# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a30fbb9-a70d-4b33-a80c-427560735c1b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. wurde am C. 1957 in X./D. geboren, wo er zusammen mit vier Schwestern bei seinen Eltern aufwuchs. In der benachbarten Stadt Z. besuchte er neun Jahre die obligatorische Schule. Nach der Schulentlassung begann er eine Lehre als Automechaniker, welche er nach etwa einem Jahr abbrach und sich bei der Armee verpflichtete. Nach der 15monatigen Dienstzeit bestritt er seinen Lebensunterhalt als Lastwagenchauffeur in D.. Im Alter von ca. 20 Jahren verliess A. D. und kam in die Schweiz. Mittlerweile wurde er in der Gemeinde N. eingebürgert. Während der ersten fünf Jahre in der Schweiz war er als Chauffeur bei der M. in Q. tätig. Im Jahr 1985 wechselte er sodann in die L., wo er anfangs als Schichtarbeiter tätig war. Nach diversen internen Aus- und Weiterbildungen bekleidet er heute in der L. die Funktion als Schichtführer in der Abteilung P.. Sein monatliches Einkommen beläuft sich inklusive Schicht- und Sonntagszulagen auf ca. Fr. 5'000.-- netto. Der Berufungsbeklagte ist Eigentümer einer 41⁄ sowie einer 21⁄2-Zimmerwohnung in S.. Diese Wohnungen sind mit einer Hypothek in Höhe von insgesamt Fr. 390'000.-- belastet.
Noch vor seiner Ausreise aus D. heiratete der Berufungsbeklagte E. geborene F. Die beiden Söhne (Jahrgänge 1975 und 1981) wurden in D. geboren. Die Tochter kam im Jahre 1987 in der Schweiz zur Welt. Im Jahr 2000 verstarb die Ehefrau des Berufungsbeklagten unerwartet. Die beiden jüngeren Kinder wohnen noch bei A. zu Hause.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. mit zwei Eintragungen verzeichnet. Am 28. März 2000 bestrafte ihn das Bezirksamt Sargans Flums wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit 5 Wochen Gefängnis bedingt (unter Auferlegung einer Probezeit von zwei Jahren) und einer Busse von Fr. 1'900.--. Der Kreispräsident Chur verurteilte den Berufungsbeklagten am 1. November 2002 erneut wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand zu 40 Tagen Gefängnis (unbedingt). Im SVG-Massnahmeregister (ADMAS) ist er mit zwei Führerausweisentzügen verzeichnet. Der erste Führerausweisentzug erfolgte am 25. Januar 2000 für die Dauer von 4 Monaten vom 11. Dezember 1999 bis zum 10. April 2000. Der zweite Führerausweisentzug erfolgte am 3. Juli 2002 für die Dauer von 15 Monaten vom 10. Mai 2002 bis zum 9. August 2003. Hinzu kommt der am 22. Oktober 2003 verfügte Führerausweisentzug für die Dauer von mindestens 24 Monaten aufgrund des vorliegend zu beurteilenden FiaZ-Ereignisses.
Gemäss Leumundsbericht vom 28. Juli 2003 geniesst A. in der Gemeinde S. einen guten Leumund.
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B. Die kantonale Psychiatrische Klinik Waldhaus wurde vom Strassenverkehrsamt Graubünden, Abteilung Strafen und Massnahmen, am 17. Juli 2003 mit der Abklärung der Fahreignung des Berufungsbeklagten beauftragt. In ihrem Gutachten vom 18. September 2003 gelangte Assistenzärztin med. pract. W. zur Erkenntnis, dass beim Berufungsbeklagten aus psychiatrischer Sicht kein Hinweis auf eine manifeste Trunksucht oder deren Behandlungsbedürftigkeit bestehe. In ihrem – von der Staatsanwaltschaft Graubünden mit Schreiben vom 25. September 2003 in Auftrag gegebenen – Ergänzungsgutachten vom 9. Februar 2004 bestätigte die Gutachterin, dass der Berufungsbeklagte nicht trunksüchtig und eine psychiatrische Behandlung derzeit nicht notwendig sei. Gemäss ihrer Untersuchung würden sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch keine Anhaltspunkte für eine andere Massnahme wie etwa eine Bevormundung oder eine Verbeiständung ergeben.
C. Mit Verfügung vom 9. März 2004 wurde A. wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG sowie wegen Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Der Anklageschrift wurde folgender Sachverhalt zugrunde gelegt:
„Am Montag, 23. Juni 2003, verrichtete A. zwischen 10.00 Uhr und 11.45 Uhr Garten- und Hausarbeiten. Während den Hausarbeiten trank er zusammen mit einem Kollegen ein kleines Bier à 3.3 dl. Anschliessend wurde er von seinem Sohn zu Hause abgeholt und fuhr mit diesem nach Landquart ins Coop Restaurant, wo sie gemeinsam das Mittagessen einnahmen. Nach dem Mittagessen fuhr ihn sein Sohn zurück nach S., wo er bis ca. 19.00 Uhr wiederum Hausarbeiten erledigte. Um ca. 21.45 Uhr wurde er von seinem Sohn abgeholt und nach Chur gefahren, wo sie gemeinsam die Schwester des Angeklagten besuchten. Nach diesem Besuch fuhr ihn sein Sohn von der Belmontstrasse zum Stadthallenparkplatz. Dort parkierte B. den Personenwagen seines Vaters, T., Kennzeichen R.. Gemeinsam begaben sie sich in der Folge in die Pizzeria 2000 an der Kasernenstrasse in Chur. Zwischen 23.00 Uhr und 01.30 Uhr konsumierte A. dort vier kleine Bier à 3.3 dl sowie einen Likör à 0.5 dl. In der Folge trennte sich der Angeklagte von seinem Sohn und ging zusammen mit einem Gast aus der Pizzeria, O., ins Welschdörfli, wo sie die C’est la vie-Bar besuchten. Um ca. 02.15 Uhr verliessen sie diese Bar und gingen gemeinsam zum noch immer auf dem Stadthallenparkplatz parkierten Fahrzeug des Angeklagten. Der Angeklagte setzte sich ans Steuer und fuhr über die West- und Kasernenstrasse durchs Welschdörfli. Auf der Grabenstrasse, Höhe Bushaltestelle Malteser, wurde er am Dienstag, 24. Juni 2003, um 02.30 Uhr, einer Verkehrskontrolle unterzogen, anlässlich welcher bei A. Mundalkoholgeruch festgestellt wurde. Aus diesem Grund musste er sich einem Alcotest unterziehen, der positiv ausfiel. Die in der Folge
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durchgeführte Blutprobe ergab gemäss Bericht des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen einen für den rechtlich relevanten Zeitpunkt massgeblichen Mindestblutalkoholgehalt von 0.97 Gewichtspromille. Abklärungen beim Strassenverkehrsamt Graubünden ergaben zudem, dass A. der schweizerische Führerausweis für die Zeit vom 10. Mai 2002 bis am 9. August 2003 entzogen wurde.
D. Die Staatsanwaltschaft Graubünden stellte in der Ergänzung der Anklageschrift vom 9. März 2004 folgende Anträge:
„1. A. sei des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG sowie des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit vier Monaten Gefängnis zu bestrafen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
E. Mit Urteil vom 21. Juni 2004, mitgeteilt am 9. August 2004, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur:
„1. A. ist schuldig des vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG sowie des Fahrens ohne Führerausweis gemäss Art. 95 Ziff. 2 SVG.
2. Dafür wird A. mit vier Monaten Gefängnis bestraft.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben.
4. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 5'385.-- (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 2'385.--, Gerichtsgebühr von Fr. 3‘000.--) gehen zu Lasten des Verurteilten und sind innert 30 Tagen auf da PC-Konto 70- des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.
Die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

## Considerations