# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 72215bf3-e91f-557f-aa65-a010f45d646c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer reichte am 15. August 2014 beim Amt für Umweltkoordination
und Energie (AUE) ein Gesuch um einen Förderbeitrag für den Ersatz einer Elektroheizung
durch eine automatische Pelletheizung ein. Als geplanten Baubeginn wurde im
Gesuchsformular "Oktober 2014" angegeben. Die Richtigkeit der Angaben bestätigte der
Beschwerdeführer mit seiner Unterschrift im Beitragsgesuch. Gestützt auf die Angaben im
Beitragsgesuch sicherte das AUE dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. August
2014 einen Förderbeitrag in der Höhe von Fr. 2'500.00 zu.
2. Am 14. Oktober 2014 reichte der Beschwerdeführer beim AUE das
Abrechnungsformular für die Auszahlung des zugesicherten Förderbeitrags ein. Diesem
legte er ein Arbeitsnachweis der Firma A._ über die Inbetriebnahme, eine
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Rechnung der Heizungs- und Sanitärfirma Y._ vom 6. Oktober 2014 sowie ein
undatiertes Foto der installierten Heizungsanlage ein. In der Folge teilte das AUE dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. November 2014 mit, aus den
Abrechnungsunterlagen gehe hervor, dass mit dem eingereichten Projekt begonnen wurde,
bevor die Beitragszusicherung erstellt wurde. Die Bedingung für die Ausrichtung von
Förderbeiträgen, wonach Gesuche vor Baubeginn oder Durchführung der Massnahme
einzureichen seien, sei nicht erfüllt.
3. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2014 eine
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt, es sei auf die Verfügung vom 26. August 2014 zurückzukommen und es sei ihm
den zugesicherten Förderbeitrag von Fr. 2'500.00 auszurichten. Sinngemäss verlangt der
Beschwerdeführer damit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung des AUE vom
18. November 2014. Er macht geltend, die Hauptarbeiten und die Inbetriebnahme seien im
September 2014 vorgenommen worden. Das Projekt erfülle damit die Bedingungen und
bleibe förderwürdig, auch wenn sich die Bauarbeiten über einen längeren Zeithorizont
erstreckt hätten und es aufgrund des Termindrucks nicht möglich war, erst nach der
Beitragszusicherung mit dem Bau zu beginnen. Es sei immer einfach, sich hinter
Verordnungen und Paragrafen zu verstecken und zeuge von fehlendem Willen des
Kantons, zukunftsgerichtete Investitionen in Liegenschaften zu unterstützen.
4. In seiner Vernehmlassung vom 23. Dezember 2014 schliesst das AUE auf
Abweisung der Beschwerde. In seiner Stellungnahme vom 12. Januar 2015 teilte es
ausserdem mit, es sei mit der Prüfung der Angelegenheit unter dem Aspekt des Widerrufs
einverstanden und habe dazu keine weiteren Bemerkungen.
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte beim AUE die Vorakten ein. Der Beschwerdeführer
erhielt Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung des AUE vom 23. Dezember 2014 zu
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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äussern. Ausserdem konnten sich die Beteiligten zur Frage des Widerrufs äussern. Von
dieser Möglichkeit machte der Beschwerdeführer nicht Gebrauch. Auf die Rechtsschriften
und vorliegenden Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist die Verfügung des AUE vom 18. November 2014, mit welcher es die
Auszahlung des zugesicherten Staatsbeitrags von Fr. 2'500.00 verweigerte. Solche
Verfügungen des AUE können nach Art. 62 VRPG2 i.V.m. Art. 28 StBG3 bei der BVE
angefochten werden. Die BVE ist für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 67 VRPG). Zur Beschwerde befugt ist, wer
vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme
erhalten hat, durch die Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse
an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Der
Beschwerdeführer erfüllt all diese Voraussetzungen: Er ist Verfügungsadressat, durch die
Auszahlungsverweigerung besonders berührt und er hat an der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung ein schutzwürdiges Interesse. Auf die form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Staatsbeiträge im Energiebereich
a) Im Kanton Bern ist das Staatsbeitragsrecht in zahlreichen Spezialerlassen geregelt.4
Vorliegend findet sich die rechtliche Grundlage für den hier umstrittenen Förderbeitrag, d.h.
