# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d94fd767-5d3e-451d-b3d3-e521750f859c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Arbeitsvertrag vom 4. Mai 2011 wurde X._ von der Firma Y._ als Eisenleger eingestellt. Der Stundenlohn wurde auf Fr. 24.95 festgesetzt. Gemäss den Ziffern 4. und 5. des Arbeitsvertrages wurden der 13. Monatslohn und der Ferienanspruch anteilsmässig (8.33% und 10.6%) mit jeder gearbeiteten Stunde berechnet und am Ende des Jahres jeweils ausbezahlt. Mangels anderweitiger Abrede galten im Übrigen die Bestimmungen des Landesmantelvertrages (LMV) für das schweizerische Bauhauptgewerbe sowie - soweit sich im LMV keine Bestimmungen finden - diejenigen des OR (Art. 9 des Arbeitsvertrages).
B. Im Januar 2012 begab sich X._ bei Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, in medizinische Behandlung. In der Folge wurde ihm für den Zeitraum vom 16. Januar bis 28. Februar 2012 eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit attestiert (bB 2, 3, 4, 5, 6, 7). In der Zeit vom 29. Februar 2012 bis und mit 5. März 2012 war X._ offenbar wieder zu 100% arbeitsfähig. Ab 6. März 2012 bis 11. März 2012 wurde ihm erneut von Dr. med. A._ eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit attestiert (bB 6, 8, 7). Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte sodann ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für die Zeit vom 19. März 2012 bis zum 31. März 2012 aus (bB 8). Die Arbeitsunfähigkeit betrug gemäss diesem Zeugnis 100%. Für den fast identischen Zeitraum (12. März 2012 - 1. April 2012) findet sich auch ein Arztzeugnis von Dr. med. A._ bei den Akten. Dieser bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (bB 9). Ab 1. April 2012 bis zum 15. Juli 2012 bescheinigte Dr. med. A._ X._ in vier Arbeitsunfähigkeitszeugnissen eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit (vgl. bB 10, 11, 13 und 14). Wie der ärztlichen Bescheinigung vom 26. April 2012 entnommen werden kann, hielt sich X._ vom 24. April 2012 bis zum 26. April 2012 im Spital O.1_ auf (bB 12).
C. X._ war über seine Arbeitgeberin, die Y._, bei den C._ nach VVG krankentaggeldversichert. Die Versicherungsdeckung beläuft sich auf 80% des versicherten Verdienstes ab dem 8. Krankheitstag bei einer Leistungsdauer von 730 Tagen. Mit Schreiben vom 31. Juli 2012 (bB 15) teilte die C._ X._ mit, sie hätte Kenntnis von seinem Auslandaufenthalt (L.1_) seit dem 12. Mai 2012. Ohne Zustimmung des Versicherers dürfe er die Schweiz nicht verlassen (Art. 18.2 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen, Ausgabe 2006). Aus diesem Grund würde sie die bereits bezahlten Krankentaggeldleistungen für
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den Zeitraum vom 12. Mai 2012 bis 31. Mai 2012 in der Höhe von CHF 3'931.05 zurückfordern. Sollte er nach seiner Rückkehr in die Schweiz weiterhin arbeitsunfähig sein, würde sie, zur Prüfung ihrer Leistungspflicht, umgehend eine vertrauensärztliche Untersuchung anordnen.
D. Mit Schreiben vom 29. August 2012 teilte die Y._ X._ mit, es sei festgestellt worden, dass er seit dem 16. Juli 2012 ohne Angabe von Gründen der Arbeit ferngeblieben sei. Sie fordere ihn auf, sich innert der Kalenderwoche 36 bei der Y._ zu melden, ansonsten sie sich veranlasst sehe, die ausserordentliche Kündigung auszusprechen (kB 8). Am 5. September 2012 wurde X._ fristlos gekündigt, da er trotz "Vorwarnung", verbunden mit der Androhung einer fristlosen Kündigung, nicht zur Arbeit erschienen sei (kB 10).
E. Mit Mail vom 9. September 2012 teilte D._, Stiefvater von X._, der Arbeitgeberin seines Stiefsohnes mit, X._ wohne schon seit Februar 2012 an der _.strasse in O.2_ und nicht mehr an der _strasse in O.3_. Die Arbeitgeberin habe X._ am 29. August 2012 per Einschreiben "eine Aufforderung zur Arbeitspflicht" zukommen lassen, welche am 5. September 2012 zugestellt worden sei. Im Weiteren habe die Arbeitgeberin am 5. September 2012 X._ auf normalem Postweg eine fristlose Kündigung zukommen lassen. Er sei darüber erstaunt, zumal die Arbeitgeberin regelmässig über die Krankheit von X._ in Kenntnis gesetzt worden sei. X._ sei bis und mit 15. Juli 2012 von verschiedenen Ärzten in O.3_ eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Die Arbeitgeberin sei auch von ihm (Stiefvater) darüber informiert worden, dass sein Stiefsohn von weiteren Ärzten in der L.1_ ab dem 16. Juli 2012 eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden sei. Darüber hinaus sei die Arbeitgeberin darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass ihr diese Zeugnisse innert ausreichender Frist zugestellt würden (kB 9).
F. Mit Schreiben vom 18. September 2012 bestätigte die Y._ dem Rechtsvertreter von X._, dass sie die Lohnzahlungen auf den 1. Juni 2012 eingestellt habe. Vor diesem Zeitraum habe kein telefonischer Kontakt mit X._ hergestellt werden können. Dies und Informationen über einen Auslandaufenthalt ihres Arbeitnehmers hätten sie dazu bewogen, die Krankentaggeldversicherung zu informieren und die Lohnzahlungen einzustellen. Weiter teilte die Arbeitgeberin dem Rechtsvertreter mit, es sei ihr bekannt, "dass die Arztzeugnisse vom Mai bis Juli 2012 nicht persönlich für Ihren Mandanten beim zuständigen Arzt in O.4_ übergeben worden sind". Von ihrer zuständigen Krankentaggeldversicherung sei die Krankentaggeldzahlung zum 1.
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Juni 2012 eingestellt bzw. seien Rückforderungen für den Monat Mai 2012 gestellt worden. Seit dem 16. Juli 2012 lägen keine Informationen von X._ vor und dieser habe sich auch nicht zur Arbeitsaufnahme gemeldet (bB 17).
G. Mit Schreiben vom 19. November 2012 übermittelte der Rechtsvertreter von X._ der Arbeitgeberin verschiedene Arbeitsunfähigkeitszeugnisse als Nachweis dafür, dass sein Mandant ab dem 15. Juli 2012 durchgehend arbeitsunfähig gewesen sei. Erst seit dem 15. November 2012 sei X._ wieder zu 100% arbeitsfähig. Gleichzeitig stellte er sich auf den Standpunkt, die fristlose Kündigung sei unberechtigt gewesen (bB 16).
H. In der Folge konnte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden. Am 8. April 2013 liess X._ ein Schlichtungsgesuch beim Vermittleramt des Bezirks Plessur einreichen. Da die Schlichtungsverhandlung vom 7. Mai 2013 erfolglos blieb, stellte der Vermittler am 7. Mai 2013 die Klagebewilligung aus mit folgenden Rechtsbegehren:
Rechtsbegehren Kläger:
1. Es sei die Beklagte gerichtlich zu verpflichten, dem Kläger einen Betrag von Fr. 9'703.05 nebst 5 % Zins seit 1. Februar 2013 zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
I. Mit Klage vom 7. Juni 2013 prosequierte X._ die Streitsache an das Bezirksgericht Plessur. Dabei hielt er an den anlässlich der Schlichtungsverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. Die Forderung begründete er mit ausstehenden Lohnzahlungen für die Monate Oktober und November 2012 sowie mit einem Genugtuungsanspruch im Sinne von Art. 337c Abs. 3 OR. Mit Klageantwort vom 15. August 2013 liess die Y._ die kostenfällige Abweisung der Klage beantragen. Im Weiteren liess die Y._ den Verfahrensantrag stellen, der Kläger sei zu verpflichten, die ausseramtlichen Kosten in der Höhe von ca. CHF 8'000.00 sicherzustellen. Der Verfahrensantrag wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 16. September 2013 abgewiesen. In der Folge ordnete die Vorinstanz einen zweiten Schriftenwechsel an. Replik und Duplik datieren vom 6. September 2013 beziehungsweise 30. September 2013. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2013 erklärte der Bezirksgerichtspräsident Plessur den Rechtsschriftenwechsel als grundsätzlich geschlossen. Einzig zur Frage des Septemberlohnes wurden die Parteien aufgefordert, bis zum 29. Oktober 2013 eine Stellungnahme einzureichen. Die Stellungnahme der Y._ datiert vom 22. Oktober 2013 und diejenige von X._ vom 29. Oktober 2013.
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J. Das Bezirksgericht Plessur erkannte mit Entscheid vom 11. März 2014, mitgeteilt am 15. Mai 2014:
1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.
2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 3'500.00 gehen zu Lasten der Gerichtskasse.
b) X._ hat die Y._ mit CHF 7'328.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations