# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f0643ce7-ce36-4b35-918d-17d2ecfa5f5c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Hausfriedensbruch
Berufungen gegen Urteile des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - , vom 25. September 2015 (GG150128, GG150172, GG150127,
GG150126, GG150130, GG150129)
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Anklagen:
Die Anklagen der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 14. April 2015 (Beschul-
digte 1, 3, 4, 5 und 6) sowie vom 6. Juli 2015 (Beschuldigte 2) sind diesem Urteil
beigeheftet (Urk. 26 [A._], Urk. 55/24 [B._], Urk. 56/29 [C._], Urk.
57/32 [D._], Urk. 58/23 [E._], Urk. 59/38 [F._]).
Urteile der Vorinstanz:
a) Beschuldigter 1:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
dem Beschuldigten auferlegt.
b) Beschuldigte 2:
1. Die Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 85.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
der Beschuldigten auferlegt.
8. Der Beschuldigten wird weder eine Prozessentschädigung noch eine
persönliche Umtriebsentschädigung zugesprochen.
c) Beschuldigter 3:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
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2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Der von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellte und
bei der Kantonspolizei Zürich lagernde Schraubenzieher (Asservat-
Nr. ...) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung über-
lassen.
6. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Lederjacke (Asservat-Nr. ...)
- 1 Jeanshose (Asservat-Nr. ...)
7. werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides auf erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf einer
dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
8. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
dem Beschuldigten auferlegt.
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d) Beschuldigte 4:
1. Die Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Engländerzange, 1 Rohrzange, 1 Spitzzange, 1 Rolle Klebe-
band, 1 Säge, 1 Werkzeugaufsatz-Set und 1 Filzstift (Asservat-Nr.
...)
werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
6. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Trainerhose (Asservat-Nr. ...)
- 1 Pullover (Asservat-Nr. ...)
werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides auf erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf einer
dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
7. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
der Beschuldigten auferlegt.
e) Beschuldigter 5:
1. Die Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Engländerzange, 1 Rohrzange, 1 Spitzzange, 1 Rolle Klebe-
band, 1 Säge, 1 Werkzeugaufsatz-Set und 1 Filzstift (Asservat-Nr.
...)
werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
6. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Trainerhose (Asservat-Nr. ...)
- 1 Pullover (Asservat-Nr. ...)
- 8 -
7. werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides auf erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf einer
dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
8. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
der Beschuldigten auferlegt.
f) Beschuldigter 6:
1. Der Beschuldigte ist schuldig des Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen
zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 300.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
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5. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Geissfuss (Asservat-Nr. ...)
- 1 Brecheisen (Asservat-Nr. ...)
- 1 Wollmaske (Asservat-Nr. ...)
werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
6. Das von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellte
und bei der Bezirksgerichtskasse unter der Sachkautions-Nr. ... lagern-
de Transparent/Plakat aus Stoff (Asservat-Nr. ...) wird eingezogen und
der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
7. Die von der Stadtpolizei Zürich am 15. August 2014 sichergestellten
und bei der Kantonspolizei Zürich lagernden Gegenstände:
- 1 Jacke, 1 T-Shirt und 1 Hose (Asservat-Nr. ...)
werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-
scheides auf erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach Ablauf einer
dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet.
8. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 500.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 50.00 Kosten der Kantonspolizei
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
dem Beschuldigten auferlegt.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 66 S. 3)
1.a) Es sei festzustellen, dass die Urteile GG150128 (A._), GG150130
(E._) und GG150172 (B._) des Bezirksgerichts Zürich, 10.
Abteilung - Einzelgericht, vom 25. September 2015 bezüglich der je-
weiligen Dispositivziffer 5 in Rechtskraft erwachsen sind.
1.b) Es sei festzustellen, dass die Urteile GG150126 (D._ und
GG150127 (C._) des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 25. September 2015 bezüglich der jeweiligen Disposi-
tivziffern 5, 6 und 7 in Rechtskraft erwachsen sind.
1.c) Es sei festzustellen, dass das Urteil GG150 129 (F._) des Be-
zirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 25. September
2015 bezüglich der Dispositivziffern 5, 6, 7 und 8 in Rechtskraft er-
wachsen ist.
2.a) Die jeweiligen Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 6 und 7 der Urteile GG150128
(A._) und GG150130 (E._) des Bezirksgerichts Zürich, 10.
Abteilung - Einzelgericht vom 25. September 2015 seien aufzuheben.
2.b) Die Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 6, 7 und 8 des Urteils GG150172
(B._) des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht,
vom 25. September 2015 seien aufzuheben.
2.c) Die Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 8 und 9 des Urteils GG150126
(D._) und GG150127 (C._) des Bezirksgerichts Zürich,
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 25. September 2015 seien aufzuhe-
ben.
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2.d) Die Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 9 und 10 des Urteils GG150129
(F._) des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht,
vom 25. September 2015 seien aufzuheben.
3. Das Strafverfahren (Unt. Nr. 2014/131105715) gegen D._,
C._, A._, F._, E._ und B._ vom Vorwurf betref-
fend Hausfriedensbruch H._-Strasse ..., ... Zürich, am 15. August
2014, freizusprechen.
4. Eventualiter seien D._, C._, A._, F._, E._ und
B._ vom Vorwurf betreffend Hausfriedensbruch H._-Strasse
..., ... Zürich, am 15. August 2014, freizusprechen.
5. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Hauptverfahrens
und des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
6. D._, C._, A._, F._, E._ und B._ sei für ih-
ren anwaltlichen Aufwand im Berufungsverfahren eine Entschädigung
im Umfang der beteiligten Honorarnote zuzusprechen.
7. B._ sei für ihren anwaltlichen Aufwand im erstinstanzlichen
Hauptverfahren eine Entschädigung von Fr. 2'914.90 zuzusprechen.
8. B._ sei für ihre Umtriebe im Vorverfahren und im erstinstanzlichen
Hauptverfahren eine Entschädigung von Fr. 562.50 zuzusprechen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl:
(Urk. 60 und 61, schriftlich)
Bestätigung der vorinstanzlichen Urteile.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Die begründete Ausfertigung der eingangs wiedergegebenen Urteile des
Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 25. September 2015
wurden von den Beschuldigten am 16. Oktober 2015 (Urk. 45/2 [Beschuldiger 1];
Urk. 55/40 [Beschuldigte 2]), am 19. Oktober 2015 (Urk. 56/45/2 [Beschuldigter 3];
Urk. 58/45/2 [Beschuldigter 5]), am 20. Oktober 2015 (Urk. 57/46/2 [Beschuldigte
4]) bzw. am 30. Oktober 2015 (Urk. 59/45/2 [Beschuldigter 6]) entgegen genom-
men. Mit Eingaben ihres Verteidigers vom 2. November 2015 erklärten die Be-
schuldigten 1-6 rechtzeitig Berufung (Urk. 49 [Beschuldigter 1]; Urk. 55/42 [Be-
schuldigte 2]; Urk. 56/49 [Beschuldigter 3]; Urk. 57/50 [Beschuldigte 4]; Urk. 58/48
[Beschuldigter 5]; Urk. 59/49 [Beschuldigter 6]). Den Berufungserklärungen liess
der Verteidiger mit Eingaben vom 26. November 2015 in allen sechs Berufungs-
verfahren Erklärungen der Beschuldigten zur Mehrfachvertretung folgen (Urk. 51;
55/44; 56/51; 57/52; 58/50; 59/51 je mit Beilagen).
2. Mit Beschlüssen vom 7. Dezember 2015 wurden die sechs Verfahren unter
der vorliegenden Verfahrensnummer SB150472 vereinigt und es wurden die Ver-
fahren SB150473, SB150474, SB150476, SB150477 und SB150478 abgeschrie-
ben (Urk. 53; Urk. 55/47; Urk. 56/54; Urk. 57/55; Urk. 58/53; Urk. 59/54). Mit näm-
lichen Beschlüssen wurde der nach damaliger Ansicht als Privatklägerin fungie-
renden G._ AG und der Anklagebehörde zudem Frist angesetzt, um einer-
seits Anschlussberufung oder ein begründetes Nichteintreten auf die Berufung zu
beantragen sowie andererseits zu erklären, ob sie mit der schriftlichen Durchfüh-
rung des Berufungsverfahrens einverstanden seien. Mit Eingaben vom 14. De-
zember 2015 teilte die Anklagebehörde den Verzicht auf Anschlussberufung und
ihr Einverständnis mit der Durchführung des schriftlichen Berufungsverfahrens mit
(Urk. 60 S. 3; Urk. 61 S. 1). Letzteres erklärte namens der G._ AG auch
I._ (vgl. Urk. 63). Zur Frage der Anschlussberufung liess sich die G._
AG demgegenüber nicht verlauten.
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3. Mit Präsidialverfügung vom 20. Januar 2016 wurde die schriftliche Durchfüh-
rung des Berufungsverfahrens angeordnet und es wurde den Beschuldigten Frist
zur Erstattung der schriftlichen Berufungsbegründung angesetzt (Urk. 64). Der
Verteidiger reichte namens der Beschuldigten 1-6 mit Eingabe vom 12. Februar
2016 die schriftliche Berufungsbegründung samt Beilagen ein (Urk. 66; Urk. 67/1-
7). Mit Präsidialverfügung vom 15. Februar 2016 wurde die Berufungsbegründung
der G._ AG, der Anklagebehörde und der Vorinstanz zugestellt. Weiter wur-
de der G._ AG und der Anklagebehörde Frist zur Erstattung der Berufungs-
antwort sowie der Vorinstanz Frist zur freigestellten Vernehmlassung angesetzt
(Urk. 68). Die Anklagebehörde teilte mit Eingabe vom 17. Februar 2016 und die
Vorinstanz mit ebensolcher vom Folgetag den Verzicht auf Beantwortung der Be-
rufung respektive Vernehmlassung mit (Urk. 70; Urk. 71). Die G._ AG liess
sich nicht verlauten.
4. Mit Präsidialverfügung vom 7. April 2016 wurde festgehalten, dass sich rich-
tigerweise nicht die G._ AG, sondern die Privatperson G._ im vorliegen-
den Verfahren als Privatkläger konstituiert hat, und es wurde dem Privatkläger
Frist zur Beantwortung der Berufung der Beschuldigten angesetzt (Urk. 72). Innert
erstreckter Frist erstattete der Privatkläger die Berufungsantwort vom 23. Mai
2016 (Urk. 76), welche den Parteien mit Präsidialverfügung vom 30. Mai 2016 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 77). Die daraufhin eingereichte Stellungnahme der
Verteidigung vom 2. Juni 2016 (Urk. 79) wurde den Parteien mit Präsidialverfü-
gung vom 6. Juni 2016 zugestellt (Urk. 80). Die Parteien liessen sich daraufhin
nicht mehr verlauten.