2 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (BSG 155.21) 3 Staatsbeitragsgesetz vom 16. September 1992 (StBG; BSG 641.1) 4 Vgl. Vortrag des Regierungsrats betreffend das Staatsbeitragsgesetz 1992, in Tagblatt des Grossen Rates 1992, Beilage 24, S. 2
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die Gewährung des Förderbeitrags für den Ersatz der Elektroheizung durch eine
Holzheizung, in Art. 58 Abs. 1 Bst. b KEnG5. Für welche Anlagen zur Gewinnung,
Verteilung und Nutzung von erneuerbaren Energien oder Erhöhung der Energieeffizienz im
Einzelnen finanziell Beiträge gewährt werden, ist in der Wegleitung "Förderprogramm
Kanton Bern, Energieeffizienz und erneuerbare Energien"6 näher definiert.
b) Sinn und Zweck der Förderung ist es, auf das zukünftige Verhalten von
Beitragsempfängern einzuwirken. Dabei soll die Förderung den Beitragsempfänger zu
einem Verhalten veranlassen, das sich ohne Fördermassnahme nicht – oder nicht im
selben Ausmass – realisieren würde. Es reicht nicht, dass der Empfänger der
förderwürdigen Massnahme nachlebt. Vielmehr soll die Beitragszusicherung das vom
Beitragsempfänger erwünschte Verhalten, namentlich den Einsatz erneuerbarer Energien
oder die effiziente Energienutzung im Gebäudebereich, erst ermöglichen oder zumindest
auslösen (sog. ex ante-Subvention). Damit umfasst die finanzielle Förderung im
Gebäudebereich erst noch zu verrichtende Tätigkeiten und soll sicherstellen, dass eine
erwünschte Tätigkeit überhaupt in Angriff genommen wird.7 Für bereits aufgenommene
oder abgeschlossene Tätigkeiten im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung werden keine
Beiträge mehr gesprochen. Dieser Grundsatz für die Gewährung von Förderbeiträgen ist in
Art. 48 Abs. 2 KEnV8 verankert. Danach sind Gesuche um Staatsbeiträge vor Baubeginn
oder Durchführung der Massnahme beim AUE einzureichen. Als Beginn der Arbeiten gilt
die Schnurgerüstabnahme (Art. 2 BewD9) oder wenn keine Schnurgerüstabnahme
erforderlich ist, die Vornahme von Arbeiten, die den Gegenstand der Förderung direkt
betreffen.10 Auf später eingereichte Gesuche tritt das AUE nicht ein. Diese Voraussetzung
für die Zusicherung von Beiträgen ist auch in den Bedingungen und Auflagen der
Beitragszusicherung vom 26. August 2014 festgeschrieben11 und ergibt sich ebenfalls aus
5 Kantonales Energiegesetz vom 15. Mai 2011 (KEnG; BSG 741.1) 6 Abrufbar unter: http://www.bve.be.ch/bve/de/index/energie/energie/foerderprogramm_energie/gesuchs formulare_bedingungen.html 7 Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 455 8 Kantonale Energieverordnung vom 26. Oktober 2011 (KEnV; BSG 741.111) 9 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 10 Vgl. Bedingungen und Auflagen zum Förderprogramm Kanton Bern (abrufbar unter: http://www.bve.be.ch/bve/de/index/energie/energie/foerderprogramm_energie/gesuchsformulare_bedingungen. html 11 Vgl. Beilage zur Stellungnahme des AUE vom 12. Januar 2015 der Beschwerdeakten RA Nr. 140/2014/34
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der Wegleitung zum "Förderprogramm Kanton Bern".12 Nicht relevant ist dabei der
Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage.
3. Widerruf
a) Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer im Beitragsgesuch als Baubeginn
"Oktober 2014" genannt. Der Beschwerdeführer hat die Richtigkeit dieser Angabe mit
seiner Unterschrift bestätigt.13 Aufgrund der Angaben im Beitragsgesuch erachtete das
AUE die Voraussetzungen für die Gewährung eines Förderbeitrags als erfüllt und sicherte
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. August 2014 einen Förderbeitrag von
Fr. 2'500.00 zu. Es bestand zu diesem Zeitpunkt für das AUE kein Anlass, die Angaben im
Beitragsgesuch in Zweifel zu ziehen.
b) Das AUE hat mit der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2014 erst im
Nachhinein anhand der Abrechnungsunterlagen festgestellt, dass der Beschwerdeführer
mit den Arbeiten, die den Gegenstand der Förderung direkt betreffen, vor der
Gesuchseinreichung begann. Im Kern handelt es sich damit bei der angefochtenen
Verfügung des AUE vom 18. November 2014 um einen Widerruf des zugesicherten
Förderbeitrags. Es ist deshalb zu prüfen, ob die Verfügung vom 26. August 2014 fehlerhaft
zustande kam und ob diese widerrufen werden muss. Dieser Prüfung widersetzten sich
weder der Beschwerdeführer noch das AUE.
c) Die Energiegesetzgebung enthält keine Vorschriften über den Widerruf von
Staatsbeiträgen. Der Widerruf richtet sich vielmehr nach den allgemeinen Vorschriften des
StBG, die unmittelbar auf alle Staatsbeitragsverhältnisse des Kantons anwendbar sind
(Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 2 StBG). Art. 23 StBG mit dem Randtitel Widerruf lautet wie folgt:
"Art. 23 / Widerruf
12 Wegleitung zum Förderprogramm Kanton Bern, Version vom 31. August 2014, S. 4 (abrufbar unter: http://www.bve.be.ch/bve/de/index/energie/energie/foerderprogramm_energie/gesuchsformulare_bedingungen. html) 13 Vgl. pag. 1 der Vorakten des AUE
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1 Die zuständige Behörde widerruft eine Staatsbeitragsverfügung, wenn die Leistung in
Verletzung von Rechtsvorschriften oder aufgrund eines unrichtigen oder unvollständigen
Sachverhalts zu Unrecht zugesichert oder ausbezahlt worden ist. 2 Sie verzichtet auf den Widerruf, wenn
a Die Rechtsverletzung für die Staatsbeitragsempfängerin oder den -empfänger nicht leicht
erkennbar war,
b die Staatsbeitragsempfängerin oder der -empfänger aufgrund der Verfügung Massnahmen
getroffen hat, die nicht ohne unzumutbare finanzielle Einbussen rückgängig gemacht
werden können und
c eine allfällige unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes nicht auf ihr
oder sein schuldhaftes Verhalten zurückzuführen ist.
3 Bei Verträgen über Finanzhilfen und Abgeltungen erklärt die zuständige Behörde den
Rücktritt vom Vertrag. 4 Mit dem Widerruf oder dem Rücktritt fordert die Behörde die bereits ausgerichteten
Staatsbeiträge zurück. Die Staatsbeitragsempfängerin oder der -empfänger hat zusätzlich
einen Zins seit deren Auszahlung zu entrichten, wenn diese durch ihr oder sein schuldhaftes
Verhalten ausgelöst wurde. In diesem Fall ist auch für allfälligen weiteren Schaden Ersatz
zu leisten."
Die drei Voraussetzungen für einen Verzicht auf den Widerruf nach Art. 23 Abs. 2 StBG
müssen dabei kumulativ erfüllt sein.14
d) Nach den Akten ist das Beitragsgesuch des Beschwerdeführers am 15. August 2014
beim AUE eingegangen.15 Vorliegend ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer mit den
Arbeiten der Heizungssanierung bereits vor Einreichung des Beitragsgesuchs begann. Der
Rechnung der Firma Y._ vom 6. Oktober 2014 ist zu entnehmen, dass der
Fernheizungsschlauch vom Bauernhaus zum Wohnstock bereits am 20. Mai 2014, d.h.
rund drei Monate vor der Gesuchseingabe, verlegt wurde. Auch geht aus der Rechnung
hervor, dass weitere wichtige Sanierungsarbeiten, wie namentlich der Heizanschluss im
Wohnstock sowie die Isolation der Heizleitungen, zwischen dem 30. Juli und 4. August
2014 erfolgten. Auch der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass diverse Arbeiten, die den
Gegenstand der Förderung direkt betreffen, vor Gesucheingabe vorgenommen wurden.
Zentrale Voraussetzung der Zusicherung von Staatsbeiträgen ist jedoch – wie in Erwägung
14 BVR 2006, S. 289 E. 7.2.1 15 Vgl. pag. 1 der Vorakten des AUE
7
2b ausgeführt –, dass die Gesuche vor Baubeginn oder Durchführung der Massnahme
eingereicht werden müssen. Im vorliegenden Fall stellte sich erst nach der Zusicherung
des Beitrags heraus, dass der Beschwerdeführer – entgegen seinen Angaben im
Beitragsgesuch – mit den Tätigkeiten, die den Fördergegenstand direkt betreffen, in
Wirklichkeit bereits vor Einreichung des Gesuchs begann. Die Voraussetzung nach Art. 48
Abs. 2 KEnV für die Gewährung eines Beitrags war somit nie erfüllt. Bei dieser
Ausgangslage wäre das AUE auf das Beitragsgesuch des Beschwerdeführers erst gar
nicht eingetreten. Damit ist erstellt, dass das AUE den Beitrag infolge falscher
Sachverhaltsangaben zusicherte. Die Voraussetzungen nach Art. 23 Abs. 1 StBG für einen
Widerruf der Beitragsverfügung vom 21. Juli 2014 sind somit erfüllt.
e) Gründe, um auf den Widerruf nach Art. 23 Abs. 2 StBG zu verzichten, werden vom
Beschwerdeführer nicht vorgebracht und sind vorliegend auch nicht ersichtlich: Die
Rechtsverletzung ist hier offensichtlich. In den veröffentlichten Unterlagen zum
Förderprogramm gab es genügende Hinweise darauf, dass ein Fördergesuch vor
Baubeginn eingereicht werden muss. Zudem ist die Gemeinde Neuenegg, in der sich die
Liegenschaft des Beschwerdeführers befindet, an der Energieberatungsstelle Bern-
Mittelland angeschlossen. Sie bietet Unternehmen und Privatpersonen ein breites und zum
Teil kostenloses Beratungsangebot an, welches unter anderem die Themen Heizung,
Beleuchtung, Warmwasser, energieeffizientes Bauen und Sanieren, Betriebsoptimierung,
erneuerbare Energien, Förderprogramme usw. umfasst.16 Bei Einhaltung der gebotenen
Sorgfalt wäre für den Beschwerdeführer von Anfang an erkennbar gewesen, dass das AUE
unter den gegebenen Umständen keinen Beitrag zusichern wird. Dennoch hat der
Beschwerdeführer das Gesuch eingereicht und falsche Angaben zum Baubeginn gemacht.
Aufgrund der Beitragszusicherung vom 26. August 2014 sind dem Beschwerdeführer keine
finanziellen Nachteile erwachsen. Die unrichtige Feststellung des Sachverhalts ist dem
Beschwerdeführer anzulasten. Dies führte zur fehlerhaften Beitragsverfügung des AUE
vom 26. August 2014.
f) Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen an diesem Ergebnis nichts zu
verändern. Der Beschwerdeführer reichte sein Gesuch offensichtlich zu spät ein. Die
Voraussetzungen für die Zusicherung eines Förderbeitrags waren zu keinem Zeitpunkt
erfüllt. Termindruck und Bauarbeiten über einen längeren Zeithorizont befreien
16 Vgl. www.neuenegg.ch unter der Rubrik Verwaltung / Aufgabenbereiche / Bauwesen / Energieberatung
http://www.neuenegg.ch
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Gesuchsteller nicht von der Pflicht, Beitragsgesuche rechtzeitig einzureichen. Gesuche
können beim AUE per E-Mail oder auf postalischem Weg sehr kurzfristig eingereicht
werden. Sämtliche Gesuchsformulare der kantonalen Förderung stehen jederzeit auf dem
Internet als Download zur Verfügung.17 Anzumerken ist schliesslich, dass es Aufgabe der
Gesuchstellenden ist, sich darum zu kümmern, unter welchen Voraussetzungen
Förderbeiträge gewährt werden. Wenn sämtliche Bedingungen und Auflagen eingehalten
sind, werden die zugesicherten Förderbeiträge im Rahmen der zur Verfügung stehenden
finanziellen Mittel des Kantons auch ausbezahlt. Diese Rahmenbedingungen gelten für alle
Gesuchstellenden gleichermassen. Von einem verstecken hinter Verordnungen und
Paragrafen kann – entgegen der Meinung des Beschwerdeführers – keine Rede sein.
