# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0d83daa1-3d6d-4b25-8e0c-62c243a434ce
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») im Strafverfahren gegen B.
u.v.w. mit Einstellungsverfügung vom 13. März 2020, versandt am 19. Mai
2020, namentlich verfügte (Dispositiv-Ziff. 6), dass auf die Anträge auf Zu-
sprechung eingezogener Vermögenswerte zu Gunsten geschädigter Perso-
nen (Art. 73 StGB) nicht eingetreten wird (act. 1.7);
- am 3. Juni 2020 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts eine
gegen die Einstellungsverfügung der BA vom 13. März 2020, Disposi-
tiv-Ziff. 6, gerichtete Beschwerde von A., vertreten durch Rechtsanwalt
Frank-Michael Bindel, abgegeben wurde (act. 1);
- die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 4. Juni 2020 A. aufforderte, eine
allfällige Stellungnahme zur Rechtzeitigkeit ihrer Beschwerde bis zum
22. Juni 2020 einzureichen (act. 3);
- am 10. Juni 2020 bei der Beschwerdekammer ein Gesuch von A. um «Wie-
dereinsetzung in den vorherigen Stand» einging (act. 7).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gemäss Art. 322 Abs. 2 StPO die Parteien die Einstellungsverfügung innert
zehn Tagen bei der Beschwerdeinstanz anfechten können;
- die Rechtsmittelfrist mit der Zustellung der Einstellungsverfügung beginnt
(vgl. Art. 384 lit. b i.V.m. Art. 80 Abs. 1 StPO);
- Fristen, die durch eine Mitteilung oder durch den Eintritt eines Ereignisses
ausgelöst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen (Art. 90 Abs. 1
StPO);
- die Frist am nächstfolgenden Werktag endet, wenn der letzte Tag der Frist
auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen vom Bundesrecht oder vom
kantonalen Recht anerkannten Feiertag fällt; massgebend das Recht des
Kantons ist, in dem die Partei oder ihr Rechtsbeistand den Wohnsitz oder
den Sitz hat (Art. 90 Abs. 2 StPO);
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- vorliegend die angefochtene Einstellungsverfügung der BA vom 13. März
2020 der Beschwerdeführerin erklärtermassen am 22. Mai 2020 zugestellt
wurde;
- demnach die Frist zur Einreichung der Beschwerde am 23. Mai 2020 zu lau-
fen begann und spätestens am Dienstag, 2. Juni 2020, ablief;
- Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgege-
ben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer schweize-
rischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden
müssen (vgl. Art. 91 Abs. 2 StPO);
- die vorliegende Beschwerdeschrift weder der Schweizerischen Post noch ei-
ner schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung über-
geben wurde;
- die Beschwerdeschrift am 3. Juni 2020 durch den Kurierdienst DHL beim
Bundesstrafgericht abgegeben wurde;
- sich demnach die vorliegende Beschwerde als verspätet erweist;
- die Beschwerdeführerin beantragen lässt, ihr «Wiedereinsetzung in den vor-
herigen Stand» zu gewähren;
- sie geltend macht, sie habe über ihren Bevollmächtigten den Brief als Ex-
press-Brief international bei der Deutschen Post aufgegeben, nachdem ihm
dort versichert worden sei, dass der Brief spätestens am Dienstag, 2. Juni
2020, beim Bundesstrafgericht eingehen würde; der Expressbrief am 2. Juni
2020 in der Niederlassung Milan aufbewahrt und erst am Mittwoch, 3. Juni
2020, weitergeleitet worden sei, so dass die Zustellung beim Bundesstrafge-
richt erst am 3. Juni 2020 erfolgt sei; sie nicht zu beurteilen vermöge, aus
welchen Gründen die Weiterleitung des Express-Briefes am Dienstag in die
Schweiz nicht erfolgt sei; sie auf diesen Umstand aber auch keinen Einfluss
