# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b649e9cb-e514-4c39-8a0c-45457d5ef014
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ ist Alleineigentümerin der Parzelle Nr. C._ in der
Gemeinde B._. Auf der Parzelle befindet sich ein Wohnhaus mit
Autoeinstellhalle und ein Nebengebäude. Gemäss übereinstimmender
Darstellung der Parteien handelt es sich beim Wohnhaus auf der Parzelle
Nr. C._ um ein Einfamilienhaus mit einer 5 1⁄2-Zimmer-Wohnung
und einer Einliegerwohnung von 3 1⁄2 Zimmern.
2. Am 17. Januar 2018 stellte die Gemeinde B._ A._ für die
erwähnte Liegenschaft Grundgebühren für Wasser, Abwasser und
Kehricht für das Jahr 2016 im Gesamtbetrag von CHF 2'676.25 (inkl.
MWST) in Rechnung. Als Bemessungsgrundlage wurde dabei vom
Neuwert gemäss amtlicher Schätzung ausgegangen.
3. Gegen diese Rechnungsverfügung erhob A._ am 7. Februar 2018
Einsprache beim Gemeindevorstand und verlangte eine Reduktion der
Grundgebühren. Sie beanstandete namentlich das Verhältnis zwischen
Grund- und Mengengebühren, welche nicht in einer
bundesrechtskonformen Proportion stehen würden. Weiter beantragte
A._, das nicht an die Versorgung angeschlossene
Nebengebäude von der Bemessungsgrundlage auszunehmen.
4. Mit Entscheid vom 10. Mai 2021 wies der Gemeindevorstand B._
die Einsprache ab. Bei der Bemessung der Grundgebühren sei auf den
Neuwert gemäss amtlicher Schätzung abzustellen. Das Verhältnis der
Grundgebühren zu den Mengengebühren entspreche in der Gemeinde
B._ den gesetzlichen Anforderungen und stehe im Einklang mit
den durch die Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen. Die
Liegenschaft von A._ sei in Anbetracht der
Nutzungsmöglichkeiten unternutzt, womit ein höherer Anteil der
Grundgebühren rechtmässig sei. Ein Sonderfall, in welchem der Neuwert
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einer Liegenschaft die Nutzungsmöglichkeiten offensichtlich falsch
wiedergibt, sei nicht gegeben. Der Einbezug des Nebengebäudes in die
Bemessungsgrundlage sei korrekt.
5. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 23.
Juni 2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie beantragte sinngemäss, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Grundgebühren für Wasser,
Abwasser und Kehricht für das Jahr 2016 basierend auf einem
hypothetischen Neuwert von CHF 1'620'000.-- auf CHF 1'377.-- zu
reduzieren; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Zudem sei der Gemeinde eine Frist anzusetzen, das
Wasserversorgungsgesetz, das Abwassergesetz und das
Abfallbewirtschaftungsgesetz dem Preisüberwacher zur Beurteilung
vorzulegen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen geltend, dass die Berechnung der Grundgebühren gestützt
auf den Gebäudeversicherungswert in ihrem Fall gegen das
Äquivalenzprinzip, das Gebot der Rechtsgleichheit und das
Verursacherprinzip verstosse. Die Grundgebühren stünden zu den
mengenabhängigen Gebühren in keinem vernünftigen Verhältnis. In
ähnlich gelagerten Fällen habe die Gemeinde B._ anstelle des
Gebäudeversicherungswertes auf den geschätzten durchschnittlichen
Neuwert eines Wohnhauses mit der gleichen Anzahl Zimmer abgestellt.
Zudem sei Art. 14 des Preisüberwachungsgesetzes verletzt. Eine
Unternutzung der Liegenschaft sei nicht gegeben. Das Nebengebäude sei
von der Bemessungsgrundlage auszunehmen, da dieses über keinen
Frischwasseranschluss verfüge, keinen Abfall produziere und die
Abwasseranlagen nicht beanspruche.
6. Die Gemeinde B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in
ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2021 auf Abweisung der
Beschwerde. Begründend führte die Beschwerdegegnerin im
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Wesentlichen aus, dass die aus dem Neuwert gemäss amtlicher
Schätzung resultierende Gebührenhöhe die objektive
Nutzungsmöglichkeit der Liegenschaft angemessen wiederspiegle. Der
durch das Verursacherprinzip definierte Rahmen von Grundgebühren und
Mengengebühren werde durch die Beschwerdegegnerin eingehalten. Als
Tourismusgemeinde sei diese berechtigt, einen höheren Anteil der
Gesamtkosten durch Grundgebühren zu decken. Die Mengengebühren
fielen bei der Beschwerdeführerin gegenüber den Grundgebühren
ausserordentlich niedrig aus, da deren Liegenschaft nur wenig bewohnt
würde. Die offene Gartenlaube sei in die Berechnungsgrundlage
einzubeziehen, da in den einschlägigen Gesetzen kein Anschluss der
einzelnen Gebäude vorausgesetzt werde.
7. Sowohl in der Replik vom 18. Oktober 2021 als auch in der Duplik vom
15. November 2021 hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest und
vertieften ihre bisherigen Vorbringen.
8. Mit Triplik vom 25. November 2021 und gleichentags versandtem
Nachtrag führte die Beschwerdeführerin ihre Vorbringen weiter aus und
machte zudem neu Rechtsverzögerung durch die Beschwerdegegnerin
geltend.
9. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2021 reichte die Beschwerdegegnerin ihre
Quadruplik ein, in welcher sie im Wesentlichen auf den angefochtenen
Einspracheentscheid und die eingereichten Rechtsschriften verwies.
10. Mit Quintuplik vom 18. Dezember 2021 nahm die Beschwerdeführerin zur
Quadruplik der Beschwerdegegnerin und insbesondere den durch diese
eingereichten Erfolgsrechnungen Stellung.
11. Am 22. Dezember 2021 verzichtete die Beschwerdegegnerin sodann auf
eine weitere Stellungnahme.
