# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eb2c80a6-2b17-4f38-8350-02a2bf7ddc8c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 195
5,
meldete sich am 18. März 2010
bei der
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
und
machte
ein psychisches Leiden
geltend
(Urk.
7/9/8
). Die IV-Stelle tätigte darauf erwerbliche (Urk. 7/
15
, 7/18 und 7/20
) und medizinische (Urk. 7/
1
7
, 7/23 und 7/26
) Ab
klä
rungen.
Mit Verfügung
vom
2
1.
März
20
11 verneinte sie
einen Rentenan
spruch
, da anlässlich der Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden sei
(Urk. 7/
35
).
Dieser Entscheid blieb unange
fochten.
In der Folge gewährte die IV-Stelle der Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche während eines Jahres durch die
Y._ AG
(
Urk.
7/39).
1.2
Am 14. März 2012 ersuchte die Versicherte
die IV-Stelle
erneut um
Zuspre
chung
einer Invalidenrente (
Urk.
7/41). Sie brachte neue Arztberichte bei (
Urk.
7/43), worauf die IV-Stelle einen aktuellen IK-Aus
zug beizog (
Urk.
7/47). In einem Schreiben vom 10. Mai 2012 legte die Versicherte dar, weshalb sie keine Unterstützung mehr bei der Stellensuche benötige (
Urk.
7/46).
A
m 14. Mai 2012
erklärte die IV-Stelle
die Teilnahme am
Y._
-Programm per sofort als beendet (
Urk.
7/48).
Sie liess die Versicherte a
m 17. August 2012 durch den Regionalen Ärztlichen
Dienst psychiatrisch untersuchen
(
Urk.
7/52).
M
it
Ver
fü
gung vom
20.
Februar 2013
(Urk. 7/67)
sprach
sie
der Versicherten
, ausgehend von
einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit und
einem Invaliditätsgrad von 50
%
(Urk. 7/61)
,
ab dem 1.
September 2012
eine
halbe Invaliden
rente zu
.
1.3
Im November 2013 leitete die IV-Stelle eine Rentenüberprüfung ein
, indem sie
der Versicherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente
zusandte
(
Urk.
7/78). Danach zog sie medizinische Unterlagen bei (
Urk.
7/79 und 7/81) und klärte die erwerbliche Situation ab (
Urk.
7/80, 7/84 und 7/86). Sie teilte der Versicherten am 16. Juli 2014 schriftlich mit, dass keine
Eingliederungsbera
tung
notwendig sei, da
sie
seit Frühjahr 2014 wieder in zwei
Teilzeitanstellun
gen
auf Stundenlohnbasis arbeitstätig sei (Urk. 7/85). Mit Vorbescheid vom
18. Juli 2014 stellte
die IV-Stelle der Versicherten
die wiedererwägungsweise Auf
hebung der Verfügung vom 20. Februar 2013
und
die
Aufhebung der halben Rente
in Aussicht (
Urk.
7/89). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (
Urk.
7/90),
den sie am
2.
September 2014 ergänzend begründen liess (
Urk.
7/98). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2014
(
Urk.
2)
hob die IV-Stelle die Verfügung vom 20. Februar 2013 wiedererwägungsweise auf und
hob
die halbe
Invalidenrente
auf Ende des
nach Zustellung der Verfügung folgenden Monats
auf
. Einer Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung.
2.
Die Versicherte liess mit Eingabe vom 14. November 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. Oktober 2014 erheben (
Urk.
1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei
der Beschwerdeführerin über den 30. November 2014 hinaus eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2). Ferner ersuchte sie um Ertei
lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (
Urk.
1 S. 2).
Am 5.
Januar 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
6)
.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In pro
zessualer Hinsicht beantragt die
Rechtsvertreter
in der Beschwerdeführerin
, es sei der Beschwerde gegen die wiedererwägungsweise Rentenaufhebung die aufschiebende Wirkung wieder
zu erteilen (
Urk.
1 S. 2 und 10
). Da heute – wie zu zeigen sein wird – ein Entscheid in der Sache zu fällen ist, ist dieses Gesuch gegenstandslos,
so dass
es nicht weiter zu prüfen ist.
2.
