# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8e4b77ff-8798-4545-8abf-af4d98b77560
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. O. ist am 15. Juli 1958 in A. geboren. Er wohnt in B. und arbeitet als technischer Kaufmann. Im Jahre 2003 versteuerte er beim Kanton ein Einkommen von Fr. 70'300.-- und Null Vermögen. Er ist geschieden und bezahlt nach eigenen Angaben monatlich Fr. 900.-- für den Unterhalt eines Kindes. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist er nicht verzeichnet. Im Register des Amtes für Jagd und Fischerei ist er seit 1991 wegen acht Jagdkontraventionen aufgeführt.
B. N. ist am 23. Januar 1953 in B. geboren, wo er auch wohnt. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. N. arbeitet als Koch. Im Jahre 2003 versteuerte er beim Kanton ein Einkommen von Fr. 51'900.-- und Null Vermögen. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist er nicht verzeichnet. Im Register des Amtes für Jagd und Fischerei ist er seit 1990 wegen vier Jagdkontraventionen aufgeführt.
C. Am 9. September 2004, gegen 14.15 Uhr, suchten O. und sein Jagdkollege C. den Jagdaufseher D. in A. auf, um diesem zwei von C. erlegte Gämsen vorzuweisen. Danach brachten sie die Gämsen in die Garage vom Vater von O. und begaben sich anschliessend am späteren Nachmittag mit dem Fahrzeug bis zum letzten erlaubten Parkplatz innerhalb der Ortschaft A. (K. Parkplatz). Von dort aus nahmen sie in Begleitung des Nichtjägers E. (Sohn von N.) die Jagd auf, wobei ihnen kurz vor dem Dorf A. der Jagdaufseher begegnete. Nach Einbruch der Dunkelheit führte Jagdaufseher D. auf der F. beim „G.“ eine Kontrolle durch. Um etwa 21.15 Uhr hielt er ein Fahrzeug an, das von C. gelenkt wurde und in welchem auch die Jäger O. und N. sowie der Nichtjäger E. mitfuhren. Die Jäger befanden sich in Jagdausrüstung auf dem Wege zu ihrer Jagdhütte „M.“. Sie führten die von C. erlegte Gämsen mit sich, die sie in der Jagdhütte zu zerlegen beabsichtigten. Vom Jagdaufseher darauf angesprochen, dass sie unberechtigterweise ein Fahrzeug benützten, beriefen sich die Jäger auf eine Abmachung mit dem früheren Jagdinspektor P., der ihnen erlaubt habe, mit erlegtem Wild zur Hütte zu fahren. Im Verlaufe der Diskussion kam auch die Rede darauf, dass man einen von N. am Abend im Gebiet H. geschossenen Hirsch habe bergen wollen. Über den Inhalt der in diesem Zusammenhang geführten Gespräche gehen die Aussagen der Beteiligten auseinander. Am 15. September 2004 reichte der Jagdaufseher bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Anzeige ein.
D. Mit Kompetenzentscheiden vom 5. Oktober 2004 überwies die Staatsanwaltschaft die Strafsachen zur Beurteilung an das Kreisamt Lugnez. Dieses gab O. und N. Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung, wovon
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beide mit Eingabe vom 20. Oktober 2004 Gebrauch machten. Sie stellten sich auf den Standpunkt, sie hätten weder gegen das kantonale Jagdgesetz noch gegen die Jagdbetriebsvorschriften verstossen. Es sei erlaubt, Motorfahrzeuge zum Bergen von Schalenwild zu benutzen. Vor vielen Jahren mit alt Jagdinspektor P. geführte Gespräche hätten ergeben, dass sie berechtigt seien, Schalenwild vom Dorf zur ihrer Jagdhütte zu fahren, da sie nur dort zum Zerlegen der Tiere eingerichtet seien.
E. Mit Strafmandat vom 17. November 2004 sprach der Kreispräsident Lugnez O. der vorsätzlichen Übertretung von Art. 17 Abs. 1 und 2 der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Jagdgesetz und von V/Ziff. 2 lit. c der Jagdbetriebsvorschriften 2004 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 250.--. Gestützt auf den gleichen Sachverhalt erliess das Kreispräsidium Lugnez am 17. November 2004 auch gegen N. ein Strafmandat. Er wurde ebenfalls der vorsätzlichen Übertretung von Art. 17 Abs. 1 und 2 der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Jagdgesetz und von V/Ziff. 2 lit. c der Jagdbetriebsvorschriften 2004 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG für schuldig befunden und mit einer Busse von Fr. 400.-- bestraft.
F. Am 25. November 2004 beziehungsweise 26. November 2004 erhoben sowohl O. als auch N. Einsprache gegen das Strafmandat, worauf der Kreispräsident Lugnez die Strafsachen mit Schreiben vom 26. November 2004 beziehungsweise 29. November 2004 zur weiteren Behandlung an den Bezirksgerichtspräsidenten Surselva überwies. Dieser ergänzte die Untersuchung durch Beizug der Strafregisterauszüge und der Steuerfaktoren sowie durch die Einvernahme der Angeschuldigten O. und N. sowie des Zeugen D..
G. Am 22. Dezember 2004 erliess der Bezirksgerichtspräsident Surselva die Schlussverfügungen. Am 29. Dezember 2004 beziehungsweise 30. Dezember 2004 reichten N. und O. bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden „Einsprache gegen Untersuchungshandlungen Bezirksgericht Surselva“ ein mit dem Ersuchen, es sei die Sache durch das Kantonsgericht zu beurteilen. Nebst Ausführungen zur Sache warfen sie in ihrer Eingabe dem Bezirksgerichtspräsidenten vor, in einem Telefonat dem Jagdkollegen C. eine Terminverschiebung verweigert und ihm erklärt zu haben, der Fall sei sowieso schon entschieden. Mit Entscheiden vom 18. Januar 2005/1. Februar 2005 trat die Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes auf die beiden Beschwerden nicht ein und überwies die Sache im Sinne der Erwägungen dem Bezirksgerichtspräsidenten Surselva zum Entscheid. Mit Schreiben vom 21. März 2005 teilte das
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Bezirksgerichtspräsidium Surselva O. und N. mit, dem Antrag auf Einvernahme von E. werde stattgegeben, stattdessen würden die Einvernahmen von P. und J. keine zusätzlichen Erkenntnisse erbringen, weshalb diese Beweisanträge abgelehnt würden. Am 19. Mai 2005 wurde E. als Zeuge einvernommen.
H. Mit Verfügungen vom 25. Mai 2005 erhob der Bezirksgerichtspräsident Surselva schliesslich Anklage gegen O. und N. wegen Widerhandlung gegen Art. 17/18 ABzKJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG. Die beiden Fälle wurden gestützt auf Art. 175 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Surselva zur Beurteilung überwiesen.
I. Mit Urteil vom 16. August 2005, mitgeteilt am 4. November 2005, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Surselva:
„1. a) O. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 und 2 ABzKJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG
b) Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 250.-- bestraft.
2. a) N. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 17 Abs. 1 und 2 ABzKJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.
b) Dafür wird er mit einer Busse von Fr. 250.-- bestraft.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten (inkl. Barauslagen) von Fr. 500.00 - der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00 total somit Fr. 3'000.00
gehen je zur Hälfte zulasten der Verurteilten, dies unter solidarischer Haftbarkeit des Einzelnen für das Ganze.
Die Kosten des kreisamtlichen Mandatsverfahrens von Fr. 250 .-- für O. gehen zu seinen Lasten und sind zusammen mit der Busse von Fr. 250.-- dem Bezirksgericht Surselva innert 30 Tagen mit dem beiliegenden Einzahlungsschein zu überweisen. Die Kosten des kreisamtlichen Mandatsverfahrens von Fr. 250 .-- für N. gehen zu seinen Lasten und sind zusammen mit der Busse von Fr. 250.-- dem Bezirksgericht Surselva innert 30 Tagen mit dem beiliegenden Einzahlungsschein zu überweisen.

## Considerations