# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ff89f64-92f5-417d-a3b6-0a6a60a9d592
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. C., geb. 1975, ist türkischer Staatsangehöriger. Er reiste am 5. November 1999
illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Am 10. März 2000 heiratete er in
Wittenbach die dort wohnhafte serbische Staatsangehörige Dragica M., geb. 1953.
Nachdem der Ehefrau die Niederlassungsbewilligung erteilt worden war, erhielt M. C.
am 5. April 2001 eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. In der
Folge wurde sein Asylgesuch am 12. Juli 2001 wegen Rückzugs abgeschrieben.
Mit Verfügung vom 21. November 2005 verweigerte das Ausländeramt die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von M. C. mit der Begründung, er sei mit
Dragica M. eine Scheinehe eingegangen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob M. C. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 7. September 2005 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement.
Mit Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 21. Dezember 2005 wurde die Ehe C.-M.
geschieden.
Am 3. März 2006 heiratete M. C. in St. Gallen die deutsche Staatsangehörige N., geb.
22. Dezember 1982. Diese ist im Besitz einer bis 1. März 2008 gültigen EU/EFTA-
Aufenthaltsbewilligung. Am 11. April 2006 ersuchte die Ehefrau um Bewilligung des
Familiennachzugs für M. C.. Mit Verfügung vom 25. Juli 2006 wies das Ausländeramt
das Gesuch ab. Zur Begründung führte es im wesentlichen an, die Gesuchstellerin
habe keinen Anspruch auf Familiennachzug nach den bilateralen Verträgen, da sie mit
ihrem türkischen Ehemann nie in einem Vertragsstaat zusammengewohnt habe,
weshalb nach freiem Ermessen über die Erteilung der Bewilligung zu befinden sei. Der
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Ehemann habe das Gastrecht in der Schweiz schwerwiegend missbraucht, da er eine
Scheinehe eingegangen sei. Zudem sei er mit 26 offenen Betreibungen von rund Fr.
164'000.-- und 11 Verlustscheinen im Betrag von rund Fr. 107'000.-- verzeichnet.
C./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhoben M. und N. C. durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. August 2006 Rekurs beim Justiz- und
Polizeidepartement. Sie bestritten im wesentlichen, dass der Ehemann eine Scheinehe
eingegangen sei.
Am 28. September 2006 gebar N. C. die Söhne A. und B.
Im November 2006 übernahm Rechtsanwältin L. die Vertretung von M. und N. C..
Das Justiz- und Polizeidepartement vereinigte die Rekurse und wies sie mit Entscheid
vom 22. Februar 2007 ab. Es erwog, M. C. sei mit Dragica M. eine Scheinehe
eingegangen, weshalb sein Aufenthalt im Rahmen des Familiennachzugs
unrechtmässig gewesen sei. Damit könne er sich nicht auf das
Freizügigkeitsabkommen berufen. Im übrigen sei von einer Gesamtverschuldung in der
Höhe von rund Fr. 290'000.-- auszugehen. N. C. habe ihren Ehemann während des
hängigen Rekursverfahrens betreffend Scheinehe geheiratet und ihn seit 2004 gekannt.
Damit habe sie um dessen Schulden und Schwierigkeiten mit der
Aufenthaltsbewilligung gewusst, weshalb sie damit habe rechnen müssen, dass sie die
Ehe mit ihm nicht in der Schweiz leben könne.
D./ Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 9. März 2007 erhoben M. und N. C.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 22.
Februar 2007 sei vollumfänglich aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung von M. C. sei
zu verlängern und das Gesuch um Familiennachzug von N. und M. C. sei gutzuheissen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In ihrer Beschwerdeergänzung vom 23. April
2007 halten die Beschwerdeführer an ihren Begehren fest. Sie bestreiten, dass der
Ehemann eine Scheinehe eingegangen sei, und machen geltend, der Eingriff in das
Privat- und Familienleben sei unzulässig. Zudem sei der Beschwerdeführer gewillt,
seine Schulden zu tilgen.
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In ihrer Vernehmlassung vom 27. April 2007 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 29. Mai 2007 nahmen die
Beschwerdeführer zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung und reichten
zusätzliche Beweismittel ein.

## Considerations

Auf die weiteren Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie auf die von den
Verfahrensbeteiligten im Beschwerdeverfahren vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeeingaben vom 9. März und 23. April 2007 wurden rechtzeitig eingereicht
und erfüllen formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Insoweit sind die
Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt.
