# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac826e0b-cf6d-4cf3-86d9-aaf679c242b9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre
198
2 geborene
X._
war seit dem
1.
Juni 2013
bei der
Y._
AG ange
stellt und als solche bei der
Vaudoise
Allgemeine
, Versicherungs-Gesellschaft AG
(
Vaudoise
),
obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs-
und Nichtbetriebsunfällen versi
chert. Bei einem Autounfall
am
2.
No
vember 2017 zog sich die Versicherte eine
Thoraxquetschung
sowie ein Schleu
dertrau
m
a zu (
Urk.
8
/1). Die Erstbehandlung fand gleichentags
statt, wobei ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma diagnostiziert und der entsprechende Dokumentationsbogen ausgefüllt wurde (
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für All
gemeine Innere Medizin;
Urk.
8/3 f.). Infolge persistierender Beschwerden wurde am 2
9.
November 2017 ein MRI des Schädels angefertigt (
Urk.
8/7).
In der Folge zog die
Vaudoise
ein neurologisches Aktengutachten bei und führte eine Kurzbe
urteilung anhand der Akten durch ih
ren beratenden Arzt durch (Neurologisches
Aktengutachten vom
5.
März 2018,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Urk.
8/21; Beurteilung von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie,
Urk.
8/24).
Mit Verfügung vom
1
5.
Juni 2018 sowie 1
8.
Juli 2018
stellte die
Vaudoise
ihre Leistungen per
2.
Februar 2018 ein, unter Hinweis darauf, dass auf eine Rückfor
derung bereits bezahlter Kosten verzichtet werde (
Urk.
8/25,
Urk.
8/27
). Mit
Ein
spracheentscheid
vom
1
2.
November 2018 hielt sie an dieser Einschätzung fest
(
Urk.
8/34
=
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 1
1.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte, es seien der Beschwerdeführerin über den
2.
Februar 2018 hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom
2.
Novem
ber 2017 auszurichten; unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Januar 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der
Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 2
5.
Januar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
in der hier anwendbaren, seit
1.
Januar 2017 in Kraft stehenden Fassung
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versi
cherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen ist, rechtfertigt es sich, im Einzelfall analog zur Methode vorzuge
hen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c, 117 V 359 E. 5d/
bb
, vgl. auch 115 V 133 E. 6).
1.4
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
tigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün
det sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/201
6 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
E
inspracheentscheid
da
mit, dass gestützt auf die Akten von einer leichten HWS-Distorsion ohne struk
turelle unfallbedingte Läsionen auszugehen und gemäss der Fachliteratur ein
Endzustand nach spätestens drei Monaten anzunehmen sei. Aufgrund der klaren Aktenlage entfalle die Notwendigkeit einer externen Begutachtung (
Urk.
2 S. 3
f.).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass
sich
Dr.
A._
in seinem Aktengutachten
hinsichtlich der spärlichen Dokumentation zu den bestehenden Beschwerden
beklagt
habe, sodass die Be
weistauglichkeit für eine Aktenbeurteilung nicht gegeben sei (
Urk.
1 S. 7). Weiter könne die Beschwerdegegnerin auch aus dem Reintegrationsleitfaden Unfall des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) nichts zu ihren Gunsten ableiten, da dieser lediglich als Arbeitsinstrument für die Mitarbeite
nden
eine
r Versiche
rungsgesellschaft dien
e, um rechtzeitig die erforderlichen Abklärungen oder Un
terstützungen zu veranlassen (S. 7 f.). Nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts sei bei länger bestehenden Beschwerden ohne deutliche Besserungstendenz zügig eine interdisziplinäre Abklärung in die Wege zu leiten (S. 9).
3.
3.1
Dr.
Z._
konnte anlässlich der Erstbehandlung eine Schreckreaktion, Schmer
zen im Bereich Thorax und Sternum sowie eine deutliche panvertebrale Bewe
gungseinschränkung HWS-betont feststellen und diagnostizierte ein
kraniozervi
kales
Beschleunigungstrauma
. Ab dem
2.
November 2017 sei
von
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, vora
ussichtlich für die Dauer von 4 bis
5 Wochen
(
Urk.
8/3).
Dem entsprechenden Dokumentationsbogen ist dabei zu entnehmen, dass die Be
schwerdeführer
in
sofort nach dem Unfall über Kopf- und Nackenschmerzen sowie über Hör- und Sehstörung
en
geklagt hat
,
bei
blander
Anamnese. Weiter wurde eine durchgehend eingeschränkte und schmerzhafte Beweglichkeit der HWS
ver
merkt
bei Ruheschmerzen
mit
Ausstrahlung in die HWS sowie
Thoraxschmerzen
bei unauffälliger neurologischer Untersuchung. Als vorläufige Diagnose wurde eine HWS-Distorsion Grad II
diagnostiziert und als Therapie
wurden
Analgetika, NSAR systemisch sowie Physiotherapie verordnet (
Urk.
8/4).
3.2
Infolge therapieresistenter
Kopfschmerzen mit Konzentrations- und Schlafstörun
gen sowie Schwindel und verminderter kognitiver Leistung wie auch Ausstrah
lungen in die HWS wurde am 2
9.
November 2017 ein MRI des Schädels erstellt. Dabei konnten keine posttraumatischen Veränderungen festgestellt werden (
Urk.
8/7).
3.3
In seinem Zwischenbericht vom
1
0.
Februar
2018 berichtete
Dr.
Z._
über einen protrahierten Verlauf bei weiterhin objektivierter schmerzbedingter Bewe
gungseinschränkung
. Im Bürobereich sei eine Wiederaufnahme der Arbeit
inner
halb zwei bis vier Wochen
zu 50
%
anzustreben (
Urk.
8/14).
3.4
Dr.
A._
bestätigte in seinem neurologischen Aktengutachten vom
5.
März 2018 die Diagnose einer leichten HWS-Distorsion Grad II (
Urk.
8/21 S. 4). Die ärztliche Dokumentation zu den bestehenden Beschwerden sei ausgesprochen spärlich. Die Angaben persistierender Kopf- und Nackenschmerzen sei unspezifisch und ge
nüge den Anforderungen einer fachärztlich-neurologischen Kopfschmerzanam
nese nicht. Rein aufgrund der Akten könnten bei unauffälliger MR-Bildgebung des Schädels und der HWS sowie unter Berücksichtigung des natürlichen Verlaufs einer leichten HWS-Distorsion keine anhaltenden unfallbedingten Beschwerden erklärt werden. Leichte Beschleunigungsverletzungen der HWS würden in der Re
gel einen günstigen Verlauf nehmen, aufgrund der gutachterlichen Referenzlite
ratur könnten Beschwerden, die über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten anhalten würden, nicht mehr als unfallkausal erklärt werden, sodass vorliegend keine unfallkausalen Beschwerden mehr zu erwarten wären (S. 5 f.). Aus neuro
logischer Sicht sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen
(
S. 7).
3.5
In seinem Zwischenbericht vom
1
4.
Mai
2018 führte
Dr.
Z._
aus, dass die Be
schwerdeführerin weiterhin über persistierende HWS-Beschwerden klage, welche zum Teil noch immer stark seien und zu Schlafstörungen führen würden.
Die Frage, ob unfallfremde Faktoren mitspielten, beantwortete er mit «eher nein».
Eine Wiederaufnahme der Arbeit sei zu 80
%
knapp möglich (
Urk.
8/23).
3.6
Dr.
B._
diagnostizierte in seiner Kurzbeurteilung anhand der Akten
vom 2
3.
Mai 2018
ein
leichtes HWS-Distorsionstrauma Grad II. Die initialen Be
schwerden hätten im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
2.
November 2017 gestanden, wobei der Status quo ante nach 4 bis maximal 6 Monaten erreicht worden sei. Er schliesse sich den Ausführungen von
Dr.
A._
an (
Urk.
8/24).
3.7
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, diagnostizierte am 21. Sep
tember 2018 ein
chronifiziertes
zervikozephales
Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsion (
Urk.
3). Das MRI vom
9.
September 2018 zeige eine geringe
Dis
kusprotrusion
C4-7 ohne Neurokompression. Weiter sprach er von posttraumati
schen Veränderungen nach einer HWS-Distorsion im Sinne von vergrösserten Schmerzarealen und verbreiteter spinaler
Hyperexitabilität
.
4.
4.1
Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin keine ver
sicherungsexternen Abklärungen vorgenommen hat. Das von der Haftpflichtver
sicherung des Unfallverursachers (vgl. Polizeirapport,
Urk.
