# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53fca37e-da23-46c9-a8fe-76ef6465cc99
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1985 geborene X._, schloss im Jahr 2004 eine Berufs
ausbildung als Verkäufer ab und war zuletzt vom 1. Juni 2008 bis 31. Juli 2013 bei der Y._ angestellt, von Juli 2012 bis 11. April 2013 (letzter Arbeitstag) arbeitete er als Teamleader der Z._ Abteilung (Urk. 7/2/1, Urk. 7/3, Urk. 7/18/1-2, Urk. 7/87). Am 11. Oktober 2012 erlitt er ein Verhebetrauma und war seit dem 11. April 2013 krankgeschrieben (Urk. 7/13/17, Urk. 7/18/2). Am 8. November 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf im Septem
ber 2013 operierte Gleitwirbel zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhält
nisse zog die IV-Stelle zunächst die Akten des Krankentaggeld- (Urk. 7/13) und des Unfallversicherers (Urk. 7/47) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 7/9) bei und h
olte
einen Arbeitgeberbericht (Urk.
7/18
) sowie Berichte der behandelnden Ärzt
e
(Urk.
7/16-17, Urk. 7/20-21, Urk. 7/38, Urk. 7/43, Urk. 7/53-54, Urk. 7/61
) ein.
Im Rahmen der weiteren Abklärungen der medizi
nischen Verhältnisse liess die IV-Stelle bei
der medizinischen Abklärungsstelle A._
ein
bidiszi
pli
näres
Gutachten erstellen (
orthopädisch-psychiatrisches
Gutachten vom
3. März 2016
, Urk.
7/82
).
Am
18. Mai 2016
erging
ein
Vorbescheid, mit welchem
X._
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % für den Zeitraum zwischen 1. Juni 2014 und 28. Februar 2015 die Zusprache einer ganzen Rente, gestützt auf einen IV-Grad von 61 % für die Zeit zwischen 1. März 2015 und 29. Februar 2016 die Zusprache einer Dreiviertelsrente und basierend auf einem Invaliditätsgrad von 45 % ab 1. März 2016 die Zusprache
einer Viertelsrente der Invalidenversicherung in Aussicht gestellt wurde (Urk
. 7/92)
. Nachdem der Versicherte mit
Eingabe vom 20. Juni 2016 (Urk. 7
/
97
) Einwände dage
gen vorgebracht hatte, verfügte die IV-Stelle
am 14. Juli 2016
wie vorbe
schieden (Urk. 2 [
=
Urk.
7/102, Urk. 7/101 (Verfügungsteil 2)
]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. September 2016 Be
schwer
de und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer ab dem 1. März 2016 bis auf weiteres eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; eventuell sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen und diese zu verpflichten, zusätzliche Abklärungen durchzu
füh
re
n und neu über den Rentenanspruch ab 1. März 2016 zu verfügen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2016 teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an sie zur Abklä
rung von beruflichen Massnahmen (Urk. 6). Der Beschwerdeführer hielt mit Stel
lung
nahme vom 9. November 2016 an seinen Anträgen fest (Urk. 10), was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. November 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, nach Ablauf des Wartejahrs im Juni 2014 sei dem Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit zu
mutbar gewesen. Er habe deshalb ab 1. Juni 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Per Dezember 2014 sei ihm eine angepasste Tätigkeit wieder im 50%-Pensum zumutbar. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich unter Be
rück
sichtigung eines Leidensabzugs von 5 % ein Anspruch auf eine Drei
viertels
rente mit Wirkung ab 1. März 2015. Da sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers weiter verbessert habe und ihm ab Dezember 2015 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert worden sei, ergebe sich aus dem Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen – unter 5%igem Abzug – ein Anspruch auf eine unbefristete Viertelsrente; mit Wirkung ab 1. März 2016.
2.1.2
In der Beschwerdeantwort bringt die Beschwerdegegnerin vor, die Gutachter emp
föhlen neben medizinischen Massnahmen zur Verbesserung der psychi
schen Beeinträchtigungen auch berufliche Massnahmen. Da die Beschwerde
geg
nerin bisher Eingliederungsmassnahmen weder geprüft noch durchgeführt habe, sei die Sache an sie zurückzuweisen.
2.2
2.2.1
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde dagegen vor, die Gutachter attestierten erstmals ab April 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht bereits ab Dezember 2014. Sodann sei es entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin im Dezember 2015 nicht zu einer Verbesserung des orthopädischen und psychiatrischen Gesundheitszu
stands und einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50 % auf 70 % gekommen. Seit April 2015 habe sich der Gesundheitszu
stand nicht verändert. Das Gutachten sei in dieser Hinsicht ungenügend. Beim Einkommensvergleich habe die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen zu tief bemessen; der effektive Verdienst habe sich im Jahr 2013 auf Fr. 81‘900.-- belaufen. Sodann sei ein Leidensabzug von 15 % angemessen (Urk. 1).
2.2.2
In der Stellungnahme vom 9. November 2016 hielt der Beschwerdeführer dafür, Eingliederungsmassnahmen seien nicht Teil des Anfechtungsgegenstands, wes
halb dem Antrag der Beschwerdegegnerin auf Rückweisung der Sache nicht zu folgen sei (Urk. 10).
3.
Dem orthopädisch-psychiatrischen Gutachten der Medas
A._
vom 3. März 2016
(Urk. 7/82) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (Urk. 7/82/3).
-
chronisches lumbales Schmerzsyndrom / failed back surgery syndrome (FBSS) (ICD-10 M96.1) bei
-
Diskushernie L5/S1 paramedian links mit Tangieren der S1-Wurzel links foraminal und linksbetonter Facettengelenksarthrose (MRI vom 1
7.
April 2013) sowie Spondylolisthese L5/S1
-
Status nach Dekompression L5/S1 beidseits, Bogenentfernung L5 und Dekompression der Lyse L5 beidseits, Diskusdekompression L5/S1 beid
seits und dorsale Repositionsspondylodese mit interkorporeller Abstützung L5/S1 von links (1
7.
Juni 2013) bei
-
Status Revision am 1
5.
Mai 2014 mit ventraler Spondylodese L5/S1 mit Syn-Cage und Knochenspan (Beckenkamm links ventral)
-
Status nach diagnostischer Schulterarthroskopie mit subacromialer Bur
sektomie, Acromioplastik und
AC-Gelenkresektion rechts (16.
September 2011,
B._
).
-
Subacromiales Impingement der linken Schulter (ICD-10 M75.4)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit können dem Gutachten ein Verdacht auf eine rezidivierende Hypermobile segmentale Dysfunktion der
Halswirbelsäule (HWS; ICD-10 M99.01; Ausschluss degenerative Verände
rungen
, Status nach Schleudertrauma der HWS), ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1), ein Verdacht auf ADHS im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0)
und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4
), entnommen werden (Urk. 7/82/3).
Die Gutachter führten sodann aus, i
n der aktuellen orthopädischen Unter
su
chung würden
vom Beschwerdeführer
lumbale Rückenschmerzen als im Vorder
grund stehend angegeben. Es bestehe eine reduzierte Beweglichkeit nach Spon
dy
lodese. In den Funktionsaufnahmen der
Lendenwirbelsäule (LWS)
vom Juli 2015 seien keine wesentlichen degenerativen Veränderungen der Anschluss
seg
mente zu sehen. Eine initial beschriebene radikuläre Symptomatik im Rah
men des Bandscheibenvorfalls sei durch die Operationen gebessert worden. Durch die operativen Eingriffe unbeeinflusst sei der isolierte Rückenschmerz geblieben. Gemäss Berichten der
C._
sei eine epidurale Fibrosierung Grad IV im voroperierten Bereich bestehend. Gesamt sei, wie vorbeschrieben, von einem Failed Back Surgery Syndrom zu sprechen und es bestehe aus ortho
pä
discher Sicht der Verdacht auf eine nicht unerhebliche Schmerzbewäl
tigungs
störung. Bei dem Beschwerdeführer, der eine stark auffällige Kindheit beschrei
be,
sei in der Kindheit die Diagnose ADHS gestellt, jedoch auf Wunsch der Eltern auf eine Medikation verzichtet worden. Eine mit der Diagnose verbundene hohe innere Anspannung und Impulsivität habe der Beschwerdeführer durch inten
si
ves Eishockeyspielen abbauen können. Nach einem Unfall in diesem Sport
nach dem 20. Altersjahr
sei diese Methode der Selbstregulation weggefallen und er sei infolge des Unfalls zwei Jahre arbeitsunfähig gewesen. Folgend habe er ver
s
