# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7d15e4a3-8396-469e-96ad-f8dbfcca4331
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalte anders beurteilt. Auch Dr. med. D._ attestiere eine
mittlere Depression und eine schwere hypochondrische Störung. Der
Beschwerdeführer sei der Schadensminderung nachgekommen jedoch
ohne Erfolg. Sein Zustand habe sich seit Dezember 2014 verschlechtert.
Es liege eine mittlere Depression und eine schwere hypochondrische
Störung vor. Es hätte eine Überwindbarkeitsprüfung stattfinden und einen
Leidensabzug von 20 % berücksichtigt werden müssen. Nebst den von
Dr. med. G._ festgestellten Einschränkungen seien weitere
Einschränkungen gestützt auf die Ergebnisse des MRI vom 26. Juni 2015
dazugekommen, deren Auswirkungen noch nicht abgeklärt worden seien.
11. Mit Vernehmlassung vom 9. Oktober 2015 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es bestehe ein im
Wesentlichen unveränderter psychiatrischer Gesundheitszustand,
welcher bereits seit 2010 und dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
med. C._ sowie seit der rechtskräftigen, rentenablehnenden
Verfügung vom 21. März 2011 bestehe. Die Einschätzung von Pract.
med. F._ stelle lediglich eine abweichende Beurteilung des gleichen
Sachverhalts dar. Dies zeige die psychiatrische RAD-Abklärung vom 12.
Juni 2014 klar auf. Dipl. med. H._ vom RAD zeige mit Stellungnahme
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vom 8. Oktober 2015 auf, dass eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes anhand der vom Beschwerdeführer eingereichten
Arztberichte von Dr. med. E._ nicht objektiviert werden könne.
Weder der psychische noch physische Gesundheitszustand habe sich im
Vergleich zur Verfügung vom 21. März 2011 wesentlich verändert. Hier
liege kein Fall einer somatoformen Schmerzstörung oder eines
vergleichbaren psychosomatischen Leidens vor. Vielmehr handle es sich
um "klassische" psychiatrische Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei
dementsprechend auch bisher nicht nach der alten
Überwindbarkeitspraxis geprüft worden. Soweit auf die LSE-Tabellen
abgestützt würde, sei kein Leidensabzug gerechtfertigt, weil die Gutachter
bereits in der Einschätzung der Leistungsfähigkeit (70%ige
Leistungsfähigkeit bei ganztätiger Präsenz) berücksichtigen würden, dass
der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden
einen vermehrten Pausenbedarf habe. Der Faktor Alter wirke sich nicht
für sich alleine lohnsenkend aus.
12. Replicando hielt der Beschwerdeführer am 12. November 2015 an seinen
Anträgen fest und präzisierte, dass die RAD-Ärztin Dipl. med. H._ die
gestützt auf die Bundesgerichtspraxis erforderlichen Fachkenntnisse der
Orthopädie nicht besitze. Vorliegend hätte nur ein Orthopäde beurteilen
können, ob die Ausführungen von Dr. med. E._ schlüssig seien. Der
Stellungnahme der RAD-Ärztin vom 8. Oktober 2015 komme folglich
keine Beweiskraft zu und für die Beurteilung der künftigen Arbeitsfähigkeit
könne nicht darauf abgestellt werden. Somit müsse hier mindestens eine
ergänzende orthopädische Begutachtung stattfinden.
13. Duplicando trug die Beschwerdegegnerin am 24. November 2015
insbesondere vor, dass die RAD-Ärztin Dipl. med. H._ im
Beurteilungszeitpunkt über die fachärztlichen Berichte der Klinik für
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Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspitals Graubünden vom 11. Februar, 19. Juni, 26. Juni und 18.
August 2015 Kenntnis gehabt habe. Es sei somit nicht zu beanstanden,
dass von Seiten des RAD eine Nicht-Orthopädin/-Rheumatologin in
Kenntnis der spezialärztlichen Untersuchungen zur Arbeitsfähigkeit in
einer leidensangepassten, dem Schulterleiden Rechnung tragenden
Tätigkeit abschliessend Stellung genommen habe.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung der IV-Stelle vom 13. August 2015. Das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 69 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) i.V.m.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der erhobenen Beschwerde sachlich
und örtlich zuständig. Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer
von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung.
Demnach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 59 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art.
60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob sich der psychische und/oder physische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten
rechtskräftigen Verfügung vom 21. März 2011 wesentlich verschlechtert
hat bzw. ob der Beschwerdeführer nunmehr Anspruch auf Leistungen der
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Invalidenversicherung hat. Hierzu ist das Gericht auf Berichte von
Fachpersonen angewiesen.
3. a) Zur Beurteilung der psychischen Situation liegen hier im Wesentlichen die
ärztlichen Gutachten des MEDAS-Psychiaters Pract. med. F._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 7. August 2013
(beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 121/31,35 f., 40 ff.), des RAD-
Psychiaters Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 19. Juni 2014 (Bg-act. 136) sowie des
Psychiaters Dr. med. D._ vom 17. Dezember 2014 (Bg-act. 143/7)
vor.
b) Die Beschwerdegegnerin ist in ihrem Entscheid – zumindest was die
psychiatrische Beurteilung anbelangt – von einem formell nach
SuisseMED@P bzw. nach dem Zufallsprinzip vergebenen, extern
eingeholten Gutachten abgewichen, indem sie sich einzig auf die RAD-
Beurteilung stützt. Die RAD-Ärztin Dipl. med. H._ hielt zur MEDAS-
Abklärung vom 27. September 2013 in ihrer abschliessenden
Stellungnahme vom 22. Juli 2014 (Bg-act. 146/9 f.) – auf welche sich die
Beschwerdegegnerin nebst der Stellungnahme von Dipl. med. H._
im Beschwerdeverfahren vom 8. Oktober 2015 beruft – fest, dass
während die Einschätzung des Rheumatologen mit einer Arbeitsfähigkeit
von 70 % bei ganztägiger Präsenz unter Beachtung des Belastungs- und
Ressourcenprofils habe nachvollzogen werden können, der
psychiatrischen Beurteilung mit attestierter 40%iger Arbeitsunfähigkeit
insbesondere auf Grund einer diagnostizierten Hypochondrie nicht ohne
Weiteres habe gefolgt werden können. In der Folge sei deshalb durch Dr.
med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 12.
Juni 2014 eine abschliessende psychiatrische RAD-Abklärung
durchgeführt worden. In seinen Ergebnissen sei zu konstatieren, dass zu
jenem Zeitpunkt, wie auch in demjenigen der MEDAS-Abklärung, aus
- 9 -
psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit resp. keine Funktionsdefizite bestanden hätten. Dies sei
in der RAD-Abklärung ausführlichst und eindeutig nachvollziehbar
diskutiert worden, so dass von der Beurteilung des Psychiaters im
Rahmen der MEDAS-Begutachtung abgewichen werden müsse.
Letztendlich sei in Abweichung von der MEDAS-Begutachtung
festzustellen, dass ausschliesslich die rheumatologische Problematik eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe, während eine psychiatrische
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu verneinen sei. Damit
ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von 70%, zu erbringen ganztags mit um
30% reduzierter Leistung, dies in der zuletzt ausgeübten leichten
wechselnden körperlichen Tätigkeit, aber auch in jeder den gleichen
Anforderungen entsprechenden (adaptierten) Tätigkeit. Die im Weiteren
im Gutachten angeführten Gesundheitsschäden hätten keine zusätzliche
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Medizinische Hinderungsgründe für
Eingliederungsmassnahmen lägen nicht vor, allerdings seien solche nicht
erfolgversprechend, da sich der Beschwerdeführer selbst als nicht
arbeitsfähig sehe.
Aus psychiatrischer Sicht liegt gemäss dem RAD damit im Gegensatz zur
durch die MEDAS festgestellten 40%ige Arbeitsunfähigkeit keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Nachfolgend zu prüfen ist
zunächst, ob die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der psychiatrischen
Aspekte vom versicherungsexternen MEDAS-Gutachten abweichen und
auf das versicherungsinterne RAD-Gutachten abstellen durfte.
c) Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem
Durchführungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt
nach dem Untersuchungsgrundsatz abzuklären, so dass gestützt darauf
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die Verfügung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49
ATSG). Auf dem Gebiet der Invalidenversicherung obliegen diese
Pflichten der IV-Stelle (Art. 54-56 i.V.m. Art. 57 Abs. 1 lit. c-g IVG). Was
den für die Invaliditätsbemessung (Art. 16 ATSG und Art. 28 ff. IVG)
erforderlichen medizinischen Sachverstand angeht, kann die IV-Stelle
sich hierfür auf den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Art. 59 Abs. 2
und 2bis IVG), die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte (Art. 28
Abs. 3 ATSG) oder auf externe medizinische Sachverständige wie die
medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) stützen (Art. 59 Abs. 3 IVG).
Ständiger und damit wichtigster medizinischer Ansprechpartner in der
täglichen Arbeit sind für die IV-Stellen die RAD, welche ihnen nach Art. 59
Abs. 2bis IVG zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsanspruches zur Verfügung stehen (Satz 1); die RAD setzen die
für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Satz 2); sie sind in ihrem
medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Satz 3; vgl. auch
die Ausführungsbestimmungen in den Art. 47-49 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201], insbesondere die Anforderung,
wonach die RAD von den IV-Stellen in personeller Hinsicht getrennt sein
müssen; vgl. zum Ganzen BGE 137 V 210 E.1.2.1 mit Hinweisen).
d) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
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eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten
(vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hinweis).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat
es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen.
Danach haben Gutachten versicherungsexterner Ärzte, insbesondere
solche von der interdisziplinären medizinischen Gutachterstellen
(MEDAS) der Invalidenversicherung, vollen Beweiswert, wenn sie die
vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen
deren Zuverlässigkeit sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b/bb). Auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – etwa des RAD –
kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass
der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet
erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
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Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab
anzulegen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b; 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
Stützt sich eine angefochtene Verfügung indes im Wesentlichen oder
ausschliesslich auf solche Beweisgrundlagen, sind an die
Beweiswürdigung höhere Anforderungen zu stellen. Bestehen in einem
solchen Fall auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, erweist sich das fragliche
Gutachten nicht als voll beweiskräftig und es sind weitere
Beweiserhebungen zu veranlassen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.2.1, 135 V
465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts I 142/04 vom 20. November 2007
E.3.2.1; G._, Das Verwaltungsverfahren in der
Invalidenversicherung, Bern 2010, N. 1730 sowie FLÜCKIGER, in: STEIGER-
SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014,
N. 4.146). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein,
dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert. Der
Richter hat dann zu prüfen, ob das Parteigutachten die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des vom Versicherer förmlich bestellten Gutachters
derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE
125 V 351 E.3b/dd und 3c).
e) Bei einander widersprechenden medizinischen Berichten hat das
kantonale Versicherungsgericht im Rahmen umfassender und
pflichtgemässer Beweiswürdigung die Gründe anzugeben, weshalb es auf
den einen und nicht auf den andern abstellt (Art. 61 lit. c ATSG; BGE 125
V 351 E.3a). Der Verzicht auf weitere Abklärungen oder im
Beschwerdefall auf Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu diesem
Zwecke (antizipierte Beweiswürdigung) verletzt etwa dann Bundesrecht,
wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält
oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie namentlich
Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person (BGE
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132 V 393 E.3.2), auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird
(Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2011 vom 5. Juli 2011 E.1,
9C_578/2015 vom 13. Januar 2016 E.1.3).
f) Im vorliegenden Fall stellte der leitende Arzt der Klinik Valens Dr. med.
C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Rahmen
der von der Beschwerdegegnerin bezüglich des ersten Gesuchs des
Beschwerdeführers zum Leistungsbezug in Auftrag gegebenen Abklärung
am 26. August 2008 insbesondere fest, dass der Beschwerdeführer durch
psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts
klassifizierten Krankheiten beeinträchtigt gewesen sei. Es habe zudem
die Entwicklung einer akzentuiert depressiv-ängstlichen Symptomatik
gedroht. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit aber nicht
eingeschränkt gewesen (vgl. Bg-act. 16/20 ff.). Dr. med. C._
untersuchte den Beschwerdeführer nochmals am 9. Juni 2010, wobei er
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren diagnostizierte. Er ergänzte zudem, dass der Beschwerdeführer
seit geraumer Zeit einen histrionisch-ängstlichen Symptom- und
Krankheitsbewältigungsstil aufgewiesen habe. Die vorberichtete leicht
depressive Symptomatik sei zwischenzeitlich ohne Therapie
abgeklungen. Er präzisierte, dass sowohl in der ausgeübten als auch in
einer angepassten Tätigkeit unverändert keine relevante Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit, welche über das rein somatisch begründbare hinaus
reiche, bestanden habe (vgl. Bg-act. 54/73 f.).
Sodann wurde der Beschwerdeführer im Rahmen der durch die
Beschwerdegegnerin zur Prüfung des erneuten Gesuchs des
Beschwerdeführers veranlassten MEDAS-Abklärung von Pract. med.
