# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ba9506d-c8d2-45e8-be0b-26d9ef23ac3a
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A (Vorname) B (erster Nachname) C (zweiter Nachname)
und
D (Vorname) E (erster Nachname) F (zweiter Nachname)
sind
Ausländer,
verheiratet und Eltern
des im Jahr
2014 in
X
geborenen
Kindes G
.
Das Zivilstandsamt
X
verweigerte
A B C
und
D E F
nach Gewährung des rechtlichen Gehörs mit Verfügung vom 1. April 2014 die Beurkundung
der
Geburt
von G
mit der Begründung, dass ihnen aufgrund ihrer Flüchtlingseigenschaft verwehrt sei, den Namen de
s Kindes ihrem Heimatrecht
zu unterstellen
,
und das schweizerische Recht die gewünschte Namensführung (
G "A B"
) nicht zulasse.
II.
Die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt) des Kantons Zürich wies eine dagegen am 1./4. April 2014 erhobene Beschwerde mit Verfügung vom 2. Mai 2014 ab.
III.
A B C
,
D E F
und
G
liessen
durch ihren Rechtsanwalt
am 5. Juni 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und folgende Anträge stellen:
"1. Die Verfügung des Gemeindeamtes [...] sei aufzuheben.
2. Es sei das Zivilstandsamt
X
anzuweisen, die Geburt von
G A B
unverzüglich unter diesem Namen zu beurkunden.
3. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.
4. Es sei den Beschwerdeführenden in der Person des Unterzeich
nenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
5. Alles unter Entschädigungs- und Kostenfolge zulasten der Vorinstanz."
Das Gemeindeamt
liess sich
am 12. Juni 2014
mit dem Schluss auf Abweisung des Rechtsmittels unter Entschädigungsfolge vernehmen;
das Zivilstandsamt
X
erklärte am 1. Juli 2014 Verzicht auf Beschwerdeantwort.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
Gemäss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) prüft das Verwaltungsgericht seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Für Beschwerden gegen Rechtsmittelentscheide der kantonalen Aufsichtsbehörde über die Zivilstandsämter ist das Verwaltungsgericht nach §§ 41–44 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs.
3 Satz 1, 19a
sowie 19b Abs.
1
VRG, Art. 90 Abs. 1 f. der (eidgenössischen) Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 (ZStV, SR
211.112.2)
,
§ 12a Abs. 2 und § 20a der Kantonalen Zivilstandsverordnung vom 1. Dezember 2004 (LS 231.1)
sowie Anhang 2 lit. b der Organisationsverordnung der Direktion der Justiz und des Innern vom 16. September 2009 (LS 172.110.1)
zuständig.
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Der Beschwerdeführer
1
und die Beschwerdeführerin 2 haben unbestrittenermassen
im Jahr
2007 in
der Heimat
geheiratet, wo auch ihre älteste
s Kind
geboren wurde, welche
s
den –
nach
Heimatr
echt bestimmten – Familiennamen "
A B
" trägt. Der Beschwerdeführer
1
reiste
im Jahr
2008 in die Schweiz ein; die Beschwerdeführerin
2
hält sich hier seit dem
Jahr
2011 auf. D
as
zweitgeborene
Kind der Ehegatten
kam im Jahr 2012 in der Schweiz zur Welt und erhielt in Anwendung
von
Art. 37 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 1987 über das Internationale Privatrecht (IPRG, SR 291) nach
dem Heimatr
echt
den Familiennamen "
A B
". Die Beschwerdeführenden leben mit den beiden älteren
Kindern
bzw.
Geschwistern
in
X
und sind Flüchtlinge im Sinn des Art. 3 bzw. 51 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (SR 142.31).
