# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 162f3a5c-3e1c-5b8a-8924-abcb0b892fff
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die Deponie A. AG reichte am 30. Juni 2011 ein Gesuch für die Errichtung einer
Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial auf Grundstück Nr. K000,
Grundbuchkreis Z., ein. Der Gemeinderat X. erliess am 5. Juli 2011 den Deponieplan
und legte ihn vom 12. Juli bis 10. August 2011 öffentlich auf. In der Folge gingen
mehrere Einsprachen ein, worauf die Deponie A. AG im Anschluss an eine
Einspracheverhandlung das Gesuch am 8. Februar 2012 zurückzog und eine
Überarbeitung der Projektunterlagen in Aussicht stellte. Mit Gesuch vom 9. November
2012 reichte die Deponie A. AG das überarbeitete Projekt zur Planauflage ein. Dieses
umfasst eine Deponiefläche von rund 3.3 ha und ein Deponievolumen von rund
150‘000 m und trägt nach Angaben der Gesuchstellerin den Anliegen der Einsprecher
(Verschiebung der Zufahrt, Schutzwälle usw.) Rechnung (act. G 11/11/1-12). Am 12.
Februar 2013 beschloss der Gemeinderat X., den Deponieplan A. nicht zu erlassen
bzw. abzulehnen; auf eine öffentliche Auflage wurde verzichtet. Zur Begründung führte
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der Gemeinderat aus, dass sich die Ausgangslage durch die geplante Deponie B.
gegenüber dem Gesuch von 2011 substantiell verändert habe. Das Einzugsgebiet für
die geplante Deponie würde massiv verkleinert. Die Deponie B. weise einen optimalen
Standort und eine gute Kontrolle auf. Die Deponie A. sei neben der Deponie B. nicht
notwendig (act. G 11/11/19).
b. Gegen diesen Beschluss erhob Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Bereuter, St. Gallen, für
die Deponie A. AG mit Eingabe vom 8. März 2013 Rekurs und ergänzte diesen am 5.
Juni 2013 unter anderem mit der Begründung, dass mit der Aufnahme in den
kantonalen Richtplan der Bedarf für die Deponie A. belegt sei. Der Deponie komme
mindestens regionale Bedeutung zu. Die Vorinstanz verstosse mit der
Gesuchsabweisung gegen Art. 17 der Technischen Verordnung über Abfälle (SR
814.600; TVA) und missachte die Behördenverbindlichkeit des kantonalen Richtplans
(act. G 11/1 und 11/7). Mit Entscheid vom 6. Mai 2014 hiess das Baudepartement des
Kantons St. Gallen den Rekurs gut und wies den Gemeinderat X. an, das Deponieplan-
und Bewilligungsverfahren fortzusetzen (act. G 2).
B.
a. Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 erhob Fürsprecher Christoph Bernet, St. Gallen, für
die Gemeinde X. Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben, unter
Kostenfolge (act. G 1). Diesen Antrag bestätigte er in der Beschwerdebegründung vom
23. Juni 2014 (act. G 7).
b. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2014 Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid (act. G 10). Rechtsanwalt Bereuter stellte für die Beschwerdegegnerin am 8.
September 2014 das Rechtsbegehren, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (act. G 15).
c. Am 24. September 2014 äusserte sich Fürsprecher Bernet für die
Beschwerdeführerin zu den vorerwähnten Vernehmlassungen und bestätigte seine
Darlegungen in der Beschwerdebegründung (act. G 18). Hierzu nahm Rechtsanwalt
Bereuter mit Eingabe vom 9. Oktober 2014 ergänzend Stellung (act. G 20).
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d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den vorerwähnten Eingaben wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Art. 31 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (SR 814.01; USG)
verpflichtet die Kantone zur Ermittlung ihres Bedarfs an Abfallanlagen, zur Vermeidung
von Überkapazitäten und zur Festlegung von Standorten der Abfallanlagen. Sie
entsorgen gemäss Art. 31b USG unter anderen Siedlungsabfälle (Abs. 1), legen für
diese Abfälle Einzugsgebiete fest und sorgen für einen wirtschaftlichen Betrieb der
Abfallanlagen (Abs. 2). Nach Art. 17 TVA bestimmen die Kantone entsprechend der
Abfallplanung die Standorte der Abfallanlagen, insbesondere der Deponien und der
wichtigen anderen Abfallanlagen. Sie weisen die vorgesehenen Standorte in ihren
Richtplänen aus und sorgen für die Ausscheidung der erforderlichen Nutzungszonen.
