# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c877e43a-3f98-54e0-9259-d61e001a1451
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, arbeitete seit Juni 1997
vollzeitlich
als Produktions
mitarbeiter
bei der
Z._
AG (Angaben im Fragebogen für
Arbeitgebende
,
Urk.
7/32).
Mitte Dezember 2015 wurde bei
X._
ein Tumor in der rechten Orbita (Augenhö
hle) festgestellt (
Radiologiebericht
des Instituts
A._
vom 1
4.
Dezember 2015,
Urk.
7/10/19-20). Der Tumor wurde
Ende Dezember
operativ entfernt
(
Operationsbericht
der Augenklinik des Univer
sitätsspitals
B._
vom 2
9.
Dezember
2015,
Urk.
7/10/17-18),
und es wurde ein malignes
B-Zell-Lymphom diagnostiziert (Bericht der Augenklinik des Universi
tätsspitals
B._
vom
7.
Januar 2016,
Urk.
7/10/15-16).
Von Januar bis Mai 2016 wurde in der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
eine
Immuno
-Chemotherapie
durchgeführt, und anlässlich der Kontrolle von Mitte Juni 2016 befand sich das Lymphom in kompletter Remission (Berichte der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom
8.
Jan
uar und vom 1
4.
Juni 2016, Urk.
7/1 und
Urk.
7/23/1-3 einschliesslich des
radiologischen Befundes vom 13.
Juni 2016,
Urk.
7/23/4)
.
1.2
Am 2
6.
Februar 2016 hatte sich
X._
bei der Invalidenversicherung an
gemeldet (
Urk.
7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
hatte neben den Berichten, die ihr das Leistungszentrum des Taggeldver
sicherers
Visana
hatte zukommen lassen (
Urk.
7/10
und
Urk.
7/23), den Bericht der behandelnden Assistenzärztin
Dr.
med. C._
der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom 2
0.
Mai 2016 (Eingangsdatum) eingeholt (
Urk.
7/14)
, na
hm die
weiteren Verlaufsb
ericht
e
der Klinik für Onkologie des Uni
versitätsspitals
B._
vom
6.
September 2016
und vom 1
0.
Januar 2017
zu den Akten (Urk.
7/24
/6-8
und
Urk.
7/36/3-5
), liess durch
Dr.
med.
D._
, Spezial
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bei dem der Versicherte im August 2016 die Behandlung aufgenommen hatte, den Bericht vom 1
7.
Janu
ar 2017 erstellen (Urk
.
7/30),
beschaffte die Angaben der Arbeitgeberin v
om
1.
Februar 2017 (Urk.
7/32) und erhielt Kenntnis von einem Rehabilitationsauf
enthalt des Versicherten in der Klinik
E._
von Mitte Februar bis Anfang März 2017 (Beric
ht der Klinik vom
3.
März 2017,
Urk.
7/39).
Nachdem die IV-Stelle eine Aufforderung an den Versicherten zur Intensivierung der Psychotherapie wieder zurückgenommen h
atte (vgl. die Schreiben der IV
Stelle vom 1
4.
Februar und vom 3
0.
März 2017,
Urk.
7/34 und
Urk.
7/41, und die Notiz über das Telefongespräch mit
Dr.
D._
vom 2
4.
März 2017, Urk.
7/38)
, die weiteren Verlaufsberichte der Klinik für Onkologie des Universi
tätsspitals
B._
vom 3
0.
März und vom 2
5.
Juli 2017 erhalten hatte (Urk.
7/42
/2-8 und Urk.
7/44
/2-7
),
am 3
0.
Oktober 2017 von
Dr.
D._
eben
falls einen Verlaufsbericht hatte erstellen lassen (
Urk.
7/55)
und den Bericht des Zentrums
F._
vom 1.
/1
3.
Dezember 2017 über die Behandlungen zwischen Ende Juli und Ende September 2017
(nach einem Auf
enthalt
des Versicherten
in der Klinik
G._
von E
n
de Mai bis Mitte Juli 2017; vgl.
Urk.
7/67/2)
entgegengenommen hatte (
Urk.
7/67), sprach sie ihm die Übernahme der Kosten eines
dreimonatigen
Belastbar
keitstrainings in der Insti
tuti
on
H._
zu (Verfügung vom
5.
Dezember 2017,
Urk.
7/64; Vereinbarung vom 5.
November 2017/1
2.
Februar 2018,
Urk.
7/79).
Der Versi
cherte nahm das Training am 12.
Februar 2018 auf; es wurde jedoch per 2
0.
Mär
z 2018 abgebro
chen, nachdem
die vorgesehene Steigerung
des Pensums
auf drei Arbeitsstunden im Tag nicht gelungen war (vgl. die Verlaufsprotokolle der
Eingliederungsbera
tung in Urk.
7/81, den Schlussbericht der Institution
H._
vom 2
6.
März 2018, Urk.
7/84, und die Mitteilung der IV-Stelle an den Versicherten vom 2
7.
März 2018,
Urk.
7/82).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Z._
AG
war in
zwischen aufgelöst worden, und der Versicherte bezog seit dem
8.
Dezember 2017 Arbeitslosenentschädigung (vgl. die Angaben der Arbeitslosenk
asse des Kantons Zürich vom 2. Februar
2018,
Urk.
7/77
, sowie die E-Mail-Nachricht des Case-Managers der
Visana
an die IV-Stelle vom
4.
September 2017,
Urk.
7/46
, und das Schreiben der
Visana
an die Arbeitgeberin vom
2.
Oktober 2017 betref
fend die Aus
schö
pfung des Krankent
aggeldanspruchs per
7.
Dezember 2017,
Urk.
7/50
).
1.3
In der Folge holte die IV-Stelle den
Verlaufsbericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
, Oberärztin
Dr.
med.
I._
, vom
1
6.
April 2018 (Urk.
7/87/1-3 mit dem beigelegten Bericht über die Kontrolluntersuchung vom 1
0.