2.2
Aufgrund der
ausländischen
Staatszugehörigkeit
der in der Schweiz wohnhaften Beschwerdeführenden liegt der
hier
umstrittenen Namensführung de
s
Beschwerdeführer
s
3 ein internationales Verhältnis im Sinn von Art. 1 Abs. 1 Ingress IPRG zugrunde. Mit Bezug auf die Frage des auf die Namensführung anzuwendenden Rechts besteht kein Staatsvertrag zwischen der Schweiz und
dem Heimatstaat der Beschwerdeführenden
, weshalb dieses nach den
IPRG-
Regeln zu bestimmen ist (Art. 1 Abs. 2 IPRG; Alexandra Zeiter/Jürg Koller in: Andreas Furrer/Daniel Girsberger/Markus Müller
-
Chen [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht – Internationales Privatrecht, Zürich etc. 2012, Art. 37 IPRG N. 1).
2.3
Gemäss Art. 37 Abs. 1
erster Halbsatz
IPRG untersteht der Name einer Person mit Wohnsitz in der Schweiz schweizerischem Recht. Eine Person kann jedoch verlangen, dass ihr Name dem Heimatrecht untersteht (Art. 37 Abs. 2 IRPG). Flüchtlinge werden indes
– im Unterschied zu anderen Ausländerinnen und Ausländern – insofern Staatsangehörigen der Schweiz gleichgestellt, als keine Anknüpfung an die Staatsangehörigkeit, sondern stets
eine solche
an den (schweizerischen) Wohnsitz erfolgt (Art. 24 Abs. 3 IPRG), da bei Flüchtlingen von einer engen Binnenbeziehung infolge ihres dauerhaften Wohnsitzes und der Etablierung ihres Lebensmittelpunktes in der Schweiz auszugehen ist bzw. ihnen (
gewollt oder ungewollt) eine faktische Beziehung zu ihrem Heimatstaat fehlt (vgl. Jolanta Kren Kostkiewicz, Grundriss des schweizerischen Internationalen Privatrechts, Bern 2012, Rz. 691). Für die Frage des anwendbaren Rechts tritt nach Massgabe des Art. 24 Abs. 3 IPRG überall dort, wo das Gesetz eine Rechtswahl zwischen verschiedenen Rechts
ordnungen zulässt, zu denen auch das Heimatrecht gehört, eine gewisse Einschränkung der Wahlmöglichkeit ein (Max Keller/Jolanta Kren Kostkiewicz, Zürcher Kommentar, 2004, Art. 24 IPRG N. 23
; Botschaft zum Bundesgesetz über das internationale Privatrecht, BBl 1983 I 263 ff., 325
). Namentlich können Flüchtlinge im Bereich des Personenrechts keine Rechtswahl zugunsten des eigenen respektive ehemaligen Heimatrechts ausüben
,
wie dies in Art. 37 Abs. 2 IPRG grundsätzlich vorgesehen ist (Catherine Westenberg, Basler Kommentar, 2013, Art. 24 IPRG N. 11).
2.4
Aufgrund
der
unbestrittener Flüchtlingseigenschaft
von G
steht die Rechtswahl nach Art. 37 Abs. 2 IPRG folglich gemäss Art. 24 Abs. 3 IPRG nicht offen und richtet sich die Namensführung nach schweizerischem Recht (Art. 37 Abs. 1 Satz 1 IPRG).
3.
3.1
Die Beschwerde wende
t
dagegen ein, die Beschwerdeführenden 1 und 2 hätten bereits bei der Geburt ihres ersten Kindes den
Familien
namen für alle ihre Kinder gewählt, indem sie
hierfür
den Namen "
A B
" bestimmt hätten, was die Schweiz als Vertragsstaat des internationalen Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, SR 0.142.30) entsprechend dessen Art. 12 Ziff. 2 zu achten habe.
