# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 68d602e8-60f7-4066-ab59-de16bb9393f5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968,
absolvierte eine Lehre als Metzger
Fachrichtun
g
en
A und B (Urk. 13/59/18-19)
. Nach Weiterbildungen im Finanz-/und
Versi
cherungsbereich
(
Urk.
13/59/2)
war
er
zuletzt
mit einem Pensum von 100 %
bei der
Y._
AG
in der K
undena
k
quisition tätig
(
Urk.
13/59/1)
. Am 5. Dezember 2011 meldete er sich unter Hinweis auf
Wirbelsäulenverschie
bung
, Rückenschmerzen
,
Deformation des Skeletts, Kleinw
uchs
,
Hüftverschie
bung
und zwei künstliche Hüftgelenke bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 13/2).
1.2
Nach Abklärung der erwerblichen
und medizinischen Verhältnisse wies die
Sozial
versicherungsanstalt
des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
mit Verfügung vom 18. Juni 2012 (Urk. 13/26)
bei einem Invaliditätsgrad von 0 % das
Leistungsbe
gehren
ab.
Dagegen erhob der Versicherte am 26. Juni respektive 9. Juli 2012 Beschwerde (Urk. 13/29 und Urk. 13/32)
, welche das hiesige Gericht mit Urteil vom 21. September 2012 (Urk. 13/43)
guthiess
und die Sache zwecks Vo
rnahme
weiterer Abklärungen und Erlass einer neuen Verfügung über den
Leistungs
anspruch
an die IV-Stelle
zurückwies
(Prozess IV.2012.00753)
.
1.3
Nach Stürzen
mit Verletzung des rechten Arms und der
rechte
n
Schulter im Januar/Februar 2011 sowie
am
15. Mai 2012
(Urk. 13/50/45-46)
meldete sich der Versicherte am 25. Oktober 2012 unter Hinweis auf Schulterbeschwerden bei der Invalidenversicherung
erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 13/42).
Die IV-Stelle
zog die Akten der
K
rankentaggeld
versicherung
bei
(Urk. 13/50)
und
nahm weitere medizinische Abklärungen
vor, wobei sie
insbesondere ein
bidis
ziplinäres
Gutachten bei der
Z._
ein
holte
(E
xpertise vom 23. Dezember 2013,
Urk. 13/96
).
Am 15. Juli 2014 fand eine psychiatrische und orthopädische Untersuchung durch
Ärzte des
Regiona
len Ärztlichen Dienst
es
(RAD) der Beschwerdegegnerin statt (Urk. 13/110-111).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 13/116
,
Urk.
13/121,
Urk.
13/127-128
)
sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 2)
de
m
Versicherten mit Wirkung
ab
1. Mai 2013
eine ganze Rente
der Invalidenversicherung zu, welche
sie
bis zum 31. März 2014
befristete
.
2.
Gegen die Verfügung vom 22. Dezember 2014 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 29. Januar 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung sei
abzu
ändern
und es sei ihm auch nach März 2014 weiterhin eine Rente auszurichten, eventuell sei die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen an die
Be
s
chwerdegegnerin
zurückzuweisen. Für den Fall, dass das Gericht nicht auf das
Z._
-Gutachten abstelle, sei eine Oberbegutachtung auf Kosten der
Beschwer
degegnerin
durch das Gericht anzuordnen. Des Weiteren
ersuchte der Be
schwerdeführer
um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 2). Am 26. Februar 2015 (Urk. 8) reichte der Beschwerde
führer die Berichte
von Dr. med.
A._
, Facharzt F
MH für Allgemeinmedizin, vom 23. Februar 2015 sowie
von
Dr. med.
B._
,
Facharzt FMH für Medizi
nische Radiologie/Radiodiagnostik
,
vom 18. Februar 2015 ein (Urk.
9/1-2). Mit Vernehmlassung vom 6. März 2015 (Urk. 12) ersuchte die Beschwerdegegnerin um Abweisung der Beschwerde
und verzichtete im Übrigen auf eine Stellung
nahme, was dem Beschwerdeführer am 4. Juni 2015 mitgeteilt wurde
.
Glei
chentags wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung ge
währt und Rechtsanwältin Stephanie Schwarz, Winterthur, als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabset
zung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch er
hebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Be
fristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Her
absetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Ver
waltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
beschwerde
weise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus
geklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer vom Mai 2013 (Ablauf des Wartejahrs) bis Ende
2013 in seiner
bisherigen
Tätigkeit als Kundenberater sowie
in
einer angepass
ten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei.
Ab dem 1. Januar 2014 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert, weshalb
er wie
der zu 80 % seiner bisherigen Tätigkeit nachgehen könne.
Aufgrund des
Ein
kommensvergleichs
resultiere ein Invaliditätsgrad von 20 %, so dass ab dem 1. April 2014 kein Rentenanspruch
mehr
bestehe (S. 3
-5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk.
1) auf den Standpunkt, ihm stehe
gestützt auf das
Z._
-
Gutachten
auch nach März 2014 weiterhin eine
ganze
Rente
zu. Die Beschwerdegegnerin sei unter Hinweis auf die RAD-Stellungnahmen zu Unrecht von der gutachterlichen Einschätzung abgewichen, wonach er zu 100 % arbeitsunfähig sei. Sein Gesundheitszustand habe sich zudem seit der Erstattung des Gutachtens nicht verbessert, sondern eher verschlechtert (S. 6-8).
Im Übrigen
beruhe
der
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich auf falschen Grundlagen (S. 10 f.).
2.3
Obwohl der Beschwerdeführer nur die Rentenherabsetzung per April 2014 rügte, prüft das Gericht das gesamte verfügungsweise geregelte Rechtsverhältnis, mit
hin auch den Anspruch auf die ab Mai 2013 befristet zugesprochene ganze Rente (E. 1.3
hievor
).
3.
3.1
Die behandelnden Ärzte äusserten sich wie folgt:
3.1.1
Dr.
med.
C._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei dem der Be
schwerdeführer Anfang 2013 in Behandlung stand, führte am 4. Februar 2013 (
Urk.
13/76) aus, vor dem Hintergrund persönlicher und beruflicher Schwierig
keiten (Trennung von der Partnerin, Konkurs des Arbeitgebers) habe sich eine Anpassungsstörung mit ängstlich-depressiver Symptomatik entwickelt (S. 6). Aktuell sei der Beschwerdeführer kaum in der Lage, an einer neuen Arbeitsstelle zu bestehen (S. 2).
