# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a68bf173-0169-4fc9-b012-761d181ea2f8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, war
zuletzt
von Mai bis November 2011 bei der
Firma
A._
als Reiniger tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 10. August 2011 war (vgl. Urk. 6/13
/1-5
). Unter Hinweis auf eine Plattenosteosynthese laterale Clavicula links sowie auf eine laterale
Claviculafraktur
links infolge eines Sturzes am 10. August 2011 meldete sich der Versicherte am 18. April 2012 bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/5;
vgl. Urk. 6/12/112
= Urk. 6/27/225
= Urk. 6/30/361
)
.
Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der
Suva
bei (Urk.
6/12; Urk. 6/22; Urk. 6/25-27;
Urk. 6/30; Urk. 6/36;
Urk. 6/
40
;
Urk. 6/48
). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 24. September 2012 mit, es seien derzeit keine beruflichen Ein
gliederungsmassnahmen möglich (Urk. 6/15 = Urk. 6/22/28-29
= Urk. 6/27/101-102
= Urk. 6/30/210-211
).
Die Suva verneinte mit Verfügung vom 24. Januar 2014 (Urk. 6/39 = Urk. 6/40/50-52) einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente, sprach ihm jedoch eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu.
Die dagegen erhobene
Einsprache
(
Urk. 6/40/38-39; Urk. 6/40/43-44)
wies die Suva mit Entscheid vom 17. April 2015 (Urk. 6/50) ab.
Die IV-Stelle holte beim
B._
ein
polydisziplinäres Gutachten ein, das am
13. November 2015 erstattet wurde (Urk. 6/62
/1-49
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/80
; Urk.
6/94
) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom
10. April 2017 (Urk. 6/123 = Urk. 2) vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015 eine
befristete
ganze Rente zu.
2.
Der Versicherte erhob am
22. Mai 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
10. April 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine unbefristete Rente
zuzusprechen
(Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
30. Juni 2017
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
26. Juli 2017
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
).
Mit Beschluss vom 21. August 2018 (Urk. 8) wurde dem Beschwerde

## Considerations

führer die Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht in Erwägung gezoge
nen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu seinem Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen. Der Beschwer
de
führer liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Ver
fü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvor
aus
setzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einsprache
entscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG
). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8
ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der
Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (
BGE
125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rz
11 zu Art. 30–31
IVG
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Ver
fügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE
131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in
BGE
144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (
BGE
131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (
BGE
131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1
.
5
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29
IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1
ATSG
, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22
IVG
beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnli
chen Aufenthalt (Art. 13
ATSG
) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.
6
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Verbindung mit Art. 8
ATSG
bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit
Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
einkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG
setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl.
BGE
143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (
BGE
143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2
ATSG
).
1.
7
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs;
BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (
BGE
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
Zusprache
einer befristeten ganzen Rente vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015
in der ange
fochtenen Verfügung (Urk. 2) damit
, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 15. August 2011
(richtig: 10. August 2011)
in seiner Arbeitsfähigke
it erheblich eingeschränkt sei. Der Beschwerdeführer beklage sowohl psychische wie auch somatische Beschwer
den. Gemäss ihren Abklärungen liege jedoch kein invaliditätsrelevanter psychi
scher Gesundheitsschaden vor, lägen doch Ressourcen vor, sodass dem Beschwer
deführer trotz der psychischen Diagnosen eine Erwerbstätigkeit zumutbar sei. Für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit könne daher nur der somatische Gesund
heitsschaden berücksichtigt werden. Gestützt auf das orthopädische Gutachten sei dem Beschwerdeführer bei Anspruchsbeginn im Oktober 2012 keine Erwerbs
tätigkeit mehr zumutbar gewesen, weshalb ein Invaliditätsgrad von 100 % resul
tiere. Spätestens ab dem 4. Dezember 2014 sei dem Beschwerdeführer jedoch wieder eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar, weshalb ab März
2015
keine rentenbegründende Erwerb
seinbusse mehr ausgewiesen sei (S. 5 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber
beschwerdeweise
auf den Stand
punkt (Urk. 1), dass die im
B._
-Gutachten dokumentierte Aktenlage dürftig sei und im Wesentlichen ein Jahr vor Erstattung des Gutachtens ende, weshalb das Gutachten nicht in Kenntnis
der
vollständige
n
Akten erstellt worden und somit nicht beweistauglich sei
(S. 5 f. Ziff. 3). Die Befunde an der Lendenwirbelsäule (
LWS
) seien neu, diese seien jedoch im
B._
-Gutachten weder thematisiert noch berücksichtigt worden, weshalb
nach wie vor Abklärungsbedarf insbesondere über die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
bestehe (S. 6
ff
. Ziff.