In der Beschwerde werden M. C. einerseits sowie N. und M. C. anderseits als
Beschwerdeführer vermerkt. Am Rekursverfahren betreffend Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung war ausschliesslich M. C. beteiligt, weshalb seine Ehefrau in
diesem Punkt formell nicht beschwert ist. Vorliegend ist dies allerdings belanglos, da
die Anträge und deren Begründung nicht gesondert dem Beschwerdeführer oder der
Beschwerdeführerin zuzuordnen sind. Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich
einzutreten.
Die Beschwerdeführer berufen sich auf die im Rekursverfahren vorgebrachten
Ausführungen bzw. auf die Rekursergänzung vom 6. Januar 2006, soweit sie die
Feststellung der Vorinstanz anfechten, der Beschwerdeführer sei eine Scheinehe
eingegangen. Nach der ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts ist in der
Beschwerdeschrift darzutun, inwiefern der angefochtene Entscheid auf einem fehlerhaft
festgestellten Sachverhalt oder einer unrichtigen Rechtsanwendung beruht. Es ist nicht
Aufgabe des Verwaltungsgerichts, Eingaben an die Vorinstanz dahingehend zu prüfen,
ob sie Rügen enthalten, die sich auf eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts oder
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eine unrichtige Rechtsanwendung im Rekursentscheid beziehen könnten. Nur wenn in
der Beschwerdeschrift auf bestimmte, genau bezeichnete Teile einer Eingabe an die
Vorinstanz verwiesen wird, wird dies zugelassen (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921; GVP 2000
Nr. 49).
Inwiefern die vollumfängliche Verweisung auf die Rekursergänzung vom 6. Januar 2006
zulässig ist, kann offen bleiben. Wie nachfolgend darzulegen ist, erweist sich die
Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei eine Scheinehe eingegangen,
auch unter Berücksichtigung der in der Rekursergänzung vorgebrachten
Einwendungen als rechtmässig.
Den Beschwerdeführern wurde die Vernehmlassung der Vorinstanz zugestellt, und es
wurde ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, soweit neue tatsächliche oder
rechtliche Argumente vorgebracht würden, welche bisher nicht erörtert worden seien.
Es wurde darauf hingewiesen, dass das Gericht über die Zulassung einer
Stellungnahme entscheiden werde. Eine Beschwerdeergänzung auf dem Weg der
Replik ist nur insoweit statthaft, als die Ausführungen in den Vernehmlassungen dazu
Anlass geben. Mit Anträgen und Rügen, die die Beschwerdeführer bereits in der
Beschwerde hätten erheben können, sind sie nach Ablauf der Beschwerdefrist
ausgeschlossen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit Hinweis).
In ihrer Vernehmlassung vom 27. April 2007 erhob die Vorinstanz im wesentlichen
Einwendungen gegen die in der Beschwerdeergänzung vorgebrachten Ausführungen.
Neue wesentliche Tatsachen machte sie nicht geltend, und sie stellte auch keine neuen
Begehren. Der Hinweis auf die am 16. Oktober 2006 im Strafverfahren betreffend
Widerhandlung gegen die AHV-Gesetzgebung erfolgte Befragung bildet insoweit keine
neue Tatsache, als jene Aussage Bestandteil der dem Rekursentscheid
zugrundeliegenden Akten war. Im übrigen hätten die mit der ergänzenden
Stellungnahme vom 29. Mai 2007 eingereichten Akten bereits mit der
Beschwerdeergänzung eingereicht werden können. Einzig die Lohnabrechnung vom
26. April 2007 wurde nach der Einreichung der Beschwerdeergänzung ausgestellt. Die
übrigen Unterlagen datieren hingegen aus dem Jahr 2006 bzw. wurden vor der
Einreichung der Beschwerdeergänzung ausgestellt.
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2. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
2.1. Der Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht, wenn er nahe Verwandte mit
gesichertem Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Hinsichtlich ausländischer
Ehegatten von niedergelassenen Ausländern ist dieser Anspruch in Art. 17 Abs. 2
ANAG geregelt. Danach hat der ausländische Ehegatte einer niedergelassenen
Ausländerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung,
solange die Ehegatten zusammen wohnen. Dieser Anspruch erlischt bei einem
Verstoss gegen die öffentliche Ordnung, wozu auch das Eingehen einer Scheinehe
gehört.
