# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 286735a4-41e9-5cc2-ae38-027de889405a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.Y. und B.Y. wohnen in E., Gemeinde F., und sind verheiratet. Im November 2011
bewarb sich A.Y., damals noch amerikanisch-schweizerischer Doppelbürger, als
Vorsitzender der Bankleitung der X.-Bank. Am 4. April 2012 bestätigte die X.-Bank
Schweiz seine Wählbarkeit für diese Tätigkeit und sah als flankierende Massnahme die
Herstellung der Compliance in Bezug auf seine US-Staatsbürgerschaft vor (act. G 5/2).
Im August 2012 trat A.Y. die Stelle an. In der Steuererklärung 2012 machte das
Ehepaar A.Y. und B.Y. mit Hinweis auf die aus den Compliance-Massnahmen
resultierenden Aufwendungen einen Berufskostenabzug von Fr. 10‘318.-- (Fr. 9‘918.--
sowie Pauschale für Fachliteratur von Fr. 400.--) geltend. Die Steuerbehörde veranlagte
die Ehegatten am 15. Oktober 2014 für die direkte Bundessteuer mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 130‘400.-- sowie für die Kantons- und
Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 115‘100.-- und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 107‘000.--. Sie liess lediglich den Pauschalabzug zu,
nicht jedoch den Abzug der geltend gemachten weiteren Kosten (act. G 5/8 I/9-I/11).
b. Die gegen diese Veranlagungen erhobene Einsprache hiess das Kantonale
Steueramt mit Entscheiden vom 5. Januar 2015 teilweise gut. Die im Zusammenhang
mit der Compliance-Herstellung geltend gemachten Kosten liess es jedoch nicht zum
Abzug zu (act. G 5/3/1 und 5/3/2). Die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.
Gallen hiess die hiergegen erhobenen Rechtsmittel (Beschwerde: direkte
Bundessteuer; Rekurs: Kantons- und Gemeindesteuern) mit Entscheid vom 17.
September 2015 teilweise gut, hob die Einspracheentscheide auf und bestätigte eine
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Veranlagung des Ehepaars A.Y. und B.Y. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2012
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 105‘400.-- und einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 107‘000.-- sowie für die direkte Bundessteuer 2012 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 120‘700.-- (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das Kantonale Steueramt am 2. Oktober 2015
Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die
Einspracheentscheide vom 5. Januar 2015 seien zu bestätigen (act. G 1).
b. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 7. Oktober 2015 Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 4). Mit Eingabe vom 16. November 2015 beantragten die
Beschwerdegegner Abweisung der Beschwerde. Für den Fall einer Gutheissung der
Beschwerde sei aufgrund der Umstände des Einzelfalles auf die Erhebung einer
Entscheidgebühr zu verzichten, und die Kostenvorschüsse seien zurückzuerstatten
(act. G 9).
c. Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 10).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit für den Entscheid relevant,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens aus unselbständiger Erwerbstätigkeit hinsichtlich der Einkünfte und
der Abzüge vereinheitlicht sind, hat die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons-
und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte
Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Urteil, aber mit getrennten
Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer
die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 260 E. 1.3).
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Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen
Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2;
VerwGE B 2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016, E. 1; www.gerichte.sg.ch).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer
ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingabe vom 2. Oktober 2015 (act. G 1)
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in
Verbindung mit Art. 196 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP;
Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit
einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Das Verwaltungsgericht
entscheidet, ohne an die Begehren der Beteiligten gebunden zu sein (Art. 196 Abs. 2
StG).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht die in der Steuererklärung 2012 von den
Beschwerdegegnern deklarierten Kosten von Fr. 9‘918.-- für die Herstellung der
Compliance im Zusammenhang mit dem Antritt einer neuen Arbeitsstelle durch den
Beschwerdegegner im Umfang von Fr. 9‘777.80 zum Abzug zuliess und die
Einspracheentscheide des Beschwerdegegners vom 5. Januar 2015 aufhob. Nach Art.
26 Abs. 1 DBG und Art. 39 Abs. 1 StG können von den Einkünften aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit unter anderem die übrigen für die Ausübung des Berufes
erforderlichen Kosten (lit. c) und die mit dem Beruf zusammenhängenden
Weiterbildungs- und Umschulungskosten (lit. d) abgezogen werden. Näheres regelt die
Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements über den Abzug von
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Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer vom
10. Februar 1993 (VBK, SR 642.118.1; vgl. auch das diesbezügliche Kreisschreiben der
Eidgenössischen Steuerverwaltung [KS der EStV] vom 22. September 1995, ASA 64,
692 ff.). Nicht abziehbar sind die übrigen Kosten und Aufwendungen, insbesondere die
Aufwendungen für den Unterhalt des Steuerpflichtigen und seiner Familie sowie der
durch die berufliche Stellung des Steuerpflichtigen bedingte Privataufwand (Art. 34 lit. a
DBG; Art. 47 lit. a StG).
Für die Berücksichtigung der übrigen notwendigen Berufsauslagen ist ein
Pauschalabzug vorgesehen. Vermag dieser im Einzelfall die Berufsauslagen nicht
abzudecken, steht den Steuerpflichtigen der Nachweis höherer Kosten offen (Art. 39
Abs. 2 StG und Art. 21 Abs. 1 und 2 der Steuerverordnung [StV, sGS 811.11]; Art. 26
Abs. 2 DBG und Art. 4 und 7 Abs. 1 VBK).
2.2. Die Vorinstanz verneinte hinsichtlich der streitigen Auslagen das Vorliegen von
Weiterbildungs- und Umschulungskosten im Sinn von Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG und Art.
39 Abs. 1 lit. d StG (act. G 2 S. 5); diese begründete Feststellung blieb im vorliegenden
Verfahren unbestritten. Somit steht ausschliesslich die Frage zur Diskussion, ob der
Abzug unter dem Titel „übrige Berufskosten“ im Sinn von Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG und
Art. 39 Abs. 1 lit. c StG zuzulassen ist. Diese Frage beantwortet sich nach Massgabe
der im Steuerrecht geltenden Beweislastverteilung. Nach dieser trägt die
Steuerbehörde die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen oder
mehren, die steuerpflichtige Person für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben
oder mindern (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VI.
Rz. 15, VII. Rz. 23). Beweisbelastet für die Abzugsberechtigung sind konkret somit die
Beschwerdegegner. Abzugsfähig sind nur die von den Steuerpflichtigen belegten bzw.
glaubhaft gemachten und selbst getragenen Aufwendungen (Zigerlig/Oertli/Hofmann,
a.a.O., S. 39 und 43; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2.
Aufl. 2009, Rz. 10 zu Art. 26 DBG).
Im Steuerverfahren kommt der Untersuchungsgrundsatz zur Anwendung (Art. 176 StG).
Die Veranlagungsbehörde ist verpflichtet, die für die Besteuerung relevanten Tatsachen
von Amtes wegen abzuklären (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 19), wobei sie
die steuerpflichtige Person auffordert, die erforderlichen Sachdarstellungen und
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Beweismittel beizubringen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 123
DBG). Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien
relativiert. Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung von
Unterlagen, welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von
Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 9 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII.
Rz. 25). Kann von einer Privatperson nach den Umständen eine Handlung oder eine
Äusserung über Umstände, die sie besser kennt als die Behörde, erwartet werden und
bleibt eine solche aus, so haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die
nicht aktenkundig sind (vgl. BGE 130 II 493, E. 3.2, und BGE 128 II 139, E. 2b).
