# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 290d45f8-9480-4106-ba86-87db0d799052
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 20. Mai 1957 in A. geboren. Er wuchs zusammen mit einer Schwester bei den Eltern in B./SG auf und besuchte sechs Jahre die Primar- sowie drei Jahre die Sekundarschule. Nach Schulabschluss absolvierte X. in C. eine vierjährige Lehre als Hochbauzeichner. In der Folge arbeitete er von 1980 bis 2001 in unterschiedlichen Funktionen bei der H. und wechselte dann als Flight Operation Manager zur I.. Diese Stelle verlor X. im Jahre 2003, weil über die Arbeitgeberin der Konkurs eröffnet werden musste. Seither ist er in erster Linie als Hausmann tätig. Zudem gründete er 2005 eine Einzelfirma im Bereich Hochstativ Fototechnik. Aus dieser Geschäftstätigkeit erzielt X. ein monatliches Nettoeinkommen von durchschnittlich etwa Fr. 1'500.--. Seine Ehefrau hat in einem Pflegezentrum als Stationsleiterin eine 80%-Anstellung und verdient dort netto pro Monat rund Fr. 5'000.--. Gemäss der letzten Steuerrechnung verfügt X. über ein Reinvermögen von Fr. 764'000.--.
Im Jahr 1989 heiratete X. Y.. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter, geboren 1992 und 1994, hervor.
X. geniesst einen guten Leumund. Im schweizerischen Strafregister ist er nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügungen vom 10. Februar 2009 bzw. 30. März 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. wegen Amtsehrverletzung (Proz. Nr. VV.2009.390) bzw. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Proz. Nr. VV.2009.900). Die entsprechenden Schlussverfügungen ergingen am 29. Oktober 2009.
C. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. September 2009, mit welcher die beiden bis anhin getrennten Verfahren zusammengeführt wurden, wurde X. wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB, Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB sowie wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. September 2009 folgender Sachverhalt zugrunde:
„X. wird angeklagt
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1. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB sowie der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
Im Januar 2009 fand in E. das Jahrestreffen des J. Forums (J. FORUM) statt. Um den Schutz des Kongresses zu gewährleisten, wurde die Kantonspolizei Graubünden unter anderem durch die Polizistinnen und Polizisten verschiedener Schweizer Polizeicorps unterstützt, welche während des Anlasses unter der Leitung der Bündner Kantonspolizei standen. Im Rahmen des erwähnten Kongressschutzes wurde auch das Hotel D. in E. polizeilich bewacht. Diese Aufgabe wurde unter anderem von Polizisten der Kantone Basel Land und Solothurn wahrgenommen, welche ihren Dienst bewaffnet und ausserhalb des Gebäudes in Polizeiuniform leisteten und im Bereich der Sicherheitszone auch für die Verkehrsregelung zuständig waren. Ins Hotelareal hatten nur Fahrzeuge und Personen Zutritt, welche über eine notwendige Fahrzeugvignette bzw. einen Hotel- oder Kongressbadge verfügten.
X. war während des erwähnten Jahrestreffens als Limousinenchauffeur für Kongressteilnehmer tätig. In dieser Funktion fuhr er am 30. Januar 2009 um ca. 07.00 Uhr mit dem Land Rover V393 (Monaco) ins Polizeidispositiv des Hotels D., um dort vor dem Hoteleingang einen Gast abzuholen. Weil sich dieser noch nicht vor dem Gebäude befand, bildete sich durch das wartende Fahrzeug ein Rückstau, weshalb der Angeklagte von der Polizei wiederholt aufgefordert wurde, mit seinem Wagen auf dem rund 100 Meter entfernten „Parkplatz G.“ zu warten. Statt diese Anweisung zu befolgen, wurde X., welcher zwischenzeitlich aus seinem Wagen ausgestiegen war, zunehmend aggressiver. Nach entsprechender Androhung der Polizei setzte sich schliesslich ein Polizeifunktionär in den Wagen und fuhr diesen in den erwähnten Warteraum. Als der Angeklagte sogleich versuchte, seinem Fahrzeug zu folgen, wurde er von den anwesenden Polizisten zurückgehalten. In der Folge begann X., mit den Armen und vor allem den Füssen um sich zu schlagen. Dabei trat bzw. kickte er mehrmals gegen den direkt vor ihm stehenden Z., Kantonspolizei Basel Land, und traf diesen wiederholt am Bein. Schliesslich stiess der Angeklagte mit der flachen Hand gegen die Brust des ebenfalls anwesenden Polizisten V., Kantonspolizei Solothurn. Z. und V. zogen sich bei diesem Vorfall keine Verletzungen im Sinne von Art. 122 f. StGB zu.
2. der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB.
Nachdem sich die Situation einige Minuten nach dem unter Ziffer 1 dargelegten Vorfall etwas beruhigt hatte, begab sich der Angeklagte in Begleitung von Polizisten zu Fuss zum „Parkplatz G.“, wo er die Ausweispapiere aus dem Land Rover nehmen und der Polizei vorweisen sollte. Bevor X. dieser Anweisung nachkam, startete er den Motor und führte im Wagen ein längeres Telefongespräch. Schliesslich eröffnete der Polizeibeamte W., Kantonspolizei Solothurn, dem Angeklagten, dass die lokale Polizei aufgeboten sei. Während X. in der Folge im Wagen nach den Ausweispapieren suchte, beschimpfte er W. und die Polizeibeamten bei
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geöffneter Fahrzeugtüre mit folgenden Worten: „Dickhirni“, „Schofseckel“, „Birrewixser“, „dummi Siechä“ und „Arschlöcher“. Zu diesem Zeitpunkt – zwischenzeitlich war es gegen 07.50 Uhr – hielt sich neben W. auch dessen Kollege Q., Kantonspolizei Basel Land, beim Fahrzeug des Angeklagten auf.
W. stellte gegen X. gleichentags Strafantrag wegen Beschimpfung und reichte am 31. Januar 2009 bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine entsprechende Strafklage ein.“
D. Mit Urteil vom 19. November 2009, mitgeteilt am 5. Januar 2010, erkannte der Bezirksgerichtsauschuss F. wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Abs. 1 StGB, der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB sowie der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X. verurteilt zu und bestraft mit:
a) Einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 100.00, bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
b) Einer Busse von Fr. 1'000.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft v. Fr.
2'700.00 - den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 408.00 - der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00 total somit von Fr. 6'108.00
gehen zu Lasten des X.. Sie sind zusammen mit der Busse – total also Fr. 7'108.00 (Fr. 6'108.00 + Fr. 1'000.00) – innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

## Considerations