Januar 2018,
Urk.
7/87/4-6) und den Verlauf
sbericht von
Dr.
D._
vom 4.
Mai 2018 (
Urk.
7/88) ein und nahm den weiteren Kontrollbericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom
3
1.
Mai 2018 zu den Akten (Urk.
7/91). Am
5.
Juni 2018 ordnete die IV-Stelle sodann
auf den Vorsc
hlag der RAD-Ärztin Dipl.-Med. J._
, Fachärztin für Innere Medizin, Prävention und Gesundheitswesen
,
hin (
Urk.
7/109/8-9)
eine
bidisziplinäre
Begutachtung des Versicherten in den Fachrichtungen Innere Medizin
u
nd Psychiatrie an (Urk.
7/93).
Unabhängig von dieser Begutachtung sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2018
die Übernahme der Kosten von orthopädischen Serienschuhen zu (
Urk.
7/107; vgl. die Anmeldung hierzu vom
9.
Juni 2018, U
rk.
7/97), dies aufgrund der Diagnose einer Polyneuropathie mit Missempfin
dungen an den Füssen (vgl. den Bericht von
Dr.
I._
vom 2
5.
Juni 2018,
Urk.
7/103/1-3, mit dem beigelegten Bericht der Klinik für Neurologie des Uni
versitätsspitals
B._
vom 2
4.
März 2017,
Urk.
7/103/4-14).
Am 1
0.
August 2018 reichten die Gutachter
Dr.
med.
K._
, Spezialarzt für Innere Medizin und Rheumatologie, Manuelle Medizin SAMM und Neuralthera
pie ÖÄK, und
Dr.
med. L._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, das Gutachten vom
6.
August 2018
ein, bestehend aus einem rheumatologischen Fachgutachten (Untersuchung vom
5.
Juli 2018), einem versicherungspsychiatrischen Gutachten (Untersuchung vom 2
5.
Juli 2018) und einer Gesamtbeurteilung (
Urk.
7/108).
1.4
Gestützt auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin
Dr.
J._
vom
1
5.
August 2018 (
Urk.
7/109/9-11) eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbeschei
d vom 2
1.
August 2018, dass sie einen Rentenanspruch zu v
erneinen gedenke (Urk.
7/110; vgl. das Feststellungsblatt in
Urk.
7/109). Der Versicherte, vertreten durch
Dr.
iur
.
Y._
, liess mit den Eingaben vom
4.
September und vom 1
5.
Oktober 2018 Einwendungen erheben (
Urk.
7/111 und
Urk.
7/115) und einen Bericht von
Dr.
D._
vom
5.
Oktober 2018 beibringen (
Urk.
7/114). Mit Ver
fügung vom 3
1.
Oktober 2018 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbe
scheids und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 =
Urk.
7/117; vgl. das Feststellungsblatt in
Urk.
7/116).
2.
X._
liess
mit Eingabe vom 2
7.
November 2018
durch
Dr.
Y._
gegen die Verfügung vom 3
1.
Oktober 2018 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben, es sei ihm eine Rente von mindestens 50
%
zu gewähren, die aufschiebende Wirkung sei herzustellen, aufgrund seiner Mittellosigkeit sei auf die Erhebung eines Vorschusses zu verzichten, dies alles unter Entschädigungs- und Folgekoste
n (
Urk.
1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 2
7.
Dezember 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 und die damit eingereichten Akten,
Urk.
7/1-118).
M
it Eingabe vom 2
6.
Dezember 2018 (
Urk.
4)
hatte der Beschwerdeführer
die Beschwerde ergänzen und
Unterlagen nachreichen
lassen
(
Urk.
5/1-5), nament
lich einen Bericht des Universitären Herzzentrums des Universitätsspitals
B._
vom 2
3.
März 2018 über Kontrolluntersuch
ungen
bei bekanntem kleinem
Ventrikelseptumdefekt
(
Urk.
5/3 und
Urk.
5/4) und einen
aktuellen Bericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom
5.
November 2018 (
Urk.
5/1)
. Die Beschwerdegegnerin
machte von der ihr eingeräumten Gelegen
heit
zur Stellungnahme dazu (Verfügung vom
8.
Januar 20
19,
Urk.
8) mit Ein
gabe vom 22.
Januar 2019 Gebrauch und hielt weiterhin an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2019 ordnete das Gericht einen zweiten Schrif
tenwechsel an und wies gleichzeitig darauf hin, dass die angefochtene Verfügung wegen ihres ausschliesslich negativen Charakters einer aufschiebenden Wirkung nicht zugänglic
h sei (
Urk.
10). Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 25.
Februar 2019 die Replik er
statten (
Urk.
11); die Beschwerdegegnerin
verzich
tete mit Eingabe vom 12.
März 2019 auf eine Duplik (
Urk.
13). Mit Verfügung vom 1
3.
März 2019
wurde die Eingabe der Beschwerdegegnerin
vom 1
2.
März 2019 der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14). Am
6.
Juni 201
9 (
Urk.
15) liess der Beschwerdeführer
das Gericht mit dem neusten Bericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom
7.
Mai 2019 dokumentieren (Urk.
16).
Das Dokument wurde der Beschwerdegegnerin
am 1
1.
Juni 2019 zu
gestellt (
Urk.
17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Satz 1)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Satz 2).
1.2
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hat das Bundesge
richt spezifische Leitlinien aufgestellt. Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat es in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung ein neues Prüfungsraster in Form von spezifischen Standardindikatoren entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen von sogenannten
pathogenetisch
-ätiologisch un
klaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organis
che
Grundlage, ins
besondere von somatoformen Schmerzstörungen und vergleich
baren Leiden, zu ermitteln sind. Das Raster präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V
281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «
fu
nktioneller Schweregrad»
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
-
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «Persönlichkeit»
(Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Res
sourcen
)
-
Kompl
ex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesich
tspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
glei
ch
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck.
