# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc0a2985-b548-5c79-9814-ab3e1d12f7bb
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. , geboren 1952, ist Staatsangehörige von Mazedonien. Sie reiste am 24. März
2007 mit einem Besuchervisum mit einer Gültigkeit von 90 Tagen in die Schweiz ein.
Zweck der Einreise war der Besuch der Tochter L.M. und deren Familienangehörige,
die in St. Gallen wohnhaft sind. Am 2. Mai 2007 reichte L.M. durch ihre
Rechtsvertreterin beim Einwohneramt der Stadt St. Gallen ein Gesuch um
Familienzusammenführung bzw. um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für X.Y. ein.
Mit Verfügung vom 27. September 2007 wies das Ausländeramt das Gesuch um
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an X.Y. ab. Zur Begründung wurde angeführt,
die Mittel der Tochter genügten für den finanziellen Unterhalt von X.Y. nicht. Die
Tochter könne ihre Mutter in ihrem Heimatland finanziell unterstützen und den Kontakt
durch allfällige Besuchsaufenthalte aufrechterhalten. In der Verfügung wurde weiter
angeordnet, dass X.Y. die Schweiz bis spätestens 25. Oktober 2007 zu verlassen
habe.
B./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 18. Oktober 2007 erhob X.Y. Rekurs beim
Justiz- und Polizeidepartement (heute Sicherheits- und Justizdepartement) und
beantragte, die Verfügung vom 27. September 2007 sei aufzuheben und es sei ihr im
Rahmen der Familienzusammenführung eine Jahresaufenthaltsbewilligung in der
Schweiz zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter wurde beantragt,
eine angemessene Nachfrist für die Begründung des Rechtsmittels anzusetzen.
Mit Schreiben vom 19. Oktober 2007 forderte das Sicherheits- und Justizdepartement
die Vertreterin der Rekurrentin auf, den Rekurs bis 12. November 2007 zu ergänzen.
Ausserdem hielt es fest, es sei der Rekurrentin - ausser im Rahmen eines neuen
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Besuchervisums - nicht gestattet, sich während des hängigen Rekursverfahrens im
Kanton St. Gallen aufzuhalten. Entsprechend gelte die vom Ausländeramt angesetzte
Ausreisefrist bis 25. Oktober 2007.
Mit Eingabe vom 24. Oktober 2007 stellte die Rekurrentin beim Sicherheits- und
Justizdepartement den Antrag, es sei ihr bis zum rechtskräftigen Entscheid über die
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der Familienzusammenführung bzw.
Uebersiedlung die Genehmigung zum Verbleib bei ihrer Familie in St. Gallen zu erteilen.
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2007 wies das Sicherheits- und Justizdepartement das
Gesuch um Genehmigung des Verbleibs im Kanton St. Gallen bis zum rechtskräftigen
Entscheid über die Aufenthaltsbewilligung ab.
Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 30. Oktober 2007 erhob die Gesuchstellerin
Beschwerde beim Präsidenten des Verwaltungsgerichts mit dem Antrag, die
Ausreisefrist sei aufzuheben und es sei ihr bis zum rechtskräftigen Entscheid über die
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung die Genehmigung zum Verbleib bei ihrer Familie
in St. Gallen zu erteilen. Am 31. Oktober 2007 reichte die Beschwerdeführerin ein
Arztzeugnis ein.
Mit Entscheid vom 12. November 2007 hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts
die Beschwerde gut, hob die Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements vom
25. Oktober 2007 auf und gestattete der Beschwerdeführerin während des hängigen
Rekursverfahrens den Aufenthalt bei der Familie ihrer Tochter L.M.. Er erwog, die
Beschwerdeführerin sei mit einem Besuchervisum in die Schweiz eingereist, nicht mit
einem Visum für einen dauernden Aufenthalt. Wenn das erforderliche Visum nicht
vorhanden sei, werde aufgrund der Weisungen des Bundesamts für Migration in der
Regel keine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Dies gelte insbesondere für Ausländer, die
lediglich mit einem Besuchervisum eingereist seien und nun ihren Aufenthaltszweck
ändern möchten. Ausnahmen von diesem Grundsatz seien in speziellen Fällen möglich,
insbesondere wenn der Ausländer einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Bewilligung
habe. Die Beschwerdeführerin habe während ihres Aufenthalts als Besucherin ein
Gesuch um Erteilung einer unbefristeten Aufenthaltsbewilligung gestellt, ohne einen
Rechtsanspruch auf eine solche zu haben. Nach der Abweisung des
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Bewilligungsgesuchs habe sie die Schweiz nicht verlassen. Ein solches Vorgehen stehe
im Widerspruch zu den gesetzlichen Bestimmungen über die Einreise sowie zu den
Weisungen der Fremdenpolizeibehörden. Es sei nicht zulässig, als Tourist in die
Schweiz einzureisen, während des Besuchsaufenthalts ein Gesuch für eine ständige
Bewilligung anhängig zu machen und während dessen Behandlung in der Schweiz zu
bleiben. Zu berücksichtigen sei, dass der Beschwerdeführerin wiederholt Besuchervisa
erteilt worden und nach den Akten keine Missbräuche ersichtlich seien. Hinzu komme,
dass die Beschwerdeführerin aufgrund des eingereichten Arztzeugnisses an
gesundheitlichen Beeinträchtigungen leide, welche näherer Abklärung bedürften. Unter
den gegebenen Umständen sei es unverhältnismässig, die Beschwerdeführerin im
derzeitigen Verfahrensstadium zu verpflichten, den Entscheid über ihr Gesuch im
Herkunftsstaat abzuwarten, obwohl sie dort über ihre Wohnung verfüge und eine
Rückreise nach Tetovo grundsätzlich keine besonderen Probleme aufwerfe. Der
Unterhalt während des hängigen Verfahrens und die Dauer des Aufenthalts könnten
allerdings den Entscheid in der Hauptsache nicht präjudizieren.
Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom
4. Dezember 2007 ab. Es erwog, die Mindestvoraussetzungen für die Erteilung einer
Bewilligung für Rentner nach Art. 34 der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der
Ausländer (SR 823.21, abgekürzt BVO) oder für andere nicht erwerbstätige Ausländer
nach Art. 36 BVO seien nicht erfüllt. Es sei nicht erstellt, dass medizinische Gründe
eine Betreuung von X.Y. durch ihre Tochter in der Schweiz unumgänglich machten. Ihr
Sohn B. halte sich in Kroatien auf; X.Y. könne im Bedarfsfall auch durch eine
Drittperson in ihrer Heimat Mazedonien betreut werden. X.Y. sei 55 Jahre alt und lebe,
seit ihr Ehemann im Jahr 2003 verstorben sei, allein. Ein Härtefall, der eine
Uebersiedlung notwendig erscheinen lasse, sei damit allerdings nicht erstellt. Die
Lebensverhältnisse von X.Y. würden sich nicht von denjenigen zahlreicher Landsleute
unterscheiden, deren Kinder das elterliche Haus verlassen hätten und ausgewandert
seien. Auf die weiteren Erwägungen des angefochtenen Entscheids wird, soweit
wesentlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.
C./ Mit Eingabe vom 7. Januar 2008 erhob X.Y. durch ihre Rechtsvertreterin
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
4. Dezember 2007 sei aufzuheben und es sei ihr im Rahmen der
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Familienzusammenführung die Jahresaufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erteilen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter beantragte die Rechtsvertreterin, es sei
eine angemessene Nachfrist zur Begründung der Beschwerde anzusetzen. Sie sei vom
18. Dezember 2007 bis 6. Januar 2008 ferienhalber abwesend gewesen. Ausserdem
habe sich zwischenzeitlich der Sachverhalt teilweise geändert, und es hätten noch
nicht alle Akten beigebracht werden können, welche diese Aenderung belegten.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 8. Januar 2008 wurde eine Frist bis 28. Januar
2008 zur Ergänzung der Beschwerde und zur Einreichung von Beweismitteln angesetzt.
