# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2a4db9c-5b72-4d07-82a1-bc07c2c4b13e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1967 geborene
X._
, Mutter einer Tochter (geboren 2000),
war
zuletzt vom
6.
Juni 2001 bis
3
0.
April 2013
als Verkäuferin bei
der
Y._
angestellt
(
Urk.
10/
16
).
Seit
1
5.
Februar
2012
war
sie krankge
schrieben (
Urk.
10/16/4 und
Urk.
10/64/2
).
Die Versicherte meldete sich am 1
3.
Juli 2012 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren, eine rezidivierende depressive Störung sowie eine leichte Vitamin-D-Hypovitaminose bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
10/1).
D
ie
IV-Stelle
zog einen Auszug aus dem
individuellen Konto
von
X._
(Urk.
10
/
10)
und die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk.
10/8, Urk.
10/11)
bei
,
holte
einen
Be
richt de
s
behandelnden
Psychiaters
(
Urk.
10/15
)
sowie einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
10/16)
ein
und liess
die Versicherte
bidis
ziplinär
(rheumatologisch/psychiatrisch)
beim
Z._
begutachten
(Gutachten vom
2.
September 2013
[
Urk.
10
/
25
]
vgl. Urk. 10/20
[psychiatrisches Gutachten vom 2
7.
Mai 2013]
)
.
Mit Schreiben vom 2
7.
August 2014 auferlegte die IV-Stelle
X._
eine Schadenminderungspflicht
zur Abklärung und fachgerechten Behandlung der Schlafstörung
(
Urk.
10/34).
Am gleichen Tag erliess die IV-Stelle einen Vorbe
scheid, mit welchem sie der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (
Urk.
10/36), wogegen die Versicherte
am 2
0.
November 2014
Einwand (
Urk.
10/44) erhob.
Die IV-Stelle holte in der Folge weitere
medizinische
Bericht
e
ein (
Urk.
10/49-50,
Urk.
10/55,
Urk.
10/59, Urk.
10/64)
.
Am 2
6.
Oktober 2015 machte die IV-Stelle die Versicherte darauf aufmerksam, dass sie eine polydisziplinäre Begutachtung für notwendig erachte (
Urk.
10/72, unter Beilage der von ihr vorgesehenen Gutachterfragen,
Urk.
10/70). Am 20. November 2015 teilte sie ihr die Gutachterstelle (
A._
), die Fachgebiete sowie die Namen der Gutachtenspersonen
mit (Urk. 10/79).
Mit Schreiben vom
5.
Januar 2016 (
Urk.
10/82) erhob die Versicherte diverse Einwände gegen die Begutachtung bei der
A._
sowie die vorgesehenen
Gutachterin
nen
Dr
. med.
B._
(
FMH Allgemeine Innere Medizin, Praktische Ärztin
), und
Dr. med.
C._
(FMH Orthopädische Chirurgie und Traum
atologie des Bewegungsapparates).
Die IV-Stelle erliess am 2
1.
Januar 2016 eine Zwischenverfügung, mit welcher sie an der Abklärung durch die
A._
sowie an den Gutachtenspersonen festhielt (
Urk.
10/83
). Mit Schrei
ben vom 5.
Februar 2016 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie von einer Be
schwerde gegen die Zwischenv
erfügung
vom 2
1.
Januar 2016
absehe (Urk.
10/84).
Das polydisziplinäre Gutachten der
A._
e
rging am 2
7.
Mai 2016 (Urk. 10/98).
Mit Schreiben vom
3.
Juni 2016 forderte die IV-Stelle die Versi
cherte dazu auf, zu den Ergebnissen der im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
getätigten Abklärungen Stellung zu nehmen (Urk. 10/100). Am 1
7.
Juni 2016 erklärte die Versicherte, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
10/103).
Am 7.
Oktober 2016 auferlegte die IV
Stelle
X._
erneut eine Schadenminderungspflicht (
Urk.
10/109)
und verneinte mit Verfügung vom 6.
Oktober 2016 einen Leistungsanspruch der Ver
sicherten (
Urk.
10/110
[=
Urk.
2]
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
9.
November 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Beschwer
deführerin
seien
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze Invali
denrente
,
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführe
rin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege
und Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Januar 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
9.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde
. Mit derselben Verfügung wurde die Durchführung eines zwei
ten Schriftenwechsels abgewiesen
(
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
1.2.1
Zur Annahme
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es nach ständi
ger Rechtsprechung des Bundesgerichts
in jedem Fall ein
es
me
dizinisches Substrates
, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachge
wiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokultu
rellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fach
medizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszu
stand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2
und 8C_14/2017 vom 1
5.
März 2017 E. 5.3 mit Hinweisen
).
1.2.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.2.3
Alkoholismus, Medikamentenmissbrauch und Drogensucht
vermögen für sich alleine
keine Invalidität
zu begründen
. Dagegen wird eine solche Sucht im Rahmen der Invalidenversicherung bedeutsam, wenn sie ihrerseits e
ine Krank
heit
bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger Gesundheits
schaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom
8.
Oktober 2015 E.
2.2.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kennt
nis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen,
die
aufgrund des Einwandes durchgeführten
Abklärungen hätten ergeben, dass
d
ie orthopädischen Einschränkungen hauptsächlich auf eine
Dysbalance
und eine muskuläre Fehlentwicklung und
Dekonditionierung
zurückzuführen seien. Eine muskuläre
Dysbalance
sowie eine
Dekonditionierung
begründeten keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit. Es bestünden Therapieoptionen.
Aus psychia
tri
scher Sicht
komme
de
n
gestellten Diagnosen
keine invalidisierende Wirkung zu
, da sie einerseits durch psychosoziale Faktoren verursacht und auf
rechterhalten würden
und andererseits
noch nicht ausgeschöpfte Therapie
optionen
, wie bspw. eine Abklärung im Schlaflabor,
bestünden
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
im
W
esentlichen
geltend,
auf das Gutachten der
A._
dürfe nicht abgestellt werden
, da sie s
eit Jahren an einer depressiven Störung mit teils schweren Episoden
leide, was
zu Unrecht
nicht berücksichtigt
werde
.
Es
handle sich nicht um ein vorübergehendes Leiden.
Dem Gutachten seien keine Hinweise auf psychosoziale Belastungsfak
toren zu entnehmen.
Solche lägen
aktuell
keine mehr
vor.
Der
en
Wegfall
habe denn auch
nicht zur Besserung der depressiven Symptomatik geführt.
Eine Abklärung der Schlafstörungen sei bereits erfolgt, wobei diese ergeben habe,
dass zuerst die rezidivierende depressive Störung behandelt werden müsse. Offensichtlich sei sie seit ihrem krankheitsbedingten Austritt aus der
Y._
zu 100
%
arbeitsunfähig wegen ihrer teils schweren Depressio
nen und habe Anspruch auf eine ganze Rente
(
Urk.
1).
3.
3.1
Im Gutachten des
Z._
vom
2.
September 2013 (
Urk.
10/25)
wurden als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(1)
ein chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom zervikal und lumbal,
(2)
eine leichte depressive Episode mit vordergründig somatischen Symptomen und
(3)
eine chronische
Hyposomnie
angeführt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein Verdacht auf Fibromyalgie, aktuell nicht verifizierbar (7/18 Tenderpoints)
,
genannt. Es sei davon auszugehen, dass die aktuelle Gesundheitssituation wesent
lich beeinflussbar sei durch eine Abklärung im Schlaflabor mit je nach Resultat daraus folgenden Therapien (
Urk.
10/25/7). Rein rheumatologisch bestehe bei vorliegendem unspezifischem Schmerzsyndrom ohne spezifisches Korrelat eine vollständige Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Ver
käuferin bzw. als Kassiererin und (andere) angepasste Tätigkeiten.
Psychiatri
scherseits
und im interdisziplinären Konsens werde für die angestammte und eine angepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
5.
Februar 2012 bis zum Abschluss der Abklärungen und der Behandlung der chronischen Schlafstörung attestiert. Sollte diese behoben werden können, bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
(Urk.
10/25/8).
3.2
Im Bericht des
D._
an
Dr.
E._
vom 2
0.
November 2013 wurde
n
als Diagnosen
(1) ein
e rezidivierende depressive Störung, einhergehend mit gestörtem Schlaf, (2) ein
lumbospondylo
genes
Syndrom beidseits, (3) eine therapieresistente Gonarthrose, (4) eine psy
chosoziale Belastungssituation (Ex-Mann, Sorgerecht, Arbeitslosigkeit), (5) ungünstige Schlafgewohnheiten als Folge der Diagnosen (1) bis (4), (6) Überge
wicht und (7) Schnarchen angeführt
. Der Verlauf der Schlafstörungen der Beschwerdeführerin zeige eine starke Abhängigkeit von psychosozialen Stressoren und depressiven Verstimmungen.
Komorbide
Schlafstörungen könn
ten oft parallel zur psychiatrischen Betreuung behandelt werden und eine Ver
besserung der Gesamtsituation herbeiführen. Eine schlafmedizinische Behand
lung sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn ein stabiler psychischer Zustand vorhanden sei
(
Urk.
10/64/33-34 =
Urk.
10/69).
3.3
Die weiteren bis zur Begutachtung in der
A._
(März/April 2016) auf
liegen
den Arztberichte wurden – wie im Übrigen auch die vorstehenden Berichte - im betreffenden Gutachten vom 2
7.
Mai 2016 wiedergegeben (Urk. 10/98/5-37). Darauf wird verwiesen.
3.4
3.4.1
Dem polydisziplin
ären Gutachten der
A._
vom 2
7.
Mai 2016
(
Urk.
10/98) sind folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu ent
nehmen (
Urk.
10/98/61):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.0
[gemeint wohl: F.33.1]
)
-
chronische Schmerzstörung mit psychischen und körperlichen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Benzodiazepinabhängigkeit
bei ständigem Substanzgebrauch (ICD-10 F13.25)
-
chronisch rezidivierende
zervikospondylogene
Schmerzen rechtsbetont
-
Osteochondrose
, ventrale Spondylose C5/6 und C6/7 , C7/TH1
-
aktuell
facettogen
und
myofascial
, ohne Nachweis von Diskushernien
-
ohne
recessale
/
neuroforaminale
Enge im MRI-HWS 1
8.
Februar 2012
-
Status nach zervikalen Infiltrationen in der Türkei 2011
-
chronisch rezidivierende
lumbospondylogene
Schmerzen
-
leichte
Spondylarthrose
LWK 3-SWK 1
-
Diskusprotrusion
L5/S1 MRI-LWS 1
8.
Februar 2012
-
anamnestisch intermittierende S1
Radikulopathie
(3
1.
Oktober 2014)
-
Dekonditionierung
bei chronischen generalisierten
myofascialen
Schmer
zen mit
-
Ganzkörperschmerz anamnestisch seit 10 Jahren
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (
Urk.
10/98/61-62):
p
ersönliches ängstliches Erlebnis in der Kindheit (ICD-10 Z61.7)
,
Anpassungsprobleme bei Veränderung der Lebensumstände (ICD-10 Z60.0)
,
u
nangebrachter elterlicher Druck und sonstige abnorme Erziehungsmerkmale (ICD-10
Z62.6)
,
Familienzerrüttung durch Trennung oder Scheidung (ICD-10 Z63.5)
,
leichtgradige medial betonte Gonarthrose rechts ohne Funktionsdefizit
,
Polyarthralgien klinisch ohne Hinweis auf
entzündlich rheumatische Erkrankung
,
Hysterektomie
iR.
Endometriose
2007
,
Reflux Symptomatik
,
c
hronische Hepatitis B
,
a
ktuell:
a
kuter Harnwegsinfekt
(
AB-The
rapie
).
3.4.2
Zur polydisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung
h
ielten die Gut
ach
ter fest
,
die Beschwerdeführerin
leide an
chronifizierten
Rücken- und Nacken
schmerzen bei nur leichtgradigen degenerativen Veränderungen. Es
best
ünden
keine Nervenkompressionen, jedoch eine ausgeprägte
Dekondi
tionierung
bei einem chronisch generalisierten
myofaszialen
Schmerzsyndrom. Aus orthopädischer Sicht
sei
die Leistungsfähigkeit nur leicht eingeschränkt (10-20
%
). Dies sowohl in der angestammten als auch in
jedwelcher
adaptierten Tätigkeit. Des Weiteren leide sie unter einer leichtgradigen Gonarthrose ohne Aktivierungszeichen und ohne Hinweise auf eine Meniskusläsion. Die Schmer
zen s
eien
rechtsbetont lokalisiert. Im G
esamtkontext w
ü
rden sie als allgemeine
Dekonditionierung
und
myofasziale
Problematik angesehen. Aus allgemein-in
ternistischer Sicht besteh
e
eine Adipositas Grad l, eine chronische Hepatitis B,
E
rstdiagnose:
unbekannt, mit aktuell unauffälligen Leberparametern, sowie eine
Refluxsymptomatik
mit rez
idivierenden
Bauchschmerzen. Die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sei
nicht eingeschränkt
.
