# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 93de9e6b-d848-42cc-ac13-7834a6ffe194
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 7. September 2012; Proz. CG100200
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Rechtsbegehren:
1. Es sei die Beklagte zur Zahlung des Betrages von CHF 105'057 zuzüglich Zins von 5% seit dem 20. Juni 2008 zu verpflichten.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere erhöht um
die gesetzliche Mehrwertsteuer, zu Lasten der Beklagten.
Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 7. September 2012 (act. 54, S. 42):
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 105'057.-- nebst Zins zu 5% seit 20. Juni 2008 zu bezahlen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 8'950.-- (Pauschalgebühr).
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
3. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt.
4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Prozessentschädigung
von Fr. 18'100.-- (inkl. MwSt) zu bezahlen.
5./6. Mitteilungen, Rechtsmittel
Berufungsanträge:
der Beklagten (act. 59):
1. Die Klage sei in Aufhebung des Entscheids des Bezirksgerichtes  vom 7. September 2012 abzuweisen.
2. Das Verfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids
bezüglich des vertraglichen Anspruchs der Berufungsbeklagten  der C._ AG als vormalige Vorsorgeeinrichtung zu sistieren.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich
Mehrwertsteuer, zu Lasten der Berufungsbeklagten.
der Klägerin:
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## Considerations

Erwägungen:
1. Die Klägerin ist ... Staatsangehörige [von D._], lebt aber seit län-
gerem in der Schweiz und war hier auch erwerbstätig. Für die so genannte Zweite
Säule war sie bei der C._ AG (im Folgenden nur C._) versichert. Die
Beklagte (als Verein eigentlich männlich; im Folgenden weiblich wie in allen Un-
terlagen des Prozesses) ist ein nicht gewinnstrebiger Verein schweizerischen
Rechts mit dem Zweck, ...Arbeitnehmer [des Staates D._] und ihre Familien
in der Schweiz beim Ausüben ihrer Rechte im Bereich der Sozialversicherung und
der Ansprüche aus der Erwerbstätigkeit zu betreuen und (auch vor Gericht) zu
vertreten. Sie wurde unter dem Namen A1._ mit Sitz an der E._-Strasse
... in F._ gegründet und änderte später den Namen in A._ (Hervorhe-
bungen beigefügt). Seit dem tt. Juli 2010 ist sie im Handelsregister eingetragen.
Sie wird vom G._ (= A2._) mit Sitz in H._ [Stadt in D._] geför-
dert, welches auch in den Statuten bei der Aufzählung, woher der Verein seine fi-
nanziellen Mittel bezieht, an erster Stelle steht.
Die Klägerin hatte sich schon mehrmals bei der Beklagten beraten lassen
und diese auch mit dem Erstellen ihrer Steuererklärungen betraut gehabt, als sie
sich im Juni 2008 erneut an die Beklagte wandte, um ihr Vorsorgeguthaben der
zweiten Säule auszahlen zu lassen. Nach ihren Angaben stellte sie sich vor, dass
die Beklagte das Geld entgegennehmen, verwalten und ihr (der Klägerin) später
auszahlen werde. Bereits am 1. April 2008 hatte ihr die C._ mitgeteilt, dass
ihr fälliges Guthaben Fr. 105'057.-- betrage; die Vorsorgeeinrichtung hatte dabei
um Angabe einer Zahlstelle und um Vorlage der Original-Police ersucht (act. 5/9).
Am 18. Juni 2012 sprach sie im Büro der Beklagten vor und wurde dabei von
I._, dem Leiter der Zürcher Geschäftsstelle der Beklagten, empfangen. Sie
unterzeichnete einerseits eine Vollmacht, welches die Beklagte allgemein "zum
Empfang von Geldern" / "... (...) ..." ermächtigt. Im Betreff heisst es: "Abtretungs-
erklärung, Auflösung Police ... Vers. ..." [das ist die auch in der Mitteilung der
C._ genannte Nummer] "und Überweisung Guthaben an J._, BC-Nr. ...
Kto. ..., lautend auf A4._ CH-... F._" (act. 5/6). Sodann unterzeichnete
sie einen an die C._ gerichteten "Zahlungsauftrag" mit den nämlichen Anga-
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ben zur Zahlstelle wie in der Vollmacht (act. 5/7). Diese beiden Dokumente
schickte I._ mit einem Begleitschreiben (act. 5/8) an die C._. Die Partei-
en stimmen darin überein, dass das angegebene Konto ein privates I._s war,
und dass die C._ das Alterskapital auf dieses Konto überwies. Es ist davon
auszugehen, dass I._ das ihm ausbezahlte Kapital veruntreut hat.
2. Am 7. September 2012 fällte das Bezirksgericht den eingangs im Dis-
positiv wiedergegebenen Entscheid und hiess die Klage gut. Die Zustellung an die
Beklagte erfolgte am 14. September 2012 (act. 56).
Gegen das Urteil vom 7. September 2012 führt die Beklagte mit Schriftsatz
vom 15. Oktober 2012, zur Post gegeben am selben Tag, unter Berücksichtigung
des Wochenendes rechtzeitig Berufung.
Die Beklagte leistete den ihr auferlegten Kostenvorschuss. Weitere pro-
zessuale Anordnungen wurden nicht getroffen.
3. Trotz des Inkrafttretens der eidgenössischen Zivilprozessordnung am
1. Januar 2011 war das Verfahren des Bezirksgerichts nach den bisherigen kan-
tonalen Regeln zu Ende zu führen (Art. 404 Abs. 1 ZPO), da es am 15. November
2010 eingeleitet worden war. Das Verfahren der Berufung untersteht dagegen
dem neuen Recht (Art. 405 Abs. 1 ZPO). Die wesentlichsten Neuerungen sind
zum einen die weit gehende Überbindung des Kostenrisikos auf den Berufungs-
kläger (Art. 98 ZPO), die Einschränkung des Novenrechts (Art. 317 ZPO) und die
strenge Rügeobliegenheit (BGE 138 III 374 E. 4.3.: il incombe... au recourant de
motiver son appel (art. 311 al. 1 CPC), c'est-à-dire de démontrer le caractère er-
roné de la motivation attaquée. Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui suffit ce-
pendant pas de renvoyer aux moyens soulevés en première instance, ni de se li-
vrer à des critiques toutes générales de la décision attaquée. Sa motivation doit
être suffisamment explicite pour que l'instance d'appel puisse la comprendre ai-
sément, ce qui suppose une désignation précise des passages de la décision que
le recourant attaque et des pièces du dossier sur lesquelles repose sa critique").
Zum anderen sind wesentlich neu die weit gehende Freiheit des Gerichts in der
Gestaltung und im Umfang des Berufungsverfahrens (Art. 322 und 324 ZPO), fer-
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ner der Verzicht auf eine zwingende mündliche und auf eine öffentliche Beratung
(Art. 54 ZPO und § 134 GOG).
4.1 Das Bezirksgericht prüft, ob I._ gegenüber der Klägerin im Namen
der Beklagten auftrat und bejaht das. Es geht davon aus, dass die Beklagte ihren
leitenden Angestellten I._ nicht ermächtigt hatte, in ihrem Namen Freizügig-
keitsleistungen entgegen zu nehmen und Rentenzahlungen zu versprechen, dass
die Klägerin auf eine solche Bevollmächtigung aber in guten Treuen schliessen
durfte und sich die Beklagte das entgegen halten lassen muss (Urteil S. 11 ff.).
Die Beklagte lässt das nicht gelten. Sie argumentiert, wenn I._ das Vor-
sorgekapital der Klägerin auszahlen liess, habe er es alleine als Privatperson tun
wollen und getan und gehe das sie ─ die Beklagte ─ nichts an. Sie biete kosten-
lose Beratung an, aber schon für das Ausfüllen einer Steuererklärung lasse sie
sich bezahlen; niemand könne daher in guten Treuen annehmen, die Beklagte
wolle Renten versprechen oder auch nur Vermögen verwalten oder verwahren.
Unter Bezugnahme auf einen jüngsten Entscheid des Bundesgerichtes bestreitet
sie, dass der Klägerin überhaupt ein Schaden entstanden sei (im Einzelnen
act. 59).
4.2 a) Welche interne Stellung I._ bei der Beklagten hatte, ist im
Einzelnen nicht bekannt. Seine unbestrittene Anstellung als Geschäftsführer deu-
tet auf eine Organeigenschaft im Sinne von Art. 55 ZGB hin. Allerdings heisst es,
er sei Geschäftsführer (nur?) des Büros F._ gewesen. Auch die Struktur der
Beklagten ist nicht bekannt, ob sie allenfalls weitere Büros führte, und wer im
Rahmen des Ganzen welche Entscheidungen traf. Das kann allerdings offen blei-
ben. Juristische Personen können nicht nur durch ihre formellen Organe handeln,
sondern wie alle Personen durch eigens bestellte Vertreter oder durch Angestell-
te. Es gelten die obligationenrechtlichen Regeln über die Stellvertretung. Diese
kennen insbesondere die Figur der so genannten Anscheinsvollmacht: die juristi-
sche Person muss es sich nach dem Vertrauensprinzip (Art. 2 ZGB) anrechnen
lassen, wenn sie den (wenn auch objektiv unrichtigen) Eindruck erweckt oder tole-
riert, jemand handle für sie mit ihrer Billigung (Tuor/Schnyder/Schmid, ZGB 13.
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Aufl. 2009 S. 149; BGer 4C.307/2001 vom 14. März 2002 und 4A_54/2008 vom
29. April 2008).
Entscheidend ist der Unterschied zwischen der tatsächlichen, objektiven
Ermächtigung und einem allfälligen aus der subjektiven Sicht der Klägerin beste-
henden weiter gehenden Rechtsschein, zusammen mit einem Handeln oder Dul-
den der Beklagten, bei welchem sie behaftet werden kann. Zu Recht bestreitet die
Beklagte vorweg nicht, dass I._ als ihr Vertreter auftrat: die unterzeichnete
Vollmacht lautet auf "A3._ ..." und trägt unten den Stempel "A5._
E._-Strasse ......" (act. 5/6). Dass I._ im eigenen Namen habe handeln
wollen, wie die Beklagte noch dem Bezirksgericht vortrug (act. 20 Rz. 23/zu 23),
wird in der Berufung zu Recht nicht mehr behauptet. Man muss davon ausgehen,
dass I._ sich selber bereichern wollte, und nicht die Beklagte; nach Treu und
Glauben erweckte die Vollmacht aber den Anschein, I._ handle für die Be-
klagte ─ das war ja gerade Teil seines Betruges. Die Beklagte hat ausdrücklich
zum Zweck, ... Landsleute [des Staates D._] im Verkehr mit (Sozial-
)Versicherungen zu beraten und ─ selbst vor Gericht ─ zu vertreten. I._ war
(wie soeben ausgeführt) nicht nur bei ihr angestellt, sondern er war der Ge-
schäftsführer jedenfalls ihres Büros in F._, an welches sich die Klägerin
wandte. Die Beklagte hat also, selbst wenn sie das nicht wollte, den Anschein ge-
schaffen und bestehen lassen, dass I._ für sie handeln könne. Der konkrete
Umfang dieser Handlungen bleibt zu diskutieren.
Wo und in welcher Funktion die Klägerin erwerbstätig war, ist (so weit er-
sichtlich) nicht aktenkundig. Die Kundschaft der Beklagten bestand ─ so weit aus
den bisherigen parallelen Fällen bekannt ist ─, vor allem aus einfachen Personen
ohne besondere geschäftliche Kenntnisse. Die Klägerin liess ihre Steuererklärun-
gen von der Beklagten erstellen, was eher auf administrative Unbeholfenheit
schliessen lässt, und auch die Höhe des Freizügigkeitsguthabens indiziert eine
untergeordnete Stellung im Arbeitsprozess. Vor allem behauptet die Beklagte
nicht, die Klägerin hätte es aufgrund besonderer Kenntnisse oder Erfahrungen
leicht gehabt, die Machenschaften I._s zu durchschauen. Die Beklagte bot
und bietet die Beratung ihrer Landsleute im Bereich der Sozialversicherung und
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des Arbeitsverhältnisses an. Also musste die Beklagte generell damit rechnen,
dass sich unerfahrene Personen an sie wenden. An die Möglichkeiten der Kläge-
rin, einer Unkorrektheit oder gar einem Betrug auf die Spur zu kommen, ist auch
daher zu Lasten der Beklagten kein strenger Massstab anzulegen.
b) Willenserklärungen sind nach dem Vertrauensprinzip auszulegen, also
danach, wie sie ein vernünftiger und korrekter Adressat unter den gegebenen
Umständen nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste (Art. 2 ZGB).
Das im Auftrag zum Auszahlen des Kapitals angegebene Konto war mit einer
Nummer und dem Zusatz "lautend auf A4._ CH-... F._" versehen. Damit
wurde zum Ausdruck gebracht, es sei ein Konto der Beklagten ─ auch wenn das
in Wahrheit nicht zutraf.
Die Beklagte macht geltend, es gehöre nicht zu ihrem Tätigkeitsbereich,
Geld zu verwahren. Das dürfte zutreffen. Aus der Laien-Sicht einer einfachen Ar-
beiterin musste es aber nicht auffällig sein, dass I._ namens der Beklagten
das Geld auf ein (vermeintlich) dieser gehörendes Konto anweisen liess. Gerade
weil sie sich mit ihrer Beratungstätigkeit an einfache und geschäftlich nicht ver-
sierte Personen wandte, muss sich das die Beklagte anrechnen lassen. Sie
machte es I._ auch insofern einfach, als sie ihn mit Einzelunterschrift gegen-
über Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen auftreten liess. Sie weist
richtig darauf hin, dass der fatale Auszahlungsauftrag ja nicht von I._, son-
dern von der Klägerin selber unterzeichnet wurde. Die übrige Korrespondenz hat-
te I._ allerdings wie auch in anderen Fällen alleine geführt, und das trug dazu
bei, dass ihm der ganze Betrug letztlich gelingen konnte. In der Berufung argu-
mentiert die Beklagte, die Klägerin habe sich von der Beklagten eine Rente ver-
sprechen lassen wollen ─ daran könne man sehen, dass ihr Standpunkt unbe-
gründet sei, denn als Institution zum Beraten von ... Landsleuten [des Staates
D._] könne sie ─ die Beklagte ─ ja gewiss nicht Renten versprechen (act. 59
S. 7). Die Beklagte nennt keine Fundstelle in den erstinstanzlichen Rechtsschrif-
ten dafür, dass die Klägerin davon ausgegangen wäre, die Beklagte werde ihr
dereinst eine Rente zahlen. So weit ersichtlich hat sie das nicht so vorgetragen.
Das Argument der Beklagten wäre aber ohnehin wenig stichhaltig, denn eine ein-
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fache Arbeiterin war kaum in der Lage zu durchschauen, welche Leistungen im
Einzelnen sie von der Beklagten erwarten durfte, wenn die Vertretung gegenüber
Sozialversicherungen und Arbeitgebern zu ihrem ureigenen Bereich gehört, und
wenn die ihr vorgelegte Vollmacht noch ausdrücklich das Prozessführen und das
Einkassieren von Geld nannte.
Die Klägerin darf sich immerhin auf ihre unrichtige Vorstellung, I._
handle für die Beklagte, nur dann berufen, wenn sie nicht nach den Umständen
und nach ihren persönlichen Möglichkeiten erkennen konnte und musste, dass
das nicht der Fall war (Art. 3 Abs. 2 ZGB). Dazu ergibt sich Folgendes: Aus der
laienhaften Sicht der Klägerin bestand darum kein Grund zum Misstrauen, weil
I._ bei der Angabe des Kontos listig und tückisch seinen Namen unterdrückt
und der Nummer wie erwähnt den Zusatz "A4._" beigesetzt hatte (act. 5/6).
Die Beklagte bringt mit der Berufung keine weiteren Umstände vor, aufgrund de-
rer die Klägerin konkret hätte Verdacht schöpfen müssen. In parallelen Fällen wird
diskutiert, ob die Betrogenen allenfalls anhand der Auszahlungsbestätigungen
durch die Vorsorgeeinrichtung hätten erkennen können und müssen, dass das
Geld nicht auf ein Konto der Beklagten, sondern I._s persönlich ging. Das
könnte im Fall der Klägerin nicht beurteilt werden, weil diese Bestätigung nicht bei
den Akten liegt. Ebenfalls aus den parallelen Verfahren ist aber bekannt und inso-
fern gerichtsnotorisch, dass I._ zugab, bei der Post die Umleitung der für die
Betrogenen bestimmten Post erwirkt zu haben (damit diese es nicht merkten, leg-
te er sie ihnen täglich in den Briefkasten, allerdings nicht ohne sie vorher zu
durchsuchen und Briefe der Vorsorgeeinrichtung herauszunehmen). Gegen diese
besondere Raffinesse ist eine einfache Person machtlos, die sich in einem frem-
den Land von einer offiziösen, von Landsleuten geführten Stelle beraten und be-
treut meint. Eine relevante Unsorgfalt kann der Klägerin nicht vorgeworfen wer-
den.
Damit muss sich die Beklagte dabei behaften lassen, dass I._ vermeint-
lich in ihrem Namen übernommen hatte, das Freizügigkeitsguthaben der Klägerin
jedenfalls vorübergehend auf ein auf sie (die Beklagte) lautendes Konto anweisen
zu lassen und damit zur Verfügung zu halten. Rechtlich war das ein Hinterle-
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gungsvertrag (Art. 472 OR). Die Klägerin konnte und kann jederzeit die Heraus-
gabe des Geldes verlangen (Art. 475 OR) ─ die Beklagte teilt übrigens diese
rechtliche Auffassung dem Grundsatz nach ausdrücklich, auch wenn sie verständ-
licherweise darauf besteht, der Anspruch der Klägerin müsse sich gegen I._
richten (act. 59 S. 5 unten/S. 6).
d) Das Verhältnis der Klägerin zur C._ spielt unter diesen Umstän-
den keine Rolle, da sie gegenüber der Beklagten aus rechtlicher Sicht (Art. 57
ZPO) einen vertraglichen Anspruch und nicht einen Schaden geltend machen
kann. Dieser Anspruch bestünde auch, wenn sich die C._ durch die Auszah-
lung nicht befreit hätte und demnach der Klägerin nach wie vor das Kapital schul-
dete. Dabei wird das vorstehend erwähnte Urteil BGer 9C_137/2012 vom
5. April 2012 keineswegs in Frage gestellt. Dort ging es vorweg um einen ge-
fälschten Auftrag zum Auszahlen des Kapitals, und eingeklagt war direkt die Vor-
sorgeeinrichtung, sodass das Bundesgericht keinen Anlass hatte, sich zum Ver-
hältnis der Ansprüche gegen die Vorsorgeeinrichtung und gegen die Beklagte zu
äussern.
Immerhin wäre in Analogie zu den Bestimmungen über die Solidarität und
nach Treu und Glauben der Anspruch der Klägerin gegen die Beklagte in dem
Umfang zu reduzieren, als die erstere von der Vorsorgeeinrichtung tatsächlich ei-
ne Zahlung erhalten hätte: die Klägerin begründet ihre Klage ja ausdrücklich da-
mit, dass ihr das ausbezahlte Kapital zu ersetzen sei. Die Beklagte behauptet
aber nicht, dass ein solcher Geldfluss bereits erfolgt sei. In dieser Situation ist die
Entscheidung des Bezirksgerichts jedenfalls im Ergebnis richtig: weder sind Wei-
terungen im Verfahren, noch ist eine Sistierung angezeigt. Es ist müssig, heute
mit der Beklagten darüber zu spekulieren, ob "der C._ AG entsprechende
Sorgfaltspflichtverletzungen vorzuwerfen sind wie die im erwähnten bundesge-
richtlich entschiedenen Fall" (act. 59 S. 10 unten). Die denkbare Auseinanderset-
zung der Beklagten mit der C._ wird erst aktuell, wenn die Beklagte selber
etwas bezahlt hat, und sie braucht die Klägerin nicht zu interessieren.
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5. Die unterliegende Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Für das
Verfahren der Berufung, in dessen Verlauf die Klägerin nicht begrüsst wurde, ist
keine Parteientschädigung geschuldet.