In einem weiteren Schritt hat das Bundesgericht in zwei Grundsatzurteilen vom 3
0.
November 2017 die Anwendbarkeit der neu entwickelten Standardindikato
ren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7, BGE 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5).
Damit hat das Bundesgericht insbesondere seine bisherige Rechtsprechung zu den depres
siven Störungen fallengelassen und nicht länger daran festgehalten, dass Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur nur dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind.
1.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b), so
fern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (
lit
. c).
Zusätz
lich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
1.4
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Der Versicherungsträger prüft nach
Art.
43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf An
gaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Ärz
tinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
bericht
s ist nach höchstrichterlicher Praxis entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgege
ben worden ist, in der Darle
gung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
2.
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Verneinung des Rentenanspruchs
a
uf das
bi
disziplinäre
Gutachten von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
vom
6.
August 2018 (
Urk.
7/108).
In
der
Gesamtbeurteilung
gelangten
die beiden Ärzte
zum Schluss
,
aus somatisch-rheumatologischer und aus psychiatrisch-psychothera
peutischer Sicht
habe nach der zeitlich
limitierten Arbeitsunfähigkeit von Dezember 2015 bis zum Abschluss
der Chemotherapie beziehungsweise bis Ende Juni 2016 in keinem Zeitraum eine anhaltende relevante Minderung der Arbeits
fähigkeit um mehr als 20
%
bestanden (
Urk.
7/108/21+23+24), und die RAD-Ärztin
Dr.
J._
empfahl am 1
5.
August 2018, dieser Beurtei
lung zu folgen (
Urk.
7/109/11).
Aufgrund dieser Beurteilung
im Gutachten von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
war bereits in Frage gestellt, ob der Beschwerdeführer
das Wartejahr
nach
Art.
28 Abs. 1
lit
. b
IVG
mit einer Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch von durchschnittlich mindestens 40
%
bestanden habe
. Die Beschwerdegegnerin interpretierte die Beurteilung denn auch dahingehend, dass der Beschwerdefüh
rer ab dem
1.
Juli 2016 wieder voll arbeitsfähig in der bisherigen Täti
gkeit
gewesen sei (Urk.
2 S. 1)
,
und verneinte
den Rentenanspruch
deshalb implizit
s
chon wegen des nicht erfüllten Wartejahres
, ohne dass sie einen Einkommens
vergleich durchgeführt hätte
(vgl.
Urk.
2 S. 2).
3.
3.1
Fest steht
, dass anlässlich
der Kontrolluntersuchung in der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
von Mitte Juni 2016
die komplette metabolische und
morphologische Remission des B-Zell-Ly
mphoms festgestellt wurde (Urk.
7/23/1+2) und dass die Verlaufsuntersuchungen im nachfolgenden Zeit
raum bis zum Datum des aktuellsten in den Ak
ten vorhandenen Berichts vom 7.
Mai 2019 keine Hinweise auf ein Tumorrezidiv ergaben (vgl.
Urk.
7/24/6+8,
Urk.
7/36/3+5,
Urk.
7/42/2+4,
Urk.
7/44/2+4,
Urk.
7/87/2+4+6,
Urk.
7/91
/1+3,
Urk.
5/1 S. 2
und S. 3
und
Urk.
16 S. 2
und S. 3
).
3.2
In kö
rperlicher Hinsicht zeigte sich
jedoch ein Beschwerdebild, da
s sich gemäss dem
Kontrollbericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom 1
0.
Januar 2017 in schmerzhaften Kribbelparästhesien an beiden Unters
chenkeln äusserte (
Urk.
7/36/4), und a
nlässlich der elektrodiagnostischen Untersuchung in der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
B._
vom 2
4.
März 2017 konnte der Verdacht auf eine Polyneuropathie als Folge der durchgeführten Che
motherapie (vgl.
Urk.
7/36/5) bestätigt werden
(
Urk.
7/103/14). Im weiteren Zeit
verlauf bestanden die Beschwerden
gemäss den Berichten de
r Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
über die Kontrolluntersuchungen von
März und J
uli 2017 fort (
Urk.
7/42/4 und
Urk.
7/44/4
), sie waren
auch Thema während der Behandlung des Beschwerdeführers im
Zentrum
F._
von Juli bis September 2017
(
Urk.
7/67/7) und wurden
in den
nachfolgenden
Berichten der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
über die Kontrolluntersuchungen von Januar und Mai 2018 als
noch
so stark beschrieben, dass eine Steigerung der Medikation empfoh
len wurde (
Urk.
7/87/6 und Urk.
7/91
/3) und der Beschwerdeführer ausserdem
im Juli 2018
orthopädi
sche Serienschuhe zugesprochen
erhielt
(vgl.
Urk.
7/107).
Neben den spezifischen neuropathischen Schmerzen
klagte der Beschwerdefüh
rer während des Aufenthaltes in der Klinik
E._
von Februar/März 2017 über erhebliche Rückenschmerzen
(
Urk.
7/39/2)
, und im Schlussbericht der Institution
H._
über den Verlauf des Belastbarkeits
training
s
im Februar/März 2018 ist
die wiederholte
Aussag
e des Beschwerdefüh
rers wiedergegeben
, er verspüre Schmerzen am ganzen Körper (
Urk.
7/84/2+3).
Sodann ist in den Berichten der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
als weitere Diagnose
körperlicher Natur
neben
eine
r
durchgemachte
n
Hepatitis-B-Infektion eine chronisch-obstruktive
Pneumopathie
des Gold-Stadi
ums II
aufgeführt, die anlässlich eines Lungenfunktionstests von Januar 2016 festgestellt worden sei (vgl. beispielsweise
Urk.
7/91/1), und schliesslich
ist im Bericht des Universitären Herzzentrums des Universitätsspitals
B._
vom 2
3.