A
us psychiatrischer Sicht bestehe
eine mittelgradige depress
i
ve Störung mit herabgesetzter Grundstim
mung, eingeschränkter Schwingungsfähigkeit, verminderter Lebenslust und
freude
, leicht verlangsamtem formale
n
Denken, Schlafstörungen, ver
mindertem Appetit, diffusen Ängsten, reduziertem Antrieb und insgesamt eingeschränkter Vitalität. Es handl
e
sich um eine rezidivierende depressive Störung mit gegen
wärtiger mittelgradiger Episode mit somatischen Symptomen. Es w
e
rd
e
von einer
Benzodiazepinabhängigkeit
ausgegangen. Zudem best
ünden
Funktions
einschränkungen wie verminderte Belastbark
eit, Verlangsamung und schnelle
Erschöpfbarkeit. Aus psychiatrischer Sicht
sei die Beschwerdeführerin
sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 50
%
leistungsfä
hig. Dies aufgrund ihrer verminderten Belastbarkeit, ihrer schnellen Erschöpf
barkeit sowie der Notwendigkeit vermehrter Pausen. Polydisziplinär
sei
die psychiatrische Erkrankung führend. Es besteh
e
eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtiger mittelgradiger Episode mit somatischem Syn
drom, welches die somatischen Erkrankungen der
Beschwerdeführerin
über
lager
e
(chronisch rezidivierende
zervikospondylogene
Schmerzen rechts
betont, chro
nisch rezidivierende
lumbospondylogene
Schmerzen, chro
nische Bauch
schmer
zen, D
ifferentialdiagnose
: Dysphagie,
gastroöso
pha
gealer
Reflux [
Urk.
10/98/64]).
Zur Selbsteinschätzung, zu den aktuell erhaltenen Funktionen, zu den Ressour
cen sowie zum Eingliederungspotential hielten die Gutachter fest, die Beschwer
deführerin sehe sich in erster Linie aus psychischen, aber auch aus körperlichen Gründen für vollkommen arbeitsunfähig an. Die Beschwer
deführerin
leg
e
eine deutliche Selbstlimitierung an den Tag und geh
e
in ihrer Krankheitsrolle auf
.
In den zu beurteilenden Fähigkeiten des Mini-
ICF's
sei
sie in der Durchhalte
fähigkeit, in Anpassung an Regeln und Routinen, sowie in Flexibilität und Umstellungsf
ähigkei
t
mittelgradig eingeschränkt
. Leicht einge
schränkt sei
sie in
Bezug auf Spontanaktivitäten und nicht eingeschränkt in der Selbstbe
hauptungs
fähigkeit (im Untersuchungsgespräch mit dem psychiatri
schen Teilgutachter k
ö
nn
e
sie sich argumentativ deutlich behaupten und sich zum Teil auch kämpferisch geben). Auch s
eien
die Konversation
s-
und die Kontakt
fähigkeit zu Dritten, die Gruppenfähigkeit und enge dyadische Beziehungen gegeben, ebenso wie die Selbstpflege und die Selbstversorgung sowie die Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Kompetenz und Wissens
anwendung und die Entsche
i
dungs- und Urteilsfähigkeit. Als Handicap wirke sicher auch die Krankheitsüberzeugung der
Beschwerdeführerin
bei
chro
nifi
zierten
myofaszialen
Schmerzen, verstärkten zervikalen lumbalen Wirbel
säulenabschnitten und dem rechten Kniegelenk. Die geschilderte Schmerz
sympto
matik
sei
gemäss orthopädischer Einschätzung
pathomorpholo
gisch
nur teilweise objektivierbar und die Funktion der
Wirbelsäule und der Gelenke erhalten. Auch hier berichte die orthopädische Teilgutachterin von Inkon
si
stenzen bei der Beobachtung und Untersuchung der geschilderten Schmerz
pro
blematik.
An Ressourcen seien
die familiäre Situation mit ihrer Tochter und die Partnerschaft mit ihrem neuen Lebenspartner zu nennen. Eine stufenweise berufliche Wiedereingliederung empf
ehle
sich nach längerer Arbeit
sabstinenz, wobei
sie
durch die Motivation und die berufliche Reintegra
tion zum aktuellen Zeitpunkt fraglich erschein
e (
Urk.
10/98/65)
.
In der bisherigen Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht eine 80%ige, aus internistischer Sicht eine 100%ige und aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf Pensum von 100
%
(
Urk.
10/98/65).
In einer adap
tierten Tätigkeit bestehe aus somatischer Sicht (orthopädisch-allgemein-inter
nistisch) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum
unter Berücksichtigung des orthopädischen Leistungsprofils. In psychiatrischer Hin
sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum, dies aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra
dige depressive Episode mit somatischem Syndrom, welche zu einer verminder
ten Belastbarkeit, zu einem vermehrten Pausenbedarf und der schnellen Erschöpf
barkeit führe. Polydisziplinär bestehe damit eine 50%ige Arbeitsfähig
keit be
zogen auf ein 100%-Pensum, welche dem orthopädischen Leistungsprofil ent
spreche.
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gelte ab 201
4.
Gemäss psychia
tri
schem Teilgutachter werde davon ausgegangen, dass sich die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit seit circa 2012 entwickelt habe und im heuti
gen Ausmass seit 2014 bestehe (Urk. 10/98/66).
Zur Verbesserung der Arbeits
fähigkeit könnten Physiotherapien zur Behandlung der
myofaszialen
Problematik, ein regel
mässiges Ausdauer- und Krafttraining, eine Reduktion der Schmerz
medi
kation, Entspannungsübungen zum Stressabbau, eine Gewichtsab
nahme durch
leichtes Konditionstraining, ein Überdenken der psychiatrischen medika
men
tösen Therapie, insbesondere des Einsatzes von Benzodiazepinen, die iatrogen einen Teil der Symptomatik ausmachten, welche die Beschwerdeführe
rin schildere, sowie eine Überwachung der HBV-Infektion vorgeschlagen wer
den (
Urk.
10/98/67).
3.4.3
Der psychiatrische Gutachter der
A._
hatte in seinem psychiatrischen Teilgutachten im Weiteren festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin seit 2012 aktenmässig eine depressive Symptomatik postuliert werde,
meistens im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen und schwieriger familiärer Situation.
