# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 34b87ade-29ae-4662-b182-9672839f282b
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.1.
Der Kanton Aargau saniert die Kantonsstrasse K 265 in den Gemeinden R.
bzw. Q. und ergänzt diese mit einem Radweg. Das Strassenbauprojekt
setzt sich aus den drei Teilprojekten "Sanierung C-Strasse mit Rad-/Geh-
weg", "Ersatz SBB-Brücke" und "Sanierung D-Strasse mit Rad-/Gehweg"
zusammen. Gleichzeitig wird das Wasserbauprojekt "Revitalisierung und
Ausbau G-Bach" realisiert. Der Regierungsrat genehmigte das Strassen-
sowie das Wasserbauprojekt am 14. August 2019 und erteilte je das erfor-
derliche Enteignungsrecht (RRB Nr. 2019-000917 Strasse; RRB Nr. 2019-
000919 Wasserbau; vgl. § 132 Abs. 1 lit. b und lit. d des Gesetzes über
Raumentwicklung und Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar
1993).
A.2.
Mit Schreiben vom 24. November 2020 ersuchte die Sektion Landerwerb
des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) das Spezialverwal-
tungsgericht, Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen (SKE), um An-
ordnung und Einleitung des Enteignungsverfahrens (§ 151 Abs. 1 BauG).
Gleichzeitig wurde ein Gesuch um vorzeitige Besitzeinweisung gestellt
(§ 157 BauG).
A.3.
Mit einer Ausnahme konnten alle erforderlichen Rechtserwerbe einver-
nehmlich geregelt werden. Die Verträge wurden dem Gericht zur Geneh-
migung vorgelegt.
B.1.
A. ist als Eigentümer der Parzelle J vom Strassenbauprojekt betroffen. Von
dem 16'409 m2 grossen Grundstück sind ca. 1'225 m2 abzutreten, ca. 303
m2 werden mit einer Sichtzone belastet und ca. 2'033 m2 vorübergehend
beansprucht. A. hat den vom Kanton ausgearbeiteten Entwurf des Enteig-
nungsvertrags nicht unterzeichnet.
B.2.
Mit Schreiben vom 27. November 2020 beauftragte das Gericht den Ge-
meinderat R., die Enteignungsakten vom 7. Dezember 2020 bis 5. Januar
2021 zur Einsichtnahme aufzulegen. Gleichzeitig wurde A. über das Ver-
fahren informiert und aufgefordert, innert der Auflagefrist Entschädigungs-
begehren nach § 152 Abs. 1 BauG sowie eine Stellungnahme zur bean-
tragten vorzeitigen Besitzeinweisung abzugeben.
Praxisgemäss wurde die Auflage ausnahmsweise ohne Rücksicht auf die
Rechtsstillstandfristen gemäss Art. 145 Abs. 1 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung (ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 angeordnet, weil
- 3 -
Gesuche um vorzeitige Besitzeinweisung als dringlich gelten. Darauf wurde
in den Eröffnungsschreiben hingewiesen.
B.3.
A. nahm am 11. Dezember 2020 Stellung zur vorzeitigen Besitzeinweisung.
Er beantragte deren Abweisung
B.4.
Am 4. Januar 2021 reichte A. sein Entschädigungsbegehren beim Gericht
ein. Die Anträge lauten:
"1. Dem Enteigneten sei eine angemessene Sachleistung in Form einer
Liegenschaft zuzusprechen, welche der enteigneten Liegenschaft gleichwertig ist.
2. Eventualiter sei dem Enteigneten für die Enteignung eine Entschädi-
gung von insgesamt Fr. 82'590.— auszurichten, welche sich wie folgt zusammensetzt:
a) für die Landabtretung: Fr./m2 60.— und damit gesamthaft
Fr. 73'500.--; b) für die Entschädigung von Rechtseinräumung / Eigentumsbe-
schränkung: Fr. 9'090.--.
3. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Staat Aargau aufzuer-
legen."
Die Eingabe wurde dem Kanton zur Kenntnis gebracht.
C.
Am 20. Januar 2021 führte das Gericht eine Einigungsverhandlung in R.
durch (Präsenz siehe Protokoll I S. 1). In Bezug auf die vorzeitige Besitz-
einweisung wurde eine Einigung gefunden und jenes Verfahren (4-
EV.2020.34) abgeschrieben. In Bezug auf die Entschädigungsforderung
konnten sich die Parteien nicht einigen, weshalb das vorliegende Verfahren
(4-EV-2020.33) fortzusetzen war.
D.
Per E-Mail vom 26. Januar 2021 liess A. dem Gericht im Anhang den Zah-
lungsbeleg (Pachtzins Halde) vom 22. Dezember 2020 sowie den Pacht-
vertrag zwischen B. und E. vom 31. Dezember 1994 zukommen. Die Ein-
gaben wurden der Gegenseite gleichentags zur Kenntnis gebracht (Schrei-
ben vom 26. Januar 2021).
E.1.
Die Sektion Landerwerb nahm mit Eingabe vom 18. Februar 2021 Stellung
zu den Entschädigungsbegehren des Gesuchgegners. Die Anträge lauten:
"1. Die Begehren des Gesuchgegners seien abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.
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2. Der Rechtserwerb sei gemäss Entwurf des aktualisierten Enteignungs-
vertrags und gestützt auf die nachfolgenden Begründungen zu .
3. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen."
E.2.
Der Gesuchgegner liess sich fristgerecht dazu vernehmen (Eingabe vom
1. März 2021). Die Eingabe wurde der Gegenseite am 2. März 2021 zur
Kenntnis gebracht. Der Schriftenwechsel war damit abgeschlossen.
F.
Das Gericht führte am 17. November 2021 eine Verhandlung durch (Prä-
senz siehe Protokoll II S. 1) und fällte nach anschliessender Beratung das
vorliegende Urteil.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.