gehabt habe, weil es keine Möglichkeit gebe, sich in den Versendungsverlauf
einzuschalten und auf eine Beschleunigung hinzuwirken; insofern die Frist-
versäumnis ohne Schuld erfolgt sei, so dass ihr gemäss Art. 94 StPO Wie-
dereinsetzung in den vorherigen Stand gewährt werden könne;
- sie weiter geltend macht, sie habe über ihren Bevollmächtigten versucht, ei-
nen Kollegen aus der Schweiz für das Beschwerdeverfahren zu mandatie-
ren, weshalb der Bevollmächtigte mit dem Kollegen C. am Donnerstag
28. Mai 2020 telefoniert habe, nachdem auf seine Anrufe vom 26. Mai 2020
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und 27. Mai 2020 erst am 27. Mai 2020 ein Rückruf erfolgt sei, als der Be-
vollmächtigte ausser Haus gewesen sei; der Bevollmächtigte deshalb den
Kollegen erst am 28. Mai 2020 telefonisch habe erreichen können; in dem
Telefonat der Kollege C. erklärt habe, dass er zu viel Arbeit hätte und des-
halb keine weiteren Geschädigten übernehmen könne, er auch noch nicht
wisse, ob seine Mandanten Beschwerde einlegen würden; er den Bevoll-
mächtigten noch darauf hingewiesen habe, dass die Beschwerde am Diens-
tag beim Bundesstrafgericht eingegangen sein müsse; sie vor diesem Hin-
tergrund sich dann entschlossen habe, die Beschwerdeschrift durch ihren
Bevollmächtigten ausarbeiten zu lassen, der erst am Freitagvormittag,
29. Mai 2020, damit habe fertig werden und den Schriftsatz als Express-Sen-
dung bei der Poststelle habe aufgegeben können;
- eine Partei die Wiederherstellung einer von ihr versäumten Frist verlangen
kann, wenn ihr aus der Fristversäumnis ein erheblicher und unersetzlicher
Rechtsverlust erwachsen würde (Art. 94 Abs. 1 Satz 1 StPO);
- sie dabei glaubhaft zu machen hat, dass sie an der Säumnis kein Verschul-
den trifft (Art. 94 Abs. 1 Satz 2 StPO);
- in materieller Hinsicht objektive oder subjektive Gründe (z.B. Naturereig-
nisse, Unfall, Krankheit) vorliegen müssen, die es dem Betroffenen verun-
möglichen, die Frist bzw. den Termin zu wahren; demnach jedes Verschul-
den, auch bloss leichte Fahrlässigkeit, im Interesse eines geordneten
Rechtsgangs, der Verfahrensdisziplin und der Rechtssicherheit eine Wieder-
herstellung der versäumten Frist ausschliesst (BRÜSCHWEILER, in: Donatsch/
Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung, 2. Aufl. 2014, Art. 94 StPO N. 2);
- grundsätzlich das Verhalten eines Rechtsbeistands der Partei anzurechnen
ist (BRÜSCHWEILER, a.a.O., Art. 94 StPO N. 3);
- das Risiko einer nicht fristgerechten Zustellung (durch die ausländische
Postgesellschaft bzw. den Kurierdienst DHL als Erfüllungsgehilfen) bei der
Beschwerdeführerin lag (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_848/2011 und
6B_849/2011 vom 6. Juli 2012 E. 1.2);
- die Beschwerdeführerin nicht geltend macht, dass die Rechtsmitteleingabe
zufolge höherer Gewalt (wie Naturereignis oder Unfall) schuldlos nicht vor
Fristablauf beim Bundesstrafgericht eintraf;
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- die Beschwerdeführerin auch nicht ausführt, weshalb es ihr nicht möglich
gewesen sein soll, die Beschwerdeeingabe innert Frist einer schweizeri-
schen diplomatischen oder konsularischen Vertretung in Deutschland zu
übergeben bzw. übergeben zu lassen;
- das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist daher abzuweisen
ist;
- nach dem Gesagten auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und
Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-
fahren [BStKR; SR 173.713.162]);
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