Gestützt hierauf wurde im September 2005 und im August 2010 die kantonale
Deponieplanung nachgeführt (vgl. act. G 11/13 Beilagen: Deponieplanung vom 22.
September 2005 und Kantonale Deponieplanung, Nachführung 2010). Deponien und
Ablagerungen von Aushub- und Abraummaterial werden aufgrund eines Deponieplans
bewilligt. Ablagerungen von Aushub- und Abraummaterial von geringem Umfang und
kurzer Dauer (sog. Kleindeponien) werden ohne Deponieplan bewilligt, wenn eine
befriedigende Endgestaltung sichergestellt ist. Der Plan ordnet: bei Deponien den
Deponietyp nach der eidgenössischen Technischen Verordnung über Abfälle; das
Deponie- oder Ablagerungsvolumen; die Etappierung; die Endgestaltung des
Geländes; die Erschliessung (Art. 28bis des Gesetzes über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht, BauG; sGS 731.1). Die Festsetzung des Standorts im Richtplan ist
Voraussetzung für die Genehmigung des Deponieplans (vgl. dazu Bericht vom 20. Juni
2007/13. März 2008, Kantonale Deponieplanung. Wegleitung für neue Standorte, S. 9
ff.; act. G 11/13 Beilage [nachstehend als Wegleitung bezeichnet]).
3.
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3.1. Streitig ist vorliegend in erster Linie, ob für die von der Beschwerdegegnerin
geplante Deponie für sauberes Aushub- und Abraummaterial mit einem Volumen von
rund 150‘000 m im oberen Toggenburg ein zureichender Bedarf im Sinn von Art. 31
Abs. 1 USG vorhanden ist. Gemäss der Kantonalen Deponieplanung, Nachführung
2010 (act. G 11/13 Beilage, S. 28) soll jede Subregion über mindestens drei Standorte
für die Deponierung von unverschmutztem Aushub von je mindestens 50‘000 m
verfügen. Der Eintrag eines Deponiestandorts im Richtplan (vgl. Art. 5 Abs. 2 lit. a der
Raumplanungsverordnung, SR 700.1; RPV) hat zur Folge, dass von Seiten der
zuständigen Behörden keine Entscheide gefällt werden dürfen, welche eine spätere
Nutzung als Deponie verhindern oder wesentlich erschweren. Der Richtplaneintrag,
welchem eine Eignungsprüfung (Grobbeurteilung) des Standorts vorangeht, präjudiziert
jedoch das Ergebnis des Deponieplanverfahrens insofern nicht vollumfänglich, als auf
Richtplanstufe noch keine umfassende Interessenabwägung vorgenommen wird (vgl.
Wegleitung S. 9 f.; act. G 11/13 Beilage).
