# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 81f1f3ca-86bb-5c0a-85ac-dafe1f5e46b2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ (geb. 1990) wurde erstmals im November 2008 von den Sozialen Diensten
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St. Gallen finanziell unterstützt. Ab dem Jahre 2010 hielt er sich mehrmals zwecks
Suchtmittelentzugs in der psychiatrischen Klinik Q._ in D._ und im
Rehabilitationszentrum E._ auf, wobei er von den Sozialen Diensten St. Gallen jeweils
als Aufenthalter unterstützt wurde. Über eine eigene Wohnung in der Stadt St. Gallen
verfügte er nie; er kam jedoch teilweise in der Unterkunft für Obdachlose (UfO) der
Stadt unter.
B.
Am 8. Mai 2017 trat X._ in das Rehabilitationszentrum Y._, in K._, ein. Das
Rehabilitationszentrum Y._ bzw. X._ ersuchten in der Folge nachträglich um
Kostengutsprache für ein einjähriges Therapieprogramm ab 8. Mai 2017. Mit Verfügung
vom 26. September 2017 lehnten die Sozialen Dienste St. Gallen eine
Kostengutsprache für die stationäre Suchtmitteltherapie von X._ im
Rehabilitationszentrum Y._ ab. Einen dagegen erhobenen Rekurs hiess das
Departement des Innern mit Entscheid vom 14. August 2018 gut. Es hob die Verfügung
der Sozialen Dienste St. Gallen auf und verpflichtete Letztere, eine subsidiäre
Kostengutsprache für eine einjährige stationäre Therapie im Rehabilitationszentrum
Y._ ab 8. Mai 2017 zu erteilen. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2018 wies das
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen die dagegen erhobene Beschwerde der
politischen Gemeinde St. Gallen ab. Es hielt zusammenfassend fest, die
Voraussetzungen der Notwendigkeit einer stationären Therapie, der Therapiewille von
X._ und der Geeignetheit der Institution zur Durchführung der Therapie seien gegeben.
Des Weiteren sei es gerechtfertigt, die Leistungspflicht der politischen Gemeinde
St. Gallen auf den Zeitpunkt des Eintritts ins Y._, mithin dem 8. Mai 2017, festzulegen.
Da im Gesuch um Kostengutsprache für mindestens sechs Monate ab Eintritt ersucht
worden sei und die Beteiligten von einem einjährigen Therapieprogramm ausgingen, sei
schliesslich nicht zu beanstanden, dass das Departement des Innern die politische
Gemeinde St. Gallen verpflichtet habe, eine subsidiäre Kostengutsprache für eine
einjährige stationäre Therapie im Rehabilitationszentrum Y._ zu erteilen (vgl. zum
Ganzen VerwGE B 2018/198 vom 18. Dezember 2018).
C.
Am 18. Februar 2019 ersuchte das Rehabilitationszentrum Y._ die politische
Gemeinde B._, in dessen Bezirk sich K._ befindet, um Kostengutsprache für die
Weiterführung der Therapie von X._. Mit Verfügung vom 16. Juli 2019 trat die
politische Gemeinde B._ auf das Gesuch mangels sozialhilferechtlicher Zuständigkeit
nicht ein. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass X._ ab 1. April 2019 weiterhin
subsidiär unterstützt werde (act. 5/3/72). In der Folge ersuchte das
Rehabilitationszentrum Y._ am 2. August 2019 die Sozialen Dienste St. Gallen um
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Kostengutsprache ab dem 8. Mai 2018 bis zunächst am 17. August 2019 (act. 5/3/71)
bzw. mit Gesuch vom 10. September 2019 schliesslich bis am 30. September 2019
(act. 5/3/73). Am 3. Oktober 2019 ersuchte es im Anschluss an die Langzeittherapie um
Kostengutsprache für die Wohngruppe im Y._ ab dem 1. Oktober 2019 bis 31. März
2020 (act. 5/3/74). Mit Schreiben vom 5. November 2019 erteilten die Sozialen Dienste
St. Gallen Kostengutsprache für den Aufenthalt in der Wohngruppe (act. 5/3/75); die
Kostengutsprache für die stationäre Suchtmitteltherapie von X._ ab 8. Mai 2018 bis
30. September 2019 wurde dagegen mit Verfügung vom 12. Dezember 2019 abgelehnt
(act. 5/3/77). Den dagegen erhobenen Rekurs von X._ bzw. vom
Rehabilitationszentrum Y._ hiess das Departement des Innern mit Entscheid vom
4. September 2020 in Bezug auf X._ teilweise gut. Es hob die Verfügung der Sozialen
Dienste St. Gallen vom 12. Dezember 2019 auf und verpflichtete Letztere, eine
Kostengutsprache für die Weiterführung der stationären Therapie im
Rehabilitationszentrum Y._ vom 4. September 2018 bis 30. September 2019 zu
erteilen. Auf den Rekurs des Rehabilitationszentrums Y._ trat es dagegen mangels
Legitimation nicht ein (act. 2).
