# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7d53dfb2-c5ab-4b7a-a253-8ec256a8755f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1951,
war seit dem 2
0.
August 2009 bei der
Y._
,
Z._
, a
ls Gartenbaugehilfe angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva
obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nicht
berufsunfällen versichert. A
m
9.
März 2010
zog er sich
beim Abladen von
Fibroplatten
eine Quetsc
hung der linken Mittelhand zu
(
Urk.
11/134
, 11/8
), worauf
d
ie Suva
Heilbehandlungs- und Taggeldl
eistungen
erbrachte
(vgl. Urk.
11/32
).
Mit Verfügung vom 2
6.
April 2012 stellte die Suva die Versiche
rungsleistungen per 3
0.
April 2012 ein (
Urk.
11/122
)
und
bestätigte dies sodann
mit
Einspracheentscheid
vom 10. September 2012 (Urk. 11/145).
Das Versiche
rungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde mit Entscheid vom
6.
September 2013 gut und verpflichtete die Suva,
diesem
über den 3
0.
April 2012
hinaus die gesetzlichen Leistungen für den am
9.
März 2010 erlittenen Unfall zu erbringen (
Urk.
11/181).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtkraft.
1.2
Im weiteren Verlauf gab die Suva bei der MEDAS
A._
ein Gutachten
in den Fachbereichen Rheumatologie und Handchirurgie
in Auftrag, welches am 2
5.
Juli 2014 vorgelegt wurde (
Urk.
11/223 ff.).
Die Gutachter gelangten unter anderem zum Schluss, dass der Status quo sine
vel
ante noch nicht erreicht worden sei (
Urk.
11/223/27).
Nachdem sie insbesondere wiederholt kreisärztliche Stellungnahmen eingeholt hatte (vgl.
Urk.
11/259, 11/286 und 11/318), veran
lasste die Suva erneut eine Begutachtung durch die MEDAS-
A._
, wobei zusätzlich eine psychiatrische Untersuchung
für notwendig erachtet
wurde (MEDAS-Gutachten vom 3
1.
Juli 2017;
Urk.
11/366 ff.).
Nach Kenntnisnahme einer ergänzenden Stellungnahme der medizinischen Sachverständigen
vom 19. Oktober 2017 (
Urk.
11/387)
teilte die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom
8.
November 2017 mit, dass keine Invalidenrente ausgerichtet werde. Ausgehend von einer Integritätseinbusse von 20
%
bestehe indes Anspruch auf eine Integritätsentschädigung im Betrag von
Fr.
25'200.-- (
Urk.
11/391). Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
11/399, 11/409) wies die Suva mit Entscheid vom 1
2.
Juli 2018 ab (
Urk.
11/412 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
August 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend eine
angemessene Invalidenrente sowie eine angemessene, jedenfalls höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen. Im Weiteren sei ihm in der Person von Rechtsanwalt André
Largier
, Zürich, ein unentgeltlicher Rechts
vertreter zu bestellen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Eingabe vom 1
2.
September 2018 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer zwecks Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse weitere Unterlagen zu den Akten (
Urk.
7,
Urk.
8/2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018 in Kenntnis gesetzt wurde. Gleichzeitig wurde
ihm in Bewilli
gung
sein
es entsprechenden
Gesuch
e
s
Rechtsanwalt André
Largier
als unentgelt
licher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
13). Jener reichte am
2.
Oktober 2019 seine Honorarnote ein (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9.
März 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts, ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
1.4.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integri
tätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.4.2
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1
2.
Juli 2018 erwog die Beschwer
degegnerin zusammengefasst, dass auf die Ausführungen der MEDAS-Gutachter zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers abgestellt werden könne.
Diesem sei zumutbar, die attestierte
uneingeschränkte
Restarbeitsfähigkeit in einer leidens
adaptierten Tätigkeit zu verwerten (
Urk.
2 S. 5 f.). Ausgehend von den Angaben der letzten Arbeitgeberin ergebe sich ein
Valideneinkommen
von Fr. 45'663.--. Das
anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) zu bestimmende Invalideneinkommen belaufe sich unter Be
rück
sichtigung der zusätzlich pro Tag benötigten Pausen, einem leidensbedingten Abzug von 15
%
sowie
einem Abzug von 5,9
%
aufgrund
der Unterdurchschnitt
lichkeit des
Valideneinkommens
auf
Fr.
