# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 09c0e211-a3fb-4269-a751-fce7eac269e8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, war über seine Arbeitgeberin, die
Personalver
mittlung
Y._
, bei der
Z._
als Produktionsmitarbeiter tätig. Am 2
6.
November 2003 erlitt er mit dem Auto einen Selbstunfall, als er bei einer Kreuzung mit einem grossen Stein kollidierte (
Urk.
7/2). Im
A._
, wo er bis zum
3.
Dezember 2003 hospi
talisiert war, wurde eine dislozierte Nasenbeinfraktur, eine Impressionsfraktur der Sinus
frontalis
-Vorderwand beidseits sowie eine
Septumfraktur
festgestellt (
Urk.
7/5). Die
zuständige
Sch
weizerische Unfallversicherungs
anstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld).
In der Folge klagte der Versicherte über frontale Kopfschmerzen, Sehstörungen, Nacken- und
Thoraxschmerzen
(Urk. 7/8). Eine Computertomographie vom
5.
März 2004 des Thorax zeigte Frakturen des Corpus
sterni
und einer
caudalen
Rippe (Urk. 7/11). Am 13. Mai 2004 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. Der SUVA-Arzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, hielt fest, im Bereich des Sinus
frontalis
und Sinus
maxil
l
aris
bestünden noch
Klopfdolenzen
und als Folge der Stückfraktur des Corpus
sterni
klage der Versicherte über
belastungs
abhängige
Beschwerden. Ab 17. Mai 2004 sei ein Arbeitspensum von 50 % zu
mutbar. Allerdings bestünden noch Einschränkungen bei Überkopfarbeiten und bei Arbeiten, die mit häufigen Rotationsbewegungen des Oberkörpers einher
gingen. Etwa 14 Tage später sei alsdann mit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Urk. 7/17). Am 2
3.
Juni 2004 verfügte die SUVA die Reduktion der Taggelder ab 17. Mai 2004 auf 50
%
und schliesslich deren Einstellung ab 1. Juli 2004. Gleichzeitig teilte sie mit, dass die Kosten der noch notwendigen Be
handlung weiterhin übernommen würden (Urk. 7/21). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
August 2004 fest (
Urk.
7/30). Die da
gegen erhobene Beschwerd
e hiess das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 3
0.
November 2005 insofern gut, als es die Sache zur weiteren Abklärungen bezüglich der Kopf-, Rücken- und
Thoraxbeschwerden
zurückwies (
Urk.
7/63
; Prozess UV.2004.00299
).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils holte die SUVA bei der
C._
ein inter
disziplinäres (
orthopädisch/
neurologisch
es
und neuropsychiatrisch
es
)
Gut
achten vom
2.
April 2007 ein (
Urk.
7/97; vgl. auch den Gutachtensauftrag vom 3
1.
März 2006,
Urk.
7/75). Weiter liess die SUVA den Versicherten durch das
A._
, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und
Gesichtschirur
gie
, begutachten (Gutachten vom
8.
November 2007,
Urk.
7/111).
Da die
C._
trotz mehrmaliger Mahnung Zusatzfragen unbeantwortet liess (
Urk.
7/105, 7/116, 7/117, 7/121),
veranlasste die SUVA bei
Dr.
med.
D._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
das Gutachten vom
2.
März 2010 und bei
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, das Gutachten vom
3.
März 2010 (
Urk.
7/160, 7/161). Letzterer hielt eine zusätzliche neuropsychologische Beur
teilung für notwendig. Das e
ntsprechende Gutachten vom F._
erging am 1
4.
Juli 2010 (
Urk.
7/174). Gestützt darauf ergänzte
Dr.
E._
mit Stellungnahme vom
7.
Dezember 2010 sein Gutachten (
Urk.
7/188). Schliesslich erstattete
Dr.
med.
G._
, Chefarzt am
H._
, Facharzt für Ch
irurgie, das
thora
xchirurgische
Gutacht
en vom 2
0.
Juni 2012 (
Urk.
7/226
). Mit
Verfügung vom
3
0.
Januar
201
3
teilte die SUVA dem Versicherten mit, dass die Voraussetzun
gen für den Fallabschluss per
1.
August 2004 gegeben seien. Dementsprechend würden keine weiteren Taggelder ausgerichtet.
Ein
Anspruch auf eine Invali
den
rente oder Integritätsentschädigung best
eh
e nicht (
Urk.
7/237). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 2
7.
Juni 2013 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 3
0.
August 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihm mit Wirkung ab Unfalltag bis 3
0.
Juni 2005 das volle UVG-Taggeld und ab
1.
Juli 2005 das UVG-Taggeld auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszurichten. Über die weiteren Leistungen der SUVA sei aufgrund einer anzuordnenden polydisziplinären Begutachtung zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2). Die SUVA schloss in der Beschwerdeantwort vom
7.
Oktober 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 2
1.
November 2013 liess der Versicherte eine Stellungnahme zur
Beschwerde
antwort
einreichen (
Urk.
10)
, welche der SUVA am 2
5.
November 2013 (
Urk.
11) zugestellt wurde
.
In der Folge wurde bei
Dr.
G._
eine Ergänzung seines
thoraxchirurgischen
Gutachtens veranlasst (
Urk.
12), welche am
3.
Dezember 2014 erstattet wurde (
Urk.
19, 22). Dazu liess sich der Beschwerdeführer vernehmen (
Urk.
25). Die SUVA verzichtete auf eine Stellungnahme.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes
bzw. Gutachtens
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die SUVA zu Recht ihre Leistungen per
1.
August 2004 eingestellt hat. Dabei geht es um die Frage, ob die Kopf-, Rücken- und
Thoraxbeschwerden
Unfallfolgen darstellen und, gegebenenfalls, ob sie über das Datum der verfügten Leistungseinstellung hinaus zu weiteren Ansprüchen, ins
besondere auf Taggeld, führen. Darauf ist nachfolgend im Einzelnen einzuge
hen.
3.
3.1
Die SUVA hielt im
Einspracheentscheid
fest, der Neurologe
Dr.
E._
führe im Gutachten vom
3.
März 2010 die Kopfschmerzen auf einen
Analgetikaüberge
brauch
zurück. Die von ihm veranlassten neuropsychologischen Abklärungen beim
F._
hätten ein unauffälliges kognitives Leistungsprofil ergeben. Der Be
schwerdeführer habe beim Unfall abgesehen von den Gesichtsfrakturen keine relevanten Kopfverletzungen erlitten. Ein Zusammenhang
zwischen
diesen Frakturen und den Kopfschmerzen sei gemäss dem Gutachten des
A._
, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie, auszu
schliessen. Die Einstellung der Versicherungsleistungen per
1.
August 2004 sei unter diesem Aspekt folglich nicht zu beanstanden (
Urk.
2).
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, seit dem Unfall leide er unter ständigen Kopfschmerzen. Das MRI des Gehirns vom 2
5.
Juni 2008 zeige eine deutliche Hirnläsion.
Dr.
E._
habe denn auch eine stattgehabte traumati
sche Hirnverletzung im Rahmen des Unfalls vom 2
6.
N
ovember 2003 diagnosti
ziert
(
Urk.
1 S. 9 f.)
. Dem
neuropsychologischen Bericht
von
lic
. phil.
I._
vom
4.
Dezember 2008 sei zu entnehmen, dass sehr wohl neuropsychologische Defizite bestünden
(
Urk.
1 S. 17 f.)
. Der SUVA-Arzt
Dr.
med.
J._
, Fach
arzt für
Neurologie, habe in der Aktenbeurteilung vom 1
7.
Februar 2005 die Kopfschmerzen als posttraumatisch qualifiziert und die Restarbeitsfähigkeit mit 50
%
an
gegeben. Darauf sei abzustellen
(
Urk.
1
S. 12
).
3.2
3.2.1
Dr.
E._
diagnostizierte im Gutachten vom
3.
März 2010 eine traumatische
Hirn
verletzung
als Folge des Unfalls vom 2
6.
November 2003 sowie Kopf
schmerzen nach
Analgeti
kaübergebrauch
(
Urk.
7/161 S. 21 f.
). Die Annahme einer erlittenen traumatischen Kopfverletzung stützte er auf das MRI vom 2
5.
Juni 2008, welches diskrete zerebrale L
äsionen zeigte (
Urk.
7/135, vgl. auch
Urk.
7/161 S. 27
). Diesen Befund beurteilte er als posttraumatische Residue
n einer Mikroblutung (
Urk.
7/161
S. 20). Da die neuropsychologische Abklärung beim
F._
ein weitgehend unauffälliges kognitives Leistungsprofil ohne Hin
weise für fokale hirnorganische Defizite ergeben hatte (
Urk.