5. Das Verfahren ist spruchreif.
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II. Prozessuales
1. Umfang der Berufung
1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im
Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-
fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-Eugster, Art. 402 N 1 f.).
1.2. Die Beschuldigten beantragen gemäss ihrer Berufungserklärung die Einstel-
lung der Verfahren respektive eventualiter von den Vorwürfen des Hausfriedens-
bruchs im Sinne von Art. 186 StGB freigesprochen zu werden, unter entspre-
chender Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 66 S. 3 ff.). Expli-
zit nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen sind die vorinstanzli-
chen Entscheide über die Zivilforderung sowie über die sichergestellten Gegen-
stände, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.
2. Zulässigkeit der Mehrfachvertretung
2.1. Ein Rechtsanwalt kann grundsätzlich im gleichen Strafverfahren nicht meh-
rere mitangeklagte Personen verteidigen, da in diesem Fall unweigerlich die Ge-
fahr eines Interessenkonflikts entsteht, der gestützt auf das Anwaltsberufs- und
Strafprozessrecht einen Verfahrensausschluss eines Verteidigers rechtfertigen
kann (Pra 87 Nr. 98 S. 215). Von besonderen Ausnahmefällen abgesehen, dürfen
Anwälte daher keine Mehrfachverteidigungen von Mitangeschuldigten ausüben.
Dies selbst dann nicht, wenn die Mandanten der Doppelvertretung zustimmen,
oder wenn der Verteidiger beabsichtigt, für alle Angeschuldigten auf Freispruch zu
plädieren. Eine Mehrfachverteidigung ist jedoch im Interesse der Verfahrenseffizi-
enz ausnahmsweise erlaubt, sofern die Mitangeschuldigten durchwegs identische
und widerspruchsfreie Sachverhaltsdarstellungen geben und ihre Prozessinteres-
sen nach den konkreten Umständen nicht divergieren. Diese Rechtsprechung
steht im Einklang mit Art. 12 lit. c BGFA, wonach Rechtsanwälte Konflikte mit den
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Interessen ihrer Klientschaft vermeiden sollen (BGer 6B_1073/2010 vom 21. Juni
2011 E. 1.2.2 mit Hinweisen).
2.2. Dem soeben zitierten Entscheid 6B_1073/2010 vom 21. Juni 2011 lag eine
mit diesem Verfahren vergleichbare Konstellation zugrunde. Parallelen finden sich
insbesondere darin, dass auch vorliegend sämtliche Mitbeschuldigten im gesam-
ten Verfahren nicht geständig waren respektive Freisprüche verlangten, sich da-
bei nicht gegenseitig belasteten, sondern ausnahmslos die Aussagen verweiger-
ten und den Verteidiger, der zuvor lediglich die Beschuldigte 2 vertrat, für das Be-
rufungsverfahren gemeinsam mandatierten. Analog zu den Erwägungen des
Bundesgerichts im angeführten Entscheid kann daher konstatiert werden, dass
die Beschuldigten eine gemeinsame Verteidigungsstrategie wählten und keine
Differenzen hinsichtlich der Sachverhaltsdarstellung oder der rechtlichen Würdi-
gung bestehen. Es sind damit insgesamt keine konkreten gegenläufigen Interes-
sen der Beschuldigten auszumachen, sondern es ist von einer völlig überein-
stimmenden Interessenlage auszugehen. Unter diesen Umständen ist die Mehr-
fachvertretung im vorliegenden Verfahren in Nachachtung der höchstrichterlichen
Rechtsprechung ausnahmsweise zulässig, zumal sie zudem zweifellos der Pro-
zessökonomie dienlich ist.
2.3. Ergänzend sei in diesem Zusammenhang und im Hinblick auf die Vorbringen
der Verteidigung, sie sei lediglich im Besitz von Kopien des Strafantrags (Urk. 2)
und des Formulars "Geltendmachung von Rechten als Privatklägerschaft" (Urk. 8)
gewesen (Urk. 70 S. 4), angefügt, dass der Verteidigung naturgemäss bekannt
war, dass es sich bei den in ihrem Besitze befindlichen Dokumenten nicht um
Originalakten handelte. Spätestens im Verfahren vor der erkennenden Kammer
bestand für die Verteidigung sodann ein Recht auf Einsicht in alle Akten und da-
mit die Möglichkeit, die Originale des Strafantrags und des Formulars "Geltend-
machung von Rechten als Privatklägerschaft" einzusehen. Wenn die Verteidigung
in der Berufungsbegründung aufgrund der Anfertigung von Kopien teilweise von
unrichtigen Tatsachen ausgegangen sein mag, hat sie dies mithin selber zu ver-
treten. Es ist jedoch ohnehin nicht ersichtlich, dass ihr respektive den Beschuldig-
ten ein relevanter Nachteil daraus entstanden wäre, zumal die entscheidende
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Frage nach der Legitimation zur Strafantragstellung von Amtes wegen zu klären
ist (dazu nachfolgende Erw. 3.3.1.-3.3.4.).
3. Prozessuale Einwendungen
3.1. Die Verteidigung begründet ihren Hauptantrag auf Einstellung der Strafver-
fahren gegen sämtliche sechs Beschuldigten mit verschiedenen prozessualen Ar-
gumenten, auf die nachfolgend einzugehen ist.