März 2018, den der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren eingereicht hat, ein angeborener Herzfehler in der Gestalt eines kleinen
Ventrikelseptumde
fekts
dokumentiert (
Urk.
5/3 und
Urk.
5/4)
.
3.3
3.3.1
In Bezug auf den psy
chischen Zustand
konstatierte
die Ärztin der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
bereits im Bericht vom 1
4.
Juni 2016
eine Reaktion auf schwere Belastung bei onkologischer Erstdiagnose (
F43.8
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen d
er Weltgesundhe
itsorga
nisation, ICD-10) und hielt fest, der Beschwerdeführer sei psychisch sehr belastet durch die Gesamtsituation und habe Angst geäussert, sich in die körperlich an
strengende Arbeit in der Fleischverarbeitung zurückzufinden, weshalb er sich für eine psychoonkologische Betreuung angemeldet habe (
Urk.
7/23/1+2).
Diese Betreuung wurde ab Anfang August 2016 durch
Dr.
D._
durchgeführt, der im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Januar 2017 von Seiten seines Fachgebietes neben der Diagnose der Belastungsreaktion (ICD-10 F43
.
8)
die Diagnose
eine
r
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
mit
somatischem Syn
drom (ICD-10 F32.11)
nannte und ausserdem auf ein
Chronic
-
Fatigue
-Syndrom (CFS) nach Karzinom-Erkrankung und Chemotherapie hinwies (
Urk.
7/30/1)
.
3.3.2
Die Klagen über eine ausgeprägte Müdigkeit und körperliche
Schwäche
hielten anlässlich der
nachfolgenden
Kontrollen in der Klinik für Onkologie des Univer
sitätsspitals
B._
ab Januar 2017
an
, und der Zustand liess sich auch durch den Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik
E._
von Februar/März 2017 nicht wesentlich verändern
(
vgl.
Urk.
7/36/
4,
Urk.
7/39/2,
Urk.
7/42/3), sod
ass die Klinik für Onkologie Ende März 2017
explizit ein schwe
res
Fatigue
-Syndrom und den Verdacht auf eine Depression
in ihre Diagnoseliste aufnahm (Urk.
7/42/2).
Im folgenden Bericht der Klinik für Onkologie vom Juli 2017 wurde
n
dann wohl Fortschritte in psychischer
und physischer Hinsicht seit der erneuten Rehabilitation in der Klinik
G._
vermerkt
(
Urk.
7/4
4
/3
+4
)
; diese schienen jedoch nicht von Dauer
gewesen
zu sein
,
denn
in den Berich
ten der Klinik für Onkologie von
Januar und Mai 2018 war nach wie vor die Rede davon, dass der Beschwerdeführer von den Zeichen der Depression und dem schweren
Fatigue
-Syndrom geplagt sei (
Urk.
7/87/5 und
Urk.
7/91/2-3).
Gleicher
ma
ssen
wiederholte
Dr.
D._
diese D
iagnosen in seinen Berichten von Oktober 2017 und
Mai 2018 (
Urk.
7/55/1 und
Urk.
7/88/1).
3.3.3
Anders als in Bezug auf die diagnostizierte Polyneuropathie äusserten sich die behandelnden medizinischen Fachpersonen dabei nicht mit Eindeutigkeit zum Zusammenhang zwischen der psychischen Problematik und der Tumorerkran
kung beziehungsweise deren Behandlung.
Dr.
D._
deutete einen solchen Zusammenhang im Bericht vom 1
7.
Januar 2017 mittelbar an, indem er bemerkte, das
Fatigue
-Syndrom habe sich nach der Krebserkrankung und der anschliessenden
Chemotherapie eingestellt (Urk.
7/30/1), im Bericht vom 3
0.
Oktober 2017 stellte er die Ursächlichkeit der Chemotherapie durch den Vermerk in Klammern «
chemotherapie
-bedingt?» er
neut z
ur Diskussion (
Urk.
7/55/1),
im Bericht vom
4.
Mai 2018 figuriert der Klammervermerk wiederum, diesmal
ohne Fragezeichen (
Urk.
7/88/1), und im Bericht vom
5.
Oktober 2018 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdefüh
rers wies
Dr.
D._
nochmals auf einen solchen Zusammenhang hin (
Urk.
7/114/1).
Demgegenüber bezeichnete die Ärztin der Klinik für Onkologie des Universitäts
spitals
B._
das
Fatigue
-Syndrom als psychosomatische Diagnose (
Urk.
7/42/4), was ohne weitere Ausführungen jedoch nicht auf eine Verneinung eines Zusammenhangs mit der durchlaufenen Chemotherapie schliessen lässt. Das Gleiche gilt für den Umstand, dass die Klinikärztin im Bericht vom 1
6.
April 2018 an die Beschwerdegegnerin eine Evaluation der Belastbarkeit für eine Wie
dereingliederung durch eine medizinische Fachperson der Psychiatrie für not
wendig hielt (
Urk.
7/87/3).
3.4
Aufgrund des Fortbestands von
Beschwerden körperlicher und psychischer Aus
prägu
ng liess sich sodann auch die
stufenweise
Wiedereingliederung in das Arbeitsleben, wie sie im Bericht der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
vom 1
4.
Juni 2016 für die Zeit ab Anfang September 2016 in Aussi
cht genommen worden war
(
Urk.
7/23/3), nicht realisieren. Vielmehr hielt die Klinik
für Onkologie
anlässlich der Kontrolluntersuchung vom September 2016 fest, der Beschwerdeführer sei aufgrund der genannten Beschwerden weiterhin nicht arbeitsfähig und bedürfe einer intensiven ambulanten
Rekonditionierung
mit Physiotherapie und psychotherapeutischer Betreuung (
Urk.
7/24/8)
. Und nach
dem die Ärztin der Klinik für Onkologie im März und im Juli 2017
einen beruf
lichen Wiedereinstieg
erneut befürwortet (
Urk.
7/42/4 und
Urk.
7/44/4) und das Zentrum
F._
die teilweise
Wiedereingliederung für die Zeit ab November 2017
vorgesehen
hatte (
Urk.
7/67/8), scheiterte das im Februar 2018 aufgenommene Belastbarkeitstraining nach dem bereits Ausgeführten nach einigen Wochen.
Die
Ärztin der Klinik für Onkologie wies daraufhin im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
6.
April 2018 die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung dem behandelnden Psychi
ater
Dr.
D._
zu (
Urk.
7/87/1
), de
r dem Beschwer
deführer anschliessend
im Bericht vom
4.
Mai 2018 mit Hinweis auf den geschei
terten Arbeitsversuch eine Arbeitsunfähigkeit
zu 100
%
in jeglicher Tätigkeit attestierte (
Urk.
7/88).
4.
4.1
Bei einem solchermassen persistierenden Beschwerdebild mit offenen Fragen zu dessen medizinischem Hintergrund, dessen Behandelbarkeit und dessen Auswir
kungen auf die Leistungsfähigkeit hielt die Beschwerdegegneri
n zu Recht eine
Begutachtung des Beschwerdeführers für angezeigt.
Die RAD-Ärztin
Dr.
J._
, selber Fachärztin der Inneren Medizin,
schlug
dabei die Disziplinen der Inneren Medizin und der Psychiatrie
vor (
Urk.
7/109/9);
auf diesem Vorschlag basiert das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
K._
und
Dr.
L._
vom
6.
August 2018 (
Urk.
7/108).
4.2
4.2.1
Der
Somatiker
Dr.
K._
verfügt über einen Facharzttitel für Allgemeine Innere Medizin und Rheumaerkrankungen, daneben hat er besondere Qualifikationen in der Manuellen Medizin und in der Neuraltherapie, einer Methode zur Behandlung von Schmerzen durch Injektion eines örtlich wirkenden Anästhesiemittels; vgl.
die Website der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Neuraltherapie
www.santh.ch
).
Hingegen ist nicht ersichtlich, dass er im Bereich der Inneren Medizin auf das Fachgebiet der Onkologie spezialisiert wäre, und ebenso wenig trägt er einen Facharzttitel der Neurologie oder weist sich über anderweitige be
sondere Kenntnisse in dieser Disziplin aus.
4.2.2.
Dr.
K._
bezeichnete sein Gutachten denn auch ausdrücklich als rheumatologi
sches Fachgutachten (
Urk.
7/108/2)
und die Attestierung einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit ab Juli 2017 erfolgte gemäss der
expliziten
Formulierung «aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht
»
(
Urk.
7/108/14). Dementsprechend betraf das
Schwergewicht der k
linischen Untersuchungen
den Bewegungsappa
rat, wo der Arzt eine freie Beweglichkeit sämtlicher Gelenke feststellte und eine Wir
belsäule mit leichtgradiger, nicht fixierter Hyperkyphose beschrieb, die er je
doch ebenfalls als gut und schmerzfrei beweglich c
harakterisierte. Ferner gab der Beschwerdeführer gemäss
Dr.
K._
bei der Palpation der paravertebralen Weich
teile
ebenfalls keine Schmerzen
an, und
Dr.
K._
konnte keine Weichteilbefunde wie
Myogelosen
oder
Triggerpunkte
objektivieren.
Schliesslich
fand
Dr.
K._
im Blutbild (vgl.
Urk.
7/108/9) auch keine Hinweise auf eine entzündliche Systemer
krankung (
Urk.
7/108/8+11+12)
.
Eine rheumatologische Untersuchung war im Rahmen der Begutachtung zwei
fellos angebracht angesichts dessen, d
ass der Beschwerdeführer während
des Aufenthaltes in der Klinik
E._
von Februar/März 2017
oft
über Rückenschmerzen
geklagt hatte
(
Urk.
7/39/2)
und ein Jahr später im Belast
barkeitstraining wiederum an Schmerzen
am ganzen Körper
gelitten hatte
(Urk.
7/84/2+3).
4.2.3
I
n der Krankengeschichte seit der Diagnostizierung und der Behandlung des Tumorle
idens standen allerdings
diejenigen
Schmer
zen im Vordergrund, die sich von den Füssen über beide Unterschenkel erstreckten
und anläss
lich
der
neuro
logischen
Abklärungen
im Universitätsspital
B._
im März 2017 der schon vorher vermuteten Diagnose einer Polyneuropathie, mutmasslich bedingt durch die Chemother
apie, zugeschrieben wurden
(
Urk.
7/103/14).
Es waren diese Schmerzen, von denen der Beschwerdeführer bei den Verlaufsuntersuchungen in der Klinik für Onkologie immer wieder berichtete und die deshalb auch Gegen
stand der Begutachtung
sein mussten.
Dr.
K._
befasste sich mit dieser Problematik auch tatsächlich
und liess sich das entsprechende Beschwerdebild mit Beginn der Schmerzen in den Füssen und zeitweiliger Ausstrahlung bis in den Kopf sowie mit Kraftverlust im ganzen Kör
per eingehend schildern (
Urk.
7/108/6). Bei den Unte
rsuchungen beschränkte sich Dr.
K._
jedoch auf die kursorische Erfassung eines Neurostatus mittels eini
ger weniger, im Rahmen einer allgemeinärztlichen Abklärung üblicher Testun
gen (
Urk.
7/108/8).
Als der
en Ergebnis konstatierte er
gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers
eine leichtgradige (um 2/8) Abschwächung des Vibra
tions
sinnes an den Füssen (
Urk.
7/108/10). Diese Symptomatik anerkannte er als Ausdruck der diagnostizi
erten Polyneuropathie (
Urk.
7/108/11). Im Übrigen hielt er jedoch fest,
er habe keine
anderweitigen klinischen Befunde einer Polyneuro
pathie objektivieren können; insbesondere sei die vom Beschwerdeführer ge
schilderte Schmerzgeneralisierung, bei der die Schmerzen ohne Erkennbarkeit von beschwerdeverstärkenden oder beschwerdelindernden Mechanismen kämen und gingen, nicht typisch für somatisch abstützbare Beschwerden einer Polyneu
ropathie (
Urk.
7/108/10-
11).
Es fehlt indessen eine vertiefte
Begründung dieser Erklärung. Insbesondere geht aus den Ausführungen von
Dr.
K._
nicht hervor, welches die typischen Beschwerden einer Polyneuropathie sind, ob der Beschwerdeführer gezielt
danach
gefragt worden ist, mit welchen klinischen und technischen Untersu
chungsmethoden solche typischen Symptome verifiziert werden können und
aufgrund welcher Feststellungen umgekehrt auf die Abwesenheit so
lcher Symp
tome zu schliessen ist
.
Für die neurologischen Belange ist die allgemeininternis
tisch orientierte
Beurteilung
von
Dr.
K._
daher
zu wenig aussagekräftig. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
K._
offenbar nicht über die Ergebnisse der elektrodiagnosti
schen Untersuchung in der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
B._
vom März 2017 verfügt hat; der entsprechende Bericht vom 2
4.
März 2017 (
Urk.
7/103
/4-14
) ist im Aktenauszug des Gutachtens (
Urk.
7/108/4-5) nicht ent
halten und gelangte erst nach der Erteilung des Gutachtensauftrags vom 2
0.
Juni 2018 (vgl.
Urk.
7/108/2), nämlich mit dem Bericht von
Dr.
I._
vom 2
5.
Juni 2018
(
Urk.
7/103/1-3
), in die Akten der Beschwerdegegnerin. Dementsprechend fehlt im Gutachten eine Auseinandersetzung mit den fachärztlichen neurologi
schen Feststellungen
, und
Dr.
K._
konnte auch keine Kenntnis davon haben, dass die Klinik für Neurologie bei Auftreten neuer neurologischer Beschwerden oder deutlicher Zunahme der
damals aktuell gewesenen
Beschwerden um eine erneute Zuw
eisung des Beschwerdeführers gebeten hatte
(
Urk.
7/103/14).
Unter diesen Umständen sind Abklärungen durch einen Arzt oder eine Ärztin, die auf das Fachgebiet der Neurologie spezialisiert ist, für eine vollständige Begutachtung
unumgänglich, zumal im Bericht der Klinik für Onkologie des Uni
versitätsspitals
B._
vom
5.
November 2018
explizit
auf die ungeklärte Frage hingewiesen wurde, ob die Schmerzen im Rahmen der Depression oder der Polyneuropathie zu erklären oder differenzialdiagnostisch muskulären Ursprungs seien (
Urk.
5/1 S. 3).
4.2.4
Was
die onkologischen Aspekte betrifft, so
war
Dr.
K._
durch die regelmässigen Verlaufsberichte der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
gut do
kumentiert zum Umstand, dass der Tumor remittiert geblieben war und keine Rezidive aufgetreten waren. Seine Feststellungen hierzu und insbesondere auch der Hinweis auf die Bemerkung der Klinik im Bericht vom 1
6.
April 2018, dass die Prognose sehr gut und der Tumor wahrscheinlich geheilt sei (vgl.
Urk.
7/87/2), sind daher zweifellos korrekt (vgl.
Urk.
7/108
/11).
Hingegen fehlt eine Beurteilung im Hinblick auf allfällige Langzeitfolgen aus onkologischer Sicht. Dies gilt nicht nur für die vorstehend diskutierte neurologi
sche Problematik, sondern auch für die geklagte Symptomatik der allgemeinen Schwäche und der permanenten Müdigkeit.
Dr.
K._
hielt hierzu led
i
glich fest, er k
önne
keinen korrelierenden somatisch-pathologischen Befund objektivieren
zu den Beschwerden mit Müdigkeit und Kraftlosigk
eit, die zusammen mit den gene
ralisierten Schmerzen aufgetreten seien
,
und wies die Beurteilung dieser Beschwerden
mit der Bemerkung
, die Beschwerden seien aus rein somatischer
Sicht beurteilt kaum mit der Behandlung des B-Zell-Lymphoms begründbar,
in die Kompetenz des Psychiaters
(
Urk.
7/108/11
+13
). Dies lässt jedoch eine
Auseinandersetzung
mit der Frage vermissen, ob die geklagte Müdigkeit als Aus
druck einer tumorassoziierten
Fatigue
(
Cancer-
related
Fatigue
;
CrF
) zu verstehen
sei
oder
in Abgrenzung davon als
Chronic
Fatigue
Syndrom
(CFS) interpretiert werden müsse
. Das Bundesgericht hat sich mit dieser Abgrenzung vor einigen Jahren in einem Grundsatzurteil befasst und dabei Bezug genommen
auf ver
schiedene
einschlägige medizinische Fachartikel
. Es
hat
dabei
ausgeführt
, dass die Ursachen und die Entstehung der
CrF
, die während vieler Jahre nach Thera
pieabschluss andauern könne, nach dem derzeitigen Forschungsstand nicht ganz geklärt seien und dass somatische, emotionale, kognitive und psychos
o
ziale Fak
toren zusammenspielten (BGE 139 V 346 E. 3.2
und E. 3.3
), hat jedoch eine
Unterscheidung einer
CrF
und eines CFS dennoch für medizinisch möglich
ge
halten
und
als
rechtlich erforderlic
h erachtet
, da
nur die Auswirkungen des CFS, nicht aber diejenigen de
r
CrF
nach den
vorstehend dargelegten, damals noch anders formulierten, für psychische Störungen entwickelten Grundsätzen zu beurteilen seien (BGE 139 V 346 E. 3.4).
Aus onkologischer Sicht hätte daher die Frage nach einer
CrF
gestellt und anhand der aktuellsten medizinischen Erkenntnisse diskutiert und beantwortet werden müssen. Das Gutachten von
Dr.
K._
ist daher auch in dieser Hinsicht unvollstän
dig, und auch
hier
ist die Beurteilung
durch eine
einschlägig qualif
i
zierte
medi
zinische Fachperson gefragt,
nämlich eine solche,
die innerhalb des Gebietes der Inneren Medizin auf die Onkologie spezialisiert ist.
4.3
4.3.1
Fehlt es an einer fundierten Beurteilung der Schwäche- und Müdigkeitssympto
matik aus der Perspektive des Tumorleidens, so kann auch die psychiatrische Beurteilung dieser Sym
ptomatik nicht ab
schliessend sein.
Dr.
L._
zitierte zwar
die Berichte von
Dr.
D._
von
Oktober 2017 und Mai 2018, worin dieser die Frage nach dem Zusammenhang des
Fatigue
-Syndroms mit der Chemotherapie gestellt hatte (
Urk.
7/108/33+34; vgl.
Urk.
7/55/1 und Urk.
7/88/1
).
Die Bemerkungen von
Dr.
D._
veranlassten ihn jedoch nicht zu Rückfragen an
Dr.
K._
zu diesem Zusammenhang
, sei es anlässlich des - zeitlich nach dem Termin bei
Dr.
K._
vom
5.
Juli 2018 (vgl.
Urk.
7/108/2) liegenden - Untersuchungstermins vom 2
5.
Juli 2018 (vgl.
Urk.
7/108/25), sei es anlässlich der mündlichen Diskussion
im Rahmen der
Gesamtbeurt
eilung vom
6.
August 2018
(
Urk.
7/108/20-24).
Mit seiner
Diagnose einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0) mit rezidivierender ängst
lich-deprimierter Verstimmung bei Status nach Reaktion auf die schwere Belas
tung in Form der Lymphom-Erkrankung (ICD-10 F43.8)
nahm
Dr.
L._
somit
zwar Bezug auf die Tumorerkrankung
als Belastungsfaktor, es fehlt jedoch die Abgrenzung zur Diagnose einer als organisch zu qualifizierenden
CrF
im Sinne der vorstehenden Ausführungen.
4.3.2
4.3.2.1
Nicht in jeder Hinsicht überzeugend sind zudem die Überlegungen
, die
Dr.
L._
zum Ausschluss der Diagnose einer eigenständigen, neben der
Fati
gue-Symptomatik
bestehenden Depression
führten
(
Urk.
7/108/47;
vgl. vorste
hend E. 3.3 zu den Berichten von
Dr.
D._
und der
Klinik für Onkologie des Universitätsspitals
B._
) und die ihn
des Weiteren dazu
bewogen,
von
e
ine
r
Diagnose aus dem Spektrum der somatofor
men Störungen (ICD-10 F45)
abzuse
hen.
4.3.2.2
Neben
Befragung
en
in einem offenen Interview
(
Urk.
7/108/35-37) und im Rah
men einer gezielten Erhebung der Anamnese (
Urk.
7/108/38-39) führte
Dr.
L._
mit dem Beschwerdeführer drei Testungen zur strukturierten Selbst
beurteilung durch
(vgl. die Ergebnisse in
Urk.
7/108/62-68 und die Zusammen
fassungen in
Urk.
7/108/39-41)
, nämlich die Erhebungen
gemäss
SCL-90-R (Symptom-Checkliste revidiert,
Derogatis
), das Beck Depressionsinterview (BDI) und den SOMS-7T-Test (Screening für somatoforme
Störungen, Rief et al.). Des Weiteren nahm der Gutachter
eine
Fremdbeurteilung nach dem System MADRS (Montgomery
and
Asberg
Depression Rating
Scale
) vor, bei welcher der Intervie
wer auf der Grundlage der psychiatrischen Ex
ploration den Schweregrad von zehn
vorgegebenen Symptomen schätzt und festlegt (vgl. das Ergebnis in
Urk.
7/108/69-71 und die Zusammenfassung in
Urk.
7/108/44 f.
).
Das BDI ergab 36 Punkte von 51 möglichen Punkten, und
Dr.
L._
erläuterte, dass ab einer Punkt
e
zahl von 31
von einem subjekt
iv als schwer ausgeprägt erlebten depressiven Syndrom gesproche
n werden könne (
Urk.
7/108/40). In der SCL-90-R-Testung
sodann
, welche gemäss
Dr.
L._
die subjektive Beeinträch
tigung durch körperliche und psychische Symptome innerhalb eines Zeitraums
von sieben Tagen misst, zeigten sich subjektiv als maximal mittelschwer ausge
prägt empfundene Beeinträchtigungen in Form einer phobi
sch-ängstlichen Ver
stimmung bei körperlichen
Missempfindungen (
Urk.
7/108/39-40), und im
SOMS-7T-Test, der gemäss den Ausführungen von
Dr.
L._
der Klassifikation, der Quantifizierung und der Verlaufsbeschreibung
im Falle von somatoformen Störungen dient,
erreichte der Bes
chwe
r
deführer 48 von 188 Punkten
mit den höchsten Werten bei den Fragen nach Gelenkschmerzen, Schmerzen in den
Armen/Beinen, Übelkeit, Verlust von Berührungsempfindungen und Gedächtnis
verlust (
Urk.
7/108/40-41).
Schliess
lich erzielte der Beschwerdeführer im Fremdbeurteilungssystem MADRS mit 14 Punkten einen Wert, der nach
Dr.
L._
für die Diagnostizierung eines depressiven Syndroms knapp nicht ausreichte,
da es den Ausführungen von Dr.
L._
zufolge auch für ein nur leichtgradiges depressives Syndrom einer Punktezahl von über 14 Punkten bedurft hätte (
Urk.
7/108/44-45).
4.3.2.3
Das Gutachten von
Dr.
L._
lässt jedoch eine Einordnung der erhobenen Testresultate in eine Gesamtbetrachtung vermissen.