4. Fazit
Aus den Erwägungen folgt, dass die Beschwerde unbegründet und abzuweisen ist.
Vorliegend sind die Voraussetzungen eines Widerrufs nach Art. 23 StBG erfüllt. Das AUE
hätte in der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2014 die Auszahlung von
Fr. 2'500.00 nicht verweigern, sondern die Beitragszusicherung vom 26. August 2014
widerrufen müssen. Durch diesen Mangel ist dem Beschwerdeführer allerdings kein
Nachteil entstanden. Er hatte im Beschwerdeverfahren Gelegenheit, sich zum Widerruf zu
äussern. Der Korrektheit halber wird die angefochtene Verfügung des AUE vom
18. November 2014 mit diesem Entscheid von Amtes wegen durch den (förmlichen)
Widerruf der Beitragszusicherung vom 26. August 2014 ergänzt. Mit dem Widerruf und
dem Wegfall der Beitragszusicherung vom 26. August 2014 ist der Anspruch auf den
zugesicherten Förderbeitrag von Fr. 2'500.00 weggefallen. Das Staatsbeitragsverhältnis
zwischen dem Kanton und dem Beschwerdeführer ist damit beendet. Mit dem Widerruf ist
der Beschwerdeführer rechtlich so gestellt, als ob die Beitragszusicherung vom 26. August
2014 nie erteilt worden wäre.
17 Abrufbar unter: www.bve.be.ch/ unter der Rubrik Energie / Förderprogramme Energie / Gesuchsformulare und Bedingungen
http://www.bve.be.ch/
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5. Kosten
a) Bei diesem Verfahrensausgang unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat somit
grundsätzlich die Verfahrenskosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1
VRPG). Vorliegend rechtfertigen es die besonderen Umstände aber, dem
Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Denn nach Art. 21 Abs. 1 VRPG
gilt, dass die Behörde die Partei anhört, bevor sie verfügt oder entscheidet. Diese
grundlegende Verfahrensgarantie, der sog. Anspruch auf rechtliches Gehör, hat das AUE
im vorliegenden Fall verletzt. Der Gehörsanspruch bezweckt, die Wahrheitsfindung durch
die Kommunikation zwischen entscheidender Behörde und Verfahrensbeteiligten zu
verbessern, die Betroffenen als Subjekte des Verfahrens ernst zu nehmen, ihnen ein faires
Verfahren zu gewährleisten und die Akzeptanz von Verfügungen und Entscheiden zu
erhöhen.18 Nach den Akten hat das AUE, nachdem es am 14. Oktober 2014 vom
Beschwerdeführer die vollständigen Abrechnungsunterlagen für die Auszahlung erhalten
hat, ohne den Beschwerdeführer vorgängig anzuhören, den zugesicherten Förderbeitrag
von Fr. 2'500.00 mit Verfügung vom 18. November 2014 verweigert.
b) Eine Gehörsverletzung hat grundsätzlich die Aufhebung des fehlerhaften Verfahrens
zur Folge. Der Beschwerdeführer hat im Beschwerdeverfahren jedoch die Möglichkeit
erhalten, sich umfassend zur Sache und zum Widerruf der Beitragsverfügung zu äussern.
Dadurch konnte die Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden. Dem
Umstand, dass sich der Beschwerdeführer erst vor der höheren Instanz äussern konnte,
wird entsprechend im Kostenpunkt Rechnung getragen. Die Verfahrenskosten des
Beschwerdeverfahrens von pauschal Fr. 800.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit
Art. 19 GebV19) werden nicht dem Beschwerdeführer auferlegt, sondern sind dem AUE
anzulasten. Da dem AUE gestützt auf Art. 108 Abs. 2 VRPG jedoch keine
Verfahrenskosten auferlegt werden können, wird auf die Erhebung der Verfahrenskosten
verzichtet.
18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21, N. 1 19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
10
c) Weder das AUE noch der Beschwerdeführer haben Anspruch auf Parteikostenersatz
(Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG). Parteikosten werden daher keine gesprochen.