3.2. Der Kanton St. Gallen definiert in der Wegleitung „Kleindeponiegebiete“, d.h.
solche mit einem Volumen von unter 100‘000 m . Die Herkunft des Deponiegutes auf
Kleindeponien beschränkt sich auf das entsprechende Einzugsgebiet (keine Zuführung
aus anderen Gebieten der Region; vgl. Wegleitung S. 8 und Art. 31 Abs. 2 TVA). Die
Vorinstanz genehmigte nach den unbestritten gebliebenen Darlegungen der
Beschwerdeführerin am 19. März 2014 den Deponieplan B. mit einem Deponievolumen
von rund 83‘000 m (act. G 7 S. 2 unten). Im Gegensatz zu Kleindeponien erfordert die
Bewilligung von Deponien für unverschmutzen Aushub von über 100‘000 m (Art. 31
Abs. 1 TVA) im Deponieplanverfahren insbesondere einen umfassenden
Bedarfsnachweis. Die Zuführung von Material bezieht sich dabei nicht auf ein
begrenztes Einzugsgebiet, sondern auf die jeweilige Subregion (vgl. Wegleitung S. 4
und 5). Im Bericht vom 12. August 2013 hielt das Amt für Umwelt und Energie (AFU)
fest, bei der Deponie A. handle es sich nicht um eine Kleindeponie, sondern um eine
Deponie nach Art. 31 Abs. 1 lit. a TVA. Diese sei nach der Wegleitung für neue
Deponiestandorte (Tabelle S. 7) grundsätzlich bewilligungsfähig. Der im kantonalen
Richtplan eingetragene Deponiestandort stelle eine wesentliche Grundlage für die
Standortsicherung dar. Dementsprechend wäre die Gemeinde X. (Beschwerdeführerin)
grundsätzlich verpflichtet gewesen, den von der Beschwerdegegnerin eingereichten
Deponieplan zu erlassen und zusammen mit dem Baugesuch zu publizieren und
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öffentlich aufzulegen. Weiter sei auch der Bedarf für eine solche Deponie nach
Massgabe von Ziff. 2.2 der erwähnten Wegleitung nach wie vor ausgewiesen. Hieran
ändere auch die Realisierung der Kleindeponie B. nichts (act. G 11/13 Beilage). Im
Bericht vom 14. November 2013 räumte das AFU ein, dass die Festlegung des
Standorts im kantonalen Richtplan zwar eine wesentliche Grundlage für die
Standortsicherung darstelle, die Beschwerdeführerin jedoch nicht allein deshalb zum
Erlass des Deponieplans verpflichtet gewesen sei. Das AFU bestätigte, dass das
Gesuch nicht allein mit Hinweis auf die Realisierung der Kleindeponie B. hätte
zurückgewiesen werden dürfen, zumal der Bedarf selbst bei Realisierung der letzteren
ausgewiesen sei. Die Beschwerdeführerin hätte deshalb die Plan- und
Gesuchsunterlagen dem Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) zur
Vorprüfung einreichen und anschliessend eine Interessenabwägung vornehmen sollen.
Dass eine umfassende Vorprüfung noch nicht vorgenommen worden sei, zeige sich
bereits darin, dass das eingereichte Projekt die Lärmschutzbestimmungen nicht
einzuhalten vermöge (act. G 11/21).
3.3. Der Bedarf an einer Deponie für unverschmutzten Aushub ist ausgewiesen,
wenn in der betreffenden Subregion das Restvolumen für unverschmutzten Aushub in
den bereits in Betrieb stehenden Deponien und das frei verfügbare Restvolumen der in
Betrieb stehenden Abbaustandorte für drei Jahre geringer ist als der Dreijahresbedarf
für die Ablagerung von Aushub. Für die Berechnung des Jahresbedarfs wird dabei von
2 m pro Einwohner ausgegangen. Die Gemeinde X. mit dem Standort der geplanten
Deponie A. gehört (mit O., P. und Q.) zur Subregion „mittleres Toggenburg“, für welche
der Dreijahresbedarf gemäss kantonaler Deponieplanung 120‘000 m beträgt
(Kantonale Deponieplanung, Nachführung 2010, S. 25; act. G 11/13 Beilage). Die
Kleindeponie B. in der Gemeinde Y. befindet sich demgegenüber in der Subregion
„Oberes Toggenburg“ mit einem Dreijahresbedarf von 18‘000 m . Die bereits erfolgte
Bewilligung der letzteren hat somit, da eine andere Subregion betreffend, für das
vorliegende Verfahren keinen Einfluss, auch wenn sich die Deponie B. unmittelbar an
der Grenze zur Gemeinde X. befindet. Die Schlussfolgerung im vorinstanzlichen
Entscheid, wonach für die Frage der Bewilligung der Deponie A. das Einzugsgebiet
nicht von Bedeutung und ausschliesslich auf den Bedarf in der Subregion „mittleres
Toggenburg“ abzustellen ist (act. G 2 S. 9), erweist sich somit als begründet.
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Die Vorinstanz wies sodann darauf hin, dass in der Subregion „mittleres Toggenburg“
zur Zeit keine Deponie bestehe, weshalb der Bedarf an einer solchen ohne Weiteres
ausgewiesen sei. Ergänzend hielt sie fest, dass der Bedarf an der Deponie A. selbst
dann gegeben wäre, wenn die Deponie B. (mit einem Volumen von rund 83‘000 m ) in
der gleichen Subregion liegen würde, weil der Dreijahresbedarf von 120‘000 m ohne
weitere Deponie nicht gedeckt werden könnte (act. G 2 S. 9). Im Weiteren führte die
Vorinstanz aus, dass bestimmte Bauvorhaben (wie etwa Hochhäuser, Art. 69 Abs. 5
BauG, oder Bauten von überörtlicher Bedeutung, Art. 69bis Abs. 2 BauG) nur gestützt
auf einen Überbauungs- oder Gestaltungsplan möglich seien. Der Planungsbehörde
(Gemeinde) stehe es diesfalls nicht frei, auf den Erlass eines Sondernutzungsplans zu
verzichten; sie könne den Erlass eines solchen nur ablehnen, wenn dies sachlich
begründet sei. Gleiches müsse auch im Zusammenhang mit dem Erlass eines
Deponieplans gelten. Gestützt auf Art. 28bis Abs. 1 BauG sei die Realisierung einer
grösseren Deponie zwingend vom Erlass eines Deponieplans abhängig. Sachliche
Gründe für die Verweigerung des Erlasses eines Deponieplans seien nicht ersichtlich,
zumal der Standort A. im kantonalen Richtplan als Inertstoffdeponiestandort festgelegt
sei und ein erheblicher Bedarf an der Deponie bestehe (act. G 2 S. 10).
3.4. Die Beschwerdeführerin lässt unter anderem vorbringen, gemäss Statistik (act.
G 8.1) stagniere die Bevölkerungszahl in der Region Toggenburg seit Jahren. Am
meisten von dieser Stagnation betroffen seien die Gemeinden des oberen Toggenburg
(unter anderem X.). Künftig gehe man von einem weiteren Bevölkerungsrückgang aus
(Prognose der Anzahl Einwohner 2013-2060; act. G 8.2). Das teilrevidierte
Raumplanungsgesetz verlange eine Anpassung der Bauzonen an die
Bevölkerungsentwicklung. Für das obere Toggenburg bedeute dies, dass eine
Reduktion der vorhandenen Bauzonen vorgenommen werden müsse. Selbst wenn der
Raumbedarf anwachse, müsse dieser demnach durch innere Verdichtung des
vorhandenen Siedlungsgebiets abgedeckt werden. Der Zweitwohnungsbau sei durch
die Verordnung über den Zweitwohnungsbau, welcher die Gemeinden X. und Y.
unterstehen würden, verboten worden. Aufgrund dieser Entwicklung würden künftig
nur noch geringe Mengen an Aushubmaterial anfallen. Aufgrund der bewilligten
Deponie B. stehe für die nähere Region ein Deponievolumen von 83‘000 m zur
Verfügung. Diese Deponie sei in weiteren Etappen um rund 200‘000 bis 300‘000 m
ausbaubar. Das Deponievolumen von B. reiche für mindestens 7 1⁄2 Jahre. Es bestehe
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deshalb zur Zeit offensichtlich kein weiterer Bedarf für eine zusätzliche Deponie in der
betreffenden Region (act. G 7).
3.5.
3.5.1. Nach Art. 61 Abs. 1 VRP können mit der Beschwerde an das
Verwaltungsgericht Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführer können sich nach Art. 61 Abs. 2 VRP auch darauf berufen, der
angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt. Art. 61 Abs. 3 VRP regelt das sogenannte Novenverbot (vgl. dazu
Vorbringen der Beschwerdegegnerin in act. G 15 S. 2 f.). Dieses besagt, dass im
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht grundsätzlich keine neuen Begehren gestellt
werden können. Neu ist ein Begehren, wenn im Verfahren vor Verwaltungsgericht eine
gegenüber dem vorangegangenen Verfahren andere oder weitergehende
Rechtsfolgebehauptung erhoben wird (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 919). Ausdruck des Novenverbots ist
ausserdem, dass das Verwaltungsgericht Tatsachen, die nach Abschluss des
vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten sind (echte Noven), grundsätzlich nicht mehr
berücksichtigt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 642). Demgegenüber dürfen neue Tatsachen,
die sich vor Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens verwirklicht haben, die der
Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksichtigt wurden (unechte
Noven), im Verfahren vor Verwaltungsgericht vorgebracht werden und sind zu würdigen
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 643). Eine Schranke bei der Berücksichtigung unechter
Noven besteht dann, wenn der dem vorinstanzlichen Entscheid zugrunde liegende
Sachverhalt nicht ergänzt oder neu gewürdigt wird, sondern wenn dem
Rechtsbegehren ein neues tatsächliches Fundament unterstellt wird. Eine solche
Änderung des Klagefundaments ist nach der Praxis gestützt auf Art. 61 Abs. 3 VRP
nicht zulässig. Eine Einschränkung ergibt sich aber aus Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, EMRK). Soweit die Vorinstanz des
Verwaltungsgerichts keine richterliche Behörde ist, garantiert Art. 6 Ziff. 1 EMRK in
ihrem Anwendungsbereich eine richterliche Überprüfung mit voller Kognition. Eine
solche steht dem Verwaltungsgericht grundsätzlich zu. Im Anwendungsbereich der
EMRK sind zumindest dort auch Noven zu berücksichtigen, wo die Angelegenheit
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zuvor nicht von einer richterlichen Instanz überprüft wurde (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
645 mit Hinweis).
Fest steht, dass die Beschwerdeführerin den Standpunkt, wonach neben der Deponie
B. kein zusätzlicher Bedarf für die Deponie A. bestehe, bereits im vorinstanzlichen
Verfahren geltend gemacht hatte (act. G 11/11). Im vorliegenden Verfahren untermauert
sie ihren Standpunkt mit Verweis auf statistische Entwicklungen der Bevölkerungszahl
in dem in Frage stehenden Gebiet und argumentiert mit Hinweis auf das veränderte
Raumplanungsrecht bzw. das Zweitwohnungsbau-Verbot (vgl. act. G 7 S. 2). Eine
gegenüber dem vorangegangenen Verfahren andere oder weitergehende
„Rechtsfolgebehauptung“ erhebt sie damit nicht. Ihre Argumentation stellt vielmehr
eine Reaktion auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid dar. Es besteht somit
kein Anlass, diese im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen.
3.5.2. Hinsichtlich des allgemein gehaltenen Einwands der Beschwerdeführerin,
wonach aufgrund der raumplanungsrechtlich bedingten Nichtvergrösserung bzw.
Reduktion der Bauzonen und des Zweitwohnungsbau-Verbots künftig nur noch geringe
Mengen an Aushubmaterial anfallen würden (act. G 7 S. 2), ist vorab auf eine im
Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erstellte Studie von 2011 „Ablagerung
von unverschmutztem Aushubmaterial in Materialbaustellen und Inertstoffdeponien“
hinzuweisen. Diese ergab als Fazit unter anderem, dass auf nationaler Ebene die
Entsorgung von Aushubmaterial für die nächsten 10 Jahren gesichert sei (die
dynamische Reichweite betrage zurzeit knapp 12 Jahre). Wenn aber keine oder zu
wenig neue Projekte, insbesondere Kiesgruben oder Deponien für unverschmutztes
Aushub- und Ausbruchmaterial während dieser Zeit bewilligt würden, drohe mittelfristig
ein Entsorgungsengpass. Die Studie habe gezeigt, dass die sofort verfügbare
Ablagerungskapazität relativ knapp sei. Die Situation könnte sich weiter verschärfen,
wenn, bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Aushubanfall, der Kiesabbau in der
Schweiz abnehmen würde. Zwei Faktoren, die zu einer Abnahme des Kiesabbaus in
der Schweiz führen könnten, seien die Zunahme des Kiesimports und - in einem
grösseren Ausmass - die Zunahme der Mengen von mineralischen Rückbaumaterialien
und der entsprechende Ersatz von Primärkies durch Recyclingbaustoffe (Studie, a.a.O.,
S. 34; in: www.bafu.admin.ch/abfall). - Aus diesem Bericht lassen sich zwar für die
vorliegende Streitigkeit keine direkt verwertbaren Ergebnisse herleiten. Hingegen ist
http://www.bafu.admin.ch/abfall
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ihm immerhin die Tendenz zu entnehmen, dass längerfristig der Bedarf an Deponien
insgesamt nicht kleiner werden dürfte und sich bei nicht zureichender Bereitstellung
solcher Deponien Entsorgungsengpässe ergeben können. In diesem Zusammenhang
lässt die Beschwerdegegnerin darauf hinweisen, dass Siedlungsverdichtung in jedem
Fall eine grössere Baustoffintensität und ein grösseres Aushubvolumen bedeute.
Siedlungsverdichtung werde durch höhere Bauten mit stärkeren Fundamenten und mit
vermehrtem Bau in die Tiefe erreicht, d.h. mehr Untergeschosse. Motorfahrzeuge
müssten zunehmend in Tiefgaragen abgestellt werden. Das gelte zunehmend auch für
den ländlichen Raum (act. G 15 S. 3). Zudem sei der Baustoffbedarf pro Kopf im
ländlichen Raum grösser als im städtischen; eine dünne Besiedlung verursache einen
überproportionalen Verbrauch (act. G 15 S. 6). Diese Darlegungen erscheinen vom
Grundsatz her nachvollziehbar und begründet. Sie werden auch durch die
Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht in Zweifel gezogen.
3.5.3. Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass für die nähere Region die
Deponie B. zur Verfügung stehe und diese zudem noch um bis 300‘000 m ausbaubar
sei (act. G 7 S. 2 f.), ist festzuhalten, dass der Standort dieser Deponie in der Gemeinde
Y. nicht der gleichen Subregion zugeordnet ist wie die geplante Deponie (vgl.
Kantonale Deponieplanung, Nachführung 2010, S. 25; act. G 11/13 Beilage) und damit
auch nicht denselben Bedarf abdeckt. Letzterer kann nicht über zwei Subregionen
hinweg berechnet werden, wenn eine klar abgegrenzte Bedarfsberechnung möglich
bleiben soll. Hieran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass sich die Deponie B. in
rund 6 km Distanz in nächster Nähe (act. G 7 S. 3) der geplanten Deponie befindet.
Sodann erscheint der von der Beschwerdeführerin in Betracht gezogene Ausbau
insofern fraglich, als die Deponie B. als Kleindeponie für ein Volumen von bis 100‘000
m konzipiert ist. Der weitere Einwand, wonach die Annahme eines Anfalls von 2 m
Aushubvolumen pro Einwohner für die Bedarfsermittlung im oberen Toggenburg nicht
haltbar sei und höchstens mit einem jährlichen Bedarf von 1 m pro Einwohner zu
rechnen sei (act. G 7 S. 3), ist durch nichts belegt. Der pauschale Hinweis, dass
aufgrund der vielen Hanglagen bei Bauvorhaben deutlich weniger Aushub abgeführt
werden müsse (act. G 7 S. 3), vermöchte - soweit er als zutreffend anzusehen ist - für
sich allein keine Bedarfskürzung um die Hälfte zu begründen. Dies umso weniger, als
gleichzeitig auch die bedarfserhöhenden Aspekte (vorstehende E. 3.5.2) zu
berücksichtigen wären. Eine die betreffende Subregion übergreifende Berechnung mit
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Bezug auf das Volumen der Deponie B. kommt wie dargelegt nicht in Betracht, so dass
sich auch der Schluss der Beschwerdeführerin, dass das Volumen von B. für 7 1⁄2 Jahre
reiche (act. G 7 S. 3), als nicht zulässig erweist. Die Deponie B. soll den Bedarf der
Subregion oberes Toggenburg abdecken, während die Deponie A. für die Subregion
mittleres Toggenburg vorgesehen ist; aktuell besteht hier unbestritten noch keine
solche Einrichtung.
3.5.4. Die Beschwerdeführerin lässt sodann ausführen, X. sei bis heute dem
Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid angeschlossen. Entsprechend sei X. der
Abfallregion Wil-Toggenburg und dabei der Subregion mittleres Toggenburg zugeteilt.
Demgegenüber sei die Subregion oberes Toggenburg (Y., vormalige Gemeinde R.) dem
Entsorgungsverbund Süd der Gemeinden des Gebietes Werdenberg angeschlossen.
Seit der Aufnahme der Gemeinde R. in die Gemeinde X. am 1. Januar 2013 werde ein
Übertritt von X. in den Entsorgungsverbund Süd diskutiert. Ein Entscheid hierüber sei in
diesem Jahr zu erwarten. Ein Eintritt in den Entsorgungsverbund Süd bedeute, dass X.
neu der Abfall-Subregion oberes Toggenburg zuzuteilen sei. Damit werde die Deponie
B. aus der Sicht der Abfallplanung den Gemeinden Y. sowie X. zugerechnet. Der
Bedarf in dieser Subregion (Y., X.) bei einer übersetzten Annahme von 2 m pro Jahr
und Einwohner (6‘307) betrage 12‘614 m . Diesen Bedarf fasse die Deponie B. für 6 1⁄2
Jahre. Eine realistische Betrachtung mit 1 m pro Einwohner ergebe ein
Fassungsvermögen für 13 Jahre. Damit bestehe kein Bedarf für eine weitere
Aushubdeponie im oberen Toggenburg (act. G 7 S. 3 f.). - Dazu ist festzuhalten, dass
X. aktuell nach wie vor nicht dem Entsorgungsverbund Süd angehört (vgl.
www.entsorgungsverbund-sued.ch/Mitgliedsgemeinden). Der Umstand, dass sich
künftig möglicherweise Veränderungen bei der Organisation der Abfallentsorgung
ergeben könnten, vermag die aktuell gültige Einteilung in Subregionen nicht in Frage zu
stellen. Dies umso weniger, als das Entsorgungsmonopol der öffentlichen Hand vorab
den privaten Kehricht betrifft, sich jedoch nicht auf sauberen Aushub erstreckt (vgl. Art.
31b und 31c USG; Art. 3 Abs. 1 TVA).
3.6. Mit dem für die Aufnahme eines Standorts in den Richtplan zu erbringenden
Bedarfsnachweis soll verhindert werden, dass Standorte in grosser Zahl und
unabhängig vom zu erwartenden Bedarf raumplanerisch ausgeschieden werden
(Kantonale Deponieplanung, Nachführung 2010, S. 23 Ziff. 3.3.2; act. G 11/13 Beilage).
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In diesem Sinn erscheint die Feststellung der Beschwerdegegnerin, wonach mit dem
Richtplaneintrag der Bedarfsnachweis auf Stufe Planung erbracht sei (act. G 20 S. 3),
zutreffend. Der kantonale Richtplan ist für die Beschwerdeführerin als Behörde
verbindlich (Art. 9 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes, SR 700 [RPG] und Art. 17 TVA).
Eine entsprechende Richtplananpassung (vgl. Art. 9 Abs. 2 RPG) hatte sie unbestritten
nie beantragt. Die Beschwerdeführerin war anderseits nicht allein aufgrund des
Richtplaneintrags zum Erlass des Deponieplans (Stufe Projekt) verpflichtet. Der Inhalt
des Gesuchs für die Errichtungsbewilligung wird in Art. 24 Abs. 1 TVA festgelegt. Die
Frage der Bewilligung einer Deponie wird durch die Richtplanung insofern nicht
vorweggenommen, als der Richtplanung wie erwähnt (vgl. vorstehende E. 3.1 und
E. 3.2 mit Hinweis auf act. G 11/21) keine umfassende Interessenabwägung (vgl. dazu
auch Kriterienkatalog in der Wegleitung S. 10 f.) zugrunde liegt. Diese ist auf
Projektstufe vorzunehmen. Mit Blick auf die vorstehend in E. 3.5 geschildeten
Gegebenheiten erweist sich der auf die erwähnten Berichte des AFU abgestützte
Schluss der Vorinstanz, wonach die Beschwerdeführerin zu Unrecht den Deponieplan
nicht erlassen bzw. ihn abgelehnt habe, zumal sich dessen Zulässigkeit nicht nach dem
voraussichtlichen Einzugsgebiet für die Deponie richte und ein Bedarf in der Subregion
ausgewiesen sei (act. G 2 S. 11), als nachvollziehbar und überzeugend begründet. Das
Verwaltungsgericht hat sich darauf zu beschränken, über die Einhaltung des
Ermessensspielraums zu wachen und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr
zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht hat (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 740). Für letzteres
bestehen vorliegend - wie in E. 3.5 dargelegt - keine Anhaltspunkte.
4.
4.1. (...).
4.2. (...).