# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 50ce4d07-e921-44ac-a361-ba36810b82ea
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. Die A._Immobilien AG (Rekurrentin) ist von der Steuerverwaltung des Kantons Bern, _ (Steuerverwaltung), mit Veranlagungsverfügungen vom 10. Januar 2017 für die
Steuerjahre 2010 und 2011 wie folgt veranlagt worden (Akten Vorinstanz, pag. 278-271):
2010 2011 Gewinn Kapital Gewinn Kapital Kanton, steuerbar 4'391'800 7'841'000 993'600 6'910'000
Kanton, satzbestimmend 4'391'800 9'080'000 998'700 8'261'000
Direkte Bundessteuer 4'391'800 --- 998'700 ---
In beiden Jahren erhöhte die Steuerverwaltung den deklarierten Gewinn u.a. deshalb, weil sie
Verluste aus Wertschriftentransaktionen, die in den Büchern der Rekurrentin ausgewiesen
waren, nicht als geschäftsmässig begründet akzeptierte. Diese seien über private Bankkonten
und -depots des Alleinaktionärs B._ abgewickelt worden und daher dessen
Privatvermögen zuzurechnen. Die entsprechenden Aufrechnungen beliefen sich auf
CHF 997'600.-- im Jahr 2010 und auf CHF 307'800.-- im Jahr 2011 (vgl. "Bemerkungen zur
definitiven Schlussabrechnung" vom 29.11.2016, pag. 270-261). Den Veranlagungen gingen
eine Buchprüfung sowie mehrere Besprechungen und umfangreiche Korrespondenz zwischen
der Steuerverwaltung und der damaligen Vertreterin der Rekurrentin (D._AG) voraus.
Zugunsten des Standpunkts der Rekurrentin wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass
überschüssige liquide Mittel vorübergehend in Wertschriften angelegt worden seien. Irrtümlich
seien diese Transaktionen über Konten und Depots des Alleinaktionärs abgewickelt worden,
was zunächst niemandem aufgefallen sei. Aus den Umständen ergebe sich jedoch, dass die
Wertschriften immer zum Vermögen der Rekurrentin gehört hätten, weshalb die darauf
entstandenen Verluste geschäftsmässig begründet seien. Die am 9. Februar 2017 erfolgte
Einsprache der Rekurrentin (pag. 310-303), nunmehr vertreten durch die C._AG
(Vertreterin), wurde von der Steuerverwaltung mit Entscheiden vom 21. August 2017
abgewiesen (pag. 334-327), weil sie nach Ansicht der Steuerverwaltung zu keinen neuen
Erkenntnissen geführt habe (pag. 318).
B. Dagegen hat die Vertreterin im Auftrag der Rekurrentin bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission) mit Eingabe vom 19. September 2017 Rekurs und
Beschwerde erhoben. Sie beantragt, die Einspracheentscheide aufzuheben und die Steuer-
faktoren für die Jahre 2010 und 2011 unter Verzicht auf die genannten Aufrechnungen neu
festzusetzen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass die Rekurrentin im Jahr
2010 vorübergehend nicht benötigte liquide Mittel über zwei verschiedene Banken in
Wertschriften angelegt habe, einen Teil davon in risikobehaftete Optionen. Die von der
Rekurrentin an die Banken zu diesem Zweck überwiesenen Summen seien irrtümlich auf
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Konten des Alleinaktionärs gutgeschrieben worden. Nachdem der Irrtum festgestellt worden sei,
seien die Transaktionen richtiggestellt und die entsprechenden Werte den Geschäftskonten der
Rekurrentin gutgeschrieben worden. Die strittigen Verluste seien demnach im Vermögen der
Rekurrentin entstanden.
C. Am 7. Dezember 2017 hat die Steuerverwaltung zwei separate Vernehmlassungen eingereicht, für jedes betroffene Steuerjahr eine. Sie beantragt, Rekurs und Beschwerde
betreffend die Steuerjahre 2010 und 2011 unter Kostenfolge abzuweisen. Die Steuerverwaltung
erachtet es aufgrund der gesamten Umstände als nachgewiesen, dass die strittigen
Wertschriftentransaktionen ursprünglich durch den Alleinaktionär privat getätigt und erst auf die
Rekurrentin übertragen worden seien, als sich grössere Verluste abzuzeichnen begannen.
