# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6e3f7771-8fde-4239-ba35-574aa3b4caf0
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Arbeitsvertrag vom September 2011 wurde X._ von Dr. Y._ per 1. November 2011 als zahnmedizinische Assistentin angestellt. Im Arbeitsvertrag wurde festgehalten, dass jeweils Montag, Dienstag und Mittwoch während durchschnittlich 40 Wochen pro Jahr gearbeitet werde und die Arbeitszeit grundsätzlich von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr sei. Weiter wurde eine Kündigungsfrist von zwei Monaten vereinbart.
B. Gemäss Ausführungen der Parteien wurde nach dem Stellenantritt von X._ vereinbart, dass diese vorübergehend Überstunden leisten werde, bis Dr. Y._ noch eine weitere Angestellte gefunden habe oder X._ eine zweite Arbeitsstelle antrete.
C. Am 7. Februar 2012 kündigte Dr. Y._ das Arbeitsverhältnis mit X._ per 30. April 2012. Das Kündigungsschreiben wurde X._ persönlich übergeben. Während der laufenden Kündigungsfrist wurde X._ schwanger. Gemäss ärztlicher Bestätigung fand die Nidation im Zeitraum 25./26. März 2012 statt. Vom 17. April bis 22. April 2012 war X._ wegen Blutungen krankgeschrieben. Am 18. Mai 2012 erlitt X._ eine Fehlgeburt und ihr behandelnder Arzt attestierte ihr in der Folge eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 3. Juni 2012. Kurze Zeit später wurde X._ erneut schwanger. Gemäss ärztlicher Bestätigung vom 6. August 2012 befand sich X._ zu diesem Zeitpunkt (6. August 2012) in der 6. Schwangerschaftswoche.
D. Mit Schlichtungsgesuch vom 29. Mai 2012 instanziierte X._ bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks Inn gegen Y._ eine Forderungsklage aus Arbeitsvertrag. Nach erfolglos verlaufener Vermittlungsverhandlung vom 4. Juli 2012 stellte der Vermittler am 11. Juli 2012 die folgende Klagebewilligung aus:
“Rechtsbegehren der Klägerin vom 04. Juli 2012:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von CHF 10’227.20.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 29.05.2012 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein korrektes Arbeitszeugnis auszustellen.
3. Alles unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten der Beklagten.
Rechtsbegehren der Beklagten vom 04. Juli 2012:
1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
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2. Alles unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten der Klägerin.”
E. Am 23. Juli 2012 ging beim Bezirksgericht Inn ein undatiertes Schreiben von X._ ein, in welchem sie dem Gericht den Sachverhalt schilderte. Mit Schreiben vom 6. August 2012 forderte das Bezirksgericht Inn X._ auf, ihre Eingabe bis zum 17. August 2012 zu verbessern. Am 7. August 2012 reichte X._ sodann die verbesserte Klage ein, welche am 8. August 2012 beim Bezirksgericht Inn einging.
X._ begründete ihre Klage damit, dass ihr Arbeitsverhältnis mit Y._ nicht wie im Kündigungsschreiben vorgesehen am 30. April 2012 geendet habe, sondern aufgrund ihrer während der Kündigungsfrist eingetretenen Schwangerschaft, der erlittenen Fehlgeburt und der daraus resultierenden Arbeitsunfähigkeit sowie der erneuten Schwangerschaft erst Ende Juli 2012. Seit April 2012 zahle ihr Y._ zudem kein vollständiges Gehalt mehr, obwohl diese sie am 23. April 2012 schriftlich von der Arbeit befreit habe. Die von Y._ getätigten Zahlungen von Fr. 2’200.-- für April 2012, Fr. 434.90 für Mai 2012, Fr. 703.70 für Juni 2012 und Fr. 1’835.10 für Juli 2012 würden nicht der im Arbeitszeugnis vom 30. März 2012 festgehaltenen Anstellung von 65 % zum Lohn von monatlich Fr. 3’320.69 entsprechen. Somit stünden ihr noch Lohnzahlungen von insgesamt Fr. 8’109.06 (brutto) zu.
