# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51df5f7e-7f37-4548-86ec-359a30361004
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 196
9
geborene
X._
, Vater zweier 1993 und 2001 geborener Kinder und ohne Berufsausbildung,
reiste 1990 in die Schweiz ein und
arbeitete zuletzt seit dem
1.
Juli 2001
bis
Ende
Februar 2018 als
Magaziner
/Hauswart bei der
Y._
;
letzter effektiver Arbeitstag war der 1
5.
Feb
ruar 2016
(vgl.
Urk.
12/15,
Urk.
12/29/2
,
Urk.
12/49
)
.
Am 2
2.
Juli 2016 meldete er sich unter Hinweis auf
eine zervikale Myelopathie mit spastischer
Tetraparese
bei
Diskusprolaps HWK 5/6
bei
der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/
5f.
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog einen aktuellen Auszug aus dem Individuellen Konto
(IK-Auszug vom 1
2.
August 2016,
Urk.
12/11)
sowie
die Akten der Kranken
versiche
rung bei (
Urk.
12/
12/1-21,
Urk.
12/41/1-7) und
tätigte beruflich-erwerbliche
sowie
medizinische Abklärungen. Am 1
5.
Februar 2017 teilte
sie
dem Versicher
ten mit, aus gesundheitlichen Gründen seien derzeit keine beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen möglich (
Urk.
12/28). Im Hinblick auf d
ie Rentenprüfung veranlasste die IV-Stelle
das
bidisziplinäre
(Orthopädie/
Neurologie) G
utachten des Neuroi
nstituts
Z._
GmbH
,
A._
,
vom
3
0.
November
2017 (Eingangsdatum,
Urk.
12/54/1-129
).
Gestützt darauf
forderte
sie
den Versicherten
unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht
und
deren
Säumnisfolgen
am 1
8.
Dezember 2017
auf, sich
zur Verbesserung seines Gesundheitszustandes den – näher bezeichneten – medizinischen
sowie
psycho
therapeutischen
Massnahmen zu unterziehen
(
Urk.
12/55
);
am
23.
Oktober 2018 wurde der Versicherte wiederum unter Hinweis auf seine
Mitwirkungspflicht und deren Säumnisfolgen
zudem
aufgefordert, die
bisherigen Behandlungen
– wie näher umschrieben -
zu intensivieren
(
Urk.
12/97
)
.
2017 und
2019 beantragte der Versicherte
verschiedentlich Hilfsmittel
sowie
Hilflosenentschädigung
(
Urk. Urk.
12/47 ff.,
Urk.
12/108
f.,
Urk.
12/115
f.
,
Urk.
12/141
,
Urk.
12/162,
Urk.
12/168
)
.
Nach entsprechenden Abklärungen erteilte ihm die IV-Stelle
mit Mitteilung vom 2
9.
Juli 2019
Kostengutspra
che für einen Elektrorollstuhl
BG-2 «
Quickie
Q500
Sedeo
», inkl. invaliditätsbedingte
r
Anpassungen, Zubehör sowie Reparaturen
, die
bei
m
sachgem
ässen
Gebrauch
entstehen
(
Urk.
12/157
, vgl. auch
Urk.
12/94
).
Zur Abklärung der Notwendigkeit der
darüber hinaus beantragten
Hilfsmittel sowie im Hinblick auf die Rentenprüfung
veranlasste die IV
-Stelle das polydisziplinäre (C
hirurgische Orthopädie/Allgemeine Innere Medizin/Neurologie/Psychiatrie) Gutachten der
B._
AG
, MEDAS
C._
,
vom
3.
September 2020 (
Urk.
12/222/
1-198). Gestützt darauf erteilte sie dem Versicherten Kostengutsprache
für die leihweise Abgabe eines Rollators «
Lagacy
600» nach
ärztlicher Verordnung, eines Rollstuhls
«
Küschall
Compact
»
sowie
eines
Duschstuhls «
Mo
bilex
mit Rücken»,
jeweils inkl.
invaliditätsbedingter Anpassungen, Zubehör und
Reparaturkosten im Rahmen des sachgemässen Gebrauchs. Zudem erteilte sie Kostengutsprache
für die Anpassung des Bade
zimmers
, inkl. Reparaturkosten im Rahmen des sachgemässen Gebrauchs (
vgl. Mitteilung
en
vom 1
6.
November 2020,
Urk.
12/230 ff.
) und leistete einen
Kostenbeitrag für die leih
weise Abgabe eines Elektrobetts
, inkl. Auslieferungs
pauschale und Reparaturkosten im Rahmen des sachgemässen Gebrauchs
(
vgl. Verfügung vom 2
0.
Januar 2021,
Urk.
12/241
).
Alsdann
sprach die IV-Stelle dem Versicherten n
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/239) mit Verfügung vom 2
6.
März 2021 ab dem
1.
April 2017 eine ganze und ab dem
1.
Oktober 2017 eine unbefristete halbe Rente
, zuzüglich einer vom
1.
April 2017 bis 3
1.
Juli 2020 befrist
eten akzessorischen Kinderrente
,
zu (
Urk.
5/4
f
f.
,
Urk.
2
)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
0.
Mai 2021 Beschwerde beim Obergericht des Kantons Aargau und beantragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
März 2021 ab Februar 2017 eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei ein Gerich
tsgutachten in Auftrag zu geben;
subeventualiter
sei dem Beschwerdeführer ab dem
1.
Januar 2021 eine
Dreiviertels
rente
zuzusprechen;
subsubeventualiter
sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen (insbesondere
D._
)
an die IV-Stelle zurückzu
weisen;
subsubsub
eventualiter
sei dem Beschwerdeführer erst ab dem
1.
Januar 2021 eine unbe
fristete halbe Rente auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie Durch
führung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
5/3). Mit Beschluss vom 16.
Juni 2021 überwies das Obergericht des Kantons Aargau die Sache zuständigkeits
halber an das hiesige Gericht (
Urk.
1
=
Urk.
5/1
). Mit Beschw
erdeantwort vom 1
4.
Oktober 2021
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11). Mit Verfügung vom
8.
Februar 2022 wies das hiesige G
eri
ch
t
das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab; zeitgleich wurde
dem Beschwerdeführer die
Eingabe der Beschwerdegegnerin
vom 1
4.
Oktober 2021
(Beschwerdeantwort)
zur Kenntnis gebracht und
den Parteien
mitgeteilt, dass das
G
ericht die Durchführung eines zweiten Schriften
wechsels als
nicht notwendig erachte
(
Urk.
22).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämt
liche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen
im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die B
eschwerdegegnerin, gestützt auf das MEDAS-Gutachten sei der Beschwerdeführer
seit April 2016
für jegliche Tätig
keiten zu 100
%
arbeitsunfähig; seit Juli 2017 bestehe hinsichtlich einer – näher umschriebenen - angepassten Verweistätigkeit eine 50%
ige Arbeitsfähigkeit. Gestützt auf die LSE und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs ergebe sich aus dem Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 57
%
. Mithin habe der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahres ab dem
1.
April 2017 Anspruch auf eine ganz
e
und (nach Ablauf der Dreimonatsfrist) ab dem
1.
Okto
ber 2017 Anspruch auf eine unbefristete halbe Rente (
Urk.
5/5).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein,
das MEDAS-Gutachten sei wider
sprüchlich, unvollständig, aktenwidrig und setze sich weder mit dem Vorgutach
ten vom November 2017 noch mit den echtzeitlichen Arztberichten auseinander.
Zudem sei im MEDAS-Gutachten das Zusammenspiel bzw. eine allfällige Kumulation der festgestellten Teilarbeitsunfähigkeiten und
Einschränkungen
unzulässigerwei
se
nicht diskutiert worden
. Auch sei der Verlauf der Arbeitsun
fähigkeit nicht bzw. nicht nachvollziehbar beurteilt worden. Die postulierte Arbeitsfähigkeit stehe ferner im Widerspruch zu den festgestellten schweren Beeinträchtigungen und sehr schlechten Prognose.
Mithin sei das MEDAS-Gutachten
nicht beweiswerti
g.
Darüber hinaus sei der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) zum nicht nachvollziehbaren Schluss gekommen, dass das psychiatrische Teilgutachten nicht nachvollziehbar und der Beschwerdeführer lediglich aufgrund seiner somatischen Leiden beeinträchtigt sei.
Vorliegend sei
in Anbe
tracht der
somatischen und psychischen Leiden und gestützt auf die
echtzeit
lichen Berichte von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und deutlichen Verschlechterung auszugehen.
Alsdann habe die Beschwerdegegnerin
den Invaliditätsgrad falsch bemessen, indem sie auf ein tieferes
,
als das im IK-Auszug ausgewiesene
Valideneinkommen
abgestellt habe. Zudem hätte sie dem Beschwerdeführer aufgrund der konkreten Situation sowie massivsten Einschrän
kungen den
maximale
n Abzug von 25
%
gewähren müssen
.
Auch sei der
Beg
inn des Wartejahrs und damit
Rentenbeginn nicht korrekt ab Februar 2016 festgesetzt
worden
.
Da es für die von der Beschwerdegegnerin angenommene Besserung
ab Juli 2017
im Gutachten
k
einerlei Anhaltspunkte gäbe
, könne frühestens ab dem Begutachtungszeitpunkt (September 2020) davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer zu 50
%
arbe
itsfähig gewesen sei. Dies könn
e frühestens ab Januar 2021 zu einer Herabsetzung der Rente führen
(
Urk.
5/2
)
.
3.
3.1
Im
bidisziplinären
A._
-
Gutachten vom 3
0.
November 2017 hielten die begutach
tenden Fachärzte als Hauptdiagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(1) ein chronisches
ze
rvikozephales
Schmerzsyndrom sowie
(2)
ein
chronische
s
lumbo
-
sakrales Schmerzsyndrom fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit nannten sie ein rechtsseitiges, sensibles
Sulcus
ulnaris
-Syndrom (
Urk.
12/54/2). Aus neurologischer Sicht
ergebe sich
bei nicht ausgeschöpften Therapiemassnahmen ein instabiler Gesundheitszustand. Seit der Krankschrei
bung ab dem 1
5.
Februar 2016 bis dato bestehe für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht sei der Beschwerdeführer infolg
e
der
Vernarbungen im Segment C5/6 und
der
neu aufgetretenen
Diskusprotusion
im Segment C3/4 mit hieraus bedingter
Spinalkanalstenose und zervikaler Myelopathie
wahrscheinlich seit mehreren Monaten, jedoch sicher seit der kernspintomographischen Bildgebung der HWS vom 2
1.
September 2017 für sämtliche Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig.
Darüber hinaus sei eine seriöse Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit b
eim gegenwärtig instabilen Gesundheits
zustand
nicht möglich
(
Urk.
12/54/3).
3.2
Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom
3.
September 2020 hielten die begutachtenden Fachärzte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
12/222/14):
-
Lumbales Schmerzsyndrom (ICD: M47.26) mit/bei
-
spinalstenotischem
Aspekt LWK 2-5 bei
Diskusprotusionen
und
Epidu
r
allipomatose
(p.m. LWK 4/5)
-
moderater Spondyl
o
s
e der kranialen LWS-Hälfte
-
leichter, mehrsegmentaler
Spondylarthrose
LWK 2-5
-
Ze
rvikale Myelopathie HWK 5/6 (ICD
-10: G95.83)
-
s
pastische Paraparese der Beine
-
e
igenanamnestisch leichte Blasenentleerungsstörung mit Dranginkon
tinenz
-
Leicht- bis mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10
:
F32.01/F32.11)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten die MEDAS-Gutachter als Hauptdiagnosen (1) ein thorakales Schmerzsyndrom, (2)
Nikotinabsus
,
kum
. ca. 40
py
(ICD-10
:
Z72.0
), (3) Adipositas WHO Grad II,
B
MI 37
(ICD-10
:
E.66.01
), (4) arterielle Hypertonie, ED 04/2018, ak
tenanamnesti
sch (ICD-10:
I10.00), (5
)
Dyslipidämie
, ED 2020 (ICD-10:
E78.9), (6) unklare, zystische Leberläsion rechts, ED 01/
2019, aktenanamnestisch (ICD-10:
K76.8), sowie (7) ni
c
ht quantifizierbare neuropsychologische Störung aufgrund einer wahrscheinlich nicht authentischen Beschwerdepräsentation bei Aggravationstenden
zen
(
Urk.
12/222/14).
