# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7c0283da-26fa-41fc-89b5-7917bd3dfaea
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
war seit
1.
Mai 2006 bei der
Y._
GmbH
als Sekretärin und Reinigungshilfe (
Urk.
12/13) und seit
1.
Juni 2007 bei der
Z._
GmbH als Verkäuferin (
Urk.
12/14) tätig.
Am
2
9.
Januar
und
1
7.
August
2010 meldete sie sich wegen Brustkrebs bei der Invalidenversiche
rung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
12/2;
Urk.
12/5). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons
Zürich, IV-Stelle, tätigte berufliche (
Urk.
12/9), erwerbliche (
Urk.
12/11;
Urk.
12/13-14) und medizinische Abklärungen (
Urk.
12/12;
Urk.
12/18;
Urk.
12/20/1-12;
Urk.
12/24/5-6;
Urk.
12/29
;
Urk.
12/52
) und ver
anlasste eine poly
disziplinäre Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
Urk.
12/32
-34). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/38-39) sprach
die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2012
eine vom
1.
bis 3
1.
März 2011 befristete ganze und
vom
1.
April 2011 bis 3
1.
März
2012 befristete halbe Invalidenrente
zu (
Urk.
12/44-51;
Urk.
12/42).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
8.
Dezember 2012 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
1.
Februar 2013 Beschwerde mit dem Antrag auf
Zusprache
einer unbefristeten
ganzen Rente. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der un
ent
geltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
April 2013
(
Urk.
11) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 2
4.
Mai 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
b
e
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den
All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desge
richts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, wel
che oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vo
raus,
dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog an
wendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des
Inva
liditätsgrades
eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung er
forderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit dem
jenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegen
stan
des des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den
Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und da
mit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Ur
teil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
2.2
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin aus
,
die Beschwerdeführerin sei seit Beginn der Wartezeit am 2
3.
Dezember 2009
erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt und nach deren Ablauf zu 80
%
arbeitsunfähig gewesen. Ab
1.
Januar 2011 sei eine Verbesserung des Ge
sund
heitszustandes eingetreten, indem seither für jede Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
bestanden habe. Eine weitere Verbesserung sei ab Anfang
2012 zu verzeichnen, als eine behinderungsangepasste Arbeitsfähigkeit von
70
%
anzunehmen gewesen sei. Dies ergebe Anspruch auf die vom
1.
bis 3
1.
März
2011 befristete ganze und ab
1.
April 2011 bis 3
1.
März 2012 befris
tet
e halbe Rente (
Urk.
2 Verfügungsteil 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte geltend, die Beurteilung durch den RAD sei un
genügend und es sei insbesondere die Differentialdiagnose eines SAPHO-Syn
droms nicht abgeklärt worden. Es seien deshalb weitere Abklärungen notwen
dig. Sie leide an multiplen Beschwerden, welche eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft und Verkäuferin begründeten. Sodann sei der Einkommensvergleich nicht korrekt (
Urk.
1 S 6 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Klinik für Gynäkologie
,
Universitätsspital B._
,
führte mit Bericht vom
9.
November 2010 (
Urk.
12/12) aus, die Beschwer
de
füh
rerin sei noch verstärkt müde und
berichte
über generalisierte Schmerzen in den Beinen und Füssen. Der
Mammastatus
sei unauffällig. Als Mitarbeiterin im Deli
ka
tessengeschäft ihres Ehemannes sei sie vom 2
3.
Dezember 2009 bis 3
0.
Juni
2010 zu 100
%
und ab
1.
Juli 2010 zu 80
%
arbeitsunfähig
. Sie könne nur we
nige
Stunden pro Tag arbeiten (
Ziff.
1.4-1.7). Geplant sei eine Steige
rung,
ide
a
lerweise
auf 100
%
,
mit unklarem Beginn (
Ziff.
1.
9
). Aktuell sei sie etwa zwei bis drei Stunden täglich arbeitsfähig (
Urk.
12/12/5).
3.2
Die Ärzte der
C._
Klinik, Abteilung Rheumatologie, stellten mit Bericht vom 2
1.
Dezember 2010 (
Urk.
