# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7733e432-8f4a-4efd-a7ef-35fed1221e48
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1970, war von September 2011 bis März 2013 bei der Y._ AG als Hauswart tätig (Urk. 10/22)
.
Unter Hinweis auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie Vergesslichkeit (Kriegstrauma) meldete sich
der Versicherte
am 20. März 2013 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/12). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 10/13, Urk. 10/54-56) und holte beim Z._ ein polydiszipli
näres Gutachten ein, das am 21. Sep
tember 2015 erstattet wurde (Urk. 10/83).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 10/86-96) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. Januar 2016 einen Anspruch des Ver
sicher
ten auf IV-Leistungen (Urk. 10/97 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 17. Februar 2016
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom 15. Januar 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und es sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 15. März 2016 (Urk. 9) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 26. April 2016 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) die unentgeltliche Prozessführung und Rechts
ver
tre
tung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerde
antwort zu
gestellt (Urk. 11).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit
Art.
8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalid
itätsgrad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass beim Beschwerdeführer kein Gesundheitsschaden vorliege, welcher den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung begründe. Die vorliegenden Einschränkungen hätten keinen dauerhaften Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und seien nicht invali
disierend (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), dass er aufgrund einer psychischen Erkrankung erheblich und dauernd in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (S. 3). Auch wenn dem medizini
schen Gutachten und damit dem psychiatrischen Teilgutachten im Vergleich zu den übrigen psychiatrischen Stellungnahmen in rein formeller Hinsicht ein übergeordneter Beweiswert zukomme, könne jenem im vorliegenden Fall nicht ohne Weiteres gefolgt werden. Zu sehr würden die Diagnosestellungen und die Einschätzungen sowohl der Klinik für Psychiatrie und Psychothera
pie des A._ wie auch der weiteren behandelnden psychiatrischen Fachärzte vom psychiatrischen Teilgutachten abweichen. Insbesondere in Bezug auf die psychiatrischen Fachärztinnen des A._ sei zudem darauf hinzuweisen, dass es sich dabei um anerkannte Traumatolo
ginnen handle, was hinsichtlich der psychiatrischen Gutachterin zumindest nicht evident sei. Die Stellungnahmen der behandelnden Psychia
ter/Traumatologen könnten somit auch in Berücksichtigung des psychiatri
schen Teilgutachtens nicht unberücksichtigt bleiben. Sie würden durch das Gutachten nicht überzeugend entkräftet (S. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält und ob er Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung hat.
3.
3.1
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 14. Dezember 2012 (Urk. 10/13/10-12) und nannte als Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung. Er führte aus, es lägen aktuell eine Depressivität, Schlafprobleme, Angstzustände, Konzentrationsstörungen und Schulterschmerzen vor (S. 1). Der Beschwerdeführer sei seit dem 1. Oktober 2012 zu 100 % arbeitsunfähig als Hauswart. Aktuell seien dem Beschwerde
führer im Rahmen einer Erschöpfungsdepression keine Tätigkeiten möglich, die Entscheidungen und selbständiges Handeln erfordern würden (S. 2). Aktuell handle es sich um ein behandelbares Leiden (S. 3).
3.2
Die Ärzte des A._, Klinik für Psychiatrie und Psycho
therapie, berichteten am 15. März 2013 (Urk. 10/25/10-13) und nannten folgende Diagnosen:
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Sie führten aus, dass der Beschwerdeführer seine schweren Ein- und Durch
schlafstörungen als besonders beeinträchtigend erlebe. Eine medikamentöse Therapie der mittelgradig depressiven Episode sei wünschenswert, werde jedoch vom Beschwerdeführer aufgrund von Nebenwirkungen (sexuelle Funktionsstörungen und unerwünschte Schläfrigkeit) aktuell nicht toleriert (S. 2). Es gebe drei Albträume, die immer wiederkehren würden, zunächst nur zwei- bis dreimal pro Jahr. Dann seit Mai 2012 täglich (S. 3).
3.3
Dr. B._ berichtete erneut am 24. Juni 2013 (Urk. 10/25/3-7) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die Folgenden:
-
protrahierte Dyspepsie bei HP-Gastritis
-
zirkuläre Hämorrhoiden Grad II-III
-
rezidivierende Fussbeschwerden bei Spreizfüssen beidseits
-
rezidivierendes panvertebrogenes Schmerzsyndrom
-
Kniebeschwerden rechts bei
-
Verdacht auf mediale Meniskusläsion
-
Verdacht auf chronische vordere Kreuzbandruptur
Er führte aus, dass die psychischen Probleme ausschlaggebend für die Pro
gnose seien. Der Beschwerdeführer stehe gegenwärtig in psychiatrischer Behand
lung. Es seien verschiedene Antidepressiva versucht worden, welche jedoch wegen Nebenwirkungen sistiert worden seien. In der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit als Hauswart sei der Beschwerdeführer seit Oktober 2012 anhaltend arbeitsunfähig (Ziff. 1.5 und 1.6). Seit Oktober 2012 sei der Beschwerdeführer unfähig, sich auf Gedanken ausserhalb seiner psychischen Probleme zu konzentrieren und sei nicht im Stande, anderweitigen Tätigkei
ten nachzugehen. Aktuell bestehe keine Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit (Ziff. 1.7).
3.4
Die Ärzte des A._, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, berichteten am 1. Juli 2013 (Urk. 10/32) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Sie führten aus, dass sie den Beschwerdeführer seit Februar 2013 behandeln würden (Ziff. 1.2). Er berichte von zunehmendem Unwohlsein mit schweren Schlafstörungen seit Mai 2012. Seit seinen Kriegserfahrungen habe er Albträume gehabt, er leide jedoch erst seit einem Jahr sehr stark darunter. Seit Oktober könne er nicht mehr arbeiten, fühle sich vollkommen erschöpft, aber gleichzeitig extrem wach. Häufig komme es zu abrupten Panikattacken mit starkem Herzklopfen. Der Beschwerdeführer sei ein ordentlich gekleideter Patient mit ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis. Es bestünden subjektiv und objektiv deutliche Konzentrationsstörungen. Es bestehe kein Anhalt für rele
vante Auffassungsstörungen. Es bestehe ein sozialer Rückzug mit Vermei
dungsverhalten trotz bestehender guter Freundschaften. Der Antrieb sei deutlich reduziert und die Psychomotorik unauffällig. Als traumatisches Ereignis würden die Kriegsgeschehnisse im C._ angegeben. Er sei Opfer und Zeuge von Gräueltaten geworden. Es käme zu szenischen Wiedererleben der geschilderten Ereignisse im Rahmen von Flashbacks und Intrusionen und durch fast jede Nacht wiederkehrende Albträume. Das Wiedererleben unter Tags werde getriggert durch Telefonläuten, Türklingeln, Klopfgeräusche und Schreie. Er vermeide laute Geräusche, insbesondere Schreie, Nachrichten hören (insbesondere Sendungen aus dem C._) sowie soziale Kontakte. Es bestünden eine Schreckhaftigkeit bei lauten Geräuschen, eine starke Angst
reaktion mehrmals täglich mit Herzklopfen, eine starke Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen sowie Konzentrationsstörungen. Trotz Erschöpfung fühle sich der Beschwerdeführer gleichzeitig extrem wach. Die Symptomatik bestehe seit zirka einem Jahr, vermutlich seien die ersten Symptome konse
kutiv nach der Scheidung aufgetreten. Seit einigen Monaten bestehe eine zunehmende Aggravierung der Symptome. Es bestehe eine Beeinträchtigung in allen Alltagssituationen. Aktuell bestünden eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 31. März 2013, finanzielle Probleme, ein sozialer Rückzug sowie ein Gefühl der Überforderung (Ziff. 1.4 und 1.6). Aus psychiatrischer Sicht sei eine Teilzeitarbeit (falls aus somatischer Sicht nichts dagegen spre
che dann auch als Hauswart) sicherlich zu 30-50 % ab sofort (Juli 2013) möglich (Ziff. 1.7). Eine engmaschige Psychotherapie sei dringend indiziert, aktuell in einer wöchentlichen Frequenz. Die depressive Symptomatik sollte zusätzlich mit einem antidepressiven Medikament behandelt werden, was der Beschwerdeführer aktuell aufgrund der Nebenwirkungen ablehne. Bei erfolgreicher Traumaexpositionstherapie sei mit einem Rückgang der Symp
tomatik der posttraumatischen Belastungsstörung zu rechnen. Aktuell sei noch keine Prognose möglich, da die Therapie noch fortlaufend sei. Falls die Therapie gut anspreche, sei auf längere Sicht in den nächsten Jahren eventu
ell wieder von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (Ziff. 1.8). Mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit über 50 % könne aktuell nicht gerechnet werden, allerdings sei dies aktuell nicht ausreichend beurteilbar (Ziff. 1.9).
3.5
Dr. med. D._, Assistenzärztin Psychiatrie, und Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, F._, berichteten am 3. Juni 2014 (Urk. 10/52) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Sie führten aus, dass der Beschwerdeführer seit November 2013 bei ihnen in Behandlung sei (Ziff. 1.2). Die Konzentrationsfähigkeit des Beschwerde
führers sei vermindert. Im formalen Denken bestehe Grübeln über die aktuelle Situation sowie sein psychisches Zustandsbild. Er sei teilweise sprunghaft und leicht umständlich. Es zeige sich eine gewisse Schwierigkeit, ein strukturiertes Gespräch zu führen. Ein affektiver Rapport sei herstellbar. Die Stimmung sei gedrückt. Affektiv zeige sich des Weiteren eine ausge
prägte innere Unruhe. Sozial habe sich der Beschwerdeführer zurückgezogen. Weiter bestünden Herzrasen und Engegefühl, Flashbacks und Intrusionen durch Wiedererleben, Bilder sowie Albträume, Magenbeschwerden, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Tag-/Nacht-Umkehr, dann wiederum zeitweise erhöhtes Schlafbedürfnis, erhöhte Erschöpfbarkeit und Müdigkeit und Rückenschmerzen. Zum aktuellen Zeitpunkt lasse sich keine genaue Prognose beurteilen, diese hänge unter anderem vom weiteren Therapieverlauf ab (Ziff. 1.4). Es finde eine supportive Einzelpsychotherapie in der Mutterspra
che des Beschwerdeführers sowie eine delegierte kognitiv-verhaltensthera
peutisch orientierte Psychotherapie statt. Die Sitzungen fänden in der Regel im zweiwöchentlichen Rhythmus statt. Nach medikamentösen Behandlungs
versuchen und verbundenen Nebenwirkungen sei die medikamentöse Behandlung eingestellt worden (Ziff. 1.5).
3.6
Die Ärzte des Z._ erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 21. Sept
ember 2015 (Urk. 10/83) gestützt auf die Akten sowie die Untersu
chungen des Beschwerdeführers in den Fachdisziplinen Psychiatrie, Allge
meine Innere Medizin, Neuropsychologie und Orthopädie/Traumatologie. Sie nannten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 lit. D Ziff. 1) und folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 lit. D Ziff. 2):
-
Familienzerrüttung durch Trennung oder Scheidung
(Z63.5)
-
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen
(Z59)
-
s
chädlicher Gebrauch von Nikot
i
n (
ICD-10
F17.1)
-
r
ezidivierende Verdauungsstörung mit Blähungen und Diarrhoe nach Konsum insbesondere von Milchprodukten, Tomaten und Früchten
-
a
namnestisch
Abklärung hinsichtlich Laktosei
ntoleranz unauffällig und serologische Allergieabklärung ohne Befund
-
Gastro-ösophagealer Reflux
-
Status nach Eradikation ein
er Helicobacter pylori-positiven Gastri
tis
zirka
2011
-
Übergewicht
-
Hämorrhoiden Grad
II
-
III
-
Status nach Gummibandligatur 2009
-
chronisches zervik
overtebrales und lumbovertebrales Schmerz
syn
drom bei freier Funktion und Ausschluss einer radikulären Defizit
sympto
matik
-
Gonalgie rechts im kompensierten Zustandsbild ohne Zeichen einer Degeneration
-
c
hronische Metatar
s
algie ohne strukturelles Korrelat
Nach der interdisziplinären Konsensbildung führten sie aus, dass sich
in der aktuellen Untersuchung
p
sychiatrisch
keine objektivierbaren psychopatho
lo
gischen Funktionsstörungen dar
gestellt hätten. Zwar habe
der
Beschwerde
führer
zahlreiche Symptome
referiert
, die jedoch artifiziell vorgetragen
ge
wirkt
hätten
und keinen Leidensdruck
hätten
erkennen
lassen
. Hier
hätten
zahlreiche Inkonsistenzen
bestanden
. Die vorgängig gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
habe
wegen dieser Widersprüchlich
keiten nicht verifiziert werden
können. Dagegen bestehe
eine soziale Proble
matik, die bei
m Beschwerdeführer
zu erheblicher Wut und Enttäuschung
geführt habe
, was von ihm a
uch wiederholt vorgetragen worden sei
. Versi
cherungsmedizinisch
hätten
diese Faktoren nicht berücksichtigt werden
können
. Depressive Auslenkungen
hätten
nicht validiert werden
können
. Der psychische Befund
habe
sich in allen Qualitäten regelrecht
gezeigt
. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit l
asse
sich psychiatrisch nicht begründen
(S. 9 oben)
.
In der neuropsychologischen Untersuchung
würden
sich die Ergebnisse nicht verwerten
lassen
, da sich bezüglich späteren Arbeitstempos und in den Symptomvalidierun
gstests
Auffälligkeiten
ge
zeigt
hätten
. Aus psychiatrischer Sicht könn
t
en psychopathologische Gründe für diese Phänomene ausge
schlossen werden
(S. 9 Mitte)
.
Orthopädi
sch
seien
keine Funktionsstörungen festgestellt
worden
. Insbeson
dere im Bereich der Wirbelsäule und des rechten Knies
hätten
sich bei ent
sprechender Prüfung keine Auffälligkeiten
gezeigt
. Die geklagten Schmerzen
hätten
bei gesamthaft regelrechtem Befund klinisch kein Korrelat
gefunden
. Die Arbeitsfähigkeit
sei
aus orthopädischer Sicht nicht eingeschränkt
(S. 9 Mitte)
.
Internistisch
hätten
ebenfalls keine Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit gestellt werden
können
. Bis auf leichte Verdauungsstörun
gen und Übergewicht
seien
keine entscheidenden Störungen zu objektivieren
gewesen
. Bei angegebenem Schnarchen
sei
eine Abklärung im Schlaflabor anheimgestellt
worden
, wobei auf die gute Therapierbarkeit eines möglichen Schlafapnoesyndroms
hingewiesen wo
rde
n sei
. Der klinische Befund
sei
in allen wesentlichen Qualitäten regelrecht
gewesen
. Die Arbeitsfähigkeit
sei
internistisch nicht eingeschränkt
(S. 9 unten).
Aus interdiszipl
i
närer Sicht
hätten
keine die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Funktionsstörungen objektiviert werden
können
. Gesamthaft
sei
hier die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(S. 9 unten)
.
Aus orthopädischer Sicht
sei der Beschwerdeführer
in der Lage, körperlich mittelschwere Tätigkeiten überwiegend im Stehen, Gehen und Sitzen ohne wesentliche Einschränkungen durchzuführen. In den
übrigen Fachgebieten fä
nden sich keine Einschränkungen
(S. 9 unten)
.
I
m polydisziplinären Konsens
bestehe
in der bisherigen Tätigkeit
eine
100%ige Arb
eitsfähigkeit. I
n einer leidensadaptierten Tätigkeit
besteh
e
eben
falls
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit
.
Es besteh
e kein Anhalt fü
r eine vor
gängige längerdauernde Arbeitsunfähigkeit
weder in der bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit
.
Differenzen in den anamnestischen Angabe
n zwischen den Gutachten würden
auf subjektiven Aussagen de
s Beschwerde
führers beruhen
. Diese A
ngaben hätt
en keine Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit und
seien
deshalb nicht nochmals anlässlich eines erneuten Gesprächs b
eziehungsweise
Untersuchung verifiziert
worden (S. 10).
Dem psychiatrischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer s
eit 2013
in psychiatrischer Behandlung bei Dr. D._ sei. Er suche sie zirka alle drei bis vier Wochen auf
.
Auf die Frage, weshalb
er
nicht mehr in Behandlung im A._ in der
Trauma-Sprechstunde
sei
, gebe der Beschwer
deführer an,
dass die vorgängige Behandlerin,
Dr. G._,
zwar eine zugewandte Therapeutin gewesen sei, sie habe jedoch seine körperlichen Beschwerden nicht ernstgenommen und ihm bedeutet, dass diese alle psychisch seien. Dies habe nicht gestimmt und so habe er das Vertrauen verloren und nach
F._
gewechselt. Vor der Therapie in
H._
sei er bereits zweimal bei einem Psychiater gewesen, der es jedoch abgelehnt habe, ihn zu behandeln. Danach sei er bei einem Psychologen vorstellig geworden, dieser habe sich aggressiv und abwertend verhalten, so dass auch er heftige Aggressionen diesem gegenüber empfunden habe. Eine Therapie sei dadurch selbstverständlich nicht aufgenommen worden. In seiner jetzigen Behand
lung fühle er sich soweit unterstützt
. Der Beschwerdeführer berichte auch
bei wiederholter Nachfrage an verschiedenen Stellen der Exploration, dass die Behandlung keinerlei Erfolg gehabt habe, sein Befinden sei gegenüber 2012 unverändert. Es hätte sich gar nichts geändert. Es seien diverse
Medikamente ausprobiert worden.
Das einzige Medikament, welches er vertragen habe, sei Avena Sativa gewesen, dies habe er inzwischen aber auch abgesetzt
(S. 15). In der Explorationssituation wirke der Beschwerdeführer durchgehend auf
merksam und konzentriert. Der Spannungsbogen könne während des gesamten Gesprächs gehalten werden.
Bei erheblichen angegebenen subjekti
ven m
nestischen Schwierigkeiten bestünd
en aus objektiver Sicht keine Ein
schränkung
en
hinsichtlich des Lang
zeit- und Kurzzeitgedächtnisses
.
Krank
hafte
Persönlichkeitsmerkmale lägen nicht vor. Es bestünden
ein gutes Durchsetzungsvermögen mit
Wahrung der
Eigen
interessen sowie eine et
was eingeschränkte Frustrations
toleranz ohne krankhaften Hintergrund
(S. 18)
.
Zur n
europsychologische
n
Untersuchung
wurde ausgeführt, dass keine a
us
sage
kräf
tige
n
Ergebnisse
hätten
erhoben werden
können
. Zwei eingesetzte Symptom
validierungs
verfahren
seien
im deutlich auffälligen Bereich
gewe
sen
. Das Arbeitstempo
sei
gegen Ende der Untersuchung unnachvoll
ziehbar langsam
gewesen.
Eine Aussage bezüglich
der
Arbeitsfähigkeit oder
dem
Tätig
keitsprofil
sei
aus neuropsychologischer Sicht nicht möglich
gewesen (S. 19)
.
Zum Zeitpunkt der Scheidung von der Exfrau hätten nach Angaben des Beschwerdeführers Symptome begonnen, die nach Aufnahme einer späteren Behandlung im A._ im Sinne einer
posttraumatisch
en Belastungs
störung gedeutet wo
rden
seien. Die Symptome wü
rden hier artifizie
ll wirkend beschrieben. Sie seien
nach Angaben des
Beschwerdeführers
bis heute
trotz durchgefü
hrter
Therapie unverändert vorhanden. Aus objektiver Sicht
sei
der psychische Befund mit der geschilderten
Symptomatik nicht vereinbar, hier
lä
gen deutlich
e Inkonsi
stenzen vor. Es bestehe
eine durchsetzungsfähige starke Ich-Funktion, eine ausgeprägte Willens- und Antriebsbil
dung. Depressive Äquivalente lä
gen nicht vo
r, ebenso wenig wie erhöhte Schreck
haftig
keit oder Angst. Der
Beschwerdeführer sei sozial gut eingegliedert, reise
regelmässig in sein Heimatland. Er ha
be
2013 eine Beziehung zu einer im
C._
lebenden Frau intensiviert und sie 2013 geheiratet. Es bes
tünd
en keine Persönlich
keitsdefizite. Die vom
Beschwerdeführer geschilderten Symptome seien
in der Beo
bachtung so nicht nachvollziehbar. Sie wirk
t
en zudem sehr stereotyp vorgetragen. Der völlig einheitl
iche Verlauf ohne Schwankungen oder
Änderungen seit 2012
sei
zudem aus psychiatrischer Sicht wenig nachvoll
ziehbar. Die entscheidenden Funktionen bezüglich Kognition, Willens- und Antriebsbildung, Affektivität und Persönlichkeit s
eien
intakt. Auffällig s
eien etwas fremdaggressi
v getönte Impulse und eine geringe Frustrationstoleranz, dies jedoch ohne Krankheitswert und bereits langjährig besch
rieben. Ein Krankheitswert komme
diesen Impulsen nicht zu.
I
nsgesamt zeig
ten sich keine
die
Arbeitsfähigkeit einschränkenden nachweis
baren psychopatholo
gischen Funktionsstörungen, so
dass aus psychiatrisc
her Sicht die Arbeitsfähigkeit des Versicherten entgegen seiner Auffassung gege
ben
sei (S. 20).
Dem orthopädisch-rheumatologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
über Schmerzen im Bereich des Achsenorganes insbe
sondere im Bereich der
Halswirbelsäule
(
HWS
)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
) klage
. Bei der Untersuchung
der Wirbelsäulenfunktion stelle
sich diese als frei und nicht eingeschränkt dar. Die Arm-
und Beinumfangsmessungen würden
nicht auf eine seitendifferente Gebrauchsminderung der Extremitäten hin
weisen
. Zeichen einer radi
k
ulären
Defizitsymptomatik lägen ebenfalls nicht vor. Radiologisch zeige
sich ein altersentsprechender Normalbefund. Seitens
des rechten Kniegelenkes stelle
sich klinisch ein stabiles reizarmes Knie mit sehr guter Funktion d
ar. Das radiologische Bild zeige
einen alters
entsprechenden Normalbefund, Zeichen eine
r fortgeschrittenen Arthrose lä
gen nicht vor. Die
g
eklagten Schmerzen s
eien
klinisch nicht nachvollzieh
bar und
würden sich orthopä
disch-strukturell nicht begründen
lassen
.
Im Bereich des linken
Vorfusses wü
rden
Schmerzen metatarsal angegeben.
Die sich dort einstellenden „kalten" Schmerzen
würden
ebenfalls kein strukturel
les Korrelat auf
weisen
.
Aus orthopä
discher Sicht
sei
der
Beschwerdeführer in de
r Lage, körperlich mittelschwere Tätigkeiten überwiegend im Stehen, Gehen und Sitzen ohne wesentliche Einschränkungen durchzuführen.
Mit dem Befundbericht vom 0
5. September
2005 w
e
rd
e
ei
ne Kreuzbandruptur ohne massive Instabilität des rechten Kniegelenks beschrieben.
Eine Instabi
lität k
önne
auch zum heutigen Zeitpunkt nicht festgestellt werden
(S. 37)
.
Aus neuropsychologischer Sicht wurde festgehalten, dass der Beschwerde
führer i
m Gespräch stark abschweifend
gewesen sei
, teils an der Frage vor
beiredend. Es
sei
schwierig
gewesen, konkrete Informationen über den Tagesabl
auf oder ähnliches zu erhalten, da
der Beschwerdeführer
immer wieder auf sein psychisches Erleben zu sprechen
gekommen
und stark auf seine psychischen Beschwerden fixiert
gewesen sei
. In der Testsituation
habe
sich ein p
roblemloses Instruktionsverständ
nis
gezeigt
. Die Konzentration
sei
schwankend und im Verlauf rasch abnehmend
gewesen
. Das Arbeitstempo
habe sich ebenfalls stark verlangsamt.
Das Vorgehen bei komplexeren Auf
gaben
sei
assoziativ und unsystematisch
gewesen
. Auf Fehler
habe der Beschwerdeführer
keine besondere Reaktion
gezeigt (S. 41)
.
In der neuro
psychologischen Untersuchung
hätten
keine aussagekräftigen Ergebnisse erhoben werden
können
. Die beiden standardmässig eingesetzten Symptom
validierungsverfahren
seien
beide im deutlich auffälligen Bereich
gewesen, was darauf hinweise
, dass seitens des
Beschwerdeführers
nicht durchgehend eine ausreichende Anstrengungsbereitschaft
habe aufrechterhalten werden können
. Zu Beginn der Untersuchung
habe der Beschwerdeführer
noch grösstenteils altersentsprechend durchschnittliche Ergebnisse
erzielt, die Leistungen hätten
aber sehr schnell sehr stark nach
gelassen
. Das Arbeits
tempo
sei
gegen Ende der Untersuchung unnachvollziehbar langsam
gewe
sen
. Möglich
sei
, dass es
dem Beschwerdeführer
aus psychischen Gründen nicht geling
e
, sich ausreichend auf die gesamte Dauer einer neuropsyc
holo
gische Testung einzulassen.
Aus
oben beschriebenen Gründen könne
aus neuropsychologischer Sicht keine Stellung zu Arbeitsfähigkeit oder Tätig
keitsprofil genommen werden
(S. 43)
.
3.7
Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, nahm am 18. Januar 2016 Stellung (Urk. 3) und führte aus, dass sie an der Diagnosestellung und den erhobenen Befunden gemäss ihrem Bericht vom 3. Juni 2014 festhalte. Der psychische Gesundheitszustand des Beschwer
deführers habe sich seither nicht verändert. Er sei aus psychiatri
scher Sicht in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt und vermindert belast
bar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (S. 1). Die bisherigen Erfahrungen mit dem Beschwerdeführer, die Explorationen und die testpsychologischen Untersuchungen hätten gezeigt, dass beim Beschwerdeführer komorbid zur posttraumatischen Belastungs
störung eine depressive Störung bestehe. Dies zeige sich durch Herzrasen und Engegefühl, Angstzustände, Flashbacks und Intrusionen, Wiedererleben durch Bilder und Albträume sowie innere Unruhe, Freud- und Interesse
losigkeit, ein Gefühl der inneren Leere und Libidoverlust (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
für die Beurteilung
des Gesundheitszustandes un
d der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das Z._-Gutachten vom September 2015 (vgl. vorstehend E. 3.6) ab, wonach beim Beschwerde
führer weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht eine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe festgestellt werden können.
Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei vielmehr auf die Berichte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des A._ und der weiteren behandelnden psychiatrischen Fachärzte abzustellen.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das Z._-Gutach
ten vom 21. September 2015 (vgl. vorstehend E. 3.6) für die Beant
wortung der ge
stellten Fragen umfassend ist. Es beruht auf den für die strit
tigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen und berück
sich
tigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in ange
messener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und insbesondere auch in gründ
licher Ausei
nan
dersetzung mit den Vorakten erstellt und trägt der kon
kreten medizini
schen Situation Rechnung. So machten die Gutach
ter da
rauf auf
merk
sam, dass die somatischen Beschwerden klinisch nicht nachvollziehbar seien und sich orthopädisch-strukturell nicht begründen liessen (Urk. 10/83 S. 37). Sie zeigten sodann nachvollziehbar auf, weshalb diagnostisch nicht von einer posttraumatischen Belastungsstörung auszugehen sei und machten darauf aufmerksam, dass die entscheidenden Faktoren intakt seien (S. 20). Weiter legten die Gutachter in nachvollziehbarer Weise dar, dass die vom Beschwer
deführer vorgetragenen zahlreichen Symptome aus psychiatrischer Sicht keinen Leidensdruck erkennen lassen und diesbezüglich zudem zahlreiche Inkonsistenzen bestehen würden (S. 9 oben). Die Gutachter bezogen
sodann ausdrücklich Stellung zu den abweichenden Einschätzungen durch di
e behan
delnden Ärzte (S. 21).
Das Gutach
ten leuchtet in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vor
genommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeits
fähig
keit werden aus
führlich begründet. So zeigten die Gutachter auf, dass der Beschwerde
führer aus orthopädischer Sicht in der Lage sei, körper
lich mittelschwere Tätigkeiten überwiegend im Stehen, Gehen und Sitzen ohne wesentliche Einschränkungen durchzuführen (S. 9 unten). Überdies begründeten sie einlässlich und sorgfältig, dass sich in der aktuellen Untersu
chung keine objektivierbaren psychopathologischen Funktions
störungen dargestellt hätten (S. 9 oben).
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert
eines medizinischen Berichtes (vgl. vorstehend E. 1.
5
) vollumfäng
lich, so da
ss für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
4.3
D
ie psychia
trischen Be
richte der Ärzte des A._ (vgl. vorstehend E. 3.2, 3.4) sowie des F._ (vgl. vorstehend E. 3.5)
erscheinen in Bezug auf die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der vorgenomme
nen Schluss
fol
gerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers
hingegen nicht als
nachvollziehbar.
Die Beurteilung durch
die Ärzte des A._
(vgl. vorstehend E. 3.
2, 3.4
)
stimmt zwar inso
fern
mit der Diagnosestellung durch die Ärzte des F._ (vgl. vorste
hend E. 3.5)
überein, als eine posttraumatische Belastungs
störung sowie eine
mittelgradige depressive Episode als Diagnosen ge
nannt
wurden. Aus den Berichten geht jedoch
nicht klar
hervor, gestützt auf welche Befunde
die Diagnose einer
post
traumatischen Belastungsstörung abgeleitet wurde. So erwähnten die Ärzte des A._ zwar diverse Traumatisierungen des Beschwer
deführers in Rahmen der Kriegsgeschehen im C._ und in I._, mach
ten hingegen keine weiteren Ausfüh
rung
en zu den Kriterien gemäss ICD
10 F43.1
, wonach
eine posttrauma
tische Belastungsstö
rung
nur anerkannt
wird
, wenn sie
als eine ver
zögerte oder pro
tra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situa
tion ausserge
wöhnlicher Bedrohung oder katastro
phenartigen Ausmasses ent
steht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
(vgl. Internationale Klassifi
kation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), 9. Auflage 2014, F43.1).
R
echtspre
chungsgemäss wird
eine pos
ttraumatische Belastungsstörung sodann
nur dann als invalidisierend anerkannt, wenn sie nach einem Ereig
nis mit ext
re
mem Belastungsfaktor auftritt (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2007 vom
4.
August 2008, E.
5.6.1). Auf eine posttraumatische Belastungsstörung ist ge
mäss ICD weiter grundsätzlich nur zu erkennen, wenn die Störung innerhalb von
sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis aufgetreten ist (
vgl. dazu das
Urteil des Bundesgerichts I 715/05 vom 2
7.
Januar 2006, E. 6.2). Zwar kann auch bei einem grösseren zeitlichen Abstand zwischen dem traumatisie
renden Ereignis und dem Auftreten der Beschwerden eine posttraumatische Be
las
tungs
störung diagnostiziert werden, wenn die klinischen Merkmale typisch sind und
keine andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung oder depres
sive Epi
sode
) gestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts I 715/05 vom 2
7.
Januar 20
06 E. 6.2). Solche Fälle kommen, wenn auch
selten
,
vor (Urteil des Bundesgerichts I 750/06 vom 2
2.
August 2007 E.
3.2.1
); für eine solche verspätete Krankheits
mani
festation sind vorliegend jedoch keine Anhaltspunkte gegeben.
Vorliegend geht auch aus den übrigen Akten nicht klar hervor, wie die Diag
no
se der posttraumatischen Belastungsstörung zustande kam. Allfäl
lige inner
halb eines halben Jahres seit den erwähnten
Ereignissen (
Kriegsgesche
hen im C._ und in I._)
aufgetretene Probleme im Zusammenhang mit einer
post
traumatischen Belastungsstörung sind aus den Akten somit keine ersich
tlich. Vielmehr lagen die erwähnten Ereignisse im Dezember 2012, als erstmals
von einer posttraumatischen Belastungsstörung die Rede war,
rund
20 Jahre
zurück. Die bei einer posttraumatischen Belastungsstörung typische Latenzzeit von 6 Monaten war somit in diesem Zeitpunkt bereits um ein Mehrfaches überschritten.
Es bleibt zudem festzuhalten, dass soweit die Diagnose
eine
r
posttraumati
sche
n Belastungsstörung
mit allfälligen
Kriegserlebnissen im C._ oder in I._
begründet wird, dies
insbesondere
gestützt auf die Ausführungen im Z._-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.6)
nicht zu überzeugen
vermag
. So erscheint es widersprüchlich,
dass
sich der Beschwerdeführer
zu
Ferien
-/Reise
zwecken in
das Land begibt, in welchem die für ihn traumatisierenden Kriegsgeschehen passiert
sein sollen.
Der Anamnese im Z._-Gutachten (Urk. 10/83 S. 16) ist einerseits zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer regelmässig ein- bis zweimal im Jahr in den C._ reise und bei einer sol
chen Reise gar seine jetzige Ehefrau kennen gelernt habe. Er freue sich bei diesen Reisen besonders auf die dortigen Treffen mit alten Kriegskameraden, mit denen er sich austausche. Andererseits führte der Beschwerdeführer aus, dass ihn das Fernsehen in weiten Teilen aufrege, insbesondere wenn Gewaltszenen gezeigt würden, zumal ihn das dann an den Krieg erinnere (Urk. 10/83 S. 17 oben). Diese sich widersprechenden Aussagen des Beschwerdeführers sind vor dem Hintergrund der von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar.
Den Ausführungen der Z._-Gutachter zur Diagnosestellung durch die behan
delnden Ärzte ist in Bezug auf die posttrau
matische Belastungsstörung deshalb beizupflichten. So habe in der gutachterlichen Untersuchung kein entsprechendes Korrelat zum psychischen Befund, insbesondere der Persön
lichkeit des Beschwerdeführers, hergestellt werden können und ein derartiger Bezug fehle auch in den Unterlagen des A._, so dass in dessen Berichten eine entsprechende Konsistenz fehle (Urk. 10/83 S. 21). In den Berichten des A._ werden im Wesentlichen die subjektiven Symptome des Beschwerde
führers beschrieben, ohne dabei Bezug zu objektiven Beeinträchtigungen zu nehmen. Diese vom Beschwerdeführer beschriebenen Symp
tome, welche nicht objektiviert werden konnten, reichen nach dem Gesagten nicht aus für die wissenschaftlich anerkannte Diagnose einer posttraumatischen Belas
tungsstörung.
4.4
Weiter erscheint auch die von den behandelnden Psychiatern gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.4, E. 3.5 und E. 3.7) aufgrund der konkreten Umstände als nicht nach
vollziehbar. So kann
anhand der erhobenen Befunde sowie des Umstandes, dass der Beschwerdeführer
keine
Medikamente (ausser des zwischenzeitlich ebenfalls abgesetzten (Urk. 10/83 S. 15) homöopathischen Avena Sativa)
einn
i
m
mt und eine
psychiatrische Behandlung
lediglich alle drei bis vier Wochen stattfindet (vgl. Urk. 10/83 S. 15)
, eher auf einen geringen Leidens
druck geschlossen werden
.
Die Berichte der behandelnden Psychiater sowohl des A._ als auch des F._ sind nach dem Gesagten
sowohl betreffend Diagno
sen wie auch betreffend die Schlussfolgerung in Bezug auf die Arbeits
fähigkeit
nicht überzeugend. Die Beurteilung der attestierten Arbeitsunfähigkeit erscheint in Bezug auf den Umstand, dass auch von den Ärzten des A._ und des F._ eine Behand
lung mit
Psychopharmaka
sowie eine häufigere Frequenz der Sitzungen als wünschenswert deklariert wurden, dies vom Beschwerdeführer jedoch abge
lehnt wird, als nicht nachvollziehbar.
4.5
Nach dem Gesagten
liegt keine
ungenügende Sachverhaltsabklärung seitens der Beschwerdegegnerin
vor und es bestehen keine Zweifel an den Schluss
folgerun
gen der Z._-Gutachter.
Die Beschwerdegegnerin hat pflichtgemäss ihre Abklärungen ge
tätigt, indem sie weitere Berichte über die Arbeitsfähig
keit
sowohl
in psychischer
wie auch in physischer
Hin
sicht
einholte und eine Begutachtung beim Z._ anordnete
. Diese Abklärungen führten insgesamt zum
überzeugenden
Schluss, dass aus versi
cherungsmedizinischer Sicht
keine
Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
vorliegen.
Somit besteht kein weiterer Abklärungsbedarf, ein in
va
lidi
sierender Gesundheitsschaden konnte nicht rechtsgenüglich erstellt wer
den
.
Der Beschwerdeführer ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzutreffend beziehungs
weise unvollständig sein soll. Da der Sach
verhalt nach dem Gesagten durch genügende medizinische Ein
schät
zun
gen von verschiedenen Ärzten abgeklärt wurde, erweisen sich die vor
liegen
den medizi
nischen Akten als ausrei
chend.
Die Einwände des Beschwerdeführers in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten unbehelflich. Weitere substantiierte Einwände brachte er nicht vor.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch die Z._-Gutachter umzustossen ver
möchten. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (anti
zipierte Beweis
würdigung; BGE 122 V 157).
Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
deführer aufzu
erlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung jedoch einst
weilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 GSVGer.
5.2
Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird gestützt auf § 8 in Verbindung mit § 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschä
digungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) nach dem Zeitauf
wand und den Barauslagen bemessen. Der unentgeltliche Rechts
vertreter reicht dem Gericht hierzu vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über
seinen
Zeitaufwand und
seine
Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest.
Da
der zum unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellte Rechtsanwalt
Daniel Christe trotz des Hinweises durch das Gericht (vgl. Urk. 11 Ziff. 3
)
keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach Ermessen auf Fr. 1‘
7
50.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzu
setzen.