Aktenmässig
ziehe sich die depressive Symptomatik bis heute durch, wobei mehrheitlich aufgrund der
Psychostaten
die Schwere der depressiven Symptomatik nicht nachvollzogen werden könne. Gleichzeitig werde eine Somatisierungsstörung bei einer Schmerzproblematik aufgeführt, die, soweit beurteilbar, nachvollzogen werden könne, wobei es schwierig sei zu beurteilen, inwieweit die Beschwerdeführerin durch diese Somatisierungsstörung wirklich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Aufgrund des heutigen Explora
tionsgespräches gehe er davon aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer mittelgradigen depressiven Störung leide. Da es sich um eine Symptomatik handle, die schon seit Jahren bestehe, gehe er nicht davon aus, dass sie einzig auf die psychosozialen Belastungen und emotionalen Konflikte zurückzuführen sei, sondern wahrscheinlich in der Zwischenzeit einen eigenständigen Krank
heitswert entwickelt habe. Er gehe zurzeit am ehesten von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode aus. Daneben bestehe
gemäss
interdisziplinärer Besprechung die Erkenntnis, dass die
geäusserten
Schmerzen weder physiologisch noch körperlich vollständig erklärt werden könnten. Eine körperliche Ursache gebe es zwar, das
Ausmass
der Schmerzen sei aber nicht nachzuvollziehen. Deshalb gehe er von einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren aus. Daneben bestehe,
gemäss
Schilderungen der Beschwerdeführerin, eine
Benzodiazepinab
hängigkeit
. Neben Funktionseinschränkungen wie verminderte Belastbarkeit, Verlangsamung und schnelle Erschöpfbarkeit, welche auf die
Gesundheits
chädigungen
zurückzuführen seien, gebe es bei der Beschwerde
führerin invali
di
täts
fremde Faktoren wie Ehescheidung mit finanziellen Konse
quenzen, sozio
kulturelle Faktoren mit eigenem Verständnis von Krankheit und Krankenrolle und die Sorge um die eigene Tochter (Urk. 10/98/49). Bezüglich der Einnahme der Benzodiazepine müsse berücksichtigt werden, dass möglich
erweise ein Teil der erhobenen Symptomatik, wie eingeschränkte Mimik und Gestik und leicht eingeschränkter Antrieb, auf die Einnahme der Benzodiaze
pine zurückzuführen sei (
Urk.
10/98/50). Zum Bericht des
D._
vom
2
0.
November 2013
(vgl. E. 3.5)
hielt der psychiatrische Gut
achter der
A._
fest, dass darin klar
keine Schlafapnoe und kein
Restless
-
Legs
-Syndrom oder sonstige spezifischen Schlafstörungen festgestellt worden
seien
. Es würden ungünstige Schlafgewohnheiten als Folge der somatischen und psychiatrischen Diagnosen als Ursache aufgeführt. Das heisse, diese seien nach Rückgang der anderen Beeinträchtigungen auch rück
läufig einzuschätzen (
Urk.
10/98/60)
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin machte zunächst geltend, da das erste Gutachten der
Z._
noch keine drei Jahre alt gewesen sei, als die Beschwerdegegnerin ein neues Gutachten habe anordnen wollen, wäre ein Verlaufsgutachten bei den bisherigen Gutachtern einzuholen gewesen; allenfalls hätten auch Ergänzungs
fragen an die bisherigen Gutachter genügt. Dass dennoch das vorliegende Gut
achten der
A._
eingeholt worden sei, stelle einen unrechtmässigen Vor
gang dar, weshalb auch die gestützt darauf ergangene Verfügung unrechtmässig sei. Ausserdem habe die internistische
Gutachterin
Dr.
B._
im Zeit
punkt der Gutachtensanordnung nur eine Berufsausübungsbewilligung an der Adresse der „
medas
F._
“ besessen, welche die Bewilligung des BSV als
Medas
-Stelle verloren habe.
Dr.
B._
verfüge sodann nicht über genü
gend Praxiserfahrung. Des Weiteren besitze sie
eine Bewilligung für den Kanton Bern bei der „Bandgenossenschaft“. Diese arbeite unter anderem eng mit der Invalidenversicherung zusammen. Somit sei
Dr.
B._
nicht unabhängig bzw. liege zumindest der Anschein von Befangenheit vor.
Dies sei auch bei
der orthopädischen Gutachterin Dr.
C._
der Fall. Da diese für das
G._
arbeite und da der Präsident des Verwal
tungsrates der
G._
auch bei diversen Gremien von Krankenkassen und Versicherungen zeichnungsberechtigt sei,
könne ihre Unabhängigkeit von der Versicherungswirtschaft nicht gewährleistet werden bzw. müsse
– auch -
sie sich den Anschein der Befangenheit entgegenhalten lassen
(
Urk.
1 S. 10 und 11; vgl. bereits
Urk.
10/82)
.
Auf diese Rügen ist vorab einzugehen, wobei sie sich aufgrund der nachfolgenden Erwägungen als
unbehelflich
erweisen.
4.2
4.2.1
Art. 43 Abs.
1 ATSG statuiert die Sach
verhaltsabklärung von Amtes wegen, wobei es im Ermessen des Ver
siche
rungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein
grosser
Ermes
sens
spielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und
Zweck
mässigkeit
von medi
zini
schen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist
der Sach
verhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann
.
Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durchzu
führen
den notwendigen Abklärungen im Sinne von
Art.
43 ATSG bein
halten indessen
rechtsprechungsgemäss
nicht das Recht des Versicherungsträ
gers, eine "
second
opinion
" zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sach
verhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt (Urteil
des Bundesgerichts 8C_148/2011
vom 5. Juli 2011 E. 3.2 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin informierte die Beschwerdeführerin mit Schreiben
26.
Oktober und 20. November 2015, dass sie eine polydisziplinäre Begutach
tung bei der
A._
beabsichtige (
Urk.
10/72 und
Urk.
10/79). Obwohl die Beschwerdeführerin dagegen mit Schreiben vom
5.
Januar 2016 vorgebracht hatte, dass eine erneute Begutachtung bei der vorgeschlagenen Gutachterstelle
A._
nicht in Frage komme, hat sie sich dieser
schliesslich
doch unterzo
gen. Damit ist nicht mehr darüber zu entscheiden, ob die Begutachtung bei der
A._
zu Recht erfolgte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom 5. Juli 2011 E. 3.3
mit Hinweis). Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin nicht deshalb eine erneute Begutachtung angeordnet, weil ihr der von den Gutachtern des
Z._
festgestellte medizinische Sachverhalt nicht passte – sie hatte der Beschwerdeführerin, ausgehend von den gutachterlichen Feststellungen, ja mit Vorbescheid vom 2
7.
August 2014 (Urk. 10/36) die Verneinung eines Leistungs
anspruchs in Aussicht gestellt
–
, sondern weil die Beschwerdeführerin im Ein
wand vom 2
0.
November 2014 – zu Recht - geltend gemacht hatte, dass die den
Z._
-Gutachtern zur Verfügung gestellten
Vorakten
lückenhaft seien und des
halb die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen sei (
Urk.
10/44). Es mag zwar zutreffen, dass sich die Beschwerdeführerin darauf hätte beschränken können, Ergänzungsfragen an die Gutachter des
Z._
zu richten. Von einer unzulässigen Einholung eines Zweitgutachtens kann aber unter den gegebenen Umständen jedenfalls nicht die Rede sein.
4.2.2
Zu
r Rüge, wonach die Gutachterinnen
Dr.
B._
und
Dr.
C._
nicht unabhängig seien resp. den Anschein der Befangenheit erweckten
, ist zu bemerken, dass die Tätigkeiten
für die Band Genossen
schaft/
das
G._
resp. deren enge Verbindungen zur
Invalidenversicherung/
Versicherungswirtschaft für sich allein genommen kei
nen Ausstand begründen (vgl. BGE 138 V 271 E. 2.2.2 und Urteil des Bundes
gerichts 8C_725/2015 vom 1
7.
Februar 2016 E. 3.3). Konkrete Hinweise auf eigentliche
Ausstandsgründe
ergeben sich aus den Akten nicht und werden auch nicht geltend gemacht. Zudem wäre es Pflicht der
Beschwerdeführerin gewesen, etwaige
Aussta
ndsgründe
sofort zu rügen (vgl.
Urteile des Bundesge
richts 8C_725/2015 vom 1
7.
Februar 2016 E. 3.3 und 9C_84/2017 vom 2
3.
Mai 2017 E. 4.2). Die Beschwerdeführerin hat indessen
sogar
ausdrücklich darauf verzichtet, sich gegen die Verfüg
ung vom 2
1.
Januar 2016, mit welcher die Beschwerdegegnerin
an der Begutachtung durch die
A._
festgehalten hatte (
Urk.
10/83
), zur Wehr zu setzen
(
Urk.
10/85)
.
4.2.3
Entgegen der von der Beschwerdeführerin offenbar vertretenen Auffassung schreibt sodann das Bundesrecht mit Blick auf die Begutachtung keine kanto
nale Berufsausübungsbewilligung vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2016 vom 2
7.
April 2016 E. 4.3 mit Hinweis). Die fachliche Qualifika
tion von Gutachterin Dr.
B._
, welche
im
Medizinalberuferegister
des Bundesamtes für Sozialversicherungen (
www.medregom.admin.ch
)
seit 1999 als Ärztin,
seit 2008 mit einem Weiterbildungstitel als praktische Ärztin und seit 2012 mit einem Weiterbildungstitel
„
Allgemeine Innere Medizin
“ registriert ist, wurde von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht in Frage gestellt. Da die
Erlangung
solcher Titel
Praxiserfahrung voraussetzt,
ist aber nicht ersichtlich, weshalb sie nicht über genügend Praxiserfahrung verfügen sollte.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin wurde im Auftrag der Beschwerdegegnerin zweimal begutachtet: im Mai 2013
bidisziplinär
(rheumatologisch [inklusive Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit] und psychiatrisch) durch die Gutachter des
Z._
und im März/April 2016 polydisziplinär (allgemein-medizinisch, orthopä
disch und psychiatrisch) durch die Gutachterinnen und Gutachter der
A._
. Das Gutachten des
Z._
vom 2
7.
Mai 2013 (
Urk.
10/25 und 10/20 [psychia
trisches Teilgutachten vom 2
7.
Mai 2013]) wurde zwar ohne Kenntnis wichtiger
Vorakten
erstattet. Es besteht jedoch kein Grund, die darin gemachten gutachterlichen Feststellungen zu den (rheumatologischen und psychischen) klinischen Befunden im Zeitpunkt der Begutachtung (
Urk.
10/25/4-5 und Urk. 10/20/5-6) in Frage zu stellen.
Das polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom
2
7.
Mai 2016 (
Urk.
10/98) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge grundsätzlich einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen grundsätzlich nachvollziehbar begründet.
5.2
5.2.1
Die Arbeitsunfähigkeit ist ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes (Art. 6 ATSG). Daher kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu, sondern sie nimmt
hiezu
Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und E. 3.2). Somit können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass die gesamte gutachterliche Beurteilung ihren Beweiswert verliert (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_92/2017 vom 20. März 2017 E. 5.1 mit Hinweisen).
5.2.2
Der
– bei erstmaliger Rentenprüfung von der versicherten Person zu erbrin
gende (BGE 139 V 547 E. 8.1)
–
Nachweis einer Invalidität setzt nach der
Recht
sprechung eine gesundheit
lich bedingte, erhebliche und evidente, dauer
hafte und objektivierbare Beein
trächtigung voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4).
5.3
5.3.1
Was den somatischen Gesundheitszustand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin betrifft, so bestehen laut
der Beurtei
lung der orthopädischen Gutachterin der
A._
nur leichtgradige degene
rative Veränderungen ohne Nervenkompression (Urk. 10/98/59) und ist die Funktion der Wirbelsäule und der Gelenke erhalten (
Urk.
10/98/58). Die von ihr attestierte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit begründete die orthopädische Gutachterin dementsprechend
nicht mit funktionellen Defiziten, sondern mit einer
Dekonditionierung
und mit einer
myofaszialen
Schmerzproblematik (Urk. 10/98/58 und Urk.
10/98/59).
5.3.2
Wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Recht bemerkte, stellt eine
– einem T
raining zugängliche (vgl.
Urk.
10/98/67
) -
De
kon
ditionierung
keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne
von
Art.
4
Abs.
1 IVG dar
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_385/2017 vom 19.
September 2017 E. 4.2 mit Hinw
eis). Soweit die orthopädische Gutachterin ihre Einschätzung mit der Schmerzproblematik begründete, kann darauf – man
gels eines Nachweises organisch bedingter funktioneller Defizite mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit - nicht ohne weiteres abgestellt werden.
Vielmehr ist
insoweit
eine rechtliche Überprüfung ihrer Einschätzung anhand der gemäss BGE 141 V 281
beachtlichen Standardindikationen (vgl. E.
1.2.3
)
notwendig.
5.4
5.4.1
Der psychiatrische Gutachter der
A._
legte nachvollziehbar dar, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung (April 2016) unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra
dige Episode, und unter einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren litt. Zudem wurde von ihm (als weitere Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit) - erstmals - die Diagnose einer
Benzodia
zepin
abhängigkeit
gestellt (
Urk.
10/98/49-50).
Diese psychiatrischen Diagnosen wie auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des psychiatrischen Gutachters mit 50
%
in bisheriger und angepasster Tätigkeit wurden im Rahmen der polydisziplinären Beurteilung übernommen, wobei die aus psychiatrischer Sicht attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit der depressi
ven Störung begründet wurde (
Urk.
10/98/64-66).
