# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f6666616-d2fd-4e20-a4b4-fe858a514c22
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962,
absolvierte seit dem
1.
April 1979 beim Unternehmen
Y._
,
Z._
, eine Lehre zum Fahr- und Motorradmechaniker und war gestützt auf dieses Arbeitsverhält
nis bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (
Urk.
9/I/1, 9/I/25).
Am
3.
Juni 1980 stolperte er
beim Hinaufgehen einer Treppe
und
verletz
t
e s
ich dabei am rechten Knie (Urk.
9/I/1). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl.
Urk.
9/I/3).
1.2
Aufgrund rechtsseitiger Kniebeschwerden wurde der Suva am 2
6.
Juni 1981 ein Rückfall gemeldet (
Urk.
9/I/9). Am 1
2.
August 1981 wurde der Versicherte ope
rativ versorgt (
Urk.
9/I/14). Mit Verfügung vom
2.
Juli 1982 sprach ihm die Suva für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom
3.
Juni 1980 ab dem 1
6.
Mai 1982 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 33.33
%
zu (
Urk.
9/I/34).
1.3
In den nachfolgenden Jahren wurden der Suva mehrere Rückfälle gemeldet, wobei sie jeweils ihre Leistungspflicht anerkannte (vgl.
Urk.
9/I/38, 9/I/69, 9/I/86 und 9/I/90)
und den Rentenanspruch unverändert auf der Basis einer Erwerbsun
fähigkeit von 33.33
%
bejahte (
Urk.
9/I/62, 9/I/72 und 9/I/132).
1.4
Im Rahmen der Beurteilung einer weiteren Rückfallmeldung vom 1
0.
September 1997
das rechte Knie betreffend
(
Urk.
9/II/138) klärte die Suva ab, ob eine zwi
schenzeitlich aufgetretene Endokarditis als Unfallfolge anerkannt werden könne. Mit Schreiben vom 1
4.
Mai 1998 teilte sie dem Versicherten mit, dass das auf einer Endokarditis beruhende
Aortenvitium
mit der vom Gesetz geforderten Wahrscheinlichkeit die Folge eines 1984 nach einer unfallbedingten Operation aufgetretenen Wundinfektes sei und daher sämtliche in diesem Zusammenhang anfallenden Behandlungskosten zu ihren Lasten gingen (
Urk.
9/II/172).
Mit Ver
fügung vom
2
1.
Oktober 1998 erhöhte die Suva die dem Versicherten ausgerich
tete Invalidenrente ausgehend von einer Erwerbsunfähigkeit von 40
%
mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 199
8.
Zudem sprach sie ihm eine Integritätsent
schädigung
für eine Einbusse von 15
%
von
Fr.
10'440.-- zu (
Urk.
9/II/187). Dies wurde sowohl mit Einspracheentscheid vom 1
5.
Januar 1999 (
Urk.
9/II/197) als auch mit Urteil des hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom 1
8.
Juli 2000 (UV.1999.00091) bestätigt.
1.5
Infolge einer Verschlechterung
d
es Gesundheitszustandes richtete die Suva dem Versicherten ab dem
1.
Dezember 2005
ausgehend von einem Invaliditätsgrad
von 55
%
eine Invalidenrente aus. Ferner sprach sie ihm eine weitere Integri
tätsentschädigung
für eine zusätzliche Integritätseinbusse von 25
%
im Betrag
von
Fr.
17'400.-- zu (Verfügung vom 20. November 2006;
Urk.
9/III/271).
1.6
Im weiteren Verlauf kam die Suva in den Jahren 2007 und 2012 bei zwei weiteren Rückfällen für die Behandlungskosten auf (vgl.
Urk.
9/III/281, 9/III/311). Der Ren
tenanspruch
blieb unverändert
.
1.7
Vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 war der Versicherte im
A._
hospitalisiert
(
Urk.
9/III/324).
Zur Klärung der Frage, ob dieser
K
linik
aufenthalt zumindest teil
weise auf das Unfallereignis aus dem Jahr 1980 zurückgeführt und dafür Kosten
gutsprache erteilt werden könne,
legte
die Suva
das Dossier
dem Kreisarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Chirurgie,
zur Beurteilung vor
(Stellung
nahme vom 1
8.
Juli 2018;
Urk.
9/III/331).
In der Folge teilte sie dem Versicherten am 2
0.
Juli 2018 telefonisch mit, dass die Kosten für den Spitalaufenthalt nicht übernommen werden könnten, womit sich dieser nicht einverstanden erklärte (
Urk.
9/III/332).
Am 2
4.
Juli 2018 erliess die Suva eine ihre Leistungspflicht verneinende Verfügung (
Urk.
9/III/333), welche vom Versicherten sowie dessen Krankenversicherer mit Einsprache angefochten wurde (
Urk.
9/III/335, 9/III/337).
Daraufhin
holte die Suva erneut bei
Dr.
B._
eine kreisärztliche Beurteilung ein, welche am 2
9.
Au
gust 2018 vorgelegt wurde (Urk.
9/III/340).
Unter Beilage eines Schreibens des behandelnden Arztes des
A._
vom 2
0.
August 2018 (
Urk.
9/III/346) äusserte sich der Versicherte am
8.
September 2018 nochmals schriftlich zur Sache (
Urk.
9/III/345).
Am 1
7.
September 2018 liess er der Suva erneut ein Schreiben des behandelnden Arztes zukommen (
Urk.
9/III/348). Der Krankenversicherer zog die von ihm erhobene Einsprache mit Eingabe vom 1
7.
August 2018 zurück (
Urk.
9/III/350). Mit Einspracheentscheid vom
4.
März 2019 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/III/356).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
März 2019
unter Beilage medizini
scher Unterlagen (
Urk.
3/1 f.)
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefoch
tene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Sache sei zu neuer Entschei
dung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 1). Diese schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Juli 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2019 in Kenntnis gesetzt wurde
(
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3.
Juni 1980
ereignet;
Rückfälle stel
len keine neuen Unfälle dar (BGE 118 V 243 E. 2c mit Hinweisen).
Folglich sind
die
vor dem
1.
Januar 2017
gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall
anwendbar
und in dieser Fassung
zu zitieren
.
1.2
1.2.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.2.2
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
Bei einem Rückfall obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natür
lichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwi
schen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Ent
scheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom
7.
Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom
4.
März 2019 hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest,
dass das Dossier im Rahmen des
Einsprachever
fahrens
dem Kreisarzt
Dr.
B._
zur Beurteilung vorgelegt worden sei. Auf dessen Beurteilung vom 2
9.
August 2018 könne abgestellt werden. Darin
sei
überzeu
gend dargelegt
worden
, dass die chronisch rezidivierende Kristallarthritis am rechten Knie sowie die
cryptogene
organisierende Pneumonie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Unfall vom
3.
Juni 1980 stünden und die Hospitalisation im
A._
vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 wegen eines Krankheitsgeschehens erfolgt sei. Eine davon abwei
chende ärztliche Kausalitätsbeurteilung liege nicht vor. Namentlich habe der behandelnde
Chefa
rzt des
A._
,
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, mit Bericht vom 2
0.
August 2018 und Schreiben vom 1
3.
September 2018 die kreisärztliche Beurteilung als korrekt bezeichnet.
Folglich bestehe kein Anlass, diese in Frage zu stellen. Mangels Nachweis
es
eines natürli
chen Kausalzusammenhangs
habe die Suva ihre
Leistungspflicht
zu Recht verneint
(
Urk.
2 S. 7 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerdeschrift vom 29. März 2019
(
Urk.
1)
im Wesentlichen geltend,
dass die Beschwerdegegnerin nicht alle
entscheidrelevanten
medizinischen
Akten berücksichtigt habe.
Dabei handle es sich einerseits
um ärztliche Feststellungen von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, vom 3
1.
Oktober und
4.
November 2002, welcher damals insbeson
dere eine massivste
sagitale
Instabilität des rechten Kniegelenks erkannt habe (Urk. 3/1). Andererseits sei dem Bericht des
A._
vom 1
3.
Juli 2016 (
Urk.
3/2) bei der Entscheidfindung nicht Rechnung getragen worden.
Durch eine Rückwei
sung an die
Beschwerdegegnerin sei
dieser
Gelegenheit zu geben, die
genannten
Dokumente im Rahmen
einer erneuten
Beurteilung zu berücksich
tigen
, wodurch ein anderer Entscheid zu erwarten sei.
3.
3.1
Vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 wurde der Beschwerdeführer im
A._
stati
onär behan
delt. Nebst
einer k
ryptogenen organisierenden Pneumonie wurden im Austritts
bericht vom 1
2.
Juni 2018 insbesondere eine chronisch rezidivierende Kristall
arthritis im rechten Knie sowie ein schweres kombiniertes
Aortenklappen
vitium
diagnostiziert
(
Urk.
9/III/324).
3.2
3.2.1
Mit kreisärztlicher Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2018 gelangte
Dr.
B._
zur Auf
fassung, dass der Krankenhausaufenthalt aufgr
und einer Pneumonie erfolgt sei und
nicht in einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang mit den unfallbedingten Gesundheitsschädigungen stehe. Ein diskreter Kniegelenkserguss sei keine Indikation für eine stationäre Hospitalisation. Pneumonien seien meist infektiöser Genese; in diesem Fall werde auch eine Autoimmunerkrankung dis
kutiert. Eine solche sei jedoch ebenfalls ein Krankheitsgeschehen ohne überwie
gend wahrscheinlichen Zusammenhang mit unfallbedingten Schädigungen (
Urk.
9/III/331 S. 2).
3.2.2
In seiner au
sführlichen Stellungnahme vom 2
9.
August 2018 hielt
Dr.
B._
sodann fest,
aus der Anamnese gehe hervor, dass der Beschwerdeführer nach einer Kreuzbandrekonstruktion im Jahr 1984 eine Sepsis mit Endokarditis ent
wickelt habe, worauf sich ein kombiniertes
Aortenvitium
ausgebildet habe. Der stationäre Aufenthalt vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 sei, wie dem Austrittsbericht des
A._
entnommen werden könne, au
fgrund der Hauptdiagnose einer k
ryptogenen organisierenden Pneumonie und der Nebendiagnose einer chronisch rezidivierenden Kristallarthritis im rechten Knie erfolgt, nicht jedoch wegen einer unfallbedingten Gonarthrose.
Der eigentliche Grund für die Hospitalisation sei somit die kryptogene organisie
rende Pneumonie gewesen. Bei dieser handle es sich um eine idiopathische Erkrankung, bei der
Alveolargänge
und Alveolen der Lunge mit Granulationsge
webe angefüllt seien, worauf in den benachbarten Alveolen eine chronische Ent
zündung auftrete. Es sei eine Form der idiopathischen interstitiellen Pneumonie, welche Männer und Frauen gleichermassen betreffe und normalerweise in einem Alter zwischen 40 und 60 Jahren auftrete. Meist entwickle sich die Krankheit im Verlauf weniger Wochen
;
die Diagnose werde in der Regel nach sechs bis zehn Wochen gestellt. Diese rezidiviere bei bis zu 50 % der Patienten. Die Therapie erfolge durch
Kortikosteroide
, die auch anlässlich der stationären Hospitalisation eingesetzt worden seien, nachdem die Antibiotika keinen Erfolg gebracht hätten. Bei der kryptogenen organisierenden Pneumonie handle es sich ausschliesslich um eine Krankheit der Lunge. Eine Unfallkausalität bestehe nicht, auch nicht im Hinblick auf ein früheres
Infektgeschehen
.
Die Kristallarthritis sei ebenfalls nicht
unfallbedingt, sondern entspreche einer Stoffwechselerkrankung mit rezidivie
renden Ent
zündungsschüben.
Gesamthaft sei der stationäre Klinikaufenthalt somit aufgrund eines Krankheitsgeschehens
erfolgt
und nicht
unfallbedingt indi
ziert gewesen (Urk. 9/III/340 S. 2 f.).
3.3
3.3.1
Mit Schreiben zuhanden des Beschwerdeführers vom 2
0.
August 2018 stufte Dr.
C._
vom
A._
die kreisärztliche Beurteilung als korrekt ein. Weder die kryptogen
e
organisierende Lungenentzündung noch die durch Kalziumpyrophosphatkristalle verursachte Gelenksentzündung im rechten Knie hätten etwas mit dem Unfall vom
3.
Juni 1980 zu tun. Es sei somit klar, dass nicht die Suva, sondern die Krankenkasse für die Behandlungskosten aufkommen müsse (
Urk.
9/III/346).
3.3.2
An dieser
Schlussfolgerung
hielt
Dr.
C._
auch in einem weiteren Schreiben vom 1
3.
September 2018 fest. Ergänzend wies er
betreffend die kryptogene orga
nisierende Pneumonie darauf hin, dass es keine Hinweise für Infekte als auslö
sende Mechanismen gebe. I
n Bezug auf die Kniebeschwerden
führte Dr.
C._
aus
, dass Voroperationen möglicherweise
ein
Risiko für die sp
äter aufgetretenen Entzündungen, welche als
chondrokalzinose
-bedingt interpretiert worden seien, bilden könnten. Eine
Chondrokalzinose
sei eine Kristallentzündung, welche vor allem im Knie entstehe und sich auch mit Ablagerungen im Meniskus präsentiere. Genau solche Ablagerungen seien im Röntgenbild sichtbar, weswegen die Wahr
scheinlichkeit einer
Chondrokalzinose
sehr hoch sei. Solche Gelenksentzündun
gen kämen jedoch auch ohne vorgängige Operationen häufig vor (
Urk.
9/III/348).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht keine Kostengut
sprache für den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers im
A._
vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 erteilt hat. In medizinischer Hinsicht stützte sie sich dabei im Wesentlichen auf die Stellungnahme
von
Dr.
B._
vom 29.
Au
gust 2018, welcher sie vollen Beweiswert zuerkannte (
Urk.
2 S. 8).
Der Kreisarzt
gelangte zum Schluss, dass der stationäre Klinikaufenthalt nicht durch Unfallfol
gen indiziert gewesen sei, sondern hauptsächlich zwecks Behandlung der kryp
togenen organisierenden Pneumonie
stattgefunden habe
, welche eine Erkrankung der Lunge darstelle und nicht mit einem früheren
Infektgeschehen
in Verbindung gebracht werden könne.
Zur Nebendiagnose einer Kristallarthritis im rechten Knie merk
te er an, dass
es sich dabei um eine Stoffwechselerkrankung mit rezidivierenden Entzündungsschüben handle. Auch diesbezüglich verneinte er
einen kau
salen Zusammenhang zum Unfall vom
3.
Juni 1980 beziehungsweise der im späteren Behandlungsverlauf aufgetretenen Sepsis
mit Endokarditis
(Urk.
9/III/
340 S. 3).
4.2
Der Beschwerdeführer
stellt sich auf den Standpunkt, dass
Dr.
B._
nicht sämt
liche
entscheidrelevanten
Vorakten in seine Beurteilung einbezogen habe (Urk. 1).
Soweit er dabei auf den Bericht des
A._
vom 1
3.
Juli 2016
hinweist
(
Urk.
3/2 =
Urk.
9/III/319), geht aus der kreisärztlichen Stellungnahme vom 2
9.
August 2018 he
rvor, dass diesem
Dokument im Rahmen der Beurteilung
Rechnung getragen
wurde
(
Urk.
9/III/340 S. 1 f. und S. 3).
Der Bericht
enthält ausserdem keine Anhaltspunkte,
welche geeignet wären, an der
kreisärztlichen Beurteilung Zweifel zu wecken.
Gleiches gilt für das von Dr.
D._
am 1
3.
März 2019 unterzeichnete Dokument, welches zwei Einträge vom 3
1.
Oktober und
4.
November 2002
umfasst
(
Urk.
3/1). Soweit ersichtlich
ist dieses zwar im Dossier der Beschwerdegegnerin nicht enthalten und lag folglich auch
Dr.
B._
nicht vor.
Es erschliesst sich jedoch nicht, inwiefern die
im Vergleich zur kreisärztlichen Stellungnahme
beinahe 16 Jahre
zurückliegenden Einträge Rückschlüsse auf die
vorliegend entscheidende Frage der
Kausalität
ermöglichen
sollen.
Es mag
wie der Bes
chwerdeführer betont (
Urk.
1 S.
2)
zutreffen
, dass bereits damals eine «massivste
sagitale
Instabilität» am rechten Kniegelenk festgestellt werden konnte.
Dies ändert indes nichts daran, dass
die anlässlich des stationären Klinik
aufenthaltes im Jahr 2018 diagnostizierte Kristallarthritis mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall vom
3.
Juni 1980 zurückzuführen ist, da es sich um eine Stoffwechselerkrankung mit rezidivierenden Krankheitsschüben handelt.
Es besteht daher auch
in diesem
Zusammenhang
keine Veranlassung, die einleuchtenden
medizinischen
Ausführungen
von
Dr.
B._
,
welche mit den
jeni
gen des
behandelnden Arzt
es
Dr.
C._
ü
bereinstimmen (
Urk.
9/III/346, 9/III/348)
,
in Frage zu stellen.
Hervorzuheben bleibt, dass von kreisärztlicher Seite bereits im Rahmen einer Stellungnahme vom 3
1.
August 2012 festgehalten wor
den war, dass eine
mit Fieber einhergehende
chronisch rezidivierende Kris
tallgonarthritis nicht unfallkausal, sondern eine Stoffwechselkrankheit sei (
Urk.
9/III/302).
Gesamthaft fehlt es
somit an Indizien, welche
auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung von
Dr.
B._
vom 2
9.
August 2018
begründen
, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abgestellt hat. Der Vollständigkeit halber bleibt zu betonen, dass
eine Aktenbeurteilung ohne persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers zulässig war, da ein lückenloser Befund vorlag und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts ging (Urteile des Bundesgerichts
8C_46/2019 vom 1
0.
Mai 2019 E. 3.2.1 und 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E.
3.2.2 mit Hinweisen).
5.
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die versicherungs
interne Beurteilung von
Dr.
B._
vom 2
9.
August 2018 abgestellt. Mit überw
ie
gender Wahrscheinlichkeit sind
die vom
4.
bis 1
2.
Juni 2018 im
A._
behandelten gesundheitlichen Beschwerden
nicht kausal auf das Unfallereignis vom
3.
Juni 1980 zurückzuführen.
Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in diesem Zusammenhang verneint
.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom
4.
März 2019 (
Urk.
2) erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.