# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9787cc44-f050-42cd-a818-781fd7a78788
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974,
Mutter einer 2013 geborenen Tochter,
ver
fügt über eine in
Y._
erworbene Ausbildung zur
Coiffeuse
(
Urk.
8/2/5)
,
über eine Kosmetikfach
ausbildung (Urk.
8/2/3) sowie ein Zertifikat als Pflegehelferin SRK
(
Urk.
8/
104
). Sie
arbeitete zuletzt vo
n
2002
bis 2
007 in einem Pensum von 80
%
als Erzieherin bei der Stiftung
Z._
(
Urk.
8/2/8,
Urk.
8/28/3). Infolge
wiederholter
Arbeitsunfähigkeit
en
seit
April 2006
,
nach einem Sturz auf die
rechte
Schul
t
er im Juli 2006
und wegen
anhaltender Arbeitsunfähigkeit seit 1
5.
November 2007
meldete
sich die Versicherte am 19.
Juni 200
8
zur Früh
erfassung (
Urk.
8/11,
Urk.
8/14)
und
am
4.
August 2008 unter Hinweis auf
eine
Depression und
einen
Unf
all zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung an
(Urk.
8/21).
Im Rahmen ihrer Abklärungen holte die
IV-Stelle
insbesondere
ein ortho
pädisches
/
psychiatrisches Gutachten
ein (
Urk.
8/57), welches am 10.
März 2009 durch die Sachverständigen des
Gutachtenszentrums
A._
erstattet wurde (
Urk.
8/60). Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2009 sprach sie der Versicherten mit Wirkung ab
1.
August 2007 bei einem Invaliditätsgrad von 51
%
eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
8/102,
Urk.
8/9
0
).
1.2
Die im
Februar 2010
seitens der
IV-Stelle
eingeleitete
Revision
(Urk.
8/106)
führte laut
Mitteilung vom
5.
August 2010
zur Bestätigung des
bisherigen
Renten
a
nspruch
s
(
Urk.
8/119).
Am
2
0.
August
2010
ersuchte
die Versicherte
um
Umschulung
zur
Fusspflegerin (
Urk.
8/
122
),
welches Gesuch die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2010 abwies (
Urk.
8/136).
1.3
Nachdem die Versicherte
im September 2011
nach
Y._
zurückgekehrt
war (
Urk.
8/137,
Urk.
8/145), übernahm die Invalidenversicherungsstelle für Ver
sicherte im Ausland das Dossier (
vgl. Mitteilung vom 1
9.
September 2011,
Urk.
8/147-148).
Die
Invalidenversicherungsstelle
leitete im Jahr 2013 ein Revisionsverfahren
in die Wege
(
Urk.
8/167)
; die Abklärungen
ergaben unveränderte Verhältnisse
,
woraufhin
der bisherige
Rentena
nspru
ch mit Mit
teilung vom 27.
Januar 2015 bestätigt
wurde
(
Urk.
8/198).
1.4
Im März 2015
kehrte die Versicherte in die Schweiz
, nach
B._
, zurück (Urk.
8/19
9
) und am
7.
April 2015
(Datum des Eingangs bei der IV-Stelle)
machte sie
bei der erneut zuständigen Sozialversicherung
sanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, eine Verschlechterung
ihres
Gesundheitszustandes geltend (
Urk.
8/204).
Diese
führte erwerbliche und medizinische Abklärungen durch und holte
bei der
C._
AG
die
orthopädische und psychiatrische Expertise
vom
27.
September 2017 (
Urk.
8/235)
ein
.
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
2.
März 2018 die Ein
stellung der Rente
zu
folge Besserung des Gesundheitszustandes
in Aussicht (
Urk.
8/239). Dagegen erhob die Versicherte
mit Eingaben vom
2
8.
März und 2.
Mai 2018
Einwand
unter Beilage von
verschiedenen
medizin
ischen Unterlagen (Urk.
8/241,
Urk.
8/248). Die IV-Stelle erteilte daraufhin am 2
5.
Februar 2019 Kostengutsprache für eine Potentialabklärung (
Urk.
8/274,
Urk.
8/281)
, welche
aus gesundheitlichen Gründen nach wenigen Tagen abgebrochen werden
musste
(
vgl.
Mitteilung vom 2
6.
März 2019,
Urk.
8/282,
vgl. auch
Urk.
8/283/3). Am 29.
April 2019 wurde eine Haushalt
s
abklärung durchgeführt (Bericht vom
8.
Mai 2019,
Urk.
8/287). Die Versicherte äusserte sich am 3
1.
Mai und am
7.
Oktober 2019 zu den Akte
nergänzungen und beantragte weitere medizinische Ab
klärungen (
Urk.
8/289,
Urk.
8/299).
Am 2
5.
Oktober 2019
ordnete
die IV-Stelle eine
neuerliche
Begutachtung
an
(Urk.
8/303). Die Expertise de
r
D._
erging am 2
4.
März 2020 (
Urk.
8/316).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/319,
Urk.
8/328) verfügte die IV-Stelle am 2
7.
Oktober 2020 eine
befristete Erhöhung
der halben
auf eine ganze Rente für die Zeit
vom
1.
September 2018 bis 2
8.
Februar 2019
, hernach ei
n
e Reduktion auf die ursprüngliche halbe Rente sowie eine
Einstellung
der Rente für die Zukunft und nach Erhalt der Verfügu
n
g (
Urk.
8/333 =
Urk.
2
/1
).
Am 13.
November 2020 berechnete die IV-Stelle auf dieser Grundlage die
Renten
betreffnisse
neu und verfügte eine Rü
ckforderung in der Höhe von Fr.
2'524.-- (
Urk.
8/338
=
Urk.
2/2-3
).
2.
Dagegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 3
0.
November 2020 Beschwerde und beantragte
, die Verfügungen vom
2
7.
Oktober und 1
3.
November 2020
seien teilweise aufzuheben und ihr sei auch ab Dezember 2020 mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Ver
nehmlassung vom 2
5.
Januar 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Gerichtsverfügung
vom 1
0.
Februar 2021
wurde die
Swisscanto
Sammel
stiftung der Kantonalbanken zum Verfahren beigeladen (
Urk.
8). Diese liess sich innert
angesetzter
Frist nicht verla
uten, wovon den Parteien am 22.
März 2021 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
;
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang viel
mehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Aus
wirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
IVV
) analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV
fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06
vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
6
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
;
IVG)
).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Oktober 2020 aus, laut Haushalt
s
abklärungsbericht würde die Beschwerdeführerin i
m
Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerb und zu 20
%
im Haushalt tätig sein.
Sie
sei ab Juni 2018 zweimal am Rücken operiert worden
, womit
in diesem Zeitpunkt eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten sei. Bis am 2
0.
Dezember 2018 sei keine verwertbare Arbeitsfähigkeit anzunehmen, so dass der mittels gemischter Methode ermittelte Invaliditätsgrad 85
%
betrage. Unter Berück
sichtigung der Dreimonatsfrist bestehe Anspruch auf eine ganze Rente von September 2018 bis Ende Februar 2019 (
Urk.
2/1 S. 2 und S. 4).
Im neuesten Gutachten sei
en
eine rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung aufgeführt worden. In einer Gesamtwürdigung habe kein stimmiges Gesamtbild für ein IV-relevante
s
psychisches Leiden aufg
e
zei
g
t werden können. Die Rentenleistung wäre somit bei
g
esundheitlicher B
esserung im Dezember 2018 aufzuheben. Da eine Aufhebung rückwirkend nicht vorgenommen werden könne, sei für die Zeit ab der Besserung im Dezember 2018 (plus drei Monate
, mithin ab März 2019
) die ursprüngliche Rente bei einem Invaliditätsgrad von 51
%
weiter auszurichten bis die Renten
aufhebung für die Zukunft und nach Erhalt der Verfügung vorgenommen werden könne (
Urk.
2/1 S. 3-4).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte
beschwerdeweise
(
Urk.
1)
die Qualifikation
nicht in Frage und beanstandete die seitens der Beschwerdegegnerin ermittelte Ein
schränkung im Haushalt von 5.19
%
nicht (S. 4).
Sie
machte dagegen geltend, die Beschwerdegegnerin habe das strukturierte Beweisverfahren nicht korrekt durch
geführt (S. 2). Die
A._
-Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass
sie, die Beschwerdeführerin,
bloss noch zu 40
%
arbeitsfähig sei.
Der psychiatrische Gut
achter sei von einer psychischen
Erkrankung
mit erhebliche
m
Krankheitswert ausgegangen. Gemäss
dem
bidisziplinären
D._
-Gutachten habe
sie ab dem 13.
Juni 2018 gar keine Tätigkeit und ab Oktober 2018 eine angepasste Tätigkeit
nur
zu 50
%
ausüben können (S. 3). Der begutachtende Psychiater sei zum Schluss gelangt, dass aufgrund des aktuellen psychopathologischen Befunds eine Arbeitsfähigkeit von 40-50
%
in einer angepassten Tätigkeit vorliege.
Unter Berücksichtigung sämtlicher Kriterien der
Indikatorenprüfung
sei der funktionelle Schweregrad der psychischen Störung zweifellos gegeben (S. 6-7). Sie sei auf
grund eines IV-relevanten Gesundheitsschadens zumindest zu 50
%
arbeits
unfähig, weshalb das Invalideneinkommen die Hälfte des von der Beschwerde
gegnerin errechneten Invalideneinkommens
, also
Fr.
33'737.--,
betr
age. Davon sei ein Abzug von 15
% vorzunehmen, so dass mittels der gemischten Methode ein Invaliditätsgrad von 51
%
resultiere (S. 8).
2.3
Die Beschwerdeführerin beantragte zwar einerseits die Aufhebung der zwei an
gefochtenen Verfügungen, stellte indes bloss pro
futuro
das ausdrückliche Gesuch um Weiterausrichtung der mindestens halben Rente. Dass
sie
mit der vorüber
gehende
n
Erhöhung der halben auf eine ganze Rente und der Gewährung der halben Rente von März 2019 bis zum Erlass der Verfügung vom 2
7.
Oktober 2020 nicht einverstanden wäre, ist weder
dem
Rechtsbegehren
noch
den Ausführungen in der Beschwerde zu entnehmen. Vielmehr hielt die Beschwerdeführerin dafür, aufgrund ihres Gesundheitsschaden sei sie zumindest zu 50
%
arbeitsunfähig und der Invaliditätsgrad betrage auch ab Dezember 2020 51
%
(
Urk.
1 S. 8).
Aufgrund
des Rechtsbe
ge
hrens der Beschwerdeführerin und dessen Begründung
ist somit einzig s
trittig
,
ob
die Aufhebung der Rente per Dezember 2020 rechtens ist oder
ob
sie
weiterhin Anspruch auf
eine
mindestens halbe Invalidenrente hat. Festzuhalten ist
allerdings, dass die gerichtliche Prüfung rechtsprechungsgemäss
den Rentenanspruch
betreffend
den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum
beschlägt
. S
ie umfasst
somit nicht nur die Rentenaufhebung per Dezember 2020, sondern auch die unbestritten gebliebene Erhöhung der halben auf eine ganze Rente für die Zeit von September 2018 bis Februar 2019
sowie die
weitere Gewährung der
halbe
n
Rente
von
März 2019
bis Dezember 2020
(vorstehend E.
1.5).
Als massgebliche Vergleichsbasis hinsichtlich der Rentenerhöhung im September 2018 fallen die Mitteilungen vom
5.
August 2010 (
Urk.
8/119) oder
vom 27.
Januar 2015 (
Urk.
8/198)
betreffend den unveränderten Rentenanspruch
in Betracht.
Sowohl i
m Rahmen des Revisionsverfahrens des Jahres 2010
als auch de
r
Jahre 2014/2015 wurden jeweils lediglich
Berichte de
s
behandelnden
Haus
arztes
Dr.
E._
(Urk.
8/110
,
Urk.
8/190) und des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
F._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie (
Urk. 8/112
, Urk.
8/191
)
,
eingeholt.
Obschon diese Erhebungen
zur
Bestätigung der laufenden Rente genügten, wären sie nicht hinreichend
gewesen
, um eine
n
inhaltlich zu einem anderen Ergebnis führ
enden Entscheid zu begründen
(
Urteil des Bundes
gerichts
9C_162/2020 vom 16.
September 2020 E. 4.1). In diesem Sinne lagen diesen beiden Revisionsverfahren
keine rechtskonforme
n
medizinische
n
Sach
verhaltsabklärung
en
zu
Grunde
.
Als Referenzzeitpunkt ist daher die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom
5.
Oktober 2009 heranzuziehen (
Urk.
8/102,
Urk.
8/90)
.
Zu klären ist zu
nächst, ob
seither
eine für den Rentenanspruch erhebliche
gesundheitliche Ver
schlechterung
eingetreten
ist
, was die Parteien unter Hinweis auf die im Juni 2018 durchgeführten Rückenoperationen
übereinstimmend
bejahten
.
2.4
Die Beschwerdeführerin ist noch nicht 55-jährig und bezieht die halbe Invaliden
rente seit
1.
August 2007, mithin seit weniger als
fünfzehn
Jahren.
mit Hin
weisen).
Es besteht daher keine Veranlassung, um von der
grundsätzlich anzu
nehmenden
Zu
mutbarkeit einer Selbsteingliederung
abzurücken und für die Ein
stellung der Rente vorgängige Eingliederungsmassnahmen zu verlangen (BGE 145 V 209 E. 5.1).
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
beruhte zur Hauptsache auf dem
ortho
pädisch
/psychiatrische
n
Gutachten des
A._
vom 1
0.
März 2009 (Urk.
8/
60
)
. In der interdisziplinären Zusammenfassung wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Schmerzpersistenz bei Status nach Schulterarthroskopie und Kapselraffung
anterior
-inferior-
humeral
rechts im Mai 2007 und
bei
Myogelose
des
Musculus
trapecius
sowie eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) genannt (S. 19). Die Experten bescheinigten eine Arbeitsunfähigkeit von 60
%
in der angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin und eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
in einer adaptierten Tätig
keit (S. 20).
Diese Zumutbarkeitsbeurteilung legte die Beschwerdegegnerin dem Einkommensvergleich zu Grunde und ermittelte dergestalt einen Invaliditätsgrad von 51
%
(
Urk.
8/90).
3.2
Im aktuellen Revisionsverfahren holte die IV-Stelle das ortho
pädisch/psychiatrische Gutachten der
C._
AG vom 2
7.
September 2017 ein (
Urk.
8/235). Die Experten legten dar, aus orthopädischer Sicht stehe eine MRI-gesicherte präsakrale Diskushernie mit Irritation der linksseitigen S1-Wurzel im Vordergrund. Die Beweglichkeit der rechten Schulter sei eingeschränkt. Im psychopathologischen Befund imponiere eine niedergedrückte Stimmung bei leicht vermindertem Antrieb und etwas eingeschr
änkter Schwingungsfähigkeit (S.
21). Aus orthopädischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit als Pflegehelferin
wirbelsäulenbedingt
seit August 2015
dauerhaft aufgehoben
. Aus psychiatrischer Sicht resultiere für die nächsten drei Monate eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 85
%
; hernach sei bei der aktuell leichtgradigen depressiven Phase unter medikamentöser Behandlung
mit einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
zu rechnen
(S. 22
f.
). In einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe
im
bidisziplinären
Konsens
eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 80
%
(S. 23).
3.3
Ausgehend von dieser Restarbeitsfähigkeit gelangte die
Beschwerdegegnerin
mit Vorbescheid vom 1
2.
März 2018
zunächst
zum Schluss, die Rente sei
bei mittels gemischter Metho
de ermitteltem
Invaliditätsg
rad von 14
%
beziehungsweise 27
% mit Wirkung ab
1.
Januar 2018
aufzuheben
(
Urk.
8/239). Im Einwand vom 2.
Mai 2018 brachte
die Beschwerdeführerin
unter Hinweis auf die miteinge
reichten Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/243-2
4
7)
unter anderem
vor, die
radikuläre
Schmerzproblematik
sei
auf eine Wurzelkompression zurückzu
führen
und habe entgegen der Ansicht der
C._
-
Gutachter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
. Im Juni 2018 sei ein op
eratives Vorgehen geplant (Urk.
8/248).
Am 1
3.
Juni 2018 erfolgte eine
Sequestrektomie
L5/S1, welche eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit nach sich zog (
Urk.
8/256).
Wegen der im Verlauf zunehmen
den starken
radikulären
Schmerzen wurde am 2
7.
Juni 2018 eine Re-
Sequestrektomie
L5/S1 vorgenommen (
Urk.
8/258), die einen erfreulichen Verlauf zeigte (
Urk.
8/260). Am
7.
August 2018 wurde
n
eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit bis 2
6.
August 2018 und hernach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (
Urk.
8/261).
Der Operateur erachtete laut Bericht vom
7.
Februar 2019 die weiterhin geklagten Schmerzen als gut vereinbar mit den
osteochondrotischen
Veränderungen in den Segmenten L4/5 (
Urk.
8/271). Am 1
5.
Februar 2019
infiltrierte er das Facetten
gelenk L5/S1 (
Urk.
8/273). Die am 1
1.
März 2019 aufgenommene Potential
abklärung der
G
._
Arbeitsintegration
w
u
rde
aufgrund der gesundheitlichen Situation
nach wenigen Tagen
abgebrochen (
Urk.
8/285/5).
3.4
Seit Juli 2018 stand die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Therapie
in der Psychotherapiepraxis
H._
(Urk. 8/268
Ziff.
3.1
). Im Bericht vom 20.
Dezember 2018 diagnostizierten die behandelnden Fachleute eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
und einen sexuellen Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 T74.2
;
Ziff.
1.2
).
Seit Juli 2018 habe sich der Gesundheitszustand verbessert (
Ziff.
1.1).
Aus psychiatrischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit als Pflegeassistentin nicht zumutbar, da die Beschwerdeführerin nur sehr begrenzt belastbar sei und den Zeit- und Leistungsdruck nicht aushalte. In einer angepassten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von mindestens zwei Stunden täglich gegeben. Angepasst seien klar strukturierte, wenig zeit- und leistungskritische Tätigkeiten in emotional spannungsarmer Atmosphäre (
Ziff.
2.1).
Im Bericht vom 1
0.
September 2019 (
Urk.
8/297)
beschrieben die behandelnden Fachleute den
Gesundheitszustand als
stationär (
Ziff.
1.1). Die Beschwerde
führerin sei in ihrer Alltagsfähigkeit wegen der Schmerzen und der depressiven Stimmung deutlich eingeschränkt (
Ziff.
1.4). Die Arbeitsunfähigkeit als Pflege
helferin wurde bestätigt, während die Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu 70
%
reduziert sei (
Ziff.
2.1).
Laut den Fachleuten habe die Beschwerdeführerin über eine unzureichende Integration und eine belastende familiäre Situation berichtet, welche Umstände als aufrechterhaltende Faktoren für die depressive Symptomatik gesehen werden können.
Wegen der anhaltenden Schmerzen bringe die Beschwerdeführerin die Regelmässigkeit für eine eng
maschige Betreuung nicht mit (
Ziff.
3.3).
3.5
Der seit Dezember 2018 behandelnde
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
berichtete a
m 1
8.
Juli 201
9
(
Urk.
8/296/5)
von
eine
m
sich lang
sam eher verschlechternden Gesundheitszustand (
Ziff.
1.1). Er nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende depressive Episoden mit Somatisierungsstörung, ein chronisches
lumbovertebrales
Syndrom sowie chronische
Schulter
schmerzen
rechts
(
Ziff.
1.2).
Die Arbeitsfähigkeit ver
mochte er nicht zu beurteilen (
Ziff.
4.1).
3.6
Die
Sachverständigen des
D._
legte
n
ihrer Expertise
vom 2
4.
März 2020 in den Fachgebieten Orthopädie, Neuropsychologie und Psychiatrie (Urk. 8/316)
die Frage zu Grunde, wie
sich
die Arbeitsfähigkeit seit der
C._
-Begutachtung im Juli/August 2017
(Gutachten vom 2
7.
September 2007, vorstehend E. 3.2)
ent
wickelt hat
(S. 5). Sie nannten
folgende Diagnosen mit
und ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10):
-
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom bei leichten bis m
ä
ssigen
Spondylarthrosen
LWK 4-SWK 1 beidseits
bei
-
Status nach mikrochirurgische
r
Dekompression und
Sequesterektomie
LWK 5/SWK 1 links und
Rezessotomie
LWK4/5 links am 1
3.
Juni 2018
-
Status nach mikrochirurgischer Re-
Sequesterektomie
LWK 5/SWK 1 links am 2
8.
Juni 2018
-
Rhizarthrose
rechts
-
Parästhesien rechtes Schultergelenk ohne behinderungsrelevantes Korrelat
-
r
ezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig
mittelgradige Episode
(ICD-10
F33.1
)
-
u
ndifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10
F45.1)
-
l
eichte Einbussen beim Arbeitsgedächtnis
-
l
eichte Einbussen bei der Planungs
-
und Problemlösungsfähigkeit
Dazu führten sie aus, i
m Rahmen der orthopädisch-
traumatologischen
Unter
suchung
hätten
eine frei bewegliche Halswirbelsäule
, aber keine
Hinweise auf eine Reizung zervikaler Nervenwurzeln
bestanden
. Die Untersuchung
sbefunde des rechten Schultergel
enkes
seien
inkonsistent
gewesen
.
Unter anderem
schliesse
die rechts kräftiger entwickelte Muskulatur des Ober- und
Unterarmes
eine
schmerzbedingte Schonung des rechten Armes
aus
und
die aktuellen Röntgen
aufnahmen des rechten Schultergelenkes
würden
einen unauffälligen Normal
befund
zeigen.
Bei der Untersuchung
habe
ein reizloses rechtes Daumensattelgelenk
bestanden und d
ie
verordnete Daumenorthese
werde
nicht getragen
(S.
8
). Eine
Rhizarthrose
recht
s
sei vorhanden, weshalb Tätigkeiten mit kraftvollem Zugreifen mit der rechten Hand eingeschränkt seien.
Die Lendenwirbelsäule mit harmonischer Lordose sei gering eingeschränkt beweglich. Hinweise auf eine Reizung lumbaler Nervenwurzeln hätten bei fehlender Schon- und Fehlhaltung, fehlendem paravertebrale
n
Muske
l
hartspann, seitengleich vorführbaren Gangvarianten und der Hocke, beidseits negativem Zeichen nach
Las
è
gue
und
Bragard
sowie beidseits
s
eitengleich auslösbaren Patellarsehnen- und Achillessehnenreflex nicht
bestanden
. Die
angegebene Taub
heit im Bereich des linken Fussballens
lasse
sich keinem
Dermatom
zuordnen. In den aktuellen Röntgenaufnahmen
seien
leichte bis m
ä
ssige
Spondylarth
rosen
von LWK 4 bis SWK 1 bei mä
ssiger
Osteochondrose
LWK 4/5 und leichtgradiger
Osteochondrose
in den Nachbar-Segmenten dar
gestellt worden
, die
gelegentliche, belastungsabhängig auftretende
pseudoradikuläre
Schmerzen beidseits
erklär
t
en.
I
n der neuropsychologischen Untersuchung
habe die Beschwerdeführerin viele gute, unauffällige und durchschnittliche Resultate gezeigt. L
ediglich ihre Planungs- und Problemlösungsfähigkeit
sei
en
etwas
eingeschrän
kt gewesen.
Die psychische Situation habe sich in
den letzten
sechs
Monaten
relevant
ver
schlechtert im
Zusammenhang mit Erinnerungen an die traumatische Kindheit. Für den
Zeitraum seit
etwa sechs
Monaten
liege
die Ausprägung der depressiven Symptomatik
im Übergang von
einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode
(S. 9)
.
Es sei nachvollziehbar, dass eine gewisse
Retraumatisierung
und
Triggerung
im Zusammenhang mit der Nichte der Versicherten leichte post
traumatische Symptome reaktiviert habe in Form von Intrusionen und Alb
träumen. Die Kriterien für die PTSD
(
posttraumatic
stress
disorder
), so
die vegetative Obererregbarkeit, Schreckhaftigkeit und die Vermeidung
,
seien nicht erfüllt. Zusammen mit den chronischen Schmerzen komme es aber zu einer Ver
stärkung depressiver Denkmuster und zu einer depressiven Grundemotionalität, verstärkt durch die
Retraumatisierung
. Auch wenn das insgesamt hohe Alltags
funktionsniveau eigentlich
dagegen spreche
, sei die Diagnose einer mittel
gradigen Episode im Moment zu vertreten
(S. 10).
Zu
den
funktionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen
führten
die Gut
achter
innen
aus, a
ufgrund der degenerativen Veränderungen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule
bestünden
Einschränkungen der körperlichen Belast
barkeit für
körperlich mittelschwere Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule und
häufigem Bücken. Die
Rhizarthrose
rechts beding
e
Ein
schränkungen bei Tätigkeiten
mit notwendigem kraftvollem Zugreifen mit der rechten Hand.
Die Einbussen beim Arbeitsgedächtnis
seien
in Zusammenschau der guten Resultate
bei den anderen Gedächtnistests am ehesten situativ bedingt. Daher
seien
sie und
die
leichten Einbussen bei der Planungs- und Problem
lösungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Alltag nicht ein
schränkend (S. 10 f.).
Betreffend
die Kriterien des strukturierten Beweisverfahrens
verneinten die Gut
achterinnen Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung respektive
störung
und sahen in den stabilen familiären Verhältnissen Ressourcen
;
bezüglich der fehlenden Sprachkenntnisse und beruflichen Ausbildung sowie der fehlenden Berufstätigkeit
sprachen
sie
von
Belastungsfaktoren
. Aufgrund der angegebenen Aktivitäten wie die selbständige Haushaltsführung, Spazieren, Einkaufen, Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und des Autos und die Ferien in
Y._
hielten sie die von der Beschwerdeführerin postulierte Unmöglichkeit, eine Tätigkeit durchzuführen, für nicht nachvollziehbar. Betreffend die rechte Schulter sprachen sie von Inkonsistenzen, während
sie
die Rückenbeschwerden
mit einer undifferenzierten Somatisierungsstörung erklärten. Der Leidensdruck stehe nicht im Verhältnis zum Ausmass des Aufsuchens von Hilfe beziehungs
weise der Übernahme von Verantwortung
(S. 11
f.
).
Zur Arbeitsfähigkeit legten die Expertinnen dar, dass s
eit dem 2
7.
September 2017 in der bisherigen Tätigkeit
als Pflegehelferin
eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
bestehe. I
n einer leidensadaptierten Tätigkeit
attestierten sie
aufgrund eines gering verlangsamten Arbeitstempos und erhöhten Pausenbedarfes
eine Arbeits
fähigkeit
von 80
%
.
Vom 1
3.
Juni 2018 bis Ende September 2018 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. Ab Oktober 2018 werde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit mit 25%iger monatlicher Steigerung ausgegangen.
Seit sechs Monaten, a
b Dezember 2018
werde
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit
erreicht (S. 6
und S. 12
)
.
Unter Berücksichtigung des Haushaltbereiches
seien aus orthopädischer Sicht 40 Stunden pro Woche zumut
bar und aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 6 f.).
Die von den Gutachterinnen
attestierten (Teil-)Arbeitsunfähigkeiten würd
en sich nicht addieren (S.
12).
Für eine angepasste Tätigkeit formulierten sie folgendes Belastungsprofil: Körperlich leichte bis gelegentlich leicht bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule und ohne vermehrten Krafteinsatz des rechten Daumens
(S. 12)
.
3.7
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, hielt am 2
7.
März 2020 dafür, das Gutachten
sei in Bezug auf den Gesundheitszustand, die funktionellen Einschränkungen und Ressourcen nachvollziehbar. Die körper
liche Belastbarkeit sei aus somatischer Sicht reduziert und schränke die Arbeits
fähigkeit qualitativ ein. Aus psychiatrischer Sicht bestünden chronische psychische Störungen, die eine deutliche Leistungsminderung für jedwede Tätig
keit bedingten. Die Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit um 50
%
sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nachvollziehbar begründet (
Urk.
8/317/11).
Auf Nachfrage der Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin ergänzte der RAD-Arzt am 1
1.
April 2020, eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
wäre bei positivem Verlauf und mit aktiver Mitarbeit möglich, aufgrund von Selbst
limitierung und Selbstwahrnehmung sei die Prognose jedoch ungünstig (
Urk.
8/317/12). Die Sachbearbeiterin nahm daraufhin
am 1
3.
Mai 2020
eine Ressou
r
cenprüfung vor und gelangte zum Schluss, dass kein stimmiges Gesamt
bild für ein IV-relevantes psychisches Leiden habe aufgezeigt werden können. Aus psychiatrischer Sicht werde eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgewiesen. Der Schweregrad des psychischen Leidens sei über die Jahre von leicht- zu mittel
gradig schwankend. Die therapeutischen Optionen seien nicht ausgeschöpft
. Die Potentialabklärung
sei schon nach vier Tagen abgebrochen worden. Es lägen per
sönliche Ressourcen und Ressourcen aus dem sozialen Umfeld vor. Es fänden sich Inkonsistenzen und Hinweise für Selbstlimitierung und vermutlich ein sekundärer Krankheitsgewinn. Der Leidensdruck stehe nicht im Verhältnis zum Ausmass
d
es Aufsuchens von Hilfe (
Urk.
8/318/
2-
4).
Die
O
peration im Juni 2018 habe die gesundheitliche Situation im Sinne eines Revisionsgrundes verändert. Für die Zeit des Spitalaufenthaltes und postoperativ bis am 2
0.
Dezember 2018 sei eine ganze Rente begründet. Unter
Berücksichtigung
der Dreimonatsfristen best
e
he vom
1.
September 2018 bis Februar 2019 Anspruch auf eine ganze Rente. Hernach sei keine Einschränkung mehr gegeben (Urk. 8/317/13).
Dementsprechend erging am 2
6.
Mai 2020 der Vorbescheid (Urk. 8/319).
3.8
Gestützt auf die angefertigten Bildgebungen (vgl.
Urk.
8/327) berichtete Dr. med.
K._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, am 2
0.
August 2020 von einer chronischen Lumbalgie und
Glutealgie
links, erklärt durch die
erosive
Osteochondrose
L5/S1 und die
Rezidivdiskushernie
L5/S
1.
Er empfahl eine ventrale
Spondylodese
L5/S1 (
Urk.
8/329).
3.9
Im
Vorbescheidverfahren
nahm
der vom 3
1.
Januar bis 1
3.
Juli 2020 behandelnde
med.
pract
.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1
0.
August 2020 zu
Handen
des Rechtsvertreters Stellung (
Urk.
8/326).
Er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), jedoch mit Symptomen einer
postraumatischen
Belastungsstörung (PTBS (ICD-10 F43.1) bei sexuellem Missbrauch in der Kind
heit sowie im Frühjahr 2020 auch eine schwere Panikstörung (ICD-10 F41.01). Die Symptomatik mit problemumkreisendem Denken, depressiver Stimmung, an
genommene Konversion psychischer Konflikte in somatischen Beschwerden und wiederkehrenden Intrusionen gäben starke Hinweise auf eine
Traumafolge
störung
(S. 5). Aufgrund der prolongiert bestehenden
Traumafolge
-Symptomatik, der massiven psychovegetativen Anspannung und Paniksymptomatik sowie der rezidivierenden depressiven Symptomatik bestehe sowohl eine Leistungs
einschränkung als auch eine Einschränkung im Pensum. Es sei
mittel- und lang
fristig
von einer Arbeitsunfähigkeit von 50-60
%
für eine angepasste Tätigkeit auszugehen
. Für die Monate Februar bis April 2020 gehe er von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit aus
(S. 6).
4.
4.1
Ausgewiesenermassen
zogen die Rückenoperationen im Juni 2018 zunächst eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit nach sich. Die seitens der Beschwerdegegnerin angenommene gesundheitliche Verschlechterung und Zu
sprechung einer ganzen Rente ab
1.
September 2018 ist daher nicht zu beanstanden.
Strittig und zu prüfen ist
hingegen
der Rentenanspruch für die Zeit ab Dezember 20
1
8.
Aus Sicht der Beschwerdegegnerin lag
damals
kein somatischer Gesund
heitsschaden mehr vor, der die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit
einschränkte,
und den psychischen Leiden
sprach
sie unter Berücksichtigung der Standardindikatoren
den invalidenversicherung
s
rechtlich massgebenden
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
ab
(
Urk.
2
/1
S. 3 f.). Die Beschwerdeführerin vertrat hingegen die Ansicht, sie sei zu mindestens 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
1 S. 8).
4.2
Unstrittig und aufgrund der insoweit übereinstimmenden medizinischen Unter
lagen, insbesondere auch des
D._
-Gutachtens, ist ausgewiesen, dass
die Beschwerdeführerin
in der bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin beziehungs
weise Betreuerin in der Stiftung
Z._
(vgl. Urk.
8/287/2) nicht mehr arbeitsfähig ist.
In einer Verweistätigkeit attestierten die
D._
-Gutachterinnen
unter Berück
sichtigung der geklagten Rücken-, Daumen- und Schulterbeschwerden
ab Dezember 2018
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht (vorstehend E.
3.6)
, was etwas strenger ist als die Beurteilung der
C._
-Gutachter, die eine 80%ige Arbeitsfähigkeit für zumutbar hielten (vorstehend E. 3.2).
Allerdings schrieben die
C._
-Gutachten
auch
den Schulterbeschwerden einschränkende Wirkung zu, während laut
D._
-Gutachten die Bildgebung des Schultergelenks einen normalen Befund zeigte und die kräftigere Muskulatur rechts nicht auf eine Schonung des rechten Armes hindeutet. Vor diesem Hinter
grund ist nachvollziehbar, dass die
D._
-
Gutachterinnen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer den Rücken- und Daumenleiden angepassten Tätigkeit bescheinigten. Dies gilt umso mehr, als den Akten hinsichtlich der körperlichen Beschwerden keine abweichende
n
Einschätzungen zu entnehmen sind.
Aus psych
ia
trischer Sicht
erachteten
die
D._
-Gutachterinnen die Arbeitsfähig
keit im Umfang von 50
%
für eingeschränkt
, welche Einschätzung der RAD-Arzt stützte (vorstehend E. 3.7)
. Die behandelnden Ärzte der Psychotherapiepraxis
H._
attestierten hingegen
zunächst
eine Arbeitsfähigkeit von mindestens zwei Stunden täglich (
Urk.
8/268), was bei einem Achtstundentag 25
%
entspricht. Unter Berücksichtigung des Abbruch
s
der Potenzialabklärung im März 2019 hielten sie später fest, diese Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr gegeben. Sie bescheinigten neu eine höhere Arbeitsfähigkeit von 30
%
(
Urk.
8/297/3)
, was
allein
mit Blick auf
die erfolglose Eingliederungsmassnahme
nicht zu überzeugen vermag.
Der Gesundheitszustand wurde zudem als stationär bezeichnet, weshalb eine andere medizinisch-theoretische Zumutbarkeits
beurteilung nicht einleuchtet. Zudem
wurde
ausser Acht gelassen
, dass dem Ab
bruch der Potenzialabklärung offenbar eine kurz nach
Antritt der Eingliederungs
massnahme
aufgetretene Rückenblockade zu Grunde lag (U
rk.
8/285/
3-
4).
Die unregelmässig auftretenden Rückenblockaden führen nach Aussage der Beschwerdeführerin am Standortgespräch jeweils für drei bis vier Tage zu Schmerzen (
Urk.
8/283/8
; vgl. auch Angaben gegenüber der
D._
-Gutachterin
Urk.
8/316/60 unten
), welche Angabe jedoch laut
D._
-Gutachten kein medizinisches Korrelat im Sinne einer sichtbaren Instabilität findet (
Urk.
8/316/41). Eine entsprechende medizinische Diskussion der
Zumutbarkeits
beurteilung haben die behandelnden psychiatrischen Fachleute nicht durch
geführt, weshalb ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht geeignet ist, die gutachterlichen Schlussfolgerungen in Zweifel zu ziehen.
Selbst der behandelnde med.
pract
.
L._
ging von einer
Arbeitsfähigkeit von 40-50
%
aus (
Urk.
8/326
/6
). Er legte indes nicht dar, weshalb er die gutachterliche Einschätzung in diesem Sinne etwas relativierte
. S
eine Beurteilung
vermag daher
keine Zweifel am Gutachten zu erwecken.
Anzufügen ist in diesem Zusammen
hang, dass auch der von med.
pract
.
L._
für die Zeit von Februar bis April 2020 attestierten gänzlichen Arbeitsunfähigkeit nicht gefolgt werden kann. Er führte diese auf tägliche Panikattacken zurück. Seinem Bericht ist nicht zu ent
nehmen, dass er diese Diagnostik auf eigene Wahrnehmungen und nicht allein auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin stützte (Urk. 8/326/3
4)
. Mangels eigener Befunderhebung kann dieser Bericht daher nicht für die Annahme einer vorübergehenden Verschlechterung herangezogen werden, was denn auch seitens der Beschwerdeführerin nicht verlangt wird.
4.3
4.3.1
Von der aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht attestierten Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
von 50
%
wich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid aus rechtlicher Sicht nach Prüfung der Standard
indikatoren ab (vgl. BGE 141 V 281, 143 V 418;
Urk.
2
/1
S. 3 f.). Da es recht
sprechungsgemäss nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen liegt, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorüber
gehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1), kann aus rechtlicher Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert ver
liert (BGE 144 V 50 E. 4.3; Urteil des Bundesgericht
s
9C_611/2018 vom 2
8.
März 2019 E. 4.3.1).
Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 2
9.
Januar 2018 E. 6.2.2).
Anhaltspunkte für eine Aggravation oder eine ähnliche Erscheinung, welche d
ie Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungsraster gemäss BGE 141 V 218 erübrig
en würde, sind im
D._
-Gutachten nicht ersicht
lich. Insbesondere hielt die begutachtende Psychiaterin die Schilderungen der Beschwerdeführerin für plausibel und nach
voll
ziehbar und sie erhob keine Hin
weise auf Aggravation. Sie sprach einzig von Selbstlimitierung (
Urk.
8/316/84 f.), was
die
Indikatorenprüfung
nicht
ausschliesst
.
4.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.3.
3
Hinsichtlich des Indikators der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome im Sinne der Schwere des Krankheitsgeschehens (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1) führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose in grundsätzlicher Hinsicht selbst bereits ein Schweregradindikator sein könne, soweit darin ein Bezug zum Schweregrad der Erkrankung bestehe; ins
besondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweise. Fehle in der Diagnose aber diese Schweregradbezogenheit, zeige sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen. Ein Leiden als leicht einzu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert sei und ihm bereits deshalb eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abzusprechen, gehe daher fehl (E. 5.2.2). Entscheidend bleibe letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung (E. 6).
Die von der
psychiatrischen Gutachter
in des
D._
gestellten Diagnosen einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) und einer undifferenzierten Somatisier
ungsstörung (ICD-10 F45.1; Urk.
8/316/78) weisen einen
Bezug zum Schweregrad
in dem Sinne auf, dass das
psychische Krankheitsgeschehen
als nicht mehr leicht gelten kann. Die Gut
achterin beschrieb die Depression als stärker ausgeprägt als eine leichte Störung (
Urk.
8/316/79)
, f
ür den aktuellen Zeitraum liege die depressive Symptomatik im Übergang zwischen einer leichten bis mittelgradigen Episode (
Urk.
8/316/80).
Die Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung stufte die Gutachterin als objektiv leicht ein; sie wirke sich punktuell auf die Alltagsfunktionen aus, die über alles dennoch gut erhalten sei
en
(
Urk.
8/316/83).