Was die Depression im Besonderen anbelangt, so
ergab sich
eine erhebliche Dis
krepanz zwischen den Ergebnissen des Selbstbeurteilungsinstruments des BDI und des Fremdbeurteilungsinstruments nach dem
MADRS-System
(
Urk.
7/108/40 und
Urk.
7/108/44-45)
. Eine eigentliche Diskussion dieser Diskre
panz fehlt jedoch, sondern
Dr.
L._
verwies für seine Feststellung, die objek
tivierbaren psychopathologischen Befunde seien gar nicht bis gering ausgeprägt,
lediglich
in allgemeiner Form au
f
den Psychostatus und die MADRS-Testung (
Urk.
7/108/49
; vgl. auch
Urk.
7/108/52
).
Zudem führte
Dr.
L._
unmittelbar anschliessend aus, die Mimik des Beschwerdeführers sei verhärmt, er sei jeweils
unregelmässig
leicht bis mittelschwer
dysthym
,
klagsam
, affektstarr und affekt
arm, und er wirke angespannt und sei lei
cht antriebsarm (
Urk.
7/108/49). Dies steht
in einem gewissen Widerspruch zur Feststellung einer mangelnden Objek
tivierbarkeit ps
ychopathologischer Befunde und relativiert
zudem den andern
orts beschriebenen guten affektiven Rapport (vgl.
Urk.
7/108/41).
Ferner
konstatierte
Dr.
L._
gewisse
Inkohärenzen
in den
Er
gebnissen
der bei
den weiteren, körperliche Symptome einbeziehenden Selbstbeurteilungstest
un
gen
, indem
der Test SCL-90-R eine maxim
al mittelschwer ausgeprägte phobisch-ängstliche Verstimmung bei körperlichen Missempfindungen
ergeben habe, wogegen die Ausprägung der körperlichen Missempfindungen im Test SOMS-7T
als nur gering beschrie
ben worden sei (
Urk.
7/108/48).
Angesichts der vorstehend beschriebenen Schwankungen im psychischen Erscheinungsbild vermisst der medizinische Laie jedoch eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob diese Inko
härenzen nicht mit einer krankheitsbedingten Variabilität der Sym
ptome erklärt werden könnten. Der Schluss
a
uf eine aktuelle und/oder im Verlauf
stattgefun
dene bewusstseinsnahe
Aggravation der beschriebenen B
eeinträchtigungen (Urk.
7/108/54; vgl. auch die Gesamtbeurteilung in
Urk.
7/108/23
) erscheint auf jeden Fall mit den genannten Inkohärenzen in den Testungen nicht als hinrei
chend begründet, auch dann nicht, wenn zusätzlich
eine
mangel
hafte
Compliance bei der Medikamenteneinnahme und ein - geringfügiger - Alkohol
konsum trotz Verneinung du
r
ch den Beschwerdeführer berücksichtigt
werden (vgl. Urk.
7/108/51-52
und
Urk.
7/108/54).
Dies gilt umso mehr, als der Gutach
ter immerhin etwa die Hälfte der 20 aufgelisteten Aspekte zur Einschätzung der Konsistenz als unauffällig beurteilte (vgl.
Urk.
7/108/51-54).
4.3.3
Damit bleiben auch bei der Leistungsfähigkeitsbeurteilung anhand der massge
blichen Standardindikatoren Fragen offen.
Insbesondere beschrieb
Dr.
L._
die
angewandten Krit
er
i
en zur Beurteilung
der Ressourcen lediglich abstrakt und konkretisierte sie in Bezug auf
den Fall des Beschwerdeführe
rs nicht durch Beispiele, sondern bewertete sie
einzig
mit einer
Zahl
(
Urk.
7/108/55-58).
Es gibt indessen Bereiche, wie etwa die Kontaktfähigkeit und die Fähigkeit zu Freizeitaktivitäten, in denen ohne eine konkrete Befragung
zur Zeit
vor und nach der Erkrankung gar nicht beurteilt werden kann, ob und wieweit Einschränkungen bes
tehen. Auf jeden Fall dokumentieren die Hinweise,
dass der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Bruder lebt, viel Zeit mit seiner Lebenspartnerin verbringt, telefonische K
ontakte mit der Familie pflegt und ab und zu mit Freunden ein Restaurant besucht sowie
seine Arzttermine wahrnimmt und
ein
regelmässig
es Training
(Krafttraining und Schwimmen)
absolviert (vgl.
Urk.
7/108/6 und
Urk.
7/108/39), noch nicht ohne Weiteres erhebliche Ressour
cen im Sinne der Umschreibung der entsprechenden Bereiche (
vgl.
Urk.
7/108/56-57).
5.
Damit ist es unumgänglich, dass der Beschwerdeführer nicht nur
bidisz
iplinär
, sondern polydisziplinär begutachtet wird und dass daran neben den Disziplinen der Rheumatologie und der Psychiatrie neu die Disziplinen der Neurologie und innerhalb der Inneren Medizin speziell der Onkologie beteiligt sind.
Ausserdem wird sich die Fach
p
erson der Inneren Medizin auch mit der Lungenobstruk
t
ion und dem Herzleiden nochmals zu befassen haben.
Zur Veranlassung der erforderlichen polydisziplinären Begutachtung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, und die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die
unterliegende Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 700.--
festzusetzen.
7.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemes
sungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bezifferte seine Aufwendungen für die Abfassung der Beschwerdeschrift (inklusive Instruktion und Aktenstudium) auf 5,25 Stunden (
Urk.
1 S. 2). Unter zusätzlicher Berücksichtigung der Eingabe vom 2
6.
Dezember 2018 (
Urk.
4), der Replik (
Urk.
11) und der Zuschrift vom
6.
Juni 2109 (
Urk.
15) rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer in Anwendung der massgeblichen Kriterien eine
Prozessentschädigung von Fr. 1’5
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.