# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 59246002-f286-4a09-93e4-66f766af2e36
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1988, wurde am 1
8.
Mai 2005 unter Hinweis auf Beein
trächtigungen im Zusammenhang mit einem Narkoseunfall im Jahr 1992 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (Berufsberatung, Rente) ange
meldet (Urk. 5/
24
). Im Jahr 2006 wurden ihm berufliche Massnahmen (Kosten
gutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung) zugesprochen (
Urk.
5/39; Urk.
5/48). Der Versicherte konnte die kaufmännische Ausbildung an der
A._
im Sommer 2008 erfolgreich abschliessen (vgl. Fähigkeitszeugnis,
Urk.
5/89). Nach Abschluss der beruflichen Massnahmen sprach ihm die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 2
3.
September 2010 eine
Viertelsrente
ab
1.
Juli 2008 sowie eine halbe Rente ab
1.
Oktober 2009 zu (Urk. 5/171; vgl. auch Verfügungsteil 2,
Urk.
5/160).
1.2
Nach Eingang eines am
5.
September 2013 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 5/181) holte die IV-Stelle bei
Dr.
B._
ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 2
6.
Mai 2013 erstattet wurde (Urk. 5/193). Nach er
gangenem Vorbescheid (Urk. 5/197) und Einwand des Versicherten (
Urk.
5/198;
Urk.
5/201
)
holte die IV-Stelle ergänzende Auskünfte bei
Dr.
B._
(
Urk.
5/204) sowie ein
bidisziplinäres
Gutachten der
C._
ein, das am 1
7.
Mai 2016 erstattet wurde (
Urk.
5/222). Sie gewährte dem Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme – welche am
8.
Juli 2016 erfolgte (Urk. 5/226) – und hob die bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom
3.
August 2017 auf
(
Urk. 5/240
= Urk. 2).
2.
D
er
Versicherte erhob am
3
1.
August 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3.
August 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er we
iterhin Anspruch auf eine volle
Rente habe (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Oktober 2017 (Urk. 4) um Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
4.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
I
nvalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
un
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesent
li
chen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächli
cher Hinsicht umfassend («
allseitig
»
) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe Rente des Beschwerdeführers zu Recht aufgehoben hat.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
auf den Standpunkt, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s verbessert habe. Die Tätigkeit als Betriebsökonom sei zwar nicht zumutbar, für eine Arbeit im kaufmännischen Bereich bestehe jedoch eine 85%ige Arbeitsfähigkeit. Sie stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
113‘563.15 ein Invalideneinkommen von Fr. 76‘991.95 gegenüber und errechnete einen renten
ausschliessenden Invaliditätsgrad von 32
%
(S. 2 Mitte).
2.3
Der
Beschwerdeführer
machte in der Beschwerde (
Urk.
1) im Wesentlichen geltend, dass keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei (S. 6
Ziff.
13).
Dr.
B._
habe undifferenziert ausgeführt, dass
der
IQ
des Beschwerde
führers
höher sein müsse als 72, da man mit diesem IQ kein Studium bewältigen könne (S. 4
Ziff.
9). Das Gutachten von Dr.
B._
habe angeblich ADHS fest
gestellt; nun sei diese Diagnose von
Dr
.
D._
widerlegt worden
.
Der Beschwerdeführer
störe sich sehr daran, dass er aufgrund dieser Diagnose Drogen (Ritalin) habe konsumieren müssen
(S. 6 Ziff.
12). Die Schlussfolger
ung der Neuropsychologin
E._
, wonach er bei den Tests nicht richtig mitgemacht habe, sei falsch (S. 5 f.
Ziff.
11). Der Beschwerdeführer beanstandete schliesslich die Festsetzung des Invalideneinkommens. Während im Vorbescheid noch von einem erzielbaren 100%-Einkommen von
Fr.
74‘928.15 ausgegangen worden sei, gehe die
Beschwerdegegnerin
in ihrer Berechnung plötzlich von einem 100%-Lohn von
Fr.
90‘578.75 aus. Dies sei unmöglich, zumal er erst 29 Jahre alt und sicher nicht in der Lage sei, eine Kaderfunktion auszuüben (S. 7 oben). Des Weiteren sei ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen. Schliesslich dürfe auch nicht von einer mittleren Einschränkung von 15
%
ausge
gangen werden; zu seinen Gunsten dürfte nur eine Einschränkung von 20 % angenommen werden (S. 7 Mitte).
