# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ca94790c-59de-4ffe-8ebf-58e538760531
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. August 2014, mitgeteilt am 22. August 2014, wurde Y._ des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeugs gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 200.--, bei schuldhafter Nichtbezahlung derselben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen, bestraft. Die Kosten des Verfahrens von insgesamt Fr. 349.-- (Gebühren Fr. 275.-- und Barauslagen Fr. 74.--) wurden ebenfalls Y._ auferlegt. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am 18. Juni 2014 fuhr der Beschuldigte als Lenker des Lastwagens _ in O.1_ über die _strasse bis zum Parkplatz _, wo er um 08:30 Uhr eintraf. Das Fahrzeug entsprach nicht den gesetzlichen Bestimmungen. Folgende am Fahrzeug angebrachte Lichter nach vorne waren nicht vorschriftsgemäss:
 Das Fahrzeug war mit insgesamt 8 Fernlichter (Kennzeichnung "R") ausgerüstet. An Fahrzeugen der Klasse N3 (Gesamtgewicht > 12000 kg) zulässig sind maximal 6 Fernlichter.
 Beim Einschalten des Fernlichts war es möglich, dass insgesamt 8 Fernlichter (Kennzeichnung "R") gleichzeitig leuchteten. Gleichzeitig leuchten dürfen nicht mehr als zwei Paar Fernlichter."
B. Gegen diesen Strafbefehl liess Y._ am 28. August 2014 rechtzeitig Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwaltschaft Graubünden weitere Beweise abnahm (Art. 355 Abs. 1 StPO). Nach Ergänzung der Untersuchung hielt die Staatsanwaltschaft Graubünden am Strafbefehl fest und überwies die Akten samt Schlussbericht am 5. Februar 2015 dem Bezirksgericht Inn (Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO).
C. Die Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Inn, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 19. März 2015 vorgeladen worden war, fand am 23. April 2015 statt. Y._ erschien in Begleitung seines Rechtsanwalts lic. iur. Martin Suenderhauf. Die Staatsanwaltschaft Graubünden war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Y._ ist schuldig des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 200.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
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Anträge beschuldigte Person (RA lic. iur. Martin Suenderhauf):
1. Y._ sei vom Vorwurf des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges im Sinne von Art. 29 SVG i.V.m. Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG freizusprechen.
2. Eventualiter sei im Sinne von Art. 100 Ziff. 1 Abs. 2 SVG von Strafe Umgang zu nehmen.
3. Die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen.
4. Y._ sei für seine Verteidigungsaufwendungen eine Entschädigung von Fr. 5'800.00 zuzusprechen."
D. Gegen das am 23. April 2015 gefällte, dem Beschuldigten gleichentags mündlich eröffnete und am 24. April 2015 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Inn meldete die Staatsanwaltschaft Graubünden am 29. April 2015 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Inn den Parteien das begründete Urteil am 26. Juni 2015 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. Y._ wird vom Vorwurf des Führens eines nicht vorschriftsgemässen Fahrzeuges gemäss Art. 29 SVG in Verbindung mit Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG freigesprochen.
2. Die Untersuchungsgebühren der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 899.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn von CHF 3'500.00 gehen zu Lasten des Bezirksgerichts Inn.
3. Y._ wird von der Bezirksgerichtskasse Inn eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 5'740.20 (inkl. Spesen und MWST) ausgerichtet (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO).

## Considerations