# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b5036255-5e78-4b0d-9570-9aa607739a2c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, war im Haupterwerb bei der
Y._
AG als Sicherheitsbeauftragter (Urk.
2/
7/16) und im Nebenerwerb als Raumpfleger bei der
Z._
angestellt (Urk.
2/
7/11), als er sich am 13. April 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
2/
7/3). Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 6. Juni 2017 einen Rentenanspruch (Urk.
2/
7/71). Die hiergegen erhobene Beschwerde vom 4. Juli 2017 (Urk.
2/
7/75/3-12) hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 24. November 2017 im Prozess Nr. IV.2017.00757 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese im Sinne der Erwägungen verfahre und über den Leistungsanspruch des Versicherten neu verfüge (Urk.
2/
7/78 Dispositiv-Ziff. 1).
1.2
In der Folge ergänzte die IV-Stelle die medizinischen Abklärungen, indem sie insbesondere ein psychiatrisches Gutachten mit neuropsychologischem Teilgut
achten vom 15. Mai 2019 (Urk.
2/
7/111) einholte. Am 18. Juli 2019 forderte sie den Versicherten sinngemäss auf, sich einer regelmässigen Psychotherapie zu unter
ziehen
sowie
kontrolliert Antidepressiva einzunehmen (Urk.
2/
7/115), und
sie stellte
mit Vorbescheid desselben Datums in Aussicht, den Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (Urk.
2/
7/116), woran sie nach dagegen erhobenen Einwänden vom 12. September (Urk.
2/
7/118) und 30. Oktober 2019 (Urk.
2/
7/123) mit Verfügung vom 14. Februar 2020 festhielt (Urk.
2/
7/130 = Urk.
2/
2).
1.3
Am 16. März 2020 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 14. Februar 2020 (Urk.
2/
2) Beschwerde (Urk.
2/
1) und beantragte, es seien ihm die gesetz
lichen Leistungen, namentlich Rentenleistungen basierend auf einem Invalidi
tätsgrad von 60 % ab November 2015 zuzüglich Verzugszinsen, zuzusprechen (S. 2 Ziff. 2) und die auferlegte Mitwirkungspflicht vom 18. Juli 2019 (Urk.
2/
7/115) sei zu widerrufen (S. 2 Ziff. 3). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2020, welche dem Beschwerdeführer am 22. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
2/
8), schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
2/
6). Mit Urteil vom 16. Juli 2020 im Prozess Nr. IV.2020.00192 kam das
Sozialversicherungsgericht
zum Schluss, dass der Beweis einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung vom Beschwerdeführer nicht erbracht werden könne, und wies die Beschwerde ab (Urk.
2/
9).
2.
Mit Urteil vom 23. November 2020 hiess das Bundesgericht die Beschwerde des Beschwerdeführers vom
2. September 2020 (Urk. 2/14/3)
gut, hob den Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts
vom 16. Juli 2020 auf und wies es an, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu entscheiden (
Urk. 2/15 =
Urk. 1).
Hierzu nahm der Beschwerdeführer am 19. Januar 2021 Stellung (Urk.
7
), während die Beschwerdegegnerin am 5. Januar 2021 auf Stellungnahme verzich
tete (Urk.
6
). Dies wurde den Parteien am 2
2
. Januar 2021 gegenseitig zur Kennt
nis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Bundesgericht erwog
(Urk. 1 = Urk. 2/15)
, Dr. med.
A._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe in ihrem Gutachten vom 15.
Mai 2019 (Urk.
2/
7/111) eine gemischte dissoziative Störung mit dissoziativen Krampfanfällen, dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen, disso
ziativen Bewegungsstörungen und möglichem Ganser-Syndrom (Pseudodemenz
;
F44.7 und F44.8) sowie eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode (F33.0)
,
diagnostiziert. Daneben habe sie als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge (
histrio
nisch
, ängstlich vermeidend;
Z73
) festgehalten. Die Gutachterin habe angegeben, dass differentialdiagnostisch eine manifeste Aggravation nicht ausgeschlossen werden könne; es gebe deutliche Anzeichen eines
aggravierenden
Verhaltens bzw. den Verdacht auf Aggravation trotz Vorliegens einer dissoziativen Störung. Im Teilgutachten vom 7. März 2019 (Urk.
2/
7/111/71-86) werde ein begründeter Verdacht auf nicht-authentische neuropsychologische Störungen festgehalten; aus neuropsychologischer Sicht habe das zumutbare Arbeitspensum aufgrund des Aggravationsverhaltens nicht beurteilt werden können. Seit der Begutachtung durch Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. November 2015 (Urk.
2/
7/33), welche ebenfalls von einer gemischten disso
ziativen und einer rezidiv
i
erenden depressiven Störung als psychiatrische Leiden von Krankheitswert und von
aggravierendem
Verhalten ausgegangen sei, habe sich keine wesentliche Änderung ergeben. Seit 2015 bestehe in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Sicherheitsangestellter eine volle Arbeitsunfähigkeit und in einer optimal angepassten Tätigkeit (ohne Ansprüche an kognitive oder kreative Fähigkeiten, in einem konfliktarmen Umfeld, mit einer klaren Strukturierung
sowie einfach auszuführenden Arbeiten ohne potentielle Gefährdung) eine solche von 70
% bei einer Leistung von 70
% (E. 5.2).
Diese gutachterlichen Ausführungen verböten es, ohne weiteres von einer jeg
lichen Rentenanspruch ausschliessenden Aggravation auszugehen, wie dies
das
Sozialversicherungsgericht
in
seinem
Entscheid vom 16. Juli 2020 getan habe. Vielmehr bestätigten die gutachterlichen Beurteilungen was das
hiesige
Gericht in seinem (ersten) Entscheid vom 24.
November 2017 noch selber festgestellt habe, dass nämlich ein
aggravierendes
Verhalten sich lediglich auf das Ausmass der Störung bezieh
e
. Dr.
A._
habe denn auch klar zwischen dem psychiatrischen Leiden von Krankheitswert, bestehend in der gemischten dissozi
ativen und in der rezidiv
i
erenden depressiven Störung, und dem
aggravierenden
Verhalten unterschieden. Dass die neuropsychologischen Tests wegen Aggrava
tion keine verwertbaren Befunde ergeben h
ä
tte
n, schade nichts, weil sich Dr.
A._
aufgrund ihrer eigenen Untersuchungen in der Lage gesehen habe, die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Dies bedeute
nichts
a
nderes
, als dass sie ihre Einschätzung im Umfang der Aggravation bereinigt habe und mithin von einer entsprechenden Gesundheitsschädigung auszugehen sei (E.
5
.
3
).
Bei dieser Sachlage sei mit Blick darauf, dass es um psychische Leiden gehe, zu prüfen, ob aus rechtlicher Sicht von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung (60 % gemäss Gutachten der Dr.
B._
vom 26. November 2015; 70 % gemäss Gutachten der Dr.
A._
vom 15. Mai 2019) abzuweichen
sei
. Dies hänge davon ab, ob sich die Gutachterinnen an die massgebenden normativen Rahmen
bedingungen gehalten h
ätten
und ob und in welchem Umfang ihre Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen liessen (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 54). Da sich
das
Sozialversicherungsgericht
zu diesen Fragen noch nicht geäussert und insbesondere keine Indikatoren
prüfung vorgenommen habe, sei die Sache an
dieses
zurückzuweisen, damit
es
dies nachhole (E. 5.4).
1.2
Der Beschwerdeführer führte in seiner Stellungnahme aus (Urk. 7), die Beschwer
degegnerin sei stets von einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Erwerbsunfähigkeit von 35 % ausgegangen, woran er sich nunmehr anschliesse. Da diesbezüglich Einigkeit bestehe, sollte die vom Bundesgericht geforderte rechtliche Prüfung der Standardindikatoren - wenn überhaupt - nur summarisch erfolgen (S. 2 Ziff. 3). Mit Verweis auf die bereits gemachten Ausführungen zum Einkommensvergleich halte er demgegenüber an seiner Forderung gegenüber der Beschwerdegegnerin fest, indem ihm Rentenle
istungen basierend auf einem IV
Grad von 60 % ab November 2015 zuzüglich Verzugszins zuzu
sprechen seien (S. 2 Ziff. 4).
1.3
Zu prüfen ist
,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat und insbesondere
,
ob
auf die
gutachterlichen Feststellungen der Arbeitsfähigkeit
im Lichte der Standardindikatoren abgestellt werden kann
.
2.
2.1
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
2.2
2.2.1
Zu den Indikatoren kann dem Gutachten von Dr.
A._
(Urk. 2/7/111/1
66
)
F
olgendes entnommen werden:
2.2.2
Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
führte die Gutachterin an, der Beschwerdeführer sei nicht zu allen Qualitäten orientiert. Die Aufmerksamkeit habe für die Dauer der Gespräche beibehalten werden können. Störungen des Kurzzeitgedächtnisses seien zu beobachten gewesen, wobei diese, eventuell im Rahmen einer Aggravation demonstrativ angemutet hätten. Beim Benennen von Daten und Zeiträumen hätten manifeste Defizite festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer habe sich nicht an biographische Daten erinnern können oder hab
e
diese sehr vage angegeben. Hinsichtlich der Datumswiedergabe habe er
ungenaue Angaben gemacht und jeweils Tage angegeben, die um einen Tag zum aktuellen Datum verschoben gewesen seien. Er habe verzögert geantwortet, habe beispielsweise angegeben, es handle sich um Mittwoch oder Donnerstag. Er habe lange nachgedacht, bei der Frage nach seinem Geburtstag habe er verzögert geantwortet. Der 3-Wörter-Test und der
Substraktionstest
seien nicht durchführ
bar gewesen. Der formale Gedankengang sei umständlich und verlangsamt gewesen. Es sei eine Fokussierung auf die Krankheit sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht wahrnehmbar gewesen. Es hätten kein patho
logisches Misstrauen, keine Hypochondrie, keine Phobien und keine Zwangs
gedanken, Zwangsimpulse oder Zwangshandlungen vorgelegen. Es hätten keine Hinweise für Wahnideen, für Wahrnehmungsstörungen oder Sinnestäuschungen in Form von Halluzinationen oder illusionären Verkennungen
bestanden, und es seien keine strukturellen
Ich-Störungen
feststellbar. Es hätten sich
keine Hinweise für ein Fremdbe
e
influssungserleben
gefunden
,
Derealisations
- oder Depersonali
sationsphänomene
seien nicht nachweisbar. Hinweise auf eine
hypochondrische Erlebnisverarbeitung im engeren Sinne
seien nicht feststellbar gewesen
,
und eine
ausgeprägte Tenden
z
zur Selbstbeobachtung körperlicher Vorgänge im Sinne einer Aufmerksamkeitsfokussierung
sei nicht zu eruieren gewesen. Im Affekt sei der Beschwerdeführer leicht bedrückt gewesen, die
affektive
Mudulations
fähigkeit
nicht herabgesetzt.
Psychomotorisch
sei eine
lebendige Mimik und Gestik
sowie ein
normaler Sprachfluss
beobachtet worden. Klinisch hätten sich Hinweise auf
eine Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrionischen
sowie ängst
lich-vermeidenden Zügen
gefunden. Es h
abe
bei anamnestischer Angabe von Suizidgedanken keine
Hinweis
e
auf eine akute Fremd- oder Eigengefährdung
und keine
Hinweise für einen sozialen Rückzug oder tageszeitlich abhängige Stimmungsschwankungen
gegeben (S. 53 f.).
2
.2.
3
Bezüglich
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
stellte die Gut
achterin fest, der Beschwerdeführer befinde sich in ambulanter psychiatrischer und hausärztlicher Behandlung (S. 61 oben).
D
ie aktuelle psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung
sei
nur zum Teil leitliniengerecht. Der Beschwerde
führer werde antidepressiv behandelt, nehme das Medikament gemäss dem abgenommenen Medikamentenspiegel jedoch eher nicht ein (S. 60 oben). Medizi
nisch-theoretisch sei die Behandlung angemessen, obwohl sie niederschwellig ausgerichtet sei. Aufgrund des
aggravierenden
Verhaltens sei jedoch davon auszugehen, dass sie nicht wirksam sei (S.
61 Mitte). Unabhängig vom
aggra
vierenden
Verhalten best
ünden
soweit therapeutische Möglichkeiten, als dass der Versicherte intensiv, mindestens 1- bis 2-mal monatlich psychotherapeutisch
behandelt w
erden sollte
, dies auf verhaltenstherapeutischer Basis mit Fokus
sierung auf
psychoedukative
Massnahmen und unter Einbezug der Angehörigen. Zudem wäre ein Einsatz eines Antidepressivums sinnvoll (S.
65 unten).
2
.2.
4
Gemäss dem Gutachten von Dr.
A._
ist davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer
neben der gemischten dissoziativen Störung
eine rezidi
vierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode (F33.0)
,
vorliegt (S. 57 Ziff.
6.1).
2
.2.
5
Zum Komplex Persönlichkeit kann dem Gutachten entnommen werden, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz aufgewachsen ist, eine Ausbildung zum Maler abgeschlossen hat, diese Tätigkeit aber aufgrund somatischer Beschwerden (
Bron
chiektasen
) hat aufgegeben müssen. Nach der Berufsaufgabe war der Beschwer
deführer als Sicherheitsangestellter und als Hauswart tätig (S. 60 unten).
Als eine Ressource erweis
e
sich ein relativ stabiles psychosoziales Umfeld mit der Einbettung in eine familiäre Struktur. Die vorhandene Arbeitslosigkeit sowie die Absenz vom Arbeitsmarkt scheinen sich negativ auf das Störungsbild auszu
wirken
(S. 64 oben)
.
2
.2.
6
Zum sozialen Komplex wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer verheiratet und Vater von zwei Kindern (geboren
2004 und 2008
;
S. 49 unten
) ist (S. 60 unten).
2
.2.
7
Die gutachterliche Konsistenzprüfung
habe
Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen
ergeben
. So habe der Beschwerdeführer
appellativ
gewirkt und habe ein demonstratives, übertriebenes, dramatisches und theatralisches Verhalten gezeigt. Die Symptombeschreibung sei global, mit stereotyper Symptomdarstellung und geringer Behandlungsaktivität gewesen und bei der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Hinweise auf eine mangelnde Leistungsbereitschaft und eine Selbstlimitierung gefunden (S. 62 unten).
2.3
D
ie medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
A._
hält
in einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standardindikatoren
stand.
Die gutachterliche Beurteilung umfasst das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attes
tierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belas
tungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde. Die Gutachterin ist bei der Beantwortung der Frage, wie sie das Leistungsvermögen ein
schätzte, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, sie hat ausschliesslich funk
tio
nelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchti
gung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter
Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sie sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehal
ten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indika
toren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinischen festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, womit den Anforderungen an das strukturierte Beweisverfahren Genüge getan wurde.
Unter Berücksichtigung, dass die diagnoserelevanten Befunde
bei globaler Symp
tombeschreibung mit stereotyper Symptomdarstellung
nicht schwer ausgeprägt sind, keine Hinweise auf einen sozialen Rückzug vorliegen
und
die Behandlungs
möglichkeiten noch nicht ausges
chöpft sind
,
erscheint
eine Arbeitsfähigkeit von
60 % (Dr.
B._
) beziehungsweise
70 %
(Dr.
A._
)
in einer behin
derungsangepassten Tätigkeit
in der Gesamtschau der rechtserheblichen Indika
toren
als nachvollziehbar
.
3.
3.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit
telt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbe
dingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten
hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts
9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweis auf Urteil
8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
ent
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Inva
lideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
3.2
Gemäss Meldung an
den Krankentaggeldversicherer besteht
eine Arbeitsun
fähigkeit seit 16. Dezember 2014 (Urk. 2/7/12). Die Anmeldung zum Leistungs
bezug bei der Beschwerdegegnerin erfolgte am 13. April 2015 (Urk. 2/7/3). Damit ist der Rentenbeginn auf Dezember 2015 zu legen (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG).
3.3
3.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr
ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
3.3.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfal
les nicht möglich ist (vgl. BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
3.4
Die Beschwerdegegnerin ging vom Durchschnitt der in den drei Jahren
(2012-2014) vor
Eintritt des Gesundheitsschadens
erzielten Einkommen aus und rechnete diese auf einen Beschäftigungsgrad von 100 % auf rund Fr. 52'811.
hoch (Urk. 2/7/113). Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein (Urk. 2/1),
er habe seine ursprüngliche Tätigkeit Ende 2007 aufgrund seines Lungenleidens und damit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Seit 2010 habe sich zunehmend ein psychisches Krankheitsbild entwickelt, welches wiederholt medi
zinisch abgeklärt worden sei (S. 6 Ziff. 12). In seinem ursprünglichen Beruf als Maler habe er im Jahr 2007 ein Einkommen von Fr. 60'565.
erzielt. Ab 1. Oktober 2017 sei ein erster Einsatz als Sicherheitsmitarbeiter erfolgt, mit welcher Tätigkeit er ein Einkommen von Fr. 4'547.
erzielt habe. In den Jahren 2012 bis 2014 sei er längst schon gesundheitlich angeschlagen und leistungs
mässig reduziert gewesen, so dass er auch zusammen mit dem Nebenverdienst kein volles
Arbeitsp
ensum me
h
r geschafft habe
. Daher sei auch bei der Festlegung des Valideneinkommens von den Tabellenlöhnen auszugehen (S. 6
f.
