# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e92d9994-6180-4986-a884-14177e4124fc
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. M.M. und N.M. waren Miteigentümer des in der Wohnzone W2 liegenden
Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch X., an der S.-Strasse 01 in Y. Nördlich des
Grundstücks, welches mit einem Wohnhaus überbaut ist, grenzt eine Wohn-
Gewerbezone WG2 an. Mit Baugesuch vom Dezember 2012 beantragte M.M. die
Baubewilligung für den Neubau eines Einfamilienhauses (EFH) mit Carport und
Pferdeboxen. Das EFH mit Erd- und Obergeschoss soll an die südöstliche Fassade des
bestehenden Wohnhauses angebaut werden. Im Erdgeschoss auf der südwestlichen
Seite des Wohnhauses sollen drei Pferdeboxen (je 14 m Grundfläche) mit Auslauf (je
26 m Grundfläche) erstellt werden. Der anfallende Mist soll gemäss Projekt in einem
geschlossenen Anhänger auf dem Vorplatz gesammelt werden (act. G 11 I/2 Beilage).
Dagegen erhoben die Anwohner A.A., B.B. und C.B., D.D. und E.D., F.F., G.G. und
H.G., I.I. und K.I. sowie L.L. Einsprache (act. G 11 I/3).
b. Der Gemeinderat X. erteilte mit Beschluss vom 26. August 2013 die Baubewilligung
unter Auflagen und wies die öffentlich-rechtlichen Einsprachen ab. Er beurteilte die
Pferdehaltung in der Wohnzone als zulässig und bejahte die Zonenkonformität des
Pferdestalls. Als Auflage verfügte er die Erstellung einer geschlossenen Mistmulde.
Sodann wurde der Mindestabstand für Zäune eines allfälligen Auslaufs von der
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Grundstücksgrenze auf 4.79 m festgelegt und die Futter- und Materiallieferungen auf
einmal pro Woche beschränkt. Im Weiteren wurde die Pflicht verfügt, den Pferdemist
regelmässig einzusammeln und die Pferde sowie Stallungen sauber zu halten. Für den
Stall seien Materialien und Farben zu wählen, die helfen würden, Fliegen und Insekten
zu vermeiden. In den Boxen und auf dem Paddock seien für den Boden
lärmdämpfende Materialien zu verwenden. Die privatrechtliche Einsprache betreffend
Wertverminderung des Grundstücks verwies der Gemeinderat auf den Zivilrechtsweg.
Privatrechtliche Einsprachen nach Art. 684 des Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) wies
er ab (act. G 11 I/3 Beilagen). Den hiergegen von den Anwohnern (Einsprechern)
erhobenen Rekurs in öffentlich-rechtlicher Hinsicht (act. G 11 II/1) wies das
Baudepartement, nachdem es am 16. April 2014 in Anwesenheit der Beteiligten einen
Augenschein durchgeführt hatte, ab, soweit es darauf eintrat. Den Rekurs in
privatrechtlicher Hinsicht wies es ebenfalls ab, soweit es darauf eintrat (act. G 11 II/19).
B.
a. Gegen diesen Rekursentscheid erhoben die nunmehr durch Rechtsanwalt Dr.
Christoph Bürgi, St. Gallen, vertretenen Anwohner am 14. Januar 2015 Beschwerde mit
den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und das Baugesuch sei abzuweisen (Ziff.
1 und 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). In der
Beschwerdebegründung vom 19. Februar 2015 stellte der Rechtsvertreter zusätzlich
die Anträge, dem Beschwerdegegner sei gestützt auf Art. 684 ZGB richterlich zu
untersagen, den geplanten Neubau mit drei Pferdeboxen und Carport zu erstellen (Ziff.
3) und es sei ihm die Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB für jedwelche
Zuwiderhandlung gegen das Verbot gemäss Ziff. 3 anzudrohen (Ziff. 4). Eventuell sei
das Verfahren betreffend die Beurteilung von Ansprüchen aus Art. 684 ZGB zur
korrekten Durchführung an die Bewilligungsbehörde zurückzuweisen (Ziff. 5; act. G 7).
b. In ihrer Vernehmlassung vom 13. März 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid. Zusätzlich äusserte sie sich zu Vorbringen in der Beschwerde (act. G 10).
Die Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Stellungnahme und verwies auf die
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Baubewiligung und die Einspracheentscheide vom 26. August 2013 sowie ihre
Rekursvernehmlassung (act. G 13). Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine
Vernehmlassung (act. G 14).
c. Mit Replik vom 19. Juni 2015 bestätigte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer
seinen Standpunkt (act. G 19).
d. Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 wiesen die Beschwerdeführer darauf hin, dass das
Baugrundstück Nr. 0000 aufgeteilt und das auf dieser Parzelle stehende EFH
veräussert worden sei (act. G 23/4, 23/5). Mangels einer Erklärung der neuen
Eigentümerin bezüglich des Baugesuchs sei davon auszugehen, dass daran nicht
festgehalten werde. Dementsprechend sei das Beschwerdeverfahren unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners abzuschreiben. Sodann
habe die Beschwerdebeteiligte ein neues Baureglement erlassen. Der geplante Anbau
an das bestehende EFH überschreite die neu zulässige Gebäudelänge. Im Weiteren
gehöre der geplante Pferdestall in die gemäss Baureglement neu ausgeschiedenen
Intensiverholungszonen (act. G 22). Hierzu nahmen die Beschwerdebeteiligte (Eingabe
vom 11. August 2016; act. G 27) und der nunmehr durch Rechtsanwältin lic. iur. Liliane
Kobler, St. Gallen, vertretene Beschwerdegegner (Eingabe vom 15. September 2016;
act. G 28) Stellung.
e. Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben dieses Verfahrens

## Considerations

wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind Eigentümer einer Liegenschaft in der Nachbarschaft des
geplanten Projekts; sie nahmen auch am vorinstanzlichen Verfahren teil. Sie sind zur
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Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 14. Januar 2015 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und
erfüllt zusammen mit der Beschwerdeergänzung vom 19. Februar 2015 (act. G 7) die
formellen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf
die Rechtsbegehren Ziff. 3 und 4 (act. G 7) betreffend Anordnung eines richterlichen
Bauverbots und Androhung einer Ungehorsamsstrafe, da es diesbezüglich an einer
Begründung fehlt.
1.2. Im Verlauf dieses Verfahrens erfolgte eine Abparzellierung des Grundstücks Nr.
0000 mit Veräusserung des abparzellierten Teils einschliesslich EFH durch den
Beschwerdegegner an seine Tochter (vgl. act. G 23/4, G 28). Die Erwerberin ist mit
dem Baugesuch, wie es mit Beschluss der Beschwerdebeteiligten vom 26. August
2013 bewilligt worden war, einverstanden (act. G 29). Die Teilveräusserung des
Grundstücks, welche keine Singularsukzession zur Folge hat (vgl. VerwGE B 2013/42
vom 16. September 2014, E. 2; www.gerichte.sg.ch), bewirkt somit als solche -
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer (act. G 22 S. 1 unten) - keine
Hinfälligkeit des Baugesuchs in der vom Beschwerdegegner eingereichten Form.
Nachdem es an einer Erklärung der Erwerberin des Grundstücksteils fehlt, in das
Beschwerdeverfahren eintreten zu wollen, bleibt die Zusammensetzung der
Verfahrensbeteiligten unverändert.