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Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert
CHF 5'000.-- nicht überschreitet und keine Rechtsfragen von
grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden sind. Das Anfechtungsobjekt
bildet in diesem Fall der Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021 des
Gemeindevorstands der Gemeinde B._. Die dem
Einspracheentscheid zugrundeliegenden Rechnungsverfügung für die
Grundgebühren 2016 mit den Positionen Wasser, Abwasser und Kehricht
im Umfang von unter CHF 5'000.-- wurden in diesem Entscheid vom
Gemeindevorstand bestätigt, womit der Streitwert mit anderen Worten
CHF 5'000.-- nicht überschreitet. Da keine Rechtsfrage von
grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden ist, sind die Voraussetzungen
für die einzelrichterliche Zuständigkeit erfüllt.
2. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des ergangenen Entscheids,
weshalb sie über ein schutzwürdiges Interesse in Bezug auf dessen
Aufhebung verfügt (Art. 50 Abs. 1 VRG). Dieser Entscheid ist weder
endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Auf
die zudem frist- und formgerecht eingegangene Beschwerde vom 23. Juni
2021 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden damit
einzutreten (Art. 52 VRG).
3. Strittig und zu prüfen ist in materieller Hinsicht einzig die Frage, ob die von
der Beschwerdegegnerin in Rechnung gestellten Abwasser-, Wasser- und
Kehrichtgrundgebühren im bestrittenen Umfang rechtmässig sind. Mit
anderen Worten ist zu prüfen, ob die Grundgebühren für Wasser,
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Abwasser und Kehricht auf Grundlage des Neuwertes aller Gebäudearten
gemäss amtlicher Schätzung zu leisten sind.
4. Die Beschwerdeführerin beanstandet im vorliegenden Fall zu Recht nicht,
dass für die erhobenen Wasser-, Abwasser- und Kehrichtgrundgebühren
keine genügende gesetzliche Grundlage besteht. Die massgeblichen
gesetzlichen Grundlagen sehen jeweils, nebst einer
verbrauchsabhängigen Mengengebühr, eine verbrauchsunabhängige,
vom Gebäudeversicherungswert abgeleitete Grundgebühr vor.
5.1. Auf Bundesebene verpflichtet Art. 60a Abs. 1 des Bundesgesetzes über
den Schutz der Gewässer (GSchG; SR 814.20) die Kantone, dafür zu
sorgen, dass die Kosten für Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz
der Abwasseranlagen, die öffentlichen Zwecken dienen, mit Gebühren
oder anderen Abgaben den Verursachern überbunden werden. Gemäss
Art. 82 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Graubünden (KV; BR 110.100)
sorgen Kanton und Gemeinden für die angemessene Versorgung des
Kantonsgebiets bezüglich Wasser. Nach Art. 17 Abs. 1 des
Einführungsgesetzes des Kantons Graubünden über den Schutz der
Gewässer (KGSchG; BR 815.100) ist der Bau und Betrieb öffentlicher
Abwasseranlagen Sache der Gemeinden. Die bündnerischen Gemeinden
verfügen im Bereich der Finanzierung des Betriebs von
Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen in den Grenzen
des übergeordneten Rechts über Autonomie (vgl. Art. 65 KV und Art. 3
Gemeindegesetz des Kantons Graubünden [GG; BR 175.050]; Urteile des
Bundesgerichts 2C_995/2012 vom 16. Dezember 2013 E.2.2,
2P.117/2003 vom 29. August 2003 E.2.2).
5.2. Gestützt auf das GschG bzw. das KGSchG hat die Beschwerdegegnerin
das Gesetz über die Abwasserbehandlung (AwG) erlassen. Nach Art. 24
Abs. 1 AwG erhebt die Gemeinde zur Deckung ihrer Auslagen für den Bau,
den Betrieb, den Unterhalt und die Erneuerung (Sanierung, Ersatz) von
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öffentlichen Abwasseranlagen kostendeckende und verursachergerechte
Gebühren. Gemäss Art. 31 Abs. 1 AwG ist für alle an die öffentlichen
Abwasseranlagen angeschlossenen Grundstücke eine jährlich
wiederkehrende Grundgebühr zu entrichten. Diese wird nach Art. 31 Abs.
2 AwG für alle Gebäudearten einheitlich in ‰ des Neuwertes gemäss
amtlicher Schätzung erhoben. Die Höhe der Grundgebühren richtet sich
gemäss Art. 31 Abs. 3 AwG nach den jeweiligen Beschlüssen der
Budgetversammlung.
5.3. Betreffend Wassergrundgebühren ist festzuhalten, dass das
Verursacherprinzip für den Frischwasserbezug weder auf Bundes- noch
auf kantonaler Ebene vorgeschrieben ist (Urteil des Bundesgerichts
2C_995/2012 vom 16. Dezember 2013 E.7.4). Auf kommunaler Ebene
sieht Art. 22 Abs. 1 des Gesetzes über die Wasserversorgung der
Gemeinde B._ (WvG) – entsprechend dem AwG in Art. 24 – die
Erhebung von kostendeckenden und verursachergerechten Gebühren
vor. Für alle an die öffentlichen Anlagen der Wasserversorgung
angeschlossenen Grundstücke ist eine jährlich wiederkehrende
Grundgebühr zu entrichten (Art. 29 Abs. 1 WvG). Diese wird für alle
Gebäudearten einheitlich als Grundgebühr in ‰ des Neuwertes gemäss
amtlicher Schätzung erhoben (Art. 29 Abs. 2 WvG). Die Höhe der
Grundgebühren richtet sich nach den jeweiligen Beschlüssen der
Budgetversammlung (Art. 29 Abs. 3 WvG).
5.4. Das in Art. 2 Umweltschutzgesetz (USG; SR 814.01) verankerte
Verursacherprinzip spielt auch im Bereich der Abfallbeseitigung eine
wichtige Rolle. Gemäss Art. 32a USG haben die Kantone dafür zu sorgen,
dass die Kosten für die Entsorgung der Siedlungsabfälle, soweit sie ihnen
übertragen ist, mit Gebühren oder anderen Abgaben den Verursachern
überbunden werden. In diesem Sinne sieht Art. 9 Abs. 1 des
Abfallbewirtschaftungsgesetzes (AbG) der Gemeinde B._ zur
Deckung der Gesamtkosten der Abfallbewirtschaftung die Erhebung
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kostendeckender und verursachergerechter Gebühren vor. Nach Art. 9
Abs. 2 AbG erhebt die Gemeinde namentlich eine jährlich wiederkehrende
Grundgebühr. Diese beträgt gemäss Art. 10 Abs. 3 AbG für alle
Gebäudearten zwischen 0.15 ‰ und 0.25 ‰ des Neuwertes gemäss
amtlicher Schätzung, wobei die definitiven Gebührenansätze jeweils
jährlich mit dem Budget durch die Gemeindeversammlung festgelegt
werden.
6.1. Zunächst ist darauf einzugehen, ob die von der Beschwerdegegnerin
basierend auf einem Gebäudeversicherungswert von CHF 2'959'600.--
vorgenommene Veranlagung der Grundgebühren das oben erwähnte
Verursacherprinzip (siehe E.5.1) bei der Gebührenerhebung für Abwasser
verletzt.
6.2. Das bereits in Art. 74 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 220)
verankerte Verursacherprinzip besagt, dass derjenige, der schädliche
Einwirkungen auf die Umwelt verursacht, die Kosten für die Beseitigung
zu tragen hat. Gemäss Art. 60a Abs. 1 lit. a GschG werden bei der
Ausgestaltung der Abgaben insbesondere die Art und Menge des
erzeugten Abwassers berücksichtigt. Entsprechend der
gewässerschutzrechtlichen Zielsetzung normiert Art. 21 Abs. 1 KGSchG
in Umsetzung von Art. 60a Abs. 1 GSchG explizit das Kostendeckungs-
und das Verursacherprinzip im Bereich der Abwasserbeseitigung. Aus
diesem Grund wird im Bereich der Abwasserbeseitigung – mit Blick auf
eine verursachergerechte Abgabenbelastung – unterschieden zwischen
Grundgebühren und Verbrauchsgebühren. Die Grundgebühren (auch als
Bereitstellungsgebühren bezeichnet) sind als Entgelt für die
Aufrechterhaltung der Infrastruktur konzipiert. Die Verbrauchsgebühren
sind variabel; sie richten sich nach der tatsächlichen Benutzung der
Abwasseranlage (vgl. KARLEN, Die Erhebung von Abwasserabgaben aus
rechtlicher Sicht, URP 1999 S. 539 ff., hier S. 556).
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6.3. Das Bundesgericht hat im Zusammenhang mit der Bemessung von
Anschlussgebühren schon mehrfach festgehalten, dass der
Gebäudeversicherungswert als zulässige Grundlage für die Bemessung
betrachtet werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2C_356/2013
vom 17. März 2014 E.5.2.2 m.w.H.). Gemäss Praxis des Bundesgerichts
ist es ebenfalls zulässig, Verbrauchsgebühren anhand einer vom
Versicherungswert abgeleiteten Grundgebühr in Kombination mit einer
mengenabhängigen Gebühr zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_160/2014 vom 7. Oktober 2014 E.6.4.2 ff. m.w.H.). Art. 60a GSchG
verlangt nicht, dass die Abwassergebühren ausschliesslich proportional
zur effektiv produzierten Menge des Abwassers erhoben werden, doch
muss zwischen den Benützungsgebühren und dem Ausmass der
Beanspruchung der Entsorgungseinrichtung ein gewisser
Zusammenhang bestehen; die Abgabenhöhe muss eine Abhängigkeit zur
Abwassermenge aufweisen, was eine Schematisierung dieses Faktors
aber nicht ausschliesst (vgl. BGE 129 I 290). Da die Infrastruktur für die
Abwasserentsorgung unabhängig von der tatsächlichen
Inanspruchnahme durch die einzelnen Liegenschaften aufrechterhalten
werden muss, darf ein Teil der damit verbundenen Aufwendungen den
Benützern durch eine mengenunabhängige Grundgebühr überbunden
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.266/2003 vom 5. März 2004
E.3.2 m.w.H.). Für die Festsetzung dieser Grundgebühr ist der
Gebäudeversicherungswert solange ein vertretbares Kriterium, als er die
Grösse der Liegenschaft und damit das Ausmass von deren möglicher
Nutzung zum Ausdruck bringt, von der auch die wahrscheinliche oder
maximal zu erwartende Inanspruchnahme der öffentlichen
Entsorgungseinrichtungen abhängt. Untauglich für die Bemessung der
Grundgebühr ist der Gebäudeversicherungswert hingegen, wenn seine
Höhe durch Besonderheiten der Baute bedingt ist und nicht das mögliche
Ausmass der entsorgungsrelevanten Nutzung zum Ausdruck bringt, wie
dies z.B. bei Luxusvillen mit spärlicher Belegung/Unternutzung der Fall
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sein kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.266/2003 vom 5. März 2004
E.2.2; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] A
11 45/46/47 vom 19. Juni 2012 E.3a). Diese primär für den Bereich
Abwasser entwickelte Rechtsprechung kann sinngemäss auf den Bereich
Frischwasserbezug und Kehrichtbeseitigung übertragen werden (vgl.
VGU A 04 79 vom 7. Januar 2005 E.3b).
6.4. Der Gebäudeversicherungswert (und damit der Gebäudeneuwert) stellt
nach dem Gesagten grundsätzlich ein zulässiges Kriterium für die
Festsetzung der Grundgebühr dar. Anzufügen ist, dass im Rahmen der
pauschalen Erhebung der Grundgebühr ein Schematismus unumgänglich
ist. Denkbar ist sicherlich auch eine andere Bemessung. Das Gericht hat
sich jedoch nicht zur Angemessenheit der Bemessungsgrundlage zu
äussern. Die Wahl des Gebäudeversicherungswertes als
Bemessungsgrundlage für die Wasser-, Abwasser- und Kehrichtgebühren
ist angesichts der (Finanz-) Autonomie der Gemeinde und der zitierten
Rechtsprechung vertretbar und kann vom Gericht nicht beanstandet
werden. Dass die Kantone bzw. die von diesen ermächtigten Gemeinden
im Rahmen von Art. 3a und 60a GSchG bzw. Art. 32a USG Autonomie bei
der Regelung von Gebühren geniessen, hat das Bundesgericht in einem
neueren Entscheid bestätigt. Es liegt somit in der Autonomie der
Gemeinde, die Aufteilung zwischen Grund- und Verbrauchsgebühr
vorzunehmen und die Bemessungsgrundlagen für die Grundgebühr
festzulegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_10/2018 vom 28. Juni
