# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63e40d02-fa6f-513e-b3c8-d38d4320a010
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene
X._
, ohne in der Schweiz anerkannte
Berufsausbil
dung,
war zuletzt
von 2008 bis Januar 2014
als Geschäftsführerin der eigenen Fenstermon
tage-Unternehmung
(
Y._
)
tätig (
Urk.
13/114/25)
.
Sie
meldete sich erstmals am 2
4.
März 2011 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
un
ter Hinweis auf Rückenprobleme
zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/5). Die IV-Stelle tätigte
medizinische
und erwerbliche Abklärungen, un
ter anderem
liess
sie
die
v
ersi
cherte
X._
bei der
Medas
Z._
bidisziplinär
be
gutachten (Gutachten vom 8. Mai 2012 [
Urk.
13/31]). Mit Verfügung vom
8.
August 2013 verneinte die IV-Stelle unter Verweis auf das Fehlen eines inva
lidisierenden Gesundheitsschadens einen Leistungsanspruch (
Urk.
13/56).
1.2
Am 2
9.
Januar 2015 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
– unter Hin
weis auf Beschwerden am Rücken, in den Beinen und an den Händen – erneut zum Leis
tungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
13/62). Mit Vorbescheid vom 26.
Juni 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten das Nichteintreten auf ihre Neuanmeldung in Aussicht (
Urk.
13/72). Nachdem die Versicherte dagegen Ein
wand erhob
en hatte
(
Urk.
13/90) tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen (
Urk.
13/92-93,
Urk.
13/105-106), liess
X._
beim Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) orthopädisch
untersuchen (Bericht vom 15.
Januar 2016 [
Urk.
13/102])
und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
13/114) bei. Nach
erneut
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheid
vom 2
4.
Mai 2016 [
Urk.
13/124]
,
Einwände der
Balôise
Sammelstiftung für die obligatorische beruf
liche Vorsorge vom
1.
Juni 2016
[Urk.
13/126] und 1
6.
Juni
2016 [
Urk.
13/131], Stellungnahme der Versicherten vom
6.
Juli 2016 zu den Einwänden [
Urk.
13/133]) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfü
gungen vom 2
1.
September 2016 und 2
6.
Oktober 2016 mit Wirkung ab dem
1.
Juli 2015 eine unbefristete ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 13/138,
Urk.
13/137 [Verfügungsteil 2], Urk.
13/155).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
1.
September 2016 erhob die
Bâloise
Sammelstiftung für die obli
gatorische berufliche Vorsorge
am 2
1.
Oktober 2016 Beschwerde (Urk. 1
) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und es sei ein Rentenanspruch zu verneinen
, eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeur
teilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Eingabe vom 2
5.
Okto
ber 2016 (
Urk.
4) legte die Beschwerdeführerin
ein
Aktengutachten vom 1
4.
Oktober 2016 auf (
Urk.
5).
M
M
it
Beschwerde
vom
8.
November 2016
gegen die Verfügung vom
2
6.
Okto
ber
2016 (
Urk.
10/2)
beantragte
die Beschwerdeführerin
die Auf
hebung der ange
fochtenen Verfügung
und die Verneinung eines Renten
anspruchs, eventuell be
antragte sie die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Neubeurteilung
(Urk. 10/1, Prozess Nr. IV.2016.01241).
Mit Verfügung vom 1
7.
November 2016 vereinigte das hiesige Gericht
den Prozess Nr. IV.2016.01241 mit dem vorliegen
den
Verfahren und schrieb den Prozess Nr. IV.2016.01241 als dadurch erledigt ab (
Urk.
11). Mit Beschwerdeantwort vom
9.
Januar 2017 beantragte die Beschwer
degegne
rin Abweisung der Beschwerde
n
(
Urk.
12, unter Beilage der Akten [
Urk.
13/1-162). Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2017 lu
d
das Sozialversi
che
rungsgericht
X._
zum Prozess bei (
Urk.
14). Die Beigeladene bean
tragte mit
Stellungnahme vom 2
2.
März 2017
Abweisung der Beschwerde
n
(
Urk.
17)
,
wo
rauf
die
Beschwerdeführerin vollumfänglich an
ihren
Anträgen fest
hielt
(
Stel
lungnahme vom 2
2.
Mai 2017,
Urk.
25).
Die Beschwerdegegnerin nahm
am 24.
Mai 2017
und die Beschwerdeführerin am 1
3.
Juni 2017 erneut
Stellung (
Urk.
24
,
Urk.
30)
.
D
ie Beschwerdegeg
nerin
verzichtete
auf
eine
weitere Vernehm
lassung
(
Urk.
31)
.
D
ie Beigela
dene
äusserte sich
am 1
5.
August 2017
zu den Stel
lungnahmen der Beschwerdeführerin vom 2
2.
Mai 2017 (
Urk.
25) und der Be
schwerdegeg
nerin vom 2
4.
Mai 2017 (
Urk.
24;
Urk.
33).
Die Beschwerdeführerin erhob am
8.
August 2017 Beschwerde (
Urk.
34/1, Prozess Nr. IV.2017.00814) gegen die
mittlerweile erlassene weitere
Verfügung der Be
schwerdegegnerin vom 1
7.
Juli 2017
betreffend Korrektur der Berechnung der Rentenhöhe
(
Urk.
34/2). Mit Verfügung vom
21.
August 2017 wurde d
ies
er Pro
zess mit dem
vorliegenden
Prozess vereinigt und das
erstgenannte
Verfahren als dadurch erledigt abgeschrieben (
Urk.
35). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
5.
September 2017 auf eine Stellungnahme (
Urk.
36, unter Einreichung ihrer Ak
ten [
Urk.
37/1-23]). Die Beigeladene nahm am
2.
Oktober 2017 Stellung (Urk. 40), was de
n Parteien mit Verfügung vom 3.
Oktober 2017 mitgeteilt wurde (
Urk.
41).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
di
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(
ATSG
)
vorzugehen (
BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch
BGE
133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
BGE
117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.
3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Verbindung mit Art. 8
ATSG
bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG
setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (
vgl.
BGE
143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (
BGE
143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.
4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6
ATSG
massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG
). Nach Art. 49
IVV
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf
BGE
135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu na
mentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44
ATSG
be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf
BGE
135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
IVV
ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE
134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE
137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE
139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Ver
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn ledig
lich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausfüh
rungen erforderlich ist (
B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in
SVR
1/2014
UV
Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in den angefochtenen Verfügungen vom 21. Sep
tember 20
16 respektive 2
6.
Oktober 2016 und
1
7.
Juli 2017, die Beigeladene habe mit Wirkung ab
1.
Juli 2015 Anspruch auf eine unbefristete ganze Invalidenrente, da die Abklärungen er
geben hätten, dass sie seit dem 18.
Februar 2014 vollum
fänglich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Auf das Gutachten der
A._
vom 1
7.
Juli 2014 (
Urk.
13/114/11-41)
, auf welches die Beschwerdeführerin ab
st
elle
, worin der Beigeladenen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde, könne nicht abgestellt werden, w
as auch die Taggeldversicherung, die das Gut
achten in Auftrag gegeben hatte,
nicht getan habe (
Urk.
2,
Urk.
10/2,
Urk.
34/2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in den Beschwerden vom 2
1.
Oktober 20
16 res
pektive
8.
November 2016 und
8.
August 2017 im Wesentlichen vor, die
Renten
zusprache
basiere lediglich auf dem R
AD-Untersuchungsbericht vom 15.
Januar 201
6.
Der RAD-Arzt habe die Beigeladene zwar untersucht und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festgestellt, er erwähne jedoch mit keinem Wort konkrete we
sentliche Veränderungen im somatischen Bereich seit der Begutachtung vom
8.
Mai 201
2.
Erwähnt werde lediglich eine «Schädigung der Hals-, Brust- und der Lendenwirbelsäule». Der RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
,
FMH
Chirurgie,
übernehme
die Beurteilung der behandelnden Ärztin
Dr.
med.
C._
,
FMH
Physikalische Me
dizin,
welche von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen auf eine solche in sämtlichen anderen Tätigkeiten schliesse, was nicht zulässig sei.
Der
RAD-Arzt erachte sodann eine psychiatrische Abklärung als erforderlich. Die Beschwerdegegnerin habe jedoch keine weiteren Abklärun
gen veranlasst. Eine psychiatrische Abklärung sei nur im Rahmen der Begutach
tung vom
8.
Mai 2012 und derjenigen vom 1
7.
Juli 2014 vorgenommen worden. Es sei somit im Rahmen der aktuellen Neuanmeldung keine umfassende Abklä
rung erfolgt (
Urk.
1,
Urk.
10/1,
Urk.
34/1).
2.3
Mit Stellungnahme vom 2
2.
März 2017 brachte die Beigeladene im Wesentlichen vor, sie habe im Januar 2014 ihre Stelle als Geschäftsführerin der
Y._
aufgrund ihrer Schmerzen niederlegen müssen. Auf das Gutachten der
A._
dürfe nicht abgestellt werden, da die
A._
voreinge
nommen sei und ihre Gutachten zu Gunsten des Auftraggebers formuliere. Das Gutachten des
A._
sei aber ohnehin nicht relevant, da es nicht einmal von der Auftraggeberin
als relevant erachtet worden sei. Seit dem Jahr 2012 habe sich der Gesundheitszustand der Beigelade
nen massiv verschlechtert.
Der für den RAD tätige
Dr.
B._
habe eine erhebliche Befundverschlechterung festgestellt. Das Aktengutachten von Dr.
med.
D._
,
FMH
Chirurgi
e,
sei für den vorliegenden Fall nicht relevant, er habe die Beigela
dene nicht untersucht
und e
s sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfah
ren einen ergebnisorientierten Bericht bestellt habe. Der RAD-Bericht von
Dr.
B._
erfülle die Voraussetzungen für einen beweiskräf
tigen versiche
rungsinternen Bericht. Die Tatsache, dass die Beurteilung zu Guns
ten der Beige
ladenen ausgefallen sei, führe dazu, dass nicht leichthin angenom
men werden könne, es liege eine Fehleischätzung vor. Die Abklärungen der Beschwerdegeg
nerin seien nicht unvollständig. Selbst eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit in psy
chiatrischer Hinsicht würde an einer bereits 100%igen Arbeitsunfä
higkeit in somatischer Hinsicht nichts ändern (
Urk.
17).
2.4
In der Stellungnahme vom 2
4.
Mai 2017 hielt die Beschwerdegegnerin fest, es bestünden d
urchaus Argumente, welche
dafür
sprächen
, dass der medizinische Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei. Es kämen vor allem gewisse Zwei
fel am RAD-Bericht von
Dr.
B._
auf (
Urk.
24).
2.5
Die Beschwerdeführerin führte in ihrer
Eingabe
vom 2
2.
Mai 2017 aus, die Stel
lungnahme von
Dr.
