# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4df0d961-4be8-46a8-8ad5-0d0c82fc9488
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene X._
absolvierte von 1988 bis 1992 eine Lehre als Druckerin und von Oktober 2008 bis Februar 2009 eine Ausbildung als Pfle
gehelferin
SRK
(Urk.
15
/6
Ziff.
5.3
). Am 31. Oktober 2018 meldete sie sich unter Hinweis auf starke Fussschmerzen bei längerem Stehen und Gehen bei der Sozial
versicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der I
nvalidenver
sicherung an (Urk. 15
/6).
D
ie IV-Stelle
wies
das Leistungsbe
geh
ren mit Ve
rfügung vom 1. Juli 2019 (Urk. 15/39
) ab. Die dagegen erhobene Be
schwerde
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
0.
März 2020 (
Prozess-Nr.
IV.2019.00532
;
Urk.
3/11
) gut und stellte fest, dass die Beschwerdeführerin An
spruch auf berufliche Massnahmen hat, sofern die jeweiligen übrigen Anspruchs
voraussetzungen erfüllt sind.
1.2
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk
15/71) lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
7.
Sep
t
ember 2020 (
Urk.
2/1) eine Nachzahlung von Taggeldern
und Wartezeittaggeldern ab. Mit Verfügung vom 1
8.
September 2020 (
Urk.
15/
90) erfolgte eine Kostengutsprache für eine Potenzialabklärung vom 1
9.
Oktober bis 1
8.
November 202
0.
Mit Verfügung vom
3
0.
September 2020 (Urk. 2/2) legte die
IV-Stelle die
Höhe des Taggeldes
ausgehend von einem massgebenden Jahres
ein
kommen von
Fr.
75'288.-- auf
Fr.
165.60
fest.
2.
Am 1
6.
Oktober 2020 (
Urk.
1/1) erhob die Versicherte Beschwerde gegen die Ver
fü
gungen vom 1
7.
(
Urk.
2/
1) und 3
0.
September 2020 (Urk.
2/2)
und beantragte
im Wesentlichen die
Zusprache
von Wartezeittaggeldern
und die Festsetzung eines
höheren Taggelds
ausgehend von einem massgebenden Jahreseinkommen von
Fr.
86'196.--
(
12 x
Fr.
7'183.--,
Urk.
1/1 S. 1 ff.).
Die Beschwerdeführerin ersuchte mit separatem Schreiben vom gleichen Tag (Urk. 1/2) um «Erlass einer superprovisorischen Verfügung mit aufschiebender Wir
kung betreffend die am 19.10.2020 beginnende Massnahme in einer Insti
tution [...], welche die Beschwerdeführerin einstweilen antreten muss, um keine
komplette Leistungseinstellung zu riskieren». Mit Verfügung vom 21. Oktober 2020
wies das hiesige Gericht den Antrag auf Anordnung superprovisorischer Mass
nahmen ab (
Urk.
4
).
Mit Verfügung vom 2
5.
November 2020 (
Urk.
8/27) wurde die Verfügung vom 3
0.
September 2020 durch die IV-Stelle
«
ersetzt
»
und ein tieferes Taggeld
basie
rend auf einem massgebenden Jahreseinkommen von
Fr.
67'630.60
festgelegt.
Am 2
1.
Dezember 2020 (
Urk.
7) reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben (
Urk.
7) zu den Akten, womit sie die Anfechtung der
«
Ersatzverfügung
»
vom 2
5.
November 2020 mitteilte und im Wesentlichen an ihrer Beschwerde festhielt. Mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2021 (
Urk.
11)
schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde
und beantragte zugleich eine
Reformatio
in
peius
im Sinne der Festlegung des tieferen Taggeldes
.
Mit Eingabe vom
9.
Februar 2021 (
Urk.
24) machte die Beschwerdeführerin weitere Ausführungen (
Urk.
24)
.
Am 1
6.
Februar 2021 (
Urk.
18) fand eine Instruktionsverhandlung statt
, an welcher ein Teilvergleich mit Widerrufsvorbehalt geschlossen wurde (
Urk.
27
und Protokoll S. 3
).
Am
23.
Februar 2021 (
Urk.
28) widerrief die Beschwerde
füh
rerin den geschlossenen Vergleich
.
Mit
einer
we
iteren unaufgefordert
einge
reich
ten Rechtsschrift
hielt die Beschwerdeführerin an
den
gestellten Anträgen fest
(
Urk.
30
)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte haben gemäss
Art.
22
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG)
während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei auf
einander folgenden Tagen wegen der Massnahmen verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeits
un
fähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
siche
rungsrechts [ATSG]
) sind.
1
.2
Die Grundentschädigung beträgt 80
P
r
ozent des letzten ohne gesundheitliche Ein
schränkung erzielten Erwerbseinkommens, jedoch nicht mehr als 80 Prozent
des Höchstbetrages des Taggeldes nach Artikel 24 Absatz 1
(Art. 23 Abs. 1 Satz 1
IVG). Unter dem letzten ohne gesundheitliche Einschrän
kung erzielten Erwerbs
ein
kommen ist dasjenige Einkommen zu verstehen, wel
ches die versicherte Per
son ohne Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit erzielt hat. Dabei ist unerheblich, ob dieses Erwerbs
einkommen durch eine den Fähigkeiten und der Ausbildung der versicherten Per
son entsprechende Tätigkeit erzielt wurde (Kreisschreiben über die Taggelder der Invalidenversicherung [KSTI]
Rz
3009). Grundlage für die Ermittlung des Erwerbseinkommens nach Art. 23 Abs. 1
IVG bildet das durchschnittliche Ein
kommen, von
dem Beiträge
nach dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
(AHVG) erhoben werden (massgebendes Einkommen, Art. 23 Abs. 3 IVG).
1.3
Personen, die in einem auf Dauer angelegten Arbeitsverhältnis stehen und deren Einkommen keinen starken Schwankungen ausgesetzt ist, gelten als Versicherte mit regelmässigem Einkommen, auch wenn sie ihre Arbeit infolge Krankheit, Un
fall, Arbeitslosigkeit, Dienst, oder aus anderen, von ihnen nicht verschuldeten Gründen unterbrochen haben (Art. 21
bis
Abs. 1 der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV). Ein auf Dauer angelegtes Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn es unbefristet ist oder für mindestens ein Jahr eingegangen wurde (Art. 21
bis
Abs. 2 IVV).
1.4
Das massgebende Einkommen wird auf den Tag ausgerechnet. Für Versicherte mit Monatslöhnen wird der letzte ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte Monatslohn mit zwölf vervielfacht. Dem ermittelten Jahreslohn wird ein allfälli
ger 13. Monatslohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jahresverdienst wird durch 365 geteilt (Art. 21
bis
Abs. 3
lit
. a IVV).
Für Versicherte mit Stundenlöhnen wird der letzte ohne gesundheitliche Einschränkungen erzielte Stundenlohn mit der in der letzten normalen Arbeitswoche geleisteten Arbeitsstunden vervielfacht und mit 52 multipliziert. Dem ermittelten Jahreslohn wird ein allfälliger 13. Monats
lohn hinzugerechnet. Der so ermittelte Jahresverdienst wird durch 365 geteilt (Art. 21
bis
Abs. 3
lit
. b IVV).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtenen Verfügungen vom 17. und
3
0.
September 2020 (
Urk.
2/1 und
Urk.
2/2) damit,
dass die Beschwerdeführerin zum damaligen Zeitpunkt an keiner Eingliederungsmassnahme teilgenommen habe und deshalb kein Anspruch auf Taggelder bestehe. Am 1
9.
Oktober 2020 beginne die Potenzialabklärung. Vor einer Abklärungsmassnahme bestehe kein Anspruch auf Wartezeittaggelder (Urk. 2/1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin setzte den Tagesansatz für das Taggeld unter Hinweis auf ein durchschnittliches Tages
einkommen von
Fr.
207.-- auf Fr. 165.60 fest (
Urk.
2/2 S. 1).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1/1) im Wes
entlichen geltend,
das massgebliche Jahreseinkommen
betrage
Fr. 86'197.10, was
einem Taggeld von
Fr.
188.90 entspreche (S. 32 ff.).
Sie habe ab dem 2
9.
Juli 20
20 Anspruch auf Wartetaggelder, da der Umschulungsanspruch und die jeweiligen übrigen Voraussetzungen bereits vor dem 2
6.
März 2019 geprüft und seitens der Beschwerdegegnerin anerkannt worden seien (S. 8 ff.).
Dies sei auch mit Urteil vom 2
0.
März 2020 durch das
Sozialversicherungsgericht
(
Urk.
3/11)
entschieden worden (S. 19).
2.3
Nicht umstritten ist i
m
vorliegenden Verfahren die Anordnung der Potenzial
ab
klärung als solche und damit der grundsätzliche Anspruch auf ein Taggeld in der
Zeitspanne vom 1
9.
Oktober bis 1
8.
November 202
0.
Strittig und zu prüfen ist hin
gegen die Höhe des auszurichtenden Taggeldes und der Anspruch auf ein War
te
taggeld vor der genannten Periode.
Dabei kommt der pendente
lite
(wäh
rend des hängigen Beschwerdeverfahrens) erlassenen Verfügung vom 2
5.
Novem
ber 2020 (
Urk.
8/27), welche eine Schlechterstellung beinhaltet, bloss den Charakter eines Antrages der Beschwerdegegnerin an das Gericht zu (Ueli
Kieser
, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
4.
Aufl., Zürich 2020,
Art.
53 N 90 mit Hinweisen). Damit bleibt die Verfügung vom 3
0.
September 2020 (
Urk.
2/2) Anfechtungsgegenstand.
3.
3.1
Gemäss
den eingereichten Lohnabrechnungen vom Juni 2017 bis März 2018 (Urk. 3/22)
erzielte die Beschwerdeführerin in den genannten Monaten
brutto
ins
gesamt
Fr.
71'83
0
.
9
0 (inkl. Ferien- und Nachtzuschlag).
In dieser Zeit
erhielt
sie durchschnittlich 21.2
Nachtzuschläge (212
/
10 = 21.2)
, was zugleich auch ihren Arbeitstagen entspricht
.
Aufgerechnet auf die
im Monatsdurchschnitt
übli
chen Arbeitstage
(52 x 5 / 12)
von 21.7 (vgl.
Art.
40a der
Verordnung über
die obli
ga
to
rische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung
, AVIV) ergibt dies für zehn Monate ein totales Einkommen von Fr. 73'525.-- (
Fr.
71'830.90
/
21.2 x 21.7). Auf das ganze Jahr aufgerechnet ergibt sich ein jährliches Ein
kommen von
Fr.
88'230.--.
Da Ferien im Verlauf des betreffenden Dienstjahres zu beziehen sind (vgl.
Art.
329c
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
betreffend die Ergän
zung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[
Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR
]
), sind diese im Umfang des Lohnzuschlags von 8.64
%
(
Urk.
3/22) in Abzug zu bringen, womit ein massgebendes Jahreseinkommen vo
n
Fr.
81'213.20 resul
tiert (Fr.
88'230.--
/
1.0864).
3.2
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, das massgebende Jahresein
kom
men sei anhand der letzten drei Monate zu berechnen, kann ihr nicht gefolgt werden. Aufgrund ihrer unregelmässigen Einsätze, ihres unregelmässigen Ein
kom
mens und der unregelmässig bezogenen bzw. nicht bezogenen Ferien
hat die
Berechnung des
massgebenden
Einkommens anhand von Art. 21
bis
Abs. 3
lit
. c
IVV
zu erfolgen
. Der
v
ersicherte Verdienst kann nicht davon abhängig sein, ob die Beschwerdeführerin ihre Ferien in der Bemessungsperiode per Zufall bezogen hat oder nicht. Würde man nämlich nur die letzten drei Monate berücksichtigen,
müsste auch der April 2018 mitberücksichtigt werden, in welchem die Beschwer
de
führerin insgesamt nur 112.5 S
tunden gearbeitet hat (
Urk.
14/12/1), was einem deutlichen tieferen Pensum im Vergleich zu den übrigen Monaten entspricht. Aus diesem Grund rechtfertigt sich die Berechnung anhand der Lohnabrechnungen von Juni 2017 bis März 2018, wobei jedoch die Ferien im Um
fang des Lohn
zu
schlags von 8.64
% (
Urk.
3/22) in Abzug zu bringen sind.
Ferienbezug ist nicht freiwillig, sondern eine Arbeitnehmerpflicht.
3.3
Dies ergibt einen Taggeld-Anspruch in der Höhe von
Fr.
178.-- (
Fr.
81'230.30 / 365 x 0.8; vgl. KSTI
Rz
3064 und Tabellen zur Ermittlung der IV-Taggelder).
Was den von der Beschwerdeführerin gemachten Hinweis auf die von der Arbeitslo
senkasse
Unia
und de
m
Krankentaggeldversicherer ausgerichteten Taggelder betrifft (
Urk.
1/1,
Urk.
3/17-18), ist zu bemerken, dass diesbezüglich - im Ver
gleich zur Ermittlung von IV-Taggeldern - andere Bemessungsgrundlagen gelten. Soweit sich die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Taggelder der Arbeitslosen- und Krankenversicherung sinngemäss auf eine Besitzstandsgarantie beruft, so ergibt sich eine solche nur für jene Fälle, in denen die versicherte Person ein Taggeld aus der Unfallversicherung bezieht (
Art.
24
Abs.
4 IVG) oder eine Ein
gliederung aus einer Rente heraus erfolgt, in welchem letzteren Fall die Ver
sicherung gegebenenfalls zusätzlich zur Rente ein Taggeld ausrichtet (
Art.
22
Abs.
5
ter
IVG,
Art.
21
novies
IVV). Solche stehen vorliegend nicht zur Diskussion.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin beantragte spätestens ab dem 2
9.
Juli 2020 zudem IV-Wartetaggelder
mit der Begründung, die Voraussetzungen betreffend die beruf
lichen Massnahmen seien bereits geprüft und als erfüllt anerkannt worden (
Urk.
1
/1
S. 6 ff.).
4.2
Ein Taggeldanspruch entsteht nicht schon aufgrund eines Eingliederungsbedarfs allein, sondern nur unter den Voraussetzungen von
Art.
22 IVG und
Art.
18 IVV, also während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach
Art.
8
Abs.
3 IVG und (bei mindestens hälftiger Arbeitsunfähigkeit) im Hinblick auf eine angezeigte erstmalige berufliche Ausbildung oder Umschulung. Der Anspruch auf IV-Wartetaggelder gemäss Art. 18
Abs.
1 IVV setzt zudem voraus, dass die Ein
gliederungsfähigkeit in subjektiver und objektiver Hinsicht
rechtsgenüglich
erstel
lt ist, was bedeutet, dass Eingliederungs
massnahmen
- hingegen nicht bloss Abklä
r
ungs
massnahmen - angezeigt sind (Urteile 9C_942/2009 vom 1
5.
März
2010 E.
5.3,
9C_892/2011 vom 2
1.
September 2012 E.
3.3.1).
Ausgeschlossen
sind
Wartezeittaggelder für Hilfsmittel, Kapitalhilfe, Arbeitsvermittlung, Arbeitsver
such, Berufsberatung, medizinische Massnahmen und Integrationsmassnahmen (vgl. KSTI
Rz
1043). Der Anspruch auf das Taggeld während Wartezeiten setzt voraus, dass die versicherte Person eingliederungsfähig ist und die erstmalige berufliche Ausbildung oder die Umschulung subjektiv und objektiv tatsächlich angezeigt
ist
(ZAK 1991 S. 178 und AHI 2000 S. 206), sie aber aus Gründen, die nicht in ihrer Person liegen, auf den Beginn der Massnahme warten muss (z.B. auf den Kursbeginn). Kein Anspruch auf das Taggeld für die Wartezeit besteht somit, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes nicht ein
gliederungsfähig ist, den Beginn der Massnahme ohne rechtserhebliche Veran
lassung oder gar unbegründet hinauszögert oder selbstverschuldet eine Unter
brechung der Eingliederungsmassnahme verursacht (vgl. KSTI
Rz
1047; ZAK 1989 S. 216)
.
4.3
Vorliegend entschied das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
0.
März 2020 (Urk. 3
/11),
dass
der Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen im Grund
satz
zu
bejah
en ist
und
ein
Anspruch besteht, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind (
E.
5).
Daraus lässt sich weder ableiten, dass ein Anspruch auf eine Umschulung besteht,
noch
das
s
die Eingliederungsfähigkeit geprüft und bestätigt wurde.
Die Beschwerdeführerin absolvierte vor knapp 30 Jahren eine Lehre als Offset-Druckerin (
Urk.
29/48), wobei sie nie in ihrem Beruf gearbeitet hat. Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegehelferin SRK kann nicht mit einer
Lehre verglichen werden. Vor diesem Hintergrund
stand
daher nicht fest, ob die Be
schwerdeführerin aufgrund ihrer bisherigen Ausbildungen im Sinne von
Art.
6
Abs.
1 IVV Anspruch auf eine Umschulung
hat.
Im Anschluss an das Urteil des hiesigen Gerichts, wurde der Beschwerdeführerin am 19. Juni 2020 (
Urk.
8/33 S. 9) mitgeteilt
, dass zunächst geprüft werden müsse, auf welche beruflichen Massnahmen (Umschulung, Arbeitsvermittlung, Arbeits
versuch etc.) ein Anspruch besteht. Die IV-Berufsberaterin seitens der Beschwer
degegnerin schlug der Beschwerdeführerin mehrere Termine vor, um das weitere Vorgehen und den Eingliederungsprozess zu besprechen, nachdem die Beschwer
deführerin
erklärte, dass sie
nur per E-Mail oder postalisch kontaktiert werden
möchte
(U
rk.
8/33 S. 9).
Am 29. Juli 2020 fand schliesslich ein Gespräch mit der Beschwerdeführerin statt, bei welchem diese ihren Wunsch auf Umschulung zur Hörgerätakustikerin mitteilte und die Beschwerdegegnerin diesbezüglich
die Durchführung einer Potenzialabklärung
empfahl, um das Eingliederungspo
ten
zial (Belastbarkeit, Umschulungsfähigkeit)
abzuklären
und abhängig davon die Anschlusslösung zu bestimmen (
Urk.
8/33 S. 17).
Die Beschwerdeführerin
wählte
daraufhin eine Institution zur Potenzialabklärung und
erklärte
sich
am
2.
Septem
ber 2020
mit dem Beginn per 19. Oktober 2020 einverstanden (
Urk.
8/33 S.
19 f.
)
.
In der Zielvereinbarung für die Potentialabklärung
vom 1
8.
September 2020
wur
de
n folgende Ziele festgehalten: Abklärung der Eingliederungs- und Umschu
lungsfähigkeit, Erarbeitung von Umschulungsideen, Abklärung hinsichtlich auf
bau
ender Massnahmen, finden einer passenden Anschlusslösung (
Urk.
3/5
S. 1
).
Mit Verfügung vom 1
8.
September 2020 (
Urk.
3/3) erteilte die Beschwerde
geg
nerin
folglich eine Kostengutsprache für die Potenzialabklärung.
Im Rahmen
der vorliegenden Beschwerde ersuchte die Beschwerdeführerin mit separatem Schreiben von gleichen Tag (
Urk.
1/2) um Erlass einer superpro
viso
rischen Verfügung betreffend die am 1
9.
Oktober 2020 beginnende Massnahme. Aus den Anträgen 8 und 9 der Beschwerde
(
Urk.
1/1)
ist zu schliessen, dass sie nicht an der
von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen Potenzialabklärung teilnehmen wollte. Das hiesige Gericht wies den Antrag ab und hielt mit Ver
fügung vom 2
1.
Oktober 2020 (
Urk.
4) fest, dass nicht erkennbar sei, aus welchem Grund die Beschwerdeführerin bei einer Teilnahme an einer Potenzialabklärung in ihren Rechten beeinträchtigt sein könnte und wiederholte, dass mit Urteil vom 2
0.
März 2020 lediglich
auf einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen
erkannt wurde
, sofern die jeweiligen übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei dieser Ausgangslage sei es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin für eine Potentialabklärung aufgeboten habe, um heraus
finden zu können, welche Umschulung geeignet sein könnte. Soweit die Be
schwerdeführerin eine unverzügliche Umsetzung des Umschulungs
anspruchs möchte (
Urk.
1/1 S. 3 Antrag
Ziff.
9), sei festzuhalten, dass die Beschwerdegeg
nerin genau dies in die Wege geleitet ha
be
(
Urk.
4 S. 2).
Nach ihrer Teilnahme an der Potenzialabklärung kam die Beschwerdeführerin von ihrem ursprünglichen Interesse an einer Tätigkeit als Hörakustikerin weg. Dem Abschlussbericht der Potenzialabklärung kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin in einem Pensum von mindestens 50
%
leistungsfähig ist, wobei eine Präsenz von
6.5-8.5 Stunden pro Tag empfohlen wurde.
Die Beschwerdeführerin entschied sich
für die Aufgleisung eines Schnuppereinsatzes als
Arbeitsagogin
, um ihre beruf
liche und körperliche Eignung zu überprüfen. Als Unterstützung im weiteren Prozess wurde zudem ein Job Coaching empfohlen (
Urk.
8/30 S. 3).
Dieses wurde mit Mitteilung vom 2
7.
November 2020 gewährt (
Urk.
8/31), wobei als Zielver
einbarung unter anderem das Aufgleisen einer geeigneten Umschulung festge
halten wurde (
Urk.
8/32).
4.4
Aus dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
0.
März 2020 (
Urk.
3/11) kann somit kein Anspruch auf eine Umschulung abgeleitet werden. Aus den übrigen Akten ist ebenfalls nicht erkennbar, dass berufliche Massnahmen im Sinne einer Um
schulung eingeleitet wurden
oder bereits erkennbar war, dass Anspruch auf eine solche besteht
. Vielmehr ist ersichtlich, dass die Beschwerde
gegnerin
zunächst abklären musste, welche
berufliche
Ma
ssnahme möglich und angebracht ist
.
Ob dies eine Umschulung
war
,
stand bislang
zu keinem Zeitpunkt fest. Selbst wenn die Berufsberaterin der Beschwerdeführerin in Aussicht gestellt hat, dass es sich bei der Massnahme um eine Umschulung handeln werde (
Urk.
8/33 S. 17), kann daraus keine Zusage und damit ein Anspruch auf Wartezeittaggelder abgeleitet werden, da eine definitive Prüfung und Festsetzung an die Abklärung des Ein
gliederungspotenzials (Belastbarkeit und Umschulungsfähigkeit) gekoppelt
und die Berufsberaterin für einen solchen Entscheid auch gar nicht kompetent
war.
Des Weiteren setzt
d
er Anspruch auf IV-Wartetaggelder gemäss Art. 18
Abs.
1 IVV voraus, dass die Eingliederungsfähigkeit
respektive -bereitschaft
in subjek
tiver und objektiver Hinsicht
rechtsgenüglich
erstellt ist
. Vorliegend ist nicht er
stellt, dass die Beschwerdeführerin zum Verfügungszeitpunkt in subjektiver und objektiver Hinsicht eingliederungsfähig war. Insbesondere ihre Bereitschaft
,
an Abklärungsmassnahmen teilzunehmen
,
erscheint fraglich. Dies
namentlich
vor dem H
intergrund, dass sie an der per
1
9.
Oktober 2020 beginnende
n
Potenzial
abklärung nicht teilnehmen wollte und das hiesige Gericht um Erlass einer super
provisorischen Massnahme ersuchte.
Mit diesem Vorgehen dokumentierte sie ihr fehlendes Interesse, an den notwendigen Abklärungen teilzunehmen, um den von ihr - damals noch aktuell - gehegten Wunsch nach einer Umschulung zur Hörge
räte
akustikerin durchzusetzen. Das Beschränken der Bereitschaft, lediglich eine konkrete
Mass
nas
hme
anzugehen, kann nicht anders
denn
als Fehlen der subjek
tiven Eingliederungsfähigkeit gedeutet werden. Denn es untergräbt die gese
tz
lich vorgeschriebene Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin, was unrechtmässig ist.
In diesem Sinne machte d
ie Beschwerdeführerin
von Beginn der Kontaktauf
nahme durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/33 S. 8) an geltend, einen Anspruch auf eine Umschulung zu haben und aufgrund einer privat aufgegleisten Berufs
beratung die ideale Umschulung gefunden zu haben. So ging die Beschwer
de
führerin zum damaligen Zeitpunkt davon aus, die Tätigkeit als Hörgeräte
akus
ti
kerin sei der optimale Beruf für sie (
Urk.
3/20 S. 4 f.).
Wie sich später
im Rahmen der Potenzialabklärung herausstellte, war die Tätigkeit als Hörgerätakustikerin nicht das
R
ichtige für die Beschwerdeführerin und sie entschied sich schliesslich für die Arbeitsagogik (
Urk.
8/30 S. 3).
Auch
dieser Ablauf verdeutlicht
, dass weitere Abklärungen notwendig waren und die Ansicht der Beschwerdeführerin,
wonach klar sei, welche berufliche Massnahme und welche Umschulung konkret angezeigt sei, nicht den tatsächlichen
Gegebenheiten entsprach.
4.5
Mangels ausgewiesenen Anspruchs auf eine Umschulung sowie fehlender subjek
tiver Eingliederungsfähigkeit in Bezug auf sämtliche von der Beschwerdegegnerin angeordneten Massnahmen ist e
s
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
geg
nerin mit Verfügung vom 1
7.
September 2020 (
Urk.
2/1) den Anspruch auf Tag
gelder und Wartezeittaggelder verneinte.
5.
Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerde
gegen die Verfügung vom 3
0.
Septem
ber 2020 (
Urk.
2/2)
dahingehend
gutzuheissen
, dass das der Berechnung der Grund
entschädigung zugrunde zu legende Erwerbsein
kommen auf Fr.
178.
--
fest
zusetzen ist.
Die Beschwerde gegen die Verfü
g
ung vom 1
7.
September 2020 (
Urk.
2/1) betreffend
Wartetaggelder
ist
abzuweisen
.
6
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das Be
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend sind sie auf Fr.
1’000
.-- anzusetzen. Nachdem die Beschwerdeführerin lediglich
mit einem Antrag teilweise
obsiegt, rechtfertigt es sich, die Kosten den Pa
rteien je zur Hälfte (je Fr.
5
00
.--) aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.2).