# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5372e96f-d51b-4d14-ae41-4d9fbe96c5c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
, geboren 1964
,
war
zuletzt seit Mai 1998
als Kranführer
bei der
Y._
GmbH
und seit Oktober 1994
nebenberuflich
als Mitarbeiter der Gas
tro
nomie
bei der
Z._
tätig
(
Urk.
5/10
Ziff.
6.3-4
,
Urk.
5/22
Ziff.
1
und
Ziff.
5,
Urk.
5/26
Ziff.
1 und
Ziff.
6
)
.
Am
9.
Dezember 2002 rutschte
er auf der Baustelle
aus und prallte mit dem Kopf auf eine Mauer, wobei er ein
Blutgerinnsel
im Schädel erlitt (vgl.
Urk.
5/14/82-85
)
. Die Schweizerische
Unfallversiche
rungs
an
stalt
(SUVA) er
brachte die gesetzlichen Leistungen, stellte diese
aber
mit Ver
fü
gung vom
9.
Februar 2004
per 3
1.
Dezember 2003 ein
(
Urk.
5/25)
.
Am
2
4.
September 2003
meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf seit dem
Unfall vom
Dezember 2002 bestehende Beschwerden mit den Nerven,
Körper
zittern
, Taubheit der linken Körperseite und Bewusstlosigkeit
bei der Invaliden
versi
cherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 5/10
Ziff.
7.2-3
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm
mit Verfügung vom
1
8.
Mai 2006 b
ei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine
ganze Rente ab
1.
Dezem
ber 2003 zu (Urk. 5/82
).
Am 1
7.
Juli 2008
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Rentena
nspruch sei unverändert (
Urk.
5/89
). Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
5/91) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Oktober 2008 (
Urk.
5/92) einen Anspruch des Versicherten auf
Hilflosenentschädigung
.
1.2
Nach Eingang eines am 2
7.
August 2012
ausgefüllten Revisio
nsfragebogens (Urk. 5/102
) holte di
e IV-Stelle beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) einen psychiatrischen
und einen allgemeinmedizinisch/internistischen
U
ntersu
chungs
bericht ein, welche
am 1
5.
November 2012 erstattet wurde
n
(
Urk.
5/105
-106
)
. Am
1
8.
Januar 2013 teilte die IV-Stelle dem Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich
ihre Zweifel über die Fahrtauglichkeit des Beschwerdeführers mit (
Urk.
5/107) und auferlegte
ihm
am 2
3.
Januar 2013 eine
Schadenminde
rungspflicht
(
Urk.
5/108).
Am
5.
Juni 2013 befand das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich
den Versicherten nach verkehrsmedizinischer
Kontrolluntersu
chung
als ohne Auflagen führertauglich (
Urk.
5/119).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle beim
A._
ein
polydiszipli
näres
Gutach
ten
, welches
am
2
3.
Januar 2014
erstattet wurde (Urk. 5/138
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/152,
Urk.
5/153
,
Urk.
5/155
)
hob di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2015
die bisher
ausgerichtete Rente
auf
(Urk. 5/158
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 1
6.
Februar 2015
Beschwerde gegen die Verfügung
vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
auch
ab
1.
März 2015
weiterhin eine unbefristete Rente auszu
r
ichten
. Even
tuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung a
n die
Beschwer
degeg
nerin
zurückzu
weisen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
März 2015 (
Urk.
4
) die
Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
April 2015
zur Kenntnis geb
racht (
Urk.
6
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes
Mass
nah
menpaket
; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden
Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft.
Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben,
auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht er
füllt sind
. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Ren
ten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Be
ach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch
unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schluss
be
stimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Be
schwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April
2014 E.
3.1.2.1 mit Hinweis). Dem
nach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar,
wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als
auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können.
Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Ver
waltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht um
fassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzuspre
chung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
ni
sche oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der
Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
")
Gesund
heits
schädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht
mitverur
sacht
, das
heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenan
spruchs beigetra
gen
hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren
Beschwerde
bildes
bloss ver
stärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel mög
lich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeit
punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als un
umgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.
3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur
Beurteilung der
Invalidität bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische
Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbe
mess
ung
stärker als bisher den
Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat
, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen
Versi
cherungsvollzuges
mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regel
fall beachtliche
Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen.
Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatri
schen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindikato
ren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG.
Die Aner
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind.
Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die
Ausfüh
rungen zur
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
gelten
auch
für ver
gleichbare psy
chosomatische Leiden
(BGE 141 V 281 E. 4.2)
,
mithin
namentlich auch für die
dissoziative Bewegungs
störung
(
vgl.
BGE 140 V 8
E. 2.2.1.3 S. 13).
1.
4
Gemäss
dem genannten Entscheid des Bundesgerichts führt die auf die Be
grifflichkeit des medizinischen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung im Weiteren nur dann zur Fest
stellung einer invalidenversicherungsrechtlich erheblichen
Gesundheitsbeein
trächtigung
, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der - in der Praxis zu wenig beachteten -
Ausschlussgründe nach
BGE 131 V 49
standhält
(BGE 141 V 281 E. 2.2)
.
Danach liegt
regelmässig
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf
Aggravation
oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere
Äusserungen
eines sekundären
Krank
heitsgewinns
ergeben sich namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwi
schen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anam
nese besteht; intensive Schmerzen an
gegeben werden, deren Charakte
ri
sierung jedoch vage bleibt; keine medizini
sche Behandlung und Therapie in An
spruch genommen wird; demonstrativ vor
getragene Klagen auf den Sach
ver
ständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag be
haup
te
t werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (
BGE 131 V 49
E.
1.2). Nicht per se auf
Aggravation
weist
blosses
verdeutlichendes Verhalten hin.
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die An
nahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn die
klassifikatorischen
Merkmale einer
somatoformen
Schmerzstörung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer
aus
gewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung (
BGE 127 V 294
E.
5a
S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der
Aggravation
zu bereinigen
(BGE 141 V 281 E. 2.2.2)
.
1.5
Die versicherte Person hat die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen
Leistungs
anspruch
. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität (BGE 139 V 547 E. 8.1).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschw
erdegegnerin begründete in ihrer
Verfügung
(
Urk.
2) die
Rentenein
stellung
damit,
die dissoziative Störung
, welche zu
r
Rentenzusprache
geführt habe
,
gehöre
zu den ätiolo
gisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustands
bildern
ohne nachweis
bare organische Grundlage
. Es lägen keine objektivier
ba
ren anatomi
schen Befunde vor, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht
eine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit begründen würden.
Zur Klärung des Gesund
heitszu
standes sei eine Begutachtung durchgeführt worden
,
und e
ine organische Läsion und somit ein organisch bedingter Tremor habe ausgeschlossen werden können
(S. 2 oben)
.
Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine dissozia
tive Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4), eine depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), sowie eine
histrionische
Persönlichkeit
,
(ICD-10 F60.4) festgestellt worden. Die dissoziative Störung sei in analoger An
wendung der Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerz
störungen über
windbar
,
und die
mittelgradige
depressive
Störung
stelle keine Komorbidität von erheblicher Schwere, Dauer
, Ausprägung und Intensität dar. Gegen einen erheblichen Leidensdruck spreche zusätzlich die Tatsache, dass sich der Be
schwerdeführer jahrelang nicht in psychiatrische Behandlung begeben habe. Hinsichtlich der Persönlichkeitsstörung, sofern überhaupt von e
iner sol
chen auszugehen sei, sei
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall durchaus in der Lage gewesen sei, einer regelmässigen Erwerbstätig
keit
nach
zugehen, weshalb die Persönlichkeitsstörung wohl nicht dermassen ausge
prägt
sei, dass sie eine Überwindung der Beschwerden verunmöglichen würde. Auch die weiteren Kriterien, die eine Überwindung der Beschwerden
als unzu
mut
bar erscheinen liessen,
lägen nicht in der geforderten Intensität und Konstanz
vor
(S. 1 ff.).
2.2
D
agegen machte
der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
geltend, es bestehe kein Raum für eine Rentenrevision, da sich sein Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache
nicht gebessert habe
(S. 6
Ziff.
3)
.
Auf das
A._
-Gut
achten könne nicht abgestellt werden
.
So hätten sich bereits im
B._
-Gutachten vom 1
4.
Februar 2006 Hinweise auf degenerative Veränderungen im HWS
-Bereich ergeben
, welche von den Gutachtern
des
A._
nicht berücksichtigt wor
den seien
(S. 6
Ziff.
4)
.
Auch
hätten sich die Gutachter nicht zum anders lautenden Arztbericht der
C._
geäussert.
Zudem seien die
MRI-Abklärungen nicht verwertbar, da ein Vorbehalt wegen der Tremor-bedingten Bewegungsartefakten erfolgt sei
(S.
7
Ziff.
4)
. Darüber hinaus beruhe die
Rentenzusprache
nicht ausschliesslich auf
einem
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebild
ohne
nachweisbare organische Grundlage
, sondern habe auch orthopädische Ursa
chen,
weshalb eine Revision nach Massgabe der Schlussbestimmungen zur IV-Revi
sion 6a nicht möglich sei
(S.
7 f.
Ziff.
5)
. Schliesslich sprächen
auch das Vor
liegen einer psychischen Komorbidität und der Foerster-Kriterien in genü
gender Intensität und Konstanz gegen die Aufhebung eines Rentenansp
ruches (S. 8
Ziff.
6
).
2.3
Strittig und zu prüfen i
st, ob die Einstellung
der
bisher
ausgerichteten Invali
den
rente rechtens ist.
3.
Die mit Verfügung vom Mai 2006
rückwirkend
erfolgte
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab Dezember 2003 (
Urk.
5/82) stützte sich im Wesentlichen auf die folgende medizinische Beurteilung (vgl.
Urk.
5/64/4-5):
Die Gutachter des
B._
stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 1
4.
Februar 2006 (
Urk.
5/62) zusam
menfassend folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S.
24
Ziff.
4.1):
dissoziative Bewegungsstörung
(ICD-10 F44.4)
histrionische
Persönlichkeitsstörung
(ICD-10 F60.4)
depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere Episode
(ICD-10 F32.10 bzw. F32.2)
Als Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach Commotio
cerebri, Spannungstypkopfschmerz
en, eine arterielle Hypertension und leichtes Übergewicht, BMI 26 (S. 24
Ziff.
4.2).
Die Gutachter führten aus, als Bauarbeiter sei der Versicherte nicht mehr ein
setzbar. Die Arbeitsunfähigkeit ergebe sich aus dem subjektiven Leiden des Ver
sicherten. Er sei der Auffassung, einer Erwerbstätigkeit unter den Bedingun
gen der freien Marktwirtschaft nicht
mehr nachgehen zu können. Des
W
eiteren müsse dem Umstand Rechnung getragen werden, dass er mit seinen ausgepräg
ten Verhaltensauffälligkeiten einem Arbeitgeber in der freien Marktwirtschaft nicht zumutb
ar sei. Somit bestehe eine 100%i
ge Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall vom
9.
Dezember 2004
[richtig wohl: 2002]
(S. 25
Ziff.
5)
.
Die Gutachter führten aus, anlässlich der Untersuchung habe das psychiatrische Kr
ankheitsbild im Vordergrund gestanden.
Der Versicherte zeige einerseits eine
depressiv-weinerliche Stimmung, andererseits falle er durch eine beinahe gro
tesk
anmutende Gangstörung beziehungsweise Ataxie und ein Zittern auf, wel
ches keiner neurologischen Erkrankung zugeordnet werden könne. Es müsse daher von einem dissoziativen Geschehen bei
histrionischer
Persönlichkeit aus
ge
gang
en werden
. Über die genaue Psychodynamik, welche zu diesem ein
drücklichen Konversionssyndrom geführt habe, habe nur unzureichend Klarheit gewonnen werden können (S.
24 f.
Ziff.
5). Es sei zu vermuten, dass der Versi
cherte die vom Unfall herrührenden Kopfschmerzen als exist
enziell bedrohlich
sowie als Kränkung und Entwertung erlebt und entsprechend fehlverarbeitet habe.
Im Fachgebiet der Orthopädie und der Neurologie hätten sich ansonsten keine pathologischen Befunde gefunden
. Zu diskutieren sei höchstens der Zu
stand nach Commotio cerebri, welcher jedoch bei dem Erscheinungsbild der heutigen Symptomatologie völlig im Hintergrund stehe (S. 25
Ziff.
5).
Der
psychiatrische Gutachter führte in seiner Beurteilung aus, die regressiven Verhaltensweisen des Beschwerdeführers seien eindrücklich, indem er sich keine Leistung mehr zutraue und offenbar den ganzen Tag untätig vor dem Fernseher
verbringe (S.
22
Ziff.
3.4.3).
Das ganze Verhalten des Exploranden entbehre nicht
einer appellativ-ostentativen Note, so dass von einer
histrionischen
Per
sön
lich
keitsstörung
(
ICD-10 F60.4
)
ausgegangen werden müsse (S. 23 oben).
4.
4.
1
Im Rahmen des im August 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
7/102) gingen folgende Berichte ein:
Dr.
med.
D._
, Praktischer Arzt,
RAD,
erstattete am 1
5.
Novem
ber 2012 seinen allgemeinmedizinisch/internistischen Untersu
chungsbericht
(
Urk.
5/106).
Dr.
D._
na
nnte al
s Diagnose mit Auswir
kung auf die
Arbeits
fähigkeit eine Bewegungsstörung (früher als dissoziative Bewe
gungsstörung klassi
fiziert) ohne organisches Korrelat und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine arterielle Hypertonie und einen Tin
nitus (S. 3
Ziff.
7).
Nachdem die Beschwerdesymptomatik weitgehend i
dentisch sei, auch teilweise von
der Ausdrucksweise
her
, wi
e sie im Rahmen der MEDAS-
Begutachtung ge
schildert worden s
ei,
und sich auch Inkonsistenzen bezüglich der Intensität
und
des
Befallmusters
des Tremors bestätigt hätten, sei auf eine eingehende neuro
logische Untersuchung verzic
htet worden (S. 3
Ziff.
8). Aus somatischer Sicht lasse sich aus den genannten Beschwerden eine Beeinträchtigung der Arbeitsfä
higkeit nicht ableiten (S. 4).
4.
2
Am 1
5.
November 2012 erstattete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, seinen psychiatrischen Untersuchungs
bericht (
Urk.
5/105) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit (S. 6 f.
Ziff.
9):
dissoziative Bewegungsstörung, ICD-10 F44.4
histrionische
Persönlichkeitsstörung, ICD-10 F60.4
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel- bis
schwergra
dige
Episode, ICD-10 F33.1/2
Dr.
E._
führte aus, bei der Exploration vom 2
9.
Oktober 2012 habe bei dem jetzt 48-jährigen Versicherten folgender psychopathologischer Befund er
hoben werden können: örtliche, zeitliche und situative Desorientierung, mittel
gradig reduzierte Merkfähigkeit, leicht bis mittelgradig reduzierte Aufmerksam
keit,
schwergradig
reduzierte Konzentration,
schwergradig
reduziertes Lang- und
Kurzzeitgedächtnis, mittelgradig reduzierte affektive Modulationsfähigkeit, mittel
gradige Affektlabilität, mittelgradig gedrückte Stimmung, deutlicher
Inte
ressenverlust
, deutliche Minderung der Hoffnung auf Besserung, mittel bis
schwer
gradig
reduziertes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, mittel- bis
schwergradig
reduzierte Vitalgefühle, intermittierende Suizidgedanken, Ataxie und Ganzkörpertremor, weinerliche Stimme, Durchschlafstörungen und sozialer Rückzug.
Bei der Untersuchung hätten
sich einerseits eine ausgeprägte
Tremorsympto
ma
tik
am ganzen Körper
sowie eine Stand- und Gangunsicherheit, andererseits
eine depressiv-weinerliche Stimmung gezeigt. Bezüglich der Ataxie und des
Ganz
körpertremors
habe im neurologischen Teilgutachten des
B._
vom Feb
ru
ar 2006 kein neurologisches Korrelat objektiviert werden können, gleichwohl sei eine schwere funktionelle Störung mit Verdacht auf Konversionsstörung ge
äussert und vom psychiatrischen Teilgutachter bestätigt worden.
Dr.
E._
führte aus, das Krankheitsbild habe sich im Vergleich zum
B._
-Gutachten aus dem Jahr 2006 nicht wesentlich verändert
,
und es müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit bisherig und angepasst in der freien Marktwirtschaft ausgegangen wer
den (S. 7
Ziff.
10).
Bezüglich der kognitiven Einschränkungen habe der Versicherte das
Zustands
bild
eines Dementen präsentiert.
Eine psychiatrische Behandlung finde seit 2005 nicht mehr statt
,
und es sei fraglich, ob überhaupt eine
psychopharmakologi
sche
Medikation eingenommen werde. Es wäre wichtig zu erfahren, wie sich der Versicherte verhalte
, wenn er nicht unter ärztlicher
Beobachtung stehe (S.
8
Ziff.
11).
4.
3
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Institut für
Rechts
medizin
,
G._
, führte in seinem Bericht vom 3
0.
Mai 2013 (
Urk.
5/119/2-5) nach verkehrsmedizinischer Begutachtung des Beschwerde
führers aus,
diese sei zur Abklärung der Fahreignung im Rahmen einer Meldung der IV-Stelle erfolgt. Der Beschwerdeführer beziehe seit dem Jahr 2002 eine
ganze
Invalidenrente nach einem Sturz auf einer Baustelle. Gemäss den zur Verfügung stehenden Unterlagen stünden Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, unsicheres Gehen sowie ein depressives Zustandsbild im Vordergrund. Anläss
lich einer Rentenrevision habe eine ärztliche Untersuchung vom Oktober 2012 ein unterschiedlich ausgeprägtes Zittern des Kopfes und der Arme und die psy
chiatrische Untersuchung eine örtliche, zeitliche und situative Desorientierung, eine reduzierte Merkfähigkeit, eine leicht bis mittelgradig reduzierte Aufmerk
samkeit, eine
schwergradig
reduzierte Konzentration, ein eingeschränktes Lang- und Kurzzeitgedächtnis, eine gedrückte Stimmung sowie ein Zittern des Körpers und eine Gangunsicherheit ergeben. Der untersuchende Psychiater habe ver
merkt, dass der Beschwerdeführer das Zustandsbild eines Dementen präsentiert habe (S. 3 Mitte).
Dr.
F._
führte aus, anlässlich der verkehrsmedizinischen Abklärung
hätten
die in den Akten ersichtlichen Befunde in keiner Weise nachvollzogen werden
können
. Auf die in den verschiedenen Berichten angegebenen Beschwerden an
gesprochen, habe der Beschwerdeführer dies
stark
relativiert
und angegeben, dass er keine sehr heftigen Schmerzen habe, dass der S
chwindel nur selt
en bei hohem Blutdruck auftrete und dass er nicht unter Gedächtnisstörungen leide. In klinischer Hinsicht habe sich der Beschwerdeführer in einem guten
Allgemein
zustand
mit leicht verlangsamtem und
vornübergeneigtem
Gangbild präsentiert. Im Gespräch habe sich ein inkonstantes, leichtes Zittern des Kopfes und der Arme gezeigt, allerdings sei dieses Zittern bei der ärztlich begleiteten
Kontroll
fahrt
am
6.
Mai 2013 völlig verschwunden. In psychischer Hinsicht habe die Untersuchung keine Einschränkung der Aufmerksamkeit, der Konzentration und der Gedächtnisleistung ergeben
,
und auch ein depressives Zustandsbild könne nicht gefunden werden. Die durchgeführten Kurztests zur Überprüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigten alters- und ausbildungsmässig normale Er
gebnisse, wobei der Beschwerdeführer nach dem Hinweis, dass eine langsame Arbeitsweise mit d
em Besitz eines Führerausweises
nicht vereinbar sei, die ent
sprechenden Aufgaben deutlich schneller erledigt habe (S. 3 unten).
Dr.
F._
führte aus, zur endgültigen und praxisnahen Überprüfung der
Fahr
eignung
sei zusätzlich noch eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt durchgeführt worden, wobei sich keine Hinweise für verkehrsrelevante kognitive Einschrän
kungen gezeigt hätten und keinerlei Einschränkungen oder Symptome
hätten
gefunden werden können, wie sie in den verschiedenen Berichten beschrieben
worden seien. Zusammenfassend könne beim Beschwerdeführer die
Fahreig
nung
ohne weitere Auflagen weiterhin befürwortet werden
,
und es werde fest
ge
halten, dass die Untersuchungsergebnisse in krassem Widerspruch mit den Be
funden der psychiatrischen Untersuchung vom 2
9.
Oktober 2012 stünden (S. 4).
4.
4
Dr.
med.
H._
, Oberärztin, und Psychologin
I._
,
C._
, stellten in ihrem Bericht vom 1
6.
August 2013 (
Urk.
5/126) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bei Status nach Arbeitsunfall Dezember 2003, ICD-10 F32.11
histrionische
Persönlichkeitsstörung, ICD-10 F60.4, bestehend seit dem jungen Erwachsenen
alter
somatoforme
Schmerzstörung (undifferenziert), ICD-10 F45.1
, bestehend seit 2003
cervikocephales
Schmerzsyndrom, bestehend seit Dezember 2002
cervikobrachiales
Schmerzsyndrom links bei
Unfall am
9.
Dezember 2002 und
Turgorverlust
der zervikalen Bandscheiben C2-6 und abgeflachter Halslordose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Nikotinabhängigkeit bei ständigem Substanzgebrauch, ICD-10 F17.25.
Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 1
1.
Juli 2013 bei ihnen in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am
7.
August 2013 statt
gefunden (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kranführer bestehe seit dem 2
1.
Dezem
ber 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Patient zeige ausge
prägte körperliche, geistige wie psychische Einschränkungen. Er zeige seit Jah
ren ein statio
näres Zustandsbild und sei zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Leis
tungs
fähig
keit sei
umfassend eingeschränkt
(
Ziff.
1.6-7). Mit der Wi
e
derauf
nahme der be
ruf
lichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.
5
Am 2
3.
Januar 2014 erstatteten
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin,
lic
. phil.
K._
, Fachpsychologe für Neuropsy
chologie,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie
,
und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie,
A._
,
das von der
Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
5/138).
Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 58
Ziff.
III):
dissoziative Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4)
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
histrionische
Persönlichkeit gemäss Akten (ICD-10 F60.4)
Differenzialdiagnose: Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen nicht klassifizierbaren Tremor und Gangunsicherheit im Rahmen einer funktio
nellen Bewegungsstörung, ein gemischtes Kopfschmerzsyndrom und einen
Sta
tus nach anzunehmendem Arbeitsunfall vom
9.
Dezember 2002 mit
commotio
cerebri (S. 58
Ziff.
III).
Die Gutachter führten aus, d
ie angestammte Tätigkeit als Kranführer sei mit einem nicht unerheblichen Gefahrenpotential verknüpft. Unter den gegebenen Umständen sei diese Tätigkeit grundsätzlich ungeeignet beziehungsweise nicht zu verantworten
. Rein neurologisch könne aufgrund der atypischen und inkon
sistenten Datenlage in einer anderweitigen Verweistätigkeit keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit begründet werden
. Es ergebe sich grundsätzlich
keine Änderung gegenüber der neurologischen Vorbeurteilung im Rahmen des
B._
-Gutachtens vom Februar 2006 (S. 60 oben).
Die neuropsychologische Beurteilung habe eine insgesamt leichte neuropsycho
logische Störung mit primär subkortikalem,
frontobasalem
und sekundär
links
frontalem
Schwerpunkt ergeben (S. 60 Mitte).
Auch von psychiatrischer Seite her könne seit der letzten Begutachtung im Jahre 2006 und der Abklärung durch den RAD im Jahre 2012 keine wesentliche Veränderung
festgestellt werden. Es bestünden immer noch Beeinträchtigungen durch die dissoziative Bewegungsstörung, durch die depressive Symptomatik und möglicherweise festgefahrene Persönlichkeitsproblematik. Der Explorand sei in diesem Zustand einem potenziellen Arbeitgeber kaum zuzumuten. Inwie
weit er seinen Zustand bewusst derart steuern könne, sei schwierig abzuschät
zen. Er sollte aber in der Lage sein, einfache gleichförmige Serientätigkeiten ohne Zeitdruck, die nicht komplex seien, halbtags durchzuführen. Die An
nahme, dass derartige Tätigkeiten möglich seien sollten, begründe sich aufgrund der bisherigen Erfahrungen und Inkonsist
enzen, die nicht alleine mit dem
bis
herigen Krankheitsbild in diesem Ausmass erklärt werden könnten. Es sei anzu
nehmen, dass eine derartige Tätigkeit schon seit Jahren möglich sein sollte (S. 60
unten).
In der psychiatrischen Untersuchung habe sich ein etwas auffälliger Explorand gefunden, der sich den Wänden entlang getastet habe, ein praktisch dauerhafte
s
Ganzkörperzittern gezeigt habe, welches nur sporadisch kurzzeitig unterbrochen
werde, ansonsten gebe er sehr undifferenzierte Antworten, bleibe in den Anga
ben
vage, wirke psychomotorisch etwas verlangsamt, allenfalls subdepressiv ver
stimmt (S. 52 unten).
Betrachte man den Exploranden heute, so
sei
der Zu
stand sicher etwa ähnlich wie schon in den vergangenen Jahren, allenfalls sei er zeitweise möglicherweise etwas depressiver. Objektiv wirke er allenfalls leicht depressiv, er wirke auch etwas verlangsamt, was durchaus durch die affektive Komponente bestimmt sein könnte, andererseits auch durch die mögliche disso
ziative St
örung (S. 54 oben). Bezüglich der in den Unterlagen erwähnten
histri
o
nischen
Persönlichkeitsstörung bedürfe es einer möglichen Korrektur. Eine Persönlichkeitsstörung müsste mindestens schon seit dem frühen Erwachsenen
alter vorliegen und demnach schon vor dem Unfall in relevantem Ausmass er
sichtlich gewesen sein. Die
histrionischen
Verhaltensweisen hätten sich aller
dings erst nach dem Unfall manifestiert. Es könne daher unter den gegebenen Umständen allenfalls eine Persönlichkeitsänderung diskutiert werden und nicht eine Persönlichkeitsstörung, die ja primär schon vorhanden gewesen wäre.
Der psychiatrische Gutachter führte aus, aus diesem Grund erachte er die Diagnose einer
histrionischen
Persönlichkeitsstörung als falsch, auch wenn sich Hinweise auf eine
histrionische
Ausgestaltung zeigten, die allenfalls eben im Rahmen ei
ner Persönlichkeitsänderung interpretiert werden müssten (S. 54 unten).
Gesamtmedizinisch ergebe sich ein ähnlicher Zustand wie bei früheren Untersu
chungen. Eine wesentliche Änderung sei nicht eingetreten.
Wie in den Fachgutachten umfangreich dargelegt, bestünden deutliche Inkon
sistenzen und Widersprüche. Insbesondere sei schwer nachvollziehbar, dass die geklagten Symptome anlässlich der Tauglichkeitsprüfung für das Autofahren nicht aufgetreten seien (S. 61 oben).
Es sei unter den gegebenen Umständen praktisch unmöglich abzugrenzen, inwie
weit allenfalls eine bewusste oder unbewusste Aggravation vorliege, in
wieweit
gar
eine Simulation eine Rolle spiele oder eine Selbstlimitierung. Es hätten sich
Hinweise auf eine wenigstens teilbewusste
aggravatorische
Haltung gezeigt, welche
sich dahingehend äussere, dass der Beschwerdeführer sich nur selektiv in der Lage fühle
,
gewisse Alltagstätigkeiten zu verrichten und bei an
deren auf Hilfe angewiesen sei, wo es nicht ganz nachvollziehbar sei, dass dort dann auch Hilfe nötig wäre. Es könne auch nicht ganz nachvollzogen werden, weswegen er im Haushalt überhaupt nichts tun könne und sich derart passiv verhalten müsse. Er sei zudem in der Lage Auto zu fahren, was er offensichtlich gerne tue, allerdings nur für kurze Strecken. Die teilweisen Interessen, auch die Pflege zumindest eines Kontaktes und der Kontakte innerhalb der Familie lies
sen sich auch nicht mit einer schweren Störung vereinbaren
.
Es sei nicht klar, welche allfälligen unbewussten Mechanismen eine Rolle spiel
ten, dass der Explorand in diesen Zustand geraten sei. Möglicherweise finde sich im Hintergrund eine schwerwiegende Kränkung, die nie aufgearbeitet wor
den sei
.
Es müsse vermutet werden, dass auch unbewusste Mechanismen eine Rolle spielten, ansonsten könne die dissoziative Störung nicht erklärt werden. Es sei demnach anzunehmen, dass teilweise bewusste, auch teilweise unbe
wusste
aggravatorische
Komp
onenten eine Rolle spielten, sicher dürfte auch eine Selbstlimitierung vorhanden sein, was auch erkläre, weswegen er selektiv gewisse Tätigkeiten nicht durchführen könne und andere dann doch. Es könne allerdings nicht abgeschätzt werden, wie hoch der Anteil dann wirklich sei. Hinweise auf eine Simulation hätten bisher nirgends gefunden werden können (S. 61 unten). Zusammenfassend könne dem Versicherten eine leichte Tätigkeit entsprechend den Überlegungen des psychiatrischen Gutachters im Umfang von 50
%
zugemutet werden (S. 62 oben).
4.6
Dr.
med.
N._
,
L
eitende Ärztin Neuroradiologie, Spital
O._
, führte in ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2014 (
Urk.
5/144) nach MR des Schä
dels vom 2
5.
Februar 2014 aus, soweit bei leichten Bewegungsartefakten bei Tremor des Patienten beurteilbar, habe sich ein regelrechtes
kranio-cerebrales
Kernspintomogramm
gezeigt. Es hätten sich keine Raumforderungen und keine Ischämien gezeigt.
4.7
Ergänzend führte
Dr.
J._
,
A._
, am 2
5.
März 2014 nach
Vorlage der ergänzenden radiologischen Abklärung
(vgl.
vorstehend E. 4.6
) aus, unter Vor
behalt der wegen
tremorbedingten
Bewegungsar
tefakten part
i
e
ll eingeschränk
ten Beurteilbarkeit ergebe die ergänzend angefertigte
cerebrale
MRT vom 2
5.
Februar 2014 keinen Nachweis einer der Bewegungsstörung zugrundelie
genden or
ganischen Läsion. Insbesondere
seien die erwähnten CT-Läsionen vom 1
8.
Februar 2003 nicht mehr zur Darstellung gelangt, ebenso
wenig hätten sich Hirnstammläsionen im Bereich
nigrostriataler
und
cerebello-thalamischer
Bah
nen gezeigt. Unter Berücksichtigung der gesamten Datenlage seien die beklag
ten Beschwerden, namentlich der mit invalidisierender Auswirkung geltend ge
machte Tremor, überwiegend wahrscheinlich
auf eine funktionelle, nicht-orga
nische
Grundlage
zurückzuführen
. Es sei von einer Selbstlimitierung und
–
auf
grund der im Gutachten dargelegten Inkonsistenzen - wahrscheinlich von einer
Aggravation auszugehen. Bezüglich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit würden
sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben (S. 2).
4.
8
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psycho
therapie, führte in seiner Stellungnahme vom
5.
Dezember 2014 (
Urk.
5/157/2) aus,
es treffe nicht zu, dass die
Rentenzusprache
nach der MEDAS-Begutach
tung am
B._
auch aufgrund eines orthopädischen Gesundheitsschadens erfolgt sein solle. Es fänden sich zwar leicht degenerative Veränderungen im HWS-Be
reich, jedoch sei vom Orthopäden eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Die geklagten Beschwerden fänden keine orthopädisch objektivierbare Ursache. Zudem müssten sich die im Jahr 2003 gefundenen Läsionen im Gehirn sich nicht auch im MRT vom Jahr 2014 darstellen, da sich das Gehirn verändern
könne.
Dr.
P._
führte aus, selbst wenn die Läsionen weiter bestanden hät
ten,
wären sie ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit geblieben
. Der Bericht der
C._
vom Juni 2013 habe dem Gutachtensinstitut vorgelegen und sei in die Gesamtbeurteilung miteingeflossen genau wie alle weiteren
Vorakten
.
5.
5.1
Die
im Mai 2006 rückwirkend ab Dezember 2003
verfügte
erstmalige
Rentenzu
sprache
(
Urk.
5/82)
erfolgte primär gestützt
auf die Ein
schätzung der Gutachter des
B._
vom Februar 2006 (
vorstehend E.
3
)
. Diese attestierten nach umfassen
der Untersuchung des Beschwerdeführers weder
aus orthopädischer
noch
auch aus neurologischer Sicht
eine Arb
eitsunfähigkeit, sondern erachteten,
in Über
ein
stimmung
mit der Einschätzung der SUVA (vgl.
Urk.
5/25), das psychia
tri
sche
Zu
standsbild
als im Vordergrund stehend. Sie diagnostizierten eine disso
ziative Bewegungsstörung, eine
histrionische
Persönlichkeitsstörung und eine depres
sive Störung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere Episode
,
und führ
ten zur Arbeitsfähigkeit aus, der Beschwerdeführer sei einerseits der Auffassung, keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen zu können
,
und andererseits sei er mit seinen ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten einem Arbeitgeber in der freien Markt
wirtschaft nicht zumutbar. Namentlich sprachen sie von einer grotesk anmuten
den Gangstörung respektive Ataxie und einem Zittern
, welches keiner neurolo
gischen Erkrankung zugeordnet werden könne.
Damit lag entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2)
ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild vor
, weshalb die Schlussbestimmungen der Änderung des Bundesgesetzes über die Invaliden
versich
erung vom 1
8.
März
201
1 eine Überprüfbarkeit vorsehen
(vgl. vorsteh
end
E. 1.2)
.
5.2
Anlässlich der vorliegenden Rentenrevision
holte die
Beschwerdegegnerin, nach
dem der Beschwerdeführer anlässlich der RAD-Begutachtung das
Be
schwerde
bild
eines Dementen
präsentiert
hatte
(vgl. vorstehend E.
4.2)
,
dieses
Beschwer
de
bild
aber
bei der medizinischen Abklärung der Fahrtauglichke
it nicht zu erkennen
gewesen
war
(vgl. vorstehend E.
4.3
), ein Gutachten beim
A._
ein und veranlasste
eine
ergänzende MR-Abklärung des Schädels (vgl. vorstehend E. 4
.5-6
).
Die Gutachter des
A._
diagnostizierten im Januar 2014 unverän
dert eine
dissoziative Bewegungss
törung sowie
eine depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode,
hingegen konnten sie
die
von den
B._
-Gutach
tern diagnostizierte
histrionische
Persönlichkeit
sstörung
nicht bestätigen.
Das Gutachten
des
A._
vom Januar 2014 (vorstehend E.
4.5
) erfüllt die
recht
sprechungsgemäss
vorausgesetzten Anforderungen an eine beweiskräftige Exper
tise (vorstehend E.
1
.6
) und die vorausgegangenen medizinischen
Berichte wur
den berücksichtigt, so insbesondere auch jener der
C._
vom August 2013 (vgl.
Urk.
5/
1
38/17
und
Urk.
5/138/53
) und auch der Bericht über das nachträglich veranlasste
MR des Schädels vom 2
5.
Februar 2014
(vorste
hend E.
4.6)
wurde
zur Stellungnahme vorgelegt (vorstehend E.
4.7).
Es kann somit darauf abgestellt werden.
Allerdings erscheint die Arbeitsfähigkeit von lediglich 50
%
in angepasster Tätig
keit in Anbetracht
der
erwähnten
Inkonsistenzen, Selbstlimitierung und
Aggravation nicht überzeugend. Insgesamt war es für die Gutachter
der
A._
nämlich nicht
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer mit seinen dar
gebotenen Einschränkungen die verkehrsmedizinische Begutachtung ohne Au
f
fälligkeiten
absolvieren
konnte.
5.3
Wie ausgeführt
(vgl. vorstehend E.
1.3)
,
wird bei dissoziativen Bewegungs
störungen
die Rechtsprechung zu den
somatoformen
Schmerzstörunge
n analog ange
wendet
.
N
ach neuer Praxis des Bundesgerichts
führt
die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung
sowie die damit vergleichbaren Diagnosen
nur dann zur Aner
kennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades
, wenn einerseits die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
An
spruchs
grundlage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
ge
wiesen sind, und andererseits keine Ausschlussgründe vorliegen, namentlich eine
Aggra
vation
(vgl. vorstehend E. 1.4
).
5.4
Bereits eine
behandelnde Physiotherapeutin
berichtete im November 2003 (
Urk.
5/19/9)
davon, dass der Beschwerdeführer jeweils mit leidendem Gesichts
ausdruck gestützt durch seine Ehefrau in die Physiotherapie gekommen sei und einen Ganzkörpertremor habe
, er jedoch, wenn er sich un
beobachtet fühle (
Z._
) keinen Tremor habe und sehr gut im Stande sei, al
leine zu
geh
en, den linken Arm über die Horizontale zu heben und die Treppe alternierend ohne Halten hinunter zu gehen. Auch auf der Strasse habe sie ihn schon
mit nor
malem Gangbild beobachtet
.
Dieses Bild zeigte sich auch anlässlich der verkehrsmedizinischen Abklärung, wo praktisch nichts mehr vom Beschwerdebild zu sehen war, der Beschwerde
führer ohne Probleme die Test
s
durchlaufen konnte und ausgeführt wurde, das die in den Akten ersichtlichen Befunde in
keinster
Weise nachvollzogen werden könnten
. A
uch
war kein
depressives Zustandsbild
erkennbar
und d
ie durchge
führten Kurztests zur Überprüfung der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigten alters- und ausbildungsmässig normale Ergebnisse
(
vgl.
vorstehend E. 4
.3
).
Es ist demnach vorliegend in Anbetracht des je nach Kontext der Untersuchung stark variierenden Beschwerdebildes des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von Aggravation sowohl hinsichtlich der dissoziativen Be
wegungsstörung als auch hinsichtlich der depressiven Störung auszugehen.
Anzufügen bleibt
weiter
, dass
g
egen eine wesentliche Einschränkung
durch die depressive Störung
auch der Umstand
spricht
, dass sich der Beschwerdeführer
erst
wieder
in psychiatrische Behandlung begab, als ihm im Jahr 2013 eine
Scha
denminderungspflicht
auferlegt wurde (vgl.
Urk.
5/108), die Behandlung aber
zum Zeitpunkt
der Begutachtung beim
A._
Ende 2013 schon wieder abge
brochen worden war (vgl.
Urk.
5/138/50). Zudem führte der psychiatrische
G
ut
achter des
A._
aus, der Beschwerdeführer wirke allenfalls
subdepres
siv
ver
stimmt. Auch von Seiten einer allfälligen
histrionischen
Persönlichkeits
störung
- sofern eine solche überhaupt vorliegt - dürfte keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sein, war der Beschwerdeführer auch mit dieser Stö
rung lange Zeit arbeitsfähig.
5.5
Betreffend allfällige Wiedereingliederungsmassnahmen führte die
Beschwerde
gegnerin
in ihrer Verfügung vom 1
3.
Januar 2015 aus, dass der Beschwerde
führer anlässlich des persönlichen Informationsgespräches vom
2.
September 2014
mitgeteilt habe, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühle, an Massnahmen zur Wiedereingliederung teilzunehmen, er aber, sollte er sich doch noch dazu entscheiden, mit der Beschwerdegegnerin Kontakt aufnehmen könne (vgl.
Urk.
2 S. 4). Auf die Geltendmachung diesbezüglicher Ansprüche verzichtete der Beschwerdeführer im vorliegenden
Beschwerdever
fahren
(vgl.
Urk.
1 S. 6 oben), weshalb im Folgenden auf eine Prüfung von zu gewährenden Wiedereingliederungsmassnahmen verzichtet wird.
5.
6
Damit ist a
ufgrund des hier erfüllten Ausschlussgrundes der
Aggravation
anzu
nehmen
, dass
sowohl
von Seiten der diagnostizierten
dissoziativen Störung als auch von Seiten der depressiven Störung
keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit resultiert.
Da zudem auch nach ergänzenden Abklärungen kein organisches Korrelat für die geltend gemachten Beschwerden gefunden werden konnte, kommt auch der erwähnten Regel der Beweislosigkeit Gewicht zu, wonach ver
mutet wird, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt (vorstehend E. 1.5).
Die angefochtene Verfügung vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
2) erweist sich dem
nach im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegende
n Be
schwer
deführer aufzuerlegen.