B._
sei weder schlüssig noch nachvollziehbar, insbe
son
dere, da der Facharzt für Chirurgie psychiatrische Schlussfolgerungen gezo
gen habe. Zudem bestünden keine Befunde im somatischen Bereich, welche eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit begründen würden. Er habe Beurteilungen behan
delnder Ärzte übernommen, ohne diese kritisch zu würdigen. Da der Sachverhalt
ungenügend abgeklärt sei, müsse eine
bidisziplinäre
Begutachtung erfolgen. In somatischer Hinsicht sei jedenfalls keine Verschlechterung ausgewiesen. Ein Bandscheibenvorfall sowie auch Spinalkanalstenosen und Facettengelenksarth
rosen seien bereits bei der erstmaligen Beurteilung des Gesundheitszustands der Beigeladenen festgestellt worden (
Urk.
25).
2.6
Die Beigeladene brachte in ihrer Stellungnahme vom 1
5.
August 2017 vor, die Stenose beziehungsweise Arthrose habe sich im Lauf der Zeit verschlechtert. So habe sich die Wirbelsäule der Beigeladenen im Laufe der Zeit von einer ange
schlagenen zu einer unbrauchbaren entwickelt (
Urk.
33).
3.
3.1
In der Verfügung vom
8.
August 2013 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass
bei der Beigeladenen zu keiner Zeit ein
invalidenversicherungsrechtlich
re
levanter
Gesundheitsschaden ausgewiesen gewesen sei (Urk. 13/56).
Auf die Neuanmeldung vom 2
9.
Januar 2015 (Urk. 13/62) ist die Beschwerdegeg
nerin eingetreten und hat eine neuerliche Anspruchsprüfung vorgenommen. Demnach ist zu prüfen, ob sich seit der Verfügung vom
8.
August 2013 (Urk. 13/56) bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügungen vom 21.
September 2016 und 2
6.
Oktober 2016 der Gesundheitszustand der Beigeladenen in revisi
onsrechtlich erheblicher Weise verändert hat und aufgrund dessen nunmehr ein Rentenanspruch entstand (vgl. E.
1.
1
).
3.2
Im Zeitpunkt der Verfügung vom
8.
August 2013 präsentierte sich die medizini
sche Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.2.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten der
Medas
Z._
vom
8.
Mai 2012 kön
nen fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (
Urk.
13/31/9):
-
chronifizierte
Lumboischialgien
rechts mit Halbseitensyndrom (Oberflä
chensensibilität), Status nach
lumboradikulärem
Kompressionssyndrom S1 rechts nicht ausgeschlossen
-
Lumbovertebralsyndrom
bei multiplen
Osteochondrosen
(zum Teil
ero
sive
)
Spondylarthrosen
, bilateraler rechtsbetonter
Diskusprotrusion
L3/4 mit m
ä
ssiger
Forameneinengung
rechts
, kleiner
subligamentärer
Dis
kushernie medio-linkslateral L4/5 (drittes
MR
I
2012) mit progredientem Verlauf (erstes
MR
I
2007, zweites
MR
I
2011), Status nach lumbalem Mor
bus Scheuermann möglich
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Beigeladene leide an
-
chronischen
Zervikobrachialgien
beidseits linksbetont mit lokalisiertem (Nacken-Schultergürtelmuskulatur)
myofaszialem
Syndrom beidseits bei
Kopfprotraktion
und verstärkter hochsitzender Kyphose am
thorakozervi
kalen
Übergang
-
Dorsalgien ungeklärter Ätiologie, s-förmige Torsionsskoliose der
BWS
(
Beckenwirblesäule
)
und
LWS
(Lendenwirbelsäule)
-
Status nach bilateralem Karpaltunnelsyndrom
-
Nikotinabusus (20 Zigaretten täglich)
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Unternehmerin in einem Betrieb für Fenster- und Türenmontage (Büroarbeit) sei die Beigeladene zu 100
%
arbeitsfähig; die frühere Tätigkeit im Service und als Kellnerin sei der Beigeladenen aus somatischen Gründen nicht mehr zumut
bar, da dabei die axiale Belastung (ganztags stehend) im stark degenerativ ver
änderten Lumbalabschnitt der Wirbelsäule nicht mehr zumutbar sei. Körperlich leichte wechselbelastende, vorwiegend sitzend auszuführende Tätigkeiten seien der Beigeladenen voll zumutbar, praktisch ausschliesslich stehende Tätigkeiten seien nicht zumutbar
. Der aktuelle Zustand bestehe a
us rheumatologischer Sicht seit Herbst 2007 und sei seit der IV-Anmeldung im März 2011 unverändert im Vergleich zu heute (
Urk.
13/31/10). In seelischer Hinsicht beklage die Beigeladene Zustände mit innerer Anspannung und aggressivem Verhalten, Panik- und Schreiattacken und ein vermindertes Selbstwertgefühl, bei aktuell aber psychisch wenig auffälligem Befund. Der psychiatrische Konsiliarius könne demzufolge auch keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert stellen und schätze die Beigeladene deshalb auch zu 100
%
arbeitsfähig ein. Demzufolge werde die Arbeitsfähigkeit lediglich durch die somatischen Befunde eingeschränkt
(
Urk.
1
3/31/9).
Im rheumatologischen Teilgutachten vom
2
3.
März 2012
kam der Experte zum Schluss, Die Verlaufsuntersuchungen mittels
MRI
seit 2007 zeigten ausgeprägte degenerative Veränderungen der Bandscheiben im Lumbalbereich aber auch der korrespondierenden
Intervertebralgelenke
, wobei eine relevante Wurzelkompres
sion nicht zur Darstellung gekommen sei. Eine leichte bis mässige progrediente Entwicklung der multiplen
Osteochondrosen
, zum Teil mit
erosivem
Charakter und mit
Bandscheibenprotrusionen
, bei Stat
us nach lumbalem Morbus
Scheuer
mann, werde bildgebend bestätigt. Die messbare Muskelhypotrophie am rechten Oberschenkel und der fehlende Achillessehnenreflex rechts könnten Hinweise auf eine mögliche Nervenwurzelkompression sein, wobei ausschliesslich in der kern
spintomographischen Untersuchung von 2012 eine rechtsbetonte
Diskusprotru
sion
auf Höhe von L3/L4 zur Darstellung gekommen sei. Die nun präsentierte Halbseitensymptomatik rechts in Form einer Hypästhesie auf Stumpf- und
Spitzempfindung bei bis anhin im Vordergrund stehenden linksseitigen
Dis
cusprotrusionen
, respektive
Discushernien
bei L4/L5 (2012),
Foramenstenose
links bei L4/L5 (2011) und medio
-
linkslateraler Diskusher
n
ie L4/L5 (2007) würden nicht zusammenpassen. Für eine entzündliche
Spondylarthropathie
fänden sich in den erwähnten drei kernspintomographischen Abklärungen keine Anhalts
punkte wie
Syndesmophyten
,
Intervertebralgelenksarthritiden
oder Hinweise für eine bilaterale
Sakroileitis
, so dass die persistierenden Ruheschmerzen nicht sicher eingeordnet werden könnten (
Urk.
13/31/18-19).
3.2.2
Dem Bericht der
E._
,
Abteilung
Handchirurgie, vom 2
0.
September 2012 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
13/46), ist zu entnehme
n, dass
am 3
1.
Juli 2012 eine offene Carpaldachspaltung und
Beugensehnensynovek
tomie
links durchgeführt worden sei. Die Inspektion zeige nach wie vor zwar oberfläch
lich reizlose aber subkutan deutlich indurierte und schmerzhafte Narbenverhält
nisse, die sich bis proximal der
Raszetta
ausdehnen
würden
. Auch
die
Druckdo
lenz
über dem
Hypothenar
werde als äusserst störend empfunden
(
Urk.
113/46/5)
.
3.2.3
Im Bericht vom 2
6.
November 2012
der
E._
, Abteilung Handchi
rurgie,
zu Hän
den der Beschwerdegegnerin (
Urk.
13/47)
wurde festgehalten
, circa vier Monate nach dem operativen Eingriff zeige die Inspektion heute zunehmend reizlose Nar
benverhältnisse bei allenfalls noch
schmerzhafter subkutaner Indura
tion radial des operativen Zugangs, Symptome des Carpaltunnelsyndroms seien nicht mehr vorhanden. Aufgrund klinisch wesentliche
r
Befundbesserung sei die Nachbe
handlung abgeschlossen worden. Nichtsdestotrotz sei empfohlen worden, die in
tensive Narbenmassage fortzuführen,
wobei
es im Verlauf der nächsten sechs Monate zu einer
weitestgehenden
Beschwerdefreiheit kommen
sollte
(
Urk.
13/47/1)
.
3.3
Zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung präse
ntierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:
3.3.1
Dem zu Händen des Krankentaggeldversicherers der Beigeladenen erstellten
bi
disziplinären
Gutachtens (Orthopädie/Traumatologie und Psychiatrie) der
A._
vom 1
7.
Juli 2014 (Urk. 13/114) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit entnommen werden (
Urk.
13/114/17):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Symptomatik
-
Anpassungsstörung mit Dysphorie und ängstlich-depressiven Anteilen (ICD-10 F43.23)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine
s
omato
forme Schmerzstörung und ein Verdacht a
uf Benzodiazepin-Abhängigkeit (
Xanax
-Konsum, ICD-10 F13.2) festgehalten.
Sodann hielten die Gutachter fest, b
ei der psychiatrischen Exploration rücke die Beigeladene ein lumbales
lumboischialgieformes
Schmerzsyndrom in den Vor
dergrund, berichte bei eingehender Nachfrage jedoch über einen Ganzkörper
schmerz, was keineswegs vollumfänglich durch somatische Befunde erklärbar sei. Daneben bestünden psychosoziale Belastungsfaktoren wie
die
Trennung vom zweiten Ehemann, Scheidung, Konflikte mit der Ehefrau des Neffen und eine in der psychiatrischen Exploration nicht ganz durchsichtige Arbeitsplatzproblema
tik als Geschäftsführerin in einer
Bauunternehmung, die offenbar
weitgehend von den Entscheidungen des Neffen getragen werde. Vor diesem Hintergrund werde die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) gestellt. In enger Verknüpfung damit sei die
dysphorisch
ängstlic
h depressiv ge
prägte Symptomatik zu sehen, die mit Blick auf den bisherigen Verlauf noch am ehesten als Anpassungsstörung zu interpretieren sei. Die Anpassungsstörung be
gründe eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
. Die Beigeladene sei somit in der Lage, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführerin in einer Bauunte
rn
ehmung sieben Stunden täglich ohne weitere Minderung der Leis
tungsfähigkeit auszuüben. Aus orthopädischer Optik stehe die
lumbospondy
lo
gene
Schmerzsymptomatik ohne
Radiculärsymptomatik
im Vordergrund. Bei der aktuellen Untersuchung seien bei statisch ungünstiger Formgebung des Hohl-Rundrückens die Funktionsuntersuchungen nahezu normal. Einzig zeige sich bei der Flexion des Rumpfes nach vorne eine Inkonsistenz bei der Befunderhebung bei gleicher Funktionsuntersuchung, jedoch nur in unterschiedlichen Körperla
gen. Dies könne als bewusstseinsnahe Beeinflussung der aktiven Bewegungsun
tersuchung gedeutet werden. Zum Zeitpunkt der Untersuchung
hätten keine
neu
rologischen Defizite im Sinne der sensiblen oder motorischen Defizitsymptomatik
bestanden
. Aus orthopädischer Sicht bestehe
sowohl
in der angestammten Tätig
keit als Kauffrau/Geschäftsführerin als auch in der Verweistätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 80
%
. In der Gesamtbeurteilung aus
bidisziplinärer
Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Kauffrau/Geschäftsführerin um 20
%
eingeschränkt und betrage 80
%
(
Urk.
