# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d384e8f0-e548-49d7-9365-b0c6a0a5bdf6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
, ohne Ausbildung und zuletzt mit einem
durchschnittlichen
Pensum
v
on
70
% als
Aushilfe in der
Abwäscherei
bei
Z._
am
A._
tätig,
meldete sich am 17. Mai 2016 unter Hinweis auf eine Operation beider Hände und psychi
atrische
Be
gleitung
infolge Beeinträchtigungen
,
welche seit Januar 2016 bestehen würden,
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug a
n (Urk.
8/
12
, Urk.
8/
15)
.
D
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle,
tätigte
erwerbliche und medizinische Abklärungen und hielt die Versicherte am 17. Januar 2017 unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht an,
sich
einer regelmässigen hausärztlichen Betreuung
-
mit allfälliger Überweisung zu somatischen Fachspezialisten
-
sowie für mindestens ein Jahr einer intensiven fachärztlichen psychiatrischen Behand
lung zu unterziehen (Urk.
8/
26).
In der Folge
veranlasste die IV-Stelle bei der MEDAS
B._
(MEDAS) ein polydisziplinäres
(
Allgemeine Innere
Medi
zin, Neurolog
ie, Psychiatrie,
Rheumatologie)
Gutachten (Expertise vom 1
8
. Janu
ar 2019, Urk.
8/
78/1-29).
Mit Vorbescheid vom 15. Juli 2019 (Urk.
8/
81) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht,
wogegen die Versicherte am 13. September 2019 Einwand (Urk.
8/
85
, Urk. 8/88
) erhob. Am
27. November 2019 verneinte die IV-Stelle
verfügungsweise
einen Rentenan
spruch
der Versicherten (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 16. Dezember 2019 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
, es sei die Verfügung vom 27. November 2019 aufzuheben und ihr eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zu weiteren Abklä
rungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In formeller Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (S. 2). Mit Besch
werdeantwort vom 11. Februar 202
0 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegeg
ne
rin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 13. Febru
ar 2010 zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 9)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird
und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen
psy
cho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden
Fak
toren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder
psy
cho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invalidi
täts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens
be
einflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer
ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
gaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 27.
November 2019 (Urk. 2) damit,
dass im Gutachten
aus psychiatrischer und rheumatologischer Sicht
seit 20. Januar 2016
eine Arbeitsunfähigkeit
attestiert worden sei
. Die Prüfung der Aktenlage habe ergeben, dass die Auslöser der
psy
chiatrischen Diagnosen ausschliesslich aus dem sozialen Umfeld der Beschwerde
führerin stammten und sich während der Begutachtung zudem zahlreiche Dis
krepanzen zwischen
ihren
subjektiven Angaben und den Befunden des Gut
achters ergeben hätten. Entsprechend sei in psychiatrischer Hinsicht von keiner
gesundheitlichen Einschränkung auszugehen, welche die Beschwerde
führerin
in der
Arbeitsfähigkeit limitiere
. Unter rheumatologischen Gesichts
punkten sei die Beschwerdeführerin vom 20. Januar bis 20.
Februar 2017 zu 100 % arbeitsun
fähig gewesen
. Da sich der Gesundheitszustand bereits einen Monat
nach Ablauf des Wartejahrs (20. Januar 2017)
derart verbessert habe, dass eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leichten und wechselbelastenden Tätigkeit und eine mindestens 70%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin möglich gewesen sei, liege auch in rheumatologischer Hinsicht kein langan
dauernder Gesundheitsschaden vor (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass die im Gutachten
erfolgte Attestierung einer
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
nach
klar ausgewiesener
Indikatorenprüfung
und in Kenntnis der vorgebrachten Sachverhalte vorgenommen worden
sei
(S. 6 Ziff. 1).
In der Begründung der
leis
tungsabweisenden Verfügung seien einzelne Sachverhalte aus dem Gutachten zu
sammengetragen worden, um ein einseitiges Bild einer Person ohne relevante gesundheitliche Einschränkungen zu zeichnen. Dabei seien alle einschränkenden Aspekte ausgeblendet
worden
und
es sei
nicht berücksichtigt worden, dass all
fällige, vereinzelte Lichtblicke im Krankheitsverlauf vorkommen könnten, ohne dass umgehend auf Gesundung erkannt werden könne. Entsprechend sei dem Gutachten zu folgen und von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen.
Für den Fall, dass das Gericht zum Schluss komme, der gutachterlichen Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gefolgt werden, seien weitere Abklärungen unvermeidlich, da es nicht zulässig sei, dass beim Vorliegen von allfälligen
In
konsistenzen und möglicherweise noch nicht be
rücksichtigten
Ressourcen ohne Weiteres auf das Fehlen einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten
ge
sundheitlichen Einschränkung geschlossen werde. Entspre
chend wären weitere Abklärungen
zu veranlassen und
die Beschwerdegegnerin zu Rückfragen an die Gutachter
betreffend die
Berücksichtigung von Ressourcen der Beschwerde
füh
rerin bei der Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit zu verpflichten
(S. 8 Ziff. 8
f.
).
3.
3.1
Zwischen den Parteien ist
unbestritten, dass die Beschwerdeführerin unter so
ma
tischen Gesichtspunkten seit Februar 2017 in der bisherigen Tätigkeit mindes
tens zu 70 %
arbeitsunfähig
und
in einer leichten wechselbelastenden Verrichtung
uneingeschränkt
arbeitsfähig ist (
vgl.
Urk. 2 S. 2).
Dies steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage,
wonach
die behandelnden
Fachä
rzte
bezüglich der
somatischen Beschwerden
letztmals
von September bis November 2016
respek
tive vom
20. Dezember 2016 bis 15. Januar 2017
eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit
für stehende/fussbelastende
Tätigkeiten
postuliert
hatt
en
und
im Übrigen
in
den genannten Perioden
in sitzenden
Verrichtungen
von einer
uneingeschränkte
n
Arbeitsfähigkeit
aus
gega
ngen
waren
(Urk. 8/28/3
,
Urk. 8/28/29, Urk. 8/28/33, Urk. 8/28/37).
Die MEDAS-Gutachter attestierten
in somatischer Hinsicht
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70 % in angestammter Tätigkeit und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichte
n
, vorwiegend sitzende
n
Verrich
tung
en
(Urk. 8/78/35-53 S. 17, Urk. 8/78/75-82 S. 6 f.
,
Urk.
8/78/1-29 S. 25
).
Demgegenüber ist
strittig,
ob
in psychi
atrischer
Hinsicht eine rentenrelevante Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Während die Beschwerdeführerin auf die von den MEDAS-Gutachtern attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
abstellt (Urk. 1 S. 6 Ziff. 1),
verneint die Beschwerdegegnerin eine
versicherungsrelevante gesundheitliche Beeinträchtigung
, da die
in Frage stehenden
psychischen Beschwerden auf
psychosoziale
Faktoren zurückzuführen sei
en und
die
Beschwerdeführerin in ihrem
Aktivitätenniveau
nicht
in allen Lebensbereichen
gleichermassen eingeschränkt sei
und
über
relevante Ressourcen verfüge
. Der Leidensdruck für eine durchgehende fachpsychiatrische Behandlung müsse als gering angesehen werden
(Urk. 2
S.
2
f.)
.
3.2
Im
psychiatrischen Teilgutachten vom 31. Okt
ober 2018 (
Urk. 8/78/55-72) stellte Dr. med.
C._
, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, folgende Diagnosen (S. 11): schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3),
Verdacht auf Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
sowie
Persönlichkeits
störung
,
wobei die differenzialdiagnostische Abgrenzung zwischen
Borderline
Per
sön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.31) und andauernder Persönlichkeits
änderung aufgrund einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F61.0) nicht sicher möglich sei. Der psychiatrische Experte wies darauf hin, das
s
die Depressionen gemäss der Beschwerdeführerin durch die
psychische
Erkrankung des ältesten Sohnes und die Gewalttätigkeit des früheren Ehemanne
s ausgelöst worden seien. Die Beschwerdeführerin sei durch die dauernden Suiziddrohungen des Sohnes psychisc
h
stark belastet gewesen
. Zudem sei der zweite Sohn com
putersüchtig und habe die Schule abgebrochen und der dritte Sohn konsumiere Cannabis und habe dauernd Probleme mit der Polizei
(
S. 7
f.
).
D
ie
Beschwer
de
führer
in
verfüg
e
üb
er wenig verwertbare Ressourcen,
sei
schlecht integriert,
ihr
Schul
bildungsniveau
tief
und
die psychosozialen Umstände aufgrund der Erkran
kung des ersten Sohnes und der Verhaltensauffälligkeiten der beiden anderen Söhne
seien
hoch belastet
(S. 15).
Unter dem Titel Beurteilung der Arbeitsfähig
keit ging
Dr.
C._
schliesslich davon aus, dass die Beschwerde
führerin in psychiatrischer Hinsicht weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit erwerbsfähig sei (S. 18).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte mit Vorbescheid vom 15. Juli 2019 (Urk. 8/81) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Beschwerdeführerin am
13. September
2019 Einwand (
Urk. 8/85,
Urk. 8/88) erhob
. Am 18. November 2019 informierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin darüber,
dass ergänzende Angaben notwendig seien, damit das Leistungsgesuch und der Ein
wand weiter geprüft werden könn
t
e
n
. Entsprechend
forderte
sie
die Beschwerde
führerin auf,
die Namen des fachpsychiatrischen Behandlers
sowie der
übrigen behandelnden Ärzte
für das Jahr 2019 anzugeben (Urk. 8/9
1). Dieser Auffor
derung
kam
die Beschwerdeführerin a
m 21. November 2019 nach
, wobei sie insbesondere mitteilte, dass die Behandlung
bei
m ehemaligen
Psychotherapeuten Mitte August 2019 aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten beendet worden sei und bisher noch kein Ersatz habe gefunden werden können
. Momentan sei
Dr.
med.
D._
[Hausarzt] zusammen mit der psychiatrische
n
Spitex zuständig
(Urk. 8/92).
In der Folge führte die Beschwerdegegnerin
am 26. November 2019
eine Ressourcenprüfung (Urk. 8/94) durch, worin
namentlich unter Hinweis auf die Beendigung der psychiatrischen Behandlung
per Mitte 2019
aufgrund sprach
licher Schwierigkeiten und die fragwürdige
Medikamentencompliance
festge
halten wurde, dass
der Leidensdruck für eine durchgehende psychiatrische
Be
handlung als gering
angesehen werden müsse
(S. 3).
Einen Tag später wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin ab (Urk. 2). Am 28.
November 2019 informierte
die Beschwerdeführerin
die Beschwerdegegnerin, dass sie
sich
für eine
Behandlung im Ambulatorium
der
E._
entschieden und
in der aktuellen Woche bereits einen entsprechenden Termin erhalten habe
(Urk. 8/96-97).
4.2
Die Beschwerdegegnerin nahm keine weiteren medizinischen Abklärungen vor, nachdem sie von der Beschwerdeführerin die Namen der behandelnden Ärzte erhalten hatte und über den Abbruch der Therapie beim delegierten Psycho
therapeuten D
r. Med.
F._
(vgl. Urk. 8/36/2) per Mitte 2019 in Kenntnis gesetzt worden war. Sie holte bei den von der Beschwerdeführerin angegebenen Ärzten keine Verlaufsberichte ein und erkundigte sich insbesondere nicht bei Dr.
F._
nach den konkreten Umständen der Beendigung der psychotherapeutischen
Be
handlung, sondern wies das Leistungsbegehren nach erfolgter Ressourcenprüfung (Urk. 8/94) direkt ab. Dieses Vorgehen der Beschwerde
gegnerin ist nicht nach
vollziehbar, nachdem sie am 18. November 2019 noch der Auffassung gewesen war, nicht über sämtliche Angaben für die Beurteilung des Leistungsgesuchs und des Einwands der Beschwerdeführerin zu
verfügen und die Namen der aktuell behandelnden Ärzte verlangt hatte, um dort weitere medizinische Informationen einzuholen (Urk. 8/91). Vor diesem Hintergrund fehlt es an einer vollständigen Sachverhaltsermittlung betreffend den somatischen und psychischen Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin, weshalb weitere medizinische Abklärungen notwendig sind. Auch im Hinblick darauf, dass die Beschwerdegegnerin dem Um
stand des (nicht näher geklärten) Behandlungs
abbruchs im Rahmen der Resso
ur
cen
prüfung massgebliches Gewicht beimass, wären zusätzliche ärztliche Angaben unabdingbar gewesen.
4.3
Die Beschwerdegegnerin wird deshalb nach der vorzunehmenden Rückweisung Verlaufsberichte bei den von der Beschwerdeführerin am 21. November 2019 (Urk. 8/92) angegebenen Ärzten sowie allfälligen seither neu dazugekommenen Behandlern einzuholen haben,
was namentlich auf Dr. med. G._
von der
E._
(Urk. 8/96-97) zutrifft.
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die psychiatrische Untersuchung durch den MEDAS-Gutachter Dr.
C._
bereits am 25. Oktober 2018 statt
ge
funden hat (Urk. 8/78/55-72 S. 1), drängt sich sodann die Einholung eines
psy
chiatrischen Verlaufsgutachtens bei ihm respektive der MEDAS auf. Im Hinblick darauf erscheint es als
angezeigt, die
E._
-
Austrittsberichte betreffend die in den Akten erwähnten stationären Aufenthalte (vgl. Urk. 8/43, Urk. 8/45, Urk. 8/49, Urk. 8/78/11; sowie gegebenenfalls weiterer Aufenthalte) sowie einen Bericht der die Beschwerdeführerin unterstützenden psychiatrischen Spitex
(vgl. Urk. 8/92/2) einzuholen.
Der psychiatrische Experte wird sich im Rahmen der Verlaufsbegutachtung unter anderem – idealerweise gestützt auf eine entsprechende spezifische Zusatzfrage
der Beschwerdegegnerin – erstmals dazu zu äussern haben, ob und wenn ja in welchem Umfang bei der Beschwerdeführerin psychosoziale und soziokulturelle
Faktoren zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen
, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrecht erhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen
be
ste
henden – Folgen verschlimmern (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen), und mithin zum Einfluss psychosozialer Faktoren Stellung zu nehmen und diese gegebenenfalls auszuklammern haben (vgl. E. 1.3). Im Weiteren wird im Rahmen der erneuten Begutachtung ein voll
ständiger Medikamentenspiegel zu erheben sein, und der Gutachter wird sich zur
Medikamentencompliance
zu äussern haben. Bei der Begutachtung vom Okto
ber/
November 2018 war bei der
Blutuntersuchung das Medikament
Deroxat
doppelt oberhalb des therapeutischen Rahmens nachweisbar gewesen, währenddessen
Olanzapin
im unterstem Viertel des therapeutischen Rahmens und
Sequase
deut
lich unterhalb der erwünschten Konzentration vorhanden waren. Dazu hatte sich Dr.
C._
nicht geäussert (Urk. 8/78/55-72), was nun – ergänzend zur Beur
teilung der aktuellen Situation – noch nachzuholen sein wird.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rück
weisung der Sache an die Verwal
tung zur neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens d
er unter
liegenden Beschwerdegeg
nerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als gegen
standslos.