# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac452b7e-65fb-4b61-ae23-874a47dc4def
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, war von April 2006 bis April 2013 beim
Y._
als Sekretärin tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 1
7.
April 2013 war (
Urk.
9/16)
.
Unter Hin
weis auf
einen Nervenzusammenbruch, eine Erschöpfungsdepression sowie posttraumatische Störungen meldete sich
die Versicherte
am
5.
Oktober
2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/3). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Pensionskasse
(
Urk.
9/11)
sowie des Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
9/29
) und
liess die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychia
trisch untersuchen (
Urk.
9/32).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/34
;
Urk.
9/44
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
März 2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
9/45
=
Urk.
2)
2.
Die Versicherte erhob am
4.
Mai 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
8.
März 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
rückwirkend ab April 2014 eine ganze Rente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Weiter stellte sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2), welches sie am 2
2.
Mai 2015 zurückzog (
Urk.
7).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2015
(
Urk.
8
) die
teilweise Gutheissung und
Rückweisung
der Beschwerde
zur weiteren Abklä
rung des Sachverhalts
.
Mit Replik vom
6.
Juli 2015 (
Urk.
12) hielt die Beschwerdeführerin an ihren beschwerdeweise gestellten Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 2
1.
August 2015 (
Urk.
14) auf das Einreichen einer Duplik, was d
er Beschwerdeführerin am
7.
September 2015
zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
15
).
Mit Schreiben vom 1
1.
September 2015 (
Urk.
16/1) reichte die Beschwerde
führe
rin weitere Arztberichte nach.
Mit
Verfügung
vom
8.
Oktober 201
5
wurde
daraufhin
die Einholung eines psychiatrischen
Gerichtsgutachten
s
in Aussicht gestellt (
Urk.
1
8
), worauf
d
as Gericht mit
Verfügung
vom
1
9.
November
201
5
(
Urk.
22
) ein
Gerichtsgutachten
veranlasste
, das am
2
2.
März
201
6
erstattet wurde (
Urk.
27
).
Die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin vom
2
6.
Mai 2016
(
Urk.
34
) und der Beschwerdegegnerin vom
1
5.
April 2016
(
Urk.
32
) zum
Gerichtsg
utachten wurden mit Verfügung vom
5.
Juli 2016
(Urk.) der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf
die
medizinischen Abklärungen
im Wesentlichen
davon aus, dass
bei der
Beschwer
deführerin
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
2 S. 2).
In der Stellungnahme vom
1
5.
April 2016 (
Urk.
32)
zum Gerichtsgutachten führte die Beschwerdegegnerin
sodann
aus,
die Gutachterin lege sich nur sehr zurückhaltend auf ein zumutbares Pensum fest. Die Differenzierung zwischen einer angepassten kaufmännischen und jeder anderen angepassten Tätigkeit könne nicht sachlich begründet sein und schüre Zweifel an der Verlässlichkeit ihrer Einschätzung bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (S. 2 oben).
Auch berichte die Gutachterin, dass die Voraussetzungen, welche die Beschwerdeführerin benötige, um erfolgreich und längerfristig am selben Ort arbeitstätig zu sein, auf dem freien Arbeitsmarkt kaum zu finden seien. Auch die Einschätzung, dass ein höheres Pensum in absehbarer Zeit nicht realistisch sei, begründe die Gutachterin damit, dass die Voraussetzungen an den Arbeits
platz nach wie vor nicht den Gegebenheiten auf dem freien Arbeitsplatz ent
sprächen. Auch bei der angepassten Tätigkeit erklär
e
sie, dass das Profil einer geschützten Tätigkeit entspreche und sie nicht sicher sei, ob die Beschwerde
führerin in der Lage gewesen wäre, gut drei Stunden ihrer
Tätigkeit
nachzuge
hen. Damit
übernehme
die Gutachterin bei der Einschätzung der Leistungsfä
higkeit die Aufgabe des Rechtanwenders. Unklar
sei
, was sie mit
„
ihrer
“
Tätig
keit
meine
, wenn sie gleichzeitig von einer hypothetisch zumutbaren Tätigkeit
spreche
. Auch unter diesen Aspekten
könn
t
en
die Ausführungen zur Arbeitsfä
higkeit nicht vollumfänglich nachvollzogen werden und
seien
mit entsprechen
der Zurückhaltung zu würdigen
(S. 2 Mitte)
.