3.1.2
Dr.
med.
D._
, Allgemeinmedizin, berichtete am 3. April 2013 (Urk. 13/82/1-5) von zunehmenden Beschwerden von Seiten der
Thorakolum
balgie
und von einer deutlichen Bewegungseinschränkung der Schulter nach mehrmaligen Operationen. Nach einer
Reruptur
werde die
Rotatorenmanschette
am 24. April 2013 erneut operiert (S. 2; vgl. dazu auch nachfolgende E. 3.3). Die letzte Tätigkeit wie auch leichte und sehr leichte wechselnde Tätigkeiten mit ausreichend Pausen erachtete er im Umfang von 50 % als zumutbar (S. 3).
3.1.
3
In seinem undatierten Bericht
betreffend
das neurologische Konsilium vom 23. November 2012
(
Urk.
13/57)
und
die Kontrolle vom 5. Februar 2013 (Urk. 13/82/12-14)
führte
Dr. med.
E._
, FMH Neurologie,
aus,
dass sich von Seiten der Kraft und Beschwerden in den Beinen ein unveränderter Verlauf im Vergleich zur letzten Untersuchung präsentiere.
Die
Beschwerden
hätten
im Verlauf
eher
zugenommen, wobei vornehmlich eine Schwäche in der proxima
len Muskulatur kurzzeitig beschrieben worden sei. K
linisch-neurologisch
be
stehe
ein erfreulicher Befund mit regelrechter Kraft und lediglich einem im Ver
gleich zu links schwächeren Achillessehnenreflex (ASR). Die an der linken Wade bestehende Hypästhesie könne möglicherweise kooperationsbedingt sein oder alternativ auch einer Verlagerung der sensiblen Ausfallsymptomatik von
L5
zu S1 entsprechen, alternativ sei sie als unspezifisch respektive ohne sicheres neurogenes Korrelat zu bewerten. Die Hypästhesie des
linken
Kleinfingers sei
weiterhin vorhanden, sei jedoc
h als leicht ausgeprägt anzusehen. Insgesamt seien die klin
ischen
Befunde in Anbetracht der
Magnetresonanztomographie
(MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS
; vgl.
Urk.
13/82/8
) noch regelrecht, wobei klinische Zeichen einer Nervenwurzelausfallsymptomatik fehlten. Die im MRI nachgewiesenen Kompressionen und möglichen Beeinträchtigungen der Wur
zel
n L3-
5 rechts
betont seien aktuell ohne sicheres klinisch-neurologisches Korrelat. Die zu vermutende Knochenstörung aufgrund des Minderwuchses be
stätige sich in der MRI-Untersuchung der LWS, wobei vom Befund eine
Muko
polysacc
h
aridose
oder
spondyloep
ip
hys
äre
Dysplasie vermutet werde.
Dr.
E._
verneinte eine Arbeitsfähigkeit für mittelschwere bis schwere Tätigkei
ten. Für leichte Arbeiten mit wechselnder Tätigkeit und ausreichender Möglichkeit zur Einlegung von Pausen ging er von einer Arbeitsfähigkeit von zirka 50 % aus (S. 3).
3.2
Dr. med.
F._
, Oberärztin und Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, und Dr. med.
G._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheuma
tologie am Universitätsspital
H._
, stellten i
m
Z._
-
Gutachten vom
23. Dezember 2013
(Urk. 13/96)
folgende Diagnosen (S. 4):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Verdacht auf anamnestisch rezidivierende
depressive Störung mit aktuel
ler leicht depressiver Symptomatik (ICD-10 F33.0)
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
k
omplexe Läsionen der
Rotatorenmanschette
der rechten Schulter (ICD-10 M75.1)
Status nach offener
Rotatorenmanschettenrefixation
(
Supraspinatus
und
Infraspinatus
),
Bizepstenodese
und Osteosynthese Os
acromialis
am 2.7.2012
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
am 15.10.12 und 28.9.2012
Status nach offener
Rotatorenmanschettenrekonst
ru
ktion
mit direkter Naht de
s
Supraspinatus
,
Subscapularisrekonst
ru
ktion
mit
Pectoralis
major
-Teres
minor
-Transfer am 24.4.2013 bei Status nach
Supraspi
natusruptur
bei Status nach akuter und chronischer
Rotatorenman
schettenruptur
Status nach Traumatisierung der rechten Schulter infolge Stur
z
am 1.2.2011 und 15.5.2012
fortgeschrittene
Omarthrose
der rechten Schulter (MR-
Arth
ro
graphie
der rechten Schulter vom 21.3.2013
aktuell persistierend eingeschränkte Beweglichkeit und Kraft der rech
ten Schulter
chronisches zervikal und
lumbovertebral
betontes panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2, M54.5 und M54.6)
klinisch deutliche Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit in alle Richtungen
Kleinwuchs mit
spondylo-epiphys
är
er
Dysplasie der Wirbelkörper und Wirbelkörperfusionen im Bereich der unteren Brustwirbelsäule
(BWS)
sowie der Halswirbelsäule
(HWS
;
differentialdiagnostisch
Mukopoly
saccharidose
;
ICD-10 Q78.9)
r
adiomorphologisch
multietagige
sekundäre degen
e
r
at
ive Veränderun
gen der Bandscheiben mit Einengung der
Neuroforamina
im distalen lumbalen Bereich L3-S1 mit möglicher Wurzelaffektion L5/S1 beidseits (
MRI
der
LWS
vom 21.1.2013)
aktuell klinisch dringender Verdacht auf Wurzel-
Claudicatio
L5 oder S1 linksbetont mit intermittierender Ausfallsymptomatik
Kleinwuchs (ICD-10 E34.4)
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
unsichere ängstliche akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 F61.1)
anamnestisch beschriebener schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
Status nach Hüfttotalprothese und Implantation i
m Jahr
2000 im Rahmen der erwähnten
spondylo-epiphys
är
en
Dysplasie
Status nach traumatischer Amputation der distalen Phalanx des rechten Mittelfingers
Die Gutachter
wiesen darauf hin
, dass die somatischen Probleme aktuell deut
lich im Vordergrund stünden. Nach der letzten Operation der rechten Schulter
i
m April 2013 bestehe weiterhin eine Einschränkung der Kraft, da die Musku
latur der
Rotatorenmanschette
massiv verändert sei. Es bleibe dabei offen, ob sich eine wesentliche Besserung der Belastbarkeit der rechten Schulter einstellen werde
. Im Rahmen der Untersuchung habe der Beschwerdeführer
seinen
rechten Arm in seinem Alltagsleben praktisch noch nicht gebrauchen können. Des Weiteren sei der Rücken problematisch, da spinale Einengungen an mehreren Orten dokumentiert seien
. Dies
stelle
ein kongenitales Problem
dar
, wobei es bei
der Bildung von Diskushernien für
Kleinwüchsige keine Chance gebe, da
sie
keinen Spielraum
im
Rücken h
ätten
und es deshalb
zu
radikulären
Beschwerden komme oder bei einer Verletzung im HWS-Bereic
h die Gefahr einer
Tetraparese
bestehe.
Eine adäquate Behandlung sei bisher nicht erfolgt. Das neurologisch-bedingte Nachlassen des Beines aufgrund von in
t
ermittierenden motorischen Paresen habe sich mittlerweile eingestellt
, das heisst
der Beschwerdeführer
sei
aktuell nicht arbeitsfähig und
müsse
sich zuerst einem sehr versierten
Rücken
orthopäden
zuwenden, um eine therapeutische Option zu finden. Die Gutachter wiesen weiter darauf hin, der Beschwerdeführer benötige für eine berufliche Wiedereingliederung eine spezielle Nische, wo er mit seinem Minderwuchs und den somatischen Beschwerden eine Chance habe. Solange sich die Rücken- und Schulterproblematik
en
nicht verbessert hätten, sei eine Arbeits-Zumutbarkeit nicht gegeben.
Des Weiteren weise der Beschwerdeführer eine psychische Be
lastung auf, die sich durch unsichere, ängstlich akzentuierte Persönlichkeitszüge erkläre. Aktuell liege eine rezidivierende depressive Störung mit leichter de
pressiver Symptomatik vor
,
welche
sich im
Jahre
2013
entwickelt habe (S. 5 f. und S.
7).
Die Gutachter
führten weiter aus
, beim Beschwerdeführer bestehe bereits auf
grund seines Kleinwuchses eine bleibende Limitation.
Dazu
kämen Schulter- und Wirbelsäulenbeschwerden sowie psychiatrische Einschränkungen von 20 %.
In der Tätigkeit als Metzger bestehe aufgrund der kongenitalen
spondylo-epiphysären
Dy
s
plasie mit Kleinwuchs eine Arbeitsunfähigkeit.
Von
einer
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit
sei auch
für die seit 2001 ausgeübte vorwiegend sitzende Bürotätigkeit
auszugehen
, da schwerwiegende Einschränkungen des Bewegungsapparates bestünden.
D
er Beginn der vollen Arbeitsunfähigkeit
lasse sich
ab dem 15. Mai 2012 (zweiter Sturz mit
Rotatorenmanschettenruptur
)
ak
tendkundig
herleiten. Der Beschwerdeführer sei zudem auch in einer angepass
ten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig, da der klinische Zustand der rechten Schulter und die Veränderungen an der LWS
bisher nicht stabil seien, um eine berufliche Wiedereingliederung zu ermöglichen. Möglicherweise lasse sich in ein oder zwei Jahren und nach einer optimalen Behandlung eine Reintegration diskutieren (S. 5 f.).
Weiter wurde
darauf hingewiesen
,
dass
die medizinischen Massnahmen
in soma
tischer Hinsicht
nicht ausgeschöpft worden seien. Die Prognose betreffend die Wirbelsäule und die intermittierende
Wurzelclaudicatio
sei ernst, da die
multietagigen
Veränderung
en
in der Wirbelsäule im Rahmen einer kongenitalen
spondylo-epiphysären
Dysplasie entstanden sei
en
.
Zudem
hätten sich sekundäre degenerative Veränderungen an mehreren Segmenten des Bewegungsapparates
etabliert, die unter Berücksichtigung des Alters des Beschwerdeführers unge
wöhnlich stark ausgeprägt seien (S. 6 f.).
3.
3
Im
Bericht vom 30. Januar 2014
erwähnten die
behandelnden Ärzte des Kanton
s
spitals
I._
unter Hinweis auf die am 24. April 2013 durchgeführte
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
einen zufriedenstellenden postoperativen Verlauf. Eine Tätigkeit mit starker körperlicher Anstrengung - wie Metzger - er
achteten sie für nicht mehr zumutbar. Sie empfahlen eine Umschulung, so dass eine berufliche Integration mit leichter körperlicher Tätigkeit möglich sei. Aus diesem Grund werde auf eine weitere (Bescheinigung einer) Arbeitsunfähigkeit verzichtet (
Urk.
13/98).
In ihrem Bericht vom
5. Juni 2014
(Urk. 13/
102/6-8
) nannten die Ärzte des Kan
tonsspitals
I._
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
Hauptdiagnosen:
Schulter rechts: Status nach offener
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
mit direkter Naht der
Supraspinatus
-Sehne
,
Subscapularisrekonst
ruk
tion
mit
Pectorialis
major
/ Teres
major
Transfer vom 24.4.2013 bei
Status nach
Supraspinatusruptur
bei Status nach
acute
a
n
d
chronic
Ro
tatorenmanschettenruptur
Status nach offener
Rotatorenmanschettenrefixation
(
Supraspinatus
und
Infraspinatus
),
B
i
cepstenodese
und Osteosynthese Os
acromiale
am 2.7.2012
Status nach
Osteosynthesematerialentfernung
am 15.10.
2012
und 28.9.2012
Nebendiagnosen:
Lungenrundherd unklarer Genese
parahilär
links
Kleinwuchs differentialdiagnostisch konstitutionell /
spondylepiphysäre
Dys
plasie
Status nach Hüft-Totalprothese beidseitig 2000
Die Ärzte hielten fest,
dass seit der Schulteroperation im April 2013 noch leichte Beschwerden bestünden. In seiner ursprünglichen Tätigke
it als Metzger bestehe eine 100
%ige Arbeitsfähigkeit
(gemeint wohl: Arbeitsunfähigkeit; vgl. auch
Ziff.
1.4)
seit dem 21. Januar 2014. Der Beschwerdeführer könne aktuell den Arm kaum über die Horizontale heben, weshalb Überkopfarbeiten nicht möglich seien und er keine Lasten mehr heben könne.
In einer angepassten Tätigkeit, in welcher keine Lasten gehoben werden müssten, sei er indessen seit Januar 2014 voll arbeitsfähig
(S. 2)
.
3.
4
Im Untersuchungsbericht vom 16. Juli 2014 (Urk. 13/110) führte der RAD-Arzt med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, folgende Diag
nosen auf
(S. 5)
:
mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
keine
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
leichte depressive Episode einer rezidivierenden Depression (ICD-10 F33.1)
Der RAD-Arzt führte aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich des Untersuchs einen flüssigen und zusammenhängenden Gedankengang
, einen unauffälligen Antrieb
und keine Hinweise für Sinnestäuschungen, Ich-Störun
gen, inhaltliche Denk
-
oder
Gedächtnisstörungen gezeigt. Er sei affektiv schwingungsfähig ge
wesen mit wiederkehrenden Äusserungen von Verbitterung, habe erhöht
kränk
bar
gewirkt und sich lebhaft in Mimik und Gestik gezeigt. Es seien nur geringe depressive Symptome feststellbar gewesen, so dass allenfalls eine leichte de
pressive Episode vorliege. Der RAD-Arzt ging von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit als Kundenberater respektive in einer angepass
ten Tätigkeit aus (S. 3 und S. 5).
3.
5
Die RAD-Ärztin med.
pract
.
K._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, nannte in ihrem Bericht vom 16. Juli 2014 (Urk. 13/111
) folgende Diagnosen (S. 8):
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der gesamten Wir
belsäule
bei
multiplen Deformitäten
der Wirbelsäule im Rahmen des Kleinwuchses
leichte Bewegungs
-
und Belastungseinschränkung der rechten Schulter bei
Status nach
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
Kleinwuchs
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach traumatischer Amputation
Dig
. III recht
s
im
Fingermittelge
lenk
(
PIP
)
Status nach Hüft-Totalprothese beidseits
Die RAD-Ärztin hielt fest, dass im Rahmen der Untersuchung keine Hinweise auf eine
radikuläre
Symptomatik vorlägen. Die Zeichen nach
Las
è
gue
und
Bragard
seien negativ und die geklagten
Dysästhesien
hätten keiner
Nervenwur
zel
zugeordnet werden können. Es bestünden
indessen
paravertebrale Verspan
nungen sowie eine diskrete Umfangsdifferenz der Beine, die als Hinweis auf eine Schonung des linken Beines gewertet werden könne.
Im Vergleich zu dem im
Z._
-Gutachten
(vgl. E. 3.2)
erhobenen Befund sei die rechte Schulter deut
lich besser beweglich.
Im Zusammenhang mit der Bemerkung des
Z._
-Gutachters Dr.
G._
, wonach die Entwicklung einer linksseitig betonten intermittierenden Wurzel-
Claudicatio
L5 oder S1 wahrscheinlich
sei
(vgl.
Urk.
13/97/17-30 S. 11), wies die RAD-Ärz
tin darauf
hin, dass Dr.
G._
gleichzeitig festgestellt habe, dass bisher keine objektiven Anzeichen
für
eine Wurzelkompression
vorlägen
.
Dr.
G._
sei auf
grund der Schultererkrankung und de
r
Wirbelsäulenbeschwerden von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ausgegangen, wobei er seine Einschätzung betreffend Wirbelsäule auf die Anamnese und den
Röntgen
befund
gestützt
und daraus eine
mögliche intermittierende
Nervenwurzelkom
pre
ssion
abgleitet habe
. Die RAD-Ärztin wies darauf hin, dass es bei Dysplasien der Wirbelsäule häufig zu Wurzelkompressionen komme, dass eine solche Kom
pression bisher jedoch nicht nachgewiesen worden sei. Aus der blossen Mög
lichkeit einer Kompression sei aus medizinischer Sicht indessen keine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit ableitbar.
Die RAD-
Ärztin
führte weiter aus
, die Schulterbeweglichkeit sei seit Januar 2014 deutlich gebessert
. Der Operateur vom Kantonsspital
I._
habe in seinem Bericht vom 5. Juni 2014 (vgl. E.
3.
3
) festgehalten, eine angepasste Tä
tigkeit sei ab Januar 2014 zu 100 % zumutbar. Zudem sei der Schmerzmittel
verbrauch seit Erstattung des
Z._
-Gutachtens
auf ein bis zwei Tabletten
Irfen
600 mg pro Tag
reduziert worden, wobei im Rahmen der Laboruntersuchung kein Ibuprofen (
Irfen
) im Serum habe nachgewiesen werden können.
Beim Beschwerdeführer bestehe ein somatischer Gesundheitsschaden, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als
Kunden
berater
sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wobei sich die Ein
schränkung aus einem erhöhten Pausen- und Erholungsbedarf ergeb
e und die angestammte Tätigkeit
-
einen ergonomisch angepas
sten Arbeitsplatz voraus
gesetzt -
zugleich als angepasste Tätigkeit gelte. In
einer
a
ngepassten
Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern
und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende und
hüft
gelenksbelastende
Arbeiten) sei
seit Januar 2014
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
(S. 9-10).
3.
6
Dr. med.
L._
, Fachar
zt FMH für Innere Medizin speziell
Rheumatologie, führte in seinem Bericht vom 10. November 2014 (Urk. 13/127)
– im Wesentli
chen in Übereinstimmung mit seinem Bericht vom 4. April 2013 (
Urk.
13/84) -
folgende Diagnosen auf:
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
schmerzhafte Belastungs- und Bewegungseinschränkung der rechten Schul
ter bei
fortgeschrittener
Omarthrose
(MR
I
-
Arth
rographie
3/2013)
Status nach
Rotatoren
manschettenrekonstruktion
s
chmerzhafte Belastungs- und Bewegungseinschränkung der gesamten Wir
belsäule bei
s
pondylo-epiphys
är
er
Dysplasie (Deformitä
ten) der Wirbelsäule mit Kleinw
uchs
deutlichen degenerativen Abnützungen der
LWS
deutliche Bewegungseinschränkung des linken Hüftgelenks bei
Status nach Hüft-Totalprothese beidseits wegen
Coxarthrosen
Der Arzt führte aus, dass jede einzelne der genannten Behinderungen bei leicht
gradigen körperlichen Tätigkeiten an und für sich keine wesentliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit zu
r
Folge h
abe
. In der Gesamtschau müsse durch das Zusammentreffen mehrerer Behinderungen indessen davon ausgegangen wer
den, dass
er
auch
in
Tätigkeiten wie die Kundenbetreuung als
Versicherungs
berater
, welche der Beschwerdeführer zuletzt ausgeführt habe, deutlich einge
schränkt sei. Entsprechend sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer ähnlichen Tätigkeit auszugehen.
Dr.
L._
wies
sodann
darauf hin, dass die im
Z._
-Gutachten
(vgl. E. 3.
2
)
postulierte
Arbeitsfähigkeit von 0 % im gegenwär
tigen Zustand zu tief sei. Demgegenüber sei die vom RAD
am
16. Juli 2014 at
testierte Arbeitsfähigkeit von 80 % wegen des Zusammentreffens mehrerer Be
hinderungen zu hoch angesetzt.
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer seit spätestens 1997 nicht mehr in seinem ursprünglich gelernten Beruf als Metzger
arbeitete,
sondern
seither
als Vorsorge-
,
Anlage
-
und
Kundenberater
tätig war (
Urk.
13/12,
Urk. 13/59/1-3
).
Betreffend die
ursprüngliche Tätigkeit
als Metzger
ist aufgrund der Akten von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
(
Urk.
13/82/3,
Urk
. 13/96 S. 6, Urk. 13/102/6-8 S. 2
).
Die behandelnden Ärzte bescheinigten im Rahmen der Abklärungen zur Anmel
dung zum Leistungsbezug vom 5. Dezember 2011 (
Urk.
13/2) zunächst eine Ar
beitsfähigkeit von 100
%
als Kundenberater (
Urk.
13/10/2,
Urk.
13/11/1,
Urk.
13/15/2). In diesem Umfang war der Beschwerdeführer nach einer vorüber
gehenden Arbeitsunfähigkeit von Mitte September bis Mitte Oktober 2011 (
Urk.
13/1/1-6) denn auch erwerbstätig (
Urk.
13/12). Praktisch zeitgleich zur Auflösung des langjährigen Arbeitsverhältnisses infolge Konkurses des Arbeit
gebers am 30. Mai 2012 (
Urk.
13/22/9) zog sich der Beschwerdeführer anlässlich
eines Sturzes am 15. Mai 2012 eine
Rotatorenmanschettenläsion
an der rechten Schulter zu (Urk. 13/50/45). Diese wurde am
2.
Juli, 28. September und am 15. Oktober 2012 operativ versorgt (
Urk.
13/48/2,
Urk.
13/50/47,
Urk.
13/50/60,
Urk.
13/50/67) mit Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfallereignis (vgl.
Taggeldab
rechnungen
,
Urk.
13/50/7) bis Ende Januar 2013 (
Urk.
13/48/3) beziehungs
weise fortlaufend (
Urk.
13/82/2).
Dr.
D._
und der allein mit der Rückenproblematik befasste
Dr.
E._
bescheinigten zwar am 5. Februar beziehungsweise am 3. April 2013 eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
in der bisherigen Bürotätigkeit oder in einer (sehr) leichten wechselnden Tätigkeit (E. 3.1.2-3
hievor
). Inwieweit sie dabei die am 24. April 2013 durchgeführte neuerliche Schulteroperation berücksichtigten, legten sie in ihren Berichten nicht dar, weshalb auf diese Beurteilungen nicht abgestellt werden kann. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die
Beschwer
degegnerin
- insoweit gestützt auf das
Z._
-Gutachten (E. 3.2
hievor
) - nach dem Sturz im Mai 2012 von einer vollständigen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausging, dies auch im Lichte des Umstandes, dass auch die Ärzte des RAD erst ab Januar 2014 eine Arbeitsfähigkeit postulierten (E. 3.5
hievor
).
In Übereinstimmung mit dieser medizinischen Aktenlage hat die
Beschwerdegeg
nerin
zu Recht das Wartejahr im Mai 2012 eröffnet und die ganze Rente mit Wirkung ab Mai 2013 zugesprochen. Strittig und zu prüfen bleiben die Verhältnisse, wie sie im Zeitpunkt der Rentenherabsetzung (April 2014) vorgelegen haben, und insbesondere, ob im Januar 2014 eine gesund
heitliche Verbesserung eingetreten ist.
4.2
Während Dr.
E._
und Dr.
L._
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten mit wechselnder Tätigkeit respektive in einer ähnlichen wie vom Be
schwerdeführer zuletzt ausgeführten Tätigkeit postulierten (vgl. E. 3.1
.3
und E. 3.6), gingen die
Z._
-Gutachter sowohl in der
bisherigen
wie auch in einer angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsunfähigkeit seit
dem
15. Mai 2012 (vgl. E. 3.2)
aus. Demgegenüber hielten die Ärzte de
s
Kantonsspitals
I._
sowie die RAD-Ärzte eine körperliche leichte und wechselbelastende Tätigkeit seit Januar 2014 für zumutbar (vgl.
Erw
. 3.
3-5
).
4.3
4.3.1
Eine Durchsicht der medizinischen
Unterlagen
ergibt
, dass die
Untersuchungsbe
richte der RAD-Ärzte med.
pract
.
J._
und med.
pract
.
K._
vom 16. Juli 2014 (vgl. E. 3.4-5
) für die Bestimmung des
Invaliditäts
grades
des Beschwerdeführers umfassend
sind
und auf den erforderlichen Un
tersuchungen
beruhen
. Besagte Berichte wurde
n
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben und leuchten in der Darlegung der medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen der RAD-Ärzte in einer Weise begründet, dass d
er
R
echtsanwend
er
sie prüfend nachvollziehen kann.
Med.
pra
ct
.
J._
legte schlüssig dar, dass der Beschwer
deführer unter
akzentuierten
Persönlichkeits
zügen
, Agoraphobie sowie einer leichten depressiven Episode
leidet, welche jedoch ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bleiben.
Med.
pract
.
K._
beschrieb einleuchtend, dass
sich
die Schulter
problematik
seit Januar 2014 deutlich verbessert
hat
und
der Be
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu
100 %
arbeitsfähig
ist. Be
treffend die
Wirbelsäulen
symptomatik
setzte sich die RAD-Ärztin mit
den
dies
bezüglichen Ausführungen
der
Z._
-Gutachter
auseinander
und legte überzeu
gend dar, dass keine sicheren Hinweis
e
für eine Wurzelkompression vorliegen und
dem Beschwerdeführer die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als
Kunden
berater
im Umfang von 80 %
zumutbar ist. Die
Bericht
e
von med.
pract
.
J._
und med.
pract
.
K._
erfüll
en
demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer ärztlichen Expertise (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157
E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
4.3.2
An der psychiatrischen Beurteilung des RAD-Arztes med.
pract
.
J._
vermag die Einschätzung der
Z._
-Gutachterin Dr.
F._
nichts zu ändern, welche bei identischer Diagnosestellung (d
er
von Dr.
F._
zusätzlich genannte schädliche Gebrauch von Alkohol ist seit 2011 nicht mehr relevant, Urk. 13/9
7/1-16
S. 4) bezüglich
der leichten depressiven Episode sowie Agora
phobie von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit aus
ging
(Urk. 13/110 S. 4 und Urk. 13/9
7/1-
16
S.
8
)
.
Der Arztperson kommt bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitli
chen Beeinträchtigung für die Arbeitsfähigkeit keine abschliessende
Beurtei
lungskompetenz
zu. Vielmehr nimmt
sie
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst
,
sie gibt zuhanden der Verwaltung und des Gerichts eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich b
egründet (BGE 140 V 193 E. 3.2).
Die Schlussfolgerung der
Z._
-Gutachterin
ist nicht nachvollziehbar
,
zumal sie lediglich von einer niedergestimmten Grundstimmung bei ansonsten erhaltener Schwingung
sfähigkeit und unauffälligem Ant
rieb
sowie von diffusen Ängsten in grösseren Menschenmengen
,
im Lift oder in Räumen
berichtet
e
(
Urk. 13/97/1-
16
S.
7-8
), jedoch keine Ausführungen darüber macht
e
, inwiefern sich die diagnostizierten Störungen konkret auf die Arbeit
sfähigkeit auswirken und wie das von ihr vorgeschlagene Arbeitspensum (
sieben Arbeitsstunden pro Tag bei einer 5-Tageswoche)
den Beschwerden entgegen wirken sollen
(vgl.
S. 10)
.
Im Übrigen
liegen
weder
aktenkundige Hinweise vor, dass
sich
der Be
schwerdeführer
im Zeitpunkt
der Untersuchung durch
die
Z._
-Gutachte
rin
res
pektive danach
noch
in
psychiatrische
r
Behandlung befand (vgl. Urk. 13/97/
1-
17
S. 10
am Ende
und Urk. 13/128/1-3 S. 2)
,
noch wurden allfällige psychische Störungen in der Beschwerde thematisiert.
Schliesslich
kommen leichten bis mitte
lgradigen depressiven Störungen
in der Regel keine invalidisierende Wir
kung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom 14. Mai 2013 E. 3.5 mit Hinweisen, 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
4.3.
3
Die Feststellung von med.
pract
.
K._
betreffend die deutliche Verbesse
rung der Schulterproblematik (Urk. 13/111 S. 10)
steht im Einklang
mit der Einschätzung der
behandelnden
Ärzte
des Kantonsspitals
I._
vom 30. Januar und 5. Juni 2014
, welche lediglich noch von
„
leichten Beschwerden” sprachen und
betreffend
Tätigkeiten ohne stark körperliche Arbeiten respektive Heben von Lasten von einer vollen Arbeitsfähigkeit seit Januar 2014 ausgingen (Urk.
13/
98
S. 2 und Urk. 13/102/6-8
S. 2 Ziff. 1.4 und Ziff. 1.6-7).
An dieser Beurteilung vermag das
Z._
-Gutachten, wonach bei der rechten Schul
ter nach der Operation im April 2013 weiterhin eine Einschränkung der Kraft bestehe
,
der rechte Arm im Alltag noch nicht gebraucht werden könne
und eine diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit bestehe
(Urk. 13/96
S.
5
und Urk. 13/97/17-30 S. 10, S.
12
f.
)
,
nichts zu ändern. Die Einschätzung
des
Z._
-
Gutachters
Dr.
G._
beruhte auf der Untersuchung der Schulter am 31. Juli 2013
(Urk. 13/97/17-30 S. 1)
,
welche lediglich
zwölf Wochen nach der dritt
en Operation am 24. April 2013
stattfand
, und trug
demzufolge
der in den
Folge
monaten
eingetretenen Verbesserung keine Rechnung. Dr.
G._
wies
zudem
im Sommer 2013
darauf hin, dass die medizinischen Massnahmen betreffend die Schulter noch nicht ausgeschöpft seien und das Resultat der sich im
Untersu
chungszeitpunkt
noch befindlichen Behandlung für mindestens sechs Monate abgewartet werden müsse, um
eine definitive Beurteilung des Zustands vor
nehmen zu können (Urk. 13/97/17-30 S. 13)
. Die
RAD-
Untersuchung erfolgte am 15. Juli 2014 (Urk. 13/111 S. 1)
,
mithin
mehr als sechs Monate
nach
Erstat
tung des
Z._
-Gutachtens
respektive 1
5
Monate nach der dritten Operation
,
so
wie
nach Vorliegen entsprechender Berichte der behandelnden Ärzte de
s
Kan
tonsspitals
I._
vom Januar und
Juni 2014. Im Übrigen
wurde
der Um
stand, dass sich der Zustand der Schulter
nach
Erstattung des
Z._
-Gutachtens
deutlich verbessert hat
,
nicht
beanstandet
(Urk. 1 S. 6).
4.3.4
Im Zusammenhang mit der Wirbelsäulenproblematik
stützte der
Z._
-Gutachter Dr.
G._
seine Einschätzung
betreffend die
Arbeits
un
fähigkeit
auf die Angabe von belastungsabhängigen
Dysästhesien
bei radiomorphologischen
Hinweisen auf eine kongenitale Dysplasie und wies darauf hin,
dass die Entwicklung einer intermittierenden Wurzel-
Claudicatio
L5 und S1 linksbetont wahrscheinlich sei, was zu einer verminderten Belastbarkeit des Rückens im Alltag führe (Urk. 13/
97
/
17
-30 S. 11)
.
Die
von
Dr.
G._
beschriebenen
Dysplasien bestehen seit Geburt und haben den Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Berater
in der Vergangenheit
nicht eingeschränkt. Entsprechend attestierte der Hausarzt des Beschwerdeführers Dr. med.
M._
, Allgemeine Medizin FMH, am 13. Juli 2012 unter Hinweis auf Schmerzen im Wirbelsäulenbereich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Investmentberater (Urk. 13/15/1-4 S. 2 Ziff
. 1.4 und 1.6). Inwiefern sich seither eine Verschlechterung ergeben haben soll, wird im
Z._
-Gutachten
nicht dargelegt und kann darau
s auch nicht geschlossen werden.
Vielmehr wird im
Bericht
von Dr. med.
N._
,
Facharzt FMH Radiologie und Neuroradiologie
, vom 22. Januar 2015 (Urk. 3/4)
festgehalten, dass sich ge
genüber der Voruntersuchung vom 21. Januar 2013
(
Urk.
13/82/8)
keine signi
fikanten Änderungen ergeben hätten.
Abgesehen davon ist
keine
tatsächliche Wurzelbeeinträchtigung
ausgewiesen, was
bereits
Dr.
G._
bestätigt
e
, welcher lediglich von einer
wahrscheinlichen
Beeinträchtigung ausg
ing
(Urk. 13/
97
/
1
7
-30 S. 11)
.
Gleiches ergibt sich aus de
m
Bericht von
Dr.
E._
,
der
ebenfalls von
bloss
möglichen
Beeinträchtigungen der Wurzel L3-L5 ohne sicheres klinisch-ne
u
rologisches Korrelat respektive fehlenden klinischen Zeichen einer Nerven
wu
r
zelausfallsymptomatik
sprach
und im Übrigen die klinischen Befunde in Anbetracht der MRI der LWS als
„
noch regelrecht” einstuft
e
(Urk. 13/82/
12-14 S. 3)
.
Im Übrigen
gingen auch
die
Dres
.
A._
,
N._
und
B._
in ihren Berichten
vom 31. Januar und
18.
respektive 23.
Februar 2015 (Urk. 3/4 und Urk.
9/1-2)
von bloss möglichen Wurzelreizungen
aus
, sofern auf diese Berichte überhaupt abzustellen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_698/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.1)
.
Vor diesem Hintergrund ist die von Dr.
G._
postulierte
100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar.
Gleiches gilt mit Bezug auf die von Dr.
L._
erwähnte Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(vgl. E. 3.6)
. Letztere
leitete er
aus dem blossen Zusamme
ntreffen mehrerer Behinderungen ab, ohne jedoch darzutun, inwiefern dieser Umstand die Ar
beitsfähigkeit konkret beeinträchtigen soll.
G
emäss Dr.
L._
ist der Beschwer
deführer
aufgrund der Beschwerden im Alltag beim Tragen, Heben,
Umplatzie
ren
und bei sonstigen Manipulationen von Gegenständen, Büromaterialen
und Hilfsmit
teln eingeschränkt (Urk. 13/127
). Bei diesen Einschränkungen ist die Schlussfolgerung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer wie vom Beschwer
deführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Berater nicht plausibel, besteht
doch
eine solche Arbeit
nicht im Tragen, Heben oder
in
sonstigen Manipulationen von Gegenständen respektive
könnte entsprechenden Limitierungen
durch
eine
Anpassung
des
Belastungsprofils in
angemessener
Weise Rechnung getragen werden.
Was
die von Dr.
D._
in seinem Bericht vom 3. April 2013 (Urk. 13/82/1-4) erwähnte Arbeitsunfähigkeit
von 50 % be
t
rifft, so beruhte diese auf der Einschätzung von Dr.
E._
und
entbehrte zudem jeglicher nähe
rer Begründung
(S. 3
Ziff.
1.7)
.
Mit Bezug auf den
vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwand einer im LWS-Bereich eingetretenen Verschlechterung
(Urk. 1 S. 6 und S. 7 f.)
ist zu be
rücksichtigen, dass
f
ür die Beurteilung die Verhältnisse bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens
massgebend sind
(Verfügung vom 22. Dezember 2014; Urteil des Bundesgerichts 9C_698/2012 vom 3. Mai 2013 E. 1.1), weshalb
eine
allfällige nach dem 22. Dezember 2014 eingetretene Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers
im vorliegenden Verfahren
nicht zu berücksichtigen ist. Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, die
Beschwer
degegnerin
hätte nicht einfach von einer erheblichen Verbesserung der medizi
nischen Situation ausgehen dürfen und hätte insbesondere weitere neurologi
sche Abklärungen anordnen müssen
(Urk. 1 S. 6 und S. 7)
. Diesbezüglich ist d
arauf hinzuweisen, dass die RAD-Ärztin lediglich mit Bezug auf die
Schulter
problematik
von einer Verbesserung ausgegangen ist
(Urk. 13/111 S. 9)
.
Die von Dr.
G._
abgegebene Empfehlung betreffend
neurologische Abklärungen wurde sodann im Hinblick auf die im Zeitpunkt der Erstattung des
Z._
-Gutachtens noch nicht voll ausgeschöpften medizinischen Massnahmen
respektive
allfällige zukünftige therapeutische Optionen
erteilt
(Urk. 13/97/17-30 S. 13)
.
Im Übrigen sind von weiteren Sachverhaltsabklärungen, insbesondere der Einholung eines zusätzlichen medizinischen Gutachtens
(vgl. Urk. 1 S. 7-9)
, betreffend den im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebenden Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb sich solche erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157
E. 1d mit Hinweisen)
.
Dies gilt insbesondere mit Bezug auf
allfällige
Wurzel
-
beein
trächtigungen
,
die
auch
in den
Abklärungen vom Januar/Februar 2015
nicht nachgewiesen werden konnten (
Urk. 3/4 und
Urk. 9/1-2), sowie den Kleinwuchs, welcher namentlich von den
Z._
-Gutachtern und den RAD-Ärzten bereits be
rücksichtigt wurde (Urk. 13/96
S. 4 und
Urk. 13/111 S. 8)
.
4.4
Im Lichte der obigen Erwägungen
ist erstellt, dass der Beschwerdeführer
vom 15. Mai 2012 (Zeitpunkt des zweiten Sturzes auf die Schulter) bis Ende 201
3
vollumfänglich arbeitsunfähig respektive
seit Januar 2014
in seiner bisherigen
Tätigkeit im Ausmass von 80 %
arbeitsfähig ist.
Dieser Erhöhung der Arbeitsfä
higkeit liegt eine wesentliche Verbesserung der Schulterproblematik zu Grunde
, so dass ein Revisionsgrund (E. 1.3
hievor
) ausgewiesen ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in erwerbli
cher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Bei
zug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Die Beschwerdegegnerin zog die in den Jahren
2002 bis 2010 gemäss IK-Aus
zug bei der letzten Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erwirtschaftete
n
Ein
kommen heran und ermittelte – infolge der nicht unerheblichen Schwankungen in der Einkommenserzielung – einen entsprechenden Durchschnittswert von Fr. 61‘975.80. Diesen Betrag rechnete sie anhand des Nominallohnindexes auf das Jahr 2013 (frühestmöglicher Rentenbeginn) hoch und gelangte so zu einem
Valideneinkommen
von Fr. 63‘601.10 (Urk. 1
13/
47/4 und Urk. 13/113)
.
Zwar ist bei
starke
n
und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene
n
Schwankungen
- wie sie bei dem teilweise auf Provisionsbasis
entlöhnten
Be
schwerdeführer aufgetreten sind
(vgl. Arbeitsvertrag, Urk. 13/22/3, und IK-Aus
zug,
Urk.
13/47) -
auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durch
schnittsverdienst
abzustellen
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_508/2011 vom
6. Oktober
2011
E. 3.3). Beim Heranziehen des bei der
Y._
AG erzielten Durchschnittsverdienstes übersieht die Beschwerdegegnerin jedoch, dass der zuletzt erzielte (Durchschnitts-) Lohn nicht
zur Bestimmung des
Validenein
kommens
dien
en darf,
wenn der Versicherte
seine Arbeitsstelle
nicht aus ge
sundheitlichen Gründen, sondern wie hier
infolge konkursbedingter
Betriebs
schliessung
verliert (Urteil
des Bundesgerichts 8C_462/2014 vom 18. November 2014 E. 4.2).
Es rechtfertigt sich daher, das
Valideneinkommen
mittels der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 zu ermitteln (E. 5.2.2
hie
vor
). Diese weist für mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundene Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Ver
kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektrischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst; vgl. dazu Urteil des Bun
desgerichts 8C_198/2016 vom 8. Juni 2016 E. 3.4) für Männer einen Monats
lohn von
Fr.
8‘038.-- aus (TA1
Ziff.
64-66).
Unter Berücksichtigung der
im
entsprechenden Sektor
durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.
4
Stunden im
Zeitpunkt der Rentenherabsetzung im
Jahr
2014
(
Bundesamt für Statistik, BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T
03.02.03.01.04.01
Ziff.
K.
64-
66) und der
Nominallohnentwicklung
der
Männer
löhne
vom
Index 21
88 auf 2220 (BFS, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne
)
beträgt das mass
gebliche
Valideneinkommen
Fr. 101‘292.-- (Fr. 8‘038.
x 12 / 40 x 41.4 / 2188 x 2220).
5.3.2
Zur Berechnung des Invalideneinkommens ist
ebenfalls
auf die LSE abzustellen, gemäss welchen sich der Lohn (40-Stunden-Woche) für
praktische
Tätigkeiten für Männer im Jahr 201
2
auf Fr.
5
‘
633
.
--
belief
(LSE Tabelle TA1 Total aller Wirtschaftszweige,
Kompetenz
niveau
2
, Männer)
.
Der Beschwerdeführer absol
vierte eine Lehre als Metzger und besuchte berufliche Aus- und Weiterbildungs
kurse (Kundenberater Versicherungsbranche, Fonds- und Anlageschulung Bank
Vontobel
sowie Erwerb Broker-
Linzenz
,
Urk.
13/59/2), absolvierte im Finanz- bzw. Versicherungsbereich aber keine Ausbildung. Bei dieser Ausgangslage ist es unrealistisch, dass der Beschwerdeführer wieder eine ähnlich
entlöhnte
Stelle findet. Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art kommen ebenfalls nicht in Frage, sondern praktische Tätigkeiten, wobei der Beschwer
deführer nicht auf ein bestimmtes Wirtschaftssegment beschränkt ist.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr
2014
(
BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, Total
), der Nominallohnentwicklung für Männer (
vom
Index 21
88
auf 22
20
) sowie des 80%-Pensums resultiert ein mög
liches Einkommen von Fr.
5
7
‘2
00
.-- (Fr.
5
‘
633
.-- / 40 x 41.7 x 12 /
21
88
x 22
20
x 0.8
)
.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad mittels
Prozent
vergleichs
und gewährte keinen Abzug vom Tabellenlohn. Dies erscheint nicht als willkürlich (zu den Voraussetzungen zum Abweichen: BGE 137 V 71 E. 5.1), steht dem Beschwerdeführer
doch eine breite Palette möglicher Tätigkeiten of
fen und wirkt sich eine einmalige ergonomische Anpassung eines
Büroarbeits
platzes
nicht auf den Lohn aus.
5.
3
.3
Bei einem
Inv
alideneinkommen von Fr.
57
‘
200
.-- und einem
V
alideneinkom
men
von Fr.
101
‘
292
.--
resultiert ein
e Erwerbseinbusse von
Fr.
44‘092.
--
und somit ein
Invaliditätsgrad von gerundet
44
% (BGE 130 V 121).
Zusammenfassend erweist sich
damit
die revisionsweise Änderung der
ganzen Rente per
Ende
März 2014
zwar als grundsätzlich rechtens. Jedoch ist die Rente nicht aufzuheben, sondern in teilweiser Gutheissung der Beschwerde auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens g
emäss Art. 69
Abs.
1
bis
IVG
sind
ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de
r
un
terliegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.
6.2
Ausgangsgemäss hat
der
Beschwerdeführer gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozial
versicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
Mit Honorarnote vom 2
0.
August respektive
2.
Oktober 2015 (
Urk.
16-17) machte die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen Auf
wand von 11
Stunden und
10
Minuten (d.h. 11.16 Stunden)
und Barauslagen von
Fr.
73.30 geltend, was angemessen erscheint. Daraus resultiert eine
von der Beschwerdegegnerin zu ersetzende Entschädigung
von insgesamt Fr.
2‘7
32
.-- (inklusive Mehrwertsteuer
und Barauslagen
)
.