# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 22292854-adae-48a9-bab0-1ce46dd76bff
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1967 geborene
X._
war ab dem 20. November 2012 bei der
Y._
angestellt und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Urk. 7/1)
.
Am 30
. Dezember 2013 stürzte die Versicherte
während eines Arbeitseinsatzes beim Schieben einer Mülltonne nach hinten zu Boden, w
obei die Mülltonne auf sie
fiel (vgl. die Unfallschilderung der Versicherten vom 26. September 2014 [Urk. 7/6] sowie den ambulanten Bericht des
X._
vom 31. Dezember 2013 [Urk. 7/9
/3
]). Die Arbeitgebe
rin orientierte die Allianz mit Unfallmeldung vom 3. Juli 2014 über das Ereignis vom 31. Dezember 2013 (richtig: 30. Dezember 2013) und gab an, die Versi
cherte habe sich
am Oberarm bzw. an der Schulter
verletzt
(Urk. 7/1).
Im Bericht des
X._
vom 31. Dezember 2013
über die
gleichentags durch
geführte
Erstbehandlung
wurden Kontusionen der Schulter rechts (Differential
diagnose
Rotatorenmanschetten
läsion
am ehesten des M.
subscapularis
), des Fusses links sowie der BWS diagnostiziert und festgehalten, die Schulter sei im
Orthogilet
für 2-3 Tage
ruhigzustellen
(Urk. 7/9/3
).
Der Versicherten wurde vom
31. Dezember 2013
bis am 31. August 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk.
7/9/3
und Urk. 7/8). Die Unfallversicherung
ka
m für die
Heil
kosten
auf und erbrachte Taggeld
leistungen
(Urk. 7/3)
.
Am 5. November 2014 legte die Allianz die Akten ihrem b
eratenden Arzt, Dr. med. Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie, Allgemein- und Unfallchi
rurgie sowie
Viszeralchirurgie
, zur Beurteilung vor (Urk. 7/10).
Mit Verfügung vom 11. November 2014
hielt
sie
fest, das Taggeld werde nach Massgabe der folgenden unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit
en
ausgerichtet: 100% ab 31. Dezember 2013, 60 % ab 1. Februar 2014 und 40 % ab 1. März 2014 bis 3
1.
Mai 201
4.
Per 31. Mai 2014 verfügte
die Allianz
sodann
die
Einstellung der Versicherungsleistungen
(Urk. 7/11), wogegen die Versicherte mit Eingabe vom 30. November 2014 Einsprache erhob (Urk. 7/13/1). Die Allianz zog die Akten der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle –
wo sich die Ver
sicherte am 29. Juli 2014 angemeldet hatte (Urk. 7/
18/31
) –
wiederholt bei
(Urk. 7/17
-18, Urk. 7/19-20 und Urk.
7/
21-22). Mit Entscheid vom 16. Dezember 2015 wies die Allianz die Einsprache der Versicherten vom 30. November 2014 ab (Urk. 2 [= Urk. 7/23]).
Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland verneinte mit Verfügung vom 12. Januar 2016 zudem einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/24).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Allianz vom 16. Dezember 2015
erhob die Versicherte am 15. Januar 2016 Beschwerde und beantragte sinngemäss, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, die gesetzlichen Leistungen weiterhin auszurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Februar 2016 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
[ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den
Beweis
wert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten
versiche
rungs
in
terner
Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als
keine
Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (
BGE 135 V 465
E. 4.7).
1.6
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche der Unfallversicherer im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass dieser, solange er in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die vom
Unfallversi
cherer
beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre
chen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 16. Dezember 2015 im Wesentlichen
,
der beratende Arzt
Dr.
Z._
habe in Über
einstimmung mit sämtlichen Berichten der behandelnden Ärzte eine
Rotatoren
manschettenläsion
an der rechten Schulter ausschliessen können. An der LWS und der BWS habe zum Unfallzeitpunkt ein erheblicher, degenerativ bedingter Vorzustand bestanden. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden hätten gemäss
Dr.
Z._
dem natürlichen Verlauf bei Morbus Scheuermann und Diskushernien entsprochen. Durch den Unfall vom 31. Dezember 2013
(richtig: 3
0.
Dezember 2013)
sei es zu einer Aktivierung der
Beschwerden gekommen im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes. In Bezug auf die Schulterkontusion sei der Status quo sine am 11. Februar 2014 und bezüglich der BWS-Beschwerden am 3. Juni 2014 erreicht worden.
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein,
sie sei vor dem Sturz noch nicht von den Schmerzen betroffen gewesen, seither
lebe
sie
noch immer nicht schmerzfrei. Sie sei weiterhin beeinträchtigt beim
Heben und Tragen. Langes Stehen,
Sitzen und Hocken seien nur begrenzt möglich. Sie könne auch nur noch maximal 6 Stunden arbeiten.
Es sei auf die Gutachten abzustellen (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht des
X._
vom 31. Dezember 2013 über die
selben
tags
durchgeführte Erstbehandlung wurden Kontusionen der Schulter rechts (Differentialdiagnose
Rotatorenmanschettenläsion
am ehesten des M.
subscapularis
), des Fusses links sowie der BWS diagnostiziert und festgehal
ten, die Schulter sei im
Orthogilet
für 2-3 Tage ruhigzustellen.
Die
Versicherte
werde sich
zur klinischen Kontrolle bei ihrem behandelnden Chirurgen in Deutschland vorstellen. Bei Beschwerdepersistenz in der rechten Schulter werde die Durchführung einer MRI-Untersuchung zum Ausschluss einer
Rotatoren
manschettenläsion
empfoh
len (Urk. 7/9/3
).
3.2
Am 3. Januar 2014 v
eranlasste der behandelnde Arzt
in Deutsch
land, Dipl. med. A._
, Facharzt für Chirurgie/Unfallchirurgie,
die entsprechende MRI-Untersuchung (Urk. 7/9/17), bei welcher
gemäss Bericht
der radiologischen Gemeinschaftspraxis der
Dres
. med.
B._
und
C._
vom 28. Januar 2014
keine
Rotatorenmanschettenläsion
nachgewiesen werden konnte
(
Urk. 7/9/6
).
3.3
Dipl. med. D._
, Facharzt für Orthopädie,
stellte in seinem Bericht vom 3. März 2014, nach Befunderhebung und Röntgenuntersuchung der LWS und der BWS
,
die Diagnosen eines
cervikothorakalen
Schmerzsyndroms sowie eine
r
Lumbago bei Hyperlordose. Er hielt
sodann
fest, klinisch habe sich kein signifi
kant-pathologischer Befund am rechten Schultergelenk gezeigt. Dies korreliere auch mit dem vorgelegten MRT-Befund. Ebenso seien keine
radikulären
Symp
tome nachweisbar. Anzustreben sei eine konsequente krankengymnastische Behandlung zur Aufrichtung von Schultergürtel und BWS sowie zur
Delordo
sierung
der LWS (Urk. 7/9/8).
3.4
Im Bericht vom 22. April 2014
des Dr. med.
E._
und des Prof. Dr. med.
F._
, Fachärzte für Radiologie,
über die MRT-Untersuchung der LWS vom 16. April 2014 wurde in der Gesamtbeurteilung festgehalten, es lägen eine linksbetonte
Bandscheibenprotrusion
in Höhe von L3/L4,
geringgra
dig
auch im
lumbosakralen
Übergang, sowie eine
mässiggradige
Facettenarth
rose
vor. Es bestehe keine gravierende Einengung des Spinalkanals (Urk. 7/9/9).
3.5
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Diagnos
tische Radiologie
, erhob in ihrem Bericht vom 4. Juni 2014
über die MRT-Untersuchung der BWS vom 3. Juni 2014
den folgenden Befund
(Urk. 7/9/10)
:
betonte
Brustkyphosierung
geringe ventrale
Spondylosenbildung
BWK5 bis BWK9
keine
Klammerbildungen, k
eine Skoliose
minimale Retrospondylose BWK8 bis BWK10, jedoch keine pathologi
sche Einengung des Spinalkanals und der
Neuroforamina
kein Nachweis eines NPP
kein Nachweis einer
Spondylodiscitis
kein Nachweis von frischen Grund- und Deckplatteneinbrüchen
geringe
Ventralabflachung
des
8.
und
9.
BWK; die Veränderungen entspre
chen alten Veränderungen im Sinne eines Morbus Scheuermann mit zusätzlich multisegmentalen intra
spongiösen
Diskusherniationen
BWK6 bis BWK10
thor
akales
Myelon
und paravert
ebrale Weichteile erscheinen unauffällig
3.6
Dr.
med. H._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
,
f
ührte in seinem Bericht vom 18. Juni 2014 die Diagnosen eines fokalen thorakalen Schmerzsyndroms, eines Haltungsfehlers mit fixi
erter BWS-Kyphose auf und äusserte den Verdacht auf psychosomatische Faktoren bei chronischem Rückenschmerz. Er hielt sodann
fest, er habe die Beschwerdeführerin ausführ
lich über die Unbedenklichkeit der somatischen Befunde aufgeklärt. Es sei ein aktives Therapiekonzept durch tägliches Eigentraining zur Kompensation der Fehlstatik notwendig. Er habe zur kurzfristigen Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit angeregt (Urk. 7/9/11).
