# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 772d4f6e-7b7c-47c4-8a06-ccc495c86547
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
ab
dem
1.
August 2015
bei der
Y._
,
Z._
, als Hilfsmonteur
angestellt
(
Urk.
6/4/4,
6/14 und
6/21
)
.
Am
8.
Dezember 2015 rutschte er bei der Arbeit aus
(
Urk.
6/5/126)
und zog sich dabei eine Kontusion der Wirbelsäule sowie des Thorax rechts zu (
Urk.
6/4/4, 6/4/12). Die Suva
als zuständiger Unfall
versicherer, der für die Unfallfolgen ab 1
1.
Dezember 2015 aufgekommen war (
Urk.
6/4/6),
stellte mangels Zusammenhangs der gemeldeten Beschwerden zum Unfallereignis laut Verfügung vom 2
0.
März 2017 die
erbrachte
n
gesetzlichen Leistungen auf den
2
8.
Februar 2017
hin ein
(vgl.
Urk.
6/4/6 ff., 6/4/127 f. und 6/31/217 ff.).
Am genannten Datum wurde das Arbeitsverhältnis zwischen dem Versicherten und der
Y._
per sofort aufgelöst (Urk. 6/4/131).
Am 1
3.
April 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine posttrau
matische Belastungsstörung mit erheblichen somatischen Problemen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/6).
Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/14 [=
Urk.
6/17 und 6/29]) insbesondere die Suva-Akten (
Urk.
6/4 [=
Urk.
6/5], 6/28 und 6/31) sowie einen Arztbericht ein (
Urk.
6/23). Unter Berücksichtigung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztli
chen Dienstes (RAD) vom
4.
Januar 2018 (
Urk.
6/33/4) stellte sie dem Versicher
ten mit Vorbescheid vom
5.
Januar 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
6/34)
, wogegen dieser Einwand erhob (Urk. 6/36, 6/39). Nach
Eingang
zusätzlicher medizinischer Unterlagen (
Urk.
6/38, 6/49, 6/50/4 ff. und 6/54) sowie
Beizug
einer weiteren Stellungnahme des RAD vom 1
7.
September 2018 (
Urk.
6/59/4) verfügte die IV-Stelle am 18. September 2018 im angekündig
ten Sinne (
Urk.
6/60 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
9.
Oktober 2018 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegeg
nerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventu
aliter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
No
vember 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Darüber wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
6.
November 2018 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
A
TSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
September 2018
(
Urk.
2)
hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass der Beschwerdeführer seit längerer Zeit gesund
heitlich eingeschränkt sei. Aus den Akten gehe hervor, dass die ausgewiesene Diagnose keine länger dauernde oder bleibende Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit habe. Aus rein versicherungsmedizinischer Sicht sei es dem Beschwerde
führer zumutbar,
seiner
bisherigen Tätigkeit nachzugehen und damit ein renten
ausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Das Leistungsbegehren sei folglich abzuweisen. An dieser Beurteilung sei auch
unter Berücksichtigung
der im
Ein
wandverfahren
zusätzlich eingeholten Unterlagen und
nach Rücksprache mit dem RAD festzuhalten.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 19. Oktober 2018 im Wesentlichen geltend, dass der massgebliche Sachverhalt unrichtig beziehungsweise unvollständig abgeklärt worden sei.
Insbesondere könne auf die Beurteilung des RAD nicht abgestellt werden, da fachpsychiatrisch gestellte Diagnosen und damit verbundene Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ohne Begründung in Abrede gestellt worden seien
(
Urk.
1 S. 3 f.).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer rutschte am
8.
Dezember 2015 auf
dem nassen Boden
aus und stürzte auf die rechte Körperseite
(
Urk.
6/5/126)
. Dabei zog er sich gemäss Bericht des
A._
vom
9.
Dezember 2015 eine Kontusion der Wir
belsäule und des Thorax rechts zu. Bis zum 1
6.
Dezember 2015 wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
6/4/12).
Auch anlässlich der infolge persistierender Nackenschmerzen im Februar und Juli 2016 durchgeführten ambulanten Untersuchungen in der
B._
fanden sich keine Anhaltspunkte für
ossäre
Verletzungen der Wirbelsäule
oder degenerative Ver
änderungen
.
Es wurde am ehesten auf
chronifizierte
Weichteilbeschwerden im Sinne einer Muskelkontusion geschlossen (vgl.
Urk.
6/2
8/21-
24
, 6/
28/
3
8
f. und 6/4
8-53
).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie,
hielt in seinem Bericht vom 3
0.
September 2016 fest, dass der Beschwerdeführer über einen bewegungsabhängigen Drehschwindel klage. Dabei handle es sich um einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel bei
Otolithiasis
im
posterioren
Bogen
gang rechts. Die für das Repositionsmanöver notwendige Manipulation sei aufgrund der heftigen Schulter- und Nackenprobleme allerdings nicht m
öglich gewe
sen (
Urk.
6/4/65).
3.3
Vom 1
5.
November bis 2
0.
Dezember 2016 hielt sich der Beschwerdeführer zwecks arbeitsorientierter Rehabilitation in der
D._
auf. In soma
tischer Hinsicht wurden im Austrittsbericht vom 2
2.
Dezember 2016
- gekürzt wi
e
dergegeben -
folgende Diagnosen gestellt:
-
Kontusion der Wirbelsäule rechts
-
Lagerungsschwindel bei
Otolithiasis
-
Kontusion der rechten Schulter
-
Thoraxkontusion
Von psychiatrischer Seite wurde eine
teilweise remittierte
mittelgradige depres
sive Episode (ICD-10 F32.1) mit psychosomatischen Anteilen am Schmerzgesche
hen
diagnostiziert.
Die beobachtete erhebliche Symptomauswei
tung sei teilweise auf die
psychische Störung zurückzuführen. Diese begründe aktuell jedoch keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer sei dem Beschwerdeführer derzeit nicht zumutbar, da damit ein häufiges Hantieren mit schweren Lasten einhergehe. Für eine mittelschwere Tätigkeit bestehe indes eine ga
nztägige Arbeitsfähigkeit (Urk.
6/4/91-93).
3.4
Mit Bericht vom
2.
Februar 2017 relativierte
Dr.
C._
seine Beurteilung vom 3
0.
September 201
6.
Fragliche Hinweise auf eine
otoneurologische
Problematik hätten sich nur in der Anamnese ergeben; konkrete Zeichen eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels seien bei der heutigen Untersuchung nicht
eruierbar
gewesen. Bei einer eingeschränkten Beweglichkeit in der Halswirbel
säule sei differenzialdiagnostisch an eine
cervicocephale
Problematik mit mögli
cherweise fehlinterpretierten propriozeptiven Signalen zu denken (Urk. 6/4/114).
3.5
Ab dem 3
0.
Januar 2017 befand sich der Beschwerdeführer im
E._
in Behandlung. Dem Bericht vom 12. April 2017 sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
-
p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Psychopathologisch
sei das formale Denken insgesamt kohärent und geordnet. Nebst Gedankenkreisen seien jedoch insbesondere diverse Ängste wie Höhen-, Versagens- und Zukunftsangst vorhanden. Zudem komme es zu Flashbacks in Form eines wiederholten Erlebens des erlittenen Traumas, wobei in diesem Zusammenhang auch Ich-Störungen im Sinne von
Derealisation
und teilweiser Depersonalisation aufträten.
Des Weiteren seien unter anderem ein verminderter Antrieb, Schlafstörungen, Insuffizienz- und Krankheitsgefühle sowie ein sozialer Rückzug vorhanden. Klinische Anhaltspunkte für eine akute Suizidalität seien dagegen nicht
eruierbar
. Es sei zu erwarten, dass mittels einer Traumatherapie eine Heilung möglich sei. Momentan bestehe jedoch für die angestammte Tätig
keit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6/4/142 f.).
Diese Beurteilung bestätigte
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom
E._
im weiteren Verlauf
mit Schreiben vom 1
9.
April 201
7.
Darüber hinaus hielt sie fest, dass für eine angepasste Tätigkeit gegenwärtig von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
6/12/2).
3.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner RAD-Aktenbeurteilung vom
4.
Januar 2018 aus, dass sich die Kontusion der Wirbel
säule mit persistierenden Schmerzen vor allem im
Trapeziusbereich
, die psychi
atrischen Probleme sowie der unklare Schwindel nicht dauerhaft auf die Arbeits
fähigkeit auswirken würden. Für die bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer sei vom
9.
Dezember 2015 bis
6.
März 2016 sowie vom
2.
Juni 2016 bis 28. Februar 2017 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Angepasste Tätigkeiten seien aus versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht seit jeher uneinge
schränkt zumutbar
gewesen
(
Urk.
6/33/4).
3.7
Gestützt auf die
gleichen Diagnosen wie
Dr.
G._
ging
der behandelnde
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in seinem Bericht vom 18. April 2018 von einer schlechten Prognose aus. Der Beschwerde
führer sei beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu 50
%
in einem Beschäftigungsprogramm tätig gewesen. Infolge eines akuten Infekts habe vom
6.
bis 3
1.
März 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither
liege
wieder
eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit
vor
. Eine leichte Arbeit sollte aber möglich sein
(
Urk.
6/49/1 f.).
3.8
Dem Bericht des
E._
vom
5.
Juli 2018 sind folgende Diagnosen mit Einfluss auf di
e Arbeitsfähigkeit zu entnehmen:
-
c
hronisches posttraumatisches Schmerzsyndrom des Nackens und des Schultergürtels
-
p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Der Beschwerdeführer stehe in wöchentlicher Psychotherapie und seit 1
2.
Juni 2018 (vgl.
Urk.
6/54/4-6) in Schmerztherapie.
Der Gesundheitszustand habe sich zwischenzeitlich verschlechtert und die Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich sei derzeit gänzlich eingeschränkt.
Eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit sei attestiert wor
den, um eine Anmeldung beim RAV samt Leistungsbezug zu ermöglichen
(vgl.
Urk.
6/56/7)
.
Es sei fraglich, ob die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Mass
nahmen verbessert werden könne. Prognostisch bestehe der Verdacht auf eine
Chronifizierung
der Schmerzen sowie ein rezidivierendes Auftreten der Depres
sion
. Eine angepasste Tätigkeit gebe es nicht
(
Urk.
6/54/1 f.).
3.9
Mit ergänzender Stellungnahme vom 1
7.
September 2018 vertrat
Dr.
G._
vom RAD die Auffassung
, dass auch die neu
vorgelegten Unterlagen keine medizini
schen Erkenntnisse liefern würden, welche zu einer Änderung der
vorangegan
genen
Beurteilung vom
4.
Januar 2018 führen könnten. Es werde daher empfoh
len, an der früheren RAD-Stellungnahme festzuhalten (
Urk.
6/59/4).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung (vgl. E. 2.1 f.). Die
Beschwerdegegnerin
verneint
e
diesen
in erster Linie
gestützt auf die RAD-Stellungnahmen von
Dr.
G._
vom
4.
Januar und 17. September 2018 (vgl.
Urk.
6/33/4 f., 6/59/4).
4.2
Die
Regionalen Ärztlichen Dienste (
RAD
)
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Unter
suchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewis
sermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exte
r
ne
r
medizinische
r
Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versi
cherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Einer Aktenbeurteilung
wie sie
Dr.
G._
vorgenommen hat
kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesent
lichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2
mit Hinweisen).
Ob diese Voraussetzung im konkreten Fall erfüllt war, kann jedoch dahingestellt bleiben
.
So ist
entsprechend
d
em
Vorbringen des
Beschwer
deführer
s
davon auszugehen
, dass
die Stellungnahme vom
4.
Januar 2018 (Urk. 6/33/4) nicht in Kenntnis sämtlicher relevanter
Vorakten
abgegeben wurde
.
Jedenfalls setzte sich
Dr.
G._
nicht
mit de
n
im
Bericht des
E._
vom 12.
April 2017 (
Urk.
6/4/142 f.)
gestellten psychiatrische
n
Diagnosen
und der von fachärztlicher Seite attestierten Arbeitsunfähigkeit
auch in Bezug auf eine Verweistä
tigkeit
auseinander
.
Davon sah er im weiteren Verlauf auch in seiner Stellung
nahme vom 1
7.
September 2018 ab (vgl. Urk. 6/59/4)
, obwohl ihm zwischenzeit
lich ein weiterer Bericht des
E._
vom 5. Juli 2018 (
Urk.
6/
54/1 ff.)
vorgelegt wor
den war
, worin trotz anhaltender intensiver therapeutischer Behandlung eine Verschlechterung des Beschwerdebildes festgehalten wurde
.
Darüber hinaus erachtete
Dr.
H._
mit Bericht vom 1
8.
April 2018
die Arbeitsfähigkeit auch
in einer leidensangepassten Tätigkeit als
zu 50
%
eingeschränkt (
Urk.
6/49/1 f.)
, wozu seitens des RAD ebenfalls nicht Stellung bezogen wurde.
Vor
diesem Hintergrund sind zumindest geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schlussfolgerung von
Dr.
G._
, wonach der Beschwerdeführer gesund sei
und seit dem
1.
März 2017 keine Arbeitsunfähigkeit
mehr vorliege
(
Urk.
6/33/4), nicht auszuräumen.
Soweit er diese Beurteilung auf die Verfügung der Suva stützte, die auf diesen Zeitpunkt hin ihre Leistungen einstellte (
Urk.
6/4/127-128), scheint er zu übersehen, dass die Suva den Kausalzusammenhang der geklagten Beschwerden zum Unfallereignis
verneinte, was indes nicht mit einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen ist.
Es kann mit Blick auf die derzeitige Aktenlage nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass ein invalidisierender Gesundheits
schaden vorliegt, weshalb die Beschwerdegegnerin in Anbetracht des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (
Art.
43
Abs.
1 ATSG) weitere psychiatrische Abklä
rungen zu veranlassen haben wird.
Dies ist
angesichts
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
unumgänglich,
da
grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden
— namentlich auch für
leichte bis mittelgradige
depressive Störungen —
das
indikatorengeleitete
Beweisverfahren
gemäss BGE 141 V 281
anzuwenden ist
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1).
Eine abschliessende Beurtei
lung der einzelnen massgebenden Standardindikatoren ist allerdings weder auf der Basis der RAD-Stellungnahmen, noch auf der Grundlage der Berichte der behandelnden Ärzte möglich.
Im Übrigen wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben, ob auch in Bezug auf die somatischen Beschwerden weitere medizinische Abklärungen angezeigt sind,
um die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers gesamthaft beurteilen zu können.
4.4
Mit dem Gesagten geht einher, dass
dem Hauptbegehren
des Beschwerdeführers auf Zusprechung von Leistungen
der Invalidenversicherung
nicht entsprochen werden kann, zumal
dies
gemäss bundesgerichtlicher Praxis
im Streitfall
gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kom
mt (BGE 135 V 465 E.
4.5).
In diesem Kontext bleibt
darauf hinzuweisen
, dass
auch
die Bericht
e
des
E._
in Bezug auf
gewisse
Gesichtspunkte kritisch zu hinterfragen sind.
Namentlich
setzt
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
gemäss ICD-Codierung voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass auftritt, das bei
fast jeder Person eine tiefe Verzweif
lung hervorrufen würde. Hierzu zählt unter anderem
das Erleben von Folter,
Terro
rismus,
einer Vergewaltigung oder anderen
Verbre
chen
(
Dilling
/
M
ombour
/Schmidt
[Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapite
l V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, S. 207 f.).
Der vom Beschwerdeführer am 8. Dezember 2015 erlittene Sturz
, der
gemäss einer Nachfrage der Suva beim damaligen Vorgesetzten des Versicherten vom 1
7.
März 2017
auf dem
nassen
Boden geschehen war (
Urk.
6/5/
126),
stellt
jedoch
kein mit der Intensität der genannten Beispiele ver
gleichbares Ereignis dar
, was erhebliche Zweifel an der Diagnose einer posttrau
matischen Belastungsstörung weckt
.
Ein anderes, die Belastungsstörung begrün
dendes Ereignis ist weder ersichtlich noch geltend gemacht.
Darüber hinaus
ist festzuhalten, dass das Vorgehen des
E._
hinsichtlich der Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit höchst fragwürdig erscheint. Es geht insbesondere nicht an, bei verschiedenen Versicherungsträgern unterschiedliche Arbeitsfähigkeiten zu bescheinigen (vgl.
Urk.
6/54/2
)
, um den jeweiligen Leistungsbezug zu ermögli
chen beziehungsweise zu erleichtern.
5.
Zusammenfassend
ist
somit fest
zu
halten, dass die Aktenbeurteilungen von
Dr.
G._
vom
4.
Januar und 1
7.
September 2018 die allgemeinen beweisrecht
lichen Anforderungen an einen RAD-Bericht nicht erfüllen und zumindest geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. Der medi
zinische Sachverhalt erweist sich f
ür eine abschliessende Beurteilung
eines
all
fälligen Anspruchs des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversiche
rung
als unzureichend abgeklärt.
Folglich ist die angefochtene Verfügung vom 1
8.
September 2018
(
Urk.
2)
in Gutheissung des Eventualantrages
des
Beschwer
de
führers
aufzuheben und die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen eine neue Beurteilung vornehme und sodann über den Leistungsan
spruch neu entscheide.
6.
6.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermessens
weise festzusetzen. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientsc
hädigung in der Höhe von
Fr.
1'3
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.