# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e1675dad-ac6d-42d5-ab28-fe1f89bd498e
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

3. Zwecks Abklärung des Sachverhalts liess die IV-Stelle A._ in der Zeit
vom 18. April bis zum 1. Mai 2012 an zwei Tagen observieren. Am
7. Dezember 2012 wurde dieser sodann zu seinem aktuellen
Gesundheitszustand befragt und mit dem Ergebnis der Überwachung
konfrontiert.
4. In seinem Abklärungsbericht vom 12. November 2013 kam pract. med.
C._, Psychiater des RAD, nach zweimaliger Untersuchung von
A._ zum Schluss, dass die im ABI-Gutachten aus dem Jahre 2007
gestellten Diagnosen weiterhin bestünden, zumal im Rahmen des
erneuten Gesuches keine neuen und objektivierbaren Befunde
beigebracht worden seien, die Anhalt für eine Veränderung der rein
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organmedizinischen Situation gäben. Dieser Meinung schloss sich auch
RAD-Arzt pract. med. D._ in seiner Stellungnahme vom 8. Januar
2014 an.
5. Mit Vorbescheid der IV-Stelle vom 24. Februar 2014 wurde A._
angekündigt, dass sein neuerliches Leistungsbegehren abgewiesen
werde, da seit dem letzten materiellen Entscheid vom 3. November 2008
keine relevante Verschlechterung seines Gesundheitszustandes, welche
sich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, eingetreten sei.
6. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._ am 26. März 2014 Einwand
und beantragte, der erwähnte Vorbescheid sei aufzuheben und es sei ihm
eine ganze unbefristete IV-Rente zuzusprechen.
7. Mit Verfügung vom 10. November 2014 wurde die Abweisung des
Leistungsbegehrens bestätigt. Wie sich aus den Abklärungen sowie der
Abschlussbeurteilung des RAD ergebe, sei seit dem letzten materiellen
Entscheid vom 3. November 2008 keine relevante Verschlechterung des
Gesundheitszustandes, welche sich dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke, eingetreten. Auch Dr. med. B._ – welcher sich nicht mit
den Vorakten und insbesondere dem ABI-Gutachten aus dem Jahre 2007
auseinandergesetzt habe – bestätige nicht eine seither eingetretene
Verschlechterung des Gesundheitszustandes, sondern benenne lediglich
die seit Jahren bekannte anhaltende somatoforme Schmerzstörung
anders. Es liege keine tendenziöse Auswertung des
Observationsmaterials vor, und ohnehin habe sich der untersuchende
RAD-Arzt im Wesentlichen auf die anlässlich der Untersuchungen
erhobenen Befunde und nicht auf die Videos abgestützt.
8. Gegen diese Verfügung erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
am 8. Dezember 2014 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons
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Graubünden und beantragte, die angefochtene Verfügung vom
10. November 2014 sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze
unbefristete IV-Rente zuzusprechen. Zur Begründung führte er im
Wesentlichen folgendes aus:
 Die IV-Stelle habe sich mit seinen Einwänden insgesamt nur ungenügend und punktuell auseinandergesetzt.
 Der behandelnde Psychiater Dr. med. B._ habe in seinem Schreiben vom 16. Januar 2013 eindrücklich aufzeigen können, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe. Seine Diagnose stehe zudem im Einklang mit derjenigen von Dr. med. E._. Dr. med. B._ stelle zwei Diagnosen, nämlich eine mittelschwere depressive Episode (welche sich nota bene mit der Beck'schen Depressionsskala decke) und eine chronische somatoforme Schmerzstörung. Hinzu komme sogar noch eine akzentuierte paranoide Persönlichkeitsstruktur, weshalb drei Diagnosen vorlägen, welche zusammen genommen sehr wohl einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Nur so seien die verschiedenen Abbrüche der Arbeitseinsätze zu erklären. Wie der RAD-Gutachter das Vorliegen einer depressiven Episode habe verneinen können, sei angesichts der von ihm beschriebenen Beschwerden nicht nachvollziehbar. Der Gutachter habe ja selber in Betracht gezogen, dass er phasenweise eine Depressivität aufgewiesen habe, welche eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermocht habe.
 Dem RAD-Arzt pract. med. C._ sei folglich widersprüchliches und inkonsequentes Verhalten vorzuwerfen. Die Tatsache, dass dieser in seinem Bericht wiederholt die bundesgerichtliche Rechtsprechung zitiere, lasse auf eine gewisse Voreingenommenheit schliessen. Gleiches gelte für die Unterstellung von Falschangaben hinsichtlich des Schrebergartens. Überdies sei das Gutachten vor über einem Jahr erstellt worden und gebe somit kein aktuelles Bild seines Gesundheitszustandes wieder. Folglich sei ein unabhängiges (poly- oder zumindest bidisziplinäres) gerichtliches Gutachten einzuholen.
 Die Schlussfolgerungen aus dem Observationsbericht seien in aller Form zurückzuweisen – die Interpretation der Videos sei im Allgemeinen als sehr einseitig wertend, wenn nicht tendenziös zu bezeichnen. Der Observationsbericht enthalte zudem teilweise Vermutungen, welche vom Gutachter als klare Beweise übernommen worden seien. Zudem seien die auf dem Video erkennbaren Rückenschmerzen im Gutachten nicht berücksichtigt worden. Hinsichtlich der Sachverhaltsabklärung resp. - darstellung weise die Verfügung der Vorinstanz deshalb erhebliche Mängel auf.
9. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2014 beantragte die IV-
Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung
der Beschwerde. Aufgrund der Aktenlage sei offensichtlich, dass der
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Beschwerdeführer über gesundheitliche Beschwerden berichte, welche
effektiv entweder überhaupt nicht oder nur teilweise vorliegen würden.
Auch aus dem Observationsmaterial ergäben sich keine funktionellen
Behinderungen. Gestützt auf den schlüssigen, nachvollziehbaren und
widerspruchsfreien RAD-Abklärungsbericht sei davon auszugehen, dass
im Vergleich zu den Verfügungen aus dem Jahre 2008 kein erheblich
veränderter Sachverhalt vorliege.
10. In seiner Replik vom 9. Januar 2015 wies der Beschwerdeführer erneut
den Vorwurf der Simulation resp. den impliziten Angriff auf die fachliche
Kompetenz der behandelnden Ärzte zurück. Zudem seien auf den Videos
Einschränkungen in der Konzentration sowie Müdigkeit gar nicht
erkennbar, während der wiederholt leicht schleppende Gang nicht
berücksichtigt worden sei. Die Vorinstanz habe sich ohnehin nicht auf die
Feststellungen im Erhebungsprotokoll abstützen dürfen, da diese als rein
subjektiv zu bezeichnen seien.
11. Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin
explizit auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
in der angefochtenen Verfügung sowie die im Recht liegenden
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
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anfechtbar. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. November
2014 betreffend Abweisung des Leistungsbegehrens des
Beschwerdeführers stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für
ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als
Versicherungsgericht ergibt sich überdies aus Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf
die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nicht verändert hat und dessen neuerliches
Leistungsbegehren demnach zu Recht abgewiesen hat.
2. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4
Abs. 1 IVG). Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die
Begründung des Anspruchs erforderliche Art und Schwere erreicht hat
(Art. 4 Abs. 2 IVG). Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem
Fall aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
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erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 130 V 343
E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor,
wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). Sind diese
Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, frühestens im
Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 IVG), bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2
IVG).
b) Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades in der
Vergangenheit verweigert (oder eingestellt), so wird ein neuerliches
Gesuch zum Bezug von Versicherungsleistungen (sog. Neuanmeldung)
nur geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise
verändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]; vgl. BGE 133 V 108 E.5.2,
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130 V 343 E.3.5). Damit knüpft das Gesetz das Eintreten auf eine
Neuanmeldung an dieselben Voraussetzungen, wie sie im Falle eines
Revisionsgesuches gelten. Ohnehin besteht bei dieser
neuanmeldungsrechtlich erforderlichen Glaubhaftmachung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades sowie auch bei
der materiellrechtlichen Anspruchsprüfung eine grundsätzliche Analogie
zum Rechtsinstitut der Rentenrevision, welche ebenfalls auf eine erneute
Prüfung eines Leistungsanspruchs aufgrund veränderter Verhältnisse
abzielt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bestehen deshalb
sowohl für die erforderliche Glaubhaftmachung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades als auch bei der
materiellrechtlichen Anspruchsprüfung bei beiden Instituten im
Wesentlichen dieselben Beweisanforderungen, Abklärungs- und
Prüfpflichten (vgl. BGE 133 V 108 E.5.2 m.w.H. sowie Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 10 180 vom 28. Juni
2011 E.3b).
c) In Anbetracht der glaubhaft gemachten Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ist die Beschwerdegegnerin vorliegend zu Recht
auf die Neuanmeldung vom 2. August 2011 eingetreten, weshalb sich
Ausführungen hierzu erübrigen. Im Rahmen der materiellen Prüfung des
Neuanmeldungsgesuches ist nun zunächst abzuklären, ob die vom
Beschwerdeführer glaubhaft gemachte Veränderung der massgeblichen
Verhältnisse tatsächlich eingetreten ist. Diese Änderung kann
zurückzuführen sein auf eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes mit entsprechender Beeinflussung der
Erwerbsfähigkeit, auf eine wesentliche Veränderung der erwerblichen
Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
oder eine andere Art der Bemessung der Invalidität als die bei der
ursprünglichen Invaliditätsbemessung zur Anwendung gebrachten (vgl.
BGE 134 V 131 E.3, 130 V 343 E. 3.5; Urteile des Bundesgerichts
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8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1 sowie 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.1.2), wobei eine anspruchserhebliche Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit grundsätzlich erst zu beachten ist, wenn sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2
IVV). Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum
Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine solche
anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist, dient die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei
Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des
Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 108 E.5.4, 130 V 71
E.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.2).
Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad
im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung
erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand und das
abermalige Leistungsbegehren ist abzuweisen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist
das Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene
Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung
abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, Art. 30-31 N 10 ff.). Die zur Beantwortung dieser Fragen
erforderlichen Abklärungen hat die IV-Stelle gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG
von Amtes wegen vorzunehmen. Dabei hat sie den Sachverhalt soweit
abzuklären, dass über den strittigen Anspruch zumindest mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden
kann (vgl. MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der
Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 968).
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d) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung eines
Versicherten seit der letzten Überprüfung derart verbessert hat, dass ihm
erneut ein Anspruch auf IV-Leistungen zuzusprechen wäre, sind die
Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere
Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei können sich die IV-Stellen und im
Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die Regionalen Ärztlichen
Dienste (RAD; Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der
behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische
Sachverständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Die Aufgabe des Arztes
besteht darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig −
seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln
fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der
subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine
Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür
die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit
Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so
substanziell wie möglich zu begründen hat. Die ärztlichen Auskünfte
bilden sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet
werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2 m.w.H.).
3. a) Die letzte rechtskräftige Verfügung, mithin der zeitliche Referenzpunkt für
die Beurteilung einer anspruchserheblichen Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse, bildet vorliegend die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 3. November 2008, mit welcher die damalige
Dreiviertelsrente des Beschwerdeführers aufgehoben worden ist (vgl.
Beilage der IV-Stelle [IV-act.] 115). Entsprechend ist im Folgenden zu
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klären, ob die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der
Anspruchsvoraussetzungen zu Recht davon ausgegangen ist, dass der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwischen jener Verfügung
und dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 10. November
2014 keine relevante Verschlechterung erfahren hat.
b) Die vorerwähnte Verfügung vom 3. November 2008 beruhte in erster Linie
auf dem polydisziplinären Gutachten des ABI (Ärztliches
Begutachtungsinstitut GmbH, Basel) vom 18. September 2007 (vgl. IV-
act. 98). Diesem ist in Bezug auf den damaligen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers zu entnehmen, dass ihm aus psychiatrischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden konnte. Ausser
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, welche auf eine
Belastungssituation mit dem früheren Arbeitgeber zurückgeführt wurde,
konnte keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Um den
Jahreswechsel 2005/2006 habe er vorübergehend unter leichten
psychischen Beschwerden gelitten und zeitweilig psychiatrische
Behandlung in Anspruch genommen. Diese depressive Verstimmung
habe sich jedoch vollständig zurückgebildet – er leide weder unter
Schlafs-, Antriebs- oder Konzentrationsstörungen noch unter sozialem
Rückzug. In rheumatologischer Hinsicht wurde festgehalten, beim
Exploranden hätte in sämtlichen Abklärungen zu keinem Zeitpunkt ein
relevanter Befund am Bewegungsapparat objektiviert werden können,
welcher die seit 1998 postulierten chronifizierten und sich
generalisierenden Beschwerden erklären könne. Es wurden – mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – ein chronisches panvertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.8) sowie – ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit – eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10
F45.4) sowie ein chronisches unspezifisches multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9) diagnostiziert. Aus polydisziplinärer
Sicht seien dem Beschwerdeführer jegliche leichte bis regelmässig
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mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten mit einer
100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit zumutbar. In Bezug auf die
frühere, körperlich schwer belastende berufliche Tätigkeit im Geleisebau
könne ebenfalls von einer mindestens 50%igen, ganztägig verwertbaren
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (vgl. ABI-Gutachten vom
18. September 2007 in IV-act. 98 S. 15 ff.). Entsprechend wurde die
vorbestehende Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 3. November 2008
eingestellt, da dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit zumutbar
sei und kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr vorliege (vgl.
Verfügung vom 3. November 2008 in IV-act. 115).
