# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d8961390-feb9-49ea-8c57-9f659e717307
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 15. Dezember 2016 (EE160035-I)
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Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (Urk. 1 S. 2 f.)
"1. Es sei vom Getrenntleben der Parteien Vormerk zu nehmen.
2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ..., D._, inkl. Mo-
biliar und Hausrat ab 31. März 2016 für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen Benutzung mit den Kindern E._, geb. tt.mm.2011, und F._, geb. tt.mm..2012, zuzuteilen und es sei der  zu verpflichten, die eheliche Wohnung bis spätestens 31. März 2016 zu verlassen.
2.1 Das Gemeindeammannamt D._ sei gestützt auf Art. 236 Abs. 3 ZPO
i.V. mit Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO anzuweisen, die Räumung der ehelichen Wohnung durch den Gesuchsteller ab 1. April 2016 auf erstes Ersuchen der Gesuchstellerin durchzuführen.
3. Es sei die Obhut über die Töchter E._ und F._ für die Dauer des
Getrenntlebens der Gesuchstellerin zuzuteilen.
4. Es sei das Besuchsrecht des Gesuchsgegners gegenüber den Töchtern
E._ und F._ für die Dauer des Getrenntlebens zu regeln.
5. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin an die Kos-
ten des Unterhalts und der Erziehung der Töchter E._ und F._ rückwirkend ab 1. September 2015 angemessene Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen.
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin persönlich ab
1. April 2016 für die Dauer des Getrenntlebens angemessene  zu bezahlen.
7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Zeit zwi-
schen dem 1. September 2015 und dem 31. März 2016 einen noch zu  Betrag an die gemeinsamen Haushaltskosten zu bezahlen.
8. Es sei das Familienauto Marke Mercedes der Gesuchstellerin während der
Dauer des Getrenntlebens zur Benutzung zuzuweisen.
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des
Gesuchsgegners."
abgeänderte Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (Urk. 30 S. 1 f.; Prot. I S. 7)
"1. Es sei vorzumerken, dass die Gesuchstellerin zum Getrenntleben berechtigt
ist, und auf unbestimmte Zeit getrennt leben will.
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2. Es seien die Kinder E._, geb. tt.mm.2011, und F._, geb. tt.mm.2012, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
3. Es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ..., D._ während
der Dauer des Getrenntlebens samt Mobiliar und Hausrat der  zur Benutzung mit den Kindern E._ und F._ zuzuweisen und es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die Wohnung bis spätestens 6. Juni 2016, 12 Uhr unter Mitnahme seiner persönlichen Effekten zu verlassen.
4. Es sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, die Kinder E._
und F._ in den Wochen mit gerader Kalenderzahl jeweils von , 10.00 Uhr bis Samstagabend, 19.00 Uhr und Sonntagmorgen, 10.00 Uhr bis Sonntagabend, 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Sobald der Gesuchsgegner über eine eigene Wohnung verfügt, sei er für berechtigt zu erklären, die Kinder von Samstagmorgen, 10.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
5. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung
ab 1. April 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens einen  von CHF 7'611.00 zu bezahlen, wovon je CHF 3'000.00 pro Monat für E._ und F._ und CHF 1'611.00 für die Gesuchstellerin persönlich.
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Zeit
zwischen dem 1. September 2015 und dem 31. März 2016 den  von CHF 48'800.00 an die Unterhaltskosten der Kinder und der  persönlich zu bezahlen.
7. Der Antrag Ziff. 7 gemäss Eingabe vom 10. März 2016 betreffend Fahrzeug
Mercedes sei als gegenstandslos abzuschreiben.
8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des
Gesuchsgegners."
Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 34 S. 1 f.; Prot. I S. 13)
"1. Es seien die Rechtsbegehren der Ehefrau vom 10.03.2016 und 17.05.2016
sowie die heute vor den Schranken gestellten Rechtsbegehren der Ehefrau abzuweisen.
2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ..., D._, inklusive
Mobiliar und Hausrat dem Ehemann für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung mit den Kindern E'._ (recte: E._), geb. tt.mm.2011 und F._, geb. tt.mm.2012 zuzuweisen und es sei die  zu verpflichten zusammen mit ihrer Mutter G._, die eheliche  bis spätestens 06.06.2016 zu verlassen.
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3. Es sei das Gemeindeammannamt D._ gestützt auf Art. 236 Abs. 3 ZPO
in Verbindung mit Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO anzuweisen, die Räumung der ehelichen Wohnung durch die Ehefrau ab 06.06.2016, 12.00 Uhr auf erstes Ersuchen des Ehemannes durchzuführen.
4. Es sei die Obhut über die Töchter E'._ [recte: E._],
geb. tt.mm.2011 und F._, geb. tt.mm.2012 für die Dauer des  dem Ehemann und Vater zuzuweisen.
5. Es sei der Ehefrau ein 14-tägliches Besuchsrecht von Freitag 17.00 Uhr bis
Sonntag 19.00 Uhr sowie ein wöchentliches Besuchsrecht für einen ganzen Tag einzuräumen.
6. Es sei die Ehefrau zu verpflichten, dem Ehemann an die Kosten des Unter-
halts und die Erziehung der Töchter E'._ (recte: E._) und F._ ab 01.06.2016 pro Kind und Monat CHF 1'080.00 zuzüglich der ihr  Kinderzulagen zu entrichten. Eventualiter sei die Ehefrau zu  dem Ehemann einen Kindesunterhaltsbeitrag pro Kind und Monat von CHF 500.00 zuzüglich Kinderzulagen zu entrichten.
7. Subeventualiter für den Fall, dass die Obhut über die Kinder und die eheli-
che Wohnung der Ehefrau zugewiesen wird, sei der Ehemann zu , pro Kind und Monat einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'200.00 zu .
8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Spesen und MwSt.
zu Lasten der Ehefrau."
Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Uster vom 15. Dezember 2016: (Urk. 99 S. 35 f.)
"1. Die Gesuchstellerin ist zum Getrenntleben berechtigt. Es wird vorgemerkt,
dass die Parteien seit dem 17. Juni 2016 getrennt leben.
2. Die Obhut über die Kinder E._, geboren am tt.mm.2011, und F._,
geboren am tt.mm.2012, wird der Gesuchstellerin zugeteilt.
3. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, die Kinder wie folgt auf eige-
ne Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
- bis zum Bezug einer Wohnung mit separatem Zimmer für die Kinder von Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr
- ab dem Bezug einer Wohnung mit separatem Zimmer für die Kinder an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von Freitag 19 Uhr bis
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Montag 19 Uhr sowie an den Montagen gerader Kalenderwochen von 8 Uhr bis 19 Uhr (bzw. sofern die Kinder den Kindergarten oder die Schule besuchen nach Kindergarten-/Schulschluss bis 19 Uhr).
4. Die eheliche Wohnung - C._-Strasse ..., D._ - wird samt Hausrat
und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin (und den Kindern) zur alleinigen Benützung zugewiesen.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des
Getrenntlebens an die Kosten des Unterhalts der Kinder monatliche Beiträge in der Höhe von Fr. 2'797.50 pro Kind (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen. Die Beiträge sind im Voraus zahlbar, und zwar jeweils auf den Ersten eines  Monats, erstmals rückwirkend auf den 17. Juni 2016.
6. Das Begehren der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten,
ihr für die Zeit zwischen dem 1. September 2015 und dem 31. März 2016 den Pauschalbetrag von Fr. 48'800.– an die Unterhaltskosten der Kinder und sie persönlich zu bezahlen, wird abgewiesen.
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'181.25 Dolm./Übersetzungen Fr. 1'400.– Diverse Kosten
8. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
9. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.
10. [Schriftliche Mitteilung]
11. [Berufung]"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 98 S. 2 f.):
"1. Dispositivziff. 2 und 3 des Urteils vom 15. Dezember 2016 des Bezirksge-
richts Uster (Geschäfts-Nr.: EE160035) seien aufzuheben und es seien die Kinder E._, geboren am tt.mm.2011, und F._, geboren am tt.mm.2012, unter die alleinige Obhut des /Gesuchsgegners zu stellen.
Die Berufungsbeklagte/Gesuchstellerin sei für berechtigt zu erklären, die
Kinder an den Wochenenden mit gerader Kalenderwochen von Freitag 19 Uhr bis Montag 19 Uhr sowie an den Montagen gerader Kalenderwochen von 8 Uhr bis 19 Uhr (bzw. sofern die Kinder[n] de[r]n Kindergarten oder die
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Schule besuchen nach Kindergarten-/Schulschluss bis 19 Uhr) auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
1.1. Eventualiter seien Dispositivziff. 2 und 3 des Urteils vom 15. Dezember 2016
des Bezirksgerichts Uster (Geschäfts-Nr.: EE160035) aufzuheben und es seien die Kinder E._, geboren am tt.mm.2011, und F._, geboren am tt.mm.2012, unter die gemeinsame Obhut der Parteien zu stellen. Dabei sei die Betreuung der Kinder wie folgt zu regeln:
- Freitagabend 19 Uhr bis Sonntagabend 19 Uhr: alternierend zwischen
den Parteien
- Sonntagabend 19 Uhr bis Mittwochabend 19 Uhr: /Gesuchsgegner
- Mittwochabend 19 Uhr bis Freitagabend 19 Uhr: Berufungsbeklag-
te/Gesuchstellerin
1.2. Subeventualiter sei Dispositivziff. 3 des Urteils vom 15. Dezember 2016 des
Bezirksgerichts Uster (Geschäfts-Nr.: EE160035) aufzuheben und es sei dem Berufungskläger/Gesuchsgegner folgende[s] Betreuung einzuräumen:
Der Gesuchsgegner sei berechtigt und verpflichtet zu erklären, die Kinder wöchentlich alternierend von Freitag 19 Uhr bis Dienstag 19 Uhr (gerade Wochen) sowie von Montagabend 19 Uhr bis Dienstagabend 19 Uhr ( Wochen) auf eigene Kosten zu sich oder mit sich zu betreuen.
2. Dispositivziff. 5 des Urteils vom 15. Dezember 2016 des Bezirksgerichts Us-
ter (Geschäfts-Nr.: EE160035) sei insofern abzuändern, als dass die /Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens zu  sei, dem Berufungskläger/Gesuchsgegner an den Unterhalt der Kinder monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je CHF 390 zzgl.  zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten  jeden Monats.
2.1. Eventualiter für den Fall, dass die Kinder unter die geteilte Obhut der Partei-
en gestellt werden, sei Dispositivziff. 5 des Urteils vom 15. Dezember 2016 des Bezirksgerichts Uster (Geschäfts-Nr.: EE160035) insofern abzuändern, als dass der Berufungskläger/Gesuchsgegner zu verpflichten sei, der /Gesuchstellerin an den Unterhalt der Kinder monatliche  von je CHF 327 zu bezahlen, zahlbar monatlich im , jeweils auf den Ersten eines Monats. Die Kinderzulagen seien hälftig auf die Parteien zu verteilen.
2.2. Subeventualiter für den Fall, dass die Obhut über die Kinder der /Gesuchstellerin alleine zugeteilt wird, sei Dispositivziff. 5 des  vom 15. Dezember 2016 des Bezirksgerichts Uster (Geschäfts-Nr.: EE160035) insofern abzuändern, als dass der Berufungskläger/Gesuchs-
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gegner zu verpflichten sei, der Berufungsbeklagten/Gesuchstellerin an den Unterhalt der Kinder monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je CHF 1'602 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines .
3. Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der Be-
rufungsbeklagten/Gesuchsgegnerin."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 108 S. 2):
"1. Es sei der Berufungsantrag Ziff. 1 abzuweisen.
2. Es sei der Berufungs-Eventualantrag Ziff. 1.1 vollumfänglich abzuweisen.
3. Es sei der Berufungs-Subeventual-Antrag Ziff. 1.2 vollumfänglich abzuwei-
sen.
4. Es sei der Berufungsantrag Ziff. 2 abzuweisen.
5. Es sei der Berufungs-Eventualantrag Ziff. 2.1 abzuweisen.
6. Es sei der Berufungs-Subeventualantrag Ziff. 2.2 abzuweisen.
7. Es sei der Berufungsantrag Ziff. 4 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) ab-
zuweisen, die Kosten des Berufungsverfahrens dem Berufungskläger  und dieser sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten eine  Parteientschädigung zzgl. MWST zu bezahlen."

## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Die Parteien heirateten am tt. Oktober 2009 in .../USA. Aus der Ehe gingen
zwei Kinder hervor, E._, geboren tt.mm.2011, und F._, geboren
tt.mm.2012 (Urk. 13/1-3; Urk. 23 S. 4). Seit dem 17. Juni 2016 leben die Parteien
getrennt.
2.1. Mit Gesuch vom 10. März 2016 machte die Gesuchstellerin und Berufungs-
beklagte (fortan Gesuchstellerin) am 15. März 2016 bei der Vorinstanz ein Ehe-
schutzbegehren anhängig (Urk. 1). Am 31. Mai 2016 fand die Eheschutzverhand-
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lung sowie die Verhandlung über vorsorgliche Massnahmen statt (Prot. I S. 7 ff.).
Mit Verfügung vom 13. Juni 2016 traf die Vorinstanz eine Regelung betreffend
vorsorgliche Massnahmen im Eheschutz (Urk. 38). Mit Urteil vom 7. September
2016 wies die Kammer die Berufung des Gesuchsgegners und Berufungsklägers
(fortan Gesuchsgegner) dagegen ab (Urk. 78). Mit Verfügung vom 24. August
2016 wurde der Antrag des Gesuchsgegners auf Anordnung einer Kindesvertre-
tung im Sinne von Art. 299 ZPO abgewiesen (Urk. 67). Mit Eingabe vom gleichen
Tag reichte lic. phil. H._ ihren Bericht zur durchgeführten delegierten Kinder-
anhörung ein (Urk. 66). Am 29. August 2016 fand die Fortsetzung der Eheschutz-
verhandlung statt (Pot. I S. 32 ff.). Der übrige detaillierte Prozessverlauf ergibt
sich aus dem angefochtenen Entscheid (vgl. Urk. 99 S. 5-8). Mit Urteil vom
15. Dezember 2016 fällte die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Ent-
scheid (Urk. 99).
2.2. Gegen diesen Entscheid liess der Gesuchsgegner mittels Eingabe vom
20. März 2017 rechtzeitig (vgl. Urk. 97) Berufung mit den eingangs zitierten An-
trägen erheben (Urk. 98). Dabei ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung der Berufung (Urk. 98 S. 3 Ziffer 3, S. 17). Mit Präsidialverfügung vom
23. März 2017 wurde dieses Gesuch abgewiesen, soweit darauf eingetreten wur-
de, und dem Gesuchsgegner Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses anbe-
raumt (Urk. 103). Den Vorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.– bezahlte der Ge-
suchsgegner fristgerecht (Urk. 104, 105 und 106). Mit präsidialer Verfügung vom
4. April 2017 wurde der Gesuchstellerin Frist zur Erstattung der Berufungsantwort
angesetzt (Urk. 107). Mit Zuschrift vom 18. April 2017 liess die Gesuchstellerin die
Berufung innert Frist beantworten, wobei sie die eingangs erwähnten Anträge
stellte (Urk. 108). Mittels Präsidialverfügung vom 27. April 2017 wurde dem Ge-
suchsgegner Frist angesetzt, um zu den in der Berufungsantwort neu aufgestell-
ten Behauptungen und neu eingereichten Unterlagen Stellung zu beziehen
(Urk. 111). Diese Verfügung wurde dem Gesuchsgegner am 4. Mai 2017 zuge-
stellt (Urk. 111). Eine Äusserung seinerseits unterblieb in der Folge, womit sich
das Verfahren als spruchreif erweist.
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B. Prozessuales / Vorbemerkungen
1. Mit der vorliegenden Berufung nicht angefochten werden die Dispositivzif-
fern 1, 4 und 6 bis 9 des vorinstanzlichen Urteils vom 15. Dezember 2016 (Urk. 99
S. 2 f.). Die Rechtskraft der nicht angefochtenen Dispositivziffern ist vorzumerken,
ausgenommen betreffend die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 99 S. 35 f.,
Dispositivziffern 7-9); diesbezüglich wird die zweite Instanz (von Amtes wegen)
eine umfassende (neue) Regelung treffen (Art. 318 Abs. 3 ZPO und nachste-
hend).
2. Betreffend die Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO; vgl. auch Urk. 68 S. 9). Die Un-
tersuchungsmaxime gilt dabei auch zugunsten des Pflichtigen (BSK ZGB I-
Breitschmid, Art. 280 N 5 ff.). Trotz Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die
Parteien das Tatsächliche vorzutragen und bei der Sammlung des massgeben-
den Prozessstoffs mitzuwirken. Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das
Tatsachenmaterial mit vollständigen und bestimmten Behauptungen zu unterbrei-
ten und die Beweismittel zu bezeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015).
Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien
(OGer ZH LY120054 vom 27.05.2013, E. 1.5; vgl. auch BGE 141 III 569 E. 2.3.1
und 2.3.2). Das Gericht ist aber an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der
Parteien nicht gebunden (Breitschmid, a.a.O., Art. 280 N 5; vgl. auch BGE 128 III
411 E. 3.2.1).
3. Das vorliegende Eheschutzverfahren ist summarischer Natur, weshalb die
behaupteten Tatsachen lediglich glaubhaft zu machen sind. Es reicht aus, wenn
für das Vorhandensein der in Frage kommenden Tatsachen eine gewisse Wahr-
scheinlichkeit spricht (vgl. auch Urk. 68 S. 8). Somit ist es zulässig, auf die Zusi-
cherungen eines Ehegatten abzustellen, wenn dieser glaubwürdig erscheint und
seine Darstellung plausibel ist (Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A.,
Bern 2014, S. 1 mit weiteren Hinweisen).
4. Das Berufungsverfahren ist ein eigenständiges Verfahren (BGE 142 III 413
E. 2.2.1). Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
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richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und
Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-
senheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).
Die Gesuchstellerin kritisiert vorweg, der Gesuchsgegner setze sich nicht im Ge-
ringsten mit den Entscheidgründen der Vorinstanz auseinander, sondern be-
schränke sich darauf, einfach wieder die gleichen, unsubstantiierten, unglaubhaf-
ten und mehrheitlich sogar widerlegten Behauptungen vorzutragen. Es genüge
nicht, dass er mit dem angefochtenen Urteil persönlich unzufrieden sei. Vielmehr
hätte er darlegen müssen, dass die Vorinstanz eine Rechtsverletzung begangen
oder den Sachverhalt falsch festgestellt habe. Nichts dergleichen sei der Fall. Vor
diesem Hintergrund erweise sich die Berufung von vornherein als unbegründet
und sei antragsgemäss vollumfänglich abzuweisen (Urk. 108 S. 5).
Solchem ist nicht zu folgen. So rügt der Gesuchsgegner insbesondere zu Recht,
die Vorinstanz habe seine neue, belegte Arbeitssituation (vgl. Urk. 81 und Urk.
82/54, 55) und die damit einhergehende, im Vergleich zur Gesuchstellerin grösse-
re Möglichkeit der persönlichen Betreuung der Kinder nicht näher geklärt bzw.
gewürdigt (Urk. 98 S. 4 f., 6). Damit macht er jedenfalls sinngemäss eine unvoll-
ständige und damit unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend sowie auch
eine falsche rechtliche Würdigung.
5. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfahren
nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden,
das heisst, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer
Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Sol-
ches gilt auch betreffend die der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime un-
terstellten Kinderbelange (vgl. BGE 138 III 625 E. 2.2; OGer ZH LE150053 vom
16.06.2016, E. II./A.4). Neue rechtliche Ausführungen stellen keine Noven dar.
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C. Obhut
1. Die Vorinstanz teilte die Obhut über die beiden gemeinsamen Töchter der
Parteien, E._, geboren am tt.mm.2011, und F._, geboren am
tt.mm.2012, der Gesuchstellerin zu. Sie erwog dabei zusammenfassend, eine
Obhutszuteilung an die Gesuchstellerin sei weit mehr mit dem Kindeswohl zu ver-
einbaren als eine solche an den Gesuchsgegner. Es erscheine glaubhaft, dass
die Gesuchstellerin die Kinderbetreuung in der Vergangenheit organisiert und
teilweise auch selbst wahrgenommen habe, während der Gesuchsgegner sich in
der Vergangenheit, jedenfalls bis zu den Trennungsstreitigkeiten im Frühjahr
2016, der Kinderbetreuung weniger zu widmen schien. Gesamthaft erscheine
überdies die Möglichkeit und Bereitschaft der persönlichen Betreuung bei der Ge-
suchstellerin in etwas höherem Ausmass gegeben als beim Gesuchsgegner
(Urk. 99 S. 14 ff.).
2.1. Die Vorinstanz hat die Kriterien für die Zuteilung der Obhut richtig dargestellt
(vgl. Urk. 99 S. 14 ff.). Es kann darauf verwiesen werden. Nachfolgend ist auf die
einzelnen Voraussetzungen und die jeweilige Kritik der Parteien daran näher ein-
zugehen.
a) Erziehungsfähigkeit der Parteien und persönliche Beziehung zu den Töch-
tern
Die Vorinstanz erachtete beide Parteien für erziehungsfähig (Urk. 99 S. 15 f.).
Auch der Gesuchsgegner geht von einer beidseits vorhandenen Erziehungsfähig-
keit aus (Urk. 98 S. 4, 8). Gleichwohl macht er aber der Gesuchstellerin gewisse
Nachlässigkeiten zum Vorwurf (vgl. Urk. 98 S. 6 f). Die Gesuchstellerin hält daran
fest, dass es dem Gesuchsgegner an Erziehungsfähigkeit mangle und er auch
keine Erfahrung in der Kinderbetreuung habe (Urk. 108 S. 6 ff.; Urk. 30 S. 17).
Die neuen Behauptungen des Gesuchsgegners, wonach die Gesuchstellerin sich
in ihrer Freizeit nicht um die Kinder kümmere, sondern diese der Nanny oder ihrer
Mutter überlasse oder sie den ganzen Tag fernschauen lasse (Urk. 98 S. 6), wur-
den nicht näher substantiiert. Zudem wurde auch nicht dargetan, warum solches
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nicht bereits vor Vorinstanz hätte vorgebracht werden können. Diese neuen Vor-
bringen sind daher auch verspätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO; Urk. 108 S. 17 f.).
Dass E._ wohl noch ein drittes Kindergartenjahr wird absolvieren müssen,
kann nicht der Gesuchstellerin (allein) zugeschrieben werden. Solches scheint ei-
nerseits vielmehr mit der persönlichen Entwicklung von E._ zusammenzu-
hängen. Sie kam vom Geburtsdatum her als eine der Jüngsten in den Kindergar-
ten und verstand die deutsche Sprache nicht. Zudem fehlte sie im Kindergarten
krankheitsbedingt sehr häufig (vgl. Urk. 98 S. 6; Urk. 108 S. 18; Urk. 102/3). An-
dererseits dürften diese Schwierigkeiten auch auf die strittige Trennungssituation
der Parteien und den damit einhergehenden Loyalitätskonflikt der Kinder zurück-
zuführen sein (Urk. 66 S. 3 [Bericht über die Kindesanhörung vom 24. August
2016, wo E._ den Wunsch äusserte, dass beide Eltern zusammen draussen
vor der Türe auf sie warten würden]; Urk. 102/3 S. 2).
Aus dem von der Gesuchstellerin beigebrachten Zeugnis des Kinderarztes vom 8.
April 2017 (zulässiges echtes Novum im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO) erhellt,
dass die beiden Kinder seit Oktober 2015 dort in Behandlung sind. Sie seien seit-
dem in regelmässigen Abständen aufgrund verschiedener Erkrankungen in der
Praxis vorstellig und wegen kurzzeitiger Infekte behandelt worden und befänden
sich in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand. Es seien gesunde Kin-
der, die sich immer in einem sehr gepflegten Zustand befunden hätten. Die Kinder
seien beim Auftreten der Beschwerden immer zeitnah in der Praxis vorstellig ge-
worden (Urk. 110/1). Damit vermag die Gesuchstellerin die Vorwürfe des Ge-
suchsgegners, wonach sie sich nicht genügend um die Gesundheit der Töchter
kümmere (vgl. Urk. 98 S. 6; Urk. 102/4), hinreichend zu entkräften.
Aus dem Bericht der Spielgruppe ... vom 8. April 2017 (auch dies ein zulässiges
Novum) erhellt, dass die jüngere Tochter, F._, seit anfangs September 2016
jeweils am Dienstagnachmittag und Freitagmorgen die Spielgruppe im Familien-
zentrum ... in D._ besucht. F._ sei bis heute selten krank gewesen. Sie
sei stets pünktlich, sauber und schön angezogen erschienen. Ihr soziales Verhal-
ten sei stets vorbildlich und korrekt. F._ scheine von zu Hause aus sehr ge-
fördert und wisse sehr viel. Sie sei in der Spielgruppe sehr beliebt. Durch die lie-
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bevolle Betreuung von F._ und ihrer Schwester habe die Nanny eine enge
Beziehung zu den Mädchen aufgebaut (Urk. 110/2). Aufgrund dieses Berichts er-
scheint glaubhaft, dass es F._ unter der Obhut der Gesuchstellerin gut geht
und die Mädchen auch eine enge Beziehung zur Nanny aufbauen konnten.
Bei den persönlichen Schilderungen des Gesuchsgegners in seinem Tagebuch
betreffend die Zeit vom 19. Juni 2016 bis 12. März 2017 (vgl. Urk. 102/4) handelt
es sich demgegenüber um blosse Parteibehauptungen, welche zudem zumindest
durch die erwähnten Berichte des Kinderarztes und der Spielgruppe widerlegt
werden. Dass E._ sehr häufig krank war, ist nicht umstritten (vgl. auch
Urk. 102/3 S. 2). Solches ist bei Klein- und Kindergartenkinder jedoch nichts Aus-
sergewöhnliches.
Ihre pauschalen Vorwürfe an den Gesuchsgegner, wonach er eine herrschsüchti-
ge, manipulative Art habe, jähzornig sei und kein Gespür für die Kinder habe
(Urk. 108 S. 6 i.V.m. Urk. 30 S. 17 f.), vermochte die Gesuchstellerin hingegen
nicht zu substantiieren, geschweige denn glaubhaft zu machen.
Im Übrigen kann betreffend die Erziehungsfähigkeit der Parteien auch auf die Er-
wägungen im Massnahmenentscheid der Kammer vom 7. September 2016 ver-
wiesen werden. Die dort erwähnten Vorkommnisse waren denn auch im Licht der
zugespitzten Trennungssituation im April/Mai 2016 zu relativieren (Urk. 78 S. 9-
11).
Zusammengefasst ist somit von beidseits gegebener Erziehungsfähigkeit der Par-
teien auszugehen.
b) Bisherige persönliche Betreuung der Kinder in der Vergangenheit
Diesbezüglich vermochte die Gesuchstellerin, wie bereits im Massnahmenent-
scheid der Kammer vom 7. September 2016 dargelegt, wobei an dieser Stelle
zwecks Vermeidung von entbehrlichen Wiederholungen grundsätzlich auf die dor-
tigen Überlegungen verwiesen werden kann (vgl. Urk. 78 S. 11-14), glaubhaft
darzulegen, dass die Betreuung der Kinder bislang hauptsächlich durch sie orga-
nisiert und teilweise auch selbst wahrgenommen wurde. Sie war für die Kinder,
- 14 -
nebst der Nanny, die Hauptbezugsperson (vgl. auch Urk. 99 S. 19). Die Wahr-
nehmung der Kinderbetreuung durch den Gesuchsgegner rund um die vorinstanz-
liche Verhandlung vom 31. Mai 2016 (vgl. z.B. Urk. 33/34) erscheint dabei nicht
repräsentativ. Hinzu kommt, dass die Kinder seit dem Auszug des Gesuchsgeg-
ners aus der ehelichen Wohnung im Juni 2016 nunmehr von der Gesuchstellerin
und der Nanny (zuerst I._, seit 1. September 2016 J._ [Urk. 86/5, 7]) be-
treut werden.
Der Gesuchsgegner weist darauf hin, es sei aktenkundig, dass die Gesuchstelle-
rin ihr Arbeitspensum im Mai 2016 und damit während des bereits hängigen Ehe-
schutzverfahrens reduziert habe, mithin wohl einzig im Hinblick auf die allfällige
Zuteilung der alleinigen Obhut über die Kinder. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten
beide Parteien zu einem 100 %-Arbeitspensum gearbeitet. Deshalb seien die
Kinder fremdbetreut worden (Urk. 98 S. 4 Ziffer 10). Wie bereits im Massnahmen-
entscheid vom 7. September 2016 dargetan, vermochte die Gesuchstellerin de-
tailliert und glaubhaft zu schildern, wie sie zunächst nach den Geburten der Töch-
ter für diese persönlich da war, dann aber aus familiären Gründen die Arbeit im
Vollpensum wieder aufnehmen und auch eine Weiterbildung (in Deutsch) absol-
vieren musste. Erst per 1. Mai 2016 - nach einer Einarbeitungszeit - war es ihr
dann möglich, ihr Pensum auf 80 % zu reduzieren. Weiter nahm die Gesuchstelle-
rin grossmehrheitlich die diversen Arzt- und Zahnarzttermine der Kinder wahr,
kommunizierte mit der Kinderkrippe und begleitete E._ während der einwö-
chigen Probezeit (Urk. 78 S. 11 mit Hinweisen). Dass die Reduktion des Arbeits-
pensums einzig aus prozesstaktischen Gründen erfolgt sein soll, kann ihr jeden-
falls nicht unterstellt werden, zumal sie weiterhin im reduzierten Pensum erwerbs-
tätig ist. Demgegenüber blieben die Schilderungen des Gesuchsgegners betref-
fend die Betreuung der Töchter in der Vergangenheit wenig substantiiert. Insbe-
sondere vermochte er keine konkreten und nachvollziehbaren zeitlichen Angaben
betreffend seine Arbeits-, Schlaf- und Betreuungszeiten zu machen (Urk. 78 S. 12
mit Hinweisen). Bezeichnend ist dabei vor allem, dass die Parteien, auch als der
Gesuchsgegner offenbar von zu Hause aus arbeitete und sich angeblich voll und
ganz um die Kinder gekümmert haben will, stets eine Vollzeitnanny beschäftigten
(vgl. Urk. 78 S. 13 f. mit Hinweisen).
- 15 -
Auf die Schilderungen der vier verschiedenen involvierten Nannys der Parteien
ging die Vorinstanz nicht näher ein, vielmehr erwog sie, eine einseitige Schilde-
rung zugunsten der jeweiligen Partei erscheine nicht unwahrscheinlich (Urk. 99
S. 19). Auch diesbezüglich kann auf die eingehenden Ausführungen im Mass-
nahmenberufungsentscheid vom 7. September 2016 verwiesen werden. Dort
wurde insbesondere dargelegt, dass die Schilderungen der Nanny K._, wo-
nach die Kinder den ganzen Tag immer mit ihr verbracht hätten, doch glaubhafter
erscheinen als jene der vom Gesuchsgegner engagierten Nanny L._, wo-
nach der Gesuchsgegner viel Zeit mit den Kindern verbracht haben soll (Urk. 78
S. 12 f.).
c) Bereitschaft und Möglichkeiten der künftigen persönlichen Betreuung
Die Vorinstanz liess offen, ob der Gesuchsgegner seine berufliche Situation kor-
rekt dargelegt habe. Auf eine (partielle) Fremdbetreuung der Kinder seien beide
Parteien angewiesen. Der Gesuchsgegner habe es unterlassen, substantiierte
und realistische bzw. nachvollziehbare zeitliche Angaben betreffend seine Ar-
beits-, Schlaf- und Betreuungszeiten zu machen. Es könne auch auf den Mass-
nahmenberufungsentscheid der Kammer vom 7. September 2016 verwiesen wer-
den. Die darin enthaltenen Erwägungen und Einschätzungen würden sich auch
bei Spruchreife des vorliegenden Verfahrens nach wie vor als zutreffend erwei-
sen. Gesamthaft erscheine die Möglichkeit und Bereitschaft der persönlichen Be-
treuung bei der im 80 %-Pensum erwerbstätigen Gesuchstellerin in etwas höhe-
rem Ausmass gegeben (Urk. 99 S. 18 f.).
Zurecht kritisiert der Gesuchsgegner, dass die Vorinstanz seine berufliche Situati-
on (vgl. Urk. 81; Urk. 82/54, 55) nicht geklärt bzw. gewürdigt habe (Urk. 98 S. 4
f.). Offenbar hätte der Gesuchsgegner per 1. Februar 2017 eine Anstellung bei
der M._ Inc. im 50 % Pensum mit der Option auf eine Erhöhung auf 70 % an-
treten können, wobei Arbeit von zu Hause vorgesehen war (Urk. 81; Urk. 82/54).
Dieses Stellenangebot hat er indes nicht angenommen. Dass diese Option nach
wie vor besteht, wurde weder behauptet (vgl. Urk. 98 S. 5), geschweige denn be-
legt. Hinzu tritt, dass es sich beim (unterzeichnenden) Direktor der M._ Inc.,
N._, offenbar um den Bruder des mit dem Gesuchsgegner jedenfalls be-
- 16 -
freundeten O._ handelt (vgl. Urk. 85 S. 2 ff.; Urk. 86/1-4; Prot. I S. 59). Zu-
dem erbringt diese Firma Dienstleistungen in der Sicherheitsbranche und nicht im
IT-Bereich, dem Berufsfeld des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 85 S. 8; Urk. 86/4). Es
ist daher nicht auszuschliessen, dass es sich hierbei um ein blosses Gefällig-
keitsdokument handelt.
Mit Schreiben vom 12. September 2016 bestätigte seine gegenwärtige Arbeitge-
berin, die P._ Limited, dass der Gesuchsgegner seine Arbeitszeit auf 23
Stunden pro Woche reduzieren könne (Urk. 81 S. 1; Urk. 82/55). Allerdings wurde
solches aufgrund der (damaligen) gegenwärtigen Arbeitslast und der momenta-
nen vertraglichen Hauptleistungspflichten sowie mit einer zweiwöchigen Ankündi-
gungsfrist in Aussicht gestellt. Ob die Möglichkeit zu einer solchen Pensumsre-
duktion, welche der Gesuchsgegner bislang nicht wahrgenommen hat, heute im-
mer noch besteht, ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht dargetan (Urk. 98 S. 5
f.).
Zurzeit verrichtet der Gesuchsgegner jedenfalls nach wie vor sein Vollpensum bei
der P._ Limited. Diesbezüglich gab er auf die Frage, was es bedeute, in der
Firma in einem Vollpensum angestellt zu sein, zu Protokoll, dass er einfach an
sieben Tagen die Woche 24 Stunden erreichbar sein müsse, es jedoch keine be-
stimmte Anzahl Stunden gebe, die abgearbeitet werden müssten. Im Jahr 2015
habe er durchschnittlich zirka 7 Stunden täglich gearbeitet. Er müsse dabei nicht
im Büro bzw. in der Nähe von einem Computer sein. Er könne jederzeit und über-
all arbeiten (Prot. I S. 44 f.). Laut Arbeitsvertrag beträgt die maximale wöchentli-
che Arbeitszeit 45 Stunden. Der Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit
wird von Zeit zu Zeit gemäss den Geschäftsanforderungen festgelegt (Urk. 73/3 §
2 Ziffer 1). Dem Gesuchsgegner ist es dabei offenbar erlaubt, von zu Hause aus
zu arbeiten (Urk. 21/25). Blosse Erreichbarkeit oder Anwesenheit im Alltag ist je-
doch kein Betreuungskonzept. Im Rahmen des Arbeitens von zu Hause aus
(Homeoffice) hat der Gesuchsgegner denn auch in erster Linie seinem Arbeitge-
ber zur Verfügung zu stehen (vgl. auch Urk. 78 S. 14 f.). Hinzu tritt, dass der Ge-
suchsgegner beruflich bedingt häufig im Ausland weilt (vgl. Urk. 78 S. 15; Prot. I
S. 45-49).
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Wie darzutun sein wird, kommt es im Ergebnis nach Würdigung sämtlicher rele-
vanter Umstände indessen auf den Umfang der Möglichkeit der persönlichen Be-
treuung der Kinder durch die Parteien vorliegend nicht entscheidend an. Weite-
rungen erübrigen sich daher.
d) Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse
Wie dargetan, leben die Kinder seit dem Auszug des Gesuchsgegners aus der
ehelichen Wohnung an der C._-Strasse ... in D._ am 6. Juni 2016 unter
der alleinigen Obhut der Gesuchstellerin, welche auch schon in der Vergangen-
heit die Kinderbetreuung organisierte und teils selber wahrnahm. Seit 1. Septem-
ber 2016 werden die Kinder an vier Tagen pro Woche von der neuen Nanny,
J._, betreut (vgl. Urk. 86/7), zu welcher sie offenbar eine enge Beziehung
aufbauen konnten (Urk. 110/2). Der Gesuchsgegner ficht die Zuteilung der eheli-
chen Wohnung an die Gesuchstellerin (und die Kinder) im Übrigen nicht an (vgl.
Urk. 99 S. 35, Dispositivziffer 4; Urk. 98 S. 2 f.; vorstehend B.1; Urk. 108 S. 13).
Zurzeit wohnt er offenbar in einem Business Apartment (Prot. I S. 40, 55 f.; Urk 98
S. 1) und kann die Kinder entsprechend jeweils nur am Sonntag (ohne Übernach-
tung) sehen (vgl. Urk. 99 S. Dispositivziffer 3). Dass er eine für die Kinder geeig-
nete Wohnung in der bisherigen Umgebung suche, geschweige denn, dass er ei-
ne solche in Aussicht hätte, macht er nicht geltend. Eine Zuteilung der Obhut über
die Mädchen an den Gesuchsgegner wäre daher mit Ungewissheiten in örtlicher
und (vor-)schulischer Hinsicht verbunden.
e) Kooperationsbereitschaft
Generell scheint das Besuchsrecht des Gesuchsgegners (an jedem Sonntag von
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; Urk. 99 S. 35, Dispositivziffer 3; auch Urk. 38 S. 17, Dis-
positivziffer 2) zu funktionieren, wenn die Kinder nicht krank sind (vgl. auch Urk.
102/4 [Tagebuch des Gesuchsgegners]; Prot. I S. 37 f., 41). Von einer planmässi-
gen Verhinderung der Besuche durch die Gesuchstellerin kann jedenfalls nicht die
Rede sein (Urk. 98 S. 7). Vielmehr bot diese dem Gesuchsgegner für die ausge-
fallenen Besuche in den Herbstferien 2016 offenbar Ersatztermine an (vgl. Urk.
110/3).
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Was den Vorwurf des Gesuchsgegners anbelangt, wonach die Gesuchstellerin
ihm wichtige Informationen über die Gesundheit der Kinder vorenthalte (Urk. 32
S. 6, 8; Urk. 64 S. 2 f.; Urk. 98 S. 7), ist einerseits darauf hinzuweisen, dass es
sich hier vornehmlich um Streitigkeiten im Zuge der Trennung handelte, so zum
Beispiel betreffend den Zahnarzttermin für F._ (Urk. 32 S. 8; Urk. 24/3;
Urk. 24/3A; Urk. 24/4; Urk. 33/29). Zudem besitzt der Gesuchsgegner als Mitinha-
ber der elterlichen Sorge (Art. 296 ff. ZGB) ein eigenständiges Auskunftsrecht be-
treffend die Kinderbelange, insbesondere auch gegenüber Ärzten (vgl. auch Prot.
I S. 42; Urk. 108 S. 20). Dass die Gesuchstellerin die Kommunikation mit dem
Gesuchsgegner bei den Übergaben der Kinder auf ein Minimum beschränkt, um
keine Konflikte zu provozieren (vgl. etwa Prot. I S. 38 f.), ist nachvollziehbar. Dies
dürfte sich erfahrungsgemäss mit der Entschärfung der üblichen anfänglichen
Trennungsstreitigkeiten normalisieren.
Dafür, dass die Gesuchstellerin die Kinder manipuliere und sie als Druckmittel
gegen den Gesuchsgegner benützen soll (Urk. 98 S. 7), was die Gesuchstellerin
in Abrede stellt (Urk. 108 S. 20), bestehen keinerlei Anhaltspunkte.
f) Kinderwille
Fest steht, dass die beiden zum Zeitpunkt der delegierten Kinderanhörung (vgl.
Bericht vom 24. August 2016 [Urk. 66]) fünf- bzw. vierjährigen Töchter der Partei-
en altersbedingt noch nicht in der Lage waren, einen stabilen Zuteilungswunsch
zu äussern (vgl. Urk. 78 S. 16; Urk. 99 S. 18). Auch heute ist noch nicht von einer
diesbezüglichen Urteilsfähigkeit der nunmehr fast sieben- bzw. sechsjährigen
Mädchen auszugehen, weshalb sich Weiterungen, welche denn auch nicht bean-
tragt wurden, erübrigen.
Immerhin kann aus den beiden Anhörungen vom 20. Juli 2016 und 18. August
2016 jedoch geschlossen werden, dass die Töchter mit der gelebten Situation,
wonach sie mit der Gesuchstellerin zusammen wohnen und den Vater am Sonn-
tag besuchen, zufrieden zu sein scheinen (vgl. Urk. 66 S. 2 f.; Urk. 102 S. 24). Im
Übrigen deponierte die ältere Tochter E._, entgegen dem aktenwidrigen Zitat
- 19 -
des Gesuchsgegners (Urk. 98 S. 8 Ziffer 22), es mache sie nicht traurig, wenn sie
den Vater längere Zeit nicht sehe (Urk. 66 S. 2 unten; Urk. 108 S. 24 Ziffer 83).
2.2. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass beide Parteien erziehungsfähig
sind und eine gute Beziehung zu ihren Töchtern haben. Eine generelle mangeln-
de Kooperationsbereitschaft kann der Gesuchstellerin nicht vorgeworfen werden.
Wie bereits die Vorinstanz unter Hinweis auf die massgebliche bundesgerichtliche
Rechtsprechung zutreffend ausführte, kommt dem Kriterium der Stabilität der
Verhältnisse, als Voraussetzung einer harmonischen Entfaltung der Kinder in kör-
perlicher, seelischer und geistiger Hinsicht, besonderes Gewicht zu. Die Möglich-
keit der persönlichen Betreuung tritt unter Umständen dahinter zurück (vgl. Urk.
99 S. 14 mit Hinweis auf BGer 5C.212/2005 vom 25. Januar 2006, E. 4.2 und
4.4.1, in: FamPra 2006 S. 753 ff.). Davon ist auch vorliegend auszugehen. Mit
Blick auf das Kindeswohl ist die örtliche und familiäre Stabilität der Verhältnisse
unter der Obhut der Gesuchstellerin aufrecht zu erhalten. Es liegt nicht im Kin-
deswohl, nunmehr alles umzustossen, zumal glaubhaft erscheint, dass es den
Kindern aktuell gut geht (Urk. 102/3; Urk. 110/1, 2; Urk. 66). Es geht nicht um ei-
nen Interessenausgleich zwischen den Eltern. Wenngleich der Gesuchsgegner
die Kinder inskünftig allenfalls in höherem Ausmass persönlich betreuen könnte,
rechtfertigt solches gleichwohl nicht die Zuteilung der Alleinobhut an ihn. Vielmehr
scheint es für die Kinder das Beste, weiterhin im Sinne der Kontinuität der be-
währten Verhältnisse unter der Obhut der Gesuchstellerin - wohnhaft in der ehe-
maligen Familienwohnung - zu verbleiben. Experimente zulasten der Kinder sind
hier nicht angezeigt.
Auf Antrag eines Elternteils ist auch die Zuteilung der alternierenden Obhut zu
prüfen (vgl. Art. 298 Abs. 2ter ZGB). Solches liegt hier jedoch nicht im Wohl der
Kinder. Einerseits scheitert die geteilte Obhut an der das übliche Mass doch über-
steigenden Zerstrittenheit der Eltern (vgl. Urk. 78 S. 10 mit Hinweisen; Urk.
102/4), andererseits vermochte der Gesuchsgegner in keiner Weise näher darzu-
legen, wie er die alternierende Obhut, welche insbesondere nähere räumliche
Wohnverhältnisse voraussetzt, zu leben gedenkt (vgl. auch Urk. 108 S. 23).
Überdies wurde die Betreuung der Kinder während intakter Ehe auch nicht ge-
- 20 -
meinsam zu mehr oder weniger gleichen Anteilen wahrgenommen, sondern viel-
mehr teilweise durch die Gesuchstellerin, mehrheitlich aber durch Dritte (Nanny,
Kinderkrippe). Der vollzeiterwerbstätige und häufig auslandabwesende Gesuchs-
gegner war, was sich versteht, nur am Rand in die Kinderbetreuung involviert. Die
gemeinsame Obhut lässt sich mithin auch nicht mit einer angeblichen Kontinuität
der bisherigen Verhältnisse rechtfertigen. Die noch jüngeren Kinder brauchen
nach den Trennungsstreitereien nunmehr vermehrt Ruhe und Stabilität.
Somit ist die Berufung des Gesuchsgegners abzuweisen und die vorinstanzliche
Obhutszuteilung über die beiden Töchter an die Gesuchstellerin zu bestätigen.
D. Persönlicher Verkehr
Die Vorinstanz räumte dem Gesuchsgegner bis zum Bezug einer Wohnung mit
separatem Zimmer für die Kinder ein Besuchsrecht am Sonntag von 10.00 bis
18.00 Uhr ein. Ab dem Bezug einer solchen kindsgerechten Wohnung sprach sie
dem Gesuchsgegner ein das gerichtsübliche Besuchsrecht etwas übersteigendes
Besuchsrecht zu, nämlich an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von
Freitag 19.00 Uhr bis Montag 19.00 Uhr sowie an den Montagen gerader Kalen-
derwochen von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr (bzw. sofern die Kinder den Kindergarten
oder die Schule besuchen, nach Kindergarten-/Schulschluss bis 19.00 Uhr; Urk.
99 S. 21, S. 35 Dispositivziffer 3).
Der Gesuchsgegner hält an diesem ausgedehnten Besuchsrecht fest, beantragt
aber noch eine zusätzliche Übernachtung von Montag 19.00 Uhr bis Dienstag
19.00 Uhr. Diese Regelung habe den Vorteil, dass die Kinder ihren Aufenthaltsort
möglichst wenig wechseln müssten (Urk. 98 S. 9). Die Gesuchstellerin hält dafür,
dem Gesuchsgegner sei bereits ein ausgedehntes Besuchsrecht eingeräumt wor-
den. Mit seinem Antrag versuche er nichts anderes, als eine geteilte Obhut zu er-
wirken, was unzulässig sei und das Kindeswohl verletze (Urk. 108 S. 25).
Die erste Instanz gewährte dem Gesuchsgegner bereits ein sehr grosszügiges
Besuchsrecht, welches ein gerichtsübliches Besuchsrecht übersteigt. Mangels ei-
ner entsprechenden Wohnung konnte der Gesuchsgegner die Töchter bislang je-
- 21 -
doch jeweils bloss am Sonntag auf Besuch nehmen, ohne dass sie bei ihm über-
nachteten. Im Rahmen des vorliegenden Eheschutzverfahrens liegt es jedenfalls
nicht im Kindeswohl, das erstinstanzliche Besuchsrecht noch weiter auszudeh-
nen, zumal es sich noch um kleinere Kinder handelt. Zudem käme solches in der
Tat einer vorliegend abzulehnenden gemeinsamen Obhut nahe.
Damit ist die Berufung des Gesuchsgegners auch diesbezüglich abzuweisen und
es bleibt beim erstinstanzlichen Besuchsrecht.
E. Unterhaltsbeiträge
1.1. Die Vorinstanz legte die Kriterien für die Festlegung der Kinder- und Ehegat-
tenunterhaltsbeiträge für die Dauer des Getrenntlebens zutreffend dar. Es kann
darauf verwiesen werden (Urk. 99 S. 23-27). Dabei ging sie nach der zweistufigen
Unterhaltsberechnungsmethode vor. Sie ermittelte je die um gewisse Positionen
(wie Hobbies Kinder, 3. Säule, Steuern und Ferien/Freizeit) erweiterten Bedarfe
der Parteien und stellte diese dem Gesamteinkommen gegenüber. Den verblei-
benden Überschuss in der Höhe von Fr. 1'549.– teilte sie praxisgemäss zu zwei
Dritteln der Gesuchstellerin mit den beiden Kindern und zu einem Drittel dem Ge-
suchsgegner zu. Der resultierende Gesamtunterhaltsbeitrag von Fr. 5'595.– wur-
de je zur Hälfte (Fr. 2'797.50) den beiden Töchtern zugesprochen.
1.2. Der Gesuchsgegner kritisiert, die Vorinstanz nehme eine unzulässige Ver-
mischung der ein- und zweistufigen Unterhaltsberechnungsmethode vor, indem
sie einerseits den konkreten Bedarf der Parteien (samt Hobbies für die Kinder, 3.
Säule und Ferien/Freizeit) ermittle und gleichwohl eine Überschussverteilung vor-
nehme. Solches führe zu einer mit der geltenden Rechtsprechung nicht zu ver-
einbarenden Vermögensbildung seitens der Gesuchstellerin. Der Unterhaltsan-
spruch der Gesuchstellerin sei umfangmässig auf den bisherigen ehelichen Le-
bensstandard beschränkt. Bei hohen Einkommen fände keine Überschussvertei-
lung statt. Vielmehr sei die bisherige Sparquote zu berücksichtigen. Die fehlende
Überschussverteilung sei auch deshalb gerechtfertigt, weil kurz vor der Scheidung
stehende Ehegatten keine Schicksalsgemeinschaft mehr bilden würden, daher
seien die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien vorliegend mit ein-
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zubeziehen. Das Bundesgericht gehe denn auch davon aus, dass beim nachehe-
lichen Unterhalt keine Überschussverteilung stattfinde. Wie er dies vor Vorinstanz
auch geltend gemacht habe, sei hier nach der konkreten, einstufigen Berech-
nungsmethode vorzugehen. Sollte gleichwohl nach der zweistufigen Methode mit
Überschussverteilung vorgegangen werden, sei der verbleibende Überschuss
hälftig zu teilen, zumal die Kinderkosten, wie deren Hobbies etc., bereits im Be-
darf berücksichtigt worden seien (Urk. 98 S. 9 f.).
