# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f1fb4727-1183-4939-a4cb-6449e4c2b666
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
63
, ist
Y._
Staatsangehöriger
und
reiste am 1. Okto
ber 2007 von
Y._
in die Schweiz ein. A
m
1. Juli
2011
zog er
von
der Stadt
Z._
in die Stadt
A._
(Urk.
7/3
, Urk. 9
).
Er ist als Angestellter der
B._
AG mit Sitz in
C._
erwerbstätig (Urk. 7/2/1
; vgl. auch
Handelregistereintrag
auf www.zefix.admin.ch
).
Mit Schrei
ben vom 16. August 2011 ersuchte
X._
bei der
Gesundheits
direktion
des
Kan
tons Zü
rich (nachfolgend:
Gesund
heitsdirektion
) um Befreiung vom s
chwei
zerischen
Kranken
pflege
versicherungsobliga
toriu
m
(Urk. 7/1/2, Urk. 7/2). Die
Gesund
heitsdirek
tion
wies das Gesuch mit Verfügung vom
31. August 2011
ab (Urk.
7/4
). Die da
gegen mit Schreiben vom
29. September 2011
erhobene Ein
sprache (Urk.
7/5
) wies die Gesundheitsdirektion mit
Ein
sprache
ent
scheid
vom
2. Oktober 2013
ab (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
X._
mit Eingabe vom
2. Novem
ber 2013
Beschwerde und beantragte sinngemäss, der
Einsprache
ent
scheid
vom 2. Oktober 201
3
sei aufzuheben und
er
sei
vom
Kranken
pflege
ver
sicherung
s
ob
liga
torium
nach dem Bundesgesetz über die Kranken
versicherung (KVG) zu befreien
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
24. Januar 2014
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6 S. 1
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer ist
Y._
Staatsangehöriger mit
Wohna
dresse und Arbeitsort in der Schweiz (Urk. 7/
2/1
). Es liegt damit ein Sachverhalt vor,
der vom
Perso
nenfreizügigkeitsabkom
men
(Abkom
men vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos
senschaft ei
nerseits und der Europäi
schen Gemein
schaft und ihren Mitglied
staaten ande
rerseits über die Freizügig
keit [FZA]) er
fasst ist.
Art. 8 FZA verweist für die
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
auf den
Anhang II
, der gemäss Art. 15 FZA wie auch die übrigen Anhänge und Protokolle zum FZA dessen Bestandteil darstellt.
Auf den 1. Mai 2010 wurden in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union
(EU)
die
Verordnung (EWG) 1408/71 zur Anwendung der Systeme der sozialen
Sicher
heit auf Arbeit
nehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemein
schaft zu- und abwandern (nachfolgend: VO 1408/71) und die
Ver
ordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom
21.
März 19724 über die Durch
führung der
VO 1408/71 (nachfolgend: VO 574/72) durch
die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen P
arlaments und des Rates vom 29.
April 2004 zur Koordinie
rung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1
;
nachfolgend: VO 883/2004)
und
die (Durchführungs-)
Ver
ord
nung (EG) Nr.
987/2009 des Eu
ropäischen P
arlaments und des Rates vom 16.
September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11
;
nachfolgend: VO 987/2009
)
ersetzt.
Diese neuen Verord
nungen wurden in der Beziehung zwischen der Schweiz und den EU-Mitglied
staaten
,
wozu auch
Y._
zählt,
im Rahmen der 3. Aktuali
sierung des Anhangs II zum FZA (vgl. AS 2012 S. 2345 ff.) übernom
men.
Für die Schweiz gelten diese
neuen
Verordnungen
(
VO 883/2004
und VO 987/2009) seit dem 1.
April 2012 (vgl. IV-Rund
schreiben Nr. 309 des Bun
desamtes für Sozialver
sicherungen, BSV, vom 15. Februar 2012
; vgl. auch BGE 138 V 533 E. 2.1 mit Hinweis
).
1.2
Der persönliche Geltungsbereich erstreckt sich gemäss Art. 1 FZA namentlich auf die Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten, mithin
auch auf den Be
schwer
deführer
als
Y._
Staatsangehörige
n
.
Art. 2 VO 883/2004 sodann, der den persönlichen Geltungsbereich für diese Verordnung definiert, nimmt keinen Bezug zur wirt
schaftlichen Aktivität mehr (vgl. anders noch: Art. 2 VO 1408/71). Unter die Koordinationsnorm fallen auch Nichterwerbstätige (Kreisschreiben über die Auswirkungen der Verord
nungen [EG] Nr. 883/2004 und 987/2009 auf die Arbeitslosen
versicherung [KS ALE 883],
Rz
B 19 und B26;
Eichenhofer
in: M. Fuchs, Europäisches Sozialrecht, 5. Auflage, 2010, S. 102).
Ein Sachverhalt des FZA liegt mit der Kranken
versicherung als Zweig der sozialen Sicherheit auch in sachlicher Hinsicht vor (Art. 4 Abs. 1
lit
. a
VO 1408/71
; ab April 2012: Art. 3 Abs. 1
VO 883/2004
).
2.
Nach dem FZA bezie
hungsweise
sowohl
nach de
n
bis Ende März
gültig ge
wese
nen
als auch
nach den
ab April 2012
gültigen
Verord
nungen ist zunächst das anwendbare Landesrecht festzule
gen.
Der Titel II der Verordnung
VO
1408/71 umfasst unter der Überschrift "Bestim
mung der anzuwendenden Rechtsvorschriften" die Art. 13-17a. Gemäss Art. 13 Abs. 2
lit
. a
VO
1408/71 unterliegt eine Person, die im Gebiet eines Mit
glied
staates abhängig beschäftigt ist, den Rechtsvorschriften dieses Staates, und zwar
auch dann, wenn sie im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates wohnt oder ihr Arbeitgeber oder das Unternehmen, das sie beschäftigt, seinen Wohnsitz oder Betriebssitz im Gebiet eines anderen Mitgliedstaates hat. Der Begriff des Wohnortes wird in Art. 1
lit
. h
VO
1408/71
(ab April 2012 in Art. 1
lit
. j
VO 883/2004
)
als Ort des gewöhnli
chen Aufent
haltes definiert, wogegen nach Art. 1
lit
. i
VO 1408/71 (ab April 2012 nach Art. 1
lit
. k
VO 883/2004
)
unter dem Begriff des Aufenthaltes der vorübergehende Aufenthalt zu verstehen ist.
Der Beschwerdeführer ist somit als Person zu qualifizieren, die im Sinne von Art. 13 Abs. 2
lit
. a VO 1408/71 in der Schweiz be
schäftigt ist und für
welche
die schweizeri
schen Rechtsvorschriften gelten. Anhaltspunkte für einen Sach
verhalt nach den Sonderregelungen in Art. 14-17a der Ver
ordnung 1408/71 bestehen keine, so dass die Frage der Kranken
versicherungs
pflicht des Be
schwerde
führers
für die Zeit bis Ende März 2012
(vgl. Art. 87 Abs. 1 und 3
sowie
Art. 90 Abs. 1 VO 883/2004)
nach schweizerischem Recht zu beantworten ist.
Auch nach der für die Schweiz ab April 2012 gültigen FZA-Verordnung
VO 883/2004
ist
gestützt auf
Art. 11 Abs. 3
lit
. a in Verbindung mit Art. 1
lit
. a VO 883/2004 das schweizerische Recht anwendbar.
3.
3
.1
Nach der schweizerischen Rechtsordnung muss sich gemäss Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz innert drei Monaten nach der
Wohnsitznahme
oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern oder von ihrem gesetzlichen Ver
treter beziehungsweise ihrer gesetzlichen Vertreterin versichern lassen, wobei sie gemäss Art. 4 Abs. 1 KVG unter den Versicherern nach Art. 11 KVG (Kran
kenkassen nach
lit
. a oder privaten Versicherungseinrichtungen mit ent
sprechen
der Bewilligung nach
lit
. b) frei wählen kann. Der Wohnsitz be
stimmt sich ge
mäss Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) nach Art. 23-26 des Zivilgesetzbu
ches (ZGB); für den Wohnsitzbegriff gemäss Art. 3 Abs. 1 KVG im Besonderen verweist der Verordnungsgeber in Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Kran
kenversiche
rung (KVV) ebenfalls auf Art. 23-26 ZGB.
Nach Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauern
den Verbleibens aufhält.
