# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1d565ff7-886d-465b-9b79-5fe6244380d9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 17
I. Sachverhalt
A. Die Cousins zweiten Grades Y._ und X._ sind je zur Hälfte Miteigentümer der Liegenschaft Nr. _ in der Gemeinde A._, welche mit einem Wohnhaus, der B._, überbaut ist. Die Grundstücksfläche beträgt 1029 m2. Bewohnt wird die ganze Liegenschaft von Y._ mit seiner Familie, welcher mit X._ am 24. Juni 2010 einen bis 31. Juli 2015 befristeten Mietvertrag abgeschlossen hat. Der eingelegten Korrespondenz zwischen den Parteien lässt sich entnehmen, dass in der Folge Differenzen bezüglich der Nutzung der Liegenschaft, der Abrechnung von Reparaturkosten und anstehenden Renovationen entstanden. Ebenso wenig konnten sich die Parteien hinsichtlich einer Übernahme des Miteigentumsanteils von X._ durch Y._ einigen.
B. Am 24. September 2012 reichte Y._ beim Vermittleramt des Bezirks Maloja gegen X._ Klage auf richterliche Aufhebung des Miteigentumsverhältnisses und Anordnung einer Versteigerung des Grundstücks Nr. _ in der Gemeinde A._ unter den Parteien ein. X._ beantragte die Abweisung der Klage; eventuell die Aufhebung des Miteigentums unter Anordnung einer öffentlichen Versteigerung. Eine Einigung konnte nicht erreicht werden, so dass die Klagebewilligung am 20. Februar 2013 zugestellt wurde. In der Zwischenzeit wurde ein Angebot von Y._, den Anteil von X._ für Fr. 1.6 Mio. zu übernehmen, abgelehnt. Die Klageeinreichung ans Bezirksgericht Maloja erfolgte am 17. Mai 2013.
C. Mit Vertrag vom 22. August 2013 räumte Y._ seiner Ehefrau C._ ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht an seinem Miteigentumsanteil ein. Am 17. November 2014 tat X._ es ihm gleich und räumte ihrem Ehemann D._ ein solches Recht an ihrem Miteigentumsanteil ein.
D. Am 30. November 2014 stellte X._ ein Schlichtungsgesuch beim Bezirksgerichtspräsidium Maloja und verlangte die Feststellung, dass der von Y._ mit seiner Ehefrau abgeschlossene Dienstbarkeitsvertrag nichtig, eventuell ungültig sei. Das Grundbuchamt sei anzuweisen, das Nutzniessungsrecht zu löschen. Mit Eingabe gleichen Datums ersuchte X._ beim Bezirksgericht um Erlass vorsorglicher Massnahmen. Sie beantragte, die Sachvorbringen und Beweismittel im Massnahmeverfahren im Prozess über die Aufhebung des Miteigentums als Noven zuzulassen. Der Miteigentumsanteil von Y._ sei superprovisorisch ohne seine vorherige Anhörung mit einer Grundbuchsperre zu belegen. Das Verfahren bezüglich der Aufhebung des
Seite 3 — 17
Miteigentums sei zu sistieren und die in jenem Verfahren angeordnete Schätzung der Liegenschaft aufzuschieben. Allenfalls seien dem Schätzer ergänzende Weisungen zu erteilen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Rechtsvertreter von Y._ anlässlich der Einigungsverhandlung vor dem Bezirksgerichtspräsidium Maloja vom 28. Oktober 2014 beiläufig erwähnt habe, dass zu Lasten des Miteigentumsanteils von Y._ ein lebenslängliches Nutzniessungsrecht zu Gunsten der Ehefrau von Y._ eingetragen worden sei. Die Abklärungen hätten ergeben, dass in der Tat am 22. August 2013 – drei Tage vor Einreichung der Replik im Hauptverfahren – der fragliche Grundbucheintrag erfolgt sei. Rein vorsorglich habe X._ anschliessend am 17. November 2014 ebenfalls zu Gunsten ihres Ehemannes auf ihrem Miteigentumsanteil ein derartiges Nutzniessungsrecht eintragen lassen. Y._ und seiner Ehefrau sowie dem Bezirksgerichtspräsidium Maloja sei aber am 27. November 2014 mitgeteilt worden, dass man bereit sei, diese Last umgehend zu löschen, sobald aufgrund eines Gerichtsurteils oder einer freiwilligen Löschungsbewilligung das vom Kläger eingetragene Nutzniessungsrecht gelöscht werde. Unter heutigem Datum (30. November 2014) sei gegen C._ und Y._ bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks Maloja eine ordentliche Klage auf Feststellung der Nichtigkeit eventuell Ungültigkeit des eingetragenen Dienstbarkeitsvertrages vom 22. August 2013 rechtshängig gemacht worden. In rechtlicher Hinsicht werde von X._ der Standpunkt vertreten, dass durch das eingetragene Nutzniessungsrecht eine korrekte Steigerung gemäss Art. 651 Abs. 2 ZGB auf unzulässige Weise erschwert beziehungsweise faktisch vereitelt werde.
E. Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Dezember 2014 wies der verfahrensleitende Richter des Bezirksgerichts Maloja das Gesuch um Erlass einer superprovisorischen Verfügung ab und setzte Y._ Frist zur Einreichung einer Stellungnahme. Darin wurde am 23. Dezember 2014 beantragt, die Anträge von X._ seien kostenfällig abzuweisen, mit Ausnahme, dass die Tatsache der auf beiden Miteigentumsanteilen eingetragenen Nutzniessungsrechte als Novum beizuziehen sei und dass der ernannte Gutachter eine Marktwertschatzung ohne die Belastungen durchführen solle. In der Begründung wurde von Y._ insbesondere ausgeführt, die güterrechtlichen Verhältnisse zwischen ihm und seiner Ehefrau seien dergestalt, dass letztere gegenüber ihren Nachkommen nur mit einer Nutzniessung auf der fraglichen Liegenschaft abgesichert werden könne. Dass das Datum des Eintrags zeitlich eng mit der Replik zusammenfalle, sei rein zufällig.
Seite 4 — 17
F. Mit Entscheid vom 19. Januar 2015, mitgeteilt am 20. Januar 2015, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Maloja wie folgt:
"1. Das Gesuch wird abgewiesen.
2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

## Considerations