# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 262fa925-95a5-4520-abb9-52687626b665
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz (Unterhalt)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 14. April 2014 (EE130087-F)
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Rechtsbegehren:
A. Der Gesuchstellerin (Urk. 38): " 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien getrennt le-
ben. 2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin,
rückwirkend seit Juni 2013, angemessene, monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zu bezahlen.
3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenvorschuss in Höhe von Fr. 15'000.– zu bezahlen.
- Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolgen.
B. Des Gesuchsgegners (Urk. 42):
" 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 21. April 2013 getrennt leben.
2. Die Anträge der Gesuchstellerin auf Zusprechung eines  und Prozesskostenvorschusses seien abzuweisen.
3. Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner auf erstes Verlangen hin die folgenden Gegenstände : die 2 Fernsehgeräte der Marke Sony; den 15.6 Zoll-Laptop;
den Fotodrucker der Marke Sony; die weihnachtliche Krippendekoration.
4. Die mit Verfügung des Bezirksgerichts Horgen vom 5. Dezember 2013 angeordnete Verfügungssperre betreffend das auf den  des Gesuchsgegners lautende Depot Nr. ... bei der Credit Suisse AG sei aufzuheben.
5. Das heute gestellte Massnahmenbegehren betreffend Unterhalt sei abzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."
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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 14. April 2014:
1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt.
2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Dauer des Getrenntlebens fol-
gende Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin persönlich zu bezahlen:
- Fr. 7'237.– vom 1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013
- Fr. 7'329.– vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014
Jeweils zahlbar monatlich im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats,
rückwirkend per 1. Juni 2013. Allfällig bereits geleistete Zahlungen sind an
diese Unterhaltsbeiträge anzurechnen.
3. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner in Anrechnung an seine Un-
terhaltspflicht seit 1. Juni 2013 Zahlungen in der Höhe von Fr. 25‘500.– an
die Gesuchstellerin geleistet hat.
4. Die mit Verfügung vom 5. Dezember 2013 angeordnete Verfügungsbe-
schränkung über das Konto des Gesuchsgegners bei der Credit Suisse AG,
Depot-Nr. ..., wird bis auf Weiteres aufrechterhalten.
Dem Gesuchsgegner wird unter Androhung von Bestrafung mit Busse we-
gen Ungehorsams gemäss Art. 292 StGB bis auf Weiteres verboten, ohne
vorgängige schriftliche Zustimmung der Gesuchstellerin über sein Konto bei
der Credit Suisse AG, Depot-Nr. ..., zu verfügen.
Dieser Entscheid bleibt bis zum Erlass eines gegenteiligen Entscheids in
Kraft.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 4'800.– (Pauschalgebühr).
6. Die Kosten werden zu 1/2 der Gesuchstellerin und zu 1/2 dem Gesuchsgeg-
ner auferlegt.
7. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
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8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen Prozesskos-
tenbeitrag in der Höhe von Fr. 15'000.– zu bezahlen.
9. (Mitteilung)
10. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
A. Erstberufungsverfahren:
1. Der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 62):
" 1. Ziff. 2 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom
14. April 2014, EE130087, womit der Gesuchsteller verpflichtet wird, für die Dauer des Getrenntlebens folgende  für die Gesuchstellerin zu bezahlen:
- Fr. 7'237.– vom 1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013 - Fr. 7'329.– vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014, sei aufzuheben.
2. Der Gesuchsteller/Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, für die Dauer des Getrenntlebens folgende monatlich im Voraus, jeweils zum 1. eines jeden Monats fällige Unterhaltsbeiträge an die /Berufungsklägerin zu bezahlen:
- Fr. 14'400.– seit 1. Juni 2013
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des /Berufungsbeklagten."
2. Des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers
(Urk. 70):
" 1. Es sei die Berufung abzuweisen;
2. Es sei das Gesuch der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages für das  abzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% ) zulasten der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin."
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B. Zweitberufungsverfahren:
1. Des Gesuchsgegners, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers
(Urk. 88/62):
" 1. Es sei Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 14. April 2014 (Geschäfts-Nr. EE130087-F) aufzuheben und neu zu fassen wie folgt:
" 2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 4'804.00 vom 1. Juni 2013 bis 30. September 2013.
Allfällige bereits geleistete Zahlungen sind an diese  anzurechnen."
eventualiter:
" 2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin persönlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 4'804.00 vom 1. Juni 2013 bis 30. September 2013, - CHF 1'566.00 vom 1. Oktober 2013 bis 31. Dezember
2013,
- CHF 1'612.00 vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014,
jeweils zahlbar monatlich im Voraus, auf den ersten eines jeden Monats, rückwirkend per 1. Juni 2013. Allfällige bereits geleistete Zahlungen sind an diese Unterhaltsbeiträge ."
subeventualiter: " 2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Gesuchstellerin
persönlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: - CHF 4'804.00 vom 1. Juni 2013 bis 30. September 2013,
- CHF 3'132.00 vom 1. Oktober 2013 bis 31. Dezember 2013,
- CHF 3'224.00 vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014,
jeweils zahlbar monatlich im Voraus, auf den ersten eines jeden Monats, rückwirkend per 1. Juni 2013. Allfällige bereits geleistete Zahlungen sind an diese Unterhaltsbeiträge ."
2. Es sei Dispositivziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 14. April 2014 (Geschäfts-Nr. EE130087-F) aufzuheben und
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der Antrag der Gesuchstellerin auf Zusprechung eines  abzuweisen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zulasten der Gesuchstellerin und ."
2. Der Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagten
(Urk. 88/67):
" Die Berufung sei abzuweisen, unter Kosten- und  (zzgl 8% MwSt) zulasten des Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien haben am tt. September 2012 geheiratet. Aus der Ehe sind
keine Kinder hervorgegangen. Mit Eingabe vom 23. August 2013 ersuchte
die Gesuchstellerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte
(fortan Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz um Regelung des Getrenntlebens
(Urk. 1). Die Vorinstanz fällte nach Durchführung der Hauptverhandlung so-
wie eines Massnahmeverfahrens am 14. April 2014 den eingangs wiederge-
gebenen Entscheid (Urk. 63).
2. Hiergegen erhoben beide Parteien mit Eingaben vom 26. Mai 2014 (Urk. 62)
bzw. 2. Juni 2014 (Urk. 88/62) innert Frist Berufung, wobei sie oben ange-
führte Anträge stellten. Die Erstberufung der Gesuchstellerin wurde unter
der Prozessnummer LE140032 und die Zweitberufung des Gesuchsgegners
unter der Prozessnummer LE140035 angelegt. Die jeweiligen Berufungs-
antworten der Parteien datieren vom 14. Juli 2014 (Urk. 70 und Urk. 88/67)
und enthalten die ebenfalls eingangs wiedergegebenen Anträge. Im Erstbe-
rufungsverfahren folgten weitere Eingaben unter dem Datum vom 1. Sep-
tember 2014, 22. September 2014 sowie 23. Oktober 2014 (Urk. 76, 77,
78/6-14, 80 81, 82/1-2, 83 und 84); im Zweitberufungsverfahren gingen unter
dem Datum vom 27. August 2014, 15. September und 23. Oktober 2014
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weitere Eingaben der Parteien ein (Urk. 70, 71, 72/1-2, 74, 75, 76 und 77).
Die Eingaben wurden der Gegenseite jeweils zugestellt.
3. Mit Beschluss vom 28. Januar 2015 wurden die beiden Berufungsverfahren
vereinigt und dem Gesuchsgegner Frist angesetzt, um eine Bestätigung sei-
ner Arbeitgeberin C._ Ltd. über seine Entlöhnung (insbesondere Betei-
ligung an Transaktionen und Spesenersatz) für die Zeitdauer vom 1. Januar
2014 bis 31. Januar 2015 einzureichen (Urk. 89). Dieser Aufforderung kam
der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 19. Februar 2015 innert Frist nach
(Urk. 90). Die Gesuchstellerin liess sich mit Eingabe vom 16. März 2015
hierzu vernehmen (Urk. 93 und Urk. 95/1-2), wovon dem Gesuchsgegner
Kenntnis gegeben wurde.
II.
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind Ehegattenunterhaltsbeiträge
sowie der Prozesskostenbeitrag des Gesuchsgegners. Die Dispositiv-Ziffern
1 (Getrenntleben), 3 (Anrechnung bereits geleisteter Zahlungen), 4 (Verfü-
gungsbeschränkung) sowie 5-7 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) blieben
unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1
ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zu
berücksichtigen, wenn sie - kumulativ - ohne Verzug vorgebracht werden
(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor er-
ster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Der im
vorliegenden Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz (Art. 272 und 296
Abs. 1 ZPO) ändert daran nichts (BGE 138 III 625, insbesondere Erw. 2.2.
S. 628 [für vereinfachtes Verfahren]).
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III.
A. Ausgangslage
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin für
die Zeitspanne vom 1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013 einen Unterhalts-
beitrag von Fr. 7'237.– und vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014 ei-
nen solchen von Fr. 7'329.– zu bezahlen (Urk. 63). Der Unterhaltsberech-
nung legte sie einen Bedarf der Gesuchstellerin von Fr. 7'733.– sowie ein
Einkommen von Fr. 496.– (1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013) resp.
Fr. 404.– (1. Januar 2014 bis 30. September 2014) zu Grunde. Ab 1. Okto-
ber 2014 rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin ein bedarfsdeckendes,
hypothetisches Einkommen von Fr. 7'904.– an. Auf Seiten des Gesuchs-
gegners ging die Vorinstanz davon aus, dass dieser seit dem 1. Januar 2013
kein Erwerbseinkommen erziele. Sie verwies ihn zur Finanzierung seines ei-
genen Bedarfs sowie des Unterhaltsbeitrages an die Gesuchstellerin auf
sein liquides Vermögen, welches sie auf Fr. 300'799.– bezifferte.
2. Neben der Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners sowie dem Bedarf und
der Leistungsfähigkeit der Gesuchstellerin ist im Berufungsverfahren insbe-
sondere umstritten, ob den Gesuchsgegner überhaupt eine über einen
Überbrückungsunterhalt hinausgehende Unterhaltspflicht trifft. Weiter stellt
die Gesuchstellerin die von der Vorinstanz gewählte Berechnungsmethode
in Frage.
B. Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners im Allgemeinen
1. Der Gesuchsgegner stellt sich auf den Standpunkt, die Ehe der Parteien sei
als nicht lebensprägend zu werten, weshalb kein schützenswerter ehelicher
Lebensstandard bestehe, auf dessen Fortführung die Gesuchstellerin habe
vertrauen dürfen. Es liege eine klassische Kurzehe vor, bei welcher grund-
sätzlich kein Trennungsunterhalt gefordert werden könne. Lediglich falls ein
Ehepartner bei fehlenden Unterhaltsleistungen in eine Notlage geraten wür-
de, dürfe ein Unterhaltsbeitrag festgesetzt werden, wobei dessen Höhe das
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Allernotwendigste nicht überschreiten dürfe und der Unterhalt von vornhe-
rein zeitlich auf wenige Monate zu beschränken sei (Urk. 42 S. 3-11; Urk.
88/62 S. 4-6).
2. Die Vorinstanz ist dem Gesuchsgegner insoweit gefolgt, als sie die Le-
bensprägung der Ehe aufgrund der kurzen Dauer verneint hat und als Folge
davon zur Berechnung des Unterhaltsbeitrages während der Trennungs-
dauer nicht an den gemeinsamen ehelichen Lebensstandard, sondern an
die vorehelichen Lebensverhältnisse angeknüpft hat. Die Argumentation der
Gesuchstellerin, wonach das der Ehe vorangehende Konkubinat auf die
Ehedauer anzurechnen sei, da es sich um ein qualifiziertes voreheliches Zu-
sammenleben gehandelt habe, verwarf die Vorinstanz mit der Begründung,
dass aus dem Konkubinat keine Kinder hervorgegangen seien und nicht er-
sichtlich sei, dass die Gesuchstellerin vor der Heirat auf eine eigene ausser-
häusliche Entfaltung verzichtet habe, um sich in den Dienst des Gesuchs-
gegners zu stellen. Nichtsdestotrotz sei dem betroffenen Ehegatten Zeit zur
Umstellung und Anpassung an die neue Lebenssituation einzuräumen, wäh-
rend derer die Gesuchstellerin Anspruch auf Deckung ihres vorehelichen
Bedarfs habe (Urk. 63 S. 20 f.).
3. Der Gesuchsgegner beharrt im Berufungsverfahren auf seinem Standpunkt,
die Gesuchstellerin habe lediglich Anspruch auf die Deckung ihres Notbe-
darfs, da die Ehe nicht lebensprägend gewesen und für die Bemessung ei-
nes allfälligen Unterhaltsanspruches nicht an die ehelichen oder voreheli-
chen Lebensverhältnisse anzuknüpfen sei. Vielmehr könne lediglich eine
zeitlich befristete Hilfestellung zur Abwendung einer Notlage verlangt wer-
den. Andernfalls würden die ökonomischen Folgen eines allgemeinen Le-
bensrisikos auf den Ehegatten abgewälzt werden, was bei einer nicht le-
bensprägenden Kurzehe eben gerade nicht angängig sei. Die Obergrenze
des Unterhaltsanspruches müsse daher das Existenzminimum bilden und es
dürfe nicht auf die voreheliche Lebenshaltung abgestellt werden. Dies gelte
vorliegend umso mehr, als dass der Gesuchsgegner eine allfällige Unter-
haltsverpflichtung mittels Vermögensverzehr finanzieren müsste und eine
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solche nur in Ausnahmefällen und nur in engen Grenzen zumutbar sei (Urk.
88/62 S. 4-6).
4. Der Unterhaltsanspruch eines Ehegatten während der ganzen Dauer der
Ehe hat seine Grundlage ausschliesslich in Art. 163-165 ZGB. Daran ver-
mag auch der Umstand nichts zu ändern, dass das Ende der Ehe zufolge
tiefer Zerrüttung absehbar ist. Zwar sind die geltenden Kriterien gemäss
Art. 125 ZGB bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen im Eheschutzver-
fahren miteinzubeziehen, wenn eine Wiedervereinigung der Eheleute un-
wahrscheinlich ist (vgl. Urk. 63 S. 16 m.H.). Die gesetzliche Grundlage zur
Unterhaltsberechnung bildet aber weiterhin Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB und
nicht Art. 125 ZGB. Zwar kann sich mit der Aufhebung des gemeinsamen
Haushalts ungeachtet der noch formellen Weiterdauer der Ehe schon eine
Pflicht zur Wiederaufnahme oder Aufstockung der Erwerbstätigkeit des an
sich unterhaltsberechtigten Ehegatten ergeben, was zur entsprechenden
Aufrechnung eines hypothetischen Einkommens bei diesem Ehegatten füh-
ren kann. Daraus darf aber nicht der Schluss gezogen werden, die bisherige
Lebenshaltung könne nach Aufhebung des gemeinsamen Haushalts zum
Vornherein dort nicht mehr bis zur rechtskräftigen Scheidung beibehalten
werden, wo eine vorgezogene Pflicht zur verbesserten Ausschöpfung der
Eigenversorgungskapazität in Frage stehen kann (Hausheer, ZBJV 2007, S.
597). Die Parteien sind nach wie vor miteinander verheiratet und schulden
einander gemäss Art. 159 Abs. 1 ZGB Treue und Beistand und haben ge-
meinsam für den gebührenden Unterhalt der Familie zu sorgen. Dies hat zur
Folge, dass - im Gegensatz zum nachehelichen Unterhalt - der Grundsatz
des Anspruchs auf Teilhabe an der Lebenshaltung massgebend ist, auf die
sich die Ehegatten verständigt haben und die sie tatsächlich gelebt haben.
Eine Anknüpfung an die vorehelichen Verhältnisse, wie sie beim nacheheli-
chen Unterhalt bei nicht lebensprägenden Ehen erfolgt, ist während beste-
hender Ehe nicht angezeigt, sondern steht frühestens nach der Teilrechts-
kraft des Scheidungspunktes in Frage. Während mit Bezug auf den nach-
ehelichen Unterhalt die Ehedauer von Bedeutung ist, ist dieses Kriterium für
den Unterhalt während der Ehe unbeachtlich, da die Ehe während des Ehe-
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schutzverfahrens eben gerade noch besteht. Es geht in diesem Sinne nicht
um eine nacheheliche Solidarität, sondern um den während der Ehe von
Gesetzes wegen bestehenden Unterhaltsanspruch. Dieser beginnt aber in
vollem Umfang mit der Heirat und entsteht nicht erst allmählich im Laufe der
Ehe (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl., Bern
2010, S. 174 f.; BGE 119 II 314, Erw. 4b/aa). Vor diesem Hintergrund ist es
verfehlt, im vorliegenden Fall von einer Kurzehe zu sprechen, nachdem die
Ehe der Parteien nach wie vor andauert. Eine Anknüpfung an die voreheli-
chen Verhältnisse fällt ausser Betracht und die Gesuchstellerin hat grund-
sätzlich Anspruch auf Teilhabe an der gemeinsamen Lebenshaltung.
5. Von diesem Grundsatz ist lediglich dann abzuweichen, wenn eine gemein-
same Lebenshaltung gar nicht begründet wurde. Dies ist namentlich der
Fall, wenn die Ehegatten nie einen gemeinsamen Haushalt und stets ge-
trennte Kassen geführt haben oder der gemeinsame Haushalt nur sehr kurz
geführt wurde. Wenn die Ehegatten nämlich nur vorübergehend, während
einigen Wochen oder Monaten zusammengelebt haben, können ihre vor-
ehelichen Biographien meistens ungehindert fortgesetzt werden. Ihre Le-
bensverhältnisse wurden durch die Ehe noch in keinster Weise geprägt und
ein gemeinsamer Lebensstandard wurde nie erreicht. Damit fehlt es an der
Bemessungsgrundlage für einen gebührenden Unterhalt (Haus-
heer/Spycher, a.a.O., S. 176 mit Hinweis auf ZBJV 2002, S. 70).
Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht anzunehmen. Die Parteien haben
zwar nur rund sieben Monate in der Ehe zusammengelebt. Während dieser
Zeit haben sie aber einen gemeinsamen Haushalt geführt und eine - bereits
zuvor jahrelang praktizierte - klassische Rollenteilung gelebt, in welcher der
Gesuchsgegner einer Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und alleine für den
ehelichen Unterhalt gesorgt hat. Damit unterscheidet sich der vorliegende
Fall grundlegend von dem vom Gesuchsgegner angeführten Entscheid des
Kantonsgerichts St. Gallen vom 2. April 2012, welchem eine nach kurzer
Bekanntschaft geschlossene Ehe zu Grunde lag, welche nie mehr als eine
lose Beziehung war und nach sechs Wochen des Zusammenlebens wieder
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aufgehoben wurde (ZBJV 2002, S. 67 ff.). In einem solchen Fall mag es an-
gezeigt sein, eine Unterhaltspflicht auch während bestehender Ehe darauf
zu beschränken, dem bedürftigen Ehegatten in einer Notlage beizustehen,
um ihm ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Vorliegend haben
die Parteien demgegenüber nach einem langjährigen Konkubinat eine be-
reits jahrelang gelebte Aufgabenverteilung mit dem Eheschluss bestätigt. Es
kann daher nicht gesagt werden, die Parteien hätten erst gar keinen ge-
meinsamen Lebensstandard begründet. Die Gesuchstellerin hat entspre-
chend ein Anrecht auf Teilhabe an dieser gemeinsamen Lebenshaltung. Der
Tatsache, dass beim Gesuchsgegner der Scheidungswille definitiv und da-
her mit einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens nicht zu rechnen ist,
wird dadurch Rechnung getragen, dass von der Gesuchstellerin - sofern
möglich und zumutbar - die optimale Ausschöpfung ihrer Eigenversorgungs-
kapazität verlangt wird.
6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Gesuchstellerin An-
spruch auf Fortführung der ehelichen Lebenshaltung hat. Eine Anknüpfung
an die Lebensverhältnisse vor dem Zusammenleben fällt entgegen der Vor-
instanz ausser Betracht. Ebenso wenig ist der Unterhaltsanspruch der Ge-
suchstellerin auf ihr Existenzminimum zu beschränken.
C. Berechnungsmethode
1. Die Vorinstanz hat den Bedarf der Gesuchstellerin nach der einstufigen Be-
rechnungsmethode ermittelt und diesen auf Fr. 7'733.– resp. in einer zweiten
Phase auf Fr. 7'358.– festgesetzt. Die Gesuchstellerin bringt im Berufungs-
verfahren vor, die Vorinstanz habe zwar im Sinne der einstufigen Berech-
nungsweise auf die Bedarfsberechnung des Gesuchsgegners verzichtet und
von einer Überschussverteilung abgesehen, aber sie habe gleichzeitig die
Ansätze der zweistufigen Berechnungsmethode angewandt und lediglich ei-
nen erweiterten Grundbetrag berücksichtigt und verschiedene einzelne
Budgetposten in den Grundbetrag verwiesen. Damit sei die Vorinstanz dem
Grundgedanken der Gleichbehandlung und damit einer hälftigen Teilung im
Verhältnis zwischen den Ehegatten nicht nachgekommen. Bei hohen Ein-
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künften sei auf den konkreten Bedarf abzustellen, welcher sich an der bishe-
rigen Lebensführung orientiere. Da offensichtlich sei, dass nicht jede einzel-
ne Bedarfsposition bis auf den letzten Rappen belegt werden könne, könne
auch auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit abgestellt werden (Urk. 62 S. 3 f.).
2. Dass eine zweistufige Berechnungsmethode ausser Betracht fällt, wenn -
wie im vorliegenden Fall - der Unterhaltsbedarf nicht mittels Einkommen,
sondern durch Vermögensverzehr zu decken ist, liegt auf der Hand. Die
zweistufige Berechnungsmethode zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass
dem Gesamtbedarf der Parteien die Gesamteinkünfte gegenübergestellt
werden. Genau diese Einkünfte fehlen aber vorliegend. Die Vorinstanz hat
daher zu Recht die einstufige Berechnungsmethode gewählt und den Bedarf
der Gesuchstellerin konkret berechnet. Sofern die Gesuchstellerin die Be-
rücksichtigung einzelner Positionen kritisiert, ist darauf später im einzelnen
einzugehen.
D. Unterhaltsberechnung
1. Die Vorinstanz hat den Bedarf der Gesuchstellerin vom 1. Juni 2013 bis
30. September 2014 auf Fr. 7'733.– und ab dem 1. Oktober 2014 auf
Fr. 7'358.– festgesetzt (Urk. 63 S. 44). Ausgehend von der Tatsache, dass
die Gesuchstellerin ab dem 1. Oktober 2014 100% arbeitsfähig sein werde
und ein bedarfsdeckendes Einkommen von Fr. 7'500.– netto erwirtschaften
könne, hat sie nur für die Zeitperiode vom 1. Juni 2013 bis 30. September
2014 Unterhaltsbeiträge festgesetzt. Den Gesuchsgegner verwies sie zur
Bezahlung der Unterhaltsbeiträge auf sein liquides Vermögen, welches sie
auf Fr. 300'799.– bezifferte.
2. Einkommen des Gesuchsgegners
2.1 Die Vorinstanz erachtete es als glaubhaft, dass der Gesuchsgegner seit
dem 1. Januar 2013 während mutmasslich 24 Monaten keine substantiellen,
regelmässigen Einkünfte aus seiner Anstellung bei der start-up Unterneh-
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mung C._ Ltd. erziele (Urk. 63 S. 22-24). Dies machten die Parteien
nicht zum Thema ihrer Berufungen.
Auf entsprechende gerichtliche Aufforderung reichte der Gesuchsgegner im
Berufungsverfahren ein Schreiben der C._ Ltd. (Urk. 91) ein, wonach
sich die Prognose eines ausbleibenden Verdienstes im Jahr 2014 bestätigt
habe. Weiter geht aus der Bestätigung vom 9. Februar 2015 hervor, dass
der Gesuchsgegner auch im Januar 2015 kein Einkommen aus seinem En-
gagement bei der C._ Ltd. erwirtschaftet habe. Die Gesuchstellerin er-
achtet es als nicht glaubhaft, dass der Gesuchsgegner keinerlei Einkünfte
erziele (Urk. 93). Es bestehen indes keine Anhaltspunkte, um an der Glaub-
würdigkeit der Bestätigung der Arbeitgeberin des Gesuchsgegners zu zwei-
feln, zumal die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren selber ange-
geben hat, von der geplanten Tätigkeit des Gesuchsgegners bei der
C._ Ltd. ohne Verdienst gewusst zu haben (Prot. S. 23).
2.2 Die Vereinbarung der Parteien umfasste eine unentgeltliche Tätigkeit des
Gesuchsgegners für das start-up Unternehmen C._ Ltd. für rund 24
Monate. Aufgrund der nunmehr eingereichte Bestätigung zeichnet sich ab,
dass die Phase der unentgeltlichen Tätigkeit des Gesuchsgegners für die
C._ Ltd. über den 31. Dezember 2014 andauert. Es kann nicht ange-
hen, dass der Gesuchsgegner über diesen Zeitpunkt hinaus seine Arbeits-
kraft unentgeltlich zur Verfügung stellt. Er hat im vorinstanzlichen Verfahren
ausgeführt, dass er davon ausgehe, dass sich das Engagement bei der
C._ Ltd. nach einer Übergangszeit von rund 24 Monaten finanziell loh-
nen werde. Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Gesuchsgegner gehalten,
eine Anstellung zu suchen, welche es ihm erlaubt, einen Verdienst zu erzie-
len. Es ist daher die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens auf Sei-
ten des Gesuchsgegners zu prüfen.
Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen Leis-
tungsvermögen des Pflichtigen, das Voraussetzung und Bemessungsgrund-
lage der Beitragspflicht bildet, abgewichen und statt dessen von einem hy-
pothetischen Einkommen ausgegangen werden, falls und soweit der Pflich-
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tige bei gutem Willen bzw. bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr zu ver-
dienen vermöchte, als er effektiv verdient. Wo die reale Möglichkeit einer
Einkommenssteigerung fehlt, muss eine solche ausser Betracht bleiben.
Diesen Grundsatz hat das Bundesgericht für sämtliche Matrimonialsachen
festgehalten (so in BGE 117 II 16 S. 17 f. E. 1b für den Eheschutz). In die-
sem Zusammenhang ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen zumut-
bar ist; Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit
möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137
III 118 Erw. 2.3 S. 212 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist in rechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass der Ge-
suchsgegner eine langjährige Berufserfahrung in der Finanzbranche vorwei-
sen kann. Nach Anstellungen bei der D._ in London sowie bei der
E._ und der F._ arbeitete der Gesuchsgegner von 2003 bis 2009
als Managing Director bei der G._ (Urk. 66/3). Vor seiner derzeitigen
Anstellung als Director bei der im Bereich der Corporate Finance tätigen
C._ Ltd. in London war er von 2010 bis 2012 als Banker bei der
H._ Bank Limited angestellt und erzielte ein monatliches Nettoeinkom-
men von Fr. 27'140.– (VI-Prot. S. 45). Vor diesem Hintergrund ist es dem
Gesuchsgegner zumutbar und möglich, in der Finanzbranche eine leitende
Anstellung zu finden. In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der heu-
te 49-jährige Gesuchsgegner mit Blick auf seine gute Gesundheit und die
fehlenden Betreuungsaufgaben uneingeschränkt arbeitsfähig ist. In Anbe-
tracht seines zuletzt erwirtschafteten Einkommens von Fr. 27'140.– sowie
der Tatsache, dass der Gesuchsgegner selber ausführt, dass die Tätigkeit
bei der C._ Ltd. nach einer Anlaufphase lukrativ sein werde (VI-Prot. S.
39), sollte es für den Gesuchsgegner möglich sein, monatliche Einkünfte in
derselben Grössenordnung zu erwirtschaften.
Bei der Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann dem Gesuchsgegner ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet werden kann, gilt es zu berücksichtigen,
dass dem Verpflichteten eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen ist,
um die rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umzusetzen (BGE 129 III
- 16 -
417 Erw. 2.2 S. 421 m.H.; BGer 5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, Erw. 1.1).
Diese Übergangsfrist ist im vorliegenden Fall mit rund vier Monaten eher
kurz anzusetzen, da der Gesuchsgegner bereits anlässlich der Hauptver-
handlung vom 16. Januar 2014 ausgeführt hatte, nach anderen Stellen Aus-
schau zu halten (Prot. S. 38).
Zusammenfassend ist beim Gesuchsgegner bis zum 31. Juli 2015 davon
auszugehen, dass er mit seinem Engagement bei der C._ Ltd. keine
Einkünfte erzielt. Ab 1. August 2015 ist ihm ein Einkommen im Umfang von
Fr. 27'000.– pro Monat anzurechnen.
2.3 Im Berufungsverfahren hat die Gesuchstellerin neu vorgebracht, die berufli-
che Situation des Gesuchsgegners habe sich im Jahr 2014 geändert. Er ar-
beite mittlerweile als Managing Director für I._ Limited (fortan I._)
in London (Urk. 62 S. 5). Sie stellte im Rahmen ihrer Berufung den Beweis-
antrag, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, sämtliche zwischen ihm und
der I._ bestehenden Vereinbarungen sowie sämtliche Belege betref-
fend die von Letzterer an den Gesuchsgegner ausgerichteten Zahlungen
einzureichen (Urk. 62 S. 5). Diesen Beweisantrag wiederholt die Gesuchstel-
lerin im Rahmen ihrer Berufungsantwort im Zweitberufungsverfahren (Urk.
88/67 S. 5).
Der Gesuchsgegner führte hierauf aus, er beziehe kein Einkommen aus sei-
nem Engagement für die I._, welches er vor allem deshalb eingegan-
gen sei, weil er dadurch in Besitz zweier Lizenzen gekommen sei, welche für
sein berufliches Fortkommen wichtig seien. Da kein schriftlicher Arbeitsver-
trag und auch keine anderweitige schriftliche Tätigkeitsvereinbarung mit der
I._ bestehe, könne eine solche nicht eingereicht werden (Urk. 70 S. 5).
Die I._ bestätigt in einem Schreiben vom 10. Juli 2014, dass der Ge-
suchsgegner bis zu diesem Zeitpunkt kein Einkommen aus seinem Enga-
gement bei der I._ generiert habe und dass keine aktuelle Vereinba-
rung bestehe, in welcher ein Zahlungsaufschub für ein allfälliges Einkommen
des Gesuchsgegners festgehalten werde (Urk. 72/1). Der Gesuchsgegner
- 17 -
hat damit glaubhaft dargelegt, dass er keine Unterlagen mit Bezug auf das
Engagement bei der I._ einreichen kann und bis anhin keine Zahlungen
aus diesem Engagement erfolgt sind. Er ist damit seiner Auskunftspflicht
ausreichend nachgekommen, womit der Beweisantrag der Gesuchstellerin
hinfällig wird. Dem Gesuchsgegner kann damit mit Blick auf seine Tätigkeit
für die I._ kein Einkommen angerechnet werden.
3. Einkommen der Gesuchstellerin
3.1 Die Vorinstanz hat festgehalten, dass die Gesuchstellerin im Jahr 2013 aus
ihrer Anstellung bei der J._ AG ein monatliches Nettoeinkommen von
Fr. 92.40 erzielt habe. Zudem habe sie ab Ende Dezember 2013 im Rahmen
ihrer Tätigkeit für die K._ GmbH ein Pauschalhonorar von Fr. 1'000.–
zur Deckung ihrer Spesen erhalten. Die Spesen seien nicht als Nettoein-
künfte anzurechnen, da sie effektiven Ausgaben der Gesuchstellerin ent-
sprechen würden. Entsprechend seien im Bedarf der Gesuchstellerin keine
Berufsauslagen zu berücksichtigen. Schliesslich generiere sie mit der Ver-
mietung ihrer Liegenschaft in L._ monatlich Fr. 404.– an Mietertrag.
Dass die Gesuchstellerin aus ihren Anstellungen bei M._ LLP und der
N._ LLP keine Einkünfte erziele, sei glaubhaft (Urk. 63 S. 31-34). All
dies machten die Parteien nicht zum Thema des Berufungsverfahrens, wes-
halb es dabei sein Bewenden hat. Einzig anzufügen bleibt, dass entgegen
der Darstellung der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren (Urk. 76 S. 8)
auch weiterhin von einer Tätigkeit bei der K._ GmbH mit einem Pau-
schalhonorar für Spesen von Fr. 1'000.– auszugehen ist. Einerseits stellt der
von der Gesuchstellerin zum Nachweis der Befristung der Anstellung einge-
reichte Vermittlungsvertrag (Urk. 77/9) ein unzulässiges Novum dar, datiert
er doch vom 18. November 2013. Zum anderen wird die Gesuchstellerin auf
der Website der K._ GmbH nach wie vor als "director" und "key account
manager" geführt (http://www.K._.com/team/; zuletzt besucht am 10.
März 2015).
3.2 Neu führt die Gesuchstellerin aus, ab 1. März 2015 zur Verwaltungsrätin der
K._ GmbH ernannt worden zu sein und in diesem Zusammenhang
- 18 -
erstmals per Ende März 2015 ein Pauschalhonorar von Fr. 1'000.– pro Mo-
nat zu erhalten (Urk. 93 S. 3). Da es sich bezüglich dieser Spesenentschä-
digung um die Vergütung von effektiven Auslagen handelt, ist sie nicht als
Verdienst anzurechnen, dafür sind aber keine Bedarfspositionen für Berufs-
auslagen zu berücksichtigen.
3.3 In Frage steht die Arbeitsfähigkeit der Gesuchstellerin sowie die allfällige An-
rechnung eines hypothetischen Einkommens. Dr. med O._ attestierte
der Gesuchstellerin mit Zeugnissen vom 3. August 2013 (Urk. 3/6), 4. No-
vember 2013 (Urk. 21/7) und 4. April 2014 (Urk. 53/31) eine Arbeitsunfähig-
keit von 100% (30. Juli 2013 bis 31. Oktober 2013) bzw. 80% (vom 4. No-
vember 2013 bis 30. Juni 2014). Die Psychologin Dr. phil P._ bestätigte
mit Schreiben vom 2. November 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis
Ende Dezember 2013 (Urk. 21/7 S. 2) bzw. mit Schreiben vom 31. März
2014 eine solche von 80% bis Ende Juni 2014 (Urk. 53/31). Im Berufungs-
verfahren hat die Gesuchstellerin neu zwei ärztliche Zeugnisse von Dr. med.
O._ vom 31. Juli 2014 bzw. 8. Oktober 2014 eingereicht, welche ihr ei-
ne 80%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Dezember 2014 attestieren (Urk. 78/8
und Urk. 84 und Urk. 86). Überdies reichte sie ein Schreiben von Dr. phil.
P._ vom 22. Mai 2014 ins Recht, in welchem Letztere darauf hinweist,
dass die Gesuchstellerin voraussichtlich erst ab Juni 2015 vollständig leis-
tungsfähig sein werde (Urk. 66/4 S. 1).
3.4 Der Gesuchsgegner stellt die Glaubhaftigkeit der ärztlichen Zeugnisse in
Frage. Er macht geltend, es handle sich um reine Gefälligkeitsgutachten,
was er im vorinstanzlichen Verfahren ausführlich begründet habe. Die Vor-
instanz habe sich mit seinen diesbezüglichen Argumenten nicht auseinan-
dergesetzt und pauschal darauf verwiesen, dass keine Gründe bestehen
würden, um an der Glaubhaftigkeit der ärztlichen Atteste zu zweifeln. Hinzu
komme, dass die Vorinstanz ihm das Attest von Dr. phil. P._ vom
31. März 2014 (Urk. 53/31) vor Erlass des Urteils nicht zugestellt habe, wes-
halb er keine Gelegenheit zur Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren
gehabt habe. Gleiches gelte mit Bezug auf die gesuchstellerische Eingabe
- 19 -
vom 24. Februar 2014 samt Beilagen (Urk. 47 und Urk. 48/18-30),
(Urk. 88/62 S. 11 f.).
3.5 In der Tat hat die Vorinstanz dem Gesuchsgegner das Zeugnis von Dr. phil.
P._ vom 31. März 2014 (Urk. 53/31) sowie die gesuchstellerische Ein-
gabe vom 24. Februar 2014 (Urk. 47 und Urk. 48/18-30) nicht zur Kenntnis-
nahme zugestellt. Damit hat sie dem Gesuchsgegner die Möglichkeit zur
Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren vereitelt. Diese Gehörsverlet-
zung kann aber im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, wenn die Rechts-
mittelinstanz den angefochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher
Hinsicht frei überprüfen kann. Zudem darf der Partei, welche das Rechtsmit-
tel ergriffen hat, kein Nachteil durch die Heilung erwachsen (vgl. BGE 129 I
129 Erw. 2.2.3 S. 135; BGE 126 I 68 Erw. 2 S. 7; BGE 122 II 274 Erw. 6 S.
285). Das Obergericht verfügt im Berufungsverfahren über eine umfassende
Kognition (vgl. Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zü-
rich/Basel/Genf 2013, Art. 310 N 6), mithin über die gleiche Kognition wie die
Vorinstanz. Der Berufungsinstanz steht daher im Rahmen der Berufungsan-
träge eine uneingeschränkte Überprüfung des angefochtenen Entscheides
zu. Der Gesuchsgegner hat in seiner Berufung umfassend zum Zeugnis von
Dr. phil. P._ vom 31. März 2014 (Urk. 53/31) sowie der gesuchstelleri-
schen Eingabe vom 24. Februar 2014 (Urk. 47 und Urk. 48/18-30) Stellung
nehmen können. Die Gehörsverletzung kann mithin als im Rechtsmittelver-
fahren geheilt gewertet werden.
3.6 Was die Einwände des Gesuchsgegners gegen die Glaubhaftigkeit der ärzt-
lichen Zeugnisse anbelangt, gilt es Folgendes festzuhalten:
Die Atteste von Dr. med. O._ erwecken in der Tat Zweifel. Als Internis-
tin bescheinigt sie der Gesuchstellerin jeweils für mehrere Monate eine Ar-
beitsunfähigkeit im Umfang von anfangs 100%, später von 80%. Eine Be-
gründung zu den Ursachen der Krankschreibung fehlt. Vielmehr stellt
Dr. med. O._ seit nunmehr eineinhalb Jahren pauschal unter dem
Stichwort "Krankheit" Bescheinigungen zur Arbeitsfähigkeit aus. Wie den
- 20 -
Ausführungen der Gesuchstellerin sowie den Attesten der Psychotherapeu-
tin Dr. phil. P._ entnommen werden kann, liegt der Arbeitsunfähigkeit
der Gesuchstellerin ein psychisches Leiden zu Grunde. Weshalb Dr. med.
O._ als Internistin mit dieser Sache betraut ist, leuchtet nicht ein. Es
wäre zu erwarten, dass eine Patientin mit einem psychischen Leiden, wel-
ches nach der Bescheinigung von Dr. med. O._ immerhin zu einer Ar-
beitsunfähigkeit von 80% führt, an eine Psychiaterin überwiesen wird. Die
Tatsache, dass Dr. med. O._ der Gesuchstellerin als Internistin für je-
weils mehrere Monate im Voraus wegen eines psychischen Leidens ein ärzt-
liches Zeugnis ausstellt, erscheint jedenfalls ungewöhnlich.
Auch die Atteste der behandelnden Psychotherapeutin Dr. phil. P._ er-
scheinen zweifelhaft. Im Gegensatz zu Dr. med. O._ begründet sie ihre
Krankschreibungen. Die Begründung erscheint aber höchst fraglich. Bereits
am 2. November 2013 führte sie aus, "aufgrund der immer noch sehr belas-
tenden Trennungssituation und vor allem, da das Finanzielle noch in keiner
Weise geregelt ist", erachte sie den Gesundheitszustand der Gesuchstellerin
als instabil (Urk. 21/7 S. 2). Dieselbe Begründung lag dem Attest vom 3. Ja-
nuar 2014 zugrunde (Urk. 39/23 S. 2). Auch im Schreiben vom 22. Mai 2014
führte die Psychotherapeutin aus, die Gesuchstellerin sei zu 80% arbeitsun-
fähig, wegen "der lange andauernden Trennungssituation und vor allem, da
der Unterhalt immer noch nicht geregelt ist" (Urk. 66/4). Diese Begründung
kann - jedenfalls über einen derart langen Zeitraum - nicht akzeptiert wer-
den, ansonsten sämtliche Parteien von familienrechtlichen Verfahren ar-
beitsunfähig sein müssten. Es mag sein, dass eine Krankschreibung kurz
nach einer Trennung aufgrund der akuten Stresssituation angezeigt ist. Oh-
ne weitergehende Diagnose eines psychischen Leidens wie z.B. einer De-
pression kann die anhaltende Trennungssituation und schon gar nicht die
Tatsache, dass der Unterhalt noch nicht geregelt ist, aber nicht als Grund für
eine Krankschreibung im Umfang von 80% herhalten. Wie Dr. phil. P._
in ihrem letzten Attest vom 22. Mai 2014 gestützt auf diese Begründung eine
Prognose des Gesundheitszustandes der Gesuchstellerin für das gesamte
darauffolgende Jahr vornehmen kann (vgl. Urk. 66/4), erstaunt nicht minder.
- 21 -
3.7 Gesamthaft gesehen erscheinen die Zeugnisse von Dr. med. O._ und
Dr. phil. P._ wenig geeignet, um eine unbegrenzte Arbeitsunfähigkeit
der Gesuchstellerin für alle Zukunft glaubhaft zu machen. Dies umso mehr,
als dass das Verhalten der Gesuchstellerin nicht in jeder Hinsicht mit dem
von ihr behaupteten Gesundheitszustand übereinstimmt. So reiste sie im
letzten Jahr nach München an das Oktoberfest (Urk. 47 S. 2) und besucht
wöchentlich Tanzstunden (Urk. 41/14). Vor diesem Hintergrund ist es der
Gesuchstellerin nicht gelungen, glaubhaft zu machen, dass eine Arbeitsun-
fähigkeit vorliegt. Der Gesuchstellerin ist daher ein hypothetisches Einkom-
men anzurechnen. Entgegen dem Gesuchsgegner (Urk. 88/62 S. 17) kann
dieses aber nicht rückwirkend angenommen werden. Bei der Frage nach
dem Zeitpunkt der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens gilt es
nämlich zu berücksichtigen, dass dem Betroffenen eine angemessene
Übergangsfrist einzuräumen ist, um die rechtlichen Vorgaben in die Wirk-
lichkeit umzusetzen (BGE 129 III 417 Erw. 2.2 S. 421 m.H.; BGer
5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, Erw. 1.1; Entscheid des Kassationsge-
richtes des Kantons Zürich vom 3. Mai 1999 Nr. 98/527 S. 6 und 8, mit Ver-
weis auf BGE 123 III 1 ff.; BGE 117 II 17). Eine rückwirkende Festsetzung
eines hypothetischen Einkommens ist daher grundsätzlich unzulässig, da
eine reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt (BGE 128 III 4 Erw.
4a S. 5; BGE 117 II 16 Erw. 1b S. 17). Höchstens in seltenen Ausnahmefäl-
len ist eine rückwirkende Annahme eines hypothetischen Einkommens in
Betracht zu ziehen, wenn dem Betroffenen ein unredliches Verhalten vorzu-
werfen wäre (BGer 5P.79/2004 vom 10. Juni 2004 Erw. 4.3). Ein solches ist
vorliegend nicht auszumachen. Dass die Gesuchstellerin unter der Tren-
nungssituation leidet, wird nicht in Abrede gestellt. Dass Dr. med. C.
O._ und Dr. phil. S. P._ diesem Leiden - aus Sicht des Gerichts zu
Unrecht - langfristigen Krankheitswert zugeschrieben haben, kann aber nicht
der Gesuchstellerin angelastet werden. Aus diesem Grund hat eine Anrech-
nung eines hypothetischen Einkommens erst für die Zukunft - mit einer kurz
bemessenen Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2015 - zu erfolgen.
- 22 -
3.8 Die Vorinstanz ermittelte ein hypothetisch erzielbares Einkommen der Ge-
suchstellerin von Fr. 7'500.– netto (Urk. 63 S. 68). Die Gesuchstellerin bringt
in ihrer Berufung vor, hierzu nicht in der Lage zu sein, da sie nicht arbeitsfä-
hig sei (Urk. 62 S. 9). Zur Höhe eines möglichen Verdienstes bei vollständi-
ger Arbeitsfähigkeit äussert sie sich hingegen nicht. Es bleibt daher bei dem
von der Vorinstanz festgesetzten hypothetischen Einkommen der Gesuch-
stellerin von Fr. 7'500.– netto pro Monat. Damit ist der Gesuchstellerin ab
1. Juni 2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 7'500.– netto
anzurechnen.
4. Bedarf der Gesuchstellerin
4.1 Die Vorinstanz hat den Bedarf der Gesuchstellerin auf Fr. 7'733.– (1. Juni
2013 bis 30. September 2014) resp. Fr. 7'358.– (ab 1. Oktober 2014) festge-
setzt (Urk. 63 S. 44). Die Gesuchstellerin beharrt im Berufungsverfahren auf
dem bereits vor Vorinstanz geltend gemachten Bedarf von Fr. 14'400.– und
kritisiert einzelne Bedarfspositionen, welche in der Folge zu untersuchen
sind.
4.2 Unter dem Titel Mietkosten hat die Vorinstanz der Gesuchstellerin den aus-
gewiesenen Betrag von Fr. 3'400.– angerechnet. Ab 1. Oktober 2014 ist sie
allerdings von einem reduzierten Mietzins ausgegangen, da der gesuchstel-
lerische Mietzins auf einem Hypothekarzinssatz von 3.25% basiere und die
Gesuchstellerin daher auf den nächstmöglichen Kündigungstermin ein Re-
duktionsbegehren stellen könne. Unter Berücksichtigung der Teuerung sei
damit von einem Mietzins von Fr. 3'025.– auszugehen (Urk. 63 S. 39 f.).
Die Gesuchstellerin kritisiert im Rahmen der Berufung, sie könne keine
Mietzinsanpassung verlangen, da sie mit den Vermietern in einem sehr gu-
ten Einvernehmen stehen würde, was sie nicht gefährden wolle (Urk. 62
S. 11). Damit ist die Gesuchstellerin nicht zu hören. Ein gutes Einvernehmen
mit den Vermietern stellt keinen Hinderungsgrund für ein Senkungsbegehren
dar, zumal die Gesuchstellerin hierauf von Gesetzes wegen einen Anspruch
hat. Dass die Gesuchstellerin nach dem vorinstanzlichen Urteil keine Miet-
- 23 -
zinsreduktion verlangt hat und der Mietzins unverändert Fr. 3'400.– beträgt,
hat sie sich selber zuzuschreiben. Aus diesem Grund ist ab 1. Oktober 2014
von einem Mietzins von Fr. 3'025.– auszugehen.
4.3 Mit Bezug auf die Stromkosten führte die Vorinstanz aus, diese seien aus
dem Grundbetrag zu bezahlen (Urk. 63 S. 40). Dies ist zutreffend, weshalb
die von der Gesuchstellerin erhobene Kritik, wonach die Stromkosten belegt
seien (Urk. 62 S. 11), nicht zu hören ist.
4.4 Auch mit Bezug auf die Kommunikationskosten führt die Gesuchstellerin
einzig aus, diese seien belegt (Urk. 62 S. 11). Die Vorinstanz hat diesbezüg-
lich erwogen, der Gesuchstellerin werde der gerichtsnotorische Betrag für
private Kommunikation von Fr. 120.– (inkl. Billag) angerechnet. Die restli-
chen von der Gesuchstellerin geltend gemachten Kommunikationskosten
würden sich grösstenteils aus Kosten im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit
zusammensetzen, zumal sie viele Anrufe ins Ausland tätigen müsse. Da die
Gesuchstellerin von der K._ GmbH eine Spesenpauschale von Fr.
1'000.– erhalte, seien die Kommunikationskosten im Zusammenhang mit der
beruflichen Tätigkeit der Gesuchstellerin nicht in ihrem Bedarf zu berück-
sichtigen (Urk. 63 S. 40). Mit diesen vorinstanzlichen Erwägungen setzt sich
die Gesuchstellerin nicht auseinander und kommt damit ihrer Begründungs-
pflicht nicht nach. Eine Korrektur der veranschlagten Kommunikationskosten
fällt daher ausser Betracht.
4.5 Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin unter dem Titel Hundekosten
Fr. 250.– pro Monat angerechnet. Sie hat diesbezüglich erwogen, dass Kos-
ten im Zusammenhang mit Haustieren grundsätzlich aus dem Grundbetrag
zu bestreiten seien. Vorliegend hätten die Parteien aber bereits vor Ehe-
schluss Hunde gehalten und dies sei gerade Ausdruck des erhöhten eheli-
chen Lebensstandards der Gesuchstellerin gewesen. Ein Hund koste ge-
mäss Beobachter (www.beobachter.ch/dossier/familienhaustiere/arti-
kel/haustiere_die-preisfrage) im Durchschnitt pro Monat Fr. 125.–. Auf diese
Erwägungen geht die Gesuchstellerin in ihrer Berufung mit keinem Wort ein,
sondern lässt einzig ausführen, die Hundekosten von Fr. 1'000.– seien be-
- 24 -
legt. Unabhängig davon, dass die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Ver-
fahren lediglich regelmässig anfallende Hundekosten von Fr. 127.– pro
Hund belegen konnte (Krankenversicherung der Hunde von Fr. 64.– pro
Monat, die Hundesteuer von Fr. 21.70 pro Monat sowie Selbstbehaltskosten
von Fr. 42.– pro Hund, Urk. 41/8), kommt die Gesuchstellerin mit dem pau-
schalen Hinweis ihrer Begründungspflicht nicht nach. Es bleibt daher bei
dem von der Vorinstanz festgesetzten Betrag von Fr. 250.–.
4.6 Mit Bezug auf die Mobilitätskosten hat die Vorinstanz im gesuchstellerischen
Bedarf Fr. 300.– berücksichtigt. Zur Begründung hat sie erwogen, dass die
Kosten für die berufliche Benützung des Auto mit der Spesenpauschale ih-
res Arbeitgebers abgegolten seien und es angemessen erscheine, ihr
Fr. 300.– als Mobilitätskosten für private Zwecke im Bedarf einzurechnen
(Urk. 63 S. 42). Die Gesuchstellerin fordert die Berücksichtigung von
Fr. 1'869.50 pro Monat unter Zugrundelegung von zwei Fahrzeugen (Audi
Q7 und Audi A4). Diese Fahrzeuge seien gemeinsam angeschafft worden
und der Gesuchsgegner habe sie bei seinem Weggang einfach bei der Ge-
suchstellerin stehen lassen (Urk. 62 S. 11). Mit den vorinstanzlichen Erwä-
gungen bezüglich der teilweisen Abgeltung der Fahrzeugkosten durch die
Spesenpauschale setzt sich die Gesuchstellerin nicht auseinander. Sie legt
nicht dar, dass die von ihr geltend gemachten Mobilitätskosten ausschliess-
lich privaten Charakter hätten. Hinzu kommt, dass die Gesuchstellerin an-
gibt, dass die Parteien während gelebter Ehe über zwei Fahrzeuge verfügt
hätten (Urk. 40 S. 3), womit auf der Hand liegt, dass ein Auto pro Ehegatte
zum ehelichen Standard gehört hat und nicht die Gesuchstellerin über beide
Autos verfügt hat. So räumt die Gesuchstellerin selber ein, dass der Lea-
singvertrag für den Audi A4 auf den Gesuchsgegner lautet und die Leasing-
raten von ihm beglichen werden (Urk. 40 S. 3). Dass ihr im Zusammenhang
mit dem Audi A4 irgendwelche Auslagen (Benzin, Versicherungen, Ver-
kehrsabgaben, etc.) anfallen, legt die Gesuchstellerin nicht dar. Der blosse
Umstand, dass das Auto an ihrem Wohnort steht, führt noch nicht zu einer
Kostenbelastung. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass bloss ein
Fahrzeug zum massgebenden Standard der Gesuchstellerin gehört hat und
- 25 -
dass ein Teil der entstehenden Kosten von der Spesenpauschale der
K._ GmbH abgegolten wird, erscheint der von der Vorinstanz berück-
sichtigte Betrag von Fr. 300.– angemessen.