5.4.2
Hinsichtlich des – strittigen – Verlaufs der depressiven Symptomatik ist vorab zu bemerken, dass es
im
psychiatrischen Kontext grundsätzlich
nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf ankommt, welche Auswirkungen eine Erkran
kung auf die Arbeitsfähigkeit hat.
Massgebend
ist in erster Linie der lege
artis
erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik (Urteil des Bundesgerichts 9C_59/2017 vom
6.
Januar 2016 E. 6.1).
In den Berichten des behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
H._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
2.
Mai und 8. Dezember 2012 (Urk. 10/8/1-2 und
Urk.
10/15) und der
Klinik für Akute Psychische Erkrankun
gen der
I._
vom 21. März 2014 (Urk. 10/64/10-14) wurde zwar jeweils eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig „schwere“ Episode, diagnosti
ziert. Wie der psychiatrische Gutachter der
A._
überzeugend darlegte (
Urk.
10/98/46-49), erscheint die in diesen Berichten vorgenommene Einstufung der depressiven Symptomatik als schwer aufgrund der darin angeführten objek
tiven Befunde jedoch nicht nachvollziehbar. Auch die im
von der Beschwer
deführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge
reichten - Bericht von Prof.
Dr.
med.
J._
, Chefarzt des
K._
, an den Kranken
taggeldversicherer vom 25. September 2012 (Urk.
3/3) angeführte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig „schwere“ Episode, wurde nicht – schlüssig - mit objektiven Befunden begründet.
Es ist daher überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin im aktenkundigen Zeitraum zu keiner Zeit eine schwere depressive Symptomatik bestand. Zumindest die anlässlich der ersten psychia
trischen Begutachtung (Mai 2013) erhobenen psychischen Befunde
(Urk. 10/20/5-6) weisen sodann für diesen Zeitpunkt nur eine leichte depressive Symptomatik aus (vgl. E. 3.1 und E. 5.1).
5.4.3
L
eichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch,
fallen nach der
Rechtsprech
ung des Bundes
gerichtes
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht
fallen
, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatri
scher Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind
gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge ge
tan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis
3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumut
baren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (BGE 140 V 193 E. 3.3; BGE 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
Wie eingangs dargelegt, kann ein invalidisierender psychischer Gesund
heits
scha
den
sodann
nur gegeben sein, wenn das klinische Beschwerde
bild nicht einzig in psychosozialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst
(vgl. E.
1.2.2)
.
Auch
bei einer diagnostizierte
n Depressionsstörung sind daher
das Beschwerdebild prägende psychosoziale Belastungsfaktoren bei der Beur
teilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, zu beachten und auszu
klammern
sind
. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der An
nahme einer rentenbegründenden Invalidi
tät Zurückhaltung geboten (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_14/2017 vom 15. März 2017
E. 5.3 mit Hin
weisen
).
Die Rentenrelevanz der bei der Beschwerdeführerin bestehenden chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) beurteilt sich – wie die
myofasziale
Schmerzsymptomatik (vgl. E. 5.3.2) - nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen und damit vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 141 V 281;
vgl. E. 1.2.3).
Solche Leiden
gelten nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zem
ber 2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1).
5.5
5.5.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin schon
seit über 10 Jahren intermittierend unter Rückenbeschwerden im Lumbalbereich leidet, welche verschiedentlich abgeklärt und behandelt wurden, so namentlich auch anlässlich eines stationären Aufenthaltes vom 1
6.
bis 2
5.
Februar 2012 in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
L._
(Urk. 10/49; vgl.
Urk.
10/86/136-140 und
Urk.
10/101-102). Ausserdem stan
d die Beschwerdeführerin
offenbar bereits
im Jahr
2004 für kurze Zeit und mit Unterbrüchen ab 2009 wegen Depressionen in psychiatrisch-psychotherapeuti
scher Behandlung bei
Dr.
H._
(
Urk.
10/8/1-2 und Urk. 10/15/5-6). Gemäss ihren Angaben anlässlich der ersten psychiatrischen Begutachtung (Mai 2013) hatte die Behandlung bei
Dr.
H._
damals wegen Eheproblemen stattg
efunden (Urk.
10/98/44).
Gemäss
dem Bericht des
L._
an den Hausarzt der Beschwerde
führerin,
Dr.
med.
E._
, FMH Allgemeinmedizin,
vom 2.
März 2012
waren anlässlich des dortigen stationären Aufenthaltes (1
6.
bis 25.
Februar 2012) die Rückenbeschwerden unter multimodaler Physio- und Schmerztherapie im Verlauf rückläufig. Bei depressiver Stimmungslage sei auf Wunsch der Beschwerdeführerin eine psychologische Gesprächstherapie einge
leitet worden. Hierbei hätten sich aus Sicht der Psychologin Anhaltspunkte auf eine somato
forme Schmerzstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig mittelgradige Episode ergeben. Die Ärzte des
L._
meldeten sie für eine psychosomatische Rehabilitation in der
M._
an, wo
sie
sich in der Folge vom 4. bis 31. März 2012 stationär aufhielt (Urk. 10/49). Laut den Angaben der behandelnden Ärzte der
M._
im Bericht an
die Beschwerdegegnerin vom 23.
Januar 2015
ist
es anlässlich dieses Aufenthaltes zu einer zufriedenstellenden Teilremission der depressiven Symptomatik bei wenig verbesse
rter Schmerzsymptomatik gekom
men
. Die Beschwerdeführerin habe die letzte Sitzung in einem stabilisierten Zustand verlassen, habe sich jedoch sehr bedrückt gezeigt, wieder in den Alltag zurückkehren zu müssen. Zur weiteren Stabilisierung und Rückfallprophylaxe hätten sie die Wiederaufnahme der ambulanten Psychotherapie bei
Dr.
H._
empfohlen. Für weitere Hilfestellung und Klärung im Zusammenhang mit der ehelichen Konfliktsituation habe die Beschwerdeführerin mehrere Kontakt
adressen für Beratungsstellen erhalten. Für die weitere Besserung und Kräfti
gung des Rückens werde eine Verordnung für ambulante Physiotherapie ausge
stellt (
Urk.
10/59).
Ab April 2012 stand die Beschwerdeführerin
in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung bei
Dr.
H._
(im Zeitpunkt des Abklärungsgesprächs bei der Beschwerdegegnerin [7. August 2012] einmal pro Monat [
Urk.
10/98/4]; im
Zeitpunkt der Untersuchung durch Prof.
Dr.
J._
[13. September 2012] wöchentlich bis 14-täglich [
Urk.
3/3 S. 6
]
).
Am 2
9.
Januar 2014 trat die Beschwerdeführerin auf Zuweisung von
Dr.
H._
„wegen einer Exazerbation einer chronischen Schmerzstörung sowie einer depressiven Symptomatik vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belas
tungssituation (finanzielle Probleme, Scheidung, Arbeitslosigkeit)“ in die
I._
ein (Urk. 10/64/11), wo sie
bis 1
7.
März 2014
stationär behandelt wurde (vgl. Austrittsbericht
der
I._
vom 21. März 2014,
Urk.
10/64/10-14
).
Anschliessend
hielt sie sich
vom 17. März bis 2
7.
Mai 2014
stationär
in der Kli
nik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik,
N._
, der
I._
(nachfolgend:
N._
) auf. Im Austrittsbe
richt vom
20. Juni 2014,
führten die behandelnden Ärzte der
N._
aus,
die Beschwerdeführerin habe die Behandlung in leicht verbessertem Zustand verlassen. Die Stimmung sei deutlich weniger
dysthym
. Es habe jedoch wenig Verbesserung in Bezug auf die Schmerz- und Schlafproblematik erreicht werden können.
Die Beschwerdeführerin sei weiterhin noch stark behandlungsbedürftig. Es werde eine weitere psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung auf ambulanter Basis empfohlen. Es werde auch die Teilnahme an einem Kurs der Rheumaliga empfohlen (
Urk.
10/86/42-43
).
Die Weiterbehandlung erfolge zunächst durch den Hausarzt und den behandelnden Psychiater
Dr.
H._
. Es werde eine psychiatrische Spitex verordnet mit voraussichtlich wöchentlichem Besuch (Urk.
10/86/44). In ihrem Bericht an die
Beschwerdegegnerin (nicht datiert, Eingang bei der Beschwerdegegnerin am
29.
Januar 2015)
führten die Ärzte der
N._
an, da die Beschwerdeführerin im Mai 2014 ausgetreten sei, könnten sie zum jetzigen Zustand keine Aussage machen. Ihres Erachtens sei (damals) eine weiterführende Therapie dringend notwendig (gewesen), um eine geringe Behebung der Probleme zu erreichen. Aufgrund der eher komple
xen Problematik und der eher geringen Wirkung im stationären Setting sehe die Prognose etwas schwieriger aus. T
heoretisch
liessen
sich die
bei Austritt beste
henden
psychischen Einschrä
nkungen durch eine ausführliche
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung verbessern (Urk. 10/55).
5.5.2
Die Beschwerdeführerin unterzog sich somit zwar im März 2012 einer stationä
ren psychosomatischen Rehabilitation und stand seit April 2012 ununterbro
chen in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung bei
Dr.
H._
. In eine auf die Therapie von Depressionen spezialisierte Klinik begab sie sich aber erstmals im Januar 201
4.
Da sich laut den behandelnden Ärzten (vgl. E. 5.5.1) die stationäre Behandlung in der
N._
– wie schon dieje
nige in der
M._
– günstig auf die depressive Symptoma
tik auswirkte, (auch) die Ärzte dieser Klinik
–
weitere Therapieempfehlungen abgaben und das psychische
Zustandsbild grundsätzlich als besserungsfähig bezeichneten, erscheint eine Therapieresistenz der rezidivierenden depressiven Störung zumindest bis zum Austritt der Beschwerdeführerin aus der
N._
Ende Mai 2014 nicht nachgewiesen.
Ebenso verhält es sich aufgrund der besagten Angaben der Klinikärzte auch beim Schmerzleiden, zumal den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass sie nach dem Austritt aus der
M._
aus ärztlicher Sicht als sinnvoll beurteilte
Massnahmen
abgelehnt hat (Urk. 10/86/25 und
Urk.
10/9/5; vgl. auch E. 5.6.4), was im Übrigen nicht auf einen ausgeprägten Leidensdruck
schliessen
lässt.
5.5.3
Hinzu kommt, dass – wie der psychiatrische Gutachter der
A._
bemerkte (
Urk.
10/98/46-49)
–
in den genannten Vorberichten der
M._
sowie der
I._
auf das psychische Beschwerdebild erheblich mit
bestimmende psychosoziale Belastungsfaktoren hingewiesen worden war (vgl.
E. 5.5.1; vgl. auch Bericht von Prof.
Dr.
J._
vom 25. September 2012,
Urk.
3/3). Dementsprechend stellte der psychiatrische Gutachter der
A._
– überzeugend
–
fest, dass die depressive Symptomatik anfänglich reaktiven Charakter gehabt resp. keinen eigenständigen Krankheitswert aufgewiesen habe. Von einer von psychosozialen Belastungsfaktoren zu unterscheidenden und in diesem Sinne verselbständigten depressiven Störung ging er erst ab 2014 aus (
Urk.
10/98/49-50 und
Urk.
10/98/52-53).
5.5.4
Bis Ende Mai 2014 ist daher das Vorliegen eines invalidisierenden psychischen Leidens ohne weiteres zu verneinen.
5.6
5.6.1
Nach dem Austritt der Beschwerdeführerin aus der
N._
Ende Mai 2014 wurde
gemäss
Aktenlage
zwar
die psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung bei
Dr.
H._
weitergeführt und wurde die Beschwerdeführerin offenbar von einer Psychiatrie-Schwester der Spit
ex rechtes Limmattal betreut (Urk. 10/64/16, Urk.
10/64/2, Urk. 10/86/5 und
Urk.
10/98/41). Ein Vergleich der aktenkundigen Medikation der Beschwerdeführerin bei Austritt aus der
I._
Ende Mai 2014 (
Urk.
10/86/43-44) mit derjenigen im Begutachtungszeitpunkt (
Urk.
10/98/41) zeigt indessen
, dass die von der
N._
etablierte antide
pressive
Mediaktion
wieder reduziert wurde
(Urk. 10/86/43-44 [Medikation bei Austritt aus der
I._
]; vgl. demgegenüber beispielsweise die Medikation im Zeitpunkt der ersten psychiatrischen Begutachtung im Mai 2013,
Urk.
10/20/5;
Urk.
10/98/41 [Medikation im Zeitpunkt der Begutachtung in
der
A._
; vgl. auch Urk.
10/86/6]).
Hingegen scheinen zunehmend
-
zur Behandlung von Angst- und Spannungszuständen dienende
-
Benzodiazepine eingesetzt worden zu sein (bei Austritt aus der
I._
:
Temesta
TAB 1mg als Reservemedikament bis einmal
täglich [Urk. 10/55/4]; im Zeitpunkt der Begutachtung
Temesta
Expidet
1mg dreimal täglich und
Xanax
0,25mg zweimal täglich [
Urk.
10/98/41]
)
.
5.6.2
Der psychiatrische Gutachter der
A._
hielt
zwar
zur bisherigen Behand
lung fest, diese sei, soweit beurteilbar, lege
artis
gewesen
(Urk. 10/98/50)
.
Indem
von ihm
die grundsätzliche Eignung der bisher durchgeführten Therapie bejaht wurde, ist
jedoch
nicht gesagt, eine Intensivierung der Depressionstherapie sei nicht angezeigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_852/2015 vom 2
2.
Januar 2015 E. 2).
Dies gilt vorliegend umso mehr, als die Angaben der Beschwerde
führerin anlässlich der Begutachtung in der
A._
(
Urk.
10/98/46) darauf
schliessen
lassen, dass die Gespräche, welche sie
gemäss
ihren Angaben alle ein bis zwei Wochen mit
Dr.
H._
führte, eher oberflächlicher Natur waren. Die Ärzte der
N._
waren aber, wie erwähnt, davon ausgegangen, dass sich das psychische Beschwerdebild durch eine „ausführliche“ psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung verbessern
liesse
(vgl. E. 5.5.1). Der psychiatri
sche Gutachter der
A._
wies sodann darauf hin, dass die Medikation, insbesondere der Einsatz von Benzodiazepinen, zu überdenken sei,
da sich eine Abhängigkeit entwickelt habe resp.
da der
Benzodiazepinkonsum
-
möglicher
weise (Urk. 10/98/50)
-
iatrogen einen Teil der Symptomatik ausmache, welche die Beschwerdeführerin schildere
(Urk.
10/98/50 und Urk.
10/98/52
)
; im
Rahmen der polydisziplinären Beurteilung wurde bemerkt, dass
-
unter anderem
- durch ein Überdenken der psychiatrischen medikamentösen Therapie, insbe
sondere des Einsatzes von Benzodiazepinen, eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes erzielt werden könnte (Urk. 10/98/67; vgl.
Urk.
10/98/52). Die Medikation könnte demnach laut den Gutachtern der
A._
ebenfalls optimiert werden. Zudem erscheint mit Blick auf den anlässlich der Begutach
tung in der
A._
erhobenen Medikamentenspiegel (zu hoher Wert des Citalopram (Antidepressivum
Cipralex
), zu tiefer Wert des
Desmethylcitalopram
s
[vgl.
Urk.
10/98/46, vgl.
Urk.
10/97/4]) auch die Compliance der Beschwerde
führerin bezüglich der Einnahme des verordneten Antidepressivums fraglich.
Vor diesem Hintergrund bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die Beschwer
de
führerin seit Juni 2014 die Möglichkeiten zur Behandlung der depressiven Symptomatik in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
geschöpft hat. Unter diesen Umständen kann aber auch im Zeitpunkt der Begut
achtung nicht auf eine definitiv gescheiterte Depressionstherapie geschlossen werden.
Eine seit Juni 2014
eingetretene Therapi
eresistenz erscheint auch beim Schmerz
leiden nicht nachgewiesen
. So lehnte die Beschwerdeführerin seither
erneut aus ärztlicher Sicht als sinnvoll beurteilte
Massnahmen
ab (
Urk.
10/64/6
9). Sodann unterzog sie sich auch im Zeitpunkt der Begutachtung
in der
A._
keiner Physiotherapie (
Urk.
10/98/41).
Gemäss
der Beur
teilung der
Medas
-Gutachter könnte aber – unter anderem – dadurch eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik erreicht werden (
Urk.
10/98/67; vgl.
Urk.
10/98/58).
5.6.3
Hinzu kommt, dass der psychiatrische Gutachter der
A._
der depressiven Symptomatik „aktuell“ resp. seit 2004 zwar einen eigenständigen Krankheits
wert
beimass
. Er wies aber ausdrücklich darauf hin,
dass ein Teil der Symptome
– weiterhin
–
auch von psychosozialen Belastungen und emotionalen Konflik
ten sowie
–
möglicherweise (
Urk.
10/98/50)
–
vom
Benz
odiazepinkonsum
über
lagert sei (
Urk.
10/98/53; vgl. auch Urk.
10/98/49).
5.6.4
Schliesslich
ist zu beachten, dass die Gutachter der
A._
bei der Beschwer
deführerin einerseits Inkonsistenzen im beobachteten Verhalten und in den Aussagen
(
Urk. Urk.
10/98/50-51 und
10/98/58)
, eine subjektive Krank
heitsüberzeugung resp. ein Verharren in der Krankenrolle sowie eine fehlende Motivation feststellten (
Urk.
10/98/50 und
Urk.
10/98/65). Anderseits machten sie aber durchaus vorhandene Ressourcen
(familiäre Situation mit der Tochter, Kontakt mit Arbeitskolleginnen; seit ca. März 2015 Partnerschaft mit einem neuen Lebenspartner [
Urk.
10/98/45, Urk. 10/98/50 und
Urk.
10/98/65])
aus.
5.6.5
Zusammenfassend ist angesichts der nach wie vor nicht ausgewiesenen Therapie
resistenz, der das Beschwerdebild weiterhin – wenn auch in geringerem
Ausmass
– beeinflussenden invaliditätsfremden Faktoren sowie ferner auch ange
sichts der festgestellten Inkonsistenzen und der dargelegten Hinweise auf subjektive Krankheitsüberzeugung und fehlende Motivation zumindest über
wiegend wahrscheinlich auch ab dem
1.
Juni 2014 nicht von einem invaliden
ver
sicherungsrechtlich relevanten psychischen Leiden auszugehen (vgl. auch E.
1.2.4).
6.
Die Beschwerdeführerin hat demnach im Ergebnis einen invalidisierenden somati
schen und/oder psychischen Gesundheitsschaden zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Mit der Beschwerde vom
9.
November 2016
ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung von
Rechtsanwalt
lic
.
iur
.
Thomas Wyss zum unentgeltlichen Rechtsvertreter
(Urk. 1 S. 2). Vorliegend sind
die Voraussetzungen zur Bewilli
gung der
unentgeltlich
en Prozessführung und unentgeltlichen Rechtsvertretung
gemäss
§ 16 Abs. 1 des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt (vgl. Urk.
7
), weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
7.
2
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
7
.3
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Mit Verfügung vom
9.
Februar
2017
wurde Rechtsanw
alt
lic
.
iur
. Thomas Wyss
auf die Möglichkeit der Einreichung einer Honorarnote vor Fällun
g des Endentscheids
sowie darauf
hingewiesen
, dass im Unterlassungsfall das Gericht die Entschädigung nach Ermessen festsetze
(
Urk.
11
).
Mangels Honorarnote und in Anwendung der genannten Kriterien sowie des gerichtsüblichen Stundenan
satzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Entschädigung auf Fr.
2‘200
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7
.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an Rechtsanw
alt
lic
.
iur
. Thomas Wyss
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.