# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97d10f41-edea-48cf-9ed0-d67613bbabd2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, arbeitete zuletzt seit Mai 2006 in einem Teilzeitpensum als Raumpflegerin bei der
A._
in
B._
(Urk. 8/11/3). Am 3. Juli 2008 meldete sich die Versicherte insbesondere wegen Depressionen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Die IV-Stelle holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug vom 22. Juli 2008, Urk. 8/8), den Bericht von
C._
, Ärztin für Allgemeine Medizin FMH, vom 5. August 2008 (Urk. 8/9), den Bericht von
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom
E._
vom 13. August 2008 (Urk. 8/10) und den Arbeitgeberbericht der
A._
vom 23. August 2008 (Urk. 8/11) ein. Daraufhin wurden im
F._
Vorabklärungen durchgeführt (Schnupperlehren als Konditorin, Urk. 8/27, und
Logistikerin
, U
rk. 8/25 und Urk. 8/35/4). A
m
12. Oktober 2009 erteilte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung im
F._
in den Bereichen Handwerk, Technik und La
ger, an welcher
X._
zwischen dem 19. Oktober 2009 und dem 15. Januar 2010 teilnahm (Urk. 8/32 und Urk. 8/34, vgl. auch
Abschluss
bericht
vom 18. Januar 2010, Urk. 8/41). Nach Erlass des Vorbescheids vom 18. August 2010 (Urk. 8/44) wies die IV-Stelle das Begehren der Versicherten um berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 28. September 2010 ab, da aufgrund ihres Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (Urk. 8/45).
In der Folge zog die IV-Stelle den Bericht von
D._
vom 4. November 2010 (Urk. 8/47/6-10) bei und liess die Arbeitsfähigkeit der Versi
cherten in Beruf und Haushalt abklären (Abklärungsbericht vom 20. Juni 2011, Urk. 8/48). Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2011 stellte sie
X._
die
Zusprache
einer halben IV-Rente mit Wirkung ab 1. Februar 2011 in Aussicht (Urk. 8/53), wogegen die Versicherte am 9. Dezember 2011 Einwand erhob (Urk. 8/65). Wie angekündigt, sprach die IV-Stelle ihr schliesslich mit Verfügung vom 27. Februar 2012 – ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50 % - mit Wirkung ab 1. Februar 2011 eine halbe Rente zu (Urk. 2).
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch die Sozialabteilung der Stadt
Y._
, am 27. März 2012 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1):
„1.
Es sei die Verfügung vom 27. Februar 2012 aufzuheben.
2.
Es sei zur Berechnung des Invaliditätsgrades der Einkommensvergleich
anzuwenden.
3.
Es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab Juli 2009 eine halbe IV-Rente
auszurichten.
4.
Es sei der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab Februar 2011 eine ganze
IV-Rente auszurichten.
5.
Unter Kosten- und Ents
chädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2012 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin
am 1
6.
Mai 2012
angezeigt wurde (Urk. 9).
Mit Beschluss vom 1
2.
September 2013
wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um zur in Betracht gezogenen Aufhebung der Verfügung vom 2
7.
Febru
ar 2012 sowie
Rückweisung zur medi
zinischen Abklärung an di
e Beschwerdegegnerin (mögliche
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen (
Urk.
10). Mit Eingabe vom 2
7.
September 2013 hielt die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest
und erklärt
e,
dass
die Sache zur medizinischen Abklärung
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen und
sie
als ganztägig erwerbstätig einzustufen sei
(
Urk.
12).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist
was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) führt -, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Be
einträchtigung bestünde. Das Kriterium der Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit bezieht sich nicht auf den Gesundheits-, sondern auf den Invaliditätsfall. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst glei
chen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV; BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S.
53 und E. 5.2 S. 54; SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151, E. 5.1.2, I 156/04; vgl. auch BGE 125 V 146 E. 5c/
bb
S. 157). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver
hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im
Ge
sundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversicherungs
recht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundesge
richts I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
C._
stellte in ihrem Bericht vom
5.
August 2008 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende depressive Episoden bei einem Verdacht auf eine
Borderlinestörung
seit 199
9.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei
en
(1) ein „
Chronic
Obstructive
Pulmonary
Disease
“ bei
Nikotinabusus
seit 2003, (2) ein hochgradiger Verdacht auf
Frontallappen
epilepsie
, bestehend seit August 2003, und (3) eine Reizblase seit 199
8.
C._
erklärte, dass sie d
ie Arbeitsfähigkeit in der
zuletzt
ausgeübten Tätigkeit
(
als Raumpflegerin
)
nicht genau beziffern
könne
, da sie die Beschwer
deführerin sehr unregelmässig und zum Teil
nur
in Jahresabständen
gesehen habe.
In der bisherigen Berufstäti
gkeit sei sie
aber
zu maximal 50
%
arbeitsfä
hig
,
in geschütztem Rahmen evtl.
zu
100
%
(
Urk.
8/9/7-8).
2.2
D._
führte
in ihrem Bericht vom 1
3.
August 2008 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf eine gemischte
Per
sönlichkeitsstörung
mit emotional instabilen, ängstlich-vermeidenden und abh
ängigen Anteilen (ICD-10 F60.8)
bestehend seit Kindheit und Jugend
an
. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie keine. Als Hilfsarbeiterin bzw. Putzhilfe sei die
Beschwerdeführerin vom
9.
bis zum 1
5.
Juli 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Vom 1
6.
Juli bis zum
6.
August 2008 habe die Arbeitsunfähigkeit 50
%
betragen
. Aktuell könne sie wahrscheinlich maximal in einem 50%-Pensum arbeiten
(
Urk.
8/10/7
-11
).
2.3
Im Bericht vom
4.
November 2010
hielt
D._
als
Diagnose
n
mit Aus
wirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit
(1) eine
gemischte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, ängstlich-vermeidenden und abhä
ngigen Anteilen (ICD-10 F60.8) und (2)
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell schwere depressive Epis
ode (ICD-10 F32.2) fest.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte sie keine.
In der
zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeit als Putz
frau sei die Beschwerdeführerin aktuell zu 100
%
arbeitsunfähig
. Sämtliche Eingliederungsmassnahmen der letzte
n zwei Jahre seien gescheitert
(
Urk.
8/47/7-
10
).
2.4
Gemäss
Abklärungsbericht vom 2
0.
Juni 2011 ist die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren in sehr unregelmässigen und jeweils kleineren
Pensen
erwerbstätig gewesen. Die letzte Erwerbstätigkeit als Raumpflegerin werde in einem Pensum zwischen 40
%
und 50
%
ausgewiesen. Dementsprechend sei davon auszugehen, dass sie ohne Behinderung höchstens zu 50
%
erwerbstätig wäre.
Der
Abklärungsdienst
kam
zudem
zum Schluss, dass die Beschwerdefüh
rerin im Haushalt nicht eingeschränkt sei
(
Urk.
8/48
).
3.
3.1
3.1.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdeführerin von der
Be
schwer
degegnerin
zu Recht als teilerwerbstätig, das heisst zu
50
%
im Er
werbs- und
zu
50
%
im Haushaltbereich,
qualifiziert wurde
(
Urk.
2).
3.1.2
Gemäss Abklärungsbericht
vom 2
0.
Juni 2011
gab
die Beschwerdeführerin
an
, dass sie sich derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Die
Frage
, in welchem Umfang sie ohne Behinderung erwerbstät
ig wäre, könne sie zum jetzigen
Zeitpunkt nicht beant
worten (
Urk.
8/48/4).
Die
Be
schwerdeführerin lebte
damals
alleine
mit vier Kat
zen in ein
er 2-Zimmerwohnung (
Urk.
8/48/
2)
. Sie
hat
te
daher
die üblichen Haushalt
s
arbeiten
zu verrichten,
die jedermann
anfallen
.
Dazu gehört auch die Versorgung von
Haustiere
n
.
Weitergehende
Aufgaben
im Haushalt
,
wie
insbe
sondere
die Erzie
hung und Betreuung von Kindern
,
hat
te
sie nicht
.
Aus dem IK-Auszug vom 2
2.
Juli 2008 ist zwar ersichtlich, dass
sie offenbar zumeist
nur
Teil
z
eit gearbeitet hat
(
Urk.
8/8).
Anlässlich der
A
bklärung vom 1
4.
Juni 2011 l
egte
die damals noch
unvertretene
Beschwerdeführerin
aber
glaubhaft dar
, dass sie bei ihrer letzten Stelle als Raumpflegerin
pro Haushalt
immer
mehr zusätzlic
he Arbeiten habe erledigen müssen und ständig
unter Zeitdruck gera
ten sei.
Sie habe
Überstunden geleistet
,
ohne diese verrechnen zu
können. Aus Angst
,
die Stelle zu verlieren, habe sie
sich
nicht gewehrt. Die Arbeit sei kör
perlich sehr anstrengend gewesen
und habe
bei ihr
letztlich zu einem Nerven
zusammenbruch geführt
(
Urk.
8/48/3
).
Weiter geht aus dem
IK-Auszug vom 2
2.
Juli 2008
auch
hervor, dass die Beschwerdeführerin, die über keine abge
schlossene Berufsausbildung verfügt (
Urk.
8/48/3), mehrfach längere Zeit ar
beitslos war (
Urk.
8/8). Sie hat
sich
nie dahingehend
geäussert
, dass sie freiwil
lig nur
in
Teilzeit erwerbstätig gewesen wäre.
W
ie in der Beschwerdeschrift zutreffend g
eltend gemacht wurde (
Urk.
1 S.
6)
, hat sie
in ihrer
Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermi
ttlungszentrum
auch
angegeben, eine 100%-Stelle zu suchen (
Urk.
3/13).
Um nicht mehr sozialhilfeabhängig zu sein und ein
hierfür ausreichendes Einkommen zu erzielen, müsste sie in einem der Tätig
keitsfelder, die ungelernten Arbeitnehmerinnen offen stehen, wohl auch in einem 100%-Pensum arbeiten (
Urk.
8/48/3).
Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände und nach
Massgabe
der allgemeinen Le
benserfahrung
kann
deshalb
bereits zum jetzigen Zeitpunkt – auch wenn der medizinische Sachverhalt noch nicht hinreichend
abgeklärt wurde
, wie unter E. 3.2 nachfolgend aufgezeigt wird - festgehalten werden, dass
die Beschwerdeführerin
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
als ganztägig erwerbstätig zu qualifizieren
ist
(vgl. E. 1.5).
3.2
3.2.1
Des Weiteren
ging
die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Februar 2012 davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei Ablauf der Wartezeit im Juli 2009 im Erwerbsbereich zu 50
%
und ab dem
4.
November 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
sei
(
Urk.
2).
Die Beschwerdegegnerin bzw. der
G._
,
H._
, Facharzt für Innere Medizin,
(
Urk.
8/51/5-6)
stütz
t
e
sich dabei
im Wesentlichen
auf die
Berichte der behandelnden Psychiaterin
D._
vom 1
3.
August 2008 und
4.
November 2010
(Urk.
8/10/1
-11 und
Urk. 8/47/5
-10)
.
3.
2.2
D._
führte
in ihre
m
Bericht
vom 1
3.
August 2008 als einzige Diag
nose einen Verdacht auf
eine
gemischte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, ängstlich-vermeidenden und abhängigen Anteilen (ICD-10 F60.8)
bestehend seit Kindheit und Jugend
an
.
Trotzdem betrachtete sie eine 50%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin als erwiesen.
Zudem äusserte s
ie
sich
grundsätzlich
nur zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in der
Tätigkeit als Raumpflegerin.
In welcher Art von Arbeitsplatz die Be
schwerdeführerin am besten einzusetzen sei, könne sie aufgrund der Kürze der Behandlung schwer beurteilen.
D._
s
Bericht vom 1
3.
August 2008 i
st demnach weder nachvollziehbar noch
vollständig (
Urk.
8/10/
1
-11
)
.
Im Bericht vom
4.
November 2010 diagnostizierte
D._
die
bereits
er
wähnte
gemischte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen, ängstlich vermeidenden und abh
ängigen Anteilen (ICD-10 F60.8;
das heisst
nicht mehr nur einen Verdacht darauf) sowie
eine rezidivierende depressive Störung, aktu
ell schwere depressive Episode.
Angesichts der wenigen Angaben
zu den erho
benen Befunden
(
vgl.
Urk.
8/47/8)
kann
ihre
Einschätzung
, wonach die Be
schwerdeführerin ab dem
4.
November 2010
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei, jedoch
nicht prüfend nach
vollzogen werden
.
Weiter
fehlen
erneut
Erörte
rungen
z
u einer allfälligen
Arbeitsfähigkeit in
einer be
hinderungsangepassten Tätigkeit
(
Urk.
8/47/5
-10
).
C._
nannte
in ihrem Bericht vom
5.
August 2008
als Befunde
lediglich
, dass die Bes
chwerdeführerin angespannt und zu
m Teil traurig wirke und
in den
Gedanken auf ihre
Probleme eingeengt
sei
. Weiter relativierte sie ihre Aussage, wonach die Beschwerdeführer
in
zu maximal 50
%
arbeitsfähig sei, selbst. Denn sie fügte
hinzu, dass sie die Arbeitsfähigkeit
nicht genau be
ziffern könne, da sie die Beschwerdeführerin nur sehr unregelmässig gesehen habe
(
Urk.
8/9/7-8).
Sowohl die Berichte von
D._
vom
1
3.
August 2008 und
4.
November 2010 als auch der Bericht von
C._
vom
5.
August 2008
erfüllen die
von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an die Beweistauglichkeit von Arztberichten
daher nicht
(vgl. E. 1.6
).
3.3
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin nicht als teil
weise
, sondern als
ganztägi
g erwerbstätig
zu qualifizieren ist
.
Ihr
Gesund
heitszustand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
lassen sich
aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage
demgegenüber
nicht zuverlässig beur
teilen
. Die Verfügung vom 2
7.
Februar 2012 ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
selber abklärt oder
gutachterlich abklären lässt und danach
über einen möglichen Anspruch der Beschwerdeführerin auf ein
e Invalidenrente neu verfügt
.
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
, weshalb die Kosten in der Höhe von
Fr.
600.-- der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen sind.
5.
Praxisgemäss hat eine durch eine Institution der öffentlichen Sozialhilfe vertre
tene Person keinen Anspruch auf eine Prozessentschädigung (BGE 126 V 11), weshalb der Beschwerdeführerin
keine Prozessentschädigung zuzuspre
chen ist.