# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b53f7796-2690-4d0d-af1f-104c772626cc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984, absolvierte vom 1
5.
August
2000
bis
zum 1.
März 2002 eine Lehre als Bereiterin, welche sie ohne Abschluss vorzeitig abbrach, und danach vom 1
5.
Juli 2002 bis zum 1
4.
Juli 2005 eine Lehre als Speditionskauffrau, welche sie erfolgreich abschliessen konnte (
Urk.
8/4/4). In der Folge arbeitete sie an verschiedenen Stellen
in ihrem erlernte
n
Beruf
bei
Transport- bzw. Logistik
unternehmungen
(
Urk.
8/17/1-2)
, zuletzt
ab
dem 1.
Juni 2010
bei der
Y._
AG (
Urk.
8/11).
Wegen einer Narkolepsie mit Kataplexie meldete sie sich a
m 2
7.
September 2011 (Datum des Posteingangs) bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4).
Die
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht der
Y._
AG vom 3
1.
Oktober 2011 (
Urk.
8/11) sowie die Arztberichte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 2. November 2011 (
Urk.
8/12
/1-4; unter Beilage weiterer Arztberichte,
Urk.
8/12/5-14
) und
Dr.
med.
A._
, All
gemeine Medizin FMH, vom
1.
November 2011 (Urk. 8/13/1-
4,
Urk.
8/1
3
/8
; unter Beilage weiterer Arztber
ichte,
Urk.
8/13/5-7
) ein.
Ausserdem zog
sie
die Akten der Krankentaggeldversich
erung, der Zürich Versicherungs
gesellschaft, bei (Urk.
8/18/1-33).
Die IV-Stelle führte mit der Versicherten eine
Ein
gliede
rungsberatung
durch (
Urk.
8/21) und teilte ihr schliesslich am 24. Novem
ber 2011
mit, die Abklärungen hätten ergeben, dass zurzeit keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen nötig seien (
Urk.
8/20).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
Februar 2012 teilte sie
X._
mit, die Abklärungen hätten erge
ben
, dass sie lediglich noch zu 50
% eine
be
hinderungsangepasste
Tätigkeit ausüben könne. Ihr
Invaliditäts
grad
belaufe sich auf 67
%
, womit sie ab dem
1.
März 2012 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe (
Urk.
8/32).
Nachdem dagegen kein Einwand erhoben worden war, ersuchte die IV-Stelle am 2
4.
April 2012 die zuständige Ausgleichkasse um Erstellung der Verfügung (Urk. 8/42, unter Beilage des Verfügungsteils 2 [
Zusprache
einer Invalidenrente], Urk. 8/40). Daraufhin wurde der Versicherten, wie vorbeschieden, mit Verfügung vom
1.
Juni 2012 mit Wirkung ab
1.
März 2012 eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen (
Urk.
8/51).
1.2
Zuvor hatte die Versicherte am 1
0.
April 2012 (Eingangsdatum)
den Antrag auf
Über
nahme der Kosten für ein
Sonim
XP3 N
otruf-Handy in der Höhe von Fr.
1‘185.30
gestellt
(
Urk.
8/
3
7-38). Am 2
5.
April 2012 teilte sie der IV-Stelle per E-Mail mit, die
Y._
AG, bei welcher sie bis zu diesem Zeitpunkt weiter
hin in ange
passter Tätigkeit im Umfang von 50
%
gearbeitet habe
, löse das Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2012 auf und stelle sie per 1. Mai 2012 frei. Sie
möchte auf jeden Fall weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausüben und sehe eine Möglichkeit, in den Beruf als Bereiterin zurückzukehren, welcher ihrer Be
hin
derung besser ange
passt scheine als eine Arbeit im Büro. Sie ersuche die
IV-Stelle um Unter
stützung bei der Wiedereingliederung bzw. bei der Aufrechter
haltung einer Erwerbstätigkeit (
Urk.
8/41).
In der Folge schloss die Versicherte per
1.
Juli 2012 einen Arbeitsvertrag mit der
B._
AG, Steuerberatung, als Bereiterin zu einem Arbeitspensum von 100
%
(
Urk.
8/45
und
Urk.
8/50
). Die IV-S
telle teilte ihr
am 3
1.
Mai 2012 mit, dass sie berufliche Massnahmen mit dem Ziel der Wiederaufnahme der Tätigkeit als Bereiterin nicht unterstützen könne, da diese aufgrund des Gefährdungspotentials ungeeignet sei (
Urk.
8/49).
1.
3
Am 1
5.
Juni 2012
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte zum Bezug einer
Hilflosen
entschädigung
an (
Urk.
8/52). Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(
Urk.
8/46)
wies die
IV-Stelle mit Verfügung vom 12.
Juli 2012 die Kostenübernahme für das
Sonim
Sentinel
Notruf-Handy ab (
Urk.
8/55).
Sie
nahm Abklärungen über die Zumutbarkeit der Tätigkeit als Bereiterin (vgl. Bericht vom 2
0.
November 2012,
Urk.
8/62) sowie über die Hilflosigkeit der Versicherten (vgl. Bericht vom 26. November 2012,
Urk.
8/63) vor. Ausserdem holte sie d
ie
Arztbericht
e
von
Dr.
Z._
vom 3
0.
November 2012
(Urk.
8/64/1-4; unter Beilage weiterer Arztberichte,
Urk.
8/64/5-24)
sowie von Prof.
Dr.
C._
, Leiter am Zentrum für Schlafmedizin des
D._
, vom
4.
Januar 2013 (
Eingangsdatum,
Urk.
8/68/1-4
[Aktenverzeichnis zu Urk. 8/1-184]
; unter Beil
age weiterer Arztberichte, Urk.
8/68/5-81) ein
und ersuchte
Dr.
A._
um Zustellung sämtlicher Verlaufs- und
Fremdabklärungs
berichte
(
Urk.
8/69-70 und
Urk.
8/75-76)
.
Im
Dezember 2012 brachte die Versicherte den Sohn
E._
zur Welt, weshalb ihr die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 1
0.
Januar 2013 mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2012 die
akzessorische
Ki
nderrente zusprach (Urk.
8/72).
Nach Durchführung des
Vorbe
scheid
verfahrens
(
Urk.
8/65) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfü
gung vom
7.
Februar 2013 eine
Hilflosenent
schädigung
leichten Grades zu (
Urk.
8/84).
Am gleichen Tag ordnete die IV
-Stelle die Vornahme einer
Begut
achtung durch Prof.
Dr.
med.
F._
, Direktor und Chefarzt der
G._
,
D._
, an (
Urk.
8/83).
X._
erhob dagegen mit Schreiben vom 12. Februar 2013 Einwand, da sie in dieser Klinik be
reits behandelt worden und die
Unabhängigkeit somit nicht gewährleistet sei (
Urk.
8/85).
Die IV-Stelle hielt jedoch an der Begutachtung fest (
Urk.
8/87).
Am 1
8.
März 2013
nahm
die IV-Stelle eine weitere Abklärung im Haushalt der Versicherten zur Prüfung des von dieser geltend gemachten Anspruches
auf einen Assistenzbeitrag vor
(
Abklärungs
bericht
vom
6.
Mai 2013,
Urk.
8/88).
Nach Durchführung des
Vorbe
scheidv
erfahrens
(
Urk.
8/90) sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 6.
Juni 2013 mit Wirkung ab dem 8.
Februar 2013 einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte
Assistenz
stunden
von monatlich durchschnittlich Fr. 1‘1
53.25 bzw. jährlich maximal Fr.
12‘685.75 zu (Urk. 8/97). Nachdem Prof.
F._
die Begutachtung aus Kapazitätsgründen doch nicht vornehmen konnte, ordnete
die IV-Stelle am
1.
Juli 2013 eine Begut
achtung durch
die
Klinik für Neurologie des
H._
an (Urk.
8/100). Am 20.
November 2013 gab die IV-Stelle sodann eine
zusätzliche
psychiatrische Begutachtung durch
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag (Urk.
8/123).
1.
4
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
I._
erfolgte am
9.
April 2014 (Urk. 8/143
/1-32
)
und dasjenige
von PD
Dr.
med.
J._
und
Dr.
med.
K._
, Leitender Arzt resp. Assistenzarzt
der Klinik für Neurologie (inkl. interdisziplinäre Beurteilung unter Einbezug des Gutachtens von
Dr.
I._
) am 1
8.
August 2014 (
Urk.
8/14
7
[unterzeichnetes Exemplar]
). Mit Vorbescheid vom 1
7.
September 2014 teilte die IV-Stelle
X._
mit, die Rente werde aufgehoben, da die Abklärungen ergeben hätten, dass keine Invalidität mehr vorliege (
Urk.
8/156). Dagegen liess
X._
durch
Procap
Schweiz am 2
0.
Oktober 2014 Einwand erheben, wobei sie unter anderem um Ansetzung einer 30tägigen Nachfrist ersuchen liess, um einen Bericht
des behandelnden Neurologen Dr.
Z._
einzureichen (
Urk.
8/166).
Die IV-Stelle teilte der Versicherten daraufhin am 3
0.
Oktober 2014 mit, die Akten seien ihr am 19. September 2014 zugestellt und der Einwand mit Schreiben vom 20. Oktober 2014 begründet worden. Medizinisch seien alle Abklärungen getroffen und dokumentiert worden. Vom in Auss
icht gestellten Bericht von Dr.
Z._
seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Es könne deshalb keine Nachfrist gewährt werden (
Urk.
8/168). Daraufhin hob die IV-Stelle
die Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung vom 3
1.
Oktober 2014 auf Ende
des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
2).
Mit Schreiben vom 3
0.
Oktober 2014 wies die Versicherte die IV-Stelle darauf hin, dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in einem vergleichbaren Fall (Prozess Nr. IV.2013.00717) in der Verweigerung der Fristerstreckung eine Ver
letzung des rechtlichen Gehörs erblickt habe (Urk. 8/169). Die IV-Stelle hielt jedoch an ihrer Auffassung fest (
Urk.
8/172).
2.
Gegen die Verfügung
vom 31. Oktober 2014
erhob
X._
durch Fürsprecher Daniel
Schilliger
von
Procap
Schweiz am
3.
Dezember 2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 31.10.2014 sei aufzuheben.
2.
Der Beschwerdeführerin sei die bisherige
Dreiviertelsrente
weiterhin auszu
richten.
3.
Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu be
freien. Zudem sei ihr die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
durch den Unterzeichnenden zu gewähren.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegne
rin
.“
Am 1
9.
Januar 2015 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zurück (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 2
7.
Januar 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
9). Am 2
2.
Juni 2015 (
Urk.
10) reichte die Beschwerdeführerin den Bericht des Zentrums für Schlafmedizin vom 2
5.
März 2015 ein (
Urk.
11).
Dieser wurde der Beschwerdegegnerin am 2
9.
Juni 2015 zugestellt (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, die
Beschwerde
gegnerin
habe durch die Nichtgewährung einer erstmaligen Fristverlängerung zur Nachreichung eines Arztberichtes ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (
Urk.
1 S. 4 ff.).
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebli
che Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des rechtli
chen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkre
ten
Fall für den Ausgang der materiel
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Be
hörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
1.3
Die Beschwerdeführerin hat gegen den Vorbescheid vom 1
9.
September 2014 mit Eingabe vom 2
0.
Oktober 2014 rechtzeitig Einwand erhoben und diesen begründet (
Urk.
8/166). Dabei hat sie unter anderem einlässlich dargelegt, wes
halb aus ihrer Sicht – entgegen der gutachterlichen Beurteilung – von einer Narkolepsie auszugehen sei und die Rechtsprechung des Bundesgerichtes zu den somatoformen Schmerzstörungen keine Anwendung finde. Das Gesuch um Gewährung einer Nachfrist begründete sie damit, dass sie beabsichtige, zum Ganzen eine Stellungnahme des behandelnden Neurologen
Dr.
Z._
einzu
holen.
Laut ihren Angaben in der Beschwerdeschrift vom
3.
Dezember 2014 hat sich die Beschwerdeführerin, nachdem Dr.
Z._
schliesslich innerhalb der ange
setzten Frist nicht in der Lage gewesen sei, eine fundierte Stellungnahme zum Gutachten bzw. zur Diagnose innerhalb des Gutachtens abzugeben, an einen anderen, bereits einmal mit ihrem Fall befasst gewesenen Neurologen, gewandt (
Urk.
1 S. 6 und S. 7). Am 2
2.
Juni 2015 reichte sie den Bericht von Dr.
