# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cdc9889b-012f-59d4-b366-cbf1cf745d4e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, erlitt im März 2002 einen Unfall (vgl.
Urk.
10/10/45) und meldete sich am
7.
April 2003 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
10/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 2
0.
August 2004 (
Urk.
10/50) und
Ein
spracheentscheid
vom 2
1.
Januar 2005 (
Urk.
10/76) eine befristete ganze Rente vom März bis April 2004 zu. Das hiesige Gericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 2
5.
Januar 2006 im Verfahren Nr. IV.2005.
00238
in dem Sinne
gut
,
dass es
die Sache zu weiteren Abklärungen und neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück
wies
(
Urk.
10/89)
.
Die IV-Stelle holte daraufhin ein psychiatrisches Gutachten ein, das von den Ärzten der
Y._
am
6.
November
2006 erstattet wurde (
Urk.
10/94). Mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2007 sprach sie dem Versicherten eine ganze Rente ab März 2003 zu (
Urk.
10/116).
Nach Eingang des
Revision
sf
ragebogen
s vom 2
4.
Januar 20
08 (
Urk.
10/120)
holte die IV-Stelle unter anderem ein weiteres psychiatrisches Gutachten ein, das am 1
3.
September 2009 erstattet wurde (
Urk.
10/133).
Mit Vorbescheid vom
4.
Januar 2010 stellte sie dem Versicherten in Aussicht, die Rente wiedererwägungsweise aufzuheben (
Urk.
10/136
). Dagegen erhob dieser am
5.
Februar 2010 Einwände (
Urk.
10/141).
Mit Verfügung v
om 1
2.
Juli 20
10
bestätigte die IV-Stelle
jedoch
die
Weiter
au
srichtung der bisherigen Rente (
Urk.
10/148).
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom 2
0.
September 2013 (
Urk.
10/180) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom
5.
November 2013 in Aussicht, die Rente gestützt auf die Schlussbestimmungen der Revision des
Bun
des
gesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 1
8.
März 2011 (Revision 6a)
einzustellen (
Urk.
10/186). Dagegen erhob dieser am
6.
Dezember 2013 Einwände (
Urk.
10/189
).
Daraufhin veranlasste die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutach
ten, das von den Ärzten des
Z._
am 3
0.
Januar 2015 erstattet wurde (
Urk.
10/234).
Mit neuem Vorbescheid vom 1
5.
März 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, die Rente aufzuheben (
Urk.
10/244
). Dagegen erhob dieser am
2.
Mai 2016 Einwände (
Urk.
10/251
). Daraufhin holte die IV-Stelle ein Verlaufsgut
achten ein, das von den Ärzten des
Z._
am 2
0.
Juni
2017 erstattet wurde (
Urk.
10/291
).
Mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2017 stellte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente ein (
Urk.
10/303 =
Urk.
2
).
2.
Der Versicherte erhob am 2
0.
November 2017 Besc
hwerde gegen die Verfügung
vom 1
8.
Oktober 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ih
m weiterhin eine ganze Rente auszurichten; eventuell sei ein Gerichtsgutachten ein
zuholen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2018 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 3
0.
Januar 2018 wurde der Antrag auf Wiederher
stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (vgl.
Urk.
1 S. 2 Mitte) ab
ge
wiesen und antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2 unten) die unentgeltliche Prozess
führung und Rechtsvertretung bewilligt (
Urk.
11). Am 3
1.
Oktober 2018
(
Urk.
13)
reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen ein (
Urk.
14), die der Beschwer
degegnerin am
1.
November 2018 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar.
Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3).
1.3
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbe
stim
mung
e
n der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmen
paket) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden
, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herab
ge
setzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind.
Die
genannte
allfällige
Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die frag
liche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Recht
spre
chung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bil
dern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rück
kommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.5
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren
nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtspre
ch
ung). Für die Beurteilung d
er Arbeitsfähigkeit sind somit
systematisierte Indi
ka
toren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.7
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und
Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den
Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschrän
kungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
ein
schränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
vatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2).
1.8
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kon
stel
lation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
füh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die im Rahmen der ursprüngliche
n
Rentenzusprache
berücksichtigten Diag
nosen gehörten zu den unklaren Beschwerdebildern im Sinne der 6a-Revisions
bestimmungen (S. 2 oben).
Gemäss dem 2015 erstatteten
Z._
-Gutachten hätten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können (S.
2). Das genannte Gutachten erlaube auch eine Prüfung der Standard
indi
ka
toren im Sinne des strukturierten Beweisverfahrens (S. 4 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die
Rentenzusprache
vom Oktober 2007 sei erst nach der mit BGE 130 V 352 ein
geleiteten Praxisänderung erfolgt und habe diese bereits umgesetzt, weshalb die
von der Beschwerdegegnerin angerufene 6a-Revisionsbestimmung nicht an
wen
d
bar sei (S. 6).
Im
Y._
-Gutachten sei nebst der somatoformen Störung auch eine schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3) diag
nostiziert worden
(S. 6 ff.
Ziff.
4). Ein im Rahmen eines Strafverfahrens 2009 erstattetes Gutachten sei hingegen aussagekräftig (S.
10 f.
Ziff.
6). Das
Z._
-Gutachten
stehe
hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit im Widerspruch zu allen anderen aktenkundigen Gutachten und Berichte
n
, dies mit Ausnahme des von der Beschwerdegegnerin selber als beweisuntauglich beurteilten Gutachtens von 2009, und auch diagnostisch bestünden erhebliche Abweichungen (S. 17 f.
Ziff.
10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Gesundheitszustand und ob sich dieser gestützt auf die vorhandenen Gutachten beurteilen lässt
sowie
das Vorliegen allfälliger Revi
sions
gründe beziehungsweise die allfällige Anwendbarkeit der 6a-Revisions
be
stim
mungen.
3.
3.1
Am
5.
März 2002 wurde der Beschwerdeführer bei der Arbeit auf einer Baustelle von einem herabfallenden Pickel am Kopf getroffen.
Im Rahmen der
Hospitali
sation
vom
5.
bis 1
4.
März 2002 wurden laut Austrittsbericht vom 2
1.
März 2002 (
Urk.
10/10/43) eine Commotio cerebri und ein diffuses
muskuloskelettales
Schmerz
syndrom mit
subjektiven
Hypästhesien
/
Dysästhesien
ohne klare soma
tische Zuordnung diagnostiziert. Die initiale Abklärung im Schädel-CT ergab keine intrakraniellen Verletzungen.
3.2
Die
Ärzte
der
Y._
erstatteten am
6.
November 2006 ein
Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
10/94)
. Darin nannten sie folgende Diagnosen (S.
8
f.):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (
ICD-10
F45.4)
-
schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (
ICD-10
F32.3)
Sie führten unter anderem aus, mittlerweile sei es zu einer beträchtlichen
Chroni
fizierung
mit Persistenz der Schmerzsymptomatik, der neuropsychologischen Störungen und zu einer depressiven Entwicklung mit psychotischen Symptomen gekommen (S. 7 unten). Bei den Untersuchungen am
3.
und 1
7.
Oktober 2006 habe sich
ein vielgestaltiges psychopathologisches Bild mit diffusen wenig um
schriebenen Schmerzen vom Kopf bis zum Fuss, mit formalen (verlangsamter, blockierter, teilweise zerfahrener und assoziationsgelockerter Denkablauf) und inhaltlichen Denkstörungen mit paranoid wahnhaften Inhalten sowie halluzina
tiven (optisch, akustisch, haptisch) Wahrnehmungsstörungen, Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen, Angst- und depressiver Symptomatik mit Antriebs
ar
mut, Verlust von Lebensfreude, Hoffnungslosigkeit, Sinnlosigkeits
ge
fühlen, laten
ter Suizidalität, Schlafstörungen mit Alpträumen, sozialem Rückzug und dissoziativer Symptomatik
gezeigt
(S. 7 f.).
Aufgrund der vorliegenden Befunde, de
r
anamnestischen Angaben und der psy
cho
pathologischen Merkmale werde eine anhaltende somatoforme Schmerz
stö
rung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert. Die
halluzinatorische
und paranoide Sympto
matik lasse sich allerdings nicht der somatoformen Schmerzstörung zuordnen (S.
8 Mitte).
Am ehesten sei die paranoid-halluzinative und dissoziative Symptomatik im Rahmen einer depressiven Erkrankung zu sehen, weshalb eine schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3) diagnostiziert werde. Ob das depressive Zustandsbild im Verlauf phasenweise auftrete oder andauernd sei, könne nicht sicher beurteilt werden (S. 9 oben).
Sie attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 9
Ziff.
1) seit dem Unfall vom
5.
März 2002 (S. 10
Ziff.
3) in der angestammten und auch einer angepassten Tätigkeit (S. 10
Ziff.
4).
3.3
Dr.
med. univ.
Dr.
phil.
A._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Beurteilung vom 2
7.
November 2006 aus, es sollte wie im Gut
achten von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
angestammt und angepasst aus
gegangen werden (
Urk.
10/95 S. 2 unten).
3.4
Mit
Verfügung vom 1
8.
Oktober 20
07
erfolgte sodann die
Zusprache
einer ganzen Rente ab
März 20
03
(
Urk.
10/116)
.
4.
4.1
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
die den Beschwerdeführer seit 1
2.
August 2004 behandelt (vgl.
Urk.
10/196 S. 2 Mitte), nannte in einem Verlaufsbericht vom 1
4.
April 2008
(
Urk.
10/122)
folgende Diag
nose
n
(
Ziff.
2):
-
schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
-
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
-
somatoforme Schmerzstörung
-
Hörstörung
Sie bezeichnete den Gesundheitszustand als stationär (
Ziff.
1), attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
5.
März 2002 (
Ziff.
2) und führte zum Verlauf unter anderem aus, neben den somatischen und psychischen Gesundheits
stö
rungen seien auch soziale Folgezustände aufgetreten: Trennung von der Ehefrau, Isolation, finanzielle Probleme (
Ziff.
3).
4.2
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, er
stat
tete am 1
8.
August 2009 ein
Gutachten
in einem Strafverfahren
(
Urk.
10/196).
Er nannte folgende Diagnosen (S. 11
Ziff.
1):
-
mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0)
-
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
dissoziativer Stupor (ICD-10 F44.2)
Er erläuterte, aufgrund welcher Diskrepanzen er die Depression zwar als mittel
gradig bis schwer bezeichnete, aber lediglich als mittelschwere (F32
.
1) kodierte (S. 9 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde er nicht gefragt und äusserte er sich nicht.
4.
3
Am 1
3.
September 2009 erstattete
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psy
chia
trie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/133).
4.4
Gemäss Bericht vom 2
8.
Januar 2010 (
Urk.
10/140/1) befand sich der Beschwer
deführer seit
8.
Januar 2010 in teilstationärer Behandlung in der
E._
,
F._
. Als Diagnosen wurden eine
r
ezidivierende
depressive
Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (
ICD-10
F33.1)
,
und
eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (
ICD-10 F45.4) genannt.
Die gleichen Diagnosen wurden im Bericht vom 2
8.
Mai 2010 (
Urk.
10/146) genannt (
Ziff.
1.1.). Die teilstationäre Behandlung sei bis
5.
März 2010 in der Akut
tagesklinik und seither in der rehabilitativen Tagesklinik erfolgt (
Ziff.
1.2). Aktuell (beurteilbar
seit
8.
Januar 2010) betrage die Arbeitsunfähigkeit 100
%
(
Ziff.
1.6).
4.
5
Gemäss der Beurteilung vom 2
8.
Juni 2010 durch
Dr.
med.
G._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD), handelte es sich beim Gutachten v
on
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.3
) um eine andere Beurteilung des mehr oder weniger gleich gebliebenen Gesundheits
zu
standes (
Urk.
10/147 S. 3 unten), weshalb mit Verfügung vom 1
2.
Juli 2010 der bisherige Rentenanspruch bestätigt wurde (
Urk.
10/148).
5.
5.1
Am 3
0.
Januar 2015 erstatteten die Ärzte des
Z._
ein
Gutachten
im Auftrag der Beschwerde
gegn
erin (
Urk.
10/234/1-121). Sie stützten sich auf die ihnen über
lassenen Akten (S. 4 ff.), die Angaben des Versicherten (S. 42 ff.) und die von ihnen am
2
9.
September
, 2.
,
2
2.
und
2
4.
Oktober
und
5.
November
2014
(S.
1 unten) erhobenen Befunde.
5.2
Im rheuma
tologischen Teilgutachten (S.
57
ff.) wurde als Diagnose ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes
weichteilrheumatisches Schmerz
syndrom unklarer Ätiologie und Zuordnung
genannt (S. 62 unten)
.
Die
Unter
suchung
des Bewegungsapparates sei unauffällig und ohne somatisches Korr
elat für die g
eklagten Beschwerden.
Festgehalten wurde eine o
ffensichtlich
e
bewusst
seinsnahe Schmerzverdeutlichung und Selbstlimitierung
. Die Untersu
chung und Befragung sei mit Diskrepanzen verbunden (S. 63 Mitte)
.
Aufgrund des F
ehlen
s
klinisch pathologisch
er
beziehungsweise
radiologische
r
Befunde
und eine
s
nicht
näher spezifizierbaren Beschwerdebild
es
mit inkonstant reproduzier
baren Ten
der
points bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
für jegliche Tätig
keiten (S. 64 oben).
Im n
europsychologisch
en Teilgutachten (S.
64 ff.
) wurde
ausgeführt, die
Zusam
menstellung der Befunde
(Testergebnisse)
lasse auf ein Aggravationsverhalten schliessen. Daher könnten die Ergebnisse der Leistungstests nicht in
haltlich aus
gewertet werden und lieferten wegen
mangelnde
r
Mitarbeit
keine verwertbaren neuropsycholog
ischen
Befunde
, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhan
dene kognitive Leistungsniveau abbildeten. Aus neuropsychologischer Sicht könn
e keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen werden (S. 73 Mitte).
Im p
sychiatrisch
en Teilgutachten (
S.
73 ff.
) wurde unter anderem ausgeführt, zusammenfassend bestünden mit
Verweis auf die aktuellen somat
ischen
Untersu
chungen erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen selbstlimitierendes Verhalten
(S. 95 f.)
. Ein subj
ektives
Schmerzsyndrom stehe im Vordergrund. Es sei die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung (
ICD-1
0
F45.4) zu stellen
(S.
96 oben)
. Die diagnostischen Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung (
ICD-10
F45.40) würden
aus näher genannten Gründen
nicht erfüllt
(S. 97 oben)
. Es
sei stattdessen von einer chronis
c
hen
Schmerzstörung mit somat
ischen
und psych
ischen
Faktoren (
ICD-10
F45.41) auszugehen.
Deren
Aus
prä
gung
sei im Vergleich zu ähnlichen Störungsbildern als
objektiv leicht
einzu
stufen (S. 97 Mitte)
.
Die gutachterliche
Kon
s
istenzprüfung ergebe Hinweise auf
- näher
dargeleg
te -
nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeein
träch
tigungen
(S. 98)
,
die
Befunde ergäben ein in sich unschlüssiges, inkonsistentes Bild
(S. 98 unten)
.
5.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde zu früheren Beurteilungen wie folgt Stel
lung genommen: Zum
Y._
-Gutachten (vorstehend E. 3.2) wurde unter anderem ausgeführt, im Rahmen der aktuellen Untersuchung würden bis auf die demon
strierten kognitiven Defizite analog dem semiobjektiven psychopatho
logi
schen Befund in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien keine psychopathologi
schen Auf
fälligkeiten festgestellt. Insgesamt ergäben sich im klinischen Eindruck keine Hin
weise auf umfassende und ausgeprägte kognitive Störungen. Es würden keine
Auf
fassungs
-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits-, oder Aufmerksamkeitsstörung
en
ge
fun
den. Im Hinblick auf die Konzentration sei der Versicherte während des gan
zen
Untersuchungsverlaufs immer aufmerksam und vermöge sich auf die gestellten Fragen und die rasch wechselnden Themen einzustellen (S. 103 unten). Die emo
tionale Schwingungsfähigkeit sei durchgehend erhalten. Der Versicherte zeige während der Exploration eine breite Variation an emotionalen Qualitäten, im
Hin
blick auf den Affekt könne keine depressive Stimmungslage festgestellt werden
. Es liege keine Verarmung, Starrheit, Insuffizienz oder Labilität der Affekte vor. Der Antrieb und das
psychomotorische Verhalten seien ungestört. Hinweise für Wahn oder Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen oder illusionären Verkennungen bestünden keine. Die vom Versicherten anamnestisch angebenden Wahrnehmungsstörungen könnten nicht objektiviert werden (S.
103
f.). Zusam
men
fassend müsse gegenwärtig eine depressive S
törung bei
m Versicherten mehr
heitlich verneint werden. Die von den
Y._
-Gutachtern berichteten und im semi
objektiven Befund analog dem AMDP beschriebenen kognitiven Einschrän
kung
en seien nicht im Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung objek
tiviert worden. Ob zum damaligen Zeitpunkt eine depressive Störung vorgelegen habe, lasse sich retrospektiv nicht plausibel beantworten. Auffallend sei, dass bereits
damals als auch h
eute ähnliche Beschwerden vo
m Versicherten vorgetragen worden
seien, die aufgrund von erheblichen Inkonsi
stenzen und Diskrepanzen insbesondere zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwer
den und Inten
sität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe nicht nachvollziehbar ersch
ie
nen und sich
analog dem AMDP nicht objek
tiveren l
ie
ssen. Die durch den Versicherten
demonstrierte kognitive Störung, insbeson
dere aufgrund de
s
inkon
sistenten
Krankheitsbild
s
, l
asse
sich mit keinem neurolo
gischen und psychiatri
schen
Krankheitsbild vereinbaren. Die apparative Zusatz
diagnostik im Sinne einer MRI
-
Schädel-Untersuchung als auch die Labor
diag
nostik, durchgeführt im Rahmen der
Abklärung, schliess
e
eine organische Genese de
r vorgetragenen Beschwerden und
Symptome weitgehend aus
(S. 104)
.
Bezüglich des Berichts von
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.1) wurde die diagnos
tizierte schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen auf die soeben referierten Aussagen verwiesen (S. 105 oben) und nä
her dargeleg
t, warum sich die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nicht begründen lasse
(S. 105 f.).
Bezüglich des Gutachtens von
Dr.
C._
(vorstehend E. 4.2) wurde eben
falls auf schon erfolgte Ausführungen verwiesen (S. 107 oben).
Bezüglich der Bericht
e
über eine teilstationäre Behandlu
ng in der
F._
(vorsteh
end E. 4.4
) wurde unter anderem ausgeführt,
es ergäben sich
aufgrund der heu
tigen Untersuchung
,
unter Würdigung der langjäh
rigen Versicherungsakte und der
im Rahmen der Abklärung durchgeführten apparativen,
laborchemischen und neuropsychologischen Untersuchung
,
erhebliche Zweifel an den
durch den Versicherten bereits im gleichen Ausmass seit Jahren vorgetragenen
Symptomen, die nicht objektiviert werden können
(S. 108 unten)
. Es
sei
nicht nachvollziehbar, dass
sich der intelligente Versichert
e mit nicht abgeschlossenem Jus-
Studium aufgrund des
subjektiven Leidensdruck
es
in keiner leitlinienentsprechenden psy
chiatrisch
-
psychotherapeutischen
Behandlung befinde. Als Grund für die niedrige therapeutische
Sitzungsfreque
nz
mit Therapien alle 4 Wochen
werde
angegeben, die 10
%
der
Rechnungskosten nicht tragen zu können,
während gleichzeitig Aus
landsreisen unternommen würden (S. 108 f.). Der durch den Versicherten vorgetragene vollständige soziale Rückzug in allen Bereichen des Lebens sei nicht nachvollziehbar (S. 109 oben). Im Hinblick auf die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung einer mittelgradigen Ausprägung (ICD-10 F33.1) ergäben sich aktuell keine Hinweise auf das Vorliegen einer affe
ktiven Störung, wobei die bei
m Versicherten im Vordergrund stehenden multiplen, nicht IV-relevanten psy
cho
soziale
n
Belastungsfaktoren (mit Arbeitsunfall, Rentenentzug, Migrations
hin
ter
grund, finanziellen Schwierigkeiten, keine in der Schweiz anerkannte beruf
liche Ausbildung, Alter, schwere Arbeit) eine vorübergehende Anpassungsstörung aus
gelöst hätten und
/oder es auch im weiteren Verlauf einzelne depressive Phasen gegeben habe, die sich möglicherweise auch durch die durchgeführte anti
de
pres
sive Pharmakotherapie gebessert hätten. Die Kardinalsymptome einer De
pres
sion seien gegenwärtig nicht gegeben, die vorgetragenen Symptome lägen im rein Sub
jektiven und liessen sich anhand der zur Verfügung stehenden objekti
vier
baren Untersuchungsmethoden nicht nachvollziehen (S. 109).
5.4
Zum Verhalten des Versicherten wurde unter anderem ausgeführt,
dieses sei wäh
rend der Anamneseerhebung und der Untersuchung diskrepant und unein
heitlich. Die in der gezielten Untersuchung gezeigten Verhaltensweisen und Ein
schrän
kungen könnten nicht durch organische Befunde erklärt werden. Die wieder
holt beobachtete Fallneigung könnte bei einer wirklich vorhandenen neu
rologischen Störung nicht aufgefangen werden. Wiederholt habe der Versi
cherte aufgefordert werden
müssen
, in der Untersuchung mitzumachen. Er habe einige Tests initial mit Angabe von Schwindel und Müdigkeit verweigert (S. 53
Ziff.
4.2)
.
Bei der Befragung für das Grundgutachten habe er angegeben, dass er bis zum Krieg im Libanon gewesen sei und wegen des Krieges in die Schweiz gekommen sei. Diese Angaben fänden sich auch wiederholt in den Akten. Gegenüber dem Psychiater habe er dann angegeben, dass er nicht ins Kriegsgeschehen verwickelt gewesen sei, da er zu dieser Zeit in Syrien gelebt habe. Der libanesische Bürger
krieg habe bis 1
3.
Oktober 1990 gedauert, sei also zum Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz 1994 schon seit einigen Jahren beendet gewesen. Wenn sich der Versicherte also vor seiner Einreise in die Schweiz wie angegeben
nur ein Jahr im Libanon auf
gehalten
h
abe
, ha
be
er den
Libanonkrieg nicht miterlebt
, was er schliesslich auch bei der
psychiatrischen Befragung an
gegeben habe (S. 54 oben).
W
ährend der Anamneseerhebung
habe er
die linke Hand sehr oft
steif
gehalten
und
den Daumen mit den Langfingern umfasst. Gefragt
,
weshalb er dies mache
,
gebe er
an,
dass er häufig
bis zu den Schultern ausstrahlende
Schmerzen im Bereich der Weichteile zwischen Daumen und Zeigfinger
habe. Wenn er die Hand so
halte, könne er dies verhindern. Im Verlauf
sei
er jedoch wiederholt beobachtet
worden
, wie
er die
linke Hand völlig normal benutze
und auch die Schulter völlig normal beweg
e
,
ohne Anzeiche
n von Schmerzen (S. 54 Mitte).
Während einer Pause
habe sich der Versicherten während gut 10 Minuten draussen
mit
dem Dolmetscher
unterhalten; es habe
keinen Hinweis auf
Verstän
digungs
probleme
gegeben
. Auch während der rheumatologischen Untersuchung
hätten
keine Verständigungsschwierigkeiten zwischen dem Übersetzer und dem
Versi
cher
ten festgestellt werden
können
. Deshalb
sei
es unverständlich, weshalb er erst bei der
psychiatrischen Untersuchung ang
egeben h
ab
e
, den Übersetzer, der unter anderem längere Zeit
in Syrien und im
Libanon gelebt habe
, nicht verstehen zu können. Falls seine Angaben
über die Schulbildung stimm
t
en, müsste
er
zudem auch Hocharabisch
verstehen
(S. 54)
.
Die Angaben über die Medikamenten-Einnahme
seien
absolut nicht nachzu
vollziehen.
Es
könne
aufgrund der Angaben und de
r
mitgebrachten Unterlagen nicht festgestellt
werden, welche Medikamente der Versicherte einn
ehme
. Die gemessenen
Medikamentenspiegel
seien
alle unterhalb des messbaren Bere
ichs (S. 54 unten).
Auffallend sei auch, dass der Versicherte bei der Frage nach seinen Geschwistern jedes Mal wieder von neuem überlegen müsse, wie viele es gewesen seien, und bei der neuropsychologischen Untersuchung gar nicht mehr wisse, wie viele Ge
schwister er habe (S. 55 oben).
5.
5
Gesamthaft
sei k
eine Dia
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen (S. 109
Ziff.
6.1). Ferner wurden die folgenden, hier gekürzt angeführten Diag
no
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S. 110
Ziff.
6.2):
-
milde arterielle Hypertonie
-
chronifiziertes
weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom unklarer Ätiolo
gie und Zuordnung
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Status nach Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.21)
-
linksbetonte Innenohrschwerhörigkeit beidseits
5.6
Zusammenfassend sei der Versicherte aus chirurgisch-allgemeinmedizinischer, rheu
matologischer und psychiatrischer Sicht für die angestammte wie auch für sämtliche infrage kommenden Verweistätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig. Aus neuropsychologischer Sicht könne die Arbeitsfähigkeit aufgrund des Aggrava
tions
verhaltens nicht beurteilt werden (S. 117
Ziff.
7.4).
Das aktuell ermittelte Belastungsprofil gelte seit
1.
Mai 2004, a
ls die Suva die Einstellung der Leistungen per
Ende April 2004
verfügt habe, da die geklagten Beschwerden keine organischen Folgen des Unfalls, sondern psychisch bedingt seien
(S
.
117
Ziff.
7.5).
Psychosoz
iale
Belastungsfaktoren spielten bis heute eine Rolle.
Es sei g
ut vorstellbar, dass v
o
rübergehend eine Anpassungsstörung mit einzelnen depressiven Phasen vorgelegen habe
, die sich möglicherweise durch die
psychiatrische psychopharmakologische Behandlung gebessert habe (S. 118 oben
). Auffallend sei, dass der Versicherte
trotz der subjektiven Schwere des Leidens kaum in intensiver psych
iatrischer
Behandlung gewesen
sei
(S. 118
unten
)
.
Aufgrund der aktuellen Begutachtung seien die Schlussfolgerungen und die Beur
teilung
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
durch die
Y._
-
Gutachter
(vgl. vor
steh
end E. 3.2
)
nicht nachvollziehbar
. Eine n
europsycholog
ische
Untersuchung sei 2006 nicht durchgeführt worden
(S. 119
Ziff.
1). Es
könne
aus heutiger Sicht
von keiner Veränderung des G
esundheitszustandes
gesprochen werden,
vielmehr handle es sich um eine
andere Beurteilung des gleichen Sachverha
ltes unter kritischer Würdigung (S. 120 unten).
6.
6.1
Eine
MR-Arthrographie
der linken Schulter vom 1
9.
Dezember 2014 ergab eine
mässiggradige
AC-Gelenksarthrose, eine lediglich leichte ansatznahe
Tendin
o
pa
thie
der
Supraspinatussehne
ohne
Rotatorenmanschetten
-Ruptur, und ein deut
lich
alteriertes inferiores und
posteriores
Labrum (
Urk.
10/239).
6.2
Vom 1
6.
Mai bis 1
5.
Juni 2016 weilte der Beschwerdeführer stationär im
H._
. Im Austrittsbericht vo
m 2
1.
Juni 2016 (
Urk.
10/259/5-6
) und im gleichlautenden Bericht vom
9.
August 2016 (
Urk.
10/260) wurden als Haupt
diag
nose eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen, bei Austritt mittelgradige depressive
Symptomatik (ICD-10 F32.3), als Nebendiag
nosen laut Zuweisungsschreiben Restsymptome einer posttraumatischen Belas
tungs
störung
(
PTBS = PTSD
) mit anhaltender Persönlichkeitsveränderung (pho
bisch-vermeidend) und ein
e
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, sowie als X-, Y- und Z-Diagnosen eine absichtliche Selbstschädigung (
ICD-10
X84.9) genannt (S. 1).
6.3
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.1) nannte in ihrem Bericht vom
6.
Oktober 2016 (
Urk.
10/265
) als neue Diagnose Panikattacken seit zirka Herbst 2015 (
Ziff.
1.1). Im Oktober 2016 sei eine tagesklinische Behandlung begonnen worden (
Ziff.
1.5). Die Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter und in einer Autogarage bezifferte sie mit 100
%
seit 2002, dies fortlaufend mit kurzer Unterbrechung (
Ziff.
1.6
)
.
6.4
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie, nannte in einem Bericht vom 2
0.
Oktober 2016 (
Urk.
10/297) als (neue) Diagnose eine akute
Periarthro
pathie
humeroscapularis
(
PHS
) rechts (S. 1 Mitte).
6.5
Gemäss Austrittsbericht vom 2
0.
Februar 2017 (
Urk.
10/286
=
Urk.
10/289
) weilte der Beschwerdeführer vom 1
3.
Januar bis
6.
Februar 2017 erneut im
H._
(S. 1). Es wurden die gleichen Haupt- und Nebendiagnosen (S. 1 Mitte) ge
nannt
wie im Juni 2016 (vgl. vorstehend E. 6.2).
6.6
Gemäss Bericht vom
6.
April 2017 (
Urk.
10/288
) erfolgte vom 1
1.
Oktober 2016 bis
6.
Januar 2017 eine tagesklinische Behandlung in
J._
(
Ziff.
1.2). Als Diagnose wurde - mit dem Zusatz «aus den Akten zu entnehmen» - eine sc
hwere depressive Episode mit psychot
ischen Symptom
en
(ICD-10
F32.3)
genannt
.
Die Arbeitsunfähigkeit sei nicht beurteilt worden (
Ziff.
1.6).
7.
7
.
1
Am 2
0.
Juni 2017 erstatteten die Ärztinnen und Ärzte des
Z._
ein Verlaufs
gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/291
/1-62)
. Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S.
2 ff.), die Angaben des Versicherten (S.
13 ff.) und die von ihnen am 27., 3
0.
und 3
1.
März sowie
7.
April 2017 (S. 1 unten) erhobenen Befunde.
7.2
Aus rheumatologischer Sicht wurde unter anderem ausgeführt, im
Vergleich zur früheren Untersuchung habe sich klinisch reproduzierbar und radiologisch keine Änderung ergeben
, das
Schmerzverhalten sei unverändert diskrepant,
mit deut
lichen Hinweisen für eine bewusstseinsnahe Schmerzverdeutlichung und Selbst
limi
tierung (S. 57 Mitte).
Aus n
europsychologisch
er Sicht wurde - nach erneuter Testung im März 2017 (S.
30
Ziff.
5.2) - ausgeführt, die
Zusammenstellung der Befunde lasse auf ein Aggravationsverhalten schliessen. Daher könne keine Einschätzung der
Arbeits
fähig
keit vorgenommen werden (S. 57 unten).
Aus psychiatrischer Sicht wurde unter anderem ausgeführt, der Explorand
be
richte
über optische und akustische Halluzinationen. Weiter würden Zwangs
handlungen, Insuffizienzgefühle, Ein- und Durchschlafstörungen und ein sozialer Rückzug angegeben. Die Exploration des Tagesprofils weise auf ein weitgehend normales Aktivitätsniveau hin. Analog den Parametern der funktionellen Leis
tungsfähigkeit in Anlehnung an das Mini-ICF-APP gebe es keine Einschrän
kungen.
Aufgrund der vom Versicherten angegebenen körperlichen Schmerzen und der nicht
ausreichenden Erklärbarkeit durch ein
somatisches
Korrelat
sei
aus psychiatrischer
Sicht eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren zu
diagnostizieren. Der funktionelle Schweregrad
sei
leicht ausgeprägt.
Die vom Versicherten geschilderte psychotische Symptomatik k
ön
n
e
keiner
psychiatrischen Störung zugeordnet werden und m
üsse
möglicherweise im Rahmen
eines symptomverstärkenden Verhaltens interpretiert werden.
Es bestün
de
n keine Hinweise für eine depressive Störung. Des Weiteren
seien
die Kriterien
für eine Zwangsstörung (
ICD-10
F42) nicht erfüllt.
Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
eine 100
%
ige Arbeitsfähigkeit (S. 58).
Die i
n den Ber
icht
en
des
H._
(vgl. vorstehend E. 6.2) und von der behandelnden Psychiaterin (vgl. vorstehend E. 6.3) genannten Diagnosen seien aus näher dargelegten Grün
den nicht nachvollziehbar (S. 52).
Die stattfindende Therapie sei nicht leitli
nien
gereicht, da sie weder in der Muttersprache des Versicherten noch mit
Beizug
eines Dolmetschers durchgeführt werde. Kontrollen der Medikamentenspiegel fänden nicht statt (S. 52 unten).
7.3
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden keine genannt (S. 53
Ziff.
6.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ge
nannt (S. 53
Ziff.
6.2):
-
Eisenmangel
-
Hyperlipidämie
-
linksbetonte Innenohrschwerhörigkeit beidseits
-
Hörgerät beidseits
-
anamnestisch Tinnitus beidseits
-
chronifiziertes
, nicht näher spezifizierbares weichteilrheumatisches Schmerz
syndrom unklarer Zuordnung
-
inkonstante Reproduzierbarkeit von diffus verteilten Tenderpoints an oberer und unterer Körperhälfte ohne somatisches Korrelat bei
-
im Übrigen unauffälligem Untersuch des Bewegungsapparates
-
bis auf eine diskrete
Chondrose
HWK5
/
6 unauffällige radiologische Dar
stellung des Achsenskelettes
-
beginnende degenerative Veränderungen am Schultergelenk links
ohne klinisch
reproduzierbares Korrelat
-
Hinweise für eine deutliche Selbstlimitierung mit bewusstseinsnaher Schmerzverdeutlichung
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
7.4
Bereits bei der Begutachtung am 3
0.
Januar 2015 habe der Versicherte bei der letzten Untersuchung für das psychiatrische Teilgutachten angegeben, dass er den Übersetzer nicht verstehen würde, da dieser einen anderen Dialekt spreche. Dies sei jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen und der Versicherte sei teil
weise in den Pausen dabei beobachtet worden, wie er sich lebhaft mit dem Über
setzer unterhalten habe. Bei der aktuellen Untersuchung sei derselbe Übersetzer geschickt worden. Nach Rücksprache mit dem Versicherten sei die Anamneseer
hebung für das Grundgutachten mit diesem Dolmetscher erfolgt, Verständigungs
schwierigkeiten hätten sich nicht ergeben, auch auf Nachfrage nicht. Hingegen sei aufgefallen, dass der Versicherte einige Male den Übersetzer korrigiert habe, als dieser seiner Meinung nach etwas nicht richtig auf Arabisch übersetzt habe (S.
58
Ziff.
7.4). Gänzlich im Widerspruch zu diesem Verhalten sei, dass der Versicherte seit Jahren eine psychiatrische Behandlung auf Deutsch durchführe und auch die aktuelle tagesklinische Behandlung auf Deutsch stattfinde (S.
59 oben).
Beim Grundgutachten
habe
der Versicherte
die Schmerzen erst auf Nachfragen
hin
ang
egeben u
nd auch dann nur pauschal
geschildert
, die seit der letzten Be
gutachtung
unverändert seien. B
eim Rheumatologen
habe er
ausgedehnte Schmerzen an
gegeben,
die
zugenommen hätten.
Beim Grundgutachten
habe
er sich problemlos vornüber
neigen
können
mit
einem Fingerbodenabstand (
FBA
)
von 0 cm,
während
di
es beim Rheumatologen erst nach mehreren Versuchen möglich
gewesen sei (S. 59 Mitte)
.
Die
angegebene Zwangsstörung mit Händewaschen und Duschen seit dem Unfall
sei bei
m Vorgutachten völlig unauffällig
gewesen
. Dieses Mal
habe
er beim Grundgutachten schon nach Eintreten ins
Zimmer eine Packung mit Feucht
tüchern auf den Tisch
gelegt, und bei der Rückkehr vom WC
die Türen nur mit einem
Papiertuch in der Hand
geschlossen und sich danach die
Hände gründlich mit
Feuchttüchern
gereinigt
. Bei den anderen Teilgutachten
sei
dieses Verhalten nicht zu
beobachten
gewesen
. Dafür
habe
er bei der psychiatrischen Untersu
chung an
gegeben
, dass er auf der
Toilette sämtlich
e
Kleider ausgezogen und
auf Zeitungspapier gelegt habe (S. 59 unten).
Entgegen früheren und beim Grundgutachten gemachten Angaben, er sei vor dem Krieg in Libanon in die Schweiz geflüchtet, habe er beim neuropsychologischen und psychiatrischen Teilgutachten angegeben, er sei aus wirtschaftlichen Grün
den in die Schweiz gekommen. Auffällig sei auch die Angabe, dass er sich wie bei einer Einvern
a
hme fühle. Er könne jedoch nicht n
äher angeben, weshalb dies so sei
, und was zu ändern wäre, damit er dies nicht so wahrnehme. Bei den Teilgutachtern sei dies nicht mehr erwähnt worden (S. 60 oben).
8
.
Im Schreiben vom 3
1.
Oktober 2018 wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer absolviere eine ambulante Gruppentherapie im
K._
, und es würden die Ergebnisse eines dort durchgeführten Tests eingereicht (
Urk.
13). Als Beilage zu einem vom 2
3.
Oktober 2018 datierenden Dokument ohne ersichtliche Angaben zu dessen Autorschaft wurde ein mit «Paranoid-Depressivitäts-Skala (PDS)» betiteltes Datenblatt eingereicht, das aufgrund eines am
7.
Juni 2018 durchgeführten Tests von 27 Minuten Dauer (S. 1 oben) ent
standen war (
Urk.
14).
9.
9
.1
Im Rahmen der 2010 abgeschlossene
n
Anspruchsprüfung kam die Beschwer
de
gegnerin zum Schluss, dass im Vergleich zum Sachverhalt, der 2007 der
Renten
zusprache
ab März 2003 zugrunde gelegen hatte, keine relevante Änderung eingetreten sei (vorstehend E. 4.5).
Zu vergleichen ist somit der aktuelle Sachverhalt mit dem der
Rentenzusprache
2007 zugrunde gelegten Sachverhalt, mithin den im
Y._
-Gutachten von 2006 getroffenen Feststellungen.
9
.2
Im
Y._
-Gutachten wurden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10
F45.4) und eine schwere depressive Störung mit psychotischen Symp
tomen (ICD-10
F32.3) diagnostiziert (vorstehend E. 3.2).
Im
Z._
-Gutachten von 2015 wurden als psychiatrische Diagnosen (ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
) eine
chronische Schmerzstörung mit soma
ti
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
und ein
Status nach Anpas
sungs
störung bei psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.21)
genannt (vorstehend E. 5.5).
Im
Z._
-Gutachten
von 2017
wurde als psychiatrische Diagnose (ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit) eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
genannt.
9.3
In diagnostischer Hinsicht besteht demnach ein markanter Unterschied zwischen den Beurteilun
gen im Jahr 2006 (
Y._
) und 2015
/2017 (
Z._
). Wohl wurde durchgängig eine
Schmerzstörung (F45) diagnostiziert. Die 2006 zusätzlich ge
stellte Diagnose einer schweren depressiven Störung
mit
psychotischen Sympto
men
(F32.3)
konnte hingegen sowohl 2015 als auch 2017 nicht bestätigt werden. In beiden neueren Gutachten wurde diesbezüglich eingehend und begründet dar
gelegt, dass die vom Beschwerdeführer angegeben
en
Wahrnehmungsstörungen nicht objektiviert werden konnten
,
keine depressive Stimmungslage festzustellen war
und die Kardinalsymptome einer Depression nicht gegeben waren
(vor
steh
end E. 5.3)
,
beziehungsweise dass die vom Beschwerdeführer geschilderte psycho
tische Symptomatik
keiner psychiatrischen Störung zugeordnet werden könne und möglicherweise im Rahmen eines symptomverstärkenden Verhaltens inter
pretiert werden müsse
, und dass
keine Hinweise für eine depressive Störung be
stünden
(vorstehend E. 7.2).
Die entsprechenden Darlegungen in beiden Gutachten sind nachvollziehbar und schlüssig
und führen zur Feststellung, dass sich den Gutachtern 2015 und 2017 ein Gesundheitszustand präsentierte, der deutlich verschieden war vom Gesund
heits
zustand, der sich den Gutachtern 2006 präsentiert hatte.
Daran ändert die am Schluss des Gutachtens von 2015 angefügte Wendung, es
könne nicht von einer Veränderung des Gesundheitszustandes gesprochen werden
, sondern es handle sich eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts (vor
stehend E. 5.6 am Ende) nichts, denn
sie
ist nicht zu vereinbaren mit allen übrigen im Gutachten gemachten Feststellungen. So wurde etwa festgehalten, ob 2006 eine depressive Störung vorgelegen habe, lasse sich retrospektiv nicht plausibel beantworten (vorstehend E. 5.3)
, und es wurden eine vorübergehende Anpas
sungsstörung wie auch -
allenfalls
unter Therapie gebesserte - einzelne depressive Phasen
als möglich erachtet
(vorstehend E. 5.3 am Ende).
Dass 2006 der Sach
verhalt der gleiche gewesen sei wie 2015 und nun lediglich anders beurteilt werde, lässt sich vor diesem Hintergrund gerade nicht sagen,
vielmehr stützen
sämtliche
Angaben
im Gutachten (ausser der genannten)
die entgegengesetzte Feststellung.
9.4
Somit bleibt festzuhalten, dass sich der aktuell gegebene Gesundheitszustand und derjenige, welcher zur ursprünglichen
Rentenzusprache
geführt hat, erheblich unter
scheiden. Es liegt also eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hältnissen
vor
, die Anlass zur revisionsweisen
Überprüfung des Rentenanspruchs gibt (vorstehend E. 1.2). Damit erübrigt sich die Frage einer allfälligen Überprü
fung auch ohne Sachverhaltsänderung gestützt auf die 6a-Revisionsbe
stimmung
en (vorstehend E.
1.3).
9.5
9.5.1
Zahlreiche Hinweise auf eine Aggravation oder damit vergleichbare Auf
fällig
keit
en
(vorstehend E. 1.7) finden sich sowohl im Gutachten von 2015 (vorstehend E. 5.2 und 5.4) als auch im Gutachten von 2017 (vorstehend E. 7.4).
9.5.2
Im Gutachten von 2015
wurde ausgeführt, die in der Untersuchung gezeigten Verhaltensweisen und Einschränkungen hätten nicht durch organische Befunde erklärt werden können, so etwa insbesondere eine wiederholt beobachtete Fall
nei
gung, die bei einer wirklich vorhandenen neurologischen Störung nicht
hätte
aufgefangen werden könn
en
(S. 53
Ziff.
4.2). Die biografischen Angaben seien unklar und widersprüchlich gewesen (S. 54 oben). Erwähnt wurde auch, dass der Beschwerdeführer eine spezielle Haltung der einen Hand demonstrierte, aber wiederholt beobachtet werden konnte, wie er die
se
Hand und auch die Schulter ohne Anzeichen von Schmerzen völlig normal bewegt
e
(S. 54 Mitte). Er habe sich ohne Verständigungsschwierigkeiten mit dem Dolmetscher unterhalten, bei der psychiatrischen Untersuchung dann aber angegeben, den Übersetzer nicht ver
stehen zu können (S. 54). Die Angaben über die Medikamenten-Einnahme seien absolut nicht nachzuvollziehen, die gemessenen Medikamentenspiegel seien alle unterhalb des messbaren Bereichs (S. 54 unten).
Aus rheumatologischer Sicht wurden
eine offensichtliche bewusstseinsnahe Schmer
zverdeutlichung und Selbstlimitierung (S. 63 Mitte) und ein nicht näher spezifizierbares Beschwerdebild mit inkonstant reproduzierbaren Tenderpoints
(S.
64 oben) festgehalten. Die neuropsychologische
Untersuchung zeigte ein Aggr
a
vationsverhalten, weshalb
die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich ausgewertet werden
konnten
und wegen mangelnder Mitarbeit keine verwert
baren neuropsychologischen Befunde
lieferten
, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbildeten
(S. 73 Mitte).
Aus ps
ychiatrische
r Sicht wurde auf
erhebliche Inkonsistenzen und ein ausgesprochen selbstlimitierendes
Verhalten
hingewiesen
(S. 95 f.)
und auf
- näher dargelegte - nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen (S. 98)
und
ein in sich unschlüssiges, inkonsistentes Bild (S. 98 unten).
9.5.3
Im Gutachten von 2017 wurde wiederum über
Unstimmigkeiten in den bio
gra
fischen Angaben (S. 60 oben) und
Auffälligkeiten bezüglich der Notwendigkeit einer Übersetzung beziehungsweise deren Modalitäten berichtet
(S. 58
Ziff.
7.4).
Im Rahmen der Grund
begutachtung habe sich der Beschwerdeführer problemlos mit einem FBA von 0 cm
vornüber neigen können, während dies beim Rheuma
tologen erst nach mehreren Versuchen möglich gewesen sei (S. 59 Mitte).
Beim Grundgutachten habe er die angegebene Zwangsstörung des Händewaschen
s
- auf näher dargelegte Weise - demonstriert, bei
den anderen Teilgutachten sei dieses Verhalten nicht zu beobachten gewesen. Dafür habe er bei der psychia
trischen Untersuchung angegeben, dass er auf der Toilette sämtliche Kleider ausgezogen und auf Zeitungspapier gelegt habe (S. 59 unten).
9.6
Die Inkonsistenzen und auf Aggravation schliessen lassenden Auffälligkeiten sind in einer Vielfalt und Fülle vorhanden, die zum Schluss führen, dass vor
liegend effektiv vom Vorliegen eigentlicher Ausschlussgründe im Sinne der Rech
t
sprechung (vorstehend E. 1.7)
auszugehen ist.
Damit liegt schon aus diesem Grund kein versicherter Gesundheitsschaden vor, weshalb von der detaillierten Prüfung der Standardindikatoren im Sinne des struk
turierten Beweisverfahrens abzusehen ist (vgl. vorstehend E. 1.8). Lediglich der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung der
Z._
-
Gutachter, die zu stellenden Diagnosen seien ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit, möglicherweise auch mit Hinweis darauf, was sich zur Kategorie der Konsistenz ergäbe (vgl. vorstehend E. 1.6), zu bestätigen wäre.
9.7
Aus den genannten Gründen liegt kein versicherter Gesundheitsschaden und somit keine anspruchsrelevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vor, womit auch kein Rentenanspruch besteht.
Damit erweist sich die mit der angefochtene Verfügung erfolgte Rentenaufhebung als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
10.2
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
10.3
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin hat mit Honorarnote vom
7.
Mai 2019 (
Urk.
16) einen Aufwand von 26 Stunden und Barauslagen von
Fr.
87.70 (
Urk.
17) geltend gemacht.
Der von der Rechtsvertreterin geltend gemachte Aufwand ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheid
verfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Be
schwerdeschrift zumindest in Teilen der Stellungnahme vom
2.
Mai 2016 zum Vorbescheid (
Urk.
10/251). Namentlich erscheint ein Aufwand von rund 20 Stun
den für die Beschwerdeschrift als überhöht.
Angesichts der zu studierenden Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der gut 20-seitigen Beschwerde, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist ein Aufwand von insgesamt rund 14 Stunden als gerechtfertigt zu bezeichnen.
Somit ist die
unentgeltliche Rechtsvertreterin beim praxisgemässen Stunden
an
satz von
Fr.
220.-- mit
Fr.
3
'
2
00.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Marina Kreutzmann
, Zürich,
wird mit
Fr.
3
’2
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Ge
richtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§ 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Marina
Kreutzmann
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.