4. a) Aufgrund eines deutlichen Widerspruchs zwischen der behaupteten
Arbeitsfähigkeit und der medizinischen Arbeitsfähigkeit sowie der
vermuteten geringen Arbeitsmotivation ordnete die Beschwerdegegnerin
am 11. April 2012 eine Observation des Beschwerdeführers an (vgl. IV-
act. 170). Gestützt darauf wurden der Tagesablauf sowie die Tätigkeiten
des Beschwerdeführers an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen
beobachtet. Aus den Ermittlungs- und Observationsberichten vom 7. Mai
2012 geht hervor, dass beim Beschwerdeführer keine sichtbaren
körperlichen Einschränkungen vorlägen. Dieser habe einen längeren
Fussmarsch zu einem Schrebergartenareal unternommen und dort über
eine längere Zeit in gehockter Haltung Pflanzen aus dem Boden gerissen.
Bis auf ein gelegentliches Aufstehen und Rückenstrecken seien keine
Schonhaltungen oder Schmerzreaktionen zu beobachten gewesen.
Lediglich teilweise sei ein ganz leichtes, kaum wahrnehmbares Hinken
auszumachen gewesen. Es hätten keine Feststellungen gemacht werden
können, wonach der Beschwerdeführer kontaktscheu oder sozial
zurückgezogen lebe – im Umgang mit anderen Personen habe er sich
freundlich gezeigt, viele Bekannte gegrüsst und sich mit verschiedenen
Leuten unterhalten (vgl. IV-act. 173 sowie das separate BVM-Dossier).
Anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 7. Dezember 2012
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konfrontierte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit den
Ergebnissen der Observation (vgl. die Befragungsprotokolle in IV-act. 181
und 182).
b) Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Ergebnisse einer zulässigen
Überwachung zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich geeignet sein können,
eine genügende Basis für eine Sachverhaltsdarstellung betreffend den
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit zu bilden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_272/2011 vom 11. November 2011 E.7.1 m.w.H.; zu
den beweisrechtlichen Anforderungen zudem nachfolgend Erwägungen
5b und c). Die Zulässigkeit und Rechtmässigkeit der Überwachung (vgl.
hierzu BGE 137 I 327 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2011 vom
11. November 2011 E.4.2) wird vorliegend nicht bestritten, weshalb sich
diesbezügliche Ausführungen erübrigen. Ebenfalls nicht näher
einzugehen ist auf die von den behandelnden Ärzten Dr. med. E._
sowie Dr. med. B._ geäusserte Kritik, wonach die Observation in
einem zu frühen Stadium erfolgt sei und seitens der Beschwerdegegnerin
unzulässigerweise vorschnelle Schlüsse gezogen worden seien (vgl. die
entsprechenden Schreiben vom 16. Januar 2013 in IV-act. 185 und 186),
da diese mit der vorliegenden Beschwerde zu Recht nicht mehr
vorgebracht wird.
c) Der Beschwerdeführer rügt die Interpretation des Observationsvideos im
Ermittlungs- und Observationsbericht sowie durch die RAD-Ärzte jedoch
insofern als einseitig wertend oder gar tendenziös, als nicht gewürdigt
worden sei, dass er sich zahlreiche Male mit der Hand an den Rücken
gefasst, wiederholt eine Schonhaltung eingenommen und langanhaltend
nervös mit dem linken Bein gewippt habe. Des Weiteren werde
übertreibend dargestellt, dass er den Stecken "schwungvoll" über die
Strasse geworfen habe, und im Observationsbericht werde der Eindruck
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erweckt, dass er ein mit diversen (vollgepackten und schweren)
Plastiktüten beladenes Fahrrad schiebe. Tatsache sei jedoch, dass sich in
den Säcken Spinat befunden habe, weshalb diesbezüglich nicht von einer
erheblichen Kraftanstrengung die Rede sein könne. Ausserdem werde
ihm hinsichtlich des Schrebergartens, welcher nicht ihm gehöre,
sinngemäss lügenhaftes und simulatives Verhalten vorgeworfen (vgl.
Beschwerde vom 8. Dezember 2014 S. 4 f.).
Zu diesen Vorbringen ist zunächst festzuhalten, dass die Interpretationen
der beauftragten Überwachungsfirma vorliegend nicht von grosser
Relevanz sind, zumal sowohl pract. med. D._ als auch pract. med.
C._ nur bedingt auf diese Beurteilungen abgestützt haben.
Ausserdem steht es dem Gericht selbstredend frei, aus den sich bei den
Akten befindenden Observationsvideos seine eigenen
Schlussfolgerungen abzuleiten. Was pract. med. C._ resp. dessen
Ausführungen im Abklärungsbericht anbetrifft, ist es nicht zutreffend, dass
dieser Vermutungen aus dem Observationsbericht unbesehen als klare
Beweise übernommen haben soll. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein
wird, sind die von pract. med. C._ aus dem Observationsmaterial
gezogenen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Mobilität und des sozialen
Verhaltens des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden (vgl.
nachfolgend Erwägungen 7c und 8a). Der Beschwerdeführer moniert
zwar zu Recht, dass pract. med. C._ hinsichtlich der
Eigentumsverhältnisse am Schrebergarten zu Unrecht ein
widersprüchliches Verhalten des Beschwerdeführers andeutet. Aus dieser
Ungereimtheit im Abklärungsbericht ist indes keineswegs auf eine
Voreingenommenheit des Gutachters zu schliessen. Pract. med. C._
würdigt diesen Umstand denn auch nicht negativ, sondern überlässt
dessen Interpretation explizit den rechtsanwendenden Behörden.
Ohnehin ist festzustellen, dass sich pract. med. C._ im Wesentlichen
nicht auf die Observationsmaterialen abstützt, sondern dass seine
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Einschätzungen auf den anlässlich der eigenen umfassenden
Untersuchungen erhobenen Befunden sowie der medizinischen
Aktenlage beruhen. Seine Hinweise auf das Observationsmaterial
erfolgen mithin lediglich zwecks Untermauerung seiner unabhängig davon
gewonnenen Erkenntnisse.
d) In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum
Erlasszeitpunkt der angefochtenen Verfügung (10. November 2014) resp.
die streitgegenständliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
liegen zudem verschiedene medizinische Berichte und Einschätzungen
bei den Akten, deren Inhalt im Folgenden – zumindest im Wesentlichen –
in chronologischer Reihenfolge kurz wiedergegeben wird:
 In einer psychiatrischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vom 17. September 2009 (vgl. IV-act. 162) bestätigte Dr. med. F._, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM sowie seinerzeit Oberarzt bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden (PDGR), eine erhaltene Arbeitsfähigkeit im Rahmen des IV-Entscheids. Nach einer Prüfung der Foerster-Kriterien kam er zum Schluss, dass die anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei und keine Arbeitsunfähigkeit bedinge. Es sei aber davon auszugehen, dass eine Eingliederung in einer mittelschweren oder schweren körperlichen Tätigkeit nicht gelingen werde.
