# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75b38b8d-5315-4903-9d20-40298a6f729d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
war
zuletzt
ab
1.
Juli 1991 als Maler bei der
Y._
angestellt. Am 18. August 2008 meldete er sich unter Hinweis auf einen Arbeitsunfall mit Meniskusriss am rech
t
en Kniegelenk und Beschwerden an der Bandscheibe bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche
Abklärungen und liess den Versicherten insbesondere durch die
Z._
orthopädisch-
psychiatrisch begutachten (Expertise vom 23. April 2010,
Urk.
6/56). Mit
Verfü
gungen vom 11. Mai und 27. Juli 2011 sprach sie ihm bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine vom 1. April bis 31. Dezem
ber 2008 befristete ganze Rente und im Anschluss daran ausgehend von einem Invaliditätsgrad von zunächst 58 % und ab 1. April 2010 von 51
%
eine halbe Rente der
Invalidenversicherung zu (Urk. 6/81-84).
1.2
Der Versicherte bezieht wegen Unfallrestfolgen am rechten Knie seit dem 1. Januar 2010 eine Invalidenrente der Suva auf der Basis einer Erwerbsunfähig
keit von 17 % (vgl.
Einspracheentscheid
vom 10. Februar
2011,
Urk.
6/80, und
Urteil
des hiesigen Gerichts vom 30.
März 2013,
Prozess Nr. UV.2013.
00010
).
1.3
Anlässlich einer im Januar 2013 eingeleiteten Rentenrevision wies der Versicherte auf eine am 22.
Oktober 2012 bei einer Teilzeitbeschäftigung erlittene Ver
letzung des linken Knies hin (
Urk.
6/86/5). Die IV-Stelle tätigte erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die
Akten der Suva
bei. Zudem veranlasste
sie ein polydisziplinäres Gutachten (allgemeininternistisch, orthopädisch, psy
chiatrisch, neurologisch) bei der
A._
(Expertise vom 17. Februar 2014,
Urk.
6/106). Mit Verfügung vom 15. Oktober 2015 (Urk. 6/131) sprach sie
dem Versicherten
von 1. Januar bis 30. September
2013 eine ganze Rente und von 1. Oktober 2013 bis zum Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats - mithin bis Ende November 2015 - eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu. Die vom Versicherten da
gegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
5.
April 2017 in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach der Vornahme weiterer Abklärungen über
seinen Leistungsanspruch ab 1.
Dezember 2015 neu
verfüge (
Urk.
6/145, Prozess Nr. IV.2015.01181).
1.4
Die IV-Stelle liess den Versicherten daraufhin
durch die
B._
, Polydisziplinäre Begutachtungsstelle MEDAS,
polydisziplinär (allgemein
internistisch, orthopädisch,
psychiatrisch) begutachten (Expertise vom 1
7.
Januar 2018;
Urk.
6/
175
). Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/182 und
Urk.
6/185) hob sie die Rente mit
Verfügung vom 1
7.
Oktober 2018 rückwirkend per Ende November 2015 auf (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
6.
November 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 1
7.
Oktober 2018 sei aufzuheben und es sei zu bestätigen, dass ihm auch ab dem
1.
Dezember 2015 bis auf Weiteres eine halbe Rente der Invalidenversicherung zustehe (S. 2). Am 2
8.
Dezember 2018 (Urk. 5) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen. Mit Eingabe vom 20. Februar 2019 (
Urk.
9) reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme zum Gutachten der
A._
ein, welche der Beschwerdegegnerin am 2
1.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbe
reich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbe
dingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2
, je mit Hinweisen).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 1
7.
Oktober 2018 (Urk. 2) damit, dass sie in Bezug auf den Gesund
heitszustand ab 1
7.
Februar 2014 weitere Abklärungen getätigt habe. Gemäss dem eingeholten Gutachten vom 1
7.
Januar 2018 sei der Gesundheitszustand un
verändert und es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit. Der Beschwerdeführer habe inzwischen eine Teilerwerbstätig
keit als Kundenmaler aufgenommen. Er gebe an, dass es sich dabei um eine angepasste Arbeit handle, da er nicht alle Arbeit
en
ausführen müsse und von seinen Arbeitskollegen unterstützt werde. Trotzdem habe er vermehrt Schmerzen. Es müsse - aus näher dargelegten Gründen - angenommen werden, dass er in einer optimal angepassten Tätigkeit seine volle Arbeitsfähigkeit umsetzen könnte. Mit der erneuten Abklärung habe keine Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung durch die
A._
festgestellt werden können. D
ie Rente werde deshalb rückwirkend per Ende November 2015 aufgehoben (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
über die vorliegend strittige halbe Rente sei - gestützt auf das Gutachten der
Z._
- letztmals mit Verfügung vom 2
7.
Juli 2011 rechtskräftig entschieden worden. Massgeblich sei damit nicht, ob sich sein Gesundheitsz
ustand
seit der Begutachtung durch die
A._
(1
7.
Februar 2014) verschlechtert, sondern ob er sich seit dem 27. Juli 2011
verändert habe. Letzteres sei
nicht der Fall. Einzig in orthopädischer Hinsicht
habe sich eine deutliche Verschlechterung ergeben. Im Übrigen werde im Gutachten der
B._
genau der gleiche Gesundheitszustand mit den exakt gleichen erwerblichen Einschränkungen fest
gehalten wie in demjenigen der
Z._
. Eine dauerhafte Veränderung, welche eine Änderung in der Rentenberechtigung rechtfertigen könnte, liege
somit
offensicht
lich nicht vor. Ihm stehe deshalb auch nach dem
1.
Dezember 2015 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (S. 4-7). Dass es ihm gelungen sei, sich bis zu einem gewissen Masse wieder selbst einzugliedern, indem er eine seinen Beschwerden angepasste 50%ige Tätigkeit als Maler aufgenommen habe, spreche nicht dagegen. Er verdiene dabei etwa so viel wie in einer ihm gemäss
Z._
-Gutachten zumutbaren 70%igen Tätigkeit als unqualifizierter Hilfsarbeiter. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, er nütze seine Ressourcen nicht aus, sei
demnach
weder medizinisch noch einkommensmässig korrekt (S. 7 f.). Das Gut
achten der
A._
sei insbesondere in psychiatrischer Hinsicht nicht beweiskräf
tig. Sollte
diesem
dennoch irgendein Beweiswert beigemessen werden, so seien die Akten des gegen die an der Expertise beteiligten Gutachter geführten Straf
verfahrens betreffend falsches ärztliches Zeugnis beizuziehen (S. 8-9).
Im Laufe des Verfahrens reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme zum Gutachten der
A._
ein und kritisierte dieses
erneut
ausführlich (
Urk.
9).
3.
Weist das Gericht die Sache an die Vorinstanz zurück, so ist die Behörde, an welche die Rückweisung erfolgt, an den Entscheid und die darin enthaltenen Erwägungen gebunden. Gleichermassen ist das rückweisende kantonale Gericht in
einem allfälligen zweiten Erkenntnis
an die rechtlichen Erwägungen im Rück
weisungsurteil gebunden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_203/2011 vom 2
2.
November 2011 E. 4.2, Urteil
des Bundesgerichts
9C_243/2017 vom
2.
Juni 2017 E. 3.1.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_824/2017 vom 2
7.
März 2018 E. 2.2;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
A
ufl
. 2015, N 106 zu
Art.
61
ATSG
). Diesem Grund
satz entspricht auch die Regelung von
§
26 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
), wonach – nach erfolgter Rückweisung - dem neuen Entscheid die rechtliche Beurteilung zugrunde zu legen ist, mit der die Rückwei
sung beg
ründet wurde (Absatz 2 Satz 2).
