# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d95d174c-58fc-4001-8698-70d2902a5862
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966
, war zuletzt vom 1
5.
Februar 2016
bis
2
8.
Februar 2019
(letzter effektiver Arbeitstag:
1
7.
August 2018
)
als
Senior
Recruitment
Consultant bei der
B._
AG tätig (
Urk.
11/28/1-2
Ziff.
2.1-2.2)
. Unter Hinweis auf
eine mittelschwere bis schwere depressive Episode mit dissoziativer Amnesie (evtl. Identitätsstörung) meldete er sich am
3.
April 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/10). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte den
medizi
nische
n
und erwerbliche
n
Sachverhalt
ab
, zog die Akten des Krankentaggeldver
sicherers bei (
Urk.
11/16-17,
Urk.
11/23-24,
Urk.
11/30)
und teilte dem Versicher
ten mit Schreiben vom
1
3.
Mai 2019
mit, dass aufgrund seiner privaten und gesundheit
lichen Situation zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien
, weshalb die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde
(
Urk.
11/27)
.
Überdies
auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Mitteilung
vom
1
8.
Juli 2019 eine Schaden
minderungspflicht zur V
erbesserung seines
Gesundheitszustands in F
orm einer Cannabis-Abstinenz mit regelmässigen Urinproben sowie der Weiterfüh
rung der psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung (
Urk.
1
1
/39).
M
it Mitteilung vom
2.
September 2019
wurden
die beruflichen Massnahmen
schliess
lich ganz abgeschlossen
(
Urk.
11/49).
In der Folge
veranlasste die IV-Stelle bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und bei
lic
. phil.
D._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie, ein psy
chiatrisch-neuropsychologisches Gutachten, welches am
2
8.
Februar
beziehungs
weise
am
1
1.
März 2021
erstattet wurde (
Urk.
11/108).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/110,
Urk.
11/115) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
Mai 2021 einen
Rentenanspruch (
Urk.
11/122 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
4.
Juni 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
5.
Mai 2021 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1-2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2021
die Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
10)
.
Mit Replik vom
2
2.
Oktober 2021
hielt
der
B
eschwerdeführer
an den in der Beschwerde ges
tellten Rechtsbegehren fest
(
Urk.
14
), woraufhin die Beschwer
degegnerin mit
Schreiben
vom
2
4.
November 2021 auf das Einreichen einer Duplik
verzichtete
(
Urk.
20). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Gerichtsver
fügung vom
7.
Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht
,
und es wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung gewährt (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen
Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
an
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vor
ge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beein
trächti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Ein
schätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rah
men des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V
50 E. 4.3
).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit August 2018 in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt sei.
Es seien umgehend berufliche
M
assnahmen
durchgeführt worden, welche
aufgrund der privaten und gesundheitlichen Situation des Beschwer
deführers per Mai 2019 abgeschlossen worden
seien
. In der Folge seien medizi
nische Unterlagen eingeholt sowie eine umfassende
psychiatrische und neuropsy
chologische
Untersuchung durchgeführt worden. De
r Regionale Ärztliche Dienst sei
gestützt auf die vorhandenen Unterlagen zum Schluss
gelangt
, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach Lösung der psychosozialen Belastung deutlich verbessert habe und er in seiner bisherigen Tätigkeit wieder vollumfänglich arbeitsfähig sei
, weshalb
nicht von einer länger andauernden Ein
schränkung auszugehen
sei
. Dem Beschwerdeführer sei
somit
möglich, ein ren
tenausschliessend
es Einkommen zu erwirtschaften
(S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2021
(
Urk.
10)
hielt die Beschwerde
gegnerin fest, dass sich der Gutachter mit den geklagten Leiden des Beschwerde
führers und den
Vorakten
auseinandergesetzt und die Beurteilung der gesund
heitlichen Einschränkungen und der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet habe. Demgegenüber könne den gestellten Diagnosen des behandelnden Psy
chiaters und Psychotherape
uten nur bedingt gefolgt werden
. Gemäss Gutachter sei es plausibel, dass der Beschwerdeführer am 1
8.
März 2019
unter
eine
r
rele
vante
n
depressive
n
Episode
gelitten
habe
. Dies
e
habe
im Verlauf jedoch nicht mehr nachvollzogen werden können. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten liege keine gesundheitliche Einschränkung vor, welche den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit einschränke. Die Prüfung, ob durch die psychosozialen Belastungsfaktoren ein invalidenversicherungsrelevanter Gesundheitsschaden entstanden sei, sei somit hinfällig, da überhaupt kein Gesundheitsschaden vor
liege (S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1), es sei nicht korrekt, dass sich sein Gesundheitszustand nach Lösung der psychosozialen Belastung deutlich verbessert habe. Er sei nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1). Seine anhaltende und extreme Vergesslichkeit (dissoziative Störung auf
grund der Depression
)
führe nicht nur dazu, dass er zu Hause in der Küche gefährliche Situationen herbeiführe, sondern auch nicht mehr in der Lage sei, die komplexe Arbeit als Informatiker auszuführen beziehungsweise eine Anstellung zu erhalten (S. 1 f.). Aus diesem Grund habe er seine Stelle verloren und seither habe sich an seinem Gesundheitszustand nichts verbessert.
Es sei deshalb ein Differenzbereinigungsverfahren zu fordern für den vorliegenden Fall, in welchem zwei derart unterschiedliche Beurteilungen aufeinandertreffen.
W
eshalb der Regionale Ärztliche Dienst davon ausgehe, dass er nun plötzlich vollumfänglich arbeitsfähig sei
, könne er nicht nachvollziehen
.
Oft werde der
Verweis auf psy
chosoziale Faktoren als Beleg angeführt, ohne zu berücksichtigen, dass sich psychische Störungen, welche durch psychosoziale Faktoren ausgelöst worden seien, im weiteren Verlauf verselbständigen
und zu einer Arbeitsunfähigkeit füh
ren könnten, was vorliegend zweifellos der Fall sei (S. 2).
Mit Replik vom
2
2.
Oktober 2021 (
Urk.
14)
führte der Beschwerdeführer insbe
sondere aus,
dass
eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2), früher schwere, aktuell mittelgradige Ausprägung
,
vor
liege
. Des Weiteren bestünden deutliche Anhaltspunkt
e
für eine posttraumatische Belastungsstörung nach beziehungsweise bei schwerer psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.1, ICD-11 KPTBS (komplexe posttraumatische Belastungsstörung), gültig ab Januar 2022).
Aufgrund der
allgemeinen Auffa
ssungs-, Aufmerksamkeits-, Denk
- und Hand
lungsstörungen, die wie eine depressive Pseudodemenz anmuten würden, sei
er
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 9
; vgl. nachfolgend E. 3.12
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspr
uch auf eine Invaliden
rente hat und ob hierfür der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt worden ist.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
A._
, Psychotherapeut,
führten im Bericht vom 2
7.
Oktober 2018 zuhanden der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
11/30/
31-35) aus, dass
die Erst
behandlung des Patienten am
3
1.
August 2018
stattgefunden habe
(
Ziff.
1), und sie
stellten
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
5
lit
. a):
-
depressive Episode, zurzeit mittelgra
dig bis schwer (ICD-10 F32.1/2),
mit dissoziativer Amnesie (ICD-10 F44.0) und Identitätsstörung
-
Tendenz zu Depersonalisation/
Derealisation
(ICD-10 F48.1)
Sie
nannten
die folgenden objektiven Einschränkungen bei der gegenwärtigen Tätigkeit:
Denk- und Erinnerungsstörungen, depressive Belastung sowie den Ver
lust des Selbstvertrauens
(
Ziff.
5
lit
. c)
.
3.2
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie und für Psychiatrie und Psycho
therapie
,
H._
, berichtete am 1
8.
März 2019
über die von der Krankentaggeld
versicherung in Auftrag gegebene fachärztliche Untersuchung
vom
8.
März 2019 (
Urk.
11/30/14-22), und stellte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S
. 6
):
-
schwergradige
depressive Episode (ICD-10 F32.2)
-
nichtorganische Insomnie (ICD-10 F51.0)
-
Cannabis-Konsum (ICD-10 F12.1)
Zum psychiatrischen Untersuchungsbefund nach AMDP hielt
Dr.
G._
insbeson
dere das Folgende fest: Der Versicherte berichte mit ausreichender Sprachpro
duk
tion teilweise mit langen
Antwortlatenzen
, wobei die Sprachmelodie sehr leise und monoton sei. Seine Mimik sei spärlich, seine Gestik zeichne sich durch stän
diges Kneten der Hände aus. Der Rapport sei ungeordnet, konfus, mit ständigen Themensprüngen und es bedürfe permanenter Strukturierung durch die Untersu
cherin. Der Versicherte bemühe sich, seine häusliche und berufliche Situation darzustellen, verliere aber immer wieder den Faden. Dies mache es der Untersu
cherin schwer, Wesentliches zu erfassen. Insgesamt mache der Versicherte einen erheblich psychisch beein
trächtigten Eindruck (S. 4). Seine
Konzentration und Aufmerks
amkeit seien deutlich reduziert und
es bestehe eine zumindest leichte Auffassungsstörung. Die Denkabläufe seien langsam, schleppend, deutlich gehemmt, umständlich, sich in unwesentlichen Einzelheiten
sowie in Einzelheiten in Bezug auf die häusliche Situation (gewalttätige Ehefrau, häufige Konflikte des 14-jährigen Sohnes mit der Polizei) verlierend. Es bestehe eine
Grübelneigung
sowie Ideenflucht und häufiges Vorbeireden mit Gedankenabreissen (S. 5). Der Versicherte wirke ratlos, hoffnungslos, ängstlich, die Stimmung
sei
depressiv, die Auslenkung zum posi
tiven Pol gelinge themenbezogen und
vereinzelt sei ein Lächeln zu erhalten. Es fänden sich Hinweise auf Schuldgefü
hle sowie Insuffi
zienzerleben und d
as Selbstwertgefühl sei deutlich reduziert. Es liege eine Störung der Vitalgefühle vor und
der Versicherte berichte von
eine
r
ausgeprägte
n
Durch
schlafstörung (S. 6).
Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit vom
8.
März bis 1
4.
April 2019 zu 100
%
und vom 1
5.
April bis 1
4.
Mai 2019 zu 50
%
arbeitsun
fähig. Ab 1
5.
Mai 2019 sei wieder von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Die Prognose depressiver Stör
ungen sei überwiegend günstig, n
otwendig sei
jedoch
eine Therapieintensivierung und medikamentöse Anpassung
(
Aufdosierung
, Augmentation oder Umstellung der bisher nicht wirksamen antidepressiven Medikation)
. Ebenso erscheine eine stationäre Behandlung sinnvoll. In Bezug auf den Fehlgebrauch von
Cannabino
iden
sei eine entsprechende Suchttherapie angezeigt, da der bestehende Konsum geeignet sei, zu psychischen Störungen (unter anderem depressiven Syndrom
en
) zu führen beziehungsweise diese mit zu unterhalten. Unter einer lege
artis
kon
trollierten Drogen-Abstinenz und Implementierung der antidepressiven Therapie sei per Mitte
April
2019
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und
per Mitte Mai von 100
%
zu erwarten (S. 7).
3.3
Die
Fachpersonen der Klinik
I._
führten im Bericht vom
1
4.
Mai 2019 über die neuropsychologische
Untersuchung vom 2
4.
April 2019 (
Urk.
11/32/10-14) aus, dass der Patient
über ein durchschnittliches allgemeines kognitives Leis
tungsvermögen mit einer Stärke im wahrnehmungsgebundenen logischen Denken verfüge. Dazu diskrepant hätten sich Minderleistungen in
attentionalen
und exekutiven Funktionen sowie sprachliche Auffälligkeiten
gefunden. Im
attentio
nalen
Berei
ch seien diese Minderlei
s
tungen vor allem in Form einer nicht durch
gehend beobachteten Verlangsamung zu verzeichnen. Weiter habe sich diese unspezifische Verlangsamung auch im sprachlichen Bereich beim lexikalischen Zugriff sowie bei der semantischen Wortproduktion gezeigt. Im Gegensatz dazu sei das Arbeitstempo bei anderen zeitkritischen Aufgaben, bei denen der Patient voll durchschnittliche Leistungen erbracht habe, unauffällig gewesen. Darüber hinaus seien in der Spontansprache ein verlangsamter Redefluss, verlängerte
Ant
wortlatenzen
, Wortfindungsstörungen sowie eine schwerverständliche, etwas verwaschene,
hypophone
Sprache zu verzeichnen gewesen, wobei diese Auffäl
ligkeiten im Deutschen deutlich ausgeprägter als im Englischen gewesen seien. Die subjektiv berichteten Gedächtnisprobleme hätten sich in der aktuellen neuro
psychologischen Untersuchung nicht objektivieren lassen. Die knappen Leistun
gen im verbalen Abruf sowie das instabile Behalten einzelner Wörter stün
de
n
am ehesten
in Zusammenhang mit der affektiven Symptomatik, die als schwankende Aufmerksamkeit zum Ausdruck komme (S.
6
).
Die
unspezifischen Auffälligkeiten im Leistungsprofil
würden sich
am ehesten im Rahmen eines variierenden Antriebs, bedingt durch einen erschöpfungsdepressi
ven Zustand bei multiplen kumulierenden B
elastungsfaktoren erklären la
ssen. Insgesamt
würden
sich die vorliegenden Befunde somit als unspezifische Minder
leistungen im
attentionalen
und exekutiven Bereich bei Verdacht auf eine affek
tive Störung beschreiben
lassen
(ICD-10 F07.8
; S.
6
).
Im Vordergrund der empfohlenen Massnahmen stehe in dieser kritischen Lebensphase die psychische Stabilisierung durch eine regelmässige psychotherapeutische Begleitung (S. 5).
3.4
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
stellten mit
Verlaufsbericht
vom 2
8.
