# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac8ba6aa-fd2f-4b1e-b195-f4a1ee08ce5f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965
,
ist gelernter
Coiffeur und war zuletzt
selbständig
erwerbend
als Geschäftsführer eines Nachtclubs tätig (
Urk.
6/32
S. 3
Ziff.
2 Mitte,
S. 1 oben).
Am
6.
Juni 2011
erlitt er einen Hirnschlag
(
Urk.
6/17 S 1)
.
Der Versicherte meldete sich am
1
9.
Juni 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1).
Die Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erteilte
am 3
0.
Mai 2012
Kostengutsprache für eine berufliche Abklä
rung
(
Urk.
6/30)
und sprach dem Versicherten
in der Folge
berufliche Massnah
men in Form einer kaufmännischen Umschulung zu (
Urk.
6/63,
Urk.
6/74,
Urk.
6/92,
Urk.
6/172).
Er beendete die Ausbildungen mit dem Erwerb des Büro
fachdiploms VSH, des Handelsdiploms VSH und des Diploms Sachbearbeiter Mar
keting und Verkauf (
Urk.
6/85,
Urk.
6/111/1,
Urk.
6/202/4).
Die IV-Stelle erteilte zudem Kostengutsprache für Arbeitstrainings, Arbeitsvermittlung und ein Job Coaching (
Urk.
6/138,
Urk.
6/146,
Urk.
6/154,
Urk.
6/158,
Urk.
6/189).
Am
6.
Juli 2018
schloss
sie
die beruflichen Massnahmen ab (
Urk.
6/204).
1.2
Mit Verfügung vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
6/227) verneinte die IV-Stelle einen Rentenansp
ruch. Die vom Versicherten am 6 Februar 2019
dagegen erhobene Beschwerde
(
Urk.
6/230/3-16) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
5.
Juni 2020
(Verfahren-Nr. IV.2019.00112)
in dem Sinne gut, dass es die Sache zur ergänzenden
medizinischen Abklärung
an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
6
/232 S. 13 Dispositiv
Ziff.
1).
1.3
Die IV-Stelle holte
in der Folge
einen ärztlichen Bericht (
Urk.
6/241) und ein
Ver
laufsg
utachten (
Urk.
6/251) ein
.
Am
2.
Juni 2020 (
Urk.
6/254)
erliess sie den Vor
bescheid, wogegen der
Versicherte
Einwände (
Urk.
6/257)
vorbrachte.
Mit Verfügung vom 2
8.
Juli 2020 (
Urk.
6/262 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle erneut einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
September 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Juli 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm die gesetz
lichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1
S.
2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Oktober 2020 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2.
Novem
ber 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
gemäss
den medizinischen Abklärungen
sei dem Beschwerdeführer die
Tätigkeit als Geschäftsführer eines Nachtclubs nicht mehr zumutbar
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe
jedoch
eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
(S. 2 oben).
Die Beschwerdegegnerin führte sodann
einen Einkommensvergleich durch und ermittelte
bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
88'364.50 und einem Invaliden
einkommen von
Fr.
61'947.--
einen Invaliditätsgrad von 30
%
und verneinte daher einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 S
.
2
unten
f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
gab zum durchgeführten Einkommensvergleich an
, i
n den letzten beiden Jahren vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit habe
sein
Lohn st
ationär
Fr.
102'000.-- betragen.
Das
Valideneinkommen
sei daher in d
ies
er Höhe
anzu
setzen
(
Urk.
1
S. 5 f.
Ziff.
11 und 14-15
).
Weiter verneinte er, dass für die Bestim
mung des Invalideneinkommens auf
das
Niveau drei
der Tabellenlöhne
abgestellt werden könne
. Er sei
aus näher dargelegten Gründen (S. 7
Ziff.
18 ff.)
nicht in der Lage, komplexe Tätigkeiten auszuüben und habe sich nicht ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet aneignen können
(S. 6
Ziff.
17).
Es sei höchstens das Kom
petenzniveau 2 zu verwenden. Selbst ohne Gewährung eines Abzugs vom Tabel
lenlohn in Höhe von 20
%
ergebe sich mindestens ein Anspruch auf eine halbe Rente (S. 11
Ziff.
30 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob
ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer erlitt am
6.
Juni 2011 einen Hirnschlag (
Urk.
6/17 S. 1).
Die
Ärzte des
Spital
s
Y._
, nannten im Bericht vom
8.
August 2011 (
Urk.
6/12/1-4) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen ischämischen
cerebrovaskulären
Insult der
Capsula
interna
mit motorischer Hemiparese
links vom
6.
Juni 2011
(S. 1
Ziff.
1.1).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstatteten am 1
6.
Januar 2012 (
Urk.
6/24) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein neurologisches und psychiat
r
isches Gutachten.
Die Gutachter nannten als neurologische Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10
Ziff.
5
):
-
Hemisyndrom
links bei Zustand nach
cerebrovaskulärem
Ereignis vom
6.
Juni 2011 mit insbesondere Beeinträchtigung der Feinmotorik des lin
ken Arms und leichter Gangstörung
-
leicht ausgeprägte kognitive Störungen
Aus psychiatrischer Sicht wurde
zudem
eine
posttraumatische
Belastungsstörung in Remission
diagnostiziert
(ICD-10 F43.0, S. 15
Ziff.
5 unten).
Die Gutachter attestierten gesamthaft für die Tätigkeiten als Geschäftsführer eines Nachtclubs und als Coiffeur eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Zu einer
angepassten Tätig
keit gaben sie an, möglich seien Arbeiten
ohne erhöhte Anforderungen an die Gehfähigkeit, den Gleichgewichtssinn, die Feinmotorik der linken Hand, an die Konzentrationsfähigkeit auf Dauer sowie an die Fähigkeit, neue Inhalte aufzu
nehmen. In
einer derartigen
Tätigkeit sei vo
n einer Arbeitsfähigkeit von 70
% und einer Beeinträchtigung von 30
%
auszugehen
. Die Beeinträchtigung ergebe
sich aus einer vermehrten Ermüdbarkeit und einer verminderten Belastbarkeit
. Eine abschliessende Beurteilung sei etwas mehr als ein halbes Jahr nach dem
cerebrovaskulären
Ereignis nicht möglich. Es sei von einer weiteren
Verb
esserung während insgesamt mindestens zwei Jahren nach dem Ere
ignis vom Juni 2011 auszugehen.
Erst danach sei eine abschliessende Beurteilung sinnvoll
(S. 18
lit
. E Mitte).
Die sich in Remission befindende posttraumatische Belastungsstörung beeinträchtige die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht mehr (S. 18
lit
. E unten).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte
i
m Bericht vom 1
8.
November 2019 (
Urk.
6/241/7-9) für eine Bürotätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60
%
. Weiter gab er an, de
r Patient arbeite aktuell zu 50
% als Fitnesstrainer (S. 1
Ziff.
1.3). Es bestehe eine rasche Ermüdbarkeit, vor allem körperlich und im Rahmen der Konzentration (S. 2
Ziff.
3.4).
3.4
3.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin holte
bei
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ein Verlaufsgut
achten ein, das am 1
5.
Mai 202
0 (
Urk.
6/251) erstattet wurde und auf den fach
ärztlichen
Untersuchungen
vom
1.
bis
7.
Mai 2020
beruht
(S. 1 oben).
Im neuro
logischen Teilgutachten wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit gestellt (S. 19
Ziff.
5.1)
:
-
diskrete
Hemisymptomatik
links bei Zustand nach
cerebrovaskulärem
Ereignis am
6.
Juni 2011 mit
geringgradiger
Beeinträchtigung der Fein
motorik des linken Arms und möglicher leichter Gangstörung
-
leicht ausgeprägte kognitive Störungen und vermehrte Ermüdbar- und verminderte Belastbarkeit möglich
Als
Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurde angegeben
,
bei
Inkon
sistenzen im Rahmen der verhaltensneurologischen und neuropsychologischen Untersuchung müsse von einer nicht validen Befundlage ausgegangen werden. Die klinisch-neurologische Untersuchung weise ebenfalls Inkonsistenzen auf. Es müsse daher von einer Verdeutlichungstendenz/Aggravation ausgegangen wer
den (S. 19
Ziff.
5.2).
Aus neurologischer Sicht bestehe im Vergleich zur Vorun
tersuchung vom
Januar 2012 ein leicht verbesserter Befund. Dies betreffe insbe
sondere die Feinmotorik im Bereich der linken Hand sowie die
Diadochokines
e
, aber auch die Befunde im Bereich der unteren Extremitäten (S. 20 f.
Ziff.
4).
Im Rahmen der klinisch-neurologischen Untersuchung seien Inkonsistenzen
festge
stellt worden
.
So sei d
er Gang wechselnd
gewesen
, teils unsicher mit intermittie
render
Circumduktion
links und vermindertem Mitschwingen des linken Arms, teils aber faktisch unauffällig
. Dies insbesondere in Momenten, in den sich der
Explorand nicht beobachtet
gefühlt habe
(S. 21 oben).
Symptome und Funktions
einbussen seien nicht durchgehend als konsistent und plausibel zu bezeichnen. Dies betreffe insbesondere die geltend gemachte
Fatigue
(S. 22
Ziff.
6.3.2).
Aus neurologischer Sicht bestünden medizinisch begründete Beeinträchtigungen im Sinne einer leichte Beeinträchtigung der Feinmotorik der linken Hand und einer möglichen leichten Beeinträchtigung der Gehfähigkeit sowie des Gleichge
wichtssinns bei erhöhten Anforderungen sowie einer leichten Beeinträchtigung der Kognition und einer vermehrten Ermüdbarkeit und verminderten Belastbar
keit, ebenfalls leichten Ausmasses. Die darüberhinausgehenden vom Exploranden geltend gemachten Einschränkungen seien als nicht medizinisch begründet anzusehen (S. 23 f.
Ziff.
6).
Dr.
A._
nannte im psychiatrischen Teilgutachten als Diagnosen ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31
Ziff.
5.2):
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.0, remit
tiert)
-
Verdacht auf kognitive Beeinträchtigungen
Die psychiatrische Symptomatik sei ganz leicht ausgeprägt; es liege keine psy
chiatrische Erkrankung vor (S. 31
Ziff.
3 und 4).
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (S. 36).
3.
4
.2
In der Konsensbeurteilung der Gutachter
wurde eine Psychopathologie aus psy
chiatrischer Sicht verneint
. Die psychischen Ressourcen und Funktionsfähigkei
ten seien kaum beeinträchtigt
(S. 37 oben). Aus neurologischer Sicht
sei auch
aufgrund des Freizeitverhaltens
des Beschwerdeführers
anzunehmen
, dass eine höhere Belastbarkeit als von ihm angegeben durchaus möglich sei. Wie im Rah
men der Vorbegutachtung sei weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
aus
zugehen (S
.
37 unten).
3.5
PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
Regi
onaler Ärztlicher Dienst (RAD),
bestätigte in der Stellungnahme vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
6/252 S. 4 f.) für die bisherigen Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und für eine ange
passte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
(S. 5 oben).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
4.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE
139
V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
4.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
4.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.
5.1
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
bestätigten im Verlaufsgutachten vom 1
5.
Mai 2020
für die Tätigkeiten als Coiffeur und als Geschäftsführer eines Nachtclubs eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %. Für
eine behinderungsangepasste Tätigkeit
attestierten
sie
wie im Gutachten vom 1
6.
Januar 2012
eine zumutbare Arbeits
fähigkeit von 70 %
(E. 3.4.2 hiervor)
.
Das
G
utachten vom 1
5.
Mai 2020 erweist
sich
als beweista
uglich
(vgl. E. 4.1)
. Darauf kann abgestellt werden
, zumal dessen Beweiswert wie auch die Einschätzung einer Restarbeitsfähigkeit von 70
%
in angepassten Tätigkeiten von den Parteien nicht in Frage gestellt werden
.
5.2
D
er Beschwerdeführer war bis
zu seiner
Erkrankung im Juni 2011 als Geschäfts
führer eines Nachtclubs tätig.
Es ist anzunehmen, dass er den Betrieb im Gesund
heitsfall weitergeführt hätte.
Gemäss
IK-Auszug
erzielte
er
mit dieser Tätigkeit
im Jahr 2005 ein
Einkommen von
Fr.
78'000.--, 2006 von
Fr.
72'000.--, 2007 von
Fr.
60'000.--, 2008 von
Fr.
72'000.--, 2009 von Fr 102'000.-- und im Jahr 2010
von
ebenfalls
Fr.
102
'
000
.--
(
Urk.
6/4 S. 3).
Zunächst
ist zu sagen
, dass nur
die
Löhne der Jahre 2009 und 2010
über dem Durchschnitt
der Jahre 2005 bis 2010 liegen
.
Gemäss.
LSE 2018 TA1_tirage_skill_level
liess sich
i
m
Bereich
Gastgewerbe
/Beherbergung und Gastronomie
(
Ziff.
55-56)
im Jahr 2018
ausgehend von
Kompetenzniveau drei
für Männer
durchschnittlich
nur
ein Einkommen von
Fr.
5'450.--
pro Monat
erzielen
.
Mit Blick auf die im Gastgewerbe
zu realisierenden
Löhne
ist nicht
davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer weiterhin
das Lohnniveau
der Jahre 2009 und
2010
hätte erreichen können
.
Entgegen
den Ausführungen
in der Beschwerde (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
14) weisen die
dargestellten
Löhne
zudem
erhebliche
Schwan
kungen auf. Es ist daher auf den
Durchschnitt
der letzten Jahre
und die
seitherige
Lohnentwicklung
a
bzustellen.
Bei einem
Durchschnitt
von
Fr.
81'000.-- (
Fr.
78'000.-- +
Fr.
72'000.-- +
Fr.
60'000.-- +
Fr.
72'000.-- +
Fr.
102'000.-- +
Fr.
102'000.-- =
Fr.
486'000.--
: 6) resultiert angepasst an die
Nominallohnentwicklung (T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2019) für 2018
ein Einkommen
von
Fr.
85'105.-- (
Fr.
81'000.--
: 2151 x 2260).
Als
Validenein
kommen
sind daher
Fr.
85'105.-- zu veranschlagen.
Zugunsten des Beschwerde
führers ist jedoch der von der Beschwerdegegnerin errechnete Wert von
Fr.
88'364.50 zu verwenden (vgl.
Urk.
6/259;
Urk.
2 S. 2 unten).
5.3
Das Invalideneinkommen ist anhand von Tabellenlöhnen zu
bestimmen.
Gemäss dem
im
Gutachten vom 1
5.
Mai 2020
angegebenen
Belastungsprofil
sind
Arbeiten
mit erhöhten Anforderungen an die Konzentration auf Dauer
zu ver
meiden
(
Urk.
6/251 S. 24
Ziff.
7.1 Mitte)
.
Bei Kompetenzniveau drei der Tabelle TA1 handelt es sich um komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wis
sen in einem Spezialgebiet voraussetzen.
Nachdem praktische
Tätigkeiten
im Fokus
stehen, sind dem Beschwerdeführer solche Arbeiten aus medizinischer Sicht
trotz gewisser Einschränkungen bezüglich der Konzentrationsfähigkeit
grundsätzlich möglich
.
In diesem
Zusammenhang
ist zudem
darauf
h
inzuweisen, dass bei der neurologischen Begutachtung Inkonsistenzen festgestellt wurden
(vgl. E. 3.4.1 hiervor)
. Nachdem die
vom Beschwerdeführer
angegebenen Ein
schränkungen im Sinne einer
F
atigue
im Rahmen der neurologischen
Begutach
tung nicht objektiviert werden konnte,
ist nicht einzusehen,
weshalb ihm die
beschriebenen
praktischen
Tätigkeiten
aus medizinischer Sicht
nicht zugemutet werden könnten
.
Weiter
ist auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
und nicht auf die abweichende Einschätzung des Hausarztes abzustellen, der eine höhere
Arbeitsunfähigkeit attestierte (E. 3.
3.
hiervor).
Der Beschwerdeführer verfügt als Geschäftsführer eines Nachtclubs
über langjäh
rige Berufserfahrung im Gastgewerbe
und damit über ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
. Weiter erwarb er das
Bürofachdiplom VSH, das Handelsdiplom VSH und das
Diplom Sachbe
arbeiter Marketing und Verkauf
und konnte durch Arbeitstrainings (
Urk.
6/145 S. 1,
Urk.
6/167 S. 1) weitere Berufserfahrung sam
meln. Der Beschwerdeführer erfüllt daher die Voraussetzungen für die
Anwen
dung
von Kompetenzniveau drei.
Nach
LSE 2018 TA1_tirage_skill_level
ist bei Kompetenzniveau drei für den Bereich Dienstleistungen (
Ziff.
45-96) für Männer
von einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen von
Fr.
7'074.--
auszugehen
.
Neben
der von ärztlicher Seite attestierten
Einschränkung von 30
%
entsprechend einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit
von 70
%
ist der Beschwerdeführer nicht zusätzlich in seiner
Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
Weitere Gründe für einen Abzug (vgl. vorste
hend E. 4.5) sind nicht gegeben. Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungs
weise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische
Anforde
rungs
- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tre
tende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) ein
gegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kom
men. Davon zu unterscheiden ist die Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Ver
weisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. I
nsbesondere bildet das Alter des 1965 geborenen Beschwerdeführers für sich noch keinen Grund für einen Abzug.
Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt als invaliditätsfrem
der Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2).
Ein
zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn kann daher nicht gewährt werden
und besteht für das Gericht kein Anlass, diesbezüglich in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen
.
Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70
%
und einer
betriebsüblichen
Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche
resultiert
damit
ein
Invalidene
i
nkom
men von
Fr.
61'947.-- (
Fr.
7'074.-- x
12 :
40 x 41.7 x 0.7).
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
88'364.50
.-- mit dem
In
va
-
liden
einkommen
von
Fr.
61'947.--
, so
resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
2
6
'
418
.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von
gerundet
30
%
. Da der Invaliditäts
grad deutlich unter 40
%
liegt, besteht kein Rentenanspruch.
5.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von
30
%
zu Recht abgelehnt. Die angefochtene Verfügung vom 2
8.
Juli 2020 erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.