3.2
Gemäss Art. 12 Ziff. 1 Flüchtlingskonvention bestimmt sich die personenrechtliche Stellung eines Flüchtlings nach dem Gesetz seines Wohnsitzlandes oder, wenn er keinen Wohnsitz hat, nach dem Gesetz des Aufenthaltslandes. Art. 24 Abs. 3 IPRG stellt in Bezug auf Flüchtlinge mithin eine Umsetzung von Art. 12 Ziff. 1 Flüchtlingskonvention dar
(Keller/Kren Kostkiewicz, Art. 24 IPRG N. 17). Nach Art. 12 Ziff. 2
Flüchtlings
konvention sind Rechte, die ein Flüchtling vorher erworben hat und die auf seiner personen
rechtlichen Stellung beruhen, insbesondere solche, die sich aus der Eheschliessung ergeben (im französischen Originaltext: "[l]es droits, précédemment acquis par le réfugié et découlant du statut personel, et notamment ceux qui résultent du mariage"), (unter bestimmten Voraussetzungen) von den vertragsschliessenden Staaten zu achten. Die genannte Bestimmung setzt mithin
unter anderem
voraus, dass ein Flüchtling ein auf seiner personenrechtlichen Stellung beruhendes Recht zum Zeitpunkt der Wohnsitznahme in einem Vertragsstaat bereits
erworben
hat.
Der
Beschwerdeführer 3
müsste folglich, um Rechte aus Art. 12 Abs. 2 Flüchtlingskonvention ableiten zu können,
spätestens im Jahr 2011, als
seine
Mutter in die Schweiz einreiste und hier Wohnsitz nahm, bereits Träger des umstrittenen Familiennamens
gewesen sein
bzw. das Recht auf dessen Führung bereits als noch nicht gezeugtes Kind (nondum concept
us
) erworben ha
ben
.
3.3
Die Voraussetzungen für den Beginn und
das
Ende der Rechtsfähigkeit werden in den nationalen Rechtsordnungen unterschiedlich geregelt. Nach Art. 34 Abs. 2
IPRG
unterstehen Beginn und Ende der Persönlichkeit (im Sinn von Rechtsfähigkeit) dem Recht des Rechtsverhältnisses, das die Rechtsfähigkeit voraussetzt. Die Frage nach dem Vorhanden- bzw. Nichtvorhandensein der Rechtsfähigkeit wird immer als Vorfrage behandelt und richtet sich nach dem auf das Grundverhältnis anwendbaren Recht (
Botschaft zum Bundesgesetz über das internationale Privatrecht, BBl 1983 I 263 ff., 332;
Thomas Geiser/Monique Jametti, Basler Kommentar, 2013, Art. 34 IPRG N. 6, auch zum Nachstehenden). Es ist daher zu prüfen, ob das auf das entsprechende Rechtsverhältnis anwendbare Recht die Rechtsfähigkeit mit Bezug auf dieses Rechtsverhältnis zuerkennt.
Die Frage, ob
der
Beschwerdeführer 3 bereits vor
seiner
Zeugung einen Familiennamen erwerben konnte, richtet sich folglich nach dem auf die Namensführung anwendbaren und somit nach schweizerischem Recht (oben E.
2.4
).
3.4
Die Persönlichkeit beginnt gemäss Art. 31 des Zivilgesetzbuchs (ZGB, SR 210) mit dem Leben nach der vollendeten Geburt und endet mit dem Tod (Abs. 1); vor der Geburt ist das Kind unter dem Vorbehalt rechtsfähig, dass es lebendig geboren wird (Abs. 2). Demgegenüber ist das noch nicht gezeugte Kind nicht (auch nicht bedingt) rechtsfähig (Heinz Hausheer/Regina Aebi
-
Müller, Das Personenrecht des Schweizerischen Zivilgesetz
buches, 3. A., Bern 2012, Rz. 03.26, auch zum Folgenden). Sofern und soweit die Rechtsstellung eines ungeborenen Kindes durch Ereignisse, die vor seiner Zeugung liegen, betroffen wird, können die daraus resultierenden Rechte und Pflichten diesem zwar ebenfalls zugerechnet werden, sie müssen aber als im Zeitpunkt der Geburt "entstanden" gelten. In der Wahl eines Familiennamens für ein noch nicht gezeugtes Kind eines Ehepaars ist grundsätzlich ein Umstand zu erblicken, welcher sich auf die Rechtsstellung dieses Kindes auswirkt (vgl. für das schweizerische Recht Art. 160 Abs. 3 ZGB)
;
der Namens
erwerb
durch das Kind erfolgt indes frühestens bei Erlangen der Rechtsfähigkeit, mithin der vollendeten Leben
d
geburt. Eine Verletzung des Art. 12 Abs. 2 Flüchtlings
konvention
ist folglich schon deshalb zu verneinen, weil d
er
Beschwerdeführer 3 den vorliegend umstrittenen Familiennamen nicht vor
seiner Geburt bzw. Zeugung erworben
haben kann.
