# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6844e0c-444b-499b-a0ef-16acfa632414
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
erhielt
am 10. O
ktober 2011 die Meldung
, dass
X._
, geboren 1977,
im Rahmen einer Anstel
lung bei der
Einzelun
ternehmun
g
Y._
am 22.
September 2011
auf einer Baustelle in ei
ner Wohnung in Fällanden von d
er Leiter gestürzt sei und eine Prellung am Unterarm erlitten habe (
Urk.
9/1).
Sie
nahm
Lohnab
rechnungen für die
Monate Juli bis September 2011
und
Arbeitsunfähigkeits
bescheinigungen
von
Dr.
med. Z._
, Spezialärztin für Physikalische Medi
zin, zu den Akten (
Urk.
9/6 S. 2-9
)
und
erhielt vom Geschäftsin
haber
A._
die Zustimmung zur direkten Auszahlung der Versicherungsleistung
en an
X._
(E-Mail von
A._
vom 27
.
Oktober 2011,
Urk.
9/6
S. 1). Mit zwei Briefen je vom 31. Oktober 2011 teilte die Suva
X._
und
A._
daraufhin mit, dass sie für die Folgen des Berufsunfalls vom 2
2.
September 2011 Versicherungsleistungen gewähre und das Taggeld
Fr. 179.50 betrage (
Urk.
9/8 und
Urk.
9/9).
Am 8. Dezember 2011 meldete sich
X._
telefonisch bei der Suv
a und fragte
nach den ausstehenden Unfalltaggeldern. Die Sachbearbeiterin der Suva erkundigte sich bei dieser Gelegenheit nach Unterlagen zum Arbeitsverhältnis und nach den Modalitäten der Arbeitsverrichtung und teilte
X._
mit, dass im Moment keine Zahlungen geleistet werden könnten, da keine aus
reichenden Belege für das Arbeitsverhältn
is vorlägen (
Urk.
9/19). Am 21.
Dezember 2011 bestätigte die Suva diesen Bescheid gegenüber
X._
auch schriftlich (
Urk.
9/21).
1.
2
In der Folge erstattete die Suva am 8. Mai 2012 Strafanzeige gegen
A._
wegen Verweigerung der Auskunft und Nichtausfüllens der vorge
schriebenen Formulare und führte darin aus, sie habe aus Anlass der
Unfallmel
dung
betreffend
X._
seit Oktober 2011 versucht, bei
A._
eine Lohnlistenrevision und Lohnkontrolle durchzuführen, habe
A._
jedoch bis anhin nicht er
reichen können (
Urk.
9/35 S. 1-3 mit den Beilagen in
Urk.
9/35 S. 4
-16)
. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelte wegen
Prämien
hinterziehung
und Zweckentfremdung
von Prämien nach Art. 112 Abs.
1 und
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
) und stellte das Verfahr
en mit Verfügung vom 7. März 2013 ein
(
Urk.
9/39). Hingegen wurde
A._
m
it Strafbefehl vom 27. Juni 2013 wegen Verletzung der Aus
kunft
spflicht im Sinne von Art. 113
UVG
gebüsst (Urk.
9/38).
Die Suva zog
anschliessend
den Auszug aus dem individuellen Konto von
X._
vom 2
2.
November 2013 bei (
Urk.
9/43 S. 2-4) und führte mit
X._
am 23. Januar 201
4
eine Besprechung (Protokoll in
Urk.
9/44). Dabei nahm sie von
ihm
verschiedene Unterlagen entgegen, nämlich
den Anstellungsvertrag zwischen ihm und
A._
vom 15. April 2011
(Urk.
9/45 S. 2-3), die
Lohnabrechnungen für die Monate
Mai bis September 2011 (
Urk.
9/46 S. 3-7) und das Kündigungsschreiben vom 31. Januar 2012, mit dem
A._
das Arbeitsverhältnis per Ende Februar 2012 aufgelöst hatte (
Urk.
9/46 S. 8). Mit Schreiben vom 29. Januar 2014
teilte die Suva
X._
mit, dass ein Angestelltenverhältnis zwischen ihm und
A._
nicht
rechtgenüglich
nachgewiesen sei und sie deshalb ihre Leistungspflicht für die Folgen des Ereig
nisses vom 2
2.
September 2011 abzulehnen und die bereits bezahlten Taggelder im Betrag von Fr. 6‘641.50 von ihm zurückzufordern gedenke. Gleichzeitig setzte die Suva
X._
Frist an, um Unterlagen einzureichen oder Beweis
mittel zu bezeichnen, die den Standpunkt der Suva zu widerlegen geeignet wären (
Urk.
9/47). Nach unbenütztem Ablauf der Frist entschied die Suva mit Verfügung vom 14.
März 2014 wie angekündigt (Urk.
9/49
).
X._
, ver
treten durch Rechtsanwalt
Dr.
Hans
Wüst, liess mit Eingabe vom 28.
April 2014 Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung beantragen (
Urk.
9/53)
.
2.
2.1
Am 17. März 2014 war der Suva eine weitere Unfallmeldung zugegangen, wonach
X._
als Angestellter der Unternehmung
B._
am 15. März 2014 auf einer Baustelle in Frenkendorf aus der Höhe von etwa 80 cm von einer Leiter gestürzt sei und sich das rechte
Fussgelenk verletzt habe (Urk.
