# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b09ae1a3-9c63-4d20-a219-c63c3eec99ba
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend qualifizierte Geldwäscherei etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 18. Dezember 2018 (DG180008)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 8. Januar 2018 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 200000).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 139 S. 89 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b und c StGB,
− der mehrfachen mangelnden Sorgfalt bei Finanzgeschäften im Sinne von Art. 305ter Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1 in  mit Abs. 1bis StGB und
− der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 in Verbindung mit Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 3 1⁄2 Jahren und einer
Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu CHF 30, letztere als teilweise Zusatzstrafe zur
Geldstrafe von 15 Tagessätzen gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-
Limmat vom 19. Oktober 2015, unter Anrechnung von 869 Tagen Untersuchungs-
haft und vorzeitigem Strafvollzug.
3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Geldstrafe wird aufgeschoben unter An-
setzung einer Probezeit von zwei Jahren.
4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. Oktober 2015 für
eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 60 im Rahmen des bedingten Voll-
zugs der Strafe gewährte Probezeit von zwei Jahren wird um ein Jahr verlängert.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Mai 2016 an-
geordnete Sperre des B._-Kontos des Beschuldigten mit der Nummer 1 wird
aufgehoben. Die B._ AG [Bank] wird per Rechtskraft dieses Urteils angewie-
sen, das Konto zu saldieren und den Saldo (per 30. August 2017 CHF 3'348.23)
der Kasse des Bezirksgerichts Zürich (Konto Nr. IBAN CH2 bei der B._ AG,
lautend auf Bezirksgericht Zürich, Rechnungswesen, 8004 Zürich) zu überweisen.
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Der Kontosaldo wird primär zur Deckung der Verfahrenskosten und im allfällig
übersteigenden Betrag zur Anrechnung an die Ersatzforderung verwendet.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Mai 2016 be-
schlagnahmte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernde Barschaft
von CHF 10'500 wird primär zur Deckung der Verfahrenskosten und im allfällig
übersteigenden Betrag zur Anrechnung an die Ersatzforderung verwendet.
7. Folgende mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2016,
8. November 2017 und 10. November 2017 beschlagnahmten und bei der Kasse
des Bezirksgerichts Zürich lagernden Gegenstände werden eingezogen und als
Beweismittel bei den Akten belassen:
- Mobiltelefon iPhone 6 inkl. SIM-Karte (Asservaten-Nr. A009'281'327); - USB-Stick "..."; - USB-Stick "..." 8 GB (Asservaten-Nr. A009'283'016), - Videoüberwachungssystem HIKVision (Asservaten-Nr. A009'277'401), - 1 Notizzettel und 1 A4 Blatt, - Unterlagen Identifikation von
1. C._, 2. D._, 3. E._, 4. F._, 5. G._.
8. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 3. Mai 2016 bei der H._ AG in Li-
quidation sichergestellten und bei der Stadtpolizei Zürich gelagerten Gegenstände
gemäss Sicherstellungsliste der Stadtpolizei Zürich vom 31. August 2018, Ge-
schäfts-Nummer 63331022, werden den allfällig berechtigten Personen nach Eintritt
der Rechtskraft durch die Stadtpolizei Zürich herausgegeben. Werden die Gegen-
stände innerhalb von 3 Monaten ab Eintritt der Rechtskraft von keiner berechtigten
Person beansprucht, werden die Gegenstände der Stadtpolizei Zürich zur Vernich-
tung überlassen.
9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Zürich den Betrag von CHF 50'000
als Ersatzforderung für den unrechtmässig erlangten Vermögensvorteil zu be-
zahlen.
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10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 10'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 20'000.00 Gebühr Strafunters. §4 GebStrV;
CHF 38'026.92 Auslagen Untersuchung;
CHF 2'660.00 Gutachten/Expertisen etc.;
CHF 51'984.35 amtliche Verteidigung (Akontozahlungen);
CHF 15'726.45 amtliche Verteidigung.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
12. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
13. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als
amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 15'726.45 (inkl. Mehrwertsteuer)
aus der Gerichtskasse entschädigt.
14. [Mitteilungen.]
15. [Rechtsmittel.]"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 163 S. 1)
1. Es sei der Beschuldigte wegen mehrfacher mangelnder Sorgfalt bei Finanz-
geschäften und wegen mehrfacher Gewaltdarstellungen und Pornographie
schuldig zu sprechen.
2. Es sei der Beschuldigte unter Widerruf des Strafbefehls vom 19. Oktober
2015 mit einer Geldstrafe von 225 Tagessätzen à Fr. 30.-- zu bestrafen und
es sei festzustellen, dass die Strafe verbüsst ist.
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3. Es seien die gesperrten bzw. beschlagnahmten Gelder zur Deckung der
dem Beschuldigten aufzuerlegenden Verfahrenskosten zu verwenden und
im Mehrbetrag dem Beschuldigten auf erstes Verlangen hin herauszugeben.
4. Es sei auf die Ersatzforderung nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzu-
weisen.
5. Es seien die Kosten für das gerichtliche Verfahren und der Untersuchung
dem Beschuldigten zu 1/6 aufzuerlegen, und eine Nachforderung der Kosten
der amtlichen Verteidigung sei im Umfang von 1/6 vorzubehalten.
6. Es sei dem Beschuldigten für den zu Unrecht erlittenen Freiheitsentzug von
644 Tagen eine angemessene Genugtuung von Fr. 128'800.-- zuzüglich
Zins von 5% seit 4. Dezember 2016 aus der Gerichtskasse zuzusprechen.
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 160 sinngemäss)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Erwägungen
I. Verfahrensgang
1. Im Rahmen einer grösseren Strafuntersuchung durch die Bundeskriminal-
polizei und die Staatsanwaltschaft Zürich wegen gewerbs- und bandenmässigen
Drogenhandels und Geldwäscherei wurde auch gegen den Beschuldigten ermit-
telt. Im Mai 2016 wurde er verhaftet. Am 10. Januar 2018 wurde Anklage gegen
den Beschuldigten beim Bezirksgericht Zürich erhoben (Urk. 200000). Am
19. September 2018 fand die erstinstanzliche Hauptverhandlung statt (Prot. I
S. 6 f.). Gleichentags wurde der Beschuldigte aus dem vorzeitigen Strafvollzug
entlassen (Prot. I S. 15). Die Schlussberatung der Vorinstanz fand zusammen mit
jener in den Verfahren weiterer Mittäter am 18. Dezember 2018 statt (Prot. I
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S. 17). Mit diesem Datum erging dann auch das Urteil gegen den Beschuldigten,
wobei der Entscheid im Einverständnis der Parteien schriftlich mitgeteilt wurde
(Prot. I S. 15 und 17). Das Bezirksgericht sprach den Beschuldigten der qualifi-
zierten Geldwäscherei und weiterer Delikte für schuldig und verurteilte ihn zu
dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe (Urk. 139).
2. Am 21. Dezember 2018 meldete der amtliche Verteidiger Berufung an
(Urk. 132). Nach Empfang der begründeten Fassung des Urteils am 8. Februar
2019 ging hierorts am 27. Februar 2019 (Datum Poststempel: 26. Februar 2019)
die Berufungserklärung des amtlichen Verteidigers ein (Urk. 142). Mit Eingabe
vom 14. März 2019 erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung, welche sie
am 10. März 2020 wieder zurückzog (Urk. 146; Urk. 160). Davon ist Vormerk zu
nehmen.
3. Zur heutigen Berufungsverhandlung ist der Beschuldigte in Begleitung
seines amtlichen Verteidigers erschienen (Prot. II S. 5). Der Staatsanwaltschaft
war das Erscheinen aufgrund des erfolgten Rückzugs der Anschlussberufung
freigestellt worden (Urk. 161).
II. Umfang der Berufung
1. Der amtliche Verteidiger beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der quali-
fizierten Geldwäscherei (Dispositivziffer 1, erster Spiegelstrich). Im Übrigen wird
der Schuldspruch akzeptiert (Dispositivziffer 1, zweiter bis vierter Spiegelstrich).
Weiter wird eine mildere Sanktion beantragt, nämlich anstelle einer Freiheitsstrafe
lediglich eine Geldstrafe von insgesamt 225 Tagessätzen à Fr. 30.-- (Dispositiv-
ziffern 2-4). Weiter sei auf die Ersatzforderung nicht einzutreten bzw. sei diese
abzuweisen, und die beschlagnahmten Gelder seien demzufolge einzig zur De-
ckung der Verfahrenskosten zu verwenden und im Mehrbetrag dem Beschuldig-
ten herauszugeben (Dispositivziffern 5-6 sowie 9). Die Kosten seien dem Be-
schuldigten in Abänderung der Dispositivziffern 11-12 lediglich zu 1/6 aufzuerle-
gen (vgl. Urk. 163 S. 1 und Prot. II S. 7).
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2. Nicht angefochten und demzufolge in Rechtskraft erwachsen ist somit im
akzeptierten Umfang der Schuldspruch gemäss Dispositivziffer 1, zweiter bis
vierter Spiegelstrich, die Einziehung von Gegenständen als Beweismittel gemäss
Dispositivziffer 7, die Herausgabe diverser Gegenstände gemäss Dispositivziffer 8
und die Festsetzung der Kosten sowie der Entschädigung für den amtlichen Ver-
teidiger gemäss Dispositivziffern 10 und 13 (Prot. II S. 7).
III. Prozessuales
1. Verwertbarkeit der Einvernahmen des Beschuldigten
1.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz und auch heute sinngemäss gel-
tend, die Einvernahme des Beschuldigten vom 22. März 2017 mit den Zugaben
von Zahlungen sei nicht verwertbar, da die Staatsanwaltschaft Versprechungen
gemacht und diese nicht eingehalten habe (Urk. 108 S. 6; Urk. 163 S. 2). Der
Beschuldigte habe anlässlich dieser Einvernahme Frankenbeträge gemäss einer
Liste nur deshalb anerkannt, weil ihm die Staatsanwaltschaft ein abgekürztes
Verfahren angeboten habe. Man habe ihm gesagt, wenn er es anerkenne, könne
er seine Tochter früher wieder sehen (Urk. 108 S. 4). Die Aussagen des Beschul-
digten in genannter Einvernahme würden mithin nicht auf der Wahrheit beruhen,
sondern seien im Hinblick auf die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens
und im Bestreben getätigt worden, so bald wie möglich freizukommen. Gleiches
habe für die Aussagen des Beschuldigten in der Konfrontationseinvernahme vom
20. Juli 2017 zu gelten, in welchen er die fraglichen Äusserungen bestätigt habe
(Urk. 163 S. 2 ff. und S. 8).
1.2. Die Auffassung, wonach die prozessuale Verwertbarkeit von Aussagen von
der Einhaltung von Versprechen der Staatsanwaltschaft abhänge, erscheint auf
den ersten Blick etwas gewagt. Immerhin ist es aber so, dass das Strafprozess-
recht es in Art. 140 StPO verbietet, unzulässigen Druck auf die aussagende Per-
son auszuüben oder sie zu täuschen. Aus dieser Perspektive gesehen ist der
Einwand zu prüfen.
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1.3. Als Beleg für seinen Standpunkt verwies der amtliche Verteidiger auf eine
Kopie der ersten Seite eines Briefs des vormaligen Verteidigers an den Be-
schuldigten vom 24. März 2017 (Urk. 109/1; Urk. 163 S. 6). Darin erwähnt der
vormalige Verteidiger, dass er am selben Tag (somit am 24. März 2017) mit der
Staatsanwaltschaft telefoniert habe und der Staatsanwalt mit einer teilbedingten
Strafe einverstanden sei, wenn der Beschuldigte ein vollumfängliches Geständnis
ablege (Urk. 108/1). Der Einwand betreffend dieses Briefes hinkt allerdings. Aus
zeitlich-logischen Gründen ist es nicht möglich, dass das behauptete Versprechen
der Staatsanwaltschaft vom 24. März 2017 kausal für Aussagen war, die bereits
zwei Tage zuvor, am 22. März 2017, gemacht wurden.
1.4. Aus der Einvernahme vom 22. März 2017 geht in keiner Weise hervor,
dass die Aussagen des Beschuldigten unter Druck oder Vorhaltung falscher Ver-
sprechungen zustande gekommen sind. Die Verteidigung lässt in ihren Ausfüh-
rungen sodann unerwähnt, dass der Beschuldigte in der späteren Einvernahme
vom 20. Juli 2017 die Frage, ob er in der Untersuchung von irgendjemandem un-
ter Druck gesetzt worden sei, sogar ausdrücklich verneinte (Urk. 030479). Dem
Protokoll der besagten Einvernahme vom 22. März 2017 lässt sich entnehmen,
dass der Beschuldigte von sich aus monierte, dass im Antrag der Staatsanwalt-
schaft um Verlängerung der Untersuchungshaft stehe, er sei nicht geständig
(Urk. 030388). Der Beschuldigte forderte den Staatsanwalt auf, er solle ihm doch
erklären, was geständig bedeute. Hierauf hielt der Staatsanwalt dem Be-
schuldigten den Anklagevorwurf vor, wonach der Beschuldigte im Jahr 2015
EUR/Fr. 700'000.-- und im Jahr 2016 Fr. 500'000.-- von I._ entgegenge-
nommen habe. Daraufhin verlangte der Beschuldigte einen Unterbruch der Ein-
vernahme zwecks Besprechung mit seinem damaligen Verteidiger. Nach einer
Pause gab der Beschuldigte zu Protokoll, er wolle schon mitmachen und aus-
sagen, er wisse aber nicht, was er sagen solle (Urk. 030389). Darauf erwiderte
der Staatsanwalt: "einfach die Wahrheit". In der Folge bestätigte der Beschuldigte,
von I._ im Jahre 2016 rund Fr. 560'000.-- erhalten zu haben und dass es
möglich sei, dass er im Jahre 2015 rund EUR/Fr. 700'000.-- von I._ erhalten
und weitergegeben habe (Urk. 030389). Dass bei diesen Aussagen widerrechtli-
che Mittel oder Methoden im Sinne von Art. 140 StPO seitens der Staatsanwalt-
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schaft angewendet wurden, geht deshalb zumindest aus dem Protokoll der Befra-
gung nicht hervor. Abgesehen davon kann bei besagter Äusserung auch nicht von
einem lupenreinen Geständnis ausgegangen werden, welches die Staatsanwalt-
schaft zur Durchführung eines abgekürzten Verfahrens oder zum Antrag auf eine
Bestrafung mit einer teilbedingten Strafe verpflichtet hätte. Davon scheint selbst
die Verteidigung nicht auszugehen, wenn sie festhält, es habe sich aus Sicht des
Beschuldigten und der weiteren Beteiligten im Zeitpunkt der Einvernahme nicht
um ein (Teil-)Geständnis gehandelt (Urk. 163 S. 7). Der Beschuldigte äusserte
denn auch bloss, dass es möglich sei, im Jahre 2015 den vorgehaltenen Betrag
erhalten zu haben. Dabei ist offenkundig, dass der Beschuldigte die genauen
Frankenbeträge nicht aufgrund exakter Erinnerung anerkannte, sondern mehrheit-
lich im Bestreben, das Strafverfahren möglichst bald zum Abschluss zu bringen.
Eine solche Motivation ist allerdings im Rahmen der Beweiswürdigung zu berück-
sichtigen und führt entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht zur prozessualen
Unverwertbarkeit einer Aussage. Verpönt sind gemäss Art. 140 StPO nur qualifi-
zierte Einwirkungen der Staatsanwaltschaft, welche die Willensbildung und -
äusserung in unbilligem Masse beeinträchtigen. Ein Geständnis führt von Geset-
zes wegen zu Strafminderung und es liegt in der Natur eines Strafverfahrens,
dass ein Beschuldigter stets abwägen muss, welche Vor- und Nachteile ihm ein
Geständnis bringt. Allein dieses Dilemma einer beschuldigten Person erfüllt noch
nicht die qualifizierte Beeinträchtigung der Willensfreiheit, welche der Gesetzge-
ber bei Art. 140 StPO vor Augen hatte. Daran würde der Umstand nichts ändern,
wenn die Staatsanwaltschaft eine Strafminderung im Falle eines Geständnisses
bzw. die Möglichkeit eines abgekürzten Verfahrens oder einen Antrag auf eine
teilbedingte Strafe in Aussicht gestellt haben sollte. Dies sind keine
leeren oder täuschenden Äusserungen, sondern Gegebenheiten, die sich durch
Gesetz und Rechtsprechung ergeben. Im Übrigen ging der Staatsanwalt auf die
Behauptung des Beschuldigten, getäuscht worden zu sein, in der Einvernahme
vom 20. Juli 2017 ausdrücklich nochmals ein (Urk. 030478 f.). Der Beschuldigte
sagte aus, er habe es anerkannt, weil er der Meinung gewesen sei, seine Tochter
früher sehen zu können. Es sei aber eine blosse Schätzung der Höhe der Beträge
gewesen. In Wahrheit wisse er die genauen Beträge nicht, die er entgegen-
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genommen habe (Urk. 030479). Dass ihm der Staatsanwalt eine sofortige Ent-
lassung aus der Untersuchungshaft zugesichert habe, wenn er die Beträge sofort
und vollumfänglich anerkenne, behauptete der Beschuldigte selbst nicht und dies
wäre auch unglaubhaft. Die Aussagen des Beschuldigten in der Einvernahme
vom 22. März 2017 sowie derjenigen vom 20. Juli 2017 sind deshalb im Lichte
von Art. 140 StPO vollumfänglich verwertbar und es ist eine Frage der Beweis-
würdigung, von welchen Geldbeträgen auszugehen ist.
IV. Sachverhalt
1. Vorwurf der Geldwäscherei und Standpunkt des Beschuldigten
1.1. Die Geschäftstätigkeit der H._ AG beinhaltete internationale Geld-
überweisungen. Anfang 2015 wurde der vormalige Geschäftsführer J._ von
der französischen Polizei verhaftet, weil er beim Grenzübertritt in dem von ihm ge-
lenkten PW, der auf die H._ AG registriert war, über 1 Million Euro in bar
transportierte (Urk. 011807). In der Folge wurde J._ durch den Beschuldig-
ten, welcher bereits zuvor für diese Gesellschaft arbeitete, als einzelzeichnungs-
berechtigter Geschäftsführer ersetzt. Dem Beschuldigten wird nun vorgeworfen,
im Rahmen dieser Funktion bei der H._ AG von I._ insgesamt über um-
gerechnet rund Fr. 1,3 Mio., unter anderem im Jahre 2015 Fr. 29'665.-- und
EUR 710'000.-- sowie im Jahre 2016 Fr. 573'850.--, in jeweils mehreren Tranchen
entgegengenommen und dieses Geld ohne Quittungen und Verbuchungen in der
Buchhaltung der H._ AG an Drittpersonen weitergegeben zu haben (Ankla-
geschrift Urk. 200000 S. 4 und 5 sowie S. 6, 10 und 12). Damit habe er den Tat-
bestand der Geldwäscherei erfüllt, weil das Geld aus illegalem Drogenhandel
stammte.
1.2. Der Beschuldigte gab Geldübergaben zu, blieb bei seinen Aussagen aber
meistens sehr vage. So stellte er auf Vorhalt der Zahlen in einigen Aussagen de-
ren Höhe nicht in Frage, sondern wendete ein, nichts von der deliktischen Her-
kunft der Gelder gewusst zu haben (Urk. 030039). Andernorts machte er geltend,
die ihm vorgehaltenen Beträge seien zu hoch (Urk. 030074). Auf Vorhalt der ein-
zelnen Beträge berief er sich oft auf fehlende Erinnerung oder machte geltend, er
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habe nicht alle Gelder von I._ erhalten, sondern auch noch von einem unbe-
kannten Brasilianer (Urk. 030347). Auch anlässlich der heutigen Befragung erklär-
te der Beschuldigte durchwegs, er habe Geldbeträge entgegengenommen, könne
über die Höhe der einzelnen Beträge jedoch keine Angaben machen (Urk. 162
S. 11 ff.). Dagegen gestand er ein, dass die erhaltenen Gelder in der offiziellen
Buchhaltung der H._ AG nicht verbucht worden seien. Er habe von K._
und L._ die Anweisung erhalten, dies nicht zu tun. Es habe jeweils einfach
geheissen, I._ werde ihm einen Geldbetrag übergeben, welchen er an ande-
re Personen weiterleiten solle. Er habe das Geld dann unter anderem an einen
Mann namens M._ und an einen Mann namens N._ weitergegeben
(Urk. 030346 ff.). Er habe gedacht, dass das Geld nicht aus einer sauberen Quel-
le stamme, weil es grosse Beträge gewesen seien und es keine Quittungen ge-
geben habe. Nachdem sein Vorgänger J._ verhaftet worden sei, habe er
langsam geahnt, was in der Firma ablaufe (Urk. 030476 ff.). Sowohl in der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung als auch an der heutigen Berufungsverhandlung
wurde von der Verteidigung sinngemäss geltend gemacht, die in der Anklage-
schrift genannten Beträge seien zu hoch bzw. nicht rechtsgenügend erstellt
(Urk. 108 S. 23, Urk. 163 S. 10 und S. 16). Der Beschuldigte habe zwar zugege-
ben, Gelder entgegengenommen und weitergegeben zu haben, könne aber deren
Höhe nicht bestätigen. Anerkannt sei, dass Bargeldübergaben in der Schweiz
stattgefunden hätten, jedoch ausschliesslich in Schweizer Franken. Es würden
sich solche Übergaben von Fr. 47'700.-- für das Jahr 2015 und von Fr. 563'850.--
für das Jahr 2016 ergeben (Urk. 163 S. 16). Jedoch habe der Beschuldigte dies-
bezüglich nicht auf eine deliktische Herkunft der Gelder schliessen können
(Urk. 163 S. 9 und S. 12 ff.).