2.3. „Erforderlich“ für die berufliche Tätigkeit im Sinn der erwähnten Bestimmungen
sind Kosten, die ihren Grund in der beruflichen Tätigkeit haben, unbekümmert darum,
ob sie objektiv vermeidbar gewesen wären. Verlangt wird dabei ein qualifiziert enger,
d.h. rechtlich erheblicher (wesentlicher) Zusammenhang zwischen Art, Grund und
Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der beruflichen Tätigkeit anderseits. Nicht
notwendig ist dabei, dass eine rechtliche Pflicht zur Tätigung der Auslage bestand. Es
genügt, dass diese als der Gewinnung des Einkommens förderlich erachtet werden
kann und dass ihre Vermeidung der steuerpflichtigen Person nicht zumutbar war
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 26 DBG) Als „übrige
Berufskosten“ im Sinn der erwähnten Bestimmungen können im Einzelfall auch
Aufwendungen abzugsfähig sein, die nicht typischerweise mit der Berufsausübung
verbunden sind. Daher ist der Einzelfall zu prüfen. Sind die im Zusammenhang mit dem
Beruf stehenden Kosten nicht (allein) durch die Erwerbstätigkeit veranlasst, gehören sie
(ganz oder teilweise) zu den Lebenshaltungskosten und sind deshalb (grundsätzlich)
nicht abzugsfähig (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Rz. 29 zu Art. 26 DBG mit Hinweis).
Kosten, die primär und überwiegend durch die private Lebenshaltung bedingt sind,
sind grundsätzlich nicht abzugsfähig (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Rz. 3 zu Art. 34
DBG mit Hinweisen). Sind Auslagen sowohl beruflich als auch privat veranlasst
(Mischausgaben), sind sie in einen beruflich bedingten und einen privaten Anteil
aufzuteilen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 25 zu Art. 34 DBG).
2.4. Am 4. April 2012 bestätigte die X.-Bank Schweiz die Wählbarkeit des
Beschwerdeführers als Vorsitzender der Geschäftsstellenleitung und sah als
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flankierende Massnahme die Herstellung der Compliance in Bezug auf seine US-
Staatsbürgerschaft vor (act. G 5/2). Unbestritten ist, dass es sich dabei um eine
Bedingung für die Wählbarkeit gehandelt hatte und in diesem Sinn erforderlich für die
Anstellung war. Die Vorinstanz räumte diesbezüglich im angefochtenen Entscheid ein,
dass aufgrund der Unterlagen nicht ausgewiesen sei, was genau unter „Herstellung der
Compliance“ zu verstehen sei. Mit Blick auf den damaligen Steuerkonflikt Schweiz-
USA sowie die damit einhergehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Rechtslage sei
aber anzunehmen, dass die Herstellung der Compliance die Bereinigung der
amerikanischen Steuerangelegenheiten des Beschwerdeführers voraussetze. Die
Aufwendungen für das Bereitstellen bzw. Ausfüllen der US-Steuererklärungen sei
wesentlich durch die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers veranlasst und nicht
durch persönliche Bedürfnisse indiziert worden. Die Aufwendungen seien demzufolge
beruflich und nicht primär und überwiegend durch die private Lebenshaltung bedingt
gewesen, weshalb sie keine Lebenshaltungskosten darstellten. Der Stellenwechsel sei
für die Gewinnung des Einkommens förderlich und durch beruflich begründetes
Handeln verursacht gewesen. Zwischen den Aufwendungen für die Bereitstellung der
US-Steuerunterlagen und der Einkommenserzielung bestehe ein unmittelbarer
Zusammenhang. Die Unterstützung der US Tax und Financial Services Sàrl beim
Bereitstellen der US-Steuerunterlagen erscheine auch mit Blick auf die damals
herrschenden Ungewissheiten geboten gewesen zu sein (act. G 5/10, G 5/11/1-11/7).
Angesichts der unübersichtlichen Bedingungen der US-Steuerbehörden, die ein im
Ausland wohnender US-Staatsbürger zur Erledigung seiner US-Steuerpflicht zu erfüllen
gehabt habe (vgl. 5/11/2), könne davon ausgegangen werden, dass es dem
Beschwerdeführer nicht zumutbar gewesen sei, die US-Steuerunterlagen ohne
professionelle Unterstützung aufzuarbeiten. Schliesslich sei die Herstellung der
Compliance Bedingung für die Verbesserung der beruflichen Stellung und damit
unabdingbar gewesen. Eine Vermeidung der Auslagen wäre nicht zumutbar gewesen.
Die Auslagen seien beruflich bedingt und würden keine privaten Lebenshaltungskosten
darstellen (act. G 2 S. 6 f.).
Hinsichtlich des Umfangs des Abzugs hielt die Vorinstanz fest, die drei Rechnungen
der US Tax and Financial Services Sàrl von 2012 (act. G 5/8 I/21) würden sich auf
insgesamt Fr. 9‘675.80 belaufen. Die Arbeitgeberin habe dem Beschwerdeführer im
Zusammenhang mit der Herstellung der Compliance keine zusätzlichen Vergütungen
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ausgerichtet (act. G 5/8 I/14 f.). Ferner stünden die Fed-Ex-Rechnung vom 26. Juni
2012 von Fr. 73.80 sowie das City-Ticket sowie die Postquittung vom 14. Mai 2012
ebenfalls im Zusammenhang mit der Bereitstellung der US-Steuerunterlagen. Weitere
Auslagen seien nicht belegt. Der Abzug für die übrigen Berufskosten sei demnach auf
insgesamt Fr. 9‘777.80 festzusetzen (act. G 2 S. 8 f.).
2.5. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Kosten seien primär in der damaligen
Steuerpflicht des Beschwerdegegners in den USA begründet. Die Deklarationspflicht,
welcher der Beschwerdegegner im Jahr 2012 nachgekommen sei, habe unabhängig
von der Anstellung bei der X.-Bank bestanden. Dass er die Pflicht (womöglich) nur
erfüllt habe, weil die X.-Bank Schweiz dies zur Bedingung für den Direktorenposten
gemacht habe, ändere nichts daran, dass die streitgegenständlichen Aufwendungen in
erster Linie Folge der Steuerpflicht in den USA seien. Der erforderliche Zusammenhang
zwischen den Aufwendungen und den bei der X.-Bank erzielten Einkünften fehle somit,
weshalb die Auslagen nicht als Berufskosten, sondern als Lebenshaltungskosten zu
qualifizieren seien (act. G 1).
3.
3.1. Die von der Vorinstanz im Betrag von Fr. 9‘777.80 zum Abzug zugelassenen, im
Jahr 2012 von den Beschwerdegegnern bezahlten Kosten entstanden im
Zusammenhang mit der Bereitstellung der amerikanischen Steuerunterlagen des
Beschwerdegegners der Jahre 2006 bis 2011 (vgl. act. G 5/8 I/21 Beilagen). Als
amerikanischer Staatsbürger unterlag der Beschwerdegegner damals - trotz
Ansässigkeit in der Schweiz - der unbeschränkten Steuerpflicht in den USA (Art. 1 Abs.
2 und 4 des Doppelbesteuerungsabkommens [DBA] CH-USA, SR 0.672.933.61; vgl.
Zweifel/Beusch/Matteotti, Internationales Steuerrecht, Zürich 2014, S. 383 Rz. 83) mit
der Folge, dass er in zwei Staaten unbeschränkt steuerpflichtig war und auch in den
USA eine Steuerdeklaration einzureichen hatte. Unbestritten ist, dass die Bereinigung
der amerikanischen Steuerangelegenheiten des Beschwerdegegners für den Antritt der
Anstellung als Vorsitzender der Bankleitung vom Arbeitgeber verlangt und damit
erforderlich war (act. G 5/2). Damit ist jedoch die Frage, ob die Aufforderung der X.-
Bank Schweiz auch die eigentliche Ursache für die entstandenen Aufwendungen
bildete bzw. ob ein qualifiziert enger bzw. rechtlich erheblicher Zusammenhang
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zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der Natur der beruflichen
Tätigkeit anderseits (vorstehende E. 2.3) bestand, noch nicht beantwortet.
