# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 70282d9a-25b2-4ab7-986c-44018f6052b5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1967, war zuletzt von
Februar 2012
bis
Ende
Januar 2013 als
Aushilfskommissionier
er
bei
der
Y._
AG in
Z._
angestellt
(vgl.
Urk.
9/32)
. Am 1
6.
September 2013 meldete er sich
unter Hin
weis auf eine
n erfolgten
Herzklappen
ersatz
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (
Urk.
9/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich,
IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
9/1,
Urk.
9/6,
Urk.
9/9) ab und teilte dem Versicherten am 2
1.
November 2013 mit, dass sie die Kosten für die Arbeitsvermittlung
durch die
A._
für die Zeit von Mitte November 2013 bis Mitte April 2014 übernehme (
Urk.
9/12).
Mit
Ab
schlussbericht
vom 1
7.
Dezember 2013 (
Urk.
9/20) informierte die
se
über das fehlende Eingliederungspotenzial des Beschwerdeführers,
weshalb
die Vermit
tel
barkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben sei. Die IV-Stelle schloss da
rauf
hin
die Arbeitsvermittlung
ab (
Urk.
9/22)
und tätigte
weitere Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
9/25,
Urk.
9/27,
Urk.
9/32
), wo
bei sie insbesondere
ein
bidisziplinäres
kardiologisches und psychiatrisches Gut
achten
veranlasste
, welches am 1
7.
Dezember 2014 erstattet wurd
e (
Urk.
9/43).
Mit Vorbescheid vom
4.
Mai 2015
(
Urk.
9/45) stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens auf eine Invalidenrente in Aus
sicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwände und beantragte, es seien ihm
gesetzliche Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen und erst
danach
über einen
allfälligen Rentenanspruch zu entscheiden (
Urk.
9/48). Mit Verfü
gung vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
9/57) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbe
scheid fest und verneinte einen Rentenanspruch des Versicherten. Mit glei
chentags erlasse
nem Vorbescheid (
Urk.
9/56) stellte sie dem Versicherten zudem die
Verneinung
des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht, wogegen der Versi
cherte wiederum Einwände erhob
(
Urk.
9/58,
Urk.
9/63). Mit Verfügung vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
9/64 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle schliesslich auch einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen.
2.
Der Versicherte erhob am 2
6.
Februar 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzuheben und es seien
ihm
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Eingliederungs-/
Integrations
mass
nahmen
, zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwer
de
antwort
vom 1
2.
April 2016 (
Urk.
8) die Abweisung der Be
schwerde, was dem
Beschwerdeführer am 1
4.
April
2016 zur Kenntnis gebracht wurde, wobei gleich
zeitig antragsgemäss (
Urk.
1 S.
2) die unentgeltliche
Pro
zessführung
und
Rechts
vertretung
bewilligt wurde
n
.
Den beantragten
zweiten Schriftenwechsel
(
Urk.
1 S. 2)
erachtete das Gericht al
s nicht erforderlich (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss
Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.2
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 %
arbeitsunfä
hig (Art.
6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern da
durch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen werden können (
Art.
14a
Abs.
1
IVG
). Als
Integrations
mass
nah
men
gelten
gemäss Abs. 2
gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete
Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (
lit
.
a) und
Be
schäftigungs
massnahmen
(
lit
.
b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu
gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu er
halten (
BBl
2005
4521
ff., 4564; Erwin
Murer
, Invalidenversicherung: Präven
tion, Früherfassung und Integration, Bern 2009, N.
4 und 31 zu Art.
14a IVG; Silvia Bucher, Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung nach Art.
14a IVG, in: Soziale Sicherheit
–
Soziale Unsicherheit, Festschrift für Erwin
Murer
zum 65.
Geburtstag, 2010, S.
111). Ist aber jemand in einer ande
ren zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch
ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits um
gesetzt werd
en kann (BGE
137 V 1 E.
7.2.3).
Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung
setzt ausserdem
die Fähigkeit der Versicherten
voraus,
eine
Prä
senzzeit
von mindestens zwei Stunden täglich während mindestens vier Tagen pro Woche zu absolvieren (
Art.
4
quater
Abs.
1 der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV). Anspruch auf Massnahmen zur sozialberuflichen Reha
bilitation haben Versicherte, die in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht eingliederungsfähig sind (
Art.
4
quater
Abs.
2 IVV).
1.3
Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung sowie auf Massnahmen beruflicher Art entsteht gemäss
Art.
10 IVG frühestens im Zeitpunkt der Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Absatz 1 ATSG (
Abs.
1). Der Anspruch auf die übrigen Eingliede
rungsmassnahmen und die Massnahmen zur Wiedereingliederung nach
Art.
8a entsteht, sobald solche im Hinblick auf Alter und Gesundheitszustand der versi
cherten Person angezeigt sind (
Abs.
2). Der Anspruch erlischt spätestens am Ende des Monats, in welchem die versicherte Person vom Rentenvorbezug nach Artikel 40 Absatz 1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(
AHVG
)
Gebrauch macht oder in welchem sie das Rentenalter erreicht (Abs. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest,
dass sich
der Beschwerdeführer anlässlich der bereits im Jahr 2013 durchge
führten Eingliederungsmassnahme sehr unmotiviert gezeigt
habe
,
weshalb die
se
nicht weitergeführt worden
sei
. Aus dem aktuellen Gutachten gehe nicht hervor, dass sich an der Motivation des Beschwerdeführers seither etwas geändert habe. Weitere Eingliederungsmassnahmen seie
n
nicht
notwendig
und
un
geeignet.
Ferner sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen und es be
stün
den auch keine Anhaltspunkte, dass der Eintritt einer Invalidität drohe
(S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (
Urk.
1), er sei
bereits
seit
mehr als sechs Monate
zu 50
%
arbeitsunfähig
. D
ie Gutachter sowie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) würden eine durch die
Beschwerdegegne
rin
unterstützte Eingliederung für indiziert halte
n
. Er sei
sehr motiviert.
So werde
er
ein therapeutisches Praktikum
bei der
B._
in Angriff nehme
n
. Er habe somit Anspruch
auf Integrationsmassnahmen (S. 4 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Einglie
derungs
massnahmen
, wobei insbesondere der Anspruch auf
Integrationsmass
nah
men
umstritten ist
.
Die Verfügung vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
9/57) bezüg
lich Verweigerung
des
Rentenanspruchs ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
3.
3.1
Mit Kurzbericht vom 2
7.
Februar 2013 (
Urk.
9/25/7-8) wurde über die stationäre
Rehabilitation
des Beschwerdeführers in der
Klinik C._
vom 1
5.
bis 2
8.
Februar 2013
informiert
. Als Diagnose
wurde
insbesondere eine
bik
uspide
Aortenklappe mit schwerer
Aortenklappeninsuffizienz
(Grad III-IV) bei Aneurysma der Sinuspor
tion sowie der Aorta
ascendens
aufgeführt, weshalb am
4.
Februar 2013 operativ ein Composite
Graft Ersatz
eingesetzt worden sei. Als weitere Diagnosen wurde
n
ein
Poststernotomiesyndrom
sowie ein
Spann
ungs
pneumothorax
links
genannt
(S. 1).
3.2
Die Ärzte
des
D._
, Klinik und Poliklinik für Innere
Medizin,
gaben
mit
provisorischem
Austrittsbericht vom
4.
Mai
2013
(
Urk.
9/25/9-10)
an, dass sich der Beschwerdeführer mit bekanntem
Aorten
klappenersatz
notfallmässig vorgestellt habe, da er an Fieber sowie Schüttelfrost
gelitten
und sich abgeschlagen
gefühlt habe
. Der Beschwerdeführer sei daher vom
2
0.
April bis
4.
Mai 2013
stationär hospitalisiert gewesen, wobei klinisch ein
parodontaler
Abszess im Bereich des Unterkiefers habe festgestellt werden können, welche
r
ausgeräumt und mehrmals gespült worden sei (S. 2).
Die Ärzte des
D._
führten
schliesslich
die
nachfolgend gekürzt angeführten Diagnosen auf (S. 1):
parodontaler
Abszess in Unterkieferfront
, 2
4.
April 2013
bik
uspide
Aortenklappe mit schwerer
Aortenklappeninsuffizienz
(Grad III-IV) bei Aneurysma der Sinusportion sowie der Aorta
ascendens
Composite
Graf
t Ersatz,
4.
Februar 2013
TD-Einlage
bei
Spannungspneumothorax
links,
5.
Februar 2013
Postste
r
notomiesyndrom
, Entlastung des
Perikardergusses
subxiphoi
dal
, 1
1.
Februar 2013
p
ostoperatives Vorhofflimmern,
7.
Februar 2013
a
symptomatisches
Aneurysma
spurium
der
Arteria
femoralis
commu
nis
rechts nach Koronarangiographie,
8.
Februar 2013
h
ypochrome
mikrozytäre
Anämie
Vitamin D Mangel,
substituiert
Der Beschwerdeführer sei für die Zeit vom 2
0.
April bis 1
2.
Mai 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
(S. 2).
3.3
Mit Abschlussbericht vom 1
7.
Dezember 2013 (
Urk.
9/20) informierte die
A._
über die erfolgte Arbeitsvermittlung. Die zuständigen Personen kamen dabei zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer kein Eingliederungspotenzial vorhanden und eine Vermittelbarkeit
zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben sei. Die Zusammenarbeit habe sich sehr schwierig gestaltet. Der Beschwerdeführer habe nicht im ge
forderten Ausmass mitgearbeitet und
Aufträge nicht oder nur mit minimale
m
Aufwand
erledigt
. Sowohl die Motivation als auch die Zuver
lässigkeit und das Engagement seien
beim Beschwerdeführer
nicht oder
nur un
genügend
vorhanden gewesen. Dies seien
allerdings
drei Grundvoraussetzungen für
die
Weiterführung der Arbeitsvermittlung und auch für
einen Stellenantritt
(S. 1).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
gab mit Bericht vom
3.
April 2014 (
Urk.
9/25/5-6) an, dass er den Beschwerdeführer seit Oktober 2013 behandle und folgende Diagnosen stellen könne (S. 1):
Anpassungsstörung mit starker Angst und Depression (ICD-10 F43.2)
bikuspide
Aortenklappe mit schwerer
Aortenklappeninsuffizienz
(Grad III-IV) bei Aneurysma der Sinusportion sowie der Aorta
ascendens
Composite Graft
E
rsatz
Poststernotomiesyndrom
a
symptomatisches
Aneurysma
spuri
um
der
A
rteria
femoralis
communis
rechts nach Koronarangiographie
am
8.
Februar 2013
h
ypochrome
mikrozytäre
Anämie
Der Beschwerdeführer sei in seiner jetzigen körperlichen und psychischen Ver
fassung zu 70
%
arbeitsunfähig. Die Prognose sei nic
ht gut.
Es sei eine Tendenz zur
Chronifizierung
erkennbar
(S. 2).
3.5
Mit Bericht vom 1
7.
April 2014 (
Urk.
9/27) diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Kardiologie, eine
valvuläre
Herzkrankheit bei Status nach
einem
am
4.
Februar 2013 erfolgten
Composite
Graft
Ersatz
bei schwerer
Aorteninsuffizienz
und
Aortenaneurysma
(S. 1
Ziff.
1.1). Die Prognose sei gut (S. 2
Ziff.
1.4). Bei gutem Resultat nach operativer Behandlung und bei aktuell unklarer allgemeiner Müdigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit sollten
allerdings
mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten vermieden werden (S. 3
Ziff.
1.7).
3.6
Am 1
7.
Dezember 2014 erstatteten die Ärzte der
G._
ihr
bidisziplinäres
Gutachten in den Fachdisziplinen Kar
diologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie zuhanden der
Beschwerdegegne
rin
(
Urk.
9/43)
.
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine
unter Medikation teilremittierte
depressive Anpassungsstörung (ICD
-10 F43.2; Differentialdiagnose, DD, F32.1)
auf. Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie die nachfolgend gekürzt angeführten Diag
nosen (S. 4):
b
ikuspide
Aortenklappe mit schwerer
Aortenklappeninsuffizienz
(Grad III-IV) bei Aneurysma der Sinusportion sowie der Aorta
ascendens
Composite Graft Ersatz am
4.
Februar 2013
Poststernotomiesyndrom
Entlastung des
Perikardergusses
subxiphoidal
am 1
1.
Februar 2013
p
ostoperatives Vorhofflimmern, Erstdiagnose (ED)
7.
Februar 2013
a
symptomatisches Aneurysma
spurium
der
Arteria
femoralis
communis
rechts
Status nach
paro
dentalem
Abszess in Unterkieferfront, 2
4.
April 2013
Bei der kardiologischen Untersuchung
seien
eine normale linksventrikuläre Funk
tion sowie eine gute Funktion der Klappenproth
ese zu verzeichnen gewe
sen
.
Die kardiale Leistungsfähigkeit bei der Spiroergometrie habe aufgrund
von
Knieschmerzen nicht aussagekräftig objektiviert werden können.
Allerdings habe
der Beschwerdeführer geschildert, dass er
ohne Pause
langsam Treppen
steigen
und auch 30 Minuten Fahrrad fahren könne. Aus kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer somit für leichte körperliche Tätigkeiten zu 100
%
ar
beits
fähig (S. 5).
Anlässlich
der psychiatrischen Teilbegutachtung hätten die früher beschriebe
nen Panikattacken nicht mehr nachvollzogen werden können. Auch das Aus
mass der depressiven Symptomatik
sowie
der Angstsymptomatik
sei deutlich redu
ziert gewesen, was möglicherweise durch die antidepressive Medikation be
gründet sei.
Die geklagte morgendliche Müdigkeit sei am ehesten auf die mor
gendliche Einnahme
von
Venlafaxin
zurückzuführen.
Die Messung habe erge
ben, dass sich das
Venlafaxin
oberhalb des therapeutischen Wirkungsbereichs befinde. Eine medikamentöse Anpassung werde empfohlen.
Es sei davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer nach einer subjektiv erlebten Arbeitsüberlas
tung bei
einer
Herzklappeninsuffizienz
allmählich
eine Anpassungsstörung mit Angst
und
depressiven Symptomen entwickelt habe (S. 5). Aus rein psychiatri
scher Sicht bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
.
E
ine schrittweise Steigerung der Belastbarkeit im Rahmen eines therapeutisch begleiteten
Ar
beits
trainings
sei
erforderlich, um innerhalb eines Jahres eine Arbeitsfähigkei
t von 70
%
erreichen zu können
(S.
6)
.
Der Beschwerdeführer habe
überdies
an
gege
ben, dass er beim
bereits
durchgeführten Arbeitstraining nicht belastbar gewe
sen sei sowie unter Konzentrationsstörungen gelitten und viel vergessen habe.
Er habe bestätigt, dass
sich dieser Zustand seither nicht verändert habe (S. 20).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Verkäufer aktuell zu 50
%
arbeitsfähig sei, wobei sich die Einschränkung aufgrund der psychischen Beschwerden ergebe.
Durch eine schrittweise
Steigerung der Belastbarkeit im Rahmen eines therapeutisch be
gleiteten Arbeitstrainings sollte in einem Jahr eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
erreicht werden können. Körperlich schwere Tätigkeiten seien dem Beschwer
de
führer aus kardiologisch
er Sicht nicht zumutbar (S. 6).
3.7
Mit Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2015 führte
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin,
RAD
,
unter anderem
aus, dass
der im Gut
achten erwähnte Versuch einer durch die Beschwerdegegnerin unterstützten Eingliederung vorzunehmen sei
(
Urk.
9/44 S. 6).
3.
8
Die Ärzte der
I._
informierten mit Bericht vom 2
9.
Oktober 2015 (
Urk.
9/51) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 2
1.
bis 2
9.
Oktober 2015, wobei sie fol
gende Diagnosen
aufführten
(S. 1):
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2)
Verdacht auf
Restless
-
Legs
-Syndrom
DD: im Rahmen der Eisenmangelanämie
bikuspide
Aortenklappe mit schwerer
Aortenklappeninsuffizienz
(Grad III-IV) bei Aneurysma der Sinusportion sowie der Aorta
ascendens
Composite Graft E
rsatz
Poststernotomiesyndrom
a
symptomatisches
Aneurysma
spurium
der
Arteria
femoralis
communis
rechts nach
Koronarangiographie
Eisenmangelanämie
4.
4.1
Aus den Akten geht hervor, dass die
von der Beschwerdegegnerin
im November 2013 gewährte Arbeitsvermittlung durch die
A._
beendet wurde, da beim Beschwerdeführer kein Eingliederungspotenzial vorhanden
und er zum damaligen Zeitpunkt nicht vermittelbar gewesen sei
(
Urk.
9/12,
Urk.
9/20 S. 1)
.
Hier
zu gilt es vorauszuschicken, dass e
ntgegen den Ausführungen der
Be
schwer
degegnerin
(vgl.
Urk.
2 S.
1) damals keine Eingliederungsmassnahme durchge
führt
wurde
, sondern eine Massnahme der Frühi
ntervention, wobei die
gewährte
Arbeitsvermittlung
eine
Massnahme beruflicher Art
ist
(
Art.
7d
Abs.
2
lit
. c in Verbindung mit
Art.
18 IVG).
Vorliegend gilt es
allerdings
den strittigen An
-
spruch auf Integrationsmassnahmen
im Sinne von
Art.
14a IVG
zu prüfen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen solchen Anspruch unter anderem mit dem Hinweis, dass beim Beschwerdeführer kein invalidisierender
Gesundheits
schaden
vorliege und auch keinerlei Anhaltspunkte best
ünden
, dass der Eintritt einer Invalidität drohe
. Bei der diagnostizierten Anpassungsstörung handle es sich nicht um einen verselbständigten, langandauernden Gesundheitsschaden. Die affektiven Beeinträchtigungen
würden durch psychosoziale Faktoren
auf
rechterhalten
(
vgl.
Urk.
2 S. 2). Dabei übersieht
die Beschwerdegegnerin
jedoch, dass das IVG keinen einheitlichen Invaliditätsbegriff kennt, sondern dem Sys
tem der leistungsspezifischen Invalidität folgt (BGE 126 V 241 E. 4). Die für den Rentenanspruch geltenden Voraussetzungen können daher nicht unbesehen auf
die einzelnen Eingliederungsmassnahmen übertragen werden.
Die Invalidität wird
für jede Eingliederungsmassnahme in den jeweiligen Bestimmungen um
schrie
ben (vgl. Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011,
S.
64
ff.
Rz
101-104
; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum
Sozialversicherungsrecht, Bu
ndesgesetz über die Invalidenve
rsiche
rung
,
IVG,
3.
Auflage,
Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
13 zu
Art.
8
).
Für den An
spruch auf Integrationsmassnahmen
verweist
Art.
14a
Abs.
1 IVG auf
Art.
6 ATSG, welcher die Arbeitsfähigkeit definiert und wobei die Frage
der
Über
windbarkeit
und der Invalidisierung des Leidens
daher
ausser Acht zu bleiben
hat
.
Vorausgesetzt wird einzig, dass der Versicherte seit mindestens sechs Mo
naten zu mindestens 50
%
arbeitsunfähig im Sinne von
Art.
6 ATSG ist
(vorste
hend E.
1.2).
Der be
handelnde Psychiater
Dr.
E._
attestierte dem Beschwerde
führer im April 2014 eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit
, wobei er nicht zwischen der bisherigen und
einer behinderungsangepassten Tätigkeit unterschied
(
Urk.
9/25/5-6 S.
2). Im Gutachten der
G._
wurde festgehalten, dass
sich der psyc
hopathologische Befund seither
verbessert habe,
sodass
seit dem
Untersu
chungszeitpunkt
im Oktober 2014
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
in jeglicher körperlich nicht schwe
ren Tätigkeit
als zumutbar erachtet wurde (
Urk.
9/43 S. 24).
Im Oktober 2015 befand sich der Beschwerdeführer sodann für einige Tage stationär in der
I._
,
wobei dem diesbezüglichen Bericht keine Einschätzung der verbliebenen Arbeit
s
fähigkeit zu entnehmen ist (vgl.
Urk.
9/51).
Gestützt auf diese Angaben
ist die Voraussetzung der sechsmonatigen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
so
wohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit
indessen
in jedem
Fall
erfüllt
.
4.3
Des Weiteren setzt
der
Anspruch auf Integrationsmassnahmen voraus, dass dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen werden können (
Art.
14a
Abs.
1 IVG).
Bei den
Integrati
onsmassnahmen
geht es darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen droht,
diese
herzustellen oder zu erhalten
(
Bucher, a.a.O., S. 278
Rz
538
).
Als Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation gelten dabei Massnahmen zur Gewöhnung an den Arbeitsprozess, zur Förderung der Arbeitsmotivation, zur Stabilisierung der Persönl
ichkeit und zum Einüben sozialer
Grundfähigkeiten (
Art.
4
quinquies
Abs.
1
IVV).
Als
Beschäftigungsmassnahmen gelten
dagegen Massnahmen zur Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur für die Zeit bis zum Be
ginn von Massnahmen beruflicher Art oder bis zu einem Stellenantritt auf dem freien Arbeitsmarkt (
Art.
4
quinquies
Abs.
2 IVV).
Sowohl die Gutachter der
G._
als auch der RAD
-Arzt
erachteten eine durch die
Be
schwerdegegnerin
unterstützte Eingliederung des Beschwerdeführers als indi
ziert
. Dadurch könne die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres auf 70
%
ge
steigert werden
(
Urk.
9/43 S. 7
, S. 24
;
Urk.
9/44 S. 6). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer anlässlich der im Jahr 2013 durchgeführten Arbeitsvermitt
lung nicht motiviert gewesen sei
und wenig Engagement gezeigt habe
(
vgl.
Urk.
9/
20 S. 1), schliesst entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 2) einen Anspruch auf I
ntegrationsmassnahmen nicht aus,
geht es doch b
ei den
Integrati
onsmassnahmen
gerade darum
,
diese beim Beschwerdeführer noch fehlenden Fähigkeiten im Hinblick auf berufliche Massnahmen zu fördern. An
lässlich der Begutachtung durch die Ärzte der
G._
gab der Beschwerdeführer an
, dass er beim durchgeführten Arbeitstraining nicht belastbar gewesen sei so
wie unter Konzentrationsstörungen gelitten und viel vergessen habe. Dieser Zustand habe sich seither nicht verändert (
Urk.
9/43 S. 20).
Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass
derzeit
die Voraussetzungen für berufliche Massnah
men über
wiegend wahrscheinlich
weiterhin
noch nicht gegeben sind
und der Beschwer
de
führer
nicht eingliederungsfähig ist
.
Demzufolge
sind die Vorausset
zungen für
Integrationsmassnahmen
erfüllt
, sind diese doch dazu da, die Lücke zwischen sozialer und beruflicher Integration zu schliessen (vgl. Bucher, a.a.O., S.
280
Rz
540).
4.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
seit min
des
tens sechs Monaten zu mindestens 50
%
arbeitsunfähig und überwiegend wahrscheinlich weiterhin nicht eingliederungsfähig ist. Da aufgrund der ver
bliebenen Arbeitsfähigkeit von 50
%
davon auszugehen ist, dass der Beschwer
deführer fähig ist, eine Präsenzzeit von mindestens zwei Stunden täglich wäh
rend mindestens vier Tagen pro Woche zu absolvieren (vorstehend E. 1.2), hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem A
us
gan
g des Verfahrens sind sie der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerle
gen.
5.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte mit
Honorar
note
vom 2
0.
April 2016 (
Urk.
13) eine Entschädigung von insgesamt
Fr.
1‘784.45 geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
Art.
62
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit
§
34
Abs.
3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
und in Anwendung des praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 220.
--
(zu
züglich Mehrwertsteuer)
als angemessen,
weshalb die Beschwerdegegnerin Rechts
anwalt Se
bastian Lorentz, Zürich,
mit
Fr.
1‘784.45
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu
ent
schädigen hat.