# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fc33b8a7-69c6-40ce-8776-6f34bffd105d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
war zuletzt vom
1.
Juni 2006 bis 3
1.
März 2008 bei der
Y._
GmbH
als Reinigungsmitarbeiterin angestellt (Urk.
11/
6
). Am
4.
Juli 2007 verletzte sie sich
bei einem
Sturz mit dem Mofa das linke Kniegelenk (
Urk.
11/
4/
84
,
Urk.
11/4/
98
). Dieses musste in der Folge mehrfach operiert werden (
Urk.
11/
4
/16
-17
). Die Suva gewährte Heilbehandlung und richtete Taggelder aus. Am
2
4.
Juli 2008
(Eingangsdatum)
meldete sich
X._
bei der S
o
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug (Rente) an (
Urk.
11/
2
). Die IV-Stelle tätigte beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen, zog die Akten der S
uva
bei (Urk.
11/
4
, Urk.
11/
7
) und führte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haushalt durch (
Urk.
11/1
5
).
Nach durchgeführtem
Vorbe
s
cheidve
r
fahren
(
Urk.
11/1
8
) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
Juli 2010 vom
1.
Juli 2008 bis 3
1.
Januar 2009 eine
Dreiviertelsr
ente
und ab dem
1.
Februar 2009 eine ganze Rente samt Kinderrenten zu (
Urk.
11/3
2
).
1.2
Im Rahmen
eines
im Februar 2011 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens
(
Urk.
11/33)
tätigte die IV-Stell
e erneut beruflich-erwerbliche
sowie medizinische Abklär
ungen und zog die Akten der Suva
bei (
Urk.
11/3
8
). Nach Erlass der Vor
bescheide vom 2
0.
Juni 2011 (
Urk.
11/4
3
,
Urk.
11/4
5
) und Erhalt des kreisärztli
chen Untersuchungsberichts von
Dr.
med. Z._
, Facharzt
FMH
für Orthopä
dische Chirurgie, Kreisarzt der S
uva
, vom
1.
Juli 2011
(
Urk.
11/47)
verfügte die IV-Stelle am 3
0.
August 2011 die Einstellung der ganzen Invalidenrente
auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
(
Urk.
11/50
) und wies den Anspruch der Versicherten auf eine Hilflosenentschädigung ab (
Urk.
11/51
).
Gegen die Einstellung der Invalidenrente erhob
die Versicherte
am 2
8.
September 2011 Beschwerde (
Urk.
11/54/3
).
Mit Urteil vom 1
7.
Dezember 2012 wies das hiesige
Gericht die Beschwerde ab (Urk.
11/60).
1.3
Am 1
2.
März 2019 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Rente) an (
Urk.
11/90).
Zudem beantragte sie a
m 2
1.
März 2019 (
Eingangsdatum) im Sinne von Hilf
s
mitteln eine orthopädische Schuhzurichtung und Fussbettung (
Urk.
11/96).
Die IV-Stelle zog
daraufhin
Berichte des Kantonsspitals
A._
(
U
rk.
11/98,
Urk.
11/105)
sowie einen Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, bei (
Urk.
11/106).
Am
2
4.
April 2019 erteilte
die IV-Stelle
Kostengutsprache für orthopädische Änderungen an Konfektionsschuhen oder orthopädischen Spez
ialschuhen (
Urk.
11/110).
Zudem übernahm sie die Kosten
für eine Potenzialabklärung vom 2
3.
September bis
1
8.
Oktober 2019, durchgeführt durch die Psychiatrische
Klinik C._
,
Therapien und Soziale Arbeit, Arbeitsorientierte Ergotherapie
(
Urk.
11/130
)
.
In der F
olge
gingen
bei der IV-Stelle
Berichte von
Dr.
phil.
D._
, Neu
ropsychologin/Psychologin FSP
,
u
nd Dr.
med.
E._
, Verhaltensneuro
lo
gin,
(
Urk.
11/135)
und
von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neuro
logie
, ein
(
Urk.
11/139).
Am 2
5.
November 2019 erstattete die
Psychiatrische Klinik C._
,
Therapien und Soziale Arbeit, Arbeitsorientierte Ergotherapie,
ihren Abschlussberic
ht zur Potenzialabklärung (Urk.
11/137).
Mit Mitteilung vom 1
1.
Februar 2020 hielt die IV-Stelle fest, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen sei. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass derzeit aus Sicht der Eingliederungsberatung kein Einglie
derungs
potenzial
vorhanden sei (
Urk.
11/144). In der Folge gab die IV-Stelle beim Medizinischen Zentrum
G._
ein polydisziplinäres Gutachten (Allge
meine Innere Medizin, Neurologie, Neuropsychologie, Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewe
g
ungsapparates sowie
Psychiatrie und Psychothera
pie) in Auftrag (
Urk.
11/152), welches am 2
1.
Deze
mber 2020 erstattet wurde (Urk.
11/160).
Nachdem am
1.
März 2021 eine (telefonische) Haushaltsabklärung
durchgeführt
worden war (
Urk.
11/165)
, verneinte die IV-Stelle
n
ach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
1
1
/167,
Urk.
11/170) mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2021 einen Anspruch der Versicherte
n auf eine Invalidenrente (Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom
4.
August 2021 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, es sei vom Gericht ein Gerichtsgutachten einzuholen und in der Folge
seien
ihr die ihr zustehenden gesetzlichen Leistungen nach dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zuzusprechen, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Be
schwer
deführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt Roland Zahner als
unentgeltlichen Rechtsvertreter
. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14.
September 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
6.
September 2021 angezeigt wurde (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 2
7.
September 2021 (
Urk.
13) reichte Rechtsanwalt Roland Zahner seine Honorar
note ein (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbingen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.
2
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Verneinung eines Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin (
Urk.
2 und
Urk.
10), d
ie
Beschwerdeführerin
sei
in einer angepassten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig.
Ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Verfügung vom 3
0.
August 2011 nicht verschlech
t
ert. Der Bericht der
Psychiatrischen Klinik C._
zur
Potenzial
abkl
ä
rung sei den Gutachtern bekannt gewesen und sei im Gutachten in der integrativen Gesamtbeurteilung sowie im Teilgutachten Neuro
psychologie diskutiert und in die Beurteilung
miteinbezogen worden. Die Frage
nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung sei in erste
r
Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten.
2.2
Die Beschwerdeführerin wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
, es sei nicht nachvollziehbar und lasse das
G._
-Gutachten als mangelhaft erscheinen,
wenn die
Gutachter die Potenzialabklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
zwar in der Aktenzusam
me
n
fassung aufführten, d
ann
aber weder in der Gesamtbeurteilung noch im Rahmen der jeweiligen Teilgutachten eine Würdigung der
im Rahmen der Potenzialab
klärung
festgestellten Abklärungsergebnisse erfolge.
Ebenfalls nicht disk
utiert worden seien
im Gutachten
die im Beri
cht
von
Dr.
phil.
D._
und
Dr.
E._
vom 1
4.
November 2019 erwähnten möglicherweise bereits vorbestehenden Entwicklungseinschränkungen.
Weiter habe sie gegenüber den Gutachtern wiederholt angegeben, dass ihres Erachtens das Hauptprob
le
m die Schmerzen im linken Knie bzw. auch im Unterschenkel seien. Laut psychiatrischem Teilgut
ach
ten stünden diese Schmerzen im Zusammenhang mit körperlichen Einschrän
kungen, die überwiegend körperlich erklärbar seien.
Wie die von ihr angegebenen – körperlich erklärbaren – Schmerzen mit einer laut orthopädischem Teilgutach
ten möglichen 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verein
bar sein sollen,
leuchte
nicht ein.
Aus dem neuropsychologischen Teilgutachten des
G._
ginge als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung hervor. Auch wenn es grund
sätzlich die Aufgabe des psychiatrischen Facharztes sei, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen, sei von
der neuropsychologischen Gutachterin mit keinem Wort begründet worden, war
um
sie nicht in der Lage gewesen sei, eine eigene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen.
Eine Würdigung der neuropsychologisch festgestellten kognitiven Beeinträchtigungen
sei
im Rahmen des psychiatrischen Teilgutachtens nicht erfolgt.
3.
3.1
Das hiesige Gericht war im Urteil vom 1
7.
Dezember 2012 (
Urk.
11/60), mit welchem die Aufhebung der ganzen Rente
der Beschwerdeführerin per 31.
Okto
ber 2011 bestätigt
worden war
, davon ausgegange
n, dass es der Beschwerde
füh
rerin
bei Aufbietung allen guten Willens und in Nachachtung des im Sozialver
sicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten sei, zu 100
%
einer ihren körperlichen Beschwerden angepassten Tätig
keit
nachzugehen
, und
eine solche Tätigkeit
trotz stark eingeschränktem Tätigkeitsprofil auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt nachgefragt werde (E. 4.5
des genannten Urteils
).
3.2
3.2.1
Im aktuellen Neuanmeldeverfahren ergingen insbesondere die folgenden Berichte
zur Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
:
3.2.2
Dr.
B._
nannte mit Bericht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vom
1.
Januar 2019 (
Urk.
11/89)
als Diagnosen:
-
Verdacht auf chronische Osteomyelitis der linken Tibia mit
-
Status nach Unfall vom
4.
Juli 2007 mit Sturz vom Mofa mit
-
bikondylärer
mehrfragmentärer
Tibiakopffraktur
links mit
-
Status nach k
n
ie
gelenksüberbrückendem Fixateur externe links am
4.
Juli 2007
-
Status nach Plattenosteosynthese
Tibiaplateau
links medial und lateral am 1
2.
Juli 2007
-
Status nach Infektion der Pin-Eintrittsstelle des Fixateurs extern mit
Staphylococcus
aureus
-
Status nach
Wunddébridement
Ex-Pin-Stellen Tibia links am
3.
August 2007
-
Status nach
Wunddébridement
Ex-Pin-Stellen, Einlage einer Drainage Tibia links am
7.
September 2007
-
Status nach Infektion des Osteosynthesematerials auf der Höhe des
Tibiaplateaus
mit septischer Arthritis mit
Staphylococcus
aureus
-
Status nach
low
grad Osteomyelitis Unterschenkel links mit Status nach
Knochenfenestrierung
mit intramedullärem
Débri
de
ment
sowie
Gentamycin
-Ketteneinlage August 2008
-
Status nach
Gentamycin
-Kettenentfernung und intramedullä
re
m
Mapping Oktober 2008
-
Floxapen
-Behandlung über
sechs
Monate
-
posttraumatische
r
laterale
r
Gonarthrose mit
-
Status nach Arthrotomie, Synovektomie,
Débridement
proximale Tibia, Anlagen der Schnittebenen und Implantation eines Zement-
Spacer
Knie links Juni 2010
-
Status nach Knie-TP links am 1
7.
Juni 2010 mit
-
Status nach Wundrandadaptation bei subkutaner Wundhei
lungs
störung und Wundrandnekrose
präpatellär
am 2
3.