Zur Vorgeschichte ergebe sich, dass der Beschwerdeführer
seit Februar 2016 an einem zunehmenden Schwächegefühl beider B
eine,
einer Störung der Feinmoto
rik an beiden Armen und H
änden
,
zervikalen
Schmerzen mit Ausstrahlung primär in die linke Schulter
sowie Nackenschmerzen
bei gewissen Kopfbewegungen
leide
;
im April 2016 habe
sich bildgebend
eine
kompressive
zervikal
e Myelopa
thie infolge Diskuspro
laps C5/6
gezeigt und sei
e
ine spastis
che
Tetraparese
sowie
Sensibilitätsstörung im Niveau
C8 beidseits diagnostiziert
worden
.
Am 1
1.
April 2016
sei
eine ventrale Diskektomie, Dekompression und
Spon
d
ylodese
C5/6
durchgeführt worden
. D
araufhin habe
sich ein
residuelle
s
Zustandsbild
gezeigt
[vgl.
auch
Urk.
12/39/7
ff.
]
. Aufgrund einer
Myelonschwell
ung
mit Ödem auf Höhe C5/6 habe
sich im weiteren Verlauf gar
eine Verschlechterung
ein
gestellt
[vgl.
auch
Urk.
12/39/11] und sei am
1
9.
Juli 2016
eine dorsale Entlastungsope
ration (
Laminoplastik
im Segment C5-C6
,
[
vgl
. Operationsbericht,
Urk.
12/26/
4
]
)
durchgeführt worden
. Daraufhin
habe sich
zunächst eine leichte Besserung der Sensibilität und Stabilität s
owie Standsicherheit
eingestellt
;
das
Gehen für längere Strecken sei
indes nur mit Gehstöcken möglich gewesen
und der Beschwerdefüh
rer habe weiterhin ein Schweregefühl und Parästhesien in den Händen und Unterarmen sowie
B
rennen am rechten Fuss berichtet
.
Im
September und Novem
ber 2017 habe sich bildgebend eine progrediente, mittelschwere Spinalkanalste
no
s
e C3/4 mit leichter Deformation und Kompression des
Myeloms
und beginnender Myelopathie,
eine mittelschwere
Foramenstenos
e
im Segment C3/4 links mit möglicher Reizung der Wurzel C4
links
intraforaminal
sowie ein
spinal
kanalstenotischer
Aspekt bei
Diskusprot
r
usion
und degenerativen Veränderungen auf Höhe LWK 2-5 gezeigt.
Weitere chirurgische Massnahmen hätten sich
aber
nicht ergeben.
Die 2018 und 2019 durch
geführten stationären Therapien, die
2019 erfolgte F
acettengelenksinfiltration
sowie
der
Sakralblock hätten ebenfalls
keinerlei Besserung gezeitigt (
Urk.
12/222/8 ff.
,
Urk.
12/222/136
).
In somatischer Hinsicht
habe
der Beschwerdeführer
beklagt
, dass er nicht mehr gehen könne; maximal drei bis vier Schritte könne er allein gehen. Er sei eigent
lich permanent auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit der zweiten Operation habe die Kraft in den Beinen nachgelassen. Zudem habe er permanent Schmerzen
(VAS 6-10/10)
im Bereich beider Beine, ausgehend von der Hüftregion und ausstrah
lend bi
s
in den Fuss.
Auch
könne er seine Beine nicht mehr wie früher wahrneh
men
und sei die aktive Steuerung der Hüft-, Knie- und Fussgelenke nicht mehr möglich. Die Beine würden auch immer einschlafen. Er habe Probleme beim Sitzen, Stehen und Laufen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei in allen Richtu
ngen schmerzhaft eingeschränkt (
VAS 6-10/10). Die Nackenschmerzen würden in den rechten Arm und über die Wirbelsäule in die Beine ausstrahlen. Zudem bestünden ein permanenter Schmerz im Bereich der LWS (VAS 6-7/10) sowie
ein
Taubheitsgefühl im Bereich beider Unterarme
ulnarseitig
unter Einschluss der Finger IV und V.
Wegen der
S
chmerzen schlafe er nur drei bis vier
S
tunden am S
tück. Danach müsse er aus dem Bett und sich bewegen. Es sei ein dauernder Wechsel zwischen Bett und etwas Bewegung, etwa alle zwei bis drei Stunden. Er sei deshalb 95
%
seiner Zeit zu Hause. Nach draussen traue er sich nur mit seiner Frau.
Ferner habe er Probleme mit der Blase. Wenn er bemerke, dass er Wasserlösen müsse, müsse er sofort auf
die Toilette
. Er habe auch seh
r viel nachlaufen, was
er nicht bemerke
. Weiter habe der Beschwerdeführer
von
Blackouts berichtet, anlässlich welchen er vergesse, was er zuvor gemacht habe (
Urk.
12/
222/1
0 ff.).
Im Rahmen der allgemeinmedizinischen U
n
tersuchung hätten
sich weitestgehend unauffällige Befunde und damit keinerlei Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
ergeben
(
Urk.
12/222
/
1
1
0 ff.).
In
orthopädisch-chirurgischer
Hinsicht
hätten sich aus der klinischen
Unter
suchung der Wirbelsäule verschiedentlich Muskelatrophien, Druck- und Klopfbe
schwe
rden
gezeigt
. Zudem sei die Beweglichkeit der Halswirbelsäule schmerz
bedingt stark eingeschränkt
,
d
er Nackengriff sei beidseits schmerzbedingt nicht durchführbar und der Schürzengriff sei nur mit deutlicher
V
erlangsamung möglich gewesen.
Alsdann
habe sich
eine vollständige Gehunfähigkeit
gezeigt
; während der Untersuchung habe sich der Beschwerdeführer nur mit Hilfe seiner Frau vom Rollstuh
l auf die Liege bewegen können.
Im Bereich der unteren Extremität
habe
sich
eine schlaffe und spastische
P
arese
gezeigt
, weshalb
eine aktive Bewegungsüberprüfung nicht möglich gewesen
sei
; ein passives Bewegungsdefizit
habe
demgegenüber
nicht
festgestellt werden können
.
Ebenso wenig ein
aggravierendes
Verhalten oder eine Betonung von Krankheitssympto
men
; der Beschwerdeführer habe
glaubhaft
gewirkt
.
Zusammenfassend könne er weder
eine relevante Gehstrecke selbständig zurücklegen
noch eine
stehende Tätigkeit ausüben
.
