# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb8d86bb-a072-41d7-b326-2e4bd87b16d1
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ ist am _ 1980 in O.1_ geboren. Er arbeitet als Lastwagenchauffeur bei der A._ in O.2_ und erzielte damit im Jahre 2016 ein steuerbares Einkommen von CHF 56'400.00, was einem durchschnittlichen monatlichen Einkommen (einschliesslich 13. Monatslohn) von CHF 4'700.00 entspricht. Er ist geschieden und bezahlt seiner ehemaligen Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 500.00. Des Weiteren hat er gemäss eigenen Angaben Schulden aus einem Privatkonkurs, welche er mit monatlich rund CHF 1'090.00 abbezahlt.
Im Schweizerischen Strafregister ist X._ mit einem Eintrag verzeichnet. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. April 2014 wurde er infolge Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG schuldig gesprochen und unter Auferlegung einer Probezeit von 2 Jahren mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 90.00 sowie einer Busse von CHF 300.00 bestraft. Im Eidgenössischen Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) ist X._ mit zwei Einträgen verzeichnet. Vom 11. Februar 2014 bis am 10. März 2014 wurde ihm der Führerausweis wegen Ablenkung am Steuer und vom 22. April 2016 bis am 21. Mai 2016 wegen Geschwindigkeitsüberschreitung entzogen.
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. Juli 2016 wurde X._ des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG für schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 100.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse von CHF 300.00 (Ersatzfreiheitsstrafe 3 Tage) bestraft. Die Kosten des Verfahrens wurden ebenfalls X._ auferlegt. Dem Strafbefehl lag der folgende Sachverhalt zugrunde:
Am Mittwoch, _ 2016, zwischen 19:05 Uhr und 19:10 Uhr, lenkte der Beschuldigte seinen Personenwagen Opel Corsa, Kontrollschild GR _, auf dem öffentlich zugänglichen Vorplatz der Liegenschaft _strasse in O.1_ vom Parkfeld in Richtung Tiefgarage und wieder zurück ins Parkfeld und um 19:35 Uhr vom Parkfeld in Richtung Tiefgarage, obschon das Strassenverkehrsamt Graubünden ihm mit Verfügung vom 10. März 2016 den Führerausweis für die Dauer von 1 Monat entzogen hatte und er deshalb diesen am 22. April 2016 beim Strassenverkehrsamt deponiert hatte. Da der Vorplatz nicht vom öffentlichen Verkehrsraum abgegrenzt ist, hätte der Beschuldigte wissen können, dass er sich rechtswidrig verhält.
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C. Gegen diesen Strafbefehl liess X._ am 25. Juli 2016 fristgerecht Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwaltschaft Graubünden am 21. September 2016 die Strafuntersuchung wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG gegen ihn eröffnete.
D. Aufgrund einer Gerichtsstandsanfrage gemäss Art. 39 Abs. 2 StPO verfügte die Staatsanwaltschaft Graubünden am 5. Oktober 2016 die Übernahme des durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwaldens angehobenen Strafverfahrens gegen X._ wegen geringfügigen Betrugs und dehnte das im Kanton Graubünden geführte Strafverfahren auf den Tatbestand des geringfügigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB aus.
E. Nach Durchführung einer Einvernahme des Beschuldigten kündigte die Staatsanwaltschaft mit Parteimitteilung vom 14. Februar 2017 den Abschluss der Untersuchung an. Gleichzeitig stellte sie in Aussicht, dass in Bezug auf den Tatbestand des geringfügigen Betrugs eine Teil-Einstellungsverfügung erlassen und in Bezug auf den Tatbestand des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises der Strafbefehl an das Gericht überwiesen werde. Gleichzeitig wurde X._ eine Frist von 10 Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.
F. Mit Verfügung vom 13. März 2017 wies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Beweisantrag von X._ auf Einvernahme von B._ als Auskunftsperson ab.
G. Am 13. März 2017 erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden hinsichtlich des geringfügigen Betrugs eine Teil-Einstellungsverfügung.
H. Am 28. März 2017 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl zur Durchführung des Hauptverfahrens an das Regionalgericht Plessur, verbunden mit dem Hinweis auf Art. 356 Abs. 1 StPO, wonach der Strafbefehl als Anklageschrift gilt. Der Anklageschrift war der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft Graubünden im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO angefügt.
I. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Plessur, welche am 1. Juni 2017 stattfand, stellten die Parteien die folgenden Anträge:
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Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden (sinngemäss gemäss Strafbefehl und Schlussbericht): 1. X._ sei des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung,
Entzugs oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG schuldig zu sprechen.
2. Die beschuldigte Person sei dafür mit einer Geldstrafe von 10  zu je CHF 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu bestrafen.
3. Zudem sei die beschuldigte Person mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung habe an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen zu treten.
4. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen.
Anträge Beschuldigter: 1. X._ sei vom Vorwurf des Führens eines Motorfahrzeugs trotz
Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG freizusprechen.
2. Die Kosten des Verfahrens seien durch die Staatskasse zu tragen.
3. X._ sei für die entstandenen Aufwendungen der angemessenen Vertretung seiner Interessen vollumfänglich zu entschädigen.
J. Gegen das am 1. Juni 2017 gefällte, dem Beschuldigten gleichentags mündlich eröffnete und den Parteien am 2. Juni 2017 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Regionalgerichts Plessur liess X._ am 6. Juni 2017 Berufung anmelden, woraufhin das Regionalgericht Plessur den Parteien das begründete Urteil am 10. Juli 2017 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
1. X._ ist des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder Aberkennung des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG schuldig.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 100.00 und einer Busse von CHF 200.00 bestraft.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
c) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Verfahrenskosten von CHF 2'700.00 gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Kanton Graubünden folglich:
Busse CHF 200.00 Verfahrenskosten CHF 2'700.00 Total CHF 2'900.00
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4.a) Es wird davon Vormerk genommen, dass X._ gegen dieses Urteil am 6. Juni 2017 beim Regionalgericht Plessur die strafrechtliche Berufung angemeldet hat.

## Considerations