# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 26d19116-d725-43b0-b6c5-110901e678d0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war zuletzt seit 1990 als Betriebsarbeiter bei der
Firma Y._
tätig (
Urk.
7/12
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7). Am 8. Februar 2003 zog er sich beim Versuch, zwei verklemmte Frachteinheiten zu lösen, eine
Bizepssehnenruptur
a
m rechten Arm zu, welche am 10.
Juni
2003 rekonstruiert wurde (
Urk.
7/9/166
Ziff.
4 und
Ziff.
6,
Urk.
7
/9/162). Per Ende Januar 2007 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten aus ges
undheitlichen Gründen auf (
Urk.
7
/12
Ziff.
2.1-2).
1.2
Am
2.
April 2007 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen, Rente) an (
Urk.
7/2
).
Die Sozial
versicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
sprach ihm mit Verfügung vom
9.
Juli 2009 (
Urk.
7
/42 und
Urk.
7
/51)
b
ei einem Invaliditätsgrad von
100
%
für die Zeit vom 1.
Februar
bis 30.
Juni 2007
eine g
anze Rente zu
.
Mit Urteil vom 30. Mai 2011
im Verfahren IV.2009.00709
(
Urk.
7/63) hob das hiesige Gericht die
Verfügung der
IV-Stelle
vom 9. Juli 2009
mit der Feststel
lung auf,
dass der
Versicherte
keinen Rentenanspr
uch hat (Dispositiv-
Ziffer 1)
,
und
überwies
die
Akten nach Eintritt der Rechts
kraft an die
IV-Stelle
, damit sie im Sinne von Erwägung 5.5 den Anspruch des
Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversicherung
neu prüfe (Dispositiv-Ziffer 2). Aus Erwägung
5.5
e
rgibt
sich
, dass sich aufgrund eines
ab Mitte
Juli
2008 aktenk
undigen psychischen Leiden
s, zufolge
welchem
am 19. Juli 2008 ein neues Wartejahr eröffnet wurde,
zusätzliche A
bklärun
gen aufdrängten.
1.3
Die
IV-Stelle klärte
in der Folge die medizinische und
erwerbliche Situation ab
und veranlasste insbesondere ein psychiatrisches Gutachten, welches am 27. Juni 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/71)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/88-89) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 11. März 2013 (
Urk.
7/92 =
Urk.
2) einen
Rentenanspruch
des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am
1
2.
April 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
11. März 2013
(
Urk.
2) und b
eantragte, diese sei aufzuheben,
und es sei ihm
eine IV-Rente von Juli 2008 bis Januar 2011
zuzusprechen (
Urk.
1
S.
1 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6. Juni 2013
(
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was
dem Beschwerdeführer am
2.
Juli 2013
zur Kenntnis gebracht
wurde (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Rentenanspruch des Beschwerdefüh
rers mit der Begründung, dass kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen se
i, da sowohl eine mittelgradige
als auch eine
leichtgradige
depressive Episode, wie sie beim Beschwerdeführer diagnostiziert worden seien, vorübergehender Natur seien (
Urk.
2 S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
im Wesentlichen
geltend,
gestützt auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten sei ausgewiesen, dass er von Mitte Juli 2008 bis Januar 2011 arbeitsunfähig gewesen sei.
Die Beschwerdegegnerin weiche zu Unrecht von der
Einschätzung des Gutachters ab
(
Urk.
1 S. 3).
2.3
Str
eit
ig und zu pr
üfen ist, ob
beim Beschwer
deführer ein
einen
Anspruch auf eine
Rente begründendes psychisches Leiden ausgewiesen ist
.
3.
3.1
In ihrem Bericht vom
19.
Juli 2008
(
Urk.
7/
30/7-11)
nannte
Dr.
med.
Z._
, Kinder- und Jugend
psy
chiatrie, Psychoth
erapie FMH und Familientherapie
,
a
ls Diagnose eine schwere anhaltende Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22), vorwiegend mit einer Angstsymptomatik und einem schweren depressiven Zu
stand (S. 3 oben). D
es W
eiteren diagnostizierte
Dr.
Z._
eine andauernde Persönlichkeitsänderung, ICD-10 F62.80, F62.88 (S. 3 unten).
Sie führte aus, nach
dem die zweite Operation vom 6.
Februar 2006 nicht die erhoffte Besserung der Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung des rechten Armes, Ellbogens und der Hand gebracht habe, sei der Beschwerdeführer zu
nehmend in eine seelische und psychische Not geraten. Ausschlaggebend dafür seien der Verlust der physischen Leistun
gsfähigkeit und die dadurch ver
ursachte Arbeitsunfähigkeit gewesen (S. 2 Mitte und unten).
Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, so sei im Falle des Beschwerdeführers eine ausgesprochen komplexe somatische Problematik mit im Spiel. Auch die psy
chische Erkrankung habe eine beträchtliche
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit. Deren effektive Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei je nach dem Ge
sundheitszustand verschieden. Je schwerer die somatische Symptomatik, umso grösser sei die negative Auswirkung des psychischen Problems (S. 4 oben). Die psychische Erkrankung potenziere
die durch die somatische Proble
matik be
dingte Arbeitsunfähigkeit. Ganzheitlich betrachtet erachte
sie den Beschwerde
führer zu 100
%
a
ls arbeitsunfähig (S. 4 Mitte).
3.2
Am 1
2.
Novembe
r 2008 erstattete
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH Psychi
atrie und Psychotherapie,
ein Gutachten im Auftrag der Besch
werdegegnerin (
Urk.
7/33).
Er stützte sich auf die ihm
z
ur Verfügung gestellten Akten (S. 2 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 6 f.)
und
seine am 2
2.
September 2008
durchgeführte
Exploration
(vgl. S. 1 unten).
Als Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
eine ausgeprägte, mittelschwere depressive
Episode mit somatischem Syndrom,
ICD
10 F32.11
(S. 9
Ziff.
4.1
).
Der Gutachter
führte aus, der Beschwerdeführer h
abe sich in der aktuellen Untersuchungssitu
ation deutlich depressiv mit stark reduzierter Stimmungslage, einer Einschränkung der affektiven Schwingungsfähigkeit,
Gedankenkreisen, Freud
losigkeit, Interesselosigkeit, Schlafproblemen, suizidalen Gedanken und diversen somatischen Symptomen wie Nackenschmerzen und weiteren Schmer
zen des Bewegungsapparates nach zweifacher Operation
am rechten Arm prä
sentiert (S.
10 Mitte). Diagnostisch handle es sich um e
in reaktives depressives Gesche
hen
, welches von der behandeln
den Psychiaterin im Sommer 2008 diag
nostisch noch einer Anpassungsstörung zugeordnet
worden sei
. Seit Berichter
stattung durch d
ie behandelnde Psychiaterin
habe die depressive Symptomatik an Intensität zugenommen, sodass heute die Kriterien für eine mittelgradige de
pressive Episode erfüllt seien (S. 10 unten). Die
von
Dr.
Z._
zusätzlich ge
nannte
Diagnose einer andau
ernden Persönlichkeitsänderung
k
önne er nicht aufführen
(S. 10
unten, S. 11 oben
).
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Arbeiter bei einer Logistikfirma eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
. Er führte aus, dass insbesondere die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit sowie die Selbstbehauptungs
fähigkeit erheblich einge
schränkt seien (S. 11
Ziff.
6)
. In einer angepassten Tätigkeit erachtete
Dr.
A._
den Beschwerdeführer als zu 50
%
arbeitsfähig, wobei
er festhielt, dass
es sich dabei um eine betreute Tätigkeit handeln sollte, die Rücksicht auf die eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit mit Notwendigkeit von Pausen nehmen und kein
e zeitkritischen Arbeiten bein
halten sollte (S. 11 f.
Ziff.
7
).
3.3
Vom 19. August bis
2.
Oktober 2009 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
Privatklinik
B._
für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
7/60/7
Ziff.
1.3
). In einem undatierten Bericht (
Urk.
7/60/
7-11) führte
Dr.
med.
C._
aus, Anamnese und Befund sprächen beim Beschwerdeführer für das Vorliegen einer mittelgradig
depressive
n
Symptoma
tik im Rahmen einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(ICD-10 F43.22, vgl.
Ziff.
1.1)
vor dem Hintergrund des Todes seines Sohnes vor
zwei
Jahren, eines Autounfalls und des konsekutiven Arbeitsplatzverlustes.
Differentialdiagnostisch beziehungsweise additiv sei eine organische depressive Entwicklung im Rahmen
des wohl seit Jahren bestehenden obstruktiven Schlafapnoesyndroms wahrscheinlich
(
Ziff.
1.4).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit habe vom 19. August bis
2.
Oktober 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, wobei aktuell eine um mindestens 50
%
re
duzierte Leistungsfähigkeit bestehe.
Bei Austritt
sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
.
Zum Verlauf empfehle sie, die aktuell behan
delnden Kollegen zu kontaktieren
(
Ziff.
1.7)
.
Nach erfolgter Therapie der ob
struktiven Schafapnoe und
Optimierung der antidepressiven Pharmakotherapie
k
önne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (
Ziff.
1.
8-
9)
.
3.
4
Am 27. Juni 2012 erstattete
Dr.
A._
ein (Verlaufs-)Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/71). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten
(S. 2 f.)
,
die Angaben des Beschwerdeführers
(S. 4 ff.)
sowie s
eine am 25. Juni
2012
durchgeführte
Exploration
(vgl. S. 1 unten)
.
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
Dr.
A._
eine
leichtgradige
depr
essive
Episode ohne somatisches Syndrom
, ICD-10 F32.00
(
Ziff.
4.1).
In seiner Beurteilung f
ührte
er
aus, im Anschluss an den Aufenthalt in der
Klinik B._
sei eine d
eutliche Zustandsverbesserung
eingetreten
.
In Folge dieser Besse
rung habe sich der Beschwerdeführer auf Arbeitsplatzsuche zu begeben vermocht. Mit Hilfe eines Kollegen sei es ihm gelungen, seine jetzige Stelle als Zeitungslieferant für Kioske zu finden. Er habe ab Februar 2010 mit einem 50%igen Arbeitspensum begonnen, welches er im darauffolgenden Jahr auf 80
%
habe steigern können. Die derzeitige Belastung scheine mit 80
%
ein oberes Limit erreicht zu haben (S. 8 oben).
Klinisch habe sich die ausgeprägte depressive Episode, welche im Herbst 2008 noch vorgeherrscht habe, zurück
gebildet.
Es sei jedoch nicht zu einer vollstän
digen Remission gekommen. Depressive Symptome bestünden in geringem Ausmass
(
S
. 8 Mitte
).
Zwar gelinge es dem Beschwerdeführer, ohne Medika
mente eine Arbeitsleistung innerhalb eines 80%igen Pensums durchzuhalten. Auch vor dem Hintergrund der Tumorerkrankung seiner Lebenspartnerin müsse das derzeitige psychische Gleichgewicht aber als labil bezeichnet werden. Der Beschwerdeführer sei äusserst besorgt und hochgradig angespannt (S. 8 unten).
Aufgrund der stark erhöhten psychischen Anspannung mit Nervosität bei einer gegenwärtig
leichtgradig
ausgeprägten depressiven Episode schätze er den Be
schwerdeführer für die frühere Tätigkeit als
l
eitender Mitarbeiter einer
Logistik
firma
mit fünf bis sechs Mitarbeitern als begrenzt arbeitsfähig ein. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit für diese Tätigkeit entspreche 40
%
. Hauptsächlich limitierend bestünden mittelgradige bis schwere Beeinträchtigungen
in der Selbstbehau
p
t
ungsfähigkeit sowie leicht- bis mittelgradige Einschränkungen in der Flexibi
lität und Umstellungsfähigkeit (
Ziff.
6). Für die derzeitige Tätigkeit als Zeitungslieferant für Kiosk
e
bestehe eine aktuelle Leistungs- und Arbeits
-
fähigkeit
im Umfang von 80
%
. Die hier resultierende Restlimitierung von 20
%
sei in der weiterhin noch
leichtgradig
ausgeprägten depressiven Symptomatik mit insge
samt stark erhöhter psychovegetativer Anspannung zu sehen (
Ziff.
7).
Seit der Erstbegutachtung
im Herbst 2008 bis zum Eint
ritt in d
ie
Klinik B._
im Au
gust 2009 sei es, gestützt auf die
anamnestischen Angaben sowie die
vorliegen
den Akten, zu einem mindestens gleich bestehenden Fortdauern der damals di
agnostizierten ausgeprägten mittelgradig depressiven Episode gekommen. Ent
sprechend habe sich die Arbeitsfähigkeit bis zu diesem Zeitpunkt nicht verbes
sert. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt sei es zu einer Verbesserung der Ar
beitsfähigkeit gekommen, welche für die derzeitige
angepasste Tätigkeit als Zeitungslieferant 50
%
betragen habe. Aufgrund der durchgemachten länger dauernden depressiven Phase, welche sich zu dem Zeitpunkt weiterhin in Re
mission befunden habe (und bis heute befinde)
,
müsse auch für diesen Zeitraum für die
angestammte Tätigkeit als l
eitender Logistikvorarbeiter von einer höher
gradigen Arbeitsunfähigkeit von etwa 60
%
ausgegangen werden. Das Ausmass dieser festgehaltenen Arbeitsunfähigkeit in den genannten Tätigkeiten sei bis zum Herbst 2010 konstant geblieben. In der Folge sei es zu einer weiteren Zustandsverbesserung gekommen, sodass sich der Beschwerdeführer in der Lage gesehen habe, ab Januar 2011
seine Arbeitsfähigkeit
um 30
%
auf insgesamt 80
%
in der angepassten Tätigkeit als Zeitungslieferant zu steigern. Entspre
chend könne ab Beginn 2011 von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in der ange
stammten Tätigkeit sowie einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der früheren Tätig
keit als Logistikvorarbeiter ausgegangen werden.
