# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dde92f0e-d09d-4685-b24e-b3c354b13a3e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
wurde mit Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle
,
vom
6.
August 2020
(
Urk.
2/3)
mit Wirkung ab 1.
Juni 2016 eine ganze
Invalidenr
ente zuzüglich
zweier
K
inderrenten zugespro
chen
. D
ie e
ntsprechende Verfügung
wu
rde
auch
der
BVK
Personalvorsorge des Kantons Zürich
(
BVK
)
zugestellt (
Urk.
2/3 S. 3).
Diese teilte
der Versicherten
a
m 2
3.
Juli 2020
(
Urk.
2/2
)
mit, dass
sie
ab
dem
1.
August 2016 Anspruch auf Erwerbsinvalidenleistungen gemäss ihrem Vorsorgereglement
habe
, wobei die reglementarischen Leistungen unter Berücksichtigung
der Erschöpfung des
Tag
geldanspruchs
und Vorbehalt einer allfälligen Überentschädigung ab 1. Novem
ber 2017 auszurichten seien
.
D
a d
er ehemalige
Arbeitgeber
der Versiche
r
ten
den Anschl
ussvertrag mit der
BVK
per
3
1.
Dezember 2016
gekündigt
und sich
z
ur Durchführu
ng der beruflichen Vorsorge mit Wirkung ab
1.
Januar
2017
der
Pro
fond
V
orsorgeeinrichtung
angeschlossen habe, sei letztere
für die Auszahlung der I
nvalidenleistungen ab
1.
Januar
2017
zuständig. Mit Schreiben vom 2
2.
Septem
ber 2020 (
Urk.
8/2) teilte die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
der Versicherten mit, es liege
noch kein
rechtskräftiger
Renten
entscheid
der Unfallversicherung vor und sie könne deshalb
die Überentschädigungsberechnung
noch nicht vornehmen
und die Höhe der Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge noch nicht berech
nen
.
S
obald
der
rechtskräftige
Entscheid
der Unfallversicherung
vorliege
,
werde
d
ie Rentenhöhe umgehend berechnet
und die entsprechende Rente
aus
gerichtet.
Mit Schreiben vom
2
7.
April 2021 (
Urk.
2/4) teilte die
Profond
Vorsorgeeinrich
tung der Ver
sicherten
überdies
mit,
sie könne
auch
keine provisorisch
en Leistun
gen
beziehungsweise
keine
Vorleistungen
ausrichten
.
2.
Mit Eingabe vom
6.
Mai 2021 erhob die Versicherte
Klage gegen die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
mit
folgendem
Rechtsbegehren
:
«
1.
E
s sei die Beklagte zu verpflichten, rückwirkend
ab
1.
Januar 2017 monat
lich
CHF
1'183.70 als Invalidenrente und monatlich
CHF
236.75 pro Kind als Kinderrente zu
bezahlen
.
2.
U
nter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beklagten.
»
Mit
Klageantwo
rt vom 1
6.
August 2021
beantragte die Beklagte
(
Urk.
7),
die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit sie nicht durch Anerkennung geg
enstandslos geworden sei,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin.
Mit
Re
plik vom
3.
September 2021 (
Urk.
12)
hielt die Klägerin am bisherigen Rechtsbegehren fest und
stellte
in
prozessualer Hinsicht den Antrag, die
BVK
Personalvorsorge des Kantons Zürich
sei zum Verfahren
beizuladen. Die
Beklagte hielt
in der
Duplik vom 2
5.
Oktober 2021 (
Urk.
17) am bisherigen Antrag fest, was der Klägerin am 2
7.
Oktober 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
Am
6.
Dezember 2021 wurde das Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
9.
Mai 2021 im Prozess der Klägerin gegen die Unfallversicherung
(Prozess-
Nr.
UV.2020.00165
)
beigezogen
(
Urk.
20)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 Abs. 1
des
Bundesge
setz
es
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindes
tens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
1.2
Der Anspruch auf eine Invalidenrente der obligatorischen beruflichen Vorsorge entsteht grundsätzlich mit dem Beginn der Rente der Invalidenversicherung nach
Art.
29
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
, das hei
s
st
frühestens sechs Monate
nach
der Anmeldung bei der Invalidenversiche
rung zum Rentenbezug (BGE 140 V 470; vgl. auch Urteil
9C_458
/2015 vom 1
8.
August 2015 E. 3).
1
.3
Gemäss
Art.
34a
BVG kann d
ie Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und Invalidenleistungen kürzen, soweit diese zusammen mit anderen Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung sowie weiteren anrechenbaren Einkünften 90
Prozent des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteige
n (
Abs.
1).
Abs.
2 erster Satz bestimmt, treffen Leistungen nach diesem Gesetz mit gleich
artigen Leistungen anderer Sozialversicherungen zusammen, so findet Artikel 66 Absatz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG) Anwendung.
Gemäss
Abs.
3 gelten f
ür die Vorleistung d
ie Artikel 70 und 71 ATSG
.
1.4
Nach
Art.
70 ATSG
k
ann die berechtig
te Person Vorleistung verlangen, wenn
ein
Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen
begründet
, aber Zweifel darüber
bestehen
, welche Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat
(
Abs.
1).
Gemäss
Abs.
2
l
it. d dieser Bestimmung
ist
die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge nach BVG
vorleistungspflichtig
für Re
nten, deren Über
nahme durch die
Unfall
-
beziehungsweise Milit
ä
rversicherung oder die berufliche Alters
-
, Hinterlassenen
?
und Invalidenvorsorge nach BVG umstritten ist.
2.
2.1
Die
Kläger
in begründete ihre
Klage im Wesentlichen
damit
(
Urk.
1 S. 7
f.
),
dass sie die Beklagte mehrmals aufgefordert habe, ihre Leistungen zu erbringen. Diese habe letztmals mit Schreiben vom 2
7.
April 2021 allfällige Ansprüche endgültig zurückgewiesen und ausdrücklich
verneint,
vorleistungspflichtig zu sein. Dabei
wolle
die Beklagte vor einem endgültigen Entscheid der Unfallversicherung noch keine Leistungen ausrichten
beziehungsweise
berechnen. Es sei zwar korrekt, dass
–
solange in dieser Sache kein Entscheid ergangen sei
–
die Beklagte keine Über
entschädigu
ngsberechnung erstellen könne, d
ie Beklagte bestreite
aber
auch
eine
allfällige Vorleistungspflicht,
die
vorliegend
aber greife. Denn
wenn nach
Art.
70
Abs.
1
ATSG
klar
sei
, dass Leistungen zu erbringen
seien
, aber unklar
sei
,
welcher
Versicherungszweig
die
se
zu bezahlen
habe
,
könne
die versicherte Person Vor
leistungen verlangen.
Sie könne deshalb bei
der Beklagten
gestützt auf Art. 70 Ab
s. 2 lit.
d ATSG
Vorleistungen verlangen,
wozu
sie
diese
mit mehreren Schreiben bereits
aufgefordert
habe
(S.
7 f
f
.
)
. Wie hoch die Vorleistungen der Beklagten konkret seien,
habe
sie
mangels entsprechender Unterlagen
noch nicht eruieren
können
,
und deshalb
orientier
e
sie
sich
an der Berechnung der
BVK
(S.
11).
2.2
Die Beklagte
führte
dagegen
in ihrer Klageantwort
aus
(
Urk.
7
S. 3
),
s
ie
(
bezie
hungsweise
die
BVK
als Vorkasse)
habe ihre Leistungszuständigkeit anerkannt und werde nach rechtskräftigem Abschluss im Verfahren des Unfallversicherers eine Überentschädigungsberechnung erstellen und basierend darauf einen Leis
tungsentscheid erlassen
. Das von der Klägerin gestellte Rechtsbegehren um Aus
richtung einer Invalidenrente in der Höhe von
monatlich Fr. 1'183.70 und einer Kinderrente von monatlich Fr. 236.75
pro Kind sei daher vollumfänglich abzu
weisen
.
Vorliegend stehe damit eine Vorleistungspflicht
der
beruflichen Vorsorge (
Obli
gatorium
) gegenüber dem Unfallversichere
r
im Raum
,
welche sie
nunmehr
im Rahmen der BVG-Leistungen gemäss
Art.
34a
Abs.
3 BVG in Verbindung mi
t
Art.
70/71 ATSG gegenüber der Klägerin anerkenne
.
Der Anspruch der Klägerin auf eine Invalidenrente bestehe ab 1. November 2017, zahlbar nach Ablauf der Kranken-/Unfallgeldzahlungen per 29. Oktober 201
7.
Die
BVG-
Invalidenrente
belauf
e
sich dabei ab
1.
November 2017
bis 3
1.
Dezember 2019
auf
monatlich
Fr.
288.60 und
ab
1.
Januar 2020 auf
Fr.
293.8
0.
Die BVG-Invalidenkinderrente
betrage bis 3
1.
Dezember 2019 monatlich
Fr.
57.75 und
ab
1.
Januar 2020
Fr.
58.7
5.
Aufgrund einer Abtretungserklärung vom 1
5.
Oktober 2019 seien die rückständigen Rentenleistungen für den Zeit
raum ab
1.
Oktober 2018 bis 30.
April 2021 bis zum Betrag von
Fr.
67'449.10 di
rekt auf das Konto der Stadt
Y._
zu überweisen.
Da
sich
die vorerwä
hnten BVG-Renten
leistungen
für den erwähnten Zeitraum auf insgesamt
Fr.
11'824.80
belie
fen, seien
diese
der Stadt
Y._
auszuzahlen
. Die BVG-Invalidenleistungen für den Zeitraum vom 30. Oktober 2017 bis 30. September 2018 sowie ab 1. Mai 2021 würden direkt der Klägerin ausgerichtet
(S.
4 f.
).
2.3
In ihrer
Replik
führte die Klägerin aus (
Urk.
12 S. 4), die Beklagte
sowie die Vorkasse
(
BVK
)
hätten ihre Leistungszuständigkeit anerkannt und die Beklagte aner
kenne ihre Vorleistungspflicht. Die Rentenleistungen der Periode vom 30.
Ok
to
ber 2017 bis
3
0.
September 2018
sowie ab Mai 2021 stünden ihr damit zu. Die von der Beklagten errechnete
n
Rentenhöhe
n
von Fr. 288.60 und Fr. 293.80
(Invalidenrente)
sowie
von
Fr. 57.75 und Fr. 85.75
(Invalidenkinder
rente)
pro Monat würden
aber bestritten.
Aus dem Schreiben der
BVK
vom 2
3.
Juli 2020
gehe
hervor, dass ihr eine monat
liche BVG-Invalidenrente von
Fr.
1'
183.70 und Kinderrenten von Fr.
236.75
pro Monat
zu
stünden
.
Sie sei
angesichts der
im Zeitpunkt der Anschlussvertrags
kündigung
bereits bestehenden Arbeitsunfähigkeit
als
Rentenbezügerin
im Sinne von Art.
53e
BVG
zu behandeln
und somit sei im vorliegenden Verfahren zu klären, was mit ihr (als Teil des Rentnerbestandes) passiere
(Verbleib bei der bisherigen oder Wechsel zur neuen Vorsorgeeinrichtung)
.
Allenfalls sei
nicht die Beklagte leistungspflichtig, sondern die
BVK
als Vorkasse
, weshalb diese beizu
laden sei
.
Sie dürfe indes
aufgrund des Wechsels der Vorsorgeeinrichtung nicht schlechter gestellt werden, mithin sei ihr stets der Rentenbetrag gemäss Schreiben der
BVK
vom 23. J
uli 2020 geschuldet (S. 5 ff.).
2.4
Die Beklagte hielt
duplicando
fest (
Urk.
17
S. 3 ff.
), es bestehe lediglich insofern eine Koordination zwischen der beruflichen Vorsorge und der Unfallversicherung, als ersterer eine Vorleistungspflicht im Rahmen des BVG-Minimums obliege
. D
ieser Pflicht komme sie nach.
Darüber
hinausgehende
Pflichten bestünden
ihrerseits
zurzeit
hingegen
nicht und ihre
reglementarische Leistung
spflicht zu gegebener Zeit
sei
denn
auch gar nicht strittig
.
Dabei
sei zu ergänzen
, dass eine Leistungszahlung ab
1.
Mai 2021 bis Monatsende des Folgemonats zufolge einer Abtretungserklärung betreffend BVG-Leistungen vom 3
0.
August 2021
(vgl. Urk. 18/1)
an die Stadtkasse
Y._
gehe.
Was die Höhe der Vorleis
tungspflicht
betreffe, halte sie an der in der Klageantwort dargelegten Höhe der BVG-Invalidenrente und BVG-Invalidenkinderrenten fest.
Im Weiteren
sei der Übertritt der Klägerin von der
BVK
in die Beklagte per
1.
Januar 2017 nicht strit
tig und es bestehe
auch
kein Anlass
,
den Anschlussvertrag der Beklagten oder den Übernahmevertrag zu edie
ren
oder die
BVK
beizuladen
.
Da die Klägerin
gemäss Verfügung der IV-Stelle vom 6. August 2020
ab
1.
Juni 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe
,
sei sie ab diesem Zeitpunkt als Rentnerin anzusehen und folglich sei sie auch zum Zeitpunkt des Anschlusswechsels Inva
lidenrentnerin und daher von der Bestimmung in
Art.
53e
Abs.
4
bis
BVG erfasst gewesen
.
3.
3.1
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass
aufgrund der
seit
1.
Juni 2016
zuge
sprochenen
ganze
n
R
ente
der eidgenössischen Invalidenversicherung
(Verfügung der IV-Stelle vom 6. August 2020, Urk. 2/3)
die Klägerin Anspruch auf
Invali
denl
eistungen der beruflichen Vorsorge
gegenüber
der
Beklagte
n respektive der
BVK
als
Vorkasse
hat
.
Diese haben i
hre grundsätzliche
Leistungspfli
c
ht
denn auch bereits
in den
Schreiben vom
2
3.
Juli 2020 (
Urk.
2/2)
respektive 22. September 2020 (Urk. 8/2) und 27. April 2021 (Urk. 2/4)
anerkannt
, wobei die Beklagte f
ür den Zeitpunkt des Vorliegens eines rechtskräftigen Entscheids
des Unfallver
sicherers
eine Überentschädigungsberechnung sowie die Ausrichtung der entspre
chenden Rente
n
in Aussicht
stellte
.
Mit Klageantwort hat die Beklagte sodann ihre Vorleistungspflicht
gemäss Art.
34a
Abs. 3 BVG in Verbindung mit Art. 70 Abs. 2 lit. d und Art. 71 ATSG
anerkannt (vgl.
Urk.
7 S. 4
Ziff.
11
, vgl. auch Urk. 17 S. 3
Ziff.
5
)
.
Eine
über die Vorleistungspflicht hinaus
gehende Leistungspflicht der Beklagten steht vorlie
gend nicht zur Diskussion
.
Z
u prüfen
ist
damit einzig
,
in
welchem Umfang
die
V
orleistungen
der beruflichen Vorsorge
zu erbringen u
nd der Klägerin aus
zurichten sind
.
3.2
Treffen Leistungen nach dem BVG mit gleichartigen
Leistungen anderer Sozial
versicherungen zusammen, so findet
gemäss
Art.
34a
Abs.
2
Satz 1
BVG
Art.
66
Abs.
2 ATSG Anwendung. Danach werden Renten und Abfindungen nach den Bestimmungen des jeweiligen Einzelgesetzes und in nachstehender Reihenfolge gewährt: a. von der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
oder der Invaliden
versicherung; b. von der Militärversicherung oder der Unfallversicherung; c. von der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge nach BVG.
Begründet ein Versicherungsfall einen Anspruch auf Sozialversicherungsleis
tungen, bestehen aber Zweifel darüber, welche Sozialversicherung die Leistungen zu erbringen hat, so kann die berechtigte Person Vorleistung verlangen
(Art. 70 Abs. 1 ATSG).
D
ie berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge nach BVG
ist
vorleistungspflichtig
für Renten, deren Übernahme durch die Unfall- beziehungsweise Militärversicherung oder die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge nach BVG umstritten
ist
(
Art.
70
Abs.
2 lit. d ATSG
;
vgl. E. 1.3 und E. 1.4 hiervor)
.
Dabei spricht b
ereits die gleichlautende Wortwahl
nach
Art.
66
Abs.
2 lit. c ATSG
und
Art.
70
Abs.
2 lit. d
ATSG
dafür, d
ass bei der Leistungskoordination
aus
schliesslich der
Obl
igatoriumsbereich
der
beruflichen Vorsorge erfasst wird
. D
ies war
auch
die
Intention der parlamentarischen Redaktionskommission bei der vor
genommene
n
Neufassung
von
Art.
70
ATSG
,
mit der eine Parallelität zwischen den beiden Gesetzesbestimmungen hergestellt werden sollte
(
vgl.
Kieser
, ATSG
-Kommentar,
4.
Aufl., 2020, N 49 zu
Art.
70
ATSG, mit
Hinweisen; BGE 116 V 189 ff.
)
.
Eine
darüber hinausgehende
Regelung im Sinne, dass sich die Vorleis
tungspflicht nach
Art.
70
Abs.
2 lit. d ATSG auch auf den überobligatorischen Leistungsbereich erstreckt,
wäre
daher im Reglement
vorzusehen,
was regelmäs
sig nicht der Fall ist (vgl.
Kieser
,
a.a.O.
,
N 51). Dies gilt auch vorliegend, nachdem das
V
orsorgereglement
(Ausgabe
2017
)
der Beklagten
in
Art.
40
(
Urk.
18
/2
)
die Vorleistungspflicht auf die BVG-Minimalleistungen beschränkt.
3.3
D
ie Vorl
eistungspflicht der B
eklagten beschränkt sich damit auf die
gesetzlichen (
obligatorischen
)
Invalidenl
eistungen
nach BVG
,
bis rechtskräftig über den Anspruch
der Klägerin
auf Rentenleistungen der Unfallversicherung
–
vgl. dazu die beim Bundesgericht hängige Beschwerde gegen das Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts
(
Proz
ess
-
Nr.
UV.2020.00165
)
vom 1
9.
Mai 2021
(
Urk.
20
)
–
ent
schieden ist
.
3.4
3.4
.1
D
ie B
eklagte beziffert ihre
obligatorischen
Leistungen für den Zeitraum ab
1. November 2017
bis 3
1.
Dezember 2019 mit
monatlich
Fr.
288.60
für die
BVG-Invalidenrente und
Fr.
57.75
für
die
BVG-Invalidenkinderrente
sowie
ab
1.
Januar 2020
mit monatlich
Fr.
293.80 (BVG-Invalidenrente) und
Fr.
58.75
(BVG-Invalidenkinderrente)
. Da
raus
errechnete sie
eine Nachzahlung bis 3
1.
Juli 2021 von
Fr.
17'327.65, welche im Umfang von
Fr.
11'824.80
aufgrund einer Abtretungserklärung
vom 15. Oktober 2019 an die
Stadt
Y._
zu
überweisen
sei (vgl.
Urk.
7 S. 4
f. Ziff. 14 f.
,
Urk.
8/5 und
Urk.
8/6).
Hinzu komme eine Leistungszahlung ab Mai 2021 bis Monatsende des Folgemonats
, die
auf
grund
einer weiteren Abtretungserklärung
vom 30. August 2021 an die Stadt
Y._
gehe
(
Urk.
17 S. 3
Ziff. 6
und
Urk.
18/1).
Andere
B
erechnungs
grundlagen, aus denen sich
die Rentenhöhe errechnen lässt
,
reichte die Beklagte nicht ein und sind
nicht bei den Akten.
3.4
.2
Die Klägerin beantragt demgegenüber
(
Urk.
1 S. 2
, vgl. auch Urk. 12 S. 2, 5 und
7
) unter Bezugnahme auf
das
Schreiben der
BVK
vom 2
3.
Juli 2020 (
Urk.
2/2)
,
es stünden
ihr
eine
monatliche Rente von
Fr.
1'183.70 und monatliche Kinderrenten von
Fr.
236.75
pro Kind
zu
.
3.5
Wie die Beklagte zu Recht festhält
(Urk. 17 S. 3 f. Ziff. 7 f.)
,
handelt es sich
bei den genannten
Rentenbetreffnissen
nicht
um
die gesetzlichen (obligatorischen)
Renten
leistungen
nach BVG
, die im Rahmen der Vorleistungspflicht zu erbringen sind, sondern um
reglementarische
Leistungen
im überobligatorischen Leistungs
bereich der
Vorsorgeeinrichtung.
Im Zusammenhang mit der
Vorleistungspflicht
bilden diese
nicht Streitgegenstand
und
damit
besteht auch kein Anlass
,
die
BVK
als Vorkasse zum Prozess beizuladen und den Anschlussvertrag
der Beklagten oder den Übernahmevertrag zu edieren
, da reglementarische Leistungen gegen
wärtig nicht zur Diskussion stehen
.
Die Verrechnungsanträge der Stadt
Y._
blieben sodann
durch die Klägerin
unbestritten.
4
.
D
ie Beklagte
anerk
annte
mit Klageantwort vom 16. August 2021
(Urk. 7 S. 4 Ziff. 11)
ihre
gesetzliche
Vorleistungspflicht
und
verpflichtete sich,
die
gesetz
lichen (obligatorischen)
Leistungen
nach BVG ab 1. November 2017
unter
Vor
behalt
der zur Verrechnung
zu bringenden
Beträge (Abtretungserklärungen vom 15. Oktober 2019 und 30. August 2021,
Urk.
8/5-6 und 18/1
)
aus
zurichten
.
In diesem Umfang ist d
er Prozess
infolge
Anerkennung
der Klage abzuschreiben.
D
ie
Festsetzung
der
Leistungen
in
masslicher
Hinsicht
kann
mangels
aktenkun
diger
Berechnungsgrundlagen nicht abschliessend beurteil
t werden
. D
ie K
lägerin beanstandet
e
in diesem Zusammenhang
die Leistungshöhe
einzig dahingehend, dass die
reglementarischen
Leistungen
der
BVK
gemäss
deren
Schreiben vom 23. Juli 2020 (Urk. 2/2)
zu erbringen
seien, was
indes
nach dem Ausgeführten
nicht zutrifft und
insoweit
zur Abweisung der Klage führt
.
Es
bleibt
einstweilen
der Beklagten überlassen
,
der Klägerin
die B
erechnung
sgrundlagen
bezüglich der
im Rahmen der Vorleistungspflicht geschuldeten
gesetzlichen
(obligatorischen)
Leistungen
nach BVG
aufzuzeigen
; in einem allfällig diesbezüglich sich erge
benden Streitfall stünde der Klägerin erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
5.
Gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) haben die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat d
ie vertretene Klägerin Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung, welche aufgrund ihre
s teilweisen Obsiegens auf
Fr.
1’5
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen ist.