3.2. Das Vorbringen des Beschwerdegegners, wonach es ihm nicht zumutbar gewesen
wäre, angesichts der unübersichtlichen Bedingungen der US-Steuerbehörden die US-
Steuerunterlagen ohne professionelle Hilfe aufzuarbeiten (act. G 9) mag zwar zutreffen,
belegt jedoch für sich allein noch keinen beruflichen Konnex der entstandenen Kosten.
Aufgrund der Akten und der vom Beschwerdeführer geschilderten Umstände ist
vielmehr davon auszugehen, dass die professionelle Unterstützung beim Ausfüllen der
US-Steuererklärung auch nötig gewesen wäre, wenn kein Stellenantritt (unter der
Voraussetzung der Herstellung der Compliance) in Aussicht gestanden hätte (vgl. act.
G 5/10 S. 3, G 5/11 1-8 und G 9). Eigentliche (und vorbestandene) Ursache der
entstandenen Kosten bildete die gesetzliche Deklarationspflicht in den USA. In diesem
Sinn brachte das Bewerbungsverfahren lediglich die Notwendigkeit zutage, der
Deklarationspflicht in den USA nachzukommen und für diese Pflichterfüllung einen
Experten für US-Steuerrecht zu beauftragen, bildete jedoch nicht die eigentliche
Ursache der Deklarationspflicht. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend,
dass er ohne das Bewerbungsverfahren seine Deklarationspflicht in den USA nicht
erfüllt hätte. Er führt sodann zwar aus, dass eine „besonders gründliche, vollständige
und abschliessende Bereinigung“ der Steuersituation mit den USA nötig gewesen sei
(act. G 9). Mehrkosten im Vergleich zum Ausfüllen der US-Steuerunterlagen im
„Normalfall“ behauptet und belegt er jedoch nicht. In dieser Situation war es nicht
Sache des Beschwerdeführers, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes nach
allfälligen (beruflich bedingten) Mehrkosten zu forschen (vgl. dazu vorstehende E. 2.2
zweiter Absatz). Den vorinstanzlichen Akten lassen sich denn auch keine Hinweise
entnehmen, dass im Fall der Erfüllung der „blossen“ Deklarationspflicht in den USA
(ohne laufendes Bewerbungsverfahren in der Schweiz) geringere Kosten entstanden
wären. Unter diesen Umständen lässt sich der angefochtene Entscheid nicht
aufrechterhalten.
4.
4.1. In Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene Entscheid vom 17.
September 2015 demnach aufzuheben. Die in den Einspracheentscheiden vom 5.
Januar 2015 vorgenommene Veranlagung ist zu bestätigen.
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4.2. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Die Beschwerdegegner werden somit
kostenpflichtig. Eine Gebühr von Fr. 1'500.-- erscheint für das vorliegende Verfahren
angemessen (Art. 145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 DBG; Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Die amtlichen Kosten der vorinstanzlichen Verfahren
(zweimal Fr. 600.--) sind bei diesem Verfahrensausgang neu zu verlegen und ebenfalls
den Beschwerdegegnern aufzuerlegen unter Verrechnung mit ihrem dort geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.--. Ein konkreter Grund, aufgrund dessen auf die
Kostenerhebung gegenüber den Beschwerdegegnern zu verzichten wäre (act. G 9 S.
2), liegt nicht vor. Die vorliegend zu entscheidende Abgrenzung des beruflichen und
privaten Aufwands war, ohne Einführung einer Praxisänderung, aufgrund der
allgemeinen steuerlichen Grundsätze zu entscheiden. In diesem Sinn ging es, auch
wenn ein vergleichbarer Sachverhalt vom Verwaltungsgericht zuvor soweit ersichtlich
noch nicht beurteilt worden war, nicht um eine erstmals zu entscheidende Rechtsfrage,
aufgrund derer sich ein Verzicht auf die Kostenerhebung unter Umständen hätte
rechtfertigen lassen.
4.3. Eine ausseramtliche Entschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP; Art.
145 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, SR 172.021). Die Beschwerdegegner sind unterlegen, und der
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S.
176); beide haben auch keinen entsprechenden Antrag gestellt.