2. Ausführungen und Würdigung der Vorinstanz
Die Vorinstanz fasst über mehrere Seiten verschiedene Aussagen des Beschul-
digten zusammen und schliesst dann mit dem Fazit, der Detaillierungsgrad sei
ein klares Anzeichen für die Richtigkeit der Zugaben des Beschuldigten. Diese
würden sich mit den von der Polizei erhobenen Daten decken. Zudem sei nicht
anzunehmen, dass sich der Beschuldigte selbst fälschlicherweise belaste
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(Urk. 139 S. 30). Am Ende der Erwägungen schliesst die Vorinstanz mit der Be-
merkung, zusammenfassend sei festzustellen, dass der dem Beschuldigten vor-
geworfene Sachverhalt erstellt sei (Urk. 139 S. 53). Diese pauschale Feststellung
ist bei einer kritischen Beweiswürdigung nicht für den gesamten Anklagesachver-
halt haltbar, was die Verteidigung zu Recht einwendet (vgl. Urk. 163 S. 2 ff.;
Urk. 139 S. 13-16). Detailliert waren jeweils die Vorhaltungen, nicht aber alle Zu-
gaben des Beschuldigten. Vielmehr hat der Beschuldigte immer wieder einge-
wendet, dass der vorgehaltene Gesamtbetrag zu hoch gegriffen sei. Die Bundes-
kriminalpolizei hielt dem Beschuldigten unzählige Male Zahlen aus Listen vor,
wobei aus den Protokollen manchmal nicht einmal hervorgeht, welche Listen dies
konkret waren. Dabei wurden dem Beschuldigten immer wieder die gleichen
Fragen gestellt, ohne dass der Beschuldigte von seiner Position abrückte, wonach
er sich nicht mehr an die genauen Zahlen und Daten erinnern könne oder wolle.
Zwar ist offenkundig, dass der Beschuldigte seinerseits keine Bereitschaft zeigte,
Licht ins Dunkel des Umfangs der Geldübergaben zu bringen. Ebenso offenkun-
dig ist aber auch, dass die Zermürbungstaktik der Bundeskriminalpolizei bei ihren
Befragungen des Beschuldigten mit immerwährend denselben Fragen erfolglos
blieb und letztlich nur eine grosse Zahl weitgehend redundanter Befragungs-
protokolle produzierte. Allein aus den Aussagen des Beschuldigten lässt sich der
Anklagesachverhalt jedenfalls nicht in allen Punkten rechtsgenügend herleiten,
zumal die Zugabe in der Einvernahme vom 22. März 2017 recht pauschal und
nicht umfassend ausfiel. Selbst ein vollumfängliches Geständnis würde ein Ge-
richt nie von einer kritischen Beweiswürdigung entbinden.
3. Beweismittel
3.1. Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihren Zahlen vornehmlich auf Excel-
Listen, welche auf dem Email-Server der H'._ Gruppe in O._ [Staat in
Europa] rechtshilfeweise sichergestellt wurden (vgl. Liste "K'._" gemäss
Urk. 012674 [= Urk. 030401] und Urk. 012689 [= Urk. 030364]). In den Metadatei-
angaben dieser Listen war als Autor "K'._" aufgeführt, was auf K._, Mit-
glied des Verwaltungsrates des H._ AG, hindeutet (Urk. 011772). Der Be-
schuldigte sagte zu diesen Tabellen aus, er habe diese nie zuvor gesehen
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(Urk. 030348). Die Tabellen sind zwar ein erhebliches Indiz, dass die H'._
Gruppe die aufgeführten Beträge erhalten hat, allein damit ist jedoch kaum
rechtsgenügend belegt, dass es immer der Beschuldigte selbst war, der diese Be-
träge erhalten hat, zumal nicht erwiesen ist, dass er diese Excel-Datei erstellt hat.
Ebenso wenig geht aus der Tabelle zwingend hervor, dass es sich ausschliesslich
um Zahlungen von I._ gehandelt hat.
3.2. Der Beschuldigte zeigte sich in seinen zahlreichen delegierten Einver-
nahmen bei der Bundeskriminalpolizei immer sehr unwissend, was die genauen
Beträge betrifft. Erst in der Einvernahme vom 22. März 2017 wurde er konkreter.
In der Einvernahme vom 23. Mai 2016 gab er beispielsweise noch zu Protokoll, es
sei möglich, dass es über Fr. 50'000.-- gewesen seien, die er entgegengenom-
men habe (Urk. 030040). Aufgrund der unzureichenden Fragestellung blieb offen,
ob nun eine einzelne Übergabe oder die Summe gemeint war. Die weitere Frage,
ob der Beschuldigte einmal mehr als Fr. 100'000.-- erhalten habe, verneinte die-
ser (Urk. 030041). Auch in der Einvernahme vom 29. Juni 2016 bestritt er die
Höhe der ihm vorgehaltenen Beträge von Fr. 100'800.-- und von Fr. 150'000.--
(Urk. 030074 und 030085). Immer wieder machte der Beschuldigte geltend, er
könne sich nicht mehr an die Höhe der übergebenen Beträge erinnern
(Urk. 030139 und 030140). In der Einvernahme vom 29. August 2016 wurde dem
Beschuldigten vorgehalten, am 29. Februar 2016 Fr. 100'800.--, Fr. 150'000.--
am 14. März 2016, am 23. März 2016 Fr. 87'500.-- und am 6. April 2016
Fr. 111'000.-- von I._ erhalten zu haben, worauf der Beschuldigte antwortete,
er wisse es nicht. Er habe jeweils Geld von I._ genommen und einer anderen
Person weitergegeben (Urk 030209). In der Einvernahme vom 17. Januar 2017
erklärte er, wiederum auf Vorhalt von Frankenbeträgen, es könne schon sein, er
erinnere sich aber nicht mehr an die genauen Beträge (Urk. 030347). In derselben
Einvernahme wurden dem Beschuldigten folgende Geldübergaben aus dem Jah-
re 2015 vorgehalten: Am 22. Januar 2015 Fr. 10'000.--, am 4. Mai 2015
Fr. 3'500.--, am 5. Mai 2015 Fr. 3'500.--, am 5. Mai 2015 weitere EUR 600'000.--,
am 8. Juli 2015 Fr. 1'750.--, am 15. Juli 2015 Fr. 20'000.--, am
11. September 2015 EUR 105'000.-- und am 17. September 2015 EUR 5'000.--.
Der Beschuldigte bestritt, mit Ausnahme der Beträge vom 22. Januar 2015 und
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vom 15. Juli 2015, diese Beträge entgegengenommen zu haben (Urk. 030345
und 030346).
4. Entgegengenommene Beträge von rund Fr. 560'000.-- im Jahre 2016
4.1. In der Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft am 22. März 2017 machte
der Beschuldigte erstmals klarere Zugaben, wie erwähnt, nachdem er zwei Unter-
brüche der Befragung zwecks Besprechung mit seinem Verteidiger verlangt hatte
(Urk. 030389). Auf den Vorwurf, im Jahre 2016 Fr. 560'000.-- von I._ erhal-
ten zu haben, erwiderte er: "Ich habe diese rund Fr. 560'000.-- von I._ erhal-
ten. Ich wusste aber nicht genau, dass das Geld aus dem Drogenhandel stamm-
te. Ich nahm aber an, dass es nicht aus einer sauberen Quelle kam. Ich habe das
Geld dann an verschiedene Personen weitergeleitet" (Urk. 030389). Wenn die
Verteidigung vor Vorinstanz geltend machte, der Beschuldigte habe hier wider
besseres Wissen eine Falschaussage deponiert, weil ihm der Staatsanwalt ein
abgekürztes Verfahren in Aussicht gestellt habe, kann dem so nicht beigepflichtet
werden (Urk. 108 S. 6; Urk. 163 S. 6 f.). Ausgehend von dieser Vermutung liesse
sich nämlich nur schlecht erklären, weshalb dann der Beschuldigte in derselben
Einvernahme auf Vorhalt der Zahlungen im Jahre 2015 im Umfang von
EUR 700'000.-- ausführte, er habe von I._ grössere Bargeldbeträge entge-
gengenommen, aber nur einen Teil davon habe er von I._ erhalten. Der an-
dere Teil stamme von einem ihm unbekannten Brasilianer (Urk. 030390). Von
I._ habe er im Jahre 2015 zwischen 100'000.-- und 500'000.-- entgegenge-
nommen (Urk. 030394). Diese Äusserungen belegen, dass der Beschuldigte in
der Einvernahme vom 22. März 2017 nicht einfach Vorhaltungen pauschal bestä-
tigte, sondern durchaus quantitative Einschränkungen machte. Es wäre ihm ein
Leichtes gewesen, auch hinsichtlich der vorgehaltenen Fr. 560'000.-- einzuwen-
den, dass der Betrag viel zu hoch sei. Von dieser Möglichkeit einer Bestreitung
der erhaltenen Beträge von Fr. 560'000.-- im Jahre 2016 machte der Beschuldigte
aber auch in der Konfrontationseinvernahme mit I._ am 20. Juli 2017 keinen
Gebrauch (Urk. 030466). Auf erneuten Vorhalt der einzelnen Beträge der Geld-
übergaben im Jahre 2016 führte er im Gegenteil aus: "Aufgrund der Beträge, die
sie mir zeigen, kommt das ungefähr auf diesen Betrag. Ich kann nur nicht sagen
- 15 -
wann genau das war und wie viel genau" (Urk. 030475). Und weiter: "[...] es wa-
ren grosse Geldbeträge und es gab keine Quittungen" (Urk. 030477).
4.2. Die Staatsanwaltschaft führt in ihrem Plädoyer vor Vorinstanz gestützt auf
das Ergebnis der Ermittlungsarbeit der Bundeskriminalpolizei strukturiert auf, auf
welche Beweismittel sie sich für die einzelnen Geldübergaben stützt (Urk. 106
S. 6).
- Für die Übergabe von Fr. 100'800.-- von I._ an den Beschuldigten am
29. Februar 2016 existiert ein Protokoll eines abgehörten Gesprächs zwischen
I._ und K._, worin I._ mitteilt, dass er in 5 Minuten bei "P._"
eintreffe und "hundert und achthundert dabei habe" (Urk. 012694). Eine klare
Koinzidenz mit dem in besagter Excel-Tabelle
"K'._" aufgeführten Betrag von Fr. 100'800.-- (Urk. 12689). Des Weiteren
wurde die Übergabe eines Pakets genau in besagtem Zeitpunkt mittels Video-
überwachung gefilmt (Printouts Urk. 012696-012699). Selbst ohne Anerken-
nung des Betrags durch den Beschuldigten wäre diese Geldübergabe rechts-
genügend erwiesen.
- Für die Übergabe von Fr. 152'550.-- existiert ein abgehörtes Gespräch vom
14. März 2016, worin I._ ankündigt, er werde beim Beschuldigten Geld
hinterlegen (Urk. 012707). Zwar spricht I._ in diesem Gespräch von
150 Franken bzw. 140 Euro, welche er beim Beschuldigten hinterlegen werde
(Urk 012710), jedoch fragt er auch an, ob die Höhe der Geldscheine ein Prob-
lem sei und dass einige Tausender schon dabei seien (Urk. 012711). Zusam-
men mit dem eingangs genannten Betrag von Fr. 152'550.--, welcher unter
gleichem Datum in der Excel-Liste "K'._" aufgeführt wird (Urk. 12689), ist
damit klar, dass die Worte "150 Franken" eine Verklausulierung bzw. eine Ab-
kürzung von Fr. 150'000.-- waren. Es kann auch zweifelsfrei angenommen
werden, dass I._ wegen einem geradezu läppischen Betrag von Fr. 150.--
wohl kaum extra zum Beschuldigen gefahren wäre. Auch diese Übergabe ist
durch objektive Beweismittel belegt, weshalb an der pauschalen Zugabe des
Beschuldigten in der Einvernahme vom 22. März 2017 Zweifel unberechtigt
sind.
- 16 -
- Auch für die Übergabe der Fr. 87'500.-- liegen nebst besagter Excel-Liste wei-
tere Beweismittel vor. Im abgehörten Gespräch vom 22. März 2016 teilt I._
mit, dass er 50 bei sich habe, und am selben Abend noch so um die 100 - 150
beim Beschuldigten hinterlassen werde (Urk. 012726). Es ist deshalb sogar
noch zugunsten des Beschuldigten, wenn man von einer Übergabe von "bloss"
Fr. 87'500.-- gemäss Excel-Liste ausgeht (Urk. 012689).
- Für die Übergabe von Fr. 73'000.-- am 25. März 2016 benannte die Staats-
anwaltschaft als Beweismittel nebst der Aussage des Beschuldigten wiederum
die besagte Excel-Tabelle von K._, wo dieser Betrag für den
25. März 2016 vermerkt ist (Urk. 012689), sowie die Mobiltelefon-Standort-Er-
mittlung. Auf der eingereichten Karte ist (in nur schwer lesbarer Mikroschrift)
erkennbar, dass das Mobiltelefon von I._ kurz vor Mitternacht in Q._
positioniert war und jenes mit der Nummer 3, welches auf die H._ AG re-
gistriert und vom Beschuldigten benutzt wurde, in R._ (Urk. 012743). Es
mutet nahezu abenteuerlich an, diese Standortauswertung als Beweismittel für
eine Geldübergabe anzusehen, bloss weil sich die beiden Beteiligten in einer
Distanz von ungefähr 8 km aufhielten. Immerhin wohnten sowohl I._ als
auch der Beschuldigte im Raum Zürich.
- Für die Übergabe von Fr. 100'000.-- durch I._ an den Beschuldigten am 6.
April 2016 liegen als Sachbeweise wiederum die besagte Excel-Tabelle sowie
ein abgehörtes Gespräch zwischen I._ und einer Person mit dem Unter-
suchungsnamen "A'._" im Auto von Ersterem vor, worin I._ bestätigt,
dass es "100" seien (Urk. 012750). Bei der Person mit dem Pseudonym
"A'._" handelt es sich um den Beschuldigten. Er räumte in der Untersu-
chung selber ein, dass seine Stimme auf besagter Aufnahme zu hören sei (Urk.
030144). Auch diese Übergabe ist somit rechtsgenügend erwiesen.
- Am 11. April 2016 soll I._ dem Beschuldigten Fr. 50'000.-- übergeben ha-
ben. Diese Übergabe wird unter anderem durch eine Textnachricht des Be-
schuldigten vom 11. April 2016 an I._ belegt, worin er fragt, ob er ihm "50"
gegeben habe, was I._ hierauf bestätigt (Urk. 012766). Aus den vorgängi-
gen Textnachrichten ergibt sich zudem, dass I._ und der Beschuldigte ein
- 17 -
Treffen in R._ zwecks Übergabe von Geld vereinbarten (Urk. 012766).
Schliesslich dokumentiert auch der abgehörte Telefonverkehr zwischen I._
und dem Beschuldigten, dass sie sich an diesem Tag trafen und offenbar zu-
nächst ein Missverständnis über den Treffpunkt herrschte (Urk. 012759 f.). Zu-
sammen mit besagter Excel-Tabelle von K._ und der pauschalen Zugabe
der Zahlung durch den Beschuldigten ist dieser Sachverhalt rechtsgenügend
erstellt.
4.3. Hinsichtlich der Geldübergaben im Jahre 2016 gibt es mit Ausnahme der
Fr. 73'000.-- neben dem Geständnis des Beschuldigten somit genügend weitere
Sachbeweise, welche die entsprechenden Vorwürfe belegen. Dass allerdings der
letzte in der Excel-Tabelle aufgeführte Betrag von Fr. 73'000.-- nun ausgerechnet
nicht dem Beschuldigten zuzuordnen ist und dieser diesen Betrag wahrheitswidrig
anerkannt hat, erschiene lebensfremd. Zudem deckt sich diese Übergabe zumin-
dest in gewisser Weise mit der Ankündigung von I._ im abgehörten Ge-
spräch vom 22. März 2016, wonach er noch so um die 100 bis 150 beim Beschul-
digten hinterlassen werde (Urk. 012726). Zusammen mit dem – zugegeben pau-
schalen – Eingeständnis des Beschuldigten ist rechtsgenügend erwiesen, dass er
im Jahre 2016 den Gesamtbetrag von rund Fr. 560'000.-- von I._ entgegen-
genommen hat. Auch die Verteidigung geht gemäss ihren heutigen Ausführungen
für das Jahr 2016 von einem Betrag in der genannten Höhe aus (Urk. 163 S. 16;
Prot. II S. 7).
5. Übernahme von total EUR 710'000.-- und Fr. 29'665.-- im Jahre 2015
5.1. Die Staatsanwaltschaft stützt sich auch bei den Bargeldübergaben im
Jahre 2015 auf die zweite mutmasslich durch K._ erstellte Excel-Tabelle, die
auf einem Server der H._ Gruppe in O._ sichergestellt wurde
(Urk. 012674). Die Staatsanwaltschaft stellte sich auf den Standpunkt, dass wohl
von einem identischen Vorgehen wie im Jahre 2016 auszugehen sei, weshalb die
Geldübergaben erstellt seien (Urk. 106 S. 12). Es ist ihr dahingehend zuzustim-
men, dass tatsächlich eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass auch die
Zahlen in jener Tabelle wahrheitsgemäss die kumulierten Geldübergaben von
I._ an den Beschuldigten dokumentieren. Die Anforderungen an einen
- 18 -
rechtsgenügenden Beweis erfüllt diese Tabelle jedoch nicht. Tatsache ist, dass
nur bei zwei Beträgen der Name des Beschuldigten, P._, erwähnt wird
(Urk. 012674). Diese Beträge von Fr. 10'000.-- für den 22. Januar 2015 und von
Fr. 20'000.-- am 15. Juli 2015 wurden vom Beschuldigten auch anerkannt
(Urk. 030345 und 030392 f.). Zwar schliesst dies nicht zwingend aus, dass auch
die anderen in der Liste aufgeführten Beträge dem Beschuldigten übergeben
wurden, trotzdem wirft es aber die unbeantwortete Frage auf, weshalb dann in
den Zeilen jener Zahlungen der Name des Beschuldigten nicht genannt wird. Die
mögliche Erklärung, dass dies Zufall oder ein Versehen ist, vermag einen zwei-
felsfreien Beweis nicht zu ersetzen, und eine Verurteilung gestützt auf eine blosse
Wahrscheinlichkeit ist nicht möglich (Art. 10 Abs. 3 StPO).
5.2. Quantitativ ins Gewicht fällt von den übrigen Beträgen vor allem jener von
EUR 600'000.--. Hierzu führte die Bundeskriminalpolizei in ihrem Schlussbericht
selbst aus, "ob dieser Betrag in Euro oder in Schweizer Franken (mit anschlies-
sender Umrechnung in Euro) übergeben wurde, konnte nicht abschliessend
geklärt werden. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Betrag
die Summe aus mehreren Einzeltransaktionen von I._ an A._ darstellen,
welche mit diesem Datum durch K._ gesamthaft verbucht wurden"
(Urk. 011819). Irgendwelche weiteren Sachbeweise für Geldübergaben im Jah-
re 2015 liegen nicht vor. Die Verteidigung weist zu Recht darauf hin, dass insbe-
sondere die von der Staatsanwaltschaft ins Feld gebrachten Flüge von I._
von Zürich nach S._ [Stadt in Europa] eine Übergabe von Geldern an den
Beschuldigten nicht zu untermauern vermögen (Urk. 163 S. 11). Gleiches gilt für
die bei L._ sichergestellte Excel-Liste (vgl. Urk. 106 S. 11). Tatsächlich er-
weckt denn auch der Umstand erheblichen Zweifel am Anklagesachverhalt, dass
in der vom Beschuldigten selbst erstellten
Liste "PASTA1" (siehe dazu nachfolgende E. IV.6.) nur die genannten Beträge
von Fr. 10'000.-- und Fr. 20'000.-- aufgeführt sind, die mit der Liste von K._
korrespondieren (Urk. 012784; Urk. 012787). Darüber hinaus ist auch nicht zu
übersehen, dass der Beschuldigte zumindest teilweise geständig war. Dies ist
zumindest ein Indiz, dass er nicht einfach kategorisch alles in Abrede stellt, was
- 19 -
ihm vorgeworfen wird, weshalb generell davon ausgegangen werden könnte,
dass seine Bestreitungen immer wahrheitswidrig sind.
5.3. In der Einvernahme vom 22. März 2017 machte der Beschuldigte geltend,
die im vorgehaltene Liste von K._ (Urk. 012674 = Urk. 030401) habe nichts
mit ihm zu tun (Urk. 030393, Antwort 46). Dies ist insofern widersprüchlich, als er
die bereits genannten zwei Beträge – Fr. 10'000.-- am 22. Januar 2015 und
Fr. 20'000.-- am 15. Juli 2015 – von dieser Liste anerkannt hat (Urk. 030392).
Ebenso wenig bestritt er diese Geldübernahmen in der Einvernahme vom 20. Juli
2017 (Urk. 030482). Im Übrigen hielt er aber fest, dass er nur die Beträge, welche
auf seiner eigenen Excel-Liste namens "PASTA1" (Urk. 012784 ff. = Urk. 030414-
030422) festgehalten seien, von I._ im Jahre 2015 erhalten habe. Zwar gab
er noch zu Protokoll, dass es wohl zwischen 100'000.-- und 500'000.-- gewesen
seien, allerdings ist dabei offenkundig, dass es sich um eine blosse Schätzung
des Beschuldigten handelte (Urk. 030394). Ebenso ist aufgrund dieser Ausfüh-
rungen des Beschuldigten nicht belegt, dass die pauschale Zugabe eines Betrags
von über 100'000.-- und die Beträge in der Liste "PASTA1" kumulativ von I._
übergeben wurden. Offen bleibt ohnehin, ob es sich um Franken- oder Eurobeträ-
ge gehandelt hat, da auch die Liste "PASTA1" beide Währungen enthält.
5.4. Insgesamt sind damit grundsätzlich nur die durch den Beschuldigten auch
ausdrücklich anerkannten Beträge von Fr. 10'000.-- und Fr. 20'000.-- rechtsgenü-
gend erwiesen. Da die Zahlung über Fr. 10'000.-- jedoch unter dem 22. Januar
2015 und damit ausserhalb des gemäss Anklagesachverhalt relevanten Zeit-
raums datiert (Deliktsbegehung ab März 2015), ist nur ein Betrag von Fr. 20'000.--
anklagegemäss erstellt.
6. Weitere Geldübergaben von Fr. 39'665.-- und EUR 5'000.-- von Frühling 2015 bis 27. April 2016
In der Wohnung des Beschuldigten wurde ein USB-Stick mit einer Excel-Liste
namens "PASTA1" sichergestellt (Urk. 012784 ff. = Urk. 030377 ff.). Der Beschul-
digte gab in seiner Einvernahme vom 17. Januar 2017 auf die Frage nach dem
Autor zu Protokoll, dass er diese Liste aus eigenem Antrieb erstellt habe
- 20 -
(Urk. 030352). Auf dieser Liste figurieren auch die beiden obgenannten, vom
Beschuldigten anerkannten Zahlungen von I._ über Fr. 10'000.--
(Urk. 012784) sowie von Fr. 20'000.-- am 15. bzw. 16. Juli 2015 (Urk. 012787).
