# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b2fe0cd2-7ed9-4a66-bdc8-d5f224bcf27c
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Entscheid Verwaltungsgericht, 18.03.2020 Verfahrensrecht, Art. 64 und 54 VRP, Art. 94 ff. VRP. Sind nach einem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid – wie vorliegend – umfangreiche zusätzliche Sachverhaltsabklärungen zu treffen, weist das Verwaltungsgericht die Angelegenheit an das Migrationsamt zurück. Die Kosten in den kantonalen Verfahren sind entsprechend der teilweisen Gutheissung der Beschwerde durch das Bundesgericht neu zu verlegen (Verwaltungsgericht, B 2020/26).
Entscheid vom 18. März 2020
Besetzung
Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg;
Gerichtsschreiber Scherrer
Verfahrensbeteiligte
A._,
Beschwerdeführer 1,
X._,
Beschwerdeführer 2,
beide vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Markus J. Meier, Rechtskraft Advokatur &
Business Coaching, Badenerstrasse 21, Postfach 2057, 8021 Zürich 1,
gegen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/5
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St.Galler Gerichte
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32,
9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
Gegenstand
Bundesgerichtsurteil vom 11. Februar 2020 betreffend Erlöschen der
Niederlassungsbewilligung und Verweigerung der Wiedererteilung einer
Aufenthaltsbewilligung (Rückweisung B 2018/86)
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, Staatsangehöriger von Kosovo, reiste am 14. Januar 1989 in die Schweiz ein und
heiratete im Jahr 2000 die Landsfrau K._. Die Ehe wurde 2012 wieder geschieden. Die
Eltern behielten die gemeinsame elterliche Sorge für ihren 2001 geborenen Sohn X._.
Als dessen Hauptwohnsitz wurde in der gerichtlich genehmigten
Scheidungsvereinbarung der Wohnort des Vaters, der grundsätzlich auch für die
Betreuung des Kindes verantwortlich sein sollte, bezeichnet. A._ und X._ waren
niederlassungsberechtigt. Im Herbst 2013 zogen sie nach Österreich.
Am 2. Dezember 2014 meldete sich A._ mit seinem Sohn X._ für einen Zuzug beim
Einwohneramt in Q._. Am 10. Dezember 2015 stellte das Migrationsamt fest, die
Niederlassungsbewilligungen von A._ und X._ seien erloschen. Die Gesuche um
Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen wurden ab- und A._ und X._ aus der Schweiz
weggewiesen. Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen wies
einen dagegen erhobenen Rekurs am 21. März 2018 ab und auferlegte die amtlichen
Kosten von CHF 1'000 A._. Ausseramtliche Kosten wurden nicht entschädigt.
B.
Das Verwaltungsgericht wies die von A._ und X._ (Beschwerdeführer 1 und 2) gegen
den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) erhobene
Beschwerde mit Entscheid vom 24. Januar 2019 ab. Die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 wurden den Beschwerdeführern auferlegt.
Ausseramtliche Kosten wurden nicht entschädigt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/5
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C.
Mit Urteil vom 11. Februar 2020 (2C_220/2019, Versand: 20. Februar 2020) trat das
Bundesgericht auf die von A._ gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts
erhobene Beschwerde nicht ein. Die Beschwerde von X._ hiess es gut, hob den
Entscheid des Verwaltungsgerichts insoweit auf, als damit erkannt wurde, dessen
Niederlassungsbewilligung sei erloschen, und wies die Sache diesbezüglich zu neuem
Entscheid an das Verwaltungsgericht zurück. Das Bundesgericht kam zum Schluss,
X._ habe seit seinem Wegzug im Herbst 2013 aufgrund des Schulbesuchs und der
familiären Beziehung zu seinem Vater zwar seine intensivsten Beziehungen in
Österreich unterhalten. Zumal die elterliche Sorge beiden Elternteilen gemeinsam
zugestanden sei, sei es aber denkbar, dass er sich anlässlich seiner Besuche bei seiner
Mutter nicht bloss vorübergehend in der Schweiz aufgehalten habe und die Frist von
sechs Monaten, nach welcher seine Niederlassungsbewilligung erloschen wäre, jeweils
unterbrochen worden sei. Von mehr als bloss vorübergehenden Besuchen bei der
Mutter sei auszugehen, wenn er gemäss seinen Angaben tatsächlich regelmässig bei
der Mutter gewesen (beziehungsweise tatsächlich jedes Wochenende zu seiner Mutter
in die Schweiz zurückgekehrt) sein sollte. Diesbezüglich sei der Sachverhalt
unvollständig festgestellt worden. Zu den Kosten der kantonalen Verfahren äusserte
sich das Bundesgericht nicht.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Sind nach einem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid umfangreiche
zusätzliche Sachverhaltsabklärungen – wie vorliegend zu Häufigkeit, Dauer und
Umständen der Besuchsaufenthalte des Beschwerdeführers 2 bei seiner Mutter in der
Schweiz – zu treffen, weist das Verwaltungsgericht die Angelegenheit an das
Migrationsamt zurück (vgl. VerwGE B 2018/79 vom 18. Mai 2018 E. 1 mit zahlreichen
Hinweisen).
2.
Bei dieser Sachlage sind die Kosten der Verfahren vor den kantonalen Instanzen neu zu
verlegen. Die Erledigung der Angelegenheit durch das Bundesgericht entspricht einer
teilweisen Gutheissung der von den beiden Beschwerdeführern erhobenen
Beschwerde. Jene des Beschwerdeführers 1 ist abzuweisen, jene des
Beschwerdeführers 2 – mit offenem Verfahrensausgang – gutzuheissen.
Entsprechendes gilt für das Rekursverfahren und die Behandlung der Gesuche durch
das Migrationsamt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/5
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Nach Art. 94 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP)
hat die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten, wer eine Amtshandlung zum eigenen
Vorteil oder durch sein Verhalten veranlasst. Gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Aufgrund dieser Bestimmung sind die amtlichen Kosten
der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000), vor der Vorinstanz (CHF 1'000)
und vor dem Migrationsamt (CHF 260) von den Beschwerdeführern und vom Staat je
zur Hälfte zu bezahlen. Die Anteile der Beschwerdeführer sind mit den von ihnen
geleisteten Kostenvorschüssen von CHF 2'000 beim Verwaltungsgericht und von
CHF 1'000 bei der Vorinstanz zu verrechnen. Im Beschwerdeverfahren sind ihnen
CHF 1'000 zurückzuerstatten. Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer 1
im Rekursverfahren CHF 500 zurückzuerstatten. Auf die Erhebung der vom Staat zu
tragenden Kostenanteile ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Bei diesem Ausgang der
kantonalen Verfahren mit einer hälftigen Teilung der amtlichen Kosten zwischen den
Beschwerdeführern und dem Staat haben die Beschwerdeführer keinen Anspruch auf
die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie Art. 98
VRP; A. Linder, in: Rizvi/Schindler/ Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/ St. Gallen 2020, N 16/17 zu
Art. 98 VRP mit Hinweisen).
3.
Für diesen Entscheid werden keine amtlichen Kosten erhoben und keine
ausseramtlichen Entschädigungen – den Beschwerdeführern sind in diesem Verfahren
keine Aufwendungen entstanden – zugesprochen (Art. 97 VRP).