C
._
vom Zentrum für Schlafmedizin des
D._
vom 2
5.
März 2015 nach (Urk. 10 und
Urk.
11).
Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin unter den gege
benen Umständen eine Nachfrist hätte ansetzen müssen, kann offen bleiben (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichtes 8C_543/2015 vom 1
2.
Februar 2016 E. 6.3
mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin konnte im vorliegenden
Beschwerde
ver
fahren
ohne Einschränkungen ihre Einwände vorbringen, und die Sach- und Rechtslage wird vom hiesigen Gericht umfassend überprüft. Dabei wird nament
lich auch der von ihr am 2
2.
Juni 2015 nachträglich eingereichte Bericht von
Dr.
C
._
vom 2
5.
März 2015 (
Urk.
11), soweit er etwas zur Feststellung des rechtlich massgebenden Sachverhalts im massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3
1.
Oktober 2014 (
Urk.
2) beizutragen ver
mag, berücksichtigt. Eine Rückweisung wegen einer Verletzung des rechtlichen Gehörs würde demnach vorliegend zu einem formalistischen Leerlauf führen. Davon scheint implizit auch die Beschwerdeführerin auszugehen. Zwar wies sie in der Beschwerdeschrift vom 3. Dezember 2014 darauf hin, dass die ange
foch
tene Verfügung wegen der Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben sei (
Urk.
1 S. 9). Ihren Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung ver
band sie jedoch nicht mit einem solchen auf Rückweisung, sondern mit einem solchen auf Weiterausrichtung der bisherig
en
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1 S.
2). Ihrer Eingabe vom 2
2.
Juni 2015 (
Urk.
10) lässt sich sodann nicht ent
nehmen, dass sie den
Beizug
einer Stellungnahme von
Dr.
Z._
weiterhin für erfor
derlich hält.
2
.
2
.1
2.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerz
störung
oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche
noch keine Invalidität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder
ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind.
Danach konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien
(BGE 130
V
352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
2.1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditätsbemes
sung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen muss.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur.
Die
Anerkennung eines
renten
begrün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Aus
wirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbe
las
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesger
icht in BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
.
2
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2
.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
si
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2
.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3
.
3.1
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin gestützt auf folgende ärztli
che Beurteilungen mit Verfügung vom
1.
Juni 2012 (
Urk.
8/51) basierend auf einem Invaliditätsgrad von 67
%
eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen:
3
.1
.1
Gemäss dem Arztbericht
des Neurologen
Dr.
Z._
vom
2.
November 2011 (
Urk.
8/12/1-4
) besteht bei der Beschwerdeführerin eine Narkolepsie mit katap
lektischen Anfällen
seit Oktober 201
0.
Die Beschwerdeführerin werde seit Mai 2011 durch ihn ambulant behandelt.
Es finde eine medikamentöse Behandlung mit
Modasomil
und
Anafranil
statt.
Sie sei von März bi
s am 10.
Juli 2011 zu 100
%
, vom 1
1.
Juli bis zum
1.
August 2011 zu 70
%
, vom
2.
bis zum 1
2.
August 2011 zu 60
%
und seit dem 1
3.
August 2011 zu 50
%
arbeitsunfä
hig. Die Beschwerdeführerin leide unter rascher Ermüdung welche unter Belas
tung zunehme. Bei der Arbeit sei sie leicht
verlangsamt, im Ausmass von 10-
20
%
. Seit dem 1
3.
August 2011
leiste sie Arbeit im Büro von 4
-5 Stunden pro Tag. Die Prognose sei unsicher. Eine spätere Besserung sei möglich. Angaben über die voraussichtliche Dauer der Einschränkung könnten nicht gemacht wer
den.
3
.
1.
2
Der Hausarzt
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom
1.
November 2011 (Urk. 8/13/8) aus, er habe die Beschwerdeführerin letztmals vor einem Jahr gesehen, dannzumal bei Verdacht auf allergisch bedingte Nasenobstruktion bei Katzenepithelallergie Rastklasse
5.
Daneben hätten immer wieder unklare Synkopen und akute Kopfschmerzen im Vordergrund gestanden, welche regel
mässig von diversen Fachärzten abgeklärt würden. Zum Teil habe eine Migräne vom
Basilaristyp
mit
vertiginöser
Aura und
Locked
-in-Syndrom, dann ein
e
Vocal
Cord Symptomatik und zuletzt gemäss
Dr.
Z._
eine Narkolepsie mit kataplektischen Anfällen zur Diskussion gestanden. Aufgrund der Anamnese sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen von diesen unklaren Kopfschmerzen und zuletzt von dieser Narkolepsie abhängen würde. Es sei deshalb die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Fachärzte vorzunehmen.
Dies gelte auch für die zweite immer wieder auftre
tende Problematik, welche in Beschwerden im Schulterbereich bestehen würde.
3
.1.3
Dr.
med.
L
._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin hielt in der Stellungnahme vom 7.
Februar 2012 (
Urk.
8/30/3-4) fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht könne ein neurologisches Leiden (Narkolepsie mit kataplektischen Anfällen) mit Tangierung der Arbeitsfähigkeit nachvollzogen werden.
Eine zunächst 100%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit sei ab dem 1
5.
November 2010 nach
vollziehbar. Aussendiensttätigkeiten seien nicht mehr möglich und neben anderen Einschränkungen dürfe die Beschwerdeführerin auch nicht mehr Auto fahren. Eine angepasste Tätigkeit habe die Beschwerdeführerin aber ab dem 13. August 2011 wieder zu 50
%
und zuvor ab dem
2.
August 2011 zu 40
%
sowie ab dem 1
1.
Juli 2011 zu 30
%
aufnehmen können. Eine weitere Stei
ge
rung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit könne zukünftig erwartet und
erhofft werden. Mehr als 50
%
seien aber beim bisherigen Arbeitgeber nicht möglich. Angepasste Tätigkeiten seien eher
Backofficetätigkeiten
, ohne Stress und ohne andere emotionale Belastungen, mit der Möglichkeit
,
Ruhepausen nach Bedarf einzulegen und sich zurückzuziehen. Tätigkeiten verbunden mit Sitzungen und Kundenkontakten könnten zeitnah und wahrscheinlich länger
fristig bis dauerhaft nicht mehr als geeignet beurteilt werden. Auto fahren sei nicht mehr möglich. Es werde die Vornahme einer medizinischen
Reevaluation
in sechs bis neun Monaten
empfohlen.
3.2
.
Nach der Rentenzusprechung vom
1.
Juni 2012 ergingen
unter anderem
fol
gende medizinische
Berichte:
3.2.1
Laut dem Bericht von
Dr.
Z._
an
Dr.
A._
vom
2.
Juli 2012 (
Urk.
8/64/5-6) über die am 2
8.
Juni 2012 durchgeführte neurologische Verlaufskontrolle bestehen bei der Beschwerdeführerin eine exzessive Tagesschläfrigkeit unklare
r
Ätiologie, ein exzessiver fragmentarischer
Myoklonus
sowie Sturzanfälle unklarer Ätiologie. Die Verdachtsdiagnose einer Narkolepsie mit kataplektischen Anfällen habe in einer Schlafuntersuchung im
D._
am 2
4.
Mai 2012 nicht bestätigt werden können.
Aus Sicht der dortigen Kollegen bleibe die Diagnose offen und es sei von einer Somatisierungsstörung, möglicherweise aufgepfropft auf eine Narkolepsie oder eine idiopathische
Hypersomnie
, gespro
chen worden. Seit der letzten Untersuchung vom 2
3.
Mai 2012 berichte die Beschwerdeführerin über eine
n
problemlosen Verlauf. Insbesondere sei es seit
her zu keinen weiteren Anfallsereignissen gekommen. An Medikamenten nehme die Beschwerdeführerin
Modasomil
200-300 mg pro Tag und Ritalin 3 x 10 mg pro Tag sowie
Anfranil
10 mg morgens.
3.2.2
Dr.
Z._
stellte
im Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vom 3
0.
November 2012 (
Urk.
8/64/1-4) die Diagnose einer Narkolepsie mit ka
taplektischen An
fäl
len. Es komme
weiterhin zu kataplektischen An
fällen. Der Zustand dürfte stati
onär bleiben. Die Beschwerdeführerin nehme Ritalin ein. Sie sei nach wie vor in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig und in ihrer Leis
tungsfähigkeit wegen Verlangsamung zu 1
0-
20
%
eingeschränkt.
3
.2.3
Gemäss dem Bericht des Neurologen
Prof.
C
._
an die Beschwerdegegnerin
vom
4.
Januar 2013 (Urk. 8/68/1-4) bestehen bei der Beschwerdeführerin
eine unklare
Tagesschläf
rigkeit
sowie unklare Bewusstseinsstörungen, Differential
di
agnose: Narko
lepsie-Kataplexie oder Nicht-Organische-
Hypersomnie
und Somatisierungs
störung.
Die letzte Kontrolle habe am 1
4.
März 2012 statt
gefun
den.
Eine neurologische Untersuchung habe nicht durchgeführt werden können, da die Beschwerdeführerin keine weitere Konsultation gewünscht habe. Bei völ
lig unklarer Diagnose könne keine Prognose gestellt werden. Ebenso seien
Angaben zur Arbeitsfähigkeit nicht möglich, solange keine korrekte Diagnose vorliege. Es sei eine Tagesschläfrigkeit objektivierbar, welche sich in der Form von inter
mittierenden Konzentrationsstörungen negativ auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirke.
Bei korrekter Diagnose und gezielter Therapie liess
e
sich der Gesund
heitszustand verbessern, insbesondere könn
t
e die Schläfrigkeit durch Medi
ka
mente reduziert werden, wie dies schon unter
Modasomil
passiert sei (vgl. auch Bericht an
Dr.
Z._
vom 1
3.
Juni 2012,
Urk.
8/68/16-17).
3
.
2.4
Laut dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
I._
vom
9.
April 2014 (Urk. 8/143/24) besteht bei der Beschwerdeführerin eine dissoziative Störung (Konversionsstörung) mit dissoziativen Bewegungsstörungen und dissoziativem Stupor (ICD-10 F44.7). Im Juni 2000 sei es zum erstmaligen Anfall mit Hyper
ventilation und Atemnot gekommen und es sei damals anlässlich einer
Hospita
lisation
im
M
._
eine dissoziative Störung als
Haupt
diagnose
gestellt worden. Zwischen 2000 und 2010 seien
Schulter
luxationen
und zwei Sturzereignisse in den Jahren 2004 sowie 2008 bekannt. Fragliche epileptische Anfälle hätten diagnostisch nicht bestätigt werden können.
Seit 2010 komme es bei der Beschwerdeführerin immer wieder zu Lähmungs
erscheinungen sowie Episoden mit Bewusstlosigkeit und
migräniformen
Schmerzen.
Ab Mai 2011
sei erstmals der Verdacht auf eine Narkolepsie geäussert worden, die Diagnose habe sich aber in der ausführlichen Untersuchung im
D._
im Mai 2012
und auch in der aktuellen neurologischen Begutachtung nicht bestätigt.
Eine beweisende Untersuchung durch Lumbalpunktion (
Hypocretin
-Bestimmung) sei von der Beschwerde
führerin abgelehnt worden.
In der Betrachtung der Anam
nese und der Lebensgeschichte der Beschwerde
führerin falle auf, dass sie neben den langjährigen Beeinträchtigungen durch Sturzereignisse,
Bewusstlosigkeiten
und zahlreiche Unfälle ein Leben geführt habe, welches sie selber mit den Wor
ten „auf der Überholspur unterwegs“ um
schrieben habe. Sie habe intensiv Sport getrieben, unter anderem mit Triathlon, Autorennsport und Springreiten.
Die Beschwerdeführerin sei sowohl im Sport als auch im Beruf ehrgeizig gewesen und habe nach Erfolg gestrebt. Dieses intensive Leben habe durch die gesund
heitlichen Einschränkungen eine deut
liche Verlangsamung erfahren. Im Anschluss an einen Einbruch, welcher die Beschwerdeführerin erschüttert habe, sei eine psychotherapeutische Behandlung durchgeführt worden. Sie habe sich aber rasch stabilisiert
,
und auf eine mögliche psychogene Beteiligung an ihrem Anfallsleiden sei nicht eingegangen worden. Davon habe die Beschwerde
führe
rin nichts wissen wolle
n. In der von ihm durchgeführten Untersuchung habe die
Beschwerde
führerin
locker, eher beschleunigt, aber insgesamt offen über ihre Lebenssituation und ihre Krankheitssituation berichtet, wobei aufgefallen sei, dass sie keine emotionale Betroffenheit gezeigt habe. Sie habe jegliche psychi
sche Beteiligung an ihrem Leiden von sich gewiesen
und betont, dass es klar einer Narkolepsie entspreche.
Sie habe sich dabei durch die Narko
lepsie-Gesell
schaft unterstützt gefühlt.
Eine weitere anamnestische Auffälligkeit bestehe darin, dass die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin erst im Rahmen eines Zufallsbefundes im
5.
Monat bekannt worden sei. Möglicherweise handle es sich dabei ebenfalls um dissoziatives Geschehen, indem die Schwangerschaft von der Beschwerdeführerin verdrängt oder negiert worden sei.
Diagnostisch müsse auf
grund der fehlenden somatischen
ätiopatho
gene
tischen
Korrelate auf ein psy
chogenes Krankheitsgeschehen geschlossen werden. Insofern könne die früher gestellte Diagnose einer dissoziativen Störung bestätigt werden, wobei die dis
soziativen Bewegungsstörungen zu nennen seien. Solche Störungen seien grundsätzlich behandelbar, wobei allerdings eine Krankheitseinsicht notwendig sei. Diese sei bei der Beschwerde
führerin aktuell noch nicht gegeben. Sie versu
che nach wie vor, ihre
Störungs
bilder
einer neurologischen Erkrankung zuzu
ordnen. Eine adäquate Behandlung würde in einer mehrjährigen
Gesprächspsy
chotherapie
bestehen. Aufgrund des
chronifi
zierten
Verlaufs, bei dem der Beginn der Erkrankung mit grosser
Wahr
scheinlichkeit auf das 16.
Lebensjahr zurückdatiert werden könne, und der fehlenden
Krankheits
einsicht
bestehe eine sehr unsichere Prognose. Es liege ein psychisches Leiden mit Krankheitswert vor, welches sich auch limitierend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Es sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätig
keit als kaufmänni
sche Angestellte sowie in der angepassten Tätigkeit als Bereiterin auszugehen. Die Einschränkungen lägen in den wieder
holten Funktionseinbussen durch Stürze nach
Tonusverlust
und Amnesien, welche von der Beschwerdeführerin weder vorgetäuscht noch absichtlich herbeigeführt würden.
Der Gesundheitszu
stand sei seit 2010 unverändert, dessen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit würden aber anders
beurteilt, indem erstmalig auch eine psychiatrische Diag
nose gestellt werde. Es liege eine psychische Störung mit Krankheitswert vor, psychosoziale Aspekte stünden nicht im Vordergrund. Eben so wenig handle es sich um eine Erkrankung aus dem somatoformen Formenkreis.
3
.2.5
Gemäss dem interdisziplinären (neurologisch unter Berücksichtigung des psychiat
rischen Gutachtens von
Dr.
I._
) Gutachten der Klinik für Neuro
lo
gie
des
H._
vo
m 1
8.
August 2014 (
Urk.
8/147/20-21
) bestehen bei der Beschwerde
führerin mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine dissoziative Störung (Konversionsstörung) mit dissoziativen Bewegungsstörungen und dis
soziativem Stupor (ICD-10 F44.7) sowie klinisch: rezidivierende Attacken mit
Tonusverlust
, erhaltenem Bewusstsein und
Optomotorik
, gefolgt von starken Kopfschmerzen
(EM 10/2010). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ausserdem eine minime exzessive Tagesschläfrigkeit (mittlere
Einschlaf
latenz
im MLST 7.6 Minuten) bei chronischem Schlafmanko (
insufficient
Sleep
Syndrome, ISS).
Die Beschwerdeführerin
berichte
über seit dem 1
9.
Oktober 2010 rezidivierend auftretende Episoden mit anfallsartigem
Tonusverlust
der Skelettmuskulatur über Sekunden bis Minuten, in denen sie nur noch über Blin
zeln und Augenbewegungen kommunizieren könne und die sich dann unter stärksten Kopfschmerzen zurückbilden würden.
Letztere würden den regelhaften Gebrauch von Opiaten notwendig machen.
Es sei in diesem Zusammenhang auch schon zu relevanten Verletzungen gekommen. Weiterhin berichte die Beschwerdeführerin über eine hochgradige Tagesschläfrigkeit mit
Einschlaf
atta
cken
und einem häufig unterbrochenen Nachtschlaf.
Zudem käme es nachts regelmässig zu Episoden mit Lähmungen beim Erwachen, zudem auch Halluzi
nationen in der Einschlaf- oder Aufwachphase. Die Attacken
seien vom behan
delnden Neurologen
Dr.
Z._
als Kataplexien im Rahmen einer Narkolepsie-Kataplexie bewertet worden und im Mai 2011 sei die Diagnosestellung einer Epilepsie mit Kataplexien durch
Dr.
Z._
erfolgt. Die Diagnose sei auf die anamnestisch erfüllte klinisch
e
Tetrade (Tagesschläfrigkeit, Halluzinationen, Kataplexien und Schlaflähmungen) gestützt und eine entsprechende Therapie mit
Anafranil
zur Kataplexie-Prophylaxe sowie
Moda
somil
gegen die beklagte Tagesschläfrigkeit installiert worden. Auf Grundlage der Diagnose einer Nar
kolepsie-Kataplexie sei am 2
6.
September 2011 eine IV-Anmeldung mit Aner
kennung einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und
Zusprache
einer
Dreiviertels
rente
erfolgt. In der auf Betreiben von
Dr.
Z._
2012 durchgeführten Schlafabklärung im
D._
bei Prof.
C
._
habe keine definitive Diagnose gestellt werden können (
Urk.
8/147/21-22).
Es habe zusammenfassend in der durchgeführten Diagnostik und den umfangreichen Vorbefunden keine organisch-neurologische Störung als Ursache der Beschwer
den festgestellt wer
den können. Die Beschwerden passten zu keiner neuro
logischen Erkrankung.
Im Besonderen hätten sie eine Narkolepsie anhand der bisherigen Befunde aus
schliessen können.
Aus schlafmedizinischer Sicht könne somit allenfalls eine leichte Tagesschläfrigkeit diagnostiziert werden
, die zu keiner relevanten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führe und gut behandelbar sein sollte. Im psy
chiatrischen Teilgutachten sei als Erklärung für die Episoden eine dissoziative Störung (Konversionsstörung) mit dissoziativen Bewegungs
störungen und dis
soziativem Stupor (ICD-10 F44.7) diagnostiziert worden. Die berichteten und beobachteten Anfälle mit
Tonusverlust
, welche als
un
willkürlich u
nd somit nicht beeinflussbar
bewertet würden, stellten einen die Arbeits
fähigkeit ein
schränkenden Faktor dar. Einerseits bedürfe es eines angepassten Arbeitsplatzes, bei dem die Gefahr der Eigen- und
Fremd
gefährdung
minimiert werde
.
Die
Fahrtauglichkeit sei nicht gegeben. Andere gefährdende Tätig
keiten wie Arbei
ten in der Höhe, an Starkstrom oder an gefährlichen Maschinen dürften eben
falls nicht ausgeführt werden.
Die für die Beschwerdeführerin typischen Anfälle schränkten die Arbeitsfähigkeit unab
hängig von der unge
klärten Ätiologie ein. Der Grad der Einschränkung sei schwierig zu bemessen. Die Einschränkung sei auf etwa 50
%
zu schätzen, wobei die Arbeitsunfähigkeit rein psychiatrisch attestiert werde. Aus neurolo
gischer Sicht bestünden keine Einschränkungen
(
Urk.
8/147/22)
.
3
.2.6
RAD-Ärztin
Dr.
L._
führte in der Stellungnahme vom 1
0.
September 2014 (
Urk.
8/154/9-10) aus, die formalen Aspekte des Gutachtens des
H._
und von
Dr.
I._
seien erfüllt. Die vorbestehenden Berichte hätten den Gutachtern vorgelegen und seien von ihnen gewürdigt worden, auf die Klagen der Beschwerdeführerin sei eingegangen worden und die erhobenen Befunde wür
den nachvollziehbar dargestellt.
Aus medizinischer Sicht könne die Ein
schät
zung der Gutachter als plausibel beurteilt werden, jedoch erscheine die Tätigkeit als Bereiterin nicht als (umfassend) angepasst. Bisher sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer nicht fremd- und selbstgefährdenden Tätig
keit (ohne Auto fahren und Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr) aufgrund der von
Dr.
Z._
diagnostizierten Nark
olepsie/Kataplexie ausgegangen worden.
Diese organische Störung sei nun nicht bestätigt worden, es sei jedoch eine
chronifi
zierte
psychische Störung mit gleicher Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus
gewiesen.
3.2.7
Im nachträglich von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht vom 25. März 2015 (
Urk.
11) führt Prof.
C._
aus, die Beschwerdeführerin sei zu einer weiteren Besprechung erschienen, nachdem die geplante
Hypocretin
be
stimmung
mit einer Lumbalpunktion nicht geklappt habe, weil während
dessen ein „Anfall“ aufgetreten sei. Die Semiologie dieses Anfalles mit Ver
drehen der Augen, aktivem Lidschluss und
Hyperreflexie
an allen Extremi
täten sei mit einer Kataplexie nicht vereinbar und passend zu einem funktionellen Anfall. Die Psychotherapie sei vor zwei Monaten abgesetzt worden, da es der Beschwerde
führerin relativ gut gegangen sei. In den letzten Wochen und ins
besondere nach der missglückten Lumbalpunktion würden aber wieder 2-3 An
fälle pro Woche auftreten. Nach den Anfällen habe die Beschwerdeführerin sehr starke Kopf
schmerzen und benötige Opiate, weshalb sie regelmässig ins Spital
N._
ein
geliefert werde. Die Anfälle würden jeweils durch Emotionen, Ärger und Stress, aber auch spontan ausgelöst. Die Beschwerdeführerin be
schreibe ihr Dilemma, dass einerseits die
Beschwerde
gegnerin
keine Einschrän
kung der Arbeitsfähig
keit mehr akzeptiere, sie andererseits aber gemäss einer Weisung des
M._
wegen diesen Anfällen ihr Kind nicht alleine betreuen dürfe. Sie fürchte sich sehr vor der Lumbalpunktion und habe diese nur machen lassen wollen, weil
man ihr vorgeworfen habe, sie behindere sonst die Abklärungen. Falls nötig sei sie aber immer noch zur Vornahme einer Lumbalpunktion bereit. Die Diagnose einer Narkolepsie-Kataplexie müsse nach diesem erneuten ärztlich dokumentierten „Anfall“ im Rahmen der geplanten Lumbalpunktion mit
Hyper
reflexie
und aktivem Augenschluss fallen gelassen werden. Somit werde auch der Wert einer Lumbalpunktion relativiert. Anderer
seits könne eine idiopathi
sche
Hypersomnie
als Ursache der klar objektivierten Tagesschläfrigkeit auf
grund der bisherigen Befunde nicht ausgeschlossen werden. Diese könne auch zu einer eingeschränkten Leistungs
fähigkeit bzw. zu einer Notwendigkeit von mehreren Tagesschläfchen führen. Es bestehe eine ungeklärte Situation zwi
schen der Beschwerdegegnerin, allfällig weiteren involvierten Versicherun
gen und der Ärzteschaft. Es werde der Beschwerde
führerin zwar von allen Ärzten eine eingeschränkte Leistungs
fähigkeit attestiert, eine solche jedoch aufgrund einer juristischen Interpretation verneint.
4.
4.1
Wie eingangs dargelegt, gibt Anlass zur Revision einer Invalidenrente jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.3). In diesem Sinne von Bedeutung sind auch Veränderungen in erwerblich-berufli
cher Hinsicht, sofern sie sich auf die Grundlagen der
Invaliditäts
bemessung
auswirken. Dies kann namentlich dann der Fall sein, wenn der Invaliditätsgrad ursprünglich, d.h. im Vergleichszeitpunkt, bezogen auf ein konkretes Arbeits
verhältnis ermittelt worden war, dieses jedoch später aufgelöst wurde. Dies hat nebst dem geänderten eingliederungsmässigen Status zur Folge, dass die Invali
dität neu nach der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode bezogen auf den allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zu bemessen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_80/2014 vom 1
1.
Juli 2014 E. 3.4.1).
Kann eine versicherte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein beste
hendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nur – aber immer
hin – dann im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidiert, wenn die Einkommens
verbesserung jährlich mehr als
Fr.
1‘500.-- beträgt (vgl.
Art.
31 IVG).
4.2
Die Beschwerdegegnerin hat in der Rentenverfügung vom
1.
Juni 2012 das
Invali
deneinkommen
aufgrund des Lohnes, welchen die Beschwerdeführerin zuletzt mit einem 50%igen Pensum in einer angepassten Tätigkeit (leichte
,
nicht zeitkritische administrative Arbeiten [
Urk.
8/21/2]) bei ihrer bisherigen Arbeit
geberin (
Y._
AG) erzielt hat, mit
Fr.
32‘500.-- (=
Fr.
2‘500.—x 13) beziffert (
Urk.
8/29 [Einkommensvergleich] und
Urk.
8/40 [Verfügungsteil 2]).
Das Arbeitsverhältnis wurde jedoch von der
Y._
AG per Ende Juni 2012 gekün
digt (
Urk.
8/41). Per 1. Juli 2012 fand die Beschwerdeführerin eine Stelle als Bereiterin bei der
B._
AG. Im betreffenden, von ihr eingereichten Arbeitsvertrag vom 2
3.
Mai 2012 wurden ein Arbeitspensum von 100
%
und ein Gehalt von
Fr.
4‘500.-- pro Monat resp.
Fr.
58‘500.-- pro Jahr (x 13) verein
bart (
Urk.
8/45; vgl. Mitteilung der Pensionskasse der Beschwerdeführerin [
Y._
AG und der
B._
AG] vom 2
4.
Juli 2012, Urk. 8/56-57). Mit E-Mail vom
3.
September 2012 teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin mit, dass sie, nachdem ihr diese von der Annahme dieser Stelle abgeraten habe, mit der
B._
AG eine neue Vertragsbasis habe aushandeln können. Der Job entspreche „etwa 50 bis 60
%
im Vergleich zu einem normalen Bereiter mit einem 100%-Pensum“ (
Urk.
8/59).
RAD-Arzt
O._
ging aufgrund der Abklärung vor Ort vom 3
1.
Oktober 2012 jedoch weiterhin von einer nicht optimal angepassten Tätigkeit aus
(
Urk.
8/62; vgl. auch RAD-Ärztin
Dr.
L._
, 1
0.
September 2014,
Urk.
8/154/10
).
Die
Auf
lösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG und An
nahme einer völlig anderen Tätigkeit mit einem höheren Beschäftigungsumfang
und/oder höherer Präsenzzeit stellt fraglos eine wesentliche Änderung in den tatsächli
chen Verhältnissen dar, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
4.3
Ausserdem ist festzuhalten, dass es - entgegen der Auffassung der Beschwerde
führerin - nicht so ist, dass bei identischer Beschwerdeschilderung auch zwin
gend dieselben Diagnosen und Arbeitsunfähigkeiten resultieren müssen.
Auf
gabe eines ärztlichen Gutachters ist es gerade, die geschilderten Be
schwerden medizinisch einzuordnen. So kann ein subjektiv gleich empfundenes Leiden im Laufe der Jahre einen anderen medizinischen Hintergrund haben und dement
sprechend medizinisch anders beurteilt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_602/2013 vom
9.
April 2014 E. 3.2).
Zwar genügt für die revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine blosse Neubeurteilung der invaliditätsmässigen Voraussetzungen nicht. Hingegen liegt dieser Konzep
tion die Voraussetzung zugrunde, dass die erstmalige
Rentenfest
setzung
auf der Basis einer umfassenden tatsächlichen Entscheidungsgrundlage ergangen ist. Hat die Verwaltung hingegen z.B. mit Blick auf eine noch laufende medizini
sche Behandlung, eine nicht abschliessen
de Aktenlage für die
Rentenzusprache
genügen lassen, so schliesst
Art.
17 ATSG nicht aus, zu einem späteren Zeit
punkt eine eingehendere Abklärung der Sache vorzunehmen und gestützt auf deren Ergebnisse tatsächlicher Natur über den laufenden Renten
anspruch neu zu befinden (Urteil des Bun
desgerichts 8C_818/2012 vom 11.
März 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, wurde im inter
disziplinären Gutachten vom 1
8.
August 2014 einlässlich dargelegt, weshalb nicht mehr die Folgen einer neurologischen Störung als einschränkend zu gel
ten haben, sondern eine (allenfalls überwindbare) disso
ziative Störung vorliegt. Da eine solche nicht ohne Weiteres als invalidisierend betrachtet werden kann, liegt auch insoweit eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor, wel
che geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen.
4.4
Das Vorliegen eines Revisionsgrundes ist daher - mit der Beschwer
degegnerin - zu b
ejahen. Unter diesen Umständen ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhaltes neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (BGE 141 V 9).
5.
5.1
Die von der Beschwerdeführerin eingeholten Gutachten vom
9.
April 2014 (psy
chiatrisches Gutachten von
Dr.
I._
,
Urk.
8/143/1-32) und vom 18.
August 2014 (interdisziplinäres Gutachten
von Prof.
Dr.
J._
und Dr.
K._
,
Urk.
8/147) beruhen auf fachärztlichen (inklusive
schlafmedizi
nischen
) Untersu
chungen und wurden in Kenntnis der und einlässlicher Ausein
andersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
gesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Die Gutachten erfüllen die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an
beweis
taugliche
ärztliche
Ent
s
cheidungsgrundlagen
(vgl. E. 2.5
) demnach vollum
fänglich.
Auf die von den Gutachtern vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann aufgrund der nachfolgenden Ausführungen gleichwohl nicht ohne Weite
res abgestellt werden.
5.2
5.2.1
Gemäss den nachvollziehbaren Feststellungen der neurologischen Gutachter sind bei der Beschwerdeführerin neurologisch-schlafmedizinische Ursachen, welche die Symptome organisch zu erklären vermöchten, nicht auszumachen. Insbesondere bestehen auch keine mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erstellte Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Narkolepsie. Die neurologischen Gutachter kamen dementsprechend zum Schluss, dass aus neurologischer Sicht keine Einschränkungen der Arbeits
fähig
keit bestehen.
5.2.2
Die weiteren in den Akten liegenden Arztberichte (vgl. auch die Zusammen
fas
sung der Krankengeschichte sowie der relevanten medizinischen
Vorakten
im interdisziplinären Gutachten vom 1
8.
August 2014,
Urk.
8/147/3-15) enthalten keine Angaben, welche diese Schlussfolgerungen der neurologischen Gutachter in Frage zu stellen vermöchten.
Dr.
Z._
hatte zwar im Mai 2011 die
Erstdi
agnose
einer Narkolepsie gestellt (vgl.
Urk.
8/12). In seinem Bericht an Dr.
A._
vom
2.
Juli 2012 hielt er jedoch unter Hinweis auf die am 2
4.
April 2012 im Zentrum für Schlafmedizin des
D._
durchgeführte
Schlaf
untersuchung
mit
Polysomnigraphie
(vgl.
Urk.
8/68/11) fest, dass die „
Ver
dachtsdiagnose
“ einer Narkolepsie mit kataplektischen Anfällen nicht habe bestätigt werden können. Die Beurteilung des Zentrums für Schlafmedizin dürfte wohl am ehesten zutreffen mit ätiologisch unklarer exzessiver Tages
schläfrigkeit, fragmentarischem
Myoclonus
sowie Sturzanfällen. Der Leiter des Zentrums, Prof.
Dr.
C._
, spreche sogar von eine
r
Somatisierungsstörung auf dem Boden einer möglichen Narkolepsie (
Urk.
8/64/5-6). Prof.
Dr.
C._
sei
nerseits schloss nunmehr in seinem Bericht vom 2
5.
März 2015 das Vorliegen einer Narkolepsie ausdrücklich aus (
Urk.
11).
5.3
5.3.1
Dr.
I._
kam im psychiatrischen Gutachten vom
9.
April 2014 zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin eine dissoziative Störung (Konversionsstörung) mit dissoziativen Bewegungsstörungen und dissoziativem Stupor (ICD-10 F44.7) besteht. Diese Beurteilung vermag aufgrund der von
Dr.
I._
erhobenen Befunde und seiner weiteren Feststellungen ebenfalls zu überzeugen.
5.3.2
Die invalidisierende Wirkung einer dissoziativen Störung beurteilt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_10/2014 vom 2
0.
August 2014 E. 5 mit Hinweisen). Gleiches gilt auch für die invalidisierende Wirkung einer nichtorganischen
Hypersomnie
(BGE 137 V 64).
5.3.3
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass die diagnostizierte dissoziative Störung keiner langandauernden Erkrankung mit erheblicher und dauerhafter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit entspreche (
Urk.
2). Dies offenbar gestützt auf die Auffassung ihres Rechtsdienstes, wonach keine
Kommorbidität
ausge
wiesen und auch die übrigen Försterkriterien nicht erfüllt seien (Urk. 8/154/12).
5.3.4
Es kann offen bleiben, ob dieser – nicht näher begründeten - Auffassung in An
wendung der bisherigen Rechtsprechung zu den somatoformen
Schmerz
störun
gen
(vgl. E. 1.1.2) beigepflichtet werden könnte.
5.4
5.4.1
Wie eingangs dargelegt, ist gemäss der mit BGE 141 V 281 geänderten
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung zu den psychosomatischen Leiden die tat
sächliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin anhand des erwähnten Kriterienkatalogs zu prüfen (vgl.
E.
1.1.3; zur Anwendbarkeit dieser Recht
spre
chung auf laufende Verfahren vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Urteil des Bundes
gerichtes 9C_539/2015 vom 2
1.
März 2016 E. 4 mit Hinweisen). Hierfür muss den medizinischen Unterlagen genauer als bisher entnommen werden können, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objektiver
Zumutbarkeits
be
urteilung
anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit ergibt (vgl. Urteil des Bund
esgerichtes 9C_125/2015 vom 18.
November 2015 E. 5.4 mit Hinweisen).
5.4.2
D
as Gutachten von
Dr.
I._
vom
9.
April 2014 erlaubt keine
zuverlässige Beurteilung der von ihm gestellten Diagnose und attestierten Arbeitsunfähigkeit
nach Massgabe der relevanten Indikatoren gemäss geänderter Rechtsprechung (vgl. E. 2.1.3). Namentlich bestehen auch Unklarheiten bezüglich der Indikato
ren „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
“ sowie
behand
lungs
- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“
.
Laut Gutachter
Dr.
I._
ist die diagnostizierte dissoziative Störung zwar behan
delbar, es bedarf aber einer mehrjährigen Gesprächspsychotherapie
,
und auf
grund des
chronifizierten
Verlaufs, bei dem der Beginn der Erkrankung mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits auf das 1
6.
Altersjahr oder noch früher zurückdatiert werden kann, sowie der fehlenden Krankheitseinsicht besteht eine sehr unsichere Prognose (
Urk.
8/143/28).
In diesem Zusammenhan
g stellt sich insbesondere
die Frage
, ob und inwieweit
bei der Beschwerdeführerin
eine
krankheitsimmanente
(unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht besteht (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.
2)
resp.
ob und inwieweit dafür
-
auch
-
eine (ihr vorzuwerfende) mangelhafte Kooperation der Beschwerdeführerin
mitver
antwortlich ist.
5.5
Nach dem Gesagten
ist eine abschliessende Beurteilung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
gestützt auf die aktuelle Aktenlage
nicht möglich.
Vielmehr
bedarf es einer ergänzenden psychiatrischen Stellungnahme zur Frage, ob und inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen der Beschwer
deführerin bei objektiver Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der
Standardindi
katoren
gemäss BGE 141 V 281 eine Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit ergibt.
Es wird sodann von der Beschwerdegegnerin zu prüfen sein, ob
die
Beschwerdeführerin in Auferlegung der ihr obliegenden
Schadenminderungs
pflicht
zur Durchführung einer
Psychotherapie anzuhalten
ist.
Je nach dem sind
auch ergänzende Abklärungen hinsichtlich der erwerblichen Verhältnisse
, namentlich auch bezüglich des Pensums und Einkommens der Beschwerdefüh
rerin in der seit dem
1.
Juli 2012 versehenen Tätigkeit als Bereiterin
,
zu
tätigen
(vgl. E. 4.2)
.
6
.
Demnach ist die Verfügung vom 3
1.
Oktober 2014 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach erfolgter Abklä
rung im Sinne der Erwägungen (vgl. E. 5.4.3), über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7
.
7
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
hat, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses mit Fr.
1‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.