Mai 2019 (
Urk.
11/32/7-9) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (
Ziff.
1.2):
-
schwergradige
depressive Episode (ICD-10 F32.2)
-
sonstige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrun
d einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.8)
Der Gesundheitszustand des Patienten sei seit August 2018 stationär (
Ziff.
1.1). Sowohl in der bisherigen als auch in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit sei der Patient zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
2.1-
2.2). Die Arbeitsfähigkeit könn
e eventuell durch eine S
teigerung der Therapiefrequenz sowie durch Unterstützung im Rahmen
sozialpsychiatrische
r
Interventionen (Familien-Einbezug, Hilfe bei
der
Scheidung) verbessert werden (
Ziff.
4.1). Der Patient sei in einer sehr schwie
rigen persönlichen Situation. Seine Ehefrau sei sehr aggressiv und beisse ihn ins Gesicht. Auch in der in
K._
lebenden Herkunftsfamilie bestünden Schwie
rigkeiten. Bevor hier
Veränderungen stattgefunden hätten
, sei kaum eine Verbes
serung zu erwarten (
Ziff.
4.4).
3.5
Dipl. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nahm am 1
7.
Juli 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
11/109 S. 3-5), und hielt fe
st, dass das Gutachten von
Dr.
G._
vom März 2019
(vgl. vorstehend E. 3.2
)
die formalen Quali
tätskriterien für psychiatrische Gutachten nicht erfülle. Es sei in seinen medizini
schen Schlussfolgerungen lediglich teilweise nachvollziehbar und die prognosti
schen Aussagen seien in Bezug auf eine schwere Depression wenig plausibel. Er nannte die folgende Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 4):
-
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) wegen ausgeprägten psycho
sozialen Belastungen
-
mit neuropsychologisch nachgewiesenen leichten bis mittelschweren kognitiven Leistungseinbussen
-
nach Telefonat mit
Dr.
Z._
vom 1
7.
Juli 2019 aktuell nur noch mittel
gradig (ICD-10 F32.1)
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Personalvermittler bestünden leichte bis mittelschwere Leistungseinschränkungen in der Aufmerksamkeit und
in
Funk
tionen der Handlungsplanung, formale Denkstörungen, eine ausgeprägte Wortfindungsstörung und ausgeprägte A
ntriebsminderung
sowie eine insgesamt
deut
lich reduzierte Durchhaltefähigkeit. Derzeit sei dem
Versicherten
keine Erwerbs
tätigkeit zumutbar. Seit 1
8.
November 2018 bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit in der bisherigen Tätigkeit als Personalberater. Gemäss Tele
fonat mit
Dr.
Z._
könnten Integrationsmassnahmen gestartet werden, da eine Belastbarkeit für zwei Stunden pro Tag gegeben sei. Bei Weiterführung der bisherigen Behand
lungen und Einhaltung der Cannabis-Abstinenz sei eine Verbesserung möglich
.
Diesbezüglich sei eine Schadenminderungspflicht aufzuerlegen, zudem erscheine der Einstieg parallel mit Integrationsmassnahmen bei drohender Invalidität mög
lich (S. 4).
Der
Versicherte
leide an einer schweren depressiven Episode infolge zu hoher psychosozialer Belastungen innerhalb des familiären Umfelds, welche er mit seinem bisherigen Verhaltensmuster nicht mehr bewältigen könne
.
Dem lägen m
öglicherweise strukturelle Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung in
folge des früheren sexuellen Missbrauchs zugrunde. Der Gesundheitszustand
habe sich verbessert,
es
sei dennoch in Anbetracht der zu Beginn schwer depres
siven Symptomatik mit deutlichen kognitiven Einschränkungen von einer drohenden Invalidität auszugehen (S. 4 f.)
.
3.6
Mit am 1
3.
September 2019 bei der IV-Stelle eingegangenem Schreiben (
Urk.
11/51) führten
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
aus, dass zurzeit Vieles im Gange sei, was die Psychotherapie massiv behindere. Zurzeit könnten nur «Feuerwehr
übungen» durchgeführt werden. Die aktuellen Sitzungen bestünden vor allem in sozialpsychiatrischer Unterstützung, um das Gleichgewicht des Patienten einiger
massen aufrecht erhalten zu können. Zunächst gehe es darum, dass der Patient nach Abwesenheit der Ehefrau allmählich zur Ruhe komme. Dies dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen, sei er doch durch die Persönlichkeitsveränderung seiner Ehefrau deutlich traumatisiert. Erst
später könnten antidepressive T
hera
piemassnahmen zur Wirkung kommen. Die späteren Ziele seien klar abge
spro
chen. Es solle ein phasenweiser allmählich steigernder Wiedereinstieg erfol
gen, zunächst trainingsmässig, bis ein
Zustand erreicht werde
, welcher
ihm wieder eine volle Arbeitsleistung im ersten Arbeitsmarkt ermögliche.
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
hielten im
Begleitschreiben zum
Verlaufsbericht vom
3.
Januar 2020 (
Urk.
11/62
/4
) fest, dass nach Durchführung der im Rahmen der Schadenminderungspflicht auferlegten Massnahmen keine Verbesserung, son
dern eher eine Verschlechterung eingetreten sei. Diese könne nur im Zusammen
hang mit den schwer belastenden psychosozialen Ereignissen verstanden werden. Die Familie des Patienten stehe unter einer akuten, schweren Krise. Seine Ehefrau habe ein richterliches Verbot erhalten, die Wohnung zu betreten und verweigere die Scheidung. Seine Tochter habe ihre Arbeitsstelle verloren und der Sohn sei anhaltend in polizeiliche Untersuchungen verwickelt. Die Aussicht auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt sei zurzeit undenkbar. Der Patient müsse mit seinem Sohn und seiner Tochter eine Wohnung finden. Er sei verzweifelt und sehe nicht, wie eine Lösung der Probleme aussehen könnte. Die aktuelle
Situation
sei völlig unübersichtlich und der
Patient sei
schwer
st
belastet. Da eine Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit mit der Auflösung der oben beschriebenen Probleme zusammenhänge, wirke die Psychotherapie zurzeit bloss unterstützend.
In
der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit
sei der Patient
weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/62/1
Ziff.
2.1-2.2).
3.7
RAD-Arzt
dipl.
med.
J._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Februar 2020 (
Urk.
11/109 S. 7) aus, die hohen psychosozialen Belastungen bestünden weiterhin, sodass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten
nicht verändert habe. Es sei weiterhin von einem instabilen Gesundheitsschaden auszugehen. In sechs Monaten sei ein Verlaufsbericht einzuholen.
3.8
Im
Verlaufsbericht
vom 1
9.
August 2020 (
Urk.
11/82/3-5) nannten
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
dieselben Diagnosen wie im Beric
ht vom Mai 2019 (vorstehend E.
3.4
)
und vom
3.
Januar 2020 (
Urk.
11/62/1
Ziff.
1.2; vgl. vorstehend E. 3.6)
. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit (
Ziff.
2.1-2.2). Der Patient habe - seiner Auffassung nach aufgrund der Medikamente - merkwürdige und beängstigende Gedanken gehabt, z.B. sich unter ein Tram zu stürzen. Aus diesem Grund habe er die Medi
kamente absetzen wollen, was der behandelnde Psychiater dann auch erlaubt habe. Deshalb sei er zurzeit ohne Medikation (
Ziff.
3.2). Die Prognose sei zurzeit unsicher (
Ziff.
3.3). Der Patient sei in einer sehr schwierigen persönlichen Situa
tion. Diese Probleme würden die Störungen aufrechterhalten und seien durch Psychotherapie allein nicht behebbar, sondern durch eine Änderung der Gesamt
situation (
Ziff.
4.4).
3.
9
RAD-Arzt
dipl.
med.
J._
nahm am
4.
September 2020 erneut Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
11/109 S. 8) und führte aus, dass anhand der psychiatrischen Verlaufsberichte eine Einschränkung in allen Lebensbereichen nicht nachvollzogen werden könne. Auch das Beenden der antidepressiven Medikamente sei bei einer schweren Depression mit angeblich organischer Betei
ligung schwer nachzuvollziehen. Es lägen sehr hohe psychosoziale Belastungen vor, aber ob neben diesen eine eigenständige depressive Störung vorliege, sei unklar. Es werde daher eine psychiatrisch-neuropsychologische Abklärung empfohlen.
3.10
3.10
.1
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
D._
, Fachpsychologe für N
europsycholo
gie, erstatteten am 2
8.
Februar
beziehungsweise am 1
1.
März 2021
ein
bidiszpilinäres
Gutachten i
m Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
11/108)
.
Gestützt auf
die ihnen überlasse
nen Akten
, die A
ngaben des Beschwerdeführers
sowie ihre im Rahmen der psy
chiatrischen Untersuchun
g vom 1
9.
November 2020
und neur
opsychologischen Abklärung vom 2
6.
Februar 2021
erhobenen Befunde
nannten
sie keine Diagno
sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und erachteten den Beschwerde
führer in der bisherigen sowie in einer angepassten Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig (v
gl.
Urk.
11/108/1-50 S. 40 oben, S. 44-46
Ziff.
8.1-8.3
)
3.10
.2
Lic
. phil.
D._
hielt im neuropsychologischen Untersuchungsbericht vom 2
8.
Februar 2021 (
Urk.
11/108/51-67) fest, dass sich in sämtlichen Symptom
validierungsverfahren unauffällige Resultate und in der Intelligenztestung ein alterskonformes und ausgeglichenes Leistungsniveau (Gesamt-IQ 105)
gezeigt hätten
. Auf neuropsychologischer Informationsverarbeitungsebene hätten sich im Gegensatz zur neuropsychologischen Untersuchung vom Mai 2019
(vgl. vorste
hend E. 3.3
)
keine relevanten Minderleistungen gezeigt. Gemäss den Angaben des Exploranden habe sich die Gesamtsituation mittlerweile etwas entspannt. Auch nehme er die damals verordneten Medikamente nicht mehr ein (S. 9
Ziff.
14.1.2). Vor dem Hintergrund der vorliegend gezeigten Leistungen bestünden aus neuro
psychologsicher Sicht keine berufsrelevanten kognitiven Einschränkungen
(S. 10
Ziff.
14.2). Die angestammte Tätigkeit sei bezüglich der intellek
tu
ell/neuropsychologischen Voraussetzungen leidensadaptiert (S. 10
Ziff.
14.3). Der Explorand verfüge über ein gut normvariantes und ausgeglichenes intellektuelles Fähigkeitsniveau. Das in einzelnen Bereichen etwas langsame Arbeits
tempo sei vor dem Hintergrund der guten Leistungsqualität nicht als neuro
psy
chologisches Defizit, sondern eher als angepasstes und überlegtes Arbeitsverhal
ten zu inter
pretieren. Der Explorand zeige ein im Vergleich mit einer hirngesun
den Altersre
ferenzpopulation mit vergleichbarer Schul- und Berufs
bildung alters
konformes Leistungsprofil (S. 10
Ziff.
14.4).
3.10
.3
Dr.
C._
führte im psychiatrischen Tei
lgutachtachten
vom 1
1.
März 2021 (
Urk.
11/108/1-50
) aus, dass sich im Rahmen der Untersuchung keine Beein
träch
tigungen der Bewusstseinsklarheit und Bewusstseinshelligkeit gezeig
t hätten. Die Aufmerksamkeit sowie
Konzentration
hätten
für die Dauer des Gesprächs durch
gehend
aufrechterhalten werden können und die Auffassung sei ungestört gewe
sen.
Das Langzeitgedächtnis habe beeinträchtigt gewirkt, der
Explorand
habe sich an viele Daten nicht mehr genau erinnern können. Es hätten sich nur leichte Merkfähigkeitsstörungen gezeigt. Teilweise habe der
Explorand
leise und undeut
lich gesprochen, manchmal habe er auch längere Pausen gemacht.
Die persönli
che Geschichte habe er gut nachvollziehbar zum Ausdruck gebracht.
Der formale Gedankengang sei teilweise etwas sprunghaft gewesen. Die Grundstimmung sei
euthym
und die affektive Modulationsfähigkeit nicht einge
schränkt gewesen.
Zu beiden Polen hin habe eine gute Auslenkbarkeit bestanden.
Der
Explorand
habe Insuffizienzgefühle beschrieben. Ansonsten seien keine Störungen der Affektivi
tät beklagt oder fest
gestellt worden. Der Explorand
fühle sich
nicht deprimiert oder depressiv, die Situation würde ihn aber belasten. Ab und zu habe er Mühe mit dem Antrieb, no
rmalerweise aber nicht (S. 33 f.
Ziff.
4.3).
Im Rahmen der Untersuchung hätten sich keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer symptomatischen psychischen Störung, einer Störung durch psychotrope Substanzen, einer Schizophrenie, einer
schizo
typen
oder wahnhaften Störung gefunden
(S. 36
Ziff.
6.1)
. Die Fachpersonen der Klinik
I._
hätten unspezifische Minderleistungen in
attentionalen
und exeku
tiven Bereichen bei Verdacht auf eine affektive Störung diagnostiziert und diese als sonstige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des G
ehirn
s (ICD-10 F07.8) kodiert. Unklar bleibe insbesondere, weshalb man sich für eine Diagnose aus dem Kapitel F0 (organische Störungen) entschieden habe, da keine eindeutigen Hin
weise auf eine zerebrale Krankheit, eine Hirnverletzung oder eine andere Schädi
gung, die zu einer Hirnfunktionsstörung führe, bestünden. Offensichtlich werde ein Zusammenhang zwischen den neuropsychologischen Auffälligkeiten und einer affektiven Störung hergestellt, was ein denkbarer Zusammenhang sei, allerdings sei eine affektive Störung keine organische Störung im Sinne des ICD-10
(S. 37)
.
Zum Zeitpunkt der aktuellen psychiatrischen Untersuchung am 1
9.
November 2020 sei die Grundstimmung des
Exploranden
euthym
und die affektive Modu
lationsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen. Es habe zu beiden Polen hin eine gute Auslenkbarkeit bestanden. In dieser Situation komme die Diagnose einer depressiven Episode nach ICD-10 nicht in Frage
(S
. 37
)
.
Auch
lic
. phil
.
D._
habe anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung eine
euthyme
Stimmung sowie eine gute affektive Schwingungsfähigkeit beschrieben. Der
Explorand
sel
ber habe ebenfalls festgehalten, dass ihn seine Probleme zwar belasten würden, er aber nicht depressiv sei (S
. 37 f.
).
Eine mittelgradige bis schwere depressive Episode sei bereits im ersten Arztbericht von
Dr.
Z._
vom 2
7.
Oktober 2018
(vgl. vorstehend E. 3.1
)
diagnostiziert worden. Im Status werde zur Affektivität aller
dings wenig ausgesagt, es werde vor allem auf kognitive Schwierigkeiten hinge
wiesen. Auch
Dr.
G._
habe im Bericht vom 1
8.
März 2019
(vgl. vorstehend E.
3.2
)
eine
schwergradige
depressive Episode diagnostiziert.
Eine
schwergradige
depres
sive Episode werde seither in allen Berichten von
Dr.
Z._
diagnostiziert, falls überhaupt zur Diagnose Stellung genommen werde.
Allerdings werde diese Diagnose
im Verlauf
zunehmend weniger plausibel und sie sei auch formal nicht so lange möglich. Eine depressive Episode sei per
Definition zeitlich limitiert. F
alls die depressive Verstimmung länger anhalten sollte, müsste von einer rezidivie
renden depressiven Störung ausgegangen werden. In den Berichten
von
Dr.
Z._
würden
indes
zunehmen
d
psychosoziale Belastungsfaktoren in den Vordergrund gerückt (S
. 38
). Es werde ein klarer Zusammenhang zwischen den psychosozialen Belastungsfaktoren (und nicht einer psychiatrischen Symptomatik) und der Arbeitsunfähigkeit hergestellt.
So werde insbesondere im
Bericht vom 1
9.
August 2020
(vgl. vorstehend E. 3.8
)
nicht etwa mit einer gravierenden Psychopathologie argumentiert, sondern mit gravierenden psychosozialen Belastungsfaktoren (S
.
39
).
Es sei
plausibel, dass zu Beginn tatsächlich eine relevante dep
ressive Episode bestanden habe. Diesbezüglich sei die Behandlung erfolgreich gewesen. Aktuell seien die Kriterien einer depressiven Episode
jedoch
nicht erfüllt. Aufgrund der unklaren Aktenlage könne jedoch nicht genau gesagt werden, seit wann dies nun genau der Fall sei. Seit längerer Zeit stünden aber psychosoziale Belastungs
fak
toren im Vordergrund (S. 42 f.
Ziff.
7.2.1). Die behandelnden Fachpersonen hätten nach der neuropsychologischen Abklärung immer mit gravierenden neuropsy
chologischen Einschränkungen argumentiert, diese bestünden aktuell
so
aber
sicherlich
nicht. Im Rahmen der aktuellen neuropsychologischen Abklärung sei das Leistungsniveau des
Exploranden
unauffällig gewesen (S. 43
Ziff.
7.3.3). Es könne keine psychiatrische Diagnose gestellt werden. In der neuropsychologi
schen Abklärung habe der
Explorand
durchwegs gute Resultate erzielt, weshalb auch aus neuropsychologischer Sicht die Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt sei (S. 44
Ziff.
7.4.1).
Es sei somit plausibel, dass am 1
8.
März 2019 tatsächlich noch eine relevante depressive Episode bestanden habe, eine solche werde im Bericht von
Dr.
G._
vom 1
8.
März 2019 eindeutig beschrieben. In der Folge werde der Verlauf aber zunehmend weniger plausibel
. In den Akten werde zu
nehmend mit psychosozialen Belastungsfaktoren argumentiert, sodass man nur sagen könne, dass eine über längere Zeit anhaltende relevante Einschränkung überwiegend wahrscheinlich nicht begründet sei
(S. 46
Ziff.
8.3.1).
3.11
RAD-Arzt
dipl.
med.
J._
führte in seiner Stellungnahme vom
2
2.
März 2021 (
Urk.
11/109 S. 8-9) aus, dass das Gutachten von
Dr.
C._
und
lic
.
phil
.
D._
die formalen Qualitätskriterien
erfülle
und in seinen medizinischen Schlussfol
ge
rungen plausibel und nachvollziehbar sei. Bei Status nach einer möglichen schweren depressiven Episode von August 2018 bis zirka März 2019 sei aktuell keine Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen (S. 8).
Der Gesundheitszustand habe sich nach der Trennung von seiner Ehefrau gebessert.
Der
Versicherte
habe an einer möglichen schweren depressiven Episode infolge von zu hohen psychosozialen Belastungen innerhalb des familiären Um
feldes, welche er mit seinem bisherigen Verhaltensmuster ni
cht mehr habe bewältigen können, gelitten.
Nach Lösung der psychoso
zialen Belastungen habe sich sein
Gesundheitsschaden deutlich verbessert.
In der bisherigen Tätigkeit als Personalvermittler habe
somit
keine länger dauernde Arbeitsunf
ähigkeit bestan
den (S. 9).
3.12
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
, welche den Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerde
verfahren vertreten (vgl.
Urk.
6
),
nahmen im Rahmen der Replik vom 2
2.
Oktober 2021 (
Urk.
14) ausführlich Stellung zum angefochtenen Entscheid (
Urk.
2). Sie führten aus, dass
Dr.
C._
keine psychische Störung
diagnostiziert
habe, obwohl
er die dazu entsprechenden Befunde erhoben
habe. Der Patient habe sich in der Gutachtenssituation
jedoch
gerade in einem Zwischenhoch befunden, zudem dissimuliere er häufig und stufe sich nicht als krank oder belastet ein. Der Gutachter habe bei der Diagnosestellung die zuvor durch ihn erhobenen psycho
pathologischen Befunde (Denkstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Sprach
störungen, Selbstwertstörungen, soziale Isolation), welche die Ursache der Arbeitsunfähigkeit und des Stellenverlusts gewesen seien
,
nicht gewürdigt
(S. 3 f.
Ziff.
2). Die von
Dr.
G._
und
Dr.
C._
erhobenen psychopathologischen Funktionsstörungen
seien beim Patienten auch heute jederzeit beobachtbar (S. 4
Ziff.
3).
Der Patient sei diversen schwierigen Situationen hilflos ausgeliefert gewesen (vgl. S. 4-6
Ziff.
3), welche für ihn derart belastend gewesen seien, dass er allmählich begonnen habe, mit verschiedenen psychopathologischen Störungen zu reagie
ren. Dies habe zum Fehlverhalten am Arbeitsplatz geführt, was letztli
ch die Kün
digung zur Folge gehabt habe
. Die Belastung habe immer mehr zugenommen und es sei allmählich die diagnostizierte Depression als eigenständige Störung ent
standen. Diese pathogene Situation werde sich noch wei
terentwickeln, denn die Scheidung sei noch nicht vollzogen. D
ie Ehefrau werde ihn zweifellos noch weiter belasten, ebenso die Entwicklung des Sohnes, welcher nun von ihm alleine betreut werde (S. 6).
Die länger anhaltende Reaktion auf aussergewöhnlich belasten
de psychische Ereignisse
werde
in der aktuellen psychopathologischen Diskussion und zukünf
tig in der im nächsten Jahr erscheinenden ICD-11 als posttraumatische Belas
tungsstörung bezeichnet. Es werde davon ausgegangen, dass der Patient unter solchen Bedingungen krank geworden sei, wobei durch seine Kindheit bereits Vorbelastungen eine Rolle gespielt hätten. Jedenfalls sei hier eine abnorme Per
sönlichkeitsentwicklung zu konstatieren, die als die fortdauernde Reaktion auf die beschriebenen existenziellen Schwierigkeiten aufgefasst werden müsse. Diese Entwicklung sie klar krankheitswertig (S. 8). Das ganze Erscheinungsbild zeige jedenfalls, dass multiple diagnostische Anhaltspunkte vorhanden seien
.
Dass der G
utachter diese ausser Acht gelassen habe
, erscheine tendenziös und fahrlässig.
Es liege eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.2), früher schwere, aktuell mittelgradige Ausprägung
,
vor. Des Weiteren bestünden deutliche Anhaltspunkt
e
für eine posttraumatische Belastungsstörung nach beziehungs
weise bei schwerer psychosozialer Belastung (ICD-10 F43.1, ICD-11 KPTBS (kom
plexe posttraumatische Belastungsstörung), gültig ab Januar 2022). Durch die beschriebenen allgemeinen Auffassungs-, Aufmerksamkeits-, Denks- und Hand
lungsstörungen, die wie eine depressive Pseudodemenz anmuten würden, sei der
Patient
zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 9).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin beurteilte den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im Wesentlichen gestützt auf
das psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten
vom 2
8.
Februar beziehungsweise vom 1
1.
März 2021 (vorstehend E. 3.10
)
s
owie die RAD-Stellungnahme vom 2
2.
März 2021 (vorstehend E. 3.11
)
.
Sie ging in
der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2) davon aus, dass
sich der Gesundheitszustand nach Lösung der psychosozialen Belastung deutlich verbessert habe und
von keiner länger andauernden Einschränkung auszugehen sei
(vgl. vorstehend E.
2.1
). Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, es handle sich um eine durch psychosoziale Faktoren ausgelöste, im weiteren Verlauf
indes
verselb
stän
digte psychische Störung
und er sei aufgr
und der allgemeinen Auffassungs-
,
Auf
merksamkeits
-, Denk- und Handlungsstörungen zu 100
%
arbeitsunfähig
(vgl. vorstehend E. 2.2 und E. 3.12
).
4.2
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
ren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psy
cho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
gaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
4
.3
Das Gutachten v
on
Dr.
C._
und
lic
. phil.
D._
(vorstehend E. 3.10
)
erging unter Beachtung sämtlicher Kriterien zum Beweiswert
einer ärztlichen
Expertise
(
vgl.
vo
rstehend E. 1.6
)
, weshal
b darauf abgestellt werden kann.
Dr.
C._
gelangte gestützt
auf eine umfassende Anamnese und objektive Befunderhebung
im Rahmen seiner psyc
hiatrischen Begutachtung (vgl. vorste
hend 3.10.3
)
zum
begründeten
Schluss, dass
vorliegend
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden kann.
Der Gut
achter setzte sich eingehend mit den in den
Vorakten
erwähnten Diagnosen aus
einander und legte nachvollziehbar dar,
dass
- entgegen den aktuellen Berichten der behandelnden Fachpersonen - die Voraussetzungen zur Annahme einer depressiven Erkrankung
aktuell
nicht erfüllt sind.
So war
die Grundstimmung des Beschwerdeführers
anlässlich der
psychiatrischen
Begutachtung durchweg
euthym
und es konnten keine Einschränkungen in der affektiven Modulations
fähigkeit festgestellt werden
(
Urk.
11/108/1-50 S. 34 Mitte, S. 37-38
),
was mit dem im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung erhobenen Psychostatus
übereinstimmt
.
Auch
lic
. phil.
D._
,
welcher den Beschwerdeführer mehr als drei Monate nach der psychiatrischen Begutachtung
neuropsychologisch
untersuchte
(vgl. vorstehend E. 3.10.2
)
,
beobachtete eine gute affektive Schwingungsfähigkeit sowie
eine
euthyme
Stimmung und erkannte keine Einschränkungen im Antrieb, Interesse und Freudempfinden.
Er beschrieb den Beschwerdeführer in seiner Affektivität als gut gelaunt, offen, freundlich und heiter
(vgl.
Urk.
11/108/51-67
S. 5 f.
Ziff.
11).
Die
g
utachterliche Einschätzung deckt sich im Übrigen mit den
glaubwürdigen
Angaben des Beschwerdeführers, welcher seine allgemeine Situ
ation
zwar
als belastend, sich selber jedoch nicht als deprimiert oder depressiv bezeichnete (vgl.
Urk.
11/108/1-50
S. 22
Ziff.
3.2.1, S. 34 Mitte
).
Des Weiteren begründete
Dr.
C._
schlüssig, dass die Diagnose einer sonstigen organischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.8
; vgl. vorstehend E.
3.3-3.4, E. 3.8
) nicht
gefolgt werden kann
,
da vorliegend
weder eindeutige Hin
weise auf eine zerebrale Krankheit
oder
eine Hirnverletzung
noch auf
eine andere Schädigung, die zu einer Hirnfunktionsstörung führt, bestehen.
4.4
Auch in neuropsychologischer Hinsicht
(vgl. vorst
ehend E. 3.10.2
)
konnten aktu
ell keine Einschränkungen festgestellt werden.
In der Intelligenztestung zeigte sich ein alterskonformes und ausgeglichenes Leistungsniveau bei einem Gesamt-IQ von 10
5.
Insbesondere in den Bereichen Aufmerksam
keit/Konzentration u
nd Lernen/Gedächtnis erzielte der Beschwerdeführer
durch
weg durchschnittliche
beziehungsweise altersentsprechende
T
estresultate (vgl.
Urk.
11/108/51-67
S. 8
oben
) und auch auf neuropsychologischer Informations
verarbeitungsebene zeigten sich im Gegensatz zu
r Abklärung vom 2
4.
April 2019 (vgl. vorstehend E.
3.3
)
,
welche im Übrigen ohne eine Symptomvalidierungsver
fahren
erfolgte
(vgl.
Urk.
11/108/51-67
S. 9
Ziff.
14.1.2) und keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthält
,
keine relevanten Minderleistungen.
Das in einzelnen Bereichen etwas langsame Arbeitstempo wurde vor dem Hintergrund der guten Leistungsqualität sodann nachvollziehbar nicht als neuropsychologisches Defizit, sondern als an
gepasstes und überlegtes Arbeitsverhalten interpretiert.
A
nlässlich der neuropsy
chologischen Abklärung
gab der Beschwerdeführer
ferner
zu Proto
koll
, dass sich die Gesamtsituation
mittlerweile
etwas entspannt habe und er die damals verord
neten Medikamente ni
cht mehr einnehme (
Urk.
11/108/51-67
S. 9
Ziff.
14.1.2). Auch im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung
durch
Dr.
C._
vom
November 2020
ergaben sich keine Hinweise auf Auffassungs- und Auf
merksam
keitsstörungen. Der
Beschwerdeführer
war
für die gesamte Dauer der Exploration
in der Lage,
die Aufmerksamkeit und Konzentration
durchgehend
aufrechtzuer
halten
und die Auffassung war ungestört
(vgl.
Urk.
11/108/1-50
S.
33
Ziff.
4.3).
Gestützt
auf das umfassende und schlüssige
psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten
ist aktuell
somit weder in psychiatrischer noch in neuropsychologi
scher Hinsicht ein Gesundheitsschaden ausgewiesen.
4.5
Des Weiteren legte
Dr.
C._
nach einer eingehenden
und umfassenden
Aus
einandersetzung mit
den medizinischen Akten
nachvollziehbar
dar, d
ass
sich die
von den
behandelnden Fachpersonen
durchgehend
attestierte vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
aufgrund einer mittel- respektive
schwergradigen
depressiven Episode
- zumindest
im Verlauf
-
als nicht
plausibel
erweist.
Die durch
Dr.
G._
erhobenen Befunde deuten insgesamt darauf hin, dass zu Beginn - insbesondere im Ze
itpunkt ihrer Untersuchung vom
8.
März 2019 (vor
stehend E. 3.2
) -
zeitweilig
eine
möglicherweise
relevante depressive Episode mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestanden hatte. So hielt sie in ihrem Bericht insbesondere fest, dass die
Konzentration
und
Aufmerksamkeit des Beschwerde
führers
anlässlich der Untersuchung
deutlich reduziert
gewesen sei
und eine zumindest leichte Auffassungsstörung bestand
en habe
. In der Affektivität beschrieb sie
ihn
als ratlos, hoffnungslos, ängstlich, dep
ressiv verstimmt und affektarm, wobei
d
ie Auslenkung zum positiven Pol
nur themenbezogen
gelun
gen
sei
.
Seine Mimik sei spärlich gewesen und die Gestik habe sich durch ständi
ges
Kneten der Hände ausgezeichnet. Der
Rapport
sei ungeordnet und
konfus
gewesen,
mit ständ
igen Themensprüngen.
Des Weiteren hätten
Hinweise auf Schuldgefühle und Insuffizienzerleben
bestanden
, das Selbstwertgefühl
des Beschwerdeführers sei
deutlich reduziert
gewesen
und es
habe
eine Störung der Vitalgefühle vor
gelegen
.
Insbesondere g
estützt auf
diese Befunde
erachtete
Dr.
G._
den Beschwerdeführer
in seiner angestammten Tätigkeit vom
8.
März bis 1
4.
April 2019 als zu 100
%
arbeitsunfähig,
vom 1
5.
April bis 1
4.
Mai 2019 als zu 50
%
arbeitsunfähig und ab
1
5.
Mai 2019 wieder
um als
zu 100
%
ar
beitsfähig (vgl. vorstehend E. 3.2
).
4.6
Nicht plausibel ist indes, dass die depressive Episode
-
wie vom Be
schwerdeführer geltend gemacht -
seither unverändert anhält. Der Gutachter legte diesbezüglich schlüssig dar, dass in den
Berichten
von
Dr.
Z._
und
lic
. phil.
A._
zunehmend psychosoziale Belastungsfaktoren in den Vordergrund gerückt
wurden
.
So
führ
ten
sie
im Bericht vom
2
8.
Mai 2019 (vorstehen
d E. 3.4
) aus, dass die Arbeits
fä
higkeit des Besc
hwerdeführers insbesondere mit Unterstützung durch sozial
psy
chiatrische
Interventionen (Familieneinbezug, Hilfe bei der Scheidung) gesteigert werden könne. Als Faktoren, welche die Krankheit aufrechterhalten
würden
, nannten sie die sehr schwierige persönliche Situation des Beschwerdeführers: Seine Ehefrau sei sehr aggressiv und beisse
ihn ins Gesicht
und auch in der Her
kunftsfamilie in
K._
bestünden Schwierigkeit
en
. Bevor
diesbezüglich Verän
derungen
stattgefunden hätten
, sei kaum eine Verbesserung zu erwarten.
Auch
anlässlich des Gesprächs mit der Eingliederungsberate
rin vom Mai 2019 gab
Dr.
phil.
A._
zu Protokoll, dass der Beschwerdeführer mit privaten Themen (Scheidung) sowie der gesamten Familiensituation überfordert und beschäftigt sei und vorläufig weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben werde (
Urk.
11/50 S. 5-6)
.
Mit am 1
3.
September 2019 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenem Schreib
en (vorstehend E. 3.6
) hielten
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
fest, dass es zunächst darum gehe, dass der Beschwerdeführer nach Abwesenheit seiner Ehe
frau allmählich zur Ruhe komme. Mit
Begleitschreiben zum Verlaufsbericht vom
3.
J
anuar 2020 (vgl. vorstehend E. 3.6
)
erachteten sie die Arbeitsfähigkeit respek
tive den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers eher als verschlechtert
, wobei
ihrer Meinung nach
die Begründung hierfür nur im Zusammenhang mit den schwer belastenden psychosozialen Ereignissen verstanden werden könne. Des Weiteren führten sie aus, dass eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit mit der Auflösung der psychosozialen Faktoren zusammenhänge.
Mit Verlaufs
bericht vom 1
9.
August 2020
(vorstehend E. 3.8
) hielten
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
sodann fest, dass
die psychosozialen Schwierigkeiten die Störungen auf
rechterhalten würden und diese
nicht durch Psychotherapie allein
e
, sondern
durch eine Änderung der Gesamtsituation behebbar seien.
4.7
Zwar können schwierige Lebensumstände, wie sie im Fall des Beschwerdeführers zweifellos vorliegen, geeignet sein, ein depressives Zustandsbild zu bewirken und zu unterhalten. Soweit die psychische Störung wieder verschwindet, wenn die Belastungsfaktoren wegfallen, fehlt es
indes
an einem verselbständigten Gesund
heitsschaden (z.B. Urteil
des Bundesgerichts
9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 2.3.
3.
mit Hinweisen
; vgl. vorstehend E. 4.2
).
Aus
den genannten Berichten
ergibt sich
, dass
die behandelnden Fachpersonen die von ihnen
genannten
Diagnosen sowie
die attestierte 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in
direkten Zusammenhang
mit
der psychosozialen Belastungssituation
setzten
(vgl. vorstehend E. 4.6
).
Die
insbesondere aufgrund
einer
schwergradigen
depressiven Episode
attestierte vollständige
Arbeitsunfähigkeit
wurde
im Wesent
lichen
anhand der
diversen psy
chosozialen Belastungsfaktoren hergeleitet
und
beruht
e
nicht
auf für
die
Diagnostik einer dep
ressiven Störung erforderlichen,
fachärztlich schlüssig
festgestellten
,
psychopathologischen Befunde
n
.
Zur Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens
fehlt es
demnach
an einem medizinischen Substrat,
das die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nachge
wiesenermassen zu beeinträchtigen vermag
(vgl. vorstehend E. 1.3, E. 4.2
).
Eine verselbständigte psychiatrische Störung mit wesentlichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
ist gestützt auf die Berichte von
Dr.
Z._
und
Dr.
ph
il.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.6
) somit nicht ausgewiesen.
Soweit
die behandelnden
– und im vorliegenden Beschwerdeverfahren im Übrigen zugleich vertretenden -
Fachper
sonen
mit Bezug auf die psychosoziale Belastung dennoch eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit attestierten, ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behandelnde Arztpersonen bezie
hungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Somit
ist nicht zu beanstanden, dass der Gutachter gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen
eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit in psy
chiatrischer Hinsicht als nicht ausgewiesen erachtete, zumal auch im Zeitpunkt der psychiatrischen respektive neuropsychologischen Begutachtung keinerlei An
haltspunkte für das Vorliegen einer depressiven Störung vorha
nden waren (vgl. vorstehend E. 4.3
).
Damit
ist
auch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass i
m Oktober 2019 - dem
Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten
be
ginns
unter Berücksichtigung der 6-monatigen Karenzfrist nach Geltend
machung des Leis
tungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG
)
-
kein
invalidisie
render
psy
chischer Gesundheitsschaden
im rechtlichen Sinn
respektive keine
ren
tenbegrün
dende Invalidität vor
lag.
4.8
Die
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
eingereichte
Beurteilung durch
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.12
) vermag
das schlüssige psychiatrisch-neuropsychologische Gutachten
nicht in Zweifel zu ziehen.
Entgegen der Ansicht der behandelnden Fachpersonen
erfüllen
die durch
Dr.
C._
im Rahmen der psychiatrischen B
egutachtung erhobenen
psychopathologischen Befunde
die
diagnostischen
Kriterien für das Vorliegen ein
er depressiven Störung (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V, Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl., Bern 2015, S.
169
ff.
)
vorliegend
nicht, was vom Gutachter schlüssig und ausführlich darge
legt wurde (vgl. vorstehend E. 4.3
).
So war
weder anlässlich der psychiatrischen
Begutachtung
noch anlässlich der
mehr als
drei Monate später durchgeführten
neuropsychologischen Untersuchung
eine
depressive Verstimmung
beobachtbar
, was ein temporäres Zwischenhoch auszuschliessen vermag.
Aus den Akten erge
ben sich sodann
keine
Hinweise auf
ein dissimulierendes Verhalten
des Beschwer
deführers
,
zumal anlässlich der U
ntersuchung durch
Dr.
G._
vom
8.
März 2019 (vgl. vorstehend E. 3.2 und 4.5
)
durchaus
Befunde erhoben werden konnten, wel
che im Rahmen einer depressiven Episode
interpretierbar waren
.
Des Weiteren vermochten die behandelnden Fachpersonen nicht nachvollziehbar darzulegen
, weshalb,
trotz der
geltend gemachten
schwerwiegenden pathologischen Störun
gen
des Beschwerdeführers
, welche
sogar
in die
Nähe von psychotischem Erleben
angesetzt wurden
(vgl.
Urk.
14 S. 6 unten), die medikamentöse Behandlung nicht fortgesetzt respektive
angepasst
worden ist
.
4.9
Insoweit
Dr.
Z._
und
Dr.
phil.
A._
vorbringen
,
dass
deutliche Anhaltspunkte für eine posttraumatische Belastungsstörung im Sinne von ICD-10 F43.1
bestünden
, verfängt dies nicht. Gemäss
den klinisch-diagnostischen Leitlinien der Interna
tionalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
a.a.O.
, S. 207-208) entsteht eine posttraumatische Belastungsstörung als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses (kurz oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampf
handlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbre
chen zu sein.
Typische Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung stel
len sodann das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinne
rungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Albträumen dar, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotiona
ler Stumpfheit auftreten. Bei weiteren typischen Merkmalen dieses Leidens han
delt es sich um Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt zudem auch ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit
Vigilanzsteigerung
, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen auf
.
Die
in der Replik vom
2
2.
Oktober 2021 (
Urk.
14)
erwähnten
Traumatisierungen
vermögen
die
hohen diagnostischen Anforderungen an ein Ereignis ausser
ge
wöhnlicher
Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses
nicht zu erfüllen.
Es ergeben sich sodann auch keine Anhaltspunkte für sich aufdrängende Erinne
run
gen im Sinne von Flashbacks oder Albträumen an ein solches Ereignis,
wes
halb
der
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
, welche im Übrigen bis
her noch nie gestellt worden ist,
nicht gefolgt werden kann. Somit ging
Dr.
C._
zu Recht davon aus, dass keine Hinweise
für
das Vorliegen einer Belastungsstö
rung
bestehen
(vgl.
Urk.
11/108/1-50
S. 39 unten).
Auch die diag
nostischen Kriterien
einer komplexen postt
raumatischen Belastungsstörung
im Sinne der
Klassifikation
ICD-11, welche
am
1.
Januar 2022 - und damit
erst
nach der Erstellung des Gutachtens - in K
raft trat,
sind vorliegend nicht erfüllt
.
D
enn d
ie Diagnose einer
komplexen posttraumatischen Belastungsstörung
(
ICD-11 6B41
Complex
post
traumatic
stress
disorder
)
kann
selbst nach der Klassifikation ICD-11 erst gestellt werden,
wenn sämtliche diagnostischen Voraussetzungen für eine posttraumatische Belastungsstörung erfüllt sind
(icd.who.int/browse11/l-m/en#/)
, was vorliegend
– wie eingangs dargelegt -
nicht der Fall ist
.
4.10
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass gestützt
auf das beweiskräftige psy
chiatrisch-neu
ropsychologische Gutachten vom 2
8.
Februar beziehungsweise vom 1
1.
März 2021
kein psychischer Gesundheitsschaden
im rechtlichen Sinn
beziehungsweise
keine rentenbegründende Invalidität
ausgewiesen ist. Demzu
folge erübrigt sich ein strukturiertes Beweisverfa
hren (vgl. vorstehend E. 1.3-1.4
; vgl. BGE 141 V 281).
Aufgrund der zuverlässigen psychiatrischen und neuropsy
chol
ogischen Beurteilung durch
Dr.
C._
und
lic
. phil.
D._
wurde
n
der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
somit
hinreichend abgeklärt, weshalb sich keine weiteren Untersuchungen aufdrängen.
Damit erweist sich die ange
fochtene Ver
fügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men.
Das G
ericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Praxis Y._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.