Die
D._
-Gutachterinnen hielten eine gewisse
Retraumatisierung
und
Triggerung
im Zusammenhang mit der Nichte der Beschwerdeführerin in Form von Intrusionen und Albträumen für nachvollziehbar. Sie legten plausibel dar, dass verschiedene Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht erfüllt seien, weshalb sie die entsprechende Diagnose verwarfen. Vor diesem Hinter
grund sei indes die Diagnose einer mittelgradigen
Episode
vertretbar (Urk. 8/316/10).
Der funktionelle Schweregrad der Störung ist damit hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
insgesamt
nicht mehr ganz leicht
und kann da
her
grundsätzlich invalidisierend sein (BGE 143 V 418 E. 5.2.2)
.
Entscheidend und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen ist, ob nach den übrigen Standard
indikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten funktionellen Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch bedingt beein
trächtigt ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 5.2.3).
4.3.
4
Betreffend den Schweregradindikator des Behandlungserfolges oder der Behandlungsresistenz (Verlauf und Ausgang von Therapien) im Hinblick auf den Schweregrad der Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
wies die psychiatrische Gutachterin
zwar
zu Recht darauf hin, dass im Behandlungsverlauf intensive Behandlungen wie längere stationäre, psychotherapeutisch deter
minierte Aufenthalte gefolgt von Tagesklinik und beruflicher Integration zu
nächst im geschützten Rahmen fehlen
, was angesichts der Dauer der Beschwerden erstaune
(
Urk.
8/316/84).
Allerdings ist weder ersichtlich noch geltend gemacht, dass
der Beschwerdeführerin
im Verlauf entsprechende Behandlungen empfohlen wurden, die von
ihr
abgelehnt wurden.
Sie
liess sich laut der fachübergreifenden Aktenzusammenfassung im
D._
-Gutachten
lediglich
in den Jahren 2006 und 2008 stationär psychiatrisch behandeln. Seit Juni 2009 steh
t
sie
indes
in fortlaufender ambulanter psychiatrischer Behandlung (
Urk.
8/316/19; vgl. auch die im
C._
-Gutachten aufgelisteten
Vorakten
,
Urk.
8/235/3,
Urk.
8/
2
35/11
, sowie
Urk.
8/235
/21
).
Sie wechselte wiederholt den behandelnden Psychiater, s
o etwa
Dr.
F._
und med.
pract
.
M._
, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie,
und aktuell
die Fachleute der Psychotherapiepraxis
H._
(vorstehend E. 3.4
; vgl. auch
Urk.
8/235/85)
.
Die
D._
-Gutachterin
empfahl zwar eine
A
bklärung
, ob eine stationäre Therapie sinnvoll sei;
doch zog sie auch den Einsatz von
Ergotherapie sowie Psychiatrie-S
pitex in Betracht
. Allerdings konnte sie nicht beurteilen, ob diese Massnahmen zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit führen
würden (Urk.
8/316/88).
Im
C._
-Gutachten wurde in diesem Zusammenhang fest
gehalten, dass die Bes
chwerdeführerin die angebotenen stationären und ambula
n
ten Behandlungen engagiert wahrgenommen habe,
so dass
ein aus
gewiesener Leidensdruck vorliege (U
rk.
8/235/42), welcher Einschätzung beizu
pflichten
ist, zumal die
D._
-Gutachterin auch keinen
auffälligen
Medikamentenspiegel erhob, welche
r
auf das Nichtbefolgen der Medikation hin
deutete (
Urk.
8/235/77).
Insofern kann entgegen der Ansicht der Beschwerde
gegnerin
(
Urk.
2/1 S. 3)
nicht gesagt werden, die Beschwerdeführerin habe die Therapieoptionen noch nicht ausgeschöpft.
4.3.
5
Die g
eklagten Rücken
beschwerden
wie auch die Daumenbeschwerden rechts
liessen sich
objektivier
en, doch schränken
die entsprechenden somatischen Diagnosen gemäss der gutachterlichen Einschätzung
die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht ein. Sie fallen daher als ressourcenhemmender Faktor und rechtlich bedeutsame Komorbiditäten nicht erheblich
ins Gewicht.
Unter Hinweis auf die Reaktivierung von Traumata aus der Kindheit sprachen die
D._
-Gutachterinnen mit Blick auf die undifferenzierte Somatisierungsstörung von einem sich selbst verstärkenden negativen Teufelskreis (
Urk.
8/316/11). Da sie zwar eine PTBS verneinten, aber diese im Rahmen der mittelgradigen Depressivität berücksichtigten, ist erstellt, dass diese
ungünstig mit der Somatisierungsstörung interagiert und sich verstärkt.
Mit Blick auf die
Wi
rkung für den Funktionsstatus ist somit
de
r Wechselwirkung des
psychiatrischen Beschwerdebild
s
eine ressourcenhemmende Wirkung zuzu
messen.
4.3.
6
Die Frage eines erheblichen Krankheitsgeschehens in Bezug auf die Persönlichkeit wurde weder seitens der
D._
-Gutachterinnen noch seitens der behandelnden Ärzte diskutiert
und
ist daher ohne Weiteres zu verneinen.
4.3.7
Beim Komplex «sozialer Lebenskontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) sind allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen, mithin soweit die negative funktionelle Auswirkung nicht Folge einer Erkrankung ist, rechtsprechungsgemäss auszuklammern. Beachtlich sind mobilisierbare Ressourcen im sozialen Lebenskontext, etwa die Unterstützung, die der versicherten Person im sozialen Netzwerk
zuteil wird
.
Hierzu
führte die begutachtende Psychiaterin aus, die sozialen Kontakte und das Sozialleben seien intakt und als gut zu bewerten und stellten eine wichtige Ressource dar. Wegen der körperlichen Einschränkungen
könnten
psychisch wichtige Ressourcen
wie Tanzen und Velofahren nicht mehr genutzt werden (U
rk.
8/316/83).
Auch med.
pract
.
L._
erwähnte das Umfeld und die Fürsorge für die siebenjährige Tochter als stabilisierenden Faktor (
Urk.
8/326/6).
Diese Ausführungen werden durch die Aussagen der Beschwerdeführerin untermauert, die
von
eine
r
stabile
n
und gute
n
Phase mit ihrem Ehemann
sprach (Urk.
8/316/69); sie habe eine gute Freundin, die sich sehr kümmere. Sie habe gelernt, eigene Bedürfnisse zu äussern, sie passe sich nicht übermässig an andere an und gehe auch Konflikte ein (
Urk.
8/316/64). Die Schwester lebe gleich nebenan und sie sehe sie täglich (
Urk.
8/316/67 unten). Weiter schilderte sie der Gutachterin, dass
sie
immer wieder versuche, für kurze Zeit mit dem Velo zu fahren
;
sie gehe mit dem Hund der Schwester oder der Freundin spazieren,
sie könne noch lesen, höre gerne Musik und schätze ihren grossen Garten. Sie habe ein gutes soziales Netz, eine beste
y._
und eine beste schweizerische Freundin
. Am Nachmittag gehe sie häufig die Freundin besuchen; sie schätze es nicht so sehr, alleine zu Hause zu sein (
Urk.
8/316/70).
Das intakte familiäre und soziale Umfeld ist damit als bestätigender, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkender Faktor zu beurteilen.
4.3.8
Beweisrechtlich relevant ist sodann der Aspekt der Konsistenz mit den verhaltensbezogenen Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4) im Sinne einer Konsistenzprüfung der Folgenabschätzung aus dem festgestellten funktionellen Schweregrad der psychischen Störungen (BGE 141 281 E. 4.3).
In Bezug auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des
Aktivitäten
niveaus
in allen vergleichbaren Le
bensbereichen (BGE 141 V 281 E.
4.4.1) ergibt sich aus den Akten, dass das
Aktivitätenniveau
de
r
Beschwerdeführer
in
in beruf
licher Hinsicht
zwar eingeschränkt ist;
sie
bewältigt
jedoch praktisch
den
ganzen
Haushalt und kocht
an den Wochentagen dreimal täglich
für die Familie, putzt das ganze Einfamilienhaus mit grossen Garten. Sie bekommt Hilfe vom Ehemann beim Wäsche hochtragen und die Freundin putz
t
das WC, wobei sie im Gegenzug in kosmetischen Belangen wie Maniküre oder Augenbrauen zupfen
hilft
(
Urk.
8/316/70
; vgl. auch
Urk.
8/287
). W
ie vorstehend dargelegt ist ihr soziales Leben geprägt von einem beachtlichen
Aktivitätsniveau
und sie reist
offenbar
wenn möglich auch nach
Y._
, wie den Aussagen von med.
pract
.
L._
zu entnehmen ist, der
Ende
Januar 2020
eine Reiseunfähigkeit für eine
offenbar
geplante
Y._
-R
eise bescheinigte (Urk.
8/326/4).
Dass das
Aktivitätenniveau
mit Blick auf die Alltagsaktivitäten im privaten Lebensbereich nicht
derart
eingeschränkt ist,
wie die Beschwerdeführerin sich hinsichtlich ihrer beruflichen Tätigkeit zumutet,
wurde von den Gutachter
inne
n
im Rahmen der Konsistenzprüfung
zutreffend erkannt und den Diskrepanzen
ihrer
Schilderungen wurde dabei Rechnung getragen.
Die aus gutachterlicher Sicht nicht
objektivierbaren
Beschwerden wurden zu Recht ausgeklammert
und die erheblichen Ressourcen aus dem sozialen Kontext wurden berücksichtigt; ent
gegen
der
Selbsteinschätzung de
r
Beschwerdeführer
in, die sich keine beruflichen Tätigkeiten vorstellen konnte, wurde
dergestalt
auf eine
5
0%ige Arbeitsfähigkeit
geschlossen (
Urk.
8/316/11-12).
Die gutachterliche
Zumutbarkeitsbeurteilung
hält damit entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
, welche praktisch ausschliesslich die ressourcenaufbauenden Kriterien berücksichtigte (
Urk.
2
/1
S. 3,
Urk.
8/318/3-4),
der Konsistenzprüfung stand. Das inkonsistente Verhalten de
r
Beschwerde
führer
in
wurde von den Gutachter
inne
n in jeder relevanten Hinsicht berück
sichtigt und nachvollziehbar in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen.
Die
Indikatorenprüfung
ergibt insgesamt, dass die funktionellen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigungen medizinisch-gutachterlich schlüssig und differenziert erfasst wurden und die Arbeitsunfähigkeit von 50
%
als
begründet erscheint. Es besteht daher kein Anlass, von der gutachterlichen
Beurteilung
ab
zuweichen.
5.
5.1
Damit bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser gesundheitlichen Ein
schränkungen zu prüfen.
5.2
Die Beschwerdegegnerin legte betreffend den Rentenanspruch für die Zeit ab Oktober 2018 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
64'473.95
(richtig: 67'473.95; Urk. 8/237/1)
bei einem Arbeitspensum von 100
%
fest (
Urk.
2
/1
S. 2)
. Dieses ermittelte sie
in Anbetracht der seit Längerem anhaltenden
Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt gestützt auf die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE
)
,
und zwar LSE 2016
Tabelle T17, Betreuungsberufe (
Ziff.
53)
von Frauen
, total aller Lebens
alter
(
Urk.
8/237/1)
, was im Grundsatz nicht zu beanstanden ist
.
Vorliegend sind
jedoch
die Verhältnisse im Zeitpunkt der Renten
herabsetzung Anfang 20218 beziehungsweise der Renten
einstellung
im Dezember 2020 mass
gebend. Zudem sind rechtsprechungsgemäss
die im Verfügungszeitpunkt jeweils aktuellsten veröffentlichten Tabellen zu verwenden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2017 vom 2
1.
September 2017 E. 4.2)
,
weshalb
die LSE 2018, veröffent
licht am 2
1.
April 2020, heranzuziehen ist
.
Gemäss LSE
2018, T
abelle T
17, betrug der Monatslohn von Frauen, total aller Lebensalter,
im Bereich Betreuungsberufe (
Ziff.
53)
Fr.
5'303.--,
was
angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.
5
Stunden
im Gesundheits- und Sozialwesen
(
Ziff.
86-88)
im Jahr 2020 (Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
)
einen Jahreslohn von
F
r.
6
6'022.35
(
Fr.
5'303.-- x
12 :
40 x 41.5)
ergibt.
Der Monatslohn von Fr. 5'
303.--
liegt deutlich höher als der Frauenlohn
von Fr. 4'630.--
i
m
Bereich Erziehung und Unterricht (
Ziff.
85)
beziehungsweise
von
Fr.
4
’
860.-- im Bereich Gesundheit- und Sozialwesen
(Ziff
.
86-88)
nach der
LSE
Tabelle
TA1_tirage_skill_level
jeweils
im Kompetenzniveau
1.
Allerdings ver
diente
die Beschwerdeführerin
laut Arbeitgeberfragebogen vom 1
2.
September 2008 be
i der Stiftung Z._
bereits im Jahr 2006 bei einem Pensum von 80
%
Fr.
48'995.-- jährlich (
Urk.
8/41, vgl. auch IK-Auszug, Urk. 8/88/2)
. Dies entspricht
einem Jahreslohn von
Fr.
61’243.75 (
Fr.
48'995.
-- :
80 x 100) bei einem Pensum von 100
%
und angepasst an die Nominallohnentwicklung
der Frauenlöhne
von Indexstand 2417 (2006) bis Indexstand 2784 (2020; Tabelle T39, Entwicklung der Nominallöhne)
einem Lohn von
Fr.
70'543.-- (
Fr.
61'243.75 : 2417 x 2784)
, welcher Betrag ohne eine Änderung des Ausgangs des Verfahrens auch als
Valideneinkommen
herangezogen werden könnte
.
5.3
Mangels einer effektiv ausgeübten Erwerbstätigkeit stützte sich die Beschwerde
gegnerin zu Recht a
uch zur Bestimmung des Invalideneinkommens
auf die LSE (BGE 126 V 75). Allerdings weist die LSE 2018
im rechtsprechungsgemäss an
wendbaren Total
aller Sektoren
(U
rteil
des Bundesgerichts
8C_458/2017 vom
6.
August 2018
E. 6.2.3
)
für Frauen im Kompetenzniveau
1
einen Monatslohn von
Fr.
4'3
71.--
aus.
Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2020 von 41.7 Wochenstunden ergibt dies ein massgebendes Jahreseinkommen von
Fr.
27
’341
.--
beim zumutbaren Pensum von 50
%
(
Fr.
4'371.-- x
12 :
40 x 41.7
x 50
%
).
Anhaltspunkte, die eine
n
Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen, sind nicht er
sichtlich. D
ie Beschwerdeführerin
machte
geltend
, es sei ein Leidensabzug von mindestens 15
%
gerechtfertigt
, ohne
hiefür
einen Grund darzutun (
Urk.
1 S. 8)
. Sowohl
den
körperlichen als auch d
en
psychischen Einschränkungen wurde im Rahmen der Arbeitsfähigkeit von 50
%
vollumfänglich Rechnung getragen, wes
halb
zur Vermeidung
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
kein Abzug zu erfolgen hat (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_768/2018 vom 12.
April
2019 E. 5.2.3
und
9C_833/2017 vom 2
0.
April
2018 E. 2.2
).
Da
s gilt auch für die der Beschwerdeführerin
nur noch
zumutbaren, zu
r
Hauptsache
leichte
n
Tätig
keiten
,
zumal der Tabellenlohn im hier zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteile
des Bundesgerichts
8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2 und 9C_284/2018 vom 1
7.
Juli 2018 E. 2.2.1).
5.4
Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen
er
gibt eine Erwerbs
einbusse von
Fr.
38'681.--
(
Fr.
66'022.
35
.
/.
Fr.
27'341.-
-) beziehungsweise von
Fr.
43’202
.--
(
Fr.
70
'543.
-- .
/.
Fr.
27'341.--
)
, was im Erwerbsbereich einem Invaliditätsgrad von
59
%
beziehungsweise
61
%
entspricht
.
5.5
Die Beschwerdeführerin
stellte beschwerdeweise die Qualifikation
als zu 80
%
Erwerbstätige und als zu 20
%
im Haushalt Tätige
nicht in Frage und beanstandete die seitens der Beschwerdegegnerin ermittelte
- gewichtete -
Ein
schränkung im Haushalt von 5.19
%
nicht (
Urk.
1
S. 4).
Diese Beurteilung stützt sich auf den
beweiswerten
Haushaltabklärungsbericht vom
8.
Mai 2019 (
Urk.
8/287),
dem u
nbestritten
ermassen volle Beweiskraft zukommt, wenn der Be
richt - wie hier -
durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die An
gaben der versicherten Person berücksichtig
t und der
Berichtstext
ist
schliesslich plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein
schränkungen
.
Gestützt auf
Art.
27
bis
Abs.
3-4 IVV des ab
1.
Januar 2018 gültigen neuen Berechnungsmodels ist der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 59
%
beziehungsweise 61
%
zu gewichten mit dem Erwerbspensum von 80
%
, so dass ein Invaliditätsgrad von 47.2
%
beziehungsweise von 48.8
%
resultiert. Zu
sammen mit dem gewichteten Invaliditätsg
rad im Aufgabenbereich von 5.19
% resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 52
%
beziehungsweise 54 %, was so oder anders
auch im Zeitpunkt der Zustellung der angefochtenen (weiterhin)
einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründet (
Art.
28 Abs.
2 IVG).
6.
6.1
Im Hinblick auf die rückwirkende Rentenerhöhung und -herabsetzung ist
n
ach Lage
der
insoweit
übereinstimmenden medizinischen Akten
erstellt, dass
mit den beiden Rückenoperationen am 1
3.
und am 2
8.
Juni 2018
eine massgebliche Ver
änderung
des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
eintrat. Die bis da
hin geltende Arbeitsfähigkeit von 60
%
in einer Verweistätigkeit war aus gut
achterlicher
Sicht
vorübergehend bis Ende September 2018 gänzlich aufgehoben, was auch die Beschwerdegegnerin anerkannte. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die
se
die laufende halbe Rente
in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
2 IVV nach Ablauf von drei Monaten per September 2018
auf eine ganze Rente
erhöhte.
Obgleich die Beschwerdeführerin bereits im Schreiben vom
7.
April 2015 eine gesundheitliche Verschlechterung gemeldet hatte (
Urk.
8/204),
machte
sie beschwerdeweise
nach Lage der
medizinischen
Akten
zu Recht nicht
geltend
, die Rente sei auf einen früheren Zeitpunkt hin zu erhöhen. Anders als vor ihnen die Experten des
A._
gingen die
C._
-Gutachter
aufgrund der von ihnen erho
benen Schulter
- und Rückenproblematik, der
Rhizarthrose
am rechten Daumen
grundgelenk
und
des
depressiven Zustandsbilde
s
(
Urk.
8/235/21-22)
nicht mehr von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit von 60
%
, son
dern von
einer höheren Leistungsfähigkeit
von
80
% aus
(Urk.
8/235/23)
, welche die
D._
-Gutachterinnen später bestätigten (
Urk.
8/316 S. 12)
.
Zum Verlauf führ
ten die
C._
-
Gutachter aus, dass sich seit der
A._
-Untersuchung im Jahr 2009 der psychische Z
ustand verbessert und der orthopädische Gesundheits
zustand (
im Bereich des Rückens und des Daumens
) verschlechtert habe. Die
Gewichtslimite
sei aktuell höher eingestuft worden, so dass es sich teilweise um eine andere Beurteilung handle (U
rk.
8/235/31).
Da somit eine
einfache Neubeurteilung der medizinischen Situation
, welche keinen Revisionsgrund bildet (vgl. vorstehend E. 1.2), nicht g
ä
nzlich ausge
schlossen werden kann, und in
Anbetracht der höheren funktionellen Leistungs
fähigkeit ist nicht zu beanstanden, dass
die Rentenerhöhung
erst
per Sept
ember 2018 verfügt wurde.
Sämtliche befassten Ärzte
stimmen den
D._
-Gutachterinnen
dahingehend
zu
, dass mit den Operationen im Juni 2018 die Arbeitsfähigkeit
bis Ende September 2018, mithin während mehr als drei Monaten,
gänzlich aufgehoben w
ar
, welche
Verschlechterung
die Beschwerdegegnerin mit der
Zusprache
der ganzen Rente ab September 2018 (
Art.
88a
Abs.
2 IVV) zutreffend berücksichtigt hat.
6
.2
Zu prüfen bleibt
, ob die Herabsetzung der ganzen Rente auf eine halbe Rente per März 2019 gerechtfertigt ist.
Die
D._
-Gutachterinnen bescheinigten in einer leidensangepassten Zeit für die Zeit ab Oktober 2018 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit einer monatlichen Steigerung um 25
%
(vorstehend E.
3.6)
. Die Beschwerdegegnerin schloss daraus auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeder Tätigkeit bis am 2
0.
Dezember 2018, auf welchen Zeitpunkt hin sie eine Besserung annahm
.
Aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt nicht eingeschränkt und den psychischen Leiden mass sie unter Berücksichtigung der Standardindikatoren
auch keinen
Einfluss au
f die Arbeitsfähigkeit zu (Urk.
2
/1
S. 3).
In Anbetracht der gesundheitlichen Besserung im Dezember 2018 änderte sich der Rentenanspruch nach drei Monaten, das heisst im März 201
9.
Da jedoch gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV vor der Rentenherabsetzung eine Verbesserung drei Monate angedauert haben muss, was erst am
2
0.
März 2019 der Fall war, konnte die Rente erst auf den
1.
April 2019 herabgesetzt werden.
Art.
88
bis
IVV regelt die Anpassung von Leistungen der Invalidenversicherung in
Bezug auf die zeitliche Wirkung
. Gemäss
Abs.
2
lit
. a dieser Bestimmung erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
Verfahrensrechtlich sieht Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV die Aufhebung oder Herabsetzung einer Leistung nur pro
futuro
vor
zur Vermeidung,
dass der bereits früher entstandene geänderte Rentenanspruch rückwirkend wirksam wird
(BGE 135 V 306 E. 7.2)
. Eine rück
wirkende Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung auf den Zeitpunkt des Ein
tritts der anspruchserheblichen Änderung mittels Revision lässt
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV
nur
ausnahmsweise zu, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist
, wofür hier k
eine Anhaltspunkte vorliegen
. D
ie Beschwerdegegnerin
hat dem
gemäss
zu Recht die ganze Rente auf die früher bezogene halbe Rente reduziert
, wobei der Zeitpunkt
vom
1.
März 2019 auf 1.
April 2019 zu korrigieren ist
.
6.3
Zusammenfassend ist in
Gutheissung der Beschwerde
die angefochtene Ver
fügung
insoweit
abzuändern
, als festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
September 2018 bis 3
1.
März 2019 Anspruch auf eine ganze Rente
und ab
1.
April 2019 und auch
über
Dezember 2020
hinaus
Anspruch auf eine halbe Rente hat.
Die pro
futuro
verfügte Einstellung der ganzen Rente erfolgte nach dem Gesagten zu Unrecht. Die Beschwerdeführerin hat auch nach Zustellung des angefochtenen Entscheids weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6.4
Am 1
3.
November 2020 verfügte die Beschwerdegegnerin sodann Rückforderungen von
Fr.
2'524.-- (
Urk.
2/2), welche sie direkt mit ihrer Renten
nachzahlung verrechnete (
Urk.
2/3). Diese Rückforderung erweis
t
sich aufgrund des Ausganges dieses Verfahrens als offensichtlich unbegründet. Die Verfügungen vom 1
3.
November 2020
betreffend Rückforderung
und Verrechnung
sind daher
ersatzlos
aufzuheben und die Beschwerde auch
dies
bezüglich
gutzuheissen.
7.
7.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG) kostenpflichtig. Innerhalb des Kostenrahmens von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- sind die Kosten ermessensweise auf
Fr.
1’0
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
7.2
Ausserdem steht der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Grundsätze erscheint eine Prozess
entschädigung
von
Fr.
2’300
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen, welche der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
ist
.