# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** de4bc53b-614e-465f-9010-ae997fc8857b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1975 geborene X._
meldete sich am
8.
April 2014 (Eingangs
datum,
Urk.
7/12) unter Hinweis auf gesundheitliche Beeinträchtigungen psychischer Art zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte ihm Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsve
rmittlung (Mitteilungen vom 15.
August 2014 [
Urk.
7/24] und
5.
Januar 201
5 [
Urk.
7/31]). Nachdem der Ver
sicherte am
1.
Februar 2015 eine Anstellung a
ls Wertschriftenprüfer beim
Y._
angetreten hatte (
Urk.
7/29), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
April 2015 (
Urk.
7/42) ei
nen Anspruch auf eine Invaliden
rente mangels Erfüllung des Wartejahres. Die
se Verfügung erwuchs unange
foch
ten in Rechtskraft.
1.2
Am 3
0.
November 2016 (Eingangsdatum,
Urk.
7/58) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine rezidivierende Depression und eine seit dem 2
2.
Juli 2016 bestehende Arbeitsunfähigkeit erneut zum Leistu
ngsbezug an. Die IV-Stelle über
nahm die Kosten für ein ab dem 1
3.
März 2017 durchgeführtes Belastbarkeits-/Aufbautraining (Mitteilungen vom 1
0.
März [
Urk.
7/72] und
2.
Juni 2017 [
Urk.
7/85]), welches infolge Verschlechterung d
es Gesundheitszustandes
(statio
närer Aufenthalt) per
1.
November 2017 vorzeitig beendet und ab dem 1
2.
Feb
ruar 2018 fortgesetzt wurde (Mitteilungen vom
3.
November 2017 [
Urk.
7/112] und
9.
Februar 2018 [
Urk.
7/124]). Infolge Antritts einer Stelle als Aushilfs-
Bad
angestellter
für die Sommersaison 2018 (
Urk.
7/140, 7/143/25-27) erfolgte per 2
1.
Mai 2018 der Abbruch der Integrationsmassnahmen (Mitteilung vom 2
5.
Mai 2018,
Urk.
7/141). Während deren Dauer war dem Versicherten ein Tagge
ld der Invalidenversicherung ausge
richtet worden (Verfügungen vom 2
8.
März [
Urk.
7/78] und 1
2.
Juni 2017 [
Urk.
7/92] sowie vom 2
0.
Februar 2018 [
Urk.
7/131]). Mit Ver
fügung vom 1
3.
September 2018
verne
inte die IV-Stelle nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
einen Anspruch des Versi
cherten auf eine Invalidenrente (Urk. 7/153), woraufhin der Versicherte mit Eingabe vom 1
7.
Oktober 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht erhob und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die
Zusprache
einer Rente forderte (Urk. 7/156). Mit Urteil vom 30. Juni 2020 hob das Sozialversiche
rungsgericht die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit
diese weitere medizinische Abklärungen
treffe und anschliessend neu verfüge (Urk. 7/158).
1.3
In der Folge zog die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte bei (Urk.
7/163-164, 7/167) und veranlasste die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens bei PD
Dr.
med. Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 2
1.
April 2021 erstattet wurde (Urk. 7/173). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
8.
Juni 2021 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 7/184]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
2.
Juli 2021 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die Verfügung vom 28. Juni 2021 sei aufzuheben und es sei ihm von November 2017 bis 1
1.
Februar 2018 eine ganze Invalidenrente und ab dem
1.
Juni 2018 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei der Sachverhalt
rechts
genüglich
abzuklären (Urk. 1 S. 2). Zudem legte er einen Lohnausweis des Jahres 2020 auf (Urk. 3).
Mit
Beschwerdeantwort vom 2
7.
August 2021 schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 30. August 2021 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Für die Bejahung eines Rentenanspruchs im Rahmen einer Neuanmeldung nach
vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades ver
langt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung eingetreten ist, beur
teilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demjenigen zur Zeit des auf die Neuanmeldung hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E. 2 mit Hinweis, 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Renten
revision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. auch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
1.3.2
War indes ein Rentengesuch zufolge Nichtablaufs der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG (vgl. E. 1.2) rechtskräftig abgelehnt worden, so darf die Verwaltung im Hinblick auf ein neues Gesuch nicht geltend machen, die Invali
dität habe nicht zugenommen (vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage 2014, Art. 30-31 N 118 S. 456 mit Hinweis auf BGE 97 V 58 E. 2).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
vo
raus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versi
cherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 3
0.
Juni 2020 seien weitere medizinische Abklärungen vorgenommen und eine psychiatrische Begutachtung veranlasst worden. Die Abklärungen hätten gezeigt, dass der Beschwerdeführer unter gesundheitlichen Einschränkungen leide, welche sich teilweise auf seine Arbeits
fähigkeit auswirkten. Trotz dieser Einschränkungen sei er in der Lage, eine
angepasste Tätigkeit in einem Pensum von 80
%
auszuüben und diversen ausser
beruflichen Aktivitäten nachzugehen.
Es
liege keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung bestehe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht
der Beschwerdeführer geltend,
die psychiatrische Begutachtung habe gezeigt, dass er lediglich zu 80
%
arbeitsfähig sei, wobei seine aktuelle Stelle als ideal angepasst gelte. Es bestehe ein Invaliditätsgrad von 45
%
, weshalb er Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung habe, dies ab Juni 201
8.
Zudem habe er von November 2017 bis 1
1.
Februar 2018 Anspruch auf eine ganze Rente, da er in diesem Zeitraum vollständig arbeitsunfähig gewesen sei und deshalb keine Eingliederungsmassnahmen hätten stattfinden können (Urk. 1).
3.
Im Gutachten des
PD
Dr.
Z._
vom 1
2.
April 2021 w
u
rden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/173 S. 20):
-
Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.6)
-
Zwangsstörung, vorwiegend Zwangsgedanken und
Grübelzwang
(ICD-10: F 42.0)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde folgende Diagnose genannt (Urk. 7/173 S. 20):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10:
F 33.4)
Der Explorand berichte, dass er im Jahr 2008 erstmals schwer depressiv geworden sei, als er eine Aufnahmeprüfung nicht bestanden habe. Er habe damals erstmals psychiatrisch hospitalisiert werden müssen. Seither habe er immer wieder depres
sive Episoden erlebt. Zwischendurch habe es längere Zeiträume von mehreren Wochen bis mindestens wenigen Monaten gegeben, in denen er unter keiner depressiven Grundstimmung gelitten habe. In seinem angestammten kaufmän
nischen Beruf habe er sich nie wohlgefühlt. Erst als er im Mai 2018 seinen Beruf gewechselt habe, habe er eine Verbesserung seiner psychischen Verfassung erleben können. Seit er in diesem neuen Berufsbereich festangestellt worden sei, also seit Oktober 2019, habe es nur noch sehr wenige und auch nur milde Stimmungseinbrüche gegeben. Unterdessen erfreue er sich eines guten, intakten inneren Antriebs. Er schlafe meist recht gut. Seine Konzentrationsfähigkeit sei hingegen nicht besonders gut, weil er immer wieder durch Zwangsgedanken «gestört» werde (Urk. 7/173 S. 15-16).
Der Explorand
sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die Grundstimmung erscheine
euthym
, zu keinem Zeitpunkt subdepressiv oder gar depressiv. Es zeige sich weder eine Affektverarmung, Affektverflachung noch eine Affektstarre. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei gut erhalten, der affektive Rapport gut
etablierbar
. Im formalen Denken würden sich keine Auffälligkeiten zeigen (Urk. 7/173 S. 19-20).
Der Explorand leide unter einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung. Er verfüge lediglich über
unsublimierte
Abwehrmechanismen, um mit Belastungs- und Konfliktsituationen adäquat umgehen zu können. Dies bedeute, dass er in solchen Situationen zur Entwicklung psychischer Symptomformationen neige. Sekundär habe er im Rahmen seiner Persönlichkeitsstörung eine depressive Störung entwickelt, die rezidivierend verlaufe und seit Mai 2018 weitgehend remittiert sei. Seit dem Jahr 1994 bestehe eine regelrechte Zwangsstörung, die ausschliesslich durch Zwangsgedanken beziehungsweise durch einen
Grübelzwang
geprägt sei.
Die im Rahmen seiner Persönlichkeitsstörung inhärente Tendenz zu besonders gewissenhaftem Arbeiten in Kombination mit seiner erheblichen Schwierigkeit, Kritik zu verarbeiten, trage zusammen mit der eng hiermit assoziierten Zwangssymptomatik
dazu bei, dass der Explorand im Lang
zeitverlauf seiner psychischen Erkrankungen einen Teil seiner innerpsychischen Ressourcen erschöpft habe, sodass hinsichtlich der Persönlichkeitsstörung eine therapieresistente, dauerhafte, und chronische psychische Störung vorliege. Das bedeute, dass er im ersten Arbeitsmarkt kaum wieder ein volles Arbeitspensum erlangen könne, sondern dass er stets zumindest auf einen minimalen Erholungs
zeitraum angewiesen bleiben werde (Urk. 7/173 S. 35-36).
Zur Arbeitsfähigkeit führte PD
Dr.
Z._
aus,
in der angestammten Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter sei der Versicherte zu 50
%
arbeitsfähig. Für jegliche angepasste Tätigkeit, zu welcher auch die aktuelle zähle, bestehe eine Arbeits
fähigkeit von 80
%
, dies seit Mai 201
8.
Zwischen Dezember 2008 und Februar 2018 habe sich der V
ersicherte wiederholt stationär
und teilstationär behandeln lassen, wobei während diesen Behandlungszeiträumen jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe (Urk. 7/173 S. 39).
4.
Das Gutachten des PD
Dr.
Z._
vermag zu überzeugen. Es beruht auf sorgfäl
tigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 7/173 S. 9-20), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 7/173 S.14-19) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 7/173 S. 3-9). Der Gutachter hat detaillierte Befunde erhoben und hieraus begründete Diagnosen gestellt, die medizinischen Zustände und Zusammenhänge schlüssig dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das Gutachten erfüllt daher die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen.
Die IV-Stelle stellte sich in ihrem Entscheid auf den Standpunkt, gemäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung stünden vermehrt auch Ressourcen im Fokus, welche den Versicherten ermöglichen würden, gewisse Einschränk
ungen zu kompensieren. In Gesamtwürdigung aller Einschränkungen und Ressourcen sei eine relevante Leistungseinschränkung beim Beschwerdeführer zu verneinen (Urk. 2 S. 2).
Wie die IV-Stelle richtig ausführte, ist im Rahmen der Beweiswürdigung
von der Rechtsanwendung zu prüfen, ob bei der medizinischen Einschätzung ausschliess
lich funktionelle Ausfälle berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeur
teilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte; es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisver
fahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 281 E. 6).
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3).
PD
Dr.
Z._
setzte sich in seinem Gutachten eingehend mit den Standardindi
katoren auseinander. So äusserte er sich zu der Ausprägung der diagnoserelevan
ten Befunde (Urk. 7/178 S. 19-28), zum bisherigen Behandlungserfolg respektive zur Behandlungsresistenz (Urk. 7/178 S. 29), zu Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen (Urk. 7/173 S. 35-40) sowie zur Konsistenz und Plausibilität
(Urk. 7/173 S. 29-35). Er kam zum Schluss
, dass sich keinerlei Inkonsistenzen ergäben (Urk. 7/173 S. 29). Da er
unter Berücksichtigung der Standardindikatoren substantiiert darlegte, weshalb der
Beschwerdeführer in seinem funktionellen Leistungsvermögen eingeschränkt ist, besteht kein Raum, von seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Entgegen der Ansicht der IV-Stelle ist daher mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit
seit Mai 2018
bloss
zu 80
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Für die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte (
Valideneinkommen
), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Der Beschwerdeführer
macht geltend, als
Valideneinkommen
sei der durch
schnittliche Verdienst vor seiner erstmaligen Anmeldung bei der IV-Stelle im Jahr 2014 heranzuziehen (Urk. 1 S. 8)
.
Zwar meldete sich der Versicherte
bei der
IV-Stelle erstmals
am
8.
April 2014
zum Leistungsbezug an, woraufhin
Früh
interventionsmassnahmen
in Form von Arbeitsvermittlung gewährt wurden
(Urk. 7/12). Den Unterlage
n ist jedoch zu entnehmen, dass der Versicherte im Frühling 2014 seine Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
wieder erlangte
. S
o wurde im Bericht der Klinik A._
vom 13. Februar 2014 festgehalten, es könne damit gerechnet werden, dass der Versicherte ab 1. April 2014 wieder zu 60
%
arbeitsfähig sei. Die alte Arbeit sei unter der Voraussetzung eines gestaffelten Einstieges aus Sicht der behandelnden Fachärzte zumutbar (
Urk.
7/18 S. 13).
Arbeitsunfähigkeitsatteste wurden in der Folge nur bis 3. April 2014 ausgestellt (vgl. Zusammenfassung der attestierten Arbeitsunfähigkeiten, Urk. 7/169 S. 3). Der Beschwerdeführer meldete sich sodann per 1. August 2014 bei der Arbeitslosenversicherung an und gab gegen
über der zuständigen Arbeitslosenkasse an, zu 100 % vermittlungsfähig zu sein (Urk. 7/39). Er bewarb sich denn auch auf diverse Stellen im Bereich Banken, Versicherungen, bankähnlichen Instituten und Finanzdienstleistern; schliesslich trat er am 1. Februar 2015 eine 100%-Stelle als Wertschriftenprüfer beim
Y._
an (Urk. 7/29 und 7/30). Dabei handelt es sich um eine Tätigkeit im angestammten Beruf des Beschwerdeführers; vorausgesetzt wird eine kaufmännische Berufslehre mit vertieften Kenntnissen im Wertschriftenhandel, wie sie der Beschwerdeführer hat (vgl. Urk. 7/6, 7/7, 7/21, 7/37). Frühere Bank
angestellte erfüllen diese Anforderungen in
optima
forma; die im Vergleich zu einer Bankanstellung tiefere
Entlöhnung
wird zu Gunsten einer höheren Arbeits
platzsicherheit in Kauf genommen. Jedenfalls kann nicht davon gesprochen werden, dass es sich um eine Tätigkeit handeln würde, welche medizinisch ausgewiesenen Einschränkungen angepasst wäre. Auch wenn die Tätigkeit im
Y._
möglicherweise als weniger hektisch gilt, wird doch wie in Bankinstituten eine hohe Leistung unter grossem Zeitdruck erwartet (vgl. Urk. 7/173 S. 12). Beim
Y._
bestand der Beschwerdeführer die Probezeit; eine Arbeitsunfähigkeit wurde ihm erst wieder ab Juli 2016, mithin erst nach rund anderthalb Jahren seit Stellenantritt, attestiert (Urk. 7/98, 7/169 S. 3). Vor diesem Hintergrund ist der zeitliche Zusammenhang zwischen der früheren Arbeitsunfähigkeit und derjenigen, welche zur Invalidität führte, aber unterbrochen; es kann ohne weiteres angenommen werden, dass der Beschwer
deführer ohne erneuten psychischen Einbruch weiterhin beim
Y._
als Wertschriftenprüfer tätig wäre
.
Es rechtfertigt sich daher,
auf
sein Einkommen beim
Y._
, welches sich auf jährlich Fr. 83‘849.-- belief (Urk. 7/29),
abzustellen.
Gemäss
den Regierungsratsbeschlüssen vom 2
8.
Oktober 2015 und
26. Okto
ber 2016 (Regierungsratsbeschluss Nr. 1001/2015,
R
egierungsrats
-
beschluss Nr. 1032/2016) wurden
dem Personal des Kantons Zürich
in den Jahren 2015 und 2016 keine Teuerungszulagen ausgerichtet. Mit Beschluss vom
1.
November 2017 legte der Regierungsrat des Kantons Zürich fest, dass ab dem
1.
Januar 2018 eine Teuerungszulage von 0,5
%
gewährt werde (Regierungsrats
beschluss Nr. 1008/2017). Das
Valideneinkommen
ist daher entsprechend anzupassen und auf Fr. 84‘268.--
festzulegen.
5.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Der Beschwerdeführer arbeitet seit
dem 2
2.
Mai 2018 in einem neuen Berufsfeld zu 80
%
und erzielte im Jahr 2020 einen Jahreslohn von Fr. 55'439.30 (Urk. 3). Da es sich gemäss Einschätzung des begutachtenden Psychiaters PD
Dr.
Z._
bei dieser Anstellung um eine angepasste Tätigkeit handelt (
Urk.
7/137 S. 39), ist dieser Verdienst als Invalidenlohn heranzuziehen.
5.4
Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 55'439.30 resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
84‘268.--
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28’829
.--
, was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von rund
34
%
entspricht.
6.
Der Beschwerdeführer beantragte
weiter, es sei ihm
von November 2017 bis 11. Februar 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
R
entenleistungen
sind grundsätzlich
erst dann auszurichten, wenn keine zumut
baren Eingliederungsmassnahmen mehr in Betracht fallen. So bewirkt der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente», dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so
Art.
28
Abs.
1
lit
. a und
Art.
29
Abs.
2 IVG). Ein Renten
anspruch kann daher erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass bis Mai 2018 diverse Eingliederungsmass
nahmen durchgeführt wurden (Urk. 7/72, 7/85, 7/124).
Daher hätte ein Renten
anspruch frühestens im Juni 2018 entstehen können. Der Antrag des Beschwerdeführers, es sei ihm von November 2017 bis 1
1.
Februar 2018
eine ganze Rente zuzusprechen,
ist daher abzuweisen.
7
.
Nach dem Gesagten
ist die Verfügung vom 2
8.
Juni 2021 im Resultat nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss
vom Beschwerdeführer
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).