Aufgrund der Erkrankung im Bereich der LWS
sowie invalidi
sierenden Rückenschmerzen
sei der Beschwerdeführer auch hinsichtlich einer sitzenden Tätigkeit deutlich eingeschränkt
.
Mithin bestehe hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine
10
0%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer sehr leichten, überwiegend sitzend ausgeübten, gering wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen (gebückt,
vornübergeneigt
, kauernd, kniend), ohne häufige Rumpfrotation, ohne asymmetrische Lasteinwirkungen, ohne Arbeiten auf Dächern, Gerüsten, Leitern oder Podesten, ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne längeres Abwärtsgehen, ohne häufiges Treppengehen, ohne Lastenheben, -tragen oder –bewegen von mehr als 3 Kg und ohne das Erfordernis, eine gefähr
liche, schwere, vibrierende Maschine zu bedienen, bestehe
seit dem
1.
Juli 2017
eine 50%ige Arbeit
s
fähigkeit
(
Urk.
12/222/
14 ff., Urk.
12/222/
81 ff.)
.
Anlässlich der k
linisch-neurologisch
en Untersuchung
habe
sich
an d
en Beinen eine
Hüftbeugerschwäche
(Kraftgrad 4/5) beidseits
gezeigt
. D
er Beschwerdeführer habe die Beine
kurz gebeugt halten können;
gestreckt sei ein Halten gegen Schwerkraft nicht möglich gewesen. Zudem habe sich
eine verminderte Fuss- und Zehenhebung resp. –
senkung
(Kraftgrad 4/5 minderinnerviert)
ergeben; Z
ehen- und Ferseng
ang seien
nicht möglich gewesen. Anlässlich der Untersuchung habe der Beschwerdeführer zu ebener Erde mit Festhalten nur wenige Schritte in sehr langsamen Tempo gehen können, indem er nach einigen Sekunden das Spielbein auf die Position des Standbeins gebracht habe und so nur e
ine sehr geringe Gehstrecke
habe
bewältigen können. Die
I
nnervation der Beine sei dabei deutlich schlechter gewesen als bei der formalen Untersuch
u
ng im Liegen, wo sich nur eine geringe Spastik gezeigt habe.
Alsdann habe sich eine Gefühlsminderung an den Aussenseiten beide
r
Hände sowie ein vermindertes Vibrationsempfinden an de
n
Grosszehen beidseits gezeig
t.
Während der Untersuchung sei der Beschwer
deführer auf die Leistungseinschränkungen stark fixiert gewesen. Er habe sich völlig
dependent
und keinerlei Anstrengungsbereitschaft gezeigt
. Das stark verzögerte Gangbild habe
zudem
demonstrativ gewirkt
(
Urk.
12/222/133 ff.)
.
Au
s neurologischer Sicht sei der B
eschwerdeführer aufgrund der zervikalen Myelopa
thie mit
daraus resultierender
Beinspastik
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig;
in einer sitzenden Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeits
fähigkeit
. Am organischen Kern der Erkrankung bestünden keinerlei Zweifel.
Bei der
B
eschwerdedemonstration
zeige der Beschwerdeführer jedoch eine deutliche Selbstlimitierung
(
Urk.
12/222/137
f
f.
)
.
Anlässlich der neuropsychologischen Exploration habe der Beschwerdeführer berichtet, es gehe ihm nebst den körperlichen Beschwerden auch psychisch sehr schlecht. Er sei verzweifelt und denke fast täglich daran, sich das Leben zu nehmen. Er sei auch oft unkonzentriert, nicht belastbar, vergesslich und erlebe Blackouts. Zudem habe er Probleme mit dem Reden; er sei oft zu müde dafür oder finde die Worte nicht (
Urk.
12/222/147).
In klinischer Hinsicht hätten sich Hinweise auf ein rasches Aufgeben und inkonsistente Befunde ergeben. Zudem habe sich das
S
ymptomvalidierungsverfahren
als leicht auffällig
erwiesen. Vor diesem Hintergrund sei eine Darstellung der Testresultate und deren diagnostische Einordnung
un
zulässig, da ein Rückschluss auf die tatsächliche kognitive Leistungsfähigkeit nicht zuverlässig möglich sei. Mithin sei eine neuro
psychologische Störung nicht quantifizierbar aufgrund einer wahrscheinlich nicht authentischen Beschwerdepräsentation bei Aggravationstendenzen (
Urk.
12/222/152 ff.).
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter habe der Beschwerdeführer berichte
t, 2018/2019
sei es
ihm psychisch
sehr schlecht
gegangen
.
Derzeit mache er sich Sorgen um die Z
ukunft seiner Familie und um seine finanzielle Situation. Diesbezüglich habe er
momentan
wenig Hoffnung
auf Besserung
. Deshalb leide er oft an Niedergeschlagenheit und schlechtem Schlaf. Seine Gedanken kreisten häufig um sein
e
Probleme, er könne sich schlecht konzentrieren, sei durch Schmerzen oftmals abgelen
k
t und habe Mühe, sich zu etwas aufzuraffen. Freue
n
könne er sich durchaus noch, zu
m
Beispiel an seinen Enke
lkindern (Urk.
12/222/172 f.).
J
e nach Schmerzsituation stehe er zwischen 5 Uhr und 10 Uhr auf. Dann rauche
er
und nehme die Me
dikamente ein.
Sobald
seine Ehefrau aufgestanden sei, helfe sie ihm bei der Morgentoilette und beim Anziehen. Sie bereite ihm auch etwas zum Essen vor. Er verbringe dann die Zeit in der Wohnung sitzend, an Stöcken, gehen, liegend, rauchend, wobei es ihm am beste
n
gehe, wenn er liege. Den Haushalt erledige seine Ehefrau, allenfalls könne er beim Rüsten helfen. Wenn die Ehefrau von der Arbeit komme um ca. 17.00 U
hr, gebe es das Abendessen, welches
sie zubereite. Gegen 23.0
0 Uhr gehe er ins Bett. Aktuell
habe er keine Hobbies, früher habe er Fussball gespielt. Er lese nur wenig und Fernsehschauen könne er wegen den Konzentrationsproblemen auch nicht lange. Zuletzt sei er 2019 im Urlaub gewesen; 14 Tage in seiner Heimat, wobei er mit dem Flugzeug gereist sei (
Urk.
