# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 44dd1729-7fe9-45c5-84d4-d37fdcd63ec9
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. D._ ist Eigentümerin des Grundstücks C._, E._, in
B._. Mit Gesuch vom 23. Januar 2018 reichte sie ein Baugesuch
für den Neubau eines Einfamilienhauses inklusive einer freistehenden
Luft-Wärmepumpe an der südlichen Hausecke auf Parzelle C._
ein. Das Baugesuch wurde am 26. Januar 2018 im Amtsblatt der
Gemeinde B._ publiziert.
2. Innert Frist erhob A._, Eigentümer der Parzellen F._,
G._ und H._ in B._, dagegen Einsprache. Er
beantragte u.a. Folgendes:
1. (...)
2. Es sei mittels Anordnung in der Baubewilligung sicherzustellen, dass
a. Die Lärmemissionen der freistehenden Luft-Wärmepumpe im
Südosten der Liegenschaft C._ so weit wie technisch
möglich begrenzt werden, und
b. Auf jeden Fall gegenüber dem Haus von A._ auf Parzelle
H._ die Planungswerte der LSV eingehalten würden, am
besten mittels Verlegung der Luft-Wärmepumpe auf die Nordseite
des geplanten Hauses auf Parzelle C._.
c. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
3. Mit Bau-und Einspracheentscheid vom 8./9. Mai 2018 hiess die
Baubehörde B._ die Einsprache von A._ teilweise gut und
erteilte die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen. In den
Erwägungen hielt die Baubehörde B._ fest, dass die auf dem
Grundstück C._ geplante freistehende Luft-Wärmepumpe eine
ortsfeste Anlage im Sinne des Umweltschutzgesetzes (USG) darstelle, die
nur errichtet werden dürfe, wenn die durch diese Anlage allein erzeugten
Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht
überschreiten würden. Die Bauherrschaft habe den erforderlichen
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Lärmschutznachweis für die Luft-Wärmepumpe noch nicht erbracht. Die
Erstellung der Luft-Wärmepumpe sei deshalb am vorgesehenen Ort mit
der Auflage zu bewilligen, dass ein Lärmschutznachweis erbracht werde
und der Beurteilungspegel unter dem geforderten Planungswert liege.
4. Im Zuge einer Projektänderung bewilligte die Gemeinde B._ über
das vereinfachte Baubewilligungsverfahren am 6. Dezember 2018 eine
Standortverschiebung der geplanten Wärmepumpe von der südlichen zur
nordöstlichen Hausecke.
5. Dagegen erhob A._ am 19. März 2019 wiederum Einsprache und
beantragte folgendes:
1. Der Standort der installierten Wärmepumpe wurde geändert und
entspricht nicht mehr dem Standort von der Baubewilligung vom
09.05.2018/18019. Der Standort der Wärmepumpe ist mittels Verlegung
auf die Nordostseite (hintere Gebäudeseite) vom Grundstück
C._, E._, anzuordnen.
2. Die Berechnungen im Lärmschutznachweis vom 7.12.2018 beruhen auf
unkorrekten/unvollständigen Annahmen und sind neu zu berechnen und
entsprechende Massnahmen gemäss Antrag 1 anzuordnen.
Begründend führte er aus, der bewilligte Standort der Luft-Wärmepumpe
auf Parzelle C._ sei derjenige gemäss Baubewilligung vom 8./9.
Mai 2018 (Südecke). Der Abstand des neugewählten Standortes zu seiner
Parzelle F._ sei geringer, sodass der Lärmpegel auf den
Parzellen F._ und H._ höher werde.
6. Zur Eingabe vom 19. März 2019 nahm die Gemeinde am 2. Mai 2019
Stellung. Sie führte aus, dass die Projektänderung zur
Standortverschiebung der Wärmepumpe nicht im ordentlichen
Baubewilligungsverfahren bewilligt worden sei, sondern zu Recht im
vereinfachten Baubewilligungsverfahren, da es sich um eine geringfügige
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Projektänderung eines bereits bewilligten Bauvorhabens handle. Mangels
Auflageverfahrens könne die Eingabe vom 19. März 2019 deshalb nicht
als Einsprache entgegengenommen werden, sondern als Anzeige wegen
Verletzung baurechtlicher Vorschriften. Diesbezüglich sei die Anzeige
unbegründet. Die entsprechenden Unterlagen seien irrtümlich aber in den
Bauunterlagen zum I._ abgelegt gewesen, weswegen A._
den Plan im Dossier zum E._ nicht habe finden können. Dieser
Plan werde ihm beiliegend zugestellt. Der neue Standort der Pumpe
entbinde Elsbeth Stahel nicht von der Einhaltung der massgebenden
Lärmwerte. Aufgrund seiner Anzeige werde deshalb die Gemeinde die
Lärmwerte mittels Kontrollmessung prüfen. Die Messung werde ihm
frühzeitig angezeigt und er sei eingeladen, daran teilzunehmen.
7. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2019 teilte der nun anwaltlich vertretene
A._ der Gemeinde mit, das Meldeverfahren (recte: Vereinfachtes
Baubewilligungsverfahren) gemäss Art. 50 Abs. 1 KRVO finde nur dann
Anwendung, wenn mit keinen Einsprachen zu rechnen sei. Diese
Voraussetzung sei vorliegend nicht gegeben gewesen. Der neue Standort
der Wärmepumpe sie noch nachteiliger als der ursprünglich bewilligte,
sodass für die Standortverlegung ein ordentliches
Baubewilligungsverfahren hätte durchgeführt werden müssen. Die
Gemeinde werde daher aufgefordert, ein nachträgliches, ordentliches
Baubewilligungsverfahren durchzuführen. Für den bislang nicht
rechtskonform bewilligten aktuellen Standort der Wärmepumpe liege ein
Lärmschutznachweis vom 7. Dezember 2018 vor. Dieser sei aber
fehlerhaft. Er basiere auf einer Distanz Quelle-Empfänger von 17m, was
der Distanz von der Wärmepumpe zum nächstgelegenen Gebäude auf
Parzelle J._ entspreche. Richtiger wäre aber, den
Lärmschutznachweis auf eine Distanz von 8 m zu berechnen, nämlich zur
Baulinie auf dem unmittelbar angrenzenden Baugrundstück Parzelle
F._ von A._ (Parzellengrenze und zuzüglich gesetzlicher
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Bauabstand, Art. 39 LSV). Man erwarte, dass nach Abschluss des
beantragten (ordentlichen) Baubewilligungsverfahrens für den dannzumal
bewilligten Standort noch ein korrekter Lärmschutznachweis eingeholt
werde und die angekündigte Kontrollmessung vor Ort durchgeführt werde.
8. Am 8. Januar 2020 teilte die Gemeinde B._ A._ mit, in den
nächsten Tagen Lärmmessungen vorzunehmen. Diese würden den
Parteien zur Wahrung des rechtlichen Gehörs anschliessend zugestellt.
9. Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 erklärte die Gemeinde B._,
am 9. Januar 2020 eine Kontrollmessung zur Beurteilung der
Lärmimmissionen der im Vollbetrieb laufenden Wärmepumpe auf die im
Eigentum von A._ stehenden Parzellen F._ und H._
vorgenommen zu haben. A._ wurden die Lärmbeurteilung, die
Tabelle Lärmmessung und Auswertung, der Situationsplan 1:500 mit den
Messpunkten P1-P6, der Lärmschutznachweis für Parzelle K._
sowie der Lärmschutznachweis für Parzelle F._ zur
Stellungnahme innert 20 Tagen zugestellt.
10. A._ hielt mit Schreiben vom 10 Februar 2020 fest, die Erstellung der
Wärmepumpe sei ursprünglich in der südlichen Ecke von Parzelle
C._ vorgesehen gewesen sei. Im Meldeverfahren sei danach am
6. Dezember 2018 ein anderer Standort bewilligt worden. Er habe davon
erst Kenntnis erhalten, als die Wärmepumpe aufgestellt worden sei.
Damals habe noch kein Lärmschutznachweis gemäss Formular
vorgelegen. Der Lärmschutznachweis datiere erst vom 7. Dezember 2018
und habe sich nur auf das Grundstück Parzelle J._, nicht aber auf
die Parzellen F._ und H._, bezogen. Auf den Antrag vom
4. Oktober 2019 auf Durchführung des ordentlichen
Bewilligungsverfahrens habe er noch keine Antwort erhalten. Am 8.
Januar 2020 habe die Gemeinde ihm mitgeteilt, die Lärmmessung werde
in den nächsten Tagen erfolgen. Sie sei aber schon am 9. Januar 2020
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vorgenommen worden, was keine frühzeitige Ankündigung sei und
A._ habe deshalb daran nicht teilnehmen können. Zudem sei die
Lärmmessung bei Schnee erfolgt. Alle Messpunkte seien schneebedeckt
gewesen und es sei nicht an den richtigen Messpunkten (Fenster des
Gebäudes auf Parzelle H._, Baulinie auf Parzelle F._)
gemessen worden. Der aktuelle Standort der Wärmepumpe sei nicht
bewilligt. Der nachgereichte Lärmschutznachweis sei untauglich. Die
Standortverlegung der Wärmepumpe hätte im ordentlichen
Baubewilligungsverfahren abgewickelt werden müssen. Diese Mängel
seien nicht geheilt. Der Lärmschutznachweis vom 9. Januar 2020 sei keine
taugliche Bewilligungsgrundlage. Der Antrag auf Durchführung des
ordentlichen Bewilligungsverfahrens mit wichtigen Lärmschutznachweises
werde wiederholt.
11. Mit Entscheid vom 21., mitgeteilt am 24. April 2020, beschloss der Kleine
Landrat der Gemeinde B._ u.a. Folgendes:
1. Für den Fall, dass die Parzelle F._ mit lärmempfindlichen Räumen überbaut wird, darf die auf Parzelle C._ bewilligte Wärmepumpe (nordöstliche Hausecke, recte: östliche Hausecke) nur unter den Auflagen betrieben werden, dass:
 der Silent Modus dauernd eingeschaltet ist;  zusätzliche Lärmschutzmassnahmen zur Lärmreduktion um
mindestens 9-10 dB(A) ergriffen werden (Schallschutzhaube und/oder weitere Installationen, die durch das Bauamt der Gemeinde B._ abgenommen werden).
Diese Auflagen sind im Grundbuch unter dem Stichwort "Lärmschutzauflage Wärmepumpe gegenüber Parzelle F._" als öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung auf Parzelle C._ anzumerken.
2. Kosten

## Considerations