# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd432543-48a4-4ed9-aa80-ea7e55210a5d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
verfügt über keine Berufsausbildung (Urk. 6/2/5).
Im Jahr 2001 reiste sie in die Schweiz ein (Urk. 6/2/2), wo sie von Januar 2005 bis
März 2010
vollzeitig
als Objekt- und Gruppenleiterin (Unterhaltsreinigung)
res
pektive als Reinigungsfachkraft
bei der
ihrem Mann gehörende
n
Y._
angestellt war
(
Urk.
6/2/6,
Urk. 6/8
,
Urk.
1 S. 7,
Urk.
6/57/11
).
Am
3.
März 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit dem Jahr 2010 be
stehende gesundheitliche Beeinträchtigung
beziehungsweise
aufgrund
einer
Herz
krankheit,
eine
s
Diabetes,
einer
Arthrose an den Händen
, einer Sehbehinderung und eine
s
Ödem
s
im ganzen Körper bei der Eidgenössischen Invalidenver
siche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2/6).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische Abklärungen. Namentlich liess sie die Versicherte
polydisziplinär durch das Z._
, Medizinische Abklärungsstelle MEDAS (nachfolgend:
Z._
), begutach
ten (Gutachten vom 2
3.
Mai 2018,
Urk.
6/57/2 ff.).
Mit Vorbescheid vom
4.
Juli 2018 stellte sie der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/60). Dagegen
erhob
die Versicherte am 1
3.
Juli 2018 (Urk. 6/62), ergänzt am 2
9.
August 2018 unter Beilage eines Arztberichts (Urk. 6/64-65), Ein
wand. Am 1
8.
Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/67 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung vom 1
8.
Oktober
2018 erhob die Versicherte am 19. Novem
ber 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Janu
ar 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 1
4.
Januar 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht hat von Amtes wegen den Auszug aus dem Handelsregister betreffend die
Y._
als
Urk.
8 zu den Akten genommen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dür
fen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Entscheid vom 1
8.
Oktober 2018 aus, gemäss dem eingeholten Gutachten sei der Beschwerdeführerin die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft seit Mitte 2015 nicht mehr zumut
bar. Hingegen könne sie eine andere, körperlich angepasste Tätigkeit zu 70 % ausüben (
Urk.
2 S. 1). Angepasst sei eine leichte bis selten
mittelschwere Tätig
keit, welche in wechselbelastender Position ausgeübt werden könne. Zu vermei
den seien Tätigkeiten auf Leitern, in kniender Position und in Zwangshaltungen (
Urk.
2 S. 1-2).
In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin als Reini
gungs
kraft seit vielen Jahren nicht mehr arbeitstätig gewesen sei, ermittelte sie beide Vergleichseinkommen gestützt auf statistische Werte und errechnete so einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 29 % (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde vom 1
9.
November 2018 zu
sammengefasst vor, aufgrund der gutachterlich bestätigten erheblichen Beschwer
den sei die im Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit von 70
%
in angepasster Tätigkeit nicht schlüssig (
Urk.
1 S. 4-6).
Sodann sei nicht angegeben worden, welche konkreten Tätigkeiten ihr mit den genannten namhaften Einschränkungen überhaupt noch möglich seien. Sie postulierte sinngemäss eine Unverwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Urk.
1 S. 6) und verlangte eine richterliche Bestimmung des Grades ihrer Restarbeitsfähigkeit (
Urk.
1 S. 7).
Des Weiteren beanstan
dete sie, dass
an der Begutachtung
kein Rheu
matolog
e mitgewirkt habe (
Urk.
1 S. 4).
Am durchgeführten Einkommensver
gleich bemängelte sie,
dass das
Valideneinkommen
angesichts der in den Jahren 2005 bis 2009 durchschnittlich erzielten Einkommen viel zu tief angesetzt worden sei (
Urk.
1 S. 7 f.). Werde das durchschnittlich erzielte Einkommen an die Nomi
nallohnentwicklung von 2009 bis 2016 angepasst, resultiere ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Korrekterweise sei zudem ein Leidensabzug von 15
%
vorzunehmen, weshalb sie selbst bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
in ange
passter Tätigkeit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe (
Urk.
1 S. 8).
3.
3.1
Laut Operationsbericht der
A._
vom 1
8.
April
2017 fand gleichentags eine Operation wegen einer
Cataracta
am rechten Auge statt (Urk. 6/24).
3.2
Der Hausarzt
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in seinem Bericht vom 2
5.
April 2017 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
tachykardes
Vorhofflimmern seit November 2008,
einen Diabetes mellitus Typ II seit 2002, eine Adipositas dritten Grades seit 2005 sowie eine Polyarthrose seit 2008 (Urk. 6/10/1). Er führte aus, durch Adipositas, Gelenk
beschwerden, Diabetes mellitus und Vorhofflimmern sei
die Beschwerdeführerin
massiv eingeschränkt und könne keiner Arbeit mehr nachgehen. Auch im Haus
halt bestehe nur eine begrenzte Einsatzmöglichkeit und
sei
sie auf Fremd
unter
stützung angewiesen (Urk. 6/10/2-3). Seit mindestens 2013 seien nur noch sitzen
de Tätigkeiten zumutbar; dies zu 50
%
(Urk. 6/10/5).
Am 1
9.
Juni 2017 ergänzte er, wegen des
tachykarden
Vorhofflimmerns habe die Beschwerdeführerin mehrmals stationär behandelt werden müssen. Eine Arbeits
fähigkeit habe seit Behandlungsbeginn durch ihn vor rund vier Jahren nie be
standen und sie sei im Haushalt auf Unterstützung durch die Familienange
hö
rigen angewiesen gewesen. Mit den Händen könne sie schon länger keine Arbeiten mehr ausführen, da sie an einer massiven fortgeschrittenen
Rhizarthrose
leide
. Aufgrund ihrer Polymorbidität werde ihr wohl nie mehr eine Arbeits
fähig
keit attestiert werden können (Urk. 6/14/1).
In seinem Bericht vom Oktober 2017 hielt er fest, die Beschwerdeführerin sei für jegliche Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig und selber auf Hilfe
von aussen
ange
wiesen (Urk. 6/21/1-2).
3.
3
Dem Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin und Kardio
logie, vom 1
8.
August 2017 ist zu entnehmen, unter regelmässiger Einnahme des Medikaments
Cordarone
liege ein günstiger Verlauf vor. Die führende Sympto
matik liege im rheumatologischen Bereich bei Polyarthrosen und starken Arm- und Handschmerzen. Seitens des Herzens sei die Beschwerdeführerin zurzeit beschwerdefrei (Urk. 6/20/1-2).
3.
4
Am 1
9.
Januar 2018
führte
Dr.
B._
aus
,
in den letzten beiden Jahren habe die Beschwerdeführerin an invalidisierenden Knieschmerzen gelitten. Er habe mehr
mals einen
Hämarthros
links punktieren müssen und es sei immer wieder zu einem Gelenkserguss gekommen. Er habe mehrmals Kortison und Hyaluronsäure installiert,
worauf es jeweils für einige Wochen besser gegangen sei
. Aufgrund der Kniebeschwerden könne die Beschwerdeführerin nur kurze Gehstrecken be
wältigen
. Der Diabetes habe zu einer Polyneuropathie sowie zu einer diabetischen Nephropathie mit Niereninsuffizienz geführt. Wegen der beidseitigen
Rhizarth
rose
sei die Beschwerdeführerin nicht mehr fähig, manuelle Arbeiten zu verrich
ten. Aufgrund der Arthrosen im Be
reich der Füsse und der Gelenke
an den unteren Extremitäten sei ihre Gehfähigkeit schmerzbedingt deutlich eingeschränkt. Das
tachykarde
Vorhofflimmern habe in den vergangenen Jahre
n
rezidivierend zu kardialen Entgleisungen geführt mit plötzlich a
uftretender Schwäche
, Atemnot und Herzschmerzen
. Seit Jahren leide sie
zudem an Nackenschmerzen respektive an einem
zervikoradikulären
Schmerzsyndrom C6/7 links
. Bei starken
Schmerz
exazerbationen
in den linken Arm könne sie mit diesem nichts machen
(Urk. 6/45/
1-
2).
3.5
Das von der
IV-Stelle
eingeholte
Z._
-Gutachten beruht
auf in
ternisti
schen,
orthopäd
ischen,
kardi
ologischen und psychiatrischen Untersuchungen
und wurde am 2
3.
Mai 2018
erstattet (Urk. 6/
57
/
2-49
). In der interdisziplinären Zusammen
fassung wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit aufgeführt
(Urk. 6/
57/40):
-
mässiggradige
medial-betonte Gonarthrose links
-
beginnende Arthrose PIP und DIP
Dig
. II bis IV Hand rechts, Daumen
sattelgelenkarthrose, moderate STT-Gelenkarthrose Hand rechts
-
beginnende Arthrose PIP und DIP
Dig
.
II bis IV Hand links, Daumen
sattelgelenkarthrose Hand links
-
paroxysmales Vorhofflimmern, seit Jahren im Sinusrhythmus, unter oraler
Antikoagulation
-
Status nach autoimmuner
Amiodaron
-induzierter
Thyreotoxikose
und
Tako
-
Tsubo
-Kardiomyopathie 2015
-
morbide Adipositas (BMI 42) mit massiver, nicht entleerter abdominaler Fettschürze
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen sie namentlich dem Diabetes mellitus Typ II mit Verdacht auf diabetische Polyneuropathie sowie dem Status nach
cervicoradikulärem
Schmerzsyndrom C6/C7 links 2015 zu (Urk. 6/57/41).
D
ie Gutachterpersonen führten aus
polydisziplinärer Sicht aus
, d
ie Beschwerde
führerin
habe über belastungsabhängige Schmerzen in den Fingern und Finger
kuppen beider Hände, in den Handgelenken beidseits bis zu den Ellbogen beid
seits sowie im linken Knie und im Hals/Nacken geklagt. Am schlimmsten seien die Schmerzen in den
Fingern und Händen, manchmal seien die Finger richtig
gehend steif und könnten dann kaum bewegt werden. Sie könne schmerzbedingt höchstens eine halbe Stunde im Flachen gehen
(Urk. 6/
57/41). Während der Untersuchung sei die deutliche Schmerzangabe auch bei
nur
leichter Palpation im Bereich des linken Oberschenkels
und des linken Knies,
beider Hände, inklu
sive der Finger und beider Ellbogen, etwas weniger beider Unterschenkel und des Nackens gewesen. Die dabei geäusserte Schmerzwahrnehmung habe einen etwas verdeutlichenden Eindruck gemacht. Unklar bleibe, weshalb die gleiche Palpation zum Beispiel des rechten Oberschenkels und Knies indolent empfunden worden sei
. Die Adipositas sei nicht Folge einer Grunderkrankung
(Urk. 6/
57/41-42).
Der internistische Teilgutachter gelangte zum Schluss, abgesehen von der in diesem Fall invaliditätsfremden schweren Adipositas seien aus allgemein
medi
zinischer Sicht zurzeit nur Befunde von geringem Schweregrad zu finden
. Eine wesentliche entzündliche Aktivität sei weder klinisch noch labormässig nachzu
weisen
(Urk. 6/57/18).
Durch das schwere Übergewicht seien Arbeiten mit schn
eller Lageveränderung respektive
mit
der Notwendigkeit von Besteigen von Leitern oder Treppen deutlich erschwert
(Urk. 6/
57/19).
Mittels einer massiven Gewichts
abnahme könne aus rein internistischer Sicht eine deutliche Besserung der Ar
beits
fähigkeit erreicht werden
(Urk. 6/
57/20).
Aus kardiologischer Sicht hätten in Ruhe keine Zeichen der Herzinsuffizienz bestanden
(Urk. 6/
57/42
,
Urk.
6/57/18
).
In der Echokardiographie habe sich eine normale linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) gezeigt und der Sinusrhyth
mus (SR) sei
normokard
gewesen (Urk. 6/57/29).
Rein kardiologisch bestehe - un
ver
ändert seit Herbst 2015 - eine Arbeitsfähigkeit für leichte und mittlere ange
passte Arbeiten ohne starke Anstrengungen. Limitation
en
bestünden aus extra
kardialen Gründen
(Urk. 6/
57/30).
Aus orthopädischer Sicht lägen Beschwerden im Bereich des ganzen Bewegungs
apparates vor mit einer ausgeprägten Klinik im Bereich
des link
en Kniegelenks mit radiologisch relativ wenig degenerativen Veränderungen bei einer medialen Gelenkspaltverschmälerung. Sodann bestehe eine erhebliche Arthralgie im Be
reich der Finger und Hände beidseit
s
, welche radiologisch verifiziert werden könne,
mit beginnenden Arthrosen an
den Fingerendgelenken
(
DIP
)
und
den Finger
mittelgelenken (
PIP
)
sowie
mit einer
Daumensattelgelenksarthrose beidseits
(Urk. 6/
57/42,
Urk.