13/114/17-18).
Zum orthopädisch-
traumatologischen
Befund ist dem Gutachten zu entnehmen, bei der klinischen Untersuchung der Beigeladenen habe sich ein statisch ungüns
tiger Hohl-Rundrücken dargestellt. Die gewonnenen Messwerte bei der Funkti
onsuntersuchung der
BWS
und
LWS
zeigten keine wesentliche Funktionsein
schränkung. So sei die Seitneigung und Rotation altersentsprechend frei. Ledig
lich bei der Inklination, das heisse Beugung nach vorne werde der Fingerboden
abstand mit 44 cm gemessen. Die gleiche Untersuchung im
Langsitz
zeige einen Fingerspitzen-Zehenspitzenabstand mit nur 24 cm. Diese Befunde seien inkon
sistent und würden auf eine bewusstseinsnahe Beeinflussung der aktiven Beweg
lichkeit hinweisen. Die Nervendehnungszeichen nach
Lasègue
und das umge
kehrte Zeichen nach
Lasègue
seien negativ. Zum Zeitpunkt der Untersuchung könnten keine sensomotorischen Defizite festgestellt werden. Die Messung der vergleichenden Umfangsmasse der Beine weise keine Umfangsdifferenz auf. Zei
chen einer Gebrauchsminderung oder
nerval
bedingter
Radiculopathie
würden sich nicht zeigen. Die deutliche
Schwielenbildung
im Bereich der Füsse weise nicht unbedingt auf eine Einschränkung der Gehleistungsfähigkeit oder
des
Steh
vermögens hin. Die motorische Kraftentwicklung in den Beinen sei vorhanden, die differenzierten Stand- und Gangarten seien problemlos demonstriert. Warum die Einnahme der tiefen Hocke nicht möglich sei, könne orthopädisch nicht er
klärt werden (
Urk.
13/114/15).
Der im Gutachten festgehaltene psychiatrische Befund lautet wie folgt: Es prä
sentiere sich eine
dysphorisch
wirkende, leicht ängstlich-depressiv bedrückt wir
kende Beigeladene, die in enger Verknüpfung mit chronischen Schmerzen über depressive Herabgestimmtheit, Antriebsmangel und Lustlosigkeit klage. Auffal
lend sei eine recht ausgeprägte
Klagsamkeit
, welche zum Teil demonstrativ
his
trionisch
geprägt überlagert erscheine. Ferner sei ein enger Zusammenhang der Entwicklung dieser
dysphorisch
, ängstlich-depressiven Symptomatik mit dem Schmerzsyndrom zu beobachten (
Urk.
13/114/16).
Der psychiatrische Gutachter hielt zudem fest, eine Relevanz für die Arbeitsfä
higkeit resultiere aus der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht. Die sogenannten Förster-Kriterien seien nicht erfüllt. Es mangle an einer ausgewie
senen, schweren Komorbidität, an einem ausgewiesenen sozialen Rückzug aus allen Lebensbereichen, und ein primärer, therapeutisch nicht beeinflussbarer Krankheitsgewinn lasse sich ebenfalls nicht ausmachen. Die Anpassungsstörung begründe eine Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit um 20
%. Die Versicherte sei somit in der Lage, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführerin einer
Bauunternehmung sieben Stunden täglich ohne weitere Minderung der Leis
tungsfähigkeit auszuüben. Nachhaltige, depressive Phänomene oder weitere psy
chische Störungen, die einen höheren Grad der Arbeitsunfähigkeit begründen könnten, lägen nicht vor. Auch aus der Benzodiazepin-Abhängigkeit bei jahre
langem Konsum von
Xanax
resultiere keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
13/114/16).
3.3.2
Dr.
C._
hielt im Bericht vom 1
6.
Februar 2015 fest, es handle sich bei den Be
schwerden der
Beigeladenen
u
m progrediente Lumbalgien, beziehungsweise um
Lumboischialgien
mit Ausstrahlungen in beide Beine, linksbetont. Unter Belas
tung bestünden progrediente
Dysästhesien
und Parästhesien über
dem
Der
matom
L4, weniger auch L5 beidseits, linksbetont. Die Gehstrecke betrage circa 300 Meter mit progredienten
Dysästhesien
beider Beine sowie
lumbosacralen
Schmerzen mit wiederholten Blockierungen der
LWS
, wobei sie in ihrer Mobilität stark behindert sei. Radiologisch zeige sich eine hochgradige Spinalkana
l
stenose L3/4, weniger auch L4/5, die ihre Beschwerden hinreichend erklärten. Auch die neurologische Untersuchung mit
Lasègue
beidseits positiv und Hyposensibilität über
Dermatom
L4/L3 beidseits sprächen für eine
radikuläre
Genese der Beschwerden. Eine operative Dekompression lasse sich nicht vermeiden und dies
bezüglich stehe die
Beigeladene
in Behandlung der
F._
. Nach wie vor bestünden bei ihr schmerz
hafte
Dysästhesien
und Parästhesien beider Hände bei Status nach Dekom
pression des
Nervus
medianus
beidseits. Die
Dysästhesien
bei
der Hände bestünden trotz der Kompression des
Nervus
medianus
mit Kraftver
minderung des rechten domi
nanten Armes. Allerdings sei die postoperative Rehabilitation noch nicht ganz abgeschlossen. Wegen den permanenten Schmer
zen sowohl am Rücken wie auch
an
beide
n
Hände
n
sei die
Beigeladene
nicht nur in ihrer Mobilität
,
sondern auch in ihren Lebensqualitäten stark eingeschränkt. Sie sei auf eine regelmässige Ein
nahme von Analgetika angewiesen, um ihre Mobilität erhalten zu können. Wegen deutlicher depressiver Entwicklung stehe sie unter regelmässiger psychiatrischer Behandlung und nehme regelmässig Psychopharmaka. In Anbetracht der gesam
ten Situation sei die
Beigeladene
wei
terhin zu 100
%
arbeitsunfähig. Es bestehe zurzeit auch kein Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
13/68).
3.3.3
Dem zu Händen der Beschwerde
gegnerin erstellten Bericht der
F._
, Orthopädie, vom
3.
August 2015 (
Urk.
13/93) kann entnommen werden, es liege bei der Bei
geladenen ein seit Jahren bekanntes ausgedehntes
muskulos
kelettales
Schmerzsyndrom mit Akzentuierung im Bereich der Wirbelsäule vor. Eine klare, kausal zu behandelnde Pathologie sei nicht abgrenzbar. Im Vorder
grund stehe bei wechselnden, sehr ausgedehnten Beschwerden die Schmerzthe
rapie. Bei der
F._
seien aufgrund fehlender therapeutischer Konse
quenz aktuell keine weite
ren Verlaufskontrollen geplant (
Urk.
13/93/2).
3.3.4
Am 2
6.
Oktober 2015 berichtete das
G._
, Klinik für Neurologie, (
Urk.
13/108), die Vorstellung der Beigeladenen sei zur Mitbeurtei
lung eines chronischen mul
tifokalen Schmerzsyndroms mit somatischen und psy
chischen Faktoren erfolgt. In der klinischen Untersuchung habe sich ein vermin
derter Kraftgrad der linken unteren Extremität gezeigt. Darüber hinaus hätten keine fokal-neurologischen Auffälligkeiten bestanden, insbesondere hätten weder anamnestisch noch in der klinischen Untersuchung Hinweise auf eine
radikuläre
Symptomatik erhoben werden können. Ein
MRI
der
LWS
vom
7.
April 2015 habe die bekannte Skoliose der Beigeladenen gezeigt. Die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule seien durch diesen Befund sehr gut erklärbar. Ebenso könnten die gürtelförmigen Un
terbauchschmerzen der Beigeladenen hierdurch bedingt sein (
Urk.
13/108).
3.3.5
Dem Bericht vom 2
6.
Nove
mber 2015 des
G._
, Klinik für Rheumatol
o
gie,
(Urk.
13/120)
ist zu entnehmen, diagnostiziert werde ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit zugrundeliegender
skoliotischer
Fehlhaltung in Kombina
tion mit degenerativen Veränderungen (Facettengelenk und
Osteochondrosen
). In der Untersuchung hätten sich keine klinischen Hinweise für eine symptomatische Spinalkanalstenose, welche radiologisch beschrieben worden seien, gezeigt. Die im Nacken angegebenen Schmerzen mit intermittierender Ausstrahlung in den Kopf w
ü
rde
n
im Rahmen
myofaszialer
Befunde interpretiert (
Urk.
13/120/2).
3.3.6
Die Beigeladene wurde am 1
2.
Januar 2016 vom für den
RAD tätigen Dr.
B._
orthopädisch untersucht. Im B
ericht vom 1
5.
Januar 2016 (Urk.
13/102) hielt
Dr.
B._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
13/102/8):
-
chronisches komplexes
mulitfokales
Schmerzsyndrom
-
panvertebral, Schultergürtel, Ober- und Unterarm, Beine und okzipitale Kopfschmerzen
-
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
-
multisegmentaler Degeneration der
LWS
, linkskonvexe
Skoliose L1-L5,
rezessal
betont
e
Spinalkanalstenose L3/L4,
Rezessusstenose
L4/L5 links, Facettengelenksarthrosen L2/L3, L3/L4 und L4/L5
-
s
koliotisc
he
Fehlhaltung Apex L2, Cobb 31°
(
Balgrist
)
-
cervikocephales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
myofaszialen
Anteilen
Als Diagnosen ohne Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit lagen
laut Angaben von
Dr.
B._
eine
a
rterielle Hyperto
nie (Fremddiagnose), ein Status nach Car
paltun
neldekompression rechts 2014 sowie ein Status nach Carpaltunneldekom
pression links 2012
vor.
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt RAD-Arzt
B._
fest, bei der 53-jährigen Geschäftsführerin sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom 1
2.
Januar 2016 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beein
trächtige. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei Schädigung der Hals-, Brust- und der Lendenwirbelsäule eine verminderte Belastbarkeit für regelmäs
siges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, mit Schlag- und Vibrationsbelastungen des Schultergürtels, für ausschliesslich stehende Tä
tigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangs
hal
tungen. Da es sich bei der Tätigkeit als Geschäftsführerin gleichzeitig auch um eine angepasste Tätigkeit handle, seien auch leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
schwerer als
10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Armvorhaltebe
lastungen und Überkopfarbeiten medizinisch theoretisch weiterhin nicht zumut
bar. So bestehe sei
t dem 1
8.
Februar 2014 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Auffällig seien während der chirurgisch-orthopädischen Untersuchung insgesamt eine sehr depressive Stimmung wie auch Hinweise auf einen massiven sozialen Rückzug gewesen. Es scheine sehr wahrscheinlich, dass ein psychisches Krankheitsbild weiterhin vorliege, obwohl
sich
in den Akten kein fach
psychiatrischer Arztbericht
finde. Es werde aber im Arztbericht des
G._
, Kli
nik für Anästhesiologie, Schmerzambulanz vom 2
3.
Dezember 2015 eine schwere depressive Episode diagnostiziert. Hier seien weitere Abklärungen, zum Beispiel
das Einfordern
von Arztberichten, erforderlich (
Urk.
13/102/8-9).
3.3.7
Dr.
med.
H._
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 1
9.
Februar 2016 zu Händen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
13/106) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
13/106/1):
-
langanhaltende Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Ärger, Sorgen, Schmerzen und reaktive depressive An
teile) (ICD-10 F43.23)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (Rücken) in Behandlung in
E._
und
F._
Aus psychiatrischer Sicht sei die Beigeladene aufgrund ihrer Körperschmerzen sowie ihrem seelischen Leiden mit Müdigkeit, Vergesslichkeit und Depression zu 70
%
arbeitsunfähig (Urk. 13/106/2).
3.3.8
RAD-Arzt
B._
ging in seiner Stellungnahme vom 2
1.
April 2016 (Urk.
13/125/6-7) davon aus, es sei eine deutliche Befundverschlechterung im Verlauf eingetreten. Dieses werde durch den somatischen Untersuchungsbefund der RAD-Untersuchung vom 1
2.
Januar 2016 im Vergleich zum orthopädischen Untersuchungsbefund im
A._
-Gutachten vom 1
7.
Juli 2014
dokumentiert
. Ins
besondere die neurologische Symptomatik habe sich verschlechtert, zum Beispiel liege ein positiver
Lasègue
bei 30° beidseits vor. Zudem lägen radiologisch nach
weisbare Veränderungen vor (Spinalkanalstenose, Facettengelenksarthrosen). Die somatische Problematik sei nicht psychisch überlagert, sondern es bestehe auch eine
psychiatrische Erkrankung (Urk.
13/125/7).
3.3.9
Dem beschwerdeweise zu den Akten gereichten Aktengutachten von
Dr.
med.
D._
,
FMH
Chirurgie,
v
om 1
4.
Oktober 2016 zu Händen der Beschwer
deführerin (
Urk.
5) ist zu entnehmen, in keinem der somatisch relevan
ten, radio
logischen und bildgebenden Dokumente der Abklärung im befragten zeitlichen Verlauf seien Befunde im degenerativen Krankheitsbild zu Tage getre
ten, welche eine relevante, objektivierbare Verschlechterung erkennen liessen.
Der
Spezialist im fachpsychiatrischen Teil des multidisziplinären Gutachtens der
MEDAS
Z._
vom
8.
Mai 2012
habe sich
aufgrund seiner Beurteilung
noch nicht
auf die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung und Anpas
sungsstörung festlegen k
önnen
, obwohl sich seine Untersuchungsbefunde bereits damals wohl unzwei
felhaft in Richtung der später bei der Begutachtung im Jahr 2014 von
Dr.
med.
I._
,
FMH
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
bestätigten soma
toformen Schmerzstörung entwickelt hätten. Diese in der Gesamtbeurteilung re
levante Veränderung habe allein in der schrift
lichen Darlegung
,
aber nicht in der fachärztlich psychiatrischen Beurteilung statt
gefunden. Eine relevante Verände
rung der somatischen Befunde, insbesondere im Bereiche der
LWS
und der
HWS
(Halswirbelsäule)
,
sei in den vorliegenden
Akten nicht festzustellen (Urk.
5 S. 5).
4.
4.1
4.1.1
Die mit der angefochtenen Verfügung vorgenommene
Rentenzusprache
erfolgte gestützt auf eine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands. Diese Feststellung basierte im Wesentlichen auf dem RAD-Untersuchungsbericht von
Dr.
B._
vom 1
2.
Januar 201
6.
Allerdings kann der körperliche Gesund
heitszu
stand des Beschwerdeführers gestützt auf diesen Bericht nicht abschlies
send be
urteilt werden.
4.1.2
Dr.
B._
konstatierte, es bestehe eine Schädigung der Hals-, Brust- und der Len
denwirbelsäule und hielt die Diagnosen
eines
chronische
n
komplexe
n
mul
tifoka
le
n
, panvertebrale
n
sowie
cervikocephale
n
Schmerzsyndrom
s
sowie eine
r
Spinal
kanalstenose L3/L4,
Rezessusstenose
L4/L5 sowie Facettengelenksarthrosen L2/L3/L4 und L4/L5 fest. Er hielt dafür, dass die orthopädischen Einschränkungen der Beigeladenen zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten führ
t
e
n
(E. 3.3.6). Die im Neuanmeldungsverfahren erforderliche wesentliche Ver
änderung des medizinischen Sachverhalts ergibt sich hieraus jedoch nicht. In der Stellungnahme vom 2
1.
April 2016 (E. 3.3.8) hielt
Dr.
B._
zwar
fest, es habe sich eine Befundverschlechterung ergeben, dies im Vergleich zum Befund im
A._
-Gutachten vom 1
7.
Juli 201
4.
Zu einer Veränderung im Vergleich zur letztmaligen Rentenverweigerung im August 2013 nahm der RAD-Arzt keine Stellung.
Dem RAD-Untersuchungsbericht ist
ferner
zu entnehmen, es lägen radiologisch nachweisbare Veränderungen vor (Spinalkanalstenose, Facettenge
lenksarthrosen). Dass im Rahmen dieser Untersuchung jedoch neue bildgebende Befunde erhoben worden sind, ergibt sich aus den Feststellungen des RAD-Arztes nicht. Bereits bei der erstmaligen Rentenprüfung stellten die Gutachter der
Medas
Z._
denn auch
fest, die frühere Tätigkeit als Kellnerin sei wegen der axialen Belastung und des stark degenerativ veränderten Lumbalschnitts der Wir
belsäule respektive wegen ausgeprägten degenerativen Veränderungen der Band
scheiben im Lumbalbereich n
icht mehr zumutbar (E.
3.2.1). Inwiefern sich der Gesund
heitszustand
seit der
A._
-Begutachtung (E.
3.3.1) respektive seit der erstmali
gen Anspruchsprüfung derart verändert haben soll, dass zum Zeitpunkt der RAD-Untersuchung auch keine angepasste Tätigkeit mehr möglich ist, ergibt sich aus dem RAD-Bericht jedenfalls nicht.
Hinzukommt, dass die Ärzte des
G._
, Klinik für Rheumatologie, noch im Bericht vom 2
6.
Nove
mber 2015
(E. 3.3.5) keine kli
nischen Hinweise auf eine Spinalkanalstenose gefunden hatten.
Die Beurteilung von
Dr.
B._
erweist sich
aus den genannten Gründen
jeden
f
alls als nicht nach
vollziehbar und es
bestehen einige Zweifel an der Zuverläs
sigkeit und Schlüssi
g
keit sein
es Untersuchungsberichts.
Auf
die
im Recht liegenden Arztbericht
en
von Dr.
C._
(vgl. E. 3.3.2;
sowie Bericht vom Februar 2017 [
Urk.
18/7]
)
und
med.
pract
.
J._
,
FMH
Prakti
scher Arzt (Bericht vom
6.
März 2017 [
Urk.
18/8])
kann unter Berücksichtigung der Er
fahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen bzw. Therapiekräfte mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (
BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), nicht abgestellt werden.
4.1.3
Der somatische Gesundheitszustand erweist sich demnach aufgrund der Zweifel an der Zuverlässigkeit des RAD-Untersuchungsberichts sowie der Widersprüche in und zu den weiteren aktenkundigen Berichten als ungenügend abgeklärt.
4.2
Sodann erweist sich der Gesundheitszustand auch in psychiatrischer Hinsicht un
genügend abgeklärt.
Unklar bleibt in
s
besondere, ob seit der Begutachtung durch das
A._
im Juli 2014
eine Veränderung des Psychostatus eingetreten ist. Zumindest bestehen Indizien, welche da
rauf hinweisen
, dass die
bereits bei der erstmaligen Renten
verweigerung und auch bei der
A._
-Begutachtung vorliegende
depressive Symptomatik sich verschlechtert haben könnte.
Dr.
B._
statuiert
e
zwar fach
fremd, es habe sich bei der chirurgisch-orthopädischen Untersuchung eine sehr depressive Stimmung ergeben und es sei sehr wahrscheinlich, dass ein psy
chi
sches Krankheitsbild vorliege. Er empf
ahl
jedoch
eine
weitere Abklärung durch einen Psychiater. Sodann fügte
Dr.
B._
an,
es
sei im Arztbericht des
G._
vom 2
3.
Dezember 2015 eine schwere depressive Episode festgehalten worden (E. 3.3.6). Die Beschwerdegegnerin unterliess
demnach
eine
weitergehe
nde Abklä
rung. Sie holte
lediglich
einen Bericht beim behandelnden Psychiater
Dr.
H._
ein, welcher das Vorliegen einer lang anhaltenden Anpassungsstörung mit vor
wiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Ärger, Sorgen, Schmerzen und re
aktive depressive Anteile) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung angab und gestützt darauf von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit ausging.
Auf den
Bericht von
Dr.
H._
vom 1
9.
Februar 2016 kann jedoch nicht abgestellt werden.
Er erhob
jedoch
kein
en
vollständige
n
Psychostatus und
begründete
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Weitere aktuelle psychiatrische Berichte sind nicht aktenkundig. Ob aus psychiatrischer Sicht ein invalidisieren
der Gesundheitsschaden vorliegt lässt sich somit nicht beurteilen.
4.3
Nach dem Gesagten können aufgrund der vorliegenden Akten, insbesondere auch des RAD-Untersuchungsberichts, der aktuelle Gesundheitszustand der
Beigelade
nen
sowie ihre Arbeitsfähigkeit
in somatischer und psychiatrischer Hinsicht
nur ungenügend festgestellt werden. Die Sache ist somit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (E.
1.6
), damit sie den aktuellen orthopädischen und psychischen Gesundheitszustand
und insbesondere die Frage, ob eine wesentliche Verände
rung seit der erstmaligen Rentenverweigerung eingetreten ist,
mittels eines ver
waltungsexternen Gutachtens
rechtsgenüglich
abklärt und hernach über den Leistungsanspruch entscheidet. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (
BGE
137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
5.2
Die Vorsorgeeinrichtung als mit der Durchführung öffentlicher Aufgaben betrau
ten Institution kann im
Obsiegensfall
grundsätzlich keine Parteientschädigung beanspruchen (BGE 128 V 132 Erw. 5b), wovon abzuweichen vorliegend kein Anlass besteht. Da die Beigeladene mit ihrem Antrag unterliegt, hat sie ebenfalls keinen Anspruch auf Prozessentschädigung.