12/20/5-7) folgende Hauptdiagnosen (S. 1):
chronisches
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom bei
leichter Skoliose der Brustwirbelsäule (BWS)
Druckschmerz im
Sternosakralgelenk
Status nach invasivem
Mammakarzinom
links
Lendenwirbelkörper - (LWK) Deckplatten-Einbruch, Erstdiagnose am 2
1.
Dezember 2010
chronisch intermittierendes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom links be
tont
Differentialdiagnose: SAPHO-Syndrom
Als Nebendiagnosen wurden genannt:
invasives
myoepitales
Mammakarzinom
Dezember 2009
Segmentektomie,
onkoplastische
Rekonstruktion
Status nach Chemotherapie und Radiotherapie
Status nach beidseitiger Ovarektomie 2003 und 2009
Status nach abdominaler
Myomektomie
1997
Status nach Laparoskopie bei
Endometriose
2001
Status nach anamnestisch
Helicobacter
pylori
Eradikation
2010
Seit drei Jahren bestünden
thorakolumbale
Schmerzen in der Wirbelsäule mit zeitweiliger Ausstrahlung in den linken Arm. Die Beschwerdeführerin klage zu
dem über Gesässschmerzen.
Es zeige sich eine Haltungsanomalie bei muskulärer Insuffizienz sowie adipösem Habitus.
Bei aktueller Bewegungsarmut werde Phy
siotherapie verordnet. Im Rahmen der MRI-Abklärung des
Deckplattenein
bruchs
ohne klinischen Druckschmerz werde ebenfalls die vordere Brustwand beurteilt, um ein SAPHO-Syndrom auszuschliessen (S. 2-3).
3.3
Mit Verlaufsbericht vom
7.
Juni 2011 (
Urk.
12/18) führte
Dr.
A._
aus, es seien klinisch und radiologisch keine Hinweise für ein Rezidiv des
Mamma
karzinoms
oder ein Zweitkarzinom vorhanden. Ab
1.
Januar 2011 be
stehe eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50
%
. Die Be
schwerdeführerin sei verstärkt müde und habe Schmerzen in den Beinen und im ganzen Körper, es bestehe ein psychischer Erschöpfungszustand und Kraftlosig
keit (
Urk.
12/18/3). Die Arbeitsunfähigkeit sei auf einen psychischen und phy
sischen Erschöpfungszustand und nicht auf gynäkologische Probleme zurück
zuführen (
Urk.
12/18/4).
3.4
Eine bildgebende Untersuchung des rechten Knies der Beschwerdeführerin vom
1
7.
Juni 2011 ergab eine leichte Degeneration im medialen
femoro-tibialen
Kom
partiment mit medialer Subluxation des Meniskus und kleinem
Knorpel
schaden
sowie eine
mukoide
Degeneration des hinteren Kreuzbandes (
Urk.
12/25).
3.
5
Dr.
med.
D._
, FMH Allgemeine Medizin, beschrieb mit Bericht vom 1
6.
September 2011 (
Urk.
12/20/4) das der Beschwerdeführerin zumutbare
Be
lastungsprofil
: rein sitzende Tätigkeiten zwei Stunden täglich, rein stehende Tä
tigkeiten nicht, wechselbelastende Tätigkeiten vier Stunden täglich, über Kopf
Arbeiten eine Stunde täglich, Bücken, Knien und Kauern nicht zumutbar, Rota
tion
im Sitzen und Stehen vier Stunden täglich, Heben, Tragen, auf Gerüste steigen
und
Treppensteigen sei
en
nicht zumutbar. Die psychischen Funktionen seien infolge Müdigkeit und Schmerzen eingeschränkt. Diese Angaben gälten seit Dezember 200
9.
Mit Bericht vom 1
9.
September 2011 (
Urk.
12/20/11-12) nannte
Dr.
D._
fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronisch
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom bei rechtskonvexer Skoli
ose
Status nach LWK2-Deckplatteneinbruch
chronisches intermittierendes
lumbovertebrogenes
Schmerzsyndrom
links
betont
(DD SAPHO-Syndrom)
Asthma bronchiale seit 2009
Osteochondrose
L4/L5 mit
Protrusion
und
Anulusriss
Halswirbelsäule (HWS) Arthrose C3/4 und C4/5
Spondylarthrosen
Chondromalazia
patellae
beidseits
Knorpelschaden
femorotibial
rechts
Fibromyalgiesyndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
D._
die folgenden:
chronisch venöse Insuffizienz
Pollinosis
nasi
Status nach invasivem
Mammakarzinom
mit Status nach Radiotherapie, Chemotherapie und Operation
Status nach abdominaler
Myomektomie
Bekannte
Endometriose
Status nach
Adnexektomie
Status nach
Helicobacter
positiver Gastritis
Die Prognose sei unverändert schlecht. Die Beschwerdeführer
in sei permanent schmerzgeplagt und
habe Mobilisationsprobleme. Es sei allmählich eine
Er
schöpfungsdepression
zu erwarten. Sie könne nur langsam arbeiten und wegen der gesteigerten Müdigkeit auch nur schwerlich Leistung erbringen. Sie sei der
zeit immer noch zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2).
3.6
Die Ärzte der
C._
Klinik gingen mit Bericht vom 1
4.
Oktober 2011 (
Urk.
12/24/5-6) bei ansonsten unveränderter Diagnose nicht mehr von einem chronischen
thorakovertebralen
, sondern von einem intermittierenden
thorako
lumbalen
Schmerzsyndrom aus und diagnostizierten zusätzlich eine
inzipente
Degeneration im medialen
Kompartement
des rechten Knie
(S. 1). Nun stünden nach Angaben der Beschwerdeführerin Schmerzen mit Schwellungsgefühl in der
vorderen Brustwand, Knieschmerzen beidseits und
Plantarfaszien
sowie
Achil
les
sehnenschmerzen
im Vordergrund. Das anlässlich der letzten Konsultation ver
ordnete MRI der vorderen Brustwand sei damals von der Beschwerdeführerin
ab
gesagt worden. Zehn Monate nach der letzten Konsultation bestehe ein ähnli
ches Beschwerdebild, wobei die Klinik nicht mit der Anamnese und der dadurch
subjektiven Arbeitsunfähigkeit
korreliere
. Die anamnestischen Beschwerden seien
klinisch kaum fassbar. Man empfehle eine Ganzkörperskelettszintigraphie, wo
für
sich die Beschwerdeführerin nicht entscheiden könne. In ihrer ange
stammten Tätigkeit als Reinigungskraft und Verkäuferin sei sie aktuell aus rheumato
logi
scher Sicht zu 50 bis 100
%
einsetzbar, wobei eine schrittweise Er
höhung und
Wech
selbelastung
mit vermehrten Pausen zu empfehlen sei. Ob aus onkologi
scher
oder psychiatrischer Sicht eine Beeinträchtigung bestehe, sei nicht beurteilbar.
Da auf
den
Vorschlag einer kräftigenden Physiotherapie keine eindeutige Zusage
der Beschwerdeführerin erfolgt sei, sei die Prognose der Wie
dereingliederung mo
derat (S. 2).
3.7
Am 1
1.
September 2012 fand eine internistische, orthopä
disch/rheumato
logisch
e und psychiatrische Untersuchung durch den RAD statt. Mit Bericht vom 1
9.
September 2012 (
Urk.
12/32) stellte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4):
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Lenden- mehr als der Brustwirbelsäule
chronisches
thorako
-lumbales Schmerzsyndrom bei rechtskonvexer Skoliose und Status nach LWK-2-Deckplatteneinbruch und
Osteo
chondrosen
L4/5
Der Status nach invasivem
Mammakarzinom
mit Operation und Therapie wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Bei Verdacht auf eine Spondylarthritis
mit peripherer Gelenkbeteiligung sei die bisherige Tätigkeit als Verkäuferin noch
in einem Pensum von etwa 50
%
zumutbar
. Übereinstimmen
d mit den Ärzten der
C._
Klinik könne aus rheumatologischer Sicht ab
1.
Januar 2011 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, die schrittweise, beispiels
weise mit 10
%
mehr pro Monat, hätte gesteigert werden können. Bis Beginn des Jahres 2012 wäre somit eine Arbeitsfähigkeit von 70% erreichbar gewesen. Eine weitere Steigerung sei aufgrund der
Dekonditionierung
und des erhöhten Pausenbedarfs infolge der Müdigkeit und der Erschöpfung bis heute nicht rea
lis
tisch, aber unter optimalen Bedingungen in Zukunft eventuell mög
lich. Als an
gepasst gelte eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastung über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige
wirbelsäu
len
-,
hüft
gelenks
- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten und ohne
Nässe- und Kälteexposition (S. 4).
3.8
Die allgemeinmedizinisch-internistische Untersuchung durch
Dr.
med.
F._
,
Fachärztin für Innere Medizin, ergab folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 12/33
S. 3 unten):
invasives
Mammakarzinom
mit Erstdiagnose im Dezember 2009
Segmentektomie und
onkoplastische
Rekonstruktion
Status nach Chemotherapie und Radiotherapie bis Sommer 2011
Die Beschwerdeführerin berichte, bezüglich des Brustkrebses völlig beschwer
de
frei zu sein (S. 1). Aufgrund dieser Erkrankung sei sie analog der Einschät
zung
durch
Dr.
A._
ab 2
3.
Dezember 2009 zu 100
%
, ab
1.
Juli 2010 zu
80
%
und seit
1.
Januar 2011 zu 50
%
arbeitsunfähig. Aufgrund der aktuellen Untersuchung sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer kör
perlich
leichten Tätigkeit auszugehen, wobei ein stufenweiser Aufbau sinnvoll sei. Die bis
herige Tätigkeit könne als angepasst gelten, sofern kein häufiges He
ben, Tragen oder Transportieren von Lasten über 10 kg vorkomme (S. 4).
3.9
Die psychiatrische Untersuchung durch
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ergab keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit.
Bisher sei keine psychiatrisch bedingte Arbeits
un
fähig
keit attestiert worden und aufgrund der aktuellen Exploration sei aus psychia
tri
scher Sicht bis auf weiteres von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszu
gehen (
Urk.
12/34 S. 7-8).
3.10
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
diag
nostizierte
mit Bericht vom
3.
Januar 2013 (
Urk.
12/52) eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig (bezogen auf den 2
4.
Juni 2010) mittelgradige de
pressive Reaktion (ICD-10 F33.1) nach Diagnose und Operation eines
Mamma
karzinoms
, bestehend seit 200
9.
Die ambulante Behandlung bei
Dr.
H._
sei vom 1
0.
bis 2
4.
Juni 2010 erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe in dieser Zeit insgesamt vier Termine wahrgenommen. In der angestammten Tätigkeit als Ver
käuferin sei sie von Dezember 2009 bis Juni 2010 zu 100
%
ar
beitsunfähig ge
we
sen.
3.11
Dr.
D._
führte mit zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin am 3
1.
Januar 2013 erstattetem Bericht (
Urk.
3/16) aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin werde durch permanente
belastungs
abhängige
wechselnde Schmerzen eingeschränkt. Bei langem Stehen und Sitzen träten Knie- und LWS-Beschwerden auf. Sie leide unter vermehrter Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
Angst und morgendlichen Anlaufschmerzen. Längeres Kauern sei wegen der
Knie
probleme
nicht mehr möglich, eine vornübergebeugte Haltung könne sie
nicht für längere Zeit einnehmen. Seit der letzten Beurteilung vom 1
9.
Septem
ber
2011 s
ei keine Besserung eingetreten, insbesondere nicht die von den Ärzten der
C._
Klinik erhoffte. Die Tätigkeit als Reinigungskraft sei zu anstrengend. Als Verkäuferin sei ein Pensum von 50 bis 60
%
denkbar. Das SAPHO-Syndrom sei bislang nicht ausgeschlossen worden (S. 1-2).
4.
4.1
Gemäss Beurteilung von
Dr.
A._
bestand von 2
3.
Dezember 2009 bis 3
0.
Juni 2010 infolge der Krebserkrankung und -behandlung der Beschwer
deführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab
1.
Juli 2010 ging
Dr.
A._
von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
aus, wobei eine Steigerung ge
plant sei (vgl. vorstehend E. 3.1). Ab
1.
Januar 2011 sei die Beschwerdeführe
rin in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig, wobei die Arbeitsunfä
higkeit auf einen psychischen und physischen Erschöpfungszustand und nicht auf gynäkologische Probleme zurückzuführen war
; es bestanden keine Hinweise für ein Rezidiv der Krebserkrankung
(vgl. vorstehend E.
3.3). Die Ärzte der
C._
Klinik stellten im Dezember 2010 eine Haltungsanomalie, muskuläre Insuffizienz und einen adipösen Habitus fest
und verordneten Physiotherapie, was darauf schliessen lässt, dass sich die Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin mittels konsequenter Therapie verbessern liesse. Dieser körperlichen Be
einträchtigung wurde
bereits
Rechnung getragen, indem die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
festgelegt wurde.
Somit war ab
1.
Januar 2011 von einer Verbesse
rung auszugehen
, welche ab
1.
April 2011 zu berücksichtigen ist (
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
4.2
Im weiteren Verlauf erachtete Hausarzt
Dr.
D._
die Beschwerdeführerin als weiterhin vollständig arbeitsunfähig (vgl. vorstehend E.
3.5), was angesichts seiner Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin seit Dezember 2009 wäh
rend vier Stunden täglich wechselbelastende Tätigkeiten ausführen könne (vgl.
Urk.
12/20/4), nicht zu überzeugen vermag. Vi
elmehr entspricht dies einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit, wie sie auch
Dr.
A._
annahm. Die Fach
ärzte der
C._
Klinik stellten im Oktober 2011 fest, dass die Klinik nicht mit der Anamnese und der subjektiven Arbeitsunfähigkeit übereinstimme,
und dass die anamnestischen Beschwerden
klinisch
kaum fassbar seien.
Attes
tiert
wurde eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 bis 100
%
,
wobei eine schrittweise Erhöhung und Wechselbelastung empfohlen wurde. Dass
sie in kurzen Etappen wieder ein volles Arbeitspensum hätte errei
chen oder einen entsprechenden Arbeitsversuch hätte durchführen können, er
scheint auf
grund des Umstands, dass die
Beschwerdeführerin hauptberuflich
als Verkäufe
rin
(
Urk.
12/14/6) und Sekretärin, jedoch lediglich für eine halbe bis drei Stunden
täglich
in der
belastenderen
Tätigkeit
als Reinigungskraft tätig war (vgl.
Urk.
12/13/6),
als zumutbar. Dies insbesondere, da sie im Betrieb des Ehe
mannes angestellt war und anzunehmen ist, dass dieser auf diese besonderen Umstände hätte eingehen können. Es ist davon auszugehen dass
es sich
, wie dies auch die RAD-Ärzte beschrieben (vgl. vorstehend E.
3.7-8), bei der bisheri
gen Tätigkeit um eine behinderungsangepasste Tätig
keit handelt.
Dieser Ansicht war h
insicht
lich der Verkaufstätigkeit auch
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.10).
4.3
Die RAD-Berichte ergingen unter Berücksichtigung der Akten, der Anamnese und unter Durchführung eigener Untersuchungen und somit in Beachtung der praxisgemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.5
). In Übereinstimmung mit den Fachärzten der
C._
Klinik und
Dr.
A._
gingen die RAD-Ärzte von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus, die schrittweise zu steigern ist, so dass unter Berücksichtigung der schmerzhaften Einschränkungen ab Januar 2012 von einer Restarbeitsfähigkeit von 70
%
in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastung von über 10 kg, häufiges Treppensteigen und Zwangshaltungen auszugehen ist. Da
bei hielten die Ärzte eine weitere Steigerung infolge der
Dekonditionierung
und des erhöhten Pausenbedarfs zwar nicht für realistisch, aber unter optimalen Be
dingungen eventuell möglich. Auch die Ärzte der
C._
Klinik erachteten eine Physiotherapie als notwendig, welche nach Angaben der Beschwerdefüh
rerin regelmässig verordnet werde (vgl.
Urk.
12/34/3).
Hierzu und insbesondere zur festgestellten
Dekonditionierung
der Beschwerdeführerin
ist festzuhalten,
dass dies
einen mit invaliditätsfremden Elem
enten vergleichbaren Faktor dar
stellt. E
ine versicherte Person ist durch
das eigene Krankheitserleben
nicht von ihrer Pflicht entbunden, in körperlicher
(
und psychischer
)
Hinsicht das Zumut
bare zu unternehmen, um eine Wiedereingliederung anzustreben. Nimmt sie diese
Pflicht - ohne aus Krankheitsgründen daran gehindert zu werden, was vorlie
gend nicht ausgewiesen ist - nicht
oder nicht genügend
wahr, so hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (vgl. dazu das Urteil des Bundes
gerichts I
601/05 vom 1
1.
August 2006, E.
2.3). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nach ge
setz
licher Definition denn auch nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Weitere Abklärungen zum
lediglich im Rahmen einer Verdachtsdiagnose beste
hende
n
SAPHO-Syndrom
, wie sie die Beschwerdeführerin beantragt (vgl.
Urk.
1 S. 6), wären
allenfalls von therapeutischer Relevanz
; allfällige dadurch bedingte Funktionseinschränkungen sind jedoch bei der Befunderhebung berücksichtigt worden. Im Übrigen waren solche Abklärungen seitens der
C._
Klinik geplant (vgl. vorstehend E.
3.2), wurden jedoch von der Beschwerdeführerin ab
ge
sagt (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.4
Zusammenfassend ist somit gestützt auf die Berichte der
C._
Klinik
und des RAD ab
1.
Januar 2012 von einer Restarbeitsfähigkeit von 70
%
in der an
ge
stammten und
in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit
auszugehen, was
ab
1.
April 2012
zu berücksichtigen ist (
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
An diesem Resul
tat
vermag der Bericht von
Dr.
H._
(vgl. vorstehend E. 3.10)
nichts zu än
dern,
bezog er sich doch auf einen Zeitraum, in dem ohnehin von einer vollen Ar
beitsunfähigkeit auszugehen war (vgl. vorstehend E.
4.1)
. Zudem
behandelte
Dr.
H._
die Beschwerdeführerin nur über einen Zeitraum von wenigen Ta
gen, was keine verlässlichen Angaben zulässt.
Die Angaben im
Bericht von
Dr.
D._
vom 3
1.
Januar 2013 (vgl. vorstehend E.
3.10)
entsprechen sodann
im Wesentlichen denjenigen im Bericht vom 1
9.
September 2011 (vgl. vorste
hend
E. 4.2).
Den weiteren beschwerdeweise eingereichten Berichten (
Urk.
3/12-15) sind keine
Angaben über eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit zu entnehmen, weshalb sie
nicht berücksichtig
t
werden können.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130
V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für
die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person
im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tat
sächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrschein
lich
keit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Bezog eine versicherte
Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B.
geringe Schulbildung, fehlende be
rufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte
Anstellungs
mög
lichkeiten
wegen
Saisonnier
status
) ein deutlich unterdurchschnittliches Ein
kommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach
Art.
16 ATSG
Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus
freien Stücken mit einem be
scheideneren Einkommensniveau begnügen wollte
(BGE 125 V 146 E.
5c/
bb
mit Hinweisen). Nur dadurch ist der Grundsatz ge
wahrt,
dass die auf
invaliditäts
fremde
Gesichtspunkte zurückzuführenden
Lohnein
bussen
entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichti
gen sind (BGE 129 V 222 E. 4.4). Diese Parallelisierung der
Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Validenein
kommens
durch eine entspre
chende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte (vgl.
SVR 2008 IV Nr.
2 S.
3, I 697/05 und Urteil des Bundesgerichts I 750/04 vom
5.
April 2006 E. 5.5) oder aber auf Seiten des
In
valideneinkommens
durch eine entsprechende Herabsetz
ung des statistischen Wertes (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 454/05 vom
6.
September 2006 E. 6.3.3 mit Hinweisen) erfolgen (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weisen).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herange
zo
gen werden (BGE 126 V 75 f.
E.
3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wo
bei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der An
wendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenar
beits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
In Nachachtung dieser Grundsätze ermittelte die Beschwerdegegnerin ausge
hend
von den letztmals bei der
Z._
GmbH und der
Y._
GmbH in ei
nem Pensum von insgesamt 100
%
erzielten Einkommen ein
Valideneinkom
men
von
Fr.
40‘221.50 (
Urk.
2 Verfügungsteil 2). Dies ist nicht zu beanstanden; die
Be
schwerdegegnerin
trug dem Umstand, dass es sich dabei um ein unter
durch
schnittliches Einkommen
(vgl.
BGE 135 V 297
E.
6.1.2)
handelt, bei der Berech
nung des Invalideneinkommens Rechnung (vgl. die vorstehende Er
wä
gung)
. Die
ses
setzte sie gestützt auf die LSE
und unter Berücksichtigung einer Kürzung
von 20.2
%
auf
Fr.
42‘892.70 (für ein 100
%
- Pensum) fest. Zudem gewährte sie
einen Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 10
%
(
Urk.
2 Verfü
gungsteil 2 S. 2
) und errechnete für den Zeitraum vom
1.
April 2011 bis 3
1.
März 2012 einen
In
validitätsgrad
von 50
%
. Ab
1.
April 2012 ergab sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 33
%
. Diese Berech
nungen geben zu keinen Beanstandungen Anlass und wur
den von der Beschwer
deführerin auch nicht konkret gerügt (vgl.
Urk.
1 S. 7).
5.4
Mit der Anmeldung bei der Invalidenversicherung wahren die Versicherten grund
sätzlich alle bis zum Zeitpunkt der Verfügung bestehenden Ansprüche (ZAK 1976 S.
42; vgl.
Rz
1030 des Kreisschreibens über das Verfahren in der In
validenversicherung, KSVI). Deshalb ist für den Beginn der sechsmonatigen Frist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG auf das Datum der ersten Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 2
9.
Januar 2010 (
Urk.
12/2)
und nicht am 1
7.
August 2010
auszugehen. Der früheste Beginn des Anspruchs ist somit der
1.
Juli 2010 (
Art.
29
Abs.
3 IVG). Da das Wartejahr jedoch erst am 2
3.
Dezember 2010 ab
lief, ist frühester Anspruchsbeginn der
1.
Dezember 2010 (Art 29
Abs.
3 IVG). Zu diesem Zeitpunkt bestand eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
und damit un
bestritten Anspruch auf eine ganze Rente. Ab
1.
Januar 2011 bestand eine Ar
beitsunfähigkeit von 50
%
, was ab
1.
April 2011 zu berücksichtigen ist (
Art.
88a
Abs.
1 IVV). Somit hat die Beschwerdeführerin vom
1.
Dezember 2010 bis zum 3
1.
März 2011 Anspruch
auf eine ganze Rente und vom
1.
April 2011 bis 3
1.
März 2012 Anspruch auf eine halbe Rente. Ab
1.
April 2012 bestand kein Ren
tenanspruch mehr.
Die angefochtene Verfügung ist
dahingehend
abzuändern
, dass die Beschwer
de
führerin vom
1.
Dezember 2010 bis 3
1.
März 2011 Anspruch auf eine ganze Rente
hat
. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.1
Vorliegend sind die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege (
§
16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
erfüllt, wes
halb der Beschwerdeführerin antragsgemäss (
Urk.
1 S.
2) die unent
geltliche
Pro
zessführung
bewilligt und Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Eschmann
, Zürich, als ihr unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt wird.
6.2
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
800.-- festzuset
zen.
Die Kosten werden der Beschwerdeführerin auferlegt, da sie nur in gering
fügigem Ausmass teilweise obsiegt. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung werden die Gerichtskosten jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse
genommen.
6.3
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehen
den
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
So
zial
versicherungsgericht
(
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltli
chen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz ge
währt.
6.4
Der von Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Eschmann
mit Eingabe vom
1
9.
August 2014
gel
tend gemachte Aufwand von
16.15
Stunden
(
Urk.
16/2
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
.
Namentlich erscheint ein Aufwand von
insgesamt
11.55 Stunden (vgl.
Urk.
16/2; 0.75, 0.40, 3.75, 2.25, 1.40, 2.25 und 0.75 Stunden)
für das
Vorbereiten und Verfassen der
Beschwerdeschrift
im Zeitraum vom 2
1.
bis 3
1.
Januar 2013
als überhöht
, zu
ma
l diese lediglich auf knapp drei Seiten rechtliche Erwägungen enthält (vgl.
Urk.
1
S.
5
Ziff.
6
ff.)
.
Zudem sind d
ie Aufwendungen für den Arztbericht von
Dr.
D._
(
Urk.
3/16)
angesichts des Umstands, dass das Gericht den Sachver
halt von Amtes wegen abklärt, unnötig und nicht vom Gericht zu entschädigen.
Angesichts der zu studierenden gut
100
Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa
15seitigen Rechtsschriften, der
Aufwendungen im Zusammenhang mit
dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwalt
Dr.
Urs
Eschmann
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen.
6.5
Die
Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen, wonach sie
zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege ver
pflichtet werden kann, sobald sie
dazu in der Lage ist.