2.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Al
lge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Nach Art. 17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den An
spruch
erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli
che Än
de
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invali
ditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Än
derung ein
ge
treten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeit
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung
bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revi
sionsverfü
gung
(BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
ver
fügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungs
verfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung
be
fugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand mate
rieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese
als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeu
tung
ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für die Wiedererwägung der rentenzusprechenden Verfügung vom
20. Februar 2013
erfüllt sind, namentlich
ob die fragliche Ver
fü
gung
als zweifellos unrichtig zu qualifizieren
ist
(vgl. Urk. 1 S.
7
f
f. und 2 S.
2 f.
).
4.
4.1
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der
Wiedererwä
gungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B.
Invalidi
täts
[
bemessung
], Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach-
und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungszuspre
chung
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige der Unrichtigkeit der Verfügung – möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007, E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen).
4.2
Aus den
bei der
Rentenzusprache
vorhanden
gewesenen
Akten
ergibt sich folgen
der Sachverhalt: Die
Beschwerdeführerin und
ihr damaliger Ehemann
wurden
im November 1985 Eltern einer Tochter (vgl.
Urk.
7/2/1
). In der Folge war die
Beschwerdeführerin
im Haushalt tätig (
Urk.
7/5/1).
Sie trat im
Novem
ber 1994 eine Anstellung bei der
Z._
AG an
, nachdem
sie und ihr Ehe
mann sich getrennt hatten
(
Urk.
7/5/1).
Die Ehe wurde i
m Jahr 1995 geschieden
(Urk.
7/5/2)
. Das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
AG endete im Februar 1997, worauf die
Beschwerdeführerin
Arbeitslosenentschädigung bezog. Ende 1998 war sie kurz für das Kreisspital
A._
und
ab
November 1998
für die
B._
AG
tätig.
Bei der Letztgenannten arbeitete
die Beschwerdeführerin
bis Ende Oktober 2000 und verdiente rund
Fr.
5‘000.
-- pro Monat
.
Von November 2000 bis
Ende Apri
l 2002 arbeitete
sie
für die
C._
AG, wo
ihr monatliches Einkommen ebenfalls rund
Fr.
5‘000.-- betrug (
Urk.
7/5/2)
.
Im Juli 2002 nahm
die Beschwerdeführerin
eine selbständige Erwerbstätigkeit als Malatelierleiterin und später auch als
Qigong
-Lehrerin auf (
Urk.
7/5/2, 7/9/7
, 7/17/7 und
7/23/7
).
Gemäss dem Auszug aus dem individu
ellen Konto
erzielte
sie damit
von Juli bis Dezember 2002
ein Einkommen von
Fr.
7‘623.--.
In den Jahren 2003 bis 2006
belief sich das jährliche Einkommen aus
selbständige
r
Tätigkeit
auf
Fr.
8‘307.-- und in den Jahren 2007 bis 2008
auf
Fr.
8‘698.-
(
Urk.
7/15/4 =
7/37/4 =
7/47/4
).
Im Jahr 2009 erhielt die Beschwer
deführerin als selbständig Erwerbende
Fr.
8‘991.-- und zusätzlich als Ange
stellte von
D._
Fr.
3‘055.-- (
Urk.
7/47/2)
.
Die eingereichten Bilanzen und Erfolgsrechnungen bezüglich der Jahre 2006 bis 2009 weisen Verluste aus
, wobei sowohl die Einnahmen als auch die Auslagen relativ gering waren
(Urk.
7/20/3 ff.).
Ende 2009 gab die Beschwerdeführerin ihre selbständige Erwerbstätigkeit auf und war danach arbeitslos
(
Urk.
7/9/5
, 7/17/6
und
7
/26/1
)
.
4.3
Als d
ie Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
ab September 2012 eine halbe Invalidenrente
zusprach, hielt sie in der Begründung ihrer Verfügung vom 20. Februar 2013
ausdrücklich fest
, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer selb
ständigen Erwerbstätigkeit nur ein geringes Einkommen erwirtschaftet habe.
U
nter diesen Umständen
sei das
Valideneinkommen
anhand der
Tabelle TA
1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010 zu ermitteln.
Es sei vom Lohn für Tätigkeiten im Bereich Kunst, Unter
haltung und Erholung
(
Ziff.
90-93)
, Anforderungsniveau 4
für Frauen, auszuge
hen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
ergebe sich ein für das Jahr 2012 massgebliches
Valideneinkommen
von Fr.
53‘889.70. Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei der Beschwerdeführerin eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit von 50
%
zumutba
r.
Nach der Erhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE TA1
Ziff.