47'531.--.
Die
Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergebe keinen Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 6 ff.).
Im Übrigen sei auf der Grundlage der gutachterlichen Einschätzung für die somatischen Beschwerden zu Recht eine Integritätsentschädigung von 20
%
zugesprochen worden.
Die Beurteilung e
ine
r
allfällige
n
Integritätsentschädigung für die psychi
schen Beschwerden
erfolge zu einem späteren Zeitpunkt
(
Urk.
2 S.
9 ff.
).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom
29.
August 2018 im Wesentlichen geltend,
dass aufgrund des von den Gutachtern attestierten zusätzlichen Pausenbedarfs nur von einer Arbeitsfähigkeit von 87.5
respektive 88
%
für leidensangepasste Tätigk
eiten auszugehen sei (
Urk.
1 S.
4
f.
und S. 11
). Die
se Restarbeitsfähigkeit könne er auf dem ihm offenstehenden Arbeitsmarkt jedoch
realistischerweise
nicht verwerten, weshalb kein Invaliden
einkommen angerechnet werden dürfe (
Urk.
1 S. 6 ff.). Falls trotzdem von einer Verwertbarkeit ausgegangen werde, rechtfertige sich mit Blick auf die multiplen Einschränkungen die Gewährung eine
s Leidensabzuges von 25
%
(Urk.
1 S. 8 f.).
Im Weiteren habe die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkommen
zu tief festge
legt. Ausgehend von den Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
belaufe
sich dieses für das Jahr 2017 auf
Fr.
56'291.6
5.
Ein
Vergleich mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
44'311.31
ergebe daher einen rentenbegründenden Invaliditäts
grad von 21
%
(
Urk.
1 S. 9 ff.).
Zur Integritätsentschädigung sei schliesslich anzumerken, dass die Beschwerdegegnerin den Totalverlust des Daumens und des Zeigefingers
nicht angemessen berücksichtigt habe. Zu Unrecht sei darüber hinaus ausser Acht gelassen worden, dass auch ein
Complex
Regional
Pain
Syndrom (CRPS) ohne Anzeichen auf Besserung vorliege. Der Integritätsschaden sei in diesem Kontext noch genauer abzuklären (
Urk.
1 S. 12).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Oktober 2018 bestritt die Beschwerdegegnerin insbesondere, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten könne
. Massgebend seien nicht die konkreten wirtschaftlichen Verhält
nisse, sondern die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
(
Urk.
10 S. 4). Des Weiteren
sei das
Valideneinkommen
im
Einspracheentscheid
zutreffend anhand dessen berechnet worden, was der
Beschwerdeführer effektiv verdient habe. In Bezug auf das Invalideneinkommen
rechtfertige sich
zudem
kein höherer Leidensabzug
als die gewährten 15
%
(Urk.
10 S. 5).
Sodann
bestehe für das Gericht kein Grund, die ermessensweise vorgenommene Schätzung der Integritätseinbusse abweichend zu beurteilen. Der Beschwerdeführer könne sich auf keine ärztliche Stellungnahme stützen, welche die
diesbezügliche
Beurteilung des Gutachters zu
widerlegen vermöge (
Urk.
10 S.
6).
3.
3.1
Massgebliche medizinische Grundlage des angefochtenen
Einspracheentscheids
bildet das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 3
1.
Juli 201
7.
Aus rheumato
logischer Sicht
stellte
Dr.
med. B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, folgende Diagnosen
mit Bezug auf die Unfallschädigung
:
-
CRPS Typ II bei Quetschtrauma der linken Hand mit Läsion des
Ramus
superficialis
des
Nervus
radialis
links
-
diskrete
Rhizarthrose
links
Ausserdem sprächen die Ergebnisse der Laboruntersuchungen für das Vorliegen eines metabolischen Syndroms
(Urk. 11/366/33)
.