F. Am 26. August 2012 reichte Y._ ihre Klageantwort ein und beantragte sinngemäss die Abweisung der Klage. Zur Begründung führte sie aus, dass im Arbeitsvertrag mit X._ ein Arbeitspensum von durchschnittlich 21 Stunden während 40 Wochen pro Jahr vereinbart worden seien. Das restliche Pensum sollte durch eine zweite Gehilfin abgegolten werden, welche sie jedoch erst einstellen wollte, wenn die Praxis über genügend Patienten verfügte. Aus diesem Grund hätten die beiden Parteien vereinbart, dass X._ bei Bedarf vorübergehend Überstunden leisten würde. Die von X._ erwähnten 65 % Arbeitspensum würden sich auf das Arbeitszeugnis beziehen und somit auf Leistungen in der Vergangenheit, also vom 1. November 2011 bis 30. April 2012. Dieses vergangene und vorübergehende Pensum könne nicht als Berechnungsgrundlage für die Zukunft herangezogen werden. Per 14. Mai 2012 habe sie zudem eine zweite Assistentin eingestellt. Das Arbeitspensum von X._ wäre demnach auf den 1. Mai 2012 auf die im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitsstunden zurückgesetzt worden. Die mutmasslichen
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Arbeitsstunden von X._ habe sie mit den Zahlungen vom 2. Mai, 8. Juni und 6. August 2012 abgegolten.
G. Mit Schreiben vom 5. September 2012 wurden die Parteien zu einer Instruktionsverhandlung am Bezirksgericht Inn eingeladen. An der Instruktionsverhandlung vom 25. Oktober 2012, an welcher zwischen den Parteien keine Einigung zustande kam, stellte X._ folgendes, abweichendes Rechtsbegehren:
“1. Es sei festzustellen, dass ein Arbeitsverhältnis besteht und die ordentliche Kündigungsfrist bis 16 Wochen nach der Geburt dauert.
2. Es sei der Lohn für die Monate April bis Juli 2012 in der Höhe von CHF 8’109.05 zuzüglich Zins zu bezahlen.
3. Unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten”
Y._ hielt an ihren in der Klageantwort gestellten Begehren fest.
H. Mit Beweisverfügung vom 12. November 2012, mitgeteilt am 14. November 2012, wurden sämtliche eingereichten Urkunden für relevant erklärt. Gestützt auf die Untersuchungsmaxime (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 ZPO) wurde von X._ ein ärztliches Attest über den Zeitpunkt des Beginns der Schwangerschaft bei der ersten und bei der zweiten Schwangerschaft verlangt.
I. Am 7. Februar 2013 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Inn statt. X._ hielt im Rahmen ihres mündlichen Vortrages grundsätzlich an ihren Anträgen fest, ergänzte jedoch das Rechtsbegehren Ziff. 2 wie folgt:
“Es sei das der Klägerin ausgestellte Arbeitszeugnis nach Rechtskraft des Entscheides von der Beklagten korrekt auszustellen, indem die Höhe des Arbeitspensums sowie das Ende des Arbeitsverhältnisses entsprechend dem rechtskräftigen ergangenen Entscheid angepasst werden.”
Zudem ergänzte sie, dass sie die Kündigung vom 14. Februar 2012 (recte 7. Februar 2012) akzeptiere und anerkenne, sich jedoch auf den Standpunkt stelle, dass aufgrund der während der Schwangerschaft geltenden Sperrzeit ihr Arbeitsverhältnis bei der Beklagten noch nicht rechtsgültig gekündigt worden sei und sie folglich noch immer bei der Beklagten angestellt sei.
Y._ ihrerseits hielt an den in der Klageantwort gestellten Anträgen und der Begründung fest.
J. Mit Entscheid vom 7. Februar 2013, mitgeteilt am 14. Februar 2013, erkannte das Bezirksgericht Inn alsdann wie folgt:
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“1.a)Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die Monate April und Mai 2012 jeweils CHF 2’979.60 brutto (total CHF 5’959.20 brutto), unter Abrechnung der seitens Arbeitgeberin und Arbeitnehmerin geschuldeten gesetzlichen Sozialleistungen sowie unter Abrechnung der Quellensteuer und der Beiträge an die Berufliche Vorsorge BVG zuzüglich 5% Verzugszinsen ab 29. Mai 2012 zu bezahlen.
b) Die Beklagte wird verpflichtet, die der Klägerin die bis dato vom Lohn bereits abgezogenen und die von der Arbeitgeberin für die Monate April und Mai 2012 noch geschuldeten BVG-Beiträge auf ein zugunsten der Klägerin noch zu errichtendes Konto bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG oder bei einer anderen Vorsorgeeinrichtung zu überweisen.
c) Die Beklagte wird berechtigt, die bereits an die Klägerin erfolgten Zahlungen für April 2012 bis Juli 2012 in der Höhe von total CHF 5’173.70 netto mit den Lohnansprüchen der Klägerin zu verrechnen.
2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides ein korrekt ausgestelltes Arbeitszeugnis auszustellen, indem die Höhe des Arbeitspensums sowie das Enddatum des Arbeitsverhältnisses entsprechend dem ergangenen Entscheid angepasst werden.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien einander keine aussergerichtliche Entschädigung schulden.
4. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 2’500.00 (Entscheidgebühr CHF 2’500.00) gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

## Considerations