# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5aaad8e1-81b6-44b5-9d33-5f83a999bc6a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, ist
seit 1995 als selbständige
Kinesiologin
tätig (
Urk.
7/6
Ziff.
5.4).
Unter Hinweis auf die Folgen eines Ver
kehrsunfalles vom 2
2.
August 2013 meldete
sie sich
am 1
4.
Januar 2014
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6
Ziff.
6.2-6.3
). Mit Verfü
gung vom 2
5.
März 2015 (
Urk.
7/53) verneinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Anspruch auf IV-Leistungen. Die von der Versi
cherten am 2
8.
April 2015
(
Urk.
7/54/3-10)
dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
2
5.
September 2015 (Verfahren-Nr.
IV.2015.00460) in dem Sinne gut, dass es die Verfügung vom 2
5.
März 2015 auf
hob und die Sache zur ergänzenden Abklärung des Sachverhaltes an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
7/62 S. 11 Dispositiv
Ziff.
1).
1.2
Die IV-Stelle holte
in der Folge
medizinische Berichte (
Urk.
7/65/2-3
,
Urk.
6/68
)
ein.
Am
1
4.
November 2016 lehnte
sie
eine Kostengutsprache für Leistungen der Invalidenversicherung
ab
(
Urk.
7/96).
Mit
Schreiben des behandelnden Psychiaters
teilte die
Versicherte
am
2
9.
April 2019 (
Urk.
7/
107
)
mit, sie sei inzwischen gesundheitlich in der Lage, am gewünschten Gespräch teilzunehmen, woraufhin
die IV-Stelle medizinische Berichte (
Urk.
7/110,
Urk.
7/115) und ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
7/128) ein
holte
. Am 1
8.
Mai 2020
(
Urk.
7/130)
erliess
s
ie den Vorbescheid, wogegen die Versicherte Einwände (
Urk.
7/135)
vorbrachte
. Mit Verfügung vom
1.
Juli 2020 (
Urk.
7/139 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle erneut ei
nen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
Die Versicherte erhob am
1
2.
August 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1.
Juli 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese
sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr
nach den gesetzlichen Bestimmungen
eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zum Gesund
heits
zustand und der Arbeitsfähigkeit durchzuführen. Anschliessend sei neu über den Rentenanspruch zu entscheiden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
September 2020 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
5.
Sep
tember 2020
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach
Art.
43 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein (
Abs.
1 Satz 1).
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen
für die Beurteilung
notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Abs.
2).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschlies
sen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Abs.
3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefoc
htenen Entscheid (
Urk.
2) fest, nach dem Unfall im Jahr 2013
hätten
diverse Einschränkungen
vorgelegen
. Aus somatischer Sicht habe sechs Monate nach der Operation
im August
2013 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden. Ein Jahr nach der Operation sei
die Beschwerdeführerin
wieder zu 100
%
arbeitsfähig gewesen.
Aufgrund der kör
perlichen Beschwerden liege keine län
ger dauernde Einschränkung vor.
Aus
psychiatrischer Sicht
könne auf das aktuelle
psychiatrische Teilgutachten
nicht abgestellt werden.
Es
erweise sich auch in den Schlussfolgerungen als nicht nachvollziehbar.
Von Rückfragen seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, da nicht nur einzelne Unklarheiten bestünden und das gesamte Teilgutachten Widersprüchlichkeiten und Mängel aufweise.
Dem
G
utachten komme daher kein Beweiswert zu
. Dies führe dazu, dass von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit auszugehen sei (S. 2 oben).
Weiter
sei
im psychiatrischen
Teilg
utachten
weder
auf das Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
eingegan
gen
worden
,
noch würden
die im Jahr 2014 festgestellten Aggravationstendenzen
diskutiert (S. 3 oben).
Dr.
Y._
habe dagegen detailliert Stellung genommen zum Verhalten der Beschwerdeführerin während der Exploration (S. 3 Mitte).
2.2
Ergänzend führte die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung aus
, mit der Verfügung vom 1
4.
November 2016 sei
gestützt auf die Akten
materiell über einen
Anspruch auf Leistungen
entschieden worden.
Vorliegend
sei über
die
Neu
anmeldung
von April 2019
zu entscheiden. Eine Verschlechterung irgendwann im Jahr 2019 sei gerade nicht nachvollziehbar. Es sei weiterhin davon auszuge
hen, dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
6 S. 1).
2.3
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
dem eingeholten Gutachten sei bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sofern nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
würden
. Gemäss dem Gutachten bestehe seit 2019 für jegliche Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Darauf sei abzu
stellen (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
10).
Der psychiatrische Gutachter sei
ausdrücklich von einer Dissimulation ausgegan
gen.
Aus diesem Grund erübrige sich
eine eingehende Auseinandersetzung mit den Aussagen von
Dr.
Y._
, zumal inzwischen rund sechs Jahre vergangen seien
und
der Gutachter
von einer seither eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen sei
.
Er
nehme daher mindestens indirekt Stel
lung zum Gutachten von
Dr.
Y._
(S. 8
Ziff.
12 a).
Weiter habe er
detailliert zum Verhalten der Beschwerdeführerin Stellung genommen (S. 8
Ziff.
12 b).
Die Herleitung einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei schlüssig und nachvollziehbar (S. 9 unten). Wenn sich die Beschwerdegegnerin von Rückfragen beim Guta
chter nichts verspreche,
hätte
immer noch der Weg einer erneuten Begutachtung offen
gestanden
(S. 10
Ziff.
13 oben).
2.4
Mit Urteil vom 2
5.
September 2015 wies
das hiesige Gericht
die Sache an die Beschwerdegegnerin
zur Veranlassung einer psychiatrischen Begutachtung
zurück (
Urk.
7/62 S. 11 Dispositiv
Ziff.
1).
Die Beschwerdegegnerin machte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2
0.
September 2016 (
Urk.
7/78) auf ihre Mitwirkungspflichten aufmerksam und forderte sie auf, sich der geplanten psy
chiatrischen Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zu unterziehen.
Die Beschwerdeführerin wurde
ferner darauf hingewiesen, dass bei
Nichtwahrnahme
des Termins gestützt auf die Akten ent
schieden werde, was zur Abweisung des Gesuches führen werde und auch Kon
sequenzen für einen künftigen Rentenbeginn haben könne
(
Urk.
7/78).
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, äusserte sich in einem ärztlichen Zeugnis vom
6.
September 2016 (
Urk.
7
/81) zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Er gab an, diese sei bei ihm in psy
chosomatischer
Behandlung. Sie befinde sich zurzeit in einem instabilen psychi
schen Zustand. Eine weitere gutachterliche psychiatrische Exploration sei ihr nicht zuzumuten.
Die Beschwerdeführerin bestätigte in einem E-Mail an die Beschwerdegegnerin vom 2
3.
September 2016, dass sie den Termin für eine Begutachtung nicht wahr
nehmen werde (
Urk.
7/86; vgl. auch
Urk.
7/80).
In der Folge nahm sie den Begut
achtungstermin nicht wahr (vgl. 7/89).
2.5
Am 1
4.
November
2016
verneinte
die Beschwerdegegnerin
eine
n Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Leistungen
der Invalidenversicherung. Zur Begründung führte die IV-Stelle an, aufgrund des Urteils des Sozialversicherungsgerichts sei die Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlasst worden.
Diese
sei auf die Mitwirkungspflicht und die Folgen bei Nichteinhalten aufmerksam gemacht wor
den. Da die Beschwerdeführerin den Begutachtungstermin nicht wahrgenommen habe, werde gestützt auf die Akten entschieden. Daraus ergebe sich kein dauer
hafter Gesundheitsschaden, der einen Anspruch auf Leistungen begründe
(
Urk.
7/96 S. 1 f.).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 2
9.
April 2019
meldete sich
die Beschwerdeführerin
erneut bei der Invaliden
versicherung an
mit dem Hinweis, dass sie am gewünschten Gespräch teilnehmen werde
(
Urk.
7/107).
2.6
Die Beschwerdegegnerin
hatte
die Beschwerdeführerin
vor Erlass der Verfügung vom 1
4.
November 2016
auf ihre
Mitwirkungspflicht
en
und auf die Rechtsfolgen,
falls sie
sich der geplanten Begutachtung nicht
unterziehen werde
, hingewiesen
. Die
Beschwerdegegnerin
entschied
in der Folge
nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG
auf
grund
der Akten
, was nicht zu beanstanden ist
(vgl. vorstehend E. 1.4)
. Das ärzt
liche Zeugnis von
Dr.
A._
vom
6.
September 2016 führt zu keinem ande
ren Ergebnis
, zumal es der Beschwerdeführerin gemäss dem aktuellen Gutachten
(vgl. nachfolgend E. 4.3)
zumutbar gewesen wäre, den Begutachtungstermin wahrzunehmen (vgl. nachfolgend E. 4.3.3 Ende)
.
Gestützt
auf
das Gutachten von
Dr.
Y._
vom
3.
Juli 2014
(nachfolgend E. 3)
verneinte
die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom
1
4.
November
2016 einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen.
Die Verfügung ist
unangefochten
in Rechtskraft erwachsen.
Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin
nach der
Neuanmeldung vom 2
9.
April 2019
verglichen mit den Ver
hältnissen zum Zeitpunkt der Verfügung vom
1
4.
November
2016
massgeblich verändert hat.
3
.
3.
1
Die Beschwerdeführerin zog sich bei einem Verkehrsunfall vom 2
2.
Augu
st 2013 mehrere Verletzungen zu.
Die Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie, Kantonsspital
B._
, stellten im Austrittsbericht vom 1
2.
September 2013 (
Urk.
7/4) folgende Diagnosen (S. 1):
Mehrfachverletzung nach Verkehrsunfall am 2
2.
August 2013 mit
-
Beckenringverletzung Typ B2
-
Tibiaplateaufraktur
rechts mit Beteiligung der
Eminentia
intercondyla
ris
(
ossärer
Ausriss des vorderen Kreuzbandes) und Frakturausläufer in den
Tibiaschaft
-
multiple Erosionen an linker Schulter, Rücken, Ellenbogen rechts
,
prä
tibial
rechts
und Oberschenkelinnenseite links
Als Nebendiagnose nannten die Ärzte einen Status nach Kniedistorsions
traum
a
am rechten Knie vom 2
4.
Juli 2012
3
.2
Lic
. phil. C._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, stellte im Bericht vom 1
7.
April 2014 (
Urk.
7/16/26-27) die Diagnose einer posttraumati
schen Belastungsstörung (
Ziff.
1).
Er verneinte eine zumutbare Arbeitsfähigkeit
(S. 2
Ziff.
10).
3
.3
3
.3.1
Dr.
Y._
erstattete am
3.
Juli 2014 (
Urk.
7/16/77-121) im Auftrag der
Sympany
Versicherungen
AG
ein psychiatrisches Gutachten.
Der Gutachter
führte
aus, die Beschw
erdeführerin habe auf Nachfrage
angegeben, dass
sie Probleme
beim
Biegen
der Beine sowie am Becken habe. Auch der rechte Fuss sei schmerzhaft. Seit einem Monat seien die Schmerzen deutlich besser geworden. Die psychische Seite sei jedoch verstärkt hinzugekommen.
Sie habe Schmerzen im R
ücken, im Becken und den Knien. Sie sei schnell erschöpft,
fix
und fertig und vermeide Leute (S. 12 f.).
Der Gutachter bemerkte dazu, die Anga
ben der Beschwerdeführerin zu ihren Beschwerden seien insgesamt vage gewesen. Nachfragen seien nicht beantwortet beziehungsweise ausweichend umschrieben worden
. Die Beschwerdeschilderung sei insgesamt bunt gewesen
(S
. 13 oben). Medikamente
nehme sie gegenwärtig keine
ein (S. 14
Ziff.
2 oben). Den Haushalt besorge sie, so gut sie könne (S. 16 oben). Sie denke, dass sie aufgrund des Unfalles nicht mehr arbeiten könne (S. 17 Mitte).
3
.3.2
Dr.
Y._
gab zu den erhobenen Befunden an
, eine
Erschöpfung
sei nicht
wahr
zunehmen gewesen. Die Beschwerdeführerin habe klar, flüssig und strukturiert kommuniziert. Schwankungen s
eien nicht festgestellt worden.
Auffallend sei,
dass die von
ihr
genannten Schmerzen im Rahmen der Exploration nicht sichtbar gewesen seien. Sie sei ruhig und lächelnd auf einem Sessel gesessen, wobei keine Anzeichen von erheblichen Schmerzen festgestellt worden seien
(S. 19 oben)
.
Die Beschwerdeführerin habe den Unfall vom August 2013 zunächst mit Tränen in den Augen geschildert.
Auf Nachfrage habe
sie
den Unfall erneut
beschrieben,
wobei
k
eine emotionale Beteiligung mehr zu erkennen gewesen sei. Sie habe den Unfall
nun
detailliert, sachlich und nüchtern geschildert (S. 19 Mitte).
Im Verlauf
der Exploration
habe sie gelegentlich geweint, was
appellativ
und theatralisch-
histrionisch
gewirkt habe. Eine mehrfach geklagte erhebliche Konzentrationsstö
rung sei nicht festgestellt worden. Die Schilderungen hätten zudem einstudiert gewirkt. Nachfragen seien vage oder gar nicht beantwortet worden (S. 19 unten).
Die erzielten Punkte in einem Test für simulierte Symptome
wiesen
auf ein absichtliches Erzeugen beziehungsweise Übertreiben körperlicher oder psychi
scher Symptome hin (S. 21 oben).
Ein weiterer Test weise auf eine eingeschränkte Testmotivation hin (S. 21 unten).
3
.3.3
Der Gutachter stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Ver
dacht auf eine
Dy
s
thymie
(ICD-10 F34.1), einen Verdacht auf eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) und als Differentialdiagnose die Entwicklung körperlicher Symp
tome aus psychische
n
Gründen (ICD-10 F68.0). Weiter nannte er anamnestisch eine posttraumatische Belastungsstörung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F43.1, S. 22
Ziff.
4).
Das aktuell beschriebene bunte Beschwerdebild
,
unter anderem mit einer raschen Ermüdbarkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst etc.
,
erscheine
in der Gesamt
schau widersprüchlich, respektive
diffus und vage
. Die geklagten Beschwerden seien oftmals nicht mit objektivierbaren Befunden zu vereinbaren gewesen
(S. 32 Mitte).
Ein Leidensdruck sei nicht erkennbar gewesen (S. 32 unten).
Unter Berücksichtigung der geschilderten geringen depressiven Symptomatik sei an eine
Dysthymia
zu denken. Hierbei handle es sich um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hin
sichtlich einzelner Episoden anhaltend genug sei, um die Kriterien ei
ner schwe
ren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen (S. 34 oben). Differentialdiagnostisch sei auch an eine Neurasthenie zu denken (S. 35 oben).
Nach
der
Schilderung der Beschwerden
, einer mehrfach beschriebe
nen Selbstlimitation und
einer
Aggravation könne die Verdachtsdiagnose einer Neurasthenie gestellt werden (S. 35 unten).
Eine psychische Störung mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor (S. 37 unten).
3
.4
Dr.
A._
attestierte im Bericht vom 1
2.
September 2014 (
Urk.
7/18) für die Tätigkeit als
Kinesiol
o
gin
bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
3
.5
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, hielt in einer Stellungnahme vom 2
3.
Januar 2015 (
Urk.
7/41 S. 5) zu einem Bericht der Klinik
E._
vom 1
2.
Januar 2015
(vgl.
Urk.
7/37)
über einen Klinikaufenthalt der Beschwerdefüh
rerin
fest,
im Bericht werde einerseits
angegeben, dass die Patientin sehr labil, äusserst schreckhaft, antriebslos, kraftlos und traurig gewesen sei und sich auch sehr geschämt habe. Andererseits imponiere sie als sehr selbständige, bewusste, interessierte Person mit herausragenden analytischen, kreativen, spielerischen und sensitiven Fähigkeiten. Die im
Stationsalltag
gezeigten Fähigkeiten belegten ein «herausragendes Funktionsniveau», das nicht zur Angabe «antriebsgehemmt und mittelgradig deprimiert»
passe (S. 5 oben).
An der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung müsse gezweifelt werden. Es bestünden keine typischen Merkmale wie sich aufdrängende Nachhal
lerinnerungen, kein andauerndes Gefühl von
Betäubtsein
und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen oder Vermeidung von Erinnerungen an das Trauma. Es sei ohne Weiteres nachvollziehbar, dass der Unfall sehr belastend sei, aber schmerzvolles erneutes Erzählen des Traumas seien keine «sich aufdrängenden Nachhallerinnerungen». Auch die Diagnose einer mit
telgradigen depressiven Episode werde bezweifelt angesichts der beschriebenen herausragenden, analytischen, kreativen, spielerischen und sensitiven Fähigkei
ten im Stationsalltag (S. 5 Mitte).
3
.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie, gab im Bericht vom 1
6.
März 2015 (
Urk.
7/55) an,
es bestünden Stimmungsschwankun
gen mit zum Teil heftigen Ausschläge
n nach unten
(S. 3
Ziff.
2.1 oben).
Die Patientin erlebe weiter
kognitive Defizite, insbesondere sei die Konzentrations
fähigkeit noch immer einschränkt, trotz kaum bestehender Herausforderungen
. Die Schlafstörungen hätten sich insgesamt gebessert. Autofahren sei nur sehr eingeschränkt möglich
(S. 3
Ziff.
2.1 Mitte).
Die Beschwerdeführerin wirke insge
samt etwas gezeichnet und fragil (S
.
4
Ziff.
3 oben).
Dr.
F._
nannte als Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach schwerem Verkehrsunfall und Nahtoderlebnis am 2
2.
August 201
3.
Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne aufgrund der diagnostischen Kriterien eindeutig gestellt werden. Es handle sich um eine chronische posttraumatische Belastungsstörung, da sie mehr als drei Monate
andauere (S. 4
Ziff.
4).
Die Patientin sei in der Tätigkeit als
Kinesiologin
seit dem Unfall vom 2
2.
August 2013 zu 100
%
eingeschränkt. Arbeitsversuche im Sep
tember 2014 mit einem geringen Pensum hätten abgebrochen werden müssen (S.
4
Ziff.
5).
3
.7
Dr.
A._
bezeichnete den Gesundheitszustand im Verlaufsbericht vom 2
7.
November 2015 (
Urk.
7/65/2-3) als stationär (S. 1
Ziff.
1.1). Er
nannte
als Hauptdiagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Als Nebendiagnosen nannte er eine mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und einen Status nach Polytrauma mit
Near
-Death-Experience bei schwerem Verkehrsunfall mit Beckenringverletzung,
Tibiaplateaufraktur
rechts mit Riss des vorderen und hinteren Kreuzbandes (S. 1
Ziff.
1.2). Für die Tätigkeit als selbständige
Kinesiologin
bestehe auf die Woche verteilt eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
(S. 1
Ziff.
2.1).
3
.8
Dr.
F._
attestierte im Verlaufsbericht vom 2
3.
Dezember 2015 (
Urk.
7/68) für die Tätigkeit als
Kinesiologin
eine Arbeitsfähigkeit von 1.5 Stunden pro Tag (
Ziff.
2.1).
3
.9
Mit Verfügung vom 1
4.
November 2016 (
Urk.
7/96) lehnte die Beschwerdegegne
rin einen Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf IV-Leistungen
mit der Begrün
dung, dass
kein dauerhafter Gesundheitsschaden
vorliege
, der einen Anspruch auf Leistungen begründe
,
ab.
4
.
4
.1
Dr.
F._
gab
im Bericht vom 2
1.
Mai 2019 (
Urk.
7/110)
an
, die Beschwerde
führerin arbeite
als
Kinesiologin
in
ihrer
Praxis mit einem Pensum von zirka 50
%
. Unfallbedingt habe sie die Art des Arbeitens ein Stück weit modifizieren müssen
. A
n
drei Wochentagen sei ihr maximal ein Pensum von je 4.5 Stunden möglich, wenn sie sich
daran
halte
, zwischen den Patienten ausreichende
Pausen einzulegen (S. 1 unten).
Bezüglich der körperlichen Situation sei insgesamt eine kontinuierliche Verbes
serung festzustellen, was insbesondere die Schmerzen betreffe (S. 2 Mitte). D
ie Beschwerdeführerin zeige
aber
noch deutliche Residuen des schweren Verkehrs
unfalles vor annährend sechs Jahren. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte Hypersensibilität mit übermässigen Reaktionen auf Reize verschiedener Sinnes
qualitäten. Daneben bestehe noch eine deutliche Tendenz zur Entwicklung von Schmerzen a
n
verschiedenen Körperstellen
.
Diese
träten abhängig von äusseren
Reizen und vom Stressniveau auf (S. 3 oben). Die Arbeitsleistung der Beschwer
deführerin entspreche ungefähr einer Arbeitsfähigkeit von knapp 40
%
bezie
hungsweise einer Arbeitsunfähigkeit von 60
%
(S. 3 Mitte).
4
.2
Dr.
A._
gab im Bericht vom
4.
September 2019 (
Urk.
7/115/2-4) an,
seit
dem 2
2.
August 2013 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit Januar 2015 habe eine
solche
von 80
%
, seit Januar 2017 von 70
%
und seit April 2017 von
60
%
bestanden. Seit Januar 2018
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit gelte für sämtliche Tätigkeiten (S. 1
Ziff.
1.3).
4
.3
4
.3.1
Die Gutachter des
Z
entrums
G._
erstatteten am 2
7.
Februar 2020 (
Urk.
7/128) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein polydisziplinäres Gut
achten. Die fachärztlichen Untersuchungen erfolgten in der Zeit vom 2
2.
Januar bis 1
1.
Februar 2020 durch
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
lic
. phil.
K._
,
Neuropsychologie und Psychotherapie FSP (S. 4
Ziff.
2).
Dr.
H._
führte im
internistischen Teilgutachten vom 2
2.
Januar 2020 (
Urk.
7/128/33-47)
aus, die 61-jährige Beschwerdeführerin habe im Zusammen
hang mit dem Verkehrsunfall von
2013
eine Beckenringfraktur, eine
Tibia
plateaufraktur
und einen Kreuzbandriss erlitten.
Die behandelnden Ärzte hätten ausserdem eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt (S. 5 oben). Die Beschwerdeführerin habe unterschiedliche Rückenschmerzen angegeben. Dane
ben bestünden Schmerzen in der rechten Hüfte, dem rechten Oberschenkel sowie im rechten Knie und auch im rechten Fussgelenk und am Grosszehen des rechten Fusses (S. 7 f.
Ziff.
3.2). Faktoren wie beispielsweise Stress oder gewisse Bewe
gungen würden vermehrt Schmerzen auslösen (S. 8 oben). Sie sei nur noch sporadisch oder bei Bedarf bei
Dr.
F._
in Behandlung, dies seit Anfang 2019 (S. 8 unten).
4.3.2
Dr.
I._
führte im orthopädischen Teilgutachten
vom
3.
Februar 2020
(
Urk.
7/128/49-6
6
) aus, die Beschwerdeführerin habe auf Nachfrage eine
bewäl
tigbare
Gehstrecke von 30 Minuten angegeben. Stehen sei schwierig. Sie müsse sich oft anlehnen respektive absitzen. Mit dem Auto fahre sie nur kurze Distanzen (S. 7 oben).
Der Gutachter
nannte
die folgenden
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 13
f.
Ziff.
6):
-
Status nach offener Rep
osition, Unterfütterung, Plattenosteosynthese
dorsolaterales
Tibiaplateau
rechts, Schraubenosteosynthese laterales
Tibiaplateau
rechts,
transossärer
Refixation
des vorderen Kreuzbandes rechts am 2
9.
August 2013
bei
-
Mehrfachverletzung nach Verkehrsunfall vom 2
2.
August 2013
-
Mit Beckenringverletzung Typ B2 mit oberer Schambeinastfraktur rechts und
Sacrumfraktur
links mit ISG-Beteiligung
-
Status nach Kniedistorsion rechts am 2
4.
Juli 2012
mit partieller Ruptur des vorderen Kreuzbandes und LCM-Ruptur (konservativ)
Eine Diagnose mit Einfluss auf die Arb
eitsfähigkeit
stellte
Dr.
I._
nicht (S. 13
Ziff.
6).
Die Beschwerdeführerin
habe Beschwerden im Bereich des rechten Beins, ausgehend von einem Schmerzpunkt im ventralen rechten Oberschenkel angegeben mit Ausstrahlung in die Beckenkamm- und Gesässregion und nach distal in die rechte Wade bis hin in die rechte Grosszehe. Die Beschwerden würden insbesondere belastungsabhängig auftreten und seien seit Monaten respektive Jahren konstant (S. 14
Ziff.
7.1 oben). Bei der Begutachtung habe sich
im spon
tanen Verhalten jedoch
keine Behinderung gezeigt
. Bei der expliziten Untersu
chung seien ein leichtes Flexionsdefizit und eine diskrete laterale Aufklappbarkeit seitens des rechten Knies bei einem ansonsten
blanden
Status festgestellt worden
. Im Bereich des rechen Fusses finde sich eine moderate Druckempfindlichkeit im Bereich der Grosszehe bei ansonsten ebenfalls unauffälligem Status
(S. 14
Ziff.
7.1 unten). Aus orthopädischer Sicht
könne
keine funktionelle Auswirkung der Befunde und Diagnosen erhoben werden (S. 14
Ziff.
7.2).
Aus orthopädischer Sicht sei die zuletzt ausg
eübte Tätigkeit als
Kinesiologin
sechs Monate nach dem Unfallereignis beziehungsweise der Operation vom 2
9.
August 2013 wieder zu 50
%
zumutbar gewesen. Spätestens ein Jahr
danach
habe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestanden
. Dies decke sich mit den Angaben der behandelnden Ärztin. St
ändig mittelschwere und schwere sowie
ständig gehende und stehende Tätigkeiten seien aus orthopädischer Sicht medizinisch-theoretisch nicht mehr zumutbar
. Insbesondere seien Arbeiten auf unebenem und/oder rut
schigem Gelände oder in absturzgefährdeter Position zu vermeiden
(S. 15
Ziff.
8.1).
4.3.3
Dr.
J._
führte im
psychiatrischen
Teilgutachten vom
6.
Februar 2020 (
Urk.
7/128/67-98) aus,
die Beschwerdeführerin habe sich ausgesprochen schwer
getan, über den Unfall von 2013 zu sprechen. Sie habe emotional betroffen reagiert und einen Moment nicht weiterreden können
(S. 11 Mitte). Nach der Begutachtung durch
Dr.
Y._
sei sie
2014
für voll arbeitsfähig erklärt worden und die Krankenkasse habe nicht mehr bezahlt
, was für sie ein Schock gewesen
sei
. 2015 habe sie deswegen
während neun Monaten
zum
Sozialamt gehen müs
sen
(S. 11 unten). Die Beschwerdef
ührerin sei häufig affektlabil,
manchmal finde sie die Worte nicht
(S. 13 Mitte).
Stehende Arbeit
en
könne sie kaum mehr leisten und sie brauche vermehrt Pausen. Sie sei eindeutig rascher erschöpft. Am Morgen brauche sie Zeit aufgrund von Schwindel und gelegentlichen Gangschwierigkei
ten (S. 13 unten).
Lärm und zu viele Leute ertrage sie nicht mehr
. Busfahren ver
meide sie
(S. 14 oben).
Die Beschwerdeführerin sei seit 2012 in psychologischer Beh
andlung gewesen, die sie
auch aus finanziellen Gründen in den letzten Wochen ausgesetzt habe (S. 21 unten).
Die Beschwerdeführerin versuche
,
als
Kinesiologin
ein Pensum v
on 40
%
aufrecht
zu erhalten.
Während der Begutachtung habe sich zeitweise der Eindruck von Inkonsistenzen ergeben. Dies vor allem zu Beginn, wenn
sie
lächelnd mit pseu
dologistischen Antworten versucht habe, die Kontrolle zu behalten. Erst mit der Zeit sei es ihr gelungen, ihr wahres Selbst zu zeigen. Dann habe man es mit einer deutlich auffälligen Persönlichkeit zu tun (S. 22 oben).
Es zeige sich klar, dass
die Beschwerdeführerin
Mühe habe, Schwächen, Einbus
sen und Defizite offen zu legen. Sie zeige eine ge
wisse Tendenz zur Dissimulation und verleite das Gegenüber zur Einschätzung, dass man es mit einer starken, selbstsicheren, gefestigten Dame zu tun hab
e
. Dies sei über weite Strecken nur Fassade und Abwehr.
Sie
sei ausgesprochen vulnerabel, sensitiv und fühle sich irgendwo emotional verloren. In gewissen Momenten hinterlasse sie einen etwas schizoiden, ängstlichen und deutlich selbstunsicheren Eindruck. Aus psychiatri
scher Sicht müssten gesichert neurotische, ängstliche, selbstunsichere und ver
steckt depressive akzentuierte Persönlichkeitszüge angenommen werden (S. 23
Ziff.
4.1).
Der Antrieb
sei
leicht reduziert und
verarmt
gewesen. Das Ausdrucksverhalten sei zeitweilig etwas bizarr und expansiv
erschienen
. Sie dissimuliere eher mögliche Konflikte, emotionale Defizite, Affekteinbrüche und Anderes (S. 23
Ziff.
4.3).
Dr.
J._
nannte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
25
Ziff.
6):
-
akzentui
erte narzisstisch-
histrionische
Persönlichkeit
szüge
(ICD-10 Z73.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0)
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig deutlich gebessert (ICD-10 F43.1)
-
nicht näher bezeichnete Angststörung (ICD-10 F41.9)
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte der Gutachter einen Status nach Eheproblemen und familiären Konflikten (S. 25
Ziff.
6).
Es sei nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin eine gewisse Identitäts
schwierigkeit und
eine
Selbstwertproblematik entwickelt habe, mit
einerseits teil
weise
selbstüberschätzenden, andererseits schizoiden, selbstunsicheren Anteilen im Sinne einer gewissen
Borderline
-Problematik (S. 25 f.). Es sei davon auszuge
hen, dass die akzentuierten Persönlichkeitszüge durch den sicher gravierenden Unfall von 2013 zur Dekompensation gelangt seien, was von den Therapeuten als posttraumatische Belastungsstörung gewertet worden sei (S. 26 oben).
Gesamthaft habe man es mit einer
sehr
komplexen Persönlichkeit zu tun, wobei
er,
Dr.
J._
,
nicht von einer Persönlichkeitsstörung ausgehe. Es bestünden aber gesichert akzentuierte Persönlichkeitszüge, die durch den Unfall 2013 zur Dekompensation gebracht worden seien (S. 26 unten). Diagnostisch gehe er von einer leichten depressiven Fehlentwicklung aus, die zeitweilig mittelgradig aus
geprägt gewesen sein dürfte. Die depressiven und ängstlichen Anteile im Erleben hätten im Laufe des Jahren 2019 deutlich zugenommen. Eine chronische Schmerzstörung liege nicht vor,
da die
Beschwerdeführerin nicht über dauernde quälende Schmerzen
geklagt habe
. Die Dissimulationstendenz sei bei der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit mit zu berücksichtigen
. Die Beschwerdeführerin sei alles andere als
klagsam
. Sie müsse die Kontrolle behalten, was einen völlig falschen Eindruck von ihr hinterlasse
(S. 27
Ziff.
7.1 oben).
Es bestehe eine gleich
mässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen. Ein Leidensdruck sei deutlich vorhanden, wenn es gelinge, dass
sie
die Kontrolle nicht aufrechterhalten müsse. Die Funktionseinbussen seien konsistent und plau
sibel (S. 27
Ziff.
7.2). Es seien nur teilweise Ressourcen vorhanden, um mit den psychischen und körperlichen Belastungen klar zu kommen (S. 28
Ziff.
7.4). Die Beschwerdeführerin sei als
Kinesiologin
noch vier Stunden täglich ohne Vermin
derung des Rendements arbeitsfähig (S. 28
Ziff.
8 oben). Auch in einer angepass
ten Tätigkeit könne sie lediglich noch für vier Stunden eingesetzt werden. Ab zirka 2019 müsse eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes angenommen werden.
Damals habe die
Unfallversicherung den Fall abgelehnt und die Pen
sionskasse
sei
nicht mehr bereit gewesen, die vorgeschossene Leistung auszube
zahlen. Die Beschwerdeführerin sei
dadurch
in eine deutliche finanzielle Enge geraten, was gleichzeitig zu einer massiven psychischen Erschöpfungssymptoma
tik geführt habe (S. 28
Ziff.
8 unten).
Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der Akten angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen fähig gewesen
wäre
, an der 2016 geplanten Begutachtung teilzunehmen (S. 30
Mitte
).
4.3.
4
L
ic
. phil.
K._
nannte im neuropsychologischen Teilgutachten
vom 2
3.
Februar 2020
(
Urk.
7/128/17-31) als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stressabhängig einzelne leichte und passagere exekutive Funktionsschwächen (S.
10
Ziff.
6).
Der Gutachter stellte kognitiv-neuropsychol
ogisch einen Normalbe
fund fest u
nd verneinte
aus
neuropsychologischer Sicht
eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 14
Ziff.
8).
4.3.
5
Die Gutachter
erwähnten
in der
Gesamtbeurteilung (
Urk.
7/128/1-15)
,
gemäss
Dr.
A._
habe
v
om 2
2.
August 2013 bis Dezember 2014 eine Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
bestanden. Von Januar 2015 bis Dezemb
er 2016 habe eine solche von 80
%, von Januar bis März 2017 von 70
%
und von April bis Dezem
ber 2017 von 60
%
bestanden. Seit Januar 2018 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(S. 7 Mitte).
Die Gutachter nannten als relevante Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 10
Ziff.
4.2):
-
akzentuierte narzisstisch
-
histrionische
Persönlichkeitszüge
(ICD-10
Z73.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0)
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig deutlich gebessert (ICD-10 F43.1)
-
nicht näher bezeichnete Angststörung (ICD-10 F41.9)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (S 10
Ziff.
4.2):
-
Status nach offener Reposition, Unterfütterung, Plattenosteosynthese
dorsolaterales
Tibiaplateau
rechts,
Schraubenosteosynthese laterales
Tibiaplateau
rechts,
transossärer
Refixation
des vorderen Kreuzbandes am 2
9.
August 2013 bei
-
Mehrfachverletzung nach Verkehrsunfall am 2
2.
August 2013 mit
-
Beckenringverletzung Typ B2
-
Status nach Kniedi
storsion rechts am 2
4.
Juli 2012
mit
partieller
Ruptur des vorderen Kreuzbandes und LCM-Ruptur (konservativ)
-
Status nach Eheproblemen und familiären Konflikten
-
stressabhängig einzelne leichte und passagere exekutive Funktions
schwächen
Aus orthopädischer Sicht sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Kinesiologin
sechs Monate nach dem Unfall respektive der Operation vom 2
9.
August 2013 zu 50
%
und spätestens ein Jahr postoperativ wieder zu 100
%
zumutbar gewesen (S. 11
Ziff.
4.7).
Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin als
Kinesio
login
noch vier Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfä
hig. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes müsse ab zirka 2019 ange
nommen habe, als der Unfallversicherer den Fall abgelehnt habe
und die Pensionskasse nicht mehr bereit gewesen sei, die vorgeschossene Leitung auszu
bezahlen. Die Beschwerdeführerin sei dadurch erneut in eine deutliche finanzielle Enge geraten, was gleichzeitig zu einer massiven p
s
y
ch
ischen Reaktion und einer Erschöpfungssymptomatik geführt habe (S. 13
Ziff.
4.7 Mitte). Auch in einer angepassten Tätigkeit könne sie lediglich für vier Stunden eingesetzt werden (S.
13
Ziff.
4.8).
4.4
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, RAD, nahm am 2
3.
April 2020 (
Urk.
7/129 S. 4 ff.) Stellung zum polydisziplinären Gutachten des
G._
. Er
führte aus, im neuropsychologischen Teilgutachten seien einzelne leichte und passagere, stressbedingte Funktionsschwächen festgestellt worden.
Die Beschwer
deführerin habe sich bei den Verfahren zur Reaktionszeit auss
erordentlich gestresst gezeigt und
angegeben, dass sie Zeitdruck und einen Reaktionszwang nicht vertrage. Auf der Befundebene sei dann aber ein kognitiver Normalbefund erhoben worden
. Eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht nicht festgestellt worden
(S. 5 oben).
Die Beurteilung im psychiatrischen Teilgutachten
des
G._
könne nicht nach
vollzogen werden.
Im psychopathologischen Befund seien neben einer leichten depressiven Symptomatik Beeinträchtigungen der Konzentration und der Auf
merksamkeit angegeben worden. Eine solche Beeinträchtigung werde in der neuropsychologischen Testung jedoch nicht belegt. Die Ergebnisse der neuropsy
chologischen Untersuchung seien im psychiatrischen
Teilg
utachten nicht disku
tiert worden. Der psychiatrische Gutachter habe sodann eine deutlich gebesserte posttraumatische Belastungsstörung angegeben. Eine Begründung für die Diagnose oder
eine
Präsentation der entsprechenden Symptomatik fehle indes völlig
. Gleiches gelte für die Diagnose einer nicht näher bezeichneten Angst
störung
(S. 6 oben). Die Festlegung eines Zeitpunktes einer wesentlichen Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes irgendwann 2019 decke sich sodann nicht mit der Einschätzung durch
Dr.
A._
(S. 6 Mitte).
4.5
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, RAD,
nahm am
6.
Mai 2020 (
Urk.
7/129 S. 6 ff.) Stellung zum psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
J._
.
Der RAD-Arzt
führte aus,
Dr.
J._
habe
im Aktenauszug
des Teilgutachtens
nur die von
Dr.
Y._
gestellten Diagnosen
aufgeführt.
E
r
sei
aber
nicht auf die detaillierte Exploration durch
Dr.
Y._
eingegangen. Ebenso sei die
von
Dr.
Y._
festgestellte Tendenz zur Aggravation nicht diskutiert worden.
Weiter finde keine Auseinandersetzung mit der widersprüchlichen Aktenlage statt. Gemäss
Dr.
J._
habe die Beschwer
deführerin bezüglich des Unfalles von 2013 emotional betroffen reagiert und einen Moment nicht weiterreden können. Im Vergleich zu 2014 stelle dies keinen wesentlichen Unterschied dar. Die Exploration durch
Dr.
Y._
sei demgegenüber aussagekräftiger, zumal er detailliert Stellung genommen habe zum Verhalten der Beschwerdeführerin während der Exploration. Eine emotionale Betroffenheit reiche nicht aus, um die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung stellen zu können. Intrusionen oder Flashbacks liessen sich anhand des psychi
atrischen Teilgutachten nicht eruieren
, Ein Vermeidungsverhalten
sei nicht fest
gestellt worden
, zumal die Beschwerdeführerin Auto und Velo
fahre
(S. 7 f.).
Weiter sei nicht nachvollziehbar, weshalb
Dr.
J._
einen Status nach posttrau
matischer Belastungsstörung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit aufführe. Anhand der von
Dr.
J._
erhobenen Anamnese bestünden sodann keine Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsstörung (S. 8 oben).
Der Gutachter habe erwähnt, dass zeitweise der Eindruck von Inkonsistenzen ent
standen sei. Er sei jedoch nicht näher darauf eingegangen (S. 8 Mitte).
Schliesslich sei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar, insbesondere in Bezug auf eine optimal angepasste Tätigkeit (S. 9 oben).
Das psychiatrische Teil
gutachten weise Widersprüchlichkeiten und Mängel auf. Es werde empfohlen, dass nicht darauf abgestellt werde (S. 9 Mitte).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer
Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V
215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin holte nach der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2
9.
April 2019
beim
G._
ein polydisziplinäres Gutachten
ein
.
Die Gut
achter nannten im Gutachten vom 2
7.
Februar 202
0 als Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte narzisstisch-
histrionische
Persönlich
keitszüge, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode, einen Status nach posttraumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig deutlich gebessert, und eine nicht näher bezeichnete Angststörung.
Als Diagno
sen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannten
sie
unter anderem die
somatischen
Folg
en des Unfalles vom August 2013,
einen Status nach einer Kniedistorsion rechts im Juli 2012
und stressabhängig einzelne leichte und pas
sagere exekutive Funktionsstörungen
(E. 4.3.
5
hiervor). Die Gutachter attestierten aus rein psychiatrischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Kinesiologin
und für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Aus orthopä
dische Sicht habe ein halbes Jahr nach der Operation im August 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und ein Jahr danach eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestanden
(E. 4.3.
5
).
Dr.
F._
attestierte im Bericht vom 2
1.
Mai 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 40 % (E. 4.1).
6.2
Das Gutachten des
G._
erfüllt
grundsätzlich
die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens
(vgl. E. 5.1 hiervor)
.
Es
beruht auf den erforderlichen polydisziplinären Untersuchungen.
Die Gutachter setzten
sich
sodann ausführlich
mit den relevanten
Vorakten
und der Beurteilung durch die
behandelnden Ärzte auseinander.
Anhand des
Gutachtens
vom 2
7.
Februar 2020
lässt sich
insbesondere
entscheiden,
ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verglichen mit den Verhältnissen zum Zeitpunkt der Verfü
gung vom November 2016
massgeblich
ver
ändert hat. Dem Gutachten kann sodann
im Wesentlichen
in der medizinischen Beurteilung und in den Schluss
folgerungen der Gutachter gefolgt werden
.
Entgegen dem Antrag der Beschwer
deführerin (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2 oben) ist
daher
auf weitere medizinische Abklärun
gen zu verzichten.
6.3
Dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht
im Vergleich zu 2016 oder
seit 201
9
wesentlich
verschlechtert hätte
, lässt sich anhand des
Gutachtens des
G._
indes
nicht nachweisen
.
In diesem Punkt kann
der Beurteilung durch
Dr.
J._
nicht gefolgt werden
.
Stattdessen ist
von einer unterschiedlichen Beurteilung desselben Sachverhaltes auszugehen
, den
Dr.
Y._
im Gutachten vom
3.
Juli 2014
anders
beurteilte als
Dr.
J._
.
Für dieses Ergebnis sprechen etwa die
Angaben von
Dr.
J._
, wonach akzentuierte Persönlichkeitszüge der Beschwerdeführerin durch den Unfall von 2013 zur Dekompensation gelangt seien (E. 4.3.
3
).
Diese
hätten daher
auch durch
Dr.
Y._
im Jahr 2014
festgestellt werden müssen, was nicht der Fall
war
(E. 3.3.2 und 3.3.3 hiervor).
Dies
gilt auch für die
Einschätzung,
wonach eine Dis
simulation vorliege (E. 4.3.
3
).
Dr.
Y._
stellte dagegen auch anhand von durchgeführten Tests eine Tendenz zur Aggravation
der Beschwerdeführerin
fest (E. 3.3.2).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
fallen
akzentuierte Persönlichkeits
züge zudem
ohne
hin
nicht unter die Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Bei den Z-Kodierungen wie der Diagnose akzentuierter Persön
lichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheits
zustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Die Kategorie Z00-99 sind für Fälle vorgesehen, in den Sachverhalte als «Diagnosen» oder «Probleme» angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äusserte Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.2.2 [I 514/06]; Urteil 8C_570/2008 vom
4.
Mai 2009 E. 4.2.5; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom 1
5.
November 2010 E. 5.
2.4
).
Weiter vermag nicht zu überzeugen, dass
Dr.
J._
eine
n Status nach
posttrau
matische
r
Belastungsstörung
, gegenwärtig deutlich gebessert,
als Diagnose mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit aufführte
(E. 4.3.
3
)
.
Diesbezüglich ist zu
dem zu erwähnen, dass bereits
Dr.
Y._
im Wesentlichen dieselbe Diagnose stellte (anamnestisch gegenwärtig remittierte posttraumatische Belastungsstö
rung; vgl. E. 3.3.3),
womit in Bezug auf diese Diagnose ke
ine
wesentliche
Verän
derung
des Gesundheitszustandes ausgewiesen ist
.
Dr.
J._
äusserte sich im psychiatrischen Teilgutachten sodann nicht weiter zur von ihm gestellten Diagnose einer nicht näher bezeichneten Angststörung
, worauf auch der RAD der Beschwerdegegnerin hinwies
(E. 4.5 hiervor)
.
Nachdem
auch der behandelnde
Psychiater
Dr.
F._
im Bericht vom 2
1.
Mai 2019
im Verlauf
eine Verbesserung und keine Verschlechterung beschrieben hatte (E. 4.1), ist eine Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustandes seit 2019
nicht rechtsgenügend er
stellt.
Auch aus dem Bericht von
Dr.
A._
vom September 2019 ergibt sich weder im Vergleich zu 2016 noch im Verlauf von 2019 eine wesentliche Verän
derung des Gesundheitszustandes. Vielmehr ist
seinem Bericht -
bei von ihm genannter Hauptdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung und rezidi
vierenden depressiven Symptomatik
(
Urk.
7/115/3
Ziff.
2.5) -
eine seit Januar 2015 kontinuierliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit mit einer 50%igen Arbeits
fähigkeit seit Januar 2018 zu entnehmen (E. 4.2).
Im Weiteren begründete
Dr.
J._
die
Verschlechterung des Gesundheitszustan
des ab zirka 2019 mit den Leistungseinstellungen der Unfallversicherung und Pensionskasse beziehungsweise mit
der
daraus resultierenden finanziellen Enge (
Urk.
7/128/96 unten)
und nicht mit nachvollziehbar beschriebenen Verschlech
terungen in den
psychiatrischen
Befunden, die sich in entsprechenden relevant
verändert
en Diagnosen niederschlagen
.
Auch dies führt zum Schluss, dass eine
rechtsgenügliche
wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht ausgewiesen ist.
Schliesslich wurde i
m Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
5.
September 2015
ent
gegen
den Vorbringen
in der Beschwerde (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
13)
nicht
festgehalten
, dass dem Gutachten von
Dr.
Y._
vom
3.
Juli 2014 kein Beweiswert beigemes
sen werden könne.
Die Rückweisung der Sache
an die Beschwerdegegnerin
erfolgte aufgrund der unterschiedlichen Beurteilung des medizinischen Sachver
haltes durch
Dr.
Y._
und die behandelnden Ärzte (
Urk.
7/62 S. 10 f. E. 4.3). Nachdem die Beschwerdeführerin de
n
Termin für eine geplante psychiatrische Begutachtung
in der Folge
nicht wahrgenommen hatte, stellte die Beschwerde
gegnerin
in der Verfügung vom 1
4.
November 2016
androhungsgemäss
zu Recht auf das Gutachten von
Dr.
Y._
ab.
6.4
Zusammenfassend ist entgegen den Angaben von
Dr.
J._
im Zeitpunkt der Verfügung vom
1.
Juli 2020
(
Urk.
2)
verglichen mit
den Verhältnissen im November 2016 von einem unveränderten medizinischen Sachverhalt auszuge
hen. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch
daher
zu Recht verneint.
Der angefochtene Entscheid erweist nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.