3.2.1. Bei chronologischer Betrachtung der Geschehnisse des 15. August 2014
besteht der erste Einwand der Verteidigung darin, die Polizei hätte in der betref-
fenden Nacht gar nicht von sich aus tätig werden dürfen, da es sich beim Haus-
friedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB um ein Antrags- und nicht um ein Offi-
zialdelikt handle und der Strafantrag erst am 19. August 2014 gestellt worden sei
(Urk. 66 S. 15).
3.2.2. Gemäss Polizeirapport vom 28. August 2014 wurde das vorliegende Ver-
fahren dadurch in Gang gesetzt, dass die Stadtpolizei in der Tatnacht um ca.
02.10 Uhr von einer Anwohnerin die telefonische Meldung erhielt, die Liegen-
schaft an der H._-Strasse ... werde gerade aufgebrochen und mehrere Per-
sonen würden das Gebäude besetzen. Nachdem der Sachverhalt durch eine
Streifenwagenpatrouille bestätigt worden war, forderten die daraufhin angerückten
Polizeikräfte die Hausbesetzer auf, die Liegenschaft innert einer Frist von fünf Mi-
nuten zu verlassen. Dies taten die Besetzer schliesslich selbständig, nachdem sie
die von innen verbarrikadierte Haustüre freimachten. In der Folge führten die Poli-
zeibeamten eine Personen- und Effektenkontrolle durch, wobei bei den Beschul-
digten 3, 4 und 6 diverses Einbruchswerkzeug sowie die Kleidung sicherstellt
wurden. Während die weiteren Angehaltenen unmittelbar vor Ort auf freien Fuss
gesetzt wurden, wurden die Beschuldigten 3, 4 und 6 in das Haftsachen-
Detektivbüro überführt, wo sie nach Durchführung jeweils einer Einvernahme
ebenfalls entlassen wurden (Urk. 1 S. 7).
3.2.3. Sobald die Polizei auf Anhaltspunkte stösst, die die Begehung einer straf-
baren Handlung als möglich erscheinen lassen, nimmt sie ihre Ermittlungstätigkeit
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auf. Zum Ermittlungsverfahren zählen sämtliche polizeilichen Erhebungen zum
Zwecke der Aufklärung einer Straftat, die vor der Eröffnung einer Strafuntersu-
chung vorgenommen werden (Landshut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lie-
ber, StPO Komm., 2. Aufl. 2014, Art. 299 N 10). Das polizeiliche Ermittlungsver-
fahren bildet zusammen mit der Untersuchung der Staatsanwaltschaft das der
Ermittlung des für eine Straftat relevanten Sachverhalts dienende Vorverfahren,
welches in den Art. 299 ff. StPO geregelt ist. Wird eine Straftat nur auf Antrag hin
verfolgt, wird ein Vorverfahren erst eingeleitet, wenn der Strafantrag gestellt ist
(Art. 303 Abs. 1 StPO). Dies schliesst aber nicht aus, dass die Strafverfolgungs-
behörden bei Dringlichkeit schon vorher sichernde Massnahmen ergreifen dürfen
(vgl. Art. 303 Abs. 2 StPO; Riklin, OFK-StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 303 N 2). So ist
es den Strafverfolgungsbehörden erlaubt, bereits vor Antragstellung beispielswei-
se die Personalien eines Tatverdächtigen aufzunehmen, Tatbeteiligte zu befragen
oder allenfalls vorhandene Beweismittel sicherzustellen (BSK StPO-Riedo/Boner,
Art. 303 N 21; Landshut/Bosshard, a.a.O., Art. 303 N 16).
3.2.4. Dem Einwand der Verteidigung kann nach dem Gesagten insoweit zuge-
stimmt werden, als es sich beim Hausfriedensbruch um ein Antragsdelikt handelt,
weshalb grundsätzlich ein Vorverfahren erst bei Vorliegen eines Strafantrags ein-
geleitet werden darf. Da es sich bei den von der Stadtpolizei in der betreffenden
Nacht vorgenommenen Abklärungen, insbesondere den Personen- und Effekten-
kontrollen, nicht zuletzt aufgrund der nächtlichen Uhrzeit der Geschehnisse um
klassische Fälle von unaufschiebbaren sichernden Massnahmen handelte, die zu
einem späteren Zeitpunkt zweifelsohne nicht hätten nachgeholt werden können,
und die Polizeibeamten mit Fug davon ausgehen durften, der Eigentümer sei mit
der Besetzung der betreffenden Liegenschaft nicht einverstanden (vgl. dazu
nachstehende Erw. IV./3.1.), erweist sich das Vorgehen der Polizei als gesetzes-
konform und die Berufung in diesem Punkt als unbegründet.
3.3.1. Ihre Anträge auf Einstellung der Verfahren begründen die Beschuldigten
sodann hauptsächlich damit, es mangle an einem gültigen Strafantrag. Der bei
den Akten liegende Strafantrag vom 19. August 2014 sei von einer Person gestellt
worden, die dazu nicht berechtigt gewesen sei (Urk. 66 S. 6 ff.).