8/16a) beigezogene neurologische Gutachten stellt zudem eine
blosse
Aktenbeurteilung dar, ebenso die Kurzbeurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin.
Nachdem bereits im Hinblick auf versicherungsinterne Beurteilungen von erhöh
ten Beweisanforderungen auszugehen ist, gilt dies ebenso für medizinische Ak
tenberichte. Solche
sind
lediglich dann
beweistauglich, wenn die Akten ein voll
ständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorlie
gen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Un
terlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen
(Urteil des Bundesgericht 8C_135/2017 vom
4.
September 2
017 E. 3.2).
Der Vertreter der Beschwerdeführerin weist zu Recht darauf hin, dass
Dr.
A._
auf die spärliche Dokumentation zu den bestehenden Beschwerden hinw
ies
(Urk. 8/21 S. 5). Gerade bei einer solchen Aktenlage kann eine reine Aktenbeur
teilung eine
Einschätzung der Sachlage
unter Vornahme einer
Untersuchung nicht ersetzen. Eine versicherungsexterne Abklärung ist dabei schon bei geringen Zweifeln an der versicherungsinternen Beurteilung angezeigt
, welche die von den behandelnden Ärzten als eher unfallkausal bzw. posttraumatisch beurteilten Be
schwerden durchaus zu erwecken vermögen.
4.2
Weiter
erscheint es auch fraglich, ob eine rein neurologische Abklärung dem vor
liegenden Sachverhalt gerecht wird.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegne
rin beim Unfall vom
2.
November 2017 ein HWS-Schleudertrauma Grad II erlitten h
at;
das Vorliegen des dabei typischen bunten Beschwerdebildes ergibt sich dabei aus dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Be
schleunigungstrauma (
Urk.
8/4).
Die gestellte Diagnose erscheint dabei auch un
ter Berücksichtigung der objektiven Unfallschwere als plausibel. So
ermittelte das
versicherungstechnische Gutachten eine stossbedingte Geschwindigkeitsände
rung quer zur Fahrtrichtung von 7-11 km/h sowie entgegen der Fahrtrichtung von 15-20 km/h (
Urk.
8/33a). In der Folge zeigte sich ein protrahierter Verlauf mit einer Tendenz zur
Chronifizierung
(vgl.
Urk.
8/32b,
Urk.
3), sodass rechtspre
chungsgemäss die Anordnung einer interdisziplinären Abklärung angezeigt
ist
(BGE 134 V 109
E. 9.3
).
Vor diesem Hintergrund vermag die Aktenbeurteilung
durch
Dr.
A._
auch in inhaltlicher Sicht nicht zu überzeugen.
U
nbestritten
ist
, dass bei einer Vielzahl der
Schleudertraumafälle
schon nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung eintritt (vgl. BGE 134 V 109 E. 9.3). Daraus kann aber ohne fundierte Abklärung des Einzelfalls
nicht
auf eine fehlende Kausalität nach statistischen Mittelwerten ge
schlossen werden. Andernfalls wäre die vom Bundesgericht entwickelte Recht
sprechung zur Adäquanz bei HWS-Distorsionen (
Schleudertraumapraxis
) obsolet, wäre die natürliche Kausalität doch ohnehin nach einer tabellarisch festgesetzten Dauer zu verneinen.
4.3
Zusammenfassend ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Anordnung einer externen interdisziplinären Abklärung zurückzuweisen. Nachdem die Leistungs
einstellung
per
2.
Februar 2018 erfolgte und nun ohnehin eine umfassende Ab
klärung ansteht,
kann
im vorliegenden Verfahren
offen bleiben
, ob der
vor Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
eingetretene
Sachverhalt vom
8.
Sep
tember 2018 (von einem Gast am Nacken gepackt und geschüttelt worden,
Urk.
8/32b) zu einer weiteren Verschlechterung des Zustandes geführt hat.
Die Gutachter werden sich
umfassend zu den Unfallfolgen der Ereignisse vom
2.
No
vember 2017 und
8.
September 2018 zu äussern haben, bei Bejahung der natür
lichen Kausalität
werden bei fehlenden organischen Schäden auch die
für die Adäquanz massgebenden Kriterien
zu prüfen sein
.
5.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh
rerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses auf
Fr.
1'8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.