# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3091946e-633a-4e26-a5b1-bb9bddc71dbc
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen widerrief mit Verfügung vom 8. April
2011 die (bis 27. Mai 2011 gültige) Aufenthaltsbewilligung von X.Y. Ein dagegen
erhobener Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartment blieb ebenso erfolglos wie
die Beschwerde beim Verwaltungsgericht; das Verwaltungsgericht wies das
Rechtsmittel mit Entscheid vom 18. September 2012 ab. Dagegen liess X.Y. mit
Eingabe vom 11. Oktober 2012 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten,
eventuell subsidiäre Verfassungsbeschwerde erheben, worauf das Bundesgericht mit
Urteil vom 15. Oktober 2012 nicht eintrat. Das Nichteintreten begründete das höchste
Gericht damit, dass X.Y. keinen auf Gesetzesrecht des Bundes beruhenden Anspruch
auf Aufenthaltsbewilligung habe; auch mache er keinen konventions- oder
verfassungsrechtlichen Bewilligungsanspruch in vertretbarer Weise geltend, wobei es –
wie vor ihm schon das Sicherheits– und Justizdepartement sowie das
Verwaltungsgericht - davon ausging, dass seine Ehefrau lediglich über eine
Aufenthaltsbewilligung verfüge (E. 2.2).
B./ Mit Eingabe vom 30. November 2012 stellte X.Y. beim Bundesgericht ein
Revisionsgesuch; er beantragte die Aufhebung des Urteils vom 15. Oktober 2012 und
anschliessend die materielle Beurteilung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten (eventuell subsidiäre Verfassungsbeschwerde) vom 11. Oktober 2012.
C./ Mit Revisionsgesuch vom 2. Dezember 2012 beantragte X.Y. (nachfolgend:
Gesuchsteller) beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen die Aufhebung des
verwaltungsgerichtlichen Urteils vom 18. September 2012 und einen erneuten
materiellen Entscheid über seine Beschwerde vom 24. April beziehungsweise 10. Mai
2012 unter Mitberücksichtigung des Umstands, dass seine Ehefrau seit dem 15.
September 2011 über eine Niederlassungsbewilligung verfügt; er beantragt weiter, es
sei dem Revisionsgesuch aufschiebende Wirkung zu gewähren und das Verfahren bis
zum Entscheid des Bundesgerichts über das Revisionsgesuch zu sistieren.
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Der Präsident des Verwaltungsgerichts gab dem Sistierungsantrag mit Verfügung vom
11. Dezember 2012 statt. Das Bundesgericht entschied indes bereits am 10. Dezember
2012 über das bei ihm gestellte Revisionsgesuch; es wies das Gesuch ab, soweit es
überhaupt darauf eintrat. In der Folge erklärte der Rechtsvertreter des Gesuchstellers
auf entsprechende Nachfrage des Präsidenten des Verwaltungsgerichts, er halte am
Revisionsbegehren vom 2. Dezember 2012 fest.
Das Sicherheits- und Justizdepartement reichte mit seiner Vernehmlassung vom 24.
Januar 2013 neben den Rekursakten auch die gesamten migrationsamtlichen Akten
des Gesuchstellers und seiner Ehefrau ein; es beantragte die Gesuchsabweisung. Die
Akten sowie die Vernehmlassung des Gesuchsgegners wurden am 30. Januar 2013 an
den Rechtsvertreter des Gesuchstellers zur Einsicht beziehungsweise Kenntnisnahme
weitergeleitet.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2013 retournierte der Rechtsvertreter die vorerwähnten
Akten; ausserdem äusserte er sich (im Wesentlichen) noch zum Umfang der Akten,
welche der Rekursinstanz sowie dem Verwaltungsgericht bei ihren Entscheiden vom
20. April 2012 beziehungsweise 18. September 2012 zur Verfügung standen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Gemäss Art. 81 Abs. 1 lit. c VRP kann gegen Verfügungen und Entscheide die
Wiederaufnahme des Verfahrens mit der Begründung verlangt werden, die Behörde
habe wesentliche Tatsachen oder Beweismittel, die zur Zeit des Erlasses der Verfügung
oder des Entscheids bestanden hätten, nicht gekannt. Nach Abs. 2 der gleichen
Bestimmung wird auf Wiederaufnahmebegehren nur eingetreten, wenn die Gründe mit
einem ordentlichen Rechtsmittel nicht geltend gemacht werden können und dies auch
bei zumutbarer Sorgfalt unmöglich war.
1.1. Zuständig zum Entscheid über das Wiederaufnahmegesuch ist gemäss Art. 82
Abs. 1 VRP diejenige Instanz, welche die Verfügung oder den Entscheid getroffen hat.
Diese Zuständigkeitsregel ist auslegungsbedürftig. Dies gilt jedenfalls dann, wenn mit
der jeweiligen Angelegenheit mehrere Instanzen befasst waren. Als Grundsatz kann
dabei gelten, dass jene Instanz funktionell zuständig ist, welche zuletzt in der Sache
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und reformatorisch entschieden hat; freilich muss sich auch bei einem
reformatorischen Entscheid die Kognition der jeweiligen Instanz auf den geltend
gemachten Revisionsgrund erstrecken. Es kommt somit darauf an, mit welcher
Entscheidbefugnis (reformatorisch oder bloss kassatorisch) und Kognition (mit oder
ohne Sachverhaltskontrolle) die kantonalen Rechtsmittelinstanzen ausgestattet sind
(vgl. für das zürcherische Recht Kölz/Bosshard/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, N 6 zu §
86b). Zu beachten ist zudem, dass die Revisionszuständigkeit ausnahmsweise auch
bestehen kann, wenn die jeweilige Instanz einen Prozessentscheid gefällt hat. Dies ist
der Fall, wenn sich die geltend gemachten neuen Tatsachen oder Beweismittel auf die
verneinte Prozessvoraussetzung beziehen (Kölz/Bosshard/Röhl, a.a.O., N 6 zu § 86b;
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege
im Kanton Bern, Bern 1997, N 2 zu Art. 97). Diese Grundsätze gelten im Übrigen nicht
nur im Verhältnis zwischen kantonalen Instanzen, sondern auch im Verhältnis zwischen
letztinstanzlichen kantonalen Entscheiden und Bundesgerichtsurteilen (Kölz/Bosshard/
Röhl, a.a.O., N 7 zu § 86b; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., N 2 zu Art. 97; vgl. dazu
auch BGE 118 Ia 367 f.).
1.2. Vorliegend trat das Bundesgericht auf die Beschwerde(n) vom 11. Oktober 2012
nicht ein. Dabei hatte es sich aufgrund der Bestimmung von Art. 83 lit. c Ziff. 2 des
Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, abgekürzt: BGG) mit der Frage zu befassen, ob
die Ehefrau des Gesuchstellers ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat.
Dies wurde (namentlich) deshalb verneint, weil sie nur über eine Aufenthaltsbewilligung
verfüge; entsprechend kam das höchste Gericht zum Schluss, dass weder das
Gesetzesrecht des Bundes noch das Völkerrecht dem Gesuchsteller einen
Bewilligungsanspruch im Sinn von Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG einräume. Das nunmehrige
Vorbringen, seine Ehefrau verfüge seit 15. September 2011 über eine
Niederlassungsbewilligung, wirkt sich somit auf die entsprechende
Eintretensvoraussetzung aus, verleiht doch Art. 43 des Ausländergesetzes (SR 142.20)
dem ausländischen Ehegatten von niedergelassenen Personen einen Rechtsanspruch
auf Anwesenheit. Das Bundesgericht trat denn auch auf den Revisionsantrag ein,
jedenfalls soweit er sich nicht als verspätet erwies. Es hat somit seine Zuständigkeit zur
Behandlung des Revisionsgesuchs bejaht. Da aber nur eine Instanz funktionell
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zuständig sein kann, schliesst dies die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts aus. Auf
das Revisionsgesuch vom 2. Dezember 2012 ist deshalb nicht einzutreten.
2. Abgesehen davon hätte der Gesuchsteller die Tatsache, dass seine Ehefrau seit dem
15. September 2011 über eine Niederlassungsbewilligung verfügt, bei der ihm
zumutbaren Sorgfalt spätestens im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht,
wenn nicht schon im Rekursverfahren vorbringen können. Das subsidiäre Rechtsmittel
der Wiederaufnahme ist gemäss Art. 81 Abs. 2 VRP in einem solchen Fall verwehrt.
3. Mit dem vorliegenden Entscheid erweist sich das Begehren um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos.
4. (...).