# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 241dd99d-f976-4227-b961-8379619b0d00
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y., geboren am 20. Februar 1974, und X., geboren am 6. Juli 1981, heirateten im Juni 2003. Aus dieser Ehe sind die Kinder F., geboren am 29. Januar 2004, und G., geboren am 21. Februar 2006 hervorgegangen. Die Familie lebte bis zur Trennung zuerst in A. und dann in B..
B. Am 8. März 2012 reichte Y. beim Bezirksgericht Prättigau/Davos ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen mit folgenden Rechtsbegehren ein:
„1. Es seien die gemeinsamen Kinder F. (Jg. 2004) und G. (Jg. 2006) richterlich zu befragen und aufgrund dieses Gesprächs sowie aufgrund der Aktenlage sei die Frage zu entscheiden, ob die Kinder im Falle der Trennung der Eltern der Kindsmutter oder dem Kindsvater in Obhut gegeben werden sollen.
Eventualiter sei ein Gutachten, das in kurzer Zeit vorzuliegen hat, in Auftrag zu geben, womit abzuklären ist, ob die gemeinsamen Kinder F. (Jg. 2004) und G. (Jg. 2006) im Falle der Trennung der Eltern der Kindsmutter oder dem Kindsvater in Obhut gegeben werden sollen.
2. In der Folge seien die Kinder F. und G. unter die elterliche Obhut des Kindsvaters zu stellen.
3. Es sei dem Kindsvater zu erlauben, mit den Kindern F. und G. die eheliche Wohnung zu verlassen und an der _strasse in A. Wohnsitz zu nehmen.
4. Es sei der Ehefrau ein praxisgemässes Besuchsrecht zuzusprechen. Während der Zeit, in welcher die Abklärungen über die Obhutszuteilung im Gange sind, sei die Begleitung des Besuchsrechts der Ehefrau anzuordnen.
5. Es sei der Ehefrau einstweilen zu verbieten, mit den Kindern die Schweiz zu verlassen.
6. Es sei der Ehefrau eine geringe Unterhaltsrente während sechs Monaten zuzusprechen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.
Antrag in prozessualer Hinsicht:
Innert kürzest möglicher Frist sei eine Instruktionsverhandlung durchzuführen, um die sich unmittelbar stellenden Fragen (Wohnorte der Eheleute und der Kinder sowie Unterhaltsfragen) möglichst einvernehmlich und bis zu einem Gerichtsentscheid über die Obhutszuteilung zu regeln.“
C. Am 16. April 2012 reichte X. ihre Stellungnahme ein und beantragte was folgt:
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„1. Das Gesuch von Y. vom 08.03.2012 sei vollumfänglich anzuweisen (recte: abzuweisen).
2. Sollte der Bezirksgerichtspräsident die Trennung aussprechen bzw. der Ehemann an der Trennung festhalten, seien die Kinder unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen. Dem Kindsvater sei ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen.
3. Die eheliche Wohnung an der _, B., sei der Ehefrau und den Kindern zur alleinigen Nutzung zuzuweisen.
4. Y. sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Töchter F., geb. 29.01.2004, und G., geb. 21.02.2006, monatlich je Fr. 650.-- zuzüglich Kinderzulage zu bezahlen; zahlbar pränumerando je auf den 1. des Monats, verzinslich zu 5% ab Fälligkeit.
5. Y. sei zu verpflichten, an den Unterhalt von X. monatlich Fr. 2‘700.-- zu bezahlen; zahlbar pränumerando je auf den 1. des Monats, verzinslich zu 5% ab Fälligkeit.
6. Der Gesuchsteller sei zur Abgabe all seiner Hausschlüssel zu verpflichten.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Ehemannes.“
D. Am 9. Mai 2012 fand vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Prättigau/Davos die mündliche Verhandlung statt, anlässlich welcher sich die Parteien einigen konnten. Am 11. Mai 2012, gleichentags mitgeteilt, erliess der Einzelrichter sodann folgende Verfügung:
„1. X. ist berechtigt, zusammen mit den Kindern F., geb. 29. Januar 2004, und G., geb. 21. Februar 2006, weiterhin in der ehelichen Wohnung an der _ in B. zu bleiben.
2. Y. ist berechtigt, seine beiden Töchter F. und G. an den Werktagen morgens (Frühstück), mittags (Mittagessen) sowie abends (bis die Kinder schlafen gehen) in der Wohnung an der _ in B. zu besuchen.
3. Y. ist berechtigt, seine beiden Töchter F. und G. jedes zweite Wochenende (Samstag/Sonntag) zu sich auf Besuch zu nehmen.
4. Y. wird verpflichtet, für den Lebensunterhalt der ganzen Familie (inkl. Miete, Krankenkassenprämien etc.) weiterhin vollumfänglich aufzukommen.
5. Betreffend Obhut über die beiden Kinder F. und G. wird bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden ein Gutachten eingeholt.
6. Die Kosten dieser Verfügung werden bei der Prozedur belassen.
7. (Mittelung).“
E. Am 14. September 2012 wurde das Schreiben des Institutes für  Begutachtung (IFPB), St. Gallen, vom 10. September 2012 samt Gutachten den Parteien zur Stellungnahme zugesandt.
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F. X. beantragte in ihrem Schreiben vom 19. Oktober 2012, dass das Gutachten auf Vietnamesisch übersetzt werde. Zusätzlich stellte sie folgende Anträge:
„1. Die Kinder seien für die Dauer der Trennung unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen.
2. Es sei gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB eine Sozialpädagogische Familienbegleitung anzuordnen.
3. Es sei gestützt auf Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB eine Erziehungs- sowie Besuchsrechtsbeistandschaft anzuordnen.“
G. In seiner Stellungnahme vom 13. November 2012 beantragte Y. was folgt:
„1. Die Kinder seien umgehend unter die Obhut des Kindsvaters zu stellen.
2. Eventuell sei ein begleitetes Besuchsrecht der Kindsmutter anzuordnen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.“
H. Anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 12. Dezember 2012, an der beide Parteien, ihre Rechtsvertreter sowie eine vietnamesische Übersetzerin teilnahmen, bekräftigten die Parteien im Wesentlichen ihre Anträge und Begründungen gemäss den schriftlichen Eingaben. Mit Entscheid vom 19. Dezember 2012, mitgeteilt am 7. Januar 2013, erkannte die Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos alsdann was folgt:
„1. Es wird festgestellt, dass Y. und X. seit dem 1. Mai 2012 getrennt leben und auch weiterhin berechtigt sind, getrennt zu leben.
2. Die Kinder F., geboren am 29. Januar 2004, und G., geboren am 21. Februar 2006, werden unter die alleinige elterliche Obhut von Y. gestellt.
3. Es wird Y. erlaubt, mit den Kindern F. und G. an der _strasse in A. Wohnsitz zu nehmen.
4. X. wird als berechtigt erklärt, die Kinder F. und G. jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen.
X. wird als berechtigt erklärt, mit ihren Kinder F. und G. in der Schweiz drei Wochen Ferien zu verbringen. Reisen ins Ausland bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung von Y..
Es steht den Parteien jedoch frei, im gegenseitigen Einverständnis und unter gebührender Berücksichtigung der Wünsche und Interessen der Kinder das Besuchs- und Ferienrecht grosszügiger und/oder flexibler zu handhaben.
5. Für die Kinder F., geboren am 29. Januar 2004, und G., geboren am 21. Februar 2006, wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB angeordnet.
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6. Y. wird verpflichtet, an den Unterhalt von X. folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu leisten:
- von Februar 2013 bis April 2013 CHF 1‘837.00
- von Mai 2013 bis August 2013 CHF 362.00
- von September 2013 bis Dezember 2013 CHF 509.00
- ab Januar 2014 CHF 0.00
7. Im Übrigen werden die Anträge von Y. und X. abgewiesen.
8. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 12‘475.50 (Gerichtsgebühr CHF 800.00 sowie CHF 11‘675.50 Barauslagen [Gutachten, Übersetzung, Dolmetscher]) gehen je zur Hälfte zulasten von Y. und X.. Der Anteil von Y. von CHF 6‘237.75 wird mit Rücksicht auf die Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege (Proz. Nr. 130-2012-116) unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse genommen. Der Anteil von X. von CHF 6‘237.75 wird mit Rücksicht auf die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Proz. Nr. 130-2012-147) unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse genommen.
9. Die beiden unentgeltlichen Rechtsvertreter werden - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 9‘334.80 (Rechtsvertreter Y.) und CHF 9‘574.50 (Rechtsvertreterin X.), beide inkl. Barauslagen und MwSt., entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations