# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b793b474-d145-40ab-b66d-7f72aa5faa9c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
_
, geboren 1952, arbeitete vom 18. November 1991 bis zum 30. April 1996 bei der
Y._
als Sicherheitsmitarbeiter im Nachtdienst. Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgeberin aufgelöst, da
X._
_
eine progressiv zunehmende Überforderung in der quantitativen und qualitativen Bewältigung der Bewachungsaufgaben gezeigt habe und es zu Ver
änderung und Abbau des Realitätsbezuges gekommen sei (Urk. 7/17). Wegen Schulterproblemen als Folgen eines Ski-Unfalles meldete sich der Versicherte am 11. September 1996 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm diverse Abklärungen vor und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Januar 1997 die Übernahme der Kosten für eine Umschulung zum Mar
ke
ting-Planer für die Dauer vom 10. Februar 1997 bis zum 7. März 1998 zu (Urk. 7/33). Zudem übernahm sie die Kosten für die Berufsprüfungen als
Mar
ketingplaner
und als Verkaufskoordinator (Verfügungen vom 23. September 1997, Urk. 7/53 und Urk. 7/63). Diese Umschulung konnte er jedoch nicht erfolgreich abschliessen, da er bei den Abschlussprüfungen sowohl als
Ver
kaufskoordinator
wie auch als Marketingplaner den erforderlichen Notenschnitt nicht erreichte (Urk. 7/57/1). Die IV-Stelle gelangte in der Folge zum Ergebnis, dass sich der Versicherte aber trotzdem relevante Fachkenntnisse habe aneignen können, welche seine
Er
werbschancen
wesentlich verbessern sollten. Er könne somit ein
rentenaus
schliessendes
Erwerbseinkommen erzielen. Deshalb schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen mit der Feststellung, dass
X._
_
rentenausschliessend eingegliedert sei, mit Verfügung vom 12. August 1998 ab (Urk. 7/69).
1.2
X._
_
arbeitete in der Folge ab dem 1. Mai 1999 bei der
Z._
als Sicherheitsagent (Urk. 7/78). Wegen Inkontinenz als Folge einer
Prosta
taoperation
meldete sich der Versicherte am 3. Januar 2011
(Eingangsdatum) erneut zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/85; Aktenverzeichnis zu Urk. 7). Die
IV-Stelle holte die Arztberichte des
A._
, Urologie, vom 21. Januar 2011 (Urk. 7/94), von
B._
, praktische Ärztin, vom 23. Februar 2011 (Urk. 7/96/1-5) und von Dr. med.
C._
_
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 16. April 2011 (Urk. 7/107) ein. Ausserdem zog sie die Akten der
Vaudoise
Ver
sicherungs-Gesellschaft bei (Urk. 7/91/1-25 und Urk. 7/95/1-20). Sodann nahm die IV-Stelle Abklärungen über die beruflichen
Eingliederungs
möglichkeiten
des Versicherten vor (Verlaufsprotokoll
Einglie
derungsberatung
vom 1
2.
Mai 2011, Urk. 7/112).
Am
1.
Juni 201
1 stellte der Versicherte unter Hinweis darauf, dass
er mangels Schulung schwer
vermittel
bar
sei, ein Gesuch um Umschulung (
Urk.
7/120). Am 22. August 2011 teilte die IV-Stelle
X._
_
mit, sie gewähre ihm Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche vom 16. August 2011 bis am 31. Juli 2012 durch die
D._
(Urk. 7/126). Nachdem die Stellenvermittlungsbemühungen der
D._
erfolglos geblieben waren (
vgl. Protokoll Verlauf
D._
vom 2
5.
Juni 2012,
Urk.
7/131, und
Schlussbericht
der
D._
vom 15. August 2012, Urk. 7/135), holte die IV-Stelle den
Ver
laufsbericht
von Dr.
C._
_
vom 17. September 2012 ein (Urk. 7/136). Schliesslich liess sie das polydisziplinäre Gutachten des
E._
_
vom 25. Februar 2013 erstellen (Urk. 7/145/1-27). Mit Vorbescheid vom 5. Juli 2013 teilte die IV-Stelle
X._
_
mit, er habe ab dem 1. Juli 2011 bis zum 31. Mai 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (Urk. 7/152). Nachdem gegen diesen Vorbescheid kein Einwand erhoben worden war, sprach die
IV-Stelle
X._
_
mit Verfügung vom 2. Mai 2014 für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Mai 2013 eine ganze Invalidenrente zu. Für die Zeit nach dem 31. Mai 2013 verneinte die IV-Stelle dagegen einen Rentenanspruch, da der
Invalidi
tätsgrad
ab Februar 2013 lediglich noch 36 % betrage (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
_
am
3.
Juni
2014 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 1):
„1.
Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Zürich vom
2.
Mai 2014 sei aufzu
he
ben.
2.
Die ab Juli 2011 zugesprochene Invalidenrente sei nicht nur bis Mai 2013, sondern auch ab Juni 2013 weiterhin auszurichten.
3.
Bei Notwendigkeit seien weitere Abklärungen vorzunehmen.“
Die Beschwerdegegnerin
ersuchte am 1
1.
Juli 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was
X._
_
am 1
7.
Juli 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Mit Beschluss vom 2
6.
Oktober 2015 wurde ihm Frist angesetzt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten
reformatio
in
peius
Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zur
ückzuziehen (
Urk.
9). Nachdem die betreffende - an die vom Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1) angegebene Anschrift
(
F._
_)
adressierte - Postsendung von der Post mit dem Vermerk „Empfänger konnte unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden“ an das Gericht zurückgesandt worden war, erfolgte eine zweite
Zustellung an die von der Einwohnerkontrolle Regensdorf angegebene neue Adresse des Beschwerdeführers (
G._
_
,
Urk.
10)
.
Der Beschwerdeführer liess sich in der Folge nicht vernehmen.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121
V
264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Gemäss dem Arztbericht des
A._
, Urologie, vom 21.
Januar 2011 (
Urk.
7/94), besteht beim Beschwerdeführer eine postoperative Stressinkontinenz II bei Status nach radikaler
Prostatektomie
am 2
1.
Juni 201
0.
Der Verlauf und die Prognose seien gut. Es bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
2.2
Hausärztin
B._
führte in ihrem Bericht an die Beschwerdegegnerin
vom 2
3.
Februar 2011 (
Urk.
7/96/1-4)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen
Status nach
laparos
kopischer
radikaler
Prostatovesiku
lektomie
mit
iliakaler
Lymphadenektomie
wegen Prostatakarzinom am 2
1.
Juni 2010 mit Urin
inkontinenz, ein ADHS sowie einen
Tennisellbogen, möglicher
wei
se durch Überdehnung seit 2
2.
Oktober
2010
an
.
In seiner angestammten Tätigkeit im Sicherheitsdienst sei der Beschwerdeführer
seit dem 1
8.
Juni 2010 bis
auf w
eiteres nicht arbeitsfähig. Bezüglich der Urininkontinenz, welche ihn in seiner Tätigkeit im Sicherheitsdienst hauptsächlich beeinträchtige, sei eine Bes
serung zu erwarten. Wegen des
behandlungsbedürftigen
ADHS sei auch eine Bürotätigkeit eher problematisch. Eventuell könne der Beschwerdeführer ab Juni 2011 wieder ein
e Arbeitsfähigkeit von 50
%
err
eichen.
2.3
2.3.1
Im zu Händen der
Vaudoise
-Versicherungen verfassten Bericht vom 2
1.
Februar 2011 (
Urk.
7/100) hält der Psychiater
Dr.
C._
_
fest, es liege beim Beschwerde
führer eine einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (ADHS [
ICD-10: F90.0
]
) vor. Es sei dem Beschwerdeführer trotz therapeutischer Unterstützung und Medikation nicht gelungen, eine „angepasste Tätigkeit“ auszuführen, wie dies jede sitzende Tätigkeit im Bürobereich wäre, welche Konzentrationsarbeit erfordere.
Die Arbeit im Sicherheitsdienst, welche
eine routinemässige Auf
sichtstätigkeit mit physischem Einsatz sei, sei ebenfalls
noch
nicht möglich. Nach Rücksprache mit der Hausärztin erachte er den Beschwerdeführer deshalb bis auf weiteres als 100
%
arbeitsunfähig.
2.3.2
Im ergänzenden Bericht vom
1
6.
April 2011 (
Urk.
7/107)
nannte
Dr.
C._
_
als psychiatrische Diagnosen ein ADHS (ICD-10 F90.0) sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0). D
er Beschwerdeführer sei auch auf längere Sicht voll
ständig arbeitsunfäh
ig. Er sei schon als Kind wegen Unaufmerksamkeit und
Konzentrationsschwächen aufgefallen und habe trotz guter Intelli
genz keine höhere Schulausbildung abschliessen können. Die Lehre als
Tiefbau
zeichner
habe er nur mit Problemen absolvieren können.
Nach der Lehre habe er in den Sicherheitsdienst gewechselt und seither nie in einem anderen Beruf gearbeitet.
Die Konzentrationsunfähigkeit und die Schwierig
keit, Prioritäten
setzen zu kön
nen und
sich auf Ziele
zu konzentrieren
, hätten sich im Alter noch verschärft. Für Büroarbeiten brauche der Beschwerdeführer Tag
e
und viele Arbeiten könne er
selbst
gar nicht erledigen.
Gegenwärtig seien Symptome leichter Depressivität und Zukunftsangst hinzugekommen (Sorgen, Grübeln, Gehemmtheit,
Stim
mungsschwankungen
).
Die Arbeit im Sicherheitsdienst sei vor allem wegen der körperlichen Ver
schlechterung nach der
Prostatektomie
gegenwärtig nicht mehr möglich.
Eine Umschulung in eine andere Tätigkeit (Bürobereich) sei ebenfalls nicht zumutbar. In Frage komme lediglich noch eine Routinetätigkeit, welche der Beschwerdeführer an einem ruhigen Arbeitsplatz alleine verrichten könne.
2.3.3
Am 1
7.
September 2012 (
Urk.
7/136) führte
Dr.
C._
_
aus,
die Arbeitsfähigkeit habe sich leicht gebessert, sei aber grossen Schwankungen unterworfen und liege derzeit durchschnittlich bei ca. 10 bis 20
%
. Die psychiatrische Proble
ma
tik habe sich nicht verbessert, es bestünden immer noch erhebliche
Konzen
trati
ons
- und
Aufmerksamkeitsdefizite. Die depressive Stimmungslage habe sich etwas gebessert, sei jedoch für die Arbeitsfähigkeit wenig ausschlaggebend. Im gegenwärtigen Zeitpunkt und bis auf weiteres gebe es keine zumutbare ange
passte Tätigkeit. Falls die Inkontinenz sich zurückbilden würde, wäre eine
leichte manuelle Arbeit ohne kognitive Anforderungen an Konzentration und Effizienz vorstellbar.
2.4
Dr.
med.
H._
_
,
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
, diagnostizierte in ihrem Untersuchungsbericht vom 2
7.
Juni 2012
(
Urk.
7/132)
ein
ADS (ICD-
10 F98.8), einen Status nach Prostatakarzinom, Resektion 2009
(richtig: 2010),
sowie eine Schulterverletzung links.
Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse bestätigten in Zusammenschau mit dem klinischen Bild und der Vorgeschichte die Verdachtsdiagnose eines ADS. Eine hyperaktive Komponente sei hierbei nicht auszumachen. Es sei davon auszugehen, dass bedingt durch das
Auf
merksamkeitsdefizit
bezüglich Konzentrationsvermögen,
Aufmerksam
keitsspanne
, Dauerbelastbarkeit und Strukturierung komplexerer Aufgaben spe
ziell im administrativen Bereich Einschränkungen bestünden.
2.5
Gemäss dem Gutachten des
E._
_
vom 2
5.
Februar 2013 (
Urk.
7/145) liegen beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen vor (
Urk.
7/145/23):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronische Schulterbeschwerden der
adominanten
linken Seite (ICD-10 M19.11/T92.1/Z98.8)
-
anamnestisch Status nach konservativ behandelter
Humeruskopffraktur
1986
-
Status nach Osteotomie des
Tuberculum
majus
, Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
und vorderer
Akromioplastik
am 28.02.95
-
Beweglichkeit bis knapp oberhalb der Horizontalen gegeben bei
deutlichen Zeichen des
subakromialen
Impingements
und aufgehobener
Aussenrotation
-
radiologisch erhebliche degenerative Veränderungen (Röntgen 08.01.13)
2.
Postoperative Belastungsinkontinenz Grad II (ICD-10 N39.9) und filigrane Harnröhrenstruktur (ICD-10 N35.9) im Bereich der
Anastmose
nach
-
Roboter assistierter
laparos
kopischer
radikaler
Prostatovesikulektomie
mit
iliacaler
Lymphadenektomie
beidseits am 21.06.10 bei
Adenokarzi
-
nom
der Prostata
3.
Zwangshandlungen und Zwangsgedanken gemischt (ICD-10 F42.2)
4.
Verdacht auf Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität (ICD-10 F98.8)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronisch obstruktive Lungenkrankheit gemäss Unterlagen (ICD-10 J44.9)
2.
Status nach Plattenosteosynthese einer medialen
Klavikulaberstungsfraktur
rechts am 04.04.07 (ICD-10 T92.1/Z98.8)
-
Status nach Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 08.04.08
3.
Heberden
-Arthrosen Zeigefinger beidseits (ICD-10 M15.1)
Aus orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der chronischen
Schulter
beschwer
den
links eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich mittel
schwere und schwere Tätigkeiten. Für körperliche leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung, unter weitgehender Schonung der linken oberen Extremität, liege dagegen aus Sicht des Bewegungsapparates eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bei ganztägigem Pensum mit um 20
%
reduzierte
r
Leistung aufgrund eines vermehrten
Pausen
bedarfs
vor. Der Einsatz der linken oberen Extremität oberhalb Brustniveaus sollte dabei ebenso wie das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg vermieden werden. Aus psychiatrischer Sicht seien aufgrund der Zwangshandlungen und Zwangsgedanken gemischt sowie des Verdachts auf
Aufmerksamkeitsdefi
zitstörung
ohne Hyperaktivität auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Tätigkeiten mit Anforderungen an theoretisches Verständnis, schnelle Auffassungsgabe, präzises Handeln unter Zeitdruck und erhöhte Bereitschaft für Teamfähigkeit nicht geeignet. Geeignet seien alle Tätigkeiten mit hoher Eigenständigkeit und fehlendem Zeitdruck
, dies vollschichtig
. Auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sicherheitsmitarbeiter bestehe aus psychiatrischer Sicht eine uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit.
Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfä
higkeit nicht eingeschränkt. Aus urologischer Sicht bestehe aufgrund der nicht ausgeprägten Belastungsinkontinenz Grad II, bei der es zwar zu Einschränkun
gen komme, jedoch begonnene Arbeitsabläufe unterbrochen werden müssten
(richtig:
„
nicht
“
unterbrochen werden müssten [vgl. Bericht betreffend die uro
logische Untersuchung im
E._
_
vom
7.
Januar 2013,
Urk.
7/145/21
und
Urk.
7/145/23
])
, eine Arbeitsunfähigkeit
von 10 bis 20
%
. Eine
Toiletten
zugän
gigkeit
müsse gewährleistet sein.
Aus allgemeininternistischer Sicht fänden sich keine weiteren Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Insgesamt bestehe somit eine Arbeits-
bzw. Leistungsfähigkeit von 80
%
in sämtlichen kör
perlich leichten, geeigneten Tätigkeiten, vollschichtig umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf. Die ortho
pädischen und die urologischen Einschränkungen könnten nicht addiert werden, da dieselben Zeitabschnitte zur Erholung bzw. zum Toilettengang genutzt werden könnten
(
Urk.
7/145/25)
.
Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, e
s sei nur schwierig möglich, aufgrund der vorliegenden Unterlagen die Arbeits
-
fähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt retrospektiv gesehen mit Sicherheit zu beurteilen. Somit gelte diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung im Januar 201
3.
