# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eeafb395-ae2a-55ba-b852-93dadd86d133
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. wurde am 3. Oktober 2011 in Zürich aufgegriffen. Er gab an, gleichentags
illegal in die Schweiz eingereist zu sein. Am 6. Oktober 2011 ersuchte er um Asyl.
Während des Asylverfahrens tauchte er regelmässig unter und musste mehrfach im
Dublin-Verfahren in die Schweiz rücküberstellt werden. Am 17. Dezember 2012 konnte
er zum Asylgesuch befragt werden. Er gab an, am 14. Juni 1994 in Gaza geborener
Palästinenser zu sein. Seine Staatsangehörigkeit sei ihm nicht bekannt. Das
Bundesamt für Migration kam zum Schluss, X.Y. stamme weder aus Gaza noch sei er
dort sozialisiert worden, trat am 3. Januar 2013 auf das Gesuch nicht ein und wies ihn
an, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Der
Kanton St. Gallen wurde zum Vollzug der Wegweisung verpflichtet.
Während des Strafvollzugs, den X.Y. seit 31. Dezember 2012 in Zürich verbüsste,
wurde am 4. März 2013 gestützt auf einen ausländerrechtlichen Durchsuchungsbefehl
des st. gallischen Migrationsamtes sein Mobiltelefon sichergestellt. Soweit die
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Auswertung Kontakte ins Ausland ergab, betrafen sie Tunesien. Nach der bedingten
Entlassung aus dem Strafvollzug am 26. März 2013 wurde X.Y. nach St. Gallen
überstellt. Die Mitbewohner in der Gruppenunterkunft "Girlen", welcher er zugewiesen
wurde, vertraten die Meinung, er stamme aus Tunesien. Am 16. April 2013 wurde X.Y.
in Glattfelden im Kanton Zürich, aus dem er mit Verfügung vom 8. März 2013
ausgegrenzt worden war, festgenommen. Am 19. April 2013 wurde er nach St. Gallen
überführt und galt seit 23. April 2013 wiederum als untergetaucht. Eine für 21. Mai 2013
geplante Rückübernahme aus Frankreich fand nicht statt. Am 21. Juni 2013 reiste X.Y.
bei Basel illegal in die Schweiz ein und wurde festgenommen. Anschliessend verbüsste
er im Kanton Zürich eine 45-tägige Freiheitsstrafe.
Das für den Vollzug der Wegweisung zuständige st. gallische Migrationsamt wurde am
5. August 2013 über die Inhaftierung von X.Y. informiert. Es ordnete gleichentags die
Ausschaffungshaft an. Der Einzelrichter genehmigte am 7. August 2013 den Haftbefehl
und bestätigte die Ausschaffungshaft bis längstens 4. November 2013. Im Entscheid,
der unangefochten rechtskräftig wurde, wurde unter anderem ausgeführt, das
Beschleunigungsgebot sei eingehalten worden.
B./ Am 23. August 2013 ersuchte das Bundesamt für Migration die tunesische
Botschaft in der Schweiz, die Möglichkeit zur Ausstellung eines Laissez-passer für X.Y.
zu klären. Am 5. September 2013 weigerte sich X.Y., mit einem Herkunftsexperten des
Bundesamtes für Migration zur Klärung der Herkunft Arabisch zu sprechen. Er spreche
lediglich Deutsch und habe keine Zeit für solche "Spiele". Am 16. Oktober 2013
erkundigte sich das kantonale Migrationsamt beim Bundesamt, ob eine Möglichkeit
bestehe, X.Y. palästinensischen Behördenvertretern zuzuführen. Am 17. Oktober 2013
beharrte X.Y. auf seiner palästinensischen Herkunft, schlug aber die Möglichkeit aus,
mit der Kanzlei der ständigen palästinensischen Vertretung in Bern zu telefonieren.
Ebenso weigerte er sich, sich bei seiner heimatlichen Botschaft zu melden oder eine
"Bestätigung zur freiwilligen Ausreise" auszufüllen. Am 18. Oktober 2013 ersuchte das
Migrationsamt das Polizeikommando St. Gallen, Interpol-Abklärungen für Deutschland,
Österreich, Marokko, Algerien, Ägypten und Tunesien einzuleiten.
