# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0966f50d-61aa-5832-abd5-8d89d474643e
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 20. Februar 2018 bei der Gemeinde Worb ein
Baugesuch (datiert vom 14. Februar 2018) ein für den Neubau einer gut 25 m hohen
Mobilfunkanlage mit drei Antennenkörpern und zwei Richtfunkantennen sowie weiteren
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technischen Einrichtungen beim Mastfuss auf der Parzelle Worb Grundbuchblatt
Nr. Z._. Die Parzelle ist im Eigentum der Einwohnergemeinde Worb und liegt in der
Zone für Sport und Freizeitanlagen (ZSF) a (Sportanlagen). Gegen das Bauvorhaben
erhoben unter anderen die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom
11. Oktober 2018 bewilligte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland das Bauvorhaben.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 9. November 2018 Beschwerde bei
der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen, der
Gesamtentscheid vom 11. Oktober 2018 sei aufzuheben und dem Bauvorhaben sei der
Bauabschlag zu erteilen; eventualiter sei der Gesamtentscheid aufzuheben und die Akten
zum neuen Entscheid an die Baubewilligungsbehörde zurückzuweisen. Sie machen unter
anderem geltend, das Bauvorhaben ordne sich nicht in die Umgebung ein und beeinträchtige
dadurch die umliegenden Bauten sowie das umliegende Orts- und Landschaftsbild.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 führte den
Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten. Danach holte es einen Fachbericht der
kantonalen Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) ein.
Anschliessend führte das Rechtsamt im Beisein der Parteien sowie je einer Vertretung der
Gemeinde und OLK einen Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die
Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll des Augenscheins zu
äussern und Schlussbemerkungen einzureichen. Die Beschwerdegegnerin beantragt die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Regierungsstatthalteramt
hat unter Verweis auf die Vorakten auf die Einreichung einer förmlichen Stellungnahme
verzichtet. Die Gemeinde hält an ihren positiven Beurteilungen aus dem
Baubewilligungsverfahren fest.
4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten sowie den Fachbericht der OLK und das
Ergebnis des Augenscheins wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können
nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE
angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den
Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 11. Oktober 2018
zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG
i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Einsprachen der Beschwerdeführenden wurden von der
Vorinstanz als öffentlich-rechtlich unbegründet beurteilt, womit die Beschwerdeführenden
formell beschwert sind. Sie sind zudem allesamt Eigentümerinnen bzw. Eigentümer und/oder
Bewohnerinnen bzw. Bewohner von Liegenschaften, die innerhalb eines Umkreises von rund
330 m vom Bauvorhaben entfernt liegen. Der maximale Abstand, bis zu dem die
Berechtigung zur Einsprache gegeben ist, beträgt gemäss Standortdatenblatt vom
15. Februar 2018 1'212 m. Damit sind die Beschwerdeführenden durch den vorinstanzlichen
Entscheid auch materiell beschwert. Sie sind daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf
ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Ortsbild- und Landschaftsschutz; rechtliche Grundlagen
a) Es ist umstritten, ob sich die geplante Mobilfunkanlage in ihre Umgebung einfügt oder
die umliegenden Bauten sowie das umliegende Orts- und Landschaftsbild in unzulässiger
Weise beeinträchtigt.
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).
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b) Gemäss Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und
Bemalungen Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Diese Vorschrift
stellt die «ästhetische Generalklausel» im Sinne eines allgemeinen
Beeinträchtigungsverbots dar. Art. 17 Abs. 1 BauV4 konkretisiert diese Vorschrift:
Aussenanlagen für Radio- und Fernsehempfang sowie für Funkzwecke und dergleichen sind
möglichst unauffällig zu gestalten und anzubringen; sie dürfen die Landschaft und das
Ortsbild nicht beeinträchtigen. Schutzobjekt des Ortsbild- und Landschaftsschutzes ist der
Aussenraum, soweit er von einem allgemein begangenen Standort aus als Einheit wirkt und
als solche erfassbar ist. Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen
Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der erheblich stört.5
Darüber hinaus sind die Gemeinden befugt, eigene Ästhetikvorschriften zu erlassen, die über
die kantonalen Vorschriften hinausgehen können (Art. 9 Abs. 3 BauG und Art. 17 Abs. 1
letzter Satz BauV). Solche Vorschriften müssen aber, um eine selbständige Bedeutung zu
haben, konkreter gefasst sein als die kantonalen und dürfen Letztere nicht nur allgemein
anders umschreiben.6
Von dieser Möglichkeit hat die Gemeinde Worb Gebrauch gemacht. So sind nach Art. 12
Abs. 1 GBR7 Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass zusammen mit der bestehenden
Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die Beurteilung dieser Gesamtwirkung richtet
sich nach der bestehenden, bei Vorliegen einer genügend detaillierten Planung nach der
zukünftigen Umgebung. Bauten, welche diese Anforderungen nicht erfüllen, sind unzulässig,
auch wenn sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. Bei der Beurteilung, ob eine gute
Gesamtwirkung entsteht, ist gemäss Art. 12 Abs. 2 GBR besonders auf die folgenden
Elemente einzugehen:
- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen eines Gebäudes;
- Gestaltung von Fassaden und Dach (Form, Farbe, Material);
- Eingänge, Ein- und Ausfahrten;
- Aussenräume, insbesondere das Vorland, die Begrenzung gegen den öffentlichen Raum
und die Bepflanzung, soweit sie für den Charakter des Aussenraumes bestimmend ist;
4 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1). 5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 13 f. 6 BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4. 7 Baureglement der Gemeinde Worb vom 7. März 1993 (GBR).
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- Abstellplätze für Motorfahrzeuge;
- Terrainveränderungen.
An das Erfordernis der «guten Gesamtwirkung» gemäss Art. 12 Abs. 1 und 2 GBR dürfen
nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Das bedeutet bei
durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass das Mittelmass der Umgebung nicht
gestört werden darf und sich eine neue Baute oder Anlage an den qualitativ hochwertigeren
Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren hat.8
c) Gemäss der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung lassen sich Mobilfunkanlagen
unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht ohne Weiteres mit Gebäuden, auf welche die
Gestaltungsnormen in erster Linie zugeschnitten sind, vergleichen. Zum einen ist das
Erscheinungsbild einer Mobilfunkanlage – namentlich Durchmesser und Höhe des Masts
sowie die Anzahl und optische Erscheinung der Antennen – vorwiegend durch die
technischen Gegebenheiten bedingt. Die Gestaltungsmöglichkeiten der
Mobilfunkbetreiberinnen sind daher gering. Ausserdem besteht die Besonderheit, dass
Mobilfunkanlagen aufgrund ihrer Funktion in der Regel gut sichtbar sind, womit ihnen
praktisch an jedem Standort von vornherein etwas Störendes anhaftet. Dies allein vermag
jedoch nicht ohne Weiteres einen Bauabschlag zu rechtfertigen, ansonsten würde aus den
kommunalen Ästhetiknormen ein flächendeckendes Mobilfunkantennenverbot resultieren,
was nicht der Absicht des Gesetzgebers entsprechen kann und raumplanungs- bzw.
fernmelderechtlich problematisch wäre.9 Auch ist zu beachten, dass Mobilfunkantennen
aufgrund der betrieblich bedingten Höhe regelmässig geeignet sind, Silhouetten zu brechen
und Horizonte zu teilen. Soweit der Silhouette bzw. dem Horizont nicht eine erhöhte
Schutzwürdigkeit zukommt, vermag diese Wirkung allein daher ebenfalls nicht einen
Bauabschlag zu rechtfertigen.10 Diesen Umständen ist bei der Beurteilung gebührend
Rechnung zu tragen. Auch das Bundesgericht betont, dass die Anwendung einer
Ästhetikbestimmung bundesrechtswidrig sein kann, wenn damit jeglicher Bau von
Mobilfunkantennen in einem Dorf verhindert wird.11
8 BVR 2009 S. 328 E. 5.3; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a zweites Lemma. 9 VGE 2011/303 vom 1.6.2012, E. 4.3 mit Hinweisen. 10 VGE 23330 vom 31.3.2009, E. 4.4.3; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 17 neuntes Lemma und N. 29b fünftes Lemma mit weiteren Hinweisen. 11 BGer 1C_49/2015 vom 9.12.2015, E. 4.3.
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3. Bauvorhaben und Umgebung
a) Die Bauparzelle befindet sich in der Ebene zwischen Richigen und der Bahnlinie
Richtung Langnau. Sie ist der ZSF a (Sportanlagen) zugeordnet, die allseitig von
Landwirtschaftszone umgeben ist. Gegen Norden grenzt die Parzelle zudem an die
AA._strasse und im Osten teilweise an die AB._strasse. Der geplante
Standort befindet sich nahe der AB._strasse, im nordöstlichen Bereich der Parzelle,
wo sich bereits ein Schopf mit Pultdach (Gebäude Nr. B._), ein eingeschossiges
Holzgebäude mit Satteldach (Gebäude Nr. C._), mehrere Container(-bauten), ein
Parkplatz sowie ein Schotterplatz befinden; zwischen den Gebäuden Nrn. B._ und
C._ steht ein Laubbaum und Buschwerk. Im nordwestlichen Bereich der Parzelle
und entlang der westlichen Parzellengrenze befindet sich eine Hornussen-Anlage mit
Clubhaus. Das Zentrum der Parzelle besteht schliesslich aus einem Fussballfeld mit
Flutlichtanlage und zwei Maschendrahtzäunen hinter den Fussballtoren sowie sonstigem
Wiesland bzw. Feldern.
b) In nördlicher Richtung gegenüber dem Parkplatz, auf deren anderen Seite der
AA._strasse, befindet sich ein von grossen Laubbäumen und Obstkulturen
umgebenes ehemaliges Bauernhaus (D._), das im Bauinventar als erhaltenswert
eingestuft ist. Östlich der Bauparzelle, auf der anderen Seite der AB._strasse,
führen mehrere Strassen hinauf nach Richigen. Entlang dieser Strassen (bzw. am
«G._»), in einem Umkreis von ca. 250 m vom Bauvorhaben entfernt, befinden sich
mehrere ebenfalls als erhaltens- bzw. teilweise sogar als schützenswert eingestufte
Gebäude. Nordöstlich der Bauparzelle erstreckt sich schliesslich das
Landschaftsschutzgebiet (LSG) I. Dieses ist gemäss Art. 54 Abs. 1 GBR ein Teil der
Landwirtschaftszone und dient unter anderem der Erhaltung der charakteristischen
Ortsansichten des Dorfs Richigen; es gelten zusätzliche Nutzungsbeschränkungen. Gemäss
Art. 54 Abs. 3 GBR gilt im LSG I zudem ein absolutes Bauverbot für oberirdische Bauten.
Das LSG I fällt damit unter die Schutzgebiete nach Art. 86 BauG. In diesen Gebieten sind
nur Bauvorhaben gestattet, die den Schutzzweck nicht beeinträchtigen und den von der
Gemeinde erlassenen Schutzvorschriften entsprechen oder standortgebunden sind (Art. 86
Abs. 3 BauG).
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c) Gemäss den Bauplänen soll die Mobilfunkanlage direkt neben dem Gebäude
Nr. B._, auf dessen südlicher Seite erstellt werden. Der freistehende Antennenmast
mit Söll-Leiter weist ohne Blitzschutz eine Höhe von 25 m auf und überragt den
angrenzenden Schopf um knapp 21.3 m. Die drei Antennenkörper (mit Massen von jeweils
rund 2.00 x 0.40 x 0.20 m) sollen auf einer Höhe von 22.05 m und die beiden
Richtfunkantennen auf einer Höhe von 24.65 m am Mast befestigt werden. Unter den
Antennenkörpern, auf einer Höhe von etwa 21.5 m, ist ein Podest vorgesehen. Weitere
technische Einrichtungen (Technikschrank, Leuchte, Elektrounterverteilung usw.) sollen
schliesslich beim Mastfuss aufgestellt werden.
4. Einschätzung der OLK
a) Das Rechtsamt der BVE hat für die ästhetische Beurteilung des Vorhabens die OLK
beigezogen. Diese umschreibt in ihrem Bericht vom 19. Februar 2019 das Orts- und
Landschaftsbild in der Umgebung der geplanten Mobilfunkanlage wie folgt: Die Umgebung
des Bauvorhabens sei geprägt von freistehenden Hofgruppen in der Ebene und loser
Bebauung entlang des aufsteigend hügeligen Geländes in der Landschaftskammer Worb-
Tägertschi. Insbesondere vom Aussichtspunkt beim E._ sei zudem die Sicht ins
Berner Oberland beeindruckend. In der unmittelbaren Umgebung der geplanten
Mobilfunkanlage seien das erhaltenswerte Bauernhaus D._, die Obstkulturen und
die mächtigen Laubbäume, welche die Hofgruppe umschliessen, sowie der Sportplatz mit
der Flutlichtanlage und den dazugehörigen Parkplätzen prägend.
b) Zur Wirkung des Bauvorhabens in Bezug auf das umliegende Orts- und
Landschaftsbild führt die OLK in ihrem Bericht aus: Der freistehende Antennenmast mit den
drei Antennenkörpern und den zwei Richtfunkantennen überrage mit seiner geplanten Höhe
von 25 m die umliegenden Gebäude und Bäume deutlich und trete in der Ebene prominent
in Erscheinung. Insbesondere von der höher gelegenen Ortschaft Richigen werde die
Antennenanlage die Fernsicht ins Berner Oberland beeinträchtigen. Seine freistehende,
singuläre Lage mache den Antennenmast von überall aus der Ebene einsehbar; einzig vom
Aussichtspunkt beim E._ werde die direkte Sicht auf ihn durch die davor liegenden
Bäume teilweise verdeckt. In Kombination mit dem Sportplatz, der Flutlichtanlage und dem
dazugehörigen Parkplatz werde die geplante Mobilfunkanlage die bestehende Situation um
das Bauernhaus D._ zwar nicht grundsätzlich verändern. Da es sich beim
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Bauvorhaben um eine weitere Infrastrukturbaute handle, werde die bestehende Situation um
den Hof, mit seinen Obstkulturen und den mächtigen Laubbäumen, sowie das direkt
angrenzende LSG I aber weiter verunklärt. Daran ändere auch eine unauffällige
Farbgestaltung der Mobilfunkanlage sowie das südwestlich der Bauparzelle gelegene
Waldstück nichts. Der freistehende Antennenmast trete mit der geplanten Höhe von 25 m in
der Ebene deutlich in Erscheinung und störe empfindlich die Aussicht auf das
Alpenpanorama des Berner Oberlands. Nach Ansicht der OLK sei die geplante
Mobilfunkanlage daher nicht bewilligungsfähig.
c) Anlässlich des Augenscheins vom 6. Mai 2019 ergänzten die Vertreter der OLK unter
anderem, die Horizontlinie in Richtung des Berner Oberlands sei von der
AB._strasse sowie vom F._ aus betrachtet mitprägend für die
Landschaftskammer.12 Gleiches gelte für das LSG I.13 Die teilweise als erhaltens- bzw.
schützenswert eingestuften Gebäude am Hang in Richtung Richigen («G._») seien
einzeln betrachtet zwar nicht prägend für das Orts- und Landschaftsbild, in ihrer Gesamtheit
jedoch schon. Analog verhalte es sich mit der Wirkung der geplanten Mobilfunkanlage. So
wirke sich diese zwar nicht negativ auf die erwähnten Einzelbauten aus, jedoch auf die
Gebäudegruppe als Ganzes und damit auf ein prägendes Element des Ortsbilds.14 Die
bestehende Sportanlage würde die Fernwirkung der Ebene, in der die Mobilfunkanlage
geplant sei, zwar nicht aufwerten. Dies rechtfertige jedoch nicht eine weitere
Verschlechterung des Landschaftsbilds. Das Bauvorhaben hätte aber genau das zur Folge.
So füge sich dieses keineswegs selbstverständlich in die Landschaft ein, sondern falle
aufgrund seiner Höhe und technischen Ausgestaltung negativ bzw. als Fremdkörper auf und
beeinträchtige das Erscheinungsbild der Ebene und der Hofgruppe D._ sowie die
Fernsicht ins Berner Oberland.15
5. Würdigung
12 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 5 (unten), Votum OLK-Vertreter. 13 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 11 (unten), Votum OLK-Vertreter. 14 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 6 (oben), Votum OLK-Vertreter. 15 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 6 (in der Mitte) und S. 9 (oben), Voten OLK-Vertreter.
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a) Die Ausführungen der OLK sind nachvollziehbar und überzeugend. Sie decken sich
zudem mit dem Eindruck, den das Rechtsamt der BVE anlässlich des Augenscheins vom
Bauvorhaben und dessen Standort sowie Umgebung gewonnen hat. So fällt einem zunächst
die weitläufige, landwirtschaftlich geprägte, weitgehend unbebaute und grüne Ebene auf, die
sich am Fusse des nach Richigen aufsteigenden Hügels ausbreitet und in welcher die
Mobilfunkanlage realisiert werden soll.16 Von dieser Ebene wie auch vom F._ aus
besteht ferner eine imposante Sicht auf die Berge des Berner Oberlands, die sich
südwestlich der Bauparzelle am Horizont erstrecken.17 In der unmittelbaren Umgebung des
geplanten Standorts ziehen die zur Sportanlage gehörenden Infrastrukturbauten (Schuppen,
Container, Flutlichtanlage sowie Parkplatz) und das ehemalige, als erhaltenswert eingestufte
Bauernhaus D._ mit seinen grossen Laubbäumen und den zahlreichen
Obstkulturen den Fokus auf sich.18 Aus westlicher Richtung wird das Bild im Wesentlichen
durch die lose, teilweise aus erhaltens- und schützenswerten Gebäuden bestehende
Bebauung hinauf nach Richigen geprägt, die ebenfalls von viel Grünraum umgeben ist;
Letzterer geht gegen Norden in das LSG I über.19
b) Der Augenschein bestätigte ferner, dass die geplante Antennenanlage mit ihrer Höhe
von über 25 m sehr dominant in Erscheinung treten und zu einem erheblich störenden
Einzelelement in der weitläufigen grünen Ebene würde. So überragt sie die wenigen
umliegenden Bauten und Bäume massiv und fällt dadurch sowohl von Nahem als auch aus
der Ferne auf; es fehlt ihr mit anderen Worten an einer vertikalen Anbindung in die
Umgebung.20 Daran ändern auch die Flutlichtanlage beim Fussballplatz und die
Fahrleitungsmasten der Bahnlinie nichts. So sind sogar die Flutlichtmasten nur rund halb so
hoch21 und weniger voluminös als der geplante Antennenmast. Die Flutlichtanlage und
Bahninfrastruktur werden zudem mehrheitlich von dahinterliegendem Wald oder Gelände
(Hügel und Berge) abgedeckt und fügen sich dadurch jedenfalls zu einem gewissen Grad
ins Landschaftsbild ein. Die geplante Antennenanlage überragt – zumindest aus der Ebene
betrachtet – hingegen auch die umliegenden Wälder, Hügel sowie Berge deutlich und führt
16 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 5, 9 und 30. 17 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 26-32. 18 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 17-19 und 22. 19 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 11-14 und 20. 20 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 5, 9, 13, 17, 18, 21 und 30. 21 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 9 (in der Mitte).
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damit zu einem krassen Bruch des Horizonts.22 Einer der OLK-Vertreter hat anlässlich des
Augenscheins denn auch zutreffend bemerkt, der Antennenmast trete am geplanten
Standort wie eine «Lanze» in Erscheinung.23 Dieser Eindruck würde durch die
beabsichtigten Aufbauten (Antennenkörper, Richtfunkantennen und Podest), die allesamt im
oberen Bereich angebracht werden sollen, zusätzlich verstärkt. Dass von den Flutlichtern
Lichtemissionen ausgehen, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ebenfalls
unerheblich. Denn das Landschaftsbild präsentiert sich bei Dunkelheit anders bzw. ist nicht
gleich gut wahrnehmbar wie bei Tageslicht. Es gilt zudem zu beachten, dass bestehende
Beeinträchtigungen kein Grund sind, weitere Beeinträchtigungen zu erlauben. Denn die
Schutzwürdigkeit von Landschaften wird durch frühere nachteilige Veränderungen nicht
aufgehoben.24
c) Die geplante Mobilfunkanlage würde sich aber nicht nur auf die Ebene am Fusse von
Richigen negativ auswirken. Insbesondere von der AB._strasse aus betrachtet,
würde die Anlage auch das Erscheinungsbild des als erhaltenswert eingestuften ehemaligen
Bauernhauses D._ mit seinen grossen Laubbäumen und den zahlreichen
Obstkulturen beeinträchtigen. Aus südlicher Richtung ist das Erscheinungsbild des
betreffenden Hofs zwar bereits durch Teile der Flutlichtanlage, einen der beiden
Maschendrahtzäune, an dem diverse Fussballtore aufgehängt sind, sowie die auf der
Bauparzelle befindlichen Containerbauten stark beeinträchtigt.25 Von Norden her betrachtet,
deckt der Hof D._ die bestehenden Infrastrukturbauten der Sportanlage jedoch
vollständig ab. Dadurch präsentiert sich der Hof in seinem Erscheinungsbild als intakt und
prägend für die Landschaft. Dieses Bild würde durch die geplante Antennenanlage erheblich
gestört. Denn mit der Erstellung der Mobilfunkanlage würden aus dieser Perspektive
neuerdings nicht nur zwei völlig unterschiedliche Bauten aufeinanderprallen. Die
Mobilfunkanlage würde aufgrund ihrer Höhe und Positionierung am Strassenrand zudem
auch den Fokus auf sich ziehen und damit in ungerechtfertigter Weise prägend für das
betreffende Landschaftsbild werden.26
22 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 9-11, 13, 17, 21 und 32. 23 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 6 (unten), Votum OLK-Vertreter. 24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 22 mit Hinweisen. 25 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Foto Nr. 19. 26 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 15 und 16.
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d) Aus westlicher Richtung von der AA._strasse aus nimmt man die geplante
Antennenanlage sodann mit der teilweise als erhaltens- und schützenswert eingestuften,
bäuerlich geprägten Gebäudegruppe am «G._» wahr. Diese gibt insbesondere
aufgrund ihrer einheitlichen Gebäudestellungen (firstparallel zum Hang), den Dachformen
sowie den durchgrünten und teilweise baumbestandenen Zwischenräumen ein stimmiges
Gesamtbild ab. Entgegen der Beschwerdegegnerin kann diesbezüglich also nicht von einem
unruhigen Landschaftsbild gesprochen werden. Die geplante Mobilfunkanlage würde jedoch
zu einem solchen führen bzw. das bestehende Landschaftsbild beeinträchtigen. So tritt die
Antennenanlage auch aus dieser Perspektive als markanter Fremdkörper in Erscheinung,
der den Horizont deutlich überschreitet. Daran ändern auch der im Vordergrund befindliche
Sportplatz mit seiner Flutlichtanlage und das auf der Anhöhe gelegene Silo nichts. Der
Sportplatz selbst tritt nicht dreidimensional in Erscheinung. Die Flutlichtanlage wird, im
Gegensatz zur Antennenanlage, weitgehend vom dahinterliegenden Hügel und Wald
abgedeckt. Das Silo hat einen Bezug zur landwirtschaftlich geprägten Umgebung und bricht
den Horizont, trotz seiner erhöhten Lage, weit weniger als die geplante Mobilfunkanlage. Die
Flutlichtlichter und das Silo befinden sich schliesslich von Westen aus betrachtet am Rande
der erhaltens- und schützenswerten Bebauung; der Antennenmast käme hingegen direkt
davor zum Stehen.27
e) Weiter ist von der AB._strasse, südwestlich des geplanten Standorts, in
Blickrichtung Nordosten klar erkennbar, dass sich die Mobilfunkanlage auch auf das
dahinterliegende LSG I negativ auswirken würde. Die bestehende Situation ist aufgrund des
auf der Bauparzelle befindlichen Schotterplatzes und der Containerbauten zwar nicht gerade
«einladend».28 Die geplante Antennenanlage würde aufgrund ihrer alles überragenden Höhe
und technischen Erscheinung jedoch einen neuen, den Fokus auf sich ziehenden
Fremdkörper darstellen und dadurch das betreffende Landschaftsbild nicht nur anhaltend
prägen, sondern weiter beeinträchtigen.29 Es ist offensichtlich, dass dies dem Schutzzweck
des LSG I, die Erhaltung der charakteristischen Ortsansichten des Dorfs Richigen, zuwider
läuft. Wie bereits erwähnt, rechtfertigt eine bestehende Beeinträchtigung im Übrigen keine
weiteren Beeinträchtigungen.
27 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 11-14. 28 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 6. Mai 2019, S. 8 (unten), Votum OLK-Vertreter. 29 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Foto Nr. 20.
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f) Vom F._ aus, mithin aus nordöstlicher Richtung, beeinträchtigt die
Mobilfunkanlage aufgrund ihrer massiven Höhe schliesslich die Fernsicht auf die Berge des
Berner Oberlands. Denn im Gegensatz zu den bestehenden Infrastrukturbauten
(Flutlichtanlage und Fahrleitungsmasten) profitiert die geplante Antennenanlage auch aus
dieser Perspektive nicht von einer Hintergrundabdeckung, sondern geht sogar deutlich über
die Bergsilhouette hinaus. Die Mobilfunkanlage fügt sich mit anderen Worten nicht ins
Landschaftsbild ein, sondern stellt einen Fremdkörper dar, der erheblich stört. Dass die
Mobilfunkanlage und Berge teilweise durch eine Baumgruppe verdeckt werden,
insbesondere vom Aussichtspunkt beim E._, ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin ferner unbeachtlich. So handelt es sich bei der betreffenden Gruppe
mehrheitlich um Laubbäume, die nicht einen ganzjährigen Sichtschutz bieten.
Strassenabwärts, unterhalb der Baumgruppe, hat man zudem uneingeschränkte Sicht auf
die Mobilfunkanlage und das Berner Oberland; dieser Sichtbezug umfasst im Übrigen auch
die Ebene, den erhaltenswerten Hof D._ sowie den südlichen Teil des LSG I.30
6. Schlussfolgerung
a) Aus den Netzabdeckungskarten ist zwar ersichtlich, dass die Mobilfunkversorgung
durch die Beschwerdegegnerin sowohl beim Bahnhof Worb SBB als auch in Richigen nicht
optimal ist und durch den geplanten Standort verbessert werden könnte.31 Es ist zudem
unbestritten, dass beim Bahnhof Worb SBB aufgrund einer bestehenden Anlage einer
anderen Mobilfunkanbieterin bzw. wegen den Anlagegrenzwerten keine weitere
Mobilfunkanlage aufgestellt werden kann. Ferner weisen Mobilfunkantennen aufgrund ihrer
Funktion in der Regel immer eine gewisse Höhe und ein technisches Erscheinungsbild auf,
weshalb ihnen stets etwas Störendes anhaftet (E. 2c). Allerdings bedeutet dies nicht, dass
Mobilfunkanlagen unbesehen der bestehenden Umgebung und ohne jegliche
Berücksichtigung der Ästhetikvorgaben realisiert werden können. So muss auch für die Höhe
von Mobilfunkanlagen aus ästhetischer Sicht eine Grenze bestehen, solange daraus kein
flächendeckendes Mobilfunkantennenverbot resultiert. Mobilfunkanlagen haben sich daher
ebenfalls – wenn auch in reduziertem Umfang – an die bestehenden Ästhetikbestimmungen
zu halten. Dies gilt selbst dann, wenn der betreffenden Umgebung keine besondere
30 Vgl. die Fotodokumentation zum Augenschein vom 6. Mai 2019, Fotos Nrn. 28-32. 31 Vgl. Vorakten, pag. 269/271.
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Schutzwürdigkeit zukommt und kein geschütztes Ortsbild oder historisches Gebäude
betroffen ist. So hat das Verwaltungsgericht einer 30 m hohen Mobilfunkanlage in einer
typischen Gewerbezone ohne besondere Schutzwürdigkeit allein aufgrund der Höhe, der
dadurch markanten Erscheinung und der massiven Überragung der umliegenden Bauten
und des angrenzenden Hügelzugs die Baubewilligung verweigert.32 Ein Ortsbildschutzgebiet
kann im Übrigen auch von einer Antennenanlage ausserhalb dieses Gebiets in unzulässiger
Weise beeinträchtigt werden.33
b) Der geplante Standort selbst befindet sich zwar nicht in einem Schutzgebiet und die
Mobilfunkanlage soll auch nicht auf einem denkmalgeschützten Gebäude erstellt werden.
Wie oben ausgeführt, tritt die Antennenanlage aufgrund ihrer alles überragenden Höhe und
Aufbauten jedoch als dominanter Fremdkörper in der weitgehend unbebauten Ebene in
Erscheinung, der erheblich stört. Gleichzeitig wirkt sich die freistehende Anlage auch negativ
auf das nordöstlich gelegene LSG I, das Erscheinungsbild des als erhaltenswert eingestuften
Hofs D._ und der teilweise ebenfalls denkmalgeschützten Gebäudegruppe am
«G._» sowie auf die Fernsicht ins Berner Oberland aus. Unter diesen Umständen
kann – entgegen der Vorinstanz und Beschwerdegegnerin – nicht mehr gesagt werden, die
umstrittene Mobilfunkanlage ergebe zusammen mit der bestehenden Umgebung eine gute
Gesamtwirkung. Die geplante Antennenanlage ordnet sich in keinster Weise in die
Landschaft ein. Sie geht vielmehr über das aus ästhetischer Sicht vorliegend zulässige
Höchstmass hinaus und führt dadurch zu einer unzulässigen Beeinträchtigung der
relevanten Orts- und Landschaftsbilder bzw. Sichtbezüge. Daran ändert auch die von der
Gemeinde beantragte und von der Vorinstanz verfügte Auflage nichts, wonach der
Antennenmast «im Farbton RAL 6010 Grasgrün oder RAL 6002 Laubgrün zu streichen» ist.
Aufgrund ihrer Höhe von über 25 m fehlt es der geplanten Antennenanlage weitgehend an
einer Hintergrundabdeckung. Im vorliegenden Fall hätte die Farbauflage daher nur einen
geringen Nutzen. Die vorliegend anwendbaren Ästhetikbestimmungen (Art. 9 Abs. 1 BauG
und Art. 17 Abs. 1 BauV sowie Art. 12 Abs. 1 und 2 GBR) werden durch das Vorhaben
folglich verletzt. Angesichts der Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds des als
erhaltenswert eingestuften Hofs D._ und der teilweise ebenfalls
denkmalgeschützten Gebäudegruppe am «G._» erscheint es zudem fraglich, ob
nicht sogar ein Verstoss gegen Art. 10b Abs. 1 BauG vorliegt. Denn gemäss dieser
32 VGE 21806 vom 27.5.2004, E. 4. 33 VGE 2011/373 vom 15.2.2013, E. 5.4; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 29b sechstes Lemma.
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Bestimmung dürfen Baudenkmäler nicht durch Veränderungen in ihrer Umgebung
beeinträchtigt werden. Da dem Vorhaben aber bereits aufgrund der verletzten
Ästhetikbestimmungen der Bauabschlag zu erteilen ist, kann diese Frage letztlich offen
gelassen werden. Es ist schliesslich nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdegegnerin
auch nicht geltend gemacht, inwiefern es ihr zukünftig verwehrt sein sollte, an einem weniger
sensiblen Standort, eine kleinere bzw. weniger exponierte Mobilfunkanlage aufzustellen. Der
vorliegende Entscheid führt daher nicht zu einem grundsätzlichen Verbot für freistehende
Mobilfunkantennen in der Gemeinde Worb. Im Übrigen ist festzuhalten, dass sich aus der
Mobilfunkkonzession kein Rechtsanspruch auf Erstellung einer Mobilfunkanlage an einem
bestimmten Standort ableiten lässt.34
c) Zusammengefasst ist der Fachmeinung der OLK zu folgen. Die geplante
Mobilfunkanlage verstösst gegen die anwendbaren Ästhetikbestimmungen. Folglich ist die
Beschwerde gutzuheissen. Der angefochtene Gesamtentscheid ist aufzuheben und dem
Baugesuch vom 14. Februar 2018 ist der Bauabschlag zu erteilen. Bei diesem Ausgang
erübrigt es sich, auf die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden einzugehen.
d) Die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und die Erteilung des Bauabschlags
führen schliesslich nicht zu einer Verletzung der Gemeindeautonomie. Wo eine Gemeinde
eigene, selbständige (Ästhetik-)Normen erlassen hat, steht ihr aufgrund der
Gemeindeautonomie zwar auch bei der Auslegung und Anwendung der Norm ein gewisser
Beurteilungsspielraum zu. Soweit die Gemeinde die Norm rechtlich vertretbar ausgelegt hat,
darf eine Rechtsmittelinstanz sie daher nicht anders auslegen.35 Dies gilt selbst dann, wenn
die Gemeinde wie hier nicht selber Baubewilligungsbehörde ist, sondern sich als
Verfahrensbeteiligte auf die entsprechende Auslegung beruft.36 Wie sich aus den obigen
Ausführungen ergibt, erfüllt das umstrittene Bauvorhaben die kommunalen
Ästhetikanforderungen nicht. Folglich ist die Auffassung der Gemeinde Worb, wonach die
geplante Mobilfunkanlage in gestalterischer Hinsicht als bewilligungsfähig zu beurteilen sei,
rechtlich nicht haltbar. Eine Verletzung der Gemeindeautonomie liegt somit nicht vor.
34 BVR 2007 S. 58 E. 5.2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 29 mit weiteren Hinweisen. 35 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 5 mit Hinweisen. 36 BVR 2019 S. 51 E. 6.2.
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7. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerin. Sie hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG37). Die Verfahrenskosten im
Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere
Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben werden
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.– (Art. 103 Abs. 2
VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV38). Für den Augenschein vom 6. Mai 2019 wird in
Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 500.– erhoben. Die
Kosten der OLK (Fr. 1'000.– für den Bericht vom 19. Februar 2019 gemäss Rechnung vom
22. Februar 2019 und Fr. 300.– für die Teilnahme am Augenschein gemäss Rechnung vom
7. Mai 2019) werden gestützt auf Art. 11 GebV zusätzlich erhoben. Die Verfahrenskosten im
Beschwerdeverfahren betragen somit insgesamt Fr. 3'300.–.
b) Die amtlichen Kosten für das erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren in der Höhe
von Fr. 2'439.15 hat in jedem Fall die Beschwerdegegnerin als Baugesuchstellerin zur tragen
(Art. 52 Abs. 1 BewD39).
c) Die Beschwerdegegnerin hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige
Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Kostennote des Anwalts
und der Anwältin der Beschwerdeführenden beläuft sich auf Fr. 8'939.10 (Honorar
Fr. 8'250.–, Auslagen Fr. 50.– und Mehrwertsteuer Fr. 639.10). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV40
beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis
Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz
nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG41). Im vorliegenden Fall erscheint eine
Ausschöpfung des Gebührenrahmens zu 50 Prozent und damit ein Honorar von Fr. 6'100.–
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit den Beschwerdeführenden eine
37 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 38 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21). 39 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 40 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811). 41 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).
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Parteikostenentschädigung von Fr. 6'623.55 (Honorar Fr. 6'100.–, Auslagen Fr. 50.– und
Mehrwertsteuer Fr. 473.55) zu bezahlen.