des der Hauptverhandlung vorangehenden Monats erworben haben. Sie werden auf den Termin der Hauptverhandlung hin die entsprechenden Berechnungen und Durchführbarkeitserklärungen beibringen.
e) Die Parteien ersuchen das Bezirksgericht Imboden dementsprechend, die Personalfürsorgestiftung der Firma O.-AG anzuweisen, den noch zu ermittelnden Betrag auf das Freizügigkeitskonto der Ehefrau bei der Freizügigkeitsstiftung der N.-AG, zu überweisen.
4. Die Parteien vereinbaren, die Kosten betreffend die Erstellung dieser Vereinbarung je hälftig zu übernehmen und die diesbezüglich anfallenden Anwaltskosten wettzuschlagen.
5. Diese Vereinbarung wird fünffach ausgefertigt, je ein Exemplar für die Parteien und deren Rechtsvertreter sowie das Bezirksgericht Plessur (recte: Imboden).
(...)”
D/3. Y. erhob in ihrer Prozessantwort vom 14. Februar 2011 folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Ehe der Parteien sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
2. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten an ihren Unterhalt gestützt auf Art. 125 ZGB ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum Erreichen seines ordentlichen AHV-Alters (derzeit: 31. Januar 2027) monatlich im Voraus Fr. 950.00 oder einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu bezahlen.
3. Die von den Parteien abgeschlossene Teil-Ehescheidungskonvention betreffend die güterrechtliche Auseinandersetzung sowie den
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Vorsorgeausgleich gemäss Art. 122 ZGB sei gerichtlich zu genehmigen.
4. Die Kosten betreffend die güterrechtliche Auseinandersetzung und den Vorsorgeausgleich seien den Parteien entsprechend der  je zur Hälfte aufzuerlegen und die diesbezüglichen Anwaltskosten seien wettzuschlagen.
5. Im Übrigen unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.“
D/4. Am 14. März 2011 erliess der Bezirksgerichtspräsident Imboden die Beweisverfügung, worin er unter anderem den Schriftenwechsel als geschlossen und die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden als relevant erklärte. Y. wurde aus gesundheitlichen Gründen von der Teilnahme an der Hauptverhandlung dispensiert. Im Weiteren wurde auf die Einholung eines medizinischen Gutachtens betreffend die Ursache der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit der Genannten verzichtet. Am 28. März 2011 wurde die Beweisverfügung ergänzt und die Zeugin Q. für erheblich erklärt.
D/5. Mit Schreiben vom 12. Mai 2011 beantragte die Rechtsvertreterin der Ehefrau dem Bezirksgericht die Nichtgenehmigung von Ziffer 2b der  und stellte das Begehren, die von der Ehefrau geschuldete güterrechtliche Ausgleichszahlung auf Fr. 2'283.85 festzulegen. Begründet wurde der Antrag damit, dass man bei den Vergleichsgesprächen von falschen Zahlen betreffend das Vermögen der Ehefrau ausgegangen sei.
E/1. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Imboden fand am 31. Mai 2011 statt. Bei dieser Gelegenheit schlossen die Parteien den folgenden Nachtrag zur Teil-Ehescheidungskonvention:
„(...)
Die Parteien haben am 10./16. Februar 2011 eine Ehescheidungskonvention unterzeichnet. Diese ergänzen resp. ändern die Parteien wie folgt:
1. Güterrechtliche Auseinandersetzung
Die in Ziff. 2b festgelegte Ausgleichszahlung in Höhe von CHF 8'301.50 entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen per 14. September 2010 und wird daher aufgehoben und durch folgende Bestimmung ersetzt:
Y. verpflichtet sich, X. unter dem Titel "güterrechtliche Ausgleichszahlung" innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Scheidungsurteils den Betrag von CHF 3'698.00 zu bezahlen.
Mit der richtigen Erfüllung dieser Verpflichtung erklären sich die Parteien güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche als auseinandergesetzt.
2. Vorsorgeausgleich
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Die Parteien heben hiermit Ziff. 3 der Ehescheidungskonvention auf und ersetzen diese durch nachstehende Bestimmungen.
Gemäss Schreiben der Personalfürsorgestiftung der Firma O.-AG vom 26. Mai 2011 verfügte der Ehemann zum Zeitpunkt der Eheschliessung über kein BVG-Guthaben. Per 31. Mai 2011 wird er über ein BVG-Guthaben von CHF 197'929.30 verfügen. Die Ehefrau hat bei der N.-AG ein Freizügigkeitskonto, welches per 31. Mai 2011 ein Guthaben von CHF 1'306.55 aufweist. Die Parteien verzichten auf eine Ausgleichung der zwischen dem jeweiligen Datum des BVG-Ausweises und Datum Ehescheidung angefallenen Kapitalien.
Somit ergibt sich folgender Anspruch der Ehefrau:
- Austrittsguthaben Ehemann CHF 197'929.30
- BVG-Guthaben Ehefrau CHF 1'306.55
- Total zu teilende BVG-Guthaben CHF 199'235.85
- Anspruch Ehefrau 1⁄2 (aufgerundet) CHF 99'617.95
./. eigenes BVG-Guthaben CHF 1'306.55
Ausgleichung z.G. Ehefrau CHF 98'311.40
Die Personalfürsorgestiftung der Firma O.-AG, P., sei anzuweisen, ab dem BVG Konto von X. (Lohnfirma: O.-AG, Versicherten-Nr. R., AHV-Nr. S., X.) zugunsten der Ehefrau auf ihr Freizügigkeitskonto bei der Freizügigkeitsstiftung der N.-AG (Y., AHV-Nr. T.) den Betrag von Fr. 98'311.40 zu überweisen.
(...)”
E/2. Mit Urteil vom 31. Mai 2011, mitgeteilt am 16. August 2011, erkannte das Bezirksgericht Imboden, wie folgt:
„1. Die am C. vor Zivilstandsamt D. geschlossene Ehe der Y. und des X. wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden.
2. X. wird verpflichtet, Y. mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zu seinem Eintritt ins ordentliche AHV-Alter einen monatlich im Voraus zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 950.00 zu entrichten.
3. Die Personalfürsorgestiftung der Firma O.-AG, P., wird gerichtlich angewiesen, vom Pensionskassenguthaben des X. (Lohnfirma: O.-AG, Versicherten-Nr. R., AHV-Nr. S.) den Betrag von Fr. 98'311.40 auf das Freizügigkeitskonto von Y. bei der Freizügigkeitsstiftung der N.-AG (Y., AHV-Nr. T.) zu überweisen.
4. Y. wird verpflichtet, X. innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 3'698.00 zu entrichten.
5. Im Übrigen wird die am 10./16. Februar 2011 abgeschlossene  samt Nachtrag vom 31. Mai 2011 gemäss Art. 140 ZGB genehmigt.
6. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus:
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- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'600.00
- einer Schreibgebühr von Fr. 884.75
- Barauslagen von Fr. 115.25
total somit Fr. 3'600.00
gehen zu 1/6 zu Lasten von Y. und zu 5/6 zu Lasten von X.. Der auf Y. anfallende Anteil wird der Stadt D. in Rechnung gestellt, zu deren Lasten ihr die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde. Vorbehalten bleibt der Rückforderungsanspruch des Gemeinwesens.
Ausseramtlich hat X. die Gegenpartei mit Fr. 4'200.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Über die Höhe der Entschädigung der Rechtsvertretung der Ehefrau wird im Verfahren nach Art. 47 Abs. 4 ZPO entschieden. Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel wird aufgefordert, innert 20 Tagen seit Mitteilung dieses Urteils eine tarifgemässe Honorarnote einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird die Entschädigung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

## Considerations