# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15ca55c6-f99c-4012-ad4b-f3f39d3004fb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 19
24
, bezog ab dem
1.
Februar 1992
zunächst zusammen mit seiner Ehefrau
C._
, geboren 1924
, und nach deren Tod ab September 2010 als alleiniger Bezüger (vgl.
Urk.
9/10)
von der
Gemeinde
B._
Zusatzleistungen bestehend
aus Ergänzungsleistungen,
kantonale
n
Beihil
fe
n
und Gemeindezuschüssen (Urk.
9/1
-4
,
Urk.
9/6 S. 4 ff.
).
Am
2
3.
September
2018 verstarb
X._
und hinterliess als Erben
laut Erbbescheinigung vom
4.
Januar 2019 des Bezirksgerichts Meilen
seine drei Söhne
Y._
, geboren 1955,
Z._
, geboren 1957, und
A._
, geboren 1962
(
Urk.
5).
Die Durchführungsstelle
für Zusatzleistungen zur AHV/IV
der Gemeinde
B._
(nachfolgend: Durchführungsstelle) stellte die Zusatzleistun
gen daraufhin mit Verfügung vom 2
5.
September 2018 per Ende September 2018 ein (Urk. 9/5). Sodann liess sie sich von den Erben Unterlagen zum Nachlass zustellen (
Urk.
9/5)
, welche indes dem hiesigen Gericht nicht vorliegen
. Mit Ver
fügung vom
2.
Oktober 2018 verpflichtete die Durchführungsstelle die Erben des
X._
selig
zur Rückerstattung der ausgerichteten Beihilfen im Betrag von Fr. 77'416.-- sowie der Gemeindezuschüsse in der Höhe von Fr. 115'930.--, mithin von total Fr. 193'346.-- (Urk. 9/6
S. 3
). Die Erben des
X._
selig
erho
ben mit Eingabe vom
2
9.
Oktober 2018
(Urk.
9/7
), ergänzt am
27. November 2018 (Urk. 9/11
), Einsprache, welche von der Durchführungsstelle mit Entscheid vom 2
1
.
Januar 2019 abge
wiesen wurde (Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
1.
Januar 2019
liessen
Y._
,
Z._
und
A._
mit Eingabe vom
2
0.
Februar 2019
Beschwerde
erheben
mit dem Antrag, der angefochtene
Einspracheentscheid
sowie die diesem Entscheid zugrundliegende Verfügung vom
2.
Oktober 2018 seien bezüglich der Anordnung der Rückerstattung der Gemeindezuschüsse aufzuheben (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
4.
März 2019
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
).
Davon wurde den Beschwerdeführe
rn
mit Verfügung vom
8.
März 2019
Kenntnis gegeben (Urk.
10
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Massgabe der Vorschriften des Bundes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung und aufgrund des zürche
ri
schen
Gesetz
es
über die Zusatzleistungen zur eidgenössischen Alters-, Hinterlas
senen- und Invalidenversicherung (ZLG)
werden Zusatzleistungen ausgerichtet. Diese bestehen aus (§ 1 Abs. 1 ZLG):
a.
Ergänzungsleistungen gemäss Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG), bestehend aus jährlicher Ergänzungsleistung sowie Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
b.
Beihilfen
c.
Zuschüssen.
Die Gemeinden können Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind (§ 20 Abs. 1 ZLG).
1.2
Rechtmässig bezogene Beihilfen sind in der Regel zurückzuerstatten (§ 19 Abs. 1 ZLG),
a.
wenn bisherige oder frühere Bezügerinnen und Bezüger in günstige Ver
hältnisse gekommen sind,
b.
aus dem Nachlass einer bisher oder früher Beihilfe beziehenden Person.
Sind Ehegatten, eingetragene Partnerinnen oder Partner, Kinder oder
Eltern Erben, ist die Rückerstattung nur von demjenigen Teil des
Nachlasses zu leisten, der den Betrag von Fr. 25'000.-- übersteigt.
Die §
§
15, 19, 22, 33
Abs.
2 und 38 des ZLG betreffend die Beihilfen sind auch für Zuschüsse anwendbar (
§
19a
Abs.
3 ZLG).
Laut
§
20a ZLG
gelten die allge
meinen Verfahrensbestimmungen des
ATSG
(Art.
27–61 ATS
G), s
oweit für die Gemeindezuschüsse ni
chts Abweichendes bestimmt ist.
Die Rückerstattung von Zuschüssen richtet sich ebenfalls nach den Bestimmun
gen für die Beihilfen (§ 22 der Zusatzleistungsverordnung des Kantons Zürich; ZLV).
1.3
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Gemäss
Art.
52
Abs.
2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheiden
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1).
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderli
chen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu ver
einbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrem
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt, es gebe sehr wohl eine rechtliche Grundlage für die verfügte Rückerstat
tungspflicht
der
Gemeindezuschüsse. Sie habe sich bei ihrer Rück
erstattungsver
fügung vom
2.
Okt
ober 2018 auf das ZLG gestützt.
Das ZLG sehe in
§
20 die (fakultative) Ausrichtung von Gemeindezuschüssen vor und gelange im Zusam
menhang mit Rückerstattungen subsidiär zur Anwendung, sofern die Zusatzleis
tungsverordnung der Gemeinde
B._
hierzu keine (abweichenden) Bestimmun
gen enthalte. Betreffend Rückforderung der kantonalen Beihilfen
seien
die Voraussetzungen
für deren Rückforderung nach §
19
Abs.
1
lit
. b sowie
Abs.
3 und 4 ZLG offensichtlich erfüllt. Folglich erachte sie ihre Rückerstattungsverfü
gung
vollumfänglich
als korrekt (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführer bringen demgegenüber vor,
die Gemeindezuschüsse seien in Kapitel
Lit
. D
des
ZLG geregelt, wo weder eine Rückerstattungspflicht noch ein
Hinweis auf eine subsidiäre Anwendung von
§
19 ZLG zu finden seien
. Auch in den Artikeln 27 bis 61 ATSG, auf welche
im die Gemeindezuschüsse betreffenden Kapitel
verwiesen werde, sei keine Rückerstattungspflicht statuiert
(
Urk.
1 S. 4 f.).
Ebenso wenig weise die Zusatzleistungsverordnung der Gemeinde
B._
eine Bestimmung auf, welche die subsidiäre Anwendung des ZLG oder eine Rück
erstattung von Gemeinde
zuschüssen vorsehen würde (
Urk.
1 S. 5 f.). Insgesamt fehle es folglich
an einer rechtlichen Grundlage für eine Rückforderung der Gemeindezuschüsse (
Urk.
1 S. 6).
Für den Fall, dass eine gesetzliche Grundlage vorhanden wäre, machten die Beschwerdeführer geltend, könnten nur die an den Verstorbenen
X._
ausgerichteten Leistungen zurückgefordert werden, nicht hingegen die auf dessen vorverstorbene Ehegattin entfallenden
Anteile der Gemeindezuschüsse
(
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Uneinig sind sich die Parteien
nach dem Gesagten
darüber, ob eine rechtliche Grundlage für eine
Pflicht zur Rückerstattung
der Gemeindezuschüsse vorhanden ist.
Gemäss
§
19a
Abs.
3 ZLG ist unter anderem
§
19 ZLG betreffend Rückerstat
tung von Beihilfen für die Zuschüsse anwendbar. In diesem Sinne sieht
§
22 ZLV vor, dass sich d
ie Rückerstattung von Zuschüssen nach den Bestimmungen für die Beihilfen
richtet (vgl. vorstehende E. 1.2 am Ende) und somit auf
§
19 ZLG verweist, ist das Vorliegen einer genügenden rechtlichen Grundlage zu bejahen.
In Anbetracht dieser
ausdrücklich
gesetzlichen Regelung fällt die Anwendbarkeit von
§
20a ZLG mit dem Verweis auf das ATSG von vornherein ausser Acht.
Indem die Beschwerdegegnerin diese entscheidende gesetzliche Grundlage trotz entsprechender
ausdrücklicher Anfrage in der Einsprache der Beschwerdeführer vom 2
9.
Oktober 2018 (
Urk.
9/7 S. 2)
sowie trotz der
das fragliche Vorhandensein einer
gesetzliche
n
Grundlage betreffenden
Einsprachebegründung
vom 27. No
vember 2018 (
Urk.
9/11)
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(und auch anderswo)
nicht erwähnt hat, hat sie den Anspruch auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführer verletzt (vgl.
vorstehende
E. 1.3).
Denn sie hat sich nicht in zureichender Weise mit dem
Haupta
rgument der Beschwerdeführer, es
fehle an einer gesetzlichen Grundlage, auseinandergesetzt.
Da eine Rückweisung
indessen
eine
m
formalistischen Leerlauf
gleichkäme
und
eine solche
auch nicht beantragt wurde (vgl. auch die Eventualbegründung in
Urk.
1 S. 6 f.), ist davon
abzusehen (vgl. vorstehende E.
1.3).
3.2
Es ist u
nbestritten geblieben, dass der Nachlass genug hoch ist, um die von der Beschwerdegegnerin geforderte Rückzahlung zu leisten. Die von Februar 1992 bis September 2018 an
X._
selig ausbezahlten Beihilfen und Gemeindezu
schüsse wurden im Anhang der Rückerstattungsverfügung vom 2. Oktober 2018 aufgelistet (Urk. 9/6 S. 4 ff.). Dabei wurden auch die Zahlungen, welche an
X._
und seine Ehegattin
bis zu deren Tod
gemeinsam gingen, in vollem Umfang berücksichtigt (vgl.
Urk.
9/6 S. 4
f.
). Die Beschwerdeführer machen gel
tend, dies sei
in Bezug auf die Gemeindezuschüsse
nicht zulässig
. Es könnten nur die an
X._
ausgerichteten Zuschüsse zurückgefordert werden, nicht mehr aber die Leistungen an die vorverstorbene Ehefrau
(
Urk.
1 S. 6).
Gemäss
§
19
Abs.
3 ZLG entsteht b
ei Ehegatten eine Rückerstattungspflicht erst aus dem Nachlass des Zweitverstorbenen
. Folglich müssen zu diesem Zeitpunkt
- wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind -
die an beide Ehegatten ausgerichteten Leistunge
n zurückgefordert werden können, was die Beschwerde
führer die
kantonalen
Beihilfen betreffend nicht bestreiten. Da
§
19a
Abs.
3 und
§
22 ZLV bezüglich der Rückerstattung von Zuschüssen auf die Bestimmungen für die Beihilfen verweis
en
, ist
§
19
Abs.
3 ZLG auch auf die Gemeindezuschüsse anwendbar.
In
masslicher
Hinsicht blieb die Rückforderung im Übrigen unbestritten
und Anhaltspunkte für ihre Fehlerhaftigkeit sind nicht ersichtlich.
3.3
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
X._
selig und
auch die
seiner
im August 2010
vorverstorbenen Ehegattin
in der Zeit
von
Februar 1992 bis
und mit
September
20
1
8
ausgerichteten
Beihilfen und Gemeindezuschüsse im Umfang von
total
Fr.
1
93‘
346
.-- zurückgefordert hat.
Dies hat die Abweisung der Beschwerde zur Folge.