2-96, zitiert aus LSE 2010) be
trage der
durchschnitt
liche
Lohn für einfache und repetitive Tätigkeiten von Frauen
in allen Tätig
keitsbereichen
(Anforderungsniveau 4) unter Berücksichtigung der
Nominal
-
loh
nentwicklung
Fr.
53‘787.85 im Jahr 201
2.
Es sei folglich von einem
Inva
-
liden
einkommen
von
Fr.
26‘893.90 im Jahr auszugehen. Aus dem Einkommens
-
ver
gleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 50
%
, der einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründe (vgl.
Urk.
7/53, 7/54 und
7/61).
4.4
In der angefochtenen Verfügung
vom 1
4.
Oktober 2014
vertritt die
Beschwerde
gegnerin
den Standpunkt, dass sie bei der
Rentenzusprache
von einem falschen
Valideneinkommen
ausgegangen sei. Gemäss dem Auszug aus dem individuel
len Konto sei die Beschwerd
e
führerin
ab dem Jahr 2002 als s
elbständig
E
rwer
bende tätig gewesen und habe maximal
Fr.
8‘698.-- pro Jahr verdient (
Urk.
2
S. 2). Sie habe somit bereits lange vor Eintritt des Gesundheitsschadens mit einem tiefen Einkommen gelebt.
Es wäre deshalb korrekt gewesen, vom höchsten und im Jah
r 2007 erzielten Einkommen als s
elbständig
E
rwerbende auszugehen
und dieses der Nominallohnentwicklung anzupassen.
Dies hätte ein
massgebliches
V
alideneinkommen
von
Fr.
9‘416.90 im Jahr 2013
ergeben, das dem
im Jahr 2013 erzielbare
n
Invalideneinkommen von
Fr.
27‘163.--
gegenüberzustellen sei. Die Beschwerde
führerin
habe folglich kei
ne Erwerbs
-
einbusse erlitten und es liege kein Invaliditätsgrad vor, der einen Renten
-
anspruch zu begründen ver
möchte
(
Urk.
2 S. 2).
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewese
nen Personen sollten in erster Li
nie die aus dem Auszug aus dem i
ndividu
ellen Konto ersichtl
ichen Löhne herangezogen werden
.
Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und
verhältnismässig
kurz
fristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011
vom 29. März 2012 E. 3,
E. 4.1
f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass
die versicherte Person
im
Gesund
heitsfall
ihre
nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Validenein
kommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständi
gen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe
Abschrei
bungsquote
auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen d
i
e
v
ersicherte
Person
, auch als
ihre
Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Fest
legung des
Valideneinkommens
massgebend
, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6
-7)
.
5.2
Die Beschwerdeführerin liess wiederholt geltend machen, bei der von 2002 bis Ende 2009 ausgeübten selbständigen Tätigkeit habe es sich bereits um eine ihrem Leiden angepasste Tätigkeit gehandelt (
Urk.
1 S. 4 f. und S. 9 f. sowie 7/98/3 f.).
Diese Behauptung
widerspricht
den medizinischen Unterlagen,
gemäss welchen
zwar in den Jahren 1992 bis 2000 sporadisch kurzfristige
Hospitalisationen
in der Klinik
E._
stattfanden (
Urk.
7/43/3-4), dann aber erst wieder nach Aufgabe der selbständigen Tätigkeit ab November 2009 (
Urk.
7/17, 7/26 und 7/52), allenfalls ab März 2009 (
Urk.
7/23), eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und die Beschwerdefüh
rerin erneut hospitalisiert war.
Darüber hinaus wurde in der Beschwerdeschrift weder etwas vorgebracht noch ist etwas ersichtlich, weshalb es sich rechtferti
gen würde, abweichend vom Regelfall nicht an das gemäss IK-Auszug zuletzt erzielte (
allenfalls
durchschnittliche) Einkommen, sondern
an einen
Tabellen
lohn
gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE)
anzuknüpfen. Vielmehr
spricht gegen ein solches Vorgehen
, dass die Beschwerdeführerin während rund acht Jahren, mithin während längerer Zeit selbständig erwerbstätig war und sich mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen begnügte, mit dem sie ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten konnte. Selbst als
ab
Anfang des Jahres
2006 keine Unterhaltsansprüche mehr gegenüber ihrem geschiedenen Ehemann bestanden (vgl.
Urk.
7/7 und 7/8), unternahm die Beschwerdeführerin während dreier Jahre keinerlei Bemühungen, um eine besser bezahlte unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen
,
und hielt an ihrer selbständigen Tätigkeit fest
.
Obwohl
s
ie damals noch gesund war, nutzte
sie
ihr wirtschaftliches Potential
nicht voll aus.
In ihrem Schreiben vom 1
0.
Mai 2012 betreffend Beendigung der Stellensuche bezeichnete sie die Auf
gaben als Mutter, Hausfrau und Familienfrau als zentral. Sie beabsichtige, zukünftig zu Hause im künstlerischen Bereich zu arbeiten. Dies ermögliche ihr, das Pensum, die Organisation und den zeitlichen Rahmen ihrer momentanen Belastbarkeit und ihrem Alter anzupassen und weitgehend selbst zu bestimmen (Urk. 7/46). Gemäss dem Bericht der
Y._
AG vom 2
9.
Mai 2012 habe die Beschwerdeführerin ein Stellenangebot als Privatbetreuerin mit einem Pensum von etwa 30
%
wie auch eine Offerte für eine Tätigkeit als Empfangsdame in einem Wellnesshotel abgelehnt. Sie habe erklärt, sie suche aktuell lediglich einen Minijob und wolle sich auf den Umzug ins
F._
konzentrieren (
Urk.
7/50). Die Beschwerdeführerin verzichtete im Jahr 2012 somit nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch aus persönlichen Motiven darauf, ihre Erwerbsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Vor dem aufgezeigten Hinter
grund erscheint es nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass sie als Gesunde ab dem Jahr 2012 ein deutlich höheres Erwerbseinkommen erzielt hätte als dasjenige, welches sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens zuletzt tatsächlich erreichte.
Das
Valideneinkommen
hätte
bei der Prüfung des Rentenanspruchs
folglich anhand des IK-Auszuges ermittelt werden müssen. Dieser weist für das
Jahr 2009 ein Einkommen von Fr.
12‘046.-- aus. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
für Frauen
wäre folglich im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns, im September 2012, ein jährliches
Valideneinkom
men
von Fr.
12‘414.--
massgebend gewesen
(vgl. die Volkswirtschaft, 12-2014
, Tabelle B
10
.
3, 2009: 2552, 2012: 2630
)
. Weil die Beschwerdeführerin
damals
ihre Restarbeitsfähigkeit
noch
nicht verwertet hat, hat die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des Invalideneinkommens zu Recht auf den erwähnten Wert der LSE 2010 zurückgegriffen und diesen der Nominallohnentwicklung ange
passt (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b/
bb
). Das
auf diese Weise
er
rechnete
Invaliden
einkommen
von
Fr.
26‘893.90
für das Jahr 2012 ist korrekt
(vgl.
Urk.
7/53)
und
wurde
auch von keiner Seite beanstandet
(vgl. Urk.
1 und 2).
Eine Gegenüber
stellung der massgebenden Vergleichseinkommen ergibt, dass die Beschwerde
führer
in
keine Erwerbseinbusse erlitten hat.
Indem die Beschwerdegegnerin das zumutbare Invalideneinkommen
für das Jahr 2012
einem Einkommen gegenübergestellt hat, das die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall
im Jahr 2012
gar nicht erzielt hätte, hat sie für die Invaliditätsbemessung einen invaliditätsfremden Faktor berücksichtigt.
Mit diesem Vorgehen hat sie gegen die gesetzliche Regelung verstossen, wonach für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nur die durch einen Gesundheitsschaden erlittene Erwerbseinbusse massgeblich ist (vgl.
Art. 1a
lit
. b IVG
,
Art. 7
Abs.
1 und Art. 8
Abs.
1 ATSG
so
wie Art. 28a
Abs.
1 IVG
i.V.m
. A
rt. 16 ATSG
).
Die
rentenzusprechende Verfügung vom
2
0.
Februar 2013
erweist sich daher als unzweifelhaft u
n
r
ichtig.
Die
medizinischen
Abklärungen
haben
keine
wesentli
che
Veränderung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
– insbe
sondere keine Verschlechterung –
ergeben
, welche einer Rentenaufhebung ent
gegen stehen könnten
(vgl.
Urk.
2 S. 1
,
7/79
,
7/81
und 7/96
)
.
Es
ist
folglich korrekt, dass die Beschwerdegegnerin die halbe Invalidenrente mit der ange
fochtenen Verfügung vom 1
4.
Oktober 2014 auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.