 Im Rahmen einer interdisziplinären Schmerzsprechstunde vom 8. Oktober 2009 in der Klinik Valens erging am 12. Oktober 2009 der Untersuchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie (vgl. IV-act. 156 S. 9 ff.). Darin hielt Dr. med. G._ fest, dass sich im Vergleich zur Voruntersuchung aus dem Jahre 2004 in etwa der gleiche Befund ergebe. Aufgrund der in etwa gleichbleibenden Befunde und einer fehlenden radikulären Ausfallsymptomatik sei auf die Wiederholung einer radiologischen Abklärung verzichtet worden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe weiterhin ein unspezifisches chronisches Rückenschmerzsyndrom mit weiterhin bestehender Schmerzfixierung, kontraproduktiver Schonung und dysfunktionaler Krankheitsbewältigung.
 In einem Schreiben an die IV-Stelle vom 28. Juli 2011 (vgl. IV-act. 135) sowie in einem standardisierten Arztbericht für die Anspruchsbeurteilung vom 6. Oktober 2011 (vgl. IV-act. 148) erklärte Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, der den Beschwerdeführer seit Mai 2010 als Hausarzt betreut, dass er dessen Neuantrag um Ausrichtung von Renten- und/oder allenfalls Rehabilitationsleistungen unterstütze. Der Beschwerdeführer präsentiere sich körperlich wie psychisch wesentlich schlechter, als dies aus dem ABI-Gutachten aus dem Jahre 2007 und den damaligen Arztberichten herauszulesen sei. Der Teufelskreis von Schmerzen, Armut, Druck der Sozialhilfe, Depressivität und auch
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Kränkung durch den totalen Verlust der Rente führe zu einer Abwärtsspirale, dessen Ende noch nicht absehbar sei. In Anbetracht der mehrfach gescheiterten Rehabilitations- und Integrationsversuchen sei der Beschwerdeführer – auch bei optimaler Motivation und Anstrengung – weit davon entfernt, sich im freien oder halbgeschützten Arbeitsmarkt auch nur für eine Teilzeitstelle bewerben zu können. Die Rehabilitationsversuche seien an seinen chronisch exazerbierenden Schmerzen gescheitert, welche vom damaligen Betreuungsnetz indes als Verweigerungshaltung interpretiert worden seien. Diagnostisch liege ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom seit dem Arbeitsunfall im Jahre 1995 sowie eine somatoforme Schmerzstörung mit Begleiterkrankungen (mittelschwere Depression, sozialer Rückzug und Isolation, mögliche narzisstische Persönlichkeitsstörung) vor.
 In einem standardisierten Arztbericht für die Anspruchsbeurteilung vom 22. Dezember 2011 (vgl. IV-act. 154) hielt Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der den Beschwerdeführer bis im Frühjahr 2010 ambulant behandelt hatte, fest, dass beim Patienten eine chronifizierte Schmerzstörung mit verschiedenen Einflussfaktoren vorliege, welche durch seine psychosoziale Situation jeweils deutlich verbessert oder verschlechtert werde. Auf Rückschläge, Belastungen u.ä. reagiere der Beschwerdeführer mit Schlafstörungen, depressiven Einbrüchen und Zunahme des lumbalen Schmerzsyndroms Nach der vollständigen Kürzung der Rente sei dieser Kreislauf erneut exazerbiert. Eine psychotische Symptomatik sei nicht auszumachen. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Gesamtzustand ein gewisser Krankheitswert zuzuschreiben, weshalb er die Rentenkürzung von einer Dreiviertelrente auf eine Gesundschreibung für nicht angepasst halte, auch wenn eine erhebliche somatoforme und persönlichkeitsbedingte Komponente bestehe.
 In der Beurteilung des Observationsvideos vom 24. Oktober 2012 (vgl. IV-act. 178) gelangte pract. med. D._ vom RAD im Wesentlichen zu den gleichen Schlussfolgerungen wie in den Ermittlungs- und Observationsberichten (vgl. vorstehend Erwägung 4a). In psychischer Hinsicht könne von einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen werden. Hinsichtlich der zunächst leichten (AUF maximal 25 %), ab Beginn der Behandlung in der Tagesklinik am 3. August 2011 mittelschweren Depression (AUF 40-50 %) sei mit Beendigung der psychiatrischen Behandlung (letzte Konsultation am 15. Dezember 2011) resp. Beendigung der Psychopharmakotherapie von einem weitgehenden Remittieren der psychischen Problematik auszugehen. In körperlicher Hinsicht sei ebenfalls von einer begrenzen Krankheitsphase auszugehen. Insgesamt dürfte der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Observation – nach einer kurzen Phase der psychischen Verschlechterung – wieder wie bei Status ABI-Gutachten gewesen sein, auch wenn der psychische Gesundheitszustand selbstverständlich nicht beobachtbar sei. Der von Dr. med. E._ behauptete soziale Rückzug liege sicherlich nicht vor. Seit Januar 2012 sei der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Eine auffällige Verminderung der Arbeitsgeschwindigkeit könne nicht bestätigt werden – die reduzierte Arbeitsgeschwindigkeit im Einsatz für die Gemeinde sei wohl motivationeller Natur gewesen.
 In seiner Stellungnahme vom 16. Januar 2013 (vgl. IV-act. 185) bestätigte Dr. med. B._, der den Beschwerdeführer seit dem 26. September 2011 psy-
- 17 -
chiatrisch und psychotherapeutisch ambulant behandelt, nebst Kritik an der Observation, dass beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung mit zurzeit mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine akzentuierte paranoide Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 Z73.1) vorliege. Die Observation sowie die anschliessende Befragung hätten den Beschwerdeführer sehr beschäftigt und belastet und zusammen mit anderen Faktoren zu einer Verschlechterung seines psychischen Zustandes geführt.
 Der RAD-Abklärungsbericht vom 12. November 2013 (vgl. IV-act. 187, nachfolgend Abklärungsbericht) von RAD-Arzt pract. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, erging nach zwei persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers sowie in Kenntnis des Observationsmaterials. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.8), als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie anamnestisch St.n. rezidivierender depressiver Störung, zum Begutachtungszeitpunkt in Remission (ICD-10 F33.4), gestellt. Die Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers seien über lange Jahre betrachtet auffällig konstant, ohne dass diese durch therapeutische Bemühungen oder üblicherweise in Jahren auftretende Veränderungen (seien es Verbesserungen oder Verschlechterungen) modifiziert worden seien. Die somatomedizinische Sachlage stelle sich im Vergleich zur Beurteilung im ABI-Gutachten fast oder gänzlich unverändert dar. Anhand einer Prüfung der Foerster-Kriterien wird zudem dargelegt, dass eine Schmerzüberwindbarkeit vorliegend nicht ausnahmsweise als unzumutbar zu betrachten ist. Im Längsschnitt sei das Beklagen resp. Vorhandensein attestierter depressiver Symptome kein Novum. Auch wenn in der Vorgeschichte depressive Zustände oder depressive Episoden (wenn auch überwiegend auf Kontextfaktoren basierend) vorgelegen hätten und insgesamt von einer gewissen psychischen Verletzlichkeit auszugehen sei, so sei nicht von einer andauernden Depressivität auszugehen, welche eine dauerhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöge. Auch die Beurteilung des bisherigen Krankheitsverlaufs unter Berücksichtigung der umfangreichen Aktenlage ergebe keinen Anhalt für das dauernde Vorliegen einer relevanten psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Eine Eingliederungsfähigkeit sei medizintheoretisch vollumfänglich möglich, scheitere aber aufgrund des von Leistungsinsuffizienz und Schmerzleben geprägten Selbstbildes des Beschwerdeführers.
