# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 99bbc54a-80de-44de-ae25-cd81e13f0cf5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, Mutter von zwei erwachsenen Kindern (Jahr
gang 1985 und 1982),
ist seit Abschluss der ordentlichen Schulzeit Hausfrau
(Urk.
7/2/5
Ziff.
3.1 und
Ziff. 5.2 ff.)
.
Unter Hinweis auf
ständige
Angst
be
schwer
den
sowie mehrfache Selbstmordversuche
meldete sich
die Versicherte
am
25. Juni
2013
bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische Situa
tion ab
und forderte die Versicherte im Rahmen ihrer
Schadenminderungs
pflicht
auf, sich einer regelmässigen psychiatrischen Be
hand
lung zu unterziehen (Urk. 7/
7-10).
Nachdem die IV-Stelle der Versicherten mit
Vorbescheid vom 27. Januar 2014
mangels Auskunftserteilung betreffend Durchführung der
Schadenminderungs
pflicht
die Abweisung des Leistungsbegehrens
in Aussicht gestellt hatte (Urk. 7/14), teilte ihr die Versicherte telefonisch mit, dass sie sich seit Juni 2013 bei
Dr.
med. Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in psychiatrischer Behandlung befinde (Urk. 7/15, Urk. 7/17). In der Folge holte die IV-Stelle unter anderem bei
Dr.
Y._
weitere Arztberichte ein (Urk. 7/24) und
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St.
Gallen, IV-Stelle
,
führte eine Haushaltsabklärung bei der Ve
rsi
cherten durch (Bericht vom 8
.
September
2014, Urk. 7/26
; vgl. auch ausgefülltes Formular der Versicherten vom 30. Juni 2014, Urk. 7/28
)
.
Nach
erneut
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/30; Urk. 7/35, Urk. 7/38
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6. August 2015
einen Rentenanspruch
der Versicherten
(Urk.
7/45
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
10. September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
6. August 2015
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
,
diese sei aufzuheben und es sei
ihr
Rentenanspruch erneut zu prüfen
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6. November 2015
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
24. November 2015
wu
rde
antragsgemäss (vgl. Urk. 1
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
11
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Ver
bindung mit Art. 8 Abs. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinn
gemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.3
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkei
t in der Invalidenversicherung, KSIH
) stellt für gewöhnlich die ge
eignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar,
wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst
wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stel
lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die
Haushalts
abklärung
, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist,
das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Ein
schrän
kungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Auf
gabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Inva
li
di
tät von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der
Schadenminde
rungspflicht
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die ver
sicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Fami
lien
an
gehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöh
nung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
ner
massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu be
rücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versi
che
rungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haus
halttätigkeit
in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Fa
milien
mitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder fest
gestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Fami
lien
mit
glied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der ent
sprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt
beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den
Haus
haltbereich
davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumut
bar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E.
4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, die Abklärung vor Ort habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin einen grösseren Anteil der Hausarbeit selber verrichte. Die von
Dr.
Y._
beschriebene Einschränkung bestehe nicht.
Die Mithilfe des Ehemannes werde im Rahmen der Schadenminderungspflicht angerechnet, so dass bei der Be
schwerdeführerin keine anrechenbare Einschränkung bestehe (S. 2 oben). Die Fest
leg
ung der Einschränkung im Haushaltsbereich müsse von einer
Fachper
son
der Beschwerdegegnerin erfolgen, was vorliegend der Fall sei. Sämtliche Ein
schränkungen seien im Haushaltsabklärungsbericht berücksichtigt worden, der Bericht sei in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie unter Berücksichtigung
der medizinischen Diagnosen erfolgt. Es sei
der Beschwerde
führerin
dem
nach möglich und zumutbar, den Haushalt überwiegend selb
stän
dig zu bewälti
gen. Ebenfalls sei es dem Ehemann zumutbar, die Beschwer
de
führerin darin zu unterstützen (S. 2 unten).
Daran hielt die Beschwerde
gegnerin mit Beschwerdeantwort
fest
und ergänzte, es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin auf die Anwesenheit eines Familienangehörigen angewiesen sei, damit sie nicht wieder in ihre langjähri
gen Verhaltens- und Konsummuster zurückfalle. Dieser Umstand vermöge indes nicht zu begründen, inwiefern ihr die Haushaltstätigkeit - nach Einschätzung von
Dr.
Y._
- in keiner Weise mehr zumutbar sein solle. Viel
mehr sei auf die anschaulichen Ausführungen des Abklärungsdienstes abzu
stellen, wonach der Beschwerdeführerin die Haushaltsführung, Zubereitung ein
facherer Mahlzeiten, leichte tägliche Reinigungstätigkeiten oder Wäsche und Kleiderpflege für sich und ihren Ehemann
,
unter zumutbarer Mithilfe des Letz
te
ren bei Tätigkei
ten wie Einkaufen oder grösseren
Reinigungen und Gartenar
beiten
,
trotz ihren psychischen Problemen noch immer möglich sei (Urk. 6 S. 2 unten).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1), aus psychiatrischer Sicht bestünde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Da sie psy
chisch erkrankt sei, sei der Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin nicht in der Lage, die Einschränkungen richtig einzuschätzen. Zudem sei der zum Fall hin
zugezogene Arzt des Regionalen Ä
rztlichen Dienstes (RAD), der auf die Haushaltsabklärung und nicht auf den Bericht des behandelnden Psychiaters abstellen möchte, kein Psychiater, sondern ein Anästhesist und daher ebenfalls nicht qualifiziert, ihre psychischen Einschränkungen zu beurteilen.
Ihre Invali
dität sei daher nicht abschliessend abgeklärt worden.
2.3
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100 % im Aufgabenbereich (Haus
halt) Tätige ist nicht strittig.
Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von keiner Einschränkung in der Haushaltsführung ausgegangen und daher einen Rentenanspruch zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin war am 2
3.
und 2
4.
April 2013 in der Medizinischen Klinik
des
Z._
,
notfallmässig hospitalisiert worden. Die Ärzte diagnostizierten im Wesentlichen eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig schwere Episode mit psy
cho
tischen Symptomen (ICD-10 F33.2; Differentialdiagnose, DD, dissoziative Stö
rung)
,
sowie ein
en
schädliche
n
Ge
brauch von Alkohol (ICD-10 F10.1;
Urk.
7/5/3-6
S. 1 sowie S. 2 unten).
3.2
Direkt im Anschluss an die Hospitalisierung
im
Z._
wurde die Beschwer
deführerin v
om 2
4.
bis 29. April 2013 stationär in der
A._
behandelt (Austrittsbericht vom 5. August 2013, Urk. 7/6/6-9). Die Ärzte stellten folgende Diagnosen (S. 1):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig, mit psy
cho
tischen Symptomen (ICD-10 F33.2)
DD: dissoziative Störung
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeit vom
Borderlinetyp
(ICD-10 F60.31)
Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mehrere
Suizid
versu
che
hinter sich hat, der letzte sei anfangs April 2013 erfolgt (
Medi
ka
men
tenm
ischintoxikation
), worauf sie
im
Z._
vom
1.
bis 16. April 2013 hospitalisiert worden sei (S. 2 unten, S. 3 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe vier Hauptproblembereiche beschrieben: Ihr stän
dig wiederkehrender Alkoholmissbrauch, ihr selbstverletzendes Verhalten, ihre wiederkehrenden Suizidgedanken
und ihr gedrücktes Stimmungsbild
. Im Rah
men des kurzen Aufenthaltes habe die Beschwerdeführerin stimmungsmässig stabilisiert werden können und sie habe
in
deutlich gebessertem Zustandsbild entlassen werden können (S. 3 unten). Für die Zeit des Klinikaufenthaltes vom 2
4.
bis 2
9.
Mai (richtig: April) 2013 wurde ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 4).
3.3
Seit dem 19. April
2013 befindet sich die Beschwerdeführerin bei
Dr.
Y._
in psychiatrischer Behandlung (Bericht vom 15. August 2013, Urk. 7/6/1-5). Er hielt im Wesentlichen dieselben Diagnosen fest wie
die
Ärzte der
A._
(Ziff. 1.1). Zum ärztlichen Befund
Dr.
Y._
aus, es sei ein allgemein reduzierter Zustand, eine ein
ge
schränkte Konzentration und leichte Gedächtnisstörung festzustellen. Die Auf
merk
samkeit sei leicht vermindert, das Denken sei formal verlangsamt und in
halt
lich gestört, der Affekt sei flach, die Stimmung eingetrübt und eine Suizi
dalität sei latent persistent (Ziff. 1.4). Derzeit erfolge eine regelmässige Psycho-
und Pharmakotherapie in relativ kurzen Abständen (Ziff. 1.5). Seit dem 24. April
2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Die Haus
haltstätigkeit sei nur unter Aufsicht des Ehemannes oder der Tochter möglich. Die Be
schwer
deführerin sei nicht in der Lage, selbständig ihren Haushalt zu besorgen. Zeit
weise könne sie gewisse Verrichtungen erledigen, brauche aber hierbei die Unter
stützung der Tochter wie auch des Ehemannes (Ziff. 1.7).
Daran hielt
Dr.
Y._
auch mit weitgehend gleichlautendem Bericht vom 2. April 2014 fest (Urk. 7/24/1-5).
3.4
Im Vorfeld der Haushaltsabklärung füllte die Beschwerdeführerin zuhanden der Beschwerdegegnerin ein Formular mit Angaben zum zu führenden Haushalt aus (Urk. 7/28
; datiert vom 30. Juni 2014
).
Dabei gab die Beschwerdeführerin an, dass sie für die Haushalts
führung und das Zubereiten der Mahlzeiten sowie Küchenreinigungsarbeiten zirka eine Stunde pro Tag aufwende (S. 3 Ziff. 4.1 f.). Ebenfalls wende sie eine Stunde für die Wohnungspflege mit
täglichem Betten sowie wöchentlichem
Staubsaugen, Abstauben, Aufräumen und Bodenpflege auf (S. 3 Ziff. 4.3). Zirka eineinhalb Stunden benötige sie pro Woche für das Tätigen von Einkäufen zu
sammen mit ihrer Tochter (Ziff. 4.4). Das Besorgen der
Wäsche erfordere einen Zeitaufwand von wöchentlich zirka zwei Stunden (S. 4 Ziff. 4.5) und für die Haustierhaltung (kleiner Hund) wende sie täglich
zirka eine Stunde auf (Ziff. 4.7
).
3.5
Basierend auf den Angaben der Beschwerdeführerin im Vorfeld
(vorstehend E. 3.4
) sowie anlässlich der Haushaltsabklärung (Bericht vom 8. September 2014, Urk. 7/26)
erfolgte folgende Gewichtung
und Bewertung
der anfallenden Haushaltsarbeiten:
Aufgaben
Stunden
pro Tag
in
%
Einschränkung
geltend gemacht
anerkannt
Haushaltführung
0.08
2.95
%
0
%
0
%
Ernährung
1.0
35.40
%
10
%
0
%
Wohnungspflege
0.41
14.36
%
50
%
0
%
Einkauf und weitere Besorgungen
0.27
9.54
%
50
%
0
%
Wäsche und Kleiderpflege
0.07
2.36
%
0
%
0
%
Be
treuung von Kindern und wei
teren
Familienangehörigen
0
0
%
0
%
0
%
Verschiedenes
1.0
35.40
%
0
%
0
%
Total
2.83
100
%
Die Beschwerdeführerin gab
im Bereich Ernährung
an,
sie könne die Mahlzeiten selber zubereiten sowie den Tisch decken und abräumen. Die Küchenreinigung ohne Boden aufnehmen sei ebenfalls noch möglich. Aufgrund der
Rückenbe
schwerden
werde der Boden nicht mehr nass aufgenommen (S. 7 Ziff. 7.2).
Im Bereich Wohnungspflege seien ihr die leichten täglichen Reinigungen noch selber möglich. Rückenbelastende Tätigkeiten wie Staubsaugen und Boden auf
nehmen führe sie nicht mehr selber durch, sondern
dies
würde vom Ehemann übernommen. Bei der gründlichen Reinigung würden der Ehemann und ihre Tochter ebenfalls regelmässig mithelfen. Das Reinigen der Fenster erfolge ge
meinsam mit dem Ehemann in Etappen. Das Wechseln der Bettwäsche erledige die Tochter (Ziff. 7.3).
Einmal wöchentlich erfolge sodann ein Grosseinkauf in Begleitung der Tochter. Die Kleineinkäufe würden zu zweit selber erledigt werden (Ziff. 7.4).
Die Abklärungspersonen hielten fest, es sei dem Ehemann - welcher zu Hause sei und gesundheitsbedingt seinen
Schleiferservice
nicht mehr betreibe (vgl. S. 2 Mitte) - im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar, bei den
rücken
belastenden
Haushalt
s
arbeiten
mitzuhelfen. Zudem sei es der Beschwerdeführe
rin zumutbar, die Einkäufe auf tägliche Tranchen aufzuteilen und mit dem Postauto zu tätigen. Es bestehe daher keine anrechenbare Einschränkung in der Haushaltstätigkeit (S. 10 ff.).
3.6
Mit Schreiben vom 18. Mai 2015 zuhanden der damaligen Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin führte
Dr.
Y._
aus, aufgrund ihrer emotio
nalen Instabilität (
Borderline
-Persönlichkeitsstörung) sei
d
ie
Beschwerdeführerin
immer wieder ver
sucht, zu Suchtmitteln zu greifen, um ihre
Stimmungs
in
sta
bilität
so aufzufan
gen. Sie sei auf eine ständige Medikation mit hohen Dosen von Neuroleptika und Antidepressiva sowie
Antiepilep
t
ika
angewiesen. Auf
grund ihrer Instabilität sei sie des Weiteren darauf angewiesen, dass ein Fami
lienmitglied sie ständig beaufsichtige. Ansonsten laufe sie Gefahr, sich Betäu
bungsmittel in Form von beispielsweise Alkohol zuzuführen, um ihren inneren Spannungen zu ent
gehen. Werde sie aber ständig begleitet durch ihren ebenfalls erkrankten Ehe
mann oder ihre Tochter, könne sie einigermassen funktionieren. Die Beschwer
deführerin sei für die Arztbesuche auf Begleitung angewiesen. Aus ärztlicher Sicht sei es für ihn nicht erklärbar, wie die Beschwerdegegnerin dazu komme, der Beschwerdeführerin die Haushaltstätigkeit als vollumfänglich zumutbar zu erachten (Urk. 7/43).
4.
4.1
Der Abklärungsbericht vom
8. September 2014 (vorstehend E. 3.5)
wurde von
zwei
Abklärungsperson
en
in Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhält
nisse sowie der sich aus den Diagnosen ergebenden Einschränkungen erstellt. Die Abklärungsperson
en
berücksichtigte
n
dabei die Angaben der Beschwerde
führerin und begründete
n
ihre Einschätzung ausführ
lich, plausibel und nach
voll
ziehbar. Der Abklärungsbericht ist entspreche
nd voll beweiskräftig (vgl. E. 1
.
3
).
Insbesondere hielten die Abklärungspersonen zu Recht fest, dass es dem Ehe
mann der Beschwerdeführerin im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht zumutbar ist, bei gewissen Haushaltstätigkeiten mitzuhelfen oder diese gar ganz zu übernehmen. Das
s
die
rechtsprechungsgemäss
übliche Mithilfe von volljähri
gen Kindern
(auch die Tochter der Beschwerdeführerin unterstützt sie in gewis
sen Bereichen im Haushalt; vorstehend E. 3.4 f.)
und Ehegatten berücksichtigt wurde, ist nicht zu beanstanden (vorstehend E. 1.
4
).
Dies umso mehr, als der Ehemann seinen
Messerschleiferservice
aufgegeben beziehungsweise an die
Tochter übergeben hat und sich im Ruhestand befindet. Zwar geht aus den An
gaben der Eheleute hervor, dass auch der Ehemann gesundheitlich angeschlagen ist. Die Unterstützung und Mithilfe im Haushalt ist ihm jedoch du
rchaus mög
lich und zumutbar.
Dies wird auch dadurch plausibilisiert, dass der Ehemann beim Eintreffen der Abklärungspersonen gerade daran gewesen sei, den Rasen zu mähen (Urk. 7/26/10 unten).
4.2
Schliesslich
vermag der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ohne Anwesen
heit eines Familienmitgliedes
aufgrund ihrer psychischen Instabilität
wieder mit dem Konsum von Alkohol beginnen könnte, die vom behandelnden Psychiater
Dr.
Y._
geltend gemachte 100%ige Arbeitsunfähigkeit im Ha
us
halt nicht zu erklären
.
Denn einerseits ist der Ehemann der Beschwerdeführerin ohnehin nicht mehr erwerbstätig und kann die Beschwerdeführerin daher zu Hause unterstützen. Andererseits würde selbst dann kein
anspruchsbegründen
der
Invaliditätsgrad resultieren, wenn man von den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen in den Bereichen Ernährung (10
%
einge
schränkt), Wohnungspflege
sowie
Einkaufen und weitere Besorgungen ausg
inge
(je 50 % eingeschränkt; vorstehend E. 3.5): So würde in den genannten Berei
chen eine gewichtete Einschränkung von 3.54 %, 7.18 % und 4.77 % und damit gesamthaft eine Einschränkung von 15.49 % resultieren
.
Die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche entsprechen den von der Beschwerdeführerin ge
machten Angaben (vorstehend E. 3.4),
sie
wurde mit ihr im Rahmen der
H
aus
haltsabklärung
besprochen,
unterschriftlich bestätigt und
seither auch nicht
beanstandet
.
4.3
Vor diesem Hintergrund erübrigen sich die von der Beschwerdeführerin gefor
der
ten weiteren
medizinischen
Abklärungen und es kann darauf in antizi
pierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinwei
sen). Von weiteren Untersuchungen wären keine neuen Erkenntnisse
be
züglich Einschränkung in der Haushalttätigkeit
zu erwarten.
Daran ändert im Übrigen entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vorste
hend E. 2.2) auch der Umstand nichts, dass der von der B
eschwerdegegnerin hinzugezogene Arzt des
RAD ein Anästhesist und kein Psychiater war
: Das Bundesge
richt hat in seinem Urteil 9C_149/2008 vom 27. Oktober
2008 festgehalten, dass ein Arzt unabhängig von seiner Fachrichtung grundsätzlich in der Lage ist, die Kohärenz des Berichts eines Kollegen zu beurteilen.
Nach dem Gesagten (vor
stehend E. 4.2) stellen vorliegend jedoch ohnehin die Anga
ben der Beschwer
deführerin sowie die Ergebnisse der Haushaltsabklärung die geeignete und ge
nügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkungen im Haushalt dar.
4.4
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt. Gestützt auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 8. September 2014 ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein rentenausschliessender
Invalidi
tätsgrad
erstellt. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen
, infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen, unter Hin
weis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts (
GSVGer
),
auf die Gerichtskasse zu nehmen.