7/174
S. 12 unten
), mass
Dr.
E._
den im MRI beschriebenen punktförmigen
Hämosiderinspuren
keine klinische Relevanz zu (
Urk.
7/188). Es bestehen keine Anhaltspunkte, wel
che diese Beurteilung in Zweifel zu ziehen vermöchten.
Anderweitige, davon abweichende ärztliche Einschätzungen bestehen nicht.
Soweit der Beschwerde
führer in diesem Zusammenhang geltend macht, es sei die Meinung eines erfahrenen
Hirntraumatologen
einzuholen (
Urk.
1 S. 11), legt er nicht dar, wes
halb
Dr.
E._
als Neurologe die nötige Fachkompetenz für die Beurteilung die
ses Befunds fehlen soll.
Nichts zu seinen Gunsten ab
zu
leiten vermag der
Beschwerdeführer sodann aus der (von ihm veranlassten) Beurteilung
der Neuropsychologin
lic
. phil.
I._
, welche ihm minimale Störungen der sprachlich-auditiven
Informationserfas
sung
bescheinigt. Ihr Schluss, diese seien auf die erlittenen Hirnläsionen zu
rück
zuführen (
Urk.
7/141 S. 7), ist aus medizinischer Sicht nicht haltbar, wie
Dr.
E._
nachvollziehbar darlegte (
Urk.
7/161 S. 20). Abgesehen davon ist nicht ersichtlich, inwiefern sich eine allfällige minimal eingeschränkte Auffassungs
gabe in einer dem Beschwerdeführer offenstehenden (einfachen und repetitiven) Tätigkeit negativ auswirken soll. Einen Integritätsschaden, welcher von
Dr.
E._
explizit verneint wird, postuliert auch sie nicht (
Urk.
7/141,
Urk.
7/188).
Gestützt auf das Gutachten des
A._
, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals und Gesichtschirurgie, ist weiter ausgewiesen, dass die Kopf
schmerzen nicht auf die erlittenen Frakturen im Gesicht zurückzuführen sind (
Urk.
7/111), was insoweit unbestritten ist.
3.2.2
Dr.
E._
führte die bestehenden Kopfschmerzen auf einen
Analgetikaüberge
brauch
zurück (
Urk.
7/161 S.
19
). Damit ist deren Unfallkausalität zu verneinen.
Dies gilt jedoch lediglich in Bezug auf den Zeitpunkt der Begutachtung vom 1
2.
Januar 2010
(S. 3)
, was beide Parteien verkennen.
Dr.
E._
ging davon aus, dass die Kopfschmerzen initial posttraumatisch bedingt waren. Die
Unfallkausa
lität
der Kopfschmerzen infolge des
Analgetikaübergebrauchs
verneinte er bezo
gen auf den Zeitpunkt der Begutachtung (S. 18,
Urk.
7/188). Soweit der Beschwerdeführer einen
Analgetikaüberkonsum
bestreitet (
Urk.
1 S. 14), ist darauf hinzuweisen, dass sein
Analgetikakonsum
bereits früher im Fokus der Ärzte stand. Der behandelnde Neurologe,
Dr.
med.
K._
, empfahl im Bericht vom 2
8.
Oktober 2008 eine
zeitlich befristete
Behandlung mit
Dihydergot
-Tab
letten und Physiotherapie (
Urk.
7/36). Der SUVA-Arzt
Dr.
J._
kommen
tierte diesen Behandlungsansatz zustimmend und erklärte dazu, damit würde der Gebrauch von Analgetik
a in Grenzen gehalten (
Urk.
7/45
S. 3
).
Letzterer
qualifizierte in seiner Aktenbeurteilung vom 1
7.
Januar 2005 die Kopfschmer
zen als posttraumatisch. Er hielt eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit
ab sofort für
möglich. Für nicht geeignet hielt er Arbeiten, die eine starke Beanspruchung der oberen Extremitäten erforderten. Unter der Voraussetzung einer adäquaten Kopfwehbehandlung, wie von
Dr.
K._
vorgeschlagen, erwartete er eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei adaptierter Tätigkeit auf mindestens 90
%
(
Urk.
7/45
S. 4
) Die SUVA scheint in dieser Beurteilung einen Widerspruch zum Gutachten von
Dr.
E._
zu erkennen (
Urk.
2 S. 6). Dem ist aber nicht so, weil auch
Dr.
E._
eine anfängliche
Unfall
kausalität
bejaht. Dass die beiden Ärzte sich bezüglich Typisierung der Kopf
schmerzen nicht einig sind, tut vorliegend nichts zur Sache (vgl. dazu
Urk.
7/161 S.
7,
18).
Damit ist ab Unfalldatum bis zum 1
7.
Januar 2005 von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit a
uszugehen, gefolgt von einer 50%
igen.
3.2.3
Im Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
E._
vom 1
2.
Januar 2010 bestand hin
sichtlich der Kopfschmerzen keine Unfallkausalität mehr.
Ein Wegfall der natürlichen Kausalität und mithin eine Leistungseinstellung per
1.
August 2004 lässt sich damit aber nicht begründen. Die SUVA erläutert denn auch nicht näher, weshalb dem so sein soll. Indessen lässt sich der massgebende Zeitpunkt gestützt auf die weiteren
Akten bestimmen.
Dr.
K._
ging im Bericht vom 2
8.
Oktober 2
004 davon aus, dass
sich
bei Durchführung der von ihm empfoh
lenen Therapie die Kopfschmerzen zu einem grossen Teil zurückbilden würden (
Urk.
7/36). Am
1.
Februar 2005 berichtete der Hausarzt
Dr.
med.
L._
, wel
cher die
entsprechende Behandlung übernahm
, denn auch von einer
erheblichen Verbess
erung der Symptomatik (
Urk.
7/43
), bevor danach offenbar wieder eine Verschlechterung
eintrat. A
nlässlich einer weiteren konsiliarischen Unter
suchung vom 1
8.
Juli 2005
kam
Dr.
K._
dann
zum Schluss, dass nunmehr
psychi
sche Faktoren für das Kopfschmerzgeschehen verantwortlich seien (
Urk.
7/50). Auf das psychische Geschehen nahm
Dr.
E._
bei der Qualifizie
rung des Kopfschmerzes infolge Medikamentenübergebrauchs mitunter Bezug (
Urk.
7/161 S. 19). Eine Leistungseinstellung aufgrund der
dahingefallenen Unfallkausalität der
Kopfschmerzen rechtfertigt sich deshalb ab dem 1
8.
Juli 2005
, sofern die psychischen Beschwerden nicht in einem adäquat kausalen Zusammenhang zum Unfall stehen (s. hierzu nachfolgend E. 6.2 f.)
. Bis zu die
sem Zeitpunkt ist von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit von 50
%
auszugehen. Die bisherige Tätigkeit in der Produktion fällt nicht darunter, da, soweit ersichtlich, deren Ausübung
einen
erheblichen Krafteinsatz der
Armen erforderte (
Urk.
7/64, 6/72; vgl. auch
Urk.
7/97 S. 15,
Urk.
7/154).
4.
4.1
Was die Beurteilung der
Thoraxbeschwerden
anbelangt, stützte sich die SUVA auf das Gutachten von
Dr.
G._
vom 2
0.
Juni 2012 (
Urk.
2). Darin diag
nostizierte er eine konsolidierte Fraktur des Corpus
st
erni
nach Unfall vom 2
6.
November 200
3.
Den Beschwerdeführer erachtete er zum Zeitpunkt der Be
gutachtung vom 1
5.
Mai 2012 als voll arbeitsfähig. Einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte er (
Urk.
7/226). In seiner ergänzenden Stel
lungnahme vom
3.
Dezember 2014 präzisierte er, dass nach einer
Sternum
fraktur
körperlich belastende Tätigkeiten erfahrungsgemäss erst nach sechs Mona
ten möglich seien. Hauptgrund
hiefür
sei, dass es unmöglich sei, eine
Sternumfraktur
ruhig zu stellen, weshalb der Heilungsprozess überaus länger dauere als bei ruhig gestellten Frakturen. Indessen sei nach Ablauf eines Jahres die Ausübung eines körperlich belastenden Berufs meist möglich (
Urk.
19).
4.2
Diese Beurteilung überzeugt und genügt den rechtsprechungsgemäss erforderli
chen Voraussetzungen für
eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungs
grundlage
(vgl. dazu E. 1.4
hievor
).
Dr.
G._
war bekannt, dass die bishe
rige Tätigkeit des Beschwerdeführers einen erheblichen Krafteinsatz der Arme erforderte (vgl.
Urk.
12 S. 2). Diesem Umstand trug er Rechnung, indem er sie als körperlich belastend einstufte, was der Beschwerdeführer in seiner Stellung
nahme vom 2
4.
Februar 2015 zu verkennen scheint (
Urk.
25 S. 2). Es ist somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus
thoraxchirurgischer
Sicht ein Jahr nach dem Unfall, also per 2
6.
November 2004, wieder voll arbeitsfähig war. Dieser Umstand ist indessen insofern irrelevant, als über diesen Zeitpunkt hinaus aufgrund der Kopfschmerzen noch eine Arbeitsunfähigkeit bestand.
5.
5.1
Hinsichtlich der Rückenschmerzen ist unbestritten, dass d
ie degenerativen Verän
derungen an der unteren Lendenwirbelsäule
nicht
unfallbedingt
sind (
Urk.
7/97
S. 22
). Unterschiedliche Ansichten bestehen darüber
, ob die mit
MRI vom
6.
September 2005 (
Urk.
7/52) entdeckte, aber mittlerweile verheilte
Deck
plattenfraktur
LWK2 auf den Unfall vom 2
6.
November 2003 zurückzuführen ist.
5.2
Dr.
D._
erklärte im Gutachten vom
2.
März 2010 dazu,
die LWK2-Fraktur sei erstmals fast zwei Jahre nach dem Unfall beschrieben worden. Deren Zuord
nung
zu einem bestimmten Ereignis erscheine praktisch unmöglich.
Bei entspre
chenden Beschwerden wäre während der ersten Monate nach dem Ereignis eine Skelettszintigraphie möglich gewesen. Eine solche sei aber offenbar wegen feh
lender Beschwerden nicht erfolgt.
Er erachte diese Fraktur höchstens als mög
licherweise, nicht aber als überwiegend
wahrscheinlich
unfallkausal (
Urk.
7/160 S. 7). Ebenfalls vermochten die Ärzte der
C._
keine klaren Aussa
gen zur Ursache der Fraktur zu machen.
Sie führten aus, ob die LWK2-Fraktur vor dem Unfall bereits bestanden habe, könne nicht mit letzter Sicherheit be
stätigt oder aus
geschlossen werden (
Urk.
7/97 S.
22). Indessen bejahten sie eine Unfallkausalität mit der Begründung, aufgrund fehlender Hinweise auf andere traumatische Ereignisse gehe die Fraktur auf den Unfall vom 2
6.
November 2003 zurück (
Urk.
7/97 S. 20). Der SUVA ist beizupflichten, dass diese Beurtei
lung
auf eine
Argumentation "
post
ho
c ergo
propter
hoc" hinausläuft - nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist -
, was zum Nachweis des fraglichen Kausalzusammenhangs praxisgemäss unzureichend ist (vgl.
BGE 119 V 341 E. 2b/
bb
; SVR 2008 UV N
r. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3). Damit ist festzuhalten, dass die Deckplattenfraktur LWK2 möglicherweise, aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
durch den Unfall vom 2
3.
November 2003
verursacht wurde. Von weiteren Abklärun
gen sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte
Beweiswürdi
gung
, BGE 137 V 69 E. 5.2, 136 I 236 E. 5.3).
Damit entfällt
eine
Leistungs
pflicht
der SUVA
in diesem Zusammenhang
.
6.
6.1
Durch die Abklärungen der SUVA und die vom hiesigen Gericht eingeholte
Ergän
zung bei
Dr.
G._
erweisen sich Kopf-, Rücken- und
Thoraxbe
schwer
den
als genügend abgeklärt. Die vom Beschwerdeführer beantragte
polydis
zi
pli
näre
Begutachtung kann daher unterbleiben. Dies gilt insbesondere auch mit Blick
auf die vom
ihm
geltend gemachten psychischen Beschwerden infolge des Unfalls (
Urk.
1 S. 5, 18
f.
).
Eine fachärztliche psychiatri
sche Abklärung ist nicht notwendig
. Denn selbst bei allfällig gegebene
r natürlicher (Teil-)Kausalität
bestünde diesbezüglich keine Leistungspflicht der SUVA über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus,
weil
die Adäquanz auf jeden Fall zu verneinen ist, wie sich aus den folgenden Erwägungen ergibt
:
6.2
Psychische Beeinträchtigungen gelten nach der Rechtsprechung des Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts
in der Regel
nur bei schweren Unfällen als deren adäquate Folge. Banale Unfälle (z.B. geringfügiges Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses) oder leichte Unfälle (z.B. gewöhnlicher Sturz oder Aus
rutschen) sind hingegen in der Regel nicht geeignet, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Ist ein Unfall als mittelschwer einzustufen, lässt sich die Frage der Adäquanz nicht aufgrund des Unfalls
geschehen
allein schlüssig zu beantworten.
Es
sind daher weitere, objektiv erfass
bare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien nennt die Rechtsprechung besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drück
lichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verlet
zungen, insbesondere ihre
erfahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwick
lungen auszulösen, unge
wöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
kationen, Grad und Dauer der physisch bedingten Arbei
tsunfähigkeit (BGE 115 V 140 E
. 6c/
aa
).
6.3
Der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall ist als mittlerer
Unfall
im eigentli
chen Sinn zu qualifizieren
. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher praxisgemäss zu bejahen, wenn mehrere der in die Beurteilung einzube
zie
henden Kriterien erfüllt wären oder ein einzelnes Kriterium in beson
ders ausge
prägter Weise
gegeben wäre (BGE 115 V 141 E
. 6c/
aa
).
Der Unfall vom 2
6.
November 2003 ereignete sich weder unter dramatischen Umständen, noch war er besonders eindrücklich. Der Beschwerdeführer erlitt keine schweren Verletzungen und auch keine solche
n
, die erfahrungsgemäss geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen. Sodann kann weder von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlim
merte, noch von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Kompli
kationen die Rede sein. Daran ändert nichts, dass die
Sternumfraktur
erst rund fünf Monate nach dem Unfall entdeckt wurde. Denn eine frühere
Diagno
sestellung
hätte nicht zu einer anderen Behandlung geführt (
Urk.
7/226 S. 2
).
Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung bestand nicht.
Die Behandlung der Kopfbeschwerden ist, soweit diese funktionell überlagert sind, vorliegend u
nbeachtlich
.
Auch Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeits
unfähigkeit waren nicht vom besonderen Ausmass, da nach dem
1
8.
Juli
2005
aus somatischer Sicht
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestand.
Hingegen kann das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen
als erfüllt betrachtet wer
den. Dies jedoch nur
geringgradig
, denn der Beschwerdeführer vermag
laut eigenen Angaben
ohne
Weiteres
30 bis 60 Minuten in der gleichen Positio
n zu verharren (
Urk.
7/161 S. 15
f.).
Demnach ist lediglich eines der von der Recht
sprechung für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs bei mittel
schweren Unfällen entwickelten Kriterien erfüllt, dies jedoch nur in geringem Ausmass, so da
ss die Adäquanz zu verneinen ist.
7.
Zusammenfa
ssend ist festzuhalten, dass
bis
zum 1
7.
Januar 2005
von einer vol
len Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist.
Danach bestand bis
zum 1
8.
Juli 2005
e
ine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in ein
er leidensangepassten Tätigkeit
, wobei die bisherige Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter nicht darunter fällt. Auf dieser Basis ist die SUVA zu verpflichten, dem Beschwerdeführer Taggelder auszu
richten. Zudem hat sie, soweit sie
dies
nicht bereits getan hat, für die Heilbe
handlung
bis zum 1
8.
Juli 2005 aufzukommen
. Ein Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Invalidenrente
oder Integritätsentschädi
gung besteht nicht. In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen.
8.
Dr.
G._
wurde von der SUVA lediglich nach der aktuellen Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung gefragt
(
Urk.
7/
218
). Dementsprechend äusserte er sich im Gutachten vom
2
0.
Juni 2012
nur
dazu (
Urk.
19). I
n
diesem
Pro
zess stellte sich aber die Frage nach dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit. Die wei
tere Abklärung erwies sich daher als unerlässlic
h
. Statt diese selbst vorzuneh
men, hätte das Gericht
die Sache auch a
n die SUVA zurückweisen
können. Es
rechtfertigt sich da
her, die Kosten für d
a
s Ergänzungsg
utachten
vom
3.
Dezember 2014
in der Höhe von
Fr.
2‘000.--
(
Urk.
28
) der SUVA aufzuerlegen (BGE 140 V 70, 139 V 225).
9.
Aufgrund des teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführer
s
ist die SUVA zu ver
pflichten, ihm eine reduzierte Prozessentschädigung von
Fr.
2‘000.-- bezahlen.