# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18d7ae89-f295-5dbc-ba98-fac1510516e8
**Court:** SO_OG
**Chamber:** SO_OG_004
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SO / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

In Sachen
A._
,
Beschwerdeführerin
gegen
B._
, vertreten durch
C._
, hier vertreten durch, Rechtsanwalt Walter Keller,
Beschwerdegegnerin
betreffend
Rechtsschutz in klaren Fällen / Ausweisung und Vollstreckung
zieht die Zivilkammer des Obergerichts in
Erwägung
:
1. Mit Datum vom 28. Februar 2020 stellte die B._ (im Folgenden die Gesuchstellerin) beim Richteramt Solothurn-Lebern ein Gesuch betreffend Exmission/Ausweisung gegen A._ (im Folgenden die Gesuchsgegnerin) aus der von ihr gemieteten 3.5-Zimmer-Wohnung am [...] in [...].
2. Mit Urteil vom 23. April 2020 hiess die Amtsgerichtspräsidentin das Ausweisungsbegehren gut und forderte die Gesuchsgegnerin auf, die Wohnung am [...] in [...] bis spätestens 8. Mai 2020, 12:00 Uhr, zu räumen und zu verlassen.
3. Dagegen reichte die Gesuchsgegnerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 4. Juni 2020 fristgerecht Beschwerde beim Obergericht ein und verlangte in ihrem Hauptantrag die Aufhebung des angefochtenen Urteils. Zudem sei das Mietverhältnis mit aufschiebender Wirkung und gerichtlichem Ermessen mindestens bis zum 30. September 2020 zu erstrecken; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
4. Mit Eingabe vom 5. Juni 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung.
5. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung wurde mit Präsidialverfügung vom 5. Juni 2020 abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte.
6. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, erweist sich die Beschwerde im Sinne von Art. 322 Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) als offensichtlich unzulässig und offensichtlich unbegründet. Sie kann deshalb sogleich ohne Stellungnahme der Gegenpartei abgewiesen werden, soweit darauf eingetreten werden kann.
7. Die Beschwerde ist ein unvollkommenes ausserordentliches Rechtsmittel, mit welchem unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden kann (Art. 320 ZPO). Sie ist begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). In der Beschwerdebegründung ist u.a. darzulegen, auf welchen Beschwerdegrund sich der Beschwerdeführer beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet. Es besteht eine Rügepflicht (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt in: Sutter-Somm et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich Basel Genf 2016, Art. 321 N 15). Zudem sind im Beschwerdeverfahren nach Art. 326 Abs. 1 ZPO neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen. Dies entspricht dem Charakter des Rechtsmittels. Denn es geht nicht um eine Fortführung des erstinstanzlichen Prozesses, sondern im Wesentlichen um eine Rechtskontrolle des erstinstanzlichen Entscheids (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, a.a.O., Art. 326 N 3).
8. Die Beschwerdeführerin setzt sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht auseinander, sondern äussert im Wesentlichen ihre Unzufriedenheit über das Mandatsverhältnis mit der damaligen Rechtsvertreterin und über ihre Nachbarn bzw. die Wohnungsverwaltung. Es ist nicht ersichtlich inwiefern die Vorderrichterin das Recht unrichtig oder den Sachverhalt offensichtlich falsch festgestellt haben soll. Den Anforderungen an eine Beschwerdeschrift ist damit jedenfalls nicht Genüge getan. Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten werden.
9. Und selbst wenn auf die Beschwerde einzutreten wäre, wäre diese abzuweisen. Die Beschwerdeführerin hat sich im vorinstanzlichen Verfahren nicht über ihre gesundheitliche Verfassung geäussert. Ihre erstmals im Beschwerdeverfahren vorgetragenen Behauptungen und Unterlagen zu ihrem Gesundheitszustand sind allesamt neu und unterliegen der Novenschranke. Sie sind im Beschwerdeverfahren folglich unbeachtlich. Insofern erweist sich auch diese Begründung der Beschwerde als ungenügend.
10. Bei dieser Sachlage ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Sie erweist sich als offensichtlich unbegründet und zum vornherein aussichtslos, was die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ausschliesst (BGE 129 II 129 E. 2.3.1.). Nach dem Gesagten erübrigt sich zudem die vorgängige Erhebung eines Kostenvorschusses. Der entsprechende Antrag wird gegenstandslos.
11. Beim gegebenen Ausgang hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens mit einer Entscheidgebühr von CHF 400.00 zu bezahlen.
Demnach wird
erkannt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2.
Das Gesuch von A._ um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
3.
A._ hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 400.00 zu bezahlen.

## Considerations