Juli 2010
-
chronische schmerzhafte Knie-TP
-
Status nach SPECT-CT Februar 2014: Hotspot im Bereich der ehe
maligen Fistelöffnung im mittleren
Tibiadrittel
ventralseitig
. Biopsien: Keine Infektion
-
Status nach Knochenbiopsie Tibia links im April 2014 bei Verdacht auf Osteomyelitis-Rezidiv Tibia links
-
Verdacht auf kompensatorische
Gonarthropathie
rechts be
i
-
Gonarthrose
-
Überlastung infolge der linksseitigen
Gonarthropathie
-
MRI aktuelle Standortbestimmung ausstehend
-
e
ingeschränkte Feinmotorik Hand links
-
Status nach
Shigelleninfekt
mit
fünf
Jahren und
Hemisyndrom
links
-
Menometro
r
rhagie
-
r
ezidivierende
m
Eisenmangel
-
Adipositas BMI 38 kg/m
2
-
Hypertonie
-
G
lucosetoleranzstörung
, HbA1c 6,2
%
Mai 2015
-
p
ancochleäre
, leichtgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits, möglicherweise familiär bedingt
Die Beschwerdeführerin stelle sich regelmässig mit
den
Kniebeschwerden links
vor. Die Symptomatik sei fluktu
ierend. Insgesamt bestünden ständig Schmerzen im Knie links. Die Gehstrecke ohne Stockentlastung
bis zur Zunahme der Schmer
zen belaufe sich anamnestisch
auf rund 50 bis 100 Meter. Mit Stockentlastung
könne die Beschwerdeführerin etwa eine Stunde langsam spazieren. Danach brauche
sie eine Pause mit Ruhigstellung des Knies und in der Regel die Einnahme eines
zusätzlichen
Schmerzmit
tels
. Bei leichten Schmerzen reiche Brufen, bei stärkeren Schmerzen müsse sie auch Tramadol einnehmen. Stehen an Ort sei auf etwa
eine halbe
Stunde limitiert. So müsse
die Beschwerdeführerin
auch in Etappen
koch
en. Die Symptome seien Schmerzen und Anschwellen des Knies. Ebenfalls problematisch sei das rechte Knie, welches kompensatorisch mehr belastet werde
,
was
ebenfalls zu Schmerzen führe. Diesbezüglich
hätten
auch schon orthopädische Konsilien statt
gefunden
. Aus seiner Sicht sei die Beschwer
deführerin in einem 100%-Arbeitspensum selbst mit Wechselbelastung nicht arbeitsfähig. Vor einer entsprechenden Ablehnung einer Berentung wäre aus seiner Sicht eine professionelle Abklärung der funktionellen Leistungsfähigkeit zwingend
erforderlich
. Er gehe davon aus, dass sich maximal eine teilweise Arbeitsfähigkeit mit Einschränkung ergeben würde. Eine Reintegration
in den
Arbeitsmarkt halte er bei den heutzutage herrschenden Bedingungen für unrealis
tisch. Hier wäre die Invalidenversicherung gefordert, eine Lösung zu finden, allenfalls auf dem zweiten Arbeitsmarkt.
3.2.3
Dr.
H._
, Oberarzt, Klinik für Orthopädie und Traumatologie
des
Spitals A._
, berichtete am 2
2.
Januar 2019
Dr.
B._
(
Urk.
11/93/14-15). Er nannte
dabei im Wesentlichen die gleichen Diagnosen
,
wie
sie
dem
Bericht von Dr.
B._
vom
1.
Januar 2019 (E. 3.2.2)
zu entnehmen sind. Zusätzlich führte er als Neben
diagnose eine
Metatarsalgie
mit Hyperkeratose an der Fusssohle links bei Über
lastung an. Die Beschwerdeführerin komme heute für eine klinische Kontrolle bei Verdacht auf chronische Osteomyelitis der linken Tibia bei mehrfachen Opera
tionen nach einer komplizierten, mehrfragmentären
Tibiakopffraktur
. Die Be
schwerdeführerin habe
noch, wenn sie laufe, einige Schmerzen im Bereich des Unterschenkels links. Diese Schmerzen seien nicht schlimmer geworden.
Die Beschwerdeführerin
habe kein Fieber. Die Haut sei verschlossen. Es gebe keine chronische Wunde. Im Bereich der Knieprothese links habe es keine Rötung, keine Überwärmung. In dieser Situation würden sie zurzeit keine andere Behandlung durchführen. Sie würden nur eine Operation durchführen, wenn es wirklich nötig sei. Die Beschwerdeführerin sei bekannt für eine venöse Insuffizienz, aber trage die Kompressionsstrümpfe nicht. Sie laufe an einem Stock. Er frage seine Kollegin vom Fuss-Team,
Dr.
med.
I._
,
Oberärztin,
um das Problem der
Metatarsalgie
des linken Fusses zu behandeln. Es gebe eine Überlastung unter dem Kopf der
Meta
ta
rsale
3 mit Hyperkeratose seit etwa
eineinhalb
Jahren. Er habe keinen neuen Termin vereinbart.
3.2.4
Dr.
I._
untersuchte die Beschwerdeführerin am
5.
Februar 201
9.
Mit Bericht vom
6.
Februar 2019
(
Urk.
11/98/7-9
)
erklärte sie, bei der Beschwerdeführerin bestehe wahrscheinlich posttraumatisch nach langem Verlauf nach
Tibiakopf
fraktur
links 2007 eine eingeschränkte OSG-Beweglichkeit. Dies führe beim Ab
rollvorgang zu einer deutlichen Erhöhung des D
ru
cks auf die
Me
t
a
tarsal
köpfchen
II/III mit konsekutiver
Metatarsalgie
. Sie verordne der Beschwerde
führerin Phy
siotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit im OSG und Auf
dehnen der Mus
kulatur. Zusätzlich verordne sie eine Schuhzurichtung mit Abroll
rampe und Einlagen mit retrokapitaler Abstützung
,
um
d
auerhaft eine Verbesserung zu erzie
le
n
, da
durch
die reinen Dehnungsübungen wahrscheinlich keine ausreichende Verbesserung der Beweglichkeit erziel
t werde
. Sollten die durchgeführten Mass
nahmen keine langfristige Besserung der Problematik erbringen, werde die Be
schwerdeführerin si
ch
erneut in ihrer Sprechstunde anmelden.
3.2.5
Die Beschwerdeführerin machte vom 2
3.
September bis 1
8.
Oktober 2019 eine
Potenzial
abklärung in der
Psychiatrischen Klinik C._
, Therapien und Soziale Arbeit, Arbeitsorientierte Ergotherapie
. Mit Bericht vom 2
5.
November 2019
(Urk.
11/137)
hielten
O._
, Ergotherapeutin, und
P._
, Leiterin Arbeitsorientierte Ergo
the
rapie, fest,
die Beschwerdeführerin habe während den vier Wochen der Poten
zialabklärun
g Arbeitsaufgaben in der Mediengruppe Papier und Karton bearbei
tet
. Di
e Beschwerdeführerin habe Stärken in den sozialen Merkmalen. Einschrän
kun
gen seien vor allem im kognitiven Bereich und in den Merkmalen zur Arbeits
ausführung ersichtlich. Für die Bearbeitung der Arbeit
saufgaben habe sie einen deutlich erhöhten Zeitaufwand benötigt, was unter anderem durch die moto
ri
schen Einschränkungen des linken Armes beeinflusst gewesen sei. Trotz der An
wendung verschiedener Kompensationsstrategien schränk
t
en sowohl Kraftre
duk
tion als auch
die
beeinträchtigte Bewegungskoordination die Einsatzmöglich
kei
ten der linken Hand massiv ein. Feingriffe hätten in der Handlung nicht genutzt
werden können
und einschiessende Spasmen hätten zuverlässige Halte-
und Stüt
z
funktionen verhindert. Sowohl Zeitdruck als auch komplexe Aufgabenstellungen seien Auslöser für eine zusätzliche
Tonussteigerung
des linken Armes und hätten deutlich negative Auswirkungen auf die Arbeitsausführung. Arbeitsprozesse hätten immer wieder durch Locke
rungsübungen für den linken Arm,
Positions
wechsel oder Hochlagern des Beines zur Entlastung des linken Knies unterbro
chen werden müssen. Bedingt durch eine Leseschwäche hätte auch die schriftliche Auffassung einen erhöhten Zeitaufwand vorausgesetzt. Anleitungen hätten zu
meist mehrmals gelesen und durch mündliche Inputs ergänzt werden müssen.
Eine zielführende Planung habe bei vorstrukturierten, aber nicht immer bei offene
n
Aufgabenstel
lung
en
vorgenommen werden können
. Auftretende Schw
ierig
k
eiten und Fehler
hätten
zuverlässig wahrgenommen
, aber nicht immer selbständig gelöst werden können. Der Beschwerdeführerin sei es meist gut gelungen, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren, die Konzentration habe aber nach etwa 30 Minuten nachgelassen u
nd einen kurzen Unterbruch erfo
rdert. Häufige Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben hätten oftmals
zu Verunsicherung geführt
, unter anderem auch deshalb, weil die Beschwerdeführerin auf eine gewisse Wiederholung der Abläufe angewiesen gewesen sei,
um sich Inhal
te zuverlässig merken zu können
.
Die Arbeitshaltung sei als durchgehend motiviert und enga
giert wahrgenommen worden. Die Beschwerdeführerin habe sich offen auf die Inhalte der Potenzialabklärung einlassen können und stets verantwortungsbe
wusst und so selbständig wie es ihr möglich gewesen sei, gehandelt. Trotz starker Schmerzen habe sie eine grosse Ausdauer an den Tag gelegt und sei während den vier Wochen sehr bemüht gewesen, bestmöglich
e
Leistungen zu erbringen.
Die Belastungsgrenze der Beschwerdeführer
in
sei während der vierwöchigen Teil
nahme überschritten worden. Bereits in der ersten Woche sei sie gezwungen ge
wesen, an zwei Tagen zu pausieren, da die Schmerzen im Knie trotz Medika
men
teneinnahme und regelmässigem Hochlagern zu stark gewesen seien und die Übe
r
beanspruchung des linken Armes eine übermässige
Tonussteigerung
zur Folge ge
habt
habe. In den folgenden drei Wochen habe
eine Teilnahme an drei von fünf
Tagen stattgefund
en, sodass auf j
eden Teil
n
a
hmetag eine längere E
rho
l
ung
sphase haben folgen können. Tro
t
z
der entsprechenden Regelung sei die Be
schwerde
führer
in
nach zwei Stunden in der Mediengruppe jeweils an ihre Belas
tungs
grenze gekommen und
habe angegeben, dass die Energ
i
e
nicht mehr aus
reiche,
um
nachmittags ihren Verpflichtungen im Haushalt nachzukommen oder soziale Kontakte zu pflegen. Der starke Wille, Modul A «durchziehen» zu können
,
und der entsprechende Leidensdruck, dass dies nur begrenzt möglich gewesen sei, sei
en
währen
d
der ganzen Zeit der Teilnahme sehr gut spürbar gewesen. Die Be
schwerdeführerin habe bestätigt, dass sie sehr selbstkritisch sei und grosse Mühe damit habe, sich
durch die
Hemiparese bedingte Einschränkungen einzugestehen.
Bei einer angepassten Teilnahme von zwei bis drei Stunden an drei Tagen die
Woche
hätten die Schmerzen in einem erträglichen Mass gehalten werden kö
nnen.
Eine Anstel
lung zu finden, bei der eine Belastbarkeitsgrenze von zwei Stunden an maximal drei Tagen die Woche eingehalten werden könne und
die
beschriebene
n
Rahmenbedingungen berücksichtigt seien, erscheine sehr unrealis
tisch. Obwohl die Motivation der Beschwerdeführerin, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, gross sei, liess
en
es die verschiedenen Einschränkungen nicht zu, dass sie Aufgaben in einem normalen Zeitraum erledigen könne. Schmerzbedingt müsse sie immer wieder Pausen einlegen und die reduzierten Armfunktionen verlangsamten bzw. verunmöglichten jegliche bimanuelle
n Tätigkeiten
. Sowohl die Rechen- als auch Lese-Rechtschreibeschwäche erschwerten die Ausführung administrativer Aufgaben und die Umsetzung schriftlicher Aufträge. Schwierig
keiten in den Bereichen Arbeitsplanung, Umstellung und Problemlösung setzten vorstrukturierte Aufgabenstellungen mit einem hohen Routineanteil voraus. Zeit- und Leistungsdruck gelte es so gering wie möglich zu halten, um einen unge
wollten
Tonusanstieg
im Arm sowie eine generelle Überforderung zu vermeiden.
Zusammenfassend erscheine eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt weder zumutbar noch zielführend, weshalb sie anhand der Ergebnisse der Potenzialabklärung eine Rentenprüfung mit entsprechenden me
dizinischen Abklärungen empfähl
en.
3.2.
6
Im
Bericht an
Dr.
B._
vom
14.
November 2019
(
Urk.
11/135)
über die glei
chen
tags
erfolgte verhaltensneurologisch-neuropsychologische Untersuchung er
klär
ten
Dr.
phil.
D._
und
Dr.
E._
, die Beschwerdeführerin sei allseits orien
tiert. Auf Verhaltensebene präsentiere sich eine affektiv ausgeglichen wirkende und gut schwingungsfähige, nicht antriebsgeminderte, im Gespräch resolut wir
kende
Patientin
mit
hyperphoner
Spontansprache,
in
welcher zeitweise Sprach
aus
drucks
schwierigkeiten auffielen. Beim deutlich verlangsamten Bearbeiten der Aufgaben (ohne Hinweise auf eine Antriebsminderung/psychomotorische Verlangsamung) fielen eine gewisse Umständlichkeit und in den computergestützten Aufgaben auch eine Tendenz zur Überforderung auf. Im Fragebogen ergäben sich zudem Hinweis
e
auf eine leichte depressive Symptomatik.
Testpsychologisch im Vorder
grund stehe –
akzentuiert durch das verlangsamte Arbeitstempo – eine schwer verminderte
visuo
-verbale Informations
verarbeitungs
geschwindigkeit. Ebenfalls im Vordergrund stünden aber auch leicht
-
bis mittelgrad
ig
e und schwere mnes
tische
Einschränkungen
m
it deutlicher Beto
nung in der verbalen Modalität
. Hinzu kämen leichte bis mittelgradige und auch hier zum Teil schwere Einschränkungen frontal-exekutiver und
attentionaler
Teilfunktione
n
sowi
e assoziierte
visu
o
-konstruktive Schwierigkeiten mit Makrographie. Auf sprachlicher Ebene zeigten sich ein deutlich eingeschränktes Lese- und Rechtschreibvermöge
n. Die übrigen geprüften kognitiven Teilbereiche seien unauffällig. Insbesondere fänd
en
sich aktuell keine Hinweise auf eine mnestische Störung im Sinne einer Speicher
störung. Auch die weiteren geprüften
frontal-exekutiven Teilfunktionen könnten als unauffällig gewertet werden. Auch die übrigen sprachassoziierten Fähigkeiten seien unauffällig, insbesondere zeigten sich keine Hinweise auf eine
Dysnomie
oder auf eine Dyskalkulie. Die
visuo
-perzeptiven und visuell-räumlichen Fähig
keiten seien ebenfalls in
t
akt. Im Beschwerdevalidierungsverfahren ergäben sich deutliche Auffälligkeiten, sodass eine Tendenz zur Verdeutlichung leider nicht ausgeschlossen werden könne. Aus diesem Grund könne auch keine valide Quan
ti
fizierung der beschriebenen kognitiven Befunde erfolgen. Unter Berücksich
tigung der anamnestischen Angaben zur Entwicklung, Schul- und Berufsbildung sowie aufgrund der Phänomenologie des kognitiven Profils sei aber ohne Zweifel von kognitiven Einschränkungen, am ehesten auf Basis einer frühkindlich erwor
benen cerebralen Entwicklungsstörung mit Sprachentwicklungsstörung und ver
minderter Lese- und Rechtschreibefähigkeit (Differentialdiagnose Legasthenie) sowie insgesamt vermindertem (und möglicherweise inzwischen bei komplexer somatischer Situation erschöpften) kognitiven Ressourcen auszugehen. Im Rah
men der entwicklungsbedingt verminderten Ressourcen sei auch am ehesten die nicht ausgeschlossene Tendenz zur Verdeutlichung der kognitiven Einschrän
kungen zu beurteilen. Hinsichtlich der frühkindlich erworbenen zerebralen Ent
wicklungsstörung müsse offenbleiben, ob diese als Folge der frühkindlichen In
fektion mit daran assoziierter
Hemisymptomatik
zu beurteilen sei oder die Infektion zu einer weiteren Verdeutlichung bereits vorbestehender Entwicklungs
einschränkungen (bei anamnestisch verzögertem Sprech- und Gehbeginn bereits vor Erkrankung) geführt habe.
Da leider eine Tendenz zur Verdeutlichung der unzweifelhaft bestehenden kogni
tiven Einschränkungen nicht ausgeschlossen sei, könne aktuell aus rein neuro
psychologischer Sicht keine valide Quantifizierung der kognitiven Befunde erfolgen und damit auch nicht zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen werden.
3.2.
7
Dr.
F._
nannte mit Bericht an
Dr.
B._
vom 1
7.
Dezember 2019 (
Urk.
11/139) als Diagnose eine
residuelle
Feinmotorikstörung
der linken Hand nach infektiöser Enteritis mit Hemiparese links 197
0.
Klinisch-neurologisch präsentiere sich die
Beschwerdeführerin mit deutlich linksbetonten Muskeleigenreflexen, pathologi
schen Vorhalteversuchen der linken Extremitäten, einer
Fingerfeinmotorikstö
rung
und einer minimen Fingerspreizschwäche der linken Hand. Diese pathologischen
Befunde seien als Residuum einer Hemiparese links zu betrachten,
welche
die B
e
schwerdeführerin 5-jährig
im Gefolge einer infektiösen Enteritis erlitten habe. Im Schädel-MRI vom 1
6.
Februar 2003 ergäben sich einige pathologischen Be
funde frontal und insbesondere
parital
rechts, die allerding
s
keine Unter
schei
dung zwi
schen einer Enzephalitis und einer Ischämie gestatteten. Gleichwohl bestehe kein Zweifel, dass
die
gestörte Motorik der linken Hand auf die infektiöse Enteritis von 1970 zurückzuführen sei. Die linke Hand könne aufgrund der
ver
plumpten
Moto
rik nur bedingt eingesetzt werden. Die rezidivierenden Handver
kramp
fungen links
seien verdächtig auf eine einschiessende Spastik. Bei anhal
tendem Leidens
d
ruck sei eine medikamentöse antispastische Behandlung, bei
spiels
weise mit
Sirdalud
3
x 2
mg bis 3 x 4
mg täglich in Erwägung zu ziehen.
3.2.8
Die
G._
-Gutachte
r
nannten in ihrem Gutachten vom 2
1.
Dezember 2020 (Ur
k.
11/160) als Diagnosen mit und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/160/10-11)
:
-
Implantation einer Knie-Totalendoproth
ese im linken Kniegelenk am 17.
Juni 2010 bei schwerer posttraumatischer destruierender Gonarthrose links nach
bikondylärer
, mehrfragmentärer
Tibiakopffraktur
links vom
4.
Juli 2007 und nachfolgender
low
grade Osteomyelitis durch
Staphyl
ococcus
aureus
-
g
ering- bis mittelgrade Arthrose des rechten
Akromioklavikulargelenks
-
b
eginnende mediale und retropatellare Gonarthrose rechts
-
g
eringe Bewegungseinschränkung des
linken oberen und unteren Sprung
gelenks
-
Adipositas (BMI 37,5 kg/m
2
)
-
Senk-Spreiz-Plattfüsse beidseits
-
l
eichte
residuelle
Hemiparese links nach infektiöser Enteritis 1970
-
Status nach Schrauben- und Plattenosteosynthese einer
bikondylären
mehrfragmentären
Tibiakopffraktur
links vom
4.
Juli 2007 mit komplexem postoperativem Verlauf
-
l
ow
grade Osteomyelitis mit
Implantatversagen
und Metallentfernung am
7.
März 2008
-
Status nach mehrmaligem Pin Track
Déb
ridement
und Langzeit-
Anti
biose
-
Status nach
Knochenfen
e
strierung
und intramedullärem
Débridement
mit
Gentamicinkett
en
einlage
vom
5.
August 2008
-
Status nach
Gentamicinkettenentfernung
und intramedullärem Mapping ohne Erregernachweis vom 2
3.
Oktober 2008
-
Status nach Wundinfekt-Rezidiv v
o
m 1
3.
November 2008
-
Status nach intramedullärem
Débridement
t
ibial
vom 2
0.
November 2008
-
Status nach drei Monate Antibiose Januar 2008 bis Februar 2009
-
Status nach Implantation Knie-TP links vom 1
7.
Juni 2010
-
arterielle Hypertonie
-
leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung mit/bei
-
leichten bis mittelschweren Einbussen bei der Aufmerksamkeit mit Verdacht auf ADHS
-
leichten bis mittelschweren Einbussen beim Arbeitsgedächtnis
-
leichten bis mittelschweren Einbussen bei der kognitiven Flexibilität und Umstellfähigkeit
-
leichten Einbussen bei der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit
-
leichten Einbussen beim logischen Denken und Schlussfolgern
-
ADHS
(ICD-10 F90.0)
-
Fuss- und Unterschenkelödeme beidseits, linksbetont
-
Differentialdiagnose im Rahm
en der Kniegelenksproble
matik links bei mangelhaftem Abrollen/
Dependency
Ödeme
-
retikuläre Varizen und Besenreiser beidseits
Dazu wurde in der Konsensbeurteilung ausgeführt, aus
internistischer Sicht be
stehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Aus orthopädischer Sicht bestün
den aufgrund der belastungsabhängigen Beschwerden im Bereich beider Knie
ge
lenke und des linken Unterschenkels sowie der gering- bis mässiggradigen Arthrose des rechten
Akromioklavikularg
el
enks
Einschränkungen für körperlich leicht bis mittelschwere, vorwiegend stehende und gehende Tätigkeiten, Tätig
keiten mit Knien und Hocken,
sowie für Tätigkeiten
mit erhöhter Sturzgefahr (Gefahr der
periprothetischen
Fraktur)
und
mit häufigen Über-Kopf-Arbeiten.
Aus neurologischer Sicht bestehe wegen der
Feinmotorikstörung
der linken Hand eine leichte Einschränkung, insbesondere bei feineren Tätigkeiten, die für die angestammte Tätigkeit in der Reinigung kaum ins Gewicht falle. Dabei wäre die Beschwerdeführerin beispielsweise beim Abstauben von Vitrinen, Ein- und Aus
räumen von Schränken usw. leicht beeinträchtigt. Zu bemerken sei, dass die Be
schwerdeführerin mit dieser Parese über viele Jahre 100
%
gearbeitet habe, unter anderem als Pflegehelferin, in einer Tankstelle und auch als Lageristin. Ausser
dem sei
sie
an die Parese so gut adaptiert, dass sie sich sogar in der Freizeit mit Handarbeiten beschäftige (
Urk.
11/160/11).
Neuropsychologische Einschränkungen bei der Aufmerksamkeit und beim Arbeits
gedächtnis beeinträchtig
t
en alle Bereich
e
des täglichen Lebens, wo auf Erlerntes oder Erfahrenes zurückgegriffen werden müsse, wo neue Informationen erfasst und strukturiert und wo Entscheidungen gefällt oder Strategien entwickelt wer
den müssten.
Aus angiologischer Sicht sei bei den Ödemen
neben intermittie
renden
Lymphdrainage-Behandlungen bei Exazerbation
tagsüber
eine Kompres
sionstherapie konsequent
notwendig (
Urk.
11/160/12).
Aus
p
sychiatrischer Sicht sei analog den Parametern der funktionellen Leis
tung
s
fähigkeit in Anlehnung an die Mini-ICF-
APP
die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Auf
ga
ben, die Flexibilität/Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit, die Kon
takt
fähigkeit zu Dritten/Selbstbehauptungsfähigkeit, die Fähigkeit zu ausser
be
rufli
chen Aktivitäten und die Wegefähigkeit nicht
eingeschränkt. Aus psychia
trischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/160/12).
Seit dem Unfall vom
4.
Juli 2007 werde von einer dauerhaften 100%igen Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungs
kraft ausgegangen (
Urk.
11/160/14). In körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne wesentlichen Einsatz der linken Hand mit vermehrtem Sitze
n
und manchmal Stehen und Gehen, ohne Knien und Hocken, ohne erhöhte Sturz
gefahr (Gefahr der
periprothetischen
Fraktur) sowie ohne häufige Über-Kopf-Arbeiten bestehe eine 90%ige Arbeitsfähigkeit. Die retrospektive Beurteil
ung der Arbeitsfähigkeit erfolg
e sei
t
der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
August 201
1.
Seitdem werde von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit der Be
schwer
deführerin ausgegangen. Lediglich nach der Knochenbiopsie an der linken Tibia vom 1
7.
April 2014 habe eine vorübergehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit für maximal
vier
Wochen postoperativ bestanden (
Urk.
11/160/14).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin s
tützt
e
ihren Entscheid
, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente ha
be
,
im Wesentlichen auf das Gut
achte
n des
G._
vom 2
1.
Dezember 2020 (vgl. E. 2.1).
4.2
Gegenüber den
G._
-Gutachtern gab die Beschwerdeführerin wiederholt an, dass ihres Erachtens das Hauptproblem die Schmerzen im linken Knie bzw. auch im Unterschenkel seien. Soweit sie
die aus rein
orthopädischer Sicht attestierte volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit als nicht ein
leucht
end kritisiert (
Urk.
1 S. 8),
ist
ihr nicht
zu folgen. B
ereits die Ärzte der Rehaklinik
J._
(Austrittsbericht
vom 2
3.
Februar 2011,
Urk.
11
/37
/13-19) und der Suv
a-
Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie (Bericht vom
1.
Ju
li 2007,
Urk.
11/47)
,
waren zum
gleichen Schluss gekommen
, was das hiesige Ge
richt im Urteil vom 1
7.
Dezember
2012
als überzeugend beurteilte
(
Urk.
11/60). Eine seitherige
massgebende Verschlechterung der Knieproblematik ist aufgrund der Akten nicht ausgewiesen.
Die
gutachterliche
Konsensbeurteilung
stützte sich in neurologischer und psy
chiatrischer Sicht auf die entsprechenden Teilgutachten. Diese vermögen grund
sätzlich zu überzeugen. Insbesondere
bezog der neurologische Teilgutachter die
Feinmotorikstörung
der linken Hand
gestützt auf die eigenen Untersuchungser
gebnisse
in seine Beurteilung ein
.
Dass diese, seit dem fünften Lebensjahr beste
hende Störung bei der rechtsdominanten Beschwerdeführerin je nach ausgeübter Tätigkeit nur leicht ins Gewicht fällt, erscheint nachvollziehbar.
Dies gilt umso
mehr, als die Beschwerdeführerin
die Pare
se gut adaptiert hat
(
Urk.
11/160/102-1
03)
.
Zu Recht weist
d
er
neurologische Teilgutachter
sodann
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin mit dieser P
arese über Jahre
zu 100
%
erwerbstätig gewesen war
(
Urk.
11/160/11
,
Urk.
11/160/103
).
Jedoch bemerkt die Beschwerdeführerin zu Recht, dass im neuropsychologischen Teilgutachten
, verfasst von
Dr.
sc. hum.
K._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie,
eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung festgestellt wurde
(
Urk.
11/160/114). Anders als in der von
Dr.
phil.
D._
und
Dr.
E._
durchgeführten verhaltensneurologischen-neuropsychologischen Untersu
chung
vom 1
4.
November 2019 erwiesen sich die
im Rahmen der neuro
psychologischen Teilbegutachtung erhobenen Untersuchungsbefunde
als valide (
Urk.
11/160/117). Einer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthielt s
ich
Dr.
sc. hum.
K._
i
m Teilgutachten und erklärte, das zumutbare Arbeitspensum müsse aus gesamtmedizinischer Sicht beurteilt werden (
Urk.
11/
160/118). Eine Diskus
sion der neuropsychologischen Abklärungsergebnisse
in Bezug auf die Arbeits
fähig
keit
findet sich indessen in der Gesamtbeurteilung nicht
,
insbesondere fehlt es an einer Quantifizierung
(
vgl. auch
Urk.
11/160/12
)
.
Eine
Würdigung der Ab
klä
rungse
rgebnisse erfolgte auch im Rahmen des psychiatrischen Teilgutachtens nicht. In diesem wurde unter dem Titel «Neuropsychologische Untersuchung vom 09.07.2020»
bloss
festgehalten, dass der Verdacht auf ein ADHS bestätigt worden
sei
(
Urk.
11/16
0/139-140)
. D
ie
Auswirkung der neuropsychologisch festgestellten kognitiven Beeinträchtigungen
auf die Arbeitsfähigkeit
wird jedoch nicht thematisiert
(vgl.
Urk.
11/160/141)
.
4.
3
Gegen das
G._
-Gutachten wendet die Beschwerdeführerin vor allem ein, dass es in diesem an einer Auseinandersetzung mit der
Potenzialabklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
mangle.
Dazu ist festzuhalten, dass die
ab
schliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin
ob
liegt
, nicht den
Fachleuten der Berufs
beratung/beruflichen Eingliederung. Mit Blick auf die rechtsprechungs
gemäss enge, sich gegenseitig ergänzende Zusam
menarbeit zwischen der Ärzte
schaft und der Berufsberatung ist jedoch einer konkret leistungsorientierten beruflichen Ab
klärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Rest
arbeitsfähigkeit abzusprechen. Steht eine medizi
ni
sche Einschätzung der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Dis
krepanz zu einer Leistung, wie sie während einer ausführlichen beruflichen Ab
klä
rung bei ein
wandfreiem Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (vgl.
Urteil des Bundes
gerichts
8C_329/2021 vom
2
7.
Oktober
2021 E.
6.2.1 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_30
/2020 vom
6.
Mai 2020 E. 5.2.1
).
Die Potenzialabklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
, Therapien und Soziale Arbeit, Arbeitsorientierte
Ergotherapie,
weicht betreffend Einschätzung der Leistungsfähigkeit
der Be
schwer
deführerin
erheblich von der Beurteilung der
G._
-Gutachter
ab.
Die
Ergothe
ra
peutinnen
der
Psychiatrischen Klinik C._
hatten festgehalten, dass die Beschwerdeführerin
t
rotz starker Schmerzen eine grosse Ausdauer an den Tag gelegt
habe
und während den vier Wochen sehr bemüht gewesen
sei
, bestmöglich
e
Leistungen zu erbringen. Nichts
destotrotz war die B
e
schwe
r
deführerin gemäss Einschätzung der
Ergotherapeu
tinnen
der
Psychiatrischen Klinik C._
nicht in der Lage, eine Leistung zu erbringen, welche
einer auf dem
1.
Arbeitsmarkt verwertbaren Leistung entsprach
(E. 3.2.5)
. Die
G._
-
Gut
achter gingen demgegenüber von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aus
(E. 3.2.
8
)
. Die
P
ote
nzialabklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
war den
G._
-Gutachten bekannt
(
Urk.
11/160/47),
erklärten
sie
im Rahmen der Aktenzusammenstellung
doch
: «Es stellt sich wirklich die Frage, ob auch in der Potenzialabklärung Aggravationsverhalten ausgeschlossen wurde. Dieser Punkte sollte Frau
K._
diskutieren» (
Urk.
11/160/47). Dem Gutachten ist aber keine Auseinandersetzung mit der Potenzialabklärung zu entnehmen, und zwar weder im Gesamtgutachten noch in den einzelnen Teilgutachten
, insbesondere nicht
im neuropsychologischen Teilgutachten von
Dr.
sc. hum.
K._
. Die von der Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
angeführten Stellen des
Gutachtens
(
Urk.
11/160/13-14 und
Urk.
11/160/117-1
18; vgl.
Urk.
2 und
Urk.
11/
172/4
)
beziehen sich entgegen den Angaben der Beschwerdegegnerin nicht auf die Potenzialabklärung, sondern au
f
den Beri
cht von
Dr.
phil.
D._
und Dr.
E._
(E. 3.2.6).
Verfasst wurde der
Potenzialabklärung
sbericht
durch die Ergotherapeutinnen
O._
und
P._
. Hinweise auf die Mitbeteiligung weiterer Fachpersonen - wie dies im Rahmen einer Abklärung in einer beruflichen Ab
klärungsstelle (
L._
) häufig der Fall ist - fehlen. Die beiden Ergotherapeutinnen begründeten ihre Einschätzung, wonach die Beschwerdeführer im ersten Arbeits
markt nicht mehr einsetzbar sei, mit den körperlichen und vor allem den kogni
tiven B
eschwerden (
Urk.
11/137/8-9). I
hre Schlussfolgerung korrespondiert
weder
mit den
neuropsychologisch
en
noch mit den fachärztlich-somatischen Einschät
zungen
.
Aus ihrem
Bericht ist zu schliessen
, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der Potenzialabklärung auch feinmotorische Arbeiten zu verrichten hatte
(vgl.
Urk.
11/137/5)
und
dass die fehlende Feinmotorik der li
nken Hand mit ein
Grund für die
Annahme einer fehlenden Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt war
(
Urk.
11/137/3
+5
)
.
Die
Beeinträchtigung der Fein
motorik
wurde von den Gutachtern
jedoch
berücksichtigt (
Urk.
11/160/14,
Urk.
11/160/105, vgl. auch
Urk.
11/160/87)
und vermag an sich keine Zweifel an deren medizinischen Einschätzung zu begründen.
Es
ist
allerdings
nicht auszu
schliessen, dass sich im Rahmen der
Potenz
ialabklärung vermehrt Wechselwir
kungen der vorhandenen Einschränkungen
, welche sich auf das Alter hin allen
falls akzentuieren,
bemerkbar
machten
.
V
or diesem Hintergrund hätte sich eine Auseinandersetzung im
G._
-Gutachten mit der Poten
z
ialabklärung aufgedrängt.
4.4
Nachdem sich auch
gestützt auf die übrigen Akten die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht rechtsgenügend beurteilen lässt, erweist sich der rechts
erhebliche Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders, wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Im Prozess um Zusprechung oder Verweigerung von Sozialversicherungsleistungen holt die Be
schwerdeinstanz in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutacht
er
lich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten
einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurück
zuweisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gut
achterlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Vorliegend steht die Rechtsprechung gemäss BGE 137 V 210 einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht entgegen, ist dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten des
G._
doch
nicht jede Beweiskraft abzusprechen, sondern ist dieses grundsätzlich lediglich zu ergänzen. Darüber hinaus
änderte BGE 137 V 210
ohnehin
nichts an der gesetzlichen Ordnung, wonach der Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche primär auf der Stufe des Admini
strativverfahrens (vgl.
Art.
43 f. ATSG) und nicht im gerichtlichen Prozess geführt wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 4.2). Wie das Bundesgericht festgestellt hat, litte die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung empfindlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abge
schlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2).
Im vorliegenden Verfahren hat es die Beschwe
r
degegnerin, inklusive
Regionaler Ärztlicher Dienst
, unterlassen, sich im Rahmen des
Vorbescheidverfahren
mit dem Einwand der Beschwerde
führerin,
es fehle dem Gutachten an einer Auseinandersetzung mit der Potenzial
abklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
,
konkret
auseinander
zusetzen
(
Urk.
11/172/2-
4; vgl. auch E. 4.
3
)
.
5.3
Nach dem Gesagten ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie
eine ergänzende Stellungnahme der
G._
-
Gutachter
einhole. Darin werden sie sich, insbesondere der psychiatrische Teilgutachter, zur Auswirkung der im neuropsychologischen Teilgutachten festgestellten leicht
-
bis mittelgra
digen Störungen (
Urk.
11/160/114) auf die Arbeitsfähigkeit zu äussern haben. Zudem haben sie sich
zur Potenzialabklärung der
Psychiatrischen Klinik C._
,
Therapien und Soziale Arbeit, Arbeitsorientierte Ergotherapie, zu äussern
,
was sie übrigens im Gutachten in Aussicht stellten, dann aber unterliessen (
Urk.
11/160/47). In diesem Zusam
menhang stellt sich
auch
die
Frage nach den Wechselwirkungen der
verschie
denen
B
eeinträchtigungen
. Hernach hat die Beschwerdegegnerin,
allenfalls nach Vornahme weiterer sich als notwendig herausstellende
n
Abklärungen,
über den Leistungsanspruch
der Beschwerdeführerin
neu
zu
verfüg
en
. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Gemäss Art.
69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr.
1'000.
festgele
gt. Vor
liegend sind sie auf Fr.
700.
—
festzu
setzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach st
ändiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung (§
34 Abs.
1
GSVGer
). Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§
34 Abs.
3
GSVGer
).
Der vom Rechtsvertreter der Be
schwer
deführerin mit Honorarnote vom 2
7.
September 2021 (Ur. 14) geltend ge
machte zeitliche Aufwand
von 9 Stunden und 10 Minuten
erweist sich der Streitsache als angemessen. Bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr.
220.-- ist die Entschädigung auf Fr.
2'258.85 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetze
n.
6.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung von
Rechtsanwalt Roland Zahner
als unentgeltliche
n
Rechtsvertreter als gegenstandslos.