# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0dbd3349-673f-4e31-9c50-dcf5515c5790
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 4. Februar 1962 geboren und wuchs zusammen mit vier Geschwistern bei seinen Eltern in A. auf, wo er sechs Jahre die Primar– und drei Jahre die Sekundarschule besuchte. Nach der Schulentlassung absolvierte er bei der Z. in B. mit Erfolg eine vierjährige Schreinerlehre. Von 1982 bis 1985 machte er im Kantonsspital C. eine Zusatzausbildung als Biologielaborant. Nach der Funktionsprüfung für medizinische Analysegeräte war X. ab Januar 1986 als Laborant am Institut für Molekularbiologie der Universität D. tätig. Im März 1987 wurde er zum Cheflaboranten befördert. Von April 1987 bis April 1988 besuchte er den Lehrgang für Betriebsorganisation und Betriebsführung. Im Januar 1988 wurde er zum technischen Fachspezialisten befördert. Von November 1988 bis Oktober 1990 arbeitete X. als Produktmanager in der Y. in D.. Danach absolvierte er von Februar 1990 bis März 1991 die Handelsgrundschule in D.. Von November 1990 bis November 1993 war er Hauptagenturleiter der H. in E.. Im Jahre 1992 gründete X. die W., wobei er deren einziges Mitglied des Verwaltungsrates und Geschäftsführer ist. Sein steuerbares Einkommen belief sich für das Steuerjahr 2008 (provisorisch) auf Fr. 65'511.--, während das steuerbare Vermögen (provisorisch) Fr. 547'071.-- betrug. X. erhält eine monatliche SUVA-Rente von Fr. 1'339.30. Seine Schulden beziffert er auf rund Fr. 76'000.--. Laut Auszug des Betreibungsamtes F. wurden gegen X. vom 1. Januar 2000 bis am 22. April 2009 17 Betreibungen von total über Fr. 199’000.-- und elf offene Verlustscheine im Betrag von über Fr. 64'500.-- registriert.
X. lebt seit dem 1. August 2005 von seiner Ehefrau V. gerichtlich getrennt in seinem Haus in A.. Er hat für seine drei Kinder (Jahrgänge: 1990, 1992 und 1994) monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'400.-- zu leisten.
B. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Eintragung verzeichnet. Mit Urteil des Bezirkgerichtsausschusses G. vom 2. Juli 2002 wurde er wegen Drohung zu einer Gefängnisstrafe von 45 Tagen bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt.
C. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 4. Januar 2010 wurde X. wegen mehrfachen Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Die Staatsanwaltschaft legte der Anklageschrift vom 4. Januar 2010 folgenden Sachverhalt zugrunde:
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„In der Zeit vom 23. Januar 2007 bis zum 09. Januar 2009 vollzog die Betreibungsbeamtin des Betreibungsamtes F. gegenüber dem Angeklagten sieben Pfändungen für Forderungen in der Höhe von insgesamt CHF 41'548.25.
In den Pfändungseinvernahmen gab der Angeklagte nach Hinweis auf die Straffolgen bei unwahren Angaben und bei Pfändungsbetrug jeweils an, über keine pfändbaren Gegenstände bzw. Aktiven, abgesehen von den aufgeführten Vermögenswerten im Sinne von Art. 92 Ziff. 1 SchKG (Kompetenzstücke), zu verfügen. In der Folge musste das Betreibungsamt jeweils Verlustscheine ausstellen.
In der Tat war der Angeklagte im Zeitpunkt der Pfändungsvollzüge im Besitze von 100 Namenaktien der W., A., zu je CHF 1'000.00 Nominalwert. Deren Wert belief sich für das Jahr 2007 auf CHF 130'000.00 (act. 3.8) bzw. für das Jahr 2008 auf mindestens CHF 100'000.00 (act. 3.18). Gegenüber der Betreibungsbeamtin verheimlichte der Angeklagte jeweils vorsätzlich den Besitz dieser Aktien und schädigte so seine Gläubiger.
Im Einzelnen handelt es sich um folgende Fälle:
1. Pfändung in der Betreibung Nr. 2600814 vom 23. Januar 2007 in A. in der Wohnung des Angeklagten für eine Forderung des Kreisamtes F. in der Höhe von CHF 883.45.
2. Pfändung in der Betreibung Nr. 27002787 vom 26. Juni 2007 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung des Kantonsgerichts bzw. der Finanzverwaltung des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 735.45.
3. Pfändung in der Betreibung Nr. 2700446 vom 26. September 2007 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung der Steuerverwaltung der Gemeinde J. in der Höhe von CHF 863.75.
4. Pfändung in der Betreibung Nr. 2700472 vom 28. November 2007 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 7'930.70.
5. Pfändung in der Betreibung Nr. 2700571 vom 09. Januar 2008 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 10'228.00.
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6. Pfändung in der Betreibung Nr. 2800745 vom 11. Dezember 2008 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 9'812.75.
7. Pfändung in der Betreibung Nr. 2800778 vom 09. Januar 2009 in I. im Büro des Betreibungsamtes F. für eine Forderung der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden in der Höhe von CHF 11'094.15.“
D. Mit Urteil vom 15. März 2010, mitgeteilt am 10. Mai 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss G.:
„1. X. ist schuldig des mehrfachen Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB.
2. Dafür wird X. mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, bedingt bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie einer Busse von CHF 1'500.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zehn Tagen, bestraft.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden CHF 1'750.00 - Gerichtsgebühr CHF 3'647.65 - Schreibgebühren CHF 488.00 total CHF 5'845.65
gehen zu Lasten des Verurteilten.

## Considerations