# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6078d2f-e6f9-43fc-b523-48f6a25ec1d3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1971
, Mutter von
vier
Kindern (Jahrg
ä
n
ge
1992, 1994, 1996, 1998
), war
zuletzt
als
Dolmetscherin
im Auftragsverhältnis
tätig
(
Urk.
7/8 S. 2-5)
und liess sich parallel dazu bei der
Y._
zur Kosmetikberaterin ausbilden
, wobei d
ies
er
Arbeitsvertrag per 30. Juni 2010 aufgelöst wurde
(
Urk.
7/2 S. 7,
Urk.
7/8 S. 6-9
).
Am 15. September 2009 und am 14. Januar 201
0
erlitt die Versicherte je einen Auffahrunfall, in deren Folge je eine
Hals
wirbelsäulen
distorsion
diagnostiziert wurde (
Urk.
3/4
-5
,
Urk.
7/25 S. 3
,
Urk.
7/26 S. 77
).
Am 30. Juli 2010
meldete sich die Versicherte bei der Invaliden
ver
siche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/9
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab
und
zog
die
Akten der
Unfallversicherung
bei (
Urk.
7/26). Mit Mitteilung vom 7. Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien
aufgrund ihres Gesundheitszustandes
keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich (
Urk.
7/27).
Die Unfallversicherung stellte die Versicherungs
leistungen per 31. Ja
nuar 2012 ein (
Urk.
7/37
; vgl. auch den Vergleich vom
21. Februar be
ziehungs
weise 20. April 2012 betreffend die Einstellung der
Ver
-
si
cherungs
leistungen
und d
ie
einmalige Zahlung von Fr. 2‘000.-- für weitere physio
therapeutische Behandlung,
Urk.
3/11
).
Nachdem die Versicherte im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
s
(
Urk.
7/39
;
Urk.
7/41,
Urk.
7/48-49
)
diverse Arztberichte eingereicht hatte (
Urk.
7/44-46), veranlasste die IV-Stelle eine orthopädisch/rheumatologische Untersuchung durch med.
pract
.
Z._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (Bericht vom 3. April 2012,
Urk.
7/58) sowie
ein psychiatrisches Gutachten durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom
20. September 2012,
Urk.
7/66)
.
Z
u
den Berichten liess
sie die Versicherte
Stel
-
lung
nehmen (
Urk.
7/67,
Urk.
7/74)
und unterbreitete i
n der Folge
Dr.
A._
Zusatz
fragen, zu welchen er
am 26. November 201
2
Stellung nahm (
Urk.
7/77; vgl. auch die Stellungnahme der Versicherten hierzu vom 5. Dezember 2012,
Urk.
7/82).
Die IV-Stelle
verneinte
daraufhin einen Rentenanspruch
der Versi
cherten
mit Verfügung vom
11. Januar 2013
(
Urk.
7/87
=
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 11. Januar 2013 erhob d
ie Versicherte am
28. Januar 2013
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
die
Zusprache
einer Rente ab Januar 2011
(S. 2
Ziffer 2
), eventuell sei
die Rente bis Dezember 2012
(S. 2
Ziffer 3
)
, subeventuell bis April 2012 zu befristen
(S. 2
Ziffer 4)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
25. Februar 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
14. März 2013
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Be
handlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und geschei
terte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenan
strengung
(kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Krite
rien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3 ff.).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vierbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird für Ansprüche auf
Sozi
alversicherungsleistungen
seit jeher vorausgesetzt und hat im Rahmen der 5. IV-Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung beziehungsweise einer Dis
kriminierung der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne bezie
hungsweise nach
Massgabe
der EMRK kann daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2013 vom 20. November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und E. 5.7).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von
Fibromyalgien
(BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
Chro
nic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5), bei dissoziativen Bewe
gungsstörungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare
Funktionsfä
lle
(BGE 136 V 279) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64
E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346 E. 3 mit Hinweisen).
„
Burn
out“ als solches fällt nicht unter den Begriff der invaliditätsrechtlich erheb
lichen Gesundheitsbeeinträchtigungen; es stellt grundsätzlich keinen inva
lidisierenden Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
hielt
zusammengefasst
fest,
die Beschwerdeführerin leide im Wesentlichen an den Folgen eines Schleudertraumas. Gestützt auf die orthopädische Abklärung durch
med.
pract
.
Z._
vom 3. April 2012
und
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom 20. September 2012
sowie unter Berücksichtigung der Überwindbarkeitsrechtsprechung
würden die ge
klagten Beschwerden die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin jedoch nicht beeinträchtigen. Es bestehe daher kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.2
Dagegen machte d
ie
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
geltend
(
Urk.
1)
,
der Beweiswert der Beurteilung durch
Dr.
B._
sei relativ, da sie lediglich aufgrund der Unfallakten betreffend den Unfall vom 14. Januar 2010 erfolgt sei
(
S. 5
).
Trotzdem habe
Dr.
B._
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
für die leichteste ihrer Tätigkeiten als Übersetzerin zu Hause attestiert, welche unter Berücksichtigung ihrer familiären Situation mit Sicherheit noch höher ausfalle. Aus somatischen Gründen bestehe somit auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von zwischen 30 und 100
%
, wobei sich der Gesund
heitszustand - entgegen der Prognose von
Dr.
B._
- nicht per Januar 2012 verbessert habe (S. 5 ff.)
. Des Weiteren könne auf die Einschätzung von
Dr.
A._
aus näher umschriebenen Gründen nicht abgestellt werden (S. 8).
Die Überwindbarkeitspraxis dürfe sodann nicht angewendet werden, da mit der
Dis
kusprotrusion
eine nachweisbare organische Grundlage bestehe.
Im Übrigen liege eine psychische
Komorbidität
vor, und auch weitere Kriterien seien zu be
jahen, womit die Überwindbarkeit zu verneinen sei (S. 9 f.). Schliesslich habe sie
aufgrund der Arbeitsunfähigkeit
vom Unfallversicher
er
bis Januar 2012 das volle Taggeld erhalten
. Eine Verbesserung sei erst später attestiert worden, wo
mit ihr zumindest eine befristete Rente zustehe
(S.
11
)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und mithin die Frage, ob ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Über die neurologischen Konsilien vom 9. und 24. März 2010 berichtete
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie,
am
29. März 2010
(
Urk.
7/2 S. 2-5) und hielt fest, es liege ein Status nach Auffahrkollision am 14. Januar 2010 mit Halswirbelsäulen(HWS)-Distorsion und neurovegetativer sowie neuro
psycho
logischer Symptomatik vor.
Die Versicherte habe von Anfang an über
Cervicobrachialgie
links geklagt.
Im Neurostatus hätten keine
radikulären
Aus
fälle bestanden (S. 4). Als Kosmetikerin sei
die Versicherte
nicht arbeits
fähig, als Dolmetscherin im Rahmen des Möglichen (stundenweise, je nach Verfügbarkeit, S. 5).
Am 19. Juli 2010 (
Urk.
7/19 S. 5 f.) berichtet
e
Dr.
C._
, dass nach wie vor eine ausgeprägte, linksbetonte
musculo-skelettale
Symptomatik mit
neurovege
ta
tiven
Begleiterscheinungen und Leistungsminderung bestehe.
Im Wesentlichen gleichen Inhalts ist sein Bericht vom
2.
September 2010 (
Urk.
7/19 S. 11 f.
), und aus dem Bericht vom 15. März 2011 ergeben sich ebenfalls keine
wesentlichen
neue
n
Erkenntnisse (
Urk.
7/32 S. 3 f.).
3.2
Gemäss dem Bericht des die Versicherte bis April 2010 behandelnden Hausarz
tes
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 7. Oktober 2010 (
Urk.
7/25 S. 1-6) habe die Versicherte am 15. September 2009 und am 14. Ja
nuar 2010 je eine HWS-Distorsion erlitten. Bis Ende April 2010 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab April 2010 könne er nicht vornehmen, da die Versicherte ab jenem Zeitpunkt durch
Dr.
C._
behandelt worden sei (S. 5).
3.3
In einem Bericht der Notfallpraxis
E._
vom 19. Juni 2011
über die einmalige ambulante Behandlung vom 25. März 2011
wurden
muskuloskelettale
Thora
x
schmerzen
seit circa 18. März 2011 sowie ein HWS-Distorsionstrauma am
14. Januar 2010 diagnostiziert. Vom 25. bis zum 29. März 2011 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden zufolge schmerzbedingter körperlicher Einschrän
kungen (
Urk.
7/33).
3.4
In seinen
neurologischen Aktenbeurteilung
en
vom 11. Juli 2011
(
Urk.
7/38 S. 3 ff.) beziehungsweise vom 8. November 2011 (
Urk.
7/38 S. 1 f.)
zuhanden der Unfallversicherung hielt
Dr.
med.
B._
,
Praktischer Arzt und
Neu
rologe,
F._
,
fest, das Studium der Akten führe zum Schluss, dass die aktuellen Beschwerden nicht durch eine Verletzung des peripheren oder zentralen Nervensystems erklärt werden könnten. Die do
kumentierten schmerzbegleiteten Verspannungen der Nackenmuskulatur und die damit erklärbaren Einschränkungen der Kopfbeweglichkeit seien ätiologisch unspezifisch. HWS-Distorsionen seien häufig von Nackenbeschwerden begleitet, welche sich üblicherweise zurückbildeten. Der pathophysiologische Mechanis
mus, der die aktuellen Beschwerden der Versicherten erkläre, beruhe auf
unfall
fremde
Mechanismen, nämlich auf Überforderungen durch die Betreuung der Kinder und die Besorgung des Haushalts. Die Alltagsbelastung und das
Tätig
keitsspektrum
der Versicherten zeigten, dass sie zumindest medizinisch-theore
tisch - also bei Wegdenken ihrer Belastung als alleinerziehende Mutter und der Tätigkeit als Übersetzerin - zu einer angepassten beruflichen Leistung fähig sei.
Wahrscheinlich liege sie mindestens bei 70
%
. Aus dieser Sicht sei die Versi
cherte vermittlungsfähig
(S.
2
).
Aus somatischer Sicht sei eine volle Arbeitsun
fähigkeit nicht erklärbar (S. 4).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei welchem die Versicherte am 1
2.
und 26. Mai 2011 je für eine Stunde in der Ab
klärung gewesen
ist
, diagnostizierte für den Zeitpunkt der Untersuchung und unter dem Vorbehalt der Vorläufigkeit zufolge der kurzen Abklärungsdauer im Bericht vom 20. Februar 2012 eine mindestens mittelschwere depressive Stö
rung (ICD-10: F33.11). Differentialdiagnostisch könne auch an eine
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (F34.21) gedacht werden, aller
dings sei das Ausmass der depressiven Symptome stärker gewesen, als dies für die Diagnose zulässig wäre. Es könne davon ausgegangen werden, dass die de
pressive Störung eine deutliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gehabt habe. So wie die Versicherte ihre Probleme geschildert habe, seien es nicht in erster Linie die somatischen Beschwerden, welche sie in ihrer
Alltagsbewälti
gung
und Arbeitsfähigkeit behindern, sondern die psychischen Symptome (
Urk.
7/46).
3.6
Im Bericht über die orthopädisch/rheumatologische Untersuchung vom 3. April 2012 (
Urk.
7/58) nannte med.
pract
.
Z._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Cervicocephalgie
bei diskreter
Protrusion
der Band
scheibe C4/5 (Computertomographie
(CT)
-Befund vom 9. März 2010, S. 7 Ziffer 8).
D
ie Versicherte habe über ständige Schmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen geklagt (S. 1)
. Aus medizinischer Sicht sei der Be
urteilung von
Dr.
B._
zu folgen, da sich auch bei der heutigen Untersu
chung keine Hinweise auf eine organische Schädigung im Bereich der Schulter-Nackenregion oder Hinweise auf Ausfälle des peripheren oder zentralen Ner
vensystems gefunden hätten (S. 7 Ziffer 9)
.
Es sei eine erhebliche
Selbstlimitie
rung
bei der Untersuchung aufgefallen. Die Versicherte habe psychisch alteriert gewirkt, ein organisches Korrelat zu den geklagten Beschwerden habe auf or
thopädischem Fachgebiet nicht ermittelt werden können. Auch die in den Akten dokumentierten technischen Untersuchungen hätten keine Hinweise auf über das alterstypische hinausgehende Veränderungen der HWS erbracht (S. 8 Ziffer 9). Es sei kein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfä
higkeit im angestammten Beruf beeinträchtige. In der bisherigen Tätigkeit als Dolmetscherin beziehungsweise Kosmetikberaterin bestehe aus medizinisch-or
thopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit Januar 201
2.
In ange
passter und angestammter Tätigkeit mit körperlich leichter bis mittelschwerer, wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 25 kg, ohne Arbeiten in körperlichen Zwangshaltungen, insbesondere ohne
Überkopfarbeiten sei die 100%ige Arbeitsfähigkeit seit Januar 2012 gegeben
(S. 8 Ziffer 10).
3.7
Dr.
A._
stellte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 20. September 2012 (
Urk.
7/66) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18 Ziffer 6.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
Dysthymia
(ICD-10: F34.1), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
Anteilen (ICD-10: Z73.1
; S. 18 Ziffer 6.2
)
.
Zum Untersuchungszeitpunkt habe eine allen
falls leichte depressive oder genauer und spezifischer
dysthyme
Symptomatik mit allenfalls leichter depressiver Verstimmung, leichter Antriebsminderung, unspezifisch vermehrter Erschöpfbarkeit und leicht verminderter Stress- und Frustrationstoleranz auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit
histionischen
Anteilen festgestellt werden können. In der Situation der emotio
nalen Belastung als erwerbstätige, alleinerziehende Mutter von vier Kindern seien die beiden Unfälle im September 2009 und Januar 2010 passiert. Es sei zu einer kurzfristigen Verstärkung der
dysthymen
Symptomatik, möglicherweise im Sinne einer depressiven Reaktion, beziehungsweise Anpassungsstörung, wie vom Psychiater
Dr.
G._
vermutet, gekommen. Diese Symptomatik sei inzwi
schen
,
auch ohne dass die Versicherte eine adäquate psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung wahrgenommen habe, weitgehend abgeklungen.
Im Weiteren sei es der Versicherten zumutbar, die Schmerzen zu überwinden und wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen (S. 17
mitte
).
In der angestammten Tätigkeit als Dolmetscherin oder Kosmetikerin bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit und es habe im IV-rechtlichen Sinne nie eine andau
ernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (S. 19 Ziffer 7.1-2).
Als therapeutische Op
tion sei grundsätzlich bei Interesse der Versicherten die Einleitung einer ambu
lanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, gegebenenfalls inklu
sive einer adäquaten antidepressiven beziehungsweise
stimmungsstabilisieren
den
Medikation
,
und Durchführung derselben über etwa sech
s bis zwölf Monate zu empfehlen. Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Vorgehen mit klaren Zielvereinbarungen, dem Aufbau von Strategien zur Stressbewältigung, der Förderung der Entspannungsfähigkeit sowie der Besprechung eines für die Ver
sicherte nachvollziehbaren psychosomatischen Krankheitsmodells und eine rea
listische Einordnung der Symptome sei anzuraten. Es wäre auch eine psycho
somatische Rehabilitationsbehandlung in einer geeigneten Fachklinik für etwa drei bis vier Wochen - eingebettet in die ambulante Behandlung alternativ - insbesondere bei Beschwerdepersistenz zu empfehlen
(S. 19 Ziffer 8.1).
Bei der aktuellen Begutachtung habe im Gegensatz zur Einschätzung von
Dr.
G._
si
cher keine schwere depressive aber auch keine mittelschwere depressive Symp
tomatik festgestellt werden können. Eine solche ausgeprägte Symptomatik wäre in aller Regel mit einem ausreichenden Leidensdruck verbunden, der auch zu einer zumindest gewissen Motivation für eine adäquate psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung geführt hätte. Die Versicherte habe die Behandlung durch
Dr.
G._
nach zwei Sitzungen abgebrochen und halte eine psychiatri
sche Behandlung für ihre Beschwerden bis heute
nicht für erforderlich
(S. 21 Ziffer 8.5).
3.8
In seinem Ergänzungsbericht vom 26. November 2012 beantwortete
Dr.
A._
die Zusatzfragen der
Beschwerdegegnerin
. Auf die Frage, welche Defizite aus neu
ro
psy
chologischer Sicht bestünden, hielt er fest, bei der ausführlichen gutachterlichen psychiatrisch-psychosomatisc
h-psychotherapeutischen Explora
tion und Unter
suchung hätten keinerlei Hinweise auf besondere psychopa
thologische Defizite oder relevante Defizite aus neuropsychologischer Sicht fest
gestellt werden kön
nen. Somit habe sich keine Indikation oder Notwendigkeit für eine spezielle beispielsweise neuropsychologische Unter
suchung ergeben. Die Frage, wie sich diese Defizite auf die Arbeitsfähigkeit als Übersetzerin auswirkten, beantwortete
Dr.
A._
damit, dass der Hauptfokus der subjektiven und geschilderten Be
schwerden bei einem eher somatisch orientierten Krankheitskonzept einer dif
fusen, unspezifischen Schmerz
-
symptomatik gelegen sei. Die Kriterien für die Di
agnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung seien aus psychiatri
scher Sicht gegeben. Aus psychiatrischer Sicht erscheine sodann die Willensanstrengung für die Überwindung der Beschwerden als zumutbar. Es bestünden keine psychischen Störungen oder Defizite mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit - auch nicht auf die Tätigkeit als Übersetzerin
. Da sich die Versicherte subjektiv trotzdem eingeschränkt gefühlt habe, sei eine adäquate Behandlung empfohlen worden
(
Urk.
7/77).
4.
4.1
Für die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands und der Arbeitsfähig
keit nach dem 1. Januar 2012 lieg
t
der Bericht über die orthopädisch/
rheumatologische Untersuchung vom 3. April 2012 von med.
pract
.
Z._
(vgl. E. 3.6) vor. Darin attestierte sie bei der Diagnose einer
Cervicoce
phalgie
bei diskreter
Protrusion
der Bandscheibe C4/5 eine
100%ige Arbeitsfä
higkeit sowohl für die bisherigen wie auch für angepasste Tätigkeiten bestehend seit
1
. Januar 201
2.
Auf diesen Bericht sowie die darin enthaltenen Einschät
zungen ist abzustellen
, zumal sie auf einer umfassenden Untersuchung beruh
en
und überdies - was die Befunde betrifft -
im Wesentlichen
mit der Einschätzung sowohl von
Dr.
B._
wie auch von
Dr.
C._
übereinstimm
en
.
So hielt
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 29. März 2010 (E. 3.1)
fest, die Versicherte habe von Anfang an über eine
Cervicobrachialgie
geklagt, es
hätten
jedoch keine
radikulären
Ausfälle im Neurostatus
bestanden
. Insbesondere handle es sich beim CT-Befund um eine diskrete diffuse
Protrusion
C4/5, welche sonst normal konfiguriert sei und ohne Beeinträchtigung des
Myelons
bleibe (
Urk.
7/2 S. 3 unten, vgl. E. 3.1)
. Auch
Dr.
B._
hielt fest
,
dass die aktuellen Be
schwerden nicht durch eine Verletzung des peripheren oder zentralen Nerven
systems erklärt werden könnten. Die dokumentierten schmerzbegleiteten Ver
spannungen der Nackenmuskulatur und die damit erklärbaren Einschränkungen der Kopfbeweglichkeit seien ätiologisch unspezifisch. HWS-Distorsionen seien häufig von Nackenbeschwerden begleitet, welche sich üblicherweise zurückbil
deten
(E. 3.4)
.
Es ist
im Weiteren
irrelevant, dass die Beschwerdeführerin mehrere HWS-Distor
sionen erlitt
en hat
. Einzig zu beurteilen
sind die bestehenden Befunde, welche sich in organisch nicht hinreichend erklärbaren Schmerzen, Ermüdbarkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen erschöpften. Dabei fiel bei der Unter
suchung durch med.
pract
.
Z._
auf, dass die Beschwerdeführerin im Rah
men der Untersuchung der HWS über starke Druck- und Berührungsschmerzen klagte, sich reproduzierbare Schmerzpunkte jedoch nicht finden liessen. Zudem wurden bei Ablenkung im Rahmen der Schultergelenkbewegungsprüfung keine Druck- und Berührungsschmerzen der Region geklagt
. Es habe eine erhebliche Selbstlimitierung bestanden
(
Urk.
7/58 S. 4).
Die von med.
pract
.
Z._
ab Januar 2012 attestierte 100%ige Arbei
tsfähigkeit für die angestammte
wie auch angepasste Tätigkeiten vermag demnach zu überzeugen, zumal für diesen Zeitraum keine anderslautenden medizinischen Einschätzungen vorliegen.
4.2
Für den ebenfalls strittigen Zeitraum vor
der von med.
pract
.
Z._
attestier
ten Arbeitsfähigkeit ab Januar 2012 vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011
ist sodann ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
. Wie bereits erwähnt, bestanden auch in jener Zeit abgesehen von der diskreten dif
fusen
Protrusion
C4/5 ohne Beeinträchtigung des
Myelons
keine
objektiven Befunde, welche die geklagten Beschwerden erklären konnten, womit
auch in jenem Zeitraum
im Wesentlichen
von der Halswirbelsäule ausgehende Schmer
zen, die in den Kopf ausstrahlen
(
Cervicocephalgie
)
, vorlagen, was sich mit der Diagnose eines
Status nach HWS-Distorsionen mit den typischerweise geklagten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations
störungen
und Er
müdbarkeit
deckt
.
Dabei
ist insbesondere zu erwähnen, dass das CT des Schä
dels vom 1
2.
März 2010 trotz gewissen Verkalkungen und einem Mikroinfarkt keine Befunde mit Krankheitswert ergab (
Urk.
7/25 S. 12, vgl. auch
Urk.
7/2
S. 4).
4.3
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im Jahr 2011 enthält der
Bericht von
Dr.
B._
widersprüchliche A
ngaben
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. So hielt er fest, die Arbeitsfähigkeit betrage
medizinsich
-theore
tisch - bei Wegdenken ihrer Belastungen als alleinerziehende Mutter und der Tätigkeit als Übersetzerin - mindestens 70
%
. Zwei Absätze weiter unten führte er jedoch an, der pathophysiologische Mechanismus,
welcher
die aktuellen Be
schwerden erkläre, beruhe auf unfallfremden Mechanismen, nämlich auf Über
forderungen durch die Betreuung der Kinder und die Besorgung des Haushalts (
Urk.
7/38 S. 2). Wie diese Ausführungen letztendlich zu verstehen sind, kann offen bleiben, da - wie in Erwägung 1.2 festgehalten -
beim Vorliegen
einer HWS-Distorsion
ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle
die
Überwind
barkeitsrecht
sprechung
zu berücksichtigen ist.
Wie nachfolgend zu zeigen sein wird (E
.
5)
,
liegt keine
psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, In
tensität, Ausprägung und Dauer
vor
.
Von den weiteren Kriterien sind diejenigen der
chronische
n
körperliche
n
Begleiterkrankungen
und des
mehrjährige
n
,
chro
nifizierte
n
Krankheitsverlauf
s
mit unveränderter oder progredienter Symptoma
tik ohne längerdauernde Rückbildung
offensichtlich nicht erfüllt. Ein gewisser
sozialer Rückzug
liegt hingegen gemäss den Ausführungen von
Dr.
A._
vor (
Urk.
7/77 S. 17). Dieser umfasst jedoch nicht
alle Belange des Lebens
, so ist die Beschwerdeführerin nach wie vor in der Lage, ihrer Tätigkeit als Übersetzerin - wenn auch in reduziertem Ausmass - nachzugehen, sich um die Kinder zu kümmern und mit weiteren Familienmitgliedern in Kontakt zu stehen (
Urk.
7/77 S. 13 und S. 17). E
in verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer
in
nerseelischer
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit")
ist ebenfalls nicht ausgewiesen
.
S
o empfahl
Dr.
A._
insbesondere die Durch
führung einer Therapie mit der Zielsetzung einer Verbesserung der Lebensqua
lität (
Urk.
7/66 S. 16 letzter Satz), was auf eine therapeutisch beeinflussbare Si
tuation hinweist. Schliesslich ist auch das Kriterium
ein
es
unbefriedigende
n
Be
handlungs
ergebnis
ses
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 10) nicht erfüllt
.
Insbesondere wurde keine eigentliche psychotherapeutische Behandlung durchgeführt, viel
mehr brach die Versicherte die Abklärung durch
Dr.
G._
nach lediglich zwei Terminen ab (
vgl. E. 3.5
).
Zudem wurde die mehrfach empfohlene
stationäre Behandlung aus familiären Gründen nicht durchgeführt. Insgesamt kann somit
lediglich von einem gewissen sozialen Rückzug ausgegangen werden, was je
doch nicht genügt, um die Überwindbarkeit ausnahmsweise zu verneinen.
4.4
Aus somatischer Sicht war die Beschwerdeführerin demnach für den gesamten strittigen Zeitraum ab Januar 2011 zu 100
%
in den angestammten oder ange
passten Tätigkeiten arbeitsfähig.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Beschwerdeführerin bis Januar 2012 Taggelder der Unfallversicherung erhalten hat. Denn
die Überwindbarkeitsrechtsprechung findet
nicht ohne
Weiteres
An
wendung auf die unfalltaggeldbestimmende Arbeitsunfähigkeit (vgl. BGE 137 V 199).
5.
5.1
Zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
In Bezug auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
brachte die Beschwerdeführerin vor,
Dr.
A._
habe festgehal
ten, es hätten keine wesentlichen somatischen Einschränkungen mehr vorge
legen. Ein solches Urteil stehe einem Psychiater nicht zu, zumal es
akten
widrig
sei. Auch habe er - ohne nähere Untersuchungen zu veranlassen - neuro
psy
chologische Defizite vernein
t
, obwohl s
ie
über
Konzentrations
störun
gen
und vorzeitige Ermüdung
g
eklagt habe
, und habe die Ergänzungs
frage betreffend neuropsychologische Defizite nicht beantwortet.
Widersprüch
lich sei, dass
Dr.
A._
die Einschränkungen und die Arbeitsun
fähigkeit der subjektiven Einschätzung der Beschwerdeführerin zugeschrieben, ihr aber trotzdem eine psychosomatische
Rehabilitations
behandlung
empfohlen habe
. Des Weiteren sei die Diagnose der
somato
formen
Schmerzstörung nicht zutreffend, da die Schmerzen mit vorhandenen körperlichen Störungen zu erklären seien. Die Un
tersuchung habe zudem nur zwei
Stunden gedauert, während welcher er rund eine Viertelstunde mit einem anderen Arzt über eine weitere Patientin diskutiert habe
(
Urk.
1 S. 8).
Es sei auf die Einschätzung von
Dr.
G._
abzustellen.
5.2
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist sowohl in Bezug auf die Diagnosen wie auch in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten von
Dr.
A._
abzustellen. Insbesondere hat die - im Übrigen zu
treffende - Stellungnahme
Dr.
A._
s zu allfälligen somatischen Beschwerden zum einen keinen Einfluss auf seine Schlussfolgerungen aus psychiatrischer Sicht. Zum anderen schloss er das Vorliegen somatischer Beschwerden nicht aus, sondern hielt vielmehr - in Übereinstimmung mit med.
pract
.
Z._
und
Dr.
B._
- fest,
der von der Versicherten geschilderte Schmerz und ihre subjektiv gefühlten Einschränkungen in der Lebensführung durch diesen Schmerz seien durch den Nachweis eine
s
physiologischen Prozesses oder einer
körperlichen Störung allenfalls zu einem kleinen Teil aber keinesfalls vollstän
dig erklärt
. Es bestünden unter anderem emotionale Konflikte und psychoso
ziale Belastungsfaktoren, die schwerwiegend genug seien, um als ursächlicher Faktor einer psychogenen Schmerzstörung gelten zu können. Auch seien eine unspezifische Schmerzausweitung und eine eher diffuse Schmerzschilderung zu beobachten
(
Urk.
7/66 S. 17 zweiter Absatz).
Diese Beobachtungen
können
für die Beurteilung der psychiatrischen Diagnosen
wichtig sein
und stehen einem Psychiater somit zu.
Unzutreffend ist des Weiteren, dass
Dr.
A._
die Zusatzfragen betreffend neu
ropsychologische Defizite nicht beantwortet habe,
da
er hierzu mit dem
Ergän
zungsbericht
vom 26. November 2012 (
Urk.
7/77) ausdrücklich Stellung
nahm
. Dass
er ohne weitere Abklärungen zu veranlassen das Vorliegen von neuropsy
chologischen Defiziten verneinte, ist mangels entsprechender Hinweise im Rah
men der Begutachtung nicht zu beanstanden, zumal sich auch im Rahmen der Untersuchung durch med.
pract
.
Z._
keine Anhaltspunkte für neuropsy
chologische Defizite ergaben.
Einzig subjektiv geklagte
Konzentrationsstörun
gen
und Ermüdbarkeit, welche sich in längerdauernden
Untersuchungssituatio
nen
durch verschiedene Untersucher nicht manifestier
t
en,
vermögen keine ent
sprechenden zusätzlichen Abklärungen zu begründen, insbesondere,
da
das CT des Schädels ohne Befunde von Krankheitswert blieb (vgl. E. 4.
2
).
Die Empfehlung einer Therapie beziehungsweise Rehabilitationsbehandlung
,
obwohl keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlagen,
ist
ferner weder widersprüchlich
,
noch vermag es die Diagnosen und die
Arbeitsfä
higkeitseinschätzung
in Frage zu stellen.
Dr.
A._
empfahl diese Massnahmen nämlich zum Verständnis des Krankheitskonzepts, zum Umgang mit den sub
jektiv geklagten Beschwerden sowie
mit der Zielsetzung einer Verbesserung der Lebensqualität (
Urk.
7/66 S. 16 letzter Satz)
, was durchaus im Sinne der Be
schwerdeführerin
sein kann
, jedoch nichts über den Schweregrad der Befunde beziehungsweise deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aussagt
.
An der von
Dr.
A._
gestellten Diagnose einer
somatoformen
Schmerzst
örung ist im Weiteren nicht zu z
weifeln, begründete er diese in seinem Gutachten ausführlich (
Urk.
7/66 S. 17). Zudem können - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - die von ihr geklagten Beschwerden eben gerade nicht
restlos
durch die somatische Diagnose erklärt werden (vgl. hierzu E
.
4)
, vielmehr fielen inkonsistente Schmerzangaben und Selbstlimitierung auf (vgl.
Urk.
7/58 S. 4 f.)
.
Der zu betreibende zeitliche Aufwand
einer psychiatrischen Begutach
tung
muss
schliesslich
der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopa
thologie angemessen sein. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise
aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Trifft dies - wie hier - zu, ist die Untersuchungsdauer grundsätzlich nicht entschei
dend (Urteil
des Bundesgerichts 9C_352/2013 vom 3. Juli 2013, E. 4 mit Hin
weis).
Abschliessend
kann nicht auf die von
Dr.
G._
gestellte Diagnose
einer
mindes
tens mittelschwere
n
depressive
n
Störung abgestellt werden.
Einerseits wies
Dr.
G._
selber auf
die Vorläufigkeit der Diagnose infolge der kurzen Abklärungsdauer hin (vgl. E
.
3.5). Andererseits spricht der Abbruch der Be
handlung ohne Wiederaufnahme derselben nicht für einen hohen Leidensdruck, der im Zusammenhang mit einer mittelschweren depressiven Störung zu er
warten wäre.
Es liegen somit
in psychiatrischer Hinsicht
eine
Dysthymia
, eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histri
onischen
Anteilen
vor, welche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit blie
ben (für die Prüfung der Überwindbarkeitskriterien vgl. E
.
4.3).
5.3
Die Beschwerdeführerin ist somit für den gesamten strittigen Zeitraum auch aus psychiatrischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt.
Angesichts dieser klaren Aktenlage sind k
eine weiteren Abklärungen
zu veranlas
sen
oder Parteibefragung
en durchzuführen
, da hiervon keine neuen Er
kenntnisse zu erwarten sind
(
antizipierte Beweiswürdigung
,
BGE 122 V 157
E. 1d
)
.
6.
Da die Beschwerdeführerin in
der Arbeitsfähigkeit in
ihren angestammten Tätig
keiten als Übersetzerin und Kosmetikberaterin
(
ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 25 kg,
vgl. E. 3.6)
sowie
in anderen angepassten Tätig
keiten während des gesamten strittigen Zeitraums nicht eingeschränkt ist, erüb
rigt sich die Vornahme eines Einkommensvergleichs. Die Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.