# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7ea19061-4005-40d0-b3e1-aa3820c5272c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war seit Oktober 2010 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter tätig und meldete sich am 5. November 2015 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2/8/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Kranken
tag
geldversicherung bei (Urk. 2/8/2, Urk. 2/8/9, Urk. 2/8/27, Urk. 2/8/37, Urk. 2/8/51
, Urk. 2/8/82, Urk. 2/8/115).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 2/8/148) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 27. Juni 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine befristete ganze Rente vom 1. Juli 2016 bis 30. September 2017 sowie bei einem Invaliditätsgrad von 51 % eine befristete halbe Rente vom 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2018 zu (Urk. 2/8/167-168 = Urk. 2/2).
1.2
Der Versicherte erhob am 26. August 2019 Beschwerde (Urk.
2/
1) gegen die Verfü
gung vom 27. Juni 2019 (Urk.
2/
2) und beantragte, diese sei betreffend Leistungen ab dem 1. Oktober 2017 aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. Oktober 2017 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (S. 2 Ziff. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 30. September
2019 (Urk
.
2/
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk.
2/
9).
Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 (Urk.
2/
10) wurde die BVG-Personal
vor
sor
gestiftung der
Y._ AG
zum Prozess bei
geladen. Innert angesetzter Frist ist keine Stellungnahme eingegangen.
Mit Urteil vom 8. Oktober 2020 hiess das hiesige Gericht die Beschwerde vom 26. August 20
19 im Verfahren IV.2019.00583 teilweise gut (Urk. 2/12), indem die Verfügung der IV-Stelle vom 27. Juni 2019 dahingehend abgeändert wurde, dass der Beschwerdeführer vom 1. Juli 2016 bis 30. September 2017 Anspruch auf eine befristete ganze Rente, vom 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2018 An
spruch auf eine befristete
Dreiviertelsrente
und ab dem 1. Januar 2019 Anspruch auf eine (unbefristete)
Viertelsrente
habe.
2.
Das Bundesgericht hiess die vom Beschwerdeführer am
14
. Dezember
2020
dage
gen erhobene Beschwerde (Urk. 2/
15
) mit Urteil 8C_
761/2020
vom
29
.
April 2021
(Urk. 1) teil
weise gut und
hob Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheids des hiesigen Gerichts vom 8. Oktober 2020 insoweit auf, als sie den Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
ab dem 1. Januar 2019 betrifft. Es
wies die Sache zu neuer Entscheidung
an das hiesige Gericht zurück.
Im Übrigen wies es die Beschwerde ab.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die massgebenden rechtlichen Bestimmungen betreffend Eintritt des Versiche
rungsfalls bei einer Rente (Art. 4 Abs. 2, Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung
,
IVG),
die Begriffe der Invalidität (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG, Art. 4 Abs. 1 IVG), Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), den Umfang des Renten
anspruchs (Art. 28 Abs. 2 IVG), die Be
mess
ung des Invaliditätsgrades (Art. 28a IVG, Art.
16 ATSG)
sowie
den Beweiswert und
die Beweiswürdigung ärztlicher Be
richte und Gutachten
w
urden im Urteil des hiesigen Gerichts vom
8. Oktober 2020
in Sachen der Parteien (Urk.
2/12
)
sowie im Urteil des Bundes
ge
richts 8
C_
761/2020 vom 29. April 2021
(Urk.
1 E.
2
.2
) umfassend wiedergegeben, weshalb vollumfänglich darauf ver
wie
sen werden kann.
2.
2.1
Das Bundesgericht
hiess die Beschwerde
aufgrund von Rügen
betreffend den gel
tend gemachten leidensbedingten Abzug gut und hielt in diesem Zusam
men
hang fest, das hiesige Gericht habe in diesem Punkt seine Prüfungs- und Begrün
dungs
pflicht verletzt. Das Bundesgericht führte diesbezüglich aus
, der Beschwerde
führer
habe
in materieller Hinsicht
bei der Bemessung des Invalideneinkommens
die Nichtgewährung eines Tabellenlohnabzuges
beanstandet
, wobei er einen sol
chen von 20 % verlange. Auf
seine diesbezüglichen Vorbringen
sei das hiesige
Gericht nicht näher eingegangen.
Es habe sich mit dem Vermerk begnügt, Abzugs
gründe seien nicht substantiiert geltend gemacht worden. Dies treffe nicht zu, wie der Beschwerdeführer unter Wiedergabe
seiner vorinstanzlichen Vorbringen
im Einzelnen aufzuzeigen vermöge
(Urk. 1 E. 7.3).
Ob die damit geschilderten Umstände zur Folge hätten, dass der Beschwerdeführer seine gesundheitlich bedingt eingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem
Erfolg verwerten könne, sei nicht erstmals vom Bundesgericht zu beurteilen. Zur Prüfung dieser Frage sei die Sache vielmehr an das hiesige Gericht zurückzu
weisen (E. 7.4).
2.2
Zu prüfen ist damit, ob bei der Bemessung des Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist.
Zu beurteilen ist dabei der Zeitraum ab 1. Januar 2019 mit
letztinstanzlich
bestätigter Arbeitsfähigkeit von 70 % in leichter leidensangepasster Tätigkeit bei ganztägiger Präsenz
(
um 30 % reduzierte Leis
tung wegen vermehrten Pausenbedarfs;
vgl. Urteil des Bundesgerichts, Urk. 1 S. 3
Ziff. 2.1
, S. 6 Ziff. 5.2.2, S. 7 Ziff. 5.3, S. 8 Ziff. 5.4
)
3.
3.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
sch
nitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs
vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
3.2
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine kon
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumut
ba
ren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbe
dingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_725/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.4.1 mit Hinweis).
In Nachachtung der bundesgerichtlichen Ausführungen im Rückweisungsent
sc
heid kann
vorab bezüglich
des ver
langten leidensbedingten Abzugs
auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2
, welches seiner ständigen Rechtsprechung entspricht,
verwiesen werden.
Gemäss
dieser bundes
ge
richtlichen Rechtsprechung wurde i
m Zumutbarkeitsprofil dem Bedarf nach Pausen bereits durch die auf
7
0 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei einer ganz
tägigen Präsenzzeit Rechnung getragen
(vgl. Urk. 1 S. 6 Ziff. 5.2.2)
. Würde dies zusätzlich beim leidensbedingten Abzug berücksichtigt, käme dies einer doppel
ten Anrechnung desselben Gesichtspunkts gleich (vgl. Urteil
des
Bundesgerichts 9C_535/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.6, nicht veröffentlicht in
BGE 143 V 431
, dafür aber in SVR 2018 IV Nr. 20 S. 63; Urteil 8C_570/2018 vom 10. April 2019 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Weiter
bietet der ausgeglichene Arbeitsmarkt
gemäss
dem erwähnten Urteil des
Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2
im Kompetenzniveau 1 ein hin
reichendes Spektrum an körperlich
leichten Tätigkeiten, die vorwiegend im Sitzen auszuführen sind, kein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, keine Zwangs
positionen der Hüftgelenke wie Abhocken
oder Kauern, kein Absolvieren längerer Gehstrecken und kein Überwinden von
Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüste erfordern. Das
vorliegend
vom
RAD definierte Belastungsprofil des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 2/12 E. 3.4)
ist ähnlich und rechtfertigt somit
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung k
einen
leidens
bedingten Abzug.
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
3.3
Ein Leidensabzug ist nach der
ständigen
Rechtsprechung
, wie bereits erwähnt,
auch dann nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder
die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rende
ment vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom 4. April 2012 E. 3.2 und
3.3).
Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeits
fähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leis
tungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundes
ge
richts 8C_827/2009 vom 26. April 2010 E. 4.2.1, 9C_980/2008 vom 4. März
2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom 5. Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom 2. November 2007 E. 5.1).
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte eingeschränkte Einsetzbarkeit in zeitlicher und funktioneller Hinsicht
(vgl. Urk. 1 S. 9 Ziff. 7.4)
ist
– in Nachachtung der
erwähnten
bundes
gerichtlichen Rechtsprechung -
in der um 30 % reduzierten Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt und
kann
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
be
dingten Abzugs einfliessen, da dies sonst zu einer doppelten An
rechnung dersel
ben Beeinträchtigung führen würde.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die beim Beschwerdeführer vorliegenden Einschränkungen nicht in einem Ausmass offen
sichtlich zu Tage treten, dass er in einer Bewerbungssituation gegenüber anderen Mitbewerbern und damit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt offensichtlich beein
trächtigt wäre, wie beispielsweise
bei
einer Ertaubung
, einer schweren
chroni
schen
Lungener
krankung
oder beim Fehlen von Gliedmassen.
Ebenso wenig kann in der Regel etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Über
stunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft
,
nach der
P
raxis
des Bundesgerichts
als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des
Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai
2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
3.4
Nicht abzugsrelevant sind
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
ferner
die
vom Beschwerdeführer geltend gemachten
mangelnde
n
Sprach
- und Schreib
kenn
tnisse oder ungenügende Ausbildung
(vgl. Urk. 1 S. 9 Ziff. 7.4)
, da diesen Aspekten mit der Wahl des Kompetenzniveaus 1 bereits Rechnung getragen wird (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7
und
8C_151/2020 vom 15.
Juli 2020 E.
6.3.4 mit Hinweis
).
Es liegen keine Gründe vor, welche im konkreten Fall ein Abweichen
von besagter bundesgerichtlichen
Rechtsprechung rechtfertigen würde
n
, zumal der Beschwerdeführer gemäss seiner Erwerbsbiographie
(Urk. 2/8/20, Urk. 2/8/102/1
)
in der Vergangenheit trotz der geltend gemachten invaliditätsfremden Einschränkungen
fähig war, verschiedene und auch langjährige berufliche Tätigkeiten wahrzunehmen und damit dadurch
nicht in seinem
beruflichen
Fortkommen beeinträchtigt war
.
Inwiefern die geltend
gemachten mangelnden Sprach- und Schreibkenntnisse oder ungenügende Aus
bildung ihn zum jetzigen Zeitpunkt gegenüber anderen Mitbewerbern in ähn
licher Situation besonders benachteiligen sollten, ist
zudem
nicht ausgewiesen.
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen. Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
Vorliegend ist kein Grund ersichtlich, wonach
im konkret zu beurteilenden Fall
das Alter des Beschwerdeführers
Auswir
kungen auf die Lohnhöhe ha
t
beziehungsweise der Be
schwerdeführer die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann
, zumal er lediglich in allgemeiner Weise ausführte, es sei gerichtsnotorisch bekannt, dass Personen über 50 grösste Schwierigkeiten hätten, eine neue Arbeitsstelle zu finden und teurer seien (Urk. 1 S. 9 Ziff. 7.4, Urk. 2/1 S. 9 unten)
.
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Verfügung im Jahr 2019 55 Jahre alt und
war bis zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung langjährig als Bau
ar
beiter tätig
, er bringt aber auch Erfahrung in weiteren Branchen (Service, Küche, Landwirtschaft) mit
(Urk. 2/8/20
, Urk. 2/
8/
102/1
).
Von seinen langjährigen
aber auch breiten
Erfahrungen kann er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt profi
tieren.
Ausserdem verfügt er über ein sehr gutes Arbeitszeugnis (Urk. 2/8/102/3),
welches
ihn als sehr geschätzten Arbeitnehmer ausweist und
ihm
auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt
zu Gute kommt
.
Dass die Arbeitsvermittlung im Novem
ber 2017 beendet wurde (Urk. 2/8/104/1)
,
kann angesichts der gesamten Um
stände und ohne zusätzliche spezifische und konkrete Hinweise auf Einschrän
kungen und Erschwernisse, welche auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur zu einer unterdurchschnittlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit führen, nicht zu einem leidensbedingten Abzug führen.
Es fehlen zudem Hinweise, wonach
d
er
Beschwerdeführer
in seiner Anpassungs- und
Lern
fähigkeit beeinträchtigt wäre
, zumal keine psychischen oder neuro
psy
chologische
n
Beeinträchtigungen bestehen (vgl. Urk. 2/12 S. 7 ff. Ziff. 3)
, und er
in seiner Arbeitsbiographie bereits erfolgreiche Tätigkeitswechsel vollziehen kon
nte
.
Damit kann auch nicht von damit zusammenhängenden Schwierigkeiten bei der Stellensuche
(vgl. Urk. 1 S. 9 Ziff. 7.4)
ausgegangen werden.
Auch ergeben sich angesichts der erfolgreichen Erwerbsbiographie und fehlender diesbezüg
licher medizinischer Einschränkungen keine Hinweise darauf, dass das Verhand
lungsgeschick des Beschwerdeführers eingeschränkt wäre und er daher bei der Stellensuche auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt im Vergleich mit Mitbewerbern konkret beeinträchtigt wäre.
Zu berücksichtigen ist auch, dass rechtsprechungsgemäss nicht von einer nur noch kurzen
Aktivitätsdauer
auszugehen ist, was
positiv zu werten
ist
. Ein Abzug vom Tabellenlohn wegen des Alters lässt sich folglich nicht begründen.
Ein Ab
weichen von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fällt demnach ausser Be
tracht.
3.5
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers darf auch ein Arbeitsplatz mit zu
sätzlichen Pausen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als vorhanden ange
nommen werden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_740/2014 vom 11. Febru
ar 2015 E. 3.4.3). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umschliesst einerseits ein be
stimmtes Gleich
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen sowie be
zeichnet andererseits einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkre
tisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen. Für die Invaliditäts
bemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeits
markt
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr
ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügba
ren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02
vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. April 2000
). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst schliesslich auch sogenannte Nischen
arbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei welchen Behinderte mit ein
em sozialen Entgegenkommen von
seiten des Arbeitgebers rechnen kön
nen (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 29. August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 22. April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung fällt sodann d
er Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_296/2020 vom 25. November 2020 E. 6.3.2 mit Hinweisen).
Weil ein neuer Arbeitsplatz stets mit einer Eingewöhnungsphase einhergeht, ver
mag auch ein allfälliger Anpassungsaufwand keinen Tabellenlohnabzug zu recht
fertigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_226/2020 vom 13. August 2020 E. 5.2 mit Hinweisen)
, zumal keine Anhaltspunkte vorliegen, welche ein Abweichen von der genannten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ermöglichen würden
.
Dabei ist auch davon auszugehen, dass das Bundesgericht seine Rechtsprechung betreffend einen im Regelfall nicht zu gewährenden leidensbedingten Abzug zufolge fortgeschrittenen Alters in Kenntnis der Tatsache höherer anfallender Ab
züge für die berufliche Vorsorge tätigte. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf höhere Abzüge für die berufliche Vorsorge
(Urk. 1 S. 9 Ziff. 7.4)
spricht somit nicht für eine im konkreten Fall speziell zu berücksichtigende Erschwernis
des Beschwerdeführers
bei der Stellensuche auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, weshalb
auch
unter diesem
Aspekt
kein Abzug gewährt werden kann.
3.
6
Im Lic
hte dieser Grundsätze vermögen
die
vom Beschwerdeführer angeführten Umstände
jedenfalls
keinen Abzug vom
Tabellenlohn zu rechtfertigen. Somit kann von der Invaliditätsbemessung gemäss E. 5 des Urteils vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583 ausgegangen werden.
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 84‘459.-- (E. 5.3 des
Urteils vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583
) dem Invali
deneinkommen von Fr. 33'402.-- bei der ab 28. Juni 2017 verbliebenen 50%igen Arbeitsfähigkeit (E. 5.5 des
Urteils vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583
) gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbsein
busse von Fr. 51’057.-- und somit ein eine
Dreiviertelsrente
be
gründender Inva
liditätsgrad von rund 60 %.
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 84‘459.-- (E. 5.3 des
Urteils vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583
) sodann dem Invalideneinkommen von Fr. 46'762.-- bei der ab 17. September 2018 verbliebe
nen 70%igen Arbeitsfähig
keit (E. 5.5 des
Urteils vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583
) gegen
übergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 37’697.-- und somit ein eine
Viertelsrente
begrün
dender Invaliditätsgrad von rund 45 %.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 27. Juni 2019 dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführer vom 1. Juli
2016 bis 30. September 2017 Anspruch auf eine befristete ganze Rente, vom 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2018 Anspruch auf eine befristete
Dreiviertelsrente
und ab dem 1. Januar 2019 An
spruch auf eine (unbefristete)
Viertelsrente
hat.
4
.
4
.1
Nachdem das Bundesgericht Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheids des hiesigen Gerichts vom 8. Oktober 2020 im Verfahren IV.2019.00583 insoweit auf
ge
hob
en hat
, als es den Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab dem 1. Januar 2019
betrifft und dem Beschwerdeführer nunmehr nach Prüfung der Gewährung eines Tabel
lenlohnabzugs
wiederum eine
Viertelsrente
ab dem 1. Januar 2019 zugesprochen wird, sind d
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG für das vorliegende Verfahren ermessensweise auf Fr. 2
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
4
.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) hat die
obsiegende
Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung
des Umstandes, dass der
Beschwerdeführer
im Verfahren IV.2019.00583 entschädigt wurde und ihm
für das vorliegende Verfahren kein zusätzlicher Aufwand entstanden ist
, wird ihm
keine
weitere
Parteientschädigung zugesprochen.