4.
4.1
Mit Bezug auf die nach schweizerischem Recht mögliche Namensführung für
den
Beschwerdeführer 3 kann vorab auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).
Sind die Eltern miteinander verheiratet und tragen sie verschiedene Namen, so erhält das Kind denjenigen ihrer Ledignamen, den sie bei der Eheschliessung zum Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt haben (Art. 270 Abs. 1 ZGB). Tragen die Eltern verschiedene Namen und haben sie bei der Eheschliessung nicht erklärt, welchen Namen ihre Kinder tragen sollen, so erklären sie mit der Geburtsmeldung des ersten Kindes schriftlich gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten, welchen ihrer Ledignamen ihre Kinder tragen sollen
(Art. 37 Abs. 2 ZStV).
4.2
Der Beschwerdeführer
1
und die Beschwerdeführerin 2 führen als Familiennamen unbestrittenermassen je ihre Ledignamen. Folglich ist nach schweizerischem Recht (Art. 270 Abs. 1 ZGB) nur einer dieser Ledignamen als Familienname für
G
zulässig. Zur Auswahl stehen mithin
grundsätzlich
die Namen "
B C
" und "
E F
", nicht aber die von den Beschwerdeführenden gewünschte Kombination aus dem Vornamen und dem ersten Teil des Familiennamen des Vaters, wie dies dem schweizerischen Recht fremd ist.
4.3
Die Beschwerdeführenden bringen vor, es sei davon auszugehen, dass
die Ehegatten
spätestens anlässlich der Auswahl des Familiennamens ihre
s
zweitgeborenen
Kindes
eine Namenswahl im Sinn des Art. 37 Abs. 2 ZStV getroffen
hätten
, welche auch für
den
Beschwerdeführer
3
zu gelten habe. Dabei anerkennen die Beschwerdeführenden ausdrücklich, dass sie zum damaligen Zeitpunkt noch nicht als Flüchtlinge anerkannt
waren
bzw.
das Zivilstandsamt keine Flüchtlingseigenschaft annahm und
sich die Namensführung
des
zweitgeborenen
Kindes
nach
dem Heimatr
echt
richtete.
4.4
In der Namensbestimmung nach
Heimatrecht
kann entgegen der Beschwerdeführenden
jedenfalls dann
keine Wahl des Familiennamens im Sinn des schweizerischen Zivilrechts liegen, wenn – wie
hier
– das schweizerische Recht eine dem ausländischen Recht entsprechende Namensführung nicht vorsieht (oben E. 4.2).
5.
5.1
Schliesslich macht die Beschwerde geltend, die Verweigerung der Beurkundung des gewünschten Familiennamens "
A B
" verletze Art. 13 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) bzw. Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 142.20). Der Beschwerdeführer
1
und die Beschwerde
führerin 2 hätten ein persönliches Interesse daran, den Nachnamen de
s
Beschwerdeführer
s
3 bestimmen zu können. Indem sich der Beschwerdegegner der Wahl der Beschwerdeführenden widersetz
e
,
schränke
er ihr Recht, den Namen ihres Kindes zu wählen, in unverhältnismässiger Weise ein.
5.2
Das Gebot der Achtung familiärer Beziehungen gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw.
Art. 13 Abs. 1 BV erfordert namentlich, familiäre Beziehungen auch rechtlich angemessen anzuerkennen (Rainer Schweizer
, Recht auf Ehe und Familie,
in: Detlef Merten/Hans-Jürgen Papier [Hrsg.], Handbuch der Grundrechte, Bd. VII/2, Grundrechte in der Schweiz und in Liechtenstein, Heidelberg 2007, § 213 N. 38). Auch der Name fällt nach der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) als Mittel zur persönlichen Identität und
Verbindungsglied einer Familie
in den Anwendungsbereich des Art. 8 EMRK (Jens Meyer
-
Ladewig, Europäische Menschenrechtskonvention, Hand
kommentar,
3. A., Baden-Baden
2011, Art. 8 N. 28; Juliane Pätzold
in: Ulrich Karpenstein/Franz Meyer
, EMRK, Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, Kommentar,
München
2012, Art. 8 N. 27). Namentlich tangiert die Wahl des Vornamens des eigenen Kindes wegen der persönlichen und emotionalen Bedeutung den Schutzbereich des Privatlebens der Eltern (Pätzold, a.a.O.) und nimmt der EGMR in seiner jüngsten Praxis an, auch die Wahl des Familiennamens des eigenen Kindes berühre die geschützte Privatsphäre der Eltern (EGMR, 7. Januar 2014, Cusan et Fazzo, 77/07, § 56, www.echr.coe.int
, auch zum Nachstehenden
).
Dem genannten Urteil kann indes nicht entnommen werden, Art. 8 EMRK lasse eine gesetzliche Normierung der Namensführung und damit verbundene Einschränkungen der Wahlmöglichkeiten generell nicht zu.
5.3
Der Name, den eine Person in der Öffentlichkeit führt, ist zwar eng mit ihrem Privat- und Familienleben verbunden; die Regelung der Namensführung erschöpft sich jedoch nicht allein in der Ordnung privater Lebensverhältnisse, sondern entfaltet darüber hinaus eine dem öffentlichen Interesse dienende Ordnungsfunktion (BGE 122 III 414 E. 3b/aa, auch zum Nachstehenden). Das Namensrecht steht daher einer Ordnung durch den Gesetzgeber offen. Aus dem Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 EMRK kann
daher keine allgemeine Wahlfreiheit bezüglich eines beliebigen Familiennamens der Kinder abgeleitet werden (vgl. auch BGE 122 III 414 E. 3b/bb). Die den Beschwerdeführenden nach Massgabe des Art. 270 ZGB offenstehende Wahl des Familiennamens de
s
Beschwerdeführer
s
3 lässt
weiter
eine Namensführung zu, welche die familiäre Bindung entweder zum Vater oder zur Mutter erkennen lässt. Ein Eingriff in das geschützte Privat- oder Familienleben ist
vorliegend
folglich zu verneinen.
Entgegen dem sinngemässen Vorbringen der Beschwerde
zeitigt
der Umstand, dass die beiden älteren
Ges
chw
ister
de
s
Beschwerdeführer
s
3 einen Familiennamen tragen, den diese
r
nach nunmehr einzig anwendbaren schweizerischem Recht nicht
erlangen
kann, keine andere Beurteilung bzw. wäre auch bei Bejahen eines Eingriffs in
den Schutzbereich des
Art. 8 EMRK nicht von einem Überwiegen der privaten Interessen der Beschwerde
führenden auszugehen: Vorliegend
haben
sowohl der Beschwerdeführer
1
als auch die Beschwerdeführerin 2 und ihre beiden erstgeborenen Kinder unterschiedliche Familien
namen.
Die
Namensführung nach schweizerischem Recht gewährleistet, dass die familiäre Verbindung de
s
Beschwerdeführer
s
3 zu Vater oder Mutter nach aussen hin kenntlich wird
,
und
zwar
für die hiesigen Verhältnisse deutlicher, als es die von den Beschwerde
führenden favorisierte Angleichung an den Familiennamen der
Ges
chw
ister
zum Ausdruck bringen könnte. Zwar mag es zutreffen, dass die Namensführung nach schweizerischen Recht für die diesbezüglich durch die Tradition ihres Heimatlandes geprägten Beschwerdeführenden 1 und 2 befremdend ist bzw. auf
diese
wirkt, als sei
der
Beschwerdeführer 3 ein aussereheliches Kind oder ein
Bruder
eines der Ehegatten. Es
wäre
jedoch nicht
anzunehmen
, dass de
m
Beschwerdeführer 3 aus eine
m
– nach schweizerischem Recht üblichen – Familiennamen tatsächlich Nachteile
erwüchsen
. In den Befürchtungen der Beschwerdeführenden könnte daher kein das öffentliche Ordnungsinteresse überwiegendes privates Interesse erblickt werden. Zudem gälte es zu berücksichtigen, dass ein solches privates Interesse de
s
in der Schweiz geborenen Beschwerdeführer
s
3 nicht ohne Weiteres
zu vermuten
wäre, zumal diese
r voraussichtlich
in der Schweiz aufwachsen und mit den
hier üblichen
Namensführungen ab Kindesalter vertraut sein wird.
5.4
Soweit die Beschwerdeführenden geltend machen, die Verweigerung der Eintragung des von ihnen gewünschten Familiennamens ins Zivilstandsregister verletze Art. 7 Ziff. 1 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (SR 0.107), verkennen sie, dass sich aus dieser Bestimmung kein Anspruch auf Beurkundung eines frei gewählten Familiennamens ergibt. Wie die Vorinstanz – auf deren diesbezügliche Erwägungen verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG) – zutreffend ausführt, konnte die Eintragung in das Zivilstandsregister bislang nicht vorgenommen werden, weil der Beschwerdeführer
1
und die Beschwerdeführerin 2 noch keinen dem schweizerischen Namensrecht entsprechenden Familiennamen für d
en
Beschwerdeführer 3 gewählt haben.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Als unterliegende Partei werden die Beschwerdeführenden grundsätzlich kosten
pflichtig und muss ihnen eine Parteientschädigung versagt bleiben (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG). Zu prüfen bleibt jedoch ihr Gesuch um Gewährung unentgeltlicher Rechtspflege.
7.2
Gemäss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusätzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (Kaspar Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichtskosten aus seinem Einkommen – nach Abzug der Lebenshaltungskosten – innert angemessener Frist zu bezahlen (Plüss, § 16 N. 20).
7.3
Die Beschwerdeführenden
werden vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt
und sind mittellos. Ihr Begehren erscheint sodann nicht als offensichtlich aussichtslos und die vorliegend zu beurteilenden Rechtsfragen rechtfertigten den Beizug eines Rechtsvertreters. Folglich gilt es das Gesuch der Beschwerdeführenden um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung zu bewilligen und ihnen in der Person ihres Vertreters für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu bestellen.
Es gilt
die Beschwerdeführerenden
auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechts
pflege
gewährt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.
7.4
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden hat am 2. September 2014 eine Kostennote eingereicht. Er macht für das verwaltungsgerichtliche Verfahren einen Aufwand von total
etwas über
5 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 18.30 (zuzüglich 8 % M
ehrwertsteuer
) geltend. Da
dieser
Aufwand vernünftig erscheint,
ergibt sich
der Kostennote entsprechend ein
e
Entschädigung in der Höhe von Fr.
1'156.55
(inklusive
8 % Mehrwertsteuer
)
.
7.5
Sodann hat auch die Vorinstanz die Zusprechung einer Parteientschädigung verlangt
.
Nach § 17 Abs. 2 VRG kann die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer ange
messenen Entschädigung für die Umtriebe ihres Gegners verpflichtet werden, namentlich wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechts
fragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistandes recht
fertigte (lit. a) oder wenn ihre Rechtsbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegründet waren (lit. b). Die Entschädigungsberechtigung gemäss § 17 VRG knüpft damit an die Parteistellung an (vgl.
Plüss
, § 17 N.
20
). Eine solche Stellung kommt der Rekursinstanz im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nicht zu (vgl. § 58 VRG), weshalb ihr die Zusprechung einer Parteientschädigung grundsätzlich verwehrt bleibt
(VGr, 20. November 2013, VB.2013.00684, E. 6.2 Abs. 2)
.