# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4cd084fe-07f4-4b2a-b680-0883c74ac3b8
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 7. Mai 2015 (FE130718-L)
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Rechtsbegehren: (Urk. 6/88 und Prot. I S. 10 sinngemäss)
"1. Es seien die mit Verfügung des Eheschutzgerichts vom 4. März 2013 (LE120075-O/U) festgesetzten Unterhaltsbeiträge per sofort zu reduzieren respektive aufzuheben.
2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 3'545.– zu bezahlen."
Rechtsbegehren der Beklagten: (Urk. 6/98)
"1. Das klägerische Gesuch um Reduktion der Unterhaltsbeiträge sei abzuwei-
sen.
2. Es sei die jeweilige Arbeitgeberin des Klägers, derzeit die C._ AG, bzw.
die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich anzuweisen, vom monatlichen Gehalt des Klägers bzw. seiner Arbeitslosenentschädigung mit sofortiger Wirkung Fr. 4'435.– abzuziehen und die jeweiligen Beträge direkt auf das Konto der Beklagten bei der Migros Bank (Kto. Nr. ...) zu überweisen.
3. Der Beklagten sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu bewilligen und ihr in der Person des Unterzeichneten ein  Rechtsbeistand zu bestellen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des Klä-
gers."
Verfügung des Einzelgerichts der 5. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 7. Mai 2015:
(Urk. 2 S. 13 f.)
"1. Auf die vom Kläger geltend gemachte Forderung in der Höhe von Fr. 3'545.– (Ziff. 2 des klägerischen Rechtsbegehren) wird nicht eingetreten.
2. Das Gesuch der Klägerin [recte: Beklagten] um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird als gegenstandslos erledigt abgeschrieben.
3. Das Gesuch des Klägers auf Abänderung der Unterhaltsbeiträge wird abge-
wiesen.
4. Die C._ AG wird angewiesen, vom monatlichen Gehalt des Klägers mit
sofortiger Wirkung Fr. 4'435.– abzuziehen und diesen Betrag direkt auf das Konto der Beklagten bei der Migros Bank (Kto. Nr. ...) zu überweisen.
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5. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich wird angewiesen, von allfälligen
monatlichen Taggeldentschädigungen an den Kläger Fr. 4'435.– abzuziehen und diesen Betrag direkt auf das Konto der Beklagten bei der Migros Bank (Kto. Nr. ...) zu überweisen.
6. Die Gerichtskosten des vorliegenden Massnahmeverfahrens betragen
Fr. 3'000.– und werden dem Kläger auferlegt.
7. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung in der
Höhe von Fr. 3'500.– (zuzüglich MwSt.) zu bezahlen.
8. (SM und Berufung)"
Berufungsanträge:
des Klägers, Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2):
"1. Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 5. Abteilung - Einzelge-
richt, vom 7. Mai 2015 im Verfahren FE130718-L sei aufzuheben und die Forderung in der Höhe von Fr. 3'545.– sei durch das Gericht anzuerkennen und zu bestätigen;
2. Ziffer 3, die Abweisung der Reduktion des UHB, derselben Verfügung
(FE130718-L / Z11, 7. Mai 2015, Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung - ) sei aufzuheben und der Unterhaltsbeitrag rückwirkend per 1. April 2015 ganz aufzuheben oder zumindest per 1. April 2015 auf Fr. 3'000.–, per 1. Januar 2016 auf Fr. 1'000.– zu reduzieren und spätestens per 1. Januar 2017 ganz aufzuheben;
3. Ziffer 5, die Anweisung der Arbeitslosenkasse, derselben Verfügung
(FE130718-L / Z11, 7. Mai 2015, Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung - ) sei aufzuheben;
4. Ziffer 6, die auferlegten Gerichtskosten, derselben Verfügung (FE130718-L /
Z11, 7. Mai 2015, Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung - Einzelgericht) seien aufzuheben;
5. Ziffer 7, die Bezahlung einer Parteientschädigung, derselben Verfügung
(FE130718-L / Z11, 7. Mai 2015, Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung - ) sei aufzuheben;
6. Der Kläger sei von der Pflicht, für das vorliegende Berufungsverfahren eine
Vorschusszahlung zu leisten, zu befreien;
7. Dem Kläger sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren;
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8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
der Beklagten, Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten:
(Verzicht auf eine Berufungsantwort)

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte/Prozessuales
1. Seit dem 13. August 2013 (Datum Poststempel) stehen die Parteien
vor Vorinstanz im Scheidungsverfahren gestützt auf Art. 114 ZGB (Urk. 6/1). Im
Rahmen dieses Verfahrens ersuchte der Kläger, Gesuchsteller und Berufungs-
kläger (fortan Gesuchsteller) mit Eingabe vom 31. März 2015 (Datum Poststem-
pel) um Erlass der eingangs zitierten vorsorglichen Massnahmen (Urk. 6/88). Am
7. Mai 2015 fand vor Vorinstanz eine Verhandlung betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen statt (Prot. I S. 32 ff.). Hierbei erweiterte der Gesuchsteller sein Mass-
nahmenbegehren um eine Forderung, und die Beklagte, Gesuchsgegnerin und
Berufungsbeklagte (fortan Gesuchsgegnerin) liess das Massnahmenbegehren
beantworten. Mit Verfügung vom 7. Mai 2015 fällte die erste Instanz den eingangs
wiedergegebenen Entscheid (Urk. 2).
2. Dagegen erhob der Gesuchsteller fristwahrend (vgl. Urk. 6/102/1; Urk.
4/1) mit Eingabe vom 28. Mai 2015 Berufung mit den oben zitierten Anträgen
(Urk. 1). Gemäss Schreiben vom 1. Juni 2015 wurde die Gegenseite vom Ein-
gang der Berufung in Kenntnis gesetzt (Urk. 5). Mit Präsidialverfügung vom 16.
Juni 2015 wurde der Gesuchsgegnerin Frist anberaumt, um die Berufung zu be-
antworten (Urk. 7). Diese Verfügung wurde am 19. Juni 2015 zugestellt (Urk. 7
Anhang). Die 10-tägige Frist zur Erstattung der Berufungsantwort lief somit am
Montag 29. Juni 2015 ab. Innert Frist erfolgte keine Berufungsantwort. Hingegen
erstattete die Gesuchsgegnerin mit Eingabe vom 16. Juli 2015 (Datum Poststem-
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pel) unaufgefordert eine Noveneingabe samt Beilagen (Urk. 8; Urk. 10/1-8). Ge-
mäss Präsidialverfügung vom 20. Juli 2015 wurde dem (nicht anwaltlich vertrete-
nen) Gesuchsteller Frist anberaumt, um sein Äusserungsrecht wahrzunehmen
(Urk. 11). Mit Eingabe vom 3. August 2015 liess sich der Gesuchsteller zur er-
wähnten Noveneingabe innert Frist vernehmen, wobei er zwei Beilagen einreichte
(Urk. 12 und 14/2-3). Diese Eingabe samt Beilagen wurde wiederum der Gegen-
seite gemäss Stempelverfügung vom 19. August 2015 zur Kenntnis gebracht
(Urk. 12 S. 1; Urk. 13; Urk. 14/1-3; Prot. II S. 4). Mit Zuschrift vom 26. August
2015 (Datum Poststempel) nahm die Gesuchsgegnerin von sich aus ihr Replik-
recht wahr (Urk. 16). Diese Eingabe wurde dem Gesuchsteller mittels Stempelver-
fügung vom 31. August 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16 S. 1; Urk. 17; Prot. II
S. 5). Das Verfahren ist spruchreif.
3. Die Ausführungen der Gesuchsgegnerin (welche auf eine Berufungs-
antwort verzichtete) in ihrer Noveneingabe vom 16. Juli 2015 erweisen sich mehr-
heitlich als unzulässige neue Vorbringen, weil sie sich vor dem 29. Juni 2015
(Fristablauf für die Berufungsantwort, vgl. Urk. 7) ereigneten. Dies gilt namentlich
auch für die Beilagen gemäss Urk. 10/3-5 (diverse Mahnungen und Rechnungen
sowie die Kündigungsandrohung der D._) und Urk. 10/6-8 (Unterlagen im
Zusammenhang mit E._). Diese Dokumente sind für die Entscheidfindung al-
lerdings ohnehin nicht relevant.
II. Materielles
A. Forderung des Klägers
1. Die Vorinstanz trat auf die vom Gesuchsteller geltend gemachte Forde-
rung über Fr. 3'545.– betreffend seinerseits für die Gesuchsgegnerin bezahlte
Gesundheitskosten (Prot. I S. 34) nicht ein, weil eine solche Forderung das Güter-
recht betreffe und nicht im vorliegenden Verfahren betreffend Abänderung von
Unterhaltsbeiträgen geltend gemacht werden könne (Urk. 2 S. 4 f.).
2. Der Gesuchsteller rügt, er könne belegen, dass er zu viel Unterhalts-
beitrag in der Form der übernommenen Krankheitskosten der Gesuchsgegnerin
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bezahlt habe. Die von ihm bezahlten Fr. 3'454.– seien an seine bisherigen oder
zukünftigen Unterhaltsbeiträge anzurechnen (Urk. 1 S. 3).
3. Es handelt sich hier um eine Überweisung an die F._ betreffend
die dort versicherte Gesuchsgegnerin im Umfang von Fr. 3'545.– vom 27. August
2012 (Urk. 97/5). Im vorliegenden Verfahren geht es jedoch um die Abänderung
der gemäss Eheschutzentscheid der Kammer vom 4. März 2013 (vgl. Prozess-Nr.
EE120195: Urk. 22) festgesetzten persönlichen Unterhaltsbeiträge zugunsten der
Gesuchsgegnerin. Eine Abänderung kann frühestens ab dem Zeitpunkt des Be-
gehrens, mithin per 31. März 2015 (Urk. 6/88) erfolgen. Die geleisteten Zahlungen
betreffen wohl den Bedarf der Gesuchsgegnerin, beziehen sich jedoch auf ver-
gangene Unterhaltsperioden, weshalb sie Gegenstand einer allfälligen Abrech-
nung, nicht aber Gegenstand dieses Verfahrens bilden können. Die erste Instanz
trat somit zu Recht auf diese klägerische Forderung nicht ein, womit die Berufung
des Gesuchstellers diesbezüglich abzuweisen ist.
B. Unterhaltsbeiträge
1. Vorbemerkungen
Wie bereits die erste Instanz richtig ausführte (Urk. 2 S. 6), können ehe-
schutzrichterlich festgelegte Unterhaltsbeiträge im Rahmen vorsorglicher Mass-
nahmen im Scheidungsprozess abgeändert werden, wenn sich die ihnen zugrun-
de liegenden finanziellen Verhältnisse wesentlich und dauerhaft verändert haben.
Eine Abänderung ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Unterhaltsleistungspflich-
tige sein Einkommen eigenmächtig bzw. schuldhaft vermindert hat, beispielsweise
wenn er grundlos seine Erwerbstätigkeit aufgibt oder eine schlechter bezahlte Ar-
beitsstelle als die bisherige annimmt (Schmid, OFK-ZGB, Art. 179 N 4; FamKomm
Scheidung/Vetterli, 2. A. 2011, Art. 179 N 2). Der Schuldner soll die Folgen seiner
freiwilligen Entscheide betreffend seine Lebensführung selber tragen und nicht
auf seine Unterhaltsgläubiger abwälzen. Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit ist
kein Abänderungsgrund (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2.
A. 2010, N 09.131; Isenring/Kessler, BSK ZGB, 4. A. 2010, Art. 179 N 3).
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2. Leistungsfähigkeit des Gesuchstellers
a) Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller habe glaubhaft darlegen kön-
nen, dass sich seine Einkommensverhältnisse wesentlich verändert hätten. So
ergebe sich aus seinem eingereichten Schreiben der C._ AG, dass der Ziel-
lohn des Gesuchstellers aufgrund weggefallener Mandate um Fr. 44'000.– redu-
ziert worden sei. Auch erscheine zweifelhaft, dass er als Vermögensverwalter
wieder gleich viel verdienen könne, womit in Bezug auf diese Tätigkeit eine dau-
erhafte Veränderung gegeben sei. Zudem erscheine glaubhaft, dass sein Vermö-
gen im Wesentlichen aufgebraucht sei. Bereits das Obergericht habe in seinem
Entscheid vom 4. März 2013 ausgeführt, dass wenn der Gesuchsteller sich beruf-
lich neu als Vermögensverwalter orientieren wolle und dabei das Risiko auf sich
nehme, dies nicht zu Lasten der Gesuchsgegnerin geschehen dürfe. Sollte er die
bei der C._ AG definierten Ziele nicht erreichen und eine Rückzahlung sei-
nes Salärs fällig werden (Malusregelung), hätte er solches selber zu tragen. Sein
Existenzminimum werde damit im Übrigen nicht tangiert, da es ihm freistehe, wie-
der als angestellter Wirtschaftsinformatiker mit gesichertem Einkommen zu arbei-
ten. Anlässlich der Verhandlung vom 7. Mai 2015 habe der Gesuchsteller nun
selber ausgeführt, dass er eine Stelle als Wirtschaftsinformatiker suche, diese
Stellen vorhanden seien, seine Beziehungen ihm dabei helfen würden und er da-
mit ein Einkommen von mindestens Fr. 120'000.– jährlich erzielen könne. Auf-
grund dieser Ausführungen sei davon auszugehen, dass der Gesuchsteller in ab-
sehbarer Zeit wieder eine entsprechende Arbeitsstelle antreten könne. Eine dau-
erhafte Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse liege deshalb nicht vor. Es
könne somit offenbleiben, ob und in welchem Umfang die vom Gesuchsteller
glaubhaft dargelegte Einkommenseinbusse zu einer allfälligen Reduktion der Un-
terhaltsbeiträge an die Gesuchsgegnerin führen sollte. Der Gesuchsteller könne -
wie er selber bestätige - als Wirtschaftsinformatiker einen Lohn von rund
Fr. 9'000.– brutto bzw. wie bis anhin Fr. 8'035.– netto erzielen. Dieser Lohn sei
ihm somit als hypothetisches Einkommen anzurechnen (Urk. 2 S. 8 f.; Prot. I S.
11 ff.).
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b) Der Gesuchsteller kritisiert im Wesentlichen, es stimme nicht, dass er
in absehbarer Zeit eine Stelle als Wirtschaftsinformatiker mit einem Jahresein-
kommen von Fr. 120'000.– aufwärts finden werde. Er habe bereits vor Vorinstanz
klar zu verstehen gegeben, dass solche Stellen (insbesondere als Projektleiter)
rar seien und er nun schon seit mehreren Jahren nicht mehr als Wirtschaftsinfor-
matiker tätig gewesen sei. Er sei längst nicht mehr auf dem aktuellen Stand der
neusten Technologien und habe nie als Programmierer gearbeitet. Er habe bei
der Vorinstanz daher auch gesagt, dass er wohl auch eine Selle als normaler
Bankangestellter suchen müsse, wobei gerade dieser Stellenmarkt durch die ver-
schiedensten Mitarbeiterreduktionen sehr unter Druck sei. Es könne ihm daher
kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden (Urk. 1 S. 4 ff.).
c) Gemäss Eheschutzberufungsentscheid der Kammer vom 4. März 2013
(Prozess-Nr. LE120075, S. 12, 15-19 bzw. Prozess-Nr. EE120195: Urk. 22 S. 12,
15-19) wurde von einem massgeblichen Nettoerwerbseinkommen des Gesuch-
stellers bei der C._ AG von Fr. 8'035.– ausgegangen. Es wurde ihm nament-
lich kein höheres hypothetisches Einkommen angerechnet, obschon er sein frühe-
res Einkommen bei der Bank G._ AG als Wirtschaftsinformatiker (in der Rolle
als Projektleiter; Jahresverdienst: Fr. 355'275.–) freiwillig und beinahe vierfach
verminderte, weil nicht davon auszugehen war, dass er wieder eine vergleichbar
entlöhnte Anstellung als Wirtschaftsinformatiker werde finden können. Allerdings
wurde der Gesuchsteller, der selber einräumte, als Wirtschaftsinformatiker ein
Einkommen von Fr. 9'000.– brutto im Monat erzielen zu können, auf diesem mi-
nimalen Einkommen behaftet, weil Wirtschaftsinformatiker, abgesehen vom Ban-
kenbereich, in anderen Sektoren nach wie vor gefragt waren. Es wurde auch fest-
gehalten, dass wenn sich der Gesuchsteller beruflich neu als Vermögensverwalter
orientieren wolle und ein Risiko auf sich nehme, er dies nicht zu Lasten der Ge-
suchsgegnerin tun dürfe. Sollte er die bei der C._ AG definierten Ziele nicht
erreichen und eine Rückzahlung seines Salärs fällig werden, hätte er solches sel-
ber zu tragen und könnte diesen Malus nicht auf die Gesuchsgegnerin überwäl-
zen. Solches tangiere sein Existenzminimum nicht, weil es ihm freistehe, wieder
als angestellter Wirtschaftsinformatiker mit gesichertem Einkommen zu arbeiten.
Hinzu trete, dass es dem Gesuchsteller auch zumutbar wäre, einen (allfälligen)
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Malus aus seinem ansehnlichen Vermögen zu tragen. Seine einkommensmässige
Leistungsfähigkeit wurde mithin auf Fr. 4'077.– festgelegt (Fr. 8'035.– Einkommen
- Fr. 3'958.– Bedarf). Im Umfang des durch das Einkommen des Gesuchstellers
nicht gedeckten Notbedarfs der Gesuchsgegnerin (Fr. 4'435.– Notbedarf Ge-
suchsgegnerin - Fr. 4'077.–) von Fr. 358.– wurde dem Gesuchsteller jedoch ein
Vermögensverzehr zugemutet, zumal sein verhältnismässig tiefes Einkommen
nicht ausreichte, um ein Leben auf bescheidenem Niveau zu führen, und die Par-
teien bereits seit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses zwischen dem Gesuch-
steller und der Bank G._ AG im Jahre 2011 vom Vermögen lebten und vor
der Trennungszeit einen anderen Lebensstandard gepflegt hatten (vgl. Prozess-
Nr. EE120195: Urk. 22 S. 21).
Dass sich das tatsächliche Einkommen des Gesuchstellers bei der C._
AG per September 2014 zufolge weggefallener Mandate um Fr. 44'000.– brutto
auf rund Fr. 63'000.– brutto pro Jahr und damit wesentlich reduzierte, erscheint
mit der Vorinstanz glaubhaft (vgl. Urk. 2 S. 8; Prot. I S. 34 f., 38 f.; Urk. 6/97/1).
Am 31. März 2015 kündigte der Gesuchsteller dieses Arbeitsverhältnis per Ende
Mai 2015 (Prot. I S. 35; Urk. 103).
Das Rechtsinstitut des hypothetischen Einkommens wurde durch höchstrich-
terliche Praxis begründet (BGE 128 III 4 E. 4a). Bestehen familiäre Unterhaltsver-
pflichtungen, muss der Unterhaltsverpflichtete das ihm Zumutbare unternehmen,
um seinen Unterhaltspflichten nachzukommen (BGE 137 III 118 E. 3.1). In diesem
Umfang ist der Unterhaltsverpflichtete in seiner Lebensgestaltung eingeschränkt.
Kann ein Unterhaltsverpflichteter aufgrund eines zu tiefen Einkommens seinen fi-
nanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen, gilt es in sämtlichen Familiensa-
chen zu prüfen, ob dem Verpflichteten ein hypothetisches Einkommen anzurech-
nen ist (BGE 128 III 4 E. 4a). Dem Verpflichteten wird dabei auferlegt, dasjenige
Einkommen zu erzielen, welches mit zumutbarem Aufwand und gutem Willen tat-
sächlich erzielt werden kann. Mit der Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens wird kein Strafzweck verfolgt, vielmehr geht es darum, die wirtschaftliche
Existenz des Unterhaltsberechtigten sicherzustellen. Dazu ist die Rechtsfrage zu
beantworten, ob dem Gesuchsteller zuzumuten ist, ein höheres als das tatsäch-
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lich erzielte Einkommen zu erwirtschaften. Gegebenenfalls ist dann die Höhe die-
ses Einkommens zu bestimmen. Schliesslich ist zu klären, ob dieses Einkommen
tatsächlich erzielbar ist. Dabei ist auf entsprechende Tatsachenfeststellungen
oder die allgemeine Lebenserfahrung abzustellen (BGE 128 III 4 E. 4a ff.). Ge-
mäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können bei der Beantwortung die-
ser Fragen statistische Daten angewendet werden. Diese müssen aber in so diffe-
renzierter Form vorliegen, dass die individuellen Umstände wie Alter, Ausbildung,
bisherige Berufserfahrung, Wohnort etc. des Unterhaltsverpflichteten berücksich-
tigt werden können (BGE 137 III 118 E. 3.2).
Angesichts seiner rechtskräftigen Unterhaltsverpflichtung gegenüber der
Gesuchsgegnerin im Umfang von Fr. 4'435.– monatlich und der Vorgaben im Ent-
scheid der Kammer vom 4. März 2013 hätte sich der Gesuchsteller bereits als ihm
gemäss Schreiben der C._ AG vom 29. August 2014 (Urk. 6/97/1) die mar-
kante Einkommensreduktion eröffnet wurde, sofort um eine andere Anstellung, sei
es als Vermögensverwalter, Bankangestellter oder in seinem angestammten Be-
ruf als Wirtschaftsinformatiker bemühen können und müssen. Es handelte sich
hier nicht mehr bloss um einen Malus zufolge nicht erreichter Zielvorgaben, son-
dern um einen einschneidenden Lohnrückgang. Wenn der Gesuchsteller ausführt,
er habe vor der Kündigung (Ende März 2015) keine andere Stelle gesucht, weil er
nicht mehr konzentriert arbeiten könne, sich dazu nicht habe motivieren können,
keine Zeit dazu gefunden habe und sich einstweilen auf die finanzielle Unterstüt-
zung durch seinen Vater verlassen habe (Prot. I S. 35 f.; Urk. 6/88 S. 2), vermag
ihn solches in keiner Art und Weise zu entlasten, zumal er selber deponierte, sich
wegen der Konzentrationsstörungen nicht in ärztliche Behandlung begeben zu
haben (Prot. I S. 36). Von einer belegten krankheitsbedingten (teilweisen) Ar-
beitsunfähigkeit des Gesuchstellers kann mithin nicht die Rede sein. Auch die
(sachfremden) im Berufungsverfahren vorgebrachten Entschuldigungsgründe,
wonach er vor der Kündigung immer noch die Hoffnung gehabt habe, es gehe
weiter, und er danach mit seiner eigenen rechtlichen Vorbereitung für die Ver-
handlung betreffend vorsorgliche Massnahmen und jetzt für die Berufung be-
schäftigt gewesen sei, weshalb ihm nebst den täglich zwingenden Arbeiten für
seine Kunden keine Zeit mehr übrig geblieben sei, sich wirklich aktiv auf dem Ar-
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beitsmarkt zu betätigen (Urk. 1 S. 7), helfen dem Gesuchsteller nicht weiter. Es
bleibt dabei, dass er sich in Anbetracht seiner Unterhaltsverpflichtung bereits im
Herbst 2014 intensiv um eine wie bisher entlöhnte Arbeitsstelle hätte bemühen
können und müssen. Entsprechend ist ihm auch vorzuwerfen, dass er sein Ver-
mögen (Vermögensstand per 30.6.2012: Fr. 181'143.–, vgl. Prozess-Nr.
EE120195: S. 18), welches er im Umfang von Fr. 358.– monatlich für die Bezah-
lung der Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin hätte verwenden müssen, of-
fenbar im Wesentlichen aufbrauchte (vgl. Urk. 2 S. 8; Urk. 6/97/4 und nachste-
hende Ziffer III). Es ist daher sowohl betreffend die Einkommensreduktion als
auch den Vermögensverzehr von einer freiwilligen, nicht beachtlichen Minderung
der Leistungsfähigkeit auszugehen.
Vor Vorinstanz gab der Gesuchsteller selbst zu Protokoll, als Wirtschaftsin-
formatiker Fr. 120'000.– pro Jahr aufwärts, mithin Fr. 10'000.– (brutto) im Monat
verdienen zu können (Prot. I S. 37). Zwar fügte der Gesuchsteller auch an, diese
Stellen seien rar, wobei seine Beziehungen unterstützend wirken würden, es
müsse aber zuerst eine Stelle frei werden (Prot. I S. 36 f.). Die aktuelle Wirt-
schaftslage kann in den Sektoren, welche den Gesuchsteller betreffen, jedoch
nach wie vor als günstig bezeichnet werden. Zudem führte der Gesuchsteller sel-
ber aus, dass er jetzt wieder eine Stelle als Wirtschaftsinformatiker suchen müsse
(Prot. I S. 35 f.). Die im Berufungsverfahren neu vorgebrachten Behauptungen,
wonach er zuletzt bei der H._ AG im Oktober 2008 als Wirtschaftsinformati-
ker als Projektleiter tätig gewesen sei, sein Abschluss an der Universität Zürich
über 17 Jahre zurückliege, er nicht mehr auf dem aktuellen Stand der neusten
Technologien sei und zudem nie als Programmierer gearbeitet habe (Urk. 1 S. 4),
sind verspätet (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO) und können somit im Berufungsverfah-
ren keine Berücksichtigung mehr finden.
Dass der Gesuchsteller vergeblich intensiv eine Anstellung als Wirtschaftsin-
formatiker im Bereich Projektleitung (wie bei der Bank G._ AG bis Ende Juni
2011) gesucht hat, wurde, wie erwähnt, weder substantiiert behauptet (vgl. Urk.
12 S. 3 Mitte, wonach er schon "mehrere Arbeitsgesuche" unternommen habe,
wobei davon alle ohne jegliche Begründung abgelehnt worden seien) geschweige
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denn belegt. So ist kein einziges Bewerbungs-/Absageschreiben aktenkundig.
Das ihm angerechnete bisherige monatliche Einkommen von Fr. 8'035.– netto
könnte der Gesuchsteller indessen zudem ohne weiteres mindestens auch als
nunmehr erfahrener angestellter Vermögensverwalter bei einer Bank erzielen.
Diesbezüglich ist auf das Salarium (www.lohnrechner.bfs.admin.ch) zu verweisen.
Hier müssen im Internet mindestens 6 obligatorische Kriterien angegeben wer-
den. Weitere Angaben sind freiwillig. Wenn keine Kategorie ausgewählt wird,
verwendet das Salarium den häufigsten Wert, der in der Erhebung für diese Bran-
che beobachtet wurde.
Konkret ist von folgenden Kriterien auszugehen:
Branche: 64. Finanzdienstleistungen Region: Zürich (ZH) Tätigkeit: 23. Andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten Anforderungsniveau: Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt Stellung: Ohne Kaderfunktion Arbeitszeit (Stunden): 42 Ausbildung: Universitäre Hochschule (UNI, ETH) Alter: 41 (bei Stellung Abänderungsbegehren, März 2015) Dienstjahre: 2 (häufigster Wert Salarium) Unternehmensgrösse: 50 und mehr Beschäftigte (häufigster Wert Salarium) Aufenthaltsstatus: Schweiz Sonderzahlungen: Ja (Boni üblich) Stunden /Monatslohn: Monatslohn
Bei Anwendung dieser Kriterien resultiert sogar ein Medianbruttolohn von
Fr. 10'356.–. Damit ist es dem Gesuchsteller, dessen Vermögen nunmehr aufge-
braucht ist, ohne weiteres möglich, den gesamten Unterhaltsbeitrag von
Fr. 4'435.– aus dem erzielbaren Einkommen zu bestreiten. Es ist denn auch noto-
risch, dass die Banken wieder Stellen zu besetzen haben. Auch vom Alter her be-
findet sich der Gesuchsteller noch längst nicht in einer kritischen Phase, in wel-
cher es mit einer Anstellung schwieriger wird. Vergebliche intensive Suchbemü-
hungen bezüglich einer Stelle als Bankangestellter im Bereich Vermögensverwal-
tung wurden weder konkret behauptet noch belegt. Mit Blick auf die Beziehungen
des Gesuchstellers käme überdies allenfalls auch eine Betätigung als selbststän-
diger Vermögensverwalter in Frage.
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Die neue Behauptung des Gesuchstellers in seiner (freigestellten) Stellung-
nahme vom 3. August 2015, wonach er gemäss Art. 8 und Art. 15 AVIG (fehlende
Vermittlungsfähigkeit) keinen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder habe (Urk. 12
S. 1 unten), wurde weder näher substantiiert geschweige denn durch jedwelche
Belege untermauert. Solches ist daher nicht zu hören, wobei dahingestellt bleiben
kann, ob es sich hierbei um ein unzulässiges Novum (Art. 317 Abs. 1 ZPO) han-
delt. Im Übrigen ist dies mit Blick auf die rückwirkende Anrechnung eines hypo-
thetischen Einkommens auch nicht weiter relevant.
d) Zusammengefasst ist davon auszugehen, dass dem Gesuchsteller die
Erzielung eines Einkommens von wenigstens rund Fr. 8'400.– netto (Fr. 8'035.–
bisheriges Einkommen + Fr. 358.– bislang durch das Vermögen gedecktes Man-
ko der Gesuchsgegnerin) bei entsprechend intensiven Suchbemühun-
gen/Anstrengungen, sei es als Wirtschaftsinformatiker oder als angestell-
ter/selbstständiger Vermögensverwalter, möglich und auch zumutbar ist. Es ist
klar davon auszugehen, dass er in absehbarer Zeit wieder eine so entlöhnte An-
stellung finden wird. Das Gegenteil vermochte der (beweisbelastete) Gesuchstel-
ler jedenfalls nicht glaubhaft zu machen geschweige denn mit Belegen zu unter-
mauern. Ein Abänderungsgrund liegt mithin nicht vor, vielmehr ist, wie erwähnt,
von einer freiwilligen, nicht beachtlichen Verminderung der Leistungsfähigkeit
auszugehen, welche zudem rückgängig gemacht werden kann.
3. Einkommen der Gesuchsgegnerin
a) Die Vorinstanz rechnete der Gesuchsgegnerin kein Einkommen an,
zumal die Gesuchsgegnerin ihre Krankheitsgeschichte und deren Verlauf durch
Arztzeugnisse (Urk. 6/99/96, 97) habe belegen können und zum derzeitigen Zeit-
punkt auch festgehalten werden könne, dass sich ihre Krankheit mittlerweile per-
petuiert habe, so dass in naher Zukunft nicht ernsthaft mit einer Arbeitsfähigkeit
ihrerseits gerechnet werden könne (Urk. 2 S. 9 f.).
b) Der Gesuchsteller bestreitet im Wesentlichen, dass die Gesuchsgegne-
rin aufgrund ihres Gesundheitszustandes dauerhaft nicht arbeitsfähig sei, zumal
kein einziges diesbezügliches Arztzeugnis eingereicht worden sei. Vielmehr habe
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sie bloss eine ärztliche Briefantwort auf die Fragen ihres Anwalts eingereicht (Urk.
6/99/96). Bei der weiteren Beilage (Urk. 6/99/97) handle es sich sodann um eine
reine Beschreibung einer kurzfristigen Medikation ohne Grund, ohne Therapie-
zweck und ohne Bestimmung einer Arbeitsunfähigkeit. Vonnöten wäre jedoch ei-
ne umfassende Krankheitsgeschichte bzw. Begutachtung der Gesuchsgegnerin.
Hinzu trete, dass diese Krankheit nicht ehebedingt sei, weshalb von ihm keine
unbeschränkte Solidarität erwartet werden könne (Urk. 1 S. 7 f.).
Im Scheidungsverfahren ist zu berücksichtigen, dass die vorsorglichen Mas-
snahmen einen anderen Zweck verfolgen als die Eheschutzmassnahmen, zumal
nach Eintritt der Rechtshängigkeit des Scheidungsprozesses eine Rückkehr zur
gemeinsam vereinbarten Aufgabenteilung weder angestrebt wird noch wahr-
scheinlich ist. Insoweit darf dem Ziel der wirtschaftlichen Selbstständigkeit des
bisher nicht oder bloss in beschränktem Umfang erwerbstätigen Ehegatten bereits
eine gewisse Bedeutung zugemessen werden und in stärkerem Ausmass als im
Eheschutzverfahren auf die bundesgerichtlichen Richtlinien zum Scheidungsun-
terhalt (Art. 125 ZGB) abgestellt werden (vgl. BGE 130 III 537 E. 3.2 mit weiteren
Hinweisen). Dennoch ist angesichts des eher kurzfristigen Regelungshorizonts
der vorsorglichen Massnahmen grundsätzlich von den aktuellen Verhältnissen
auszugehen. Kann der Bedarf der Eheleute durch das erzielte Einkommen ge-
deckt werden, spricht dies gegen die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens. Eine Verpflichtung zur Suche einer Festanstellung bzw. zur Aufnahme oder
Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit ist im Massnahmenverfahren nur mit einer
gewissen Zurückhaltung anzunehmen (Philipp Maier, Die konkrete Berechnung
von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt anhand der Praxis der
Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, FamPra 2014, S. 340 mit
weiteren Hinweisen; BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2; LY120021, Urteil I. Zivilkammer
vom 13. August 2012, E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen).
Schon im Rahmen des Eheschutzverfahrens wurde der bereits damals aus
gesundheitlichen Gründen nicht erwerbstätigen Gesuchsgegnerin kein hypotheti-
sches Einkommen angerechnet (vgl. Prozess-Nr. EE120195: Urk. 22 S. 19 f.). Die
Gesuchsgegnerin leidet an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwär-
- 15 -
tig mittelgradiger Episode. Zudem ist sie abhängig von Alkohol und Cannabis.
Laut Bescheinigung von Dr. I._ von der PUK Zürich vom 17. April 2015 ist sie
aufgrund ihrer psychischen Erkrankung aktuell 100% arbeitsunfähig. Überdies
wird ihr betreffend die zukünftige Arbeitsfähigkeit aufgrund der lang anhaltenden
Störung eine eher pessimistische Prognose gestellt (Urk. 6/99/96). Mit diesem
Dokument vermag die Gesuchsgegnerin ihre aktuelle krankheitsbedingte Er-
werbsunfähigkeit hinreichend glaubhaft zu machen. Es bestehen denn auch kei-
nerlei Anhaltspunkte, wonach es sich hierbei um eine Gefälligkeitsbescheinigung
(und damit eine Falschbeurkundung) handeln sollte, wie der Gesuchsteller dies
unterstellen will (Urk. 1 S. 7). Ein (weiteres) Zeugnis des behandelnden Arztes ist
dazu im vorliegenden summarischen Verfahren, in welchem die tatsächlichen Be-
hauptungen bloss glaubhaft zu machen sind und sofort greifbare Beweismittel
vorzuziehen sind (vgl. Urk. 2 S. 3 f.), jedenfalls nicht vonnöten. Eine eigentliche
Begutachtung der Gesuchsgegnerin im Hinblick auf die Beurteilung ihrer Arbeits-
fähigkeit bleibt vielmehr dem im ordentlichen Verfahren zu fällenden Scheidungs-
urteil vorbehalten. Vor diesem Hintergrund rechnete die Vorinstanz der Gesuchs-
gegnerin jedenfalls im vorliegenden Massnahmenverfahren zurecht kein hypothe-
tisches Einkommen an.
4. Bedarfszahlen
Vor Vorinstanz machte der Gesuchsteller keine wesentliche Verände-
rung/Erhöhung seines Bedarfs geltend (Urk. 6/96 S. 1; Prot. I S. 9 f., 22 f.). Die
vorinstanzliche Feststellung, wonach sich sein Bedarf (Fr. 3'958.–, vgl. Prozess-
Nr. EE120195: Urk. 22 S. 20 i.V.m. Urk. 21 S. 19) nur unwesentlich verändert ha-
ben dürfte (Urk. 2 S. 10), blieb unangefochten (Urk. 1 S. 4 ff.). Auch betreffend
den Bedarf der Gesuchsgegnerin (Fr. 4'435.–, vgl. Prozess-Nr. EE120195: Urk.
22 S. 21) wurden keine (wesentlichen) Veränderungen geltend gemacht. Weite-
rungen erübrigen sich daher.
5. Fortdauer der Unterhaltsleistungspflicht des Gesuchstellers während
des Scheidungsverfahrens
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a) Der Gesuchsteller hält die Ehe für nicht lebensprägend und meint, er
sei einer Unterhaltspflicht aus ehelicher Solidarität bereits genügend nachge-
kommen. Weiterer Unterhalt sei nicht mehr geschuldet, zumal die Krankheit nicht
ehebedingt sei (Urk. 6/88 S. 2; Urk. 6/96 S. 6; Urk. 1 S. 8).
b) Die Parteien heirateten am tt. Mai 2005 in Zürich. Seit dem 1. August
2011 leben sie getrennt. Somit wurde die Ehe rund sechs Jahre gelebt. Es han-
delt sich mithin praxisgemäss weder um eine typische kurze Ehe (bis zu fünf Jah-
ren) noch um eine lange Ehedauer (über zehn Jahre). Die Ehe blieb kinderlos.
Ausnahmsweise ist eine kinderlose Ehe jedoch auch nach kurzer Ehedauer le-
bensprägend, wenn ein unterhaltsbedürftiger Gatte aus seinem bisherigen Kultur-
kreis entwurzelt worden ist. Zu denken ist beispielsweise an die Ehe eines
Schweizers mit einer ausländischen Staatsangehörigen, die sich nach der Schei-
dung in der Schweiz nicht ins Wirtschaftsleben zu integrieren vermag, aber auch
in ihrem Ursprungsland keine Aussicht mehr auf Reintegration hat (Haus-
heer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches, 5. A., 2014, § 10, N 10.70; BGer 5A_384/2008; BGer 5C.149/2004). Vorlie-
gend stammt die heute 37-jährige Gesuchsgegnerin aus Thailand und kam erst
im Zuge der Heirat mit dem Gesuchsteller in die Schweiz. Nicht strittig ist, dass
sie sich in der Schweiz bislang weder sprachlich noch arbeitsmässig nachhaltig
und finanziell lohnend zu integrieren vermochte. Namentlich kam sie als Tanzleh-
rerin nicht, wie erhofft, auf einen grünen Zweig. Ebenso wenig im Bereich Golf
Club Fitting und Kinderbetreuung. Zwar bestehen gewisse Anhaltspunkte, wonach
sie in Thailand nach wie vor verwurzelt sein dürfte und ihr eine Rückkehr in die
dortigen Verhältnisse allenfalls zuzumuten wäre. So besitzt sie in der Nähe von
Bangkok ein Grundstück/Haus und unterhält mindestens ein Bankkonto in Thai-
land. Ausserdem leben ihre Mutter und Bekannte in Thailand. Sodann reiste die
Gesuchsgegnerin unbestrittenermassen jedes Jahr für einige Wochen in ihre
Heimat. Auch in ihrem Bedarf wurde ihr ein Betrag für solche Thailandreisen zu-
gestanden. Es ist in Betracht zu ziehen, dass sie dort in der angestammten Tou-
ristikbranche (sie schloss 1998 den Bachelor in Tourism ab) oder als Tanzlehrerin
(wie vor der Ehe) ein Auskommen haben könnte. Anzumerken ist hier jedenfalls,
dass die Gesuchsgegnerin vom Gesuchsteller nicht aus einem Armenviertel in die
- 17 -
Schweiz geholt wurde, ob sie nun der oberen Mittelschicht entstammt oder nicht
(vgl. zum Ganzen: Urk. 6/24 S. 3-22; Urk. 6/26/36-38; Urk. 6/34 S. 4-12; Prot. I S.
10 ff.; Prozess Nr. EE120195: Urk. 21 S. 18 f., Urk. 22 S. 28 ff.).
Ob die Ehe nun tatsächlich lebensprägend war, so dass eine Rückkehr in
die vorehelichen Verhältnisse nicht zuzumuten ist, oder nicht, braucht und kann
im vorliegenden summarischen Massnahmenabänderungsverfahren jedoch letzt-
lich nicht abschliessend geklärt zu werden, sondern ist dem Scheidungsgericht zu
überlassen. Die eheliche Beistandspflicht des Gesuchstellers wird noch nicht
übermässig strapaziert, nachdem er nunmehr seit Juni 2012 gerichtlich festgeleg-
te bzw. seit der Trennung per August 2011 aussergerichtlich vereinbarte Unter-
haltsbeiträge für die, selbst bis auf weiteres nicht leistungsfähige, Gesuchstellerin
bezahlt (vgl. Prozess Nr. EE120195: Urk. 21 S. 6 f., 17 und Urk. 22 S. 33; Urk.
6/26/52 [provisorische Regelung der Nebenfolgen der Trennung]). Vor diesem
Hintergrund ist die Unterhaltsleistungspflicht des Gesuchstellers jedenfalls wäh-
rend des laufenden Scheidungsverfahrens (die Duplik datiert vom 28. November
2014 [Urk. 69]) nach wie vor zu bejahen.
6. Fazit
Weil kein Abänderungsgrund vorliegt und auch die Unterhaltspflicht des Ge-
suchstellers nach wie vor zu bejahen ist, wies der Vorderrichter das Abände-
rungsbegehren des Gesuchstellers somit zu Recht ab. Die Berufung erweist sich
daher als unbegründet und ist abzuweisen.
7. Schuldneranweisung
Der Gesuchsteller ficht mit seiner Berufung auch die Dispositivziffer 5 des
vorinstanzlichen Entscheides betreffend Anweisung der Arbeitslosenkasse des
Kantons Zürich mit an und verlangt deren Aufhebung (Urk. 1 S. 2, Antrag Ziffer 3;
Urk. 2 S. 13). Im Rahmen der Berufungsbegründung führt er aus, sollten seine
Unterhaltspflichten reduziert werden oder wie gehofft wegfallen, bitte er das Ge-
richt zu veranlassen, dass die Schuldneranweisungen an die C._ AG (nicht
explizit angefochtene Dispositivziffer 4) und speziell die Arbeitslosenkasse zu-
- 18 -
rückgezogen werde. Dass er seine Unterhaltspflicht gegenüber der Gesuchsgeg-
nerin nicht mehr erfüllt, bestreitet der Gesuchsteller hingegen nicht. Im Gegenteil
lässt er im Rahmen seiner Berufung erneut mit aller Deutlichkeit erkennen, seiner
Unterhaltspflicht künftig nicht mehr nachkommen zu können (Urk. 1 S. 2, 9; vgl.
auch Urk. 10/2 Auszug Migros Bank-Konto per 9. Juli 2015, echtes und zulässi-
ges Novum, Urk. 11 S. 2; Art. 317 Abs. 1 ZPO). Offenbar bezahlte er auch die Un-
terhaltsbeiträge über Fr. 4'435.– für Juli und August 2015 nicht mehr (Urk. 16 S.
2, echtes und zulässiges Novum). Die Voraussetzungen der Schuldneranweisung
gemäss Art. 177 ZGB (vgl. dazu Urk. 2 S. 11) wären mithin nach wie vor erfüllt.
Allerdings erweist sich die Anweisung an die C._ AG gemäss Disposi-
tivziffer 4 des angefochtenen Urteils nunmehr als überholt und ist entsprechend
ersatzlos aufzuheben, weil der Gesuchsteller per Ende Mai 2015 nicht mehr dort
angestellt ist.
Der Gesuchsteller hält sich sodann offenbar für nicht vermittelbar und hat
sich nicht bei der Arbeitslosenkasse gemeldet, obschon er per Juni 2015 arbeits-
los wurde (vgl. Urk. 8 S. 3 f., 6; Urk. 12 S. 1; Urk. 16 S. 3). Hinzu kommt, dass bei
der Anweisung nicht auf ein hypothetisches Einkommen des Schuldners abzustel-
len ist, wenn bei Zugrundelegung des effektiven Einkommens ein (unzulässiger)
Eingriff in dessen Existenzminimum resultiert (vgl. BGer 5A_490/2012 E. 3). Sol-
ches wäre beim Gesuchsteller allerdings der Fall, nachdem für die Bemessung
des versicherten Verdienstes (wovon der Gesuchsteller im Umfang von 70% tag-
geldberechtigt wäre, vgl. Art. 22 Abs. 2 lit. a AVIG) vom tatsächlichen Durch-
schnittslohn der letzten zwölf Beitragsmonate vor Beginn der Rahmenfrist für den
Leistungsbezug auszugehen wäre (vgl. Art. 37 Abs. 2 AVIV) und der Gesuchstel-
ler seit September 2014 markant weniger verdiente (Urk. 6/97/1; vgl. auch: Prot. I
S. 34 f., wonach er seit November 2014 lediglich noch rund Fr. 5'250.– brutto ver-
diente).
Vor diesem Hintergrund ist gestützt auf die anwendbare eingeschränkte Un-
tersuchungsmaxime (Art. 272 ZPO) auch die Anweisung an die Arbeitslosenkasse
gemäss Dispositivziffer 5 des angefochtenen Entscheids ersatzlos aufzuheben.
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Anzumerken bleibt, dass, weil die Anweisung an einen ganz bestimmten
Schuldner des pflichtvergessenen Ehegatten zu richten ist (vgl. Schmid, OFK-
ZGB, Art. 177 N 4), im Hinblick auf eine künftige Anstellung des Gesuchstellers
nicht auch eine Anweisung an den jeweiligen (noch nicht bekannten) Arbeitgeber
erfolgen kann. Hiezu wäre gegebenenfalls ein neues substantiiertes Begehren er-
forderlich (vgl. auch Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A., Editions
Weblaw, Bern 2014, S. 204 N 8.11 mit Hinweisen).
8. Mit seiner Berufung beantragt der Gesuchsteller neu, die (von der Ge-
suchsgegnerin bewohnte) Wohnung an der J._-Strasse ..., ... Zürich, sei de-
finitiv auf die Gesuchsgegnerin zu übertragen, zumal er aufgrund der offensicht-
lich nicht bezahlten Mieten durch die Gesuchsgegnerin am 26. Mai 2015 die bei-
den eingeschriebenen Mahnungen und Kündigungsandrohungen der D._
vom 13. Mai 2015 erhalten habe. Er fühle sich für diese Wohnung nicht mehr ver-
antwortlich und verweigere jegliche Haftung (Urk. 1 S. 2, 9). Später anerkannte
der Gesuchsteller, dass die Mieten nunmehr offenbar durch E._ (aus dem
von dieser für die Gesuchsgegnerin versteckten Vermögen) bezahlt worden seien
(Urk. 12 S. 4).
Dieses Begehren bildete nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens
und ist daher als neues, erstmaliges Begehren im Berufungsverfahren nicht zu-
lässig. Im Rahmen von Eheschutzmassnahmen oder vorsorglichen Massnahmen
ist sodann nur eine vorläufige Regelung über die Zuweisung der ehelichen Woh-
nung zur Benutzung während des Getrenntlebens zu treffen. Solches geschah
vorliegend bereits im Rahmen des Eheschutzentscheides, worin die eheliche
Wohnung der Gesuchsgegnerin zur alleinigen Benützung während der Dauer des
Getrenntlebens zugeteilt wurde (vgl. Prozess Nr. EE120195: Urk. 21 S. 30, Dis-
positivziffer 3, Urk. 22 S. 32, Dispositivziffer 1). Die endgültige Regelung für die
ehemalige eheliche Wohnung wird im Scheidungsurteil festgehalten werden (vgl.
auch Art. 121 ZGB). Auf den Antrag des Gesuchstellers ist daher, nicht einzutre-
ten. Muss der Gesuchsteller aufgrund der Solidarhaftung Mietzinsen für die eheli-
che Wohnung bezahlen, kann er diese mit den Unterhaltsbeiträgen verrechnen
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(wobei Art. 121 Abs. 2 ZGB Spezialnorm zu Art. 125 Ziff. 2 OR [Verrechnungs-
verbot] ist).
III. Unentgeltliche Rechtspflege
1. Der Gesuchsteller kritisiert, dass die Vorinstanz ihn mit Blick auf sein
aufgebrauchtes Vermögen und das bald fehlende Einkommen nicht darauf hin-
gewiesen habe, dass er ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung stellen könne bzw. solches explizit tun müsse. Die vorinstanzliche Kos-
tenauflage an ihn sei mangels eines entsprechenden Hinweises der Vorinstanz
auf die Möglichkeit der unentgeltlichen Rechtspflege aufzuheben (Urk. 1 S. 10 f.).
Sinngemäss ersucht der Gesuchsteller mithin um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung im vorinstanzlichen Verfahren.
Gemäss Art. 97 ZPO klärt das Gericht die nicht anwaltlich vertretene Partei
über die mutmassliche Höhe der Prozesskosten sowie über die unentgeltliche
Prozessführung auf. Der Gesuchsteller war im Scheidungsverfahren indes durch
Rechtsanwalt lic. iur. K._ vertreten, bis dieser im März 2015 sein Mandat
niederlegte (vgl. Urk. 6/2; Urk. 6/86). Sein Massnahmenbegehren vom 31. März
2015 lancierte der Gesuchsteller zwar ohne anwaltlichen Beistand (Urk. 6/87, 88).
Dies ändert jedoch nichts daran, dass davon ausgegangen werden kann, dass
sein ehemaliger Rechtsvertreter den Gesuchsteller über das Kostenrisiko und
insbesondere die Möglichkeit der unentgeltlichen Rechtspflege ins Bild setzte.
Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund des Entscheides der Kammer vom
4. Dezember 2014 betreffend die Befreiung des Gesuchstellers von der Bezah-
lung eines Gerichtskostenvorschusses, worin dessen Mittellosigkeit bejaht wurde
(Prozess Nr. PC140037, S. 5-7). Gleichwohl stellte sein damaliger Rechtsvertreter
in der Folge offenbar kein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung bzw. Rechtsvertretung; dies wohl mit Blick auf die dem Gesuchsteller sei-
tens seines Vaters gewährten Darlehen (vgl. Prot. I S. 36; Urk. 6/88 S. 2; Urk.
6/89/4). Eine entsprechende Aufklärung durch die Vorinstanz erschien vor diesem
Hintergrund jedenfalls nicht mehr notwendig.
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Somit ist festzuhalten, dass die Vorinstanz ihre Aufklärungspflicht nicht ver-
letzte und der Gesuchsteller vor Vorinstanz rechtzeitig ein Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung hätten stellen können und müssen. Im
Berufungsverfahren erfolgt dies nunmehr verspätet. Ausserdem gebricht es an
der Zuständigkeit der Kammer, erstmalig über ein Armenrechtsgesuch betreffend
das erstinstanzliche Verfahren zu befinden. Im Übrigen vermöchte die Bewilligung
der unentgeltlichen Prozessführung nicht von der Leistung einer Parteientschädi-
gung an die Gegenseite zu befreien (Art. 118 Abs. 3 ZPO). Auch diesbezüglich ist
auf die Berufung bzw. das Begehren des Gesuchstellers somit nicht einzutreten.
2. Soweit der Gesuchsteller um (künftige) unentgeltliche Rechtsvertretung
im vorinstanzlichen Verfahren ersucht, hat er bei der Vorinstanz ein entsprechen-
des (erstmaliges) Gesuch zu stellen. Die Kammer ist dafür nicht zuständig. Auf
sein diesbezügliches Gesuch ist somit nicht einzutreten.
3. Der Gesuchsteller beantragt auch im Berufungsverfahren die unent-
geltliche Prozessführung. Ferner ersucht er um einen Entscheid der Kammer,
dass ihm die unentgeltliche Rechtsvertretung zustehe, damit er zukünftig mit einer
professionellen Vertretung seine Rechte gegen die vertretene Gegenseite vertei-
digen könne (Urk. 1 S. 2, 11).
Betreffend das Berufungsverfahren ist dem Gesuchsteller die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen, nachdem seine Mittellosigkeit zumindest glaubhaft
erscheint (Urk. 89/5, 6, 8; vgl. auch Urk. 2 S. 8; Prot. I S. 34; Urk. 6/24 S. 29; Urk.
6/97/4; Urk. 6/58; Urk. 6/59/104-108; Urk. 6/60 S. 2 sowie Prozess-Nr. PC140037,
S. 5-7) und auch nicht von einer anfänglichen völligen Aussichtslosigkeit seiner
Berufung ausgegangen werden kann (Art. 117 ZPO).
Um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im Berufungsverfahren
ersuchte der mittlerweile prozessgewandte Gesuchsteller, welcher als Wirt-
schaftsinformatiker und Vermögensverwalter arbeitstätig war (vgl. Geschäfts-Nr.
EE120195: Urk. 22 S. 12), erst, nachdem er in der Lage war, die Berufungsschrift
ohne anwaltlichen Beistand selbst zu verfassen (Urk. 1 S. 11; vgl. auch Urk. 11).
Eine Berufungsantwort wurde nicht erstattet. Die beiden unaufgeforderten Einga-
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ben der Gesuchsgegnerin vom 16. Juli 2015 (Urk. 8) und 26. August 2015 (Urk.
16) enthalten, nebst überwiegend unzulässigen Noven, vornehmlich Bestreitun-
gen und Wiederholungen von bereits Gesagtem. Echte relevante neue Vorbrin-
gen (ausgenommen die fehlende Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse, welche
vom Gesuchsteller auch bestätigt wurde; vgl. Urk. 8 S. 3 f.; Urk. 12 S. 1) sind
nicht auszumachen. Es war daher zur Wahrung seiner Rechte auch nicht erfor-
derlich, dem Gesuchsteller im Berufungsverfahren nachträglich die unentgeltliche
Rechtsvertretung zu bewilligen (vgl. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Dieses Gesuch ist
somit abzuweisen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss wird der Gesuchsteller im erst- und zweitinstanzlichen
Verfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Aufhe-
bung der Anweisung an die Gläubiger des Gesuchstellers resultiert aus einer
nachträglichen Veränderung der objektiven Umstände und kann bei der Frage
des Unterliegens im Berufungsverfahren vernachlässigt werden. Zuhanden des
nicht mehr vertretenen Gesuchstellers ist dabei festzuhalten, dass es für die Er-
mittlung des Unterliegens nicht auf die Begründung, sondern die Anträge an-
kommt, und hier hat die Gesuchsgegnerin lediglich auf Abweisung des Abände-
rungsbegehrens antragen lassen (vgl. Urk. 1 S. 10, Ziffer 5) und damit obsiegt.
Die Dispositivziffern 6 und 7 des angefochtenen Entscheides sind daher zu
bestätigen. Die Höhe der Gerichtsgebühr (Fr. 3'000.–) und der Parteientschädi-
gung (Fr. 3'500.– zuzüglich Mehrwertsteuer) wurden seitens des Gesuchstellers
nicht beanstandet, geschweige denn wurden diesbezügliche bezifferte Anträge
gestellt (Urk. 1 S. 2, 10 f.).
Im Berufungsverfahren ist die Gerichtsgebühr auf Fr. 3'000.– festzusetzen (§
5 Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG [LS
211.11]).
Was eine allfällige Parteientschädigung für anwaltliche Vertretung anbelangt
(vgl. Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 lit. b ZPO), liess die anwaltlich vertretene Ge-
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suchsgegnerin im Berufungsverfahren mangels Berufungsantwort keine solche
beantragen. Insbesondere wurde auch kein Vermerk "unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen" angebracht, was bereits genügt hätte (vgl. Urk. 8 S. 1 f. und 6;
Urk. 16 S. 2 und 5). Weil eine Parteientschädigung jedoch nur auf Antrag zuzu-
sprechen ist, kann vorliegend mithin keine solche zugesprochen werden (vgl. Su-
ter/von Holzen, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. A.
2013, Art. 95 N 11 und 29).