# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2740be63-452b-4d00-9c61-5176a0282063
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ (geb. 1998) stammt aus Afghanistan. Er ersuchte 2015 in Österreich erfolglos um
Asyl und wurde 2019 in seine Heimat ausgeschafft. Es wurde ihm bis zum 23. Februar
2025 untersagt, erneut in den Schengenraum einzureisen. Nach der Machtübernahme
durch die Taliban (August 2021) verliess A._ wiederum sein Heimatland. Er wurde am
14. Oktober 2021 in Bulgarien und am 3. Dezember 2021 in Österreich
erkennungsdienstlich erfasst. Am 11. Juli 2022 ist er an der Schweizer Grenze
angehalten worden, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Das Migrationsamt des
Kantons St. Gallen nahm ihn ab dem 12. Juli 2022 in eine Dublin-Vorbereitungshaft. Ab
dem 13. Juli 2022 befand er sich im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid. Das
Staatssekretariat für Migration (SEM) trat am 29. August 2022 rechtskräftig auf das
Asylgesuch von A._ nicht ein und wies ihn im Dublin-Verfahren nach Bulgarien weg.
Am 4. Oktober 2022 weigerte sich A._, den Rückflug nach Bulgarien anzutreten. Am
7. Oktober 2022 wurde er aus der Haft entlassen.
B.
A._ beantragte am 3. August 2022 bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons
St. Gallen, seine Dublin-Haft zu überprüfen und ihn aus dieser zu entlassen, was der
zuständige Einzelrichter am 8. August 2022 unter Bestätigung des Haftbefehls
ablehnte. Am 17. August 2022 gelangte A._ (Beschwerdeführer) hiergegen an das
Verwaltungsgericht. Dieses hiess seine Beschwerde am 12. September 2022 bezüglich
der ihm von der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) verweigerten
unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung gut; in der Sache selber wies es sie
ab (B 2022/148). Das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass bei A._
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Untertauchensgefahr bestehe, seine Festhaltung verhältnismässig sei und die
Haftbedingungen im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid den gesetzlichen
Anforderungen genügten.
C.
Das Bundesgericht hiess die vom Beschwerdeführer gegen den Entscheid des
Verwaltungsgerichts vom 12. September 2022 erhobene Beschwerde am 8. November
2022 teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und stellte fest, die
Inhaftierung des Beschwerdeführers (Dublin-Borbereitungshaft) sei rechtswidrig erfolgt,
weil die Haftbedingungen im Ausschaffungsgefängnis Bazenheid bezüglich
Räumlichkeiten für Besuche, Einschliessungszeit in der Zelle, Internetzugang,
Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeit im Gefängnis usw. den bundesrechtlichen
Vorgaben nicht genügten. Es wies die Angelegenheit zur Neuregelung der Kosten- und
Entschädigungsfrage in den kantonalen Verfahren an das Verwaltungsgericht zurück.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Bundesgericht hat den verwaltungsgerichtlichen Entscheid B 2022/148 vom
12. September 2022 aufgehoben und festgestellt, die ausländerrechtliche Inhaftierung
des Beschwerdeführers sei rechtswidrig erfolgt. Damit wäre – auch wenn das
Bundesgericht die Beschwerde nur teilweise gutgeheissen hat – dem Begehren des
Beschwerdeführers in den kantonalen Verfahren, er sei aus der Haft zu entlassen, zu
entsprechen gewesen. Damit ist der Beschwerdeführer bei der Kostenverlegung in den
kantonalen Verfahren als vollumfänglich obsiegend zu behandeln. Die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers hat im bundesgerichtlichen Verfahren die ihr in den kantonalen
Verfahren zugesprochenen Entschädigungen aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung von CHF 1'000 (Honorar gemäss Kostennote von CHF 1'221 um
einen Fünftel auf CHF 977 herabgesetztes Honorar zuzüglich Barauslagen von CHF 22,
ohne Mehrwertsteuer) und von CHF 1'600 (ermessenweises Honorar von CHF 2'000
um einen Fünftel herabgesetzt) zuzüglich CHF 80 pauschale Barauslagen (ohne
Mehrwertsteuer) nicht beanstandet. Der Beschwerdeführer ist für beide Verfahren
zufolge Obsiegens vollumfänglich zu entschädigen. Er ist damit im
Haftüberprüfungsverfahren vor der Vorinstanz mit CHF 1'221 zuzüglich Barauslagen
von CHF 22 gemäss Honorarnote und im Beschwerdeverfahren ermessensweise mit
CHF 2'000 zuzüglich Barauslagen von CHF 80 zu entschädigen (je ohne nicht
beantragte Mehrwertsteuer). Soweit der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
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bereits Entschädigungen aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung ausbezahlt
wurden, sind sie anzurechnen. Kostenpflichtig ist der Staat (Migrationsamt).
2.
Für vorliegenden Entscheid sind weder amtliche Kosten zu sprechen und zu erheben
(Art. 97 VRP) noch ausseramtliche Kosten zu entschädigen (Art. 98 VRP in
Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 Ingress und lit. f der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO).