# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4dcdb743-3dc6-45b2-ba27-8c7c6ffdf271
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1961, ohne berufliche Ausbildung, war zuletzt
als
Produk
tionsmitarbeiterin bei der Z._
in
einem
10
0%-Pensum tätig
(Urk. 7/18)
. Am
28. Juni 2012
meldete sich die Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk.
7
/6).
Nach Einholung diverser Unterlagen (Urk. 7/12-15, Urk. 7/18, Urk. 7/20) teilte die IV-Stelle der Versicherten am
22. November 2012 mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen mög
lich seien (Urk. 7/21).
Im Hinblick auf die Rentenprüfung
tätigte die IV-Stelle
weitere berufliche und medizinische Abklärungen (Urk. 7/22, Urk. 7/24, Urk. 7/25
, Urk. 7/28, Urk. 7/34, Urk. 7/41, Urk. 7/46) und veranlasste eine bidis
ziplinäre Begutachtung der Versicherten bei Dr. med. A._, Fach
ärztin Rheumatologie FMH und Innere Medizin FMH, sowie Prof. Dr. med. B._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH und
Neurologie
FMH (Urk. 7/54). Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung vom 11. Juli 2014 (Urk. 7/64, vgl. auch Urk. 7/63, Urk. 7/66) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Januar 2015 die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/71). Da
gegen
erhob die Versicherte
am
4. Februar 2015
Einwand
(Urk. 7/80)
und
reichte
mit
ergänzender Begründung
vom
15. April 2015 (Urk. 7/85) einen
Bericht der behandelnden Ärzte der C._ vom 10. April 2015
(
Urk. 7/84
)
ein
.
Mit Verfügung vom 8. September 2015 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren gemäss Vorbescheid ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 22. September 2015 Beschwerde und bean
tragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine angemessene Invali
denrente auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 21. Okto
ber 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-93), was der Beschwerde
führerin
am
26
.
Oktober
201
5
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(
Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz
es über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundes
gesetz
es über
die
Invalidenversicherung
, IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V
352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorga
ben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diag
nose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne wei
teres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähig
keiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zu
mutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.2.2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somato
former Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kate
gorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Präponderanz der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist recht
licher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der Stand
ardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psycho
so
matischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesund
heitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
schein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
1.
3
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min
des
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
ge
n einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
ter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung
, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, aufgrund der gutachterlichen Beurteilung sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätig
keit zu 100 % zumutbar. Beim Bericht der behandelnden Ärzte der C._ vom 10. April 2015 handle es sich im Wesentlichen um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits geltend, aufgrund ihres gesundheit
lichen Zustands bestehe mindestens Anspruch auf eine Teil-Invalidenrente.
Betreffend das internistisch-rheumatologische Gutachten erstaune, dass die ange
stammte Tätigkeit, welche lediglich in einigen Teilen nicht angepasst sei, gar nicht mehr, angepasste Tätigkeiten jedoch in vollem Pensum mit voller Leis
tungsfähigkeit ausgeübt werden könnten. Dies sei ein Widerspruch. Weiter nenne
der psychiatrische Gutachter an einer Stelle den Namen eines anderen Explo
randen, was Zweifel an der seriösen Beurteilung der Beschwerdeführerin durch den Gutachter wecke. Insbesondere sei das psychiatrische Gutachten je
doch des
halb nicht verwertbar, da zu Unrecht nicht von einer eigenständigen psychi
sche
n Störung ausgegangen werde. Gemäss Bericht der behandelnden Ärzte bestehe mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depres
sive Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Ausserdem seien die Schluss
folge
rung
en des psychiatrischen Gutachters nicht nachvollziehbar, da die Diag
nose einer chroni
schen Anpassungsstörung mit depressiver und ängstlicher Stimmung nach ICD-10
nicht existiere. Auch könne nach zwei Jahren keine Anpassungsstörung mehr diagnostiziert werden, sondern es müsse auf die kor
rekte Diagnose der mittelgradig depressiven Episode abgestellt werden. Das Gutachten sei nicht ver
wertbar, da es den Anforderungen der Rechtsprechung an ein ärztliches Gut
achten nicht genüge. Zudem sei die diagnostizierte chro
nische Schmerzstörung unter Bezugnahme auf die bisherige Rechtsprechung anhand der Foerster Krite
rien geprüft worden und es sei keine Prüfung der be
achtlichen Indikatoren ge
mäss neuer Rechtsprechung erfolgt. Schliesslich sei bei der Ermittlung des Inva
liditätsgrades mindestens ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu gewähren (Urk. 1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 8. September 2015 in medizinischer Hinsicht auf das bidisziplinäre Gutachten
von Prof.
B._
und Dr.
A._
. Darin werden die bis zur Begutachtung de
r Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammenge
fasst
(Urk. 7/63/5-36, vgl. auch Urk. 7/66/4),
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfol
genden Erwägungen darauf Bezug genommen.
3.2
In der bidisziplinären Zusammenfassung vom 11. Juli 2014 nannten die Gut
ach
ter folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Axiale
Spon
dylarthropathie
mit
Sakroiliitis
und Spondylitis anterior vor allem der Deck
platte LWK1 und LWK3 ohne entzündliche Veränderungen im Bereich der HWS und der BWS, mit peripherer Beteiligung vor allem des rechten Schulter
gelenks, jedoch keiner entzündlichen Veränderung beider Hände (MRI 03/2013), bild
ge
bend stationär beziehungsweise leicht gebessert (Ganzkörper MRI 01/14 gegen
über Ganzkörper MRI 01/13 und 08/11), bei fehlender Wirkung des TNF-Hemmers Enbrel von 06-08/2012. Es liege keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin benötige eine rückenschonende wechselbelastende Tätigkeit ohne häufige repetitive Belastun
gen der Hände und ohne Arbeiten oberhalb der Kopfhöhe. Dabei könne sie Lasten bis zu 10 kg hantieren (leichtes Belastungsniveau). Tätigkeiten in Nässe, Kälte oder unter grossen Temperaturschwankungen und Arbeiten auf Gerüsten oder Leitern seien zu meiden. Eine solche angepasste Tätigkeit könne die Be
schwerdeführerin zu 100 % ausüben bezogen auf ein Pensum von 100 %. Es sei wahrscheinlich, dass in der angestammten Tätigkeit als Produktionsmitarbei
terin ein Teilbereich nicht angepasst sei. Diesen Teilbereich könne die Beschwer
deführerin nicht mehr ausüben. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine nicht angepasste Tätigkeit habe die Beschwerdeführerin ab 22. August 2011 nicht mehr ausüben können (Urk. 7/64).
3.3
3.3.1
Prof. Dr. B._ stellte im psychiatrischen Teilgutachten vom 30. Juni 2014 (Urk. 7/66) fest, eine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe nicht (Urk. 7/66/25). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine chro
nische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10
F45.41), eine chronische Anpassungsstörung mit depressiver und ängstlicher Stim
mung (DSM IV 309.28), Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit (ICD-10 Z56) sowie finanzielle Probleme (ICD-10 Z59). Bei der psychiatrischen Untersuchung seien Klagen der Beschwerdeführerin über Schmerzen im Vorder
grund gestanden. Psychopathologisch hätten jedoch Zukunftsängste infolge der finanziellen Situation der Familie dominiert (Urk. 7/66/19). Der Affekt sei wechselhaft und themengebunden gewesen. Während sich zu Beginn der Untersuchung ein unauffälliges affektives Bild gezeigt habe, sei die Beschwer
de
führerin bei obengenannten Themen depressiv und ängstlich gewesen. Eine ge
nerelle Stimmungsreduktion mit verminderter Grundstimmung, Lustlosigkeit und Freudlosigkeit, sowie Antriebsstörung seien nicht zu beobachten gewesen.
Somatische Symptome (Schlafstörungen) hätten im Kontext mit den finanziel
le
n Schwierigkeiten bestanden. Im Rahmen der psychosozialen Belastungen habe sich eine subjektiv leidende Explorandin, die in der Opferrolle verharre, präsen
tiert. Die Beschwerdeführerin habe sich schmerzgequält präsentiert und es habe eine Neigung zu katastrophisierendem Denken in der Schmerzverarbeitung be
stan
den (Urk. 7/66/20).
3.3.2
Der Gutachter führte weiter aus, aufgrund der vorliegenden Berichte und der aktuellen bidisziplinären Begutachtung sei davon auszugehen, dass die subjek
tiv beklagten Schmerzen und die objektiven Befunde in Diskrepanz stünden. Bei der Beschwerdeführerin spreche eine deutliche Verstärkung der seit Mitte der 90er-Jahre progredienten, anfänglich episodisch rezidivierenden und später chronischen Schmerzsymptomatik im Zusammenhang mit ihrer Entlassung für das Bestehen einer Schmerzverarbeitungsstörung. Weitere Kriterien seien die deutliche Symptomausweitung der Schmerzen in Lokalisation und Intensität seit dem Jahre 2011, die unzureichende Wirkung der Analgetika und der Physio
therapie sowie die Schmerzintensivierung im Zusammenhang mit emotionalen und psychosozialen Faktoren, wie finanzielle Probleme, Kündigung mit Krän
kungs
erleben und Arbeitslosigkeit (Urk. 7/66/20-21).
3.3.3
Prof. Dr. B._ hielt fest, bei der psychiatrischen Untersuchung habe die Be
schwerdeführerin ein affektiv depressiv-ängstliches Bild nur im Zusammenhang mit der Frage des Kränkungserlebens nach Kündigung im Jahr 2011 und aktuell
mit finanziellen Problemen gezeigt. Eine Verstärkung der Schmerzen werde eben
so durch diese invaliditätsfremden Faktoren ausgelöst. Die psychopatholo
gi
sche Symptomatologie sei Ausdruck einer inzwischen chronifizierten Anpas
sungs
störung mit depressiven und ängstlichen Anteilen gemäss DSM-IV 309.28. Der
DSM-IV unterscheide zwischen einer akuten und einer chronischen Anpas
sungs
störung je nachdem, ob die Störung weniger oder länger als sechs Monate dauere. Bei der Beschwerdeführerin fänden sich sowohl depressive als auch
ängst
liche Symptome (Zukunftsangst), weshalb von einer chronischen An
passungs
störung gemäss DSM-IV 309.28 auszugehen sei. Die Beschwerdeführe
rin habe sich in die Opferrolle und in Krankheit geflüchtet. Die Selbstwirksam
keitserwartung sei gering, der Krankheitsverarbeitungsstil maladaptiv. Es ergebe sich kein Hinweis auf weitere schwere psychiatrische Störungen. Die vordiag
nostizierte mittelgradige Depression sei affektiv nicht mehr bestehend.
Chroni
sche körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter Symptomatik
ohne längerfristige Remission
seien gemäss soma
tischem Gutachten anzunehmen.
Ein sozialer Rückzug bestehe bei der Be
schwerdeführerin nicht, da sie weiterhin eine gute Teilhabe am sozialen Leben habe. Auch ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf liege nicht vor. Sowohl in der Schmerzmedikation als auch in der ressourcenorientierten Psychotherapie würden aktuell keine adäquaten Behand
lun
gen erfolgen (Urk. 7/66/23-24).