4.7 Was die Bedarfsposition der ungedeckten Arztkosten anbelangt, hat die Vo-
rinstanz ausgeführt, die Gesuchstellerin könne die von ihr geltend gemach-
ten Fr. 500.– pro Monat nicht nachweisen. Die Psychologin Dr. phil. P._
bestätige lediglich pauschal, dass die Gesuchstellerin im Jahr 2013 ihre pro-
fessionelle Unterstützung im Umfang von Fr. 500.– in Anspruch genommen
habe. Allfällige effektiven Kosten seien damit nicht belegt und daraus folge
nicht, das die Kosten von Fr. 500.– automatisch einem Selbstbehalt der Ge-
suchstellerin in selbigem Umfang entsprechen würden. Die Gesuchstellerin
habe lediglich glaubhaft gemacht, dass ihre Franchise pro Jahr Fr. 1'500.–
betrage, was monatliche Kosten von Fr. 125.– nach sich ziehe (Urk. 63 S.
41). Die Gesuchstellerin führt im Rahmen ihrer Berufung aus, die Kosten
von Fr. 500.– seien belegt und sie sei auf psychologische Unterstützung an-
gewiesen (Urk. 62 S. 11). Damit setzt sie sich in keiner Weise mit den vo-
rinstanzlichen Erwägungen zur Frage der effektiven Kosten auseinander und
zeigt nicht auf, weshalb der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft sein soll. Es
bleibt daher bei dem von der Vorinstanz festgesetzten Betrag von Fr. 125.–.
Hinzu kommen Fr. 60.– für die Kontaktlinsen. Dieser Betrag blieb unange-
fochten.
4.8 Unter dem Titel Freizeit (Ferien, Taschengeld, Sport, Tango), Haushalt (Le-
bensmittel, Drogerie, Kosmetik), Bekleidung, Coiffeur sowie Kultur (Zei-
tungsabo, Theater, Kino, Literatur, auswärtiges Essen) hat die Vorinstanz
keinen Betrag berücksichtigt und ausgeführt, dass die entsprechenden Aus-
gaben nicht belegt resp. teilweise aus dem erweiterten Grundbetrag zu be-
gleichen seien (Urk. 63 S. 43). Die Gesuchstellerin macht in diesem Zu-
sammenhang geltend, die Kosten für Kultur, Haushalt und Bekleidung wür-
den auch ohne Nachweis in jedem Fall anfallen und seien in der geltend
gemachten Höhe keineswegs überrissen. Die Kosten für Freizeit und den
Coiffeur seien ausgewiesen. Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin sind
- 26 -
die geltend gemachten Kosten für Kultur, Haushalt und Bekleidung nicht oh-
ne entsprechenden Nachweis im Bedarf zu berücksichtigen. Es ist Aufgabe
des Unterhaltsberechtigen seinen Bedarf glaubhaft zu machen. Wenn die
Gesuchstellerin ausführt, die Kosten für Freizeit seien belegt (Urk. 62 S. 11),
ist darauf hinzuweisen, dass lediglich zwei Belege für das Fitnessabonne-
ment sowie Tangostunden in den Akten liegen (Urk. 41/13 und 14), welche
beide eine Zeitperiode nach der Trennung der Parteien betreffen. Gleiches
gilt für die Bestätigung des Coiffeurs Q._ vom 30. Dezember 2013 (Urk.
41/15).
4.9 Schliesslich kritisiert die Gesuchstellerin den von der Vorinstanz unter dem
Titel Steuern berücksichtigte Betrag von Fr. 886.–. Sie begründet dies mit
den von ihr verlangten höheren Unterhaltsbeiträgen. Wie nachstehend auf-
gezeigt wird, erfährt der vom Gesuchsgegner zu leistende Unterhaltsan-
spruch mit Bezug auf die Höhe keine Veränderung, weshalb es bei dem von
der Vorinstanz festgelegten Steuerbetrag bleibt.
4.10 Gesamthaft ist auf Seiten der Gesuchstellerin in Übereinstimmung mit der
Vorinstanz von einem Bedarf von Fr. 7'733.– vom 1. Juni 2013 bis 30. Sep-
tember 2014 sowie von Fr. 7'358.– ab 1. Oktober 2014 auszugehen.
5. Bedarf des Gesuchsgegners
5.1 Die Vorinstanz hat auf die Festsetzung des Bedarfs des Gesuchsgegners
verzichtet, da sie ihn angesichts seines liquiden Vermögens ohnehin als leis-
tungsfähig eingeschätzt hat (Urk. 63 S. 44 f.). Um die Frage beantworten zu
können, ob der Gesuchsgegner zur Deckung des Bedarfs der Parteien
durch Vermögensverzehr in der Lage ist, ist es aber entscheidend zu wis-
sen, wie hoch dieser Bedarf ist. Der Bedarf des Gesuchsgegners ist vor die-
sem Hintergrund zu bestimmen.
5.2 Der Gesuchsgegner hat vor Vorinstanz einen Bedarf von Fr. 12'250.– gel-
tend gemacht (Urk. 42 S. 23). Folgende Positionen sind im Bedarf des Ge-
suchstellers zu berücksichtigen:
- 27 -
a) Grundbetrag Fr. 1'500
b) Hypothekarzinsen ... Avenue Fr. 1'168 Urk. 37/4
c) Hypothekarzinsen ... Fr. 205 Urk. 37/31
d) Haushaltsversicherung ... Avenue Fr. 74 Urk. 37/5
e) Strom ... Avenue Fr. 0
f) Gas ... Avenue Fr. 184 Urk. 37/7
g) Wasser ... Avenue Fr. 15 Urk. 37/8
h) Wartung Alarmanlage ... Avenue Fr. 107 Urk. 37/9
i) Kommunikation Grossbritannien Fr. 140 Urk. 37/10
j) TV-Gebühren Grossbritannien Fr. 18 Urk. 37/11
k) Motorfahrzeugversicherung 
Fr. 68 Urk. 37/12
l) Grundsteuern Grossbritannien Fr. 270 Urk. 37/14
m) Hypothekarzinsen ... Fr. 5'381 Urk. 37/15-17
n) Strom ... Fr. 0
o) Gebäudeversicherung ... Fr. 258 Urk. 37/19
p) Wasser/Abwasser ... Fr. 22 Urk. 37/20
q) Abfallgebühren ... Fr. 30 Urk. 37/21
r) Kaminkehrer ... Fr. 10 Urk. 37/22
s) Wartung Haustechnik ... Fr. 53 Urk. 37/23
- 28 -
t) Kommunikation Deutschland Fr. 53 Urk. 37/27
u) Grundsteuer Deutschland Fr. 137 Urk. 37/24
v) Hundesteuer Deutschland Fr. 12 Urk. 37/25
w) Zweitwohnungssteuer Deutschland Fr. 326 Urk. 37/26
x) Mobilität Fr. 300
y) Hundebetreuung Fr. 125
Total Fr. 10'456
Zu den einzelnen Bedarfspositionen ist Folgendes auszuführen:
a) Der Gesuchstellerin wurde mit Verweis auf den gehobenen Lebensstandard
ein erhöhter Grundbetrag von Fr. 1'500.– im Bedarf berücksichtigt. Dasselbe
hat für den Gesuchsgegner zu gelten.
b) Die Hypothekarzinsen für die Liegenschaft des Gesuchsgegner in R._
an der ... Avenue sind ausgewiesen (Urk. 37/4). Der Gesuchsgegner besitzt
insgesamt drei Liegenschaften, wobei er eine davon - die Liegenschaft an
der ... in R._ - vermietet. Die Liegenschaft an der ... Avenue in R._
sowie diejenige an der ... in S._ bewohnt der Gesuchsgegner selber.
Diesbezüglich ist zu bemerken, dass eine Partei grundsätzlich keinen An-
spruch darauf hat, zwei Liegenschaften als Wohnsitz zu nutzen. Im vorlie-
genden Fall entsprach genau dies aber seit jeher der Usanz der Parteien.
Der Gesuchsgegner verfügte sowohl vor wie auch nach dem Eheschluss
über mehrere Liegenschaften, welche er nicht vermietet, sondern selber be-
wohnt hat. Es entsprach daher dem ehelichen Standard der Parteien. Aus
diesem Grund sind dem Gesuchsgegner die Kosten für beide von ihm be-
wohnten Liegenschaften im Bedarf anzurechnen.
c) Die Hypothekarzinsen für die Liegenschaft des Gesuchsgegner in R._
an der ... sind ausgewiesen (Urk. 37/31).
- 29 -
d) Die Kosten für die Haushaltsversicherung der Liegenschaft an der ... Avenue
sind ausgewiesen (Urk. 37/5).
e) Wie bei der Gesuchstellerin ist der Gesuchsgegner für die Stromkosten auf
den erweiterten Grundbetrag zu verweisen.
f) Die Kosten für Gas für die Liegenschaft an der ... Avenue sind ausgewiesen
(Urk. 37/7).
g) Die Wassergebühren für die Liegenschaft an der ... Avenue sind ausgewie-
sen (Urk. 37/8).
h) Die Kosten für die Wartung der Alarmanlage für die Liegenschaft an der ...
Avenue sind ausgewiesen (Urk. 37/9).
i) Die Kommunikationskosten in Grossbritannien sind ausgewiesen (Urk.
37/10).
j) Die Kosten für die TV-Gebühren in Grossbritannien sind ausgewiesen (Urk.
37/11).
k) Die Kosten für die Motorfahrzeugversicherung in Grossbritannien sind aus-
gewiesen (Urk. 37/12).
l) Die Kosten für die Grundsteuer in Grossbritannien sind ausgewiesen (Urk.
37/14).
m) Die Hypothekarzinsen für die Liegenschaft des Gesuchsgegners in S._
an der ... sind ausgewiesen (Urk. 37/15-17).
n) Wie bei der Gesuchstellerin ist der Gesuchsgegner für die Stromkosten auf
den erweiterten Grundbetrag zu verweisen.
o) Die Kosten für die Gebäudeversicherung der Liegenschaft an der ... sind
ausgewiesen (Urk. 37/19).
- 30 -
p) Die Wasser- und Abwasserkosten für die Liegenschaft an der ... sind aus-
gewiesen (Urk. 37/20).
q) Die Abfallgebühren für die Liegenschaft an der ... sind ausgewiesen (Urk.
37/21).
r) Die Gebühren für den Kaminfeger für die Liegenschaft an der ... sind aus-
gewiesen (Urk. 37/23).
s) Die Kosten für die Wartung der Haustechnik für die Liegenschaft an der ...
sind ausgewiesen (Urk. 37/20).
t) Die Kommunikationskosten in Deutschland (Telefon/Internet) sind ausge-
wiesen (Urk. 37/27).
u) Die Kosten für die Grundsteuer in Deutschland sind ausgewiesen (Urk.
37/24).
v) Die Kosten für die Hundesteuer in Deutschland sind ausgewiesen (Urk.
37/25).
w) Die Kosten für die Zweitwohnungsteuer in Deutschland sind ausgewiesen
(Urk. 37/26).
x) Mobilitätskosten sind keine ausgewiesen. Aus Gleichbehandlungsüberle-
gungen sind dem Gesuchsgegner indes dieselben Kosten wie der Gesuch-
stellerin im Bedarf anzurechnen, nachdem unbestritten ist, dass zum eheli-
chen Standard stets die Benützung eines Fahrzeuges gehört hat.
y) Der Gesuchsgegner legt eine Rechnung über EUR 277.41 für die Betreuung
seiner beiden Hunde ins Recht (Urk. 43/19b). Damit sind zwar keine regel-
mässige Betreuungskosten für die Hunde ausgewiesen. Aus Gleichbehand-
lungsüberlegungen sind dem Gesuchsgegner indes dieselben Kosten wie
der Gesuchstellerin im Bedarf anzurechnen, nachdem unbestritten ist, dass
das Halten von Hunden stets zum ehelichen Standard gehört hat.
- 31 -
5.3 Die vom Gesuchsgegner geltend gemachten Positionen "Unterhalt ... Ave-
nue", "Pacht ...", Kosten Hausverwaltung ...", Oel ...", "Mitgliedschaften",
"Lebensversicherung" sowie "Flüge" sind nicht näher dargetan und damit
nicht glaubhaft. Sie finden entsprechend keine Berücksichtigung im ge-
suchsgegnerischen Bedarf.
5.4 Gesamthaft ist auf Seiten des Gesuchsgegner von einem Bedarf in Höhe
von Fr. 10'456.– auszugehen. Damit resultiert ein Gesamtbedarf der Partei-
en von Fr. 18'189.– (1. Juni 2013 bis 30. September 2014) resp. von Fr.
17'814.– (ab 1. Oktober 2014). Die Vorinstanz hat ausgeführt, dass die Par-
teien während des ehelichen Zusammenlebens vom 1. Januar 2013 bis
29. Mai 2013 pro Monat Fr. 17'585.20 ausgegeben haben. Damit deckt sich
der ermittelte Gesamtbedarf der Parteien in etwa mit den Ausgaben wäh-
rend gelebter Ehe. Dies ist angesichts der Tatsache, dass die Trennung der
Parteien - mit Ausnahme der Hundekosten, welche nun zweimal anfallen -
zu keinen namhaften Mehrkosten geführt hat, da die Parteien bereits wäh-
rend gelebter Ehe verschiedene Liegenschaften bewohnt haben (vgl. Urk.
63 S. 18), schlüssig.
6. Vermögen des Gesuchsgegners
6.1 Nachdem beide Parteien - mit Ausnahme vernachlässigbarer Einnahmen
aus der Vermietung ihrer jeweiligen Liegenschaft sowie der Anstellung der
Gesuchstellerin bei der K._ GmbH - über kein Einkommen aus Er-
werbstätigkeit verfügen, ist nach dem Vermögen der Parteien zu fragen. Wie
die Vorinstanz richtig festgehalten hat, ist das Einkommen die primäre Be-
messungsgrundlage. Wo es nicht ausreicht, muss (subsidiär) zur Bestrei-
tung des gebührenden Unterhalts auf das Vermögen zurückgegriffen werden
- gegebenenfalls auch auf das Eigengut eines Ehegatten (BGE 134 III 581
Erw. 3.3; ZK-Bräm, Art. 163 N 67 und N 104). Es muss einem Ehegatten un-
ter Umständen auch zugemutet werden, nicht liquides Vermögen zur Aus-
schöpfung von Kreditmöglichkeiten einzusetzen; beispielsweise ein Hypo-
thekardarlehen aufzunehmen oder aufzustocken (BK-
Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 163 N 22; ZK-Bräm, Art. 163 N 104). Der
- 32 -
Rückgriff auf das Vermögen eines Ehegatten rechtfertigt sich insbesondere
dann, wenn das Vermögen bisher ebenfalls zur Bestreitung des ehelichen
Unterhalts angezehrt wurde und entsprechender Vermögensverzehr der
bisherigen Struktur der ehelichen Gemeinschaft entspricht bzw. auch bei
weiterem Zusammenleben der Ehegatten der Unterhalt durch das Vermögen
eines Ehegatten finanziert worden wäre (BGer 5P.242/2006 vom 3. Novem-
ber 2006 Erw. 3.3).
6.2 Es ist unbestritten, dass der Gesuchsgegner seit dem Jahr 2007 für den Le-
bensunterhalt der Gesuchstellerin aufgekommen ist. Nachdem er per 1. Ja-
nuar 2013 eine Anstellung bei der C._ Ltd. ohne Verdienst angetreten
hat, haben die Parteien bis zum 29. Mai 2013 vom Vermögen des Gesuchs-
gegners gelebt. In der unterjährigen Steuererklärung 2013 weist der Ge-
suchsgegner explizit darauf hin, dass "allfällige Lebenshaltungskosten aus
bestehendem Vermögen, insbesondere Aktienverkäufen bestritten [wurde]"
(Urk. 37/1 S. 1). Das Vermögen des Gesuchsgegners wurde damit seit dem
1. Januar 2013 zur ständigen Finanzierungsquelle der Parteien und es wur-
de im Durchschnitt mit Fr. 17'585.20 pro Monat belastet (Urk. 37/1 und Urk.
37/2 sowie VI-Prot. S. 41). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat,
durfte die Gesuchstellerin angesichts der bisherigen Finanzierung des Le-
bensunterhaltes durch den Gesuchsgegner davon ausgehen, dass der Ge-
suchsgegner auch nach der Trennung - unter Umständen mittels Anzehrung
seines liquiden Vermögens - ihren Unterhalt sicherstellt. Dies umso mehr,
als die Trennung nicht zu Mehrkosten in der Finanzierung des Lebensunter-
haltes geführt hat. Es erscheint vor diesem Hintergrund nicht unangemes-
sen, wenn die Vorinstanz den Gesuchsgegner zur Finanzierung des Unter-
halts auf sein Vermögen verweist und gleichzeitig das Vermögen der Ge-
suchstellerin unberücksichtigt lässt. Dies weil bei der Festsetzung von Geld-
beträgen des einen Ehegatten an den anderen nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1
ZGB von den bisherigen, ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinba-
rungen der Ehegatten über Aufgabenteilung und Geldleistungen auszuge-
hen ist, die der ehelichen Gemeinschaft eine bestimmte Struktur gegeben
haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB). Im vorliegenden Fall wurde der Finanzbedarf
- 33 -
des Haushaltes der Parteien zunächst aus dem Einkommen des Gesuchs-
gegners, dann aus seinem Vermögen bestritten. Dieses Finanzierungsmo-
dell entsprach demnach den bisherigen Vereinbarungen der Ehegatten. Ein
Rückgriff auf das Vermögen des Gesuchsgegners erscheint daher ange-
zeigt, dies umso mehr, als dass dieser lediglich für die Dauer von zwei Jah-
ren zugemutet wird, da die Gesuchstellerin ab 1. Juni 2015 ein bedarfsde-
ckendes Einkommen erwirtschaften kann.
6.3 Die Höhe des liquiden Vermögens des Gesuchsgegners hat die Vorinstanz
auf Fr. 300'799.– beziffert (Urk. 55 S. 28). Dies wurde im Berufungsverfah-
ren nicht beanstandet. Zwar weist die Gesuchstellerin darauf hin, dass das
Liegenschaftenvermögen des Gesuchsgegners ebenfalls in die Unterhalts-
berechnung miteinzubeziehen sei (Urk. 62 S. 5). Angesichts der Tatsache,
dass das liquide Vermögen des Gesuchsgegners aber zur Deckung des ge-
bührenden Bedarfs für die massgebende Zeitperiode ausreicht, kann das
Liegenschaftenvermögen unberücksichtigt bleiben.
6.4 Die Parteien weisen einen Gesamtbedarf von Fr. 18'189.– (1. Juni 2013 bis
30. September 2014) resp. von Fr. 17'814.– (ab 1. Oktober 2014) auf. Die
Gesuchstellerin kann ihren Unterhaltsbedarf ab 1. Juni 2015 selber decken,
weshalb die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen für die Zeitspanne vom
1. Juni 2013 bis 1. Juni 2015 in Frage kommt. In dieser Zeitspanne gilt es
einen Gesamtbedarf der Parteien von Fr. 433'536.– zu decken. Da der Ge-
suchsgegner sein Vermögen erst per 1. Januar 2014 ausgewiesen hat, ist
davon auszugehen, dass er seinen Bedarf bis zu diesem Zeitpunkt bereits
gedeckt hatte, weshalb lediglich von einem zu deckenden Gesamtbedarf der
Eheleute von Fr. 360'344.– (Fr. 433'536.– abzgl. [7 x Fr. 10'456.–]) auszu-
gehen ist. Hiervon hat der Gesuchsgegner gemäss rechtskräftiger Feststel-
lung der Vorinstanz bereits Fr. 25'500.– an den Unterhalt der Gesuchstelle-
rin geleistet. Im Weiteren kann der Gesuchsgegner seinen Bedarf im Um-
fang von Fr. 13'600.– aus der Vermietung der Liegenschaft an der ... in
R._ (17 x Fr. 800.–) und die Gesuchstellerin im Umfang von 10'342.80
aus ihrem Einkommen bei der J._ AG im Jahr 2013 und der Vermietung
- 34 -
der Liegenschaft in L._ ([7 x Fr. 92.40] + [24 x Fr. 404.–]) decken, womit
sich der aus dem Vermögen des Gesuchsgegners zu deckende Gesamtbe-
darf der Parteien auf Fr. 310'901.20 reduziert (Fr. 360'344.– abzgl. Fr.
25'500.– abzgl. Fr. 13'600.– abzgl. Fr. 10'342.80). Damit reicht das liquide
Vermögen des Gesuchsgegners von Fr. 300'799.– aus, um den Unterhalt
der Parteien bis zum 1. Mai 2015 zu finanzieren. Darüber hinaus stehen
dem Gesuchsgegner keine liquiden Mittel zur Finanzierung des Unterhalts-
bedarfs der Parteien zur Verfügung. Entgegen der Gesuchstellerin ist das
Liegenschaftenvermögen des Gesuchsgegners nicht zur Finanzierung des
Unterhaltsbedarfs der Parteien heranzuziehen. Einerseits sind die im Eigen-
tum des Gesuchsgegners stehenden Liegenschaften bereits ausseror-
dentlich belastet (Liegenschaftenvermögen im Betrag von Fr. 2'530'050.–
und Hypothekarschulden im Betrag von Fr. 2'407'624.–, vgl. Urk. 63 S. 28
f.), weshalb eine weitere hypothekarische Belastung fraglich scheint. Ein
Verkauf der Liegenschaften ist deshalb nicht in Betracht zu ziehen, weil die
Gesuchstellerin selber ebenfalls über Liegenschaftenvermögen verfügt. Es
erscheint vor diesem Hintergrund unbillig, den Gesuchsgegner zur Finanzie-
rung des Bedarfs der Parteien auf das Liegenschaftenvermögen zu verwei-
sen.
7. Zusammenfassung
7.1 Im Sinne eines Gesamtüberblickes präsentieren sich die Verhältnisse der
Gesuchstellerin in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 55 S. 45) wie
folgt:
1.06.2013 - 31. 12.2013
1.01.2014 - 30.09. 2014
1.10. 2014 - 31. 05.2015
ab 1.06.2015
Bedarf GSin Fr. 7'733.– Fr. 7'733.– Fr. 7'358.– Fr. 7'358.–
Einkommen GSin
Fr. 496.– Fr. 404.– Fr. 404.– Fr. 7'904.–
Fehlbetrag – Fr. 7'237.– – Fr. 7'329.– – Fr. 6'954.– Kein ; + Fr. 546.–
- 35 -
7.2 Wie in Erw. 6.4 aufgezeigt, ist der Gesuchsgegner neben der Deckung sei-
nes eigenen Bedarfs in der Lage, den Fehlbetrag der Gesuchstellerin bis
zum 1. Mai 2015 zu decken. Vor diesem Hintergrund ist der Gesuchsgegner
zu verpflichten, der Gesuchstellerin in einer ersten Phase (1. Juni 2013 bis
31. Dezember 2013) einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 7'237.–, in einer zwei-
ten Phase (1. Januar 2014 bis 30. September 2014) einen solchen von
Fr. 7'329.– und in einer dritten Phase (1. Oktober 2014 bis 30. April 2015)
einen solchen von Fr. 6'954.– zu bezahlen. Ab 1. Mai 2015 reichen die liqui-
den Mittel des Gesuchsgegners nicht mehr aus, um den Bedarf der Gesuch-
stellerin zu decken.
D. Prozesskostenbeitrag
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin ei-
nen Prozesskostenbeitrag von Fr. 15'000.– zu bezahlen (Urk. 55 S. 61). Der
Gesuchsgegner rügt im Rahmen der Berufung, die Gesuchstellerin sei nicht
als mittellos zu qualifizieren, weshalb die Zusprechung eines Prozesskos-
tenbeitrages von Vornherein ausser Betracht falle. Ausserdem sei der Ge-
suchsgegner neben der Deckung des Bedarfs der Parteien auch gar nicht in
der Lage, zusätzlich einen Prozesskostenbeitrag zu leisten (Urk. 88/62
S. 30-33).
2. Wie in Erw. 6.4 aufgezeigt, reicht das liquide Vermögen des Gesuchsgeg-
ners gerade aus, um den Bedarf der Parteien für den Zeitraum vom 1. Juni
2013 bis zum 1. Mai 2015 zu bestreiten. Damit ist das liquide Vermögen
aufgebraucht. Über Einkommen, aus welchem der Gesuchsgegner einen
Prozesskostenbeitrag bestreiten könnte, verfügt er derzeit nicht. Weiter ist
es dem Gesuchsgegner nicht zuzumuten, sein Liegenschaftenvermögen
heranzuzuziehen, um einen Prozesskostenbeitrag zu leisten. Wie bereits
erwähnt sind die im Eigentum des Gesuchsgegners stehenden Liegenschaf-
ten bereits ausserordentlich belastet (Liegenschaftenvermögen im Betrag
von Fr. 2'530'050.– und Hypothekarschulden im Betrag von Fr. 2'407'624.–,
vgl. Urk.63 S. 28 f.), weshalb eine weitere hypothekarische Belastung frag-
lich scheint. Ein Verkauf der Liegenschaften ist deshalb nicht in Betracht zu
- 36 -
ziehen, weil die Gesuchstellerin selber ebenfalls über Liegenschaftenvermö-
gen verfügt, welches sie in gleicher Weise zur Prozessfinanzierung heran-
ziehen kann. Der Gesuchsgegner ist vor diesem Hintergrund als nicht leis-
tungsfähig zu betrachten, weshalb ein Prozesskostenbeitrag ausser Betracht
fällt.
3. Ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege hat die Ge-
suchstellerin im erstinstanzliche Verfahren nicht gestellt.
IV.
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 2 lit.
a, c und d, § 5 Abs. 1, § 8 Abs. 1 sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs.
2 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010
(GebV OG) auf Fr. 6'500.– festzusetzen.
2. Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen die
Unterhaltsleistungen des Gesuchsgegners und der Prozesskostenbeitrag.
Mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge verlangte die Gesuchstellerin
Fr. 14'400.– pro Monat (Urk. 62 S. 2). Ausgehend von einer Gültigkeitsdauer
der vorliegenden Eheschutzmassnahmen von drei Jahren ab Aufnahme des
Getrenntlebens verlangt die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren somit
Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 518'400.–. Mit Bezug auf den ange-
fochtenen Prozesskostenbeitrag beantragte die Gesuchstellerin die Bestäti-
gung des vorinstanzlichen Urteils und damit die Zusprechung von
Fr. 15'000.–. Der Gesuchsgegner hingegen beantragt Unterhaltsbeiträge für
die Gesuchstellerin von Fr. 4'804.– vom 1. Juni 2013 bis 30. September
2013 (Urk. 88/62 S. 2). Er verlangt damit die Festsetzung eines Unterhalts-
anspruches von insgesamt Fr. 19'916.–. Zudem sprach er sich gegen einen
Prozesskostenbeitrag aus.
Im Ergebnis wird die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners auf Fr. 7'237.–
vom 1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013 bzw. Fr. 7'329.– vom 1. Januar
2014 bis 30. September 2014 bzw. Fr. 6'954.– vom 1. Oktober 2014 bis
- 37 -
30. April 2015 festgesetzt. Dies entspricht einem Unterhaltsanspruch von
insgesamt Fr. 165'298.–. Ein Prozesskostenbeitrag wird nicht zugesprochen.
Der Gesuchsgegner obsiegt damit zu rund 70%. Der Gesuchstellerin sind
entsprechend 70% der Gerichtskosten aufzuerlegen. Überdies ist die Ge-
suchstellerin zu verpflicheten, dem Gesuchsgegner eine auf 40% reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 2'800.– zzgl. 8% Mehrwertsteuer zu bezahlen.
3. Die Gesuchstellerin beantragt für das Berufungsverfahren die Zusprechung
eines weiteren Prozesskostenbeitrages im Betrag von Fr. 10'500.– eventua-
liter die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 68 S. 2).
3.1 Mit Verweis auf die fehlende Leistungsfähigkeit des Gesuchsgegners (vgl.
Erw. III.D.2) fällt die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages ausser Be-
tracht.
3.2 Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie mitte-
los und ihr Prozessstandpunkt nicht aussichtslos ist (Art. 117 lit. a und b
ZPO) und sie zur Wahrung ihrer Interessen auf eine rechtskundige Vertre-
tung angewiesen ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
Für die Beurteilung der Mittellosigkeit im Verfahren betreffend unentgeltliche
Rechtspflege ist nicht der angemessene Lebensstandard, sondern der not-
wendigen Lebensbedarf in Gestalt des strikten Existenzminimums massge-
bend. Im Bedarf der Gesuchstellerin wurde neben einem erweiterten Grund-
betrag Kosten von Fr. 300.– für Mobilität berücksichtigt, ohne dass die Ge-
suchstellerin zwecks Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf ein Fahrzeug an-
gewiesen wäre. Im Weiteren wurden Kosten für die Hunde im Betrag von
Fr. 250.– berücksichtigt, welche grundsätzlich aus dem Grundbetrag zu be-
gleichen wären. Damit wurden der Gesuchstellerin Fr. 850.– pro Monat im
Bedarf berücksichtigt, auf welche die Gesuchstellerin nicht zwingend ange-
wiesen ist und welche sie anderweitig einsetzen kann. Unter Berücksichti-
gung dieser Fr. 850.– ist es der Gesuchstellerin möglich, die auf sie entfal-
lenden Prozesskosten von Fr. 7'574.– (Gerichtskosten von Fr. 4'550.– sowie
Parteientschädigung an den Gesuchsgegner von Fr. 3'024.–) sowie eigene
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Anwaltskosten von geschätzt Fr. 7'000.– innert 17 Monaten und damit innert
angemessener Frist zu begleichen. Zusätzlich verfügt die Gesuchstellerin
über ein unbelastetes Liegenschaftenvermögen, welches sie zum Zwecke
der Prozessfinanzierung heranziehen kann. Vor diesem Hintergrund gilt die
Gesuchstellerin nicht als mittellos, weshalb dem Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege nicht entsprochen werden kann.