# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c5e48ac0-0d48-423b-9f96-23d6e4be1e52
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die A._ ist Grundeigentümerin der Parzelle Nr. _ in der Gemeinde O.1_. Die B._ beabsichtigt den Bau eines C._, welcher über bzw. durch die fragliche Parzelle führt. Die erwähnten Gemeinden trafen am 18. Dezember 2019/10. Januar 2020 zusammen mit der politischen Gemeinde O.2_ als Nutzungsberechtigte an der besagten Parzelle eine schriftliche Vereinbarung, in welcher der Bau des C._ bzw. die entsprechenden Rechtsverhältnisse zwischen den Parteien detailliert geregelt wurde. In der Folge entstand zwischen den Parteien Uneinigkeit darüber, wie diese Vereinbarung zu interpretieren sei.
B. Am 10. Juli 2020 stellte die A._ beim Einzelrichter des Regionalgerichts Surselva als erstinstanzlichem Zivilgericht ein Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen. Darin wird das Folgende beantragt:
1. Unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf diesen Artikel an ihn erlassene Verfügung nicht Folge leistet, sei der Gesuchsgegnerin (B._, Anmerkung des Gerichts) zu verbieten, auf der Parzelle Nr. _, Gemeinde O.1_, Grundbuch O.1_, Bauarbeiten inklusive Vorbereitungsarbeiten aufzunehmen bzw. es sei anzuordnen, diese sofort einzustellen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gesuchsgegnerin.
Prozessualer Antrag:
1. Die in der vorstehenden Ziffer 1 anbegehrte Massnahme sei superprovisorisch, d.h. ohne Anhörung der Gesuchsgegnerin, zu erlassen.
C. Mit Entscheid vom 13. Juli 2020, gleichentags mitgeteilt, wurde der politischen Gemeinde O.1_ superprovisorisch und unter Strafandrohung von Art. 292 StGB verboten, auf der im Eigentum der Bürgergemeinde stehenden Parzelle Nr. _, Gemeinde O.1_, Grundbuch O.1_, Bauarbeiten inklusive Vorbereitungsarbeiten aufzunehmen, wobei bereits erfolgte Bauarbeiten inklusive Vorbereitungsarbeiten sofort einzustellen seien.
D. Nach entsprechender Aufforderung des Einzelrichters liess sich die B._ mit Stellungnahme vom 17. Juli 2020 zum Gesuch vernehmen und das Folgende beantragen:
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1. Die superprovisorische Massnahme vom 13. Juli 2020 bezüglich des Verbots der Aufnahme von Bauarbeiten inklusive Vorbereitungsarbeiten sowie des Einstellens bereits erfolgter Bauarbeiten inklusive Vorbereitungsarbeiten auf der Parzelle Nr. _ sei aufzuheben.
2. Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gesuchstellerin.
E. Mit Entscheid des Regionalgerichts Surselva als Einzelgericht vom 6. August 2020, gleichentags mitgeteilt, wurde was folgt erkannt:
1. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird abgewiesen. Die mit Entscheid vom 13. Juli 2020 angeordneten superprovisorischen Massnahmen fallen demnach automatisch und ohne weiteres dahin.
2. a) Die Kosten des Verfahrens in Höhe von CHF 2'000.00 gehen zu Lasten der Gesuchstellerin. Sie werden aus dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezogen und sind somit getilgt.
b) Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine Parteientschädigung von CHF 3'000.00 zu bezahlen.
3. a) (Rechtsmittel Hauptentscheid)
b) (Rechtsmittel Kostenentscheid)
4. (Mitteilung).
F. Mit Eingabe vom 17. August 2020 liess die A._ (nachfolgend Berufungsklägerin) gegen den Entscheid Berufung ans Kantonsgericht von Graubünden erheben und das Folgende beantragen:
1. Der Entscheid des Regionalgerichts Surselva vom 6. August 2020, mitgeteilt am 6. August 2020, sei vollumfänglich aufzuheben und das Gesuch der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin vom 10. Juli 2020 sei gutzuheissen.
2. Eventualiter sei das Gesuch zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Alles unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.7% MwSt zu Lasten der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten.
Rechtsbegehren in prozessualer Hinsicht:
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Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
G. In ihrer Berufungsantwort vom 31. August 2020 liess die B._ (nachfolgend Berufungsbeklagte) was folgt beantragten:
1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.
2. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen.
3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklägerin.
H. Mit Eingabe vom 10. September 2020 ersuchte die Berufungsklägerin den Vorsitzenden der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, ihrem prozessualen Antrag, der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen, schnellstmöglich zu entsprechen. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Berufungsbeklagte trotz des hängigen Berufungsverfahrens auf der strittigen Parzelle mit Rodungsarbeiten begonnen habe, zahlreiche Markierungspfosten und -bänder im Boden und an Bäumen angebracht habe und Baumaterial, Baucontainer, Wassertanks und Baumaschinen deponiert und Wegsperren und - signalisationen angebracht habe. Als Beleg hierfür reichte sie eine Fotodokumentation, einen Situationsplan und eine Email vom 10. September 2020 ein. Darüber hinaus reichte sie ein Urteil des Bundesgerichts 2C_118/2020 vom 3. August 2020 ins Recht.
I. Der berufungsklägerische Antrag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Berufung wurde mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 11. September 2020, gleichentags mitgeteilt, abgewiesen.
J. Der von der Berufungsklägerin geforderte Kostenvorschuss in Höhe von CHF 5'000.00 ging innert der gewährten Nachfrist ein.
II. Erwägungen
1.1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid über vorsorgliche Massnahmen. Hiergegen steht die Berufung als Rechtsmittel grundsätzlich zur Verfügung (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Da es sich in casu um eine vermögensrechtliche Streitigkeit handelt, ist die Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 zu beachten (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Beim vorliegenden Entscheid handelt es sich offensichtlich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Entscheidend ist der Streitwert der
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## Considerations