5. a) In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das
erneute Leistungsbegehren des Beschwerdeführers deshalb abgewiesen,
weil ein im Vergleich zum letzten materiellen Entscheid sowohl aus
somatischer als auch aus psychischer Sicht unveränderter
Gesundheitszustand bestehe. In ihrer Beurteilung hat sie sich vorwiegend
auf den RAD-Abklärungsbericht von pract. med. C._ vom
12. November 2013 abgestützt. Im Folgenden ist deshalb zu prüfen, ob
- 18 -
die Beschwerdegegnerin zu Recht auf diesen Abklärungsbericht
abgestellt hat, mithin ob dieser hinsichtlich seines Beweiswerts den an ihn
gestellten Anforderungen zu genügen vermag oder ob die übrige
Aktenlage – insbesondere die Arztberichte von Dr. med. E._ und Dr.
med. B._ – diesen zu erschüttern vermögen und allenfalls weitere
Abklärungen erforderlich machen.
b) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a m.w.H.). Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE
- 19 -
125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.w.H.). Dennoch hat es die
Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b sowie 112 V 30 E.1a m.w.H.).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten
und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4 und 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug
auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2,
4.4 und 4.5 sowie 125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu,
sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen
BGE 125 V 351 E.3b und 122 V 157 E.1c m.w.H.). Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
- 20 -
Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil
des Bundesgerichts 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
c) In Revisionsfällen im Sinne von Art. 17 ATSG sowie bei Neuanmeldungen
(wie vorliegend) gilt es bei der Erhebung und Würdigung des
medizinischen Sachverhalts darüber hinaus noch Folgendes zu beachten:
Da die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung durch eine
Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes
erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer
entscheidungserheblichen Differenz in den − den medizinischen
Gutachten zu entnehmenden − Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen
gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar
Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig,
sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen
Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der
Beweiswert eines zwecks Rentenrevision oder Neuanmeldung erstellten
Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend
auf das Beweisthema − erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts −
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine
erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl.
dazu BGE 134 V 231 E.5.1 und 125 V 351 E.3a), mangelt es daher in der
Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer
früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber
ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des
Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben
Sachlagen, in denen es evident ist, dass sich die gesundheitlichen
Verhältnisse verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli
2013 E.6.1.2 und 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2).
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d/aa) RAD-Arzt pract. med. C._ setzt sich in seinem Abklärungsbericht
vom 12. November 2013 nicht nur umfassend mit der Vorgeschichte in
Form der Angaben des Patienten sowie den bei den Akten liegenden
Berichten und Gutachten auseinander, sondern beschäftigt sich
insbesondere intensiv mit den beiden Arztberichten von Dr. med. E._
sowie Dr. med. B._, auf welche sich der Beschwerdeführer bei der
Begründung seines Leistungsgesuchs im Wesentlichen abstützt. Der
nachvollziehbare und widerspruchsfreie RAD-Abklärungsbericht ist nicht
nur auf der Basis der medizinischen Aktenlage, sondern insbesondere
gestützt auf anlässlich zweier persönlicher Untersuchungen des
Beschwerdeführers erhobenen Befunde erfolgt. Auch die Erkenntnisse
der Observation sind in den Abklärungsbericht eingeflossen, auch wenn
pract. med. C._ nur unwesentlich, mithin lediglich als
unterstützendes Argument seiner unabhängig davon erstellten
Schlussfolgerung, auf die Observationsergebnisse abstellt (vgl. hierzu
vorstehend Erwägung 4c). Indem sich der Abklärungsbericht vertieft mit
dem bisherigen Verlauf des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers auseinandersetzt und die aktuelle Situation vor dem
Hintergrund der gesamten Krankheitsgeschichte würdigt, trägt er dem
vergleichenden Charakter des revisions- oder neuanmeldungsrechtlichen
Beweisthemas hinreichend Rechnung (vgl. vorstehend Erwägung 5c).
bb) Soweit der Beschwerdeführer den RAD-Arzt pract. med. C._ in
Bezug auf dessen Abklärungsbericht als voreingenommen bezeichnet, ist
ihm nicht zu folgen. Zunächst schliesst die Tatsache, dass es sich beim
RAD um einen versicherungsinternen, zur Verwaltung gehörenden Dienst
handelt, nicht aus, dass einem derartigen Bericht – sofern er den
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht
zu genügen vermag – voller Beweiswert zukommen kann (vgl. vorstehend
Erwägung 5b sowie BGE 135 V 254 E.3.4.2 in fine, BGE 137 V 210
E.1.2.1 und Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009
- 22 -
E.4.3.2). Der – ohnehin nicht absoluten – Arbeitsteilung zwischen dem
medizinischen Fachmann und der Verwaltungsbehörde resp. dem Gericht
hinsichtlich der Abklärung und Würdigung des erheblichen Sachverhalts
(vgl. vorstehend Erwägung 2d sowie BGE 140 V 193 E.3.2 m.w.H.) steht
es sodann nicht entgegen, dass sich die Ausführungen eines
begutachtenden Mediziners auf gewisse rechtliche Rahmenbedingungen
beziehen resp. dass diese in Form von Bundesgerichtszitaten
wiedergegeben werden. Dies spricht entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers nicht für eine Voreingenommenheit des Gutachters,
sondern umgekehrt vielmehr für die Qualität des Berichtes resp. die
Gründlichkeit des begutachtenden Mediziners. Letztendlich ist und bleibt
es die Aufgabe der Verwaltung resp. des Gerichts, die Folgeabschätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die
Arbeitsfähigkeit der betroffenen Person – unabhängig von allfälligen
rechtlichen Ausführungen in den medizinischen Unterlagen –
vorzunehmen.
cc) Des Weiteren bemängelt der Beschwerdeführer, dass der RAD-
Abklärungsbericht vom 12. November 2013 exakt ein Jahr vor dem Erlass
der angefochtenen Verfügung erstellt worden sei und deshalb kein
aktuelles Bild über seinen Gesundheitszustand vorliege. Diesbezüglich ist
festzuhalten, dass sich pract. med. C._ aus eigener Initiative zur
Verzögerung zwischen seinen Untersuchungen (vom 15. Mai 2012 und
20. Juni 2012) und dem Abschluss des Abklärungsberichtes
(12. November 2013) geäussert hat (vgl. Abklärungsbericht S. 28 f.).
