# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd57979f-50f4-4779-a304-dc9415b5b488
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. und B.Y. haben gegen das am 8. Juli 2016 ausgehändigte Zeugnis ihrer Tochter
C.Y. für das zweite Semester der zweiten Primarklasse am 26. Juli 2016 (Postaufgabe
in Z./USA, Eingang 5. August 2016) bei der Rekurskommission Schule der Politischen
Gemeinde Q. Rekurs erhoben. Wegen Verspätung wurde auf das Rechtsmittel mit
Präsidialverfügung vom 11. August 2016 nicht eingetreten. Der dagegen von A.Y. und
B.Y. am 15. August 2016 (Poststempel: 25. August 2016) bei der Rekurskommission
Schule eingereichte Rekurs wurde zuständigkeitshalber an die Rekursstelle
Volksschule X. übermittelt. Letztere erhob mit verfahrensleitender Verfügung ihres
Präsidenten vom 30. August 2016 unter Ansetzung einer Frist bis 9. September 2016
und Androhung der Abschreibung im Säumnisfall einen Kostenvorschuss in der Höhe
von CHF 400. Nachdem der Kostenvorschuss innerhalb der angesetzten Frist nicht
geleistet worden war, schrieb die Rekursstelle Volksschule das Verfahren mit
Präsidialverfügung vom 17. September 2016 kostenlos ab.
B. A.Y. und B.Y. (Beschwerdeführer) erhoben gegen die am 19. September 2016
versandte Abschreibungsverfügung der Rekursstelle Volksschule X. (Vorinstanz) mit
Eingabe vom 21. August (richtig: September) 2016 (Postaufgabe 21.09.16) Beschwerde
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beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben und die Angelegenheit zur Behandlung in der Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zur Begründung wird geltend gemacht, weil die Liquidität nicht auf
dem Konto gewesen sei, sei der Kostenvorschuss von der Bank erst am 14. September
2016 überwiesen worden. Es sei kleinlich, wenn sich die Vorinstanz wegen dieser
Verspätung von fünf Tagen der Sache nicht stelle. Auf die weiteren Ausführungen der

## Considerations

Beschwerdeführer wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2016 verwies die Vorinstanz auf die
angefochtene Verfügung und teilte mit, die Zahlung sei am 19. September 2016 erfasst
beziehungsweise verbucht worden. Die Politische Gemeinde Q. verzichtete mit Eingabe
des Präsidenten der Rekurskommission Schule vom 3. November 2016 auf eine
Stellungnahme.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind Adressaten der angefochtenen Verfügung, mit welcher ihr
Rekurs gegen einen Nichteintretensentscheid im Rechtsmittelverfahren gegen das
Schulzeugnis ihrer Tochter abgeschrieben wurde, und dementsprechend zur
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
wurde mit Eingabe vom 21. September 2016 (Postaufgabe) rechtzeitig erhoben und
erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb
einzutreten.
2. Zumal für das Verfahren vor der Vorinstanz keine Kostenlosigkeit vorgeschrieben ist
(vgl. Art. 110bis ff. des Volksschulgesetzes; sGS 213.1, VSG), ist zu Recht unbestritten,
dass im Rekursverfahren von den Beschwerdeführern ein Kostenvorschuss verlangt
werden durfte (Art. 96 Abs. 1 VRP). Unbestritten ist auch, dass der Vorschuss nicht
innerhalb der mit rechtskräftiger verfahrensleitender Verfügung vom 30. August 2016
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angesetzten Frist bis 9. September 2016 bezahlt wurde. Die Beschwerdeführer machen
geltend, die Verspätung von fünf Tagen – der Betrag wurde von der Bank am 14.
September 2016 überwiesen (act. 8.1) – rechtfertige es nicht, auf eine materielle
Beurteilung des Rekurses zu verzichten und das Verfahren mit Präsidialverfügung als
erledigt abzuschreiben.
3. Der Präsident der Vorinstanz stützte seine Zuständigkeit auf Art. 96 Abs. 2 und Art.
57 Abs. 2 VRP. Art. 110bis ff. VSG enthalten Regelungen zur Organisation,
Unvereinbarkeit und Beschlussfassung der Rekursstellen Volksschule. Nach Art.
110quater Abs. 1 VSG entscheidet die Rekursstelle in Dreierbesetzung. Im Übrigen
richten sich das Verwaltungsverfahren und die Rechtspflege in Angelegenheiten der
Volksschule gemäss Art. 125 VSG nach dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege.
Gemäss Art. 96 Abs. 2 VRP kann das Verfahren abgeschrieben werden, wenn der
Betroffene trotz Hinweis auf die Säumnisfolgen der Aufforderung, einen
Kostenvorschuss zu bezahlen, nicht entspricht und der Abschreibung keine
öffentlichen Interessen entgegen stehen. Nach Art. 96 Abs. 1 VRP kann die Behörde
einen Kostenvorschuss verlangen. Zur Erhebung zuständig ist in Verfahren vor der
Staatskanzlei, vor den Departementen oder anderen Dienststellen gemäss Art. 3
Ingress und lit. d der Ermächtigungsverordnung (sGS 141.41, ErmV) der
verfahrensleitende Sachbearbeiter, in Verfahren vor Gerichten der verfahrensleitende
Präsident (Art. 99 Abs. 3 des Gerichtsgesetzes, sGS 941.1, GerG, in Verbindung mit
Art. 5 Abs. 2 des Reglements über Organisation und Geschäftsgang des
Verwaltungsgerichtes sowie über die Aufsicht über das Versicherungsgericht und die
Verwaltungsrekurskommission, sGS 941.22, beziehungsweise Art. 2 Abs. 1 Ingress und
lit. e des Reglements über den Geschäftsgang der Verwaltungsrekurskommission, sGS
941.223, beziehungsweise Art. 21 Ingress und lit. b der Verordnung über die
Organisation und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts, sGS 941.114).
Zur Abschreibung bei versäumter Frist zur Leistung des Kostenvorschusses ist in
Verfahren vor der Staatskanzlei, den Departementen und anderen Dienststellen gemäss
Art. 3 Ingress und lit. f ErmV der verfahrensleitende Sachbearbeiter zuständig; sind
Kosten zu erheben oder zu verlegen, ist gemäss Art. 2 Ingress und lit. b ErmV der
Leiter des Rechtsdienstes zuständig. Für das gerichtliche Verfahren ergibt sich die
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präsidiale Zuständigkeit zur Abschreibung des Verfahrens wegen Säumnis bei der
Leistung des Kostenvorschusses nicht aus Art. 57 VRP, welcher die Abschreibung des
Rekursverfahrens nach Rückzug oder sonstiger Gegenstandslosigkeit regelt, sondern
aus Art. 39bis Abs. 1 Ingress und lit. d VRP, welcher unter dem Randtitel
„Präsidialverfügung“ dem Präsidenten unter anderem die Befugnis erteilt, über die
Abschreibung eines Verfahrens zu verfügen, wenn kein Urteil und kein
Nichteintretensentscheid zu fällen sind. Während in Verfahren vor
Verwaltungsbehörden der Abschreibungsbeschluss nicht unter dem Vorbehalt des
Entscheides der zuständigen Behörde, insbesondere des Departements steht, können
die Beteiligten im Verfahren vor Gerichten gemäss Art. 39bis Abs. 2 VRP innert 14
Tagen durch einfache Erklärung einen Entscheid des Kollegialgerichts verlangen.
Entsprechend dem klaren und eindeutigen Wortlaut des Titels zu Art. 33-39quater VRP
beziehen sich diese allgemeinen Vorschriften und damit auch Art. 39bis VRP auf
Verfahren vor Gerichten. Auch der Wortlaut von Art. 39bis Abs. 2 VRP, wonach durch
einfache Erklärung ein Entscheid des Gerichts verlangt werden kann, weist darauf hin,
dass der Anwendungsbereich der Bestimmung auf Verfahren vor Gerichten beschränkt
ist. Die Entstehungsgeschichte zeigt ebenfalls in diese Richtung, zumal die Regelungen
mit dem Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung aus dem
Gerichtsgesetz übernommen wurden und Art. 39bis VRP den früheren Art. 66 GerG
ablöste. Zur Begründung wurde ausgeführt, nachdem der Bund den Zivilprozess und
den Strafprozess abschliessend geregelt habe, seien die Verfahrensvorschriften des
Gerichtsgesetzes nur noch in der Verwaltungsrechtspflege anwendbar (vgl. Botschaft
und Entwürfe der Regierung vom 20. Oktober 2009 zum Einführungsgesetz zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung und III. Nachtrag zum Anwaltsgesetz, in: ABl
2009 S. 3023 ff., S. 3034). Dem Gerichtsgesetz unterstanden – und unterstehen – im
Bereich der Verwaltungsrechtspflege gemäss Art. 16 ff. GerG die
Verwaltungsrekurskommission, das Versicherungsgericht und das Verwaltungsgericht.
Angesichts der dargelegten Zusammenhänge ist davon auszugehen, dass Art. 39bis
VRP einzig in Verfahren der verwaltungsexternen Verwaltungsrechtspflege anwendbar
ist.
Die regional organisierten Rekursstellen Volksschule übernahmen mit dem Inkrafttreten
des XII. Nachtrags zum Volksschulgesetz am 1. September 2012 die Funktion der
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verwaltungsinternen Rechtspflege, die bis dahin von der auf diesen Zeitpunkt hin
abgeschafften regionalen Schulaufsicht ausgeübt worden war. Deren Mitglieder
werden durch den Erziehungsrat gewählt (vgl Art. 110bis Abs. 1 VSG). Deshalb
erscheint es gerechtfertigt, die Rekursstelle Volksschule als Dienststelle im Sinn der
Ermächtigungsverordnung zu behandeln und deren Art. 2 und 3 sachgemäss
anzuwenden. Der Präsident der Vorinstanz war deshalb zur Abschreibung des
Verfahrens zuständig, ohne dass er den Betroffenen Gelegenheit geben musste, innert
14 Tagen mit einfacher Erklärung einen Entscheid in Dreierbesetzung zu verlangen.
4. Auch wenn dies im Wortlaut von Art. 96 Abs. 2 VRP nicht unmittelbar zum Ausdruck
kommt, ist die Abschreibung des Verfahrens geboten, wenn der Kostenvorschuss nicht
innert der angesetzten Frist geleistet wurde. Die von der Behörde angesetzte Frist stellt
eine Verwirkungsfrist dar. Ob der Kostenvorschuss verspätet oder überhaupt nicht
geleistet wurde, ändert damit hinsichtlich der Säumnisfolge nichts. Das Verfahren ist
ausnahmsweise dann nicht abzuschreiben, wenn – was indessen vorliegend nicht der
Fall ist – die Voraussetzungen der Wiederherstellung im Sinn von Art. 30ter Abs. 1 VRP
in Verbindung mit Art. 148 Abs. 1 ZPO gegeben sind oder wenn öffentliche Interessen
entgegenstehen. Nach der Rechtsprechung treten die Säumnisfolgen regelmässig ein,
wenn nicht ausserordentliche Umstände dies als unannehmbar stossend erscheinen
lassen. In der Praxis sind solche ausserordentlichen Umstände aber überaus selten. Ob
– wie in der Literatur vorgeschlagen wird – ein über den konkreten Einzelfall
hinausgehendes Interesse an der Klärung des Sachverhalts oder der strittigen
Rechtsfragen den Verzicht auf die Abschreibung rechtfertigen kann, kann vorliegend
offen bleiben. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die vorliegende
Beschwerdeangelegenheit Sach- oder Rechtsfragen aufwirft, welche über den
Einzelfall hinaus von Bedeutung sind (vgl. VerwGE B 2016/103 vom 23. August 2016 E.
3 mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch), zumal
Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens lediglich ein Nichteintretensentscheid wegen
verspäteter Rekurserhebung ist.
5. Die Beschwerdeführer hatten sodann vor Vorinstanz keine Gelegenheit, sich zur
Verspätung, mit welcher der Kostenvorschuss geleistet wurde, zu äussern und
gegebenenfalls um Wiederherstellung im Sinn von Art. 30ter Abs. 1 VRP zu ersuchen.
Der Grund für die Verspätung wird denn auch erstmals in der Beschwerde an das
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Verwaltungsgericht dargelegt. Angesichts der klaren Sach- und Rechtslage kann das
Verwaltungsgericht indessen diesen Verfahrensmangel heilen, das – sinngemässe –
Wiederherstellungsgesuch selbst behandeln und auf eine Rückweisung der
Angelegenheit an die Vorinstanz verzichten (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1033).
Für die Gründe, welche zur Wiederherstellung einer verpassten Frist führen können,
verweist Art. 30ter Abs. 1 VRP auf Art. 148 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO). Nach dieser Bestimmung darf den Säumigen kein
oder nur ein leichtes Verschulden treffen. Mangelnde Liquidität als Grund für die
verspätete Leistung eines Kostenvorschusses kann nicht per se als kein oder nur ein
leichtes Verschulden im Sinn von Art. 148 Abs. 1 ZPO beurteilt werden, da der
Betroffene sich darüber ins Bild setzen muss, ob sein rechtzeitig aufgegebener
Zahlungsauftrag auch fristgerecht ausgeführt werden kann. Ist dies nicht der Fall, hat er
die Möglichkeit, innert der Zahlungsfrist um eine Erstreckung der Frist zu ersuchen.
Angesichts der Schwere des Verschuldens bei der Säumnis fällt eine Zustimmung des
Verfahrensgegners zur Wiederherstellung der Frist entsprechend Art. 30ter Abs. 1 VRP
nicht in Betracht.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur
Leistung des Kostenvorschusses vor der Vorinstanz und die Beschwerde abzuweisen
sind. Dem Verfahrensausgang entsprechend – Gesuch und Beschwerde sind
abzuweisen – und unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips – die
Beschwerdeführer hatten vor Vorinstanz keine Gelegenheit, um eine Wiederherstellung
der Frist zu ersuchen – sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu zwei
Dritteln den Beschwerdeführern und zu einem Drittel der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 und Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
1‘200 erscheint angemessen (Art. 7 Ziffer 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Auf die Erhebung des Anteils der Beschwerdegegnerin ist zu verzichten (Art.
95 Abs. 3 VRP). Der Anteil der Beschwerdeführer ist mit dem von ihnen geleisteten
Kostenvorschuss von CHF 1‘000 zu verrechnen. CHF 200 sind ihnen
zurückzuerstatten. Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1
und Art. 98bis VRP).
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