Die Tagesaktivitäten der Beschwer
deführerin würden auf gute Ressourcen schliessen lassen. Im Übrigen gehe die Beschwerdeführerin nur alle zwei Wochen zur psychiatrischen Gesprächsthera
pie, was gegen eine schwere gesundheitliche Einschränkung und einen hohen
Leidensdruck sprechen würde.
In einer Gesamtbetrachtung im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung sei es nicht plausibel, dass für den relevanten Zeitraum eine optimal angepasste Arbeitstätigkeit nur in einem Pensum von 1 bis 2 Stun
den möglich gewesen sein soll (S. 3 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwe
rde (
Urk.
1) im Wesentlichen auf den Standpunkt,
obschon
ihr
aus medizinisch-psychiatri
scher Sicht einheitlich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkei
ten attestiert werde, verneine die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines inva
lidisierenden Leidens (S. 4 f.).
Das Vorliegen eines psychischen Störungsbildes sei auch nicht neu. Sie sei seit vielen Jahren in psychotherapeutischer Behand
lung und hätte bereits früh Probleme in der Persönlichkeits- und
Identitätsent
wicklung
gehabt
(S. 7 Mitte)
.
Weiter sei
festzuhalten, dass sich die psychiatri
sche Diagnose nicht alleine in einer mittelgradigen rezidivierenden depressiven Episode erschöpf
e
. Vielmehr
würden
zusätzlich eine generalisierte Angststörung sowie deutliche Hinweise
auf
eine Persönlichkeitsstörung auf dem Boden einer Bindungsstörung vor
liegen
. Diese beiden weiteren Diagnosen sowie die
persön
lichkeitsstrukturelle
Pathologie im Sinne einer emotional instabilen und
selbst
unsicher
-
abhängigen
Akzentuierung wie auch die als Verdachtsdiagnose beste
hende konversionsneurotische Störung
würden
einer
Ü
berwindbarkeit der Depression entgegen
stehen
, in dem sie zu viele Ressourcen absorbieren und sich auch unabhängig von der Depression einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit auswirken
(S. 7 oben)
.
Angesichts der bereits zwei Jahre andauernden Arbeits
unfähigkeit, der durchgehenden intensiven therapeutischen und pharmakologi
schen Behandlung sowie des komplexen über eine einfache Depression hinaus
reichenden psychischen Störungsbildes
sei der Gesundheitsschaden auch aus versicherungsrechtlicher Sicht als invalidisierend anzuerkennen (S. 8 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden ver
neint hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seiner psychiatrischen Beurteilung vom
2.
Juli 2014 (
Urk.
9/30) als Diagno
sen eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), aktuell mittelgradig ausgeprägt, sowie den Verdacht auf eine konversionsneurotische Störung (dissoziative Störung ICD-10 F44.7). Die Beschwerdeführerin zeige überdies ausgeprägte persönlichkeitsstrukturelle Pathologien im Sinne einer emotional instabilen und selbstunsicher-abhängigen Akzentuierung (ICD-10 Z73.1),
diffe
rentialdiagnostisch
im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung (ICD
10 F60) auf dem Boden einer Bindungsstörung (S. 4 Mitte). Im vorliegenden Zustandsbild sei die Beschwerdeführerin aufgrund des erhobenen psychopathologischen Untersuchungsbefundes weiterhin instabil und akut behandlungsbedürftig und nicht arbeitsfähig für einen Arbeitsprozess unter Bedingungen der freien Wirt
schaft entsprechend dem angestammten Tätigkeitsprofil oder denkbaren
Ver
weistätigkeiten
zu qualifizieren (S. 4 unten).
Die Prognose sei im vorliegenden Fall unsicher und es müsse mit einer zumindest bleibenden Teileinschränkung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der zugrunde liegenden Störungsbilder gerech
net werden (S. 5 oben).