Dabei führte er nachvollziehbar aus, dass er eine zusätzliche
Verlaufsuntersuchung resp. begutachtung im vorliegenden Fall für nicht
erforderlich halte, da der physische Gesundheitszustand seit über zehn
Jahren sowohl bezüglich der beklagten Beschwerden als auch bezüglich
fehlender organmedizinischer resp. objektivierbarer Ursachen dieser
Beschwerden praktisch vollständig stabil sei. Aus dem gleichen Grunde
- 23 -
ist nach Auffassung des Gerichts auch die verhältnismässig lange Dauer
zwischen dem Abschluss des Abklärungsberichts und dem Erlass der
angefochtenen Verfügung nicht zu beanstanden resp. nicht mittels
Einholen einer Verlaufsbegutachtung zu korrigieren. Bezeichnenderweise
macht der Beschwerdeführer in seinen Ausführungen denn auch nicht
geltend, dass sich sein Gesundheitszustand seit den Untersuchungen
Mitte 2012 resp. seit Vorliegen des Abklärungsberichts Ende 2013
wesentlich verändert habe.
dd) Zu Recht nicht infrage gestellt werden sodann die persönlichen und
fachlichen Qualifikationen von pract. med. C._. Als Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie verfügt dieser über die nötige
Fachkompetenz, um die – insbesondere in psychischer Hinsicht
umstrittenen – Veränderungen im Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers zu beurteilen.
e) Damit ist festzuhalten, dass der RAD-Abklärungsbericht von pract. med.
C._ vom 12. November 2013 den beweisrechtlichen Anforderungen
an einen im Hinblick auf eine Neuanmeldung einzuholenden
medizinischen Bericht genügt und dass sich die Beschwerdegegnerin bei
ihren Beurteilungen folglich – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – zu Recht auf diesen abgestützt hat.
6. In seinem Neuanmeldungsgesuch vom 2. August 2011 machte der
Beschwerdeführer insofern eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes geltend, als ihn seine chronischen
Rückenschmerzen über die ganze Wirbelsäule bei jeglicher belastenden
Tätigkeit behindern und regelmässig zu Pausen zwingen würden. Auch
seine von Versagensgefühlen und Zukunftsängsten geprägte seelische
Verfassung sei seit der Rentenaufhebung im Jahre 2008 sehr schlecht.
Seine Dolmetschertätigkeit habe er aufgeben müssen, da er keinerlei
- 24 -
Druck mehr aushalten könne, und zwei Versuche zur
Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt seien fehlgeschlagen (vgl. IV-
act. 134 S. 4 f.). Dr. med. E._, der die Neuanmeldung des
Beschwerdeführers erklärtermassen unterstützte, diagnostizierte am
28. Juli 2011 ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom seit dem
Arbeitsunfall im Jahre 1995 sowie eine somatoforme Schmerzstörung mit
Begleiterkrankungen (mittelschwere Depression, sozialer Rückzug und
Isolation, mögliche narzisstische Persönlichkeitsstörung), und gemäss Dr.
med. B._ liege eine rezidivierende depressive Störung mit zurzeit
mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1), eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine
akzentuierte paranoide Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 Z73.1) vor (vgl.
vorstehend Erwägung 4d). Demnach ist im Folgenden zu prüfen, ob sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 3. November
2008 in physischer (nachfolgend Erwägung 7) oder psychischer
(nachfolgend Erwägung 8) Hinsicht verschlechtert hat.
7. a) Bezüglich des physischen Gesundheitszustandes führt pract. med.
C._ in seinem Abklärungsbericht zutreffend aus, dass der Hausarzt
Dr. med. E._ keine neuen und objektivierbaren Befunde beigebracht
habe, die Anhalt dafür gäben, dass sich die rein organmedizinische
Situation verändert hätte. Mangels Veränderungen in der
Beschwerdeangabe, neuer objektiver Belege für organmedizinische
Ursachen der angegebenen, körperlich empfundenen Beschwerden
sowie in Anbetracht der sorgfältigen Diagnosestellung im ABI-Gutachten
aus dem Jahre 2007 kam pract. med. C._ in nachvollziehbarer
Weise zum Schluss, dass die Diagnose der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung weiterhin bestehe (vgl. Abklärungsbericht S. 23). Soweit
Dr. med. B._ in seinem Schreiben vom 16. Januar 2013 ohne nähere
Begründung und ohne Darlegung entsprechender Befunde eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
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(ICD-10 F45.41) diagnostiziert, handelt es sich dabei demnach lediglich
um eine andere Benennung der seit Jahren bekannten anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (vgl. RAD-Abschlussbeurteilung vom
8. August 2014 in IV-act. 203, Case Report S. 9 f.). Wie vorstehend
dargelegt, bedarf es zur Annahme einer rentenrelevanten Veränderung
des Gesundheitszustandes einer substanziellen Veränderung in der
Beschaffenheit oder dem Ausmass der vorbestehenden Tatsachen,
während bloss nominelle Differenzen diagnostischer Natur hierfür nicht
genügen (vgl. vorstehend Erwägung 5c sowie Urteil des Bundesgerichts
8C_618/2014 vom 19. Dezember 2014 E.2.3).
b) In Ermangelung neuer objektivierbarer Befunde sowie angesichts der
Tatsache, dass die bekannten Befunde, deren diagnostische Zuordnung
sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus
versicherungsmedizinischer Sicht bereits Gegenstand diverser Verfahren
bis hin zum Bundesgericht gebildet haben, hat pract. med. C._ zu
Recht keinen Anlass gesehen, im Rahmen seines Abklärungsberichts
erneut rheumatologische Abklärungen vorzunehmen resp. vornehmen zu
lassen (vgl. Abklärungsbericht S. 23). Zur gleichen Einschätzung gelangte
schon Dr. med. G._ im Jahre 2009 in der Klinik Valens, welche aus
diesem Grunde ebenfalls auf die Wiederholung einer radiologischen
Abklärung verzichtet hatte (vgl. IV-act. 156 S. 12). Vor diesem
Hintergrund erweist sich der Sachverhalt – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – als ausreichend abgeklärt, weshalb auf die
Einholung eines polydisziplinären Gutachtens in den Fachbereichen
Psychiatrie, Rheumatologie und ev. Neurologie – auch im Sinne einer
antizipierten Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3) – zu verzichten
ist. Der entsprechende Antrag des Beschwerdeführers ist demnach
abzuweisen.
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c) Dass keine namhaften Einschränkungen der physischen Gesundheit
vorliegen, ergibt sich nach Auffassung des Gerichts auch aus den
Observationsvideos. Es ist wohl zutreffend, dass sich der
Beschwerdeführer vereinzelt an den Rücken greift, wenn er sich aus
gebückter oder kniender Stellung aufrichtet. Hierzu ist jedoch zu
bemerken, dass sich der Beschwerdeführer mit dieser Geste oftmals
offenkundig das Hemd in die Hosen steckt resp. die Hose zurechtrichtet.