Im Anschluss an die Prostata-Operation im Juni 2010 könne eine vollständige Arbeitsunfähigkeit von maximal sechs Monaten nachvollzogen werden. Nachfolgend könne aus gutachterlicher Sicht retrospektiv gesehen eine Arbeitsunfähigkeit im genannten Ausmass angenom
men werden. Zur Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers
bestehe eine deutli
che Diskrepanz. Ursächlich dafür seien eventuell sowohl die psychiatrischen Diagnosen des Beschwerdeführers, welche mit einer gewissen Selbstlimitierung einhergehen könnten, als auch IV-fremde Faktoren wie der schwierige Arbeits
markt und ein eventuell vorhandener sekundärer
Krank
heitsgewinn
(
Urk.
7/
145/25-26)
.
3.
3.1
Das Gutachten des
E._
_
vom
2
5.
Februar 201
3
(
Urk.
7/145/1-27
) beantwortet die gestellten Fragen umfassend, berücksichtigt
die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beeinträchtigungen, wurde in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und ist in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend. Eben
so wurden die gezogenen Schluss
folgerun
gen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Das Gutachten wird damit den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen
an eine beweiskräftige medi
zini
sche Stellungnahme (BGE 125 V 352 E. 3a) gerecht. Ihm ist volle Beweis
kraft zuzuerkennen, falls keine konkreten Indizien g
egen die Zuverlässigkeit der Ex
pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/
bb
; vgl. E.
1.3).
3.2
Die gutachterliche
Beurteilung, wonach
aus polydisziplinärer Sicht
in
sämtli
chen körperlich leichten,
angepassten
Tätigkeiten
(
mit Wechselbelastung,
ohne Einsatz der linken oberen Extremität über Brustniveau und ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm [
Urk.
7/145/17]; mit
Toilettenzugängig
keit
[
Urk.
7/145/23 + 25]; mit hoher Eigenständigkeit und fehlendem Zeitdruck [
Urk.
7/145/13])
eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit
bestehe
,
welche
vollschichtig
bei vermehrtem Pausenbedarf
realisierbar
sei
,
erscheint mit Blick auf die erhobenen
orthopädischen, urologischen und psychischen Befunde über
zeugend. Gleiches gilt für die
rückblickende Einschätzung
der Gutachter
(voll
ständige Arbeitsunfähigkeit im Anschluss an die am 2
1.
Juni 2010 durchge
führte Prostata-Operation
während maxi
mal sechs Monaten, also bis 20.
Januar 2011, danach 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, vollschichtig
bei erhöhtem Pausenbedarf
realisierbar)
. Zum einen war
dem Beschwerdeführer seitens der Klinik für Urologie des
H._
lediglich bis Ende 2010 eine Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden
(
Urk.
7/96/9). Zum andern
fin
den sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass sich sein somatischer und psychischer Gesundheitszustand seit Januar 2011 bis zur Begutachtung im
E._
_
im Januar 2013 massgeblich verschlechtert haben
könnte. Solches wurde vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht, ebenso wenig, dass er ab Januar 2011 weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Er hatte sich denn
nach der von der
Z._
per Ende März 2011 ausgesp
rochenen Kündi
gung (
Urk.
7/102)
auch bei der Regionalen Arbeitsvermittlung gemeldet
(
Urk.
7/105,
Urk.
7/112,
Urk.
7/117; vgl. auch Urk. 7/131 und
Urk.
7/145/6 [volles Arbeitslosentaggeld bis März 2013]).
3.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Es entsteht denn auch der Eindruck, dass Hausärztin Elisabeth
B._
und der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
_
, welche den Beschwerdeführer schon seit Jah
ren behandeln,
bei ihrer Einschätzung der Arbei
tsfähigkeit massgeblich auf dessen subjektiven
Angaben abgestellt haben, ohne
diese kritisch zu hinterfra
gen. Ausserdem legten sie ihren Beurteilungen
den (somatischen und psychi
schen) Gesamtbefund
zugrunde. Dementsprechend ist ihren Berichten nicht zu entnehmen, in welchem A
usmass sich die somatischen und/oder
psychischen Beschwerden im Einzelnen in quantitative
r
Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken. Die Berichte von Elisabeth
B._
und
Dr.
C._
_
(vgl. E. 2.2 und E. 2.3) vermögen deshalb die gutachterliche Beurteilung nicht in Frage zu stellen. Gleich
es gilt für den Bericht von Dr.
H._
_
vom
2
7.
Juni 2012 (vgl. E., 2.4)
, zumal sie darin
keine Angaben zu
allfälligen quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers gemacht hat.
3.4
Demnach ist gestützt auf das
E._
_
-Gutachten vom 2
5.
Februar 2013 davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer zwar ab 1
8.
Juni 2010 bis 2
0.
Januar 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig war, ab dem 2
1.
Januar 2011 in einer angepass
ten Tätigkeit jedoch eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestand. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin resp. von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), wonach seit dem 1
8.
Juni 2010 bis zum 2
4.
Februar 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gege
ben gewesen sei (
Urk.
2 und
Urk.
7/150/
4-5)
, ändert daran nichts, zumal
RAD-Arzt
Dr.
I._
diese – von der
überzeugenden
gutachterlichen Beurteilung abweichende – Einschätzung in keiner Weise begründet hat.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
4.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.3
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
2011, ausgehend vom Einkommen, welches er vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der
Z._
erzielt hatte, mit
Fr.
76‘734.-- (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer wandte dagegen ein,
dass bei der Berechnung seines Ein
kommens ohne Behinderung nicht vom zuletzt erzielten Einkommen bei der
Z._
auszugehen ist, sondern von jenem, welches er bei der
Y._
als Sicherheitsmitarbeiter
im Nacht
dienst bi
s zum 30. April 1996 erzielt habe
.
Dem ist beizupflichten.
Es scheint ausgewiesen, dass der Beschwerdefüh
rer die Tätigkeit bei der
Y._
aus gesundheitlichen Gründen hat aufge
ben müssen, und die Beschwerdegegnerin hat ihm denn auch
Umschulungs
massnahmen
gewährt. Es gelang dem Beschwerdeführer in der Folge zwar nicht, die Umschulung erfolgreich abzuschliessen, er konnte aber in seinem ange
stammten Tätigkeitsgebiet wieder ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzie
len. Er erlitt jedoch eine gesundheitsbedingte
Einkommens
ein
busse
, da er wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung (
Schulter
probleme
) nicht mehr die körperlich anspruchsvollere Tätigkeit als Nacht
wächter, sondern nur noch die leichtere Arbeit in der Eingangskontrolle ausführen konnte. Gemäss
Arbeitge
berbericht
der
Y._
vom 23. September 1996 (Urk. 7/17) hätte der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahre 1996 ein Bruttoeinkommen von Fr. 5‘800.-- pro Monat bzw. Fr. 75‘400.-- pro Jahr (Fr. 5‘800.-- x 13) erzielt. Ang
epasst an den
Nominal
lohnentwicklung
für Män
ner (vgl. Bundesamt für Statistik,
Lohnentwicklung 2013,
Tabelle T
39 S. 27:
1996 = 1811
, 2011 =
2171
) beträgt das hypothetische Einkommen im Jahr 2011 Fr. 90‘3
88.--
.
4.4
4.4.1
Entgegen der vom Beschwerdeführer offenbar vertretenen Auffassung
steht
ihm
mit Blick auf die
gutachterliche Einschätzung
und das aus medizinischer Sicht objektiv vorhandene Leistungspotenzial eine genügend breite Palette von zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten offen, welche der ausgeglichene Arb
eits
markt kennt. Die Beschwerdegegnerin
musste daher bei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE die zumutbaren Verweistätigkeiten nicht besonders spezifizieren. Nicht massgebend ist in diesem Zusammenhang, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermit
telt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze
dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Ent
gegenkommen von Seiten
des Arbeitgebers rechnen können. Namentlich beste
hen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
durchaus einfache, geistig wenig anspruchsvolle Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten, welche keine Stressbelastungen enthalten (
vgl.
Urteil des Bundesgerichtes
8C_514/2013 vom 2
9.
August 2013
E. 4.2 mit Hinweisen
).
4.4.2
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Bemes
sung des Invalideneinkommens den Tabellenlohn gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) für die mit einfachen und repetitiven Tätig
keiten beschäftigten Männer heranzog. Dieser betrug im Jahr 2010
Fr.
4‘901.
-- (LSE 2010 TA 1 Total S. 26)
. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 2010
von 41,6
Stu
nden (vgl. die Volkswirtschaft 3/5-2015 Tabelle B9.2
S.
88
) sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung
für Männer
(
vgl. Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2013, Tabelle T39 S. 27: 2010 = 2150, 2011 = 2171
)
resultiert
bei einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
ein mutmassli
ches Einkommen 2011
von Fr.
49‘410.--
(
=
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.6 : 2150
x
2171 x
12
x 0,8
) pro Jahr.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, dem Umstand, dass er aufgrund seiner psychischen Beeinträchtigungen zusätzliche Einschränkungen erleide, hätte die Beschwerdegegnerin durch einen weiteren Abzug vom
Invalidenein
kommen
Rechnung tragen müssen, ist festzuhalten, dass diese Einschränkungen dadurch ausgeglichen werden, dass der Beschwerdeführer über grosse berufliche Erfahrung verfügt, eine Berufslehre erfolgreich abschliessen konnte, diverse
Weiterbildungen besuchte und neben seiner Mut
tersprache Deutsch auch die englische Sprache sehr gut beherrscht (vgl. Lebenslauf, Urk. 7/103). Er verfügt damit grundsätzlich über die Voraussetzun
gen, um eine Tätigkeit auf dem Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkennt
nisse vorausgesetzt) auszuüben. Seinen Einschränkungen in psychischer Hin
sicht wird damit bereits
dadurch Rechnung getragen, dass
lediglich vom Lohn auf dem Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) ausgegan
gen wird. Wie die
Be
schwerde
gegnerin
richtig festge
halten hat, ist der durch die somatischen Einschränkun
gen (Schulterprobleme, Inkontinenz) bedingte erhöhte Pausenbedarf im Rahmen der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 80 %
- grosszügig -
berücksichtigt worden.
Für weitere Abzüge (vgl. BGE 126 V 75) besteht kein Anlass: Die gut
achterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
ist vollschichtig umsetzbar, weshalb kein Teilzeitabzug vorzunehmen ist.
Das Alter des
Beschwerdeführers (geboren 1952
) im Zeitp
unkt des Rentenbeginns (2011) fällt
kaum ins Gewicht
,
werden doch
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
und wirkt
sich das Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten
Anforderungsni
veau
4 i
m Alter von 50 bis 63/65 sogar l
ohnerhöhend aus
(Urteil des Bundes
gerichtes 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011, E. 6.5 mit Hinweisen). Dem Aspekt der Dienstjahre kommt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im
Anfor
derungsniveau
4 ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu (Urteil des Bun
d
esgerichtes 8C_361/2011 vom 20.
Juli 2011, E. 6.6 mit Hinweisen).
4.4.3
Das Invalideneinkommen ist demnach mit
Fr.
49‘410.--
zu bemessen.
Vergli
chen mit dem
ermittelten
Valideneinkommen
v
on
Fr. 90‘
388
.--
ergibt
sich damit
eine Einkommenseinbusse von
Fr.
41‘078
.--
bzw.
ein Invaliditätsgrad von
rund 45 %.
Demnach besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. E. 1.2).
5.
Der Beschwerdeführer hat sich im Januar 2011 zum Leistungsbez
u
g angemeldet (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2). Ein Rentenanspruch konnte demnach frühestens am
1.
Juli 2011 entstehen (
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG). Demnach steht dem Beschwe
rdeführer
mit Wirkung ab
1.
Juli 2011
– lediglich -
eine
Viertelsrente
zu.
Die angefochtene Verfügung
ist deshalb aufzuheben, und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Juli 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
samt Kinderrenten hat.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig.
Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von 200
1000 Franken festgelegt.
D
ie Gerichtskosten sind auf Fr. 6
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.