# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e10ed91-7ca1-4941-beea-17b9be9138b5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. ist A. Staatsangehörige und wurde am 4. Dezember 1950 in B. geboren. Sie ist geschieden und von Beruf Kontoristin. Sie wohnt am C. in D..
X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im ADMAS-Register verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 18. November 2011, mitgeteilt am 25. November 2011, wurde X. der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von CHF 300.00, unter Kostenfolge zu Lasten der X., bestraft. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Am 2. Oktober 2011, um 16.30 Uhr, lenkte X. das Motorrad BMW K 75, Kontrollschild D. (D), von E. in Richtung F.. In der Rechtskurve vor der G. beim Bahnhof H. war der Strassenbelag verschmutzt. Dieser Verschmutzung wich die Beschuldigte nach links gegen die Fahrbahnmitte aus. Dabei gewahrte sie das entgegenkommende, von W. gelenkte Fahrzeug, einen VW Golf Variant, I., zu spät, leitete in der Folge eine Vollbremsung ein und prallte gegen die linke Seite des VW. Verletzt wurde niemand. Am Personenwagen entstand ein Sachschaden von CHF 3‘000.00 und am Motorrad ein solcher von CHF 1‘000.00.“
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X. am 8. Dezember 2011 Einsprache bei der Staatsanwaltschaft, welche im Rahmen der weiteren Beweiserhebung eine rechtshilfeweise Einvernahme der Motorradlenkerin anordnete. X. wurde daraufhin am 30. März 2012 von der Polizeidirektion H. nochmals zur Sache befragt. Mit Parteimitteilung vom 18. April 2012 teilte die Staatsanwaltschaft den Schluss der Strafuntersuchchung mit und stellte die Überweisung des Strafbefehls an das Bezirksgericht Imboden in Aussicht. Mit Eingabe vom 29. Mai 2012 stellte Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf als Vertreter von X. Antrag auf Einvernahme der beiden Zeugen Y. und Z. sowie auf Beizug allfälliger statistischer Daten zur Unfallhäufigkeit an der betroffenen Kollisionsstelle. Am 4. Juni 2012 schloss der zuständige Staatsanwalt auf Ablehnung der Anträge. Am 11. Juni 2012 erhob die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 lit. d StPO Anklage beim Bezirksgericht Imboden. Darin beantragte sie, X. sei der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen und sie sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Gleichzeitig übermittelte sie dem Gericht den Schlussbericht gemäss Art. 326 Abs. 2 StPO.
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D. Die Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 21. Juni 2012 vorgeladen wurde, fand am 4. September 2012 statt. Die vom privaten Verteidiger (Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf) von X. vorab gestellten Anträge auf Einvernahme der Zeugen Y. und Z., sowie auf Beizug allfälliger statistischer Daten zur Unfallhäufigkeit an der Kollisionsstelle, als auch der Antrag, aus den Händen der Kantonspolizei Graubünden einen Bericht über die Grösse, Qualität und Ursache der Verschmutzung zum Unfallzeitpunkt vom 2. Oktober 2011 einzuholen, wurden vom Bezirksgerichtspräsidenten am 6. August 2012 allesamt abgewiesen. An der Hauptverhandlung war Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf als privater Verteidiger von X. anwesend. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden
1. X. sei der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen.
2. Die beschuldigte Person sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen.
3. Die Verfahrenskosten seien der Beschuldigten zu überbinden.
4. Die Busse und Verfahrenskosten seien mit dem geleisteten Depositum in der Höhe von CHF 600.00 zu verrechnen.
Anträge X.
Die Beschuldigte sei freizusprechen.
E. Gegen das am 4. September 2012 gefällte, nicht mündlich eröffnete und gleichentags ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Imboden meldete X. am 5. September 2012 Berufung an.
F. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Imboden den Parteien am 15. Oktober 2012 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X. mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4‘269.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1‘269.00, Gerichtsgebühren CHF 3'000.--) gehen zu Lasten von X. und werden - zusammen mit der Busse - mit dem geleisteten Depositum in Höhe von CHF 600.00 verrechnet.

## Considerations