Ziff. 13
und Ziff. 14
).
3.5
Zwar wird für das Valideneinkommen in der Regel auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 134 V 322 E. 4.1 S. 326). Dies gilt allerdings nur für Fälle, bei welchen angenommen werden kann, die versicherte Person wäre ohne Gesundheitsschaden nach wie vor an der zuletzt innegehabten Stelle tätig
(vorstehende E. 3.3)
.
Dass de
r
Beschwerdeführer
die Tätigkeit als Maler gesundheitsbedingt auf
gab
,
wurde von ihm anlässlich des Standortgesprächs vom 4. Mai 2015 (Urk. 2/7/7) zwar behauptet, wobei er angab, er habe bis 2006 als Maler gearbeitet (S.
3 oben)
. Diese Aussage
findet in den medizinischen Akten nur soweit eine Stütze, als dies
e
an
a
mnestisch vom Beschwerdeführer
selber ab
gegeben wurde (vgl. Urk. 2/7/111/50 und Urk. 2/7/111/76). Der langjährige Hausarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 21. Mai 2015
(Urk. 2/7/
13
)
einen Status nach Unterlappenresektion links bei
Bronchiektasen
und rezidivierenden Pneumonien
im Jahr 1995
, welcher sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (S. 1 Ziff.
1.1). Dass der Beschwerdeführer deswegen
seine Tätigkeit als Maler auf
ge
geben
hat, kann dem Bericht nicht entnommen werden
und ist auch nicht wahrscheinlich, arbeitete er doch nach der Unter
lappenresektion noch während Jahren als Maler
weiter
.
Dass der Beschwerde
führer die Tätigkeit als Maler allein aus gesundheitlichen Gründen auf
gegeben hat
, ist
auch deshalb
fraglich,
weil
er
nach der Aufgabe dieser Tätigkeit
von
Januar 2008 bis Dezember 2009 Arbeitslosenentschädigung
bezog
. Daneben baute er seine
im Jahr 2006 begonnene
Nebenerwerbstätigkeit
als Sicherheits
beauftragter
aus und war in den Jahren 2009 und 2010 bei der
D._
AG tätig. 2011 nahm er sodann die Tätigkeit bei
Z._
auf (Urk. 2/7/48).
Angesichts de
r Tatsache
, dass der Beschwerdeführer im Anschluss an seine Tätigkeit als Maler Arbeitslosenentschädigung bezog, ohne sich bei der Invali
denversicherung anzumelden, l
i
egt de
r
Schluss nahe,
dass er seine Tätigkeit als Maler aus anderen als
nur
gesundheitlichen Gründen verloren
beziehungsweise aufgegeben
hat
. Aus diesem Grund ist auch für
die Festsetzung des Validen
einkommens im Jahr 2015 auf die Durchschnittswerte
der LSE
zurückzugreifen. I
m
Baugewerbe (Ziff. 41-43;
LSE 2014,
TA1_tirage_sill_level
)
betrug der monat
liche Bruttolohn für Männer im Jahr 2014 Fr. 5'507.
im untersten Kompetenz
niveau
. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Baugewerbe von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Q 8) und des Nominallohnindexes von 2’220 Punkten im Jahr 2014 und eines solchen von 2'226 Punkten im Jahr 2015 (BFS,
Entwicklung der Nominallöhne 20
10-2017
, T 39
) ergibt dies ein Jahresgehalt von Fr. 69'079.
.
3.6
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist auf das durchschnittliche Einkom
men im untersten Kompete
nzn
iveau gemäss LSE abzustellen, welches im Jahr 2014 für Männer Fr. 5'312.
betrug (LSE 2014 TA1_tirage-skill-level). Aufge
rechnet auf eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden
(
a.a.O
)
und unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes von 2'220 Punkten im Jahr 2014 und von 2'226 Punkten im Jahr 2015
(a.a.O.)
errechnet sich
bezogen auf eine 65%ige Arbeitsfähigkeit
ein hypothetisches Einkommen von Fr. 43'311.
.
3.7
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer einen Tabellen
lohnabzug von 10 % (Urk. 2/7/113).
Der Beschwerdeführer
forderte
(Urk. 2/1)
einen maximalen
Leidensabzug von 25 %. Es sei ihm nur noch eine teilzeitliche
Beschäftigung möglich
. Zudem reduziere die ma
ni
feste, nach wie vor
behandlungsbedürftig
e
Mulitmorbidität
seine restverbliebenen Chan
c
en auf dem Arbeitsmarkt deutlich. Es liege auf der Hand, dass sich kein Arbeitgeber finden lasse, der ihm eine Teilzeitstelle mit streng limit
i
ertem Anforderungsprofil anb
ie
ten könne (S. 7 f. Ziff. 16).
3.
8
Laut dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
A._
(Urk. 2/7/111)
besteht eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, wobei medizinisch-the
o
retisch eine Präsenz von maximal 8 Stunden täglich zumutbar wäre (
S. 64
Ziff. 8.2)
.
Damit ist davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer ganzta
gs beziehungsweise vollzeitlich
bei einer um 30 % reduzierten Leistung
einsatzfähig
ist. Unter dem Titel «Beschäfti
gungsgrad» rechtfertigt sich kein Abzug (
Urteile
des Bundesgerichts
8C_639/2011 E. 5.3.1 und 9C_582/2011 vom 3. November 2011 E. 3
). Aus dem Gutachten ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Leiden des Beschwerdeführers durch die
festgelegte Leistungseinschränkung nicht hinreichend Rechnung getra
gen wurde. Insbe
s
ondere wurde weder eine verlangsamte Arbeitsweise noch eine erhöhte Pausenbedürftigkeit angegeben und Gegenteiliges macht
e
dieser nicht geltend. Soweit er einen Abzug fordert, weil sein zumutbares Arbeitsspektrum aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen stark eingeschränkt sei, kann dem nicht gefolgt werden. Denn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt bestehen durchaus Stellen, die den im Gutachten genannten Anforderungen
,
keine Ansprüche
an
kognitive oder kreative Fähig
k
eiten, konfliktarmes Umfeld mit einer klaren Strukturierung sowie mit einfach auszuführenden Arbeiten ohne potentielle Gefährdung
(vgl. Urk. 2/7/111 S. 64 Ziff. 8
.
2)
, gerecht werden
. Ein höhere
r
Abzug als von der Beschwerdegegnerin gewährt rechtfertigt sich nicht. Damit beträgt das Invalideneinkommen Fr.
38'980.
(0.9 x Fr. 43'311.
). Verglichen mit dem Valideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
30'099.
(Fr. 69'079.
- Fr. 38'980.
)
beziehungsweise
von 43.6
%.
Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente
(vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG)
.
4
.
Der Beschwerdeführer verlangt
e
auf die ihm zustehende Rente einen Verzugszins von 5 %. Gemäss Art. 26 Abs. 2
ATSG
werden Sozialversicherungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig, sofern die versicherte Person ihren Mitwirkungspflichten vollumfänglich nachgekommen ist. Nachdem sich der Beschwerdeführer am
13. April 2015
zum Leistungsbezug angemeldet und sich keiner Verletzung von Mitwirkungspflichten hat zu Schulden kommen lassen - solches wird von der IV-Stelle weder behauptet noch ist dies aufgrund der Akten
ersichtlich -, ist 24 Monate nach dem Rentenbeginn ein Verzugszins geschuldet (
BGE 133 V 9
E. 3.6 S. 13).
5.
Der Beschwerdeführer focht das Nichteintreten des hiesigen Gerichts auf den Antrag, die auferlegte Mitwirkungspflicht sei zu widerrufen, vor Bundesgericht nicht an (Urk. 1 E. 2)
, weshalb dieses in Rechtskraft erwachsen ist
. Darüber hat das hiesige Gericht demnach nicht mehr zu
befinden
, obwohl der gesamte Ent
scheid durch das Bundesgericht aufgehoben wurde
(
vgl.
Urk. 1 Dispositiv-Ziffer 1).
6
.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne
teilweise
gutzuheissen, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Februar 2020 (Urk. 2/2) mit der Feststellung aufgehoben wird, dass der Beschwerdeführer ab Dezember 2015 Anspruch auf eine Viertelsrente hat und ab Dezember 2017 ein Verzugszins geschuldet ist.
7
.
7
.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG von Fr. 1'000.
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteient
schädigung. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer). Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.
pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer erscheint eine Parteient
schädigung von Fr.
2’600
.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.