# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b0ec1fcd-788e-48df-9284-1a30d0860513
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 20. Mai 2015 (EE140097-D)
Rechtsbegehren:
des Gesuchstellers (Urk. 16):
" 1. Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, den gemeinsamen
Haushalt für unbestimmte Zeit aufzuheben.
2. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 1. Dezember 2014 getrennt leben.
- 2 -
3. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ..., D._, sei für die Dauer des Getrenntlebens der Klägerin zur alleinigen Benützung zuzuweisen.
4. Die Beklagte sei anzuweisen, dem Kläger den TV sowie die  Sachen herauszugeben.
5. Es sei festzuhalten, dass sich die Parteien keine  gegenseitig schulden.
6. Ausstehende Staats- und Bundessteuern bis und mit 2014 seien hälftig zu teilen.
7. Es sei die Gütertrennung anzuordnen. 8. [...]
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der . "
der Gesuchsgegnerin (Urk. 19, Prot. I S. 4)
"1. Den Parteien sei das Getrenntleben zu bewilligen und es sei fest-
zustellen, dass die Parteien seit dem 1. Dezember 2014 getrennt leben.
2. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten persönlich für die Dauer des Getrenntlebens folgende monatlichen  zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
Fr. 2'900.– ab 1. Juni 2014 bis 30. November 2014 Fr. 2'440.– ab 1. Dezember 2014 wobei der Gesuchsteller zu berechtigen sei, die von ihm  Beiträge im Umfang von Fr. 600.– abzuziehen.
3. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten die dem Kläger für die Tochter E._ zugesprochenen rückwirkenden  für die Monate Januar 2013 bis Dezember 2014 in der Höhe von total Fr. 6'000.– auszubezahlen.
Eventualiter 4. Der Kläger sei zu verpflichten, der Tochter E._ die ihm für
die Tochter E._ zugesprochenen rückwirkenden  für die Monate Januar 2013 bis Dezember 2014 in der Höhe von total Fr. 6'000.– auszubezahlen.
5. Der Kläger sei zu verpflichten, die ihm ab 1. Januar 2015 für die Tochter E._ ausbezahlten Kinderzulagen jeweils per Ende des entsprechenden Monats an die Beklagte auszubezahlen.
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Eventualiter
6. Der Kläger sei zu verpflichten, die ihm ab 1. Januar 2015 für die Tochter E._ ausbezahlten Kinderzulagen jeweils per Ende des entsprechenden Monats an die Tochter E._ .
7. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ... in D._ sei der Beklagten samt Hausrat zur alleinigen Benutzung . Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten sämtliche Hausschlüssel der ehelichen Liegenschaft unverzüglich .
8. Der Kläger sei zu verpflichten, sämtliche offenen gemeinsamen Staats- und Gemeinsteuern sowie die Direkte Bundessteuer der Parteien vollständig alleine zu bezahlen. Zudem sei er zu , der Beklagten die von ihr für diese Steuern geleisteten Zahlungen zurück zu bezahlen, sollte die Beklagte für  Staats- und Gemeindesteuern sowie Direkte Bundessteuer der Parteien belangt werden.
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten des Klägers. "
Prozessuale Anträge (sinngemäss)
des Gesuchstellers (Urk. 16)
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger einen Prozesskos-
tenvorschuss von Fr. 4'000.– zu bezahlen. 2. Eventualiter sei dem Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspfle-
ge zu bewilligen und es sei ihm in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu .
der Gesuchsgegnerin (Urk. 19):
Der Beklagten sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und es sei ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine  Rechtsvertreterin zu bestellen.
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Urteil und Verfügung des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht s.V., vom 20. Mai 2015:
Es wird verfügt:
1. Der Antrag des Gesuchstellers betreffend Prozesskostenbeitrag wird .
2. Dem Gesuchsteller wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, und es
wird ihm in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ eine  Rechtsbeiständin bestellt.
3. Der Gesuchsgegnerin wird die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, und es
wird ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine  Rechtsbeiständin bestellt.
4. Das Rückforderungsrecht des Staates gemäss Art. 123 ZPO bleibt je vorbe-
halten.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Erkenntnis.
Sodann wird erkannt:
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien auf unbestimmte Zeit zum  berechtigt sind, und es wird davon Vormerk genommen, dass sie bereits seit 1. Dezember 2014 getrennt leben.
2. Von der Vereinbarung der Parteien vom 19. Februar 2015 bzw. 20. März
2015 betreffend die eheliche Wohnung und den Hausrat wird Vormerk  und das Verfahren diesbezüglich als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
3. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin monatliche Unter-
haltsbeiträge, zahlbar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats,  per 1. Dezember 2014, wie folgt zu bezahlen: – Fr. 1'023.– vom 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015 – Fr. 543.– vom 1. März 2015 bis 30. Juni 2015 – Fr. 660.– ab 1. Juli 2015.
4. Es wird von folgenden finanziellen Grundlagen ausgegangen:
- Bedarf Gesuchsteller: 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015: Fr. 2'976.– 1. März 2015 bis 30. Juni 2015: Fr. 3'936.– Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 3'936.–
- Bedarf Gesuchsgegnerin: Fr. 1'859.–
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- Einkommen Gesuchsteller: Fr. 4'677.– (netto, exkl. Kinderzulagen, inkl. 13. Monatslohn) - Einkommen Gesuchsgegnerin: 1. Dezember 2014 bis 30. Juni 2015: Fr. 1'514.– Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 1'280.– (netto, exkl. Kinderzulagen, exkl. 13. Monatslohn)
- Vermögen Gesuchsteller: Fr. 4'974.74 - Vermögen Gesuchsgegnerin: Fr. 17'691.10
5. Es wird mit Wirkung ab dem 31. Dezember 2014 die Gütertrennung ange-
ordnet.
6. Der Editionsantrag der Gesuchsgegnerin wird als gegenstandslos geworden
abgeschrieben.
7. Auf den gesuchstellerischen Antrag betreffend hälftige Teilung der Steuern
wird nicht eingetreten.
8. Auf die Anträge der Gesuchsgegnerin betreffend die Kinderzulagen wird
nicht eingetreten.
9. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'800.– festgesetzt. Allfällige weitere Aus-
lagen bleiben vorbehalten.
10. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Der jeweilige
Anteil der Parteien wird infolge der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege je einstweilen auf die Staatskasse genommen. Das Rückforderungsrecht des Staates gemäss Art. 123 ZPO bleibt je vorbehalten.
11. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
12. [Mitteilungssatz].
13./14.[Rechtsmittelbelehrung / Hinweis auf Art. 145 ZPO].
Berufungsanträge:
A. Verfahren LE150045
des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 50):
"1. Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 20. Mai 2015 sei wie
folgt abzuändern: Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen Unterhalt
schulden.
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2. Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 20. Mai 2015 sei wie
folgt abzuändern:
Es wird von folgenden finanziellen Grundlagen ausgegangen:
- Bedarf Gesuchsteller 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015 Fr. 3'326.– 1. März 2015 bis auf Weiteres Fr. 4'286.– - Bedarf Gesuchsgegnerin Fr. 2'009.– - Einkommen Gesuchsteller Fr. 4'677.–
- Einkommen Gesuchsgegnerin Fr. 2'684.–
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer)  der Berufungsbeklagten.
Prozessualer Antrag:
"Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche  zu gewähren und es sei ihm in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
B. Verfahren LE150046
der Gesuchsgegnerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (Urk. 50):
"1. Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 20. Mai 2015
sei abzuändern, und der Gesuchsteller (Berufungsbeklagter) sei zu , der Gesuchsgegnerin (Berufungsklägerin) monatliche , zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats,  per 1. Juni 2014, wie folgt zu bezahlen:
Fr. 2'220.– vom 1. Juni 2014 bis 30. November 2014 Fr. 2'075.– vom 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015 Fr. 1'655.– vom 1. März 2015 bis 30. Juni 2015 Fr. 1'660.– vom 1. Juli 2015 für die weitere Dauer des Getrenntlebens.
2. Dispositiv Ziff. 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 20. Mai 2015
sei wie folgt abzuändern:
'Es wird von folgenden finanziellen Grundlagen ausgegangen:
- Bedarf Gesuchsteller: 1. Juni 2014 bis 30. November 2014: Fr. 1'270.– 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015: Fr. 2'245.–
- 7 -
1. März 2015 bis 30. Juni 2015: Fr. 3'080.– Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 3'080.–
- Bedarf Gesuchsgegnerin: 1. Juni 2014 bis 30. November 2014: Fr. 1'840.– ab 1. Dezember 2014 bis auf Weiteres Fr. 1'890.–
- Einkommen Gesuchsteller: (netto, exkl. Kinderzulagen; inkl. 13. Monatslohn) Fr. 4'739.–
- Einkommen Gesuchsgegnerin: 1. Juni 2014 bis 30. Juni 2015: Fr. 234.– Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 0.– (netto, exkl. Kinderzulagen; inkl. 13. Monatslohn)
- Vermögen Gesuchsteller: Fr. 4'974.74 - Vermögen Gesuchsgegnerin: Fr. 11'000.–'
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten des
Berufungsbeklagten."
Prozessualer Antrag:
1. Der Berufungsklägerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und es sei ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. Y._ eine  Rechtsvertreterin zu bestellen.
2. Auf die Verpflichtung der Berufungsklägerin zur Kautionsleistung sei zu ver-
pflichten.

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind seit 1989 verheiratet. Sie haben zwei volljährige Kinder:
F._, geboren tt.mm.1990, und E._, geboren am tt.mm.1995. Am
10. November 2014 reichte der Gesuchsteller bei der Vorinstanz ein Eheschutz-
begehren ein. Der weitere Prozessverlauf kann deren Urteil entnommen werden
(Urk. 43 S. 4 ff. = Urk. 51 S. 4 ff.). Am 20. Mai 2015 erliess die Vorinstanz den
eingangs wiedergegebenen Entscheid, den sie den Parteien am 27. Juli 2015 er-
öffnete (Urk. 51 S. 45). Beide Parteien erhoben Berufung, der Gesuchsteller am
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7. August 2015 (Urk. 50), die Gesuchsgegnerin am 10. August 2015 (LE150046-
O, Urk. 50). Die Berufungsantworten datieren vom 18. September 2015 (Urk. 54)
bzw. vom 19. September 2015 (LE150046, Urk. 58) und wurden je der Gegenpar-
tei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 57; LE150046, Urk. 61).
2. Die Einleitung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Um-
fang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten wurden die Dispositiv-
Ziffern 1 (Bewilligung Getrenntleben), Ziffer 2 (Vereinbarung eheliche Wohnung),
Ziffer 5 (Gütertrennung), Ziffer 6 (Editionsantrag), Ziffer 7 (Teilungsantrag Steu-
ern), Ziffer 8 (Überweisungsantrag Kinderzulagen), Ziffer 9 (Entscheidgebühr), Zif-
fer 10/11 (Kosten- und Entschädigungsfolgen). Diese Ziffern sind somit rechts-
kräftig, was vorzumerken ist.
II.
1. Die beidseitigen Berufungen richten sich je gegen das Urteil der Vorinstanz
vom 20. Mai 2015. Es stehen sich dieselben Parteien in derselben Sache gegen-
über. Über die Anträge der Parteien ist daher in einem Entscheid zu befinden. Die
Verfahren sind deshalb gestützt auf Art. 125 lit. c ZPO zu vereinigen. Sie werden
unter der Geschäftsnummer LE150045 weitergeführt. Das Verfahren LE150046
ist als dadurch erledigt abzuschreiben. Die Akten des Verfahrens LE150046 wer-
den als Urk. 58 zu den Akten des vorliegenden Prozesses genommen.
2. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen lediglich beschränkt zulässig.
Zulässig sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismittel nur dann, wenn sie
trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-
ten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt auch
für Verfahren, welche – wie das vorliegende eherechtliche Verfahren – der Unter-
suchungsmaxime unterstehen, denn eine analoge Anwendung von Art. 229
Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahren ist abzulehnen, da die im Gesetz eigens vor-
gesehene spezielle Regelung von Art. 317 ZPO vorgeht (BGE 138 III 625 E. 2.2).
3.1 Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Unterhaltspflicht des Ge-
suchstellers ab 1. Dezember 2014. Beide Parteien kritisieren die von der Vor-
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instanz ermittelten Einkommens- und Bedarfszahlen der Parteien, wie sie im an-
gefochtenen Urteil in Ziffer 4 festgehalten sind (Urk. 51 S. 44). Die Vorinstanz un-
terschied dabei drei Phasen: Phase 1: 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015
(Gesuchsteller wohnt bei seinem Bruder); Phase 2: 1. März 2015 - 30. Juni 2015
(Bezug einer eigenen Wohnung); Phase 3: ab 1. Juli 2015 (Stellenverlust Ge-
suchsgegnerin).
3.2 Die Gesuchsgegnerin moniert zudem, dass die Vorinstanz die Unterhaltsbei-
träge nicht bereits ab Juni 2014 zugesprochen hat (vgl. nachstehend Ziff. 6).
4.1 Bedarf Gesuchsteller
Für die Phase 1 veranschlagte die Vorinstanz Fr. 2'976.–, für die Phasen 2 und 3
je Fr. 3'936.– (Urk. 51 S. 7 f.). Die Gesuchsgegnerin rügt in ihrer Berufung die Po-
sitionen Krankenkasse, Fahrtkosten/Garage, auswärtige Verpflegung.
a) Krankenkasse
Die Vorinstanz berücksichtigte Fr. 346.– entsprechend der KVG-Prämie. Sie er-
wog, die Zusatzversicherung von Fr. 42.80 sei aufgrund der knappen finanziellen
Verhältnisse der Parteien nicht anzurechnen. Dagegen liess sie ausser Betracht,
dass der Gesuchsteller im Jahre 2013 eine individuelle Prämienverbilligung (IPV)
erhalten hatte, mit der Begründung, der Gesuchsteller habe im Jahr 2014 nach-
weislich ein Nettoeinkommen von Fr. 61'092.– erzielt, weshalb anzunehmen sei,
dass er die Anspruchsvoraussetzungen für eine IPV im Jahr 2015 nicht mehr er-
fülle (Urk. 51 S. 7, 12 f.).
Die Gesuchsgegnerin hält daran fest, dass die Prämienverbilligung von Fr. 77.–
zu berücksichtigen sei, weshalb lediglich Fr. 269.– anzurechnen seien (Urk. 58/50
S. 12). Die Prämienverbilligung wird aufgrund der neuesten definitiven Steuerfak-
toren (steuerbares Gesamteinkommen und steuerbares Gesamtvermögen) ermit-
telt und nicht aufgrund des erzielten Nettoeinkommens (vgl. www.svazurich.ch).
Im Falle des Getrenntlebens hängt der Anspruch unter anderem davon ab, ob und
in welcher Höhe der Gesuchsteller Unterhaltsbeiträge zu leisten hat. Entschei-
dend ist vorliegend, dass der Gesuchsteller vor Vorinstanz selbst davon ausging,
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weiterhin eine Prämienverbilligung zu erhalten (Urk. 16 S. 4), weshalb diese in
Abzug zu bringen ist. Die Gesuchsgegnerin ihrerseits anerkannte vor Vorinstanz
Fr. 289.70 (Urk. 19 S. 11, 13), weshalb nicht nur Fr. 269.– (Fr. 346.– ./. Fr. 77.–),
sondern Fr. 290.– zuzusprechen sind.
b) Fahrtkosten / Garage
Die Vorinstanz gestand dem Gesuchsteller die Benützung des Privatwagens zu
und veranschlagte Fr. 600.– (inklusive Leasinggebühren). Sie orientierte sich an
den Bestimmungen des kantonalen Steuerrechts und erwog, dass die Zeiterspar-
nis beim Arbeitsweg für den in G._ wohnenden und in Dübendorf arbeiten-
den Gesuchsteller bei Benützung des Autos mehr als eine Stunde betrage ge-
genüber der Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln (Urk. 51 S. 14).
Die Gesuchsgegnerin stellt die Zeitersparnis in Abrede. Zumindest auf dem
Rückweg sei es notorisch, dass zwischen Dübendorf/Wallisellen und Kloten bzw.
Nordring stets Stau sei. Auch wäre es dem Gesuchsteller frei gestanden, eine
Wohnung in der näheren Umgebung seines Arbeitsortes zu suchen. Im Weiteren
habe der Gesuchsteller kurz vor der Trennung der Parteien einen Leasingvertrag
für einen nicht einmal einjährigen VW Golf GTI für monatlich Fr. 581.55 abge-
schlossen. Auf den Fahrzeugwechsel vor Vorinstanz angesprochen, habe der
Gesuchsteller geantwortet, dass dies sein einziger Luxus sei, den er momentan
habe. Es gehe selbstverständlich nicht an, dass dem Gesuchsteller der "Luxus"
eines (teuren) Leasing zugestanden werde (Urk. 58/50 S. 11).
Der Gesuchsteller ist anfangs Dezember 2014 aus der ehelichen Wohnung aus-
zogen, wohnte vorübergehend bei seinem Bruder und mietete per 1. März 2015
eine Wohnung in G._. Dies ist ihm nicht vorzuwerfen. Erstens führte er in der
Befragung aus, dass er seit seiner Ankunft in der Schweiz immer in dieser Ge-
gend gewohnt habe (Prot. I. S. 10), zweitens befindet sich die eheliche Wohnung
in D._, also nahe G._, und drittens fand der Gesuchsteller in G._
eine preisgünstige Wohnung (Urk. 32/1). Zwar führt blosse Zeitersparnis allein
noch nicht dazu, dass einem Auto Kompetenzcharakter zukommen würde. Viel-
mehr haben weitere Umstände vorzuliegen, welche die Benutzung der öffentli-
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chen Verkehrsmittel unmöglich oder unzumutbar erscheinen lassen. Grundsätz-
lich ist der Arbeitsweg von G._ nach Dübendorf/Hochbordstasse gut er-
schlossen. Die Vorinstanz erwog, der Arbeitsweg daure bei Benutzung der öffent-
lichen Verkehrsmittel wenig mehr als eine Stunde. Dagegen ergäbe sich mit dem
Privatwagen eine Dauer von rund 19 Minuten bei normalem Verkehrsaufkommen
(Urk. 51 S. 15). Der Gesuchsteller arbeitet bei der Firma H._ in Dübendorf;
die Arbeitszeit dauert von 10 Uhr bis 20 Uhr, was unwidersprochen blieb. Danach
müsste er eigenen Angaben zufolge 45 Minuten auf den nächsten Zug warten
(Prot. I S. 3). Gemäss dem aktuellen ZVV-online-Fahrplan besteht eine Verbin-
dung um 20.04 Uhr, welche das Ziel über Stettbach um 21.19 erreicht. Sollte dies
zu knapp nach Arbeitsschluss sein, besteht eine weitere Möglichkeit um 20.18
über Wallisellen/Oerlikon mit Ankunft in G._ ... ebenfalls um 21.19. (vgl.
http://online.fahrplan.zvv.ch; zuletzt besucht am 18.12.2015). Mit anderen Worten
ist der Gesuchsteller nach Arbeitsschluss knapp 1.5 Stunden später zu Hause.
Daher ist die Anrechnung der Fahrzeugkosten zu bestätigen. Im Übrigen ist der
Einwand der Gesuchsgegnerin, es habe auf dem Nachhauseweg notorischer-
weise Stau, neu und prozessual unzulässig (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Auch erscheint
er aufgrund der Arbeitszeiten, welche bis 20 Uhr dauern, fraglich.
Die Leasingraten für ein Auto mit Kompetenzcharakter sind im prozessualen Be-
darf zu berücksichtigen (BGE 140 III 337 E. 5). Was die Höhe der Leasingkosten
angeht, so erklärte der Gesuchsteller vor Vorinstanz, dass er schon immer Autos
geleast habe, vorher sei es ein Renault Clio für monatlich Fr. 518.– gewesen
(Prot. I S. 10). Dies wurde nicht bestritten. Da sodann die Leasingkosten nicht
vollumfänglich berücksichtigt wurden, ist auch auf die Angabe, der Gesuchsteller
leiste sich einen "Luxus", nicht einzugehen. Die Vorinstanz hat aufgrund der en-
gen finanziellen Verhältnisse insgesamt den Betrag von Fr. 600.– gemäss Kreis-
schreiben betreffend die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums (fortan Kreisschreiben), Ziff. 3.4 lit. e), zugestanden, was
zu bestätigen ist.
Bei diesem Ergebnis sind auch die Garagekosten von Fr. 125.– zu bestätigen.
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c) Auswärtige Verpflegung
Die Vorinstanz gewährte Fr. 330.– mit der Begründung, es sei glaubhaft, dass
dem Gesuchsteller keine Kantine zur Verfügung stehe und er deshalb auf Restau-
rants angewiesen sei. Auch leiste er schwere körperliche Arbeit, weshalb es ge-
rechtfertigt sei, ihm Fr. 15.– pro Tag anzurechnen (Urk. 51 S. 16).
Die Gesuchsgegnerin hält an der vor Vorinstanz vertretenen Auffassung fest,
dass es Selbstbedienungsrestaurants gäbe (Prot. I S. 6), weshalb Fr. 10.– pro
Tag angemessen seien (Urk. 58/50 S. 13). Wie die Vorinstanz ausführte, sind die
Kosten für die Nahrung bereits im Grundbetrag enthalten und können nur Mehr-
kosten berücksichtigt werden (vgl. Kreisschreiben Ziff. III.3.2). Es steht ausser
Frage, dass sich der Gesuchsteller auswärts verpflegen muss. Gleichwohl hat er
keine substantiierten Angaben gemacht oder gar Belege eingereicht. Auch lässt
sich aufgrund der Parteivorbringen nicht schlüssig nachvollziehen, worin die
schwere körperliche Arbeit besteht, zumal der Gesuchsteller diese vor Vor–
instanz gar nicht geltend gemacht hat. Die Behauptung der Gesuchsgegnerin,
dass es in der Nähe Selbstbedienungsrestaurants gäbe (Prot. I S. 6), wurde so-
dann nicht bestritten. Es sind daher die von der Gegenseite anerkannten
Fr. 210.– anzurechnen.
d) Die übrigen Positionen (Grundbetrag Fr. 1'100.–/1'200.–, Miete Fr. 500.–
/1'130.–, Kommunikation Fr. 75.–/150.–, Gesundheitskosten Fr. 25.–, Haftpflicht-
versicherung Fr. 0.–/30.–) wurden nicht kritisiert.
e) Zusammenfassend ist von folgendem Bedarf auszugehen:
Phase 1: Fr. 2'800.– [2'976.– ./. 346 + 290 ./. 330 + 210]
Phase 2: Fr. 3'760.– [3'936.– ./. 346 + 290 ./. 330 + 210]
Phase 3: Fr. 3'760.– [3'936.– ./. 346 + 290 ./. 330 + 210].
f) Auf die Forderung des Gesuchstellers, es seien auch die Steuern zu be-
rücksichtigen (Urk. 50 S. 5), ist erst nach Ermittlung der Einkommens- und Be-
darfszahlen am Schluss einzugehen, da diese bei einem Mankofall nicht berück-
sichtigt werden können (unten Ziff. 5.2).
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4.2 Bedarf Gesuchsgegnerin
Die Vorinstanz veranschlagte den Bedarf für alle drei Phasen mit Fr. 1'859.– (Urk.
51 S. 7 f.).
a) Die Gesuchsgegnerin ihrerseits kritisiert die Position Haftpflichtversicherung.
Die Vorinstanz sprach den gerichtsüblichen Betrag von Fr. 30.– zu. Die geltend
gemachten Fr. 50.– pro Monat seien nicht glaubhaft gemacht. Mit dem von der
Gesuchsgegnerin eingereichten Einzahlungsschein über Fr. 587.60 lasse sich
nicht belegen, ob und wann dieser Betrag bezahlt worden sei (Urk. 51 S. 21).
Die Gesuchsgegnerin moniert, es sei ihr nicht möglich gewesen, die Police zu
edieren, da letztere im Besitz des Gesuchstellers gewesen sei. Per 19. März 2015
habe sie nun eine neue Hausrat- und Haftpflichtversicherung über Fr. 735.65 ab-
geschlossen, weshalb ein Betrag von Fr. 61.– zu berücksichtigen sei (Urk. 58/50
S. 14). Der Gesuchsteller anerkennt in der Berufungsantwort den Betrag von
Fr. 60.– pro Monat, und zwar für alle drei Phasen der Bedarfsberechnung
(Urk. 58/58 S. 11). Deshalb kann einerseits offengelassen werden, ob die neue
Prämie prozessual rechtzeitig geltend gemacht wurde, und andrerseits, ob der
Betrag zufolge der Wohngemeinschaft mit erwachsenen Personen nicht zu redu-
zieren gewesen wäre. Es sind folglich Fr. 60.– anzurechnen.
b) Der Gesuchsteller seinerseits macht in seiner Berufung geltend, die Ge-
suchsgegnerin könne Antrag auf Erlass der Billaggebühren stellen, da die Tochter
Ergänzungsleistungen erhalte und Anspruch auf einen Ersatz habe, der für den
ganzen Haushalt gelte (Urk. 50 S. 5). Dieses Vorbringen erfolgt erstmals in der
Berufung und ist daher prozessual verspätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die Kommu-
nikationskosten (Telefon/Radio/TV) sind mit Fr. 100.– zu belassen.
c) Die übrigen Positionen (Grundbetrag Fr. 1'100.–, Wohnkosten Fr. 335.–,
Krankenkasse Fr. 269.–, Gesundheitskosten Fr. 25.–) wurden nicht kritisiert.
d) Zusammenfassend ist in allen drei Phasen von einem Bedarf der Gesuchs-
gegnerin von gerundet Fr. 1'890.– auszugehen [1'859 ./. 30 + 60].
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4.3 Einkommen Gesuchsteller
Gestützt auf die Lohnabrechnungen errechnete die Vorinstanz ein monatliches
Einkommen von Fr. 4'677.– (inkl. 13. Monatslohn; Urk. 51 S. 24).
Die Gesuchsgegnerin moniert, für die korrekte Berechnung sei der Lohnausweis
2014 mit einem Nettolohn von Fr. 61'092.– massgeblich. Davon seien die Nach-
zahlungen für die Ausbildungszulage der Tochter E._ von insgesamt Fr.
4'250.– abzuziehen, weshalb ein Nettoeinkommen von Fr. 56'842.– pro Jahr bzw.
von Fr. 4'737.– pro Monat resultiere (Urk. 58/50 S. 6 f.). Der Gesuchsteller erwi-
dert, die Gesuchsgegnerin habe übersehen, dass die Prämien für die KTV-
Versicherung von Fr. 459.90 und Fr. 520.85 im Lohnausweis nicht abgezogen
worden seien. Der effektiv ausbezahlte Nettolohn reduziere sich damit auf Fr.
60'111.85. Unter Berücksichtigung der Kinderzulagen von Fr. 4'500.– ergäben
sich Fr. 55'611.85 oder Fr. 4'634.32 monatlich. Davon sei für das Jahr 2014 aus-
zugehen. Für das Jahr 2015 sei sodann von Fr. 4'704.36 auszugehen (Urk. 58/58
S. 4 f.).
Im ausgewiesenen Nettolohn gemäss Lohnausweis 2014 wurden die Prämien für
die KTG-Versicherung in der Tat nicht abgezogen. Allerdings rechtfertigt es sich,
nur Fr. 459.90 in Abzug zu bringen, da Fr. 520.85 das Vorjahr (also das Jahr
2013) betreffen (Urk. 32/3 S. 2). Folglich reduziert sich der Betrag von
Fr. 61'092.– um Fr. 459.90 und um Fr. 4'250.– für die Ausbildungszulagen auf
Fr. 56'382.10 oder auf Fr. 4'698.50 pro Monat bzw. gerundet auf Fr. 4'700.– be-
treffend das Jahr 2014.
Für das Jahr 2015 ergäbe sich aufgrund der Lohnabrechnung Februar 2015 und
unter Berücksichtigung, dass die BVG-Prämie auf dem 13. Monatslohn nicht er-
hoben wird, das folgende Bild (Urk. 32/4):
Nettolohn ([Fr. 4'558.95 - 250.– Ausbildungszulage] x 12 + [Fr. 4'558.95 - 250.– +
323.75 BVG) : 12 = Fr. 4'695.–. Vom Gesuchsteller anerkannt sind Fr. 4'705.–.
Das vorliegende Verfahren ist summarischer Natur, weshalb für alle drei Phasen
von einem Einkommen von Fr. 4'700.– auszugehen ist.
- 15 -
4.4 Einkommen Gesuchsgegnerin
Die Vorinstanz bezifferte das Einkommen wie folgt: (ausserhäusliche) Erwerbstä-
tigkeit bis 30. Juni 2015: Fr. 234.–, Anteil Sohn F._ an Haushaltskosten:
Fr. 765.–, Anteil Tochter E._ an Haushaltskosten: Fr. 515.– , insgesamt
Fr. 1'514.–; ab 1. Juli 2015 ohne (ausserhäusliche) Erwerbstätigkeit: Fr. 1'280.–
(Urk. 51 S. 28).
a) Beitrag an die Haushaltskosten
Die Vorinstanz ging davon aus, dass F._ und E._ je einen Anteil an die
Haushaltskosten beizusteuern hätten und rechnete der Gesuchsgegnerin einen
Betrag von 765.– von F._ und von Fr. 515.– von E._ als Einkommen an.
In Bezug auf den 25-jährigen Sohn führte die Vorinstanz aus, F._ habe im
Jahr 2013 monatlich Fr. 3'575.– verdient. Davon könnte er bis zu einem Drittel,
also rund Fr. 1'200.– an die Haushaltskosten beitragen. Da sein Anteil an die
Wohnkosten Fr. 335.– und derjenige an die Kommunikationskosten Fr. 100.– be-
trage, verbleibe ein Betrag von Fr. 765.–, den F._ der Gesuchsgegnerin an
die Haushaltskosten abgeben könnte. Da er zumindest abends zu Hause esse
und die Gesuchsgegnerin unbestrittenermassen den gesamten Haushalt mache,
rechtfertige es sich, dass F._ die vollen 765.– an die Gesuchsgegnerin ab-
gebe (Urk. 51 S. 26).
Betreffend die 19-jährigeTochter, welche an Trisomie 21 leidet und pflegebedürf-
tig ist, wurde erwogen, E._ erhalte monatlich eine IV-Rente von Fr. 1'560.–,
Ergänzungsleistungen von Fr. 245.– und Lohn in der Behindertenwerkstätte
I._ von Fr. 48.–, mithin Fr. 1'853.–. Davon seien Fr. 24.– für die Prämie der
Krankenkasse und Fr. 122.– als Pauschale für Verpflegung in der I._ Werk-
stätte abzuziehen, weshalb netto Fr. 1'707.– resultierten. Nicht zu berücksichtigen
sei jedoch die Hilflosenentschädigung nach Art. 42 ff. IVG, da diese nur die Hilfe
für die Bewältigung der elementaren Handlungen des Alltags, nicht aber den Le-
bensunterhalt finanziere. E._ sei überwiegend zu Hause, nehme, sofern sie
- 16 -
nicht arbeite, alle Mahlzeiten zu Hause ein und sei voll auf die Unterstützung der
Gesuchsgegnerin angewiesen. Daher rechtfertige es sich, mithin mehr als einen
Drittel des Einkommens in Abzug zu bringen, nämlich Fr. 850.–. Nach Abzug des
Wohnkostenanteils von Fr. 335.– resultierten Fr. 515.–, welche die Tochter an die
Haushaltskosten beizutragen habe (Urk. 51 S. 28).
Die Gesuchsgegnerin moniert, der Beitrag an die Haushaltskosten sei bereits in
ihrem Bedarf berücksichtigt worden. Weshalb sich F._ über die Beteiligung
an den Miet- und Nebenkosten noch weiter zu beteiligen habe, sei nicht nachvoll-
ziehbar und sei auch nicht begründet. Würde sie mit einer anderen erwachsenen
Person zusammenleben, so käme es niemandem in den Sinn, neben dem Anteil
an den Haushaltungskosten und dem reduzierten Grundbetrag einen zusätzlichen
Anteil an den Haushaltungskosten im Sinne eines Einkommens anzurechnen. Bei
der Tochter E._, welche an einer schweren Form von Trisomie 21 leide und
auf die Betreuung durch die Gesuchsgegnerin angewiesen sei, könnte man allen-
falls argumentieren, dass E._ der Mutter ein Entgelt für die Betreuung schul-
de. Die Vorinstanz argumentiere aber ausdrücklich mit einem "Beitrag an die
Haushaltskosten". Auch ein Entgelt für die Betreuung sei im Übrigen nicht ge-
schuldet, da es zur elterlichen Fürsorgepflicht gehöre, dass die Gesuchsgegnerin
ihre schwer behinderte Tochter betreue und pflege. Eine Anrechnung eines An-
teils des Einkommens von mündigen Kindern komme (nur) dann in Frage, wenn
es darum gehe, den Unterhalt für mündige Kinder festzusetzen (Urk. 58/50 S. 7
ff.).
Der Gesuchsteller hält dem entgegen, die Gesuchsgegnerin könne und müsse
sehr wohl einen angemessenen Beitrag vom Sohn verlangen. Der Sohn bean-
spruche Leistungen und habe dafür seinen Obulus zu entrichten. Die Gesuchs-
gegnerin sei verpflichtet, ihre Eigenversorgungskapazität auszuschöpfen und an
ihren Unterhalt beizutragen. F._ habe im Jahr 2013 Fr. 4'985.– monatlich
verdient. Daher wären sogar Fr. 1'500.– gerechtfertigt. Wenn die Vorinstanz ledig-
lich einen Betrag von Fr. 1'200.– berücksichtige, liege darin bereits ein grosszügi-
ges Zugeständnis. E._ erhalte zur IV-Rente eine Ergänzungsleistung von Fr.
245.–. Nach dem Auszug des Gesuchstellers seien die Ergänzungsleistungen
- 17 -
neu anzupassen, da sie Anspruch auf Wohnkosten habe. Neben den bereits aus-
bezahlten Ergänzungsleistungen könne sie zusätzlich Fr. 635.55 für Wohnkosten
beanspruchen, weshalb sie über ein Einkommen von Fr. 2'488.85 verfügen könn-
te. Unter Berücksichtigung der Krankenkassenprämie und der Pauschale für Es-
sen von Fr. 202.– resultierten Fr. 2'286.55. Es rechtfertige sich daher, auch bei
E._ einen Anteil an die Haushaltskosten in der Höhe von Fr. 765.– zu be-
rücksichtigen (Urk. 58/58 S. 6 ff.). Im Weiteren hält der Gesuchsteller daran fest,
dass die an E._ ausgerichtete Hilflosentschädigung von Fr. 1'170.– der Ge-
suchsgegnerin vollumfänglich als Einkommen anzurechnen sei, da die Entschädi-
gung für Dienste von Drittpersonen gedacht sei und in diesem Fall die Gesuchs-
gegnerin diese Drittperson sei (Urk. 50 S. 5 Urk. 58/58 S. 9).
Die Vorinstanz verwies auf die Literatur, wonach bei der Festsetzung des Beitra-
ges eines Kindes an die Haushaltskosten in der Regel von maximal einem Drittel
seines Einkommens ausgegangen werde (Urk. 51 S. 23 f. unter Verweis auf Six,
Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, Bern 2014, Rz. 2.46). Allerdings geht es
nicht um die Festsetzung von Kinderunterhaltsbeiträgen. Deshalb ist weder Art.
276 Abs. 3 ZGB, wonach die Eltern von der Unterhaltspflicht in dem Mass befreit
sind, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeits-
erwerb oder anderen Mitteln zu bestreiten, noch Ziffer. VII.3. des Kreisschreibens,
welche die Beitragspflicht des Kindes aus Arbeitserwerb gemäss Art. 323 Abs. 2
ZGB regelt, anzuwenden. Auch geht es - wie die Gesuchsgegnerin zu Recht ein-
wendet - nicht um die in Art. 277 Abs. 2 ZGB statuierte Unterhaltspflicht der Eltern
für ein mündiges Kind für eine angemessene Erstausbildung. Zu regeln ist der
Unterhaltsanspruch der Gesuchsgegnerin. Die betreibungsrechtlichen Richtlinien
sehen unter dem Titel "Abzüge vom monatlichen Existenzminimum" vor, dass
volljährige, mit dem Schuldner im gleichen Haushalt lebende Kinder mit eigenem
Erwerbseinkommen einen angemessenen Anteil an die Haushaltkosten (Mietzins,
Heizung, Wäsche usw.) zu entrichten haben. Das Bundesgericht hat erkannt,
dass der Arbeitserwerb volljähriger, in häuslicher Gemeinschaft mit dem Schuld-
ner lebender Kinder bei der Berechnung des Existenzminimums grundsätzlich
einzig insofern zu berücksichtigen sei, als ein angemessener Anteil von den
Wohnkosten (Mietzins und Heizung) des Schuldners abzuziehen sei (BGE 132 III
- 18 -
483 E. 4.3). Entsprechend haben die Gesuchsgegnerin und ihre beiden volljähri-
gen Kinder die gemeinschaftlichen Kosten (Grundbetrag, Miete, Kommunikation )
anteilsmässig zu tragen. Diese Kostenersparnis wurde im Bedarf der Gesuchs-
gegnerin berücksichtigt (oben Ziffer 4.2 lit. c).
Vor Vorinstanz blieb indessen im Grundsatz unbestritten, dass die Gesuchsgeg-
nerin Haushaltsarbeiten für die beiden erwachsenen Kinder erbringt, auch wenn
sie sich dagegen wehrte, dass ein Betrag angerechnet wird (Prot. I S. 8). Da die-
se Arbeiten wie Reinigung, Wäsche, Zubereiten von Mahlzeiten nicht unentgelt-
lich zu erbringen sind, ist ein angemessener Beitrag an den Aufwand zu leisten.
Der Gesuchsteller bezifferte diesen vor Vorinstanz mit Fr. 300.– pro Kind (Urk. 16
S. 3). Demzufolge hat sich die Gesuchsgegnerin diesen Betrag vom Sohn als
Einkommen anrechnen zu lassen. Da sich F._ in der Vergangenheit aber le-
diglich mit Fr. 200.– an den Wohnkosten beteiligte (Prot. I S. 8), ist der Betrag ab
Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheides am 27. Juli 2015 (bzw. der Einfach-
heit halber ab Juli 2015) anzurechnen, da die Gesuchsgegnerin ab letztem Som-
mer damit rechnen musste, dass sie die Dienstleistungen im Haushalt nicht länger
unentgeltlich wird erbringen können.
E._ dagegen verbleiben bei einem Nettoeinkommen gemäss Vorinstanz von
Fr. 1'707.– und unter Abzug des Grundbetrags von Fr. 1'100.– und dem Mietanteil
von Fr. 335.– lediglich Fr. 265.–. Dieser Betrag ist der Tochter zu belassen.
b) Betreuung von E._
Die Gesuchsgegnerin betreut die behinderte Tochter. E._ besucht täglich
vier Stunden das Beschäftigungsprogramm in der Behindertenwerkstätte I._
in ... und ist im Übrigen vollumfänglich auf die Hilfe ihrer Mutter angewiesen. Bei-
de Eltern wurden denn als Beistand für eine Vertretungsbeistandschaft mit Ver-
mögensverwaltung von der zuständigen Erwachsenenschutzbehörde ernannt
(Urk. 22). Allerdings sind diese Hilfe- und Betreuungsleistungen nicht unentgelt-
lich zu erbringen. E._ erhält neben der Invalidenrente, Ergänzungsleistungen
und eine Prämienpauschale für die Krankenversicherung (Urk. 21/3, 21/4) eine
Hilflosenentschädigung von monatlich Fr. 1'170.– (Urk. 21/5). Wie erwähnt, hat
- 19 -
die Vorinstanz diese Hilflosenentschädigung ausser Acht gelassen. Die Hilflosen–
entschädigung verfolgt den gesetzlichen Zweck, die mit der Hilflosigkeit verbun-
denen präsumierten Kosten zu ersetzen. Entschädigt werden somit die behinde-
rungsbedingt anfallenden Mehrkosten. Der Hilflosenentschädigung kommt folglich
schadenersatzähnlicher Charakter zu, und sie stellt - anders als etwa Renten oder
Taggelder, die der Fristung des allgemeinen Lebensunterhalts dienen - nicht Er-
satzeinkommen dar. Die Geldleistung wird dem Hilflosen demzufolge im Hinblick
auf eine bestimmte Verwendung ausgerichtet und ist in diesem Sinne zweckge-
bunden (vgl. etwa BGer Urteil I 615/06 vom 23. Juli 2007, E. 5.4). Wie der Ge-
suchsteller zu Recht geltend macht, wird E._ vollumfänglich von der Ge-
suchsgegnerin betreut und erbringt also sie diese Dienste, welche E._ bei
den alltäglichen Lebensverrichtungen unterstützen (Urk. 50 S. 5, Urk. 58/58 S. 9).
Da die Hilfsdienste auch Aufwendungen verursachen (wie etwa die Transportkos-
ten), erscheint es angebracht, der Gesuchsgegnerin für die Betreuung einen Be-
trag von Fr. 1'100.– anzurechnen, und zwar für die ganze Dauer des Verfahrens,
da die Entschädigung stets ausgerichtet wurde. Dagegen ist die Behauptung des
Gesuchstellers, wegen seines Auszugs aus der ehelichen Wohnung könne
E._ weitere Entschädigungen beanspruchen, ein neues und novenrechtlich
verspätetes Vorbringen und daher unbeachtlich (Art. 317 Abs. 1 ZPO).
c) Ausserhäusliche Erwerbstätigkeit
Die Gesuchsgegnerin versah bis im Juni 2015 die Reinigung des Treppenhauses
in der eigenen Stockwerkeigentümergemeinschaft. Per 30. Juni 2015 wurde der
Vertrag gekündigt. Gemäss Kündigung war die Stockwerkeigentümergemein-
schaft mit der Arbeit nicht zufrieden (Urk. 37/1). Die Vorinstanz erwog, es sei
glaubhaft, dass sich die Gesuchsgegnerin während des Ehelebens um die Toch-
ter gekümmert habe und deswegen keiner festen Erwerbstätigkeit habe nachge-
hen können. Entsprechend der bisher gelebten und der sich voraussichtlich nicht
ändernden Betreuungssituation der Tochter sei es ihr nicht möglich, in naher Zu-
kunft einer Arbeit nachzugehen, weshalb ihr zur Zeit kein hypothetisches Ein-
kommen anzurechnen sei (Urk. 51 S. 28).
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Der Gesuchsteller macht geltend, die Gesuchsgegnerin habe die Stelle durch ei-
genes Verschulden verloren. Sie sei gehalten, sich eine neue Stelle zu suchen,
um zumindest den Verdienst zu erzielen, den sie bisher gehabt habe. In der Zeit
der Abwesenheit der Tochter könne sie ohne Weiteres ein paar Stunden für eine
Erwerbstätigkeit aufwenden. Die Vorinstanz habe den Grundsatz verletzt, wonach
jede Partei nach Möglichkeiten zum Einkommen beizutragen habe. Es seien da-
her auch nach dem 1. Juli 2015 Fr. 234.– anzurechnen, andernfalls wäre zumin-
dest das Arbeitslosentaggeld von Fr. 165.– anzurechnen (Urk. 50 S. 4).
Die im Jahr 1989 geschlossene Ehe ist als lebensprägend zu bezeichnen. Die
Parteien praktizierten die klassische Rollenverteilung mit (kleinem späterem) Zu-
satzverdienst der Gesuchsgegnerin, denn es ist unbestritten, dass die Gesuchs-
gegnerin ca. im Jahr 2001 ihre Arbeitstätigkeit aufgab, fortan für die Kinderbe-
treuung und Erziehung besorgt war und sich insbesondere der intensiven Betreu-
ung von E._ widmete (Urk. 19 S. 3). Diese Betreuung ist als zeitintensiv und
wohl auch kräftezehrend zu werten. Gegenwärtig besucht E._ von Montag
bis Freitag von 10 bis 14 Uhr das Beschäftigungsprogramm I._ in ... und
muss von der Gesuchsgegnerin hingefahren und abgeholt werden (Urk. 19 S. 4).
Unwidersprochen blieb, dass E._ öfters krank ist und mitunter auch tagsüber
betreut werden muss (Prot. I S. 5). Dies führt dazu, dass die Gesuchsgegnerin
äusserst eingeschränkt ist, um einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachzugehen.
Sie versah denn während der letzten Ehejahre auch nur die erwähnte Treppen-
hausreinigung in der eigenen Stockwerkeigentümerliegenschaft. Auch wenn der
Verlust dieser Arbeitsstelle selbstverschuldet wäre, was von der Gesuchsgegnerin
bestritten wird (Urk. 58 S. 4), erscheint die vorinstanzliche Auffassung, aufgrund
der konkreten Betreuungssituation (und damit aufgrund der bisherigen Aufgaben-
teilung) für die Dauer des Eheschutzverfahrens kein Einkommen aus Erwerbstä-
tigkeit anzurechnen, als vertretbar und ist zu bestätigen. Die Forderung, es wäre
ein Arbeitsloseneinkommen anzurechnen, erfolgt erstmals im Berufungsverfahren
und ist daher prozessual verspätet (Art. 317 Abs. 2 ZPO). Im Weiteren wäre die
Gesuchsgegnerin wohl auch nicht vermittlungsfähig im Sinne von Art. 8 AVIG.
d) Zusammenfassend ist das folgende Einkommen anzurechnen:
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Von November 2014 bis Juni 2015: gerundet Fr. 1'340.– (Fr. 1'100.– + Fr. 234.–);
ab Juli 2015: Fr. 1'400.– (Fr. 300.– + Fr. 1'100.–).
5. Unterhaltsanspruch während des Getrenntlebens
5.1 Der Unterhaltsanspruch der Gesuchsgegnerin für die Dauer des Getrenntle-
bens berechnet sich demnach wie folgt, wobei der Freibetrag je hälftig zu teilen
ist:
Phase 1 Phase 2 Phase 3
Einkommen Gesuchsteller 4'700.– 4'700.– 4'700.– Einkommen Gesuchsgegnerin 1'340.– 1'340.– 1'400.– ./. Bedarf Gesuchsteller 2'800.– 3'760.– 3'760.– ./. Bedarf Gesuchsgegnerin 1'890.– 1'890.– 1'890.–
Freibetrag 1'350.– 390.– 450.–
Bedarf Gesuchsgegnerin 1'890.– 1'890.– 1'890.– 1/2 Freibetrag 675.– 195.– 225.– ./. Einkommen Gesuchsgegnerin 1'340.– 1'340.– 1'400.–
Unterhaltsanspruch 1'225.– 745.– 715.–
5.2 Die Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf verdeutlicht, dass nur in
der ersten Phase, von Dezember 2014 bis Ende Februar 2015, ein Freibetrag re-
sultiert, der die Berücksichtigung der Steuern zulassen würde. Aufgrund der in
Phase 2 und Phase 3 knappen Verhältnisse sind die Steuerbetreffnisse für die
ganze Dauer des Verfahrens nicht zu berücksichtigen.
5.3 Demzufolge ist der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin für
die Dauer des Getrenntlebens folgende monatliche Unterhaltsbeiträge (gerundet)
zu bezahlen:
Fr. 1'230.– vom 1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015;
Fr. 750.– vom 1. März 2015 bis 30. Juni 2015;
Fr. 720.– ab 1. Juli 2015 für die weitere Dauer des Getrenntlebens,
zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten jedes Monats, rückwirkend
ab 1. Dezember 2014.
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6. Unterhaltsanspruch für die Dauer des Zusammenlebens
6.1 Die Gesuchsgegnerin beantragte vor Vorinstanz Unterhaltsbeiträge "für die
Dauer des Getrenntlebens" und zwar Fr. 2'900.– ab 1. Juni 2014 bis 30. Novem-
ber 2014 und Fr. 2'440.– ab 1. Dezember 2014 (Urk. 19 S. 1). Sie machte gel-
tend, mit Ausnahme des monatlichen Beitrags an die Hypothekarkosten von
Fr. 600.– habe der Gesuchsteller keinerlei Lebenshaltungskosten mehr bezahlt,
und sie sei gezwungen gewesen, das Geld aus dem Sparkonto aufzubrauchen,
auf welches bis August 2014 die Renten von E._ geflossen seien (Urk. 19 S.
1, 12). Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten den gemeinsamen Haushalt un-
bestrittenermassen anfangs Dezember 2014 aufgehoben und würden erst ab De-
zember 2014 getrennt leben. Auch in Nachachtung des Grundsatzes "iura novit
curia" sei aufgrund der Dispositionsmaxime nur ein Unterhaltsbeitrag für die Dau-
er des Getrenntlebens festzulegen (Urk. 51 S. 30 f.).
6.2 Die Gesuchsgegnerin kritisiert das Vorgehen als überspitzten Formalismus.
Aus ihrer Begründung gehe klar hervor, dass es sich bei den beantragten Unter-
haltsbeiträgen von Juni bis November 2014 um Unterhaltsbeiträge während des
Zusammenlebens handle. Rechtsbegehren seien stets im Lichte der dazu gege-
benen Begründung auszulegen (Urk. 58/50 S. 4 ff.). Neu verlangt die Gesuchs-
gegnerin für die fragliche Zeit einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'220.–
(Urk. 58/50 S. 4).
6.3 Der Gesuchsteller macht geltend, sofern über Unterhaltsbeiträge zur Zeit
des Zusammenlebens zu entscheiden sei, wäre dieser Antrag abzuweisen. Die
gesamten Ausgaben der Parteien, inklusive derjenigen der Tochter, seien jeweils
vom Privatkonto bezahlt worden. Zusätzlich hätten die Parteien ein gemeinsames
Konto, auf das bis Ende August 2014 die IV-Rente und die Hilflosenentschädi-
gung der Tochter einbezahlt worden seien. Auf dieses Konto habe der Gesuch-
steller jeweils Fr. 600.– monatlich überwiesen. Die Parteien hätten dieses Konto
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als "Sparkonto" betrachtet. Am 23. September 2014 habe die Gesuchsgegnerin
vom gemeinsamen Konto der Parteien Geld abgezogen und auf zwei neu eröffne-
te Konti übertragen. Die unzutreffende Behauptung der Gesuchsgegnerin, sie sei
gezwungen gewesen, das "Sparkonto" aufzubrauchen, bestätige immerhin, dass
ihre Lebenshaltungskosten während des Zusammenlebens gedeckt worden sei-
en. In der Zeit vom 1. Juni 2014 bis 30. November 2014 seien die Lebenshal-
tungskosten entweder durch den Gesuchsteller oder durch Bezüge von dem ge-
meinsamen Sparkonto gedeckt worden, weshalb kein Unterhalt geschuldet sei
(Urk. 58/58 S. 3 f.).
6.4 Der prozessuale Einwand, die Vorinstanz habe die ständige Rechtspre-
chung, wonach Rechtsbegehren stets im Lichte der dazu gegebenen Begründung
auszulegen seien (BGE 125 III 412 E. 1b m.H.), missachtet, ist berechtigt. Die
Gesuchsgegnerin äusserte sich in der Klageantwort zu den Verhältnissen wäh-
rend des Zusammenlebens und es ergibt sich aus ihren Vorbringen, dass sie für
eine gewisse Zeit des Zusammenlebens ebenfalls Unterhalt beanspruchte
(Urk. 19 S. 12 f.).
6.5 Die Berechnung des Unterhaltsanspruchs ist bei rückwirkenden Unterhalts-
beiträgen notwendige Voraussetzung für die Zusprechung eines konkreten Geld-
betrags. Daher ist vorab der gemeinsame Bedarf der Parteien zu bestimmen.
Auszugehen ist von den von der Gesuchsgegnerin geltend gemachten Beträgen
(Urk. 19 S. 13 i.V.m. Urk. 58/50 S. 15), welche vom Gesuchsteller nicht konkret
bestritten wurden.
Gesuchsteller Gesuchsgegnerin
1) Grundbetrag Fr. 850.– Fr. 850.– 2) Wohnkosten Fr. 250.– Fr. 250.– 3) Telefon/Radio/TV Fr. 75.– Fr. 75.– 4) Krankenkasse Fr. 290.– Fr. 290.– 5) Gesundheitskosten Fr. -.-- Fr. -.-- 6) Haftpflicht Fr. -.-- Fr. -.-- 7) Fahrtkosten Fr. 600.– Fr. -.-- 8) Verpflegung Fr. 210.– Fr. -.-- Total Fr. 2'275.– Fr. 1'465.–
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1) Der Grundbetrag berechnet sich nach Ziff. II. 3. des Kreisschreibens,  für ein Ehepaar Fr. 1'700.– vorsieht.
2) Die Vorinstanz veranschlagte die Wohnkosten auf rund Fr. 1'000.– (Urk. 51 S. 19), davon haben die Parteien je einen Viertel zu tragen.
3) Die Gesuchsgegnerin anerkennt Fr. 50.– für Natelkosten beim , im Übrigen reduziert sie den vor Vorinstanz geltend gemachten eigenen Anteil von insgesamt Fr. 188.50 auf Fr. 100.– (Urk. 58/50 S. 15). In Gleichbehandlung sind je Fr. 75.– zu veranschlagen.
4) Die Gesuchsgegnerin anerkannte vor Vorinstanz beim Gesuchsteller eine Prämie von Fr. 289.70; in Gleichbehandlung der Parteien ist der  der gleiche (gerundete) Betrag zuzugestehen.
5) Gesundheitskosten wurden vor Vorinstanz keine geltend gemacht.
6) Eine Haftpflichtversicherung wurde vor Vorinstanz nicht geltend gemacht.
7) Zu den Mobilitätskosten ist auf Ziff. 4.1. lit. b zu verweisen.
8) Zu den Kosten für auswärtige Verpflegung ist auf Ziff. 4.1 lit. c zu verweisen.
6.6 Das Einkommen des Gesuchstellers ist wiederum mit Fr. 4'700.– zu veran-
schlagen, dasjenige der Gesuchsgegnerin mit Fr. 1'340.–, zumal sie einräumt,
dass sie Geld vom Konto genommen hat, auf das die Renten von E._ geflos-
sen sind (Urk. 19 S. 12).
6.7 Somit würde der folgende Unterhaltsanspruch resultieren:
Einkommen Gesuchsteller Fr. 4'700.– Einkommen Gesuchsgegnerin Fr. 1'340.– ./. Bedarf Gesuchsteller Fr. 2'275.– ./. Bedarf Gesuchsgegnerin Fr. 1'465.– Freibetrag Fr. 2'300.– Freibetrag 1⁄2 Fr. 1'150.– Unterhaltsanspruch Fr. 1'275.–.
6.8 Bei einer rückwirkenden Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen
sind tatsächlich bereits erbrachte Unterhaltsleistungen zu berücksichtigen bzw.
anzurechnen (Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar zum schweizeri-
schen Privatrecht, Bd. II, 1. Abt., 2. Teilbd., 2. Auflage, Bern 1999, N 23 zu Art.
- 25 -
173 ZGB; ZK-Bräm/Hasenböhler, N 150 zu Art. 163 ZGB). Folglich müssen in Er-
füllung der Unterhaltspflicht schon geleistete Beträge bei der Festsetzung der
konkreten Beitragshöhe, zu deren Leistung der Schuldner im Dispositiv verpflich-
tet wird, zu einer betragsmässigen Reduktion des grundsätzlichen Unterhaltsan-
spruchs führen. Die Gesuchsgegnerin anerkennt, dass der Gesuchsteller bis zum
Auszug jeweils monatlich Fr. 600.– bezahlte (Urk. 19 S. 13). Der Gesuchsteller
stellt sich auf den Standpunkt, dass jeweils die gesamten Ausgaben der Parteien,
inklusive derjengen für E._, von seinem Privatkonto bezahlt worden seien. Er
verweist dazu auf Urk. 18/3 (recte Urk. 18/5). Die Kosten für die Liegenschaft sei-
en vom Konto bezahlt worden, auf das die Invalidenrente und die Hilflosenent-
schädigung von E._ überwiesen worden seien, und auf das er, der Gesuch-
steller, monatlich Fr. 600.– überwiesen habe (Urk. 58/58 S. 3). Demgegenüber
führte er vor Vorinstanz aus, das Geld, welches E._ von der IV erhalten ha-
be, sei stets auf das gemeinsame Konto eingegangen, wovon er alle Ausgaben
bezahlt habe (Prot. I S. 11).
Bei Urk. 18/5 handelt es sich um einen Kontoauszug der Raiffeisenbank Januar
2014 bis 27. Januar 2015. Zwar spricht die Detaillierung des Bankauszugs, wel-
che sich im ersten Halbjahr 2014 nicht anders präsentiert als im zweiten Halbjahr
2014, für die Behauptung des Gesuchstellers. Allerdings ist der Bankauszug zu
wenig substantiiert, als dass sich daraus ableiten liesse, dass sämtliche Lebens-
haltungskosten von diesem Konto bezahlt worden seien. Für die vom Gesuchstel-
ler verlangte Verrechnung seiner Unterhaltsverpflichtungen mit den von ihm ge-
leisteten Zahlungen genügt der Bankauszug nicht, da auf diesem immer wieder
pauschalisierte Daueraufträge erscheinen, welche sich nicht rechtsgenüglich zu-
weisen lassen.
6.9 Demzufolge ist der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin für
die Monate Juni bis November 2014 einen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 675.–
(Fr. 1'275.– ./. Fr. 600.–) zu bezahlen.
6.10 Über allfällige Rückforderungsanträge der Tochter E._ gegenüber der
Gesuchsgegnerin, welche das Geld für den eigenen Bedarf vom sog. Sparkonto
genommen hat, auf welches unstrittig die Invalidenrente und die Hilflosenent-
- 26 -
schädigung von E._ bis Ende August 2014 geflossen sind (Urk. 58/58 S. 2,
Urk. 19 S. 12), ist nicht im vorliegenden Verfahren zu entscheiden.
7. Dispositiv-Ziffer 4 ist wie folgt abzufassen, wobei nur die Eckwerte für die
Dauer des Getrenntlebens aufzuführen sind und auf die Festsetzung des Vermö-
gensstandes zu verzichten ist, da dieser keinerlei Einfluss auf die Unterhaltsbe-
rechnung hat:
- Bedarf Gesuchsteller:
1. Dezember 2014 bis 28. Februar 2015: Fr. 2'800.–
1. März 2015 bis 30. Juni 2015: Fr. 3'760.–
Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 3'760.–
- Bedarf Gesuchsgegnerin: Fr. 1'890.–
- Einkommen Gesuchsteller: Fr. 4'700.– (netto, exkl. Kinderzulagen, inkl. 13. Monatslohn)
- Einkommen Gesuchsgegnerin:
1. Dezember 2014 bis 30. Juni 2015: Fr. 1'340.–
Ab 1. Juli 2015 bis auf Weiteres: Fr. 1'400.– (netto, exkl. Kinderzulagen, exkl. 13. Monatslohn)
III.
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Gerichtskosten für den erstinstanzlichen Entscheid wurden auf
Fr. 4'800.– festgesetzt (Urk. 51 S. 45, Dispo-Ziff. 9). Die Höhe der Gerichtskosten
blieb wie bereits erwähnt unangefochten. Auch die Kosten- und Entschädigungs-
regelung wurde von keiner Partei angefochten, weshalb auch diese wie erwähnt
teilrechtskräftig wurde.
2.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5
Abs. 1, § 8 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV auf Fr. 4'200.– festzusetzen. Die volle
Parteientschädigung ist gestützt auf § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1, § 9, § 11 Abs. 1 und 2
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und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 4'500.– (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer)
festzulegen.
2.2 Die Vorinstanz sprach der Gesuchsgegnerin Unterhaltsleistungen - bei einer
mutmasslichen Dauer der Regelung von zwei Jahren - von Fr. 16'461.– zu. Mit
der Berufung beantragt die Gesuchsgegnerin für das Getrenntleben insgesamt
Fr. 40'980.– und für das Zusammenleben Fr. 13'320.–. Der Gesuchsteller will kei-
nerlei Unterhaltsbeiträge bezahlen. Im Ergebnis werden Unterhaltsbeiträge für ei-
ne mutmassliche Trennungsdauer von zwei Jahren auf insgesamt Fr. 18'930.–
(Fr. 3'690.– Dezember 2014 - Februar 2015; Fr. 3'000.– März 2015 - Juni 2015;
Fr. 12'240.– ab Juli 2015) festgesetzt zuzüglich Fr. 4'050.– für das Zusammenle-
ben. Demzufolge obsiegt die Gesuchsgegnerin zu rund zwei Fünfteln, weshalb ihr
die Gerichtskosten zu drei Fünfteln und dem Gesuchsteller zu zwei Fünfteln auf-
zuerlegen sind. Ausserdem ist die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem Ge-
suchsteller eine auf einen Fünftel reduzierte Parteientschädigung (zuzüglich
MwSt.) zu bezahlen.
3. Im vorinstanzlichen Verfahren wurde beiden Parteien die unentgeltliche
Rechtspflege gewährt. Die Gesuche wurden für das Berufungsverfahren erneuert.
3.1 Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller könne mit seinem Freibetrag die
Gerichts- und Anwaltskosten nicht innert nützlicher Frist begleichen. Das Vermö-
gen von Fr. 4'974.74 sei ihm als Notgroschen zu belassen. Darüber hinaus habe
er nachgewiesen, dass eine weitere Belehnung der ehelichen Liegenschaft nicht
möglich sei (Urk. 51 S. 40). In der Berufung verweist der Gesuchsteller für seine
finanziellen Verhältnisse auf den angefochtenen Entscheid. Er verfüge lediglich
über einen Freibetrag in Höhe von Fr. 391.–. Er sei aber gezwungen gewesen,
sich neu einzurichten, da er den Hausrat der Gesuchsgegnerin überlassen habe
(Urk. 50 S. 7). Diese Behauptung bzw. die Neuanschaffungen blieben unbelegt.
Auch wird kein aktueller Vermögensnachweis eingereicht. Da indes bei der Un-
terhaltsberechnung die Steuern nicht eingerechnet sind, gilt der Gesuchsteller bei
einem Freibetrag von Fr. 225.– ab Juli 2015 bezüglich der Einkommensverhält-
nisse als mittellos.
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Hingegen spricht die Eigentumswohnung, welche im Miteigentum der Parteien ist
und als Familienwohnung dient, gegen die Mittellosigkeit. Zu berücksichtigen ist
jedoch, dass die Liegenschaft kaum innert nützlicher Frist veräussert werden
könnte. Eine weitere Belehnung lehnt die Bank ab (Urk. 29, 42/2). Liquides Ver-
mögen liegt somit nicht vor. Zudem wäre ein Verkauf mit Blick auf die relativ be-
scheidenen Kosten dieses Eheschutzverfahrens auch nicht verhältnismässig, zu-
mal die aus der Eigentumswohnung resultierenden Wohnkosten sehr tief sind. Im
Rahmen des vorliegenden, nunmehr abzuschliessenden Eheschutzverfahrens
steht die Existenz dieser Liegenschaft mithin der Gewährung des Armenrechts
nicht entgegen. Zu betonen bleibt, dass dieser Entscheid keine präjudizielle Wir-
kung für ein allfälliges Scheidungsverfahren beanspruchen kann.
3.2 In Bezug auf die Gesuchsgegnerin führte die Vorinstanz aus, das Vermögen
von Fr. 17'691.10 sei ihr als Notgroschen zu belassen. Auch sie habe nachgewie-
sen, dass eine weitere Belehnung der ehelichen Liegenschaft nicht möglich sei
(Urk. 51 S. 38). Im Berufungsverfahren macht die Gesuchsgegnerin geltend, dass
ihr Vermögen auf rund Fr. 11'000.– abgenommen habe (Urk. 58/50 S. 19). Die
Wohnung könne nicht weiter belastet werden, ein Verkauf sei zudem nicht mög-
lich, da sie darauf angewiesen sei, dass sie weiterhin in dieser Liegenschaft leben
könne, um ihre Lebenshaltungskosten so tief wie möglich zu halten und mit ihren
Kindern dort leben zu können (Urk. 58/50 S. 19).
Eine Gegenüberstellung der Einkommens- und Bedarfszahlen der Gesuchsgeg-
nerin ergibt eine Unterdeckung. Das Bundesgericht hat in einem kürzlich veröf-
fentlichten Entscheid erkannt, dass eine Berücksichtigung von (rückwirkend zuge-
sprochenen) Unterhaltsbeiträgen nur zulässig sei, wenn mit Gewissheit damit zu
rechnen sei, dass diese auch geleistet würden. Dies sei z.B. der Fall, wenn der
Unterhaltsschuldner streitige Unterhaltsbeiträge schon vor dem Entscheid über
die unentgeltliche Rechtspflege mit einer gewissen Dauer und Regelmässigkeit
tatsächlich bezahlt habe (BGer 5A_428/2015 vom 9. Oktober 2015, E. 4.3). Hier-
von kann im vorliegenden Fall nicht ausgegangen werden, da der Gesuchsteller
die Ansicht vertritt, keinerlei Unterhaltsbeiträge bezahlen zu müssen. Aufgrund
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der somit bestehenden Mankosituation ist das Vermögen der Gesuchsgegnerin
zu belassen. Für die Eigentumswohnung ist auf das Ausgeführte zu verweisen.
3.3 Der jeweilige Prozessstandpunkt der Parteien kann nicht als aussichtslos
bezeichnet werden.
3.4 Damit ist beiden Parteien im Berufungsverfahren je die unentgeltliche Pro-
zessführung und Rechtsvertretung zu bewilligen. Die Kostenanteile sind einstwei-
len auf die Gerichtskasse zu nehmen unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht
gemäss Art. 123 ZPO.