ucht, durch eine erhöhte Anstrengungsbereitschaft, ein erhöhtes Pflicht
be
wusst
sein und durch gute Leistungen die Anspannungen zu kompensieren. Nac
h dem Verhebetrauma im Jahr 2012 habe sich eine bis aktuell anhaltende Schmerz
symptomatik entwickelt
,
die sich in ihrem Ausmass rein somatisch nicht aus
reichend erklären lasse, sie sei jedoch vor dem Hintergrund der ADHS-Symp
tomatik gut nachvollziehbar. Nach dem Verhebetrauma 2012 und zweimaliger Operation sei es zu keiner Besserung der Schmerzsymptomatik, zum Verlust des Arbeitsplatzes, zu finanziellen Sorgen, zur Entwicklung einer depressiven Symp
tomatik und zur Trennung von seiner Freundin gekommen. Der Beschwer
deführer habe versucht, seine Ängste, Schmerzen und Spannungszustände durch
Drogen (Ecstasy, Kokain) zu beeinflussen, habe aber schnell gemerkt, dass dies in eine Abhängigkeit führe und es sei ihm gelungen, nach einem Suizidversuch im 2013, abstinent zu bleiben. Seit damals sei er in ambulanter psychiatrischer Behandlung, worunter es zu einer Stabilisierung gekommen sei, so dass die depressive Symptomatik jetzt abgeklungen sei
. Beim Beschwerdeführer
bestehe bezüglich der Schmerzsymptomatik weiterhin ein rein somatisches Krankheits
modell. Erschwerend komme hinzu, dass er seit einigen Monaten den Konsum von Alkohol für ein adäquates Mittel halte, die Schmerzsymptomatik positiv zu beeinflussen. Durch die Komorbidität mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom und der damit verbundenen hohen inne
ren Anspannung und Impulsivität
be
stehe leicht die Neigung, in ein Suchtverhalten zu verfallen. Positiv seien aber die Introspektionsfähigkeit des Beschwerdeführers und die konstruktiv erschei
nende Mitarbeit in der ambulanten Behandlung. Er erfülle die Diagnosekriterien für eine Agoraphobie mit Panikstörung, die sich unter konsequenter verhal
tenstherapeutischer Behandlung mittelfristig wahrscheinlich mit gutem Erfolg behan
deln lassen werde (
Urk.
7/82/4). Die vom Beschwerdeführer seit dem Hockey
unfall im Jahr 2010 bestehende schmerzhafte Bewegungseinschränkung im Bereich der HWS sei möglicherweise im Rahmen auftretender segmentaler, hypomobiler Dysfunktionen zu erklären. Im Bereich der linken Schulter sei es anamnestisch bis 2012 regelmässig zu Subluxationen gekommen, in der aktu
ellen Untersuchu
ng seien links Impingementzeichen positiv. Radiologisch hätten degenerative Veränderungen ausgeschlossen werden können (
Urk.
7/82/5).
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, für die bisher angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter in einem Sicherheitsdienst bestehe keine Arbeitsfähig
keit mehr, dies aufgrund der orthopädischen Beurteilung bei Status nach zwei
facher Wirbelsäulenoperation, aufgrund welcher von Tätigkeiten in Zwangs
positionen und dem Tragen von Lasten
schwerer
als 10 kg abzusehen sei. Die ausgeübte Tätigkeit habe das Befüllen der Automaten und das Transportieren von Tresoren beinhaltet. Für eine körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, dies aufgrund der orthopädischen wie auch psy
chiatrischen Beurteilung. Anzustreben sei eine Wechseltätigkeit, die bei ergo
nomisch angepasstem Arbeitsplatz im Sitzen und Stehen ausgeübt werden könne
. Es müsse von Tätigkeiten mit signifikanter Vibrations- und Erschütterungs
ex
positio
n und dem Tragen von Lasten schwerer
als 10 kg abgesehen werden. Nicht zumutbar seien sodann repetitive inklinierende, reklinierende und rotie
rende Bewegungen der LWS sowie Überkopfarbeiten. In der Tätigkeit sollte der Bes
chwerdeführer möglichst selbst
ändig, ohne in einem allzu grossen Team eingebunden zu sein, tätig sein können. Die Einschränkung ergebe sich aus psychiatrischer Sicht aufgrund der bestehenden Agoraphobie mit Panikattacken sowie aus der somatoformen Schmerzstörung, aufgrund welcher er einen erhöh
ten Pausenbedarf habe. Der Beschwerdeführer sei in seiner Durchhaltefähigkeit eingeschränkt. Durch die zurzeit bestehende Agoraphobie sei s
eine Gruppen
fähig
keit eingeschränkt
und
auch zu viel Kundenkontakt sei zu vermeiden (
Urk.
7/82/5). Die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit gelte ab Gutachtenszeit
punkt im Dezember 201
5.
In den Unterlagen lückenlos dokumentiert sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht: Vom Datum der ersten Operation am 17. Juni 2013 bis zum Datum der zweiten Operation am 1
5.
Mai
2014 und darüber hinaus gehend werde, bei zwar gebesserter Symp
tomatik, aber noch persistierenden Schmerzen
,
bis zum Dezember 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, dies sei nachvollziehbar. Zeitlich überlappend habe aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Diagnosen einer Anpassungs
stö
rung sowie einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradiger Epi
sode bis September 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die beiden Diagnosen seien aktuell nicht mehr zu stellen, eine Anpassungsstörung sei allein aufgrund des Zeitkriteriums nicht mehr zu stellen, die depressive Episode habe sich durch die ambulante Behandlung gebessert. Mit einer ambulanten
psychiatrischen Behandlung sei im September 2014 im
D._
begonnen worden
. Es sei deswegen
zu einer Verbesserung der psychischen Symp
tomatik gekommen. Ab April 2015 werde aus rein orthopädischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit für möglich erachtet.
Vom
D._
erfolge keine Stellungnahme zur Arbeitsfähig
keit,
so dass es retrospektiv schwierig festzulegen sei, wann es zwischen Beginn der
Therapie im September 2014 und dem Begutachtungszeitpunkt im Dezember 2015
zu der aktuell attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gekommen sei. Aufgrund dessen gelte die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit ab Gutachtens
zeitpunkt. Für die Zeit von Dezember 2014 bis Dezember 2015 sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
7/82/5-6). Bei dem motivierten Be
schwerdeführer seien berufliche Massnahmen sinnvoll und würden zu einer psychischen Stabilisierung beitragen. Trotz der vielschichtigen psychiatrischen
Probleme werde die Prognose einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als günstig
angesehen (
Urk.
7/82/6).
4.
4.1
Die Parteien sind sich einig, dass der Beschwerdeführer zufolge seiner ortho
pädischen und psychischen Leiden in seiner bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma seit dem 17. Juni 2013 nicht mehr arbeitsfähig ist.
Strittig und zu prüfen ist, ab welchem Zeitpunkt zufolge verbesserten Gesund
heitszustands von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden konnte und ob ab Dezember 2015 eine weitere Verbesse
rung des Gesundheitszustands eingetreten ist und dementsprechend eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit vorlag.
4.2
4.2.1
Das Gutachten der
A._
vom
3. März 2016
basiert auf umfassenden
Untersu
chungen.
Die Gutachter tätigten sorgfältige, umfassende Ab
klä
rungen, berück
sichtigten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Ein
schätzun
gen in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den Vorakten. Sie legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizini
sche Situation ein
leuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvoll
zieh
bar.
Das Gutachten erfüllt daher grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anfor
de
rungen an eine beweiskräftige ärztliche Stellungnahme
(vgl. E. 1.6)
.
4.2.2
Dem Gutachten ist zum einen zu entnehmen, dass ab Dezember 2014
eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit bestand (Urk. 7/82/6). Wenn zum anderen erwähnt wird, in orthopädischer Sicht, sei ab April 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ange
nom
men worden, basiert dies wahrscheinlich auf dem durch die Beschwerdegeg
nerin eingeholten Bericht des behandelnden Orthopäden Dr. med. E._, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 14. Januar 2015. Ausgehend von einer 50%igen Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit hielt dieser fest, es recht
fer
tige sich, den Beschwerdeführer aufgrund der Ende März 2015 auslaufenden
Versicherungsleistungen des Krankentaggeldversicherers bis dahin 100 % arbeits
un
fähig zu schreiben (Urk. 7/45/1, vgl. Urk. 7/82/5). Noch im Bericht vom 24. September 2014 gab Dr. E._ an, der Beschwerdeführer sei noch bis Ende Dezember 2014 als zu 100 % arbeitsunfähig einzuschätzen (Urk. 7/38/4; vgl. auch Urk. 7/43/1). In Anbetracht der an sich einhelligen orthopädischen Einschätzung erscheint eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % in angepasster Tätigkeit per Dezember 2014 und die Gesamteinschätzung der Gutachter schlüssig und nachvollziehbar. In psychiatrischer Hinsicht war ge
stützt auf die Feststellungen der Gutachter bereits per September 2014 eine Besserung eingetreten, zumal sich der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt in psychiatrische Behandlung begab und ein Rückgang der Symptome festgestellt werden konnte (Urk. 7/82/5).
4.2.3
Nach Einschätzung der Gutachter lag im Gutachtenszeitpunkt aus bidis
zipli
närer Sicht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vor. Einerseits ist dies aufgrund der orthopädischen Befundung schlüssig. Laut dem Beschwerdeführer hat seit den
Operationen die bestehende Ausstrahlung der Rückenschmerzen in das linke Bein
gebessert und die körperliche Untersuchung ergab neben reduzierter Beweg
lichkeit und Schmerzen im Operationsgebiet keine radikuläre Symptomatik oder wesentliche degenerative Veränderungen der Anschlusssegmente. Andererseits stellten die Gutachter fest, dass es im Rahmen der Therapierung im D._ zu einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers gekommen sei. D
ie beiden Diagnosen
einer Anpassungs
störung sowie einer depressiven Episode
waren zum Zeitpunkt der Begut
ach
tung
nicht mehr zu stellen
. Die Festlegung des Zeitpunkts der Verbesserung erwies sich als schwierig, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Gutachter und gestützt darauf die Beschwerdegegnerin von einer erneuten Verbesserung des Gesundheitszustands mit einer nunmehr 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung ausgegangen sind.
4.3
Nichts an dieser Einschätzung zu ändern vermag der Bericht von Dipl. med. F._, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 12. August 2016 (Urk. 3/3), in welchem er ausführte, in einer nicht rückenbelastenden Tätigkeit an einem wechselbelastenden Arbeitsplatz sei eine Teilarbeitsfähigkeit von 20-40 % gegeben, wobei aufgrund der psychiatrischen Diagnosen nur eine ge
schützte Arbeitsumgebung oder eine Tätigkeit im Rahmen einer Wiederein
glie
derung oder eines Arbeitsaufbautrainings in Frage komme. Dipl. med. F._ stellt keine neuen Diagnosen
und erhebt keine neuen
Befunde
. Zudem ermang
elt es dem Bericht an
einer Begründung der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Dipl. med.
F._
begründet ausserdem nicht, aus welchen Gründen
keine
Arbeitstätigkeit
im ersten Arbeitsmarkt
möglich sein soll. Die Einschätzung des behandelnden Allgemeinmediziners erfolgte sodann
fachfremd und
unter Nichtberücksichtigung des b
idisziplinären Gutachtens
.
Das bidisziplinäre Gutachten verliert seine Beweiskraft auch nicht mit Blick auf den Bericht von Dr. med. G._, FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 6. September 2016 (Urk. 3/4), welchem zu entneh
men ist, aus psychiatrischer Sicht liege eine 50%ige Leistungsfähigkeit vor, wobei bei einem Arbeitsversuch sinnvollerweise eine deutlich tiefere Initialbe
lastung mit progredienter Steigerung anzustreben sei. Einerseits verneint auch Dr. G._ das Vorliegen einer depressiven Symtpomatik mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Andererseits begründet sie nicht, inwiefern in Abweichung vom
bidisziplinären Gutachten die Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F41.01) sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die Gutachter berück
sichtigten die Agoraphobie bereits in nachvollziehbarer Weise, indem sie das Be
lastungsprofil des Beschwerdeführers entsprechend formulierten (erhöhter Pau
senbedarf, Auswirkung auf die Gruppenfähigkeit, vgl. E. 3). Sodann wurde nicht ausgeführt und ist auch nicht ersichtlich, dass den aufgetretenen Gicht
schüben Relevanz für die Arbeitsfähigkeit zukommt. Eine Auseinandersetzung mit dem Gutachten scheint ebenfalls nicht stattgefunden zu haben.
Sowohl bezüglich der Beurteilung von Dr. G._ als auch
von
Dipl. med
.
F._
bleibt anzumerken, dass diese aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behan
deln
de Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trau
ens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, zu relativieren sind (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Der Umstand allein, dass behandelnde (Fach)ärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern, gibt nicht Anlass zu weiteren Abklärungen oder vermag das Gutachten nicht in Frage zu stellen. Anders würde es sich verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft
machen, die den ärztlichen Experten entgangen sind oder mit denen sie sich nicht befasst haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_746/2010 vom 28. Januar
2011 E. 3.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.4
Es ist somit zusammenfassend davon auszugehen, dass sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers ab Dezember 2014 gesamthaft verbessert hat und es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin unter Berück
sich
tigung des Belastungsprofils in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2014 ausgegangen ist. Spätestens zum Gutach
tens
zeitpunkt im Dezember 2015 steht eine Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit
von 70 % sowohl in orthopädischer als auch in psychiatrischer Hinsicht fest.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober
2016 eine Rückweisung an sie zur Prüfung von beruflichen Massnahmen (Urk. 6
). Der Beschwerdeführer beantragte, es sei dem Antrag der Beschwerdegegnerin nicht zu folgen (Urk. 10).
5.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stellung genommen hat. Insoweit
bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwer
d
e
weise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergang
en ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
5.3
Dem bidisziplinären Gutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung 70 % arbeitsfähig sei, ohne dass vorgängig berufliche Massnahmen durchgeführt werden müssten Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit wird weder aus beruflich-erwerblicher Sicht noch aus medizinischer Sicht von der Durchführung beruflicher Massnahmen abhängig gemacht, weshalb dem Beschwerdeführer die Arbeitsfähigkeit von 70 % ohne weiteres anzurechnen ist (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts 9C_668/2015 vom 17. Februar 2016 E. 4.3 sowie 9C_141/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.3.1). Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet lediglich der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Somit besteht in vor
liegendem Verfahren kein Anlass zur materiellen Prüfung des Anspruchs auf Ein
gliederungsmassnahmen
.
Anzumerken bleibt, dass berufliche Massnahmen unabhängig von der Renten
frage geprüft und durchgeführt werden können und ein paralleler Anspruch nich
t ausgeschlossen ist.
6.
6.1
Ausgehend von
einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit von 50 % vom 1. Dezember 2014 bis 30. November 2015 und von 70 % ab dem 1. Dezember 2015, bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit zu prüfen.
Nicht strittig ist, dass seit dem 1. Juni 2014 (Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns, vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bis zum 31. November 2014 eine Erwerbsunfähigkeit von 100 % und damit Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente bestand.
6.2
6.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung
entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cher
te Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturer
hebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
si
ch
tigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bun
des
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.3
6.3.1
Wenn der Beschwerdeführer zur Bemessung des Valideneinkommens vorbringt, dass er bei seiner letzten Arbeitgeberin mehr verdient hätte, so übersieht er, dass seine zuletzt ausgeübte Arbeitsstelle zufolge Reorganisation auf Seiten der Arbeitgeberin aufgelöst wurde und nicht mehr existiert (Urk. 7/18/1). Somit kommt eine allfällige Anrechnung des zuletzt effektiv erzielten Erwerbsein
kommens nicht in Frage. Die Beschwerdegegnerin bemass in der angefochtenen
Verfügung das Valideneinkommen zu Recht anhand der Tabellenlöhne der Lohn
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik.
Für die Bemessung des Valideneinkommens ist daher auf die LSE-Tabellenlöhne abzustellen, wobei der standardisierte Monatslohn für im Bereich „so
nstige wirtschaftliche Dienstleis
tungen“ im Kompetenzniv
e
au 3 tätige Männer heranzuziehen ist. Dieser
beträgt
Fr. 6‘347.-- pro Monat (LSE 2012 TA 1 Ziffer 77-82 S. 34). Unter Berücksich
tigung der im Jahr 2015 (Zeitpunkt der
Veränderung
)
im genannten Bereich üblichen Wochenar
beitszeit von
41.9
Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, N, 77-82) und ange
passt an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte (Index
stand 2188 [2012]; 2226 [2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T 39) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von 100 %, ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 81‘
167.40 (Fr. 6‘347.-- :
40 x
41.9
x 12
:
2188 x 2226).
6.3.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommmens in einer dem Belastungsprofil Rechnung
tragenden angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3) im zumutbaren 50%-Pen
sum ist der standardisierte Monats
lohn für im Kompetenzniveau 1 tätige Männe
r von Fr. 5‘210.-- (LSE 2012 TA1 Total) heranzuziehen.
Abgesehen vom Umstand, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf
und ein Abweichen grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich ist (BG
E
137 V 71 E. 5.1), sind entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vorliegend keine Gründe ersichtlich, welche einen höheren leidensbedingten Abzug als einen 5%igen rechtfertigen würden. So sind die Anforderungen an eine Tätig
keit anhand des von den Gutachtern erstellten Zumutbarkeitsprofils nicht unge
wöhnlich hoch und der Tabellenlohn im tiefsten Kompetenzniveau erfasst bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten. Sodann wurden die Einschränkungen bereits bei der Beurteilung des medizinischen Zu
mut
barkeitsprofils berücksichtigt und dürfen nicht zu einer doppelten Anrech
nung führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_536/2014 vom 20. Januar 2015 E. 4.3).
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochen
arbeitszeit im Jahr 2015 von 41,7 Stunden sowie der 50%igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein Einkommen von Fr. 33‘154.55 (= Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2188 x 2226 x 0.5). Nach der Vornahme eines 5%igen Leidensabzugs beträgt das Invalideneinkommen so
mit Fr. 31‘496.80.
6.3.3
Für den Zeitraum vom 1. Dezember 2014 bis zum 1.
Dezember 2015 ergibt sich eine Erwerbseinbusse von
Fr.
49‘
670
.
60
, was einem Invaliditätsgrad von rund 61
%
entspricht (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2).
Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist die bisherige ganze Rente somit per 1. März 2015 auf eine Dreiviertelsrente herab
zusetzen.
6.4
6.4.1
Ausgehend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit seit Begutachtungszeitpunkt im
Dezember 2015 ergeben sich folgende Anpassungen beim Einkommens
vergleich
:
Wiederum abstellend auf den standardisierten Monatslohn für im Bereich „so
nstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ im Kompetenznivau 3 tätige Männer
(
Fr. 6‘347.-- pro Monat
[
LSE 2012 TA 1 Ziffer 77-82 S. 34
]
)
sowie unter Berück
sichtigung
der im Jahr 201
6
im genannten Bereich üblichen Wochenar
beitszeit von 42
Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, N, 77-82) und angepasst an die Entwicklung der Nomi
nal
löhne für männliche Arbeitskräfte (Indexstand 2188 [2012]; 22
39
[201
6
], vgl. Bundesamt für Statisti
k, Schweizerischer Lohnindex, T
39)
ergibt sich für das Jahr 2016
(Zeitpunkt der Herabsetzung der
Dreiviertelsrente
auf eine
V
ier
tels
rente) ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 81‘
641.40
(Fr. 6‘347.-- / 40 x
41.9
x 12 / 2188 x 22
39
).
6.4.2
Wiederum ist zur Festlegung des Invalideneinkommens der standardisierte
Monats
lohn für im Kompetenzniveau 1 tätige Männer von Fr. 5‘210.-- (LSE
2012 TA1 Total) heranzuziehen, wobei unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochen
arbeitszeit im Jahr 2016 von 41,7 Stunden sowie dem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % ein Einkommen von Fr. 46‘687.40 resultiert (Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 : 2188 x 2239 x 0.7). Unter Berücksichtigung eines 5%igen Abzugs vom Jahresbruttoeinkommen resultiert ein Invalidenein
kommen von rund Fr. 44‘353.--.
6.4.3
Für die Zeit ab 1. Dezember 2015 resultiert dementsprechend eine Erwerbs
ein
busse von Fr. 37‘288.40, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 46 % ent
spricht. Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist die Dreiviertelsrente somit per 1. März 2016 auf eine Viertelsrente herabzusetzen.
7.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine ganze Rente vom
1.
Juni bis 2
8.
Februar 2015, eine Dreiviertelsrente vom
1. März 2015 bis 29. Februar 2016 und eine unbefristete Viertelsrente seit 1. März
2016 zugesprochen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.
--
festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
600
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss ist diese dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.