# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2297a42e-f67f-4595-b2d6-a75ae1ded930
**Court:** AG_OG
**Chamber:** AG_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Mit Entscheid vom 1. Februar 2019 erkannte das Präsidium des Familien-
gerichts Zofingen im Verfahren betreffend Eheschutz zwischen dem Kläger
(damals Beklagter) und der Beklagten (damals Klägerin):
"1. Es wird festgestellt, dass die Parteien zur Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes berechtigt sind.
2. Es wird festgestellt, dass sich eine Regelung der Benützung der (ehemals) ehelichen Wohnung am ... in .... infolge Auszugs beider Ehegatten erübrigt.
3. Die Kinder C., tt.mm.jjjj, und D., tt.mm.jjjj, werden unter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt.
4. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, die Kinder C. und D. je am ersten und dritten Wochenende jeden Monats zu sich auf Besuch zu nehmen sowie zwei Wochen Ferien mit ihnen zu verbringen.
Ein weitergehendes Besuchsrecht nach Absprache unter den Parteien bleibt vorbehalten.
5. 5.1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der Kinder C. und D. monatlich vorschüssig je die folgenden Beiträge zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen:
- 1. September 2017 bis 28. Februar 2018: Fr. 458.00 (Barunterhalt) - 1. März 2018 bis 31. Oktober 2018: Fr. 605.00 (davon Barunterhalt Fr. 544.00 und Betreuungsunterhalt Fr. 61.00) - ab 1. November 2018: Fr. 422.00 (Barunterhalt)
5.2. Der gebührende Unterhalt von C. und D. bleibt monatlich je im folgenden Betrag ungedeckt.
- 1. September 2017 - 28. Februar 2018: Fr. 103.00 - 1. März 2018 - 31. Oktober 2018: Fr. 1'820.00 - ab 1. November 2018: Fr. 30.00
6. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner nicht in der Lage ist, der  einen Beitrag an ihren persönlichen Unterhalt zu bezahlen.
7.
- 3 -
Die Entscheidgebühr von Fr. 2'400.00 wird den Parteien je zur Hälfte mit Fr. 1'200.00 auferlegt. Der Anteil der Gesuchstellerin geht infolge  der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons. Die Gesuchstellerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO).
Die Entscheidgebühr erhöht sich um Fr. 800.00, wenn der Entscheid  werden muss.
8. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. Die richterlich  Anwaltskosten der Gesuchstellerin gehen infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des Kantons. Die Gesuchstellerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO)."
1.2.
Am 12. Februar 2019 erkannte das Gerichtspräsidium Zofingen:
"1. Die für die finanziellen Verhältnisse der Parteien massgebenden Werte des Entscheids vom 1. Februar 2019 werden wie folgt berichtigt:
Phase 1 (1. September 2017 bis 28. Februar 2018)
Einkommen der Ehefrau: Nettolohn pro Monat: Fr. 4'062.00
Einkommen des Ehemannes: Geschätzter Nettolohn pro Monat: Fr. 4'000.00
Einkommen der Kinder je: Kinderzulagen pro Monat: Fr. 200.00
Existenzminimum der Ehefrau: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten (abzgl. Wohnkostenanteil der Kinder): Fr. 1'117.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 372.00 Total Fr. 2'689.00
Existenzminimum des Ehemannes: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten: Fr. 1'000.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 300.00 Weitere Auslagen (Arbeitsweg, aus. Verpflegung): Fr. 290.00 Total Fr. 2'790.00
Existenzminimum der Kinder je: Grundbetrag: Fr. 400.00 Wohnkostenanteil: Fr. 239.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 86.00 Total Fr. 725.00
Phase 2 (1. März 2018 bis 31. Oktober 2018)
Einkommen der Ehefrau: Nettolohn pro Monat: Fr. 0.00
Einkommen des Ehemannes: Geschätzter Nettolohn pro Monat: Fr. 4'000.00
Einkommen der Kinder je: Kinderzulagen pro Monat: Fr. 200.00
Existenzminimum der Ehefrau: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten (abzgl. Wohnkostenanteil der Kinder): Fr. 1'117.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 372.00
- 4 -
Total Fr. 2'689.00
Existenzminimum des Ehemannes: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten: Fr. 1'000.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 300.00 Weitere Auslagen (Arbeitsweg, aus. Verpflegung): Fr. 290.00 Total Fr. 2'790.00
Existenzminimum der Kinder je: Grundbetrag: Fr. 400.00 Wohnkostenanteil: Fr. 239.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 86.00 Total Fr. 725.00
Phase 3 (ab 1. November 2018)
Einkommen der Ehefrau: Nettolohn pro Monat: Fr. 4'062.00
Einkommen des Ehemannes: Geschätzter Nettolohn pro Monat: Fr. 4'000.00
Einkommen der Kinder je: Kinderzulagen pro Monat: Fr. 200.00
Existenzminimum der Ehefrau: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten (abzgl. Wohnkostenanteil der Kinder): Fr. 910.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 372.00 Total Fr. 2'482.00
Existenzminimum des Ehemannes: Grundbetrag: Fr. 1'200.00 Wohnkosten: Fr. 1'000.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 300.00 Weitere Auslagen (Arbeitsweg, aus. Verpflegung): Fr. 290.00 Total Fr. 2'790.00
Existenzminimum der Kinder je: Grundbetrag: Fr. 400.00 Wohnkostenanteil: Fr. 195.00 Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse etc.): Fr. 86.00 Total Fr. 681.00
2. Ziffer 5 des Entscheids vom 1. Februar 2019 wird wie folgt berichtigt:
5.
5.1.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der Kinder C.
und D. monatlich vorschüssig je die folgenden Beiträge zuzüglich Kinderzulagen zu
bezahlen:
- 1. September 2017 bis 28. Februar 2018: Fr. 605.00
(davon Barunterhalt Fr. 570.00 und Betreuungsunterhalt Fr. 35.00)
- 1. März 2018 bis 31. Oktober 2018: Fr. 605.00
(davon Barunterhalt Fr. 537.00 und Betreuungsunterhalt Fr. 68.00)
- ab 1. November 2018: Fr. 605.00
(davon Barunterhalt Fr. 561.00 und Betreuungsunterhalt Fr. 44.00)
2.1.
Der gebührende Unterhalt von C. und D. bleibt monatlich je im folgenden Betrag ungedeckt.
- 1. September 2017 - 28. Februar 2018: Fr. 946.00
- 1. März 2018 - 31. Oktober 2018: Fr. 2'835.00
- ab 1. November 2018: Fr. 742.00
- 5 -
3. Für diesen Entscheid werden keine Kosten erhoben und keine  zugesprochen."
2.
Auf eine als Rechtsmittelschrift entgegengenommene Eingabe des Klägers
vom 21. März 2019 ist das Obergericht mit Entscheid vom 30. April 2019
nicht eingetreten (Verfahren ZSU.2019.67).
3.
Mit Eingabe vom 16. Dezember 2021 an das Obergericht beantragte der
Kläger unter Bezugnahme auf den Entscheid vom 30. April 2019
(ZSU.2019.67) eine Neuberechnung des Unterhalts für die Kinder C. und
D.. Er führte dazu aus, seine finanziellen Verhältnisse hätten sich verändert
und er sei nicht mehr in der Lage, den festgelegten Unterhalt zu leisten.

## Considerations

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 179 Abs. 1 ZGB passt das Gericht auf Begehren eines Ehe-
gatten Eheschutzmassnahmen an, wenn sich die Verhältnisse geändert
haben, oder hebt sie auf, wenn ihr Grund weggefallen ist. Solche Anpas-
sungen erfolgen aber stets in einem neuen Prozess (vgl. STAEHELIN, in:
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zü-
rich/Basel/Genf 2016 [ZPO-Komm.], N. 24 zu Art. 236 ZPO). Auch im Lichte
von Art. 23 ZPO, der die örtliche Zuständigkeit für eherechtliche Gesuche
und Klagen regelt, worunter auch Klagen auf Abänderung, Ergänzung oder
Aufhebung von Eheschutzmassnahmen fallen, gelten solche Verfahren als
neue Prozesse. Die örtliche Zuständigkeit für die Beurteilung solcher Ab-
änderungsbegehren ist nämlich anhand des aktuellen Wohnsitzes der Par-
teien im Zeitpunkt der Stellung des Begehrens zu beurteilen. Es gilt keine
"perpetuatio fori" ab dem Erlass der ursprünglichen Eheschutzmassnahme
(SUTTER-SOMM/LÖTSCHER, in: ZPO-Komm., a.a.O., N. 10 zu Art. 23 ZPO;
SIEHR, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung,
3. Aufl., Basel 2017, N. 17 zu Art. 23 ZPO).
Über Angelegenheiten und Streitigkeiten im summarischen Verfahren ge-
mäss Art. 248 ff. ZPO entscheidet der Bezirksgerichtspräsident oder die
Bezirksgerichtspräsidentin, wenn die Sache nicht einem anderen Gericht
zugewiesen ist (§ 6 Abs. 1 lit. b EG ZPO). Für den Entscheid über Abände-
rungsbegehren i.S.v. Art. 179 ZGB ist somit der Bezirksgerichtspräsident
zuständig (vgl. Art. 271 lit. a ZPO). Eine Zuständigkeit des Obergerichts als
Zivilgericht für Entscheide in Eheschutzangelegenheiten besteht nur für
Entscheide über Berufungen und Beschwerden als Rechtsmittelinstanz
(§ 10 Abs. 1 lit. c EG ZPO).
- 6 -
Das vom Kläger mit dem Begehren vom 16. Dezember 2021 zur beantrag-
ten Abänderung des Eheschutzentscheids angerufene Obergericht ist für
die Beurteilung dieses Begehrens somit nicht zuständig. Auf das Begehren
ist entsprechend nicht einzutreten (Art. 59 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b ZPO).
Eine Überweisung der Sache an das zuständige Gericht ist für diesen Fall
gesetzlich nicht vorgesehen. Der Beklagte ist allerdings auf Art. 63 Abs. 1
ZPO hinzuweisen, welche Bestimmung wie folgt lautet:
"Wird eine Eingabe, die mangels Zuständigkeit zurückgezogen oder auf die nicht eingetreten wurde, innert eines Monates seit dem Rückzug oder dem Nichteintretensentscheid bei der zuständigen Schlichtungsbehörde  beim zuständigen Gericht neu eingereicht, so gilt als Zeitpunkt der Rechtshängigkeit das Datum der ersten Einreichung."
2.
Auf die Erhebung von Gerichtkosten beim grundsätzlich kostenpflichtigen
Kläger (Art. 106 Abs. 1 ZPO) kann verzichtet werden (§ 13 Abs. 1 VKD).
Es sind keine Parteientschädigungen zuzusprechen.