10/9/1). Die Suva nahm den Bericht des
Kantonsspitals C._
vom 18.
März 2014 über die Erstbehandlung am Unfalltag und die Berichte des
Universitätsspitals D._
über die Nachbehandlung zu den Akten (
Urk.
10/9/6
1
2,
Urk.
10/9/17
und
Urk.
10/9/20-21
)
und fordert
e die
B._
mit Brie
f
vom 25. April
2014 zur
Einre
i
chung von Unterlagen zum Arbeitsverhältnis auf (
Urk.
10/9/
1
5
S. 1-2
).
Sie erhielt die Arbeitsverträge mit
X._
vom
1. April 2013 und vom 1. Februar 2014 (
Urk.
10/9/15 S. 7-8 und
Urk.
10/9/15 S. 20-21), die Lohnabrechnungen von
X._
f
ür die Monate April bis Dezember
2013 (
Urk.
10/9/15
S. 9 und
S. 11-18)
einschliesslich einer
L
ohnauf
stellung
für 2013 (
Urk.
10/9/15 S. 19)
und des
Lohnausweis
es
2013 (
Urk.
10/9/15 S. 10)
sowie
die
als
Lohnblätter
bezeichneten Lohnabrechnungen
von
X._
für die Zeit
von Februar bis Mai 2014 (Urk.
10/9/15 S. 3-6
) und schliesslich die
Erfolgsrechnung
der
B._
des Jahre
s 2013 (
Urk.
10/9/15 S. 22-27).
Mit Schreiben vom 25. Juni 2014 s
etzte die Suva
der
B._
eine Frist zur Einreichung weiterer Unterlagen an, nämlich der Stunden- und
Ein
satzrapporte
und des Lohnkontos 2014 sowie der Anmeldungen bei der AHV und der Einrichtung der beruflichen Vorsorge. Dabei wies sie
die
B._
auf die Mitwirkungspflicht hin und kündigte an, bei Säumnis auf Nicht
eintreten zu entscheiden und für den Unfall vom 15. März 2014 man
g
els
Versi
cherungsdeckung
keine Leistungen zu erbringen (
Urk.
10/9/24).
Die
B._
reichte das verl
angte Lohnkonto ein (
Urk.
10/
9/36 S. 3-4), worauf die Suva sie mit einem weiteren Schreiben vom 16. Juli 2014 nochmals
dazu
aufforderte,
die Unterlagen im gewünschten Sinn zu ergänzen (
Urk.
10/9/38)
. Die
B._
teilte mit Schreiben vom 6. August 2014 mit, dass keine Stunden- und Arbeitsrapporte geführt würden (
Urk.
10/9/43 S. 1), und informierte über die Anmeldung bei der Stiftu
ng Auffangeinrichtung BVG (Urk.
10/9/43 S. 2-6). Ausserdem
legte sie das gleichentags ausgefüllte Formular zuhanden der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA),
Aus
gleichskasse
,
bei, mit der sie
X._
als neuen Mitarbeiter mit Stellenantritt am 1. Februar 2014 angemeldet hatte (
Urk.
10/9/43 S. 7).
2.2
Mit Schrei
ben vom 1
2.
November 2014
gab die Suva
sowohl der
B._
als auch
X._
unter nochmaligen Hinweis auf die
Mitwirkungs
pflicht
Gelegenheit, Angaben zu den konkret ausgeführten Arbeiten zu machen, beispielsweise durch Nennung der Baustellen, der Namen von Kunden und der Zeiträume der Arbeitsverrichtung (
Urk.
10/9/44).
Nachdem die Suva
keine Antwort
auf das Schre
iben vom 1
2.
November 2014
erhalten hatte, entschie
d sie mit Verfügung vom 29. Dezember 2014 im ange
kündigten Sinne und hielt fest, dass sie auf die Anmeldung nicht eintrete und keine Versicherungsleistungen erbringe (
Urk.
10/9/45).
X._
erhob An
fang Januar 2015 durch Vorsprache bei der Suva Einsprache
(Protokoll vom
15. Januar 2015,
Urk.
10/9/47).
3.
Mit zwei Entscheiden je vom 24. März 2015 wies die Suva die Einsprachen gegen die Verfügungen vom 14. März und vom 29. Dezember 2014 ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/58 und
Urk.
10/2 =
Urk.
10/9/56).
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Titus
Bosshard
, liess mit zwei Einga
ben je vom 11. Mai 2015 Beschwerde gegen die beiden
Einspracheentscheide
erheben (
Urk.
1 und
Urk.
10/1
; Prozesse Nr.
UV.2015.00082 und
Nr.
UV.2015.00083
). In der Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
betreffend die Verfügung vom 14. März 2014 liess er beantragen, der Entscheid sei hin
sichtlich der
Rückforderung aufzuheben (Urk.
1 S. 2), in der Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
betreffend die Verfügung vom 29. Dezember 2014 liess er beantragen, der Entscheid sei aufzuheben und ihm seien im Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. März 2014 (irrtümlich 2015) Taggelder für die Arbeits
unfähigkeit zwischen dem 15. März 2014 (irrtümlich 2015) und dem 1. Juli 2014 zu entrichten
und die Heilungskosten zu übernehmen
(
Urk.
10/1 S. 2)
. Zum geltend gemachten Arbeitsverhältnis mit der
B._
liess
X._
die Lohndeklaration
2014 des Betriebs g
egenüber der
Ausgleichs
kasse
,
die Lohndeklaration 2013 des Betriebs gegenüber der Suva
und
die
Leis
tungszusicherungen
der Suva für die Folgen von Unfällen zweier anderer Arbeitnehmer des Betriebs vom Mai und vom Dezember 2014
einreichen
(
Urk. 10/3/2,
Urk.
10/3/3,
Urk.
10/
3/5 und
Urk.
10/
3/4).
Die Suva schloss mit den beiden Beschwerdeantworten je vom 31. Juli 2015 auf Abweisung der Beschwerden (
Urk.
8 und
Urk.
10/8).
Mit Verfügung vom
6. August 2015 vereinigte d
as Gericht die beiden Verfahren und
ordnete einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
11).
X._
liess in der Replik vom 15. September 2015
(
Urk.
12)
an seinen Anträgen festhalten
und liess zum
geltend gemachten Arbeitsverhältnis mit
A._
eine Arbeitsbestätigung von
A._
und den Lohnausweis 2011 einreichen (
Urk.
13/1 und
Urk.
13/2) und zum geltend gemachten Arbeitsverhältnis mit der
B._
die Lohndeklarat
ion
2014
des Betriebs
gegenüber der Suva
(
Urk.
13/3
)
sowie
die Bestätigungen
beziehungsweise den Werkvertrag dreier
Generalunternehmer
zu
Arbeitsvergaben
an die
B._
im Jahr 2014
beibringen
(
Urk.
13/
5-7)
.
Die Suva verzichtete mit Eingabe vo
m 12.
Oktober 2015 darauf, eine Duplik zu erstatten (
Urk.
16), was
X._
am 13. Oktober 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
17). Am 23. Mai 2016 setzte Rechtsan
walt Titus
Bosshard
das Gericht von der Mandatsniederlegung in Kenntnis (
Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Strittig ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen der gemel
deten Unfälle vom 2
2.
September 2011 und vom 15. März 2014.
Was den Unfall vom 2
2.
September 2011 betrifft, so hat die
Beschwerdegegne
rin
dem Beschwerdef
ührer eine Taggeldsumme von Fr.
6‘641.50 geleistet, was 37 Taggeldern à
Fr.
179.50 entspricht und die Zeit bis Ende Oktober 2011 abdeckt (vgl.
Urk.
9/8 und
Urk.
9/9 sowie die Taggeldabrechnung in
Urk.
9/49 S. 4). Ursprünglich hatte der Beschwerdeführer zus
ätzlich Taggelder für den Monat
November 2011 verlangt (vgl.
Urk.
9/19),
sowohl
in der Einsprache vom 28. April 2014 (
Urk.
9/53
)
als auch in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 2)
bean
tragte er aber
ausschliesslich
die ersatzlose Aufhebung der Verfügung vom
14. März 2014, wandte sich also nur noch gegen die Rückforderung der bereits aus
bezahlten Taggelder.
Pr
üfungsgegegenstand
im
vor
liegenden Verfahrens ist daher
einzig
die Rückforderung des Taggeldbetrags von
Fr.
6‘641.50.
In Bezug auf den Unfall vom 15. März 2014 hielt die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 29. Dezember 2014 fest, sie trete auf die Anmeldung nicht ein und erbringe deshalb keine Versicherungsleistungen (
Urk.
10/9/45
). Sie stützte
ihren
Nichteintretensentscheid
auf die Regelung in Art. 43
Abs.
3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), wonach der Versicherungsträger dort, wo die versicherte Person oder andere Leistungsansprecher ihrer Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unent
schuldbarer Weise nicht nachkommen, nach entsprechender Mahnung und nach Einräumen einer Bedenkzeit aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen kann.
Im
Einspracheentscheid
kam die Beschwerdegegnerin
aber
auf die Sanktion des Nichteintretens zurück und beurteilte den Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen materiell. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist daher dieser materielle Anspruch.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht in beiden Fällen mit der Begründung, es sei nicht
rechtsgenüglich
nachgewiesen, dass der Beschwerde
führer zur Zeit der Unfälle in einem Arbeitsverhältnis
gestanden sei (
Urk.
2 und
Urk.
10/2).
2.2
Nach Art. 1a
Abs.
1
UVG sind obligatorisch versichert die in der Schweiz beschäf
tigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrling
e, Prakti
kanten, Volontäre sowie
der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Perso
nen. Art. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
definiert den Arbeitnehmer als Person, die eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV) ausübt.
Nach den leitenden Grundsätzen des Bundesgerichts ist für die Einord
nung unter den Arbeitnehmerbegriff massgebend, dass jemand
um des Erwerbes oder der Ausbildung willen
mehr oder weniger untergeordnet für einen Arbeit
geber
tätig ist,
sei es dauernd oder vorübergehend, und dabei kein
eigenes wirtschaf
tliches Risiko
tragen
muss. Das Bundesgericht hält zudem fest, dass die Arbeitnehmereigenschaft unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzel
falls zu beurteilen sei und dass
sie
im Falle eines Arbeitsvertrags gemäss Obli
gationenrecht oder eines öffentlich-rechtlichen Anstellungsverhältnisses
in aller Regel gegeben sei
(BGE 141 V 313 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.3
Der Versicherungsträger hat gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz, der in Art. 43
Abs.
1 ATSG statuiert ist, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Der Untersuchungsgrundsatz wird ergänzt durch die
Mitwir
kungspflicht
der Parteien
.
Diese
sind gemäss Art. 28
Abs.
2 ATSG
dazu ver
pflichtet, alle
Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicheru
ngsleistungen erforderlich sind, und Art.
55 Abs.
1 UVV
präzisiert die Mitwirkungspflicht im Unfallversicherungsrecht dahinge
hend
, dass die versicherte Person alle erforderlichen Auskünfte erteilen und ausserdem die Unterlagen zur Verfügung halten muss, die für die Klärung des Unfallsachverhaltes und die Unfallfolgen sowie für die Festsetzung der Versi
cherungsleistungen benötigt werden
, darunter auch Belege über die
Verdienst
verhältnisse
.
Sanktionen bei verschuldeter Verletzung des Mitwirkungspflicht sind
nach Art. 43
Abs.
3 ATSG
der Entscheid aufgrund der Akten oder das Nichteintreten auf
das Leistungsbegehren (vgl. E. 1).
2.4
Nach dem allgemeinen Grundsatz in Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmäs
sig bezogene Leistungen zurückzuerstatten.
Rechtsprechungsgemäss dürfen formell rechtskräftig ausgerichtete Leistungen jedoch
nur dann zurück
gefordert werden, wenn entweder die Voraussetzungen für eine
Wiedererwä
gung
oder die Voraussetzungen für eine pr
ozessuale Revi
sion (Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG) erfüllt sind
(BGE 130 V 380 E.
2.3.1
mit Hin
weisen). Die
sogenannnte
prozessuale Revision besteht nach
Art. 53
Abs.
1 ATSG
darin, dass die Verwaltung auf
formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückzukommen hat, wenn
die versicherte Person oder
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war
.
Ein Zurückkommen auf
formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheent
scheide
ist ferner nach Ar
t. 53
Abs.
2 ATSG
dort möglich
,
wo die ursprüng
lichen Entscheide
zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeutung
ist
.
Nach Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Satz 1); wird der Rückforderungsanspruch aus einer straf
baren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjäh
rungsfrist festsetzt, so ist diese längere Frist massgebend (Satz 2). Bei den Fris
ten in Art. 25 Abs. 2 ATSG handelt es sich nach feststehender Rechtsprechung entgegen deren Bezeichnung nicht um Verjährungs-, sondern um
Verwirkungs
fristen
(vgl. BGE 124 V 380 E. 1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Als erstes zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen des
Unfalls vom 2
2.
September 2011 und die damit verbundene Pflicht des Beschwerdeführers zur Rückerstattung der ausgerichteten Taggelder.
3.2
3.2.1
Als Beleg
für die Arbeitnehmereigenschaft des Beschwerdeführer
s liegt
zunächst der
Anstellungsvertrag
vom 15. April 2011 vor, mit dem
A._
ihn
ab dem 1. Mai 2011 zu einem Monatslohn von
Fr.
4‘200.--
brutto
vollzeitlich beschäftigte
(
Urk.
9/45 S. 2-3)
. Des Weiteren existieren für die Monate Mai bis September 2011 Lohnabrechnungen,
in denen
A._
dem Beschwer
deführer für den Mai die Auszahlung des vertraglichen Monatslohnes von
Fr.
4‘200.-- und für Juni bis September die Auszahlung eines monatlichen Bruttolohnes von
Fr.
6‘300.-- bescheinigte (
Urk.
9/46 S.
3-7).
Ferner
ist im Aus
zug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers vom 2
2.
November 2013 im Jahr 2011 eine Lohnsumme von
Fr.
31‘839.-- eingetragen, die
A._
dem Beschwerdeführer in den Monaten August bis Dezember 2011 ausgerichtet
haben soll (
Urk.
9/43 S. 4). Schliesslich
besteht ein
Kündigungs
schreib
en vom 31. Januar 2012
, mit dem
A._
das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer per Ende
Februar 2012 wieder aufgelöst hat (
Urk.
9/46 S. 8).
3.2.2
Wie die Beschwerdegegnerin
indessen
zu Recht dar
tat (
Urk.
2 S. 2 ff.,
Urk.
8 S.
3 f.), stehen diesen Indizien, die für den Bestand eines Arbeitsverhältnisses
zwischen dem Beschwerdeführer und
A._
sprechen, verschiedene Indizien gegenüber, die an einem Arbeitsverhältnis zweifeln lassen.
So ist im Vertrag vom 15. April 2011 die Verpflichtung des Arbeitnehmers statu
iert, über die ausgeführten Arbeiten einen täglichen Rapport zu führen, aus dem die Arbeitszeit und der Arbeitsort ersichtlich sind (
Urk.