In Bezug auf Ehen mit Schweizer Bürgern bestimmt Art. 7 Abs. 2 ANAG, dass kein
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den ausländischen Ehegatten
besteht, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt
und Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl
der Ausländer zu umgehen. Diese Bestimmung ist dem früheren Art. 120 Ziff. 4 ZGB
betreffend die sogenannte Bürger-rechtsehe nachgebildet, welcher mit der Revision
des Bürgerrechtsgesetzes (SR 141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage verloren hat
und aufgehoben wurde. Dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers wurde
im revidierten Art. 7 Abs. 1 ANAG ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift könnte durch
Eingehung einer blossen Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise besteht wie
im Falle des früheren Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche
"Aufenthalts-" bzw. "Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher
Missbrauchstatbestand geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren
Bürgerrechtsehen vorgesehen war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen).
2.2. Das Bundesgericht hat in verschiedenen Urteilen die Anforderungen an den
Nachweis einer Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe umschrieben. Es erwog, der
Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und
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Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der Begründung einer
Lebensgemeinschaft diene, sei in der Regel nicht direkt zu erbringen und könne nur
durch Indizien geführt werden. Solche Indizien seien etwa darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Wegweisung gedroht habe, etwa weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann könnten die Umstände und die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen hätten,
für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen. Umgekehrt könne aus einer
gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht
ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt
gewesen. Ein solches Verhalten könne auch nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu
täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wenn aber nicht
genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht
einzig aufgrund dieser ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende
Ehe als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden (BGE 123 II 49 ff.).
2.3. Zu prüfen ist im folgenden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, der
Beschwerdeführer sei eine Scheinehe eingegangen.
2.3.1. Der Altersunterschied zwischen dem Beschwerdeführer und seiner früheren
Ehefrau Dragica M. betrug rund 22 Jahre. Sodann hätte der Beschwerdeführer ohne
die Heirat keine Möglichkeit gehabt, eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Dies sind
Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe. Daran ändert der Umstand nichts, dass ein
grosser Altersunterschied allein eine Scheinehe nicht zu begründen vermöchte. Die
vorliegenden Indizien sind in ihrer Gesamtheit zu würdigen, und dabei ist ein
Altersunterschied von mehr als 20 Jahren ein deutliches Indiz für eine Scheinehe (BGE
128 II 152).
2.3.2. Fest steht weiter, dass sich die Eheleute C.-M. im Zeitpunkt der Heirat sprachlich
nicht verständigen konnten. Der Beschwerdeführer antwortete auf die Frage, in welcher
Sprache er sich mit seiner Ehegattin verständige, wie folgt "Die Sprache ist nicht so
wichtig, wenn man sich liebt. Wir haben uns mit Händen und Füssen verständigt." Die
Antwort der Ehefrau lautete ähnlich. Sie fügte an, der Ehemann habe auch ein wenig
Deutsch gesprochen. Sie selber benötigte aber für die Befragung eine Dolmetscherin,
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obwohl sie zu jenem Zeitpunkt bereits seit 25 Jahren in der Schweiz wohnte. Das
weitgehende Fehlen einer sprachlichen Verständigungsmöglichkeit bildet ebenfalls ein
gewichtiges Indiz für eine Scheinehe.
2.3.3. Fest steht weiter, dass die Eheleute C.-M. verschiedene Angaben machten, wie
sie sich kennenlernten. Zutreffend weist die Vorinstanz darauf hin, dass der
Beschwerdeführer zu Protokoll gab, seine nachmalige Ehefrau kennengelernt zu haben,
als er einmal mit dem Auto seines Arbeitgebers seine Cousine im Altersheim S.
abgeholt habe. Es sei dann auch die Arbeitskollegin seiner Cousine mitgefahren, und
man sei etwas trinken gegangen. Die Ehefrau sagte aus, den Beschwerdeführer im
Sommer 1999 kennengelernt zu haben. Da der Beschwerdeführer erst im Jahr 2000 in
die Schweiz einreiste, war diese Angabe unzutreffend. Auch sagte die Ehefrau aus, sie
hätten sich ab etwa Ende Februar 2000 allein getroffen. Wie die Vorinstanz zu Recht
darauf hinweist, wäre somit der Entschluss zur Heirat (diese fand am 10. März 2000
statt) gefallen, bevor sich die Ehegatten allein getroffen hätten. Die Ehefrau bezeichnete
die Cousine des Beschwerdeführers zwar als ihre Freundin, kannte aber deren
Nachnamen nicht. Inwiefern die widersprüchlichen Angaben dem beeinträchtigten
Gesundheitszustand von Dragica M. zuzuschreiben sind, ist nicht ersichtlich.
Namentlich ist nicht glaubhaft, dass ihre Gedächtnisleistungen durch dauernde
Schmerzen beeinträchtigt sind. Im Rekurs wurde lediglich ein Auszug aus einem
ärztlichen Gutachten eingereicht. Aus diesem ist nicht ersichtlich, dass die
Gedächtnisleistungen der Ehefrau erheblich beeinträchtigt waren. Es ist daher nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz die zahlreichen Unstimmigkeiten bei den Aussagen
über die Umstände des Kennenlernens und die von den Beteiligten geäusserten
Widersprüche als Indizien für eine Scheinehe betrachtete.
2.3.4. Fest steht weiter, dass bei der Hochzeit keine Angehörigen der Braut anwesend
waren. Auch waren weder Freunde noch Bekannte der Brautleute anwesend, und es
fand keine Hochzeitsfeier statt. Auch diese Umstände bilden Indizien für eine
Scheinehe. Die Vorinstanz hat auch den Einwand zutreffend entkräftet, wonach die
Kinder der Ehefrau gewisse Vorbehalte gegenüber der Eheschliessung gehabt und es
deshalb vorgezogen hätten, nicht an der Trauungszeremonie teilzunehmen. Im weiteren
erwog die Vorinstanz, die Ehegatten hätten wenig über das gegenseitige Vorleben
gewusst. Die Ehefrau wusste nicht, wo der Ehemann aufgewachsen war, und kannte
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den Wohnort von dessen Eltern nicht. Ueber die Anzahl seiner Geschwister machte sie
unrichtige Angaben. Sie konnte auch keine Angaben machen, weshalb er in die
Schweiz gekommen war, und wusste nichts von seinem dreijährigen Aufenthalt in
Holland. Auch der Beschwerdeführer wusste sehr wenig über das Vorleben seiner
Ehefrau. Ihm war nicht bekannt, wo diese aufgewachsen war und wo ihre Mutter lebt.
Auch wusste er nicht, welche Schulen sie besuchte und ob sie eine Ausbildung
absolviert hatte. Zu Recht hielt die Vorinstanz fest, das fehlende Wissen um das
Vorleben des Partners lasse auf ein Desinteresse an dessen Person schliessen, was
ebenfalls ein Indiz für eine Scheinehe sei.
2.3.5. Unbestritten ist, dass die Ehefrau die Eltern des Beschwerdeführers während der
fünfjährigen Dauer der Ehe nie gesehen hat und dass die Eheleute keine gemeinsamen
Ferien verbrachten. Den Einwand, es seien finanzielle Gründe ausschlaggebend, hat
die Vorinstanz zu Recht als unglaubhaft qualifiziert, zumal die Ehepartner je alleine in
die Ferien verreisten. Auch diese Umstände wurden von der Vorinstanz zu Recht als
Indizien für das Fehlen einer echten Lebensgemeinschaft betrachtet.
2.3.6. Die Vorinstanz stützte sich im weiteren auf einen polizeilichen Bericht vom 27.
September 2004, aus dem hervorgeht, dass die Eheleute C.-M. nicht in ehelicher
Gemeinschaft in der Wohnung an der -strasse in St. Gallen lebten. Fest steht, dass
lediglich die Ehefrau den Mietvertrag unterschrieben hatte. Der Einwand des
Beschwerdeführers, seine Ex-Ehefrau habe sich um alle administrativen
Angelegenheiten gekümmert, weshalb er sich auch nicht veranlasst gesehen habe, den
Mietvertrag ebenfalls zu unterzeichnen, ist nicht stichhaltig. Die Aussagen der Ehefrau
im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Beschwerdeführers legen vielmehr
nahe, dass sie sich nicht um finanzielle Belange des Ehemannes kümmerte. Auch war
die Türglocke nur mit dem Namen der Ehefrau beschriftet, und der Beschwerdeführer
hatte keinen reservierten Autoabstell- oder Garagenplatz. Die in der Beschwerde
vorgebrachten Ausführungen über die Gründe, weshalb falsche Angaben über den
Beschwerdeführer bzw. über den Garagenplatz gemacht wurden, sind wenig
glaubwürdig. Beweise für die Miete eines Abstellplatzes wurden jedenfalls nicht
eingereicht. Im übrigen hatte der Beschwerdeführer eine eigene Unterkunft gemietet.
Unter diesen Umständen ist nicht erstellt, dass die Eheleute gemeinsam in der von der
Ehefrau gemieteten Wohnung an der Feldlistrasse wohnten.
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2.3.7. Fest steht weiter, dass die Ehefrau erhebliche Schulden hatte. 1998 war sie mit
einem Verlustschein von über Fr. 32'000.-- verzeichnet. Aufgrund der
Lohnabrechnungen verdiente sie im Jahr 1999 im Durchschnitt weniger als Fr. 3'000.--
netto pro Monat. Selbst unter Berücksichtigung gelegentlicher Heimarbeit lebte sie
somit in bescheidenen finanziellen Verhältnissen. Seit dem zweiten Halbjahr 2003
arbeitete sie nicht mehr. Dennoch war sie nach der Heirat offenbar imstande, einen
Betrag von Fr. 20'000.-- in das Geschäft ihres Ehemannes zu investieren. Sie verfügte
offensichtlich nach der Heirat über erhebliche finanzielle Mittel. Woher diese stammten,
ist unklar. Belege über Schenkungen aus dem Bekanntenkreis oder Anhäufung von
Ersparnissen liegen jedenfalls nicht vor. Diese Umstände bilden ebenfalls ein deutliches
Indiz für eine Scheinehe.
2.3.8. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht eine Scheinehe angenommen hat.
2.4. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E.
4.2 mit Hinweisen). Nach der Praxis rechtfertigt daher das Eingehen einer Scheinehe
den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. statt vieler VerwGE B 2005/86 vom 13.
September 2005, B 2006/15 vom 12. April 2006; B 2006/51 vom 8. Juni 2006,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
2.5. In der Beschwerde wird kein Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer aus dem Freizügigkeitsabkommen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen
Gemeinschaft sowie der Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft andererseits (SR
0.142.112.681) geltend gemacht. Darauf ist somit nicht weiter einzugehen. Der
Beschwerdeführer beansprucht allerdings aufgrund seiner derzeitigen Ehe mit der
deutschen Staatsangehörigen N. Hartwig eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art.
8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK).
2.6. Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR
101) gewährleisten das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Darauf kann
sich im Rahmen eines ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahrens berufen, wer nahe
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Verwandte mit einem gefestigten Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Dies trifft zu,
wenn die verwandte Person das Schweizer Bürgerrecht oder eine
Niederlassungsbewilligung besitzt (vgl. statt vieler BGE 130 II 285). Soweit eine
familiäre Beziehung tatsächlich gelebt wird und intakt ist, wird das der zuständigen
Behörde grundsätzlich eingeräumte freie Ermessen beschränkt (vgl. BGE 129 II 218 f.).
Die Vorinstanz ging davon aus, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund der
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der Ehefrau ebenfalls auf Art. 8 EMRK berufen kann.
2.6.1. Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Er verpflichtet die Behörden nicht in jedem Fall, eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen (BGE 126 II 342). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1
geschützte Rechtsgut dann zulässig, wenn er gesetzlich vorgesehen und in einer
demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit,
für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur
Verhütung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz
der Rechte und Freiheiten anderer. Die EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich
gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung und dem
öffentlichen Interesse an deren Verweigerung, wobei die öffentlichen Interessen an der
Verweigerung in dem Sinn überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig
erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der Interessenabwägung sind die gesamten
persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des
Aufenthalts, die Integration in der Schweiz, die verbleibende Beziehung zum
Heimatstaat und straf- oder fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten (vgl. Haefliger/
Schürmann, Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl.,
Bern 1999, S. 263; VerwGE vom 16. März 2004 i.S. A.L. und vom 23. Januar 2004 i.S.
A.G. mit Hinweis auf VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O.).
2.6.2. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet eine Ausländerrechtsehe
bzw. Scheinehe allein zwar keinen Ausweisungsgrund im Sinn von Art. 10 Abs. 1 lit. b
ANAG. Zusammen mit weiteren für diesen Ausweisungsgrund relevanten
Verhaltensweisen vermag eine Scheinehe allerdings eine Ausweisung zu rechtfertigen
(BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E. 4.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall
hat der Beschwerdeführer nicht nur durch das Eingehen einer Scheinehe gegen die
öffentliche Ordnung und eine zentrale Norm des Ausländerrechts verstossen. Er ist
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auch straffällig geworden, und er kommt seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach.
Mit Strafbescheid des Untersuchungsamts St. Gallen vom 31. Oktober 2006 wurde er
des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (SR 831.10) schuldig gesprochen und mit drei Monaten
Gefängnis und einer Busse von Fr. 500.-- bestraft. Anlass der Verurteilung war die
Zweckentfremdung von AHV-Arbeitnehmerbeiträgen. Weiter steht fest, dass der
Beschwerdeführer hoch verschuldet ist. Die Vorinstanz ging von einer
Gesamtverschuldung von rund Fr. 290'000.-- aus, was in der Beschwerde unbestritten
blieb. Der Beschwerdeführer legte im vergangenen Jahr verschiedenen Gläubigern
einen Plan für eine Schuldensanierung vor. Belege über nennenswerte Rückzahlungen
hat er allerdings nicht eingereicht. Lediglich Zahlungen verschiedener kleinerer Beträge
sind nachgewiesen. Allein bei der Sozialversicherungsanstalt sind Forderungen in der
Höhe von über Fr. 57'000.-- ausstehend, und im Jahr 2005 wurde der
Beschwerdeführer wegen ausstehenden Mehrwertsteuern von über Fr. 55'000.--
betrieben.
2.6.3. Die Vorbringen der Beschwerdeführer, sie seien imstande, die Verschuldung
wesentlich zu reduzieren, sind nicht überzeugend. Beide Beschwerdeführer sind bei
der L. GmbH tätig. Der Beschwerdeführer war seit Juni 2003 Geschäftsleiter dieses
Lokals. An der Gesellschaft sind Personen aus dem persönlichen Umfeld des
Beschwerdeführers beteiligt. Nachdem dieser wegen Zweckentfremdung von AHV-
Beiträgen strafrechtlich belangt wurde, kann den Lohnabrechnungen keine Beweiskraft
bezüglich eines dauerhaften Zuflusses von Erwerbseinkünften zuerkannt werden. Auch
ist die Berufung auf die der Beschwerdeführerin zugesicherte Anstellung mit einem
monatlichen Einkommen von Fr. 5'000.-- nicht begründet. Ob die Beschwerdeführerin
nach der Geburt der Kinder erwerbstätig war, ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Jedenfalls fehlen Beweise für eine gegenwärtige Erwerbstätigkeit der Ehefrau und für
die Erzielung der im Vertrag vereinbarten Einkünfte.
2.6.4. Zugunsten des Beschwerdeführers ist die Tatsache zu berücksichtigen, dass er
mit einer in der Schweiz wohnhaften deutschen Staatsangehörigen verheiratet ist und
mit ihr zwei gemeinsame Kinder hat. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, pflegte der
Beschwerdeführer bereits im Jahr 2004 ein intimes Verhältnis mit seiner derzeitigen
Ehefrau. Diese lernte somit den Beschwerdeführer während des hängigen
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Rekursverfahrens betreffend Scheinehe kennen. Sie bestreitet auch nicht, dass sie um
die Schulden des Beschwerdeführers und um dessen Schwierigkeiten im
Zusammenhang mit der Aufenthaltsbewilligung wusste und dass sie damit rechnen
musste, dass ihr Ehemann seine Aufenthaltsbewilligung verlieren würde und sie die Ehe
mit ihm nicht in der Schweiz würde leben können.
Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass es den Beschwerdeführern zuzumuten ist,
nach Deutschland umzuziehen. Die Ehefrau ist deutsche Staatsangehörige, und es wird
in der Beschwerde nicht geltend gemacht, der Beschwerdeführer könne seiner Ehefrau
nicht nach Deutschland nachfolgen. Für die Kinder ist der Umzug unproblematisch, da
sie noch sehr klein sind. Nicht stichhaltig ist das Argument, die wirtschaftliche Lage sei
in Deutschland schlechter als in der Schweiz. Die Beschwerdeführer sind im
Gastgewerbe tätig, und in dieser Branche können sie auch in Deutschland ihren
Lebensunterhalt verdienen, wobei die Betreuung der Kinder gleich geregelt werden
kann wie in der Schweiz. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer erst seit 1999 in
der Schweiz weilt und sein Aufenthalt wegen des Eingehens einer Scheinehe zu einem
Grossteil nicht ordnungsgemäss war.
2.6.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass aufgrund
des Eingehens einer Scheinehe, der grossen Verschuldung sowie der Gefängnisstrafe
von drei Monaten das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers
dessen private Interessen sowie die Interessen der Ehefrau am Verbleib in der Schweiz
überwiegen, weshalb in der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung keine Verletzung
von Art. 8 EMRK zu erblicken ist. Folglich sind die Beschwerden abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).