# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5fde9577-86f3-4959-b91c-48be08c3f4ca
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1982 in O.1_ geboren und wuchs zusammen mit einem jüngeren Bruder und einer älteren Schwester in geordneten Familienverhältnissen bei seinen Eltern in O.1_ auf, wo er die Primar- und Realschule besuchte. Anschliessend absolvierte er eine zweijährige Anlehre als Zimmermann bei der Firma A._ in O.2_. Nach Abschluss der Lehre blieb er weitere vier Jahre bei der Firma A._, danach arbeitete er drei Jahre als Dachdecker bei der Firma B._ und drei Jahre als Zimmermann bei der Firma C._, beides in O.1_. Seither ist er im Sommer als Alphirt auf der Alp “E._” auf der D._ und im Winter als Allrounder bei der D._ Bergbahn tätig (act. 2.16). Für diese Tätigkeiten erwirbt er ein durchschnittliches monatliches Einkommen von CHF 3’700.00 (act. 2.4). Schulden hat er nach eigenen Angaben keine. X._ ist ledig und hat keine Kinder.
Im schweizerischen Zentralstrafregister (act. 2.1) ist X._ nicht verzeichnet. Im Jagdregister (act. 2.2) ist er wegen Frevel fünfmal verzeichnet. Im Einzelnen: - 9. Oktober 2011 (Rothirsch) - 5. Januar 2010 (Rothirsch) - 1. November 2009 (Reh) - 13. März 2009 (Gämse) - 6. Oktober 2007 (Gämse).
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 10. August 2012, mitgeteilt am 10. August 2012, wurde X._ schuldig erklärt der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Vergehens gegen das eidgenössische Jagdgesetz gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a und i JSG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b aJSV, des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, der mehrfachen Übertretung gegen das eidgenössische Jagdgesetz gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. c JSG und der mehrfachen Übertretung gegen die kantonale regierungsrätliche Jagdverordnung gemäss Art. 8 Abs. 1 RJV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG (kantonales Jagdgesetz) sowie der mehrfachen Übertretung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d und i WG. Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie mit einer Busse von CHF 3’700.00 bei schuldhafter Nichtbezahlung, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen. Für das widerrechtlich erlegte Wild hat er einen Wertersatz von CHF 2’273.00 an das Amt für Jagd und Fischerei
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Graubünden zu leisten. X._ wurde die Jagdberechtigung für die Dauer von neun Jahren entzogen, wobei für den Teil von 5 Jahren der Vollzug des Entzugs bei einer Probezeit von drei Jahren bedingt aufgeschoben wurde. Die Doppelflinte Habicht mit Zielfernrohr, das Kleinkalibergewehr Anschütz mit Zielfernrohr und die Pistole Heckler & Koch sowie die Ausleuchtlampe mit Zubehör wurden eingezogen. Ebenfalls eingezogen wurden zwei Gamskrickel auf Brett, eine Hirschtrophäe Gabler auf Brett und eine Hirschtrophäe 8-ender, alles unter Kostenfolge zu Lasten des X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde (act. 1.7):
“A. Sachbeschädigung
Am 9. Oktober 2011 zwischen 20.00 Uhr und 23.00 Uhr zerschnitten X._ und Y._ bei der Örtlichkeit F._ bzw. G._, Gemeinde O.1_ im H._, beim Aufbrechen eines Hirsches, den X._ am selben Abend unrechtmässig erlegt hatte, das an diesem Stier angebrachte GPS-Senderhalsband (Nr. 7590). Ferner entnahm Y._ beim Aufbrechen die im Rahmen eines Rotwildbesenderungsprojektes mit den Nachbarländern L.1_ und L.2_ diesem Hirsch eingesetzte Magensonde (Schlucksender). Y._ entsorgte in dieser Nacht das Senderhalsband und die Magensonde anlässlich seiner Fahrt von der Maiensässhütte im G._ ins Tal hinunter, indem er diese Gegenstände ob O.3_ beim K._ in das sogenannte L._ hinunterwarf. Mit dem Zerschneiden dieses Senderhalsbandes bzw. mit der Entsorgung der Magensonde in sehr steilem und unwegsamem Gelände nahmen der Beschuldigte und dessen Jagdkollege Y._ die Zerstörung bzw. Beschädigung dieser Gegenstände zumindest in Kauf. Das am 14. Februar 2010 in O.1_ von der kantonalen Wildhut an diesem Hirsch angebrachte Senderhalsband und die eingesetzte Magensonde hatten einen Wert von CHF 503.30 bzw. CHF 1’815.00. Der Vorsteher des Amtes für Jagd und Fischerei Graubünden stellte am 20. März 2012 nach Kenntnis der Täterschaft (24.02.2012) Strafantrag gegen X._ und Y._ wegen Sachbeschädigung.
B. Vergehen gegen das Jagd- und Waffengesetz
I. Der Beschuldigte tötete auf dem Gemeindegebiet O.1_ im H._ ausserhalb der Jagdzeit absichtlich folgende Tiere unter Verwendung der Doppelflinte Habicht (Kal. 12, Nr. 41098), wobei er diese Flinte zudem bis zur bestandenen Jagdprüfung vom 6. April 2011 ohne Berechtigung mit sich führte:
1. Am 6. Oktober 2007 bzw. am 13. März 2009 im Gebiet F._, bei der Örtlichkeit G._, je einen Gamsbock;
2. Am 1. November 2009 im Gebiet F._ bzw. G._ neben der Maiensässhütte eine Rehgeiss;
3. Am 5. Januar 2010 im Gebiet F._ bzw. G._ in der Wiese bei der Maiensässhütte einen Hirsch (Gabler);
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4. Am 9. Oktober 2011 im Gebiet F._ bzw. G._ unterhalb seiner Maiensässhütte auf dem Heimweg von der Niederjagd einen Hirsch ().
II. Der Beschuldigte verwendete für die Ausübung der Passjagd 2011/2012 absichtlich eine auf dem Zielfernrohr der Doppelflinte angebrachte künstliche Lichtquelle (Ausleuchtlampe mit Lichtschalter).
C. Übertretungen des Jagdgesetzes
1. Der Beschuldigte bewahrte ausserhalb der Jagdzeit absichtlich das Flobert Anschütz (Kal. 22 LR, Nr. 885945), die Pistole Heckler & Koch (Kal. 9 mm, Nr. 27-042168) und die Doppelflinte Habicht (Kal. 12, Nr. 41968) in seiner von ihm seit 2010 ganzjährig bewohnten Maiensässhütte im G._ in O.1_ auf, obschon sein zivilrechtlicher Wohnsitz bei den Eltern in O.1_ im I._ ist.
2. Auf der Niederjagd 2011 und während der Passjagd 2011/2012 verwendete der Beschuldigte die Doppelflinte Habicht (Kal. 12, Nr. 41968), obschon diese durch die Wildhut weder kontrolliert noch im Jagdpatentbüchlein von X._ eingetragen war.
D. Übertretungen des Waffengesetzes
Der Beschulidgte konnte weder für seinen am 22. September 2007 bei M._ in O.4_ gekauften Jagdstutzer Blaser K95 (Kal. 10.3 mm, Nr. 3/101318) noch für seine am 2. Juni 2011 bei dem Büchsenmacher N._ in O.5_ gekaufte Bockdoppelflinte Beretta (Kal. 12/76) einen schriftlichen Vertrag für die Übertragung der Waffe vorlegen, obschon der entsprechende Waffenvertrag während 10 Jahren nach Ausstelldatum aufbewahrt werden muss. Ebenso wenig vermochte der Beschuldigte den Waffenerwerbsschein (Nr. der Bewilligung: GR 2009/145) für die am 22. September 2009 bei P._, Büchsenmacherei in O.6_, gekaufte Pistole Heckler & Koch (Kal. 9 mm, Nr. 27-042168) vorzuweisen.”
C. Gegen den Strafbefehl liess X._ am 20. August 2012 Einsprache erheben. Die Einsprache richtete sich gegen die Verweigerung des bedingten Vollzuges des Entzugs der Jagdberechtigung (Ziff. 5 des Strafbefehls vom 10. August 2012). In Ergänzung zur Einsprache liess X._ darauf hinweisen, dass der Einzug der Waffen betreffend die nicht für den Jagdfrevel verwendeten Waffen selbstverständlich aufzuheben sei (Pistole Heckler & Koch, Kleinkalibergewehr Anschütz). In der Folge ergänzte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Untersuchung.
D. Mit Parteimitteilung (Art. 318 Abs. 1 StPO) vom 4. Februar 2013 liess die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ eröffnen, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig stellte sie aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Überweisung des Strafbefehls an das Gericht im Sinne von Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO und Art. 356 Abs. 1 StPO in Aussicht. Zudem
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wurde X._ eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.
E. Mit Verfügung vom 13. Februar 2013 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO und Art. 356 Abs. 1 StPO den Strafbefehl an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Zudem teilte sie mit, sie halte am Strafbefehl fest, wobei der Strafbefehl gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte.
F. Gegen das am 30. Mai 2013 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 4. Juni 2013 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos meldete X._ am 5. Juni 2013 die Berufung an (act. A.1), woraufhin das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien das begründete Urteil am 1. Juli 2013 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
„1. X._ ist schuldig
- der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,
- des mehrfachen Vergehens gegen das eidgenössische Jagdgesetz gemäss Art. 17 Abs. 1 lit. a und i JSG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 lit. b aJSV (eidgenössische Jagdverordnung),
- des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG,
- der mehrfachen Übertretung gegen das eidgenössische Jagdgesetz gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. c JSG und der mehrfachen Übertretung gegen die kantonale regierungsrätliche Jagdverordnung gemäss Art. 8 Abs. 1 RJV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG (kantonales Jagdgesetz),
- der mehrfachen Übertretung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d und i WG.
2. X._ wird mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, bestraft.
3. X._ wird zudem mit einer Busse von CHF 3‘700.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.
4. Für das widerrechtlich erlegte Wild hat X._ gestützt auf Art. 23 JSG in Verbindung mit Art. 52 KJG einen Wertersatz von CHF 2‘273.00 zu leisten. Das Inkasso hat durch das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden zu erfolgen.
5. X._ wird gestützt auf Art. 20 Abs. 1 lit. b JSG die Jagdberechtigung für die Dauer von 9 Jahren entzogen. Für den Teil von 5 Jahren wird der Vollzug des Entzugs der Jagdberechtigung bei einer Probezeit von 5 Jahren bedingt aufgeschoben.
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6. Die Doppelflinte Habicht (Kal. Nr. 12, 41968) mit ZF wird gestützt auf Art. 31 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 WG eingezogen. Die Ausleuchtlampe mit Zubehör wird gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen.
7. Das Kleinkalibergewehr Anschütz mit ZF (Kal. 22 LR, Nr. 895945) und die Pistole Heckler & Koch (Kal. 9 mm, Nr. 27-042168) sind X._ zurückzugeben.
8. Folgende sichergestellte Trophäen (Referenz GR 2011 10 1770) werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und verfallen dem Kanton: 2 Gamskrickel auf Brett, 1 Hirschtrophäe Gabler auf Brett, 1 Hirschtrophäe 8-ender.
9.a)Die Kosten des Verfahrens von CHF 3‘147.25 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1‘347.25, Gerichtsgebühren CHF 1‘800.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse CHF 3‘700.00 Verfahrenskosten CHF 3‘147.25 Total CHF 6‘847.25
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations