# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6edb2b73-aec4-4ef8-a249-5c51d9d992f4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre 1973 geborene
X._
besuchte in Mazedonien die Grundschule, erwarb in der Folge keine berufliche Ausbildung und reiste im Oktober 1991 in die Schweiz ein. Sie ist Mutter dreier Kinder (1992, 1995, 1997) und war ab dem 3
0.
Januar 2006 als Reinigungsmitarbeiterin erwer
bstätig (Urk.
7/16,
Urk.
7/25). Aufgrund einer Arthrose an der Wirbelsäule, eine
s
beid
seitigen Karpaltunnelsyndrom
s
, Bluthochdruck sowie Kalkablagerungen im Bereich der Schulter
n
meldete sich die Versicherte am 2
9.
März 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rent
enbezug an (
Urk.
7/16 S. 5 f.); die operative Sanierung des Karpaltunnelsyndroms
links erfolgte am 1
3.
Februar 2013, diejenige rechts am 2
2.
Mai 2013
(
Urk.
7/119/9,
Urk.
7/27). Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab
8.
Oktober 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom
8.
Januar 2014 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/36) und hielt an diesem Ent
scheid mit Ver
fügung vom 2
3.
Mai 2014 fest (
Urk.
7/44).
1.2
Aufgrund persistierender multipler Schmerzen fand in der Zeit vom 1
6.
bis 2
5.
Juni 2015 an der Klinik für Rheumatologie des
Y._
eine stationäre Schmerztherapie statt (
Urk.
7/53). Am
7.
Juli 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/49). Mit Vor
bescheid vom
9.
Februar 2016 ging die IV-Stelle von einer unveränderten gesundheitlichen Situation aus
,
stell
t
e die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/68) und hielt an dieser Einschätzung mit Verfügung vom 1
3.
April 2016 fest (
Urk.
7/78).
1.3
Mit Gesuch vom 1
1.
Mai 2018 verlangte die Versicherte erneut die revisionsweise Überprüfung des Leistungsanspruchs (
Urk.
7/88). Mit Vorbescheid vom 2
5.
Juni 2018 stellte die IV-Stelle in Aussicht, auf das neue Leistungsbegehren nicht ein
zutreten (
Urk.
7/89). Aufgrund seit längerer Zeit bestehender psychischer Beschwerden liess die IV-Stelle die Versicherte
in der Folge
bidisziplinär abklären (Gutachten vom 2
9.
Juli 2019,
Urk.
7/119). Mit Vorbescheid vom 2
1.
August 2019 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/123) und hielt an dieser Ein
schätzung mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2019 fest (
Urk.
7/135 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
3.
November 2019 direkt bei der IV-St
elle Ein
sprache und beantragte sinngemäss die Neubeurteilung des Invaliditätsgrades anhand
einer realistischen Beurteilung des Invalideneinkommens (
Urk.
1). Die IV-Stelle
über
wies
das Schreiben – nach vorgängiger Information der Versicherten (
Urk.
4) - an das hiesige Gericht zur Behandlung als Beschwerde (
Urk.
3).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
Januar 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 2
0.
Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts ; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassi
fikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V
547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
tels
rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung
eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherun
g; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Inva
liditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umstän
den auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl mas
s
geblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrecht
lichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel
chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfä
hig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi
zini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V
160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass gestützt auf das bidisziplinäre
Gutachten in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfä
higkeit von 80
%
auszugehen sei. Dabei sei es der Beschwerdeführerin in einer Hilfs
arbeitertätigkeit per 2019 möglich ein Einkommen von
Fr.
44'279.-
- zu erzielen, was unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von
Fr.
52'406.-- zu einem renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 16
%
führe (Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte
die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass sie mit ihrem Hintergrund (ohne Ausbildung und gesundheitlich angeschlagen) keine
r
Tätig
keit mehr nachgehen könne. Es gebe im Hilfsarbeiterbereich keine Tätigkeit ohne stän
diges Stehen und Gehen, sodass die Berechnung neu vorge
nommen werden müsse (
Urk.
1).
2
.3
Im Rahmen der ursprünglich leistungsabweisenden Verfügung vom 2
3.
Mai 2014 ging die Beschwerdegegnerin in der angestammten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit ab
8.
Oktober 2013
aus
(
Urk.
7/44). Mit Verfügung vom 1
3.
April 2016
bestätigte sie diese Einschätzung bei unveränderter gesundheitlicher
Situa
tion
(
Urk.
7/78).
Zu prüfen bleibt im vorliegenden Neuanmeldeverfahren, ob es seither zu einer massgebenden Verschlechterung gekommen ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, stellvertretende Oberärztin an der
A._
,
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
8.
September 2018 eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Die Zuweisung sei auf Empfeh
lung der Hausärztin erfolgt, wobei nebst der Medikation eine ca. zweiwöchentli
che Gesprächstherapie stattfinde. Aufgrund der bereits seit Jahren bestehenden Problematik sei von einer längerdauernden, womög
lich chronischen Störung bei ungünstigem Verlauf auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von ca. 50
%
auszugehen (
Urk.
7/101).
3.2
Die für das bidisziplinäre G
utachten vom 2
9.
Juli 2019 veran
twortlichen Fach
ärzte
stellten die folgenden Diagnosen (
Urk.
7/119/8
-9
):
-
Chronisches, generalisiertes Ganzkörperschmerzsyndrom ohne adäquates organisches Korrelat am Bewegungsapparat
-
Chronisches, unspezifisches, zervikales Schmerzsyndrom myofaszialer Aus
prägung
-
Chronisches unspezifisches, lumbales Schmerzsyndrom myofaszialer Aus
prä
gung mit/bei
-
Fehlstatik mit Haltungsinsuffizienz, lumbaler Hyperlordose, muskulä
rer Dysbalance und allgemeiner Dekonditionierung
-
Polysegmentalen degenerativen Veränderungen mit sich nicht neuro
kompressiv auswirkenden Diskusprotrusionen hauptbefundlich L4/5 und L5/S1
-
Zustand nach hochlumbalem M. Scheuermann
-
Aktivierte mediale Gonarthrose rechts
-
Manifeste Ellbogenarthrose links
-
Kernspintomographisch freier Gelenkskörper auf Höhe des Processus coronoideus (MRI 15.06.2017
)
-
Verdacht auf Struthers-Ligament links
-
Verdacht auf Osteopoikilose
-
Metabolisches Syndrom
-
Adipositas Grad III: BMI 46.25
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Dyslipidämie
-
Arterielle Hypertonie
-
Steatosis hepatis
-
Status nach CTS-Operation links am 1
3.
Februar 2013 und rechts am 2
2.
Mai 2013
-
Anhaltende affektive Störung, Dysthymia (ICD-10 F34.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, psych
i
sche und Verhaltensstörungen dur
ch Opioide, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F11.1)
Der Beschwerdeführerin könne jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags zugemutet werden
bei einer aufgrund des schmerz- und adipositasbedingten ver
mehr
ten Pausenbedarfs und des langsameren Arbeitstempos bestehenden Leis
tungsminde
rung von 20
%
. Bezüglich der Einschränkungen seien der Beschwer
deführerin keine kraftaufwendigen und ständig repetitiven Verrichtungen mit dem linken Arm wie auch keine kniebelastenden Arbeitspositionen wie Tätigkei
ten ausschliesslich im Stehen und Gehen wie auch Arbeitspositionen im Knien und Kauern zuzumuten. Basierend auf der psychiatrischen Symptomatik sei keine angepasste Tätigkeit zu definieren; es würden bereits in der angestammten Tätig
keit von psychiatrischer Seite her keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen (
Urk.
7/199/13). In einer dem Leiden optimal angepassten Tätigkeit sei demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen (
Urk.
7/199/14).
4.
4.1
Die für das bidisziplinäre Gutachten vom 2
9.
Juli 2019 verantwortlichen Fach
ärzte legen den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvoll
ziehbaren Weise dar, sodass auf die genannte Erhebung abgestellt werden kann. Dies wurde seitens der Beschwerdeführerin auch nicht fundiert in Zweifel gezo
gen. Hinsichtlich der Einschätzung von
Dr.
Z._
ist einerseits
auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen
,
dass behandelnde
Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Zudem datiert der entsprechende Bericht vom 1
8.
September 2018, sodass die Argumentation der Gutachter, dass es seither aufgrund der Medikation zu einer Verbesserung gekommen sein könnte, nach
vollziehbar erscheint (vgl.
Urk.
7/119/7).
Insgesamt ist somit in einer optimal angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen.
4.2
4.2.1
Aufgrund der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
1.
Mai 2018
ergibt sich ein frühstmöglicher Rentenbeginn per
1.
November 2018 (BGE 142 V 547).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Valideneinkommen anhand der statisti
schen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), wobei sie auf die Tabelle T17 Ziffer 91 (Reinigungspersonal und Hilfskräfte) ab
stellte. Dies ist auf
grund der langjährigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Reinigungsbranche
(
Urk.
7/87)
nicht zu beanstanden. Da
s
entsprechende Einkom
men per 2018
(LSE 2018) liegt dabei
deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt gemäss der Tabelle TA1 tirage skill level (
Fr.
4'179.--
gegenüber
Fr.
4'371.--)
. Selbst wenn man das Valideneinkommen zugunsten der Beschwerdeführerin gestützt auf den höheren Wert ermittelte, würde sich dies aber nicht rentenrele
vant auswirken.
4.2.2
Da die Beschwerdeführerin über keinen in der Schweiz anerkannten Berufsab
schluss verfügt
,
wäre dabei sowohl das Validen- als auch das
Invalideneinkom
men
anhand der gleichen Tabelle der LSE 2018 zu ermitteln
, sodass rechnerisch ein Prozentver
gleich erfolgen kann; diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeits
unfähigkeit unter Berücksichtigung eines (allfälligen) Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_532/2016 vom 2
5. Novem
ber 2016 E. 3.1 mit Hin
weis; Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum IVG, 3. Aufl. 2014 N 35 f. zu Art. 28a).
Hinsichtlich des leidensbedingten Abzuges ist anzumerken, dass der
Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen leidens
bedingten Abzug
ist
, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
gerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Weiter ist bei eine
m Beschäftigungsgrad zwischen 75 und 89
%
statistisch nicht mit einer Lohnei
n
busse zu rechnen (vgl. LSE 2018
Tabelle T18).
Bezüglich den Einwänden der Beschwerdeführerin, dass es auf dem Arbeitsmarkt keine ihr zuzumutenden Tätigkeiten gebe, ist anzumerken, dass
d
er Begriff des aus
geglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ein theoretischer und abstrakter Begriff
ist
, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient,
den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversiche
rung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einer
seits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschie
denartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruf
lichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die versicherte Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver
werten, und ob sie ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auf
lage 2014, Rn 131 zu Art. 28a).
An die Konkretisierung von Arbeits
gelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss keine übermässigen Anfor
derungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Die bundesgerichtli
che Rechtsprechung hat auch wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durch
aus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen).
Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit in e
iner angepassten Tätigkeit von 8
0
%
führt dies zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20
%
. Selbst wenn man aufgrund der Anforderungen an einen behinderungsa
n
gepassten Arbeitsplatz gross
zügigerweise von einem leidensbedingten Abzug in der Höhe von 10
%
ausginge, würde sich dies nicht rent
enrelevant auswirken (IV-Grad 28
%).
4.3
Zusammenfassend führt dies in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens
sind sie der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.