D.
Mit Eingabe vom 18. September 2020 erhob die politische Gemeinde St. Gallen
(Beschwerdeführerin) durch die Sozialen Dienste St. Gallen gegen den
Rekursentscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Sie beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid teilweise aufzuheben und die Verfügung vom 12. Dezember
2019 vollumfänglich zu bestätigen. Ziffer 2 des Entscheids sei insbesondere
dahingehend abzuändern, dass die Sozialen Dienste St. Gallen für die Weiterführung
der stationären Therapie im Rehabilitationszentrum Y._ vom 4. September 2018 bis
30. September 2019 keine Kostengutsprache erteilen müssen. Zudem sei Ziffer 3
dahingehend abzuändern, dass den Sozialen Diensten St. Gallen keine amtlichen
Kosten aufzuerlegen seien (act. 1). Die Vorinstanz überwies mit Eingabe vom
30. September 2020 die Vorakten, ohne eine Vernehmlassung einzureichen (act. 4). Mit
Eingabe vom 21. Oktober 2020 trug X._ (Beschwerdegegner) auf Abweisung der
Beschwerde an (act. 7). Am 27. Oktober 2020 verzichtete die Beschwerdeführerin
ausdrücklich auf eine Stellungnahme (act. 10).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 2 VRP räumt der zuständigen Behörde einer öffentlich-rechtlichen
Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt das Recht zur
Beschwerde ein, wenn diese im umstrittenen Bereich öffentliche Interessen zu wahren
hat. Praxisgemäss setzt die Legitimation eines Gemeinwesens voraus, dass dieses den
streitigen Entscheid durch Setzen eines Rechtsaktes im eigenen Aufgabenbereich
erlassen und damit bestimmte öffentliche Interessen vertreten hat (GVP 1992 Nr. 43).
Das ist nur der Fall, wenn es im Bereich einer ihm obliegenden Aufgabe tätig wurde
und dabei lokale Interessen wahrgenommen hat. Unerheblich ist, ob es sich dabei um
autonome Belange oder übertragene Befugnisse handelt. Der Aufgabenkreis der
öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Anstalten ergibt sich aus der
Zuständigkeitsordnung des kantonalen Rechts. Massgebend ist letztlich, ob der
betreffenden Körperschaft oder Anstalt eigene Verfügungskompetenz zukommt
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 453 f.). Die
Beschwerdeführerin, von der der Beschwerdegegner eine Kostengutsprache für den
Aufenthalt im Y._ verlangt, ist demnach zur Beschwerde legitimiert. Die Eingabe vom
18. September 2020 entspricht in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
In Ziffer 3 des Rechtsspruchs auferlegte die Vorinstanz die amtlichen Kosten zu drei
Fünfteln der Beschwerdeführerin und zu zwei Fünfteln dem Beschwerdegegner,
verzichtete jedoch auf deren Erhebung. Die Beschwerdeführerin ist dadurch somit gar
nicht materiell beschwert. Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene
Entscheid sei dahingehend abzuändern, dass ihr keine amtlichen Kosten aufzuerlegen
seien, ist auf das entsprechende Rechtsbegehren mangels Rechtsschutzinteresses
nicht einzutreten.
2.
bis
Persönliche Sozialhilfe bezweckt, der Hilfebedürftigkeit vorzubeugen, deren Folgen
nach Möglichkeit zu beseitigen oder zu mildern sowie die Eigenverantwortung und die
2.1.
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Selbsthilfe der Hilfebedürftigen sowie ihre soziale und berufliche Integration zu fördern
(Art. 2 Abs. 1 SHG). Sie wird geleistet, soweit keine Hilfeleistung durch
unterstützungspflichtige Verwandte oder andere Dritte gewährt wird oder diese nicht
rechtzeitig verfügbar ist, sowie soweit kein Anspruch auf Sozialversicherungsleistungen
oder auf Sozialhilfe nach der besonderen Gesetzgebung besteht (Art. 2 Abs. 2 SHG).
Das Gesetz unterscheidet zwischen betreuender und finanzieller Sozialhilfe. Auf
Letztere hat Anspruch, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht
rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann (Art. 9 SHG). Finanzielle Sozialhilfe
umfasst Geld- und Naturalleistungen sowie Kostengutsprachen (Art. 10 Abs. 1 SHG).
Im Rahmen der sozialen Integration soll die Sozialhilfe Menschen mit
Suchterkrankungen unterstützen und ihnen den Ausstieg aus der Abhängigkeit
ermöglichen, um dadurch eine Stabilisierung ihrer allgemeinen Situation zu
ermöglichen. Dabei kann die suchtkranke Person verschiedene Behandlungsformen in
Anspruch nehmen. Es besteht die Möglichkeit der ambulanten Behandlung, des rein
körperlichen Entzugs oder der stationären Rehabilitation in einer spezialisierten
Institution. Die körperliche Entzugsbehandlung erfolgt üblicherweise in einer dafür
spezialisierten Klinik oder in einer psychiatrischen Klinik. Nach Abschluss der
körperlichen Entzugsbehandlung kann eine weiterführende sozialtherapeutische
Behandlung in einer geeigneten Institution nötig sein. Dafür stehen innerkantonale oder
ausserkantonale Einrichtungen zur Verfügung. Die Kosten für notwendige
therapeutische Behandlungen gehören zum sozialen Existenzminimum und sind bei
Bedürftigkeit als wirtschaftliche Sozialhilfe durch die zuständige Sozialhilfestelle zu
übernehmen. Für die Kostenübernahme aller freiwilligen Therapieaufenthalte muss vor
dem Behandlungsbeginn ein Gesuch um Erteilung einer Kostengutsprache bei der
zuständigen Sozialhilfestelle eingereicht werden. Diese prüft neben der Eignung der
Einrichtung auch die Notwendigkeit des stationären Aufenthalts sowie die
wirtschaftlichen Verhältnisse der behandlungswilligen Person. Die Kostengutsprache
dient dazu, Leistungen Dritter sicherzustellen. Ausser bei unmittelbar anfallenden
einmaligen Leistungen sind Kostengutsprachen zwecks regelmässiger Überprüfung zu
befristen und wenn nötig rechtzeitig und begründet zu verlängern. Sinn und Zweck der
vorgängigen Kostengutsprache liegt unter anderem darin, der zuständigen
Sozialhilfestelle eine Mitwirkungsmöglichkeit einzuräumen. Sie sollen nicht vor
vollendete Tatsachen gestellt werden, sondern möglichst frühzeitig an einer für alle
Beteiligten vorteilhaften Lösung mitarbeiten können. Sozialhilfebehörden sind
grundsätzlich nicht verpflichtet, nachträglich für eine an sich vertretbare Ausgabe
aufzukommen. Sie haben vielmehr ein Anrecht darauf, im Voraus zu geplanten
2.2.
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3.