Mithin ist - in Nachachtung von Dispositiv Ziffer 1 des Urteils des hiesigen Gerichts vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
6/145) - der Leistungsanspruch des Beschwerde
führers ab
1.
Dezember 2015 zu prüfen.
Betreffend Rentenanspruch bis 3
0.
November 2015 ist das Urteil des hiesigen Gerichtes vom 2
5.
April 2017 in Rechtskraft erwachsen.
Massgebender Vergleichszeitpunkt für eine Veränderung ist demnach nicht die Verfügung vom 2
7.
Juli 2011, sondern sind es die Verhält
nisse am 3
0.
November 2015.
4.
4
.1
Im Rahmen des im Januar 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens liess die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer durch die
A._
in den Disziplinen Innere Medizin (KD Dr. med.
C._
, In
nere Medizin und Nephro
logie), Orthopä
die (Dr. med.
D._
, Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewe
gungsapparates FMH), Psychiatrie (Dr. med.
E._
, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH) sowie Neurologie (Prof. Dr. med.
F._
, Neurologie FMH) begutachten (Expertise vom 17. Februar 2014; Urk.
6
/10
6
; nach Untersuchungen vom 2. Dezember 2013). Die Gutachter nannten die folgenden Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 33):
-
Meniskopathie
beidseits (
Teilsynovialektomie
rechts 2007,
Meniskusneedling
rechts
2007,
Teilsynovialektomie
,
Innenmeniskushinterhorn
-Teilresektion Knie rechts 2009
, Korbhenkelriss des medialen Meniskus, links mit Reposition und Naht, 2012, aktuell Kniegelenkserguss mit Verdacht auf erneute
Meniskopa
thie
links
-
Funktionsstörung linkes Kniegelenk (wahrscheinliche
anteromediale
, persis
tierende Meniskusläsion, Status nach
Meniskusrefixation
11/2012)
Zudem nannten sie die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 33):
-
Pterygium
conjun
c
tivae
, linkes Auge
-
Varikozele, links
-
Intermittierende
Sialithiasis
mit Speicheldrüsenschwellungen
-
Status nach unklarer Unterschenkel-Operation, links 1985
-
Status nach Daumenfraktur 2005
-
Status nach zweimaliger
Meniskusrefixation
und
Teilmeniskektomie
rechtes Kniege
lenk
-
Panikstörung mit sporadischen Panikattac
ken
Die
A._
-Gutachter kamen in ihrer Konsensbeurteilung zum Schluss, dass die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten oder jed
weder vergleichbaren Tätigkeit auf Dauer als nicht mehr gegeben anzusehen sei. Der Grund hierfür sei die diesbezüglich nicht mehr besserbare Pathologie im Bereich des linken Kniegelenks. Internistische, neurologische oder psychia
tri
sche Er
kran
kungen mit eigenständigem minderndem Effekt auf die Arbeits
fähig
keit lä
gen nicht vor. Zumindest in körperlich leichten und überwiegend sitzend aus
geübten Tätigkeiten
(zum Bespiel an Pforten, Kassen, in Aufsichts- und Tele
fondiensten) sei per sofort von einer uneingeschränkten Arbeitsfähig
keit von 100 % auszuge
hen (Pensum und Rendement 100 %, S. 31. f.)
.
Mit Bezug auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr.
G._
gaben die Gutachter an, dass die aktu
elle Behandlungsführung mit geringen Gesprächs
frequenzen, nie
derpotenter und unterdosierter antidepressiver Medikation und der bei der Be
gutachtung erhobene AMDP-konforme Befund die Attestierung einer namhaften Depressivität nicht mehr zulasse. Hier sei somit im Vergleich zu den Vorbewer
tungen von einer deut
lichen Besserung auszugehen (S. 32).
4
.2
Dr.
G._
führte in seinem
Bericht vom 15. Mai 2015 (Urk. 6
/128) aus, seit dem 2
3.