3.
7
Im Bericht vom 22. Juli 2014 hielt Dipl. med.
A._
fest,
sein
es
Erachtens sollte eine berufliche Aktivität wieder in Angriff genommen werden und ein gewisses Schmerzbewusstsein, und darau
s resultierend eine beschwerdeab
hängige Lebensweise, erlernt werden (Urk. 7/9/12).
3
.
8
Im
von der Bundesagentur für Arbeit
in Deutschland veranlassten Gutachten vom 25. August 2014
(Urk. 7/18/51)
von Dipl. med.
I._
, Facharzt für Chi
rurgie und Sozialmedizin,
wurde festgehalten, nach einem Ende 2013 erlittenen Sturz auf die rechte obere Körperhälfte sei trotz des Ausschlusses von knöcher
nen und sonstigen Weichteilverletzungen eine schmerzhafte Einschränkung der
Beweglichkeit in der oberen rechten Rumpfhälfte, im Schulterblatt und in der rechten Schulter verblieben. Eine umfangreiche Diagnostik habe weitergehende Schädigungen ausgeschlossen, so dass die weiteren Behandlungen überwiegend die funktionelle und muskuläre Ertüchtigung zum Ziel gehabt hätten. Dabei sei eine leichte Verbiegungsfehlhaltung der Brustwirbelsäule
beschwerdeverstär
kend
aufgefallen. Parallel zu dem beruflichen Unfall hätten noch Beschwerden aus einem
kurz davor
erlittenen Verdrehungstrauma bei Treppensturz, das im linken Sprunggelenksbereich längere Schwellungszustände hinterlassen habe, bestanden. Nach Ruhigstellung mit äusserer Schienung werde jetzt wegen des Unsicherheitsgefühls noch eine elastische Bandage getragen. In der klinischen Untersuchung habe Bandstabilität bei leichter Restschwellung des
Aussenknö
chels
und leichter Einschränkung der Streck- und Beugefähigkeit im linken Sprunggelenk bestanden. Im weiteren Verlauf seien die Beschwerden unter den fortbestehenden Behandlungen soweit abgeklungen, dass ein weiterer Einsatz als Hauswirtschafterin wieder möglich sei. Dabei sollte das konkrete
Tätigkeits
profil
mit den Einschränkungen des negativen Leistungsbildes abgeglichen wer
den. Dauerhafte Leistungseinschränkungen sei
en derzeit nicht erkennbar
.
3.9
Dipl. med. J._
, Fachärztin für
Allgemeinmedizin
, hielt in ihrem
Arztzeug
nis
vom 6. Oktober 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin
und unter Verweis auf das Gutachten vom 25. August 2014 (E. 3
.8
)
fest
, die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
habe
bis
zum
31. August 2014
gedauert
.
Seit dem 1. September 2014 sei die Beschwerdeführerin arbeitssuchend (Urk. 7/8).
3.
10
Der beratende Arzt Dr.
Z._
h
ielt in seine
r
Aktenbeurteilung
vom 5. November 2014 fest, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 31. Dezember 2013 bis 31. August 2014 sei nicht ausgewiesen. Es habe ab dem 31. Dezember 2013 eine 100%ige, ab dem 1
. Februar 2014 eine 60%ige, ab
dem 1. März 2014 eine 40%ige und ab dem 1. Juni 2014 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestanden.
Der Unfall habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt. Der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
in Bezug auf die Schulter per 11. Februar 2014 und in Bezug auf die BWS per 3. Juni 2014
wieder erreicht
worden
(Urk. 7/10).
3.11
Im undatierten Bericht zuhanden der IV-Stelle (bei dieser eingegangen am 27. April 2015) führte Dipl. med.
J._
die folgenden Diagnosen auf (Urk. 7/18/57
/1
):
Verletzung der Muskeln und der Sehnen der
Rotatorenmanschette
rechts
Prellung der Knöchelregion links
Verstauchung und Zerrung der Brustwirbelsäule
Verstauchung und Zerrung des Schultergelenks rechts
Sie hielt sodann fest, es habe vom 31. Dezember 2013 bis am 31. August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es bestehe eine Einschränkung der Belastbarkeit im Beruf als Altenpflegerin, da die Tätigkeit nicht mehr über
eine Zeitspanne von
8
Stunden aus
geführt werden könne
(Urk. 7/18/57/3 f.)