Aufgrund der Vorgeschichte sei seines Erachtens nicht zu erwarten, dass sich die Arbeitsfähigkeit wesentlich steigern lasse
(S. 9 f.
Ziff.
8).
Es bestünden keine wesentlichen Diskrepanzen in der diagnostischen Einschät
zung zum Austrittsbericht der
Klinik B._
. Seines Erachtens sei eher von einer ef
fektiven depressiven Episode als von einer Anpassungsstörung auszugehen. Für eine Anpassungsstörung sei das allfällig zugrunde liegende Ereignis durch den Tod des Sohnes zu lange zurückliegend, als dass gemäss ICD-10 diese Diagnose gestellt werden könne. Eine Depression aus organischer Ursache sei seines Er
achtens auszuschliessen. Eine Schlafapnoe führe nicht primär zu einer depressi
ven Symptomatik (S. 11
Ziff.
11).
4.
4.1
Vor dem Hintergrund d
er Erwägung 5 des Urteils des hiesigen Gerichts vom 30. Mai 2011 im Verfahren IV.2009.00709 (
Urk.
7/63)
gilt es im vorliegenden Ver
fahren zu beurteilen,
ob beim Beschwerdeführer im Juli 2009 (Ablauf des Wartejahres) ein
einen
Anspruch auf eine Rente begründendes psychisches Leiden vorlag.
4.2
In seinem Gutachten vom
November 2008 (vorstehend E. 3.2
) gelangte
Dr.
A._
zum Schluss, dass die von der behandelnden Psychiaterin im Som
mer 2008 noch einer Anpassungsstörung zugeordnete depressive Symptomatik im Verlauf an Intensität zugenommen habe, und dass im Zeitpunkt seiner Be
gutachtung vom September 2008 die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode erfüllt gewesen seien. Er d
iagnostizierte eine ausgeprägte
mittelgradige depressive Episode mit somatischem S
yndrom (ICD-10 F32.11) und attestierte dem Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als Mitarbeiter einer
Logistikfirma eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
und
für angepasste Tätigkeiten
eine solche von 50
%
.
In seinem Verlaufsgutachten
vom Juni 2012 (vorstehend E. 3.4) hielt
Dr.
A._
fest, dass sich die ausgeprägte depressive Episode, welche im Herbst 2008 noch vorgeherrscht habe, zurückgebildet h
abe. Depressive Symptome waren
nur noch in geringem
Ausmass
zu
erheben. Entsprechend diagnostizierte
Dr.
A._
nurmehr
eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00).
4.3
Bei einer mittelgradigen depressiven
Epsiode
mit dem Diagnose-Code ICD-10 F32.1 handelt es sich
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauern und länger dauernde Störungen unter F33 (rezidivierende depressive Störung) oder F34 (anhaltende affektive Störung) zu subsumieren sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_80/2011 vom 14. Juni 2011 E. 6.3.2 mit Hinweis auf Urteil I 152/05 vom 23. Mai 2006 E. 3.3, Urteil I 510/2006 vom 26. Januar 2007). Im letztgenannten Urteil hat das Bundesgericht in E. 6.3 erwogen, dass es sich bei einer depressiven Episode mittleren Grades mit somatischen Symptomen (ICD-10 F32.11) und einer Anpassung
s
störung mit depressiver Reaktion und somati
schen Symptomen (ICD-10 F43.21) um Leiden vorübergehender Natur handle und diese daher in der Reg
el nicht invalidisierend seien.
In Bezug auf die Diag
nose einer leichten depressiven Episode hat das Bundesgericht
im
Urteil 9C_176/2011 vom 29. Juni 2011
in
E. 4.3
sodann
festgehalten,
dass es sich da
bei
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden
handle
, dem es an Krankheitscharakter fehle (Urteil 9C_176/2
011 vom 29. Juni 2011 E. 4.3).
Des Weiteren
hat das Bundesgericht wiederholt festgestellt, dass leichte bis höchs
tens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten (vgl. etwa Urteil 9C_266/2012 vom 29. August 2012 E. 4.3.2 und Urteil 9C_302/2012 vom 13. August 2012 E. 4.3.2).
4.4
Ausweislich der Akten begab
sich der Beschwerdeführer
elf Monate nach der Begutachtung durch
Dr.
A._
vom September 2008 für einen stationären Aufenthalt
in die
Klinik B._
. Dort war er eineinhalb Monate hospitalisiert
. Anläss
lich der Begutachtung vom Juni 2012 berichtete der Beschwerdeführer
Dr.
A._
gegenüber, dass ihm der Klinikaufenthalt sehr geholfen habe. Auch sei dort die Medikation neu eingerichtet worden. Er sei in deutlicher Besserung Anfang Oktober 2009 ausgetreten. Danach habe er begonnen, sich eine Teilzeitstelle zu suchen. Mit Hilfe eines Kollegen habe er im Februar 2010 mit
der heutigen Arbeit im Rahmen von 50% anfangen können. Diese habe er im Ja
nuar 2011 auf 80
%
steigern kö
nnen
(
Urk.
7/71 S. 4
Ziff.
1).
Dieser Verlauf
zeigt
, dass
die
mittelgr
adige depressive Episode des Beschwerde
führers
- wie bei dieser Diagnose
definitionsgemäss
üblich -
therapeutisch an
gegangen werden
konnte
und ziemlich genau ein Jahr nach der Erstdiagnose durch
Dr.
A._
massgeblich
remittiert war. Insofern bestätigt sich im Falle des Beschwerdeführers, dass die bei ihm diagnostizierte mittelgradige depressive Episode vorübergehender Natur
war, weshalb sie
- auch wenn sie während ihres Bestehens die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
unbestrittenermassen
ein
geschränkt hat -
grundsätzlich
als
nicht invalidisierend zu gelten hat
(vgl. vor
stehend E. 4.2)
.
4.5
Gestützt auf die aufliegenden medizinischen Akten ist nicht ersichtlich, inwie
fern dem depressiven Leiden des Beschwerdeführers ausnahmsweise invalidi
sierende Wirkung zuzuerkennen wäre, dies umso mehr, als
Dr.
A._
nebst der episodischen depressiven Symptomatik keine weiteren krankheitswertigen Be
funde erhob.
In Bezug auf die von
Dr.
A._
in seinem Verlaufsgutachten vorgenommene retrospektive Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
(vgl. vorstehend E. 3.4)
ist
sodann
zu bemerken, dass
diese insofern nicht restlos zu überzeugen vermag, als
Dr.
A._
trotz der von ihm beschriebenen deutlichen Zustandsverbesserung nach Austritt aus der
Klinik B._
weiterhin
-
wie bereits im
September
2008 unter dem Eindruck einer noch
ausgeprägten
mittelgradig
en
depressiven Episode
-
von einer um 50
%
reduzierten Arbeitsfähigkeit
auch
für angepasste Tätigkeiten ausging. Abgesehen davon hat die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin
gewiesen, dass sich die Begründung für die von
Dr.
A._
attestierte
n Arbeits
unf
ähigkeit
en im W
esentlichen darin erschöpft, dass er auf das vom Beschwer
deführer ab Februar 2010 effektiv ausgeübte Arbei
tspensum
verweist
und damit vor allem auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Leis
tungsfähigkeit abzustellen scheint (vgl.
Urk.
2 S. 2 unten).
Seitens der
Klinik B._
(vgl. vorstehend E. 3.3)
wurde dem Beschwerdeführer bei Austritt zwar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
. Abgesehen davon, dass diese Beurteilung nicht näher begründet wird, steht sie zum einen im Wider
spruch zur im gleichen Bericht gemachten Aussage, wonach dem Beschwerde
führer die bisherige Tätigkeit bei der
Firma Y._
bei einer (mindestens) 50%igen Leistungseinschränkung noch zumutbar sei, zum anderen aber
insbes
ondere
auch
zur Tatsache, dass
sich
der Beschwerdeführer
nach
dem Klinikaufenthalt
aufgrund einer deutlichen Zustandsverbesserung
in
der Lage sah, si
ch
auf Ar
beitssuche zu begeben
.
4.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass n
ach Ablauf des Wartejahres im Juli 2009
die depressive Symptomatik
in Form einer mittelgradigen depressiven Episode
zwar noch anhielt
, diese jedoch therapeutisch angegangen werden konnte und ziemlich genau ein Jahr nach der erstmaligen Diagnosestellung
massgebend
remittierte
. Unter den gegebenen Umständen ist das Vorliegen eines
invalidi
sierend
en
Leiden
s zu verneinen.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- fe
stzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerle
gen.