# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 77e10db5-fac3-43a9-83ec-15cb979b1004
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Rechtsbegehren: (act. 1A; act. 1B; sinngemäss)
1. Das Grundbuchamt C._ sei im Sinne von Art. 961 ZGB , zugunsten der Gesuchstellerin auf folgende  an der Liegenschaft Kat. Nr. 1, GBBl. 2, EGRID 3, D._-Strasse ..., E._, je ein Pfandrecht  im Grundbuch einzutragen, jeweils zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 15. März 2022, a) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 144/1000, GBBl. 4,
EGRID 5, für eine Pfandsumme von CHF 12'340.46, b) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 159/1000, GBBl. 6,
EGRID 7, für eine Pfandsumme von CHF 13'625.93, c) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 159/1000, GBBl. 8,
EGRID 9, für eine Pfandsumme von CHF 13'625.93, d) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 159/1000, GBBl. 10,
EGRID 11, für eine Pfandsumme von CHF 13'625.93, e) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 159/1000, GBBl. 12,
EGRID 13, für eine Pfandsumme von CHF 13'625.93, f) auf Stockwerkeigentumsanteil zu 220/1000 GBBl. 14,
EGRID 15, für eine Pfandsumme von CHF 18'853.48. 2. Die Anweisung gemäss Ziffer 1 habe sofort superprovisorisch zu
erfolgen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ge-
suchsgegnerin.

## Considerations

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessverlauf
Am 15. März 2022, 09:25 Uhr, überbrachte die Gesuchstellerin ihr Gesuch betref-
fend provisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts i.S.v. Art. 961
Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB dem verfügenden Einzelgericht
(act. 1A; act. 1B; act. 2/1-4). Mit Verfügung vom 15. März 2022 gab das Einzelge-
richt dem Antrag der Gesuchstellerin statt und wies das Grundbuchamt an, auf
den streitgegenständlichen Stockwerkeigentumsanteilen jeweils ein Pfandrecht
einzutragen; gleichzeitig setzte es der Gesuchsgegnerin eine Frist von 20 Tagen
zur Einreichung einer Stellungnahme an (act. 3). Das Grundbuchamt nahm die
Anmeldung am 15. März 2022 entgegen (act. 6). Die Gesuchsgegnerin erhielt die
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Verfügung vom 15. März 2022 am 25. März 2022 (act. 4/2). Innerhalb der Frist ist
keine Stellungnahme eingegangen.
2. Prozessgegenstand
Die Gesuchstellerin ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz in
F._ SH, sie bezweckt den Betrieb von Kieswerken, die Produktion von und
den Handel mit Baustoffen sowie die Ausführung von Gütertransporten.
Die Gesuchsgegnerin ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz
in G._ ZG; sie bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen aller Art im
Immobilienbereich sowie die Beteiligung an Gesellschaften aller Art. Sie ist Eigen-
tümerin der Stockwerkeigentumsanteile an der Liegenschaft Kat. Nr. 1, GBBl. 2,
EGRID 3, H._, E._ ZH (act. 1A S. 1-2; act. 1B S. 2; act. 2/1).
Die I._ AG ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz in
J._ ZH; sie bezweckt die Ausführung von Baumeisterarbeiten, die Reinigung,
die Wartung, den Unterhalt und die Kontrolle von wärmetechnischen Anlagen, die
Ausführung und den Unterhalt von Steil- und Flachbedachungen, die Erbringung
baulicher Leistungen, speziell Umbauten inkl. Elektroinstallationen und Sanitärar-
beiten.
Gemäss Auftragsbestätigung vom 12. Mai 2021 bestellte die I._ AG bei der
Gesuchstellerin Kies, Beton und Mörtel zur Erstellung eines Mehrfamilienhauses
mit sechs Wohnungen auf der streitgegenständlichen Liegenschaft (act. 1A S. 3;
act. 2/3). Die Gesuchstellerin führte die Lieferungen zwischen dem 1. Juni 2021
und dem 18. Januar 2022 sowie am 15. und 16. Februar 2022 aus (act. 1A S. 3;
act. 2/4/1-19). Zuletzt lieferte die Gesuchstellerin Mörtel am 16. Februar 2022
(act. 1A S. 4; act. 2/4/19) und Beton am 25. November 2021 (act. 1A S. 4;
act. 2/4/17).
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3. Formelles
Die örtliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 13 lit. a i.V.m. Art. 29 Abs. 1 lit. c
ZPO. Die sachliche Zuständigkeit folgt aus Art. 6 Abs. 5 i.V.m. Abs. 1 und 2 ZPO
sowie § 45 lit. b GOG (BGE 137 III 563 E. 3.4 S. 568-569).
4. Materielles
Gemäss Art. 961 Abs. 1 Ziff. 1 i.V.m. Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB kann eine vorläu-
fige Eintragung vorgemerkt werden zur Sicherung des Anspruchs auf Errichtung
eines gesetzlichen Grundpfandrechts "für die Forderungen der Handwerker oder
Unternehmer, die auf einem Grundstück zu Bauten oder anderen Werken, zu Ab-
brucharbeiten, zum Gerüstbau, zur Baugrubensicherung oder dergleichen Materi-
al und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben, an diesem Grundstück, sei es,
dass sie den Grundeigentümer, einen Handwerker oder Unternehmer, einen Mie-
ter, einen Pächter oder eine andere am Grundstück berechtigte Person zum
Schuldner haben". Im vorläufigen Eintragungsverfahren gilt das Beweismass der
Glaubhaftmachung (Art. 961 Abs. 3 ZGB; Art. 261 Abs. 1 ZPO).
4.1. Der Anspruch auf Errichtung eines gesetzlichen Grundpfandrechts richtet
sich gegen den jeweiligen Eigentümer des Grundstücks (BGE 134 III 147 E. 4.3
S. 150; BGE 92 II 227 E. 1 S. 229-230). Die Gesuchsgegnerin ist Alleineigentü-
merin sämtlicher zu belastenden Stockwerkeigentumsanteile (act. 2/1; Prot. S. 3).
Der Gesuchsgegnerin kommt deshalb die Passivlegitimation zu.
4.2. Pfandberechtigt sind Forderungen aus Material und Arbeit oder Arbeit al-
lein zu Gunsten des zu belastenden Grundstücks. Ausweislich der Auftragsbestä-
tigung vom 12. Mai 2021 vereinbarte die Gesuchstellerin mit der I._ AG
mündlich die Lieferung von Kies, Beton und Mörtel zur Errichtung eines Mehrfami-
lienhauses auf dem streitgegenständlichen Grundstück (act. 1A S. 3; act. 2/3).
Dabei stellt die Auftragsbestätigung vom 12. Mai 2021 ein sog. kaufmännisches
Bestätigungsschreiben dar. Einem solchen kann konstitutive Wirkung zukommen,
wenn sich der Empfänger nicht innerhalb angemessener Frist dagegen wehrt
(BGE 100 II 18 E. 3a S. 22). Nachdem die Gesuchstellerin keine Stellungnahme
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eingereicht hat, bestehen keine Einwendungen, welche in diese Richtung deuten
könnten.
Gemäss Rechtsprechung gilt auch die Lieferung einer eigens für die Baute auf
dem Pfandobjekt hergestellten Sache als pfandgeschützte Leistung, namentlich
die Lieferung von Frischbeton (BGE 125 III 113 E. 2a S. 115; BGE 97 II 212 E. 1
S. 214-216). Die Leistungen der Gesuchstellerin sind deshalb pfandberechtigt.
Im Quantitativ stützt sich die Gesuchstellerin auf 19 Rechnungen über insgesamt
CHF 125'697.65 mit angehängten Lieferscheinen (act. 1A S. 3; act. 2/4/1-19). Da
die Gesuchsgegnerin keine Stellungnahme eingereicht hat, ist die Darstellung der
Gesuchstellerin unbestritten geblieben. Die Lieferungen sind dem erforderlichen
Beweismass des Glaubhaftmachens entsprechend ausgewiesen.
Die Schuldnerin der Gesuchstellerin leistete Akontozahlungen von insgesamt
CHF 40'000.00 (act. 1A S. 3). Diese sind abzuziehen. Demgemäss verbleibt eine
offene Forderung von CHF 85'697.65.
Die Gesuchstellerin beantragt die Belastung der Stockwerkeinheiten und teilt die
Pfandsumme anhand der Wertquoten auf. Die Lieferungen der Gesuchstellerin
dienten den gemeinschaftlichen Bauteilen (Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 ZGB). Zweifel-
haft ist, ob die Sache selbst nicht wegen bereits bestehender Belastungen von
Stockwerkeigentumsanteilen nicht mehr belastet werden kann (Art. 648 Abs. 3
ZGB; BGE 126 III 462 E. 2b S. 464; BGE 113 II 157 E. 1c S. 161). Gemäss
Art. 798 Abs. 2 ZGB ist die Pfandsumme auf die verpfändeten Grundstücke auf-
zuteilen und jedes mit einem bestimmten Teilbetrag zu belasten. Da sich die ge-
meinschaftlichen Bauteile nicht individualisieren lassen, erfolgt die Aufteilung auf
die Stockwerkeigentumsanteile nach der Wertquote (BGE 146 III 7 E. 2.1.3 S. 10
= Pra 109 [2020] Nr. 99; BGE 125 III 113 S. 117-118). Die pfandberechtigte For-
derung von CHF 85'697.65 ist dem Rechtsbegehren der Gesuchstellerin entspre-
chend nach Wertquoten aufzuteilen.
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Die Gesuchstellerin verlangt Zinsen in der gesetzlichen Höhe ab Einreichung des
Gesuchs. Die Berechtigung des Zinsanspruchs erscheint jedenfalls nicht als aus-
geschlossen. Entsprechend sind auch die Zinsen einzutragen.
4.3. Gemäss Art. 839 Abs. 2 ZGB hat die Eintragung bis spätestens vier Mona-
te nach der Vollendung der Arbeit zu erfolgen. Im Hinblick auf den Beginn der Ein-
tragungsfrist sind die sukzessiven Lieferungen für ein Bauobjekt als Einheit zu be-
trachten (BGE 111 II 343 E. 2c S. 345; BGE 104 II 348 E. II.1 S. 352). Die letzten
Lieferungen am 25. November 2021 und am 16. Februar 2022 sind in den Rech-
nungen Nr. 202110064 vom 30. November 2021 und Nr. 202201193 vom
28. Februar 2022 belegt und von der Gesuchsgegnerin unbestritten geblieben. Mit
der vorläufigen Eintragung am 15. März 2022 erscheint die Eintragungsfrist als
gewahrt.
4.4. Im Ergebnis ist die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt als vor-
läufige Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB mit Wirkung ab vorläufiger Eintra-
gung gemäss Verfügung vom 15. März 2022 bis zur rechtskräftigen Erledigung
des einzuleitenden Hauptprozesses zu bestätigen.
Sodann ist der Gesuchstellerin Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintra-
gung des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerin anzuheben. Die Prosequie-
rungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, allfällige Gerichtsferien sind
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen (BGE 143
III 554 E. 2.5.2 S. 557-558 = Pra 107 [2018] Nr. 145). Eine Verlängerung dieser
Frist ist möglich, bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches
(Art. 144 Abs. 2 ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren
behandelt. Als zureichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144
Abs. 2 ZPO werden nur entweder die Zustimmung der Gegenpartei oder von der
Partei nicht vorhersehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe aner-
kannt.
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5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des Oberge-
richts vom 8. September 2010 bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG)
und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen
Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG). Es ist von einem Streitwert von
CHF 85'697.65 auszugehen. Die nach § 4 Abs. 1 GebV OG bestimmte ordentli-
che Gerichtsgebühr beträgt CHF 8'177.91. In Anwendung von § 8 Abs. 1 und § 10
Abs. 1 GebV OG ist diese auf rund einen Drittel zu reduzieren. Die Gerichtsge-
bühr ist auf CHF 2'700.00 festzusetzen.
Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv entschieden.
Es wird im ordentlichen Verfahren festzustellen sein, ob die Gesuchstellerin end-
gültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren lediglich eine
einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Einzelgerichts des
Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Gerichtskosten im Verfahren betref-
fend die vorläufige Eintragung des Pfandrechts von der Gesuchstellerin zu bezie-
hen, wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vor-
behalten bleibt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen ist dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin ihren Anspruch
nicht prosequieren sollte, ist der Gesuchsgegnerin mangels erheblichen Auf-
wands keine Parteientschädigung zuzusprechen.