# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e138dec0-68fb-5215-9795-d4ecd7db076b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Z. M., geboren 1981, Staatsangehörige der Slowakei, reiste am 2. Mai 2003 in die
Schweiz ein und heiratete am 9. Mai 2003 den in Goldach wohnhaften kroatischen
Staatsangehörigen J. G., geboren 1979. Der Ehemann verfügt über eine
Niederlassungsbewilligung. Aufgrund der Heirat erhielt seine Ehefrau eine
Jahresaufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. Die
Aufenthaltsbewilligung wurde am 31. März 2004 verlängert, und zwar bis zum 1. Mai
2005.
Mit Verfügung vom 9. Juni 2005 wies das Ausländer-amt das Gesuch von Z. G.-M. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab mit der Begründung, die Ehegatten lebten
getrennt. Ausserdem habe die Gesuchstellerin die letzte Verlängerung ihrer Bewilligung
erschlichen, da sie vorgegeben habe, immer noch mit ihrem Ehemann
zusammenzuwohnen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob die Betroffene durch ihren
Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 12.
September 2005 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 27. September und 24. Oktober 2005
erhob Z. G.-M. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 12. September 2005 und die Verfügung des Ausländeramts vom
9. Juni 2005 seien aufzuheben und es sei die Jahresaufenthaltsbewilligung zu
verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz habe den Sachverhalt ungenügend ermittelt.
Ausserdem liege keine Scheinehe vor, und das Festhalten an der Ehe sei nicht
rechtsmissbräuchlich. Ueberdies sei die Beschwerdeführerin Staatsangehörige der
Slowakischen Republik und mithin eines Mitgliedstaates der Europäischen
Gemeinschaft. Hinsichtlich der Ausdehnung des Freizügigkeitsabkommens auf die
neuen EG-Mitgliedstaaten, die am 1. Januar 2006 in Kraft trete, finde dieses
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Abkommen auch auf die Beschwerdeführerin Anwendung. Auf die weiteren Vorbringen
wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 27. Oktober 2005 die
Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 27. September und
24. Oktober 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat die Ehegattin eines in der Schweiz
niedergelassenen Ausländers Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Der
Rechtsanspruch der ausländischen Ehegattin eines in der Schweiz niedergelassenen
Ausländers besteht also nur, solange die Ehegatten nicht getrennt leben oder
geschieden sind (vgl. statt vieler BGE 123 I 26).
a) Die Einzelrichterin des Kreisgerichts St. Gallen stellte mit Entscheid vom 17. Februar
2005 fest, dass die Ehegatten getrennt leben. Die eheliche Gemeinschaft wurde nach
Angaben der Beschwerdeführerin im Rekursverfahren im Dezember 2003 aufgehoben.
Die Gemeinschaft dauerte somit weniger als ein Jahr und wurde seit der Trennung
nicht wieder aufgenommen. Die Ehefrau kann somit keinen Anspruch nach Art. 17 Abs.
2 ANAG auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen.
Vorinstanz und Ausländeramt liessen offen, ob eine Scheinehe vorliegt. Dass die
Vorinstanz gewisse Umstände als Indizien für eine Scheinehe angeführt hat, ist nicht zu
beanstanden. Jedenfalls begründete sie die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht mit dem Vorliegen einer Scheinehe. Dies ergibt sich aus
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dem Kontext der Begründung des angefochtenen Entscheids, wo in Erw. 3 b
festgehalten wird, es bestehe der erhebliche Verdacht einer Scheinehe. Auch das
Ausländeramt stützte die Verweigerung der Verlängerung der Bewilligung nicht auf das
Eingehen einer Scheinehe. Auf die entsprechenden Ausführungen in der Beschwerde
ist daher nicht näher einzugehen. Unerheblich ist im übrigen auch, ob das Festhalten
an der Ehe als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren ist. Entscheidend ist
ausschliesslich, dass die Ehe seit rund einem Jahr faktisch und seit 17. Februar 2005
gerichtlich getrennt ist und die Beschwerdeführerin somit keinen Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat. Weitere Abklärungen waren unter den
gegebenen Umständen nicht erforderlich. Insbesondere durfte davon abgesehen
werden, den Ehemann zu befragen. Dieser ist unbestrittenermassen drogenabhängig
und befindet sich, wie in der Beschwerde festgehalten wird, in einer schwierigen
Lebensphase. Ob er für seine Ehefrau Zuneigung empfindet oder ob die Ehegatten
Scheidungsabsichten hegen, ist nicht ausschlaggebend, da die gesetzliche
Voraussetzung des Zusammenlebens der Eheleute nicht erfüllt ist. Nachdem die
faktische Trennung mittlerweile rund zwei Jahre andauert, ist sie im übrigen als
dauerhaft zu betrachten.
b) Nicht stichhaltig ist die Berufung auf die Ausdehnung des
Personenfreizügigkeitsabkommens auf die Slowakei. Die Ausdehnung dieses
Abkommens auf die neuen EU-Staaten tritt frühestens am 1. Januar 2006 in Kraft (vgl.
www.bfm.admin.ch). Zudem leitet die Beschwerdeführerin ihren Anspruch aus ihrer
Erwerbstätigkeit ab, weshalb die
Vorinstanz zutreffend einwendet, dass auch nach Inkrafttreten der Ausdehnung des
Abkommens kein unbeschränktes Aufenthaltsrecht für erwerbstätige Personen aus der
Slowakei besteht (vgl. AS 2004, S. 5945). Somit kann die Beschwerdeführerin weder
aus gesetzlichen Bestimmungen noch aus Staatsverträgen ein Aufenthaltsrecht in der
Schweiz beanspruchen.
c) Der Entscheid über die Verlängerung der Bewilligung lag somit im pflichtgemässen
Ermessen des Ausländer-amts (Art. 4 ANAG). Da die Beschwerdeführerin seit weniger
als drei Jahren in der Schweiz lebt, die eheliche Gemeinschaft mit einem
Niedergelassenen weniger als ein Jahr bestand, die Ehe kinderlos blieb, weder in
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wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Hinsicht noch aufgrund der Umstände der
Ehetrennung Gründe für eine Verlängerung der Bewilligung bestehen und bei einer
Rückkehr in den Herkunftsstaat keine überdurchschnittlichen Schwierigkeiten
ersichtlich sind, kann die Verweigerung der Bewilligung aufgrund der ständigen Praxis
des Verwaltungsgerichts (vgl. statt vieler VerwGE B 2004/163 vom 25. Januar 2005 i.S.
D.H. und B 2005/141 vom 25. Oktober 2005 i.S. D.C., publiziert in:
www.gerichte.sg.ch) nicht als Missbrauch oder Ueberschreitung des Ermessens
qualifiziert werden. Es kann in diesem Zusammenhang auf die zutreffenden
Erwägungen im angefochtenen Entscheid (E. 3) verwiesen werden. Der Vorwurf des
nicht klaglosen Verhaltens ist insoweit zutreffend, als die Beschwerdeführerin im
Gesuch vom 29. März 2004 um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung die Rubrik
"gemeinsamer Haushalt (zusammenwohnend)" angekreuzt hat, obwohl sie gemäss
eigenen Angaben bereits seit Dezember 2003 von ihrem Ehemann getrennt lebte.
Dagegen ist im Zusammenhang mit den Indizien für eine Scheinehe kein vorwerfbares
Verhalten nachgewiesen.
d) Ist die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung kein Missbrauch
bzw. keine Ueberschreitung des Ermessens, ist die Beschwerde abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).