6/57/
24-25)
. Die Belastbarkeit des linken Kniegelenkes beur
teilte die orthopädische Teilgutachterin als etwas eingeschränkt, bei jedoch nicht
wesentlichem Schweregrad. Weiter hielt sie fest, durch die beginnende Arthrose an den Händen beidseits seien die Feinmotorik sowie die grobe Kraft
schmerz
bedingt
beeinträchtigt
. Die radiologisch objektivierbaren
arthrotischen
Verände
rungen würden die Schmerzangaben der Beschwerdeführerin nicht vollständig erklären
(Urk. 6/
57/25).
Möglich sei eine mittlere oder leichte Arbeit mit Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen. Das regelmässige Besteigen von Leitern oder Treppen, verbunden mit Sturzgefahr, sei nicht möglich. Regelmässiges Knien und Bücken sowie Arbeiten in Zwangshaltungen seien zu vermeiden. Zudem bestehe eine
Limite
für das Heben und Halten von schweren Lasten über zehn Kilogramm
(Urk. 6/
57/26-27).
Die beschriebenen psychischen Symptome seien nicht so stark ausgeprägt, dass eine Diagnose zu stellen sei. Die Kernsymptome einer Depression lägen nicht vor. Die Schlafstörungen seien im Rahmen von Schmerzen erklärbar. In Bezug auf Somatisierungsstörungen sei anzumerken, dass sich die Beschwerdeführerin nicht über m
ultiple, wiederholt auftretende
und häufige körperliche
,
wechselnde Symp
tome
beklagt
habe. Bei der Exploration hätten sich objektiv keine Schmerzsen
sationen gezeigt. Die Kriterien für eine anhaltende Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Die Ängste seien eher psychodynamisch zu verstehen
(Urk. 6/
57/42-43).
In ihrer gemeinsamen Beurteilung
(
Urk.
6/57/41 f.)
gelangten die Gutachter
per
sonen zum Schluss, die als mittelschwer bis schwer einzustufende zuletzt aus
geübte Tätigkeit (Reinigung von Büros und Restaurants) sei der Beschwerdefüh
rerin ohne massive Einschränkungen wegen der objektivierbaren
arthrotischen
Veränderungen nicht mehr zumutbar. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Angepasst sei eine leichte Arbeit in vorwiegend sitz
en
der Position mit der Möglichkeit im Wechsel von Stehen und Gehen. Nicht mög
lich seien das Besteigen von Leitern oder Treppen, regelmässiges Knien oder Bücken sowie Arbeiten in Zwangshaltungen. Ebenso sei das Heben und Halten schwerer Lasten über zehn Kilogramm zu vermeiden. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit gelte ab circa sechs Wochen nach der Operation im Mai 2015 (
Thyreoidektomie
wegen Autoimmun- und
Amiodaron
-indizierter
Thyreotoxikose
und
Tako
-
Tsubo
-Kard
i
omy
opathie), also seit circa Mitte
Juli 2015
(Urk. 6/
57/45).
Die Prognose sei ernst. Insbesondere aufgrund der soziokulturellen Probleme, aber auch wegen einer möglichen Zunahme der deg
e
nerativen Veränderungen und des
Auftreten
s
von vaskulären Komplikationen bei multiplen Risikofaktoren rechne man bei dieser seit zehn Jahren nicht mehr arbeitstätigen Beschwerdeführerin kaum mit einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/
57/47).
3.6
Dr.
B._
hielt in seinem Bericht vom 2
2.
August 2018 fest, die Beschwer
de
führerin befinde sich seit Behandlungsbeginn im Jahr 2012 andauernd in einem schlechten Allgemeinzustand und einem sehr adipösen Ernährungszu
stand. Es sei zu vielen
Hospitalisationen
und auch immer wieder notfallmässigen Spital
ein
wei
sungen gekommen. Sie sei multimorbid und das Zusammenkommen von viele
n verschiedenen Krankheiten führe bei ihr dazu, dass sie keiner gereg
elten Arbeit nachgehen könne. Vielmehr sei sie täglich auf Unterstützung durch Familien
mitglieder angewiesen. Sie sei die ganze Zeit zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen und auch für die Zukunft sei nicht
s
anderes zu erwarten (Urk. 6/64/1).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Be
schwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint hat (vgl. E. 2 vorstehend). Da in erster Linie das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 2
3.
Mai 2018 als medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung heran
gezogen wurde, ist vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise basiert auf umfassenden internistischen, psychiatrischen, ortho
pädischen sowie kardiologischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
sowie unter Erhebung der Anamnese anlässlich der Exploration
erstellt (Urk. 6/57/5 ff.). Die Beschwerdeführerin konnte
zudem
gege
nüber den einzelnen Sachverstän
digen
ihr
e aktuellen Beschwerden schildern
(Urk. 6/57/15, 6/57/21, 6/57/29
, 6/57/31)
.
Ihre
Angaben
fanden sodann im Rahmen der Diagnose
stellung
und Würdigung
Berücksichtigung
(Urk. 6/
57/18-19,
6/57/24, 6/57/36-37)
.
Zudem
erfolgte ei
ne Auseinandersetzung mit vorange
gangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 6/
57/19-20,
6/57/26
). Gesamthaft erfüllt das polydisziplinäre Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswert
ig
e medizinische Expertise (vgl. E. 1.3
vorstehend
).
4.2
Die gutachterliche k
ardiologische Beurteilung
, wonach mindestens seit Herbst 2015 eine Arbeitsfähigkeit besteht für leichte und mittelschwere angepasste Tätigkeiten ohne starke Anstrengungen (Urk. 6/57/30)
,
steht in Einklang mit der Einschätzung des behandelnden Kardiologen, der
im August 2017
- unter regel
mässiger Einnahme von
Cordarone
-
einen günstigen Verlauf beschrieb
und eine Beschwerdefreiheit seitens des Herzens angab
(Urk. 6/
20/1
-2
). Hinzu kommt, dass
die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung nicht über kardiale Beschwe
r
den
klagte (
Urk.
6/57/29
) und
die Echokardiographie weitgehend normale Be
funde ergab, mit einem unter Medikation erzielten Sinusrhythmus
ohne Extrem
werte
(
ES;
Urk. 6/57/29)
.
Dr.
B._
hatte bereits im April 2017 einen
unauf
fälligen
Sinusrhythmus beschrieben (Urk. 6/10/2).
Das von
Dr.
B._
angeführte Vorhofflimmern, welches rezidivierend zu kardialen
Entgleisungen
geführt habe
(Urk. 6/
45/2
),
lag
demnach
anlässlich der Begutachtung nicht mehr vor (Urk. 6/57/29).
Sodann sind seit der Anmeldung bei
d
er Invalidenversicherung keine solchen Entgleisungen
dokumentiert.
Nach Lage der Akten erfolgte d
ie
letzte stationäre Behandlung
im Mai/Juni
2015
nach
einer notfallmässigen
Selbs
t
zuweisung und mündete in der
Entfernung der Schilddrüse
(Urk. 6/10/13 f.)
, was nach der gutachterlichen Einschätzung in der Folge keine gesundheitliche Stö
rung mehr zeitigte (
Urk.
10/57/20)
.
Vor diesem Hintergrund überzeugt
es
, dass für leichte und mittelschwere Tätigkeiten ohne starke Anstrengungen aus kardio
logischer Sicht keine Einschränkung besteht.
4.3
Dass keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde (Urk. 6/57/36), ist in Anbe
tracht der psychopathologisch weitgehend unauffälligen Befunde ohne depressive Stimmung, bei erhaltener Schwingungs- und Freudfähigkeit sowie ohne kogni
tive Beeinträchtigungen und ohne erkennbare starke, unmittelbare Schmerzbe
ein
trächtigung (Urk. 6/57/35 ff.) nachvollziehbar. Dem stehen keine fachärzt
li
chen Berichte entgegen.
4.4
Auf dem internistischen Fachgebiet liegen nach einhelliger ärztlicher Auffassung namentlich ein Diabetes mellitus sowie eine Adipositas dritten Grades vor (Urk. 6/10/1,
Urk.
6/57/17).
Adipositas bewirkt grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen oder geistigen Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 2.2).
Dies ist vorliegend der Fall, da die Adipositas weder Folge einer Grunderkrankung ist
(Urk. 6/
57/42) noch nachweislich Ursache anderer Schäden
.
Funktionelle Einschränkungen durch den befriedigend eingestellten Diabetes mellitus oder die damit in Zusammenhang stehende Polyneuropathie und Nieren
insuffizienz wurden von keiner Seite konkret beschrieben
(Urk. 6/
57/19 f.,
Urk.
6/45/2).
Mithin ist die Beschwerdeführerin aus internistischer Sicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
4.5
4.5.1
Die orthopädische Beurteilung, wonach die Belastbarkeit der unteren Extremität reduziert ist sowie an den Händen beidseits die Feinmotorik sowie die grobe Kraft beeinträchtigt sind (Urk. 6/57/25)
, ist schlüssig
in Anbetracht der
beginnende
n
Arthrose an den Händen sowie
den
strukturellen Veränderungen insbesondere im Bereiche des linken Kniegelenks, welches zudem eine Schwellung und einen Erguss aufweist (Urk. 6/57/21-25). Ebenso leuchtet es ein, dass aufgrund dieser Einschränkungen keine körperlich schwere Arbeit durchgeführt werden kann, dass das regelmässige Besteigen von Leitern oder Treppen mit einer nicht zu verantworte
nden Sturzgefahr verbunden wäre
, dass regelmässiges Knien, Bücken und Arbeiten in Zwangshaltung nicht zumutbar sind und keine Lasten über zehn Kilogramm gehoben und gehalten werden können (Urk. 6/57/26-27).
Dass hin
gegen leichte und mittelschwere Arbeit mit Wechselbelastung möglich ist (Urk. 6/57/26), überzeugt angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin sich auf
ihre
Hände abstützen kann (Urk. 6/
57/16
), dass sie etwa eine halbe Stunde gehen
, auf ihrem
Handy
lesen
(Urk. 6/57/
14
, Urk. 6/57/35
)
sowie
kleinere Dinge kochen und mit Pausen gewisse Haushaltsarbeiten erledigen kann (
Urk.
6/57/14 und
Urk. 6/57/33)
und dass
das Schmerzmittel Paracetamol
in ihrem Blut
zum Zeit
punkt der Exploration
kaum nachweisbar
w
ar
(Urk. 6/
57/17
).
4.5.2
Bezüglich der orthopädisch beurteilten Beschwerden beanstandet die Beschwer
de
führerin, dass kein Rheumatologe in die Begutachtung involviert
gewesen sei
(
Urk.
1 S. 4).
Inwiefern
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, fachlich nicht respektive
ungenügend qualifiziert sein soll, dem Leiden
der Beschwerdeführerin
in soma
tischer Hinsicht Rechnung zu tragen, ist nicht ersichtlich. Insbesondere war eine Begutachtung durch einen
Rheumatologen
rechtsprechungsgemäss
verzichtbar, bilden doch (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl
der Rheumatologie als auch der Orthopädie (Urteil des Bundesgerichts 9C_644/
2015
vom
3.
Mai
2016 E.
3.4 mit Hinweisen). D
ie Behauptung der Be
schwerdeführerin,
d
ass eine rheumatoide Arthritis beziehungsweise eine entzünd
liche Erkrankung der Gelenke
vorliege
(
Urk.
1 S. 4),
lässt sich
bei der Diagnose
einer Arthrose respektive Polyarthrose durch den behandelnden Arzt (Urk.
6/
64/1) sowie beim Fehlen eines klinischen oder labormässigen Nachweises einer wesent
lichen entzündlichen Aktivität
(Urk. 6/
57/18) nicht erhärten
.
4.6
4.6.1
Nach dem Gesagten überzeugt die im
Z._
-Gutachten vorgenommene inter
diszi
plinäre
Beurteilung, wonach eine
leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung sowie mit den vom orthopädischen Teilgut
achter genannten übrigen Einschränkungen seit circa Mitte Juli 2015 zumutbar ist.
Dass
die Beschwerdeführerin
dabei ei
ne um 30 % verminderte Arbeits
fähig
keit aufweist (Urk.
7/57/45
), ist beim Vorhandensein von Schmerzen plausibel.
Dem Einwand, die im Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit
von 70
% in ange
passter Tätigkeit sei aufgrund der erheblichen Beschwerden nicht schlüssig (
Urk.
1
S. 4-6), ist nach dem Gesagten nicht zu folgen.
Dies gilt insbesondere, da die
geklagten Schmerzen nicht vollumfänglich objektiviert werden konnten (Urk. 6
/57/25).
Bei der Wortwahl «erhebliche Beschwerden» und «erhebliche Arthralgie» (Urk. 6/57/24) nahm die
orthopädische
Gutachterin eindeutig Bezug auf die
entsprechenden
Angaben der Beschwerdeführerin,
zumal
«Arthralgie» nichts
a
nderes bedeutet als Gelenkschmerz, der zum Beispiel bei einer Arthrose
vorkommen kann (Pschyre
mbel, Klinisches Wörterbuch, 266. Auflage 2014, S. 170).
4.6.2
Der Hausarzt
Dr.
B._
führte zwar aus, die Beschwerdeführerin könne aufgrund ihrer Multimorbidität keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen (Urk. 6/14/1, Urk. 6/64/1).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie über
haupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
indes
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chen
de Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte nannte
Dr.
B._
keine. Vielmehr hatte er in seinem ersten Bericht selber noch die teilzeitliche Zumutbarkeit einer sitzenden Tätigkeit angegeben
(Urk. 6/
10/5), ohne hernach eine relevante Verschlechterung darzulegen
bezie
hungs
weise die
zurückhaltendere
Zumutbarkeitsbeurteilung zu erläutern
.
Ferner ist nicht nur aufgrund obgenannter Erfahrungstatsache
nicht auszu
schlies
sen
, dass
Dr.
B._
sich auch von den
rein subjektiven
Anliegen
seiner
Patientin
leiten liess.
Dies ist auch ersichtlich
aus
der Bescheinigung vom
Januar 2018,
worin er
der Beschwerdeführerin
- ohne nähere Begründung -
einen Be
gleitungsbedarf
bezüglich des Begutachtungstermins
attestier
t
e
(Urk. 6/
40),
nach
dem der Ehegatte der Beschwerdeführerin der IV-Stelle angegeben hatte, die Beschwerdeführerin benötige wegen einer starken Beeinträchtigung ihrer Seh
kraft
eine Begleitung zur Begutachtung sowie eine Übernachtung vor Ort
(Urk. 6/
34,
Urk.
6/41-42), wohingegen die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung angab, seit der
Cataract
-Operation vom
1
8.
April 2017
mit ihrer Brille wieder problemlos zu sehen
(Urk. 6/
57/12 in Verbindung mit
Urk.
6/24).
4.6.3
Nach dem Gesagten käme ein Abweichen von der - wie vorstehend dargelegt - nachvollziehbaren
Arbeitsunfähigkeitsfestlegung durch die Gutachter
vorliegend
(entgegen dem in der Beschwerde erhobenen Einwand, vgl. Urk. 1 S. 7) einer rech
t
sprechungsgemäss
unzulässigen juristischen
Parallelprüfung
gleich (vgl. BGE 145 V 361 E.
4.3). Folglich ist von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin macht
allerdings
geltend, dass die von den Gutachtern atte
stierte Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nicht ge
fragt beziehungsweise verwertbar sei
(Urk. 1 S.
6
).
5.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungs
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138
V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138
V 457 E. 3.4).
5.3
Die gutachterliche prognostische Einschätzung
, wonach kaum mehr eine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorliege, ist vor dem Hintergrund der
ebenfalls beschriebenen
1
0-jährigen Abstinenz vom Arbeitsmarkt zu sehen
(Urk. 6/
57/47)
.
Im Begutachtungszeitpunkt vorliegende
medizinische
Beeinträchtigungen w
urden
h
ingegen nicht beschrieben
. Ihre Aussage bezieht sich auch nicht
auf den effek
tiven Arbeitsmarkt, ansonsten sie nicht mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
(Urk. 6/
57/45) in Einklang zu bringen wäre. Folglich ist daraus keine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem
theoretischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzuleiten.
5.
4
Eine zuverlässige Feststellung des medizinischen Sachverhalts war seit dem
23. Mai 2018
möglich (Datum des
Z._
-Gutachtens, Urk. 6/
57/2).
Zum
massge
benden Zeit
punkt
(vgl.
vorstehende E. 5.2)
war
die
im
März 1962 geborene Be
schwerdeführerin gut 56
Jahre alt. Bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters verblieb ih
r somit noch eine Akti
vitätsdauer von
fast acht
Jahren, was eine Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
selbst bei zusätzlichen Erschwernissen
grundsätzlich
nicht ausschliesst (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_427/2010 vom 1
4.
Juli 2010
E.
2.4.2
mit Hinweisen).
Zu berücksichtigen ist ferner, dass
d
ie medizinischen Abklärungen
weder Auf
fälligkei
ten hinsichtlich der Persönlichkeitsstruktur noch in Bezug auf die kog
nitiven Fähigkeiten
ergab (Urk. 6/57/36 und Urk. 6/57/38)
.
Negativ
ins Gewicht
fallen demgegenüber die kaum vorhandenen Deutschkenntnisse (Urk. 6/57/19) sowie der Umstand, dass der Beschwerdeführerin wegen der Einschränkung von Feinmotorik und grober Kraft nicht alle leichten Tätigkeiten zumutbar sind.
Jedoch
erfordern
einfache
Tätigkeiten weder gute Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bildungsniveau
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_535/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.5.2 mit Hinweisen).
Zudem umfasst
der ausgeglichene Arbeitsmarkt
auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze,
also Stellen- und Arbeits
an
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 4.1.3 mit Hinweisen,
8C_1050/2009 vom 28. April 2010
E.
3.3).
In Frage kommen für die Beschwerdeführerin beispielsweise Überwa
chun
gs
arbeiten.
Im Lichte der relativ hohen Hürden,
welche das Bundesgericht für die altershalbe Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit stellt (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.4 und 8C_28/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5.2, je mit Hinweis), und in
Anbetracht der nicht tiefe
n Restarbeitsfähigkeit von 70 %,
ist von der
en
Verwertbarkeit auszugehen.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
6.2.2
Die gemäss ihrem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) erzielten Einkommen erhielt die Beschwerdeführerin allesamt für
ihre
Tätigkeit bei der ihrem Ehegatten gehörenden und von ihm geführten
Y._
(Urk. 6/8).
Diese geriet ab 2009 in betriebliche Schieflage, was erstmals am 19. Januar 2010 und - nach zwischenzeitlicher Aufhebung der Verfügung des Bezirksgerichts Pfäffikon
betreffend Konkurseröffnung
durch das Obergericht des Kantons Zürich - am 7. Mai 2013 definitiv in der Eröffnung des Konkurses und schliesslich am 27. Juni 2013 in der
Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven mündete
. Am
8.
Oktober 2013 wurde die Gesellschaft im Handelsregister des Kantons Zürich gelöscht
(
Urk.
8)
. Aufgrund dessen hätte
die Beschwerde
führerin
ihre
Reinigungs
tätigkeit
auch im Gesundheitsfall
im Zeitpunkt der An
meldung zum Leistungsbezug im Jahr 2017
nicht mehr in
diesem Betrieb
, sondern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausführen müssen
.
Folglich ist das
Validen
einkommen
gestützt auf die LSE zu ermitteln.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.3.2
Praxisgemäss besteht im Rahmen der Invaliditätsbemessung unter
Beizug
der statistischen Durchschnittslöhne kein Erfordernis, die Arbeitsgelegenheiten auf dem massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt weitergehend zu konkretisieren
(Urteil des Bundesgerichts
8C_134/2020 vom 2
9.
April
2020 E. 4.5
)
, weshalb dem entsprechenden Einwand der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
6
) nicht zu folgen ist.
6.3.3
Da die Beschwerdeführerin weder über eine Berufsausbildung noch über
fundier
te Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt, kommen für sie sowohl im
Gesund
heit
s
- als auch im Invaliditätsfall nur Tätigkeiten
auf dem niedrigsten Lohnniveau (Kompetenzniveau 1) in Frage.
Demnach
sind das
Validen- und
das
Invalidenein
kommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen,
weshalb
sic
h deren genaue Ermittlung
erübrigt
.
Mithin
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabel
len
lohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1
6.4
6.4.1
Die Beschwerdeführerin beantragt
aufgrund der diversen Einschränkungen
einen
Leidensabzug von 15
%
(
Urk.
1 S. 8)
.
Die Beschwerdegegnerin hatte demgegen
über festgehalten, es seien keine lohnmindernden Faktoren im Belastungsprofil erkennbar (Urk. 6/58/1).
6.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kom
men, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsar
bei
tertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.4.3
Ob das Merkmal «Alter» einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswir
ken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2).
Die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt rechtfertigt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenzniveau rechtsprechungsgemäss
keinen Abzug
(Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2 in
fine
).
Mangelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugs
relevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Der Umstand, dass nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar sind, ist kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ver
glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohnein
busse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014
E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem ge
nügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Da die Beschwerdeführerin selbst für leichte Arbeiten insoweit eingeschränkt ist, als sie vorwiegend sitzen muss und zudem nur Tätigkeiten ausüben kann, welche weder Anforderungen an die Feinmotorik noch solche an die grobe Kraft stellen, ist in Würdigung der gesamten Umstände ein Abzug von 10
%
vom Tabellenlohn
gerechtfertigt.
6.5
Die Arbeitsfähigkeit von 70
%
reduziert sich infolge des Abzugs um 10
%
auf 63 % (0,9 x 70
%
). Folglich ergibt sich ein nicht rentenbegründender Inva
lidi
tätsgrad von 37
%
(100
%
minus 63
%
), weshalb sich die angefochtene Verfü
gung im Ergebnis als korrekt erweist. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
p
flichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der
unterliegenden Be
schwer
deführerin aufzuerlegen.