# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 047be5ec-21f9-44f0-b4f7-6971a48d42f2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1977, war
bei
der Suva obligatorisch unfallversichert, als er
sich
am
3.
Oktober 2012
beim
Sturz von einem Baum
eine
distale intra
artikuläre
Tibiafraktur
und eine
Fibulafraktur
rechts sowie eine distale Radius
fraktur
zuzog (
Urk.
8/1,
Urk.
8/19)
.
Die Suva
sprach ihm mit Verfügung vom 1
6.
September 2016 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbsunfähigkeit von 20
%
ab Oktober 2016 und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10 % zu (
Urk.
8/237). Dagegen erhob der Versicherte am 1
8.
Oktober 2016 Einsprache (
Urk.
8/246)
, worauf die Suva d
ie Verfügung
mit Mitteilung vom
2.
Mai 2019 mit der Begründung zurück
zog
, der Fallabschluss sei verfrüht erfolgt und sie erbringe rückwirkend ab
1.
Oktober 2016 Taggeldleistungen (
Urk.
8/437).
Mit
Verfügung vom 13.
Juni
201
9
sprach sie dem Versicherten sodann eine Invalidenrente entsprechend einer
Erwerbsunfähigkeit von 21
%
ab Mai 2019
und eine
Integritätsentschädigung entsprechend
einer I
ntegritätse
inbusse von 10
%
zu
(
Urk.
8/446)
.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
2.
August 2019
Einsprache
(
Urk.
8/456)
,
wel
che die Suva mit
Einspracheentscheid
vom
2
9.
Januar 2020
abwies (
Urk.
8/469 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
2) erhob der Ver
sicherte am 1
8.
Februar 2020 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen (S. 2 oben), diesen aufzuheben und ihm über den 3
0.
April 2019 hinaus weiterhin Taggeld
leistungen zu bringen (
Ziff.
1)
und
den Fall erst abzuschliessen, wenn durch die Fortsetzung der medizinischen Behandlung der Gesundheitszustand nicht mehr
namhaft verbessert werden könne (
Ziff.
2)
,
sowie
eventuell ihm eine ange
messe
ne
, jedenfalls höhere, Invalidenrente und Integritätsentschädigung zuzusprechen (
Ziff.
3).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
März 2020 (
Urk.
7) die Ab
wei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Mai
2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Dieser reichte am 2
6.
Juni 2020 eine weitere Stellungnahme samt Beilage ein (
Urk.
10-11), wozu die Beschwerdegegnerin am 2
3.
Juli 2020 Stellung nahm (
Urk.
13-14). Der Beschwerdeführer
nahm dazu
am 13.
August 2020 erneut Stellung (
Urk.
16-17/1-3), wozu wiederum die Beschwer
de
gegnerin am 1
4.
September 2020 Stellung nahm (
Urk.
19), was dem Beschwer
de
führer am 1
6.
September 2020 (
Urk.
20) mit Ergänzung vom 14.
Oktober 2020 (
Urk.
22) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Die Invalidenversicherung teilte dem Versicherten am
7.
September 2016 den Abschluss beruflicher Massnahmen mit (
Urk.
8/236) und
stellte mit Vorbescheid
vom 2
1.
Oktober 2016
in Aussicht,
bei einem Invaliditätsgrad von 10
%
einen Rentenanspruch
zu verneinen
(
Urk.
8/249).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3.
Oktober 2012
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24
Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3;
vgl.
auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.4
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht über
stei
gen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Entscheid (
Urk.
2)
davon aus,
laut
kreisärztlicher Beurteilung
vom 1
1.
Februar
/
1
5.
März 2019 sei die Fehl
stellung der Zehen 2 bis 5 bildgebend bereits zum Ereigniszeitpunkt doku
mentiert gewesen (Röntgen
3.
- richtig wohl: 3
1.
(vgl.
Urk.
8/66/8) -
Oktober 2012) und habe sich im Verlauf der natürlichen Progredienz verschlechtert. Die beklagten
Vorfussbeschwerden seien überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal, son
der
n auf die vorbestehende Fehlstellung der Zehen durch
einen
Schuhkonflikt zurückzuführen. Klinisch bestünden seitengleiche Zehenfehlstellungen auf der linken Seite. Bei den am Untersuchungstag getragenen Schuhen habe ein Platz
mangel bestanden
(S. 3 Ziff. 1a
Abs.
1)
.
Die behandelnden Ärzte
hätten nicht berücksichtigt, dass eine Krallenfehlstellung bereits vorbestehend dokumentiert gewesen
und beidseits vorhanden
sei. Zudem
sei in der kreisärztlichen
Beurteilung vom
6.
Dezember 2018 auch festgehalten, dass kein Spitzfuss dokumentiert sei. Es sei durch den Unfall auch keine rich
tunggebende Verschlimmerung eingetreten. Auf die
kreisärztliche Beurteilung
könn
e abgestellt werden (S. 3 f.
Ziff.
1b
Abs.
2).
Die am 2
9.
Mai 2019 operierten Krallenzehen seien demnach nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit unfallbedingt. Somit könne von einem F
allab
schluss spätestens
mit Rentenbeginn am
1.
Mai 2019
ausgegangen werden
(S. 4
Ziff.
1
c).
Auf das
kreisärztliche
Zumutbarkeitsprofil könne abgestellt werden
(S. 6
Ziff.
2b). Unter
Beizug
der Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) resultiere bei
einem
Abzug von 10
%
ein Invalideneinkommen von
Fr.
60'969.-- (S. 6 f.
Ziff.
2c), was im Vergleich zum unbestrittenen
Validenein
kommen
von
Fr.
76'700.-- einen Invaliditätsgrad von gerundet 21
%
ergebe (S. 7
Ziff.
2d).
Die Integritätsentschädigung
von 10
%
erweise sich
,
mit Blick darauf, dass eine mässige Arthrose des Oberen Sprunggelenks (OSG) einen Integritätsschaden von 5-15
%
ergebe
,
b
ei einer lediglich beginnenden Arthrose
als korrekt (S. 8 Ziff.
3b).
In der Beschwerdeantwort
(
Urk.
7)
wies sie darauf hin,
im März 2013
/ Februar 2014
seien
zwar
Sicherheitsschuhe bezahlt worden, jedoch habe es sich bei den vom
Beschwerdeführer
anlässlich der
kreisärztlichen
Untersuchung
getragenen Schuhen
um selbst erworbene, nicht angepasste Schuhe gehandelt
. D
ass diese Qualitätsschuhe seien, sei
eine
Behauptung
des Beschwerdeführers, nicht des
Kreisarztes
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1)
, d
ie behandelnden Fachärzte
hätten
wiederholt bestätigt
, dass
die unfallbedingte erhebliche Bewegungseinschränkung am OSG aufgrund der posttraumatischen OSG-Arthrose zu einer sekundären Vorfussüberlastung mit konsekutiver
Krallen
zehfehlstellung
geführt
habe
, welche nun am 2
9.
Mai 2019 habe operiert werden müssen
(S. 6
Ziff.
7)
. Auf die gegenteilige
kreisärztliche
Einschätzung könne nicht abgestellt werden,
sie
sei nicht schlüssig
(S. 6 unten)
. Gegen das Argument der beidseitigen Fehlstellung spreche, dass im Falle der
von der Beschwerdegegnerin postulierten
natürlichen Progredienz die Beschwerden ja an beiden Füssen hätten auftreten müssen. Die Verschlechterung sei jedoch ausschliesslich auf der rechten Seite eingetreten
(S. 7
lit
. a)
. Die Behauptung, dass er ungeeignete Schuhe trage, sei haltlos
(S. 7 f.
lit
. b)
. Zudem bestätigten
die behandelnden Ärzte
unabhängig vone
inander eine Spitzfussstellung (S. 8 f.).
Es sei weiter nicht ausgewiesen, dass er in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sein soll
e
(S. 10
Ziff.
8.1)
.
D
ie Frage der Restarbeitsfähigkeit
sei
gutachterlich ab
zuklären
(S. 11 Mitte)
, ebenso die Höhe der Integritätseinbusse
(S. 11 7 9.1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob bezogen auf die Unfallfolgen Ende April 2019 der medizinische Endzustand erreicht war beziehungsweise ob die im Mai 2019 operierten Krallenzehen eine natürlich kausale Unfallfolge darstellen. Ferner ist strittig, ob bezogen auf die Unfallfolgen eine volle Arbeitsfähigkeit in leidens
angepasster Tätigkeit besteht.
3.
3.1
Vom
5.
Oktober bis 1
5.
November 2012 weilte der Beschwerdeführer stationär im
Y._
, wo mit Austrittsbericht vom 1
6.
November
2012 (
Urk.
8/19) die folgenden, hier leicht gekürzt angeführten Diagnosen gestellt wurden
(S. 1):
-
distale, mehrfach intraartikuläre
Tibiafraktur
rechts vom
3.
Oktober 2012 mit
-
proximaler, minim dislozierter
Fibulafraktur
-
distale Radiusfraktur links (Chauffeur-Fraktur) vom
3.
Oktober 2012
Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom
5.
Oktober bis 2
3.
November 2012 attestiert (S. 2 unten).
Vom 1
5.
November bis 1
2.
Dezember 2012 weilte der Beschwerdeführer zur Rehabilitation in der
Z._
, worüber mit Austrittsbericht vom
3.
Januar 2013 berichtet wurde (
Urk.
8/24).
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte mit Bericht vom
6.
Oktober 2013 (
Urk.
8/85) als Diagnose einen Status nach offener Reposition und Zugschrauben- und Plattenosteosynthese am 1
8.
Oktober 2012 einer distalen mehrfragmentären, intraartikulären
Tibiafraktur
rechts (
Ziff.
1) und führte aus, der Patient habe ab 2
6.
August 2013 die Arbeit wieder zu 50
%
auf
genommen und ihn am 1
0.
September 2013 wegen vermehrter Schmerzen kon
sultiert (
Ziff.
2). Er attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ab 2
6.
August 2013, von 0
%
ab 1
0.
September 2013 und von 50
%
ab 1
6.
September 2013 (Ziff. 4a).
3.2
Im Bericht vom 1
0.
Februar 2014 über die am
5.
Februar 2014 im
Y._
erfolgte Konsultation (
Urk.
8/105) wurde ausgeführt, 16 Monate nach der operativen Ver
sorgung zeige sich nun computertomografisch eine durchgebaute Fraktur der Tibia. Hier beklage der Patient lediglich noch diskrete Restbeschwerden. Neu beklage er mediale Fussschmerzen. Radiologisch finde sich dafür keine Ursache, es sei am ehesten von einer Überlastung nach der langen Rehabilitationszeit aus
zu
gehen. Empfohlen werde und verordnet worden sei eine Anpassung der vor
handenen Schuheinlagen mit stärkerer medialer Abstützung (S. 1 unten).
Im Bericht vom 1
4.
März 2014 über die am 1
2.
März 2014 erfolgte Konsultation im
Y._
(
Urk.
8/108) wurde ausgeführt, gemäss den Angaben des Patienten hätten die Spezialschuhe mit Sohleneinlagen eine massive Verbesserung im Bereich des medialen Fusses gebracht (S. 1 Mitte). Als Befunde wurden unter anderem eine
Druckdolenz
am medialen
Fussrand
und eine deutlich verminderte Extension der Zehen II-V berichtet (S. 1 unten).
Laut Bericht vom
1
1.
April 2014
über die am
9.
April 2014 erfolge Konsultation im
Y._
(
Urk.
8/115)
beklagte der Patient weiterhin Schmerzen, insbesondere am medialen
Vorfuss
und in den Zehen, und es bestehe weiterhin eine Schwäche im Bereich der Extension der Zehen und des
Vorfusses, so dass diese schmerzhaft gegen den Boden gedrückt würden (S. 1 Mitte
).
Im Bericht
vom
1
3.
Juni 2014 über die daraufhin am
Y._
erfolgte neurologische Abklärung
(
Urk.
8/120
/2-3
)
wurde ausgeführt, klinisch falle eine Knickfuss-Fehlstellung unter Belastung auf, neurologisch fänden sich keine manifesten Defizite. Das im Vorbericht beschriebene Extensionsdefizit der Zehen könne aktuell nicht mehr nachgewiesen werden (S. 2).
Im Bericht vom 2
3.
Juli 2014 über die am 2
2.
Juli 2014 erfolgte Konsultation im
Y._
(
Urk.
8/122) wurde ausgeführt, der Patient beklage weiterhin persistierende Schmerzen am medialen Fuss und in den Zehen und beschreibe eine Exten
sions
schwäche im Bereich der Zehen (S. 1 Mitte). Unter den Befunden wurde unter
anderem
eine deutlich eingeschränkte Extension
Dig
.
II-V genannt (S. 1). K
linisch und radiologisch
habe
keine Ursache für die vorgebrachten Beschwerden gefun
den werden können
(S. 1 unten)
.
Vom 2
3.
bis 2
5.
Januar 2015 weilte der Beschwerdeführer zur
Osteosynthese
mat
eri
alentfernung
(OSME) im
Y._
(
Urk.
8/139/2-
3).
Im Bericht vom
1.
September 2015
über die gleichentags erfolgte Konsultation im
Y._
(
Urk.
8/157)
wurde ausgeführt, aktuell zeig
e sich eine Verbesserung der
Beweglichkeit;
d
iese werde voraussichtlich nicht weiter gesteigert werden kön
nen. In Anbetracht der Gesamtsituation bei beginnenden
Arthrosebe
schwerden
werde in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit keine relevante Verbesserung der Ge
samtsituation erwartet. Eine Umschulung sollte allenfalls diskutiert werden.
3.3
Kreisarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Chirurgie,
berichtete am 1
1.
Novem
ber 2015 über die gleichentags erfolgte Abschlussuntersuchung (
Urk.
8/182). Als Angaben des Versicherten nannte er unter anderem, dass sich die Zehen immer wieder verkrampfen würden (S. 4 Mitte). Als Befunde nannte er unter anderem eine insgesamt zirka auf die Hälfte verminderte Zehenbeweglichkeit rechts sowie beginnende Krallenzehen
Dig
. II und III rechts (S. 6 oben).
Als aus medizinischer Sicht möglich bezeichnete er eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, wechselbelastend mit sitzenden Anteilen von einem Drittel, ohne langes und Gehen am Stück oder von längeren Strecken oder Gehen auf unebenem Gelände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppengehen und ohne Tätigkeiten in Zwangshaltungen wie auch Knien oder im
Hocksitz
. Unter Beachtung dieser Einschränkungen betrage die Arbeitsfähigkeit 100
%
(S. 7 oben).
Betreffend Integritätsschaden (
Urk.
8/138) führte
Dr.
B._
aus, eine OSG-Arthrose mässigen Ausmasses ergebe einen Integritätsschaden zwischen 5 und
15 %. Beim Versicherten bestünden zurzeit nur leichte
arthrotische
Verände
rung
en
, die jedoch mittelfristig zunehmen würden. Diese Verschlechterung vorweg
nehmend erscheine ein Integritätsschaden von 10
%
als gerechtfertigt (S. 1 unten).
Eine am 1
4.
März 2016
erfolgte
2-Phasen-Skelettszintigraphie des OSG rechts
ergab eine beginnende OSG-Arthrose mit leichter Gelenkspaltverschmälerung (
Urk.
8/200).
3.4
Dr.
med.
C._
,
Leiter Rheumatologie,
Y._
, führte mit Bericht vom
1
9.
Juli 2016 (
Urk.
8/227)
aus, auch er könne die Beschwerden im OSG- und Fussbereich nicht klar fassen. Bei Anzeichen einer beginnenden OSG-Arthrose habe er eine Infiltration vorgenommen, die erfolglos geblieben sei (S. 1 Mitte).
I
n einer behinderungsangepassten Tätigkeit mit leichter bis mittelschwerer körper
licher Belastung
sehe er
aus rheumatologischer Sicht längerfristig keine
Arbeits
unfähigkeit (S. 1 f.).
3.5
Dr.
med. D._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, führte mit
B
ericht
vom 8.
November 2016
(
Urk.
8/258)
aus, klinisch und radiologisch zeige sich eine
beginnende posttrau
ma
tische
rechtsseitige
OSG-Arthrose
. Störend sei eine
verminderte Dorsalexten
sion
des Fusses (
leichter Spitzfuss
)
mit
einer
konsekutiv vermehrte
n
Vorfuss
be
lastung
(S. 2)
.
Er verordnete eine Fussbettung nach Mass und einen orthopädi
schen Spezialschuh (
Urk.
8/265).
Eine a
m 2
1.
November 2016
erfolgte Infekt-Szintigraphie ergab eine beginnende Degeneration im OSG rechts bei vermindertem Gelenkspalt und Deformierung lateral und k
ein
en
Hinweis für einen
floriden
Infekt/
Osteitis
/Osteomyelitis
(Urk. 8/304).
3.6
PD
Dr.
med. E._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
nannte im Bericht vom
1
2.
Januar 2017
über die gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/267 =
Urk.
8/268) als Diagnose eine p
osttraumatische OSG-Arthrose rechts bei wahrscheinlich Status nach sep
tischer Arthritis
(S. 1 Mitte). Er berichtete über ein st
arkes Schonhinken
auf der rechten Seite (S. 1 unten)
und
riet
zu
einem operativen Vorgehen (S. 2).
Kreisarzt
Dr.
B._
stimmte der Kostenübernahme für die Operation im Sinne eines Rückfalles am 1
4.
März 2017 zu
(
Urk.
8/277)
, worauf am 1
3.
April 2017 eine Rückfallmeldung eingereicht wurde (
Urk.
8/284).
Am 1
3.
April 2017 nahm
PD
Dr.
E._
die Operation
vor (
Urk.
8/289).
Mit Bericht vom
9.
Juni 2017 (
Urk.
8/302) nannte
PD
Dr.
E._
als Diagnosen eine
posttraumatische OSG-Arthrose mit Spitzfuss
und einen
Status nach
arthros
kopischem
Débridement
,
Gastrocnemiusrelease
OSG rechts am 1
3.
April 2017
(S. 1
Mitte) und hielt einen
sehr erfreuliche
n
Verlauf
fest
, der Patient sei äusserst zufrieden
(S. 1 unten)
.
E
r denke, dass der
Patient
in einer angepassten Tätigkeit zumindest wieder Teilzeit eingesetzt werden könnte.
Die
Langzeitprognose sei
wohl
vom Fortschreiten der A
rthrose intraartikulär abhängig (S. 2 oben).
Mit Bericht vom
7.
September 2017 (
Urk.
8/323) nannte
PD
Dr.
E._
als Diagnose eine
Fasziitis
plantaris
Fuss rechts bei posttraumatischer Arthrose und leichter Bewegungseinschränkung OSG rechts
(S. 1 Mitte)
. Na
ch der Operation vom 1
3.
April 2017
sei es zu einem
sehr erfreuliche
n
Verlauf
gekommen
,
der Patient sei
praktisch schmerzfrei. Vor einem Monat habe er dann den Rasen gemäht und seither
bestünden
Schmerzen in der Fusssohle (
S. 1). La
ngfristig sei keine stehende Tätigkeit möglich
,
derzeit
betrage die Arbeitsunfähigkeit
100
%
(S. 2 oben).
Mit Bericht vom 1
0.
November 2017 (
Urk.
8/331) nannte
PD
Dr.
E._
als Diag
nose nunmehr n
europathische Schmerzen mit wahrscheinlich erneut beginnen
dem
complex
regional
pain
syn
drome
(
CRPS
)
Rückfuss
rechts
(S. 1 Mitte).
Mit Bericht vom
2.
Februar
2018 (
Urk.
8/344) führte
PD
Dr.
E._
aus,
der Patient sei mit dem Operationsresultat nach wie vor sehr zufrieden. Persistierend seien die diffusen Schmerzen im Bereich des Rückfusses.
Seines Erachtens be
stünden a
us orthopäd
ischer Sicht keine weiteren Mittel, um die Beschwerden zu lindern. Er habe die Behandlung abgeschlossen. Der Patient
sei
nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1).
3.7
Dr.
med.
F._
,
Oberarzt Neurologie,
G._
berichtete am 1
7.
April 2018 über seine gleichentags erfolgte
Untersuchung
(
Urk.
8/352)
. Er nannte als
Diagnose
ein ch
ronisches Schmerzsyndrom
Vorfuss
rechts
mit unter anderem der Differentialdiagnose (DD)
CRP
S (S. 1 Mitte
)
.
D
as aktuelle Hauptproblem bestehe in Schmerzen im Bereich des rechten Fusses, dort
bestünden
auch
eine
Minderempfindung im Bereich der Zehen
und
Fehlstel
lung
en, indem es zu einer
Einkrallung
der Zehen komme
(S. 1).
Klinisch und elektro
physiologisch könne keine Neuralgie objektiviert werden
, eine Indikation für eine nervenchirurgische Intervention sehe er nicht (S. 2).
3.8
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.5) nannte mit Bericht vom
2
2.
Mai
2018 (Urk.
8/356)
als Diagnosen eine
aktivierte
Coxarthrose
rechts
, eine
beginnende posttraumatisch
e
OSG-Arthrose rechts
und eine
Radiocarpalarthrose Handgelenk links
(S. 1 Mitte) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1 unten).
Ein
MRT
des rechten Vorfusses vom
2
4.
Mai 2018
ergab unter anderem, dass die Kleinzehe sich unter
die
4.
Zehe schiebe, sowie eine aktuell nicht aktivierte Grosszehengrundgelenksarthrose
(
Urk.
8/362)
.
Dr.
D._
nannte mit Bericht vom
1
9.
Juni 2018 (
Urk.
8/363)
als Diag
nosen nunmehr ein
chronisches CRPS Typ II Fuss rechts
, einen Status nach akti
vierter
Coxarthrose
(Februar 2018) und eine Radiocarpalarthrose Handgelenk links
(S. 1 Mitte) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 1 unten).
Mit
B
ericht vom 2
9.
August 2018 (
Urk.
8/372)
nannte
Dr.
D._
als Diag
nose (
nebst
dem
Status nach aktivierter
Coxarthrose
rechts und der
Radiocarpal
arthrose Handgelenk links
) einen
Verdacht auf neuropathische Schmerzen OSG rechts
bei
Entrapment
des
N.
saphenus
(S. 1 Mitte).
Eine Salbenbehandlung habe dem Patienten eine Schmerzlinderung gebracht, der Fuss zeige jedoch noch immer eine Schwellungsneigung. Z
udem störe
ihn
eine Druckstelle
an der rechten Kleinzehe bei einem als Folge der
Fehlbelastung
aufgetretenen
Digitus
quin
tus
superductus
rechts (S. 1).
Mit Bericht vom 2
6.
September 2018 (
Urk.
8/374/2-3) führte
Dr.
D._
aus
,
die Schmerzgenese sei ihm noch immer unklar. E
r denke, dass die Verkle
bungen im Narbenbereich zu einem
Entrapment
des
N.
saphenus
(neuropathische Schmerzen) sowie einer verminderten Kleinzehenbeweglichkeit geführt hätten.
Differentialdiagnostisch müsse allerdings auch die beginnende OSG-Arthrose sowie ein mögliches chronisches CRPS Typ II in Betracht gezogen werden (S. 2).
Ein Röntgen
dp
und
lateral des rechten Fusses vom 1
6.
September 2018 ergab einen kleinen dorsalen Fersensporn, keine
Hallux
-Deformität und keine
Arthrose
zeichen
(
Urk.
8/381)
.
Dr.
D._
nannte mit
Bericht
vom
6.
November 2018 (
Urk.
8/383)
als
Diagnose ein chronisches Schmerzsyndrom OSG/Unterschenkel rechts (S. 1 Ziff. 1).
Als Befunde nannte er unter anderem einen
Digitus
quintus
superductus
mit
Clavus
(Hühnerauge) und eine
verminderte Beweglichkeit der Kleinzehe bei
mallet
toes
II-IV (
S. 1 unten
)
. Er attestierte eine A
rbeitsunfähigkeit von 100
%
(S.
2).
3.9
Kreisarzt
Dr.
B._
führte mit Stellungnahme vom 1
6.
November 2018 (Urk.
8/
384)
aus, e
s sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es sich bei der
Coxarthrose
rechts und der
C
lavusbildung
Dig
IV/V rechts um Folgen des Unfalles vom
3.
Oktober 2012 am rechten Unterschenkel handle
(S. 2
Ziff.
1)
.
Bei einem
Status nach
Gastrocnemius
-Release nach Spitzfuss
sollte
n
noch einzelne näher bezeich
nete Therapien durchgeführt werden (S. 2
Ziff.
2)
. Danach sei wahrscheinlich
ein
Abschluss möglich.
3.10
Dr.
D._
führte mit Bericht vom
2
3.
November 2018 (
Urk.
8/392)
unter anderem aus,
durch die verminderte Dorsalextension komme es biomechanisch zu einer vermehrten Hyperextensionsbelastung des rechten Kniegelenkes sowie verstärkten Belastung des rechten Hüftgelenkes. Die Ausbildung einer rechtssei
tigen
Coxart
hro
se
sei somit als unfallbedingt beziehungsweise als Folgeerschei
nung der komplexen S
prunggelenksverletzung zu sehen (S. 1).
3.11
Kreisarzt
Dr.
B._
führte in seiner
Aktenbeurtei
lung vom
6.
Dezember 2018 (Urk.
8/395)
aus,
in keinem Bericht sei ein Spitzfuss dokumentiert
(S. 2 unten)
. Somit entfalle die Argumentationsgrundlage, dass aufgrund der Spitzfussstellung eine vermehrte Belastung des rechten Hüftgelenkes erfolgt sei
(S. 2 f.)
.
Aus wei
teren, näher ausgeführten Gründen sei eine
Unfallkausalität der
Coxarthrose
der rechten
Hüfte nicht überwiegend wahrscheinlich (S. 3)
.
3.12
Dr.
D._
führte mit Bericht vom
2
3.
Januar 2019 (
Urk.
8/402)
aus,
im Vordergrund stünden die schmerzhaften Hammerzehen II/III sowie ein
Digitus
quintus
superductus
mit
Clavus
interdigital IV/V
am rechten Fuss (S. 2)
.
3.13
Kreisarzt
Dr.
med. H._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte mit Stellungnahme vom
2
6.
Januar
2019 (
Urk.
8/403)
unter anderem aus, d
ie Hammerzehen seien bereits 2012 bildgebend dargestellt worden
, womit ü
berwiegend
wahrscheinlich
kein K
ausal
zu
sammenhang zum erlittenen Unfall bestehe (S. 3
Ziff.
1).
Von weiteren Mass
nahmen könne keine namhafte Verbesserung
der Unfallfolgen
mehr erwartet
werden
(S. 3
Ziff.
3)
.
Der
Fallabschluss 6 Jahre nach dem Ereignis sei indiziert
(S.
3
Ziff.
5).
3.14
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie, führte mit Bericht vom
6.
Febr
u
ar 2019 (
Urk.
8/408)
aus, in der Gesamtschau der Anamnese, der unauffälligen
klinisch-neurologischen Untersuchungsbefunde sowie der normalen ENMG-Resul
tate finde er k
eine Hinweise auf eine neurologische Ursache der Beschwerden,
insbesondere kein
en
Hinweis auf ein Nerven-
Entrapment
(speziell des
N.
saphe
nus
)
, eine Polyneuropathie oder einen M
orbus
Sudeck
(S. 1 unten).
3.15
Kreisarzt
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.13) führte mit Bericht vom 1
2.
Februar 201
9
über seine am Vortag erfolgte Untersuchung
(
Urk.
8/410
=
Urk.
8/417/2
13
)
bei den Befunden aus, der Versicherte trage Konfektionshalbschuhe mit einer medial abstützenden Modelleinlage, die deutliche Gebrauchsspuren zeigten. Er weise ein zweites Paar Konfektionsschuhe mit deutlichen Gebrauchsspuren vor, bei welchen die Nahtstelle im Bereich der Zehenklappe des rechten Schuhs offen sei, was nach Meinung des Versicherten eine Folge seiner Zehenfehlstellung sei (S. 7 Mitte).
Im Bereich der Zehen II-V beidseits finde sich ei
ne Krallenfehlstellung, die II.
Zehe weise eine fixierte Fehlstellung im Endgelenk beidseits auf, einer soge
nannten mallet
toe
entsprechend. Die Kleinzehe beidseits zeige eine Innenrota
tionsfehlstellung und
Varusfehlstellung
im Grundgelenk und Endgelenk mit interdigitaler
Schwielenbildung
und deutlicher
Schwielenbildung
an
der Aussen
seite des Kleinzehenballens.
Klinisch könne keine Fehlstellungsvermehrung rechts gegenüber links festgestellt werden
(S. 8 Mitte). Im direkten Vergleich zwischen der Vorfussbreite und der Schuhbreite werde dem Versicherten die Diskrepanz zwischen dem Platzbedarf des Fusses und dem Platzangebot des Schuhs und der sich daraus ergebende Schuhkonflikt mit den Zehen vor Augen geführt (S. 8 unten).
In der Röntgenaufnahme vom 3
1.
Oktober 2012
(vgl.
Urk.
8/66/8)
zeige sich eine Krallenzehenfehlstellung der
Dig
. II-V rechts im Endgelenk (S. 9 unten).
Die
Fehlstellung
en der Zehen II
-V
seien bildgebend schon im Ereigniszeitpunkt dokumentiert gewesen und
sie
hätten sich im Verlauf der natürlichen Progredienz verschlechtert. Der Versicherte führe die Fehlstellung der Zehen auf eine Fehlbe
lastung durch den Unfall zurück. Die geklagten Vorfussbeschwerden seien (je
doch) überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal, sondern auf die vorbeste
hende Fehlstellung der Zehen durch Schuhkonflikt zurückzuführen. Der Versi
cherte
versuche den Schuhkonflikt durch den Kauf von grösseren Schuhen zu lösen,
was ihn aber nicht beseitige, denn Konfektionsschuhe würden mit Zunah
me der Schuhgrösse nicht breiter, sondern nur länger (S. 11 unten).
Das
Zumutbarkeitsprofil vom 1
1.
November 2015 sollte dahingehend korrigiert werden, dass die leichte bis mittelschwere Tätigkeit auf eine körperlich leichte
,
mehrheitlich sitzende
Tätigkeit
reduziert werden
sollte (S. 12
Ziff.
5).
3.16
Dr.
med.
J._
(Praxis
PD
Dr.
E._
) führte mit Bericht vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
8/422) aus,
der
Patient wünsche
ein
operatives Vorgehen betreffend Hammerzehen. Ihrer Meinung nach seien die Zehenfehlstellungen als Unfallfolge anzusehen und erklärbar durch die posttraumatische Spitzfussstellung mit konse
kutiv erhöhter Aktivität der
Extensorenmuskulatur
(S. 2)
.
3.17
Kreisarzt
Dr.
H._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
5.
März 2019 (Urk.
8/429)
zum Bericht von
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.16) aus, eine Untersu
chung des unverletzten Fusses und ein Seitenvergleich, inwiefern eine erhöhte Aktivität der
Extensorenmuskulatur
auf der Gegenseite vorläge, seien nicht doku
mentiert
, mithin handle es sich um die persönliche, nicht wissenschaftlich fun
dierte Meinung von
Dr.
J._
. Überwiegend wahrscheinlich sei die bei der kreis
ärztlich festgestellten
beidseitige
n
symmetrische
n
Vorfussfehlstellung, welche im Röntgenbild vom Fuss rechts am Unfalltag bildgebend dargestellt worden sei,
nicht Unfallfolge, sondern vorbestehend
(S. 1 unten)
.
Symmetrische Vorfussfehl
stellungen seien entweder Folge einer neuromuskulären Störung, die beim Ver
sicherten nicht bestehe, oder Folge eines Schuhkonflikts im Sinne eines Missver
hältnisses zwischen dem Platzbedarf des Fusses und dem Platzangebot der handelsüblichen Konfektionsschuhe im Zehenbereich. Die am Untersuchungstag getragenen Schuhe hätten diese Bedingungen erfüllt, es habe Platzmangel be
standen (S. 2).
3.18
Im Bericht vom 3
1.
Mai
2019 über die am 2
9.
Mai 2019 erfolgte
Operation
(Urk.
8/444)
nannte PD
Dr.
E._
als OP-Diagnosen eine Krallenzehe mit
Meta
tarsalgie
Digitus
II und III und eine Krallenzehe
Digitus
V Fuss rechts (S. 1 Mitt
e
).
Im Bericht vom 1
5.
Juli 2019 über die gleichentags erfolgte Konsultation (Urk. 8/455 =
Urk.
3/3) führte
PD
Dr.
E._
unter anderem aus,
b
ezüglich
Kausa
lität halte er an seiner letzten Einschätzung fest, dass der Vorfusseingriff auf die Problematik am OSG zurückzuführen sei. Es bestehe eine erhebliche Bewegungs
einschränkung am OSG aufgrund der posttraumatischen OSG-Arthrose, diese habe zu einer sekundären Vorfussüberlastung mit konseku
t
iver
Krallenzehfeh
l
stellung
geführt (S. 2 oben).
Im Bericht vom 2
2.
Oktober 2019 über die am Vortag erfolgte Konsultation (Urk. 8/463) führte
PD
Dr.
E._
aus, er halte es für realistisch, eine Wiederinte
gration in eine angepasste Tätigkeit durchzuführen. Er habe den Patienten ab 2
8.
Oktober 2019 wieder arbeitsfähig geschrieben, zu Beginn sinnvollerweise zu 50
%
, im Anschluss sei dann eine Steigerung auf 100
%
möglich (S. 1).
3.19
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) bezifferte mit Bericht vom 3
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/467) die Arbeitsunfähigkeit mit 50
%
(S. 2 oben), ebenso in einem Attest gleichen Datums (
Urk.
3/4).
4.
4.1
Kreisarzt Dr.
H._
führte im Februar 2019 (vorstehend E. 3.15) aus, eine Krallenfehlstellung der
Dig
. II-V rechts im Endgelenk zeige sich bereits in der Röntgenaufnahme vom 31. Oktober 2012 (S. 9 unten). Im diese Aufnahme betreffenden schriftlich festgehaltenen Befund (Urk. 8/66/8) findet sich allerdings keine solche Feststellung, es wurde dort lediglich im «Bereich des Fusses kein Nachweis einer
ossären
Läsion, soweit konventionell-radiologisch beurteilbar» festgehalten. Dies lässt annehmen, dass Dr.
H._
eine eigene Beurteilung der betreffenden Röntgenaufnahme vorgenommen hat. Auch wenn davon auszu
ge
hen ist, dass er
als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und erfahrener Versicherungsmediziner über die Kompetenz verfügt, den Bewegungsapparat betreffende Röntgenaufnahmen eigenständig zu
befunden, so wäre doch ein entsprechender expliziter Hinweis wünschbar gewe
sen.
Ferner hielt er fest, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Untersuchung zu enge Schuhe getragen (S. 8 unten), und er erachtete die geklagten Vorfussbe
schwerden als überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausal, sondern durch den Schuhkonflikt verursacht (S. 11 unten).
Im März 2019 wies Dr.
H._
sodann zusätzlich darauf hin, dass eine
beid
seitige
symmetrische Vorfussfehlstellung rechts schon 2012 festgestellt worden sei (vorstehend E. 3.17).
4.2
Folgt man den Überlegungen von Dr.
H._
, wonach eine Vorfussfehlstellung sowohl links wie rechts besteht (und rechts schon 2012 bildgebend erkennbar war), und dass das vom Beschwerdeführer getragene Schuhwerk, da zu eng, die Krallenzeh-Bildung (zumindest mit-) verursacht, so stellt sich umso deutlicher die Frage, warum denn Fehlstellungen an beiden Füssen bestanden haben und be
stehen, diese aber nur am rechten Fuss zu
behandlungsbedürftigen
Beschwerden geführt haben. Eine kreisärztliche Auseinandersetzung mit dieser Frage findet sich nicht.
Nachdem beim Unfall die rechte untere Extremität in Mitleidenschaft gezogen wurde, nicht aber die linke, liegt der Schluss nahe, dass die Vorfussbeschwerden, die bei links und rechts gleicher konstitutioneller Ausgangslage und - ebenfalls links und rechts - möglicherweise suboptimalem Schuhwerk nur rechts aufge
treten sind, durch den erlittenen Unfall zumindest mitverursacht worden sind. Ob medizinisch gesehen für die Pathogenese der Vorfussbeschwerden der von PD Dr.
E._
postulierte Ablauf der zutreffende ist oder ein anderer, erscheint dem
gegenüber zweitrangig. Entscheidend bleibt, dass die
behandlungsbedürftigen
Beschwerden bei links und rechts symmetrischer Ausgangslage und Umweltver
fassung (Schuhwerk) auf der rechten, unfallbetroffenen Seite aufgetreten sind, nicht aber auf der linken.
4.3
Dies führt zusammenfassend zum Schluss, dass eine (zumindest Teil-) Verursa
chung der Vorfussbeschwerden am rechten Fuss überwiegend wahrscheinlicher ist als eine ausschliesslich unfallfremde Genese.
Demensprechend ist auch deren - notabene erfolgreiche - Behandlung (Operation im Mai 2019 und Nachsorge) als Unfallfolge einzuordnen, deren Kosten von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen sind.
Mithin hat die Beschwerdegegnerin
die
Kosten der Heilbehandlung bis Ende Oktober 2019 (vgl. vorstehend E. 3.19) zu übernehmen
.
Dementsprechend erfolgt der Fallabschluss erst per Ende Oktober 2019 und der Taggeldanspruch dauert ebenfalls bis 31. Oktober 2019, mit Beginn des Rentenanspruchs am 1. November 2019.
Somit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
der angefochtene Entscheid mit der F
estzustell
ung abzuändern
, dass die
Leistungspflicht betreffend Taggeld und Heilbehandlung bis 31. Oktober 2019 dauert und der Rentenanspruch ab 1. November 2019 besteht
.
4.4
Das im November 2015 von Kreisarzt Dr.
B._
formulierte (vorstehend E. 3.3) und im Februar von Kreisarzt Dr.
H._
modifizierte (vorstehend E. 3.15) Be
lastungsprofil sieht eine volle Arbeitsfähigkeit vor für körperlich leichte, wechsel
belastende, mehrheitlich sitzende Tätigkeiten, ohne langes und Gehen am Stück oder von längeren Strecken oder Gehen auf unebenem Gelände, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppengehen und ohne Tätigkeiten in Zwangshaltungen wie auch Knien oder im
Hocksitz
.
Gemäss den Angaben von PD Dr.
E._
besteht auch von Seiten der im Mai 2019 operierten rechten Zehen eine volle Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vor
stehend E. 3.18).
Ernsthafte Anhaltspunkte, die gegen eine volle Arbeitsfähigkeit für dem Belas
tungsprofil entsprechende Tätigkeiten sprächen, gibt es nicht. Das gilt insbeson
dere für die von Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit Mai 2018 (vorstehend E. 3.8) und 50 % ab November 2019 (vorstehend E. 3.19), denn weder findet sich dafür eine Begründung noch ist überhaupt klar, ob sie sich - was anzunehmen wäre - auf die bisherige Tätigkeit bezieht oder auf eine angepasste.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf den
tiefstmöglichen
Tabellenlohn abgestellt und diesen mit einem Abzug von
10 % als Invalideneinkommen berücksichtigt hat (vgl. Urk. 8/113 und Urk. 8/223).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde, was die zugesprochene Rente betrifft.
4.5
Schliesslich ist auch die Bemessung des Integritätsschadens durch Kreisarzt Dr.
B._
(vorstehend E. 3.3) nicht zu beanstanden, stehen ihr doch keine medi
zinisch begründeten anderslautenden Einschätzungen entgegen.
Mithin ist die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen.
5.
Dem anwaltlich vertretenen und teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist eine um die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen, die beim praxisge
mässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr. 1'300.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen ist.