Juli 2013 sei es zu einer weiteren
Chronifizierung
mit weiterer Verschlechte
rung der Panikstörung und der depressiven Symptomatik gekommen.
Es träten zum Teil mehrmals täglich
schwere Panikattacken
auf, der Beschwerdeführer nehme neu
Citalopram
ein. Die Belastbarkeit sei sehr stark eingeschränkt und es bestehe in jeglicher Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 2-3 und S. 5)
.
4
.
3
Das hiesige Gericht setzte sich in seinem Urteil vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
6/145, Prozess Nr. IV.2015.01181
) mit dem Gutachten der
A._
auseinander und be
fand im Wesentlichen, dass dieses voll beweiskräftig
ist
.
In somatischer Hinsicht ging es gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung von
Dr. med.
H._
, Facharzt für Chirurgie FMH,
von einer 100%igen Arbeitsunfähig
keit in jeglicher Tätigkeit bis Ende Juni 2013 aus (E. 6.1.1). Weiter ging es gestützt auf das
A._
-Gutachten aufgrund der Kniegelenkspathologie von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der angestammten Tätigkeit als Maler und ab dem Untersuchungszeitpunkt (
2.
Dezember 2013) von einer vollen Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit gemäss formuliertem
Belastungsprofil aus (E. 6.1.2; vorstehend E. 4.1). Aus psychischer Sicht stellte es
ebenfalls auf die Ein
schätzung der
A._
-Gutachter ab, wonach im Untersuchungszeitpunkt keine depressive Störung vorlag, eine volle Arbeitsfähigkeit bestand und damit eine Verbesserung und ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ausge
wiesen waren (E. 6.2.2, E. 6.2.4). Für die Zeit nach der psychiatrischen Begutach
tung im Dezember 2013 bis zum massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses stellte es fest, dass aufgrund der
Aktenlage und insbesondere des Berichts von
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2) eine
Verschlechterung nicht auszuschliessen ist und hielt mit Blick auf die psychiatrischen Einschränkungen eine ergänzende medizi
nische Abklärung für indiziert.
Ausgehend davon bejahte das Gericht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente vom
1.
Januar bis 3
0.
September 2013 (E. 7.1)
und auf eine halbe Rente ab
1.
Oktober 2013 (E. 7.2). Mangels einer mehr als dreimonatigen Verschlechterung nahm es in Bezug auf die erneuten
arthroskopischen
Eingriffe vom 2
6.
Februar und
1.
März 2014, die zu vollständiger Arbeitsunfähigkeit führ
ten, keine weitere Rentenanpassung vor (E. 6.1.3). Aufgrund des unklaren psy
chischen Gesundheitszustands im Verfügungszeitpunkt schützte es die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rentenaufhebung nicht und wies die Sache diesbe
züglich für weitere Abklärungen und Neubeurteilung des Leistungsanspruchs ab
1.
Dezember 2015 an di
e Beschwerdegegnerin zurück (E.
7.3).
4.4
An diese im Rückweisungsurteil erfolgten Feststellungen, insbesondere auch an die hinsichtlich des
A._
-Gutachtens getroffene Würdigung, ist das Gericht
bei
seinem zweiten Erkenntnis
gebunden (vorstehend E. 3
.
). Auf die am
A._
-
Gutachten erhobene Kritik des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8 f.,
Urk.
9) ist im vorliegenden Verfahren daher nicht einzugehen.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin
holte daraufhin bei
Dr.
G._
einen Verlaufsbericht ein. Dieser hielt am
2.
August 2017 (
Urk.
6/157) fest,
seit dem letzten Bericht am 15.
Mai 2015 habe sich das Zustandsbild gebessert. Der Beschwerdeführer arbeite seit dem
4.
April 201
6
wieder zu 50
%
in einer leichten Arbeit, allerdings unter Dauerschmerzen und er stehe an der äussersten Grenze der Belastbarkeit. Nach wie vor seien Konzentrationseinbussen, Vergesslichkeit, sozialer Rückzug sowie die vor allem nächtlichen Panikattacken vorhanden. Die bisherige Tätigkeit als Maler sei angesichts der Ermüdbarkeit und der Dauerschmerzen höchstens zu 50 % möglich (S. 1). Es fände eine stützende und verhaltenstherapeutisch orien
tierte Gesprächstherapie mit ungefähr monatlichen Konsultationen statt, der Beschwerdeführer nehme zudem unter anderem
Zoloft
ein. Eine Wiedereinglie
derung sei nicht notwendig, da er wieder in seiner angestammten
Arbeit
als Maler tätig sei (S. 2-3).
5
.2
Die Beschwerdegegnerin
liess den Beschwerdeführer
anschliessend
durch die
B._
polydisziplinär begutachten.
Med. prakt.
I._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, und PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, stellten in ihrer Expertise vom 1
7.
Januar 2018 (Urk. 6/175) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48):
-
Panikstörung
-
Albträume
-
Schlafstörung
-
Schuhtechnisch kompensierter Beinlängenunterschied mit
Varisierung
der rechten Beinachse nach unklarer Operation in der Kindheit in der Türkei (ca. 1985)
-
postoperativ persistierende Meniskusschäden rechts (2007), links (2012)
-
HWS
-Degeneration mit
Radikulopathie
C6/7 links (2007)
-
LWS-Degeneration mit
Bandscheibenprotrusionen
L3/4 und L4/5 seit 2013
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 48):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode
-
chronische Ulzeration oberflächlich im Hautnarbenbereich linker Unterschen
kel nach unklarer Operation in der Kindheit in der Türkei (ca. 1985)
-
Status nach Dermatose/Urtikaria unklarer Natur (2010) laut Angaben des Beschwerdeführers
Dazu führten sie aus,
a
us orthopädischer Sicht
beständen
dauerhafte Verände
rungen am rechten Knie bei mehrfach operierter
Meniskopathie
/sekundärer medialer Gonarthrose sowie (wahrscheinlich auch als Folge einer im Kindesalter erfolgten Beinverkürzung rechts) bei rechtsseitiger
Varisierung
(O
-Bein-Bildung) der Beinachse, was sich auf die Beweglichkeit und Belastbarkei
t des Kniege
lenks/der Beinachse
und damit auf die
Arbeitsfähigkeit
als Maler (Einschränkung beim Treppenst
e
igen, bei Arbeiten auf Gerüsten)
auswirke.
Dasselbe
gelte
in funk
tionell gleichem Ausmass für die Auswirkungen der degenerativen Veränderun
gen an der Halswirbelsäule (Einschränkung bei
Ü
berkopfarbeiten). Aus psychiat
rischer
Sicht bestehe
in erster Linie eine Panikstörung, verbunden mit Albträumen und Schlafstörung, die ihrerseits eine rezidivierende depressive Störung dann auslösen
könne
, wenn ein normales Arbeitspensum gefordert würde. Der moti
vierte
Beschwerdeführer habe
eine an seine Einschränkungen qualitativ ange
passte Arbeitsstelle in einem frei gestaltbaren halbtägigen Pensum gefunden und sich so selbst teilweise eingegliedert (S. 49).
In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei in
der angestammten Tätigkeit aus vorwiegend orthopädischen Gründen seit dem Gutachten der
A._
(1
4.
[r
ichtig
: 17.]
Februar 2014) nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht eine
volle
Arbeitsfähigkeit
(S. 50
Ziff.
3.2)
. Aus psych
iatrischer Sicht sei er
in retrospektiver Beurteilung
- aufgrund der Atteste der behandelnden Ärzte -
von 14.
Februar 2014 bis 1. August 2017 auch
in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig gewesen. Vom
2.
August bis 2
8.
November 2017 habe in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen bestanden. Seither sei er in einer angepassten Tätigkeit aus
psychischen Gründen noch zu 30
% eingeschränkt (S. 50). Die gebesserte depressive Störung sei vor allem der erneuten - am
4.
April 2016 zu 50
%
aufgenommenen (S. 39) - Berufstätigkeit geschuldet, da sich der Beschwerdeführer erheblich über seinen Beruf motiviere und Zufriedenheit erlange (S.
34 und S.
46).
Das Profil einer leidensangepassten
Arbeit
sei eine
überwiegend sitzende, höchs
tens körperlich mittelschwere Tätigkeit mit leichter Wechselbelastung, gelegent
lichem Stehen und Gehen, Tragen und Heben bis Lendenhöhe bis 15-25 kg, ohne überwiegendes Heben und Tragen über Brusthöhe, gelegentlichem Arbeiten (bis 10
%
der Arbeitszeit) mit Besteigen von Hockern, tieferen Leitern, Treppen und Trittstufen,
ohne Schicht- und Nachtdienste
,
mit regelmässigen Pausen und ohne Zeitdruck, ohne Verantwortung, ohne Anforderungen an die Umstellungs- und Durchhaltefähigkeit, ohne Arbeiten an laufenden Maschinen, auf höheren Leitern, Hebebühnen oder Gerüsten (S.
34 und S.
47).
6
.
Das
Gutachten der
B._
(
vorstehend
E.
5
.2) beruht auf den erforderli
chen allgemeininternistischen, orthopädischen und psychiatrischen Un
tersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
er
stellt. Die Gutach
ter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
ausein
ander. Sie gelang
ten sodann zum begründeten Schluss, dass
der
Beschwerdeführer
in seiner
ange
stammten Tätigkeit
als Maler
nicht mehr
arbeitsfähig ist. In
einer angepassten Tätigkeit
gingen sie
retrospektiv und aus psychiatrischer Sicht aufgrund der Arzt
berichte
von 1
4.
Februar 2014 bis 1. August 2017 von einer vollen und von
2.
August bis 2
8.
November 2017 von einer 50%igen Arbeits
un
fähigkeit aus. Ab 2
9.
November 2017 erachteten sie die Arbeitsfähigkeit als zu 30
%
eingeschränkt. Das
Gutachten
entspricht
damit den rechtsprechungsgemässen Anfor
derungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl.
vorstehend
E.
1.
6
). Dies wird von den Parteien grundsätzlich auch nicht bestritten.
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers ab
1.
Dezember 2015 ist somit auf das beweiskräftige Gutachten der
B._
abzustellen.
7.
7.1
Die Rückweisung erfolgte vorab zur Klärung des psychischen Gesundheitszu
stands des Beschwerdeführers ab Verfügungszeitpunkt. Hinsichtlich des somati
schen Gesundheitszustands hielt das Gericht lediglich fest, dass allfällige zwischenzeitliche Veränderungen nicht beurteilt werden könnten (
Urk.
6/145 E.
6.4). Damit ist eine Überprüfung auch des somatischen Gesundheitszustands zwar nicht ausgeschlossen, indessen ergibt sich – wie bereits im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
gestützt auf das
Z._
-Gutachten und im Zeit
punkt des Rückweisungsurteils gestützt auf das
A._
-Gutachten - eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gemäss separat formulier
tem Belastungsprofil. Dies stimmt auch damit überein, dass die Gutachter der
B._
diesbezüglich keine Verschlechterung benannten.
7
.2
7.2.1
Was die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht angeht, so ist es n
ach der Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigun
gen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem
konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, sel
ber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Ge
richt) ver
bindlich zu ent
scheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu
einer (an
dauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe
und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gege
benheiten hat die Rechtspre
chung seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwen
der und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache
des (begutachtenden) Medizi
ners ist es, den Gesundheitszustand zu be
ur
teilen und wenn nötig seine Entwick
lung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Be
rücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Fol
genabschätzung der erhobenen gesund
heitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurtei
lungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2).
V
on einer medizinischen
Einschätzung der Arbeitsunfähi
gkeit
kann da
mit
aus rechtlicher Sicht abgewi
chen werden, ohne dass ein
wie vorliegend grundsätzlich beweiskräfti
ges
Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (
vgl. etwa
Urteil des Bun
desgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
7.
2.2
Der psychische Gesundheitszustand zeigte sich anlässlich der psyc
hiatrischen Begutachtung durch die
B._
(2
8.
November 2017)
unver
ändert verglichen mit dem Zustand im Zeitpunkt der Begutachtung durch die
A._
, deren Gutachter aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hatten
(vor
s
tehend E. 4.3).
Bei der
gemäss Gutachter der
B._
bestehende
n
30%ige
n
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
handelt es sich damit lediglich um eine
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes
. Dies wird von med. prakt.
I._
denn auch bestätigt (
Urk.
6/175 S.
48). Die abweichende Einschätzung der
B._
erweist sich
demnach
als unbeachtlich und es ist ab dem 2
8.
November 2017 aus psychiatri
scher Sicht -
entsprechend
der
Erkenntnis im beweiskräftigen
A._
-Gutachten -
wiederum von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszuge
hen.
7.
2.3
Für die Zeit vor der Begutachtung verwiesen die Gutachter zur retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
vollumfänglich auf die Arztberichte. Aktenkundig sind dazu indessen nur die Berichte von
Dr.
G._
vom 1
5.
Mai
2015 (vorstehend E. 4.2) und vom
2.
August 2017 (vorstehend E.
5.1). Dieser
begründete weder anhand von Befunden die gestellten Diagnosen noch die daraus resultierenden Funktionseinschränkungen und die Arbeitsfähig
keit. Hinsichtlich der Therapiefrequenz ist im einen Bericht «monatlich» vermerkt, aus dem anderen geht d
iesbezüglich nichts hervor. Dr.
G._
spricht ferner im Bericht vom August 2017 von einer deutlichen Besserung, unterlässt aber jegliche Angaben dazu, wann diese eingetreten ist. Auch die Gutachter machen keine Angaben zum Verlauf seit dem
1.
Dezember 201
5.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer ab April 2016 laut Bericht von
Dr.
G._
einer Er
werbstätig
keit im Umfang von 50
% nachgeht.
Aufgrund der gutachterlichen Ausführungen und der Berichte von
Dr.
G._
erscheint eine vorübergehende – im Rahmen der Rückweisung zu prüfende - Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes zwar als plausibel, indessen erweist sich die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit angesichts der seit April 2016 durch den Beschwerdeführer tatsächlich ausgeübten und von
Dr.
G._
genannten Erwerbstätigkeit im Umfang von 50
%
nicht als nachvollziehbar. Für den zu beurteilenden Zeitraum vom
1.
Dezember 2015 bis zum Begutachtungszeitpunkt am 2
8.
November 2017, in dem laut Gutachtern
spätestens von einer Verbesse
rung auszugehen war, ist demnach von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit als Maler auszugehen, wobei zu berücksichtigen ist, dass diese insofern einer angepassten Tätigkeit entspricht, als der Beschwerdeführer dabei vorwiegend leichte Tätigkeiten ausübt.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
8
.
8.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft.
8
.2
Das hiesige Gericht ging in seinem Urteil vom 2
5.
April 2017 (
Urk.
6/145, Prozess Nr. IV.2015.01181) von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
78'334.60
per 2013 aus
(E. 7.2 mit Verweis auf
Urk.
6/112/6-7)
, woran es auch bei
seinem zweiten Erkenntnis
gebunden ist (vorstehend E. 3)
.
Hochgerechnet auf das Jahr
2015
ent
spricht dies einem
Valideneinkommen
von
Fr.
79'116.50, per 2016 einem solche
n von
Fr.
79'578.55 und per 2018
einem
solchen
von
Fr.
80’324.95
(
vgl. Indices 201
3: 2204, 2015: 2226, 2016: 2239 und 201
8
: 22
60
, Entwicklung der Nominal
löhne, Bundesamt für Stat
istik, T39, Männer).
8.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik (LSE) festzustellen.
Das hiesige Gericht ging
in seinem Urteil vom 2
5.
April 2017
von einem Invali
deneinkommen
per 2013
von Fr.
38'537.85
in einem
70
%
-Pensum aus
(E.
7.2 mit Hinweis auf
Urk.
6/112, vgl. auch
Urk.
6/131/2
und
Urk.
6/78/3
).
A
b dem
1.
Dezember 2015
ist damit von einem Invalideneinkommen von
Fr.
27'801.80
im dem Beschwerdeführer
dann
zumutbaren Arbeitspensum von 50
%
auszuge
hen (
Indices 201
3
:
2204
, 2015: 2226, Entwicklung der Nominallöhne,
a.a.O.)
.
Ob bei der ab April 2016 in einem Pensum zu 50
%
ausgeübten Tätigkeit beim Malergeschäft
L._
, mit welcher der Beschwerdeführer ein Jahreseinkom
men von
Fr.
26’
666.65 erzielte (vgl.
Urk.
6/180), besonders stabile Arbeitsverhält
nisse im Sinne der oben zitierten Rechtsprechung vorliegen, lässt sich aufgrund der
Aktenlage
nicht abschliessend beurteilen. Den Ausführungen des Beschwer
deführers ist zu entnehmen, dass es sich um ein besonderes Umfeld handle, wel
ches eigentlich einem klassischen Schonarbeitsplatz und nicht einer Anstellung in der freien Wirtschaft entspreche (
Urk.
1 S. 7f.
Ziff.
22-23; Einsätze zeitlich frei über die Woche verteilbar, Entlastung bei allen körperlich nicht zumutbaren Arbeiten). Damit bleibt es auch für die Zeit ab April 2016 bei dem gestützt auf die Tabellenlöhne ermittelten Invalideneinkommen.
A
b
1.
März 201
8
(Zeitpunkt
der anlässlich der Begutachtung festgestellten
Ver
besserung des Gesundheitszustandes
plus drei Monate,
vgl. dazu E.
1.5
hievor
) beträgt das Invalideneinkommen
entsprechend
Fr.
56'
452.90
(
Indices 2013: 2204,
201
8
: 22
60
) in
einer den Beschwerden angepassten 100
%
igen Tätigkeit.
Vorliegend ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen (vorstehend E. 5.2), sodass unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände zu berücksichtigen sind, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1). Solche bestehen vorliegend nicht; d
er Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, rechtfertigt auch bei ein
geschränkter Leistungsfähigkeit keinen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungs
niveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten um
fasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
8
.4
Aus den Vergleichseinkommen ergibt sich damit ein Invaliditätsgrad von
65
%
von
1.
Dezember 2015 bis
2
8.
Februar
201
8
(
Valideneinkommen
Fr.
79'116.50, Invalideneinkommen
Fr.
27'801.80
)
und ab
1.
März 201
8
ein rentenausschlies
sender
Invaliditätsg
rad von 30
%
(
Valideneinkommen
Fr. 80’324.95
, Invaliden
einkommen
Fr.
56'452.90
).
D
er Beschwerdeführer hat
demnach
von
1.
Dezember 2015 bis 2
8.
Februar 201
8
Anspruch auf eine
befristete
Dreiviertelsrente
.
Dies führt zur
teilweisen
Gutheis
sung der Beschwerde
.
9.
9.
1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
1’0
00.-- festzusetzen und entsprechend
dessen
Ausgang der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9
.2
De
m
Beschwerdeführer steht eine
Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
). Entsprechend ist
ihm
eine Prozessentschä
digung von Fr.
2
‘
7
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.