# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8c9be00f-7017-4928-a673-e6265a4cf621
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) X. und Y.Z. sind Eigentümer des 1'202 m grossen Grundstücks Nr. 0000, das
gemäss Zonenplan der Gemeinde Goldach vom 19. Juni 1992 in der Wohnzone W3
liegt. Die Liegenschaft ist mit einem Einfamilienhaus aus den frühen 70er Jahren
überbaut und befindet sich am Ende der D.-strasse, Gemeindestrasse 2. Klasse. Im
nordwestlichen Teil ist sie mit einem Wendehammer belegt, der ebenfalls klassiert ist.
b) Am 10. Februar 2012 reichten die Grundeigentümer ein Gesuch für den Abbruch des
eingeschossigen Wohnhauses und den Neubau eines viergeschossigen
Mehrfamilienhauses samt Gartenhaus ein. Gemäss Plänen soll die Hauptbaute drei
Vollgeschosse, ein Attikageschoss sowie ein Untergeschoss samt Tiefgarage
aufweisen. Gegen dieses Vorhaben erhob der Eigentümer des östlich angrenzenden
Grundstücks Nr. 0001 am 7. März 2012 Einsprache. Er rügte insbesondere, das
geplante Mehrfamilienhaus verletze den grossen Grenzabstand und die Bestimmungen
zum Attikageschoss. Zusätzlich würden die Strassenabstandsvorschriften missachtet
und die Verkehrssicherheit gefährdet.
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c) Der Gemeinderat Goldach erteilte am 16. Mai 2012 die nachgesuchten
Bewilligungen unter Bedingungen und Auflagen, wobei er das Gesuch betreffend
Einbau eines WC im Gartenhaus abwies und auch das auf dem Attikadach geplante
Geländer nicht bewilligte. Er verlangte zudem, dass die private Verkehrsfläche auf dem
Baugrundstück optisch von dem mit einem Parkverbot belegten klassierten
Wendeplatz abgetrennt werde, sei es mit einer Markierung oder einem eingelassenen
Randstein. Die Einsprache wies er ab.
B./ a) Dagegen erhob der Einsprecher am 1. Juni 2012 Rekurs beim Baudepartement
des Kantons St. Gallen, wobei er die kostenpflichtige Aufhebung des
Einspracheentscheids und der Baubewilligung verlangte.
b) Die Rekursinstanz holte am 20. Juli 2012 beim kantonalen Tiefbaumt einen
Amtsbericht ein. Aus dem entsprechenden Bericht des Kantonalen
Strasseninspektorats vom 7. August 2012 geht hervor, dass die Unterschreitung des
Strassenabstands ohne Weiteres möglich sei. Mit der Neugestaltung des
Wendeplatzes könne die Verkehrssicherheit entgegen den Ausführungen des
Rekurrenten sogar markant verbessert werden. Es empfahl jedoch, den Wendeplatz
noch deutlicher zu zeigen. Als problematisch erachtete das Amt die Sichtzonen für die
aus der Tiefgarage ausfahrenden Fahrzeuge. Das Bauvorhaben müsse deshalb leicht
angepasst bzw. die Sichtzonen verbessert werden (act. 8/9, B 2013/50).
c) Am 5. September 2012 führte die Rekursinstanz in Anwesenheit der
Verfahrensbeteiligten, des Tiefbauamts und der Kantonspolizei einen Augenschein
durch. In der Folge wurde der Eigentümer der nördlichen Parzelle Nr. 0002 angefragt,
für die Verbesserung der beeinträchtigten Sichtzone Hand zu bieten. Dieser erklärte
sich darauf bereit, den Anschlag seiner Parkplätze abzusenken (act. 8/18, B 2013/50).
d) Das Kantonale Strasseninspektorat kam in seiner Stellungnahme vom 9. Oktober
2012 zum Schluss, dass der Verkehrssicherheit mit den Anpassungen der Parkplätze
auf dem Nachbargrundstück und der zusätzlich geplanten Aufpflästerung der
betroffenen klassierten Strasse genügend Rechnung getragen werde und das
Bauvorhaben nunmehr bewilligungsfähig sei (act. 8/22, B 2013/50). Mit Beschluss vom
18. Dezember 2012 bewilligte der Gemeinderat im Planverfahren nach Art. 39 ff. des
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Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) die baulichen Massnahmen an der D.-
strasse zur Verbesserung der ungenügenden Sichtzone (act. 8/26 B 2013/50).
e) Darauf gab der Rekurssachbearbeiter dem Rekurrenten mit Schreiben vom
28. Dezember 2012 Gelegenheit, seinen Rekurs zurückziehen. Nachdem dieser mit
Schreiben vom 17. Januar 2013 aber auf einem Entscheid beharrte und die Bauherren -
trotz nötig gewordener Überarbeitung ihres Baugesuchs - mit Schreiben vom
24. Januar 2013 verlangten, dass eine allfällige Parteientschädigung des Rekurrenten
der Baubehörde auferlegt werde, hiess das Baudepartement den Rekurs im Sinn der

## Considerations

Erwägungen teilweise gut, wies diesen im Übrigen ab und ergänzte die Baubewilligung
mit der Auflage, dass das Strassenbauprojekt gemäss Beschluss des Gemeinderats
vom 18. Dezember 2012 sowie die Absenkung beim Parkplatz auf Grundstück Nr. 0002
bis spätestens zur Bauabnahme fertiggestellt sei. Die Verfahrenskosten auferlegte es
dem Rekurrenten zu vier Fünfteln, der Bauherrschaft zu einem Fünftel und verpflichtete
die Bauherrschaft, den Rekurrenten als im Ergebnis vollständig obsiegend
ausseramtlich zu entschädigen.
C./ Gegen den Rekursentscheid erhoben sowohl die Bauherrschaft als auch der
Rekurrent am 12. März 2013 beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Während die
erstere die kostenpflichtige Aufhebung ihrer Entschädigungspflicht und ihrerseits eine
anteilige Entschädigung verlangt, fordert der Nachbar weiterhin die kostenpflichtige
Aufhebung der Baubewilligung.
D./ Die Vorinstanz beantragt mit ihren Vernehmlassungen vom 7. Mai 2013, die
Beschwerden abzuweisen. Die Baubehörde verzichtet mit Vernehmlassung vom
17. Mai 2013 auf Anträge. Bezüglich der Beschwerde des Einsprechers nimmt sie keine
Stellung. Zur Beschwerde der Bauherren hält sie fest, dass die nachträglichen
Anpassungen im Rekursverfahren gar nicht nötig gewesen wären, um die gerügte
Verkehrssicherheit gewährleisten zu können. Dazu habe sie lediglich deshalb Hand
geboten, weil sie gehofft habe, der Rechtsstreit könne damit beendet werden. Ein
Anspruch des Rekurrenten auf eine Parteientschädigung ergebe sich daraus aber nicht.
E./ Die Beschwerdegegner 1 und der Beschwerdegegner 2 beantragen mit
Vernehmlassungen vom 3. Juni bzw. 20. Juni 2013 die kostenpflichtige Abweisung der
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jeweils anderen Beschwerde. Der Beschwerdeführer 2 nahm am 5. Juli 2013 zu den
Vorbringen der anderen Verfahrensbeteiligten nochmals Stellung. Darauf und auf die
übrigen von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) sachlich zur Behandlung der
gegen einen Entscheid des Baudepartementes erhobenen Beschwerde zuständig. Die
Beschwerdeverfahren B 2013/50 und B 2013/51 betreffen den gleichen
Streitgegenstand, wobei sie die gleichen Tatbestands- und zum Teil die gleichen
Rechtsfragen aufwerfen. Es rechtfertigt sich somit, die beiden Beschwerden in einem
einzigen Entscheid zu behandeln. Als Adressaten des Rekursentscheids sind die
Beschwerdeführer 1 und 2 zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 12. März 2013 und
26. April 2013 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.
2. Es ist unbestritten, dass der Ersatz des bestehenden Einfamilienhauses durch ein
grösseres Mehrfamilienhaus dem Zonenzweck und der raumplanerischen Zielsetzung
einer zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens gemäss Art. 75
Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101) und Art. 1 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes
(SR 700, abgekürzt RPG) entspricht, zumal in der vorliegenden Wohnzone W3 die
Ausnützungsziffer 0,6 beträgt (Tabelle zu Art. 6 des Baureglements der Politischen
Gemeinde Goldach vom 30. März 1999, abgekürzt BauR) und das rund 1'200 m
grosse Baugrundstück mit dem heutigen kleineren Einfamilienhaus offensichtlich
unternutzt ist. Umstritten ist jedoch zunächst, ob das Grundstück im Sinn von Art. 49
Abs. 2 lit. a BauG und Art. 19 RPG strassenmässig hinreichend erschlossen sei bzw.
ob die Zu- und Wegfahrt zur Liegenschaft den verkehrspolizeilichen Ansprüchen
genüge
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2.1. Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so
beschaffen ist, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und der
geplanten Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern
sicheren Weg bietet und von den öffentlichen Diensten ungehindert benützt werden
kann und rechtlich gesichert ist (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern
2003, N 513).
2.2. Der Leiter Gemeindestrassen vom kantonalen Tiefbauamt führte in seinem
Amtsbericht vom 7. August 2012 aus, mit der geplanten Neugestaltung des
Wendeplatzes könne die Verkehrssicherheit markant erhöht werden. Auch sei es
möglich und im vorliegenden Fall richtig, dass die Ein- und Ausfahrt zur und aus der
Tiefgarage beim Wendeplatz angeordnet werde. Allerdings werde die Sichtzone eines
ausfahrenden Fahrzeugs aus der Tiefgarage gegen Norden durch den obersten
Parkplatz auf dem Nachbargrundstück Nr. 0002 leicht verdeckt. Sie könne aber
eingehalten werden, wenn dieser Parkplatz auf dem Nachbargrundstück um etwa einen
Meter ins Gelände verschoben werde (act. 8/9, B 2013/50). Das Gleiche bestätigte sich
am Rekursaugenschein vom 5. September 2012 in Anwesenheit von Vertretern des
Tiefbauamtes und der Kantonspolizei (act. 8/16, B 2013/50). In der Folge wurde der
Eigentümer des Nachbargrundstücks Nr. 0002 angefragt, ob er dazu Hand biete.
Dieser erklärte sich am 20. September 2012 zur nötigen Absenkung des Anschlags
bereit. Der Gemeinderat seinerseits beschloss am 18. Dezember 2012 eine Anpassung
bzw. eine Aufpflästerung der D.-strasse, damit die wegfahrenden Fahrzeuge weiter in
die Strassenmitte fahren müssten, so dass sich ihr Sichtfeld beim Abbiegen zusätzlich
erweitere. Weil das entsprechende Strassenbauprojekt klein war und kein
Kostenverlegungsverfahren durchgeführt werden musste, verzichtete der Gemeinderat
gestützt auf Art. 41 Abs. 2 StrG auf ein Auflageverfahren, worauf das Projekt
unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
2.2. Am 9. Oktober 2012 bestätigte das Tiefbauamt in einem zweiten Amtsbericht, dass
die verkehrspolizeilichen Anforderungen mit diesen nachträglichen Anpassungen erfüllt
seien und das Baugesuch aus verkehrstechnischer Sicht damit bewilligungsfähig sei
(8/22, B 2013/50). Folgerichtig verknüpfte die Rekursinstanz die Baubewilligung mit
diesen beiden Anpassungen mittels einer entsprechenden verbindlichen Auflage, womit
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der im Rekursverfahren festgestellte Mangel hinsichtlich der hinreichenden
strassenmässigen Erschliessung nachträglich behoben werden konnte.
2.3. Der Beschwerdeführer 2 vertritt die Meinung, das eigentliche Hauptproblem liege
darin, dass heute ständig auf dem Wendeplatz parkiert werde. Davon abgesehen, dass
die geplante Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage neu über diesen Wendeplaz führen wird
und folglich hier künftig gar nicht mehr parkiert werden kann, ist die Bauherrschaft
gemäss Auflage Nr. 11 der Baubewilligung vom 16. Mai 2012 ausdrücklich dazu
verpflichtet, die private Verkehrsfläche auf dem Baugrundstück optisch vom bereits
heute mit einem Parkverbot belegten öffentlich klassierten Wendeplatz abzutrennen.
Dazu kommt, dass allein die Befürchtung des Beschwerdeführers 2, man werde auch
künftig nicht immer auf dem klassierten Wendeplatz wenden (können), es nicht
rechtfertigt, deswegen das Baugesuch abzuweisen. Sollte der öffentliche Wendeplatz
trotz optischer Abtrennung weiterhin nicht immer zum Wenden zur Verfügung stehen,
wäre es vielmehr an den Behörden, vermehrte Kontrollen durch die Polizei zu
veranlassen und nötigenfalls weitere Verkehrsanordnungen zu treffen bzw. den
öffentlichen Wendeplatz mit einer entsprechenden Tafel zu kennzeichnen (vgl. dazu
VerwGE B 2004/22 vom 2. Dezember 2004 E. 3d cc, abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
2.4. Ohne auf die Begründung der Vorinstanz zur Bedeutung von privaten Richtlinien
bzw. konkret zur VSS-Norm 640 273a einzugehen, behauptet der Beschwerdeführer 2
auch im vorliegenden Verfahren wieder, der Strassen- und Wendeplatzplan halte die
Schweizer Norm SNV 40243 nicht ein. Bei der genannten Regelung handelt es sich
aber um keinen Rechtssatz, sondern um eine blosse Richtlinie, deren Anwendung im
Einzelfall dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhalten muss, weshalb die
Norm im konkreten Fall nicht ungeachtet der tatsächlichen Verhältnisse zu Grunde
gelegt werden kann (VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010 E. 3.3., abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch). Konkret liegt das Baugrundstück am Ende einer schmalen
Sackgasse, wo situationsbedingt nur Schritttempo gefahren werden kann. Das
Problem mit den auf dem klassierten Wendeplatz parkierten Autos wird sich dank dem
Bauvorhaben von selbst erledigen, wobei zusätzlich verlangt wird, dass die klassierte
Fläche von der privaten optisch abgetrennt werde. Die erforderliche Verkehrssicherheit
ist damit hinreichend gewährleistet, selbst wenn der Wendeplatz nicht normkonform
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sein sollte. Dem Beschwerdeführer 2 ist zuzustimmen, dass ein Wendehammer keine
ebenso ideale Wendeanlage ist wie dies zum Beispiel ein Wendekreis oder eine
Wendeschlaufe wären, wo in einem Zug gewendet werden kann. Die seit langem
gegebenen Umstände lassen vorliegend aber keine bessere Strassenraumgestaltung
zu. Hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit des Bauprojekts ist es aber auch nicht nötig,
dass dieses die bestmögliche Erschliessung aufweist. Für dessen Bewilligungsfähigkeit
ist einzig erforderlich, dass dem Bauvorhaben keine im öffentlichen Recht begründeten
Hindernisse im Wege stehen (Art. 87 Abs. 1 BauG). Dies ist mit den nachträglichen
Änderungen nun der Fall. Allein dadurch, dass die geplante Tiefgaragenausfahrt über
den Wendeplatz führen wird, erfährt dieser in seiner eigentlichen Funktion als Kehrplatz
keine Änderung bezüglich des Nutzerkreises, weshalb er ohnehin nicht neu auf seine
Normkonformität überprüft werden muss. Dazu kommt, dass die Fachleute im
Gegenteil übereinstimmend bestätigt haben, dass die Verkehrssicherheit durch dessen
Neugestaltung markant erhöht werde, auch wenn sich die Sichtzonen im unteren
Bereich des empfohlenen Rahmens bewegen. Dazu hat die Vorinstanz sodann
überzeugend ausgeführt, dass die Ausfahrt des Baugrundstücks bloss einem kleinen
Benützerkreis zur Verfügung stehe und dass die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit
auf Grund der konkreten Verhältnisse kaum Schritttempo betrage (vgl. dazu E. 5.2 des
angefochtenen Rekursentscheids).
2.5. Aus dem Gesagten folgt, dass das Baugrundstück strassenmässig hinreichend
erschlossen ist.