Sodann erscheint es nicht ungewöhnlich, dass sich eine Person, welche
rund eine halbe Stunde lang kniend und in gebückter Haltung Spinat
erntet, von Zeit zu Zeit aufsteht und den Rücken streckt. Zutreffend ist
überdies, dass teilweise eine Schonhaltung in Form eines leichten,
diskreten Hinkens auszumachen ist, doch verschwindet dies jeweils nach
kurzer Zeit wieder. Insgesamt hinterlässt der Beschwerdeführer, welcher
anlässlich der Observation dabei beobachtet werden konnte, wie er eine
längere Gehstrecke zurücklegt, in verschiedenen Körperhaltungen
Gartenarbeit verrichtet und beim Abbau eines Zeltes hilft, ein Fahrrad mit
seiner Tochter auf der Lenkstange schiebt und diese auf dem Spielplatz
auf seine Schultern hebt (vgl. das separate BVM-Dossier), nicht den
Eindruck, als würde er unter gewichtigen körperlichen Einschränkungen
leiden.
d) Damit ist festzuhalten, dass der physische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der letzten materiellen Beurteilung im Jahre 2008
keine wesentliche Verschlechterung erfahren hat. Der Vollständigkeit
halber ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass die neue, mit BGE 141 V
281 am 3. Juni 2015 eingeführte Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerzstörungen keine "Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse" im
revisions- resp. neuanmeldungsrechtlichen Sinne darstellt, mithin für sich
alleine nicht als Revisions- resp. Neuanmeldungsgrund gilt. Dies hat das
Bundesgericht jüngst im praxisändernden BGE 141 V 585 entschieden.
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8. a) Hinsichtlich der Depression relativiert pract. med. C._ die von Dr.
med. E._ beschriebene grosse Rückzugstendenz und
fortgeschrittene soziale Desintegration insofern, als sich eine solche im
Rahmen der Untersuchung nicht habe feststellen lassen und die
Observationsvideos eindeutig gegen eine fortgeschrittene soziale
Desintegration sprächen. Zudem würden die Einschätzungen von Dr.
med. E._, welcher kein Psychiater sei, nicht auf objektivierbaren
Befunden, sondern naturgemäss wohl im Wesentlichen auf den Angaben
des Beschwerdeführers basieren (vgl. Abklärungsbericht S. 24). Dem
Beschwerdeführer ist zwar insofern Recht zu geben, als sowohl
Sozialkontakte via Telefon als auch eine Begrüssung auf der Strasse
nicht per se gegen eine Desintegration sprechen – auch Personen,
welche an depressiven Störungen litten, würden kommunizieren, wie der
Beschwerdeführer etwas lakonisch, aber nicht zu Unrecht festhält. In der
Tat legt aber die Konsultation der Observationsvideos nicht den Schluss
nahe, dass sich der Beschwerdeführer sozial zurückzieht oder nicht
integriert ist. Vielmehr wirkt seine Art, wie er durch die Strassen geht und
Leute begrüsst, sowie die Tatsache, dass er im Dorf viele Leute zu
kennen scheint, als wäre er gut integriert und hätte keine Probleme, mit
seinem sozialen Umfeld zu interagieren. Zudem bleibt anzumerken, dass
das Telefon des Beschwerdeführers am Morgen der ersten Exploration
offenbar nicht weniger als dreimal mit verschiedenen Ruftönen geklingelt
hat (vgl. Abklärungsbericht S. 21). Die entsprechenden Interpretationen
durch pract. med. D._ und pract. med. C._ (vgl. IV-act. 178 S. 6
sowie Abklärungsbericht S. 24), wonach Anzeichen für eine grosse
Rückzugstendenz und fortgeschrittene soziale Desintegration zu
verneinen seien, sind demzufolge nicht etwa als "unwissenschaftlich"
oder tendenziös zu werten.
b) Pract. med. C._ hält in seinem Abklärungsbericht weiter fest, dass
depressive Symptome beim Beschwerdeführer kein Novum darstellten,
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sondern in den letzten Jahren mehrmals und phasenweise aufgetreten
seien. Insofern begründe die Einschätzung, dass nun eine Depression
vorliege, für sich alleine noch keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes. Dem Beschwerdeführer attestiert er zum
Untersuchungszeitpunkt eine erhebliche depressive Selbstwahrnehmung,
nicht jedoch das Vorliegen einer veritablen Depressivität resp. einer
versicherungsmedizinisch anerkennenswerten depressiven Störung im
Sinne des ICD-10 F32/33. Angesichts diverser Vorbefunde sei von einer
gewissen psychischen Verletzlichkeit des Beschwerdeführers
auszugehen, zufolge welcher in verschiedenen Situationen wiederholt
depressive Zustände oder depressive Episoden aufgetreten seien (vgl.
Abklärungsbericht S. 26). So hat auch Dr. med. H._ in seinem
Bericht vom 22. Dezember 2011 festgehalten, dass der
Beschwerdeführer auf Rückschläge, Belastungen u.ä. mit
Schlafstörungen, depressiven Einbrüchen und einer Zunahme des
lumbalen Schmerzsyndroms reagiere – so etwa nach der vollständigen
Kürzung der Rente im Jahre 2008 (vgl. IV-act. 154). Konkret bringen auch
Dr. med. E._ sowie Dr. med. B._ zum Ausdruck, dass etwa die
Aberkennung der Teilrente im Jahre 2008 oder die Konfrontation des
Beschwerdeführers mit dem Observationsmaterial zu einer enormen
Erschwerung der Situation resp. zu einer Verschlechterung seines
psychischen Zustandes geführt hätten (vgl. IV-act. 148 sowie 185). In
diesem Zusammenhang weist pract. med. C._ unter Verweis auf die
einschlägige Rechtsprechung des Bundesgerichts zutreffend darauf hin,
dass sog. Kontextfaktoren wie psychische Auswirkungen einer drohenden
oder erfolgten Renteneinstellung IV-rechtlich nicht von Belang seien. Mit
anderen Worten darf das klinische Beschwerdebild nicht einzig in
Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen
Faktoren herrühren, bestehen, sondern hat davon psychiatrisch zu
unterscheidende Befunde wie beispielsweise eine von depressiven
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare, andauernde Depression
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im fachmedizinischen Sinne zu umfassen. Solche von der soziokulturellen
Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne
verselbständige psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität
gesprochen werden kann. Wo der Gutachter dagegen im Wesentlichen
nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen
Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, mithin gleichsam in ihnen
aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden
gegeben (vgl. BGE 127 V 294 E.5a, Urteil des Bundesgerichts
9C_953/2012 vom 5. April 2013 E.3.1 sowie MEYER/REICHMUTH, a.a.O.,
Art. 28a N 271). Vor diesem Hintergrund ist pract. med. C._, der das
Vorliegen von periodischen depressiven Zuständen – selbst zum
Zeitpunkt der Untersuchung – sowie daraus resultierender
vorübergehender Phasen der Arbeitsunfähigkeit nicht negiert,
nachvollziehbarerweise zum Schluss gekommen, dass keine andauernde
Depressivität vorliege, welche eine dauerhafte Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöge (vgl. Abklärungsbericht S. 25 f.).
Insofern kann pract. med. C._ – auch im Hinblick auf die
Interpretation des Beck-Depressionsfragebogens, welcher vor allem das
Selbstbild eines Probanden wiederspiegelt (vgl. Abklärungsbericht S. 24
sowie 30 f.) – diesbezüglich kein "widersprüchliches und inkonsequentes
Verhalten" vorgeworfen werden (vgl. Beschwerde vom 8. Dezember 2014
S. 3). Die Einschätzung von pract. med. C._ deckt sich letztlich auch
mit derjenigen des vormals behandelnden Psychiaters Dr. med. H._
vom 22. Dezember 2011, welcher dem Gesamtzustand einen "gewissen
Krankheitswert" zuschreibt, gleichzeitig jedoch auch erhebliche
somatoforme und persönlichkeitsbedingte Komponenten ausmacht (vgl.
vorstehend Erwägung 4d sowie IV-act. 154 S. 3).
c) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat auch sein aktuell
behandelnder Psychiater, Dr. med. B._, nicht "eindrücklich
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aufzeigen" können, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert
hat. Dieser unterlegt seine im Schreiben vom 16. Januar 2013 (vgl. IV-act.
185) gestellten Diagnosen nämlich mit keinerlei Befunden. An dessen
fachlicher Kompetenz, den psychischen Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
fachmedizinisch zu würdigen, wird nicht gezweifelt. Seine Einschätzung
vermag den Abklärungsbericht des RAD vorliegend aber auch insofern
nicht in Zweifel zu ziehen, als sie sich lediglich auf den momentanen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bezieht. Ein kurzer Verweis
auf die Vorgeschichte kann selbstredend nicht ausreichen, um dem
neuanmeldungsrechtlichen Beweisthema, welches auf eine Veränderung
des Gesundheitszustandes im Vergleich zu einem vorbestehenden
Zustand abzielt, gerecht zu werden (vgl. vorstehend Erwägung 5c). Dass
sich seine Diagnosestellung mit derjenigen von Dr. med. E._ im
Einklang befindet, vermag dieser im vorliegenden Kontext ebenfalls
keinen höheren Beweiswert zu verleihen.
d) Auch nicht zu überzeugen vermag der Einwand in der Beschwerde,
wonach die vom Beschwerdeführer beschriebenen Beschwerden wie
verminderte Konzentration, vermindertes Selbstwertgefühl,
Schlafstörungen und verminderter Appetit mit den unter ICD-10 F32
beschriebenen Symptomen übereinstimmen würden und deshalb – in
Übereinstimmung mit dem Ergebnis des Beck-Depressionsfragebogens –
von einer mittelschweren Depression auszugehen sei (vgl. Beschwerde
vom 8. Dezember 2014 S. 3). Diesbezüglich ist mit der
Beschwerdegegnerin nämlich festzuhalten, dass es sich bei den
geklagten Beschwerden sowie auch bei den Ergebnissen des Beck-
Fragebogens (vgl. hierzu Abklärungsbericht S. 24) um rein subjektive
Angaben des Beschwerdeführers handelt. Falls seitens des
Beschwerdeführers gegenüber den beurteilenden Ärzten falsche und/oder
unvollständige Angaben gemacht würden, resultiere dies fast
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zwangsweise in falschen Schlussfolgerungen in den medizinischen
Berichten. Aufgrund der Aktenlage sowie der schlüssigen und
nachvollziehbaren Darstellung von pract. med. C._ im
Abklärungsbericht ist vorliegend davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer über gesundheitliche Beschwerden berichtet, welche
nicht objektivierbar waren, mithin effektiv entweder gar nicht oder nur
teilweise vorlagen resp. vorliegen.
e) Als weiteres Argument gegen das Vorliegen einer depressiven Störung in
rentenrelevantem Ausmass bringt pract. med. C._ im
Abklärungsbericht vor, dass weder in psychiatrischer noch in
psychotherapeutischer oder psychopharmakologischer Hinsicht eine
adäquate Behandlung stattgefunden habe (vgl. Abklärungsbericht S. 24
f.). Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen braucht dieses
(seitens des Beschwerdeführers unwidersprochen gebliebene)
Vorbringen jedoch nicht abschliessend beurteilt zu werden.
f) Das Vorliegen einer mittelschweren Depression mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit, wie sie Dr. med. E._ in seinem Schreiben vom
28. Juli 2011 beschrieben hat (vgl. IV-act. 135), wurde im Rahmen des
Abklärungsberichtes demnach in nachvollziehbarer Weise widerlegt. Wie
pract. med. C._ zutreffend ausführt, sind die wiederholt
aufgetretenen depressiven Episoden jeweils auf der Grundlage
psychosozialer Faktoren (sog. Kontextfaktoren) entstanden und waren
jeweils von beschränkter zeitlicher Dauer, weshalb diese depressiven
Symptome – selbst wenn sie von versicherungsmedizinischer Relevanz
wären – keine längerfristige oder gar andauernde Minderung der
Arbeitsfähigkeit zu begründen vermögen (vgl. Abklärungsbericht S. 29).
9. Auch in der von den behandelnden Ärzten geltend gemachten
narzisstischen resp. paranoiden Persönlichkeitsstörung (ICD-10 Z73.1;
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vgl. IV-act. 135 S. 5 sowie 185 S. 2) ist keine neuanmeldungsrechtlich
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers auszumachen. Wie im Abklärungsbericht zutreffend
festgehalten wird, vermögen akzentuierte Persönlichkeitszüge nach
geltender Rechtsprechung nämlich keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit
und demnach auch keine Rentenansprüche gegenüber der IV zu
begründen. Bei der sog. Z-Kategorie des ICD-10-Systems handelt es sich
nämlich nicht um psychiatrische Diagnosen, sondern lediglich um
"Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur
Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen" und damit nicht um
einen rechtserheblichen Gesundheitsschaden (vgl. Abklärungsbericht
S. 25 f. mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2010 vom
15. November 2010 E.5.2.4).
10. a) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein Vergleich des Sachverhalts,
welcher der Verfügung vom 3. November 2008 zugrunde lag, mit jenem
Sachverhalt, welcher sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
am 10. November 2014 verwirklicht hat, entgegen der
beschwerdeführerischen Auffassung nicht auf eine wesentliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
schliessen lässt, welche einen IV-Leistungsanspruch begründen würde.
Die entsprechende Beurteilung von pract. med. C._ im als
beweiskräftig und umfassend eingestuften RAD-Abklärungsbericht wird
insbesondere durch die Ausführungen der behandelnden Ärzte Dr. med.
E._ und Dr. med. B._, welche ihre Diagnose nicht auf objektive
Befunde zu stützen vermögen resp. den im Wesentlichen unveränderten
Gesundheitszustand lediglich anders interpretieren, nicht in Zweifel
gezogen. Damit hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
gestützt auf dessen Neuanmeldungsgesuch zu Recht keinen
Rentenanspruch zuerkannt, weshalb sich die angefochtene Verfügung als
rechtmässig erweist und die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.
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b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen
vor dem kantonalen Versicherungsgericht – in Abweichung von Art. 61
lit. a ATSG – kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis 1'000.-- festgelegt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
rechtfertigt es sich, dem unterliegenden Beschwerdeführer
Gerichtskosten in Höhe von Fr. 700.-- zu überbinden. Die obsiegende IV-
Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g
ATSG e contrario).