4). Die Beschwerdegegnerin gehe bei ihrer Berechnung des Erwerbsausfalls von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepassten Tätigkeiten aus. Dies sei
schon deshalb
nicht zutreffend
, weil die
Beschwerden an der
LWS
hierbei nicht berücksichtigt worden seien, ausserdem bestehe gestützt auf einen neueren Arzt
bericht auch in angepassten Tätigkeiten keine volle Arbeitsfähigkeit. Abgesehen davon betrage gemäss
B._
-Gutachten die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 55 % und in angepassten Tätigkeiten 70 % (S. 8 Ziff. 5).
Zudem seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren (S. 9 Ziff. 6).
2.3
Der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin (Urk.
2), mit welcher dem Beschwerdeführer
eine
befristete ganze Rente vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015
zuge
sprochen wurde. Hinsichtlich beruflicher Massnahmen liegt kein Entscheid der
Beschwerdegegnerin und somit kein Anfechtungsobjekt vor, weshalb es diesbe
züglich auch am Streitgegenstand fehlt, so dass in diesem Punkt auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. vorstehend E. 1.1).
3.
3.1
Der Suva-Kreisarzt
Dr.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 13. Sep
tember 2012 über die gleichentags erfolgte kreisärztliche Untersuchung
(Urk. 6/22/33-37 = Urk. 6/27/106-110 = Urk. 6/30/215-219)
und führte aus, dass sich eine minime Bewegungseinschränkung des linken Schultergelenkes i
m Seitenvergleich gezeigt habe (S. 4 unten).
Der
Beschwerdeführer
könne auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten ganz
tags verrichten. Arbeiten, die mit häufigen Überkopfarbeiten sowie mit repetiti
ven Belastungen der linken oberen Extremität einhergehen würden, seien, ebenso wie Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, aus dem Tätigkeits
profil auszuschliessen
(S. 5).
3.2
Der Suva-Kreisarzt Dr.
D._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, berichtete am 2. Dezem
ber 2013 über die gleichentags erfolgte kreisärztliche Untersuchung (Urk. 6/40/132-138) und diagnostizierte ein ä
tiologisch unklares Schmerzsyn
drom Schulter
adominant
-links bei Status nach konsolidierter lateraler
C
lavicu
lafraktur
links vom 10. August
2011 (Plattenosteosynthese, Metallentfernung durchgeführt) und bei Status nach
arthroskopischer
Resektion des
Acromioclavi
cular
(
AC-
)
Gelenkes mit
antero
-lateraler
Acromioplastik
und
Débri
dement
am
18. April
2013 (S. 5
unten
).
Das Zu
mutbarkeitsprofil, das am 13. September
2012 bei der Kreisarztuntersuchung formuliert worden sei
(vgl. vorstehend E. 3.1)
, gelte weiterhin, die objektive Einschränkung nach der lateralen
Claviculafraktur
und der AC-Resektion mit
Acromioplastik
und
Débridement
seien darin berücksichtigt (S. 6).
3.
3
Der Suva-Kreisarzt Dr.
D._
führte in seinem ergänzenden Bericht vom 25. April 2014 (Urk. 6/40/8-10 = Urk. 6/40/11-13) aus, dass am 14. März 2014 eine Rückfallmeldung durch die Arbeitslosenkas
se erfolgt sei (S. 1 Mitte).
Im Rahmen des
Zumutbarkeitprofils
sei der
Beschwerdeführer
durchgehend und weiterhin arbeitsfähig (S. 2).
3.
4
Die Ärzte des
B._
erstatteten am 13. November 2015
(Urk. 6/62
/1-49
)
das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten gestützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 4 ff. Ziff. C), die von ihnen durc
hgeführten
Untersuchungen (S. 11 ff.
Ziff. E) sowie auf
ein
ortho
pädisch-
traumatologisches
(
S.
17
ff.
)
, ein internistisches (
S.
26
ff.)
,
ein psychiatrisches (
S.
33
ff.
)
und ein neurologisches (
S.
43
ff.
)
Teilgutachten
.
Die
Gutachter nannten folgende
Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit
(S. 11 Ziff. D.1):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Belastungsminderung linke Schulter mit leicht- bis mittelgradiger Funk
tionseinschränkung nach lateraler
Claviculafraktur
,
osteosynthe
tischer Materialentfernung (
OSME
)
und zweimaliger Arthroskopie und Dekom
pression
Als D
ia
gnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen erhöhten
Ferritinwert
(nicht als
Diagnose
sonde
rn als pathologischen
Laborwert; S. 11 Ziff. D.2).
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers in der bisherigen Tätigkeit als Reiniger aus orthopädischer Sicht 80 % betrage, in einer angepassten Tätigkeit
bestehe hingegen eine
100%
ige Arbeits
fähigkeit. In psychischer Hinsicht sei der Beschwerdeführer
sowohl
in der bis
he
rigen als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt. Aus neurologischer und internistischer Sicht bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Pol
ydisziplinär ergebe sich
somit
eine Arbeitsfähigkeit
aus orthopädischer Sicht in Höhe von 80 % bedingt durch eine Leistungsminderung von
20 % und einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht für bisherige und angepasste Tätigkeiten um 30 %. Hier
aus ergebe sich integral eine Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen
Tätigkeit von zirka 55 % und in
einer
ange
passte
n
Tätigkeit
von 70 % (S. 12 unten).
Die Arbeitsfähigkeit
sei seit
dem Unfall vom 15. August
2011 (richtig
: 10. August
2011) in der zuletzt ausgeübten Tätigkei
t als Reiniger fortbestehend auf
gehoben gewesen. Der verzögerte Verlauf nach den sich anschliessenden Operatio
nen lasse den Fortbestand der Arbeitsunfähigkeit
nachvollziehen. Spätestens nach den weiteren Abk
lärungen, neurologisch am 4. Dezember
2014
(vgl.
Bericht Uni
versitäts
klinik
E._
vom 4. Dezember 2014,
S. 9 Ziff. C.62
; Urk. 6/48/25
26
) und
Arthro-MRI
am 14. Januar
2015
(vgl.
S. 10 Ziff. C.64
; Urk. 6/48/17
= Urk. 6/109/1
), sei von einer 55%igen Arbeitsfähigkeit
aus poly
diszi
plinärer Sicht in der angestammten Tätigkeit auszugehen (S. 13 Mitte). Mit dem Reha
-A
ustritts
bericht de
r Rehaklinik
F._
vom 10. Februar
2012
(vgl.
S. 5 Ziff. C.12;
Urk. 6/12/53-59 =
Urk. 6/27/166-172 =
Urk. 6/30/293-299 S. 2 oben
)
se
ien angepasste Tätigkeiten, das heisst
leichte bis mittelschwere Arbeiten
,
ganztags
zumutbar. Ab diesem Datum bis zum Juni 2014 könne eine uneingesch
ränkte und danach eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
postuliert werden (S. 13 unten).
3.5
Dr.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom
21. November
2015 (Urk. 6/78/7-8)
aus, dass auf das
B._
-Gut
achten
(vorstehend E. 3.4)
abgestellt werden könne.
3.
6
Dem radiologischen Bericht des Röntgeninstituts
H._
vom 29. Februar
2016 (Urk. 6/68 = Urk. 6/99/1-2)
ist zu entnehmen,
dass eine
mediolinkslaterale
Diskushernie
(
DH
)
in Höhe LWK4/5 mit geringer
disk
aler
L5-Nerven
wurzel
kompression links
im Vordergrund stehe
.
Es liege k
eine flache
mediolinkslaterale
DH
auch in Höhe LWK2/3 ohne darüberhinausgehende L3-Nervenwurzelirritation
vor
(S. 2 Mitte).
3.
7
Dr.
I._
, Facharzt für Neurologie,
diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. März
2016 (Urk. 6/86 = Urk. 6/93)
eine
chronische Lumbalgie mit
radikulären
Reizerscheinungen im linken Bein
ohne
Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel
(S. 1 Mitte).
Bei seit einem Jahr anhaltenden Lumbalgien mit
radikulären
Reizerscheinungen im linken Bein habe die klinische Untersuchung lediglich sensible Ausfälle in den Segmenten L5 und S1 links ergeben. Motorische Ausfälle hätten sich keine gefunden. Die ergänzend durchgeführte
EMG
-Untersuchung habe ebenfalls normale Befunde ergeben. Der
Beschwerdeführer
habe dann eine Untersuchung der
linken Schulter gewünscht, wobei eine
eingeschränkte Beweglichkeit, mit einer Arma
bduktion bis maximal
90°, gefunden worden sei (S. 2 Mitte).
3.
8
Dr.
J._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabili
ta
tion,
nannte
in ihrem Bericht vom 18. Juli
2016 (Urk. 6/102)
folgende
Diagnosen (Ziff. 7):
-
c
hronische
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
links bei Status nach l
ateraler
Calviculafraktur
10. August
2011, Sta
tus nach Plattenosteo
syn
these August 2011, Metallentfernung März 2012 sowie Arthroskopie April 20
13
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom mit rezidivierendem
lumbo-radikulärem
Reizsyndrom L5 links bei
DH
L4/5 mit
diskaler
Kompression und Verlagerung L5 links,
DH
L2/3 links, chronisches
Cervico-vertebral
syndrom
bei medianer
DH
C3/4, C4/5 und
Protrusion
C5/6, Status na
ch Leistenbruchoperation links 6. Juni
2016
Dr.
J._
führte aus, dass d
er
Beschwerdeführer
seit August 2011 zu 100 % arbeitsunfähig
sei
und
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter
seit August 2011 nicht mehr ausüben
könne
(Ziff. 3.4
).
Zudem legte sie dar, dass der Beschwerdeführer die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit noch zu 50 % ausüben
könne
.
Eine angepasste Tätigke
it könne er ebenfalls verrichten
, jedoch nicht voll
schich
tig (Ziff. 11.4-11.6).
3.9
Dr. K._
, Fachärztin für Radiologie, berichtete am 8. Septem
ber 2016 (Urk. 6/109/2-3) über die gleichentags durchgeführte
MR
Arthrografie
der rechten Schulter
und führte aus, dass ein
e leichte Om- und Schultergelenk
s
-
A
rthrose als auch degenerativ bedingte kleine Geröllzysten im
Humeruskopf
vor
lägen (S. 2 Mitte).
4.
4.1
Das polydisziplinäre
B._
-
Gutachten
vom November 2015 (vorstehend
E. 3.4
) umfasst die Fachrichtungen
Orthopädie/Traumatologie,
Innere Medizin, Psychiatrie
und Neurologie
. Die Gutachter verfügen über den entsprechenden Facharzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beurteilung des Gesund
heitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befähigt (vgl.
Urk. 6/62
/1-49
S. 16
).
Das
B._
-
Gutachten
erscheint denn auch für die streiti
gen Belange umfassend und berücksichtig
t
die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wur
den nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
B._
-
Gutachten
die praxisge
mässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl. vorstehend
E. 1.6
).
4.
2
In psychischer Hinsicht diagnostizierten die Gutachter eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine leichte depressive Episode (ICD
10 F32.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und attestierten dem Beschwerdeführer
sowohl
in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend
E. 3.4
).
Der psychiatrische Gutachter begründete die Diagnose einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung in seinem Teilgutachten in schlüssiger und nachvoll
ziehbarer Weise damit, dass der Beschwerdeführer an ausgeprägten Schmerzen im Bereich der linken Schulter leide, die nicht ausreichend organmedizinisch erklärbar seien. Darüber hinaus bestehe eine deutliche, als reaktiv anzusehende depressive Symptomatik, im Ausprägungsgrad einer leichten depressiven Episode (Urk. 6/62/1-49 S. 39).
Es ist nachfolgend aus rechtlicher Sicht zu beurteilen, ob aufgrund der psychiatri
schen Diagnosen, namentlich einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung und einer leichten depressiven Episode, eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
4.
3
Mit
BGE
143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach
BGE
141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl.
BGE
143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (
BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (
BGE
141 V 281 E. 6; vgl.
BGE
144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (
BGE
143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (
BGE
141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (
BGE
141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.
4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (
BGE
141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf
BGE
137 V 210 E. 6). Mithin ist im kon
kreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten
-
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
-
eine schlüssige Beurteilung anhand der
mass
geblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
4.
5
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten
, dass in Bezug auf die anhaltende somatoforme Schmerzstörung zwar ein ausgeprägter Schmerz vorliegt, der Schweregrad der Schmerzsymptomatik jedoch
aufgrund der noch möglichen Tagesaktivitäten
eher im unteren Bereich liegt
(Urk. 6/62/1-49 S. 39 Ziff. 5)
.
Auf
grund der leichten depressiven E
pisode ist dem
Beschwerdeführer
, nachdem er lange
traurig und bedrückt wa
r
, alles eher gleichgültig
und
er
lebt
in de
n Tag hinein, hat
oft wenig Energie (Urk. 6/62/1-49 S. 34 Ziff. 2.1).
Der beklagte
ver
minderte
Antrieb konnte jedoch nicht bestätigt werden, eine leichte Verminde
rung des zielgerichteten Antriebs ist jedoch plausibel (Urk. 6/62/1-49 S. 38 Ziff. 3). Zudem konnte die
beklagte verminderte Konzentration nicht objektiviert werden (Urk. 6/62/1-49 S. 37 Ziff. 3). Demnach bestehen beim Beschwerdeführer mässige psychische Beeinträchtigungen.
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung im September 2015 (vgl. Urk. 6/62/1-49 S. 3
5
Mitte)
seit einem Jahr
psychiatrisch behandelt wurde
und Psychopharmaka
ein
nahm
.
Diesbezüglich liegen jedoch in den Akten keine Berichte vor.
B
isher
ist
noch keine teil- oder vollstationäre psychiatrische Behandlung
erfolgt
(Urk. 6/62/1-49
S. 35 Ziff. 2.1,
S.
40 Ziff. A
).
Dies deutet auf eine positive Prognose hin.
In Bezug auf die Komorbidität ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung an einer
ressourcenmindernden
leichten depressiven Episode, die als reaktiv anzusehen ist, leidet (vorstehend E. 4.
2
; Urk. 6/62/1-49 S. 40 Ziff. A.
). Weitere Komorbiditäten sind nicht ersicht
lich.
Zum Komplex Persönlichkeit ist festzuhalten,
dass eine relativ stabile Persönlich
keitsstruktur vorliegt, es besteht keine Persönlichkeitsakzentuierung oder gar Per
sönlichkeitsstörung (
Urk. 6/62/1-49
S. 40 Ziff. A). Der Beschwerdeführer verfügt deshalb durchaus über persönliche Ressourcen.
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über einen
geregelten
Tagesablauf verfügt und diversen Aktivitäten nachgeht. Am
Morgen steht er zwischen 09.30 Uhr und 10.00 Uhr auf, verrichtet seine Morgen
toilette, kleidet sich an und frühstückt. Dann mach
t
er einige gymnastische Übungen für die linke Schulter. Nach dem Frühstück macht er einen 20
minüti
gen Spaziergang zu seiner erwachsenen Tochter, die in der Nähe wohnt. Dort hält e
r
sich auf
, isst dort zu Mittag und bleibt
auch am Nachmittag dort, schaut fern oder geht Spazieren. Etwa gegen 16.00 Uhr und 17.00 Uhr geht er nach Hause. Zuhause schaut er fern oder surft im Internet. Gegen 18.30 Uhr nimmt er sein Nachtessen ein. Danach schaut er wieder fern, überwiegend portugiesische Sender. Zwischen 23.00 Uhr und 24.00 Uhr geht er zu Bett.
Zudem ist der Beschwerdeführer verheiratet und hat
eine gute Beziehung zu seiner Ehef
rau,
obwohl er seit 2010 räumlich von ihr getrennt lebt.
Im Jahr
2010 ist er mit der ältesten Tochter in die Schweiz zurückgekehrt, seine Ehefrau ist mit der jüngeren Tochter in Portugal zurückgeblieben. Seine Ehefrau verbringt abwechselnd einen Monat in Portugal und einen Monat in der Schweiz. Soziale Kontakte hat er über
wiegend zur ältesten Tochter und, wenn seine Ehefrau da sei, zur ältesten Tochter und zu ihr. Ausserhalb der Familie hat er wenige Kontakte, ab und zu besucht er ein portugiesisches Restaurant (
Urk. 6/62/1-49
S. 34 f. Ziff. 2.1, S. 40 Ziff. A). Somit verfügt der Beschwerdeführer durchaus über gewisse soziale Ressourcen.
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts des
Aktivi
täten
niveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen ist festzuhalten, dass dies
bezüglich keine gleichmässigen Ein
schränkungen bestehen.
Der Beschwerde
führer ist seit seinem Unfall am 10. August 2011 keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgegangen.
Er sieht sich auch zu keiner beruflichen Tätigkeit in der Lage, was einem
Aktivitätenniveau
von 0 % entspricht. Das steht jedoch in deut
lichem Widerspruch zum
Aktivitätenniveau
im Bereich Haushalt und Freizeit (Urk. 6/62/1-49 S. 41 Ziff. B).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungs
anam
nestisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten
,
dass sich der
Beschwerdeführer seit zirka September 2014 in psychotherapeutischer Behand
lung befindet, d
ie Therapiefrequenz von einem Therapiegespräch im Monat
jedoch sehr
niedrig
ist. Auch die Medikamentenspiegel
sind niedrig und teilweise sogar
u
nterhalb des Referenzbereiches. Dies spricht gegen einen hohen Leidens
druck. Ausserdem sind die bei
m
vorliegenden Krankheitsbild bestehenden Thera
piemöglichkeiten bei We
item
noch nicht ausgeschöpft (Urk. 6/62/1-49 S. 40 Ziff. A).
4.
6
Damit resultiert ein Gesamtbild, welches aus psychiatrischer Sicht nicht auf bedeutende funktionelle Beeinträchtigungen schliessen lässt. Die von den
B._
-Gutachtern in psychiatrischer Sicht attestierte 30%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (vorstehend
E. 3.4, E. 4.2
) überzeugt daher nicht
ohne Weite
res
. Der Beschwerdeführer verfügt über genügende Ressourcen, um einer Erwerbs
tätigkeit nachzugehen.
Da die Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Gesetzes ist (Art. 6
ATSG
), kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurteilungs
kompetenz zu, sondern sie nimmt hierzu Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwende
nde
Behörde im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (
BGE
140 V 193 E. 3.1 und 3.2). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizi
nischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (
SVR
2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E. 4.2.2). Im vorliegenden Fall ist insofern vom
B._
-Gutachten
abzuweichen, als dass fe
stgehalten werden kann, dass der Beschwerdeführer
au
s psychiatrischer Sicht in seiner
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist.
4.
7
Die Beschwerdegegnerin hatte zum Zeitpunkt der Begutachtung im September 2015 (vgl. Urk. 6/62/1-49 S. 1 unten) keine Kenntnis davon, dass sich der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung befand, weshalb im Vorfeld auch kein entsprechender Bericht eingeholt werden konnte. Der psychiatrische Gutachter hätte
jedoch im Rahmen der Begutachtung
die Möglichkeit gehabt, den behandelnden Psychiater zu kontaktieren, was für die Befunderhebung anschei
nend nicht notwendig war. Zudem liegen keine weiteren Hinweise oder Unterla
gen vor, die auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheits
zustandes hinweisen
würden
(vgl. Urk. 2 S. 7 Mitte). Dies wird auch nicht vom Beschwer
deführer geltend gemacht. Der diesbezügliche Einwand des Beschwerde
führers (
Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 3; vgl.
vorstehend E. 2.2) erweist sich somit als unbegründet.
4.
8
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in psychischer Hinsicht als dahingehend erstellt zu betrachten, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Beschwer
degegnerin ging somit zu Recht davon aus, dass kein invaliditätsrelevanter psychischer Gesundheitsschaden vorliegt (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.
9
In somatischer Hinsicht
diagnostizierten die
B._
-Gutachter eine Belastungs
minderung der linken Schulter mit leicht- bis mittelgradiger Funktions
ein
schränkung nach lateraler
Claviculafraktur
,
OSME
und zweimaliger Arthro
skopie und Dekompression mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(vorstehend
E. 3.4
).
Die aus orthopädischer Sicht bestehende 80%ige Arbeitsfähigkeit
in der
bisheri
ge
n
Tätigkeit
als Reiniger
begründete der orthopädische Gutachter
in seinem Teil
gutachten
damit, dass der Anteil von Arbeiten In- und Überkopfhöhe zirka 20 % betrage
,
der führende rechte Arm
weise
keinerlei Einschränkungen auf.
In einer angepassten Tätigkeit bestehe hingegen eine
100%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/62/1-49 S. 24 Ziff. 5, vgl.
vorstehend E. 3.4
).
In Bezug auf den
retrospek
tiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit
in orthopädischer Sicht
legte der orthopädische Gutachter in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass die Arbeitsfähig
keit seit dem Unfall vom 15. August 2011 (richtig: 10. August 2011) in der angestammten Tätigkeit als Reiniger fortbestehend aufgehoben gewesen sei. Spätestens nach den weiteren Abklärungen, neurologisch am 4. Dezember 2014 (vgl.
Bericht Uni
versitäts
klinik
E._
vom 4. Dezember 2014, Urk. 6/62/1-49 S. 9 Ziff. C.62
; Urk. 6/48/25-26
) und
Arthro-MRI
am 14. Januar 2015 (vgl.
Urk. 6/62/1-49 S. 10 Ziff. C.64
; Urk. 6/48/17
= Urk. 6/109/1
), betrage die Arbeits
fähigkeit zirka 80 %. Mit dem Reha-Austrittsbericht der Rehaklinik
F._
vom 10. Februar 2012 (vgl.
Urk. 6/62/1-49 S. 5 Ziff. C.12
;
Urk. 6/12/53
59 =
Urk. 6/27/166-172 = Urk. 6/30/293-299 S. 2 oben
) seien ange
passte Tätigkeiten, das heisst leichte bis mittelschwere Arbeiten, ganztags zumutbar
(Urk. 6/62/1-49 S. 24 Ziff. 5; vgl. vorstehend E. 3.
4
).
Diese Ein
schätzung sei bei der kreisärztli
chen Untersuchung der Suva am 13. September 2012 bestätigt worden
. Die Arbeitsfähigkeit sei dann nochmals am 18. April 2013 für maximal sechs Wochen eingeschränkt worden
(Urk. 6/62/1-49 S. 24 Ziff. 5; vgl. vorstehend E. 3.1
-3.2
).
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
erscheint aufgrund der erhobenen ortho
pä
dischen Befunde nachvollziehbar (vgl. Urk. 6/62/1-49 S. 20 ff. Ziff. 3).
4.
10
Dem Bericht von
Dr. L._
, Fachärztin für Neurologie, vom 6. Juni 2014 (Urk. 6/4
8
/55-57), der sich in den beigezogenen Akt
en der Suva befand, war bereits zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer unter anderem an einer leichten
HWS
-Degeneration mit kleineren medialen Diskushernien in Höhe HWK3/4 und 4/5 und
an einer
flache
n
Diskusprotrusion
in Höhe HWK5/6 leidet. Der Bericht
von Dr.
L._
lag den
B._
-Gutachtern zum Zeitpunkt der polydisziplinären Begutachtung vor (vgl. Urk. 6/62/1-49 S. 9 Ziff. C.59) und wurde daher in der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähig
keit des Beschwerdefü
hrers berücksichtigt. Dem neueren,
nach der Begut
achtung erstellten radiologischen Bericht
vom
2
9.
Februar 2016 (vorstehend E. 3.
6
) ist
sodann
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an einer
mediolinks
lateralen
Diskushernie
in Höhe LW
K4/5 mit geringer
disk
aler
L5
Nerven
wurzel
kompression links leidet.
Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit fehlen hingegen.
Die neu hinzugekommene
lediglich
geringe
diskale
Nervenwurzel
kompression
vermag
deshalb
nichts an der Beurteilung der
B._
-Gutachter zu ändern.
Der diesbe
zügliche Einwand des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 6 f.
Rz
4) erweist sich somit als unbegründet.
Dr.
I._
diagnostizierte sodann in seinem, nach der Begutachtung erstellten Bericht vom März 2016
(vorstehend E. 3.
