# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f9e787c-6b9c-4221-b43b-faa5c53ea67c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 18
I. Sachverhalt
A. Am 25. Juli 2007 stellten die Eltern des seit längerer Zeit unauffindbar und nachrichtenlos verschwundenen X. bei der Vormundschaftsbehörde des Kreises A. (heute Vormundschaftsbehörde B.-A.) den Antrag, für diesen eine Vermögensbeistandschaft zu errichten. Mit Beschluss vom 27. Juli 2007 errichtete die Vormundschaftsbehörde in der Folge für X. eine Vertretungs- und Verwaltungsbeistandschaft. Zum Beistand wurde der Amtsvormund des Kreises A., G.H., ernannt. X. konnte schliesslich wenig später aufgefunden werden. Mit Verfügungen vom 21. und 22. August 2007 wies ihn die Vormundschaftsbehörde mittels fürsorgerischem Freiheitsentzug in die psychiatrische Klinik I., C., zur Behandlung und Begutachtung ein. Am 26. September 2007 stimmte sie alsdann mit einem Beschluss der Entlassung von X. aus der Klinik I. zu.
B. Die Vormundschaftsbehörde beschloss am 15. Februar 2008 die Genehmigung der Rechnungsablage vom 27. Juli 2007 bis 31. Dezember 2007 und teilte diese den betroffenen Parteien am 27. Februar 2008 mit (VI act. 4.21). Sodann hob sie die Beistandschaft mit Beschluss vom 11. Juni 2008 formell auf und genehmigte die Rechnungsablage vom 1. Januar 2008 bis 30. Juni 2008 sowie den Schlussbericht des Amtsvormunds mit Beschluss vom 30. Juni 2008, mitgeteilt am 23. Juli 2008 (VI act. 4.33).
C. X. erhob am 23. September 2008 beim Bezirksgerichtsausschuss D./B. Beschwerde gegen die Vormundschaftsbehörde des Kreises A.. Er führte in seinem Schreiben an, die Vormundschaftsbehörde hätte sich nicht an die Zusicherung des Präsidenten der Amtsvormundschaft gehalten, wonach er mit der Schlussrechnung alle Belege von allen Rechnungen erhalten würde. Mit Schreiben vom 25. September 2008 kam der Bezirksgerichtspräsident einer entsprechenden Bitte X. nach und bestätigte, es sei ihm frei gestellt einen Rechtsanwalt aus einem anderen Kanton zur Wahrung seiner Interessen zu beauftragen.
Die Vormundschaftsbehörde reichte ihre Stellungnahme (Vernehmlassung) zur Beschwerde am 30. September 2008 ein. Sie legte darin den Verlauf der Angelegenheit dar und beantragte, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Sie begründete ihren Antrag insbesondere damit, dass gemäss ihrer  die von ihr geprüften Belege zu den Rechnungsprüfungen nicht ausgehändigt würden. Sie merkte weiter an, es stünde den Klienten bis zur Rechtskraft der Rechnungsgenehmigung offen, diese Belege persönlich einzusehen oder
Seite 3 — 18
gebührenpflichtige Kopien davon zu verlangen. Von dieser Möglichkeit hätte X. indessen keinen Gebrauch gemacht.
Es folgten weitere Schreiben von X., sowie weitere Stellungnahmen (Vernehmlassungen) seitens der Vormundschaftsbehörde des Kreises A. zu diesen, an den Bezirksgerichtsausschuss D./B. (VI act. 6.6, 6.8, 6.9, 6.14 und 6.15, bzw. 6.11 und 6.12).
D. Am 6. November 2008 fand eine erste Gerichtsverhandlung statt. Sowohl X., als auch L.K., Präsident der Vormundschaftsbehörde, nahmen daran teil. In seinem mündlichen Plädoyer wies X. darauf hin, er sei nicht im Besitz einer klaren Buchhaltung. So habe er vom Amtsvormund nur die Abschlussbuchungen der jeweiligen Kontostände erhalten, wünsche aber die Buchhaltung detaillierter einzusehen. Der Vormundschaftspräsident wiederum gab in seinem mündlichen Plädoyer an, er habe dem Gericht sämtliche relevanten Akten zugestellt. Auf Anfrage des Gerichtspräsidenten hin führte X. aus, er habe die Urkunde „Genehmigung der Rechnung/Schlussbericht“ der Vormundschaftsbehörde vom 30. Juni 2008 nicht samt Beilagen erhalten (vgl. VI act. 33). Der Vormundschaftspräsident entgegnete, dass X. die fragliche Urkunde gewiss kenne, die Beilagen jedoch usanzgemäss nicht ausgehändigt worden seien. Auf Anfrage des Gerichtspräsidenten erklärte sich der Vormundschaftspräsident daraufhin damit einverstanden, dass X. die im Beschwerdeverfahren liegenden Akten auf der Bezirksgerichtskanzlei einsehen und Kopien ausgehändigt erhalten könne.
E. In der Folge erkannte der Bezirksgerichtsausschuss D./B. mit Beschluss vom 6. November 2008, mitgeteilt am 7. November 2008, was folgt:
„1. X. kann auf der Bezirksgerichtskanzlei D./B. die Verfahrensakten bis Ende November 2008 einsehen und Kopien hiervon verlangen und erhalten. Zudem kann er dem Bezirksgerichtspräsidenten bekannt geben, zu welchen Positionen er Belege einsehen möchte. Der Bezirksgerichtspräsident bemüht sich alsdann darum, von der Vormundschaftsbehörde die erwünschten Auskünfte erteilt zu erhalten.
2. Das Beschwerdeverfahren wird einstweilen sistiert und die Kosten bei der Prozedur behalten.
3. (Mitteilung).“
F. X. nahm die eingeräumte Möglichkeit zur Akteneinsicht auf der Bezirkskanzlei am 19. November 2008 wahr. Nach weiterer Korrespondenz wurden die Parteien mit Verfügung vom 13. Februar 2009 zu einer zweiten mündlichen Verhandlung vorgeladen. Diese fand am 19. März 2009 in Abwesenheit von X. statt. Er hatte schon im Voraus mitgeteilt, er werde der Verhandlung fernbleiben. Der
Seite 4 — 18
Vormundschaftspräsident hingegen war anwesend und führte in seinem mündlichen Vortrag unter anderem aus, die auf der Bezirksgerichtskanzlei hinterlegten Akten wären vollständig und bedürften deshalb keiner weiteren Kommentierung. Die vormundschaftlichen Massnahmen wären gerechtfertigt gewesen und mittlerweile rechtskräftig.
G. Im Anschluss an die zweite mündliche Verhandlung erkannte der Bezirksgerichtsausschuss D./B. in seinem Urteil vom 19. März 2009, mitgeteilt am 26. März 2009, was folgt:
„1. Die Beschwerde des X. vom 23. September 2008 wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewiesen.
2. Die (aus Billigkeitsgründen reduzierten) Gerichtskosten von insgesamt Fr. 300.00 gehen zulasten des X.. Sie sind innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils an die Bezirksgerichtskasse D./B. zu bezahlen (PC 70-3922-1).

## Considerations