# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 70367f06-420d-4112-83b1-c065b32c436e
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt nicht umfassend dargelegt und daher den Nachweis der
offensichtlichen Unrichtigkeit der Ermessenstaxationen vom 13. April 2018
nicht erbracht habe, weshalb sie zu Recht nicht auf die Einsprache
eingetreten sei. Aus der Tatsache, dass die Treuhänderin des
Beschwerdeführers nicht in der Lage gewesen sei, die Steuererklärung
2016 fristgerecht auszufüllen, könne der Beschwerdeführer nichts zu
seinen Gunsten ableiten, weil die Rechtswirkungen von
Verfahrenshandlungen und Unterlassungen des Vertreters beim
Steuerpflichtigen einträten. Insbesondere ergebe sich daraus kein Grund
für eine Fristwiederherstellung.
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5. Am 27. August 2018 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinem
Antrag fest und reichte dem Gericht die Steuererklärung 2016 sowie die
Jahresrechnung 2016 der B._ ein.
6. Die Beschwerdegegnerin 1 hielt am 7. September 2018 duplicando an
ihren Anträgen fest. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass das
Gericht keine materielle Prüfung der Ermessenstaxationen vornehmen
könne, weshalb die mit der Replik eingereichte Steuererklärung 2016 sowie
die Jahresrechnung 2016 der B._ nicht in die gerichtliche Beurteilung
einzubeziehen seien.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und in
den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 17. Mai 2018 sowie auf
die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) entscheidet das Gericht in einzelrichterlicher
Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und keine
Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (lit. a) oder wenn ein Rechtsmittel
offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet
ist (lit. b). Das vorliegende Urteil wird gestützt auf Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG
in einzelrichterlicher Kompetenz erlassen, da die Beschwerde − wie
nachfolgend zu zeigen ist − offensichtlich unbegründet ist. Im Übrigen läge
auch der Streitwert unter Fr. 5'000.--, betrifft das vorliegende
Beschwerdeverfahren doch die Steuerperiode 2016, für welche der
Beschwerdeführer mit Ermessenstaxationen vom 13. April 2018 zur
Zahlung von Fr. 1'053.-- an Kantonssteuern, Fr. 527.-- an
Gemeindesteuern sowie Fr. 118.15 an direkten Bundessteuern, total somit
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Fr. 1'698.15, verpflichtet wurde. Daraus ergibt sich, dass der Streitwert hier
maximal − der Höhe der veranlagten Steuern entsprechend − Fr. 1'698.15
betragen kann. Da der Streitwert Fr. 5'000.-- somit nicht überschreitet und
die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist,
wäre die Zuständigkeit des Einzelrichters auch aufgrund der Höhe des
Streitwerts gegeben.
2. Anfechtungsobjekte des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 17. Mai 2018
betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016 bzw. direkte
Bundessteuer 2016, mit welchen die Beschwerdegegnerin 1 auf die
Einsprache des heutigen Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 nicht
eingetreten ist. Solche Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern
der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29
Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR
720.200) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der
kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des kantonalen
Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug
vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist.
Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache in die
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden. Der
Beschwerdeführer ist als formeller und materieller Adressat der
angefochtenen Einspracheentscheide beschwert und damit zur
Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG)
ist somit einzutreten.
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3. Die Beschwerdegegnerin 1 ist auf die Einsprache des heutigen
Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 nicht eingetreten, da der
Beschwerdeführer auch im Einspracheverfahren seiner Deklarationspflicht
nicht nachgekommen sei. Streitig und im vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren zu prüfen ist somit einzig,
ob die Beschwerdegegnerin 1 infolge nicht nachgekommener
Deklarationspflicht zu Recht auf die Einsprache vom 15. Mai 2018 nicht
eingetreten ist. Nicht Gegenstand des vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bilden demgegenüber die
materiellen steuerlichen Aspekte. Dementsprechend sind aber die vom
Beschwerdeführer am 27. August 2018 replicando eingereichte
Steuererklärung 2016 sowie die Jahresrechnung 2016 der B._ nicht in
die Beurteilung miteinzubeziehen. Vielmehr haben sich die nachfolgenden
Ausführungen auf die Frage der Rechtmässigkeit der angefochtenen
Nichteintretensentscheide vom 17. Mai 2018 zu beschränken.
4. Vorab gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für die Steuerpe-
riode 2016 zu Recht nach Ermessen veranlagt wurde. Gemäss Art. 130
Abs. 2 DBG und Art. 46 Abs. 3 StHG i.V.m. Art. 131 Abs. 1 lit. a StG ist eine
Ermessenstaxation zulässig, wenn der Steuerpflichtige gemahnt und ihm
die Ermessenstaxation angedroht wurde. Voraussetzung für eine
rechtswirksame Mahnung wiederum ist, dass der Steuerpflichtige mit der
Erfüllung seiner Verfahrenspflichten in Verzug ist. Die
Beschwerdegegnerin 1 hat dem Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender für die Einreichung der Steuererklärung 2016 eine
Frist bis 31. Januar 2018 gewährt. Mangels fristgerechter Einreichung der
Steuererklärung 2016 mahnte die Beschwerdegegnerin 1 den
Beschwerdeführer offenbar mit Schreiben vom 19. Februar 2018 (nicht bei
den Akten). Nachdem der Beschwerdeführer trotz Mahnung die
Steuererklärung 2016 nicht einreichte, büsste die Beschwerdegegnerin 1
den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23. März 2018 gestützt auf
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Art. 174 Abs. 1 lit. a DBG bzw. Art. 173 StG. In der Bussverfügung forderte
die Beschwerdegegnerin 1 den Beschwerdeführer letztmals auf, innert acht
Tagen die Steuererklärung 2016 einzureichen und teilte ihm mit, dass bei
erneutem Fristversäumnis eine Ermessensveranlagung erfolge, welche nur
mit dem Vorwurf der offensichtlichen Unrichtigkeit anfechtbar sei. Nachdem
der Beschwerdeführer auch innerhalb der gewährten Frist von acht Tagen
die Steuererklärung 2016 nicht eingereicht hatte, erfolgte mit Verfügungen
vom 13. April 2018 sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 als
auch für die direkte Bundessteuer 2016 eine Ermessensveranlagung. Dies
ist, nachdem der Beschwerdeführer seinen Verfahrenspflichten trotz
Mahnung und Androhung einer Ermessenstaxation anerkanntermassen
nicht nachgekommen ist und die Steuererklärung nicht innert acht Tagen
nach Erhalt der Bussverfügung vom 23. März 2018 eingereicht hat, nicht
zu beanstanden.
5.1. Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann der
Steuerpflichtige gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG und Art. 48 Abs. 2 StHG
i.V.m. Art. 137 Abs. 4 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit
anfechten. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige
Beweismittel nennen. Genügt die Einsprache diesen Erfordernissen nicht,
wird auf sie nicht eingetreten. Die erhöhten prozessualen Anforderungen
finden ihre Erklärung in der besonderen Natur der Ermessensveranlagung.
Da die Steuerbehörde mangels genügender Unterlagen nicht alle
Steuerfaktoren genau ermitteln kann, muss sie diese schätzen. Dabei hat
sie notwendigerweise auf Annahmen und Vermutungen abzustellen. Weil
eine Ermessenseinschätzung somit naturgemäss eine gewisse Unschärfe
aufweist, ist die Möglichkeit, sie anzufechten, entsprechend eingeschränkt.
Der Steuerpflichtige kann sie nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit in
Frage stellen. Er hat nachzuweisen, dass die Ermessensveranlagung den
tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht. Mittels umfassendem
Unrichtigkeitsnachweis hat er die bisher vorhandene Ungewissheit
bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen
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nicht. In der Begründung der Einsprache ist daher der Sachverhalt in
substantiierter Weise darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese
Sachverhaltsdarstellung zu nennen. Es reicht nicht aus, die Einschätzung
bloss in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich einzelne Positionen
der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen. Vielmehr wird der
Steuerpflichtige, der seine Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren
nicht erfüllt und dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt hat, in der
Regel die versäumten Mitwirkungshandlungen nachholen müssen, um die
Einsprache genügend begründen zu können (vgl. Urteil des
Bundesgerichtes 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.1). Die erwähnten
gesetzlichen Bestimmungen schreiben indessen nicht vor, dass eine
Einsprache gegen eine Ermessenseinschätzung wegen versäumter
Mitwirkungshandlungen nur gültig ist, wenn damit gleichzeitig das
Versäumte nachgeholt wird. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist daher das Nachreichen einer bisher nicht vorgelegten
Steuererklärung (für sich allein) nicht Gültigkeitsvoraussetzung der
Einsprache, sofern die Begründung in anderer Form erbracht wird (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.2,
2A.72/2004 vom 4. Juli 2005 E.6). Das Nachholen der versäumten
Mitwirkungshandlungen stellt somit nur eine mögliche Form dar, wie die
Begründung einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung
vorgebracht werden kann (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/ MEUTER,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 132 Rz. 58).
5.2. Nach dem soeben Gesagten lässt sich allein aus dem Umstand, dass der
Beschwerdeführer mit seiner Einsprache vom 15. Mai 2018 keine
Steuererklärung nachgereicht hat, nicht automatisch auf deren
mangelhafte Begründung schliessen. Allerdings ändert dies nichts daran,
dass die Beschwerdegegnerin 1 vorliegend auf die Einsprache des
Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 zu Recht nicht eingetreten ist. Der
Beschwerdeführer hat in seiner Einsprache vom 15. Mai 2018 geltend
gemacht, dass er im Jahr 2011 von einer kriminellen Vereinigung
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angegriffen worden sei und seither um sein blankes Überleben kämpfe. Er
könne die Höhe der Veranlagung, welche für ihn liquidierend sei, nicht
nachvollziehen, weil 2016 ein mageres Jahr gewesen sei. Mit dieser
Argumentation wird aber die ermessensweise vorgenommenen
Veranlagungen vom Beschwerdeführer lediglich in pauschaler Weise
bestritten, ohne dass der Sachverhalt umfassend dargelegt und der
Nachweis für die Unrichtigkeit der angefochtenen Ermessenstaxationen
erbracht wird. Als einzige Nachweise seiner Behauptungen reichte der
Beschwerdeführer im Einspracheverfahren die Bilanz der B._ per
31. Dezember 2016 sowie die Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres 2016
ein. Die Bilanz und die Erfolgsrechnung weisen indes unterschiedliche
Resultate aus. Die damalige Treuhänderin weist in einer E-Mail an den
Beschwerdeführer vom 4. Mai 2018 (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin
[Bg-act.] 3) denn auch zu Recht darauf hin, dass der Abschluss nicht
stimmen könne, weil die Kasse ein Minus-Saldo und die Bilanz und die
Erfolgsrechnung nicht die gleichen Resultate aufwiesen. Dass mit diesen
vom Beschwerdeführer im Einspracheverfahren eingereichten
Nachweisen, mithin mit der Bilanz der B._ per 31. Dezember 2016 und
der Erfolgsrechnung des Geschäftsjahres 2016, der Nachweis für die
Unrichtigkeit der angefochtenen Ermessenstaxationen nicht erbracht
wurde, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren Ausführungen. Bei
dieser Sachlage ist die Beschwerdegegnerin 1 auf die Einsprache des
heutigen Beschwerdeführers vom 15. Mai 2018 zu Recht nicht eingetreten,