# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f7ca044-3779-5c7c-9480-5b84df5f6451
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 23. Februar 2016 verweigerte die Baukommission X L.
D. die baurechtliche Bewilligung für den Neubau eines Garagengebäudes
auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 10947 und 10946 am Z-Weg in X.
Diese Verweigerung stützte sich auf die gleichzeitig eröffnete Verfügung
der Baudirektion Kanton Zürich vom 12. Februar 2016.
B.
Hiergegen wandte sich L. D. mit Rekurseingabe vom 29. März 2016 fristge-
recht an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und stellte folgende An-
träge:
"1. Es seien der Beschluss der Baukommission X vom 23. Februar 2016 sowie Ziffer I 1.der Verfügung der Baudirektion vom 12. Februar 2016 insofern aufzuheben, als damit die raumplanungsrechtliche  verweigert wird für den Neubau des Garagengebäudes auf Kat.-Nr. 10946/10947, Z-Weg.
2. Es sei die Bewilligung für den Garagenneubau zu erteilen oder es sei zumindest die Baukommission X wie auch die Baudirektion , die Bewilligung zu erteilen.
3. Es sei nochmals ein Augenschein durchzuführen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des ."
C.
Mit Verfügung vom 31. März 2016 wurde vom Rekurseingang Vormerk ge-
nommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
Die Baudirektion Kanton Zürich beantragte mit Vernehmlassung vom
1. Juni 2016 die Abweisung des Rekurses.
Die Baukommission X beantragte mit Stellungnahme vom 20. April 2016
sinngemäss die Gutheissung des Rekurses.
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D.
Mit Replik vom 22. Juni 2016 hielt der Rekurrent an seinen Anträgen fest.
Die Vorinstanzen verzichteten auf die Einreichung von Dupliken.
E.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit für die Entscheidfindung erfor-
derlich, in den nachstehenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Der Rekurrent ist Baugesuchsteller und Adressat der angefochtenen Ent-
scheide und daher nach § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG)
ohne weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen formell-
rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.
2.
Die Baugrundstücke liegen in der Landwirtschaftszone. Das Grundstück
Kat.-Nr. 10946 ist im Nordwesten mit einem Doppelwohnhaus überstellt,
welches mit dem Nachbargebäude auf der Parzelle Kat.-Nr. 4013 zusam-
mengebaut ist. Beide Wohnhäuser sind im Inventar der kunst- und kultur-
historischen Schutzobjekte und archäologischen Denkmäler von überkom-
munaler Bedeutung enthalten und zugleich formell unter Schutz gestellt
und stehen nicht im Zusammenhang mit einem Landwirtschaftsbetrieb. Im
Südosten des Baugrundstücks steht ein Holzschopf, der dem Bauvorhaben
weichen soll. Dieses besteht aus einem Garagengebäude mit drei Einstell-
plätzen und einem Giebeldach, wobei ein Teil des Dachraumes als Holzla-
ger für die Holzheizung des rekurrentischen Wohnhauses dienen soll.
Ein fast identisches Garagengebäude (allerdings mit mehr Holzlagerfläche
im Dachraum) am selben Standort wurde bereits mit Verfügung
Nr. BVV 12-1815 der Baudirektion Kanton Zürich vom 11. Dezember 2012
verweigert. Den daraufhin vom Bauherrn erhobenen Rekurs hiess das Bau-
rekursgericht mit Urteil BRGE II Nr. 0002/2014 vom 21. Januar 2014 in Be-
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zug auf den gewählten Standort gut. Da das Bauvorhaben jedoch unbestrit-
tenermassen die maximal bewilligungsfähige zusätzliche Nutzungsfläche
überschritt, wurde das Gebäude an sich im Rahmen des Rekursverfahrens
nicht beurteilt.
Das durch die Bauherrschaft abgeänderte und neu eingegebene Baupro-
jekt unterscheidet sich vom ersten Vorhaben lediglich insoweit, als auf ei-
nen Teil der Lagerfläche im Dachgeschoss verzichtet und ein Teil des
Dachbodens weggelassen werden soll. Über dem südöstlichen Garagen-
platz soll somit ein Hohlraum belassen werden. Im Übrigen hat das Bau-
vorhaben gegenüber dem ersten Projekt keine Änderungen erfahren. Es
soll weiterhin ein 65,66 m 2 Grundfläche umfassendes Geschoss mit drei
Garagenplätzen erstellt werden, welches mit seiner Südwestseite fast voll-
ständig in das von Südwesten nach Nordosten abfallende Gelände einge-
lassen werden soll. Im Dachgeschoss soll unter einem Giebeldach eine La-
gerfläche von neu 27,98 m 2 entstehen, welche wie bislang geplant durch
einen als Quergiebel in der südwestlichen Dachfläche ausgestalteten Zu-
gang erschlossen werden soll. Von diesem Zugang aus soll zudem ein
80 cm breiter Weg um die nördliche Hälfte des Garagengebäudes und bis
zum rund 25 m entfernten Wohnhaus erstellt werden.
3.
Es wird die Durchführung eines erneuten Augenscheins beantragt (vgl. § 7
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]). Das Baurekursgericht hat im
Rekursverfahren G.-Nr. R2.2013.00026 (BRGE II Nr. 0002/2014) am
10. Dezember 2013 im Beisein der Parteien einen Augenschein durchge-
führt (Protokoll und Fotos vgl. act. 18). Da das Baurekursgericht unbesehen
von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen hat, wenn
die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber
noch unklar sind, die lokalen Begebenheiten für das umstrittene Garagen-
gebäude bereits anlässlich eines Augenscheins geklärt wurden und das
Bauvorhaben nicht in relevanter Art und Weise abgeändert wurde, sind die-
se Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt, so dass kein zweiter Augen-
schein durchzuführen war. Dem vom Rekurrenten zitierten Entscheid des
Verwaltungsgerichts VB.2010.00536 lag ein anderer Sachverhalt zugrunde,
weil im Folgeverfahren nicht die gleichen Fragen entscheidrelevant waren
wie beim ersten Verfahren, in dem der Augenschein durchgeführt worden
war.
R2.2016.00051 Seite 5
4.1.
Die Baudirektion Kanton Zürich begründet die Verweigerung der raumpla-
nungsrechtlichen Bewilligung einerseits − wie bereits in ihrem ersten Ent-
scheid vom 17. Januar 2013 − mit dem zu weit vom Wohnhaus entfernten
Standort. Sie stützt sich dabei auf das Konzentrationsprinzip im Sinne von
Art. 1 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes (RPG) sowie ihre Bewilligungs-
praxis, gemäss der Nebenbauten nicht als freistehende Gebäude, sondern
als Anbauten an bestehende Gebäude zu erstellen seien.
4.2.
Im Entscheid BRGE II Nr. 0002/2014 vom 21. Januar 2014 wurde dazu
Folgendes erwogen: "Die Baudirektion Kanton Zürich verfolgt eine langzei-
tige und konstante Praxis, wonach sie Erweiterungen von zonenfremden
Wohnnutzungen in der Landwirtschaftszone ausserhalb des bestehenden
Gebäudes nur als Anbau oder als Neubau in dessen Nahbereich bewilligt,
wobei dieser Nahbereich innerhalb eines 7 m-Radius um das Wohnhaus
angenommen wird. Diese Einschränkung ist im Hinblick auf die Vermei-
dung weiterer Zersiedelung sinnvoll und soll nicht grundsätzlich in Frage
gestellt werden. Es ist jedoch bei jeder Praxis jeweils auch der Einzelfall zu
betrachten und die Möglichkeit einer speziellen Konstellation nicht von
vornherein auszuschliessen.
Im vorliegenden Fall geht es um die Erweiterung eines ehemaligen Bau-
ernhauses, welches formell unter Schutz gestellt und zugleich überregional
inventarisiert ist. Hier ist bei der Abwägung der Interessen neben den
raumplanungsrechtlichen und landschaftlichen auch dasjenige des Denk-
malschutzes zu berücksichtigen.
Diesbezüglich zeigte sich anlässlich des Augenscheins, dass sich im Nah-
bereich des Wohnhauses eine befestigte Fläche befindet, die als Abstell-
platz für Fahrzeuge dient und auf der grundsätzlich die Erstellung eines
Anbaus oder eines Nebengebäudes möglich wäre. Allerdings müssen diese
Varianten aus Gründen des Denkmalschutzes verworfen werden, da die
das Gebäude prägende nordöstliche Giebelfassade zu stark beeinträchtigt
würde.
An diese befestigte Fläche grenzt südöstlich eine im Eigentum eines Nach-
barn stehende, eingefriedete Pflanzgarten-Parzelle. Diese wird vom Bau-
grundstück Kat.-Nr. 10946 eingerahmt, sodass der umstrittene Standort
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wiederum südöstlich der Pflanzgarten-Parzelle im Anschluss an diesen
eingefriedeten Bereich geplant wurde. Dieser Standort befindet sich zwar
rund 25 m vom Wohnhaus entfernt, doch zeigte der Augenschein, dass ei-
nerseits ein grösserer Abstand aus Rücksicht auf das Schutzobjekt not-
wendig ist, und dass andererseits der gewählte Standort in der konkreten
Situation trotz des erhöhten Abstandes noch als zum Wohnhaus zugehörig
erkennbar bleibt. Zudem wurde anlässlich des Augenscheins festgehalten,
dass mit der Verlegung der Abstellplätze in die Garage der dem Schutzob-
jekt abträglichen Parkierungssituation auf dem befestigten Bereich nordöst-
lich des Wohnhauses Abhilfe geschaffen und eine angemessene Umge-
bung mit einem Garten erstellt werden könnte.
Die Interessenabwägung ergibt somit, dass ein Garagenbau am beantrag-
ten Standort neben den privaten Interessen des Bauherrn an einer zeitge-
mässen Anpassung der Wohnsituation den Interessen des Denkmalschut-
zes in diesem Fall mehr dienen würde als die Einhaltung der grundsätzlich
nicht zu beanstandenden Praxis der Baudirektion Kanton Zürich bezüglich
des einzuhaltenden Nahbereichs von 7 m Radius. Dies insbesondere, als
das Schutzobjekt freistehend weniger Beeinträchtigung erfährt und durch
eine Anpassung des Nahbereiches gar aufgewertet werden kann."
An dieser Einschätzung ist weiterhin festzuhalten, zumal sich am geplanten
Standort des Garagengebäudes nichts geändert hat und das neue Baupro-
jekt anstelle der bisherigen Abstellplätze auf dem Vorplatz auf der Ostseite
des Wohnhauses die Erstellung eines Bauerngartens beinhaltet.
5.1.
Die Baudirektion Kanton Zürich verweigert die raumplanungsrechtliche Be-
willigung für das Garagengebäude jedoch andererseits auch aufgrund der
in Art. 24c Abs. 4 RPG verlangten Voraussetzungen. Sie macht diesbezüg-
lich geltend, Einstellplätze seien für eine zeitgemässe Wohnnutzung nicht
zwingend notwendig. Hierfür seien speziell ausgeschiedene und gut gestal-
tete Parkfelder, die allenfalls gedeckt sein könnten (z.B. ein Carport) bei
Weitem ausreichend. Zudem ordne sich das als zweigeschossig wahr-
nehmbare Gebäude an leicht erhöhter Lage nicht in die Umgebung ein und
verbessere insbesondere nicht die Einpassung in die Landschaft.
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Aus denkmalpflegerischer Sicht sei nach Möglichkeit auch auf den Weg
vom Wohnhaus zur vorgesehenen Garage zu verzichten. Dieser nehme zu
viel Raum ein und keine Rücksicht auf das Schutzobjekt und seine Umge-
bung.
Schliesslich erweise sich auch das geplante Gebäudevolumen als unnötig
gross. Aus diesem Grund würden praxisgemäss gestützt auf Art. 3 Abs. 2
lit. b RPG Lufträume nicht bewilligt oder in Form von fiktiven Nutzflächen
angerechnet. Dementsprechend überschreite das Bauvorhaben trotz Re-
duktion der Holzlagerfläche weiterhin das maximal zulässige Erweite-
rungsmass von 100 m 2 gemäss Art. 42 der Raumplanungsverordnung
(RPV).
5.2.
Der Rekurrent bringt dagegen vor, es sei ein heute gängiges Bedürfnis, die
Fahrzeuge in einer Garage abzustellen und das Holz für die Heizung der
Wohngebäude trocken zu lagern. Dabei liege es auch im öffentlichen Inte-
resse, dass solche schützenswerte und geschützte Bauten weiterhin be-
wohnbar seien und über einen attraktiven Wohnwert verfügten, damit sie
auch tatsächlich bewohnt würden.
Der Weg vom Hauptgebäude zur Garage sowie zum Holzlager müsse win-
tersicher und schneeräumbar gestaltet werden, da die beiden Wohnhäuser
vollumfänglich mit Holz beheizt würden.
Das Bauvorhaben trage dem Kriterium der massvollen Erweiterung im Sin-
ne von Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV Rechnung. Grundsätzlich hätten beide
Haushälften Anspruch auf eine Erweiterung im Sinne von Art. 24c RPG und
die neue Praxis der Baudirektion Kanton Zürich in Bezug auf Lufträume sei
nicht nachvollziehbar und völlig willkürlich.
5.3.
Gemäss Art. 24c Abs. 1 und 2 RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare
Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkon-
form sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt und können mit Bewil-
ligung der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll er-
weitert oder wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder
geändert worden sind. Der Begriff der "massvollen Erweiterung" wird in
Art. 42 RPV präzisiert, welcher im Rahmen der Teilrevision des Raumpla-
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nungsgesetzes und der Raumplanungsverordnung im Jahre 2012 ange-
passt wurde. Diese Teilrevision zielte in die Richtung, Erweiterungen inner-
halb des bestehenden Gebäudevolumens zu erleichtern, solche ausserhalb
des bestehenden Gebäudevolumens hingegen zu erschweren (Bundesamt
für Raumentwicklung, Erläuternder Bericht zur Teilrevision der Raumpla-
nungsverordnung, Oktober 2012, S. 9). Entsprechend dürfen Erweiterun-
gen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens, wie sie das streitbe-
troffene Bauvorhaben vorsieht, seit der Teilrevision 2012 nur noch erfolgen,
wenn mindestens eine der in Art. 24c Abs. 4 RPG abschliessend genann-
ten drei Voraussetzungen erfüllt ist. Sie müssen für eine zeitgemässe
Wohnnutzung oder eine energetische Sanierung nötig oder darauf ausge-
richtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbessern. Die gesamte
Erweiterung darf in diesem Fall sowohl bezüglich der anrechenbaren Brut-
togeschossfläche, als auch bezüglich der Gesamtfläche (Summe von anre-
chenbarer Bruttogeschossfläche und Brutto-Nebenfläche) weder 30 % noch
100 m 2 überschreiten (Art. 42 Abs. 3 lit. b RPV) und muss die Identität der
Baute einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen wahren
(Art. 42 Abs. 1 RPV).
Die umstrittene Garagenbaute dient weder der energetischen Sanierung
des Wohnhauses, noch ist sie darauf ausgerichtet, dessen Einpassung in
die Landschaft zu verbessern. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Baute
für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig ist. Der Begriff der zeitgemässen
Wohnnutzung findet sich in der Raumplanungsverordnung bereits in
Art. 42a Abs. 1 RPV im Zusammenhang mit der Änderung neurechtlicher
landwirtschaftlicher Wohnbauten im Sinne von Art. 24d Abs. 1 RPG. Aller-
dings sind Erweiterungen dort nur zulässig wenn sie für eine zeitgemässe
Wohnnutzung unumgänglich sind. Gemäss den Erläuterungen des Bun-
desamtes für Raumentwicklung (ARE) ist eine Erweiterung für eine zeitge-
mässe Wohnnutzung nur dann unumgänglich, wenn und soweit der aktuel-
le Zustand der Wohnbaute deren Vermietung oder Verkauf nicht zulassen
würde und die Voraussetzungen für ein zeitgemässes Wohnen nicht durch
bauliche Vorkehren innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens ge-
schaffen werden können. Das letzte Kriterium, wonach eine Erweiterung
innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens nicht möglich oder nicht
zumutbar sein darf, wurde bei der Teilrevision 2012 von Art. 42 RPV gestri-
chen, da es neben den neuen Voraussetzungen von Art. 24c Abs. 4 RPG
keine praktische Bedeutung mehr gehabt hätte (ARE, Erläuternder Bericht,
S. 9). Auch die Anforderungen an die Voraussetzung der Änderung zu-
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gunsten einer zeitgemässen Wohnnutzung sind dem gesetzlichen Wortlaut
entsprechend nicht eins zu eins von der Praxis zu Art. 42a Abs. 1 RPV zu
übernehmen, zumal anstelle des Begriffes "unumgänglich" derjenige von
"nötig" verwendet wurde. Dennoch legt auch diese Wortwahl eine zurück-
haltende Handhabung nahe. Das Verwaltungsgericht des Kantons
St. Gallen führte in einem Entscheid vom 25. Mai 2016 (s.
www.gerichte.sg.ch) dazu Folgendes aus: "Trotzdem rechtfertigt sich ein
enges Verständnis. Als für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig können
Änderungen qualifiziert werden, wenn sie erforderlich sind, um die ur-
sprüngliche Wohnnutzung auf einen zeitgemässen Stand zu bringen. In je-
dem Fall bleibt das Identitätserfordernis zu beachten. Aus einem Bauern-
haus soll keine Villa gemacht werden können." Auch das Departement Bau,
Verkehr und Umwelt des Kantons Aarau hält in seiner internen Vollzugshil-
fe zum Bauen ausserhalb der Bauzone (S. 12 und 13) fest, dass in vielen
Fällen keines der drei in Art. 24c Abs. 4 RPG genannten Kriterien erfüllt
sein werde, spricht sich aber für eine grosszügigere Handhabung bei neuen
offenen Bauteilen aus. So gelten im Kanton Aarau Autounterstände, (über-
dachte) Sitzplätze oder Holzlager als für eine zeitgemässe Wohnnutzung
notwendig. Allerdings müssen sich diese Erweiterungen gestalterisch gut
einpassen und werden in ihren Ausmassen stark eingegrenzt. So wird für
ein besitzstandsgeschütztes Gebäude lediglich ein Carport und ein gedeck-
ter Sitzplatz bewilligt. Falls mehr Wohneinheiten vorhanden sind, wird den
entsprechenden Bedürfnissen mit ungedeckten Plätzen Rechnung getra-
gen, wobei nur Wohneinheiten ab einer Grösse von 70 m 2 berücksichtigt
werden. Die Grösse der offenen Bauteile wird auf maximal 25 m 2 Grundflä-
che (bzw. 25 m 2 grundrissprojektierter Dachfläche) begrenzt und bei einem
Carport müssen mindestens zwei Seiten offen bleiben. Dies deckt sich of-
fensichtlich mit den Grundsätzen der aktuellen Auslegung der Baudirektion
Kanton Zürich zum durchaus im Laufe der Zeit wandelbaren Begriff der
"zeitgemässen Wohnnutzung".
Das Bauvorhaben geht mit drei Garagenplätzen in einem Untergeschoss
mit einer Fläche von 65,66 m 2 und einem Dachgeschoss für die Holzlage-
rung unter einem Giebeldach mit Quergiebel weit über die sich in Bezug auf
die Rechtsprechung zu den Neuerungen des Art. 24c RPG für Erweiterun-
gen ausserhalb des bestehenden Gebäudevolumens abzeichnenden rest-
riktiven Tendenz hinaus. Das geschlossene Gebäude tritt mit dem Dachge-
schoss und dessen Zugang von Südwesten her massiv in Erscheinung und
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generiert mit dem geplanten Luftraum ein unnötig grosses Volumen, wes-
halb die Frage nicht unberechtigt ist, ob diese Baute für ein zeitgemässes
Wohnen nötig ist, wenn auch grundsätzlich nicht abzustreiten ist, dass
Fahrzeugabstellplätze bei abgelegeneren Wohnlagen und Holzlagerungs-
möglichkeiten bei Wohnbauten mit Holzheizung in einem gewissen Rah-
men unter diesen Begriff fallen dürften. Diesen Bedürfnissen ist jedoch in
einer für die Umgebung minimal störenden Art und Weise Rechnung zu
tragen, zumal nicht in Vergessenheit geraten darf, dass es sich bei Art. 24c
RPG um Ausnahmebewilligungen für nicht zonenkonforme Erweiterungen
handelt. Entsprechend wurden die Voraussetzungen mit der Teilrevision
2012 für nach aussen tretende Veränderungen stark verschärft. Eine Un-
terbringung der Autos in geschlossenen Garagen ist dabei nicht von vorn-
herein auszuschliessen, zumal sie je nach Situation zu einer besseren Ei-
nordnung führen kann als ein Carport. Eine solche, wie auch die Holzlage-
rung erfordern jedoch nicht ein derartiges Bauvolumen (welches denn auch
nur teilweise ausgenützt und im Übrigen als Hohlraum gestaltet werden
soll). Dieses müsste insbesondere durch eine Minimierung der Dachnei-
gung und den Verzicht auf den Quergiebel verringert werden. Ebenfalls
fragwürdig erscheint die Notwendigkeit des zusätzlichen Weges vom
Wohnhaus zum Standort der geplanten Neubaute, zumal der bestehende
und befestigte Z-Weg die beiden Bauten verbindet, im Winter schneege-
räumt wird bzw. spätestens nach Erstellen der Fahrzeugabstellplätze ge-
räumt würde und einen Umweg von lediglich 15 bis 20 m bedeuten würde.
Die Verweigerung der Ausnahmebewilligung für das geplante Bauvorhaben
ist aus diesem Grund trotz der speziell zu beurteilenden Situation bezüglich
des gewählten Standortes in Abweisung des Rekurses zu bestätigen.
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