# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ec88dde1-f0b5-4d19-aa1d-8ed4ec2824e7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, meldete sich am 28. Januar 2015 unter Verweis auf seinen Hausarzt
Dr.
med.
Y._
, Innere
Medizin FMH,
bei der
Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug (
berufliche Integration/
Rente) an
(
Urk.
7/2). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK;
Urk.
7/9) ein und ersuchte
Dr.
Y._
um Zusendung eines medizinischen Berichtes (vgl.
Urk.
7/12). Nach mehrmaliger Mahnung verzichtete
die IV-Stelle
schliesslich auf dessen Einholen (
Urk.
7/14-17) und
zog
stattdessen einen
B
ericht vom
Z._
, Klinik für Nephrologie,
b
ei (
Urk.
7/20-21).
Mit Vorbescheid vom 11. April 2016 (
Urk.
7/25) kündigte die IV-Stelle die
Zusprache
einer
Viertelsrente
ab 1. Juni 2016 an. Dagegen erhob der Versi
cherte am 1
2.
Mai 2016 (
Urk.
7/33) Einwand, den er mit Schreiben vom
10. Juni 2016 unter Beilage von Unterlagen ergänzte (
Urk.
7/35-37). Am 2
2.
August 2016 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 23. September 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 2
2.
August 2016 und die
Zusprache
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung. Eventualiter ver
langte er die Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung
(S. 2). In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2016 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwer
deführer am 17. Januar 2017 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt,
der Beschwerdefüh
rer leide an einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden dialysepflichtigen Niereninsuffizienz. Aufgrund dieser Krankheit
bestehe für sämtliche Tätig
keiten eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %
, was eine
n
Invaliditätsgrad
in
der
selben Höhe
ergebe
. Damit bestehe ein
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. Urk. 2 bzw. Urk. 7/41 S. 1 f.).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer
zusammengefasst
entgegen, sein Gesund
-
heitszustand
und die damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit sei
en
zu wenig abgeklärt worden.
Mit dem Verzicht auf das Einholen
eines
B
erichtes vo
n
Hausarzt Dr.
Y._
beziehungsweise
die
Anordnung eines Gutachtens habe
es
die Beschwerdegegnerin unterlassen,
von Amtes wegen alle für die Beurteilung des Falles erforderlichen Auskünfte einzuhole
n, was eine
Verlet
-
zung
von Art.
43
Abs.
1 ATSG darstelle.
Es bestünden
weitere
Komorbidi
-
täten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
sei
(
Urk.
1
S.
4
ff.).
3.
3.1
3.1.1
Die Ärzte vom
Z._
, wo der Beschwerdeführer
seit
1.
Juni 2015
mehrmals für mehrere Tage (insbesondere wegen Nierenproblemen) hospitalisiert war, nannten in ihrem Bericht vom 1
7.
Februar 2016 (Urk. 7/21/5-8) die nachfol
gende
n, leicht gekürzt wiedergegebenen
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
1.
Dialysepflichtige Niereninsuffizienz
Chronische Niereninsuffizienz bei fokal proliferativer und
sklero
-
sierender
Glomerulonephritis
Status nach akutem Nierenversagen 05/2011
intermittierende
Hämodialyse
(
iHD
)
seit
19.06.15
Bisher keine
Transplantations
(
TPL
)
-Abklärungen
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie die nachstehenden Diagnosen an
(S. 1-2)
:
2.
HIV-Infektion CDC-Stadium B3, ED 07/2007
07/2007 - 2011 unter HMRT (
Tenofovir
,
Emtricitabin
,
Atazanavir
,
Ri
tonavir
07/2007
–
208
(richtig wohl: 2008)
;
Atripla
i
m 11/2010)
10/12: Wiederbeginn mit HAART
Norvir
,
Kivexa
,
Reyataz
ART Unterbruch,
Bactrim
Prophylaxe nicht mehr eingenommen
01/16: Wiederbeginn mit ART-Therapie mit
Abacavir
,
Dolutegravir
,
Lamivudin
3.
Status nach Hepatitis C, ED 2007
spontan ausgeheilt
4.
Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen
Schädlicher Gebrauch von Cannabis
Kokainabhängigkeit, Amphetaminabhängigkeit
Status nach
Opioidabhängigkeit
(bis ca. 2013)
Aktuell: Methadonsubstitution
5.
Status nach epileptischem Anfall, 11.01.16
Am ehesten
urämisch bei ausgelassener Dialyse
EEG 12.01.16: kein sicherer Herdbefund, keine epilepsietypischen Po
tentiale
Die Ärzte schilderten, dass der Beschwerdeführer wegen seiner
Niereninsuffi
zienz
seit dem
2
5.
Juni 20
15
(mit einem Unterbruch von ungefähr fünf Mo
naten) regelmässig zur Dialyse komme. A
ufgrund der eingeschränkten
Nie
renfunktion
mit fehlender Entgiftungsleistung der Niere und vermindert
er Ausscheidungsfunktion bestehe
eine verminderte Leistungsfähigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit sowie insbesondere nach dem langen Dialyseintervall eine re
duzierte Konzentrations
fähigkeit. Zudem bestehe
aufgrund der
drei M
al wö
chentlich notwendigen Dialysebehandlung
à vier
Stunden
inklusive An- und
Abfahrt zum Dialysezentrum ein beträchtlicher Zeitaufwand.
M
it den Ein
schränkungen der Leistungsfähigkeit
sei w
äh
re
nd der gesamten Dauer der Dialyse
zu rechnen; a
uch unter optimaler Therapie (optimale Dialysequalität sowie optimal kontrol
lierte renale Folgeerkrankungen). Eine Ä
nderung
sei
nur mit einer Nierentransplan
tation zu erwarten,
wofür der
Beschwerdeführer
aktuell noch nicht abgeklärt
werde.
Die
Nephrologen
besc
heinigten vom 1
7.
Dezember 2015, mithin seit der Wie
deraufnahme der regelmässigen Dialyse nach mehrmonatigem Unterbruch
(S. 2),
bis auf Weiteres eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit und erachteten e
in reduziertes Arbeitspensum (60
%) mit regelmässigen Pausen und geregelten Arbeitszeiten
als möglich (S. 3 f.).
3.1.2
In dem an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gerichteten Schreiben vom
3.
Juni 2016 (
Urk.
7/35) präzisierten die behandelnden Ärzte vom
Z._
ihre Beurteilung vom 17. Februar 2016 insofern, als dass die darin erwähnte Arbeitsunfähigkeit nur die
nephrologische
Erkrankung des Beschwerdefüh
rers betreffe und sich einzig auf die dialysepflichtige Niereninsuffizienz be
ziehe. Anderweitige
Komorbiditäten
hätten sie nicht in Betracht gezogen. Insgesamt sei somit möglicherweise von einer höheren Arbeitsunfähigkeit
auszugehen, weshalb sie weitere medizinische Abklärungen empfahlen.
3.2
Hausarzt
Dr.
Y._
, bei welchem der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2010 in Behandlung ist (
Urk.
1 S. 5; vgl. auch
Urk.
7/2 S. 5), führte in seinem an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gerichteten Schreiben vom
9.
Juni 2016 (
Urk.
7/36) aus, dass der Beschwerdeführer „
schwerst
“ erkrankt sei und mit seinem baldigen Ableben gerechnet werden müsse. Die terminale
Nie
reninsuffizienz
könne zwar durch die Dialyse während einer kurzen Zeit ge
mildert werden - allein schon durch die Niereninsuffizienz bestehe aber, mindestens seit Juni 2015, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die HIV-Krank
heit könne nicht behandelt werden und führe wohl in naher Zukunft zu le
bensgefährlichen Infektionen. Die persistierende Drogenabhängigkeit be
gründe des Weiteren eine Arbeitsunfähigkeit.
3.3
In dem vom Beschwerdeführer
im
Beschwerdeverfahren eingereichten Schrei
ben vom 2
2.
September 2016 (
Urk.
3/4) gab
Dr.
med.
A._
von der Klinik für Nephrologie am
Z._
an, dass d
er Beschwerdeführer aus
rein
ne
phrologischer
Sicht 50 % arbeitsunfähig sei. Unter Berücksichtigung weiterer
Komorbiditäten
(insbesondere Substanzabhängigkeit, Epilepsie und Herzin
suffizienz) schätzte sie die Arbeitsunfähigkeit auf 100 % und empfahl in diesem Zusammenhang eine psychiatrische und kardiologische Beurteilung.
4.
4.1
Den medizinischen Akten
sind divergierende Angaben
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu entnehmen. So gingen die
Nephrologen
aufgrund der Niereninsuffizienz
zunächst
von einer 40%
igen
und später von einer
50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Der Hausarzt
Dr.
Y._
gab in seinem Schreiben allein bezo
gen auf die Niereninsuffizienz
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit an.
4.2
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer an einer Niereninsuffizienz leidet und auf die Dialyse angewiesen ist.
Vor
dem Hintergrund, dass er aufgrund der ausgewiesenen Nierenproblematik drei Mal in der Woche vier Stunden, also insgesamt 12 Stunden, zur Dialyse gehen muss, ist die von den
Nephro
logen
attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar (E. 3.1.1
hievor
). Zumindest kann nicht von einer geringeren Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, zumal mit der Dialyse auch eine erhöhte Ermüdbarkeit, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
einher geht (E. 3.1.1)
.
4.3
Den medizinischen Akten sind jedoch
auch
Anhaltspunkte zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer möglicherweise unter weiteren Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit leiden könnt
e
.
So erwähnten die
Nephrolo
gen
unter anderem eine HIV
Infektion (E. 3.1.1
hievor
). Entgegen der Dar
stellung der Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Beschwer
degegnerin
(
Urk.
7/38/3) verläuft diese Erkrankung - wenn auch noch keine solche im Stadium C vorliegt - im von den
Nephrologen
angegebenen Sta
dium B3 unter medikamentöser Behandlung nicht mehr symptomfrei. Es kann daher nicht ohne
Weiteres
ausgeschlossen werden, dass diesbezügliche Beschwerden die Arbeitsfähigkeit weiter beeinträchtigen. Eine fachärztliche Abklärung erweist sich daher als unumgänglich. Das gleiche gilt in Bezug auf die fachärztlich überhaupt nicht untersuchte Epilepsie.
Ebenso blieb die von den
Nephrologen
im Weiteren angeführte
Suchterkran
kung
gänzlich ungeklärt. Der Beurteilung der RAD-Ärztin, wonach die Dro
gensucht ohne Relevanz für die Bewertung der Arbeitsunfähigkeit sei (
Urk.
7/38/3), kann nicht ohne
Weiteres
beigepflichtet werden. Denn auch die Drogensucht wird im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c). Dazu ist den Akten nichts zu entnehmen.
Wie es sich mit der im Bericht der
Nephrologen
vom 2
2.
September 2016 überdies angesprochenen Herzinsuffizienz beziehungsweise den psychischen Beschwerden (
Urk.
3/4) verhält, kann nicht beurteilt werden. Diese fanden noch keinen Eingang in die Diagnoseliste vom 17. Februar 2016 (E. 3.1.1), so dass über den Zeitpunkt des Auftretens nichts gesagt werden kann. Ob diese Beeinträchtigungen die Arbeitsunfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen und gegebenenfalls seit wann, wird die Beschwerdegegnerin ebenfalls im an die
ses Verfahren anschliessenden Verwaltungsverfahren zu klären haben.
So
wohl der Hausarzt als auch die behandelnden
Nephrologen
gingen in diesem Zusammenhang von einer
höheren
,
über 40 % liegenden
Arbeitsunfähigkeit aus
.
Letztere wiesen bereits in ihrem präzisierenden Schreiben vo
m
3.
Juni 2016 darauf hin, dass aufgrund anderweitiger
Komorbiditäten
eine höhere Arbeitsunfähigkeit denkbar sei
, weshalb sie weitere Abklärungen anregten
(E. 3.1.2)
. Selbst die Ärztin vom RAD
räumte in ihrer Stellungnahme vom 6. Juli 2016 (
Urk.
7/38/3) ein, dass die Arbeitsunfähigkeit durch die
Komor
-
bidität
wahrscheinlich höher ausfallen
dürfte
.
Trotz dieser Hinweise fällte die
Beschwerdegegnerin den Entscheid lediglich gestützt auf den
B
ericht des
Z._
vom 1
7.
Februar 2016 und
liess
allfällige weitere
Erkrankungen beziehungsweise Beschwerden
ausser Acht
.
Ebenso
ist gestützt auf das Schreiben von
Dr.
A._
, dessen Inhalt sich
wenigstens teilweise
auf den Sachverhalt vor dem Zeitpunkt des
Verfü
gungserlasses
bezieht
und in die Beurteilung hätte miteinbezogen werden müssen (Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2015 vom 2
6.
Januar 2017 E. 4.2)
, auf das Vorhandensein weiterer, unberücksichtigt gebliebener
Komorbiditä
ten
zu schliessen.
Inwiefern
jedoch eine entsprechend höhere
Arbeitsunfä
higkeit besteht, kann
aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage nicht gesagt werden. Hausarzt Dr.
Y._
machte pauschale Ausführungen zur Arbeitsunfähigkeit
; eine Begründung
fehlt gänzlich. Weiter ist nicht ersicht
lich, wann der Beschwerdeführer das letzte Mal bei ihm war und ob über
haupt eine eingehende Untersuchung (unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden) stattgefunden hat. Demgegenüber sind die Angaben der
Ne
phrologen
differenziert und grundsätzlich einleuchtend (vgl. E. 3.1
hievor
). Jedoch beziehen sich ihre Ausführungen lediglich auf die Erkrankung
aus
ihrem Fachgebiet.
4.3
Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer - gestützt auf die medizinischen Akten - aufgrund seiner Niereninsuffizienz und der damit einhergehenden regelmässigen Dialyse sowohl in der angestammten als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu mindestens 40 % arbeitsunfähig ist. Vor diesem Hintergrund hat er Anspruch auf
mindestens eine
Viertelsrente
.
Unter diesen Umständen kann von der Einräumung der Gelegenheit zur Stel
lungnahme und zum allfälligen Beschwerderückzug (BGE 137 V 314) Um
gang genommen werden.
4.4
Inwieweit allfällige weitere Beschwerden die Arbeitsfähigkeit zusätzlich
ein
schränken
,
ist mangels einer verlässlichen medizinischen Grundlage nicht
rechtsgenügend
feststellbar. Damit fehlt es
diesbezüglich
an der Grundlage für einen Entscheid.
Die angefochtene Verfügung vom
9.
Juni 2016 (Urk. 2) ist folglich insoweit aufzuheben
,
als sie den Anspruch auf eine die
Viertelsrente
übersteigende In
validenrente
verneint und die Sache zur
umfassenden fachärztlichen Abklä
rung
und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwer
deführers an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
8
00.-- anzusetzen und
ausgangs
gemäss
der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.