# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 30fa7fcb-aee5-4607-a3cd-4406932b481f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952, ist seit
9.
September 1991 bei der
Firma Y._
als Kalkulator tätig (
Urk.
8/9). Am
1.
März 2012 meldete er sich wegen Schwin
delanfällen und Atemproblemen bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
be
zug
an (
Urk.
8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen.
Na
ch durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/27-34) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 2
4.
September 2013 bei einem
Invalidi
täts
grad
von 50
%
eine halbe Rente ab
1.
September 2012 zu (
Urk.
8/40;
Urk.
8/36 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
September 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
1
4.
Oktober 2013 Beschwerde mit dem Antrag auf
Zusprache
einer höheren Rent
e
basierend auf einem Invaliditätsgrad von
über
60
%
(
Urk.
1). Mit Beschwerde
antwort vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
8.
Februar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die medizinischen Unterlagen davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 2
3.
August 2011 in seiner Arbeitsfä
higkeit erheblich eingeschränkt sei. Er könne zwar aus medizinischer Sicht seine angestammte Tätigkeit als Kalkulator noch ausführen, sei aber zu 50
%
einge
schränkt. Demgemäss betrage sein Invalideneinkommen 50
%
seines
Validen
einkommens
, woraus sich der Invaliditätsgrad von 50
%
ergebe (
Urk.
8/36/3;
Urk.
7).
2.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, seine Arbeitsleistung sei nicht mehr die gleiche wie vor seiner Erkrankung. Er arbeite zwar halbtags in einem Pensum von 50
%
, jedoch mit einer massiv geringeren Arbeitsleistung. Dies ergebe eine Invalidität von
über
60
%
(
Urk.
1/1).
3.
3.1
Vom
3.
bis 2
2.
Oktober 2011 befand sich der Beschwerdeführer zur stationären Behandlung in der Klinik
Z._
(
Urk.
8/7/5).
Mit Austrittsbericht vom
9.
Novem
ber 2011 (
Urk.
8/8/6-9) führten die Ärztinnen aus, der Beschwerde
führer habe sich am 1
6.
September 2011 bei schwerer
Mitralklappeninsuffizienz
einer Herz
operation unterzogen. Er sei in geschwächtem Allgemeinzustand in die statio
näre kardiologische Rehabilitation gekommen. Es sei eine stufenweise
Arbeitswieder
aufnahme
zu 50
%
ab Anfang Dezember 2011 und ab Januar 2012 zu 100
%
vorgesehen (S. 2 f.).
3.2
Vom 2
1.
bis 2
9.
November 2011 war der Beschwerdeführer im
Spital A._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom
1.
Dezember 201
1
(
Urk.
8/8/12-17) wurden im Wesentlichen die folgenden Diagnosen gestellt (S. 1):
rezidivierende
embolische
zerebrale Mikroinfarkte
valvu
l
äre
,
hypertensive
und koronare Herzkrankheit
benigne Prostatahyperplasie
Schlafapnoe-Syndrom
Bei deutlich progredientem Schwindel bis zur Präsynkope sei eine
notfallmäs
sig
e
Rettungszuweisung erfolgt. Postoperativ habe der Beschwerdeführer an ei
nem un
klar
deliranten
Zustandsbild gelitten. Bereits seit der Operation habe ein
Dreh
schwindel
sowie
initial
eine Wortfindungsstörung bestanden. Bei Eintritt seien
keine fokalneurologischen Ausfälle und insbesondere kein
Nystagismus
aus
mach
bar
gewesen.
Mit Bericht vom 1
6.
Februar 2012 (
Urk.
8/8/18-19) wurde festgehalten, dass von
kardialer Seite ein sehr gutes Resultat bestehe.
Eine weitere Kontrolle solle in zwei Jahren erfolgen (S. 2).
3.3
Mit Bericht vom 2
1.
März 2012 (
Urk.
8/8/1-5) stellte
Dr.
med. B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
val
v
uläre
, koronare und
hypertensive
Herzkrankheit
Status nach Herzoperation
Status nach rezidivierenden
embolischen
zerebralen Mikroinfarkten mit Schwindelattacken
Status nach
tachykardem
Vorhofflimmern
In der angestammten Tätigkeit als Kalkulator sei der Beschwerdeführer seit
9.
Januar 2012 zu 50
%
arbeitsfähig. Die Beeinträchtigung bestehe in rascher
Er
müdbarkeit mit Schwindelattacken, Verlangsamung und
Anstrengungsdysp
noe
(
Ziff.
1.6 - 1.7). Mittelfristig sei mit einer Verbesserung des Zustandes zu rech
nen
(
Ziff.
1.11).
3.4
Mit Bericht vom 1
6.
August 2012 (vgl.
Urk.
8/26/3 oben)
stellte
Dr.
C._
, Medizinische Klinik/Kardiologie,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Status nach
Mitralklappenrekonstruktion
September 2011
Status nach zweifachem
aorto
-koronarem Bypass bei koronarer Herz
krankheit
rezidivierende
embolische
zerebrale Mikroinfarkte
Als Kalkulator sei der Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht ab
1.
Januar 2012 zu 50
%
arbeitsfähig. Eine rein sitzende Tätigkeit sei ihm zu 100
%
zu
mutbar (
Ziff.
1.7,
Ziff.
1.9).
3.5
Mit Bericht vom 1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
8/22/5-
10
) stellten die Fachleute des Instituts für Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung Hinweise auf sprachdominantseitige Beeinträchtigungen exekutiver Funktion
en sowie leichte
Beeinträchtigungen der psychomotorischen Verarbeitungsgeschwindigkeit
fest (S. 1). Bei einer Inzidenz der durch herzchirurgische Eingriffe verursachten kog
nitiven Dysfunktionen von 52
%
sei mit erhöhter Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass der qualitativ hohe Arbeitsstandard des Beschwerdeführers nur mit erhöhter Anstrengung aufrechterhalten werden könne, was, über die moto
rische Verlangsamung hinaus, mit einer rascheren Ermüdbarkeit verbun
den sei.
Zusammenfassend habe die neuropsychologische Untersuchung leicht- bis mittel
gradig ausgeprägte sprachdominantseitige
frontolaterale
und
cere
belläre
Dys
funk
tionen (exekutive Minderleistungen sowie psychomotorische Verlangsa
mung)
ergeben. Das neuropsychologische Ausfallmuster korrespon
diere mit den Läsionen infolge des Infarktes (S. 5).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin, hielt mit Bericht vom 2
0.
Dezember 2012 (
Urk.
8/22/11-12) fest, es bestehe ein sehr schönes Resultat. Nachweisen
lasse
sich lediglich eine minime
residuelle
Mitral
klappeninsuffizienz
. Die Anstrengungsdyspnoe lasse sich kardial nicht erklären. Eine Rolle spiele sicherlich der Trainingsmangel. Eine kardiologische Kontrolle erscheine in zwei Jahren angezeigt, eine Veränderung der Situation vorbehalten (S. 2).
3.7
Dr.
B._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/22/1-4)
einen Status nach
Mitralklappenrekonstruktion
und
zweifachem
aorto
-koro
na
rem Bypass
mit
embolischen
cerebralen
Mikroinfarkten im Verlauf sowie leichte
bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörungen (
Ziff.
1.1). Als Kal
ku
lator sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
3.8
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt am
7.
März 2013 fest, der Beschwerdeführer sei kardial weiterhin stabil, jedoch lägen leichte bis mittelschwere neuropsychologische Defizite nach einem ischämischen Insult vor. Diese begründeten überwiegend die andauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige, rein sitzende Tätigkeit sei
behinde
rungsangepasst
(
Urk.
8/26/2-4).
4.
4.1
Den vorliegenden Arztberichten ist übereinstimmend zu entnehmen, dass der B
e
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
als Kalkulator
noch
zu 50
%
arbeitsfähig ist. Diese Tätigkeit ist nach Einschätzung der RAD-Ärztin
gleich
zeitig
als
behinderungsangepasst anzusehen (vgl. vorstehend E.
3.8).
Die Be
einträch
ti
gung der Arbeitsfähigkeit ist insbesondere auf
die verbleibenden neuropsycho
lo
gischen Defizite zurückzuführen, denn aus kardialer Sicht (vgl. vorstehend E. 3.6)
ist
mindestens im hier massgeblichen Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung
von
einem stabilen Resultat auszugehen.
Sämtliche betei
ligten Ärzte attestieren dem Beschwerdeführer eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
(vgl. vorstehend E. 3.3
, 3.4, E.
3.7), wobei
Dr.
C._
in einer rein sitzenden Tätigkeit sogar eine vollschichtige Tätigkeit als zumutbar erachtete (vgl. vorstehend E.
3.4). Der ver
bleibenden Beeinträchtigung in Form von neu
ropsychologischen Defiziten wird
mit der Teilarbeitsfähigkeit Rechnung getra
gen. Bei dieser klaren medizinischen Sachlage bleibt für die Annahme einer hö
heren Arbeitsunfähigkeit und dem
ent
sprechend eines höheren Invaliditätsgrades kein Raum.
4.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, seine Arbeitsleistung sei massiv ge
ringer als das geleistete Pensum von 50
%
, ist er darauf hinzuweisen, dass die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist (vgl. vor
stehend E.
1.4).
Einer allfälligen nach Verfügungserlass eingetretenen,
medi
zi
nisch ausgewiesen
en
Verschlechterung
wäre im Rahmen des
Revisionsver
fah
rens
Rechnung zu tragen.
4.3
Nachdem auch die Berechnung des Invaliditätsgrades (
Urk.
8/36/2) zu keinen Be
an
standungen Anlass gibt, erweist sich der angefochtene Entscheid als rech
tens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.