Darüber hinaus sind in der Spalte Entrada mit der Vorinstanz weitere Geldbeträge
verzeichnet, welche in der Anklageschrift auf S. 7 unter lit. bb) aufgeführt werden
(Urk. 200000). Die Vorinstanz verkennt jedoch, dass nebst der Zahlung vom
17. September 2015 über EUR 5'000.-- auch weitere in diesem Sachverhalts-
abschnitt genannte Geldübergaben nicht in der Liste "PASTA1" zu finden sind
(Urk. 139 S. 45 f.). Die Beträge über jeweils Fr. 3'500.-- vom 4. Mai 2015 und
5. Mai 2015 sowie über Fr. 1'750.-- vom 8. Juli 2015 sind ebenfalls nicht in be-
sagter Excel-Liste "PASTA1" aufgelistet, bleiben unbelegt und können demnach
entgegen den Erwägungen der Vorinstanz nicht als anklagegenügend erstellt gel-
ten (vgl. Urk. 012784 ff.). Die Summe der belegten Geldübergaben reduziert sich
in diesem Sachverhaltsabschnitt somit auf gesamthaft auf Fr. 20'915.-- für das
Jahr 2015 sowie Fr. 10'000.-- betreffend das Jahr 2016. Der Beschuldigte hat den
Erhalt dieser Beträge gemäss der von ihm erstellten Tabelle in der Einvernahme
vom 17. Januar 2017 anerkannt und damals einzig geltend gemacht, für ihn seien
es normale Beträge gewesen, welche jedermann hätte überweisen können
(Urk. 030352 und 030355). In seiner vorinstanzlichen Befragung gab er dann aber
zu, dass er aufgrund der gesamten Umstände hätte annehmen müssen, dass die
von I._ erhaltenen Gelder aus dem Drogenhandel oder deliktischen Quellen
stammten (Prot. I S. 7). Der unter der Anklageziffer 1.1. B) bb) aufgeführte Sach-
verhalt ist deshalb unter der genannten betragsmässigen Einschränkung rechts-
genügend erwiesen.
7. Fazit
7.1. Von den Bargeldübergaben im Jahr 2015 sind insgesamt Fr. 20'000.-- ge-
mäss Anklageziffer 1.1. B) aa) aaa) sowie Fr. 20'915.-- unter Anklageziffer 1.1. B)
bb) rechtsgenügend erstellt. Betreffend das Jahr 2016 haben sodann
Fr. 563'850.-- gemäss Anklageziffer 1. B) aa) bbb) und Fr. 10'000.-- gemäss
Anklageziffer 1.1. B) bb) als erstellt zu gelten. Im Umfang von EUR 705'000.--
- 21 -
(Anklageziffer 1.1. B) aa) aaa) ist der Anklagesachverhalt nicht rechtsgenügend
erwiesen.
7.2. Dass der Beschuldigte die erhaltenen Beträge an Dritte weitergegeben
hat, entspricht seiner eigenen Sachdarstellung. Bei einer Firma, die Geldtransfer
betreibt, können an einer Weitergabe der Gelder auch kaum Zweifel bestehen.
Wenn der Beschuldigte ausführte, diese Gelder habe er auf Anweisung von
K._ und L._ weitergeleitet, mag dies sein. Es enthebt ihn aber nicht im
Geringsten von seiner Verantwortung als damaliger, alleiniger Geschäftsführer
der H._ AG. Insgesamt ist unter dem Titel Geldwäscherei von einer Delikts-
summe von rund Fr. 614'765.-- auszugehen. Dieser Betrag korrespondiert im Er-
gebnis auch mit den seitens der Verteidigung ins Feld geführten Zahlen (vgl. Urk.
163 S. 16; Prot. II S. 7). Ein höherer Betrag ist sehr wahrscheinlich, lässt sich auf-
grund der vorliegenden Beweise aber nicht rechtsgenügend nachweisen.
7.3. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass die Gelder, welche ihm von I._
übergeben wurden, vollumfänglich aus dem Drogenhandel stammten (Urk. 163
S. 12). Jedoch stellte er an der heutigen Berufungsverhandlung in Abrede, von
der deliktischen Herkunft dieser Gelder gewusst zu haben (Urk. 162 S. 11;
Urk. 163 S. 12 ff.). Hierzu macht die Verteidigung geltend, auch anhand der ge-
samten Umstände und trotz seiner früheren Tätigkeit in Geldüberweisungsfirmen
sowie seiner Stellung als "Direktor" der H._ AG habe der Beschuldigte nicht
auf die deliktische Herkunft der Gelder schliessen müssen. Es sei beispielweise
vorstellbar, dass legal bezogene Gelder lediglich am Fiskus vorbeigeschleust
werden sollten. Der Beschuldigte habe nur eine ausführende Rolle innegehabt
und auf spezifische Anweisungen seiner Vorgesetzten einen bestehenden und bis
dato nicht sanktionierten modus operandi übernommen (Urk. 163 S. 13 f. und
S. 18).
7.4. Nur schon die Tatsache, dass die in bar und hohen Beträgen entgegenge-
nommenen Gelder nicht in der Buchhaltung der H._ AG als Kundengelder-
eingänge verbucht und ohne jegliche Quittung weitergeleitet wurden, lässt keinen
anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte auch von der kriminellen Herkunft
der Gelder wusste bzw. diese zumindest annahm. Dabei ist irrelevant, dass die
- 22 -
Buchhaltung nicht von ihm selbst geführt wurde. Der Beschuldigte, welcher als
Geschäftsführer den Grundkurs der Selbstregulierungsorganisation T._ ab-
solvierte und aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit über Erfahrung im Geldtrans-
fergeschäft verfügte, hat vor Vorinstanz denn auch anerkannt, dass er diesbezüg-
lich eventualvorsätzlich handelte (Urk. 105 S. 7). Zwar wurde dieses Zugeständ-
nis anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung relativiert. Auch die Verteidi-
gung brachte vor, soweit der Beschuldigte im bisherigen Verlauf erklärt habe, er
habe eine illegale Herkunft der Gelder angenommen, sei dies davon getrieben
gewesen, möglichst frei zu kommen bzw. habe sich der Beschuldigte dazu über-
reden lassen, um nicht als unverbesserlich dazustehen (Urk. 163 S. 8 und S. 18).
Dies vermag im vorliegenden Kontext jedoch nicht zu überzeugen. Der Beschul-
digte hielt bereits anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 20. Juli 2017
unmissverständlich fest, er habe nach der Verhaftung seines Vorgängers J._
"langsam erfahren wie das Geschäft läuft und geahnt was abläuft" (vgl.
Urk. 030477). Dabei ist sich zu vergegenwärtigen, dass J._ als damaliger
Geschäftsführer und Vorgänger des Beschuldigten mit über 1 Million Euro in ei-
nem auf die H._ AG registrierten Auto beim Grenzübertritt verhaftet wurde.
Der heutige Erklärungsversuch des Beschuldigten, wonach er damals nur habe
sagen wollen, dass er erst nach seiner Verhaftung vieles verstanden und heraus-
gefunden habe, erscheint vor diesem Hintergrund als vorgeschoben (Urk. 162
S. 14). Darüber hinaus belegen der langjährige schulische und berufliche Werde-
gang des Beschuldigten, dass er zweifellos intellektuell in der Lage war, sein
Handeln im Lichte der Legalität beurteilen zu können (Urk. 011808; Urk. 162).
Wenn der amtliche Verteidiger darauf verweist, dass ihn seine "Vorgesetzten"
(welche der Beschuldigte arbeitsrechtlich gar nicht hatte) als blöd und einfältig
bezeichnet hätten, weshalb er bloss Erfüllungsgehilfe gewesen sei, ist dieser Un-
terstellung zu widersprechen (Urk. 163 S. 18). Der Beschuldigte hat selbst nie gel-
tend gemacht, er sei zu dumm gewesen, um die Tragweite seiner Handlungen
nicht zu erkennen. Wie sich das Gericht auch heute selbst überzeugen konnte, ist
er keineswegs derart unbedarft, wie ihn die Verteidigung unter Verweis auf die
Aussage der Frau von L._ nun darstellen will (Urk. 162; Urk. 163 S. 14).
- 23 -
Dass die fraglichen Gelder aus deliktischen Handlungen stammten, war mithin
angesichts der gesamten Umstände für den Beschuldigten klar erkennbar.
V. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht
als qualifizierte Geldwäscherei gewürdigt. Es kann für die rechtliche Würdigung
vorab auf die zutreffenden Erwägungen des Bezirksgerichts verwiesen werden
(Urk. 139 S. 54 f. und S. 57 f.).
2.1. Die Verteidigung argumentierte in der Berufungsverhandlung sinngemäss
dahingehend, dass keine tatbestandsmässige Handlung vorliege, da es sich im
hier zu beurteilenden Fall um Bargeldtauschgeschäfte handle, bei denen gar nie
eine Papierspur vorhanden gewesen sei, welche hätte verschleiert werden kön-
nen. Vorliegend sei der gleiche Wertträger in der Schweiz verblieben und habe
nur den Besitzer gewechselt. Das mutmasslich bereits "dreckige" Geld habe sich
damit nicht anonymisiert (Urk. 163 S. 17 und S. 20 f.).
2.2. Beim Tatbestand der Geldwäscherei liegt die strafbare Handlung in der
Vereitelung der Herkunftsermittlung, der Auffindung oder der Einziehung von
Vermögenswerten, die aus einem Verbrechen stammen. Die Handlung muss typi-
scherweise geeignet sein, die Einziehung zu gefährden, setzt aber weder kompli-
zierte Finanztransaktionen noch eine erhebliche kriminelle Energie voraus. Nach
der Rechtsprechung kommt selbst einfachsten Tathandlungen die Eignung zu,
die Einziehung der Verbrechensbeute zu vereiteln (BGer 6B_321/2010 vom
25. August 2010 E. 3 m.w.H.).
2.3. Der Beschuldigte nahm die aus dem Drogenhandel stammenden Gelder
entgegen und leitete diese an Drittpersonen weiter, ohne eine Quittung auszu-
stellen oder die Transaktionen in irgend einer Weise zu verbuchen. Dadurch
wurde nicht nur die Herkunft der fraglichen Barschaft sowie ein Rückschluss auf
I._ verschleiert, sondern auch ermöglicht, entsprechende Beträge im Aus-
land wieder an diesen auszuzahlen, ohne dabei eine (Papier-)Spur zu hinterlas-
sen (Urk. 200000 S. 4 f. und S. 7). Das Vorgehen des Beschuldigten stellt damit
- 24 -
eine Verschleierungshandlung in optima forma gemäss Art. 305bis StGB dar. Da-
ran ändert nichts, dass die fraglichen Gelder an sich vorerst "nur" an Drittperso-
nen in der Schweiz weitergeleitet wurden und diesbezüglich gar nie eine Papier-
spur bestand, welche gemäss Verteidigung hätte unterbrochen werden müssen
(Urk. 163 S. 21). Der seitens der Verteidigung geforderte "paper trail" bildet jeden-
falls kein Tatbestandsmerkmal der Geldwäscherei und dürfte bei Erträgen aus
dem Betäubungsmittelhandel wohl auch nur in den seltensten Fällen überhaupt
vorliegen. Als Geldwäschereihandlung gilt vielmehr jede Handlung, die geeignet
ist, die Einziehung zu vereiteln oder zu erschweren (BGE 122 IV 218).
3. Die Verteidigung bestreitet weiter, dass der Beschuldigte gewusst habe,
dass die Gelder aus verbrecherischen Handlungen stammten (Urk. 163 S. 12 ff.).
Darauf wurde bereits im Rahmen der Sachverhaltserstellung eingegangen (vgl.
vorstehend E. IV.7.3. f.). Ergänzend kann festgehalten werden, dass entgegen
der Ansicht der Verteidigung keine vollständige Gewissheit erforderlich ist, dass
die Vermögenswerte aus dem Drogenhandel stammten (Urk. 163 S. 18). Der Tä-
ter muss bei der eventualvorsätzlichen Tatbegehung lediglich wissen oder an-
nehmen, dass die Vermögenswerte aus einem Verbrechen respektive aus einer
schweren Straftat herrühren. Insbesondere genügt, wenn er dabei die Umstände
kennt, welche den Verdacht nahe legen, dass das Geld einer verbrecherischen
Vortat entstammt. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass der Täter nicht eine
bestimmte Vorstellung von der Art der Vortat hatte, ist entscheidend, ob er zumin-
dest für möglich hält, dass die Vermögenswerte auf ein Verbrechen zurückgehen
und er dies aus Gleichgültigkeit in Kauf nimmt (BGer 6B_321/2010 vom
25. August 2010 E. 3.2). Wenn der Beschuldigte vor dem Hintergrund der bereits
umschriebenen Umstände heute geltend macht, er habe die ihm erteilten Aufträge
ohne zu überlegen oder zu hinterfragen einfach erledigt, kann jedenfalls nicht von
einem bloss fahrlässigen Handeln gesprochen werden (vgl. Urk. 162 S. 11 f.;
Prot. II S. 8). Aufgrund seiner eigenen Aussagen und den zahlreichen Indizien ist
vielmehr erstellt, dass der Beschuldigte es zumindest für möglich hielt, dass die
Vermögenswerte aus einer schweren Straftat herrühren.
- 25 -
4. Die Auffassung der Verteidigung, die Gewerbsmässigkeit stelle ein per-
sönliches Merkmal dar, der Beschuldigte aber sei als Arbeitnehmer verpflichtet
gewesen, die Anweisungen seiner Vorgesetzten auszuführen und er selbst habe
gar kein Einkommen aus seinen Handlungen erzielt bzw. nicht die Absicht gehabt,
ein solches zu erzielen, überzeugt nicht (Urk. 108 S. 26 f.; Urk. 163 S. 19). Der
Beschuldigte arbeitete seit 2003 im Finanzbereich Geldüberweisungen, zunächst
in U._ [Staat in Europa], u.a. für V._ [Bank], ab 2012 bei der H._
AG (Urk. 105 S. 5; Urk. 011808). Er war im Deliktszeitraum geschäftsführender
Direktor der H._ AG mit Einzelunterschrift. Formell war der Beschuldigte in
dieser Funktion ohnehin nicht untergeordneter Befehlsempfänger oder Arbeit-
nehmer des Verwaltungsrates K._. Zudem setzt Gewerbsmässigkeit nicht
voraus, dass der erzielte Umsatz und der Gewinn direkt der handelnden Person
zukommt. Immerhin bezog der Beschuldigte sein Salär von der
H._ AG, weshalb er zumindest indirekt von den illegalen Geldtransfers profi-
tierte, und dieses Unternehmen, dessen einzelzeichnungsberechtigter Direktor er
war, betrieb den Geldtransfer als Gewerbe.
5. Der schwere Fall im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 lit. c StGB ergibt sich aus
der Gewerbsmässigkeit und dem hohen Umsatz von über einer halben Million
Franken (BGE 129 IV 188).
6. Die Bandenmässigkeit im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 lit. b StGB ergibt sich
aus dem mehrjährigen und zumindest konkludent erfolgten Zusammenwirken des
Beschuldigten mit K._ und I._ unter dem Dach der H._ AG. Soweit
die Verteidigung auch bezüglich des bandenmässigen Vorgehens geltend macht,
der Beschuldigte sei von den vorgenannten Personen als einfältig und blöd be-
zeichnet worden, weshalb diese den Beschuldigten nicht akzeptiert hätten und er
deshalb nur untergeordneter Erfüllungsgehilfe gewesen sei, entbehrt dies jegli-
cher Grundlage (Urk. 163 S. 20).
7. Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zudem der qualifizierten Geld-
wäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. b und c StGB
schuldig zu sprechen.
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VI. Strafzumessung
1. Anwendbares Recht und Standpunkt der Verteidigung
1.1. Der Vorinstanz ist in Übereinstimmung mit der Verteidigung beizupflichten,
dass die im Tatzeitpunkt geltenden Bestimmungen des Strafgesetzbuches zur
Anwendung kommen (Urk. 163 S. 21). Das neue Recht ist nicht milder, da vor-
liegend einerseits für die mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften eine Strafe
von mehr als 180 Strafeinheiten angemessen ist, was nach neuem Recht eine
Freiheitstrafe erheischen würde, während das alte Recht noch eine Geldstrafe
ermöglicht. Andererseits wäre nach neuem Recht eine Landesverweisung nach
Art. 66abis StGB auszusprechen, zumal der Beschuldigte erst seit 2012 in der
Schweiz weilt (Art. 2 Abs. 2 StGB; Urk.139 S. 60-62 sowie S. 76 f.).
1.2. Die Verteidigung beantragte unter der Voraussetzung eines Freispruchs
bezüglich des Vorwurfs der qualifizierten Geldwäscherei die Bestrafung des Be-
schuldigten mit einer Geldstrafe von gesamthaft 225 Tagessätzen zu je Fr. 30.--,
dies unter Widerruf der mit Strafbefehl vom 19. Oktober 2015 bedingt ausgespro-
chenen Geldstrafe (Urk. 163 S. 1). Für den Fall eines Schuldspruchs sei eine
Freiheitsstrafe von höchstens 29 Monaten auszusprechen, wobei 14 Monate zu
vollziehen und die Strafe im Übrigen bedingt aufzuschieben sei (Urk. 163 S. 22).
2. Strafrahmen Einsatzstrafe
Für die qualifizierte Geldwäscherei ist gemäss Art. 305bis Ziff. 2 StGB eine Strafe
im Bereich von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe sowie kumulativ eine Geldstrafe
bis zu 500 Tagessätzen auszusprechen.
3. Tatverschulden Einsatzstrafe
Im Gegensatz zum vorinstanzlichen Entscheid ist bei der Deliktssumme nicht
von Fr. 1,36 Mio. auszugehen, sondern "lediglich" von rund Fr. 614'000.--. Zwar
widerspiegelt die Deliktssumme das Ausmass des Erfolges, was grundsätzlich ein
wichtiges Strafzumessungskriterium bildet, jedoch kann die festzusetzende Strafe
nie einfach proportional zum Deliktsbetrag "errechnet" werden. Denn einerseits ist
der Strafrahmen nach oben gesetzlich begrenzt, während andererseits theore-
- 27 -
tisch ein immer noch höherer Deliktsbetrag möglich ist, wofür im gesetzlichen
Strafrahmen Raum bleiben muss. Abgesehen davon hat der exakte Deliktsbetrag
in gewissem Umfang auch manchmal einen etwas zufälligen Charakter, weshalb
er für das subjektive Verschulden zweitrangig ist. Auch vorliegend hat der Be-
schuldigte auf Anweisung Gelder entgegengenommen, ganz gleich wie hoch die
einzelnen übergebenen Beträge gewesen sind oder wären. Viel massgebender
für das Verschulden als die genaue Höhe des Deliktsbetrags erscheint vorliegend
der lange Zeitraum von rund einem Jahr sowie die Häufigkeit, mit welcher der Be-
schuldigte Gelder entgegennahm. Nur eine solch "institutionalisierte" Übernahme
einer wichtigen Rolle ermöglicht es international operierenden Banden, ihrer kri-
minellen Tätigkeit in grossem Stil nachzugehen. Zu berücksichtigen ist allerdings,
dass der Beschuldigte wohl nicht der Hauptprofiteur von den illegalen Geld-
transaktionen war. Immerhin erhielt er aber nach eigenen Angaben über seinen
Lohn hinaus für die illegalen Aktionen einmal den Betrag von Fr. 19'500.--
(Urk. 030544), und gemäss seinen Ausführungen anlässlich der Berufungs-
verhandlung habe er nebst dem regulären Lohn monatlich eine Auszahlung von
Fr. 1'500.-- aufgrund seiner formalen Stellung als Geschäftsführer erhalten, wel-
che nicht offiziell als Lohn ausgewiesen worden sei (Urk. 162 S. 6 f.). Bestritten
und in keiner Weise rechtsgenügend bewiesen sind dagegen die von der Vor-
instanz aufgeführten weiteren EUR 6'400.-- (Urk. 139 S. 86, Urk. 030544). In sub-
jektiver Hinsicht fällt leicht entlastend ins Gewicht, dass dem Beschuldigten nicht
widerlegt werden konnte, dass er keine sichere Kenntnis vom deliktischen Ur-
sprung der Gelder hatte, mithin von einem eventualvorsätzlichen Handeln auszu-
gehen ist. Insgesamt erscheint für das mittelschwere Tatverschulden betreffend
den Tatbestand der qualifizierten Geldwäscherei eine Strafe von 3 Jahren Frei-
heitstrafe und 180 Tagessätzen Geldstrafe angemessen.
4. Strafe wegen mangelnder Sorgfalt bei Finanzgeschäften
4.1. Für die mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften wegen des Unterlassens
genauerer Abklärungen hinsichtlich der unter Anklageziffer 1.2. angeklagten,
transferierten Gelder von rund Fr. 852'324.98 im Zeitraum von April 2015 bis April
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2016 sieht das Gesetz in Art. 305ter Abs. 1 StGB eine Strafe von bis zu einem
Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen vor.
4.2. Hier fällt nebst dem hohen Deliktsbetrag, der Häufigkeit der weitergeleite-
ten Beträge und der Dauer von rund einem Jahr vor allem ins Gewicht, dass der
Beschuldigte langjährige professionelle Erfahrung im Geldtransfergeschäft hatte
und sich seiner Pflichten zur Abklärung als Finanzintermediär vollumfänglich
bewusst gewesen sein muss. Auch hier kann nicht die Rede davon sein, dass der
Beschuldigte lediglich als austauschbarer und einfältiger Strohmann ohne eigene
Verantwortung agierte, wie dies die Verteidigung wiederholt weismachen will
(Urk. 163 S. 21). Wer derart gewerbsmässig seinen gesetzlichen Pflichten nicht
nachkommt, offenbart insgesamt eine erhebliche kriminelle Energie. Der Vor-
instanz ist beizupflichten, dass von einem schweren Verschulden auszugehen ist,
wofür eine Strafe von 270 Tagessätzen angemessen erscheint.
4.3. Unangemessen ist demgegenüber, wenn die Vorinstanz aufgrund dieser
Strafe von 270 Tagessätzen in Anwendung des Asperationsprinzips die Einsatz-
strafe hernach um lediglich 90 Tagessätze erhöht (Urk. 139 S. 74 E. 3.5.2.). Ein
solcher "Rabatt" von zwei Dritteln der Strafe entspricht nicht der üblichen Ge-
richtspraxis und ist übersetzt. Dabei ist von Bedeutung, dass der Rahmen der
Geldstrafe für die Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 2 StGB 500 Tagessätze
beträgt, weshalb die gesetzliche Obergrenze von 360 Tagessätzen in aArt. 34
StGB bei der Asperation vorliegend nicht wesentlich ins Gewicht fällt.
5. Strafe aufgrund der Videos und Bilder auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten
5.1. Wer Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenstände oder
Vorführungen, die, ohne schutzwürdigen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert
zu haben, grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder Tiere eindringlich
darstellen und dabei die elementare Würde des Menschen in schwerer Weise
verletzen, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder
besitzt, wird gemäss Art. 135 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit
Geldstrafe bestraft. Angesichts des Strafrahmens von einem Jahr ist die vorin-
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stanzliche Festlegung einer Strafe von 15 Strafeinheiten am absolut untersten
Rahmen, was nur bei sehr leichtem Verschulden in Frage käme. Insofern besteht
ein gewisser Widerspruch in der vorinstanzlichen Wertung, wonach das Verschul-
den noch "eher leicht" sei (Urk. 139 S. 73 E 3.3.). Tatsache ist, dass zwar "nur"
drei Videos mit verbotenen Gewaltdarstellungen auf dem Mobiltelefon angeklagt
wurden, diese Videos aber im Ausmass und der Detailliertheit der Gewaltdarstel-
lung selbst abgebrühte Betrachter schockieren und weit über das hinaus gehen,
was in Filmen und TV heutzutage als noch tolerierbar angesehen wird.
5.2. Für die auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten sichergestellten Videos
und Bilder legte die Vorinstanz eine Geldstrafe von je 15 Tagessätzen fest. Dies
ist schlechterdings unverständlich, wenn man das sichergestellte Video- und
Bildmaterial visioniert. Angesichts der im Berufungsverfahren noch unversehrt
verschlossenen DVD in den Akten bestehen Zweifel, ob dies die Vorinstanz über-
haupt getan hat (Urk. 020151). Die Aufnahmen wirken für den unbefangenen
Betrachter echt und sind teilweise von beispielloser, kaum mehr zu überbietender
äusserster Rohheit und Perversion. Hier erweist sich im Gegensatz zu den vor-
instanzlichen Feststellungen eine deutlich höhere Strafe als schuldangemessen.
5.3. In der Videoaufnahme IMG_8702 (vgl. Anklageschrift; Bild 2 gemäss
Printscreens zum Extraktionsbericht) wird mit einer Machete auf eine gefesselte
und geknebelte Frau unter Anfeuerungsrufen eingestochen und schliesslich ihr
Kopf abgetrennt.
5.4. In der Videoaufnahme 25C411E5-6ACB-4C97-BAC3-08EC4A72E (vgl.
Anklageschrift Bild 16) wird unter Musikbegleitung, Geheul und Gelächter Bei-
wohnender ein junger Mann mit einem Beil zerhackt und schliesslich geköpft.
5.5. In der Videoaufnahme 510a18a251accc47858455be635ba1043 (vgl. An-
klageschrift Bild 17) werden einem Mann sämtliche Finger einer Hand abgehackt.
Auch diese Bilder wirken für den neutralen Betrachter echt. Und wenn es sich um
eine gestellte Aufnahme handeln sollte, dann wäre sie, wie auch die beiden ande-
ren Videos, von kaum zu überbietendem professionellen Echtheitsgrad.
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5.6. Die echt wirkenden Aufnahmen oder zumindest deren hyperrealistische
Machart widerspiegelt eine Verrohung menschlichen Empfindens, die Seines-
gleichen sucht. Allein für diese Videoaufnahmen mit Gewaltdarstellungen sind
90 Tagessätze Geldstrafe keinesfalls zu milde, sondern innerhalb des gesetz-
lichen Strafrahmens von einem Jahr Freiheitsstrafe angemessen.
5.7. Hinzu kommen die pornografischen Aufnahmen mit Kindern: Wer gemäss
Art. 197 Abs. 5 StGB Bilder, die sexuelle Handlungen mit Tieren oder mit Gewalt-
tätigkeiten unter Erwachsenen besitzt bzw. auf einem elektronischen Gerät spei-
chert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. Haben
die Gegenstände oder Vorführungen tatsächliche sexuelle Handlungen mit Min-
derjährigen zum Inhalt, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
Geldstrafe.
5.8. Die Datei 018c193b14bea0a31a61ebe62916544e (Anklageschrift Bild 12
und 15) ist ein Video, in dem ein Jugendlicher ein Huhn mit seinem Penis pe-
netriert und von einer Drittperson dabei überrascht wird. Der Vorfall wird von
schallendem Gelächter begleitet. Ob der Jugendliche das Huhn tatsächlich pe-
netriert, ist allerdings aufgrund des Kamerawinkels nicht zweifelsfrei feststellbar.
5.9. In der Videoaufnahme fa098a067f2f51f9676f162f9675b82c (Anklageschrift
Bild 7) wird eine nackte, in einer Art Käfig mit gespreizten Oberschenkeln und gut
sichtbaren Geschlechtsteilen fixierte Frau über einer Feuerstelle am Spiess ge-
dreht, d.h. andeutungsweise grilliert. Die Aufnahme ist möglicherweise gestellt,
das Feuer ist jedenfalls nicht ersichtlich.
5.10. Zwei weitere Videoaufnahmen zeigen masturbierende Knaben, und ein
Bild ein schlafendes Kleinkind mit erigiertem Penis (Anklageschrift Bilder 8, 10
und 11).
5.11. Auch für diese Aufnahmen ist, angesichts des weiten Strafrahmens von ei-
nem bzw. drei Jahren, selbst bei der Annahme eines noch leichten Verschuldens
eine Strafe von 30 Tagessätzen angemessen.
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5.12. Weitere Videoaufnahmen auf der DVD fanden offensichtlich nicht Eingang
in die Anklage, so beispielsweise die Datei IMG_1024, auf welcher eine schreien-
de und wimmernde Frau von mehreren Männern auf brutalste Art und Weise
mehrfach vergewaltigt und in Bezug auf alle Körperöffnungen roh misshandelt
wird, oder die Datei IMG_8700, wo ein mutmasslich im Rahmen eines Unfalls
völlig zerfetzter Männerkörper in eine Kiste oder einen Sarg verladen wird. Diese
Aufnahmen spielen vorliegend somit bei der Strafzumessung keine Rolle.
6. Strafhöhe unter Berücksichtigung der Strafschärfung
6.1. Vorauszuschicken ist, dass im Rahmen der Asperation aufgrund von
aArt. 34 StGB für alle weiteren Delikte keine Geldstrafe von insgesamt mehr als
360 Tagessätzen ausgesprochen werden kann. Dennoch ist unter Beachtung von
Art. 305bis Ziff. 2 StGB zusammen mit der Geldstrafe wegen Geldwäscherei aber
gesamthaft die Anordnung einer Geldstrafe von bis zu 500 Tagessätzen möglich.
Sodann muss berücksichtigt werden, dass der Beschuldigte mit Strafbefehl vom
19. Oktober 2015 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln mit einer bedingt
vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 60.-- bestraft wurde
(Urk. 156). Aufgrund der günstigen Prognosestellung wird die heute festzulegen-
de Geldstrafe als teilweise Zusatzstrafe zur vorgenannten Vorstrafe auszufällen
sein. Die Verteidigung beantragte zwar sinngemäss, es sei unter Widerruf der
Vorstrafe eine Gesamtstrafe auszusprechen. Dieser Antrag ist seitens der Ver-
teidigung jedoch unter der Prämisse gestellt worden, dass der Beschuldigte vom
Vorwurf der Geldwäscherei freigesprochen wird und gesamthaft nur eine Geld-
strafe zu vergegenwärtigen hätte (vgl. Urk. 163 S. 1 und S. 21 f.). In vorliegender
Konstellation würde der Beschuldigte mit einer unter Widerruf der Vorstrafe aus-
zusprechenden Gesamtstrafe jedoch faktisch härter bestraft werden, da er dann
bezüglich des Strafteils der Vorstrafe letztlich eine längere Probezeit zu bestehen
hätte, als dies mit der vorliegend auszusprechenden (teilweisen) Zusatzstrafe und
der daneben vorzunehmenden Verlängerung der für die Vorstrafe festgelegten
Probezeit der Fall ist.
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6.2. Zur Geldstrafe von 180 Tagessätzen wegen der Geldwäscherei kommen
vorliegend weitere 270 Tagessätze wegen der mehrfachen mangelnden Sorgfalt
bei Finanzgeschäften, 90 Tagesätze infolge der mehrfachen Gewaltdarstellung
und 30 Tagesätze wegen der mehrfachen Pornografie hinzu. Ebenfalls zu be-
rücksichtigen sind die 15 Tagessätze aufgrund des Strafbefehls vom 19. Oktober
2015. In Anwendung des Asperationsprinzips von Art. 49 Abs. 1 StGB erscheint
eine gesamte Geldstrafe von 450 Tagessätzen angemessen.
6.3. Die weiteren Delikte führen somit bezüglich der Geldstrafe zu einer Er-
höhung der Einsatzstrafe um rund 270 Tagessätze, was innerhalb der Grenze von
aArt. 34 StGB liegt. Die Geldstrafe ist demnach im Umfang von 435 Tagen als
teilweise Zusatzstrafe zum erwähnten Strafbefehl vom 19. Oktober 2015, mit wel-
chem der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen von je Fr. 60.--
bestraft wurde, auszusprechen.
7. Täterkomponenten
7.1. Bezüglich des Vorlebens des Beschuldigten kann auf die Erwägungen im
vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 139 S. 76-78). Zu den persön-
lichen Verhältnissen führte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung
aus, er habe eine neue Freundin und sei mit dieser in einer festen Beziehung.
Die aus einer früheren Partnerschaft stammende, mittlerweile achtjährige Tochter
besuche ihn praktisch jedes Wochenende (Urk. 162 S. 2 f.). Gemäss seiner Ver-
pflichtung bezahle er monatlich Fr. 1'088.-- an Unterhaltsbeiträgen für seine Toch-
ter. Er arbeite momentan am Aufbau einer Firma für nachhaltige Autowäsche,
welche jedoch noch keinen Gewinn abwerfe. Deshalb sei er daneben noch in ei-
nem Vollzeitpensum als Gemüselieferant in Nachtarbeit tätig und verdiene dabei
monatlich rund Fr. 4'490.-- netto. Zudem erhalte er durch die Vermietung seiner
beiden Wohnungen in W._ [Stadt in Europa] insgesamt rund EUR 1'050.--
pro Monat. Die Wohnungen, welche nach Ansicht des Beschuldigten gesamthaft
einen Wert von ca. EUR 200'000.-- bis EUR 250'000.-- aufweisen würden, seien
mit Hypotheken belastet, deren Höhe er nicht nennen könne. Er müsse dafür aber
noch für ca. 25 Jahre Zahlungen leisten. Daneben habe er Kreditschulden in der
Höhe von rund EUR 6'000.-- bis EUR 7'000.-- sowie Rückstände von bevor-
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schussten Alimenten über ungefähr Fr. 33'000.--. Gesamthaft bezifferte der Be-
schuldigte die Schulden mit monatlich noch zu leistenden Beträgen von ca.
Fr. 3'000.-- bis Fr. 5'000.-- (Urk. 162 S. 2 ff.).
7.2. In den persönlichen Verhältnissen ist nichts zu erkennen, was sich auf das
Strafmass auswirken würde. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen ver-
wiesen werden (Urk. 139 S. 76-78). Der Beschuldigten ist bezüglich jener Sach-
verhalte, für welche er schuldig zu sprechen ist, weitgehend geständig. Nicht zu
verkennen ist aber, dass das Geständnis entgegen der Ansicht der Verteidigung
erst nach geraumer Zeit in der Untersuchung erfolgte (vgl. Urk. 163 S. 22), dass
auch objektive Beweismittel vorlagen und der Beschuldigte im Laufe der Untersu-
chung wenig Kooperationsbereitschaft zeigte. Die grobe Verkehrsregelverletzung
wirkt sich nur marginal straferhöhend aus, da das Delikt nicht einschlägig ist. Ins-
gesamt ist eine Strafminderung im Umfang von zwei Monaten (für die auszuspre-
chende Freiheitsstrafe) und 25 Tagessätzen wegen dem Geständnis angezeigt.
8. Weitere Strafzumessungsgründe
Das Verfahren gegen den Beschuldigten stand in einem wesentlich grösseren
Komplex mit zahlreichen anderen Tätern und zahlreichen Überwachungs-
massnahmen. Insgesamt wurden allein im Verfahren gegen den Beschuldigten
rund 60 Bundesordner Akten produziert. Die Untersuchungsdauer von rund zwei
Jahren ist vor diesem Hintergrund in keiner Weise zu bemängeln, zumal keine
Unterbrüche bzw. Zeiträume mit Untätigkeit der Strafverfolgungsbehörden zu er-
kennen sind und der Beschuldigte praktisch nicht kooperierte, sondern sich stets
sehr passiv verhielt. Eine Strafminderung ist unter diesem Titel nicht angängig.
9. Gesamtwürdigung
9.1. In Würdigung aller Strafzumessungsgründe ist eine Freiheitsstrafe von
34 Monaten und eine Geldstrafe von 410 Tagessätzen Geldstrafe auszusprechen,
Letztere als teilweise Zusatzstrafe zu jener von 15 Tagessätzen gemäss Straf-
befehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. Oktober 2015.
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9.2. Der Beschuldigte wurde am 3. Mai 2016 verhaftet und am 19. September
2018 aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen (Urk. 170005, Prot. I S. 15). Die
870 Tage Haft (aufgerundet) und vorzeitiger Strafvollzug sind gestützt auf Art. 51
StGB an die Strafe anzurechnen. Diese Haft ist in erster Linie an die Freiheits-
strafe anzurechnen, wobei unerheblich ist, ob die Freiheitsstrafe bedingt oder
unbedingt ausgesprochen wurde (BGE 135 IV 126 E . 1.3.; BSK StGB I-METTLER/
SPICHTIN, Art. 51 N 43).
10. Tagessatz
Die Vorinstanz erachtete eine Tagessatzhöhe von Fr. 30.-- als angemessen und
verwies pauschal auf die Einkommensverhältnisse des Beschuldigten (Urk. 139
S. 80). Irgendwelche konkreten Angaben zu den finanziellen Verhältnissen des
Beschuldigten finden sich in der vorinstanzlichen Urteilsbegründung nicht, was
insofern wenig erstaunt, da er sich bis zum 19. September 2018 im vorzeitigen
Strafvollzug befand. Im Lichte der nunmehr dargelegten und aktuellen finanziellen
Verhältnissen des Beschuldigten sowie unter Berücksichtigung der abzuzahlen-
den Schulden erweist es sich – in Übereinstimmung mit dem Antrag der Verteidi-
gung – als angemessen, den Tagessatz auf Fr. 30.-- festzusetzen.
VII. Vollzug
1. Für die Frage des bedingten bzw. teilbedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe
ist die kumulativ auszusprechende Geldstrafe ausser Betracht zu lassen
(BGE 138 IV 120; BSK StGB I-SCHNEIDER/GARRÉ, Art. 34 N 3). Der Beschuldigte
hat massiv und während zweier Jahren delinquiert. Hinzu kommt, dass sein Ge-
ständnis die objektiven Beweismittel kaum übersteigt, erst nach geraumer Unter-
suchungsdauer erfolgte und der Beschuldigte wenig Kooperationsbereitschaft
zeigte. Reue oder Einsicht war nicht erkennbar. Allerdings ist die Prognosebildung
im Zeitpunkt des Urteils vorzunehmen und nicht rückwirkend. Der Beschuldigte
hatte vor der gegen ihn geführten Untersuchung noch keinen Freiheitsentzug zu
gewärtigen und befand sich vorliegend für 870 Tage in Untersuchungshaft und
vorzeitigem Strafvollzug. Nur dieser Umstand erlaubt es, ihm heute keine
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Schlechtprognose mehr stellen zu müssen. Aufgrund der langen Deliktsdauer
sowie der Gewerbs- und Bandenmässigkeit wiegt das Verschulden mittelschwer.
Die Freiheitsstrafe ist deshalb in Anwendung von Art. 43 StGB im Umfang von
17 Monaten bedingt aufzuschieben und die Probezeit auf die gesetzlich vorgese-
hene Mindestdauer von zwei Jahren festzulegen (Art. 44 Abs. 1 StGB). Weiter ist
vorzumerken, dass der nicht aufgeschobene Teil von 17 Monaten bereits durch
Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug verbüsst wurde. Auch die Vor-
instanz hat sinngemäss keine Schlechtprognose gestellt, indem sie den Vollzug
der Geldstrafe aufgeschoben hat (Urk. 139 S. 82).
2. Bei dieser Ausgangslage ist auch der Vollzug der auszusprechenden
Geldstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre anzusetzen. Mangels
Vorliegen einer schlechten Prognose ist sodann die mit Strafbefehl der Staats-
anwaltschaft Zürich-Limmat vom 19. Oktober 2015 angesetzte Probezeit von
zwei Jahren um ein Jahr zu verlängern (Art. 46 Abs. 2 StGB).
VIII. Ersatzforderung
1. Die Einziehung und die staatliche Ersatzforderung beruhen auf dem Ge-
danken, dass sich strafbares Verhalten nicht lohnen darf (BGE 139 IV 209 E. 5.3.
m.w.H.). Allerdings besteht in der Festsetzung der Höhe ein weites richterliches
Ermessen. Gemäss Art. 70 Abs. 2 StGB kann von einer Ersatzforderung ganz
oder teilweise abgesehen werden, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre
oder die Wiedereingliederung des Betroffenen erheblich behindern würde.
2. Nach eigenen Angaben hat der Beschuldigte für die Mitwirkung bei den
illegalen Finanztransaktionen nebst seinem normalen Salär eine Sonderzahlung
von Fr. 19'500.-- sowie in der Funktion als Geschäftsführer monatliche Sonder-
vergütungen von jeweils Fr. 1'500.-- erhalten (Urk. 030544; Urk. 162 S. 6 f.).
Immerhin spielt eine Rolle, dass dem Beschuldigten nicht widerlegt werden konn-
te, dass er im Wesentlichen auf Anweisung gehandelt und das lukrative Geschäft
der Verbringung von Drogengeldern ins Ausland nicht selbst eingefädelt hat. Auf
der anderen Seite gilt das sogenannten Bruttoprinzip, d.h. massgebend für die
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Höhe der Ersatzforderung ist der Umsatz und nicht der Gewinn des Beschuldig-
ten. Wenig Zweifel bestehen schliesslich daran, dass der Beschuldigte nur be-
schränkt finanzielle Mittel hat respektive haben wird und mit grosser Wahrschein-
lichkeit nie auch nur einen Franken für die Begleichung der Ersatzforderung wird
aufwenden können. Zudem ist auch damit zu rechnen, dass er sein Aufenthalts-
recht in der Schweiz verlieren wird.
3. Vor diesem Hintergrund erscheint die vorinstanzliche Festsetzung einer
Ersatzforderung in der Höhe von Fr. 50'000.-- den konkreten Verhältnissen an-
gemessen. Das schliesst nicht aus, dass bei anderen Mittätern noch weit höhere
Ersatzforderungen auszusprechen sind.
4. Ausgangsgemäss ist somit auch die subsidiäre Verwendung der sicher-
gestellten Vermögenswerte zur Anrechnung an die Ersatzforderung zu bestätigen
(vorinstanzliche Dispositivziffern 5 und 6).
IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Kostenauflage
zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
2. Der Beschuldigte unterliegt grösstenteils mit seiner Berufung. Die Reduk-
tion der Freiheitstrafe um acht Monate wird durch die Erhöhung der Geldstrafe um
50 Tagessätze teilweise kompensiert. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Anschluss-
berufung erst kurz vor der Berufungsverhandlung zurückgezogen, was ihrerseits
einem Unterliegen gleichkommt und die Kostenpflicht des Beschuldigten
schmälert (Art. 428 Abs. 1 StPO). Damit sind die Kosten des Berufungsverfah-
rens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten
zu zwei Drittel aufzuerlegen und der restliche Drittel ist auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. In Bezug auf die
Kosten der amtlichen Verteidigung gilt Art 135 Abs. 4 StPO, wonach diese Kosten
einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen sind, soweit sie nicht aus sicher-
gestellten Vermögenswerten gedeckt werden können. Eine Nachforderung beim
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Beschuldigten in dem ihm auferlegten Umfang von zwei Dritteln bleibt aber vor-
behalten, sobald es dessen wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.
3. Der geltend gemachte Aufwand der amtlichen Verteidigung erscheint ins-
gesamt als angemessen. Diesbezüglich reichte der Verteidiger im Vorfeld der
Verhandlung eine Honorarrechnung über Fr. 2'070.-- ein (Urk. 158). Darin ent-
halten ist bereits die Wegentschädigung für die Berufungsverhandlung sowie der
Zeitaufwand für die Nachbesprechung des Urteils, nicht jedoch die nach Ein-
reichung der Honorarnote zusätzlich angefallenen Aufwendungen für Klientenbe-
sprechungen (3.25 Stunden), Aktenstudium (10 Stunden) sowie Ausarbeitung des
Plädoyers (11 Stunden). Unter Berücksichtigung der heutigen Berufungsverhand-
lung (4 Stunden) sind dem amtlichen Verteidiger somit zusätzlich zu den in der
Honorarnote aufgeführten Aufwendungen 28.25 Stunden sowie Fr. 77.-- Baraus-
lagen zzgl. MwSt. zu vergüten (entspricht Fr. 6'776.50). Insgesamt rechtfertigt es
sich deshalb, Rechtsanwalt lic. iur. X._ mit Fr. 8'850.-- zu entschädigen.