Dem Gesuch des Migrationsamts vom 21. Oktober 2013 entsprechend, verlängerte der
Einzelrichter der Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend Vorinstanz) die
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Ausschaffungshaft am 30. Oktober 2013 um drei Monate, längstens bis 3. Februar
2014, und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
C./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob durch seine Rechtsvertreterin mit
Eingabe vom 13. November 2013 gegen die Verlängerung der Ausschaffungshaft
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, allenfalls unter Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung,
seien der angefochtene Entscheid und die Anordnung der Ausschaffungshaft
aufzuheben, und er sei unverzüglich aus der Ausschaffungshaft zu entlassen. Auf die
Ausführungen zur Begründung des Begehrens wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz verwies am 15. November 2013 auf den angefochtenen Entscheid und
beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Migrationsamt (nachfolgend
Beschwerdegegner) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist Adressat des angefochtenen Entscheides und - da die Vorinstanz
der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen hat - nach wie vor in Haft.
Dementsprechend ist er zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 13. November 2013 wurde rechtzeitig
eingereicht und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gestützt auf Art. 76 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (Ausländergesetz; SR 142.20, abgekürzt AuG) kann zur Sicherstellung des
Wegweisungsvollzugs Ausschaffungshaft angeordnet werden, wenn einer der in lit. a
und b Ziff. 1 bis 6 genannten Haftgründe besteht. Der Beschwerdeführer bestreitet die
Rechtmässigkeit der Anordnung der Ausschaffungshaft nicht. Er macht aber geltend,
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die für die Ausschaffung zuständigen Behörden hätten das Beschleunigungsgebot
verletzt.
2.1. Nach Art. 76 Abs. 4 AuG sind die für den Vollzug der Weg- oder Ausweisung
notwendigen Vorkehren umgehend zu treffen. Die Behörden sind nicht gehalten, in
jedem Fall schematisch bestimmte Handlungen vorzunehmen. Umgekehrt müssen die
Vorkehrungen zielgerichtet sein; sie haben darauf ausgelegt zu sein, die Ausschaffung
voranzubringen. Das Beschleunigungsgebot gilt als verletzt, wenn während mehr als
zwei Monaten keinerlei Vorkehren mehr im Hinblick auf die Ausschaffung getroffen
wurden (Untätigkeit der Behörden), ohne dass die Verzögerung in erster Linie auf das
Verhalten ausländischer Behörden oder des Betroffenen selber zurückgeht. Die Frist
von zwei Monaten ist nicht als Freibrief dafür zu verstehen, dass nach Anordnung der
Ausschaffungshaft nichts getan werden müsste oder auf die erfolgversprechendsten
Vorkehrungen verzichtet werden könnte (vgl. BGE 139 I 206 E. 2.1).
Bei der Wahl ihres Vorgehens muss den Vollzugsbehörden ein gewisser Spielraum
zugestanden werden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Kontaktaufnahme zu
ausländischen Stellen; die dabei zu beachtenden Gepflogenheiten sind ihnen am
besten bekannt. Die Tatsache, dass die ausländischen Behörden sich oft mit einer
Antwort Zeit lassen, gebietet, innert nützlicher Frist an sie zu gelangen, da sonst viel
Zeit ungenutzt verstreicht und das Risiko steigt, dass der Betroffene innerhalb der
maximal zulässigen Haftdauer nicht ausgeschafft werden kann. Der Kontakt mit ihnen
ist anschliessend im Rahmen vertretbarer Fristen aufrecht zu erhalten. Im Interesse
einer andauernden erspriesslichen Zusammenarbeit mit dem jeweiligen
Botschaftspersonal soll und darf bei Rückfragen eine gewisse Zurückhaltung geübt
werden; gerade in dieser Hinsicht kommt der Einschätzung der Vollzugsbehörden
erhebliches Gewicht zu (vgl. BGer 2A.715/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 2.3.1 mit
Hinweisen, 2A.502/2002 vom 23. Oktober 2002 E. 2.1, 2A.115/2002 vom 19. März
2002 E. 3d).
Art. 5 Ziff. 1 Ingress und lit. f der Europäischen Konvention zum Schutz der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101) lässt bei Personen, gegen die ein
Ausweisungsverfahren im Gange ist, einen rechtmässigen Freiheitsentzug auf die
gesetzlich vorgeschriebene Weise zu. In diesem Rahmen verlangt die
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Ausschaffungshaft ein ernsthaft und mit Nachdruck vorangetriebenes hängiges
Wegweisungsverfahren (vgl. BGE 139 I 206 E. 2.3). Haben die schweizerischen
Behörden das Beschleunigungsgebot verletzt, ist das Verfahren nicht mehr
"schwebend" im Sinn dieser Bestimmung (vgl. BGE 124 II 49 E. 3a).