Aus rheumatologischer Sicht seien die klinischen Befunde im Wesentlichen dieselben, wie sie bei der Vorun
tersuchung vorgelegen hätten. Die Diagnose
eines CRPS lasse sich nach wie vor stellen, allerdings nur noch knapp. Die Crux bei dieser Diagnose bestehe unter anderem darin, dass die Budapest-Kriterien nicht scharf formuliert und somit einem Ermessensspielraum des Beurteilers unterworfen seien. Ein Teil des Beschwerdebildes sei zudem durch eine dissoziative Störung erklärbar (Urk. 11/366/31).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, schloss in seiner Teilexpertise wie
Dr.
B._
auf die Diagnose eines CRPS Typ II bei Status nach Quetschtrauma des linken Daumens am
9.
März 201
0.
Die nach wie vor bestehenden Sensibilitätsstörungen im Bereich des
Nervus
radialis
innervierten Gebietes mit auslösbarem
Tinnel
-Phänomen über dem
Ramus
superficialis
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Quetschtrauma verursacht. Dies scheine auch der Auslöser des CRPS zu sein. Aus handchirurgischer Sicht
sei der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Gartenbaugehilfe vollstän
dig arbeitsunfähig. Eine leidensangepasste Tätigkeit
sei
ihm hingegen vollschich
tig zumutbar. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die linke Hand noch knapp als
Zudienhand
eingesetzt werden könne. Belastende Tätigkeiten seien nicht
mehr
zumutbar. Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten könnten vollumfänglich bewerkstelligt werden, allerdings
sicherlich mit einer gewissen Leistungseinbusse
, da aufgrund der Gesamtsituation auch bei körperlich nicht anstrengenden Arbei
ten Pausen zur Erholung eingelegt werden müssten. Zum Integritätsschaden sei festzuhalten, dass Daumen und Zeigefinger unfallbedingt nicht mehr einsetzbar seien. Gemäss Suva-Tabelle 3 entspreche dies einer 20%igen Integritätseinbusse (
Urk.
11/367/2 f.).
3.3
Dr.
med. D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, stellte in ihrem Teilgutachten die Diagnose einer
dissoziativen Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (ICD-10 F44.4). Die Kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren oder eine depressive Episode seien dagegen aktuell nicht erfüllt (Urk. 11/368/27
; vgl. zudem
Urk.
11/368/32 ff.
).
Die Symptomatik sei bereits sehr früh nach dem Unfallereignis beschrieben worden und scheine während einiger Zeit auch das Beschwerdebild dominiert zu haben, bis Symptome eines CRPS in den Vorder
grund getreten seien. Dokumentiert sei während der ersten Jahre nach dem Unfallereignis auch das verzweifelte Ringen des Beschwerdeführers um den Erhalt der Arbeitsfähigkeit und seine
r
Funktionsfähigkeit am Arbeitsplatz, sei es mit oder ohne Daumen. Insofern sei aus psychiatrischer Sicht die natürliche Teilkau
salität der Symptomatik zum Unfallereignis nicht strittig (
Urk.
11/368/35).
In Bezug auf die Leistungsfähigkeit
sei festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer gewisse Einschränkungen seiner für die berufliche Tätigkeit relevanten Fähigkeit aufweise, welche aber nicht sehr ausgeprägt seien. Wahrscheinlich mittelschwer beeinträchtigt sei die Widerstands- und Durchhaltefähigkeit; leicht eingeschränkt sei die Selbstbehauptungsfähigkeit, die Konversations- und Kontaktfähigkeit zu Dritten, die Gruppenfähigkeit sowie die Selbstpflege und Selbstversorgung. Diese Einschränkungen
beträfen
auch den privaten Bereich (
Urk.
11/368/38).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seien die Beeinträchtigungen von körperlicher Seite entscheidend. Von psychiatrischer Seite seien allenfalls aufgrund der eingeschränkten Durchhaltefähigkeit zusätzliche Einschränkungen durch vermehrt notwendige Pausen zu berücksichtigen, beispielsweise im Ausmass von einer halben Stunde pro
Halbtag
.
Der Integritätsschaden für die psychischen Unfallfolgen könne — falls die Adäquanz bejaht werde — frühestens ein Jahr nach Rentenzusprechung geschätzt werden, da sich die psychische Situation
danach
noch stabilisieren könne (
Urk.
11/368/40).
3.4
Ergänzend hielten die medizinischen Sachverständigen in ihrer integrativen Gesamtbeurteilung fest, dass in unfallbedingter organischer Hinsicht keine erhebliche
Besserung mehr zu erwarten sei. Dies sei darüber hinaus auch in Bezug auf die unfallbedingten psychischen Einschränkungen unwahrscheinlich (Urk. 11/366/34).
3.5
Nachdem die Beschwerdegegnerin am 1
1.
September 2017 eine Rückfrage zur Einschätzung des Integritätsschadens gestellt hatte (
Urk.
11/381), äusserten sich die Gutachter mit Schreiben vom 1
9.
Oktober 2017 dahingehend, dass zwar in der Tat eine gewisse Inkonsistenz bezüglich Beweglichkeit des Zeigefingers bestehe, was aus der rheumatologischen Beschreibung des Status hervorgehe. Dennoch werde auch aus handchirurgischer Sicht die Auffassung vertreten, dass der Beschwerdeführer seine linke Hand für eine berufliche Tätigkeit nur noch als Hilfshand einsetzen könnte. Bei der Schätzung des Integritätsschadens sei davon ausgegangen worden, dass Daumen und Zeigefinger für eine berufliche Tätigkeit weitgehend nicht mehr einsetzbar seien. Ob aufgrund der minimen Inkonsistenz eine gewisse Kürzung gerechtfertigt sei, sei wohl eher eine Rechtsfrage (Urk. 11/387).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass
das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten die
vom Bundesgericht festgelegten formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise erfüllt (vgl. E. 1.5 vorstehend), was seitens der Parteien auch nicht in Frage gestellt wird.
Diese stimmen im Weiteren da
hingehend überein, dass der
Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht (vgl.
Urk.
11/366/35)
seiner
ange
stammten
Tätigkeit als Gartenbaugehilfe nicht mehr
nachgehen kann
(vgl.
Urk.
1 S. 4,
Urk.
2 S. 7).
In Bezug auf leidensadaptierte Tätigkeiten hielten die Gutachter fest,
diese seien
dem Beschwerdeführer vollschichtig zumutbar, wobei aufgrund der Gesamtsitu
ation auch bei körperlich nicht anstrengenden Arbeiten Pausen zur Erholung eingelegt werden müssten.
Von psychiatrischer Seite seien allenfalls
infolge
der beeinträchtigten Durchhaltefähigkeit zusätzliche Einschränkungen durch vermehrt nötige Pausen zu berücksichtigen, beispielsweise im Ausmass von einer halben Stunde pro
Halbtag
(
Urk.
11/366/35).
Zwischen den Parteien ist grund
sätzlich auch in diesem Zusammenhang unbestritten, dass auf die fachärztliche Beurteilung abgestellt werden kann.
Dieser trug die Beschwerdegegnerin entge
gen
der
Sichtweise
des Beschwerdeführers
auch
Rechnung, indem sie im Rahmen der Ermittlung des Invalideneinkommens
den zusätzlichen täglichen Pausenbe
darf von einer halben Stunde berücksichtigte und
von einer wöchentlich zumut
baren Arbeitszeit
von
36.7
Stunden ausging (41.7 Stunden abzüglich 5 St
unden Pausen pro
Woche
; Urk.
2 S. 7).
Im Ergebnis besteht damit keine
nennenswerte
Differenz zu der
vom Beschwerdeführer
postulierten Arbeitsfähigkeit von 87.5 respektive 88
%
(vgl.
Urk.
1 S. 6 und
S.
11
; 41.7 Stunden * 0.88 = 36.696 Stun
den
).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer macht
allerdings
geltend,
die ihm attestierte Restarbeits
fähigkeit nicht verwerten zu können
, wobei er in erster Linie auf sein eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil hinwies
(
Urk.
1 S. 6 ff.).
4.2.2
Der Vollständigkeit halber ist zunächst festzuhalten, dass der
im September 1951
geborene
Beschwerdeführer im Zeitpunkt, in welchem aus medizinischer Sicht die Zumutbarkeit einer zumindest teilweisen Erwerbstätigkeit spätestens feststand (Datum des MEDAS-Gutachtens [3
1.
Juli 2017]; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinweis)
bereits
über 66
Jahre alt war.
Im Gegensatz zur Invalidenversicherung ist das vorgerückte Alter bei der Beur
teilung der Zumutbarkeit eines Stellenwechsels im Bereich der Unfallversicherung jedoch nicht zu berücksichtigen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_346/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.1 f. und 8C_806/2012 vom 1
2.
Februar 2013
E. 5.2.2, jeweils mit Hinweisen)
. Dies wurde seitens des Beschwerdeführers denn auch
zu Recht
nicht vorgebracht
.
4.2.3
Sodann ist darauf hinzuweisen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt recht
sprechungsgemäss genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte A
rbeit verrichten können. Es entspricht der Praxis, selbst bei faktischer
Einhändigkeit
zwar eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit anzunehmen, gleichwohl aber sogar bei Versicherten, die ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt (beispielsweise als unbelastete
Zudienhand
) einsetzen können, einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit realistischen Betätigungsmöglichkeiten zu unterstellen
. Darüber hinaus werden längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und Prüfung durch Computer und automatisierte Maschinen ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen
Maschinen oder
Produktionseinheiten, die keinen Einsatz der linken Hand voraussetzen
(
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_587/2019 vom 3
0.
Oktober 2019 E. 6.2, namentlich mit Hinweis auf das Urteil
8C_811/2018 vom 1
0.
April 2019 E. 4.4.2)
.
Zum Belastungsprofil führten die Gutachter aus,
dass der Beschwerdeführer die linke Hand noch knapp als Hilfshand einsetzen könne. Belastende Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Überwachungs- und Kontrollaufgaben könnten jedoch — unter Berücksichtigung einer Leistungseinbusse infolge erhöhten Pausenbedarfs — vollumfänglich ausgeübt werden (
Urk.
11/366/35).
In Nachach
tung der zitierten Rechtsprechung
ist damit nicht von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen.
Daran vermag auch der Hinweis des Beschwer
deführers auf das von der
E._
im Bericht vom
4.
Juli 2011 fest
gehaltene Zumutbarkeitsprofil
(Urk. 11/67/2)
nichts zu ändern.
Davon abgesehen, dass
diese Einschätzung bereits mehrere Jahre zurückliegt, betraf sie primär die angestammte
Tätigkeit als Gartenbaugehilfe, welche jedoch gemäss MEDAS-Gutachten nicht mehr zumutbar ist.
Des Weiteren wurden a
ndere berufliche Tätigkeiten mit mittelschwerer Belastung
damals
als ganztags zumutbar erachtet
, was ebenfalls im Widerspruch zur
aktuellen
gutachterlichen Beurteilung steht
.
Soweit der Beschwerdeführer
ferner
auf eine schmerzbedingt reduzierte Konzent
rationsfähigkeit hinweist (
Urk.
1 S. 7 f.), ist ihm entgegenzuhalten, dass
Dr.
D._
im Rahmen ihrer psychiatrischen Exploration keine
Auf
fassungs
- oder Konzentration
sstörungen eruieren konnte und
der Beschwerde
führer
solche
auch nicht bekl
agt hatte (Urk.
11/368/23).
Die von der Gutachterin festgestellte Einschränkung der Durchhaltefähigkeit, welche mit einem erhöhten Pausenbedarf einhergeht
(Urk.
11/368/40)
,
lässt im Übrigen
— selbst in Kombi
nation mit den somatischen Beeinträchtigungen —
ebenfalls nicht den Schluss auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu.
4.3
4.3
.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
4.3
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E.
4.1 mit Hinweise).
Liegen zuverlässige Angaben der damaligen Arbeitgeberin vor, was die versicherte Person zum Zeitpunkt des Rentenbeginns mutmasslich verdient hätte, ist darauf abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2017 vom 2
0.
Juni 2018 E. 2 mit Hinweisen).
Die Parteien gehen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
tätig gewe
sen wäre (
Urk.
1 S. 9 ff.,
Urk.
2 S. 6 f.), was nicht zu beanstanden ist.
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte für das Jahr 2017 ein
Valideneinkommen
von Fr. 45'663.-- (
Fr.
22.50 * 44.9 [Wochenstunden] * 45.2 [Wochen/Jahr]
; vgl. Urk.
11/395/4
)
.
In diesem Zusammenhang hatte sie
mehrfach
bei der ehemaligen Arbeitgeberin abgeklärt, welcher Stunden
lohn dem Beschwerdeführer ausgerich
tet würde. Wiederholt war ihr mitgeteilt worden, dass dieser
Fr.
22.50 betragen würde (vgl.
Urk.
11/289, 11/328 und 11/380)
, wobei der Stundenlohn aufgrund einer Kontrolle der
Unia
von ursprünglich
Fr.
21.50 auf den genannten Betrag angehoben worden sei. Anlässlich der letzten telefonischen Kontaktaufnahme vom 1
1.
September 2017 wurde seitens der ehemaligen Arbeitgeberin zudem explizit bestätigt, dass im Stundenlohn von
Fr.
22.50 sowohl die Ferien- als auch die Feiertagsentschädigung sowie der Anteil des 13. Monatslohns enthalten sei
en
(
Urk.
11/380).
Für die Beschwerdegegnerin bestand i
n Anbetracht dieser klaren und zuverlässigen Angaben der
Y._
kein Anlass,
von dieser Information
abzuweichen.
Zwar ist dem Beschwerdeführer insofern beizupflichten, als die ehemalige Arbeitgeberin am 11. September 2017 auch mit
teilte, sich an den Grundlagen der
F._
zu orientieren
.
Dies vermag allerdings nicht zu rechtfertigen,
den Stundenlohn
hypothetisch
anhand
der Empfehlungen der
Unia
(vgl.
Urk.
11/404) beziehungsweise
des
Lohnregulativs
im Anhang zum Gesamtarbeitsvertrag für die grüne Branche (vgl.
Urk.
11/377/3) zu berechnen, zumal die
Y._
gemäss eigenen Angaben
Letzterem
gar nicht
unterstellt ist (
Urk.
11/380).
Insgesamt ging die Beschwerdegegnerin somit
richtigerweise
von einem
Validen
einkommen
von
Fr.
45'633.-- aus.
Auf der Grundlage ihrer
Abklärungen bei mehreren Gartenbaubetrieben in der Wohnregion des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
11/375 ff.), welche ein jährliches Durchschnittseinkommen von
Fr.
51'250.-- ergaben
(vgl.
Urk.
11/395/4 f.),
erweist sich die
s
es
Valideneinkom
men
unbestrittenermassen
um 10.9
%
als unterdurchschnittlich.
Da dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der fehlenden beruflichen Ausbildung des Beschwerdeführers sowie dessen
mangelnde
n
Kenntnisse
n
der deutschen Sprache geschuldet ist (vgl.
Urk.
11/289, 11/328 und 11/380),
hat die Beschwerdegegnerin korrekterweise eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen vorgenommen, soweit die Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
5
%
übersteigt
(vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2, 135 V 58 E. 3.1 und 134 V 322 E. 4.1). Darauf wird im Rahmen der Ermittlung des Invalideneinkommens zurückzukommen
sein (E. 4.3.3 nachstehend), da sich die Beschwerdegegnerin für eine Herabsetzung des statis
tischen Wertes auf der Seite des Invalideneinkommens entschieden hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2.2.3).
4.3
.3
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
-
kumulativ — besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss
LSE
oder die
Zahlen der Dokumenta
tion von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).
Da die Suche in der DAP-Datenbank nicht genügend Resultate ergab, ermittelte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen anhand der LSE 2014, wobei sie
auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art männlicher Angestellter von Fr. 5'312.-- ab
stellte
(LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenz
niveau
1).
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S)
und der Nominallohnent
wicklung bis 2017 (vgl.
www.bfs.admin.ch
)
legte
die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen grundsätzlich auf
Fr.
67‘522.-- fest (
Urk.
2 S. 7),
wovon auch der
Beschwerdeführer
ausgeht
(vgl.
Urk.
1 S. 11).
In einem weiteren Schritt trug die Beschwerdegegnerin in zutreffender Weise der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit Rechnung (vgl. E. 4.1 vorstehend), weshalb sich das Invaliden
einkom
men auf
Fr.
59‘
425.-- reduziert
(
Fr.
67'522
.--
/ 41.7 * 36.7)
.
Infolge der Notwen
digkeit der Parallelisierung der Vergleichseinkommen (vgl. E. 4.3.2 vorstehend) setzte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen sodann korrekterweise um 5.9
%
herab. Im Weiteren berücksichtigte sie einen leidensbedingten Abzug von 15
%
und setzte das
massgebende
Invaliden
einkommen im Ergebnis auf
Fr.
47'531.-- fest (
Urk.
2 S. 7 f.).
4.
3
.
4
Nach dem Gesagten übersteigt das Invalideneinkommen von
Fr.
47'531.-- das
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
45'663.--, weshalb ein negativer Invali
ditätsgrad resultiert und folglich kein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung besteht.
Bei diesen Gegebenheiten kann
offen gelassen
werden, ob allenfalls — wie vom Beschwerdeführer beantragt (
Urk.
1 S. 8 f.) — ein höherer Leidensabzug
gerechtfertigt
wäre, da sich selbst bei einem maximalen Abzug von 25
%
ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 8.15 respek
tive 8
%
ergeben würde (zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121).
Der Vollständigkeit halber
bleibt in diesem Kontext
anzumerken, dass
das Bundesge
richt
in Fällen
funktioneller
Einarmigkeit
oder
Einhändigkeit
auch schon Abzüge von 10
%
als angemessen erachtet hat
(vgl. Urte
il
des Bundesgerichts
9C_783/2015 vom 7. April 2016 E. 4.6
mit Hinweis)
, weshalb die Ermessensaus
übung der Beschwerdegegnerin nicht
grundsätzlich
in
Zweifel zu ziehen
ist
.
Der rentenverneinende Entscheid der Beschwerdegegnerin ist daher nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht ausgehend von einer Integritätseinbusse von 20
%
eine Integritätsentschädigung zugesprochen hat.
Dieser rügt, dass er gemäss
MEDAS-
Gutachten Daumen und Zeigefinger unfallbedingt nicht mehr einsetzen könne. In Anwendung der Suva-
Tabelle 3,
Ziff.
19, betrage der Integritätsschaden daher 25
%
. Der Integritäts
schaden für die mit dem CRPS in Zusammenhang stehenden Beeinträchtigungen sei zudem noch abzuklären (
Urk.
1 S. 11 f.).
5.2
Dem MEDAS-Gutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer Daumen und Zeigefinger der linken Hand unfallbedingt nicht mehr einsetzen könne, was gemäss Suva-Tabelle 3 einem Integritätsschaden von 20
%
entspreche (Urk. 11/366/35). Mit ergänzender Stellungnahme vom 1
9.
Oktober 2017 hielten die medizinischen Sachverständigen fest, dass eine gewisse Inkonsistenz bezüg
lich Beweglichkeit des Zeigefingers bestehe. Daumen und Zeigefinger seien für eine berufliche Tätigkeit weitgehend nicht mehr einsetzbar. Ob aufgrund der minimen Inkonsistenz eine gewisse Kürzung gerechtfertigt sei, sei wohl eher eine Rechtsfrage (
Urk.
11/387).
5.3
Gemäss
Suva-Tabelle 3 (
Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten
Finger-, Hand- und Armverlusten)
entspricht der vollständige Verlust von Daumen und Zeigefinger
an einer Hand einem Integritätsschaden von 25
%
(Ziff. 19). Für den je hälftigen Verlust von Daumen und Zeigefinger wird dieser auf 15
%
festgelegt (
Ziff.
18).
Vorliegend
ist zu berücksichtigen, dass
die Beweg
lichkeit des linken Zeigefingers nicht komplett eingeschränkt ist. So konnte der Beschwerdeführer diesen im Rahmen der handchirurgischen Untersuchung bis zu einer Sperrdistanz von 1 cm flektieren (
Urk.
11/367/2). Die klinische Messung durch
Dr.
B._
ergab eine Sperrdistanz von 4 cm, welche jedoch beim Ankleiden nicht beobachtet werden konnte (Urk. 11/366/24). In Anbetracht dieser Befunde ist nachvollziehbar, dass die Gutachter
mit Blick auf die
einschlägige Suva-Tabelle
nicht auf einen Integritätsschaden von 25
%
schlossen
, da kein vollstän
diger Verlust beziehungsweise keine vollständige Funktionsunfähigkeit des linken Zeigefingers gegeben ist.
Die von ihnen festgelegte Integritätseinbusse von 20
%
entspricht dem Mittelwert von
Ziff.
18 und 19 der einschlägigen Suva-Tabelle und ist mit den erhobenen Befunden vereinbar.
Im Weiteren wies die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin (vgl.
Urk.
2 S. 10), dass keine den Gutachtern widersprechende ärztliche Einschätzung der Integritätseinbusse aktenkundig ist. Die Beurteilung von Integritätsschäden bildet rechtsprechungs
gemäss jedoch eine Tatfrage, die von einem Mediziner zu beantworten ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013 E. 3.4.1 und U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6, je mit Hinweisen).
Als
nicht stichhaltig
erweist sich
in Anbetracht dieser Rechtsprechung
somit
auch der Einwand des Beschwerdefüh
rers, dass bei der Festlegung des Integritätsschadens zusätzlich die mit dem CRPS in Zusammenhang stehenden Beeinträchtigungen einzubeziehen
und in dieser Hinsicht
weitere Abklärungen notwendig
seien
.
Ergänzend ist anzumerken, dass
mit Blick auf die rheumatologischen Untersuchungsergebnisse keine Einschrän
kungen
an der linken oberen Extremität
ersichtlich sind, die
auf
einen Integri
tätsschaden im Sinne der Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktions
störungen an den oberen Extremitäten)
hindeuten. Insbesondere liegen
weder Lähmungen vor noch ist
die Beweglichkeit des
Ellbogen
s oder der Schulter
wesentlich
beeinträchtigt (vgl. Urk. 11/366/23 f.).
Gesamthaft
ist die Höhe der gestützt auf d
ie Beurteilung der MEDAS-Gutachter
zugesprochenen Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.
In Bezug auf eine allenfalls für psychische Beschwerden geschuldete Integritätsentschädigung sind sich die Parteien in Übereinstimm
ung mit der Beurteilung von Dr.
D._
dahingehend
einig,
dass diese zu einem späteren Zeitpunkt zu
beurteilen
sein wird
(vgl.
Urk.
1 S. 12,
Urk.
2 S. 10 sowie
Urk.
11/368/40)
, weshalb vorliegend nicht
abschliessend
da
rüber
zu befinden
ist.
Demnach hat es mit der zugesprochenen Integritätsentschädigung sein Bewen
den.
6.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. Juli 2018 (
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
7
.1
Das Beschwerdev
erfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG).
7
.2
Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
13) wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt André
Largier
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. Dieser machte mit Honorarnote vom
2.
Oktober 2019 einen Gesamtaufwand von 11.5 Stunden sowie Barauslagen von insgesamt
Fr.
51.60 geltend (
Urk.
15).
Nach
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der von Rechtsanwalt
Largier
geltend gemachte Stundenaufwand ist der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses grundsätzlich angemes
sen.
Einzig
in Bezug auf das Urteilsstudium und die Nachbearbeitung erweist sich der in Rechnung gestellte Aufwand von zwei Stunden als überhöht; hierfür ist maximal eine Stunde zu entschädigen. Unter Berücksichtigung des gerichtsüb
lichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- resultiert damit ausgehend von einem Gesamtaufwand von 10.5 Stunden ein Honorar von
Fr.
2'310.--
. Rechtsanwalt
Largier
ist folglich mit
Fr.
2'543.45
aus der Gerichtskasse zu entschädigen (
Fr.
2'310.-- plus Barauslagen von
Fr.
51.60 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7
%
).
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Entschädigung an den unentgeltlichen Rechtsvertreter verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.