3.
3.1
Dr.
F._
, Oberarzt am Kinderspital
G._
,
nannte im
Bericht
vom
6.
Juli 2005
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
5/28) folgende
Diagnosen
(S. 2 Mitte)
:
-
Hirnschäd
igung mit geistiger Behinderung (IQ um 50)
-
zerebrale Bewegungsstörung
-
organische Persönlichk
eitsveränderung und Tic-Störung
-
Status nach Atem- und Kreislaufstills
tand bei Narkoseeinleitung 1992
-
Status nach
Femurfraktur
link
s mit Beinlängendifferenz
-
Status nach
Orchidopexie
links
Dr.
F._
führte aus, a
ufgrund der erwähnten Diagnosen könne er sich nicht vorstellen, dass der
Beschwerdeführer
in der „freien Wirtschaft“ irgendeine Chance habe, arbeiten zu können
. Er denke, dass er vollständig auf eine intensiv betreute Arbeit und hohe Strukturen im Tagesablauf angewiesen sei
(S. 2
unten
).
3.2
Dr.
H._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
nannte im
Gutachten
vom 1
9.
März 2009
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
5/119) folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
lit
. A):
-
kognitive Ausfälle im Bereich der visuellen Wahrnehmungsorganisation und der visuellen/akustischen Kurzzeitspeicherun
g
-
daraus folge
nd niedrige Intelligenz (IQ 72)
-
Status nach Atem-, Kreislaufstills
tand bei Narkoseeinleitung 1992 (vor
diagnostiziert)
-
beginnende depressive Entwicklung mit allgemeiner Unsicherheit, erhöhter psychischer Anspannung, Schlafstör
ung und Ängsten (psycho
reaktiv)
Dr.
H._
gab an
,
der Beschwerdeführer befinde sich in Ausbildung (KV-Schule) und zeige deutliche Überforderungszeichen im affektiven Bereich und Schwierig
keiten im kognitiven Bereich. N
ach der Ausbildung
sei vorerst eine 50%-An
stellung in einem kaufmännischen Beruf
möglich, damit der
Beschwerdeführer
nicht weiter in einer chronischen Überforderungssituation lebe
. Nach etwa zwei
Jahren sei der Grad der Arbeitsfähigkeit nochmals zu evaluieren
(S. 4 Frage
2 und
3)
.
Der Beschwerdeführer müsse dringend in der KV-Ausbildung entlastet werden und es sei eine Unterstützung bei der Integration in die freie Markt
wirtschaft nötig (S. 4 Frage 5). Im Bereich der verbalen Intelligenz habe er eine nur knapp unterdurchschnittliche
Intelligenz (IQ 83), in der handlungs
bezogenen
Intelligenz jedoch eine deutliche Intelligenzminderung (IQ 54) gezeigt (S. 4 Frage
6).
3.3
I
m Bericht vom
1.
Oktober 2010 (
Urk.
5/172)
nannte
Dr.
H._
zusätzlich eine Zwangsstörung
F42
(
Zwangsstörung
seit Schulzeit; S. 1
Ziff.
2). Aufgrund der zunehmenden Rückzugstendenz und der depressiven Entwicklung sowie der Zwangsstörung sei dringend eine psychotherapeutische und
pharmakothera
peutische
Behandlung indiziert (S. 1
Ziff.
4). Seit August 2009 habe der
Beschwerdeführer
keine Arbeit mehr. Die
ein
jährige BMS sei im Abschluss gescheitert
. Der Beschwerdeführer sei nicht fähig, in eine Arbeit der freien Wirtschaft einzusteigen; Eingliederungsmassnahmen seien notwendig (S.
2 Ziff.
7).
3.4
Dr. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im psychiatrischen Gutachten vom 2
6.
Mai 2013
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
5/193) aus, der
Beschwerdeführer
habe als Kind einen Narkose-Unfall mit leichten Hirnschäden überwiegend frontaler Hirnregionen erlitten, die sich heute klinisch im Sinne einer sekundären ADHS-Symptomatik zeigten (S. 19 unten). Dazu k
ämen
eine verzögerte biographische Entwicklung, ebenso wie die leichten Z
wänge (noch ohne Krankheitswert). Der Beschwerdeführer habe bei anfangs sehr ungünstiger Prognose und falsch-negativer Intelligenzeinschätzung (IQ 50) durch Therapie und persönlichen Fleiss die ursprünglich viel
ausgeprägteren
Defizite erstaunlich gut aufholen können und bewältige nach KV-Lehre und Berufs
mittelschule aktuell ein Fachhochschulstudium
(
S. 20 oben).
Dr.