F._ psychiatrisch untersucht. Dieser diagnostizierte in seinem
Gutachten vom 7. August 2013 (Bg-act. 121/40 ff.), ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit, akzentuierte histrionische und abhängige
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Persönlichkeitszüge und eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren; mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit dagegen eine rezidivierende depressive Störung und eine
hypochondrische Störung. Er präzisierte jedoch, dass die depressive
Störung nur einen leichten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe.
Relevant für die Arbeitsfähigkeit sei hingegen die klar vorhandene
hypochondrische Störung kombiniert mit einer chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Über die
(somatischen) Schmerzen hinaus habe der Beschwerdeführer Ängste vor
Erkrankungen, die er nicht habe, was wohl getriggert sei durch den Tod
seiner Geschwister aber auch die Epilepsie seines Sohnes. Im Vergleich
zum Gutachten der Klinik Valens vom 31. August 2010 fielen vor allem
die Verschlechterungen im Bereich der Affektivität auf. Stärker geworden
seien die diversen Ängste, die im Bereich des Körperlichen nun als
hypochondrische Störung angesehen werden müssten. Die Kriterien für
die Anerkennung chronischer Schmerzkrankheiten ohne adäquates
somatisches Korrelat als invalidisierendes Leiden seien nur zum Teil
erfüllt. Die Schmerzstörung scheine damit eher ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu sein, obwohl gerade das Schmerzerleben seitens des
Beschwerdeführers haupteinschränkend erlebt werde. Pract. med.
F._ kam dann zum Schluss, dass die Hypochondrie den
Beschwerdeführer deutlich belaste und in seinem Denken und Leben sehr
viel Raum einnehme. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen
habe spätestens im Verlauf des Jahres 2012 begonnen. Möglich sei auch
ein früherer Beginn, der jedoch nicht belegbar sei.
Dr. med. B._ führte im Rahmen der abschliessenden RAD-Abklärung
in seinem Bericht vom 19. Juni 2014 (Bg-act. 136/8) dagegen aus, warum
die vom Pract. med. F._ diagnostizierte Hypochondrie nicht
vorhanden sei. Zunächst hielt er fest, dass der Beschwerdeführer die
Kriterien der klinisch diagnostischen Leitlinien der internationalen
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Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) für die leichte depressive
Episode nicht erfülle. Dies kongruiert mit der Beurteilung von Dr. med.
C._ von 2008 bzw. 2010 (vgl. vorstehenden Abschnitt) aber auch
grundsätzlich mit derjenigen von Pract. med. F._, der – wie oben
gesehen – auch darin übereinstimmt, dass die depressive Symptomatik
nur einen leichten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Zur von Pract
med. F._ berichteten Verschlechterung und zur von ihm
festgestellten hypochondrischen Störung äusserte sich Dr. med. B._
dahin, dass der Beschwerdeführer in der Tat berichtet habe, er habe
Angst, der Morbus Paget könnte zurückkehren, was sein Ende bedeuten
könnte, sowie, er könnte einen Darmkrebs entwickeln. Dr. med. B._
führte dann weiter aus, dass gemäss den ICD-10 eine hypochondrische
Störung dann diagnostiziert werden könne, wenn 1. eine anhaltende
Überzeugung von Vorhandensein wenigstens einer ernsthaften
körperlichen Erkrankung als Ursache für vorhandene Symptome bestehe,
auch wenn wiederholte Untersuchungen keine ausreichende körperliche
Erklärung erbracht hätten, und 2., eine ständige Weigerung bestehe, den
Rat und die Versicherung mehrerer Ärzte zu akzeptieren, dass den
Symptomen keine körperliche Krankheit zugrunde liege. Beim
Beschwerdeführer bestehe einen Morbus Paget, der potentiell zu
ernsthaften Symptomen führen könne. Insofern träfen die
Diagnosekriterien diesbezüglich nicht zu. Bezüglich des Darmkrebses
seien ihm, bei früheren Polypen, regelmässige Darmspiegelungen
empfohlen worden, die er nun aber, wohl aus Angst vor der Entdeckung
einer solchen Erkrankung im Moment verweigere. Auch das passe nicht
zur Diagnose. Passender sei gemäss Dr. med. B._ die Beurteilung
von Dr. med C._, wonach der Beschwerdeführer einen histrionisch-
ängstlichen Symptom- und Krankheitsbewältigungsstil zeige. Wenn er bei
Dr. med. C._ lese, der Beschwerdeführer habe den Referenten mit
einer Flut von Wehklagen überschwemmt; er habe die
Symptomschilderung des Exploranden beenden müssen, da sie sonst
- 16 -
noch längere Zeit weitergegangen wäre; und der Explorand habe
mehrfach versucht, in ausufernde Symptomschilderungen
zurückzukehren, und dies mit der heutigen Situation vergleiche, wo der
Beschwerdeführer eher am Rande und klar zweitrangig von körperlichen
Ängsten berichtet habe, so sehe er diesbezüglich seit 2010 klar eine
Verbesserung und könne die von Pract. med. F._ postulierte
Verschlechterung nicht nachvollziehen. Wenn er seine Darlegung der
Krankheitsentwicklung lese, so erschliesse sich ihm die postulierte
Verschlechterung im Vergleich zum Gutachten von Dr. med. C._
ebenso wenig. Pract. med. F._ schreibe auf Seite 9 seines
Gutachtens, die Arbeitsfähigkeit betrage 60 %, weil die Hypochondrie den
Exploranden deutlich belaste und sie sehr viel Raum einnehme in seinem
Denken und Leben, aber in der Krankheitsentwicklung, dem geschilderten
Tagesablauf, erschliesse sich dieser "viele Raum" in keiner Weise.