12/222/175). Bis Ende 2019 habe er sich während eine
s
Jahr
es
in psychotherapeutischer Behandlung befunden (
Urk.
12/222/176).
Klinisch
habe sich der Beschwerdeführer bewusstseinsklar und allseits orientiert gezeigt.
Während der Dauer des Gesprächs habe die
A
ufmerk
samkeit diskrepant zur subjektiv geschilderten Konzentrationsminderung im Alltag
aufrechterhalten
werden
können
. Auch hätten sich keine Auffassungs- oder Merkfähigkeitsstörungen gezeigt. Das Langzeitgedächtnis habe sich eben
falls als unauffällig erwiesen. Der Beschwerdeführer habe mit vernehmlicher Stimme, deutlich artikulierend und
mit
ungestörtem Redefluss gesprochen. Gedanklich habe sich eine deutlich
e
Einengung auf die erlebten körperlichen Beschwerden, Insuffizienzgefühle und S
elbstvorwürfe
und
eine ausgeprägte Tendenz zur Selbstbeobachtung körperlicher Vorgänge im Sinne einer Aufmerk
samkeitsfokussierung
gezeigt
.
Auf V
erhaltensebene habe
d
er
Beschwerdeführer
ein deutliches verbales und nonverbales Schmerzgebaren demonstriert, jedoch ohne dramatisierend zu wirken. Eine Aggravation oder Simulation sei ebenfalls zu verneinen. Die Grundstimmung sei gedrückt, zum depressiven Pol verschoben, besorgt-pessimistisch, aber nicht freudlos und auch nicht labil oder
dysphorisch
. Die affektive Modulationsfähigkeit sowie der Antrieb seien leicht vermindert gewesen
(
Urk.
12/222/177 ff.)
. In der Hamilton Depressionsskala habe der Beschwerdeführer 20 Punkte erreicht, entsprechend eines leichten bis
mässiggra
digen
depressiven Syndroms.
Im Rahmen des Mini-ICF-Ratings hätten sich keine oder lediglich leichte Beeinträchtigungen ergeben; einzig bei der Durchhalte
fähigkeit und Fähigkeit zu Spontanaktivitäten
habe sich
eine mehr als leichte Beeinträchtigung mit Assistenznotwendigkeit
gezeigt
.
Insgesamt könne von einer ausreichenden Konsistenz zwischen der Aktenlage, der Eigenangaben des Beschwerdeführers sowie klinischen Untersuchung ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer sei a
us psychiatrisch
er Sicht
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Verweistätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig
(
Urk.
12/222/179 ff.
,
Urk.
12/222/190 f.
).
Im Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, der Beschwerdeführer sei
infolge der spastischen
Tetraparese
bei zervi
kaler Myelopathie
in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig.
Hinsichtlich einer optimal angepassten Verweistätigkeit nach Massgabe des im orthopädischen und neurologischen Teilgutachten definierten Belastungsprofils bestehe eine 50%ige A
rbeitsfähigkeit
. Eine retrospektive Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung
sei, ohne die begutachtete Person auch früher selber untersucht zu haben, nicht unproblematisch, da dabei auf fremde Beurteilungen abgestellt werden müsse. Eine abschliessende retrospektive Überprüfung der echtzeitlichen Arzt
berichte sei
daher
nicht möglich. Möglich sei hingegen eine Würdigung aus heutiger Sicht. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe sicher ab dem
1.
April 2016
(
Urk.
12/222/18).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom
3.
September 2020 erging in Kennt
nis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
(
Urk.
12/222/23 ff.,
einschliess
lich des
bidisziplinäre
n
Vorgutachten
s
vo
m 3
0.
November 2017,
vgl.
Urk.
12/222/43 ff.),
den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen.
Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und liefert nachvollziehbare Schlussfolgerungen.
Insbesondere
haben die Gutachter ihre
Diagno
sen
im Eink
lang mit den erhobenen Befunden
plausibel begründet
, was denn auch beschwerdeweise
unbestritten verblieb
.
I
m
psychiatrischen Teilgutachten erfolgte zudem eine einlässliche Auseinandersetzung mit
den einschlägigen
ICD-Diagnosekriterien
(Urk.
12/222/182)
und
korrelieren
die diagnostischen Schlussfolgerungen
mit den (psychiatrischen)
Vorakten
(
vgl.
etwa den
Bericht
von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
1
6.
Mai 2019
,
Urk.
12/139
; Austrittsbericht der Psychiatrische
n Dienste
F._
vom 19.
November 2018,
Urk.
12/108/5 ff.
)
. Mithin kann
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Psychi
atrie und Psychotherapie,
RAD
, nicht gefolgt werden, wenn sie
in ihrer internen Stellungnahme vom 1
0.
November 2020
dafürhält
, die Diagnosen und Arbeits
fähigkeitsbeurteilung im psychiatrischen Teilgutachten seien nicht nachvollzieh
bar (
Urk.
12/237/14 f.),
weshalb
(sinngemäss)
in psychiatrischer Hinsicht
kein in
validisierender G
esundheitsschaden vorliege.
Dies u
mso
weniger
,
wenn
sie dabei
- entgegen den anderslautenden Angaben im psychiatrischen Teilgutachten –
ausführt
, die Authentizität der Beschwerdeschilderung müsse angezweifelt werden und darüber hinaus mutmasst, der Beschwerdeführer habe im Rahmen des ICF-Ratings übertriebene Angaben zu seinem Schmerzerleben gemacht (
Urk.
12/237/15).
So hat der
psychi
atrische Gutachter
sowohl ein dramatisieren
des Verhalten als auch eine massive Verdeutlichung im Sinne einer Aggravation oder Simulation ausgeschlossen
. Zudem hat er
explizit festgehalten, es bestehe
i
nsgesamt
eine ausreichende
Konsistenz zwischen der Aktenlage, der Eigenan
gaben des Beschwerdeführers sowie klinischen Untersuchung
(
Urk.
12/222/178
,
Urk.
12/222/197
). Dass das Symptomvalidierungsverfahren im Rahmen der neuropsychologischen Expertise leichte Auffälligkeiten zeitigte (
Urk.
12/222/152), vermag
– entgegen
Dr.
G._
– an der Beweiswürdigkeit des psychiatrischen Teilgutachtens
nichts zu ändern
. Mithin
genügt das Gutachten den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage gestellte
n Anforderungen (vgl. E. 1.
7
), weshalb darauf abzustellen ist.
4.2
Strittig und zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit des B
eschwerdeführers, we
lche
auch unter juristischen Gesichtspunkten zu beurteilen ist (vgl.
E. 1.3 f.
)
I
n somatischer
Hinsicht
ergab sich neb
st den – wenn auch
als
teilweise verdeut
licht dargestellt taxierten
(vgl. 12/222/136)
–
unbestrittenen Mobilitätseinschrän
kungen
, dass
d
ie oberen E
xtremitäten
des Beschwerdeführers
symmetrisch
bemuskelt
und
alle Muskelgruppen der Ar
me vollständig innerviert
waren
.
Die
Schulter-, Ellbogen-, Hand-
und Fingergelenke
konnten
aktiv und passiv schmerzfrei bewegt werden
;
Anzeichen für ein
Impingement
im Bereich der Schultern oder für eine
Rotatorenmanschetteninsuffizienz
wurden explizit verneint
.
Entsprechend ergab sich
jedenfalls
im Bereich der oberen Extremitäten kein relevantes, funktionelles, aktives oder
passives Bewegungsdefizit
(
Urk.
12/222/81 f.,
Urk.
12/222/133).
In psychiatrischer Hinsicht erhellt alsdann hinreichend
, dass
die diagnoserelevanten Befunde
im Untersuchungszeitpunkt objektiv
nicht
schwer ins Gewicht fiel
en. Der
im Kontakt freundlich-zugewandte, äusserlich gepflegt
e
und
pünktlich erschienene
Beschwerdeführer
konnte
der ein dreiviertel
Stunden dauernde
n
Exploration ohne Aufmerksamkeits
-, Auffassungsfähigkeits- oder
M
erkfähigkeit
sdefizite
folgen
.
Dabei sprach er
mit vernehmlicher Stimme, deutlich artikulierend und ungestörtem Redefluss (
Urk.
12/222/177 ff.).
Die Grundstimmung
wurde
vom psychiatrischen Gutachter
zwar
als
gedrückt
und zum depressiven Pol verschoben
gewertet
,
j
edoch nicht f
reudlos, labil oder
dysphorisch
.
Alsdann
waren
d
ie
affektive Modulationsfähig
keit und der Antrieb
des Beschwerdeführers nur leicht vermindert.
Dazu passend ergaben sich im Rahmen de
s Mini-ICF-Ratings
weitestgehend keine oder nur
geringgradige
Einschränkungen; in den testpsychologischen Zusatzuntersuchun
gen (Hamilton Depressionsskala, Montgomery
Asberg
Depression Rating
Scale
) erreichte der Beschwerdeführer 20 resp. 22 Punkte, entsprechend eines leicht- bis mittelgradig depressiven Syndroms (
Urk.
12/222/178 ff.).
Alsdann hat der Be
schwerdeführer die zuvor
wahrgenommene Psychotherapie Ende 2019 beendet (
Urk.
12/222/176) und plagten ihn aktuell vornehmlich finanzielle Sorgen
(
Urk.
12/222/172 f., vgl. auch
Urk.
12/222/149,
Urk.
12/222/152,
Urk.
12/222 /175).
Auf
R
essourcenebene
betonte der psychiatrische Gutachter die freundliche Wesensart; die übrigen
Gutachter
bestätigten die
vollständig
erhaltene Kommunikationsfähigkeit
(
Urk.
12/222/
8
0
,
Urk.
12/222/90,
Urk.
12/222/109,
Urk.
12/222/150)
.
A
lsdann war
die
soziale T
eilhabe des Beschwerdeführers
zwar
weitgehend auf die Familie beschränkt,
in diesem Rahmen
verfügte
er
jedoch
über ein
ihn intensiv
unterstützendes
und tragendes
Umfeld (vgl.
Urk.
12/222/129,
Urk.
12/222/149,
Urk.
12/22/185).
Ausserdem
berichtete der Beschwerdeführer, dass er
D
ank seinen Enkelkinder
n
durchaus
F
reude erlebe
(
Urk.
12/222/172)
.
Zu erwähnen ist auch, dass
er
2019
in der Lage war, eine Flugreise in seine Heimat zu unternehmen
(
Urk.
12/222/175)
.
Ferner
ging
der Beschwerdeführer
insoweit einem
geordneten Tagesablauf nach, als
er regelmässig mit seiner Fr
au das Abendessen einnahm,
jedenfalls bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie zwei- bis dreimal pro W
oche eine
P
hysiotherapie wahrnahm
und zwischendurch auch zu Hause «ein paar Übungen» machte (
Urk.
12/222/131)
.
Im Übrigen
fallen
Ungereimtheiten
bei den Schilderungen zum Tagesablauf auf
;
währenddem
der Beschwerdeführer gegenüber dem orthopädisch-chirurgischen Gutachten ausführte, er beende die Nachtruhe je nach Schmerzen zwischen 3.00 Uhr und 4.00 Uhr (
Urk.
12/222/78), gab
er beim Allgemeinmediziner an,
er wache
zwischen
6.00 und
7.00 Uhr
auf
(
Urk.
12/222/109); im Rahmen der neuropsycho
logischen
Untersuchung gab er
zu Protokoll, er stehe um 6.00 Uhr, manchmal auch um 10.00 Uhr
auf
(
Urk.
12/222/149); g
egenüber dem
psychiatrischen Fach
arzt gab er schliesslich an
, je nach Schmerzsituation stehe er zwischen 5.00 Uhr und 10.00 Uhr auf (
Urk.
12/222/175).
Zudem
verhielt
sich
der
gemessene Medikamentenspiegel
diskrepant
zu d
en
vom Beschwerdeführer
angege
-
benen
Medikamenten
dosierungen
(
vgl.
Urk.
12/222/106,
Urk.
12/222/112,
Urk.
12/222/115) und
demonstrierte
der Beschwerdeführer beim
Gehtest
ein
e
deutlich schlechtere Innervation der Beine als bei der formalen Untersuchung im L
iegen, wo nur eine geringe Spastik
festgestellt werden
und der Beschwerdeführer die Beine im 90°-Winkel für kurze Zeit halten konnte.
Entsprechend
taxierte der neurologische Gutachter
das stark verzögerte Gangbild
als
demonstrativ und hielt eine deutliche Selbstlimitierung fest (
Urk.
12/222/136
f.).