3.3.4
Im Rahmen der Beurteilung früherer Arztberichte führte der Gutachter aus, im Bericht der C._ vom Juli 2012 werde eine mittelgradige depressive Episode seit August 2011 diagnostiziert. Bereits damals habe der Psychiater von einer mangelnden Wertschätzung durch den Arbeitgeber und Kränkung infolge der Kün
digung, in deren Rahmen sich eine affektiv-depressive Symptomatik ent
wickelt habe, gesprochen. Die geschilderte Symptomatologie passe grund
sätz
lich zu ei
ner mittelgradigen Depression. Differentialdiagnostisch sei jedoch weder
eine Anpassungsstörung noch eine Schmerzverarbeitungsstörung diskutiert und
die psychosozialen Faktoren seien unzureichend gewürdigt worden. Die Be
schwer
de
führerin sei zu 100 % arbeitsunfähig beurteilt worden, wobei maximal von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen gewesen wäre. Im Bericht der C._ vom Oktober 2013 werde keine Veränderung der Diagnose mitgeteilt, der psychopathologische Befund lese sich jedoch deutlich besser. Wiederum
werde keine Schmerzverarbeitungsstörung diskutiert. Die Arbeitsunfähigkeit wer
de
auf 80 % geschätzt. Da psychosoziale Gründe und Schmerzen für die Psy
chopatho
logie ursächlich verantwortlich gemacht worden seien, sei schon zu diesem Zeitpunkt eine rentenrelevante Arbeitsunfähigkeit zu verneinen (Urk. 7/66/21). Zusammenfassend sei von einer remittierten depressiven Episode auszugehen, welche nach gutachterlicher Sicht allenfalls im Sommer 2012 vor
gelegen habe. Die Diagnosestellung im Bericht der C._ von 2013 werde als nicht korrekt er
achtet. Die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich dadurch, dass einerseits invaliditätsfremde Faktoren die Einschätz
ung der behandelnden Psychiater dominierten und andererseits eine Schmerz
verarbeitungsstörung nicht diagnostiziert worden sei (Urk. 7/66/24).
3.3.5
Der Gutachter hielt abschliessend fest, es liege keine psychiatrische Erkrankung vor, welche geeignet wäre, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin im IV-relevanten Sinne mittel- und langfristig zu mindern und eine Arbeitsun
fähigkeit von über 20 % zu begründen (Urk. 7/66/26).
3.4
Dr.
A._
hielt im internistisch-rheumatologischen Teilgutachten vom 11. Juli
2014 (Urk. 7/63) fest, in der klinischen Untersuchung seien Diskrepan
zen auf
gefallen. Das intermittierende Schmerzstöhnen sei bei Ablenkung ver
schwun
den
. Alle drei Wirbelsäulenabschnitte (HWS, BWS und LWS) und alle grossen peri
pheren Gelenke seien normal beweglich gewesen. Radikuläre Zei
chen seien
nicht vorhanden gewesen. Insbesondere hätten weder im Bereich der Hände noch
der Füsse Synovitiden oder klinische Hinweise auf akute oder chronische ent
zündliche Veränderungen bestanden. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points sowie alle acht Kontrollpunkte pathologisch gewesen. Auffallend sei ge
wesen, dass unter Ablenkung an den Tender Points deutlich höhere Druckbe
lastungen ertragen worden seien als bei der direkten Prüfung. Das Schmerz
gebahren der Beschwerdeführerin sei ganz untypisch für Patienten mit einer axialen
Spondylarthropathie
, dagegen typisch für Patienten mit aus
gedehnten chronischen Schmerzen. Entgegen der Angaben der Beschwerdefüh
rerin hätten sich die von ihr bezeichneten Medikamente im Blut nicht nach
weisen lassen
(Urk. 7/63/46). Zusammengefasst bestehe eine axiale Spondylar
thropathie, wel
che sich vor allem durch eine
Sakroiliitis
links, eine Spondylitis anterior der Deck
platten LWK1 und LWK3 sowie einen peripheren Befall des rechten Schulter
gelenks äussere. Die Befunde seien jedoch insgesamt wenig fortgeschritten und seit 08/2011 bildgebend und klinisch nicht progredient, sondern teils stationär, teils sogar gebessert. Die Befunde erklärten keinesfalls das Ausmass der angegebenen Beschwerden. Die Beschwerdeführerin könne eine angepasste Tätigkeit zu 100 % ausüben bezogen auf ein Pensum von 100 %
(Urk. 7/63/47).
4.
4.1
Sowohl das
internistisch-rheumatologische
Gutachten (Urk.
7/63
) als auch das psychiatrische Gutachten (Urk.
7
/
66
) erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
(E. 1.5). Beide Gutachten beruhen auf fachärztlichen Untersuchungen und wurden
in Kenntnis der rele
v
anten
V
orakten
(
Urk. 7/63/5-36, Urk. 7/66/4
)
abge
geben. Die Gutachter nahmen zu früheren medizinischen Beurteilungen Stellung (Urk
. 7/63/51
,
Urk. 7/66/
21-22
) und erhoben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen. Die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer
den wurden berücksichtigt und die Gutachter setzten sich hinreichend mit diesen auseinander. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerung nach
vollziehbar begründet. Insbesondere erlaubt das
psychiatrische
Gutachten auch eine schlüssige Beurteilung im
Lichte der gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung rel
evanten Indikatoren (vgl. E. 4.3
).
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin beanstandet (E. 2.2), dass Prof. Dr. B._ im psy
chiatrischen Gutachten an einer Stelle den Namen einer anderen Exploran
din („D._“; vgl. Urk. 7/66/23) nennt ist festzuhalten, dass die Nennung eines ande
ren Namens zwar
eine gewisse mangelnde Sorgfal
t beim Verfassen des Gutach
tens erkennen lassen könnte. Dieser Umstand zeigt
für sich allein
jedoch nicht
, dass d
er Gutachter
in fachlicher Hinsicht
bei seiner Beurteilung
unsorgfältig vorge
gangen wäre
,
zumal
darüber hinaus
keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, auf
grund welcher angenommen werden müsste, dass die
psy
chia
trische
Untersu
chung
und Befunderhebung
nicht lege artis vorgenommen worden wäre
n
.
Es ist vielmehr
davon auszugehen, dass es sich um einen Ver
schrieb handelte
. Dies ist insbesondere daran ersichtlich, dass die im psychia
trischen Gutachten erhobene Anamnese (Urk. 7/66/5-10) mit derjenigen von Dr. A._ (Urk. 7/63/3-4) übereinstimmt und dass der Name der Beschwer
de
führerin bzw. die Abkürzung „Explorandin B.“ mehrmals und unter anderem auch auf der entsprechenden Seite 23 aufgeführt wurde, der Name der anderen Explorandin sich hingegen nur einmal findet. Dieser einma
lige Verschrieb
genügt entsprechend nicht, den
Beweiswert des
psychiatrischen Gutachtens zu min
dern.
4.3
Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, das internistisch-rheumato
logi
sche Gut
achten sei widersprüchlich, da die Beschwerdeführerin der gutachter
lichen Ein
schätzung zufolge die angestammte Tätigkeit gar nicht mehr ausüben könne, angepasste Tätigkeiten jedoch in einem vollen Pensum bei voller Leis
tungsfä
higkeit zumutbar seien sollen. Dies zeige, dass die Beschwerden in einer angepassten Tätigkeit ungenügend berücksichtigt worden seien (Urk. 1 S. 3). Dr. A._ hielt fest, dass die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitar
bei
terin in einem Teilbereich nicht angepasst sei und die Beschwerdeführerin diesen
Teilbereich entsprechend nicht mehr ausüben könne (E. 3.2, Urk. 7/63/48-49). Die Gutachterin erstellte das Belastungsprofil aufgrund der Leistungseinschrän
kungen durch die axiale Spondylarthropie mit Beschwerden im rechten Schul
ter
gelenk, wobei sie entsprechend insbesondere rückenbelastende Tätigkeiten und Arbeiten oberhalb der Kopfhöhe als unzumutbar erachtete. Sie stützte ihre Beurteilung dabei auf den Beschrieb der angestammten Tätigkeit und zog den aktenkundi
gen Arbeitsplatzbeschrieb aus dem Bericht des E._ vom 11. September 2008 bei. Gemäss diesem war die Beschwerde
füh
rerin als Pro
duktionsmitarbeiterin in der O._-Produktion tätig. Dabei stand sie ganz
tags an einer Fliessbandmaschine und musste im etwa viertel
stündlichen Rhythmus einen 5-Liter-Eimer voll flüssigem Teig über Kopf in einen Behälter füllen (vgl. Urk. 7/63/48). Damit erscheint die angestammte Tätigkeit mit Blick auf die körperlichen Einschränkungen zwar bloss in einem Teilbereich, nämlich den Arbeiten über Kopf, als nicht angepasst. Indem die Beschwerdeführerin solcherart belastende Arbeiten jedoch ungefähr vier Mal pro Stunde ausüben musste, diese die ganze Tätigkeit aufgrund ihrer Häufigkeit somit geradezu dominierten und darüber hinaus keine Ausweichmöglichkeiten ersichtlich sind, ist es nachvoll
ziehbar, dass der Beschwerdeführerin die Aus
übung dieser Tätigkeit als gänzlich unzumutbar erachtet wird.
Die Gutachterin hat die körperlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin somit hinreichend berücksichtigt. Ein Widerspruch, wie von der Beschwerdeführerin geltend ge
macht, ist nicht ersichtlich.
4.4
4.4.1
In psychiatrischer Hinsicht scheitert die
Annahme einer invalidisierenden Arbeits
unfähigkeit
grundsätzlich
bereits am Fehlen eines fachärztlich festge
stellten Gesundheitsschad
ens mit Krankheitswert (vgl. E.
1.2
.1, E. 3.3.5
).
Die
Beschwerdeführerin beanstandete diesbezüglich, gemäss den behandelnden Ärzten
der C._ liege eine mittelgradige depressive Episode nach ICD-10 F32.1 vor, womit der psychiatrische Gutachter zu Unrecht keine eigenständige psy
chische Störung angenommen habe (Urk. 2 S. 3).
4.4.2
Soweit die Beschwerdeführerin gegen die Beweiskraft des Gutachtens Berichte der behandelnden Ärzte anführt, ist
zunächst
darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten nicht in Frage gestellt werden muss und auch kein Anlass zu weiteren Abklärungen besteht, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abwei
chenden Auffassungen festhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_830/2007 vom 29. Jul
i 2008 E. 4.3 mit Hinweisen). Prof. Dr. B._ äusserte sich aus
führ
lich zu der von den behandelnden Ärzten abweichend gestellten Diagnose
einer mittelgradig depressiven Episode. Insbesondere legte er nachvollziehbar dar
,
dass die behandelnden Psychiater invaliditätsfremde psychosoziale Faktoren mit
berücksichtigt hätten und solche das psychopathologische Bild bei der Be
schwer
deführerin überwiegend mitbestimmten. Dies führe zu einer abweichen
den Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Ausserdem liessen die Berichte eine Dis
kussion einer Schmerzverarbeitungsstörung sowie einer Angststörung gänzlich vermissen (vgl.
E. 3.
3.4). Anlässlich der aktuellen Untersuchung konnte der Gutachter weder eine Stimmungsreduktion mit verminderter Grundstimmung, noch Lustlosigkeit, Freudlosigkeit oder eine Antriebsstörung und damit keines der typischen Symptome einer depressiven Episode beobachten. Die affektive Situation war im Vergleich mit den Vorbefunden verbessert respektive verän
dert und es zeigte sich ein grundsätzlich unauffälliges affektives Bild. Nur im Kontext mit den finanziellen Schwierigkeiten und Zukunftsängsten zeigte sich die Beschwerdeführerin depressiv (vgl. auch E. 3.3.1, E. 3.3.3). Vor diesem Hin
tergrund überzeugt die gutachterliche Einschätzung, wonach eine depressive Episode allenfalls im Sommer 2012 vorgelegen hat, jetzt aber remittiert ist und keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zeitigt. Der ein
wandweise eingereichte Bericht der C._ vom 10. April 2015 (Urk. 7/84) ent
hält sodann keine neuen Befunde oder Diagnosen, welche im Wesentlichen nicht bereits in den Vorberichten genannt und entsprechend gutachterlich dis
kutiert worden wären. E
ntgegen der
Ansicht der
Beschwerdeführerin beinhalten
die Berichte der behandelnden Ärzte
somit
keine Gesichtspunkte, welche A
nlass dazu geben könnten, an der Beurteilung
de
s
psychiatrischen
Gutachter
s
zu zweifeln.
Selbst wenn im Übrigen von der Diagnose einer mittelgradig depressiven Störung auszugehen wäre, wäre eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit, wie von den Ärz
ten der C._ angenommen (Urk. 7/84/2), mit Blick auf die Ressourcen der
Be
schwerdeführerin (vgl. E. 3.3.3, Urk. 7/66/12) schwerlich nachvollziehbar. Eine
invalidisierende psychische Erkrankung im Sinne des Gesetzes
(vgl. E. 1.2.1) wäre darüber hinaus schon deshalb nicht anzunehmen, da die Therapieoptionen mangels adäquater psychotherapeutischer Behandlung und unzureichender Me
dikation noch nicht ausgeschöpft sind
(E. 3.3.3
; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_399/2016 vom 24. August 2016 E. 4.2 mit Hinweisen
)
. Was das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Diagnose chronische Anpassungsstörung mit de
pres
siver und ängstlicher Stimmung existiere nach ICD-10 nicht, betrifft, so ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass es sich beim von Prof. Dr. B._ ange
wandten DSM-IV
(
E. 3.3.3
)
ebenfalls um ein anerkanntes internationales Klassi
fikationssystem handelt und keine Vorgaben existieren, wonach eine Klassi
fi
kation in jedem Fall nach ICD-10 zu erfolgen hätte. Insbesondere besteht ge
mäss bundesge
richtlicher Rechtsprechung kein Definitionsmonopol der ICD-10 (BGE 130 V 396 E. 6.3).
4.4.3
Die Beschwerdeführerin wies
zu Recht darauf hin, dass sich die Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden geändert hat und Prof.
Dr.
B._
das Gutachten noch unter der alten Rechtsprechung verfasste (E. 2.2). Dies bedeutet indes nicht, dass das Gut
achten nun ohne Weiteres seinen Beweiswert verlieren würde. Gemäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung ist vielmehr im Rahmen einer gesamthaften Prü
fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen im angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.2 mit Hinweisen).
Massgebend ist somit, ob gestützt auf das vorliegende Gutachten die gemäss neuer Rechtsprechung (E. 1.2.2) relevanten Indikatoren hinreichend beurteilt werden können. Die von Prof.
Dr.
B._
detailliert erhobenen Unter
such
ungs
befunde waren grundsätzlich unauffällig (E. 3.3.1). Gemäss Gutachter liegt so
dann eine Diskrepanz zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden und de
n
in der bidisziplinären Begutachtung erhobenen objektiven
Befunden vor (E. 3.3.2). Im Weiteren gelten Schmerzstörungen nach der Rechtsprechung nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) angehbar sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). Diesbezüglich hielt der psychiatrische Gutach
ter fest, dass keine adäquaten ressourcenorientierten, psychotherapeutischen Behandlungen erfolgten und die aktuelle Medikation unzureichend sei (E. 3.3.3). Aus psychiatrischer Sicht sei die Wiedereingliederung möglich, es sei jedoch zu bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin sich hierzu motivieren liesse. Eine Behandlungs- und Eingliederungsresistenz ist damit zu verneinen. Zu den psy
chosozialen Faktoren und insbesondere den Zukunftsängsten durch die finanzi
ellen Schwierigkeiten nahm
der Gutachter
ausführlich Stellung.
Weiter gab er
an, die Beschwerdeführerin habe am sozialen Leben eine gute Teilhabe (E. 3.3.3). Dem geschilderten Tagesablauf ist darüber hinaus zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sich jeden Tag mit ihrer Freundin trifft und den ganzen
Vormittag spazieren (nordic walking) geht (vgl. Urk. 7/66/12). Ein sozialer Rück
zug und eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen lässt sich damit nicht herleiten. Insgesamt
hat
die diagnostizierte chronische
Schmerzstörung somit auch unter Berücksichti
gung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
4.5
Zusammenfassend vermögen die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Ein
wendungen das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen, weshalb
es
aufgrund der
gutachterlichen Beurteilungen
als ausge
wiesen zu erachten ist
, dass der
Be
schwerdeführerin
eine
angepasste
wechselbe
lastende, rückenschonende Tätig
keit mit leichtem Belastungsniveau (bis zu 10 kg), ohne häufige repetitive Bela
stungen der Hände, ohne Arbeiten oberhalb der Kopfhöhe, auf Leitern oder Gerüsten sowie ohne Tätigkeiten in Nässe, Kälte oder unter grossen Tempe
ratur
schwankungen zu 100 % zumutbar ist. Entgegen der Auffassung der Beschwer
deführerin (Urk. 1 S. 4) besteht a
ufgrund der be
weiskräftigen medizinischen Aktenlage kein weiterer Abklärungsbedarf (antizi
pierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.
2.2 mit Hin
weisen).
5.
5.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in qualitativer Hinsicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
Die Beschwerdegegnerin
legte dem Validen
einkommen einen Jahreslohn von Fr. 43‘800.--, welchen die Beschwerdeführe
rin gemäss Auskunft der Arbeitgeberin im Jahr 2012 verdient hätte, zugrunde (
vgl. Urk. 7/18/2
, Urk. 7/69
)
. Dies blieb beschwerdeweise unbestritten und ist mit Blick auf den (hypothetischen) Beginn des Rentenanspruchs im Dezember 2012 (Ablauf der Karenzfrist,
Art. 29 Abs. 1 IVG)
nicht zu beanstanden.
5.2
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf
die Tabellen der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS). Sie ging dabei vom Tabellenlohn
für einfache und repetitive Hilfs
arbei
ten
in der Höhe von
Fr. 4‘225.
-- pro Monat
(LSE 2010, Tabelle TA1, Anforde
rungsni
veau 4)
aus und errechnete ein Invalideneinkommen von Fr. 53‘787.80, welches sie um 14.7 % auf Fr. 45‘881.-- kürzte. Ob mit Blick auf den Medianwert von Fr. 3
‘
958.-- für Frauen in der Herstellung von Nahrungs
mitteln (TA1, Ziff. 10) eine Kürzung des Invalideneinkommens angezeigt ist, muss nicht abschliessend beurteilt werden (vgl. nachfolgend E. 5.3)
.
5.3
Sodann kann auch die
Frage, ob, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (E. 2.2), ein zusätzlicher
Abzug vom Tabellenlohn (vgl.
BGE 126 V 75)
in Höhe von 10 % angezeigt wäre, offen
bleiben
. Denn
selbst unter Ge
währung eines höchstzulässigen Tabellenlohnabzuges von 25 %
würde
kein rentenrele
van
ter Invaliditäts
g
rad resultieren.
Die
Gegenüberstellung des Vali
denein
kommens
und des
entsprechend angepass
ten Invalideneinkommens von
Fr.
34
‘
410.75
(
Fr.
45‘881.-- x 0.75
)
ergäbe
ein
en rentenausschliessenden
Invali
di
tätsgrad von rund 2
1 %.
5.4
Die rentenabweisende Verfügung vom 8. September 2015 erweist sich somit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind ermessensweise auf
Fr. 6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).