7
)
eine chronische Lumbalgie mit
radi
kulären
Reizerscheinungen im linken Bein
ohne
Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel
.
Inwiefern sich die Lumbalgie auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirk
en sollte
, legte er
hingegen nicht dar, weshalb
auch
dieser Bericht nicht geeignet ist, am Beweiswert des
B._
Gutachtens etwas zu ändern.
Der diesbezügliche Einwand des Beschwer
de
führers (vgl. Urk. 1 S. 7
Rz
4) erweist sich somit ebenfalls als unbe
gründet.
Zud
em diagnostizierte Dr.
J._
i
m Juli 2016
(vorstehend E. 3.
8
)
neben der
chronische
n
PHS
links
ein chronis
ches
lumbospondylogenes
Syndrom
.
Zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers machte sie widersprüchliche Angaben, einerseits könne der Beschwerdeführer seit August 2011 die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben, andererseits könne er die zuletzt ausgeübte Tätig
keit noch zu 50 % ausüben. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm zumutbar, jedoch nicht vollschichtig. In Bezug auf den Be
richt von Dr.
J._
ist einerseits
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen,
dass
Hausärztinnen und Hausärzte wie über
haupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (
BGE
135 V 465 E.
4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Andererseits
legte Dr.
J._
nicht näher war, weshalb der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll
te
.
Dieser Bericht ist somit ebenfalls nicht geeignet, am Beweiswert des
B._
-Gutachtens etwas zu ändern.
Schliesslich ist dem radiologischen Bericht von Dr.
K._
vom September 2016 (vorstehend E. 3.
9
) zu entnehmen,
dass neu auch eine leichte Om- und Schultergelenk-Arthrose als auch degenerativ bedingte kleine Geröllzysten im
Humeruskopf
vorliegen. Dr.
K._
legte jedoch nicht dar, ob sich diese Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. Die neuen Diagnosen bewirken, wenn überhaupt, höchstens eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers seit der
B._
-Begutachtung, nicht jedoch an der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
4.1
1
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt in somatischer Hinsicht
gestützt auf das
B._
-Gutachten
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass dem Beschwerdeführer
die angestammte Tätigkeit als Reiniger nach dem Unfall am 10. August 2011 nicht mehr zumutbar war
. Seit dem 4. Dezember 2014 besteht jedoch in der angestammten Tätigkeit wieder eine 80%ige Arbeits
fähig
keit.
In einer angepassten Tätigkeit besteht zudem seit dem 10. Februar 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 4.9).
Die Beurteilung der Arbeits
fähig
keit in angepasster Tätigkeit stimmt denn auch mit der Beurteilung der Suva Kreisärzte
Dr.
C._
vom September 2012 (vorstehend E. 3.1) und
Dr.
D._
vom Dezember 2012 (vorstehend E. 3.2) überein.
Demnach ging die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon aus, dass
dem Beschwerdeführer bei Anspruchsbeginn im Oktober
2012
(vgl. nachstehend E. 5.2)
keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar gewesen
sei und
erst
(
späteste
ns
)
seit dem 4. Dezember 2016
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in
angepasste
r
Tätig
ke
it
bestanden habe
(vorstehend E. 2.1
).
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Ein
schrän
kungen aufgrund eines Einkommensvergleiches vorzunehmen.
5.2
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
IVG
unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindest
ens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.3
). Da der Beschwerdeführer in seiner
angestammten
Tätigkeit als
Reiniger
vom 10. August 2011
bis zum 3. Dezember 2014 nicht mehr arbeitsfähig war (vgl.
vorstehend E. 4.11
), begann di
e einjährige Wartefrist per August 2011
zu laufen.
Da ein Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1
IVG
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches – mithin der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am
18. April 2012
(
Urk. 6/5
)
– eintritt (vgl. vorstehend E.1.
4
), ist der frühestmögliche Rentenbeginn gru
ndsätzlich im
Oktober 201
2.
Dies ist vorliegend
unbestritten
,
sprach doch die Beschwerde
geg
nerin dem
Beschwerdeführer
vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015 eine befristete ganze Rente zu (
vgl.
vorstehend E. 2.1-2.2).
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine befristete ganze Rente vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015 zugesprochen hat.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (
BGE
139 V
28 E. 3.3.2;
BGE
135 V 58 E. 3.1;
BGE
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (
LSE
) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (
BGE
139 V 28 E. 3.3.2;
BGE
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.4
Der Beschwerdeführer
hat keinen Beruf erlernt.
In den Jahren 2004 bis 2010 war er in Portugal selbständig
im eigenen Reinigungsunternehmen
erwerbstätig (
Urk. 6/10 S. 2 Ziff. 3;
vgl. Urk. 6/35 = Urk. 6/40/102-103
= Urk. 6/40/139-140
)
. Von
Mai 2011
bis zu seinem Unfall
am 10.
August 2011
arbeitete der Beschwer
deführer
in einem temporären Arbeitsverhältnis
bei der
Firma
A._
als Reiniger (Urk. 6/13/1-5).
Zum Zeitpunkt des Unfalls
lag
somit
kein stabiles, länger andauerndes Arbeitsverhältnis vor
(vgl.
Urk. 6/40/107), weshalb es sich rechtfertigt, zur Ermittlung
des
Validenein
kommens
den
standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
(Kompetenzniveau 1)
gemäss
LSE
heran
zuziehen (vgl.
Urk. 2
S. 7 unten). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 9 Ziff. 6) besteht kein
Anlass
, den Lohn gemäss Kompetenzniveau 2 oder 3 heran
zu
ziehen.
Das im Jahr 2012 von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten kör
perlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten
Sektors erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 5‘210.-- (
LSE
2012, Tabellen
gruppe TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnniveau - Schweiz), mithin Fr. 62’520.-- pro Jahr. Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen wöchentli
chen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstä
tigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 65'177.-- (Fr. 62’520.
--
:
40 x 41.7) für das Jahr 2012
.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss
LSE
herangezogen werden (
BGE
139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der
LSE
zu verwenden (
BGE
143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE
143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Inva
liden
einkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegeben
heiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl.
2014
, N
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (
BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (
BGE
126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
BGE
135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (
BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
beding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hin
weisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss
BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (
BGE
137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.6
Der
Beschwerdeführer war im Oktober 2012 in der angestammten Tätigkeit als Reiniger nicht mehr arbeitsfähig;
eine angepasste, leichte bis mittelschwere
Tätigkeit
war ihm
jedoch
zu
80
%
zumutbar (vorstehend E. 4.9, E. 4.11)
.
Es recht
fertigt sich daher,
zur Ermittlung des Invalideneinkommens
ebenfalls
den stan
dardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
(Kompe
tenzniveau 1)
gemäss
LSE
heran
zuziehen
.
Das Invalideneinkommen beträgt somit bei einem 100%-Pensum
Fr. 65'177.--
(vgl. vorstehend E. 5.4) und Fr.
52’142
.-- bei einem 8
0%-Pensum (
Fr. 65'177.--
x 0.8
).
5.7
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist.
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer keinen leidensbedingten Abzug (Urk. 2 S. 6 f.). Demgegenüber erachtete d
er Beschwerdeführer einen leidensbedingten Abzug von 25 % als angemessen, ohne dies jedoch näher zu begründen (Urk. 1 S. 8 Ziff. 5).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mit
telschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Reiniger war keine Schwerarbeit, sondern eine mittelschwere Arbeit, weshalb sich aufgrund dieses Faktors kein leidensbedingter Abzug rechtfertigt.
Die Rechtsprechung anerkennt unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach
BGE
126 V 75 (Urteil des Bundes
gerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der
LSE
06 S. 16 und T6* in der
LSE
04 S. 25; Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Dies ist jedoch nach den neuesten statistischen Erhebungen nicht mehr der Fall. So ist aufgrund der statistischen Durch
schnitts
werte der
LSE
2012 bei einer Teilzeitarbeit bei Männern zwischen 75
% und 89
% nicht von einem proportional unterdurchschnittlichen Einkommen auszugehen (vgl. die Tabelle Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäf
tigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, Privater und öffentli
cher Sektor zusammen, Total Männer ohne Kaderfunktion im IV-Rund
schreiben Nr. 328 vom 2
2.
Oktober 2014
).
Aufgrund dieses Faktors rechtfertigt sich daher ebenfalls kein leidensbe
dingter Abzug.
5.8
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 65'177.--
mit dem Invalidenein
kommen
Fr. 52’142.--
ergibt eine
Einkommenseinbusse von Fr. 13’035
.-- und da
mit ein
en
nicht rentenbegründen
den
Invaliditätsgrad von rund 20
%.
6.
6.1
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer demnach zu Unrecht eine befristete ganze Rente vom 1. Oktober 2012 bis zum 31. März 2015 zugespro
chen.
6.2
Das Gericht ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es kann eine Ver
fügung oder einen
Einspracheentscheid
zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern (
reformatio
in
peius
) oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist (Art. 61
lit
. d
ATSG
und § 25 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, vgl. auch
BGE
122 V 166 E. 2b).
Der Beschwerdeführer
wurde
mit Beschluss vom 21. August 2018 (Urk. 8)
auf die Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
aufmerksam gemacht,
liess sich
jedoch
innert Frist nicht vernehmen.
Die formellen Voraussetzungen für eine
reformatio
in
peius
sind demnach erfüllt
.
Androhungsgemäss ist d
ementsprechend die angefochtene Verfügung (Urk. 2)
zu Ungunsten des Beschwerdeführers
dahingehend abzuändern,
als festzustellen ist,
dass
er
ab Oktober 2012
keinen Anspruch
auf eine Rente hat.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG
) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.