Die Gesuchstellerin hält demgegenüber an der erstinstanzlichen Vorgehensweise
fest und meint, die Vorinstanz habe nicht das strikte Existenzminimum der Partei-
en annehmen müssen. Vielmehr habe sie von einem familienrechtlich erweiterten
Existenzminimum ausgehen dürfen. Weil die Vorinstanz insbesondere bei beiden
Parteien die gleichen Bedarfspositionen berücksichtigt habe, sei die Art der Be-
rechnung nicht zu beanstanden. Eine Vermögensverschiebung ergebe sich durch
die Berechnung jedenfalls nicht. Es habe daher bei der zweistufigen Berech-
nungsmethode mit Überschussverteilung gemäss der Vorinstanz zu bleiben (Urk.
108 S. 26 f.).
1.3. Das Gesetz schreibt keine bestimmte Methode für die Berechnung von Un-
terhaltsbeiträgen vor. Das Gericht hat sich jedoch in seinem Entscheid zur ange-
wandten Methode zu äussern und diese zu begründen. Bei guten finanziellen
Verhältnissen kann der im Rahmen des Eheschutzverfahrens festzulegende Un-
terhaltsbeitrag einstufig durch Addition der einzelnen Budgetpositionen ermittelt
werden, die auch nach Auflösung des gemeinsamen Haushalts den bisherigen
Lebensstandard sicherzustellen vermögen. Regelmässig ist indessen auch bei
gehobenem Lebensstandard die herkömmliche zweistufige Methode der Berech-
nung des Unterhaltsbeitrags angemessen, wonach vorab der allenfalls erweiterte
Notbedarf beider Parteien berechnet und ein allfälliger Freibetrag aufgeteilt wird
(BK-Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 176 ZGB N 25 mit weiteren Hinweisen; ZR
91/92 Nr. 22). Eine Vermischung der Berechnungsmethoden ist unzulässig (BGE
140 III 485 E. 3.5.2 und BGer 5A_61/2015 vom 20. Mai 2015, E. 4.2.2; Maier, Die
konkrete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt an-
hand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in Fa-
- 23 -
mPra.ch 2014 S. 302, S. 311). Auch in der Anwendung der einstufig-konkreten
Methode sind indessen gewisse Pauschalisierungen unumgänglich, weil es nahe-
zu unmöglich ist, für Ausgabepositionen wie den täglichen Bedarf die entspre-
chenden Zahlen nachträglich noch zu ermitteln bzw. vorzulegen. Zulässig ist bei-
spielsweise eine Vermehrfachung des betreibungsrechtlichen Grundbetrages
(BGer 5A_956/2015 vom 7. September 2016, E. 4).
Trotz des von der ersten Instanz ermittelten relativ hohen monatlichen Gesamt-
einkommens der Parteien von Fr. 20'859.– (bzw. Fr. 20'964.– laut diesem Ent-
scheid) erweist sich die Anwendung der zweistufigen Methode vorliegend noch
als angemessen (anders erst bei einem sehr hohen Haushaltseinkommen von
Fr. 26'000.– pro Monat, vgl. Maier, a.a.O., S. 312 FN 100, mit Hinweis auf OGer
ZH LE110045 vom 15. März 2013). Die glaubhaft gemachte Sparquote der Par-
teien (vgl. Urk. 34 S. 5 unten; Urk. 13/27 bzw. Urk. 21/22 [Steuererklärung 2014:
Wertschriften und Guthaben: Fr. 81'936]; Urk. 72/44 [Steuererklärung 2015: Wert-
schriften und Guthaben Fr. 121'556; vgl. auch Urk. 30 S. 17, wo die Gesuchstelle-
rin selbst von "verbleibenden gemeinsamen Ersparnissen" von Fr. 80'988.64
spricht, wovon der Gesuchsgegner am 15. Januar 2016 Fr. 48'500 abgehoben hat
[vgl. Urk. 31/29 und Urk. 13/9; Prot. I S. 55]) wird bei der Überschussverteilung
gebührend zu berücksichtigen sein. Zuhanden des Gesuchsgegners, welcher un-
ter anderem die Anwendung der einstufigen Methode postuliert (Urk. 98 S. 11;
Urk. 34 S. 4 f.; Prot. I S. 25; Urk. 33/39), ist im Übrigen festzuhalten, dass bei de-
ren Anwendung der Grundbetrag mindestens zu 50 % (und nicht bloss zu 20 %,
wie er vor Vorinstanz meinte, vgl. Urk. 34 S. 5) zu erhöhen wäre (vgl. Six, a.a.O.,
S. 108, RZ 268). Dies würde jedoch zu höheren Unterhaltsbeiträgen als jenen
gemäss dem angefochtenen Urteil führen.
2.1. Einkommen der Gesuchstellerin
Das von der Vorinstanz ermittelte Nettoeinkommen der Gesuchstellerin von
Fr. 7'574.– (ohne Kinderzulagen, ohne 13. Monatslohn) für deren 80 % Pensum
blieb unbestritten (Urk. 99 S. 27; Urk. 98 S. 12; Urk. 108 S. 27 f.). Während der
gelebten Ehe arbeitete die Gesuchstellerin nur phasenweise 100 %. Sie legte zu-
dem glaubhaft dar, dass es ihr erst nach einer Einarbeitungszeit möglich war, ihr
- 24 -
Pensum zu reduzieren (vgl. auch Urk. 78 S. 11). Seit Mai 2016 ist sie im 80 %-
Pensum erwerbstätig (vgl. Urk. 24/18). Zudem ist sie mit den Kindern nunmehr al-
leine. Es ist daher nicht angängig, auch ihrerseits von einem vollen Erwerbsein-
kommen auszugehen, wie dies dem Gesuchsgegner vorschwebt (Urk. 98 S. 12;
Urk. 108 S. 28).
2.2. Einkommen des Gesuchsgegners
Die erste Instanz berechnete gestützt auf den Lohnausweis 2015 ein massgebli-
ches monatliches Nettoeinkommen des Gesuchsgegners von Fr. 13'285.–, inklu-
sive 13. Monatslohn und Bonusanteil (Fr. 9'500.– pro Jahr; Urk. 99 S. 27; Urk.
21/2; Prot. I S. 53).
Weil die Obhut über die beiden Töchter der Gesuchstellerin zuzuteilen ist und der
Gesuchsgegner, wie er mehrfach betonte, seine Arbeit flexibel einteilen kann
(Prot. I S. 42 ff., 50, 56; Urk. 21/25), ist bei ihm, obschon er (ab Bezug einer Woh-
nung mit separatem Kinderzimmer) die Kinder am Montag betreut, nach wie vor
von einer 100 %-igen Erwerbstätigkeit auszugehen.
Neu bringt der Gesuchsgegner vor, das Bonusreglement habe geändert und er
erhalte seit Januar 2017 keinen Bonus mehr. Sein Bonus basiere vollumfänglich
auf der Leistung der P._ Limited in ganz Kontinentaleuropa. Sofern das Ziel
der Gesellschaft in diesem Gebiet nicht erreicht werde, erhalte er keinen Bonus.
Er habe somit keinen direkten Einfluss auf das Ergebnis der Gesellschaft, zumal
er eine technische Rolle innehabe. Aus den neu eingereichten Belegen sei er-
sichtlich, dass die Gesellschaft ihr Ziel nicht erreicht habe und er damit keinen
Bonusanspruch habe. Entsprechend erhalte er in diesem Jahr keinen Bonus. Oh-
ne Bonus betrage sein Einkommen Fr. 12'662.25 monatlich netto (Urk. 98 S. 12).
Die Gesuchstellerin lässt bestreiten, dass das Bonusreglement der Arbeitgeberin
des Gesuchsgegners geändert habe. Der Gesuchsgegner lasse mit Urk. 102/6
eine E-Mail mit irgendeiner unverständlichen Abrechnung einreichen, aus welcher
aber nicht hervorgehe, wer deren Verfasser sei. Ausserdem beinhalte die Ab-
rechnung nur die 4 Quartale 2016. Die Abrechnung - sofern sie überhaupt stimme
- 25 -
- sei heute längst veraltet. Der Gesuchsgegner habe weder das neue noch ein al-
tes Bonusreglement eingereicht und damit die Veränderung nicht plausibel darge-
tan. Ausserdem habe er nicht in Abrede gestellt, dass er einen 13. Monatslohn
erhalte, welchen die Vorinstanz denn auch eingerechnet habe. Somit ergebe sich
ein Monatseinkommen von netto Fr. 13'757.75 im Jahr 2017 (Urk. 108 S. 28 f.).
Zwar ging die Vorinstanz von einem massgeblichen monatlichen Nettoeinkommen
inklusive 13. Monatslohn und Bonusanteil aus (vgl. Urk. 99 S. 27) und der Ge-
suchsgegner stellte im Berufungsverfahren nicht explizit in Abrede, dass er einen
13. Monatslohn erhalte (Urk. 98 S. 11 f.; Verzicht auf eine Stellungnahme zu Urk.
108 gemäss Präsidialverfügung vom 27. April 2017 [Urk. 111]). Indessen geht es
vorliegend um die Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen, weshalb die unein-
geschränkte Untersuchungsmaxime zum Tragen kommt (Art. 296 Abs. 1 ZPO).
Vor Vorinstanz führte der Gesuchsgegner selbst keinen 13. Monatslohn auf (vgl.
Urk. 34 S. 3 f.; Urk. 33/38, 39) und wurde dazu auch nicht befragt (Prot. I S. 53),
dies im Gegensatz zur Gesuchstellerin, welche angab, keinen 13. Monatslohn zu
erhalten (Prot. I S. 52). Gemäss dem Arbeitsvertrag zwischen der P._ Li-
mited und dem Gesuchsgegner vom 6./7. Oktober 2014 ist das Grundgehalt denn
auch nur 12 mal geschuldet (Urk. 73/3 § 4 Ziffer 1). Auch aus den aktenkundigen
Lohnabrechnungen Dezember 2015 bis März 2016 sowie Januar 2017 und Feb-
ruar 2017 (Urk. 21/1; Urk. 102/5, 6) ergibt sich keine Zahlung eines 13. Monats-
lohns. Dementsprechend rechtfertigt es sich, davon auszugehen, dass der Ge-
suchsgegner keinen solchen bekommt.
Laut dem Lohnausweis 2015 erhielt der Gesuchsgegner im Jahr 2015 Bonuszah-
lungen von Fr. 9'542.– (Urk. 21/2). Mit dem Lohn für den Dezember 2015 wurde
ihm dabei ein Bonus von Fr. 2'388.90 brutto bzw. Fr. 2'225.– netto ausbezahlt
(Urk. 21/1; Urk. 34 S. 4; Urk. 33/39). Gemäss der Lohnabrechnung März 2016 er-
hielt er einen Bonus von Fr. 882.– brutto (Urk. 21/1). Dass der Bonus nicht stabil
sei, sondern vom Geschäftsgang in Europa abhänge, deponierte der Gesuchs-
gegner bereits vor Vorinstanz (Prot. I S. 53). Allerdings erhellt aus dem Arbeits-
vertrag, dass der Gesuchsgegner einem Bonusprogramm unterstellt wird, wonach
er jährlich eine Zahlung von Fr. 13'500.– erhalten kann. Es handelt sich hierbei
- 26 -
um einen variablen, an diverse Kriterien (wie den Einzelnen, dessen Konto, den
Geschäftsbereich und die Organisationsleistung) geknüpften Bonus, worauf kein
fixer Anspruch besteht (Urk. 73/3 § 4 Ziffer 2). Gemäss den neuen Belegen ver-
mag der Gesuchsgegner zwar darzutun, dass die Zielanreize für die Zeit vom 1.
April 2016 bis zum 31. Dezember 2016 auf Fr. 13'610.– angesetzt waren, seine
Verdienste aber nur Fr. 2'315.47 betrugen, wobei ihm bereits Fr. 5'191.60 ausbe-
zahlt wurden, womit er Fr. 2'876.13 im Minus ist (Urk. 102/6 i.V.m. Art. 317 Abs. 1
ZPO). Zudem ist ersichtlich, dass der Gesuchsgegner gemäss Schreiben des Vi-
zepräsidenten der P._ Limited vom 3. März 2017 über seine Rolle und die
Zielvorgaben für die Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 informiert wird. Be-
treffend die Faktoren, an welche die Zielvorgaben gekoppelt sind, wird jedoch auf
ein angehängtes Richtliniendokument verwiesen (Urk. 102/6 Seite 2 i.V.m.
Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dieses Dokument bringt der Gesuchsgegner allerdings
nicht bei. Insgesamt vermag er jedenfalls nicht hinreichend glaubhaft darzutun,
dass der Bonus vollumfänglich (und allein) auf der Leistung der P._ Limited
in ganz Kontinentaleuropa basieren soll, die Firma die Ziele in diesem Gebiet
nicht erreichte und er seit Januar 2017 keinen Bonus mehr erhalten soll (Prot. I
S. 53; Urk. 98 S. 12). Mit Blick auf die im Arbeitsvertrag erwähnten Bonuskriterien
und die Hinweise in den neuen Belegen auf verschiedene Faktoren (gemäss dem
nicht beigebrachten Richtliniendokument), welche die Zielvorgaben beeinflussen,
erscheint vielmehr naheliegend, dass es zumindest auch auf die individuellen
Leistungen des Gesuchsgegners ankommt. So wurde er denn offenbar auch nicht
einfach als gewöhnlicher Informatiker/Programmierer, sondern immerhin als "Se-
nior Architekt in the career band C2" eingestellt (Urk. 73/3). Die Erzielung eines
Bonus in der bisherigen Höhe (Fr. 9'542.– pro Jahr [Urk. 21/2] bzw. Fr. 795.– pro
Monat) erscheint daher nach wie vor möglich und ist dem Gesuchsgegner auch
zuzumuten, zumal er keine markanten Umsatzeinbrüche seiner Arbeitgeberin in
Kontinentaleuropa oder Dergleichen darzutun vermag.
Zusammengefasst rechtfertigt es sich somit, von einem durchschnittlichen monat-
lichen Nettoeinkommen des Gesuchsgegners der Jahre 2016 und 2017 in der
Höhe von Fr. 12'595.– auszugehen (Fr. 12'527.65 [Urk. 21/1] + Fr. 12'662.25 [Urk.
102/5, 6 i.V.m. Art. 317 Abs. 1 ZPO] : 2), zuzüglich Fr. 795.– monatliche Bonus-
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zahlungen, zumal die Unterhaltsbeiträge rückwirkend ab 17. Juni 2016 festzule-
gen sind. Somit resultiert ein massgebliches Gesamteinkommen von Fr. 13'390.–
pro Monat.
3.1. Bedarf der Gesuchstellerin mit den Kindern
Die Vorinstanz bezifferte den Bedarf der Gesuchstellerin mit den Kindern mit
Fr. 12'136.– (Urk. 99 S. 28 f.).
Im Berufungsverfahren umstritten sind einzig die Kinderbetreuungskosten. Die
Vorinstanz veranschlagte dafür Fr. 3'840.– pro Monat und erwog, laut dem von
der Gesuchstellerin eingereichten Arbeitsvertrag mit der neuen Nanny, J._,
vom 29. August 2016, sei für das 100 % Pensum ein monatlicher Bruttolohn von
Fr. 4'800.– geschuldet. Die Gesuchstellerin arbeite jedoch nur 80 % und die Kin-
der würde zudem künftig am Montag durch den Vater betreut, wodurch nochmals
weniger Fremdbetreuung notwendig sein werde. Ausgehend von dem für ein
Vollpensum angemessenen Bruttolohn seien höchstens Fr. 3'840.– für ein allfälli-
ges 80 % Pensum zu berücksichtigen (Urk. 99 S. 28 f.). Der Gesuchsgegner hält
diese Fremdbetreuungskosten für viel zu hoch angesetzt, zumal die Gesuchstelle-
rin nur eine Nanny im 60 % Pensum benötige. Dementsprechend seien
Fr. 2'880.– anzurechnen (Urk. 98 S. 16). Demgegenüber hält die Gesuchstellerin
am vorinstanzlichen Betrag fest. Sie habe glaubhaft gemacht, dass, auch wenn
man eine Nanny nur 80 % brauche (also an vier Tagen), wegen der maximalen
Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche ein 100 % Lohn pro Monat zu zahlen sei,
weil die Nanny keinen gewöhnlichen Tagesablauf habe, sondern schon früh am
Morgen kommen und am Abend bleiben müsse, bis die Gesuchstellerin von der
Arbeit zurück komme. Die Vorinstanz habe die Tatsache, dass der Gesuchsgeg-
ner die Kinder am Montag betreuen sollte und die Gesuchstellerin 80 % arbeite,
schon bei der Reduktion der Betreuungskosten berücksichtigt. Eine weitere Re-
duktion sei daher nicht gerechtfertigt, insbesondere auch deshalb nicht, weil in
den von der Vorinstanz berücksichtigten Kosten von Fr. 3'840.– keinerlei Sozial-
abgaben eingerechnet seien, sondern nur der Bruttolohn. Dass Sozialabgaben
auf dem Bruttolohn zu zahlen seien, sei gerichtsnotorisch (Urk. 108 S. 31 f.).
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Zwar braucht die im 80 %-Pensum erwerbstätige Gesuchstellerin die Nanny nur
noch an drei Tagen, weil der Gesuchsgegner die Betreuung der Kinder am Mon-
tag übernimmt. Allerdings hat eine Nanny an ihren Arbeitstagen längere Präsenz-
zeiten als die üblichen 8,4 Stunden. So deponierte die Gesuchstellerin bei der Vo-
rinstanz, die Nanny komme um 8.00 Uhr morgens. Spätestens um 18.30 Uhr
komme sie nach Hause, bis dann bleibe auch die Nanny (Prot. I S. 39). Die Nan-
ny ist an einem Arbeitstag der Gesuchstellerin mithin rund 10,5 Stunden anwe-
send, mithin vorliegend 31,5 Stunden pro Woche. Ausgehend von 42,5 Stunden
pro Woche gemäss Arbeitsvertrag vom 29. August 2016 (Vollpensum; vgl. Urk.
86/7) entspricht dies 75 %. Somit rechtfertigt es sich, den Vollzeitbruttolohn von
Fr. 4'800.– entsprechend auf Fr. 3'600.– brutto zu reduzieren. Das Bruttogehalt
eines Festangestellten kostet den Arbeitgeber jedoch zumeist wesentlich mehr,
als es netto für den Arbeitnehmer den Anschein hat, weil der Arbeitgeber einen
Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung zu leisten hat, wie die Gesuchstellerin
richtig bemerkt. Vor diesem Hintergrund ist der von der Vorinstanz veranschlagte
Betrag von Fr. 3'840.– für die Kinderbetreuungskosten sicherlich angemessen.
Die Vorinstanz brachte bei beiden Parteien einen namhaften Betrag für Feri-
en/Freizeit von Fr. 1'200.– bei der Gesuchstellerin und Fr. 800.– beim Gesuchs-
gegner in Anrechnung (Urk. 99 S. 29 f.). Solches sprengt jedoch den vorliegend
angemessenen erweiterten familienrechtlichen Bedarf im Rahmen der zweistufi-
gen Berechnungsmethode. Zudem führt dies - mit Blick auf die Überschussvertei-
lung - zu einer verpönten Vermengung der ein- und zweistufigen Berechnungsme-
thode. Die Position ist dementsprechend bei beiden Parteien zu streichen. Sie
sind damit auf ihre Freibetragsanteile zu verweisen.
Insgesamt beläuft sich der Bedarf der Gesuchstellerin mit den Kinder somit auf
Fr. 10'936.– (Fr. 12'136.– [vorinstanzlicher Bedarf] - Fr. 1'200.– [Ferien/Freizeit]).
3.2. Bedarf des Gesuchsgegners
Die Vorinstanz bezifferte den Bedarf des Gesuchsgegners mit Fr. 7'174.– (Urk. 99
S. 29 f.). Umstritten ist einzig, dass dem Gesuchsgegner keine auswärtigen Ver-
pflegungskosten angerechnet wurden, weil er vorgebracht habe, dass er von zu
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Hause aus arbeiten könne ("Homeoffice"; Urk. 99 S. 29 f.; Urk. 98 S. 16; Urk. 108
S. 32).
Im Berufungsverfahren macht der Gesuchsgegner unter diesem Titel neu einen
Betrag von Fr. 250.– monatlich geltend und hält dafür, er werde selbstverständ-
lich, wenn die Kinder nicht unter seine Obhut gestellt würden, kein Homeoffice
machen. Entsprechend würden ihm in diesem Fall auch Kosten für die auswärtige
Verpflegung anfallen, zumal ihm keine Kantine zur Verfügung stehe (Urk. 98
S. 16). Solches hätte der Gesuchsgegner für den Eventualfall, dass er die Obhut
über die Kinder nicht bekommen sollte, bereits vor Vorinstanz dartun können und
müssen (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Allerdings rechtfertigt es sich, die seitens des Ge-
suchsgegners vor Vorinstanz geltend gemachten Mehrauslagen für auswärtiges
Essen von Fr. 80.– pro Monat (Urk. 33/39) dem vollzeiterwerbstätigen Gesuchs-
gegner gleichwohl anzurechnen, nachdem es sich um einen reduzierten Betrag
handelt (gerichtsnotorisch sind mindestens Fr. 220.– bei einem Vollpensum) und
er nicht nur zu Hause, sondern (zumindest gelegentlich) auch am Kundenstandort
Zürich arbeiten dürfte (vgl. Urk. 73/3 § 2 Ziffer 3; Urk. 21/25). Zudem ist er häufig
auf Geschäftsreisen (vgl. Prot. I S. 45 ff.).
Zwar führt der Gesuchsgegner in seinem Bedarf unter dem Titel Fahrkosten, wie
vor Vorinstanz (vgl. Urk. 33/39), einen Betrag von Fr. 702.– auf, jedoch äussert er
sich dazu in keiner Weise näher, sondern hält vielmehr explizit dafür, sollte die
Obhut gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid bei der Gesuchstellerin verblei-
ben, so seien (nur) zwei Bedarfspositionen, nämlich die Betreuungskosten und
die Verpflegungskosten, zu korrigieren (Urk. 98 S. 15 f.). Weiterungen betreffend
allfällige (von der Vorinstanz nicht berücksichtigte) Fahrkosten erübrigen sich da-
her.
Auch beim Gesuchsgegner sind allerdings die Fr. 800.– für Ferien/Freizeit (Urk.
99 S. 30) in Abzug zu bringen.
Damit beläuft sich der Bedarf des Gesuchsgegners auf Fr. 6'454.– (Fr. 7'174.– +
Fr. 80.– - Fr. 800.–).
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4. Unterhaltsberechnung
Einkommen GSin Fr. 7'574 Einkommen GG Fr. 13'390 Gesamteinkommen Fr. 20'964 Bedarf GSin u. Kinder Fr. 10'936 Bedarf GG Fr. 6'454 Gesamtbedarf Fr. 17'390 Freibetrag Fr. 3'574 1/2 Freibetrag Fr. 1'787
Die vom Gesuchsgegner geschuldeten Kinderunterhaltsbeiträge belaufen sich
somit neu auf rund Fr. 5'150.– pro Monat (Fr. 10'936.– [Bedarf Gesuchstellerin
und Kinder] + Fr. 1'787.– [1/2 Freibetrag] - Fr. 7'574.– [Einkommen Gesuchstelle-
rin]). Sie sind den beiden Kindern je hälftig zuzusprechen, mithin erhält jedes Kind
aufgerundet Fr. 2'575.– (vgl. Urk. 99 S. 31).
Zur Freibetragsaufteilung ist festzuhalten, dass die praxisgemässe Aufteilung zu
zwei Dritteln an den obhutsinhabenden Elternteil (Fr. 2'383.–) mit Blick auf die er-
wähnte Sparquote und die bereits im Bedarf berücksichtigten Hobbykosten der
Kinder (Urk. 99 S. 29) vorliegend zu einer unzulässigen Vermögensverschiebung
führen würde. Somit drängt sich hier eine hälftige Freibetragsaufteilung auf, wie
dies der Gesuchsgegner bei Anwendung der zweistufigen Methode auch verlangt
(vgl. Urk. 98 S. 11 Rz. 31). Weil im Berufungsverfahren einzig noch die Kinderun-
terhaltsbeiträge im Streit liegen, zielen die Vorbringen des Gesuchsgegners be-
treffend die Mitberücksichtigung der Kriterien für den nachehelichen Unterhalt
(vgl. Urk. 98 S. 10 f.) im Übrigen an der Sache vorbei. Die hälftige Freibetragsauf-
teilung erscheint vorliegend trotz der relativ hohen Sparquote (Fr. 39'620.– im
Jahr 2015 [Urk. 21/22 und Urk. 72/44]) angemessen, dies nicht zuletzt mit Blick
auf die trennungsbedingten Mehrkosten und die guten finanziellen Verhältnisse.
Im Übrigen gestand der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin immerhin einen Be-
trag von Fr. 1'200.– für Ferien/Freizeit zu (Urk. 33/39).
Am 1. Januar 2017 trat das neue Kindesunterhaltsrecht in Kraft. Dieses findet auf
zu diesem Zeitpunkt rechtshängige Verfahren - und somit auch vorliegend - An-
wendung (Art. 13cbis Abs. 1 SchlT ZGB). Weil die Gesuchstellerin ihre Lebenshal-
tungskosten (erweitertes familienrechtliches Existenzminimum, nicht der gelebte
- 31 -
eheliche Standard, vgl. dazu S. 8 Leitfaden neues Unterhaltsrecht des Oberge-
richts; Urk. 99 S. 28 f. mit Hinweisen) von Fr. 4'214.– (Fr. 1'350.– Grundbetrag,
Fr. 669.– 1⁄2 Wohnkosten, Fr. 361.– Krankenkasse [Urk. 13/20], Fr. 150.– Ge-
sundheitskosten, Fr. 30.– Hausrat-/Haftpflichtversicherung, Fr. 138.– Ra-
dio/TV/Telefon/Internet (gerichtsüblich), Fr. 123.– Fahrtkosten, Fr. 176.– auswär-
tige Verpflegung, Fr. 388.– Leasingkosten, Fr. 165.– Motorfahrzeugversicherung,
Fr. 50.– Strassenverkehrsabgabe, Fr. 200.– Unterhalt/Service/Pneu, Fr. 314.– 3.
Säule, Fr. 100.– [Steuerpauschale auf die Lebenshaltungskosten]) mit ihrem Ein-
kommen von Fr. 7'574.– ohne weiteres decken kann, ist kein Betreuungsunterhalt
gemäss Art. 285 Abs. 2 ZGB geschuldet.
Der Barbedarf der Kinder in der Höhe von Fr. 5'871.– (Fr. 800.– Kindergrundbe-
träge, Fr. 669.– 1⁄2 Wohnkostenanteil Kinder, Fr. 244.– Krankenkasse [Urk. 13/20],
Fr. 3'840.– Fremdbetreuungskosten und Fr. 318.– Hobbykosten) kann durch die
Kinder- und Familienzulagen von total Fr. 600.– (Urk. 31/28) sowie die Kinderun-
terhaltsbeiträge von rund Fr. 5'150.– fast gedeckt werden. Die ungedeckten
Fr. 121.– kann die Gesuchstellerin ohne weiteres selbst beisteuern. Eine im Ur-
teilsdispositiv festzustellende Unterdeckung der Kinder (vgl. Art. 286a Abs. 1
ZGB) besteht daher nicht.
Somit ergeben sich keine Weiterungen aufgrund des neuen Rechts und die ge-
schuldeten Kinderunterhaltsbeiträge von je rund Fr. 2'575.– pro Kind sind in teil-
weiser Gutheissung der Berufung des Gesuchsgegners (unangefochtenermas-
sen, vgl. Urk. 98 S. 3 Ziffer 2.2) rückwirkend auf den 17. Juni 2016 festzulegen.
F. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 4'000.– (zuzüglich
Fr. 1'181.25 Dolmetscherkosten und Fr. 1'400.– diverse Kosten fest) und aufer-
legte den Parteien die Gerichtskosten je zur Hälfte mit der Begründung, dass die
Kosten betreffend die Kinderbelange den Parteien praxisgemäss je hälftig aufzu-
erlegen seien und bezüglich der Unterhaltsbeiträge mit Blick auf den Subeventu-
alantrag des Gesuchsgegners nicht gesagt werden könne, dass er in diesem
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Punkt unterliege. Ausserdem verzichtete sie auf die Zusprechung einer Parteient-
schädigung (Urk. 99 S. 34 ff.).
Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über
die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Keine
der Parteien rügte den vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsentscheid
(Urk. 98 S. 3; Urk. 108 S. 2). Unter Berücksichtigung des Ausgangs des Beru-
fungsverfahrens erweist sich der vorinstanzliche Kostenentscheid als angemes-
sen. Das vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Urk. 99 S. Dis-
positivziffern 7 bis 9) ist demnach zu bestätigen.
2. Bezüglich der Kinderbelange im engeren Sinn (Obhut, Besuchsrecht) sind
die Kosten den Parteien praxisgemäss je hälftig aufzuerlegen, zumal beiden gute
Gründe für ihre Standpunkte zuzugestehen sind. Betreffend die Kinderunterhalts-
beiträge unterliegt der Gesuchsgegner zu 80 %. Insgesamt rechtfertigt es sich
somit, die Kosten dem Gesuchsgegner zu 65 % und der Gesuchstellerin zu 35 %
aufzuerlegen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind aus dem vom Gesuchs-
gegner geleisteten Kostenvorschuss über Fr. 5'000.– (Urk. 104) zu beziehen. Die
Gesuchstellerin hat dem Gesuchsgegner ihren Kostenanteil in der Höhe von
Fr. 1'750.– zu ersetzen (vgl. Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).
Dementsprechend ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für
das Berufungsverfahren eine auf 30 % reduzierte Parteientschädigung zu bezah-
len. Die volle Parteientschädigung ist dabei auf Fr. 4'000.– festzusetzen, zuzüg-
lich Fr. 320.– (8 % MwSt.; vgl. § 5, § 6 Abs. 3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV;
Urk. 108 S. 2 Antragziffer 7), womit die reduzierte Parteientschädigung Fr. 1'296.–
(einschliesslich MwSt.) beträgt.