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3.3.2.1. Ist eine Tat – wie der Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB –
nur auf Antrag strafbar, so stellt das Vorliegen eines gültigen Strafantrags eine
Prozessvoraussetzung dar, bei deren Fehlen das Verfahren nicht anhand zu
nehmen oder einzustellen ist (Art. 310 Abs. 1 lit. a und 319 Abs. 1 lit. d StPO;
BSK StGB-Riedo, Art. 30 N 108). Berechtigt, einen Strafantrag zu stellen, ist jede
Person, die zumindest behauptet, durch die angezeigte Tat verletzt worden zu
sein (Art. 30 StGB). "Verletzt" ist ausschliesslich der Träger des unmittelbar an-
gegriffenen Rechtsguts, nicht aber die durch die Tat bloss mittelbar betroffene
Person. Bei Eigentumsdelikten gilt indessen neben dem Eigentümer der Sache
auch jemand als verletzt, in dessen Rechtskreis die Tat unmittelbar eingreift, und
derjenige, dem eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Sache ob-
liegt, z.B. ein Mieter oder jemand, dem sie anvertraut wurde (Donatsch, OFK-
StGB, 2. Aufl. 2014, Art. 30 N 6).
3.3.2.2. Zunächst ist mit Verweis auf die Erwägungen in der Präsidialverfügung
vom 7. April 2016 festzuhalten, dass die Strafanzeige von I._ in Vertretung
der Privatperson G._ angemeldet wurde. Zumindest in den Rubra ihrer Ein-
gaben an die Berufungsinstanz wurde die Privatklägerschaft auch von der Vertei-
digung von Anfang an korrekt bezeichnet (Urk. 49, Urk. 51, Urk. 66 und Urk. 79).
Die Vorinstanz dagegen ging davon aus, dass die G._ AG den Strafantrag
gestellt habe. Sie übersah indessen, dass auf der betreffenden Zeile des Strafan-
tragsformulars bei der Bezeichnung der geschädigten Person der Zusatz "AG"
gestrichen wurde. Die Vorinstanz ging zwar auch von der Eigentümerschaft
"G._" aus, erkannte jedoch eine Anzeigeberechtigung für die "G._ AG"
als Liegenschaftenverwalterin. Entsprechend änderte die Vorinstanz das Rubrum.
Wie die Verteidigung monierte (Urk. 79 S. 5), nahm die Vorinstanz damit in der
Tat einen Parteiwechsel vor, ohne den Parteien das rechtliche Gehör zu gewäh-
ren. Die unrichtige Annahme der Vorinstanz wurde im Berufungsverfahren mit der
erwähnten Verfügung jedoch inzwischen korrigiert. Die Verteidigung konnte sich
zu den Wechseln der Bezeichnung der Privatklägerschaft in ihren Eingaben im
Berufungsverfahren vom 12. Februar 2016 (Urk. 66) und 2. Juni 2016 (Urk. 79)
ausreichend äussern, womit dem Anspruch der Beschuldigten auf rechtliches Ge-
hör nunmehr Genüge getan ist. Anzufügen bleibt im Hinblick auf die diesbezügli-
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chen Vorbringen der Verteidigung (Urk. 66 S. 11 f.), dass das Vorgehen der Vor-
instanz keinen Verdacht auf ein strafbares Verhalten des Vorderrichters zu be-
gründen vermag.
3.3.2.3. Bei G._, mit vollem Namen G._, handelt es sich um den Allein-
eigentümer der von den Beschuldigten besetzten Liegenschaft und damit um die
unmittelbar geschädigte Person (Urk. 55/36/1; Urk. 48 S. 4; Urk. 76 S. 3). Auf-
grund dessen war G._ persönlich zweifelsohne zur Antragstellung berechtigt.
Damit reduziert sich die entscheidende Frage darauf, ob I._ als Vertreterin
von G._ einen gültigen Strafantrag stellen konnte.
3.3.3.1. Das Recht, Strafantrag zu stellen, ist grundsätzlich höchstpersönlicher
Natur und unübertragbar, doch kann ein Vertreter zur Abgabe der Willenserklä-
rung ermächtigt werden (Donatsch, a.a.O., Art. 30 N 8). Einer speziellen, auf den
konkreten Fall zugeschnittenen ausdrücklichen oder konkludenten Ermächtigung
bedarf der Bevollmächtigte jedoch nur bei Verletzung höchstpersönlicher immate-
rieller Rechtsgüter, welche dem Berechtigten naturgemäss innewohnen oder von
ihrem Status herrühren, wie beispielsweise Leib und Leben, Ehre, persönliche
Freiheit, Eheschliessung oder Kindesverhältnis. Nach der Rechtsprechung ist es
in Fällen, in denen die Verletzung materieller Rechtsgüter in Frage steht, die nicht
direkt von der Person des Berechtigten, sondern etwa vom Inhalt einer vertragli-
chen Beziehung abhängen, darüber hinaus zulässig, dem Vertreter die Entschei-
dung zu überlassen, ob er Strafantrag erheben will (Vertretung im Willen). In sol-
chen Fällen ist die Vertretung durch eine generelle, vor der Tat erteilte Ermächti-
gung zulässig; einer speziellen Ermächtigung für den Einzelfall bedarf es diesfalls
nicht. Die Ermächtigung des Vertreters zur Antragstellung darf in der Regel ange-
nommen werden, wenn das betreffende Delikt materielle Rechtsgüter verletzt, mit
deren Wahrung oder Verwaltung der Vertreter allgemein betraut ist (BGE 122 IV
207 E. 3c mit Hinweisen). Mangels einer entsprechenden Vorschrift in der StPO
bedarf es zur Gültigkeit des Strafantrags keiner schriftlichen Vollmacht für den
Vertreter (Trechsel/Jean-Richard, in Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl., Zü-
rich/St. Gallen 2013, Art. 30 N. 5). Allerdings wird zu verlangen sein, dass auch
die Bevollmächtigung den Formerfordernissen von Art. 304 Abs. 1 StPO genügt,
- 20 -
da die Behörden sonst kaum in der Lage sind, die Gültigkeit des Strafantrags zu
überprüfen (BSK StGB-Riedo, Art. 30 N 90).
3.3.3.2. Da der Strafantrag – wie erwähnt – nicht namens der G._ AG, son-
dern im Namen von G._ gestellt wurde, sind die vorinstanzlichen Erwägun-
gen, wonach die G._ AG aufgrund der Vertretungsverhältnisse gemäss Han-
delsregisterauszugs Liegenschaftsverwalterin von G._ gewesen sei, als sol-
che ein rechtlich geschütztes Interesse an der Einhaltung des Hausrechts gehabt
habe und daher berechtigt gewesen sei, Strafantrag zu stellen (Urk. 48 S. 4), bei
der Beurteilung der Gültigkeit des Strafantrags nicht zielführend. Massgeblich ist
vielmehr die Position von I._. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass keine
schriftliche Vollmacht von G._ an I._ im Recht liegt. Angesichts der vor-
stehend angeführten Rechtsprechung ist eine solche für die Bejahung der Gültig-
keit des Strafantrags jedoch nicht zwingend notwendig. Wie der Privatkläger in
seiner Berufungsantwort – die entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 79
S. 3) nicht missbräuchlich ist, da sie einerseits auf gerichtliche Fristansetzung hin
erfolgte (vgl. Urk. 72) und andererseits keine Rede davon sein kann, G._ ha-
be sich am Verfahren nicht beteiligt (dazu nachfolgende Erw. IV./3.1.) – ausführen
lässt, ergibt sich die Vollmacht von I._ zur Antragstellung in seinem Namen
daraus, dass sie die betreffende Liegenschaft an der H._-Strasse ..., ... Zü-
rich, für den Privatkläger verwaltete (Urk. 76 S. 4). Als Liegenschaftenverwalterin
war I._ unter anderem zur Wahrung des Hausrechts verpflichtet und damit
gemäss der angeführten Rechtsprechung ohne spezielle Vollmacht zur Antrag-
stellung namens des Privatklägers ermächtigt (und wäre – dies als Ergänzung –
dazu gar in eigenem Namen berechtigt gewesen). Dass die Stellung von I._
als Liegenschaftenverwalterin gegenüber Feldwebel J._, der den Strafantrag
entgegen nahm respektive diesen ausfüllte (a.a.O.), kundgetan wurde, ergibt sich
sodann aus dem Strafantrag selber, wurde I._ darin doch ausdrücklich als
Liegenschaftenverwalterin bezeichnet (Urk. 2). Den gesetzlichen Formerforder-
nissen wurde damit Genüge getan; anders zu entscheiden, käme überspitztem
Formalismus gleich. Auf die Abnahme der weiteren angebotenen Beweismittel
(Zeugeneinvernahmen, vgl. Urk. 76) kann unter diesen Umständen verzichtet
werden.
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3.3.4. Der von I._ ausdrücklich in ihrer Funktion als Liegenschaftenverwalte-
rin namens des geschädigten Hauseigentümers G._ gestellte Strafantrag
erweist sich damit als rechtsgültig. Eine Einstellung der Verfahren gegen die Be-
schuldigten ist nicht angezeigt.
III. Sachverhalt
Auf die in allen Punkten zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur Sachver-
haltserstellung kann verwiesen werden (z.B. Urk. 48 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Die vorhandenen Beweismittel lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die
Beschuldigten tatsächlich gemeinsam in die Liegenschaft an der H._-Strasse
... in ... Zürich eindrangen und sich darin aufhielten, wie es ihnen vorgeworfen
wird. Der Sachverhalt wird von den Beschuldigten insoweit denn auch nicht be-
stritten, was zwar einerseits der Tatsache geschuldet ist, dass diese während des
gesamten Untersuchungs- und Gerichtsverfahrens allesamt von ihrem Aussage-
verweigerungsrecht Gebrauch machten und auf Aussagen zum Sachverhalt ver-
zichteten. Andererseits stellte jedoch auch die Verteidigung den Sachverhalt nicht
in Frage und sprach selber vom "rund zweistündige[n] Verweilen der Beschuldig-
ten in der Liegenschaft H._-Strasse ..., ... Zürich" (Urk. 66 S. 15). Der in der
Anklage geschilderte Sachverhalt ist daher erstellt und der nachfolgenden rechtli-
chen Würdigung zugrunde zu legen.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Beschuldigten wenden sich gegen die Qualifikation ihres Handelns als
Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 StGB. Sie führen hauptsächlich ins
Feld, ein Täter im Sinne von Art. 186 StGB müsse gegen den Willen des Berech-
tigten handeln. Erforderlich sei eine deutliche Willenskundgebung des Letzteren,
aus welcher erkennbar sei, dass das Hausrecht ausgeübt werde. Der Eigentümer
der betreffenden Liegenschaft, G._, habe sich im vorliegenden Strafverfah-
ren nicht ein einziges Mal dahingehend geäussert, dass sich die Beschuldigten
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nicht in der Liegenschaft H._-Strasse ..., ... Zürich, aufhalten dürften. Es ge-
be in den Akten keine Anhaltspunkte, dass das Eindringen und rund zweistündige
Verweilen der Beschuldigten in der Liegenschaft gegen den Willen von G._
stattgefunden habe. Es sei hinlänglich bekannt, dass sich die Eigentümer von
leerstehenden Liegenschaften bei einer Hausbesetzung oftmals gar nicht dafür in-
teressierten, das Vorgehen von solchen Personen tolerierten oder in der Folge
gar Zwischennutzungsverträge abschlössen. Dass sich G._ kein einziges
Mal zum inkriminierten Vorfall habe verlauten lassen, sei ein klares Indiz, dass er
mit dem Eindringen und rund zweistündigen Verweilen einverstanden gewesen
sei oder es ihn schlichtweg nicht interessiert habe (Urk. 66 S. 15 f.; Urk. 79
S. 7 f.).
2. Was die rechtlichen Aspekte des Art. 186 StGB angeht, kann auf die zutref-
fenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (z.B. Urk. 48 S. 11;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.1. Zutreffend an der Argumentation der Verteidigung ist zunächst, dass der
Tatbestand des Hausfriedensbruchs eine erkennbare Willenskundgebung des Be-
rechtigten erfordert (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, Art. 186 N 26). Diese muss je-
doch zum einen nicht ausdrücklich kundgetan werden, sondern kann auch kon-
kludent erfolgen, und kann zum anderen auch durch einen Vertreter vorgenom-
men werden (BSK StGB II-Delnon/Rüdy, Art. 168 N 26). Es ist daher von vornhe-
rein unbehelflich, wenn der Verteidiger einwendet, G._ habe sich während
des gesamten Verfahrens nicht verlauten lassen, stellte dieser doch – zwar nicht
persönlich, aber gültig vertreten durch I._, was einer persönlichen Erklärung
gleichkommt – einen gültigen Strafantrag sowie Zivilansprüche und äusserte er
sich auch im Berufungsverfahren (Urk. 76). Massgeblich für die Beurteilung des
Tatvorwurfs sind jedoch ohnehin die Verhältnisse im Tatzeitpunkt. Diesbezüglich
ist einerseits entscheidend, dass – wie die Vorinstanz richtig feststellte (Urk. 48
S. 11) – grundsätzlich auch ein leerstehendes Haus ein geschütztes Objekt dar-
stellt, selbst wenn dieses in naher Zukunft nicht benützt werden soll, da nicht der
Besitz geschütztes Rechtsgut ist, sondern der Wille des Berechtigten (BGE 118
IV 167 E. 3). Dass ein Eindringen in Häuser, welche sich in fremdem Eigentum
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befinden, in den allermeisten Fällen gegen den Willen der Eigentümerschaft er-
folgt, ist allgemein bekannt und braucht nicht weiter erläutert zu werden. Auch
wenn in gewissen Fällen Hausbesetzungen von der Eigentümerschaft toleriert
werden mögen, gilt das soeben Gesagte grundsätzlich auch für (vorübergehend)
unbewohnte Liegenschaften. Gerade angesichts der notorischen Tatsache, dass
Hausbesetzungen vielfach gewaltsam aufgelöst werden müssen, kann entgegen
der Ansicht der Verteidigung keine Rede davon sein, dass im Falle einer unbe-
wohnten Liegenschaft ohne weiteres von einer gleichgültigen Haltung des Eigen-
tümers bezüglich einer Besetzung durch Dritte oder gar von einem Einverständnis
des Eigentümers zu einem solchen Eindringen ausgegangen werden darf. Im vor-
liegenden Fall kommt hinzu, dass die betreffende Liegenschaft durch Türen ver-
schlossen war, wodurch der Wille des Eigentümers, ein Eindringen trotz Leer-
stand nicht zu wünschen, für jedermann deutlich ersichtlich war. Einer zusätzli-
chen ausdrücklichen Kundgebung bedurfte es nicht. Das Eindringen der Beschul-
digten in die Liegenschaft und das Verweilen in dieser fand mithin gegen den er-
kennbaren Willen des Eigentümers statt. Von einem nachträglich erklärten Desin-
teresse von G._ kann – wie bereits erläutert – nicht ausgegangen werden.
3.2. Da die Beschuldigten ohne Zweifel wussten, dass die betreffende Liegen-
schaft nicht in ihrem Eigentum stand und sie vor dem Eindringen zudem ver-
schlossene Türen aufzubrechen hatten, mussten sie zweifellos mit der konkreten
Wahrscheinlichkeit rechnen, dass das Betreten und das Verweilen in der Liegen-
schaft gegen den Willen des Eigentümers erfolgte und ihnen daher nicht erlaubt
war. Indem sie die Liegenschaft dennoch betraten und in ihr verweilten, nahmen
sie zumindest im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf, gegen das Hausrecht
des Eigentümers zu verstossen. Durch das an prominenter Stelle aufgehängte
Transparent mit der Aufschrift "BESETZT" taten sie diesen Willen zudem aus-
drücklich gegen aussen kund und erweckten gar den Anschein eines gewissen
Stolzes auf ihr Treiben.
4. Nach dem Gesagten erfüllten die Beschuldigten durch das in der Anklage
umschriebene Handeln den Tatbestand des Hausfriedensbruchs im Sinne von
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Art. 186 StGB in objektiver und subjektiver Hinsicht und sind entsprechend schul-
dig zu sprechen.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen des Art. 186 StGB von Geldstrafe oder
bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe korrekt definiert und die theoretischen Grundla-
gen der Strafzumessung zutreffend dargelegt (Urk. 48 S. 12 f.). Um unnötige
Wiederholungen zu vermeiden, kann auf diese Ausführungen verwiesen werden.
2.1. Die Vorinstanz hat im Rahmen der konkreten Strafzumessung sodann ob-
jektive und subjektive Umstände genannt, welche sich auf das Verschulden aller
Beschuldigten auswirken (z.B. Urk. 48 S. 13). Dem gibt es nicht viel hinzuzufü-
gen. Objektiv ist insbesondere das gewaltsame Eindringen der Beschuldigten,
welche verschlossene Türen aufzubrechen hatten, verschuldenserhöhend zu ge-
wichten. Neben der relativ kurzen Verweildauer in der Liegenschaft ist in objekti-
ver Hinsicht verschuldensmindernd zu berücksichtigen, dass die Beschuldigten
die Liegenschaft allesamt freiwillig und auf erste Aufforderung hin wieder verlies-
sen, wobei sie jedoch immerhin eine von innen angebrachte Fixierung der Ein-
gangstüre entfernen mussten. Ebenso wirkt verschuldensmindernd, dass es sich
bei der betretenen Liegenschaft um eine unbewohnte und unvermietete handelte.
Durch das unbefugte Eindringen wurde mithin – mit Ausnahme immerhin der die
Polizei alarmierenden Anrainerin – niemand unmittelbar gestört. Subjektiv ist ne-
ben den zutreffenden von der Vorinstanz angeführten Umständen, wobei insbe-
sondere die erkennbare Planung ins Gewicht fällt, zu berücksichtigen, dass das
Eindringen der Beschuldigten alleine aus egoistischen Motiven geschah und
rücksichtslos ausgeführt wurde. Die Beschuldigten handelten ohne Not und es
wäre ihnen ein Leichtes gewesen, sich gesetzeskonform zu verhalten.
2.2. Die vorinstanzliche Qualifikation des Verschuldens der Beschuldigten als
insgesamt noch leicht erscheint der objektiven und subjektiven Tatschwere an-
- 25 -
gemessen. Die Einsatzstrafen aufgrund der Tatkomponente sind je auf 20 Ta-
gessätze Geldstrafe festzusetzen.
2.3. Die persönlichen Verhältnisse der einzelnen Beschuldigten können den an-
gefochtenen Entscheiden entnommen werden (z.B. Urk. 48 S. 13 f.). Im Beru-
fungsverfahren wurden von den Beschuldigten keine ergänzenden Angaben ge-
macht respektive auf die Personalakten sowie die Ausführungen in den angefoch-
tenen Entscheiden verwiesen (Urk. 66 S. 5). Eine Vorstrafe weist einzig der Be-
schuldigte 1 auf. Diese ist jedoch nicht einschlägig, und die Tat lag im Zeitpunkt
der Begehung des vorliegend zu beurteilenden Delikts bereits mehr als sieben
Jahre zurück. Mit der Vorinstanz ist daher festzustellen, dass den persönlichen
Verhältnissen in allen sechs Fällen keine Strafzumessungsrelevanz zukommt.
2.4. Unter Berücksichtigung des Strafrahmens, des noch leichten Verschuldens
der Beschuldigten sowie des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO)
sind die Beschuldigten 1-6 je mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu bestra-
fen. Entsprechend den in den vorinstanzlichen Erkenntnissen festgehaltenen wirt-
schaftlichen Verhältnissen der Beschuldigten ist die Tagessatzhöhe bei den Be-
schuldigten 1, 3, 5 und 6 sowie der Beschuldigten 4 auf Fr. 30.– und bei der Be-
schuldigten 2 auf Fr. 85.– festzusetzen.
3. Zutreffend wurde von der Vorinstanz erwogen, dass die objektiven Voraus-
setzungen des bedingten Vollzugs der Geldstrafe erfüllt sind und dieser auch zu
gewähren ist, da nicht davon ausgegangen werden muss, die Strafe würde
dadurch ihre Wirkung verlieren. Dass die Vorinstanz bei den Beschuldigten 2 - 6
eine Probezeit von zwei Jahren anordnete, diese im Falle des Beschuldigten 1
angesichts seiner Vorstrafe aus dem Jahr 2008 jedoch auf drei Jahre ansetzte, ist
genauso nachvollziehbar und daher nicht zu beanstanden. Dabei bleibt es auch
im Berufungsverfahren. Hingegen erscheint es in der vorliegenden Konstellation
nicht angezeigt, die bedingten Geldstrafen mit Bussen zu verbinden (Art. 42.
Abs. 4 StGB), zumal keine "Schnittstellenproblematik" gegeben ist (dazu BGE
134 IV 1 E. 4.5 und BGE 134 IV 60 E. 7.3) und die Ausfällung von Verbindungs-
bussen neben den bedingten Geldstrafen als "Denkzettel" nicht nötig erscheint.
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VI. Kosten und Entschädigung
Die Beschuldigten unterliegen mit ihren Berufungsanträgen gänzlich. Ausgangs-
gemäss werden sie für das Vorverfahren und die Verfahren vor beiden Instanzen
vollumfänglich solidarisch kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1
StPO).