3
.2
In Art. 3 Abs. 3 KVG wird dem Bundesrat die Kompetenz eingeräumt, die Versi
cherungspflicht auf Perso
nen ohne Wohnsitz in der Schweiz auszudehnen, ins
besondere auf solche, die in der Schweiz tätig sind oder dort ihren gewöhnli
chen Aufenthalt (Art. 13 Abs. 2 ATSG) haben (
lit
. a), und auf solche, die im
Ausland von einem Arbeitgeber mit einem Sitz in der Schweiz beschäftigt wer
den (
lit
. b). Gestützt darauf hat der Bundesrat in Art. 1 Abs. 2 KVV neben der Erwähnung der Personenkategorien, die aufgrund des
FZA
oder des EFTA-
Ab
kommens der schweizerischen Ver
si
cherung unterstellt sind (vgl.
lit
. d-g), auch (andere) Aus
länderinnen und Aus
länder als versicherungspflichtig erklärt, die zwar in der Schweiz leben, bei de
nen aber infolge ihres besonderen
Aufent
-
haltsstatus
die gesetzlichen Kriterien des Wohnsitzes in der Schweiz nicht ohne Weiteres gegeben sind (vgl.
lit
. a-c).
3
.3
Des Weiteren ermächtigt Art. 3 Abs. 2 KVG den Bundesrat, Ausnahmen von der Versicherungspflicht vorzusehen. Zunächst sind in Art. 2 Abs. 1 KVV und in Art. 6 Abs. 1 KVV die Personenkategorien aufgezählt, die von vornherein vom
Versicherungsobligatorium
ausgenommen sind. Darunter figurieren insbeson
dere diejenigen Personenkategorien, die aufgrund von Staatsverträgen, insbe
sondere aufgrund des FZA, gar nicht den schweizerischen Rechtsvorschriften unterstehen (Art. 2 Abs. 1
lit
. c-g KVV). Sodann hat der Bundesrat in Art. 2 Abs. 2-8 KVV für verschiedene Personenkategorien die Möglichkeit geschaffen, auf Gesuch hin vom
Versicherungsobligatorium
befreit zu werden.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer hat seinen Lebensmittelpunkt
unstrittig
in der Schweiz
, wo er lebt und arbeitet
(Urk. 7/2/1)
. Damit liegt nicht nur sein ge
wöhnli
cher Aufenthalt im Sinne von Art. 1
lit
. h
VO
1408/71
(ab April 2012: Art. 1
lit
. j
VO 883/2004
)
in der Schweiz, sondern auch sein Wohnsitz im Sinne des ZGB. Gestützt auf Art. 3 Abs. 1 KVG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ATSG und Art. 1 Abs. 1 KVV untersteht der Beschwerdeführer damit grundsätzlich der schweizerischen Versicherungs
pflicht.
4
.2
Ein
Sachver
halt, auf
grund dessen
der Beschwerdeführer
von vornherein von der schweizerischen Versi
cherungs
pflicht ausgenomme
n wäre
(
Art. 2 Abs. 1 KVV und Art. 6 Abs. 1 KVV
)
, liegt nicht vor.
Der Beschwerdeführer hat nach seinen Angaben denn auch
bereits
eine
obliga
torische
Krankenpflegeversicherung
nach KVG
bei der
Sansan
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Sansan
), einer im Sinne von Art. 11 KVG anerkannten Schwei
zerischen Krankenpflegeversicherung,
ab
geschlossen
(Urk.
7/2/1).
In Be
zug auf die Bestimmungen, die eine Befreiung vom schweize
rischen
Ver
siche
rungs
obligatorium
auf Gesuch hin vorsehen, ist hier - wie die
Be
schwerde
gegnerin
zutreffend erkannte (Urk. 2 S. 3 f.) - einzig Art. 2 Abs. 8 KVV näher zu pr
üfen (vgl. Erwägung
5
hernach). Denn die
Be
frei
ungs
mög
lichkeiten
nach Anhang II Abschnitt A/1
lit
. o Ziff. 3
lit
. b FZA
etwa
, auf die in Art. 2 Abs. 6 KVV verwiesen
wird
, sind auf Personen be
schrän
kt, die
dem schweizerischen
Ver
sicherungsobli
gatorium
unterstehen, ohne in der Schweiz zu wohnen, und fallen damit ausser Betracht. Ebenfalls von vornherein nicht an
wendbar ist die Aus
nahmebestimmung in Art. 2 Abs. 2 KVV, da sie nur aus
serhalb des Be
reiches des FZA gilt.
I
n Bezug auf den vor
liegenden Sach
ver
halt
können sodann
auch
die
Be
freiungs
tatbestände
in Art. 2 Abs. 4, Abs. 4
bis
,
Abs. 5
oder Abs. 7
KVV
ohne
Weiteres
ausgeschlossen
wer
den.
5.
5.1
5.1.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer habe
mit dem Abschluss einer Ver
siche
rung bei der
Sansan
nach seinem Zuzug in die Schweiz
auf eine Befreiung nach Art. 2 Abs. 8 KVV verzichtet, was - besondere Gründe vorbehältlich - un
wider
ruflich sei. Unkenntnis über eine Befreiungsmöglichkeit gelte nicht als be
son
dere
r
Grund. Der Beschwerdeführer bleibe an seinen Entscheid zum Ab
schluss der Versicherung gebunden. Eine Befreiung vom
Versicherungs
obli
gato
rium
falle damit bereits aus formellen Gründen nicht in Betracht.
Eine Be
freiung gestützt auf Art. 2 Abs. 8 KVV
hätte
aber ohnehin
nicht
gewährt werden kön
nen. Denn die Altersgrenze, ab welcher anzunehmen sei, dass sich eine Person nicht oder zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang
zusatz
versi
chern
könne, liege
gemäss
dem Bundesamt für Sozialversicherungen
(BSV) bei 55 Jahren, welches Alter der Beschwerdeführer noch nicht erreicht habe. Er mache
ausserdem
keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen geltend. Es fehle
bereits
daher an den Voraussetzungen einer Befreiung gestützt auf die
Härte
fallklausel
, ohne dass geprüft werden müsste,
ob er bei seiner ausländischen Versicherung tatsächlich über einen weit besseren Versicherungsschutz verfüge, als das KVG vorschreibe
(Urk. 2 S. 3 f.).
5.1
.
2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
die angeblich aus dem Gesetz abge
leitete Argumentation bezüglich Solidarität von Gesunden und Kranken sei aus seiner Sicht haltlos. Es bleibe offen, worin die Solidarität bestehen solle, wenn jemand in eine Versicherung einbezahle,
aus der er unter gegebenem Sach
ver
halt zu keinem Zeitpunkt eine Leistung beziehen werde. Der Grund
gedanke einer Versicherung sei jedenfalls ein anderer.
Ebenfalls haltlos sei,
aus dem Um
stand, dass er sich nach Rücksprache mit den
Z._
Behörden den Verord
nun
gen des KVV folgend entsprechend seiner Pflicht nach Zuzug in die Schweiz ver
sichert habe,
seinen Verzicht auf Befreiung vom
Kassenobligatorium
abzu
leiten. Auch sei eine eingehende und angemessene Prüfung, ob ein Härtefall
ge
mäss
Art. 2 Abs. 8 KVV
vorliege, nie erfolgt. Das genannte Alter, ab welchem ein solcher Härtefall angenommen werden könne, möge wohl als Leitlinie dienen, habe aber für den Einzelfall keine Aussagekraft, zumal der Eintritt des genannten Alters nur eine Frage der Zeit sei und der Fall spätestens dann wieder neu beurteilt werden müsse (Urk. 1).
5.2
5.2
.1
Nach Art. 2 Abs. 8 KVV
sind
Personen
a
uf
Gesuch hin von der Ver
siche
rungs
pflicht ausgenommen, für welche eine Unterstellung unter die schwei
zerische Versicherung eine klare Verschlechterung des bisherigen Ver
siche
rungs
schutzes oder der bisherigen Kostendeckung zur Folge hätte und die sich auf Grund ihres Alters und/oder ihres Gesundheitszustandes nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen im bisherigen Umfang zusatzversichern könnten. Dem Gesuch ist eine schriftliche Bestätigung der zuständigen ausländischen Stelle mit allen erforderlichen Angaben beizulegen. Die betreffende Person kann die Befreiung
oder einen Verzicht auf die Befreiung ohne besonderen Grund nicht widerrufen.
5.2
.2
Der Beschwerdeführer hat
bei seiner Einreise in die Schweiz
im Jahr 20
07
ord
nungsgemäss
eine obliga
torische Krankenpflege
versicherung nach KVG abge
schlossen
und parallel dazu seine private Kranken
versicherung in
Y._
weitergeführt
(Urk. 7/1/2-4)
.
Die
Beschwerde
gegnerin
ging entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers zu Recht davon aus, dass er, i
ndem er zum damali
gen Zeitpunkt kein Befreiungsgesuch gestellt hat
te
, implizit auf eine Befreiung verzichtet
hat
.
Denn
Art. 2 Abs. 8 KVV, welcher ausdrücklich Bezug nimmt auf Personen, für welche eine Unterstellung unter die schweizerische Versicherung eine klare Verschlechterung ihres bisherigen Ver
sicherungsschutzes bedeuten würde,
knüpft
an den Versicherungseintritt an, das heisst an den Zeitpunkt, in dem eine Person grundsätzlich neu dem schwei
zerischen Versicherungssystem zu unterstellen wäre. In diesem Zeitpunkt hat die betreffende Person abzuwä
gen, ob sie sich vom
Versicherungs
obliga
torium
befreien lassen beziehungs
weise ein entsprechendes Gesuch stellen will oder nicht. Verzichtet sie darauf, so kann dieser Verzicht nach dem Wortlaut des Gesetzes ohne besonderen Grund nicht widerrufen werden, womit zum Aus
druck kommt, dass eine Befrei
ung von der Versicherungspflicht grundsätzlich nicht mehr in Betracht fällt, wenn die betreffende Person einmal dem schwei
zerischen System unterstellt ist (vgl.
Urteil des
Sozialversicherungs
gerichts
des Kantons Zürich KV.2013.00119 vom
24. März 2015
E.
5.4,
Urteil des Ver
sicherungsgerichts de
s Kantons Bern KV/11/724 vom 5.
April 2012 E. 4.3.2).
Da somit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer auf eine Befreiung vom
Versicherungsobligatorium
verzichtet hat,
müsste für einen gültigen
Wi
der
ruf dieses Ver
zichtes
ein besonderer Grund vorliegen. Ein solcher besonderer Grund wäre gegeben, wenn sich die neue Situation ohne Verschulden der be
troffenen Person ergeben hat
(
Eugster
, Krankenversicherung, in: SBVR, Soziale Sicherheit,
2.
Aufl. 2007,
S. 428
Rz
91)
. Der Beschwerdeführer hat indes weder eine
Veränderung der
Situation geltend gemacht, welche einen solchen Wider
ruf recht
fertigen würde, noch ist eine solche den Akten zu entnehmen.
Die Tat
sache, dass er von
Z._
nach
A._
umzog, stellt keinen solchen Grund dar.
5.2.3
Bereits aufgrund dieser Sach- und Rechtslage
ist festzuhalten, dass
die
Be
schwer
degegnerin
das Gesuch des Be
schwerde
führers um Befreiung vom schwei
zerischen
Versicherungsobligatorium
zu Recht abgewiesen
hat
.
6.
6.1
S
elbst wenn man mit dem Beschwerdeführer das Vorliegen
des
Ver
zichtes
auf die
Befrei
ung
des
Versicherungsobligatorium
s
verneinen
wollte
,
würde dies zu keinem anderen Ergebnis führen. Denn
die
materiell-rechtlichen
Bef
reiungs
vor
aussetzungen
von Art.
2 Abs. 8 KVV
(
klare Ver
schlechterung des bisherigen Ver
siche
rungs
schutzes oder der bisherigen Kosten
deckung
sowie Abschluss von
Zusatz
versicherungen im bisherigen Umfang auf Grund
des
Alters und/oder
des
Gesundheitszustandes nicht oder nur zu kaum tragbaren Bedingungen)
sind nicht
(
kumulativ
)
erfüllt
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
Mit Blick auf die gesetzgeberisch gewollte Solidarität zwischen Gesunden und Kranken sind die Ausnahmen von der Versicherungspflicht generell eng zu hal
ten und es ist der Befürchtung des Gesetzgebers Rechnung zu tragen, dass sich das schweizerische
Obligatorium
unterlaufen
liesse
, wenn beispielsweise der Nachweis einer ausländischen freiwilligen privaten Versicherung allgemein als Befreiungsgrund akzeptiert würde (
BGE 132 V 310
E. 8.5.6).
Der
Zweck des
Obligatoriums
besteht mithin nicht nur darin zu ver
hindern, dass infolge
Fehlens einer Versicherung unter Umständen bei
Risi
koeintritt
das Gemein
we
sen für höhere oder alle Kosten aufkommen muss, son
dern er liegt auch darin, die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken zu gewähr
leisten (BGE 132 V 310 E. 8.5.6 mit Hinweis). Für die An
wendung von Art. 2 Abs. 8 KVV sind daher strenge Massstäbe anzuwenden.
Ins
besondere darf diese Bestimmung nicht dazu dienen,
blosse
Nachteile zu verhindern, die eine Person dadurch erleidet, dass das schweizerische System den Versiche
rungsschutz, den sie bis
her unter dem ausländischen System ge
noss, überhaupt nicht oder nicht zu gleich günstigen Bedingungen vorsieht
(
Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_921/2008
vom 23. April 2009
E. 4.
3
und
9C_510/2011
vom 12.
September 2011
E. 2.2).
Was das Kriterium des Gesundheitszustandes anbelangt, so weist das
Bundes
amt für Sozialversicherung (BSV)
in seiner Informationsbroschüre
zu
handen der Kantone zu den Auswirkungen des Abkommens über die Frei
zügig
keit mit der Europäi
schen Gemeinschaft auf die Krankenversicherung vom Februar 2002 (
Ziff.
10.5, S. 26 f.; letzte Änderung: 1
5.
März 2006; vgl.
www.bag.admin.ch/
themen
/
krankenversicherung
/00316/03846/index.html
)
darauf hin, dass die
Zu
satzversicherer
bereits beim Vorliegen einer geringfügigen Krankheit die Auf
nahme ablehnen oder Vorbehalte anbringen könnten, weshalb für die Bejahung des entsprechenden Befreiungskriteriums das Bestehen (irgend)einer Krankheit genüge, die medizinische Untersuchungen oder Behandlungen erfordere, und dass auch frühere Krankheiten, die erfahrungsgemäss zu Rückfällen führten, befreiungsrelevant seien. In Bezug auf das Kriterium des Alters nennt das BSV ein Alter von 55 Jahren als Erschwernisgrenze, da die meisten grossen schwei
zerischen Krankenversicherer das Höchsteintrittsalter für den Abschluss einer Spitalzusatzversicherung auf 55 oder auf
60 Jahre festgelegt hätten (S.
27).
6.2
Vor diesem Hintergrund erfüllt der Beschwerdegegner allein wegen seines Alters die restriktiv zu handhabenden Befreiungsvoraussetzungen von Art. 2 Abs. 8 KVV nicht, zumal sich in den Akten
und seinen Vorbringen
keinerlei Hinweise auf Krankheiten finden. Dass bereits ab einem Alter
von
4
8
Jahren
, welches der Beschwerdeführer im Jahr 2011 - dem Jahr der
Ge
suchstellung
(
Urk.
7/1-2)
- erreicht hatte,
der Abschluss bestimmter Zusatz
ver
sicherungen nicht mehr problemlos möglich
sein soll
,
wie der Beschwerde
führer
sinngemäss
vorbringt,
genügt nicht
(vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_921/2008
vom 23.
April 2009
E.
4.2-3).
Was der Beschwerdeführer weiter
einwendet
,
führt zu keiner anderen Be
trach
tungsweise und
rechtfertigt insbesondere nicht, von der gängigen Recht
spre
chung abzuweichen.
So
wurde
das Alter
bezogen auf den Einzelfall berück
sich
tigt, zumal der Beschwerdeführer im
massgebenden
Zeitpunkt noch nicht ein
mal 50 Jahre alt war. Ob ein Gesuch mit fortgeschrittenem Alter neu zu beur
teilen sein wird, ist für die hier zu beurteilende Frage nicht relevant und braucht nicht entschieden zu werden.
Sodann
ist der dem
Versicherungsobligatorium
zugrunde
gelegte
Solidaritäts
gedanke
auch dann zu beachten, wenn keine Leistungen von der Kranken
versi
cherung
bezogen wurden und werden
, da
damit
- wie hiervor ausgeführt -
gerade
die Solidarität der gesunden mit de
r
kranken Bevölkerung
be
zweckt wird.
Diese Funktion des
Obligatoriums
würde vereitelt, wenn sich sogenannte gute Risiken generell durch Abschluss einer vorteilhafteren privaten Ver
siche
rung von der durch das
Obligatorium
be
zweckten Solidargemeinschaft befreien könnten, was die Kosten für die in dieser Gemeinschaft verbleibenden Personen in die Höhe triebe (BGE 132 V 310 E. 8.5.6 mit Hinweis).
Dabei
schadet nicht, wenn
der
individuelle
Zweck
zum Abschluss einer Krankenpflegeversicherung, namentlich die finanzielle Absicherung und Ge
währ
leistung der
medizinischen V
ersorgung
im
Krank
heitsfall
,
ein anderer
ist
als der Zweck des
Obligatoriums
der Solidarität
mit den
sich daraus ergebenden restriktiven Vorgaben für dessen Ausnahmen.
7.
Nach dem Gesagten hat d
ie Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer zu Recht nicht vom schweizerischen
Versicherungsobligatorium
befrei
t. Die Be
schwerde ist folglich abzuweisen
.