2018 E.3.1).
6.5. Vorbehalten bleibt indessen eine Überprüfung der Verhältnismässigkeit im
Einzelfall. Die Praxis des Verwaltungsgerichts stützt sich in dieser Frage
einerseits auf die von der Bündner Vereinigung für Raumentwicklung
(BVR) herausgegebenen Musterreglemente über die
Abwasserbehandlung bzw. die Wasserversorgung in den Bündner
Gemeinden. Dort wird vorgeschlagen, dass ein Anteil von 50–75 % auf die
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Grundgebühren und ein solcher von 50–25 % auf die Mengengebühren
entfallen solle. Diese von Fachleuten erarbeiteten Ansätze werden der
Kostenstruktur für die Anlagen der Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung gerecht. Wohl entfällt bei diesen Anlagen ein
grosser Teil der Kosten auf die Erstellung, welche durch Beiträge und
einmalige Anschlussgebühren abgegolten werden. Aber auch die
Betriebskosten dieser Anlagen sind weitgehend unabhängig vom
tatsächlichen Verbrauch, müssen doch dabei die Kosten für
Abschreibungen, Zinsen, Unterhalt, Sanierungen, Ersatz, Anpassungen
und Rückstellungen berücksichtigt werden (vgl. VGU A 04 65 vom 5.
November 2004 E.1b). Auch im vorliegenden Fall kann auf diese Praxis
des Verwaltungsgerichts abgestellt werden, da sie gegenüber derjenigen
des Bundesgerichts für einen Tourismuskanton mit einem relativ hohen
Anteil an Zweitwohnungen passender erscheint. Diese Praxis findet auch
Rückhalt in der Lehre, vertritt doch KARLEN die Ansicht, dass in Gebieten
mit hohem Ferienwohnungsanteil ein höherer Teil der Gesamtkosten
durch Grund- und ein entsprechend kleinerer durch Mengengebühren zu
decken ist (vgl. KARLEN, a.a.O., S. 566). Wie das Verwaltungsgericht
bereits im Urteil A 04 79 vom 7. Januar 2005 festhielt, muss die Erhebung
der Grundgebühr stets in einem vernünftigen bzw. ausgewogenen
Verhältnis zur Verbrauchsgebühr stehen, da sonst hauptsächlich dem
Verursacherprinzip nicht bzw. meist nur ungenügend Rechnung getragen
würde. Aufgrund dieser Erkenntnis wurde im erwähnten Urteil im Sinne
einer "Faustregel" bestimmt, dass die Höhe der Grundgebühr zwischen
50–75 % und diejenige der Mengengebühr zwischen 50–25 % liegen
sollte, um ein vernünftiges Verhältnis zwischen diesen zwei Abgabetypen
zu garantieren. Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung liegt
zudem bei einer Unternutzung keine Verletzung des Verursacherprinzips
vor. Wird eine Liegenschaft unternutzt, so ist es mit dem Verursacher- und
dem Äquivalenzprinzip auch vereinbar, wenn der Anteil der Grundgebühr
höher liegt als 75 % (vgl. VGU A 04 79 vom 7. Januar 2005 E.3d). Für den
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Bereich der Kehrichtentsorgung wird andererseits postuliert, dass das
Verhältnis zwischen Bereitstellungsgebühren (Grundgebühren) und
mengenabhängigen Gebühren ungefähr der Relation zwischen fixen und
mengenproportionalen Kosten entsprechen solle. Bei den
Kehrichtgebühren erachtete das Bundesgericht ein Verhältnis von 30–
60 % für die Grundgebühren, resp. 40–70 % bei den Mengengebühren
noch als zulässig (Urteile des Bundesgerichts 2P.223/2005 vom 8. Mai
2006 E.4.4, 2P.266/2003 vom 5. März 2004 E.3.2; VGU A 04 09 vom 15.
Februar 2005 E.3b und A 04 65 vom 5. November 2004 E.1b m.H.).
6.6. Die Beschwerdeführerin vertritt in diesem Zusammenhang die Auffassung,
dass im Falle ihres Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung der aktuelle
Gebäudeversicherungswert (CHF 2'959'600.--) nicht die Grösse der
Liegenschaft und das Ausmass deren möglicher Nutzung mit Blick auf die
Beanspruchung von kommunalen Ver- und Entsorgungseinrichtungen
zum Ausdruck bringe. Die Beschwerdeführerin verweist auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung im Entscheid 2P.266/2003 und macht
geltend, dass es sich bei ihrer Liegenschaft ebenfalls um eine sehr
luxuriöse Liegenschaft handeln würde und der
Gebäudeversicherungswert die tatsächliche Nutzungsmöglichkeit
offensichtlich falsch wiedergebe. Zwar seien die Dimensionen in jenem
Fall etwa dreimal grösser, jedoch wären die Proportionen vergleichbar. Die
Baukosten pro Quadratmeter Wohnraum seien annähernd gleich hoch.
Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass es im Entscheid
2P.266/2003 um eine Liegenschaft mit einem dreimal höheren Neuwert
gegangen sei. Massgeblich sei auch bei vergleichsweise grosser
Wohnfläche bei der Bestimmung der Grundgebühr die tatsächlich objektiv
mögliche Nutzungsintensität. Während bei der Liegenschaft mit einem
dreimal höheren Neuwert dieser die mutmassliche Inanspruchnahme der
Wasser- und Abwasserinfrastrukturanlagen nicht wiedergeben könne,
stünden der Neuwert der Liegenschaft der Beschwerdeführerin und deren
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mögliche entsorgungsrelevante Nutzung nicht in einem Missverhältnis.
Die Liegenschaft der Beschwerdeführerin werde nur wenig bewohnt und
die Mengengebühren fielen wegen des unterdurchschnittlichen
Wasserverbrauchs gegenüber der Grundgebühr ausserordentlich niedrig
aus. Würde von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch bzw.
Kehrichtabfall ausgegangen werden, bewegte sich das Verhältnis ohne
Weiteres im zulässigen Rahmen.
6.7. Das Verwaltungsgericht Graubünden hat in VGU A 11 45/46/47 vom
19. Juni 2012 festgehalten, dass sich ein Abweichen von der
schematischen Erhebung der Grundgebühren auf der Basis des
Gebäudeversicherungswertes lediglich aufdrängt, wenn die Höhe des
Gebäudeversicherungswerts durch Besonderheiten der Baute (z.B.
besondere Bauweise, Baumaterialien, etc.) massgeblich beeinflusst wird
und nicht das mögliche Ausmass der entsorgungsrelevanten Nutzung zum
Ausdruck bringt (z.B. Luxusvillen mit spärlicher Belegung). Beide Aspekte
müssen kumulativ vorliegen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das
Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung weise eine Gesamtwohnfläche von
270 Quadratmetern auf. Nach unwidersprochenen Ausführungen der
Beschwerdeführerin verteilt sich diese auf eine Einliegerwohnung mit 3 1⁄2
Zimmern (90 m2) und einen Wohntrakt mit 5 1⁄2 Zimmern (180 m2). Der
Ausbaustandard sei sehr hochstehend. Die Baukosten der Liegenschaft
seien u.a. durch die Verwendung hochwertiger lokaler Materialien wie z.B.
Soglio Granit viel teurer gewesen als die Baukosten durchschnittlicher
Einfamilienhäuser in B._. Die Beschwerdegegnerin hält dem
entgegen, dass der Neuwert des Wohnhauses der Beschwerdeführerin
mit in den Nutzungsmöglichkeiten vergleichbaren Liegenschaften
keinesfalls ausserordentlich hoch sei. Die für die Liegenschaft erhobenen
Grundgebühren für Wasser entsprächen in etwa einem durchschnittlichen
Mehrfamilienhaus in B._ mit ähnlichen Schätzungswerten.
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6.8. Zu prüfen ist damit, ob die Höhe des Gebäudeversicherungswerts im
vorliegenden Fall durch Besonderheiten der Baute massgeblich
beeinflusst ist und nicht das mögliche Ausmass der
entsorgungsrelevanten Nutzung zum Ausdruck bringt. Richtig ist, dass der
Gebäudeversicherungswert des Einfamilienhauses der
Beschwerdeführerin mit CHF 2'959'600.-- als vergleichsweise hoch
erscheint. Es mag daher zutreffen, dass der durchschnittliche
Gebäudeversicherungswert von Einfamilienhäusern in B._ tiefer
ausfällt. Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass der höhere
Gebäudeversicherungswert im vorliegenden Fall offensichtlich nicht der
tatsächlichen Nutzungsmöglichkeit entspricht. Die der
Beschwerdeführerin in Rechnung gestellten mengenunabhängigen
Grundgebühren belaufen sich bezüglich Wasser und Abwasser auf rund
90 % des Gesamtbetrages. Die effektiven Mengengebühren für Kehricht
sind nicht aktenkundig. Die Parteien gehen indessen übereinstimmend
davon aus, dass der mengenunabhängige Anteil ebenfalls rund 90 % des
Gesamtbetrages ausmacht. Der Anteil der Grundgebühren liegt damit
offensichtlich ausserhalb des von der Praxis als zulässig definierten
Rahmens. Es ist jedoch kein Verstoss gegen das Verursacherprinzip
gegeben, wenn die variablen Kosten wegen eines aufgrund einer
Unternutzung weit unterdurchschnittlichen Wasserverbrauchs bzw.
Kehrichtanfalls gegenüber der Grundgebühr ausserordentlich niedrig
ausfallen. Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass die von ihr genutzte 5
1⁄2-Zimmer-Wohnung nicht durchgehend bewohnt ist. Die
Gesamtliegenschaft mit insgesamt neun Zimmern auf 270 Quadratmetern
wird ganzjährig von höchstens drei Personen genutzt. Der Ehemann der
Beschwerdeführerin reist geschäftlich viel im In- und Ausland. Die
Ehegatten sind zudem jeweils unterwegs, um berufliche und private
Verpflichtungen in Parpan, auf der Lenzerheide, in Zürich und in London
nachzukommen. Die Beschwerdeführerin bezeichnet die Liegenschaft
denn auch als ihre Zweitwohnung. Der gesamte Wasserverbrauch der
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Beschwerdeführerin im Jahr 2016 entspricht etwa dem
Durchschnittsverbrauch eines 3-Personen-Haushaltes, im Vergleich zu
den standardisierten Haushaltstypen, wo bei einem 3-Personen-Haushalt
in einer 4-Zimmer-Wohnung mit einem Gebäudeversicherungswert von
CHF 425'000.-- von einem jährlichen Wasserverbrauch von 155 m3
ausgegangen wird. Damit liegt offensichtlich keine normale, ganzjährige
und der Grösse der Liegenschaft entsprechende Nutzung im Sinne der
Rechtsprechung, sondern eine Unternutzung vor, welche zum besagten
Missverhältnis zwischen Grund- und Mengengebühr führt. Es ist davon
auszugehen, dass bei einer durchschnittlichen bzw. maximal zu
erwartenden Nutzung der Liegenschaft ein bedeutend höherer Verbrauch,
d.h. bis gegen jährlich 600 m3, erreicht werden könnte, womit kein
Missverhältnis mehr gegeben wäre. Dies gilt gleichermassen auch für die
Abwassergebühren. Die von der Beschwerdegegnerin angenommenen
durchschnittlichen Abfallkosten von CHF 6.80 pro Woche (entsprechend
ca. drei 35-Liter-Säcken) bei einer normalen Nutzung der Liegenschaft
erscheinen angesichts eines durchschnittlichen Verbrauches von 43
35-Liter-Säcken pro Person und Jahr gemäss dem Bundesamt für Statistik
als ohne Weiteres plausibel. Die Grundgebühren würden in diesem Fall
den von der Rechtsprechung geforderten Rahmen von 60 % einhalten.
Der Gebäudeversicherungswert bringt im vorliegenden Fall mithin
durchaus das mögliche Ausmass der entsorgungsrelevanten Nutzung
zum Ausdruck. Ein Abweichen von der schematischen Erhebung der
Grundgebühren auf der Basis des Gebäudeversicherungswertes drängt
sich im vorliegenden Fall damit nicht auf.
7.1. Weiter ist streitig, ob die von der Beschwerdegegnerin veranlagten
Wasser-, Abwasser- und Kehrichtgrundgebühren aufgrund der
Bemessung gestützt auf den Gebäudeversicherungswert dem
Äquivalenzprinzip und dem daraus fliessenden Gleichbehandlungsgebot
Stand halten.
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7.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Äquivalenz- und das
Rechtsgleichheitsprinzip würden im vorliegenden Fall dadurch verletzt,
dass zur Bemessung der Grundgebühren vom
Gebäudeversicherungswert ausgegangen werde. In Folge verschiedener
Einsprachen von anderen Grundeigentümern seien einige
Rechnungsverfügungen nach unten korrigiert und bei diesen anstelle des
Gebäudeversicherungswertes neu auf den geschätzten durchschnittlichen
Neuwert eines Wohnhauses mit der gleichen Anzahl Zimmer abgestellt
worden. Zudem betrügen die Grundgebühren betreffend das Jahr 2016 für
das ebenfalls in der Gemeinde B._ gelegene Elternhaus der
Beschwerdeführerin bei etwa gleicher Wohnfläche nur CHF 326.-- für
Wasser, CHF 550.-- für Abwasser und CHF 235.-- für Kehricht. In der
Gemeinde B._ würden faktisch drei Kategorien von
Grundgebührschuldnern existieren. Neben Eigentümern von
Wohneinheiten mit durchschnittlichen Gebäudeversicherungswerten gäbe
es benachteiligte Eigentümer von Wohneinheiten mit höheren
Gebäudeversicherungswerten sowie begünstigte Eigentümer, deren
Grundgebühren aufgrund eines fiktiven Neuwertes berechnet würden.
Diese willkürliche Ungleichbehandlung verstosse gegen Art. 8 BV.
7.3. Die Beschwerdegegnerin führt zu diesen Rügen aus, dass die Gemeinde
B._ als Tourismusgemeinde einen höheren Anteil der
Gesamtkosten durch Grund- und einen entsprechend kleineren durch
Mengengebühren zu decken berechtigt ist. Die Gemeinde müsse die
nötige Infrastruktur der Wasser-, Abwasser- und Kehrichtanlagen für das
ganze Jahr hindurch sicherstellen. Die Grundgebühren würden
grundsätzlich anhand der Höhe des effektiven Neuwerts erhoben. Nur in
Ausnahmefällen würde die Gemeinde auf einen reduzierten
hypothetischen Neuwert abstellen. Ein solcher Ausnahmefall sei
vorliegend indes nicht gegeben.
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7.4. Periodische Benutzungsgebühren für die Inanspruchnahme einer
öffentlichen Einrichtung müssen dem aus dem Willkürverbot ableitbaren
Äquivalenzprinzip Stand halten (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 9 BV). Es
bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis
zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen
Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung bemisst sich dabei nach dem
Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem Kostenaufwand der
konkreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des
betreffenden Verwaltungszweigs, wobei schematische, auf
Wahrscheinlichkeit und Durchschnittserfahrungen beruhende Massstäbe
angelegt werden dürfen. Es ist nicht notwendig, dass die Gebühren in
jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand entsprechen; sie sollen
indessen nach sachlich vertretbaren Kriterien bemessen sein und nicht
Unterscheidungen treffen, für die keine vernünftigen Gründe ersichtlich
sind (BGE 132 II 371 E.2.1; 126 I 180 E.3a/bb).
7.5. Wie bereits ausgeführt wurde, kann die Gemeinde gemäss Bundesgericht
für die Grundgebühr auch den Gebäudeversicherungswert (bzw.
Gebäudeneuwert) heranziehen (vgl. BGE 128 I 46 E.4a; Urteile des
Bundesgerichts 2C_356/2013 vom 17. März 2014 E.5.2.2 m.w.H,
2C_995/2012 vom 16. Dezember 2013 E.6.5, 2P.266/2003 vom 5. März
2004 E.3.3, 2C_816/2009 vom 3. Oktober 2011 E.4.1.1), so dass der
Gebäudeversicherungswert eine mögliche Bezugsgrösse für die
Bemessung der Gebühren darstellt und die diesbezügliche Rüge der
Beschwerdeführerin ins Leere geht. Es kann hierbei auf die obigen
Erwägungen verwiesen werden (E.6.3 ff.). Wie dem Einspracheentscheid
vom 28. August 2017 (act. Bf./Nr. 4) entnommen werden kann und durch
die Beschwerdegegnerin auch eingeräumt wird, erfolgt die Bemessung
der Grundgebühren in einzelnen Fällen indessen gestützt auf einen
reduzierten hypothetischen Neuwert. Eine gesetzliche Grundlage für eine
solche einzelfallweise Abweichung vom Neuwert gemäss amtlicher
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Schätzung fehlt, womit das Vorgehen der Gemeinde gegen das
Legalitätsprinzip verstösst. Daraus folgt jedoch nicht ohne Weiteres, dass
auch die Rechnungsverfügung betreffend die Parzelle Nr. C._ der
Beschwerdeführerin aufgrund eines reduzierten hypothetischen
Neuwertes anzupassen wäre.
7.6. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt dann den Gleichheitssatz, wenn
sie zwei gleiche tatsächlich Situationen ohne sachlichen Grund
unterschiedlich beurteilt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 587 m.w.H.; BGE
136 I 345 E.5). Der Grundsatz der Gesetzesmässigkeit der Verwaltung
(Art. 5 Abs. 1 BV) geht dem Rechtsgleichheitsprinzip im Konfliktfall in der
Regel vor. Wenn eine Behörde in einem oder einigen wenigen Fällen eine
vom Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat, gibt das den
Privaten, die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich keinen
Anspruch darauf, ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu
werden (BGE 139 II 49 E.7.1 ff.). Weicht die Behörde dagegen in ständiger
Praxis – d.h. in mehreren Vergleichsfällen – vom Gesetz ab, gibt sie zu
erkennen, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser gesetzeswidrigen
Praxis abweichen wird und stehen der gesetzeswidrigen Begünstigung im
Einzelfall keine gewichtigen öffentlichen Interessen und keine
schutzwürdigen Interessen Dritter entgegen, so können Private verlangen,
dass die widerrechtliche Begünstigung auch ihnen gewährt wird (vgl. VGU
R 15 67 vom 17. Mai 2016 E.4b; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 23 Rz. 18 f.).
7.7. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid Mai
2021, Parzelle D._, Randnote 7 (act. Bf./Nr. 1 zur Quintuplik)
grundsätzlich zu erkennen gegeben, dass sie die gesetzeswidrige Praxis
nicht fortzuführen beabsichtigt. Gemäss der Beschwerdegegnerin handelt
es sich bei den auf Grundlage eines reduzierten hypothetischen
Neuwertes bemessenen Grundgebühren um Ausnahmefälle.
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Aktenmässig erstellt ist lediglich ein einzelner Fall, in welchem die
Beschwerdegegnerin die Grundgebühren nicht aufgrund des
Gebäudeversicherungswertes berechnet hat. Von einer ständigen Praxis
kann damit nicht gesprochen werden, womit der Grundsatz der
Gesetzesmässigkeit der Verwaltung Vorrang erheischt. Somit kann sich
die Beschwerdeführerin nicht auf eine Gleichbehandlung im Unrecht
berufen.
7.8. Auch bezüglich des Elternhauses der Beschwerdeführerin kann kein
Verstoss gegen Art. 8 BV (Rechtsgleichheit) bejaht werden. Die
Beschwerdeführerin legt nicht dar, um welches Grundstück es sich dabei
konkret handeln soll. Es ist davon auszugehen, dass sich die
Beschwerdeführerin auf die Parzelle Nr. E._ in der Gemeinde
B._ bezieht. Nach unwidersprochenen Ausführungen der
Beschwerdeführerin wurden für die betreffende Parzelle betreffend das
Jahr 2016 Grundgebühren von CHF 326.-- für Wasser, CHF 550.-- für
Abwasser und CHF 235.-- für Kehricht und mithin insgesamt CHF 1'111.-
- in Rechnung gestellt. Zudem sei das Gebäude rund 400 Jahre alt. Das
Grundstück der Beschwerdeführerin ist mehr als 50 % grösser als jenes,
auf welchem sich das Elternhaus der Beschwerdeführerin befindet. Auf
dem Grundstück der Beschwerdeführerin befindet sich neben dem
Wohnhaus zudem ein Nebengebäude und eine Autoeinstellhalle. Die
Grundfläche des Wohnhauses der Beschwerdeführerin ist ferner knapp
einen Drittel grösser als jene des Elternhauses. Es ist auch nicht davon
auszugehen, dass dieses zwei Wohnungen umfasst. Die Bau- und
Benützungsverhältnisse der beiden Grundstücke bezüglich Wasser,
Abwasser und Abfall präsentieren sich daher als in erheblicher Weise
verschieden. Eine gewisse Schematisierung ist bei der pauschalen
Erhebung von Grundgebühren - wie gezeigt - unumgänglich. Eine
rechtswidrige Ungleichbehandlung kann damit betreffend das Grundstück
der Beschwerdeführerin nicht ausgemacht werden.
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8. Weiter macht die Beschwerdeführerin einen Verstoss gegen Art. 14 des
Preisüberwachungsgesetzes (PüG; SR 942.20) geltend. Die Gemeinde
habe nach der Fusion die beanstandeten Gesetze geändert, ohne den
Preisüberwacher angehört zu haben. Die Beschwerdeführerin beantragt,
der Gemeinde eine Frist anzusetzen, um das Wasserversorgungsgesetz,
das Abwassergesetz und das Abfallbewirtschaftungsgesetz dem
Preisüberwacher zur Beurteilung nach Art. 14 PüG vorzulegen. Die
Beschwerdeführerin verkennt dabei, dass das streitberufene Gericht
mangels gesetzlicher Grundlage nicht berechtigt ist, aufsichtsrechtliche
Massnahmen wie die beantragte Fristansetzung zu verfügen. Der
entsprechende Antrag kann bereits aus diesem Grund nicht gutgeheissen
werden. Zudem handelt es sich bei der Beschwerdegegnerin um eine neu
gebildete Gemeinde, die durch Erlass neuer gesetzlicher Grundlagen die
Gebühren erstmals festgesetzt und ein neues Gebührensystem eingeführt
hat. Wie das Verwaltungsgericht kürzlich entschieden hat, liegt in diesem
Fall keine Preiserhöhung im Sinne von Art. 14 Abs. 1 PüG vor, so dass
auch eine allfällige vorgängige Anhörung des Preisüberwachers entfällt
(vgl. VGU A 2020 22 vom 7. September 2021 E.5.5).
9.1. Die Beschwerdeführerin macht ferner Rechtsverzögerung geltend. Die
Einsprache der Beschwerdeführerin datiere vom 7. Februar 2018 und der
Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021. Die Verzögerung betrüge damit
über drei Jahre. Nach ständiger Lehre wird das Verbot der
Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung verletzt, falls eine Gerichts- oder
Verwaltungsbehörde untätig bleibt oder sie das gebotene Handeln über
Gebühr hinauszögert, obschon sie zum Tätigwerden verpflichtet wäre.
Davon kann allerdings nicht schon dann die Rede sein, falls die Behörde
eine Eingabe nicht sofort behandelt. Rechtsverzögerung ist nur gegeben,
wenn sich die zuständige Behörde zwar bereit zeigt, den Entscheid zu
fällen, ihn aber nicht binnen der Frist trifft, welche nach der Natur der
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Sache und der Gesamtheit der übrigen Umstände noch als angemessen
erscheint (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1046).
9.2. Im vorliegenden Fall erscheint die zwischen der Einreichung der
Einsprache und dem Einspracheentscheid verstrichene Zeitspanne von
mehr als drei Jahren als ungebührlich lange. Mittlerweile ist der
Einspracheentscheid indessen erlassen worden, womit eine allfällige
Rechtsverzögerung als geheilt betrachtet werden kann. Eine
Verweigerung oder anderweitige Verletzung des rechtlichen Gehörs
(unsachliche Rechtsverzögerung) ist damit zu verneinen.
10.1. Zu prüfen bleibt abschliessend, ob das Nebengebäude auf der Parzelle
Nr. C._ in der Gemeinde B._ zu Recht in die
Bemessungsgrundlage für die Grundgebühren betreffend Wasser,
Abwasser und Kehricht einbezogen wurde. Die Beschwerdeführerin macht
geltend, die offene Gartenlaube sowie der umliegende Garten hätten
keinen Frischwasseranschluss. Durch die Existenz des Nebengebäudes
entstünde kein Abfall. Das Regen- und Schmelzwasser werde durch die
Beschwerdeführerin verwendet bzw. versickere im Garten. Dem hält die
Beschwerdegegnerin entgegen, dass die Parzelle Nr. C._ an die
Wasserversorgung angeschlossen sei und mit Blick auf das
Nebengebäude namentlich von den Löschwasseranlagen und der
Kanalisation profitiere. Bei der Nutzung der Remise könne des weiteren
zusätzlicher Abfall entstehen.
10.2. Art. 29 Abs. 1 WvG schreibt vor, dass für alle an die öffentlichen Anlagen
der Wasserversorgung angeschlossenen Grundstücke eine jährlich
wiederkehrende Grundgebühr zu entrichten ist. Die Grundgebühr wird
nach Art. 29 Abs. 1 WvG für alle Gebäudearten in ‰ des Neuwertes
gemäss amtlicher Schätzung erhoben. Eine Differenzierung des
Neuwertes nach den einzelnen Gebäuden ist nicht vorgesehen.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Wassergebühr eine
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Benutzungsgebühr ist, welche zu den Kausalabgaben gehört.
Kausalabgaben sind Geldleistungen, welche kraft öffentlichen Rechts als
Entgelt für bestimmte staatliche Leistungen oder besondere Vorteile
entrichtet werden müssen. Der Zweck der öffentlichen Wasserversorgung
ist die Bereitstellung und Lieferung von Trinkwasser in einwandfreier
Qualität, unter genügendem Druck und in ausreichender Menge zu Trink-
, Brauch- und Löschzwecken (vgl. auch in diesem Sinne § 25 des
Wasserwirtschaftsgesetzes des Kantons Zürich; LS 724.11). Die
Wasserversorgung liefert in ihrem Versorgungsgebiet sowohl qualitativ
einwandfreies Wasser für Haushalt und Gewerbe, als auch sorgt sie in
diesem Umfang für den Brandschutz.
10.3. Das Nebengebäude bildet Bestandteil des Grundstücks der
Beschwerdeführerin. Es ist weiter unbestritten, dass die Parzelle Nr.
C._ an die Wasserversorgung angeschlossen ist. Das
Wasserversorgungsgesetz verlangt nicht, dass auch sämtliche in die
Bemessungsgrundlage einbezogenen Gebäude an die
Wasserversorgung angeschlossen sind. Zwar ist die Remise auf der
genannten Parzelle nicht direkt an die Wasserversorgung angeschlossen,
jedoch ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die
Beschwerdeführerin im Falle eines Brandes von den bestehenden
Löschwasseranlagen und dem bereitgestellten Löschwasser von der
Wasserversorgung profitieren würde. Aus diesem Grund erscheint
vorliegend die Erhebung der Wassergebühr für die Remise auf der
Parzelle Nr. C._ als gerechtfertigt.
10.4. Auch Art. 31 Abs. 1 und 2 AwG sieht vor, dass für alle an die öffentlichen
Abwasseranlagen angeschlossenen Grundstücke eine jährlich
wiederkehrende Grundgebühr zu entrichten ist, welche für alle
Gebäudearten als einheitliche Grundgebühr in ‰ des Neuwertes gemäss
amtlicher Schätzung erhoben wird. Die Gemeinde erhebt die Gebühren
zur Deckung ihrer Auslagen für den Bau, den Betrieb, den Unterhalt und
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die Erneuerung (Sanierung, Ersatz) von öffentlichen Abwasseranlagen
(Art. 24 Abs. 2 AwG). Zu diesen zählen auch die Meteorwasserleitungen.
Angesichts der relativ umfangreichen überbauten bzw. befestigten Fläche
auf der Parzelle Nr. C._ und deren leichten Hanglage erscheint
die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach das vom Nebengebäude
anfallende Dachwasser nicht vollständig natürlich versickern kann, als
durchaus plausibel. Es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, dass ein Teil
des Dachwassers in das kommunale Abwassersystem gelangt. So führt
auch die Beschwerdeführerin aus, dass das Regen- und Schneewasser
nur teilweise verwendet würde. Vor diesem Hintergrund ist die
Berücksichtigung des Neuwertes des Nebengebäudes auch bei der
Erhebung der Abwassergrundgebühr für die Parzelle Nr. C._
nicht zu beanstanden.
10.5. Bezüglich der Abfallbewirtschaftung sieht Art. 9 Abs. 2 AbG jährlich
wiederkehrende Grundgebühren vor, welche nach Art. 10 Abs. 3 AbG auf
Grundlage des Neuwertes für alle Gebäudearten gemäss amtlicher
Schätzung erhoben werden. Die Gebühren dienen zur Deckung der
Gesamtkosten der Abfallbewirtschaftung (Art. 9 Abs. 1 AbG). Weshalb bei
der Nutzung des Nebengebäudes kein zusätzlicher Abfall entstehen soll,
wird durch die Beschwerdeführerin nicht weiter begründet. Angesichts der
Fläche von knapp 30 Quadratmetern erweist sich die Annahme der
Beschwerdegegnerin, wonach bei der Nutzung der Gartenlaube
zusätzlicher Abfall entsteht bzw. entstehen könnte, als überzeugender.
Der Einbezug des Neuwertes des Nebengebäudes in die
Bemessungsgrundlage erweist sich damit als gerechtfertigt.
11. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die von der
Gemeinde B._ für das Jahr 2016 in Rechnung gestellten
Grundgebühren in Höhe von CHF 2'676.25 der Beschwerdeführerin zu
Recht auferlegt worden sind. Der angefochtene Entscheid erweist sich
deshalb als rechtmässig, und die Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem
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Verfahrensausgang gehen die Gerichtskosten zu Lasten der
unterliegenden Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Da die
Gemeinde in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, steht ihr gemäss Art.
78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu.