# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6630d05-0bd5-40f4-8072-f52333587658
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Abänderung Scheidungsurteil
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 15. Dezember 2020; Proz. FP160011
Rechtsbegehren:
vgl. act. 225 S. 2-4
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Urteil des Einzelgerichtes: (act. 225 S. 51 ff.)
1.-5. ....
6. Die mit Dispositiv-Ziffer 4 des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Pfäffik-
on vom 5. Oktober 2015 (FE150085-H) genehmigte Ziffer 4 der Scheidungs-
vereinbarung vom 5. Oktober 2015 wird aufgehoben und durch die folgende
Fassung ersetzt:
"Es wird festgestellt, dass mangels Leistungsfähigkeit der Beklagten 1 zur
Zeit keine Kinderunterhaltsbeiträge der Beklagten 1 an den Beklagten 2
festgesetzt werden können.
Die Beklagte 1 wird verpflichtet, dem Beklagten 2 allfällige Familienzulagen
jeweils innert 5 Tagen ab Erhalt derselben zu bezahlen.
Die Invalidenkinderrenten zur Rente der Beklagten 1 werden mit Wirkung ab
heutigem Urteilsdatum dem Beklagten 2 zugesprochen. Bezüglich Auszah-
lung an den Beklagten 2 wird folgendes angeordnet:
a) Die Beklagte 1 wird verpflichtet, die seit dem 15. Dezember 2020 bis
zur Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils bezogenen Invalidenkinder-
renten innert 6 Monaten ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an
den Beklagten 2 zu bezahlen.
b) Die IV-Stelle des Kantons Zürich wird zudem angewiesen, ab Eintritt
der Rechtskraft dieses Urteils die Invalidenkinderrenten für die Kläge-
rinnen (Klägerin 1: Nr. 1; Klägerin 2: Nr. 2) zur Invalidenrente der Be-
klagten 1 (Nr. 3) dem Beklagten 2 auszubezahlen."
7. Die mit Dispositiv-Ziffer 4 des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Pfäffi-
kon vom 5. Oktober 2015 (FE150085-H) genehmigte Ziffer 6 der Schei-
dungsvereinbarung vom 5. Oktober 2015 wird aufgehoben und durch die
folgende Fassung ersetzt:
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"Dieser Unterhaltsregelung liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Par-
teien zugrunde:
a) Einkommen:
− der Klägerinnen: die Familienzulagen von derzeit je Fr. 250.– sowie die halbe Invalidenkinderrente von je ca. Fr. 450.–
− der Beklagten 1 von Fr. 2'571 (Fr. 1'711.– aus 50%-Tätigkeit bei der E._ F._ [Ort] sowie ca. Fr. 860.– aus halber IV-Rente)
− des Beklagten 2 von ca. Fr. 6'300.– (inkl. Anteil 13., inkl.  moderater Überstunden, ohne Zulagen)
b) Vermögen: keines"
8. ...
9.-11. Kosten- und Entschädigungsfolgen
12./13. Mitteilungen und Rechtsmittel.
Berufungsantrag:
der Berufungsklägerin (act. 220 = act. 224 sinngemäss):
Dispositiv-Ziffer 6 Abs. 4 des Urteils des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 15. Dezember 2020 sei aufzuheben.

## Considerations

Erwägungen:
1. Ausgangslage und Verfahrensverlauf
1.1. Die Ehe von A._ und D._ wurde mit Urteil des Einzelgerichtes
des Bezirksgerichtes Pfäffikon vom 5. Oktober 2015 geschieden. A._ wurde
die Obhut über die beiden gemeinsamen Töchter B._, geb. tt.mm. 2006, und
C._, geb. tt.mm.2007, zugeteilt. Für den Kontakt zwischen D._ und sei-
nen Töchtern wurde ein Besuchsrecht jedes zweite Wochenende festgelegt. Wei-
ter wurde er verpflichtet, Kinderunterhaltsbeiträge von zunächst Fr. 650.– und an-
schliessend Fr. 750.– (zuzüglich Kinderzulagen) zu bezahlen (act. 4/14).
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1.2. Am 1. Juni 2016 stellte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk
Pfäffikon (fortan KESB) beim Einzelgericht des Bezirksgerichtes Pfäffikon (nach-
folgend Vorinstanz) einen Antrag auf Umteilung der Obhut über die Töchter an
den Vater (act. 1). Während des Abänderungsverfahrens stellten die Eltern und
die für die Töchter eingesetzte Vertretungsbeiständin (act. 12) bei der Vorinstanz
einen gemeinsamen Antrag auf Errichtung einer Erziehungs- und Besuchsrechts-
beistandschaft (act. 34), worauf die KESB von der Vorinstanz mit der Errichtung
derselben beauftragt wurde (act. 39). Die Erziehungs- und Besuchsrechtsbei-
standschaft für B._ und C._ errichtete die KESB mit Entscheid vom 26.
Oktober 2016. Als Beistand ernannte sie G._ (act. 46). Gestützt auf eine ent-
sprechende Vereinbarung der Parteien teilte die Vorinstanz mit Urteil vom 24. Mai
2017 die Obhut über die Töchter vorsorglich dem Vater zu. Bezüglich des Kon-
takts zwischen den Töchtern und der Mutter wurde vorgesehen, dass die Mutter
die Töchter während der Dauer des Verfahrens jedes Wochenende, wenn diese
keinen Fussballmatch haben, während 4 Stunden, sowie an jedem Mittwoch-
nachmittag während 2.5 Stunden zu Besuch nehmen kann. Sodann verzichteten
die Eltern gegenseitig auf Kinderunterhaltsbeiträge, wobei festgehalten wurde,
dass die Kinderzulagen dem Vater, die IV-Kinderrenten der Mutter zustehen (act.
65).
1.3. Nach einfachem Schriftenwechsel und durchgeführter Hauptverhandlung
fällte die Vorinstanz am 15. Dezember 2020 ein Urteil (act. 214 = act. 225). Sie
hiess die Abänderungsklage gut und stellte die Töchter unter die Obhut des Va-
ters. Bezüglich des Kontakts zwischen der Mutter und C._ wurde ein Be-
suchsrecht jeden zweiten Samstag von 16.30 Uhr bis 20.00 Uhr vorgesehen. Auf
eine Regelung der Kontakte zwischen der Mutter und B._ verzichtete die Vo-
rinstanz aufgrund des Alters von B._. Weiter ordnete die Vorinstanz an, dass
die Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft (mit zusätzlichen Aufgaben)
weitergeführt wird. Sie stellte zudem fest, dass mangels Leistungsfähigkeit der
Mutter zur Zeit keine Kinderunterhaltsbeiträge an den Vater festgesetzt werden
können. Hinsichtlich der Kinderzulagen und der IV-Kinderrenten fällte die Vor-
instanz den vorstehend wiedergegebenen Entscheid (vgl. Dispositiv-Ziffer 6). Mit
Eingabe vom 24. August 2021 erhob A._ (nachfolgend Berufungsklägerin)
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bei der Vorinstanz sinngemäss Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 6 Abs. 4 des Ur-
teils (act. 220 = act. 224). Diese Eingabe wurde von der Vorinstanz am 26. Au-
gust 2021 zuständigkeitshalber an das Obergericht überwiesen (act. 223). Die Ak-
ten der Vorinstanz wurden von der Kammer von Amtes wegen beigezogen
(act. 1-221). Da die Berufung offensichtlich unbegründet ist, kann auf die Einho-
lung einer Berufungsantwort verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Der Pro-
zess erweist sich als spruchreif.
2. Prozessuales
2.1. Nach Eingang der Berufung prüft die Berufungsinstanz von Amtes wegen,
ob die Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind.
2.2. Die Berufung ist laut Art. 311 ZPO innert dreissig Tagen seit der Eröffnung
des Entscheides bei der Rechtsmittelinstanz schriftlich und begründet einzu-
reichen. Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde der Berufungsklägerin bzw.
ihrem Rechtsvertreter am 30. Juni 2021 zugestellt (act. 215/2). Unter Berücksich-
tigung des Fristenstillstandes gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO wurde die Beru-
fung innert der 30-tägigen Berufungsfrist und damit fristgerecht eingereicht. Die
Einreichung der Berufung bei der nicht zuständigen Vorinstanz schadet der Beru-
fungsklägerin nicht. Die Berufung ist der Kammer ohnehin – worauf es nicht an-
kommt – noch innerhalb der Berufungsfrist zugegangen (act. 223).
2.3. Mit Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die
unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (vgl. Art. 310
ZPO). Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit des vor-
instanzlichen Entscheides, da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes
Rechtsmittel handelt. Bei der Ermessensüberprüfung auferlegt sich die Beru-
fungsinstanz grundsätzlich insoweit Zurückhaltung, als sie nicht eigenes Rechts-
folgeermessen ohne Weiteres an die Stelle des vorinstanzlichen stellt, insbeson-
dere wo es örtliche und persönliche Verhältnisse zu berücksichtigen gilt, denen
das Sachgericht nähersteht (vgl. BK ZPO-STERCHI, 2012, Art. 310 N 3; BLI-
CKENSTORFER, DIKE-Komm ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 310 N 10). Die Art. 310 f. ZPO
verlangen von einer Berufungsklägerin, dass sie der Rechtsmittelinstanz im Ein-
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zelnen darlegt, aus welchen Gründen der angefochtene vorinstanzliche Entscheid
falsch ist und abgeändert werden soll (Begründungslast; vgl. OGer ZH
LB120045/Z01 vom 31. Mai 2012. E. 2 m.w.H.). Dementsprechend hat eine Beru-
fungsklägerin der Berufungsinstanz gegenüber auch Anträge darüber zu stellen –
Laien wenigstens dem Sinn nach –, wie diese entscheiden soll (vgl. vgl. ZK ZPO-
REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, Art. 311 N 36 f.; vgl. ferner etwa OGer ZH,
PF110013 vom 21. Juni 2011 E. 1 und 3). Enthält die Berufungsschrift keine Be-
gründung und keinen wenigstens sinngemässen Antrag, ist von Amtes wegen auf
die Berufung nicht einzutreten. Ist die Begründung nicht geradezu ungenügend,
aber in der Substanz mangelhaft, d.h. beschränkt sie sich auf rudimentäre, pau-
schale oder oberflächliche Kritik am angefochtenen Urteil, lässt dies das Eintreten
auf die Berufung zwar unberührt, kann sich aber in der materiellen Beurteilung
zum Nachteil der Berufungsklägerin auswirken. Die Pflicht zur Begründung der
Berufung besteht auch in Verfahren, in welchen das Gericht den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen hat (Untersuchungsmaxime). Die Berufung erhebende
Partei muss sich mit den Entscheidgründen der ersten Instanz auseinanderset-
zen. Mit anderen Worten genügt es nicht, in einer Berufungsschrift einen blossen
Verweis auf die Vorakten anzubringen und/oder pauschale Kritik am vorinstanzli-
chen Entscheid zu üben oder bloss das zu wiederholen, was bereits vor Vor-
instanz vorgebracht wurde (vgl. ZR 110 [2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1
= Pra 102 [2013] Nr. 4; OGer ZH LB120045/Z01 vom 31. Mai 2012. E. 2 m.w.H.,
OGer ZH LB110049 vom 5. März 2012 E. 1.1-2 m.w.H. oder OGer ZH NQ110031
vom 9. August 2011 E. 2 m.w.H.). Bei Laien genügt eine sinngemässe Auseinan-
dersetzung mit dem angefochtenen Entscheid, aus der ersichtlich ist, was ihrer
Auffassung nach genau am vorinstanzlichen Urteil unrichtig sein soll und korrigiert
werden soll.
2.4. Die Berufungsklägerin stellt in ihrer Berufung zwar keinen konkreten An-
trag. Aus der von ihr verfassten Eingabe geht aber zweifellos hervor, dass sie mit
der Zusprechung der IV-Kinderrenten an den Vater (nachfolgend Berufungsbe-
klagter 3) gemäss Dispositiv-Ziffer 6 Abs. 4 des angefochtenen Urteils nicht ein-
verstanden ist und die IV-Kinderrenten für sich bzw. für die Besuchsrechtsaus-
übung für ihre beiden Töchter (nachfolgend Berufungsbeklagte 1 und 2) bean-
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sprucht. In diesem Sinne ist von einem genügend klaren Berufungsantrag im Sin-
ne von Art. 311 Abs. 1 ZPO auszugehen.
2.5. Die Berufungsklägerin führt zur Begründung ihrer Berufung aus, sie möch-
te, dass die IV-Kinderrenten weiterhin ihr ausbezahlt würden, da sie die Kinder
wöchentlich am Wochenende bei ihr habe und ihr daher auch Auslagen entstün-
den. Ihr Einkommen sei bedingt durch ihre Krankheit nicht sehr gross. Trotzdem
möchte sie ihre Kinder in der Zeit, in welcher diese bei ihr seien, verpflegen oder
auch mal einen Ausflug mit ihnen machen können, was bei einem Wegfall der
Kindergelder nicht mehr möglich sei (act. 224 S. 2).
2.6. Auch wenn die Berufungsklägerin in ihrer Begründung nicht ausdrücklich
auf die Erwägungen der Vorinstanz eingeht, ist zu ihren Gunsten davon auszuge-
hen, dass sie die für Laien reduzierten Anforderungen an die Begründungsoblie-
genheit erfüllt. Auf die Berufung ist deshalb einzutreten.
3. Auszahlung der IV-Kinderrenten
3.1. Die Vorinstanz hielt mit Bezug auf die IV-Kinderrenten fest, gemäss
Art. 285a Abs. 2 ZGB seien Sozialversicherungsrenten und ähnliche für den Un-
terhalt des Kindes bestimmte Leistungen, die dem unterhaltspflichtigen Elternteil
zustünden, zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen, soweit das Gericht es
nicht anders bestimme. Seien die Eltern des Kindes nicht mehr miteinander ver-
heiratet, sei die Kinderrente auf Antrag dem nicht rentenberechtigten Elternteil
auszuzahlen, wenn das Kind bei ihm wohne (Art. 71ter Abs. 1 AHVV). Die Invali-
denrenten zur Rente der Mutter seien daher (infolge Zuteilung der Obhut an den
Vater) dem Vater auszubezahlen (act. 225 S. 49 f.).
3.2. Mit diesen Erwägungen hat die Vorinstanz die rechtlichen Grundlagen im
Zusammenhang mit der Auszahlung von IV-Kinderrenten zutreffend wiedergege-
ben. Ergänzend ist festzuhalten, dass die Kinderrenten den Unterhalt des Kindes
sicherstellen und deshalb zuerst für die Deckung des Bedarfs des Kindes zu ver-
wenden sind. Die Kinderrente ist ausschliesslich für den Unterhalt des Kindes be-
stimmt und darf nicht für die Deckung des Bedarfs des unterhaltspflichtigen El-
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ternteils verwendet werden (vgl. OGer ZH LE160003 vom 17. Mai 2016 E. 5.2).
Diese Grundsätze sprechen zwar nicht per se gegen eine Zusprechung einer IV-
Kinderrente an den nicht obhutsberechtigten Elternteil, beispielsweise zur De-
ckung der Kosten für die Besuchsrechtsausübung. Allerdings sind die Kosten der
Besuchsrechtsausübung grundsätzlich vom Besuchsberechtigten zu tragen, es
sei denn die Häufigkeit und Dauer der Besuche würde das Übliche weit über-
schreiten oder die Betreuung der Kinder erfordere ausserordentliche Anstrengun-
gen (OGer ZH LE150051 vom 1. Juli 2016 E. 3.2.2.5). Ob das Gericht dem Be-
suchsberechtigten bei der Festsetzung der Kinderunterhaltsbeiträge für die Aus-
übung des Besuchsrechts einen gewissen Betrag zugestehen will, ist nach Auf-
fassung des Bundesgerichts eine Frage der Ausübung des ihm in Unterhaltsbe-
langen zukommenden weiten Ermessens (BGer 5A_693/2014 vom 1. Dezember
2014 E. 3.2). Das Bundesgericht hat sodann in einem kürzlich ergangenen Leit-
entscheid zum Kinderunterhaltsrecht (BGer 5A_311/2019 vom 11. November
2020) festgehalten, dass eine Berücksichtigung der Kosten zur Ausübung des
Besuchsrechts nur in Frage kommt, wenn das betreibungsrechtliche Existenzmi-
nimum für den Barunterhalt des Kindes gedeckt ist (a.a.O. E. 7.2).
3.3. Wie erwähnt, wurde im angefochtenen Urteil entschieden, dass C._
jeden zweiten Samstag von 16.30 Uhr bis 20.00 Uhr zusammen mit der Beru-
fungsklägerin verbringt. Auf eine Regelung der Kontakte zwischen der Berufungs-
klägerin und B._ wurde aufgrund von deren Alters verzichtet. Die Darstellung
der Berufungsklägerin, sie betreue ihre Kinder wöchentlich am Wochenende (act.
224
S. 2), lässt sich weder mit der im angefochtenen Entscheid getroffenen, definiti-
ven Regelung in Einklang bringen noch mit dem bisherigen, aktenkundigen Ver-
lauf des vorsorglich geregelten Besuchsrechts zwischen der Berufungsklägerin
und ihren Töchtern. So wünschten die Töchter anlässlich der Kinderanhörung
vom 18. März 2020, dass keine fixen Besuchszeiten festgelegt würden, und er-
klärten darüber hinaus, wenn es ihnen frei stünde, ob sie zur Berufungsklägerin
gehen wollten, würden sie nicht gehen wollen (act. 181 S. 6). Die Berufungskläge-
rin macht keine konkreten Ausführungen dazu, dass bzw. weshalb das ausgeübte
Besuchsrecht aktuell über den gerichtlich festgelegten Umfang hinausgehen soll
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und sie reicht auch keine entsprechenden Nachweise ein. Gerade auch vor dem
Hintergrund, dass das Besuchsrecht gemäss den Erwägungen im angefochtenen
Entscheid wohl bis auf weiteres in Begleitung einer Familienbegleiterin durchge-
führt wird, erweist sich die Behauptung der Berufungsklägerin als höchst unwahr-
scheinlich (act. 225 S. 43). Die gerichtlich festgelegten zweiwöchentlichen Besu-
che sind mit 3 1⁄2 Stunden von kurzer Dauer und umfassen keine Übernachtung.
Damit spricht weder die Häufigkeit und die Dauer der Besuche noch deren kon-
krete Ausgestaltung für die Berücksichtigung von Kosten für die Besuchsrechts-
ausübung. Die Berufungsklägerin macht auch keine konkreten Angaben zu den
ihr anfallenden Ausgaben bzw. deren Höhe. Vielmehr bleiben ihre Ausführungen
sehr pauschal und vage. Auch im erstinstanzlichen Verfahren machte sie hierzu
keine genaueren Angaben, wenn sie ausführen liess, die Kinderrente sei für sie
sehr wichtig, da sie den Kindern möglichst viel bieten wolle (Prot. Vi S. 48).
3.4. Der Berufungsklägerin ist zweifellos darin zuzustimmen, dass sie mit Ein-
künften von Fr. 2'571.– über äusserst bescheidene finanzielle Verhältnisse ver-
fügt. Allerdings sind auch die betreibungsrechtlichen Existenzminima der Töchter
– bestehend aus den Grundbeträgen von je Fr. 600.–, einem Wohnkostenanteil
von je ca. Fr. 360.– (ein Sechstel der Wohnungsmiete von Fr. 2'145.–; act. 207/3)
und den Krankenkassenprämien von Fr. 145.– (act. 207/5) bzw. Fr. 107.–
(act. 207/6) – mit ihren Einkünften von insgesamt je Fr. 700.– (Fr. 250.– Kinderzu-
lagen und Fr. 450.– IV-Kinderrente; act. 225 S. 54) nicht gedeckt. Auch wenn die
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid nicht auf die Kosten für die Besuchs-
rechtsausübung durch die Berufungsklägerin einging, ist ihr Ermessensentscheid
vor dem geschilderten Hintergrund und in Anbetracht der neusten bundesgericht-
lichen Rechtsprechung im Ergebnis nicht zu beanstanden.
3.5. Die Berufung erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
4.1. Umständehalber sind keine Kosten zu erheben.
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4.2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen. Der Berufungsklägerin
nicht, weil sie mit ihrer Berufung unterliegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO), den Berufungs-
beklagten nicht, weil ihnen keine Aufwände angefallen sind, die zu entschädigen
wären.