# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8ccbdd7b-d9ca-41e9-8cea-8102bc08c56b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, hat eine Ausbildung zur Ser
vicefachange
stellten absolviert und war danach in diesem Beruf tätig
.
Im August 2000 meldete sie sich u
nter Hinweis auf eine psychische Erkrankung
(schizoaffektive Störung)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug
an (
Urk.
11/1).
Die IV-S
telle tätigte Abklärungen in
erwerbli
cher und medizinischer Hinsicht, holte namentlich bei den behandelnden
Ärzte
n bzw
.
Institutionen Berichte ein.
Nach
Durchführung
von beruflichen Massnahmen
in Form eines Arbeitstrainings im Hinblick auf den Wiedereinstieg in
den bisherigen Beruf (von 1
4.
August 2001 bis 1
5.
Februar
2002;
Urk.
11/11)
,
sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten mit Verfügung vom 1
2.
November 2002
mit Wirkung ab
1.
Februar 2002 eine halbe Invalidenr
ente nach Massgabe eines errechneten Invaliditätsgrades von 58
% zu (
Urk.
11/22). I
m Jahr 2003 wur
de die Versicherte Mutter (
Urk.
11/25). Eine im Jahr 2004
von Amtes wegen
eingeleitete
Rentenre
vision
, welche
infolge Umzugs der Versicherten von der IV-Stelle des Kantons Thurgau durchgeführt wurde, ergab
den un
v
eränderten Anspruch auf die bishe
rige Rente (
Mitteilung vom
1.
Dezember 2004;
Urk.
11/34).
Auch eine im Jahr 2007 von Amtes wegen
durchgeführte
Re
ntenrevision (
Urk.
11/44 ff.
) führte
zum
bisherige
n
Rente
n
anspruch
(Mitteilung vom 1
3.
Dezember 2007;
Urk.
11/51).
Im Jahr 2011 leitete die zwischenzeitlich wiederum zuständige IV-Stelle des Kantons Zürich
erneut
ein
Revisionsverfahren in die Wege
(
Urk.
11/56)
. Nach medizinischen Abklärungen (Bericht des
seit 2001
behandelnden
Psychiat
ers
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Urk.
11/59 sowie Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatr
ie und Psychothera
pie FMH;
Urk.
11/65
)
kam
die IV-Stelle
unter Hinweis darauf, dass der IV-Grad fälschlicherweise nach Massgabe einer Vollerwerbstätigkeit bemessen worden sei,
auf ihre Mitteilungen vom
1.
Dezember 2004 und 1
3.
Dezember 2007
zurück und hob die gestützt darauf
ausgerichtete
halbe
Rente
mit Verfügung vom
8.
Januar 2013
wieder
erwägungsweise auf (
Urk.
11/81).
In der Folge
gewährte die IV-Stelle
der Versicherten
Integrationsmassnahmen (
Belastbarkeitstr
a
ining
vom 2
5.
Feb
ruar
bis 2
4.
Mai 2013
bei
A._
,
Mitteilung vom
6.
Februar 2013;
Urk.
11/84,
sowie
ein
Aufbautraining
vom 2
7.
Mai bis 2
9.
November
2013
, Mitteilung vom 1
0.
Mai 2013,
Urk.
11/99) und erbrachte Taggeldleistungen (
Urk.
11/89 und
Urk.
11/100 und
Urk.
11/124).
Am 2
5.
No
vember 2013
gewährte sie Support am Arbeits
p
l
a
tz im Betrieb der Maschinen
fabrik
B._
AG
, wo die Versicherte seit Juli 2013 im Rahmen der Integrations
massnahmen
im Reinigungsdienst
tätig war (Mitteilung von 25.
November 2013;
Urk.
11/126, sowie wiederum Taggelder,
Urk.
11/127
sowie
Urk.
11/128 S.
2).
P
er
1.
Februar 2014 wurde die Versicherte
bei der
Maschinenfabrik
B._
AG
im Rahmen eines tempor
ären Einsatzvertrages zu einem Pensum von 60
%
ange
s
tellt (
Urk.
11/134
, unter Gewährung eines Job-Coachings durch die IV-Stelle im Umfang von 30 Stunden;
Urk.
11/136
)
.
Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2014
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
–
faktisch auf ihre Wiedererwägungsverfügung vom
8.
Januar 2013 zurückkommend (vgl.
Urk.
11/146) -
mit Wirkung ab
1.
Feb
ruar 2014
wiederum eine halbe Invalidenrente
nach Massgabe eines ermittelten Invaliditätsgrades von 54
%
zu
(
Urk.
11/1
55
).
Im Dezember 2014 leitete die IV-Stelle
erneut
ein Revisionsverfahren in die Wege
(
Urk.
11/163)
. Sie
holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
11/176) sowie beim behandelnden Psychiater Verlaufsberichte (
Urk.
11/178,
Urk.
11/
183,
Urk.
11/
192
,
Urk.
11/
198
)
einschliesslich
präzisierende
r
Auskünf
te
ein
(
Urk.
11/187-
188
)
und führte mit der Versicherten am 2
2.
April 2015 ein Standortgespräch durch (
Urk.
11/184)
. Am
1.
Juni 2016 teilte die Arbeitgeberin mit, dass das Arbeitsverhältnis infolge Umstrukturierung des Einsatzortes per
1.
Juli 2016
aufgelöst
worden sei (
Urk.
11/200).
Am
5.
August 2016
veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung (
Urk.
11/204;
Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie vom 1
0.
Oktober 2016;
Urk.
11/209, einschliessl
ich ergänzende
r
Auskünfte vom
2.
August 2017
;
Urk.
11/232
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/217 ff.) erliess
die IV-Stelle
am
1
8.
Dezember 2017 zwei Verfügungen, mit welchen sie
die bisher ausgerichtete halbe Rente
mit Wirkung ab
1.
Februar
bis zum
3
0.
November
2016
vorübergehend
nach Massgabe eines
errechneten
Invaliditätsgrades von 100
%
auf eine ganze Rente erhöhte
(
Urk.
11/
241-
242). Eine dagegen erhobene Beschwerde
vom 2
9.
Januar 2018
hiess das hie
sige Gericht mit Urt
e
i
l vom
1
1.
September 2018 aus formellen G
ründen
gut und wies die Sache an die Ver
waltung zurück
(
Urk.
11/256)
. Diese
erliess am
1
7.
September 2019 zwei neue Verfügung
en, mit welchen sie
abermals
die bisherige halbe Invalidenrente
vorübergehend
(von
1.
Februar
bis zum 3
0.
November 2016)
auf
eine ganze Rente hinaufsetzte
(bei danach wiederum ausgerichteter halber Rente;
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
mit Eingabe vom
4.
Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung der IV-Stelle
vom 1
7.
September 2019 aufzuheben und es sei ihr drei Monate nach der gemeldeten dauerhaften Verschlechterung (jedenfalls vor
1.
Februar 2016) eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichte
n und auch mit Wirkung ab Dezemb
er 2016 eine
eine
halbe Rente übersteigende Rente der Inva
lidenversicherung zuzusprechen (1.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (2.). In
verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie unentgeltliches Verfahren) beantragen (3
.;
Urk.
1 S.
2). Die IV-Stelle
stellte
mit V
ernehmlassung vom
5.
November 2019
Antrag auf
Abwe
isung der Beschwerde (
Urk.
10), was
der Versicherten mit Gerichtsverfügung vom
6.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde, unter anderem unter Hinweis darauf, dass über den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege zu einem späteren Ze
itpunkt entschieden werde (
Urk.
12). Am
1
4.
November 2019 reichte Rechtsan
wältin Schwarz ihre Honorarnote
ins Recht (
Urk.
13)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstu
fung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zu
setzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die IV-Stelle
führte zur Begründung
der
angefochtenen Verfügungen im Wesent
lichen
aus
,
sie habe
im Revisionsverfahren («
ab Dezember 2014
»)
die gesundheit
liche Situation der Versicherten erneut überprüft
und unter anderem
beim behan
delnden Psychiater
ärztliche Berichte
eingeholt
so
wie eine psychiatrische Begut
achtung veranlasst. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich ab November 2015 verschlechtert und es sei ihr keine Erwerbstätigkeit mehr möglich gewesen
. S
omit
habe
ein neuer IV-
Grad von 100
% bestande
n
und
sei
die Rente per 1.
Februar 2016 angepasst worden.
Spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung im September 2016 sei der Versicherten
wieder
eine angepasste Tätigkeit zu einem Pensum 50
% zumutbar
gewesen
. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 56
%, woraus
wiederum
ein Anspruch auf eine hal
be Rente resultiere, was per
1.
Dezember 2016 zu berücksichtigen sei
(Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen zur Hauptsache geltend machen,
dass
die Verschlechterun
g des Gesundheitszustandes unge
nügend berücksichtig
t worden
sei
.
So enthielten
die
Akten diverse Hinweise darauf, dass die Verschlechterung bereits früher als im November 2014 eingetreten sei. Alsdann sei die vom Gut
achter
ab dem Gutachtenszeitpunkt angegebene Arbeitsfähigkeit zu optimistisch. Auch entsprächen die gutachterlichen Beschreibungen einer
noch
behinderungs
angepasste
re
n
Tätigkeit einer Tätigkeit im geschützten Umfe
ld, zumal es sich bereits bei der
B._
AG um eine Nischentätigkeit gehandelt habe. Sollte wider Erwarten von einem auf dem ersten Arbeitsmarkt erzielbaren Invalideneinkom
men auszugehen sein, sei ein Abzug von 25
%
angezeigt (Urk.
1
)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
b
eziehungs
w
e
ise
ab wann und
für
wie lange sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Sinne einer revisionsbegrün
denden Tatsachenänderung gemäss Art. 17 ATSG derart verschlechtert hat, dass sie Anspruch auf eine höhere Rente hat. Vergleichsbasis bildet die
Verfügung vom 1
8.
Juni 2014
.
3.
3.1
Der Verfügung vom 1
8.
Juni 2014
, mit welcher die IV-Stelle der
Versicherten mit Wirkung ab
1.
Februar 2014 wiederum
eine halbe Rente
zugesprochen hatte
(vgl.
Urk.
11/155
)
,
lag in medizinischer Hinsicht
(soweit ersichtlich;
vgl.
Urk.
11/146 unter Hinweis auf
Urk.
11/66
) das Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
Septemb
er 2012
(
Urk.
11/65)
zugrunde. Darin hatte
Dr.
Z._
die folgenden Diagnosen gestellt
(
Urk.
11/65 S. 8)
: schi
zoaffektive Störung
, gegenwärtig bis auf ein leichtes Residualsyndrom im Sinne einer erhöhten Vulnerabilität und verminderte
n Belastbarkeit remittiert (ICD
10
:
F 25.8), Persönlichkeit mit abh
ängigen Zügen (ICD 10: Z 73.1),
Status nach atypischer Essstörung, gegenwärtig remittiert, sowie Status nach
Cannabisabusus
, a
ktuell abstinent
.
Dr.
Z._
gab
zur Hauptsache an, d
ie Tätigkeit im Service mi
t unregelmässigen Arbeitszeiten
und wechselnder Stressbelastung
sei ungü
nstig.
Eine regelmässige Tätigkeit ohne Schichtdienst, tagsüber (beispielsweise Mitarbeit in einer Kantine) sei medizinisch-theoretisch
zu 50
%
zumutbar. Bei einer höhe
ren beruflichen Belastung sei eine neue Exazerbation der schizoaffektiven Störung zu befürchten. Allenfalls könne das Arbeitspensum langfristig stufen
weise gesteigert werden. Nach wie vor bestehe medizinisch-theoretisch eine
50%ige
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Residualsym
ptomatik bei schizoaffektiver St
ö
r
ung
im Sinn einer erhöhten Vulnerabilität, verminderten Stressbelastung und rascherer Erschöpfbarkeit
. Das Gleichgewicht sei nach wie vor fragil
(
Urk.
11/65 S. 8 f.).
3.2
Im vorliegenden Revisionsverfahren nahm die IV-Stelle im Wesentlichen die folgenden Berichte zu den Akten:
3.2.1
Der die Versicherte
seit 2001
behandelnde
Psychiat
er
Dr.
med.
Y._
diagnost
i
zierte in
seinem Verlaufsbericht vom 1
8.
März
2015 eine schizoaffektive Störung
(
F.25.0
)
seit 200
0.
Er gab im Wesentlichen an, der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert.
Ab Mitte 2012
sei die
Medikation
gesteigert worden
,
Themen wie die damals drohende Aberkennung ihrer Re
n
te, Probleme in der Partnerschaft oder Schulprobleme ihres Sohnes
hätten
phasenweise zu
im Vergleich zu früher deutlich
stärkeren Krisen mit Ängsten, Ne
r
vosität, Irritierbarkeit, Schlafstörungen und Zwangshandlungen
geführt
. Die Wiederaufnahme einer Teilzeitarbeit (Putz
dienst bei
B._
nachmittags) habe sich jedoch als wichtiger, stabilisierender Faktor erwiesen. In dieser Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden pro Tag an fünf Tagen. Auch weiterhin sei mit
phasenhaftem
Verlauf zu rechnen, nor
male Lebensereignisse, die nicht planbar seien, könnten das psychische Gleichgewicht stark stören und Krisen (d
e
pressiv und/oder psychotisch) auslösen (
Urk.
11/178
, vgl. auch gleichlautender Verlaufsbericht vom 1
4.
April 2015
,
Urk.
11/183
).
Auf N
achfrage der IV-St
elle
bezeichnete
Dr.
Y._
in seinem Schreiben vom
1
1.
Mai 2015
die von ihm
seit Februar 2012
bescheinigten
Zeiten
von
100%
iger Arbeitsunfähigkeit
wie folgt: 0
9.
April
-
1
1.
April
2014, 0
3.
Juni
-
1
0.
Juni
2014, 3
0.
Juni
-
0
1.
Juli 2014, 2
2.
September
-
2
6.
September 2014, 0
5.
Dezember -1
9.
Dezember
2014,
2
0.
Dezember
2014
-
0
5.
Januar 2015, 0
8.
Januar
-
1
6.
Ja
nuar 20
15,
2
6.
März -
0
8.
April 2015, 1
3.
April
-
0
3.
Mai
2015
, wobei die Versi
cherte in ihrer Tätigkeit bei der
B._
AG
in den übrigen Zeiten zu 50
%
arbeits
fähig gewesen
sei. Er
gänzend
gab er an, der psychische Zustand der Versicherten sei im Verlauf seit seinem
letzten Bericht weniger stabil.
Belastungen im
(priva
ten)
Alltag
hätten wiederholt zu kürzeren oder länger dauernden Krisen geführt, bei wel
chen sie tage
weise unter Ängsten, Schlaflosigkeit, Waschzwang und Konzentrationsstörungen gelitten und sich müde und antriebslos gefühlt habe
(
Urk.
11/187).
In seinem Schreiben vom
1.
Juni 2015 berichtete
Dr.
Y._
in Ergänzung seines Berichts vom 1
1.
Mai 2015
über die folgenden attestierten Arbeitsunfähigkeiten:
4.
Mai -
2
2.
Mai 2015 (100
%
), ab 2
5.
Mai
2015
(
62.5
%
)
, 2
7.
Mai 2015
(
100
%
)
sowie
1.
Juni -
5.
Juni
2015
(100
%
;
Urk.
11/188).
In seinem Verlaufsbericht vom 1
8.
Januar 2016
bezeichnete
Dr.
Y._
den Gesundheitszustand als verschlechtert und
diagnostizierte eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig gemischt (F25.2). S
eit dem letzten Bericht vom
1.
Juni 2015 hätten folgende Arbeitsunfäh
igkeiten bestanden: 0
1.
Juni -1
2.
Juni
2015 100
%
, 1
5.
Juni
-
1
9.
Juni
2015 60
%
(bzw. 40
%
Arbeitsfähigkeit),
1
1.
August - 2
1.
August
2015 100
%
, 2
4.
August - 2
8.
August
2015 60
%
(bzw. 40
%
Arbeits
fähigkeit); s
eit
2
6.
November 2015 sei
die Versicherte
nun andauernd
zu
100
%
arbeitsunfähig.
Er führte aus, Belastungen im Alltag hätten wiederholt zu kürze
ren oder länger andauernden Krisen geführt, bei welchen sie unter Ängsten,
Schlaflosigkeit, z.T.
Waschzwang und Konzentrationsstörungen
sowie
unter Müdigkeit und Antriebslosigkeit gelitten habe. Es seien diverse Anpassungen
der Medikation
erforderlich geworden. Der Vers
icherten liege viel daran,
ihre Arbeit behalten zu können, doch sei sie in den letzten Monaten durch ihre Krankheit gänzlich arbeitsunfähig gewesen. In einer anderen Tätigkeit bestehe keine höhere Arbeitsfähigkeit. Durch die Fortsetzung der aktuellen Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit hoffentlich auf wie vorbestehend max. 40-50% gesteigert werden (
Urk.
11/192).
In seinem Verlaufsbericht vom 1
4.
April 2016 diagnostiz
ierte
Dr.
Y._
abermals eine s
chizoaffektive Störung, gegenwärtig gemischt (F25.2) und gab an, das psy
chische Befinden habe sich unter medikamentöser Therapie und fortgesetzter Krankschreibung seit Januar 2016 weiter stabilisiert. Es sei der Patientin leider nicht gelungen, wie ursprünglich erhofft, in die Arbeit mit Teilzeitpensum wieder einzusteigen.
Sie fühle sich der Belastung durch die Arbeit nicht mehr gewachsen und erlebe diese nicht mehr wie früher als strukturierend und stabilisierend. Ihre psychische Belastbarkeit sei dauerhaft massive vermindert, sie entwickle bei Belastungen ausgeprägtes Druckgefühl, Sorgen und Ängste, Essstörungen, Zwangshandlungen
und Schlafstörungen mit Grübeln; Beispiele für Belastungen seien Sorgen um ihren Sohn.
Es sei ke
ine Leistung mehr möglich (
Urk.
11/198). Ergänzend gab er am 2
6.
April 2016
telefonisch
an, es sei weder in angestammter noch angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit möglich, der Gesundheitszu
stand habe sich zwar stabilis
i
ert, jedoch sei ein Einsti
e
g ins Erwerbsleben nicht realistisch (
Urk.
11/199).
3.2.2
Der
die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle
begutachtende Psychiater
Dr.
C._
diagnostizierte
in seinem Gutachten vom 1
0.
Oktober
2016
gestützt auf die Untersuchung der Versicherten vom 2
8.
September 2016
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
s
chizoaffektiv
e Psychose, ak
tuell depressiv (ICD-10: F25.1)
und
einen
Zustand nach gemischter Essstörung, aktuell remittiert (ICD-10:
F
5
0.9)
. Als
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er
eine
Nikotinabhängi
g
keit (ICD-10 F17.2;
Urk.
11/209 S. 29).
Dr.
C._
führte in seiner zusammenfassenden Beurteilung
im Wesentlichen aus, im psychiatrischen Untersuchungsbefund zeige sich eine stark gedrückte Stim
mung. Die Versicherte wirke bedrückt, verzweifelt, weine häufig während der Untersuchung, könne sich mit zunehmender Untersuchungsdauer immer schlech
ter
fangen,
sie weine auch bei emot
ional unbelasteten Themen. Es ge
be keine Schwingungsfähigkeit zum positiven Pol. Antrieb, Gestik und Psychomotorik seien vermindert. Im
Querschnittsbefund bestehe ein
schweres depressives Syn
drom
(S. 23)
.
Mit Blick auf die ihm vorliegenden Berichte von
Dr.
Y._
und dem Gutachten von
Dr.
Z._
gab
Dr.
C._
zusammenfassend
an, in der Summe sei bei der Versicherten die Diagnose einer sch
izoaffektiven Störung plausibel.
Denn e
igen
anamnestisch und anhand der Aktenlage
würden
sowohl schizophrene als auch depressive Sym
p
tome während derselben Krankheitsepisode auftreten, wobei das depressive Symptom von einem somatisc
hen Syndrom begleitet sei. Des W
eiteren liege bei der Versicherten anamnestisch eine Es
s
störung vor
,
jedoch sei das
Ess
verhalten
eigenanamnestisch
derzeit unauffällig, weshalb die Störung derzeit als remittiert eingeschätzt werden könne. Der Vorgutachter
Dr.
Z._
schätze die Versicherte als eine Persönlichkeit mit abhängigen Zügen ein, was anamnestisch und anhand der biographischen Angaben plausibel sei. Da die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung bei gleichzeitig vorhandener schizoaffektiver Störung erschwert sei, insbesondere nachdem ein Rezidiv der psychotisc
hen Episode aufgetreten sei, ha
b
e
er
(
Dr.
C._
)
aktuell auf eine differenzierte Einschä
tzung der vermutlich vorhandene
n
Persönlichkeitsstörung oder Persönlichkeitsak
zentuie
rung verzichtet
,
zumal diese sozialmedizinisch für die Einschät
zung der Arbeits
fähigkeit von unte
r
geordneter Bedeutung sei
(S.
25 f.
)
.
Weiter gab
Dr.
C._
unter anderem
an, die Versicherte werde im Gutachten von
Dr.
Z._
als auch insbesondere in den letzten Arztberichten von
Dr.
Y._
deutlich krank beschrieben, was auch der gutachterliche Eindruck in der aktuellen Untersuchung sei. Die Tatsache, dass der behandelnde Psychiater
Dr.
Y._
die Versicherte mit
dem
hochpotenten Neuroleptikum
Zuclopenthixol
behandle
,
das mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet sein könne und erhebliches Potential für die
langfristige
Entwicklung von
extrapyramidalmotorischen
Störungen habe, s
preche für die Krankheitsschwer
e der Versicherten. Diese Einschätzung werde dadurch gestützt, dass der behandelnde Psychiater versucht habe, die Medikation auf das weniger potente Olanzapin und Quetiapin umzustellen,
was zu einer deut
lichen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes und Auftreten einer Psychose geführt habe. Erst nach der Rückumstellung auf
Zuclopenthixol
habe sich der Gesundheitszustand
auf niedrigem Niveau stabilisi
ert (S. 32).
Zur Arbeitsfähigkeit gab
Dr.
C._
an, bei der Versicherten bestehe derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die zu
le
tzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungs
kraft. Abstützend auf die plausiblen Berichte von
Dr.
Y._
bestehe diese
Arbeitsunfähigkeit seit dem 2
6.
November 2015, zu diesem Zeitpunkt sei eine Exazerbation der
Psychose aufgetreten. Somit sehe er eine durchgehende Arbeits
unfähigkeit von 100
% seit dem 2
6.
November 201
5.
Die wiederholten Versuche der Versicherten, die Tätigkeit aufzunehmen, die immer wieder durch Arbeitsun
fähigkeit
s
zeiten unterbrochen worden seien, zeigten, dass die Versicherte trotz guter Motivation zuletzt nicht in der Lage war und sei, die f
rüh
ere Tätigkeit auszuüben. Im Vorfeld seien Versuche gescheiter
t
, die Arbeitsfähigkeit auf über 50
% zu erhöhen (S. 34).
Die Einschätzung von
Dr.
Y._
, dass derzeit keine Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit vorhanden sei, teile er (
Dr.
C._
) nicht
ganz. Allerdings sei diese Eins
chätzung vom April 2016 und somit ein halbes Jahr alt, zu diesem Zeitpunkt habe sich die Versicherte in noch schlechterem Zustand befunden. Anhand seiner eigenen gutachterlichen Einschätzung sehe er ab dem Zeitpunkt der Untersuch
u
ng eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Die Ver
sicherte könne ihren Haushalt regeln, sich um ihren Sohn kümmern und habe in den Sommerferien zwei Wochen nach Sizilien fahren und noch zumindest einige soziale Kontakte mit ihrer Familie pflegen können. Aus diesem Grunde schätze er das Restleistungsvermögen für eine angepasste Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf
50
%.
Hierzu sei allerdings zu sagen, dass es sich bei der letzten Tätigkeit realistisch betrachtet bereits um eine zumindest teilweis
e angepasste Täti
g
k
eit gehandelt habe. Die Versicherte habe unter ih
rem Ausbildungsniveau als Reini
gungskraft gearbeitet, habe keine Personal- oder Budgetverantwortung gehabt, keinen schwierigen Publikumskontakt, keine Tätigkeit mit hohen Anforderungen an Konzentration, Auffassungsgabe oder Gedächtnis
; die Anforderung an Konzent
ration sei mittel und Sorgfalt gross gewesen
.
Somit sehe er bei der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
nur in einer Tätigkeit, die noch weniger Anspr
ü
che an die Belastbarkeit stelle
, und die
noch weniger Sorgfalt erfordere
und bei der mehr Pausen eingelegt werden könnten. Wenn man bereits die letzte Tätigkeit als angepasste Tätigkeit einstufe, sehe er derzeit eine Arbeitsunfähigkeit in
einer solchen Tätigkeit von 10
0
%
(S. 35).
3.2.3
In seiner Stellungnahme vom
8.
Mai 2017 zum Gutachten von
Dr.
C._
gab
Dr.
Y._
zuhanden der damaligen Rechtsvertreterin im Wesentlichen an, er stimme bezüglich der Diagnosen sowie bezüglich der Arbeitsfähigkeit als Service
fachangestellte
oder
Reinigungskraft
mit dem Gutachter
überein. Jedoch teile er die Einschätzung des Gutachters auf S. 35 nicht. Eine noch
angepasstere
Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt könne er sich für die Ver
sicherte nicht vorstellen (
Urk.
11/224).
3.2.4
In seiner ergänzenden Auskunft gab
Dr.
C._
am
2.
August 2017
auf Nachfrage der IV-Stelle an, dass er in seinem Gutachten von «bisheriger Tätigkeit» gespro
chen habe. Inwieweit es sich dabei aus juristischer Sicht um eine angestammte oder bereits um eine angepasste Tätigkeit handle, könne er nicht bewerten. Er könne jedoch sagen, dass die Versich
erte ihre wohl zuletzt
2002 (?
o
der 1999?) ausgeübte Tätigkeit als Servicefachkraft nicht mehr ausüben könne, und für diese Tätigke
it
zu
100
%
arbeitsunfähig
sei. Wie gesagt
,
könne er nichts dazu sagen, ob diese sehr lange zurückliegende Tätigkeit als angestammte Tätigkeit betrachtet werden könne oder nicht. Ob eine weiter angepasste Tätigkeit einem geschütz
t
en Arb
eitsplatz entspreche oder nicht
und ob es eine solche Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt gebe oder nicht
,
sei eine juristische und
berufs
kundliche
Frage, zu
welcher
er nichts sagen könne (
Urk.
11/232).
4.
4.1
Z
wischen den Parteien
ist
vor dem Hintergrund der im We
sentli
c
hen
einhelligen
medizinischen Akten
unstreitig, dass die
Versicherte
an einer
schizoaffektiven Störung
leidet
und durch
diese
psychische
Erkrankung
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
. Ebenfalls ist
unstreitig
und
ergibt sich aus den ärztlichen Ver
la
u
tbarungen,
dass seit der Verfügung vom
1
8.
Juni 2014
eine
Veränderung
der medizinischen Situation
im Sinne einer
Verschlechterung eingetreten
ist
.
Uneins sind sich die Parteien indes bezüglich des
genauen
Verlaufs der Arbeits
- bzw. Erwerbs
(
un
)
fähigkeit
.
4.2
Die Verwaltung stützte sich i
n der angefochtenen Verfügung
auf das von ihr
veranlasste
Gutachten
von
Dr.
C._
(vgl. Feststellun
gsblatt für den Beschluss,
Urk.
11/2016 S. 6)
, was
grundsätzlich
nicht zu beanstanden
ist
, erfüllt dieses doch die rech
tsprechungsgemässen Anforderungen an
eine beweiswertige
medizini
sche
Expertise
(
E. 1.5 hievor
)
.
Gestützt darauf ist
in Bezug auf den Krankheits
verlauf im Wesentlichen
davon auszugehen, dass
im
Verlauf des Jahres
2014
im Rahmen der schizoaffektiven Störung
eine depressive Krise eintrat
und
sich der Gesundhei
tszustand
im
Winter 2014/2015 mi
t
Auftreten von
psychotischen Beziehungsideen
und Zwangshandlungen
verschlechterte
,
und
dass
- bei
weiter
hin stark verminderter psychischer Belastbarkeit
-
im Frühjahr 2016
eine
lang
same
Stabil
i
sierung
der Situation
eintrat
(
Urk.
11/209 S. 25).
4.3
Was
zunächst
den
zwischen den Parteien strittigen
Zeitpunkt
des Eintritts
der Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
betrifft,
stützte sich
die IV-Stelle
auf
die Angaben von
Dr.
C._
,
wonach
seit
dem
2
6.
November 2015 für die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Reinigungskraft eine durchgehende Arbeitsunfähi
gkeit von
100
%
bestehe
. D
en Angaben von
Dr.
C._
seinerseits
lagen
die
Ausfüh
rungen von
Dr.
Y._
zugrunde
,
wonach
per 2
6.
November 2015
eine Exazerba
tion der
Psychose eingetreten sei (
Urk.
11/209 S. 34).
Zu berücksichtigen ist
a
llerdings
, dass
Dr.
C._
in diesem Zusammenhang
auch fest
hielt
,
dass
die wiederholten und durch Zeiten von Arbeitsunfähigkeit unterbrochenen Versuche, die Tätigkeit wiederaufzunehmen,
gezeigt
hätten
, dass die Versicherte
zuletzt
trotz guter Motivation nicht in der Lage gewesen sei
,
ihre
frühere Tätigkeit
(mit 50
%
)
auszuüben
(
vgl. E. 3.2.2 hievor
)
.
Dr.
C._
nahm damit
(wohl)
Bezug
darauf,
dass
bereits
vorgängig
-
ab dem
Jahr 2014
-
diverse
Zeiträume
vollstän
dige
r Arbeitsunfähigkeit
bestanden
hatten
(vgl.
E.
3.2.1 hievor
)
,
welche
ab
Dezem
ber 2014
/
Anfang Jahr 2015
in Häufigkeit und Dauer zunahmen
.
Mit Blick darauf
so
wie
auf
die in den Akten ausgewiesenen
, hauptsächlich durch
Dr.
Y._
attestierten
Arbeitsunfähigkeiten,
gemäss welchen
die
Versicherte
jedenfalls ab 1
9.
Februar 2015 (
vgl.
dazu
Urk.
11/181 S. 27) mit - nicht wesentlichen – Unter
brechungen
bis jedenfalls Mitte Juni 2015
(weitgehend) vollständig arbeitsunfä
hig war
(vgl. dazu E. 3.2.1),
erscheint aber überwiegend wahrscheinlich, dass
eine
relevante
Verschlechterung der
Erwerbsfähigkeit
bereits
vor November 2015, nämlich
per Februar 2015
,
eingetreten war
,
und
diese
im
Mai
2015
(Februar 2015 plus drei Monate)
Dauer und
Ausma
ss erreicht
hatte
,
welche
nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV
revisionsrechtlich
zu berücksichtigen
w
a
r
und Anspruch auf eine ganze Rente ergab
.
Denn
angesichts
der
auch
danach
weiterhin
ausgewiesenen
Zeiten vollständiger
(
Juni und August 2015) bzw. 62.5%/60%iger (Juni und August 2015; vgl. wiederum E. 3.2.1)
Arbeitsunfähigkeit
konnte
jedenfalls
nicht
gesagt werden
,
es
h
abe
sich
nach Mai 2015
(
und
vor November 2015)
ein relativ stabiler Zustand
eingestellt
bzw
.
eine
(
allfällige
)
Verbesserung
werde voraussicht
lich länger andauern,
was
-
neben
einer dreimonatigen Verbesserung ohne wesentli
chen Un
t
erbruch -
nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV
Voraussetzung
für
eine neuerliche
Anspruchsänderung
gewesen wäre
.
Eine rechtserhebliche Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist somit bereits ab Mai 2015 zu berücksichtigen
.
4.4
Die
von der IV-Stelle
per
1.
Dezember 2016
angenommene Verbesserung
der
Erwerbsfähigkeit stützt sich auf die Angabe von
Dr.
C._
,
wonach
ab dem Z
eit
punkt der gutachterlichen Untersuchung
(September 2016)
in einer angepassten Tätigkeit
eine 50%ige
Ar
beitsfähi
gk
eit
bestehe
.
Doch
hatte
Dr.
C._
diese Angabe
selber
dahin
gehend
relativiert
,
dass
falls
die
letzte
Tätigkeit
bereits als angepasste Tätigkeit
gelte
,
derzeit
auch in einer solchen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestehe
(
Urk.
11/209
S. 35).
Jedoch
steht ausser Frage
,
dass
das Anforderungsprofil der
zuletzt
bei der
Maschinenfabrik
B._
AG
ausgeübte
n
Reinigungs
tätigkeit
, welche die Versicherte ab Juli 2013
im Rahmen von Integ
rationsmassnahmen
aufgenommen
hatte (vgl.
Urk.
11/128 S. 2)
,
bereits einer
an die psychischen Einschränkungen
angepassten Tätigkeit entsprach (
unter ande
rem
keine
hohen Anforderungen an Konzentration,
Auffassungsgabe oder Gedächtnis
; vgl.
Urk.
11/209 S.
35
)
. Dies
stellt denn auch die
Beschwerdegegnerin
nicht in Frage
.
Da
her
und da
auch
Dr.
C._
diesfalls
von einer volls
tändigen Arbeitsunfähi
gkeit
auch
in dieser (
bzw
.
einer
ang
e
passten) Tätigkeit
ausgeht
,
ist
nicht ersichtlich, inwiefern sich das
Leistungsvermögen
verbessert
haben könnte
.
Dies gilt um
so mehr
,
als
dem Gutachten
von
Dr.
C._
auch
keine Hinweise auf eine
wesentliche Verbesserung
der
gesundheitlichen
Situation
zu entnehmen sind
.
Vielmehr
erhob
Dr.
C._
anlässlich seiner Untersuchung
vom 28.
Septem
ber 2016
objektive
psychiatrische
Befunde, gestützt auf welche er
–
nachvoll
ziehbar - auf ein im Querschnittsbefund schweres depressives Syndrom im Rahmen der schizoaffektiven Störung schloss
(
Urk.
11/209 S. 23)
.
A
u
ch
ging
er
unter Hinweis auf die von
Dr.
Y._
verordnete Medikation von einer schweren
Erkran
kung aus
und
bezeichnete
er
die Versicherte im Begutachtungszeitpunkt
–
wie
unter anderem
noch
in den letzten Berichten von
Dr.
Y._
beschrieben -
nach wie vor als deutlich krank
(
Urk.
11/209
S. 32
). Diese
Ausführungen
lassen
ebenso
wenig
auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes schliessen.
Soweit
Dr.
C._
eine
Verbesserung
der
gesundheitlichen Situation
denn auch
vor allem
damit begründet,
dass die Versicherte ihren Haushalt regeln
und sich um ihren Sohn kümmern
könne
sowie
(mit ihren Eltern
; S. 17
)
in die Ferien fahren
konnte
,
genügt
dies
nicht
. So
geht
weder
aus
seinen Ausführungen
noch
den Akten
her
vor
,
inwiefern
sich
diese
Aspekte
verglichen mit den
Verhältnissen, welche
der
E
i
nschätzung
en
von
Dr.
Y._
zugrunde
gelegen hatten
(vgl. E. 3.2.1)
,
verändert haben
,
sodass
auf eine
Verbesserung
des Gesundheitszustandes
geschlossen werden
könnte
. Jedoch
muss w
egen des vergleichenden
Charakters des revisions
rechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Verände
rungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, deutlich werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substanziell verändert haben (vgl. zum Ganzen etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2014 vom 25.
Juni 2014 E. 3.3 mit Hinweisen
, sowie E. 1.3 hievor
).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Gestützt auf die
Angaben von
Dr.
C._
ist daher
insgesamt
vielmehr
zu schlies
sen
,
dass
-
verglichen mit der Zeit nach Eintritt der Verschlechterung
und noch im April 2016 (
Dr.
Y._
; E. 3.2.1 hievor
)
- im Gutachtenszeitpunkt
ein im W
esentlichen unveränderter Gesundheitszustand
(
mit
Stabilisierung auf tiefem Ni
v
eau;
vgl. auch so
Dr.
C._
; S. 32
)
bestand
. Soweit
daher
angesichts der von
Dr.
C._
se
l
ber
angebrachten Relativierungen
nicht ohnehin
davon auszugehen ist
,
dass
auch nach
seiner Auffassung
selbst
in angepasster Tätigkeit
weiterhin
eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
besteht
,
stellt
die Beurteilung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten (bzw
.
noch
angepassteren
)
Tätigk
e
i
t
, worauf sich die Verwaltung stützt,
lediglich eine andere Beurteilung
eines im W
esentli
chen unveränderten
Sachverhalts
dar
,
was
im
revisionsrec
htlich
en Kontext
nicht
von Bedeutung ist
(E. 1.3 hievor)
.
Bei dieser Sachlage kann offenbleiben, ob
–
was die Beschwerdeführerin geltend macht -
eine
«
noch
angepasstere
Tät
igkeit
»
auf dem ersten Arbeitsmarkt
überhaupt
in Betracht fällt oder nicht vielmehr
einer Tätigkeit im geschützten
Umfeld
entspricht
.
4
.5
Zusammenfassend ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
per
Mai
2015
(Februar
2015
plus 3 Monate)
in
revision
srechtlich relevanter Weise
v
erschlechtert
e
und selbst in
einer
leidensangepassten Tätigkeit keine
hinrei
chende
Arbeitsfähigkeit mehr bestand. Weiter ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand
bi
s zum Begutachtungszeitpunkt
im September 2016 nicht wieder in einer für den Anspruch erheblichen Weise
verbessert hat
.
Da alsdann
nach
Lage der Akten weder ersichtlich
ist
noch
seitens einer der Parteien geltend gemacht
wird
, dass
im vorliegend massgebenden Beurteilungszeitraum
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 1
7.
September 2019
eine gesundheitliche Veränderung eingetreten
ist
, die eine Neubeurteilung des Ren
tenanspruchs erfordern würde
,
res
ultiert
ab
1.
Mai 2015
Anspruch auf eine ganze Rente.
4.6
Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht zwar für sämtliche psychische Leiden die Anwendbarkeit des
indikatorengeleiteten
Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 statuiert hat, um die funktionellen Folgen sämtlicher psychischer Befunde gesamthaft beurteilen zu können (BGE 143 V 409 und 418). Ein solches erweist sich
vorliegend angesichts des konkreten Krankheitsbildes (schizoaffektive Störung)
allerdings aus Verhältnismässigkeits
gründen als nicht notwendig, da sich diese
Störung
aufgrund klinischer psychi
atrischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen vergleichen
lässt
(BGE 143 V 418 E. 7.1 mit Hinweis
).
5.
5
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh
rerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
sowie nach Einsicht in die als angemessen erscheinende Kostennote vom 1
4.
November 2019 (
Urk.
13) auf
Fr.
1'403.30
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
5
.3
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erweist sich bei diesem Verfahrens
ausgang als gegenstandslos
.