# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bfec418-1bb9-5df5-8198-a0f41c2b73e2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
M._, Jg. 1980, Staatsangehöriger von Mazedonien, reiste am 10. Juli 1989 im Rahmen
des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Am
14. Juni 1995 wurde ihm eine Niederlassungsbewilligung erteilt. Mit Schreiben "im Sinn
einer Verwarnung" vom 30. April 2007 teilte das damalige Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) St. Gallen M._ mit, dass er beim Betreibungsamt B._ mit
32 Verlustscheinen im Betrag von CHF 128'022.25 und 14 offenen Betreibungen im
Betrag von CHF 52'651.15 verzeichnet sei. Er habe sich künftig in jeder Hinsicht
klaglos zu verhalten (keine neuen Schulden, Tilgung bestehender Schulden u.a.),
ansonsten er mit ausländerrechtlichen Massnahmen (Androhung der Ausweisung,
Ausweisung) rechnen müsse (act. G 9/5 I/33). M._ hat mit K._, Jg. 1978, slowakische
Staatsangehörige, einen gemeinsamen Sohn R._, geb. 2012. R._ hat die
Staatsangehörigkeit der Mutter und verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.
Seit der Trennung der Eltern im März 2017 lebt er bei der Mutter. M._ ist
Gesellschafter und Geschäftsführer der X._ GmbH in A._. Diese war per 14. Juli 2020
beim Betreibungsamt A._ mit 13 Verlustscheinen im Gesamtbetrag von
CHF 56'414.10 verzeichnet (act. G 9/13).
In den Jahren von 2001 bis 2018 wurden folgende Strafen gegen M._ ausgefällt:
Busse von CHF 200 wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung
(Strafverfügung Bezirksamt Arbon vom 22. März 2001); drei Wochen Gefängnis,
bedingt aufgeschoben, und Busse von CHF 500 wegen vorsätzlicher Tierquälerei,
A.a.
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Missachtung von Tierhaltevorschriften und Ungehorsams im Betreibungsverfahren
(Strafbescheid Untersuchungsamt St. Gallen vom 29. November 2002); vier Bussen
von je CHF 60 wegen Widerhandlung gegen das Transportgesetz (Bussenverfügungen
Staatsanwaltschaft St. Gallen vom 3. Oktober 2006, 17. Januar 2007, 21. November
2007 und 11. Juli 2008); Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 60, bedingt
aufgeschoben, und Busse von CHF 300 wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (Strafbefehl Untersuchungsamt
Altstätten vom 28. Juli 2015); Busse von CHF 300 wegen Verkehrsregelverletzung
(Strafbefehl Untersuchungsamt Gossau vom 4. November 2015); Busse von CHF 300
wegen Übertretung des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung (Strafbefehl Untersuchungsamt Altstätten vom 27. Februar
2018); Busse von CHF 200 wegen geringfügiger Widerhandlungen gegen das
Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer (Strafbefehl Untersuchungsamt
St. Gallen vom 11. Juni 2018); Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 80, bedingt
aufgeschoben, und Busse von CHF 800 wegen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung
und Nichtabgabe von Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung (Strafbefehl
Untersuchungsamt Altstätten vom 16. August 2018); Busse von CHF 350 wegen
Verkehrsregelverletzung (Strafbefehl Untersuchungsamt St. Gallen vom 24. September
2018).
Am 3. Juli 2015 hatte das Migrationsamt M._ den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung angedroht, da die bei ihm vorliegenden finanziellen
Umstände zu schweren Klagen Anlass gegeben hätten. Er sei gemäss
Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes B._ vom 8. April 2015 mit
Verlustscheinen im Betrag von CHF 201'951.80 und offenen Betreibungen im Betrag
von CHF 4'927.85 verzeichnet. Beim Betreibungsamt C._ sei er per 8. April 2015 mit
Verlustscheinen von CHF 36'395.90 und offenen Betreibungen von CHF 15'491.20
verzeichnet. Beim Betreibungsamt D._ bestünden gemäss Betreibungsauszug vom
3. Juni 2015 Verlustscheine von CHF 36'610. Die Q._ GmbH sei beim Betreibungsamt
C._ per 3. Juni 2015 mit Verlustscheinen von CHF 4'643.75 und offenen Betreibungen
von CHF 36'721.95 verzeichnet. Er werde ermahnt, sich künftig in jeder Beziehung
klaglos zu verhalten, ansonsten er mit der Prüfung und Verfügung des Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung rechnen müsse (act. G 9/5 I/95).
Am 15. Februar 2019 teilte das Migrationsamt M._ mit, dass sich sein Verhalten nicht
verbessert habe und räumte ihm hierzu das rechtliche Gehörs ein (act. G 9/5 I/120). In
der Folge verfügte das Migrationsamt am 26. April 2019 den Widerruf der
A.b.
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B.
Niederlassungsbewilligung von M._ und die Wegweisung aus der Schweiz. Zur
Begründung hielt es fest, dass sein Verhalten seit Androhung des Entzugs der
Niederlassungsbewilligung am 3. Juli 2015 erneut zu schweren Klagen Anlass gegeben
habe. Es seien weitere Strafbefehle ergangen. Bei den Betreibungsämtern C._, B._
und D._ sei er per 12. Dezember 2018 mit Verlustscheinen im Betrag von
CHF 51'750.55 (C._), CHF 218'639.05 (B._) und CHF 36'610.20 (D._) sowie mit
offenen Betreibungen von CHF 1'444.40 (B._) und CHF 113'241.55 (D._) verzeichnet
gewesen. Auch mit seinem früheren Unternehmen Q._ GmbH habe er Schulden
angehäuft und sei Konkurs gegangen. Er habe seine finanzielle Lage trotz
Ermahnungen nicht im Griff. Ernsthafte Bemühungen zur Schuldensanierung seien
nicht zu erkennen. Er habe private und geschäftliche Schulden mutwillig verursacht. Er
habe die letzte nach Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung
eingeräumte Chance nicht genutzt. Obwohl er sich schon sehr lange in der Schweiz
aufhalte, könne ihm die Rückkehr ins Heimatland zugemutet werden. Die Vater-Sohn-
Beziehung könne durch Ferien- und Besuchsaufenthalte sowie mit Hilfe der üblichen
Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden (act. G 9/129). Gegen diese Verfügung
erhob M._, vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Margot Benz, St. Gallen, am 13. Mai
2019 (act. G 9/1) Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement (SJD). Der Rekurs
wurde von der Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 11. Juni 2019 begründet (act. G 9/3).
Mit Rekursentscheid vom 11. September 2020 wies das SJD den Rekurs ab und
auferlegte dem Beschwerdeführer amtliche Kosten von CHF 1'000 (act. G 2/2).
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwältin MLaw Hanna Trippel, St. Gallen, für
M._ mit Eingabe vom 25. September 2020 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der
Entscheid sei aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei
abzusehen (Ziffer 1 und 2). Es sei auf jegliche Wegweisungsvollzugsmassnahmen zu
verzichten (Ziffer 3). Eventualiter sei der Beschwerdeführer nochmals zu verwarnen
(Ziffer 4). Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen. Subsubeventualiter sei das Verfahren zur erneuten Sachverhaltsfeststellung
und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziffer 5 und 6). Unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer (act. G 1). In der
Beschwerdeergänzung vom 23. Oktober 2020 bestätigte und begründete die
Rechtsvertreterin die gestellten Rechtsbegehren und beantragte zusätzlich die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (act. G 5).
B.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
(...).
2.
Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 2. November 2020 Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids und verzichtete auf ergänzende Bemerkungen (act. G 8).
B.b.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers teilte am 17. November 2020 den
Verzicht auf eine weitere Stellungnahme mit und reichte ein Aktenstück
(handschriftliche Stellungnahme des Bruders des Beschwerdeführers; act. G 12/18)
nach (act. G 11). Am 26. November 2020 gab die Vorinstanz ihren Verzicht auf eine
weitere Äusserung bekannt (act. G 14). Mit Eingabe vom 15. Dezember 2020 reichte
das Migrationsamt weitere Unterlagen nach (act. G 16 f.).
B.c.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.d.
Die Niederlassungsbewilligung kann nach Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über
die Ausländerinnen und Ausländer und über Integration (Ausländer- und
Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG) unter anderem widerrufen werden, wenn eine
ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die
innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Dieser Widerrufsgrund gilt auch, wenn
sich der Betroffene mehr als 15 Jahre ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten hat
(Art. 63 Abs. 2 AIG; BGE 139 I 16 E. 2.1). Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit
und Ordnung ist nach Art. 80 Abs. 1 lit. b der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) unter anderem bei mutwilliger Nichterfüllung
der öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen anzunehmen.
Schuldenwirtschaft allein genügt für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht.
Vorausgesetzt ist zusätzlich Mutwilligkeit der Verschuldung; die Verschuldung muss mit
2.1.
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anderen Worten selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar sein (BGE 137 II 297 E.
3.3). Erforderlich ist zumindest ein erheblicher Ordnungsverstoss; ein solcher kann
bereits in einer qualifizierten Leichtfertigkeit liegen (BGer 2C_573/2019 vom 14. April
2020 E. 2.2 und 2C_724/2018 vom 24. Juni 2019 E. 3.1). Die so umschriebene
Mutwilligkeit ist indes nicht leichthin anzunehmen (vgl. BGer 2C_93/2018 vom
21. Januar 2019 E. 3.4 und 2C_164/2017 vom 12. September 2017 E. 3.1).
Neben der Höhe der Schulden und der Anwesenheitsdauer des Schuldners ist
entscheidend, ob und inwiefern dieser sich bemüht hat, seine Verbindlichkeiten
abzubauen und mit den Gläubigern nach einer Lösung zu suchen. Sind solche
Bemühungen dargetan, liegt die Wegweisung der ausländischen Person nicht im
Interesse der Gläubiger, da der Schuldenabbau dadurch kompromittiert würde. Ferner
ist im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass das öffentliche
Interesse an der Wegweisung ausländischer Personen, welche einzig dem Schutz
potentieller Gläubiger dient, von geringerem Gewicht erscheint als dasjenige an der
Wegweisung straffälliger oder dauernd sozialhilfeabhängiger Personen (BGer
2C_573/2019 vom 14. April 2020 E. 2.2 und 2C_789/2017 vom 7. März 2018 E. 3.3.1,
zum Ganzen auch: M. Spescha, in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht,
5. Aufl. 2019, N 11 zu Art. 62 AIG sowie N 17 zu Art. 63 AIG).
Wurde bereits eine ausländerrechtliche Verwarnung (Art. 96 Abs. 2 AIG)
ausgesprochen, ist entscheidend, ob die ausländische Person danach weiterhin
mutwillig Schulden angehäuft hat. Erforderlich ist, dass keine wesentliche Besserung
eintritt, respektive dass das vom Gesetz als unerwünscht erachtete Verhalten auch
nach der Verwarnung fortgesetzt wird. Dabei muss ein Vergleich zwischen der
Ausgangslage im Zeitpunkt der Androhung der Massnahme mit der aktuellen Situation,
in der diese endgültig ergriffen werden soll, gezogen werden. Für den Fall der
Schuldenwirtschaft als Widerrufsgrund bedeutet dies, dass die ausländische Person
auch nach der Androhung der ausländerrechtlichen Folgen weiterhin mutwillig
Schulden gemacht haben muss (BGer 2C_573/2019 vom 14. April 2020 E. 2.2,
2C_62/2019 vom 14. Februar 2020 E. 3.1.1 und 2C_71/2019 vom 14. Februar 2020
E. 4.1.2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass zum vornherein keine Möglichkeit hat,
ausserhalb des Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen, wer einem
betreibungsrechtlichen Verwertungsverfahren (insbesondere der Lohnpfändung)
unterliegt. Das kann in solchen Fällen dazu führen, dass im Vergleich zu früher weitere
Betreibungen hinzukommen oder der betriebene Betrag anwächst, ohne dass allein
deswegen Mutwilligkeit vorliegen würde. Von entscheidender Bedeutung ist dagegen,
welche Anstrengungen zur Sanierung unternommen worden sind. Positiv zu würdigen
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ist etwa, wenn vorbestandene Schulden abgebaut worden sind. Ein Widerruf ist
dagegen zulässig, wenn in vorwerfbarer Weise weitere Schulden angehäuft worden
sind (BGer 2C_62/2019 a.a.O. E. 3.1.1, und 2C_93/2018 a.a.O. E. 3.4). Eine
schwerwiegende Störung oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung
kann nach der Rechtsprechung in Würdigung der konkreten Umstände auch bei einem
Ausländer vorliegen, welcher sukzessive mehrere juristische Personen gründet und
diese in beherrschender Stellung mutwillig überschulden und in Konkurs fallen lässt
(BGer 2C_354/2020 vom 30. Oktober 2020 E. 2.5 und 2C_58/2019 vom 31. Januar
2020 E. 3.2). In seiner bisherigen Praxis hat das Bundesgericht einen schwerwiegenden
Verstoss etwa angenommen bei - mutwillig - fehlender Erwerbstätigkeit,
Sozialhilfeabhängigkeit, fehlenden Sanierungsanstrengungen, massivem
Schuldenanstieg, mutwillig unbezahlt gebliebenen öffentlich- oder privatrechtlichen
Schulden in der Höhe von CHF 213'790.48 (Verlustscheine; vgl. BGer 2C_928/2019
vom 26. Februar 2020), CHF 407'726 (Verlustscheine) zuzüglich CHF 231'869
(Betreibungen; vgl. BGer 2C_62/2019 a.a.O.), CHF 460'859.20 (Verlustscheine)
zuzüglich CHF 263'742.15 (offene Betreibungen; vgl. BGer 2C_138/2018 vom
16. Januar 2019 E. 3.2), CHF 188'000 (Verlustscheine; vgl. BGer 2C_517/2017 vom
4. Juli 2018), CHF 303'732.95 (Verlustscheine; vgl. BGer 2C_164/2017 vom
12. September 2017), CHF 172'543 (Verlustscheine) zuzüglich CHF 4'239 (offene
Betreibungen; vgl. BGer 2C_997/2013 vom 21. Juli 2014). Hingegen verneint wurde ein
solcher Verstoss in folgenden Fällen: Der Beschwerdeführer wurde wegen seines
jahrelang schwierigen Zahlungsgebarens nie verwarnt, bezahlte aber teilweise offene
Betreibungen und zu einem aus dem Jahr 2010 stammenden Verlustschein über
CHF 47'366.30 kam kein neuer hinzu (vgl. BGer 2C_93/2018 a.a.O. E. 3.6). Die
durchwegs arbeitstätigen Beschwerdeführer hatten zwar ausstehende Schulden von
CHF 184'316.30, aber aufgrund der Lohnpfändung blieb ihnen nur das
betreibungsrechtliche Existenzminimum zur Bestreitung ihrer Lebensunterhaltskosten,
weshalb ein Teil der Neuverschuldung erklärbar war (BGer 2C_573/2019 vom 14. April
2020). Nach Verlustscheinen von CHF 183'836 stabilisierte sich die Situation bzw.
verbesserte sie sich, da keine neuen Betreibungen hinzukamen, mit Ausnahme der
Krankenkassenprämien. Die Beschwerdeführerin verfügte neu aber über eine feste
Anstellung und war willens und in der Lage, kleinere Rückzahlungen zu tätigen (BGer
2C_354/2020 vom 30. Oktober 2020).
Im angefochtenen Entscheid führte die Vorinstanz unter anderem aus, der
Beschwerdeführer sei sowohl privat (act. G 9/8) als auch geschäftlich hoch
verschuldet. Am 21. Mai 2012 sei die Q._ GmbH mit dem Beschwerdeführer als
2.2.
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Gesellschafter und Geschäftsführer in das Handelsregister eingetragen worden. Der
Konkurs über die Gesellschaft sei am 23. August 2013 mangels Aktiven eingestellt
worden (act. G 9/5 I/85). Am 22. Januar 2015 sei die X._ GmbH mit dem
Beschwerdeführer als Gesellschafter und Geschäftsführer in das Handelsregister
eingetragen worden. Per 4. Juni 2015 sei diese Gesellschaft nicht im
Betreibungsregister verzeichnet gewesen (act. G 9/5 I/84 und 88). Per 14. Juli 2020 sei
die Gesellschaft beim Betreibungsamt A._ nun aber mit Verlustscheinen im
Gesamtbetrag von CHF 56'414.10 verzeichnet gewesen (act. G 9/13). Als Privatperson
sei der Beschwerdeführer bei der öffentlichen Hand und der Krankenversicherung
verschuldet (act. G 9/8). Er lege nicht substantiiert dar, welche Betreibungen oder
Verlustscheine in den Betreibungsregisterauszügen mehrfach aufgeführt seien
(Doppelnennungen). Nach Auskunft des Betreibungsamtes D._ vom 9. Juli 2020
bestehe eine laufende Lohnpfändung; Lohnabrechnungen bzw. die pfändbare Quote
liefere er jedoch nicht beim Betreibungsamt ab (act. G 9/11). Der Beschwerdeführer sei
zudem (am 3. April 2007 [act. G 9/5 I/33] und 3. Juli 2015 [act. G 9/5 I/95]) bereits
zweimal ausländerrechtlich verwarnt worden. In Anbetracht seiner hohen Schulden,
ihrer Entstehung sowie der mangelnder Bereitschaft zur Schuldenrückzahlung sei von
einer mutwilligen Nichterfüllung von finanziellen Verpflichtungen auszugehen. Nach
Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung im Jahr 2015 (act. G 9/5 I/95)
seien die Verlustscheine des Beschwerdeführers per 9. Juli 2020 beim Betreibungsamt
D._ auf CHF 154'873.50 angestiegen (act. G 9/8). Dazu kämen die Schulden im
Rahmen der selbständigen Tätigkeit von CHF 56'414.10 (act. G 9/13). Regelmässige
Zahlungen an das Betreibungsamt oder andere Bemühungen zur Schuldensanierung
zeige er trotz Verwarnung nicht. Er bringe zwar vor, am 23. April 2019 bei der FSS
Fachstelle Schuldensanierung mögliche Lösungswege besprochen zu haben (act. G
9/3 S. 4). Entsprechende Nachweise seien jedoch nicht eingereicht worden. In
strafrechtlicher Hinsicht sei er mehrmals negativ in Erscheinung getreten. Eine
psychische Erkrankung sei in den Akten nicht belegt. Zudem falle die Anzahl
Verurteilungen (12) ins Gewicht, welche sich über einen langen Zeitraum (März 2001 bis
September 2018) erstreckten. Unter Berücksichtigung der strafrechtlichen
Verfehlungen sei insgesamt von einem Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG
auszugehen (act. G 2/2 S. 7-10).
Die finanzielle Verschuldung sei schwerwiegend und mutwillig erfolgt. Der
Beschwerdeführer zeige sodann keine Bemühungen um Schuldensanierung. Positiv zu
würdigen sei, dass er seit dem 1. Juni 2020 über eine Arbeitsstelle verfüge (act. G
9/17). Wie er selber erkläre, habe er einen monatlichen Überschuss von CHF 500 (act.
G 9/17). Eine Ablieferung dieses Betrags an das Betreibungsamt sei indes nicht belegt.
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Angesichts der hohen Verschuldung könne nicht von einer baldigen und merklichen
Verbesserung der finanziellen Situation ausgegangen werden. Bei einem Grossteil der
Schulden handle es sich um nicht bezahlte Steuerrechnungen und
Krankenkassenprämien. Das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der
Niederlassungsbewilligung sei daher von erheblichem Gewicht. Die hohe Verschuldung
und die begangenen Delikte sprächen gegen eine gelungene Integration. Die Kindheit
und die Grundschulzeit habe der Beschwerdeführer im Herkunftsland verbracht. Es sei
davon auszugehen, dass ihm die Sprache noch vertraut sei, so dass seine
Wiedereingliederung nicht mit übermässigen Problemen verbunden wäre. Er sei nicht
verheiratet und lebe von K._ getrennt. Das gemeinsame Kind lebe bei der Mutter (act.
G 9 I/127). Der Beschwerdeführer sei wegen fälliger Alimente betrieben worden (act. G
9/5 I/119; G 9/8.1). Seine Beziehung zu seinem Sohn habe ihn nicht davon abhalten
können, weitere Delikte zu begehen und sich weiter zu verschulden. Der Kontakt zu
seinem Kind werde durch die Rückkehr ins Heimatland zudem nicht verunmöglicht,
sondern könne mit den modernen Kommunikationsmitteln und Besuchen
aufrechterhalten werden. Insgesamt überwiege das öffentliche Interesse an der
Wegweisung des Beschwerdeführers dessen privates Interesse am Verbleib in der
Schweiz. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei verhältnismässig. Eine
mildere Massnahme mit gleichzeitiger Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 63
Abs. 2 AVIG) oder eine Verwarnung sei nicht angezeigt. Zudem sei der
Beschwerdeführer bereits verwarnt worden (act. G 2/2 S. 10-12).
Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, die Vorinstanz habe den Beweis der
Mutwilligkeit der Verschuldung nicht erbracht. Infolge der Anrechnung eines (zu hohen)
hypothetischen Einkommens seien unverschuldet Unterhaltsschulden entstanden. Im
Weiteren lasse sich das tatsächliche Ausmass der Schulden anhand der
Betreibungsregisterauszüge nicht feststellen. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt von
Amtes wegen abzuklären und der Beschwerdeführer erfülle seine Mitwirkungspflicht,
indem er auf mögliche "doppelt berücksichtigte Schulden oder Betreibungen"
hinweise. Die Vorinstanz komme ihrer Abklärungspflicht nicht nach, wenn sie lediglich
den aktuellen Stand der Verlustscheine beim Betreibungsamt D._ nenne, ohne nähere
Abklärungen bei den Betreibungsämtern C._ und B._ vorzunehmen. Der Vorinstanz
gelinge der Beweis nicht, dass der Beschwerdeführer seit der letzten Verwarnung von
2015 weitere Schulden angehäuft habe. Es treffe zwar zu, dass er sich seit der
Verwarnung strafrechtlich nicht mustergültig verhalten habe. Er habe jedoch nie
jemanden verletzt, gefährdet oder beleidigt. Von schwerwiegenden Verstössen gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung könne daher nicht die Rede sein. Die Vorinstanz
2.3.
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3. Entwicklung der Verschuldung im Zeitverlauf
habe den Sachverhalt nicht nur ungenügend, sondern einseitig zu seinen Ungunsten
ermittelt. Sein angeschlagener Gesundheitszustand, seine Bemühungen, die
angefallenen Schulden zu begleichen, das ihm angerechnete zu hohe hypothetische
Einkommen im Unterhaltsurteil, die bereits Jahre zurückliegenden (und vor der
Verwarnung entstandenen) Schulden sowie die mehrmalige Lohnpfändung seien
bereits einzeln für sich genommen Gründe, die gegen eine qualifiziert vorwerfbare
Verschuldung sprächen. Er sei gesundheitlich angeschlagen. In den Jahren 2015 bis
2017 habe er den Hausarzt beinahe monatlich aufgesucht (act. G 6/15). Durch die
Krankheiten sei er zwischendurch immer wieder arbeitsunfähig gewesen und habe in
dieser Zeit als Selbständigerwerbender kein Einkommen generieren können. Der
angeschlagene Gesundheitszustand sei demnach mitursächlich für die
Schuldenzunahme. Hinsichtlich der Abwägung der Interessen zum Verbleib in der
Schweiz falle in Betracht, dass er seine prägenden Schuljahre in der Schweiz verbracht
habe. Seine Eltern seien verstorben und seine fünf Geschwister würden alle in der
Schweiz wohnen. Er pflege keine Kontakte zu Personen in Mazedonien. Er reise
ausschliesslich zur Verlängerung des Passes dorthin. Der gemeinsame Sohn verbringe
beinahe jedes Wochenende bei ihm, obwohl im Entscheid nur ein zweiwöchiges
Besuchsrecht vorgesehen sei. Als mildere Massnahme sei eine Rückstufung der
Niederlassungsbewilligung in Betracht zu ziehen. Der angefochtene Entscheid erweise
sich als unverhältnismässig (act. G 1 und 5).
3.1.
Ein Blick in die Betreibungsregisterauszüge zeigt, dass der Beschwerdeführer sich
sowohl privat als auch als Gesellschafter stark verschuldete (vgl. act. G 9/117-119, G
9/8 und G 9/13). Für die Annahme eines mutwilligen Verhaltens des Beschwerdeführers
wäre es indes notwendig, dass er seit der letzten Verwarnung weiterhin mutwillig
Schulden angehäuft und keine Anstrengungen zur Schuldsanierung unternommen hat
(vgl. E. 2.1). Im Zusammenhang mit juristischen Personen setzt eine schwerwiegende
Störung oder Gefährdung der öffentlichen Sicherheit wiederum voraus, dass der
Beschwerdeführer mehrere juristische Personen gegründet und diese in
beherrschender Stellung in Konkurs hat fallen lassen (vgl. E. 2.1). Fest steht, dass der
Beschwerdeführer 2007 und 2015 ausländerrechtlich verwarnt wurde. Nach der ersten
Verwarnung 2007 nahm die Verschuldung (Betreibungen und Verlustscheine) in der
Summe erheblich zu (vgl. act. G 9/5 I/33, I/35, I/37, I/48, I/71 f., I/81 f., I/93). Vor bzw.
3.1.1.
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im Zeitpunkt der zweiten Verwarnung 2015 bzw. kurz danach war der
Beschwerdeführer beim Betreibungsamt B._ per 8. April 2015 gemäss Angaben im
angefochtenen Entscheid (act. G 2/2 S. 3) mit Verlustscheinen von CHF 201'951'80
und offenen Betreibungen von CHF 4'927.85, beim Betreibungsamt C._ ebenfalls per
8. April 2015 mit Verlustscheinen von CHF 36'395.90 und Betreibungen von
CHF 15'491.20 sowie beim Betreibungsamt D._ per 3. Juni 2015 mit Verlustscheinen
von CHF 36'610 verzeichnet (act. G 9/5 I/81 und I/90). Zudem war die 2012 gegründete
und 2013 Konkurs gegangene Q._ GmbH in Liqu. beim Betreibungsamt C._ per
3. Juni 2015 mit Verlustscheinen von CHF 4'643.75 und Betreibungen von
CHF 36'721.95 verzeichnet (act. G 9/5 I/89).
Nach der zweiten Verwarnung 2015 zeigte sich keine Abnahme der Verschuldung. Der
Beschwerdeführer anerkennt, dass seit Verwarnung 2015 die Schulden bis ins Jahr
2018 weiter angestiegen seien. Er macht jedoch geltend, dass es sich beim grösseren
Teil der Schulden um solche handle, die er bereits in seinen Jugendjahren
angesammelt habe. Offensichtlich seien die Steuerschulden von vor 20 Jahren im 2016
erneut betrieben worden. Es handle sich dabei also nicht um nach der Verwarnung
2015 neu entstandene Schulden. Jedes Jahr kämen sodann neue "alte" Betreibungen
dazu. Mit seinem Einkommen werde er auch künftig nicht in der Lage sein, den alten
Schuldenberg abzubauen. Auf die erneute Betreibung alter Schulden könne er aber
keinen Einfluss nehmen. Sie könnten demnach auch nicht mutwillig entstehen (act. G 5
S. 4 f.).
Hierzu ist festzuhalten, dass im Betreibungsauszug des Betreibungsamtes B._ vom
13. Dezember 2018 drei Verlustscheine vom 17. Februar 2015 (CHF 1'403.60), vom
8. September 2016 (CHF 12'391.45) und vom 21. Oktober 2016 (CHF 1'440.95)
aufgeführt sind, die auf Schulden (Steuerrechnungen betreffend die Jahre 1998 bis
2000 und 2013 sowie Krankenkassenprämien der Jahre 2000 und 2001) zurückgehen,
welche vor der Verwarnung 2015 entstanden waren (vgl. act. G 6/4 und 6/5). Von nach
der Verwarnung 2015 neu aufgelaufenen Schulden kann hierbei nicht ausgegangen
werden; eine mutwillige Verursachung derselben nach 2015 fällt diesbezüglich - wie
der Beschwerdeführer zu Recht einwendet - ausser Betracht.
3.1.2.
Die Vorinstanz verweist für die Schuldzunahme seit 2015 vorab auf Verlustscheine des
Beschwerdeführers per 12. Dezember 2018 beim Betreibungsamt D._ von
CHF 36'610.20 (act. G 9/5 I/118), per 13. Dezember 2018 beim Betreibungsamt B._
3.1.3.
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von CHF 218'639.05 (act. G 9/5 I/119) und per 9. Juli 2020 beim Betreibungsamt D._
von CHF 154'873.50 (act. G 9/8; vgl. vorinstanzlicher Entscheid act. G 2/2 S. 7 f. und S.
9). Der Beschwerdeführer hält hierzu fest, dass verschiedene Forderungen mehrfach
betrieben worden seien, weshalb es äusserst schwierig sei, den wirklichen
Schuldenstand zu erfassen. Aktuell seien auf seinen Namen beim Betreibungsamt B._
Verlustscheine in Höhe von CHF 124'301.50 (Auszug vom 14. Oktober 2020; act. G
6/6) verzeichnet. Es sei davon auszugehen, dass ein Teil der beim Betreibungsamt B._
verzeichneten Verlustscheine neu beim Betreibungsamt D._ aufgeführt würden. Die
Erhöhung der Verlustscheine beim Betreibungsamt D._ resultiere demnach
hauptsächlich nicht aus einer eigentlichen Schuldzunahme (act. G 5 S. 5 f.).
Hierzu ist festzuhalten, dass der Gesamtbetrag der Verlustscheine betreffend den
Beschwerdeführer beim Betreibungsamt B._ zwischen 2018 und 2020 um
CHF 94'337.55 sank, während die vom Betreibungsamt D._ bescheinigte
Verlustschein-Summe im gleichen Zeitraum um CHF 118'263.30 stieg. Dies deutet -
nachdem der Beschwerdeführer im erwähnten Zeitraum nicht in der Lage gewesen sein
dürfte, vom Betreibungsamt B._ angeführte Verlustscheins-Forderungen auch nur
annähernd im erwähnten Betrag zu tilgen - auf die vom Beschwerdeführer vermutete
"Verschiebung" von Schulden hin. Dies macht es aber erforderlich, die konkreten
Gegebenheiten für einen zuverlässigen Vergleich der Verschuldung vor und nach der
ausländerrechtlichen Verwarnung 2015 sowie die daraus zu ziehenden
Schlussfolgerungen vorerst im Detail zu eruieren. Wenn also die Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid zwar vorab die bei den Betreibungsämtern B._, C._ und
D._ bestehenden Verlustscheine per Ende 2018 anführt (vgl. act. G 2/2 S. 7 f.), für ihre
Schlussfolgerung betreffend private Schulden dann aber nur noch auf den beim
Betreibungsamt D._ zwei Jahre später bestehenden Ausstand per 2020 (act. G 9/8)
abstellt (vgl. act. G 2/2 S. 9 unten) und auf diese Weise eine starke Schulderhöhung als
belegt erachtet, stellt sie auf einen unvollständigen Sachverhalt ab. In diesem
Zusammenhang weist der Beschwerdeführer wohl zu Recht darauf hin (act. G 5 S. 6 f.),
dass die im Auszug des Betreibungsamtes D._ vom Dezember 2018 (act. G 9/5 I/118)
aufgeführte Betreibung gegenüber der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(Finanzverwaltung) von CHF 78'599.15 mit derjenigen im Auszug des
Betreibungsamtes B._ vom Dezember 2018 von CHF 78'436.55 (Betreibungsdatum
9. Mai 2017; act. G 9/5 I/119) vom Forderungsgrund her übereinstimmt; die geringe
Abweichung im Betrag dürfte dabei auf das unterschiedliche Betreibungsdatum (mit
höheren Nebenkosten im späteren Zeitpunkt) zurückzuführen sein (act. G 5 S. 6 f.).
Mithin spricht einiges dafür, dass dieselbe Schuld von zwei verschiedenen
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Betreibungsämtern als betrieben bescheinigt und dem Entscheid zugrunde gelegt
wurde.
Aus dem entsprechenden Betreibungsprotokoll des Betreibungsamtes D._ (act. G
6/7/2) ergibt sich zudem, dass dem vorerwähnten, am 29. August 2018 neu
betriebenen Betrag von CHF 78'436.55 eine alte Forderung aus den Jahren 2001 und
2002 zugrunde liegt und es sich um eine Wiederaufnahme der Verlustscheine des
Betreibungsamtes B._ handelt. Auch bei den Forderungen von CHF 11'305.25 und
CHF 939.80 handelt es sich um Wiederaufnahmen von Verlustscheinen des
Betreibungsamtes B._, denen als Forderungsgrund wiederum Steuerschulden aus den
Jahren 2007 und 2008 zugrunde liegen (act. G 6/7/1 und 6/7/3). Diese
wiederaufgenommenen bzw. neu betriebenen "alten" Forderungen von CHF 78'599.15,
CHF 939.80 und CHF 11'305.25 - sowie im Jahr 2016 ebenfalls neu betriebene
Steuerforderungen betreffend die Jahre 1998 bis 2000 von CHF 12'391.45 und
Prämienforderungen der Krankenkasse betreffend die Jahre 1998 und 1999 von
CHF 1'440.95 (vgl. act. G 6/5 und vorstehende E. 3.1.2) - erscheinen als Folge davon
im Auszug des Betreibungsamtes D._ vom 9. Juli 2020 (act. G 9/8), auf welchen sich
die Vorinstanz für ihre Schlussfolgerungen stützte. Aus diesen Neubetreibungen von
alten Forderungen lässt sich jedoch für die Zeit nach der zweiten Verwarnung 2015 -
und teilweise schon für die Zeit nach der ersten Verwarnung 2007 – noch keine
mutwillig verursachte Schulderhöhung ableiten. Hierbei blieb auch unklar, ob die neu
betriebenen Verlustscheinsforderungen gleichzeitig weiterhin im Verlustscheinregister
aufscheinen. Der genaue Umfang des Schuldzuwachses seit 2015 sowie vor allem
auch die mutwillige Verursachung desselben durch den Beschwerdeführer lassen sich
jedenfalls gestützt auf die bestehenden Akten nicht abschliessend eruieren bzw.
beurteilen. Die im angefochtenen Entscheid enthaltenen Hinweise auf die in den
Betreibungsregisterauszügen vermerkten Beträge genügen unter den dargelegten
Umständen als Grundlagen für eine zuverlässige Beurteilung augenscheinlich nicht.
Hierzu bedürfte es einerseits vielmehr der vertieften Kenntnis der einzelnen
Forderungsgründe und Forderungszeiträume der in den Betreibungsauszügen
vermerkten Ausstände, um einen zuverlässigen Vergleich zu ermöglichen. Anderseits
wäre eine (nicht leichthin anzunehmende; vgl. vorstehende E. 2.1) Mutwilligkeit in
Bezug auf eine Neuverschuldung nach 2015 klar darzulegen. Die Angelegenheit ist
bereits daher zur vertieften Abklärung und nachvollziehbaren Darlegung des
Schuldzuwachses seit 2015 (= Neuverschuldung netto, ohne Neubetreibung alter
Forderungen und ohne "Doppel"-Bescheinigungen) und zur Klärung der Frage der
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mutwilligen Verursachung eines allfälligen Schuldzuwachses seit 2015 an das
Migrationsamt zurückzuweisen.
Seit 2015 unterlag der Beschwerdeführer betreibungsrechtlichen Lohnpfändungen (vgl.
act. G 6/10, G 9/11). Dies ergibt sich auch aus den Auszügen des Betreibungsamtes
D._ vom 12. Dezember 2018 und vom 9. Juli 2020 (act. G 9/5 I/118, act. G 9/8).
Während einer laufenden Lohnpfändung ist die Möglichkeit, ausserhalb des
Betreibungsverfahrens Schulden zu tilgen, nicht gegeben mit der Folge, dass unter
Umständen weitere Betreibungen angehoben werden und die betriebenen Beträge
anwachsen (vgl. vorstehende E. 2.1 dritter Absatz). Rechtsprechungsgemäss darf in
einer solchen Situation nicht von einer mutwillig verursachten Schulderhöhung
ausgegangen werden (vgl. BGer 2C_658/2017 vom 25. Juni 2018 E. 3.2). Seit 1. Juni
2020 ist der Beschwerdeführer nicht mehr in seiner GmbH erwerbstätig, sondern
unbefristet unselbständig in Vollzeit angestellt (act. G 6/16). Mit dem vertraglich
vereinbarten Stundenlohn von CHF 32.60 wäre theoretisch ein Monatseinkommen von
rund CHF 5'600 brutto (CHF 32.40 x 8 h x 21.7 Tage) möglich (Arbeitsvertrag in act. G
9/17/5); hieraus resultierte ein Nettolohn von rund CHF 4'800. Hiervon ausgehend
dürfte nach Abzug der Wohnungsmiete, der Krankenkassenprämien, der
Alimentenzahlungen von CHF 1'730, der Steuern und einem Grundbetrag von
CHF 1'230 ein monatlicher Überschuss im Bereich von rund CHF 500 verbleiben.
Gemäss den Lohnabrechnungen für August und September 2020 erzielte er indessen
Nettolöhne von lediglich CHF 3'529.25 und CHF 3'849.40 (act. G 6/12). Dieses lag
auch unterhalb des hypothetisch angerechneten Einkommens von CHF 4'400, welches
dem Unterhaltsurteil des Kreisgerichts B._ vom 17. August 2017 (act. G 6/11)
zugrunde liegt. Unklar blieb hier, aus welchem Grund der Beschwerdeführer das
erwähnte, theoretisch mögliche Einkommen nicht realisiert. Auch dies wird das
Migrationsamt im Rahmen der vorliegenden Rückweisung der Sache beim
Beschwerdeführer noch zu klären haben.
Was sodann die von der Vorinstanz vermerkte mangelnde Bereitschaft des
Beschwerdeführers betrifft, Schulden zurückzuzahlen (act. G 2/2 S. 9), ist festzuhalten,
dass aufgrund der Lohnpfändungen, welche nach Aufnahme der unselbständigen
Tätigkeit weiterhin laufen (vgl. act. G 9/11), eine Schuldrückzahlung in dem für den
Beschwerdeführer finanziell möglichen Rahmen realisiert wird. Eine
darüberhinausgehende Schuldtilgung nahm der Beschwerdeführer, soweit aus den von
ihm eingereichten Belegen ersichtlich, offenbar direkt an einzelne Gläubiger und nicht
3.1.4.
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(schuldbefreiend) an das Betreibungsamt vor. Sodann ist eine Zahlung an das
Betreibungsamt B._ von CHF 988.95 belegt (vgl. 6/14). Die Rückzahlungsbereitschaft
des Beschwerdeführers lässt sich vor diesem Hintergrund nicht ohne Weiteres und
generell in Abrede stellen.
Die 2012 gegründete Q._ GmbH ging 2013 in Konkurs; das Konkursverfahren wurde
im August 2013 mangels Aktiven eingestellt. Die Gesellschaft wurde per Ende 2013 im
Handelsregister gelöscht (vgl. Auszug Handelsregister). Der Konkurs lag mithin zeitlich
zwei Jahre vor der Verwarnung 2015 und konnte somit nach 2015 zum vornherein nicht
mehr zu einer weiteren (mutwillig verursachten) Verschuldung führen. Das amtliche
Verfahren zur Löschung der im Jahr 2015 gegründeten X._ GmbH (nach Art. 155 der
Handelsregisterverordnung, HRegV, SR 221.411) ist gemäss Handelsregisterauszug
vom 21. Dezember 2020 abgeschlossen. Diese Gesellschaft war per 14. Juli 2020 beim
Betreibungsamt A._ mit Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 56'414.10
verzeichnet (act. G 9/13). Der Beschwerdeführer legt diesbezüglich dar, dass er die
entsprechenden Verbindlichkeiten gekündigt habe und er einen Teil der aufgelaufenen
Schulden mit dem Liquidationserlös werde tilgen können. Es handle sich zudem nicht
um persönliche Schulden, sondern um solche des Unternehmens (act. G 5 S. 10). Die
Frage, wie es sich mit der in Aussicht gestellten Rückzahlung verhält bzw. ob und wenn
ja inwiefern bzw. in welcher Höhe die GmbH-Verschuldung als mutwillig verursacht zu
gelten hat und entsprechend als Widerrufsgrund herangezogen werden kann, wird das
Migrationsamt angesichts der Rückweisung der Angelegenheit noch zu klären haben.
3.1.5.
Strafen3.2.
Nach einer ausländerrechtlichen Verwarnung (Art. 96 Abs. 2 AIG) kann bei erneuter
Delinquenz grundsätzlich auf den vormalig gesetzten Widerrufsgrund zurückgekommen
und gestützt darauf eine aufenthaltsbeendende Massnahme angeordnet werden. Nicht
jedes noch so geringe Delikt, welches nach einer Verwarnung begangen wurde, genügt
für den späteren Bewilligungswiderruf, doch ist der Widerrufsgrund im Lichte der
früheren Verurteilungen bereits erfüllt, wenn den Anordnungen in der Verwarnung nicht
Folge geleistet wurde, auch wenn das betreffende Fehlverhalten für sich allein keinen
Widerrufsgrund darstellen würde. Eine frühere Verurteilung, die nicht unmittelbar zum
Widerruf geführt hat, darf später nur noch zur Begründung des Widerrufs
herangezogen werden, wenn sie noch genügend aktuell ist. Ob diese Aktualität noch
gegeben ist, haben die Behörden im Einzelfall zu beurteilen (BGer 2C_71/2019 vom
3.2.1.
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14. Februar 2020 E. 3.1). Nach Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE (in der Fassung bis am
31. Dezember 2018) stellt auch die Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und
behördlichen Verfügungen einen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung dar. Ein solcher Verstoss wiegt insbesondere dann schwer, wenn die
ausländische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie
namentlich die körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt
oder gefährdet hat. Nach der Rechtsprechung zu Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG (vgl. BGer
2C_542/2016 vom 27. November 2017 E. 4.3; 2C_106/2017 vom 22. August 2017 E.
3.2 und 3.3 [Auflistung verschiedener Konstellationen]) können auch vergleichsweise
weniger gravierende Pflichtverletzungen als "schwerwiegend" im Sinn von Art. 63 Abs.
1 lit. b AIG bezeichnet werden: So ist ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung
namentlich auch dann möglich, wenn sich eine ausländische Person von
strafrechtlichen Massnahmen bzw. ausländerrechtlichen Verwarnungen nicht
beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch zukünftig weder gewillt noch fähig
ist, sich an die Rechtsordnung zu halten. Somit kann auch eine Summierung von
Verstössen, die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen
Bewilligungsentzug rechtfertigen. Dabei ist nicht die Schwere der verhängten Strafen,
sondern die Vielzahl der Delikte entscheidend (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.1, 137 II 297 E.
3.3, BGer 2C_354/2020 vom 30. Oktober 2020 E. 2.5 und 2C_62/2019 vom 14. Februar
2020 E. 3.1.3).
Gegen den Beschwerdeführer ergingen nach der Verwarnung 2015 Strafbefehle wegen
Vergehen gegen das AHVG, wegen Verkehrsregelverletzungen sowie wegen
Vernachlässigung der Unterhaltspflichten und der Nichtabgabe von Kontrollschildern
trotz behördlicher Aufforderung (vgl. Sachverhalt A.a zweiter Abschnitt und act. G
17.8). Innerhalb der letzten fünf Jahre sind demnach sechs weitere Delikte
hinzugekommen. Insgesamt sind die vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten
jedoch nicht von besonders schwerem Gewicht und dürften für sich alleine auch keinen
Widerrufsgrund darstellen. Jedenfalls wurde der Beschwerdeführer weder zu
Freiheitsstrafen verurteilt noch hat er hochwertige Rechtsgüter verletzt. Die
Vernachlässigung der Unterhaltspflichten dürfte auf die Schuldenwirtschaft
zurückzuführen sein, fanden doch - wie dargelegt - seit 2015 Lohnpfändungen statt.
Bei Ablieferung der pfändbaren Quote direkt an das Betreibungsamt dürfte keine
Gefahr einer erneuten Verurteilung für die erwähnte Straftat mehr bestehen.
Hinsichtlich der vor der Verwarnung 2015 in den Jahren ab 2001 begangenen Delikte
erscheint eher fraglich, ob sie noch als genügend aktuell eingestuft werden können.
3.2.2.
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4.
Insgesamt kann unter Berücksichtigung der Straftaten nach der letzten Verwarnung
nicht pauschal gesagt werden, dass der Beschwerdeführer nicht gewillt oder nicht
fähig ist, sich an die in der Schweiz geltende Ordnung zu halten. Daher erscheint der
Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AIG allein mit Blick auf das strafrechtlich
relevante Verhalten des Beschwerdeführers als nicht erfüllt.
Die Beschwerde ist dementsprechend teilweise gutzuheissen und der angefochtene
Entscheid aufzuheben. Die Angelegenheit ist an das Migrationsamt zur Abklärung der
Höhe des Schuldzuwachses (Neuverschuldung) seit 2015 und zur Klärung der Frage
der mutwilligen Verursachung des Zuwachses privater Schulden sowie der GmbH-
Schulden zurückzuweisen. Bei diesen Gegebenheiten ist auf die Frage der
Verhältnismässigkeit eines allfälligen Bewilligungs-Widerrufs im vorliegenden Verfahren
nicht weiter einzugehen.
4.1.
Aufgrund des Obsiegens des Beschwerdeführers wird sein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege und -verbeiständung gegenstandslos. Die Rückweisung der Sache an
das Migrationsamt (mit noch offenem Ausgang) gilt für die Frage der Auferlegung der
Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen,
unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt-
oder im Eventualantrag gestellt wird (VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 5).
Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dementsprechend vom Staat zu
tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die
Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von CHF 2'000 ist ihm zurückzuerstatten.
Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die amtlichen
Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt die
entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile analog
dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die amtlichen Kosten
für das Rekursverfahren vor der Vorinstanz von CHF 1‘000 sind somit ebenfalls dem
Staat aufzuerlegen. Auf die Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den im Rekursverfahren
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1‘000 zurückzuerstatten.
4.2.
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