3.2
M
ed.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD
, nannte im psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 1
1.
November 2014 (
Urk.
9/32) als
psychiatrische
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD
10 F33.1). Als
psychiatrische
Diagnosen ohne Auswirkung nannte er einen Schwindel als konversionsneur
otisches Symptom (ICD-10 F44.9) sowie
eine selbstunsichere Persönlichkeitsakzentuierung
(ICD-10 F73.1; richtig Z73.1).
Dazu führte er aus, aktuell zeige sich eine deutliche depressive Symptomatik, die auch in den Vorberichten dargestellt werde (S. 6 Mitte).
Sowohl in der Tätigkeit als kaufmännische Angestellte als auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 6 unten).
3.3
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1)
führte
im Verlaufsgutachten vom 1
2.
Februar 2015 (
Urk.
9/43)
aus, aufgrund der aktuellen Abklärung würden sich die Hin
weise auf die differentialdiagnostisch zu diskutierende Beurteilung einer
Per
sönlichkeitsstörung
auf dem Boden einer Bindungsstörung verdichten.
Syndro
mal
zeige die Beschwerdeführerin in der Ausgestaltung der Psychopathologie eine Verschlechterung und zunehmende Instabilität gegenüber dem
Zustands
bild
im Vorgutachten (S. 4 Mitte).
Im Rahmen der zugenommenen Psychopa
thologie zeige die Beschwerdeführerin auch aktuell eine ausgeprägte emotionale Instabilität, Ängstlichkeit und völlig fehlende Belastbarkeit bei vielmehr weiter gegebener akuter Behandlungsbedürftigkeit. Im vorliegenden Zustandsbild sei die Beschwerdeführerin weiterhin aus fachärztlich psychiatrischer Sicht aus psychischen Krankheitsgründen als nicht arbeitsfähig für eine dauerhaft stabil umsetzbare Arbeitsleistung unter Anstellungsbedingungen der freien Wirtschaft entsprechend dem angestammten Tätigkeitsprofil oder denkbaren
Verweistätig
keiten
zu qualifizieren (S. 4 unten).
4.
4.1
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, nannte im
vom Gericht in Auftrag gegebenen
Gutachten vom 2
2.
März 2016 (
Urk.
27) als Diagnosen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61), eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), differential
diagnostisch eine dissoziative Störung sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige dep
ressive Episode (ICD-10 F33.1).
4.2
Zur Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung hielt die Gutachterin fest, b
ei
der Beschwerdeführerin seien
aktuell
eine
gedrückte Stimmung
beziehungsweise
ein Gefühl der Gefühllosigkeit, Interesseverlust, Freudlosigkeit und Antriebsminderung, und fraglich eine erhöhte Ermüdbarkeit
vorhanden
. Damit
seien
sicher zwei der Grundsymptome erfüllt. Zudem
fänden
sich von den weiteren häufigen Symptomen aktuell keine Minderung von Konzentration und Aufmerksamkeit mehr, jedoch ein ausgeprägt vermindertes Selbstwertge
fühl und Selbstvertrauen, keine Schuldgefühle, allenfalls Gefühle von Wertlo
sigkeit, zumindest nicht prominent negative Zukunftsperspektiven, auch keine Suizidgedanken oder -handlungen, wohl aber ausgeprägte Schlafstörungen, wenngleich kein verminderter Appetit mehr. Damit
seien
zudem zwei bis allen
falls drei zusätzliche Symptome vorhanden. Die Kriterien einer mittelschweren Episode
würden
knapp erfüllt. Nachdem
die Beschwerdeführerin
sowohl in ihrer Selbsteinschätzung mit Hilfe des BDI als auch bei
der
Fremdeinschätzung mit Hilfe der HAMD das Ergebnis in den Bereich einer mittelschweren depressiven Symptomatik
gereicht habe
,
sei
von einer in Rückbildung begriffenen, noch in etwa mittelschweren depressiven Episode aus
zugehen (S. 36 Mitte).
4.3
Die ausgeprägte Angstsymptomatik, sowohl im Hinblick auf generalisierte Ängste als auch zusätzlich Panikattacken
,
sch
i
enen etwa ab dem Frühjahr 2013 aufgetreten zu sein. Die aktuell von
der Beschwerdeführerin
noch beschriebenen Ängste
seien
nicht mehr so prominent: Die Nervosität
werde
aus dem Alltag noch berichtet,
sei
aber in der Untersuchung nicht sehr ausgeprägt
gewesen
, Befürchtungen über zukünftiges Unglück
würden
nicht vorgetragen. Auch die motorische Spannung
sei
nicht mehr so ausgeprägt. Zeichen vegetativer Erreg
barkeit
scheinen
noch aufzutreten, insbesondere
Schwitzen, gelegentliche Tachykardien, vor allem Schwindel und Mundtrockenheit. Die Körper-Symp
tome
seien
aber insgesamt deutlich prominenter als die klar einer Angststörung zuzuordnenden Beschwerden. Gesamthaft
seien
somit die Kriterien für eine generalisierte Angststörung derzeit nicht mehr erfüllt
(S. 36 unten f.)
.
4.4
Besonders prominent
sei bei der Beschwerdeführerin
der Schwindel, der sich in den Jahren an ihrer letzten Arbeitsstelle entwickelt
habe
und unmittelbar nach der Kündigung über längere Zeit Leitsymptom gewesen zu sein
scheine
. Auch
die verschiedentlich, so besonders ausgeprägt im Austrittsbericht aus der Klinik
C._
beschriebenen
Derealisationen
und Depersonalisationen
liessen
sich differenzialdiagnostisch gut einer dissoziativen Störung zuordnen. Sie könnten aber auch in den Kontext der Persönlichkeitsstörung gehören und der Schwin
del in den Kontext einer Somatisierungsstörung, weshalb die Diagnose der dissoziativen Störung lediglich als Differenzialdiagnose
aufzuführen sei (S.
37 Mitte).
Bei
der Beschwerdeführerin
sei
die deutliche Unausgeglichenheit der Affektivi
tät, des Antriebs, der Wahrnehmung und des Denkens und in den Beziehungen zu anderen bereits in den Akten beschrieben
worden
und
habe
anlässlich der Untersuchung bestätigt werden
können
.
Das Verhaltensmuster zieh
e
sich zumindest seit 1985 durch die Biographie
, ansatzweise auch bereits vorher.
Das Verhaltensmuster
sei
tiefgreifend und
zeige
sich in verschiedenen persönlichen und sozialen Situationen, also nicht nur in der Berufsbiographie, sondern auch in den familiären und intimen Beziehungen. Offensichtlich
hätten
die Beein
trächtigungen bereits in der A
doleszenz begonnen, sich im jun
gen Erwachse
nenalter deutlicher gezeigt und ab 1985, also dem Alter von 38 Jahren
seien
sie nicht mehr übersehbar
gewesen
. Zu deutlich subjektivem Leiden
hätten
die Beeinträchtigungen
bereits in der Adoleszenz, spä
testens ab dem mittleren Erwachsenenleben geführt. Die deutliche Einschränkung im beruflichen und sozialen Bereich
habe
die Beschwerdeführer
in
, obwohl sie sie selbst
wahrge
nommen habe
,
zunächst noch kaschieren
können
, so lange es ihr
gelungen sei
,
ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als dies auch gefährdet
gewesen sei
,
sei
die Beeinträchtigung auch für andere unübersehbar
geworden (S. 38)
.
Z
ur Klärung der Frage, ob eine
Persönlichkeitsstörung vorliege
,
habe sie mit der Beschwer
deführerin
das strukturierte klinische Interview SKID II durchgeführt
, welches eine
Persönlichkeitsstörung mit vorwiegend selbstunsicheren und emotional-instabilen Zügen
bestätigt habe
. Zudem
habe
es gewisse Hinweise auch auf
negativistische
,
schizotypische
und narzisstische Aspekte
gegeben
, die Kriterien einer zusätzlichen spezifischen Persönlichkeits-Störung
seien
aber nicht erfüllt
gewesen
. Damit
könne
die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung eindeutig bestätigt werden
(S. 39 oben)
.
4.5
Zur Leistungsfähigkeit führte die Gutachterin aus, die bisherigen Gutachten hätten sich bei der Befunderhebung auf die klassische Psychopathologie mit Hilfe des AMDP-Systems beschränkt. Das AMDP-System befasse aber lediglich die sogenannte „grosse Psychiatrie“, also Symptome von organisch psychischen Erkrankungen, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis und depres
sive Störungen. Nicht ausreichend erfasst werden mit Hilfe des AMDP Symp
tome dissoziativer Störungen, von Persönlichkeitsstörungen und somatoformen
Störungen. Dies sei auch der Grund, warum die ausschliessliche Erhebung des psychopathologischen Befundes mit Hilfe des AMDP-Systems die Einschrän
kungen bei der Beschwerdeführerin nicht ausreichend habe belegen können, wohingegen die klinische Einschätzung der Vorgutachter die Schwere der Beeinträchtigung erfasst habe
(S. 41 oben).
Mit Verweis auf die Mini-ICF-APP (S. 42 unten ff.) kam die Gutachterin zum Schluss, das wesentliche Problem der Beschwerdeführerin bestehe nicht in kognitiven Einschränkungen. Ihre Ein
schränkungen würden in den Fähigkeitsstörungen bestehen, die es ihr erlauben würden
,
von ihren kognitiven Fähigkeiten Gebrauch zu machen. Sie sei in sehr vielen für ihre berufliche Tätigkeit relevanten Fähigkeiten mittelschwer bis schwer eingeschränkt;
mittelschwer in der Anpassung an Regeln und Routinen, der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellfähigkeit und der Durchhaltefähigkeit; schwer in der Entscheidungs- und Urteils
fähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktpflege zu Dritten und
Gruppenfä
higkeit
. Die Fähigkeiten
würden
auch das private Leben erheblich
beeinträchti
gen
. Zudem
sei
sie dort in der Pflege familiärer und intimer Beziehungen deutlich eingeschränkt. Das
bedeute
auch, dass eine wichtige Ressource für die Sta
bilität im Berufsleben
fehle (S. 45 unten)
.
4.6
Zusammenfassend hielt die Gutachterin fest,
das Ausmass der Einschränkung, die im Kern auf die Persönlichkeitsstörung zurückzuführen sei, trete erst mit der detaillierten Auseinandersetzung mit der privaten und der Berufsbiographie der Beschwerdeführerin zutage (S. 46
Ziff.
2). Wahrschein
lich
sei die Beschwerde
führerin schon vor April 2013 in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewe
sen, wobei das nähere Ausmass kaum rekonstruierbar sei. Bis April 2013 sei die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen sich irgendwie noch ihrer Arbeit zu stellen.
Mit der Kündigung habe sie der Dekompensation am Arbeitsplatz zuvorkommen wollen. Nach den vorliegenden Informationen habe dies nicht ausschliesslich mit den Fähigkeitsstörungen der Beschwerdeführerin zu tun. Anteil haben dürfte die schwierige Konstellation mit dem Vorgesetzten und der Arbeitsumgebung. Aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung sei die Beschwerde
führerin nicht in der Lage gewesen
,
sich den Gegebenheiten besser anzupassen. Theoretisch sei es möglich gewesen, dass sie an einem anderen Arbeitsplatz ein Pensum von gut drei Stunden pro Tag (40
%
) noch hätte ausüben können. Die Arbeitsbiographie der Beschwerdeführerin spreche allerdings dafür, dass die Voraussetzungen, die sie benötige um längerfristig an ein und demselben Ort tätig sein zu können, auf dem freien Arbe
itsmarkt kaum zu finden seien. Das Pensum von 40
%
habe sie laut eigenen Angaben aus Not angenommen. Andererseits schildere sie, dass sie bereits Jahre vorher nur knapp die Stunden Arbeit durchgestanden habe und zuhause zu nichts mehr in der Lage gewesen
sei. Am Arbeitsplatz zuvor, an dem die Beschwerdeführerin ein 80
%
-Pensum inne gehabt habe, scheine es zu vielen zum Teil auch längeren Fehlzeiten gekommen zu sein. Dies spreche - zusammen mit den Befunden aus den vor
liegenden Gutachten zwischen April 2013 und März 2015 - dafür, dass die Beschwerdeführerin nur unter besonderen Bedingungen und in einem niedrige
ren Pensum in der Lage gewesen sei
,
ihrer Tätigkeit noch nachzugehen, schätzungsweise zirka in der Grössenordnung von ein bis zwei Stunden pro Tag (S. 46
f.
Ziff.
3 f.).
Voraussetzungen um die ihr verbleibenden Fähigkeiten ein
zusetzen wären: eine wohlwollende Umgebung, sowohl von Vorgesetztenseite als auch von der der Mitarbeitenden; ein Einzelbüro, flexible Arbeitszeiten, freie Einteilung der Arbeit, kein Zeitdruck, selbständige Entscheidung über die Umsetzung der Aufgaben, keine zu engen strukturellen Vorgaben, kein
Arbeits
druck
, Tätigkei
ten, die keine zu hohen Anforde
rungen an PC-Kenntnisse stellen. Kurz gefasst entsprechen die Voraussetzungen eher einer kreativen Tätigkeit unter quasi geschützten Bedingungen. Laut vorliegenden Berichten
sei
es nicht sicher, dass
die Beschwerdeführerin
unter diesen Umständen in der Lage gewe
sen wäre, gut 3
Stunden pro Tag ihrer Tätigkeit nachzugehen. Vermutlich hätte das zeitliche Pensum auch dann darunter gelegen, ca. bei 1-2 Stunden pro Tag
(S. 46
Ziff.
4)
.
Abschliessend hielt die Gutachterin fest, dass die ärztlichen Beurteilungen zur Leistungsfähigkeit kaum divergieren würden
(S. 48
Ziff.
7).
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass d
as
psychiatrische
Gerichts
g
utachten
(vorstehend E. 4)
auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen
beruht und
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise
berücksichtigt
. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Die von der Gutachterin vor
genommene
ausführliche
Herleitung der Diagnosen erweist sich vorliegend a
ls ausgesprochen fallbezogen aufschlussreich
und lässt die Schlussfolgerungen als besonders nachvollziehbar erscheinen. Weiter
zeigte die Gutachter
in in differen
zierter Weise auf,
dass das
Ausmass
der Einschränkungen im Kern auf die
Per
sönlichkeitsstörung
zurückzuführen sei und erst mit der detaillierten Auseinan
dersetzung mit der privaten und der Berufsb
iographie zutage treten
würden
.
Das
Gerichtsgutachten
leuchtet
folglich
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
Zu überzeugen
vermögen insbesondere die
eingehenden
Ausführungen
zu den bestehenden Einschränkungen sowie zu den Voraussetzungen an eine Arbeitsstelle.
Die Beurteilung
im Gerichtsgutachten
ist nach dem Gesagten für die Beantwor
tung der gestell
ten Fragen umfassend, womit es
die
praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfänglich erfüllt und für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Die
(Gerichts-)
Gutachterin kam in ihrer
Gesamt
beurteilung
zum Schluss, zusammen mit den Befunden aus den vorbestehenden Gutachten zwischen April 2013
(vorstehend E. 3.1)
und März 2015
(vorstehend E. 3.3)
sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nur unter besonde
ren Bedingungen und in einem niedrigen Pensum in der Lage gewesen sei
,
ihrer angestammten Tätigkeit nachzugehen, schätzungsweise in der
Grössenordnung
von ein bis zwei Stunden pro Tag. Selbst unter Berücksichtigung eines sehr ein
geschränkten Zumutbarkeitsprofils einer leidensangepassten Tätigkeit sei von einem Pensum von ein bis zwei Stunden auszugehen.
5.2
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der me
d
izinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel
len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfas
sen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die
Gerichtsexper
tise
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol
tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss
folgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner ge
rechtfer
tigt sein, wenn gegensätzliche Mei
nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als trif
tig genug erschei
nen, die Schlüssigkeit des
Gerichtsgutach
tens
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer
Ober
expertise
für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol
che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schluss
folgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
Entgegen der Ansicht und den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (vgl. vor
stehend E. 2.1) liegen vorliegend keine solche zwingenden Gründe vor, welche das Gerichtsgutachten in Zweifel zu ziehen vermögen
. Insbesondere liegen in medizinischer
Hinsicht
keine gegensätzlichen Meinungsäusserungen vor, die
ein Abweichen rechtfertigen würden.
So geht a
us dem Gerichtsgutachten
sogar
explizit hervor, dass die ärztlichen Beurteilungen zur Leistungsfähigkeit kaum divergieren würden
.
Zwar ist der Beschwerdegegnerin
darin
beizupflichten, dass sich die
(Gerichts
)
Gut
achterin in den Schlussfolgerungen nur sehr zurückhaltend auf ein zumut
bares Pensum festlegt
. Dies ist
jedoch vor dem Hintergrund des komplexen psy
chischen Beschwerdebildes durchaus nachvollziehbar
und
spricht
für sich allein betrachtet
nicht gegen
dessen
Zuverlässigkeit. Inwiefern die
(Gerichts-)
Gutach
terin bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit
die Aufgabe des
Rechtsan
wenders
übernommen haben soll
,
ist
nicht ersichtlich
.
Zwar äussert sich die
(Gerichts-)Gutachterin
mehrfach dahingehend, dass die benötigten Voraus
setzungen auf dem freien Arbeitsmarkt kaum zu finden seien. Dies ist jedoch nicht als Aussage im Zusammenhang mit der Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu werten, wie dies die Beschwerdegegnerin wohl sinngemäss vorbringen
möchte
.
Gehört es doch gerade zu den Aufgaben eines Arztes
,
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (vorstehend E. 1.
3
).
Die von der
(Gerichts-)Gutachterin
ausführlich dargelegten „
Voraussetzungen um die ihr verbleiben
den Fähigkeiten einzusetzen
“ sind daher im Sinne eines Zumutbarkeitsprofils zu werten und zur Beurteilung der
Leistungsfähigkeit unabdingbar.
Nach dem Gesagten ist daher festzuhalten, dass
die
der Beschwerdeführerin
zumutbaren Tätigkeiten
sowie die damit einhergehenden Einschränkungen
im Gerichtsgutachten
hinreichend konkret beschrieben worden sind.
5
.
3
Soweit die Beschwerdegegnerin die Ansicht vertritt, dass die psychische Proble
matik durch psychosoziale Faktoren ausgelöst worden sei
(vgl.
Urk.
2 S. 2 oben,
Urk.
32 S. 2 unten)
, ist zu bemerken, dass sobald eine Diagnose lege
artis
gestellt wird und der Psychiater oder die Psychiaterin respektive der Gutachter nicht bloss Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, sondern verselbstständigte psychische Störungen diagnostiziert, vielmehr ein invalidenversicherungsrechtlich potenziell relevanter psychischer
Gesundheits
schaden
vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_478/2007 vom 1
9.
Juni 2008, E. 3.3.2). Mit anderen Worten ist eine wie im vorliegenden
Gerichtsgu
t
achten
nachvollziehbar festgestellte psychische Erkrankung, welche eine andau
ernde und erhebliche Erwerbsunfähigkeit bewirkt, relevant und nicht deshalb invaliditätsfremd, weil sie auch auf psychosoziale Faktoren zurückgeführt wer
den kann.
Im gleichen Sinn hielt das Bundesgericht in einem anderen Urteil fest, sofern ein Gutachter lege
artis
begutachtet und unter Berücksichtigung der normativen Vorgaben gemäss der Rechtsprechung auf eine erhebliche Arbeits
unfähigkeit schliesst, dem aus rechtlicher Sicht zu folgen ist, sofern die
rechts
anwendende
Stelle nicht konkrete, fallgebundene Gesichtspunkte zu nennen vermag, die im Rahmen der Folgenabschätzung eine im Vergleich zum Gutach
ter abweichende Ermessensausübung gebieten (Urteil des Bundesgerichts 9C_855/2014 vom 2
4.
Oktober 2014 E. 2.4.2).
S
olches
ist
vorliegend jedoch zu verneinen.
Soweit die Beschwerdegegnerin versucht
,
über noch
teilweise
vorhandene Ressour
cen eine schwere gesundheitliche Einschränkung in Frage zu stellen
(vgl.
Urk.
32 S.
2 unten f.)
, ist ihr entgegenzuhalten, dass
die noch teilweise vorhandenen Ressourcen
(dazu
Urk.
27 S. 14 unten)
angesichts der
vorhande
nen Diagnosen und Befunde sowie des Umfangs und Art der
Einschränkungen
bei weitem nicht genügend ausgeprägt sind,
um von der lege
artis
festgestellten Arbeitsunfähigkeit
im
Gerichtsg
utachten abzuweichen.
Mit anderen Worten
erweisen sich
die noch vorhandenen und von der Beschwerdegegnerin teilweise ge
nannten Ressourcen in der im
Gerichtsg
utachten festgestellten
Arbeits
(
un
)
fä
hig
keit
als
gebührend berücksichtigt.
Im gleichen Sinne erweisen sich die Vor
bringen zur Therapiefrequenz
und zum Leidensdruck
hinsichtlich
gegenteili
ger Ausführungen
im Gerichtsgutachten
(vgl.
Urk.
27 S. 48 unten f.)
als wenig substantiiert
und
praktisch o
hne Bezug zum vorliegenden Fall,
womit auch diesbezüglich kein Abweichen angezeigt ist.
5.4
Zusammenfassend vermag d
ie Beschwerdegegnerin keine substantiellen Gesichts
punkte vorzubringen, welche ein Abweichen von der im
Gerichtsg
ut
achten
festgestellten Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würde.
Von Seiten der Beschwerdeführerin erfolgten im Übrigen keine Einwendungen zum
Gerichts
gutachten
(
Urk.
34).
6.
6.1
Schliesslich
ist zu beurteilen, ob für
die
Beschwerdeführer
in
auf dem allgemei
nen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen
sie
die ih
r
verbleibende Restarbeitsfähigkeit
zumutbarerweise
noch ganz oder teilweise verwerten kann.
6.2
Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von
Art.
28
Abs.
2 IVG beziehungsweise
Art.
16 ATSG dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer ent
sprechenden Stelle deshalb zum vornherein als ausgeschlossen erscheint (ZAK 1991 S. 320 E. 3b, ZAK 1989 S. 321 E. 4a). Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger
Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwer
ten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (Urteil des Bundesgerichts I 617/02 vom 1
0.
März 2003 E. 3.1 mit Hin
weisen).
6.3
Angesi
chts de
r Schwere und der Komplexität
des vorliegenden
psychischen Beschwerdebildes und der damit einhergehenden
festgestellten
mittelschwer
en
bis schwer
en Einschränkungen
in sehr vielen für eine berufliche Tätigkeit rele
vanten Fähigkeiten sowie der
grossen Einschränkungen an zumutbaren Tätig
keiten
(vgl. vorstehend E. 4)
, ist
davon auszugehen, dass entsprechende Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kaum vorhanden und daher bloss theore
tischer Natur sind.
Es ist demnach davon auszugehen, dass die Verwertbarkeit
der verbleibenden Arbeitsfähigkeit auch unter Berücksichtigung eines ausgegli
chenen Arbeitsmarktes nicht gegeben ist, so dass von einer vollen Erwerbsunfä
higkeit auszugehen ist und die Beschwerdeführerin somit ab
April 2014 (
Art.
29
Abs.
1 IVG; ein Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs)
Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente hat.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
7.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Die obsiegende vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine
Parteientschä
digung
, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
185
.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) für angefallenen Aufwand ermessensweise auf
Fr.
2
‘
90
0
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
7.3
Sodann hat die Beschwerdegegnerin dem Gericht die Gutachtenskosten von Fr. 9‘600.-- (Urk. 29) zu erstatten.