1.3. Die von der Beschwerdebeteiligten erlassene, seit 18. August 2014 (Genehmigung
Baudepartement) in Kraft stehende Fassung des Baureglements (act. G 23/7) kommt
auf das im Jahr 2012 eingereichte Baugesuch nicht zur Anwendung (vgl. Art. 27 Abs. 2
des geänderten Baureglements). Anwendbar ist vielmehr das am 26. Mai 1994
genehmigte Baureglement in der am 12. Dezember 2012 (Datum des Baugesuchs) in
Kraft stehenden Fassung. Dementsprechend ist nachstehend nicht weiter zu erörtern,
ob der geplante Pferdestall in die im geänderten Reglement ausgeschiedene
Intensiverholungszone gehört oder ob mit dem Baugesuch die auf 30 m reduzierte
maximale Gebäudelänge eingehalten ist (vgl. act. G 22 S. 2). Offen bleiben kann auch,
ob der am 20. Juli 2016 erfolgte Hinweis auf das neue Baureglement verspätet erfolgte
bzw. ob er ein unzulässiges Novum darstellt (vgl. act. G 28 S. 4 f.).
2.
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2.1. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (SR 700,
RPG) setzt die Erteilung einer Baubewilligung voraus, dass die Bauten und Anlagen
dem Zweck der Nutzungszone entsprechen. Gemäss Art. 11 Abs. 1 des Gesetzes über
die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (sGS 731.1, BauG) umfassen
Wohnzonen Gebiete, die sich für Wohnzwecke und nicht störende Gewerbebetriebe
eignen. Dabei kommt es für die Beurteilung der Zulässigkeit einer Nutzung nicht darauf
an, ob im konkreten Fall tatsächlich Immissionen verursacht werden, sondern, ob mit
der betreffenden Nutzung typischerweise Belästigungen verbunden sind, die über das
hinausgehen, was normalerweise mit dem Wohnen verbunden ist. Abzustellen ist
mithin auf eine abstrakte Immissionsbeurteilung, auf durchschnittliche objektivierte
Bedingungen. Tierhaltung gilt in der Wohnzone so lange als zonengerecht, als von den
Tieren keine störenden Immissionen verursacht werden (VerwGE B 1999/39 vom 17.
August 1999, E. 3c m.H.). Die zulässige Anzahl Pferde in der Wohnzone liegt
realistischerweise bei etwa drei bis vier Pferden. Eine Immissionsbegrenzung sowie
tierschutzrechtliche Anforderungen können mit geeigneten Bedingungen und Auflagen
erreicht werden (ARE, Wegleitung „Pferd und Raumplanung“, Bern 2011, S. 19) Nach
der Verwaltungspraxis wurden Pferdeboxen für die Haltung von maximal vier Pferden in
der Wohnzone als zonenkonform erachtet (Baudepartement SG - Juristische
Mitteilungen [JUMI] 2003 IV Nr. 36). Der Zweck der Wohnzone - die Gewährleistung
ruhiger und gesunder Wohnverhältnisse - wird durch die Aussenhaltung von vier
Pferden grundsätzlich nicht in Frage gestellt (GVP 2007 Nr. 118 E. 3.3).
2.2. Die Beschwerdeführer führen zur Frage der Zonenkonformität aus, entscheidend
sei, dass es vorliegend nicht einfach um die Haltung von blossen Reitpferden gehe,
sondern mit den Pferden Turniere bestritten würden. Damit seien zusätzliche
Immissionen verbunden, die es nicht gestatten würden, von einem nichtstörenden
Betrieb auszugehen. Die Parzelle Nr. 0000 liege mitten im Wohngebiet. Der nördliche
Dorfrand von Y. liege rund 120 m vom Wohnhaus auf Grundstück Nr. 0000 entfernt,
der südöstliche Dorfrand über 200 m. Die Pferdeboxen würden (anders als im
Sachverhalt gemäss JUMI 2003 Nr. 36) nicht unterirdisch erstellt. Zudem herrsche im
Rheintal oft Föhnlage mit starken Winden. Die Pferdehaltung inmitten einer Wohnzone
stelle eine (unzulässige) Ausnahmesituation dar. Zu Unrecht habe die Vorinstanz den
Umstand nicht berücksichtigt, dass Pferde nicht nur Exkremente und Urin produzieren
würden, sondern von ihnen auch eine Allergiegefahr ausgehe, von welcher die Kinder
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zweier Familien konkret betroffen seien. Dies stehe im Gegensatz zur Forderung,
wonach Wohnzonen gesunde Wohnverhältnisse zu gewährleisten hätten (act. G 7 S.
4-5).
2.3. Anlässlich des Rekursaugenscheins erklärte der Beschwerdegegner, die
Pferdehaltung sei ein Hobby seines Sohnes, der gelegentlich (jährlich maximal 10-15)
Turniere reite. Hierfür stünden ihm zwei Pferde zur Verfügung. Seine Frau erklärte, das
wöchentliche Training finde aktuell an einem Wochentag von 18-19 Uhr statt. Sie selbst
verfüge über ein Reitpferd (act. G 11 II/19 S. 2). Inwiefern eine Tierhaltung in dieser
Form mit dem Zweck der Wohnzone nicht vereinbar sein sollte, führen die
Beschwerdeführer nicht weiter aus. Der von den Beschwerdeführern angestellte
Vergleich mit der Haltung von Bienen in der Wohnzone (act. G 7 S. 5 mit Hinweis auf
JUMI 2002/II Nr. 14) erscheint insofern unpassend, als Pferde kein den Bienen
vergleichbares, von Menschen zu einem erheblichen Teil nicht lenkbares Eigenleben
führen. Was die ärztlich bescheinigte Tierhaarallergie (mittelgradige Reaktion auf
Hunde-, Katzen- und Pferdehaare) von Kindern der Beschwerdeführer betrifft (act. G 11
II/5 Beilage 6), ist festzuhalten, dass vorliegend durchschnittliche objektivierte
Bedingungen zum Vergleich stehen. Massstab für die in einer Wohnzone erlaubten
Nutzungen und die damit verbundenen Einwirkungen auf die Umgebung ist der
durchschnittlich empfindliche Mensch (GVP 2007 Nr. 118 E. 3.3). Das individuelle
Allergierisiko hat von daher in diesem Verfahren ausser Betracht zu bleiben. Die
Vorinstanz bejahte im angefochtenen Entscheid gestützt auf die vorerwähnten
Grundlagen die Zonenkonformität der vorgesehenen Pferdehaltung zu Recht, indem sie
unter anderem festhielt, dass diese zwar mit gewissen Geruchs- und Lärmimmissionen
verbunden sei, eine artgerechte Haltung mit einem sauberen und trockenen Stall sowie
regelmässiger Bewegung der Pferde den Zweck der Wohnzone jedoch nicht in Frage
stelle (act. G 2 S. 16 f.). Ein begründeter weiterer Anlass, aufgrund dessen die
vorinstanzlichen Feststellungen zu beanstanden wären, lässt sich weder den Akten
noch den Eingaben der Beschwerdeführer entnehmen. Hiervon ist nachstehend für die
Klärung der Frage der umweltschutzrechtlichen Zulässigkeit der Immissionen
auszugehen. Unter den geschilderten Umständen fehlt es auch an einem Grund, eine
medizinische Expertise (act. G 7 S. 13) einzuholen.
3.
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3.1. Gemäss Art. 11 Abs. 2 USG sind Emissionen unabhängig von der bestehenden
Luftbelastung im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und
betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Die geplanten Pferdeboxen stellen
eine stationäre Anlage im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Luftreinhalte-Verordnung vom 16.
Dezember 1985 (LRV, SR 814.318.142.1) dar, deren Betrieb u.a. Geruchs-Emissionen
erzeugt. Für letztere lassen sich keine (technisch messbaren) Grenzwerte angeben.
Jedoch gelten für Tierhaltungsanlagen grundsätzlich die Anforderungen nach Art. 3
Abs. 2 lit. a LRV und Anhang 2 Ziff. 512 LRV. Nach der letztgenannten Bestimmung
gelten insbesondere die gemäss den Empfehlungen der Eidgenössischen
Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik (FAT) berechneten
Mindestabstände zu bewohnten Zonen. Für hobbymässige Pferdehaltung (in der
Bauzone) lassen sich dem FAT-Bericht Nr. 476 von 1995 über Mindestabstände von
Tierhaltungsanlagen (in Landwirtschaftszonen) keine konkreten Mindestabstände
entnehmen. Der FAT-Bericht ist jedoch auch im Fall einer Hobbytierhaltung in der
Bauzone in einer den konkreten Gegebenheiten angepassten Form zu beachten. Der
FAT-Bericht befasst sich mit der vorsorglichen Emissionsbegrenzung, dient aber auch
als Hilfsmittel zur Beurteilung, ob die Tierhaltungsanlage übermässige Immissionen
verursacht (BGE 126 II 43 E. 4a; BGer 1A.85/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3.1). Der
Mindestabstand gemäss FAT-Bericht wird aufgrund verschiedener Kriterien ermittelt.
Berücksichtigt werden unter anderem die Tierart, die Anzahl Tiere bzw.
Grossvieheinheiten (GVE), die Aufenthaltsdauer der Tiere im Freien (Tag- und
Nachtweide, FAT-Bericht, Tabelle 1, S. 3) und Einflüsse wie die Hofdüngerproduktion
(Fest- oder Flüssigmist, FAT-Bericht, Tabelle 2, S. 4).
3.2. Im Amtsbericht vom 17. Februar 2014 des Amtes für Umwelt und Energie (AFU)
wurde festgehalten, dass die politische Gemeinde die Vorschriften über die
Luftreinhaltung bei Tierhaltungsbetrieben, ausgenommen bei Hofdüngeranlagen,
vollziehe (Art. 25 Abs. 1 lit. c des Einführungsgesetzes zur Umweltschutzgesetzgebung,
sGS 672.1; EG-USG). Bei der geplanten Pferdehaltung handle es sich um die Haltung
einzelner Zug-, Reit- oder Liebhabertiere und nicht um eine Nutztierhaltung.
Entsprechend liege keine Hofdüngeranlage vor. Der Gemeinderat sei deshalb
zuständig, über die Lagerung des anfallenden Mists zu verfügen. Die
Berechnungsgrundlage für Mindestabstände von Tierhaltungsbetrieben nach dem FAT-
Bericht Nr. 476 sei auf Tierhaltungen mit weniger als vier Geruchseinheiten
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Tierhaltung+Zonenkonformit%E4t+Bauzone&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-II-43%3Ade&number_of_ranks=0#page43
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(Geruchsbelastung [GB]) nicht anwendbar. 4 GB würden erst mit einem Bestand von
35-40 Pferden erreicht. Entsprechend liege es im Ermessen der Gemeinde, die
Mindestabstände zu bestimmen (FAT-Bericht S. 6). Mit den verfügten Auflagen werde
gewährleistet, dass das Bauvorhaben den Anforderungen der Umweltschutz- und
Gewässerschutzgesetzgebung entspreche (act. G 11 II/16). Im Schreiben vom 21. Juni
2014 nahm das AFU zu einer von den Beschwerdeführern eingereichten
Fachbeurteilung von P.P., Q.-Beratung, vom 20. Mai 2014 (Beurteilung Q.; act. G 11 II/
24 /12) Stellung. Es führte aus, dass nach wie vor der FAT-Bericht (der Eidg.
Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik, FAT) aus dem Jahr 1995
massgebend sei, der einen Abstand von 10 m innerhalb derselben Zone gegenüber
betroffenen Wohnbauten verlange. Der FAT-Vernehmlassungsentwurf vom März 2005
werde aktuell nochmals überarbeitet. Die überarbeitete Fassung solle anschliessend
als Vollzugshilfe Umweltschutz in der Landwirtschaft publiziert werden. Ob im
vorliegenden Verfahren auf einen Entwurf aus dem Jahr 2005 abgestellt werden solle,
sei fraglich (act. G 11 II/27).
3.3. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid von einem Normabstand gemäss
FAT-Bericht bei 4 GB (35-40 Tiere) von 20 m aus und erachtete mit Hinweis auf die
auch in anderen Kantonen gängige Praxis im konkreten Fall die Einhaltung des halben
Normabstands (10 m) vom Ort der Tierhaltung (Pferdebox) bis zum nächsten
Wohnhaus als angemessen. Sie wies darauf hin, dass der Entwurf des FAT-Berichts
Nr. 476 aufgrund der Opposition gegen eine geplante Verschärfung zurückgezogen
worden sei und erneut überarbeitet werde. Es rechtfertige sich nicht, auf eine nicht
verabschiedete Fassung abzustellen. Sie bestätigte die Feststellung der
Beschwerdebeteiligten, dass von der Nordfassade des geplanten EFH mit drei
Pferdeboxen bis zur nächsten Wohnhausfassade auf Grundstück Nr. 0002 (B.B. und
C.B.) ein Abstand von 11.5 m eingehalten werde und die Pferdeboxen mit Auslauf nach
Südwesten orientiert seien. Der Abstand von der südöstlichen Fassade bis zum
nächsten Wohnhaus auf Grundstück Nr. 0003 (G.G. und H.G.) betrage 16.8 m. Der
Abstand des Stalles bzw. des Auslaufs zum Wohnhaus auf Grundstück Nr. 0004 (I.I.
und K.I.) betrage 13.4 bzw. 12.6 m. Die übrigen Wohnhäuser seien über 20 m entfernt.
Die Mindestabstände seien daher mehr als eingehalten, weshalb nicht mit
übermässigen Immissionen zu rechnen sei (act. G 2 S. 18-20). Im Weiteren sei das
Interesse der Nachbarn betreffend Erhöhung des Mindestabstands gegen das
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Interesse des Bauherrn, für eine zonenkonforme Nutzung eine Baubewilligung zu
erhalten, abzuwägen (Art. 87 Abs. 1 BauG). Um eine massgebliche Reduktion der
Immissionen zu erzielen, müssten die Abstände um etwa 4-5 m erhöht werden. Bei der
gewählten Anordnung der Stallbaute würde dies bedeuten, dass an diesem Ort keine
Stallbaute für die zonenkonforme Pferdehaltung mehr gebaut werden könnte. Eine
Erhöhung der Mindestabstandsvorschriften würde damit auf durchschnittlich grossen
Grundstücken faktisch zu einem Verbot einer zonenkonformen Nutzung führen. Dies
lasse sich auch mit dem Vorsorgeprinzip nach USG nicht rechtfertigen, welches zwar
Emissionen begrenzen, nicht aber bestimmte Nutzungen ausschliessen wolle (act. G 2
S. 20 f. mit Hinweis auf BGE 126 II 300). Hinzu komme, dass gemäss FAT-Bericht erst
ab 35 Pferden ein Abstand von 20 m einzuhalten sei. Zudem sei fraglich, ob vorliegend
eine geringfügige Vergrösserung des Abstands tatsächlich eine wirksame
Verminderung der Geruchsimmissionen mit sich brächte. Das Verwaltungsgericht des
Kantons Aargau habe eine Vergrösserung eines Abstands für eine Pferdehaltung
aufgrund ihrer fehlenden Wirkung als unverhältnismässig bezeichnet (AGVE 2003 55, S.
227). Ein geringer Mehrnutzen für die Nachbarn durch einen geringfügig erhöhten
Mindestabstand bedeute für den Bauherrn eine massive, nicht zu rechtfertigende
Einschränkung. Mit dem Abstellen auf den Mindestabstand von 10 m bis zum nächsten
Wohnhaus habe die Beschwerdebeteiligte ihren Beurteilungsspielraum nicht
überschritten (act. G 2 S. 19 f.).
Hinsichtlich der in der Baubewilligung von der Beschwerdebeteiligten verfügten
Auflagen im Rahmen des Vorsorgeprinzips (vgl. dazu vorstehend unter A.b) kam die
Vorinstanz unter anderem zum Schluss, die Quelle von Geruchsimmissionen könne mit
der Sauberhaltung der Tiere und Ställe gering gehalten werden. Die im Weiteren
angeordnete geschlossene Mistmulde werde wohl in einem Abstand von ca. 3 m zur
Grenze platziert werden. Die Mulde sei lediglich während kurzer Zeit geöffnet, wenn
Mist eingefüllt werde. Indem sie regelmässig mit einer leeren Mulde ersetzt werde, sei
eine optimale Immissionsbegrenzung gewährleistet. Unter diesen Umständen sei auch
bei einer Platzierung nahe der Grenze nicht von übermässigen Immissionen
auszugehen. Nötigenfalls sei die Anordnung einer Umplatzierung der Mulde durch den
Gemeinderat auch nach Inbetriebnahme möglich (Art. 11 Abs. 3 USG). Der Einwand,
das Waschen der Tiere auf dem Vorplatz führe zu übermässigen Immissionen, sei nicht
nachvollziehbar. Das Waschen führe vielmehr zur Reduktion der Geruchsimmissionen.
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Auch die weiteren von der Beschwerdebeteiligten verfügten Auflagen seien geeignet,
die mit der Pferdehaltung verbundenen Immissionen wirksam zu begrenzen (act. G 2 S.
20 f.).
Zum Vorbringen der Beschwerdeführer, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft
mehrere Kinder an Allergien (unter anderem auf Pferdehaare) bzw. an Asthma leiden
würden, weshalb die Bewilligung der Pferdehaltung zu übermässigen Einschränkungen
bzw. zu einer Verschlimmerung der gesundheitlichen Probleme führe, hielt die
Vorinstanz fest, im Rahmen der Vorsorge könnten Immissionen begrenzt, jedoch nicht
vollständig untersagt werden. Den Kindern sei es zumutbar, auf der stallabgewandten
Hausseite draussen zu spielen. Jedoch könne aufgrund der Erkrankungen nicht
gefordert werden, dass in einer Wohnzone keine Tiere, namentlich auch keine
Haustiere wie Hunde und Katzen, gehalten werden dürften. Gewisse Immissionen,
insbesondere auch betreffend Geruch, seien hinzunehmen. Mit den im Rahmen des
Vorsorgeprinzips (Art. 11 Abs. 2 USG) angeordneten Massnahmen seien die Nachbarn
ausreichend geschützt (act. G 2 S. 21 f.).
3.4. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Abstände seien vom
Tierhaltungsbetrieb bis zur Zonen- bzw. Parzellengrenze zu messen. Es sei sachlich
nicht gerechtfertigt, im Fall eines Stalls in der Wohnzone nicht auf die Parzellengrenze,
sondern auf die betroffenen Gebäude abzustellen. Aufgrund der von ihnen eingeholten
Beurteilung der Q.-Beratung (act. G 11 II/24 /12) sei es offensichtlich falsch, die
Einhaltung des Mindestabstands lediglich in Bezug auf Gebäude zu verlangen. Dies
führe zum Resultat, dass die Mindestabstände durch das Stallgebäude nicht
eingehalten seien. Auf den Grundstücken der Beschwerdeführer sei deshalb mit
übermässigen Immissionen zu rechnen. Nicht sachgerecht sei auch, dass die
Vorinstanz für die Beurteilung der auftretenden Immissionen einzig auf das
Stallgebäude abstelle. Es seien auch die Mistmulde und der Waschplatz zu
berücksichtigen. Aufgrund der Grundstücksgrösse sei es dem Beschwerdegegner
möglich, Mistmulde und Waschplatz zu verlegen, insbesondere auf die durch das
Stallgebäude geschützte Seite. Die Beschwerdeführer hätten auf dem Grundbuchplan
eingezeichnet, inwiefern die Nachbarliegenschaften von den Immissionen des
Pferdestalles betroffen seien (act. G 8/1). Die Anpassung der FAT-Richtlinien aus dem
Jahr 1995 sei bis anhin durch Landwirtschaftskreise verhindert worden. Da es
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vorliegend um eine Hobby-Tierhaltung gehe, würden diese Einwände nicht ins Gewicht
fallen. Nur in Zonen, die nicht für die Wohnnutzung bestimmt seien
(Landwirtschaftszone), sei der Mindestabstand (gemäss dem revidierten FAT-Bericht)
lediglich bis zum nächstgelegenen bewohnten Gebäude einzuhalten. Die gegenteilige
Rechtsauffassung der Vorinstanz führe dazu, dass der Mindestabstand vom Zufall
abhänge, nämlich davon, wie nahe auf dem Nachbargrundstück Gebäude stehen
würden. Für eine Abwägung der Interessen des Bauherrn und der Nachbarn betreffend
Erhöhung der Mindestabstände fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Pferdeställe
in reinen Wohnzonen seien nicht zonenkonform, weil sie in durchschnittlichen
Verhältnissen in Folge zu geringer Abstände zu übermässigen Immissionen führen
würden. Es bestehe kein Anspruch, inmitten von Wohnzonen auf einer kleinräumigen
Parzelle einen Pferdestall erbauen zu dürfen. Verfehlt sei auch die Forderung der
Vorinstanz, dass die von einer Pferdehaarallergie betroffenen Kinder auf der dem Stall
abgewandten Seite zu spielen hätten; dies stelle eine unzumutbare Beeinträchtigung
der Nutzung der Grundstücke der betroffenen Beschwerdeführer dar. Hinzu komme,
dass im Sommer der Sitzplatz nicht mehr zum Essen, Hausaufgaben machen usw.
genutzt werden könnte. Wohnzonen hätten gesunde Wohnverhältnisse zu
gewährleisten. Das Problem der allergischen Reaktion könne nur gelöst werden, wenn
der Abstand zwischen Stall und Grundstücksgrenze deutlich vergrössert werde (act. G
7 S. 5-14).
3.5.
3.5.1. Innerhalb der Bauzone ist es Sache der Kantone, die zulässigen Nutzungen
festzulegen. Die Gemeinden haben dabei bezüglich der näheren Ausgestaltung der
Bauzonen einen relativ erheblichen Gestaltungsspielraum (Wegleitung „Pferd und
Raumplanung“, a.a.O., S. 7 und 16). Was vorab die Messweise des Mindestabstands
von 10 m betrifft, so lässt sich aus Ziff. 512 Anhang 2 Satz 1 LRV („Bei der Errichtung
von Anlagen müssen die nach den anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen
Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden“) entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführer (act. G 7 S. 7 f.) nicht ableiten, dass die Abstände zur
Parzellengrenze einzuhalten seien, zumal sich auch die geplante Pferdehaltung selbst
in der bewohnten Zone befindet. In dieser Feststellung zeigt sich auch der bereits
erwähnte Umstand, dass die FAT-Richtlinien auf Pferdehaltungen in der Bauzone nicht
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direkt, sondern lediglich als Anhaltspunkt für die Ausübung des sachgemässen
Ermessens zur Anwendung kommen können. Sodann sieht die Wegleitung „Pferd und
Raumplanung“, a.a.O., Anhang 5 S. 29, ebenfalls vor, dass neue Stallanlagen
gegenüber reinen Wohnzonen einen vorsorglichen Mindestabstand einhalten müssten.
Auch diese Feststellung führt vorliegend insofern nicht zu einer verwertbaren Lösung,
weil die konkret geplante Pferdehaltung selbst in der Wohnzone liegt. Wenn in der
Beurteilung der Q.-Beratung festgehalten wird, dass gemäss der aktuellen
Rechtsauslegung des BAFU (im Vernehmlassungsentwurf Revision FAT-Bericht
Nr. 476) der Mindestabstand bis zur Grundstücksgrenze und nicht bis zur nächsten
Wohnhausfassade eingehalten werden müsse (act. G 11 II/24 /12 S. 3 oben), so lässt
sich hieraus keine verbindliche Aussage ableiten, zumal eine verabschiedete Fassung
des revidierten FAT-Berichts unbestritten nicht vorliegt. Was sodann die von den
Beschwerdeführern angeführte (act. G 7 S. 8) messtechnische Überwachung von
Immissionen im betroffenen Gebiet (Art. 29 LRV) betrifft, ist festzuhalten, dass sich für
Geruchsstoffe aus der Tierhaltung keine (messbaren) Immissionsgrenzwerte angeben
lassen. Dieser Umstand war auch der Grund für die Entwicklung einer
Abstandsregelung (vgl. FAT-Bericht S. 2 am Schluss). Aus Art. 29 LRV lässt sich daher
zur Beantwortung der streitigen Frage nichts ableiten. Die Feststellung im
angefochtenen Entscheid, dass der Abstand von den Pferdeboxen bis zur
nächstgelegenen Fassade bewohnter Gebäude gemessen wird, kann vor dem
geschilderten Hintergrund nicht beanstandet werden (vgl. auch FAT-Bericht S. 16
[„Mindestabstand“]).
3.5.2. Unbestritten blieb im Weiteren, dass von der Nordfassade des geplanten EFH
mit drei Pferdeboxen bis zur nächsten Wohnhausfassade auf Grundstück Nr. 0002 ein
Abstand von 11.5 m eingehalten wird, der Abstand von der südöstlichen Fassade bis
zum nächsten Wohnhaus auf Grundstück Nr. 0003 16.8 m sowie derjenige bis zum
Wohnhaus auf Grundstück Nr. 0004 (I.I. und K.I.) 13.4 bzw. 12.6 m beträgt und die
übrigen Wohnhäuser über 20 m entfernt sind (vorstehende E. 3.3). Unbestritten blieb
auch, dass die Grenzabstände von 4 (klein) bzw. 8 m (gross) in jedem Fall eingehalten
sind (vgl. Art. 4 Baureglement). Wie im angefochtenen Entscheid zutreffend ausgeführt
wurde, hat das Vorsorgeprinzip emissionsbegrenzenden und nicht -eliminierenden
Charakter. Aus Art. 11 Abs. 2 USG lässt sich nicht ableiten, von einer Anlage
Betroffene hätten überhaupt keine Belastungen hinzunehmen (BGE 126 II 399 E. 4c mit
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Hinweis). Wenn sich eine Reduktion von verhältnismässig geringfügigen Emissionen
nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand (bzw. unverhältnismässiger Erhöhung
des Mindestabstands) realisieren lässt, so sind solche Emissionen von den Betroffenen
hinzunehmen. Diese Interessenabwägung ist im Wortlaut von Art. 11 Abs. 2 USG - d.h.
in der Klärung des technisch und betrieblich Möglichen und wirtschaftlich Tragbaren -
angelegt und bedarf keiner weiteren gesetzlichen Grundlage. Die Feststellung in der
Beurteilung der Q.-Beratung, wonach für die hobbymässige Pferdehaltung mit drei
Tieren grundsätzlich ein Normabstand von 20 m zu beachten sei (act. G 11 II/24 /12 S.
3), wurde nicht näher begründet. Insbesondere findet sich in der Beurteilung keine
zureichende Erklärung, wieso der Mindestabstand bei der Haltung von drei Tieren
demjenigen im Fall eines über zehnmal so grossen Bestandes (35-40 Tiere)
entsprechen soll
3.5.3. Auch die im konkreten Fall durch die Beschwerdebeteiligte vorgenommene
Abstandsbeurteilung wurde in lediglich pauschaler Weise begründet. Wesentlich
erscheint in diesem Zusammenhang, dass die zuständige Gemeindebehörde, allenfalls
durch Beizug einer Fachperson, unter Würdigung der konkret gegebenen Verhältnisse
zu prüfen hat, welcher Abstand in Nachachtung des Vorsorgeprinzips einzuhalten ist.
Hierbei sind insbesondere die im FAT-Bericht (auf S. 4) erwähnten Korrekturfaktoren für
Standort und Betrieb (Geländeform, Höhenlage, Entmistungssystem, Sauberkeit, Art
der Fütterung) zu beachten und zu würdigen. Die im konkreten Fall voraussichtlich
anfallende Geruchsbelastung und die Frage, welcher Abstand zur Vermeidung einer
übermässigen Geruchsbelastung notwendig ist, wurde vorliegend von der
Beschwerdebeteiligten nicht unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden
Aspekte (vgl. dazu etwa VerwGE B 2005/137 vom 24. Januar 2006, S. 29-31,
www.gerichte.sg.ch; BGer 1A.44/2006 vom 20. September 2006, E. 3) geprüft. Sodann
ist zu beachten, dass gemäss Verfügung des AFU über Gewässerschutzmassnahmen
vom 6. Mai 2013 sämtlicher anfallender Pferdemist in einer dichten Mistmulde zu
lagern und sporadisch dem Mistabnehmer mitzugeben ist. Es darf kein
Mistsickerwasser aus der Mulde auf den Abstellplatz gelangen (act. G 11 I/2 Beilage
Ziff. 7). Am Rekursaugenschein hatte der Beschwerdegegner die Absicht geäussert, die
Mistmulde neu (abweichend vom Baugesuch) auf der nordöstlichen Seite des
geplanten Wohnhauses zu platzieren, um damit den Abtransport mit einem LKW zu
ermöglichen (act. G 11 II/19 S. 3). Die Vorinstanz wies im angefochtenen Entscheid
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darauf hin, dass hierfür ein Korrekturgesuch nötig sei und im Rekursverfahren eine
entsprechende Änderung des Baugesuchs nicht berücksichtigt werden könne (act. G 2
S. 21). Von Seiten des AFU war am Augenschein festgehalten worden, eine Mistmulde
bestehe aus einem geschlossenen Container. Für die hier vorgesehene Tierhaltung sei
eine Grösse von 3-4 m ausreichend. Der Mist könne laufend weggeführt werden und
werde nicht lange liegenbleiben. Die Insektenbelastung bei einer geschlossenen Mulde
sei so, dass die Insekten in der Mulde bzw. im Mist (Brutplatz) und bei den Tieren
bleiben würden. Auch bei einem landwirtschaftlichen Betrieb blieben Insekten nicht auf
dem Hof, sondern gingen mit den Tieren mit auf die Weide (act. G 11 II/19 S. 4 f.).
Die für die Mistlagerung vorgesehene geschlossene Mulde wird jeweils beim Einfüllen
und Leeren geöffnet und danach wieder geschlossen. Die Frage, ob sich hieraus keine
übermässigen Immissionen ergeben, lässt sich aufgrund der Akten nicht zuverlässig
beantworten. Daher ist auch die geeignete Platzierung und der Abstand der Mulde
sowie ihre Entleerung - das AFU verfügte wie dargelegt den Austausch bzw.
Abtransport der gefüllten Mulde - erneut abzuklären und festzulegen. Hieran vermag
der Umstand, dass die Mulde die meiste Zeit geschlossen sein dürfte, nichts zu
ändern. Wie erwähnt besteht auch Bereitschaft beim Beschwerdegegner, die
Mistmulde so zu platzieren, dass ein Abtransport mit einem LKW möglich wird und ein
Ausräumen vermieden werden kann.
3.5.4. Nach Art. 13 Abs. 2 USG sind bei der Beurteilung von Immissionen auch deren
Wirkungen auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke,
Betagte und Schwangere zu berücksichtigen. Diese Anweisung gilt für alle
Vollzugsbehörden, die Immissionen zu beurteilen haben (Schrade/Loretan, in:
Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl. 1998, Rz. 15 zu Art. 13 USG). Nach Art.
2 Abs. 5 lit. b LRV gelten Immissionen als übermässig, wenn aufgrund einer Erhebung
feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden
erheblich stören. Die Beschwerdeführer berufen sich auf diese Bestimmungen, indem
sie geltend machen, dass die allergischen Reaktionen auf Pferdehaare bei Kindern der
Beschwerdeführer eine erhebliche Störung des Wohlbefindens darstellen würden (act.
G 7 S. 13). Im Einspracheverfahren hatten I.I. und K.I. geltend gemacht, ihre beiden
Kinder würden an starkem Heuschnupfen leiden, und das ältere Kind reagiere
allergisch auf Tierhaare. Deshalb sei ein Aufenthalt im Freien für sie nur noch sehr
3
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eingeschränkt möglich (act. G 11 I/3 Beilage). G.G. und H.G. hatten im
Einspracheverfahren vorgebracht, ihr Sohn leide unter Asthma und an einer
Tierhaarallergie. Mit der Haltung von Pferden werde für ihn ein unbeschwerter
Aufenthalt im Freien unmöglich sein. Auch werde diesfalls das normale Lüften ein
Problem sein, da Pferdehaare ins Haus kämen. Das Wäschetrocknen im Freien werde
auch nicht mehr möglich sein (act. G 11 I/3 Beilage).
Massstab für die Immissionsbeurteilung im Sinn der vorerwähnten Bestimmungen ist
nicht das Individuum mit der subjektiv höchsten Empfindlichkeit; vielmehr ist die
gesamte Bevölkerung einzubeziehen. Bei Immissionen, die sich nur lokal ausbreiten,
sind höhere Anforderungen an die Repräsentativität der Untersuchung zu stellen, um
zu verhindern, dass Extrempositionen den Massstab verfälschen (Schrade/Loretan,
a.a.O., Rz. 16-18 zu Art. 13 USG). Gemäss dem bei den Akten liegenden Arztzeugnis
bestehen bei zwei Kindern eine saisonale allergische Rhinopathie (Gräser) und eine
mittelgradige Reaktion auf Pferde-, Katzen- und Hundehaare (act. G 11 II/5 Beilage 6).
Aufgrund der von den Beschwerdeführern ins Recht gelegten Unterlagen (Auszug
Website SIAF, Unterlagen betreffend Pferdehaarallergie und Asthma; act. G 8/2 und
8/3) und den darin festgehaltenen allgemeinen Hinweisen und Epidemie-Hypothesen
kann nicht als belegt gelten, dass die zur Diskussion stehende Pferdehaltung
Immissionen hervorruft, die einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem
Wohlbefinden erheblich stören (vgl. Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV). Der Hinweis der Vorinstanz,
wonach es den betroffenen Kindern zumutbar sei, auf der stallabgewandten Seite zu
spielen (act. G 2 S. 22 oben), erscheint insofern angemessen, als dadurch der Kontakt
mit Allergieauslösern in der Luft an Orten, wo sich die Pferde aufhalten und gepflegt
(gestriegelt) werden (vgl. act. G 8/3 „Thema: Pferdehaarallergie“), vermieden werden
kann. Gestützt auf die noch vorzunehmenden Abklärungen wird sich zeigen, ob der
Abstand des Sitzplatzes zum Stall von (über) 10 m von der Immissions-Situation her als
zureichend anzusehen ist. Demgegenüber führen die Beschwerdeführer für ihr
Vorbringen, dass es zur Vermeidung allergischer Reaktionen einer deutlichen
Vergrösserung dieses Abstands bedarf, keinerlei Belege an.
3.5.5. Insgesamt ist festzuhalten, dass Vorinstanz und Beschwerdebeteiligte ihre
Schlussfolgerung, wonach dem Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften
entgegenstehen würden und die Haltung von Haustieren (unter Einschluss von Pferden)
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unter Einhaltung des Mindestabstands von 10 m nicht zu beanstanden sei, nicht
zureichend zu begründen vermochten. Da diesbezüglich weitere Abklärungen nötig
sind, lässt sich der angefochtene Entscheid nicht aufrecht erhalten. Hingegen hat die
im Verlauf dieses Verfahrens vorgenommene Abparzellierung des Baugrundstücks mit
Veräusserung des abparzellierten Teils (vorstehende E. 1.2) entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführer (act. G 22 S. 1 f.) auf die Immissionssituation und die Einhaltung
des Mindestabstands nach LRV keinen Einfluss.
4.
4.1. Zu prüfen bleibt die Vereinbarkeit des geplanten Bauvorhabens mit dem
privatrechtlichen Immissionsschutz. Nach Art. 684 Abs. 1 ZGB ist jedermann
verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines
Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkungen auf das
Eigentum der Nachbarn zu enthalten. Verboten sind insbesondere alle schädlichen und
nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht
gerechtfertigten Einwirkungen (Art. 684 Abs. 2 ZGB). Nach Art. 86 Abs. 1 BauG sind
privatrechtliche Einsprachen gegen die Erstellung von Bauten und Anlagen, soweit der
Tatbestand einer übermässigen Einwirkung auf fremdes Eigentum gemäss Art. 684
ZGB streitig ist, im öffentlich-rechtlichen Verfahren zu entscheiden. Gleichzeitig mit
dem Entscheid über die Baubewilligung ist gemäss Art. 86 Abs. 2 BauG in einer
gesonderten Verfügung über die privatrechtliche Einsprache nach Art. 684 ZGB zu
entscheiden.
Wenn das nach Lage, Beschaffenheit und Ortsgebrauch gerechtfertigte und zu
duldende Mass von Einschränkungen zu ermitteln ist (Art. 684 Abs. 2 ZGB), können
beim privatrechtlichen Immissionsschutz öffentlich-rechtliche Vorschriften eine Rolle
spielen (Bau- und Zonenvorschriften, Normen betreffend Lärmschutz, Luftreinhaltung,
Strahlung und Erschütterung). Die allgemeinen Gebote der widerspruchsfreien und
koordinierten Anwendung der Rechtsordnung verlangen den sachgerechten Einbezug
von und die möglichst weitgehende Rücksichtnahme auf Normen anderer
Rechtsgebiete zum gleichen Gegenstand. In diesem Sinn haben die
rechtsanwendenden Behörden auf eine Harmonisierung des Immissionsschutzes
hinzuwirken (VerwGE B 2011/137 vom 20. März 2012 E. 5. mit Hinweis;
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www.gerichte.sg.ch). Wird das Vorliegen einer übermässigen Einwirkung im Sinne von
Art. 684 ZGB mit dem Argument verneint, das Bauvorhaben entspreche den
massgebenden öffentlich-rechtlichen Normen, und handelt es sich dabei um
Vorschriften, die im Rahmen einer detaillierten, den Zielen und Planungsgrundsätzen
des Raumplanungsrechts entsprechenden Bau- und Zonenordnung erlassen worden
sind, bedeutet dies in aller Regel keine Vereitelung von (zivilem) Bundesrecht (BGE 138
III 49 E. 4.4.2. mit Hinweis auf BGE 132 III 49 E. 2.2 und 129 III 161 [Die Praxis 7/2012
S. 515 f. E. 4.4.2.]).
4.2.
4.2.1. Die Prüfung einer privatrechtlichen Einsprache nach Art. 86 Abs. 1 BauG
(zusammen mit der öffentlich-rechtlichen Einsprache) setzt deren form- und
fristgerechte Einreichung im erstinanzlichen Verfahren voraus. Die Erhebung einer
privatrechtlichen Immissionseinsprache erst im Rekursverfahren ist nicht zulässig
(B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 964 mit Hinweis auf
GVP 1996 Nr. 13 und GVP 1978 Nr. 4). I.I. und K.I. hatten in der Einsprache vom 2.
Februar 2013 geltend gemacht, ihre beiden Kinder würden an starkem Heuschnupfen
leiden, und das ältere Kind reagiere allergisch auf Tierhaare. Deshalb sei ein Aufenthalt
im Freien für sie nur noch sehr eingeschränkt möglich (act. G 11 I/3 Beilage). G.G. und
H.G. hatten in der Einsprache vom 30. Januar 2013 ausgeführt, ihr Sohn leide unter
Asthma und an einer Tierhaarallergie. Mit der Haltung von Pferden werde für ihn ein
unbeschwerter Aufenthalt im Freien unmöglich sein. Auch werde diesfalls das normale
Lüften ein Problem sein, da Pferdehaare ins Haus kämen. Das Wäschetrocknen im
Freien werde auch nicht mehr möglich sein (act. G 11 I/3 Beilage). Die Vorinstanz kam
im angefochtenen Entscheid zum Schluss, die vorerwähnten Einsprecher hätten ihre
Einsprache weder als „öffentlich- und privatrechtliche Einsprache“ bezeichnet noch auf
Art. 684 ZGB hingewiesen. Aus ihren Einsprachen gehe auch nicht sinngemäss hervor,
dass sie eine privatrechtliche Beurteilung der behaupteten Störung verlangt hätten. Die
Vorinstanz sei somit zu Unrecht auf die privatrechtlichen Immissionseinsprachen
eingetreten, da es an einer Prozessvoraussetzung gefehlt habe. Auf den Rekurs sei
daher nicht einzutreten. Dasselbe gelte für die übrigen Einsprecher, die ebenfalls weder
ausdrücklich noch sinngemäss privatrechtliche Einsprache erhoben hätten. Auf ihren
Rekurs in privatrechtlicher Hinsicht könne ebenfalls nicht eingetreten werden. Einzig
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L.L. habe mit Eingabe vom 31. Januar 2013 (act. G 11 II/3 Beilage) privatrechtliche
Einsprache wegen Immissionen durch Gestank, Insekten, Lärm sowie Entwertung ihrer
Liegenschaft erhoben. Weil sie ausdrücklich nur eine privatrechtliche Einsprache
erhoben habe, könne auf ihren Rekurs nicht eingetreten werden, soweit eine Verletzung
öffentlichen Rechts geltend gemacht werde (act. G 2 S. 9 mit Hinweis auf GVP 1998
Nr. 87).
4.2.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht auf ihre
privatrechtlichen Immissionseinsprachen nicht eingetreten. Nach Art. 122 Abs.1 der
Bundesverfassung (BV; SR 101) sei die Gesetzgebung auf dem Gebiet des Zivilrechts
und des Zivilprozessrechts Sache des Bundes. Beim Entscheid im Rahmen des
Baubewilligungsverfahrens, ob übermässige Immissionen nach Art. 684 ZGB vorliegen
würden, handle es sich um eine Zivilstreitigkeit. Bei der Beurteilung von Ansprüchen
gestützt auf Art. 684 ZGB würden die Bestimmungen der Zivilprozessordnung (SR 272;
ZPO) zur Anwendung kommen. Die nach dem kantonalen Verfahrensrecht entwickelten
Grundsätze, unter welchen Voraussetzungen eine Einsprache gestützt auf Art. 684
ZGB im öffentlich-rechtlichen Verfahren zu behandeln sei, seien nicht mehr
massgebend und würden gegen die Vorschriften der ZPO verstossen. Die Vorinstanz
habe deshalb zu Unrecht verlangt, dass die Beschwerdeführer bereits im Rahmen der
Einsprache die privatrechtliche Beurteilung der Einsprache hätten beantragen müssen.
Sollte das angerufene Gericht zur Auffassung gelangen, dass die ZPO grundsätzlich
nicht eingehalten (richtig wohl: anwendbar) sei, sei das Verfahren betreffend
Beurteilung von Ansprüchen aus Art. 684 ZGB an die Bewilligungsbehörde zur
korrekten Durchführung zurückzuweisen (Eventualstandpunkt). Die Vorinstanz sei,
wenn nicht das ganze Verfahren wiederholt werde, zu Unrecht nur auf die
privatrechtliche Einsprache von L.L. eingetreten (act. G 7 S. 3 und S. 14-17).
4.2.3. Art. 86 Abs. 1 und 2 BauG regeln die verfahrensmässige Besonderheit, dass die
privatrechtliche Immissionseinsprache gemäss Art. 684 ZGB im öffentlich-rechtlichen
Verfahren entschieden wird, somit nicht durch den Zivilrichter. Nicht nur die zuständige
Gemeindebehörde hat gleichzeitig mit dem Entscheid über die Baubewilligung in einer
gesonderten Verfügung über die privatrechtliche Immissionseinsprache zu
entscheiden, sondern auch die kantonalen Rechtsmittelinstanzen; privatrechtliche
Rügen nach Art. 684 ZGB unterliegen der Zivilrechtspflege, öffentlich-rechtliche der
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Verwaltungsrechtspflege des Bundesgerichts (Art. 86 Abs. 4 BauG; Heer, a.a.O.,
Rz. 961). Nicht die ZPO stellt den Grundsatz der „doppelten Instanz“ auf, sondern das
Bundesgerichtsgesetz (BGG; SR 173.110). Art. 75 Abs. 2 BGG verlangt zwar den
Entscheid eines oberen kantonalen Gerichts, das als Rechtsmittelinstanz entschieden
haben muss, wie das hier beim Verwaltungsgericht der Fall ist, sagt aber nichts zur
ersten Entscheid-instanz, die auch eine Verwaltungsbehörde sein kann. Dem Verhältnis
zwischen privatrechtlichem und öffentlich-rechtlichem Immissionsschutz entspricht die
verfahrensmässige Besonderheit in Art. 86 BauG mit der Marginalie „Einsprachen
gemäss Art. 684 ZGB“. Die Regelung bezweckt, den privat- und öffentlich-rechtlichen
Immissionsschutz zu koordinieren und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Dass als
Vorinstanz des kantonal letztinstanzlichen Gerichts eine Verwaltungsbehörde
entscheidet, wird als zulässig erachtet (BGer 5A_814/2014 vom 12. Dezember 2014, E.
4.2, 5.2 und 5.5 mit Hinweisen). Dabei besteht die Wahl, zivilrechtliche Ansprüche
gemäss Art. 684 ZGB mittels Einsprache auf dem Verwaltungsweg zu verfolgen (Art. 86
BauG) oder direkt vor dem Zivilgericht einzuklagen (vgl. BGer 5A_814/2014, a.a.O., E.
5.4). Vor diesem Hintergrund erweisen sich die erwähnten Einwände der
Beschwerdeführer als unbegründet. Wenn die Behandlung privatrechtlicher
Einsprachen im öffentlich-rechtlichen Baubewilligungsverfahren als solche zulässig ist,
so sind auch die entsprechenden Voraussetzungen zur formgültigen Erhebung der
privatrechtlichen Einsprache zu beachten. Ihren Entscheid, auf die Prüfung der
privatrechtlichen Einsprachen der Beschwerdeführer sei nicht einzutreten, soweit zuvor
nicht ausdrücklich privatrechtliche Einsprache erhoben worden sei, begründete die
Vorinstanz zutreffend; ein konkreter Anlass, der diesen Schluss in Zweifel zu ziehen
vermöchte, ist weder aus den Akten ersichtlich noch wird ein solcher geltend gemacht.
Sodann besteht ein Grund, die Angelegenheit zur Prüfung der zivilrechtlichen
Ansprüche nach Art. 684 ZGB an die Beschwerdebeteiligte zurückzuweisen, insofern
nicht, als die Beschwerdeführer nach wie vor die Möglichkeit haben, ihre Ansprüche
vor dem Zivilgericht einzuklagen.
4.3.
4.3.1. Im angefochtenen Entscheid erachtete die Vorinstanz die von L.L. in ihrer
Einsprache geäusserte Befürchtung betreffend übermässige Immissionen in Form von
Gestank, Insekten sowie vermehrtem Durchgangsverkehr und Lärm als unbegründet,
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zumal die Stallungen sauber und die Mistmulde geschlossen zu halten seien. Aufgrund
dessen, dass bei der Erstellung des Stalls Materialien und Farben zu wählen seien, die
helfen würden, Insekten abzuhalten, sei auch diesbezüglich keine übermässige
Belästigung zu erwarten. Insgesamt seien ausreichend lärmdämpfende Massnahmen
vorgesehen, um die Immissionen auf ein zumutbares Mass zu beschränken. Ideelle
Immissionen würden nicht geltend gemacht. Auch die Berufung auf den
privatrechtlichen Immissionsschutz erweise sich als unbegründet (act. G 2 S. 22 f.).
4.3.2. Beschwerdeweise wird geltend gemacht, mit der Pferdehaltung sei ein
wesentlicher Anstieg der Anzahl Mücken und Fliegen zu erwarten. Ein Grundstück
mitten im Wohngebiet sei anders zu beurteilen als am Rand einer Wohnzone. Hinzu
komme, dass die Mistmulde nach dem aktuellen Baugesuch von einem Fahrzeug nicht
erreicht werden könne und somit ein Abtransport bzw. eine Leerung nicht möglich sei.
Die Mistmulde müsse jeweils ausgeschaufelt werden. Dabei sei mit beträchtlichen
Geruchsimmissionen und einer Fliegenplage zu rechnen (act. G 7 S. 17 f.).
4.3.3. Unbestritten ist, dass L.L. ausschliesslich privatrechtliche Einsprache erhoben
hatte und die Vorinstanz somit auf ihren Rekurs in öffentlich-rechtlicher Hinsicht zu
Recht nicht eintrat (vgl. act. G 7 S. 3 Ziff. 4). Hiervon ist nachstehend auszugehen. Bei
der Abgrenzung zwischen zulässiger und unzulässiger (d.h. übermässiger) Immission
im Sinn von Art. 684 ZGB ist die Intensität der Einwirkungen massgebend. Diese
beurteilt sich nach objektiven Kriterien. Die beurteilende Instanz hat eine sachlich
begründete Abwägung der Interessen vorzunehmen, wobei sie den Massstab des
Empfindens eines Durchschnittsmenschen in der gleichen Situation zugrunde zu legen
hat. Bei dem nach Recht und Billigkeit zu treffenden Entscheid sind nicht bloss Lage
und Beschaffenheit der Grundstücke sowie der Ortsgebrauch zu berücksichtigen; es ist
die individuell konkrete Interessenlage umfassend zu würdigen: Alle in der einzelnen
Streitsache ins Gewicht fallenden Umstände sind auf ihre Erheblichkeit hin zu prüfen,
wobei stets zu beachten bleibt, dass Art. 684 ZGB als nachbarrechtliche Norm in erster
Linie der Herstellung eines nachbarlichen Interessenausgleichs dienen soll. Verboten
sind nicht nur schadenverursachende, sondern auch bloss lästige (übermässige)
Einwirkungen (BGE 127 III 223 E. 4a).
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Die Frage, ob angesichts der geschilderten Verhältnisse von einer nicht übermässigen
Belastung durch Fliegen und Gerüche im Sinn von Art. 684 ZGB ausgegangen werden
kann bzw. ob die Anlage die bau- und umweltrechtlichen Vorschriften erfüllt und das
allgemein hinzunehmende Mass an Unbehagen nicht überschreitet, lässt sich erst nach
Vorliegen der Ergebnisse der noch vorzunehmenden Abklärungen abschliessend
beantworten. Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich somit auch mit Bezug auf die
Feststellung, dass keine übermässigen Immissionen im Sinn von Art. 684 ZGB
vorlägen, nicht aufrecht erhalten.
5.
5.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Rekursentscheids vom 19. Dezember 2014 (mit Ausnahme von Ziff. 3b des Dispositvs;
vgl. nachstehende E. 5.2) teilweise gutzuheissen. Dies beinhaltet gleichzeitig auch die
Aufhebung der Baubewilligung und des Einspracheentscheids der
Beschwerdebeteiligten. Die Angelegenheit ist zur weiteren Abklärung und zu neuem
Entscheid an die Beschwerdebeteiligte zurückzuweisen. Dem Verfahrensausgang
entsprechend gehen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens je hälftig
zulasten des Beschwerdegegners und der Beschwerdeführer (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 3'500.-- (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Beschwerdegegner hat somit Fr. 1‘750.--
zu bezahlen. Den Beschwerdeführern wird der von ihren geleistete Kostenvorschuss
(Fr. 3‘500.--) auf ihren Kostenanteil (Fr. 1‘750.--) angerechnet, so dass ein Betrag von
Fr. 1‘750.-- verbleibt.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 3‘100.-- (nach Abzug des von der
Beschwerdebeteiligten wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs zu übernehmenden
Anteils von Fr. 700.-- [vgl. Ziff. 3b des Dispositivs des Rekursentscheids vom 19.
Dezember 2014]) sind ebenfalls dem Beschwerdegegner und den Beschwerdeführern
je hälftig (Fr. 1‘550.--) aufzuerlegen. Den Beschwerdeführern wird der im
Rekursverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1‘000.-- angerechnet und der
darüber hinausgehende Betrag von Fr. 550.-- vom verbleibenden Kostenvorschuss von
Fr. 1‘750.-- des Beschwerdeverfahrens abgezogen. Dementsprechend ist den
Beschwerdeführern ein Betrag von Fr. 1‘200.-- zurückzuerstatten.
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5.2. Bei diesem Verfahrensausgang (kein mehrheitliches Obsiegen einer
Verfahrenspartei) besteht kein Anspruch der Beschwerdeführer und des
Beschwerdegegners auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten des Rekurs- und
des Beschwerdeverfahrens (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP). Die
Beschwerdebeteiligte hat keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 829), zumal sie auch keinen Antrag gestellt hat.