# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 931a8e9f-5654-5c6a-919f-18f79df11cb7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 20. Oktober 2004 führte das Kantonale Amt für Lebensmittelkontrolle (KAL) bei
der Diriwächter & Schmid AG, (heute: Diriwächter AG), Käserei Krümmenswil,
Krummenau, eine Stichprobenkontrolle durch. Es wurden Proben des in der Käserei
hergestellten Krümmenswiler Försterkäses erhoben u.a. zwecks Überprüfung der
Kennzeichnung. Am 4. April 2005 verfügte der Kantonschemiker gestützt auf Art. 6, 23,
28 und 45 des Lebensmittelgesetzes (SR 817.0, abgekürzt LMG) Folgendes: Die
Kennzeichnung des Försterkäses ist mit dem Hinweis "aus thermisierter Milch" zu
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ergänzen (Ziff. 1); der Försterkäse verstösst im jetzigen Zeitpunkt bezüglich des
Vacherin Mont-d'Or (VMO) nicht gegen Art. 17 Abs. 3 lit. c der Verordnung über den
Schutz von Ursprungsbezeichnungen und geographischen Angaben für
landwirtschaftliche Erzeugnisse und verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse (SR
910.12, abgekürzt GUB/GGA-Verordnung, Ziff. 2).
B./ Am 14. April 2005 erhob die Interprofession du VMO gegen die Verfügung des
Kantonschemikers vom 4. April 2005 Rekurs beim Gesundheitsdepartement. Sie stellte
die Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben (Ziff. 1); es sei
festzustellen, dass der von der Diriwächter AG produzierte Försterkäse gegen Art. 17
der GUB/GGA-Verordnung verstosse und es sei dessen weitere Herstellung unter
Strafandrohung im Unterlassungsfall zu verbieten (Ziff. 2). Eventuell sei die Verfügung
aufzuheben, und es sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 3). Was die Rekurslegitimation anbetrifft, führte die
Interprofession du VMO u.a. aus, Streitgegenstand bilde die Frage, ob der Försterkäse
geschützte Rechte des zertifizierten VMO verletze. Weil es ihrem statutarischen Zweck
entspreche, das Produkt und die Marke VMO zu schützen, stehe sie in einer besonders
nahen Beziehung dazu.
Am 13. Oktober 2005 trat das Gesundheitsdepartement auf den Rekurs der
Interprofession du VMO nicht ein und auferlegte ihr eine Entscheidgebühr von Fr.
2'000.--. Sodann wurde sie verpflichtet, die Diriwächter AG für das Rekursverfahren
ausseramtlich mit Fr. 2'136.10 zu entschädigen.
C./ Am 27. Oktober 2005 erhob die Interprofession du VMO gegen den Entscheid des
Gesundheitsdepartements vom 13. Oktober 205 Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Sie stellt die Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1) und es sei
festzustellen, dass der von der Diriwächter AG produzierte Försterkäse gegen Art. 17
der GUB/GGA-Verordnung verstosse und dessen weitere Produktion sei unter
Strafandrohung im Unterlassungsfall zu verbieten (Ziff. 2).
Am 24. November 2005 nahm das Gesundheitsdepartement Stellung und beantragte,
die Beschwerde sei abzuweisen. Am 13. Januar 2006 liess sich die Diriwächter AG
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vernehmen und stellte das Rechtsbegehren, der Beschwerde sei keine Folge zu geben,
soweit darauf eingetreten werden könne.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
Nach Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
abgekürzt VRP) beurteilt das Verwaltungsgericht u.a. Beschwerden gegen Entscheide
der Departemente, sofern kein ordentliches Rechtsmittel an eine Verwaltungsbehörde
oder eine verwaltungsunabhängige Kommission des Bundes offen steht. Diese
Weiterzugsmöglichkeiten sind in den Verfahrensvorschriften der entsprechenden
Spezialgesetze verankert (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 513 mit Hinweis auf GVP 1999 Nr. 80).
a) Unter dem Titel: Rechtsschutz, Verwaltungsmassnahmen und Strafbestimmungen
sieht Art. 166 Abs. 2 des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1, abgekürzt LwG) vor, dass
gegen Verfügungen der Bundesämter, der Departemente und letzter kantonaler
Instanzen in Anwendung dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen bei
der Rekurskommission EVD Beschwerde erhoben werden kann; ausgenommen sind
kantonale Verfügungen über Strukturverbesserungen, die mit Beiträgen unterstützt
werden.
Die GUB/GGA-Verordnung hat ihre Rechtsgrundlage in Art. 14 Abs. 1 lit. d, Art. 16 und
Art. 177 LwG. Art. 17 der GUB/GGA-Verordnung, dessen Verletzung das KAL geprüft
hat, findet sich im "3. Abschnitt: Schutz" und trägt die Marginalie "Schutzumfang" des
Vermerks. Verboten ist nach Art. 17 Abs. 3 lit. c der GUB/GGA-Verordnung jeder
Rückgriff auf die besondere Form des Erzeugnisses. Art. 21 der GUB/GGA-
Verordnung, in Kraft seit dem 1. Januar 2004 (AS 2003/4867), regelt den Vollzug. Nach
Absatz 1 dieser Vorschrift vollzieht das Bundesamt diese Verordnung unter Vorbehalt
von Absatz 2. Wenn es sich nicht um Lebensmittel handelt, wendet es die
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landwirtschaftliche Gesetzgebung an. Nach Art. 21 Abs. 2 der GUB/GGA-Verordnung
vollziehen die Organe der kantonalen Lebensmittelkontrolle Abschnitt 3 dieser
Verordnung gemäss der Lebensmittelgesetzgebung. Nach Art. 21 Abs. 3 der GUB/
GGA-Verordnung melden die Organe der kantonalen Lebensmittelkontrolle dem
Bundesamt und den Zertifizierungsstellen die festgestellten Unregelmässigkeiten.
Es ergibt sich somit, dass der Schutz registrierter Ursprungsbezeichnungen vor
Nachahmung dem KAL obliegt, das die eidgenössische Lebensmittelgesetzgebung
vollzieht, soweit nicht das Kantonale Veterinäramt zuständig ist (vgl. Art. 4 des EG zur
eidgenössischen Lebensmittelgesetzgebung, sGS 315.1).
b) Im vorliegenden Fall hat das KAL am 4. April 2005 festgestellt, der Krümmenswiler
Försterkäse verletze Art. 17 Abs. 3 lit. c der GUB/GGA-Verordnung im jetzigen
Zeitpunkt bezüglich des VMO nicht. Somit steht eine Streitigkeit zur Diskussion, die
ihre Rechtsgrundlage im LwG und in der gestützt darauf erlassenen GUB/GGA-
Verordnung hat. Demzufolge ist die Rekurskommission EVD, die gestützt auf Art. 166
Abs. 2 LwG Beschwerden gegen Verfügungen beurteilt, die in Anwendung des LwG
und seiner Ausführungsbestimmungen ergangen sind, zur Prüfung der zur Diskussion
Rechtsbegehren zuständig. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass Art. 21 Abs. 2 der
GUB/GGA-Verordnung vorsieht, dass die Organe der kantonalen Lebensmittelkontrolle
Abschnitt 3 dieser Verordnung "gemäss der Lebensmittelgesetzgebung" vollziehen und
dass die Verfügung "auf Grund des Befundes" in Anwendung von Art. 6, Art. 23, Art. 28
und Art. 45 LMG ergangen ist.
2./ Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das Verwaltungsgericht zur Beurteilung
der Frage, ob die Beschwerdeführerin in einer besonderen Beziehungsnähe zum
Streitgegenstand steht bzw. ob die Vorinstanz auf ihren Rekurs hätte eintreten müssen,
nicht zuständig ist. Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten und die Angelegenheit ist
gemäss Art. 72 Abs. 1 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1) an die Rekurskommission
EVD zu überweisen.
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären der Beschwerdeführerin die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; vgl. auch R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, S. 100).
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Die Vorinstanz hat den angefochtenen Entscheid indessen mit einer falschen