2.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots im
Wesentlichen mit der Begründung, am 5. September 2013 sei eine telefonische
Herkunftsabklärung gescheitert und erst am 18. Oktober 2013 Interpol eingeschaltet
worden. Die Behörde habe sich auf eine Anfrage bei der tunesischen Botschaft
beschränkt und nicht abgeklärt, ob er – wie von ihm stets behauptet – aus Palästina
oder – wie ebenfalls zur Diskussion gestanden habe - aus Algerien stamme. Seitens
der schweizerischen Behörden seien keine zielgerichteten Schritte zur Klärung seiner
Identität und der Herkunft unternommen worden.
2.2.1. Das Bundesamt für Migration hat am 23. August 2013 die tunesische Botschaft
in der Schweiz um Identifizierung des Beschwerdeführers und Ausstellung eines
Laissez-passer ersucht. Da die Auswertung des Mobiltelefons des Beschwerdeführers
einzig Verbindungen nach Tunesien ergab und seine Mitbewohner in der
Gruppenunterkunft äusserten, er stamme wohl aus Tunesien, ist nachvollziehbar, dass
die schweizerischen Behörden in erster Linie mit der Anfrage vom 23. August 2013 bei
der tunesischen Botschaft in der Schweiz vorstellig wurden. Dieses Vorgehen kann
deshalb entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht als untauglich und
ungeeignet bezeichnet werden. Vielmehr handelte es sich dabei um die
erfolgversprechendste Massnahme, welche die schweizerischen Behörden im Übrigen
fristgerecht in die Wege leiteten. Die Dauer der Bearbeitung dieses Gesuchs durch die
tunesischen Behörden liegt weitgehend ausserhalb des Einflussbereiches der
schweizerischen Behörden. Dass zurzeit noch keine Nachfrage bei der tunesischen
Botschaft aktenkundig ist, entspricht den diplomatischen Gepflogenheiten (dazu und
zur Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Tunesien vgl. VerwGE B 2013/176
vom 16. September 2013, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Die schweizerischen Behörden haben – um gegebenenfalls weitere zielführende
Schritte zur Erlangung eines Reisepapiers für den Beschwerdeführer unternehmen zu
können - am 5. September 2013 eine telefonische Lingua-Expertise zur
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Herkunftsklärung durchführen wollen. Dieses Mittel wäre geeignet gewesen,
gegebenenfalls die Behauptung des Beschwerdeführers zu bestätigen, aus Palästina
zu stammen, oder aber Anhaltspunkte zur Eingrenzung seiner Herkunft zu liefern.
Jedenfalls hätte damit geklärt werden können, an welche Botschaften sich die Schweiz
zur Erlangung eines Laissez-passer hätte wenden können. Damit haben die
schweizerischen Behörden zeitgerecht eine weitere naheliegende und
erfolgversprechende Massnahme zur Klärung der Herkunft des Beschwerdeführers
getroffen. Dass die Massnahme ihr Ziel nicht erreichte, hat einzig der
Beschwerdeführer, der nicht bereit war, mitzuwirken und Arabisch zu sprechen, zu
verantworten. Dass es sich beim Sprach- und Herkunftsexperten – wie der
Beschwerdeführer moniert – nicht um eine Person palästinensischer Herkunft handelte,
ist nicht von ausschlaggebender Bedeutung.
2.2.2. Zwischen dem – vom Beschwerdeführer zu verantwortenden – Scheitern der
Lingua-Befragung am 5. September 2013 und der Veranlassung der Interpol-
Abklärungen am 18. Oktober 2013 verstrichen zwar rund sechs Wochen, in denen die
schweizerischen Behörden untätig blieben. Dies verletzt indessen das
Beschleunigungsgebot nicht, da die erfolgversprechendsten Massnahmen rechtzeitig
ergriffen wurden und die Anfrage bei Interpol angesichts des mutmasslich jugendlichen
Alters des Beschwerdeführers und seiner Angaben im Asylverfahren, wonach er in
seinem Heimatland niemals mit der Polizei oder den Behörden Probleme gehabt habe,
auch nicht als ein Mittel bezeichnet werden kann, welches vorliegend zur Klärung der
Herkunft von vorrangiger Bedeutung wäre.
2.2.3. Ebenso wenig kann den schweizerischen Behörden eine Verletzung des
Beschleunigungsgebots vorgeworfen werden, weil sie bisher weder die
palästinensischen oder die algerischen Behörden um die Ausstellung eines Laissez-
passer für den Beschwerdeführer ersucht haben.
Die Behauptung des Beschwerdeführers, aus Gaza zu stammen, erschien bereits im
Asylverfahren unglaubwürdig. In diesem Zusammenhang kann auf die Ausführungen
der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtener Entscheid, S. 7). Der
Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer, der unbeirrt an seiner
palästinensischen Herkunft festhielt, sodann am 17. Oktober 2013 anlässlich einer
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Befragung vergeblich die Möglichkeit geboten, unmittelbar mit der Kanzlei der
ständigen palästinensischen Vertretung in Bern telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Damit hätte er – wie er in der Beschwerde fordert – ein Gespräch mit einer Person
palästinensischer Herkunft führen oder zumindest vereinbaren können. Insoweit verhält
sich der Beschwerdeführer widersprüchlich.
Zur angeblichen Herkunft aus Algerien hat der Beschwerdeführer keine konkreten
Angaben gemacht. Vielmehr steht sie im Zusammenhang mit einer von ihm bewusst
falsch angegebenen Identität. Mangels Mitwirkung des Beschwerdeführers anlässlich
des Versuchs, ihn am 5. September 2013 durch einen Sprach- und Herkunftsexperten
zu befragen, waren die schweizerischen Behörden auch nicht im Besitz konkreter
objektiver Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer nicht aus Tunesien
stammen würde. Dass sie es unterlassen haben, gestützt auf unglaubwürdige Angaben
des Beschwerdeführers und ohne konkrete objektive Anhaltspunkte für eine
entsprechende Herkunft die Botschaften Algeriens oder anderer Staaten im Maghreb
oder im Nahen Osten um Identitäts- und Reisepapiere anzufragen, kann ihnen nicht
vorgehalten werden. Wenn in beliebigen Einzelfällen ohne jeden konkreten objektiven
Anhaltspunkt systematisch die diplomatischen Behörden denkbarer Herkunftsstaaten
um Ausstellung eines Laissez-passer angegangen würden, wäre dies im Übrigen einer
fruchtbaren diplomatischen Zusammenarbeit abträglich.
2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die schweizerischen Behörden ihrer Pflicht
gemäss Art. 76 Abs. 4 AuG nachgekommen sind, indem sie entsprechend den
konkreten objektiven Anhaltspunkten zur Herkunft des Beschwerdeführers am 23.
August 2013 bei der tunesischen Botschaft die Möglichkeit zur Erlangung eines
Laissez-passer in Abklärung gegeben haben und zur Erlangung weiterer konkreter und
objektiver Anhaltspunkte zur Herkunft des Beschwerdeführers am 5. September 2013
eine Lingua-Expertise erstellen lassen wollten. Die Einleitung anderer
erfolgversprechender Massnahmen setzt die Mitwirkung des Beschwerdeführers
voraus. Insbesondere sind die Mittel der schweizerischen Behörden zur Erlangung
eines Reisepapiers beschränkt, wenn der Beschwerdeführer weder überprüfbare
Angaben zu seiner Herkunft macht noch sich bereit erklärt, freiwillig in seine Heimat
auszureisen. Die Verzögerung bei der Beschaffung eines Reisepapiers für den
Beschwerdeführer ist deshalb nicht den schweizerischen Behörden anzulasten.
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2.3. Die Sachlage unterscheidet sich damit wesentlich von jener, welche das
Bundesgericht in BGE 139 I 206 zu beurteilen hatte. In jenem Fall verstrichen drei
Monate zwischen der Inhaftierung und der - erfolgversprechendsten - Anfrage bei der
tunesischen Botschaft. Bis dahin – die Behörden führten lediglich noch rund einen
Monat nach der Inhaftierung ein Ausreisegespräch mit dem Betroffenen – wurde das
Wegweisungsverfahren nicht ernsthaft und mit Nachdruck vorangetrieben, so dass sich
die kantonalen Behörden nicht auf die mangelnde Mitwirkung des Betroffenen berufen
konnten.
2.4. Zusammenfassend erweist sich der Vorwurf der Verletzung des
Beschleunigungsgebots durch die schweizerischen Behörden als unbegründet. Die
Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen.
3. Auf die Erhebung amtlicher Kosten ist zu verzichten (Art. 97 VRP). Die Genehmigung
des Gesuchs des Beschwerdegegners um eine weitere Inhaftierung wird zu einer
Verlängerung der bisherigen Haftdauer von drei Monaten um - längstens - drei Monate
führen. Im Verfahren der Anordnung der Ausschaffungshaft war der Beschwerdeführer
nicht anwaltlich vertreten. Er verfügt bestenfalls über rudimentäre Deutschkenntnisse,
ist rechtsunkundig und – soweit ersichtlich – mittellos. Dementsprechend ist dem
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung trotz
Aussichtslosigkeit der Beschwerde zu entsprechen (vgl. BGE 134 I 92 E. 3.2.2 und
3.2.3; BGer 2C_598/2013 vom 22. Juli 2013 E. 3.3.1) und die Rechtsvertreterin mit 800
Franken (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70; inklusive Barauslagen,
zuzüglich Mehrwertsteuer) ausseramtlich zu entschädigen.