# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cefe08f7-b6b5-4773-9f20-7b29c69d2bf2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1970, war seit dem
1.
September
2014 als Senior Consultant für die
Y._
AG tätig (vgl. Arbeitsvertrag,
Urk.
7/3). Am 1
0.
November
2016 wurde über die
Y._
AG der Konkurs eröffnet (vgl.
Urk.
7/4).
Mit Eingabe vom 17. November 2016 (Urk. 7/1) sowie Ergänzung vom 3. Janu
ar
2017 (Urk. 7/9) beantragte der Versicherte bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachfolgend: Arbeitslosenkasse) die Ausrichtung von Insolven
zent
schä
digung für ausstehende Löhne und Ferienguthaben für die Monate Oktober
2016 bis Januar 2017, Ferienguthaben für die Zeit vom 28. Juni bis 30. September
2016 sowie Provisionen. Die Arbeitslosenkasse
sprach ihm mit V
erfügung vom 5. April 2017 eine
Insolvenzentschädigung in der Höhe von
Fr.
9‘476.70 zu, was einem Teilbetrag der beantragten Summe entspricht (
Urk.
7/14). Zur Begründung gab sie an, dass es dem Versicherten nicht gelun
gen sei, den behaupteten Anspruch
auf Provisionen
glaubhaft zu machen, da die Umsatzlisten und Informationen über Kundenzahlungsdaten der ausgestell
ten Rechnungen gefehlt hätten (
Urk.
7/14 S. 3). Dagegen erhob der Versicherte am 2
8.
April 2017 Einsprache (
Urk.
7/15). Die Arbeitslosenkasse holte weitere Auskünfte ein und wies die Einsprache nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl.
Urk.
7/21-22) mit Einspracheentscheid vom 1
9.
September
2017 ab (
Urk.
7/23 =
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 1
9.
September
2017 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
0.
Oktober 2017 Beschwerde und beantragte, dieser sei teilwei
se aufzuheben und es sei die Insolvenzentschädigung in Höhe von
Fr.
9‘476.70 um
Fr.
20‘009.75 auf gesamthaft
Fr.
29‘486.45 zu erhöhen (
Urk.
1). Mit Be
schwerdeantwort vom
7.
November 2017 schloss die Arbeitslosenkasse auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Versicherten am
21. Dezember 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 51 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung
(AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn:
a)
gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder
b)
der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen
sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder
c)
sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben
oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub (Art. 58 AVIG).
Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196).
1.2
Die Insolvenzentschädigung deckt für das gleiche Arbeitsverhältnis Lohnforde
rungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 AVIG. Als Lohn gel
ten auch die geschuldeten Zulagen (Art. 52 Abs. 1 AVIG).
Die Insolvenzentschädigung deckt ausnahmsweise Lohnforderungen nach der Konkurseröffnung, solange die versicherte Person in guten Treuen nicht wissen konnte, dass der Konkurs eröffnet worden war, und es sich dabei nicht um Mas
seschulden handelt. Die maximale Bezugsdauer nach Art. 52 Abs. 1 AVIG darf nicht überschritten werden (Art. 52 Abs. 1
bis
AVIG).
Von der Insolvenzentschädigung müssen die gesetzlichen Sozialversicherungs
beiträge bezahlt werden. Die Kasse hat die vorgeschriebenen Beiträge mit den zuständigen Organen abzurechnen und den Arbeitnehmern die von ihnen ge
schuldeten Beitragsanteile abzuziehen (Art. 52 Abs. 2 AVIG).
1.3
Die Insolvenzentschädigung ist eine Lohnausfallversicherung bei Zahlungsun
fähigkeit des Arbeitgebers. Sie setzt eine Lohnforderung der versicherten Person gegenüber dem insolventen Arbeitgeber voraus. Unter Lohnforderung im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AVIG ist grundsätzlich der massgebende Lohn gemäss Art. 5 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung (AHVG) zu verstehen, einschliesslich der geschuldeten Zulagen. Als zweiseitiger Vertrag verpflichtet der Arbeitsvertrag den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehme
rin zur Leistung von Arbeit und den Arbeitgeber zur Entrichtung eines Lohnes. Die Rechtsfolge besteht aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht darin, dass die Lohnforderung grundsätzlich an die Leistung von Arbeit gebunden ist. Der Schutzzweck der Insolvenzentschädigung erstreckt sich daher nur auf tat
sächlich geleistete, aber nicht entlöhnte Arbeit;
sie erfasst nicht Lohnforderun
gen wegen (ungerechtfertigter) vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses und für noch nicht bezogene Ferien
. Diese Praxis stützt sich auf den Gesetzes
wortlaut und den klaren Willen des Gesetzgebers. Dem Tatbestand der geleiste
ten Arbeit hat die Rechtsprechung diejenigen Fälle gleichgestellt, in denen der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin nur wegen Annahmeverzugs des Arbeit
gebers im Sinne von Art. 324 OR keine Arbeit leisten konnte. Solange der Ar
beitnehmer oder die Arbeitnehmerin in einem ungekündigten Arbeits
ver
hältnis steht, hat er oder sie einen Lohnanspruch, der gegebenenfalls einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung rechtfertigen kann (BGE 132 V 82 E. 3.1 mit Hin
weis).
Im Einzelnen ist ein Lohnbestandteil von der Insolvenzentschädigung nur ge
deckt, wenn die versicherte Person für den von Art. 52 Abs. 1 AVIG vorge
schriebenen Zeitraum unter Annahme eines fortbestehenden Arbeitsverhältnis
ses und eines zahlungsfähigen Arbeitgebers berechtigte Aussichten auf dessen Auszahlung haben konnte. Dazu gehört ein anteilmässiger 13. Monatslohn, weil dieser pro rata temporis in Geld erworben wird, und die Arbeitnehmenden mit diesem normalerweise gegen Ende des Kalenderjahrs ausbezahlten Lohnanteil bereits Anfang Jahr rechnen können. Wie der 13. Monatslohn bilden auch die Ferien- und Überstundenentschädigungen grundsätzlich einen Bestandteil des massgebenden Lohnes. Allein deswegen kann aber nicht schon eine vollständige Deckung solcher ausstehender Forderungen durch die Insolvenzentschädigung an
ge
nommen werden.
So sind Entschädigungen für noch nicht bezogene Ferien von ehemals im Monatslohn angestellt gewesenen Personen, welche keine Ferienlohnzuschläge erhalten haben, und - bei entsprechender arbeits
ver
trag
licher Übereinkunft - Entschädigungen für noch nicht mit Freizeit kompensierte Über
stunden nicht von der Insolvenzentschädigung gedeckt (BGE 137 V 96 E.
6.2-6.5).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist die Höhe des Anspruch
s
auf Insolvenzentschädigung.
2.2
Die Beschwerdegegner
in hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, dass bei der Prüfung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung auf das Entstehungs
prinzip abzustellen sei. Massgebend sei, ob die jeweilige Arbeitsleistung in der insolvenzentschädigungsberechtigten Zeit erbracht worden sei. Aus den Rech
nungen an
die Z._
und
die
A._
ergebe sich, dass die Arbeitsleistung
en
für die Vermittlung von
B._
im Zeit
raum Februar bis März
2016,
diejenigen
für die Vermittlung von
C._
im Oktober
2015 und
die Arbeitsleistungen
für die Vermittlung von
D._
im ersten halben Jahr des Jahres 2016 erbracht worden sei
en
. Die Forderung über
Fr.
32‘888.00 sei folglich aus insolvenzentschädigungsrechtli
cher Sicht nicht erstellt (S. 5 unten). Die Forderung über
Fr.
6‘549.75 im Zu
sammenhang mit
Dr.
E._
werde in der Schuldanerkennung vom 1
4.
November
2016 nicht anerkannt. Im Schreiben der ehemaligen Arbeitgebe
rin führe
F._
(Verwaltungsrat der
Y._
AG) aus, dass er selber alle Vorbereitungen für das Interview, die Begleitung, Ver
handlungen und das Schreiben von Offerten gemacht habe. Es liege Beweislo
sigkeit vor, welche der B
eschwerdeführer
zu tragen habe (S. 6 oben).
2.3
Der B
eschwerdeführer
stellte sich in der Beschwerde (
Urk.
1) auf den Stand
punkt, dass die Bonusansprüche für die Vermittlung von Herrn
D._
an die
A._ AG in Höhe von Fr. 13‘460.--
und von Herrn
Dr. E._
an die
Z._
in Höhe von
Fr.
6‘549.75 ausgewiesen seien, weshalb die Insolvenzentschädi
gung um
Fr.
20‘009.75 zu erhöhen sei (S. 9 unten). Betreffend die Vermittlung von Herrn
D._
sei die Vermittlungstätigkeit erst am
5.
Juli 2016 abgeschlossen gewesen (S. 5 oben).
F._
habe den Konkurs bewusst hinausgezögert (S. 5 Mitte). Wäre der Konkurs definitiv am 2
0.
Oktober 2016 eröffnet worden, so wäre die Vermittlung von Herrn
D._
noch in
der anspruchsberechtigten Zeit -
dann nämlic
h 21. Juni bis 20. Oktober 2016 -
erfolgt (S. 6 oben). In Bezug auf die Vermittlung von
Dr. E._
habe er nachweislich im September 2016 den ers
ten K
ontakt zwischen der Z._ und Dr. E._
hergestellt, was sich aus de
r
E-Ma
il vom 20. September 2016 (Urk.
3/14) ergebe. Er habe
Dr. E._
zunächst über Xing und dann telefonisch kontaktiert und in der Folge drei Interviews mit ihm geführt (S. 7 Mitte). Es gehe nicht an, dass sich die
Beschwerdegegner
in einzig auf die Aussagen von
F._
stütze (S. 8 Mitte). Dieser tue alles, um die Konkursmasse zu verkleinern. Auch hege
F._
einen persönlichen Groll gegen ihn und möchte deshalb nicht, dass er für seine geleisteten Arbeiten und Vermittlungen entschädigt werde (S. 9 oben).
3.
3.1
Aus dem
Arbeitsvertrag vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
7/3)
ergibt sich, dass der Be
schwerdeführer neben einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 5'500.-- Anspruch auf einen monatlichen Bonus von 40 % auf dem Umsatz zwischen Fr. 12'500.-- und Fr. 25'000.--, von 50 % auf dem Umsatz zwischen Fr. 25'001.-- und Fr. 35'000.-- sowie 60 % auf dem Umsatz über Fr. 35'001.-- hat.
3.2
Mit Schreiben
vom 1
4.
November
2016 (
Urk.
7/5)
bestätigte F._
sei
tens
der
Y._
AG
einen
Anspruch des B
eschwerdefüh
rers
auf
Bonus respektive Provisionen in Höhe von Fr. 12‘242.-- (Herr C._, Z._), Fr. 7‘186.-- (Herr B._, Z._) sowie Fr.
13‘460.
-- (Herr D._
) für das Jahr 2016 bis und mit 14. Novem
ber
2016. Des
Weiteren bestätigte er ein Ferienguthaben von 13
Tagen bis zum 31. Dezember 2016.
3.3
Mit Antrag auf Insolvenzentschädigung vom
1
7.
November 2016 (
Urk.
7/1)
und
Ergänzung vom 3.
Januar
2017 (
Urk.
7/9)
nannte der Beschwerdeführer offene Lohnforderungen und Ferienguthaben für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 31. Januar 2017,
Ferienguthaben für die Zeit vom 2
8.
Juni bis 3
0.
September 2016 sowie Provisionen
gemäss Bestätigung des Arbeitgebers in der Höhe von insgesamt Fr. 32'888.--.
3.4
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. April 2017 (Urk. 7/14) eine
Insolvenzentschädigung
in der Höhe von Fr. 9‘476.70 zu.
Diese setzt sich aus dem Monatslohn für die Zeit vom 1. Oktober bis 10. November 2016 in der Höhe von Fr. 7'333.35 sowie dem Ferien
anspruch für den Zeitraum vom 11. Juli bis 10. November 2016 (8.494 Feri
en
tage) von Fr. 2'143.35 zusammen (vgl. Urk. 2 S. 6 Ziff. 8-10).
3.5
Aus der Kollokationsverfügung des Konkursamtes
G._
vom 18. Mai 2017 (Beilage zu Urk. 7/17) ergibt sich, dass eine Forderung des Beschwer
defüh
rers in der Höhe von Fr. 65‘339.30 in der 1. Klasse zugelassen und kolloziert wurde. Diese setzt sich zusammen aus dem Lohn für Oktober 2016 bis Januar 2017 von Fr. 22'000.--, dem Ferienanspruch (13 Tage, 2016) von Fr. 3'287.05, einem Bonus von Fr. 32'888.--, einem weiteren Bonus von Fr. 6'549.75 sowie Spesen von Fr. 614.50.
4.
4.1
Am 10. November 2016 wurde über die Y._ AG der Kon
kurs eröffnet (vgl. Urk. 7/4). Der letzte Arbeitstag wurde ebenfalls am 10. November 2016 geleistet (vgl. Urk. 7/10). Folglich ging die Beschwerdegeg
nerin zu Recht von einer anspruchsberechtigten Zeitspanne vom 11. Juli 2016 bis zum 10. November 2016 aus (vgl. Urk. 2 S. 3 unten).
4.2
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer
im Rahmen der Beschwerde
nicht mehr
an den Bonusforderungen für die Vermittlung von Herrn
C._ und Herrn B._ an die Z._ über Fr.
12‘242.
-- respektive
Fr.
7‘186.
--
fest
hielt
(
vgl.
Urk.
1 S. 4 unten
). Zu prüfen bleiben somit insbesondere die Entschädi
gungen für die Vermittlung von Herrn D._ von Fr. 13'460.-- sowie für die Vermittlung von Dr. E._ in der Höhe von Fr. 6'549.75.
4.3
In Bezug auf die Forderung betreffend Vermittlung von Herrn
D._
ist
festzu
halten, dass die Vermittlungstätigkeit gemäss Angabe des Beschwerdeführers am 5. Juli 2016 abgeschlossen war (S. 5 oben).
Die Arbeitsleistung erfolgte
so
mit
nicht im massgeblichen Zeitraum
vom 11. Juli 2016 bis zum 10. Novem
ber 2016.
Der Umstand, dass angeblich der Konkurs hinausgezögert und
–
statt am
2
0.
Oktober 2016
–
erst
am 1
0.
November
2016 eröffnet
wurde
, vermag die ent
schädigungsberechtigte Zeit nicht zu verschieben.
Nach konstanter Recht
spre
chung ist die Aufzählung der Insolvenztatbestände nach Art. 51 Abs. 1 AVIG abschliessend (BGE 141 V 372 E. 5.1 und vorstehend E. 1.1).
Da die Regelung der Insolvenzentschädigung gemäss
Art.
51 ff. AVIG nach den im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) definierten zwangsvollstre
ckungsrechtlichen Stadien ausgerichtet ist, muss sich auch die Auslegung der einzelnen Anspruchsvoraussetzungen an die SchKG-rechtlich definierten Vor
gaben halten. Eine
„
grosszügigere" Auslegung des
Art.
51
Abs.
1 lit. b AVIG durch das Gericht
, wie es der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Be
schwerde postulierte (Urk. 1 S. 4 Ziff. 7), käme
im Ergebnis einer Erweiterung der Insolvenztatbestände gleich
(BGE 131 V 196 E. 4.1.2), wofür nach dem Ge
sagten kein Raum besteht.
Diesbezüglich kommt der B
eschwerdegegner
in auch kein Ermessen zu.
Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Bonusforderung für die Vermittlung von Herrn D._ von Fr. 13'460.-- bei der Festsetzung der Insolvenzentschädigung nicht berücksichtigte.
4.4
Zur Bonusforderung aus der Vermittlung von
Dr. E._ - welche unbestrittener
massen in der
entschädigungsberechtigte
n
Zeit
erfolgte (vgl. Urk. 2 S. 6 oben) –
ist strittig, in welchem Ausmass der B
eschwerdeführer
an dieser Vermittlung beteiligt war.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf die Stellungnahme von
F._
, Verwaltungsrat der
Y._
AG
, vom 25. Juli 2017 (Urk. 7/20). F._ führte darin aus,
dass
er selber alle Vorbereitungen für das Interview, die Begleitung, Verhandlungen mit den Kun
den und das Schreiben und Unterbreiten v
on Offerten gemacht habe. Der Be
schwerdeführer
sei nur zu circa 10
%
beteiligt gewesen (vgl.
Urk.
7/20).
Gemäss Art.
74 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversiche
rung und
die Insolvenzentschädigung
(
AVIV)
hat die versicherte Person ihre Lohnforderung lediglich glaubhaft zu machen. Für die Glaubhaftmachung rei
chen
im Einzelfall beispielsweise Verdienstangaben in schriftlichen Arbeitsver
trägen, frühere Lohnabrechnungen, die Schuldanerkennung des früheren Ar
beit
gebers oder die Bescheinigung des Konkurs- oder Betreibungsamtes aus (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung
, in: Schweizerisches Bundes
verwaltungs
recht, SBVR, Soziale Sicherh
eit, 3. Auflage, Basel 2016, S.
2
454
N
622).
Mit
E-Mail vom 2
0.
September
2016
(Beilage 12 zu Urk. 7/15 = Urk. 3/14)
an
H._
,
Partner bei der Z._,
führt
e
d
er
Beschwerdeführer
aus, dass er ein längeres Gespräch mit
E._
gehabt habe
, und verwies auf dessen
Xing-Profil
. Dieser sei einem Wechsel in die Schweiz nicht abgeneigt, wenn das Package stimme.
Er erhalte am Wochenende seine
Unterlagen
, welche er ihm baldmöglichst
zustellen werde.
Mit E-Mail vom selben Tag bedankte sich H._ beim Beschwerdeführer.
Dies belegt, dass der
Beschwerdeführer
zumindest anfänglich die
Vermittlung von
Dr. E._
anhand nahm respektive den
K
ontakt zwischen der Z._ und Dr. E._ her
stellt
e. Der Beschwerdeführer gab weiter an, dass er in
der Folge
drei Interviews mit Dr. E._
geführt
und die
sen mittels ATP Tool an die Z._ weitergeleitet
habe (Urk. 1 S. 7 unten)
.
Wie sich aus der E-Mail des Beschwerdeführers vom 11. Januar 2017 an das Konkursamt G._ (Urk. 3/15) ergibt, hat Dr. E._ dem Beschwerde
führer telefonisch mitgeteilt, dass er am 1. März 2017 bei Z._ starten werde. Dass Dr. E._ am 1. März 2017 die neue Stelle antrat, ergibt sich auch aus der „Credit Note“ vom 1. März 2017 (Beilage 13 zu Urk. 7/15). Darin wurde eine Gutschrift über Fr. 27‘874.36 betreffend Vermittlung von E._ angezeigt.
Die Tatsache, d
ass die Forderung im Zusammenhang mit
Dr.
E._
in der Schuldanerkennung vom 1
4.
November 2016 nicht erwähnt wurde, ist
demnach
damit zu erklären, dass sie damals noch nicht entstanden war.
In der zeitlich späteren
Kollokationsverfügung vom 1
8.
Ma
i 2017 wurde dann neben den be
kannten Provisionen von insgesamt Fr. 32'888.-- eine zusätzliche Bonusforde
rung des Beschwerdeführers über Fr. 6'549.75 aufgeführt.
Aus der E-Mail des Beschwerdeführers vom 11. Januar 2017 an das Konkursamt G._ (Urk. 3/15) ergibt sich, dass ein Gespräch zwischen dem Beschwerdeführer und Frau J._ vom Konkursamt stattgefunden hat. Der Beschwerdeführer leitete eine E-Mail weiter, mit welcher die Kunden und Kandi
daten der Y._
AG
über die Übernahme sämtlicher Man
date durch eine neue Firma informiert wurden. Des Weiteren führte der Beschwerdeführer in dieser E-Mail aus, dass es sich beim Kandidaten, welchen er im Gespräch erwähnt habe, um Dr. E._ handle. Zudem nannte er weitere Kandidaten, welche im Gespräch seien. Diese E-Mail stützt die Aussage des Be
schwerdeführers, dass die Konkursverwaltung durch ihn respektive seine Forde
rungseingabe darauf aufmerksam geworden sei, dass der Y._
AG
noch eine Forderung über Fr. 27'874.36 zustehe, worüber F._ nicht erfreut gewesen sei (vgl. Urk. 1 S. 9 oben).
Vor diesem Hintergrund vermag die Aussage von F._, wonach der Arbeitsaufwand für die Vermittlung von Dr. E._ nur zu circa 10 % vom Be
schwerdeführer – und im Übrigen von ihm selbst – erbracht worden sei, nicht zu überzeugen. Vielmehr erscheint angesichts der Aktenlage glaubhaft, dass die Vermittlungstätigkeit betreffend Dr. E._ im Wesentlichen durch den Beschwer
deführer geleistet wurde. So kontaktierte Dr. E._ beispielsweise den Beschwer
deführer persönlich, um ihm den bevorstehenden Stellenantritt mitzuteilen. Zu
dem sind d
ie Angaben von
F._
z
u seinen eigenen Leistungen
sehr allgemein („alle Vorbereitungen, Interview Präparationen, Interview Begleitung, Verhandlungen mit den Kunden...“) un
d ohne Bezug zur Leistung des Be
schwerdeführers
.
Zu prüfen bleibt die Höhe der Bonusforderung. In der „Credit Note“ vom 1. März 2017 wurde eine unbestritten gebliebene Gutschrift von Fr. 27‘874.36 angezeigt. Gemäss Arbeitsvertrag beträgt der Bonus 40 % auf dem Umsatz zwi
schen Fr. 12'500.-- und Fr. 25'000.-- sowie 50 % auf dem Umsatz zwischen Fr. 25'001.-- und Fr. 35'000.--. Vorliegend setzt sich der Bonus somit aus Fr. 5'000.- (40 % von Fr. 12'500.--) und Fr. 1'436.68 (50 % von Fr. 2'873.36 [Fr. 27‘874.36 - Fr. 25'001.--]) zusammen, was einen Anspruch von insgesamt rund Fr. 6'436.70 ergibt. Entsprechend ist die Insolvenzentschädigung des Be
schwerdeführers um Fr. 6'436.70 zu erhöhen.
5.
Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Ferien
entschädigung zu, wobei sie ausgehend vom jährlichen Ferienanspruch von 25 Tagen für die anspruchsberechtigte Zeitspanne vom 11. Juli bis 10. Novem
ber 2016 einen Anspruch auf 8.494 zu entschädigende Ferientage berechnete (vgl. Urk. 2 S. 6 Ziff. 9). Dies ist nicht korrekt. Wie unter Erwägung 1.3 dargelegt, sind Lohnforderungen für noch nicht bezogene Ferien und für Überstunden nicht von der Insolvenzentschädigung erfasst, wenn der Ver
sicherte – wie hier – ehemals im Monatslohn angestellt gewesen war und keine Ferienlohnzuschläge erhalten hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_603/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6.4). Die bezogene Ferienentschädigung in der Höhe von Fr. 2'143.35 ist somit vom Bonusanspruch für die Vermittlung von Dr. E._ in Abzug zu bringen.
Zusammenfassend ist die Insolvenzentschädigung des Beschwerdeführers um Fr. 4'293.35 (Fr. 6'436.70 - Fr. 2'143.35) zu erhöhen. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
6.
Bei diese
m Ausgang des Verfahrens ist die
Beschwerdegegner
in
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Proze
ssentschädigung auszurichten (§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
und des bloss teilweisen Obsiegens
wird diese
um die Hälfte gekürzt und
beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr. 22
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr. 600
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.