3. Weiter umstritten ist, ob das Bauvorhaben den vorgeschriebenen Grenzabstand und
die vorgesehene Geschosszahl einhalte und ob der gesetzliche Strassenabstand
ausnahmsweise unterschritten werden dürfe.
3.1. Der Grenzabstand von Gebäuden ist nach Art. 56 Abs. 1 des Baugesetzes (sGS
731.1, abgekürzt BauG) die kürzeste Entfernung zwischen Fassade und Grenze, wobei
im Grundriss gemessen wird. Unterirdische Bauten können grundsätzlich bis zur
Grenze gestellt werden (Art. 56 Abs. 4 BauG).
3.1.1. Gemäss Tabelle von Art. 6 BauR beträgt der kleine Grenzabstand in der
Wohnzone W3 6 m und der grosse 12 m. Art. 9 BauR konkretisiert, dass der grosse
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Grenzabstand auf die am meisten gegen Süden orientierte Hauptwohnseite, der kleine
auf die übrigen Gebäudeseiten einzuhalten ist. Weist eine Baute annähernd
gleichwertige Hauptwohnseiten auf, kann der Gemeinderat die Aufteilung der Summe
des grossen und kleinen Grenzabstands auf beide Fassaden gestatten.
3.1.2. Wie die Vorinstanz dazu richtig ausführt, erfüllt der Grenzabstand öffentliche als
auch nachbarschützende Funktionen (vgl. act. 2 E. 2.2 mit Hinweis). Bei der Auslegung
des unbestimmten Begriffs "Hauptwohnseite" knüpft sie an die Nutzung der hinter den
entsprechenden Fassaden liegenden Räume an und stellt in diesem Zusammenhang
fest, dass die Nutzung des Wohn- und Essbereichs regelmässig ausgeprägter sei als
die der Schlafzimmer und der weiteren Nebenräume. Die nutzungsintensiven Räume
seien vorliegend allesamt auf die Südostseite ausgerichtet und dementsprechend von
dieser Seite her durch grosse Fensterfronten belichtet. Auf dieser Seite befänden sich
auch die Aussenräume, der Sitzplatz im Erdgeschoss und die Balkone und Terrasse in
den Obergeschossen. Demgegenüber weise die Südwestseite drei verhältnismässig
kleinflächige Fenster auf. Auch die Nordostseite, auf der sich die Schmalseite der
Küche, ein Schlafzimmer samt Dusche/WC und das Treppenhaus befänden, verfüge
bloss über drei Fenster. Daraus folge, dass die Südostfassade die Hauptwohnseite
darstelle. Folglich müsse diese den grossen Grenzabstand einhalten. Dies sei
vorliegend der Fall. Mithin seien sämtliche Grenzabstände eingehalten.
3.1.3. Der Beschwerdeführer 2 bestreitet, dass bei der Festlegung des grossen
Grenzabstands auf die Nutzung hinter der Fassade abgestellt werden dürfe.
Entscheidend sei einzig deren Länge. Er beruft sich dabei auf den St. Galler
Baurechtskommentar, wonach der grosse Grenzabstand in der Regel auf die am
Stärksten nach Süden gerichtete Längsfassade oder Hauptwohnseite einzuhalten sei
(B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 625). Allein daraus lässt
sich jedoch nicht ableiten, dass die Hauptwohnseite identisch mit der Längsseite sei.
Die Konjunktion "oder" besagt im Gegenteil, dass von den aufgezählten Möglichkeiten
"Längsfassade" resp. "Hauptwohnseite" die eine oder andere relevant sei bzw. dass
man sich für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden könne (vgl. www.duden.de).
Davon, dass es sich dabei um Begriffspaare mit gleicher Bedeutung handle, wie der
Beschwerdeführer behauptet, kann somit keine Rede sein. Während mit dem Begriff
"Längsfassade" das Gegenteil zur "Schmalseite" gemeint ist, wird mit
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"Hauptwohnseite" jener Gebäudeteil bezeichnet, wo die Hauptaktivitäten des Wohnens
stattfinden.
3.1.4. Die Politische Gemeinde Goldach hat sich für das Kriterium der Hauptwohnseite
entschieden. Daran ändern auch die Hinweise und Erläuterungen zu Art. 9 BauR nichts.
Davon abgesehen, dass sich die Genehmigung des Reglements durch das
Baudepartement regelmässig nicht auf die entsprechenden Skizzen und Erläuterungen
erstreckt, sondern einzig auf die verschiedenen Artikel, kann mit den stark
vereinfachten Skizzen ohnehin bloss jener Sonderfall dargestellt werden, wo die
Hauptwohnseite wie vorliegend auch die Längsseite ist. Auch wenn dies tatsächlich
regelmässig der Fall sein dürfte, ist es ohne Weiteres möglich, dass je nach den
örtlichen Verhältnissen eine der Kurzseiten als Hauptwohnseite ausgestaltet wird.
Daran ändert auch die Möglichkeit nach Art. 9 Satz 2 BauR nichts, wonach die Summe
des grossen und kleinen Grenzabstands auf beide Fassaden aufgeteilt werden kann,
wenn eine Baute annähernd gleichwertige Hauptwohnseiten aufweist. Diese
Möglichkeit setzt weder vom Wortlaut noch vom Sinn und Zweck der Bestimmung her
annähernd gleich lange Seiten voraus, auch wenn wiederum bloss dieser Fall
skizzenhaft dargestellt werden kann. Verlangt wird einzig, dass es sich um annähernd
gleichwertige Hauptwohnseiten handelt. Die Länge spielt dabei grundsätzlich keine
Rolle. Mithin kommt die vom Beschwerdeführer 2 vorgebrachte angebliche Praxis,
wonach bei der Aufteilung des grossen und kleinen Grenzabstands die Fassadenlänge
nicht um mehr als zehn Prozent abweichen dürften, zum Vornherein höchstens bei
Baureglementen zum Tragen, welche die Fassadenlängen, nicht aber die
Hauptwohnseiten als massgebend für die Verteilung der Grenzabstände erklären.
3.1.5. Der Beschwerdeführer 2 beruft sich weiter auf VerwGE B 2010/211 vom 12. April
2011 (www.gerichte.sg.ch). In jenem Fall wird bei der Auslegung des Begriffs
"Hauptwohnseite" in E. 2.1.3. aber ebenfalls nicht auf die Länge der Fassaden
abgestellt, sondern wie vorliegend auf die Nutzung der Räume. Nebst der Nutzung
waren dort zudem die Aussicht (Seesicht) sowie die Belichtung (ausgeprägte Nordlage)
und die Besonnung (Abendsonne) von Bedeutung. Daran vermag auch nichts zu
ändern, dass dem zu beurteilenden Bauvorhaben ein nahezu quadratischer Grundriss
zu Grunde lag. Wie hier war die Bewilligungsbehörde auch in jenem Fall frei, bei
gleichwertigen Fassaden eine allfällige hälftige Aufteilung zuzulassen (act. 7/9, B
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2013/51; Art. 10 BauR). Allein die Tatsache, dass die Baubehörde dort anders als hier
ausdrücklich befugt war, in Zweifelsfällen zu bestimmen, welche Gebäudeseite die
massgebliche sei, ändert daran nichts.
3.1.6. Der Beschwerdeführer 2 macht weiter geltend, seinerzeit habe er einer
Reduktion des grossen Grenzabstands nur deshalb zugestimmt, weil das heutige
Wohnhaus lediglich eingeschossig erstellt worden sei und die Besonnung seiner
Liegenschaft dadurch nicht betroffen worden sei. Dieser Einwand ist aber ebenfalls
nicht massgeblich. Zum einen waren damals die rechtlichen Grundlagen nicht die
selbigen, weil unter anderem damals ein anderes Baureglement in Kraft war. Zum
anderen handelt es sich vorliegend um keine Erweiterung des heute noch bestehenden
Gebäudes, sondern um einen Neubau bzw. um ein gänzlich anderes Bauvorhaben mit
einem unterschiedlichen Grundriss, so dass nebst den rechtlichen auch die
tatsächlichen Verhältnisse von Vornherein nicht vergleichbar sind.
3.1.7. Der Beschwerdeführer 2 wehrt sich schliesslich dagegen, dass bei der
Bestimmung der Hauptwohnseite die Aussenräume und die Küche als Hauptwohnraum
mitberücksichtigt werden. Anders als noch in den frühen 80er Jahren wird die Küche
heute durchwegs zum Wohnbereich gezählt. Dies schlägt sich in deren zunehmenden
Quadratmeterzahlen nieder, so dass es heute praktisch Standard geworden ist, dass
man von einer Wohnküche und nicht mehr bloss von einer eigentlichen Küche spricht,
wo man heute regelmässig frühstückt und zumindest wochentags auch mittags und
abends isst. Alsdann ist es heutzutage geradezu der Regelfall, dass der Wohnbereich
"loftartig" erstellt wird, wobei dieser aus einem grossen Raum zum Wohnen, Essen und
Kochen besteht. Auch die vorliegenden Grundrisse weisen solche "offene" Küchen auf.
Dementsprechend ist diesem grossen Raum mit Dreifachnutzung auch der jeweilige,
praktisch gleich grosse Aussenbereich gegenübergestellt, der lediglich durch eine
bodentiefe Glasfront abgetrennt wird und sich dank mobiler ganzwandiger
Fensterfronten mit dem Wohnbereich im Innern verbinden lässt.
3.1.8. Mithin handelt es sich bei der vorliegenden Südostseite augenscheinlich um die
für den grossen Grenzabstand massgebliche Hauptwohnseite. Daran vermag auch
nichts zu ändern, dass die nach Südosten ausgerichteten Balkone die Belichtung und
Besonnung der darunterliegenden Wohnungen im Wohnbereich beschränken. Dass die
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Hauptwohnseite dabei kürzer ausgefallen ist als die beiden Seitenfassaden, wo
hauptsächlich die Schlaf-, Neben- und Erschliessungsräume angeordnet sind, ergibt
sich einzig aus der speziellen Grundstücksform, die gegen Südosten spitzförmig
zuläuft, und ist auf Grund des massgeblichen Baureglements ohne Belang.
3.1.9. Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen, dass
der grosse Grenzabstand nach Südosten einzuhalten ist und das Bauvorhaben somit
die reglementarischen Grenzabstände einhalt.
3.2. In der Wohnzone W3 sind maximal drei Vollgeschosse möglich (Tabelle zu Art. 6
BauR). Umstritten ist, ob das geplante Attikageschoss als Dachgeschoss gezählt
werden kann oder als unerlaubtes viertes Vollgeschoss gelten muss.
3.2.1. Art. 13 Abs. 2 BauR definiert als Dachgeschoss das Geschoss im Dachraum
eines Gebäudes mit Schrägdach. Bei einem Flachdachhaus muss das Attikageschoss
an den Längsseiten unter einem Winkel von 55° vom Schnittpunkt der Fassade mit der
Dachhaut über dem obersten Vollgeschoss zurückliegen. Anders als beim
Grenzabstand, der an den Begriff der Hauptwohnseite anknüpft, spielt bei der
Festlegung der Geschossigkeit die Längsseite (zur Unterscheidung zur Stirnseite) eine
massgebliche Rolle.
3.2.2. Im Zusammenhang mit der Bestimmung der Geschosszahl äussert sich das
Baureglement nicht dazu, wie die Seitenlängen bei abgesetzten und gegliederten
Fassaden zu berechnen sei. Demgegenüber bestimmt Art. 14 BauR, dass sich die
Gebäudelänge bei solchen Fassaden nach der senkrechten Projektion auf eine gerade
Linie bemesse, die der Verlängerung des längsten geraden Teils dieser Fassade
entspreche. Art. 13 Abs. 2 BauR besagt einzig, dass das Attikageschoss an den
Längsseiten um den vorgegebenen Winkel zurückspringen müsse. Es bestimmt aber
nicht an welchen, wenn es sich beim Bauvorhaben - wie vorliegend - um kein
gewöhnliches vierseitiges rechtwinkliges Polygon handelt.
3.2.3. Vorschriften betreffend die Dachgestaltung und die Umschreibung der
Geschosse gehören zum klassischen Baupolizeirecht und schützen sowohl öffentliche
wie auch private nachbarliche Interessen. Sie dienen insbesondere auch der
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Nutzungsbeschränkung und ästhetischen Anliegen (VerwGE B 2009/104 vom
28. Januar 2010 E. 2.3.2., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Art. 13 BauR ist auf den
Regelfall eines rechteckigen Gebäudes mit vier Fassaden und zwei Längsseiten
zugeschnitten. Das vorliegende Gebäude ist aber fünfeckig und schiefwinklig. Somit
liegt es auf der Hand, beim vorliegenden Gebäude für die Berechnung der
massgeblichen Längsseiten hinsichtlich der Bestimmung der Geschosszahl die
Messweise für die Gebäudelänge von abgesetzten und gegliederten Fassaden analog
anzuwenden. Mit Blick auf den Zweck der Bestimmung, dass die Wohnnutzung über
der Dachhaut des obersten Vollgeschosses beschränkt und das Attikageschoss
zumindest von zwei Seiten her als zurückversetztes Geschoss im virtuellen Dachraum
erkennbar sein soll, macht es nämlich keinen Sinn, von den effektiv geplanten
Fassaden auszugehen, wenn die Gebäudeecke mehr als 90° aufweist. Dies zeigt sich
besonders am vorliegenden Gebäude, dessen Knick in der nordwestlichen Fassade
lediglich den stumpfen Winkel von beinahe 160° aufweist, womit die Fassade trotz
Abwinklung als eine Gebäudeseite wahrgenommen wird. In solchen Fällen erweist sich
die Praxis der Baubehörde als rechtmässig, analog der Bestimmung der Gebäudelänge
nach Art. 14 BauR auch bei der Bestimmung der Längsseiten des Attikageschosses
über den konkreten Grundriss das kleinstmögliche Rechteck zu legen und die
massgeblichen Längsseiten an diesem Rechteck abzulesen.
3.2.4. Am Gesagten vermag auch nichts zu ändern, dass das vorliegende Gebäude
durchwegs nur die minimalen Grenzabstände einhält. Insbesondere ist nicht
nachvollziehbar, weshalb in diesem Fall das Attikageschoss "weit in den Grenzabstand
ragen" soll. Der dazu angeführte Entscheid des Zürcher Baurekursgerichts ist nicht
einschlägig, behandelt dieser doch den Revisionsanspruch eines Eigentümers bei
Waldabstandslinien (BEZ 2012 Nr. 9 vom 9. Dezember 2011).
3.2.5. Konkret betragen die senkrecht auf eine gerade Linie projektierten Nordwest-
und Südostfassaden 16,61 m, während die Südwestfassade und die Projektion der
Nordostfassade je 15,46 m betragen. Damit steht fest, dass das Attikageschoss wie
vorgesehen auf der Nordwest- und Südostseite um den vorgeschriebenen 55°-Winkel
zurückspringen muss. Der Einwand des Beschwerdeführers, das Bauprojekt verletze
die Geschosszahl, erweist sich damit ebenfalls als unbehelflich.
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3.3. Nach Art. 104 lit. a StrG beträgt der Strassenabstand gegenüber
Gemeindestrassen 2. Klasse 3,0 m. Die Gemeinde hat diesen Abstand auf 4,0 m erhöht
(Art. 11 Abs. 1 BauR). Das Bauvorhaben hält gegenüber dem Wendeplatz aber lediglich
einen Strassenabstand von 3 m ein.
3.3.1. Kann ein Bauvorhaben nicht ordentlich und auch nicht mit einer
Nebenbestimmung bewilligt werden, ist zu prüfen, ob eine Ausnahmebewilligung in
Frage kommt. Strassenpolizeiliche Ausnahmen sind dann möglich, wenn weder
Verkehrssicherheit noch Strasse beeinträchtigt werden noch Schutzgegenstände nach
Art. 98 BauG zu erhalten sind (Art. 108 Abs. 2 StrG). Auf eine Ausnahmebewilligung
besteht kein Rechtsanspruch (D. Gmür, Strassenpolizeiliche Bestimmungen, in: G.
Germann [Hrsg.], Kurkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988,
St. Gallen 1989, Rz. 3 zu Art. 108 StrG). Ein solcher kann sich unter Umständen aber
aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben.
3.3.2. Ausnahmen nach Strassenrecht sind nur zurückhaltend und einzig bei Vorliegen
besonderer Verhältnisse zu gewähren, auch wenn der Gesetzeswortlaut nicht zwingend
nach einem Härtefall im Sinn von Art. 77 Abs. 1 lit. a BauG verlangt (GVP 2006 Nr. 35
S. 155; Gmür, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 108 StrG) und strassenrechtliche
Ausnahmebewilligungen entgegen GVP 1998 Nr. 83 S. 210 f. und den Juristischen
Mitteilungen des Baudepartements 2004/II/20 (abrufbar unter: www.jumi.sg.ch) nicht
nur bei Vorliegen einer eigentlichen Ausnahmesituation erteilt werden dürfen.
Strassenabstandsvorschriften verlangen vielmehr, dass die zuständigen Behörden bei
der Erteilung von Ausnahmebewilligungen einen grossen Spielraum haben. Dies gilt
auch bei der Erteilung von Ausnahmebewilligungen von Strassenabstandsvorschriften,
die in Anwendung des Baugesetzes erlassen werden (Botschaft und Entwurf des
Regierungsrates vom 28. Mai 1986, Amtsblatt 1986, S. 1650). Gleichwohl heisst das
aber nicht, dass Ausnahmebewilligungen generell und ohne Vorliegen besonderer mit
dem Einzelfall zusammenhängender Gründe oder gar nach Gutdünken erteilt werden
können, ansonsten die Grundordnung aufgehoben würde (VerwGE B 2011/63 vom
7. Dezember 2011 E. 4.4., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
3.3.3. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zu Recht auf die ungünstige Form
des Baugrundstücks hingewiesen. Tatsächlich verläuft die Bauparzelle südlich in eine
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weitgehend unüberbaubare schmale Spitze. Dazu kommt, dass auf seinem an sich gut
überbaubaren breiten nördlichen Teil der klassierte Wendeplatz der Quartierstrasse
liegt, der rund zehn Meter in das Grundstück hineinragt. Diese besonderen Umstände
rechtfertigen es durchwegs, ausnahmsweise vom reglementarischen Strassenabstand
abzuweichen. Davon abgesehen, dass dabei immerhin noch der Minimalabstand nach
Art. 104 StrG eingehalten wird, ist von der Abstandsunterschreitung lediglich der gut
übersichtliche Wendeplatz betroffen, der die kaum befahrene Quartierstrasse ohne
Durchgangsverkehr abschliesst. Daran vermag auch der Mehrverkehr nichts zu ändern,
der durch das Bauprojekt ausgelöst werden wird (act. 8/22, B 2013/50).
3.3.4. Nicht entscheidend in diesem Zusammenhang ist auch, dass der Wendeplatz
allenfalls weder der ursprünglichen Baubewilligung vor 40 Jahren noch den Plänen des
damaligen Polizeikommandos entspricht, womit dieses vor über 30 Jahren
Verkehrsbeschränkungen auf der D.-strasse erlassen hat, wie der Beschwerdeführer 2
geltend macht. Massgebend für die heutige Festlegung des Strassenabstands ist
ausschliesslich der aktuell gültige Strassenplan der Politischen Gemeinde Goldach,
weshalb auf den dazu beantragten Augenschein verzichtet werden kann (zur
antizipierten Beweiswürdigung siehe unter anderem BGer 1C_700/2013 vom 11. März
2014 E. 3.2). Das Gleiche gilt für den dazu beantragten Augenschein, dass der
Wendeplatz durch die Unterschreitung des Strassenabstands in seiner Funktion noch
stärker eingeschränkt werde. Davon abgesehen, dass heute die neu zu schaffende
Situation vor Ort gar nicht besichtigt werden kann, haben die Fachleute bestätigt, dass
sich die Verkehrssicherheit durch die Neugestaltung erheblich verbessern werde.
3.3.5. Weiter setzt die strassenrechtliche Ausnahmebewilligung voraus, dass dabei
gleichwohl die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt. Dass dies vorliegend der Fall ist,
steht auf Grund der vorangegangenen Erwägung E. 2. bereits fest.
3.3.6. Mithin ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt, dass die konkreten
Verhältnisse eine Ausnahme vom reglementarischen Strassenabstand gegenüber dem
Wendeplatz auf dem Baugrundstück rechtfertigen und die Verkehrssicherheit dadurch
nicht beeinträchtigt wird. Die Fachleute sind im Gegenteil überzeugt, dass die
Sicherheit mit der Neugestaltung des Wendeplatzes erheblich verbessert werden
könne.
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4. Insgesamt ergibt sich, dass das Baugrundstück baureif ist, dass sich das geplante
Mehrfamilienhaus innerhalb der erlaubten Ausmasse bewegt und sich die Verringerung
des reglementarischen Strassenabstands gegenüber dem klassierten Wendeplatz
rechtfertigen lässt und vertretbar ist.
5. Die Bauherrschaft stört sich daran, dass sie den Rekurrenten für das
Rekursverfahren ausseramtlich entschädigen muss, obgleich dieser in der Hauptsache
unterlegen sei. Da der Rekurs bloss in einem Nebenpunkt gutgeheissen worden sei,
hätten die ausseramtlichen Kosten vielmehr entsprechend der Verlegung der amtlichen
Kosten nach Obsiegen und Unterliegen verteilt werden müssen.
5.1. Der Rekurs des Beschwerdegegners 1 wurde teilweise gutgeheissen, weil die
Baubewilligung nachträglich mit einer Auflage ergänzt werden musste.
5.2. Nach Art. 98bis VRP werden die ausseramtlichen Kosten nach Massgabe des
Obsiegens und Unterliegens verlegt. In welchem Ausmass ein Beteiligter obsiegt,
beurteilt sich wie bei den amtlichen Kosten nach den Rechtsbegehren. Beim teilweisen
Obsiegen zweier Beteiligter, wenn also die Beteiligten in unterschiedlichem Mass
obsiegen und unterliegen, wird praxisgemäss die Entschädigung der mehrheitlich
obsiegenden Partei mit der Differenz der Bruchteile multipliziert, für welche beide
Parteien kostenpflichtig werden (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 182 f.).
5.3. Die Vorinstanz führt zwar zu Recht aus, dass das Bauvorhaben im Zeitpunkt der
Rekurserhebung unzureichend gewesen ist und der Beschwerdegegner 1 somit zu
Recht Rekurs erhoben habe. Auch richtig ist, dass dieser Mangel mit dem
Rekursentscheid geheilt werden musste, zumal es die Baubehörde versäumt hatte, die
im Verlauf des verwaltungsinternen Rechtsmittelverfahrens einvernehmlich
beschlossenen bzw. verfügten baulichen Massnahmen verbindlich mit der umstrittenen
Baubewilligung zu verknüpfen, so dass der Rekurrent den Rekurs nicht zurückziehen
konnte, ohne dass er Gefahr gelaufen wäre, dass das Bauvorhaben dennoch ohne die
zusätzlichen Massnahmen auf dem Nachbargrundstück und an der Strasse realisiert
worden wäre. Daran ändert aber nichts, dass die Baubewilligung lediglich mit einer
Auflage geheilt bzw. bloss in einem Nebenpunkt korrigiert werden musste und die
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Rekursgegner mit Blick auf die massgeblichen Rechtsbegehren schlussendlich
gleichwohl grossmehrheitlich obsiegt haben, was sich in der Verteilung der amtlichen
Kosten entsprechend niedergeschlagen hat. Mithin lässt es sich nicht rechtfertigen,
dass die Bauherrschaft den mehrheitlich unterlegenen Rekurrenten gleichwohl
vollständig entschädigen muss. Die Entschädigung hat vielmehr in Übereinstimmung
mit den amtlichen Kosten zu erfolgen. Nachdem die Rekursgegner zu vier Fünfteln
obsiegt haben, ist Ziffer 4 des angefochtenen Rekursentscheids aufzuheben und der
Rekurrent zu verpflichten, die Rekursgegner zu drei Fünfteln ausseramtlich zu
entschädigen.
5.4. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1 hat im Rekursverfahren keine
Kostennote eingereicht. Ohne Kostennote wird die Entschädigung nach Ermessen
festgelegt (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS
963.75, abgekürzt HonO). Angemessen für das Rekursverfahren erscheint vorliegend
eine Entschädigung von Fr. 3'000.- inklusive Barauslagen (Art. 22 Abs. 1 lit. c in
Verbindung mit Art. 19 HonO), zumal dieser selber vorbringt, dass die damals
zugesprochene Entschädigung von Fr. 4'500.- massiv übersetzt sei. Der Rekurrent hat
die Rekursgegner daher für das Rekursverfahren mit Fr. 1'800.- zuzüglich
Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) zu entschädigen.
6. Zusammengefasst erweist sich die im Rekursverfahren um eine Auflage ergänzte
Baubewilligung als rechtmässig, womit die Beschwerde des Beschwerdeführers 2
abzuweisen ist. Demgegenüber haben die Beschwerdeführer 1 zu Recht geltend
gemacht, dass sie den mehrheitlich unterlegenen Rekurrenten nicht ausseramtlich zu
entschädigen haben. Der Rekursentscheid ist in diesem Punkt abzuändern. Mithin ist
die Beschwerde im Verfahren B 2013/50 gutzuheissen, jene im Verfahren B 2013/51
abzuweisen.
7. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Der Beschwerdeführer 2 bzw. Beschwerdegegner 1 unterliegt in beiden Verfahren B
2013/50 und B 2013/51, womit er die amtlichen Kosten zu tragen hat. Angemessen
erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 4'000.- (Art. 7 Ziff. 222 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der im Verfahren B 2013/51 geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- ist dabei anzurechnen. Demzufolge ist den
Beschwerdeführern 1 der im Verfahren B 2013/50 geleistete Kostenvorschuss von Fr.
1'000.- zurückzuerstatten.
8. Die ausseramtliche Entschädigung wird wie gesagt nach Obsiegen und Unterliegen
verlegt, womit der Beschwerdegegner 1 bzw. Beschwerdeführer 2 die
Beschwerdeführer 1 bzw. Beschwerdegegner 2 ausseramtlich zu entschädigen hat.
Angemessen erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'000.- inklusive Barauslagen
(Art. 22 Abs. 1 lit. b und Art. 29 HonO). Die Mehrwertsteuer kommt dazu.
Dementsprechend ist das Entschädigungsgesuch des Beschwerdeführers 2 bzw.
Beschwerdegegners 1 abzuweisen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht