# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a7b90b2-bd3d-456e-802e-e18b3e6c9750
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am _ in G. geboren. Er ist verheiratet und Vater einer Tochter. X. ist Jurist und arbeitet als Leiter Informatik bei der Z. SA in G.. Der Beschuldigte besitzt ein Einfamilienhaus in K. b. G.. Nach Auskunft der Steuerverwaltung der Gemeinde K. ist er für das Jahr 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 254'700.00 und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 318'000.00 erfasst.
B. X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im  verzeichnet.
C. Mit Strafmandat gemäss Art. 170 ff. des Gesetzes über die  (StPO-GR; BR 350.000) vom 2. Dezember 2009, mitgeteilt am 8. Dezember 2009, wurde X. vom Kreispräsidenten D. der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Busse von Fr. 250.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, bestraft. Der Kreispräsidenten D. legte dem Entscheid folgenden Sachverhalt zugrunde:
„Am Samstag, 4. Juli 2009 um 10:30 Uhr fuhr X. mit seinem Personenwagen VW/Passat, Kontrollschild (CH) ZH _, auf der M.passstrasse Richtung Süden. Noch innerorts von M. in den so genannten „Q.“ verlangsamte er das Tempo und fuhr gegen den rechten Fahrbahnrand in der Absicht, anschliessend nach links in eine Quartierstrasse abzubiegen. Dazu betätigte er laut seiner Aussage den linken Blinker. Als er begann abzubiegen, versuchte ihn ein hinter ihm herfahrender Motorradlenker links zu überholen. Dem überholenden Y. gelang es nicht mehr, sein Motorrad abzubremsen. In der Folge streifte er mit seinem Motorfahrzeug das linke Hinterrad des Personenwagens. Er kam zu Fall und blieb mit dem linken Bein unter dem Motorrad eingeklemmt am Boden liegen. Am Bein zog er sich dabei schwere Knochenbrüche zu. Auf Strafantrag wegen Körperverletzung wurde schriftlich verzichtet.“
D. Gegen dieses Strafmandat erhob X. am 18. Dezember 2009 Einsprache beim Kreisamt D.. Mit Schreiben vom 15. Januar 2010 bestätigte der private Verteidiger von X., dass an der Einsprache festgehalten werde und begründete diese. Infolgedessen wurden die Akten, gestützt auf Art. 175 Abs. 1 StPO-GR, dem Bezirksgerichtspräsidium Hinterrhein zur weiteren Behandlung überwiesen.
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E. Die Bezirksgerichtsvizepräsidentin Hinterrhein führte die Untersuchung im ordentlichen Verfahren. Dabei wurden X. als Angeschuldigter, Y. als Auskunftsperson sowie die Partnerin von Y., A., und die Ehefrau des Angeschuldigten, B., als Zeuginnen einvernommen. Ausserdem wurden ein Auszug aus dem Strafregister und dem SVG-Massnahmenregister sowie eine Auskunft über die Steuerfaktoren eingeholt. Am 25. August 2010 erliess die Bezirksgerichtsvizepräsidentin die Schlussverfügung. Mit dem Abschluss der Untersuchung begann die 10-tägige Frist für die Stellung von Anträgen auf Ergänzung der Untersuchung zu laufen, von welcher X. Gebrauch machte. Auf Antrag seines Rechtsvertreters liess er seine Schwiegermutter, C., geborene E., als Zeugin befragen.
F. Nach ergänzter Untersuchung erliess die Bezirksgerichtsvizepräsidentin Hinterrhein am 26. Januar 2011 die Anklageverfügung. Es wurde darin wie folgt verfügt:
1. X. wird wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG, Art. 36 Abs. 1 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG in Anklagezustand versetzt.
2. Der Fall wird dem Bezirksgericht Hinterrhein zur Beurteilung .
3. (Kosten).
4. (Mitteilung).
G. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein vom 22. März 2011, war der Angeklagte X. mit seinem privaten Verteidiger RA lic. iur. Diego F. Schwarzenbach persönlich anwesend. Er stellte folgende Anträge:
1. Der Angeklagte X. sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates.
X. sagte zum Abschluss der Parteiverhandlung, er könne nur nochmals betonen, dass er sich absolut korrekt verhalten und sämtliche Vorsichtsmassnahmen eingehalten habe. Er habe sich darauf verlassen dürfen, dass ihn Y. nicht überholen werde. Keinesfalls sei er nach rechts gefahren oder fast stillgestanden.
H. Mit Urteil vom 22. März 2011, mündlich eröffnet am 22. März 2011, ohne Begründung schriftlich mitgeteilt am 23. März 2011, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein was folgt:
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1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. a) Dafür wird X. mit einer Busse von CHF 250.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'924.50 (Gebühren für das Mandatsverfahren CHF 388.50, Kosten der Untersuchung CHF 1'836.00 und Gerichtsgebühren CHF 2'700.00) gehen zu Lasten von X..
b) X. schuldet dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich:
Busse: CHF 250.00
Verfahrenskosten: CHF 4'924.50
Total: CHF 5'174.50
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind  30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit  Einzahlungsschein zu bezahlen.
c) Wird eine schriftliche Begründung verlangt, ist mit  in Höhe von CHF 5'400.00 (statt CHF 2'700.00) und  höheren Auslagen zu rechnen.
4. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des vorliegenden Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Andernfalls wird das  ohne schriftliche Begründung rechtskräftig.

## Considerations