# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fa8c293a-aec4-4390-8b6d-4023ca20c050
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. R., geb. 1985, ist Staatsangehöriger von Mazedonien. Er gelangte am 21.
Oktober 1990 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz und erhielt in der Folge
eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung.
Zwischen 2003 und 2009 wurde M. R. wiederholt straffällig und wegen zahlreicher
verschiedener Delikte zu Bussen, Geldstrafen und Freiheitsstrafen verurteilt.
Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 13. November 2009 ist M. R. beim
Betreibungsamt S. mit laufenden Betreibungen von Fr. 14'840.80 und mit zwölf
Verlustscheinen von insgesamt Fr. 23'010.-- verzeichnet.
Das Ausländeramt verwarnte M. R. mehrfach. Eine erste Verwarnung, verbunden mit
der Androhung, dass die Aufenthaltsbewilligung widerrufen würde, sollte er sich künftig
nicht in jeder Beziehung klaglos verhalten, erfolgte am 11. Februar 2004. Am 5.
Oktober 2007 verwarnte das Ausländeramt M. R. erneut und verlängerte ihm die
Aufenthaltsbewilligung nur noch auf Zusehen und Wohlverhalten hin. Er wurde
wiederum ausdrücklich zu einem künftig in jeder Beziehung klaglosen Verhalten
angehalten, ansonsten er mit einer Nichtverlängerung bzw. dem Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung rechnen müsse. Mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 wies das
Ausländeramt das Gesuch von M. R. um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung ab,
verlängerte aber die Aufenthaltsbewilligung um ein weiteres Jahr. Am 29. September
2009 wurde die Aufenthaltsbewilligung erneut nur auf Zusehen und Wohlverhalten hin
um ein weiteres Jahr verlängert unter der Bedingung, dass M. R. keine weiteren
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Straftaten begehe, seine Schulden tilge, keine neuen Schulden verursache und seinen
finanziellen Verpflichtungen ordnungsgemäss nachkomme. Nach einer erneuten
Verurteilung im November 2009 teilte das Ausländeramt M. R. mit Schreiben vom 18.
Januar 2010 schliesslich seine Absicht mit, die Aufenthaltsbewilligung zu widerrufen,
und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. Davon machte M. R. mit Eingabe vom
1. März 2010 Gebrauch.
Mit Verfügung vom 15. März 2010 widerrief das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligung von M. R. und wies diesen an, die Schweiz bis spätestens 31.
Mai 2010 zu verlassen. Zur Begründung führte es an, M. R. habe zu schweren Klagen
Anlass gegeben. Sein Verschulden wiege aus fremdenpolizeilicher Sicht schwer. Das
öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung überwiege sein privates Interesse, in der
Schweiz bleiben zu können.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob M. R. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 30. März 2010 Rekurs, der vom Sicherheits- und Justizdepartement
mit Entscheid vom 10. Mai 2010 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. Mai 2010 erhob M. R. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid vom 10. Mai 2010 sei
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung um ein weiteres Jahr zu verlängern, und
infolge Mittellosigkeit sei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Prozessführung sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren, alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, M. R. sei lediglich zu Freiheitsstrafen von siebzehn Monaten und vier
Wochen verurteilt worden, welche die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG)
nicht erfüllten. Ebenfalls nicht zutreffend sei, dass – wie die Vorinstanz angenommen
habe – sowohl die Voraussetzungen von Art. 63 lit. d AuG (recte: Art. 62 lit. d AuG) als
auch von Art. 62 lit. c AuG erfüllt seien. Zudem sei der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung unverhältnismässig. Auf die weiteren Vorbringen wird, soweit

## Considerations

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 27. Mai 2010 unter Verweis auf
die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die kostenfällige Abweisung der
Beschwerde.
Mit Verfügung vom 31. Mai 2010 verweigerte der Präsident des Verwaltungsgerichts
die unentgeltliche Prozessführung wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels und
forderte M. R. zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 2'000.-- auf. Ferner teilt er
ihm mit, dass kein weiterer Schriftenwechsel stattfinden werde. M. R. leistete den
Kostenvorschuss innert erstreckter Frist.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 25. Mai 2010
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Nach Art. 62 AuG kann die zuständige Behörde die Aufenthaltsbewilligung unter
anderem dann widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64
oder Art. 61 des Strafgesetzbuches angeordnet wurde (lit. b). Ausserdem kann die
Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer erheblich und
wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im
Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (lit. c) sowie wenn er eine mit der
Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält (lit. d).
2.1. Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid unter anderem auf Art. 62 lit. b AuG.
Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr gelten nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts als längere Freiheitsstrafen im Sinne dieser Bestimmung und bilden
einen Grund für den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung (BGE 135 II 377 vom 25.
September 2009, E. 4.2; vgl. auch VerwGE B 2008/199 vom 9. Juli 2009, in:
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www.gerichte.sg.ch). Der Beschwerdeführer wurde seit 2003 wiederholt straffällig.
Unter anderem wurde er am 16. September 2003 wegen Angriffs zu einer bedingten
Gefängnisstrafe von vier Wochen verurteilt. Am 7. September 2004 folgte eine
Verurteilung wegen mehrfachen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat,
verbunden mit einer Busse von Fr. 200.--. Mit Entscheid des Kreisgerichts
Werdenberg-Sargans vom 4. Juli 2007 wurde der Beschwerdeführer wegen schwerer
Körperverletzung, mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln sowie mehrfacher
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwölf
Monaten und einer Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt. Am 2. November 2009 folgte eine
weitere Verurteilung durch das Fürstliche Landgericht Liechtenstein wegen schwerer
Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, wovon drei Monate in
eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen umgewandelt wurden. Auch wenn keine der
Freiheitsstrafen über einem Jahr liegt, ergibt sich insgesamt doch eine Dauer von
zwanzig Monaten und vier Wochen. Unbehelflich ist der Einwand des
Beschwerdeführers, es handle sich vorliegend nur um Freiheitsstrafen von insgesamt
siebzehn Monaten und vier Wochen. Selbst wenn die drei Monate, welche das
Fürstliche Landgericht in eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen umgewandelt hat, nicht
berücksichtigt werden, würde die gesamte Strafdauer deutlich über einem Jahr liegen.
Der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG ist beim Beschwerdeführer somit erfüllt.
Soweit der Beschwerdeführer auf die Ausführungen des Bundesgerichts zur
sogenannten "Zweijahresregel" verweist und daraus ableitet, dass ein Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 62 lit. b AuG nicht bereits bei einer
Freiheitsstrafe von zwölf, sondern in der Regel erst bei 24 Monaten erfolgen muss,
erweisen sich seine Vorbringen als unzutreffend. Die genannte Rechtsprechung bezieht
sich auf die sogenannte Reneja-Praxis, wonach einem mit einer Schweizer Bürgerin
verheirateten Ausländer, der erstmals oder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer um die
Erneuerung seiner Bewilligung ersucht, im Falle einer Verurteilung zu einer
Freiheitsstrafe von zwei Jahren in der Regel selbst dann kein Aufenthaltstitel mehr zu
erteilen ist, wenn der schweizerischen Ehepartnerin die Ausreise nicht oder nur schwer
zuzumuten ist (vgl. BGE 135 II 377, E. 4.4). Für den vorliegenden Fall ist diese
Rechtsprechung offensichtlich nicht relevant.
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2.2. Obwohl bereits die strafrechtlichen Verurteilungen an sich den Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung zu rechtfertigen vermögen, erwog die Vorinstanz im weiteren,
dass auch der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c AuG bestehe. Ein Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 lit. c AuG liegt nach Art. 80
Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201,
abgekürzt VZAE) unter anderem vor bei einer Missachtung von gesetzlichen
Vorschriften und behördlichen Verfügungen (lit. a) und bei mutwilliger Nichterfüllung der
öffentlich- oder privatrechtlichen Verpflichtungen (lit. b). Eine Gefährdung der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist anzunehmen, wenn konkrete Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher
Wahrscheinlichkeit zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
führt (Art. 80 Abs. 2 VZAE). Die offene Formulierung von Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE bringt
zum Ausdruck, dass auch die Summierung von Verstössen, die für sich genommen
einen Widerruf nicht rechtfertigen, Grund für einen Bewilligungsentzug sein kann, wenn
der Ausländer mit seinem Verhalten zeigt, dass er sich aufgrund seiner fehlenden
Integrationsfähigkeit und –bereitschaft auch zukünftig nicht in die geltende
Rechtsordnung einordnen wird. Dies kann sich unter anderem durch gehäufte
Verurteilungen zu geringfügigeren Freiheits- oder Geldstrafen äussern. In solchen
Fällen kann deshalb ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Entfernung und
Fernhaltung des Ausländers bestehen (Zünd/Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/
Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.29; Weisungen und
Kreisschreiben des Bundesamts für Migration, I. Ausländerbereich, Ziff. 8.2.1.5.1,
Version 1.7.09, S. 9 f.; BGE 2C_793/2008 vom 27. März 2009 E. 2.1).
Der Beschwerdeführer hat seit 2003 regelmässig delinquiert, wobei es sich in der
Mehrzahl der Fälle um Gewaltdelikte handelte, und er ist deswegen zu zahlreichen
Bussen, Geldstrafen und Freiheitsstrafen verurteilt worden – letztmals im November
2009. Sowohl die wiederholten Verwarnungen des Ausländeramtes als auch die
Verweigerung der Niederlassungsbewilligung am 23. Oktober 2008 blieben ohne
Wirkung auf den Beschwerdeführer oder hielten ihn von weiteren Straftaten ab.
Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, die Vorinstanz habe ihre Beurteilung in
bezug auf Art. 62 lit. c AuG im wesentlichen mit den Schulden, für welche er betrieben
worden sei, und den Krankenkassenprämien, welche er nicht bezahlt habe, begründet.
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Diesbezüglich wendet er ein, dass die Betreibungen vor allem im Zusammenhang mit
den Alimentenbevorschussungen für das Kind A. stünden, von welchem er – wie sich
mittlerweile herausgestellt habe – nicht der leibliche Vater sei. Wäre er diesbezüglich
nicht zu Unrecht betrieben worden, hätte er seine Schulden, seit er fest angestellt sei,
ohne weiteres bezahlen können. Ferner macht der Beschwerdeführer geltend, er habe
bis Ende 2008 auch seine Eltern finanziell unterstützen müssen, da deren Einkommen
bei weitem nicht für die Deckung der Lebenshaltungskosten ausgereicht habe.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz ihrer Beurteilung in
bezug auf den Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c AuG nicht etwa nur dessen Schulden
zugrunde gelegt, sondern sein gesamtes Verhalten über die vergangenen Jahre
gewürdigt. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
nicht der leibliche Vater von A. ist, für deren Unterhalt er unter anderem betrieben
wurde, hat er mit seinem übrigen Verhalten mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass er
nicht gewillt bzw. nicht fähig ist, sich an die geltende Ordnung zu halten. Ebensowenig
kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass er seine Eltern nach eigenen
Angaben finanziell unterstützt hat - was er übrigens in keiner Weise belegt -, etwas zu
seinen Gunsten ableiten. Somit ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass
auch der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c AuG beim Beschwerdeführer erfüllt ist.
2.3. Sodann erachtete die Vorinstanz auch den Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. d AuG
als erfüllt. Gemäss Art. 33 Abs. 2 AuG erfolgt die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
für einen bestimmten Aufenthaltszweck und kann mit weiteren Bedingungen verbunden
werden (Abs. 2). Hält die Ausländerin oder der Ausländer eine derart mit der Verfügung
verbundene Bedingung nicht ein, kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden
(Art. 62 lit. d AuG)
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass das Ausländeramt
anlässlich der Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung am 29. September 2009
bereits Kenntnis von der Strafanzeige gegen ihn bei der zuständigen
Staatsanwaltschaft des Fürstentums Liechtenstein hatte und gestützt auf die
Untersuchungsakten mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen musste, dass es
zu einer Verurteilung kommen werde. Aus diesem Grund könne kein Widerrufsgrund
nach Art. 62 lit. d AuG vorliegen, da gegebenenfalls zu erwarten gewesen wäre, dass
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das Ausländeramt zuerst den Strafbescheid des zuständigen Gerichtes abgewartet und
erst dann über die Verlängerung entschieden hätte.
Mit Gesuch vom 24. September 2009 beantragte der Beschwerdeführer die
Verlängerung seiner bis zum 1. Oktober 2009 gültigen Aufenthaltsbewilligung. Das
Ausländeramt entsprach dem Ersuchen des Beschwerdeführers und verlängerte die
Aufenthaltsbewilligung um ein weiteres Jahr bis zum 1. Oktober 2010. Die
Verlängerung wurde indes ausdrücklich nur unter der Bedingung gewährt, dass der
Beschwerdeführer seine Schulden tilgen, keine neuen Schulden verursachen sowie
seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen würde. Im weiteren verlangte das
Ausländeramt, dass es zu keinen weiteren strafrechtlichen Verurteilungen kommen und
dass sich der Beschwerdeführer wohlverhalten würde. Es ist richtig, dass das
Ausländeramt zu diesem Zeitpunkt bereits Kenntnis von der Strafanzeige bei der
zuständigen Staatsanwaltschaft im Fürstentum Liechtenstein hatte und dass der
Beschwerdeführer aufgrund der Aktenlage als dringend tatverdächtig erschien. Dessen
ungeachtet war das Ausländeramt jedoch nicht gehalten, einen Strafbescheid des
zuständigen Gerichts abzuwarten, sondern es durfte die Aufenthaltsbewilligung erteilen
und mit den genannten Bedingungen verknüpfen. Dies muss umso mehr gelten, als
das Ausländeramt keine Kenntnis über den weiteren Gang und die Dauer des
Verfahrens im Fürstentum Liechtenstein hatte und der Beschwerdeführer bis zu einer
rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig zu betrachten war. Da das Ausländeramt
ferner nicht einfach davon ausgehen durfte, dass der Beschwerdeführer ein allenfalls
zu seinen Ungunsten ausfallendes Urteil nicht anfechten würde, war nicht
auszuschliessen, dass bis zu seiner rechtskräftigen Verurteilung gar mehr als ein Jahr
verstreichen würde. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer
auch nach der Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung am 29. September 2009
weiterhin seine Krankenkassenprämien nicht bezahlte, weshalb er ungeachtet der
strafrechtlichen Verurteilung im Fürstentum Liechtenstein die Bedingungen der
Bewilligungserteilung verletzt hat. Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht davon
ausgegangen, dass auch der Widerrufsgrund gemäss Art. 62 lit. d AuG besteht.
2.4. Art. 62 AuG gewährt der zuständigen Behörde beim Entscheid über den Widerruf
der Aufenthaltsbewilligung einen Ermessensspielraum. Der Tatbestand ist als "Kann-
Bestimmung" formuliert. Das Gesetz schreibt nicht zwingend den Widerruf der
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Aufenthaltsbewilligung vor, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
sondern erlaubt der zuständigen Behörde das Treffen einer sachgemässen
Entscheidung im Einzelfall. Das Verwaltungsgericht hat diesen Spielraum zu
respektieren und sich nach Art. 61 Abs. 1 VRP auf die Rechtskontrolle zu beschränken
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz.
739 f.). Bei der Ermessensausübung hat die zuständige Behörde gemäss Art. 96 Abs. 1
AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration des Ausländers zu berücksichtigen, wobei namentlich die Schwere des
Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem Ausländer und
seiner Familie drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (Weisungen des Bundesamts für
Migration, a.a.O., Ziff. 8.2.1.5). Dabei sind umso strengere Anforderungen an den
Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung bzw. an eine Wegweisung zu stellen, je länger ein
Ausländer in der Schweiz anwesend war. Es ist aber in Betracht zu ziehen, dass der
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung selbst gegenüber Ausländern
der zweiten Generation, welche ihr gesamtes Leben in der Schweiz verbracht haben,
grundsätzlich zulässig ist (Weisungen des Bundesamts für Migration, a.a.O., Ziff.
8.2.1.5.1. mit Hinweis auf BGE 130 II 190 vom 7. April 2004, E. 4.4.2). Nach der Praxis
des Bundesgerichts ist eine Wegweisung im übrigen umso eher zulässig, wenn der
Ausländer selbst nach längerer Anwesenheit in der Schweiz sich nicht oder nur wenig
integriert hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist, enge Beziehungen zu
seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. BGE 2A.540/2001 vom
4. März 2002, E. 2b).
2.5. In strafrechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer wiederholt
delinquierte und mehrfach bestraft wurde. Erstmals als Volljähriger wurde er im Jahre
2003 verurteilt. Damals bestrafte ihn die Staatsanwaltschaft St. Gallen wegen Angriffs
mit einer bedingten Gefängnisstrafe von vier Wochen unter Ansetzung einer Probezeit
von drei Jahren. Der Verurteilung lag ein Angriff auf einen Skinhead durch eine Gruppe
von Ausländern zugrunde. Das Opfer wurde mit meterlangen Holzstücken
zusammengeschlagen, und es wurden ihm dabei vier Finger gebrochen. Am 7.
September 2004 folgte eine Verurteilung wegen mehrfachen Diebstahls zu einer
bedingten Gefängnisstrafe von einem Monat, verbunden mit einer Busse von Fr. 200.--
unter erneuter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren. Der Beschwerdeführer hatte,
nicht einmal zwei Monate nach der Verwarnung durch das Ausländeramt am 11.
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Februar 2004 und der Androhung des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung, zusammen
mit zwei Mittätern aus zahlreichen Personenwagen diverse Gegenstände entwendet.
Mit Entscheid vom 4. Juli 2007 wurde er wegen schwerer Körperverletzung,
mehrfacher Verletzung der Verkehrsregeln sowie mehrfacher Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und einer Busse
von Fr. 1'500.-- verurteilt. Wiederum wurde ihm eine Probezeit von drei Jahren
angesetzt. Das Kreisgericht führte in seinem Urteil aus, es stehe fest, dass der
Beschwerdeführer am 31. März 2005 das damals wenige Monate alte Kind A.
geschüttelt habe. Als Folge des Schüttelns erlitt das Mädchen eine schwere Schädel-
Hirnverletzung. Die behandelnde Ärztin stellte rund eineinhalb Jahre später fest, dass
unklar sei, ob mit einer bleibenden Schädigung gerechnet werden müsse. Die im
selben Entscheid ausgesprochene Verurteilung wegen mehrfacher
Verkehrsregelverletzung erfolgte wegen Nichtbeachtung eines Verbotsschildes,
Überschreitung der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts um rechtlich
relevante 16 km/h, nicht an die Verhältnisse angepasste Fahrweise sowie wegen
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Führerausweis. Das Kreisgericht
erachtete das Verschulden des Beschwerdeführers hinsichtlich der dem Kind
zugefügten schweren Körperverletzung als schwer. Ebenfalls nicht zu verharmlosen
seien die Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz. Mit Bussenverfügung vom 31.
Dezember 2008 wurde der Beschwerdeführer wegen Widerhandlung gegen das
Transportgesetzmit Fr. 60.-- gebüsst. Am 2. November 2009 folgte eine weitere
Verurteilung durch das Fürstliche Landgericht Liechtenstein wegen schwerer
Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten, wovon drei Monate in
eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen umgewandelt wurden. Der Beschwerdeführer
hatte erneut während noch laufender Probezeit und, nachdem er durch das
Ausländeramt am 5. Oktober 2007 zum zweiten Mal verwarnt und ihm der Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung angedroht worden war, delinquiert. Gemäss dem Urteil des
Fürstlichen Landgerichts hatte der Beschwerdeführer am 18. Januar 2009 eine andere
Person mit einem Faustschlag in deren rechte Gesichtshälfte und mindestens zwei
Fusstritten gegen deren Brustbereich vorsätzlich schwer verletzt.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass es sich bei den früheren Delikten, mit
Ausnahme der schweren Körperverletzung, um Jugendsünden handle. Er sei damals in
schlechte Gesellschaft geraten und habe in der Folge mit seinen Kollegen mehrere
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strafbare Handlungen begangen. Sein Verschulden könne deshalb höchstens als
mittelschwer bezeichnet werden. Des weiteren liege die letzte strafbare Handlung mehr
als sechzehn Monate zurück und er habe eingesehen, dass er sich nichts mehr
zuschulden kommen lassen dürfe, weshalb ihm eine gute Prognose gestellt werden
könne. Das Verwaltungsgericht kann sich dieser Beurteilung nicht anschliessen. Zwar
ist richtig, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der ersten Delikte zwischen 18
und 21 Jahre alt war. Nichtsdestotrotz vermag dies die Schwere seines Verschuldens
angesichts seiner wiederholten, auch nach dem 21. Lebensjahr fortgesetzten
Delinquenz nicht zu mildern. Nebst der hohen Anzahl der verübten Straftaten fällt dabei
insbesondere ins Gewicht, dass den Verurteilungen, mit Ausnahme des mehrfachen
Diebstahls im Jahre 2004, durchwegs Gewaltdelikte zugrunde lagen. Erschwerend
kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer trotz laufender Probezeiten delinquierte und
dass er sich auch von den wiederholten Verwarnungen durch das Ausländeramt nicht
beeindrucken liess. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Freiheitsstrafe von
insgesamt zwanzig Monaten und vier Wochen muss das öffentliche Interesse am
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers als hoch eingestuft
werden. Zwar wurde der Beschwerdeführer seit nunmehr sechzehn Monaten nicht
mehr verurteilt. Gleichwohl gab er aber in bezug auf die ordnungsgemässe Erfüllung
seiner finanziellen Verpflichtungen nach wie vor Anlass zu Beanstandungen. Aufgrund
des gesamten bisherigen Verhaltens, insbesondere seiner ausgeprägten und
wiederholten Gewalttätigkeit, kann ihm in bezug auf das künftige Wohlverhalten keine
günstige Prognose gestellt werden.
2.6. Fest steht, dass der Beschwerdeführer bereits seit 1990 und damit seit rund
zwanzig Jahren in der Schweiz ansässig ist. Er ist als Fünfjähriger im Rahmen des
Familiennachzugs in die Schweiz eingereist. Die lange Aufenthaltsdauer ist
unbestrittenermassen zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Dem steht jedoch
gegenüber, dass er bereits als Jugendlicher im Jahre 2001 straffällig geworden ist und
seit 2003 als junger Erwachsener regelmässig delinquierte. Bis im Sommer 2008 war er
zudem wiederholt arbeitslos und arbeitete unregelmässig und lediglich temporär bei
verschiedenen Firmen. Zugunsten des Beschwerdeführers kann dagegen
berücksichtigt werden, dass er seit Juli 2008 bei der Firma T. in einer Festanstellung als
Schleifer/Maschinenbediener arbeitet und sein Arbeitgeber ihm ein gutes Zeugnis
ausstellt. Unter wirtschaftlichen bzw. arbeitsmarktlichen Aspekten liegen aufgrund der
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Tätigkeit des Beschwerdeführers dennoch keine zwingenden Gründe vor, die gegen
einen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung sprechen.
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass - mit Ausnahme eines Bruders, der in
Italien lebt – seine gesamte Familie in der Schweiz lebe. In Mazedonien habe er nur
noch einen Onkel mütterlicherseits, zu dem er keinen Kontakt habe. Die weiteren
Verwandten würden im Ausland leben. In der Schweiz habe er fast sein ganzes Leben
verbracht, den Kindergarten und die obligatorische Schule besucht und verfüge über
einen grossen Kolleginnen- und Kollegenkreis, wobei der grösste Teil davon
Schweizerinnen und Schweizer seien. In Mazedonien habe er keine Kolleginnen und
Kollegen. Er habe somit kein soziales Netz, das ihn auffangen könnte, falls er in sein
Heimatland zurückkehren müsste. Ferner hätte er auch keine bewohnbare Bleibe in
Mazedonien. Seine Eltern würden zwar ein altes Haus in einem abgelegenen Dorf
besitzen, dieses sei aber nicht bewohnbar. Ausserdem habe er keine Beziehung zu
seinem Heimatland, da er nur unregelmässig dort gewesen sei, und wenn, dann sei das
jeweils nur ferienhalber gewesen und für nicht mehr als zwei Wochen pro Jahr.
Der volljährige Beschwerdeführer hat keine besonders nahe und enge Beziehung zu
seinen Eltern und seinen in der Schweiz lebenden Geschwistern, die über die normalen
familiären Bande hinausgeht. Während das Bestehen solcher Beziehungen für die
Kernfamilie, d.h. Eltern und ihre minderjährigen Kinder, vermutet wird, ist sie für den
erweiterten Familienkreis besonders nachzuweisen (vgl. Achermann/Caroni, in:
Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., Rz. 6.27). Dies hat der Beschwerdeführer
offensichtlich nicht getan. Er kann sich daher nicht auf das Recht auf Privat- und
Familienleben berufen. Aufgrund der Akten ist ferner nicht ersichtlich, dass er enge
Kontakte mit Schweizerinnen und Schweizern pflegt. Fest steht hingegen, dass er
sowohl den Angriff im Jahre 2003 als auch den mehrfachen Diebstahl im Jahre 2004
gemeinsam mit Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien begangen hat. Zudem war
er auch am 18. Januar 2009, als er sich erneut einer schweren Körperverletzung
schuldig machte, mit Kolleginnen und Kollegen aus dem ehemaligen Jugoslawien
unterwegs.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz trotz seines
langen Aufenthalts schlecht integriert ist. Dem ledigen und – wie sich mittlerweile
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herausgestellt hat – kinderlosen Beschwerdeführer ist es somit zumutbar, die Schweiz
zu verlassen und in sein Heimatland zurückzukehren, wo er die ersten Jahre
aufgewachsen ist und welches ihm aufgrund seiner regelmässigen Aufenthalte dort
nicht unbekannt ist. Als jungem Erwachsenen, der über keine familiären
Verpflichtungen verfügt, erwachsen dem Beschwerdeführer keine übermässigen
Schwierigkeiten durch die Rückkehr in sein Heimatland. Er ist diesbezüglich in einer
ähnlichen Situation wie zahlreiche seiner Landsleute, die nach einem langen, mehrere
Jahre dauernden Aufenthalt in der Schweiz zwangsweise in ihr Heimatland
zurückkehren müssen. Zudem lebt nach wie vor ein Onkel des Beschwerdeführers, mit
dem er wieder Kontakt aufnehmen kann und der ihm allenfalls über die ersten
Schwierigkeiten hinweghelfen könnte, in Mazedonien. Des weiteren besteht offenbar
auch Grundeigentum seiner Eltern. Selbst wenn das Haus in dem vom
Beschwerdeführer behaupteten schlechten Zustand ist, bestehen somit genügend
Anknüpfungspunkte, die ihm die Rückkehr in sein Heimatland erleichtern werden.
2.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aus den Vorbringen des
Beschwerdeführers und den Akten keine Hinweise ergeben, dass die Vorinstanz mit
ihrem Entscheid die öffentlichen Interessen und die persönlichen Interessen des
Beschwerdeführers sowie dessen Grad an Integration nicht ausreichend berücksichtigt
und damit ihr Ermessen überschritten oder gar missbraucht haben sollte. Die über
Jahre andauernde, ungeachtet von Probezeiten und Verwarnungen fortgesetzte
Delinquenz, die wiederholten schweren Körperverletzungen bzw. die Freiheitsstrafe von
insgesamt zwanzig Monaten und vier Wochen rechtfertigen trotz des sehr langen
Aufenthalts in der Schweiz einen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, zumal der
Beschwerdeführer über keine familiären Bindungen in der Schweiz verfügt, die eine
Berufung auf das Recht auf Privat- oder Familienleben zulassen, und eine Rückkehr
nach Mazedonien zumutbar ist, auch wenn diese mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten
verbunden sein sollte. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
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Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht