# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5b7541ff-26cd-4cb5-b196-67921a522604
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
ist italienischer Staatsangehöriger und lebt
mit Ausnahme eines dreijährigen Aufenthalts
in Italien
zwecks Besuch
s
der dortigen Primarschule
seit seiner Geburt in der Schweiz
(
Urk.
7/3/2, 7/5/1 und 7/9)
.
Er
hat eine
Anlehre
als
Maschinenpresser
mit eidgenössischem Berufsattest (
E
BA;
Fachrichtung Schleiftechnik) ab
geschlossen
und absolviert s
eit 2003 Eins
ätze im geschützten Bereich
(zuletzt seit September 2018 in der
Stiftung A._
)
, welche ihm vom Sozialamt vermittelt werden (
Urk.
7/5/
5 f.
, 7/12/2
f.
und 7/14/2
).
Unter Hinweis auf eine instabile Psyche sowie körperliche Symptome meldete er sich am
6.
Dezember 2019 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte ein Standortgespräch mit dem Versicherten durch (U
rk.
7/12) und holte sowohl Auszüge au
s dem I
ndividuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/2, 7/13)
als auch
Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/14, 7/16).
Am 1
4.
März 2020 teilte sie dem Versicherten schriftlich mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes
seien
keine Eingliederungsmassnahmen möglich und
es werde
der Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft (
Urk.
7/15/1 f.).
Mit Vorbescheid vom 1
2.
November 2020 stellte sie ihm sodann die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente
(Invaliditäts
grad von 100
%
)
ab
1.
Juni 2020 in Aussicht (
Urk.
7/22).
Die Kindes- und Erwachsenenschu
tzbehörde der Bezirke B._ und C._
ordnete mit Entscheid vom 2
6.
Januar 2021 eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung für den Versicherten an (
Urk.
7/30).
Mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2021 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab
1.
Juni 2020
eine ausserordentliche ganze Invalidenrente zu (
Urk.
2 =
Urk.
7/27 [Begründung] und
Urk.
7/41).
2.
Dagegen erhob X._
, vertreten durch
seinen Beistand und die Sozialen Dienste der Stadt Winterthur, am
9.
Juni 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine ordentliche Invalidenrente zuzusprechen. Für den Fall des Unterliegens sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom
5.
August 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom
6.
August 2021 in Kenntnis gesetzt wurde. Zudem wurde ihm mitgeteilt, dass über den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung zu einem späteren Zeitpunkt ent
schieden werde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
1.4.1
Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren
(beziehungsweise bis 3
1.
Dezember 2007
[Inkrafttreten der
5.
IV-Revision]
während mindestens eines vollen Jahres)
Beiträge geleistet haben (
Art.
36 Abs. 1 IVG).
Art.
6
Abs.
2 Satz 1 IVG sieht vor, dass ausländische Staatsangehörige, vorbehältlich
Art.
9
Abs.
3 IVG (Ein
gliederungsmassnahmen), nur anspruchsberechtigt sind, solange sie ihren Wohn
sitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben.
Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (
Art.
4 A
bs.
2 IVG); vorliegend somit bei Entstehung des Rentenanspruchs, also wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
%
arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
bleibend oder für längere Zeit erwerbsunfähig (
Art.
7 und 8 ATSG)
ist. Die Voraussetzung der minimalen Beitragsdauer muss mithin bei Eintritt des Versicherungsfalles erfüllt sein (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_510/2020 vom
2.
November 2020 E. 2.2 und 8C_111/2019 vom 1
4.
Juni 2019 E. 4.1, je mit Hinweisen).
1.4.2
Der Anspruch von Schweizer Bürgern auf eine a
usserordentliche Invalidenrente
richtet sich nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG
;
Art.
39
Abs.
1 IVG
).
Ausserordentliche Ren
ten
erhalten in der Schweiz wohnende Geburts- und Kindheitsinvalide, das heisst Personen, die von Geburt an invalid sind oder vor dem
1.
Dezember des der Voll
endung des 2
2.
Altersjahres folgenden Jahres in rentenbegründendem Ausmass invalid geworden sind, aber keinen Anspruch auf eine ordentliche Rente erworben haben (
BGE 131 V 390 E. 2.4 und 7.3.1);
Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung, Stand
1.
Januar 2021,
Rz
7006).
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente haben auch invalide Ausländer, die als Kinder die Voraussetzungen von
Art.
9
Abs.
3 IVG erfüllt haben (
Art.
39
Abs.
3 IVG).
Die Anspruchsvoraussetzungen auf eine ausserordentliche Invalidenrente für eine ausländische geburts- oder kindheitsinvalide Person setzen nicht voraus, dass sich die invalide Person seit Geburt in der Schweiz auf
gehalten hat. Die Anspruchsvoraussetzungen sind erfüllt, wenn die Einreise in die Schweiz vor dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres erfolgte. Die ausserordentliche Invalidenrente kann jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Erfüllung der erforderlichen Karenzfrist ausgerichtet werden (RWL,
Rz
7007).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der angefochtenen Verfügung vom 3
1.
Mai 2021 zusammengefasst, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerde
führer bereits vor Erreichen seiner Volljährigkeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt und dauerhaft eingeschränkt
gewesen
sei. Eine Erwerbstätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt sei nicht zumutbar. Der Invaliditätsgrad belaufe sich daher auf 100
%
, weshalb der Beschwerdeführer ab dem
1.
Juni 2020
dem Zeit
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
Anspruch auf eine ganze
(ausser
ordentliche)
Invalidenrente habe (
Urk.
2 S.
1 und S.
4).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
9.
Juni 2021 hielt der Beschwerdeführer zu
nächst im Wesentlichen fest, der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
werde
nicht in Frage gestellt. Allerdings sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihm eine ausserordentliche Invalidenrente ausgerichtet werde. Die Beschwerdegegnerin behaupte, dass er retrospektiv die Voraussetzungen für eine ausserordentliche Invalidenrente erfüllt hätte, falls er rechtzeitig bei der Invalidenversicherung an
gemeldet worden wäre. Dem könne nicht gefolgt werden,
zumal er gemäss IK-Auszug in den Jahren 1988 bis 1996 einen Jahreslohn habe erwirtschaften können, welcher mindestens einer 50%igen Arbeitsfähigkeit entspreche. Dement
sprechend sei die Invalidenrente aufgrund der erwirtschafteten Einkommen zu berechnen. Das Argument der Beschwerdegegnerin, wonach es sich dabei um
Nischenarbeitsplätze gehandelt habe, könne nicht nachvollzogen werden.
Die im IK-Auszug aufgeführten Arbeitsstätten hätten keine geschützten beziehungsweise
keine
Nischenarbeitsplätze angeboten (
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
Medizinische Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bilden
vor
liegend
die Berichte
der behandelnden
Fachpersonen
der Integrier
ten Psychiatrie D._
. Demjenigen vom 3. Dezember 2019 sind folgen
de Diagnosen zu entnehmen (Urk.
7/3/1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Verdacht auf Intelligenzminderung, Differentialdiagnose
Entwicklungs-störung
(ICD-10 F79.9)
-
Artikulationsstörung (ICD-10 F80.0)
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73).
Im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung gleichen Datums
wurden mit
telschwere bis schwere neuropsychologische Funktionsstörungen in der Mehr
heit der geprüften Domänen festgestellt und
bei einem Intelligenzquotienten (IQ) von 59 (
Urk.
7/3/3)
eine leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70.0) diag
nostiziert (
Urk.
7/3/1).
Der Beschwerdeführer sei bei sichtlich gutem Arbeits
einsatz sowie guter Anstrengungsbereitschaft und Motivation mit regulären Auf
gabenstellungen überfordert gewesen. Testpsychologische Hinweise für Aggra
vation hätten sich nicht ergeben. Bei mehrfacher und vereinfachter Erklärung sowie teilweiser Mehrfachdurchführung seien basale Aufgaben quantitativ und qualitativ klar reduziert gelungen. Anforderungen, sich mit mehr als einem As
pekt einer Aufgabe zu befassen, habe der
Beschwerdeführer
stark fehlerhaft aus
geführt, ohne dies selbst im Ausmass der Minderleistungen umfänglich fest
zu
stellen. Die kognitiven Auffälligkeiten
seien
deutlich
geworden
, sobald äussere, leicht höhere als basale Anforderungen an ihn gestellt w
orden seien
. Es
habe
dabei in Bezug auf die Lern- und Gedächtnisleistung eine ansteigende Lernkurve
bestanden
, indem grundsätzlich eine Steigerung des L
erninhaltes erfolgt sei
. Erschwerend für die Kons
olidierung sei
das Lernen indessen unter einem stark gehäuften Mass an Konfabulationen sowie gehäuften Repetitionen
erfolgt
. Der Abruf und das Wiedererkennen seien entsprechend in beiden Modalitäten er
schwert
gewesen
.
Die Aufmerksamkeitsleistung sei in der basalen
Alertness
in Bezug auf das Tempo mittelgradig vermindert
gewesen
;
es habe
jedoch eine
(reguläre) leichte Steigerung der Reaktionszeiten bei einem Hinweisreiz
vor
gelegen
. Aufgaben zur geteilten Aufmerksamkeit
hätten
den Beschwerdeführer
überfordert
; er
habe
sich auf eine Modalität zu fokussieren
vermocht
und es
sei
ihm dort
gelungen
, unauffällige Leistungen in Bezug auf das Tempo zu erzielen, allerdings unter praktisch vollständiger Vernachlässigung der zweiten Modalität. In der selektiven Aufmerksamkeit
habe
sich ein mittelgradig erhöhtes Mass an Auslassungen bei grenzwertigem Tempo
gezeigt
. Das Arbeitstempo sei
visuo
verbal
vermindert
gewesen
; in den sprachlichen Funktionen hätten sich Auf
fälligkeiten im Sprachfluss (Stottern) sowie dem differenzierten Sprach
verständnis gezeigt. Die konstruktive Praxis
sei
unter erhöhten Anstrengungen und hohem Zeitbedarf wenig strukturiert und fehlerhaft
gelungen
. Entsprechend sei bereits der unmittelbare Abruf praktisch aufgehoben
gewesen
. In den exekutiven Funktionen habe sich eine deutlich reduzierte Produktion in beiden Modalitäten gezeigt, visuell mit Regelbrüchen (
Urk.
7/3/3).
Die Ätiologie der erheblichen Dysfunktionen sei
unklar (genetisch/
anlagebe
dingt
/ in der frühen Kindheit erworben), wobei im Rahmen weiterer somatischer Ab
klärungen (beispielsweise Bildgebung) bei Bedarf eine etwaige strukturelle Ur
sache der vorliegenden erheblichen Funktionseinbussen respektive Behinderung beurteilt werden könne.
Aufgrund der erheblichen
Funktionseinbussen benötige der
Beschwerdeführer die Unterstützung von Fach
spezialisten/
Fachspezialistinnen, um eine geschützte, sinnstiftende und tages
strukturierende Tätigkeit zu erlangen und aufrechtzuerhalten und um das leist
bare Pensum hinsichtlich der affektiven Stabilität zu eruieren. Aufgrund der Intelligenzminderung mit damit einhergehenden mittelschweren bis schweren neuropsychologischen Störungen benötige der Beschwerdeführer bei einer sehr einfachen Tätigkeit ein verständnisvolles Team, da es im Rahmen der reduzierten Abstraktionsfähigkeit und des reduzierten Wortschatzes gehäuft
zu
interaktionellen Missverständnissen kommen dürfte. In der Verarbeitung von Kritik sei die Kapazität des Beschwerdeführers zudem aus intellektuellen Gründen reduziert, was einer dysfunktionalen Verarbeitung von Stressoren häufig Vor
schub leiste und die Entwicklung affektiver Störungen beziehungsweise Störungen des
Emotionscopings
begünstige (
Urk.
7/3/3).
3.2
Im Bericht der
D._
vom 2
6.
Februar 2020 wurde ausserdem der Verdacht auf eine wahnhafte Störung (ICD-10 F22.0) geäussert
(
Urk.
7/14/4)
.
Der Beschwerdeführer habe in der Therapie häufig über sehr fantastisch anmutende, teils skurril erscheinende Beziehungsepisoden berichtet (Beziehungswahn). Grösstenteils könne er die Beziehungs- und Liebensfantasien kohärent schildern; teilweise widerspreche er sich jedoch frappant. Insgesamt erschienen die
geschilderten Episoden jedoch kaum mit der Realität vereinbar. Eine definitive Verifikation oder Widerlegung sei bisher jedoch nicht möglich gewesen (
Urk.
7/14/3).
Zur Arbeits
fähigkeit hielten die behandelnden Ärzte fest,
anamnestisch sei die geschützte Tätigkeit in der
Stiftung A._
im Juli 2019 krankheitsbedingt beendet worden. D
er Beschwerdeführer habe
diese
T
ätigkeit
ab Januar 2020
wieder aufnehmen
können, zunächst in einem 30%-Pensum. Ab März sei eine Steigerung auf ein 50%-Pensum geplant; im Verlauf sei eine weitere schrittweise Steigerung zu erwarten
(
Urk.
7/14/1, 7/14/4)
.
3.
3
Mit Bericht vom 1
8.
Mai 2020 beurteilten die behandelnden Ärzte der
D._
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Wesentlichen als stationär.
Die seit Sommer 2019 bestehende depressive Episode habe unter der hochfrequenten psychodynamisch-orientierten und
supportiven
Psychotherapie einen erfreulichen Verlauf mit mittlerweile
weitestgehender
Remission der depressiven Symptomatik gezeigt. Im Rahmen der
komorbiden
neurokognitiven Defizite mit niedrigem Intelligenzniveau bestünden jedoch unverändert Konzentrations-, Auffassungs- und Aufmerksamkeitsstörungen mit rascher Überforderung und fehlenden emotionalen
Copingstrategien
. Zudem hätten
sich
die Hinweise für das Vorliegen einer (anhaltenden) wahnhaften Störung mehr und mehr verdichtet (Beziehungs- und Liebenswahn).
Die Frequenz und Intensität der geschilderten Ereignisse nehme zu.
Es bestünden ausgeprägte Defizite in der eigenen und fremden Affektdifferenzierung sowie Interaktionsdefizite beziehungsweise Beziehungsstörungen mit erhöhter Suggestibilität, sodass der Beschwerdeführer leicht von anderen Personen ausgenutzt und für ihre Zwecke missbraucht werden könne. Er könne sich nur schwer abgrenzen und für eigene Bedürfnisse einstehen. Entsprechend komme es oft zu Missverständnissen oder Fehlinterpretationen, unter anderem auch hinsichtlich Beziehungsthemen respektive -fantasien, woraus ein hoher Leidensdruck resul
tiere (
Urk.
7/16/1 f.).
Seit März 2020 arbeite der Beschwerdeführer in einem 50%-Pensum (fünf Hal
b
tage pro Woche à vier Stunden) in der
Stiftung A._
im geschützten Rahmen mit wechselnden Tätigkeiten. Eine weitere Steigerung des Pensums sei vorerst nicht geplant, um nicht erneut eine Überforderungssituation zu forcieren. Die derzeitige Belastungsgrenze liege bei vier Stunden pro Tag. Aufgrund der schweren neuropsychologischen Funktionsstörungen, der Intelligenzminderung und der biographischen Anamnese in Bezug auf die berufliche Entwicklung sei eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeschlossen (
Urk.
7/16/3).
4.
4.1
Die Parteien stimmen dahingehend überein, dass dem Beschwerdeführer ab dem
1.
Juni 2020
aufgrund einer 100%igen Erwerbsunfähigkeit
eine ganze Invaliden
rente zusteht (vgl.
Urk.
1 S. 3,
Urk.
2 S. 4).
Der Fall ist insofern besonders gelagert, als
die
direkte
Rentenzusprechung allein gestützt auf die Berichte der behandelnden Fachpersonen der
D._
erfolgt ist, was gemäss bundesgerichtlicher Praxis aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften kaum je in Frage kommt (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts 9C_188/2020 vom 2
6.
Mai 2020 E. 4.3.1).
Ausnahmsweise
erweisen sich
weitergehende medizinische Abklärungen in An
betracht der konkret
diagnostizierten
psychischen Störungen
und
der
kognitiven Einschränkungen sowie
deren funktionellen
Auswirkungen
jedoch als entbehr
lich.
So ist rechtsprechungsgemäss
nur schon aufgrund des
festgestellten
Intelligenzquotienten
(59)
in der Regel von einem invalidenversicherungs
rechtlich massgeblichen Gesundheitsschaden
und damit von einer relevant ver
minderten Arbeitsfähigkeit
auszugehen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_5/2021 vom
6.
Mai 2021 E. 3.3 mit Hinweisen)
.
Dies wird vorliegend durch die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung vom 3. Dezember 2019 verdeutlicht, als
trotz
guter
A
nstrengungsbereitschaft
des Beschwerdeführers
in der Mehr
heit der geprüften Domänen mittelschwere bis schwere neuropsychologische Funktionsstörungen eruiert werden konnten
(Urk. 7/3/3).
Erschwerend
hinzu kommen die psychischen Komorbiditäten, zunächst in Form einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1), welche unter hochfrequenter psycho
therapeutischer Behandlung weitestgehend remittierte (
Urk.
7/16/1)
.
Im weiteren Verlauf verdichteten sich
allerdings
die Hinweise für eine wahnhafte Störung (Beziehungs- und Liebeswahn) aufgrund ausgeprägter Defizite in der eigenen und fremden Affektdifferenzierung sowie Interaktionsdefizite beziehungsweise Beziehungsstörungen mit erhöhter Suggestibilität (
Urk.
7/16/2).
Des Weiteren ist aktenkundig, dass für den Beschwerdeführer eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung angeordnet wurde (
Urk.
7/31)
, und dass er seit September 2018 in der
Stiftung A._
tätig ist.
Bereits ab 2003 absol
vierte er nur
noch
Arbeitse
insätze im geschützten Bereich, welche ihm vom S
ozialamt vermittelt wu
rden (
Urk.
7/12/2, 7/14/2).
Die Auswirkungen der psychischen Störungen
namentlich der Intelligenzminderung
zeigen sich so
mit auch im beruflichen und privaten Lebensbereich.
Es besteht insgesamt kein begründeter Anlass, die Schlussfolgerungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in Zweifel zu ziehen.
4.2
Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl.
Art.
16 ATSG) auszugehen, was einen Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente zur Folge hat.
Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass angesichts der konkreten Umstände aus Verhältnismässigkeitsgründen auf ein strukturiertes Beweisverfahren im Sinne von BGE 141 V 281, welches grundsätzlich für sämt
liche psychischen Leiden Anwendung finden soll, verzichtet werden kann (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1).
Nicht zu beanstanden ist
auch
der von der Beschwerdegegnerin festgelegte Be
ginn des Rentenanspruchs per
1.
Juni 202
0.
Dieses Datum bildet angesichts der im Dezember 2019 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug (
Urk.
7/5) den Zeit
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG). Damals war auch das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
unbestrittenermassen
erfüllt
.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen bleibt, ob
die Beschwerdegegnerin
zu Recht
statt einer ordentlichen
eine ausserordentliche I
nvalidenrente zugesprochen hat, was v
er
fügungsweise
und auf die Beschwerde hin auch im Verfahren
nicht weiter
erläutert
wurde
(vgl.
Urk.
2 S. 4
,
Urk.
6
).
Dem Feststellungsblatt ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer als Frühinvalider qualifiziert wurde mit der Begründung, er
habe über die Invalidenversicherung eine EBA-Au
sbildung ab
solviert und sei
seit Jahrzehnten nicht mehr
im ersten Arbeitsmarkt
tätig gewesen. Zuvor habe es sich um wohlwollende Arbeitgeber oder Nischenarbeitsplätze gehandelt. Den Eintritt des Versicherungsfalls legte die Beschwerdegegnerin auf den
6.
Oktober 1985 fest, als der Beschwerdeführer das 1
8.
A
ltersjahr vollendet hatte
(
Urk.
7/19/4).
Der Beschwerdeführer
hatte
vor Erlass der angefochtenen Verfügung keine An
haltspunkte, dass die Frage des Anspruchs auf
eine
ordentliche oder
auf eine
aus
serordentliche Rente
thematisiert werde könnte. Der Vorbescheid
vom 12.
November 2020 (
Urk.
7/22) enthielt keinen entsprechenden Hinweis. Auch die Verfügung entbehrt diesbezüglich jeglicher Begründung und sogar auf die Beschwerde hin begründete die Beschwerdegegnerin im Verfahren ihren Stand
punkt nicht weiter (
Urk.
6). Selbst wenn insoweit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs auf der Hand liegt,
ist angesichts des Ausgangs dieses Verfahrens aus prozessökonomischen Gründen von einer Rückweisung der Sache zur gehörigen Durchführung des
Verwaltungsverfahrens abzusehen.
5.2
5.2.1
Von entscheidender Bedeutung ist, ob der Beschwerdeführer
vor Eintritt des Ver
sicherungsfalls
die
Min
d
estb
eitragsdauer erfüllt hat (vgl. vorstehende E. 1.4.1).
In diesem Zusammenhang gilt es zunächst mit Blick auf die Argumentation der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass Geburts- und Frühinvalide im Sinne von
Art.
26
Abs.
1 IVV Versicherte sind, die seit ihrer Geburt oder Kindheit an einem Gesundheitsschaden leiden und deshalb keine zureichenden beruflichen Kennt
nisse erwerben konnten.
Darunter fallen all jene Personen, die wegen ihrer Invalidität überhaupt keine Berufsausbildung absolvieren können. Ebenso dazu gehören indes Versicherte, die zwar eine Berufsausbildung abschliessen, zu deren Beginn jedoch bereits invalid waren und die absolvierte Ausbildung wegen ihrer Invalidität auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht in gleich
er Weise «um
münzen»
können wie nichtbehinderte Personen mit derselben (ordentlichen) Aus
bildung. Steht dagegen fest, dass nicht invaliditätsbedingte Gründe, sondern
beispielsweise
solche familiärer oder wirtschaftlicher Art
den Erwerb genügender beruflicher Kenntnisse verunmöglichten, liegt keine Geburts- oder Frühinvalidität vor
(Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2021 vom 2
4.
März 2022 E. 2.2 mit Hin
weisen).
Des Weiteren ist als «Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen» die ab
geschlossene Berufsausbildung zu betrachten. Dazu gehören auch
Anlehren
, wenn sie auf einem besonderen, der Invalidität angepassten Bildungsweg un
gefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordent
liche Ausbildung und den Versicherten in Bezug auf den späteren Verdienst prak
tisch die gleichen Möglichkeiten eröffnen. Kann die versicherte Person die in der
Anlehre
erworbenen zureichenden beruflichen Kenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten, spricht dies grundsätzlich gegen eine Frühinvalidität (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_236/2021 vom 8. September 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Der Beschwerdeführer hat von 1985 bis 1987
trotz seiner in die Kindheit zurück
reichenden gesundheitlichen Schwierigkeiten
eine
Anlehre
als
Maschinenpresser
mit eidgenössischem Berufsattest (EBA; Fachrichtung Schleiftechnik) absolviert. Es mag zutreffen, dass er seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt
, sondern nur noch im geschützten Rahmen
tätig ist.
Die Beschwerdegegnerin hat allerdings ausser Acht gelassen, dass der Beschwerde
führer zuvor
mit Blick auf den IK-Auszug (
Urk.
7/34)
namentlich in den Jahren 1988 bis 1995
seine in der
Anlehre
erworbenen zureichenden beruflichen Kenntnisse
mit
nicht unbedeutenden
E
inkommen
von
über
Fr. 30'000.--
erwerb
lich
verwerten konnte
. Diese Einnahmen liegen
jedenfalls weit über den
an
geschützten Arbeitsplätzen
erziel
baren
Löhnen
.
Ob
der Beschwerdeführer
dabei
von
Nischenarbeitsplätze
n
beziehungsweise wohlwollende
n
Arbeitgeber
n profitiert
hat, ist
nicht erstellt, aber auch
nicht von entscheidender Bedeutung
. Denn gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst
der aus
geglichene
primäre
Arbeitsmarkt auch Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_323/2021 vom 1
4.
April 2022 E. 6.1 mit Hinweisen).
Konkret
hat der Beschwerdeführer 1988, dem ersten Jahr nach Abschluss seiner Ausbildung, einen Jahresverdienst von
Fr.
27'207.-- erzielt (
Urk.
7/34/1). Der durchschnittliche
Jahres
lohn für An- und Ungelernte belief sich in diesem Jahr
auf der Grundlage der Lohn- und Gehaltserhebung des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit
, Tabelle 13 (durchschnittliche Verdienste der im Monatslohn
entlöhnten
Arbeiter und Arbeiterinnen, nach Kategorien und Wirtschaftszweigen
, 1990-1991
)
sowie unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit und der Nominallohnentwicklung
auf
Fr.
46'416.-- (
Fr.
4'010.-- / 40 * 42.4 / 1'511 [Jahr 1990] * 1'375 [Jahr 1988] * 12).
Die Differenz zwischen den beiden Ein
kommen beträgt folglich rund 41.4
%
.
Für die Folgejahre ergeben sich bei
analogem
Vorgehen
bei
Hochrechnung der IK-Einträge auf zwölf Monate
unter Berücksicht
ig
ung der Einkommen von F
r.
36'978.-- (1989), von
Fr.
37'643.-- (1990) und
von
Fr.
32'784.-- (1991)
jeweils
rentenausschliessende
Werte von unter 40
%
(1989: 23.2
%
; 1990: 26.2
%
; 1991: 38.3 %
).
Echtzeitliche medizinische
Berichte
liegen für die soeben genannten Jahre nicht vor und werden
infolge Zeitablauf
s
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr
beizubringen
sein.
Rückschlüsse auf die damalige Arbeits- respektive Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers lassen somit
behelfsweise
einzig die obigen Berechnungsergebnisse
zu.
Die
erhebliche
Abweichung des Einkommens des Beschwerdeführers im Jahr 1988 vom durchschnittlichen Jahresverdienst
ge
mäss Lohn- und Gehaltserhebung
könnte
zwar
ein Indiz dafür sein
, dass
er
bereits
damals während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
zu
mindestens 40
%
arbeitsunfähig war
. Allerdings ist
nicht ersichtlich,
dass diesem
Einkommen eine volle Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zu Grunde lag
.
Zudem genügt das
bloss während eines Jahres ausgewiesene tiefe Erwerbseinkommen
jed
enfalls
nicht, um den Versicherungsfall «Rente» zu begründen; vielmehr ist erforderlich, dass der Beschwerdeführer auch nach Ablauf dieses Jahres
zu mindestens 40
%
bleibend oder für längere Zeit erwerbsunfähig war.
Dies war
mit Blick auf die
im
Zeitraum
von
1989 bis 1991
effektiv erzielten Erwerbs
einkommen
offensichtlich
nicht der Fall, wie der
vorstehende
Vergleich mit den damaligen tabellarischen Durchschnittseinkommen an- und ungelernter Arbeit
nehmer gezeigt hat.
Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Ver
sicherungsfalls die vorausgesetzte
(
ein- oder dreijährige
)
Mindestb
eitragsdauer
mittels schweizerischen Versicherungszeiten
erfüllt hat.
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer als italienischer Staats
angehöriger keinen Anspruch auf eine ordentliche Rente haben könnte, sind weder ersichtlich noch gelten
d
gemacht.
Der Beschwerdeführer hat folglich An
spruch auf eine ganze
ordentliche
Invalidenrente
, was denjenigen auf eine ausserordentliche Rente
per se
ausschliesst
(vgl. zum Ganzen vorstehende E
.
1.4.1-1.4.2)
.
6
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
ab
1.
Juni 2020 zu Unrecht statt einer ganzen ordentlichen Invalidenrente eine ganze ausserordentliche Invalidenrente zugesprochen.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 3
1.
Mai 2021 (
Urk.
2) dementsprechend ab
zuändern
. Zur Berechnung des konkreten
Rentenbetreffnisses
wird die Angelegenheit nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides an die Beschwerdegegnerin überwiesen.
7
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr.
700.--
anzusetzen und ausgangsgemäss
der
unter
liegenden
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
Das Gesuch
des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1 S. 2)
erweist sich so
mit als
gegenstandslos
.