# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3bdd1682-3b7e-4617-9456-cf022f3a47c9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1971, ist Mutter zweier minderjähriger Kinder und ausgebildete Primar
schul
lehrerin. Seit dem 1. Februar 2010 war sie als heilpädagogische Lehrerin in einem Pensum von
ungefähr
60
%
tätig, wobei sie
seit dem 26. Juli 2011 krankgeschrieben war. Am 3. Januar 2012 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen einer schweren Erschöpfungsdepression zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und
medizinische Abklärungen vor (
Urk.
8/8,
Urk.
8/9,
Urk.
8/10). Mit der Mitteilung vom
26. März 2012
eröffnete sie der Versicherten
, dass aufgrund ihres Gesundheitszu
stands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
8/11). Nach weiteren erwerblichen und medizinischen Abklärungen (
Urk.
8/12,
Urk.
8/17,
Urk.
8/19,
Urk.
8/22) liess die IV-Stelle eine
Haushaltsab
klärung
durchführen (
Urk.
8/25). Mit Schreiben vom 29. April 2013 wies die IV-Stelle die Versicherte darauf hin, dass sie ihre Erwerbsfä
higkeit mit einer psychiatrisch
-pharmakologischen und einer psychiatrisch-psycho
-
logischen Behandlung verbessern könne.
Sie werde im Rahmen der
Schadenminderungs
pflicht
aufgefordert, diese Massnahme mit ihrem Hausarzt umzusetzen und
man
werde im Falle einer neuen Anmeldung prüfen, ob sie sich de
n angeordneten
Massnahmen unterzogen habe (
Urk.
8/28). Mit Vorbescheid vom gleichen Tag wurde der Versicherten eine Verneinung des Leistungs
-
anspruchs in Aussicht gestellt, da die einzelnen ihr gestellten Diagnosen zeigten, dass kein invaliden
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheits
-
schaden vorliege (
Urk.
8/30).
Am 28. Mai 2013 liess die Versicherte Einwand erheben (
Urk.
8/34)
. Nach weiteren medizinischen Abklärungen (
Urk.
8/37,
Urk.
8/38) verfügte die IV-Stelle am 27. Februar 2014 im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2)
.
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Silvia Bucher, am 31. März 2014 Beschwerde erheben. Sie beantragte, es sei ihr eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
2). Die IV-Stelle schloss mit der Beschwerdeantwort vom 2
2.
Mai 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit der Eingabe vom 28. Mai 2014 reichte Rechtsanwältin
Dr.
Bucher ihre Honorarnote ein (
Urk.
10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und
I 169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen
(BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle ging in
der angefochtenen
Verfügung vom 27. Februar 2014
von den Diagnosen einer rezidivierenden mittelgradigen depressiven Störung bei schwieriger Kindheit, einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen
sowie
histrioni
schen
Zügen und einer psychophysischen Erschöpfung bei belastender
Arbeits
situation
, Konflikten im Privatleben und einer belastenden Erziehungssituation aus.
Die IV-Stelle hielt fest, eine
mittelgradig depressive Episode könne nicht als invalidisierend beurteilt werden
und eine
posttraumatische Belastungsstörung sei nur invalidisierend, wenn sie nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere auftrete, was vorliegend nicht der
Fall sei. Die
Persönlichkeitsstörung schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein, da die Versi
cherte ansonsten nicht in der Lage gewesen wäre, in früheren Jahren einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Die psychophysische Erschöpfung stelle an sich keine Krankheit oder Schädigung dar
, sondern
sei ein Zusatzfaktor, der
nur
zu berücksichtigen sei, wenn jemand wegen eines pathologischen Zustands behan
delt werde. Weiter seien psychosoziale Belastungssituationen von einem eigent
lichen invalidisierenden Gesundheitsschaden abzugrenzen. Da kein invaliden
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliege, werde der
Leis
tungsanspruch
verneint (
Urk.
2).
2.2
Die Versicherte liess in der Beschwerde vom 31. März 2014 insbesondere geltend machen, in den von der IV-Stelle aufgezählten Diagnosen fehle jene ei
ner Angst- und Panikstörung (mit Agoraphobie). Es liege keine klassische post
traumatische Belastungsstörung, sondern eine basale psychotraumatische Belastungsstörung vor. Weiter habe das Bundesgericht wiederholt festgehalten, dass einer mittelschweren depressiven Störung nicht von vornherein eine inva
lidisierende Wirkung abgesprochen werden dürfe. Persönlichkeitsstörungen träten zwar
zu
Beginn der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter
auf
, doch
diese hätten oft erst später im Leben
- insbesondere falls
noch eine weitere psychische Störung hinzutrete
-
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem lasse die IV-Stelle eine Gesamtschau des Zusammenspiels aller Diagnosen ver
missen. Für die Beurteilung der Überwindbarkeit der aus psychischen Störungen resultierenden Einschränkungen sei eine ärztliche Einschätzung der psychischen Ressourcen unerlässlich. Die Behandelbarkeit eines Leidens bedeute nicht, dass dieses nicht invalidisierend sei.
Das psychische Leiden lasse sich keineswegs auf
psychosoziale Faktoren reduzieren, sondern stelle einen verselbständigten inva
lidisierenden Gesundheitsschaden dar. Es sei von einer 100%igen Erwerbsunfä
higkeit und einer Einschränkung im Haushaltsbereich von
37,4
%
auszugehen, was einer Gesamtinvalidität von 76
%
und einem Anspruch auf eine ganze Invalidenrente entspreche (
Urk.
1).
3.
3.1
Die
Y._
,
in welcher sich die Versicherte vom 9. Januar bis am 14. Februar 2012 aufgehalten hatte,
hielt im Bericht vom 28. Februar 2012 die Diagnosen einer psychophysischen Erschöpfung (ICD-10 Z73.0) bei einer belastenden Arbeitssituation und einem Partnerkonflikt mit dem Ex-Lebenspartner sowie eine rezidivierende depressive Episode, bei Eintritt mittel
gradig (ICD-10 F33.1)
,
bei einer schwierigen Kindheit fest. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 28. Februar 2012, wobei die weitere Arbeitsfähigkeit vom behandelnden Arzt zu beurteilen sei (
Urk.
8/9).
3.2
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie
,
nannte
am 1
2.
März 2012
als Diagnosen
eine seit ungefähr Mitte 2010 bestehende psychophysische Erschöpfung (ICD-10 Z73.0) und eine seit vielen Jahren bestehende rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), derzeit mittelgradig. Zudem stellte er die Differentialdiagnose einer seit
der
Kindheit bestehende
n
posttraumatische
n
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Er attestierte eine ab dem 26. Juli 2011 bis auf weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit als Heilpädagogin.
Das Konzentrations-, Auffassungs- und Anpassungsvermögen sowie die Belastbarkeit seien einge
schränkt.
Die Versicherte habe eine posttraumatisch belastende Kindheit und Jugend erlebt. Sie sei bei einer sehr dominanten
Adoptivmutter
aufgewachsen, welche
ihr kaum Empathie
entgegengebracht habe
, sie offenbar schon früh für ihre eigenen Zwecke instrumentalisiert habe und ihr ein sehr strenges Überich implantiert habe
.
Seit ihrer Kindheit leide
die Versicherte
an einer sehr tiefen und von ihr nur immer partiell beherrschten, aber bisher nicht überwundenen Angst, die erwartete Leistung nicht zu erbringen und deshalb abgelehnt zu wer
den.
Ihr Perfektionsstreben produziere Scheitern und Selbstverurteilung. Die Versicherte
berichte,
unter Ängsten zu leiden.
Oft spüre sie
ihre Beine nicht mehr und falle zu Boden. Vermutlich sei ein
e längere Psychotherapie nötig. Es werde einige Zeit dauern, die lebenslang eingeprägte Struktur des
Perfektions
strebens
aufzulösen und damit eine normale Einstellung zu gewinnen. D
och auf längere Sicht bestehe durc
haus eine günstige Prognose, nicht zuletzt wegen der hohen Motivation und guten
Compliance der Versicherten (
Urk.
8/10).
Am
29. Mai 2012 führte
n
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
,
diplomierte
r
Psychologe,
gegen
über der Versicherung Mobiliar zudem aus, die Versicherte
leide
nach wie
vor unter
starke
n
Schuldgefühle
n
und
unter
Selbstbeschuldigung, weil sie ihren Zusammenbruch nicht wirklich akzeptieren könne. Trotz analytischer Aufar
beitung verschaffe ihr die Einsicht in ihre biografischen Zusammenhänge und das Verstehen der Entstehung von Perfektionszwang keine Entlastung oder Berechtigungsgefühle. Auch nach dem Klinikaufenthalt, während welchem sie sich etwas erholt und positive Resultate gezeigt habe, zeige sich ein deutlicher Rückfall mit Erschöpfung, Nichtspüren der unteren Extremitäten, plötzlicher Kraftlosigkeit, Zukunftsängsten, Zweifeln an sich selbst und manchmal
Todes
wünschen
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine Prognose könne nicht wirklich gestellt werden, da nach dem Klinikaufenthalt in der
Y._
wieder die schon vorher bestehende Erschöpfung und Hoffnungs
losigkeit aufgetreten sei
en
. Neben den medizinischen Gründen beständen Belastungen durch den laufenden Scheidungsprozess mit dazugehörigen Zukunftsängsten sowie durch Erziehungsprobleme mit den offenbar nicht pfle
geleichten Töchtern (
Urk.
8/14/17-20).
Am 1
2.
Juli 2012 ergänzte
Dr.
Z._
, die Versicherte sei wegen massiver Selbstverletzung und
in
psychischem Ausnah
mezustand per
fürsorgerischem
Freiheitsentzug in die
B._
eingewiesen word
en. In den nächsten Monaten bestehe
keine Arbeitsfähigkeit und die Prognose sei ungünstig (
Urk.
8/17).
3.3
Die Versicherte hielt sich vom 5. Juli 2012 bis am 21. September 2012 stationär in der
B._
auf.
Die
B._
führte im Bericht vom 20. September 2012 aus, zum jetzigen Zeitpunkt sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsunfähig. Zur Besserung der depressiven Symptomatik und Wiedererlangung der Arbeits
fähigkeit sei eine ausreichend psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung nötig. Es bedürfe unterstützender Massnahme zur beruflichen Wiedereingliede
rung und gegebenenfalls zur beruflichen Neuorientierung. Auch längerfristig werde die Gefahr einer erneuten depressiven Episode bei einer Arbeit in vollem Pensum
als
sehr hoch eingeschätzt. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werde von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich ungefähr 20
%
ausgegangen. Die Versi
cherte leide seit Ende 2010 an einer rezidivierenden depressiven Episode, bei Eintritt mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1) und seit dem Jugendalter an einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabi
len und
histrionischen
Zügen (ICD-10 F60.9).
B
ei Eintritt sei
en
im formalen Gedankengang
ein deutliches Grübeln un
d Gedankenkreisen,
eine einge
schränkte Konzentration
und eine leicht niedergeschlagene
Stimmung
festzu
stellen
gewesen. Die Versicherte
sei
leicht affektarm und affektlabil gewesen. In
Bezug auf die berufliche und persönliche Perspektive seien deutliche Zukunfts
ängste vorhanden gewesen. Die Persönlichkeitsstruktur weise emotional insta
bile und
histrionische
Züge auf. Auffällig seien hohe persönliche Ansprüche und eine deutliche Tendenz zum Schwarz-Weiss-Denken. Die depressive Symptomatik habe sich im Verlauf deutlich remittiert. Langfristig sei die Prog
nose jedoch auch aufgrund der Persönlichkeitsstruktur ungünstig, wenn eine hinreichende Entlastung nicht gelinge. Es bedürfe einer weiteren engen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, welche gegenwärtig nur in einer Tagesklinik durchführbar sei. In Überforderungssituationen zeige sich eine deutliche Affektlabilität, eine ausgeprägte Angstsymptomatik mit Herzklopfen, Schwitzen und Dyspnoe sowie bis hin zu dissoziativen Anfällen, von welchen die Versicherte schildere, den Kontakt zu ihren Beinen zu verlieren und auf den Boden zu fallen beziehungsweise in einer Art Panikattacke zu hyperventilieren. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie die Belastbarkeit seien eingeschränkt (
Urk.
8/19)
.
3.
4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 19. April 2013 fest, eine depressive Episode sei grundsätzlich einer Behandlung zugänglich. Deshalb solle als Schadenminderungspflicht eine psychiatrisch-pharmakologische und eine psychiatrisch-psychologische Behandlung auferlegt werden. Diese Behandlung sei medizinisch indiziert und zudem geeignet, die Arbeitsfähigkeit um
20 bis 50
%
zu verbessern (
Urk.
8/27/4).
3.
5
Am 10. Juli 2013 nahmen der behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
und der behan
delnde Psychologe
Dr.
phil.
A._
Stellung zum Vorbescheid der IV-Stelle.
Sie wiesen
darauf hin, dass die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung
(ICD-10 F33.1)
leide, was eine eigenständige Diagn
ose darstelle. Weiter führten sie
aus, dass bei der Versicherten eine ausgeprägte Frühstörung vor
liege, welche
während der
ganze
n
Kindheit
und
Jugend
sowie
bis ins Erwachse
nenalter hinein einen chronischen Verlauf gezeigt habe
. Deshalb trete diese Störung
als Spätfolge als basale
s
p
ost
traumatisc
he
s
Syndrom
(ICD-10 F43.1,
wobei dieses
in ICD-10 ungenügend klassifiziert
sei
)
auf
.
Dabei führten
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
das basale posttraumatische Syndrom als Differentialdiag
nose auf.
Ausserdem leide die Versicherte an einer Angst- und Panikstörung (ICD-10 F41.0) mit Agoraph
o
bie (ICD-10 F40.0).
Zudem kritisierten sie, dass die IV-Stelle die verschiedenen Diagnosen getrennt abhandle, obwohl es sich um ein zusammenhängendes Syndrom handle, welches nicht auf seine Teile redu
ziert werden dürfe
(
Urk.
8/37).
3.
6
Das
D._
,
in welchem sich die Versicherte vom 24. September 2012 bis am 28. März 2013 in
ambulanter tagesklinischer
Behand
lung befand, führte am 16. Juli 2013 aus, es beständen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und
histrionischen
Anteilen (ICD-10 F61, ICD-10 F60.9) mit Selbstverletzung und Suizidalität sowie Prob
leme durch Adoption im Alter von drei Monaten (ICD-10 Z61.1). Mit der
tages
klinischen
Behandlung sei eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau erreicht worden, ein besserer Umgang mit den psychischen und physischen Grenzen sowie eine Reduktion des hohen Leistungsanspruchs. Zudem habe sich der Umgang mit Struktur gebessert, die dissoziativen Symptome in den Beinen hätten sich reduziert und es bestehe kein selbstverletzendes Verhalten und keine Suizidalität mehr. Es bestehe weiterhin eine rasche Ermüdbarkeit.
Die Versi
cherte habe über ihre Kräfte hinaus gelebt. Beziehungsabbrüche hätten regel
mässig zu suizidalen Krisen und einer Verstärkung der chronischen Depression geführt. Es sei
en
eine schwankende Befindlichkeit mit Anspannung sowie eine chronische Erschöpfung festzustellen. Allein zu Hause leide die Versicherte oft unter massiven, lähmenden diffusen Ängsten und es träten in Verkehrsmitteln sowie Läden Panikattacken auf.
Die weitere
Entwicklung sei unsicher. Nebst Haushalt und Kindern sei eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, unter Stress bestehe schnell die Gefahr einer Dekom
pensation. Die Medikamente hätten wegen Schwangerschaft abgesetzt werden müssen. Es bestehe eine reduzierte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit hänge vom weiteren Verlauf ab und müsse zu einem späteren Zeitpunkt erneut beurteilt werden (
Urk.
8/38).
4.
4.1
In den psychiatrischen Berichten ist zum Teil von
rezidivierenden
mittelgradig depressiven Episode
n
(
Urk.
8/9,
Urk.
8/19
) und zum Teil von einer rezidivieren
den depressiven Störung, derzeit
mittelgradig
,
die Rede (
Urk.
8/10,
Urk.
8/37,
Urk.
8/38
). Als ICD-10
Code
wurde stets ICD-10 F33.1 angegeben
(
Urk.
8/9,
Urk.
8/10,
Urk.
8/19,
Urk.
8/37,
Urk.
8/38)
,
welcher
eine
rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
bezeichnet
. Eine mittelgradig depressive Episode wäre mit dem ICD-10 Code F32.1 zu bezeichnen und ist nur für eine einzelne depressive Episode zu verwenden. Weitere depressive Episoden sind einer der Unterformen de
r
rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F 33) zuzuordnen (Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 9. Auf
lage, Bern 2014, S. 172). Die
se
Abgrenzung ist relevant, da mittelgradig depres
sive Episoden rechtsprechungsgemäss in der Regel als keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens bezeichnet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom 13. April 2012 E. 3.2,
Urteil des Bundesge
richts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E.
4.2 mit Hinweisen
).
Demgegenüber
ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin
auszuschliessen
. I
ndes bedingt deren Annahme, dass es sich nicht
bloss
um eine Begleitersc
heinung einer Schmerzkrankheit
handelt
,
und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E.
4.2 mit Hinweisen).
Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung vom 27. Februar 2014
zwar von einer mittelgradig rezidivierenden depressiven Störung aus, verwies dann jedoch darauf, dass eine mittelgradig depressive Episode
gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht invalidisierend sei (
Urk.
2).
Angesichts der vorliegenden Arztberichte ist davon auszugehen, dass die psychiatrischen Fachärzte von einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Ep
isode (ICD-10 F33.1)
,
ausgingen.
Da bei der Versicherten keine Schmerzkrankheit vorliegt und sie sich in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befindet, könnten die Voraussetzungen für eine versicherungsrechtlich relevante
mittel
schwere
rezidivierende depressive Störung unter Umständen erfüllt sein.
4.2
Weiter wurde der Versicherten
im
Arztb
ericht
der
B._
und im Arztbericht des
D._
eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit emotionalen und
histrionischen
Anteilen diagnostiziert
(
Urk.
8/9
,
Urk.
8/19)
. Die
IV-Stelle
ging
in ihrer Verfügung vom 27. Februar 2014
ebenfalls vom Vorlie
gen dieser psychischen Störung aus
(
Urk.
2)
.
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
stellten diese Diagnose hingegen nicht (vgl.
Urk.
8/37).
Eine Persönlichkeitsstörung kann sich durchaus in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (
vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_415/2013
vom 25. September 2013
). Die IV-Stelle führte
in der Verfügung vom 27. Februar 2014
aus, die Persönlichkeitsstörung schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein, da sie seit Kindheit oder Jugend bestehe und die Versicherte in früheren Jahren habe arbeiten können
(
Urk.
2)
. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass
sich
eine solche Persönlichkeitsstörung
verstärkt
und sodann
die Arbeits
fähigkeit einschränkt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_415/2013 vom
25. September 2013
E. 5.2)
.
4.3
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
stellten die Differentialdiagnose eines basalen post
traumatischen Syndroms im Sinne von ICD-10 F43.1 (
Urk.
8/37).
Das
Bestehen einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung im Sinne von ICD-10 F43.1
der
Internationalen Klassifikation psychischer Störungen ist aufgrund der bisher vorliegenden Arztberichte zu verneinen, da bei der Versicherten keine solche Störung innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von
aussergew
ö
hnlicher
Schwere aufgetreten ist
(vgl.
Internationale Klassifika
tion psychischer Störungen, a.a.O., S. 208)
.
Eine basale posttraumatische
Belas
tungsstörung
wird in den Richtlinien nicht erwähnt
, was auch
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
so ausführ
t
en, welche diesbezüglich Kritik an den Richtlinien üb
t
en
(vgl.
Urk.
37/4-7)
.
Von den anderen Ärzten wird diese Diagnose
aber gar
nicht erwähnt und selbst
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
führten sie lediglich als
Diffentialdiagnose
auf, weshalb
das Vorliegen
diese
r
Störung zum jetzigen Zeit
punkt jedenfalls nicht
überwiegend wahrscheinlich ist
.
Im ärztlichen Bericht
von
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
vom 10. Juli 2013 wurde zudem eine Angst- und Panikstörung mit Agoraphobie diagnostiziert (
Urk.
8/37). In den anderen Arztberichten
, auch in den älteren Berichten von
Dr.
Z._
selbst (
Urk.
8/10,
Urk.
8/14/17-20
,
Urk.
8/17),
fehlt
e
diese
Diagnose
, weshalb die IV-Stelle das Vorliegen dieser Störung in ihrer Verfügung vom
27. Februar 2014 verneinte (
Urk.
2)
.
Doch es
sind in den
Arztberichten
durchaus
Hinweise auf Angst- und Panikanfälle der Versicherten vorhanden.
So w
urde
mehrfach
erwähnt, dass die Versicherte manchmal ihre Beine nicht mehr spüre und umfalle
(
Urk.
8/10,
Urk.
8/14/17-20,
Urk.
8/17,
Urk.
8/19,
Urk.
8/38)
.
Ent
fremdungsgefühle
, also Deper
sonalisation oder
Derealis
ation
, können bei einer Panikstörung nach ICD-F41.0 als Symptome der Angstattacken (Panik) auftre
ten
(vgl.
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, a.a.O., S. 197
)
. Ob
vorliegend
eine Angst- und Panikstörung zu diagnostizieren
ist
oder ob die entsprechenden Symptome einer der anderen psychischen Störungen zugeord
net werden können, wurde nicht hinreichend abgeklärt. Sollte eine solche Stö
rung vorliegen, wäre zudem deren allfälliger Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu bestimmen.
4.4
Weiter führte die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 27. Februar 2014 aus, dass massive psychosoziale Belastungsfaktoren vorliegen würden, welche von einem eigentlichen invalidisierenden Gesundheitszustand abzugrenzen seien
(
Urk.
2)
.
Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärzt
lich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Wo die begutachtende Person im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung
finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren
jedoch
zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psy
chischen Integrität füh
ren, indem sie einen verselbst
ändigten Gesundheits
-
schaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
28
. Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinweisen
).
Vorliegend
sind belastende soziale Faktore
n
(Trennung, Arbeitsbelastung
Beziehung zu den Kin
dern usw.)
aktenkundig
. Deren allfälliger
Einfluss auf die vorhandenen psychischen Störungen
ist noch zu klären
und die Abgrenzung dieser Faktoren von den psychischen Störungen ist
noch vorzunehmen
.
4.5
Anzumerken ist,
dass die Versicherte vom Abklärungsdienst der IV-Stelle am 1
2.
Februar 2013
in ihrer Wohnung
für eine Haushaltsabklärung
besucht
wor
den war und im Abklärungsbericht vom 29. April 2013 von
gesundheitsbe
dingten
Einschränkungen in den Bereichen Ernährung, Wohnungspflege, Wäsche und Kleiderpflege sowie in der Kinderbetreuung ausgegangen wurde. Es wurde festgehalten,
insgesamt
bestehe
im Haushaltbereich
eine Einschränkung von 37,4
%
(
Urk.
8/25).
Eine Haushaltsabklärung
ist zwar keine medizinische Abklärung, jedoch
durch
aus
ein Hinweis auf mögliche gesundheitsbedingte Einschränkungen. Im Übri
gen ging auch der RAD-Arzt
Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom
19. April 2013 von einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus, wobei er der Versicherten
im Rahmen der
Schadenmin
-
derungspflicht
Massnahmen auferlegen
wollte
, um
ihre
Arbeitsfähigkeit um 20 bis 50
%
zu verbessern (
Urk.
8/27/4).
Nicht zu überzeugen vermag
der Hinweis im Feststellungsblatt vom 24. April 2013
, die gesundheitlichen Beschwerden seien überwindbar, da während des stationären Aufenthaltes vom 9. Januar bis am 14. Februar 2012 eine Besserung des Zustands erfolgt sei (
Urk.
8/27/4). Eine solche Besserung fand zwar statt, war jedoch bloss von kurzer Dauer (vgl. den Bericht von
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
vom 29. Mai 2012 =
Urk.
8/14/17-20). Die von den psychiatrischen Fach
ärzten im Hinblick auf die gesundheitliche Entwicklung und die Arbeitsfähigkeit gestellten Prognosen verschlechterten sich zudem im Laufe der Zeit (
Urk.
8/9,
Urk.
8/10,
Urk.
8/14/17-20,
Urk.
8/17,
Urk.
8/19,
Urk.
8/38).
4.
6
Zusammenfassend erscheint die Schlussfolgerung der IV-Stelle in der Verfü
gung vom 27. Februar 2014
(
Urk.
2)
, dass kein invalidenversicherungsrechtlich
relevanter Gesundheitszustand vorliege, nicht schlüssig, da einige der zur Diskussion stehenden
psychischen Störungen
(rezidivierende depressive Störung, derzeitig mittelgradig; Persönlichkeitsstörung; Angststörung)
grund
sätzlich
durchaus Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben können und deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
,
wie von der Versicherten zu Recht geltend gemacht
,
in einer
alle psychischen Beschwerden berücksichtigenden
Gesamt
schau beurteilt werden muss.
B
asierend auf den bisher vorliegenden
ärztlichen Berichten
kann
über den Anspruch auf
eine Invalidenrente
noch nicht entschie
den
werden, da sie bezüglich Diagnosen voneinander abweichen
(vgl
. E. 4.1-3
)
und im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Anga
ben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
sowieso
kaum je in Frage komm
t (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5).
Bei
dieser widersprüchlichen Diagnosestellung,
angesichts
der komplexen psychischen Beschwerden
sowie einer von sämtlichen
bisher involvierten
Fachärzten diagnostizierten Arbeitsunfähigkeit wä
re
die IV-Stelle verpflichtet gewesen, eine umfassende psychiatrische Begutachtung des Versicherten durchführen zu lassen.
4.
7
Indem die IV-Stelle auf weitergehende Abklärungen verzichtete, hat sie den medizinischen Sachverhalt nicht vollständig ermittelt. In derartig gelagerten Fällen, bei welchen sich nicht beweisrechtlich gleichermassen valide Gutachten mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen gegenüberstehen, ist nach wie vor eine Rückweisung an die Verwaltung angezeigt (
vgl.
BGE
1
37 V 210 E. 4.4).
Die Sache ist folglich an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ein verlässliches und umfassendes psychiatrisches Gutachten zur Feststellung der
psychischen
Beschwerden und zu deren Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten erstellen lasse.
Angesichts der nötigen Rückweisung erübrigt sich die Einver
nahme der von der Versicherten offerierten Zeugin, Psychologin
lic
. phil.
E._
vom
D._
(
Urk.
1 S.
9
), da die Frage, ob eine Angststörung vorliegt, fachpsychiatrisch zu klären sein wird.
4.
8
Die Beschwerde ist somit
in dem Sinne
gutzuheissen,
dass die
Verfügung der
IV-Stelle vom 27. Februar 2014
aufzuheben und
die Sache
an die IV-Stelle zurückzuweisen
ist
, damit diese nach erfolgten Abklärungen über den allfälli
gen Rentenanspruch neu verfüge.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtspre
chung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklä
rung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesge
richts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3). Die Kosten sind der unterliegenden
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen.
5.2
Ferner hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozess
-
entschädi
gung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
). Die Rechtsvertreterin der Versicherten hat in ihrer Honorarnote vom 2
8.
Mai 2014
ohne nähere Spezifizierung
einen Aufwand von 26.9 Stunden
und Barauslagen von
Fr.
242.10
au
fgeführt
und dazu ausgeführt, ihr sei bis und mit Beschwerdeeinreichung ein relativ grosser Aufwand entstanden (
Urk.
10)
.
Dieser Aufwand, insbesondere die mehr als achtzehn Stunden zum Verfassen der Beschwerdeschrift, erscheinen zu hoch. Es ist von einem Aufwand von insge
samt zwölf Stunden auszugehen und es sind die Auslagen von
Fr.
242.10 zu berücksichtigen. Unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
, der Beschwerdefüh
rerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘900.-- zu bezahlen.