Aufwendungen Stellung zu nehmen. Eine Ausnahme rechtfertigt sich nur, wenn ein
Notfall vorliegt und insbesondere aus medizinischer Sicht ein Eintritt unaufschiebbar
ist. Hier kann die Sozialhilfebehörde verpflichtet sein, eine Kostengutsprache im
Nachhinein zu erteilen. Der Grundsatz, dass bei fehlender oder verspäteter
Gesuchseinreichung kein Anspruch auf Kostenübernahme besteht, gilt folglich nicht
absolut. Die nachträgliche Einreichung eines Kostengutsprachegesuchs hat jedenfalls
bei Behandlungen von Krankheiten und krankheitsähnlichen Erscheinungen nicht zur
Folge, dass der Gesuchsteller den Anspruch auf Fürsorgeleistung von vornherein
verwirkt. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass die wirtschaftliche Hilfe auch die
notwendige ärztliche oder therapeutische Behandlung und die notwendige Pflege in
einem Spital, in einem Heim oder zu Hause sicherstellen soll, und dass die
Finanzierung des Aufenthalts in einer spezialisierten Therapieeinrichtung eine
situationsbedingte Leistung oder eine Massnahme zur sozialen und beruflichen
Integration darstellen kann, auf die Anspruch besteht. Demnach darf die
Fürsorgebehörde die Übernahme von Kosten für einen solchen Aufenthalt nur
verweigern, sofern dieser nicht erforderlich ist oder wenn die Behörde eine vertretbare
geeignetere oder günstigere Alternative anbieten kann (VerwGE B 2018/198 vom
18. Dezember 2018 E. 2.3; Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2010.00661
vom 21. April 2011 E. 2.3; SOG 1998 Nr. 38 E. 2; G. Wizent, Sozialhilferecht, Zürich/St.
Gallen 2020, S. 28 Rz. 79; C. Hänzi, Leistungen der Sozialhilfe in den Kantonen, in:
C. Häfeli [Hrsg.], Das Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 110; F. Wolffers,
Grundriss des Sozialhilferechts, Bern 1993, S. 130 f.; vgl. auch E. 2.5.2 der Richtlinien
und Praxishilfe der St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe, Stand Januar 2018,
nachfolgend: KOS-Praxishilfe). Bei den zitierten KOS-Praxishilfe handelt es sich
lediglich um Empfehlungen. Eine Allgemeinverbindlicherklärung im Sinne von Art. 11
Abs. 1 SHG ist für den Kanton St. Gallen nicht erfolgt.bis
Unbestritten und mit Akten belegt ist, dass der Beschwerdegegner bei der
Beschwerdeführerin erst mit Eingaben vom 2. August 2019 bzw. 10. September 2019
um Kostengutsprache für die Langzeittherapie für die Zeit vom 8. Mai 2018 bis
30. September 2019 ersucht hat (act. 5/3/71, 73). Nicht nachvollziehbar ist zwar,
weshalb der Beschwerdegegner erneut erst nachträglich um Kostengutsprache ersucht
hat. Immerhin teilte die Beschwerdeführerin ihm mit Schreiben vom 4. September 2018
mit, dass ab Mai 2018 weder ein Gesuch um Kostengutsprache vorliege noch sei eine
solche erteilt worden (act. 5/3/68). Die Ausführungen des Beschwerdegegners
3.1.
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hinsichtlich der geltend gemachten Unklarheiten in Bezug auf die (örtliche)
Zuständigkeit überzeugen deshalb nicht. Indem erst im August bzw. September 2019 –
und damit knapp 1 1⁄2 Jahre nach Ablauf der ersten Kostengutsprache – um
Verlängerung derselben für die Zeit vom 8. Mai 2018 bis 30. September 2019 ersucht
wurde, ist eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdegegners nicht von
der Hand zu weisen und wird bei der Kostenregelung zu berücksichtigen sein.
Letztendlich spielen die Hintergründe, weshalb die Verlängerungsgesuche erst
nachträglich eingereicht wurden, jedoch keine Rolle, wie nachfolgend aufzuzeigen sein
wird. Entscheidend ist vielmehr, dass – wie dargelegt – der Beschwerdegegner seinen
Anspruch auf Unterstützung nicht von vornherein verwirkt hat, indem er das Gesuch
um Verlängerung der Massnahme erst nachträglich eingereicht hat. Die
Beschwerdeführerin kann die Kosten daher nicht einzig deshalb verweigern, weil der
Beschwerdegegner das Gesuch um Kostengutsprache erst nach Ablauf der auf ein
Jahr befristeten Kostengutsprache gestellt hat. Fraglich ist vielmehr, ob sie die Kosten
der Langzeittherapie übernommen hätte, sofern der Beschwerdegegner sein
Übernahmegesuch fristgerecht eingereicht hätte, mithin ob hier eine Leistung infrage
steht, auf deren Übernahme der Beschwerdegegner Anspruch hätte. Ob die Kosten
von der Beschwerdeführerin übernommen werden müssen, hängt also davon ab, ob
die durchgeführte Behandlung tatsächlich notwendig war.
Zu klären bleibt damit, ob die Weiterführung der stationären Therapie nach wie vor
notwendig war.
3.2.
Heilungserfolge sind bei Abhängigen von harten Drogen schwer zu erreichen. Trotzdem
dürfen sie nicht von vornherein ausgeschlossen werden, zumal primär dem Süchtigen
die Fähigkeit vermittelt werden soll, mit der Sucht umzugehen, das heisst diese zu
beherrschen, um weitere Abstürze vermeiden zu können. Tatsache ist, dass die
meisten Menschen mit einer Abhängigkeit einen oder mehrere Rückfälle erleben. Sie
zeigen, dass die Betroffenen noch am Lernen sind. Die Entstehung eines abhängigen
Verhaltens entwickelt sich häufig nur langsam und schleichend, oftmals über mehrere
Jahre hinweg. Wie der Weg in die Abhängigkeit nicht von heute auf morgen geschieht,
erfolgt auch die Lösung aus der Abhängigkeit ebenfalls schrittweise und braucht seine
Zeit. Es ist daher nicht realistisch zu erwarten, das Problem lasse sich schnell lösen.
Nach dem körperlichen oder psychischen Entzug und der daran anschliessenden
Übergangsphase, d. h. der Nachbehandlung, folgt die Drogentherapie. Diese Programme sind langfristig angelegt und umfassen sozial- und psychotherapeutische
3.2.1.
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Massnahmen sowie Massnahmen der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung.
Die kontrollierte Therapie erfolgt grundsätzlich nicht ambulant, da zu wenig schnell und
wohl auch zu wenig intensiv auf den therapiebedürftigen Beschwerdegegner eingewirkt
werden kann, sodass Rückfälle kaum vermieden werden können. Diese Gefahr ist bei
einer stationären Betreuung weit geringer. Die Dauer der Drogentherapie kann
zwischen einigen Monaten und zwei bis drei Jahren variieren (vgl. G. Hug-Beeli,
Kommentar Betäubungsmittelgesetz [BetmG], Basel 2016, N 105 zu Art. 1a BetmG mit
Verweis auf die Botschaft zu den Volksinitiativen "Jugend ohne Drogen" und "für eine
vernünftige Drogenpolitik" [Droleg-Initiative] vom 19. Juni 1995, BBl 1995 1245 ff.,
S. 1260; vgl. auch Entscheid des Regierungsrats Schwyz RRB Nr. 407 vom 4. März
1992 E. 3, in: Entscheide der Gerichts- und Verwaltungsbehörden des Kantons Schwyz
[1980 – heute]).
3.2.2.
Der Beschwerdegegner befand sich ab dem 8. Mai 2017 im Rehabilitationszentrum
Y._. Mit Entscheid vom 18. Dezember 2018 hielt das Verwaltungsgericht
zusammenfassend fest, dass die Voraussetzungen der Notwendigkeit einer stationären
Therapie, der Therapiewille des Beschwerdegegners und der Geeignetheit der
Institution zur Durchführung der Therapie gegeben seien. Der Schluss der Vorinstanz,
dass die Beschwerdeführerin eine subsidiäre Kostengutsprache für eine einjährige
stationäre Therapie im Rehabilitationszentrum Y._ zu leisten habe, sei daher nicht zu
beanstanden. Anstelle von Wiederholungen kann auf die entsprechenden Erwägungen
4 und 5 des verwaltungsgerichtlichen Entscheids VerwGE B 2018/198 vom
18. Dezember 2018 verwiesen werden. Gestützt darauf erteilte die Beschwerdeführerin
Kostengutsprache ab 8. Mai 2017 bis 7. Mai 2018; die Rechnung in der Höhe von
CHF 91'575 wurde im Mai 2019 bezahlt (vgl. act. 5/3/75). Für die Notwendigkeit der
Weiterführung der stationären Therapie ab dem 8. Mai 2018 stützte sich die Vorinstanz
auf die Therapiezwischenberichte vom 6. Oktober 2017 (act. 5/3/53, 54 [jeweils Beilage
5]), vom 19. Dezember 2017 (act. 5/3/58), vom 2. August 2019 (act. 5/3/71) und vom
10. September 2019 (act. 5/3/73). Die Beschwerdeführerin setzte sich in ihrer
Beschwerde mit den ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz (vgl. E. 4.5.2 und 4.5.4
des angefochtenen Entscheids [act. 2]) in keiner Weise auseinander. Insbesondere legt
sie nicht dar, ob eine vertretbare geeignetere oder günstigere Alternative ebenfalls
zielführend gewesen wären. Es sind denn auch keine Gründe ersichtlich, von den
Feststellungen in den Zwischenberichten abzuweichen.
Aus den erwähnten Zwischenberichten geht hervor, dass sich der Beschwerdegegner
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bereits nach einem halben Jahr seit seinem Eintritt positiv entwickelt hat. Er weist eine
hohe Zielmotivation auf, die Therapie im Y._ erfolgreich zu absolvieren, um ein
abstinenzorientiertes Leben zu führen und wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig zu sein.
Während des ersten halben Jahres lebte der Beschwerdegegner nachweislich
abstinent (act. 5/3/53, 54 [jeweils Beilage 5]). Gemäss Zwischenbericht vom
19. Dezember 2017 kam es im November 2017 zu einem Rückfall; aufgrund der
erfolgreichen Aufarbeitung und der insgesamt positiven Entwicklung ging das
Rehabilitationszentrum Y._ jedoch nach wie vor von einer hohen
Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Fortführung der Langzeittherapie für eine drogenfreie
Zukunft aus. Zu kritischen Situationen kam es jeweils, wenn der Beschwerdegegner
nicht einer regelmässigen und strukturierten Arbeitstätigkeit nachgehen konnte.
Schliesslich gewann er deutlich an Selbstwert und Resilienz, und damit die Fähigkeit,
schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, dazu
(act. 5/3/58). Trotz erfolgreicher Therapiearbeit war der Beschwerdegegner nach einem
Jahr noch nicht in der Lage, ausserhalb eines geschützten drogen- und alkoholfreien
Rahmens sein Leben nachhaltig und langfristig erfolgreich und stabil zu bewältigen, um
dauerhaft abstinent zu leben. Das Rehabilitationszentrum Y._ arbeitete und trainierte
mit dem Beschwerdegegner jedoch an einem stabilen System, welches er nach der
Therapie anwenden kann, um den Anforderungen eines von Drogen abstinenten
Lebens als selbständiger Mann und Arbeitnehmer in der Gesellschaft gerecht zu
werden (act. 5/3/71). Im letzten Zwischenbericht vom 10. September 2019 bestätigte
das Rehabilitationszentrum Y._ nach wie vor eine hohe Zielmotivation, seine Therapie
erfolgreich zu absolvieren. Zwar kam es im September 2019 wieder zu einem
Konsumereignis. Aufgrund seiner langen Abstinenzdauer und erfolgreichen
Aufarbeitung des Ereignisses wurde dem Beschwerdegegner weiterhin insgesamt eine
positive Entwicklung attestiert (act. 5/3/73). Per 1. Oktober 2019 konnte der
Beschwerdegegner in die Wohngruppe des Y._ übertreten, um das selbständige
Wohnen zu üben (vgl. act. 5/3/74). Die stationäre Therapie des Beschwerdegegners
dauerte damit letztlich etwa zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit kam es vereinzelt zu
Konsumereignissen, letztmals im September 2019. Wie dargelegt sind Rückfälle nicht
selten. Sie beweisen vielmehr, dass der Beschwerdegegner auch nach Ablauf der
vorerst für ein Jahr vorgesehenen Therapie für ein ambulantes Setting noch nicht bereit
war. Ihm wurde im Rehabilitationszentrum Y._ jedoch die Fähigkeit vermittelt, mit der
Sucht umzugehen. Das Rehabilitationszentrum Y._ bejahte dabei die
Therapiebedürftigkeit beim Beschwerdegegner, wobei ihm zudem nach wie vor eine
hohe Zielmotivation, seine Therapie erfolgreich zu absolvieren, attestiert wurde. Hinzu
kommt, dass er selbst den Wunsch äusserte, die Therapie fortsetzen zu wollen (vgl.
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act. 5/3/73). Damit ist eine Therapiebereitschaft des Beschwerdegegners ohne
Weiteres zu bejahen. Von fehlenden Erfolgsaussichten kann daher nicht gesprochen
werden. Insbesondere konnte der Beschwerdegegner mittlerweile die stationäre
Therapiearbeit erfolgreich abschliessen, auch wenn er noch nicht in der Lage ist,
ausserhalb des geschützten Rahmens der Wohngruppe sein Leben nachhaltig und
langfristig erfolgreich und stabil zu bewältigen (vgl. act. 5/3/74). Davon scheint im
Übrigen auch die Beschwerdeführerin auszugehen: Immerhin erteilte sie am
5. November 2019 für den Aufenthalt in der Wohngruppe Y._ Kostengutsprache ab
1. Oktober 2019 bis 31. März 2020 oder einem vorzeitigen Austritt (act. 5/3/75). Die
Vorinstanz kam daher zu Recht zum Schluss, dass der Beschwerdegegner auch nach
dem 8. Mai 2018 ein geschütztes Umfeld im Rahmen einer stationären Therapie
benötigt habe. Insbesondere wäre es ihm bei fehlendem Therapiewillen nicht möglich
gewesen, während einer so langen Zeit mit nur einzelnen Rückfällen abstinent zu leben
und weitere Schritte in Richtung eines selbständigeren Lebens zu machen.
3.3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorgängig zwar kein Gesuch um
Kostengutsprache eingereicht wurde. Damit wurde die Beschwerdeführerin vor
vollendete Tatsachen gestellt. Um zu vermeiden, dass Sozialhilfeempfänger auf diese
Weise aus ihrer Pflichtverletzung Nutzen ziehen, dürfen die Behörden nachträglich
eingereichte Rechnungen jedoch besonders kritisch betrachten und die Notwendigkeit
der Behandlung streng beurteilen. Die Beschwerdeführerin hätte diesfalls die
Kostenübernahme kürzen oder allenfalls ganz verweigern können, wenn die
Weiterführung der Langzeittherapie günstiger möglich oder nicht angezeigt gewesen
wäre. Wenn aber die Beschwerdeführerin selber nicht behauptet, die Behandlung sei
unnötig oder unangemessen gewesen, und überdies mit der Kostengutsprache für den
Aufenthalt in der Wohngruppe den Nutzen der Therapie zudem anerkannt hat, hätte sie
auch bei rechtzeitiger Einreichung des Gesuchs um Kostengutsprache den Betrag
bezahlen müssen, den der Beschwerdegegner verlangt (vgl. zum Ganzen auch Urteil
des Verwaltungsgerichts Bern vom 31. März 2003, in: BVR 2003 S. 366 ff.). Die
Vorinstanz verpflichtete die Beschwerdeführerin, Kostengutsprache für die
Weiterführung der stationären Therapie im Rehabilitationszentrum Y._ vom
4. September 2018 bis 30. September 2019 zu leisten, und nicht bereits ab 8. Mai
2018. Da jedoch das Verwaltungsgericht über die Begehren der Beschwerdeführerin
nicht hinausgehen und den angefochtenen Entscheid nicht zu deren Nachteil ändern
darf (vgl. Art. 63 VRP), hat es mit dem vorinstanzlichen Entscheid sein Bewenden. Die
angehobene Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist daher
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