# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be1e7dc0-c3c9-4493-a6d9-d35680613fa6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Civil
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. Mit Arrestbefehl des Einzelrichters SchKG am Regionalgericht Prättigau/Davos vom 16. September 2019, gleichentags mitgeteilt, in Sachen der X._ gegen Y.1_, wurde die Arrestlegung diverser dem letzteren gehörender Vermögenswerte bis zum Betrage von CHF 241'00'000.00 zuzüglich Zins von 0.1% pro Tag bewilligt (Proz. Nr. _).
B. Konkret wurde die Arrestierung von verschiedenen Grundstücken in verschiedenen Betreibungssprengeln angeordnet. Das Betreibungsamt Prättigau/Davos wurde als Lead-Betreibungsamt bestimmt und mit dem gesamten Arrestvollzug (Arrest Nr. _) – insbesondere auch der Koordination des rechthilfeweisen Vollzugs – beauftragt. Sichergestellt werden sollten die im Arrestbefehl erwähnten Vermögenswerte bis zur Deckung der Arrestforderung von CHF 241'000'000.00, zuzüglich Zins von 0.1% pro Tag ab dem 8. Juli 2016.
C. Nach Übermittlung der Arrestvollzugsberichte durch die rechtshilfeweise beauftragten Betreibungsämter stellte das Lead-Betreibungsamt Prättigau/Davos am 10. Oktober 2019 die Arresturkunde aus. Darin wird unter anderem die Verarrestierung diverser Grundstücke gemäss Arrestbefehl vom 16. September 2019 (zumindest formell) verschiedener Eigentümer ausgewiesen.
D. Aufgrund der Tatsache, dass die verarrestierten Grundstücke gemäss Grundbuchauszug auf einen anderen Namen als den von Y.1_ (Arrestschuldner) im Grundbuch eingetragen sind, setzte das Betreibungsamt Prättigau/Davos der X._ jeweils gestützt auf Art. 10 Abs. 2 VZG Fristen von 20 Tagen zur Einleitung der Widerspruchsverfahren.
E. Hiergegen liess die X._ (nachfolgend Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt André Brunschweiler und Rechtsanwältin Marion Binder, mit Eingabe vom 21. Oktober 2019 beim Kantonsgericht von Graubünden aufsichtsrechtliche Beschwerde einreichen und das Folgende beantragen:
Dringende Anträge
1. Es sei der Aufsichtsbeschwerde superprovisorisch, ohne Anhörung der Beschwerdegegner, die aufschiebende Wirkung zu erteilen und das Betreibungsamt Prättigau/Davos umgehend darüber zu informieren.
2. Eventualiter sei das Betreibungsamt Prättigau/Davos superprovisorisch, ohne Anhörung der Beschwerdegegner anzuweisen, sämtliche der Beschwerdeführerin mit Arresturkunde vom 10. Oktober 2019 angesetzten Fristen zur Einleitung der
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Widerspruchsverfahren gegen die Beschwerdegegner 1-4 [nachfolgend Beschwerdegegner 2-5; Anmerkung des Gerichts] gemäss Rechtsbegehren Ziff. 1, vorläufig (und bis rechtskräftig über diese Aufsichtsbeschwerde entschieden wurde) abzunehmen.
Rechtsbegehren
1. Es seien sämtliche mit Arresturkunde vom 10. Oktober 2019 im Arrestverfahren _ durch das Betreibungsamt Prättigau/Davos angesetzten Fristen zur Einleitung der Widerspruchsverfahren gegen die Beschwerdegegner 1-4 [nachfolgend Beschwerdegegner 2-5; Anmerkung des Gerichts], namentlich in Bezug auf die folgenden Grundstücke aufzuheben (Nummerierung gemäss Arresturkunde):
a) Nr. 1: Einfamilienhaus mit Hallenbad "A._" Vers.Nr. _, _strasse, O.1_;
b) Nr. 2: Grundstück Nr. _ in O.2_ Y.2_, Liegenschaft Nr. _:
c) Nr. 3: LS Nr. _ Geschäftshaus mit Einstellhalle, _ O.3_;
d) Nr. 4: LS Nr. _, Geschäftshaus, _, O.3_;
e) Nr. 5: LS Nr. _ Baurecht, diverse Geb.Nr., O.3_;
f) Nr. 6: LS Nr. _, Geschäftshaus, _, O.3_;
g) Nr. 7: GB-Blatt _ ME an Autoeinstellhalle, _., O.3_;
h) Nr. 8: GB-Blatt _ ME an Geschäftshaus mit Einstellhalle, _, O.3_;
i) Nr. 9: LS Nr. _ Geschäftshaus, _, O.3_;
j) Nr. 10: Baurechts-Grundstück Geschäftshaus Blatt Nr. _, "Y.3_";
k) Nr. 11: GB-Blatt _ Geschäftsliegenschaft, _, O.3_;
l) Nr. 12: StWE _ in O.3_, "Y.2_", inkl. Miet- und Pachtzinsen.
2. Es seien weder Kosten zu erheben noch Parteientschädigungen zu sprechen.
Die Beschwerdeführerin rügt zusammengefasst eine Verletzung von Bundesrecht. Das Betreibungsamt Prättigau/Davos sei nicht verpflichtet gewesen, bereits jetzt Fristen zur Einleitung der Widerspruchsverfahren anzusetzen. Das Gesetz verlange nach Art. 275 SchKG lediglich eine sinngemässe Anwendung der Pfändungsbestimmungen. Bei einer solchen sinngemässen Anwendung der
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Pfändungsregeln gemäss Art. 108 Abs. 2 SchKG und Art. 10 Abs. 2 VZG sei nach Art. 275 SchKG insbesondere den arrestspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen. So müsse ein "gültiger" Arrest vorliegen, um das Widerspruchsverfahren einzuleiten. Sodann müssten bei der Ansetzung der Frist der Sicherungszweck des Arrests und prozessökonomische Grundsätze beachtet werden. Dies habe das Betreibungsamt nicht gemacht. Auch liege aufgrund der Arresteinsprachen kein "gültiger" Arrest vor, weshalb die angesetzten Fristen zu Unrecht erfolgt seien.
F. Mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 wurde den Parteien die Aufsichtsbeschwerde samt Aufforderung zur Einreichung einer Vernehmlassung zugestellt. Zudem wurde der Beschwerde superprovisorisch einstweilen die aufschiebende Wirkung erteilt.
G. Mit Eingabe vom 31. Oktober 2019 liess sich das Betreibungsamt Prättigau/Davos zur Beschwerde vernehmen, deren Abweisung sowie die Neufestsetzung der Frist zur Einreichung der Widerspruchsklage es beantragt. Auf die Begründung wird verwiesen.
H. Mit gemeinsamer Eingabe vom 20. November 2019 liessen sich die Y.2_ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 2), die Y.3_ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 3), die Y.4_ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 4), alle vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Andreas Mutzner, zur Sache vernehmen und die kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantragen. Auf die Begründung wird an dieser Stelle verwiesen.
I. Y.1_ (nachfolgend Beschwerdegegner 1) und Y.5_ (nachfolgend Beschwerdegegnerin 5), beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix  und Rechtsanwältin M.A. HSG in Law Barbara Badertscher, liessen ihrerseits die Abweisung der Beschwerde beantragen. Auf die Begründung wird verwiesen.
J. Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 16. Dezember 2019 zu den Vernehmlassungen der Beschwerdegegner. Die Beschwerdegegnerinnen 2-4 duplizierten dazu mit Eingabe vom 10. Januar 2020, die Beschwerdegegner 1 und 5 mit Eingabe vom 14. Januar 2020.
K. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
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1. Die vom Betreibungsamt Prättigau/Davos verfügten Fristansetzungen zur Einleitung der Widerspruchsverfahren stellen je für sich betrachtet einzelne Verfügungen des Betreibungsamtes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 SchKG dar, gegen welche keine gerichtliche Klage vorgesehen ist. Die verfügten Fristansetzungen stellen mithin geeignete Anfechtungsobjekte i.S.v. Art. 17 Abs. 1 SchKG dar (vgl. zum Ganzen Alexander Brunner/Mark Reutter/ Zeno Schönmann/Philip Talbot, Kollokations- und Widerspruchsklagen nach SchKG, 3. Auflage, Bern 2019, S. 83; Adrian Staehelin, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung- und Konkurs, Bd. I, 2. Auflage, Basel 2010, N 10 zu Art. 108 SchKG). Die Beschwerdeführerin ist durch die Fristansetzungen jedenfalls insoweit tatsächlich betroffen und beschwert, als sie durch die angesetzte Frist – möglicherweise verfrüht – zur Einleitung des Widerspruchsverfahrens gehalten wird. Sie ist zur Beschwerde legitimiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_324/2015 vom 21. August 2015, E. 3.4.1). Die verfügten Fristansetzungen wurden der Beschwerdeführerin durch Zustellung der Arresturkunde am 11. Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht. Die Beschwerde vom 21. Oktober 2019 erfolgte damit innert der zehntägigen Frist von Art. 17 Abs. 2 SchKG. Sie erfolgte darüber hinaus beim Kantonsgericht von Graubünden als hierfür zuständige Instanz (vgl. Art. 17 Abs. 1 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 SchKG i.V.m. Art. 13 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung- und Konkurs [EGzSchKG; BR 220.000] i.V.m. Art. 8 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.000]). Die übrigen formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Gemäss Art. 17 Abs. 1 und 3 SchKG können mit der Aufsichtsbeschwerde Gesetzesverletzung, Unangemessenheit und Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung geltend gemacht werden. Der Begriff "Gesetz" i.S.v. Art. 17 SchKG ist dabei weit auszulegen, sodass auch Verordnungen, Reglemente und Weisungen des Vollstreckungsrechts mitgemeint sind (Philippe Maier/Ivan Vagnato, in: Kren Kostkiewicz/Vock, Schulthess Kommentar, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Auflage, Zürich 2017, N 20 zu Art. 17 SchKG). In jedem Fall können aber lediglich Verfahrensfehler gerügt werden; über materiell-rechtliche Fragen wird im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht entschieden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 7B.11/2002 vom 5. März 2002 E. 3a).
3. Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde richtet sich prinzipiell nach den kantonalen Verfahrensbestimmungen (Art. 20a Abs. 3 SchKG), wobei die
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## Considerations