# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f83eef2b-dccf-43f6-be28-1d7fff78ab90
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1972 geborene
X._
hatte nach der obligatorischen Schulzeit eine zweijährige Lehre als Dentalassistentin absolviert, jedoch die Theorie
prüfung
knapp nicht bestanden
(Urk. 6/
2/5).
A
m 14. Dezember 2012
meldete sie sich
unter Hin
weis auf psychische Störungen sowie Alkoholmissbrauch bei der Eid
genös
si
schen
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/2). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte daraufhin medizinische sowie
erwerbliche Abklärungen
und erteilte der
Versicherten
Kosten
gutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 22. Juli bis am 19. Oktober 2014
(Urk. 6/
28). Am 30. Oktober 2014 wurde diese Integrations
massnahme mit dem Hinweis abgeschlossen, dass eine Weiterführung von Integrationsmassnahmen zurzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei
(Urk. 6/
38).
Im weiteren Verlauf
führte
die IV-Stelle
insbesondere eine Haushaltabklä
rung durch
(Bericht vom 3. Februar 2015, Urk. 6/45). In ihrem Vorbescheid vom 5. Februar 2015 sah
sie
vor, der Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2013 eine
Viertelsrente
zuzusprechen (Urk. 6/48). Mit Verfü
gung vom 27. März 2015
tat sie dies (Urk. 6/52
).
Gegen die
se
Verfügung erhob die Versicherte am 12. Mai 2015 Beschwerde (
6/60/3-9
).
Mit Urteil IV.2015.00535 vom 2
3.
Juni 2015
erkannte das hiesige Gericht, das
Vorbe
scheidverfahren
sei nicht korrekt durchgeführt worden (fehlerhafte Zustellung) und
wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese
den Formfehler behebe
und anschliessen
d
über den Rentenanspruch der Versi
cherten neu verfüge (Urk. 6/62).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils
erliess die IV-Stelle am
9.
November 2015 einen Vorbescheid, mit welchem sie der Versicherten die Ausrichtung einer
Viertelsrente
der Invalidenversicherung mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2013 in Aussicht stellte (Urk. 6/67).
Nach dessen Eröffnung
erhob die Versi
cherte am 9. Dezember 2015
dagegen
Einwand (Urk. 6/68).
Am 1
3.
Juli 2016 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/80 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 1
3.
Juli 2016 erhob die Versicherte am 12. September 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und es sei ihr spätestens mit Wirkung ab August 2013
mindestens eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerde
antwort
vom 2
0.
Oktober 2016
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Oktober 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invaliditä
t für diese Tätigkeit nach Art.
28a
Abs.
2
IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu
legen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invali
ditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungs
me
thode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungs
ver
gleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesund
heitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Aus
mass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zuge
mutet wer
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbs
tätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeits
gerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E.
3.3 mit Hin
weisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und
die Vorbringen
der versicherten Person nach Mass
gabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypo
the
ti
sche Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätig
keit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegen
den Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufga
benbereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig, ohne daneben in einem andern Aufgaben
be
reich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbs
tätigen (
Art.
27
bis
IVV
).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbe
messungsmethode und damit der Beantwortung der entscheidenden Status
frage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden.
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011
,
E. 2, in: SVR 2012 IV
Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Posi
tionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdi
gen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014
,
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versicherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweis
kraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich
ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungs
bericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004
,
E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinde
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungs
berichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teiler
werb
s
täti
gen Versicherten mit häuslichem Aufgaben
bereich im Gesund
heitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014
,
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die einjährige Wartezeit habe am
1.
Dezember 2012 begonnen. Sie qualifizierte die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 40
%
erwerbstätig und zu 60
%
im Aufgabenbereich (Haushalt) tätig. Sie hielt fest, im Erwerbsbereich betrage die Invalidität 100
%
und im Haushalt sei die Beschwerdeführerin gemäss ihren Abklärungen zu 14
%
eingeschränkt. In Anwendung der gemischten Methode ermittelte sie einen Inval
iditätsgrad von gesamthaft 48
%
(Urk. 2). In der Beschwerdeantwort fügte sie an, beim Ehemann der Beschwerdeführerin bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 74 % noch eine Restarbeitsfähigkeit, weshalb er nicht aus gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht mehr im Erwerbsleben stehe (Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte in ihrer Beschwerde (Urk. 1) dagegen ein, der Beginn der Wartezeit sei offensichtlich falsch festgelegt worden, nachdem in sämtlichen Arztberichten sowie in der Stellungnahme des
Regionalen Ärztli
chen Dienstes (RAD)
von einer aktenkundigen Arbeitsunfähigkeit ab August 2012 ausgegangen worden sei (S. 5).
Des Weiteren bestritt sie die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation und selber ein Erwerbs
pensum von 40
%
im Gesundheitsfall angegeben zu haben, und machte
geltend,
sie wäre
im Gesundheitsfall zu 100
%
, mindestens jedoch zu 50
%
, erwerbstätig (S. 5-7).
Weiter brachte sie vor, f
alls dennoch von einer Erwerbs
tätigkeit
von 40
%
ausgegangen werde, sei fraglich, ob die übrigen 60
%
auf den Aufgabenbereich entfallen würden (S. 7). Ferner beanstandete sie die Anwendung der gemischten Methode unter dem Gesichtspunkt des Gebots der Gleichbehandlung (S. 8). Im Zusammenhang mit der Haushalt
ab
klärung kritisierte sie die Gewichtung der Aufgabenbereiche (S. 8-9).
3.
3.1
Am
2
3.
Januar 2015
erfolgte eine Haushaltabklärung, über welche am
3. Februar 2015
berichtet wurde (
Urk.
6/
45
). Unter Berücksichtigung der verschiedenen Tätigkeitsbereiche ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von
14
%
(
Urk.
6/
45
/8). Dabei berücksichtigte sie die zumutbare Mitwirkungspflicht
des
wegen
Beschwerden an Rücken und Knie
n
bei einem Invaliditätsgrad von 74
%
berenteten
Ehegatten
(Urk. 6/45/2, Urk. 6/45/4-7
).
Zur Qualifikation
gab
die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklä
rung
nach Rücksprache mit ihrem Ehegatten an, sie wäre heute bei guter Gesundheit zu maximal 40
%
erwerbstätig (Urk. 6/45/3).
Die Abklärungs
person gelangte in Würdigung
des
Auszugs
aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin (IK-Auszug)
mit den immer nur sehr geringen erzielten Einkommen und einer seit dem Jahr 2002 fast gänzlich fehlenden Erwerbstä
tigkeit, in Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin sowie der aktu
ellen finanziellen Situation
zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei als zu
40
%
erwerbs- und zu 60
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren (
Urk.
6/45/3
).
3.2
Der von der Beschwerdegegnerin veranlasste Haushaltabklärungsbericht erfüllt
formell
die
von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen
(vgl. E. 1.4 vorstehend)
. Gegenteiliges ist weder aus den Akten ersichtlich noch geltend gemacht worden. So wurde der Bericht von einer qualifizierten Per
son verfasst, die bei der Beschwerdeführerin zuhause war und somit Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen hatte. Ihre Beurteilung erfolgte gestützt auf ihre umfassenden Abklärungen der häuslichen Verhält
nisse sowie unter Berücksichtigung der Angaben der Beschwerdeführerin. Des Weiteren wurde der Bericht hinreichend sorgfältig und detailliert abge
fasst, indem zu jeder anfallenden Aufgabe ausgeführt wurde, was diese bein
haltet, was der Beschwerdeführerin noch zuzumuten ist und wie es um die Schadenminderungspflicht steht.
3.3
Strittig
und zu prüfen ist zunächst die
Statusfrage
. Die Beschwerdeführerin
bestritt in ihrer Beschwerde, sich auf
ein Erwerbspensum im Gesundheitsfall von
40
%
festgelegt zu haben, und brachte vor, im Gesundheitsfall wäre sie voll erwerbstätig. Sie habe keine Betreuungs
pflichten gegenüber Kindern und ihr Ehemann stehe aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Erwerbsle
ben
. Zudem habe sie bei einer früheren Abklärung ein Pensum von 40 bis 50
%
, allenfalls 60
%
,
angegeben gehabt. Ferner sei sie bereits seit ihrem 1
6.
Lebensjahr gesundheitlich beeinträchtigt und könne sich ein Leben ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen gar nicht vorstellen (Urk. 1 S. 6-7).
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Anhand des Haushaltabklärungsberichts ist davon auszugehen, dass die
Frage
nach der beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden zuerst nicht ver
standen,
jedoch
daraufhin erneut erläutert,
hernach mit dem Ehemann besprochen
und schliesslich ein Arbeitspensum von 40
%
angegeben
wurde (Urk. 6/45/3)
. Anhaltspunkte für eine falsche Protokollierung liegen keine vor. Die Angabe einer 40%igen Erwerbstätigkeit liegt
denn auch
im zuvor anlässlich des Standortgesprächs angegebenen Rahmen, bei welchem es nicht schwergewichtig um diese
Statusf
rage ging
. Damals hatte die Beschwerde
führerin geäussert, sie könne sich bei guter Gesundheit eine Tätigkeit zu 40
bis 50
%
vorstellen, allenfalls auch zu 60
%
, keinesfalls aber zu 100
%
(Urk. 6/11/2)
.
Vor diesem Hintergrund sind die Angaben in der Beschwerde
schrift, wonach sie im Gesundheitsfall voll erwerbstätig wäre (Urk. 1 S. 6)
,
als von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst zu werten.
Ferner liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführerin in einem hohen Pensum erwerbstätig wäre, zumal anhand des IK-Auszugs (Urk. 6/6) davon auszugehen ist, dass sie nach der Lehre nie in einem hochprozentigen Pensum gearbeitet hat.
Eine Arbeitsun
fähigkeit ist für die Zeit vor dem Jahr 2012 nicht dokumentiert.
Hinzu kommt, dass
sie von ihrem Ehemann
finanziell unterstützt
wird
und eine 40%ige Erwerbstätigkeit
der Beschwerdeführerin
ausreichen würde, um zu zweit ohne Vermögensverzehr über die Runden zu kommen (Urk. 6/45/3).
Nach dem Gesagten ist gestützt auf den nachvollziehbar begründeten Haus
haltabklärungsbericht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 40
%
erwerbstätig wäre.
Dass die übrigen 60
%
möglicherweise nicht auf den Aufgabenbereich entfal
len, machte die Beschwerdeführerin erstmals in ihrer Beschwerde vom 12. September 2016 geltend und begründete dies einzig damit, dass es für sie günstiger wäre (Urk. 1 S. 7). Dies ist kein massgebender Gesichtspunkt und
abgesehen davon - nicht einmal zutreffend.
Mit
BGE 142 V 290
präzisierte das Bundes
ge
richt
die auf Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich anwend
bare Ein
kom
mens
vergleichsmethode dahingehend, dass die Ein
schränkung im erwerb
li
chen Bereich proportional - im Umfang des hypo
thetisch-erwerb
li
chen Teil
ze
itpensums - zu berücksichtigen ist
.
Der Invaliditätsgrad ent
spricht damit der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann dem
entsprechend den versicherten Bereich, welcher durch das hypo
thetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen (E. 7.3)
.
Dement
sprechend läge bei der Beschwerdeführerin ohne Aufgabenbereich
und bei einer voll
umfänglichen Erwerbsunfähigkeit
ein Invaliditätsgrad von 40
%
vor (vgl.
auch E. 8.1 von BGE 142 V 290).
Insgesamt
erweckt dieser Einwand
der Beschwerdeführerin
keine Zweifel am bezüglich
der
Statusfrage beweis
kräfti
gen Hausha
ltabklärungsbericht und die Beschwerdeführerin ist als zu 40
%
erwerbstätig und zu 60
%
im Aufgabenbereich tätig zu qualifizieren.
3.4
Die Beschwerdeführerin beanstandete ferner die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche. Dabei führte sie aus,
der Bereich „Wäsche und Kleider
pflege“ sei mit dem Maximum von 20
%
viel zu hoch gewichtet worden, zumal nicht viel Wäsche anfalle und ein Tumbler verwendet werde
. Demge
genüber sei die Rubrik „Verschiedenes“ mit bloss 5
%
viel zu gering
gewich
tet
worden. Bei einem Erwerbspensum von lediglich 40
%
sei davon auszu
gehen, dass sie im Gesundheitsfall Bastel- und Handarbeiten
ausüben
, Garten
pflege vornehmen und kochen würde. Dieser Bereich sei mit 15
%
zu gewichten und der Bereich „Wäsche und Kleiderpflege“ dafür nur mit 10 %, was eine Einschränkung im Haushalt von 24
%
zur Folge habe
(Urk. 1 S. 8
10
).
Gemäss
Art.
27 IVV
umfasst der
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Ver
sicherten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten
.
Hobbies fallen hingegen nicht darunter, sondern gehören zum nicht versicherten Bereich (vgl. vorstehende E. 3.3).
Im Übrigen gilt es zu beachten, dass die Beschwer
deführerin anlässlich der Haushaltabklärung die ehrenamtliche
Tätigkeit als Vorleserin für Blinde angegeben hat. In der Folge gab sie diese Beschäftigung auf und führte danach für ein Tierheim einen Hund zu Spa
ziergängen aus. Auch diese Beschäftigung hat sie mittlerweile auf
ge
geben. Andere zum Aufgabenbereich zu zählende Tätigkeiten oder Beschäftigungen erwähnte die Beschwerdeführerin bei der Haushaltabklärung keine. Die Beschäftigungen waren nicht ausschliesslich altruistisch motiviert, sondern erfüllten auch einen therapeutischen Zweck. Sie ergänzten die Tagesstruktur der Beschwerdeführerin. Bedeutsam ist ferner, dass sie diese Beschäftigungen nicht ausschliesslich aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Das Vorlesen fand umzugsbedingt ein Ende. Eine gleichartige Beschäftigung am neuen Wohnort mochte die Beschwerdeführerin nicht aufnehmen. Die Hunde
spaziergänge entfielen, weil für den Hund ein neuer Halter oder eine Halterin gefunden werden konnte (Urk. 6/45/7
Ziff.
6.7; vgl. auch Urk. 6/46/6). Vor diesem Hintergrund
ist sowohl die Gewichtung als auch die in den
e
inzelnen Bereichen dargelegte Einschränkung nachvollziehbar
respektive ist keine nicht pflichtgemässe Ermessensausübung durch die Abklärungsperson zu erkennen
, weswegen die diesbezüglichen Einwände der Beschwerdeführerin nicht zu berücksichtigen sind.
Somit ist entsprechend dem Haushaltabklä
rungs
bericht von einer Einschränkung im Haushalt von
14
%
auszugehen (
Urk.
6/45
/8).
4.
Einig sind sich die Parteien darüber, dass die Beschwerdeführerin im Erwerbs
bereich aus psychischen Gründen zu 100
%
eingeschränkt ist. RAD
Ärztin med.
pract
.
Y._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, hielt am
5.
November 2014 zusammenfassend fest, die Beschwerdeführerin sei wegen einer kombinierten Persönlichkeits
störung (ICD-10: F61.0) mit psychischer Instabilität und einer Impuls
kontroll
störung mit selbstgefährdendem Verhalten unter Stress seit Dezember 2012 sowohl in einer angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/46/7).
Bezüglich des Zeitpunkts des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit macht
e
die Beschwerdeführerin geltend, die Arbeitsunfähigkeit sei spätestens ab August 2012 ausgewiesen (Urk. 1 S. 5). Sowohl der Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, als auch die behandelnden Ärzte der
A._
,
als auch RAD-Arzt med.
pract
.
B._
, Facharzt für Neurologie, gingen davon aus, dass ab August 2012 eine hochgradige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (Urk. 6/7/2, Urk. 6/9/3, Urk. 6/46/4).
Med.
pract
.
Y._
begründete nicht, weshalb sie erst ab Dezember 2012 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausging (Urk. 6/46/7). Trotz eines entsprechenden Einwands der Beschwerdeführerin vom
9.
Dezember 2015 (Urk. 6/68/1) nahm die Beschwerdegegnerin weder in der angefochtenen Verfügung noch in der Beschwerdeantwort zu diesem Punkt Stellung. Weshalb das Wartejahr erst im Dezember 2012 eröffnet wurde, lässt sich
somit
nicht nachvollziehen. Aufgrund der obgenannten bei den
Akten liegenden Berichte ist das Wartejahr deshalb bereits im August 2012 zu eröffnen
.
Für die Zeit davor
wurde der Beschwerdeführerin keine Arbeitsun
fähigkeit attestiert. Der Nachweis des Zeitpunkts des Eintritts der Arbeitsun
fähigkeit hat jedoch durch eine überzeugende medizinische Einschätzung zu erfolgen, welche
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur zu sein hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 1
9.
Juli 2012, E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach dem Gesagten
besteht der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin in Abwei
chung zur angefochtenen Verfügung ab dem 1. August 2013.
5.
Die Beschwerdeführerin brachte sinngemäss vor, die gemischte Methode sei diskriminierend und daher nicht anzuwenden (Urk. 1 S. 8). Im Nachgang zum von der Beschwerdeführerin angeführten EGMR-Urteil Di
Trizio
vom 2. Februar 2016 hat das Bundesgericht
mit Urteil 9F_8/2016 vo
m 20.
Dezember 2016 seinen Revisionsentscheid gefällt.
Danach ist z
ur Her
stellung des konventionskonformen Zustandes auf die Aufhebung der Inva
lidenrente im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG alleine zufolge eines Status
wechsels von "vollerwerbstätig" zu "teilerwerbstätig mit Aufg
abenbereich" zu verzichten. In
diesem Fall ist die Aufhebung
der Invalidenrente EMRK-widrig (E. 4.2). F
ür die übrigen Fälle
sah sich das Bundesgericht nicht zu einer
generellen
Änderung der Rechtsprechung veranlasst. Namentlich erwähnte es die Konstellation, in welcher die
Statusfestsetzung als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich nicht familiär bedingt ist
,
und den Fall einer
erstma
lige
n
Rentenzusprache
an eine während des ganzen massgebenden Beurtei
lungszeitraums als teilerwerbstätig mit Aufgaben
bereich zu qualifizierende versicherte Person
(E.
4.4 mit Hinweisen)
.
Im vorliegenden Fall ist die Teilerwerbstätigkeit nicht familiär bedingt. Fer
ner
handelt es sich um eine erstmalige
Rentenzuspr
ache
und nicht um einen Statuswechsel. Infolgedessen ist die gemischte Methode weiterhin anzuwen
den.
Nach der gemischten Methode beträgt der Invaliditätsgrad gesamthaft
gerundet 48
%
(
0,4 x 100
%
[entsprechend 40
%
]
plus
0,6 x 14
%
[entspre
chend 8,4
%
]
),
womit
Anspruch auf eine
Viertels
rent
e
der Invalidenversi
cherung
besteht
.
Demnach ist die Beschwerde insoweit teilweise gutzu
heissen, als die Beschwerdeführerin bereits ab 1. August 2013 Anspruch auf die
ihr zugesprochene
Viertelsrente
hat.
6.
6.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
sicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
80
0
.-- als angemessen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss hat d
ie
Beschwerdeführer
in
gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Stre
itsache,
der Schwierigkeit des Prozesses
sowie des bereits im Verfah
ren IV.2015.00535 entschädigten Aufwands
auf Fr.
6
00.-- (inkl.
Mehr
wert
steuer und Barauslagen) festzusetzen.