.
3.12
Dr.
H._
hielt im Bericht vom 13. April 2015 (Urk. 7/18/55) zuhanden der
IV-Stelle fest, die Beschwerdeführerin sei gemäss ihren eigenen Angaben vom 30. Dezember 2013 bis am 2. Juli 2014 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Durch seine Praxis sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Es bestünden bei unauffälliger Bildgebung langfristig keine Einschränkungen hinsichtlich der Belastbarkeit. Bei weiterer Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit sei eine psy
chosomatische Evaluierung notwendig. Der Beschwerdeführerin sei die bisherige Tätigkeit vollschichtig weiterhin zumutbar.
3.13
Im unfallchirurgischen Gutachten vom 26. Mai 2015, welches im Auftrag der
Generali
Versicherungs
AG, Deutschland, erstellt wurde (Urk. 7/22/8
/2-22), führte Dr. med. K._
, Facharzt für Chirurgie,
di
e folgenden Diagnosen auf
(Urk. 7/22/8/10)
:
Kontusion der Schulter rechts, des Fusses links und der Brustwirbelsäule
Schulterbinnenschaden rechts mit
Ansatztendinopathie
im vorderen Abschnitt der
Supraspinatussehne
;
Ergussbildung der Bursa
subacromialis
und in der Bursa
subcora
coidea
;
Acromioclavicular
-Gelenkarthrose
Dr.
K._
hielt sodann fest, anlässlich der MRT-Untersuchung vom 23. Januar 2014 habe kein unfallspezifisches Substrat festgestellt werden kön
nen, insbesondere sei eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
ausgeschlossen worden. I
m Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung bestehe eine geringe Instabilität des Schultereckgelenkes rechts, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Folge des Ereignisses vom 30. Dezember 2013 sei. Bei bildtechnischen Untersu
chungen der Brust- und Lendenwirbelsäule (MRT) hätten hier keine Hinweise auf eine stattgehabte Verletzung bestanden. Es hätten sich ausschliesslich anlage- und abnutzungsbedingte Veränderungen dargestellt. Entsprechend dem Verletzungsmuster, des Heilungsverlaufes sowie der aktuellen klinischen und bildgebenden Untersuchungsverfahren sei in absehbarer Zeit (Ablauf
3.
Unfalljahr) mit keiner messbaren Verbesserung oder Verschlechterung des Zustandes zu rechnen.
Bei der Beschwerdeführerin bestehe derzeit und voraus
sichtlich für dauernd eine Funktionsminderung des rechten Armes um 1/20 (Urk.
7/22
/8/14).
3.14
Im Bericht der radiologischen Gemeinschaftspraxis der
Dres
. med.
B._
und
C._
vom 10. August 2015 (Urk.
7/22/8/1)
wurde nach einer erneuten MRT-Untersuchung des rechten Schultergelenkes festgehalten, es bestünden leichte Hinweise auf eine Tendinitis
calcarea
sowie auf eine geringe Zerrung der distalen
Infraspinatussehne
. Sodann bestehe ein Verdacht auf einen kleinen Einriss am mittleren
glenohumeralen
Ligament. Weiterhin fänden sich Veränderungen passend zu einer adhäsiven
Capsulitis
. Insgesamt bestehe gegenüber der Voruntersuchung vom 23. Januar 2014 keine signifikante
Befund
änderung
.
4.
4.1
Zunächst ist darauf hinzuweisen
, dass in sämtlichen bildgebenden
Untersu
-
chun
gen
keine unfallbedingten strukturellen Läsionen festgestellt wer
den konnten, insbesondere konnte
n weder e
ine
Rotatorenmanschettenläsion
(E. 3.2) noch eine Verletzung an der LWS oder der BWS (E. 3.3-3.5)
nachge
wiesen werden
.
An
der LWS sowie der BWS
wurde aber
ein degenerativ bedingter Vorzustand beschrieben
(E. 3.3-3.5)
.
Dr.
H._
empfahl
denn auch
ein aktives Therapiekonzept durch tägliches Eigentraining zur Kompensation der (degenerativ bedingten) Fehlstatik (E. 3.6). Sowohl er als auch
Dipl. med.
A._
erachteten
im Zeitpunkt der Berichterstattung, d.h.
im Juni/Juli 2014
,
die Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit als un
bedenklich (E. 3.6 und E. 3.7);
ü
ber eine frühere Wiederaufnahme äusserten sie sich indessen nicht.
Die Einschätzung von
Dr.
Z._
, wonach ein krankhafter Vorzustand vorgelegen hatte und es durch den Unfall vom 30. Dezember 2013 bloss zu einer vorüber
gehenden Verschlimmerung desselben gekommen sei, steht somit
nicht im Widerspruch zu
den Beurteilungen der behandelnden Ärzte.
Es ist
sodann
auch kein Widerspruch zum Gutachten von
Dipl. med.
I._
zu erkennen, welcher ebenfalls
darauf hingewiesen hatte
,
dass unfallbedingte knöcherne und sonstige Weichteilverletzungen ausgeschlossen worden seien
. I
m Übrigen äusserte
sich
dieser
zwar nicht zur Unfallkausalität, erwähnte aber ebenfalls die
Verbie
gungsfehlhaltung
der Brustwirbelsäule, welche beschwerdeverstärkend aufge
fallen sei (E. 3.8).
Die Einschätzung von Dr.
Z._
erweist sich somit als
schlüs
sig
.
4.2
Wie die Beschwerdegegnerin in ihrem
Einspracheentscheid
zu Recht festhielt
(Urk. 2 S. 6)
, vermag die gutachterliche Beurteilung von Dr.
K._
dagegen
nicht zu überzeugen.
Dr.
K._
wies in seinem Gutachten zutreffend darauf hin
, anlässlich der MRT-Untersuchung vom 23. Januar 2014 habe kein
unfall
spezifisches
Substrat festgestellt werden können, insbesondere sei eine Ruptur
der
Rotatorenmanschette
ausgeschlossen worden.
Er fügte weiter an, b
ei
bild
technischen
Untersuchungen der Brust- und Lendenwirbelsäule (MRT) hätten keine Hinweise auf eine stattgehabte Verletzung bestanden. Es hätten sich aus
schliesslich anlage- und abnutzungsbedingte Veränderungen dargestellt (E.
3.13). Weshalb
Dr.
K._
aber
dennoch zur Ü
berzeugung gelangte, die geringe Instabilität des Schultergelenkes sei mit hoher Wahrscheinlichkeit Folge des Unfallereignisses vom 30. Dezember
2013, ist
nicht nachvollziehbar, zumal
er
dafür
auch
eine plausible
Begründung
missen liess
.
Mit der
Beschwerdegeg
nerin
ist auf die Unzulässigkeit der
Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc"
hinzu
weisen
:
Die
Argumentation,
eine gesundheitliche Schädigung
gelte
bereits des
halb
als
durch den Unfall verursacht
, weil
sie nach diesem aufgetreten sei
, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzu
sammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundes
gerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
.
Aus juristischer Sicht ist ferner darauf hinzuweisen, dass das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darüber zu befinden hat, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung gegeben ist. Die blosse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129
V
177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
4.3
Bezüglich der BWS
verwies
die Beschwerdegegnerin
in zutreffender Weise auf die geltende Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach da
s Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monate
n erwartet werden kann
, wogegen eine allfällige richtung
gebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten
(Urk. 2 S. 7 bzw. Urteil 8C571/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 2.2.3). Von
organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
kann allerdings
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hie
r
bei ange
wendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind
(E. 2.2.4). Vorliegend fehlt es jedoch
auch hinsichtlich der BW
S und LWS
an organisch objek
tiv ausgewiesenen Unfallfolgen.
Ausserdem
hielt Dr.
K._
in seinem Gutachten fest, die Prellungen des linken
Fusses
und der Brustwirbelsäule seien funktionell folgenlos abgeheilt
(Urk. 7/22/8/14).
4.4
Zum Schluss ist darauf hinzuweisen, dass die von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Unterlagen (Urk. 3/1-22), vornehmlich Quittungen und Rechnungen für medizinische Behandlungen, an der Beurtei
lung des Kausalzusammenhangs nicht zu ändern vermögen.
4.5
Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin nach zutreffender Würdigung der
medizinischen Aktenlage im angefochtenen Entscheid zum überzeugenden Schluss
gelangt, dass über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Mai 2014 hinaus fortdauernde Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können, weshalb sie den Anspruch der Beschwerdefüh
rerin auf weitere Leistungen zu Recht verneinte.