Ebenso wenig nähmen hypochondrische Ängste in der aktuellen
Anamnese grossen Raum ein. Auf die offene Bitte, seine Beschwerden zu
schildern, habe der Beschwerdeführer gemeint, es gehe ihm erstens
schlecht, weil er kein Geld habe, zweitens weil er befürchte, die Tochter
nicht adäquat in ihrer Ausbildung unterstützen zu können, drittens weil der
Sohn Probleme mache. Erst als Viertes habe er schliesslich noch den
Morbus Paget genannt und damit seine offene Beschwerdeschilderungen
abgeschlossen. Auch im Verlauf des Gesprächs sei er wiederholt auf
seine drei genannten psychosozialen Schwierigkeiten zurückgekehrt.
Deutlich untergeordnet bringe er seine körperlichen Beschwerden zur
Sprache. Auch zum Schluss habe er selbst noch einmal betont, vielleicht
stünden seine psychischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit seiner
finanziellen Lage. Das unstabile Leben ohne Einkommen sei das, was ihn
am meisten beschäftige. Gemäss Dr. med. B._ nähmen somit die IV-
fremden psychosozialen Schwierigkeiten tatsächlich viel Raum im
Denken ein, nicht die hypochondrischen Ängste. Schliesslich liegen hier
Dr. med. B._ zufolge auch keine somatoformen Schmerzstörungen
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und vergleichbaren psychosomatischen Leiden, die die Arbeitsunfähigkeit
beeinträchtigten, vor. Dr. med. B._ hielt diesbezüglich fest, dass der
Beschwerdeführer sicher ausgeprägte Schmerzen beklage, die nicht
hinreichend somatisch erklärbar seien, und sicherlich die genannten
psychosozialen Probleme, insbesondere der Verlust der Arbeitsstelle,
geeignet seien, als ursächlicher Faktor zu gelten. Allerdings sei in allen
Akten der Hinweis auf die Aggravation nicht zu übersehen. So werde in
der ersten Untersuchung von 2008 auf Selbstlimitierung und auf
lnkonsistenzen hingewiesen. Im Gutachten von 2010 werde von
inkonsistenten Testresultaten, erheblicher Symptomausweitung, ja gar
grotesker Schmerzverstärkung gesprochen und im MEDAS-Gutachten
von 2013 werde auf die "klare Aggravationstendenz" hingewiesen. Im
Rahmen der aktuellen Abklärung habe der Beschwerdeführer angegeben,
er könne nicht länger als 20 Minuten sitzen, danach müsse er sich
hinlegen, was sich im Laufe des Gesprächs als offensichtliche
Falschangabe herausgestellt habe. Der Beschwerdeführer zeige also
weniger Leistung, als er könnte, und er beklage weitergehende
Beschwerden als vorlägen. Ob ein andauernder schwerer und quälender
Schmerz, der durch die organischen Befunde nicht erklärt werden könne,
vorliege, wisse also nur der Beschwerdeführer. Selbst wenn, so zeige er
doch klar in seinem Tagesablauf, dass es ihm gelinge, den Schmerz zu
überwinden und verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Demnach ging
Dr. med. B._ mit den zwei Vorgutachtern darin einig, dass der
Diagnose bezüglich der somatoformen Schmerzstörungen keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zukomme.
g) Zusammenfassend sieht Dr. med. B._ im Vergleich zum Zeitpunkt
der Beurteilung seitens des Dr. med. C._ in 2010 nun klar eine
Verbesserung, da der Beschwerdeführer nur am Rande und zweitrangig
von körperlichen Ängsten berichtet habe, weshalb die von Pract. med.
F._ postulierte Verschlechterung nicht nachvollziehbar sei. Dr. med.
- 18 -
B._ legt sodann in überzeugender Weise dar, dass entgegen der
Auffassung von Pract. med. F._ nicht die hypochondrischen Ängste,
sondern die IV-fremden psychosozialen Schwierigkeiten tatsächlich viel
Raum im Denken des Beschwerdeführers einnähmen (vgl. oben
Erwägung 3f [Bg-act. 136/8 f.]). Die fachärztliche Beurteilung des RAD
erscheint, im Gegensatz zum MEDAS-Gutachten von Pract. med.
F._, vollumfänglich nachvollziehbar. Namentlich führt Pract. med.
F._ nicht aus, welche notwendigen Kriterien erfüllt sein müssten,
noch welche allfälligen Tests bzw. Abklärungen er bezüglich der von ihm
festgestellten, schweren hypochondrischen Störung getätigt hat. Im
Übrigen benennt er auch die vorhandenen Symptome, welche zur von
ihm ferner diagnostizierten, leichten Depression führten, nicht weiter (vgl.
Bg-act. 121/46 f.). Das Gutachten von Dr. med. B._ enthält
demgegenüber nicht nur genügende, stichhaltige Indizien, die das
teilweise unschlüssige Gutachten von Pract. med. F._ zu erschüttern
vermögen, sondern es kann infolge seiner Schlüssigkeit auch als
Grundlage für die Ermittlung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
dienen. Dem Gutachten von Pract. med. F._ ist indessen aufgrund
der diesem widersprechenden, einleuchtenden Schlussfolgerungen von
Dr. med. B._ ein geringer Beweiswert zuzumessen. Insoweit ist
beweismässig nicht von zwei gleichwertigen, sich widersprechenden
Expertisen auszugehen, wobei die Frage der Arbeitsfähigkeit nur durch
Einholung eines Obergutachtens willkürfrei beantwortet werden könnte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_578/2015 vom 13. Januar 2016 E.2.3).
Deshalb kann hier – im Gegensatz zur Behauptung des
Beschwerdeführers – allein auf Dr. med. B._s Beurteilung des
Sachverhalts abgestellt werden. Der vom Beschwerdeführer eingereichte,
wenig fundierte Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. D._
(Bg-act. 143) vermag im Übrigen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der
Beurteilung des RAD zu wecken (vgl. vorne E.3d, S. 12). Aus
psychiatrischer Sicht ist demnach keine Störung mit Auswirkungen auf die
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Arbeitsfähigkeit feststellbar resp. keine Verschlechterung ausgewiesen.
Sodann erübrigen sich auch Ausführungen zur von der
Beschwerdegegnerin behaupteten Verletzung der
Schadensminderungspflicht des Beschwerdeführers.
4. a) Zur Beurteilung des physischen Zustands sind insbesondere das
MEDAS-Teilgutachten von Dr. med. G._, Facharzt für
Rheumatologie FMH, vom 15. Mai 2013 (Bg-act. 121/31), der Arztbericht
von Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Kantonsspital
Graubünden, vom 18. August 2015 (beschwerdeführerische Akten [Bf-
act.] 6) sowie die entsprechende Stellungnahme der RAD-Ärztin Dipl.
med. H._ vom 8. Oktober 2015 einschlägig.
b) Der Beschwerdeführer wendet ein, dass die in physikalischer Medizin und
Rehabilitation spezialisierte RAD-Ärztin Dipl. med. H._ zur
Beurteilung der vom Beschwerdeführer beigelegten Arztberichte von Dr.
med. E._ nicht hinreichend qualifiziert sei. Dem ist zu entgegnen,
dass Dipl. med. H._ als Nicht-Orthopädin, wohl aber als Fachärztin
der Physikalischen Medizin und Rehabilitation, Sozialmedizin (D), und
zertifizierte medizinische Gutachterin (SIM) in Kenntnis sämtlicher
Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen, zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers Stellung nehmen konnte, muss sie doch als
Spezialistin der physikalischen Medizin und Rehabilitation über die dafür
notwendigen Kompetenzen verfügen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E.5.2). Hier bestehen keine konkreten
Hinweise darauf, dass Dipl. med. H._ die notwendigen Kompetenzen
fehlten. Ihren Beurteilungen, insbesondere derjenigen vom 8. Oktober
2015, kommt somit voller Beweiswert zu.
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c) Die Beschwerdegegnerin stützte ihre rentenverneinende Verfügung vom
13. August 2015 auf die RAD-Stellungnahme vom 22. Juli 2014, welche
hinsichtlich des physischen Beschwerdebilds auf die MEDAS-Beurteilung
vom 15. Mai 2013 von Dr. med. G._ abstellte. Dieser stellte eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % fest (vgl. Bg-act. 121/31), also im gleichen
Masse wie in der Verfügung vom 21. März 2011 bzw. in der Beurteilung
der Klinik Valens vom 31. August 2010 (Bg-act. 54). Dr. med. G._
führte nämlich aus, dass dem Beschwerdeführer unverändert, wie im
Gutachten der Klinik Valens vom 31. August 2010 erwähnt, keine
körperlich schweren und ständig mittelschweren Arbeiten hätten
zugemutet werden können, wie auch keine rückenbelastenden
Arbeitspositionen mit ständig vorgeneigtem oder abgedrehtem
Oberkörper, keine ausschliesslich stehenden und gehenden Tätigkeiten,
keine Arbeitspositionen im Knien oder Kauern und keine Arbeitshaltungen
mit dem linken Arm an bzw. über der Schulterhorizontalen. Hinsichtlich
positiven Fähigkeitsprofils hätten dem Beschwerdeführer jegliche
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten mit zeitlich erhöhtem
Sitzanteil unter Beachtung der erwähnten Einschränkungen ganztags
zugemutet werden können mit einer geschätzten Leistungseinbusse von
30 %. Es habe somit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in Tätigkeiten
bestanden, welche die einschränkenden Kautelen berücksichtigten (vgl.
Bg-act. 121/31).
d) Der Beschwerdeführer behauptet, dass sich sein Gesundheitszustand
aus orthopädischer Sicht wesentlich verschlechtert habe, wie die
Schlussfolgerungen von Dr. med. E._ zur MRI vom 26. Juni 2015
darlegten. Inwieweit sich diese Verschlechterung auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke, müsse anhand eines orthopädischen Gutachtens abgeklärt
werden.
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e) Nachdem sich der Beschwerdeführer dreiviertel Jahre nach der letzten
Infiltration (erneut) bei der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des Kantonsspitals Graubünden angemeldet hatte,
um Auskunft über alternative Therapiemethoden einzuholen, einigten sich
die konsultierenden Ärzte und der Beschwerdeführer darauf, einen
erneuten Therapieversuch durchzuführen (vgl. Konsultation vom 11.
Februar 2015 [Bf-act. 4/1]). Aufgrund der vom Beschwerdeführer
beklagten Beschwerden entschieden die konsultierenden Ärzte am 19.
Juni 2015 (Bf-act. 4/2) eine neue MRI-Untersuchung durchzuführen. Nach
der am 26. Juni 2015 erfolgten, erneuten MRI-Untersuchung (Bf-act. 5)
äusserte sich Dr. med. E._ am 18. August 2015 dazu dahingehend,
dass ein unverändertes Beschwerdebild mit diffusen Schmerzangaben
bestehe. Ferner präzisierte er, dass aktuell beschwerdeführend der
zunehmende Knorpelschaden im Sinne einer Omarthrose sei. Die
Rotatorenmanschette sei aber noch gut erhalten. In dieser Situation sei
die Implantation einer anatomischen Schulterprothese noch möglich (vgl.
Bf-act. 6).
Demnach hält Dr. med. E._ – im Gegensatz zu den Ausführungen
des Beschwerdeführers – keine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes fest. Ebenfalls stellt die RAD-Ärztin Dipl. med.
H._ zum letzten MRI-Bericht vom 26. Juni 2015 (Bf-act. 5) fest, dass
hinsichtlich der zunehmenden Arthrose seitens der Bildgebung zwar eine
Verschlechterung eingetreten sei, jedoch parallel dazu klinisch keine
solch erhebliche Funktionseinschränkung des linken Schultergelenkes
vorliege, dass die bisher attestierte quantitative Arbeitsfähigkeit in Frage
zu stellen sei (vgl. Bg-act. C2). Diese von Dipl. med. H._
abgegebene Stellungnahme leuchtet vollumfänglich ein und erscheint
schlüssig, zumal sie unter Berücksichtigung der vorgelegten
medizinischen Unterlagen (Berichte der Klinik für Orthopädie und
Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals Graubünden
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vom 11. Februar, 19. Juni, 26. Juni und 18. August 2015) erging. Damit ist
weiterhin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Umfang von 30 % (vgl. vorne Erwägung 4c)
auszugehen.
5. Da das Gericht zur Überzeugung gelangt ist, dass der vorliegende
Sachverhalt genügend abgeklärt ist und weitere Beweise daran nichts
mehr ändern können, besteht auch kein Anlass für eine weitergehende
Begutachtung. Dem Antrag des Beschwerdeführers um Einholung eines
psychiatrischen und rheumatologischen Obergutachtens sowie eines
orthopädischen Gutachtens ist somit in Anwendung der antizipierten
Beweiswürdigung keine Folge zu leisten (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3,
124 V 90 E.4b, 122 II 464 E.4a). Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers hat sich die IV-Stelle korrekt verhalten, indem sie auf
die Erkenntnisse des RAD abstellte. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom
21. März 2011 und bis zum Verfügungszeitpunkt am 13. August 2015 liegt
gemäss der medizinischen Aktenlage nicht vor, weshalb die
angefochtene, rentenverneinende Verfügung vom 13. August 2015 zu
Recht ergangen und die Beschwerde abzuweisen ist.
6. a) Laut Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die vorliegenden Kosten von Fr.
700.-- sind dem Verfahrensausgang entsprechend dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die obsiegende IV-Stelle hat keinen
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
Allerdings hat der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 14.
September 2015 den prozessualen Antrag gestellt, es sei ihm für das
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die unentgeltliche Rechtspflege
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und Rechtsverbeiständung zu bewilligen und es sei ihm in der Person des
unterzeichnenden Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu
bestellen. Dieser Antrag ist folglich zu prüfen.
b) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die
erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses
Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit. Laut diesen
Bestimmungen sind die Voraus-setzungen für die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos
erscheint, die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt
geboten erscheint (BGE 125 V 201 E.4a mit weiteren Hinweisen).
Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung
der Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und
ihre Familie angreifen müsste. Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR
2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist ein Prozess, dessen
Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht von
Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten
und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig
geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess
entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen
können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4, 129 I 129 E.2.3.1,
122 I 267 E.2b). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen,
beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-201 http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-217 http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-I-267
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Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung
des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4).
c) Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch
von vornherein als aussichtslos. Auch ist die Vertretung durch einen
Anwalt notwendig oder doch zumindest geboten, zumal es sich beim
Beschwerdeführer um einen Laien handelt.
d) Fraglich ist, ob der Beschwerdeführer bedürftig ist. Die prozessuale
Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation
des Rechtsuchenden. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen
Verpflichtungen, andererseits die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse. Bei der Ermittlung des notwenigen
Lebensunterhaltes soll nicht schematisch auf das betreibungsrechtliche
Existenzminimum abgestellt, sondern den individuellen Umständen
Rechnung getragen werden. Die Grenze für die Annahme der
Bedürftigkeit im Sinne der Regeln über die unentgeltliche Rechtspflege
liegt jedoch höher als diejenige des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums. Ein allfälliger Überschuss zwischen dem zur
Verfügung stehenden Einkommen und dem Zwangsbedarf der Gesuch
stellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall zu erwartenden
Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung zu setzen, dabei sollte es der
monatliche Überschuss ihr ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger
aufwendigen Prozessen innert einiger Monate bis rund eines Jahres, bei
anderen aufwendigeren Prozessen innert zweier Jahre zu tilgen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_234/2008 vom 4. August 2008 E.4;
MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29
Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 75 f., je mit Hinweisen).
e) Die Gegenüberstellung des monatlichen Einkommens (total Fr. 7'510.--)
mit den monatlichen Ausgaben (total Fr. 6'931.--) des Beschwerdeführers
http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-217
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ergibt anhand der von ihm beigelegten Unterlagen sowie des anhand des
Kreisschreibens des Kantonsgerichts betreffend Richtlinien für die
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf]
nach Art. 93 SchKG vom 18. August 2009 errechneten Grundbedarfs (vgl.
hierzu, insbesondere für die Berücksichtigung der laufenden Steuern,
auch MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art.
29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 74-95) für den Stichmonat September 2015
einen Überschuss von Fr. 579. Dieser Betrag reicht aus, um die
anfallenden Anwaltskosten und Gerichtskosten innert eines Jahres zu
begleichen. Somit ist festzuhalten, dass die Voraussetzung der
Bedürftigkeit nicht gegeben ist, weshalb dem Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung nicht stattgegeben werden
kann.