D. Am 13. Februar 2018 hat die Vertreterin zur Vernehmlassung Stellung genommen und am 6. März 2018 einen Nachtrag zu dieser Stellungnahme eingereicht. Sie führt eine Vielzahl von
Argumenten an, die gegen die von der Steuerverwaltung vorgenommenen Aufrechnungen
sprechen. So habe die Rekurrentin insbesondere keine geldwerte Leistung an den
Alleinaktionär ausgerichtet.
E. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
Auf die einzelnen Argumente der Parteien in den genannten Rechtsschriften wird, soweit für
den Entscheid von Bedeutung, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Gewinn- und Kapitalveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde
angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und
Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG;
SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten
Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und
örtlich zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht
durchgedrungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und
Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über
die
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte
Eingabe ist deshalb einzutreten.
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Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
2. Im vorliegenden Verfahren ist strittig, in welchem Umfang Verluste aus Wertschriftentransaktionen, welche die Rekurrentin den Erfolgsrechnungen der Jahre 2010 und
2011 belastet hat, bei der Gewinnsteuerveranlagung zu berücksichtigen sind.
3. Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn (Art. 85 Abs. 1 StG; Art. 57 DBG). Für dessen Ermittlung wird vom Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des
Saldovortrags des Vorjahrs ausgegangen (Art. 85 Abs. 2 Bst. a StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. a DBG).
Hinzuzurechnen sind alle vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen
Teile des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand verwendet werden (Art. 85 Abs. 2 Bst. b StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG).
Den Erfolgsrechnungen der Rekurrentin wurden in den Jahren 2010 und 2011 als
ausserordentlicher Aufwand "Verluste a/Wertschriften" belastet in der Höhe von
CHF 997'670.57 (2010, pag. 38) und CHF 316'902.26 (2011, pag. 63). Diese
Aufwandpositionen werden von der Steuerverwaltung (grösstenteils) nicht als geschäftsmässig
begründet anerkannt, weshalb sie (gerundete) Aufrechnungen von CHF 997'600.-- für das
Steuerjahr 2010 und von CHF 307'800.-- für das Steuerjahr 2011 vorgenommen hat.
4. Am 17. Februar 2010 überwies die Rekurrentin von einem ihrer Konten bei der E._Bank CHF 1.0 Mio. auf ein Konto bei der F._Bank und CHF 5.0 Mio. auf
ein Konto bei der G._Bank (siehe Kontoblatt, pag. 138). Letzterer Betrag wird in den
Eingaben der Rekurrentin teilweise irrtümlich mit CHF 4.0 Mio. beziffert (z.B. in Ziff. 2.2 der
Rekursschrift). Gemäss Angaben der Rekurrentin stammten die Mittel aus Immobilienverkäufen
und sollten "allenfalls nur kurzfristig bis zu einer neuen Investition in ein Liegenschaftsprojekt"
gewinnbringend angelegt werden (Gegenbemerkungen vom 5.12.2015, pag. 186).
5. Die an die F._Bank überwiesene Summe von CHF 1.0 Mio. wurde dem auf den Alleinaktionär lautenden Privatkonto Nr. 1._ gutgeschrieben (Rekursbeilage 10;
Vernehmlassungsbeilage 2). Bis August 2010 wurden über dieses Konto Käufe und Verkäufe
von Optionsscheinen für den Erwerb von Aktien der Holcim, Swiss Re, Credit Suisse Group
sowie Logitech abgewickelt. Sämtliche gehandelten Optionsscheine wiesen als Verfalltag den
17. Dezember 2010 auf. Am 11. und 22. November 2010 wurden die genannten Transaktionen
auf dem Konto des Alleinaktionärs storniert und mit den ursprünglichen Valuta-Daten auf dem
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Konto Nr. 2._ neu verbucht, das auf den Namen der Rekurrentin lautet
(Vernehmlassungsbeilage 4; pag. 180-179). Auf das gleiche Konto überwies der Alleinaktionär
am 1. Dezember 2010 aus seinem Privatvermögen die Summe von CHF 1.0 Mio., die mit
Valuta-datum vom 17. Februar 2010 gutgeschrieben wurde. Auf diese Datierung dürfte die
unzutreffende Erklärung der Vertreterin zurückzuführen sein, wonach der Alleinaktionär bereits
im Februar 2010 CHF 1.0 Mio. in das Geschäftsvermögen der Rekurrentin einbezahlt habe
(Stellungnahme vom 13.2.2018, S. 4). Per Ende Jahr 2010 resultierte aus den Transaktionen
mit Optionsscheinen quasi ein Totalverlust von CHF 997'670.57 (Käufe für CHF 2'165'745.86,
Verkäufe für CHF 1'168'075.29), was mit den von der Rekurrentin verbuchten Beträgen
übereinstimmt (Kontoblatt Wertschriftenbestand, pag. 137; Zusammenstellung, pag. 135).
5.1 Die Steuerverwaltung geht davon aus, dass mit der Überweisung vom 17. Februar 2010 CHF 1.0 Mio. in das Privatvermögen des Alleinaktionärs transferiert worden seien. Erst als sich
die Verluste abgezeichnet hätten, habe der Alleinaktionär die Umbuchung der Transaktionen
auf ein Konto der Rekurrentin veranlasst. Demgegenüber stellt sich die Rekurrentin auf den
Standpunkt, dass die Überweisung von der F._Bank irrtümlich auf einem Privatkonto
des Alleinaktionärs gutgeschrieben worden sei. Dieser Fehler sei erst nach einer gewissen Zeit
durch die damalige Treuhänderin (die mit der Vertreterin im vorliegenden Rekurs- und
Beschwerdeverfahren identisch ist) festgestellt worden. Der Alleinaktionär habe sofort bei der
F._Bank interveniert, worauf diese die Korrekturbuchungen vorgenommen habe
(Gegenbemerkungen vom 5.12.2015, pag. 186).
5.2 Der Darstellung der Rekurrentin kann aus verschiedenen Gründen nicht gefolgt werden. Die F._Bank hätte am 17. Februar 2010 die bei ihr eingegangen CHF 1.0 Mio. gar nicht
der Rekurrentin gutschreiben können, denn zu dieser bestand damals anerkanntermassen noch
keine Geschäftsbeziehung (Gegenbemerkungen vom 19.8.2016, pag. 211; Rekursschrift,
Ziff. 2.5.1). Demgegenüber existierte das Privatkonto des Alleinaktionärs bereits seit längerem,
es wies per Ende 2009 einen Saldo von CHF 334'819.-- auf (Rekursbeilage 10). Eine irrtümlich
erfolgte Verwechslung des Empfängerkontos war zum Überweisungszeitpunkt somit nicht
möglich. Erst mit dem "Basisvertrag für juristische Personen und Personengesellschaften", der
von der Rekurrentin am 28. September 2010 unterschrieben wurde (pag. 160-155), ist die
Geschäftsbeziehung zwischen F._Bank und Rekurrentin eröffnet worden, wie sich aus
dem Begleitschreiben vom 28. September 2010 ergibt (pag. 161). Zudem erscheint es
unglaubhaft, dass die F._Bank die genannten Transaktionen über das bestehende
Privatkonto des Alleinaktionärs abgewickelt hätte, wenn ihr bewusst gewesen wäre, dass es
sich in Wirklichkeit um Mittel der Rekurrentin gehandelt hat. Abgesehen davon, ist zumindest
zweifelhaft, ob ein solches Vorgehen mit den gesetzlichen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang
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mit der Geldwäschereibekämpfung vereinbar wäre. Das zeitliche Auseinanderfallen zwischen
der Überweisung an die F._Bank im Februar 2010 und der Vertragsunterzeichnung
Ende September des gleichen Jahres kann keineswegs mit der "Hektik und Schnelllebigkeit des
einschlägigen Alltags" erklärt werden, wie es von der früheren Vertreterin im
Veranlagungsverfahren vorgebracht wurde (Gegenbemerkungen vom 19.8.2016, pag. 210).
Daran vermag das Schreiben der F._Bank vom 5. August 2015 (pag. 181) nichts zu
ändern, mit dem bestätigt wird, dass der Geldeingang vom 17. Februar 2010 irrtümlich auf das
Privatkonto des Alleinaktionärs anstatt auf das Geschäftskonto der Rekurrentin gebucht worden
sei. Diese Erklärung widerspricht der Tatsache, dass die Rekurrentin zum Zeitpunkt der
fraglichen Überweisung kein Geschäftskonto bei der F._Bank besessen hat. Daher
kann nicht auf das Schreiben der F._Bank abgestellt werden, ungeachtet der
Ausführungen in Ziff. 3.14 der Rekursschrift, wonach "im heutigen Umfeld" nicht mit
Gefälligkeitsschreiben von Banken gerechnet werden könne.
5.3 Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die Transaktionen sofort nach Feststellung des (angeblichen) Irrtums richtig gestellt worden sind. Gemäss Angaben der Vertreterin hat sie
selber in ihrer damaligen Funktion als Treuhänderin anlässlich einer "Zwischenrevision" den
Fehler entdeckt, wobei sie sich nicht zum genauen Datum dieser Feststellung äussert. Auch
findet sich in den Akten kein entsprechender Revisionsbericht o.ä., obwohl eine derart
bedeutsame Feststellung zweifellos schriftlich zuhanden der zuständigen Organe der
Rekurrentin festgehalten worden wäre. Wie erwähnt, wurde die Bankbeziehung zwischen
Rekurrentin und F._Bank Ende September 2010 eröffnet. Spätestens zu diesem
Zeitpunkt hätte den Beteiligten klar sein müssen, dass die bis dahin ausgeführten
Transaktionen über ein falsches Konto abgewickelt worden sind. Dennoch dauerte es noch
einmal fast zwei Monate, bis die Käufe und Verkäufe der Optionsscheine am 22. November
2010 auf das neu eröffnete Konto der Rekurrentin umgebucht wurden. Auch für dieses zeitliche
Auseinanderklaffen liegt keine plausible Erklärung seitens der Rekurrentin vor.
5.4 Die Rekurrentin macht weiter geltend, dass es aufgrund der Gestaltung der Bankauszüge schwierig gewesen sei, den (angeblichen) Irrtum früher zu erkennen. Auch dieses Argument ist
nicht stichhaltig: Zwar sind die Auszüge an den Sitz der Rekurrentin adressiert worden
(Vernehmlassungsbeilage 2), der Name des Alleinaktionärs ist jedoch sowohl in der obersten
Adresszeile als auch – in fetter Schrift und mit der Bezeichnung "Inhaber" – bei den
Kontoangaben aufgeführt. Zudem bestand das Konto schon länger und es wurden darüber im
hier interessierenden Zeitraum nicht nur die hiervor erwähnten Käufe und Verkäufe von
Optionsscheinen abgewickelt, sondern auch zahlreiche weitere Transaktionen, die
unbestrittenermassen das private Vermögen des Alleinaktionärs betrafen. Entgegen dem von
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der Vertreterin in Ziff. 2.5.3 der Rekursschrift Vorgebrachten ist es demnach keineswegs
nachvollziehbar, dass die Bankauszüge der F._Bank von der für die Buchführung
zuständigen Person irrtümlich der Rekurrentin zugeordnet worden sein sollen. Im Übrigen
spricht gerade auch die buchhalterische Behandlung der Transaktion vom 17. Februar 2010
gegen den Standpunkt der Rekurrentin: Die Überweisung von CHF 1.0 Mio. wurde nicht als
Transfer zwischen zwei Bankkonten der Gesellschaft verbucht, sondern als Erhöhung des
Kontokorrents des Alleinaktionärs (Konto-Nr. 210100, pag. 138 und Beilage 1 zur
Stellungnahme vom 13.2.2018). Faktisch wurde dem Alleinaktionär somit ein Darlehen aus
Mitteln der Rekurrentin gewährt, das mit der am 1. Dezember 2010 erfolgten (aber
verwirrenderweise auf den 17.2.2010 gebuchten) Überweisung des Alleinaktionärs auf das in
der Zwischenzeit eröffnete Konto der Rekurrentin bei der F._Bank zurückbezahlt
worden ist. Vorliegend geht es – entgegen den Ausführungen der Vertreterin – denn auch nicht
um den Vorwurf, es sei dem Alleinaktionär der Betrag von CHF 1.0 Mio. als verdeckte
Gewinnausschüttung ausgerichtet worden, sondern "nur" um die von der Rekurrentin als
Aufwand verbuchten Verluste auf Wertschriften; selbst wenn es wegen des beinahe
vollständigen Verlusts betragsmässig praktisch auf das Gleiche hinausläuft.
6. Bezüglich der auf ein Konto bei der G._Bank überwiesenen CHF 5.0 Mio. ist festzuhalten, dass die Akten nicht vollständig sind. Namentlich ist kein Auszug des Kontos
vorhanden, auf das die Summe am 17. Februar 2010 transferiert worden ist. In Ziff. 2.3.2 der
Rekursschrift wird in Aussicht gestellt, dass der entsprechende Kontoauszug als Beilage 11
nachgereicht werde – was nicht geschehen ist. Allerdings wird gleichenorts eingeräumt, dass
die Gelder auf ein Privatkonto des Alleinaktionärs übertragen worden sind. Wie bei der
Überweisung an die F._Bank ist die Gegenbuchung auf dem Kontokorrent des
Alleinaktionärs erfolgt (pag. 138 und Beilage 1 zur Stellungnahme vom 13.2.2018). Weiter
ergibt sich aus einem Steuerauszug der G._Bank per 31. Dezember 2010, dass auf
den Namen des Alleinaktionärs am 17. Februar 2010 ein "Privatkonto Private Banking" mit der
Nr. 3._ und am 22. Februar 2010 ein Transaktionskonto mit der Nr. 4._
eröffnet worden ist (Vernehmlassungsbeilage Nr. 5, S. 5 und 15). Über das dazugehörende
Depot Nr. 5._ wurden sodann ab 22. Februar 2010 zahlreiche Käufe und Verkäufe von
Wertschriften, hauptsächlich Aktien, getätigt. Zwischen dem 28. und 30. Dezember 2010
wurden sämtliche Werte aus diesem Depot auf ein anderes Depot der G._Bank mit der
Nr. 6._ übertragen, das auf den Namen der Rekurrentin lautet (Steuerauszug per
31. Dezember 2010, pag. 129-116). Dieses zweite Depot, bzw. die dazugehörenden Konten
wurden erst am 21. Dezember 2010 eröffnet (pag. 124). Die im Steuerauszug dokumentierten
Werte erscheinen in der Bilanz der Rekurrentin vom 31. Dezember 2010 (Aktiven: Kontokorrent
CHF 457'359.85 und Wertschriften CHF 4'397'733.--; Passiven: Festvorschüsse
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CHF 3'160'000.--, pag. 44-41). In den ersten Monaten des Jahres 2011 tätigte die Rekurrentin
zahlreiche weitere Käufe und Verkäufe von Wertschriften, bevor per 13. April 2011 sämtliche
Wertschriften auf das private Depot Nr. 5._ rückübertragen wurden
(Vernehmlassungsbeilage 8). Im Rahmen der Abschlussbuchungen für das Jahr 2011 wurde
der verbleibende Saldo des Kontos Wertschriftenbestand, ausmachend CHF 307'874.03, zu
Lasten der Erfolgsrechnung ausgebucht (pag. 141).
6.1 Wie bei der in E. 5 ff. hiervor abgehandelten Überweisung an die F._Bank macht die Vertreterin auch bezüglich der G._Bank geltend, dass den Beteiligten klar gewesen
sei, dass die CHF 5.0 Mio. der Rekurrentin gehört hätten und aufgrund eines Irrtums auf Konten
bzw. Depots des Alleinaktionärs gelandet seien. Ein solcher Irrtum kann jedoch ausgeschlossen
werden, denn die Wertschriftentransaktionen wurden über ein im Februar 2010 neu auf den
Namen des Alleinaktionärs eröffneten Kontos abgewickelt. Erst am 17. Dezember 2010 erteilte
die Rekurrentin der G._Bank einen Vermögensverwaltungsauftrag (Rekursbeilage 3).
Auch in Bezug auf die G._Bank verweist die Rekurrentin auf ein Schreiben, das ihren
Standpunkt bestätigen soll (pag. 256-255). Dieses datiert vom 7. November 2016 und ist von
H._ verfasst worden, damals seitens der G._Bank für die Kundenbeziehung
zur Rekurrentin und zum Alleinaktionär zuständig (und seit 9.6.2011 als Verwaltungsrat der
Rekurrentin im Handelsregister eingetragen). Im Grunde bestätigt dieses Schreiben lediglich,
was aus den Akten hervorgeht, nämlich dass die Bankbeziehung auf den Alleinaktionär eröffnet
worden ist. Der Zusatz, wonach die Korrespondenz an die Adresse der Rekurrentin gerichtet
worden sei, "damit aber die Transaktionen in der Firma verbucht werden konnten" ist hingegen
unglaubhaft. Einem Bankkundenberater ist zweifellos bekannt, dass ein grundlegender
Unterschied zwischen den persönlichen Vermögenwerten eines Aktionärs und denjenigen
seiner Gesellschaft besteht. Zudem hat die G._Bank auch für die unbestrittenermassen
den Alleinaktionär betreffende Kundennummer _ die Korrespondenz an die Adresse
der Rekurrentin gesandt (vgl. Vernehmlassungsbeilage 6). Schliesslich sind die zwischen
Februar und Dezember 2010 getätigten Transaktionen gerade nicht von der Rekurrentin
verbucht worden. Vielmehr ist – wie im Fall der über die F._Bank angelegten Gelder –
dem Alleinaktionär via Kontokorrent ein Darlehen eingeräumt worden, das dieser mit der Ende
Dezember 2010 erfolgten Übertragung der zu jenem Zeitpunkt vorhandenen Wertschriften zum
Teil getilgt hat.
6.2 Den Umstand, dass die Wertschriften bereits ein paar Monate später, am 13. April 2011, erneut auf den Alleinaktionär übertragen wurden, erklärt die Rekurrentin damit, dass zwei
designierte neue Verwaltungsräte (die im Juni 2011 als solche im Handelsregister eingetragen
wurden) die Meinung vertreten hätten, dass die Rekurrentin keine Transaktionen mit
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Wertschriften mehr durchführen solle (Gegenbemerkungen vom 15.12.2015, pag. 184;
Stellungnahme vom 13.2.2018, S. 5). Einen Nachweis für solcherlei Bedenken, bspw. in Form
einer Gesprächsnotiz, hat die Rekurrentin nicht beigebracht. Auch erstaunt es, dass
ausgerechnet der neue Verwaltungsrat, der in seiner früheren Funktion für die
G._Bank den Vermögensverwaltungsauftrag vom 17. Dezember 2010 unterschrieben
hatte, sich gegen weitere Wertschriftentransaktionen ausgesprochen haben soll. Wie es sich
damit verhält, kann jedoch offen bleiben, wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt.
7. Der hauptsächliche Standpunkt der Rekurrentin, wonach die im Februar 2010 auf Konten bei der F._Bank und bei der G._Bank überwiesenen Beträge von insgesamt
CHF 6.0 Mio. versehentlich auf privaten Konten des Alleinaktionärs landeten, ist nach dem
bislang Ausgeführten widerlegt. Daraus ergibt sich, dass die Gelder dem Alleinaktionär aus
Mitteln der Gesellschaft zugeflossen sind. Dass der Rekurrent privat nicht über die nötige
Liquidität für die vorgenommenen Wertschriftentransaktionen verfügt haben soll, wie in Ziff. 3.5
der Rekursschrift ausgeführt wird, ist mithin irrelevant. Weiter trifft es nicht zu, dass "keine
Kontokorrent- oder Darlehensgewährung" nachzuweisen ist (Ziff. 3.6 der Rekursschrift). Im
Gegenteil: Durch die Gegenbuchungen auf dem Kontokorrent hat die Rekurrentin ihre Absicht,
dem Alleinaktionär einen Kontokorrentkredit zu gewähren, eindeutig dokumentiert. Im Übrigen
gehen weder die Steuerverwaltung noch die Steuerrekurskommission davon aus, dass es sich
dabei um ein simuliertes Darlehen handelt, so dass verdeckte Gewinnausschüttungen in der
Höhe von CHF 6.0 Mio. vorliegen würden, wie die Vertreterin anzunehmen scheint (vgl.
Ausführungen in Ziff. 2.6, 3.6 und 3.10 der Rekursschrift). Dementsprechend spielt auch die
von der Vertreterin ins Feld geführte "Stornopraxis" bei der Verrechnungssteuer vorliegend
keine Rolle (Ziff. 3.16 ff. der Rekursschrift). Es dürfte sich vielmehr so verhalten, dass die im
Februar 2010 vorhandenen überschüssigen liquiden Mittel dem Alleinaktionär von Anfang an
befristet bis Ende 2010 zur Verfügung gestellt worden sind. Dies mit der Absicht, dass der
Alleinaktionär die Gelder auf eigene Rechnung hätte investieren und einen allfällig erzielten
Gewinn steuerfrei im Privatvermögen belassen können. Das Kontokorrent ist vor dem
Jahresabschluss 2010 wieder (einigermassen) ausgeglichen worden (durch die am 1.12.2010
erfolgte, jedoch am 17.2.2010 verbuchte Überweisung von CHF 1.0 Mio. auf das Konto der
F._Bank und durch die Übertragung der bei der G._Bank deponierten
Wertschriften von CHF 4.4 Mio.). Diese Art der formlosen Kreditgewährung ist selbst bei
marktgerechter Verzinsung (die vorliegend prima vista gegeben ist, bei verbuchten Zinserträgen
von CHF 72'924.35 im Jahr 2010 und CHF 19'456.49 im Jahr 2011, siehe pag. 64) nur mit der
besonderen Stellung des Alleinaktionärs zu erklären, und hält dementsprechend einem
Drittvergleich nicht stand. Für die von der Steuerverwaltung vorgenommenen Aufrechnungen
bedeutet dies im Einzelnen was folgt.
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7.1 Was die über die F._Bank in Optionsscheinen angelegten Gelder angeht, ist die Sachlage eindeutig. Die investierte Summe von CHF 1.0 Mio. ist praktisch vollständig
verspekuliert worden (siehe E. 5 hiervor). Dieser Verlust ist im Nachhinein der Jahresrechnung
2010 der Rekurrentin belastet worden. Die Steuerverwaltung hat fraglos zu Recht den
entsprechenden Aufwand nicht als geschäftsmässig begründet akzeptiert und eine Aufrechnung
von CHF 997'600.-- vorgenommen.
7.2 In Bezug auf die via G._Bank angelegten Mittel ist der Sachverhalt weniger klar. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als seien die CHF 5.0 Mio. vollständig in Wertschriften
investiert und diese per Ende 2010 zu ihrem damaligen Wert (ca. CHF 4.4 Mio.) auf die
Rekurrentin übertragen worden. Es ist jedoch nicht nachgewiesen, dass die ganzen CHF 5.0
Mio. für Wertschriftenkäufe verwendet worden sind (siehe E. 6 hiervor). Weiter ist aus dem
privaten Depotauszug des Alleinaktionärs (Vernehmlassungsbeilage 5) ersichtlich, dass
zwischen Februar und Dezember 2010 zahlreiche Käufe und Verkäufe von Wertschriften
getätigt worden sind. Es ist durchaus möglich, dass mit diesen Transaktionen (private) Gewinne
erzielt worden sind. Aus welchem Grund die Wertschriften per Ende 2010 auf die Rekurrentin
übertragen wurden, ist ebenso unklar wie das Motiv für die Rückübertragung auf den
Alleinaktionär knappe vier Monate später. Wirtschaftlich plausible Gründe für diese
Vermögensverschiebungen sind nicht ersichtlich. Angesichts des Umstands, dass dem
Alleinaktionär CHF 5.0 Mio. zwischen Februar 2010 und Dezember 2010 für private
Investitionen zur Verfügung gestanden haben, rechtfertigt es jedenfalls, auch die zwischen
Dezember 2010 und April 2011 entstandenen Verluste dem Privatvermögen zuzuscheiden.
Dementsprechend hat die Steuerverwaltung zu Recht eine Aufrechnung auf dem Gewinn pro
2011 von CHF 307'800.-- vorgenommen. Rekurs und Beschwerde sind somit abzuweisen.
8. Der Vollständigkeit halber ist noch darauf hinzuweisen, dass für die Steuerrekurskommission, entgegen dem von der Steuerverwaltung in den Vernehmlassungen
vom 7. Dezember 2017 Geäusserten (pro 2010: S. 3; pro 2011: S. 4), nicht erstellt ist, dass die
von der Rekurrentin zu Unrecht verbuchten Verluste auf Wertschriften zwingend geldwerte
Leistungen an den Alleinaktionär darstellen. Wie es sich damit verhält, muss im vorliegenden
Verfahren jedoch nicht geprüft werden.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Rekurrentin kostenpflichtig. Sie hat die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder
andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2,
53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
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Da die Rekurrentin im vorliegenden Fall unterliegt, werden keine Parteikosten gesprochen
(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).