Diese Frist wurde in der Folge auf Antrag der Beschwerdeführerin bis 20. Februar 2008
erstreckt. Mit Eingabe vom 18. Februar 2008 reichte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin die Beschwerdeergänzung ein. Sie hält an ihren Anträgen fest und
stellt neu das Eventualbegehren, ihr Gesuch sei in befürwortendem Sinn an das
Bundesamt für Migration zur Genehmigung weiterzuleiten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird vorgebracht, nach Art. 8 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) werde der
Schutzbereich dieser Norm auch auf Personen ausserhalb der Kernfamilie ausgedehnt
und begründe einen Anspruch auf Familienzusammenführung, wenn eine besondere
Abhängigkeit von einem in der Schweiz lebenden Familienmitglied bestehe. Im
weiteren sei zu berücksichtigen, dass bei der Beschwerdeführerin zusätzliche massive
gesundheitliche Störungen aufgetreten seien. Die Beschwerdeführerin erfülle zudem
sämtliche Voraussetzungen, welche die Verwaltungsbehörden im Rahmen ihres
Ermessensspielraums zu berücksichtigen hätten. Auf die einzelnen Vorbringen wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2008 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Akten die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). X.Y. ist
zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
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Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 7. Januar 2008 und deren Ergänzung vom
18. Februar 2008 wurden rechtzeitig eingereicht und enthalten einen Antrag sowie eine
Sachdarstellung und eine Begründung (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.
In der Beschwerdeergänzung vom 18. Februar 2008 wurde ein Eventualbegehren
gestellt, das Gesuch sei in befürwortendem Sinn an das Bundesamt für Migration zur
Genehmigung weiterzuleiten. Streitgegenstand des angefochtenen Rekursentscheids
war die Frage, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK hat und ob ihr im Rahmen des
Ermessensspielraums nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer (BS 1, 121 mit seither ergangenen Aenderungen; vgl. zur
Anwendbarkeit dieses Erlasses unten E. 2.) eine Aufenthaltsbewilligung nach Art. 34
oder 36 BVO zu erteilen ist. Nicht Gegenstand des Rekursentscheids war
demgegenüber die Erteilung einer Bewilligung nach Art. 13 lit. f BVO wegen eines
persönlichen Härtefalls; ein solcher wird auch in der Beschwerde nicht geltend
gemacht. Allerdings sind auch Gesuche nach Art. 34 und 36 BVO, wenn sie von der
kantonalen Behörde zustimmend beurteilt werden, nach Art. 52 lit. b Ziff. 1 und 3 BVO
dem Bundesamt für Migration zum definitiven Entscheid über die Bewilligung zu
unterbreiten. Insoweit hat das Eventualbegehren gegenüber dem Hauptantrag keine
wesentliche Bedeutung; eine Ueberweisung würde auch bei Gutheissung des
Hauptantrags gestützt auf Art. 34 und 36 BVO erfolgen, und bei Abweisung des
Hauptantrags wäre das Eventualbegehren gegenstandslos.
2. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) in Kraft. Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt für Gesuche,
die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht
anwendbar. Das Verfahren richtet sich dagegen nach dem neuen Recht (Abs. 2). Im
vorliegenden Fall ist die Abweisung eines am 15. Mai 2007 gestellten Gesuchs um
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung streitig. Das Gesuch wurde somit vor dem
Inkrafttreten des AuG eingereicht, weshalb die Streitsache nach altem Recht, d.h. dem
ANAG und den darauf gestützten Verordnungen, zu beurteilen ist.
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2.1. Nach Art. 4 ANAG entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
Fest steht, dass die Tochter der Beschwerdeführerin über das Schweizer Bürgerrecht
verfügt. Allein das Verwandtschaftsverhältnis vermag aber keinen Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs zu begründen. Zutreffend ist zwar, dass sich der Schutzbereich von
Art. 8 EMRK auch auf Personen ausserhalb der Kernfamilie erstrecken kann. Dies
verschafft diesen Personen aber grundsätzlich keinen Anspruch auf Einreise und
Aufenthalt in die Schweiz (BGE 120 Ib 260 f.). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts kann nur eine besondere Abhängigkeit von den in der Schweiz
anwesenheitsberechtigten Verwandten einen solchen Anspruch begründen, wobei eine
finanzielle Abhängigkeit nicht genügt. Eine solche Abhängigkeit ist beispielsweise bei
behinderten erwachsenen Kindern gegeben. Allein das Alter und die Mittellosigkeit
sowie das Fehlen von Verwandten in der Heimat oder der Wunsch nach Pflege
familiärer Beziehungen vermögen eine besondere Abhängigkeit nicht zu begründen
(vgl. statt vieler VerwGE B 2003/210 vom 19. Februar 2004 i.S. R.I. und VerwGE B
2006/185 vom 14. Dezember 2006 i.S. A.J. mit Hinweisen; BGE 120 Ib 260 f.; BGE 2A.
187/2002 vom 6. August 2002, E. 1.3 und 2.3).
2.2. Die Beschwerdeführerin macht zur Begründung einer besonderen Abhängigkeit zur
Tochter bzw. deren Familie ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend. Sie
beruft sich auf das im Rekursverfahren eingereichte ärztliche Zeugnis vom 30. Oktober
2007 von Dr. med. A. In diesem Zeugnis werden als klinische Diagnosen eine
mittelschwere bis schwere depressive Episode sowie eine Lymphknotenschwellung am
Hals mit unklarer Ursache genannt. Es wird ausgeführt, bei der Beschwerdeführerin,
die in letzter Zeit nicht in ärztlicher Betreuung gewesen sei, zeigten sich die klaren
Zeichen einer mittelschweren bis sehr schweren Depression (gedrückte Stimmung,
Freudlosigkeit, vermindertes Selbstwertgefühl, Antriebsverminderung,
Appetithemmung, Schlaflosigkeit), jedoch, soweit in der Kürze prüfbar, ohne wahnhafte
Züge. Die Krankheit habe aktuell ein krisenhaftes Ausmass angenommen. Die
Beschwerdeführerin lebe sozial völlig zurückgezogen und habe ausserhalb der engsten
Familie keine Kontakte; sie verlasse die Wohnung nicht und liege meist den ganzen Tag
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im Bett. Gegenüber der Familie mache sie sich Selbstvorwürfe und zeige eine schwer
pessimistische Grundstimmung; sie äussere gelegentlich konkrete Suizidgedanken. Die
Erkrankung bestehe offenbar schon mehrere Jahre; die Beschwerdeführerin sei
deswegen vor über fünf Jahren in ihrer Heimat in ärztlicher Behandlung gewesen. Bis
vor ca. zwei Monaten sei ihr Zustand aber stabil gewesen. Ursache der Krankheit
dürfte, wie meist, die Kumulation mehrerer Faktoren sein, durchgemachte Krankheiten,
Tod des dominanten Ehemannes 2003, soziale Isolation in der Heimat, unsichere
Lebensperspektive. Die konkreten Gründe müssten jedoch in einer Psychotherapie in
Erfahrung gebracht werden. Im weiteren seien aktuell geschwollene Lymphknoten am
Hals gefunden worden, die einer weiteren Abklärung bedürften. Aufgrund der Derbheit
der Befunde müsse vor allem an ein Malignom (Krebserkrankung) gedacht und ein
solches rasch gesucht werden. Aus medizinischer Sicht müssten einerseits eine
psychotherapeutische Behandlung begonnen und anderseits eine körperliche
Abklärung auf das Vorliegen einer Krebserkrankung durchgeführt werden. Beides sollte
ohne Verzug geschehen. Diese Tatsache sei X.Y. bekannt.
In der Beschwerde wird ausschliesslich auf dieses Arztzeugnis vom 30. Oktober 2007
verwiesen. Es wurde kein aktuelles Arztzeugnis eingereicht, obwohl in der
Beschwerdeerklärung ausdrücklich festhalten wurde, dass sich der Sachverhalt
gegenüber dem Rekursentscheid wesentlich geändert habe. Worin diese Aenderung in
Bezug auf den Gesundheitszustand liegt, geht aus der Begründung der Beschwerde
nicht hervor. Namentlich legt die Beschwerdeführerin in der Beschwerdebegründung
mit keinem Wort dar, ob sie die vom Arzt als notwendig bezeichneten Behandlungen
und Abklärungen an die Hand genommen hat und was die zusätzlichen
Untersuchungen ergaben. Im Arztzeugnis vom 30. Oktober 2007 wurde dringend auf
die Abklärung der Lymphknotenschwellung hingewiesen. Dazu wird in der
Beschwerdeergänzung lediglich festgehalten, Veränderungen an den Lymphknoten
liessen das Vorhandensein eines Tumors vermuten und sollten schnellstmöglich näher
abgeklärt werden. Seit der Erstellung des Arztzeugnisses sind bis zur Einreichung der
Beschwerdeergänzung über drei Monate verstrichen. Trotz der Notwendigkeit einer
schnellstmöglichen Abklärung wird mit keinem Wort ausgeführt, ob eine solche
durchgeführt wurde und was die Untersuchung ergab. Es werden auch keine Gründe
angeführt, weshalb keine Untersuchungen gemacht und keine Behandlung
vorgenommen wurde. Wie erwähnt, wurde die Beschwerdeführerin mit der
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Aufforderung zur Beschwerdeergänzung ausdrücklich auch eingeladen, Beweismittel
einzureichen. Dennoch wurde kein aktuelles Arztzeugnis eingereicht. Es wurden keine
substantiierten Darlegungen über den derzeitigen Gesundheitszustand sowie über die
Gründe, weshalb weder weitere Untersuchungen noch eine Behandlung in die Wege
geleitet wurden, gemacht. Deshalb ist davon auszugehen, dass die depressive
Verstimmung offenbar ohne weitere ärztliche Behandlung wieder abgeklungen ist und
insbesondere auch keine Tumor- oder Krebserkrankung vorliegt. Der Nachweis einer
schwerwiegenden Erkrankung, welche eine Abhängigkeit der Beschwerdeführerin von
der in der Schweiz lebenden Tochter zu begründen vermöchte, ist aufgrund der
vorstehenden Ausführungen nicht hinreichend nachgewiesen oder glaubhaft gemacht.
Zudem ist die Beschwerdeführerin erst rund 56 Jahre alt und damit noch nicht in einem
Alter, in dem im Allgemeinen ein selbständiges Leben erheblich erschwert ist.
Altersbedingte Gebrechen werden übrigens auch im Arztzeugnis nicht erwähnt.
Finanzielle Unterstützung kann die Tochter der Beschwerdeführerin auch im
Herkunftsland zukommen lassen. Eine besondere Abhängigkeit von der Tochter und
deren Familie, welche gestützt auf Art. 8 EMRK einen Rechtsanspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung begründen könnte, besteht jedenfalls nicht. Dies bedeutet,
dass im vorliegenden Fall die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 34 bzw.
Art. 36 BVO im Ermessen der Verwaltung stand (Art. 4 ANAG). Dem Verwaltungsgericht
ist es verwehrt, Entscheide der Verwaltungsbehörden im Bereich der
Ermessensausübung zu prüfen. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen
überschritten oder missbraucht hat, als sie die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung
für die Beschwerdeführerin verweigerte (vgl. statt vieler GVP 1996 Nr. 9 und 1998
Nr. 22, 23 und 71).
2.3. Ausländeramt und Vorinstanz stützten sich auf die Bestimmungen der BVO über
die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen an nicht erwerbstätige Ausländer,
insbesondere an Rentner (Art. 31 ff. BVO). Nach Art. 34 BVO kann Rentnern eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn der Gesuchsteller älter als 55 Jahre ist
(lit. a), enge Beziehungen zur Schweiz hat (lit. b), weder in der Schweiz noch im
Ausland erwerbstätig ist (lit. c), den Mittelpunkt seiner Lebensbeziehungen in die
Schweiz verlegt (lit. c) und die notwendigen finanziellen Mittel hat (lit. e). Anderen nicht
erwerbstätigen Ausländern können Aufenthaltsbewilligungen erteilt werden, wenn
wichtige Gründe es gebieten (Art. 36 BVO).
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Bei den genannten Vorschriften handelt es sich um typische Kann-Bestimmungen. Sie
verschaffen einer Gesuchstellerin keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Bewilligung, da die Verordnung keine Ansprüche statuieren kann, die nicht im formellen
Gesetz verankert sind (BGE 122 I 46 mit Hinweisen). Ausserdem sieht Art. 37 BVO vor,
dass die Kantone die Zulassung von nicht erwerbstätigen Ausländern an strengere
Voraussetzungen knüpfen können, als sie in Art. 31 ff. BVO verankert sind.
Das Verwaltungsgericht hat es in verschiedenen Urteilen als zulässig erachtet, dass
von nicht erwerbstätigen Gesuchstellern bzw. deren in der Schweiz lebenden
Verwandten hinreichende finanzielle Mittel verlangt werden dürfen, um die Gefahr einer
künftigen Fürsorgeabhängigkeit der nachzuziehenden Person möglichst gering zu
halten. Es entschied, der Nachweis von Einkünften von Fr. 100'000.-- und
Vermögenswerten von Fr. 500'000.-- sei zulässig. Namentlich hat es das
Verwaltungsgericht als rechtmässig qualifiziert, dass von den unterstützungswilligen
Verwandten günstige Verhältnisse im Sinn der Vorschriften des ZGB über die
Verwandtenunterstützung verlangt werden (vgl. VerwGE B 2001/118 vom 13.
Dezember 2001 i.S. K.P., B 2002/15 und 2002/17 vom 19. März 2002 i.S. N.M. und i.S.
H.M., B 2002/24 vom 18. April 2002 i.S. E. und A.M., B 2002/162 vom 6. Dezember
2002 i.S. E.L., B 2003/3 vom 24. April 2003 i.S. A.S.). In einem späteren Urteil wurden
Einkünfte von mindestens Fr. 80'000.-- pro Jahr und ein Vermögen von mindestens
Fr. 150'000.-- in Anlehnung an die SKOS-Richtlinien als rechtmässige
Voraussetzungen erachtet (VerwGE B 2003/210 vom 19. Februar 2004 i.S. R.I.).
Vorliegend sind die Voraussetzungen nach Art. 34 BVO insoweit erfüllt, als die
Gesuchstellerin älter als 55 Jahre ist, keine Erwerbstätigkeit ausüben dürfte und den
Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen in die Schweiz verlegen will. Enge Beziehungen
im Sinne von Art. 34 lit. b BVO gründen in regelmässigen Besuchen bei ihrer Tochter
bzw. deren Familie in der Schweiz. Sie verfügt aber nicht über die notwendigen
finanziellen Mittel für die Bestreitung eines Aufenthalts in der Schweiz.
Die Tochter der Beschwerdeführerin und ihr Ehemann wurden für 2006 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 83'600.--, ohne steuerbares Vermögen, und für 2007
mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 115'900.--, ohne steuerbares Vermögen,
veranlagt. Damit liegt das Einkommen über der Limite, wie sie für den Familiennachzug
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in der Praxis festgelegt ist. Allerdings ist der Schwiegersohn gegenüber der
Beschwerdeführerin nicht unterstützungspflichtig, weshalb die Vorinstanz nur das
Einkommen der Tochter von Fr. 61'767.-- für 2007 berücksichtigt hat. Zutreffend hielt
die Vorinstanz weiter fest, dass eine lebenslange Verpflichtung des Schwiegersohnes
zum Unterhalt der Beschwerdeführerin wohl gar nicht rechtlich bindend abgegeben
werden kann. Wie es sich damit verhält, kann aber offen bleiben. Selbst bei
genügenden finanziellen Mitteln besteht wie erwähnt kein Anspruch auf
Familiennachzug betagter Verwandter.
Die Beschwerdeführerin macht keine näheren Ausführungen zu ihren persönlichen
Verhältnissen in Mazedonien. Sie lebte mit ihrem Ehemann in Tetovo. Der Ehemann
starb im Jahr 2003. Nach ihren eigenen Angaben kehrte sie jeweils nach ihren
Besuchsaufenthalten in den Jahren 2005 und 2006 in der Schweiz wieder nach
Mazedonien zurück. Somit verfügt sie dort über eine Wohnung oder ein Haus.
Aufgrund der konkreten Umstände liegen keine persönlichen Verhältnisse vor, die eine
gewisse Notwendigkeit einer Uebersiedlung in die Schweiz begründen. Würde eine
solche Notwendigkeit bei der Beschwerdeführerin bejaht, wäre jeder alleinstehenden
Person im Alter von 55 Jahren oder mehr die Uebersiedlung in die Schweiz zu
gewähren, wenn die hier lebenden Kinder in finanziell einigermassen gesicherten
Verhältnissen leben. Bei älteren Personen ist aber erfahrungsgemäss damit zu rechnen,
dass die Pflege und Betreuung nicht bis ans Lebensende von den Verwandten
vorgenommen werden kann. Fallen Kosten für eine Heilbehandlung oder
Heimunterbringung an, so genügt bei einer vierköpfigen Familie auch ein steuerbares
Einkommen von deutlich über Fr. 100'000.-- nicht, um diese Kosten zu übernehmen.
Hinzu kommt, dass nach den Angaben der Beschwerdeführerin auch deren Mutter,
geb. 1923, in der Schweiz lebt. Dieser wurde offenbar eine Härtefallbewilligung erteilt
(vgl. VerwGE B 2005/52 vom 10. Mai 2005 i.S. U.). Ob diese ebenfalls von ihrer Tochter
unterstützt wird, legt sie nicht dar. Auch in diesem Punkt werden in der Beschwerde
keine genauen Angaben zu den persönlichen Verhältnissen der Angehörigen gemacht.
Wie erwähnt, liegen bei der Beschwerdeführerin in persönlicher Hinsicht keine
Merkmale eines Härtefalls vor, und es sind keine erschwerenden persönlichen
Umstände oder gar eine Pflegebedürftigkeit nachgewiesen. Die Beschwerdeführerin
verfügt über ein Domizil in städtischen Verhältnissen. Finanzielle Unterstützung kann
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sie von ihrer Tochter auch dort empfangen. Zudem könnte ihr eine gewisse
Unterstützung infolge altersbedingter Gebrechlichkeit seitens Dritter auch im
Herkunftsland gewährt werden (vgl. BGE 2A.187/2002 vom 6. August 2002, E. 2.3, der
eine über 70-jährige Person betraf). Auch die medizinische Abklärung und Versorgung
bezüglich einer allfälligen Tumorerkrankung ist nach den Angaben in der Beschwerde
in Mazedonien gewährleistet. Unter diesen Umständen ist die Abweisung des Gesuchs
um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung trotz der zur Zeit ausreichenden finanziellen
Mittel der Tochter und des Schwiegersohns nicht als Missbrauch oder
Ueberschreigung des Ermessens zu qualifizieren. Wie erwähnt, begründet die Erfüllung
der in Art. 34 und 36 BVO aufgestellten Kriterien keinen Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht