# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4123fe1c-6e72-4163-98fe-40b5b3e7c9c6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ (vormals A._), geboren am _ 1965, verehelichte sich am 25. Dezember 2009 in C._ mit B._, geboren am _ 1957. Am 15. Dezember 2014 schlossen die Ehegatten A._ einen Ehe- und Erbvertrag ab, in welchem sie wie bereits in einem am 12. Juli 2011 beurkundeten Vertrag den Güterstand der allgemeinen Gütergemeinschaft gemäss Art. 221 f. ZGB wählten und sich gegenseitig sowohl güter- als auch erbrechtlich maximal begünstigten. Im Sommer 2015 trennten sich die Ehegatten.
B. Am 29. September 2015 leitete B._ ein Eheschutzverfahren ein, welches mit Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 2018 (5A_629/2017, 5A_668/2017) abgeschlossen wurde. Im fraglichen Verfahren wurde unter anderem festgestellt, dass die Parteien seit 23. Juli 2015 getrennt leben, und die Gütertrennung mit Wirkung ab 22. Oktober 2015 angeordnet. Ausserdem wurde B._ verpflichtet, A._ mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 einen monatlich im Voraus zu entrichtenden Unterhaltsbeitrag von CHF 15'000.00 zu bezahlen.
C/a. Mit Klage vom 24. Juli 2017 leitete B._ beim Regionalgericht Maloja das Ehescheidungsverfahren ein (Proz. Nr. 115-2017-31) und beantragte, die Ehe in Anwendung von Art. 114 ZGB zu scheiden sowie die Nebenfolgen zu regeln. Nach ergebnislos verlaufener Einigungsverhandlung vom 6. Februar 2019 reichte B._ am 26. Februar 2019 eine ergänzende Klagebegründung ein. Die Klageantwort von A._ erfolgte mit Datum vom 23. Mai 2019.
C/b. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Maloja fand am 20. Februar 2020 statt. Mit Teil-Entscheid vom 20. Februar 2020, mitgeteilt am 28. Februar 2020, schied das Regionalgericht Maloja die Ehe und verwies die Regelung der Nebenfolgen in ein separates Verfahren. Das Kantonsgericht von Graubünden schützte dieses Vorgehen (KGer GR ZK1 20 49 v. 17.6.2021). Auf die von A._ gegen das kantonsgerichtliche Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 13. Juli 2021 (5A_567/2021) nicht ein.
C/c. Das Verfahren betreffend Regelung der Nebenfolgen der Scheidung ist nach wie vor beim Regionalgericht Maloja hängig.
D/a. Am 31. Januar 2020 reichte A._ ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren ein (Proz. Nr. 135-2020-33), mit folgenden Anträgen:
1. Es sei der Kläger gestützt auf Art. 170 ZGB und unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB zu verpflichten, binnen
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angemessener kurzer, gerichtlich festzusetzender Frist, folgende Auskünfte zu erteilen und Urkunden zu edieren:
a. Vollständige Auskunft mittels detaillierter, schriftlicher Kontoauszüge sämtlicher Konti und Depots des Klägers bei in- und ausländischen Banken vom 15. Dezember 2014 bis 24. Juli 2017, einschliesslich allfällige Konti der Säule 3a), die auf den Namen des Klägers lauten oder an denen er wirtschaftlich berechtigt ist, insbesondere Konti und Depots seiner panamaischen Sitzgesellschaft D._., nachfolgend kurz mit D._ bezeichnet;
b. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Abrechnungen zu allen vom Kläger im In- und Ausland in der Zeit vom 25. Dezember 2009 bis zum 24. Juli 2017 benutzten Kreditkarten, auch wenn sie nicht auf seinen Namen, sondern auf jenen seiner Sitzgesellschaft D._ oder anderen Dritten lauten, jeweils mit Vollständigkeitserklärungen der betroffenen Kreditkartenfirmen;
c. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Übersicht sämtlicher Bargeldtransaktionen, die der Kläger im Zeitraum vom 25. Dezember 2009 bis zum 24. Juli 2017 bei der E._ in F._ oder bei anderen Banken, gegebenenfalls Postbanken, im In- und Ausland selbst oder durch Dritte getätigt hat, jeweils unter Vorlage der einschlägigen Belege sowie schriftlicher Auskunft über die Quelle und den Empfänger des Bargeldes und der an ihm wirtschaftlich berechtigten Person;
d. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Übersicht samt Belegen und Vollständigkeitserklärungen der Banken, bei denen der Kläger über Vermögenswerte verfügt, an allen Vermögenswerten im In- und Ausland (Liegenschaften, Guthaben, Wertschriften, Wertsachen und Beteiligungen an Unternehmungen oder Gesellschaften, etc.), an denen er wirtschaftlich berechtigt ist, unabhängig davon, ob sie auf seinen Namen, den Namen seiner panamaischen Sitzgesellschaft D._, oder auf den Namen Dritter lauten, alles für den Zeitraum zwischen dem Datum der Eheschliessung der Parteien und dem Datum der Rechtshängigkeit seiner Scheidungsklage, eventuell dem Datum des eheschutzrechtlich bewilligten Getrenntlebens der Parteien;
e. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Übersicht über alle Beteiligungen des Klägers an in- und ausländischen Gesellschaften samt sämtlichen Jahresabschlüssen mit Jahresbericht, Bilanz, Erfolgsrechnung und Anhang der entsprechenden Gesellschaften, insbesondere der D._, für die Jahre 2010 bis 2017 und den dazugehörigen Kontoauszügen der Buchhaltung und Buchhaltungsbelegen, ausser diejenigen Unterlagen, die der Beschwerdeführer als Bestandteil seiner Beilage 10 zu seiner Berufungsantwort vom 22. März 2016 im Berufungsverfahren ZK1 16 54 offen gelegt hat;
f. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Übersicht über sämtliche Inhalte und Gegenstände, die dem Kläger oder der Beklagten entweder direkt oder indirekt gehören und die der Kläger selbst oder durch Dritte, insbesondere über seine Sitzgesellschaft D._, im Zeitraum zwischen dem Datum der Eheschliessung der Parteien und dem Datum der Rechtshängigkeit seiner
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Scheidungsklage Schliessfächern bei Hinterlegungsstellen im In- und Ausland hinzugefügt, gehalten oder entnommen hat;
g. Vollständige Auskunft mittels schriftlicher Übersicht über den Bestand seiner Bibliothek, seiner Kunstsammlung, sowie den Gerätebestand seines Fotostudios bzw. seiner Dunkelkammer und seines Fuhrparks, jeweils zum Datum der Eheschliessung sowie über die seither bis zum Datum der Rechtshängigkeit seiner Scheidungsklage erfolgten Zu- und Abgänge, Substitutionen sowie Ausleihungen, jeweils unter Angabe der Provenienz und Destination dieser Gegenstände.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuern zu Lasten des Klägers.
D/b. B._ beantragte in seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2020 die Abweisung des Gesuchs, soweit darauf überhaupt einzutreten sei. Mit Schreiben vom 21. Februar 2020 liess A._ unter Hinweis auf das unbedingte Replikrecht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV beim Regionalgericht Maloja um Ansetzung einer Frist zur Antwort auf die erwähnte Stellungnahme ersuchen. Dieses Gesuch blieb unbeantwortet. Am 22. April 2020 reichte A._ eine Vernehmlassung zur Stellungnahme von B._ vom 17. Februar 2020 ein. Letzterer beantragte in seiner Eingabe vom 30. April 2020, diese Vernehmlassung aus dem Recht zu weisen. Ansonsten bestätigte er seine bereits gestellten Rechtsbegehren. In ihren weiteren Stellungnahmen vom 8. Mai 2020 (A._), 20. Mai 2020 (B._), 8. Juni 2020 (A._) sowie vom 11. Juni 2020 (B._) hielten beide Parteien an ihren Anträgen sowie deren Begründung fest.
D/c. Nachdem A._ das Regionalgericht Maloja am 4. September 2020 und am 9. Oktober 2020 ersucht hatte, das vorliegende wie auch das Verfahren Nr. 135-2020-236 (Gesuch um vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO) beförderlich zu erledigen, reichte sie am 12. November 2020 beim Kantonsgericht von Graubünden eine Rechtsverzögerungsbeschwerde ein. Am 4. Mai 2021 erhob sie beim Bundesgericht eine Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen das Kantonsgericht von Graubünden. Nach Erlass des vorliegend angefochtenen Entscheids sowie des Entscheids im Prozess Nr. 135-2020-236 wurden beide Rechtsverzögerungsverfahren infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben (BGer 5A_348/2021 v. 1.7.2021; KGer GR ZK1 20 162 v. 18.10.2021).
D/d. Mit Entscheid vom 7. Mai 2021, gleichentags mitgeteilt, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Maloja, was folgt:
1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und der Gesuchsgegner wird angewiesen, innert 20 Tagen seit Erhalt dieses Entscheides Auskunft zu geben über sein Erwerbseinkommen unter Einschluss von Zulagen, Gewinnbeteiligungen, Nebeneinkünften, wie auch Renten, Kapitalerträge, Nutzniessungen, die Beteiligung an Gesellschaften im
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In- und Ausland, Einkünfte aus Liegenschaften und sonstige Vermögenserträge, den Vermögensstand und die Vermögenszusammensetzung sowie eine Zusammenstellung über alle Schulden, alles per 31. Dezember 2020.
2. Der Gesuchsgegner wird angewiesen, die Steuererklärung 2020, unterzeichnet sowie komplett und versehen mit den dazugehörigen Belegen, innert gleicher Frist einzureichen.
3. Diese Anordnung ergeht unter ausdrücklicher Androhung der Straffolge nach Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet.
4. Die Prozesskosten bleiben bei der Prozedur.

## Considerations