B._
nannte folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
(S. 20 Mitte):
-
symptomatische ADHS
-
mit raschem Abschweifen, verkürzter Aufmerksamkeitsspanne, redu
zierter Gedächtnisfunktion,
mit Gereiztheit /
leicht eingeschränkter Impu
ls
kontrolle
, erhöhter Empfindlichkei
t bezüglich Reizen (Lärm, Nähe) und
äusserer moto
rischer Unruhe (
Wenderszeichen
)
-
bei Status nach Narkosezwischenfall 1992
mit überdosiertem Narkose
mittel
Dr.
B._
führte
aus, d
ie
Arbeitsfähigkeit
in der aktuell ausgeübten Tätigkeit (Studium) sei mutmasslich zwischen 30-50
%
eingeschränkt (S. 23 Mitte). Als kaufmännischer Angestellter wäre er heute 100
%
arbeitsfähig
, ohne zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit
. Er hätte allenfalls einen vermehrten Zeitbedarf bei neuen Aufgaben, neuen Programmen oder veränderten Arbeits
routinen
(S. 22 unten).
Die kognitiven Einschränkungen dürften lebenslang persistieren, liessen sich aber durch eine
Stimulanzientherapie
wahrscheinlich weitgehend kompensieren (S. 24 Mitte).
Es habe sicher eine Verbesserung im Verlauf gegeben (S. 24 unten). Die Situation heute sei deutlich günstiger. Niemand hätte damals für möglich gehalten, dass jemand mit einem postulierten IQ von 72 ein Fachhochschulstudium bewältigen könne. Die angesprochene
depressive Entwicklung habe sich im Verlauf nicht realisiert, eine krank
heitswertig erhöhte psychische Anspannung mit Ängsten sei nicht mehr erkennbar, ebenso wenig fänden sich krankheitswertige Zwänge (S. 25 unten).
3.5
Dr.
B._
hielt mit ergänzender Stellungnahme vom 3
0.
März 2015 (
Urk.
5/204) fest, die persönliche, schulische und berufliche Performance spreche ganz klar gegen eine krankheitswertige Intelligenzminderung. Zudem könne ein IQ-Test das Konstrukt der Intelligenz nur bedingt abbilden, insbesondere beim Vorliegen von Schwächen im Bereich der Aufmerksamkeit (S. 1
Ziff.
1). Die verbliebene Restsymptomatik im Erwachsenen-Alter entspreche der Symptomatik einer ADHS, deshalb diese besc
hreibende Diagnose (S. 2 oben).
3.6
Im
bidisziplinäre
n
Gutachten der
C._
vom 1
7.
Mai 2016 (
Urk.
5/222)
nannten
Dr.
D._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psych
iatrie und Psychotherapie, und
E._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie,
folgende
Diagnose mit Einfluss auf
die
Arbeitsfähigkeit
(S.
76
Ziff.
1):
-
leichtgradige kognitive Reststörung aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns bei Status nach Narko
sezwischenfall vom
1.
Juli 1992
Psychologin
E._
gab an, dass der Beschwerdeführer in der über
wiegenden Mehrheit der durchgeführten Testverfahren
unterdurch
schnittliche und weit unterdurchschnittliche Ergebnisse erbracht habe (S. 67 Mitte). Es bestünden deutliche Hinweise auf eine nicht ausreichende Leistungs
motivation in der Testsituation. Eine valide Erfassung kognitiver Defizite sei somit nicht möglich (S. 68 Mitte).
In der zusammenfassenden Beurteilung wurde ausgeführt,
dass die Diagnose eines ADHS nicht bestätigt werden könne (S. 72 unten). Der Beschwerdeführer habe bei der Begutachtung über unveränderte Beschwerden berichtet: verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, reduzierte Gedächtnisfunktionen (mehr Wiederholung nötig, um Inhalte langfristig zu verankern) und erhöhter Erholungs- und Schlafbedarf. Diese Beschwerdesymptomatik sei typisch für Menschen, die einen
hypoxämischen
Hirnschaden erlitten hätten (S. 73 oben). Der Beschwerdeführer sollte keine Tätigkeiten durchführen, die stark stressbesetzt seien. Tätigkeiten mit rasch wechselnden Anforderungen oder solche, die eine hohe
konzentrative
Anstrengungsbereitschaft dauerhaft verlangten, seien nicht leidensgerecht (S. 74 unten).
Bei Tätigkeiten mit höheren Anforderungen, wie diese von einem Ökonom
en
zu erwarten wären
(Reisetätigkeit, lange Sitzungen, Nachtarbeit,
Multitaskingfähigkeit
)
, sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben (S. 75 oben). In allen adaptierten Tätigkeiten – zu welchen auch die zulet
zt ausgeübte Tätigkeit bei der
I._
zu rechnen sei – sei von einer
Arbeitsfähigkeit
von 80
%
bis 90
%
auszugehen (
erhöhter Pausenbedarf;
S. 78 oben). Im Vergleich zum rentenbe
gründenden Gesundheitszustand könne von einem verbesserten Gesundheits
zustand ausgegangen werden (S. 78 Mitte). Trotz der Verbesserungen sei von einer dauerhaften
Handicapierung
auszugehen. Auch in einer angepassten Tätig
keit sei ein erhöhter Pausenbedarf notwendig,
dem mit einem Rendement von 10 % bis 20
% in der quantitativen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Rechnung zu tragen sei (S. 78 unten).
4.
4.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
per Juli 2008
erfolgte gestützt auf
das Gutachten
des Psychiaters
Dr.
H._
vom März 2009 (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
5/129 S. 2 f.)
.
Dr.
H._
ging damals von einer 5
0%igen Arbeitsfähigkeit in einer kaufmännischen
Tätigkeit
aus.
Zu bemerken ist, dass
der
Erhöhung der
Viertelsrente
auf eine halbe Rente nicht
eine
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes, sondern
ein
höhere
s
Valideneinkommen
zugrunde lag
(
vgl.
Ver
fügungsteil 2 der Verfügung vom 2
3.
September 2010,
Urk.
5/160).
4.2
In Bezug auf den aktuellen Gesundheitszustand kann auf d
ie ausführliche Expertise
von
Dr
.
D._
und
E._
vom
Mai
2016
abgestellt werden. Diese
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizi
nischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.4). Sie setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auseinander und berück
sichtigt insbesondere auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte.
Insgesamt ist das
C._
-
Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen.
Mit Ausnahme der Schlussfolgerung der Neuropsychologin wurde
das Gutachten
denn auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
Die Neuropsychologin ging davon aus, dass die demonstrierten Leistungseinschränkungen hochgradig
unplausibel
seien und von einer bewusstseinsnahen Selbstlimitierung des Beschwerdeführers ausgegangen werden müsse (
Urk.
5/222 S. 73 unten).
Diese Schlussfolgerung wirkte sich indessen nicht wesentlich auf
die Beurteilung aus. Zwar konnten die kognitiven Defizite aufgrund der Testergebnisse nicht objektiviert werden, aus rein klinischer Sicht wurden die subjektiv angegebenen Defizite indessen als plausibel beurteilt (
Urk.
5/222 S. 74 Mitte).
4.3
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten
von
Dr
.
D._
und
E._
vom
Mai
2016
abgestellt werden, wonach beim Beschwerdeführer
eine leichtgradige kognitive Reststörung aufgrund einer Schädigung oder Funktionsstörung des
Gehirns
vorliegt und
seit
August 2011
eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % bis 90 %
in einer
angepassten Tätigkeit
besteht.
Im Vergleich zur Beurteilung
durch
Dr.
H._
im März 2009,
welcher von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
in einem kaufmännischen Beruf
ausging
,
kann somit von einer Verbesserung ausgegangen werden.
Auch Dr.
B._
stellte
im
Mai
2013
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes fest.
5.
5.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundes
gericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
5.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgaben
bereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
resistenz
unter dem Komplex
«Gesundheitsschädigung»
) auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurück
zuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der ver
sicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsisten
tes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheits
beeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
5.3
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen. Vorliegend wurde dem Beschwerde
führer eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bis 90 % in einer angepassten Tätigkeit attestiert.
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das
C._
-Gutachten sowie die übrigen medizinischen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dementsprechend nicht angezeigt.
5.4
Hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde wurde im
C._
-Gut
achten über eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, reduzierte Gedächtnis
funktionen und einen erhöhten Erholungs- und Schlafbedarf berichtet.
Zum
Tagesablauf gab der Beschwerdefüh
rer an, er stehe zwischen 10
und 1
1
Uhr auf und
nehme nach der Morgentoilette ein kleines Frühstück ein. Nachher schaue er Fernsehen, mache Spiele auf der Playstation oder lese die Zeitung, schaue nach der Post oder
suche
nach geeigneten Stellen im Internet
.
Gelegentlich wiederhole er auch die Inhalte seines Studiums, um diese nicht zu vergessen. Gegen 13 Uhr nehme er das von seiner Mutter v
orbereitete Mittagessen ein. Am Nachmittag setze er die Tätigkeiten des Vormittags fort, manchmal helfe er auch im Haushalt. Er verlasse nur ungern das Haus. Zwischen 19 und 20 Uhr esse er zusammen mit seinen Eltern. Am Abend lese er oder mache Spiele mit der Familie.
Zwischen 23
und 23.30 Uhr gehe er zu Bett (
Urk.
5/222 S. 63 Mitte).
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") wurde im
C._
-
Gut
achten ausgeführt,
dass der Beschwerdeführer in der Kindheit und Jugend sehr viele Therapien
gehabt hab
e: Physiotherapie, Ergotherapie u
nd Psychotherapie. Aktuell stehe er nicht in Therapie und nehme
auch keine Psychopharmaka
ein
(Urk. 5/222 S. 62 unten).
Dazu ist
zu bemerke
n, dass aktuell
keine Therapie empfohlen wird
.
Vielmehr wurde festgehalten, dass trotz der erzielten Ver
besserung von einer dauerhaften
Handicapierung
auszugehen sei (
Urk.
5/222 S.
78 unten).
Komorbiditäten liegen keine vor.
Betreffend die Kategorien Persönlichkeit und sozialer Kontext ergibt sich aus dem
Gutachten
, dass
keine
Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder
–
akzen
tuierung
bestünden
.
Es bestehe seit Jahren ein sozialer Rückzug (Urk. 5/222 S. 66 unten).
Der Beschwerdeführer
habe noch nie eine Partnerschaft gehabt und habe keine Freunde und Kollegen, mit welchen er etwas unternehme (
Urk.
5/222 S. 76 oben).
Er fühle sich jedoch nicht isoliert, da er wenig Wert auf soziale Kontakte lege (
Urk.
5/222 S. 58 unten).
Der Beschwerdeführer ha
be
ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, mit denen er zusammenleb
e
(
Urk.
5/222 S. 56 Mitte und S. 58 oben). Auch mit seinen drei älteren Geschwistern versteh
e
er sich gut (
Urk.
5/222 S. 56 unten).
Als Ressourcen
wurden
der hohe Einsatz in den Therapien, seine Ausdauer, sein Fleiss und sein Wille erwähnt (
Urk.
5/222 S. 75 unten).
5.5
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Im
C._
-Gutachten wurde ausgeführt, d
er Beschwerdeführer habe unter hohem Einsatz in seiner beruflichen Ausbildung soziale Kontakte vernachlässigt
(Urk.
5/222 S. 76 oben).
Auch
Dr.
B._
hielt fest, dass er die Defizite durch Therapie und persönlichen Fleiss erstaunlich gut habe aufholen können. Von einem ausgewiesenen Leidensdruck kann somit ausgegangen werden. Ein nicht ausgeschöpftes Therapiepotential besteht nicht mehr.
Des Weiteren ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführer
arbeiten
möchte
(
vgl.
Urk. 5/222 S. 63 unten)
. Es sind keine
Inkonsistenzen
ersichtlich.
Die Einschränkungen im Erwerbsbereich stimmen im Wesentlichen mit denjenigen in den sonstigen Lebensbereichen überein.
Der Beschwerdeführer hat
ausserhalb der
Familie keine sozialen Kontakte und geht kaum ausser Haus.
5.
6
Insgesamt ergibt die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standard
indikatoren, dass auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem
C._
-
Gutachten ergibt, abgestellt werden kann.
Somit ist von einer Arbeitsfähig
keit von 80 % bis 90 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Dass die Beschwerdegegnerin angesichts dieser Angaben zur Arbeitsfähigkeit vom Mittel
wert – mithin einer Arbeitsfähigkeit von 85 % – ausging, ist nicht zu bean
standen.
Insgesamt ist im Vergleich zur
Rentenzusprache
per
Juli 2008
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Somit liegt ein Revisions
grund vor. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
6
.
6
.1
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222). Vorliegend ist der Rentenanspruch ab
Oktober 2017
zu prüfen (rentenaufhebende Verfügung vom
3.
August 2017
, vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV).
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6
.3
Vorliegend erscheint
e
ine
Erhöhung des
Valideneinkommens
gegenüber dem letzten Einkommensvergleich
im Jahr 2008 (vgl.
Urk.
5/131
) gerechtfertigt
, da der Beschwerdeführer
in der Zwischenzeit
trotz gesundheitlichen Beeinträchtigungen ein Wirtschaftsstudium an der
J._
abgeschlossen
hat (vgl.
Urk.
5/236/1). Die Beschwerdegegner
in stützte sich
zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die
Schweizeris
che
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014
Tabelle T1
1.
Ausgehend von einem Einkommen
von
Fr.
8‘943.00
ermittelte sie
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
113‘563.15
(
Fr.
8‘
943
.00 : 40 x 41.7 x 12 x 1.003 x 1.006 x 1.006
; vgl.
Urk.
5/238
)
.
Dies ist nicht zu beanstanden.
6
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl.
2014
, N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
6
.5
In Bezug auf das Invali
deneinkommen
ging
die Beschwerdegegner
in
gestützt
auf LSE
2014 Tabelle
TA 1
Ziff.
45-96 Kompetenz Niveau 3 Männer
von einem Einkommen von
Fr.
7‘133.00 aus
. D
azu ist festzuhalten, dass sich d
as Kompetenz
niveau 3 auf „komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen“
,
bezieht
.
Dies vermag
vorliegend nicht
zu überzeugen. So verfügt der Beschwerdeführer
über eine Qualifikation als „Kauf
mann erweiterte Grundbildung“ de
r
A._
Schulen und konnte die Berufs
mittelschule
absolvieren. Den Abschluss in Betriebsökonomie an der
J._
kann er nicht verwerten, wird ihm doch als Ökonom eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Mit
Ausnahme
der
kaufmännischen
Lehre sowie
einer
8-
monatigen Tätig
keit
bei
der
I._
in einem 50%-Pensum (
vgl.
Urk.
5/187/4 Mitte; Urk. 5/222 S. 59 Mitte
)
verfügt der Beschwerdeführer
nicht
über
Berufserfahrung.
Überdies
bestehen gemäss
C._
-Gutachten Einschränkungen in der Durchhalte
fähigkeit, der Flexibilität und
der
Umstellfähigkeit. Stark stressbesetzte Tätig
keiten und solche mit rasch wechselnden Anforderungen oder hoher
konzentra
tive
r
Anstrengungsbereitschaft sind ihm nicht zumutbar (
Urk.
5/222 S.
77 Mitte/unten). Vor diesem Hintergrund
erscheint es angemessen,
auf das
Kompetenz
niveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, Datenver
arbeitung und Administration etc.)
und somit einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 5'339.00
abzustellen
.
Folglich
ergibt
sich
für das Jahr 2017
ein E
inkommen von
Fr.
67‘797.57 (Fr.
5‘339.00 : 40 x 41.7 x 12 x 1.003 x 1
.006 x 1.006), entsprechend Fr.
57‘627.93 beim zumutbaren 85%-Pensum.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februa
r 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Angesichts
der oben genannten
Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit sowie des Beschäftigungsgrades von
85
%
erscheint e
in Abzug vom Tabellenlohn von 10
% als gerechtfertigt. Damit ergibt sich ein I
nvalideneinkommen von
Fr.
51’865
.
14
(
Fr.
57‘627.93
x 0.
9
).
6
.6
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
113‘563.15
und einem Invalidenein
kommen von
Fr.
51’865
.
14
bet
rägt die Einkommenseinbusse Fr.
61
'
698.01
, was einem Invaliditätsgrad von
54.33 %
entspricht.
Entsprechend hat der Beschwer
de
führer
(weiterhin) Anspruch auf eine halbe Rente
. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800
.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Proze
ssentschädigung auszurichten (§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘1
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.