Hervorzuheben sind
ausserdem
die
gutachterliche
n
Hinweis
e
auf die psychische Störung aufrecht
erhaltende
IV-fremde
Faktoren (ungewisse beruflic
he Zukunft, finanzielle Belastungen
,
Dekonditionierung
,
Perspektive
n
losigkeit
; vgl.
Urk.
12/222/186, vgl.
auch
Urk.
12/222/149,
Urk.
12/222/175,
Urk.
12/222/108), wofür
sich
auch
aufgrund der
übrigen Akten
Anhaltspunkt
e
ergeben
(vgl. den Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste vom 1
9.
Nove
mber 2018,
Urk.
12/108/7). Festzuhalten ist auch die
von
den
Gutachtern
als zumindest fraglich, wenn nicht gar als fehlend
beurteilte
Anstrengungsbereitschaft resp.
Motivation des Beschwerdefüh
rers
(vgl.
Urk.
12/222/136
f
.
)
.
4.3
Zusammenfassend
kamen die MEDAS-Gutachter
im Lichte
der erhaltenen Funk
tionalität der oberen Extremitäten
,
wiederholt festgestellten
Verdeutlichung und Selbstlimitation
sowie vorhandenen Ressourcen
des B
eschwerdeführers
zum überzeugenden Schluss, dass
letzterer
in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100
%
und in
eine
r
– näher umschriebene
n
–
Verweistätigkeit
jeden
falls seit September 2020 (bei vollzeitig zumutbarer Anwesenheit)
zu 50
%
leistung
sfähig
war
(vgl.
Urk.
12/222/18
,
Urk.
12/222/93,
Urk.
12/222/140
)
.
In retrospektiver Hinsicht
hielten die MEDAS-Gutachter
aufgrund der zervikalen Myelopathie
mit spas
tischer
Tetraparese
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit
«sicher» ab dem
1.
April 2016
fest
; darüber hinaus
erachteten sie
eine
abschliessende, retrospektive
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
als
nicht möglich (
Urk.
12/222/18, E. 3.2 in
fine
). Es kann jedoch gestützt auf die übrige Aktenlage (vgl. das Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung,
Urk.
12/29/3; das
A._
-Vorgutachten vom 3
0.
November 2017, Urk. 12/54/3; vgl. auch die Arbeitsunfähigkeitsatteste,
Urk.
12/12/20, Urk. 12/12/18 f.) mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
5.
Februar 2016 in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war.
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirur
gie,
welcher zum Schluss kam,
der Beschwerdeführer
sei
seit dem
1.
Juli 2017 in einer angepassten Verweistätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig (vgl.
Stellungnahme vom 7.
November 2020,
Urk.
12/237/13)
,
kann nicht gefolgt werden. Insbesondere
stützte er sich
dabei
augenscheinlich nicht auf die interdisziplinäre Konsensbeur
teilung, sondern lediglich auf das orthopädische Teilgutachten ab (vgl.
Urk.
12/222/91). Kommt hinzu, dass der orthopädische Gutachter gänzlich unbegründet liess, weshalb aus seiner Sicht seit dem
1.
Juli 2017 eine 50% Arbeitsfähigkeit bestehe.
Entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
5/4) steht die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der MEDAS-Gutachter nicht
im Widerspruch zum
A._
-Gutachten vom 3
0.
November 201
7.
Insbesondere
wurde darin
festgehalten
, eine zuverlässige Prognose könne infolge des instabilen Gesundheitszustandes
derzeit
nicht abgegeben werden (
Urk.
12/54/, vgl. E. 3.1). Die beschwe
rdeweise bemühten (vgl.
Urk.
5/2
Ziff.
25) Ausführungen im orthopädischen Teilgutachten, wonach der Beschwerdeführer schwerstbehindert und auf permane
nte Hilfe angewiesen sei (vgl.
Urk.
12/222/94), bezogen sich auf die
von den
MEDAS-
Gutachter
n
zu beantwortende Notwendigkeit
der
beantragten Hilfsmittel (Elektrostuhl, Treppenlift, Rollators und Umbaumassnahmen im Badezimmer). Dass
sie letzteres bejahten
, steht
ebenfalls
nicht im Widerspruch
zu
ihrer
Arbeits
fähigkeitsbeurteilung
. Soweit der Beschwerdeführer weiter vorbringt, aus den echtzeitlichen Berichten ergebe sich eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit sowie
deutliche
Verschlechterung (vgl.
Urk.
5/2
Ziff.
25), kann ihm
auch
nicht
gefolgt
werden
.
Insbesondere
sind den echtzeitlichen resp. von der IV-Stelle veranlassten Verlaufsberichten kaum Angaben zur
Arbeitsfähigkeit
zu entnehmen
(vgl. etwa
Urk.
12/96/6,
Urk.
12/156/9,
Urk.
12/166,
Urk.
12/190).
Demgegenüber erhellt daraus
, dass
sich die subjektiv berichtete Schmerzprogredienz und Gangver
schlechterung weder klinisch noch bildgebend objektivieren
liessen
.
Im Gegenteil
ergab sich
Ende 2018 aufgrund der objektiven Befunde eine Verbesserung
der somatischen Situation
und wurde auch aus psychiatrischer Sicht eine Besserung dokumentiert
(vgl. Bericht
e der
Klinik I._
vom 19.
Juli 2018, 2
0.
Dezem
ber 2018 und 1
0.
Januar 2019,
Urk.
12/166/5 ff.; Austrittsbericht der
Rehaklinik J._
vom
3.
April 2018, wonach der Beschwerdeführer im Verlauf der Rehabilitation eine Schmerzverringerung, deutliche Stabilisierung der Psyche und grosse Fortschritte bei der Mobilität erreicht habe,
Urk.
12/70/3
;
Austrittsbericht
der
Psychiatrischen Dienste F._
vom 19.
November 2018, worin
ein deutlich st
abi
lisierter Zustand berichtet wurde
,
Urk.
12/107/4).
Mit
Verwei
s auf die interdisziplinäre Konsens
beurteilung (vgl. 12/222/
18
, E. 3.2 in
fine
)
geht
auch die
beschwerdeweise Rüge, die MEDAS-Gutachter
hätten
da
s
«Zusammenspiel bzw.
eine
allfällige Kumula
tion» der festgestellten Teilarbeitsfähigkeiten
nicht
diskutiert
(
Urk.
5/2
Ziff.
26)
,
ins Leere.
Schliesslich besteht beim vorliegenden
Beweisergebnis
– entgegen
seinen
Vorbringen
–
a
uch
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweis
würdigung; vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3 je mit Hinweisen).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.).
Hierfür
stellte die
IV-Stelle
auf die
Auskunft der Arbeitgeberin
ab
, wonach der Beschwerdeführer an der vor Eintritt des Gesundheitsschadens innegehabten Stelle
seit dem
1.
Januar 2015 einen Monatslohn von
Fr.
4'775.
--
erzielte
(vgl.
Urk.
12/236/1). Dabei handelt es sich
indes
um
den Grundlohn, wobei
offensicht
lich
verschiedentlich Zulagen
zur Auszahlung gelangten
(vgl.
Urk.
12/15/10
ff.
). Mithin
ist gestützt auf den IK-Auszug vom 1
2.
August 2016
vom effektiv abgerechneten
Jahreseinkommen
s 2015 in Höhe
von Fr.
62'907.--
(Urk.
12/11/4
)
auszugehen.
Dieser Wert ist der Teuerung und realen Einkommensentwicklung anzupassen (ZAK 1990 517 E. 3c), wobei der Nominallohnindex gemäss der entsprechenden Erhebung des Bundesamtes für Statistik zu verwenden ist (BGE 129 V 408). Der jeweils gerundete jährliche Aufwertungsfaktor führt über längere Perioden zu rechnerisch potenzierter Ungenauigkeit. Unt
er Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung für Männer bis ins massgeblich
e Jahr 20
20
(
vgl. nach
folgend E. 5.4
.3
;
vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne,
2010-2019
, Nominallöhne Männer
; 2015: 2226; 2020
: 2
2
98
) r
esultiert ein
Validenein
kommen
von
rund Fr. 64’942
.-- [
Fr.
62’907
.
--
:
2226 x 2298
]
.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Da der Beschwe
rdeführer die ihm seit September 2020
verbliebene Restarbeits
fähigkeit nicht ausgeschöpft hat, sind für die Ermittlung des Invalidenein
kommens die
LSE heranzuziehen.
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil ist
dabei
auf den Tabellenwert für einfache Hilfsarbeiten (LSE 201
8
, Tabelle
TAl
, TOTAL, Kompetenzniveau l, Männer)
in Höhe
von monatlich Fr. 5’
417
.-- abzustellen. Unter Berücksichtigung der betriebsü
blichen Arbeitszeit im Jahr 2018
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2020
, A-S 01-96) sowie der Nominallohnentwicklu
ng bis ins Jahr 2020 (Indexstand
201
8: 2260; 2020:
2298)
resultiert ein Inva
lideneinkommen von rund Fr. 34’453
.-- für ein
zumutbares
Pensum von 50 % (Fr.
5’417
: 40 x 41.7 x 12: 22
60 x 2298
x 0.50].
5.3.3
De
r Beschwerdeführer stellte sich
auf den Standpunkt, es sei
ihm
aufgrund der konkreten Situation und massivsten Einschränkungen
der maximale, leidens
bedingte Abzug von 25
% zu gewähren (Urk. 5/2
Ziff.
21
).
D
ie Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer unter Würdigung seiner schwerwiegenden Einschränkungen sowie des Umstandes, dass er auf verstell
bare, ergonomisch behinderungsgerechte Arbeitsstü
hle/Arbeitstische angewiesen sei
,
einen 20%igen Abzu
g gewährt (
Urk.
12/236/1).
Das
(kantonale) Sozialver
sicherungsgericht
darf
nach ständiger Rechtsprechung sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensaus
übung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Letzteres ist vorliegend nicht der Fall.
Insbesondere
rechtfertigt der Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber nur reduziert leistungsfähig ist
(vgl.
Urk.
12/222/93,
Urk.
12/222/140)
, grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.1.1 mit Hinweisen).
Da die Gewährung eines 20%igen Abzugs
jedenfalls
keine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung darstellt (vgl. auch Urteil 8C_366/2013 E. 4.2 vom 18. Juni 2013), ergibt sich kein Anlass zur gerichtlichen Korrektur.
Unter Berücksichtigung eines Abzugs von 20 % beträgt das Invalideneinkommen somit rund Fr.
27'562
.-- (
Fr. 34’453
.-- x 0.80).
5.4
5.4
.1
Dem Beschwerdeführer
war in seiner
bisherige
n
Tätigkeit seit dem
1
5.
Februar 2016
zu
100% arbeitsunfähig
(vgl. E. 4.3
). Damit bestand für die Dauer des Wartejahrs bis zum
15
.
Februar 2017
eine durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit von
10
0 % (vgl. E. 1.5).
5.4
.2
Nac
h Ablauf der Wartezeit am 15
.
Februar 2017
war der Beschwerdeführer
weiterhin für jegliche Tätigkeiten
zu 100
% arbeitsunfähig
.
Da
er
sich im Juli 2016
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug angemeldet hat
(
vgl.
Urk.
12/6)
, besteht
somit ab dem 1. Februar
2017
(
vgl.
Art. 29 Abs.
1 und
Abs.
3 IVG) Anspruch auf eine ganze Rente.
5.4
.3
Seit September 2020
wurde dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert
(
Urk.
12/222/18, E. 4.3)
. Aus der Gegenüber
stellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
37’380
.--, was einen Invaliditätsgrad von
57.56
%, gerundet
58
%, ergibt. Damit hat der Beschwerdeführer ab dem 1.
Dezember 2020
(Art. 88a Abs. 1 IVV, E. 1.6
) Anspruch auf eine
halbe R
ente
.
5.5
Die
Beschwerde
ist insoweit teilweise gutzuheissen, als
dass
die angefochtene Verfügung vom
2
6.
März
2021
aufzuheben
und
festzustellen
ist
, dass der Beschwer
deführer vom 1. Februar
2017
bis
30
.
November 2020
Anspruch auf eine ganze Rente und ab dem 1.
Dezember
20
20 Anspruch auf eine halbe R
ente der Invalidenversicherung
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig
vom Streitwert nach dem Verfah
rensaufwand fest
zulegen und vorliegend auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Da der Beschwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere (Teil-) Rente als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschä
digung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwer
defüh
rer eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht auf Fr.
2’000
.-- (inkl. Barausl
agen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen.