# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d9e71614-a57e-445d-8991-17af452a0ebf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1. Die 1928 geborene X._, Bezügerin einer AHV-Rente, wohnte in I._, bevor sie Ende 1998 in das Alters- und Pflegeheim G._ in O._ eintrat (Urk. 7/16, Urk. 7/23, Urk. 7/24). Dort hält sie sich seither auf (Urk. 7/16). Am 19. August 2008 meldete sie sich bei der Gemeinde O._ zum Bezug von Zusatzleistungen (ZL) an (Urk. 7/10). Die Gemeinde O._ hat die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen zur AHV/IV, nachfolgend SVA, mit der ZL-Durchführung betraut (Urk. 7/15).
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2008 wies die SVA - in Vertretung der Gemeinde O._ - das Leistungsbegehren von X._ ab, da die Stadt I._ für die Ausrichtung der Zusatzleistungen zuständig sei (Urk. 7/23). Die Verfügung wurde sowohl X._ als auch der Stadt I._, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, zugestellt, welche beide dagegen Einsprache erhoben (Urk. 7/22, Urk. 7/24). Mit separaten Einspracheentscheiden von 21. November 2008 wies die SVA die Einsprachen ab (Urk. 2, Urk. 8/26, vgl. Urk. 7/22, Urk. 7/24).
2. Dagegen erhob die Stadt I._ am 18. Dezember 2008 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1): "Es sei der Abweisungsentscheid vom 21.11.2008 vollumfänglich aufzuheben und Frau X._ durch die SVA die Ergänzungsleistungen entsprechend auszurichten unter Entschädigungs- und Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin." In der Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2009 schloss die SVA auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 16. Januar 2009 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 8).
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach den Art. 23-26 des Zivilgesetzbuches (ZGB) befindet sich der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 ZGB) und den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen gemacht hat (BGE 127 V 237 Erw. 1 S. 238, 125 III 100 Erw. 3 S. 102).
2.
2.1 Gemäss Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) ist für die Festsetzung und Auszahlung der Ergänzungsleistung der Kanton zuständig, in dem der Bezüger oder Bezügerin Wohnsitz hat. Der Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer andern Anstalt begründet keine neue Zuständigkeit.
In der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) des Bundesamtes für Sozialversicherungen ist zu Art. 21 Abs. 1 Satz 2 ELG ausgeführt, dass bei in Heimen oder Spitälern lebenden Personen, was das interkantonale Verhältnis betrifft, immer der Kanton zuständig für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen ist, in welchem die Person ihren Wohnsitz vor dem Eintritt in das Heim, Spital oder die andere Anstalt hatte. Dies gilt auch dann, wenn die Person am Ort des Heimes, Spitals usw. einen neuen Wohnsitz begründet hat (Randziffer 1026.2 WEL).
Nach Art. 21 Abs. 2 ELG bezeichnen die Kantone die Organe, die für die Entgegennahme der Gesuche und für die Festsetzung und die Auszahlung der Ergänzungsleistungen zuständig sind.
2.2 Gemäss § 21 Abs. 1 des Zürcher Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ZLG) sind die Zusatzleistungen von der Gemeinde zu gewähren, in welcher der Gesuchsteller oder Gesuchstellerin den zivilrechtlichen Wohnsitz hat. Gemäss § 21 Abs. 2 ZLG begründen der Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer andern Anstalt keine neue Zuständigkeit.
Die Regelung in § 21 Abs. 1 und Abs. 2 ZLG stimmt inhaltlich mit jener in Art. 21 Abs. 1 ELG überein. Folglich ist bei in Heimen lebenden Personen, was das innerkantonale Verhältnis und interkantonale Verhältnis angeht, immer dasjenige Gemeinwesen für die Ausrichtung von Zusatzleistungen zuständig, in welchem die Person vor dem Eintritt in das Heim ihren Wohnsitz hatte.
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist, welche Gemeinde, O._ oder I._, für die Ausrichtung der Zusatzleistungen an X._ örtlich zuständig ist. Die Frage beurteilt sich gestützt auf Art. 21 Abs. 2 ELG nach Zürcher Recht bzw. nach § 21 Abs. 1 und Abs. 2 ZLG.
3.2 X._ hatte bis zum Eintritt in das Altersheim in O._, also bis Ende 1998, ihren Lebensmittelpunkt und damit ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in I._. Zuständig für die Ausrichtung der Zusatzleistungen ist nach § 21 Abs. 2 ZLG somit die Stadt I._. Dass X._ seit dem O._ ihren Lebensmittelpunkt und damit ihren Wohnsitz in O._ hat, ändert am Ergebnis nichts.
Nach dem Gesagten ist die Stadt I._ und nicht die Gemeinde O._ zuständig für die Ausrichtung von Zusatzleistungen ab dem Zeitpunkt der im August 2008 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (Art. 21 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung).
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. November 2008 erweist sich demnach als gesetzeskonform, so dass die Beschwerde abzuweisen ist.