9/45 S. 3). Entge
gen dieser vertraglichen Pflicht fehlen solche Rapporte jedoch; der Beschwer
deführer gab anlässlich der Besprech
u
ng vom 23. Januar 2014
an, es gebe keine Aufzeichnungen über seine Arbeitseinsätze (
Urk.
9/44 S. 3). Er konnte sodann auch
aus der Erinnerung keine näheren Angaben zu diesen Einsätzen machen, sondern
vermochte bereits bei der telefonischen, zeitlich nahe bei den Einsätzen liegenden Besprechung vom 8. Dezember 2011 lediglich die Ortschaften der Einsätze, jedoch weder die genauen Adressen noch die Namen der Kunden zu nennen (
Urk.
9/19).
Des Weiteren liegen
wohl die
vom Beschwerdeführer quit
tierten
monatlichen
Abrechnungen über den Lohn
vor
(
Urk.
9/46 S. 3-7),
die
effektiven
Lohnzahlungen
sind jedoch nicht
belegt
; der
Beschwerdeführer konnte
keine
Bankbelege dazu beibringen, s
ondern
sagte aus, er habe den Lohn stets bar und in wöchentlichen Zahlungen erhalten, da er über das Geld so rasch als möglich habe verfügen wollen (
Urk.
9/19,
Urk.
9/
44 S. 2 f.).
Im Widerspruch dazu steht allerdings, dass der
Beschwerdeführer während der
angegebenen
Dauer des Arbeitsverhältnisses offenbar nicht in regelmässigem Kontakt mit
A._
gestanden hatte, sondern im Telefongespräch vom 8. Dezember 2011 dartat, er habe immer alleine gearbeitet und das Werkzeug in seinem eigenen Auto aufbewahrt und er wisse nicht
,
ob und wo
A._
aktuell ein Magazin habe und kenne
auch
seinen aktuellen Wohn- oder Aufent
haltsort nicht (
Urk.
9/19).
Gerade diese Ausführungen zur Beziehung zu
A._
lassen es
im Sinne der Überlegungen im angefochtenen
Einspracheentscheid
und in der Beschwerdeantwort (
Urk.
2 S. 4,
Urk.
8 S. 3 f.)
als gut denkbar erscheinen,
dass der Beschwerdeführer, soweit er von Mai bis September 2011 tatsächlich Arbeiten verrichtete, dies entgegen dem Anschein im schriftlichen Arbeitsver
trag
und in der undatierten Arbeitsbestätigung (
Urk.
13/1)
nicht in einem Arbeitsverhältnis mit
A._
, sondern als
selbständigerwerbe
nde
, kei
nem
Arbeitgeber untergeordnete Person tat.
Gestützt wird diese These dadurch, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben im Gespräch vom 8. Dezem
ber 2011 vor dem Abschluss des Vertrags mit
A._
selbständig tätig gewesen war (
Urk.
9/19) und dass er im Arbeitsverhältnis mit
A._
nicht als Arbeitnehmer
bei der Suva
gemeldet war
, wie au
s
den Ausführungen in der Einstellungsver
fügung der Staatsanwaltschaft gegenüber
A._
hervorgeht (
Urk.
9/39 S. 5). Dass der Beschwerdeführer im Gegensatz dazu der
Ausgleichskasse als Arbeitnehmer von
A._
bekannt
war
(vgl.
Urk.
9/39 S. 4)
und im Auszug aus dem individuellen Konto Lohnzahlungen eingetragen sind (
Urk.
9/43 S. 4), spricht
angesichts der übrigen
,
gegenläufigen Indizien
nicht gegen eine effektiv selbständige Erwerbstätigkeit
, sondern es können dahinter auch rein versicherungstechnische Überlegungen stehen.
Das Gleiche gilt für den im Beschwerdeverfahren eingereichten Lohnausweis 2011 (
Urk.
13/2).
3.2.3
Damit ist nicht überwiegend wahrscheinlich im Sinne des erforderlichen
Beweis
grades
, dass der Beschwerdeführer zur Zeit des Unfalls vom 22
.
September 2011 Arbeitnehmer und damit nach
Art. 1a
Abs.
1 UVG
obliga
torisch unfallversichert war. Vielmehr ist eine Arbeitnehmereigenschaft auf
grund der dargelegten Umstände sogar weniger wahrscheinlich als eine Eigen
schaft als nach wie vor
Selbständigerwerbender
.
Die Beschwerdegegnerin hat daher ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 2
2.
September 2011 zu Recht verneint.
3.3
3.3.1
Zu prüfen ist weiter, ob daraus eine Pflicht des Beschwerdeführers zur Rücker
stattung der bereits bezogenen Ta
ggelder im Gesamtbetrag von Fr.
6‘641.50 abzuleiten ist.
3.3.2
Taggelder der Unfallversicherung können
gestützt auf Art. 51
Abs.
1 ATSG
in
einem formlosen
Verfahren zugesprochen werden
. Der formlose Entscheid erwächst nach Ablauf einer gewissen Zeit in
Rechtskraft.
Dies hat zur Folge, dass der Versicherungsträger alsdann nur noch unter den Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision auf ihren Entscheid zurück
kommen und erbrachte Taggelder zurückfordern kann
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_99/2008 vom 26. November 2008 E. 3.2)
.
Die formlose Zusprechung von Taggeldern dat
iert vom 31. Oktober 2011 (Urk.
9/8 und
Urk.
9/9). Sie war zur Zeit der
Rückforderungsverfügung vom 14.
März 2014 seit geraumer Zeit rechtskräftig, so dass die Rückforderung nur unter den
Rückkommenstiteln
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revi
sion statthaft ist.
3.3.3
Entgegen dem Dafürhalten der Be
schwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 6,
Urk.
8 S. 5 f.) sind nach der Taggeldzusprechung vom 31. Oktober 2011 keine neuen Tat
sachen in Erscheinung getreten, welche die Beschwerdegegnerin nicht bereits damals hätte kennen können.
Aus der verwaltungsinternen E-Mail-Korrespon
denz vom 11. Oktober 2011 geht nämlich hervor, dass die Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt schon damals als weiter abklärungsbedürftig in Bezug auf die Arbeitnehmerschaft des Beschwerdeführers erachtet und dementsprechend ursprünglich vorgesehen hatte, den Schadenfall bis zum Vorliegen der Abklä
rungen zu „sperren“ (Urk
.
9/35 S. 7). Wenn die Beschwerdegegnerin aus Grün
den, die aus den Akten nicht hervorgehen, dem Beschwerdeführer drei Woc
hen später dennoch
Taggelder zusprach und ausrichtete, so
können
später gewon
nene Erkenntnisse nicht als neue Tatsachen
im Sinne des Rückforderungstitels der prozessualen Revision gelten. Insoweit ist dem Standpunkt des Beschwer
deführers zuzustimmen (vgl.
Urk.
1 S. 4 f.).
3.3.4
Hingegen wurde vorstehend dargelegt, dass
die Taggeldzusprechung vom 31.
Oktober 2011 als unrichtig zu beurteilen ist
. D
a eine
Arbeitnehmereigen
schaft
des Beschwerdeführers nach dem Gesagten
we
niger wahrscheinlich ist als die Weiterführung d
er Tätigkeit als
Selbständiger
werbender
,
ist die Unrichtigkeit der Leistungsgewährung deutlich. Ob
sie als
zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzung
zu werten ist
, kann aber offen bleiben. Denn wie zu zeigen ist, würde eine Rückforderung der gewährten Leistungen an deren Verwirkung scheitern.
Der Begriff der Verwirkung wurde von den Parteien zwar nicht explizit verwen
det, hingegen nahmen sie zum massgebenden Sachverhalt durchaus Stellung, wenn
der Beschwerdeführer vorbringen liess, die Beschwerdegegnerin hätte die Unrichtigkeit der Leistungsgewährung bereits früher feststellen können (
Urk.
1 S. 4 f.), und die Beschwerdegegnerin diesen Vorbringen entgegenhielt, das Ver
halten von
A._
habe ihr verunmöglicht, zeitig Einblick in die Geschäftsunterlagen zu nehmen (
Urk.
8 S. 5). Im Folgenden sind diese Aussagen daher unter dem Blickwinkel der Verwirkung der Rückforderung zu würdigen.
3.4
3.4.1
Nach der Rechtsprechung beginnt die einjährige, relative Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG in jenem Zeitpunkt zu laufen, in welchem die Ver
wal
tung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufm
erksamkeit Kenntnis vom rückfor
derungsbegrün
denden Sachverhalt haben konnte. Dabei ist
das erstma
lige unrich
tige Handeln in der Rege
l nicht fristauslösend
, sondern
massgebend ist
erst derjenige Tag, an dem sich die Verwaltung später - beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle - unter Anwendung der ihr zumutbaren Auf
merk
samkeit über ihren Fehler hätte Rechenschaft geben müssen
und hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung gegeben sind
(BGE 122 V 270 E. 5 mit Hinweisen).
Dabei hat die Verwaltung dort, wo sie über genü
gend
Hinweise auf einen möglichen Rückforderungsanspruch
verfügt
,
die
noch erforderlichen
weiteren
Abklärungen inner
t angemessener Zeit vorzu
nehmen, und b
ei Säumnis ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung mit zumutbarem Einsatz ihre unvoll
ständige Kenntnis so zu ergänzen im Stande gewesen wäre, dass der
Rückfor
derungsan
spruch
hätte geltend gemacht werden können (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_195/2014 vom 3. September 2014, E. 2.2 mit Hinweisen).
3.4.2
Dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Taggelder zusprach, obwohl sie hätte wissen müssen und auch tatsächlich wusste, dass dessen Arbeitnehmereigenschaft aufgrund der vorhandenen Angaben und Unterlagen nicht hinreichend nachgewiesen war, kann
die
einjährige Verwirkungsfrist nach Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG aufgrund der
dargelgten
Rechtsprechung noch nicht ausgelöst haben.
Hingegen lieferte der Beschwerdegegnerin das Telefongespräch mit dem Beschwer
deführer vom 8. Dezember 2011 Informationen, die bereits damals eine Rückforderung gerechtfertigt hätten
, ohne dass es angezeigt gewesen wäre, den Ausgang des Strafverfahrens gegen
A._
wegen
Prämienhinter
ziehung
und Zweckentfremdung von Prämien abzuwarten.
Denn nach dem bereits Ausgeführten ergaben sich die gewichtigsten Indizien gegen ein Arbeits
verhältnis bereits aus jenem Gespräch, dass nämlich der Beschwerdeführer während des geltend gemachten Arbeitsverhältnisses nicht in regelmässigem Kontakt mit
A._
gestanden hatte
,
dass er
nichts über die
Geschäfts
räumlichke
iten
von
A._
wusste und
dass er
immer allein gearbeitet und das Werkzeug mit sich geführt hatte. Unter diesen Umständen konnte die Beschwerdegegnerin weder von einer Einsichtnahme in die Unterlagen von
A._
noch vom Ausgang des Strafverfahrens gegen ihn neue Erkenntnisse erwarten. Vielmehr musste es ihr schon damals klar gewesen sein, dass sie bei
A._
keine Arbeitsrapporte des Beschwerdeführers finden würde, sondern dass solche Rapporte
gar nicht existier
ten
, wie der Beschwer
defüh
rer dies
später
b
eim Gespräch vom 23.
Januar 2014 explizit bestätigte (
Urk.
9/44 S. 3). Und auch wenn
A._
wegen des Nichtablieferns von Versicherungsprämien bestraft worden wäre, so hätte dies die bereits bekannten Indizien gegen ein Arbeitsverhältnis nicht aufzuwiegen vermögen
.
Der Beschwerdegegnerin wäre es daher zuzumuten gewesen, den Beschwerdeführer bald nach dem Telefongespräch vom 8. Dezember 2011 zur Besprechung und
zur
Sachverhalts
- und Unterlagen
ergänzung ein
zuladen, und sie hätte hernach über sämtliche massgebenden Informationen verfügt, die es ihr erlaubt hätten, die Frage nach der qualifizierten, für eine Wiedererwägung erforderlichen Unrichtigkeit der ursprünglichen Leistungszusprechung zu beantworten und die Rückforderung zu verfügen.
Selbst wenn der Beschwerdegegnerin
daher
ab dem Telefongespräch vom 8.
Dezember 2011 noch ein volles Jahr für zusätzliche Abklärungen zugestan
den worden wäre, hätte die einjährige
Verwirkungsf
rist im Dezember 2012 zu laufen begonnen und w
äre im Dezember 2013 abgelaufen gewesen. Da die Beschwerdegegnerin die Rückforderung des Betrags von
Fr.
6‘641.50 gegenüber dem Beschwerdeführer
indessen erst mit der Verfügung vom 14.
März 2014 erhoben hat, ist sie als verwirkt zu beurteilen.
3.5
Damit ist der
Einspracheentscheid
vom 24. März 2015 betreffend den Unfall vom 2
2.
September 2011 in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde aufzuheben.
4.
4.1
Zu prüfen ist weiter die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen des Unfalls vom 15. März 2014.
4.2
4.2.1
Das geltend gemachte Arbeitsverhältnis mit der
B._
unterschei
det sich von demjenigen mit
A._
dadurch, dass die Arbeitgeberin eine juristische Person ist. Gemäss dem Internet-Handelsregisterauszug vom 8. September 2016
hatte die Eh
efrau des Beschwerdeführers ab
März 2013 die Funktion der alleinigen Gesellschafterin und Geschäftsführerin inne
(
Urk.
19/3), und die Unternehmung muss in den Jahren 2013 und 2014 aktiv gewesen sein, wie aus
der
Erfolg
srechnung
des Ja
hres 2013 (
Urk.
10/9/15 S. 22-25
) und
den Bescheinigungen verschiedener Generalunternehmer (
Urk.
13/5-7) zu schliessen ist.
4.2.2
Was die Arbeitnehmer
eigen
schaft des Beschwerdeführers persönlich betrifft, so sind zwei Arbeitsverträge vorhanden, nämlich der Vertrag vom 1. April 2013, mit dem der Beschwerdeführer ab dem
2.
April 2013 auf unbestimmte Zeit zu einem Monatslohn von
Fr.
4‘500.-- brutto als Plattenleger-Hilfsarbeiter beschäftigt wurde (
Urk.
10/9/15 S. 7-8), und der Vertrag vom 1. Februar 2014, mit dem der Beschwerdeführer wiederum auf unbestimmte Zeit zu einem Monatslohn von nunmehr
Fr.
5‘500.-- in der gleichen Funktion beschäftigt wurde (
Urk.
10/9/15 S. 20-21). E
s existieren auch Lohnabrechnungen, in denen dem Beschwerdeführer für die Monate April bis Juli 2013 die
Auszahlung
des vertraglich vereinbarten Bruttolohnes von
Fr.
4‘500.--
und
für die Monate August bis Dezember
2013 sowie für die Monate Februar bis Mai 2014
die Aus
zahlung
eines monatlichen Bruttolohnes von
Fr.
5‘500.--
bescheinigt wurde
(
Urk.
10/9/15 S. 9 und S. 11-18
,
Urk.
10/9/15 S. 3-6
).
Gemäss dem Schreiben der
B._
vom 6. August 2014, das von der Ehefrau des Beschwerdeführers unterzeichnet ist (
Urk.
10/9/43 S. 1), fehlen jedoch wiederum
jegliche
Aufzeichnungen über die geleistete Arbeit
, und die
B._
und der Beschwerdeführer konnten auch nachträglich gegenüber der Beschwerdegegnerin keine Angaben dazu machen, sondern lies
sen deren Schreiben vom 1
2.
November 2014 (
Urk.
10/9/44) unbeantwortet.
Des Weiteren
erfolgte die Lohnzahlung im geltend gemachten Arbeitsverhältnis ab Februar 2014 nicht mehr wie im Arbeitsverhältnis ab April 2013 per Überwei
sung auf ein Konto, sondern als Barauszahlung (
Urk.
10/9/15 S. 3-6 im Ver
gleich zu
Urk.
10/9/15 S. 9 und S. 11-18). Schliesslich
meldete
die
B._
den Beschwerdeführer, was das
Jahr 2014 betrifft, erst am 6.
August 2014, also erst anlässlich der Aufforderung der Beschwerdegegnerin
zur Einrei
chung weiterer Unterlagen
vom 25. Juni 2014 (
Urk.
10/9/24), bei der AHV als zusätzlichen Mitarbeiter mit Stellenantri
tt am 1. Februar 2014 an
(
Urk.
10/9/43 S. 7).
Diese verschiedenen
Punkte
lassen es als ungewiss erscheinen,
ob
der Beschwerdeführer zur Zeit des Unfalls vom 15. März 2014 tatsächlich in einem Arbeitsverhältnis mit der
B._
stand.
Dass die
B._
der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2013 einen Lohn des Beschwerde
führers deklariert hatte (
Urk.
10/3/3),
belegt
entgegen dem Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
10/1 S. 3) noch nicht ein Arbeitsverhältnis im Jahr 2014.
Anhaltspunkte für ein Arbeitsverhältnis
im Jahr 2014
sind demgegenüber die Lohndeklarationen 2014 gegenüber der Ausgleichskasse und gegenüber der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/3/2 und
Urk.
13/3
); da sie jedoch erst im Januar 2015, also erst nach dem Unfallereignis vom 15. März 2014, erstellt worden sind, lassen sie angesichts der übrigen Umstände ein Arbeitsverhältnis noch nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Daran ändern
die Belege über die Subunternehmer-Tätigkeit der
B._
im Jahr 2014 nichts, denn diese Unterlagen
(
Urk.
13/5-7)
sprechen wohl für die Aktivitäten der Gesellschaft als solche, vermögen jedoch ohne gleichzeitiges Vorhandensein von Aufzeichnungen über den Einsatz des Beschwerdeführers kein A
rbeitsver
hältnis
der Gesellschaft mit ihm zu belegen.
Auch aus dem Umstand, dass andere
Angestellte
der
B._
im Jahr 2014
Ve
rsicherungsleistun
gen erhielten (
Urk.
10/3/4-5),
kann
nichts in Bezug auf ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der GmbH abgeleitet werden, da
die
Ver
sicherteneigenschaft
gemäss der zutreffenden Bemerkung der
Beschwerdegeg
nerin
(
Urk.
10/8 S. 4) für jede Person gesondert zu prüfen ist. Insbesondere deutet die Tatsache, dass die
B._
den Beschwerdeführer im August 2014 bei der Ausgleichskasse als zusätzlichen Mitarbeiter anm
eldete, darauf hin, dass
andere
Mitarbeiter dort schon vorher angemeldet gewesen waren und sich somit nicht in der gleichen Situation wie der Beschwerdeführer befanden.
4.2.3
Zusammengefasst ist damit auch in Bezug auf den Unfall vom 15. März 2014 nicht
überwiegend wahrscheinlich im Sinne des erforderlichen Beweisgrades, dass der Beschwerdeführer
damals Arbeitnehmer und
somit
obli
gatorisch unfallversichert war.
Wiederum ist
hier denkbar, dass der Beschwerdeführer am Unfalltag
als
Selbständigerwerbender
auf eigene Rechnung gearbeitet hat.
Daher hat die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht
zu Recht auch für die
Folgen
dieses Unfalls verneint.
Es ist im Übrigen fraglich, ob
ein Fall der fehlenden Mitwirkung im Sinne von
Art.
43
Abs.
3 ATSG vorliegt, da die vorhandenen Unterlagen grundsätzlich eingereicht worden sind, sie jedoch nicht dazu ausreichen, ein Arbeitsverhältnis
rechtsgenüglich
zu belegen. Da die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers im angefochtenen
Einspracheentscheid
jedoch materiell beurteilt hat, ist es im Ergebnis unerheblich, dass
sie sich dabei auf
Art.
43 Abs.
3 ATSG
gestützt hat
.
4.3
Die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
4.
März 2
015 betreffend den Unfall vom 1
5.
März 2014 ist demnach abzuweisen.
5.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Beschwerdeführer obsiegt
mit
der Beschwerde hinsichtlich des
Unfalls vom 2
2.
September 201
1.
Für die
Aufwendungen
in diesem Zusammenhang steht ihm daher
eine Prozessentschädigung zu. Diese ist unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien auf
Fr.
2‘100.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.